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CodingAgent — delegiert bauen, überprüfbar abnehmen
Stand: 2026-09-08. Grundstein / Arbeitsvertrag v0.1. Noch kein installierter Workflow und noch kein Nachweis besserer Codequalität.
Samuel arbeitet mit einem Hauptagenten. Dieser macht aus dem gewünschten Verhalten einen begrenzten Auftrag und delegiert die Implementierung an einen Coding-Subagenten, möglichst mit einem günstigen Modell. Eine getrennte Prüfung entscheidet über die technische Abnahmereife. Samuel entscheidet, ob das Ergebnis seinen Zweck erfüllt, und gibt Commit oder Auslieferung ausdrücklich frei.
Was wir hier lösen
Delegation soll überprüfbare Änderungen liefern: mit klarer Anforderung, passendem Repo-Kontext, sichtbaren Fehlern und Belegen für das Ergebnis. Ein erfolgreicher Lauf allein reicht dafür nicht.
Die vorhandene Diagnose ist der Ausgangspunkt. Ihre Bestandszahlen und kausalen Erklärungen wurden für diesen Vertrag nicht erneut verifiziert. Wenige Commits beweisen weder fehlende Nutzung noch schlechte Qualität; die Anzahl breiter Exception-Handler beweist noch kein Fehlerschlucken.
Tests und Review verringern Unsicherheit. Sie garantieren keine Fehlerfreiheit. Eine andere Modellfamilie ist eine mögliche zusätzliche Perspektive, kein Beweis für Unabhängigkeit. Anforderungen und Prüfungen können denselben Irrtum enthalten.
Ein Durchlauf, vier Verantwortlichkeiten
| Rolle | Verantwortlich für | Ergebnis |
|---|---|---|
| Samuel | Gewünschtes Verhalten, Grenzen, fachliche Unklarheiten | Verständliches Erfolgskriterium |
| Hauptagent | Repo lesen, bestehende Lösungen finden, Auftrag begrenzen, Belege zusammenführen | Implementierbarer Auftrag und ehrlicher Status |
| Coding-Subagent | Implementierung im zugewiesenen Bereich, passende Entwicklertests | Diff und nachvollziehbare Testergebnisse |
| Prüfinstanz | Anforderung gegen tatsächlichen Diff und Verhalten prüfen | Befunde und technische Abnahmeempfehlung |
Der Hauptagent bleibt Samuels Ansprechpartner. Er bereitet technische Details vor; Samuel muss keine Agenten auswählen oder Code vollständig gegenlesen. Materielle fachliche Unklarheiten legt der Hauptagent mit einem konkreten Beispiel vor.
Vor der Delegation
Der Hauptagent liest die betroffenen Dateien, lokale Instruktionen und vorhandenen Tests. Er sucht nach dem Zweck einer benötigten Funktion, nicht nur ihrem Namen. Bestehende Utilities werden nur wiederverwendet, wenn ihr Verhalten passt.
Pro Änderung entsteht ein kurzer Auftrag, beispielsweise als task.md im jeweiligen
Arbeitsbereich. Nicht erfüllte Voraussetzungen bleiben ausdrücklich offen:
Ziel: Welches beobachtbare Verhalten soll sich ändern?
Erfolgskriterium: Bei [Ausgangslage / Eingabe] geschieht [Ergebnis].
Fehlerfall: Bei [Störung] bleibt [Invariante] erhalten; [Signal] ist sichtbar.
Scope: Repo, Ausgangsstand, erlaubte Dateien und ausgeschlossene Änderungen.
Kontext: Bestehende Implementierung, passende Utilities, relevante Entscheidungen.
Prüfung: Konkrete Befehle und erwartete Beobachtungen; noch fehlende Voraussetzungen.
Delegation: Builder-Modell, getrennte Prüfinstanz, begrenztes Laufbudget.
Der Builder darf fachliche Kriterien nicht still ändern, Tests abschwächen oder Fehler in leere Ergebnisse umwandeln, um einen grünen Lauf zu erreichen. Er fängt Fehler nur dort ab, wo ein definiertes Wiederherstellungs- oder Abbruchverhalten existiert. Ein breiter Handler an einer Prozessgrenze kann sinnvoll sein, wenn Fehlerzustand und Folgen sichtbar bleiben.
Abnahme ist eine eigene Arbeit
Die Prüfinstanz erhält den Auftrag, den Ausgangsstand und den tatsächlichen Diff. Die Zusammenfassung des Builders dient als Hinweis, nicht als Nachweis. Sie prüft mindestens den relevanten Normalfall und einen risikorelevanten Fehlerfall und liest die betroffenen Übergänge im Code auf Regressionen und unnötige Duplikation.
Bei einer Bugfix-Prüfung soll der Test den Defekt im Ausgangsstand erkennen und mit dem Fix bestehen. Wo dies nicht reproduzierbar ist, wird die Beweisgrenze benannt. Erwartete Ergebnisse folgen aus dem Vertrag, nicht aus dem gerade erzeugten Code.
Prüfbelege enthalten Befehl, Ergebnis und den geprüften Code-Stand. Nach einer Änderung sind betroffene Belege zu erneuern. Fehlende Zugänge, abgebrochene Läufe oder nicht ausgeführte Prüfungen ergeben ungeprüft / blockiert, niemals bestanden. Nach einem fehlgeschlagenen Ansatz berichtet der Hauptagent den Befund an Samuel; es gibt keine unbeschränkte Reparatur- oder Modellwechsel-Schleife.
Der Abschluss für Samuel passt in vier Punkte:
- Welches Verhalten wurde geändert?
- Was belegen Tests und getrenntes Review am aktuellen Stand?
- Welche Unsicherheit oder welcher Befund bleibt offen?
- Ist die Änderung technisch abnahmereif, und welche Freigabe steht noch aus?
Implementiert → geprüft → fachlich abgenommen → committed → ausgeliefert sind getrennte Zustände. Bei laufenden Systemen kommt ein Beleg aus dem tatsächlichen Betrieb hinzu. Ein lokaler Test ersetzt diesen nicht.
Gedächtnis im Repo
Der nächste Lauf liest eine kleine, versionierte Orientierung: relevante Einstiegspunkte, wiederverwendbare Bausteine, Invarianten und die maßgeblichen Prüfkommandos. Vorhandene Projektdokumentation wird dafür genutzt. Neue Notizen entstehen nur für Wissen, das sonst verloren geht; Pfad- und Verhaltensangaben werden am Code geprüft. Der Builder schlägt Aktualisierungen vor, die Prüfinstanz kontrolliert sie mit dem Diff.
Günstige Modelle: eine zu prüfende Betriebsentscheidung
Ein günstiges Modell erhält einen klar begrenzten Coding-Auftrag. Ein stärkeres Modell kann Zerlegung und Review übernehmen. Die konkrete Modellbelegung bleibt offen, bis Verfügbarkeit und ein echter Auftrag feststehen.
Für den ersten Versuch erfassen wir Modell, Laufzeit, verfügbare Kostenangaben, Nacharbeit und Abnahmebefunde. Entscheidend sind Gesamtkosten pro abgenommener Änderung, einschließlich Orchestrierung und Prüfung. Weniger Tokens, weniger Zeilen oder mehr Commits sind allein keine Qualitätsbelege.
Der erste Nachweis
Ein einzelner realer, begrenzter Änderungsauftrag durchläuft diese Rollenverteilung. Er ist abgeschlossen, wenn ein prüfbarer Diff, nachvollziehbare Verhaltenstests, ein separates Review und Samuels fachliche Abnahme vorliegen. Erst dieser Versuch zeigt, ob der Ablauf praktikabel ist; ein Kostenvorteil braucht einen vergleichbaren Referenzlauf. Es werden nicht vorsorglich weitere Projekte einbezogen.
Aktuell fehlt noch dieser Pilotauftrag. Der lokale Ponytail-Checkout ist vorhandenes Material zur Vermeidung unnötigen Codes; seine Installation und seine Wirkung in diesem Ablauf sind hier nicht nachgewiesen.