Dokument: B 6 K 17.30337

Kontext davor:

Satz: Eine Verpflichtung der Beklagten , dem Kläger subsidiären Schutz zuzuerkennen , würde voraussetzen , dass der Kläger bei einer Rückkehr in seine Heimat der Gefahr eines ernsthaften Schadens mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ausgesetzt wäre .

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Kontext danach:
Die nach § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO gebotene Überzeugungsgewissheit muss auch in Asylstreitsachen in dem Sinne bestehen , dass das Gericht die volle Überzeugung von der Wahrheit – und nicht etwa nur von der Wahrscheinlichkeit – des vom Kläger behaupteten individuellen Schicksals erlangt hat .
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Zwar ist wegen des sachtypischen Beweisnotstandes , in dem sich Asylbewerber insbesondere hinsichtlich asylbegründender Vorgänge im Herkunftsland vielfach befinden , der allgemeine Grundsatz hervorzuheben , dass das Gericht keine unerfüllbaren Beweisanforderungen stellen und keine unumstößliche Gewissheit verlangen darf , sondern sich in tatsächlich zweifelhaften Fällen mit einem für das praktische Leben brauchbaren Grad von Gewissheit begnügen muss , der den Zweifeln Schweigen gebietet , auch wenn sie nicht völlig auszuschließen sind .
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Dem persönlichen Vorbringen des Klägers und dessen Würdigung kommt gesteigerte Bedeutung zu .
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Das Fehlen von Beweismitteln entbindet das Gericht aber nicht davon , sich eine feste Überzeugung vom Vorhandensein des entscheidungserheblichen Sachverhalts zu bilden .
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Dies muss – wenn nicht anders möglich – in der Weise geschehen , dass sich der Richter schlüssig wird , ob er dem Kläger glaubt .
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Das gilt auch hinsichtlich der zu treffenden Prognose , ob aufgrund des im vorstehenden Sinne glaubhaften individuellen Schicksals des Asylsuchenden die Gefahr politischer Verfolgung bzw. eines ernsthaften Schadens droht .
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Auch wenn insoweit eine beachtliche Wahrscheinlichkeit ausreicht und deshalb ein „ voller Beweis “ nicht erbracht werden kann , ändert dies nichts daran , dass das Gericht von der Richtigkeit seiner gewonnenen Prognose drohender politischer Verfolgung bzw. eines drohenden ernsthaften Schadens die volle richterliche Überzeugung erlangt haben muss ( vgl. BVerwG , U. v. 16. 04. 1985 , Az. : 9 C 109/84 , juris Rn . 16 und 17 ) .
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