Dokument: Au 3 K 15.830

Kontext davor:
Nach § 7 Abs. 3 Satz 1 RaPO , § 8 Abs. 3 Satz 2 APO müssen ( entsprechend Art . 61 Abs. 3 Satz 2 Nr. 10 BayHSchG ) Prüfungsleistungen , die als nicht bestanden bewertet werden sollen , von zwei Prüfern bewertet werden .
definition

Satz: Ein Verstoß gegen das „ Zwei-Prüfer-Gebot “ kann vorliegend jedoch nicht festgestellt werden .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach:
Vielmehr hat der Zweitprüfer auf der Prüfungsarbeit sein Handzeichen „ ax “ angebracht und damit zum Ausdruck gebracht , dass er sich der Bewertung durch den Erstprüfer anschließt .
subsumption
Zwar sind Bewertungen schriftlicher Prüfungsarbeiten , insbesondere wenn sie den beruflichen Werdegang beeinflussen können , im Hinblick auf Art . 12 Abs. 1 GG schriftlich zu begründen ( vgl. z. B. BVerwG , B. v. 9. 12. 1992 - 6 C 3.92 - BVerwGE 91 , 262 ) , was grundsätzlich auch für die Zweitbewertung gilt , doch genügt ein Handzeichen ( eventuell mit der Anmerkung „ einverstanden “ ) , wenn sich der Zweitprüfer der Bewertung des Erstprüfers anschließt .
definition
Allerdings setzt diese Verfahrensweise voraus , dass die Begründung des Erstprüfers nicht unzureichend und nicht widersprüchlich ist .
definition
Vorliegend hat der Erstprüfer zwar keine zusammenfassende Schlussbemerkung beigefügt bzw. auf der Arbeit angebracht , doch hat er bei jeder Frage jeweils die zu erreichende Punktezahl sowie die tatsächlich von ihm jeweils vergebene Zahl an Punkten angegeben .
subsumption
Dies entspricht bei einer aus einer Mehrzahl von Einzelfragen bestehenden Aufgabe auch dem Begründungserfordernis , denn der Prüfling kann anhand der Korrektur erkennen , ob und inwieweit er den Erwartungen des Prüfers ganz , teilweise oder gar nicht entsprochen hat und daran anknüpfend ggf. Einwendungen erheben ( vgl. Niehues / Fischer / Jeremias , a. a. O. Rn . 710 ) .
subsumption
Darüber hinaus haben beide Prüfer sowohl vor der Geltendmachung konkreter Rügen ( Schreiben der Bevollmächtigten der Klägerin vom 27. 11. 2014 ) als auch danach schriftlich zur Bewertung Stellung genommen .
subsumption
Dass die Stellungnahme des Zweitprüfers zu den konkret erhobenen Rügen der Klägerin erst im Klageverfahren „ nachgeschoben “ wurde , ist unschädlich , denn jedenfalls wird aus der Äußerung deutlich , dass der Zweitprüfer seine Bewertung , ausgehend von den erhobenen Einwendungen , nochmals „ überdacht “ hat ( zum Anspruch des Prüflings auf ein „ Überdenken “ der Bewertung seiner Leistungen durch die ursprünglichen Prüfer : z. B. BVerfG , B. v. 17. 4. 1991 - 1 BvR 419/81 , 1 BvR 213/83 - BVerfGE 84 , 34 ) .
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