Dokument: Au 3 K 14.1741

Kontext davor:
bb ) Letztlich kann der Nachweis einer Legasthenie jedoch vorliegend offen bleiben .
other

Satz: Denn selbst wenn man zugunsten des Klägers grundsätzlich das Vorliegen einer Legasthenie unterstellt , kommt hier bereits deshalb eine Neubewertung seiner Prüfungsleistungen nicht in Betracht , da der Kläger einen Antrag auf Nachteilsausgleich - etwa in Form einer Schreibzeitverlängerung - für die gegenständliche Einstellungsprüfung im Juni 2014 nicht gestellt hat , obwohl ein solcher Antrag in § 1 Satz 2 FachV-Pol / VS i. V. m. § 54 Abs. 3 APO und § 54 Abs. 1 und 2 APO ausdrücklich gefordert wird ( „ auf Antrag “ ) .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach:
Auch in den vorangegangenen Einstellungsprüfungen für den Polizeidienst hat der Kläger keinen derartigen Antrag gestellt .
subsumption
Er hat das Prüfungsamt des Beklagten auch zu keiner Zeit auf das Bestehen einer Behinderung hingewiesen ; eine solche war lediglich aus einem Satz im Fließtext der mehrzeiligen Bemerkung des in den Bewerbungsunterlagen enthaltenen Zeugnisses der Fachhochschulreife vom 23. Juli 2010 ersichtlich .
subsumption
Da der Kläger - seine Behinderung unterstellt - offenbar zumindest seit 2010 an Legasthenie leidet und er dieses Leiden auf der Berufsoberschule offenbar geltend gemacht hat , waren ihm die sich daraus auch für schriftliche Prüfungen ergebenden Beeinträchtigungen auch vertraut .
subsumption
Unter den gegebenen Umständen musste sich dem Prüfungsamt des Beklagten die Notwendigkeit einer längeren Bearbeitungszeit nicht aufdrängen , zumal der Kläger selbst nach zweimaliger Ablegung der Einstellungsprüfung für den Polizeidienst - und damit in Kenntnis der Prüfungsanforderungen und -bedingungen - nicht den Wunsch geäußert hat , Nachteilsausgleich zu erhalten .
subsumption
Daher bestand für das Prüfungsamt des Beklagten keine Verpflichtung , den Kläger ungefragt auf die Möglichkeit hinzuweisen , eine Schreibzeitverlängerung zu beantragen .
subsumption
Vielmehr ist es Sache des Klägers gewesen , das Prüfungsamt des Beklagten auf ein aus seiner Sicht bestehendes Zeitproblem bei der Bearbeitung schriftlicher Prüfungsaufgaben hinzuweisen und die Frage eines Nachteilsausgleichs durch eine Verlängerung der Schreibzeit im Vorfeld der Prüfung abzuklären ( vgl. zum Ganzen : BayVGH , B. v. 17. 11. 2009 - 7 CE 09.2550 - juris Rn . 14 ; VG Mainz , B. v. 12. 8. 2015 - 3 L 674 / 15. MZ - juris Rn . 7 f. ) .
subsumption