Dokument: L 17 U 21/14

Kontext davor:

Satz: Von einem Abweg der Klägerin , wie ihn die Beklagte in ihrem Schriftsatz vom 05. 06. 2014 angenommen hat , kann nicht ausgegangen werden .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach:
Durch das Abfahren von der A XY . hat sich - wie vom Senat festgestellt ( s. o. ) - die Zielrichtung der Fahrt und damit die Handlungstendenz der Klägerin nicht geändert ; die gewählte Fahrtroute führte weiterhin Richtung G-Stadt , wo der nächste Außendiensttermin geplant war .
subsumption
Die Klägerin hat sich auch nicht räumlich vom Zielort G-Stadt entfernt ( zum Begriff des Abwegs siehe BSG , Urteile vom 30. 01. 1963 - 2 RU 7/60 , vom 19. 03. 1991 - 2 RU 45/90 - SozR 3 - 2200 § 548 Nr. 8 ; Keller in Hauck / Noftz , SGB VII , Stand 01/13 , § 8 Rn . 240 ; Wagner in jurisPK-SGB VII , 2. Aufl. 2014 , § 8 Rn . 206 ) .
subsumption
Entgegen der rechtlichen Wertung des SG handelte es sich bei der von der Klägerin befahrenen Alternativroute noch nicht einmal um einen Umweg .
subsumption
Vielmehr befand sie sich weiterhin auf dem direkten Weg nach G-Stadt .
subsumption
Unter direktem Weg ist dabei der entfernungsmäßig kürzeste Weg zum Zielort zu verstehen ( Wagner a. a. O Rn . 213 ; BSG Urt . v. 11. 09. 2001 - B 2 U 34/00 R - SozR 3 - 2700 § 8 Nr. 9 siehe auch Keller a. a. O. Rn . 243 ) .
definition
Nicht entscheidend ist dagegen , ob es sich auch um den einfachsten oder schnellsten Weg handelt .
subsumption
Dies wäre regelmäßig - insbesondere im Nachhinein - kaum objektiv feststellbar , da eine entsprechende Beurteilung u. a. von der jeweiligen Verkehrslage , der Beschaffenheit der Straße , aktuellen Verkehrshindernissen oder auch dem individuellen fahrerischen Können abhängig wäre .
subsumption
Zudem muss der entfernungsmäßig kürzeste nicht immer auch der einfachste oder schnellste Weg sein .
subsumption
Vielmehr ist der Versicherte , solange die Fortbewegung nach ihrer Handlungstendenz dem Zurücklegen des Weges zum Ort der Tätigkeit zu dienen bestimmt ist und im öffentlichen Verkehrsraum stattfindet ( siehe dazu BSG , Urteil vom 09. 12. 2013 - B 2 U 33/03 R ) , in der Wahl des Weges zum Ort seiner beruflichen Tätigkeit grundsätzlich frei ( vgl. u. a. BSGE , Urteile vom 31. 01. 1984 - 2 RU 15/83 , vom 30.011985 - 2 RU 5/84 - SozR 2200 § 548 Nr. 68 ) .
definition
Nach den Feststellungen des Senats ( s. o. ) wurde die direkte Wegstrecke durch die von der Klägerin gewählte Fahrtroute nicht verlängert .
subsumption
Daher war die Klägerin nicht gehalten , weiter auf der - vermutlich schnelleren und für einen geübten Autofahrer einfacheren Route - A XY . anstatt über die Staatsstraße XY . und die B XY . nach G-Stadt zu fahren , um ihren Versicherungsschutz nicht zu verlieren .
subsumption
Da insoweit Wahlfreiheit bestand , ist es ohne Bedeutung , aus welchem Motiv heraus sich die Klägerin für die letztgenannte Alternativroute entschieden hat .
subsumption
Führen zum Ort der beruflichen Tätigkeit zwei entfernungsmäßig gleich lange Verkehrswege , handelt es sich unabhängig vom Motiv , aus dem heraus der Versicherte einen der beiden Wege wählt , um einen vom Versicherungsschutz umfassten Betriebsweg .
definition