Dokument: Au 5 K 17.32831

Kontext davor:
Vorliegend ist das Gericht aufgrund der in der mündlichen Verhandlung gewonnenen Erkenntnisse der Überzeugung , dass der Kläger bei einer Rückkehr nach Afghanistan im Rahmen einer Gesamtschau in eine ausweglose Lage geraten würde , die ihm nicht zugemutet werden kann .
subsumption

Satz: Dies ergibt sich aus den nachfolgenden Überlegungen .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach:
Zum einen ist der Kläger gerade erst einmal 18 Jahre alt und erschwerend kommt für ihn hinzu , dass er seit seinem 3. bzw. 4. Lebensjahr ausschließlich im Iran gelebt hat .
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Darüber hinaus verfügt der Kläger über keinerlei Familienangehörige in Afghanistan mehr , die ihn finanziell oder in sonstiger Weise bei einer unterstellten Rückkehr unterstützen könnten .
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Auf eine solche Unterstützung dürfte der Kläger jedoch bei einer Rückkehr nach Afghanistan zwingend angewiesen sein .
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Grundbesitz der Familie ist in Afghanistan ebenfalls keiner mehr vorhanden .
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Hinzu kommt , dass der Kläger zwar im Iran eine Schulausbildung durchlaufen hat , jedoch über keinerlei Berufsausbildung bzw. -erfahrung verfügt .
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Dass der Kläger zu einer eigenständigen Lebensführung in der Lage sein könnte , ist für das Gericht nicht im Ansatz erkennbar .
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Der Kläger wäre deshalb bei einer Rückkehr nach Afghanistan darauf angewiesen , im als gerichtsbekannt hart umkämpften Arbeitsmarkt als ungelernte Kraft sein Existenzminimum sicherzustellen .
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Dies dürfte im Hinblick auf die vermehrt schwierige Wohnungssituation und die Tatsache , dass es sich beim Kläger um eine ungelernte Kraft handeln würde , dem Kläger mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gelingen .
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Als Volkszugehöriger der Hazara , der als solcher auch zu erkennen ist , dürfte der Kläger weitergehende Schwierigkeiten haben , eine angemessene Unterkunft zu finden bzw. auf dem Arbeitsmarkt , in den viele zurückkehrende Flüchtlinge drängen , Fuß zu fassen .
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Auch in der mündlichen Verhandlung vom 6. Juli 2017 hat das Gericht nicht den Eindruck gewonnen , dass es sich beim Kläger bereits um eine hinreichend stabilisierte Persönlichkeit handelt , die allein auf sich gestellt , die auf sie bei einer Rückkehr nach Afghanistan zukommenden vielfältigen Schwierigkeiten bewältigen könnte .
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Der Kläger entspricht daher nicht dem Regelfall des jungen , volljährigen und alleinstehenden Afghanen , dem eine Rückkehr in sein Heimatland zugemutet werden kann .
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In einer Gesamtschau der einzelnen Faktoren , die in der Person des Klägers vorliegen , ist davon auszugehen , dass ein Ausnahmefall gegeben ist .
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