Dokument: 6 K 1148/16

Kontext davor:
Der BFH hat zum Erlass einer Honorarforderung durch einen Steuerpflichtigen , der seinen Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG ermittelt , wie folgt zwischen betrieblichen und privaten Gründen unterschieden ( BFH-Urteil vom 16. 01. 1975 IV R 180/71 , BStBl II 1975 , 526 ) : sieht ein Steuerpflichtiger aus betrieblichen Gründen davon ab , eine entstandene Honorarforderung einzuziehen oder erlässt er sie aus betrieblichen Gründen dem Schuldner , so kann dies weder zu einer Erhöhung des Gewinns des Steuerpflichtigen in Höhe der nicht eingezogenen oder erlassenen Honorarforderung noch zu einer Minderung des Gewinns in dieser Höhe führen , denn eine Betriebseinnahme in Höhe der Honorarforderung ist in diesem Falle nicht zugeflossen und eine Ausgabe in Höhe der Honorarforderung ist - anders als z. B. beim Verlust einer betrieblichen Darlehnsforderung - nicht geleistet .
definition

Satz: Das steuerliche Ergebnis ist letztlich das gleiche , wie wenn der Steuerpflichtige seinen Gewinn nach § 4 Abs. 1 EStG ermitteln würde ; in diesem Falle wäre zwar bereits die Honorarforderung im Jahr ihrer Entstehung gewinnerhöhend zu erfassen gewesen ; umgekehrt hätte sich dann aber der Verlust der Honorarforderung als Betriebsvermögensverlust im Jahr seines Eintritts gewinnmindernd ausgewirkt .

Klassifikation: definition

Kontext danach:
Betriebliche Gründe im vorstehenden Sinne sind z. B. dann anzunehmen , wenn der Steuerpflichtige die Honorarforderung nicht einzieht und sie erlässt , weil er ihre Beitreibung für aussichtslos erachtet ( z. B. wegen Vermögenslosigkeit des Schuldners oder wegen zu erwartender Einreden aus Gründen der Gewährleistung ) oder weil er sich davon verspricht , dass er vom Honorarschuldner weitere Aufträge erhalten werde .
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