Dokument: Au 8 K 18.633

Kontext davor:
Nach der Insolvenzeröffnung ist der Insolvenzverwalter aufgrund seiner tatsächlichen Sachherrschaft über die Insolvenzmasse aus § 148 InsO zustandsverantwortlich für Gefahren , die von Massegegenständen ausgehen , gleichgültig wann diese Gefahren entstanden sind .
definition
Verhaltensverantwortlich wird der Insolvenzverwalter dagegen nur hinsichtlich solcher Gefahren , die er selber nach Insolvenzeröffnung verursacht hat .
definition
Er tritt nicht kraft Rechtsnachfolge in eine bestehende Verhaltensverantwortlichkeit des Schuldners ein .
definition

Satz: Der Schuldner bleibt vielmehr für die von ihm verursachten Gefahren auch nach der Insolvenzeröffnung selber verhaltensverantwortlich .

Klassifikation: definition

Kontext danach:
An diesen ordnungsrechtlichen Befund schließt das Insolvenzrecht an , indem es bestimmt , wie die Ordnungspflichten im Insolvenzverfahren einzuordnen sind .
definition
Trifft die ordnungsrechtliche Verantwortlichkeit den Insolvenzverwalter , handelt es sich um eine persönliche Pflicht , die nach § 55 Abs. 1 Nr. 1 InsO als Masseverbindlichkeit zu erfüllen ist ( vgl. auch BVerwG , B. v. 5. 10. 2005 - 7 B 65.05 - juris Rn . 7 ; U. v. 22. 10. 1998 - 7 C 38.97 - juris Rn . 11 , jeweils zu § 5 BImSchG ) .
definition
Trifft die Ordnungspflicht demgegenüber als Verhaltensverantwortlichkeit den Gemeinschuldner , kann sie nur eine Insolvenzforderung im Sinne des § 38 InsO begründen ; insoweit kann der Insolvenzverwalter nur nach Maßgabe des Insolvenzrechts in eine vom Gemeinschuldner abgeleitete Rechtsstellung einrücken .
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