Dokument: L 2 U 100/11

Kontext davor:
Für die erforderliche Kausalität zwischen Unfallereignis und Gesundheitserstschaden sowie zwischen Gesundheits ( erst ) schaden und weiteren Gesundheitsschäden gilt die Theorie der wesentlichen Bedingung ( vgl. BSG , Urteil vom 17. 02. 2009 - B 2 U 18/07 R - Juris RdNr . 12 ) , die auf der naturwissenschaftlich-philosophischen Bedingungstheorie beruht .
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Danach ist jedes Ereignis Ursache eines Erfolges , das nicht hinweggedacht werden kann , ohne dass der Erfolg entfiele ( conditio-sine-qua-non ) .
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Satz: Als rechtserheblich werden aber nur solche Ursachen angesehen , die wegen ihrer besonderen Beziehung zum Erfolg zu dessen Eintritt wesentlich mitgewirkt haben .

Klassifikation: definition

Kontext danach:
Welche Ursache wesentlich ist , muss aus der Auffassung des praktischen Lebens über die besondere Beziehung der Ursache zum Eintritt des Erfolgs abgeleitet werden ( vgl. BSG , Urteil vom 17. 02. 2009 - B 2 U 18/07 R - Juris RdNr . 12 ) sowie auf Basis des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes über die Möglichkeit von Ursachenzusammenhängen zwischen bestimmten Ereignissen und der Entstehung bestimmter Krankheiten ( vgl. BSG , Urteil vom 09. 05. 2006 - B 2 U 1/05 R - Juris RdNr . 17 ) .
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Gesichtspunkte für die Beurteilung sind neben der versicherten Ursache als solcher , einschließlich Art und Ausmaß der Einwirkung , u. a. die konkurrierende Ursache ( nach Art und Ausmaß ) , der zeitliche Ablauf des Geschehens , das Verhalten des Verletzten nach dem Unfall , Befunde und Diagnosen des erstbehandelnden Arztes sowie die gesamte Krankengeschichte ( vgl. BSG , Urteil vom 09. 05. 2006 - B 2 U 1/05 R - Juris RdNr . 16 ) .
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Es kann mehrere rechtlich wesentliche Mitursachen geben .
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Ist jedoch eine Ursache - allein oder gemeinsam mit anderen Ursachen - gegenüber anderen Ursachen von überragender Bedeutung , so ist oder sind nur die erstgenannte ( n ) Ursache ( n ) „ wesentlich “ und damit Ursache ( n ) im Sinne des Sozialrechts ( vgl. BSGE 12 , 242 , 245 ) .
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Eine Ursache , die zwar naturwissenschaftlich ursächlich ist , aber nicht als „ wesentlich “ anzusehen ist , kann auch als „ Gelegenheitsursache “ oder Auslöser bezeichnet werden ( vgl. BSG , Urteil vom 09. 05. 2006 - B 2 U 1/05 R - Juris RdNr . 15 m. w. N. ) .
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