Dokument: L 17 U 123/14

Kontext davor:
Erhöhte Werte im Biomonitoring ( Lösungsmittel oder deren Metabolite im Blut oder Urin ) , die für eine toxische Enzephalopathie sprechen könnten , wurden beim Kläger auch nicht festgestellt , insbesondere nicht bei Laboruntersuchungen am 16.06.2005. Zu diesem Zeitpunkt war der Kläger nach seinen eigenen Angaben noch der Einwirkung durch Lösungsmitteln im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit - Wartung und Instandhaltung von Lötanlagen - ausgesetzt .
subsumption

Satz: Gegen das Vorliegen einer toxischen Enzephalopathie beim Kläger spricht auch - worauf der Gutachter N hinweist - , dass eine Schädigung anderer Organe durch Lösemittel beim Kläger nicht belegt ist .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach:
Die bereits erwähnten Laboruntersuchungen am 16. 06. 2005 ergaben für die Leber des Klägers Normalwerte .
subsumption
Der Gutachter N sowie der ärztliche Sachverständige D weisen zudem darauf hin , dass beim Kläger - insbesondere während der festgestellten Exposition gegenüber einem neurotoxischen Lösemittel in den achtziger Jahren - keine pränarkotischen Beschwerden am Arbeitsplatz dokumentiert sind .
subsumption
Von den beiden Gutachtern wird zudem darauf hingewiesen , dass ein erstmaliges Auftreten von Symptomen einer Enzephalopathie ca. 14 Jahre nach Expositionsende ( gegenüber 1,1 , 1-Trichlorethan ) - Auftreten von Doppelbildern im Rahmen der Augenerkrankung des Klägers - toxikologisch nicht plausibel sei .
subsumption
Eine solche Latenzzeit entspräche , so die ärztlichen Sachverständigen D und L , nicht dem Stand der Wissenschaft zur neurotoxischen Wirkung von Trihaltigen Lösemitteln .
subsumption
Zwar kann nach dem Merkblatt zur BK 1317 ( siehe oben ) die klinische Diagnose der lösungsmittelbedingten Enzephalopathie auch mehrere Jahre nach Unterlassung der gefährdenden Tätigkeit erstmals gestellt werden .
definition
Einem derart gegenüber dem Expositionsende zeitlich verzögerten Auftreten von möglichen Symptomen einer toxischen Enzephalopathie kommt aber Indizwirkung gegen die Annahme einer toxischen Enzephalopathie im Wege des Vollbeweises zu .
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