Dokument: Au 6 K 16.32308

Kontext davor:

Satz: b )

Klassifikation: other

Kontext danach:
Nach Überzeugung des Einzelrichters haben die Kläger ihr Heimatland nicht aus begründeter Furcht vor Verfolgung im o. g. Sinne verlassen .
subsumption
Die Kläger zu 1 und 2 haben sich bei Darstellung ihrer Verfolgungsgründe bereits bei der getrennt erfolgten Anhörung vor dem Bundesamt ( Blatt 116 der Bundesamtsakte ) wesentlich widersprochen .
subsumption
Diesen Widerspruch konnten sie in der mündlichen Verhandlung nicht auflösen .
subsumption
Als Grund für ihre Ausreise wurde von den Klägern zu 1 und 2 in der mündlichen Verhandlung übereinstimmend angegeben , der Kläger zu 1 hätte für die Taliban mit seinem Lkw Sprengstoff zu einem amerikanischen Flughafen transportieren sollen .
subsumption
Die Taliban hätten ihn hierzu zweimal angesprochen .
subsumption
Er sei jedoch nicht verschleppt worden .
subsumption
Dies steht in erheblichem Widerspruch zum Vortrag der Klägerin zu 2 bei ihrer Anhörung vor dem Bundesamt , bei der sie vortrug , soweit sie wisse , sei ihr Mann ( der Kläger zu 1 ) zwei Mal verschleppt worden .
subsumption
Das zweite Mal sei er ca. einen Monat lang weg gewesen .
subsumption
Er sei geschlagen worden und habe Verletzungen im Gesicht gehabt .
subsumption
Auf diesen Widerspruch in der mündlichen Verhandlung angesprochen , gaben die Kläger an , der Kläger zu 1 habe in Afghanistan einen Verkehrsunfall mit seinem Lkw gehabt , aufgrund dessen er 40 Tage in einem Krankenhaus in ... gelegen sei .
subsumption
Während dieser Zeit habe er seine Familie nicht über seinen Verbleib benachrichtigen können .
subsumption
Die Klägerin zu 2 habe aus Sorge um ihren Mann bei ihrem Schwager nachgefragt , welcher ihr böswillig und wahrheitswidrig gesagt habe , ihr Mann sei verschleppt worden .
subsumption
Bei der Rückkehr ihres Mannes aus dem Krankenhaus habe sich die Sache aufgeklärt .
subsumption
Die Klägerin zu 2 habe dies so auch dem Bundesamt gesagt , wisse aber nicht , wie es dort verstanden worden sei .
subsumption
Diese Begründung überzeugt nicht .
subsumption
Der Umstand , dass die Klägerin beim Bundesamt wider besseren Wissens eine Verfolgungsgeschichte angegeben hat , die sich – nach ihrem Vorbringen in der mündlichen Verhandlung – so nie zugetragen hat und zu den „ eigentlichen “ Fluchtgründen nichts angab , ist ein deutliches Indiz dafür , dass es keinen tatsächlichen Vorfall , wie vom Kläger zu 1 geschildert , gab , der ursächlich für ihre Ausreise aus Afghanistan war .
subsumption
Andernfalls hätte es nahe gelegen , diesen Grund dem Bundesamt zu schildern .
subsumption
Die Klägerin zu 2 ist nach eigenen Angaben auf der Reise nach Europa von ihrem Mann über die Gründe ihrer spontanen Ausreise ( laut Kläger zu 1 am zweiten Tag nach dem Vorfall ) informiert worden .
subsumption
Hätte sich der vom Kläger zu 1 geschilderte Vorfall mit den Bewaffneten und dem „ Transportauftrag “ so tatsächlich ereignet , hätte es nahe gelegen , dies beim Bundesamt als Grund für ihre Ausreise anzugeben , was die Klägerin zu 2 jedoch nicht getan hat .
subsumption
Nur am Rande sei erwähnt , dass auch der Vortrag des Klägers zu 1 in der mündlichen Verhandlung bei Einzelheiten von den beim Bundesamt gemachten Angaben abweicht .
subsumption
So gab er beim Bundesamt an , beim zweiten Zusammentreffen sei ein Bewaffneter zu ihm gekommen , habe nach seinem Fahrzeug geschaut und sei zu ihm ins Auto gestiegen , in der mündlichen Verhandlung führte er hingegen aus , er sei ins Auto der Taliban gestiegen .
subsumption
Beim Bundesamt gab er als Ausrede gegenüber den Taliban an , dass sein Fahrzeug bereits voll beladen sei .
subsumption
In der mündlichen Verhandlung führte er hingegen aus , er habe den Taliban mitgeteilt , er bräuchte Zeit , um die Personalien , auf die sein Lkw bei der Verkehrspolizei zugelassen sei , zu ändern .
subsumption
Letztlich erscheint selbst bei Wahrunterstellung des Vortrags auch zweifelhaft , ob aktuell noch eine Verfolgung drohen würde .
subsumption
Der Kläger zu 1 wurde wohl zufällig unter den Lkw-Fahrern ausgewählt .
subsumption
Dem Kläger sollten 100.000 USD für den Transport des Sprengstoffes angeboten worden sein , jedoch sei das Geld noch nicht bezahlt worden .
subsumption
Nach dem Verschwinden des Klägers mussten sich seine „ Auftraggeber “ somit lediglich nach jemand anders umsehen .
subsumption
Mit seinem Verschwinden hat sich der Kläger nicht aktiv in Opposition zu ihnen gesetzt .
subsumption
Dass seine „ Auftraggeber “ nach fast zwei Jahren Abwesenheit ihn deswegen noch suchen sollten , ist nach Überzeugung des Einzelrichters nicht plausibel .
subsumption