Dokument: Ks 104 Js 5210/15

Kontext davor:

Satz: Soweit der Angeklagte M. jedoch behauptete , Rebecca W. zum Zwecke einer Unterhaltung aufgesucht zu haben und diese in dem Waldgebiet im Rahmen einer Kurzschlussreaktion getötet zu haben , stellt dies zur Überzeugung der Kammer eine reine Schutzbehauptung dar .

Klassifikation: other

Kontext danach:
Aufgrund des Ergebnisses der Beweisaufnahme steht fest , dass der Angeklagte M. - was dieser auch nicht in Abrede stellte - Rebecca W. in Regenkleidung als Postbote verkleidet aufsuchte , wobei er zuvor erfolglos versucht hatte , Wechselkennzeichen am eigens hierfür ihm von dem Angeklagten E. überlassenen Pkw anzubringen .
subsumption
Der Angeklagte M. führte bei seiner Tat eine Tüte mit Kabelbindern , Klebeband und Spannbetttuch mit sich .
subsumption
Ferner wurde am Tatort - einem abgelegenen Waldstück , in dem sich der Angeklagte M. , wie Zeugen bestätigten , als „ Strietwälder “ früher öfters aufgehalten hatte - ein Einmalhandschuh aufgefunden , den der Angeklagte M. selbst als ihm gehörig bezeichnete .
subsumption
Die Einlassung , die genannten Gegenstände in der Tüte nebst Einmalhandschuh nur mit sich geführt zu haben , um - nötigenfalls - Rebecca W. dazu zu zwingen , ihm zuzuhören , erscheint lebensfremd .
subsumption
Zumal beide Angeklagten , wie sie auch einräumten , bereits im Vorfeld der Tat wiederholt eine Tötung Rebecca W. s sowie die Möglichkeit eines Alibis für die Tatzeit besprochen hatten .
subsumption
Letztlich erscheint es der Kammer unglaubhaft , dass der Angeklagte M. zunächst nur zwecks einer Unterredung mit Rebecca W. in das Waldgebiet ging .
subsumption
Für eine solche Unterhaltung bestand zur Überzeugung der Kammer kein Anlass .
subsumption
Rebecca W. hatte im Vorfeld klar , auch gegenüber dem Angeklagten M. , erklärt , das Kind , auf dessen Geburt sie sich gefreut habe , in jedem Fall behalten zu wollen und dessen Vaterschaft notfalls über das Jugendamt feststellen zu lassen .
subsumption
Der Angeklagte M. , dem die aktuelle Adresse von Rebecca W. bis kurz vor der Tat unbekannt gewesen war , hatte letztmals Ende März telefonischen Kontakt mit dieser .
other
Da somit eine einvernehmliche Lösung zwischen beiden nicht gefunden worden war , diese gleichwohl bereits seit längerem keinen Kontakt mehr hatten , erscheint es nicht nachvollziehbar , weshalb und mit welchem Ziel der Angeklagte nunmehr , kurz vor dem - ihm bekannten - Entbindungstermin , ein Gespräch mit Rebecca W. über deren Schwangerschaft hätte suchen sollen .
other
Die Kammer ist daher nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme überzeugt , dass der Angeklagte M. spätestens , als er Rebecca W. am 13. 05. 2016 mit dem Fahrzeug des Angeklagten E. aufsuchte , zu deren Tötung entschlossen war und hierdurch auch die Tötung des ungeborenen Kindes beabsichtigte .
other