Dokument: Au 4 K 17.1874

Kontext davor:

Satz: Der Bescheid ist formell rechtmäßig ergangen .

Klassifikation: conclusion

Kontext danach:
Eine Anhörung des Klägers gem. Art . 28 Abs. 1 BayVwVfG war gem. Abs. 2 Nr. 1 der Norm entbehrlich ; eine sofortige Entscheidung erschien angesichts des Zustands des Gebäudes auf Fl.Nr. , Gemarkung , wegen Gefahr in Verzug , jedenfalls aber im öffentlichen Interesse notwendig .
subsumption
Unstreitig waren bei Bescheiderlass bereits Teile des Wirtschaftsteils des landwirtschaftlichen Anwesens eingestürzt .
subsumption
Der Kläger hat das Landratsamt selbst mit Schreiben vom 13. April 2017 ( Bl. 5 denkmalfachlicher Akt ) darauf aufmerksam gemacht , dass das Gebäude nach Aussage eines Bausachverständigen akut einsturzgefährdet sei und nicht mehr betreten werden dürfe ; diese Aussage bezieht sich offenbar – nachdem keine weitere Differenzierung erfolgte – auf das Gesamtgebäude , d. h. Wohn- und Wirtschaftsteil .
subsumption
Hinsichtlich des von Ziffer 1 des streitgegenständlichen Bescheids erfassten Herabfallens von Putzteilen ergibt sich aus den vom Landratsamt bei einem Ortstermin am 20. Oktober 2017 gefertigten Fotos ( Bl. 5 ff. Behördenakt ) augenscheinlich , dass bereits großflächige Putzteile aus der Giebelwand herausgebrochen waren und dass es der Gesamtzustand des Gebäudes erwarten ließ , dass derartiges jederzeit wieder passieren kann .
subsumption
Auch aus einem Vergleich mit dem im Denkmalatlas vorhandenen Foto ( Bl. 3 Behördenakt ) ergibt sich eine klare Verschlechterung des Zustands der fraglichen Fassade .
subsumption
Mit einem weiteren Einsturz des Gebäudes oder einem weiteren Herabfallen von Bauteilen musste , zumal mit Blick auf mögliche Herbstbzw .
subsumption
Winterstürme und Schneelasten , bei Bescheiderlass weiterhin gerechnet werden .
subsumption
Hinzu tritt , dass das Gebäude im Ortskern von ... sowie direkt an einer Kreisstraße gelegen ist , so dass sich regelmäßig Personen in der unmittelbaren Nähe des Gebäudes aufhalten .
subsumption
Da es sich bei den hier in Rede stehenden Rechtsgütern Leben und Gesundheit um hochwertige Rechtsgüter handelt , zu deren Schutz der Staat gemäß Art . 2 Abs. 2 GG auch verfassungsrechtlich verpflichtet ist , sind an die Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts keine allzu hohen Anforderungen zu stellen ( vgl. BayVGH , B. v. 16. 3. 2016 – 9 CS 16.191 – juris Rn . 13 ) .
subsumption