Dokument: Au 5 K 14.856

Kontext davor:

Satz: 1. Die Klage ist zulässig , insbesondere ist der Kläger Nachbar im Sinne des Baurechts .

Klassifikation: conclusion

Kontext danach:
Insoweit ist es auch nicht von vornherein ausgeschlossen , dass er sich auf ihn schützende Rechtsvorschriften berufen kann ( § 42 Abs. 2 VwGO ) .
subsumption
Der baurechtliche Nachbarbegriff , wie er beispielsweise in Art . 66 BayBO vorausgesetzt wird , ist dabei durch eine rechtliche und eine räumliche Komponente geprägt .
definition
Während Nachbarn in rechtlicher Hinsicht nur die Grundstückseigentümer und sonstigen dinglichen Berechtigten sind ( vgl. BVerwG , B. v. 20. 4. 1998 - 4 B 22/98 - NVwZ 1998 , 956 ) , sind Nachbarn in räumlicher Hinsicht nur diejenigen Anwohner , die durch das Bauvorhaben in ihren öffentlich-rechtlich geschützten Belangen berührt werden können .
definition
Hierbei ist auf die räumliche Reichweite des konkreten Vorhabens , insbesondere im Hinblick auf dessen Auswirkungen , abzustellen .
subsumption
Demnach ist der Nachbarbegriff in räumlicher Hinsicht gerade nicht generell auf die Eigentümer der unmittelbar angrenzenden Grundstücke beschränkt , sondern jeweils im Einzelfall nach der in Streit stehenden Norm zu ermitteln ( vgl. zum Ganzen : Kopp / Schenke , VwGO , 22. Auflage 2016 , § 42 Rn . 97 ) .
definition
Maßgeblich ist der Einwirkungsbereich des Vorhabens , der nach Art und Intensität der von dem Vorhaben ausgehenden Beeinträchtigungen verschieden bemessen sein kann und dementsprechend flexibel den Kreis der Nachbarn bestimmt .
definition
Da sich der Kläger im vorliegenden Verfahren in erster Linie gegen die von ihm befürchteten Lärm- und Geruchseinwirkungen der genehmigten Nutzungsänderung in eine Anlage zur Herstellung von Faserverbundstoffen wendet , kann die baurechtliche Nachbarstellung des Klägers nicht dadurch in Frage gestellt werden , dass das klägerische Grundstück nicht unmittelbar an das Baugrundstück mit der Fl.Nr. ... der Gemarkung ... angrenzt .
subsumption
Angesichts der räumlichen Nähe des Bauvorhabens zum klägerischen Grundstück ist es im Ergebnis ohne Bedeutung , dass die Grundstücke durch das Grundstück mit der Fl.Nr. ... getrennt sind .
subsumption
Im Hinblick auf die geringe Entfernung des klägerischen Wohnhauses und der genehmigten Anlage zur Herstellung von Faserverbundstoffen kann die Nachbareigenschaft des Klägers im Hinblick auf befürchtete Immissionen aus der genehmigten Anlage nicht in Frage gestellt werden .
subsumption