Dokument: L 17 U 123/14

Kontext davor:

Satz: bb .

Klassifikation: other

Kontext danach:
Eine Erkrankung des Klägers an einer toxischen Enzephalopathie ( ICD-10 G92 ) ist im Vollbeweis nicht zu belegen .
subsumption
Zwar hat G in ihrem neuropsychologischen Ergänzungsgutachten vom 10. 01. 2018 festgestellt , dass beim Kläger kognitive und emotionale Beeinträchtigungen vorliegen , wie sie auch als typische Defizite einer toxischen Hirnschädigung auftreten .
subsumption
Allerdings könnten diese Beeinträchtigungen wissenschaftskonform auch durch die beim Kläger vorliegende Mikroangiopathie , das Schlafapnoesyndrom und die depressive Episode erklärt werden .
subsumption
So hat auch der ärztliche Sachverständige D in seiner Stellungnahme vom 17. 12. 2015 darauf hingewiesen , dass durch ein neuropsychologisches Gutachten nur das Ausmaß und die Folgen eines Krankheitsbildes zu quantifizieren sei , hingegen für die Ursächlichkeit keine zusätzlichen Erkenntnisse bringe .
subsumption
Eine Hirnschädigung durch Gefäßprozesse könne zu den gleichen Folgen führen wie eine toxische Enzephalopathie .
subsumption
Insoweit sehen die ärztlichen Sachverständigen N , D und L die beim Kläger vorliegenden neurologischen Symptome bzw. kognitiven und emotionalen Beeinträchtigungen als ausreichend durch das vorliegende Schlafapnoe-Syndrom und die depressive Episode , insbesondere aber durch die zerebrale Mikroangiopathie im Sinne einer arteriosklerotischen mikroangiopathischen Enzephalopathie - so der ärztliche Sachverständige L. - erklärt .
subsumption
Dies gilt insbesondere für die vom ärztlichen Sachverständigen F ( nach Aktenlage ) benannten Symptome „ Konzentrationsprobleme , Merkschwäche , Gedächtnisaussetzer , Wortfindungsstörungen , Sprachstörungen , Verwirrtheit , Probleme bei Texterfassung , Schlafstörungen bei unruhigem Schlaf , tagsüber ständige Müdigkeit . “
subsumption
Die Gesundheitsstörungen Schlafapnoe-Syndrom , depressive Episode und zerebrale Mikroangiopathie fallen , worauf der ärztliche Sachverständige L zutreffend hinweist , im Übrigen auch unter die im aktuellen BK-Report der DGUV zur BK 1317 ( 1/2018 ) genannten Differenzialdiagnosen zur toxischen Enzephalopathie .
subsumption
Soweit der ärztliche Sachverständige F darüber hinaus ausführt , für das Vorliegen der Diagnose einer toxischen Enzephalopathie sprächen auch die altersmäßig vorverlegte sexuelle Dysfunktion des Klägers seit dem 45. Lebensjahr , ataktische Symptome , Stolpern beim Laufen , Anecken z. B. an Türrahmen , Treppenstolpern , Blasenstörung und Inkontinenz , Okulomotoriusstörung einseitig , dadurch bedingte Doppelbilder und Gesichtsfeldeinschränkung , belegt er diese Diagnosen und Symptome nicht anhand ärztlicher Befunde .
subsumption
Zudem weist der ärztliche Sachverständige L darauf hin , dass es sich bei den von F genannten Symptomen nicht um ( typische ) Symptome einer toxischen Enzephalopathie handelt .
subsumption
Dies ergibt sich auch im Vergleich mit dem vom Senat zitierten ( siehe oben ) Merkblatt zur BK 1317 .
subsumption
Im Übrigen mangelt es dem Gutachten des ärztlichen Sachverständigen F an einer Auseinandersetzung mit möglichen Alternativursachen der von ihm beschriebenen Symptomatik beim Kläger .
subsumption