Dokument: L 17 U 123/14

Kontext davor:
Unabhängig von der Frage der Verursachung lässt sich beim Kläger eine Polyneuropathie ( im weiteren Sinn ) schon diagnostisch nicht sichern , so dass beim Kläger auch keine durch sonstige toxische Agenzien hervorgerufene Polyneuropathie ( ICD- 10 G 62.2 ) vorliegt .
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Satz: Zu dieser Einschätzung gelangt der Senat aufgrund der Gutachten des ärztlichen Sachverständigen D und des ärztlichen Sachverständigen L. Der ärztliche Sachverständige D weist hierbei darauf hin , dass die beim Kläger vorliegende okulomotorische Hirnnervenparese schon definitionsgemäß nicht unter den Begriff der Polyneuropathie fällt , weil nur ein Hirnnerv beidseits betroffen ist .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach:
Im Übrigen entspräche das Krankheitsbild auch nicht dem - oben beschriebenen - Krankheitsbild einer toxischen Polyneuropathie .
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Auch würden die Kriterien für die Diagnose einer toxischen Polyneuropathie wie ein für das toxische Agens typisches klinisches Ausfallmuster oder eine gesicherte Exposition mit Dosisabhängigkeit des Auftretens und des Schweregrades nicht erfüllt .
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Auch der ärztliche Sachverständige L verneint die Diagnose einer Polyneuropathie .
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Denn bei der ambulanten Untersuchung des Klägers hätten sich entsprechende Veränderungen in der Nervenmessung nicht feststellen lassen .
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Soweit der ärztliche Sachverständige F in seinem Gutachten vom 15. 10. 2016 demgegenüber ausführt , für die Diagnose einer toxischen Polyneuropathie sprächen eine craniale Neuropathie neben der direkten pränarkotischen Wirkung auf Hirnnerven , brennende und kribbelnde Missempfindungen in Armen und Beinen , Pelzigkeit bzw. Taubheit in Armen und Beinen , Kraftlosigkeit bei gleichzeitigen Schmerzen in Armen und Beinen , vegetative Symptome wie Schweißausbrüche beim Essen und anschließendes Sodbrennen , Durchfallneigung und Verstopfung als ständige Begleiter der täglichen Nahrungsaufnahme , überzeugt das nicht .
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F belegt die von ihm genannten Diagnosen bzw. Symptome bereits nicht mit entsprechenden Befunden , sondern geht offensichtlich nur von den in den Akten wiedergegebenen anamnestischen Angaben des Klägers aus .
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Darüber hinaus weist der ärztliche Sachverständige L darauf hin , dass pränarkotische Symptome bei einer toxischen Wirkung auf das zentrale Nervensystem entstünden , nicht aber bei einer Einwirkung auf die Hirnnerven .
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Die genannten Symptome wie Schweißausbrüche , Sodbrennen , Durchfallneigung und Verstopfung seien keine spezifischen Symptome einer Polyneuropathie .
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Überdies konnten - wie bereits ausgeführt - bei der Nervenmessung durch den ärztlichen Sachverständigen L Nervenschädigungen im Sinne einer Polyneuropathie , die beim Kläger brennende und kribbelnde Missempfindungen in Armen und Beinen , Pelzigkeit bzw. Taubheit in Armen und Beinen und Kraftlosigkeit verursachen könnten , nicht festgestellt werden .
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