Dokument: Au 6 K 18.1190

Kontext davor:
Die deshalb vorzunehmende Abwägung aller Umstände des Einzelfalles führt hier zu dem Ergebnis , dass der Eingriff in das Recht auf Achtung des Privatlebens gerechtfertigt im Sinne des Art . 8 Abs. 2 EMRK und als verhältnismäßig anzusehen ist .
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Sie ist geeignet , die vom Kläger ausgehende gegenwärtige Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu mindern , da sie den weiteren Aufenthalt des Klägers in der Bundesrepublik Deutschland und eine damit bestehende Gefahr einer erneuten Tatbegehung ausschließt .
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Sie ist ebenfalls geeignet , in generalpräventiver Weise andere Ausländer von der Begehung derartiger Taten abzuschrecken .
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Satz: Sie ist erforderlich , da ausländerrechtlich nur eine Aufenthaltsbeendigung die genannte Gefahrenlage wirksam beendet .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach:
Sie ist auch verhältnismäßig im engeren Sinn , denn dem Kläger ist unter Würdigung seiner Bindungen im Inland und im Herkunftsland letztlich eine Rückkehr in das Kosovo zumutbar .
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Zur Vermeidung von Wiederholungen wird insoweit auf die obige Abwägung verwiesen ( vgl. oben ) und ergänzend ausgeführt :
other
Für den Kläger ist seine Entfernung aus dem Bundesgebiet mit einschneidenden Veränderungen seiner Lebenssituation gegenüber jener vor der Haft und Unterbringung verbunden .
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Er verliert die Rückzugsmöglichkeit bei seinen Eltern und die Nähe seiner hier lebenden Geschwister und seiner Verlobten .
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Der geschiedene und kinderlose Kläger verfügt jedoch über keine starken wirtschaftlichen Bindungen in der Bundesrepublik und ist als volljähriger , junger Mann nicht auf die Hilfe seiner Eltern und seiner acht Geschwister angewiesen ( vgl. oben ) .
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Zudem ist er angesichts seiner Sprachkenntnisse , seiner Urlaubsaufenthalte , seines bisherigen und angekündigten Heiratsverhaltens und der bis vor kurzem bestehenden Kontakte zu im Kosovo lebenden Verwandten in seinem Herkunftsstaat nicht vollständig entwurzelt .
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Eine Rückkehr in das Kosovo ist ihm unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte zumutbar .
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Das Gericht ist davon überzeugt , dass der Kläger nicht nur , wie von ihm angegeben , über Grundkenntnisse der albanischen Sprache verfügt , sondern Albanisch als zumindest eine von zwei Muttersprachen spricht und sich hinreichend auf Albanisch verständigen kann .
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Der Kläger ist erst mit dreieinhalb Jahren in die Bundesrepublik eingereist und hat bis zu seiner Einschulung überhaupt kein Deutsch gesprochen .
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Deutsch hat er auch nach seinen eigenen Angaben erst in der Schule mit Hilfe einer Lehrerin gelernt .
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Insoweit hat er Albanisch - und nicht etwa Deutsch - als erste , prägende Muttersprache erfahren .
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Dass der 28-jährige Kläger in der prägenden Phase der Kindheit und insbesondere in der Phase des kindlichen Spracherwerbs ausschließlich Albanisch sprach , steht seiner Einlassung , nur über Grundkenntnisse der albanischen Sprache zu verfügen , entgegen .
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Des Weiteren gab der Kläger an , zwar mit seinen Geschwistern Deutsch zu sprechen , nicht aber mit seinen Eltern .
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Es ist fernliegend , dass der Kläger in einem gemeinsamen Haushalt mit seinen Eltern lebt und lediglich über Albanisch-Grundkenntnisse mit seinen Eltern kommunizieren würde .
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Auch gab der Kläger auf Nachfrage zu , noch im Juni 2016 mit seiner aus dem Kosovo eingereisten Ehefrau hauptsächlich Albanisch gesprochen zu haben , auch wenn seine Ehefrau einen Deutschkurs absolviert habe .
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Auch die anschließende Scheidungskorrespondenz für das vor einem kosovarischen Gericht durchgeführten Scheidungsverfahren wurde auf Albanisch geführt .
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In Anbetracht dieser Gesamtlage ist das Gericht davon überzeugt , dass der Kläger Albanisch sowohl mündlich als auch schriftlich gut beherrscht , so dass er sich im Kosovo - wenn auch evtl. nach einer kurzen Auffrischungsphase - sprachlich vollständig integrieren kann .
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Seine dortige Verwurzelung zeigt sich auch darin , dass der Kläger das Kosovo zumindest von Urlaubsaufenthalten kennt und dort im Urlaub 2015 eine im Kosovo lebende Kosovarin heiratete , die erst ein Jahr später zum ersten Mal in die Bundesrepublik einreiste .
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Auch bei seiner jetzigen Verlobten handelt es sich um eine kosovarische Staatsangehörige .
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Auch dies zeigt , dass der Kläger noch derart eng im kosovarischen Kulturkreis und Sozialgefüge verwurzelt ist , dass ihm eine Rückkehr in das Kosovo zumutbar ist .
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Was die Kontakte zu seinen Eltern und Geschwistern betrifft , so handelt es sich sämtlich um im Kosovo einreise- und aufenthaltsberechtigte Personen , so dass der Kontakt auch über persönliche Besuche und im Übrigen über auch im Kosovo verfügbare moderne Kommunikationsmittel ( z. B. Videotelefonie , Instant-Messaging-Dienste , Telefon ) aufrechterhalten bleiben kann .
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Selbiges gilt für seine Verlobte .
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Auch diese ist kosovarische Staatsangehörige , weswegen ihr erforderlichenfalls zur Herstellung einer - hier nicht vorliegenden - Lebensgemeinschaft auch ein Umzug in das Kosovo zumutbar ist .
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Im Übrigen wird der Schutzgehalt der Beziehung - wie bereits ausgeführt - durch das fehlende Bevorstehen einer Eheschließung , durch die fehlende bisherige Lebensgemeinschaft und durch die jetzige Kenntnis der Ausweisung des Klägers noch vor Eheschließung erheblich abgemindert .
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Seine beruflichen Perspektiven , die auch hier in der Bundesrepublik zumindest kurz- bis mittelfristig wegen der Inhaftierung und fehlenden Ausbildung schlecht sind ( vgl. oben ) , dürften im Kosovo zumindest nicht wesentlich schlechter sein .
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Zudem kann ihn seine Familie bei der Arbeitssuche unterstützen .
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Nach Vortrag des Klägers hat ihn sein Vater wesentlich bei der Durchführung des Scheidungsverfahrens im Kosovo unterstützt .
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Insoweit ist nicht ersichtlich , weshalb ihn seine Eltern nicht auch bei einer etwaigen Arbeitsplatzsuche unterstützen könnten .
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Der Druck zu einem persönlichen und wirtschaftlichen Neuanfang trifft grundsätzlich jeden Ausländer , der aus dem Bundesgebiet ausgewiesen wird oder der aus sonstigem Grund ausreisepflichtig wird .
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In der Gesamtwürdigung ist das Gericht daher davon überzeugt , dass sich der Kläger , obwohl er faktischer Inländer ist , im Kosovo gut sprachlich und sozial wird integrieren können , weswegen die Ausweisung auch verhältnismäßig ist .
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