Dokument: AN 9 K 14.01599

Kontext davor:
BVerwGE 110 , 355 ; U. v. 19. 3. 2015 - 4 C 12.14 - BayVBl. 2015 , 642 ; B. v. 14. 9. 2015 - 4 B 16.15 - juris ) .
definition
Dabei ist das Erfordernis der baulichen Einheit nur erfüllt , wenn die beiden Gebäude in wechselseitig verträglicher und abgestimmter Weise aneinander gebaut werden .
definition

Satz: Die Frage , ob sich ein Anbau an der gemeinsamen Grundstücksgrenze noch innerhalb der baulichen Einheit bewegt , beurteilt sich allein nach dem Merkmal des wechselseitigen Verzichts auf seitliche Grenzabstände , mit dem eine spezifisch bauplanerische Gestaltung des Orts- und Straßenbildes verfolgt wird ( vgl. BayVGH , B. v. 5. 1. 2016 - 1 ZB 15.606 - juris Rn . 8) .

Klassifikation: definition

Kontext danach:
Zwar mag die Terrasse als Teil des Hauptbaukörpers die Doppelhausqualität nicht in Frage stellen , so dass sie nach § 22 Abs. 2 BauNVO an der Grundstücksgrenze errichtet werden darf ( vgl. BayVGH , B. v. 5. 1. 2016 , a. a. O. ) .
subsumption
Gleichwohl handelt es sich vorliegend aufgrund der seitlichen Aufbauten und der Terrassenüberdachung um eine bauliche Anlage mit gebäudeähnlicher Wirkung , die sich nicht im Rahmen des wechselseitigen Verzichts auf seitliche Abstandsflächen hält , sondern vielmehr den Eindruck eines einseitigen Grenzanbaus vermittelt .
subsumption
Der harmonische Gesamtkörper der Hausgruppe als bauliche Einheit wird bei einem solchen Anbau mit einer Tiefe von 4 m wohl nicht mehr gewahrt .
subsumption
Die streitgegenständliche Terrassenüberdachung mit ihren seitlichen Aufbauten ist somit eine abstandsflächenpflichtige Anlage gemäß Art . 6 Abs. 1 Satz 1 BayBO , da sie , wie ausgeführt , Gebäudequalität aufweist .
subsumption
Das Abstandsgebot an der gemeinsamen Grundstücksgrenze kann nur auf Grundlage der Gegenseitigkeit überwunden werden .
subsumption
Die Zulässigkeit einer Grenzbebauung setzt daher den wechselseitigen Verzicht auf seitliche Grenzabstände an der gemeinsamen Grundstücksgrenze voraus .
definition
Dieser Verzicht bindet die benachbarten Grundstückseigentümer bauplanungsrechtlich in ein Verhältnis des gegenseitigen Interessenausgleichs ein ; die enge Wechselbeziehung erfordert , dass die Einzelgebäude im Wesentlichen deckungsgleich aneinander gebaut sein müssen ( vgl. VG München , U. v. 19. 11. 2012 - M 8 K 11.5706 - juris Rn . 48 ) .
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