Dokument: Au 6 K 17.34147

Kontext davor:
Die medizinische Versorgung durch das staatliche Gesundheitssystem hat sich in den letzten Jahren strukturell und qualitativ erheblich verbessert , vor allem in ländlichen Gegenden sowie für die arme , ( bislang ) nicht krankenversicherte Bevölkerung .
subsumption

Satz: Auch wenn Versorgungsdefizite vor allem in ländlichen Provinzen bei der medizinischen Ausstattung und im Hinblick auf die Anzahl von Ärzten bzw. Pflegern bestehen , sind landesweit Behandlungsmöglichkeiten für alle Krankheiten gewährleistet .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach:
Landesweit gab es im Jahr 2013 1.517 Krankenhäuser mit einer Kapazität von 202.031 Betten , davon ca. 60 % in staatlicher Hand .
subsumption
Die Behandlung bleibt für die bei der staatlichen Krankenversicherung Versicherten mit Ausnahme der „ Praxisgebühr “ unentgeltlich .
subsumption
Grundsätzlich können sämtliche Erkrankungen in staatlichen Krankenhäusern angemessen behandelt werden , insbesondere auch chronische Erkrankungen wie Krebs , Niereninsuffizienz ( Dialyse ) , Diabetes , Aids , Drogenabhängigkeit und psychiatrische Erkrankungen .
subsumption
Wartezeiten in den staatlichen Krankenhäusern liegen bei wichtigen Behandlungen / Operationen in der Regel nicht über 48 Stunden .
subsumption
In vielen staatlichen Krankenhäusern ist es jedoch ( nach wie vor ) üblich , dass Pflegeleistungen nicht durch Krankenhauspersonal , sondern durch Familienangehörige und Freunde übernommen werden .
subsumption
Durch die zahlreichen Entlassungen nach dem gescheiterten Putschversuch , von denen auch der Gesundheitssektor betroffen ist , kommt es nach Medienberichten gelegentlich zu Verzögerungen bei der Bereitstellung medizinischer Dienstleistungen ( vgl. Auswärtiges Amt , Lagebericht vom 3. 8. 2018 , S. 29 ff. ) .
subsumption
Psychiater praktizieren und zwölf psychiatrische Fachkliniken mit einer Bettenkapazität von rund 4.400 standen im Jahr 2016 zur Verfügung , weitere Betten gibt es in besonderen Fachabteilungen einiger Regionalkrankenhäuser .
subsumption
Auch sind therapeutische Zentren für Alkohol- und Drogenabhängige vorhanden ( vgl. Lagebericht ebenda S. 30 ) .
subsumption
Zum 1. Januar 2012 hat die Türkei eine allgemeine , obligatorische Krankenversicherung eingeführt für alle Personen mit Wohnsitz in der Türkei mit Ausnahmen u. a. für Soldaten / WehrDienstleistende und Häftlinge .
subsumption
Die obligatorische Krankenversicherung erfasst u. a. Leistungen zur Gesundheitsprävention , stationäre und ambulante Behandlungen und Operationen , Laboruntersuchungen , zahnärztliche Heilbehandlungen sowie Medikamente , Heil- und Hilfsmittel .
subsumption
Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Behandlungen im Ausland möglich .
subsumption
Nicht der Sozialversicherungspflicht unterfallende türkische Staatsbürger mit einem Einkommen von weniger als einem Drittel des Mindestlohns können von der Beitragspflicht befreit werden .
subsumption
Bei einem Einkommen zwischen einem Drittel und dem doppelten Mindestlohn gelten ermäßigte Beitragssätze .
subsumption
Bis Mitte des Jahres 2014 haben sich rund 12 Mio. Türken einer solchen Einkommensüberprüfung unterzogen , für rund 8 Mio. von ihnen hat der Staat die Zahlung der Beiträge übernommen ( vgl. Lagebericht ebenda S. 31 ) .
subsumption
Die für eine gesundheitliche Versorgung mittelloser türkischer Staatsbürger bisher geltenden „ Grünen Karten “ ( 2011 : knapp 9 Millionen Inhaber ) sind ausgelaufen , ihre Inhaber sollen in die allgemeine Krankenversicherung überwechseln .
subsumption
Für Kinder bis zum Alter von 18 bzw. 25 Jahren , Ehepartner und ( Schwieger- ) Elternteile ohne eigenes Einkommen besteht die Möglichkeit einer Familienversicherung .
subsumption
Besondere Beitragsregelungen gelten schließlich auch für Bezieher von Alters- und Erwerbsminderungsrenten ( vgl. Lagebericht ebenda S. 31 ) .
subsumption