Dokument: Au 9 K 15.554

Kontext davor:
Unter Berücksichtigung des klägerischen Vortrags und der von der Klägerin im Verfahren vorgelegten Sachverständigengutachten vom 1. August 2016 bzw. vom 27. Februar 2018 ist das von den zuständigen wasserwirtschaftlichen Fachbehörden ( Bayerisches Landesamt für Umwelt , Wasserwirtschaftsamt ... ) ermittelte Überschwemmungsgebiet rechtlich nicht zu beanstanden .
subsumption
Die von der Klägerin vorgelegten fachlichen Stellungnahmen sind nicht geeignet , die Ermittlung und Vorgehensweise der wasserwirtschaftlichen Fachbehörden zu erschüttern .
subsumption

Satz: Dies gilt umso mehr , als es sich um eine den wasserwirtschaftlichen Fachbehörden zugewiesene Prognoseentscheidung aufgrund vergangener Hochwasserereignisse mittels wissenschaftlicher Methoden und unter Berücksichtigung der anerkannten Regeln der Technik handelt ( vgl. Drost , Das Neue Wasserrecht in Bayern , Band I b , § 73 WHG Rn . 7a ) .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach:
Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat bereits in seiner ersten Stellungnahme im gerichtlichen Verfahren vom 10. Mai 2017 ( Gerichtsakte Bl. 79 ff. ) darauf verwiesen , dass die für die Ausdehnung des Überschwemmungsgebiets angewandte Berechnungsmethode fachlichen Kriterien standhalte .
subsumption
Die Entscheidung , nach welcher Berechnungsmethode vorgegangen werde ( stationäre oder instationäre Methode ) , werde auf Vorschlag des jeweils zuständigen Hydrauliker mit seinem spezialisierten Fachverstand und seiner Erfahrung , gegebenenfalls unterstützt durch seine Vorgesetzten oder Projektleiter getroffen .
subsumption
Die streitgegenständlichen Überschwemmungsgebiete seien im Rahmen des Projekts „ Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten in Bayern “ berechnet und hätten mehrere Prüfungs- und Abstimmungsrunden durchlaufen , bevor die endgültige Entscheidung aller Beteiligten ( beauftragtes Ingenieurbüro , Qualitätssicherer , Wasserwirtschaftsamt und Bayerisches Landesamt für Umwelt ) für die konkrete Berechnungsmethode gefallen sei .
subsumption
Die getroffenen Entscheidungen seien fachlich motiviert , neutral und unabhängig .
subsumption
In der ergänzenden Stellungnahme des Bayerischen Landesamts für Umwelt vom 12. Dezember 2018 ( Gerichtsakte Bl. 127 ff. ) wird nochmals zur Wahl des Berechnungsansatzes ausgeführt , dass die getroffene Festlegung eine fachliche Beurteilung bzw. Entscheidung aller beteiligten Fachleute sei .
subsumption
Die Vorgehensweise bei der Ermittlung eines Bemessungshochwasserereignisses in Bayern erfolge gemäß der Loseblattsammlung „ Hydrologische Planungsunterlagen “ .
subsumption
Bei der Ermittlung des maßgeblichen Bemessungshochwassers an der ... und der ... mit ... sei unter Beteiligung von Experten der Bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung sowohl die Regionalisierung als auch die Niederschlag-Abfluss-Modellierung betrachtet worden .
subsumption
Im Zuge der Erstellung von hydraulischen Modellen sehe der Arbeitsablauf gemäß Leistungsbeschreibung bzw. Stand der Technik vor , dass während der Erstellung regelmäßige Jour-fixe-Termine zwischen allen Beteiligten ( Hydrauliker , Qualitätssicherer , Wasserwirtschaftsamt , Bayerisches Landesamt für Umwelt und Projektsteuerer ) standfänden .
subsumption
In diesen Terminen würden modellrelevante Fragestellungen diskutiert und Entscheidungen getroffen .
subsumption
Darüber hinaus sehe der Arbeitsablauf gemäß Leistungsbeschreibung bzw. Stand der Technik vor , dass nach Abschluss der Modellierung zu jeder Vergabeeinheit ein Schlussbericht erstellt werde , welcher den Werdegang jedes Modells innerhalb der Vergabeeinheit zusammenfasse .
subsumption
Jeder Entscheidung sei ein längerer Abstimmungsprozess mit mehreren qualifizierten Fachleuten aus Hydraulikbüro , Qualitätssicherungsbüro , Wasserwirtschaftsamt und Bayerischem Landesamt für Umwelt vorausgegangen .
subsumption
Es werde jeweils im Einzelfall entschieden , ob die stationäre oder instationäre Berechnungsmethode zum Ansatz komme .
subsumption