Dokument: L 17 U 123/14

Kontext davor:
Die „ versicherte Tätigkeit “ , die „ Verrichtung “ , die „ Einwirkungen “ und die „ Krankheit “ müssen im Sinne des Vollbeweises - also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - vorliegen .
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Satz: Für die nach der Theorie der wesentlichen Bedingung zu beurteilenden Ursachenzusammenhänge genügt indes die hinreichende Wahrscheinlichkeit , allerdings nicht die bloße Möglichkeit ( vgl. u. a. BSG vom 20. 03. 2018 - B 2 U 5/16 R , juris Rn . 12 ; vom 27. 06. 2017 - B 2 U 17/15 R , juris Rn . 13 jeweils m. w. N. ) .

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Kontext danach:
Für den Vollbeweis ist keine absolute , jeden möglichen Zweifel und jede Möglichkeit des Gegenteils ausschließende Gewissheit zu fordern , vielmehr genügt für die entsprechende richterliche Überzeugung ein der Gewissheit nahekommender Grad von Wahrscheinlichkeit ( BSG vom 27. 03. 1958 - 8 RV 387/55 , juris Rn . 16 ) .
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Die volle Überzeugung wird als gegeben angesehen , wenn eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit , d. h. eine Wahrscheinlichkeit besteht , die nach der Lebenserfahrung praktisch der Gewissheit gleichkommt , weil sie bei jedem vernünftigen , die Lebensverhältnisse klar überschauenden Menschen keine Zweifel mehr bestehen lässt ( BSG vom 27. 04. 1972 - 2 RU 147/71 , juris Rn . 30 , Keller in Meyer Ladewig / Keller / Leitherer / Schmidt , SGG , 12. Aufl. 2017 , § 128 Rn . 3b m. w. N. ) .
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Um eine hinreichende Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammenhangs zu bejahen , muss absolut mehr dafür als dagegen sprechen .
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Es muss sich unter Würdigung des Beweisergebnisses ein solcher Grad von Wahrscheinlichkeit ergeben , dass ernste Zweifel hinsichtlich eine anderen Möglichkeit ausscheiden und nach der geltenden ärztlichen wissenschaftlichen Lehrmeinung der Möglichkeit einer beruflichen Verursachung nach sachgerechter Abwägung aller wesentlichen Umstände gegenüber den anderen in Frage kommenden Möglichkeiten ein so deutliches Übergewicht zukommt , dass darauf die richterliche Überzeugung gestützt werden kann ( s. dazu u. a. BSG vom 21. 03. 2006 - B 2 U 19/05 R , juris Rn . 16 ; vom 08. 08. 2001 - B 9 V 23/01 B , juris Rn . 4 m. w. N. ; vom 02. 02. 1978 - 8 RU 66/77 , juris Rn . 13 ) .
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Die Beweisanforderungen bei der hinreichenden Wahrscheinlichkeit sind somit höher als bei der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ( Glaubhaftmachung im Sinne eines Beweismaßstabs , vgl. dazu BSG vom 08. 08. 2001 - B 9 V 23/01 B , juris Rn . 5 ) .
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Überwiegende Wahrscheinlichkeit bedeutet die gute Möglichkeit , dass der Vorgang sich so zugetragen hat , wobei durchaus gewisse Zweifel bestehen bleiben können ; dieser Beweismaßstab ist durch seine Relativität gekennzeichnet ( vgl. BSG vom 08. 08. 2001 - B 9 V 23/01 B , juris Rn . 5 und Orientierungssatz ; vom 14. 12. 2006 - B 4 R 29/06 R , juris Rn . 116 ; vom 17. 04. 2013 - B 9 V 3/12 R , juris Rn . 36 ; Keller , a. a. O. , Rn . 3d m. w. N. ; zum Zivilrecht BGH vom 11. 09. 2003 - IX ZB 37/03 , juris Rn . 8 ; vom 15. 06. 1994 - IV ZB 6/94 ) .
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