Dokument: AN 9 K 16.30706 (1), AN 9 K 16.30878 (2)

Kontext davor:
Die Furcht vor Verfolgung ist nach § 3 Abs. 1 AsylG dann begründet , wenn dem Ausländer die vorgenannten Gefahren aufgrund der in seinem Herkunftsland gegebenen Umstände in Anbetracht seiner individuellen Lage tatsächlich , das heißt mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit drohen .
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Für die Verfolgungsprognose gilt ein einheitlicher Wahrscheinlichkeitsmaßstab , auch wenn der Antragsteller Vorverfolgung erlitten hat .
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Dieser im Tatbestandsmerkmal „ aus der begründeten Furcht vor Verfolgung “ des Art . 2 Buchst . d RL 2011 / 95 / EU enthaltene Wahrscheinlichkeitsmaßstab orientiert sich an der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte , der bei der Prüfung des Art . 3 EMRK auf die tatsächliche Gefahr ( „ real risk “ ) abstellt ; das entspricht dem Maßstab der beachtlichen Wahrscheinlichkeit ( vgl. BVerwG , U. v. 19. 4. 2018 - 1 C 29.17 - juris Rn . 14 ) .
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Satz: Vorverfolgte bzw. geschädigte Asylantragsteller werden durch die Beweiserleichterung des Art . 4 Abs. 4 der Richtlinie 2011 / 95 / EU privilegiert .

Klassifikation: definition

Kontext danach:
Wer bereits Verfolgung bzw. einen ernsthaften Schaden erlitten hat , für den besteht die tatsächliche Vermutung , dass sich frühere Handlungen und Bedrohungen bei einer Rückkehr in das Herkunftsland wiederholen werden ( vgl. BVerwG , U. v. 19. 4. 2018 - 1 C 29.17 - juris Rn . 15 ; EuGH , U. v. 2. 3. 2010 - C- 175/08 - juris Rn . 94 ) .
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Diese Vermutung kann widerlegt werden , wenn stichhaltige Gründe die Wiederholungsträchtigkeit solcher Verfolgungshandlungen entkräften ( vgl. BVerwG , U. v. 27. 4. 2010 - 10 C 5.09 - juris Rn . 23 ) .
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