Dokument: Au 2 K 15.1028

Kontext davor:
Beim Widerruf einer als begünstigender Verwaltungsakt ergehenden Approbation handelt es sich um einen Eingriff in die durch Art . 12 Abs. 1 GG verfassungsrechtlich gewährleistete Freiheit der Berufswahl , da die freie Berufswahl nicht nur die Entscheidung über den Eintritt in den Beruf umfasst , sondern überdies die Entscheidung darüber , ob und wie lange ein Beruf ausgeübt werden soll ( vgl. BVerfG , B. v. 2. 3. 1977 - 1 BvR 124/76 - BVerfGE 44 , 105 m. w. N. ) .
subsumption
Diese Entscheidungsfreiheit wird dem betroffenen Apotheker durch einen Widerruf der Approbation genommen .
subsumption
Ein solcher Eingriff , der die durch Approbationserteilung eröffnete Möglichkeit betrifft sowohl als selbstständiger Apothekenleiter als auch als angestellter Apotheker tätig zu werden , d. h. zwei verschiedene Berufe ( vgl. BVerfG , U. v. 11. 6. 1958 - 1 BvR 596/56 - BVerfGE 7 , 377 ) , ist nur zum Schutz wichtiger Gemeinschaftsgüter statthaft , d. h. eine Einschränkung der Berufsfreiheit des Art . 12 GG ist beim Widerruf der Apothekerapprobation nur gerechtfertigt , weil hohe Rechtsgüter wie Leben und Gesundheit des Bevölkerung , ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung , notwendiges Vertrauen des Kunden in den Apotheker , die Wertschätzung des Apothekers in der Gesellschaft und der Berufsstand des Apothekers zu schützen sind ( vgl. BayVGH , U. v. 29. 10. 1991 - 21 B 91.1337 - juris Rn . 24 ) .
subsumption

Satz: Der auch hierbei zu beachtende Grundsatz der Verhältnismäßigkeit , wonach der Widerruf der Approbation nur die letzte und äußerste Maßnahme sein darf , um den Verfehlungen zu begegnen , gebietet es , dass Anlass und Schwere der Verfehlungen hohen Anforderungen entsprechen müssen .

Klassifikation: subsumption

Kontext danach: