Dokument: Ks 104 Js 5210/15

Kontext davor:

Satz: Die Kammer hat den zur Tatzeit 31-jährigen , nicht vorbestraften Angeklagten Jens M. wegen Mordes an der zum Tatzeitpunkt 24 Jahre alten Rebecca W. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt .

Klassifikation: other

Kontext danach:
Zwischen dem Angeklagten M. und Rebecca W. kam es seit dem Jahr 2010 zu wiederholten intimen Kontakten , letztmals anlässlich der sog. „ Gickelskerb “ , einer Festveranstaltung in Aschaffenburg-Strietwald im September 2014 .
other
Dabei wurde Rebecca W. schwanger .
other
Der Angeklagte M. , der seit dem Jahr 2002 in einer festen Beziehung mit seiner späteren Ehefrau lebte und Vater eines im Jahr 2012 geborenen Sohnes ist , fürchtete , dass er im Fall des Bekanntwerdens seiner Vaterschaft sein Verhältnis zu Rebecca W. nicht mehr vor seiner Ehefrau würde verheimlichen können .
other
Der Angeklagte M. , der zu seinen eigenen Eltern seit vielen Jahren keinerlei Kontakt hatte , gleichwohl zu seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn sowie zu den Schwiegereltern ein inniges Verhältnis pflegte , wollte daher keinesfalls die Geburt des mit Rebecca W. gezeugten Kindes .
other
Nachdem Rebecca W. dem wiederholten Ansinnen des Angeklagten M. , das ungeborene Kind auf seine Kosten abtreiben zu lassen , ablehnte , reifte im Angeklagten M. die Vorstellung , Rebecca W. noch vor Geburt des Kindes -der Entbindungstermin sollte am 26. 05. 2015 sein - zu töten .
subsumption
In diese Überlegung weihte der Angeklagte M. Ende April oder Anfang Mai 2015 seinen guten und langjährigen Freund , den damals 25-jährigen , nicht vorbestraften Angeklagten xxx E. ein .
subsumption
Der Angeklagte E. , der über die Schwangerschaft der ihm unbekannten Rebecca W. und die Beweggründe des Angeklagten M. von diesem informiert worden war , weitere Einzelheiten hinsichtlich der durch den Angeklagten M. geplanten Tötung der Schwangeren jedoch nicht kannte , erklärte sich aufgrund seiner tiefen Freundschaft zu dem Angeklagten M. bereit , diesem für den Fall der Tatausführung sein Auto zu überlassen und dem Angeklagten M. für die Tatzeit ein Alibi gegenüber der Polizei zu geben , was er später auch tat .
subsumption
Spätestens am Vormittag des 13. 05. 2015 entschloss sich der Angeklagte M. endgültig zur Tötung von Rebecca W. .
subsumption
Entsprechend seines vorgefassten Tatplanes fuhr er am frühen Nachmittag des 13. 05. 2015 mit dem ihm von dem Angeklagten E. zuvor überlassenen Fahrzeug Suzuki Swift zur Wohnung von Rebecca W. .
subsumption
Dort gelang es ihm , die damals hochschwangere Rebecca W. zu überreden , mit ihm zu einem Waldstück in Aschaffenburg-Strietwald zu fahren , wo er sie , wie von ihm geplant , zu einem schmalen Waldweg führte .
subsumption
Entsprechend seiner vorgefassten Absicht tötete der Angeklagte M. Rebecca W. , die mit Angriff durch den Angeklagten M. zu keinem Zeitpunkt rechnete , indem er sie zunächst mit dem Händen würgte und anschließend mit einem eigens hierfür mitgeführten Kabelbinder bis zum endgültigen Todeseintritt erdrosselte .
subsumption
In der Folge verstarb auch , wie von dem Angeklagten M. beabsichtigt , das ungeborene Kind im Mutterleib von Rebecca W. .
subsumption