Decision ID: 96a4fe02-b811-4716-ad29-534d092d932b
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache Veruntreuung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 5. Oktober 2016 (DG160072)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom
24. Februar 2016 (Ordner 26 Urk. 990038) ist diesem Urteil beigehef-
tet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 58)
1. Der Beschuldigte A._ ist der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei
Jahre festgesetzt.
4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 Schadenersatz von
insgesamt USD 525'000 zzgl. Zins von 5% seit dem 23. April 2011 zu be-
zahlen.
Im übersteigenden Betrag wird auf die Schadenersatzforderung der Privat-
klägerin 1 nicht eingetreten.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom
30. Oktober 2014 verbleibenden beschlagnahmten CHF 56'264.80 werden
zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
Ein allfälliger Restbetrag wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechts-
kraft des Entscheids auf erstes Verlangen ausbezahlt.
6. Die im Juni 2014 sichergestellten, im Tresor der Staatsanwaltschaft III des
Kantons Zürich lagernden Zertifikate (Pennystocks) werden dem Beschul-
digten nach Eintritt der Rechtskraft des Entscheids innert einer Frist von drei
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Monaten auf erstes Verlangen herausgegeben. Nach Ablauf dieser Frist
werden die Sicherstellungen der Lagerstelle zur Vernichtung überlassen.
7. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 8'000.00 die weiteren Kosten betragen: Fr. 5'000.00 Gebühr Strafuntersuchung Fr 3'500.00 Zeugenentschädigung Fr. 2'040.00 Auslagen Untersuchung Fr. 7'722.00 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, inklusive
diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
9. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für die Verteidigung des Beschuldigten
mit CHF 7'722 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
10. (Mitteilungen)
11. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung:
(Urk. 59 S. 1 und Urk. 73 S. 1; sinngemäss)
1. Die durch die Vorinstanz erfolgte Verurteilung des Beschuldigten sei
vollumfänglich aufzuheben, der Beschuldigte mithin von Schuld und
Strafe freizusprechen;
2. Entsprechend seien auch die Zivilansprüche der Privatklägerinnen ab-
zuweisen, soweit darauf einzutreten ist; eventualiter seien sie ins Zivil-
verfahren zu verweisen;
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3. Die Verfahrenskosten inklusive diejenigen der amtlichen Verteidigung
seien auf die Staatskasse zu nehmen. Für die Verteidigungskosten,
welche vor der Ernennung von Rechtsanwalt lic. iur. X._ zum amt-
lichen Verteidiger aufgelaufen sind, sei dem Beschuldigten eine ange-
messene Entschädigung auszusprechen."
b) Der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich:
(Urk. 62 und Urk. 74; sinngemäss)
Es sei das vorinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung,
vom 5. Oktober 2016 zu bestätigen.
_

Erwägungen:
I. Formelles
1. Mit Urteil vom 5. Oktober 2016 sprach das Bezirksgericht Zürich den
Beschuldigten der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2
StGB schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Der
Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre
angesetzt (Urk. 58 S. 57 ff.). Das Urteil wurde anlässlich der Hauptverhandlung
vom 5. Oktober 2016 mündlich eröffnet und im Dispositiv übergeben bzw. ver-
sandt (Prot. I S. 17 f.). Mit Eingabe vom 11. Oktober 2016 meldete die Verteidi-
gung fristgerecht Berufung an (Urk. 53). Das begründete Urteil wurde den Partei-
en am 28. bzw. am 31. Oktober 2016 zugestellt (Urk. 57/1-3). Die Berufungserklä-
rung des Beschuldigten erfolgte innert Frist mit Eingabe vom 11. November 2016
(Urk. 59).
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2. Mit Präsidialverfügung vom 18. November 2016 wurde den Privatkläge-
rinnen 1 und 2 sowie der Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung der Verteidi-
gung zugestellt und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder ein
begründetes Nichteintretensgesuch zu stellen (Urk. 60). Die Staatsanwaltschaft
erklärte mit Schreiben vom 22. November 2016 auf Anschlussberufung zu ver-
zichten und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 62). Die
Privatklägerschaft liess sich innert Frist nicht vernehmen.
3. Am 9. November 2017 wurde zur Berufungsverhandlung auf den
2. März 2018 vorgeladen (Urk. 66). Mit Eingabe vom 1. März 2018 stellte die Ver-
teidigung den Antrag, die Ladung für die Berufungsverhandlung sei abzunehmen
und Letztere zu verschieben, da der Beschuldigte unverschuldet im Ausland fest-
sitze (Urk. 68A). In der Folge wurde den Parteien die Ladung abgenommen und
neu zur Berufungsverhandlung auf den 18. Mai 2018 vorgeladen (Urk. 69). Zu
dieser erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers
sowie die Staatsanwältin als Vertreterin der Anklagebehörde (Prot. II S. 3). Nach
Durchführung der Berufungsverhandlung erweist sich das Verfahren als spruch-
reif.
4. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die
Rechtskraft des angefochtenen Urteils nur im Umfang der Anfechtung gehemmt.
Der Beschuldigte liess das Urteil grundsätzlich vollumfänglich anfechten (Urk. 59
S. 2). Da mit der Herausgabe der sichergestellten Zertifikate (Penny-Stocks) von
der Vorinstanz lediglich dem Antrag des Beschuldigten entsprochen worden ist,
kann davon ausgegangen werden, dass die Dispositivziffer 6 (Herausgabe) des
erstinstanzlichen Urteils nicht als angefochten gilt und deshalb bereits in Rechts-
kraft erwachsen ist.
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II. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
1.1. In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten in Ziffer 1.1. in objektiver
Hinsicht zur Last gelegt, dass es im November 2009 zwischen ihm und den bei-
den Alleineigentümern der Privatklägerinnen, B._ (C._ Inc.; Privatkläge-
rin 2) und D._ (E._ Inc.; Privatklägerin 1) zu Gesprächen darüber ge-
kommen sei, ob der Beschuldigte ihnen Aktien der "F._ Inc." (fortan:
F._) liefern könne.
In der Folge habe der Beschuldigte, als Managing Partner der Firma
G._ Ltd. (fortan: G._), mit Schreiben vom 26. November 2009 der Firma
H._ Limited BVI (fortan: H._) – welche zu je 50% B._ und D._
gehört – bestätigt, dass – als Teil ihrer Syndikatsbildung – eine Zeichnung für den
Umfang von 750'000 Stammaktien der F._ für den Betrag von USD
225'000.– gekauft/entgeltlich erworben würde, netto jeglicher Kommissionen. Am
30. November 2009 sei schliesslich, via die H._, auf dem USD-Konto der
G._ der Betrag von USD 225'000.– eingegangen. Als Liefertermin für die zu
kaufenden Aktien sei mündlich der Januar/Februar 2010 vereinbart worden.
Unbesehen davon, dass es für den Beschuldigten klar gewesen sei, dass
die USD 225'000.– für den Ankauf und die Lieferung von Aktien überwiesen wor-
den und ihm damit anvertraut gewesen seien, habe er, als alleiniger Inhaber der
Verfügungsmacht über die Konti der G._, im Zeitraum vom 30. November bis
zum 24. Dezember 2009 mehrfach vertrags- und pflichtwidrig über die USD
225'000.– verfügt und total etwa USD 197'643.00 u.a. zur Bezahlung von persön-
lichen Verpflichtungen, für seinen Lebensunterhalt sowie auch für zuvor entstan-
dene Kreditkartenschulden verwendet. Die Konti der G._ hätten per Ende
Februar 2010 die Saldi USD 377.28, Fr. 351.69, CAD 331.57 und EUR 2'015.26
aufgewiesen (vgl. zum Ganzen Ordner 26 Urk. 990038 S. 2 ff.).
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1.2. Sodann wird dem Beschuldigten in Ziffer 1.2. der Anklageschrift in ob-
jektiver Hinsicht vorgeworfen, im Zeitraum März/April 2010, mit B._ und
D._ übereingekommen zu sein, einen weiteren Vertrag zu schliessen, wobei
die diesbezüglichen Gespräche mündlich geführt worden seien. Der Beschuldigte
habe sich damit einverstanden erklärt, den beiden Privatklägerinnen für USD
300'000.– Aktien der I._ Ltd. (fortan: I._) zu verschaffen. Zu diesem
Zweck seien von der Privatklägerin 2 am 27. und am 29. April 2010 jeweils USD
74'975.– und von der Privatklägerin 1 am 28. April 2010 USD 149'975.–, somit to-
tal USD 299'925.– auf das USD-Konto der G._ überwiesen worden.
Unbesehen davon, dass der Beschuldigte gewusst habe, dass die Einzah-
lungen der beiden Privatklägerinnen zweckgebunden, namentlich zur Verschaf-
fung von I._ Aktien erfolgt seien, womit er gewusst habe, dass ihm dieser
Betrag lediglich anvertraut gewesen war, habe er, als alleiniger Inhaber der Ver-
fügungsmacht über die Konti der G._, im Zeitraum vom 27. April bis zum 14.
Mai 2010 mehrfach vertrags- und pflichtwidrig über die USD 299'925.– verfügt
und total etwa USD 298'000.– zur Bezahlung von persönlichen Verpflichtungen,
für seinen Lebensunterhalt sowie auch für zuvor entstandene Kreditkartenschul-
den verwendet. Die Konti der G._ hätten sodann die Saldi USD 474.48,
Fr. 81.69, CAD 331.57, jeweils per 14. Mai 2010, bzw. EUR 5.26 per 28. April
2010 betragen (vgl. zum Ganzen Ordner 26 Urk. 990038 S. 5 ff.).
1.3. In subjektiver Hinsicht habe der Beschuldigte während seines gesam-
ten Handelns sowohl um die Zahlungseingänge von Seiten der beiden Privatklä-
gerinnen, um seine eigenen schlechten finanziellen Verhältnisse sowie um die
Vermögensverhältnisse auf den Konti der G._ gewusst. Dennoch habe er
sich dazu entschlossen, die eingegangenen Mittel im erwähnten Umfang un-
rechtmässig, da zweckwidrig, zu seinen Gunsten zu beziehen bzw. zu verwen-
den, um sich oder Dritte unrechtmässig zu bereichern, weshalb die Privatkläge-
rinnen im vorgenannten Umfang zu Schaden gekommen seien. Dabei habe der
Beschuldigte bei den Zweckentfremdungen gewusst, dass es sich um anvertraute
und wirtschaftlich fremde Vermögenswerte gehandelt habe. Durch sein Handeln
habe er seinen Willen manifestiert, die Ansprüche der Geschädigten – den Ankauf
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und die Auslieferung der Aktien oder die Rückzahlung des überwiesenen
Betrags – zu vereiteln (Ordner 26 Urk. 990038 S. 4 f. und 7). Dabei seien weder
der Beschuldigte selbst, was er aufgrund seiner damaligen finanziellen Verhält-
nisse gewusst habe, noch die G._ willens oder fähig gewesen, den Privat-
klägerinnen jederzeit Bargeld oder andere Vermögenswerte im Umfang der
zweckwidrig und somit unrechtmässig verwendeten Vermögenswerte zur Verfü-
gung zu halten (Ordner 26 Urk. 990038 S. 7).
2. Position des Beschuldigten
2.1. Der Beschuldigte stellte nicht in Abrede von den beiden Privatklägerin-
nen insgesamt rund USD 525'000.– erhalten zu haben, wovon USD 225'000.– für
die Lieferung von F._-Aktien und USD 299'925.– für die Lieferung von
I._-Aktien überwiesen worden seien. Unbestritten blieb auch, dass er diese
Gelder für persönliche Zwecke verwendet hat und den Privatklägerinnen bis heute
weder die geforderten Aktien geliefert, noch die überwiesenen Gelder zurücker-
stattet hat (Ordner 27 Urk. 100100 f.; Ordner 28 Urk. 100299 ff., Urk. 100331 f.,
Urk. 100334 ff., Urk. 100513 ff.; Urk. 46 S. 6 ff.; Prot. II S. 13 ff.).
2.2. Dagegen bestritt der Beschuldigte, dass ihm die vorgenannten Geldbe-
träge von den Privatklägerinnen anvertraut gewesen seien und er diese unrecht-
mässig im eigenen Nutzen verwendet habe. Er habe Aktien, welche in seinem Ei-
gentum gestanden hätten an die Privatklägerinnen verkauft. Bei den ihm überwie-
senen Geldbeträgen habe es sich um den Kaufpreis für die Aktien gehandelt,
weshalb er über diesen habe frei verfügen können. Er sei zudem jederzeit fähig
und willig gewesen, Aktien der F._ und der I._ zu liefern, wobei aber
keine Lieferfrist vereinbart gewesen sei. Da es bei der Auslieferung vorgenannter
Aktien Verzögerungen gegeben und sich die Gelegenheit geboten habe, Aktien
der Firma J._ zu erwerben, hätten die Privatklägerinnen auf die Lieferung der
ursprünglichen Aktien verzichtet. Stattdessen sei neu vereinbart worden, dass er
für den bereits überwiesenen Betrag von rund USD 525'000.– 1'450'000 Aktien
der Firma J._ liefere. Eine Verpflichtung zur Rückzahlung der überwiesenen
Gelder sei nicht vereinbart worden (Ordner 27 Urk. 100105 f.; Ordner 28
Urk. 100300 ff., 100330 f., 100342 f., 100514 ff.; Urk. 46 S. 6 ff.; Prot. II S. 13 ff.).
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3. Würdigung
3.1. Im angefochtenen Urteil wurden die bei der richterlichen Beweis- und
Aussagenwürdigung anzuwendenden rechtstheoretischen Grundsätze und Re-
geln vollständig aufgeführt. Darauf ist zu verweisen (Urk. 58 S. 8 ff.; Art. 82 Abs. 4
StPO).
3.2. Zur Erstellung des strittigen Anklagesachverhalts dienen im Wesentli-
chen die Aussagen des Beschuldigten (Ordner 27 Urk. 100099 ff.; Ordner 28
Urk. 100298 ff., 100300 f., 100513 ff.; Prot. II S. 12 ff.) sowie der Zeugen B._
(Ordner 27 Urk. 100144 ff.; Ordner 28 Urk. 100351 ff.) und D._ (Ordner 28
Urk. 100365 ff.). Weiter liegen diverse Urkunden bei den Akten, wovon insbeson-
dere das E-Mail der G._ vom 26. November 2009 (Ordner 27 Urk. 100061)
und das Addendum II vom 22. Februar 2011 (Ordner 27 Urk. 100048) von Inte-
resse sind. Auf die jeweils relevanten Beweismittel wird nachfolgend näher einge-
gangen.
3.3. Die Vorinstanz kam aufgrund ihrer Würdigung der Beweismittel zum
Schluss, dass der Beschuldigte die ihm zum Kauf von bestimmten Aktien über-
wiesenen rund USD 525'000.– unrechtmässig für persönliche Zwecke verwendet
hatte, indem er die in der Anklageschrift aufgeführten Transaktionen ausführte.
Bei der Vereinbarung, für die vorgenannte Summe bestimmte Aktien zu liefern,
habe es sich nicht um einen blossen Kaufvertrag gehandelt. Vielmehr seien auf-
trags- und kommissionsrechtliche Elemente im Vordergrund gestanden, indem
der Beschuldigte den Privatklägerinnen für das überwiesene Geld eine ganz be-
stimmte Art von Aktien (nämlich vorbörslich gehandelte Aktien der F._ und
I._) liefern, d.h. ihnen auch tatsächlich solche hätte verschaffen sollen. Bevor
er das Geld für sich frei hätte verwenden dürfen, hätte er seine Verschaffungs-
pflichten zu erfüllen gehabt. Der Beschuldigte habe letztlich schlicht dafür zu sor-
gen gehabt, dass die entsprechenden Aktien tatsächlich an die Privatklägerinnen
gelangten. Erst damit wäre der Vertrag seitens des Beschuldigten erfüllt gewesen
und erst von da an hätte er über allenfalls verbleibende Gelder frei verfügen dür-
fen. Die Pflichten seien klar über die Pflichten eines Kaufvertrags hinausgegan-
gen. In Anbetracht dessen, dass es sich um zweckgebundene Gelder gehandelt
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habe, hätte der Beschuldigte die Gelder der Privatklägerinnen zur Verfügung hal-
ten oder über entsprechende Ersatzwerte verfügen müssen.
Der Beschuldigte habe sodann vorsätzlich gehandelt. Er habe von der
Fremdheit der ihm anvertrauten Gelder sowie von der Unrechtmässigkeit der
Verwendung der Gelder gewusst, da ihm die Abmachungen mit den Geschädig-
ten bezüglich der Investitionen bekannt gewesen seien. Er habe keinen Anspruch
darauf gehabt, die Gelder der Privatklägerinnen für eigene Zwecke zu verwenden,
ohne vorher die Aktien zu liefern oder entsprechenden Ersatz bereit zu halten. Die
Bereicherungsabsicht des Beschuldigten ergebe sich daraus, dass er die ihm an-
vertrauten Vermögenswerte zu seinem eigenen Nutzen verwendet habe. Ersatz-
bereitschaft sei schliesslich ebenfalls keine gegeben gewesen. Der Beschuldigte
habe die Investitionen der Privatklägerinnen jeweils kurz nach dem Zahlungsein-
gang laufend und nach Belieben verwendet. Selbst wenn der Beschuldigte Ersatz
für die verwendeten Summen hätte leisten wollen, hätte er dies aufgrund seiner
ihm bekannten schlechten finanziellen Lage nicht innert nützlicher Frist tun kön-
nen (vgl. zum Ganzen Urk. 58 S. 12 ff.).
Auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz kann – vorbehältlich der
nachfolgenden Anmerkungen und Ergänzungen – verwiesen werden (Urk. 58
S. 12 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.4. Um beurteilen zu können, ob der Beschuldigte die von den Privatkläge-
rinnen überwiesenen Geldbeträge unrechtmässig verwendet hat, ist zunächst zu
prüfen, was zwischen ihm einerseits, und B._ und D._, als jeweiligen Al-
leineigentümern der Privatklägerinnen andererseits, hinsichtlich der Zahlungen
von insgesamt rund USD 525'000.– konkret vereinbart wurde.
3.4.1. Der Beschuldigte äusserte sich zum Inhalt der Vereinbarung mit
B._ und D._ dahingehend, dass er bestätigte, die USD 225'000.– sowie
USD 299'925.– erhalten zu haben, um Aktien der F._ bzw. der I._ zu lie-
fern. Eine Lieferfrist habe es nicht gegeben (Ordner 27 Urk. 100100 f.; Ordner 28
Urk. 100299, 100304 f., 100331; Urk. 46 S. 6; Prot. II S.13). Hingegen seien die
Geldbeträge nicht zweckgebunden gewesen, da er den Privatklägerinnen Aktien-
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bestände der F._ sowie der I._ verkauft habe, welche er persönlich ge-
halten habe bzw. welche in seinem Eigentum gestanden hätten. Er sei damals
Aktionär der Firmen F._ und I._ gewesen und sei es auch heute noch.
Er habe das Geld, welches den Verkaufspreis dargestellt habe, für seine persönli-
chen Zwecke ausgeben dürfen. Das Geld sei ihm nicht anvertraut worden (Ordner
27 Urk. 100101; Ordner 28 Urk. 100305, 100307, 100342, 100514, 100519;
Urk. 46 S. 6 ff.; Prot. II S. 13 ff.). Es habe keinerlei Gespräche darüber gegeben,
die rund USD 525'000.– zurückzubezahlen (Ordner 28 Urk. 100342). Er habe das
Geld nicht zurückbezahlt, da er gegenüber den Privatklägerinnen noch eine offe-
ne Forderung habe, welche er nach diesem Verfahren durchsetzen wolle (Urk. 46
S. 6; Prot. II S. 16). Bei der Lieferung der Aktien habe es Verzögerungen gege-
ben, weshalb man sich dazu entschlossen habe, das ursprüngliche Investment
umzuwandeln und statt noch nicht börsenkotierter Aktien der F._ und I._
1'450'000 bereits börsenkotierte Titel der Firma J._ zu liefern (Ordner 27
Urk. 100101, 100106; Ordner 28 Urk. 100300 f., 100305 f., 100331, 100334,
100342, 100514; Urk. 46 S. 8 f.; Prot. II S. 15).
3.4.2. B._ gab an, dass der Beschuldigte ihm und D._ von der
Firma F._ erzählt und diese als Internetfirma beschrieben habe, bei der man,
ähnlich wie bei "K._", online gehen und sich für eine Gebühr Konzerte von
berühmten Stars anschauen könne (Ordner 27 Urk. 100148; Ordner 28 Urk.
100358). Er und D._ hätten diese Idee interessant gefunden und beschlos-
sen zu investieren (Ordner 27 Urk. 100148). Es sei eine mündliche Vereinbarung
getroffen worden, wonach dem Beschuldigten von den Privatklägerinnen
USD 225'000.– überwiesen würden und diese im Gegenzug Aktien der F._
erhalten würden. Im November 2009 sei der entsprechende Betrag über die Firma
H._ an die G._ überwiesen worden. Die F._-Aktien hätten bis Ja-
nuar/Februar 2010 geliefert werden sollen, wobei er sich bezüglich des Lieferda-
tums nicht ganz sicher sei (Ordner 28 Urk. 100357). Weder er, noch D._ hät-
ten aber jemals Aktien der F._ erhalten (Ordner 27 Urk. 100147 f.; Ordner 28
Urk. 100355 f.). Man habe langsam begriffen, dass die F._ wahrscheinlich
gar nicht oder nur auf dem Papier existiere, da man im Internet lediglich eine
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Website, aber keine Beweise dafür gefunden habe, dass diese Firma existiere
(Ordner 27 Urk. 100147; Ordner 28 Urk. 100355).
Man habe dann versucht, die Situation zu retten und die erste mündliche
Vereinbarung betreffend die USD 225'000.– neu verhandelt. Der Beschuldigte
habe gesagt, dass er noch Aktien einer sehr guten Gesellschaft hätte. Es sei ein
Anteil von 5% an einer Goldminenfirma versprochen worden. Die Art, wie der Be-
schuldigte die Investition beschrieben habe, sei sehr interessant und attraktiv ge-
wesen, da der Goldpreis zu dieser Zeit konstant angestiegen sei. Er und D._
hätten für je USD 150'000.– einen Anteil von 5% an einer Goldminenfirma ge-
kauft, wobei der Beschuldigte zunächst gesagt habe, dass die Firma I._ Ltd.
heisse, zwei bis drei Monate nach der Überweisung des Geldes aber von J._
gesprochen habe. Die Vereinbarung sei mündlich geschlossen und später im Jah-
re 2011 schriftlich festgehalten worden, da die Aktien nicht geliefert worden seien
(Ordner 27 Urk. 100149 f.).
Auf Vorhalt des Addendum II vom 22. Februar 2011 (Ordner 27 Urk. 100048
ff.) erklärte B._, dass es sich dabei um eine ältere Version der Vereinbarung
handle, welche unterzeichnet worden sei, bevor man zur endgültigen Vereinba-
rung gekommen sei. In der endgültigen Fassung seien nur die 1'450'000 J._-
Aktien erwähnt, welche vom Beschuldigten für den bereits überwiesenen Ge-
samtbetrag von USD 525'000 geliefert werden sollten (Ordner 28 Urk. 100358 f.
und 100361).
3.4.3. D._ führte anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernah-
me aus, dass er und B._ für eine "künftige Lieferung" Kredite gewährt und
Überweisungen getätigt hätten. Zu Gunsten der Firma I._ seien USD
300'000.– und für die Firma F._ USD 225'000.– überwiesen worden (Ordner
28 Urk. 100368). Die Vereinbarungen seien jeweils mündlich getroffen worden,
wobei der Beschuldigte den Inhalt im Rahmen eines Mailverkehrs bestätigt habe
und später alles noch schriftlich festgehalten worden sei (Ordner 28 Urk. 100369
f.). Es seien auch mündlich Lieferfristen vereinbart worden, wobei er aber deren
Dauer nicht mehr nennen könne. Was die F._-Aktien betreffe, habe auch der
Beschuldigte nicht genau gewusst, wann die Aktien geliefert werden könnten, da
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sich diese erst im Gründungsprozess befunden habe. Eine Lieferfrist für die
I._-Aktien könne er ebenfalls nicht nennen (Ordner 28 Urk. 100370 f.).
Eine Vereinbarung, wonach der Beschuldigte die überwiesenen Gelder frei
verwenden könne, sei nie getroffen worden. Man hätte dem Beschuldigten nie die
Erlaubnis gegeben, das Geld nach seinem Gutdünken zu verwenden. Dies gehe
auch aus seinen Bestätigungen hervor. Das Ziel der Überweisung sei jeweils kon-
kret besprochen worden, namentlich, dass die entsprechenden Aktien gekauft
und geliefert würden. Nach der Überweisung der beiden Geldbeträge hätten sie
aber keine Aktien erhalten; auch nicht nach der Konvertierung in eine Lieferung
von J._-Aktien (Ordner 28 Urk. 100371 f.). Sie hätten eine Rückzahlung der
Gelder verlangt und sich dabei auf die Vereinbarung berufen (Ordner 28
Urk. 100373).
3.4.4. Aus der E-Mail der G._ vom 26. November 2009 an die H._
geht hervor, dass der Beschuldigte – als Managing Partner der G._ – bestä-
tigte, dass er die Zeichnungsberechtigung ("subscription") für 750'000 Aktien der
F._ beschaffen werde, sobald er den Betrag von USD 225'000.– erhalten
habe, wobei in diesem Betrag noch keine Kommissionssummen ("net of any
commissions") enthalten seien (Ordner 27 Urk. 100061).
3.4.5. Dem Addendum II vom 22. Februar 2011, kann sodann entnommen
werden, dass die Privatklägerinnen dem Beschuldigten die Beträge
USD 300'000.– und USD 225'000.– überwiesen hätten, wobei diese für den Kauf
von Aktien der I._ bzw. der F._ reserviert gewesen seien ("has been re-
served for the purchase of"). Weiter wurde festgestellt, dass aufgrund Nichterfül-
lung durch die L._ S.A. ("due to non-fulfillment of the borrower") im Oktober
2010 vereinbart worden sei, dass statt Aktien der F._ und der I._
1'450'000 ungebundene und frei übertragbare Aktien ("unrestricted and free trans-
ferable shares") der Firma J._ zu liefern seien. Die Aktien seien bis zum
31. März 2011 an die M._ Ltd. Marshall Islands – einer Firma von B._
und D._ – zu liefern, wobei die Beschaffungspflicht des Beschuldigten erst
dann als erfüllt angesehen werde, wenn die J._-Aktien innerhalb der vorge-
nannten Frist auf den Namen der M._ Ltd. eingetragen würden. Das Ad-
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dendum II wurde vom Beschuldigten, als Vertreter der L._ S.A., sowie von
Rechtsanwalt Y._, als Vertreter der beiden Privatklägerinnen, unterzeichnet
(Ordner 27 Urk. 100049 ff.).
3.4.6. Es ist damit als Zwischenfazit festzuhalten, dass die Aussagen des
Beschuldigten sowie von B._ und D._ zum Kerninhalt der getroffenen
Vereinbarung sich grundsätzlich als deckungsgleich erweisen. Danach verpflich-
teten sich die Privatklägerinnen, dem Beschuldigten die beiden Geldbeträge von
USD 225'000.– und rund USD 300'000.– zu überweisen und dieser hatte im Ge-
genzug dafür zu sorgen, dass die Privatklägerinnen beim Börsengang ("going
public") der F._ und I._ jeweils eine bestimmte Anzahl der dabei ausge-
gebenen Aktien zeichnen könnten. Derselbe Vereinbarungsinhalt geht sodann
aus der E-Mail der G._ vom 26. November 2009 (betreffend die F._-
Aktien) und dem Addendum II vom 22. Februar 2011 hervor. Die Geldbeträge
wurden dem Beschuldigten damit klarerweise zur Beschaffung des Zeichnungs-
rechts der genannten, noch nicht börsenkotierten Aktien überwiesen.
Ein gewichtiger Hinweis darauf, wann die Parteien die Lieferverpflichtung
des Beschuldigten als erfüllt angesehen hätten, lässt sich dem Addendum II vom
22. Februar 2011 entnehmen. Für die Lieferung der J._-Aktien an die Privat-
klägerinnen wurde festgehalten, dass die Lieferverpflichtung des Beschuldigten
nur dann erfüllt sei, wenn die zu liefernden Aktien definitiv auf den Namen der
Empfängerin - der M._ Ltd. - eingetragen würden ("The obligation [...] in re-
gard to the delivery of the shares of J._ Limited shall be fulfilled only upon fi-
nal registration of the shares in the name of M._ Ltd."; Ordner 27 Urk.
100049). Die vorgenannte Erfüllungs-Klausel erweist sich ohne Weiteres als
sachlogisch, da die J._-Aktien ohne eine entsprechende Registrierung auf
den Namen der Empfänger-Firma für diese grundsätzlich wertlos sind. Ohne Re-
gistrierung könnte Letztere weder rechtsgültig über die Aktien verfügen, noch ir-
gendwelche Rechtsansprüche (bspw. auf Dividenden) aus diesen geltend ma-
chen. Entsprechend werden B._ und D._ auch betreffend die Lieferung
der F._- und I._-Aktien die Eintragung auf deren Namen bzw. den Na-
- 15 -
men der Privatklägerinnen verlangt haben, da sie sonst mit diesen Aktien nichts
hätten anfangen können.
Das Bestehen einer Frist für die Lieferung der F._- und I._-Aktien
lässt sich dagegen nicht rechtsgenügend erstellen. Der Beschuldigte bestritt, dass
eine Lieferfrist vereinbart wurde. B._ und D._ bejahten zwar, dass es
eine entsprechende Frist gegeben habe, konnten deren Dauer aber gar nicht bzw.
nicht mit Sicherheit benennen. Eine schriftliche Dokumentation allfälliger Liefer-
fristen ist ebenfalls nicht vorhanden. Dem Addendum II kann lediglich entnommen
werden, dass der Beschuldigte die J._-Aktien bis zum 31. März 2011 hätte
liefern sollen (Ordner 27 Urk. 100049), wobei diese Lieferung aber nicht mehr
Gegenstand des Anklagesachverhalts ist. Die Unmöglichkeit der Erstellung allfäl-
liger Fristen für die Lieferung der F._- und I._-Aktien ist aber für die Er-
stellung des weiteren strittigen Anklagesachverhalts insofern nicht weiter relevant,
als dass der Beschuldigte selbst erklärte, dass er den Privatklägerinnen bis heute
weder F._-, noch I._-Aktien – oder J._-Aktien – geliefert habe. All-
fällige Lieferfristen für diese Aktien wurden damit so oder anders nicht eingehal-
ten, was sinngemäss auch im Addendum II vom 22. Februar 2011 festgehalten
wurde ("due to non-fulfillment of the Borrower").
Was die rechtliche Natur der Vereinbarung betrifft, macht die Verteidigung
im Berufungsverfahren geltend, dass die Vorinstanz zu Unrecht von einem Ver-
trag mit auftrags- und kommissionsrechtlichen Elementen ausgegangen sei und
es keinerlei Hinweise dafür gebe, dass die Parteien irgendetwas anderes als ei-
nen Kaufvertrag mit aufgeschobener Erfüllung des Beschuldigten abgeschlossen
hätten (Urk. 59 S. 3; Urk. 73 S. 4 ff.). Dem ist zu entgegnen, dass eine zivilrechtli-
che Qualifizierung des anklagegegenständlichen Vertragsverhältnisses für die Er-
stellung des Sachverhalts grundsätzlich nicht zentral ist, da die konkreten Leis-
tungspflichten des Beschuldigten sowie der Privatklägerinnen ohne Weiteres er-
stellt sind. Ob der Beschuldigte die Geldbeträge recht- oder unrechtmässig ver-
wendet hat, hängt vorliegend nicht davon ab, welche Art von Vertrag im Sinne des
Zivilrechts zwischen den Parteien geschlossen wurde, sondern vielmehr davon,
ob und in welcher Form der Beschuldigte die Verfügungsmacht über die fragli-
- 16 -
chen Aktien inne hatte bzw. wann er seine Leistungspflicht tatsächlich hätte erfül-
len können. Jedenfalls ist der Ansicht der Vorinstanz (Urk. 58 S. 21) zu folgen,
dass die von den Parteien im Bezug auf die F._- und I._-Aktien abge-
schlossenen Verträge keine blossen Kaufverträge darstellen, sondern vielmehr
auftrags- und kommissionsrechtliche Elemente im Vordergrund stehen. Der Be-
schuldigte verkaufte vorliegend nicht einfach Aktien, welche in seinem Eigentum
standen (nachstehend, Ziffer 3.5.2.), sondern er hatte den Auftrag dafür zu sor-
gen, dass B._ und D._ eine bestimmte Anzahl der beim Börsengang der
Firmen F._ und I._ ausgegebenen Aktien würden zeichnen können
(vorstehend, Ziffer 3.4.6.).
3.5. Nachdem der Leistungsinhalt der zwischen dem Beschuldigten und
den Privatklägerinnen geschlossenen Vereinbarung und die Zweckgebundenheit
der überwiesenen Geldbeträge festgestellt wurde, ist nachfolgend zu prüfen, in-
wiefern der Beschuldigte über die von ihm zu liefernden Aktien verfügen konnte,
was wiederum Aufschluss über die Recht- oder Unrechtmässigkeit der Verwen-
dung der Geldbeträge gibt. Als zu würdigende Beweismittel liegen insbesondere
die Aussagen des Beschuldigten vor.
3.5.1. Anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 7. Juni 2012 gab der
Beschuldigte an, dass er mit seinen Firmen in die F._ investiert habe, wes-
halb ihm Aktien derselben zugestanden hätten. Wegen des Bankrotts der F._
im Sommer des Jahres 2010 hätten die Aktien aber nicht geliefert werden können
bzw. sie hätten geliefert werden können, seien aber wertlos gewesen (Ordner 27
Urk. 100105, 100107).
An den staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen vom 4. Dezember 2013 so-
wie vom 24. April 2014 führte der Beschuldigte einerseits aus, dass er den Privat-
klägerinnen Aktien verkauft habe, welche er persönlich gehalten habe bzw. wel-
che aus seinem persönlichen Bestand stammten. Er sei Aktionär der F._ so-
wie von I._ gewesen, als er die Geldbeträge erhalten habe. Er sei bereits
damals jederzeit dazu in der Lage gewesen die entsprechenden F._- und
I._-Aktien zu liefern und sei es auch heute noch (Ordner 28 Urk. 100299,
- 17 -
100304, 100306, 100307, 100311, 100331, 100342). Andererseits machte er gel-
tend, dass die fraglichen Aktien in seinem Namen von Dritten treuhänderisch ge-
halten worden seien. Als das Geld der Privatklägerinnen eingetroffen sei, sei er
persönlich nicht dazu in der Lage gewesen, die Aktien zu liefern, seine Treuhän-
der jedoch schon (Ordner 28 Urk. 100304 f., 100308).
An der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 7. Oktober 2014
erklärte der Beschuldigte erneut, dass er zu allen Zeiten das habe liefern können,
wofür er bezahlt worden sei. Wann immer er für Transaktionen bezahlt worden
sei, habe er etwas verkauft, was er bereits besessen habe bzw. sich in seinem
Eigentum befunden habe. Die fraglichen Aktien mögen zwar nicht immer in sei-
nem direkten Besitz gewesen sein, aber sie hätten von seinen Bevollmächtigten
auf Anweisung hin immerzu geliefert werden können (Ordner 28 Urk. 100514,
100519).
Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 5. Oktober 2016 er-
klärte der Beschuldigte, dass die zu liefernden Aktien bereits ihm gehört hätten.
Er habe bereits vom ersten Tag an liefern können. Die Aktien der F._ und
der I._ hätten sich bei seinen Treuhändern, namentlich den Gründern der je-
weiligen Firmen, befunden. Sie hätten die Aktien treuhänderisch für ihn gehalten.
Er selbst habe die Aktien nicht liefern können, die Treuhänder aber schon. Da es
sich um Firmen gehandelt habe, welche im Begriff gewesen seien, an die Börse
zu gehen, hätten die Aktien nur dann geliefert werden können, wenn der Börsen-
gang erfolgt wäre. Die Aktien seien blockiert gewesen, da der Gründungsprozess
der Firmen noch nicht abgeschlossen gewesen sei. Die Aktien seien ausgestellt
und im Namen der jeweiligen Firma registriert gewesen, jedoch habe es noch kei-
ne Aktien-Zertifikate gegeben (Urk. 46 S. 6 ff.).
An der Berufungsverhandlung vom 18. Mai 2018 hielt der Beschuldigte wie-
derum fest, dass es Tatsache sei, dass die fraglichen Aktien ihm gehört hätten.
Es habe sich um Aktien privater Gesellschaften gehandelt, welche für ihn gehal-
ten worden seien bzw. welche er innerhalb eines Syndikats besessen habe. Bei
einem Syndikat handle es sich um ein Vehikel, welches verwendet werde, wenn
eine Person für viele andere Personen Aktien halte. Er sei ebenfalls Aktionär ei-
- 18 -
nes solchen Syndikats gewesen und habe innerhalb desselben genug Aktien be-
sessen, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Diejenigen Personen, wel-
che von ihm Aktien gekauft hätten, hätten diese auch erhalten können. Die Aktien
seien auch zur Übergabe bereit gewesen (Prot. II S. 13 ff.).
3.5.2. Die Aussagen des Beschuldigten zu seiner Verfügungsmacht über die
F._- und I._-Aktien erweisen sich als widersprüchlich. Er führte einer-
seits aus, dass die den Privatklägerinnen angebotenen F._- und I._-
Aktien ihm gehört hätten und er diese vom ersten Tag und jederzeit habe liefern
können, machte gleichzeitig aber auch geltend, dass nur diejenigen Personen,
welche die Aktien treuhänderisch für ihn gehalten hätten – namentlich die Grün-
der der F._ und I._ – auf seine Anweisung hin zu einer Lieferung der
Aktien in der Lage gewesen. Überdies seien die Aktien blockiert gewesen seien,
da die F._ und die I._ den Börsengang noch nicht vollzogen hätten und
es noch gar keine Aktienzertifikate gegeben habe. Die Aktien könnten nicht gelie-
fert werden, solange die Gesellschaft nicht an die Börse gehe. Dieser Prozess
könne 3, 5 oder 6 Monate dauern (Prot. II S. 20). Der Beschuldigte konnte folglich
weder beeinflussen, ob überhaupt eine Ausgabe der Aktien erfolgen würde, noch
zu welchem Zeitpunkt dies geschehe, was der Beteuerung seiner jederzeitigen
Lieferfähigkeit diametral entgegensteht. Weiter erscheint es merkwürdig, und
spricht gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten, dass dieser
anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung plötzlich geltend machte, dass
er das von den Privatklägerinnen überwiesene Geld nicht zurückbezahlt habe, da
er diesen gegenüber eine offene Forderung habe, welche er nach diesem Verfah-
ren durchsetzen wolle (Urk. 46 S. 6). Dieses Vorhaben bekräftigte er auch im
Rahmen der Berufungsverhandlung und führte hierzu ergänzend aus, dass er ei-
nen finanziellen Schaden erlitten habe, da B._ und D._ mit dem Präsi-
denten der Firma J._ kolludiert hätten und so nicht nur die vom Beschuldig-
ten zu liefernden J._-Aktien, sondern auch noch andere Titel erhalten hätten
(Prot. II S. 16). Allerdings findet sich für diese nachgeschobene Behauptung kei-
nerlei Stütze in den Akten.
- 19 -
Weshalb der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Überweisung der entspre-
chenden Geldbeträge Inhaber/Eigentümer von F._- und I._-Aktien ge-
wesen sein soll, wenn diese Firmen den Börsengang noch gar nicht vollzogen
hatten und es noch gar keine Aktienzertifikate gegeben hatte, wird aus dessen
Aussagen nicht völlig klar. Letzterer äusserte sich diesbezüglich lediglich einmal,
als er in der polizeilichen Einvernahme vom 7. Juni 2012 angab, dass ihm auf-
grund persönlicher Investitionen Aktien der F._ zustehen würden (Ordner 27
Urk. 100105). Dies könnte sinngemäss auch dem Schreiben von N._, dem
Gründer der F._, vom 28. Juni 2012 entnommen werden (Ordner 26
Urk. 980078). Dieser bestätigte darin, dass der Beschuldigte Aktionär der F._
sei und dass er dankbar dafür sei, dass der Beschuldigte in der Vergangenheit
geholfen habe, dringend benötigte finanzielle Mittel für die F._ aufzutreiben
("I do appreciate your past assistance in helping F._ raise much needed
funds"). Betreffend die I._ liegt ein Schreiben des Firmen-Präsidents
O._ vom 25. Juni 2012 bei den Akten, worin dieser angibt, dass er für den
Beschuldigten Aktien der I._ halte, welche er auf Anweisung des Beschuldig-
ten ausgeben/ausstellen würde. Aus welchem Grund er für den Beschuldigten
diese Aktien halte, kann dem Schreiben nicht entnommen werden (Ordner 26
Urk. 980077). Die Verteidigung erklärte den Anspruch des Beschuldigten auf die
F._- und I._-Aktien damit, dass dieser noch nicht börsenkotierte Firmen
beim "going public", bei der Pressearbeit, der Kunden-Akquisition etc. berate, wo-
für man ihm als Gegenleistung regelmässig den Erhalt eines Teils der Aktien der
entsprechenden Gesellschaft verspreche (Prot. II S. 24).
Selbst wenn dem Beschuldigten aber versprochen wurde, dass er nach dem
Börsengang der F._ und der I._, aus welchem Grund auch immer, Ak-
tien von diesen Firmen erhalten werde – was vor dem Hintergrund seines wider-
sprüchlichen Aussageverhaltens nicht glaubhaft ist –, stellt dies keineswegs die
gleiche Situation dar, wie wenn der Beschuldigte Aktien weiterverkaufen würde,
deren Zertifikate bereits ausgegeben wurden und in dessen (wenigstens mittelba-
ren) Besitz er sich tatsächlich befindet. Vorliegend war es noch gar nicht klar, ob
die fraglichen Firmen den Börsengang meistern würden, so dass überhaupt erst
Aktien hätten ausgegeben werden können. Abgesehen von einem allfälligen Ver-
- 20 -
sprechen, Aktien der F._ und I._ nach deren Börsengang zu erhalten,
hatte der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Überweisungen durch die Privatkläge-
rinnen keinerlei Verfügungsmacht über irgendwelche – noch nicht ausgegebene –
Aktien dieser Firmen. Die Argumentation der Verteidigung, wonach der Beschul-
digte die Aktien bereits verschafft bzw. bereits besessen habe (Urk. 73 S. 4 f.)
und damit Eigentum verkauft habe, verfängt deshalb nicht.
Auch eine Zeugenbefragung von O._ und N._ – wie von der Ver-
teidigung bereits im Vorverfahren sowie im Rahmen des erstinstanzlichen Ge-
richtsverfahrens beantragt (Ordner 26 Urk. 980073 ff.; Urk. 32; Prot. I S. 6 f.) –
würde nichts daran zu ändern vermögen, dass der Beschuldigte vor einem Bör-
sengang der F._ bzw. der I._ und der Ausgabe der entsprechenden Ak-
tien noch gar nicht die Stellung eines Aktieninhabers inne haben und darum auch
nicht wie ein Eigentümer über diese verfügen konnte.
Aufgrund dieser grundsätzlichen Unsicherheit, ob überhaupt jemals irgend-
welche Aktien ausgegeben werden würden, hätte der Beschuldigte, als erfahrener
Geschäftsmann, welcher um die bei einem "going public" bestehenden Risiken
gewusst haben muss, nicht einfach in guten Treuen davon ausgehen können,
dass er seiner Lieferverpflichtung in jedem Fall hätte nachkommen können, selbst
wenn er – wie von der Verteidigung vorgebracht wurde (Urk. 73 S. 4 und 6) – mit
B._ bereits zuvor Geschäfte nach dem genau gleichen Muster und nach
demselben Ablauf erfolgreich durchgeführt hat. Entsprechend hätte der Beschul-
digte die zum Zweck der Lieferung von F._- und I._-Aktien von den Pri-
vatklägerinnen überwiesenen Geldbeträge bzw. entsprechende Ersatzwerte so
lange zur Verfügung halten müssen, bis er seine Lieferverpflichtung erfüllt hätte
bzw. er die Möglichkeit der Erfüllung seiner Verpflichtung abgesichert hätte. Das
Argument der Verteidigung (Urk. 73 S. 4 f.), wonach der Beschuldigte mit dem
(behaupteten) Besitz der Aktien der F._ und I._ seine vertraglichen Leis-
tungspflichten bereits erfüllt habe, d.h. die Aktien damit bereits beschafft habe,
stösst dabei ins Leere. Seine Leistungspflichten bestanden eben nicht nur in der
Beschaffung der fraglichen Aktien, sondern auch in der Auslieferung bzw. der Si-
cherstellung der Zeichnungsmöglichkeit, was aber unbestrittenermassen nie ge-
- 21 -
schah und deshalb auch entsprechend im Addendum II festgehalten wurde ("due
to non-fulfillment").
An der Unrechtmässigkeit der Verwendung der Gelder vermag auch die
nachträgliche Abänderung der Vereinbarung zur Lieferung von 1'450'000
J._-Aktien nichts zu ändern. Einerseits kann es den Privatklägerinnen nicht
zum Nachteil gereichen, dass sie versuchten, mittels einer neuen Vereinbarung
noch einen Gegenwert für das von ihnen bezahlte Geld zu erhalten. Andererseits
fand die Abänderung der Liefervereinbarung zu einem Zeitpunkt statt, als bereits
feststand, dass der Beschuldigte seine ursprünglichen Verpflichtungen nicht erfüllt
hatte (vgl. den Wortlaut im Addendum II Ordner 27 Urk. 100048) und das vorlie-
gend zu beurteilende tatbestandsmässige Verhalten des Beschuldigten bereits
vollendet war, weshalb sie für die Erstellung des Anklagesachverhalts auch nicht
massgebend ist.
3.5.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zweckwid-
rig handelte, indem er, ohne entsprechende Ersatzwerte zur Verfügung zu halten
und vor Erfüllung bzw. vor Sicherung seiner Erfüllungsmöglichkeit, die Geldbeträ-
ge der Privatklägerinnen für andere Zwecke verwendete, als für die Lieferung der
fraglichen Aktien.
3.6. In subjektiver Hinsicht wusste der Beschuldigte, dass ihm die fraglichen
Geldbeträge in der Gesamthöhe von rund USD 525'000.– nicht einfach voraus-
setzungslos und zur freien Verfügung, sondern zum Zweck überwiesen wurden,
dass er den Privatklägerinnen im entsprechenden Gegenwert Aktien der F._
und der I._ liefere. Es war ihm deshalb auch bewusst, dass das erhaltene
Geld wirtschaftlich fremd war und er dieses bzw. einen entsprechenden Ersatz-
wert zuhanden der Privatklägerinnen hätte zur Verfügung halten müssen, für den
Fall, dass er sein Lieferversprechen nicht werde halten können. Dies gilt umso
mehr, als dass er die Lieferung von Aktien von Firmen versprach, welche den
Börsengang noch gar nicht vollzogen hatten und es unsicher war, ob sie diesen
Schritt überhaupt schaffen würden. Der Beschuldigte wusste folglich, dass er über
das Geld erst verfügen dürfe, wenn er seine Lieferverpflichtung erfüllt hatte bzw.
wenn seine Lieferfähigkeit gesichert gewesen war. Seine vertraglichen Pflichten
- 22 -
waren jedenfalls nicht bereits damit erfüllt, dass ihm der Erhalt von F._- und
I._-Aktien zugesichert wurde (vorstehend, Ziffer 3.4.6.). Indem der Beschul-
digte aber, obwohl er noch nicht wusste, ob er die Aktien überhaupt werde liefern
können, unmittelbar nach der Überweisung über die Geldbeträge verfügte, nahm
er zumindest in Kauf, dass er das Geld den Privatklägerinnen nicht werde zurück-
zahlen können und bei diesen ein Vermögensschaden entstehe.
Der Beschuldigte verwendete die fraglichen Gelder sodann unbestrittener-
massen für private Zwecke, so z.B. zur Deckung von persönlichen Kreditkarten-
schulden, wobei er wusste, dass die Gelder nicht zu diesem Zweck überwiesen
wurden und er keinen Anspruch darauf hatte, diese so zu verwenden, womit auch
die Bereicherungsabsicht gegeben ist.
Die Ersatzbereitschaft des Beschuldigten ist schliesslich zu verneinen. Der
Beschuldigte stellte sich zwar auf den Standpunkt, dass er die Aktien jederzeit
und von Anfang an habe liefern können, kam aber seiner Lieferverpflichtung oder
ihrer Absicherung nicht nach. Auch eine Rückzahlung der rund USD 525'000.– an
die Privatklägerinnen wurde nicht vorgenommen, womit die Ersatzbereitschaft des
Beschuldigten verneint werden muss. Das vom Beschuldigten behauptete Beste-
hen einer höherwertigen Forderung gegenüber B._ und D._ lässt sich
aufgrund der Verfahrensakten nicht erstellen und ist deshalb als Schutzbehaup-
tung zu werten. Die finanzielle Lage des Beschuldigten bzw. der von ihm kontrol-
lierten G._ stellte sich im Übrigen als so bescheiden dar, dass keine Mög-
lichkeit bestand, den Privatklägerinnen den Betrag von knapp über einer halben
Million USD zu ersetzen (vgl. Urk. 58 S. 31 f.).
4. Fazit
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist der Anklagesachverhalt rechts-
genügend erstellt.
- 23 -
III. Rechtliche Würdigung
1. Tatbestand der Veruntreuung
Der Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich in objektiver
Hinsicht schuldig, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem
oder eines anderen Nutzen verwendet. In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz vo-
rausgesetzt. Nur wer in Bezug auf sämtliche objektiven Tatbestandselemente mit
Wissen und Willen handelt, macht sich der Veruntreuung strafbar, wobei Eventu-
alvorsatz genügt (Art. 12 Abs. 2 StGB).
2. Tatobjekt
2.1. Als Vermögenswert im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB gelten
vertretbare und unvertretbare Sachen, welche für den Täter nicht fremd (im Sinne
von Abs. 1) sind, sowie Forderungen oder Buchgeld (BSK StGB-Niggli/Riedo,
3. Auflage 2013, Art. 138 StGB N 26 ff. m.w.H.; Donatsch, Strafrecht III, 10. Auf-
lage 2013, S. 136 f. m.w.H.; BGE 120 IV 117 E. 2e).
Bei den von den Privatklägerinnen auf das USD-Konto der G._ bei der
P._ Privatbank überwiesenen Geldbeträgen im Gesamtumfang von rund
USD 525'000.– handelt es sich um Buchgeld und damit um einen Vermögenswert
im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB.
2.2. Als anvertraut gilt, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in
bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu verwenden, insbesondere es
zu verwahren, zu verwalten oder einem anderen abzuliefern. Der Tatbestand von
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfasst Fälle, in denen zivilrechtlich die Fremdheit der
anvertrauten Werte nicht gegeben oder zumindest zweifelhaft ist. Die Bestim-
mung erfasst indes nur das mit dem in Abs. 1 umschriebene strukturell gleichwer-
tige Unrecht. Bei der Tatvariante von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erwirbt der
Treuhänder an den erhaltenen Werten Eigentum. Er erlangt daher nicht nur eine
tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Verfügungsmacht. Die ins Eigentum
- 24 -
des Treuhänders übergegangenen Werte sind jedoch bestimmt, wieder an den
Berechtigten zurückzufliessen. In diesem Sinne sind sie wirtschaftlich fremd. Der
Treuhänder ist deshalb verpflichtet, dem Treugeber den Wert des Empfangenen
bis zur bestimmungsgemässen Verwendung zu erhalten. Die Werterhaltungs-
pflicht bzw. das Anvertrauen eines Vermögenswerts kann auf ausdrücklicher oder
stillschweigender Vereinbarung beruhen (vgl. zum Ganzen BGE 133 IV 21 E. 6.2.
mit weiteren Hinweisen).
2.2.1. Unbestrittenermassen waren die Geldbeträge nach der Überweisung
auf das USD-Konto der G._, an welchem der Beschuldigte alleine verfü-
gungsberechtigt war, der Zugriffs- und Kontrollmöglichkeit der Privatklägerinnen
entzogen, womit der Beschuldigte daran den ausschliesslichen Gewahrsam inne
hatte.
2.2.2. Die Verteidigung bestreitet, dass die von den Privatklägerinnen über-
wiesenen Geldbeträge dem Beschuldigten anvertraut waren. Diese seien im Mo-
ment der Überweisung auf das USD-Konto der G._, welches wirtschaftlich
dem Beschuldigten gehöre, in dessen Eigentum übergegangen, weshalb es am
objektiven Tatbestandsmerkmal des Anvertrautseins gebreche und die Erfüllung
des Tatbestandes der Veruntreuung nicht möglich sei (Urk. 49 S. 7 f.; Urk. 59
S. 5; Urk. 73 S. 12).
2.2.3. Entgegen der Ansicht der Verteidigung stellt die durch die Überwei-
sung herbeigeführte Vermischung der Gelder der Privatklägerinnen mit denjeni-
gen des Beschuldigten kein Hindernis für das Vorliegen des Anvertrautseins im
Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB dar. Diese Tatbestandsvariante erfasst ge-
rade solche Fälle, in denen – anders als bei der Veruntreuung von Sachen ge-
mäss Abs. 1 – zivilrechtlich die Fremdheit der anvertrauten Werte nicht gegeben
oder zumindest zweifelhaft ist (vgl. BGE 133 IV 21, E.6.2.). Die von den Privatklä-
gerinnen überwiesenen Geldbeträge vermischten sich zwar mit den Mitteln der
G._ und sodann mit denjenigen des Beschuldigten, waren diesem aber wirt-
schaftlich fremd, indem sie diesem zum Zweck überwiesen worden waren, dass
er im entsprechenden Wert Aktien der F._ und I._ an die Privatklägerin-
nen liefere. Sie waren also dazu bestimmt, in der Form von Aktien wieder an die
- 25 -
Privatklägerinnen zurückzufliessen. Diese Werterhaltungspflicht wurde auch so
zwischen den Parteien vertraglich vereinbart (vgl. Addendum II in Ordner 27 Urk.
100048). Die USD 525'000.– waren dem Beschuldigten folglich anvertraut.
3. Tathandlung
3.1. Die Tathandlung der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2
StGB besteht in einem Verhalten des Täters, durch welches er eindeutig seinen
Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des Treugebers zu vereiteln (Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_362/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 1.3., BGE 133
IV 21 E.6.1.1., BGE 121 IV 23 E.1.c.). Wurde dem Täter Geld übergeben und mit
ihm die Vereinbarung getroffen, es für einen bestimmten Zweck und nicht anders
zu verwenden, so trifft ihn bis zur bestimmungsgemässen Verwendung die stän-
dige Werterhaltungspflicht darüber; er hat es bis zu diesem Zeitpunkt in dem Sin-
ne treuhänderisch zu verwalten, als dass er in der Höhe der übergebenen Summe
jederzeit liquid sein muss (vgl. zum Ganzen: BSK StGB-Niggli/Riedo, a.a.O.,
Art. 138 StGB N 107 f.; Donatsch, a.a.O., S. 145). Der Vermögensschaden bildet
ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal, das freilich im Tatbestandselement
der unrechtmässigen Verwendung bereits definitorisch erfasst ist. Denn bei Ge-
fährdung des obligatorischen Anspruchs entsteht eine Wertminderung (BSK
StGB-Niggli/Riedo, a.a.O., Art. 138 StGB N 110).
3.2. Indem der Beschuldigte keine direkte Verfügungsmacht über die Aktien
hatte und sich zudem auch nicht sicher sein konnte, dass aufgrund des ange-
dachten Börsengangs der F._ und I._ überhaupt Aktien derselben aus-
gegeben würden, hätte er nicht über das Geld der Privatklägerinnen verfügen dür-
fen, solange er seiner Lieferpflicht nicht nachgekommen war oder die Möglichkeit
zur Lieferung der Aktien nicht vorgängig abgesichert hatte. Der Beschuldigte griff
aber jeweils bereits unmittelbar nach dem Eingang der Gelder der Privatklägerin-
nen auf diese zu. Von den für die Lieferung der F._-Aktien bestimmten USD
225'000.– bezog der Beschuldigte innert knapp vier Wochen USD 197'643.–. Die
rund USD 300'000.– für die Lieferung der I._-Aktien wurden innert knapp drei
Wochen im Umfang von etwa USD 298'000.– für persönliche Zwecke verwendet;
auch eine Rückerstattung der rund USD 525'000.– an die Privatklägerinnen er-
- 26 -
folgte nie, womit diesen ein Vermögensschaden im entsprechenden Umfang ver-
blieb.
3.3. Der Auffassung der Vorinstanz folgend (Urk. 58 S. 40) ist von einer
mehrfachen Tatbegehung auszugehen.
4. Vorsatz und Bereicherungsabsicht
4.1. In subjektiver Hinsicht muss der Täter vorsätzlich handeln. Der Vorsatz
muss sich auf die wirtschaftliche Fremdheit der Vermögenswerte sowie auf die
Unrechtmässigkeit der Verwendung des Empfangenen beziehen. Verlangt wird
weiter – obwohl dies in Abs. 2 nicht ausdrücklich wiederholt wird – gleich wie in
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, die Absicht des Täters, sich oder einen Dritten unge-
rechtfertigt zu bereichern (BSK StGB-Niggli/Riedo, a.a.O., Art. 138 StGB N 112 f.
m.w.H.). Ersatzbereitschaft schliesst nach der Rechtsprechung Veruntreuung aus.
Es fehlt an der strafwürdigen Absicht, wenn der Täter den Willen und die Möglich-
keit hatte, seine Treuepflicht zeitgerecht zu erfüllen (PK StGB-Trechsel/Crameri
2018, Art. 138 N 19; m.w.H. auf BGE 91 IV 132 ff., 81 IV 234, 77 IV 12, 74 IV 31,
71 IV 125). Das Bundesgericht verneint die Ersatzbereitschaft grundsätzlich dann,
wenn der Täter trotz Ersatzwillens aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage nicht
überzeugt sein kann, rechtzeitig Ersatz leisten zu können (BGer, KassH, 5. April
2000, 6S.835/1999), was so zu verstehen sei, dass das Bestehen des Ersatzwil-
lens – trotz Behauptung des Täters – nicht angenommen werden könne, wenn
objektiv betrachtet angesichts der Finanzlage des Täters dieser Wille gar nicht
habe bestehen können (BSK StGB-Niggli/Riedo, a.a.O., Art. 138 StGB N 120).
Wer nicht überzeugt ist, fristgerecht Ersatz leisten zu können, der weiss und
rechnet damit, dass eine unrechtmässige Bereicherung eintreten könnte. Wenn er
trotzdem über das anvertraute Gut verfügt, nimmt er den möglichen Bereiche-
rungserfolg in Kauf und handelt somit in eventueller Bereicherungsabsicht, was
gemäss allgemeiner Regel für die subjektive Tatbestandsmässigkeit genügt (vgl.
BGE 118 IV 29 f.; BGE 124 IV 9 ff.).
4.2. Mit der Vorinstanz (Urk. 58 S. 36 ff.) ist das vorsätzliche Handeln des
Beschuldigten als gegeben zu erachten. Er wusste, dass ihm die Geldbeträge von
- 27 -
den Privatklägerinnen zum Zweck der Lieferung von F._- und I._-Aktien
überwiesen worden waren, zumal dies im Bestätigungsschreiben der G._
vom 26. November 2009 sowie im Addendum II vom 22. Februar 2011 nochmals
ausdrücklich festgehalten wurde. Er musste folglich wissen, dass er vereinba-
rungswidrig und damit unrechtmässig handelte, indem er einen Grossteil der Gel-
der für persönliche Zwecke verwendete, ohne den Privatklägerinnen vereinba-
rungsgemäss den entsprechenden Gegenwert in F._- und I._-Aktien zu
liefern, dies wenigstens abzusichern oder ersatzweise die Gelder wieder zurück-
zuerstatten. Durch die unrechtmässige Verwendung der Gelder, ohne dafür be-
sorgt zu sein, dass den Privatklägerinnen der vereinbarte Gegenwert in Aktien ge-
liefert werde, nahm der Beschuldigte in Kauf, dass den Privatklägerinnen ein
Vermögensschaden entstehen werde.
Weiter handelte der Beschuldigte wenigstens in eventueller Bereicherungs-
absicht. Er war sich der Anvertrautheit der überwiesenen Gelder bewusst, konnte
aber gleichzeitig nicht mit Sicherheit wissen, ob er dazu in der Lage sein werde,
seiner Lieferverpflichtung nachzukommen. Dennoch griff er, teilweise noch am
Tag der Überweisung, auf die anvertrauten Gelder zu und verbrauchte diese je-
weils innerhalb weniger Wochen fast gänzlich für persönliche Zwecke, ohne für
eine Absicherung des Anspruchs der Privatklägerinnen zu sorgen sowie im Wis-
sen, dass er zur Rückerstattung der USD 525'000.– nicht in der Lage sein werde
(vgl. die nachfolgenden Erwägungen). Entsprechend nahm er den Eintritt einer
unrechtmässigen Bereicherung seinerseits in Kauf.
Zur Ersatzbereitschaft des Beschuldigten ist festzuhalten, dass er den Pri-
vatklägerinnen bis heute weder irgendwelche Aktien geliefert noch das dafür
überwiesene Geld zurückerstattet hat. Der Beschuldigte stellt sich dabei auf ei-
nerseits den Standpunkt, dass nie eine Rückerstattungspflicht vereinbart worden
sei und mit der Unterzeichnung des Addendum II statt der Lieferung von F._-
und I._-Aktien für den Gesamtbetrag von rund USD 525'000.– die Lieferung
von 1'450'000 J._-Aktien geschuldet sei (Ordner 27 Urk. 100048; Urk. 46
S. 6; Prot. II S. 15). Für deren Lieferung sei aber nicht der Beschuldigte, sondern
ein Dritter (Q._) verantwortlich, da dieser ihm (dem Beschuldigten) noch die
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Auslieferung von 5 Mio. J._-Aktien schulde (Ordner 27 Urk. 100103; Ordner
28 Urk. 100301, 100307). Die unterlassene Rückzahlung der überwiesenen Geld-
beträge rechtfertigte der Beschuldigte dagegen damit, dass er aufgrund kolludie-
renden Verhaltens von B._ und D._ einen Schaden erlitten habe und
deshalb diesen gegenüber eine Forderung besitze, welche er mit den von ihnen
geforderten USD 525'000.– verrechnen wolle, wobei ein solcher Anspruch jegli-
cher Stütze in den Verfahrensakten entbehrt (vorstehend, Ziffer II.3.5.2.). Ein Er-
satzwille des Beschuldigten ist unter diesen Umständen zu verneinen.
Von einer Ersatzfähigkeit des Beschuldigten kann – der Vorinstanz folgend
(Urk. 58 S. 31 f. und 39) – ebenfalls nicht gesprochen werden. Der Beschuldigte
kannte den Stand seiner Finanzen und wusste, dass er die rund USD 525'000.–
im relevanten Zeitraum aufgrund seiner schlechten finanziellen Lage nicht aus ei-
genen Mitteln bzw. aus solchen seiner Firmen hätte ersetzen können. Der effekti-
ve oder potenzielle Zufluss neuer finanzieller Mittel aus anderen Quellen ist aus
den bei den Akten liegenden Unterlagen ebenfalls nicht ersichtlich und solches
wurde vom Beschuldigten denn auch nicht geltend gemacht.
5. Ergebnis
Der Beschuldigte ist folglich, da auch nicht etwa Rechtfertigungs- oder
Schuldausschlussgründe vorliegen, der mehrfachen Veruntreuung gemäss
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.
IV. Sanktion
1. Änderung des Sanktionenrechts
Der Beschuldigte hat die zu beurteilende Straftat vor Inkrafttreten der seit
1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmungen des allgemeinen Teils des Straf-
gesetzbuches (Änderung des Sanktionenrechts; AS 2016 1249) begangen. Das
geltende (neue) Recht ist daher im konkreten Fall nur anzuwenden, sofern es für
den Beschuldigten zu einem günstigeren Ergebnis führt (Art. 2 Abs. 2 StGB; Do-
natsch, in: Donatsch/Heimgartner/Isenring/Weder [Hrsg.], Kommentar zum StGB,
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20. Auflage 2018, Art. 2 N 10). Das ist vorliegend nicht der Fall, da das geltende
(neue) Sanktionenrecht grundsätzlich keine mildere Bestrafung vorsieht und eine
Gesamtstrafenbildung gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB, welche zu einem für den Tä-
ter günstigeren Ergebnis führt, vorliegend nicht zur Diskussion steht.
2. Strafrahmen
2.1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzun-
gen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der
Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 StGB).
Vorliegend gilt es grundsätzlich eine mehrfache Tatbegehung durch den Beschul-
digten zu beurteilen. Aufgrund der zeitlichen Nähe der beiden Tatbegehungen,
deren Gleichartigkeit sowie unter Berücksichtigung, dass diese in einem gemein-
samen Kontext stehen, rechtfertigt es sich, die beiden Taten einheitlich zu beurtei-
len.
2.2. Der massgebende ordentliche Strafrahmen für eine qualifizierte Verun-
treuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB reicht von Geldstrafe bis zu fünf Jah-
ren Freiheitsstrafe. Eine Erweiterung des ordentlichen Strafrahmens drängt sich
vorliegend mangels ausserordentlicher Umstände nicht auf. Die mehrfache Tat-
begehung ist innerhalb des Strafrahmens straferhöhend zu berücksichtigen.
3. Strafzumessungsfaktoren
Von der Vorinstanz wurden die zu den Kriterien der Strafzumessung nötigen
theoretischen Ausführungen bereits gemacht. Darauf und auf die diesbezügliche
Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 136 IV 55 E.5.4. ff.; 135 IV 130
E.5.3.1; 132 IV 102 E.8.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden.
4. Konkrete Strafzumessung
4.1. Objektive Tatschwere
Bezüglich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass die vom Be-
schuldigten veruntreute Deliktssumme von gut einer halben Million USD beträcht-
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lich ist. Das Vorgehen des Beschuldigten erweist sich dabei zwar nicht als beson-
ders raffiniert oder clever, dafür jedoch als dreist.
Die mehrfache Tatbegehung des Beschuldigten ist straferhöhend zu berück-
sichtigen.
Schliesslich erscheint es nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, dass die ge-
schäftsgewandten Privatklägerinnen, nachdem der Beschuldigte bereits nicht im
Stande war, die F._-Aktien zu liefern und sich Fragen betreffend derer tat-
sächlicher Existenz stellten, mit dem Beschuldigten noch ein zweites Geschäft
über eine noch grössere Summe abschlossen, ohne dass sie hierfür eine zusätz-
liche Absicherung, bspw. durch eine Transaktion der Gelder auf ein Sperrkonto
bis zur Erfüllung des Lieferanspruchs, vorsahen. Diese Opfermitverantwortung ist
verschuldensmindernd zu berücksichtigen.
Das objektive Tatverschulden des Beschuldigten ist vor dem Hintergrund
des Gesagten als noch leicht zu bezeichnen. Eine hypothetische Einsatzstrafe
von 18 Monaten Freiheitsstrafe erweist sich als angemessen.
4.2. Subjektive Tatschwere
Der Beschuldigte handelte vorliegend direktvorsätzlich und aus einer rein
egoistischen Motivation heraus. Eine finanzielle Notlage des Beschuldigten, wel-
che zur Delinquenz hätte verleiten können, lag nicht vor.
Das subjektive Tatverschulden des Beschuldigten ist, wie das objektive Tat-
verschulden, als noch leicht zu bezeichnen, womit es bei der vorerwähnten Ein-
satzstrafe bleibt. Ein Anwendungsfall von Art. 48 StGB ist nicht gegeben.
4.3. Täterkomponente
4.3.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten
kann zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die zutreffenden
Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 58 S. 47 ff.) verwiesen werden. Anlässlich der
Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte, dass er neben der britischen
und kanadischen, auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitze (Prot. II
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S. 4). Er sei in Kenia geboren und habe bis im Alter von 3 Jahren dort gelebt. Da-
nach sei seine Familie in die Demokratische Republik Kongo ausgewandert, wo
sie wiederum zehn Jahre gelebt hätten. Als der Beschuldigte 14 Jahre alt gewe-
sen sei, sei die Familie schliesslich nach Kanada gezogen. Aktuell befinde sich
sein offizieller Wohnsitz in R._ (VAE), wobei er diesen aber in die Schweiz
verlegen wolle. Seine Freundin, mit welcher er einen am tt.mm.2016 geborenen
Sohn habe, wohne in Zürich. Diese Vaterschaft sei seit dem 18. Februar 2018
eingetragen. Der Beschuldigte zahle auch Unterhaltsbeiträge für seine Freundin
und seinen Sohn, welche ungefähr Fr. 2'500.– pro Monat betragen würden. Der
Betrag variiere jedoch, da er einfach das bezahle, was zu bezahlen sei. Die letzte
Überweisung, welche etwa anfangs Mai 2018 erfolgt sei, habe USD 3'996.– be-
tragen. In beruflicher Hinsicht berate der Beschuldigte momentan zwei Publi-
kumsgesellschaften und verdiene damit monatlich USD 15'000.–, wobei sein Ein-
kommen aber variabel sei. Im letzten Jahr habe er insgesamt etwa USD
200'000.– verdient. Ersparnisse habe er keine (Prot. II S. 5 ff.).
Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten erwei-
sen sich als strafzumessungsneutral.
4.3.2. Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-
Limmat vom 9. März 2009 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln mit einer
Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 110.–, unter Ansetzung einer Probezeit von
zwei Jahren verurteilt (Urk. 67). Mit der Vorinstanz (Urk. 58 S. 49) ist diese länger
zurückliegende und nicht einschlägige Vorstrafe als strafzumessungsneutral zu
werten.
4.3.3. Weiter ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und im Strafverfah-
ren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis und das kooperative Verhalten eines Tä-
ters bei der Aufklärung von Straftaten sowie seine Einsicht und Reue wirken
strafmindernd. Dabei können umfassende und prozessentscheidende Geständ-
nisse eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202
E. 2d/cc).
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Der Beschuldigte stellte grundsätzlich nicht in Abrede, die anklagegegen-
ständlichen Geldbeträge von den Privatklägerinnen zwecks Lieferung von Aktien
erhalten, aber für persönliche Zwecke verwendet zu haben. Er bestritt jedoch bis
zuletzt, dass sein Handeln nicht erlaubt gewesen sei und dass er nicht vertrags-
gemäss gehandelt habe. Ein Geständnis liegt damit nicht vor und auch Einsicht
und Reue sind beim Beschuldigten nicht erkennbar.
4.3.4. Die Täterkomponente erweist sich insgesamt als strafzumessungs-
neutral.
5. Ergebnis
In Würdigung aller relevanten Strafzumessungsgründe erweist sich eine
Freiheitsstrafe von 18 Monaten dem Verschulden des Beschuldigten als ange-
messen.
V. Strafvollzug und Widerruf
1. Die theoretischen Grundlagen des Strafvollzugs sowie des Widerrufs
wurden von der Vorinstanz zutreffend wiedergegeben, womit auf diese verwiesen
werden kann (Urk. 58 S. 51 f.).
2. Die Vorinstanz hat den Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von drei Jahren aufgeschoben (Urk. 58 S. 51). Die Ausfällung einer
unbedingten Strafe im Berufungsverfahren würde dem Verschlechterungsverbot
widersprechen. Entgegen den Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 58 S. 51 f.) be-
steht jedoch kein begründeter Anlass, eine länger als 2 Jahre dauernde Probezeit
anzuordnen.
3. Zutreffend wies die Vorinstanz sodann darauf hin, dass ein Widerruf des
bedingten Vollzugs der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom
5. März 2009 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 110.–
gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB nicht mehr in Frage kommt, da seit dem Ablauf der
entsprechenden Probezeit mehr als drei Jahre vergangen sind (Urk. 58 S. 52).
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VI. Zivilansprüche
1. Voraussetzung für die Zusprechung von Schadenersatz ist gemäss
Art. 41 OR, dass ein Schaden vorliegt, welcher durch ein widerrechtliches und
schuldhaftes Verhalten adäquat kausal verursacht wurde. Die Rechtsmittelinstanz
darf der Privatklägerschaft im Rahmen der Zivilklage nicht mehr und nichts ande-
res zusprechen, als diese verlangt, was in Art. 391 Abs. 1 lit. b StPO festgehalten
wird (BSK StPO-Dolge, 2. Auflage 2014, Art. 122 StPO N 5 ff. und N 24 f.;
Schmid, Praxiskommentar StPO, Art. 391 N 2). Grundsätzlich hat das Gericht
gemäss Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO über die anhängig gemachte Zivilklage zu ent-
scheiden, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht. Davon darf das Ge-
richt dann abweichen, wenn die Privatklägerschaft die Zivilklage nicht hinreichend
begründet oder beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. c StPO) oder wenn die vollständi-
ge Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnismässig aufwendig wäre (Art. 126
Abs. 3 StPO). In diesen Fällen ist die Zivilklage auf den Zivilweg zu verweisen. In-
haltlich kann das Adhäsionsurteil auf Gutheissung, teilweise Gutheissung oder
Abweisung der Zivilklage lauten. Bei teilweiser Gutheissung muss über den nicht
gutgeheissenen Teil ebenfalls eine Entscheidung gefällt werden: Ist dieser Teil
spruchreif, aber nicht begründet, wird er abgewiesen. Ist dieser Teil dagegen nicht
genügend substantiiert, wird er auf den Zivilweg verwiesen. Abzuweisen ist die
Zivilklage hingegen dann, wenn sie spruchreif, aber unbegründet ist oder die Ak-
tiv- oder die Passivlegitimation nicht gegeben ist, schliesslich auch dann, wenn
aufgrund der Beweislosigkeit zu Lasten der Zivilklägerschaft zu entscheiden ist
(BSK StPO-Dolge, a.a.O.Art. 126 N 23 ff.).
2. Die Privatklägerin 1 liess sich von der Privatklägerin 2 mit einem
"Assignment" vom 1. Juli 2012 sämtliche Ansprüche aus dem Addendum II vom
22. Februar 2011 abtreten (Ordner 26 Urk. 980066) und stellte den Antrag, der
Beschuldigte sei zu verpflichten, ihr Schadenersatz im Betrag von USD
1'050'000.– (Fr. 934'500 zum Umrechnungskurs USD/Fr. 0.89 vom 22. April
2011), zuzüglich 5% p.a. Zins seit dem 23. April 2011, zu bezahlen. Eventualiter
sei der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin 1 den Betrag von rund
USD 525'000.– (Fr. 467'250.– zum Umrechnungskurs USD/Fr. 0.89 vom 22. April
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2011), zuzüglich 5% Zins seit dem 23. April 2011 zu bezahlen (Ordner 26
Urk. 980061).
3. Vorab kann – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auf die
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 58 S. 52 ff.), insoweit nach-
stehend nicht davon abgewichen wird.
4. Die Schadenersatzforderung im Umfang von USD 1'050'000.–, welche
im Zusammenhang mit der im Addendum II vom 22. Februar 2011 festgehaltenen
Garantieerklärung steht, weist keinen Konnex zur vorliegend zu beurteilenden
Straftat auf, weshalb diesbezüglich kein adhäsionsfähiger Schaden vorliegt. Auf
das Hauptbegehren der Privatklägerin 1 ist deshalb nicht einzutreten.
5.1. Mit Bezug auf das von der Vorinstanz gutgeheissene Eventualbegeh-
ren der Privatklägerin 1 wurde seitens des Beschuldigten anlässlich der Beru-
fungsverhandlung insbesondere eingewandt, dass das ursprüngliche Rechtsver-
hältnis zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerschaft betreffend Be-
schaffung der F._- und I._-Aktien mit dem Addendum II von den Betei-
ligten noviert worden sei und anstelle von F._- und I._-Aktien nunmehr
ausschliesslich J._-Aktien beschafft werden sollten. Dies habe zur Folge,
dass die Privatklägerschaft aus der ursprünglichen Forderung betreffend die Be-
schaffung von F._- und I._-Aktien keine zivilrechtlichen Ansprüche und
insbesondere keine Schadenersatzansprüche gegenüber dem Beschuldigten gel-
tend machen könne. Die Vorgänge im Zusammenhang mit den J._ Aktien
seien nicht von der Anklage und diesem Strafverfahren erfasst und eine adhäsi-
onsweise Geltendmachung im Zusammenhang mit J._-Aktien sei somit nicht
möglich. Selbst wenn davon ausgegangen werde, dass die Zivilforderung richtig-
erweise in den Vorgängen betreffend die F._- und I._-Aktien gründe, sei
der Schaden nicht hinreichend substantiiert worden und unberücksichtigt geblie-
ben, dass die I._-Aktien bis zum heutigen Tag geliefert werden könnten, wo-
bei es in der Natur von risikobehafteten Investments liege, dass sich diese auch
einmal nicht "auszahlen" könnten. Von der behaupteten Schadenssumme wäre
deshalb ohnehin der für den Kauf der F._- und I._-Aktien bezahlte Be-
trag abzuziehen (Urk. 73 S. 14 f.).
- 35 -
5.2. Vorab ist wesentlich, dass die Schadenersatzansprüche ihre Rechts-
grundlage in den unerlaubten Handlungen des Beschuldigten haben, welche im
Zeitpunkt der Abänderung der Liefervereinbarung gemäss Addendum II bereits
vollendet waren. Da es sich bei der Veruntreuung um ein Tätigkeitsdelikt handelt,
musste der Aussenerfolg der unrechtmässigen Verwendung der Mittel nicht mehr
überprüft werden (BSK StGB-Niggli, a.a.O., Art. 138 StGB N 8; siehe vorstehend
unter Ziffer III.3.). Zivilrechtlich besteht der Schaden vorliegend in der ungewollten
Vermögenseinbusse der Geschädigten durch die Verminderung ihrer Aktiven im
Betrag von USD 525'000.–, für welchen das widerrechtliche und schuldhafte
Handeln des Beschuldigten adäquat kausal war.
5.3. Vor dem Eintritt des schädigenden Ereignisses bereits bestehende
Rechtsbeziehungen zwischen Geschädigtem und Ersatzpflichtigem schliessen ei-
ne Berufung des Geschädigten auf einen Haftungstatbestand der unerlaubten
Handlung nicht aus. Aus Sicht des Geschädigten besteht demnach Anspruchs-
konkurrenz, wobei der eine Anspruch mit der Erfüllung des anderen untergeht
(Rey/Wildhaber, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 5. Auflage 2018, N 50 ff.).
Vorliegend ist nicht erstellt und wurde seitens des Beschuldigten auch nicht
rechtsgenügend substantiiert dargetan, dass die Geschädigten aus dem gemäss
Beschuldigten novierten Rechtsverhältnis Schadenersatz erhalten haben oder all-
gemein ihrer Schadenminderungspflicht ungenügend nachgekommen sind. Auch
kann der Beschuldigte aus dem Umstand, dass die geltend gemachte Novation
zeitlich nach der unerlaubten Handlung erfolgte, nichts zu seinen Gunsten ablei-
ten, haben die Geschädigten mit dem Abschluss des Addendum II doch nicht auf
ihre Ansprüche aus unerlaubter Handlung verzichtet. An der Unrechtmässigkeit
der Verwendung der Gelder durch den Beschuldigten vermag deshalb auch die
nachträgliche Abänderung der Vereinbarung zur Lieferung von 1'450'000
J._-Aktien nichts zu ändern.
5.4. Der Beschuldigte ist deshalb zu verpflichten, der Privatklägerin 1
Schadenersatz im Betrag von rund USD 525'000.–, zuzüglich 5% Zins seit dem
23. April 2011, zu bezahlen.
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VII. Einziehungen und Beschlagnahme
1. Mit Urteil der Vorinstanz wurde hinsichtlich der beschlagnahmten
Fr. 56'264.80 entschieden, dass diese nach Eintritt der Rechtskraft des Ent-
scheids und soweit erforderlich zur Deckung der Verfahrenskosten zu verwenden
seien. Im die Kosten übersteigenden Umfang sei dieses Geld dem Beschuldigten
wieder freizugeben (Urk. 58 S. 55). Auch dagegen richtet sich die Berufung des
Beschuldigten.
2. Hinsichtlich der rechtstheoretischen Voraussetzungen für die Be-
schlagnahmung und Einziehung von Vermögenswerten kann auf die zutreffenden
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 58 S. 54 f.).
3. Wie die Vorinstanz bereits zutreffend erwog (Urk. 58 S. 55), sind keine
Hinweise auf eine deliktische Herkunft der beschlagnahmten Vermögenswerte er-
sichtlich. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 30. Oktober 2014 ab dem
Konto des Beschuldigten bei der S._ AG beschlagnahmten Fr. 56'264.80
sind daher nach Eintritt der Vollstreckbarkeit dieses Urteils zur Deckung sämtli-
cher Verfahrenskosten zu verwenden und im übersteigenden Betrag dem Be-
schuldigten auf erstes Verlangen auszubezahlen.
VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Vorinstanzliches Verfahren
1.1. Mit dem angefochtenen Urteil wurden dem Beschuldigten die Kosten
des Vorverfahrens sowie des erstinstanzlichen Verfahrens, einschliesslich derje-
nigen der amtlichen Verteidigung, auferlegt (Urteilsdispositiv Ziffer 8). Der Ent-
scheid betreffend die Auflage der Kosten der amtlichen Verteidigung an den Be-
schuldigten wurde jedoch nicht eigens begründet (vgl. Urk. 58 S. 56).
1.2. Im Falle der amtlichen Verteidigung übernimmt der Staat vorweg die
Bezahlung des entsprechenden Honorars. Die beschuldigte Person wird rücker-
stattungspflichtig, sofern sie dazu finanziell in der Lage ist (BSK StPO-Ruckstuhl,
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2. Auflage 2014, Art. 135 StPO N 21). Erlauben es die wirtschaftlichen Verhältnis-
se der beschuldigten Person, diese Kosten sofort zurückzuzahlen, kann die
Rückerstattungspflicht bereits im Endentscheid angeordnet werden (BSK StPO-
Ruckstuhl, a.a.O., Art. 135 StPO N 135).
1.3. Unabhängig vom durch den Beschuldigten erwirtschafteten Erwerbs-
einkommen ist festzuhalten, dass ihm, nach Abzug der vorinstanzlichen Verfah-
renskosten von insgesamt Fr. 18'540.– (vgl. Urk. 58 S. 58) aus den von be-
schlagnahmten Vermögenswerten in der Höhe von Fr. 56'264.80, noch rund
Fr. 37'000.– freigegeben würden. Für die Kosten von Fr. 7'722.– für die amtliche
Verteidigung im vorinstanzlichen Verfahren aufzukommen wäre dem Beschuldig-
ten damit ohne Weiteres möglich, weshalb diese Anwaltskosten ihm direkt aufzu-
erlegen sind.
1.4. In Anbetracht dessen, dass es vorliegend beim vorinstanzlichen
Schuldspruch bleibt, ist auch das übrige vorinstanzliche Kosten- und Entschädi-
gungsdispositiv zu bestätigen (Urteilsdispositiv Ziffern 7 und 9).
2. Kosten des Berufungsverfahrens
2.1. Da der Beschuldigte mit seiner Berufung unterliegt, sind ihm auch die
Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
2.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von
Art. 424 Abs. 1 StPO i. V. m. §§ 16, 2 Abs. 1 lit. b, c und d sowie 14 GebV OG un-
ter Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des Zeit-
aufwands des Gerichts für dieses Verfahren auf Fr. 4'000.– festzusetzen.
3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren sind auf
die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 i. V. m. Art. 135 Abs. 4 StPO). Der
amtliche Verteidiger des Beschuldigten beantragt für das Berufungsverfahren eine
Entschädigung von Fr. 7'653.33, inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen
(Urk. 71). Der von ihm veranschlagte Stundenansatz von Fr. 350.– übersteigt da-
bei den für amtliche Mandate praxisgemäss gewährten Stundenansatz von
Fr. 220.– (§ 3 AnwGebV), weshalb er entsprechend zu reduzieren ist. Der in der
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Honorarnote nicht enthaltene Aufwand für die Teilnahme an der Berufungsver-
handlung, die Nachbesprechung derselben sowie die Wegzeit ist mit zusätzlichen
4,5 Stunden (à Fr. 220.–) zu berücksichtigen. Damit ist der amtliche Verteidiger
mit gerundet Fr. 6'700.– (entspricht 27,87 Stunden à Fr. 220.– inklusive Mehr-
wertsteuer und Barauslagen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Rück-
zahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.