Decision ID: 42f52b73-b399-4a2d-b8c6-ac58b4d51a3b
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1969, war bei der
Y._
AG als Mitarbeiter
Rüsterei
tätig, als er sich am 14. November 2014 während der Maschinenreini
gung das rechte (richtig: linke, vgl. Urk. 8/6/52
;
Urk.
8/6/20
) Handgelenk ver
letzte (Urk. 8/6/74).
Nach Abschluss der Heilbehandlung verneinte die Suva mit Einspracheentscheid vom 15. Februar 2019 den Anspruch auf eine Invalidenrente bei einer Erwerbseinbusse von
4.26 %
sowie auf eine Integritätsentschädigung
(Urk. 8/
104).
1.2
Am 12. August 2015 meldete sich der Versicherte erstmals bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/3). Nach durchgeführten medizinischen und erwerblichen Abklärungen
(vgl. Urk. 8/31) sowie der Durchführung von Ein
gliederungsmassnahmen (vgl. Urk. 8/68)
sprach ihm die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom
12. Juni 2018 eine vom 1. Februar bis 30. Juni 2016 befristete ganze Invalidenrente zu (Urk. 8/99).
1.3
Am 5. Juni 2020 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an.
Nach medizinischen Abklärungen stellte die IV
Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 4. August 2021 in Aussicht, dass
sie
sein Leistungsbegehren abweisen werde (Urk. 8/147). Nach erhobenen Ein
wänden des Versicherten vom
6.
und 14. August 2021 (Urk. 8/148-149)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Oktober 2021
dessen Anspruch
auf eine Invalidenrente (Urk. 8/153
= Urk. 2
).
2.
Am 1. November 2021 erhob der Versicherte Beschwerde (Urk. 1) gegen die Ver
fügung vom 11. Oktober 2021 (Urk. 2) mit dem Hauptantrag, es sei ihm in Auf
hebung derselben mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen (S. 2 Ziff. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2022 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Replik vom 7. Februar 2022 hielt der Beschwerdeführer an seinem Rechtsbegehren fest (Urk. 10). Die Beschwerdegeg
nerin verzichtete am 2. März 2022 auf Duplik (Urk. 12), was dem Beschwerde
führer am 3. März 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da die angefochtene Verfügung vor dem
1.
Januar 2022 erging, sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_251/2022 vom 11. Juli 2022 E. 3.1 und 8C_804/2021 vom 1. Juni 2022 E. 2.2).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte
Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des gel
tend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Vorausset
zungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblich
en Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auc
h dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125
V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E.
3.2, je mit Hinweisen).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 GSVGer).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen mög
lich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig unge
klärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterli
chen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. September 2020 E. 2.1)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte verfügungsweise (Urk. 2) den Anspruch auf eine Invalidenrente mit der Begründung, gemäss medizinischer Beurteilung sei der Beschwerdeführer von Juni bis November 2020 in allen Tätigkeiten zu 10
0
% arbeitsunfähig gewesen. Es sei davon auszugehen, dass er seit Dezember 2020 in einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit wieder vollständig arbeitsfähig
sei
. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsmitarbeiter in der Verpackungsabtei
lung entspreche diesen Anforderungen (S. 1 unten).
Mit Beschwerdeantwort (Urk. 7) räumte die Beschwerdegegnerin ein, es treffe zu, dass dem Beschwerdeführer nach dem im November 2014 erlittenen Unfall die angestammte, mittelschwere Tätigkeit als Verpacker von Backwaren nicht mehr, indessen eine angepasste, körperlich leichte Tätigkeit
mit angepasstem Belas
tungsprofil
zu 100 % zumutbar gewesen sei
(S. 1 unten). Mittlerweile seien zu den bestehenden Beschwerden weitere hinzugekommen, so dass ihm die Tätigkeit in der Verpackung tatsächlich nicht mehr zumutbar sei. In einer leichten, ange
passten Tätigkeit bestehe aber eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit
. Da der Beschwer
deführer als Hilfsarbeiter zu qualifizieren sei, ändere das geänderte Belastbar
keitsprofil nichts, denn es sei bei der Berechnung des Invaliditätsgrades sowohl für das Validen- als auch für das Invalideneinkommen von den Tabellenwerten auszugehen (S. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein (Urk. 1),
für die Zeit nach dem 30. Juni
2018 habe die Beschwerdegegnerin die ursprüngliche Tätigkeit wegen der häufi
gen Handgelenksbewegungen als nicht mehr zumutbar erklärt und einen Invali
ditätsgrad von 7 % ermittelt (S. 3 Zif
f. 6). Nachdem nun verschiedene
Neuerkran
kungen hinzugetreten seien, sei die Beschwerdeführerin vorschnell zur Auffas
sung gelangt, er könne leichte Tätigkeiten weiterhin in vollem Umfang ausüben, offensichtlich gestützt auf einen Bericht der Augenklinik vom 2. Juli 2020, worin ihm eine vollständige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten attestiert wor
den sei. Im Bericht des
I
nterdisziplinären Zentrums für Schwindel und neurolo
gische Sehstörungen vom 3. Juli 2021 würden eine schwerwiegende Schwindel
problemati
k
samt Gangunsicherheit
erwähnt, welche in der Ursachen
abklärung auf zwei Problemherde zurückgeführt würden, nämlich auf eine Polyneuropathie und eine
otitis
media
cronica
simplex
. Bezüglich Auswirkung der beiden Leiden auf die Arbeitsfähigkeit
s
eien keine Abklärungen erfolgt. In dieser Situation wäre aber eine polydisziplinäre Abklärung notwendig gewesen (S. 4 oben). Laut der Hausärztin habe sich herausgestellt, dass die empfohlene Augenoperation auf
grund der Polymorbidität nicht möglich sei, was sich sicherlich auch negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (S. 4 Ziff. 9). Auch die
Herzbeschwerden seien un
genügend abgeklärt worden, insbesondere fehle es aber an einer Gesamtschau der Beschwerden (S. 5 Ziff. 10).
Mit Replik hielt der Beschwerdeführer fest (Urk. 10), es sei unverständlich, dass die Beschwerdegegnerin einen Einkommensvergleich als nicht notwendig erach
te. Ihm seien schwere und mittelschwere Hilfstätigkeiten gar nicht mehr und leichte Hilfstätigkeiten nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Auch sei ein Lei
densabzug zu gewähren (S. 2 Ziff. 3).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers derart verschlechtert hat, dass er Anspruch auf mindestens eine halbe Invaliden
rente hat
,
und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob die Beschwerdegegne
rin den Sachverhalt vollständig abgeklärt hat.
3.
3.1
Die letztmalige materielle Prüfung des Anspruchs auf eine Rente fand mit der Verfügung vom 12. Juni 2018
(Urk. 8/99) ihren Abschluss
.
Der Zeitpunkt dieser Verfügung bildet somit den Referenzpunkt für die Prüfung, ob sich der Sachver
halt bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 11. Oktober
2021 (Urk. 2) verändert hat
(vgl. E. 1.5)
. Bei der damaligen Rentenprüfung stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf den Austrittsbericht der Rehaklinik
Z._
vom 4. März
2016, die Berichte des Universitätsspitals
A._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
,
vom 26. Februar und 15. März
2016 sowie den Bericht von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allge
meine Innere Medizin, vom 20. April 2016 (vgl. Feststellungsblatt vom 20. Juli 2016, Urk. 8/31 S.
6 oben).
3.2
Laut dem Beri
cht der Rehaklinik
Z._
vom
4. März 2016 (Urk. 8/22) erlitt der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 14. November 2014 eine Quet
schung des Handgelenks links mit posttraumatischer
Tenosynovitis
de Quervain (S. 1 oben). Darüber hinaus leide er an einer arteriellen Hypertonie, an einem Diabetes mellitus Typ 2, einer Hypercholesterinämie sowie an einer distalen, sym
metrischen Polyne
u
ropathie, DD:
äth
y
lisch
, diabetisch (S. 2 oben).
Es handle sich um die
adominante
Hand (S. 3).
Die Tätigkeit als Hilfsangestellter in einer Bäckerei (mittelschwere Tätigkeit) sei aktuell nicht zumutbar, da die Anforderungen zu hoch seien. In einer mindestens leichten Tätigkeit sei eine Tätigkeit ganztags mit folgenden Einschränkungen für die linke Hand und Schulter zumutbar: kein häufig wiederholter Krafteinsatz, keine häufig wiederholten Handgelenksbewegungen, keine wiederholten oder
längerdauernden Tätigkeiten über Kopf und keine Tätigkeiten mit Schlägen oder Vibrationen in Bezug auf die linke Hand (S. 3 oben).
3.3
Laut dem Bericht der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie am
Universitätsspital A._
vom 26. Februar
2016 (Urk. 8/23) leide der Beschwerdeführer an andauernden Schmerzen
hypothenar
bei Zuständen nach Carpaltunnelspaltung,
De-Quervain-Operation und
-
Quetschung.
Im Bericht vom 15. März 2016 (Urk. 8/24) wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 1 Mitte):
-
aktuell Verdacht auf leichtgradiges
Sulcus
-
ulnaris
-
Syndrom links
-
neurogenes Ödem der
Thenarmuskulatur
links
-
Status nach
Retinaculum
-Erweiterungsplastik des 1. Strecksehnenfaches,
Synovektomie
APL- und EPB-Sehne bei
Tenosynovitis
-
Status nach Karpaltunnelspaltung inklusive karpale
Tenosynovektomie
-
Status nach Infiltration bei
Pisotriquetralgelenksarthrose
Bei den persistierenden Beschwerden, die vom Nacken über die Schulter bis in die Hand ausstrahlten, sich aber keinem Dermatom zuordnen liessen, müsse auch an neuropathische Schmerzen gedacht werden, insbesondere bei anamnestischen
Äthylabusus
und Diabetes mellitus. Klare handchirurgisch relevante Pathologien, die durch eine Operation verbessert werden könnten, seien aktuell nicht gegeben. Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit sei auf den Bericht der Rehaklinik
Z._
verwie
sen.
3.4
Dr.
B._
diagnostizierte im Bericht vom 20. April 2018 (Urk. 8/28
/7-10
) eine Quetschung des Handgelenks links mit
Tenosynovitis
de Quervain, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Diabetes mellitus Typ 2 und einen Alkoholüber
konsum (S. 1 Ziff. 1.1). Als Hilfskraft in der Bäckerei sei
der Beschwerdeführer
bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig (S. 3 Ziff. 1.6).
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich aus den nachfolgenden Berichten:
4.2
Dr.
B._
berichtete am 27. Oktober 2020 (Urk. 8/129/8-9), der Beschwer
deführer sei schon länger in ihrer
h
ausärztlichen Behandlung bei Diabetes melli
tus Typ 2 mit Polyneuropathie der unteren Extremitäten und Alkoholüberkon
sum. Im Rahmen der polyneuropathischen Schmerzen habe er sich anfangs 2020 erneut vorgestellt. Es sei eine erneute medikamentöse Einstellung des Diabetes und eine neurologische Abklärung der Polyneuropathie erfolgt sowie eine
Schmerzbehandlung begonnen worden. Das zweite grosse Problem sei eine zunehmende Sehschwäche gewesen, weshalb eine augenärztliche Operation geplant worden sei. In der präoperativen Abklärung Mitte Juni hätten sich kar
diale Auffälligkeiten gezeigt, weshalb eine spezialärztliche Abklärung erfolgt sei, welche zur operativen Versorgung mittels dreifach Bypass mit anschliessender Rehabilitation geführt habe. Die noch ausstehende Augenoperation sei im
Universitätsspital A._
geplant (S. 2 Ziff. 2.1).
Dr.
B._
stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 2 Ziff. 2.5):
-
schwer eingeschränkte linksventrikuläre Auswurffraktion bei koronarer Herzkrankheit mit Status nach inferiorem Infarkt und Verdacht auf äthyl
toxische Komponente
-
Diabetes mellitus Typ 2 mit Polyneuropathie bei Alkoholüberkonsum
-
proliferative diabetische Retinopathie mit rezidivierenden Glaskörperblu
tungen Auge rechts
-
schwere, nicht proliferative diabetische Retinopathie, retinale Atrophie, aktuell nicht geklärter Genese Auge links
-
Cataracta
incipiens
beid
seits
Der Beschwerdeführer arbeite momentan nicht (S. 3 Ziff. 3.2). Aktuell sei keine Tätigkeit zumutbar (S. 4 Ziff. 4.1), die Prognose zur Eingliederung sei schlecht (S. 4 Ziff. 4.3).
4.3
4.3.1
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Neurologie, stellte im Bericht vom 17. April 2021 (Urk. 8/141) folgende Diagnosen
aus ihrem Fachgebiet
(S. 3 Ziff. 2.5):
-
chronisch-progrediente beinbetonte sensomotorische Polyneuropathie (PNP) multifaktorieller Genese mit/bei
-
Alkoholüberkonsum, Diabetes mellitus Typ
2
, Verdacht auf funktionel
len Vitamin B12-Mangel
-
erloschenem A
chillessehnenreflex
, Muskelatrophien der Füsse und Unterschenkel distal, sockenförmige
Hyposensiblität
und
Pallhypästhe
sie
der Füsse, neuropathische brennende Schmerzen der Beine distal
-
mässiggradige bis deutliche beinbetonte sensomotorische axonale PNP, elektrophysiologisch leichte Progredienz seit letzter Untersuchung im April 2020
-
über die PNP hinausgehende Läsion des rechten
Nervus
ulnaris
in Höhe des Ellbogenabschnittes, am ehesten aufgrund einer Druckläsion
-
unklarer Anfall im Rahmen einer Augenoperation, DD: Alkoholentzugs
anfall, im Juli 2020
Aus neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit leicht eingeschränkt aufgrund der neuropathischen Schmerzen und sensiblen Störungen der Beine distal und der leichten Gleichgewichtsstörung. Mit einer Besserung sei momentan nicht zu rechnen (S. 4 Ziff. 2.7). Aufgrund der Polyneuropathie lägen Schmerzen und Gefühlsstörungen der Beine beziehungsweise Füsse sowie eine leichte Gangun
sicherheit mit Gleichgewichtsstörungen vor. Zudem bestehe eine mässiggradige Lähmung der rechten Hand wegen der
Ulnarisneuropathie
(S. 4 Ziff. 3.4).
4.3.2
Im Bericht der Klinik für Neurologie,
Neuroangiologie
, am
Universitätsspital A._
vom 7. Juli 2021 (Urk. 3/6) wurde nach einer klinischen und dopplersonographischen Untersu
chung bei bereits länger bestehender Gangunsicherheit und neu ungerichtetem episodischem Schwindel folgende Beurteilung abgegeben (S. 1 Mitte):
-
mässiggradige Atheromatose der extrakraniellen hirnversorgenden Gefässe
-
Abgangsstenosen
der
Arteria
carotis
interna
beidseits
-
ansonsten unauffälliger far
b
duplexsonographi
sch
er Untersuchungsbe
fund extra-/transkraniell und
tran
s
foraminal
-
grenzwertige Hyper
p
lasie der
A
rteria
vertebralis links
Als Ursache der
Gangunsicherheit und eines ungerichteten episodisch auftreten
den Schwindels
sei eine multifaktorielle Genese bei sensomotorischer Polyneuro
pathie, Sehstörung, bekannter Herzinsuffizienz und peripherer arterieller Durch
blutungsstörung zu sehen.
Bei dopplersonographisch guter Perfusion im hinteren Stromgebiet sei eine
vertebrobasiläre
Insuffizienz als Ursache der Beschwerden unwahrscheinlich (S. 1 unten).
4.3.3
Die Ärzte des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und neurologische Seh
störungen am
Universitätsspital A._
stellten im Bericht
vom
30. Juli 20
2
1 (Urk. 3/5) folgende Hauptdiagnosen (S. 1 unten):
-
multifaktorieller Schwindel und Gangstörung
-
Verdacht auf benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel
-
Verdacht auf Otitis
media
chronica
simplex
rechts
-
chronisch-progrediente beinbetonte sensomotorische PNP multifaktoriel
ler Genese
Insgesamt seien zwei Schwindelkomponenten zu vermuten: Aufgrund der Poly
neuropathie bestehe eine deutliche Stand- und Gangunsicherheit mit Schwank
schwindel in aufrechter P
osition, besond
ers beim Gehen
. Diese Problematik werde möglicherweise auch durch die Augenproblematik und die ischämische Kardio
myopathie aggraviert.
M
öglich
erweise
könnte
auch ein benigner paroxysmaler
Lagerungsschwindel (BPLS) des rechte
n
posterioren
Bogengangs
den neu aufge
tretenen anfallsartige
n
S
chwindel erklären
. Ferner habe sich als Zufall
s
befund in der Ohrkontrolle eine rechtsseitige
Tr
ommelfellperforation gezeigt, welche die Kollegen der
Oto
-Rhino-Laryngologie als verdächtige Otitis
media
chronic
a
simp
lex
interpretiert hätten (S. 5 unten).
4.4
4.4.1
Laut Austrittsbericht des Herzzentrum
s am
Universitätsspital A._
vom 7. August
2020 (Urk. 8/129/31-34) habe eine geplante Koronarangiographie
eine schwere koro
nare
Dreig
efässerkrankung mit signifikanten Stenosen aller drei Koronargefässe gezeigt. Noch im
Herzkatheterlabor
sei die Indikation zur
aortokoronaren
Bypassoperation erfolgt. Mittels ergänzender
Rechtsherzkatheteruntersuchung
habe eine relevante pulmonale Drucksteigerung ausgeschlossen werden können (S. 2 Mitte).
Am 13. August
2020 erfolgte laut Austrittsbericht vom 31. August
2020 (Urk. 8/129) die chirurgische
Revaskularisierung
(
vgl.
auch
Urk. 8/129/29-30).
Der intraoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Das postopera
tive Elektrokardiogramm habe keine Hinweise auf eine myokardiale Ischämie gezeigt, es seien keine neuen Blockbilder mehr aufgetreten und die myokardialen Biomarker seien im Verlauf
regredient
gewesen (S. 2 unten). Die Entzündungspa
rameter und Herzenzyme seien vor Austritt
regredient
gewesen, so dass der Beschwerdeführer in noch leicht reduziertem Allgemeinzustand in die stationäre Rehabilitation habe entlassen werden können (S. 3 oben). Im Verlauf sollte die Indikation zur Implantation eines
kardioverten
Defibrillators (ICD-Implantation) neu evaluiert werden (S. 4 Mitte).
4.4.2
Vom 31. August bis 27. September 2020 weilte der Beschwerdefüh
re
r in der kar
diovas
k
ulären Rehabilitation des Zentrums D._
. Im Austrittsbericht vom 27. September 2020 (Urk. 8/124 = 8/126) wurden folgende (hier verkürzt darge
stellte)
Hauptd
iagnosen gestellt (S. 1 Mitte):
-
koronare Dreigefässerkrankung bei
Herzinsuffizienz mit reduzierter links
ventrikulärer Ejektionsfraktion (
HFrEF
)
-
ischämische Kardiopathie mit reduzierter
HFrEF
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren
Laborchemisch
hätten
sich
bei Eintritt erhöhte CRP-Werte
ohne Leukozytose gefunden, welche im Verlauf rückläufig gewesen
seien
. Die normochrome normozytäre Anämie sei als postoperativ einzuordnen. Echokardiographisch habe sich eine schwer- bis mittelgradig reduzierte E
jakulationsfraktion
von 31 %
gezeigt. Das Langzeit-
Elektrokardiogramm
habe einen durchgehenden Sinus
rhythmus ohne signifikante Pausen und ohne Episoden von Vorhofflimmern oder Vorhofflattern gezeigt. Zur Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit sei eine Fahrrad Ergometrie durchgeführt worden, welche eine geringe Belastbarkeit (Abbruch wegen starker Beinschmerzen) dokumentiert habe
. Der Beschwerdefüh
rer sei in
einem
gebesserte
n
funktionellen Zustand klinisch stabil und kardiopul
monal kompensiert nach Hause entlassen worden (S. 4 oben).
4.4.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Kardiologie, berichtete am 3. November 2020 (Urk. 8/137), klinisch bestehe ein kardial kompensierter Status, subjektiv habe sich die Leistungsfähigkeit seit der Bypassoperation gebessert. Echokardio
graphisch könne von einer leichten Verbesserung ausgegangen werden. Die nächsten Kontrollen seien im
Universitätsspital A._
geplant, wo Ende des Jahres auch entschieden werde, ob ein ICD implantiert werden soll.
4.5
4.5.1
Im Überweisungsschreiben an die Augenklinik des
Universitätsspitals A._
vom 6. Oktober
2020 (Urk. 8/129/14-15) stellte PD
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Ophthal
mologie und
Ophthalmochirurgie
,
folgende Diagnosen
(S. 1 Mitte)
:
-
Glaskörperblutung bei proliferativer diabetischer Retinopathie Auge Rechts
-
Status nach
pan
Laserkoagulation
-
proliferative diabetische Retinopathie und retinale Atrophie Auge links
-
Status nach
pan
Laserkoagulation
-
Cataracta
incipiens
beidseits
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
kardiovask
uläre Erkrankung mit multiplen Bypass-Operationen
Beim Beschwerdeführer finde sich am rechten Auge eine Glaskörperblutung, wel
che nur schlecht resorbiert sei und eigentlich eine
Vitrektomie
mit Ergänzung der
panretinalen
Lasertherapie erfordere. Der Eingriff sei für Juli geplant gewesen, wobei der Patient auf dem Operationstisch einen epileptischen Anfall (am ehesten im Rahmen der Stresssituation und eines akuten Alkoholentzugssyndroms) erlit
t
en habe
, weswegen die Operation nicht habe durchgeführt werden können (vgl. Urk. 8/129/45). In der Zwischenzeit habe sich dann auch noch die Behandlungs
notwendigkeit einer koronaren Herzkrankheit gezeigt (S. 1 unten
; vgl. E. 4.4
).
4.5.2
Am 17. November 2020 konnte die Operation in der Augenklinik des
Universitätsspitals A._
kom
plikationslos durchgeführt werden (
vgl. Operationsbericht,
Urk. 8/132/
2-3
).
Im Austrittsbericht vom 18. November 2020 (Urk. 8/132/1-2) hielten die Ärzte fest, nach einem unkomplizierten
intraoperativen Verlauf hätten sich am ersten post
operativen Tag zeitgerechte und reizarme Befunde mit zirkulärer Netzhautanlage gezeigt, so dass der Beschwerdeführer habe nach Hause entlassen werden können (S. 1 Mitte).
Mit Bericht vom 2. Juli 2021 (Urk. 8/145 = Urk. 3/4) führten die Ärzte aus, an beiden Augen bestehe eine proliferative diabetische Retinopathie mit diabeti
schem Makulaödem am linken Auge. Rechts sei zudem eine dichte Katarakt mit hinterer Schalentrübung zu sehen, weshalb der
Visus
stark eingeschränkt sei. Eine Kataraktoperation sei geplant (S. 1 Ziff. 2.2). Aufgrund des stark reduzierten
Visus
seien aktuell Arbeiten, welche ein Stereosehen oder das Bedienen von schweren Maschinen (inklusive Auto fahren) erforderten, nicht möglich. Auch sei von Arbeiten an exponierten Stellen abzuraten. Eine Verbesserung der Sehkraft am rechten Auge sei durch die geplante Katarakt-Operation zu erwarten (S. 2
Ziff
2.7). Es sei dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 17. November bis 1. Dezember
2020 attestiert worden (S. 1 Ziff. 1.3), eine ange
passte Tätigkeit sei ihm zu 100 % zumutbar (S. 2 Ziff. 4.2).
4.6
Dr.
med.
G._
, Fachärztin Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
beurteilte am 22. Dezember 2020 (Urk. 8/146) die Situation gestützt auf
die
ihr damals zur Verfügung
gestandenen
medizinischen Berichten dahingehend,
dass unklar bleibe,
ob die periphere Polyneuropathie mit sensiblen Störungen, jedoch ohne Paresen, Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe, da kein Tätig
keitsprofil vorliege. Spätestens ab Juni 2020 sei jedoch wegen der ischämischen Kardiomyopathie mit höhergradig eingeschränkter Herzfunktion und Bypassope
ration von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit, sowohl in der bisherigen,
als auch in angepasster Tätigkeit auszugehen (S. 5 unten).
Nach Eingang weiterer medizinischer Berichte stellte sich
Dr.
G._
am 26. Juli 2021 auf den Standpunkt, bezüglich des kardialen Gesundheitszustandes sei die Herzfunktion mittelgradig eingeschränkt, weswegen körperlich schwere und mit
telschwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. Ab Juni 2020 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten bestanden.
N
ach Abschluss der Rehabilitation sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, überwiegend sitzenden Tätigkeit ohne besondere Ansprüche an binoku
lares beziehungsweise räumliches Sehen auszugehen. Eine Fahreignung sei nicht gegeben (S. 7 unten).
5.
5.1
Im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenabweisung litt der Beschwerdeführer haupt
sächlich an einer posttraumatischen
Tenosynovitis
de Quervain
, welche ihn in der Arbeitsfähigkeit dahingehend einschränkte, als ihm nur noch mindestens eine leichte Tätigkeit mit Einschränkungen für die linke Hand und Schulter zumutbar war. Daneben wurden in den ärztlichen Berichten eine arterielle Hypertonie, ein Diabetes mellitus Typ 2, eine Hypercholesterinämie sowie eine distale symmetri
sche Polyneuropathie erwähnt (E. 3.2)
, wobei die Beschwerden an linker Hand und Schulter im Vordergrund standen und zu einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit dahingehend führte
n
, dass der Beschwerdeführer nur noch Tätigkeiten ohne häufig wiederholte
n
Krafteinsatz, häufig wiederholte Handgelenksbewe
gungen, wiederholte oder längerdau
e
rnde Tätigkeiten über Kopf
sowie
Tätigkei
ten mit Schlägen oder Vibrationen, die auf die linke Hand einwirken
, ausführen konnte
(E. 3.2 und Urk. 8/31 S. 7 unten).
Mittlerweile
hat sich eine
koronare Her
z
krankheit
(E. 4.4) und
eine Erkrankung beider Augen (E. 4.5)
eingestellt, weswegen
sich
der Beschwerdeführer
einer chi
rurgischen
Revaskularisierung
(E. 4.4.1)
und
einer
Vitrektomie
mit
panretinaler
Lasertherapie (E. 4.5) unterziehen lassen musste.
Die Polyneuropathie ist chro
nisch-progredient (E. 4.3.1)
, und d
arüber hinaus leidet der Beschwerdeführer an Gangunsicherheit und einem ungerichteten episodisch auf
tretenden Schwindel (E. 4.3.2).
Eine Veränderung des Gesundheitszustandes hat sich zweifellos erge
ben.
Gestützt auf die
Stellungnahmen
der RAD-Ärztin
(E. 4.6)
ging die Beschwerde
gegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer von Juni bis November
2020 aufgrund der koronaren Erkrankung in allen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig war,
indessen
ab Dezember 2020 in einer leichten, angepassten Tätigkeit ohne besondere Ansprüche an binokulares beziehungsweise räumliches Sehen und ohne Arbeiten an gefährlichen Maschinen
sowie
auf Leitern und Gerüsten wieder vollumfänglich arbeitsfähig war (E. 2.1).
5.2
Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sich die Hausärztin, welche den Beschwerdeführer aktuell als vollständig arbeitsunfähig
er
achtete (E. 4.2), und
Dr.
C._
(E. 4.3.1)
, welche die Arbeitsfähigkeit
als leicht eingeschränkt erachtete, ohne diese jedoch zu beziffern. Dies
aufgrund der neuropathischen Schmerzen
, der
sensiblen Störungen der Beine distal und der leichten G
le
ichgewichtsstörung
sowie der mässiggradigen Lähmung der rechten Hand wegen der
Ulnarisneuro
pathie
.
Die Augenärzte des
Universitätsspitals A._
(E. 4.5.2)
attestierten lediglich
eine
vorüberge
hende vom 17. November bis 1. Dezember 2020 dauernde 100%ige
Arbeits
unfä
higkeit,
für die Zeit
danach bescheinigten
sie
infolge eines eingeschränkten
Visus
eine vollständige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit, ohne jedoch näher darzulegen, welche funktionellen Einschränkungen vorliegen.
Seit der Beurteilung durch
Dr.
C._
fanden wegen der bereits länger beste
henden Gangunsicherheit und
einem
neu aufgetretene
n
ungerichtete
n
episodi
sche
n
Schwindel weitere Untersuchungen statt.
So kamen die
Neuroangiolgen
des
Universitätsspitals A._
zum Schluss, das
s
als Ursache der neurologischen Probleme eine multifak
torielle Genese bei sensomotorischer Polyneuropathie, Sehstörung, bekannter Herzinsuffizienz und peripherer arterieller Durchblutungsstörung zu sehen sei (E. 4.3.2). Die Ärzte des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und neurolo
gische Sehstörungen am
Universitätsspital A._
vermuteten zwei Schwindelkomponenten, nämlich die Polyneuropathie, welche möglicherweise durch die Augenproblematik und die ischämische Kardiomyopathie aggraviert werde,
und ein benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel. Zudem wurde eine
Trommelfellperforation gefunden, wel
che von den Ärzten als verdächtig bezeichnet worden ist
. Wie diese Aussage zu
interpretieren ist,
muss aus Sicht eines medizinischen Laien
offen bleiben
.
Welche Ursache
aber
letztendlich
zum
Schwankschwindel führt, ist für die vorliegende Streitfrage von untergeordneter Bedeutung. Allerdings kann
aus keinem der Berichte
entnommen werden, ob und allenfalls inwie
fern
der Beschwerdeführer durch den Schwankschwindel in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist.
Jedenfalls aber wurden die neurologischen Einschätzungen durch
Dr.
C._
, auf welche sich RAD-Ärztin
Dr.
G._
in ihrer Stellungnahme gestützt hat, ohne Berück
sichtigung der weitergehenden Abklärungen bezüglich Schwankschwindel abge
geben und
waren im Zeitpunkt der Rentenverfügung
nicht mehr aktuell.
Gestützt auf den Bericht der
Augenklinik
des
Universitätsspitals A._
(E. 4.5.2) kann davon ausge
gangen werden, dass dem Beschwerdeführer trotz des stark eingeschränkten
Visus
eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist. Eine Verbesserung der Sehkraft wurde von den Ärzten nach der geplanten Kat
a
rakt-Operation in Aussicht gestellt.
Ob diese Operation durchgeführt werden konnte, und ob eine Verbes
serung des
Visus
eingetreten ist, ist den Akten nicht zu entnehmen. Überdies
erachteten es die
Neuroangiologen
sowie die Fachärzte
des
Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und neurologische Sehstörungen
- wie bereits darge
legt
- als möglich, dass die Augenproblematik den Schwankschwindel begüns
tige, weshalb die Frage, ob und mit welchem Resultat die Augenoperation durch
g
e
führt worden ist, auch in Bezug auf den Schwindel von Belang sein könnte.
Weder die
Ärzte der
Rehaklinik
I._
(E. 4.4.2)
noch die behandelnden Ärzte im
Universitätsspital A._
(E. 4.4.1)
oder
Dr.
E._
(E. 4.4.3)
haben sich zur Arbeitsfähigke
it
in kardio
logischer Hinsicht
geäussert. Zwar
wurde der Beschwerdeführer in gebessertem funktionellen Zustand klinisch stabil und kardiopulmonal kompensiert nach Hause entlassen und auch
Dr.
E._
ging in der Nachkontrolle von einer subjektiv gebesserten Leistungsfähigkeit seit der Bypassoperation aus und stellte echokar
diographisch eine leichte Verbesserung fest. Allerdings wie
s
er aber auch darauf hin, dass der Beschwerdeführer
beim Treppensteigen ausser Atem gerate
,
weshalb weiterhin von kardiologischen Einschränkungen auszugehen ist
.
Überdies ist unklar, ob die Indikation zur Implantation eines
kardioverten
Defibrillators in der Zwis
chenzeit geprüft worden ist und welche Auswirkungen auf die berufliche Situation von der getroffenen Entscheidung zu erwarten wäre
.
5.3
Nach dem Dargelegten kann aufgrund der vorhandenen Berichte über die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht abschliessend entschieden werden,
und wurde der rechtserhebliche Sachverhalt durch die Beschwerdegegnerin nicht vollständig abgeklärt.
Dementsprechend kann keine abschliessende Prüfung der Veränderung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit im Vergleich zur Situation, wie sie sich bei Erlass der Verfügung vom 1
2.
Juni 2018 präsentierte, erfolgen.
Aus diesem Grund rechtfertigt sich die Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin
, damit sie ergänzende Abklärungen vornehme
und hernach über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu entscheide. Angesichts der Komplexität und der sich mutmasslich beeinflussenden Diagnosen wird sie ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen haben.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständi
ges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis).
6.2
Die
Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) ermessensweise auf Fr.
8
00.
festzusetzen und aus
gangsgemäss de
r
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen
.
6.
3
Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessent
schädigung. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Unter Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.
pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer erscheint eine Par
teientschädigung von Fr.
2’3
00.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.