Decision ID: 02d79538-780d-53c1-8733-63bc7c436b5e
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Das Ehepaar A._ und B._ lebte in den Jahren 2005 und 2006 in C._. In den
Folgejahren lebten die Eheleute getrennt in C._ und D._. A._ war in den Jahren 2005
und 2006 unter anderem bei der E._ AG angestellt. Bis Juli 2009 war er
Verwaltungsratsmitglied der F._ AG. Über letztere wurde am 9. Juni 2010 der Konkurs
eröffnet. Das Konkursverfahren wurde am 30. Juni 2010 mangels Aktiven eingestellt
und die Gesellschaft am 7. Oktober 2010 im Handelsregister gelöscht. Am 22. März
2007 veranlagte die Steuerbehörde das Ehepaar A._ und B._ für die Kantons- und
Gemeindesteuern und die direkte Bundessteuer 2005 mit steuerbaren Einkommen von
CHF 46'000 und CHF 42'500 (steuerbares Vermögen CHF 0). Am 19. März 2008 wurde
das Ehepaar A._ und B._ für die Kantons- und Gemeindesteuern und die direkte
Bundessteuer 2006 mit steuerbaren Einkommen von CHF 33'700 und CHF 29'200
sowie einem steuerbaren Vermögen von CHF 0 veranlagt. Die Veranlagungen
erwuchsen in Rechtskraft.
b. Am 14. Oktober 2010 meldete die Abteilung Juristische Personen des kantonalen
Steueramtes die Ausrichtung einer geldwerten Leistung der F._ AG an A._ von
CHF 60'000 im Jahr 2005 (überpreisliche Einbringung von Aktiven) und von
CHF 198'000 im Jahr 2006 (CHF 60'000 überpreisliche Einbringung von Aktiven,
CHF 138'000 übersetzter Personalaufwand sowie ungenügende Marge). Im Rahmen
des am 7. Mai 2013 eingeleiteten Nachsteuerverfahrens veranlagte das Steueramt A._
und B._ mit Verfügungen vom 20. März 2014 für die Kantons- und Gemeindesteuern
2005 und 2006 mit einer Nachsteuer von CHF 70'365.45 (einschliesslich Zins) und für
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die direkte Bundessteuer mit einer solchen von CHF 24'038.25 (einschliesslich Zins). Im
Einspracheverfahren bestätigte das Steueramt die Verfügungen. Die
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen hiess den gegen den
Einspracheentscheid erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 30. Juni 2015 teilweise gut
mit der Begründung, das Steueramt habe sich lediglich auf die nicht nachvollziehbaren
Veranlagungsverfügungen der F._ AG gestützt und damit die Pflicht zur
Sachverhaltsabklärung verletzt. Nicht nachvollziehbar sei insbesondere, wieso
Personal- und Sachaufwand der AG und weitere Beträge dem Gesellschafter-
Kontokorrent gutgeschrieben worden seien. Das Steueramt habe die entsprechenden
Unterlagen der F._ AG beim Konkursamt einzufordern, um den Sachverhalt zu klären
(act. G 7/I/1).
Hierauf forderte das Steueramt das Ehepaar A._ und B._ am 18. März 2016 auf, den
Zahlungsnachweis sowie den "Mittelfluss für die Vorfinanzierung der Leistungen"
bezüglich des Personalaufwandes 2005 und 2006 (CHF 235'620.35 und
CHF 223'610.10 sowie CHF 242'970.70) sowie bezüglich EDV/Wagenpark 2005
(CHF 344'427.60) einzureichen (act. G 7/I/2). A._ wies das Steueramt in der Folge
darauf hin, dass es gemäss Gerichtsentscheid nicht an ihm liege, die fehlenden
Unterlagen zu beschaffen und lehnte zwei Besprechungseinladungen des Steueramtes
ab (act. G 7/I/3-7). Am 8. Juli 2016 stellte das Steueramt dem Ehepaar A._ und B._
Veranlagungsvorschläge zu, mit welchen es den übrigen Einkommen CHF 580'048
(2005) und CHF 466'580 (2006) zurechnete (act. G 5/I/8). Nachdem A._ hierzu am
25. Juli 2016 Stellung genommen hatte, legte das Steueramt mit Verfügungen vom
27. Oktober 2016 das Einkommen für die Nachsteuer 2005 auf CHF 626'000 (Kantons-
und Gemeindesteuern) und CHF 609'900 (direkte Bundessteuer) und für die
Nachsteuer 2006 auf CHF 500'300 (Kantons- und Gemeindesteuern) sowie
CHF 495'800 (direkte Bundessteuer) fest (act. G 7/I/14-18). Die dagegen erhobenen
Einsprachen wies das Steueramt mit Entscheid vom 15. Mai 2017 ab (act. G 7/I/20).
c. Die gegen diesen Einspracheentscheid von A._ und B._, beide vertreten durch die
Sara Tax & Force AG, Steinhausen, am 16. Juni 2017 erhobenen Rechtsmittel (Rekurs
und Beschwerde) hiess die Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom
21. August 2018 (act. G 2) gut. Sie hob den Einspracheentscheid und die ihm
zugrundeliegenden Nachsteuerverfügungen 2005 und 2006 auf (Dispositiv-Ziffern 1-4).
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Dem Rekurrenten/Beschwerdeführer und dem Staat auferlegte sie je die Hälfte der
amtlichen Kosten von CHF 2'000 für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren
(Dispositiv-Ziff. 5). Der Rekurrentin/Beschwerdeführerin und dem Staat auferlegte sie je
die Hälfte der amtlichen Kosten von CHF 1'000 für das Rekurs- und das
Beschwerdeverfahren (Dispositiv-Ziff. 6).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob das Steueramt mit Eingabe vom 24./26. September
2018 (act. G 1 und 4 [B 2018/214 f.]) Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei
aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 15. Mai 2017 zu bestätigen (Ziff. 1).
Eventualiter sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur
Durchführung der Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen an den
Beschwerdeführer zurückzuweisen (Ziff. 2). Subeventualiter sei der vorinstanzliche
Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur Abklärung des Sachverhalts und zu
neuem Entscheid an den Beschwerdeführer zurückzuweisen (Ziff. 3). Unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegner (Ziff. 4).
Gegen den Entscheid erhob die Sara AG für A._ und B._ am 24. September 2018
(act. G 1 [B 2018/212 f.]) Beschwerde mit den Rechtsbegehren, Ziff. 5 des Entscheids
(betreffend A._) sei aufzuheben, die amtlichen Kosten von CHF 2'000 seien vollständig
auf die Staatskasse zu nehmen und der von den Beschwerdeführern (B 2018/212 f.)
geleistete Kostenvorschuss von CHF 2'000 sei an sie zurückzuerstatten (Ziff. 1). Ziff. 6
des Entscheids (betreffend B._) sei aufzuheben, die amtlichen Kosten von CHF 1'000
seien vollständig auf die Staatskasse zu nehmen und der von den Beschwerdeführern
geleistete Kostenvorschuss von CHF 2'000 sei an sie zurückzuerstatten (Ziff. 2). Den
Beschwerdeführern sei für das vorinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von
CHF 22'291.20 (entsprechend CHF 17'107.20 und CHF 5'184) zuzusprechen (Ziff. 3).
Eventualiter sei den Beschwerdeführern für das vorinstanzliche Verfahren eine
angemessene Parteientschädigung nach Massgabe der Beschwerdeinstanz
zuzusprechen (Ziff. 4). Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegnerin (Ziff. 5).
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b. In der Vernehmlassung vom 3. Oktober 2018 (B 2018/214 f.) beantragte die
Vorinstanz Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Erwägungen des angefochtenen Entscheids (act. G 6 [B 2018/214 f.]). In der
Stellungnahme vom 30. November 2018 (B 2018/214 f.) beantragte die Sara Tax &
Force AG für die Beschwerdegegner, die Beschwerde B 2018/214 f. sei abzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 12 [B 2018/214 f.]). Die
Beschwerdebeteiligte verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme.
Mit Schreiben vom 3. Oktober 2018 (B 2018/212 f.) teilte die Vorinstanz den Verzicht
auf eine Vernehmlassung mit (act. G 7 [B 2018/212 f.]). Der Beschwerdegegner
beantragte mit Schreiben vom 21. November 2018 Abweisung der Beschwerde, unter
Verzicht auf eine Vernehmlassung (act. G 12 [B 2018/212 f.]). Die Beschwerdebeteiligte
verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung (act. G 13 [B 2018/212 f.]).
c. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2018 bestätigte der Beschwerdeführer
(B 2018/214 f.) seinen Standpunkt (act. G 16 [B 2018/214 f.]). Hierzu reichte die
Rechtsvertreterin der Beschwerdegegner (B 2018/214 f.) eine weitere Stellungnahme
vom 10. Januar 2019 ein (act. G 18 [B 2018/214 f.]).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben der vorliegenden
Verfahren wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
des Einkommens aus unselbständiger Erwerbstätigkeit hinsichtlich der Einkünfte, der
Abzüge und der Verlustverrechnung vereinheitlicht sind, hat die Vorinstanz den Rekurs
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde
betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen Urteil, aber mit
getrennten Dispositivziffern erledigt; unter diesen Umständen durften auch die
jeweiligen Beschwerdeführer (B 2018/212, 213 resp. B 2018/214, 215) ihre
Beschwerden jeweils in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 260 E.
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1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im
gleichen Akt entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E.
1.2). Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Sowohl die Beschwerdeführer in den
Verfahren B 2018/212, 213 als auch der Beschwerdeführer in den Verfahren B
2018/214, 215 sind zur Beschwerde legitimiert. Ihre Eingaben vom 24. September 2018
(act. G 1 [B 2018/212, 213]) bzw. vom 24./26. September 2018 (act. G 1 [B 2018/214,
215] entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 194 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerden 212, 213, 214 und
215 ist somit einzutreten.
Bezüglich der Beschwerden B 2018/212, 213 ist ergänzend noch festzuhalten, dass
jeder Ehegatte im Steuerveranlagungsverfahren die Verfahrensrechte selbständig
ausüben kann. Seine Handlungen binden indes auch den anderen Ehegatten. Der
nichthandelnde Ehegatte wird somit durch den handelnden Ehegatten vertreten. Diese
Vertretungsvermutung gilt für die Steuerperioden, während denen die Ehegatten
gemeinsam zu veranlagen sind, auch noch, nachdem die Voraussetzungen für die
gemeinsame Steuerpflicht weggefallen sind (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Rz. 6 zu Art. 113 DBG). Bezogen auf die
Steuerperioden 2005 und 2006 gilt die erwähnte Vertretungsvermutung, auch wenn die
Ehepartner zufolge ihres Getrenntlebens zwischenzeitlich keiner gemeinsamen
Besteuerung mehr unterliegen.
2. Beschwerdeverfahren B 2018/214, 215
2.1. Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde
nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine
rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder
unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die
Steuerbehörde zurückzuführen, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als
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Nachsteuer eingefordert (Art. 199 Abs. 1 StG; Art. 151 Abs. 1 DBG). In Art. 53 StHG ist
der Tatbestand der Nachsteuer in gleicher Weise geregelt. Als nicht bekannt im Sinn
der gesetzlichen Tatbestände gelten Tatsachen und Beweismittel, die zum Zeitpunkt
der Veranlagung bereits bestanden haben, aber während des ordentlichen
Veranlagungsverfahrens nicht aktenkundig waren, d.h. also erst nach der
rechtskräftigen Veranlagung eines Steuerpflichtigen zum Vorschein gekommen sind
(vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. A. 2014, VII./Rz. 110 mit
Hinweisen; Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9. Aufl. 2001, S. 985 f.; VerwGE B
2010/230 vom 26. Januar 2011, E. 4). Die Unkenntnis der neuen Tatsache muss
sodann für die ungenügende Veranlagung kausal gewesen sein (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 151 DBG).
2.2. Unbestritten blieben die Feststellungen im angefochtenen Entscheid betreffend
das Vorliegen der formellen Erfordernisse für die Eröffnung eines Nachsteuerverfahrens
und betreffend (fehlender) Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdegegner
(act. G 2 S. 5-8). Streitig ist, ob die Vorinstanz zu Recht den Einspracheentscheid des
Beschwerdeführers vom 15. Mai 2017 (act. G 7/I/20) und die ihm zugrundeliegenden
Nachsteuerverfügungen 2005 und 2006 vom 27. Oktober 2016 (act. G 7/I/15) aufhob.
Streitig sind mithin die Aufrechnungen übriger Einkünfte (Gutschriften auf dem Konto
"Gesellschafter" [2530] der F._ AG, nachstehend: Konto "Gesellschafter") von
CHF 580'048 (2005) und von CHF 466'580 (2006).
Die Frage, ob die erwähnten Beträge als Einkommen des Beschwerdegegners für die
Jahre 2005 und 2006 nachzubesteuern sind, beantwortet sich nach Massgabe der im
Steuerrecht geltenden Beweislastverteilung. Nach dieser trägt die Steuerbehörde die
Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen oder mehren, die
steuerpflichtige Person für Tatsachen, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern
(Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., VI. Rz. 15, VII. Rz. 23). Beweisbelastet für den
Nachbesteuerungs-Sachverhalt ist konkret somit grundsätzlich die
Veranlagungsbehörde. Im Steuerverfahren kommt der Untersuchungsgrundsatz zur
Anwendung (Art. 176 StG). Die Veranlagungsbehörde ist verpflichtet, die für die
Besteuerung relevanten Tatsachen von Amtes wegen abzuklären (Zigerlig/Oertli/
Hofmann, a.a.O., VII. Rz. 19), wobei sie die steuerpflichtige Person auffordert, die
erforderlichen Sachdarstellungen und Beweismittel beizubringen (Richner/Frei/
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Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 123 DBG). Der Untersuchungsgrundsatz wird
durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert. Eine Mitwirkungspflicht besteht
insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen, welche nur die Parteien liefern
können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die
Behörde (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 9 zu Art. 123 DBG; Zigerlig/
Oertli/Hofmann, a.a.O., VII. Rz. 25). Die Mitwirkungspflicht besteht ungeachtet der
Verteilung der objektiven Beweislast. Die steuerpflichtige Person ist auch hinsichtlich
steuererhöhender Tatsachen mitwirkungspflichtig, obwohl hierfür die
Veranlagungsbehörde die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 126 DBG). Verletzt die steuerpflichtige Person
ihre Mitwirkungspflichten hinsichtlich steuererhöhender Tatsachen, kann eine
Ermessensveranlagung vorgenommen werden, nachdem die steuerpflichtige Person
zur Erfüllung der Verfahrenspflichten gemahnt wurde (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
a.a.O., Rz. 50 zu Art 126 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., VII. Rz. 21 und 26).
2.3.
2.3.1. Im Entscheid vom 30. Juni 2015 (act. G 7/I/1 S. 10-12) hielt die Vorinstanz fest,
dass die E._ AG der F._ AG in den Jahren 2005 und 2006 gegen Honorar Personal
zur Verfügung gestellt und die F._ AG in den erwähnten Jahren Personalaufwand von
CHF 235'620.65 (2005) und CHF 223'610.10 (2006) dem Konto "Gesellschafter"
gutgeschrieben habe. Sodann hielt sie fest, im Jahr 2006 seien CHF 225'809.20
zunächst dem Kreditorenkonto und danach CHF 242'970.70 wiederum dem Konto
"Gesellschafter" gutgeschrieben worden. Im Weiteren habe die F._ AG die EDV und
den Wagenpark der E._ AG übernommen und die entsprechenden Zahlungen von
CHF 344'427.60 im Jahr 2005 über das Konto "Gesellschafter" verbucht. Mit Hinweis
auf das Beschlussprotokoll der F._ AG vom 31. Mai 2005 (act. G 7/I/23) ging die
Vorinstanz damals davon aus, dass der Beschwerdegegner (B 2018/214 f.) zumindest
im Jahr 2005 einziger Aktionär der F._ AG gewesen sei und es an den
Beschwerdegegnern gewesen wäre, eine Änderung im Aktionariat nachzuweisen. Der
Beschwerdeführer (B 2018/214 f.) habe hiervon zu Recht ausgehen dürfen. Woher die
Leistungen stammen würden, welche eine Gutschrift auf dem Konto "Gesellschafter"
erklären könnten, sei nicht ersichtlich und vom Beschwerdegegner nicht dargelegt
worden. Mit dem Beschwerdeführer sei daher davon auszugehen, dass der
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Beschwerdegegner die Kosten der F._ AG für die bezogenen Leistungen der E._ AG
vorfinanziert habe. Angesichts der Einkommens- und Vermögensverhältnisse gemäss
Steuererklärungen 2005 und 2006 sei indes nicht nachvollziehbar, wie dem
Beschwerdegegner die Vorfinanzierung möglich gewesen sein sollte (act. G 7/I/1 S. 10
f.). Da nicht nachvollziehbar war, weshalb die erwähnten Gutschriften auf dem Konto
"Gesellschafter" erfolgt waren, erachtete die Vorinstanz den Sachverhalt als
ungenügend abgeklärt, wobei sie feststellte, dass der Beschwerdegegner seit Juli 2009
keinen Zugang mehr zu den Unterlagen der (2011 im Handelsregister gelöschten)
Gesellschaft habe und es am Beschwerdeführer liege, die entsprechenden Unterlagen
beim Konkursamt anzufordern (act. G 5/I/1 S. 11 f.).
2.3.2. Im angefochtenen Entscheid legte die Vorinstanz unter anderem dar, dass der
Beschwerdeführer zur Anforderung von Unterlagen beim Konkursamt nicht verpflichtet
gewesen sei, denn im Urteilsdispositiv des Entscheids vom 30. Juni 2015 sei lediglich
die Klärung des Sachverhalts angeordnet worden. In der Folge hätten sich die
Beschwerdegegner trotz gesetzlicher Mitwirkungspflicht (Art. 170 Abs. 2 StG, Art. 126
Abs. 2 DBG) zweimal geweigert (vgl. act. G 7/I/3, 5, 7), sich zu den Buchungsbeträgen
(CHF 235'620.65, CHF 223'610.10, CHF 242'970.70, CHF 344'327.60) zu äussern. Es
erstaune deshalb, dass der Beschwerdeführer keine Busse verfügt oder eine
Ermessensveranlagung vorgenommen habe. Sodann ergäben sich aus den Kopien der
Passivseite der Bilanzen für 2006 bis 2008 (act. G 7/I1/27-29) verschiedene Fragen.
Insbesondere sei unklar und vom Beschwerdeführer nicht dargelegt worden, wie die
Vorfinanzierungen abgewickelt worden seien bzw. ob es sich überhaupt in jedem Fall
um solche gehandelt habe. So hätte die Gutschrift vom 30. November 2006
(CHF 83'280) auch eine Entschädigung für die Verwaltungsratstätigkeit des
Beschwerdegegners sein können. Ohne Detailbelege und zusätzliche Kontoblätter
würden sich die offenen Punkte nicht klären lassen (act. G 2 S. 9 f.).
Weiter prüfte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid, ob die Gutschriften auf dem
Konto "Gesellschafter" einzig dem Beschwerdegegner zugutekamen. Sie führte aus,
der Beschwerdeführer habe sich auf das Beschlussprotokoll der ausserordentlichen
GV der F._ AG vom 31. Mai 2005 gestützt, an welcher der Beschwerdegegner sowie
der Protokollführer M.W. anwesend gewesen seien. Darin sei festgestellt worden, dass
das gesamte Aktienkapital (CHF 100'000) vertreten und die GV im Sinn von Art. 701
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des Schweizerischen Obligationenrechts (SR 220, OR) konstituiert und beschlussfähig
sei. Daraus lasse sich nicht zwingend schliessen, dass der Beschwerdegegner
alleiniger Aktionär gewesen sei. Unter Ziff. 29 der Steuererklärung 2005 der F._ AG sei
ausgeführt, dass die Aktien im Juni 2005 durch den Beschwerdegegner "mit
Konsorten" übernommen worden seien (act. G 7/22-1/35, 1/36). Unter "Konsorte" sei
im wirtschaftlichen Sinn ein Mitglied eines Konsortiums zu verstehen. Der
Beschwerdeführer habe dazu keine weiteren Abklärungen vorgenommen, weshalb die
Steuerklärung 2005 keine eindeutigen Schlüsse auf das Aktionariat der F._ AG
zulasse. Zudem seien gemäss Vertrag vom 6. Mai 2005 (act. G 7/2/6) über den Kauf
der Namenaktien der F._ AG sämtliche Aktien von G._ erworben worden. Zutreffend
sei zwar, dass G._ die Aktien in seinem Wertschriftenverzeichnis (zuhanden des
Steueramtes des Kantons Zürich; vgl. act. G 7/I/31 f.) nicht aufgeführt habe. Jedoch
würden die Aktien auch in den Wertschriftenverzeichnissen 2005 und 2006 des
Beschwerdegegners (act. G 7/II/11, 7/III/13) fehlen. Nicht stichhaltig erscheine
aufgrund der unterschiedlichen Unterschriften des Beschwerdegegners in
verschiedenen Aktenstücken auch, dass der Vertrag über den Kauf der Aktien nicht
von G._, sondern vom Beschwerdegegner ("A._") unterschrieben worden sei. Vor
dem dargelegten Hintergrund würden sich die Beteiligungsverhältnisse der F._ AG in
den Jahren 2005 und 2006 nicht zuverlässig klären lassen. Namentlich nicht dargetan
sei, dass der Beschwerdegegner in dieser Zeit alleiniger Aktionär gewesen sei (act. G 2
S. 10 f.).
Nicht streitig sei hingegen, dass der Beschwerdegegner 2005 und 2006 einziges VR-
Mitglied der F._ AG gewesen sei. Er sei jedoch im Juli 2009 aus der Gesellschaft
ausgeschieden, weshalb er seit jenem Zeitpunkt keinen Zugriff auf
Geschäftsunterlagen mehr habe und nicht verpflichtet werden könne, die verbuchten
Transaktionen zu dokumentieren. Unglaubwürdig sei hingegen, dass er sich nicht mehr
an die damaligen Beteiligungsverhältnisse erinnern könne. Der Beschwerdegegner
verkenne, dass er an der Sachverhaltsermittlung mitzuwirken habe (Art. 170 Abs. 1
StG, Art. 126 Abs. 1 DBG). Wie bereits im Einspracheverfahren habe der
Beschwerdegegner seine damalige Beteiligung an der F._ AG nicht offengelegt. Er
habe lediglich ausgeführt, damals eine Pflichtaktie treuhänderisch gehalten zu haben.
Die Formulierung in der Steuererklärung 2005 der F._ AG, wonach er die Aktien im
Juni 2005 "mit Konsorten" übernommen habe (act. G 7/22-1/35), lasse indes nicht auf
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ein Treuhandverhältnis schliessen. Ein solches sei von ihm auch nie dokumentiert bzw.
einwandfrei nachgewiesen worden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter a.a.O., Rz. 22 zu
Art. 126 DBG) worden. Der Beschwerdegegner müsse sich deshalb vorwerfen lassen,
das Rekursverfahren durch pflichtwidriges Verhalten in wesentlichem Mass veranlasst
zu haben; dies sei bei der Kostenverteilung zu berücksichtigen. Insgesamt sei nicht
nachgewiesen, dass die Gutschriften auf dem Gesellschafterkonto der F._ AG
(CHF 580'048 [2005] und CHF 466'580 [2006]) den Beschwerdegegnern zugeflossen
seien. Ebenso wenig lasse sich aufgrund der Akten klären, ob die Beschwerdegegner
Leistungen in diesem Umfang vorfinanziert und damit über entsprechende finanzielle
Mittel verfügt hätten (act. G 2 S. 11 f.).
2.4. Der Beschwerdeführer beanstandet, dass die Vorinstanz an die von ihr im
Entscheid vom 30. Juni 2015 getroffenen Feststellungen betreffend die
Zusammensetzung des Aktionariats der F._ AG in den Jahren 2005 und 2006 sowie
ihre Feststellung, dass der Beschwerdegegner die Personal-, EDV- und
Fahrzeugkosten dieser AG vorfinanziert habe, nicht mehr gebunden sein wolle. Sie sei
der Ansicht, dass im Entscheid vom 30. Juni 2015 keine rechtsverbindlichen
Feststellungen getroffen worden seien. Dies sei mit Blick darauf, dass es sich dabei um
eine Rückweisung "im Sinn der Erwägungen" gehandelt habe, unzutreffend. Die
Vorinstanz habe in jenem Entscheid klar festgestellt, dass der Beschwerdegegner in
den Jahren 2005 und 2006 einziger Aktionär der F._ AG gewesen sei und er deren
Kosten vorfinanziert habe. Die mit der Rückweisung angeordneten
Sachverhaltsabklärungen hätten einzig die Höhe der Anrechnungen beschlagen. Der in
Rechtskraft erwachsene Entscheid vom 30. Juni 2015 sei auch für die Vorinstanz
verbindlich. Aus dem Beschlussprotokoll vom 31. Mai 2005 (act. G 7/I/23) sei zu
schliessen gewesen, dass der Beschwerdegegner in den Jahren 2005 und 2006
einziger Aktionär der F._ AG gewesen sei. Etwas Anderes habe auch der
Beschwerdegegner nicht dargelegt. Ebenso habe aufgrund der Gutschriften des
Personalaufwands sowie der Kosten für die Übernahme der EDV und von Fahrzeugen
auf dem Konto "Gesellschafter" der F._ AG von der Leistung von Vorfinanzierungen
durch den Beschwerdegegner ausgegangen werden müssen. Eine andere Erklärung
sei weder ersichtlich gewesen noch vom Beschwerdegegner vorgebracht worden.
Durch seine Weigerung, sich mündlich oder schriftlich zur Sache zu äussern, habe der
Beschwerdegegner seine Verfahrenspflichten verletzt. Der Beschwerdeführer habe den
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relevanten Sachverhalt unter Würdigung der Kontoblätter (act. G 7/I/21 f.) sowie der
Bilanzen (act. G 7/I/27 f.) feststellen können. Obschon der Beschwerdegegner seine
Mitwirkungspflicht verletzt habe, habe kein für eine Ermessensveranlagung
notwendiger Untersuchungsnotstand vorgelegen. Die Höhe der Aufrechnungen habe
sich aus den Buchhaltungsunterlagen ergeben. Diese seien am 27. Oktober 2016
korrekt veranlagt worden. Der diese Verfügung bestätigende Einspracheentscheid vom
15. Mai 2017 sei zu schützen. Für den Fall, dass das Verwaltungsgericht zum Schluss
kommen sollte, dass die Vorinstanz zwar an ihre Feststellungen betreffend
Aktionärsstellung und Vorfinanzierung gebunden sei, aber ein Untersuchungsnotstand
in Bezug auf die Höhe der übrigen Einkünfte bzw. der Aufrechnungen bestanden habe,
werde die Rückweisung der Angelegenheit zur Vornahme der Veranlagung nach
pflichtgemässem Ermessen (Ermessensveranlagung) beantragt (Eventualantrag). Sollte
das Verwaltungsgericht zum Schluss kommen, dass die Vorinstanz an ihre im
Entscheid vom 30. Juni 2015 getroffenen Feststellungen betreffend Aktionärsstellung
und Vorfinanzierung nicht gebunden sei, wäre die Sache zur erneuten
Sachverhaltsabklärung an den Beschwerdeführer zurückzuweisen (Subeventualantrag;
act. G 1 [B 2018/214 f.]).
2.5. Die Beschwerdegegner halten in ihrer Stellungnahme vom 30. November 2018
unter anderem fest, dass für eine Rückweisung der Sache weder eine Notwendigkeit
noch eine sachlich angemessene Begründung bestehe. Der Beschwerdeführer sei zu
Unrecht davon ausgegangen, dass der Beschwerdegegner in den Jahren 2005 und
2006 einziger Aktionär der F._ AG gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe mit dem
Aktenbeizug ASU/ESTV vom 9. Januar 2015 zahlreiche Akten verfügbar gehabt, um
rechtssicher auf das Aktionariat der F._ AG in Liq. und die wirtschaftliche
Berechtigung am fraglichen Gesellschafterkonto zu schliessen. Dennoch habe er sich,
soweit erkennbar, nicht rechtsgenüglich mit diesen Akten auseinandergesetzt. Der
Beschwerdeführer habe sodann seit dem 13. März 2009 (vgl. act. G 7/2/8) klare
Kenntnis von der Person von G._ als Aktionär und Kapitalgeber der F._ AG gehabt.
Damit habe es frühzeitig klare Indizien für eine wirtschaftliche Alleinberechtigung von
G._ an der Gesellschaft gegeben. Ob der Beschwerdeführer in der Folge irgendwelche
ernsthafte Abklärungen getroffen habe, sei dem Beschwerdegegner nicht bekannt. Es
sei unverständlich, weshalb der Beschwerdeführer in vollem Wissen über den ASU-
Aktenbestand und in Kenntnis der Veranlagungsakten der F._ AG keine
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nachvollziehbare Beweiswürdigung vorgenommen habe. Er habe dem
Beschwerdegegner die ASU-Akten bis zur Akteneinsicht vor Vorinstanz im September
2017 vorenthalten und jeden Hinweis zur Person "G._" durch taktisches Schweigen
weggedrückt. Damit habe er die Waffengleichheit in Bezug auf den
Informationsgleichstand sowie das rechtliche Gehör des Beschwerdegegners verletzt.
Der Beschwerdeführer räume selbst ein, dass er keine Untersuchungen zum Aktionariat
unternommen habe. Eine rechtsverbindliche Feststellung bezüglich Aktionariat sei auch
dem Entscheid der Vorinstanz vom 30. Juni 2015 nicht zu entnehmen. Im Weiteren
suche man in den Schreiben des Beschwerdeführers vom 18. März, 11. April und
27. April 2016 vergeblich nach einer Erklärung, warum der Aktenbeizug beim
Konkursamt nicht erfolgte. Es könne daher nicht ernsthaft behauptet werden, dass die
Beschwerdegegner ihre Mitwirkungspflichten im Nachsteuerverfahren verletzt hätten.
Sie hätten im Nachgang zum Entscheid vom 30. Juni 2015 lediglich auf den
Aktenbeizug durch den Beschwerdeführer beim Konkursamt vertraut und bestanden.
Dass der Sachverhalt 2005 und 2006 nicht gehörig habe abgeklärt werden können,
habe allein der Beschwerdeführer aufgrund verwaltungsinterner Umstände und seiner
miserablen Verfahrensführung zu verantworten. Für eine Rückweisung bleibe kein
Raum (act. G 12 [B 2018/214 f.]).
2.6.
2.6.1. Verweist das Dispositiv eines Rückweisungsentscheides ausdrücklich auf die
Erwägungen, werden diese zu dessen Bestandteil und haben, soweit sie zum
Streitgegenstand gehören, an der formellen Rechtskraft teil. Dementsprechend sind die
Motive, auf die das Dispositiv verweist, für die Behörde, an welche die Sache
zurückgewiesen wird, bei Nichtanfechtung verbindlich (BGer 8C_272/2011 vom 11.
November 2011, E. 1.3 m.H.). Die (teilweise) materielle Rechtskraft des
Rückweisungsentscheids gilt auch für die Rekursinstanz, wenn der auf die
Rückweisung hin ergangene Entscheid im zweiten Rechtsgang erneut an die
Rekursinstanz weitergezogen wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter a.a.O., Rz. 39 zu
Art. 143 DBG). Im angefochtenen Entscheid präzisierte die Vorinstanz ihre im Entscheid
vom 30. Juni 2015 geäusserte Auffassung, indem sie wie erwähnt festhielt, dass aus
dem Protokoll vom 31. Mai 2005 bzw. der dortigen Feststellung, wonach das gesamte
Aktienkapital (CHF 100'000) vertreten und die GV im Sinn von Art. 701 OR konstituiert
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und beschlussfähig sei (act. G 7/I/23), sich nicht zwingend schliessen lasse, dass der
Beschwerdegegner alleiniger Aktionär der F._ AG gewesen sei. Die Erwägungen im
Entscheid vom 30. Juni 2015 konnten lediglich insofern in Rechtskraft erwachsen, als
im Entscheiddispositiv die Sache "zur Abklärung des Sachverhalts im Sinn der
Erwägungen" an den Beschwerdeführer zurückgewiesen worden war (act. G 7/I/1). In
Erwägung 5d (act. G 7/I/1 S. 11 f.) legte die Vorinstanz im Einzelnen dar, auf welche
Gegebenheiten sich die Abklärungsbedürftigkeit ("im Sinn der Erwägungen") bezog.
Der Zusatz "im Sinn der Erwägungen" tangierte somit ausschliesslich die Begründung
für die Rückweisung zur Abklärung als solche, nicht jedoch die damals als nicht
abklärungsbedürftig erachteten Aspekte in den weiteren Erwägungen, d.h.
insbesondere die Feststellungen in E. 5c (S. 10 f.) jenes Entscheids. Diese mussten
auch insofern im zweiten Entscheid einer Präzisierung/Anpassung zugänglich sein, als
ein nicht geklärter Sachverhalt im Entscheid vom 30. Juni 2015 keine abschliessenden
Feststellungen zuliess.
Die vorerwähnte Präzisierung im angefochtenen Entscheid trifft auch inhaltlich zu, denn
gemäss Art. 701 Abs. 1 OR setzt die Durchführung einer Universalversammlung (vgl.
Beschlussprotokoll, act. G 7/I/23) nicht die Anwesenheit sämtlicher Eigentümer voraus;
diese können sich vertreten lassen (vgl. dazu B. Tanner in: Roberto/Trüeb [Hrsg.],
Handkommentar zum Schweizerischen Privatrecht, 3. Aufl. 2016, Rz. 2 zu Art. 701 OR).
Auf eine solche Vertretung von Aktionären durch den Beschwerdegegner deutet der
von der Vorinstanz angeführte Umstand, wonach gemäss Ziff. 29 der Steuererklärung
2005 der F._ AG die Aktien im Juni 2005 durch den Beschwerdegegner "mit
Konsorten" übernommen worden waren (act. G 7/22-1/35, 1/36). Gemäss Vertrag vom
6. Mai 2005 (act. G 7/2/6) über den Kauf der Namenaktien F._ AG waren sämtliche
Aktien von G._, Zürich, erworben worden. Von daher war auch der im Entscheid vom
30. Juni 2015 - ohne konkrete Belege und teilweise entgegen den bereits damals
vorliegenden Akten - gezogene Schluss, dass der Beschwerdegegner in den Jahren
2005 und 2006 Alleinaktionär der F._ AG gewesen sei, nicht zureichend begründet. In
einem E-Mail vom 13. März 2009 hatte die Treuhänderin der F._ AG (vormals F._ AG)
auf die Position von G._ als Aktionär/Kapitalgeber hingewiesen und bestätigt, dass
der Beschwerdegegner nicht über entsprechende Geldmittel verfüge (act. G 7/2/8).
Dieses Vorbringen blieb damals nach Lage der Akten von Seiten des
Beschwerdeführers unkommentiert und unbestritten im Raum stehen, ohne dass er
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hierzu weitere Belege angefordert hätte. Der Umstand, dass sowohl G._ als auch der
Beschwerdegegner die Aktien in ihren Wertschriftenverzeichnissen 2005 und 2006
(zuhanden des Steueramtes des Kantons Zürich im Fall von G._, vgl. act. G 7/I/31 f.,
bzw. zuhanden des Beschwerdeführers im Fall des Beschwerdegegners, act. G 7/II/11,
7/III/13) nicht aufführten, eignet sich nicht als Beleg einer Alleinaktionärseigenschaft
des Beschwerdegegners. Letzteres gilt auch für den Umstand, dass der Vertrag über
den Kauf der Aktien neben G._ auch von einer weiteren Person unterschrieben
worden war (act. G 7/2/6). Selbst wenn es sich - was indessen weder nachgewiesen
noch unbestritten ist (vgl. act. G 12 S. 5 unten) - beim Mitunterzeichner um den
Beschwerdegegner gehandelt hätte, würde auch dies keinen zureichenden Beleg für
dessen Alleinaktionärseigenschaft darstellen. Zu Recht nahm die Vorinstanz vor dem
dargelegten Hintergrund den Standpunkt ein, dass die Beteiligungsverhältnisse der
F._ AG in den Jahren 2005 und 2006 nicht geklärt seien und nicht dargetan sei, dass
der Beschwerdegegner in dieser Zeit (alleiniger) Aktionär gewesen sei (act. G 2 S. 10 f.).
Als Folge davon kann - gestützt auf die bestehenden Akten - auch eine wirtschaftliche
Berechtigung des Beschwerdegegners am Konto "Gesellschafter" der F._ AG in den
streitigen Jahren nicht als nachgewiesen gelten. Zum Vorwurf der Beschwerdegegner
betreffend Verletzung der Waffengleichheit und des rechtlichen Gehörs (act. G 12 S. 9)
ist mit dem Beschwerdeführer festzuhalten, dass die Beschwerdegegner bereits
während des ersten Rekursverfahrens im Februar 2015 in die ASU/ESTV-Akten Einsicht
nehmen konnten (act. G 16 Ziff. 2 dritter Absatz); ihr Vorwurf erscheint damit im
Ergebnis nicht gerechtfertigt.
2.6.2. Zum Standpunkt des Beschwerdeführers, wonach es ihm anhand von
Kontoblättern und Bilanzen der F._ AG (act. G 7/I/21 f. und 26-29) möglich gewesen
sei, die Höhe der Vorfinanzierungen und mithin der Aufrechnungen für 2005 und 2006
exakt zu bestimmen (act. G 1 S. 5 unten), weist der vorinstanzliche Entscheid zu Recht
darauf hin, dass die Kopien von zwei Auszügen aus dem Konto "Gesellschafter"
betreffend die Jahre 2005 und 2006 (vgl. act. G 7/I/21 f.) am 23. Januar 2009
ausgedruckt worden seien und von daher unklar sei, ob es sich dabei um
rechtsverbindliche Abschlussunterlagen handle. Der Beschwerdegegner hatte (mangels
Organstellung) seit Juli 2009 keinen Zugang mehr zu solchen Belegen, und der
Beschwerdeführer konnte keine Akten des Konkursamtes erhältlich machen, weil der
Konkurs der F._ AG im Juli 2010 mangels Aktiven eingestellt worden war und aus
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diesem Grund keine Konkursakten vorhanden waren (act. G 1 S. 5 mit Hinweis auf act.
G 7/I/30). Die Vorinstanz erachtete es sodann mit Hinweis auf Kopien der Passivseite
der Bilanzen für 2006 bis 2008 (act. G 7/I1/27-29) als unklar, wie die Vorfinanzierungen
abgewickelt wurden bzw. ob es sich überhaupt in jedem Fall um solche gehandelt
hatte. So hätte die Gutschrift vom 30. November 2006 (CHF 83'280) nach ihren
Darlegungen auch eine Entschädigung für die Verwaltungsratstätigkeit des
Beschwerdegegners sein können (act. G 2 S. 9 f.). Im Weiteren bezeichnet sie es zu
Recht als unglaubwürdig, dass der Beschwerdegegner sich nicht mehr an die
damaligen Beteiligungsverhältnisse erinnern kann. Mit Hinweis auf seine
Mitwirkungspflicht (Art. 170 Abs. 1 StG, Art. 126 Abs. 1 DBG) hält sie fest, dass er, wie
bereits im Einspracheverfahren, seine damalige Beteiligung an der F._ AG nicht
offengelegt habe (vgl. act. G 2 S. 11 f.).
Bei diesen Gegebenheiten bestehen - wie der Beschwerdeführer zu Recht festhält (act.
G 1 S. 9) - erhebliche Unklarheiten in Bezug auf den steuerrelevanten Sachverhalt,
wobei nicht ohne Weiteres zugunsten des Beschwerdegegners von Beweislosigkeit
ausgegangen werden kann, zumal dieser seinen Mitwirkungspflichten nicht
nachgekommen war: Den Beschwerdegegnern war (als juristischen Laien) bei ihrer
zweimaligen Weigerung, sich vernehmen zu lassen (vgl. act. G 7/I/3-7), zwar
möglicherweise nicht bekannt, aus welchem Grund der Beschwerdeführer auf den -
von der Vorinstanz im Entscheid vom 30. Juni 2015 ausdrücklich angeordneten -
Beizug der Konkursakten vorerst verzichtete. Indes bedeutete die Anordnung im
Entscheid vom 30. Juni 2015 offensichtlich nicht auch gleichzeitig, dass die
Beschwerdegegner vom Beschwerdeführer nicht hätten zur Mitwirkung aufgefordert
werden können. In diesem Sinn wurde im vorinstanzlichen Entscheid zutreffend
festgehalten, dass die Beschwerdegegner klärende Gespräche verweigert und damit
wesentliche Verfahrenspflichten verletzt hätten (act. G 2 S. 7 und S. 11 f.). Hinsichtlich
der im vorinstanzlichen Entscheid in Betracht gezogenen Entschädigung für
Verwaltungsratstätigkeit ist festzuhalten, dass eine solche der Besteuerung unterliegen
würde. Unter diesen Umständen lässt sich der angefochtene Entscheid nicht
aufrechterhalten. Die Sache ist, im Sinn des Subeventualantrags des
Beschwerdeführers, an ihn zur erneuten Sachverhaltsabklärung - unter Mitwirkung des
Beschwerdegegners - zurückzuweisen.
2.7.
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2.7.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde B 2018/214, 215
sowohl hinsichtlich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten
Bundessteuer 2005 und 2006 teilweise gutzuheissen und die Sache an den
Beschwerdeführer zur erneuten Sachverhaltsabklärung zurückzuweisen. Bei diesem
Verfahrensausgang - mit je hälftigem Obsiegen/Unterliegen - sind die amtlichen Kosten
des Beschwerdeverfahrens vom Beschwerdeführer (Staat) und von den
Beschwerdegegnern je hälftig zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 und 145
Abs. 2 DBG). Eine Entscheidgebühr von CHF 3'000 ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222
der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12), womit auf den Staat und die
Beschwerdegegner je CHF 1'500 entfallen. Auf die Erhebung beim Staat ist nicht zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
In gleicher Weise erfolgt die Kostenverlegung für das vorinstanzliche Verfahren. Der
Beschwerdeführer (Staat) und die Beschwerdegegner bezahlen die amtlichen Kosten
des vorinstanzlichen Verfahrens (insgesamt CHF 3'000) zur Hälfte, somit je CHF 1'500;
auf die Erhebung beim Staat ist nicht zu verzichten. Der von den Beschwerdegegnern
für jenes Verfahren geleistete Kostenvorschuss von insgesamt CHF 3'000 wird
angerechnet und der Restbetrag von CHF 1'500 an sie zurückerstattet.
2.7.2. Bei diesem Verfahrensausgang besteht sowohl für das Beschwerdeverfahren
B 2018/214, 215 als auch das vorinstanzliche Verfahren - mangels überwiegenden
Obsiegens - kein Anspruch des Beschwerdeführers (vgl. act. G 4 Antrag Ziff. 4) sowie
der Beschwerdegegner auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten (Art. 98 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 98 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 829).
3. Beschwerdeverfahren B 2018/212, 213
Mit den Beschwerdeverfahren B 2018/212, 213 wurde der vorinstanzliche Entscheid
vom 21. August 2018 lediglich im Kostenpunkt angefochten. Nachdem der
vorinstanzliche Entscheid im parallel angehobenen Beschwerdeverfahren B 2018/214,
215 vollumfänglich aufgehoben und die Kostentragung sowohl für das vorinstanzliche
Verfahren als auch für das Beschwerdeverfahren in jenem Beschwerdeverfahren neu
geregelt worden ist, fällt das Anfechtungsobjekt im Verfahren B 2018/212, 213 ohne
weiteres weg. Wird die Beschwerde gegenstandslos, wird sie gemäss Art. 64 in
bis
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Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS
951.1, VRP) abgeschrieben. Gegenstandslosigkeit liegt vor, wenn die Grundlagen der
Streitigkeit im Lauf des Verfahrens dahinfallen und/oder die Beteiligten jedes rechtliche
Interesse an einer Entscheidung verloren haben (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1045). Die
Beschwerden B 2018/212, 213 sind daher zufolge Gegenstandslosigkeit
abzuschreiben. Für dieses Verfahren sind weder amtliche Kosten zu erheben noch
ausseramtliche Entschädigungen zuzusprechen. Die für das Verfahren B 2018/212, 213
geleisteten Kostenvorschüsse von insgesamt CHF 3'000 sind den Beschwerdeführern
zurückzuerstatten.