Decision ID: c2a72f4e-f154-5070-ba79-378c84ccd118
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die am (...) 1962 in der Türkei geborene und zwischenzeitlich in Ös-
terreich wohnhafte österreichische Staatsangehörige A._ (teilweise
auch A._) (vormals A._; nachfolgend Versicherte) arbeitete
von Oktober 1981 bis und mit Januar 1989 sowie von August bis Oktober
2005 in der Schweiz und leistete dabei Beiträge an die schweizerische Al-
ters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (vgl. Akten der Vorinstanz
[IV-act.] 1; 6; 56; 97).
A.b Am 26. Januar 2007 (Eingangsdatum 13. März 2007) meldete sich die
Versicherte über den österreichischen Versicherungsträger erstmals bei
der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) zum Bezug von Leistun-
gen der schweizerischen Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Der öster-
reichische Versicherungsträger wies das Gesuch der Versicherten am
28. Juni 2007 seinerseits ab (IV-act. 9). Nach Prüfung der eingereichten
Unterlagen, aufgrund derer der medizinische Dienst der IVSTA in der Stel-
lungnahme vom 13. Februar 2008 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit ein chronisches Halswirbelsäulensyndrom links bei Status
nach Diskushernien-Operation mit Spondylodese bei Diskushernie C5/6
(Mai 2006), leichte Dysarthrie und chronische Lumbalgien festhielt (IV-
act. 30), stellte die IVSTA der Versicherten mit Vorbescheid vom 20. Feb-
ruar 2008 die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 31).
Die Abweisung des Leistungsbegehrens erfolgte schliesslich mit Verfügung
vom 23. April 2008 (IV-act. 32), nachdem die Versicherte auf den Vorbe-
scheid hin keine Stellungnahme eingereicht hatte.
A.c Die Versicherte reichte am 7. Oktober 2009 (Eingangsdatum 6. Januar
2010) wiederum über den österreichischen Versicherungsträger die zweite
Anmeldung zum Bezug von Leistungen der schweizerischen Invalidenver-
sicherung ein (IV-act. 33). Der österreichische Versicherungsträger wies
dieses Gesuch der Versicherten am 9. Dezember 2009 seinerseits erneut
ab (IV-act. 34). Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen teilte die IVSTA
der Versicherten am 21. April 2010 im Rahmen des Vorbescheids mit, dass
ihr Gesuch voraussichtlich nicht geprüft werden könne (IV-act. 49). Die Ver-
sicherte reichte in der Folge wiederum keine Stellungnahme ein. Mit Ver-
fügung vom 23. Juni 2010 trat die IVSTA auf das Gesuch der Versicherten
sinngemäss nicht ein, da sie nicht habe glaubhaft machen können, dass
sich der IV-Grad in einer für den Anspruch erheblichen Art und Weise ge-
ändert habe (IV-act. 57).
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A.d Am 20. Januar 2012 (Eingangsdatum 30. März 2012) reichte die Ver-
sicherte die dritte Anmeldung zum Bezug von Leistungen der schweizeri-
schen Invalidenversicherung über den österreichischen Versicherungsträ-
ger ein (IV-act. 58). Am 15. März 2012 wies der österreichische Versiche-
rungsträger das Gesuch der Versicherten erneut ab (IV-act. 59). Der medi-
zinische Dienst der IVSTA kam in der Stellungnahme vom 15. August 2012
zum Schluss, dass aufgrund der eingereichten Akten im Wesentlichen von
einem unveränderten Gesundheitszustand auszugehen sei (IV-act. 70),
woraufhin der Versicherten mit Vorbescheid vom 20. August 2012 das
Nichteintreten auf ihr Gesuch in Aussicht gestellt wurde (IV-act. 71). Nach-
dem die Versicherte wiederum keine Stellungnahme einreichte, verfügte
die IVSTA am 16. Oktober 2012 im Sinne des Vorbescheids (IV-act. 72).
A.e Die Versicherte ersuchte am 21. November 2012 anlässlich des
Sprechtags der Pensionsversicherungsanstalt in (...) um erneute Einlei-
tung eines Verfahrens auf Invalidenrente in der Schweiz, weil sich ihr Zu-
stand verschlechtert habe (IV-act. 80). Der österreichische Versicherungs-
träger sprach ihr schliesslich mit Bescheid vom 4. Dezember 2012 im Rah-
men des Vergleichs vom 5. Oktober 2012 eine vom 1. September 2012 bis
28. Februar 2014 befristete Invaliditätspension zu (IV-act. 75). Mit Vorbe-
scheid vom 18. Dezember 2012 wurde der Versicherten das Nichteintreten
auf ihr zwischenzeitlich viertes Gesuch in Aussicht gestellt (IV-act. 82) und
anschliessend am 14. März 2013, nachdem wieder keine Stellungnahme
der Versicherten einging, entsprechend verfügt (IV-act. 84).
A.f Der österreichische Versicherungsträger stellte der IVSTA am 17. März
2014 ein weiteres ärztliches Gutachten vom 22. Februar 2014 die Versi-
cherte betreffend zu (IV-act. 88). Mit Bescheid vom 11. März 2014 hatte der
österreichische Versicherungsträger der Versicherten die befristet zuer-
kannte Invaliditätspension gestützt auf das Gutachten vom 22. Februar
2014 unbefristet für die weitere Dauer der Invalidität weiter gewährt (IV-
act. 86). Der RAD-Arzt Dr. B._ hielt im Schlussbericht vom 9. April
2014 insbesondere fest, eine Verschlechterung gegenüber dem Gutachten
vom 22. Februar 2012 sei medizinisch nicht ersichtlich. Daher teilte die
IVSTA dem österreichischen Versicherungsträger am 16. April 2014 mit,
dass das Verfahren seit der Verfügung vom 14. März 2013 abgeschlossen
und das Dossier abgelegt sei (IV-act. 92).
A.g Schliesslich meldete sich die Versicherte am 13. Juni 2019 (Eingangs-
datum 26. Juni 2019) zum fünften Mal über den österreichischen Versiche-
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rungsträger zum Bezug von Leistungen der schweizerischen Invalidenver-
sicherung an (IV-act. 94). Mit Vorbescheid vom 13. September 2019 stellte
die IVSTA in Aussicht, das Gesuch nicht zu prüfen (IV-act. 96). Nachdem
keine Stellungnahme der Versicherten eingegangen war, verfügte die IV-
STA am 19. November 2019, dass das neue Gesuch nicht geprüft werde,
und trat damit sinngemäss nicht auf das Gesuch ein (IV-act. 100).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend Beschwer-
deführerin) mit Schreiben vom 17. Dezember 2019 Beschwerde beim Bun-
desverwaltungsgericht und reichte neue ärztliche Unterlagen ein (vgl. Ak-
ten im Beschwerdeverfahren [B-act] 1). Sie machte geltend, aus den vor-
liegenden ärztlichen Befunden sei klar erkennbar, dass sich gegenüber
den Vorbefunden eine wesentliche Verschlechterung in ihrem Krankheits-
bild ergeben habe. Sie ersuche daher, ihr Ansuchen um Zuerkennung einer
Invalidenrente einer neuerlichen Überprüfung zu unterziehen und ihr eine
Invalidenrente in der Schweiz zuzuerkennen.
B.b Der mit Zwischenverfügung vom 24. Dezember 2019 einverlangte
Kostenvorschuss von Fr. 800.- (B-act. 3) ist am 13. Januar 2020 in der Ge-
richtskasse eingegangen (B-act. 5).
B.c In ihrer Vernehmlassung vom 6. März 2020 (B-act. 7) stellte die Vor-
instanz den Antrag, die Beschwerde sei insoweit gutzuheissen, als die Sa-
che zur materiellen Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. Im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens seien neue medizinische Unterlagen
eingereicht worden. Angesichts der Tatsache, dass die letzte materielle
Prüfung vor zwölf Jahren stattgefunden habe, rechtfertige es sich gleich-
wohl, auf das letzte Gesuch einzutreten und den Sachverhalt erneut mate-
riell zu prüfen.
B.d Die Zwischenverfügung das Bundesverwaltungsgerichts vom 11. März
2020 mit Einladung zur Replik unter Beilage der Vernehmlassung der Vor-
instanz wurde mit Schreiben vom 14. Mai 2020 erneut an die Beschwerde-
führerin versandt, da die Frist zur Einreichung einer Replik unbenutzt ab-
gelaufen war und der Zustellabklärung nicht entnommen werden konnte,
ob die Zwischenverfügung zugestellt werden konnte (B-act. 8 und 9).
B.e Aufgrund der Pandemiesituation hob das Bundesverwaltungsgericht
mit Zwischenverfügung vom 4. Juni 2020 die Zwischenverfügung vom
11. März 2020 auf und versandte erneut eine Kopie der Vernehmlassung
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der Vorinstanz an die Beschwerdeführerin und lud sie gleichzeitig ein, eine
Replik einzureichen (B-act. 10). Da die Zwischenverfügung vom 4. Juni
2020 in der Folge aufgrund eines nicht gemeldeten Umzugs der Beschwer-
deführerin nicht zugestellt werden konnte (B-act. 11), wurde sie am
23. Juni 2020 im Bundesblatt publiziert (B-act. 14).
B.f Mit Zwischenverfügung vom 22. Juli 2020, publiziert im Bundesblatt am
28. Juli 2020 (B-act. 17), schloss das Bundesverwaltungsgericht den
Schriftenwechsel ab, da die Beschwerdeführerin innert Frist keine Replik
eingereicht hatte (B-act. 15).
B.g Die Beschwerdeführerin reichte mit Schreiben vom 22. Juli 2020 (Ein-
gang am 31. Juli 2020) unaufgefordert weitere neue ärztliche Unterlagen
ein (B-act. 18), weshalb das Bundesverwaltungsgericht diese mit Schrei-
ben vom 5. August 2020, zuhanden der Beschwerdeführerin publiziert im
Bundesblatt am 11. August 2020 (B-act. 21), der Vorinstanz zur ergänzen-
den Stellungnahme zustellte (B-act. 19).
B.h Mit ergänzender Stellungnahme vom 17. September 2020 (B-act. 22)
reichte die Vorinstanz insbesondere eine Stellungnahme des RAD
C._ vom 14. September 2020 ein, gemäss welcher eine dauer-
hafte, wesentliche, IV-relevante Verschlechterung des Gesundheitszustan-
des mit den beiden nachgereichten Berichten nicht überwiegend wahr-
scheinlich nachgewiesen sei (B-act. 22 Beilage 2). Dennoch beantragte
die Vorinstanz weiterhin eine Gutheissung der Beschwerde und Rückwei-
sung zur materiellen Prüfung aufgrund des langen Zeitraumes seit der letz-
ten materiellen Prüfung.
B.i Mit Verfügung vom 24. September 2020, publiziert im Bundesblatt am
6. Oktober 2020 (B-act. 25), hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, die
ergänzende Stellungnahme der Vorinstanz gehe nach Bekanntgabe eines
gültigen Zustelldomizils an die Beschwerdeführerin und der Schriftenwech-
sel bleibe abgeschlossen (B-act. 23).
B.j Die Beschwerdeführerin erkundigte sich mit Schreiben vom 10. Mai
2021 über den Verfahrensstand und teilte eine neue Adresse (gültig ab
Mitte Juni) mit, woraufhin sie das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben
vom 19. Mai 2021 an die Absenderadresse informierte, dass bedauerli-
cherweise keine verbindliche Angabe betreffend Entscheid gemacht wer-
den könne (B-act. 25). Gleichzeitig wurden der Beschwerdeführerin die
aufgelaufenen Verfahrensakten zur Kenntnis beigelegt. Dieses Schreiben
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konnte in der Folge erneut nicht zugestellt werden (B-act. 28). Entspre-
chend verschickte das Bundesverwaltungsgericht am 30. Juni 2021 ein
weiteres Schreiben an die neue, im Schreiben vom 10. Mai 2021 angege-
bene Adresse der Beschwerdeführerin, wiederum unter Beilage der aufge-
laufenen Verfahrensakten (B-act. 29).
C.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unter-
lagen wird – soweit erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1
Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Aus-
nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversiche-
rungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesge-
setzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die
Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten So-
zialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialver-
sicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen
des ATSG auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 26bis und
Art. 28 bis 70), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom
ATSG vorsieht.
1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung,
so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. Da die
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Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und
Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss innert Frist ge-
leistet wurde (B-act. 5), ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin ist österreichische Staatsangehörige und
wohnt in Österreich. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom
21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemein-
schaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss An-
hang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft
getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und
Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar
2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010,
Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehun-
gen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das
Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität sowie die hier streitige
Frage, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf das Neuanmeldungsgesuch
eingetreten ist, beurteilt sich indes auch im Anwendungsbereich des FZA
und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem Recht (vgl.
BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 9C_573/2012 vom
16. Januar 2013 E. 4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer]
C-7544/2014 vom 13. Oktober 2016 E. 2).
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.3 Gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ist
das Bundesverwaltungsgericht nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2).
2.4 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 19. November 2019) eingetretenen Sachver-
halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither
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verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
2.5 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 19. November 2019 in Kraft standen; weiter aber auch
Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren,
die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-
che von Belang sind.
3.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 19. November 2019, mit welcher die Vorinstanz auf die
Neuanmeldung der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist. Streitgegen-
stand kann daher lediglich die Frage bilden, ob die Vorinstanz zu Recht
nicht auf die Neuanmeldung eingetreten ist. Nicht Gegenstand der ange-
fochtenen Verfügung und damit nicht Streitgegenstand im vorliegenden
Verfahren ist die materielle Beurteilung des Rentenanspruchs der Be-
schwerdeführerin.
Soweit die Beschwerdeführerin vorliegend die Zusprache einer IV-Rente
beantragt, ist auf die Beschwerde deshalb nicht einzutreten.
4.
4.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-
gert, so wird auf eine Neuanmeldung nur dann eingetreten, wenn die ver-
sicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität seither
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87
Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV, SR 831.201]). Sind diese Voraussetzungen nicht er-
füllt, so erledigt die Verwaltung das Gesuch ohne weitere Abklärungen
durch Nichteintreten (BGE 109 V 108 E. 2b). Ist dagegen in einem für die
Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum eine Änderung
glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das Gesuch einzu-
treten und es in tatsächlicher sowie rechtlicher Hinsicht allseitig zu prüfen
(vgl. BGE 117 V 198 E. 4b).
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4.2 Die in Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV genannte Eintretensvoraussetzung soll
verhindern, dass sich die Verwaltung nach vorausgegangener rechtskräfti-
ger Rentenverweigerung immer wieder mit gleichlautenden und nicht nä-
her begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darle-
genden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1; 130 V
64 E. 5.2.3; 125 V 410 E. 2b). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung ist es in erster Linie Sache der versicherten Person, mit der Neuan-
meldung substanzielle Anhaltspunkte für eine allfällige neue Prüfung des
Leistungsanspruchs darzulegen (BGE 130 V 64 E. 5.2.5; Urteil des BGer
8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.1). In diesem Verfahrensstadium gilt
demnach der Untersuchungsgrundsatz nicht. Vielmehr wird der versicher-
ten Person für das Eintreten auf eine Neuanmeldung eine Behauptungs-
und Beweisführungslast auferlegt (URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfah-
ren in der Invalidenversicherung, 2010, § 21 Rz. 955 mit Hinweis auf BGE
130 V 64 E. 5.2.5 und BGE 117 V 198 E. 3a). Es sind dabei grundsätzlich
alleine die im Verwaltungsverfahren eingereichten medizinischen Unterla-
gen zu prüfen (Urteil des BGer 8C_264/2012 vom 4. Juli 2012 E. 2). Arzt-
berichte, welche aus der Zeit nach Erlass der angefochtenen Verfügung
(vorliegend 19. November 2019) datieren und erst im Beschwerdeverfah-
ren aufgelegt wurden, sind – unter der Voraussetzung, dass das der Nicht-
eintretensverfügung vorangehende Verwaltungsverfahren den Erfordernis-
sen des Bundesgerichts betreffend Fristansetzung und Androhung der
Säumnisfolgen genügt (vgl. dazu nachfolgend E. 4.3) – bei der Beurteilung
der Frage, ob die Verwaltung auf die Neuanmeldung hätte eintreten müs-
sen, nicht zu berücksichtigen (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5; Urteil
8C_844/2012 E. 2.2; Urteile des BVGer C-3312/2020 vom 14. Juni 2021
E. 4.2; C-1640/2017 vom 12. April 2018 E. 4.2; C-3632/2010 vom 5. März
2013 E. 4.4; C-7857/2008 vom 7. Februar 2011 E. 6.2 und 7).
4.3 Wird in der Neuanmeldung kein Eintretenstatbestand glaubhaft ge-
macht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere auf Arzt-
berichte, hingewiesen, die noch beigebracht würden, ist der versicherten
Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel unter An-
drohung des Nichteintretens anzusetzen (BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Fehlt es
an der Androhung der Säumnisfolgen, bringt die versicherte Person aber
dennoch die in Aussicht gestellten Belege bei, kann sie aus diesem Unter-
lassen im späteren Verfahren nichts zu ihren Gunsten ableiten. Im Rahmen
des Vorbescheidverfahrens wird der versicherten Person nach Eröffnung
des vorgesehenen Nichteintretens zudem die Möglichkeit offen stehen, in-
nert angesetzter Frist nochmals (weitere) Beweismittel beizubringen. Erst
danach wird über die Neuanmeldung formell entschieden (Urteil
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8C_844/2012 E. 2.1). Wenn einer Neuanmeldung zwar ärztliche Berichte
beigelegt werden, diese indessen so wenig substanziiert sind, dass sich
eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls rechtferti-
gen würde, ist die IV-Stelle zur Nachforderung weiterer Angaben nur ver-
pflichtet, wenn den – für sich allein genommen den Anforderungen der
Glaubhaftmachung nicht genügenden (vgl. nachfolgend E. 4.4) – Arztbe-
richten konkrete Hinweise entnommen werden können, wonach möglich-
erweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Ände-
rung vorliegt. Der Verwaltung ist es aber auch hier unbenommen, entspre-
chende Erhebungen selber anzustellen, ohne dass deswegen bereits auf
ein materielles Eintreten auf die Neuanmeldung zu schliessen wäre (vgl.
zum Ganzen: Urteile des BGer 8C_844/2012 E. 2.1; 8C_341/2011 vom 27.
Juni 2011 E. 2.2.2; 8C_1009/2010 vom 7. April 2011 E. 2.3). Die Verwal-
tung bewegt sich somit auch dann noch auf der Stufe der Prüfung der Ein-
tretensvoraussetzung des Glaubhaftmachens einer Verschlechterung des
Gesundheitszustandes, wenn sie auf eine Neuanmeldung hin einfache Ab-
klärungshandlungen selbst vornimmt, indem sie etwa bei Ärzten, auf deren
Berichte sich eine Neuanmeldung stützt, zusätzlich einfache Formularbe-
richte einholt, oder vorgelegte Arztberichte ihrem ärztlichen Dienst oder ei-
nem RAD vor Verfügungserlass zur Stellungnahme unterbreitet (vgl. Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] I 781/04 vom 17. Feb-
ruar 2005 E. 3 sowie BGE 109 V 262 E. 3; vgl. auch Urteil des BVGer
B-3799/2012 vom 13. Februar 2014 E. 5.5).
4.4 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte An-
forderungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss nicht
nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es
genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb-
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch
wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender
Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen
(BGer 9C_635/2015 vom 16. Oktober 2015 E. 2.2). Weder eine im Ver-
gleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeits-
unfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des gel-
tend gemachten Leidens genügt jedoch per se, um auf einen veränderten
Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte
Befundlage (Urteil des BGer 8C_367/2020 vom 4. August 2020 E. 5.2.2 mit
Hinweis auf Urteile 9C_346/2019 vom 6. September 2019 E. 2.1.1 und
9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 4.2). Die Verwaltung verfügt bei der
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Beurteilung der Eintretensvoraussetzung nach Art. 87 IVV über einen ge-
wissen Spielraum. So wird sie namentlich berücksichtigen, ob die frühere
Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und an die Glaub-
haftmachung dementsprechend mehr oder weniger hohe Anforderungen
stellen (Urteile des BGer 8C_531/2013 vom 10. Juni 2014 E. 4.1.2;
9C_688/2007 vom 22. Januar 2008 E. 2.2). Nach der bundesgerichtlichen
Praxis dürfen ab einer Zeitspanne von 15 Monaten zwischen Ablehnungs-
verfügung und Neuanmeldung keine allzu hohen Anforderungen an die
Glaubhaftmachung gestellt werden (BGE 130 V 64 E. 6.2).
4.5 Bei einer Neuanmeldung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der
ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung
des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf
die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung ab-
zustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretensverfügungen aufgrund des fehlenden Abklärungs- und
bloss summarischen Begründungsaufwandes der Verwaltung unbeacht-
lich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine er-
neute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und
wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi-
gung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
standes) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsanspre-
chende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur
Wiedererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c
m.H.) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE
130 V 71 E. 3.2.3). Die Prüfung muss dabei insbesondere auch denjenigen
anspruchserheblichen Aspekt umfasst haben, auf dessen (behauptete)
Veränderung sich die Neuanmeldung stützt (Urteil des BGer 9C_899/2009
vom 26. März 2010 E. 2.1). Ferner muss die Veränderung der Verhältnisse
erheblich, das heisst hinsichtlich der Auswirkungen auf den Invaliditätsgrad
rentenwirksam sein (vgl. Art. 17 ATSG, BGE 130 V 343 E. 3.5 m.H.). Unter
revisionsrechtlichen Gesichtspunkten – welche gleichermassen für das
Neuanmeldungsverfahren gelten (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.2) – ist die un-
terschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Sachverhaltes im Übrigen unerheblich (BGE 112 V 371 E. 2b m.H.).
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5.
5.1 Die Beschwerdeführerin reichte am 13. Juni 2019 ein neues Leistungs-
begehren ein, welches der IVSTA am 26. Juni 2019 durch den österreichi-
schen Versicherungsträger übermittelt wurde (IV-act. 94). Die Vorinstanz
trat auf diese fünfte Neuanmeldung mit der hier streitigen Verfügung vom
19. November 2019 (IV-act. 100 = B-act. 1 Beilage 1) sinngemäss nicht
ein. Die Vorinstanz hat vorliegend mangels eingereichter ärztlicher Unter-
lagen (vgl. IV-act. 94) weder eine Stellungnahme beim RAD C._
eingeholt noch weitergehende amtliche Abklärungen vorgenommen. Der
angefochtenen Verfügung liegt folglich keine materielle Beurteilung der mit
der Neuanmeldung geltend gemachten Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes der Beschwerdeführerin zugrunde.
5.2 Im Hinblick auf den im Neuanmeldungsverfahren vorzunehmenden
Vergleich (vgl. oben E. 4.5) ist zunächst zu klären, auf welchen zeitlichen
Referenzpunkt abzustellen ist. Die letzte materielle Würdigung des Ren-
tenanspruchs der Beschwerdeführerin erfolgte mit der rechtskräftigen Ver-
fügung der IVSTA vom 23. April 2008 (IV-act. 32), mit welcher das Leis-
tungsbegehren der Beschwerdeführerin vom 26. Januar 2007 (IV-act. 1)
abgewiesen wurde. Nach dieser Leistungsverweigerung wurde keine wei-
tere materielle Prüfung und rechtskräftige Abweisung des geltend gemach-
ten Rentenanspruchs vorgenommen (vgl. auch Urteil B-3799/2012 E. 3.2).
Es ist daher zu prüfen, ob für die Zeit seit der letzten, unangefochten ge-
bliebenen Ablehnung des Leistungsgesuchs am 23. April 2008 bis zum Er-
lass der streitigen Verfügung am 19. November 2019 eine anspruchser-
hebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft dargetan ist.
Anders als bei der Prüfung einer glaubhaft gemachten Sachverhaltsände-
rung ist indessen bei der Frage nach dem richtigen Beweismass bezie-
hungsweise den beweisrechtlichen Anforderungen an die Glaubhaftma-
chung auch eine spätere Nichteintretensverfügung zu berücksichtigen (Ur-
teil 9C_688/2007 E. 3.3.1). Da die Zeitspanne zwischen der Nichteintre-
tensverfügung vom 14. März 2013 (IV-act. 84) und der fünften Neuanmel-
dung vom 13. Juni 2019 (IV-act. 94) etwas mehr als sechs Jahre beträgt,
dürfen hier an die Glaubhaftmachung der rentenrelevanten Gesundheits-
verschlechterung nicht allzu hohe Anforderungen gestellt werden (vgl.
oben E. 4.4).
5.3 Im Rahmen der letzten materiellen Beurteilung des Rentengesuchs,
welche zur rentenablehnenden Verfügung vom 23. April 2008 (IV-act. 32)
führte, stützte sich die Vorinstanz auf die Stellungnahmen der RAD-Ärztin
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Dr. D._ vom 13. Februar 2008 (IV-act. 30), welche zu den ihr unter-
breiteten medizinischen Dokumenten aus dem Zeitraum vom 15. Novem-
ber 2005 bis zum 19. November 2007 (IV-act. 10-15;19 f.; 28) eine Akten-
beurteilung vorgenommen hat. Gestützt auf diese Unterlagen stellte
Dr. D._ die Diagnosen (mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit)
chronisches Halswirbelsäulensyndrom links bei Status nach Diskusher-
nien-Operation mit Spondylodese bei Diskushernie C5/6 Mai 2006; leichte
Dysarthrie nach partieller Rekurrensparese (Mai 06); chronische Lumbal-
gien. Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie
eine leichte reaktive Depression fest. Die Arbeitsunfähigkeit in der bisheri-
gen Tätigkeit als Schneiderin gab Dr. D._ mit 10-20 % an. Sie führte
diesbezüglich aus, die Beschwerdeführerin sei leicht eingeschränkt im Be-
reich der Armhaltung, im Umgang mit Lasten (nicht mehr als ca. 15 kg) und
es bestehe eine leichte Einschränkung der Feinmotorik links. Leichte bis
kurzzeitig mittelschwere Arbeiten seien jedoch weiterhin zumutbar (vgl. IV-
act. 30).
5.4 Zu beurteilen ist im Folgenden, ob die Beschwerdeführerin für den Zeit-
raum vom 23. April 2008 bis 19. November 2019 glaubhaft gemacht hat,
dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen
Weise geändert hat (vgl. oben E. 4.4).
5.4.1 Die vorliegend angefochtene Verfügung vom 19. November 2019 (IV-
act. 100 = B-act. 1 Beilage 1) erging, ohne dass der medizinische Dienst
der IVSTA beziehungsweise der RAD C._ zur Stellungnahme auf-
gefordert wurde, da der fünften Anmeldung vom 13. Juni 2019 (Eingangs-
datum 26. Juni 2019), welche über den österreichischen Versicherungsträ-
ger erfolgte, keine medizinischen Unterlagen beilagen (vgl. IV-act. 94).
Erst mit ihrer Beschwerde vom 17. Dezember 2019 (B-act. 1) ans Bundes-
verwaltungsgericht hat die Beschwerdeführerin zwei identische MRT-Be-
funde vom 19. November 2019 (B-act. 1 Beilagen 2 und 3), einen nerven-
fachärztlichen Bericht von Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie
und Neurologie, vom 12. Dezember 2019 (B-act. 1 Beilage 4), einen Rönt-
genbefund vom 28. November 2019 (B-act. 1 Beilage 5) und eine Arztmit-
teilung des Landeskrankenhauses F._ vom 20. Juni 2011 (B-act. 1
Beilage 6) eingereicht. Mit unaufgeforderter Eingabe vom 22. Juli 2020 hat
die Beschwerdeführerin zudem weitere ärztliche Unterlagen eingereicht
(vgl. B-act. 18), und zwar einen Arztbrief von Dr. G._, Leiter Abtei-
lung für Neurochirurgie des Landeskrankenhauses H._, vom 6. Juli
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2020 (B-act. 18 Beilage 1), einen MRT-Befund vom 14. Juli 2020 betref-
fend das Kniegelenk links (B-act. 18 Beilage 2) sowie einen MRT-Befund
vom 22. Mai 2020 betreffend die Wirbelsäule (B-act. 18 Beilage 3).
Die erwähnten Unterlagen lagen der Vorinstanz bis zum Erlass der ange-
fochtenen Verfügung vom 19. November 2019 nicht vor und fallen zudem
– mit Ausnahme der Arztmitteilung des Landeskrankenhauses F._
aus dem Jahr 2011 sowie der MRT-Befunde vom 19. November 2019 –
grundsätzlich nicht in den rechtserheblichen Zeitraum bis zur angefochte-
nen Verfügung vom 19. November 2019 (vgl. oben E. 2.4 und 4.2).
5.4.2 Es ist daher nachfolgend zu prüfen, ob die erst im Beschwerdever-
fahren eingereichten Unterlagen dennoch zu berücksichtigen sind (vgl.
oben E. 4.2 und 4.3).
Da die Beschwerdeführerin ihrer fünften Neuanmeldung keine ärztlichen
Unterlagen beigelegt (IV-act. 94) und auch bis zum Erlass der angefochte-
nen Verfügung trotz entsprechendem Hinweis im Vorbescheid vom
13. September 2019 (IV-act. 96) keine neuen Unterlagen nachgereicht hat,
lagen der Vorinstanz keine konkreten Hinweise auf eine möglicherweise
mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vor. Vor
diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass die Vorinstanz ohne weitere
Abklärungen auf das Gesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist
(vgl. auch Urteil 8C_844/2012 E. 4.4).
Die angefochtene Nichteintretensverfügung vom 19. November 2019 ge-
nügt im Übrigen den Erfordernissen des Bundesgerichts hinsichtlich
Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen, da die Vorinstanz die
Beschwerdeführerin unter Ansetzung einer Frist im erwähnten Vorbescheid
darüber aufgeklärt hat, dass bei fehlender Glaubhaftmachung ein Nichtein-
treten drohe. Damit sind die erst im Rahmen der Beschwerde eingereich-
ten ärztlichen Unterlagen, welche zudem zeitlich nach der angefochtenen
Verfügung ausgestellt wurden, nicht zu berücksichtigen. Entsprechend er-
übrigen sich Ausführungen zum Inhalt dieser Akten.
5.4.3 Was die Arztmitteilung des Landeskrankenhauses F._ aus
dem Jahr 2011 betrifft, befindet sich dieses Dokument bereits in den Akten
der Vorinstanz (vgl. IV-act. 65) und wurde im Rahmen der dritten Anmel-
dung, welche zur Nichteintretensverfügung vom 16. Oktober 2012 (IV-
act. 72) führte, bereits berücksichtigt. Entsprechend kann dieses Doku-
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ment klarerweise nicht erneut berücksichtigt werden, da dies zu einer un-
zulässigen Neubeurteilung der bereits in Rechtskraft erwachsenen Nicht-
eintretensverfügung vom 16. Oktober 2012 führen würde.
5.4.4 Betreffend die beiden identischen MRT-Befunde vom 19. November
2019, welche zeitgleich wie die angefochtene Verfügung erstellt worden
sind, ist zusätzlich zum in E. 5.4.2, erster Abschnitt, Gesagten festzuhalten,
dass es sich dabei um eine reine Befundaufnahme ohne klinische Unter-
suchung und ohne Aussagen zur Arbeitsfähigkeit handelt (vgl. Urteil des
BVGer C-4828/2017 vom 16. Mai 2018 E. 9.4). Dieses Dokument enthält
zudem keine direkten Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin verändert haben soll.
5.5 Entsprechend ist – in Abweichung zum Antrag der Vorinstanz auf Rück-
weisung der Sache zur materiellen Prüfung – nicht zu beanstanden, dass
die Vorinstanz auf die fünfte Neuanmeldung der Beschwerdeführerin nicht
eingetreten ist, da im Rahmen des Verwaltungsverfahrens nicht glaubhaft
gemacht wurde, dass sich der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im
massgeblichen Zeitraum in einer für den Anspruch erheblichen Weise ge-
ändert hat. Die Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit darauf einzutre-
ten ist.
6.
Die im Beschwerdeverfahren neu eingereichten und nicht berücksichtigten
ärztlichen Unterlagen (B-act. 1 Beilagen 4 und 5; B-act. 18 Beilage 1-3),
mit welchen die Beschwerdeführerin wiederum eine Verschlechterung ih-
res Gesundheitszustands geltend macht, sind jedoch als Neuanmeldung
vom 17. Dezember 2019 zum Bezug von Leistungen der schweizerischen
Invalidenversicherung entgegenzunehmen. Sie sind daher der Vorinstanz
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Behandlung zu überweisen.
Die Vorinstanz wird dabei zu prüfen haben, ob mit den eingereichten ärzt-
lichen Unterlagen glaubhaft gemacht ist, dass sich der Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin seit der letzten materiellen Prüfung des Leistungsbe-
gehrens der Beschwerdeführerin am 23. April 2008 in einer für den An-
spruch erheblichen Weise geändert hat.
7.
Es bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteientschädigung
zu befinden.
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7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m.
Art. 69 Abs. 2 IVG). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die
unterliegende Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63
Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.- festzusetzen. Der einbezahlte Kos-
tenvorschuss in gleicher Höhe ist nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-
genden Entscheids zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
7.2 Grundsätzlich kann die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise ob-
siegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung
für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbehörde hat die obsiegende Vor-
instanz jedoch keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7
Abs. 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und der unterliegenden
Beschwerdeführerin ist entsprechend dem Verfahrensausgang keine Par-
teientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).