Decision ID: 785d7582-4093-59eb-96f5-c90c8117d5fd
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) erlitt im Jahr 2013 einen bei der Krankenkasse
Progrès Versicherungen AG im Rahmen der obligatorischen Grundversicherung
versicherten Unfall beim Fussballspielen mit Kniedistorsion rechts (Suva-act. 41, 57-5
f.). Bei diagnostizierter älterer vorderer Kreuzbandruptur mit entsprechender Instabilität,
dorsolateraler Meniskusläsion und Knorpelschaden Grad II-III mediale
Femurkondylenrolle Knie rechts wurde der Versicherte nach zuvor konservativer
Behandlung am 7. Juli 2016 im Spital B._ operiert (vordere Kreuzbandersatzplastik
[VKB-Plastik] arthroskopisch, Semitendinosussehne, Tight/Rope, laterale
Teilmeniskektomie und mediale Knorpelglättung rechts; Suva-act. 41).
A.a.
Ab dem 1. April 2018 war der Versicherte zu 100 % bei der C._. AG als
bauleitender Sanitärinstallateur tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 20. Dezember 2018
meldete die Arbeitgeberin, dass der Versicherte am 15. Dezember 2018 bei
Gartenarbeiten zu Hause das rechte Knie angeschlagen habe (Suva-act. 1). Ein am 21.
Dezember 2018 erfolgtes MRI des rechten Knies zeigte insbesondere eine insuffiziente,
differentialdiagnostisch rupturierte VKB-Plastik und eine fortgeschrittene, deutlich
progrediente Pangonarthrose und Chondromalazie (Suva-act. 6). Die behandelnden
Ärzte attestierten bis am 31. Dezember 2018 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-
act. 2 f.). Danach konnte der Versicherte wieder im üblichen Umfang arbeiten. Die Suva
A.b.
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B.
erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilbehandlung;
Suva-act. 4).
Am 15. April 2019 teilte der Versicherte der Suva mit, dass er das rechte Knie
operieren lassen werde (Suva-act. 9). Die Suva legte den Fall zur Beurteilung einer
Leistungspflicht Kreisarzt Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, vor. Dieser empfahl mit Stellungnahme vom
16. Mai 2019 keine Kostengutsprache für die geplante Operation, da diese keine
Unfallfolgen adressiere. Der Status quo sine sei spätestens Ende April 2019 erreicht
gewesen (Suva-act. 16). Am 22. Oktober 2019 wurde ein weiteres MRI des rechten
Knies erstellt (Suva-act. 28 f.). Dr. D._ hielt am 12. Dezember 2019 an seiner
ablehnenden Beurteilung fest (Suva-act. 33).
A.c.
Mit Verfügung vom 17. Dezember 2019 schloss die Suva den Fall per 30. April
2019 ab. Seit dann seien keine weiteren Versicherungsleistungen mehr geschuldet
(Suva-act. 35).
A.d.
Gegen die Verfügung vom 17. Dezember 2019 erhob der Rechtsvertreter des
Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, St. Gallen, am 3. Januar 2020
Einsprache (Suva-act. 40). Am 30. Januar 2020 reichte er eine Begründung nach (Suva-
act. 46).
B.a.
Der Fall wurde erneut Dr. D._ vorgelegt. Dieser kam mit Beurteilung vom 30.
April 2020 zusammengefasst zum Schluss, dass es im Zeitraum zwischen der
Operation im Jahr 2016 und dem geltend gemachten Ereignis vom 15. Dezember 2018
überwiegend wahrscheinlich zu einem Transplantatversagen gekommen sei. Beim
Ereignis vom 15. Dezember 2018 mit Fehltritt und Giving-way Symptomatik sei es zu
keiner zusätzlichen strukturellen Läsion des rechten Kniegelenks gekommen. Eine
richtungsgebende Verschlechterung sei nicht eingetreten. Die Folgen einer
vorübergehenden Aktivierung des Vorzustands seien spätestens drei Monate nach dem
Ereignis ausgeheilt. Die über diesen Zeitraum hinaus beklagte
Beschwerdesymptomatik, die Instabilität des rechten Kniegelenks und die
B.b.
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C.
Strukturschäden seien ausschliesslich dem im Jahr 2013 erlittenen und im Jahr 2016
operativ versorgten Kniegelenkstrauma geschuldet (Suva-act. 60).
Mit Entscheid vom 26. Juni 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 63).
Die geplante Operation (vgl. Suva-act. 9, 24, 31) war nicht durchgeführt worden (act. G
18 f.).
B.c.
Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Pedergnana, am 28.
August 2020 Beschwerde erheben. Es sei der Einspracheentscheid aufzuheben. Die
gesetzlichen Leistungen für Unfall seien zu erbringen. Das Gericht habe ein Gutachten
zur Unfallkausalität der Folgen des Unfalls vom 15. Dezember 2018 in Auftrag zu
geben. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin; act. G 1, 3). Mit der Beschwerde reichte Rechtsanwalt
Pedergnana unter anderem einen Arztbericht von Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, FMH, St.
Gallen, vom 27. August 2020 ein (act. G 1.4).
C.a.
In der Beschwerdeantwort vom 1. Dezember 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 26. Juni 2020 (act. G 7). Mit der Beschwerdeantwort reichte
die Beschwerdegegnerin eine ärztliche Beurteilung von Dr. D._ vom 12. November
2020 ein (act. G 7.1).
C.b.
Mit Replik vom 26. Februar 2021 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
unverändert an den Anträgen gemäss Beschwerde fest (act. G 14).
C.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und hielt mit
Schreiben vom 19. April 2021 unverändert an ihrem Antrag auf Abweisung der
Beschwerde fest (act. G 16).
C.d.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
C.e.
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Erwägungen
1.
Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin trotz unterschiedlicher
Schilderungen in den Akten (vgl. dazu Suva-act. 1, 11-3, 46) das Ereignis vom 15.
Dezember 2018 als Unfall (vgl. dazu Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) mit rechter Kniedistorsion oder -
kontusion anerkannt und nicht mehr in Frage gestellt hat. Darüber ist demnach nicht
mehr zu befinden. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die
Versicherungsleistungen, begründend aus dem Unfall vom 15. Dezember 2018, per 30.
April 2019 eingestellt hat.
2.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar
zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG];
Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK
UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Wenn die
Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist,
entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, Letzterer also
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu,
wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 54). Der Unfallversicherer muss nicht den Nachweis unfallfremder Ursachen
2.1.
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erbringen. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind
(Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2012, 8C_160/2012, E. 2 mit Hinweisen).
Dabei können medizinische Erfahrungssätze berücksichtigt werden (Urteil des
Bundesgerichts vom 11. November 2008, 8C_346/2008, E. 3.2.1).
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz
und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht
hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht
(BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können
beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Tatsache allein,
dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht,
lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es
bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit
der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee).
2.2.
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3.
Umstritten ist die Unfallkausalität der über den Leistungseinstellungszeitpunkt (30. April
2019) hinaus bestehenden Knieproblematik rechts.
Auch ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten sind nicht an sich unzuverlässig,
sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des
Bundesgerichts vom 8. Februar 2007, U 223/06, E. 5.1.2). Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Diesfalls
besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten
(BGE 122 V 157).
Der Beschwerdeführer erlitt im Jahr 2013, als er unbestrittenermassen noch nicht
bei der Beschwerdegegnerin versichert war, beim Fussballspielen unter anderem einen
Kreuzbandriss und eine Meniskusläsion rechts, welche am 7. Juli 2016 eine Operation
mit Kreuzbandplastik und Teilmeniskektomie notwendig machte (vgl. im Sachverhalt lit.
A.a). Am 15. Dezember 2018 ereignete sich das vorliegend relevante Unfallereignis mit
erneuter Beteiligung des rechten Knies. Das sechs Tage darauf durchgeführte MRI vom
21. Dezember 2018 zeigte gemäss der Radiologin Dr. med. F._ vom
Diagnosezentrum AR eine insuffiziente, differentialdiagnostisch rupturierte VKB-Plastik
und eine fortgeschrittene, deutlich progrediente Pangonarthrose und Chondromalazie.
Im Weiteren beschrieb sie im Untersuchungsbericht komplexe Rupturen im Hinterhorn
des Aussenmeniskus vertikal und horizontal (Suva-act. 6). Wie Dr. D._ in der
Beurteilung vom 30. April 2020 schlüssig begründet hat, können die Veränderungen im
Bereich aller belastungstragender Knorpelflächen im Sinne einer posttraumatischen
Pangonarthrose nicht dem Unfall von Dezember 2018 angelastet werden, da sich
derartige Knorpelschäden nicht innerhalb von sechs Tagen nach dem Ereignis hätten
ausbilden können (Suva-act. 60-7). Dies ist denn auch unbestritten. Strittig ist
hingegen, ob es anlässlich des Ereignisses vom 15. Dezember 2018 zu neuen
traumatisch bedingten Gesundheitsschädigungen gekommen ist, welche eine
Operation notwendig machen. Zur Diskussion steht dabei die Genese der Kreuzband-
und Aussenmeniskusproblematik, wobei im Folgenden die im Recht liegenden
medizinischen Berichte und Beurteilungen zu würdigen sind.
3.1.
Die Radiologin Dr. F._ legt sich in Berücksichtigung des MRI vom 21. Dezember
2018 bezüglich Ursache der Instabilität des rechten Knies nicht eindeutig fest und
3.2.
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diagnostiziert eine insuffiziente (unzureichende) VKB-Plastik, differentialdiagnostisch
eine rupturierte (traumatische) VKB-Plastik (Suva-act. 6; vgl. dazu auch act. G 7.1 S. 2
oben). Auch Dr. med. G._, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, vom Spital B._, Operateur des Eingriffs vom 7. Juli 2016, stellt
keinen klaren Befund in Bezug auf die Frage, ob es anlässlich des Vorfalls vom 15.
Dezember 2018 zu einer frischen Ruptur des Transplantats gekommen ist. Bei
deutlicher Kontusionsmarke im Bereich des medialen Femurkondyls mit Bone bruise
geht er zwar von einem gröberen Trauma aus. Eine Ruptur des Transplantats konnte er
indes anhand der Bilder nicht eindeutig feststellen (es werde eine Re-VKB-Plastik
durchgeführt, "sollte sich intraoperativ erweisen, dass das Transplantat wirklich
rupturiert ist"; Suva-act. 11-2). Aus diesen Berichten lassen sich damit keine
hinlänglichen Schlüsse bezüglich Genese der Kreuzband- und
Aussenmeniskusproblematik ziehen.
Dr. D._ führt mit (Akten-)Beurteilung vom 30. April 2020 aus, dass es im Zeitraum
zwischen der Operation im Jahr 2016 und dem geltend gemachten Ereignis vom 15.
Dezember 2018 überwiegend wahrscheinlich zu einem Transplantatversagen mit
nahezu vollständiger Atrophie/Rückbildung des eingebrachten autologen
Sehnenmaterials und muskulär kompensierter Instabilität des Kniegelenks mit
progredienter Pangonarthrose gekommen sei. Das Ereignis vom 15. Dezember 2018
mit Fehltritt und Giving-way Symptomatik habe zu keiner zusätzlichen strukturellen
Läsion geführt (Suva-act. 60-8 f.). Er begründet dies damit, dass auf den
kernspintomographischen Bildern des rechten Kniegelenks vom 21. Dezember 2018
die Struktur eines Transplantats nicht zu erkennen bzw. abzugrenzen sei. Diese sei
weitgehend oder vollständig verschwunden. Die bildmorphologischen Umstände
würden für eine bereits stattgefundene weitgehende Atrophie respektive Resorption
des transplantierten Gewebes sprechen. Dieser Zustand spreche eindeutig für ein
älteres und bereits Monate oder Jahre zurückliegendes Transplantatversagen (Suva-
act. 60-5). Die sich im Hinterhorn darstellenden Veränderungen würden
bildmorphologisch einer Zerrschichtung des Aussenmeniskus infolge zunehmender
Dekompensation des lateralen Gelenkkompartiments bei posttraumatischer
Pangonarthrose und nicht einer unfallbedingten frischen Rissbildung entsprechen
(Suva-act. 60-7). Im Weiteren seien auf den Bildern keine Signalsteigerungen zu
erkennen, die für eine relevante und strukturschädigende Gewalteinwirkung sprechen
würden. Auch das persistierende Knochenödem der Femurkondyle, das sich in der
Kernspintomographie vom 22. Oktober 2019 weiterhin gezeigt habe, beweise die
Genese des Knochenödems als Folge der Arthrose und nicht einer Traumatisierung,
wovon noch Dr. G._ ausgegangen sei (Suva-act. 11-2), da ein posttraumatisches
3.3.
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Knochenödem (Bone bruise) spätestens vier Monate nach einem Anprall nicht mehr
nachweisbar sei (Suva-act. 60-6).
Die Beurteilung von Dr. D._ erging in Kenntnis der Vorakten und in eingehender
Würdigung der MRI-Bilder. Entgegen den Ausführungen des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers in der Beschwerde (vgl. act. G 1 S. 5) hat er die medizinischen
Akten bezüglich der Operation aus dem Jahr 2016 berücksichtigt (vgl. dazu Suva-act.
41 sowie 60-1). Dr. D._ legt gestützt darauf nachvollziehbar dar, weshalb seiner
Meinung nach nicht von einem frischen Riss des VKB bzw. der VKB-Plastik anlässlich
des Ereignisses vom 15. Dezember 2018 auszugehen sei. Dr. D._ widerlegt schlüssig
die Einschätzung von Dr. G._, dass es sich bei den objektivierbaren Ödemen um
frische Ödeme handelt, welche für ein Unfallereignis mit relevanter Gewalteinwirkung
sprechen würden. Er führt zudem verständlich aus, welche Kollateralschäden/
Verletzungszeichen zu erwarten gewesen wären bzw. sich im MRI vom 21. Dezember
2018 hätten zeigen müssen, damit von einer frischen Ruptur des VKB ausgegangen
werden könnte (Suva-act. 60-7). Schliesslich leuchtet es insbesondere ein, dass das
Transplantat bei einer frischen Ruptur der VKB-Plastik sechs Tage nach dem Ereignis
noch erkennbar gewesen wäre. Dass dies nicht mehr der Fall war, bestätigen auch die
Dres. F._ und G._ (Suva-act. 6, 11-2). Damit erweist sich die Schlussfolgerung
einer weitgehenden Atrophie respektive Resorption des transplantierten Gewebes
bereits vor dem Unfall vom 15. Dezember 2018 als einleuchtend, womit gestützt auf die
Einschätzung von Dr. D._ überwiegend wahrscheinlich von einem
Transplantatversagen auszugehen ist. Zwar spricht sich Dr. E._ mit Bericht vom 30.
Oktober 2019 dafür aus, dass die im Dezember 2018 erlittene Distorsion des rechten
Knies zu einer Re-Ruptur der VKB-Plastik geführt habe (Suva-act. 27-2 f.). Mit Eingabe
vom 27. August 2020 führt er zudem aus, dass der Beschwerdeführer ein adäquates
Trauma für eine Re-Ruptur des VKB erlitten habe und die Wahrscheinlichkeit sehr klein
sei, dass es zwei Jahre nach der Kreuzbandoperation zu einem Transplantatversagen
mit vollständiger Atrophie des Sehnentransplantats gekommen sei (act. G 1.4).
Nachdem sich Dr. E._ indes überhaupt nicht mit der vorstehenden nachvollziehbaren
Begründung von Dr. D._ auseinandersetzt und auch nicht erkennbar mit der
Bildgebung vom 21. Dezember 2018 befasst, vermag er allerdings keine auch nur
geringen Zweifel an der Beurteilung von Dr. D._ zu wecken. Auch bezüglich
Kausalität der radiologisch ausgewiesenen Rupturen im Hinterhorn des
Aussenmeniskus (Suva-act. 6) bestehen keine auch nur geringen Zweifel an der
Beurteilung von Dr. D._. Zum einen liegen keine anderslautenden Einschätzungen im
Recht. Zum andern überzeugt, dass bei diesem Vorzustand nach Teilentfernung im
Jahr 2016 und fortgeschrittener lateral betonter Gonarthrose die Risse überwiegend
3.4.
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4.
wahrscheinlich nicht auf das Ereignis vom 15. Dezember 2018 zurückzuführen sind. In
Würdigung des Gesagten ist festzuhalten, dass es gestützt auf die nachvollziehbare
Beurteilung von Dr. D._ anlässlich des Ereignisses vom 15. Dezember 2018
überwiegend wahrscheinlich zu keinen neuen traumatisch bedingten
Gesundheitsschädigungen gekommen ist, womit in antizipierter Beweiswürdigung auf
diesbezügliche Weiterungen verzichtet werden kann. Bei fehlendem natürlichem
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 15. Dezember 2018 im Sinne
von Art. 4 ATSG und den Listenverletzungen (Kreuzbandläsion und Rupturen des
Aussenmeniskus) erübrigt sich eine Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 lit. c
und g UVG, zumal es keinen Hinweis auf ein vor oder nach dem Unfall vom 15.
Dezember 2018 eingetretenes Ereignis gibt (vgl. dazu BGE 146 V 70 f. E. 9.2).
Bei Fehlen unfallkausaler Restfolgen im Sinne struktureller Läsionen ist, nachdem
eine richtungsgebende Verschlimmerung anlässlich des Ereignisses vom 15. Dezember
2018 nicht zur Diskussion steht (Suva-act. 60-9; vgl. zu den Voraussetzungen für eine
richtungsgebende Verschlimmerung das Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober
2007, 8C_467/2007, E. 3.1), lediglich von einer vorübergehenden Verschlimmerung des
Vorzustands im rechten Kniegelenk auszugehen. Dafür hat die Beschwerdegegnerin
den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub zu übernehmen, d.h. sie
hat bis zum Erreichen des Status quo sine/ante Leistungen für das unmittelbar im
Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen (vgl. dazu
vorstehende E. 2.1). Nach einer gewissen Zeit werden die aufgetretenen bzw.
ausgelösten Beeinträchtigungen, auch wenn sie weiterbestehen, aber nicht mehr dem
Unfall angelastet (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). Bezüglich der vorliegend
erlittenen Kniedistorsion bzw. -kontusion, ohne dabei erlittene innere strukturelle
Läsionen, ist ohne weiteres der medizinischen Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, wonach solche Verletzungen grundsätzlich innert kurzer Zeit folgenlos
ausheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden (Alfred
M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2005, S. 412, 1096
f.). Die Annahme des Status quo sine/ante per 30. April 2019, rund 18 Wochen nach
dem Unfall vom 15. Dezember 2018, ist damit nicht zu beanstanden.
3.5.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die über den
Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus geklagte Beschwerdeproblematik am rechten
Knie überwiegend wahrscheinlich nicht mehr dem Ereignis vom 15. Dezember 2018
anzulasten ist, weshalb die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen zu Recht
per 30. April 2019 eingestellt hat.
3.6.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 11/11
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Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 26. Juni 2020
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren
Fassung). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).