Decision ID: 19d6eae0-4104-4b7d-a0be-f20b99cd8687
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1989, war seit dem
1.
Mai 2011 als Transportmitarbeiter
bei der
Y._
GmbH angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen v
on Unfällen versichert (
Urk.
9
/1
). Am 1
2.
Januar 2012 stürzte der Versicherte beim Snowboardfahren und verletzte sich dabei an der rechten Schulter
(
vgl.
Bagatellunfall-Meldung UVG vom 2
7.
April 2012,
Urk.
7/1
)
. Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
1.2
Am 1
1.
Dezember 2012 erlitt der V
ersicherte mit seinem Personenwagen (un
ve
rschuldet) einen schweren
Verkehrsunfall und zog sich dabei multiple Ver
letzungen zu (
vgl.
Schadenmeldung UVG vom 1
7.
Dezember 2012
,
Urk.
8/2
).
Vom 2
8.
Dezember 2012 bis zum 2
7.
Februar 2013 wur
de er in der Rehaklinik Z._
stationär behandelt (
Urk.
8/43).
Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
1.3
Am
6.
Dezember 2014 zog sich der Versicherte im Rahmen eines Selbst
verteidigungskurses eine Verletzung an der linken Schulter zu (
vgl.
Bagatell
unfall-Meldung
UVG vom
7.
Januar 2015
Urk.
9
/1
). Die Suva erbrachte
Heil
behandlungs
- und Taggeldleistungen.
1.4
A
m
5.
April 2019
führte med.
pract
. A._
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, vom Kompetenzzentrum
Versicherungsmedizin
der Suva eine Unter
suchung durch (
Urk.
8/325).
Am 2
2.
Juli 2019 nahm
Dr.
med. B._
, FMH Neurologie,
vom Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der Suva
eine Beurteilung vor (
Urk.
8/346-347).
Am
3
0.
August 2019
erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung bei
med.
pract
. C._
, FMH Chirurgie
(
Urk.
9/76
)
. Mit Verfügung vom 2
4.
August 2020 sprach die Suva dem Ver
sicherten für die Folgen der drei genannten Unfallereignisse basierend auf einer Integritätseinbusse von 12,5
%
eine Integritätsentschädigung von
Fr.
15'750.-- zu. Gleichzeitig verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 5
%
(
Urk.
9/87
). Die gegen
die Verneinung eines Rentenanspruchs
vom Versicherten am 2
3.
September 2020 erhobene Einsprache (
Urk.
9/88
) wies die Suva mit Entscheid vom
1
6.
Dezember 2020 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
9.
Januar 2021 Beschwerde und beantragte, es sei ihm eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 11
%
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerde
antwort vom
4.
März 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am 1
0.
März 2021 angezeigt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) wer
den – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die zu beurteilenden Unfälle haben
sich am 1
2.
Januar
2012, 1
1.
Dezember 2012 und
6.
Dezember 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden
.
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der
unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
Der Einkommensvergleich setzt voraus, dass bei der Ermittlung beider Ein
kommen gleich vorgegangen wird
,
da andernfalls die Grundlage
der Vergleich
barkeit fehlt.
Mit diesem Grundsatz wird berücksichtigt, dass bei bestimmten Faktoren, welche sich bereits vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung einkommensmässig ausgewirkt haben, anzunehmen ist, dass sie sich nach Eintritt der Beeinträchtigung gleichermassen auswirken. Es geht um bestimmte per
sönliche Eigenschaften wie fehlende Ausbildung, schlechte Sprachkenntnisse etc. (dazu SVR 2014 UV Nr. 10,
Urteil des Bundesgerichts 8C_340/2013 vom 2
0.
Dezember 2013
E. 5.2.1). Der Grundsatz der Gleichartigkeit der Vergleichs
einkommen bringt mit sich, dass gegebenenfalls bei einem der beiden Ein
kommen eine bestimmte Korrektur erfolgen muss. Wenn
sich
beispielswe
ise die fehlende Ausbildung
vor dem Eintritt der gesundheitlichen Einbusse ein
kommensmässig ausgewirkt hat, darf bei der Bestimmung des Invaliden
einkommens nicht so vorgegangen werden, wie wenn der betreffende Faktor nicht bestehen würde. Es muss insoweit eine Parallelisierung d
er Vergleichs
einkommen erfolgen
(
vgl. Kieser, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, N 14
f.
zu
Art.
16).
1.5
1.5.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn.
Ist kein solches tatsächlich er
zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung
Tabellenlöhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
beigezo
gen werden
(
vgl.
BGE 139 V 592 E. 2.3; 129 V 472 E. 4.2.1).
1.5.2
Die Rechtsprechung wendet in der Regel die Monatslöhne
gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile «Total Privater Sektor»
, an
(BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Bisweilen wird aber auch auf Löhn
e einzelner Sektoren (Sektor 2 «
Produkt
ion» oder 3 «Dienst
leistungen»
) oder gar einzelner Branchen abgestellt, we
nn dies als sachgerecht erscheint
, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der ver
bleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in andere
n Bereichen kaum in Frage kommt
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_237/2007 vom 24. August 2007 E. 5.1).
Der Tabellenlohn im Dienstleistungssektor kann etwa herangezogen werden
, wenn der versicherten Person aufgrund ihrer Behinderung alle
produktionsnahen Tätigkeiten verschlossen sind und sie praktisch nur noch im Dienstleistungssektor beschäftigt werden kann (
Urteil des Bundesgerichts U 240/99 vom
7.
August 2001 E. 3c/cc
).
Generell kann die versicherte Person
nicht
auf der Anwendung der Lohnansätze aus einem bestimmten
Niedriglohnsektor bestehen (z.B. Gastgewerbe), sofern
ihr trotz Behinderung
andere normal entlöhnte Hilfsarbeiten zumutbar
sind; die
Schadenminderungspflicht
wirkt sich auch in diesem Zusammenhang aus
(
vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage,
Zürich/Basel/Genf
2014,
Rz
. 97 zu
Art.
28a).
1.5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
der Beschwerdeführer unter Einhaltung des von Kreisarzt
C._
erstellten Zu
mutbarkeitsprofils einer ganztägigen Arbeitstätigkeit nachgehen könne.
Im Rahmen der Ermittlung des
Valideneinkommen
s
sei
v
om
T
abellenlohn gemäss
LSE 2018
im Bereich Landverkehr, Schif
f
fahrt, Luftfahrt und
Lagerei
(TA1,
Pos. 49-52,
Kompetenzniveau 1, Männer)
auszugehen, welcher
sich
auf
Fr.
5'295.-- pro M
onat
bzw.
Fr.
63'540.-- pro Jahr
belaufe
. Nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit
von
42.4 Stunden
(
Fr.
63'540.-- : 40 x 42,4 =
Fr.
67'352.40)
und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2019
(
Fr.
67'352
.40 : 100.4 x 101.8)
resultiere ein
Valideneinkommen
von
Fr.
68'292.
--. Aufseiten des Invalideneinkommen
s
sei der LSE-Tabellenlohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in der Höhe von
Fr.
5'417.
-- pro Monat bzw.
Fr.
65'004.-- pro Jahr
(TA1,
Kompetenzniveau 1,
Männer, Total) heranzuziehen.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (
Fr.
65'004.-- : 40 x 41.
7 =
Fr.
67'766.67)
und nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2019 (
Fr.
67'766.67
+ 0.9
%
) ergebe sich
ein hypothetisches jährliches Ein
kommen von
Fr.
68'376.5
7.
Da ein leidensbedingter Abzug
von 5
%
(
Fr.
68'376.57 x 0,95)
zu berücksichtigen sei,
resultiere
ein Invalideneinkommen von
Fr.
64
'
958.--
.
Bei einer
unfallbedingte
n
Erwerbseinbusse
von
Fr.
3'334.
-- betrage der
Invaliditätsgrad 5
%
(
Fr.
3'334.-- :
Fr.
68'292.--;
Urk.
2
, vgl. auch
Urk.
9/87
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
er das von der Beschwerdegegnerin mittels LSE festgelegte
Valideneinkommen
von
Fr.
68'292.--
akzeptiere. Mit dem
von ihr
errechneten
Invalideneinkommen sei er aber nicht
einverstanden. Die Beschwerdegegnerin habe das
Valideneinkommen
au
fgrund der
LSE-
Tabellen
im Sektor
3,
Dienstleistungen
,
ermittelt. Beim Invaliden
einkommen sei sie hingegen
vom Medianlohn
gemäss LSE
, Total,
ausgegangen. Hier seien also
auch die Löhne des Sektors 2, Produktion,
einbezogen worden. Dies verstosse gegen den
aus
Art.
16 ATSG fliessenden
Grundsatz der Gleich
artigkeit der Vergleichseinkommen. Der Beschwerdef
ührer habe keine Berufs
lehre absolviert, stets im
Diens
t
leistung
ssektor gearbeitet und sich
entsprechend weitergebildet (LKW-Führerausweis, Ausbildung im Sicherheitsdienst etc.). Auf
grund dessen seien ihm
auch
nur Tätigkeiten im Dienstleistungssektor möglich und zumutbar. Bei der Ermittlung des Inv
alideneinkommens sei
daher
vom Tabellenlohn gemäss
LSE 2018, Sektor 3, Dienstleistungen, Kompetenzniveau 1, Männer
,
von
Fr.
5'063.-- auszugehen, weshalb ein
jährliches Einkommen
von
Fr.
63'908.-- ([
Fr.
5'063.--
x 12 : 40 x 41.7 =
Fr.
63'338.--] + 0.9
%
)
resultiere
.
Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs
v
on 5
%
(=
Fr.
3'195.40) belaufe sich das
Invalideneinkommen
somit
auf
Fr.
60'713.--. Bei einer Erwerbs
einbusse von
Fr.
7'579.-- betrage der Invaliditätsgrad 11
%
(
Fr.
7'579.-- :
Fr.
68'292.--;
Urk.
1).
3.
3.1
Kreisarzt
C._
stellte im Bericht zur Untersuchung vom 3
0.
August 2
019 folgende Diagnosen (
Urk.
9
/76/13
-14
):
•
Auto
unfall Dezember
2012 mit:
-
m
ittelschwerem Schädel-Hirn-Trauma (
Shearing
injuries
im MRI nachgewiesen)
-
Fraktur M
assa
lateralis
C1 rechts, in leichter F
ehlstellung eingeheilt
-
Skapulafraktur
rechts (konservativ therapiert, ausgeheilt)
-
Sternumfraktur
(konservativ therapiert, ausgeheilt)
-
minimem
Pneumothorax links (konservativ therapiert, ausgeheilt)
-
Rippenfraktur 2-3 nicht disloziert und Fraktur
C
ostosternalgelenke
5-7
(
konser
-
vativ
therapiert, ausgeheilt)
-
d
islozierte
r
Fraktur Unterschenkel rechts (versorgt mit
Tibianagel
und Fibula-
Platte), Status nach Osteo
synthesematerialentfernung
-
Radiusschaftfraktur
links (versorgt mit Radiusplatte)
-
DRUG-Instabilität, versorgt mit Handgelenksarthroskopie
-
kl
eine
r
Rissquetschwunde
Oberlid
links (
restitutio
ad integrum)
-
m
inime
r Leberläsion 2
x 2 mm (konservativ, keine weitere Therapie)
-
v
ordere
r
Kreuzband-Ruptur rechts aufgrund Autounfall, zusätzlich Velounfall
Sommer 2015 Knie rechts
•
a
rthroskopisch-assistierte vordere Kreuzband-Rekonstruktion Knie rechts
,
Glättung lateraler Meniskus Januar
2016
•
Re-Operation mit Gelenkstoilett
e
-
ni
cht dislozierte
r
Fibulaf
rak
tur
links (
konservative Therapie
)
•
Stur
z beim Training,
6.
Dezember 2014
-
links,
anteroposteriore
Instabilität
•
d
iagnostische Schulterarthroskopie, ventrale und dorsale B
ankart-
R
ekon
-
struktion
8.
Juni 2017
•
Sturz beim Snowboarden 1
2.
Januar 2012
-
Labrumläsion Schulter rechts
•
Schulterarthroskopie, Bankart-
Repair
posteroinferior
, 2
2.
Mai 2015
•
p
ostero
-inferiore Stabilisation mit ipsilateralem Knochenblock 3
0.
September 2016
Krei
sarzt
C._
erklärte, dass
es beim Beschwerdeführer zu einem
wirklich
guten Resultat gekommen sei. Im Bereich
der Schultern beidseits sei das Resultat
be
züglich Beweglichkeit
exzellent
. Auch bezüglich des rechten Knies liege ein sehr gutes Resultat vor. Bezüglich des Unterschenkels rechts bei Status nach Unter
schenkelfraktur sei
der Beschwerdeführer
weitgehend beschwerdefrei. Auf der linken Seite verspüre er ebenfalls keine Schmerzen mehr. Auf der Seite des linken Unterarms sei
er
auch
beschwerdefrei. Im B
ereich des Handgelenks zeige er
keine grossen Beschwerden mehr. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einem Endzustand gekommen. Da der Beschwerdeführer einer körperlich anstrengen
den Tätigkeit nachgehe, sei
mit gewissen Einschränkungen zu rechnen. Die
bisherige
Tätigkeit könne überwiegend wahrscheinlich nicht mehr vollumfänglich durchgeführt werden. Es werde daher e
in Zumutbarkeitsprofil er
stellt:
Schwere Lasten könnten gehoben werden. Sehr schwere Lasten sollten aber nur selten gehoben werden. Das Hantieren mit Werkzeugen könne durc
hgeführt werden. Es sollten allerdings
keine Werkzeuge verwendet werden, welche Schläge oder V
ibrationen auf die Schultern bzw.
speziell auf den linken Unterarm generieren würden. Überkopfarbeiten sollten nur manchmal durchgeführt wer
den.
Das Knien und Kniebeugen könnten
durchgeführt werden. Bei rezidivierendem Niederknien soll
t
e der Beschwerdeführer aber einen Knieschutz tragen. Des Weiteren sollten im rechten Knie
nicht über längere Zeit
Zwangs
haltungen
eingenommen werden
. Die länger dauernde Haltung sei frei wählbar. Die Fortbewegung sei nicht eingeschränkt. Bei
m
Gehen auf unebenem Gelände
sollte der Beschwerdeführer aber
nur leichte Lasten heben. Das Treppensteigen sei uneingeschränkt durchführbar. Das
Leiternbesteigen
sei ebenfalls durch
führbar, sollte jedoch nur
selten durchgeführt werden. Beim
Leiternbesteigen
sei darauf zu achten, dass der Beschwerdeführer nichts in den Händen trage. Arbeiten, welche ein Gleichgewicht oder Balancieren erfordern würden, sollten nicht durchgeführt werden. Bei Einhalten dieses Zumutbarkeitsprofils könne von einer ganztägigen
Arbeit
ausgegangen werden
. Eine zeitliche Einschränkung gebe es nicht
(
Urk.
9
/76/14).
3.2
Diese Beurteilung von
Krei
sarzt
C._
ist ange
sichts der genannten Befunde so
wie
der dazugehörigen Erläuterungen nachvollziehbar.
Anderslautende ärztliche Einschätzungen liegen nicht vor. Zudem
zog der Beschwerdeführer
die Beurteilung von Kreisarzt
C._
auch nicht in Z
weifel
(vgl.
Urk.
1). Es kann des
halb darauf abgestellt werden.
4.
4.1
Was die Ermittlung des
Valideneinkommens
betrifft, begründete d
ie
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid ausführlich, weshalb sie
d
ieses
ausgehend vom
LSE-
Tabelle
n
lohn im Bereich Landverkehr, Schif
f
fahrt, Luftfahrt und
Lagerei
auf
Fr.
68'292.
-- festsetzte. Überze
ugend sind insbesondere auch die
Darlegungen
dazu, weshalb
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen sei
, dass der Beschwerdeführer bei der
Y._
GmbH
im Gesundheitsfall
ab 2014
bzw. 2015
zum stellvertretenden
Ges
chäfts
führer befördert worden wäre (vgl.
Urk.
2 S. 6 f.
). Der Beschwerdeführer hat die
E
rmittlung des
Valideneinkommens
auch nicht mehr beanstandet
(vgl. E. 2.2)
. D
essen
Berechnung gibt
nicht Anlass zu Weiterungen
.
4.2
Im Rahmen der
Ermittlung des Invalideneinkommens
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den
Tabellenlohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in der Höhe von
Fr.
5'
417.-- pro Monat
(
LSE 2018,
TA1
_tirage_skill_level
, Ko
mpetenzniveau 1, Männer, Total)
.
Vor dem H
inter
grund
, dass dem heute 32-jährigen
B
eschwerdeführer
gemäss
Zumutbarkeits
profil
von Kreisarzt
C._
körperlich mittelschwere und selbst körperlich schwere Tätigkeiten – mit den umschriebenen Einschränkungen –
wieder
zumut
bar sind,
kann davon ausgegangen werden, dass für ihn
n
ebst
Tätigkeiten im Dienstleistungssektor auch noch
diverse
Tätigkeiten in der Produktion
in Frage kommen.
Dass der B
eschwerdeführer
seit dem
1.
Mai 2011 Transportmitarbeiter
und damit im D
ienstleistungssektor
tätig war, vermag daran nichts zu ändern.
Dasselbe gilt auch für den Umstand, dass er im Jahr 2013 die LKW-Prüfung bestand (wobei er aber offenbar nicht sämtliche Kurse besuchte, um auch gewerblich fahren zu dürfen; vgl.
Urk.
8/89) und im Jahr 2014 eine Ausbildung im Sicherheitsbereich absolvierte (
Urk.
8/128).
Überdies
ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer seit
August 2018 eine Ausbildung zum Landschafts
gärtner und Gartenbauer EFZ absolviert (
Urk.
8/185/2), welche gemäss LSE –
analog zum
Baugewerbe - dem Bereich der Produktion zuzurechnen sein dürfte. Unter diesen Umständen
rechtfertigt
es
sich
vorliegend
nicht,
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
ausnahmsweise
den
LSE-
Tabellenlohn des
Sektors 3
, D
ienstleistungen,
heranzuziehen
.
Indem die Beschwerdegegnerin vom Tabellen
lohn in der Höhe vo
n
Fr.
5'417.-- ausging, hat sie
keine Verletzung des
Grund
satzes der Gleichartigkeit der Vergleichseinkommen
begangen.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen betriebsüblichen w
öchentlichen Arbeitszeit von 41.
7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirts
chaftsabteilungen, 1990 bis 2020
, T 03.02.03.01.04.01, Total) und der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 201
9
(
analog zur Berechnung des
Valideneinkommens
;
v
gl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, Konsumentenpreise und Reallöhne, Männer, 2010 bis 2020, T39
, Total)
ergibt sich
damit
ein Einkom
men von Fr. 68'336.40
(Fr. 5’417
.-- x 12 : 40 x 41.
7 :
2260 x 2279
).
Schliesslich liegt
– insbesondere mit Blick auf das von Kreisarzt
C._
erstellte Zumutbarkeitsprofil
–
unbestrittenermassen
auch kein triftiger Grund vor, welcher ein Abweichen vom Leidensabzug von 5
%
, den die Beschwerdegegnerin berück
sichtigte, rechtfertigen würde. Das Invaliden
einkommen beläuf
t sich daher auf
Fr.
64'919.60 (
Fr.
68'336.40 x 0,95).
4.3
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
68'292.--
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
64'919.60
resultiert eine E
rwerbseinbusse von Fr. 3'372.40
und damit ein Invaliditätsgrad von
5 % (Fr. 3'372.40 : Fr. 68'292.--
).
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenansp
ruch des Beschwerdeführers demnach
zu Recht.
5.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.