Decision ID: cc763b24-3737-4fdc-9901-f2d56fca888d
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. (alias A.X. [act. 11/2]), geboren 1975, Staatsangehöriger von Kosovo, reiste am
18. Juli 1988 im Alter von fast 13 Jahren in die Schweiz ein (act. 1 S. 3). Er verfügt über
eine Niederlassungsbewilligung, deren Kontrollfrist zuletzt bis 1. April 2020 verlängert
worden ist. Verheiratet ist er mit B.Y., ebenfalls kosovarische Staatsangehörige,
geboren 1973, mit der er drei gemeinsame Kinder hat. Das jüngste der Kinder ist 2000
geboren. Die Ehefrau und die Kinder verfügen ebenfalls über
Niederlassungsbewilligungen.
B. A.Y. wurde seit 1995 mehrfach verurteilt, unter anderem mit Urteil des
Kantonsgerichtes Z. vom 25. Mai 2004 wegen mehrfachen in Umlaufsetzens falschen
Geldes und Fahrens ohne Führerausweis zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten
sowie drei Jahren Landesverweisung, und mit Entscheid des Kreisgerichts S. vom
7. Januar 2016 wegen mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung,
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Entzugs oder Aberkennung des Ausweises, mehrfachen Fahrens ohne
Fahrzeugausweis und Kontrollschilder, mehrfacher missbräuchlicher Verwendung von
Ausweisen und/oder Kontrollschildern, mehrfacher einfacher Verletzung der
Verkehrsregeln, Widerhandlung gegen das SVG, mehrfacher versuchter falscher
Anschuldigung und falscher Anschuldigung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von
20 Monaten sowie einer Busse (vgl. act. 11/20; Vorakten [nachfolgend: Dossier],
S. 188 ff. und S. 373 ff.). Aufgrund der erwähnten Verurteilungen sowie wegen
Vorliegens diverser Betreibungen und Verlustscheine wurde A.Y. mit Verfügung vom
29. Juli 1998 erstmals fremdenpolizeilich verwarnt (act. 1 S. 3; Dossier, S. 85 ff.). Am
22. März 2006 wurde A.Y. erneut verwarnt (Dossier S. 215 ff.). Mit Verfügung vom
3. Januar 2012 wurde ihm der Widerruf der Niederlassungsbewilligung angedroht
(Dossier S. 296 ff.).
C. Mit Verfügung vom 12. Mai 2016 widerrief das Migrationsamt die
Niederlassungsbewilligung von A.Y. (act. 11/1.2). Gleichzeitig ordnete es an, er habe
die Schweiz auf den Termin der Haftentlassung zu verlassen. Sollte er sich bei
Rechtskraft der Verfügung wieder in Freiheit befinden, hätte er die Schweiz spätestens
60 Tage nach Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Gegen die Verfügung des
Migrationsamts erhob A.Y., vertreten durch Rechtsanwalt Dominik Sennhauser, mit
Eingabe vom 25. Mai 2016 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Der
Rekurs wurde am 22. November 2016 abgewiesen.
D. A.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 29. November 2016 zugestellten
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartementes (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 12. Dezember 2016 und Ergänzung vom 24. Januar
2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und auf den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu verzichten, eventualiter eine Verwarnung
auszusprechen, subeventualiter die Niederlassungsbewilligung zu widerrufen und eine
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, subsubeventualiter die Angelegenheit zur neuen
Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Mit Vernehmlassung vom 27. Januar 2017 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der am
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7. Januar 2016 angetretene Vollzug der mit Urteil des Kreisgerichts S. vom 7. Januar
2016 teilbedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe (act. 9.1-3) wurde vom 27. April bis
28. Mai 2017 (act. 14) und erneut vom 20. September 2017 bis 7. Januar 2018
unterbrochen (act. 20).
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seines Rechtsbegehrens sowie die Akten wird,
soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerde
gegen den am 29. November 2016 zugestellten Rekursentscheid wurde mit Eingabe
vom 12. Dezember 2016 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung
vom 24. Januar 2017 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit. Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene
Beschwerdeführer zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (vgl. Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb grundsätzlich
einzutreten. Nicht einzutreten ist allerdings auf die auch im Rahmen der
Beschwerdeergänzung (act. 6) unbegründet gebliebenen Rechtsbegehren, dass bei
Entzug der Niederlassungsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen
beziehungsweise die Angelegenheit zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz oder an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei (vgl. VerwGE B 2013/260 vom
19. Februar 2015 E. 1, www.gerichte.sg.ch).
2. Die Niederlassungsbewilligung kann bei einem Ausländer wie dem
Beschwerdeführer, der sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und
ordnungsgemäss in der Schweiz aufhält, nur widerrufen werden, wenn er in
schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz
oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet (Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit
bis
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Art. 63 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer; SR
142.20, AuG) oder wenn er zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde
(Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG). Eine längerfristige Freiheitsstrafe
wird bejaht, wenn die (bedingte oder unbedingte) Freiheitsstrafe mehr als ein Jahr
beträgt (vgl. dazu BGE 135 II 377 E. 4.2.).
Das Kreisgericht S. verurteilte A.Y. mit Entscheid vom 7. Januar 2016 zu einer
teilbedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten; acht Monate waren unbedingt zu
vollziehen. Damit ist der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 62
lit. b AuG erfüllt.
3. Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung rechtfertigt sich indessen selbst bei
Vorliegen eines Widerrufsgrundes nur, wenn die im Einzelfall vorzunehmende
Interessenabwägung den Widerruf auch als verhältnismässig erscheinen lässt (Art. 5
Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101, BV; Art. 96 Abs. 1 AuG). Der Widerruf setzt also
voraus, dass das öffentliche Interesse an der Wegweisung die privaten Interessen der
betroffenen Person an deren Verbleib in der Schweiz übersteigt. Bei dieser
Interessenabwägung zu berücksichtigen sind laut konstanter Praxis des
Bundesgerichts insbesondere die Schwere des Verschuldens des Ausländers, die
Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und seine Integration sowie die ihm und
seiner Familie drohenden Nachteile. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung hat zu
unterbleiben, wenn der verfolgte Zweck mit einer weniger einschneidenden
Massnahme, z.B. mit einer Androhung des Widerrufs der Bewilligung, erreicht werden
kann (BGE 135 II 377 E. 4.3; Weisungen des Staatssekretariates für Migration [SEM], I.
Ausländerbereich, Version 25.10.2013 Stand: 18. Juli 2016], Ziff. 8.3, abrufbar unter:
www.bfm.admin.ch). Bei Beschwerdeführern mit Familie ergibt sich die Notwendigkeit
der Interessenabwägung auch aus Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) und Art. 13 Abs. 1 BV.
Ausgangspunkt und Massstab der Überprüfung ist das Verschulden des
Beschwerdeführers im Zusammenhang mit den von ihm begangenen Straftaten und
damit die verhängten Strafen bzw. das in den entsprechenden Strafurteilen zum
Ausdruck kommende Verschulden. Dabei hat sich das Verwaltungsgericht mit den
Erwägungen der entscheidenden Strafbehörden auseinanderzusetzen, um zu einem
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eigenen Schluss betreffend die Schwere des Verschuldens und die Gefahrenprognose
zu gelangen (VerwGE B 2011/58 vom 11. August 2011 E. 3.1). Denn beim Entscheid
über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung stehen weniger der
Resozialisierungsgedanke oder die Prognose über das künftige Wohlverhalten als
vielmehr das allgemeine Interesse an der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung im Vordergrund. Der Beurteilungsmassstab ist damit vorliegend im
Vergleich zu den Strafbehörden strenger. Zu beachten ist dabei jedoch, dass laut
Bundesgericht umso strengere Anforderungen an die Schwere des Verschuldens
beziehungsweise den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu stellen sind, je länger
ein Ausländer in der Schweiz lebt. Die Ausweisung und damit auch der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung ist jedoch selbst bei einem Ausländer nicht
ausgeschlossen, der in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist (BGE 130 II 176
E. 4.4.2).
4. Vorliegend ist es so, dass das Urteil des Kreisgerichts S. vom 7. Januar 2016 nicht
begründet wurde. Ihm sind deshalb abgesehen von der Höhe der Strafe, die beachtlich
ist, kaum Rückschlüsse auf das Verschulden des Beschwerdeführers zu entnehmen.
Es liegen jedoch etliche weitere Entscheide (Dossier, S. 105 ff.) und Dokumente (etwa
das Schreiben des Amts für Justizvollzug vom 2. Juni 2016) vor, in welchen der
Beschwerdeführer als „äusserst uneinsichtig“ und „unbelehrbar“ beschrieben wird
bzw. von seiner „anhaltenden Uneinsichtigkeit“ die Rede ist und ihm deshalb keine
günstige Prognose gestellt wird (z.B. act. 11/4; Dossier, S. 168 und S. 184). Ebenfalls
festgehalten wird, dass der Beschwerdeführer sich weder von Vorstrafen noch bereits
verbüssten Freiheitsstrafen oder laufenden Probezeiten von weiteren deliktischen
Tätigkeiten abhalten liess (act. 11/4 S. 2). Diese Tatsachen betreffend das Verschulden
des Beschwerdeführers dürften auch das Kreisgericht S. bei seinem Entscheid geleitet
haben. Bei den deliktischen Tätigkeiten des Beschwerdeführers handelt es sich
keineswegs nur um Bagatelldelikte. Denn er durchbrach unter anderem in
alkoholisiertem Zustand mit seinem Personenwagen eine mobile Polizeikontrolle und
flüchtete sodann mit übersetzter Geschwindigkeit und ohne Licht vor den
Polizeibeamten, die ihn verfolgten. Dabei krachte er in ein Wiesenbord. Durch solches
und ähnliches Fahrverhalten gefährdete er andere Verkehrsteilnehmer. Auch bei
anderen Gelegenheiten gefährdete er andere, indem er etwa in alkoholisiertem Zustand
und beziehungsweise oder mit übersetzter Geschwindigkeit fuhr. Dabei gefährdete er
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dasselbe Rechtsgut wie es bei Gewalt- oder Betäubungsmitteldelikten verletzt
beziehungsweise gefährdet wird, nämlich das Rechtsgut von Leib und Leben. Neben
den zahlreichen Delikten im Bereich des Strassenverkehrs wurde der
Beschwerdeführer auch der falschen Anschuldigung schuldig gesprochen, weil er zwei
Polizeibeamte wider besseres Wissen bezichtigt hatte, ihn wahrheitswidrig einer
Straftat zu beschuldigen, und weil er sich anlässlich einer Polizeikontrolle als sein
eigener Bruder ausgab (der in der Folge wegen Geschwindigkeitsübertretung bestraft
wurde). Dieses Verhalten offenbart eine erhebliche Gleichgültigkeit gegenüber dem
Schicksal sogar angehöriger Mitmenschen. Ebenfalls nicht ignoriert werden kann in der
Strafgeschichte des Beschwerdeführers das Urteil des Kantonsgerichts Z. vom 25. Mai
2004 wegen mehrfachen in Umlaufsetzens von Falschgeld, das nicht nur von einer
kriminellen Energie des Beschwerdeführers, sondern auch von einem entsprechenden
Umfeld zeugt; denn der Beschwerdeführer hatte das Falschgeld nicht selbst hergestellt
(Dossier, S. 23 ff.). Angesichts dessen wiegt das Verschulden des Beschwerdeführers
doch recht erheblich und vor allem ist von ihm aufgrund der Vielzahl der
strafrechtlichen Verurteilungen keine Verhaltensänderung zu erwarten. Mit seinem
deliktischen Verhalten dokumentierte der Beschwerdeführer eine ausgeprägte
Geringschätzung und Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung.
Und trotz zweier fremdenpolizeilicher Verwarnungen und der Androhung des Widerrufs
der Niederlassungsbewilligung liess er sich nicht von weiteren Delikten abhalten. Dies
ist deshalb relevant, weil bei der Schwere des Verschuldens nicht nur die Schwere des
Delikts ins Gewicht fällt, sondern auch das Bewusstsein dessen, der sich über die
Rechtsordnung hinweg setzt. Wenn der Beschwerdeführer sich auf den
Bundesgerichtsentscheid vom 26. September 2016 stützt (BGer 2C_159/2016 vom
26. September 2016), um zu begründen, warum sein Verschulden nicht schwer sei, so
ist dem zu entgegnen, dass dieser Fall in Bezug auf die Delikte durchaus mit
demjenigen des Beschwerdeführers vergleichbar scheint, weshalb auch vorliegend wie
im referenzierten Entscheid ausser Frage steht, „dass der Beschwerdeführer erheblich
und wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz
verstossen [...] hat“ (vgl. BGer 2C_159/2016 vom 26. September 2016 E. 3.3.) und das
öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts damit wie im genannten
Entscheid offensichtlich verletzt ist (BGer 2C_159/2016 vom 26. September 2016
E. 4.1.). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer bis heute immer wieder betrieben
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werden muss (act. 11/15-1.3; act. 11/23.1). Angesichts dessen ist das öffentliche
Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung insgesamt hoch. Nicht zu
berücksichtigen ist bei der Einschätzung des öffentlichen Interesses die Behauptung
des Beschwerdeführers, dass seine Familie im Fall seiner Ausreise sozialhilfebedürftig
werden und der öffentlichen Hand zur Last fallen würde (act. 6 S. 5). Denn dies ist nicht
gewiss, erwartet doch die familienrechtliche Rechtsprechung eine hundertprozentige
Arbeitstätigkeit der Ehefrau, wenn das jüngste Kind 16 Jahre alt wird (vgl. statt vieler
Kantonsgericht des Kantons St. Gallen, II. Zivilkammer, 15. Mai 2017, FO.2016.5,
E. 6.b).
Dem gegenüber stehen die privaten Interessen des Beschwerdeführers und seiner
Familie (d.h. unter diesem Aspekt vor allem seiner Ehefrau und seines minderjährigen
Sohnes, die beide in der Schweiz niederlassungsberechtigt sind) und damit die lange
Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers in der Schweiz (28 Jahre) sowie die
Tatsache, dass er hier verheiratet ist und auch seine drei Kinder hier leben. In
beruflicher Hinsicht ist der Beschwerdeführer zudem integriert und bezieht keine
Sozialhilfe beziehungsweise hat die in den Jahren 2000-2002 bezogenen
Unterstützungsleistungen zurückgezahlt (act. 17; Dossier, S. 287). Allerdings hat der
Beschwerdeführer seine Schulzeit ausschliesslich im Kosovo verbracht (er beendete
sie hier nicht) und ist somit mit den Sitten und Gebräuchen in seinem Heimatland sowie
mit der dortigen Sprache bestens vertraut. Gemäss seinen Angaben war er etwa mit
seiner Ehefrau vom 27. Juli 2001 bis 20. August 2001 im Kosovo in den Ferien (Dossier,
S. 32), und hat sich auch etwa im Dezember 2011 dort aufgehalten (act. 2/4 S. 9),
obwohl er im aktuellen Beschwerdeverfahren behauptet, im Kosovo in keiner Weise
verwurzelt zu sein (act. 6 S. 5). Auf eine enge Bindung des Beschwerdeführers zum
Kosovo deutet zudem die Tatsache, dass seine Ehefrau selbst nach langjährigem
Aufenthalt in der Schweiz bis heute nicht in der Lage ist, ohne Dolmetscher polizeilich
einvernommen zu werden (Dossier, S. 316). Den Kontakt mit seinen mehrheitlich
bereits erwachsenen Kindern, die unter dem Aspekt von Art. 8 EMRK und Art. 13
Abs. 1 EMRK nicht zu berücksichtigen sind, aber auch mit dem 16-jährigen Sohn und
seiner Ehefrau könnte der Beschwerdeführer gut via Skype oder mittels anderer
moderner Kommunikationsmittel sowie im Rahmen von Besuchs- und
Ferienaufenthalten pflegen, würde er im Ausland leben (vgl. BGer 2C_159/2016 vom
26. September 2016 E. 4.2). Die privaten Interessen des Beschwerdeführers sind somit
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recht, aber nicht sehr gewichtig. Ausserdem würde ein Widerruf der
Niederlassungsbewilligung Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV nicht verletzen. Auch
diesbezüglich hilft dem Beschwerdeführer die Berufung auf den bundesgerichtlichen
Entscheid vom 26. September 2016 nicht, denn im besagten Entscheid hatte der
Betroffene sogar mehr als ein minderjähriges Kind, das in der Schweiz geboren wurde
und das Bundesgericht hielt deutlich fest, dass der Betroffene angesichts der nach der
Geburt der Kinder stattfindenden Verwarnungen sein Familienleben in der Schweiz
bewusst aufs Spiel gesetzt habe. Auch vorliegend wurde der Beschwerdeführer lange
nach der Geburt seiner Kinder (1994, 1996 und 2000), im Jahre 2006 ein zweites Mal
ausländerrechtlich verwarnt. Am 3. Januar 2012 wurde ihm förmlich der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung angedroht. Mit seinen Verfehlungen im Nachgang zu diesen
ausländerrechtlichen Sanktionen hat der Beschwerdeführer sein Familienleben in der
Schweiz somit bewusst aufs Spiel gesetzt, wurde er von den zuständigen Behörden
doch im Zusammenhang mit der Androhung des Widerrufs der
Niederlassungsbewilligung klar darauf hingewiesen, dass er sich künftig in jeder
Hinsicht klaglos zu verhalten habe, ansonsten er mit weitergehenden
fremdenpolizeilichen Massnahmen wie dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung
rechnen müsse (Dossier, S. 296 ff.).
Damit überwiegt das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung
die privaten Interessen des Beschwerdeführers sowie seiner Familie und der Widerruf
der Niederlassungsbewilligung erweist sich als recht- und verhältnismässig. Er ist sogar
notwendig, da eine mildere Massnahem, d.h. eine erneute Verwarnung, offensichtlich
nicht zum gewünschten Ziel führen, sondern den Beschwerdeführer im Gegenteil in
seinem bisherigen Verhalten bestärken würde.
5. (...).