Decision ID: d4b131db-c5c3-4a0d-98fd-59708d5396ff
Year: 2003
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. G._, geboren am _ Juni 1937, reiste am 16. Mai 1960 in die Schweiz ein, wo er seither wohnhaft ist (Urk. 3/1-2, Urk. 6, Urk. 7/1). Am 22. Januar 2002 meldete er sich zum Bezug einer Altersrente an (Urk. 7/3). Mit Verfügung vom 10. Juni 2002 sprach ihm die Ausgleichskasse Grosshandel + Transithandel mit Wirkung ab 1. Juli 2002 eine Altersrente von monatlich Fr. 1'689.-- zu, basierend auf einer Beitragsdauer von 41 Jahren 5 Monaten, einem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 55'620.-- sowie der Rentenskala 41 (Urk. 2).
2. Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 3. Juli 2002 Beschwerde mit dem Antrag, die Rente sei aufgrund einer höheren Beitragsdauer neu festzusetzen (Urk. 1). In der Beschwerdeantwort vom 12. Juli 2002 beantragte die Ausgleichskasse die teilweise Gutheissung der Beschwerde (Urk. 6). Nachdem der Beschwerdeführer innert Frist keine Replik eingereicht hatte, so dass Verzicht darauf anzunehmen war, wurde der Schriftenwechsel am 24. September 2002 geschlossen (Urk. 10).
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten und haben in einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen geführt. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Da sich der hier zu beurteilende Sachverhalt vor dem 1. Januar 2003 verwirklicht hat, gelangen die materiellen Vorschriften des ATSG und der ATSV sowie die gestützt darauf erlassenen Gesetzes- und Verordnungsrevisionen im vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb - soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2002 in Kraft gewesen sind.
2. Der Betrag der ordentlichen Altersrente wird durch zwei Elemente bestimmt: einerseits durch das Verhältnis zwischen der Beitragsdauer der versicherten Person und jener ihres Jahrganges (Rentenskala), anderseits aufgrund ihres durchschnittlichen Jahreseinkommens.
Die Beitragsdauer ist vollständig, wenn eine Person vom 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres bis zum 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalls gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang (Art. 29
ter
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, AHVG). In diesen Fällen wird eine Vollrente ausgerichtet. Die Beitragsdauer ist unvollständig, wenn eine Person eine geringere Zahl von Beitragsjahren aufweist als ihr Jahrgang. In diesen Fällen wird eine anteilsmässig tiefere Rente, eine Teilrente, ausgerichtet.
Das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen wird ermittelt, indem die Summe der aufgewerteten und damit an die Teuerung angepassten Erwerbseinkommen durch die Anzahl der Beitragsjahre geteilt wird (Art. 30 AHVG).
3. Der Beschwerdeführer macht unter Vorlegung entsprechender Wohnsitz-bescheinigungen geltend, er sei seit seiner Einreise im Mai 1960 in der Schweiz wohnhaft und erwerbstätig gewesen, und nicht erst seit August 1960, wie die Ausgleichskasse in der angefochtenen Verfügung angenommen habe (Urk. 1, Urk. 3/1-2).
Die Ausgleichskasse führt in der Beschwerdeantwort vom 12. Juli 2002 aus, in der angefochtenen Verfügung seien dem Beschwerdeführer im Jahr 1960 nur 5 Monate als Beitragszeit angerechnet worden (Urk. 6, Urk. 7/1). Aufgrund der neuen Beweismittel seien ihm im Jahr 1960 drei weitere Monate als Beitragszeit anzurechnen. Damit sei die Rente neu aufgrund einer Beitragsdauer von 41 Jahren 8 Monaten, aufgrund eines durchschnittlichen Jahreseinkommens von Fr. 54'384.-- und der Rentenskala 42 festzusetzen und somit auf Fr. 1'715.-- monatlich. Durch die Anrechnung von 3 weiteren Monaten im Jahr 1960 komme eine andere Rentenskala zur Anwendung, während sich das massgebende Durchschnittseinkommen entsprechend verringere. In diesem Sinne sei die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
4.
4.1 Für die Berechnung der Beitragsdauer von Personen mit Jahrgang 1937, wie ihn der Beschwerdeführer aufweist, ist grundsätzlich der Zeitraum vom 1. Januar 1958 bis zum 31. Dezember 2001 massgebend.
Aufgrund der vom Beschwerdeführer neu eingereichten Beweismittel steht fest und ist unbestritten, dass er seit Mai 1960 in der Schweiz wohnhaft ist. Ausserdem ist unbestritten, dass er seine Beitragspflicht lückenlos erfüllt hat. Der Beschwerdeführer weist damit für die Zeit vor der Einreise in die Schweiz eine Beitragslücke auf, die durch Berücksichtigung der 6 Monate im Rentenjahr teilweise geschlossen werden kann (Art. 52c AHVV). Nach erfolgter Lückenfüllung weist der Beschwerdeführer eine Beitragsdauer von 42 Jahren 2 Monaten auf. Aus der Gegenüberstellung der vollen Beitragsjahre des Beschwerdeführers (42) und derjenigen seines Jahrgangs (44) resultiert eine Rente im Rahmen der Rentenskala 42 (Rententabellen 2002 S. 10), wie die Ausgleichskasse zutreffend ausgeführt hat. Für die Ermittlung des durchschnittlichen Einkommens ist das gesamte aufgewertete Einkommen, welches mit Fr. 2'264'718.-- ausgewiesen (Urk. 7/1) und unbestritten ist, durch die neu anrechenbare Beitragszeit von 41 Jahren 8 Monaten (ohne Beitragsmonate im Jahr des Eintritts ins Rentenalter) zu dividieren. Dies ergibt ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 54'353.-- , was aufgerundet einem Tabellenwert von Fr. 54'384 entspricht (Rententabellen 2001, gültig für 2002 S. 28). Für den Beschwerdeführer resultiert damit eine Rente von Fr. 1'715.--, wie die Ausgleichskasse zutreffend festgestellt hat.
4.2 Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juli 2002 Anspruch auf eine monatliche Altersrente von Fr. 1'715.--. basierend auf einer Beitragsdauer von 41 Jahren 8 Monaten, einem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 54'384.-- sowie der Rentenskala 42.
Die Berechnung der Altersrente, wie sie die Ausgleichskasse in der angefochtenen Verfügung vorgenommen hat, erweist sich damit als unrichtig. In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung demnach aufzuheben, und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juli 2002 Anspruch auf eine monatliche ordentliche einfache Altersrente von Fr. 1'715.-- hat.