Decision ID: b423b040-e780-4888-95d1-0599efdc0712
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1956 geborene A._ war seit dem 1. Januar 2003 bei der B._, tätig und bei
der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 15. Januar 2003 beim
Schalen von einer Leiter über 2 mal 2 Meter in die Tiefe stürzte und sich eine mediale
und laterale Tibiaplateaufraktur mit ossärem Ausriss des vorderen Kreuzbands links
zuzog (SUVA-act. 1, 2 und 4). Er wurde zunächst im Spital C._ behandelt und zur
Weiterbehandlung dem Kantonsspital D._ (nachfolgend: Kantonsspital) zugewiesen,
wo er vom 15. Januar 2003 bis 6. Februar 2003 hospitalisiert und am 28. Januar 2003
operiert wurde (SUVA-act. 1, 2, 3 und 4). Die Fraktur wurde mit einer
Plattenosteosynthese und Spongiosaplastik versorgt und der knöcherne Ausriss des
vorderen Kreuzbands refixiert (SUVA-act. 3). In der Folge wurde der Versicherte
mehrmals im Kantonsspital radiologisch nachkontrolliert und es wurde intensive
Physiotherapie durchgeführt (SUVA-act. 5, 6, 7 und 8). Vom 4. August 2003 bis zum
7. August 2003 (SUVA-act. 13) wurde der Versicherte erneut im Kantonsspital
hospitalisiert, wo am 5. August 2003 (SUVA-act. 12) eine Kniearthroskopie links und
eine Osteosynthesematerialentfernung durchgeführt wurden. Am 3. Oktober 2003
(SUVA-act. 18 und 19) erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. E._,
der eine Röntgenkontrolle anordnete und aufgrund des protrahierten Verlaufs und des
unbefriedigenden Ergebnisses eine stationäre Rehabilitation in F._ als notwendig
erachtete. Der Versicherte trat am 13. Oktober 2003 (SUVA-act. 20) in die Rehaklinik
G._(nachfolgend: Rehaklinik) ein, wo im Auftrag der IV-Stelle eine vierwöchige
berufliche Abklärung durchgeführt wurde (SUVA-act. 24). Der Aufenthalt dauerte bis
zum 10. Dezember 2003 (SUVA-act. 26). Inzwischen war am 24. Oktober 2003 (SUVA-
act. 40) in der Klinik H._, eine Magnetresonanztomographie des linken Knies
durchgeführt worden. Per 29. Februar 2004 (SUVA-act. 36) wurde das Arbeitsverhältnis
des Versicherten aufgelöst und am 8. März 2004 (SUVA-act. 42) fand die ärztliche
Abschlussuntersuchung durch den Kreisarzt Dr. med. I._, Spezialarzt FMH für
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orthopädische Chirurgie, statt. Mit Schreiben vom 11. März 2004 (SUVA-act. 46) teilte
die Suva dem Versicherten mit, dass sie ihn aufgrund der kreisärztlichen Untersuchung
sowie der Beurteilung des Kantonsspitals vom 21. Januar 2004 ab dem 15. März 2004
wieder als zu mindestens 75% arbeits- bzw. somit voll vermittlungsfähig betrachte und
ab dem 14. März 2004 die Taggeldleistungen einstellen werde. Der Anspruch auf
allfällige weitere Versicherungsleistungen werde noch geprüft. Mit Verfügung vom
7. Mai 2004 (SUVA-act. 55) sprach die Suva dem Versicherten basierend auf einem
Integritätsschaden von 12.5% eine Integritätsentschädigung von Fr. 13'350.-- zu. Einen
Rentenanspruch verneinte sie mangels Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen. Diese
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.b Mit Schreiben vom 10. September 2005 (SUVA-act. 67) machte Rechtsanwalt lic.
iur. Thomas Rietmann, St. Gallen, für den Versicherten einen Rückfall geltend. Er
brachte vor, die gesundheitliche Situation des Versicherten hätte sich seit der
Ausrichtung der Integritätsentschädigung rapid verschlechtert und es seien (stetig
zunehmende) psychische Folgeschäden aufgetreten. Der Versicherte sei überhaupt
nicht mehr arbeitsfähig und demzufolge vermittlungsunfähig, weshalb die Suva die
Rentenfrage zu prüfen habe. Es sei auch zu prüfen, in welchem Umfang infolge der
extrem gesteigerten Integritätseinbusse eine weitere Integritätsentschädigung zu
entrichten sei. Im Suva-Bericht vom 14. Oktober 2005 (SUVA-act. 75) erwähnte der
Versicherte neben den psychischen Beschwerden erstmals auch Rücken- und
Kniebeschwerden rechts, die aufgrund einer Fehlbelastung wegen der Knieprobleme
links aufgetreten seien. Gemäss Bericht vom 6. Dezember 2005 (SUVA-act. 78) der
Dres. med. J._ und K._ des Psychiatrischen Zentrums L._ leidet der Versicherte
an einer Anpassungsstörung und einer längeren depressiven Reaktion (ICD-10 F43.21)
bei Hinweisen auf eine sich entwickelnde anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4). Am 26. Januar 2006 (SUVA-act. 82) wurde beim Versicherten eine
Kernspintomographie des linken Knies durchgeführt. Vom 22. Februar bis 24. Februar
2006
(SUVA-act. 84 und 85) war er in der Klinik M._ (nachfolgend: Klinik), hospitalisiert, wo
Dr. med. N._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, am 23. Februar 2006 eine
Arthroskopie und ein Shaving sowie eine mediale und laterale Teilmeniskektomie
durchführte. Mit Schreiben vom 13. März 2006 (SUVA-act. 87) teilte die Suva dem
Rechtsvertreter mit, dass dem Versicherten Versicherungsleistungen für die
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Beschwerden am linken Knie zuständen und das Taggeld ab der Operation vom
22. Februar 2006 ausgerichtet werde. Hingegen bestehe kein Anspruch auf Übernahme
der Kosten für die Behandlung betreffend rechtes Knie, Rücken und Psyche. Am 23.
Mai 2006 (SUVA-act. 95) fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch Dr.
E._ statt. Dieser hielt in seinem Bericht fest, gegenüber der letzten Untersuchung vor
2 Jahren sei eine mässige Zustandsverschlimmerung am linken Knie objektivierbar. Aus
diesem Grund werde die Suva die Entschädigungsfrage überprüfen müssen. Er legte
den Integritätsschaden auf 25% fest (SUVA-act. 94), wovon 12.5% im Jahr 2004
bereits ausbezahlt worden waren. Mit Schreiben vom 28. Juni 2006 (SUVA-act. 96/1)
teilte die Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten mit, sie stelle die Heilkosten- und
Taggeldleistungen per 30. Juni 2006 ein, da die ärztliche Abschlussuntersuchung
ergeben habe, dass eine Behandlung der Unfallfolgen nicht mehr notwendig sei. Die
psychischen Beschwerden sowie die Beschwerden am rechten Knie und am Rücken
stünden in keinem Zusammenhang mit dem Ereignis vom 15. Januar 2003. Es werde
nun geprüft, ob eine Invalidenrente geschuldet und welches die Höhe der
Integritätsentschädigung sei.
A.c Am 27. September 2007 (SUVA-act. 123 und 124) wurde dem Versicherten
aufgrund einer posttraumatischen Gonarthrose links in der Klinik ein endoprothetischer
Gelenkersatz links implantiert. Der Versicherte wurde deshalb vom 26. September 2007
bis 6. Oktober 2007 in der Klinik hospitalisiert. Vom 6. bis 8. Juni 2008 (SUVA-act. 145)
wurde im Kantonsspital eine Radiosynoviorthese des linken Kniegelenks durchgeführt.
A.d Mit Verfügung vom 28. September 2006 (SUVA-act. 107/1- 107/3) sprach die
Suva dem Versicherten eine Invalidenrente von 10% ab 1. Juli 2006 und mit Verfügung
vom 24. April 2008 (SUVA-act. 138) eine Integritätsentschädigung von 12.5% zu. Die
von Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, St. Gallen, für den Versicherten gegen die
Verfügung vom 28. September 2006 eingereichte Einsprache vom 16. Oktober 2006
(SUVA-act. 111) ergänzt um die Einsprachebegründung vom 10. Januar 2007 (SUVA-
act. 114) sowie die Einsprache vom 26. Mai 2008 (SUVA-act. 140), ergänzt um die
Einsprachebegründung vom 29. September 2008 (SUVA-act. 153), gegen die
Verfügung vom 24. April 2008, wies die Suva mit Entscheid vom 22. März 2010 (SUVA-
act. 168) ab. Der Rechtsvertreter des Versicherten erhob dagegen am 4. Mai 2010
Beschwerde beim Versicherungsgericht (SUVA-act. 172). Die Suva beantragte im
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Beschwerdeverfahren eventualiter die Rückweisung an sie, damit sie weitere
Abklärungen betreffend die beantragten Leistungen vornehmen könne (SUVA-act. 172).
Der Versicherte war mit der Rückweisung einverstanden (SUVA-act. 172) und das
Versicherungsgericht St. Gallen hob den Einspracheentscheid vom 22. März 2010 mit
Urteil vom 14. Juni 2010 (UV 2010/35) auf und wies die Sache zu ergänzender
Abklärung und neuer Verfügung über die Ansprüche des Versicherten auf
Invalidenrente und Integritätsentschädigung an die Suva zurück.
A.e Am 11. November 2010 (SUVA-act. 180) wurde beim Versicherten eine MRI-
Untersuchung des linken oberen Sprunggelenks durchgeführt und am 25. November
2010 (SUVA-act. 183) erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Prof. Dr. med.
O._, FMH für orthopädische Chirurgie. Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung
sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 4. Februar 2011 (SUVA-act. 194)
eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 19% zu; dabei verneinte sie den
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem
Unfall vom 15. Januar 2003. Mit Verfügung vom 12. Februar 2011 (SUVA-act. 197)
sprach die Suva dem Versicherten neben der Rente beruhend auf einer zusätzlichen
Integritätseinbusse von 10% (insgesamt 35%) eine Integritätsentschädigung von
Fr. 10'680.-- zu.
B.
Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gegen die Verfügung vom 12. Februar
2011 eingereichte Einsprache vom 14. März 2011 (SUVA-act. 198) wies die
Beschwerdegegnerin mit Entscheid vom 8. September 2011 (act. G 1.1) ab. Im Verlauf
des Einspracheverfahrens erklärte sich der Beschwerdeführer mit der Höhe der
zugesprochenen Integritätsentschädigung einverstanden (SUVA-act. 205), so dass
lediglich noch die Höhe der Invalidenrente strittig war.
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 8. September 2011 richtet sich die vom
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eingereichte Beschwerde vom 5. Oktober
2011 (act. G 1) mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid vom 8. September 2011
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sei aufzuheben, soweit eine weitergehende Leistungspflicht abgelehnt werde. Dem
Einsprecher sei eine ganze Invalidenrente ab wann rechtens zuzusprechen und zu
entrichten. Eventualiter seien weitere Abklärungen im Sinn der Erwägungen
vorzunehmen und anschliessend dem Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente ab
wann rechtens zuzusprechen und zu entrichten; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu
bewilligen unter Ernennung des Unterzeichnenden als Rechtsbeistand. Schliesslich
seien die Akten des Verfahrens UV 2010/35 von Amtes wegen beizuziehen.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 5. Dezember 2011 (act. G 7) beantragte die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde vom 5. Oktober 2011 sei abzuweisen und der
Einspracheentscheid vom 8. September 2011 sei zu bestätigen. Für die Begründung
ihres Standpunkts hatte sie bei Dr. med. P._, Facharzt für Chirurgie FMH,
Versicherungsmedizin Kompetenzzentrum der Suva, eine versicherungsmedizinische
Stellungnahme eingeholt (SUVA-act. 212).
C.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete mit Schreiben vom
15. März 2012 (act. G 15) auf eine materielle Replik. Er teilte replicando mit, der
Beschwerdeführer halte vollumfänglich an seinen bisherigen Anträgen und
Ausführungen fest.
C.d Der zuständige Abteilungspräsident des Versicherungsgerichts bewilligte mit
Zwischenentscheid vom 3. April 2012 (act. G 18) das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung.
C.e Mit Schreiben vom 30. April 2012 (act. G 19) machte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers eine nachträgliche Eingabe. Die Beschwerdegegnerin reichte am
4. Mai 2012 (act. G 21) eine Stellungnahme dazu ein.

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdegegnerin hat die versicherungsmedizinische Stellungnahme von
Dr. P._ erst nach Beschwerdeerhebung veranlasst. Da es sich dabei lediglich um
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Rückfragen im Sinn von punktuellen Abklärungen beim Versicherungsmediziner
handelt, hat sie mit diesem Vorgehen den Devolutiveffekt des Beschwerdeverfahrens
nicht verletzt (vgl. dazu BGE 127 V 232 f. E 2b/bb).
2.
Vorliegend streitig sind die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowie dessen
Invaliditätsgrad und die damit zusammenhängende Höhe der Invalidenrente. Die
Beschwerdegegnerin legt im angefochtenen Entscheid (Erwägung 1 und 3) die
rechtlichen Grundlagen sowie die nach Lehre und Rechtsprechung massgeblichen
Kriterien zur Gewährung von Versicherungsleistungen sowie des Beweiswerts ärztlicher
Berichte und des Anspruchs auf eine Invalidenrente und deren Bemessung zutreffend
dar; darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist, dass gemäss Art. 6 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten, ist (Abs. 1). Bei
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder
Aufgabenbereich berücksichtigt (Abs. 2). Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer klagt neben den Beschwerden im linken Knie über solche
im Bereich des Rückens und des rechten Knies sowie über eine psychische
Problematik. Betreffend der Rückenbeschwerden sind sich Beschwerdeführer und
Beschwerdegegnerin einig, dass diese natürlich kausal zum Unfallereignis vom 15.
Januar 2003 sind. Uneinigkeit besteht darin, ob die Kniebeschwerden rechts und die
psychischen Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang
zum Unfallereignis vom 15. Januar 2003 stehen.
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3.1.1 Der Beschwerdeführer wies erstmals anlässlich der Aussendienstabklärung
vom 14. Oktober 2005 (also gut zweieinhalb Jahre nach dem Unfall) auf die
Kniebeschwerden rechts hin (SUVA-act. 75). Das Unfallereignis vom 15. Januar 2003
hatte unbestrittenermassen weder eine direkte Einwirkung auf das rechte Knie noch
wurden in diesem Bereich irgendwelche Schmerzen beklagt. Es gilt daher zu klären, ob
es sich bei den Kniebeschwerden rechts um indirekte Unfallfolgen handelt. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht gestützt auf die zu seinen Handen
erfolgte Stellungnahme von Dr. med. Q._, Spezialarzt FMH Orthopädische Chirurgie,
vom 2. Mai 2007 (SUVA-act. 118/119) sowie die Abhandlung von Prof. Dr. med. habil.
S._ zu Überbelastungen und Überbelastungsfolgen im Sport (abrufbar unter: <http://
www.loges.de/%C3%9Cberlastungen_und_Fehlbelastungsfolgen_im_Sport>) geltend,
die geklagten Beschwerden im Knie rechts seien unfallkausal. Gemäss Dr. Q._ ist es
zu einer Dekonditionierung des linken Beins mit sekundärer Überlastung des rechten
Beins und zunehmend rechtsseitigen Kniegelenkbeschwerden gekommen. Die
Beschwerdegegnerin dagegen verneint gestützt auf die Ausführungen des Kreisarztes
Dr. E._ in seiner Aktennotiz vom 16. Dezember 2005 (SUVA-act. 79) die natürliche
Kausalität zwischen den Kniebeschwerden rechts und dem Unfall vom 15. Januar
2003. Gemäss Dr. E._ greift unter Berücksichtigung der Fachliteratur die Theorie mit
der Überlastung nicht. Im Gegensatz zu der Meinung von Laien sowie auch vielen
Ärzten seien Schmerzen oder Behinderungen an einem Bein nicht in der Lage, das
andere Bein oder die Wirbelsäule soweit zu überlasten, dass sich daraus Symptome
entwickeln können. Dies sei wissenschaftlich nicht fundiert. Er bestätigt seine Meinung
im Bericht zur ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 25. Mai 2006 (SUVA-act. 95).
Gleicher Meinung sind auch der Orthopäde Dr. med. R._, und Dr. P._. Dr. R._
hält in seiner Stellungnahme vom 4. April 2012 (act. G 19.1) zu Handen des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers fest, die These, dass die Schmerzen im
rechten Knie wegen einer Überbelastung aufgetreten seien, weil das linke Knie
entlastet werden musste, sei nicht haltbar. Eine wenige Wochen bzw. Monate
dauernde Entlastung des linken Knies führe nicht zu einem grösseren Schaden am
rechten Knie wegen Überbelastung. Bekannt seien Überlastungsschäden bei über
Jahre dauernder Fehlbelastung. So sei bekannt, dass bei einer versteiften Hüfte etwa
nach 20 Jahren schwere Abnützungserscheinungen in der Lendenwirbelsäule auftreten
würden. Dr. P._ führt in seinem Bericht vom 15. November 2011 (SUVA-act. 212) mit
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Hinweis auf das Editorial aus dem Journal of Bone and Joint Surgery (JBJS) von 1994
aus, es gebe generell keine wissenschaftliche Grundlage für die laienhafte Vorstellung,
dass das andere Bein wegen Hinkens geschädigt werden könne. Das vom
Rechtsvertreter erwähnte Papier von Dr. S._ beweise hier überhaupt nichts. Der
Beschwerdeführer sei bekanntlich kein Leistungssportler. Sogenannte "muskuläre
Dysbalancen" entsprächen zudem einer harmlosen reversiblen Störung. Wer Arthrose-
Schmerzen an einem Knie habe (vorliegend links), der mache sowieso keine grossen
Sprünge, speziell bei mehrjähriger Arbeitsabstinenz und Übergewicht sowie
zusätzlicher Depression. Das rechte Knie sei konkret nie unphysiologisch belastet
worden. Ein struktureller Schaden könne deshalb praktisch ausgeschlossen werden.
Eine indirekte Unfallkausalität der unspezifischen Beschwerden auf dieser Seite sei
nicht überwiegend wahrscheinlich.
3.1.2 Im Gegensatz zu Dr. Q._ und Dr. S._ stützen sich sowohl Dr. E._ als
auch Dr. P._ bei ihrer Beurteilung auf die Fachliteratur und Dr. R._ auf
Erfahrungstatsachen. Dr. Q._ legt im Gegensatz zu seinem Berufskollegen nicht dar,
gestützt auf welche Gründe er zu seinen Schlussfolgerungen gelangt ist. Der Bericht
von Dr. S._ behandelt – wie Dr. P._ richtig bemerkt – Überlastungen und
Fehlbelastungen im Leistungssport. Der Beschwerdeführer ist unbestrittenermassen
kein Leistungssportler. Zudem wurde der Bericht von Dr. S._ auf der Homepage der
T._ und Co. GmbH publiziert, welche biologische Arzneimittel und Lebensmittel
entwickelt, produziert und vertreibt. Erfahrungsgemäss wird auf solchen Homepages
nur das veröffentlicht, was der Unternehmung nützt. Der Bericht von Dr. S._ ist
deshalb sicher mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen. Sein Bericht stützt sich – da
es sich wie gesagt um einen Fachbericht handelt – im Übrigen im Gegensatz zu jenen
seiner Berufskollegen nicht auf bestehende Akten bzw. eine persönliche Untersuchung
des Beschwerdeführers und es wird auch nicht klar gesagt, dass es durch die
Fehlbelastung des einen Beins zu einer Überlastung des anderen Beins kommen kann.
Aus den genannten Gründen ist es fraglich, ob dem Bericht von Dr. S._ Beweiswert
zukommen kann. Die auf persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers bzw.
Aktenstudium und konsultierter Fachliteratur sowie Erfahrungstatsachen beruhenden
Berichte von Dr. E._, Dr. R._ und Dr. P._ hingegen sind nachvollziehbar und
schlüssig begründet, weshalb ihnen der Beweiswert nicht von Vornherein
abzusprechen ist.
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3.1.3 Es gilt allerdings zu beachten, dass gemäss Rechtsprechung des
Bundesgerichts die Kausalität zwischen einer unfallbedingten Fehlbelastung sowie
einem nicht direkt traumatisch tangierten Körperteil im Allgemeinen nicht ohne
Weiteres ausgeschlossen werden kann (vgl. dazu die Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 5. Juni 2003, U 38/01, E. 5.2.2, und vom 25. November 2002,
U 380/00, E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2009, 8C_684/2008, E. 5).
Den Akten ist zu entnehmen, dass keiner der Ärzte jemals das rechte Knie untersucht
hat. Genau dies wäre jedoch die Sache der Ärzte gewesen – und zwar bereits im Jahr
2005, als der Beschwerdeführer erstmals Beschwerden im rechten Knie beklagte – um
die Frage des indirekten natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den
Beschwerden im rechten Knie und dem Unfallereignis vom 15. Januar 2003 beurteilen
zu können. Um dieses Versäumnis nachzuholen, ist die Sache zur weiteren Abklärung
der Ursachen der Kniebeschwerden rechts an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
3.2 Bezüglich der psychischen Beschwerden ist die Frage nach dem Bestehen des
adäquaten Kausalzusammenhangs umstritten. Dieser ist anhand der sog. "Psycho-
Praxis" (BGE 115 V 133) zu prüfen. Danach ist zunächst im Rahmen einer objektivierten
Betrachtungsweise zu beurteilen, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als
schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere
Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt.
Massgebend sind der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei
entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalls oder Begleitumstände, die
nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen dem
eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den
Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium
bildenden – Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht, aber auch für –
unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende – äussere Umstände, wie eine
allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der
Unfall für andere Personen nach sich zieht (Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar
2009, 8C_519/2008, E. 5.2.1, und vom 19. November 2007, U 2/07, E. 5.3.1; SVR 2008
UV Nr. 8 S. 27 E. 5.2). Vorliegend besteht Einigkeit darüber, dass es sich beim Sturz
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vom 15. Januar 2003 um einen mittelschweren Unfall im mittleren Bereich handelt. Die
adäquate Unfallkausalität des psychischen Gesundheitsschadens kann somit nur
bejaht werden, wenn drei der sieben Adäquanzkriterien (besonders dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der
ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche
die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit; BGE 115
V 140 E 6c/aa) erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (Urteile des
Bundesgerichts vom 9. August 2011, 8C_198/2011, E. 7, und vom 3. Februar 2012,
8C_738/2011, je mit Hinweisen).
3.2.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers teilt die Auffassung der
Beschwerdegegnerin, dass dem Unfall vom 15. Januar 2003 eine gewissen
Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden kann, allerdings nicht von besonders
dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls
auszugehen ist. Er scheint auch bezüglich der Verneinung des Kriteriums der ärztlichen
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, mit der
Beschwerdegegnerin einig zu sein, bringt er doch diesbezüglich keine
Gegenargumente vor. Auch ist aus den Akten nicht ersichtlich, inwiefern der
Beurteilung der Beschwerdegegnerin etwas entgegen stehen würde. Bezüglich der
übrigen Kriterien herrscht Uneinigkeit.
3.2.2 Wie sich aus den Akten ergibt, erlitt der Beschwerdeführer beim Unfall vom
15. Januar 2003 eine mediale und laterale Tibiaplateaufraktur mit ossärem Ausriss des
vorderen Kreuzbands links. Mittels Operation vom 28. Januar 2003 wurde die Fraktur
mit einer Plattenosteosynthese und Spongiosaplastik versorgt und der knöcherne
Ausriss des vorderen Kreuzbands refixiert. Danach wurde eine intensive Physiotherapie
und am 5. August 2003 eine Kniearthroskopie links sowie eine
Osteosynthesematerialentfernung durchgeführt. Aufgrund des protrahierten Verlaufs
und der unbefriedigenden Ergebnisse anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom
3. Oktober 2003 erfolgte eine Rehabilitation in der Rehaklinik, wo im Auftrag der IV-
Stelle eine vierwöchige berufliche Abklärung durchgeführt wurde. Am 24. Oktober 2003
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wurde eine Magnetresonanztomographie des linken Knies durchgeführt und am 8.
März 2004 fand die ärztliche Abschlussuntersuchung statt. Mit Verfügung vom 7. Mai
2004 schloss die Beschwerdegegnerin den Grundfall ab. Am 10. September 2005
wurde der Beschwerdegegnerin durch den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein
Rückfall gemeldet und vorgebracht, der Beschwerdeführer leide neben den
Beschwerden am linken Knie auch an solchen im Rücken und rechten Knie und er sei
psychisch angeschlagen. In der Folge wurde am 26. Januar 2006 eine
Kernspintomographie des linken Knies durchgeführt und am 23. Februar 2006 eine
Arthroskopie und ein Shaving sowie eine mediale und laterale Teilmeniskektomie. Am
23. Mai 2006 erfolgte die kreisärztliche Abschlussuntersuchung, bei welcher der
Kreisarzt Dr. E._ eine objektivierbare, mässige Zustandsverschlimmerung am linken
Knie feststellte. Die Beschwerdegegnerin stellte daraufhin die Heilkosten- und
Taggelsleistungen per 30. Juni 2006 ein, da eine Behandlung der Unfallfolgen nicht
mehr nötig sei. Aufgrund einer posttraumatischen Gonarthrose links wurde dem
Beschwerdeführer am 27. September 2007 ein endoprothetischer Gelenkersatz links
implantiert und vom 6. bis 8. Juni 2008 eine Radiosynoviorthese des linken
Kniegelenks durchgeführt. Am 11. November 2010 fand eine MRI-Untersuchung statt
und der Fall wurde nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 25. November 2010 mit
Verfügung vom 4. Februar 2011 bzw. der Zusprache einer Rente abgeschlossen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Grundfall etwas mehr als ein Jahr
nach dem Unfallereignis abgeschlossen wurde. Aufgrund des Rückfalls war der
Beschwerdeführer im Februar 2006 zur Durchführung einer Arthroskopie und eines
Shavings sowie einer medialen und lateralen Teilmeniskektomie für 2 Tage
hospitalisiert. Ca. eineinhalb Jahre später erhielt er ein Implantat und wieder knapp ein
Jahr später wurde eine Radiosynoviorthese durchgeführt. Das Kriterium der
ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist damit nicht erfüllt: Die
Behandlungen verteilen sich zwar insgesamt auf einen relativ langen Zeitraum, doch
bestand zwischen den einzelnen Eingriffen und Behandlungen ein erheblicher zeitlicher
Abstand. Die übrigen im Sachverhalt genannten ärztlichen Behandlungen betrafen
Untersuchungen und Abklärungen, welche nicht mit Behandlungen gleichgesetzt
werden können.
3.2.3 Aufgrund der erlittenen Verletzungen konnte der Beschwerdeführer sein
linkes Knie zunächst nur teilbelasten (SUVA-act. 5 und 7). Im Juni 2003 (SUVA-act. 9)
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konnte er kurze Strecken bereits wieder ohne Stöcke bewältigen. Nach der Entfernung
des Osteosynthesematerials am 5. August 2003 (SUVA-act. 12) war wieder nur eine
Teilbelastung des linken Knies möglich. Vom 13. Oktober 2003 bis zum 10. Dezember
2003 wurde er in der Rehaklinik erfolglos rehabilitiert. Er war vom 15. Januar 2003
(Unfalltag) bis Ende Januar 2004 voll (SUVA-act. 4, 14 und 27) und ab Ende Januar
2004 zu 50% arbeitsunfähig. Im Rahmen der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 8.
März 2004 (SUVA-act. 42) erklärte Kreisarzt Dr. I._ den Beschwerdeführer in einer
leidensangepassten Tätigkeit für 100% arbeitsfähig. Im September 2005 (SUVA-act.
67) wurde ein Rückfall gemeldet und spätestens ab Februar 2006 war beim
Beschwerdeführer wieder eine bis zum 31. Mai 2006 (SUVA-act. 95) dauernde 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, danach war er in einer leidensangepassten
Tätigkeit wieder zu 100% arbeitsfähig. Spätestens Anfang 2008 (SUVA-act. 127) war
der Beschwerdeführer erneut zu 100% arbeitsunfähig. Für die Zeit danach ist der
Arbeitsunfähigkeitsgrad strittig. Neben den Verletzungen am linken Knie erlitt der
Beschwerdeführer zudem mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine LWK 1-Fraktur,
die aber die Arbeitsfähigkeit nur qualitativ, nicht quantitativ beeinflusst (SUVA-act. 184).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sein Knie zwar relativ
schnell wieder belasten konnte, es aber immer wieder zu länger dauernden Phasen von
vollständiger Arbeitsunfähigkeit kam und der Beschwerdeführer seit diesem Unfall
seine bisherige Tätigkeit als Schaler nicht mehr ausüben kann. Das Kriterium der
langandauernden Arbeitsunfähigkeit kann damit als erfüllt erachtet werden, allerdings
nicht in ausgeprägter Weise. Die somatischen Beschwerden hingegen sind nicht von
besonderer Art und Schwere und die erlittenen Verletzungen erfahrungsgemäss nicht
geeignet, psychische Fehlreaktionen auszulösen.
3.2.4 Den medizinischen Akten sind zweifellos Schwierigkeiten im
Heilungsverlauf zu entnehmen. Allerdings kann nicht von erheblichen Komplikationen
oder einem besonders schwierigen Heilungsverlauf ausgegangen werden. Besondere
Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben, sind vorliegend nicht gegeben.
3.2.5 Die Knieschmerzen links beschrieb der Beschwerdeführer zunächst als
belastungsabhängig (vgl. z.B. SUVA-act. 10, 15, 17, 19, 26, 30, 40, 42 und 85). Im
Rahmen der Aussendienstabklärung vom 14. Oktober 2005 (SUVA-act. 75) berichtete
er dann aber von praktisch über den ganzen Tag über bestehenden Schmerzen im
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linken Kniebereich. Auch bei der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 23. Mai 2006
(SUVA-act. 95) klagte er über jeden Tag vorhandene, wetterabhängige Schmerzen. Von
ständigen Schmerzen unterhalb des linken Knies, die beim Hochlagern jeweils
zurückgehen würden, ist sodann auch im Suva-Bericht vom 29. Januar 2008 (SUVA-
act. 129) die Rede. Dr. med. U._, führte in ihrem Bericht vom 1. Juli 2009 (SUVA-act.
161) aus, der Beschwerdeführer klage über ständige Schmerzen im linken Knie, teils
mehr die Innen- teils die Aussenseite betreffend, dann wieder über ein Einklemmen
beim längeren Sitzen. Stundenweise Erleichterung spüre er am ehesten nach einem
Besuch im Mineralbad, das er ein Mal pro Woche besuche. Den Ausführungen zufolge
muss hier von Dauerschmerzen ausgegangen werden, weil der Beschwerdeführer mehr
oder weniger ohne Unterbruch an Schmerzen gelitten hat. Das Kriterium ist allerdings
als in nicht ausgeprägter Weise erfüllt zu betrachten.
Unter den genannten Umständen (Erfüllung von 2 Kriterien in nicht ausgeprägter
Weise) ist davon auszugehen, dass der Unfall vom 15. Januar 2003 nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet war,
die psychische Fehlentwicklung zu bewirken. Der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Beschwerden ist demnach zu
verneinen.
3.3 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Beschwerden im Bereich des
linken Knies und des Rückens in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 15. Januar 2003 stehen. Bezüglich der
Ursachen der Kniebeschwerden rechts bedarf es weiterer Abklärungen. Es ist zu
untersuchen, ob die Beschwerden durch eine Fehlbelastung hervorgerufen wurden.
4.
4.1 Da es bezüglich der Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den
Kniebeschwerden rechts zum Unfallereignis vom 15. Januar 2003 weiterer
medizinischer Abklärungen bedarf, erübrigt sich aktuell die Prüfung des
Arbeitsfähigkeits- und Invaliditätsgrads.
5.
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5.1 Die Beschwerde ist im Sinn der vorstehenden Erwägungen teilweise
gutzuheissen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.2 Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen
(BGE 132 V 235 E. 6). Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses pauschal zwischen Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75). Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP