Decision ID: 3db91902-3d08-483a-96bc-8c7e97f0f876
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, liess sich 1981 in der Schweiz nieder (
Urk.
6/2/3). Er verfügt über keine Berufsausbildung (
Urk.
6/2/4) und war ab 1981 bis Ende Juni1999 bei der
Y._
AG als Bauarbeiter angestellt (
Urk.
6/6). Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses erfolgte in gegenseitigem Ein
vernehmen
zwischen dem
Versicherten und der Arbeitgeberin (
Urk.
6/12/4). Im Oktober 1999 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine ausbleibende Besserung nach mehrmaliger Leistenoperation bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
an
(berufliche
Massnahmen resp. Rente;
Urk.
6/2). Im Rahmen der durchgeführten Abklärungen diag
n
os
ti
zierte der Gutachter
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Probleme
mit
der Krank
heitsbewältigung bei chronifiziertem Schmerzsyndrom
und
zusätzlich bestehen
dem Verdacht auf eine depressive Störung (larvierte Depression), weswegen von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25
%
in allen in Betracht fallen
den
Tätigkeiten auszugehen sei (
Urk.
6/42/4 f.). Dieser Beurteilung folgte die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (
Urk.
6/43), und sprach dem Versicherten in der Folge mit Verfügung vom
1.
März 2002 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40
%
mit Wirkung ab dem
1.
November 1999 eine Viertels
rente zu (
Urk.
6/51; vgl. auch
Urk.
6/48).
1.2
Im Oktober 2002 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren ein (
Urk.
6/54). Nach Einholung des Berichts von
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allg
emeine Innere Medizin, vom
5.
Dezember 2003 (
Urk.
6/55
) kam die IV-Stelle zum Schluss, dass weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente bestehe (
Urk.
6/56
). Dies teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 1
2.
Dezember 2003 mit (
Urk.
6/57).
1.3
Ein im August 2005 gestelltes Rentenerhöhungsgesuch (
Urk.
6/68,
Urk.
6/70) prüfte die IV-Stelle anhand des eingeholten ärztlichen Berichts von
Dr.
A._
vom
1.
September 2005 zum gesundheitlichen Verlauf (
Urk.
6/71) und kam zum Schluss, die Voraussetzungen für die Zusprechung einer höheren Rentenleistung seien nicht erfüllt (
Urk.
7/76). Mit Verfügung vom
6.
Oktober 2005 wies sie das Gesuch ab
(
Urk.
6/77)
und hielt mit Einspracheentscheid vom
1.
November 2005 daran fest (
Urk.
6/85), nachdem
Dr.
A._
im
Einspracheverfahren
erneut zum gesundheitlichen Zustand berichtet hatte (
Urk.
6/80; vgl. auch
Urk.
6/83). Mit Urteil IV.2005.01300 vom
2.
April 2007 schützte das Sozialversicherungsgericht diesen Entscheid (
Urk.
6/98).
1.4
Mit Eingabe vom 1
0.
März 2008 wies der Versicherte auf eine zwischenzeitlich eingetretene Verschlechterung seines gesundheitlichen Zustandes hin und ersuchte
erneut um die Erhöhung der laufenden Viertelsrente (
Urk.
6/104). Die IV-Stelle holte in der Folge ärztliche Berichte ein (
Urk.
6/107 ff.) und kam zum Schluss, es bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr. Auch eine den körperlichen Leiden angepasste Tätigkeit sei dem Versicherte
n
aus psychischen Gründen nicht zumutbar (
Urk.
6/115
/2 f.
). Mit Vorbescheid vom
9.
September 2008 stellte sie ihm mit Wirkung ab dem
1.
März 2008 die Erhöhung der Viertels- auf eine ganze Rente in Aussicht (
Urk.
6/117). Die Mitteilung des Beschlusses erfolgte am 1
5.
Oktober 2008 (
Urk.
6/119) und die Leist
ungsverfügung erging am 23.
Oktober 200
8 (
Urk.
6/124).
1.5
Im August 2014 leitete die IV-Stelle eine Überprüfung des Rentenanspruchs ein (
Urk.
6/132 ff.). Die Abklärungen umfassten insbesondere eine polydisziplinäre B
egutachtung durch die Ärzte de
s
Z
entrum
s
B._
. Diese erstatte
te
n ihr
Gutachten am
5.
März 2015 (Urk.
6/144). Am
5.
Januar 2016 erliess die IV-Stelle den Vorbescheid, mi
t dem s
i
e
dem Versicherten die wiedererwägungsweise Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine Viertelsrente in Aussicht stellte (
Urk.
6/148). Gegen den vorgesehenen Entscheid erhob der Versicherte Einwände (
Urk.
6/153,
Urk.
6/157). Im weiteren
Verlauf des
Vorbescheidverfahrens
liess die IV-Stelle die
B._
-Gutachter ergänzende Fragen beantworteten (
Urk.
6/164,
Urk.
6/165). Ab dem 2. November 2016
bis zum
1
2.
Januar 2017 sow
ie ab dem 1
2.
April bis zum 23.
Juni 2017 wurde der Versicherte stationär in der
psychiatrischen K
linik
C._
behandelt (
Urk.
6/190,
Urk.
6/211).
In der Folge holte die IV-Stelle das internistisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
D._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, spez. Rheumaerkrankung
en, vom
7.
April 2018 (
Urk.
6/23
5) und das psychiatrische Guta
chten von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychi
atrie und Psychotherapie, vom 1
1.
April 2018 ein (
Urk.
6/237). Letzterem
beige
fügt
ist auch die Konsensbeurteilung zusammen mit
Dr.
D._
. Ab dem 1
4.
September bis zum 1
2.
November 2018 hielt sich der Versicherte erneut in der
C._
zur stationären Behandlung auf (
Urk.
6/273). Ein weiteres psychiat
risches Gutachten erstattete
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 2
8.
Mai 2019 (
Urk.
6/284).
Am 2
7.
August 2019 erliess die IV-Stelle einen weiteren Vorbescheid, in dem
sie
dem Versicherten erneut die wiedererwägungsweise Herabsetzung der ganzen auf eine Viertelsrente in Aussicht stellte (
Urk.
6/299). Auch gegen den zweiten Vorbescheid erhob der Versicherte Einwände (
Urk.
6/301). In der Verfügung vom 2
4.
Oktober 2019 hielt die IV-Stelle am vorgesehenen Entscheid fest. Mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2019 hatte der Versicherte
laut Verfügung
somit nur noch Anspruch auf eine Viertelsrente (
Urk.
2 =
Urk.
6/309).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
4.
Oktober 2019 erhob der Versicherte am 1
1.
November 2019 Beschwerde mit dem Antrag, in teilweiser Aufhebung der angefochtenen Verfügung seien ihm vorerst berufliche Massnahmen in einer geschützten Werkstatt zu gewähren, woraufhin neu zu entscheiden sei. Eventua
liter beantragte der Versicherte, es sei die angefochtene Verfügung teilweise aufzuheben und ihm weiterhin eine ganze Rente zu gewähren (
Urk.
1).
Die
IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2019 die Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
5). Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerde
führer am 1
8.
Dezember 2019 zugestellt (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
Unabhängig von einem materiellen Revisionsgrund kann die IV-Stelle auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn – was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft (BGE 119 V 475 E. 1c mit Hinweisen) – ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist (Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2017 vom 13. Februar 2017 E. 2.2). Die Wiedererwägung im
Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhaltes (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5. Juli 2018 E. 8.2).
Die Wiedererwägung nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG setzt voraus, dass kein vernünf
tiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser einzige Schluss denkbar ist. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfü
gung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zugesprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2, 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden (vgl. Art. 43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2017 vom
2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeit
punkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit Hinweisen).
1
.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1
.5
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihres Entscheides
zusammenge
fasst
aus,
die Rentenerhöhung sei aus nicht zu vertretenden Umständen erfolgt.
Obschon a
ufgrund der erhobenen psychopathologischen Befunde eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit nicht nachvollziehbar
gewesen sei,
sei ohne weitere Abklärungen eine Rentenerhöhung
vorgenommen worden
. Da es sich um eine Dauerleistung handle, sei die erhebliche Bedeutung der Korrektur gegeben. Die
zwischenzeitlich
durchgeführten Abklärungen, namentlich die
ärzt
lichen
Begutachtungen
hätten ergeben,
dass
eine
aus
somatischer
Sicht uneinge
schränkt zumutbare leichte und wechselbelastende Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht im Umfang von 60
%
bei voller Stunde
n
präsenz ausgeübt werden könne.
In diesem Umfang bestehe somit eine Restarbeitsfähigkeit. Diese gelte ab dem Jahr 200
7.
Der aktuelle Einkommensvergleich zeige, dass der Beschwerdeführer eine
Einkommenseinbusse von 44
%
erleide. Ein Invaliditätsgrad in dieser Höhe gebe Anspruch auf eine Viertelsrente. Die dagegen im Abklärungs- und insbe
sondere im Vorbescheidverfahren erhobenen Einwände änderte
n
daran nicht
s
. Da ein langjähriger Rentenbezug vorliege, sei
en
dem Beschwerdeführer Eingliede
rungsmassnahmen angeboten worden. Dieser habe allerdings erklärt, dass er sich nur in einem geschützten Rahmen als arbeitsfähig erachte. Eine Unterstützung bei der Eingliederung sei somit aktuell nicht möglich. Somit sei die bisherige ganze Rente wiedererwägungsweise auf eine Viertelsrente herabzusetzen (
Urk.
2 S. 3 ff.). In der Beschwerdeantwort hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Stand
punkten fest (
Urk.
5).
2.2
Der Beschwerdeführer macht geltend, mit dem angefochtenen Entscheid habe die Beschwerdegegnerin den Grundsatz «Eingliederung vor Rente» verletzt.
Die Gutachterin
Dr.
F._
sei zum Schluss gekommen, dass sich der gesund
heitliche Zustand seit der Begutachtung durch das
B._
nicht massgeblich verändert habe und nach wie vor von einer vollständigen Arbeit
sunfähigkeit auszugehen sei. Nur
in geschütztem Rahmen bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von 50
%
.
Hierfür sei
demnach eine E
ingliederung
angezeigt
und d
afür werde auch Hand geboten. Auch sei das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
nicht durchgeführt worden. Erst nach der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen sei über die Rente zu entscheiden.
Im Übrigen werde bestritten, dass die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt seien. Eine zweifellose Unrichtigkeit des seinerzeiti
gen Entscheides sei nicht ersichtlich.
Auch l
ange Spaziergänge oder der Besuch von Aquafit-Kursen rechtfertigten keine Wi
e
dererwägung. Aquafit-Kurse seien
sogar
ärztlich empfohlen worden.
Da ein unveränderter Zustand vorliege, wovon auch die Beschwerdegegnerin ausgehe, falle auch eine revisionsweise Anpassung der Rente ausser Betracht.
Die
bloss
veränderte Beurteilung des gleich gebliebe
nen Sachverhaltes rechtfertige keine Anpassung der Rente (
Urk.
1 S. 2 ff.).
3.
3.1
Vor Erlass der rentenerhöhenden Verfügun
g vom 2
3.
Oktober 2008 (
Urk.
6/124) hielt RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Fa
charzt FMH für Innere Medizin
,
in seiner Stellungnahme vom 2
6.
Juni 2008
fest,
beim
zuletzt als Hilfs-Bauarbeiter tä
tigen Beschwerdeführer sei
en
eine idiopathische
Humeruskopfnekrose
beidseits,
ein Status nach Versorgung mit Hüftprothesen beidseits,
ein chronische
s inguinales Schmerzsyndrom link
s und ein mittel- bis tendenziell
schwergradiges
depressives Syndrom nachgewiesen.
Hinzu komme eine linksseitige chronische
Periarthropathia
humeroskapularis
. Aufgrund der aufgeführten psychopatholo
gischen Befunde sei
eine komplette Arbeitsunfähigkeit versicherungsmedizinisch nicht nachvollziehbar, zumal auch invaliditätsfremde Gründe (Geldsorgen, Mobbing) eine Rolle spielten.
Es sei der
Vorschlag des Schmerzzentrums des Universitätsspitals
H._
aufzugreifen, das Ergebnis der Abschlusskon
trolle bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen
.
Relevant seien Angaben
(1)
zur
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit,
(2)
zum Zeitpunkt der Gültigkeit dieser Beurteilung,
(3)
zu den
Mög
lichkeiten einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit mittels medizinscher Massnah
men, und
(4)
zur Durchführbarkeit und zum Nutzen von Eingliederungs
massnah
men
(
Urk.
6/115/2).
3.2
Im Bericht vom 3
0.
Juli 2008
äusserten sich
die Ärzte der Rheumaklinik und
des
Institut
s
für Physikalische Medizin des
H._
zur Fragestellung des RAD. Sie hiel
ten
unter Hinweis auf das Hüft- und das Schulterleiden
sowie
auf ein mittelgra
diges depressives Syndrom
fest, als Bauarbeiter sei der
Beschwerdeführer
bleibend vollständig arbeitsunfähig.
Für eine angepasste Tätigkeit
indessen
sei
er aus rheumatologischer Sicht zu 50
%
arbeitsfähig. Höhergradige Einschrän
kungen ergäben sich
allenfalls
aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht. Die retro
spektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne nicht exakt erfolgen. Die Beurteilung gelte aber spätestens ab November 200
7.
Medizinische Massnahmen beträfen momentan die Schultergelenke beidseits. Hernach
sollte
der Heilungs
verlauf im Zusammenhang mit der Schulterprothese links abgewartet werden. Allenfalls sei zusätzlich eine Prothesenversorgung auch auf der rechten Seite erforderlich. Angesichts der aktuell multifaktoriellen
Problematik sei
unter Umständen
eine
polydisziplinäre Beurteilung im Rahmen eines Gutachtens zu erwägen (
Urk.
6/114/18 ff.).
3.3
RAD-Arzt
Dr.
G._
hielt nach Kenntnisna
hme des Berichtes des
H._
am 3.
September 2008 fest, gemäss der aktuellen Berichterstattung der Ärzte des
H._
sei dem Beschwerdeführer die bisher ausgeübte Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr zumutbar.
Für eine adaptierte Tätigkeit sei unter zusätzlicher Berücksichti
gung der psychiatrischen Befunde seit dem 1
3.
Ju
ni 2007 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (
Urk.
6/115/3).
Von dieser Beurteilung ging in der Folge die Beschwerdegegnerin aus (
Urk.
6/120/1).
3.4
A
llein unter Berücksichtigung des Berichts der Rheumaklinik des
H._
vom 3
0.
Juli 2008
erweist sich
die Schlussfolgerung, es bestehe vor allem aus psychi
atrischer Sicht keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr,
als wenig begründet
.
Indessen lagen dem RAD respektive der Beschwerdegegnerin im
seinerzeitige
n Revisionsverfahren
auch
der Bericht der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde
des
H._
vom
2.
November 2007 vor (
Urk.
6/108/1-6). Im Rahmen der Betreuung
durch die Ärzte dieser Stelle
erfolgte auch e
ine psychiatrische Beurteilung und ausgehend von deren Ergebnis stellten die Ärzte die Diagnose eines mittel- bis tendenziell
schwergradigen
depress
iven Syndroms
(
Urk.
6/108/4)
. Zur Unter
suchung hielten die Ärzte fest,
es
seien die Aufmerksamkeit und die Konzentra
tion herabgesetzt gewesen. Bei subjektiv starker Gedächtnisschwäche hätten sich
aber
keine eindeutigen Anzeichen für Gedächtnisstörungen ergeben. Der Beschwerdeführer habe angegeben, im Zuge der Schmerzen und der Behandlun
gen die Rolle als Familienoberhaupt und Ernährer verloren zu haben. Die Ehefrau plane die Trennung, der Sohn sei auf die schiefe Bahn geraten und die Tochter belaste die Ursprungsfamilie mit ihren Wünschen nach Geld. Der Beschwerdefüh
rer sei in seiner Situation ausweglos gefangen und erlebe sich als passives Opfer. Typische depressive Symptome seien vorgebracht worden. Die Stimmung sei bedrückt
und
mit gereizt-resignativem
Unterton. Der Beschwerdeführer sei vermindert modulationsfähig und der affektive Rapport sei eingeschränkt. Es seien Todeswünsche mittels
eines
Sprungs vor den Zug geäussert worden. Von den Todeswünschen
habe
sich der Beschwerdeführer
aber gleichwohl
distanzieren könne
n
, dies
aufgrund vorhandener Hoffnung
en
, dass sich die familiären und finanziel
len Verhältnisse besserten
. Anhaltspunkte für Wahn, Halluzinationen und Störungen des Ich-Erlebens hätten sich nicht
ergeben
(
Urk.
6/108/3 f.).
Vor dem Hintergrund dieser Darlegungen erweist sich die Diagnose einer depres
siven Symptomatik als durchaus plausibel, wobei
aber
die attestierte mittel- bis
schwergradige
Ausprägung nicht ohne Weiteres nachvollzogen werden kann. Zu wenig wurde insbesondere der Umstand beleuchtet, inwiefern
das Geschehen durch
die nachvollziehbar belastenden Leben
sumstände unterhalten
wurde
,
oder ob das Leiden bereits einen verfestigten innerseelische
n
Verlauf genommen hat
te
. Allerdings lässt diese Unklarheit allein noch nicht den Schluss zu, die
auch durch die RAD-Beurteilung gestützte
Zusprechung der ganzen Rente mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2008 (
Urk.
6/124) sei zweifellos zu Unrecht erfolgt.
In diesem Zusammenhang bleibt zu beachten, dass
im Rahmen des bei psychischen Gesund
heitsbeeinträchtigungen stets vorhandenen Ermessensspielraumes nicht gesagt werden
kann
, dass unter den gegebenen Umständen die Annahme einer
vollstän
digen Arbeitsunfähigkeit
eine qualifiziert rechtsfehlerhafte Ermessensausübung darstellen würde
(Urteil des Bundesgerichts 8C_447/2014 vom 2
5.
November 2014 E. 3.2).
Hinzu kommt, dass eine Depression nicht zu den Leiden zählt, für die im Zeit
punkt der Rentenerhöhung die Vermutung der Überwindbarkeit bei zumutbarer Willensanstrengung gegolten hat
. Diese Vermutung blieb auf die somatoforme
Schmerzstörung und damit vergleichbare Leiden beschränkt
(
pathogenetisch-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage;
vgl. BGE 130 V
352
, 140 V 8 E. 2.2.1.3
).
Die Praxis sodann, gemäss der bei leichten bis mittelschweren depressiven Störungen
infolge
der in der Regel guten Behandelbarkeit des Leidens anzunehmen war, das
s
keine invalidenver
sicherungsrechtlich relevante Einschränkung bestand (vgl. Urteil des Bundes
gericht
s
9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2)
,
war im Zeitpunkt der Erhöhung der Rente mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2008 (
Urk.
6/124) noch nicht zu beachten.
3.5
Gegen eine zweifellose Unrichtigkeit der Rentenerhöhung sp
richt auch der weitere Verlauf. Die ärztlichen Beurteilungen nach der Erhöhung der Rente zeigen,
d
ass die
seinerzeitige
Diagnose einer depressiven Störung gerade nicht falsch war.
Die Experten des
B._
diagnostizierten im Gutachten vom
5.
März 2015 eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden bestehend seit etwa Juni 2006 und sie massen dem Leiden einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Die
Gutachter
merkten an, die depressive Störung sei im Zusammenhang mit den anhaltenden körperlichen Beschwerden aufgetreten und seit deren Auftreten befinde
sich d
er
Beschwerdeführer
auch
in einer psychi
atrisch-psychotherapeutischen Behandlung (
Urk.
144/41,
Urk.
6/144/56).
Im weiteren Verlauf akzentuierte sich das Leiden. Vom
2.
Novembe
r 2016 bis zu
m 1
2.
Januar 2017,
ab dem 1
2.
Apri
l bis zum 2
3.
Juni 2017
und ein weiteres Mal ab dem 1
4.
September bis zum 1
2.
November 2018
unterzog sich der Beschwer
deführer einer stationären psy
chiatrischen Behandlung in der psychiatrischen K
li
nik
C._
. Auslöser der ersten stationären Behandlung war
ein
Suizidversuch durch Tablettenintoxikation
. Die Ärzte gingen von einer
schwergradigen
depressiven Episode aus (vgl.
Urk.
6/190,
Urk.
6/198,
Urk.
6/211
,
Urk.
6/273
).
Der Gutachter
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, diagnostizierte in seinem Gutachten vom 1
1.
April 2018
nebst einer iatrogenen Opioid-Abhängigkeit (
Targin
) ebenfalls
eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig schwerer Episode ohne psychot
ische Symptome (
Urk.
6/237/13). Der Gutachter verwies auf den langjährigen Verlauf des depres
siven Leidens und hielt insbesondere fest, dass der Beschwerdeführer bereits vor 13 oder 14 Jahren eine psychiatrische Behandlung aufgenommen und seit dann weitergeführt habe. Er wies des Weiteren auf den fluktuierenden Verlauf
hin
und auf die
stationäre
Behandlung
.
Trotz
der über die Jahre durchgeführten psycho
therapeutischen Behandlung habe sich der Zustand nicht gebessert. Seit der Begutachtung durch die Ärzte des
B._
habe sich der Zustand sogar noch verschlechtert, dies im Sinne einer weiteren Akzentuierung der depressiven Symptomatik und einer Chronifizierung des Leidens.
Die Behandlungsmöglich
keiten seien weitgehend erschöpft und eine beginnende Therapieresistenz sei naheliegend.
Eine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht nicht (
Urk.
6/237/13 ff.).
Auch
Dr.
F._
nannte als relevante psychiatrische Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger depressiver Episode und psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide (
Urk.
6/284/84).
Sie wies
ihrerseits
a
uf die jahrelange (seit 2007) durchgehende psychiatrische Behandlung ohne nennenswerte Erfolge hin und kam zum Schluss, es liege mittlerweile ein chronifiziertes depressives Zustandsbild mit einer ausgeprägten Störung vor. Zusätzlich negativ wirke sich die Opioid-Abhängigkeit aus. Entzugs
versuche seien bislang gescheitert.
Sie attestierte
aus psychiatrischer Sicht
eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/284/87 ff.).
3.6
Es
ist nicht daran zu zweifeln, dass der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der Ver
fügung vom 2
3.
Oktober 2008 (
Urk.
6/124) an ei
ner depressiven Erkrankung litt, wobei die Erkrankung auch danach fortdauerte
. Einzelheiten in Bezug auf
die Schwere des Leidens und das
Ausmass der dadurch bedingten erwerblichen Beeinträchtigung mögen bei Erlass der seinerzeitigen Verfügung nicht restlos geklärt gewesen sein. Von einer zweifellosen Unrichtigkeit des Entscheide
s
kann
allerdings
nicht gesprochen werden. Hierfür müsste dieser
unter den
seinerzeit
massgeblichen Entscheidungsaspekten als
schlechterdings
unvertretbar erschei
nen, was nicht der Fall ist. Dies schliesst eine Aufhebung der Verfügung vom 2
3.
Oktober 2008 unter dem
Rückkommenstitel
der Wiedererwägung
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
aus. Da eine depressive Erkrankung
nicht
zum Bereich der pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organi
sche Grundlage zählt,
verbietet sich
auch eine Anpassung der Rente gestützt auf lit. a
Abs.
1 der Schlussbestimmu
ng der Änderung des IVG vom 18.
März 2011 (
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket).
4.
4.1
Anlass zur Rentenrevision im Sinne von
Art.
17 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszu
standes revidierbar
. Aus den Darlegungen in vorstehender E. 3
.5
ergibt sich, dass die seit 2008 eingeholten ärztlichen Beurteilungen keine wesentliche Besserung des gesundheitlichen Zustandes nahelegen.
Die
B._
-Gutachter gingen in ihrem Gutachten vom
5.
März 2015 von einem im Wesentlichen unveränderten
psy
chischen Zustand aus (
Urk.
6/144/59). Dass sie die Arbeitsfähigkeit anders als bei Erlass der Verfügung vom 2
3.
Oktober 2008 (
Urk.
6/124) beurteilten, das heisst von einer Arbeitsunfähigkeit von 40
%
und nicht von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgingen
(
Urk.
6/1
44/57 u. 59), stellt nicht eine
Sachverhalt
sänderung, sondern eine revisionsrechtlich nicht bedeutsame andere Beurte
ilung
der nämlichen Verhältnisse
dar (vgl. vorstehende E. 1
.4).
Aus den weiteren beiden Gutachten von
Dr.
E._
vom
1
1.
April 2018
und von
Dr.
F._
vom
2
8.
Mai 2019
ergeben sich
ebenfalls
keine Anhaltspunkte für eine Besserung. Während
Dr.
E._
zum Schluss kam, das psychische Leiden habe sich seit der Begutachtung durch die Ärzte des
B._
akzentuiert
(
Urk.
6/237/17)
,
hielt
Dr.
F._
fest
, der Zustand habe sich seit 2015 nicht verändert (
Urk.
6/284/92).
Darauf verwies auch die Beschwerdegegnerin (
Urk.
2
S.
6).
4.2
Auch aus
orthopädisch-rheumatologische
r
Sicht liegt ein seit 2008 im Wesent
lichen unveränderter Zustand vor. Das
damals
von den Ärzten der Rheumaklinik des
H._
und
auch von den Ärzten der Universitätsklinik
I._
diagnostizierte
und für die funktionelle Minderbelastbarkeit wesentliche
Leiden im Bereich
d
er Hüften und
Leistengegend
sowie
das Schulterleiden (
Urk.
6/114/16,
Urk.
6/114/18)
bestätigten
die
B._
-Gutachter im Gutachten vom
5.
März 2015
und wiesen darauf hin
, dass diesbezüglich eine Schmerzpersistenz vorliege (
Urk.
6/144/56).
D
ie Gutachterin
Dr.
D._
ging in ihrem Gutachten vom
7.
April 2018 von einer weiterhin bestehenden Minderbelastbarkeit aufgrund des Schulter- und Hüftleidens aus (
Urk.
6/235/139).
Die Voraussetzungen für
eine
Anpassung der Rente
gestützt auf
Art.
17 ATSG
sind angesichts dieser Umstände
nicht erfüllt.
Es bleibt darauf hinzuweisen, dass die Frage einer Revision zufolge veränderter Verhältnisse auch von den Parteien weder im Verwaltungs- noch im
Einspracheverfahren
thematisiert worden ist.
Der
Rückkommensgrund
der verän
derten Verhältnisse ist mithin nicht gegeben.
4.3
Sind weder die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG noch für eine Anpassung der Leistungen gestützt auf lit. a
Abs.
1 der Schlussbestimmung der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 (
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket) oder die Voraussetzungen für eine materielle Rentenrevision gestützt auf
Art.
17 ATSG erfüllt, so hat der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf die mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2008 zugesprochene ganze Rente (vgl.
Urk.
6/124).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer
bemängelt
e
die Herabsetzung der Rente ohne vorgängige
Durchführung beruflicher Massnahmen
(
Urk.
1 S. 2 f.)
.
In der Invalidenversiche
rung gilt i
n erster Linie der Gru
ndsatz der Selbsteingliederung, denn d
ie versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) zu verhindern (
Art.
7
Abs.
1
IVG
; vgl. auch
BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen
).
B
ei fortgeschrittenem Alter
(älter als 55 Jahre)
respektive nach langem Rentenbezug
(
mindestens
15 Jahre) sind
jedoch
recht
sprechungsgemäss
i
n der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durch
zuführen, bis
die versicherte
Person
in der Lage
ist
, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszu
schöp
fen und erwerblich zu verwerten
(BG
E 145 V 209 E. 5.1, Urteil des Bundes
gerichts 8C_826/2018 vom 1
4.
August 2019 E. 3.2.2
)
.
5.2
Der Beschwerdeführer wünscht
insbesondere
Massnahmen im Hinblick auf eine Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte (
Urk.
1 S. 2).
Art.
16
Abs.
2 lit. a IVG
sieht
solche Massnahmen
im Sinne
einer der erstmaligen beruflichen Ausbildung gleichgestellten
Vor
bereitung auf eine solche Tätigkeit vor.
Diese
Massnahmen sind
indessen
für Versicherte
vorgesehen
, d
ie noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesent
lichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen
. Diese
Voraussetzungen sind
beim
Beschwerdeführer nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer
w
ar
seit seinem Zuzug in die Schweiz
im Jahr
1981 stets
als ungelernte Kraft auf dem Bau
tätig
(
Urk.
6/2/3,
Urk.
6/6/1)
und der Umstand, dass er keine Berufsausbildung absolvierte, hat biografische und nicht gesundheitliche
Gründe
(vgl.
Urk.
6/2/4,
Urk.
6/6).
Hinzu kommt, dass
der Beschwerdeführer weiterhin Ans
pruch auf eine ganze Rente hat
, da ein
Rückkommensgrund
nicht gegeben
i
st
. Aus diesem Grund
entfällt eine Überprüfung der Fä
higkeit zur Selbsteingliederung im vornherein.
Zusammenfassend
ergibt sich
, dass
die Beschwerdegegnerin die bisherige ganze Rente zu Unrecht auf eine Viertelsrente herabgesetzt hat.
Die gegen diesen Ent
scheid erhobene Beschwerde ist demnach
gutzuheissen.
6.
6.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt. Vorlie
gend
erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
800
.-- als angemessen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss hat der
vertretene Beschwerdeführer
gestützt auf
Art.
61 lit. g ATSG Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist gemäss
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzu
setzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschä
digung von
Fr.
1
’
900
.-- als angemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).