Decision ID: 40b63264-d246-49bb-b4e7-55f43fe83b94
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
C._ ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 001, Z._, Grundbuch K._. Das Grundstück
umfasst eine Fläche von 5'684 Quadratmetern. Davon entfallen 2'938 Quadratmeter
auf geschlossenen Wald und 139 Quadratmeter auf fliessendes Gewässer. Die
restliche Fläche von 2'607 Quadratmetern liegt in der Landwirtschaftszone und teilt
sich auf in 2'322 Quadratmeter Acker und Wiese, 279 Quadratmeter Strasse und Weg
und 6 Quadratmeter übrige humusierte (gemäss Flächenblatt im Geoportal bestockte)
Fläche. Miteigentümer je zur Hälfte des ebenfalls der Landwirtschaftszone
zugewiesenen Nachbargrundstücks Nr. 002 mit einer Grundstücksfläche von 3'956
Quadratmetern und den Gebäuden Vers.-Nrn. xx1 (Wohnhaus), xx2 (Scheune), xx3
(Remise) und xx4 (Doppelgarage) sind D._ und E._. Deren Sohn A._ und B._, die
zusammen mit ihren Kindern im Wohnhaus auf dem Grundstück Nr. 002 leben,
erkundigten sich am 18. März 2018 beim Landwirtschaftsamt, ob D._ und E._ der
Erwerb des Grundstücks Nr. 001 bewilligt werden könnte (act. 10-7/13). Das
Landwirtschaftsamt nahm am 4. Mai 2018 ablehnend Stellung (act. 10-7/10).
In der Folge vertrat der Rechtsvertreter von A._ und B._ gegenüber dem
Landwirtschaftsamt am 9. August 2018 die Auffassung, das Grundstück Nr. 001 sei mit
einer landwirtschaftlich nutzbaren Fläche von etwa 1'900 Quadratmetern als "kleines
landwirtschaftliches Grundstück" zu behandeln und falle deshalb nicht in den
Geltungsbereich des bäuerlichen Bodenrechts (act. 10-7/9). Nachdem das
Landwirtschaftsamt diese Auffassung nicht teilte (act. 10-7/8), ersuchten C._, A._
und B._ am 30. August 2018 um Erlass einer anfechtbaren Feststellungsverfügung
(act. 10-7/7).
B.
Das Landwirtschaftsamt stellte mit Verfügung vom 5. Oktober 2018 fest, das
Grundstück Nr. 001, Grundbuch K._, unterliege den Regeln des bäuerlichen
Bodenrechts. A._, B._ und C._ erhoben gegen die Feststellungsverfügung mit
Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 16. Oktober 2018 Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission. Das Verfahren wurde nach Durchführung eines
Augenscheins am 24. September 2019 sistiert. Der Rechtsvertreter hielt am 30. März
2021 an der Beschwerde fest. Die Verwaltungsrekurskommission wies das
Rechtsmittel am 21. April 2022 ab.
C.
A._, B._ und C._ (Beschwerdeführer) erhoben gegen den am 22. April 2022
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versandten Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom
9. Mai 2022 und Ergänzung vom 13. Juni 2022 durch ihren gemeinsamen
Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer sei der angefochtene
Entscheid aufzuheben, das Grundstück Nr. 001, Grundbuch K._, von der
Anwendbarkeit des bäuerlichen Bodenrechts auszunehmen und das Grundbuchamt
anzuweisen, im Grundbuch die Nichtunterstellung anzumerken.
Die Vorinstanz verzichtete am 20. Juni 2022 auf eine Vernehmlassung. Das
Landwirtschaftsamt beantragte mit Vernehmlassung vom 15. Juli 2022, die
Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. Die kantonale Aufsichtsbehörde hat
stillschweigend auf eine Vernehmlassung verzichtet. Die Beschwerdeführer nahmen zur
vorinstanzlichen Vernehmlassung am 19. September 2022 Stellung. Das
Landwirtschaftsamt äusserte sich dazu am 30. September 2022 nochmals.
Auf die Ausführungen der Beschwerdeführer und des Beschwerdebeteiligten sowie die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 Satz 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP).
Die Beschwerdeführer, die mit ihrem Begehren im vorinstanzlichen Verfahren
unterlagen, sind vom angefochtenen Entscheid in formeller Hinsicht beschwert. Zu
prüfen ist, inwieweit dies auch in materieller Hinsicht gilt. Wer ein schutzwürdiges
Interesse hat, kann gemäss Art. 84 des Bundesgesetzes über das bäuerliche
Bodenrecht (SR 211.412.22, BGBB) von der Bewilligungsbehörde feststellen lassen, ob
ein landwirtschaftliches Grundstück dem Realteilungsverbot, dem
Zerstückelungsverbot, dem Bewilligungsverfahren oder der Belastungsgrenze
unterliegt (lit. a) oder ob der Erwerb eines solchen Grundstücks bewilligt werden kann
(lit. b). C._ ist Eigentümer des fraglichen Grundstücks und kann als solcher ein
schutzwürdiges Interesse an der Feststellung, ob ein Verkauf seines Grundstücks
Nr. 001, Grundbuch K._, dem Bewilligungsverfahren nach dem bäuerlichen
Bodenrecht unterliegt, dartun.
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Fraglich ist, ob auch A._ und B._ in einem solchen Interesse berührt sind. Zum Kreis
derjenigen Personen, denen regelmässig ein Feststellungsanspruch im Sinn von Art. 84
BGBB zusteht, gehören in erster Linie die Vertragsparteien; sie haben ein ureigenes
Interesse an der Feststellung, ob das ins Auge gefasste Geschäft mit den öffentlich-
rechtlichen Bestimmungen des bäuerlichen Bodenrechts in Einklang steht.
Kaufinteressenten – ein Kaufvertrag wurde bisher nicht abgeschlossen – können sich
auf ein ausreichendes schutzwürdiges Interesse im Sinn von Art. 84 BGBB berufen,
wenn ihnen am betroffenen Grundstück dingliche oder vertragliche Rechte zukommen
(vgl. Herrenschwand/ Stalder, in: Das bäuerliche Bodenrecht, Kommentar zum BGBB,
2. Aufl. 2011, N 7/8 zu Art. 84 BGBB). Im Zeitpunkt der Einreichung des
Feststellungsbegehrens hatten A._ und B._ nicht die Absicht, das Grundstück selbst
zu erwerben, sondern stellten das Gesuch für die Eltern von A._. Letztere sollten das
Grundstück erwerben, um es anschliessend A._ und B._ zur Nutzung zu überlassen.
Im Rechtsmittelverfahren (act. 10/1, Ziffer II/3 der Rekurseingabe; act. 1, Ziffer II/3 der
Beschwerdeeingabe) äussern sie mittlerweile eigene Kaufabsichten. Dass A._ und
B._ in der Zwischenzeit einen Kaufvertrag mit dem Grundeigentümer abgeschlossen
hätten, wird weder aus den vorliegenden Akten ersichtlich noch von ihnen geltend
gemacht. Die verfügende Behörde hätte dementsprechend deren Gesuch nicht an die
Hand nehmen und die Vorinstanz auf deren Rechtsmittel nicht eintreten dürfen (Art. 83
Abs. 3 BGBB; Herrenschwand/Stalder, a.a.O., N 13 zu Art. 84 BGBB). Auf die
Beschwerden von A._ und B._ ist deshalb nicht einzutreten.
Die Beschwerde von C._ gegen den am 22. April 2022 versandten vorinstanzlichen
Entscheid wurde mit Eingabe vom 9. Mai 2022 rechtzeitig erhoben und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 13. Juni 2021 in formeller und inhaltlicher Hinsicht
die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 sowie Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf seine Beschwerde ist dementsprechend einzutreten. Vor dem
Hintergrund der gemeinsamen Prozessführung der drei Beschwerdeführenden
erscheint es trotz des Nichteintretens auf die Beschwerden von A._ und B._
vertretbar, die Streitsache in einem Entscheid zu erledigen.
2.
Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass das Grundstück Nr. 001,
Grundbuch K._, zurzeit nicht Teil eines landwirtschaftlichen Gewerbes bildet.
Umstritten ist, ob es dem Bewilligungsverfahren nach bäuerlichem Bodenrecht
unterliegt, weil es als landwirtschaftliches Grundstück im Geltungsbereich des
Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht liegt.
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3.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 BGBB gilt das Gesetz für landwirtschaftliche Grundstücke, die
ausserhalb der Bauzone liegen und für welche die landwirtschaftliche Nutzung zulässig
ist. Für Waldgrundstücke gilt das Gesetz, soweit sie zu einem landwirtschaftlichen
Gewerbe gehören (Art. 2 Abs. 2 Ingress und lit. b BGBB). Das Gesetz gilt zudem für
Grundstücke mit gemischter Nutzung, die nicht in einen landwirtschaftlichen und einen
nichtlandwirtschaftlichen Teil aufgeteilt sind (Art. 2 Abs. 2 Ingress und lit. d BGBB). Das
Grundstück Nr. 001, Grundbuch K._, ist nicht in einen landwirtschaftlichen und einen
nichtlandwirtschaftlichen Teil aufgeteilt. Insoweit unterliegt es als gemischt genutztes
Grundstück dem allgemeinen Geltungsbereich gemäss Art. 2 Abs. 2 Ingress und lit. d
BGBB.
3.1.
Die Beschwerdeführer sind der Auffassung, das Gesetz gelte für das Grundstück nicht,
weil es weniger als 25 Aren Land umfasse.
Art. 2 Abs. 3 BGBB nimmt Grundstücke von weniger als 15 Aren Rebland oder 25 Aren
"anderem Land" vom Geltungsbereich des bäuerlichen Bodenrechts aus. Die Fläche
des Grundstücks Nr. 001 beträgt 5'684 Quadratmeter und damit mehr als das
Doppelte der Mindestfläche gemäss Art. 2 Abs. 3 BGBB. Vorinstanz und verfügende
Behörde sind allerdings davon ausgegangen, die Waldfläche sei nicht zu
berücksichtigen, weil sie abgetrennt werden könnte. Gemischt genutzte, nicht in einen
landwirtschaftlichen und nicht landwirtschaftlichen Teil aufgeteilte Grundstücke
unterliegen indessen entsprechend dem klaren Wortlaut von Art. 2 Abs. 2 Ingress und
lit. d BGBB dem Geltungsbereich des Gesetzes (siehe auch Schmid-Tschirren/Bandli,
in: Das bäuerliche Bodenrecht, Kommentar zum BGBB, 2. Aufl. 2011, N 28 6. Absatz
zu Art. 2 BGBB). Eine Abparzellierung der Waldfläche hat der Eigentümer des
Grundstücks nicht beantragt. Dass das Grundstück dereinst nach einer Handänderung
als Ganzes mit seiner Waldfläche Teil eines landwirtschaftlichen Gewerbes wird, ist
aufgrund seiner Lage – es grenzt gegen Westen, Süden und teilweise auch gegen
Osten an grosse zusammenhängende landwirtschaftliche Nutzflächen – nicht
auszuschliessen. Träfe die Auffassung von Vorinstanz und verfügender Behörde zu,
würde Art. 2 Abs. 2 Ingress und lit. d BGBB in all jenen Fällen, in denen ein gemischt
genutztes Grundstück entlang der Zonengrenze aufgeteilt werden kann und die
verbleibende Fläche weniger als 25 Aren beträgt, obsolet.
3.2.
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Selbst wenn allerdings die Auffassung von Vorinstanz und der verfügenden Behörde zu
teilen wäre, verbliebe nach Abtrennung der Waldfläche von 2'938 Quadratmetern von
der Gesamtfläche von 5'684 Quadratmetern eine restliche Fläche von 2'746
Quadratmetern. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, von dieser Fläche seien die
auf Gewässer und Strasse entfallenden Flächen von 139 Quadratmetern und 279
Quadratmetern sowie die Altlastenfläche von 425 Quadratmetern abzuziehen.
Die Vorinstanz hat festgehalten, weder im Gesetz und in der Botschaft dazu noch im
landwirtschaftlichen Pachtrecht, das eine mit Art. 2 Abs. 3 BGBB vergleichbare
Ausnahmeregelung enthalte, gebe es Hinweise darauf, dass ausschliesslich das
landwirtschaftlich nutzbare Land berücksichtigt werden müsse. Art. 2 Abs. 3 BGBB
solle auch verhindern, dass sich die Verwaltung mit Kleinigkeiten beschäftigen und bei
Ermittlung der massgebenden Fläche für kleinste Flächen prüfen müsse, ob sie
landwirtschaftlich nutzbar seien. Das bäuerliche Bodenrecht knüpfe am
sachenrechtlichen Begriff des Grundstückes an. Das Grundstück sei die kleinste
Einheit, die entweder ganz oder überhaupt nicht in den Geltungsbereich des Gesetzes
falle. Die Beschwerdeführer könnten auch nichts zu ihren Gunsten daraus ableiten,
dass gemäss Art. 16 Abs. 1 Ingress und lit. e der Verordnung über landwirtschaftliche
Begriffe und die Anerkennung von Betriebsformen (SR 910.91, LBV) öffentliche
Strassen nicht als landwirtschaftliche Nutzflächen gelten. Diese Bestimmung sei nicht
als Ausführungsbestimmung zu Art. 2 Abs. 3 BGBB, der ausschliesslich den
Rechtsverkehr mit landwirtschaftlichen Gewerben und Grundstücken regle, sondern
gestützt auf Art. 177 Abs. 1 des Landwirtschaftsgesetzes (SR 910.1, LwG), der unter
anderem die Förderung der Qualität und des Absatzes schweizerischer Agrarprodukte
bezwecke, erlassen worden. Ein Analogieschluss sei deshalb nicht zulässig. Als
Gemeindestrasse 3. Klasse diene die Z._strasse bestimmungsgemäss der Land- und
Forstwirtschaft und stehe dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht offen (Art. 8
Abs. 3 des Strassengesetzes; sGS 732.1, StrG). Für die Bewirtschaftung seien – nicht
übermässig grosse – Strassen erforderlich.
Die Beschwerdeführer halten dem entgegen, aus Art. 2 Abs. 3 BGBB ergebe sich nicht,
dass das gesamte Grundstücke nicht grösser als 25 Aren sein dürfe. Bei einem
gemischt genutzten Grundstück dürften höchstens 15 Aren (landwirtschaftlich
nutzbares) Rebland sein. Wie gross der Rest sein dürfe, werde im Gesetz nicht
erwähnt. Die zuständige Behörde müsse bei Grundstücken mit Rebland folglich
abklären, welche Fläche tatsächlich landwirtschaftlich nutzbar sei und ob die
Mindestgrösse von 15 Aren erreicht werde. Werde dagegen bei Grundstücken, in
3.3.
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denen es um "anderes" Land gehe, allein auf die Grösse des Grundstücks abgestellt,
führe dies zu einem frappanten Widerspruch innerhalb von Art. 2 Abs. 3 BGBB.
Während bei Grundstücken mit Rebland (gemäss dem expliziten Wortlaut) eine
Unterscheidung zwischen landwirtschaftlich nutzbarem und nicht nutzbarem Land
getroffen werden müsse, unterbliebe eine solche Differenzierung bei allen anderen
Grundstücken. Das könne nicht der Wille des Gesetzgebers sein. Vielmehr sei unter
dem Begriff "anderes" Land eine landwirtschaftlich nutzbare Fläche im Sinn von Art. 6
Abs. 1 BGBB zu verstehen, welche über den vorgeschriebenen 25 Aren liegen müsse.
Da Strassen und Wegflächen landwirtschaftlich nicht nutzbar seien, müssten diese von
der massgebenden Fläche abgezogen werden. Wäre mit dem Begriff des "anderen"
Landes in Art. 2 Abs. 3 BGBB sowohl landwirtschaftlich nutzbares als auch nicht
nutzbares Land gemeint, hätte der Gesetzgeber den Begriff vollumfänglich streichen
können. Für die zuständige Behörde sei die Ausscheidung der Flächen keine
komplizierte Aufgabe. Die Angaben seien auf dem Geoportal einsehbar und die
verfügende Behörde habe selbst darauf hingewiesen, die Flächenarten würden jeweils
auf diesem Portal abgerufen. Es gehe aber auch nicht darum, die landwirtschaftlich
nutzbare Fläche "auf den Millimeter genau" zu bestimmen. Fälle wie der vorliegende
dürften ohnehin äusserst selten vorkommen. Die zuständigen Behörden der Kantone
Luzern und Aargau hielten ausdrücklich fest, dass es Grundstücke gebe, die grösser
als 25 Aren seien, von denen aber nicht die ganze Fläche landwirtschaftlich nutzbar sei,
weil eine Teilfläche Wald oder Strasse sei, innerhalb einer rechtskräftigen Bauzone
liege oder es sich um eine nichtlandwirtschaftliche Baute handle. Diese Grundstücke
unterlägen, solange sie nicht nach Zone oder Nutzungsart aufgeteilt seien, den
Bestimmungen des BGBB. Eine Entlassung aus dem Geltungsbereich ohne
Parzellierung sei nur möglich, wenn der landwirtschaftlich nutzbare Teil kleiner als 25
Aren sei. Weshalb die Praxis im Kanton St. Gallen nicht ebenso gehandhabt werden
solle, bleibe schleierhaft und rechtlich unbegründet. Die vorinstanzliche Feststellung,
wonach die über das Grundstück verlaufende Z._strasse primär landwirtschaftlich
genutzt werde und für die Bewirtschaftung des Grundstücks erforderlich sei, werde
bestritten. Die Strasse diene vielmehr primär der Erschliessung der Weiler Z._, Y._
und X._ in Richtung Dorfkern. Zudem werde sie als "Passerelle" zwischen den
Durchgangsstrassen M._-N._ und M._-O._ genutzt. Auch als Gemeindestrasse
3. Klasse werde sie überwiegend für nicht landwirtschaftliche Zwecke und als
Durchgangsstrasse verwendet. Auch wenn der Abschnitt auf dem Grundstück für
dessen Bewirtschaftung notwendig wäre, müsse und könne die Fläche von der
Gesamtfläche des Grundstücks abgezogen werden.
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Das Gesetz umschreibt nicht weiter, welcher Art das in Art. 2 Abs. 3 BGBB verwendete
"andere Land" sein muss, damit es bei der Ermittlung der Fläche zu berücksichtigen
ist. Der Begriff dient in erster Linie der Abgrenzung gegenüber dem "Rebland". Der
Wortlaut von Art. 2 Abs. 3 BGBB knüpft letztlich – wie es für ein Gesetz angebracht ist,
welches, wie das Bundesgesetz zum bäuerlichen Bodenrecht, den Rechtsverkehr
regeln will (vgl. E. Hofer, in: Das bäuerliche Bodenrecht, Kommentar zum BGBB, 2.
Aufl. 2011, N 2 zu Art. 6 BGBB) – am Begriff des Grundstücks an. Gemeint sind damit
in ganz allgemeiner Weise "kleine Grundstücke" (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz
über das bäuerliche Bodenrecht [BGBB], in: BBl 1988 III S. 953 ff., S. 976). Die
Bestimmung unterscheidet zwischen "Rebgrundstücken" (vgl. Botschaft zur
Weiterentwicklung der Agrarpolitik [Agrarpolitik 2007], in: BBl 2002 S. 4721 ff.; Teil III:
Änderungen im bäuerlichen Bodenrecht [BGBB] und im landwirtschaftlichen Pachtrecht
[LPG] sowie Anpassung des Immobiliarsachenrechts im Schweizerischen
Zivilgesetzbuch [ZGB], in: BBl 2002 S. 4938 ff., S. 4941) und den übrigen
landwirtschaftlichen Grundstücken. Ausschlaggebend ist damit, ob – soweit nicht ein
Rebgrundstück in Frage steht – ein Grundstück als landwirtschaftlich gilt und seine
Fläche weniger als 25 Aren beträgt.
Als landwirtschaftlich gilt gemäss Art. 6 Abs. 1 BGBB ein Grundstück, das für die
landwirtschaftliche oder gartenbauliche Nutzung geeignet ist. Grundstücke, welche nur
zum Teil zur landwirtschaftlichen Nutzung geeignet und zum Teil überhaupt nicht
nutzbar sind, gelten immer als landwirtschaftlich. Auf dem ganzen Grundstück ist dann
nur eine Nutzung möglich, nämlich die landwirtschaftliche. Liegt die landwirtschaftlich
nutzbare Fläche aber unterhalb der Grenzen von Art. 2 Abs. 3 BGBB und gehört das
Grundstück nicht zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe, handelt es sich um ein
kleines Grundstück. Die nur teilweise nutzbaren Grundstücke sind aber nicht zu
verwechseln mit den Grundstücken mit gemischter Nutzung, die – wie das Grundstück
des Beschwerdeführers – neben der landwirtschaftlichen auch eine
nichtlandwirtschaftliche Nutzung aufweisen. Bei diesen Grundstücken ist aufgrund von
Art. 6 BGBB zu entscheiden, ob neben der nichtlandwirtschaftlichen auch noch eine
landwirtschaftliche Nutzung möglich ist. Ist dies – wie beim Grundstück des
Beschwerdeführers unbestrittenermassen – der Fall, handelt es sich um ein
Grundstück mit gemischter Nutzung. Art. 6 BGBB erfasst nicht nur Grundstücke, deren
ganze Fläche für die landwirtschaftliche oder gartenbauliche Nutzung geeignet ist. Da
die Grundstücke mit gemischter Nutzung einen nichtlandwirtschaftlichen Teil
aufweisen, der abtrennbar sein kann oder auch nicht, stellt Art. 2 Abs. 2 Ingress und
lit. d BGBB klar, dass sie dem Gesetz unterstellt sind. Im bäuerlichen Bodenrecht, das
3.4.
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– wie bereits dargelegt – ein Rechtsverkehrsgesetz darstellt, ist das Grundstück die
kleinste Einheit. Es handelt sich auch dann um ein Grundstück mit gemischter Nutzung,
wenn die Fläche dieses Teils die Grenzen für kleine Grundstücke nach Art. 2 Abs. 3
BGBB nicht übersteigt (Hofer, a.a.O., N 12/12a zu Art. 6 BGBB).
Selbst wenn nicht die Gesamtfläche des Grundstücks (5'684 Quadratmeter), sondern
lediglich die nicht auf den Wald (2'938 Quadratmeter) und das Fliessgewässer (139
Quadratmeter) entfallende Fläche (2'607 Quadratmeter) berücksichtigt wird, ist die
Fläche von 25 Aren überschritten. Nach Abzug der Fläche von 279 Quadratmetern für
Strasse und Weg und nach Abzug der im Kataster der belasteten Standorte erfassten
Fläche von rund 425 Quadratmetern bliebe eine Fläche von 1'903 Quadratmetern
Acker- und Wiesland für die landwirtschaftliche Nutzung geeignet. Als für die
landwirtschaftliche Nutzung geeignet gilt ein Grundstück, das aufgrund seiner Lage und
seiner Beschaffenheit so genutzt werden kann. Konkret eigenen sich für eine
landwirtschaftliche Nutzung sämtliche Flächen, die nicht bewaldet sind und die über
eine für die Vegetation ausreichende Erdschicht verfügen. Das Merkmal der Eignung ist
somit zunächst objektiver Natur (BGE 139 III 327 = Pra 103/2014 Nr. 14 E. 2.1). Nur
ausnahmsweise ist die langjährige Nutzung in Betracht zu ziehen, wenn die
Anwendung des BGBB stossend wirken würde (vgl. Hofer, a.a.O., N 9a zu Art. 6
BGBB). Sie muss grundsätzlich auf besondere Verhältnisse beschränkt sein (BGE 139
III 327 = Pra 103/2014 Nr. 14 E. 3). Das Erfordernis der langen Zeitdauer für die
nichtlandwirtschaftliche Nutzung ist ein wirksames Mittel zur Verhinderung des
Ausschlusses objektiv für die Landwirtschaft geeigneter Grundstücke aus dem
Geltungsbereich des bäuerlichen Bodenrechts und damit der Gesetzesumgehung
durch kurzfristig getroffene Aktionen (vgl. Y. Donzallaz, Traité de droit agraire suisse,
Tome II, Bern 2006, Rz. 2042). Insoweit unterscheidet sich der vorliegende Sachverhalt
wesentlich von jenem im erwähnten bundesgerichtlichen Entscheid, in welchem das
Grundstück eingefriedet war und seit rund vierzig Jahren im Wesentlichen als Park und
mit einem Schwimmbad genutzt wurde (vgl. BGE 139 III 327 = -Pra 103/2014 Nr. 14 E.
4). Die von A._ und B._ – wenn auch nur hobbymässig – beabsichtigte Nutzung zeigt
schliesslich, dass Teilflächen des Grundstückes für eine landwirtschaftliche Nutzung
geeignet sind. Die zum Acker- und Wiesland zu rechnende Fläche des Grundstücks
Nr. 001 wird, indem das Gras gemäht wird, im Übrigen auch tatsächlich
landwirtschaftlich genutzt. Auch nach Abzug der Wald- und Gewässerflächen läge also
ein gemischt genutztes Grundstück im Sinn von Art. 2 Abs. 2 Ingress und lit. d BGBB
mit einer Fläche von mehr als 25 Aren vor. Ob Strasse und Weg und die im Kataster
der belasteten Standorte erfasste Fläche für die landwirtschaftliche Nutzung im Sinn
von Art. 6 BGBB geeignet ist, kann deshalb offenbleiben.
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4.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist, soweit darauf
einzutreten ist, abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten
von den Beschwerdeführern zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Davon sind dem Beschwerdeführer 1 und der Beschwerdeführerin 2, auf deren
Beschwerde nicht eingetreten wurde, CHF 1'000 und dem Beschwerdeführer 3 die
verbleibenden CHF 1'500 aufzuerlegen. Die Gebühr ist durch den von den
Beschwerdeführern in der gleichen Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
Ausseramtliche Kosten sind für das Beschwerdeverfahren nicht zu entschädigen. Die
Beschwerdeführer stellen ihre Anträge zwar unter Entschädigungsfolge, unterliegen
jedoch. Die Beschwerdebeteiligten haben als verfügende und als Aufsichtsbehörde
keinen Anspruch auf Entschädigung (vgl. Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP).
Zur Strassen- und Wegfläche kann ergänzend angemerkt werden, dass die Strasse als
Gemeindestrasse 3. Klasse, der von ihr abzweigende Weg als Gemeindeweg 3. Klasse
parzelliert ist. Sie stehen damit dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht offen,
sondern dienen der Erschliessung und der Land- und Forstwirtschaft (Art. 8 Abs. 3 des
Strassengesetzes; sGS 732.1, StrG). Zweck der Z._strasse ist es deshalb nicht, die
zwei Durchgangsstrassen zu verbinden. Ihr Ausbau ist denn auch nicht auf diese
Funktion ausgerichtet. Sollte sie zuweilen unzulässigerweise so genutzt werden, ändert
dies nichts daran, dass sie – in erster Linie – der land- und forstwirtschaftlichen
Nutzung des Grundstücks Nr. 001 und weiterer landwirtschaftlicher Grundstücke und
der Erschliessung von Weilern im Landwirtschaftsgebiet dient. Dass die Vorinstanz
diese Flächen für die Ermittlung der massgebenden Fläche nach Art. 2 Abs. 3 BGBB
berücksichtigt hat, ist nicht zu beanstanden. Für die weitere Begründung kann
ergänzend auf deren Darlegungen verwiesen werden.
Zur belasteten Deponiefläche kann ebenfalls ergänzend festgehalten werden, dass die
als Wiese und Acker erfasste Fläche des Grundstücks – wie die Vorinstanz anlässlich
des Augenscheins festgestellt hat – tatsächlich als Wiesland genutzt wird. Der
Beschwerdeführer bezweifelt mit Hinweis auf fehlende fundierte Abklärungen zur
Belastung die landwirtschaftliche Nutzbarkeit der Fläche. Dass keine solchen
Abklärungen getroffen wurden, mag zutreffen, ändert allerdings nichts daran, dass die
zuständige Umweltbehörde aufgrund des Standorttyps keine schädlichen oder lästigen
Einwirkungen erwartet und keine Einwirkungen bekannt sind, obwohl die Deponie seit
1975 geschlossen ist und im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung dieser Fläche
seit 45 Jahren keine solchen Einwirkungen festzustellen waren.
3.5.
bis
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