Decision ID: f6e986a0-441d-48db-ad70-188c7f65a16c
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 17./18. Januar 2005 (IV-act. 1) erstmals bei der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich berufliche Massnahmen (vgl.
IV-act. 7). Er sei 198_ in die Schweiz gekommen und zuletzt von 2000 bis 2004 als _
angestellt gewesen. Seit 28. Juli 2004 sei er voll arbeitsunfähig und seit August 2001
leide er an Schmerzen am Nacken und beiden Schultern. Die Schulter rechts sei
operiert worden. Beim An- und Auskleiden bedürfe er dauernd der Hilfe Dritter oder der
persönlichen Überwachung. - Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin, gab in
seinem IV-Arztbericht vom 14. Februar 2005 (IV-act. 8) an, beim Versicherten bestehe
seit August 2002 ein chronisches cervicobrachiales Schmerzsyndrom bei medialer
Diskushernie C4/5 und C5/6 und im April 2003 seien eine Rippenresektion, eine
Neurolyse sowie eine Arteriolyse bei Thoracic-outlet-Syndrom rechts erfolgt. Nach drei
Phasen voller Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ab 13. Juli 2002 sei der
Versicherte ab 29. Juli 2004 ohne Unterbruch von mehr als 30 Tagen (abgesehen von
sechs Tagen mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %) voll arbeitsunfähig gewesen. Ab
Juli 2004 habe er eine körperlich anspruchsvollere Tätigkeit mit vermehrt Überkopf-
Arbeiten ausüben müssen, der er nicht mehr gewachsen gewesen sei. In einer
körperlich nur mässig anstrengenden Arbeit sei er dagegen voll arbeitsfähig. Der Arzt
hielt berufliche Massnahmen und ergänzende medizinische Abklärungen für angezeigt.
- Dr. med. D._, Facharzt für Neurochirurgie, hatte Dr. C._ am 24. Januar 2005 (IV-
act. 16) u.a. berichtet, im August 2001 seien beim Versicherten Schulterschmerzen
rechts aufgetreten. Es bestünden postoperative Restbeschwerden mit Reiz- und
sensomotorischen Ausfällen im rechten Arm und eine ausgeprägte neuropsychische
Komponente mit Somatisierung. Er selber habe beim Versicherten vom 15. bis
23. Dezember 2004 peridurale Infiltrationen auf mehreren Höhen im HWS-Bereich und
im Axillarplexus durchgeführt, die nach dessen Angaben keine Besserung erbracht
hätten. - Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom _. April 2005 (IV-act. 18) war die
Kündigung am _. Juli 2004 wegen einer betriebsinternen Umstrukturierung erfolgt und
A.a.
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war der Versicherte hernach arbeitsunfähig gewesen. Seit Januar 2004 habe er
monatlich Fr. 4'430.-- zuzüglich Nachtzulagen von durchschnittlich Fr. 192.50 verdient.
- Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen gab in einem Bericht vom
28. April 2005 (IV-act. 47-10 f.) an, in der klinisch-neurologischen Untersuchung habe
wie schon in der Voruntersuchung kein Korrelat zu den angegebenen Schulter-/
Armschmerzen objektiviert werden können. Es habe diskrete Hinweise für eine
Wurzelläsion C7 ergeben, welche die Beschwerden jedoch bei weitem nicht erklärten. -
In einem Austrittsbericht der Klinik E._ vom 11. August 2005 (IV-act. 39; Aufenthalt
des Versicherten vom 13. Juli 2005 bis 2. August 2005) wurde u.a. die Diagnose einer
fraglichen Wurzelläsion C7 rechts erwähnt. Für adaptierte Tätigkeiten sei der
Versicherte zu 50 % arbeitsfähig. Es habe sich insgesamt eine deutliche Diskrepanz
zwischen den eigenen Einschätzungen und der tatsächlich möglichen Körperleistung
gezeigt. - Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) reichte am 9. Januar 2006
einen Abklärungsbericht F._programm vom 16. Dezember 2005 (IV-act. 33-2 ff.) ein.
Darin war festgehalten worden, der Versicherte habe halbtags u.a. _-, _- und
_arbeiten gemacht. Er habe nach seinen körperlichen Möglichkeiten gearbeitet und
habe, da er nur zu 50 % anwesend gewesen sei, kaum Ausfalltage gehabt. Er habe
eine rasche Auffassungsgabe und habe konzentriert und sehr selbständig gearbeitet.
Er habe sehr gute feinmotorische Arbeit geleistet und die Arbeiten, bei denen er den
rechten Arm nur wenig habe bewegen müssen, qualitativ sehr gut ausgeführt. -
Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gab in einem IV-
Arztbericht vom 18. Februar 2006 (IV-act. 46) bekannt, es bestünden einerseits ein
leicht- bis mittelgradiges depressives Zustandsbild im Sinn einer depressiven
Entwicklung bei u.a. langdauernder voll- und teilzeitlicher Arbeitsunfähigkeit sowie
sozialen, vor allem finanziellen Schwierigkeiten, und anderseits der Verdacht auf eine
somatoforme Schmerzstörung. Die Arbeitsunfähigkeit sei durch die Klinik E._ im
August 2005 bestimmt worden. Inwiefern sich das psychiatrische Leiden auf die
Arbeitsfähigkeit auswirke, sei nicht beurteilbar.
In einem polydisziplinären Gutachten vom 11. Mai 2006 (IV-act. 51) gab die
MEDAS Zentralschweiz bekannt, eine Arbeit mit erheblicher Belastung des
Schultergürtels sei - bei diagnostizierter chronifizierter Zervikobrachialgie rechts - nur
noch eingeschränkt zumutbar bzw. es liege hierfür keine Arbeitsfähigkeit mehr vor. In
A.b.
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B.
einer leichteren Tätigkeit sei der Versicherte in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
(vgl. IV-act. 51-16 f.). Eine psychiatrische Komorbidität gebe es nicht. Der Versicherte
neige dazu, seine Ressourcen zu unterschätzen (vgl. IV-act. 51-27).
Mit Verfügung vom 2. Juni 2006 (IV-act. 57) und Einspracheentscheid vom
9. Oktober 2006 (IV-act. 75) lehnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen das Gesuch des Versicherten um berufliche Massnahmen und eine
Rente (gemäss Einspracheentscheid) ab. Eine Beschwerde hiergegen wurde vom
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 27. Februar 2008 (IV-
act. 82) abgewiesen. Das Gutachten sei beweiskräftig. Eine behauptete
gesundheitliche Veränderung mit stationärer Behandlung sei nicht dokumentiert
worden. Weder bestehe Anspruch auf Arbeitsvermittlung noch auf eine Rente.
A.c.
Auf ein Gesuch um Arbeitsvermittlung vom 4. April 2008 (IV-act. 84) trat die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 26. Mai 2008 (IV-
act. 90) nicht ein, ebenso wenig am 2. Dezember 2008 (IV-act. 102) auf ein weiteres
Gesuch vom 5. September 2008 (IV-act. 91).
A.d.
Am 18./24. Dezember 2009 (IV-act. 107) meldete sich der Versicherte erneut bei
der Invalidenversicherung an. - Dr. C._ berichtete am 8. Januar 2010 (IV-act. 111),
beim Versicherten seien im April 2009 eine degenerative Meniskushinterhornläsion
medial mit reaktivem Knochenmarködem und eine mediale Femurpatellararthrose mit
Chondropathie Grad III festgestellt worden. Zurzeit leide er wie bisher unter starken
Schulterschmerzen rechts mit Ausstrahlung in den Arm, so dass er schon nach kurzer
Zeit bei körperlicher Arbeit ermüde. Trotz intensiver Bemühungen habe er keine Arbeit
finden können. Die Perspektivlosigkeit wirke sich auf die psychische Befindlichkeit trotz
des Einsatzes eines Antidepressivums zunehmend negativ aus. Sein Antrag auf eine
neue Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit und auf Hilfe zur Wiedereingliederung sei zu
unterstützen. - Das Palliativzentrum des Departements Interdisziplinäre medizinische
Dienste am Kantonsspital St. Gallen gab in einem Bericht vom 26. April 2010 (IV-
act. 127-5 bis 8) an, es liege ein chronifiziertes gemischt nozizeptiv-neuropathisches
Schmerzsyndrom mit deutlicher psychosozialer Belastungssituation vor. Es habe sich
inzwischen eine Komorbidität im Sinn einer mittelschweren Depression etabliert.
B.a.
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Prognostisch ungünstig sei die finanzielle Situation mit der massiven Überschuldung
zusammen mit der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und fehlendem Ansprechen
auf die Therapien. Die einzige Lösung sehe der Versicherte in der Zusprache einer
Invalidenrente. Zurzeit sei der sekundäre Krankheitsgewinn gross. - Am 13. September
2010 erfolgte eine Abklärung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der
Invalidenversicherung. Im Bericht vom 20. September 2010 (IV-act. 129) gab die
betreffende RAD-Ärztin an, Hauptprobleme seien die linke (gemeint: rechte) Schulter,
die der Versicherte kaum zu gebrauchen scheine, und die psychische Situation. - Nach
einem Vorbescheid verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 6. Dezember
2010 (IV-act. 137), das Leistungsgesuch um berufliche Massnahmen werde
abgewiesen. - Dr. med. H._, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, teilte
am 16. Februar 2011 (IV-act. 144) auf Aufforderung zum Ausfüllen eines Arztberichts
hin mit, die Fragen nicht beantworten zu können. Der Versicherte spreche nicht gut
Deutsch. Die therapeutische Arbeit werde aber u.a. fortgesetzt, weil er schon einige
Fortschritte gemacht habe und weil er darauf bestehe.
In einem erneuten Gutachten vom 27. März 2012 (IV-act. 150) teilte die MEDAS
Zentralschweiz mit, als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit lägen beim Versicherten (erstens) chronifizierte, postoperative
Brachialgien rechts bei Status nach Resektion der ersten Rippe mit Neurolyse,
Arteriolyse und Venenbefreiung wegen Thoracic-outlet-Syndroms (08.04.2003) bzw.
Impingements der ersten Rippe unter der Klavikula, (zweitens) ein Status nach
vollständigem Verschluss der Vena subclavia rechts (17.01.2003) und (drittens) eine
beginnende Femoropatellararthrose bei Chondropathie III links (MRI 08.05.2009) vor.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Quadrantensyndrom der rechten
Schulter und des rechten Arms bei Aggravation mit Symptomausweitung und
übermässiger Schonhaltung, ein lokalisiertes fibromyalgieformes Syndrom des rechten
Oberarms sowie der rechtsseitigen Sternokostalgelenke seit Resektion der ersten
Rippe, multiple zervikale Diskusprotrusionen bei C3/4 rechtsbetont, bei C4/5 median-
betont, median bei C5/6, medio-rechtslateral bei C6/7 mit stationärem Verlauf (MRI
28.04.2009, 02.10.2008, 01.07.2004) mit chronischen Zervikalgien, und eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Daneben liege eine
rezidivierende Urolithiasis vor. Es ergebe sich die gleiche Beurteilung der
B.b.
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Arbeitsfähigkeit wie im Mai 2006. In einer leichteren bis mittelschweren Berufstätigkeit
ohne Arbeiten über Schulterhöhe, ohne häufiges Heben von Gewichten über 10 kg,
ohne stereotyp-monotone Belastung des rechten Schultergürtels und ohne
Notwendigkeit, den Kopf häufig in stark vornübergeneigter Position zu halten, sei der
Versicherte voll arbeitsfähig, ebenso im eigenen Haushalt. Es fehlten Bemühungen zur
Eingliederung und es bestehe eine passive und inadäquate Erwartungshaltung. Aus
psychischen Gründen sei die Aufnahme einer Arbeit ohne weiteres zumutbar. Im
Vordergrund IV-fremder Faktoren stünden die passive Anspruchshaltung, die fehlende
Motivation, die Selbstlimitierung, die Krankheitsüberzeugung und die Fixierung auf eine
Rente. Die (auch sprachlich) mangelhafte Integration und die geringe berufliche
Qualifikation stünden demgegenüber im Hintergrund. Bei achtjährigem Ruhezustand
mit in dieser langen Zeit angeblich immer stärkeren Schmerzen erstaune, dass weder
eine psychische noch eine körperliche Dekonditionierung oder Verschlechterung zu
beobachten sei.
Mit Verfügung vom 14. Juni 2012 (IV-act. 161) lehnte die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch des Versicherten ab
(Invaliditätsgrad null). - Mit Verfügung vom 18. September 2012 (IV-act. 167) trat das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen auf eine Beschwerde gegen die
Verfügung vom 14. Juni 2012 (nach entsprechender Androhung, vgl. IV-act. 166)
mangels rechtsgenüglicher Begründung nicht ein.
B.c.
Am 5./23. September 2013 (IV-act. 173) erfolgte eine weitere Neuanmeldung. Der
Versicherte erklärte, er habe im Jahr 1992 während zweimal drei Monaten eine
Ausbildung als Schweisser gemacht. Seit 2001 habe er Schmerzen, diese hätten nach
der Operation 2003 zugenommen und seit 28. Juli 2004 sei er voll arbeitsunfähig. -
Dr. med. I._, Facharzt für Neurologie, hatte am 22. Januar 2012 (IV-act. 175)
berichtet, es lägen ein chronifiziertes zervico-brachiales Schmerzsyndrom rechts
betont mit Hypästhesie rechte Schulterarmregion ohne peripher neurogene radikuläre
oder andersartige segmentale Zuordnung und ein dringender Verdacht auf eine
somatoforme Schmerzstörung bei seit Jahren chronifizierten Schmerzen vor. Der
Versicherte habe von seit Jahren gleichbleibenden klinischen Beschwerden berichtet.
Er werde seit Jahren als arbeitsunfähig beurteilt. - Auf die Aufforderung der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle vom 25. September 2013, innert (erstreckter) Frist
B.d.
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C.
Nachweise für eine relevante Änderung vorzulegen (IV-act. 176 f.), reagierte der
Versicherte nicht. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle trat deshalb mit Verfügung
vom 5. Dezember 2013 (IV-act. 181) auf das Gesuch nicht ein.
Am 13./16. September 2019 (IV-act. 186) gelangte der Versicherte erneut mit einer
Anmeldung an die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen. Im März
2018 habe eine Bandscheiben-OP L3/4 rechts stattgefunden, mit anhaltenden
Schmerzen und Hüftheberschwäche. Die übrigen vorbestehenden Beschwerden
würden anhalten.
C.a.
Dr. C._ berichtete am 15. Oktober 2019 (IV-act. 191), die schon länger
bestehenden Sensibilitätsstörungen L3/4 rechts besserten auf Antirheumatika und
Pregabalin nicht. Im MRI der LWS vom 3. September 2019 habe sich eine kleine
Restprotrusion L3/4 rechts ohne Neurokompression gezeigt. Zusätzlich bestünden
Hinweise auf eine leichte Innenmeniskusläsion links, angeblich seit Juni 2019.
Einklemmungserscheinungen seien bis anhin nicht aufgetreten. - In einem IV-
Arztbericht vom 24. März 2020 (IV-act. 195) gab Dr. C._ an, es lägen ein
Wurzelkompressionssyndrom L4/5 rechts mit caudal rechts sequestrierter Diskushernie
L3/4, ein St. n. mikroskopischer Teillaminektomie L3/4 rechts 22.03.2018 und ein
chronifiziertes nozizeptives neuropathisches Schmerzsyndrom bei tendomyotischem
Schultergürtelsyndrom rechts mit Resektion der ersten Rippe im April 2003 vor. Der
Arzt legte eine Zusammenfassung der KG (IV-act. 195-7 bis 12) und die fachärztlichen
Berichte der letzten fünfzehn Jahre bei. - Das Palliativzentrum des Departements
Interdisziplinäre medizinische Dienste am Kantonsspital St. Gallen hatte am 12. Juli
2012 (IV-act. 195-26) von einem chronischen Schmerzsyndrom, Gerbershagen
Stadium III, berichtet. Der Versicherte scheine aus somatischer Sicht für leichte
Tätigkeiten möglicherweise in zunächst reduziertem Pensum arbeitsfähig. - Das
Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen hatte in einem Erstbeurteilungsbericht
vom 24. April 2015 (IV-act. 195-34 ff.) ein chronifiziertes nozizeptives neuropathisches
Schmerzsyndrom diagnostiziert. - Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, hatte am 26. Januar 2018 (IV-
act. 195-38) den Verdacht auf eine erneute plantare Fasciitis links geäussert und einen
C.b.
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St. n. Infiltration 09/2017 erwähnt. Auf die Physiotherapie habe der Versicherte gut
angesprochen. - Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital hatte im Bericht vom
9. März 2018 (IV-act. 195-39 f.) einen Massenprolaps LW3/4 medio-rechts-lateral mit
grossem kaudalem Sequester benannt. - Im Austrittsbericht des Zentrums für
Neurochirurgie der K._ vom 26. März 2018 (IV-act. 195-41 f.) war ein
Wurzelkompressionssyndrom L4 und L5 rechts bei grosser, nach kaudal sequestrierter
Diskushernie L3/4 rechts beschrieben worden. Als Nebendiagnose war der Verdacht
auf COPD geäussert worden. Am 22. März 2018 hätten eine mikrochirurgische
Teilhemilaminektomie L3/4 rechts und eine Entfernung der Diskushernie stattgefunden.
Der Verlauf war gemäss Bericht vom 3. Juli 2018 (IV-act. 195-43) gut gewesen. Am
9. Januar 2019 (IV-act. 195-45 f.) hatte das Zentrum mitgeteilt, der Versicherte habe
seit Herbst wieder vermehrte Lumbalgien beklagt. Gemäss MRI LWS vom 22. Januar
2019 bestehe keine Kompression der Wurzeln mehr, gemäss Funktionsaufnahmen
auch keine Instabilität. Am 25. Oktober 2019 (IV-act. 195-47 f.) hatte das Zentrum
erklärt, neue Aspekte hätten sich nicht finden lassen. Der Versicherte könne die
Beschwerden einigermassen kontrollieren und wünsche keine weitere Operation. -
Dr. med. L._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, hatte am 20. Januar 2020 eine mediale Meniskusläsion links seit
ca. 2007 bei retropatellärer Arthrose diagnostiziert. Der Versicherte sei beschwerdefrei
und mit dem Verlauf sehr zufrieden. - Das Zentrum für Neurochirurgie der K._ hatte
am 22. Januar 2020 (IV-act. 195-14) berichtet, der Versicherte habe weiterhin
rezidivierend auftretende bewegungsabhängige Lumbalgien, eine Sensibilitätsstörung
und teilweise bis in die Grosszehe ausstrahlende Schmerzen beklagt. Die
Facetteninfiltration habe die Beschwerden nicht beeinflussen können, so dass eine
Diskographie sinnvoll wäre. Der Versicherte meine aber, er käme durch eine
angepasste Belastung mit den Beschwerden sehr gut zurecht. - Der (neu) zuständige
RAD-Arzt hielt in der Folge am 31. März 2020 (IV-act. 196) fest, in absehbarer Zeit sei
kein Eingliederungspotenzial anzunehmen. Nach derzeitiger Aktenlage liege keine
relevante Arbeitsfähigkeit vor.
Am 1. April 2020 (IV-act. 199) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem
Versicherten mit, berufliche Massnahmen würden nicht zugesprochen; sie seien derzeit
aufgrund des Gesundheitszustands nicht möglich.
C.c.
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Am 26. Mai 2020 (IV-act. 200) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem
Versicherten einen Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/
Haushalt zum Ausfüllen zu. Seit 2005 sei er nicht mehr erwerbstätig, sondern als
Hausmann beschäftigt. Gegebenenfalls sei eine Haushaltabklärung notwendig. - Der
Versicherte erklärte im Fragebogen am 5. Juni 2020 (IV-act. 202), sein letzter Arbeitstag
sei der _. Juli 2004 gewesen. Seither sei er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr
erwerbstätig, wäre dies aber ohne entsprechende Einschränkung weiterhin als _ zu
100 %. Er habe sich nicht um Stellen beworben. Seine Ehefrau erziele ein monatliches
Einkommen von etwa Fr. 800.--. Seit 2005 bezögen sie Sozialhilfeleistungen, abhängig
von der Höhe dieses Einkommens. Der Haushalt werde von der Ehefrau geführt, er
helfe ihr nur etwas dabei. - Am 23. Juni 2020 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle den Versicherten darauf hin, dass er von 2004 bis sicherlich 2012 für eine
(angepasste) Erwerbstätigkeit nicht arbeitsunfähig gewesen sei. Sie forderte ihn dazu
auf, ihr mitzuteilen, welche Massnahmen durchgeführt worden seien, um sich auf dem
Arbeitsmarkt besser zu qualifizieren (etwa Deutschkurs, andere Engagements zur
Verbesserung der beruflichen Qualifikation), welche Auslandaufenthalte stattgefunden
hätten und ob er trotz Einnahme von Pregabalin weiterhin Auto fahre. - Der Versicherte
antwortete am 23. Juli 2020 (IV-act. 207), er habe sich für dieses Schreiben
Unterstützung von einer Hilfsorganisation geholt, weil er der deutschen Sprache nicht
mächtig sei. Von 2005 bis 2006/2007 sei er bei der Arbeitslosenkasse angemeldet
gewesen und habe sich gemäss den entsprechenden Vorgaben beworben und die
Kriterien für einen Bezug von Arbeitslosentaggeldern erfüllt. Belege könnten nach mehr
als zehn Jahren nicht mehr angefordert werden. Etwa 2005 habe ihm das RAV einen
dreimonatigen Bewerbungskurs und einen Abklärungskurs (_arbeiten) finanziert. Seit
2007 lebe er vom Sozialamt; dieses habe die Übernahme von Kosten eines
Deutschkurses verweigert. Vor etwa drei Jahren habe das Amt versucht, ihm eine
Arbeitsstelle für leichte einfache (_-) Tätigkeiten im "B._" zu vermitteln. Danach
habe er sich beim Sozialamt immer wieder nach dieser Stelle erkundigt, habe aber
jeweils die Auskunft erhalten, es sei keine Stelle frei. Er nehme an, er habe die
Qualifikationen nicht erfüllt oder stelle aufgrund der Krankengeschichte einen
Risikofaktor dar. Von Oktober 2012 bis Mai 2014 sei er - gemäss den beigelegten
Arztzeugnissen - zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben gewesen. Während dieser Zeit
habe er gegenüber dem Sozialamt Arbeitsbemühungen vorweisen müssen. Er verfüge
C.d.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/27
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über keine Bewerbungsunterlagen mehr, doch beim Sozialamt müssten sie noch
vorhanden sein. Es habe ihn niemand einstellen wollen. Nach Mai 2014 sei er zu 100 %
arbeitsunfähig geschrieben gewesen. Im Jahr 2018 habe er wegen eines
Bandscheibenvorfalls operiert werden müssen und habe seither vermehrt
Rückenschmerzen. Eine erneute Operation lehne er zurzeit ab. Seit 2004 habe er ohne
Unterbruch psychologische Betreuung - samt verschiedensten Psychopharmaka-
Behandlungen - in Anspruch genommen, zuletzt in der Klinik M._ (Dr. med. N._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Psychologin O._). Dort habe er seinen
Überkonsum an Temesta (es habe Tage mit Einnahme von drei bis vier Tabletten
gegeben) absetzen können. Wegen der Schmerzen seit der Operation 2018 sei ihm der
Anreiseweg zu weit geworden. Aufgrund der Einnahme von Pregabalin sei er nicht
mehr mobil gewesen. Auch die Benützung des öffentlichen Verkehrs von mehr als
eineinhalb Stunden sei ihm nicht zumutbar. Seither suche er einen _sprachigen
Therapeuten in der Umgebung. Der Hausarzt habe nun das Pregabalin versuchsweise
gestrichen. Wenn es möglich sei, werde er die Behandlung in der Klinik M._ wieder
aufnehmen. Seit 2005 verreise er einmal jährlich für zwei Wochen in seine Heimat. Es
seien für ihn keine Ferienreisen, sondern er nehme die entsprechenden Schmerzen in
Kauf, um seine kranken und betagten Familienangehörigen zu besuchen und seine
Ehefrau zu begleiten. Er selbst ziehe sich am liebsten in seine vier Wände zurück.
Das Psychiatriezentrum P._ (Dr. N._, O._) hatte inzwischen am 22. Juni
2020 (IV-act. 203) berichtet, die letzte Konsultation des Versicherten sei am
15. Oktober 2018 gewesen. Er habe wegen des langen Weges nicht in kürzeren
Abständen in die Therapie kommen können. Diagnostisch hätten sich eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und eine leichte bis
mittelgradige depressive Erkrankung gezeigt. Die depressiven Symptome hätten sich
im Verlauf leicht zurückgebildet, die Schmerzsymptomatik nicht.
C.e.
Am 12. März 2021 ging das in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten der
Medizinisches Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH MGSG (fortan kurz MGSG,
IV-act. 224) ein (Explorationen von November und Dezember 2020, IV-act. 224-35). Als
Diagnosen lägen vor: (erstens) mässige Atlantodentalarthrose sowie Diskusbulging
C3/4 und Nervenwurzelkompression C4 rechts, (zweitens) Lumbovertebralsyndrom bei
Diskusbulging L3/4 mit Deviation der Nervenwurzel L3 rechts bei St. n.
C.f.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/27
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mikrochirurgischer Teilhemilaminektomie L3/4 rechts und Diskushernienentfernung
3/2018, (drittens) Chondropathie Grad III bis IV femoropatellär sowie fortgeschrittene
Chondropathie des medialen und lateralen Kompartiments mit Degeneration des
medialen Meniskus und leichter femoropatellärer Inkongruenz rechts, (viertens)
Partialruptur der Supraspinatussehne mit deutlicher Insertionstendinose, Partialruptur
der Subscapularissehne, Ruptur des Pulleys und Subluxation der langen Bicepssehne
sowie Bursitis subacromialis rechts sowie (fünftens) rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode. - Ab der Begutachtung sei der Beschwerdeführer als _
und _ gesamthaft zu 25 % arbeitsfähig. Ab März 2018 habe im Rahmen der
postoperativen Rehabilitation für maximal drei Monate eine volle Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Der Sachverhalt im vorangegangenen Zeitraum könne retrospektiv nicht
beurteilt werden, weil die Diagnosen im Bereich der Hals- und der Lendenwirbelsäule
sowie an der rechten Schulter erst bei der gegenwärtigen Begutachtung in dieser Form
gestellt worden seien. - Angepasste Tätigkeiten (mit diversen, aufgeführten
Adaptationskriterien) könnten dem Versicherten seit Februar 2006 - mit Ausnahme
wiederum der postoperativen Phase - gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 80 %
zugemutet werden. - Bei Aufnahme einer regelmässigen psychiatrischen und
psychotherapeutischen Behandlung möglichst bei einem Therapeuten oder einer
Therapeutin aus dem eigenen Kulturkreis sei im günstigen Fall innerhalb eines Jahres
medizin-theoretisch eine Besserung mit Leistungssteigerung auf eine Arbeitsfähigkeit
von 90 % zu erwarten (IV-act. 224-42 f.).
Der zuständige RAD-Arzt erklärte am 17. März 2021 (IV-act. 225), in adaptierter
Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 90 %. Die Adaptationskriterien seien zu
ergänzen (keine Arbeiten mit Vibration im rechten Arm oder im ganzen Körper, keine -
auch nicht im Notfall - Tätigkeit mit einer Haltefunktion des rechten Arms, keine Nacht-
oder Schichtarbeit).
C.g.
Mit Vorbescheid vom 30. März 2021 (IV-act. 228) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung seines Gesuchs
vom 16. September 2019 bei einem Invaliditätsgrad von 10 % (Valideneinkommen
Fr. 67'767.--, Invalideneinkommen Fr. 60'990.--) in Aussicht.
C.h.
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Dr. C._ legte in einem vom Versicherten mitunterzeichneten Schreiben vom
9. April 2021 (IV-act. 229) dar, seit einem Jahr seien gesundheitliche
Verschlechterungen eingetreten. Eine Röntgenuntersuchung des Knies vom
"22. Dezember 2021" habe beim Versicherten eine lateral betonte Gonarthrose rechts
gezeigt. Wegen der Lumboischialgie rechts sei der Versicherte im Zentrum für
Neurochirurgie der K._ in Behandlung, deren Berichte beigelegt würden. Es sei
wegen einer Verschlechterung eine weitere Beurteilung vorgesehen. Neu klage der
Versicherte auch über eine Sensibilitätsstörung im Bereich des rechten Daumens,
weshalb eine neurologische Beurteilung durch Dr. I._ vorgesehen sei. Die Änderung
sei beim definitiven Entscheid zu berücksichtigen. Eingelegt wurden nochmals die
Berichte vom 22. Januar 2020 (IV-act. 229-5, IV-act. 195-14) und vom 25. Oktober
2019 (IV-act. 229-3 f., IV-act. 195-47 f.). - Der Versicherte wandte am 28. April 2021
(IV-act. 230) gegen den Vorbescheid ein, seine gesundheitlichen Probleme ergäben
einen Invaliditätsgrad von mehr als 10 %, denn das Arbeiten sei ihm nicht in
entsprechendem Ausmass (sc. von 90 %) zumutbar. - Am 10. Juni 2021 (IV-act. 233)
beantragte der Versicherte ergänzend, vom März 2018 bis Juni 2018 stehe ihm eine
ganze Rente bei 100 % Invaliditätsgrad zu, im Übrigen nach einem Abzug von 25 %
mindestens eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %. In der
"Konsensberatung (internistisches Teilgutachten" [gemeint wohl: interdisziplinäres
Gutachten]) sei eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % mit Einschränkungen begründet
worden, unter denen der Pausenbedarf (wie gemäss dem neurologischen [richtig wohl:
orthopädischen] Teil erforderlich, bei diesbezüglicher Arbeitsunfähigkeit von 10 %)
nicht mehr explizit erwähnt worden sei. Dieser sei also zusätzlich zu berücksichtigen.
Allein im psychiatrischen Teilgutachten sei ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %
attestiert worden. Ausserdem stehe ihm ein Leidens- und Teilzeitabzug von 25 % zu,
weil er etliche körperlichen Einschränkungen habe, die in die Konsensbeurteilung nicht
eingeflossen seien. Einen angepassten Arbeitsplatz zu finden, werde für ihn schwierig
sein, da der Konkurrenzdruck betreffend leichte Tätigkeiten sehr gross sei. Dass der
RAD die Adaptationskriterien noch durch weitere Umstände ergänzt habe, reduziere
seine Chancen noch weiter. Es frage sich, wer ihn einstellen sollte, wenn er wisse, dass
er als Rechtshänder seinen rechten Arm - selbst im Notfall - nicht einsetzen könne.
Darüber hinaus frage er sich, welche Arbeitsmöglichkeiten ihm überhaupt noch offen
C.i.
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D.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 26. Juli 2021 (act. G 1). Der
Beschwerdeführer beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
ihm eine ganze, eventualiter eine Dreiviertels-, eine halbe oder eine Viertelsrente
zuzusprechen, (sc. sub-) eventualiter sei die Sache zur Begründung und
Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Er wiederholt die Vorbringen aus dem Einwand. Es sei ihm aus
neurologischer (richtig: orthopädischer) Sicht wegen eines vermehrten Pausenbedarfs
eine Arbeitsunfähigkeit von 10 % zugestanden worden. In der Konsensbeurteilung mit
einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % sei dieser Bedarf nicht mehr ausdrücklich aufgeführt
stünden. Zu möglichen Tätigkeitsfeldern hätten weder das Gutachten noch der RAD
oder der Vorbescheid Stellung genommen.
Der RAD-Arzt erklärte am 21. Juni 2021 (IV-act. 234), die neu beklagten
Beschwerden am Knie und an der Wirbelsäule seien bei der Begutachtung bereits
bekannt gewesen. Selbst eine erhebliche Funktionseinschränkung am rechten Daumen
würde an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (in angestammter oder adaptierter
Arbeitsfähigkeit) nichts ändern.
C.j.
Mit Verfügung vom 22. Juni 2021 (IV-act. 235) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle das Leistungsgesuch wie angekündigt ab. Ein zusätzlicher Leidensabzug sei
nicht geschuldet (keine doppelte Berücksichtigung). Die Hürden für die Annahme von
Unverwertbarkeit einer Restarbeitsfähigkeit seien gemäss der Bundesgerichtspraxis
hoch. Dass keine Haltefunktionen möglich seien, bedeute nicht, dass der Versicherte
den rechten Arm gar nicht mehr einsetzen könne. Konkret zumutbar wären ihm etwa
die Kontrolle von Waren, Hilfsarbeiten in der Kleinmontage in Produktionsbetrieben
usw. Solche Tätigkeiten könne er ohne Schichtbetrieb, ohne Vibrationen und ohne
Überkopfarbeiten sowie sitzend ausüben, sie seien auch leicht. Dass er mit dem Auto
zur Begutachtung gefahren sei, bedinge, dass er den rechten Arm mindestens als
Zudienarm einsetzen könne (was auch die Mediziner nicht widerlegt hätten).
Andernfalls wäre solches weder gestattet noch möglich und er wäre als Autofahrer eine
Gefährdung, weil er in Notsituationen nicht regelkonform reagieren könnte. Dem
Arztbericht von Dr. C._ vom 9. April 2021 seien keine (sc. wohl neueren)
spezialärztlichen Berichte beigelegt worden.
C.k.
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worden. Allein im psychiatrischen Teilgutachten sei ihm eine Arbeitsunfähigkeit von
20 % attestiert worden. Ausserdem stehe ihm ein Leidens- und Teilzeitabzug von 25 %
zu. Des Weiteren würden an einen möglichen Arbeitsplatz sehr viele Bedingungen
gestellt, was seine Aussichten im Vergleich zu einem anderen Konkurrenten auf dem
Arbeitsmarkt massiv einschränke. Sein Arbeitgeber und sein Arbeitsumfeld müssten
also äusserst flexibel und angenehm sein und sein Arbeitsplatz an die Beschwerden
angepasst. Einen solchen Arbeitsplatz zu finden, werde für ihn schwierig sein, da der
Konkurrenzdruck im Segment leichter Tätigkeiten sehr gross sei. Ferner habe der RAD
die Adaptationskriterien noch durch weitere Umstände ergänzt. Das reduziere seine
Chancen noch mehr, als das von den Gutachtern berücksichtigt worden sei. Dass er
Autofahren könne und seinen Arm als Zudienarm benutze, wie die
Beschwerdegegnerin darlege, treffe zu, bedeute aber nicht, dass er seinen Arm bzw.
die Finger für die Verrichtung von Arbeiten dauerhaft einsetzen könne, wo Feinmotorik
und/oder Schnelligkeit benötigt würden. Er habe sein Fahrzeug auf seine Behinderung
angepasst. Ausserdem sei es ein Unterschied, ob man gelegentlich ein
behinderungsgerechtes Auto mit entsprechender Entlastung des Arms fahre oder ob
man stundenlang den Arm und die Finger bei der Arbeit feinmotorisch und dauerhaft
mit entsprechender Schnelligkeit einzusetzen habe. Wenn ihm die
Beschwerdegegnerin tatsächlich auch noch den Führerschein zu entziehen drohe,
frage er sich, wie er bei diesfalls noch auf den nahen Umkreis eingeschränktem Radius
eine Arbeit finden sollte. Die Einschränkungen betreffend die Vibrationen, den Umgang
mit schweren Gewichten und die Haltung sowie die erforderliche Rücksichtnahme
eines Arbeitgebers minimiere seine Chancen, überhaupt nur schon an ein
Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Darüber hinaus frage er sich, welche
Arbeitsmöglichkeiten ihm überhaupt noch offen stünden. Zu möglichen
Tätigkeitsfeldern hätten weder das Gutachten noch der RAD oder die
Beschwerdegegnerin im Vorbescheid Stellung genommen. Statt dass er seine
Arbeitszeiten flexibel anbieten könnte, habe, da er auch keine - im Tieflohnsegment
überall erforderliche - Schichtarbeit leisten könne, sein (sc. potenzieller) Arbeitgeber mit
ihm flexibel zu sein und ihm zusätzlich Pausen zu gewähren. Seine Chancen auf dem
sehr eingeschränkten Arbeitsmarkt seien sehr schlecht. Daher sei ihm der
Maximalabzug zuzubilligen. Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verschlechtert.
Auch der Gutachter der Orthopädie habe festgehalten, die Prognose sei schlecht.
E.
Am 20. August 2021 (act. G 3, Ergänzung act. G 4) hat der Beschwerdeführer ein
Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den
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Gerichtskosten) gestellt. Diesem ist am 19. Oktober 2021 (act. G 7) entsprochen
worden.
F.
In ihrer zwischenzeitlich erstatteten Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2021
(act. G 6) beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Dass die
Arbeitsfähigkeit von 90 % in angepasster Tätigkeit unzutreffend sei, weil der
Pausenbedarf nicht berücksichtigt worden sei, sei nicht korrekt. Gemäss dem voll
beweiskräftigen MGSG-Gutachten vom 22. Januar 2021 (sc. Datum des
orthopädischen Teils) sei seit der Verfügung vom 14. Juni 2012 eine Verschlechterung
eingetreten und der Beschwerdeführer nach einer dreimonatigen postoperativen Phase
ohne Arbeitsfähigkeit ab Juli 2018 in einer leidensadaptierten Tätigkeit bei voller
Stundenpräsenz zu 90 % arbeitsfähig. Der RAD habe am 17. März 2021 Ergänzungen
der Adaptationskriterien gemacht. Die von Dr. C._ nach dem Gutachten - am 9. April
2021 - eingereichten Berichte vermöchten am Begutachtungsergebnis nichts zu
ändern, wie der RAD festgehalten habe. Mit dem Belastungsprofil seien für den
Beschwerdeführer etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier- und
Prüfarbeiten geeignet. Auch bei faktischer Einhändigkeit oder Beschränkung der
dominanten Hand auf Zudienfunktionen habe die Rechtsprechung zwar eine erheblich
erschwerte Verwertbarkeit, aber gleichwohl einen hinreichend grossen Arbeitsmarkt mit
realistischen Betätigungsmöglichkeiten angenommen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom
28. April 2010, 8C_1050/2009 E. 3.4). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt kenne Stellen,
die das erwähnte medizinische Anforderungsprofil des Beschwerdeführers erfüllten.
Die Restarbeitsfähigkeit sei verwertbar. Ein Abzug vom Tabellenlohn sei nicht
anzubringen. Sollte das Gericht anderer Auffassung sein, sei ein Abzug von maximal
10 % gerechtfertigt. Damit würde ein Invaliditätsgrad von 19 % resultieren.
G.
Mit Replik vom 11. November 2021 (act. G 9) bringt der Beschwerdeführer vor, bei dem
Bundesgerichtsurteil betreffend Nischenarbeitsplätze (Bundesgerichtsurteil vom
29. August 2007, 9C_95/2007) sei es um einen Versicherten mit einem Invaliditätsgrad
von 51 % gegangen, um einen Versicherten also, der als anerkannter IV-Bezüger auf
dem Arbeitsmarkt sei und als solcher - im Unterschied zu ihm selber, der einen
Invaliditätsgrad von 10 % habe und somit kein als Behinderter geltender Versicherter
sei - Zugang zu solchen Nischenarbeitsplätzen habe. Hier habe, wer den Eintritt in die
IV bzw. die Zusprache einer Teilrente geschafft habe, einen Vorteil. Bei den von der
Beschwerdegegnerin genannten Tätigkeiten müsste er den linken Arm bzw. die Finger
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 16/27
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dauerhaft einsetzen, da er doch Rechtshänder sei und den rechten Arm bzw. die Finger
rechts nicht einsetzen könne. Sein rechter Daumen sei zusätzlich
funktionseingeschränkt. Es müssten sämtliche Arbeitsgeräte auf seine Behinderung
angepasst oder ergänzt werden. Das werde ein Arbeitgeber wohl kaum tun. Der
Arbeitgeber eines Nischenarbeitsplatzes würde eher (als ihn) einen bereits finanziell von
der Invalidenversicherung getragenen Arbeitnehmer einstellen, womit er
Lohneinsparungen machen und an Billigarbeitskräfte gelangen könne, da doch der
Rest des Lohnanspruchs durch die IV und die Ergänzungsleistungen getragen werde.
Dem betroffenen Versicherten im Bundesgerichtsurteil 8C_1050/2009 sei einzig für
seine Arm-Behinderung ein Invaliditätsgrad von 43 % zuerkannt worden. Bei
Versicherten, die ihre dominante Hand gesundheitlich nur sehr eingeschränkt, etwa als
Zudienhand, einsetzten könnten, habe die Praxis verschiedentlich einen Abzug von 20
oder gar 25 % als angemessen betrachtet (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 23. März
2009, 8C_971/2008 E. 4.2.6.2 mit Hinweisen). Er selber habe aber zusätzlich noch
weitere körperliche Einschränkungen. Zudem spreche er schlecht Deutsch.
H.
Die Beschwerdegegnerin hat am 17. November 2021 (act. G 11) auf die Erstattung
einer Duplik verzichtet.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 22. Juni 2021, mit welcher die Beschwerdegegnerin
einen mit einer Neuanmeldung vom September 2019 (nach einer Leistungsablehnung
mit Verfügung vom 14. Juni 2012 und einem Nichteintreten auf ein weiteres Gesuch
vom September 2013 am 5. Dezember 2013) gestellten Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Rente abgelehnt hat. Der Beschwerdeführer beantragt im
Hauptantrag die Zusprache einer ganzen Rente. Streitgegenstand bildet demnach der
allfällige Rentenanspruch. - Berufliche Massnahmen hatte die Beschwerdegegnerin am
1. April 2020 abgelehnt, weil sie damals aufgrund des Gesundheitszustands nicht
möglich gewesen seien. Ergäbe sich, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein
Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise
auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den Grundsatz "Eingliederung vor Rente"
beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen
ausreichend in Anspruch genommen habe.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 17/27
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2.
3.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG,
SR 831.20; in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 2021 in Kraft gewesenen
Fassung, vgl. BGE 132 V 215 E.3.1.1.) besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG;
vgl. schon BGE 102 V 165). - Sämtliche psychischen Erkrankungen - darunter auch
Abhängigkeitssyndrome, vgl. BGE 145 V 215 E. 6.2 - sind nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei
Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Die funktionellen Folgen der
Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen und quantitativ
einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind in der
Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert
werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und
anderseits in jener der Konsistenz.
2.2.
Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sind im
November/Dezember 2020 polydisziplinär begutachtet worden (jeweils unter Beizug
von Dolmetschern). Es erfolgte ausserdem am 23. und 24. Januar 2021 eine Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL).
3.1.
Bei der orthopädischen Begutachtung beklagte der Beschwerdeführer lumbale
Schmerzen und Schmerzen in beiden Kniegelenken (vgl. IV-act. 224-7). Der Experte
der Orthopädie nahm den Befund - einschliesslich diverser Röntgenaufnahmen (vgl. IV-
act. 224-12) - auf (vgl. IV-act. 224-10 f.) und veranlasste eine EFL (vgl. IV-act. 224-5
und IV-act. 224-13 bis 27), über welche berichtet wurde, der Beschwerdeführer habe
3.1.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 18/27
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lumbale Schmerzen, zunehmend beim Sitzen nach 15 Minuten, längerem Gehen und
nach Bewegen, sowie Mühe, sich zu bücken, angegeben, ausserdem Schmerzen in der
rechten Schulter beim Hochheben des Arms und bei Kraftanwendung,
Nackenschmerzen beim Liegen und Schmerzen im rechten Knie nach ca. 15 Minuten
Gehens und beim Beugen. Es wurde festgehalten, dass keine Atrophie der
Schultergürtel-, Arm- und Handmuskeln festzustellen gewesen sei (vgl. IV-
act. 224-14 f.). Leichte, wechselbelastende Arbeit sei zumutbar. Sitzen und an Ort
Stehen sei manchmal möglich. Der Beschwerdeführer limitiere sich beim Stehen und
Gehen selbst (vgl. IV-act. 224-17). Es liege eine mässige Symptomausweitung vor (vgl.
IV-act. 224-16). Einschränkungen bestünden aus funktioneller Sicht beim Arbeiten in
vorgeneigter Haltung, beim Hantieren mit Gewichten, bei Arbeiten über Kopfhöhe und
bei körperfernem Arbeiten rechts, mässige Einschränkungen bestünden bei Knie-
belastenden Funktionen (vgl. IV-act. 224-16). - Bei der klinischen orthopädischen
Untersuchung (vom 16. Dezember 2020) seien objektive Befunde im Bereich der
Halswirbelsäule und der rechten Schulter aufgefallen, worauf sich bei MRI-
Untersuchungen (vom 23. und vom 28. Dezember 2020, IV-act. 224-35 und IV-
act. 224-12 f.) diverse Befunde gezeigt hätten, die zu einer Einschränkung der
körperlichen Leistungsfähigkeit führten (vgl. IV-act. 224-27 f.). In der körperlich leichten
bis mittelschweren, primär im Stehen und Gehen, mit häufig inklinierter Körperhaltung
und nicht selten Arbeiten über der Horizontalen auszuübenden Arbeit als _ und _
sei der Beschwerdeführer (abgesehen von der postoperativen Phase) zu 25 %
arbeitsfähig. In einer (umschriebenen) angepassten Tätigkeit sei er (abgesehen von der
postoperativen Phase) seit jeher bei voller Stundenpräsenz zu 90 % arbeitsfähig. Die
10 % Arbeitsunfähigkeit seien in einem vermehrten Pausenbedarf begründet (vgl. IV-
act. 224-32).
Bei der internistischen Begutachtung beklagte der Beschwerdeführer keine
entsprechenden Beschwerden (vgl. IV-act. 224-53). Der Experte der Inneren Medizin
erhob den Befund (vgl. IV-act. 224-55) und stellte kein Leiden von Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit fest (vgl. IV-act. 224-56).
3.1.2.
Anlässlich der neurologischen Begutachtung beklagte der Beschwerdeführer
Schmerzen im unteren Rückenbereich beim Stehen sowie beim Sitzen je nach Position.
Er fühle sich deswegen häufig müde und wie betäubt (vgl. IV-act. 224-84). Einfache
Kommunikation auf Deutsch sei möglich gewesen (vgl. IV-act. 224-87). Der Experte der
Neurologie erhob den Befund einschliesslich einer elektrophysiologischen
Untersuchung, einer Elektroneurographie und einer Elektromyographie (vgl. IV-
act. 224-87 f.). Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob er nicht. Ohne
3.1.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 19/27
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Auswirkung darauf seien (verkürzt wiedergegeben) ein rein sensibles residuelles
Ausfallssyndrom L4/L5 rechts bei Status nach Wurzelkompressionssyndrom L4 und L5
rechts und chronifizierte postoperative Brachialgien rechts (vgl. IV-act. 224-89). Die
Operation (vom 22. März 2018) habe die Kompression und die Ursache der
neurologischen Ausfallsymptomatik beseitigen können. Die Schmerzsymptomatik im
Bereich des rechten Arms und der rechten Schulter könne neurologisch nicht erklärt
werden. Die subjektive Kraftminderung im rechten Arm lasse sich unter diesem Aspekt
nicht objektivieren. Eine neurologische Ausfallssymptomatik finde sich an Arm und
Schulter rechts nicht. Von März bis Mai 2018 habe volle Arbeitsunfähigkeit vorgelegen.
Seit Juni 2018 sei der Beschwerdeführer (auch) als _arbeiter voll arbeitsfähig (vgl. IV-
act. 224-90).
Bei der psychiatrischen Begutachtung gab der Beschwerdeführer an, die
Arbeitsunfähigkeit, die Schmerzen und die Auseinandersetzungen mit Versicherungen
belasteten ihn. Er leide an schmerzbedingten Einschränkungen. Psychisch sei er nicht
krank und befinde sich seit 2018 nicht mehr in psychiatrischer Behandlung. Unter
Psychopharmaka sei es ihm jeweils schlechter gegangen, weshalb er sie abgesetzt
habe (vgl. IV-act. 224-105). Der Experte der Psychiatrie erhob den Befund (vgl. IV-
act. 224-111) einschliesslich des Einsatzes von testpsychologischen
Zusatzuntersuchungen (vgl. IV-act. 224-111 bis 113). Er legte dar, der
Beschwerdeführer habe ab spätestens 2006 eine rezidivierende depressive Störung mit
leichten bis mittelgradigen Episoden entwickelt (vgl. IV-act. 224-120). Als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob der Gutachter eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig leichte Episode (vgl. IV-act. 224-113). Ein sekundärer
Krankheitsgewinn sei wahrscheinlich; eine Aggravation könne nicht sicher
ausgeschlossen werden (vgl. IV-act. 224-116). Der Beschwerdeführer vermöge unter
psychiatrischem Aspekt vollzeitlich zu arbeiten. In der angestammten Tätigkeit sei seit
spätestens Februar 2006 (dem ersten belastbaren psychiatrischen Befund) eine
Leistungseinschränkung um 30 % anzunehmen (vgl. IV-act. 224-121). In
(umschriebenen) adaptierten Tätigkeiten sei eine Leistungseinschränkung von 20 %
anzunehmen (vgl. IV-act. 224-121 f.). Es könne davon ausgegangen werden, dass
spätestens ab Anfang 2020 eine relevante depressive Symptomatik erhoben werden
könne, zurzeit im Sinn einer leichten Episode (vgl. IV-act. 224-123).
3.1.4.
Interdisziplinär wurde im Gutachten geschlossen, in der bisherigen Tätigkeit sei
der Beschwerdeführer (abgesehen von der postoperativen Phase) zu 75 %, in einer
adaptierten Tätigkeit zu 20 % arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 224-43). - Was die
Retrospektive betrifft, wurde im Zusammenhang mit der Beschreibung der
3.1.5.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 20/27
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Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit festgehalten, der Zeitraum vor der Operation
vom März 2018 könne nicht beurteilt werden, weil die entsprechenden Diagnosen erst
bei der Begutachtung in dieser Form gestellt worden seien (vgl. IV-act. 224-46). Die
orthopädischen Diagnosen seien anlässlich der MGSG-Begutachtung gestellt worden
(vgl. IV-act. 224-45). Neurologisch sei die Veränderung des Gesundheitszustands ab
März 2018 eingetreten (vgl. IV-act. 224-45). Unter psychiatrischem Aspekt wurde
darauf hingewiesen, dass zwischen dem Gutachten von 2012 und dem Arztbericht vom
22. Juni 2020 eine Lücke von acht Jahren klaffe, für welche keine psychiatrischen
Befunde vorhanden seien. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sei aber davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer in der meisten Zeit ab Februar 2006 an einer klinisch
relevanten depressiven Störung mit leichten bis mittelgradigen Episoden gelitten habe
(vgl. IV-act. 224-45).
Es zeigt sich, dass das Ergebnis der Begutachtung in Kenntnis der Vorakten, nach
Erfragen der geklagten Beschwerden und Aufnahme der weiteren Anamnese sowie
nach Erhebung der Befunde abgegeben wurde. Die medizinische Abklärung erscheint
umfassend. In psychiatrischer Hinsicht sind namentlich die relevanten
Standardindikatoren berücksichtigt und bewertet worden.
3.2.
Der Beschwerdeführer beanstandet, in der Konsensbeurteilung sei der in einer
(richtig: der orthopädischen) Teilbegutachtung erhobene Bedarf an Pausen zu Unrecht
nicht mehr berücksichtigt worden. Hierauf gibt es indessen keinen relevanten Hinweis.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass alle massgeblichen gesundheitlichen Aspekte
(namentlich die rein psychiatrisch angenommene Arbeitsunfähigkeit von 20 % ebenso
wie die orthopädisch attestierte Reduktion der quantitativen Arbeitsfähigkeit um 10 %
in Form eines vermehrten Pausenbedarfs) in das Ergebnis der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 80 % eingeflossen sind. Denn es geht bei
einer solchen Gesamtbeurteilung nicht darum, einzelne Arbeitsunfähigkeitsatteste
zusammenzurechnen, sondern der Arbeitsunfähigkeitsgrad ist das Ergebnis der von
den Gutachtern gemeinsam im polydisziplinären Zusammenwirken gefundenen
Gesamteinschätzung.
3.3.
Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, er könne den Arm und die Finger
nicht dauerhaft feinmotorisch und genügend schnell einsetzen. Bei der MGSG-Begut
achtung sind allerdings nicht nur die Arme, sondern auch die Hände untersucht
worden, wurde doch beim klinisch-orthopädischen Befund etwa darauf hingewiesen,
dass die Handgelenke beidseits unauffällig gewesen seien (vgl. IV-act. 224-11). Die
entsprechenden funktionellen Beeinträchtigungen von Schulter, Arm und Hand aber
wurden (ebenso wie diejenigen der Knie) bei der Begutachtung berücksichtigt.
3.4.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 21/27
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4.
Insbesondere konnte hierzu den entsprechenden Feststellungen aus der eigens
veranlassten EFL Rechnung getragen werden (vgl. IV-act. 224-23 bis 25).
Zusammenfassend ergibt sich, dass auf das Begutachtungsergebnis des MGSG
(für den damaligen Zeitpunkt und die Retrospektive) abgestellt werden kann. Die
Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet worden. In einer adaptierten
Tätigkeit besteht somit eine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 80 % (und
nicht von 90 %, wie in der angefochtenen Verfügung angenommen; 90 % lassen sich
gemäss dem Gutachten hingegen allenfalls innerhalb eines Jahres erreichen).
3.5.
Was die erwerblichen Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung betrifft, wird
nach Art. 16 ATSG (vgl. Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG) für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). - Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend,
was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der
Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung
entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 6. Oktober 2020, 9C_316/2020 E. 3.1, und vom
22. August 2019, 9C_868/2018 E. 3.1, BGE 139 V 28 E. 3.3.2, BGE 129 V 222). -
Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom _. April 2005 hat der Beschwerdeführer
im letzten Jahr der dortigen Anstellung ab Januar 2004 monatlich Fr. 4'430.-- zuzüglich
Nachtzulagen von durchschnittlich Fr. 192.50 verdient, woraus sich ein Jahresbetrag
von Fr. 60'093.-- errechnen lässt. Das Einkommen während der gesamten Zeit von
Oktober 2000 bis Oktober 2004 wies gemäss IK-Auszug erhebliche Schwankungen
(vgl. dazu Bundesgerichtsurteil vom 24. April 2019, 9C_14/2019 E. 2.2.2) auf. Im
Durchschnitt lag der Verdienst des Beschwerdeführers (bei Umrechnung aufs Jahr,
ohne jeweilige Aufwertung: Fr. 50'973.--) unter dem statistischen
Durchschnittseinkommen von Männern für einfache und repetitive Tätigkeiten des
Anforderungsniveaus 4 von im Jahr 2004 Fr. 57'258.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe
Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und
Verordnungen, 2008, herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 204,
4.1.
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basierend auf der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für
Statistik). Die Anstellung ist ihm gekündigt worden. Es rechtfertigt sich bei diesen
Gegebenheiten, für sein Valideneinkommen auf statistische Einkommen abzustellen,
wie es die Beschwerdegegnerin getan hat.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie keine Erwerbstätigkeit mehr aus, sind hierfür statistische Werte
beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, vgl. etwa auch Bundesgerichtsurteil vom
28. August 2019, 8C_352/2019 E. 3). - Nach Eintritt der (nach der Kündigung) ab
29. Juli 2004 attestierten Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (bzw. ab
1. Dezember 2004, vgl. IV-act. 8-1) hat der Beschwerdeführer nach der Aktenlage keine
andere Arbeitsstelle mehr angetreten (obwohl er gemäss den älteren Gutachten zu
100 % bzw. gemäss Dr. C._ immerhin von Oktober 2012 bis August 2014 zu 50 %,
vgl. IV-act. 207-2 und 209-1 f., arbeitsfähig war), weshalb auch für die Bemessung des
Invalideneinkommens die Tabellenlöhne heranzuziehen sind, sofern die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers zudem verwertbar ist.
4.2.
Die Verwertbarkeit seiner Arbeitsfähigkeit stellt der Beschwerdeführer allerdings in
Frage.
4.3.
Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass bei der Invaliditätsbemessung - wie in
Art. 16 ATSG angeordnet - eine ausgeglichene Arbeitsmarktlage angenommen wird. Es
kommt nicht darauf an, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich an eine Stelle vermittelt werden kann, sondern
einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch
wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an
Arbeitskräften entsprächen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 4. Mai 2018, 9C_294/2017
E. 5.4.2., AHI 1998 S. 287 E. 3b). Der massgebliche theoretische und abstrakte
ausgeglichene Markt (vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein
hypothetischen Charakter und dient ausserdem dazu, die Risiken von Arbeitslosigkeit
und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. BGE 141 V 351 E. 5.2,
Bundesgerichtsurteil vom 23. September 2014, 9C_192/2014 E. 3.1; BGE 110 V 276
E. 4b). Was die verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch
den körperlichen Einsatz angeht, weist er einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf
(vgl. Bundesgerichtsurteile vom 5. November 2018, 9C_304/2018 E. 5.1.1, und vom
10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
umfasst er selbst sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote,
4.3.1.
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bei welchen gesundheitlich Beeinträchtigte mit einem sozialen Entgegenkommen von
Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember
2019, 9C_693/2019 E. 5.1.3, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014).
Realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht
berücksichtigt werden (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 6. Mai 2020, 8C_30/2020 E. 5.3,
und vom 25. September 2018, 8C_290/2018 E. 5.4, ZAK 1991 S. 318 E. 3b).
Im Gutachten wurden verschiedene Kriterien umschrieben, denen ein für den
Beschwerdeführer adaptierter Arbeitsplatz zu entsprechen hat. Danach soll es sich um
Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche
geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln. Die Arbeit
sollte in wohlwollender zwischenmenschlicher Umgebung mit der Möglichkeit des
Austausches in einem Team stattfinden und handlungsorientiert sein. In Frage kommen
danach ausserdem körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, die abwechselnd
im Sitzen und im Stehen ausgeübt werden und kein häufiges Gehen (insbesondere
nicht auf Treppen, Leitern und schrägen Ebenen), keine Positionen häufig im Knien,
keine häufigen inklinierten, reklinierten und rotierten Körperhaltungen und keine
häufigen Arbeiten über der Horizontalen erfordern (vgl. IV-act. 224-47). Das sind, wie
der Beschwerdeführer geltend macht, etliche Voraussetzungen, die zusammenfallen.
Auch wenn das Spektrum der ihm offen stehenden Möglichkeiten auf dem
hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt durch sie eingeschränkt ist, sind die
Einschränkungen jedoch angesichts der Vielfalt der auf einem massgeblichen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (wie oben beschrieben) anzunehmenden Stellenangebote
nicht als so einengend zu betrachten, dass geradezu von einer Unverwertbarkeit der
Arbeitsfähigkeit auszugehen wäre (vgl. dazu auch Bundesgerichtsurteil vom 17.
Dezember 2021, 8C_202/2021 E. 5.3). Der Beschwerdeführer hat im Übrigen vor der
oben erwähnten letzten Anstellung schon anderweitige Arbeitsverhältnisse gehabt (vgl.
IV-act. 224-9, IV-act. 189). Er hat ausserdem (bei Verfügungserlass) noch rund zwölf
Jahre Aktivitätsdauer vor sich und seine Arbeitsfähigkeit beträgt bei Berücksichtigung
aller Aspekte seiner Gesundheitsschädigungen quantitativ immer noch 80 % (bei voller
zumutbarer zeitlicher Präsenz). Dass er schon lange Zeit vom Arbeitsmarkt abwesend
war, vermag an der festzustellenden Verwertbarkeit nichts zu ändern. Als geeignete
Arbeitsmöglichkeiten benennt die Beschwerdegegnerin Tätigkeiten in der Kontrolle von
Waren oder Hilfsarbeiten in der Kleinmontage in Produktionsbetrieben.
4.3.2.
Der RAD-Arzt weitete nachträglich die genannten gutachterlich festgehaltenen
Kriterien einer zumutbaren Arbeit am 17. März 2021 insofern noch aus, als er einen
geregelten Tagesablauf ohne Nacht- und Schichtarbeit empfahl. Er ergänzte
4.3.3.
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ausserdem, Arbeiten mit Vibration im rechten Arm oder im ganzen Körper sollten
unterbleiben. Von dieser Ergänzung ist keine wesentlich einschränkende Wirkung auf
die Verwertbarkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu erwarten. Der RAD-Arzt
hielt allerdings schliesslich fest, Tätigkeiten mit einer Haltefunktion des rechten Arms
seien dem Beschwerdeführer - selbst im Notfall - nicht möglich. Diesbezüglich ist
darauf hinzuweisen, dass bei der EFL wie erwähnt auch die Funktionen des rechten
Arm eingehend geprüft wurden. Dabei wurde detailliert festgehalten, die maximal
zumutbaren Gewichte unter Voraussetzung eines ergonomischen Griffs und
ergonomischer Haltung seien beim Heben vom Boden 7.5 kg, bis Kopfhöhe 5 kg,
horizontal 10 kg, Tragen vorne 12.5 kg, einhändiges Tragen rechts 7.5 kg und links
10 kg. Selten möglich seien Arbeiten über Schulterhöhe, körperfernes Arbeiten,
Arbeiten in vorgeneigter Haltung, Knien, wiederholtes Kniebeugen und Rotieren im
Sitzen (vgl. IV-act. 224-17). Diese Adaptationskriterien erscheinen angesichts der
konkreten Abklärung stichhaltig und (bezüglich der Funktionen von Schulter, Arm und
Hand) nicht ergänzungsbedürftig. Bei der EFL wurde dem Beschwerdeführer im
Übrigen Arbeitssuche angeraten, eventuell seien berufliche Massnahmen zu empfehlen
(vgl. IV-act. 224-17). - Es bleibt damit dabei, dass eine Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit auf dem massgeblichen Arbeitsmarkt anzunehmen ist.
Für das Valideneinkommen und als Ausgangswert für die Bestimmung des
Invalideneinkommens sind somit gleichermassen die Tabellenlöhne zu verwenden. Das
Einkommen welchen (gleichen) Jahres einzusetzen ist, ist demnach nicht relevant. Der
Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs (zur Ermittlung des
Invalideneinkommens) gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 26.
September 2019, 8C_536/2019 E. 5.2.1, vom 9. Mai 2016, 8C_934/2015 E. 2.1, und
vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2).
4.4.
Der Beschwerdeführer beansprucht den Maximalabzug vom Tabellenlohn von
25 %. - Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Ein Abzug wegen nicht mehr zumutbarer
körperlich schwerer Arbeit fällt, da der Tabellenlohn (des oben genannten
4.5.
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Anforderungsniveaus 4 bzw. seit 2012 des entsprechenden Kompetenzniveaus 1)
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst, nicht in
Betracht (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 24. Mai 2018, 8C_884/2017 E. 4.2). - Dem
Bedarf des Beschwerdeführers nach längeren, betriebsunüblichen Pausen ist bereits
durch die insgesamt auf 80 % reduzierte Leistungsfähigkeit bei einer ganztägigen
Präsenzzeit Rechnung getragen worden. Würde dies zusätzlich beim leidensbedingten
Abzug berücksichtigt, käme das einer doppelten Anrechnung desselben
Gesichtspunkts gleich (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 30. September 2019,
8C_219/2019 E. 5.2). - Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, er
vermöge den rechten Arm nicht mehr (bzw. lediglich noch als Zudienarm) einzusetzen.
Die trotz Einschränkung noch mögliche Funktion des rechten Arms ist allerdings im
MGSG-Gutachten wie oben dargelegt umschrieben worden, worauf abzustellen ist.
Selbst bei funktioneller Einarmigkeit oder Einhändigkeit von versicherten Personen sind
im Übrigen in der Rechtsprechung auch schon Abzüge von 15 % oder von 10 %
unbeanstandet geblieben bzw. als angemessen betrachtet worden (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 30. Oktober 2019, 8C_587/2019 E. 7.3). Schlechte
Sprachkenntnisse, wie sie der Beschwerdeführer erwähnt, sind
rechtsprechungsgemäss nicht abzugsrelevant, da Arbeiten des Kompetenzniveaus 1,
von welchen bei der Bemessung seines Invalideneinkommens wie dargelegt
ausgegangen wird, keine guten Sprachkenntnisse erfordern (vgl. Bundesgerichtsurteile
vom 18. April 2019, 8C_687/2018 E. 5.3 und vom 10. September 2019, 8C_314/2019
E. 6.2). Infolge des Zusammenfallens der diversen genannten Adaptationskriterien
körperlicher und psychiatrischer Art sowie des Wegfalls der Flexibilität bei der
Arbeitszeit (wobei es nach der Aktenlage trotz Schichtarbeit jedenfalls nicht in mehr als
zwei Jahren - 2001 tatsächlich und 2004 hypothetisch nach Umrechnung auf ein
ganzes Jahr - zu einem überdurchschnittlichen Einkommen gekommen ist) fällt ein
Abzug von höchstens 10 % in Betracht. Ein Anspruch auf einen mehr als 10 %
ausmachenden Abzug erscheint bei den vorliegenden Gegebenheiten dagegen nicht
ausgewiesen. Selbst mit dem genannten Abzug ergibt sich aber ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 28 % (1- [0.8 x 0.9]). Nichts anderes
ergäbe sich im Übrigen bei einem Abstellen auf ein Valideneinkommen von
Fr. 64'744.--, wie es dem höchsten tatsächlichen Einkommen des Beschwerdeführers
im Jahr 2001 entsprach (diesfalls ergäbe sich bei einem Invalideneinkommen von
Fr. 40'956.-- [Tabellenlohn Fr. 56'883.-- x 0.8 x 0.9] ein Invaliditätsgrad von 37 %).
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5.
6.
Der Beschwerdeführer macht einen retrospektiven befristeten Rentenanspruch für
die Zeit der postoperativen vollen Arbeitsunfähigkeit von (gemäss dem Gutachten
maximal) drei Monaten ab März 2018 geltend. Der Rentenanspruch entsteht nach
Art. 29 Abs. 1 IVG jedoch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Da die
Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung die Neuanmeldung des
Beschwerdeführers vom September 2019 zu beurteilen hatte, steht eine allfällige
Rentenauszahlung vorliegend frühestens ab 1. März 2020 in Frage. Angemerkt werden
kann indessen, dass die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von maximal drei
Monaten auch materiell keinen Rentenanspruch ausgelöst hätte. Denn Anspruch auf
eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). Auch wenn vor Eintritt der genannten vollen Arbeitsunfähigkeit ab März
2018 eine solche von 20 % vorbestanden hat, so reichten die maximal drei Monate der
Arbeitsunfähigkeit von 100 % zur Begründung eines Rentenanspruchs nicht aus. Denn
nach Ablauf eines möglichen Wartejahrs mit einem ausreichenden Durchschnitt an
Arbeitsunfähigkeit von gerade 40 % schloss sich nach dem oben Dargelegten keine
Invalidität rentenbegründenden Ausmasses an.
5.1.
Der Beschwerdeführer bringt am 9. April 2021 zusammen mit Dr. C._ schliesslich
noch vor, seit einem Jahr (somit ab April 2020) seien gesundheitliche
Verschlechterungen eingetreten. Bei der MGSG-Begutachtung wurden indessen im
Dezember 2020 umfassende, auch bildgebende Abklärungen getroffen, die sowohl das
rechte Knie (vgl. IV-act. 224-127) als auch die lumbale Wirbelsäule (vgl. IV-
act. 224-129) betrafen. Was die erwähnte Sensibilitätsstörung am rechten Daumen
betrifft, erscheint die Auffassung des RAD vom 21. Juni 2021 nachvollziehbar, wonach
diese Beeinträchtigung die Gesamtschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht zu ändern
vermöchte. Berichte, welche eine Verschlechterung nahelegen würden, sind nicht
eingelegt worden. - Von einer relevanten Veränderung nach der MGSG-Begutachtung
(und innerhalb des vorliegend zu beurteilenden Zeitraums bis 22. Juni 2021) ist daher
nicht auszugehen.
5.2.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.6.1.
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