Decision ID: 45216ca0-a077-4352-ad1b-0e58247f3c2b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1965 geborene
X._
, ausgebildeter Maler (Urk. 7/1) un
d ab August 2008
in dieser Tätigkeit
selbständig erwerbend
(zunächst in einem 40%-Pensum, ab 2009 in einem 100%-Pensum)
, meldete sich am 3. März 2010 (Ein
gangsdatum) unter Hinweis auf eine Beeinträchtigung der physischen und
psy
chischen Belastbarkeit seit einem am 28. Juli 2009 erlittenen Schädelhirn
-
trauma bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/3).
Die IV-Stelle
klärte die erwerbli
chen und medizinischen Verhältnisse ab und
zog die Akten der Unfall
versicherung bei (Urk. 7/8/1-80
; Urk. 7/20/1-84,
Urk. 7/21/1-20, Urk. 7/23/1-297
, Urk. 7/27/1-323
).
Mit Mitteilung vom 18. Dezember 2012
er
-
teilte
sie
dem Versicherten Kostengutsprache für ein Arbeitstraining vom 10. Dezember 2012 bis am 7. Juni 2013 (Urk. 7/3
0) und verlängerte
dieses
in der Folge
bis am 7. Dezember 2013
(Urk.
7/44/7 und Urk. 7/45
f.
).
Das
Y._
erstattete den
Abschlussbericht „
VivA
Arbeitstraining berufliche Massnahme“ am 6.
Septem
-
ber
2013 (Urk. 7/48).
Am 28. November 2013
(Urk. 7/49)
bzw. 28. April 201
4
(Urk. 7/57)
erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für
zwei
weitere
Verlänge
-
rungen des Arbeitstrainings vom 9. Dezember 2013 bis am 30. April 2014 und vom 1. Mai 2014 bis am 31. Juli 201
4.
Die IV-Stelle zog erneut die Akten der Unfallver
sicherung bei (Urk. 7/62/1-484
),
unter
anderem
auch
das
polydisziplinäre
Gutachten der
Z._
vom Mai 2014
(
mit neuropsychologischem Bericht vom 21. Mai 2014 [Urk. 7/62/11-20], Bericht Stellungnahme Therapien vom 28. Mai 2014 [Urk. 7/62
/21-23], n
eurologischem Gutachten vom 21. Mai 2014 [Urk. 7/62/24-50] sowie psychiatrischem Gutachten vom 26. Mai 2014 [Urk. 7/62/51
-76]
). Am 13. Juni 2014 gab der Inhaber des
mit dem
Arbeitstrai
ning
beauftragte
n
Malerunternehmen
s
seine Beurteilung über den Versicherten ab (Urk. 7/64), woraufhin die beruflichen Massnahmen am 11. August 2014 abgeschlossen wurden
, denn der Beschwer
-
deführer
trat per August 2014 am bisherigen Einsatzort des Arbeitstrainings eine Tätigkeit in einem Teilzeit-Pen
sum an
(Urk. 7/66). Die Unfallversicherung sprach dem Versicherten mit Verfü
gung vom 26. November 2014
ab dem 1. Dezember 2014
eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 20 % sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 25‘200.-- bei einer
Integritätsein
-
busse von 20 %
zu
(Urk. 7/71).
Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2. März 2015 [Urk. 7/74]; Einwand vom 16. April 2015 [Urk. 7/82] bzw. ergänzende Begründung vom 8. Mai 2015 [Urk. 7/84]) verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 18. Mai 2015
einen
Anspruch
des Versicherten
auf ein
e Invalidenrente (Urk. 2 [
=
Urk. 7/86
]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 17. Juni 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente, spätestens mit Wirkung ab September 2010
,
zuzusprechen; eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 6. August 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Verfügung vom 25. September 2015 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt, und ihm Advokatin Karin
Wüthrich
,
Procap
Schweiz, Olten, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt. Sodann wurde ihm die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
hig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder he
r
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei
ten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzu
-
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid fest,
der Beschwerde
führer habe frühestens sechs Monate nach seiner Anmeldung und somit frü
hestens ab 1. September 2010 Anspruch auf allfällige Rentenleistungen, wes
halb zum Gesundheitszustand nach diesem Zeitpunkt Stellung genommen werde.
Im September 2010 habe aus medizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 40 %, ab November 2010 von 60 % und ab 1. Juli 2012 von 80 % bestan
den.
Vom 10. Dezember 2012 bis am 3. August 2014 sei dem Beschwerdeführer im Rahmen des zugesprochenen Arbeitstrainings ein IV-Taggeld ausgerichtet worden. Da vor diesem Arbeitstraining bereits eine Arbeitsfähigkeit ausgewie
sen gewesen sei, könne kein Rentenanspruch entstehen. Ab dem 1. Juli 2012 und ebenfalls nach Abschluss des Arbeitstrainings per 3. August 2014 sei eine Arbeitsfähigkeit von 80 % ausgewiesen
. Damit bestehe kein Rentenanspruch
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor,
im September 2010 habe eine 60%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestanden, weshalb ein Anspruch auf Rentenleistungen ab diesem Zeitpunkt bestehe. Ausgehend von einem Ren
tenanspruch ab September 2010 seien die ab 10. Dezember 2012 bis 3. August 2014 durchgeführten beruflichen Massnahmen als
Wiedereingliederungsmass
nahmen
gemäss Art. 8a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung zu qualifizieren. Demzufolge seien zusätzlich zu den Renten- ebenfalls
Taggeld
leistungen
geschuldet während der Dauer der Massnahmen. Zwecks Vornahme dieser Berechnungen sei gegebenenfalls eine Rückweisung an die
Beschwerde
gegnerin
angezeigt
(Urk. 1 S. 6)
. Die Angaben der Beschwerdegegnerin über die verwertbare Arbeitsfähigkeit ab September
2010 träfen
nicht zu.
Auch könne nicht von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % ab Dezember 2012 ausgegangen werden, was der psychiatrischen Beurteilung der SUVA widerspreche (Urk. 1 S. 6 f.). Es seien zusätzliche Abklärungen vorzunehmen zur Ermittlung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Die Leistungstests in der
Z._
hätten sich nicht über eine genügend lange Zeitspanne von mehr als drei Stun
den hingezogen. Ausserdem sei im neuropsychologischen Gutachten festgehal
ten worden, die erhöhte Interferenzanfälligkeit könne sich beeinträchtigend auswirken, insbesondere in Umgebungen mit vielen äusseren Reizen. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Beschwerden erst nach längeren Zeitintervallen eintreten würden und sich dann negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirkten (Urk. 1 S. 8).
Das Einkommen des Beschwerdeführers hätte im Jahre 2009 jähr
lich Fr. 66‘768.-- (Fr. 5‘136.-- x 13) betragen. Dieses sei der Teuerung anzu
passen
(Urk. 1 S. 9 f.)
.
3.
3.1
Im Abschussbericht des
Y._
vom
6.
September 2013 (
Urk.
7/48) wurde festgehalten, der Beschwerdeführer arbeite seit dem 1
0.
Dezember 2012 bei
m Einsatzbetrieb
. Er sei bezüglich des Arbeitstempos und der Konzentrationsfähig
keit aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen aus dem Arbeitstraining maximal für eine 50%ige Tätigkeit belastbar. Die effektive Arbeitsleistung im Vergl
e
ich zu voll arbeitsfähigen Mitarbeitenden sei sicherlich stark verringert. Vor allem die Konzentrationsfähigkeit, die Merkfähigkeit und das Arbeitstempo verlangsamten sich nach circa 3-4 Stunden bei der Arbeit. Nach einem circa 4-wöchigen Versuch, das Arbeitspensum zu erhöhen (auf ein durchschnittliches 60-70%iges Pensum)
, habe der Beschwerdeführer
die Arbeitstage wieder auf ein 50
%
-Pensum reduziert.
3.2
3.2.1
Im neurologischen Gutachten der
Z._
vom 2
1.
Mai 2014 wur
den (unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Untersuchung) die fol
genden Diagnosen festgehalten
(Urk. 7/62/49)
:
Schädel-Hirn-Trauma am 27.08.2009 (ICD-10 S09.7)
l
eichtgradige
posttraumatische linksbetonte
Hyposmie
(ICD-10 R43.8)
m
inimale bis leichte neuropsychologische Störung mit kognitiven Auffäl
ligkeiten im Sinne einer erhöhten Interferenzanfälligkeit nach
bifrontaler
Hirnverletzung (ICD-10 F07.8)
Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, auf körperlich-neurologischem Gebiet sei beim Beschwerdeführer keine verminderte zeitliche oder leistungsmässige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Maler mit Unfallfolgen begründbar. Die Hinweise auf eine
leichtgradige
Persönlichkeits- und
Verhal
tensveränderung
als Folge des Schädelhirntraumas würden, unter anderem wegen der auch in der angestammten Tätigkeit erforderlichen Kommunikation und Kooperation mit Vorgesetzten und Mitarbeitenden, eine leistungsmässige Einschränkung (sog. Rendement) von 20
%
in der angestammten Tätigkeit als Maler begründen. Auch in denkbaren Verweistätigkeiten käme ein gleichartiges Rendement zum Tragen. In intellektuell
anspruchsvolleren
Tätig
keiten sei
eine höhere Einbusse der Leistungsfähigkeit anzunehmen. Dieses neurologische Gut
achten, welches die neuropsychologischen, ergotherapeutischen und physio
therapeutischen Befunderhebungen vom Januar 2014 einbeziehe, werde durch das psychiatrische Gutachten ergänzt. Es sei darauf hinzuweisen, dass sich
die im psychiatrischen Gutachten formulierte unfallbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus den neurologischen Unfallfolgen herleite und daher
keine
–
gegenüber den im neurologischen Gutachten beschriebenen
Auswirkun
-
gen
–
zusätzliche Beeinträchtigung beschreibe (
Urk.
7/62/49 f.).
Im neuropsychologischen Bericht der
Z._
vom 21. Mai 2014
wurde
z
ur beruflichen Funktionsfähigkeit ausgeführt, aus neuropsychologischer Sicht bestünden nur diskrete kognitive Minderleistungen, welche die berufliche
Tätigkeit
als Maler nicht erheblich einschränken sollten. Beeinträchtigend
könn
-
te
sich die erhöhte Interferenzanfälligkeit auswirken, insbesondere in
Umgebun
-
gen mit vielen äusseren Einflüssen. Die subjektiv angegeben
e
Erschöpfbarkeit und die erhöhte Reizbarkeit seien anlässlich der zweimal drei
stündigen
testpsy
-
chologischen
Untersuchungen nachmittags nicht objektivier
bar gewesen. Gemäss den authentischen Angaben des Exploranden und den
fremdanamnes
-
tischen Auskünften sei jedoch nicht auszuschliessen, dass diese Beschwerden erst nach längeren Zeitintervallen einträten und sich dann negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirkten. Zusätzlich seien aufgrund der leichtgra
digen Persönlichkeits- und Verhaltensveränderung Einschränkungen im Umgang mit Vorgesetzten und Mitarbeitenden zu erwarten (Urk.
7/62/19).
Im „Bericht
Stellungnahme Therapien“ vom 28. Mai 2014 wurde ausgeführt,
der Beschwerdeführer habe sich bei der Bearbeitung der Testaufgaben kooperativ gezeigt. Die
Hametergebnisse
lägen bei den handwerklichen Aufgabenstellun
gen qualitativ wie auch zeitlich im angestrebten Durchschnittsbereich. Die angegebe
ne
Ermüdbarkeit bei der Arbeit habe während den 90 Minuten
Abklä
rungszeit
nicht beobachtet werden können. Die physiotherapeutischen Leistun
gen seien bereits Anfang Februar 2012 eruiert worden und hätten keine Auffäl
ligkeiten gezeigt. In der heutigen Testung steigere der Beschwerdeführer seine Leistung im Gleichgewicht, das Leistungsvermögen im Ausdauerbereich sei unterdurchschnittlich. Die physische Leistung sei für die Ausübung des Berufes Maler nicht eingeschränkt (Urk. 7/62/22 f.).
3.
2.
2
Im psychiatrischen Gutachten der
Z._
vom 26. Mai 2014 wur
den die folgenden Diagnosen festgehalten
(Urk. 7/62/76)
:
Recurrent
brief
depression
(ICD-10 F38.1), teilremittiert unter Behand
lung
Verdacht auf
subsyndromale
Störung aus dem Spektrum von ADHS
(ICD-10 F90.0 bzw. Z73.1)
Status nach traumatischer Hirnverletzung bei Sturz am 28.07.2009 (
Sub
duralhämatom
, Kontusionsblutungen frontal beidseits) mit
leichtgradiger
Persönlichkeits- und Verhaltensänderung (ICD-10 F07.8)
Der begutachtende Psychiater wies darauf hin, dass keine genügenden Anhalts
punkte für eine Störung aus dem
somatoformen
Spektrum bestünden
(Urk. 7/62/76).
Er führte sodann (unter Berücksichtigung eigens erhobener Fremdanamnesen) aus, hinsichtlich der aktuellen Defizite in der Leistung müsse psychiatrisch festgehalten werden, dass diese nicht mit einer depressiven
Stim
mungslage
und daraus abzuleitenden Funktionsdefiziten erklärt werden könn
ten. Die beschriebene eintretende Erschöpfung mit Leistungsminderung im Laufe des Arbeitstages habe auch nicht die Charakteristik, wie es Betroffene mit Depressionen
schildern würden
oder wie eine Erschöpfung und Müdigkeit im Rahmen einer sog. Neurasthenie, einer Störung aus dem
somatoformen
Spekt
rum,
geschildert
werde. Die Defizite würden vom Beschwerdeführer und seinem Arbeitgeber in praktisch identischer Weise beschrieben und wiesen auf eine verminderte Ausdauer hin. Personen, die von ADHS betroffen seien, litten unter einer „Filterstörung
“
(Funktion des Frontalhirns), und ermüdeten rascher unter Einwirkung von Wahrnehmungen von verschiedenen Seiten, weil sie Unwichti
ges schlechter „wegfiltern“ könnten. Dies sei durch den Unfall mit frontaler Hirnschädigung allenfalls verstärkt worden. Der Beschwerdeführer arbeite ja eher besser, wenn er alleine und in seinem Tempo arbeiten könne. Im Übrigen sei das aktuell eingesetzte
Venlafaxin
bei ADHS oft von günstiger Wirkung. Die Erklärung der Defizite des Beschwerdeführers, der beim Unfall doch eine rele
vante Hirnverletzung erlitten habe, sei vorwiegend interdisziplinär zu suchen. Rein aufgrund der Psychopathologie bestehe hinsichtlich der
Leistungsminde
rung
mindestens aktuell kein ausreichender Erklärungsansatz (Urk. 7/62/75). Der Beschwerdeführer arbeite gemäss seinem Arbeitgeber montags, dienstags und mittwochs je vier Stunden morgens und vier Stunden nachmittags. Wesentliche Pausen gebe es keine (Urk. 7/62/72).
Berücksichtigt werden müsse, dass der Beschwerdeführer im zweiten Teil der Woche (Freitag und Samstag) bei genügender Auftragslage einer selbständigen Arbeit als Maler nachgehe und in diesem Rahmen – bei allenfalls eher langsamer Arbeitsweise – zur Zufriedenheit seiner Kunden zu arbeiten scheine. Das total erbrachte Arbeitsvolumen pro Woche bleibe deshalb etwas intransparent. In Zusammenarbeit mit anderen Personen, in komplexen Situation
en
und unter Druck auf einer Baustelle komme es zu zeitabhängig zunehmenden Fehlern und konzeptloser Arbeits
weise, woraus eine Leistungsminderung von geschätzt 20 % resultiere, dies als Folge der Hirnverletzung und im Vergleich
zum Leistungsniveau vor dem Unfall. Es seien unfallbedingte Defizite der Ausdauer und Fehlerkontrolle (durch Interferenzanfälligkeit) und der Kommunikationsfähigkeit im Rahmen einer verstärkten Ermüdbarkeit festzustellen
, dies als Auswirkung der diagnostizierten leichten Persönlichkeitsveränderung und Verhaltensauffälligkeit nach
Hirnver
letzung
im Zusammenwirken mit vorbestehender Persönlichkeitsstruktur (
sub
syndromale
Störung aus dem Spektrum ADHS) (Urk. 7/62/76).
3.3
Gemäss Bericht des
Einsatzbetrieb
es
(vgl. Urk. 7/64
)
vom
13. Juni 2014
arbeite d
er Beschwerdeführer
dort
seit
dem 9. Dezember
201
2.
Am Anfang sei er zu 40 % (Montag und Dienstag) und später zu 50 % angestellt gewesen. Er erscheine jeden Morgen pünktlich zur Arbeit. Er überschätze sich mit dem Ein
teilen der ihm aufgetragenen Arbeiten. Wenn ihm keine Zeitvorgabe für eine Arbeit gegeben werde, sage er, dass das für ihn kein Problem sei. Doch er brau
che mindestens doppelt so lange oder noch länger. Der Beschwerdeführer könne sich die ersten drei Stunden sehr gut konzentrieren, danach verringere sich die Konzentration sehr stark und am Nachmittag ereigneten sich viele Fehler (Fehl
stellen, unsaubere Arbeiten, Vergesslichkeit). Am dritten Tag sei bereits vormit
tags die Konzentration ungenügend. Seit einem Monat arbeite der Beschwerde
führer 60 %. Anstatt am Mittwochmorgen sei der Beschwerdeführer am Freitag den ganzen Tag anwesend. Dabei sei aufgefallen, dass sich die Arbeitsleistung und die Konzentration durch die zwei Tage Erholung nicht
verbessert hätten (Urk. 7/64).
4.
4.1
Das
Gutachten der
Z._
(Urk. 7/62) verm
ag
die an eine beweiskräf
tige ärztli
che Expertise
gestellten Anforderungen voll
umfänglich zu erfüllen (E. 1.4
). So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfas
s
ende Abklärungen, berücksichtigten die geklagten Beschwer
den und begrün
deten ihre Einschätzu
ng in nachvollzieh
barer Weise sowie in Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
. Die Gutachter
legten die medizinischen Zusam
men
hänge und die medizinische Situ
at
ion einleuchtend dar und begrün
deten ihre Schlussfolge
rungen nachvollzieh
bar. Dem
Gutachten kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
Der Beschwerdeführer weist zu Recht auf den neuropsychologischen Bericht und die darin erwähnte erhöhte Interferenzanfälligkeit hin (Urk. 1 S. 8 f.). Eine durch die erhöhte Interferenzanfälligkeit bedingte Beeinträchtigung der Leis
tungsfähigkeit wurde von den Gutachtern aber berücksichtigt. Der begutach
tende Neurologe attestierte dem Beschwerdeführer, unter Einbezug der neu
ropsychologischen Untersuchung sowie der ergo- und physiotherapeutischen Befunderhebungen, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %. Diese Einschätzung erfolgte in Kenntnis des Abschlussberichts des Arbeitstrainings (E. 3.1), welcher dem begutachtenden Neurologen vorgelegen hatte (vgl. Urk. 7/62/38). Offensichtlich liess sich das Ausmass der vom Beschwerdeführer geschilderten und von dessen Vorgesetztem beobachteten
Leistungseinschrän
kung
aber nicht objektivieren.
Hinzu kommt, dass aus den Schilderungen der Ehefrau des Beschwerdeführers hervorgeht, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall – zumindest sub
jektiv empfundene – Leistungseinschränkungen hatte. Die Ehefrau gab an, der Beschwerdeführer sei, als er noch angestellt gewesen sei (d.h. also vor dem Unfall), dreizehn Jahre in einem Kleinbetrieb tätig gewesen. Dort habe es ihm gefallen, und der Chef habe auch viel Geschick gehabt, weil er soziales „Gespür“ gehabt habe. Auf der anderen Seite sei der Beschwerdeführer in einer
Gross
firma
auf Baustellen tätig gewesen, wo ein grosser Arbeitsdruck geherrscht habe und der Chef ziemlich kalt gewesen sei. Dabei habe ihr Mann eine gute körper
liche Ausdauer gehabt. Aber wahrscheinlich sei er schon damals gegenüber sei
nen Kollegen leistungsmässig ins Hintertreffen geraten. Genaueres wisse sie jedoch nicht in Bezug auf vorbestehende Leistungsgrenzen in beruflicher Hin
sicht. Ihr Mann arbeite nicht gerne im Team, höchstens ein kleines Team werde von ihm gut erlebt. Ein solches strukturiere ihn auch bei der Arbeit (Urk. 7/62/71). Der Beschwerdeführer sei schon vor dem Unfall jeweils erschöpft am Abend heimgekommen und habe davon gesprochen, sich ausruhen zu müssen. Dies habe seit dem Unfall deutlich zugenommen (Urk. 7/62/72). Vor diesem Hintergrund erweist sich der Bericht des Einsatzbetriebes vom 13. Juni 2014 (Urk. 7/64) als nicht aussagekräftig, denn darin wurde eine allfällige schon vor dem Unfall bestehende Leistungsminderung nicht berücksichtigt. Nicht erwähnt wurde darin zudem, dass der Beschwerdeführer nebst der Tätigkeit im Rahmen des Arbeitstrainings zumindest zeitweise auch Arbeiten in selbständi
ger Stellung ausführte. Gegenüber dem begutachtenden Psychiater gab der Beschwerdeführer am 28. Januar 2014 (vgl. Urk. 7/62/52) zur Auskunft, nebst der Arbeit im Einsatzbetrieb zusätzlich am Freitag und Samstag allfällige
Kun
denaufträge
(im Rahmen seiner weiter bestehenden selbständigen Geschäftstä
tigkeit als Maler) auszuführen. Zu diesen Aufträgen komme er durch Empfeh
lung zufriedener Kunden (Urk. 7/62/64). Der begutachtende Psychiater hielt demzufolge zu Recht fest, der Beschwerdeführer scheine zur Zufriedenheit sei
ner Kunden zu arbeiten; das total erbrachte Arbeitsvolumen pro Woche bleibe aber intransparent (Urk. 7/62/76). Auf die Angaben des Beschwerdeführers kann demnach nicht ohne weiteres abgestellt werden. Dieser
brach beispielsweise
den Versuch, das Arbeitspensum im Juli 2013 von 50 % auf circa 60-70 % zu erhö
hen, nach vier Wochen wieder ab mit der Begründung, er schaffe es einfach nicht, sich mehr zu konzentrieren (Urk. 7/48/3).
Dabei fragt sich, welche Umstände dazu geführt haben, dass er bereits spätestens Ende 2013 in der Lage war, nebst der 50%igen Arbeit im Einsatzbetrieb zusätzlich am Freitag und Samstag Kundenaufträge auszuführen.
4.3
Der begutachtende Psychiater
stellte die Verdachtsdiagnose einer
subsyndroma
le
n
Störung aus dem Spekt
rum von ADHS (ICD-10 F90.0 bzw.
Z73.1)
, mit wel
cher
die bereits vor dem Unfall bestehenden Leistungseinschränkungen zumin
dest teilweise e
rklärt werden könnten.
Es blieb allerdings bei der blossen
Ver
dachtsdiagnose
,
denn d
er Gutachter
erkannte auch
Gründe, welche klar gegen das
Bestehen einer Störu
ng aus dem Spektrum ADHS spr
ächen
: Der Beschwer
deführer habe angegeben
, schulisch hinsichtlich Leistungen und Disziplin keine Mühe gehabt
zu haben, wobei n
icht auszuschliessen sei, dass der in seinen Jugendjahren sehr gehemmte und schnell angstbereite Beschwerdeführer sich unter hohen Druck setz
t
e, sich sozial konform zu verhalten, und entsprechend nicht aneckte (Urk. 7/62/74).
Ob sich die Verdachtsdiagnose durch zusätzliche Abklärungen bestätigen liesse oder nicht, ist vorliegend allerdings nicht von Belang. Offensichtlich
zeitigte
sie
, trotz
möglicherweise
bestehender
Leistungs
einschränkungen
,
keine
rlei
Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit, denn der Beschwerdeführer war vor dem Unfall
durchaus
in der Lage, ein seiner Ausbil
dung angemessenes Einkommen zu erzielen. Gemäss Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin, bei welcher der Beschwerdeführer vom 19. Januar 2004 bis am 30. November 2007 angestellt war, hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2009
ein Einkommen von
Fr.
66
‘
768
.-- (13 x Fr. 5‘136.--)
erzielt
(Urk. 7/10; vgl. auch den Hinweis des Beschwerdeführers in seiner Bes
chwerdeschrift [Urk. 1 S. 10])
. Dies entspricht in etwa dem
standardisierten
Einkommen gemäss der
Schweize
rische
n
Lohnstrukturerhebung (LSE)
im Bereich
Baugewerbe
:
Gemäss LSE 2008 betrug das standardisierte monatliche Einkommen eines männlichen Angestell
ten bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Bereich Baugewerbe (Nr. 45 der Tabelle TA1 [privater Sektor])
im Jahr 2008
Fr. 5‘150.--. Hochgerechnet auf das Jahr 2009
ergab sich somit
– unter Berücksichtigung der durch
schnitt
lichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2009 von 41,7 Stunden pro Woche im Baugewerbe
(Die Vol
kswirtschaft, 3/4-2015
,
S. 88,
Tabelle B 9.2
, F
)
sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2009
(Indexstand 2092 [2008] auf 2136 [2009], vgl. die Volkswirtschaft
3/4-2015,
S. 89, Tabelle B 10.3)
–
ein Jahres
einkommen gemäss LSE von
Fr. 65‘782
.
-- (Fr. 5‘150.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2092 x 2136).
4.4
Daraus erhellt, dass bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
auf die
medizi
nisch-theoretische Einschätzung der Gutachter
abzustellen
ist, welche
dem Beschwerdeführer eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestierte
n
. An dieser Stelle ist auf den Umstand hinzuweisen, dass die Einschätzungen der Gutachter zur Arbeitsfähigkeit nicht zu kumulie
ren sind (vgl.
Urk.
7/62/49 f.) und dass – nebst der unfallbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
– keine zusätzliche krankheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden
konnte. Demgemäss ist
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt
,
dass de
m Beschwer
deführer
bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinwei
sen)
nach Abschluss des Arbeitstrainings per 3. August 2014
eine
80
%ige Arbeitstätigkeit als
Maler
zumutbar
ist
.
Daraus resultiert kein
rentenbegründen
der
Invaliditätsgrad von mindestens 40 %.
5.
Zu prüfen ist sodann, ob vor dem 3. August 2014 ein Rentenanspruch
gegen
über
der Invalidenversicherung entstand.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 3. März 2010 bei der Beschwerdegegnerin an und nahm darin Bezug
auf eine
–
seit dem am 28. Juli 2009 erlittenen Unfall
bestehende
–
gesundheitliche Beeinträchtigung (Urk. 7/3). Das Wartejahr lief
somit
im Juli 2010 ab, jedoch konnte ein Rentenanspruch der Invalidenversicherung frühestens per 1. September 20
10
(Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG) entstehen.
Fraglich ist somit ein Rentenanspruch vom 1. September 201
0
bis am
2.
August 201
4.
Im Protokoll der Unfallversicherung zur Besprechung vom 6. Oktober 2010 wurde festgehalten,
ab
dem 1. Oktober 2010 einige man sich auf eine Leis
tungsfähigkeit von 60 % (Urk. 7/27/158
; vgl. ausserdem Urk. 7/27/146, Urk. 7/27/139 und
Urk. 7/27/129).
Auch wenn die Unfallversicherung auf tele
fonische Intervention des Beschwerdeführers vom 25. Juli 2011 hin akzeptierte, die Taggelder rückwirkend per 1. Januar 2011 auf der Basis einer Arbeitsunfä
higkeit von 60 % auszurichten (Urk. 7/27/96), ist eine zwischenzeitliche Ver
schlechterung des psychischen Gesundheitszustandes nicht ausgewiesen, bestä
tigte Dr.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem Bericht vom 27. Dezember 2011 (Urk. 7/27/81) bloss, dass der Beschwerdeführer mit einem Arbeitspensum von 60 % "kontinuierlich" an seiner Belastungsgrenze gewesen sei und im Falle von zusätzlichen Belastungsfaktoren, wie zeitlichem Druck bei Aufträgen, unsicherer Auftragslage oder Konflikten, das
Arbeitspen
sum
habe reduziert werden müssen. Am 2. März 2012 berichtete Dr.
A._
von einer Arbeitsfähigkeit von 60 - 70 %; entsprechend resultierte bloss noch eine (anspruchsausschliessende) Einschränkung von 35 %.
Eine weitere Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes konnte
schliesslich
auch
der beguta
ch
tende Psychiater feststellen, welcher
lediglich noch
die Diagnose „
Recurrent
brief
depression
(ICD-10 F38.1), teilremittiert unter Behandlung“ stellte
(E. 3.2.2).
Im Übrigen wurde dem Beschwerdeführer von den Ärzten der
Z._
bereits am 10. April 2012 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (Urk. 7/27/55).
Bei dieser Sachlage durfte die IV
Stelle indes im Sinne des Grundsatzes "Ein
gliederung vor Rente" zunächst Massnahmen nach Art. 18 IVG (Arbeitsver
mittlung) und Art. 18a IVG (Arbeitsversuch) prüfen (vgl. Urk. 7/28). Während des insgesamt vom 10. Dezember 2012 bis 3. August 2014 dauernden
Arbeits
versuchs
wurden dem Beschwerdeführer 602 Taggelder à Fr. 55.25 (Urk. 7/39, 7/40, 7/45, 7/54, 7/56, 7/60), mithin eine Summe von gesamthaft Fr. 33'260.50 ausgerichtet. Wäre dem Beschwerdeführer ab 1. September 2010 eine
Viertels
rente
der Invalidenversicherung ausgerichtet worden, wäre ihm gemäss Art. 18a Abs. 2 IVG während des Arbeitsversuchs statt der Taggelder bloss die Rente weiter ausbezahlt worden. Selbst wenn er Anspruch auf eine
Viertelsrente
in maximaler Höhe gehabt hätte (was vor dem Hintergrund der von ihm geleiste
ten durchschnittlichen Beiträge nicht der Fall ist, vgl. Urk. 7/7), wäre ihm bis Ende Juli 2014 bloss ein Betrag von Fr. 27'612.50 (47 Monate à Fr. 587.50) zugestanden. Da eine kumulative Auszahlung von Rente und Taggeld, wie in der Beschwerde geltend gemacht (Urk. 1 S. 6), nicht vorgesehen ist (vgl. Art. 18 Abs. 2 sowie Art. 22 Abs. 5
bis
IVG), ist es im Ergebnis nicht zu beanstanden, wenn im angefochtenen Entscheid dafürgehalten wurde, dass auch kein befris
teter Rentenanspruch entstanden ist.
6.
Im Sinne der Erwägungen erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
7.
7.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
6
00.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge der mit Verfügung vom 25. September 2015 bewilligten unentgeltli
chen Prozessführung (Urk. 12) jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
7.2
Das Gericht setzt die Entschädigung der mit Verfügung vom 25. September 2015 als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellten (Urk. 12)
Advokatin Karin
Wüthrich
,
Procap
Schweiz, Olten, nach Ermessen fest (§ 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]). Vorl
iegend erscheint eine Ent
schädigung von Fr. 2‘000.-- angemessen. Advokatin Karin
Wüthrich
,
Procap
Schweiz, Olten, ist daher mit Fr. 2‘000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) a
us
der Gerichtskasse zu entschädigen.
7.3
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichts
kosten und der Entschädigung an Advokatin Karin
Wüthrich
,
Procap
Schweiz, Olten, verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.