Decision ID: 1b65eb85-74d5-41c2-abcf-78a6594210ea
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
meldete sich nach erfolgter Früherfassung
durch die Sozialabteilung der Gemeinde
Y._
(vgl.
Urk.
7/4) unter Hinweis auf taube Hände und Füsse
am
1
1.
Mai 2017
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
7/10
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle,
teilte dem Versicherten
am
9.
November 2017 mit, dass aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
7/19). Die IV-Stelle
klärte
in der Folge
die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und verneinte nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
7/24) mit Verfü
gung vom 2
7.
Februar 2018
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/25
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am
1
4.
März 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
7.
Februar 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine Invalidenrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S.
1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
April 2018
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
2.
Mai 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Mit Gerichtsverfügung vom
3.
Juli 2018
wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 1
) die unentgeltliche Prozessführung
bewilligt (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt
berichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich
tigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei
lung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hi
nweis auf BGE
125 V 351 E. 3b
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergän
zende Abklärungen vorzune
hmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2;
135 V 465 E. 4.4
und E. 4.7
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklä
rungen
, insbesondere die Stellungnahme des Regiona
len Ärztlichen Dienstes (RAD)
,
davon aus, dass
dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Elektriker seit März 2017 nicht mehr möglich sei. Aus medizinischer Sicht sei es dem Beschwerdeführer aber zumutbar, eine angepasste Tätigkeit in einem 100
%
Pensum auszuüben. Als angepasst gelte eine leichte, überwiegend im Sitz
en ausgeübte Tätigkeit. In einer
solchen Tätigkeit könne er ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (S. 1
; vgl. auch Urk. 5
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt, dass ihm die Ausübung einer angepassten beruflichen Tätig
keit nicht zuzumuten sei. Er leide neben anderen
chronifizierten
gesund
heitlichen Defiziten unter schweren neurologisch bedingten Einschränkungen beim Gebrauch beider Hände. Die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit sei ihm dadurch verunmöglicht. Leider sei dieser Aspekt nicht in die Entscheidung über die
Zusprache
einer IV-Rente
einbezogen worden. Ein entsprechender Arztbericht seines behandelnden Arztes werde nachgereicht (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des
Beschwerdeführers
.
3.
3.1
Die Ärzte
des Z._
nannten im Bericht vom
4.
April 2017 (
Urk.
7/13
/8-11
)
folgende
Diagnosen
:
-
proximalbetonte
Muskelschwäche seit zirka April 2016 (differentia
l
diagnostisch
[DD]
Alkoholmyopathie
)
-
Verdacht auf Polyneuropathie seit 2016 (
DD
bei Mangelernährung,
DD
im Rahmen eines
entgleisten Diabetes mellitus)
-
Gewichtsverlust von zirka 25 kg in den letzten Monaten (
DD
bei Mangel
ernährung bei Zahnstatus,
DD
bei Mangelernährung bei Alkohol
miss
brauch,
DD
im Rahmen eines entgleisten Diabetes mellitus)
-
Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom beidseits
(
im
April 2016 festgestellt und Operation empfohlen, jedoch vom Beschwerdeführer abgelehnt)
-
eine
Ferritinerhöhung
, Erstdiagnose Januar 2017
-
neurodiagnostischer Diabetes mellitus Typ 2 Januar 2017
-
fortbestehender Alkoholmissbrauch
Dazu führten die Ärzte aus, die
Ätiologie
der Beschwerden sei aktuell noch unklar. Es würden sich klinisch und anamnestisch Hinweise auf eine Polyneuro
pathie zeigen, welche ätiologisch möglicherweise im Rahmen einer Mangel
er
nährung, einer direkt alkoholtoxischen Wirkung oder eines Diabete
s mellitus Typ 2 erklärt werden könne (S. 3 unten). Klinisch würde
n
sich passend hierzu eine
Pallhypästhesie
und
distalbetonte
Parästhesien, bei allerdings symmetrisch erhal
te
nen Reflexen zeigen. Die Abnahme der Muskelmasse sowie die Muskel
schwäche sei aktuell nicht eindeutig objektivierbar, erscheine aber zumindest im Hinblick auf die anamnestisch angegebene Veränderung der körperlichen Konstitution glaubhaft. Bei aktenanamnestisch bekanntem Karpaltunnelsyndrom beidseits habe zumindest links eine leichte Atrophie der
Thenarmuskulatur
detektiert wer
den können. Differentialdiagnostisch sei eine
Myopathie
bei Alkohol
konsum oder eine Myositis möglich. Ebenso könne die Muskelschwäche im Rahmen der Poly
neuropathie
erklärt werden.
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 1
8.
Juni 2017 (
Urk.
7/13/1-7) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit September
2013 (
Ziff.
1.2). In der angestammten Tätigkeit als Elektriker sei der Beschwerdeführer seit
1.
März 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Die Sensorik und Muskelkraft der Hände seien so vermindert, dass manuelles Arbei
ten nicht mehr möglich sei (
Ziff.
1.7).
3.3
Die Ärzte des
Z._
bestät
igten
die Diagnosen e
iner
distal symmetrischen sensomotorischen Polyneuropathie mit vorwiegend
axonale
n
Schädigungs
muster und «Small-
Fiber»
-Komponente sowie eines beidseitigen Kar
paltunnelsyndroms
mit rechts
seitiger Betonung. Sie
führten im Bericht vom 1
9.
Juli 2017 (
Urk.
7/18/6-8)
hierzu
aus, als
aggravierende
Ursache der
Fühl
stö
rungen der Hände habe sich bei klinisch und anamnestischen Hinweisen auf ein beidseitiges Karpal
tunnelsyndrom in der elektrophysiologischen Unter
suchung ein Karpal
tunnelsyndrom
rechts mit verlängerte
r
distal-motorischen Latenz und distal reduzierter Nervenleitgeschwindigkeit sowie einem verminder
ten moto
ri
schen Antwort
potential dokumentieren lassen. Akute
Denervierungs
zeichen
liessen sich elektromyografisch im M.
abductor
pollicis
brevis
allerdings nicht finden. Therapeutisch sei daher ein
koservatives
Vorgehen mit konse
quen
tem Tragen einer volaren Handgelenksschiene beidseits zu empfehlen. I
n Zusammen
schau seien die im Vordergrund stehenden Fühlstörungen an den Füssen und Händen sowie die leichtgradige proximale Muskelschwäche im Rahmen der Polyneuro
pathie zu interpretieren. Hinweise auf das Vorliegen einer zusätzlichen
Myopathie
liessen sich elektromyografisch nicht feststellen. Darüber hinaus spre
che der normwertige Wert der
Creatinkinase
relativ dagegen
(S.
3).
3.4
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) berichtete am
4.
November 2017 (
Urk.
7/18/1
5) von einem stationären Gesundheitszustand (
Ziff.
1.1) und führte aus, es bestehe eine anhaltende Kraftminderung und Sensibilitätsstörung sowohl der oberen als auch der unteren Extremitäten. Ein Arbeiten als Handwerker (Elektriker) sei nicht mehr möglich (
Ziff.
1.3). Die bisherige Tätigkeit könne nicht mehr ausgeführt werden
, auch in einer angepassten Tätigkeit sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben (
Ziff.
2.1). Mit einer Verbesserung der Polyneuropathie sei nicht mehr zu rechnen (
Ziff.
3.3).
3.5
Die Ärzte des
Z._
nannten im Bericht vom 2
9.
November 2017 (
Urk.
7/21
/1-5 =
Urk.
7/22/1-5
) als Diagnose eine distal symmetrische senso
motorische Polyneuropathie mit vorwiegend
axonalem
Schädigungsmuster und «Small-Fiber»-Komponente (
Ziff.
1.1).
Es bestehe eine Stand- und Gang
un
sicher
heit, Schmerzen und Missempfindungen an den Füssen, eine erschwerte Feinmotorik und Schwäche in den Beinen. Zur Arbeitsfähigkeit seien keine Angaben möglich
(
Ziff.
1.6-7).
3.6
Dipl.-Med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Prävention und Gesundheitswesen
,
RAD, führte in der Stellungnahme vom 1
5.
Januar 2018 (
Urk.
7/23/3-4) aus, es liege ein Gesundheitsschaden vor, wel
cher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auswirke. In angepasster Tätigkeit entsprechend de
m
Belastungsprofil würden keine nennenswerten Einschränkungen aus versicherungsmedizinisch-theoreti
scher Sicht bestehen. Ursächlich
für die Polyneuropathie
seien
ein Diabetes mel
litus und/oder ein Alkoho
lüberkonsum, welcher fortbestehe
. Verstärkend für die Fühlstörungen in den Händen verantwortlich
sei
ein prinzipiell behand
elbares Karpaltunnelsyndrom
. Eine Muskelerkrankung
habe
sich nicht finden
lassen
.
Als therapeutische Massnahmen nannte die RAD-Ärztin eine medikamentöse Behandlung der Polyneuropathie, eine Optimierung der Diabetestherapie und das
Einstellen des Alkoh
olkonsums.
Der Hausarzt
habe
seinen Patienten als dauerhaft
zu
100
%
arbeitsunfähig
sowohl angestammt, als auch angepasst
beurteilt
. Das
Z._
sehe
sich nicht in der Lage, die
Arbeitsfähigkeit respektive -un
fähig
keit
einzuschätzen und wünsch
e
, wenn die
Arbeitsfähigkeit respek
tive
unfähigkeit
beurteilt werden soll
e,
einen Begut
achtungsauftrag.
Aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht
sei
die Auffassung des Haus
arztes, dass die bisherige Tätigkeit
aufgrund der Gang-
und Standunsicherheit
nicht mehr verrichtet werden
könne, begründet
. Dass das Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vollständig aufgehoben
sei, könne
hingegen nicht nachvollzogen werden. Es
könne
davon ausgegangen werden, dass das Karpal
tunnelsyndrom behandelbar
sei
. Damit
liessen
sich die Sensibilitäts
störungen der Hände beheben. Der
Beschwerdeführer
könne somit leichte körperliche Tätigkei
ten im Sitzen verrichten, zumal kognitive Einschränkungen nicht ausgewiesen
seien
. Damit
sei
die Sensibilitätsstörung der Hände als vorübergehende, nicht dauerhafte Gesundheitsstörung anzusehen.
Durch eine Optimierung der Diabetesbehandlung und durch ein Sistieren des Alkoholkonsums könnte die Erkrankung gestoppt werden und ein weiterer Funk
tionsverlust verhindert werden.
3.7
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) führte im nach der angefochtenen Verfügung erstellten Bericht vom 2
0.
März 2018 (
Urk.
6) aus, dass aus seiner Sicht eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben sei. Es bestehe eine schwere Polyneuropa
thie. In diesem Rahmen seien beim Beschwerdeführer auch die oberen Extremi
täten betroffen. Sämtliche manuellen Arbeiten seien damit nicht mehr möglich. Insbesondere die Feinmotorik,
welche für die Ausführungen des Berufs als Elektriker notwendig sei, sei nicht mehr vorhanden. Zudem bestehe auch eine Schwäche der oberen Extremitäten, so dass auch leichtere manuelle Arbeiten nicht mehr in Frage
kämen
. Die schwere Polyneuropathie der unteren Extremi
täten verhindere zudem, dass der Beschwerdeführer Leitern besteigen könne. Auch längere Gehstrecken seien dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Durch die rasche Ermüdbarkeit sei eine Arbeitsfähigkeit auch in einer angepass
ten Umgebung höchstens noch zwei Stunden täglich möglich. Allerdings werde es kaum eine angepasste Tätigkeit geben, bei der man auf manuelles Geschick sowie Gehfähigkeit verzichten könne. Aus diesem Grund komme er zum Schluss, dass weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe.
4
.
4
.
1
D
er Beschwerdeführer
wandte gegen
den rentenve
rneinen
den Entscheid der IV
Stelle ein
,
ihm
sei
die Ausübung einer angepassten (leichten, überwiegend im Sitzen ausgeübten) beruflichen Tätigkeit
wegen der neurologisch bedingten Ein
schränkungen
nicht zuzumuten
. Dies sei von der IV-Stelle nicht einbezogen w
o
rden. Diesbezüglich
verkennt
er
, dass die Beschwerdegegnerin zur Begründung der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) auf die Stellungnahme
und Einschätzung
der R
AD-
Ärztin
Dipl.-Med.
B._
abstellte, wonach bei
ihm
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei (vorstehend E.
3.
6
).
4.2
Gemäss
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste den IV
Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungs
an
spruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Artikel 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach
Art.
49 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilen die regionalen ärztlichen Dienste die medizinischen Voraussetzungen des Leistungs
anspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizini
schen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundes
amtes frei wählen (
Abs.
1). Die regionalen ärztlichen Dienste können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (
Abs.
2).
Sinn und Zweck dieser Bestimmung liegen darin, dass die IV-Stellen zur Beur
tei
lung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen ver
siche
rungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invaliden
versi
cherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten verant
wortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der Zuständig
keiten zwi
schen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozial
versicherung (Bestim
mung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Die regionalen ärztlichen Dienste bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch begrün
de
ten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche Ein
gliede
rung eine objektive Festlegung der massgebenden funktionellen Leistungsfähig
keit der Versicherten ermöglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat die IV-Stelle zu beurteilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was nicht.
4.3
Auf Stellungnahmen des RAD kann indes nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht (vgl.
vorstehend E. 1.4 und E. 1.5) genügen (Urteil des Bundesgerichts I 694/05 vom 1
5.
Dezember 2006 E. 2). Sie müssen insbesondere in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden sein und in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die Schlussfolgerungen sind zu begründen (BGE 125 V 351 E. 3a). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteile des Bundesgerichts I 142/07 vom 2
0.
November 2007 E. 3.2.3 und I
362/06 vom 1
0.
April 2007 E. 3.2.1).
Dipl.-Med.
B._
berücksichtigte die medizinische
n
Vorakten
wie auch
sämt
liche
geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers
(unter anderem die Polyneu
ropathie, das Karpaltunnelsyndrom, den Diabetes mellitus; vgl. vor
stehend E. 3.6)
. Sodann leuchten ihre Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurtei
lung ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet.
Die Beur
teilung wurde ausserdem in Kenntnis der und soweit möglich in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die vorhandenen Befunde werden dabei in nachvollziehba
rer Weise bei der Einschätzung der Leistungsfähigkeit beziehungsweise dem ent
sprechend formulierten Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt.
I
hre
Stellungnahme ist für die Beantwortung der
gestellten Fragen genügend umfassend, so dass für die
Entscheidfindung
und insbesondere die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit darauf abgestellt werden kann.
4.4
Soweit der Beschwerdeführer einwendet, dass ihm die Ausübung einer beruf
li
chen Tätigkeit durch seine Leiden verunmöglicht sei (
Urk.
1 S. 2), verkennt er den
im Gebiet der Invalidenversicherung
geltenden
Grundsatz, dass die versicherte Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Ein Rentenanspruch ist dann zu verneinen, wenn die versicherte Person selbst ohne Eingliederungs
massnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel,
zumutbarer
weise
in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_460/2011 vom 2
2.
September 2011 E. 2 mit Hin
weisen).
Vor dem Hintergrund des Grundsatzes der Selbsteingliederungs- und Schadenminderungs
pflicht ist sodann zu berücksichtigen, dass ein Rentenan
spruch grundsätzlich nicht entstehen kann, solange zumutbare therapeutische und andere schaden
mindernde Vorkehren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesundheitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit der dadurch eingeschränkten Arbeitsfähigkeit bewirkt werden kann, liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_947/2012 vom 1
9.
Juni 2013 E.
3.2.2 mit Hinweis).
Die RAD-
Ärztin Dipl.-Med.
B._
führte
in diesem Zusammenhang aus, dass der Diabetes mellitus und/oder ein fortbestehender Alkoholüberkonsum für die Polyneuropathie ursächlich sei
en
. Verstärkend und verantwortlich für die Fühl
störungen in den Händen sei ein prinzipiell behandelbares Karpaltunnel
syndrom, wobei sich eine Muskelerkrankung nicht
habe
finden
lassen
. Die RAD-Ärztin hielt sodann fest, dass davon ausgegangen werden könne, dass das Karpal
tun
nel
syndrom behandelbar sei und sich die Sensibilitätsstörungen der Hände damit beheben liessen. Die Sensibilitätsstörungen der Hände seien entsprechend als vorübergehende, nicht dauerhafte Gesundheitsstörung anzusehen. Sie hielt sodann fest, dass die Erkrankung durch eine Optimierung der Diabetes
behand
lung und durch ein Sistieren des Alkoholkonsums gestoppt und ein weiterer Funktionsverlust verhindert werden könne (vgl. vorstehend E. 3.6).
4.5
Von ausgeschöpften therapeutischen und anderen schadenmindernden Vor
kehren kann nach dem Gesagten
(vorstehend E. 4.4)
nicht gesprochen werden. Dass dem Beschwerdeführer die von der RAD-Ärztin vorgeschlagenen medizi
ni
schen
Massnahmen/Behandlungen nicht zumutbar wären, ist nicht ersichtlich
und wird auch vom behandelnden Arzt nicht geltend gemacht (vgl. Urk. 6)
. Viel
mehr ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer die bereits im April 2016 empfohlene Operation des Karpaltunnelsyndroms infolge Arbeits
ausfalls ablehnte
und auch den Alkoholmissbrauch
bis heute
nicht gänzlich einstellte.
Dass die RAD-Ärztin vor diesem Hintergrund zur Feststellung gelangte, dass der Beschwerdeführer - bei behandelbarem Karpaltunnelsyndrom und damit beheb
baren Sensibilitätsstörungen der Hände
sowie bei fehlenden kognitiven Ein
schränkungen
- leichte körperliche Tätigkeiten im Sitzen ver
richten könne, ist nach dem Gesagten nachvollziehbar und plausibel.
Daran vermögen die Ausführungen des Hausarztes des Beschwerdeführers nichts zu ändern.
D
ie RAD-Ärztin
setzte sich mit den
Berichten des Hausarztes
aus
ei
nander
und hielt fest,
dass der Auffassung des Hausarztes in Bezug darauf, dass die bisherige Tätigkeit infolge Gang- und Standunsicherheit nicht mehr verrichtet werden könne, gefolgt werden könne. Dass das Leistungsvermögen auf dem all
gemeinen Arbeitsmarkt hingegen vollständig aufgehoben sein solle, könne nicht nachvollzogen werden (vgl. vorstehend E. 3.6). Der Hausarzt
Dr.
A._
ver
mag
des Weiteren
nicht nachvollziehbar zu begründen,
weshalb der Beschwerde
führer selbst eine angepasste Tätigkeit nicht
mehr
ausüben könne.
So erscheint dabei vor allem nicht nachvollziehbar und überzeugend, dass der Beschwerde
führer selbst in einer leichten und angepassten Tätigkeit neben einer einge
schränkten Belastbarkeit zusätzlich in zeitlicher Hinsicht
vollständig
einge
schränkt sein soll
, nachdem selbst
Dr.
A._
in einem seiner früheren Berichte noch von einer Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit im Umfang von fünf Stunden pro Tag ausging (vgl.
Urk.
7/13/5).
Die Aussage des
Hausarztes
, dass es kaum eine angepasste Tätigkeit geben werde, bei der man auf manuelles Geschick sowie Gehfähigkeit verzichten könne
(vgl. vorstehend E. 3.7)
, ist
sodann
nicht medizinisch begründet und weist darauf hin, dass sich
dieser
bei seinen Überlegungen auch von seiner
hausärztlic
hen Verantwortung leiten liess
, was nicht als Grundlage für die Beurteilung einer
i
nvalidenversicherungsrechtlich relevanten Einschränkung dienen kann
.
Die unter
schiedliche Folgenabschätzung von
Dr.
A._
erklärt sich vorliegend auch mit dem Unterschied zwischen medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag. Bei der Würdi
gung seiner Beurteilung ist rechtsprechungs
gemäss somit die Erfahrungs
tatsache zu berück
sichtigen, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandeln
de Arzt
personen beziehungsweise Therapie
kräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche
Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.
6
Zusammenfassend
bestehen somit nicht einmal geringe Zweifel an der Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit der RAD-Beurteilung und es wurden
keine Erkennt
nisse vorgebracht welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD umzustossen
vermöchten
.
Es ist daher festzuhalten, dass auf die überzeugende Einschätzung des RAD abzustellen und somit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit gemäss beschriebe
nem Zumutbarkeitsprofil auszugehen ist.
5.
5.1
Weiter ist zu beurteilen, ob für den Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
realistischerweise
geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen er die ihm verbleibende Restarbeitsfähigkeit
zumutbarerweise
noch ganz oder teilweise verwerten kann.
5.2
Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht von realitätsfremden Ein
satz
möglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsge
legenheit im Sinne von
Art.
28
Abs.
2 IVG beziehungsweise
Art.
16 ATSG dort nicht mehr gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so einge
schränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechen
den Stelle deshalb zum vornherein als ausgeschlossen erscheint (ZAK 1991 S. 320 E.
3b, ZAK 1989 S. 321 E. 4a). Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen
offen hält
, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Vor
aus
setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Mög
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein renten
ausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (Urteil des Bundes
gerichts I 617/02 vom 1
0.
März 2003 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3
Die Rechtsprechung hat das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invalidi
tätsfremder Faktor (AHI 1999 S. 240 unten sowie Urteil des Bundes
gerichts I
97/00 vom 2
9.
August 2002 E. 1.4 mit Hinweisen), als Kriterium anerkannt, wel
ches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegeben
heiten dazu führen kann, dass die der versicherten Person verbliebene Resterwerbs
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbst
eingliederungs
pflicht nicht mehr zumutbar ist. Ist die Resterwerbs
fähigkeit in diesem Sinne wirt
schaftlich nicht mehr verwertbar, liegt vollständige Erwerbsun
fähigkeit vor, die zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente führt. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemes
sen. Die Bedeutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den Einzelfall
umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungs
tätigkeiten massgebend erscheinen. Zu denken ist zunächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, angesichts der beschränkten Dauer verbleibender Aktivität sodann namentlich auch an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wiederum anhand von Kriterien wie der Persönlichkeitsstruktur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Aus
bildung und beruflichem Werde
gang sowie der Anwend
barkeit von Berufs
erfahrung aus dem angestammten Bereich abzuschätzen ist (Urteil des Bundes
gerichts I 376/05 vom
5.
August 2005 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.4
Der Beschwerdeführer war in dem fü
r die richterliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des
Feststehen
s
der medizinischen Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit
(vgl. dazu BGE 1
38
V
457
E.
3.3
)
knapp 58
Jahre alt
,
die
ihm verbleibende Akti
vitäts
dauer bis zum Eintritt ins AHV-Alter betrug somit noch
etwas
mehr als sieben
Jahre.
Diese Aktivitäts
dauer
reicht aus invalidenversicherungs
recht
li
cher Sicht aus, um eine neue Hilfstätigkeit anzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben, zumal das Bundesgericht dies auch bei einer verbleibenden Aktivitätsdauer von rund 5 Jahren bejahte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_687/2018 vom 18. April 2019 E. 4.2 mit Hinweisen).
Es
bestehen für den Beschwerdeführer mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeits
markt
ausreichende
Möglichkeiten, eine Stelle zu finden. Einerseits werden Hilfs
arbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
28
Abs.
2 IVG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundes
gerichts I
39/04 vom 2
0.
Juli 2004). Andererseits ist der Beschwerdeführer ent
gegen
seiner Ansicht nach wie vor im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig und die ihm zumutbare Tätigkeit unterliegt
zwar einigen aber nicht derart
vielen Einschrän
kungen, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre.
Tätigkeiten mit einem solchen, nicht allzu eingeschränkten
Anforderungs
profil, sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausreichend vorhanden, wobei an
Hilfsarbeiten - leichte Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten in der Industrie oder die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Masc
hinen oder Produktionseinheiten oder
Sortierarbeiten -
zu denken ist, welche
keinen beson
deren Qualifikationen unterliegen.
Weiter werden
diese Arbeiten auf dem mass
gebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch vorwiegend sitzend angeboten. Dieser Arbeitsmarkt umfasst insbesondere auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_599/2015
vom
2
2.
Dezember 2015
E.
5.2.4).
Insgesamt besteht
damit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus die entsprechende Nachfrage für
den gesundheitlichen Einschränkungen
des
Beschwerdeführer
s
angepasste Tätigkeiten.
5.5
In Gesamtwürdigung der für die Zumutbarkeitsfrage im vorliegenden Fall mass
gebenden objektiven und subjektiven Umstände ist davon auszugehen, dass
dem
Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geeignete Arbeits
stellen zur Verfügung stehen, an denen
er
die
ihm
verbleibende Restarbeits
fähigkeit noch verwerten kann und
ihm
die Verwertung gestützt auf die Selbsteingliederungslast zumutbar ist.
6.
6.1
Nach der Rechtsprechung darf ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten Arbeitsfähigkeit ohne weiteres auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2010 vom 1
2.
April 2011 E. 3.2.3). Dies trifft beispielswiese dann zu, wenn die beiden Vergleichs
ein
kommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu ermitteln sind, was vor
liegend zu bejahen ist. Der Beschwerdeführer arbeitete in den letzten Jahren bei verschiede
nen Arbeitgebern, von 2010 bis 2014 war er zudem selbständig erwer
bend und erzielte
vorwiegend
geringe Einkommen (vgl. Auszüge aus dem indivi
duellen Konto,
Urk.
7/1-2,
Urk.
7/12). Mit Blick auf die Verschiedenartigkeit der
einzelnen beruflichen Tätigkeiten des Beschwerdeführers in seiner
bisherigen
beruflichen Laufbahn und Ausbildung (vgl.
Urk.
7/8/1)
drängt sich die Berück
sichtigung der Löhne für
Hilfsarbeitertätigkeiten
auf,
und es ist davon auszuge
hen, dass er ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen
weiterhin solche Tätigkei
ten ausführen würde. Da somit sowohl hinsichtlich des (hypothetischen)
Validenein
kommens
als auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe Tätigkeitsbereich (Hilfsarbeitertätigkeiten) zugrunde gelegt werden kann, ist sowohl für die Ermittlung des
Valideneinkommens
als auch des Invalidenein
kommens auf die Tabellen der Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) abzustellen und von denselben Zentralwerten auszugehen. Sind die beiden Einkommen ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung und es rechtfertigt sich ein Prozentvergleich (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1).
Folglich entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn, der höchstens 25
%
betragen darf (BGE 135 V 297 E. 5.2). Da
der Beschwerdeführer
in einer leidens
angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist (vorstehend E.
4
) kann vor
liegend
offen bleiben
, ob
dem
Beschwerdeführer ein Abzug gewährt werden müsste, da selbst bei der Gewährung des maximalen Abzugs kein rentenbe
gründender Invaliditäts
grad resultieren würde.
6.2
Nach dem Gesagten erweist sich die anspruchsverneinende Verfügung vom
2
7.
Februar 2018
(
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobe
nen Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden diese jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genom
men, dies mit Hinweis auf §16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht (
GSVGer
).