Decision ID: 9df26229-f627-583f-a598-646913235703
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ reichte am 4. Oktober 2012 (IV-act. 2 f., 6) ein Meldeformular zur
Früherfassung bei der Invalidenversicherung ein. Sie leide an Komplikationen nach
Ulnarisnerv-OP, CRPS [complex regional pain syndrome] Typ II und
Gelenkkapselverkürzung rechter Ellenbogen. In den Jahren 2004 bis 2006 sei sie
[Berufstätigkeit] gewesen. Seit 2007 sei sie als Nichterwerbstätige erfasst. Von 15. Juli
2011 bis 30. April 2012 sei sie voll arbeitsunfähig gewesen, seit 1. Mai 2012 sei sie es
zu 50 %. - Bei einem Früherfassungsgespräch vom 9. Oktober 2012 (IV-act. 4) gab sie
an, sie habe 1999 die _schule abgeschlossen, habe aber immer im Bürobereich
gearbeitet. Ab 2007 habe sie ihren Partner, der beruflich viel unterwegs gewesen sei, in
ferne Länder begleitet. Am 15. Juli 2011 habe sie eine Operation am rechten
Ellenbogen gehabt, wie sie sie ein Jahr zuvor schon auf der linken Seite gehabt habe.
Damals (nach der ersten Operation) sei alles gut geworden. Auf der rechten Seite habe
dann aber etwas nicht gestimmt. Sie habe ihre Ärztin (Dr. B._) aufgesucht und im
fernen Ausland sei später anhand eines MRI ein M. Sudeck diagnostiziert worden.
Nach der Rückkehr im Januar 2012 habe ihre Ärztin diese Diagnose bestätigt. Auf
Ergotherapie hin sei es etwas besser geworden. Ein Schmerzspezialist am Spital C._
habe gesagt, der M. Sudeck bestehe nicht mehr. Die Probleme kämen davon, dass sie
den Arm lange nicht mehr bewegt habe; es handle sich um eine
Gelenkkapselverkürzung. Eine Beugung des Arms sei nur bis 90° möglich. Die
Versicherte erklärte weiter, eventuell werde sie den Winter wieder im fernen Ausland
verbringen. - In einem Arztbericht vom 13. August 2012 (IV-act. 5) hatte das Spital
C._ nach einer Erstvorstellung der Versicherten bekanntgegeben, es bestünden bei
A.a.
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ihr der V.a. Ulnaris-Neuropathie bei Ulnaris-Verlagerung 7/11 (...) bei St. n. CRPS Typ II,
deutlich in Rückbildung, und nozizeptive Schmerzen bei myofascialer Reizung
Ellenbogengelenk rechts im Rahmen der Immobilisation bei CRPS Typ II. Es
persistierten noch elektrisierend einschiessende Schmerzen, eine lokale
Überempfindlichkeit und eine schmerzbedingte Beweglichkeitseinschränkung. Es gebe
zwei Probleme: Es persistiere noch eine leichte Neuropathie des Nervus ulnaris. Und
im Vordergrund stehe die Bewegungseinschränkung des rechten Ellenbogens, der eine
deutliche Druckschmerzhaftigkeit über dem Muskelkapselbandapparat aufweise. In
Ruhe sei die Versicherte beschwerdefrei. Laserphotometrisch habe es (im Unterschied
zum subjektiven Empfinden) keine Temperaturunterschiede gegeben. - Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen bestätigte der Versicherten
mit Schreiben vom 25. Oktober 2012 (IV-act. 7), dass sie (die Versicherte) zurzeit
wegen eines längeren Auslandaufenthalts auf eine Prüfung des IV-Anspruchs verzichte.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle nahm nach einer Anmeldung der
Versicherten vom 23./27. Mai 2013 (IV-act. 8) am 29. Mai 2013 (IV-act. 13-2) an,
berufliche Massnahmen seien bei ihr nicht angezeigt. Sie sei in den letzten Jahren von
ihrem Lebenspartner finanziell unterstützt worden. Dabei habe sie sich häufig im
Ausland aufgehalten, weil sie mit ihm mitgereist sei. Er habe seine Anstellung nun
verloren, weshalb nicht klar sei, ob die Versicherte aus finanziellen Gründen wieder
arbeiten müsse. Sie gebe an, frühestens ab Frühjahr 2014 eine Anstellung suchen zu
wollen. - Am 31. Mai 2013 (IV-act. 15) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der
Versicherten mit, berufliche Eingliederungsmassnahmen seien nicht angezeigt, da sie
seit Jahren vorwiegend als Hausfrau tätig sei.
A.b.
In einem eingereichten Bericht - an Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin -
vom 4. Juni 2013 (IV-act. 19) teilte Dr. med. E._, FMH Plastische, Rekonstruktive und
Ästhetische Chirurgie, Chirurgie, Handchirurgie, nach einer Konsultation der
Versicherten vom 3. Juni 2013 mit, die beiden vorhandenen Probleme (Nervus ulnaris-
Neuropathie; Bewegungseinschränkung im rechten Ellenbogen) könnten chirurgisch
nur schwierig gewinnbringend verbessert werden. Es kämen unter Umständen
einerseits eine Neurolyse und anderseits eine arthroskopische Arthrolyse des
Ellenbogens in Betracht.
A.c.
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Dr. med. B._, Fachärztin FMH Chirurgie und Handchirurgie, gab in ihrem IV-
Arztbericht vom 16. Juli 2013 (IV-act. 24) an, die Versicherte sei seit dem
11. September 2012 nicht mehr bei ihr gewesen. Es bestehe seit dem 15. Juli 2011
eine Arbeitsunfähigkeit.
A.d.
Die Versicherte unterzeichnete am 23. Oktober 2013 (IV-act. IV-act. 34-5ff.) einen
Fragebogen zur Abklärung der Tätigkeit und teilte dazu gleichzeitig (IV-act. 31) mit, sie
habe ihre Stelle als [Berufstätigkeit] damals nach drei Jahren auf den 31. Dezember
2006 hin gekündigt. Ihr langjähriger Lebenspartner habe auf den _ 2007 [...] eine
Stelle angenommen. Er habe diese allerdings fünf Monate später wieder gekündigt. Sie
selber habe damals erfolglos Arbeit gesucht. Als der Lebenspartner ab _ 2007 dann
eine Stelle mit Arbeitsort im fernen Ausland angenommen habe, seien sie probehalber
dorthin gezogen. Vier Monate später sei ihr Partner schwer krank geworden und sie
habe ihn fast zwei Jahre lang gepflegt. Davor und danach habe sie wieder eine Stelle
gesucht, und zwar bis zum Eintreten ihrer Beschwerden. Von März bis Juli 2010 hätten
die (im In- und Ausland) konsultierten Ärzte keine genaue Ursache für die Schmerzen
feststellen können. Sie habe wegen des Leidens eine versprochene Management-Stelle
in einem _betrieb nicht annehmen können. Mitte Juli 2010 habe Dr. B._ einen
Eingriff am linken Ellenbogen vorgeschlagen. Nach der Operation und acht Monaten
Rehabilitation habe sich das Problem erledigt. Es seien wieder drei Monate erfolgloser
Arbeitssuche gefolgt. Im Juli 2011 seien die gleichen Beschwerden am rechten
Ellenbogen aufgetreten. Seit dem folgenden Eingriff habe sie dauernde starke
Schmerzen und ein Bewegungsdefizit und sie leide an den Nebenwirkungen der
Medikamente. Nach dem Eingriff habe sich auch ein CRPS entwickelt, das erst im
Januar 2012 diagnostiziert worden sei. Dessen Symptome seien innerhalb eines Jahres
abgeschwächt worden, die Schmerzen aber seien nie abgeklungen. Dank einer
physiotherapeutischen Behandlung sei die Streckung des Armes fast vollständig
wieder möglich geworden, die Beugung sei aber nie über 90° hinaus gelungen und die
Schmerzen hätten zugenommen. Im Juni 2013 habe sie sich an Dr. E._ gewendet,
nachdem die Situation sich eher wieder zu verschlechtern begonnen habe; dieser Arzt
habe sie an [...] Dr. med. F._, Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates am Kantonsspital St. Gallen, gewiesen. Nach dafür gestellter
positiver Prognose sei am 26. August 2013 die entsprechende Operation erfolgt.
A.e.
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Seither sei sie wieder in intensiver Physiotherapie, die mit enormen Schmerzen
verbunden sei. Die Schmerzen seien trotz anfänglicher Besserung eher stärker als vor
dem Eingriff. Sie nehme weiterhin Medikamente mit entsprechenden Nebenwirkungen.
Aus diesen Gründen sei sie nicht in der Lage, den Haushalt regelmässig zu führen. Sie
sei auf Unterstützung durch den Partner und ihre Eltern angewiesen. Die Zeiten, die sie
im Fragebogen für die Tätigkeiten angebe, seien jene, die sie einsetzen könne, weil sie
einigermassen mit den Schmerzen klarkomme und einen guten Tag habe, aber nicht
die Zeiten, die insgesamt pro Monat für die Erledigung der Arbeiten insgesamt anfallen
würden, wenn sie gesund und voll einsatzfähig wäre. Sie habe eigentlich nie vorgehabt,
Hausfrau zu werden, sondern habe den nächsten Karriereschritt geplant. Dieser sei
jedoch aufgrund der beschriebenen Entwicklung nicht möglich gewesen. Sie würde
sehr gern wieder einer Arbeitstätigkeit nachgehen, doch sei das in ihrem Zustand nicht
denkbar. - Im Fragebogen gab sie unter anderem an, ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung wäre sie vollzeitlich erwerbstätig. Ab März 2010 habe sie sich aus
gesundheitlichen Gründen (die Einschränkungen im Haushalt bestünden ab jenem
Zeitpunkt) nicht mehr beworben. Die Arbeiten übernähmen der Lebenspartner und die
Eltern.
In einem IV-Arztbericht vom 16. November 2013 (IV-act. 35) gab Dr. D._ an, es
bestünden bei der Versicherten ein St. nach Nervus ulnaris-Reposition 07/2011 rechts,
eine Reflexdystrophie rechts, Residualzustand, ein St. nach Nervus ulnaris-Reposition
2010 links und eine Revisionsoperation des Nervus ulnaris rechts 08/2013. Die
Behandlung sei vom 21. Mai 2013 bis anhin erfolgt, die Versicherte sei jedoch seit
jenem Tag nicht mehr bei ihm gewesen. Von März 2010 bis dato wäre eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % gegeben gewesen. Der rechte Arm sei durch die
Neuralgie bewegungseingeschränkt. Zurzeit sei der Versicherten keine Arbeit (vgl. IV-
act. 35-3) bzw. keine Arbeit mit körperlichem Leistungsprofil (vgl. IV-act. 35-4) möglich.
Wann mit einer Wiederaufnahme der Tätigkeit gerechnet werden könne, sei zurzeit
noch nicht beurteilbar. Bei "Schmerzkontrolle", die noch nicht erreicht sei (d.h. wenn
die Schmerzen geringer wären), sei die Versicherte wahrscheinlich in eingeschränktem
Umfang arbeitsfähig. Eine geistige Arbeit wäre dann sinnvoll und möglich. Sie sei
grundsätzlich arbeits- und leistungswillig, habe jedoch zurzeit massive
Nervenschmerzen, die eine Planung einfach nicht zulassen würden. - Die Klinik für
A.f.
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Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am
Kantonsspital St. Gallen hatte am 19. September 2013 (IV-act. 35-9 f.) festgehalten, bei
der klinischen Kontrolle zwei Wochen postoperativ habe die Versicherte von einem
problemlosen Verlauf berichtet. Es habe eine problemlose selbständige Mobilisation
stattgefunden. Die ausstrahlenden Beschwerden des N. ulnaris seien praktisch
komplett verschwunden. Es persistiere einzig noch ein zum Teil vorhandenes Ziehen im
Bereich des distalen Humerus medialseitig. In einem weiteren Bericht vom
7. November 2013 (IV-act. 35-7 f.) hatte die Klinik erklärt, nach sehr gutem Verlauf bis
Ende September 2013 sei durch eine forcierte Physiotherapie (forcierte Flexion bis auf
volle Flexion) eine Verschlechterung (Schmerzen im Bereich des Rotationsgebietes
medial) eingetreten. Momentan sehe er ([...] F._) nichts wesentlich Auffälliges;
möglicherweise sei es zu einem Ausreissen von Narben gekommen. Klinische Zeichen
für einen nochmaligen Sudeck gebe es nicht. Das Röntgenbild sei ebenfalls normal.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle qualifizierte die Versicherte als
Vollerwerbstätige und sah am 21. November 2013 (IV-act. 36) vor, ihren Anspruch auf
berufliche Massnahmen zu prüfen.
A.g.
In einem IV-Arztbericht vom 11. Februar 2014 (IV-act. 46; med. pract. G._) gab
die Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am
Kantonsspital St. Gallen bekannt, es bestünden persistierende Schmerzen Ellenbogen
rechts (adominanter Arm) mit Status nach Nervus ulnaris-Revision mit subcutaner
Vorverlagerung nach anterior und posteriorer Atesiolyse (Adhäsiolyse [vgl. IV-act. 35-9]
oder Arthrolyse [vgl. IV-act. 30-1]) und Mobilisation Ellenbogen rechts am 26.08.2013,
Status nach Vorverlagerung Nervus ulnaris Juli/2011 (... bei Subluxationsphänomen
rechts) und ein postoperatives CRPS. Nach der Revision im August 2013 und der
Nachbehandlung liege nun eine freie Beweglichkeit ohne Einschränkung der
Versicherten im täglichen Leben vor. Sie klage allerdings weiterhin über bestehende
Schmerzen mit Ausstrahlung in den ulnarseitigen Vorderarm. Sie sei zurzeit
arbeitsunfähig. Rein mechanisch sei die bisherige Tätigkeit zumutbar, doch sei die
Schmerzsituation so einschränkend, dass eine Ausübung des Berufes zurzeit nicht
möglich sei. Es hänge vom Erfolg der Schmerztherapie ab, ab wann mit einer
Wiederaufnahme der Tätigkeit gerechnet werden könne.
A.h.
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Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt gemäss dem
Strategie-Protokoll vom 3. März 2014 (IV-act. 51) am 26. Februar 2014 (Eintrag RAD IV-
act. 58) fest, der letztgenannten Arbeitsfähigkeitsschätzung könne nicht gefolgt
werden. Diese werde mit Schmerzen ohne objektivierbare Befunde begründet. Die
Versicherte sei in der angestammten (Büro-) Tätigkeit voll arbeitsfähig.
A.i.
Mit Vorbescheid vom 4. März 2014 (IV-act. 57) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten eine
Abweisung des Gesuchs um berufliche Massnahmen in Aussicht. Sie sei sowohl in der
zuletzt ausgeübten Bürotätigkeit wie in jeder anderen adaptierten Tätigkeit
uneingeschränkt leistungsfähig.
A.j.
Die Versicherte wandte am 8. April 2014 (IV-act. 65) ein, sie sei nicht zu 100 %
arbeitsfähig. Das werde durch mehrere Arztzeugnisse belegt. Die direkten und
indirekten Folgen des mehrfach diagnostizierten CRPS mit den damit verbundenen
extremen Schmerzen und den Nebenwirkungen der seit längerer Zeit eingenommenen
Medikamente machten ihr eine geregelte Arbeit unmöglich. Sie legte einen Bericht des
Schmerzzentrums am Kantonsspital St. Gallen vom 19. März 2014 (IV-act. 65-5 ff.;
Dr. med. H._, vis. Dr. med. I._, Facharzt für Anästhesiologie) und einen Bericht von
Dr. med. J._, Rheumaerkrankungen und Schmerztherapie, vom 10. März 2014 (IV-
act. 65-8, unvollständig) ein. Nach dem ersten war der rechte Ellenbogen damals
mässig geschwollen gewesen, nicht hyperalgisch. Es bestand eine diskrete
Hypästhesie im Bereich der OP-Narbe rechts. In Trophik oder "Sudomotorik" bestand
keine Seitendifferenz. - Am 30. April 2014 (IV-act. 68) reichte die Versicherte ergänzend
ein Schreiben der Krankenkasse vom 16. April 2014 (IV-act. 70) an Dr. J._ betreffend
ein Wiedererwägungsgesuch für eine stationäre Rehabilitation der Versicherten in der
Klinik Valens (Ablehnung) sowie einen Bericht der Klinik für Psychosomatik, Ambulante
Sprechstunde, Schmerzzentrum, am Kantonsspital St. Gallen vom 16. April 2014 (IV-
act. 69; [...] K._, Psychologin, vis. durch Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH) ein. In Letzterem war angegeben worden, die Versicherte habe
erklärt, seit 2011 Schmerzen im Bereich des rechten Ellenbogens zu haben. Diese
hätten bisher nicht gelindert werden können. In den letzten Monaten hätten sich die
psychische Belastung bezüglich der Schmerzen und die depressive Symptomatik
verstärkt. Deshalb sei eine psychotherapeutische Behandlung indiziert (IV-act. 69-2).
A.k.
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In einem IV-Arztbericht vom 27. Mai 2014 (IV-act. 72) gab die Klinik für
Psychosomatik, Ambulante Sprechstunde, Schmerzzentrum, am Kantonsspital
St. Gallen, bekannt, es bestünden bei der Versicherten (diagnostisch) eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und (als Einschränkung)
eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Seit dem 11. April 2014 hätten drei Termine
der ambulanten Psychotherapie stattgefunden. - In einem Bericht an den RAD vom
10. September 2014 (IV-act. 76) ersuchte das Schmerzzentrum am Kantonsspital
St. Gallen darum, die offerierte (und von der Versicherten befürwortete)
Wiedereingliederung - sehr langsam - zu beginnen; vorgeschlagen werde ein Pensum
von 20 % (zwei Stunden pro Tag). Sollte sich die Versicherte im Alltag wieder
zurechtfinden, wäre eine langsame Steigerung auf 50 bis 60 % innerhalb von sechs
Monaten ein erreichbares Ziel. Gemäss dem Bericht des Schmerzzentrums (Dr. I._)
vom 16. Juli 2014 (IV-act. 75) hatten elf Infiltrationen des Ganglion Stellatum rechts
stattgefunden, die zunächst zur totalen Schmerzfreiheit, dann aber nur noch zu einer
Linderung (insgesamt doch anhaltend um 30 %) geführt hatten.
A.l.
Dr. D._ benannte in einem IV-Arztbericht vom 3. September 2014 (IV-act. 78)
als Diagnosen der Versicherten eine chronische Schmerzstörung mit
psychosomatischen Faktoren, ein "CRPSC" rechter Arm und ein St. n. Nervus ulnaris-
Vorverlegung 2011 rechts und 2010 links. Die letzte Kontrolle sei am Berichtstag
erfolgt. Die Versicherte sei (als Verwaltungs- bzw. _angestellte) seit Juli 2011 bis
anhin voll arbeitsunfähig. Die Armbewegung rechts sei behindert, die Konzentration sei
schlechter. Es könne weniger lange (sc. als üblich) gearbeitet werden. Zurzeit sei der
Versicherten eine Tätigkeit nur zu 20 % zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit wäre an
zwei Stunden täglich zu erproben. Der Arbeitsplatz sollte für linkshändige Arbeit
angepasst werden. Zu empfehlen wäre eine solche Erprobung in beschütztem
Rahmen, um das Selbstvertrauen zu stärken. Er halte die Versicherte für belastbarer,
als sie es befürchte.
A.m.
Der RAD hielt am 20. Oktober 2014 (IV-act. 82) dafür, der Gesundheitszustand der
Versicherten habe sich verbessert und etwas stabilisiert. Es bestehe zurzeit eine
Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag, steigerbar auf 50 bis 60 %. Am
Vorbescheid könne nicht festgehalten werden; die Versicherte leide neu an einem
CRPS und stehe deswegen in Behandlung.
A.n.
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Am 27. Februar 2015 (IV-act. 90) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der
Versicherten mit, sie übernehme die Kosten für ein Belastbarkeitstraining in einer
Institution vom 5. Januar bis 4. April 2015 als Frühinterventionsmassnahme. Es wurde
das Ziel hinsichtlich der Präsenzzeiten erwähnt (zuerst zwei Stunden pro Tag, nach
monatlicher Steigerung um eine Stunde am Ende konstant mindestens vier Stunden
pro Tag). Es sei eine Zielvereinbarung getroffen worden (Eingliederungsplan für
Integrationsmassnahmen, IV-act. 89).
A.o.
Die Versicherte berichtete (IV-act. 92), sie könne den Einsatz von zwei Stunden
pro Tag nur mit grösster Mühe bewältigen und müsse nach zwei Tagen einen Ruhetag
einlegen. Sie habe seit zwei Wochen den Einsatz der Morphiumpflaster reduziert und
leide seither wieder unter stärkeren Schmerzen. Sie habe mit der Ärztin vom
Schmerzzentrum (Dr. med. M._, Fachärztin Anästhesiologie) die Möglichkeiten des
Einsatzes eines Neurostimulators besprochen.
A.p.
Die Institution der Durchführungsstelle des Belastbarkeitstrainings gab am 4. April
2015 (IV-act. 94) die (zahlreichen) krankheitsbedingten Absenztage der Versicherten
und den Abbruch der Massnahme am 27. März 2015 bekannt. - Die IV-
Eingliederungsverantwortliche hielt am 13. April 2015 (IV-act. 95) fest, berufliche
Massnahmen seien nicht angezeigt.
A.q.
Das Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen gab in einem Verlaufsbericht
vom 19. Mai 2015 (IV-act. 100) bekannt, aufgrund der langen Arbeitslosigkeit und der
zunehmenden psychischen Beeinträchtigung und Hilflosigkeit der Versicherten sei sie
zum ISP (Interdisziplinären Schmerzprogramm) des Palliativzentrums angemeldet
worden. Sie habe dieses erfolgreich abgeschlossen und eine bessere Schmerztoleranz
gehabt. Durch einen Umzug und einen Arbeitsversuch seien die Schmerzen jedoch
wieder exazerbiert, so dass eine diagnostische Testphase mit einem SCS (Spinal Cord
Stimulator) durchgeführt worden sei. Das Resultat sei sehr positiv gewesen und der
Stimulator sei definitiv implantiert worden. Die Versicherte sei daraufhin in sehr gutem
Allgemeinzustand mit wenig Schmerzen entlassen worden. Es bleibe abzuwarten, ob
sich die Situation auf diesem hohen Niveau stabilisieren werde. - Beigelegt wurden ein
Bericht der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 27. April 2015
(IV-act. 100-3 f.) und ein solcher des Palliativzentrums am Kantonsspital St. Gallen vom
A.r.
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19. Januar 2015 (IV-act. 100-5 f.). Es war dort ein chronifiziertes Schmerzsyndrom der
oberen rechten Extremität bei St. n. CRPS, Gerbershagen Stadium II, diagnostiziert
worden.
Mit Vorbescheid vom 12. Juni 2015 (IV-act. 106) kündigte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Rechtsvertreter der Versicherten an, deren
Gesuch um berufliche Massnahmen abzuweisen. Weitere Massnahmen seien nicht
angezeigt, weil die Präsenzzeit nicht habe gesteigert werden können.
A.s.
Der Rechtsvertreter wandte am 29. Juni 2015 (IV-act. 107) ein, die Versicherte leide
mit dem CRPS an einem anerkannten Leiden, das die Voraussetzungen einer Invalidität
erfülle, zumal das Bundesgericht nun von der Überwindbarkeitsvermutung abgewichen
sei. Es scheine noch immer notwendige und geeignete Massnahmen zu geben, die der
Versicherten den Weg in eine berufliche Tätigkeit ermöglichten. Es sei der Anspruch
auf eine berufliche Integrationsmassnahme erneut zu überprüfen und es sei
insbesondere die Krankheit bei der Festlegung einer angemessenen Rente zu
berücksichtigen.
A.t.
Der RAD hielt am 8. Juli 2015 (IV-act. 109) dafür, es müsste nach der
Schmerzreduktion eine höhere Arbeitsfähigkeit vorliegen, mindestens eine solche von
50 %, steigerbar auf ein volles Pensum mit leichter Leistungseinbusse von 20 %
infolge der Schmerzen.
A.u.
Das Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen berichtete am 5. August 2015
(IV-act. 111), seit der Einsetzung des Stimulators sei eine deutliche Verbesserung der
Lebensqualität der Versicherten eingetreten. Trotzdem sei eine Schmerzkomponente
verblieben, die dadurch nicht relativiert worden sei. Die angestrebte
Medikamentenreduktion sei bis anhin sehr gut gelungen. Neu seien zunehmende
Krämpfe im rechten Unterarm, welche die Schmerzen triggerten. Es sei dagegen eine
Faszientherapie und Muskellösung bzw. Dysbalancen-Korrektur verordnet worden. Im
Alltag habe sich die Versicherte so weit organisiert, dass sie ihren normalen Alltag gut
bewältigen könne. Eine wichtige Stütze sei die weiterhin durchgeführte Hypnose-
Therapie. Für die Reintegration bestehe sicherlich ein grosses Potenzial, doch sei zu
A.v.
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evaluieren, wie weit die Leistungsfähigkeit reiche. Dabei sei auf ein Stufenprozedere zu
achten.
Dr. D._ teilte im IV-Arztbericht vom 30. August 2015 (IV-act. 114) mit, die
Versicherte könne sich noch nicht ausreichend auf eine anhaltende Schmerzlinderung
verlassen. Daher fehle die Konzentrationsleistung und deren Verlässlichkeit. Die
bisherige Tätigkeit sei der Versicherten zumutbar, aber lediglich als Perspektive, zurzeit
noch nicht. Die neuropathischen Schmerzen seien anfallsweise so überfordernd, dass
keine prognostischen Details bekannt gegeben werden könnten. Über den Erfolg der
elektronischen Stimulationsbehandlung wisse er noch nichts.
A.w.
Der RAD befürwortete am 2. September 2015 (IV-act. 116) ein Belastungstraining
mit dem Ziel, in drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zu erreichen.
A.x.
Am 12. Oktober 2015 (IV-act. 120, 118) fand ein Abklärungsgespräch an Ort und
Stelle (bei der Versicherten zuhause) statt. Die Versicherte erklärte dabei, sie habe die
Operation (Neurotransmitter) unterschätzt und danach häufig Schmerzen und Mühe mit
dem Nacken gehabt. Mittlerweile sei jedoch alles gut verheilt. Sie habe allmählich die
Opiate abgesetzt und nehme nun keine mehr, sie nehme einzig noch Lyrica. Von den
Schmerzen her habe sich nicht viel verändert. Sie habe sogar vermehrt
Schmerzattacken, teilweise bis zu 20 pro Tag mit einer Dauer von einer bis zwei
Minuten. Die Ärzte hätten keine Erklärung dafür. Sie sei überall eingeschränkt, wo sie
die rechte Hand benötige. Wenn sie koche oder den Abwasch mache, bereue sie es
einige Zeit später, weil sich dann die Schmerzen wieder bemerkbar machen würden.
Sie fühle sich eigentlich für jegliche Tätigkeit nicht bzw. höchstens für ca. eine Stunde
pro Tag arbeitsfähig, denn die rechte Hand werde bei jeder Tätigkeit gebraucht. Seit
Februar 2015 lebe sie bei den Eltern, am Wochenende beim Lebenspartner. Sie
versuche, täglich einmal spazieren zu gehen, lese viel und versuche ab und zu, zu
kochen. Berufliche Massnahmen könne sie sich für sich nicht vorstellen.
A.y.
Mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2015 (IV-act. 123) zeigte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Rechtsvertreter an, berufliche Massnahmen
seien nicht angezeigt, weil die Versicherte sich dazu zurzeit nicht in der Lage fühle. Am
26. Februar 2016 (IV-act. 124) verfügte sie entsprechend.
A.z.
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Dr. D._ teilte in einem Arztbericht vom 9. Mai 2016 (IV-act. 132) mit, die
Angaben zu den Fragen zur Arbeitsfähigkeit seien bei den Fachkollegen in Erfahrung zu
bringen. - In einem beigelegten Bericht vom 2. Oktober 2015 (IV-act. 132-8 f.) hatte das
Zentrum für Integrative Medizin am Kantonsspital St. Gallen bekanntgegeben, es
bestünden bei der Versicherten eine Nervus ulnaris-Problematik bds. mit M. Sudeck
rechts und ein Uterus myomatosus. - Die Klinik für Psychosomatik am Kantonsspital
St. Gallen hatte im Bericht vom 10. Februar 2016 (IV-act. 132-6 f.) angegeben, die
Versicherte habe berichtet, seit dem Auftreten des Morbus Sudeck sei die Funktion
durch den beständigen Schmerz im Arm stark eingeschränkt und ein Arbeiten nicht
mehr möglich. Sie habe sich in der Zwischenzeit stark an den Schmerz angepasst.
Depression, Ängste oder sonstige psychische Erkrankungen hätten sich noch nicht
eingestellt. Es sei jedoch zu prüfen. Es werde nun (nach Prüfung einer möglichen
Psychopharmakotherapie zur Schmerzmodulation) ein medikamentöser
Behandlungsversuch (mit Trittico) unternommen. - In einem IV-Arztbericht vom 3. Juni
2016 (IV-act. 134) teilte diese Klinik (für Psychosomatik) mit, es bestünden bei der
Versicherten eine leichte bis mittelgradige depressive Episode und eine chronische
Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren. Es scheine eine stabile
Phase der Erkrankung eingetreten zu sein. Die Versicherte könne zwar keiner
Arbeitstätigkeit nachgehen - einem Arbeitgeber wäre auch die Unberechenbarkeit der
Belastbarkeit nicht zuzumuten -, ihren Alltag könne sie jedoch so weit selbst gestalten.
Sie sei in Aufmerksamkeit, Ausdauer und psychischer Belastbarkeit weiterhin reduziert,
müsse häufig Pausen machen und ausruhen. Seit dem 29. Januar 2016 bestehe volle
Arbeitsunfähigkeit.
A.aa.
Am 30. Mai 2017 (IV-act. 152) erstattete die asim Begutachtung am
Universitätsspital Basel das in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten. Die
Gutachter benannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (mit - verkürzt
wiedergegeben - Status nach Nervus ulnaris-Operation links, neuralgiformen
Schmerzen und Bewegungseinschränkung Ellenbogen rechts, Status nach Revision
des Nervus ulnaris mit subkutaner Vorverlagerung weiter anterior sowie posteriorer
Arthrolyse und Mobilisation Ellenbogen rechts und einer minimalen
neuropsychologischen Störung). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine
A.ab.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Bachmann für
die Betroffene am 9. Oktober 2017 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente auszurichten.
Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Ausserdem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Schon im März 2014 habe die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin den Anspruch auf eine berufliche
Massnahme wegen angeblicher uneingeschränkter Leistungsfähigkeit versagt. Das in
der Folge ermöglichte Integrationsprogramm sei am 4. April 2015 ausgelaufen. Am
1. Dezember 2015 sei der Beschwerdeführerin der Anspruch auf berufliche
Massnahmen verwehrt worden. Sie sei aufgrund des schlechten Gesundheitszustands
depressive Störung, gegenwärtig remittiert (IV-act. 152-9). Für die angestammte
Bürotätigkeit und sämtliche anderen Tätigkeiten habe von Juli 2011 bis zur
Rückbildung des CRPS Typ II im Jahr 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Seither bestehe - abgesehen von einer postoperativen Rekonvaleszenz mit einer vollen
Arbeitsunfähigkeit für jeweils vier Wochen nach erneuter Ellenbogen-Operation rechts
am 26. August 2013 und nach Implantation eines Neurostimulators im April 2015 - eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 %. Diese Arbeitsfähigkeit von 70 % bestehe
ohne zusätzliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit für eine Bürotätigkeit mit
aufliegendem Unterarm und Entlastung der Ellenbogen und für sämtliche Tätigkeiten,
bei welchen die rechte Hand nur als Hilfshand eingesetzt werden müsse (IV-
act. 152-11).
Mit Vorbescheid vom 16. Juni 2017 (IV-act. 157; vgl. auch IV-act. 158) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Rechtsvertreter der
Versicherten eine Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht. Der Invaliditätsgrad
betrage 30 %. - Am 4. September 2017 (IV-act. 159) verfügte sie entsprechend. Die
Versicherte sei krankheitsbedingt seit 15. Juli 2011 in der Arbeits- und
Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Gemäss der gutachterlichen medizinischen
Abklärung sei sie in einer adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig. Zu vergleichen
seien ein Valideneinkommen 2015 (gemäss LSE) von Fr. 54'008.-- und ein
Invalideneinkommen von Fr. 37'806.--.
A.ac.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/28
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nicht in der Lage gewesen, dabei mitzuwirken. Mit Blick auf die Begründung der
angefochtenen Verfügung sei davon auszugehen, dass die Schmerzstörung als
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht sachgerecht festgestellt worden sei. Die
polydisziplinäre Untersuchung erfordere weitere Abklärungen. Zudem sei die neuere
Rechtsprechung zu berücksichtigen. Das körperliche Leiden der Beschwerdeführerin
sei zu einer anerkannten Erkrankung mit Invaliditätscharakter erwachsen. Zu weiteren
beruflichen Integrationsmassnahmen sei sie körperlich nicht in der Lage gewesen. - In
der Beschwerdeergänzung vom 16. November 2017 wird vorgebracht, die Begründung
der angefochtenen Verfügung stütze sich lediglich auf die interdisziplinäre medizinische
Beurteilung, ohne dass sie sich mit sämtlichen Umständen und Faktoren
auseinandersetzte. Diverse Ausschnitte aus Berichten/Diagnosen von Ärzten bzw. des
Kantonsspitals würden das Krankheitsbild der Beschwerdeführerin und ihre
Arbeitsfähigkeit beschreiben und seien zum einen nicht berücksichtigt worden und
vermöchten zum andern die knappe Begründung der Beschwerdegegnerin zu
widerlegen. Am 16. April 2014 (vgl. auch Berichte vom 16. Juli 2014 und vom 19. Mai
2015) habe das Kantonsspital St. Gallen erklärt, die seit dem Jahr 2011 vorhandenen
Schmerzen im Bereich des rechten Ellenbogens hätten bis dahin nicht gelindert werden
können und es hätten sich in den letzten Monaten die psychische Belastung bezüglich
der Schmerzen und die depressive Symptomatik verstärkt. Im Strategie-Protokoll vom
27. März 2015 sei demgemäss von einer Arbeitsfähigkeit an zwei Stunden pro Tag
ausgegangen worden. Am 5. August 2015 habe das Spital neue Schmerzen in Form
von Krämpfen im rechten Unterarm und massive Verspannungen des ganzen Schulter-
und Nackenbereichs mit Ausstrahlung bis in den Kopf bzw. das Gesicht rechts
festgestellt. Am 10. Februar 2016 sei eine chronische Schmerzstörung diagnostiziert
worden. Am 3. Juni 2016 sei eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 29. Januar 2016 bis auf
weiteres attestiert worden. Nicht berücksichtigt worden sei zudem, dass gemäss dem
psychiatrischen Fachgutachten bei der Schmerzstörung im Verlauf Schwankungen zu
erwarten seien, die auch über kürzere Zeiträume zu einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit führen könnten. Die ärztlichen Berichte von Dr. N._ [so weit
ersichtlich nicht aktenkundig], weiterer Ärzte und des Kantonsspitals, die ein
schlechteres Krankheitsbild zeichneten und von einer höheren Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin ausgingen, seien von der Beschwerdegegnerin nicht
berücksichtigt worden. Nach der Beschwerdegegnerin bestehe erstaunlicherweise kein
Rentenanspruch. Mit Blick auf die Aktenlage gelte als erstellt, dass der
Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen nicht möglich und nicht zumutbar
gewesen seien. Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen eines Belastbarkeitstrainings
in der Arbeitswelt Fuss zu fassen versucht, habe das Programm aber nach knapp
zweieinhalb Monaten abbrechen müssen. Trotz Bemühungen und Hilfeleistung der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/28
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Beschwerdegegnerin sei sie nicht in der Lage gewesen, über längere Zeit einer
Tätigkeit nachzugehen. Das ignoriere die Beschwerdegegnerin. Die Unberechenbarkeit
der Belastbarkeit der Beschwerdeführerin sei gemäss ärztlicher Beurteilung für einen
Arbeitgeber nicht zumutbar. Die Beschwerdeführerin müsse diverse Medikamente,
unter anderem Lyrica und Cymbalta, zu sich nehmen. Der Alltag gestalte sich aufgrund
der starken Schmerzen schwierig. Die Beschwerdeführerin werde ferner mit Capsaicin-
Pflastern behandelt, die aber nur gegen den Ruhe-, aber nicht gegen den
Bewegungsschmerz wirkten. Im Mai 2017 habe sich die Beschwerdeführerin
ausserdem einem Morphium-Entzug unterzogen. Sie sei seit Jahren
sozialhilfeabhängig. Trotz der deswegen erforderlichen Arbeitsbemühungen und
Unterstützung durch Sozialarbeiter sei es bis anhin nicht gelungen, eine Arbeitstätigkeit
zu finden. Die Schmerzen verunmöglichten einen Eintritt in die Arbeitswelt. Es sei bei
der psychosomatischen Störung kein strukturiertes normatives Prüfungsraster
angewendet und nicht anhand eines Katalogs von Indikatoren eine ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens
vorgenommen worden.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Nach einer grundlegenden Rechtsprechungsänderung
vom 30. November 2017 (Bundesgerichtsentscheide 8C_841/2016 [BGE 143 V 409]
und 8C_130/2017 [BGE 143 V 418]) sei bei leichten bis mittelschweren depressiven
Störungen bzw. bei sämtlichen psychischen Erkrankungen danach zu fragen, ob und
wie sich die Krankheit leistungslimitierend auswirke. Es habe sich gezeigt, dass die
diagnoserelevanten Befunde bei der Beschwerdeführerin nicht schwerwiegend
ausgeprägt seien. Aus handchirurgischer Sicht seien nur noch eine Schwellung im
Bereich des Ellenbogengelenks und eine leichte Bewegungseinschränkung des rechten
Ellenbogens festzustellen gewesen. Neuropsychologisch gesehen habe ferner nur eine
minimale neurologische Störung objektiviert werden können, die sich nicht auf die
Arbeitsfähigkeit auswirke. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren auszugehen. Die
Diagnosen würden nicht auf eine besondere Schwere des Gesundheitsschadens
hindeuten. Die Gutachter hätten eine Diskrepanz zwischen der subjektiven
Wahrnehmung der Einschränkung und des Ausmasses der Beschwerden und dem
gezeigten Zustandsbild festgestellt. Die Schilderung der aktuellen Lebenssituation
könne keine starke Einschränkung der Funktionalität nachvollziehbar werden lassen.
Komorbiditäten hätten nicht festgestellt werden können. Es bestünden weitreichende
persönliche Ressourcen. Hervorzuheben sei auch die gewohnte Tagesstruktur der
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Beschwerdeführerin. Der soziale Kontext sei intakt. Der aktive Lebensstil lasse auf
Inkonsistenz und geringen Leidensdruck schliessen.
D.
Am 23. Januar 2018 ist dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen worden.
E.
Mit Replik vom 22. Februar 2018 legt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dar,
im Widerspruch zur Arbeitsunfähigkeit von 30 % (gemäss Gutachten) stehe das
Strategie-Protokoll vom 27. März 2015, worin von einer Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin für zwei Stunden pro Tag ausgegangen worden sei. Ausserdem
sei aktenkundig, dass die beruflichen Massnahmen nach kurzer Zeit hätten
abgebrochen werden müssen. Die Beschwerdegegnerin habe der Beschwerdeführerin
mitgeteilt, dass die Massnahmen abgebrochen würden, wenn nicht nach drei Monaten
eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % erreicht werden könne. Die
Beschwerdegegnerin habe die Weiterführung dann abgelehnt. Trotz Unterstützung
auch durch die Sozialbehörde habe immer noch keine geeignete Arbeitsstelle gefunden
werden können. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verhindere die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Unbestritten sei, dass sie an starken Schmerzen bzw.
einer erheblichen Schmerzstörung leide, ebenso, dass sie unzählige Kurse (Hypnose
usw.) im Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen besucht habe, um damit leben
zu können. Die Kurse hätten bezwecken sollen, dass die Alltagsverrichtungen
erleichtert und die Schmerzen irgendwie erträglicher gemacht würden. Es sei der
Beschwerdeführerin empfohlen worden, sich Hobbys zuzulegen. Darunter seien nicht
körperliche Aktivitäten wie Velo- oder Skifahren zu verstehen. Die Beschwerdeführerin
sei aufgrund ihrer Schmerzen in der Wahrnehmung ihrer Interessen stark
eingeschränkt; ihre Hobbys beschränkten sich also auf Spaziergänge, [...] oder [...]. In
den Kursen sei der Beschwerdeführerin auch nahegelegt worden, eine strikte
Tagesordnung zu haben, weil das depressiven Verstimmungen vorbeuge. Sämtliche
Empfehlungen der Kursleiter und Therapeuten, denen die Beschwerdeführerin, um die
Schmerzen zu vermindern, nachgekommen sei, so gut es gegangen sei, würden zu
ihren Ungunsten ausgelegt. Sie werde als aktive und lebendige Person charakterisiert
und es werde über ihre Ankündigung, trotz Schmerzen einen Spaziergang über den
Weihnachtsmarkt zu machen, gerätselt. Unverständlicherweise werde ihr vorgeworfen,
sie verfüge über weitreichende persönliche Ressourcen, während es sich aber um für
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eine Durchschnittsperson übliche Begebenheiten handle. Ausser Acht gelassen werde,
dass die Beschwerdeführerin wegen der körperlichen Belastung und der Schmerzen
nicht imstand sei, einen eigenen Haushalt zu führen, geschweige denn, eine eigene
Wohnung zu mieten. Ihr Gesundheitszustand lasse nicht zu, viel mit Freunden zu
unternehmen - das sei pro Tag nur an einer halben bis einer Stunde möglich -, doch sei
erfreulich, dass sie von ihren Eltern unterstützt werde und über ein gutes familiäres und
allgemeines Umfeld verfüge. Ihre Betätigungen stellten im Gegensatz zur Behauptung
der Beschwerdegegnerin keinen aktiven Lebensstil im Sinn hoher körperlicher Aktivität
dar, sondern in ihrem Zustand noch erträgliche Gewohnheiten, um - möglichst
abgelenkt von Schmerzen - den Tag zu überstehen und depressiven Verstimmungen
vorzubeugen.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 27. Februar 2018 an ihrem Antrag festgehalten.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 4. September 2017, mit welcher die
Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgewiesen hat.
Die Beschwerdeführerin lässt im Hauptstandpunkt die (rückwirkende, vgl.
Beschwerdeergänzung) Zusprache einer Rente beantragen (eventualiter eine
Rückweisung der Sache). Streitgegenstand bildet demnach der allfällige
entsprechende Anspruch. - Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin
zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/28
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Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die Schaffung dieser Bestimmung hat keine Veränderung des
(nämlich in Art. 4 IVG und Art. 28 IVG geregelten) Zeitpunkts des Eintritts des
Versicherungsfalls mit sich gebracht (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 14. Dezember
2015, 9C_655/2015 E. 4; Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 19. Oktober 2015, IV 2013/52 E. 1.2, vom 2. Mai 2016, IV 2013/641 E. 1.1, vom
15. März 2016, IV 2013/572 E. 6.4).
2.2.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3.
Nach der jüngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f.)
sind grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche
psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
zu unterziehen. Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach
qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des
funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) in
der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert
werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und
anderseits in jener der Konsistenz. Denn die diagnostische Einordnung einer
psychischen Störung allein legt das (dennoch) objektiv bestehende tatsächliche
Leistungsvermögen nicht fest (vgl. BGE 143 V 418 E. 4.1.2).
2.4.
Die Rechtsanwender überprüfen die ärztlichen bzw. gutachterlichen Angaben frei,
insbesondere darauf hin, ob die Ärzte ausschliesslich funktionelle Ausfälle
berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7
Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter
Satz ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2). - Entscheidend ist im Ergebnis allgemein die nach
einem weitgehend objektivierten Massstab vorzunehmende Beurteilung, ob und
inwiefern die versicherte Person trotz ihres ärztlich diagnostizierten Leidens
2.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/28
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3.
zumutbarerweise einer angepassten Arbeit nachgehen kann und ihr schliesslich die
Verwertung ihrer (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen
stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch zumutbar ist (vgl. BGE 141 V 281
E. 3.7.3 und BGE 139 V 547, BGE 127 V 294).
In der Zeit von Mitte November 2016 bis 12. Januar 2017 wurden der
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin polydisziplinär
abgeklärt. Das Gutachten basiert auf einer Kenntnisnahme von den Vorakten. In
(fallführender) versicherungsmedizinischer/internistischer sowie in psychiatrischer,
neurologischer, neuropsychologischer und handchirurgischer Hinsicht fanden
medizinische Untersuchungen statt, daneben Zusatzuntersuchungen (wie eine
ergotherapeutische Abklärung Handchirurgie, Labor, ein MRI Ellenbogen rechts und
eine Neuromyographie Nervus ulnaris rechts). Bei den einzelnen Fachbegutachtungen
wurden jeweils die beklagten Beschwerden erfragt und es wurde die Anamnese
erhoben. Die Beschwerdeführerin beklagte namentlich permanente Ellenbogen- und
Armschmerzen rechts (vgl. IV-act. 152-5, 152-49 f., 152-63, 152-73; mit ehemals auch
Bewegungseinschränkung, IV-act. 152-86). Daneben erwähnte sie bei der fallführenden
internistischen (auf Anfrage, IV-act. 152-5 f.) und bei der neuropsychologischen
Untersuchung (IV-act. 152-73) auch psychische Beeinträchtigungen, bei der
neurologischen Begutachtung zudem (infolge der nötigen Opiat-Medikation
auftretende) ausgeprägte Konzentrationsstörungen und Verstopfung (IV-act. 152-63).
3.1.
In handchirurgischer Disziplin (IV-act. 152-85 ff.) wurde nach der gutachterlichen
Untersuchung der Beschwerdeführerin IV-act. 152-87 f.) sowie auf der Grundlage der
ergotherapeutischen Testbefunde (IV-act. 152-25 ff.) und des MRI vom 14. Dezember
2016 (IV-act. 152-41) festgehalten, es persistiere ein lokales neuropathisches Problem
am Ellenbogen. Rein biomechanisch liege eine leichte Bewegungseinschränkung - von
maximal 5 bis 10 % - vor. Diese Beurteilung allein werde der Situation jedoch nicht
gerecht. Die rechte Hand tauge, obwohl sie selber nicht geschädigt sei, nur als
Hilfshand. Tätigkeiten, bei denen der Unterarm gegen die Schwerkraft angehoben
werden müsse, führten zur Schmerzauslösung. In Ruhe würden die Schmerzen mit
Analgetika und Schonung (des rechten Ellenbogens) kompensierbar zu sein scheinen.
In angepasster Tätigkeit müsste der Beschwerdeführerin daher eine volle Präsenzzeit
zumutbar sein. Tätigkeiten mit Heben der rechten Hand oder beidhändige Tätigkeiten
müssten auf ein Minimum reduziert sein und Erschütterungen des rechten Ellenbogens
seien zu vermeiden. Eine Bürotätigkeit mit aufliegendem Unterarm unter Entlastung der
Ellenbogen müsste der Beschwerdeführerin möglich sein. Eine Rezeptionistentätigkeit
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/28
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oder eine Tätigkeit als Assistentin müsste in etwas eingeschränktem Rahmen
(Vorschlag 10 % Arbeitsunfähigkeit) weiterhin möglich sein.
Neurologisch gutachterlich betrachtet wurde keine Hauptdiagnose erhoben. An
objektivierbaren Defiziten hätten sich eine druckdolente Schwellung im Bereich des
rechten Ellenbogengelenks und eine streifenförmige Hypästhesie im Bereich des
Unterarms ulnar rechts gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe eine
Schmerzsymptomatik mit zum Teil deutlicher Intensität (so deutlich, dass sie deswegen
keiner Tätigkeit nachgehen könne) beschrieben, aber während der gesamten
Exploration nicht schmerzgeplagt gewirkt, auch nicht beim Aus- und Ankleiden. Für die
von der Beschwerdeführerin berichtete Schmerzsymptomatik habe sich keine
neurologische Erklärung gefunden. Die Schmerzen würden sich auch
differentialdiagnostisch nicht einordnen lassen. Sie würden weder neuropathisch noch
radikulär anmuten. Möglicherweise seien eine Symptomausweitung bzw. -
chronifizierung des Schmerzes bei Status nach Morbus Sudeck oder eine
psychosomatische Ursache in Betracht zu ziehen (wozu auf das psychiatrische und
neuropsychologische Gutachten hinzuweisen sei; als Nebendiagnose wurde
entsprechend ein aktueller Verdacht auf ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit
Symptomausweitung erwähnt; vgl. IV-act. 152-67 ff.). Die Arbeitsfähigkeit sei aus
neurologischer Sicht zurzeit nicht nennenswert eingeschränkt.
3.3.
Gemäss dem neuropsychologischen Teil ergab sich aufgrund der
Verhaltensbeobachtungen und verschiedener Testergebnisse eine minimale
neuropsychologische Störung, die wahrscheinlich im Rahmen der psychiatrischen
Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren erklärbar sei. Hinweise auf eine Symptomverdeutlichung oder Aggravation
hätten keine vorgelegen. Bei einer solchen neuropsychologischen Störung (wie
vorgefunden) seien nur unter starker Belastung (oder durch neuropsychologische
Tests) leichte Minderleistungen feststellbar. Die Funktionsfähigkeit im privaten Alltag sei
nicht eingeschränkt und berufliche Leistungen würden praktisch unvermindert erbracht
(IV-act. 152-82). Hinzuweisen ist namentlich darauf, dass nach den entsprechenden
Feststellungen des begutachtenden Fachpsychologen die Belastbarkeit der
Beschwerdeführerin während der ganzen Untersuchungsdauer vorhanden und weder
eine auffällige Ermüdung noch ein auffälliges Schmerzverhalten erkennbar waren.
3.4.
3.5.
Nach der gutachterlich psychiatrischen Verhaltensbeobachtung und der
Erhebung des psychopathologischen Befundes wurde festgehalten, von Einfluss auf
3.5.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/28
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die Arbeitsfähigkeit sei (diagnostisch) eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (IV-act. 152-55). Die Beschwerdeführerin sei
vor allem aufgrund der Schmerzwahrnehmung, einhergehend mit einer gewissen
Dekonditionierung und einer Opiat-bedingt erhöhten Ermüdbarkeit, eingeschränkt. Eine
Verlangsamung der Konzentrationsleistung (bzw. eine Reduktion der
Gedächtnisleistung) sei im Verlauf (der Begutachtung) feststellbar gewesen, weshalb
sich eine leichte Beeinträchtigung in der Verkehrsfähigkeit ergebe. Schmerz- und
medikationsbedingt sei ausserdem mit einer leichten Beeinträchtigung der
Durchhaltefähigkeit, der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit zu rechnen (IV-
act. 152-54 f., IV-act. 152-57). Bei den funktionellen Auswirkungen wurde festgehalten,
es bestehe vor allem eine leichte Beeinträchtigung der Fähigkeit, ein durchgehendes
Leistungsniveau aufrecht zu erhalten, daneben auch eine Beeinträchtigung der
Fähigkeit, sich an wechselnde Situationen, Arbeitsanforderungen oder kurzfristige
Zeitveränderungen anzupassen (IV-act. 152-57). Es sei somit ein erhöhter
Pausenbedarf nötig und bestenfalls bestehe auch eine Möglichkeit zu individueller
Einteilung des Arbeitspensums. Sowohl in der bisherigen wie in der angestammten
(gemeint wohl: adaptierten) Tätigkeit sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
30 % zu attestieren. Da die Schmerzwahrnehmung und die dazugehörige
Dekonditionierung ein subjektives Erleben der Beschwerdeführerin darstellten, würde
eine Anpassung der Tätigkeit keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit (bzw. des
Arbeitspensums) nach sich ziehen (IV-act. 152-58).
Das psychiatrische Gutachten befasste sich, wie es die Rechtsprechung
vorsieht, mit verschiedenen relevanten Aspekten des Leidens (Standardindikatoren).
Der Schweregrad (bzw. die Ausprägung) der Schmerzstörung wurde als leicht
eingeschätzt; diese Bewertung wurde unter Berücksichtigung der Biographie und des
Masses der beanspruchten medizinischen (vgl. dazu IV-act. 152-56 und -59) und
persönlichen Unterstützung begründet (vgl. IV-act. 152-56). Dass dieser letztgenannte
Hilfebedarf ungenügend (etwa durch Ausserachtlassen des Umstands, dass kein
eigener Haushalt geführt werden könne) zum Tragen gekommen wäre, muss nicht
angenommen werden (vgl. IV-act. 152-51). Die vorhandenen psychiatrischen Befunde
sind gutachterlich aufgenommen, beschrieben und gewürdigt worden (vgl. IV-
act. 152-54 und -57). Komorbiditäten waren nach der Aktenlage nicht vorhanden. Zur
Persönlichkeit wurde erwogen und berücksichtigt, ihre Tätigkeitsanamnese lasse auf
eine erhöhte Unsicherheit und Sensibilität mit daraus folgender geringerer Belastbarkeit
der Beschwerdeführerin schliessen (IV-act. 152-54). Auch der Vergleich mit den
Tagesaktivitäten wurde gezogen. Die leichte Beeinträchtigung der Fähigkeit zum
3.5.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/28
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Aufrechterhalten eines durchgehenden Leistungsniveaus zeige sich beim Tagesablauf
durch das Einlegen von Pausen nach Bedarf und eine entsprechende Arbeitseinteilung
(IV-act. 152-57). Die psychiatrische Begutachtung setzte sich ferner mit dem
Gesichtspunkt der Konsistenz auseinander. In der Untersuchungssituation habe sich
eine Diskrepanz zwischen der subjektiven Wahrnehmung der Einschränkungen und des
Ausmasses der Beschwerden einerseits und dem vorhandenen Zustandsbild
anderseits gezeigt. Eine starke (im Unterschied zur festgestellten leichten, IV-
act. 152-58 Ziff. 6.6 f.) Einschränkung der Funktionalität sei nicht nachvollziehbar (auch
die Abwesenheiten bei der Integrationsmassnahme 2015 könnten nicht nachvollzogen
werden, allerdings habe sich inzwischen eine Verbesserung der Symptomatik durch die
antidepressive Medikation ergeben; IV-act. 152-58 Ziff. 6.5). Die Gutachter der
Psychiatrie schieden demnach die nicht objektivierbaren Anteile der
Beeinträchtigungen aus, wie es für einen stichhaltigen Beweiswert des Ergebnisses
erforderlich ist. Sowohl die Belastungsfaktoren (namentlich der Umstand, dass bisher
keine Reintegration auf dem ersten Arbeitsmarkt mit Tagesstruktur habe etabliert
werden können) wie die Ressourcen (soziale Eingebundenheit, regelmässige
psychosomatische Behandlung, Interesse an Hobbys, Eigeninitiative betreffend
freiwillige Beschäftigung) sind - in nicht zu beanstandender Weise - in die Beurteilung
einbezogen worden (IV-act. 152-57). Insgesamt wurde eine psychiatrisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit von 30 % attestiert (IV-act. 152-58 Ziff. 6.7) bzw. (bei der Prognose)
von einer mindestens 70 % betragenden Arbeitsfähigkeit ausgegangen (IV-
act. 152-59). - Wie die Beschwerdeführerin vorbringt, wurde unter dem Gesichtspunkt
der Prognose für die künftige Entwicklung der Arbeitsfähigkeit darauf hingewiesen,
dass vor allem aufgrund der Schmerzstörung im Verlauf Schwankungen zu erwarten
seien, die über kürzere Zeiträume auch zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen
könnten. Gleichzeitig wurde jedoch gutachterlich auch festgestellt, der Schweregrad
der gezeigten Symptomatik sei gesamthaft nicht ausreichend, um eine dauerhafte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen (IV-act. 152-59; das könnte selbst die
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30 % als relativiert erscheinen lassen).
Polydisziplinär gelangten die Gutachter zum Ergebnis, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen und in einer adaptierten Tätigkeit zum Zeitpunkt
der Begutachtung zu 30 % eingeschränkt sei (IV-act. 152-11). Diese Beurteilung
basiert, wie sich aus dem Dargelegten ergibt, auf umfassenden Grundlagen und
Abklärungen, was ihr erhebliches beweismässiges Gewicht verleiht.
3.6.
Die Beschwerdeführerin lässt diverse Einwände erheben und stützt sich dabei
namentlich auf abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzungen der sie behandelnden Ärzte
3.7.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/28
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(bzw. die Annahmen in einem Strategie-Protokoll vom 27. März 2015). Im Vergleich zur
gutachterlichen Beurteilung vermögen diese Beurteilungen indessen im Beweiswert
nicht durchzudringen. Wie sich aus dem oben Dargelegten ergibt, sind sowohl die
Schmerzstörung wie das körperliche Leiden (CRPS) im Gutachten sachgerecht und
unter Berücksichtigung der Vorberichte erfasst worden. Auch der Einfluss des
Medikamentengebrauchs wurde berücksichtigt (IV-act. 152-55 und -57). Es sind im
Gutachten keine von den behandelnden Ärzten berichteten Beschwerden
unberücksichtigt geblieben. In Rechnung zu stellen ist zudem der Umstand, dass die
behandelnden Ärzte sich in erster Linie auf die therapeutische Zielrichtung - und nicht
auf eine möglichst objektive Zumutbarkeitsbeurteilung - fokussieren. Sie haben zwar
einerseits die (vorteilhafte) Möglichkeit einer längeren Beobachtungszeit (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 21. Dezember 2005, 4P.254/2005), besitzen anderseits
aber einen therapeutischen Auftrag (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 25. Mai 2007,
I 514/2006) und befinden sich zudem in einer Vertrauensstellung zu ihren Patienten
(vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 27. August 2008, 8C_588/2007; BGE 125 V 353
E. 3b/cc), so dass es nicht ihre Sache sein kann, deren Arbeitsfähigkeit objektiv
einschätzen zu müssen (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 22. April 2014,
9C_184/2014). Das ist bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen. - Was etwa den
Bericht der behandelnden Klinik für Psychosomatik am Kantonsspital St. Gallen vom
3. Juni 2016 im Einzelnen betrifft, wonach die Beschwerdeführerin voll arbeitsunfähig
sei, entsprechen die festgestellten reduzierten Leistungsmöglichkeiten der
Beschwerdeführerin nach einer objektivierten gutachterlichen Würdigung keiner so
umfangreichen (nämlich gar vollen) Arbeitsunfähigkeit. Auch in jenem Bericht der Klinik
wurde im Übrigen bereits darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin ihren Alltag
(jedoch) einigermassen zu gestalten vermöge. Der Vergleich mit jenem
Aktivitätenniveau ist relevant, wenn bei der Würdigung der Unterschied zwischen der in
einer Organisation auszuübenden Erwerbstätigkeit und der viel freier einteilbaren
Alltagsbetätigung nicht ausser Acht gelassen wird. Es kann davon ausgegangen
werden, dass dies bei der Begutachtung ausreichend berücksichtigt wurde, und dass
der Beschwerdeführerin eine für eine übliche Erwerbstätigkeit ausreichend konstante
Leistung (die auch für einen durchschnittlichen Arbeitgeber annehmbar ist) objektiv
zumutbar ist. - Schon im Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates am Kantonsspital St. Gallen vom 11. Februar
2014 war im Übrigen auf den Unterschied zwischen rein mechanischer Möglichkeit
(bzw. Zumutbarkeit) und Schmerzsituation hingewiesen worden. - Und Dr. D._ hatte
am 3. September 2014 dafürgehalten, die Beschwerdeführerin werde als belastbarer
eingeschätzt, als sie es selbst annehme.
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Auch dass der Beschwerdeführerin eine Integration in die Arbeitswelt trotz
Unterstützung durch die Beschwerdegegnerin und die Sozialhilfebehörden tatsächlich
nicht (mehr) gelungen ist, vermag keine Zweifel am Begutachtungsergebnis (einer
Arbeitsfähigkeit von 70 %) zu begründen. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht
relevant, ob eine versicherte Person ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem realen
Arbeitsmarkt tatsächlich verwerten kann. Massgebend sind - zur Abgrenzung der
Invalidität von der Arbeitslosigkeit - vielmehr die Möglichkeiten auf einem abstrakten
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts, nunmehr des Schweizerischen Bundesgerichts, vom 16. Juli
2003, I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b, vgl. auch BGE 134 V 64). Die subjektive
Einschätzung, gesundheitsbedingt nicht mehr zu einer Erwerbstätigkeit in der Lage zu
sein, kann in diesem Zusammenhang nicht massgeblich sein. Sie war im Übrigen der
Grund, weshalb die Beschwerdegegnerin berufliche Massnahmen am 26. Februar 2016
abgelehnt hatte (berufliche Massnahmen durchzuführen, wurde in der Beschwerde als
nicht zumutbar bezeichnet).
3.8.
Abzustellen ist daher auf das Ergebnis des Gutachtens. 3.9.
Das gilt auch für die Stellungnahme des Gutachtens vom 30. Mai 2017 zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zurückliegenden Zeit. Ihre
Krankengeschichte hatte nach der Aktenlage (vorübergehend mit
Ellenbogenbeschwerden links, zielführend operiert im Juli 2010 bzw.) bereits mit dem
Auftreten von Beschwerden am rechten Ellenbogen im Juli 2011 (damals ebenfalls
operiert) begonnen. - Im neurologischen Gutachten wurde, was die zurückliegende Zeit
betrifft, festgehalten, während der Zeit der Sudeck-Erkrankung habe sehr
wahrscheinlich eine volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin bestanden. Bei
intermittierend auftretender Schmerzsymptomatik sei die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in den letzten Jahren retrospektiv schwierig beurteilbar. Es sei jedoch
davon auszugehen, dass es aus neurologischer Sicht nach Ausheilen des Morbus
Sudeck - laut Vorbefunden habe seit 2012 eine weitgehend vollständige Rückbildung
der Symptomatik stattgefunden - keine nennenswerte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit gegeben habe (IV-act. 152-69 f.). Das CRPS Typ II habe sich im Verlauf
(seit 2012) wieder vollständig zurückgebildet (IV-act. 152-68). - In psychiatrischer
Hinsicht wurde zum Verlauf festgehalten, seit dem Integrationsversuch 2015 scheine
eine Verbesserung eingetreten zu sein (IV-act. 152-57). Es wurde darauf hingewiesen,
dass von der Klinik für Psychosomatik am Kantonsspital St. Gallen einerseits im April
2016 von einer seit ca. einem Jahr bestehenden depressiven Episode berichtet worden
sei, im Februar 2016 anderseits aber (von gleicher Stelle) noch festgehalten worden sei,
3.10.
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4.
bis dahin hätten sich noch keine depressiven Symptome eingestellt (IV-act. 152-56).
Für April 2016 könne angesichts der im betreffenden Bericht beschriebenen
Symptomatik eine depressive Episode angenommen werden (IV-act. 152-56 f.). -
Polydisziplinär gaben die Gutachter schliesslich bekannt, es habe eine volle
Arbeitsunfähigkeit von Juli 2011 bis zur Rückbildung des CRPS im Jahr 2012
vorgelegen. - Eine präzisere zeitliche Bestimmung des Eintritts der Verbesserung mit
dem Wechsel von der vollen zur 30-prozentigen Arbeitsunfähigkeit erfolgte nicht und
lässt sich auch nicht durch weitere Abklärungen erheben. In Betracht fällt gemäss der
gutachterlichen Formulierung eine Zeit ab Januar 2012. Die Angaben der
Beschwerdeführerin im Früherfassungsformular könnten auf eine erhebliche
Verbesserung des Gesundheitszustands ab Mai 2012 - vor Ablauf einer möglichen
einjährigen Wartezeit - schliessen lassen. In einem Arztbericht vom 13. August 2012
(IV-act. 5) war jedenfalls zum Berichtszeitpunkt bereits von einem "St. n." CRPS Typ II
(deutlich in Rückbildung) berichtet worden, so dass spätestens damals die (mit
Ausnahme von zwei vorübergehenden, vier Wochen dauernden postoperativen
Phasen, nach 26. August 2013 und April 2015) gutachterlich attestierte
Arbeitsunfähigkeit von noch 30 % anzunehmen ist. - Nachdem eine verbesserte
Arbeitsfähigkeit mit entsprechender höherer Erwerbsfähigkeit ohne wesentliche
Unterbrechung drei Monate lang angedauert hat und voraussichtlich weiterhin
andauern wird, wird in Fällen mit laufendem oder rückwirkend stufenweise
zuzusprechendem Rentenanspruch die anspruchsbeeinflussende Änderung gemäss
Art. 88a Abs. 1 IVV berücksichtigt. - Der verbesserten Gesundheitslage der
Beschwerdeführerin mit der Arbeitsunfähigkeit von noch 30 % (mit entsprechenden
rentenausschliessenden erwerblichen Auswirkungen, vgl. unten E. 4.3) wäre demnach
bei entsprechenden Verhältnissen jedenfalls spätestens ab 1. Dezember 2012
Rechnung zu tragen. - Das von der Beschwerdegegnerin zu beurteilende IV-Gesuch
gemäss Art. 29 Abs. 1 ATSG ist allerdings erst am 23./27. Mai 2013 gestellt worden, so
dass die Auszahlung eines allfälligen Rentenanspruchs frühestens ab November 2013
(nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs) in
Frage kommt (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss
Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
4.1.
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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (BGE 129 V 222; vgl. etwa
auch Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember 2015). Für die
Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Übt sie - wie die Beschwerdeführerin - keine Erwerbstätigkeit mehr aus, sind
hierfür statistische Werte beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, vgl. etwa auch
Bundesgerichtsentscheid vom 26. Januar 2016, 9C_762/2015).
Die Beschwerdeführerin hat die _mittelschule besucht und eine Ausbildung als
[Beruf] abgeschlossen (IV-act. 26). Gemäss IK-Auszug (vgl. IV-act. 16; und Angaben
bei der Begutachtung, IV-act. 152-50 f.) hatte sie diverse (kürzere) Anstellungen gehabt
und war über dem Kompetenzniveau 1 entlöhnt worden. Bei ihrer (gemäss IK-Auszug)
längsten Anstellung von 2004 bis 2006 hatte sie zuletzt ein Jahreseinkommen von
Fr. 94'273.-- erzielt (danach war sie als Nichterwerbstätige erfasst). Da sich keine
konkrete Tätigkeit erheben lässt, der sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
Gesunde nachginge, und weil davon ausgegangen werden kann, dass die
Beschwerdeführerin ihre fachlichen Kompetenzen nicht invaliditätsbedingt eingebüsst
hat, sondern diese auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens weiter einsetzen
könnte, rechtfertigt es sich, für das Valideneinkommen und als Ausgangswert für die
Bestimmung des Invalideneinkommens den selben Einkommensbetrag zu wählen. Der
Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs (zur Ermittlung des
Invalideneinkommens) gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom
20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2).
4.2.
Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
ein Abzug (von den Tabellenlöhnen) zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Der gesundheitlich bedingte erhöhte
4.3.
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5.
Pausenbedarf der Beschwerdeführerin begründet die medizinische Arbeitsunfähigkeit
(von 30 %). In qualitativer Hinsicht sind ihr gemäss dem Gutachten (Büro-) Tätigkeiten
mit aufliegendem Unterarm und mit Entlastung der Ellenbogen sowie alle Tätigkeiten
zumutbar, bei welchen die rechte Hand nur als Hilfshand eingesetzt werden muss. Eine
vollzeitliche Präsenzzeit wurde als zumutbar betrachtet. Bei den voraussichtlich in
Frage kommenden (administrativen, qualifizierteren) Tätigkeiten ist bei diesen
Gegebenheiten keine zusätzliche (d.h. den Grad der Arbeitsunfähigkeit übersteigende)
Erwerbseinbusse zu erwarten. Selbst wenn ein Abzug von 10 % (als Maximum)
anerkannt werden könnte, bestünde allerdings angesichts der Arbeitsfähigkeit von
70 % kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad (sondern diesfalls ein solcher von 37 %; 1-
[0.7 x 0.9]).
Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
demnach zu Recht abgelehnt. - Angemerkt werden kann, dass der Beschwerdeführerin
gutachterlich ein Integrationsversuch empfohlen wurde (vgl. IV-act. 152-12, -57).
4.4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.5.1.
Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Die
Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihr die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) am 23. Januar 2018 ist sie jedoch von deren Bezahlung zu
befreien.
5.2. bis
Der Staat ist aufgrund der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten,
für die Kosten ihrer Rechtsvertretung aufzukommen. Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand angemessen erscheint eine (dem Durchschnitt entsprechende)
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer). Diese ist in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen
Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um einen Fünftel auf Fr. 2'800.-- zu reduzieren.
5.3.
Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es ihr gestatten, kann die
Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die
Vertretung verpflichtet werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
5.4.
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