Decision ID: 6a195624-c161-5180-a77e-aca16b9c68f0
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner, Studer Rechtsanwalt,
Hauptstrasse 11a, 8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a Die leistungspflichtige Krankentaggeldversicherung meldete A._ am
16. September 2008 zur IV-Früherfassung an (act. G 5.1). Am 8. November 2008
meldete sich die Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 5.7). Der
behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Rheumatologie FMH, diagnostizierte im
Bericht vom 7. Oktober 2008 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische
Handgelenksschmerzen ulnar rechts. Die Versicherte dürfe keine belastenden Arbeiten
mit der rechten Hand bzw. keine kraftanfordernden manuellen Tätigkeiten rechts mehr
ausüben (act. G 5.18-6 ff.; vgl. auch den Bericht vom 30. September 2008, act.
G 5.20-3 ff.). Der behandelnde Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
FMH, berichtete anlässlich des Frühinterventionsgesprächs mit dem Regionalen
Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD), dass die Versicherte in der angestammten
Pflegetätigkeit seit September 2008 aufgrund der Handgelenksbeschwerden zu 100%
arbeitsunfähig sei (FI-Gesprächsprotokoll vom 4. Dezember 2008, act. G 5.20).
A.b Am 9. März 2009 wurde die Versicherte vom RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt
für Arbeitsmedizin FMH, untersucht. Im Bericht vom 16. März 2009 diagnostizierte
dieser mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Belastungsinsuffizienz des rechten
dominanten Handgelenks bei Status nach rezidivierender Sehnenscheidenentzündung
bei multiplen kernspintomographisch gesicherten Veränderungen (ICD-10: M19.94). Es
könne gegenwärtig nicht definitiv beurteilt werden, welches prozentual quantitative
Arbeitspensum der Versicherten in einer leidensangepassten Tätigkeit zugemutet
werden könne. Es bestehe für leidensangepasste Tätigkeiten mindestens eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit. In der angestammten Pflegetätigkeit bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.25).
A.c Im ärztlichen Zeugnis vom 15. Juli 2009 bescheinigte Dr. C._ der Versicherten
ab 1. August 2009 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 5.45-2). Dr. med. E._,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, der die Versicherte betreffend einer
lumbovertebralen Problematik behandelte und hierfür - im Gegensatz zum
Handgelenksleiden - eine gute Prognose stellte, hielt die Versicherte für sehr gut
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angepasste Tätigkeiten eventuell für voll arbeitsfähig (Bericht vom 23. März 2010, act.
G 5.1.47).
A.d Der behandelnde Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
berichtete am 20./21. April 2010, dass die Versicherte gegenwärtig zu 50% im Service
arbeite. Es sei ein handchirurgischer Eingriff geplant (act. G 5.48). Am 20. August 2010
wurde eine Verkürzungsosteotomie in zwei Ebenen durch Dr. med. G._, Fachärztin
für Chirurgie und Handchirurgie FMH, durchgeführt (act. G 5.54-7). Diese bescheinigte
der Versicherten im Bericht vom 13. Oktober 2010 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab
5. Oktober 2010 für leichtere Tätigkeiten (act. G 5.54). RAD-Arzt Dr. D._ kam gestützt
darauf in der Stellungnahme vom 2. Dezember 2010 zum Schluss, dass die Versicherte
für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (act.
G 5.56).
A.e Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. G 5.60) wies die IV-Stelle in der
Verfügung vom 16. Februar 2011 einen Rentenanspruch der Versicherten ab (act.
G 5.61).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 18. März
2011. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge
deren Aufhebung und die Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen.
Zur Begründung gibt sie an, dass die Frage nach der Restarbeitsfähigkeit nicht
hinreichend medizinisch abgeklärt worden sei. Es seien nach der Operation vom
20. August 2010 Komplikationen aufgetreten, die eine erneute Operation erforderlich
gemacht hätten. Auch das im August 2010 bescheinigte lumbovertebrale Syndrom
sowie eine allenfalls gegebene Depression seien näher medizinisch abzuklären. Ferner
rügt sie die Höhe der Vergleichseinkommen (act. G 1). Am 6. April 2011 reicht sie den
Operationsbericht vom 18. März 2011 (Plattenwechsel, Spongiosaplastik bei der
Diagnose einer hypertrophen Ulnapseudarthrose nach Verkürzungsosteotomie rechts)
sowie ein ärztliches Zeugnis von Dr. G._ vom 28. März 2011 ein, worin für die Dauer
vom 18. März bis 31. Mai 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wird (act.
G 3).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2011
die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass - nachdem die
zweite Handoperation erst im März 2011 geplant worden sei - die neuen
(vorübergehenden) Beschwerden erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung
aufgetreten seien. Selbst wenn diese Beschwerden bereits im Zeitpunkt der Verfügung
bestanden hätten, wären sie nicht von Bedeutung gewesen, da sie nicht länger
anhaltend gewesen wären. Falls die zweite Handoperation nicht den gewünschten
Erfolg gebracht hätte und eine länger dauernde Verschlechterung vorliegen würde, so
könnte diese Verschlechterung lediglich Gegenstand einer Neuanmeldung sein. Am in
der Verfügung vorgenommenen Einkommensvergleich hält die Beschwerdegegnerin
fest (act. G 5).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 25. Mai 2011 wird dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 6).
B.d In der Replik vom 7. Juni 2011 hält die Beschwerdeführerin vollumfänglich an der
Beschwerde fest (act. G 9). Ergänzend reicht sie u.a. ein ärztliches Zeugnis von
Dr. G._ vom 27. April 2011 ein, worin sie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die
Dauer vom 18. März bis 14. Juni 2011 attestiert (act. G 9.1).
B.e Die Beschwerdegegnerin macht in der Duplik vom 17. Juni 2011 geltend, aus den
eingereichten Zeugnissen gehe hervor, dass erst ab 18. März 2011 und damit erst nach
Erlass der angefochtenen Verfügung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe.
Dieser Zeitraum sei indessen für das vorliegende Verfahren nicht von Belang (act.
G 11).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten.
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1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
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2.
Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit und von deren Verlauf erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Abweisung des Rentengesuchs auf die RAD-
Stellungnahme vom 2. Dezember 2010 (act. G 5.56) und der dieser zugrunde liegenden
Einschätzung von Dr. G._ (act. G 5.54-6), worin der Beschwerdeführerin ab
5. Oktober 2010 für leichtere Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt
wurde. Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin die Auffassung, dass die
medizinischen Verhältnisse noch nicht rechtsgenüglich abgeklärt worden seien (act.
G 1).
2.1 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass ein förmlicher Anspruch auf
versicherungsexterne Begutachtung im Verfahren um Zusprechung oder Verweigerung
von Sozialversicherungsleistungen rechtsprechungsgemäss nicht besteht. Das
Bundesgericht hat sich dazu eingehend in BGE 135 V 465 geäussert. Es hat indessen
erkannt, dass eine versicherungsexterne Begutachtung dann anzuordnen ist, wenn
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen. Nichts anderes kann für
medizinische Einschätzungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen gelten.
2.2 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich bezüglich der vorliegend
interessierenden Frage nach der für leidensangepasste Tätigkeiten bestehenden
Restarbeitsfähigkeit wie folgt:
2.2.1 Dr. B._ berichtete am 7. Oktober 2008, dass er der Beschwerdeführerin
"einzig" mit Blick auf belastende Arbeiten mit der rechten Hand bzw. kraftanfordernde
manuelle Tätigkeiten rechts in der aktuellen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt habe (act. G 5.18-7; vgl. auch den Bericht von Dr. B._ vom
30. September 2008, act. G 5.20-5). Für den Zeitraum danach fehlen Einschätzungen
von Dr. B._.
2.2.2 Anlässlich des Frühinterventionsgesprächs vom 2. Dezember 2008 bezog
sich der damals behandelnde Dr. C._ bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (100%
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Arbeitsunfähigkeit) auf die angestammte mittelschwere bis schwere Tätigkeit.
Hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit äusserte er sich damals noch nicht (act.
G 5.20-11). Im nicht näher begründeten Arztzeugnis vom 15. Juli 2009 führte er aus,
dass "ab 1. August 2009" für leichtere Arbeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe
(act. G 5.45-2).
2.2.3 Der RAD-Arzt Dr. D._ untersuchte die Beschwerdeführerin am 9. März
2009, um die zumutbare Arbeitsfähigkeit zu klären. Gestützt auf die vorne wiederge
gebenen Diagnosen (A.b) kam er zu Schluss, dass die bisherige Tätigkeit als
Pflegehelferin wegen der Beschwerden am rechten dominanten Handgelenk dauerhaft
nicht mehr zumutbar sei. Die Beschwerdeführerin denke an eine Service-Tätigkeit mit
geringeren körperlichen Anforderungen, da sie über Vorerfahrungen verfüge. Es sei
allerdings klar, dass sie eine Tätigkeit in einem Restaurant mit hoher Tragebelastung
nicht werde ausüben können. Die Zukunft werde zeigen, inwieweit das rechte
Handgelenk in einer körperlich leichten Tätigkeit sich wieder beschwerdeprovozierend
in den Vordergrund stellen werde und inwieweit eine auch körperlich orientierte
Berufstätigkeit ausgeübt werden könne. Von einer operativen Intervention sei keine
wirklich dauerhafte Verbesserung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarten.
Insgesamt erachtete Dr. D._ eine leidensadaptierte Tätigkeit zu mindestens 50% für
zumutbar, wobei die Belastbarkeit in der Praxis erprobt werden müsse (Bericht vom
16. März 2009, act. G 5.25). Nach Vorliegen der handchirurgischen Beurteilung von
Dr. G._ schloss er sich deren Beurteilung an (Stellungnahme vom 2. Dezember 2010,
act. G 5.56), ohne indessen die Abweichung zu seiner ursprünglichen Einschätzung
vom 16. März 2009 zu begründen oder sich zum seither ergangenen Verlauf zu
äussern.
2.2.4 Dr. E._, der die Beschwerdeführerin primär wegen der im August 2009
aufgetretenen Rückenbeschwerden behandelte, diagnostizierte im Bericht vom
23. März 2010 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Belastungsinsuffizienz des
rechten Handgelenks sowie ein perakutes lumbovertebrales Syndrom. Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit nahm er widersprüchliche
Einschätzungen vor. Einerseits bescheinigte er aufgrund des Handgelenkleidens für die
angestammte Pflegetätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 5.47-3), andererseits
hielt er die angestammte Tätigkeit nicht mehr für zumutbar (act. G 5.47-6). Für "sehr
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gut angepasste" Tätigkeiten nahm er lediglich eine vage Schätzung vor ("eventuell"
volle Arbeitsfähigkeit, act. G 5.47).
2.2.5 Dr. F._ nahm hinsichtlich der Frage nach der für leidensangepasste
Tätigkeiten bestehenden Restarbeitsfähigkeit nicht eindeutig und bloss knapp Stellung.
Er bescheinigte der Beschwerdeführerin einzig für die im Zeitpunkt der Beurteilung
ausgeübte - nach seiner Auffassung leidensangepasste - Servicetätigkeit eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit, die je nach Behandlungserfolg (es sei nun eine Operation vorgesehen)
allenfalls erhöht werden könne (Bericht vom 20. April 2010, act. G 5.48). Eine
Umschreibung einer leidensangepassten Tätigkeit nahm Dr. F._ trotz entsprechender
Fragestellung nicht vor, weshalb seine auf die Servicetätigkeit bezogene Einschätzung
nicht unbesehen übernommen werden darf. Dies umso weniger als fraglich erscheint,
dass es sich bei der Servicetätigkeit um eine leidensangepasste Tätigkeit handelt,
dürften doch auch dort primär bimanuelle Tätigkeiten anfallen.
2.2.6 Dr. G._, welche die Beschwerdeführerin am 20. August 2010 operierte
(Verkürzungsosteotomie) bescheinigte ihr für die Zeit vom 20. August bis 4. Oktober
2010 für sämtliche Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 5. Oktober
2010 ging sie bezogen auf das Handgelenksleiden von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
für leichtere Tätigkeiten aus (Bericht vom 13. Oktober 2010, act. G 5.54). Zur vor der
Operation vom 20. August 2010 bestehenden Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin äusserte sie sich nicht. Mangels entsprechender
fachmedizinischer Einschätzung kann ferner nicht beurteilt werden, wie sich der Verlauf
der Handbeschwerden seit dem Bericht von Dr. G._ vom 13. Oktober 2010
gestaltete. Ohne eine entsprechende medizinische Beurteilung ist nicht
auszuschliessen, dass sich der Gesundheitszustand nach dem 13. Oktober 2010 bis
zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses wesentlich verschlechtert hat. Denn trotz
damaliger guter Prognose (act. G 5.54-2) haben sich die Handbeschwerden immerhin
derart verschlechtert, dass ein erneutes operatives Vorgehen (Plattenwechsel,
Spongiosaplastik bei hypertropher Ulnapseudarthrose nach Verkürzungsosteotomie
rechts, act. G 3.1) am 18. März 2011 erforderlich war. Da sich aus den Akten nicht
ergibt, dass eine plötzlich, erst kurz vor der Operation vom 18. März 2011 aufgetretene
Verschlechterung Anlass zum Eingriff gab, kann ohne entsprechende ergänzende
Abklärung nicht davon ausgegangen werden, eine Verschlechterung des
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Gesundheitszustandes sei erst nach Verfügungserlass vom 16. Februar 2011
eingetreten. Dies umso weniger als die Handgelenksproblematik bereits seit Jahren
besteht und der operative Eingriff nur kurze Zeit nach Verfügungserlass durchgeführt
wurde.
2.3 Angesichts der genannten Aktenlage kann die Höhe der Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten und deren Verlauf seit Auftreten der Handschmerzen im
Oktober 2007 (act. G 5.18-7) bis zur angefochtenen Verfügung nicht zuverlässig be
urteilt werden. Ein Abklärungsbedarf betreffend die Beschwerden an der rechten Hand
ist deshalb zu bejahen. Ein darüber hinausgehender Abklärungsbedarf besteht hin
gegen nicht. Zwar litt die Beschwerdeführerin früher offenbar an einem depressiven
Leiden sowie an einem im August 2010 akut aufgetretenen Rückenleiden (vgl. zu den
entsprechenden Vorbringen der Beschwerdeführerin act. G 1, S. 8). Aus den Akten und
den Ausführungen der Beschwerdeführerin ergibt sich indessen nicht, dass es sich
hierbei um länger andauernde Leiden handelte oder dass diese Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten hätten (zur reaktiven Depression vgl.
RAD-Bericht vom 16. März 2009, worin eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
verneint wird, act. G 5.25-3). Die Beschwerdeführerin hat sich zu keiner Zeit in
psychiatrische Behandlung begeben (act. G 5.28-2; zur Überwindung der
vorübergehenden Depression vgl. auch die Aussage der Beschwerdeführerin
Assessmentprotokoll vom 9. März 2009, act. G 5.30-2). Betreffend das Rückenleiden
ist weiter zu erwähnen, dass der behandelnde Dr. E._ die von ihm bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit einzig mit der Handproblematik
begründete, eine gute Prognose für die lumbale Problematik stellte und eine
nachvollziehbare Umschreibung der Verweistätigkeit vornahm, ohne dass daraus eine
quantitative Einschränkung aufgrund des Rückenleidens hervorginge (act. G 5.47).
Damit geht einher, dass die Beschwerdeführerin in der Anmeldung vom 8. November
2008 als gesundheitliche Beeinträchtigung einzig die Handgelenksbeschwerden nannte
(act. G 5.7-8).
2.4 Da sich die Angelegenheit als noch nicht spruchreif erweist, erübrigen sich
vorerst Ausführungen zur Höhe der Vergleichseinkommen.
3.
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3.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 16. Februar
2011 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden medizinischen Abklärung und zu
neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen.
3.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer). Die Festlegung einer Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung erübrigt sich bei diesem Prozessausgang.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht