Decision ID: 3c9633e6-4945-47fc-a6a4-c978246560d5
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1975 geborene
X._
war seit dem
5.
Juli 2010 bei der
Y._
AG angestellt
und in dieser Eigenschaft zunächst bei der Schweizerische
n
National-Versicherungs-Gesellschaft AG und durch entsprechende Unternehmensfusion später bei der Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG (Helvetia) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Unfallmeldung vom 1
2.
Mai 2016 rutschte er am 2
8.
April 2016 beim Besuch einer Tempelanlage in Thailand auf einer Treppenstufe aus, als ihn ein Affe erschreckt habe. Im Anschluss habe er Schmerzen im Knie verspürt (
Urk.
8/K1.1). Mit Verfügung vom
3.
April 2017 stellte die Helvetia ihre L
eistungen per
1.
August 2016 ein (Urk.
8/K12). Am 1
9.
Mai 2017
erhob der Versicherte Einsprache (
Urk.
8/K15), welche mit Entscheid vom 1
1.
Dezember
2017 abgewiesen wurde (
Urk.
2 [=
Urk.
8/K17]).
2.
Dagegen liess der
Versicherte
am 2
6.
Januar 2018 Beschwerde (
Urk.
1) erheben und be
an
tragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm ab dem
1.
August 2016 die gesetzlichen Leistungen nebst Verzugszins zu 5 % zuzu
sprechen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung der
Ange
legenheit zu verpflichten. Mit Beschwerdeantwort vom 2. März 2018 (
Urk.
2) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Be
schwerdeführer mit Verfügung vom
5.
März 2018 mitgeteilt
wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 2
8.
April 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidi
tät, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
(BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) erwog die Beschwerdegegnerin im Wesent
lichen, die medizinischen Akten seien von ihrem beratenden Arzt beurteilt worden.
Dieser sei gestützt darauf zum Schluss gekommen, dass die heutigen Beschwerden nicht mehr in einem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 2
8.
April 2016 (Treppensturz) oder jenem vom 1
9.
Juli 2015 (Tennisunfall)
stünden
. Der Status quo sine könne spätestens für den
1.
August 2016 postuliert werden. Der Versicherte habe gegen diese Einschätzung nichts S
ubs
tantiiertes vorgebracht. Der Beurteilung des beratenden Arztes komme voller Beweiswert zu. Die angefochtene Verfügung, aus welcher sich ergebe, dass die Leistung infolge Wegfalls des Kausalzusammenhanges eingestellt werde, erweise sich als rechtens.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend (
Urk.
1), er habe im Jahr 2015 einen Tennisunfall am linken Knie erlitten, was eine operative Behandlung und bis im März 2016 Physiotherapie nach sich gezogen habe. Im April 2016 sei er auf einer Treppe ausgerutscht, woraufhin ihn wiederum das linke Knie geschmerzt habe. Die Schmerzen im Knie seien durch den Treppensturz mitverursacht, weshalb derselbe kausale Unfallursache sei und eine Leistungspflicht bestehe. Der Tennisunfall aus dem Jahr 2015 sei ebenfalls kausal für seine Beschwerden. Da er für beide Unfälle bei der Beschwerdegegnerin ver
sichert
sei, bestehe eine Leistungspflicht.
Die Symptome seien nicht auf ein krankhaftes Geschehen zurückzuführen. Das von der Beschwerdegegnerin einge
holte
Kurzg
utachten sei unklar und unvollständig sowie ohne Mitwirkung des Beschwerdeführers erstellt worden
und befasse sich nicht mit sämtlichen Unter
suchungen
.
Der Gutachter begründe weder, weshalb keine Kausalität zum Unfall
ereignis bestehe
,
noch weshalb die Beschwerden auf
die
Osteochondritis
dicessans
zurückzuführen sei
en
.
Da die Beschwerdegegnerin bereits vor dem eingeholten Gutachten einen negativen Entscheid in Aussicht gestellt habe, habe der Gutach
ter gar nicht mehr zu einem anderen Schluss kommen können.
Der Treppensturz könne nicht weggedacht werden, ohne dass seine Beschwerden entfielen, weshalb die Kausalität ausgewiesen sei. Die Vorschädigung durch den Tennisunfall 2015 sei als richtungsgebende Verschlimmerung in die Kausalitätsbeurteilung mit ein
zu
beziehen. Der Wegfall dieser Kausalität sei durch die Beschwerdegegnerin zu beweisen, was ihr nicht gelinge. Dieselbe sei daher für die Behandlungskosten infolge des Treppensturzes und/oder des Te
nnisunfalles leistungspflichtig, even
tua
liter sei zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts ein unabhängiges Gut
achten einzuholen.
3.
3.1
Nach der ärztlichen Erstkonsultation in Thailand am 2
9.
April 2016, wo Schmer
zen im linken Knie festgestellt wurden (
Urk.
8/M1), fand am 14
.
Juli 2016 ein MRI des linken Knies statt (
Urk.
8/M3.2).
Dabei stellte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Radiologie, fest,
es bestehe ein Status nach Reparation einer
Oste
o
chondritis
dicessans
an der medialen
Femurkondyle
. Der
darüberliegende
Knorpel zeige oberflächliche
Knorpelabrasionen
und eine kleine Rissbildung in der dor
salen Begrenzung. Neu bestehe eine
Chondropathie
Grad II am dorsalen
Tibiapla
teau
.
Zudem bestehe ein Status nach medialer Meniskusnaht mit
lineären
Sig
nalen. Am medialen Rand der medialen
Femurkondyle
und des
Tibiplateaus
bestehe ein
Bone
bruise
. Das Ligamentum
collaterale
tibiale
(MCL) sei gezerrt. Es bestehe eine retropatellare
Chondropathie
Grad I-II.
3.2
Dr.
A._
,
Fachchiropraktor
,
führte in seinem Erstbericht vom 2
6.
Juli 2016 (
Urk.
8/M3.1) aus, der Beschwerdeführer sei am 2
8.
April 2016 auf einer Treppe ausgerutscht und habe sofort Schmerzen im linken Knie verspürt. Es be
stehe ein Status nach Reparation einer
Oste
o
chondritis
dicessans
und einer medi
a
len Meniskusnaht. Das linke Knie sei geschwollen.
Der
McMurray
-
Test
sei medial positiv, das Patella-
grinding
sei leicht positiv. Es bestehe eine
Druckdolenz
im medialen Kniespalt, vor allem über dem medialen Kollateralband.
Dr.
A._
diagnostizierte eine Distorsion des medialen, kollateralen Kniegelenkbandes links.
3.3
Die Beschwerdegegnerin liess den medizinischen Sachverhalt durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie
, fachmedizinisch
beurteilen
.
Dr.
B._
verfasste am 2
4.
Januar 2017 (
Urk.
8/M4), 3
1.
März 2017 (
Urk.
8/M5) und 8. Okto
ber 2017 (
Urk.
8/M6) je eine (Kurz-)Beurteilung
, wobei
die Beurteilung vom
8.
Oktober 2017 sämtliche Angaben der vorherigen Beurteilung
en enthält
.
Dr.
B._
führte aus, der Beschwerdeführer sei vor Jahren aufgrund einer
Oste
o
chondritis
dicessans
am linken Knie operiert worden. Im Mai 2013 habe er am linken Knie einen ersten Unfall beim Tennisspielen erlitten. Bei einem weiteren Tennisunfall 2015 habe sich der Beschwerdeführer eine komplexe Innenmenis
kus-
Teilhinterhornläsion
mit Lappenriss zugezogen
. In der Folg
e
sei
en
eine Arthroskopie mit
Teilsynovektomie
, Innenmeniskusteilresektion, Innenmeniskus
naht und Installation von
Platelet
Rich
Plasma (PRP) durchgeführt worden. In einer Kontrolluntersuchung vom 2
9.
März 2016 seien
hernach
noch minimale Restbeschwerden beim Sport festgestellt worden.
Am 2
8.
April 2016 sei der Beschwerdeführer auf einer Treppe ausgerutscht. Ein rund drei Monate später durchgeführtes MRI (Anm. vgl. E. 3.2) habe im linken Knie einen Zustand nach
Oste
o
chondritis
dicessans
gezeigt. Es habe sich eine
kleine Rissbildung am dorsalen Überg
ang zum nativen Knorpel in der G
egen
d
der ehemaligen
Oste
o
chondritis
dicessans
feststellen lassen. Der Radiologe habe einen verkürzten medialen Meniskus in der Pars
intermedia
und im
Hinterhorn
fest
gestellt. Dislozierte Meniskusanteile seien nicht
visualisiert
worden. Es habe eine Knochenmarksignalalteration am Rand der medialen
Femurkondyle
und entlang des medialen Seitenbandes bestanden. Die Kreuzbänder seien intakt gewesen und das laterale Kompartiment normal. Der Radiologe habe einen Zustand nach
Oste
o
chondritis
dicessans
beschrieben und ausserdem eine
Chondropathie
Grad II am dorsalen
Tibiaplateau
und ein
bone
bruise
am me
dialen Rand der medialen
Femurkondyle
und am
Tibi
a
plateau
festgestellt.
Signifikante Läsionen
hätten
jedoch nicht
bestanden
.
Nach medizinischer Erfahrung würden einfache Distor
sionen, wie sie der Beschwerdeführer am 2
8.
April 2016 erlitten habe, auch bei einem operierten Knie innert weniger Monate abheilen. Der Status quo sine könne spät
estens am 1.
August 2016 postuliert werden.
Dr.
B._
schloss, die aktuellen Beschwerden stünden überwiegend wahrschein
lich nicht mehr in einem Kausalzusammenhang zum Erei
gnis vom 28.
April 201
6
.
Dieses Ereignis habe zu einer vorübergehenden, aber nicht richtungs
geben
den Verschlimmerung von unfallfremden Faktoren geführt. Die aktuellen Be
schwer
den würden auch nicht überwiegend wahrscheinlich in einem Zusammen
hang zum Tennisunfall aus dem Jahr 2015 stehen. Der Beschwerdeführer habe anlässlich der Kontrolle vom 2
9.
März 2016 nur noch über minimale Restbe
schwerden geklagt. Der Status quo sine sei spätestens am 1. August 2016 erreicht gewesen. Die aktuellen Beschwerden würden durch die vorbestehende
retropatel
läre
Chondropathie
sowie die
Chondropathie
im Bereich der linken Tibia her
vorgerufen und seien Ausdruck von Restbeschwerden an der ehemaligen
Osteo
chondritis-Stelle
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung auf die Beurtei
lung
d
u
rch
Dr.
B._
(E. 3.3).
Ein medizinischer Aktenbericht ist als
Entscheid
grundlage
zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anam
nese, Ver
lauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der Untersuchungsbefund muss lücken
los vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweisen), was vorliegend der Fall ist. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kann Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen (vgl. E. 1.
4
). Der Bericht von
Dr.
B._
erfüllt die genannten Anforderungen an eine
beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
.
Für seine Beurteilung standen
Dr.
B._
die Unterlagen des Versicher
ungsfalles «Treppensturz» (Scha
den-Nummer 11.16.02479-3) und des Falles «Tennisunfall 2015
» (Schaden-Nummer 11.15.04418-0;
vgl.
Urk.
8/M6: Zusammenstellung Krankeng
e
schichte sowie die Bezugnahme auf beide Schaden-Nummern in der Fragestellung) zur Verfügung, was ihm eine Beurteilung der gesamtheitlichen
medizinischen
Situation erlaubte.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerde
führers (vgl.
Urk.
1 S. 10) ist für den Beweiswert des Gutachtens unbeachtlich
,
in welchem Verhältnis
Dr.
B._
zur Beschwerdegegnerin st
and
. Selbst ein Anstel
lungs
verhältnis liesse nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (vgl. E. 1.
4
).
Ebensowenig
vermag die von der Beschwerdegegnerin in Aussicht gestellt Leistungsverweigerung sowie die bereits zuvor
(vgl.
Urk.
8/M4, 8/M5)
geäusserte Verneinung eines Kausalzusammenhangs seitens
Dr.
B._
s
dessen
Objektivität
in Frage zu stellen
. Hinweise auf eine Befangenheit
liegen nicht
vor.
An der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung von
Dr.
B._
bestehen
demnach
keine Zweifel, weshalb darauf abgestellt werden kann
.
4.2
Dr.
B._
kam gestützt auf die MRI Untersuchung von
Dr.
Z._
(E. 3.1) zum Schluss, beim Beschwerdeführer liege
eine
vor
bestehende
Chondropathie
vor, welche die aktuellen Beschwerden verursache.
Dieselbe hielt er überwiegend wahrscheinlich als durch die – nicht versicherte -
Oste
o
chondritis
dicessans
ver
ursacht.
Dr.
B._
stellte weiter fest, dass
der Beschwerdeführer sein Knie 2015 verletzt habe, was eine operative Versorgung bedingt habe. Da der Beschwerde
führer jedoch im März 2016 nur noch über Restbeschwerden geklagt hatte, hielt er dieses Ereignis nachvollziehbarerweise nicht mehr als überwiegend wahr
schein
liche Ursache der aktuellen Beschwerden.
Dass Dr.
B._
die über den 1. August 2016 hinaus persistierenden Beschwerden auf die vorbestehende
Chondropathie
zurückführte, während er die durch das fragliche Unfallereignis erlittene Distorsion für abgeheilt erachtete, ist nicht zu beanstanden. So zeigte das am 14. Juli 2016 erstellte MRI keine signifikanten struk
turellen Läsionen; insbesondere kamen weder dislozierte Meniskusanteile noch Läsionen an den Kreuzbändern zur Darstellung, während sich ein Status nach
Osteochondritis
dissecans
visualisierte (E. 3.3).
Die Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen die
nachvollziehbar begrün
dete
Beurteilung
Dr.
B._
s nicht in Frage zu stellen
.
Insbesondere
überzeugt
die Argumentation des Beschwerdeführers, der Treppensturz könne nicht weggedacht werden, ohne dass die Schmerze
n entfielen, nicht
.
Die Argumentation nach der
Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundes
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Der
Einschätzung
Dr.
B._
s, die un
fallb
edingten Beschwerden
seien spätestens am
1.
August 2016
abgeheilt, und darüber hinausgehende Beschwerden
stünden
überwiegend wahrscheinlich
mit der (nicht versicherten)
Chondropathie
,
aber
weder mit dem Treppen
unfall noch
dem Tennisunfall in Zusammenhang,
kann gefolgt werden.
Mit Erreichen des
status
quo sine
vel
ante am
1.
August 2016 entfällt demnach jegliche (T
eil
)Ur
säch
lichkeit
für die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden.
Der medizinische Sachverhalt ist hinreichend
erstellt
, weshalb sich
weitere Abklä
rungen erübrigen.
4.3
Nach dem Gesagten ist ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 2
8.
April 2016 und den über den
1.
August 2016 hinaus
beklagt
en Knie
beschwerden des Beschwerdeführers nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.