Decision ID: 9fec6512-c9ff-4a6f-9646-c6c15e7e14f0
Year: 2021
Language: de
Court: NW_OG
Chamber: NW_OG_001
Canton: NW
Region: Central_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Das Gestaltungsplangebiet «Z._» in Dallenwil wird gegen Westen durch die Y._strasse,
gegen Osten durch die X._strasse und gegen Norden durch den W._weg umschlossen. Es
umfasst sämtliche Grundstücke, die an die V._strasse, die U._strasse und die T._strasse
grenzen. Mit Ausnahme eines einzigen Grundstücks sind sämtliche Grundstücke des
Gestaltungsplangebiets «Z._» bebaut.
C.E._ und D.E._ (Bauherren) beabsichtigen, ein Einfamilienhaus auf dem im
Gestaltungsplangebiet «Z._» gelegenen, noch unbebauten Grundstück (GS) Nr. aa,
Grundbuch (GB) Dallenwil (T._strasse aa), zu errichten.
Das besagte GS Nr. aa, GB Dallenwil, ist ringsum mit bebauten Grundstücken umgeben.
Nördlich, teilweise auf der gegenüberliegenden Seite des W._weges, befinden sich die GS
Nrn. bb, cc und dd (W._weg bb, cc und dd). Östlich, Richtung X._strasse, befindet sich GS
Nr. ee (T._strasse ee), südöstlich quer über die T._strasse GS Nr. ff (T._strasse ff), südlich
das GS Nr. gg (T._strasse gg) und schliesslich westlich das GS Nr. hh (U._strasse hh). Das
letztgenannte Grundstück befindet sich im Eigentum von A._ und B._ (Beschwerdeführer).
B.
Mit Baugesuch vom 24. November 2017 beantragten die Bauherren beim Gemeinderat
Dallenwil den Neubau eines Einfamilienhauses auf GS Nr. aa, GB Dallenwil. Das Baugesuch
wurde im Amtsblatt 49/2017 vom 6. Dezember 2017 mit Hinweis auf die
Einwendungsmöglichkeit veröffentlicht. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2017 erhoben die
Beschwerdeführer Einwendung.
Mit Beschlüssen Nrn. 125 und 126 vom 2. Mai 2018 wies der Gemeinderat Dallenwil die
Einwendung ab und erteilte den Bauherren unter Bedingungen und Auflagen die
Baubewilligung. Mit hiergegen erhobener Verwaltungsbeschwerde vom 4. Juni 2018
beantragten die Beschwerdeführer, dass der Beschluss des Gemeinderats Dallenwil
aufzuheben und die Baubewilligung zu verweigern sei.
C.
Mit Beschluss Nr. 232 vom 9. April 2019 wies der Regierungsrat Nidwalden (Vorinstanz) die
Verwaltungsbeschwerde ab. Die amtlichen Kosten von insgesamt Fr. 2‘504.– wurden den
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Beschwerdeführern auferlegt, die überdies dazu verpflichtet wurden, den Bauherren eine
Parteientschädigung von Fr. 5‘277.30 zu bezahlen.
D.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 20. Mai 2019 beantragten die Beschwerdeführer:
«1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei gutzuheissen.
2. Der Entscheid des Regierungsrats vom 9. April 2019 sei aufzuheben.
3. Der Beschluss des Gemeinderates Dallenwil vom 2. Mai 2018 sei aufzuheben und die Baubewilligung
für den Neubau eines Wohnhauses auf der Parzelle Nr. aa sei zu verweigern.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegner.»
Der Kostenvorschuss über Fr. 3‘000.– wurde binnen Frist einbezahlt.
E.
Mit separaten Beschwerdeantworten vom 1. Juli 2019 und 19. August 2019 beantragten die
Vorinstanz und die Bauherren die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat
Dallenwil liess sich nicht vernehmen. Damit war der Schriftenwechsel geschlossen.
Mit unaufgeforderter «Stellungnahme zu den Beschwerdeantworten» (Replik) vom
5. September 2019, unaufgeforderter Duplik des Regierungsrates vom 25. September 2019
und unaufgeforderter «Stellungnahme zur Duplik des Rechtsdiensts» (Triplik) vom 15. Oktober
2019 hielten die Beschwerdeführer und die Vorinstanz im Wesentlichen an ihren Anträgen und
Begründungen fest.
F.
Das Verwaltungsgericht Nidwalden, Verwaltungsabteilung, beurteilte die Streitsache
anlässlich seiner Sitzung vom 16. Dezember 2019 in Abwesenheit der Parteien abschliessend.
Das Entscheiddispositiv wurde am 18. Dezember 2019 versandt. Mit Eingabe vom 6. Januar
2020 beantragten die Beschwerdeführer die begründete Ausfertigung des Entscheids.
Auf die Parteivorbringen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
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Erwägungen:
1. Formelles
1.1 Eintretensvoraussetzungen
Angefochten ist der Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 232 vom 9. April 2019.
Letztinstanzliche Entscheide einer Verwaltungsbehörde – worunter der Regierungsrat fällt
(Art. 4 Abs. 2 in Verbindung mit Abs. 1 Ziff. 2 VRG [NG 265.1]) – können mit
Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Verwaltungsgericht angefochten werden (Art. 89 Abs. 1
VRG). Zuständig ist die Verwaltungsabteilung, die in Fünferbesetzung entscheidet (Art. 31,
Art. 33 Ziff. 3 und Art. 38 Abs. 1 GerG [NG 261.1]). Das Verwaltungsgericht Nidwalden ist
somit örtlich wie sachlich zuständig.
Zur Beschwerde ist berechtigt, wer formell und materiell beschwert ist, d.h. wer vor der
Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat
(Art. 70 Abs. 1 Ziff. 1 VRG), durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist (Ziff. 2)
und ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheides hat
(Ziff. 3). Die Beschwerdeführer nahmen am vorinstanzlichen Verfahren teil, sind als
unmittelbare Nachbarn des streitbefangenen Grundstücks von dessen Bebauung besonders
berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung der erteilten
Baubewilligung. Die Beschwerdeführer sind somit zur Beschwerde berechtigt.
Die Beschwerde ist binnen 20 Tagen seit Eröffnung des Entscheides einzureichen (Art. 71
Abs. 1 VRG). Der angefochtene Entscheid erging am 9. April 2019 und ging am 14. April 2019
bei den Beschwerdeführern ein. Die Beschwerde vom 20. Mai 2019 wurde unter Beachtung
von Art. 33a Abs. 2 Ziff. 1 und Art. 34 Abs. 2 VRG fristgerecht eingereicht und entspricht den
Formanforderungen (Art. 73 f. VRG).
Die formellen Voraussetzungen sind erfüllt, womit auf die Beschwerde einzutreten ist.
1.2 Kognition und Rügegründe
Im Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht können die Parteien und die Vorinstanz
neue Tatsachen geltend machen und sich auf neue Beweismittel berufen (Art. 91 Abs. 1 VRG).
Soweit sich aus der Natur der Streitsache nichts anderes ergibt, sind für die Beurteilung der
Verwaltungsgerichtsbeschwerde die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse im Zeitpunkt
des angefochtenen Entscheides massgebend (Art. 92 VRG).
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1.3 Rügen formeller Natur
1.3.1 Gehörsverletzung, antizipierte Beweiswürdigung (Vorwurf der falschen Übertragung
des Terrains in die Pläne des Baugesuchs)
1.3.1.1
Die Beschwerdeführer rügen, dass sie bereits in ihrer Einwendung vom 18. Dezember 2017
vermuteten, das gewachsene Terrain sei vom Architekten in den Plänen falsch eingezeichnet
bzw. übertragen worden, womit das im streitbefangenen Baugesuch festgehaltene Terrain
nicht dem verbindlichen, massgebenden Terrain des Gestaltungsplans entspreche. Deswegen
hätten die Beschwerdeführer bereits im Einwendungsverfahren beantragt, ein unabhängiger
Geometer habe das massgebende, gewachsene Terrain einzuzeichnen. Diesem Antrag habe
die Gemeinde Dallenwil nicht entsprochen, sondern sich, ohne Zahlen zu nennen, mit der
simplen Aussage begnügt, die Untergeschossregelung sei gemäss ihrer Überprüfung
eingehalten. Nur aufgrund des Umstands, dass die Gemeinde Dallenwil als
Baubewilligungsbehörde die Richtigkeit des Terrains überprüft und für korrekt befunden haben
solle, könne nicht auf dessen tatsächlichen Richtigkeit geschlossen werden. Nur mit der
Überprüfung der Unterlagen durch einen unabhängigen Geometer und anhand der
bestehenden Höhenkurven aus dem Gestaltungsplan könne das massgebliche Terrain
bestimmt werden. Deswegen sei eine unabhängige «Expertise betr. die Übertragung des
massgebenden Terrains vom GSP 2004 in das Baugesuch» zu erstellen. Da die Vorinstanz
dies unterlassen habe, habe sie das rechtliche Gehör verletzt. Das Vorgehen der Vorinstanz
erstaune umso mehr, als es im Kanton Nidwalden Usanz sei, dass die F._ AG die
massgebenden Terrains selbst im Situationsplan einzeichne und diese dann von den
Architekten übernommen werde, «wodurch – anders als in vielen Kantonen, wo die
Bestimmung der massgebenden Terrains oft zu langwierigen Streitfällen führen – in Nidwalden
vorbildlich Rechtssicherheit geschaffen» werde.
1.3.1.2
Die Behörde stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest; die Mitwirkungspflicht der Parteien
gemäss Art. 50 VRG bleibt vorbehalten (Art. 48 VRG). Der Untersuchungsgrundsatz bedeutet,
dass die Behörde den massgebenden Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären hat. Die
Behörde darf sich daher nicht auf die Vorbringen der Beteiligten verlassen und muss von sich
aus – in zumutbarer Weise – die materielle Wahrheit ergründen (MISCHA BERNER, Luzerner
Planungs- und Baurecht, 2012, Rz. 192).
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Die Behörde nimmt die ihr angebotenen Beweise ab, wenn diese zur Abklärung des
Sachverhalts tauglich erscheinen (Art. 42 Abs. 1 VRG). Sie bedient sich nötigenfalls der
Beweismittel der öffentlichen und privaten Urkunden (Art. 49 Abs. 1 Ziff. 1 VRG), der
Parteibefragung (Ziff. 2 VRG), der Auskünfte oder Zeugnisse von Dritten (Ziff. 3), der
Auskünfte anderer Behörden und Verwaltungsstellen (Ziff. 4), des Augenscheins (Ziff. 5) und
des Gutachtens von Sachverständigen (Ziff. 6). Der Behörde kommt somit bei der
Beweisabnahme und -erstellung ein gewisser Ermessensspielraum zu (Art. 42 Abs. 1 VRG:
«tauglich erscheinen»; Art. 49 Abs. 1 Ingress VRG: «nötigenfalls»). Im Hintergrund dieser
Regelung steht der Verhältnismässigkeitsgrundsatz, wonach die Behörde nur jene
notwendigen und geeigneten Massnahmen trifft, die erforderlich sind, das gesetzliche Ziel zu
erreichen (Art. 7 Abs. 1 VRG). Bei der Frage, über welche Tatsachen Beweis zu erheben ist,
hat sich die Behörde somit vom Grundsatz der Prozessökonomie leiten zu lassen. Damit soll
die behördliche Sachverhaltsabklärung nicht weiter gehen als zur Abklärung des rechtlich
relevanten Sachverhalts erforderlich. Unnötig und daher nicht erforderlich ist die
Beweisführung in Bezug auf Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Behörde bereits
bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind. Um festzustellen, ob ein Sachverhalt
hinreichend feststeht und ein Beweis zur Klärung der Sachlage etwas beiträgt, kommt die
Behörde nicht darum herum, das Beweisergebnis im Rahmen einer antizipierten
Beweiswürdigung vorläufig zu würdigen. Erscheint der Sachverhalt hinreichend ermittelt, auch
wenn nicht alle Möglichkeiten der Beweisführung ausgeschöpft wurden, und versprechen
zusätzliche Abklärungen keine wesentlichen neuen Erkenntnisse, so rechtfertigt es sich, auf
weitere Untersuchungen zu verzichten. Deshalb kann eine Behörde, wenn sie die
Beweiserhebung als unnötig oder ein konkretes Beweismittel als nicht tauglich erachtet, in
Vorwegnahme des Beweisergebnisses von der Beweisführung absehen. Die Parteien haben
zwar aufgrund ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör einen Anspruch, Beweisanträge zu
stellen. Doch die Entscheidinstanz kann solche Beweisanträge ohne Verletzung des
rechtlichen Gehörs ablehnen und das Beweisverfahren schliessen, wenn sie aufgrund bereits
abgenommener Beweise ihre Meinung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener
Beweiswürdigung annehmen kann, dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen
nicht geändert würde (KASPAR PLÜSS, in: Kommentar VRG, 3. A. 2014, N 18 f. zu § 7 VRG-
ZH).
1.3.1.3
Die Beschwerdeführer bringen selbst vor, dass sie in ihrer Einwendung lediglich «vermuteten»
(Beschwerde, Rz. 14 S. 4), das Terrain sei fehlerhaft auf die Pläne übertragen worden. Die
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Gemeinde Dallenwil ging dieser Vermutung bzw. diesem Verdacht nach und überprüfte vor
Ort, als fach- und ortskundige Baubewilligungsbehörde, das Terrain. Mit anderen Worten
stellte die Gemeinde Dallenwil von Amtes wegen selbst den Sachverhalt fest (Art. 50 VRG)
und erhob die ihr tauglich erscheinenden Beweise (Art. 42 und 49 VRG). Dabei kam sie zum
Schluss, dass das Terrain korrekt auf die Pläne übertragen worden war. Die Vorinstanz
befasste sich einlässlich mit der Vermutung, das Terrain sei in die Pläne falsch übertragen
worden, und dem Vorwurf, die Gemeinde Dallenwil habe den Sachverhalt unzutreffend
festgestellt. Die Vorinstanz vermochte bei unbeschränkter Überprüfungsbefugnis (Art. 82
Abs. 2 VRG) weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht Unregelmässigkeiten
festzustellen.
Zwar rügen die Beschwerdeführer auch im vorliegenden Verfahren, das Terrain sei
vermutungsweise unzutreffend auf die Pläne übertragen worden, jedoch werden (unbestätigte
und unzutreffende) Vermutungen nicht alleine dadurch zutreffend, weil sie beharrlich vor jeder
Instanz wiederholt werden. Es finden sich keine Hinweise, dass das Terrain falsch übertragen
worden sein könnte. Neben den Abklärungen der Gemeinde Dallenwil vor Ort gilt schliesslich
zu berücksichtigen, dass das Terrain nicht von einem ahnungslosen Laien, sondern von einem
ausgebildeten Architekten auf die Pläne übertragen wurde, bei welchem die notwendigen
Fachkenntnisse zu vermuten sind.
1.3.1.4
Indem keine vernünftigen Zweifel daran bestehen, dass das massgebende Terrain zutreffend
auf die Pläne übertragen wurde, besteht kein Anlass, hierfür eine eigene «Expertise betr. die
Übertragung des massgebenden Terrains vom GSP 2004 in das Baugesuch» erstellen zu
lassen: Zwar kann eine Behörde grundsätzlich ein Gutachten einholen (Art. 49 Abs. 1 Ziff. 6
VRG), jedoch unter dem Vorbehalt, dass ein solches nötig (vgl. Abs. 1 Ingress: «nötigenfalls»)
und zur Abklärung des Sachverhalts tauglich erscheint (Art. 42 Abs. 1 VRG). Ebenso mag ein
Gutachten bei abstrakt-hypothetischer Betrachtung tauglich erscheinen (Art. 42 Abs. 1 VRG),
nötig ist es vorliegend jedenfalls nicht (Art. 49 Abs. 1 Ingress VRG), weswegen hierauf
aufgrund des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes (Art. 7 Abs. 1 VRG) zu verzichten ist. Die
Gemeinde Dallenwil und die Vorinstanz verzichteten in rechtmässig erfolgter, antizipierter
Beweiswürdigung auf die Einholung desselben, denn der Sachverhalt steht hinreichend fest.
Die Erstellung einer eigenen «Expertise betr. die Übertragung des massgebenden Terrains
vom GSP 2004 in das Baugesuch» würde vielmehr zu Leerlauf und unnötigen Kosten führen.
Eine Gehörsverletzung ist somit nicht ersichtlich.
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1.3.1.5
Soweit die Beschwerdeführer vorbringen, es sei im Kanton Nidwalden «Usanz», dass die F._
AG die massgebenden Terrains selbst im Situationsplan einzeichne, ist ihnen zu entgegnen,
dass zumindest dem Verwaltungsgericht eine solche «Usanz» nicht bekannt ist. So erstaunt
auch nicht, dass die Beschwerdeführer die von ihnen behauptete Usanz nicht belegen können.
Es erübrigen sich Weiterungen.
1.3.2 Vorwurf der Verletzung des Gestaltungsplans; massgebendes Terrain
1.3.2.1
Auf dem «Bauplan – Fassaden und Schnitt» im Massstab 1:100 vom 20. November 2017
(«Ansicht West» «Ansicht Ost», «Ansicht Nord» und «Ansicht Süd») sind vier Linien
eingezeichnet: Eine gelbe Linie «Terrain bei Hausfassade gem. SNP 2004», eine blaue Linie
«Terrain bei Hausfassade gem. Aufnahme 2007», eine rote Linie «Aktuelles Terrain bei
Hausfassade» und eine schwarze Linie «Neues Terrain bei Hausfassade».
Die Beschwerdeführer rügen zusammengefasst, dass die gelbe Linie «Terrain bei
Hausfassade gemäss SNP 2004» klarerweise das verbindliche, massgebende Terrain
gemäss Gestaltungsplan «Z._» einzeichne. Diese Linie allein sei für die Qualifizierung eines
Geschosses als Vollgeschoss nach Art. 162 BauG (NG 611.01) massgebend. Die Behauptung
werde bestritten, dass der SNP keine verbindliche Festlegung des gewachsenen Terrains
beinhalte und somit allein das massgebende Terrain zum Zeitpunkt des Baugesuchs anno
2017 entscheidend sei.
1.3.2.2
Der Gestaltungsplan bezweckt eine siedlungsgerechte, architektonisch und
erschliessungsmässig gute, der baulichen und landschaftlichen Umgebung angepasste
Überbauung bzw. Nutzung eines zusammenhängenden Gebietes. Bei Wohnüberbauungen ist
den Erfordernissen der Wohnhygiene und der Wohnqualität in besonderem Masse Rechnung
zu tragen (Art. 94 Abs. 1 BauG).
Im Gestaltungsplan mit verbindlichen Elementen «Z._» vom 30. August 2004 (Gemeinde
Dallenwil, act. D3) steht für das streitbefangene GS Nr. aa, GB Dallenwil, unter dem
Baubereich «B2»: «EG = 509.00, max. BGF 166m2, max. 1 Vollgeschoss». In den Situations-
und Schnittplänen (namentlich Schnitt 2-2) im zum Gestaltungsplan zugehörigen Technischen
Bericht vom 26. August 2004 (act. D1) findet sich daneben die Höhenangabe 508.20 m.ü.M.
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Die Sonderbauvorschriften zum Gestaltungsplan vom 26. August 2004 (act. D2) bestimmen
für die Erdgeschosskoten (Ziff. 3.11 S. 10): «Die auf dem Gestaltungsplan vermerkten
Erdgeschoss-Koten dürfen max. um +/- 0.50 abweichen.»
Unabhängig davon, auf welche der beiden Zahlenangaben abgestellt wird (509.00 oder
508.20 m.ü.M.), liegt die von den Bauherren festgelegte Erdgeschosskote von 508.50 m.ü.M.
innerhalb der gemäss Sonderbauvorschriften zulässigen Abweichung von 0.50 m. So
anerkennen selbst die Beschwerdeführer ausdrücklich und wiederholt, dass die von Bauherren
festgelegte Erdgeschosskote auf einer Höhe von 508.50 m.ü.M. «im zulässigen Rahmen liegt»
(Beschwerde, Rz. 22 S. 6) bzw. sich «im zulässigen Rahmen» «bewegt» (ebd., Rz. 25 S. 7).
1.3.2.3
Der Gestaltungsplan (act. D3) stellt keine topographische Karte dar, d.h. Höhen(schicht)lini-
en im Sinne von kartographisch festgehaltenen Isohypsen befinden sich auf dem
Gestaltungsplan keine. Mithin können aus dem Gestaltungsplan alleine keine Höhenlinien im
Allgemeinen oder die von den Beschwerdeführern angeführte gelbe Linie «Terrain bei
Hausfassade gem. SNP 2004» im Besonderen abgeleitet werden. Zwar enthalten die
Situations- und Schnittpläne (namentlich Schnitt 2-2) im Technischen Bericht (act. D1) das
gewachsene Terrain und einen möglichen neuen Terrainverlauf nach Überbauung des
streitbefangenen GS Nr. aa, GB Dallenwil. Jedoch finden sich keine darüber hinausgehenden
Höhenlinien, die genau genug wären, um die gelbe Linie der Fassadenschnitte des
Bauprojekts präzise bestimmen zu können. Mit anderen Worten zeichnet die gelbe Linie
«Terrain bei Hausfassade gemäss SNP 2004» entgegen den beschwerdeführerischen
Vorbringen das verbindliche, massgebende Terrain gemäss Gestaltungsplan «Z._» nicht ein;
vielmehr ist die im Gestaltungsplan aufgeführte Erdgeschosskote massgebend, wie die
Vorinstanz zutreffend erkannte. Dies ergibt sich auch bereits aus dem Gestaltungsplan-
Beschrieb (act. D1, Ziff. 2 S. 5, Abschnitt «Abweichungen zur Regelbauweise»): «Im weiteren
richten sich die Erdgeschosskoten nicht nach dem gewachsenen Terrain, sondern nach den
verbindlichen Vorgaben im Gestaltungsplan. (siehe Ziff. 3.11)». Gemäss der bereits zitierten
Ziff. 3.11 (S. 10) dürfen «[d]ie auf dem Gestaltungsplan vermerkten Erdgeschoss-Koten [...]
max. um +/- 0.50 abweichen.»
Die beschwerdeführerischen Vorbringen bezüglich der verschiedenen, auf den
Fassadenplänen eingetragenen Linien (oben, E. 1.3.2.1) sind über weite Teile kaum
strukturiert und auf schwerfällige Weise verfasst (vgl. bereits Beschwerde, Rz. 21–31 S. 6 f.).
Die Ausführungen verstossen dadurch einerseits gegen die Begründungspflicht (Art. 74 Abs. 1
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Ziff. 3 VRG), weil sich nicht nachvollziehbar erschliesst, inwiefern bzw. wodurch die Vorinstanz
Recht verletzt haben könnte. Andererseits scheinen sich die Beschwerdeführer in ihren
Ausführungen selbst zu widersprechen. Zwar rügen die Beschwerdeführer, dass entgegen der
vorinstanzlichen Auffassung einzig die gelbe Linie «Terrain bei Hausfassade gemäss SNP
2004» massgebend sei, an anderer Stelle schreiben sie jedoch (Beschwerde, Rz. 39 S. 9):
«Der Regierungsrat stützt sich bei seinen eigenen Berechnungen zurecht auf das
massgebende, d.h. gewachsene oder tiefergelegte Terrain.» Wenn sich die Vorinstanz aber
«zurecht auf das massgebende, d.h. gewachsene oder tiefergelegte Terrain» gestützt hat
(ebd.), kann ihr nicht vorgeworfen werden, dass sie «entgegen der ausdrücklichen Regelung
im Gestaltungsplan ‹Z._› entschied, dass die erwähnte gelbe Linie [...] keine Relevanz für
das vorliegende Bauprojekt» hat (Beschwerde, Rz. 30 S. 7).
Auf die einzelnen Linien auf dem «Bauplan – Fassaden und Schnitt» vom 20. November 2017
und dem damit zusammenhängenden Terrainverlauf ist unten, E. 3.2, zurückzukommen.
Vorerst erübrigen sich jedoch Weiterungen.
1.3.3 Willkürvorwurf
Die Beschwerdeführer werfen der Vorinstanz in allen ihren Rechtsschriften vor, dass ihre
Rechtsauffassung «willkürlich» und «im Ergebnis auch unhaltbar» sei.
Jede Person hat Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu
und Glauben behandelt zu werden (Art. 9 BV). Willkür in der Rechtsanwendung liegt nicht
schon vor, wenn eine andere Auslegung ebenfalls vertretbar oder sogar zutreffender erscheint,
sondern erst, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist. Dies ist insbesondere dann der
Fall, wenn er zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen
unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkürliche Rechtsanwendung wird daher
angenommen bei groben Fehlern in der Sachverhaltsermittlung, bei offensichtlicher
Gesetzesverletzung bzw. Nichtanwendung, bei offensichtlicher Missachtung eines
allgemeinen Rechtsgrundsatzes oder des tragenden Grundgedankens eines Gesetzes, bei
groben Ermessenfehlern, wenn ein Entscheid an einem inneren, nicht auflösbaren
Widerspruch leidet oder im Falle eines stossenden Widerspruchs zum
Gerechtigkeitsgedanken. Dabei muss nicht nur die Begründung, sondern auch das Ergebnis
unhaltbar sein (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. A. 2016, Rz. 605 f.).
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Die Beschwerdeführer belassen es bei ihrem pauschalen, bisweilen appellatorisch
anmutenden Willkürvorwurf, ohne ansatzweise aufzuzeigen, welche Ausführungen im
Beschwerdeobjekt, dem RRB Nr. 232 vom 9. April 2019, willkürlich im Rechtssinne sein
könnten oder inwiefern bzw. wodurch die Vorinstanz nicht nur in der Begründung, sondern
auch im Ergebnis in Willkür verfallen wäre. Solcherlei ist auch nicht ersichtlich. Willkür liegt
zumindest nicht schon dann vor, wenn eine Behörde in ihrem Entscheid lediglich eine andere
Rechtsauffassung vertritt als die unterliegende Verfahrenspartei, und darauf gestützt einen
Entscheid fällt, der von der unterliegenden Verfahrenspartei nicht erwünscht ist. Hierauf ist
nicht weiter einzugehen.
1.3.4 Zwischenfazit
Zusammenfassend ist weder eine Fehlerhaftigkeit des Baugesuchs erkennbar noch verletzte
die Vorinstanz ihre Begründungspflicht, das rechtliche Gehör oder das Willkürverbot. Im
Übrigen kann somit vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden
(dortige E. 2.4 S. 4–6; Art. 56 Abs. 3 VRG).
Die Rügen formeller Natur sind unbegründet und die Beschwerde ist in diesem Punkt
abzuweisen.
2. Übersicht
Die Beschwerdeführer bringen in materieller Hinsicht drei Rügen vor: Die Anzahl zulässiger
Vollgeschosse (sogleich, E. 3), die Gebäudeform (E. 4) und die Dachgestaltung (E. 5).
3. Anzahl Vollgeschosse
3.1 Einleitung
Gemäss Gestaltungsplan mit verbindlichen Elementen «Z._» vom 30. August 2004
(Gemeinde Dallenwil, act. D3) darf auf dem Baubereich «B2» bzw. dem streitbefangenen GS
Nr. aa, GB Dallenwil, «max. 1 Vollgeschoss» errichtet werden. Dies ist zwischen den Parteien
unumstritten. Ebenfalls unumstritten ist, dass das geplante Erdgeschoss ein Vollgeschoss
darstellt.
Demgegenüber rügen die Beschwerdeführer, dass es sich sowohl beim Untergeschoss als
auch beim Dachgeschoss ebenfalls um Vollgeschosse handle, womit mehr Vollgeschosse
(drei) als erlaubt (eines) bewilligt worden seien. Dies bestreiten die Bauherren und verneint
die Vorinstanz.
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3.2 Untergeschoss
3.2.1 Parteivorbringen
Die Beschwerdeführer sind zusammengefasst der Ansicht, dass das Untergeschoss mit
mindestens 67.9% um mehr als 1.5 m aus dem ausgemittelten oder tiefer gelegten Terrain
hinausrage, womit das Untergeschoss ein Vollgeschoss darstelle (Beschwerde, Rz. 34–46
S. 8–10 u.ö.). Gleichzeitig betonen sie, dass sie mit ihrer vorinstanzlichen Replik angefügt
hätten, «dass gemäss den Berechnungen der Bauherrschaft das Untergeschoss nur äusserst
knapp (20 cm) kein Vollgeschoss darstelle. Es verstehe sich von selbst, dass bei einem
minimal tiefer verlaufenden gewachsenen Terrain somit schnell deutlich mehr als 2/3 der
Aussenflächenabwicklung um mehr als 1.5 m aus dem ausgemittelten gewachsenen oder
tiefer gelegten Terrain hinausragen würden und das Untergeschoss entsprechend ein
Vollgeschoss darstellen würde» (Beschwerde, Rz. 19 S. 5). Weiter bringen die
Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz stütze sich bei ihren eigenen Berechnungen zurecht auf
das massgebende, d.h. gewachsene oder tiefergelegte Terrain. Wie dieses Terrain
ausgestaltet sei bzw. um welche in den Baugesuchsunterlagen eingezeichneten Terrainlinien
es sich dabei handle, lasse sie jedoch offen. Es könne davon ausgegangen werden, das die
Vorinstanz fälschlicherweise das aktuelle Terrain als massgebendes Terrain in seinen
Berechnungen miteinbeziehe (ebd., Rz. 39 S. 9 f.).
3.2.2 Rechtsgrundlage
Als Vollgeschoss gilt jedes Geschoss, das mit mehr als zwei Dritteln seiner
Aussenflächenabwicklung um mehr als 1.5 m aus dem ausgemittelten, gewachsenen oder
tiefer gelegten Terrain hinausragt (Art. 162 Abs. 1 Ziff. 1 BauG). Bei der
Aussenflächenabwicklung eines Gebäudes ist 1.5 m unter der Oberkante des
Erdgeschossbodens eine horizontale Linie festzulegen. Das Untergeschoss gilt als
Vollgeschoss, wenn mehr als zwei Drittel des entlang dieser theoretischen Linie gemessenen
Gebäudeumfanges überhalb des gewachsenen oder tiefer gelegten Terrains liegt (§ 61 BauV
[NG 611.011]). Eine diesbezügliche Skizze mit allen vier Fassadenschnitten und einer
diesbezüglichen Berechnung findet sich in Anhang 16 zur BauV (UmfangTotal = Fassadenseiten
A+B+C+D; das Untergeschoss ist dann ein Vollgeschoss, wenn die theoretische Linie 1.5 m
unter der Oberkante des Erdgeschossbodens der nicht im Hang befindlichen Seiten A, B und
D zusammen mehr als zwei Drittel vom UmfangTotal betragen).
Als gewachsenes Terrain gilt der bei Einreichung des Baugesuches bestehende Verlauf des
Bodens (§ 46 Abs. 1 BauV). Wurde der Boden im Hinblick auf die beabsichtigte Nutzung des
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Grundstücks oder zur Umgehung von Bauvorschriften umgestaltet, ist auf frühere Verhältnisse
zurückzugreifen (Abs. 2).
3.2.3 Konsens zwischen den Parteien
Auf den «Bauplan – Fassaden und Schnitt» im Massstab 1:100 vom 20. November 2017
(«Ansicht West» «Ansicht Ost», «Ansicht Nord» und «Ansicht Süd») wurde bereits
hingewiesen (oben, E. 1.3.2.1).
Die Beschwerdeführer bestreiten nicht, dass die vollumfängliche Aussenflächenabwicklung
des Untergeschosses insgesamt 41.60 m beträgt (je zweimal 11.90 m und 8.90 m). Ebenfalls
bestreiten sie nicht, dass zwei Drittel davon (Art. 162 Abs. 1 Ziff. 1 BauG und § 61 BauV)
27.73 m betragen. Solange folglich weniger als 27.73 m der Aussenflächenabwicklung um
mehr als 1.5 m aus dem massgebenden Terrain ragen, stellt das Untergeschoss kein
Vollgeschoss dar.
Die Beschwerdeführer anerkennen ausdrücklich, dass die die Vorinstanz die Fassade gemäss
der Ansicht Nord «korrekt» beurteilt hat, womit die gesamte Fassadenabwicklung von 11.90 m
um mehr als 1.5 m aus dem massgebenden Terrain ragt (Beschwerde, Rz. 41 S. 10).
Die Beschwerdeführer stimmen der Vorinstanz ausdrücklich zu, dass ihre Berechnung
betreffend die Fassade gemäss der Ansicht West «nachvollziehbar» «erscheint», womit eine
Fassadenabwicklung von 3.04 m um mehr als 1.5 m aus dem massgebenden Terrain ragt
(Beschwerde, Rz. 43 S. 10).
3.2.4 Dissens zwischen den Parteien
3.2.4.1
Umstritten zwischen den Parteien sind somit die Fassadenabwicklungen gemäss der Ansicht
Süd und der Ansicht Ost.
3.2.4.2
Betreffend die Ansicht Süd vertreten die Bauherren die Meinung, dass diese Fassade nirgends
um mehr als 1.5 m aus dem massgebenden Terrain rage. Die Vorinstanz ist der Auffassung,
dass die Fassade gemäss Ansicht Süd allein im südöstlichen Bereich, und dort auch nur gering
(im Umfang von höchstens ca. 0.35 m), in Erscheinung trete, d.h. mit höchstens 0.35 m um
mehr als 1.5 m aus dem massgebenden Terrain rage. Die Beschwerdeführer rügen, dass
diese Beurteilung falsch sei: Es lägen mindestens 4.40 m der Fassadenabwicklung um mehr
15
als 1.5 m über dem massgebenden Terrain. Vermutlich habe die Vorinstanz irrtümlich auf den
bestehenden Verlauf des Bodens (rote Linie «Aktuelles Terrain bei Hausfassade»; zu den
Linien oben, E. 1.3.2.1) abgestellt, massgebend sei jedoch die gelbe Linie «Terrain bei
Hausfassade gem. SNP 2004». Bereits nach der Darstellung im Baueingabeplan läge eine
Strecke von 3.685 m über dem massgebenden Terrain. Zudem liege das massgebende
Terrain des Gestaltungsplans «Z._» nach den unwidersprochenen Behauptungen der
Bauherren tiefer, weshalb mindestens 4.40 m oder eine noch grössere Strecke mit mehr als
1.5 m aus dem ausgemittelten gewachsenen oder tiefer gelegten Terrain in Erscheinung trete.
Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich keinerlei Hinweise finden lassen, wonach
irgendwelche Linien oder Terrainverläufe falsch in die Pläne des Baugesuchs übertragen
worden sein könnten (oben, E. 1.3.1). Ebenfalls wurde darauf hingewiesen, dass der
Gestaltungsplan «Z._» die Erdgeschosskoten verbindlich festlegt, nicht jedoch detaillierte
Terrainverläufe (oben, E. 1.3.2). Soweit die Beschwerdeführer sich hierauf beziehen, sind sie
nicht weiter zu hören.
Dem Baugesuch liegt das Geländemodell der F._ AG im Massstab 1:200 vom 18. April 2007
zugrunde (VI-act. A10 S. 1; dies entspricht der blauen Linie «Terrain bei Hausfassade gem.
Aufnahme 2007»). Die Gemeinde Dallenwil erstellte am 15. Juni 2016 ein vergleichendes
Geländemodell mit den Terrainverläufen anno 2004 und anno 2007 (ebd., S. 2; diese
entsprechen der gelben Linie «Terrain bei Hausfassade gem. SNP 2004» und der blauen Linie
«Terrain bei Hausfassade gem. Aufnahme 2007»).
Im Lichte von § 46 Abs. 2 BauV und des Umstands, dass der Gestaltungsplan «Z._» einen
Terrainverlauf in verbindlicher Weise nicht vorgibt, kommt die Vorinstanz zutreffend zum
Schluss, dass die gelbe Linie «Terrain bei Hausfassade gem. SNP 2004» keine Aussagekraft
für das vorliegend streitbefangene Bauvorhaben hat. Die damaligen, hypothetischen
Fassaden beruhten auf abstrakten Planmodellen, d.h. auf einer hypothetischen Baute, wie sie
dem Modell des Gestaltungsplans anno 2004 zugrunde lag. Diese sind jedoch nicht mit den
jetzigen, konkreten Fassaden des vorliegend zu beurteilenden Bauvorhabens deckungsgleich,
denn die Situierung einer Baute kann nach Massgabe der Sonderbauschriften innerhalb des
verbindlichen Baubereichs frei bestimmt werden. Es gilt somit die Grundregel gemäss § 46
Abs. 1 BauV, wonach als gewachsenes Terrain der bei Einreichung des Baugesuches
bestehende Verlauf des Bodens gilt. Dieser Terrainverlauf wird durch die rote Linie «Aktuelles
Terrain bei Hausfassade» widergegeben; dies wirkt sich für die Bauherren bei der Ansicht Süd
am günstigsten aus, weil der rot eingezeichnete Terrainverlauf am höchsten liegt.
16
Die Berechnung der Vorinstanz ist somit zutreffend, wonach die Fassade gemäss Ansicht Süd
höchstens mit 0.35 m um mehr als 1.5 m aus dem massgebenden Terrain rage. Dies gilt sogar
unabhängig davon, ob die rote Linie «Aktuelles Terrain bei Hausfassade» oder aber die blaue
Linie «Terrain bei Hausfassade gem. Aufnahme 2007» zuhilfe genommen wird.
Doch selbst wenn man der gelben Linie «Terrain bei Hausfassade gem. SNP 2004» eine
Bedeutung zuerkennen wollte, ragten diesfalls höchstens ca. 3.7 m (bzw. ca. 3.7 cm auf dem
Fassadenplan Ansicht Süd, bei einem Massstab 1:100) um mehr als 1.5 m aus dem
massgebenden Terrain, nicht jedoch «mindestens 4.40 m», wie die Beschwerdeführer
meinen, ohne jedoch angeben zu können oder zu wollen, wie sie auf die Zahl kommen.
3.2.4.3
Betreffend die Ansicht Ost vertritt die Vorinstanz die Auffassung, dass dieser
Fassadenabschnitt mit einer ganzheitlichen Aussenabwicklung von 8.90 m auf einer Länge
von 6 m mit mehr als 1.5 m aus dem ausgemittelten gewachsenen oder tiefergelegten Terrain
hinausrage. Die Beschwerdeführer schreiben hierzu in ihrer Beschwerde lediglich (dortige
Rz. 44 S. 10): «Ansicht Ost: Die Beurteilung durch den Regierungsrat ist offensichtlich falsch.
Es liegen 8.90 m über dem massgebenden (ausgemittelten gewachsenen oder tiefergelegten)
Terrain.» In ihrer Replik (Rz. 13–15 S. 4 und Rz. 35 f. S. 8) begnügen sich die
Beschwerdeführer mit der schlichten Meinungskundgabe, dass die vorinstanzlichen
Berechnungen «schlichtweg falsch» seien, in der Triplik gehen sie hierauf nicht mehr
gesondert ein.
Mit diesen appellatorisch anmutenden Ausführungen verletzen die Beschwerdeführer ihre
Begründungspflicht (Art. 74 Abs. 1 Ziff. 3 VRG), denn es bleibt schleierhaft, inwiefern die
Gemeinde Dallenwil oder die Vorinstanz die Fassadenabwicklung gemäss Ansicht Ost
rechtsfehlerhaft oder sachverhaltswidrig erstellt haben sollen. Es finden sich diesbezüglich
auch keine Hinweise in den Akten, die diese These untermauern könnten. «[O]ffensichtlich
falsch» ist die vorinstanzliche Beurteilung jedenfalls nicht; vielmehr steht sie in Einklang mit
dem Fassadenplan gemäss Ansicht Ost.
3.2.5 Zusammenschau
Wie erwähnt (oben, E. 3.2.3) beträgt die vollumfängliche Aussenflächenabwicklung des
Untergeschosses insgesamt 41.60 m, wovon höchstens zwei Drittel, d.h. 27.73 m, um mehr
als 1.5 m aus dem massgebenden Terrain ragen dürfen, damit das Untergeschoss noch kein
Vollgeschoss darstellt. Unbestritten ist (E. 3.2.3), dass die Fassadenabwicklung gemäss
17
Ansicht Nord über 11.90 m und gemäss Ansicht West über 3.04 m um mehr als 1.5 m aus
dem massgebenden Terrain ragen. Wie gezeigt wurde (E. 3.2.4), geht die Vorinstanz
zutreffend davon aus, dass die Fassadenabwicklung gemäss Ansicht Süd höchstens mit
0.35 m und gemäss Ansicht Ost mit 6 m um mehr als 1.5 m aus dem massgebenden Terrain
ragt. Dies gibt über alle vier Fassadenseiten gerechnet eine Fassadenabwicklung von
höchstens 21.29 m (11.90 m [Ansicht Nord] + 3.04 m [Ansicht West] + 0.35 m [Ansicht Süd] +
6 m [Ansicht Ost]). Diese Fassadenabwicklung stellt somit höchstens 51.18% der
vollumfänglichen Aussenflächenabwicklung des Untergeschosses dar. Damit stellt das
Untergeschoss kein Vollgeschoss im Sinne von Art. 162 Abs. 1 Ziff. 1 BauG, § 61 BauV und
Anhang 16 zur BauV dar. Die Beschwerde ist folglich in diesem Punkt unbegründet.
Selbst wenn man jedoch mit den Beschwerdeführern bei der Fassadenabwicklung gemäss
Ansicht Süd von der (bedeutungslosen) gelben Linie «Terrain bei Hausfassade gem. SNP
2004» ausginge und dadurch einen Wert von höchstens ca. 3.7 m annähme (E. 3.2.4.2), sowie
die unsubstantiiert behauptete Fassadenabwicklung gemäss Ansicht Ost mit 8.90 m
unbesehen von ihnen übernähme (E. 3.2.4.3), ergäbe dies über alle vier Fassadenseiten
gerechnet eine Fassadenabwicklung von höchstens 27.54 m (11.90 m [Ansicht Nord] + 3.04 m
[Ansicht West] + 3.7 m [Ansicht Süd] + 8.90 m [Ansicht Ost]). Diese – hypothetische,
aufgerundete und akten- wie faktenwidrige – Fassadenabwicklung stellte dann höchstens
66.2% der vollumfänglichen Aussenflächenabwicklung des Untergeschosses dar, nicht jedoch
deren zwei Drittel (66.667%) gemäss Art. 162 Abs. 1 Ziff. 1 BauG, § 61 BauV und Anhang 16
zur BauV. Daraus ergibt sich, dass selbst wenn man die (unzutreffenden)
beschwerdeführerischen Berechnungsweisen zur Grundlage nähme, das streitbefangene
Untergeschoss kein Vollgeschoss darstellt, womit die Beschwerde selbst in diesem Fall
unbegründet wäre.
Im Übrigen kann auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (dortige E. 2.5
S. 6–8; Art. 56 Abs. 3 VRG).
3.3 Dachgeschoss
3.3.1 Parteivorbringen
Die Beschwerdeführer sind zusammengefasst der Ansicht, dass das Dachgeschoss entgegen
den vorinstanzlichen Ausführungen ein Vollgeschoss darstelle, weil seine gesamte nutzbare
Fläche mehr als 70% der Grundfläche des darunterliegenden Vollgeschosses (d.i. des
Erdgeschosses) betrage, wobei jede Fläche ab 1.50 m lichter Raumhöhe als nutzbar gelte (mit
Hinweis auf Art. 162 Abs. 2 BauG). Gemäss Auffassung der Vorinstanz sei es unbestritten,
18
dass das Dachgeschoss des vorliegenden Bauprojekts aus zwei Geschossen bestehe. Die
Vorgaben von Art. 162 Abs. 2 BauG seien jedoch einzuhalten, unabhängig davon, ob ein
Dachgeschoss auf einem oder zwei Geschossen realisiert werde. Die lichte Raumhöhe des
Estrichs überschreite gemäss Vorinstanz die Höhe von 1.48 m nicht, weshalb keine
zusätzliche Fläche entstehe. Die in den Bauplänen eingezeichnete Höhe bis zur Firstpfette
von 1.48 m entspreche jedoch nicht der tatsächlichen Höhe des Estrichs. An der höchsten
Stelle betrage die Höhe vielmehr ca. 1.70 m. Es werde bestritten, dass die Definition des
Begriffs «lichte Höhe» gemäss IVHB (NG 611.2), den die Vorinstanz verwendet habe, den
geltenden Vorgaben des kantonalen Rechts entspreche. Selbst bei einer allfälligen
Anwendbarkeit der IVHB-Definition werde die Nutzbarkeit des Estrichs nicht durch die
Balkenanlage (recte: Balkenlage) bestimmt, weswegen die fertige Decke und nicht die
Firstpfette massgebend ist. Dies führe dazu, dass ein ca. 1 m breiter Streifen zusätzlich als
nutzbare Fläche qualifiziert werden müsse, womit zusätzliche 8.02 m2 nutzbare Fläche
hinzugerechnet werden müssten. Gemäss den Berechnungen der Bauherren werde durch das
Dachgeschoss eine Fläche von 69.98% bereits ohne Hinzurechnung der nutzbaren
Estrichfläche ausgeschöpft. Dadurch werde die Grenze gemäss Art. 162 Abs. 2 BauG von
70% nutzbarer Fläche klarerweise überschritten, womit das Bauprojekt offensichtlich gegen
die Vorgaben des Gestaltungsplans «Z._» (nur ein Vollgeschoss) verstosse.
3.3.2 Rechtsgrundlage
Als Vollgeschoss gilt jedes Dachgeschoss, wenn seine gesamte nutzbare Fläche mehr als
70% der Grundfläche des darunterliegenden Vollgeschosses beträgt; als nutzbare Fläche gilt
jede Fläche ab 1.50 m lichter Raumhöhe (Art. 162 Abs. 1 Ziff. 2 BauG). Bei der Ermittlung der
nutzbaren Fläche eines Dach- oder Attikageschosses sind nicht anzurechnen Einstellräume
für Motorfahrzeuge, Velos, Kinderwagen, Kehrrichtbehälter und der gleichen (§ 62 Ziff. 1
BauV) sowie offene Dachterrassen (Ziff. 2). Gemäss IVHB ist die lichte Höhe der
Höhenunterschied zwischen der Oberkante des fertigen Bodens und der Unterkante der
fertigen Decke bzw. Balkenlage, wenn die Nutzung eines Geschosses durch die Balkenlage
bestimmt wird (Anhang 1 Ziff. 5.4 IVHB). Diesbezügliche Skizzen finden sich im Anhang 2
IVHB (dortige Fig. 5.4).
Die Beschwerdeführer bringen zusammengefasst vor, dass die IVHB vorliegend völlig
irrelevant sei. Die IVHB ist zwar für die Gemeinden im Kanton Nidwalden und damit auch für
Dallenwil noch nicht in Kraft getreten, sie wird dies aber bis spätestens am 1. Januar 2023
(Art. 207 Abs. 2 PBG [NG 611.1] in Verbindung mit dem RRB über das Inkrafttreten der
19
Planungs- und Baugesetzgebung [NG 611.111] in Verbindung mit Art. 2 Abs. 2 Ziff. 11 PBG).
Die IVHB datiert auf den 22. September 2005 und dient, wie bereits aus ihrem Titel hervorgeht,
der interkantonalen Harmonisierung der Baubegriffe. Nicht bezweckte somit die
Schweizerische Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz, mit der IVHB Baubegriffe
oder deren Verständnis fundamental zu verändern und vollumfänglich neu zu gestalten.
Entgegen den beschwerdeführerischen Mutmassungen steht die IVHB somit nicht per se in
unauflösbarem Widerspruch zum geltenden kantonalen Recht namentlich Nidwaldens.
Deswegen kann die IVHB behelfsmässig zurate gezogen werden, soweit sie faktisch dem
jetzigen, d.h. dem geltenden kantonalen Recht Nidwaldens entspricht. Dies gilt namentlich für
den baurechtlichen Terminus technicus «lichte Höhe», der nicht auf beliebige oder gar
willkürliche Weise verstanden werden kann. Am vorinstanzlichen Vorgehen ist somit nichts
auszusetzen; die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet.
3.3.3 Lichte Höhe
Aus der Baueingabe Fassaden und Schnitt 1:100 vom 20. November 2017 (Gemeinde
Dallenwil, act. A14) ergibt sich, dass der Estrich bzw. das Dach eine Firstpfette aufweist, d.h.
einen mittig unter der Firstlinie des Daches verlaufenden waagerechten Balken. Bei der
Firstpfette handelt es sich somit um diejenige Balkenlage, die die Nutzung des
Obergeschosses bzw. des Estrichs bestimmt. Die lichte Höhe stellt somit gemäss kantonalem
Recht, analog Anhang 1 Ziff. 5.4 und Anhang 2 Fig. 5.4 IVHB, den Höhenunterschied
zwischen der Oberkante des fertigen Estrichbodens und der Unterkante der Firstpfette dar.
Gemäss besagter Baueingabe beträgt dieser Höhenunterschied laut Einzeichnung 1.48 m und
nicht, wie die Beschwerdeführer aktenwidrig behaupten, ca. 1.70 m. Ob die Beschwerdeführer
die lichte Höhe mit der Geschosshöhe (vgl. Anhang 1 Ziff. 5.5 IVHB) bzw. der Höhe der
Oberkante der Dachkonstruktion (vgl. Anhang 2 Fig. 5.3 IVHB) verwechseln, kann dabei
offengelassen werden.
3.3.4 Auswirkung auf die Geschossigkeit
Indem die lichte Höhe des Estrichs mit 1.48 m unter der Grenze von 1.50 m liegt, darf die
Estrichfläche gemäss Art. 162 Abs. 1 Ziff. 2 BauG nicht als nutzbare Fläche gerechnet werden.
Es bleibt somit dabei, dass die gesamte nutzbare Fläche des Dachgeschosses 69.98% der
Grundfläche des darunterliegenden Vollgeschosses, d.h. des Erdgeschosses, beträgt. Indem
dieser Wert unter 70% liegt, stellt das Dachgeschoss gemäss besagtem Art. 162 Abs. 1 Ziff. 2
BauG kein Vollgeschoss dar.
20
Die Beschwerde ist folglich in diesem Punkt unbegründet. Eine allfällige Besorgnis der
Beschwerdeführer, dass die Grenze von 70% gemäss Art. 162 Abs. 1 Ziff. 2 BauG während
der Errichtung des Bauobjekts überschritten werden könnte, kann mit dem Hinweis auf die
Meldepflichten der Bauherren und die Baukontrollen der Gemeinde Dallenwil gemäss
Art. 160 f. PBG und §§ 52 ff. PBV (NG 611.11) zerstreut werden.
Im Übrigen kann auf die umfangreichen vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden
(dortige E. 2.6 S. 8–11; Art. 56 Abs. 3 VRG).
3.4 Zwischenfazit
Zusammenfassend stellt weder das Unter- noch das Dachgeschoss, sondern einzig das
Erdgeschoss ein Vollgeschoss im Sinne von Art. 162 Abs. 1 BauG dar. Indem das Bauprojekt
nur ein Vollgeschoss aufweist, erfüllt es die Vorgaben gemäss Gestaltungsplan mit
verbindlichen Elementen «Z._» vom 30. August 2004 (Gemeinde Dallenwil, act. D3: «max.
1 Vollgeschoss»).
Die Beschwerde ist folglich in diesem Punkt abzuweisen.
4. Gebäudeform
4.1 Parteivorbringen
Die Beschwerdeführer rügen, dass es sich beim östlichen Gebäudeteil entgegen der
vorinstanzlichen Auffassung nicht um einen Anbau handle; dies sei bautechnisch schlichtweg
falsch. Vielmehr handle es sich richtigerweise um einen markanten rückversetzenden bzw.
einspringenden Gebäudeteil. Gemäss Ziff. 3.2 des Gestaltungsplans «Z._» seien
einspringende Gebäudeteile auf ein Minimum zu reduzieren. Da vorliegend jedoch fast ein
Drittel des Gebäudes zurückversetzt sei, werde die Vorgabe des Gestaltungsplans deutlich
verletzt. Ähnliches habe die Vorinstanz bereits anlässlich eines Beschwerdeverfahrens anno
2009 erkannt.
4.2 Gestaltungsplan
Ziff. 3.2 der Sonderbauvorschriften zum Gestaltungsplan «Z._» vom 26. August 2004
(Gemeinde Dallenwil, act. D2) schreibt unter der Marginalie «Gebäudeformen» folgendes vor
(Orthographie wie im Original):
«Die Gebäudeformen müssen sich an das gewachsene Siedlungsgebiet anlehnen und dem Gesamt-Dorfbild
entsprechen.
21
Es sind grundsätzlich, rechteckige, klare, Gebäudeformen anzustreben. Einspringende oder auskragende
Gebäudeteile sind auf ein minimum zu reduzieren. Die Gebäude der Parzellen A1 – A4 sind abgetreppt
auszuführen.
Mindest Abtreppung 1.50 m.»
Über Anbauten und Terrassen schweigt sich der Gestaltungsplan somit aus, weswegen sie
nicht per se als gestaltungsplanwidrig anzusehen sind. Zudem sind einspringende oder
auskragende Gebäudeteile zwar auf ein Minimum zu reduzieren, sie sind jedoch nicht per se
unzulässig.
4.3 Bauprojekt
Aus der Baueingabe, d.h. aus den Grundrissen (Gemeinde Dallenwil, act. A13), den
Fassaden- und Schnittplänen (act. A14) sowie den Visualisierungen (act. A15), geht hervor,
dass das streitbefangene Bauprojekt eine klare, schlichte, ungeschnörkelte und unverspielte
Formensprache aufweist. Auch ist die Gebäudeform rechteckig – freilich mit Ausnahme des
vom Gestaltungsplan für den Baubereich «B2» bzw. das streitbefangene GS Nr. aa, GB
Dallenwil, vorgeschriebenen Satteldaches. Das projektierte Gebäude fügt sich nahtlos und
störungsfrei in das Gelände ein, und das einzige auskragende Element ist ein Vordach über
dem Hauseingang, das funktional sinnvoll und optisch unauffällig erscheint.
Unter- und Erdgeschoss weisen einen rechteckigen, unveränderten Grundriss auf. Das
Dachgeschoss weist gestützt auf Art. 162 Abs. 1 Ziff. 2 BauG einen geringeren Grundriss auf,
sodass auf Höhe der Oberkante des Dachgeschossbodens sich auf der östlichen
Gebäudeseite eine Fläche befindet, die gemäss Bauherren die Terrasse bzw., nach
beschwerdeführerischer Ansicht, ein Flachdach darstellt (hierzu ausführlich unten, E. 5).
Insofern diese Fläche eine Terrasse darstellen sollte (unten, E. 5), verstösst sie nicht gegen
den Gestaltungsplan, sondern stellt einen erlaubten vertikalen Abschluss eines einfach
strukturierten, rechteckigen Kubus dar. Derjenige Teil des Bauprojekts, der vom
gleichschenkligen Satteldach mit Giebeldreieck abgeschlossen wird, bildet den
massgebenden Hauptteil des Bauprojekts. Dieser besteht aus dem Dachgeschoss sowie den
unter ihm liegenden Teilen des Erd- und des Untergeschosses. Daraus – und aus den
Unterlagen der Baueingabe – ergibt sich, dass derjenige Teil des Unter- und des
Erdgeschosses, der unter der Terrasse bzw. dem Flachdach liegt, ein Anbau darstellt, weil
dieser an den massgebenden Hauptteil angebaut ist. Dies erkannte die Vorinstanz zutreffend.
Sähe man dies anders und ginge mit den Beschwerdeführern davon aus, dass es sich um
einen markant rückversetzenden bzw. einspringenden Gebäudeteil handelt, hätte dies zur
22
Folge, dass die Bauherren auf dem streitbefangenen GS Nr. aa, GB Dallenwil, keine Terrasse
errichten dürfte, obschon dies gemäss Gestaltungsplan erlaubt ist. Stattdessen müssten sie
anstelle eines unauffälligen Anbaus einen markant auskragenden Balkon errichten, was ihnen
jedoch gemäss Gestaltungsplan untersagt ist. Dies hätte somit zur Folge, dass ihnen sämtliche
Möglichkeiten genommen wären, sich auf Höhe des Dachgeschosses, in der sich die Bereiche
«Wohnen/Essen» und «Küche» befinden (Grundrisse 1:100; act. A13), draussen aufhalten zu
können. Dies wiederum widerspricht der Grundidee eines Gestaltungsplans, wonach bei
Wohnüberbauungen den Erfordernissen der Wohnhygiene und der Wohnqualität in
besonderem Masse Rechnung zu tragen ist (Art. 94 Abs. 1, zweiter Satz BauG).
Es zeigt sich somit, dass die beschwerdeführerische Argumentation nicht nur im Widerspruch
zum Gestaltungsplan «Z._» im Besonderen und der Zielsetzung von Gestaltungsplänen im
Allgemeinen steht, sondern überdies an einem inneren, nicht auflösbaren Widerspruch leidet.
Indem der Eindruck entsteht, es gehe den Beschwerdeführern einzig darum, den Bauherren
eine sinnvolle Nutzung des streitbefangenen GS Nr. aa, GB Dallenwil, zu verunmöglichen,
trägt die Beschwerde in diesem Punkt beinahe schon querulatorische Züge.
4.4 RRB Nr. 361 vom 2. Juni 2009
Replicando führen die Beschwerdeführer aus, die Vorinstanz habe sich im RRB Nr. 361 vom
2. Juni 2009 mit den Sonderbauvorschriften des Gestaltungsplans «Z._» befasst (dortige
Rz. 19 S. 5). Die Vorinstanz setzte sich bereits in ihrem, vorliegend angefochtenen Entscheid
mit diesem Vorbringen auseinander (dortige E. 2.8.4.3 S. 15). Sie kam dabei zum Schluss,
dass keinerlei Ähnlichkeiten zwischen dem damals streitbefangenen und dem nunmehr
streitbefangenen Bauprojekt bestünden. So habe das damals geplante Wohnhaus eine
ausgeprägte «U»-Form mit einem offenen Sitzplatz von rund 40m2 zwischen den beiden
Gebäudeteilen aufgewiesen.
Die Beschwerdeführer verweisen zwar auf einen RRB der Vorinstanz aus dem Jahre 2009,
offerieren ihn aber nicht, womit sie ihre Verfahrenspflichten gemäss Art. 74 Abs. 1 Ziff. 4 VRG
verletzen. Sie zeigen nicht auf, inwiefern bzw. wodurch das damalige Bauprojekt mit dem
vorliegend zu beurteilenden deckungsgleich oder nur schon analogieweise ähnlich sein
könnte. Vielmehr wiederholen die Beschwerdeführer in pauschaler wie appellatorischer Weise
lediglich ihren bereits vor der Vorinstanz vorgebrachten Standpunkt, ohne sich mit den
vorinstanzlichen Ausführungen auseinanderzusetzen oder nur schon auf sie einzugehen.
Insofern verletzen sie auch die ihnen obliegende Begründungspflicht gemäss Art. 74 Abs. 1
Ziff. 3 VRG. An der vorinstanzlichen Erwägung ist weder in sachlicher noch in rechtlicher
23
Hinsicht etwas auszusetzen; es kann auf sie verwiesen werden (E. 2.8.4.3 S. 15; Art. 56
Abs. 3 VRG), Weiterungen erübrigen sich.
4.5 Zwischenfazit
Zusammenfassend weist das streitbefangene Bauprojekt weder einen markanten
rückversetzenden noch einen einspringenden Gebäudeteil auf. Vielmehr erfüllt die
Gebäudeform die Vorgaben gemäss Gestaltungsplan mit verbindlichen Elementen «Z._»
vom 30. August 2004. Im Übrigen kann auf die umfangreichen vorinstanzlichen Ausführungen
verwiesen werden (dortige E. 2.8 S. 13–15 u.a. mit teilweisem Verweis auf E. 2.7.3.4 S. 12;
Art. 56 Abs. 3 VRG).
Die Beschwerde ist folglich in diesem Punkt abzuweisen.
5. Dachgestaltung
5.1 Parteivorbringen
Die Beschwerdeführer rügen, dass das geplante Dach entgegen der vorinstanzlichen
Auffassung eben nicht als typisches Satteldach in Erscheinung trete, da es lediglich etwa 70%
des Gebäudes abdecke und nicht mit sämtlichen Hauptfassaden des Gebäudes verbunden
sei. Bei der Dachgestaltung des restlichen Gebäudeteils, der als Terrasse benutzt werden
solle, handle es sich optisch und bautechnisch klarerweise um ein Flachdach, dessen
Hauptzweck es sei, den darunterliegenden Wohnraum zu schützen. Traufseitig und damit
auch gegenüber den Beschwerdeführern trete das Gebäude (recte wohl: das Dachgeschoss)
wie ein Vollgeschoss in Erscheinung, was sich an der Befensterung zeige. Bei Satteldächern
seien dagegen nur Lukarnen zulässig, die gemäss Gestaltungsplan als Gauben
auszugestalten seien. Solche gebe es beim Bauprojekt nicht. Bei der Dachgestaltung handle
es sich somit offensichtlich um zwei verschiedene Dacharten. Ein Teil sei mit einem
Satteldach, ein anderer Teil mit einem Flachdach bedeckt. Diese Kombination der
Dachgestaltung verstosse klarerweise gegen die Vorgaben des Gestaltungsplans «Z._», die
verlangten, dass im Baufeld B Satteldächer zu realisieren seien (mit Hinweis auf dessen
Ziff. 3.3). Ausnahmen seien im Gestaltungsplan nicht vorgesehen, ebenso wenig eine
Kombination von Satteldach und Flachdach.
5.2 Gestaltungsplan
Wie bereits festgehalten, sind Terrassen nicht per se gestaltungsplanwidrig (oben, E. 4.2).
Ziff. 3.3 der Sonderbauvorschriften zum Gestaltungsplan «Z._» vom 26. August 2004
24
(Gemeinde Dallenwil, act. D2) schreibt unter der Marginalie «Firstrichtungen/Dachge-
staltung» folgendes für die Dachgestaltung vor (Orthographie wie im Original):
«[...] Die Dächer der Parzellen B und C sind als Satteldächer auszuführen.
Die Dacheindeckung bei den Parzellen B und C sind Ziegel vorzusehen.
Als Ziegelfarben sind alle Graustufen zulässig.
Bei Satteldächern sind Lukarnen gemäss BZR zulässig.
Die Lukarnen sind in Gaubenform auszuführen.»
Es trifft somit zu, dass der Gestaltungsplan «Z._» für das streitbefangene GS Nr. aa,
GB Dallenwil, kein Flachdach vorsieht.
5.3 Wortbedeutung
Nach landläufigem Verständnis versteht man unter dem Begriff «Dach» den «obere[n]
Abschluss eines Hauses, eines Gebäudes, der entweder durch die horizontale Fläche gebildet
wird od[er] häufiger durch eine mit Ziegeln od[er] anderem Material gedeckte
[Holz]konstruktion, bei der die Flächen in bestimmten Winkel zueinanderstehen» (Duden,
Universalwörterbuch, 8. A. 2015, S. 387, Lemma «Dach» Nr. 1), eine «vor Sonne, Regen o.Ä.
schützende Konstruktion über etw[as]» (ebd., Nr. 3) bzw. eine «Überdeckung, oberer
Abschluss eines Gebäudes, eines Zeltes, eines Fahrzeugs» (Duden, Bedeutungswörterbuch,
4. A. 2010, S. 253, Lemma «Dach»). Demgegenüber bezeichnet der Begriff «Terrasse» eine
«größere Fläche an einem Haus für den Aufenthalt im Freien» (Duden, Universalwörterbuch,
a.a.O., S. 1755, Lemma «Terrasse» Nr. 1) bzw. einen «[überdachte{n}] abgegrenzte[n] freie[n]
Platz an einem Haus für den Aufenthalt im Freien» (Duden, Bedeutungswörterbuch, a.a.O.,
S. 925, Lemma «Terrasse» Nr. 2). Diesen Definitionen ist gemeinsam, dass eine Terrasse
vornehmlich dem Aufenthalt von Menschen dient, ein Dach indes nicht. Dieser Umstand ergibt
sich bereits aus der Etymologie der beiden Begriffe. Während «Terrasse» letztlich vom
altprovenzalischen und lateinischen «terra» («Erde, [Erd]boden, Land, Gebiet») stammt, und
auf dieser hält sich der Mensch zu Lebzeiten gewöhnlich auf, ist das Wort «Dach» mit dem
Verb «decken» im Sinne von «auf etw[as] legen, über etw[as] breiten, schützen, verbergen»
verwandt (althochdeutsch «dah» zur indogermanischen Verbalwurzel «*(s)teg-», «decken»,
womit das «Dach» eine «Decke» ist bzw. «das Bedeckende» bedeutet; ausführlich zum
Ganzen Kluge, Etymologisches Wörterbuch, 25. A. 2011, S. 177, Lemma «Dach»; WOLFGANG
PFEIFER, Etymologisches Wörterbuch, 5. A. 2011, S. 198, Lemma «Dach»; ebd., S. 207,
Lemma «decken», S. 1425 f., Lemma «Terrasse»).
25
Zusammengefasst ergibt sich aus der Wortbedeutung, dass Dächer weder bezwecken noch
dafür geschaffen sind, um sich auf ihnen aufzuhalten, Terrassen hingegen schon. Die
Bauherren beabsichtigen, sich dereinst auf der streitbefangenen Fläche aufzuhalten, die sich
auf Höhe der Oberkante des Dachgeschossbodens auf der östlichen Gebäudeseite befindet.
Dies ergibt sich namentlich aus der Baueingabe Grundrisse 1:100 (Gemeinde Dallenwil,
act. A13), wo auf der besagten Fläche ein Tisch mit sechs Stühlen abgebildet ist. Schon aus
diesem Umstand zeigt sich, dass es sich nicht um ein Flachdach handelt, sondern um eine
Terrasse.
5.4 Konstruktion
Gemäss Beschwerdeführer sei die streitbefangene Fläche «klarerweise» optisch und
bautechnisch als Flachdach konzipiert. Dächer müssen gemäss Gestaltungsplan mit Ziegeln
bedeckt werden. Im Material- und Farbkonzept des streitbefangenen Bauprojekts (act. A17)
steht unter «Dacheindeckung: Ziegel, grau». Ziegel sind aufgrund ihrer Materialeigenschaften
üblicherweise nicht dafür geeignet, mit Stühlen, Tischen, Pflanzbottichen oder Menschen
belastet zu werden, wie dies die Bauherren beabsichtigen (vgl. die Skizze Grundrisse 1:100
[act. A13]). Dies spricht dagegen, dass die fragliche Fläche dereinst geziegelt wird. Aus der
Baueingabe Visualisierungen (act. A15) entsteht kein gegenteiliger Eindruck, sondern es
scheint nur das Satteldach geziegelt zu werden.
In Material- und Farbkonzept (act. A17) steht überdies: «Balkongeländer: Geländer in Glas /
Metall». Bei besagtem «Balkongeländer» muss es sich, mangels Alternativen, um dasjenige
handeln, das die fragliche Fläche gemäss Baueingabe Fassade und Schnitt 1:100 (act. A14)
und Baueingabe Visualisierungen (act. A15) begrenzt. Im Gesuch «Einleitung oder
Versickerung von unverschmutztem Regenabwasser» (act. A16) werden als Arten der
entwässerten Fläche mit Flächenangabe aufgezählt: «Dach», «Balkon (nicht oder teilweise
gedeckt)», «Parkplatz», «Vorplatz». Da es beim streitbefangenen Bauprojekt keinen Balkon
im Sinne eines «vom Wohnungsinnern betretbare[n] offene[n] Vorbau[s], der aus dem
Stockwerk eines Gebäudes herausragt» (Duden, Universalwörterbuch, a.a.O., S. 251, Lemma
«Balkon» Nr. 1) gibt, muss hiermit die besagte Fläche beim Dachgeschoss gemeint sein.
Balkone und Terrassen werden üblicherweise mit einem Geländer ummantelt zwecks
Absturzsicherung; bei Flachdächern sind Geländer regelmässig überflüssig, weil sich hierauf
niemand regelmässig aufhält.
Gemäss Baueingabe Grundrisse 1:100 (act. A13) ist das Bauprojekt grob wie folgt aufgeteilt:
Im Untergeschoss befinden sich ein Fitness-, ein Hobby- und ein Technikraum sowie Dusche
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und WC. Im Erdgeschoss befinden sich ein Entrée, fünf Zimmer und ein Bad. Im
Obergeschoss schliesslich befinden sich ein Büro, ein WC, ein Bereich «Wohnen / Essen»
und die Küche. Zusammengefasst, dient das Untergeschoss dem Bereich Freizeit und
Infrastruktur, das Erdgeschoss dem Schlafen bzw. dem Einzelaufenthalt der Hausbewohner
und das Dachgeschoss schwergewichtig dem gemeinsamen bzw. gemeinschaftlichen
Aufenthalt derselben. In diesem Bereich eine Terrasse zu errichten, erscheint sinnvoll, weil
sich eine Hausgemeinschaft – es handelt sich um ein Einfamilienhaus – regelmässig nicht nur
im Hausinnern, sondern auch Aussen gemeinsam aufhalten möchte. Die Küche ist denn auch
so konzipiert, dass sie sich auf der östlichen Seite des Gebäudes befindet. Weiter ergibt sich
aus der Baueingabe Fassaden und Schnitt 1:100 (act. A14, dortige Ansicht Ost) sowie aus der
Baueingabe Visualisierungen (act. A15), dass eine kleinere Glasanschlagtüre mit
beweglichem Rahmentürblatt an die Küche und eine grössere Glasschiebetüre an den Bereich
«Wohnen / Essen» grenzt. Da Türen zwar u.a. dem «Verschließen eines Durchgangs»
(Duden, Universalwörterbuch, a.a.O., S. 1802 f., Lemma «Türe» Nr. 1a), jedoch auch und
damit verbunden dem Durchgehen dienen, zeigt sich, dass die streitbefangene Aussenfläche
beim Dachgeschoss ohne grössere Mühen betretbar sein soll, andernfalls Fenster vorgesehen
wären. Demnach dient diese Fläche dem Aufenthalt, wie dies bei Terrassen typisch ist, nicht
jedoch vornehmlich der Abdeckung des darunterliegenden Wohnraums, wie dies bei Dächern
üblich ist. Aus optischer und bautechnischer Sicht handelt es sich bei der streitbefangenen
Fläche somit weder «offensichtlich» noch «klarerweise» um ein Flachdach, wie die
Beschwerdeführer meinen.
5.5 Satteldach
Soweit die Beschwerdeführer die fehlende Befensterung des Satteldachs rügen, sind sie nicht
zu hören. Gemäss Gestaltungsplan (oben, E. 5.2) sind «[b]ei Satteldächern [...] Lukarnen
gemäss BZR zulässig. Die Lukarnen sind in Gaubenform auszuführen.» Die Umschreibung,
dass Lukarnen «zulässig» sind, zeigt nur, dass Lukarnen vorgesehen sein dürfen. Eine Pflicht,
das Satteldach damit zu versehen, besteht indes nicht. Die Rüge ist somit unbegründet.
Soweit die Beschwerdeführer vorbringen, dass das Satteldach nicht als ein typisches in
Erscheinung trete, da es lediglich etwa 70% des Gebäudes abdecke und nicht mit sämtlichen
Hauptfassaden des Gebäudes verbunden sei, sind sie darauf hinzuweisen, dass das
Satteldach mit sämtlichen Fassadenteilen des massgebenden Hauptteils des Bauprojekts
verbunden ist (vgl. oben, E. 4.3). Eine Überdachung sowohl des Hauptteils als auch des
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Anbaus bzw. der Terrasse mittels eines Satteldachs gäbe dem Bauprojekt eine unnötige
Wuchtigkeit. Überdies ist die Überdachung der Terrasse unnötig bzw. dysfunktional.
Soweit schliesslich die Beschwerdeführer vorbringen, das Dachgeschoss trete traufseitig und
damit auch gegenüber ihnen wie ein Vollgeschoss in Erscheinung, sind sie ebenfalls nicht zu
hören. Das Dachgeschoss entspricht vollumfänglich den Vorgaben von Gesetz und
Gestaltungsplan (ausführlich oben, E. 3.3). Beim Baubereich «B2» (bzw. dem
streitbefangenen GS Nr. aa, GB Dallenwil) handelt es sich um den einzigen bzw. letzten des
gesamten Gestaltungsplangebiets «Z._», der noch nicht überbaut ist, obschon der
Gestaltungsplan ausdrücklich seine Bebauung vorsieht. Die Beschwerdeführer mussten und
müssen damit rechnen, dass dieser Baubereich den Vorgaben des Gestaltungsplans
entsprechend dereinst überbaut wird. Hierüber sich beklagen zu wollen erscheint
unangebracht.
5.6 Zwischenfazit
Zusammenfassend weist das streitbefangene Bauprojekt weder ein unzulässiges Satteldach
noch eine Kombination mit einem Flachdach auf. Vielmehr entsprechen das Satteldach und
die Terrasse den Vorgaben gemäss Gestaltungsplan mit verbindlichen Elementen «Z._» vom
30. August 2004. Im Übrigen kann auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden
(dortige E. 2.7 S. 11–13; Art. 56 Abs. 3 VRG).
Die Beschwerde ist folglich in diesem Punkt abzuweisen.
6. Zusammenfassung
Zusammengefasst ergibt sich, dass die Beschwerde gänzlich unbegründet ist. Sie ist
vollumfänglich abzuweisen.
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1 Übersicht
Die unterliegende Partei hat die amtlichen Kosten im Rechtsmittelverfahren zu tragen (Art. 122
Abs. 1 VRG). Stehen sich im Rechtsmittelverfahren Privatparteien gegenüber, hat in der Regel
die unterliegende Privatpartei die Parteientschädigung zu tragen (Art. 123 Abs. 3, erster Satz
VRG). Die Beschwerdeführer unterliegen vollumfänglich, womit sie kosten- und
entschädigungspflichtig werden.
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7.2 Gerichtskosten
Die amtlichen Kosten (Entscheidgebühr) für verwaltungsrechtliche Verfahren vor
Verwaltungsgericht als Kollegialgericht betragen Fr. 100.– bis Fr. 7‘000.– (Art. 116 Abs. 3
VRG in Verbindung mit Art. 17 PKoG [NG 261.2]).
Die herabgesetzte Gebühr für das Entscheiddispositiv (Art. 4 Abs. 3, erster Satz PKoG) wird
in Anbetracht, dass die Beschwerdeführer trotz vorgesehenem einfachen Schriftenwechsel
sogar triplizierten, sowie ermessensweise (Art. 2 PKoG) auf Fr. 4‘000.– festgesetzt und mit
dem beschwerdeführerischen Kostenvorschuss über Fr. 3‘000.– verrechnet, womit für das
Entscheiddispositiv ein Fehlbetrag von Fr. 1‘000.– verbleibt.
Mit Eingabe vom 6. Januar 2020 beantragten die Beschwerdeführer die begründete
Ausfertigung des Entscheids, womit sie die Differenz zwischen der ordentlichen Gebühr und
der herabgesetzten Gebühr zu bezahlen haben (Art. 4 Abs. 3, dritter Satz PKoG).
Ankündigungsgemäss beträgt die ordentliche Gebühr für den begründeten Entscheid
Fr. 6‘000.–, womit die Beschwerdeführer den Differenzbetrag von Fr. 2‘000.– zu tragen haben.
Die Beschwerdeführer werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Gerichtskasse
mittels beiliegendem Einzahlungsschein insgesamt Fr. 3‘000.– zu überweisen (Fr. 1‘000.–
[Fehlbetrag Entscheiddispositiv] + Fr. 2‘000.– [begründete Ausfertigung]).
7.3 Parteientschädigung
7.3.1 Bauherren
Die Anwaltskosten umfassen das Honorar (ordentliches Honorar und Zuschläge), die
notwendigen Auslagen und die Mehrwertsteuer (Art. 116 Abs. 3 VRG in Verbindung mit Art. 31
Abs. 1 PKoG). Im Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht als Kollegialgericht
beträgt das ordentliche Honorar Fr. 400.– bis Fr. 6‘000.– (Art. 47 Abs. 2 PKoG).
Die Rechtsbeiständin der Bauherren legt eine Honorarnote über Fr. 2‘854.05 ins Recht
(Fr. 2‘500.– [ordentliches Honorar; 10 Stunden à Fr. 250.–] + Fr. 150.– [Auslagen] + Fr. 204.05
[7.7% MWSt]). Die Honorarnote liegt innerhalb des Rahmens, erscheint angemessen und wird
bewilligt. Die Beschwerdeführer werden verpflichtet, den Bauherren eine Parteientschädigung
von Fr. 2‘854.05 (inkl. Auslagen und MWSt.) intern und direkt zu bezahlen.
7.3.2 Beteiligte Gemeinwesen
Der Vorinstanz und der Gemeinde Dallenwil als am Verfahren beteiligte Gemeinwesen wird
keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 123 Abs. 4 VRG).
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