Decision ID: 6b52f780-aa60-50dc-8471-19878854bd22
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 2./4. Mai 2007 wegen Schwindels (Gleichgewichtsstörungen)
und Kopfschmerzen erstmals zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an.
Sie sei bis 2006 angestellt gewesen (IV-act. 1). 1973 war sie in die Schweiz gekommen
(IV-act. 8). Die Arbeitgeberin berichtete, die Versicherte sei vom 1. Februar 2001 bis 15.
Juni 2006 als Nachseherin angestellt gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei wegen der
wirtschaftlichen Situation aufgelöst worden (Kündigung am 22. Februar 2006). Die
Versicherte habe 43.75 Stunden pro Woche gearbeitet und im Jahr 2004 Fr. 39'829.--
und 2005 Fr. 35'262.25 verdient. Letzter Arbeitstag sei der 14. März 2006 gewesen (IV-
act. 14). An jenem Tag war eine Arbeitsunfähigkeit eingetreten (vgl. IV-act. 14-2). Die
Augenklinik am Kantonsspital St. Gallen gab am 7. Januar 2008 bekannt, abgesehen
von einer seit Geburt bestehenden Schielsymptomatik bestünden keine Hinweise auf
eine okuläre Ursache der Schwindelsymptomatik. Es bestehe aber eine hochgradige
Amblyopie links (IV-act. 28). Dr. med. B._, Facharzt für Anästhesie und
Schmerztherapie FMH, berichtete am 9. Januar 2008, die Versicherte sei wegen
chronischer Schmerzzustände, Persönlichkeitsveränderungen bei chronischem
Schmerz, reaktiver Depressionen, beruflicher und häuslicher Belastungssituation,
Kopfschmerzes vom Spannungstyp, chronischer Halswirbelsäulenbeschwerden, einer
Iliosacralgelenksdysfunktion und eines Schwindelsyndroms in der bisherigen Tätigkeit
seit 28. März 2007 voll arbeitsunfähig. Auch andere Tätigkeiten seien ihr nicht zumutbar
(IV-act. 29). Die MEDAS F._ erhob gemäss ihrem Gutachten vom 25. Juni 2008 (IV-
act. 38) als Diagnose mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit eine chronische
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undifferenzierte Somatisierungsstörung (mit - verkürzt wiedergegeben - akzentuierten
histrionischen Zügen, Mischkopfschmerz, einem rechtsbetonten generalisierten
diffusen Schmerzsyndrom, chronischem Schwindel ohne Hinweise für eine
neurologische Funktionsstörung und einem sensiblen Hemisyndrom rechts). Für
adaptierte Tätigkeiten bestehe eine um 30 % verminderte Arbeitsfähigkeit. Aus
psychiatrischer Sicht betrage die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 30 %, wobei viele
nicht invalidisierende Faktoren vorlägen und die Willensanstrengung zur Überwindung
bzw. adäquaten Verarbeitung der multiplen psychosomatischen Beschwerden
zumutbar sei. Aus neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit ebenfalls um etwa 30 %
vermindert. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht werde
aufgrund der vielen funktionellen Begleitbeschwerden auf 20 bis 30 % eingeschätzt. -
Nach einem Vorbescheid (IV-act. 48 f.) erhob der Rechtsvertreter der Versicherten
Einwand (IV-act. 55). Die MEDAS nahm am 21. Januar 2009 Stellung (IV-act. 60-3 f.)
und legte unter anderem dar, es habe ihr ein Untersuchungsbericht von Dr. med. C._,
Facharzt für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie FMH, vom 3. April 2006
(IV-act. 82-1 bis 5) vorgelegen und man habe gezielt auch an eine vestibuläre
Funktionsstörung gedacht, sie aber nicht verifizieren können. Dr. C._ hatte im
betreffenden Bericht ein multi-sensorisches Vertigo-Defizit-Syndrom mit peripher-
zentraler vestibulärer Funktionsstörung rechts und visuo-oculomotorischer
Schwindelkomponente sowie eine geringgradige Schallleitungsschwerhörigkeit rechts
diagnostiziert. Daraufhin wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St.
Gallen den Anspruch der Versicherten auf eine Rente mit Verfügung vom 28. Januar
2009 (IV-act. 62; Invaliditätsgrad 30 %) ab. Eine Beschwerde (IV-act. 64) hiergegen
wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 18. April
2011 (IV-act. 111) ab. Der Invaliditätsgrad betrage 37 %. Das Bundesgericht wies die
erhobene Beschwerde mit Urteil vom 25. Juli 2011 ab, soweit es darauf eintrat (IV-act.
118).
B.
B.a Am 18./20. Januar 2012 (IV-act. 124) meldete sich die Versicherte erneut bei der
Invalidenversicherung an. Seit 2009 habe sich der Schwindel verstärkt. Am 21. Februar
2012 (IV-act. 128) und 28. Februar 2012 (IV-act. 130) legte der Rechtsvertreter der
Versicherten diverse Berichte ein, von denen die meisten bereits dem Bundesgericht
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vorgelegt, aber von diesem mangels zeitlicher Relevanz zurückgewiesen worden seien.
Unter anderem handelte es sich um einen Bericht von D._, dipl.
Augenoptikermeisterin/Funktionaloptometristin, vom 24. Juni 2011 (IV-act. 129-11 f.).
Neu eingereicht wurden unter anderem zwei Berichte über die Sprechstunde des
Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen am
Universitätsspital Zürich an Dr. B._ vom 23. September 2011 (IV-act. 129- 13ff.) und
vom 11. Dezember 2011 (IV-act. 129-17 f.) sowie ein audio-neurootologischer Bericht
von Dr. C._ an Dr. B._ vom 20. Februar 2012 (IV-act. 129-19 ff.). Am 12. April 2012
(IV-act. 136) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit,
berufliche Massnahmen seien zurzeit wegen des Gesundheitszustands der
Versicherten nicht möglich. Am 20. Juni 2012 (IV-act. 139) gab sie bekannt, es sei eine
polydisziplinäre Abklärung bei einer nach dem Zufallsprinzip zu bestimmenden Stelle
erforderlich. Nachdem der Rechtsvertreter der Versicherten die Methode zur Auswahl
der Begutachtungsstelle beanstandet hatte (IV-act. 142; es sei stattdessen
einvernehmlich eine geeignete Stelle mit Fachpersonen mit der nötigen Erfahrung zu
bestimmen), hielt die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 12. Juli 2012 (IV-act. 144)
verfügungsweise an der Vergabeart fest. Der Rechtsvertreter der Versicherten behielt
sich im Juli 2012 (IV-act. 146) und im September 2012 (IV-act. 148) eine allfällige
Opposition gegen eine ungeeignete Institution vor.
B.b Das Begutachtungsinstitut G._ gab im Gutachten vom 25. Februar 2013 (IV-act.
152-2 ff.) als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (verkürzt wiedergegeben)
an (erstens) eine leichtgradige kombinierte Hochtonschwerhörigkeit rechts, (zweitens)
einen Tinnitus beidseits, (drittens) eine formal mittelschwere Störung des
Gleichgewichtsfunktionssystems, (viertens) chronische Kopfschmerzen mit
migräniformen Anteilen, (fünftens) ein chronisches zervikospondylogenes und
zervikozephales Syndrom und (sechstens) eine leicht verminderte Sehfähigkeit (bei
verschiedenen Diagnosen beider Augen). Körperlich mittelschwer bis schwer
belastende berufliche Tätigkeiten seien der Versicherten nicht mehr zumutbar. Für
körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit
von 70 %, vollschichtig realisierbar. Medizinische Massnahmen würden empfohlen,
berufliche nicht.
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B.c Nachdem der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung das
Gutachten als plausibel bezeichnet hatte (IV-act. 154), stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Rechtsvertreter der Versicherten am 17. April
2013 (IV-act. 159 f.) eine Abweisung deren Gesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 27
% in Aussicht.
B.d Die Versicherte liess am 23. Mai 2013 (IV-act. 162) einwenden, es sei ihr
spätestens ab Juli 2012 mindestens eine Dreiviertelsrente zuzusprechen, eventualiter
eine neue Begutachtung vorzunehmen oder die vorliegende zu ergänzen. Ausserdem
sei die unentgeltliche Verbeiständung für das Anhörungsverfahren zu gewähren. Dr.
C._, der ihren Gesundheitszustand seit 16 Jahren kontrolliere, habe im beigelegten
Bericht vom 16. Mai 2013 (IV-act. 162-10 ff.) verschiedene Mängel des Gutachtens
aufgezeigt. - Am 14. Oktober 2013 (IV-act. 166) nahm das Institut G._ Stellung zu
den Einwänden. - Mit Eingabe vom 16. Dezember 2013 (IV-act. 172) legte der
Rechtsvertreter des Versicherten eine Entgegnung von Dr. C._ vom 3. Dezember
2013 (IV-act. 172-6 ff.) ein. Diese belege, was schon vorgängig vorgebracht worden
sei, nämlich dass das Institut G._ für diese Begutachtung zu wenig spezialisiert
gewesen sei. - Das Institut G._ nahm mit Schreiben vom 5. Mai 2014 (IV-act. 183)
wiederum zur Kritik Stellung. Es habe sich nach gründlicher Diskussion ergeben, dass
an der Einschätzung festzuhalten sei. - Mit einem weiteren Schreiben vom 10. Juli 2014
(IV-act. 191) wandte der Rechtsvertreter der Versicherten unter Bezugnahme auf eine
neuerliche Stellungnahme von Dr. C._ vom 7. Juli 2014 (IV-act. 192) ein, die
Ausführungen des Instituts G._ seien nicht überzeugend und teilweise akten- oder
wahrheitswidrig (die Versicherte habe nämlich nicht selbständig in die verschiedenen
Untersuchungsräume dislozieren können). Entweder sei auf die Beurteilung von Dr.
C._ abzustellen oder es sei eine ausserordentliche fachärztliche Begutachtung bei
einem Arzt, der die gleiche diagnostische Methodik und Erfahrung wie Dr. C._ habe,
vorzunehmen. - Der RAD empfahl am 16. Juli 2014 (IV-act. 193), auf das G._-
Gutachten abzustellen.
B.e Mit Verfügung vom 28. Juli 2014 (IV-act. 194) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch der Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 27 % (Valideneinkommen Fr. 39'884.--, Invalideneinkommen Fr.
29'315.--) ab. - Am 20. August 2014 (IV-act. 199) verfügte sie die Abweisung des
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Gesuchs um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren. Die
Versicherte wäre auch allein in der Lage gewesen, die medizinischen Berichte
einzulegen, auf die Diskrepanz zwischen dem Gutachten und den Berichten von Dr.
C._ hinzuweisen und mitzuteilen, dass auf Letztere abzustellen sei.
C.
Gegen diese beiden Verfügungen richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel
Ehrenzeller für die Betroffene am 11. September 2014 erhobene Beschwerde. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, die Verfügungen seien aufzuheben
und der Beschwerdeführerin sei spätestens ab Juli 2012 mindestens eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, und es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Verbeiständung
im Vorbescheidverfahren zu gewähren. Ausserdem sei ihr die unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das Gerichtsverfahren zu bewilligen. Die
vom Institut G._ festgehaltene Arbeitsfähigkeit von 70 % sei völlig lebensfremd und
aktenwidrig. Das Gutachten sei in sich widersprüchlich, die Schlussfolgerung
willkürlich. Es seien sehr viele Einschränkungen der Beschwerdeführerin bestätigt
worden - eine formal mittelschwere Störung des Gleichgewichtssystems, Sehprobleme
mit der praktischen Erblindung des linken Auges und beginnender Linsentrübung am
rechten Auge, fehlendes Stereosehen, Strabismus, eine deutliche
Beschwerdeauslösung im Rahmen der Lagerungsprüfung, eine Retropulsionstendenz/
Falltendenz, ein beidseitiger Tinnitus, eine Zwangshaltung der Halswirbelsäule -, im
Ergebnis aber sei eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit der genannten
Leistungseinschränkung behauptet worden. Es hätten audio-neuro-otologische und
aequilibriometrische Untersuchungen gefehlt. Auch für eine neuro-otologische/neuro-
otometrische Beurteilung reiche die Untersuchung nicht, seien doch acht wichtige
Testverfahren unterblieben. Der pathologische Befund sei gemäss Dr. C._ nicht
regredient und die Symptomatik nicht funktionell überlagert. Der einer
Integritätsentschädigung von 60 bis 70 % entsprechende Schaden bewirke eine volle
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche beruflichen Tätigkeiten. Die Praxis von Dr. C._ sei
(als einzige) von der Kompetenz her und apparativ den ORL-Kliniken der Schweiz
gleichzustellen. Der Gesamtaequilibriumscore der Beschwerdeführerin habe 1997 63
% betragen, 2006 noch 21 % - daraufhin habe sie die Arbeit im März einstellen müssen
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und dann die Stelle Ende Juni verloren - und 2012 noch 2 %. Es sei aktenwidrig, wenn
das Institut G._ behaupte, im Jahr 2006 (oder 2012) sei noch eine Tätigkeit möglich
gewesen. Das Institut G._ habe die wissenschaftlichen Grundlagen der Neuro-
Optometrie und Neuro-Ophthalmologie nicht verstanden. Die hochgradig
pathologischen Befunde würden massgebend zur Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin beitragen. Die Optometristin habe in einem Bericht vom 19. Mai
2011 die Behinderung der Beschwerdeführerin verständlich beschrieben. Das Institut
G._ gestehe zu, dass ein Einbezug des linken Inputs (des linken Auges) bestehe, so
dass der Optometristin und Dr. C._s Schlussfolgerungen zutreffend sein müssten.
Nach Auffassung von Dr. C._ seien die zitierten Publikationen vom Institut G._
tendenziös falsch interpretiert worden. Die weiteren Untersuchungsmethoden hätten
nämlich tatsächlich eine klarere Aussage erlaubt. Das linke Auge liefere ständig eine
Fehlinformation an das zentrale Nervensystem. Das belaste die visuelle Effizienz des
rechten Auges und provoziere ein ständiges Koordinationsproblem, das klinisch
permanent zu Schwindelsymptomatik, Konzentrationsproblemen und - infolge der
Anstrengung zur Erreichung einer zentralen Fusion - starker Müdigkeit führe. Seit der
Verabschiedung der Integritätsschadenstabelle 14 im Januar 2001 habe sich die
Diagnostik weiterentwickelt; die Tabelle sei revisionsbedürftig. Die Resultate der drei
Tests vom 26. März 2014 hätten eine schwere Pathologie aufgezeigt. Die letzte
Stellungnahme von Dr. C._ sei nicht mehr dem Institut G._, sondern dem RAD
unterbreitet worden. Dessen Bericht zeige, dass man die eigentliche Problematik nicht
habe erkennen wollen. Man könne sich fragen, inwieweit Entgegnungen zu einem
Gutachten überhaupt zu dessen Nachbesserung zurückgeschickt werden dürften. Hier
sei das wegen der speziellen Fragen sicherlich zulässig gewesen, doch hätten die
Antworten keine weiterführende Klarheit gebracht und es sei auf die Problematik der
Doppelbilder und anstrengenden Selbstkorrekturen auch nicht ansatzweise
eingegangen worden. Stattdessen seien einfach einzelne Teilaspekte beleuchtet und
sei jeder für sich als nicht so schlimm befunden worden. Um solches zu vermeiden,
würden jedoch polydisziplinäre Gutachten gerade durchgeführt. Wer - wie die
Beschwerdeführerin - sich wohl vorsichtig fortbewegen könne, aber wegen der
Sehfähigkeit keine feinere Arbeit ausführen könne, bei Anstrengung Schwindelattacken
mit Erbrechen erleide, Kopfschmerzen und Tinnitus habe und durch
Korrekturbewegungen (Kopferhöhung) versuche, auf die Problematik zu reagieren, was
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gerade das Gegenteil (des Gewollten) bewirke, sei im Ergebnis für jegliche Tätigkeit
arbeitsunfähig. Die Parallelisierung der Einkommen sei offensichtlich unterblieben. Ob
von der Beschwerdegegnerin ein Leidensabzug vorgenommen worden sei, sei nicht
ersichtlich geworden; es scheine nicht der Fall zu sein. Mit einem Abzug von 15 %
werde ein Invaliditätsgrad von 40 % erreicht. Es sei jedoch ein solcher von zumindest
20 %, wenn nicht von 25 %, zu machen. Es sei mit vermehrten krankheitsbedingten
Abwesenheiten zu rechnen. Bei der Reduktion um 30 % an Arbeitsfähigkeit handle es
sich um Pausenbedarf, so dass ein atypisches Teilzeitverhältnis vorliege, das nach
einem Teilzeitabzug rufe. Einen statistischen Mehrverdienst ("Teilzeitgewinn")
teilzeitbeschäftigter Frauen habe das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen im
Entscheid IV 2010/189 in Abrede gestellt. Primär habe die Korrektur aber jedenfalls in
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu erfolgen. Was die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Anhörungsverfahren betreffe, sei nicht
nachvollziehbar, wie es der Beschwerdeführerin möglich gewesen sein sollte, die
Stellungnahmen zum Gutachten selber abzufassen. Es sei nicht nur um das Einreichen
der Berichte von Dr. C._ gegangen. Strittig seien Rechtsfragen – die massgebende
Verschlechterung - und vor allem tatsächliche Fragen. Ob es angehe, mit dem
Standardsatz auf die Möglichkeit einer Verbeiständung durch Verbandsvertreter und
Fürsorgestellen hinzuweisen, brauche demnach nicht diskutiert zu werden. Im Übrigen
läge es an der Beschwerdegegnerin, eine konkrete entsprechende Möglichkeit
aufzuzeigen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sowohl das Institut G._ als auch der RAD hätten die
vom Gutachten abweichende Meinung von Dr. C._ sachlich nachvollziehbar
widerlegt. Das Gutachten erfülle alle Kriterien der Beweistauglichkeit. Alle
Berechnungsdaten des Einkommensvergleichs seien IV-act. 195 zu entnehmen. Eine
Parallelisierung von 5 % sei erfolgt. Der Vorwurf, es sei zu Unrecht kein Abzug
berücksichtigt worden, treffe zu. Das sei jedoch vernachlässigbar, denn ein Abzug von
mehr als 10 % sei nicht gerechtfertigt und ein solcher Abzug führte zu einem
Invaliditätsgrad von 34 %. Eine anwaltliche Vertretung sei nicht erforderlich gewesen.
E.
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Mit Replik vom 27. November 2014 beanstandet der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin, es lasse sich mangels Belegs nach wie vor nicht bestätigen, dass
das Institut G._ durch Zufall ausgewählt worden sei. Insofern sei eine Verletzung der
formellen Vorschriften zu rügen, die zur Nichtberücksichtigung des Gutachtens zu
führen habe. In der Beschwerde seien genügend konkrete Indizien aufgeführt worden,
die gegen die Zuverlässigkeit des G._-Gutachtens sprächen. Die Schwäche zeige
sich auch darin, dass wiederholt Rückfragen hätten gemacht werden müssen. Die
Begutachtung weise fachliche Fehler auf. Auf Inkonsistenz im Verhalten sei aufgrund
einer falschen Annahme (nämlich, dass sich die Beschwerdeführerin innerhalb des
Instituts quasi selbständig bewegt habe) geschlossen worden. Auch dass die
Zwangshaltung der HWS ausserhalb der Untersuchungsbedingungen weniger stark
ausgebildet gewesen sein solle, sei offenbar als gewisse Inkonsistenz gewertet
worden, ohne dass das Institut G._ darauf aber eine klare Antwort gegeben hätte. Im
Gegenteil habe das Institut G._ anerkennen müssen, dass die Zwangshaltung durch
die Schmerzsymptomatik und die visuelle Problematik ausgelöst werde, was im Sinn
eines Teufelskreises die Beschwerden noch mehr verstärke. Nur schon bei einfachen
Untersuchungsmethoden in der Begutachtung könnten bei der Beschwerdeführerin
verschiedene Symptome - Schwindel mit Sehstörungen, Erbrechen usw. - ausgelöst
werden. Die Beeinträchtigungen würden sich bei Beanspruchung selbst auslösen
beziehungsweise verstärken und die Beschwerdeführerin leide dann noch tagelang
unter Schwindel, immer unterhalten durch die Reizung aufgrund der Vernetzung der
Augen mit den übrigen Orientierungskomponenten. Daher liege eine erhebliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Das Institut G._ habe diese Symptome der
Beschwerdeführerin denn auch bestätigt und gar nicht bestritten. Nur sei es ein
Geheimnis des Begutachtungsinstituts bzw. unbegründet geblieben, warum trotzdem
von einer praktisch vollschichtigen Leistungsfähigkeit ausgegangen werde. Das sei
eine willkürliche Einschätzung. Dr. C._ als Spezialarzt arbeite - im Unterschied zum
Institut G._, das nicht über die entsprechenden Apparaturen verfüge - mit messbaren
Grössen und könne die Entwicklung aufgrund von objektivierbaren
Untersuchungsmethoden dokumentieren. Die Beschwerdeführerin könne zu einem
Gespräch empfangen werden, damit ersichtlich sei, wie der "klinische" Befund ausfalle.
Die Beschwerdeantwort gebe keine differenzierte Antwort, weil es relevante
Gegenargumente gegen die Einschätzung von Dr. C._ nicht geben könne.
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F.
Mit Eingabe vom 28. September 2015 legt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
einen Bericht von Dr. B._ (undatiert; Eingangsdatum 22. September 2015) über eine
Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 16. September 2015 ein. Wegen der
zunehmenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule seien am
27. Mai 2013 und 9. Juli 2015 MRIs erstellt worden. Bei der letzten Bildgebung sei eine
8 mm grosse Synovialiszyste des rechten Facettengelenks LWK1/LWK2 festgestellt
worden. Dr. B._ hatte unter anderem berichtet, zum Gleichgewichtsproblem seien
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule - der Halswirbelsäule
gemäss MRI der Klinik E._ vom 27. Mai 2013, der Lendenwirbelsäule gemäss MRI
des Kantonsspitals St. Gallen vom Juli 2015 - hinzugetreten. Die psychisch belastende
finanzielle Situation habe die tiefe Depression verstärkt.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt zum einen die Verfügung vom 28. Juli 2014, mit welcher die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin, geltend gemacht
mit Leistungsgesuch vom 18./20. Januar 2012, abgewiesen hat. Es handelte sich um
eine Neuanmeldung, nachdem die Beschwerdegegnerin ein erstes Gesuch vom Mai
2007 mit Verfügung vom 28. Januar 2009 abgewiesen hatte (letztinstanzlich beurteilt
durch das Bundesgericht). Die Beschwerdeführerin lässt (leistungsmässig) einzig
Rentenleistungen beantragen. Streitgegenstand bildet daher der allfällige
Rentenanspruch. Berufliche Massnahmen hatte die Beschwerdegegnerin gemäss
Mitteilung vom 12. April 2012 als damals nicht möglich bezeichnet. Ergäbe sich
allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage
stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die
Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht
der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe. - Zum
andern ist die Verfügung vom 20. August 2014 betreffend die Abweisung des
Anspruchs auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren strittig.
2.
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2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen
bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (vgl. BGE 107 V 17 =
ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand
zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte
sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE
132 V 99 f. E. 4, BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
3.
3.1 Im Rahmen der Neuanmeldung vom Januar 2012 wurde der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin (wie bereits beim ersten Leistungsgesuch) polydisziplinär
begutachtet. Das Zuweisungsdokument der für die zufällige Zuweisung
polydisziplinärer Gutachtensaufträge eingerichteten Plattform SuisseMED@P liegt zwar
nicht bei den Akten. Es ist allerdings die Referenzbezeichnung ersichtlich (vgl. IV-act.
141-2, 145 und 147). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hatte jedoch vorweg
für jeden Fall den Ausschluss der Zuweisung an die im früheren Verfahren beteiligte
MEDAS F._ (IV-act. 142) beantragt. Schliesslich wurde das Institut G._ beauftragt.
Es rechtfertigt sich, dieses Gutachten im Verfahren auf seine Beweiskraft hin zu prüfen.
Es basiert auf einer Kenntnisnahme von den Vorakten und von vier nachträglich
eingegangenen Berichten sowie auf den Untersuchungen allgemeininternistischer und
(in Teilgutachten beschriebener) psychiatrischer, rheumatologischer, neurologischer,
HNO- und ophthalmologischer Fachrichtung.
3.2 Aus allgemeininternistischer und psychiatrischer Sicht wurden keine die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Diagnosen erhoben. Eine typische
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Somatisierungsstörung könne nicht eindeutig diagnostiziert werden. Eine somatoforme
Ausgestaltung der Beschwerden sei indessen nicht ganz auszuschliessen, sei
allerdings ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Bei der psychiatrischen
Untersuchung seien gewisse demonstrative Elemente aufgefallen. Die
Beschwerdeführerin habe auch ein hochgradiges passives Regressionsverhalten mit
vollständigem Umsorgt-Werden durch die Töchter geschildert. Nach den Ergebnissen
der Gutachter der somatischen Disziplinen könne das nicht vollständig nachvollzogen
werden. Zwischen dem objektiven Krankheitsgeschehen und dem tatsächlichen, von
der Versicherten gestalteten Alltag ergäben sich Diskrepanzen, die jedoch nicht auf
einer psychiatrischen Morbidität mit Beeinträchtigung der Willensfähigkeit beruhten.
3.3 Unter dem Aspekt der Rheumatologie wurde dargelegt, im Vordergrund des
chronischen zervikospondylogenen und zervikozephalen Syndroms stünden die
subjektive Schmerzsymptomatik und vegetative Begleiterscheinungen. Ein
pathologischer Befund von relevantem Krankheitswert könne nicht nachgewiesen
werden. Nachweisbar seien lediglich leicht- bis mässiggradige myofasziale
Veränderungen. Das Beschwerdebild könne zwar durchaus im Rahmen der
zervikogenen Problematik gesehen werden, die hochgradige Behinderung werde
jedoch durch die fassbaren klinischen und radiologischen Befunde nicht erklärt. Es
müsse eine negative Beeinflussung durch die ophthalmologischen Probleme einerseits
und durch nicht-rheumatologische Zusatzfaktoren anderseits postuliert werden. Bei
einem zervikogenen Schwindel müssten auch Bewegungseinschränkungen der HWS
vorliegen und es wäre wegen Kompensationsvorgängen eine vorübergehende
Symptomatik zu erwarten. Die Ursache der dominierenden Schwindelsymptomatik
müsse daher von nicht-rheumatologischer Seite beurteilt werden. Ein generalisiertes
Schmerzsyndrom, wie im Gutachten von 2008 diagnostiziert, liege nicht vor.
Funktionell bestehe eine leicht- bis mässiggradig eingeschränkte Belastbarkeit der
Nacken-Schultergürtelregion. Eine körperlich leichte Tätigkeit mit der Möglichkeit zu
Wechselpositionen, ohne monoton-repetitive Haltungen oder Bewegungen und ohne
Überkopfarbeiten sei ohne relevante Einschränkung zumutbar.
3.4 Bei der neurologischen Untersuchung hatte die Beschwerdeführerin gemäss dem
Gutachten sowohl in der rechten wie der linken Kopftieflage ein deutlich verstärktes
Drehgefühl im Kopf und ein verstärktes Übelkeitsgefühl mit Brechreiz angegeben, ohne
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dass ein entsprechender paroxysmaler Lagerungsschwindel habe nachgewiesen
werden können. Im Romberg [-Versuch] habe sich intermittierend eine Fallneigung
nach vorne und hinten gezeigt. Es sei von einer chronischen vestibulären
Funktionsstörung auszugehen, deren Aetiologie unklar sei. Differentialdiagnostisch
würden die Befunde an einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel erinnern,
wobei kein entsprechender Lagerungsnystagmus habe nachgewiesen werden können.
Die chronischen Kopfschmerzen von ziehendem Charakter, verbunden mit Übelkeit
und Lichtempfindlichkeit, wären mit einer chronischen Migräne vereinbar. Am
universitären Zentrum (Zürich) sei deshalb eine vestibuläre Migräne in Betracht
gezogen worden. Der Gutachter der Neurologie erklärte, er selber denke an einen
zusätzlichen phobischen Schwindel, der nach einer einmal manifest vorhanden
gewesenen vestibulären Störung auftreten könne. Zusätzlich bestehe ein
Zervikalsyndrom mit vorwiegend Zervikobrachialgie rechts. Der Beschwerdeführerin
nicht zumutbar seien schwere und mittelschwere körperliche Arbeiten, Tätigkeiten auf
Leitern und Gerüsten und solche, bei denen rasche Körperbewegungen oder
Stereosehen nötig seien. Leichte körperliche - administrative und organisatorische -
Tätigkeiten, vorwiegend in sitzender Stellung auszuüben, seien zumutbar. Dabei sei ein
erhöhter Pausenbedarf nötig. In entsprechend adaptierter Tätigkeit sei von einer
Arbeitsfähigkeit von 70 % auszugehen. Der Gutachter schlug vor, kardiovaskuläre
Risikofaktoren wie Hypertonie, Hypercholesterinämie und Diabetes auszuschliessen.
3.5 Bei der ophthalmologischen Untersuchung wurden gemäss Gutachten rechts eine
beginnende Linsentrübung und eine chronische Benetzungsstörung gefunden, die eine
geringe Herabsetzung der Sehschärfe und die geäusserten Symptome wie
Augenbrennen und -schmerzen bewirken würden. Die angegebene
Sehschärfenminderung in der Nähe sei durch die zunehmende Alterssichtigkeit erklärt.
Links bestehe eine hochgradige angeborene Sehschwäche. Aufgrund der geringen
Sehschärfenminderung am "funktionell letzten Auge" bestehe eine zehnprozentige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Potentiell gefährliche Arbeitsplätze, z.B. an schnell
drehenden Maschinen, seien wegen des fehlenden Stereosehens für die
Beschwerdeführerin nicht geeignet.
3.6 Schliesslich wurde bei der Begutachtung eine HNO- (Hals-, Nasen-,
Ohrenheilkundliche) bzw. ORL- (otorhinolaryngologische) Untersuchung durchgeführt.
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Es wurden der HNO-Status erhoben, ein Reinton- und ein Sprachaudiogramm erstellt
sowie eine Tinnitusbestimmung, eine Impedanzaudiometrie und eine (Untersuchung
unter dem Aspekt der) "Otoneurologie" vorgenommen. Dabei wurden links und rechts
Hörverluste nach CPT-AMA-Tabelle erhoben. Der Hörverlust nach Social Index sei
beidseits null. Es bestünden nur leichte auditive Einschränkungen im Rahmen von
Gesprächen mit mehreren Personen und unter gesteigertem
Umgebungsgeräuschpegel. Ursächlich sei der Zustand nach Tympanoplastik (rechts).
Der beidseitige Tinnitus mit konstanter Ausprägung, aber nur intermittierender
Sekundärproblematik, sei zurzeit noch mittelgradig kompensiert und erfülle die
Plausibilitätskriterien. Ausser den vorgängig objektivierten fehlenden cVEMP (cervicalen
vestibulär evozierten myogenen Potentialen) hätten seitens der peripheren vestibulären
Funktion keine wegweisenden Befunde objektiviert werden können. Pathologische
Nystagmen fehlten und die kalorische Erregbarkeit sei symmetrisch gewesen. Es seien
einzig eine ausgeprägte Retropulsionstendenz mit Korrekturbewegung im Rahmen der
spinalen Motorik bei geschlossenen Augen (wobei diese Unsicherheit bei aufgehobener
Fixation mittels Frenzel-Brille gefehlt habe) und eine Nausea mit Brechreiz im Rahmen
der Lagerungsprüfung ohne objektivierbare Nystagmen aufgefallen. Es hätten zurzeit
ausserdem klinisch eindeutige Befunde einer zentral-vestibulären Funktionsstörung
und einer zentralen oder retrocochleären Pathologie gefehlt; diese sei vorgängig auch
radiologisch durch Magnetresonanztomographie des Neurocraniums ausgeschlossen
worden, ebenso wie ein Verdacht auf einen dehiszenten superioren Bogengang (hier
Ausschluss durch Feinschicht-Computertomographie der Felsenbeine). Im Rahmen der
anamnestischen Angaben hätten auch keine schlüssigen Befunde eruiert werden
können, welche die typischen Kriterien einer - differenzialdiagnostisch möglichen -
vestibulären Migräne erfüllen würden. Gefehlt hätten objektivierbare Befunde und
(bildgebend) Hinweise auf eine vestibuläre Paroxysmie bzw. ein Vascular-loop-
Syndrom. In Anbetracht der ophthalmologischen Beschwerdesymptomatik könne
jedoch von einer negativen Beeinflussung des Gleichgewichtsfunktionssystems
ausgegangen werden, und zwar insbesondere unter Berücksichtigung der Vernetzung
des visuellen und des vestibulären Systems. Es hätten sich aber keine eindeutigen
Befunde eines Visual-midline-shift-Syndroms gezeigt. Des Weiteren sei eine deutliche
Zwangshaltung im Bereich der Halswirbelsäule aufgefallen, was zu einer zusätzlichen
Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems führe. Ursächlich schienen sowohl die
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lokale Schmerzsymptomatik als auch die visuelle Problematik zu sein. Die
Zwangshaltung sei jedoch ausserhalb der Untersuchungsbedingungen deutlich
weniger stark ausgebildet gewesen. Unter Berücksichtigung der visuellen wie
zervikogen-proprioceptiven Beeinflussung des Gleichgewichtsfunktionssystems
könnten die Beschwerden im Sinn der Schwankschwindelsymptomatik und posturalen
Unsicherheit durchaus erklärt werden. Die subjektiven intermittierenden
Drehschwindelbeschwerden könnten hingegen nicht konklusiv organisch erklärt
werden. In Anbetracht der aktuellen und der vorgängigen Befunde (des
Universitätsspitals Zürich und von Dr. C._) ergebe sich formal eine mittelschwere
Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems. - Tätigkeiten unter erhöhter
Lärmexposition, solche mit Sturzgefahr oder Eigen- und Fremdgefährdung und solche
mit häufigen Rotationsbewegungen oder an rotierenden Maschinen sollten gemieden
werden. Aufgrund der mittelschweren Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems
und der zusätzlichen ausgeprägten vegetativen Begleitsymptomatik ergebe sich
ausserdem eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von circa 30 %.
4.
4.1 Diese gutachterlichen Darlegungen erscheinen schlüssig. Die Beschwerdeführerin
lässt jedoch verschiedene Mängel des Gutachtens beanstanden.
4.2 Sie stützt sich dabei insbesondere auf die Stellungnahmen von Dr. C._. Nebst
einer allgemeinen Kritik an der mangelnden Unabhängigkeit des
Begutachtungsinstituts aus wirtschaftlichen Gründen, welche allein nicht auf
Befangenheit schliessen lässt (nach der Rechtsprechung begründet das Auftrags- und
Honorarvolumen für sich allein keine wirtschaftliche Abhängigkeit von den IV-Stellen,
die als Ausstandsgrund des einzelnen Experten zu qualifizieren wäre, vgl. BGE 137 V
210; vgl. ausserdem E. 9.4), wird in dessen Schreiben vom 16. Mai 2013 etwa
dafürgehalten, die Verlegenheitsdiagnose einer formal mittelschweren Störung des
Gleichgewichtsfunktionssystems spreche für die Ratlosigkeit und Überforderung der
Begutachtungsstelle bei der diagnostischen Formulierung und sei eine black box. Wie
die Begutachtungsstelle indessen am 14. Oktober 2013 und 5. Mai 2014 darlegte, wird
die bemängelte Diagnose in der SUVA-Tabelle (mit entsprechenden Abstufungen)
geführt und räumt Dr. C._ ein, dass nach jener Einteilung grundsätzlich der Grad
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einer Störung festgestellt werden könne. In seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2014 hielt
das Begutachtungsinstitut zudem fest, dass in der Diagnoseliste auch topo-
anatomische Diagnosen genannt worden seien (z.B. entsprächen fehlende cVEMP
einer Otolithenfunktionsstörung; IV-act. 183-1). Unter dem Aspekt der Diagnosestellung
ergibt sich kein Grund zur Beanstandung der Aussagekraft des Gutachtens.
4.3 Von grösserer Bedeutung als unterschiedliche Bezeichnungen von Diagnosen sind
für die vorliegend relevanten Belange der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
ausserdem die erhobenen Befunde (dazu unten E. 6 ff.).
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt bezüglich deren Erhebungsweise, dass der
Hörtest durch eine MPA durchgeführt worden sei und dass der Schwindel bei der
Begutachtung nicht mit der Drehplattform oder durch andere Kopfbewegungen,
sondern mit Druckluft ins Ohr - wobei zu bezweifeln sei, ob diese Methode dem
gegenwärtigen Stand der Wissenschaft entspreche - provoziert worden sei. Am 16. Mai
2013 hielt Dr. C._ bezüglich der Untersuchungsmethoden zudem dafür, die
apparative Untersuchungsbatterie (bei der Begutachtung) sei sehr rudimentär/abortiv
gewesen; acht wichtige Testverfahren hätten gefehlt (nämlich die [Messung der]
otoakustischen Emissionen, die Elektronystagmographie, die Cervico-Oculometrie, der
VEMP-Test, die [Messung der] akustisch und visuell evozierten Potentiale, die
computerisierte dynamische Posturographie und die mechanographische
Untersuchung auf der LEONARDO-Plattform). Es habe sich also um eine rudimentäre
momentane Aufnahme gehandelt, die gegenüber dem sophistizierten, klaren neuro-
otologischen Bild, das er während sechzehn Jahren wiederholt von der
Beschwerdeführerin aufgenommen habe, keine genügende diagnostische Aussagekraft
besitze.
5.2 Das Institut G._ hat zum einen dargelegt, die audiometrische Messung sei durch
eine Audiometristin mit jahrzehntelanger Erfahrung durchgeführt worden. Dem
Gutachten ist zum andern zu entnehmen, dass unter anderem (nebst der Prüfung der
kalorischen Reizbarkeit) jedenfalls eine Lagerungsprüfung durchgeführt wurde (IV-act.
152-30). Zur kalorischen Prüfung erklärte das Institut G._ unter anderem, es
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bestünden zwei unterschiedliche Testmodalitäten (gemäss Dr. C._ genauer zwei
Stimulus-Modalitäten), nämlich die kalorische Reizung mit Luft und jene mit Wasser. -
Die Wahl der Luftstimulation erscheint nicht ausschlaggebend. Ausserdem standen
dem Institut G._ auch die von Dr. C._ und vom Universitätsspital Zürich in den je
angewandten Testverfahren erhobenen Resultate zur Verfügung. Es hat diese
mitberücksichtigt und in die Beurteilung einbezogen (vgl. IV-act. 152-30). Am
Interdisziplinären Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen waren gemäss
Bericht vom 11. Dezember 2011 (IV-act. 129-17 f.) diverse apparative Abklärungen
vorgenommen worden, namentlich zu vestibulo-okulären Reflexen bei Kopfimpulsen
nach links und zu den cervicalen vestibulär evozierten myogenen Potentialen (cVEMP).
Mit dem vorgeschlagenen Feinschicht-CT des Felsenbeins ist der Verdacht auf
Dehiszenz des posterioren Bogengangs rechts in der Folge ausgeschlossen worden
(vgl. Gutachten, IV-act. 152-30). Am Interdisziplinären Zentrum war im Übrigen (als
therapeutische Massnahme) auch ein Repositionsmanöver auf dem 3D-Drehstuhl
erfolgt (vgl. IV-act. 129-18). - Unter dem Gesichtspunkt der Abklärungen ergibt sich
kein relevanter Zweifel am Beweiswert des Gutachtens.
5.3 Beanstandet wird ferner, dass die letzte Stellungnahme von Dr. C._ nicht mehr
dem Institut G._, sondern dem RAD unterbreitet worden ist. Bei der betreffenden,
von Dr. C._ durchgeführten Untersuchungsreihe vom 26. März 2014 hat sich ein
Gesamtaequilibriumscore von 15 % (bzw. Punkten) ergeben. Der Facharzt berichtete,
bei den drei schwierigsten diesbezüglichen Versuchskonditionen sei es jedes Mal
(neunmal) zu Stürzen gekommen. Er erklärte aber auch, es hätten sich jenes Mal (März
2014) ähnliche hochgradig von der Norm abweichende Befunde wie in der früheren
Untersuchung gezeigt (vgl. IV-act. 192-5). Es kann daher als entbehrlich betrachtet
werden, dass das Institut G._ die entsprechende Messung ebenfalls nochmals
kommentierte.
6.
6.1
6.1.1 Im Gutachten war ausgeführt worden, es falle im Vergleich zwischen den
multiplen Untersuchungen eine Inkonsistenz der Befunde auf. Seit 2006 hätten sich
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neben zunehmenden auch regrediente pathologische Resultate gefunden, so dass
nicht eindeutig von einer massiven Verschlechterung gesprochen werden könne.
Vielmehr scheine im Rahmen der Chronifizierung eine gewisse funktionelle
Überlagerung eingetreten zu sein (vgl. IV-act. 152-32). - Dr. C._ hatte sich am 16. Mai
2013 auf den Standpunkt gestellt, von regredienten pathologischen Befunden könne
keinesfalls gesprochen werden, auch nicht von einer funktionellen Überlagerung der
Symptomatik. Es handle sich um einen labilen Kompensationszustand des integrativen
Gleichgewichtssystems im ponto-mesen¬cephalen Bereich, der zur Fluktuation der
Symptomatik führe. Am 3. Dezember 2013 hielt Dr. C._ dafür, im Lauf der fünfzehn
Jahre seit 1997 sei (bei den Befunden der computerisierten dynamischen
Posturographie) bei der Beschwerdeführerin eine massive Verschlechterung der
Funktion festzustellen gewesen. 1997 habe der Gesamtaequilibriumscore 63 %
ausgemacht, 2006 noch 21 % und 2012 nur noch 2 % (IV-act. 172-10).
6.1.2 Das Institut G._ hielt am 14. Oktober 2013 dagegen, der von Dr. C._ im
Bericht vom 20. Februar 2012 geäusserten Auffassung (wonach seine drei [damals]
letzten neuro-otometrischen Untersuchungen vom Oktober 2010, Februar 2011 und
Januar/Februar 2012 mit dem objektiven Befundmonitoring eine relevante
Verschlechterung mit unter anderem einem Schwindel Handicap Index von mittlerweile
98 % zeigten, IV-act. 129-33) könne in Anbetracht der über die Jahre hinweg (innerhalb
der Testreihe von Dr. C._ unter den Aspekten der Elektronystagmographie, der
visuo-oculären Kontrollen und der Posturographie, welche das Institut G._ in einer
Liste zusammengefasst hat, vgl. IV-act. 166-3 f.) nur gering divergierenden Befunde
nicht gefolgt werden. Allein mit dem Schwindel Handicap Index als subjektiver
Bewertung durch die Beschwerdeführerin lasse sich eine Verschlechterung sicherlich
nicht begründen (vgl. IV-act. 166-3 f.). Eine geringgradige Fluktuation sei möglich, doch
eine massive Befundverschlechterung habe sich nicht objektivieren lassen (IV-act.
166-3 f.).
6.2 Zu den Werten des Gesamtaequilibriumscores hielt das Institut G._
(relativierend) fest, diese hätten sich bereits 2006 (wie 2012) signifikant im
pathologischen Bereich befunden, als der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit noch
möglich gewesen sei (IV-act. 183-2 f.; vgl. dazu auch unten E. 9.1; der Wert von 2
Punkten wurde ausserdem mit Fragezeichen versehen, IV-act. 166-4 zuoberst). - Die
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Differenz der Fachpersonen in Bezug auf die Bedeutung des Schwindel Handicap
Indexes ist allenfalls mit Rücksicht auf die jeweiligen Begründungen zu erklären.
Gemäss dem Institut G._ stellt er eine subjektive Bewertung dar (vgl. IV-act. 166-4,
keine Korrelation zu den posturographischen Befunden, vgl. IV-act. 183-3), gemäss Dr.
C._ besteht volle Korrelation, (allerdings nur,) wenn die emotive Komponente bei der
Auswertung weggelassen wird (vgl. IV-act. 192-3; vgl. dazu IV-act. 82-4 und IV-act.
129-27). Nach der am 5. Mai 2014 mitgeteilten Auffassung des Instituts G._ sind von
Dr. C._ im Übrigen - bei einem zeitlichen Abstand von etwa zwei Monaten - teilweise
sehr von den Ergebnissen des Universitätsspitals Zürich abweichende Testresultate
erhoben worden (vgl. IV-act. 183-1 f.), was dieser nach der Aktenlage nicht in Abrede
stellte.
6.3 In den Berichten vom 14. Oktober 2013 und 5. Mai 2014 befasste sich die
Begutachtungsstelle ausdrücklich mit einzelnen erhobenen Befunden unter
Berücksichtigung des Vergleichs im Zeitablauf (1997, 2006 und 2012, vgl. IV-act.
166-3; 2006, 2012, und Dezember 2011, IV-act. 183-2 ff.). Das Institut G._ hielt auch
in der Stellungnahme vom 5. Mai 2014 daran fest, dass sich angesichts der einzelnen
(vom Institut aufgelisteten) Befunde von Dr. C._ und des Universitätsspitals Zürich
objektiv weder eine ausgesprochene Labilität noch eine massive Verschlechterung des
Gesundheitszustands nachvollziehen lasse (IV-act. 183-2).
6.4 Das Begutachtungsinstitut hatte am 14. Oktober 2013 dargelegt, auch bei der
Abklärung im Interdisziplinären Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
am Universitätsspital Zürich im Jahr 2011 habe sich gezeigt, dass über die Jahre keine
massive Befundverschlechterung zu objektivieren sei (vgl. IV-act. 166-3 f.). Nach
Darstellung des Instituts entsprechen die vier im Interdisziplinären Zentrum erhobenen,
im G._-Bericht erwähnten Werte durchwegs Normwerten (IV-act. 183-2).
6.5 Der entsprechenden Beurteilung ist als gutachterlicher, unter Einbezug der
abweichenden Auffassung zustande gekommener Einschätzung zu folgen.
7.
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7.1 Was die visuellen Aspekte und ihre Bedeutung für das Gleichgewichtssystem
betrifft, berichtete Dr. C._ am 7. Juli 2014 davon, dass bei der Beschwerdeführerin
viele Belastungen innerhalb des visuo-visuo-oculomotorischen Systems und der
visuellen Wahrnehmung hätten objektiviert werden können, die zusätzlich eine
funktionell schwerwiegende Störung im Sinn eines cervico-proprio-visuellen Mismatch
und eines visuo-vestibulären Mismatch bewirkten. Es bestehe durch die ständige
Fehlinformation des linken funktionell unbrauchbaren Auges ein ständiges
Koordinationsproblem, was klinisch permanent zu Schwindel,
Konzentrationsproblemen und starker Müdigkeit führe (IV-act. 192-3). Er beanstandete
an der Begutachtung diesbezüglich am 16. Mai 2013, dass es, wenn der Gutachter von
einer negativen Beeinflussung der Gleichgewichtskontrolle durch die vorhandene
ophthalmologische Beschwerdesymptomatik schreibe, erkennen lasse, dass er die bio-
kybernetische multimodale Funktionsweise des Gleichgewichtssystems nicht genau
verstehe (vgl. IV-act. 162-12). Das visuelle System besitze eine dominante und
antizipative Rolle innerhalb des Gleichgewichtssystems (vgl. IV-act. 172-7).
7.2 Es kann jedoch angenommen werden, dass auch die von Dr. C._ erhobenen und
benannten Befunde aus dem Bereich des visuellen Systems bei der ORL-
Begutachtung ausreichend Berücksichtigung fanden. Die ophthalmologischen
Einschränkungen als solche wurden im Gutachten ebenfalls fachärztlich gewürdigt und
der entsprechende Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde schliesslich polydisziplinär
beurteilt. Namentlich wurde die fehlende binokuläre Funktion beachtet (das fehlende
Stereosehen wurde als Grund für eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin gewürdigt). Mit den Ausführungen der Audiometristin D._ hat
sich das Institut G._ am 5. Mai 2014 nachträglich noch ausführlicher
auseinandergesetzt (vgl. IV-act. 183-3). Angemerkt werden kann, dass nach Angaben
von Dr. C._ vom 20. Februar 2012 die durch die Audiometristin im Mai 2011
erhobenen Befunde mit jenen aufgrund einer neuro-ophthalmologischen Untersuchung
an der Augenklinik am Kantonsspital St. Gallen vom September 2006 und seinen
(damals letzten) eigenen neuro-otometrischen und aequi¬libriometrischen Befunden
übereinstimmten. In diesem Bericht vom 20. Februar 2012 hatte Dr. C._ die
Schwindelsymptomatik als chronifiziert und aus neuro-ophthalmologischer und neuro-
otologischer Sicht wegen der dekompensierten visuo-visuo-oculomotorischen
Funktionsstörung mit manchmal wechselnden Befunden sehr komplex beschrieben.
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Ausserdem hat Dr. C._ auch gegenüber der Beurteilung des - anerkanntermassen
sachlich qualifizierten - Universitätsspitals Zürich vorgebracht, dass die im Vordergrund
stehende visuo-visuo-oculomotorische Funktions- und visuo-vestibuläre
Integrationsstörung nicht erwähnt und diagnostisch nicht berücksichtigt worden sei
(vgl. IV-act. 129-22).
7.3 Auch in diesem Zusammenhang ergibt sich kein Grund zu Zweifeln am
Begutachtungsergebnis. Das Institut G._ hat die eigenen und die Befunde von Dr.
C._ und des Universitätsspitals Zürich umfassend in die gutachterliche Beurteilung
einbezogen und sie gewürdigt. Das Begutachtungsinstitut geht von pathologischen
Befunden bei der Beschwerdeführerin aus, hat aber auch erhobene Normwerte
aufgelistet und auf diese hingewiesen. Im Übrigen ist festzuhalten, dass allein von
Messergebnissen noch nicht auf eine bestimmte Leistungsfähigkeit einer versicherten
Person geschlossen werden kann.
8.
8.1 Wie die Angaben zu den Ergebnissen des kalorischen Tests zeigen, weichen die
Beurteilungen von Dr. C._ und jene des polydisziplinären Gutachtens insbesondere in
Bezug auf die Würdigung des Schweregrads der Auswirkungen der vorgefundenen
Beeinträchtigungen auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin erheblich
voneinander ab: Nach Auffassung von Dr. C._ hat der oben genannte kalorische Test
(des Instituts G._) konkret nicht eine physiologische, sondern eine pathologische
Reaktion gezeigt, da selbst bei der Reizung mit Luft, die deutlich schwächer sei als
jene mit Wasser, bei der Beschwerdeführerin eine extreme vestibulär-vegetative
Reaktion hervorgerufen worden sei. Gemäss der Begutachtungsstelle kann die
Provokation von Schwindelsensationen bei der Untersuchung je nach Testverfahren
eine normale physiologische Reaktion sein, d.h. eine normale Funktion des vestibulären
Systems anzeigen, und handelte es sich konkret um keine extreme vestibuläre-
vegetative Reaktion (IV-act. 183-4).
8.2 Im Ergebnis liegt gemäss der Beurteilung von Dr. C._ aufgrund der im Ausmass
fluktuierenden Befunde innerhalb aller Subsysteme des multimodalen
Gleichgewichtssystems, objektiviert durch die Elektronystagmographie, die
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computerisierte dynamische Posturographie und die funktionaloptometrische
Untersuchung, mit 21 Punkten insgesamt (aufsummiert aus den Befunden der
Subsysteme) eine hochgradige Funktionsstörung des Gleichgewichtssystems vor. Die
Befunde stimmten auch mit den Ergebnissen des Schwindel Handicap Indexes überein
(IV-act. 172-11).
8.3 Dr. C._ hielt am 16. Mai 2013 fest, die Beschwerdeführerin weise aus neuro-
otologischer Sicht und anhand der Suva-Tabelle 14 (zur Integritätsentschädigung
gemäss UVG) einen Integritätsschaden von zwischen 60 und 70 % auf und sei
demzufolge unter dem entsprechenden Gesichtspunkt für sämtliche beruflichen
Tätigkeiten als voll arbeitsunfähig zu betrachten. - Gemäss der Stellungnahme des
Instituts G._ vom 14. Oktober 2013 (IV-act. 116-4 f.) dagegen bestehen unter
Einbezug der durch Dr. C._ und das Universitätsspital Zürich erhobenen Resultate
mittelschwere objektivierbare pathologische Systembefunde, was bei sehr schweren
subjektiven Beschwerden gemäss Suva-Tabelle 14 einem Integritätsschaden von 30 %
entspreche. In der Stellungnahme vom 5. Mai 2014 gab das Institut G._ wie erwähnt
namentlich die Systembefunde von 2012 wieder und zeigte auf, dass die
Untersuchungen (mittels Elektronystagmographie, Optokinetik, Sakkaden-Test,
Blickfolge-Bewegungstest) normale oder geringgradig pathologische Ergebnisse
aufgezeigt hätten (vgl. IV-act. 183-2f.). Das Institut G._ bewertete die Befunde
seinerseits mit Punkten (vgl. IV-act. 183-4 f.) und gelangte so zu einer
Gesamtpunktzahl von 16, was gemäss der Suva-Tabelle 14 einem mittelschweren
objektivierbaren pathodiagnostischen Systembefund entspreche. - Es ist anzunehmen,
dass Dr. C._ wie oben erwähnt diesbezüglich von 21 Punkten ausging, jedenfalls
aber von einem Integritätsschaden von zwischen 60 und 70 %. Wie sich die von ihm
errechneten 21 Punkte zusammensetzen, ist nicht im Einzelnen ersichtlich.
8.4 Zunächst ist festzuhalten, dass die Resultate, welche sich anhand der Suva-
Tabellen für einen zu bestimmenden Integritätsschaden ergeben, für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung lediglich - aber immerhin - Anhaltspunkte darstellen. Einen
Wert von 60 bis 70 % weist die Suva-Tabelle 14 sodann nur bei sehr schweren
objektivierbaren pathodiagnostischen Systembefunden in Kombination mit sehr
schweren subjektiven Beschwerden aus. Nach Angaben des Instituts G._ wären
hierzu Punktzahlen von 27 bis 32 erforderlich (vgl. IV-act. 183-4 f.). - Dr. C._ stellte
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sich am 7. Juli 2014 dagegen auf den Standpunkt, es handle sich bei der - inzwischen
aufgrund der Weiterentwicklung (seit 2001) mit vielen neuen Parametern und
Testverfahren revisionsbedürftigen - Tabelle 14 lediglich um Rahmenbedingungen. Er
habe wissenschaftlich begründet, dass vorliegend konkret ein Integritätsschaden von
60 bis 70 % bestehe (IV-act. 192-4). Er brachte ausserdem vor, die
Beschwerdeführerin klage ständig über Doppelbilder, die gemäss der Suva-Tabelle 11
je nach Lage und Grösse des diplopen Blickfeldes mit einem Integritätsschaden von 5
bis 30 % gewertet würden. Dies könne nicht separat betrachtet werden (IV-act. 192-4).
- Dass eine gesamthafte Beurteilung aller krankheitsbedingten Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit erforderlich ist, trifft zu. Für ein Erfüllen dieser Anforderung sind
polydisziplinäre Begutachtungen gerade in erster Linie bestimmt. Von Doppelbildern
hat die Beschwerdeführerin allerdings nach der Aktenlage weder bei der allgemeinen
noch bei der ophthalmologischen gutachterlichen Untersuchung berichtet. Ausserdem
kann davon ausgegangen werden, dass die Gutachter wie oben erwähnt die gemäss
der Aktenlage nach umfassender Abklärung vorgefundenen (auch ophthalmologischen)
Befunde ausreichend in ihre Gesamtbeurteilung eingeschlossen haben.
8.5 Da im Gutachten und in den Stellungnahmen des Instituts G._, namentlich auch
durch Hinweis auf die Befunde des spezialisierten Zentrums am Universitätsspital
Zürich (mit welchem Dr. C._s Schwindelzentrum gemäss seinem Schreiben vom 3.
Dezember 2013 von der Kompetenz her und apparativ gleichzustellen ist), mit manchen
Normalbefunden oder nur geringgradig pathologischen Befunden (vgl. IV-act. 166-3 f.
und 183-2) deutlich gemacht wurde, dass sehr schwere Systembefunde nicht
vorliegen, kann der Beurteilung von Dr. C._ bezüglich des Schweregrads der
Beeinträchtigung nicht gefolgt werden.
9.
9.1 Das Institut G._ hatte in der Stellungnahme vom 5. Mai 2014 (IV-act. 166-4 f.,
vgl. auch jene vom 14. Oktober 2013, IV-act. 183-2 f.) erwähnt, es lasse sich nicht
plausibel erklären, weshalb eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehen sollte, da der
Beschwerdeführerin doch bei den früheren Befunden in den Jahren 2001 bis 2006 eine
Tätigkeit durchaus noch möglich gewesen sei. Hiergegen wird eingewandt, diese
Annahme sei aktenwidrig. - Die Beschwerdeführerin hatte sich zwar bereits seit 1997
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wiederholt wegen der Schwindelbeschwerden in Untersuchungen befunden. Wie den
Angaben der Arbeitgeberin des letzten Arbeitsverhältnisses zu entnehmen ist, war sie
jedoch bis 2006 tätig. Das Arbeitsverhältnis 2006 ist nach diesen Angaben aus
wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden; die Beschwerdeführerin war etwa drei
Wochen danach arbeitsunfähig geschrieben worden. Es ist daher nicht unzutreffend
anzunehmen, dass der Beschwerdeführerin bis 2006 eine Arbeitstätigkeit möglich war.
9.2 Gerügt wird weiter, dass das Institut G._ zu Unrecht Diskrepanzen (zwischen
objektivem Krankheitsgeschehen und Verhalten) angenommen habe. Dem Gutachten
lassen sich indessen entsprechende Anhaltspunkte entnehmen. So wurde unter
rheumatologischem/ neurologischem Gesichtspunkt berichtet, eine diffus leicht
verminderte Berührungssensibilität der gesamten rechten Körperhälfte, die im
Rumpfbereich streng bis zur Mittellinie vorhanden sei, könne neuroanatomisch nicht
erklärt werden (vgl. IV-act. 152-20). Ausserdem wurde wie erwähnt darauf hingewiesen,
dass die Zwangshaltung im Bereich der Halswirbelsäule ausserhalb der
Untersuchungsbedingungen deutlich weniger stark ausgebildet gewesen sei als in
diesen Bedingungen (vgl. IV-act. 152-30). Dass diese letzte Feststellung unzutreffend
sein soll, lässt sich aufgrund der Akten nicht belegen. Angemerkt werden kann der
gutachterliche Hinweis darauf, dass die Retropulsionstendenz bei aufgehobener
Fixation mittels Frenzel-Brille fehle (vgl. IV-act. 152-30). Aus dieser festgestellten
Retropulsions-/Falltendenz leitete der Gutachter aber - immerhin - ab, dass eine
Störung der Gleichgewichtskontrolle vorliege (vgl. IV-act. 159-32).
9.3 Dass der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit im Ergebnis auch mit
den vorhandenen und beschriebenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine
Arbeitsleistung von 70 % zumutbar ist, erscheint nach dem Dargelegten begründet und
nachvollziehbar. Zum Vergleich mit den Betätigungen im Alltag (vgl. IV-act. 152-14 f.,
vgl. auch IV-act. 152-11) hat sich im Übrigen der psychiatrische Teil des Gutachtens
geäussert (vgl. IV-act. 152-17). Es wurde dort auch auf gute Ressourcen (und die
Absenz von sozialem Rückzug) hingewiesen.
9.4 Auch die Kritik des Fehlens von Unabhängigkeit der betroffenen Gutachter (vgl. IV-
act. 192-6) schliesslich kann nicht gestützt werden; es fehlen hierfür Anhaltspunkte.
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9.5 Die Befunde der Klinik E._ vom 27. Mai 2013 (unauffälliger cranio-cervicaler
Übergang mit zentriertem Dens und Intaktheit der Ligamenta transversum et alaria,
beginnende Chondropathie HKW3/4 mit flachster, medianer Protrusion, Chondrosis
intervertebralis HWK5/6 mit medianer Diskusherniation, welche subligamentär gegen
cranial luxiert, das Myelon aber nicht komprimiert, beginnende Spondylarthropathie
HWK5/6 linksseitig, ohne Neurokompression) bieten im Übrigen ebenfalls nicht Anlass,
den Beweiswert des Gutachtens in Frage zu stellen, sind die
Bewegungseinschränkungen der HWS dort doch berücksichtigt worden.
10.
10.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass aufgrund des Gutachtens und angesichts
der wiederholten Befassung mit den Einwänden von Dr. C._ anzunehmen ist, dass
bei der gutachterlichen Beurteilung keine relevanten Sachverhaltselemente ausser Acht
geblieben sind, und dass das Gutachten nicht zu beanstanden ist. Mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit kann auf das Ergebnis der Arbeitsfähigkeitsschätzung, die auf
einem Zusammenwirken von Spezialisten von sechs Disziplinen beruht, abgestellt
werden.
10.2 Dass etwa ein Jahr nach Erlass der angefochtenen Verfügung eine
Synovialiszyste gefunden wurde, vermag an der Stichhaltigkeit des
Begutachtungsergebnisses für den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt nichts zu
ändern. Ebenso verhält es sich mit der Angabe von Dr. B._ vom September 2015,
wonach eine Depression vorliegen soll.
11.
Es ist daher von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in adaptierten
Tätigkeiten von 70 % auszugehen. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt sich
aus dem Bedarf an zusätzlichen Pausen von 10 bis 15 Minuten pro Stunde und einem
leicht reduzierten Rendement (IV-act. 152-37). Qualitativ sind schwere und
mittelschwere körperliche Arbeiten, Tätigkeiten, welche die Gefahr mit sich bringen, zu
stürzen, sich oder andere zu gefährden, und Arbeiten, die häufige
Rotationsbewegungen, rasche Körperbewegungen, monoton-repetitive Haltungen oder
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Bewegungen oder Betätigung über Kopf verlangen, oder an rotierenden Maschinen
verrichtet werden müssen, ausgeschlossen. Eine adaptierte Tätigkeit soll körperlich
leicht sein und die Möglichkeit zu Wechselpositionen bieten.
12.
12.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss
Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode der Invaliditätsbemessung). - Für die
Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen
würde (BGE 129 V 222; vgl. etwa auch Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7.
Dezember 2015). - Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der
Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in
welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie keine Erwerbstätigkeit mehr aus,
sind hierfür statistische Werte beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, vgl. etwa auch
Bundesgerichtsentscheid vom 26. Januar 2016, 9C_762/2015).
12.2 An der zuletzt innegehabten Stelle hatte die Beschwerdeführerin im Jahr 2003
Fr. 38'483.-- verdient (vgl. IK-Auszug, IV-act. 161-2). Die Arbeitgeberin berichtete, im
Jahr 2004 habe sie einen Verdienst von Fr. 39'829.-- gehabt - gemäss IK-Auszug
waren es allerdings lediglich Fr. 37'009.-- (IV-act. 161-2) - und 2005 Fr. 35'262.25 (vgl.
IV-act. 14, übereinstimmend mit dem IK-Eintrag). Es rechtfertigt sich vorliegend, den
Einkommensvergleich zunächst auf das Jahr 2005 - das letzte Jahr vor Eintritt der
gesundheitlichen Beeinträchtigung - zu be¬ziehen. Dabei zeigt sich, dass auf der
Validen- wie der Invalidenseite von demselben Einkommensbetrag auszugehen ist.
Denn einerseits waren die tatsächlichen Einkommen im Vergleich zu den statistischen
Durchschnittseinkommen unterdurchschnittlich. So lag etwa das durchschnittliche
Bruttoeinkommen von Frauen für einfache und repetitive Tätigkeiten
(Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor im Jahr 2005 bei Fr. 49'120.-- (vgl. Anhang 2
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der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des
Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2012, herausgegeben von der
Informationsstelle AHV/IV, S. 234, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik). Anderseits ist, da zur
Bestimmung des Invalideneinkommens der Beschwerdeführerin als in der Gesundheit
Beeinträchtigte von der Möglichkeit ausgegangen wird, dass sie ein Einkommen in der
Höhe des statistischen Durchschnittslohns für Hilfsarbeit hätte erreichen können
(nachfolgend E. 12.3), anzunehmen, dass sie ein solches Einkommen auch als
Gesunde auf dem Arbeitsmarkt hätte erzielen können. Eine spätere Veränderung des
Einkommensvergleichs - ein allfälliger Rentenanspruch kann gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG
(in der Fassung seit 1. Januar 2008; dabei keine Änderung des Eintritts des
Versicherungsfalls) frühestens im Juli 2012 entstehen - gibt es nicht zu
berücksichtigen. Der Verwerfung durch die auf das Jahr 2012 geänderten statistischen
Vorgaben ist kein Einfluss auf die Invaliditätsbemessung beizumessen.
12.3 Das Invalideneinkommen ist wie erwähnt anhand der Durchschnittslöhne, also
für 2005 ausgehend vom vollen Betrag von Fr. 49'120.--, zu bestimmen. Es kann davon
ausgegangen werden, dass ein ausgeglichener Arbeitsmarkt, wie er zur Abgrenzung
zum Risiko der Arbeitslosigkeit für die Invaliditätsbemessung massgeblich ist, für die
Beschwerdeführerin mit ihren erwähnten krankheitsbedingten Einschränkungen der
Leistungsfähigkeit noch zureichend viele Arbeitsmöglichkeiten bietet. Sind somit
sowohl Validen- wie Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu
bestimmen, so entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75
(vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2).
12.4 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss
aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 %
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). Die
gesundheitlich bedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin sind mit der
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medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeitsschätzung berücksichtigt. Das Risiko
vermehrter Krankheitsabsenzen ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 27. Januar 2017, 9C_765/2016 E. 5.3, insbesondere zu
psychischen Erkrankungen) ebenso wenig abzugsrelevant wie der Umstand, dass bei
vollzeitlicher Präsenz nur ein eingeschränktes Rendement möglich ist (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 4. April 2012, 8C_20/2012) oder Frauen teilzeitlich tätig
sind (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 30. November 2012, 8C_712/2012 E. 4.2.2).
Die Beschwerdegegnerin hält einen Abzug von - höchstens - 10 % für gerechtfertigt.
Im Urteil vom 18. April 2011 wurde ein solcher Abzug zugelassen. Dass sich
diesbezüglich eine relevante Veränderung ergeben hätte, ist nicht anzunehmen. Ein
höherer Abzug ist nicht am Platz.
12.5 Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % und einem Abzug von 10 % ergibt sich ein
Invaliditätsgrad von 37 % (1- [0.7 x 0.9]). Die Beschwerdegegnerin hat einen
Rentenanspruch daher zu Recht abgelehnt.
12.6 Die Beschwerde betreffend die angefochtene Verfügung vom 28. Juli 2014 ist
daher abzuweisen.
13.
13.1 Wo die Verhältnisse es erfordern, wird der gesuchstellenden Person nach Art.
37 Abs. 4 ATSG (eingeordnet unter dem Titel "Sozialversicherungsverfahren", geltend
also für das ganze Verwaltungsverfahren, vgl. Ueli Kieser, a.a.O., N 20 zu Art. 37) ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Vorausgesetzt ist, dass die Partei nicht über
die erforderlichen Mittel verfügt, dass ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint
und dass die Verbeiständung zur Wahrung ihrer Rechte konkret notwendig ist (vgl.
BGE 132 V 200 E. 4.1).
13.2 An die sachliche Gebotenheit der Verbeiständung ist im Zusammenhang mit
Art. 37 Abs. 4 ATSG rechtsprechungsgemäss ein strenger Massstab anzulegen (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 28. Juni 2012, 8C_438/2012). Die Notwendigkeit
einer anwaltlichen Vertretung ist mit Blick darauf, dass der Untersuchungsgrundsatz
(Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG) gilt, die Versicherungsträger und Durchführungsorgane
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der einzelnen Sozialversicherungen also den rechtserheblichen Sachverhalt unter
Mitwirkung der Parteien nach den rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität,
Neutralität und Gesetzesgebundenheit zu ermitteln haben, nur in Ausnahmefällen zu
bejahen. Es müssen sich schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen und
eine Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere
Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen. Zu
berücksichtigen sind die Umstände des Einzelfalles, die Eigenheiten der anwendbaren
Verfahrensvorschriften sowie die Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens. Dabei
fallen neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des
Sachverhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, wie
etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden (vgl.
Bundesgerichtsentscheide vom 28. Januar 2015, 8C_572/2014, und i/S K. vom 22.
Februar 2013, 9C_908/2012, BGE 132 V 200).
13.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts vermag die hohe Bedeutung
medizinischer Gutachten für sich allein genommen die Notwendigkeit einer
anwaltlichen Vertretung nicht zu begründen. Die gegenteilige Auffassung liefe darauf
hinaus, dass der Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung in praktisch allen
Verfahren bejaht werden müsste, in denen ein medizinisches Gutachten zur Diskussion
steht, was der Konzeption von Art. 37 Abs. 4 ATSG als einer Ausnahmeregelung
widerspräche. Es bedarf mithin weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr)
einfach und eine anwaltliche Vertretung als notwendig erscheinen lassen
(Bundesgerichtsentscheid vom 16. Dezember 2013, 9C_692/2013).
14.
14.1 Die Beschwerdegegnerin hält dafür, eine anwaltliche Vertretung sei nicht
notwendig im Sinn der Rechtsprechung gewesen, weil die Beschwerdeführerin die
Stellungnahmen von Dr. C._ auch ohne solche Unterstützung hätte einlegen können.
14.2 Indessen ist zu berücksichtigen, dass es sich beim in Frage stehenden
Verfahren um eine Neuanmeldung zum Leistungsbezug nach einer früheren Abweisung
handelt. Im damaligen Verfahren war bereits die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
bewilligt worden (IV-act. 91). Das Bundesgericht war im damaligen Verfahren zudem -
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aus Gründen der zeitlichen Grenze für die richterliche Überprüfungsbefugnis, welche
sich für juristische Laien nicht ohne weiteres selbst erklärt - namentlich auf einen
Bericht von Dr. C._ (vom Mai 2011) nicht eingegangen. Ausserdem schrieb die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin am 12. April 2012, berufliche
Eingliederungsmassnahmen seien nach ihren Abklärungen aufgrund ihres
Gesundheitszustands nicht möglich, doch werde der Rentenanspruch geprüft. Dass
keine Begründung vorhanden war, veranlasste ihren Rechtsvertreter zur Frage, welche
Gründe zu dieser Feststellung geführt hätten (vgl. IV-act. 137). Das (für den
Verfahrensausgang allerdings nicht ausschlaggebende) Vorbringen zum hier
erforderlichen Modus der Bestimmung des Begutachtungsinstituts hätte von der
Beschwerdeführerin selber ebenfalls nicht erwartet werden können. Dazu kommt der
Umstand, dass der behandelnde Spezialarzt zu Stellungnahmen zu den Ausführungen
im Gutachten zu veranlassen war, was dem gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 29. September 2011, 8C_426/2011 E.
6.2) vom Gesetzgeber statuierten Interesse diente, die Sachverhaltsabklärung noch auf
Verwaltungsverfahrensstufe zu vertiefen statt erst im gerichtlichen Prozess. Zwar
vermag der Umstand, dass einer versicherten Person die medizinischen und
juristischen Kenntnisse zum Erkennen von Schwachstellen fachärztlicher Expertisen
fehlen, für sich allein keinen Bedarf an anwaltlicher Vertretung zu begründen, weil das
in der Beschwerdeantwort vorgezeichnete Vorgehen zumutbar erscheint (so etwa
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Januar 2017, IV
2016/270 E. 8.4). Vorliegend handelt es sich jedoch um einen besonders komplexen
medizinischen Sachverhalt, über den zudem schon bei der ersten Anmeldung ein
polydisziplinäres Gutachten erstellt worden war, was als zusätzliche Schwierigkeit des
neuen Verfahrens zu werten ist.
14.3 Aus diesen Gründen ist als ausgewiesen zu betrachten, dass die
Beschwerdeführerin einer anwaltlichen Vertretung bedurfte.
14.4 Angesichts der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Gerichtsverfahren kann auch davon ausgegangen werden, dass die
Prozessbedürftigkeit ausgewiesen ist. Einer Bewilligung des Gesuchs steht ebenso
wenig eine Aussichtslosigkeit des Hauptverfahrens entgegen. Diesbezüglich ist die
Beschwerde daher zu schützen.
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15.
15.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die
Verfügung vom 28. Juli 2014 betreffend den gestellten Rentenanspruch demnach
abzuweisen. Die Beschwerde betreffend den Anspruch auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren ist unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 20. August 2014 im Sinn der Erwägungen gutzuheissen.
Der Beschwerdeführerin ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das
Verwaltungsverfahren zu bewilligen und Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller ist zum
unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bestellen. Die Sache ist der Beschwerdegegnerin
zur Festsetzung der Entschädigung zu überweisen.
15.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Die
Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihr die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) durch die Gerichtsleitung am 28. Oktober 2014 ist sie jedoch
von deren Bezahlung zu befreien. - Bei Streitigkeiten betreffend die unentgeltliche
Verbeiständung im Verwaltungsverfahren sind praxisgemäss jedoch keine
Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG; Art. 69 Abs. 1bis IVG ist nicht
anwendbar, vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12.
Januar 2012, IV 2010/270 E. 6.4).
15.3 Der Staat ist aufgrund der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu
verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin
aufzukommen. Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint angesichts des zweiteiligen Streitgegenstands eine leicht
überdurchschnittliche Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer). Diese ist in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st.
gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um einen Fünftel auf Fr. 3'200.-- zu
reduzieren.
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15.4 Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es ihr gestatten, kann die
Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die
Vertretung verpflichtet werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).