Decision ID: a72c7663-9bc7-4116-9868-395dce102ce2
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Bruno Isler-Bohnenblust, Terrassenrain 10, 3072 Ostermundigen,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 5. August 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die Versicherte legte einen Bericht ihres
Hausarztes, Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 20. April 2008
bei, wonach sie aufgrund von Schmerzen, rascher Ermüdbarkeit und starken
Stimmungsschwankungen in ihrer Tätigkeit als Hausfrau zu 30 bis 50% arbeitsfähig sei
(IV-act. 2-1/4). Im Früherfassungs-/Interventions-Vortriage-Protokoll vom 18. August
2008 hielt die Sachbearbeiterin der IV-Stelle des Kantons St. Gallen fest,
Eingliederungspotential sei vorhanden, jedoch abhängig von der psychiatrischen
Einschätzung; beim behandelnden Psychiater sei ein Arztbericht einzuverlangen (IV-
act. 10). Gemäss Notiz der IV-Stelle vom 14. Oktober 2008 seien berufliche
Massnahmen nicht angezeigt, da die Versicherte seit Jahren Hausfrau sei. Zur Prüfung
des Rentenanspruchs würden weitere Abklärungen eingeleitet (IV-act. 17). Am
15. Oktober 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es seien keine beruflichen
Massnahmen angezeigt (IV-act. 18).
A.b Dr. B._ berichtete der IV-Stelle am 1. Dezember 2008, die Versicherte leide an
folgenden Beschwerden:
- chronisches Schmerzsyndrom maxillär links, anamnestisch seit 1998/1999
- St. n. x-fachen zahnärztlichen Behandlungen und operativen Eingriffen
- dd: atypischer, neuralgieformer Gesichtsschmerz maxillär links
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- Somatisierungsstörung?
- depressive Entwicklung mit Ängsten, Agitation und Suizidgedanken
- dd: reaktiv im Rahmen der Schmerzstörung
- ausgeprägte degenerative LWS-Veränderungen
- Lumbofemoralgie L3 rechts bei nachgewiesener Diskushernie L2/3 rechts, 2/07
- foraminale Einengung L3/4 mit Kompression der Wurzel L3 rechts
- St. n. mehrmaliger Infiltration der Wurzel L3 rechts, 04/07, letztmals 14. April 2008
- St. n. Kniearthroskopie rechts bei Gonarthrose, 5/07
- MRI 4/07: laterale Meniskusläsion, Chondropathie/-malazie
- Arthroskopie: keine AP für Meniskusläsion.
Als Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) beständen:
- multiple Arzneimittel-Allergien (diverse Antibiotika, Mefenacid, Tryptizol)
- Hypercholesterinämie
- Antrumgastritis, Gastroskopie 3/08
- Heliobacter pylorie negativ.
Die Versicherte sei gelernte Postangestellte, später Sekretärin. In den letzten Jahren
habe sie den Haushalt geführt. Seit 19. Juni 2006 sei die Versicherte zu 100%
arbeitsunfähig. Sie könne die Hausarbeiten nicht selbständig durchführen, ermüde
sofort, verspüre mehr Schmerzen. Der gesundheitliche Zustand habe sich in den
letzten eineinhalb Jahren sukzessive verschlechtert, wie aus den zahlreichen
beigelegten Berichten über Hospitalisationen und spezialärztliche Behandlungen
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hervorgehe. Eine weitere stationäre psychosomatische Behandlung sei geplant (IV-act.
22-5/113 ff.).
A.c Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz gab in seiner Stellungnahme
vom 16. Februar 2009 an, dass bei der Versicherten ein Gesundheitsschaden bei einer
depressiven Entwicklung mit psychosomatischer Schmerzprojektion vor allem im
Mund-Kieferbereich sowie einer degenerative Wirbelsäulenveränderung mit radikulärer
sensibler Reizsymptomatik L2/3 und L4/5 vorliege. Dadurch seien die
Konzentrationsbelastbarkeit, die psychische Belastbarkeit, der Antrieb und die
Flexibilität beeinträchtigt. Ferner kämen keine andauernd mittelschweren oder
schweren körperlichen Tätigkeiten in Betracht. In der angestammten Tätigkeit als
Sekretärin sei von einer Arbeitsfähigkeit von 30 bis 40% mit wahrscheinlich reduzierter
Leistung auszugehen. Für die Beurteilung der medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit seien weitere Abklärungen erforderlich. Zunächst sei eine
Abklärung vor Ort durchzuführen (IV-act. 23).
A.d Der Hausarzt teilte der IV-Stelle mit Verlaufsbericht vom 2. Juni 2009 mit, der
Gesundheitszustand sei stationär. Die Versicherte sei weiterhin zu 100%
arbeitsunfähig. Sie sei weder psychisch noch physisch belastbar. Die chronische
Schmerzproblematik maxillär links, Rücken und Knie rechts, sicher teilweise im Sinn
einer Somatisierungsstörung bei depressivem Zustandsbild, verhindere jede berufliche
Tätigkeit. Eine Wiedereingliederung sei nicht möglich (IV-act. 32-3/20 ff.). In der Beilage
befand sich der Austrittsbericht des Inselspitals, Universitätsspital Bern, vom 23. März
2009. Die Versicherte war dort vom 8. Januar 2009 bis 5. März 2009 stationär
behandelt worden. Als Diagnosen hatten die Ärzte angegeben:
- mittelschwere Depression i.S. einer larvierten Depression mit ausgeprägten
somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11)
- chronifiziertes Schmerzsyndrom enoral linksseitig seit 1998 bei St. n. multiplen
invasiven Massnahmen (ICD-10: R52.2, Z73)
- lumboradikuläres Schmerzsyndrom L2/3 (ICD-10: M51.1, G 55.1) bei
ausgeprägten degenerativen Veränderungen sub L2
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- Gonarthrose rechts (ICD-10: MM17.9)
- Typ IV Sensibilisierung auf dentale Werkstoffe
- Methylmethacrylat und Triethylenglykol-dimethylacryl
- Decrescendo-Reaktion auf dentale Werkstoffe (Metallschraube, Stift/Hülse)
- positive Reaktion vom Soforttyp im Hauttest auf Nexium Tbl.
Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit von 100% hatten die Ärzte auf den Zeitraum
vom 8. Januar 2009 bis 31. März 2009 beschränkt (IV-act. 32-9/20).
A.e Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die
Versicherte am 19. Mai 2009 an, ausser ganz leichten Arbeiten verrichte ihr Ehemann
sämtliche Tätigkeiten im Haushalt (IV-act. 33). Die Abklärung vor Ort fand am 19. Juni
2009 statt. Dabei gab die Versicherte an, ohne gesundheitliche Beeinträchtigung würde
sie weiterhin die Haushaltstätigkeiten verrichten. Ihr Ehemann habe nach der
Pensionierung in diesem Jahr weiterhin einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen wollen.
Aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung sei dies nicht mehr möglich. Er helfe
ihr aktuell täglich bei der Verrichtung der Haushaltsarbeiten. Die Abklärungsperson
ermittelte unter Berücksichtigung der Mithilfe des Ehemannes eine Einschränkung in
der Tätigkeit im Haushalt von 45.75%. Die Versicherte sandte den Abklärungsbericht
am 4. Juli 2009 unterschrieben zurück und vermerkte, der Prozentgehalt der
Einschränkung und des Behinderungsgrades von 45.75% entspreche in keiner Art und
Weise ihrem Empfinden. Gemäss Hausarzt sei sie zu 80 bis 100% erwerbsunfähig (IV-
act. 36). Der RAD erachtete in seiner Stellungnahme vom 10. September 2009 den
erhobenen Einschränkungsgrad von 46% unter Berücksichtigung der Mithilfe des
Ehemannes aus medizinischer Sicht als nachvollziehbar. Der Beginn der
langandauernden Krankheit könne auf den 19. Oktober 2006 festgelegt werden (IV-act.
37).
A.f Mit Vorbescheid vom 22. September 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Ausrichtung einer Viertelsrente ab 1. Oktober 2007 in Aussicht. Seit 19. Oktober 2006
sei sie in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. In ihrer Tätigkeit als Hausfrau
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bestehe eine Einschränkung von 46% (IV-act. 43). Dagegen wendete sich der als
Einsprache bezeichnete Einwand der Versicherten und ihres Ehemannes. Darin wurde
ausgeführt, der Ehemann verrichte zu 100% die Haushaltsführung, zu 90% die
Ernährung, zu 95% die Wohnungspflege, zu 97% das Einkaufen, zu 95% die Wäsche
und Kleiderpflege sowie zu 100% den Garten. Daher beantragten sie beide einen
Invaliditätsgrad von 80% (IV-act. 45). Mit Verfügung vom 24. November 2009 sprach
die IV-Stelle der Versicherten ab 1. Oktober 2007 eine Viertelsrente zu. In der
Begründung hielt sie an ihrer Einschätzung eines Invaliditätsgrades von 46% fest.
Leichte Haushaltsarbeiten seien der Versicherten mit genügend Pausen weiterhin
zumutbar (IV-act. 56).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte, vertreten durch ihren Ehemann, bei
der IV-Stelle am 7. Dezember 2009 Beschwerde erheben. Diese leitete die Beschwerde
am 21. Dezember 2009 zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen weiter (G act 1). Der Ehemann beantragte für die Versicherte eine Erhöhung
der IV-Leistungen auf mindestens 80%. Zur Begründung führte der Ehemann aus, der
Hausarzt bestätige nach wie vor eine 100%ige Erwerbs- und Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin bescheinige dagegen einen
Invaliditätsgrad von 45%. Sei er als Ehemann denn gesetzlich verpflichtet, alle
Haushaltsarbeiten zu 100% zu verrichten? Sei dies zumutbar? Und wenn er damit
überfordert wäre? Der IV-Grad habe auch Auswirkungen auf weitere Leistungen wie
Prämienbefreiungen (G act. 1.1). Der Ehemann ergänzte die im Namen der
Beschwerdeführerin erhobene Beschwerde vom 7. Dezember 2009 mit Eingabe ans
Versicherungsgericht vom 22. Dezember 2009 (G act. 3).
B.b Am 3. Februar 2010 reichte die Versicherte den Bericht von Dr. med. C._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 21. Januar 2010 ein. Dieser
bescheinigte einen unveränderten, wenn nicht eher verschlechterten
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Dies habe zur Folge, dass die
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin bezüglich der Haushaltsführung weiter
abgenommen habe und der Ehemann - mittlerweile demnächst 70jährig - bei der
Unterstützung seiner Gattin sowohl körperlich als auch psychisch zunehmend
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überfordert sei. Nach wie vor bestehe - auch unter Berücksichtigung der zumutbaren
Mithilfe des Ehemannes - ein Einschränkungsgrad von mehr als 50%. Es sei fraglich,
ob die Beschwerdegegnerin den Arztberichten betreffend den psychischen
Gesundheitszustand der Versicherten genügend Beachtung beigemessen habe (G act
6.3).
B.c In der Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2010 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Abklärungsbericht Haushalt
vom 6. Juli 2009 sei von einem qualifizierten und erfahrenen Mitarbeiter verfasst
worden. Die Mithilfe des Ehemannes in den Bereichen 'Einkauf' und 'Verschiedenes'
sei zumutbar, da er pensioniert sei. In den übrigen Bereichen sei keine Mithilfe
angerechnet worden. Die Einschätzung der Abklärungsperson sei vom RAD-Arzt als
medizinisch nachvollziehbar beurteilt worden. Dieser sei als Psychiater ausreichend
qualifiziert. Der Hausarzt dagegen scheine auf die Selbsteinschätzung der
Beschwerdeführerin abgestellt zu haben. Die Zusprache einer Viertelsrente ab Oktober
2007 sei daher zu Recht erfolgt (G act. 8).
B.d In der Replik vom 23. Februar 2010 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen fest (G act. 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1. März 2010 auf eine Duplik (G act. 12).
B.f Am 11. Oktober 2010 teilte der Ehemann der Beschwerdeführerin mit, dass diese
in der Zwischenzeit wieder ins Inselspital Bern eingewiesen worden sei und sich zur
Zeit für einige Wochen zur Behandlung in der Klinik Wyss befinde (G act 14).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Es
gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
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Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen
Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136
E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 24. November 2009
ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und auf Grund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch
nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt
sich dadurch keine substanzielle Änderung. Neu normiert wurde hingegen der
Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die entsprechenden
Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG), gemäss Art. 29 Abs. 1
IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Es fragt sich, ob und unter welchen Voraussetzungen bei
Verfügungen unter neuem Recht für den Anspruchsbeginn dennoch die bisherigen
Bestimmungen anzuwenden sind. Der Gesetzgeber hat keine diesbezügliche
Übergangsbestimmung erlassen. Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat im
Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 vorgesehen, grundsätzlich auf den
Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls abzustellen, aber auch für Sachverhalte
mit Eintritt des Rentenfalls im Jahr 2008 altes Recht anzuwenden, wenn die Anmeldung
ebenfalls noch im Jahr 2008 erfolgt ist. Das Bundesgericht hat gestützt auf das
Rundschreiben, wenn der Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2008 entstanden wäre,
altes Recht angewendet (etwa Urteile des Bundesgerichts i/S S. vom 28. August 2008
[8C_373/2008] und i/S P. vom 9. März 2009 [8C_491/08]). Bezüglich des allfälligen
Rentenbeginns rechtfertigt es sich vorliegend, angesichts der IV-Anmeldung vom
5. August 2008 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Oktober 2006 die bis zum
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt)
anzuwenden.
2.
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2.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m.
Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu
ermitteln. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so
namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird hingegen für die Bemessung der
Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung besteht, sich im
bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 27 IVV). Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Personen gilt unter anderem die übliche
Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV).
2.2 Die Beschwerdeführerin hat eine Postlehre gemacht und als Sekretärin
gearbeitet. Gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) ist sie von 1966 bis 1969,
von 1985 bis 1993 sowie von 1996 bis 1998 einer Erwerbstätigkeit nachgegangen.
Seither ist sie im Haushalt tätig. Ohne Gesundheitsbeeinträchtigung würde der
Ehemann der Beschwerdeführerin auch nach der Pensionierung einer
Teilzeitbeschäftigung nachgehen (IV-act. 14 und 36). Die Beschwerdeführerin wäre im
'Gesundheitsfall' nicht gezwungen, bei der Pensionierung des Ehemannes aus
finanziellen Gründen eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Bei einer über zehnjährigen
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und dem bereits erreichten Alter von aktuell 62 Jahren
ist die Qualifikation als 100% im Haushalt Tätige daher nicht zu beanstanden. Für die
Ermittlung des Invaliditätsgrades ist auf den sogenannten reinen Betätigungsvergleich
abzustellen.
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
24. November 2009 eine Viertelsrente zugesprochen. Deshalb gehört zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage 2009,
Vorbemerkungen Rz 47) beachtet und die Beschwerdeführerin zu allfälligen geeigneten
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen angehalten hat. Berufliche
Eingliederungsmassnahmen hat die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht für angezeigt
bis
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erachtet, weil die Beschwerdeführerin seit Jahren als Hausfrau tätig ist und die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht in Betracht zu ziehen ist.
2.4 Für die zu 100% im Haushalt tätige Beschwerdeführerin wird der Invaliditätsgrad
mit einem reinen Betätigungsvergleich ermittelt. Die ermittelte Einschränkung im
Aufgabenbereich Haushalt entspricht dabei der tatsächlichen Invalidität. Bezogen auf
den Betätigungsvergleich bedeutet der Grundsatz "Eingliederung vor Rente", dass
Vorkehren und Massnahmen zu prüfen bzw. umzusetzen sind, welche die
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushalt zu steigern oder die
gesundheitsbedingten Einschränkungen zu kompensieren vermögen. Die Eingliederung
bezieht sich daher auf die Frage, ob und inwiefern die versicherte Person durch eigene
Bemühungen im Sinn der Schadenminderungspflicht oder durch geeignete Hilfsmittel
ihre Einschränkungen im Aufgabenbereich Haushalt minimieren kann. Beim reinen
Betätigungsvergleich ist daher zu prüfen, ob allenfalls Hilfsmittel anzuschaffen sind
oder Änderungen in den Arbeitsabläufen vorgenommen werden müssen, so dass die
Tätigkeit im Haushalt noch möglichst selbstständig erledigt werden kann. Solche
Massnahmen beeinflussen unmittelbar die rentenbegründende Invalidität.
2.5 Betreffend Eingliederungsmöglichkeiten im Haushalt geht aus dem
Abklärungsbericht vor Ort vom 19. Juni 2008 hervor, dass die Beschwerdeführerin bei
der Ernährung vermehrt Halbfertigprodukte verwendet. Sodann werden die körperlich
schwereren Tätigkeiten, bei denen die Beschwerdeführerin insbesondere durch die
Rücken- und Kniebeschwerden eingeschränkt ist, durch den Ehemann erledigt. Dass
durch den Einsatz von Hilfsmitteln oder mittels geeigneter Arbeitsabläufe die
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushalt gesteigert werden könnte, hat
die Beschwerdegegnerin stillschweigend verneint. Dies ist mit Rücksicht auf die Art der
Einschränkungen der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Die
Beschwerdegegnerin stellt auf das Ergebnis ihrer Abklärung an Ort und Stelle vom
19. Juni 2009 ab. Die Beschwerdeführerin erachtet die anlässlich dieser Abklärung
ermittelte Invalidität als zu tief. Sie sei mindestens zu 80% in ihrer Tätigkeit im Haushalt
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eingeschränkt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der
Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses
physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten. Seine grundsätzliche
Massgeblichkeit erfährt daher praxisgemäss Einschränkungen, wenn die versicherte
Person an psychischen Beschwerden leidet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
13. Juni 2008 i/S. A. [8C_671/2007] E. 3.2.1. mit weiteren Hinweisen). Vorliegend leidet
die Beschwerdeführerin hauptsächlich an einer mittelschweren Depression, einem
lumboradikulären Schmerzsyndrom bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen
der LWS, an einer Gonarthrose sowie an einem Schmerzsyndrom enoral linksseitig (IV-
act. 22-5/113 und 32-9/20). Die psychischen Beschwerden äussern sich insbesondere
durch Schlafprobleme, Konzentrationsprobleme sowie durch Mühe, einfache
Routinetätigkeiten in Angriff zu nehmen (IV-act. 32-8/20). Das Vorliegen von
psychischen Beschwerden kann bedeuten, dass die versicherte Person nicht mehr
objektiv über ihre eigene Leistungsfähigkeit berichten kann. Daraus folgt, dass auf den
Abklärungsbericht nicht abgestellt werden kann, da er vor allem auf den subjektiven
Schilderungen der versicherten Person beruht, die allenfalls nicht mehr objektiv und
realistisch über ihren Alltag berichten kann. Die Abklärungsperson verfügt in der Regel
nicht über die medizinische Fachkompetenz, die erforderlich wäre, um die
Leistungsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht objektiv beurteilen zu können. Das
bedeutet, dass bei Vorhandensein von psychischen Beschwerden eine fachärztliche
Leistungsbeurteilung vorliegen muss, bevor eine Abklärung vor Ort stattfinden kann,
damit die Überzeugungskraft eines solchen Berichts nicht von vornherein in Frage
gestellt ist (vgl. auch Hansjörg Seiler, Anforderungen an die Beweisführung zu Status
und Invalidität in der IV-Haushaltsabklärung, in: René Schaffhauser / Franz Schlauri
(Hrsg.), Sozialversicherungstagung 2009, S. 16 ff.). Denn einzig in Kenntnis des
umfassenden medizinischen Sachverhalts kann die Abklärungsperson beurteilen, wie
glaubhaft die Schilderungen der versicherten Person betreffend Einschränkungen im
Haushalt sind. Sie ist darauf angewiesen, dass medizinische Fachpersonen bereits vor
der Abklärung an Ort und Stelle eine Leistungsbeurteilung aus objektiver Sicht
abgegeben haben, damit sie diese vor Ort überprüfen kann. In keine andere Richtung
zielt das Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2006 [I 236/06], wonach ein
Abklärungsbericht dann Beweiswert hat, wenn der Bericht von einer qualifizierten
Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen
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sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu
berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht
aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und
angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in
Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (E. 3.2 mit
weiteren Hinweisen).
3.2 Es ist davon auszugehen, dass die somatisch bedingten Einschränkungen
(wegen Rücken- und Kniebeschwerden) körperlich mittelschwere bis schwere
Tätigkeiten im Haushalt betreffen. Der präzise Umfang der Einschränkung aus
somatischer Sicht geht aus den Akten nicht klar hervor. Der Hausarzt hat in seinem
Bericht vom 20. April 2008 festgehalten, die Beschwerdeführerin sei in ihrer Tätigkeit
im Haushalt zwischen 30 und 50% arbeitsfähig. Er hat jedoch in diesem Bericht die
rasche Ermüdbarkeit und die Stimmungsschwankungen mitberücksichtigt (IV-act.
2-1/4), denn aus den Akten ist eine depressive Entwicklung bereits seit Frühling 2007
bekannt (vgl. IV-act. 22-94/113 und 22-64/113). Im Austrittsbericht der Klinik Gais vom
23. Juni 2008 ist erstmals die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) gestellt worden. Eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist nicht abgegeben worden (IV-act. 22-42/113). Der
Hausarzt hat daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch die psychischen
Beschwerden in seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt. Dies geht
insbesondere auch aus seinem Verlaufsbericht vom 2. Juni 2009 hervor. In diesem
Bericht hat er angegeben, die Beschwerdeführerin sei zu 100% arbeitsunfähig. Sie sei
weder physisch noch psychisch belastbar (IV-act. 32-5/20). Eine psychiatrische
Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushalt ist bisher
nicht erfolgt. Die Ärzte des Universitätsspitals Bern haben ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung auf den Zeitraum der stationären Behandlung beschränkt
(vgl. IV-act. 32-9/20). Damit hat bei der Abklärung an Ort und Stelle vom 19. Juni 2009
eine essentielle Bedingung zur Beweiskraft dieser Untersuchungsmassnahme gefehlt,
indem die Abklärungsperson eine Invaliditätsschätzung im Haushalt vornehmen
musste, ohne über die objektive Einschränkung der Beschwerdeführerin aus
psychiatrischer Sicht informiert gewesen zu sein.
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3.3 Der Abklärungsbericht ist zudem widersprüchlich. Die Beschwerdeführerin selbst
hat angegeben, der Haushalt werde zu mindestens 80% von ihrem Ehemann
übernommen. Sie könne den Haushalt nicht mehr selbständig bewältigen. Im
Abklärungsbericht vor Ort hat sie ausführlich geschildert, welche Tätigkeiten sie noch
ausführen kann. Diese beschränken sich auf leichte Reinigungsarbeiten und
Teilarbeiten bei der Ernährung, beim Einkaufen und anderen leichten Tätigkeiten im
Haushalt. Sie sei bei fast allen Arbeiten auf die Mithilfe des Ehemannes angewiesen (IV-
act. 36). Das Ergebnis des Betätigungsvergleichs müsste daher - würde man der
Einschätzung der Beschwerdeführerin folgen - eine Einschränkung von mindestens
80% ergeben. Die Abklärungsperson hat jedoch lediglich einen Invaliditätsgrad von
46% erhoben. Die Abklärungsperson hat also nicht auf die subjektive
Leistungsbeurteilung der Beschwerdeführerin abgestellt. Wie die prozentuale
Einschränkung der Leistungsfähigkeit in den einzelnen Bereichen festgelegt worden ist,
geht aus dem Abklärungsbericht nicht hervor. Insbesondere lässt sich nicht
abschätzen, ob die Mithilfe des Ehemannes tatsächlich nur in den Bereichen
'Einkaufen' und 'Verschiedenes' berücksichtigt worden ist. Denn die
Beschwerdeführerin hat in jedem einzelnen Bereich auf die massive Unterstützung
durch den Ehemann verwiesen. Dennoch ist ihr jeweils nur eine Einschränkung von
rund 50% zuerkannt worden. Zwar hat sich der RAD in seiner Stellungnahme vom
16. Februar 2009 ausführlich zum invalidisierenden Gesundheitsschaden der
Beschwerdeführerin auch aus psychiatrischer Sicht geäussert. Er hat angegeben, die
depressive Entwicklung mit psychosomatischer Schmerzprojektion vor allem im Mund-
Kieferbereich und die degenerative Wirbelsäulen-Veränderungen mit radikulärer
sensibler Reizsymptomatik L2/3 und L4/5 verursachten einen Gesundheitsschaden.
Dadurch sei die Konzentrationsbelastbarkeit, die psychische Belastbarkeit, der Antrieb
und die Flexibilität beeinträchtigt. Ferner kämen keine andauernd mittelschweren oder
schweren körperlichen Tätigkeiten mehr in Betracht. Die Arbeitsfähigkeit in der früheren
Tätigkeit als Sekretärin betrage aktuell 30 bis 40% mit wahrscheinlich reduzierter
Leistung (IV-act. 23-3/3). Eine Einschätzung zur Leistungsfähigkeit im Haushalt hat er
jedoch nicht abgegeben. Die Tätigkeit als Sekretärin muss als körperlich leicht
betrachtet werden und darf mit Rücksicht auf die somatischen Einschränkungen der
Beschwerdeführerin als leidensadaptiert gelten. Die geschätzte Arbeitsunfähigkeit als
Sekretärin muss aus der Sicht des RAD-Arztes also wesentlich psychiatrisch bedingt
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sein. Im Gegensatz zur Arbeit als Sekretärin ist ein Teil der Tätigkeit im Haushalt
jedenfalls als körperlich mittelschwer zu betrachten. Dennoch ist bei der Abklärung vor
Ort insgesamt eine viel höhere Arbeitsfähigkeit im Haushalt (54%) ermittelt worden, als
dies in der Tätigkeit als Sekretärin (30 bis 40%) der Fall wäre. Der RAD hat in seiner
Stellungnahme vom 10. September 2009 das Ergebnis der Abklärung vor Ort als
medizinisch nachvollziehbar bezeichnet, ohne diese Diskrepanz zu erklären (IV-act. 37).
Dies erscheint dem Gericht nicht als überzeugend. Die RAD-Stellungnahme vermag
vorliegend keine genügende fachpsychiatrische Beurteilung der Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin im Haushalt abzugeben. Selbst der RAD-Arzt scheint in seiner
Stellungnahme vom 16. Februar 2009 davon ausgegangen zu sein, dass noch eine
psychiatrische Beurteilung zu erfolgen hätte. Eine solche hat die Beschwerdegegnerin
jedoch nicht eingeholt bzw. veranlasst. Dies wird sie nachzuholen haben.
3.4 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass der Sachverhalt ungenügend
abgeklärt worden ist. Die Sache ist deshalb zur Fortführung des Verwaltungsverfahrens
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine objektive psychiatrische
Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch einen Facharzt oder
eine Fachärztin vornehmen lässt. Bei dieser Gelegenheit kann auch die somatische
Situation in Bezug auf die Leistungsfähigkeit im Haushalt präzis beurteilt werden.
Danach hat erneut eine Abklärung an Ort und Stelle zu erfolgen. Nachdem die
Beschwerdeführerin unterdessen eine neue Wohnadresse hat, wird auch zu überprüfen
sein, inwiefern sich die geänderten tatsächlichen Verhältnisse auf die Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin auswirken.
4.
4.1 Demzufolge ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Verfügung vom
24. November 2009 ist aufzuheben. Die Sache ist zur Fortführung des
Verwaltungsverfahrens im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
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St.Galler Gerichte
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP