Decision ID: 99b206a7-9e84-4b36-8530-65b54f06cc71
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Integritätsentschädigung
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1976 geborene K._ war als Gerüstbaumonteur bei der A._ angestellt, und
dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 10. Mai
2005 eine Schnittverletzung am Digitus (Dig.) II links auf Höhe des Mittelglieds (Zone 2)
mit einer Gefässnervendurchtrennung radialseitig und einer Partialruptur der tiefen
Beugesehne zuzog (Suva-act. 2, 3). Am 11. Mai 2005 wurde in der Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) ein
operativer Eingriff mit einer Sehnen- und Nervennaht durchgeführt (Suva-act. 3, 4).
Nach mehreren Nachkontrollen im KSSG (Suva-act. 4, 7, 15) beurteilte der Kreisarzt
der Suva, Dr. med. B._, am 5. Oktober 2005 die medizinische Situation (Suva-act.
16). Am 30. November 2005 folgte im KSSG ein weiterer operativer Eingriff am linken
Zeigefinger, eine Tenolyse der Beugesehnen im Beugekanal der Zone 2 und eine
Neurolyse des radialen Digitalnervs umfassend (Suva-act. 37, 38). Dem operativen
Eingriff schlossen sich wiederum regelmässig durchgeführte Nachkontrollen sowie eine
E-Link-Abklärung (Handfunktionstest) in der Ergotherapie des KSSG an. Anlässlich der
Nachkontrolle vom 20. Dezember 2006 wurde festgestellt, dass aus handchirurgischer
Sicht ein Endzustand erreicht sei (Suva-act. 43, 48, 66, 71, 76, 79). Die Suva ersuchte
daraufhin ihren Kreisarzt Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell
Allgemein- und Unfallchirurgie, mit Schreiben vom 26. Januar 2007 in Bezug auf den
Schadenfall des Versicherten den Anspruch auf eine allfällige Integritätsentschädigung
zu prüfen (Suva-act. 84). Dieser stellte in seiner ärztlichen Beurteilung vom 29. Januar
2007 fest, dass aufgrund der verbliebenen Hyposensibilität und des Extensionsausfalls
von 25° im DIP (distales Interphalangealgelenk; Endgelenk) ohne weitere festgehaltene
pathologische Befunde die Erheblichkeitsgrenze für die Zusprechung einer
Integritätsentschädigung nicht erreicht sei, wenn man zum Beispiel berücksichtige,
dass ein Eingliedverlust eines Fingers auch nicht für eine solche qualifiziere (Suva-act.
83).
A.b Mit Verfügung vom 30. Januar 2007 teilte die Suva dem Versicherten mit, da keine
erhebliche Schädigung
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der körperlichen Integrität vorliege, könne keine Integritätsentschädigung ausgerichtet
werden.
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwältin lic. iur. L. Keller, St. Gallen, für den
Versicherten vorsorglich am 5. März 2007 Einsprache (Suva-act. 87). Am 30. März 2007
reichte sie die Einsprachebegründung mit dem Antrag auf Zusprache einer
Integritätsentschädigung und unter Beilage eines ärztlichen Zeugnisses von Dr. med.
D._, Innere Medizin FMH spez. Blutkrankheiten, St. Gallen, vom 16. Februar 2007
nach (Suva-act. 89, 89a).
B.b Mit Entscheid vom 21. September 2007 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-
act. 92).
C.
C.a Gegen den erwähnten Entscheid liess der Versicherte durch seine
Rechtsvertreterin am 24. Oktober 2007 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die
Verfügung vom 30. Januar 2007 bzw. der Einspracheentscheid vom 21. September
2007 seien aufzuheben und dem Versicherten sei eine Integritätsentschädigung von
mindestens 10% zuzusprechen. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche
Prozessführung und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person des
Unterzeichneten zu bewilligen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Am 15.
November 2007 reichte die Rechtsvertreterin eine Beschwerdeergänzung mit dem
abgeänderten Antrag ein, dem Beschwerdeführer sei eine Integritätsentschädigung von
mindestens 5% zuzusprechen. Zur Begründung wurde in den beiden
Beschwerdeeingaben im wesentlichen ausgeführt, es sei zwar richtig, dass ein
Eingliedverlust eines Fingers grundsätzlich nicht für eine Integritätsentschädigung
ausreiche. Zu beachten sei allerdings, dass die von der Beschwerdegegnerin erwähnte
Suva-Feinrastertabelle 3 für einfache oder kombinierte Finger-, Hand- und Armverluste
lediglich als Richtlinie zu beachten sei. Die Beschwerdegegnerin verkenne, dass der
Beschwerdeführer nach wie vor unter einer Hyposensibilität radialseits von Dig. II links,
an Gefühllosigkeit im Finger und - insbesondere bei Wetterveränderungen - immer
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wieder an Schmerzen leide. Hinzu komme, dass er laut ärztlichem Zeugnis von Dr.
D._ seinen Zeigefinger nicht mehr vollständig strecken könne. Gemäss Bericht des
KSSG vom 27. Juni 2006 (Suva-act. 71) bestünden beim Beschwerdeführer
Restbeschwerden nach Tenolyse der Beugesehne im Beugesehnenkanal Zone 2 und
Neurolyse am Zeigefinger dorsalseitig links bei Status nach Beugesehnen und
Nervennaht radialseitig Dig. II. Als Beugesehnen bezeichne man die Endsehnen der
Muskeln, welche die Zehen- und Fingergelenke beugten. Man unterscheide eine
oberflächliche und eine tiefe Beugesehne. Die Beugesehne setze am zweiten
Fingerglied an. Damit sei erstellt, dass vorliegend nicht etwa eine Verletzung vorliege,
die einem Eingliedverlust eines Fingers gleichkomme, sondern dass vielmehr zwei
Glieder des Zeigefingers betroffen seien. Vor diesem Hintergrund sei dem
Beschwerdeführer gestützt auf den Anhang 3 zur Verordnung über die
Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) eine Integritätsentschädigung von mindestens
5% zuzusprechen.
C.b Mit Schreiben vom 26. Oktober 2007 ersuchte das Versicherungsgericht die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, das Gesuchsformular um unentgeltliche
Prozessführung einzureichen. Gleichzeitig wurde darauf aufmerksam gemacht, dass
bei Nichteinreichung innert Frist angenommen werde, dass am Gesuch um
unentgeltliche Verbeiständung nicht festgehalten werde.
C.c In der Beschwerdeantwort vom 19. Dezember 2007 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Gemäss Suva-Feinrastertabelle 3
begründe ein Eingliedverlust am Zeigefinger keine Integritätsentschädigung und ein
Zweigliedverlust nur eine solche von 5%. In casu stünden indessen weder ein Ein-
noch ein Zweigliedverlust zur Diskussion, sondern lediglich geringfügigere Schäden
(Hyposensibilität, Extensionsdefizit), die offensichtlich keinen erheblichen und damit
leistungsbegründenden Integritätsschaden darstellten.
C.d Mit Schreiben vom 24. Januar 2008 verzichtete die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers auf die Einreichung einer Replik.

Erwägungen:
1.
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1.1 Im vorliegenden Fall liegt der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Integritätsentschädigung im Streit. Erleidet eine versicherte Person durch einen Unfall
eine dauernde erhebliche Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität,
so hat sie Anspruch auf eine angemessene Entschädigung (Art. 24 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Als dauernd gilt ein
Integritätsschaden, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in
gleichem Umfang besteht, und als erheblich, wenn die körperliche oder geistige
Integrität unabhängig von der Erwerbsfähigkeit augenfällig oder stark beeinträchtigt ist
(Art. 36 UVV; vgl. RKUV 1998 Nr. U 303 S. 354).
1.2 Die Integritätsentschädigung ist nach der Schwere des Integritätsschadens
abzustufen (Art. 25 Abs. 1 UVG). Für die Bemessung der Integritätsentschädigung
gelten die Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV (Art. 36 Abs. 2 UVV). Der Anhang 3 zur
UVV enthält eine Skala der Integritätsschäden. Dadurch, dass ein Integritätsschaden in
der Liste steht, ist dessen Erheblichkeit bejaht, nicht dagegen in jedem Fall die Dauer,
d.h. der voraussichtlich lebenslange Charakter (Gilg/Zollinger, Die
Integritätsentschädigung, 1984, S. 49 f.). Die Skala ist verbindlich, als Grobraster
indessen nicht abschliessend. Sie enthält lediglich richtunggebende, in der Praxis
häufig vorkommende Schäden mit den entsprechenden Werten. Teilschäden, andere
Schäden oder Kombinationen derartiger Ganz- oder Teilschäden müssen mit den
Listenfällen verglichen und nach der Schwere der durchschnittlichen Auswirkungen
taxiert werden (Art. 36 Abs. 3 UVV; Ziff. 1 Abs. 2 der Richtlinien im Anhang 3 zur UVV).
Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ausschliesslich ärztliche Angelegenheit.
Die Skala der Integritätsschäden im Anhang 3 zur UVV erlaubt es dem Arzt,
grundsätzlich jede Integritätsentschädigung annähernd vergleichbaren
Integritätsschäden der Skala zuzuordnen. Trotzdem hat sich in der Praxis ein Bedürfnis
zur differenzierten listenmässigen Erfassung der Integritätsschäden manifestiert. Der
ärztliche Dienst der Suva hat in der Folge, basierend auf der erwähnten Skala und unter
Berücksichtigung dieser absolut verbindlichen Werte, weitere Schätzungsgrundlagen in
tabellarischer Form erarbeitet (Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der Suva Nr.
57 bis 59, Tabellen 1 bis 16). Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen
stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso
mehr als Ziffer 1 der Richtlinien im Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala
angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den Regelfall gilt, welcher im
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Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch
lediglich als Richtwerte angesehen werden, mit denen die Gleichbehandlung aller
versicherten Personen gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV
vereinbar (BGE 113 V 218; RKUV 1987 Nr. U 21 S. 328 und Nr. U 31 S. 438).
1.3 Bei der Schätzung der Beeinträchtigung der Integrität hat der ärztliche Experte
auf den massgeblichen Zeitpunkt hin festzustellen, in welcher Hinsicht der Versicherte
durch den Unfall noch körperlich oder geistig/psychisch geschädigt ist. Er hat sich im
weiteren dazu zu äussern, welche dieser Schäden als dauernd zu betrachten sind, d.h.
voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang bestehen
bleiben. Bei geringfügigen Verletzungsfolgen hat sich der Arzt zur Frage zu äussern, ob
die Schädigung im Hinblick auf die im Anhang 3 zur UVV enthaltenen Listenpositionen
als erheblich, d.h. augenfällig oder stark zu gelten hat. Gegebenenfalls hat er zudem
auf voraussehbare Verschlimmerungen aufmerksam zu machen. Anschliessend ist es
Sache der Verwaltung bzw. des Sozialversicherungsgerichts, die ärztlichen
Schlussfolgerungen daraufhin zu prüfen, ob sie den gesetzlichen Anforderungen
gerecht werden. Dabei ist zu beachten, dass insbesondere die Einordnung von
Nichtlisten- und kombinierten Fällen dem Arzt einen grossen Ermessensspielraum
öffnet, in welchen die Verwaltung bzw. das Sozialversicherungsgericht nicht ohne Not
bzw. nur dann eingreifen soll, wenn die unfallmedizinische Beurteilung im Hinblick auf
die Liste im Anhang 3 zur UVV sachlich nicht gerechtfertigt ist und zu stossenden
Ungleichheiten führen würde.
2.
2.1 Die Beurteilung des Integritätsschadens durch die Beschwerdegegnerin stützt
sich in erster Linie auf die ärztliche Beurteilung von Dr. C._ vom 29. Januar 2007 ab
(Suva-act. 83). Anhand der vorhandenen medizinischen Akten und ausgehend von
einem Eingliedverlust eines Fingers betrachtete der Kreisarzt im konkreten Fall die
Erheblichkeitsgrenze zur Ausrichtung einer Integritätsentschädigung als nicht erreicht.
Als verbliebene Schäden der am 10. Mai 2005 am linken Zeigefinger erlittenen
Schnittverletzung mit einer Partialruptur der tiefen Beugesehne und einer
Gefässnervendurchtrennung radialseitig auf Höhe des Mittelgliedes berücksichtigte er
eine Hyposensibilität sowie einen Extensionsausfall von 25° im DIP. Beschwerdeweise
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wendet die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein, es seien zusätzliche
Unfallfolgen in die Integritätsschadenschätzung einzubeziehen. Der Beschwerdeführer
leide seit dem Unfall an einer Hyposensibilität radialseits von Dig. II links, einer
Gefühllosigkeit im Finger und - insbesondere bei Wetterveränderungen - immer wieder
an Schmerzen. Zudem könne er den betroffenen Zeigefinger nicht mehr vollständig
strecken. Vorhanden seien sodann Restbeschwerden nach Tenolyse der Beugesehne
im Beugesehnenkanal Zone 2 und Neurolyse am Zeigefinger dorsalseitig links bei
Status nach Beugesehnen und Nervennaht radialseitig Dig. II.
2.2 Anlässlich der von Dr. B._ am 5. Oktober 2005 durchgeführten kreisärztlichen
Untersuchung zeigte sich zunächst beim Beschwerdeführer eine leichte trophische
Störung und erwartungsgemäss eine erhebliche Sensibilitätseinbusse radiovolar und
an der radialen Zeigefingerkuppe. Hinsichtlich Beweglichkeit ergaben sich kleine,
funktionell nicht relevante Extensionsdefizite im Bereich von Mittel- und Nagelgelenk,
jedoch eine im Mittelgelenk um einen Drittel und im Nagelgelenk um die Hälfte
eingeschränkte Beugefähigkeit (Suva-act. 16). Am 30. November 2005 erfolgte die
Neurolyse am Zeigefinger dorsalseitig links und die Tenolyse der Beugesehne im
Beugesehnenkanal Zone 2 (Suva-act. 37, 38). Anlässlich der im KSSG am 24. April
2006 durchgeführten E-Link-Untersuchung vermochte nun der Beschwerdeführer die
linke Hand voll zu strecken und erreichte auch einen vollen Faustschluss. Der
Beschwerdeführer beschrieb jedoch Schmerzen bei Wetterveränderungen sowie
pochende Schmerzen im Zeigefinger der linken Hand, wenn er diesen bei schwereren
Tätigkeiten einsetze (Suva-act. 66). Im Untersuchungsbericht vom 27. Juni 2006
diagnostizierte das KSSG Restbeschwerden nach Tenolyse der Beugesehne im
Beugesehnenkanal Zone 2 und Neurolyse am Zeigefinger dorsalseitig links am 30.
November 2005 bei Status nach Beugesehnen und Nervennaht radialseitig Dig. II vom
11. Mai 2005. Als Befunde wurden eine Hyposensibilität im Bereich des radialen
Zeigefingers, ein Streckdefizit von 20° auf Höhe des DIP sowie eine eingeschränkte
Beugefähigkeit auf Höhe des DIP (50°) und des PIP (proximales Interphalangealgelenk;
Mittelgelenk; 90°) erhoben (Suva-act. 71). Bei der Nachkontrolle im KSSG vom 15.
September 2006 konnte der Beschwerdeführer den Faustschluss wiederum
durchführen, verblieben war jedoch ein gegenüber dem letzten Mal leicht erhöhtes
Streckdefizit auf Höhe DIP von ca. 25°. Das PIP und MP (Metacarpo-phalangealgelenk;
Fingergrundgelenk) wurde als völlig extensierbar bezeichnet. Festgehalten wurde
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sodann erneut die fortdauernde Hyposensibilität radialseits des linken Zeigefingers
(Suva-act. 76). Am 18. Dezember 2006 betrachtete das KSSG den Endzustand aus
handchirurgischer Sicht als erreicht. Eine gewisse Wetterfühligkeit und ebenso
wahrscheinlich eine Hyposensibilität radialseitig würden verbleiben (Suva-act. 79). Dr.
D._ bestätigte schliesslich sogar im ärztlichen Zeugnis vom 16. Februar 2007 etwas
verbesserte Befunde, indem er eine Schmerzfreiheit im linken Zeigefinger sowie ein
Streckdefizit des Endgelenks von lediglich 21° anführte. Ein Beugedefizit konnte
offensichtlich auch hier nicht mehr festgestellt werden. Abermals genannt wurden
jedoch die beklagte Wetterfühligkeit sowie die bestehende radialseitige
Gefühlsstörung.
2.3 Mit Blick auf die eben dargelegten medizinischen Akten sind die von Dr. C._ bei
der Schätzung der Höhe des Integritätsverlustes berücksichtigten verbliebenen
Unfallfolgen keinesfalls unvollständig. Zumindest vermögen die von der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers angeführten zusätzlichen Unfallfolgen keinen
höheren Integritätsschaden zu begründen. In die Bemessung des Integritätsschadens
einzubeziehen sind - wie von Dr. C._ getätigt - zweifelsohne das einhellig erhobene
Streckdefizit des Endgelenks des linken Zeigefingers sowie die Hyposensibilität
radialseits des linken Zeigefingers. Auszugehen ist hingegen davon, dass die
Beugefähigkeit des linken Zeigefingers nicht mehr eingeschränkt ist. Insofern
verbleiben für die von Seiten der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers angeführten
Restbeschwerden nach Tenolyse und Neurolyse mit Verweis auf den
Untersuchungsbericht des KSSG vom 27. Juni 2006 (Suva-act. 71) nur noch die von
Dr. C._ berücksichtigten Gesundheitsschäden an der linken Hand. Eine
Sensibilitätseinbusse wurde sodann im Anschluss an den kreisärztlichen
Untersuchungsbericht vom 5. Oktober 2005 nirgends mehr erwähnt. Allerdings leidet
der Beschwerdeführer offensichtlich unter wetterabhängigen Schmerzen. Selbst die
Berücksichtigung derselben sowie der allfällige Einbezug einer Sensibilitätseinbusse
vermöchte jedoch die Integritätsschadenschätzung von Dr. C._ nicht in Frage zu
stellen (vgl. dazu Erwägung Ziff. 2.4).
2.4 Dr. C._ legte seiner Bemessung der Integritätsentschädigung offensichtlich die
Skala des Anhangs 3 zur UVV und die Suva-Feinrastertabelle 3 (Integritätsschaden bei
einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten) zu Grunde. Nach der im
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Anhang 3 zur UVV enthaltenen Skala der Integritätsschäden wird der Verlust von
mindestens zwei Gliedern eines Langfingers oder eines Gliedes des Daumens mit 5%
bewertet. Daraus folgt, dass der Verlust nur eines Gliedes eines Langfingers unter der
Erheblichkeitsschwelle von 5% liegt und daher keinen Anspruch auf
Integritätsentschädigung begründet (vgl. dazu Gilg/Zollinger, a.a.O., S. 41). Dieselbe
Beurteilung ergibt sich aus der Suva-Feinrastertabelle 3. Die in Erwägung Ziff. 2.3
aufgeführten und zu berücksichtigenden Integritätsschäden sind weder im Anhang 3
zur UVV noch in der Suva-Feinrastertabelle 3 aufgeführt. Gemäss Anhang 3 UVV Ziff. 1
Abs. 2 ist die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden,
wie bereits erwähnt, nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abzuleiten, wobei
Integritätsschäden, die gemäss Skala die Erheblichkeitsgrenze von 5% nicht erreichen,
nach Abs. 3 dieser Bestimmung keinen Anspruch auf Entschädigung geben. Unter dem
Gesichtspunkt, dass die eingeschränkte Funktionsstellung des Beschwerdeführers
lediglich das Endglied des linken Zeigefingers betrifft und der linke Zeigefinger trotz
zusätzlich vorliegender Schäden (vgl. Erwägung Ziff. 2.3) noch eingesetzt werden kann,
erscheint es nach Auffassung des Gerichts angemessen, vorliegend die
Erheblichkeitsgrenze von 5% entsprechend eines Verlustes von mindestens zwei
Gliedern eines Langfingers oder eines Gliedes des Daumens nicht als erreicht zu
betrachten. Selbst eine Bewegungseinschränkung bei zwei Gliedern des Zeigefingers
wäre nicht mit der durch eine Amputation zweier Glieder zu erleidenden
Integritätseinbusse zu vergleichen. Durch die Amputation eines Körperteils fällt der
Gebrauch endgültig ausser Betracht, wohingegen bei anderweitigen, im konkreten Fall
sogar geringfügigeren Schäden, im Regelfall eine Restfunktion verbleibt. Der Umstand,
dass der Beschwerdeführer aufgrund des Streckdefizits viele Arbeiten als Gerüstbauer
nicht mehr ausüben kann, vermag nicht zu einer anderen Beurteilung zu führen. Die
Integritätsentschädigung stellt eine egalitär-abstrakte Versicherungsleistung dar, die
der betroffenen Person, unabhängig von ihren erwerblichen Verhältnissen, für eine
lebenslange erhebliche Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität
zugesprochen wird. In diesem Sinn ist entscheidend, inwieweit ein Unfall eine
versicherte Person beeinträchtigt hat. Das Ergebnis ist gemäss jenen Kategorien, die in
der erwähnten Liste aufgeführt sind, festzustellen. Da diese Liste auf alle Menschen
bezogen ist und die individuellen persönlichen Verschiedenheiten nicht beachtet, wird
ein Integritätsverlust bloss insoweit erfasst, als er jeden gesunden Menschen trifft;
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allfällige Besonderheiten einer versicherten Person bleiben somit unberücksichtigt (vgl.
BGE 113 V 218; RKUV 1987 Nr. U 31 S. 438). Die Liste der Integritätsschäden ist
deshalb bewusst abstrakt gestaltet worden. Für gleiche Schäden soll jede verunfallte
Person die gleiche Integritätsentschädigung erhalten. Dadurch unterscheidet sich die
Integritätsentschädigung von der privatrechtlichen Genugtuung, die einen konkreten
individuellen Schaden in materieller Art kompensiert (LGVE 1986 II Nr. 32 S. 328; Gilg/
Zollinger, a.a.O., S. 38; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 1989,
S. 413 f.). Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass es den verbliebenen
Unfallfolgen angemessen erscheint, wenn Dr. C._ im konkreten Fall die
Erheblichkeitsgrenze von 5% für die Zusprechung einer Integritätsentschädigung als
nicht gegeben betrachtet. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche diese
Einschätzung als nicht gerechtfertigt erscheinen liessen.
3.
Zusammen mit der Beschwerde vom 24. Oktober 2007 stellte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Dieses ist
grundsätzlich zu bewilligen, sofern die Bedürftigkeit der Partei ausgewiesen ist, der
Prozess nicht zum vornherein als aussichtslos erscheint und die Verbeiständung durch
einen Anwalt oder eine Anwältin notwendig oder doch geboten ist (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, Art. 61 lit. f Rz 88). Im Rahmen des Gesuchs um unentgeltliche
Verbeiständung obliegt es somit dem Gesuchsteller aufzuzeigen und zu belegen, dass
er sämtliche Voraussetzungen für die Gewährung erfüllt. Es liegt mithin im Rahmen der
Mitwirkungs- und Begründungspflicht an ihm, die zur Beurteilung notwendigen
Unterlagen einzureichen und sein Gesuch ausreichend zu substantiieren (vgl. Art. 285
Abs. 1 ZPG). Die Rechtsvertreterin wurde am 26. Oktober 2007 aufgefordert, die für
den Entscheid über die unentgeltliche Verbeiständung notwendigen Unterlagen
einzureichen. Gleichzeitig wurde sie über die Folgen der Nichteinreichung in Kenntnis
gesetzt. Innert der angesetzten Frist sind keine sachdienlichen Belege eingetroffen,
weshalb, wie im Schreiben vom 26. Oktober 2007 vermerkt, davon auszugehen ist,
dass am Gesuch nicht festgehalten wird. Es ist mithin als gegenstandslos zu
betrachten.
4.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG