Decision ID: 3ae4f06d-08dd-5af9-a8e9-9c5063e397a7
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Gemäss Visumantrag vom 4. Januar 2008 beantragte die 1982  thailändische Staatsangehörige S._ (nachfolgend ) bei der schweizerischen Botschaft in Bangkok ein Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei T._( Gastgeber) in Z._ (SO). Die Schweizerische Vertretung verweigerte das Visum formlos und übermittelte das Gesuch zur  und zum Entscheid an die Vorinstanz.
B. Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Solothurn beim  ergänzende Auskünfte eingeholt und an die Vorinstanz  hatte, wies diese das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit  vom 7. April 2008 ab. Dies im Wesentlichen mit der , es bestünde nicht genügend Gewähr für eine fristgerechte  nach einem Besuchsaufenthalt. Die Beschwerdeführerin stamme aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen  bekanntermassen nach wie vor stark anhalte.  würden insbesondere Touristen- und Besuchervisa immer wieder von Personen, welche sich hier dauerhaft aufhalten möchten, für eine erleichterte Einreise in die Schweiz missbraucht. Zwar oblägen der  gewisse berufliche und auch familiäre ; ihre geplante dreimonatige Abwesenheit würde diese jedoch nicht als zwingend erscheinen lassen. Auch andere Gründe für eine  Einreise seien nicht ersichtlich.
C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 13. Mai 2008 erhob die  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragt, die Sache sei der Vorinstanz zu einer Vernehmlassung betreffend die  Sachlage zuzustellen. Des Weiteren sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und das gewünschte Besuchservisum für vier Wochen zu erteilen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung  und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe im vorliegenden Fall den Verhältnismässigkeitsgrundsatz und das Willkürverbot missachtet. Auch sei im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens ihr Anspruch auf
Seite 2
C-3139/2008
rechtliches Gehör verletzt worden. Zudem sei der rechtserhebliche Sachverhalt nicht richtig und nicht vollständig abgeklärt worden.  wird auch auf die veränderte Lage des Sachverhalts: So sei die Beschwerdeführerin von der ursprünglichen Absicht eines  Aufenthalts in der Schweiz aus beruflichen und familiären Gründen abgekommen und plane deshalb einen einmonatigen  in der Schweiz.
Zum Beleg reichte die Beschwerdeführerin Kopien diverser  sowie Fotos ein.
D. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 13. Juni 2008 auf Abweisung der Beschwerde. Ergänzend hält sie fest, dass auch die veränderte Sachlage – die Planung eines einmonatigen  in der Schweiz – nichts an ihrer Einschätzung ändern könne; die gesamten Verhältnisse böten nicht genügend Gewähr für eine  Wiederausreise.
E. Mit Replik vom 16. August 2008 hält die Beschwerdeführerin  an ihren Begehren fest. Gleichzeitig werden weitere Beilagen zu den Akten gereicht.
F. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den  eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht –  Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen –  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen . Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend  der Einreisebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht
Seite 3
C-3139/2008
endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  berechtigt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50–52 VwVG).
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist  Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht  und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Rechts- und Sachlage zum Zeitpunkt seines  (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten  2A.451/2002 vom 28. März 2003).
3. Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen  auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und  die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher  handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).
4. Mit Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 wurde die Umsetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen und an Dublin (SR 362) genehmigt. Die entsprechenden Assoziierungsabkommen (darunter das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-
Seite 4
C-3139/2008
schaft, der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008 definitiv in Kraft getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden im AuG entsprechende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 AuG, wonach die Bestimmungen über das Visumverfahren und über die Ein- und Ausreise nur gelten, sofern das Schengen-Recht keine abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist die VEV total revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, übergeordneten (Schengen-)Recht fortgeführt werden. Vor diesem Hintergrund ist auch auf die Rüge der Verletzung von Art. 126 Abs. 1 AuG nicht weiter einzugehen (vgl. Beschwerde vom 13. Mai 2008 S. 12, Replik vom 16. August 2008 S. 8 f.), ist doch vorliegend auf das seit dem 13. Mai 2008 beim Bundesverwaltungsgericht hängige  – unabhängig vom Datum der Einreichung eines  – Schengen-Recht anzuwenden.
5. 5.1 Bezüglich der Einreisevoraussetzungen für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung (EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen (Schengener Grenzkodex [SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die  für Drittstaatsangehörige. Diese benötigen zur Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen (Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener  (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die  Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines  darstellen (Bst. d und e).
5.2 Die Einreisevoraussetzungen gemäss Schengener Grenzkodex entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
Seite 5
C-3139/2008
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle  nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte  Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im  Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im  zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des  Aufenthaltszwecks stellt nämlich zugleich eine  dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum , so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der  Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten  den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne äussert sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplomatischen Missionen und die konsularischen Vertretungen, die von Berufskonsularbeamten geleitet werden (GKI, ABl. C 326 vom 22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI verlangt hinsichtlich des Entscheids über den Visumsantrag die  des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der  die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit Hilfe eines zu Touristik-, Studien-, Geschäfts- bzw. zu  ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort “ (vgl. ABl. C 326, S. 10). Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden  werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex .
5.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist somit festzuhalten, dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten . Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden.
6. Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die  von Drittstaatsangehörigen vor. Die Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I und II, welche jeweils eine Liste von Drittländern enthalten. In  I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten
Seite 6
C-3139/2008
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt  Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht  sind. Als Staatsangehörige von Thailand unterliegt die  damit der Visumspflicht.
7. 7.1 Allem voran ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht in casu davon Abstand nimmt, sich mit allen Parteipunkten einlässlich auseinander zu setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich zu widerlegen. Das Gericht kann sich auf Erwägungen zu den  Parteivorbringen beschränken. Auf haltlose Behauptungen kann es nicht eingehen (zum Ganzen vgl. FRITZ GYGI, , 2. Auflage, Bern 1983, S. 321).
7.2 Vorliegend ist zu überprüfen, ob die Vorinstanz unter  der Verhältnisse im Herkunftsland und der persönlichen  einen ermessensfehler- und willkürfreien Entscheid  hat. Dabei rechtfertigt es sich, Einreisegesuchen von Personen aus Staaten mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
Die Beschwerdeführerin stammt aus Thailand. Die Wirtschaft dieses Landes hat sich zwar nach der Asienkrise von 1997/98 überraschend schnell erholt. Das Wachstum des Bruttoinlandproduktes zog von 2001 (2.2 %) bis 2003 (7.1 %) respektive 2004 (6.3 %) stark an. In den  2005 bis 2007 verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum jedoch mit einer Wachstumsrate von 4.5 %, 5.1 % und 4.8 %, was auf die  Unsicherheit, aufkommende Gewalt in den vier  Provinzen des Landes und Auswirkungen des verheerenden  von 2004 zurückzuführen ist (Quelle: U.S. Departement of State, <http://www.state.gov>, Travel > Countries and Regions > Background Notes > Thailand, Stand: Januar 2009, besucht im Juli 2009). Die grundsätzlich ermutigende wirtschaftliche Entwicklung kann aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nach wie vor breite  von vergleichsweise schwierigen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen sind. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf betrug im Jahre 2007 nur gerade USD 3'732, im Jahr 2008 schätzungsweise USD 4'099 (Quelle: Staatssekretariat für Wirt-
Seite 7
C-3139/2008
schaft SECO, <http://www.seco.admin.ch>, Themen >  > Länderinformationen > Asien/Ozeanien > Thailand, Stand: März 2009, besucht im Juli 2009).
7.3 In Anbetracht der allgemeinen Situation gewichtete die Vorinstanz somit das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise zu Recht als relativ hoch. Es wäre jedoch in der Tat zu schematisch und nicht haltbar, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte ausschliesslich aufgrund der allgemeinen Lage im Herkunftsland auf eine nicht  gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Die eben genannten Umstände entbinden die Vorinstanz daher nicht von einer  Beurteilung. Namentlich können berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verpflichtungen die Prognose einer anstandslosen  begünstigen.
7.4 Der entscheidserhebliche Sachverhalt ergibt sich dabei, wie  zu zeigen sein wird, in genügender Weise aus den Akten. Von der Zeugeneinvernahme des Gastgebers, welche die  auf Rechtsmittelebene beantragt (vgl. Replik vom 16. August 2008 S. 8), kann daher in antizipierter Beweiswürdigung ohne  des rechtlichen Gehörs abgesehen werden (vgl. Art. 33 Abs. 1 VwVG; BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 mit Hinweisen; Urteil des  1C_460/2008 vom 3. Februar 2009 E. 3.1; zur : Urteil des Bundesgerichts 1C_427/2008 vom 2. Februar 2009 E. 2.2).
8. 8.1 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine bald 27-, ledige Frau und Mutter von vierjährigen Zwillingen. Die Kinder  zusammen mit der Mutter der Beschwerdeführerin – welche nicht erwerbstätig ist – in Bangkok und werden durch diese vollzeitig . Da die Beschwerdeführerin selbst in Phuket arbeitet, sieht sie ihre Kinder alle paar Wochen für einige Tage. Der Vater der Zwillinge – ein in Thailand wohnhafter Öesterreicher – hat seine Kinder nie  und wünscht keinen Kontakt mehr zur Beschwerdeführerin. Des Weiteren führt die Beschwerdeführerin aus, es sei denn vor allem auch die Situation ihrer Mutter, die einen Aufenthalt in der Schweiz für länger als vier Wochen unmöglich machen würde. Ihre Mutter sei durch die Betreuung der Zwillinge einer Dauerbelastung ausgesetzt und zudem durch die Probleme deren – mittlerweile arbeitslosen –  zusätzlich belastet. Damit die Mutter auch weiterhin die
Seite 8
C-3139/2008
Betreuung der Kinder wahrnehmen könne, müsse diese entlastet und die Betreuungssituation verbessert werden. Falls sich die Situation weiter zuspitzen sollte, müsste die Beschwerdeführerin eine  in der Umgebung von Bangkok suchen; mit ihren Qualifikationen wäre dies gemäss ihren eigenen Angaben relativ gut möglich (vgl.  vom 13. Mai 2008 S. 10). An anderer Stelle wird ausgeführt, die Beschwerdeführerin müsse ihrer Mutter einen Freiraum einräumen, in dem diese – allenfalls mit ihrem Lebenspartner – eine Distanz zur belastenden Kinderbetreuung finden könne (vgl. Beschwerde vom 13. Mai 2008 S. 6).
Für diese schwierige Familienkonstellation sind zwar mit dem Umzug der Beschwerdeführerin nach Bangkok Lösungsansätze vorhanden,  ist deren Umsetzung noch mehr als offen und würde das  einer neuen Arbeitsstelle der Beschwerdeführerin in Bangkok . Unklar bleibt hingegen, in welcher Zeit eine (auch lohnmässig) vergleichbare neue Arbeit gefunden würde. In der jetzigen Situation  es hingegen nicht nachvollziehbar, wie die Beschwerdeführerin selbst – in Anbetracht der Distanz zwischen ihrem Arbeitsort (Phuket) und dem Wohnort ihrer Mutter und Kinder (Bangkok) sowie ihrer  Arbeitszeit von 6 Tagen (vgl. Schreiben der Patour Phuket vom 8. Mai 2008) zur Verbesserung dieser Situation beitragen soll. Aufgrund dieser Umstände kann somit nicht davon ausgegangen , die Anwesenheit der Beschwerdeführerin in Thailand sei aufgrund ihrer familiären Situation unverzichtbar und könne sie davon abhalten, eine Emigration in die Schweiz in Erwägung zu ziehen. Vielmehr kann eine Trennung der Beschwerdeführerin von ihren Familienangehörigen sogar von der Hoffnung gesteuert sein, diese aus dem Ausland besser zu unterstützen und insbesondere die Zwillinge später nachziehen zu können. Diese Massnahme wäre denn auch sehr geeignet, die  Situation der Mutter zu entschärfen. Vor diesem Hintergrund spielt es auch keine Rolle, dass die Beschwerdeführerin auf  einen verkürzten – lediglich einmonatigen Aufenthalt – beantragt. Das Schwanken bezüglich der Dauer des nachgesuchten Aufenthaltes deutet sogar auf eine gewisse Unstabilität der Verhältnisse hin. Auf deutliche Emigrationstendenzen weist des weiteren die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichte Geburtsbescheinigung der Beschwerdeführerin hin. Dieser Urkunde ist zu entnehmen, dass sie am 6. Februar 2007 zur Bescheinigung für eine Auslandsreise  wurde, zu einem Zeitpunkt, als die Beschwerdeführerin den
Seite 9
C-3139/2008
Gastgeber noch gar nicht kannte (Datum des Kennenlernens: 5.  2007).
8.2 In wirtschaftlicher Hinsicht wird geltend gemacht, die  sei in einer priviligierten Situation: Sie sei Eigentümerin eines zweistöckigen Hauses in Bangkok, habe eine feste Arbeitsstelle und arbeite in Phuket als Touristenführerin. Obwohl die  damit – im Gegensatz zu vielen ihrer Landsleute – in einem festen Anstellungsverhältnis steht, kann trotzdem nicht von wirtschaftlich günstigen Verhältnissen ausgegangen werden. Das monatliche Gehalt der Beschwerdeführerin beläuft sich auf 8'500 Baht (ca. Fr. 270.-).  erhält sie eine Erfolgskommission von 10% für Toureneinsätze  freie Kost und Logis. In Anbetracht dessen, dass von diesem  auch die nicht erwerbstätige Mutter und die Zwillinge der  leben, kann nicht auf eine wirtschaftlich günstige  geschlossen werden, die ihr ein sorgenfreies Leben ermöglicht. Daraufhin weist auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin von ihrem Freund und Gastgeber mit monatlich Fr. 600.- unterstützt wird (vgl. Schreiben des Gastgebers vom 31. Oktober 2007). Zudem zeigt die Erfahrung, dass aufgrund des grossen Lohngefälles zwischen der Schweiz und Staaten wie Thailand, auch ein für einheimische  gutes Salär nicht nachhaltig davon abhalten kann, das  dauerhaft zu verlassen.
9. An dieser Risikoeinschätzung vermögen auch die Hinweise der  auf die Garantieerklärung des Gastgebers vom 28. Januar 2008 nichts zu ändern. Die Integrität des Gastgebers wird denn auch nicht in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung und Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und  Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse  Risiken Garantie leisten, nicht aber – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6950/2007 vom 7. November 2008 E. 8). Unbehelflich ist aus diesem Grund auch der replikweise angebrachte Vorschlag des Gastgebers, Fr. 100'000.- als Garantie auf ein Sperrkonto einzuzahlen.
Seite 10
C-3139/2008
10. Vorliegend kann auch nicht von einer unvollständigen oder nicht  Abklärung des Sachverhalts ausgegangen werden, wie dies  gemacht wird (vgl. Beschwerde vom 13. Mai 2008 S. 15). Die  stützte sich in ihrem Entscheid nicht nur auf den Visumantrag und die Unterlagen der Schweizer Auslandvertretung, sondern liess zusätzlich noch durch die kantonale Migrationsbehörde weitere  vornehmen. Dabei wurde dem Gastgeber auch die Möglichkeit eingeräumt, sich zu einer eventuellen Heiratsabsicht, den familiären Verhältnissen sowie zur Beziehung mit der Beschwerdeführerin zu  (vgl. Schreiben des Migrationsamts des Kantons Solothurn vom 26. März 2008 sowie das "Frageblatt Garantieerklärung" vom 28.  2008). In diesem Zusammenhang übersieht die  zudem, dass einer Partei gemäss Art. 13 VwVG  obliegen. Wird ein Verfahren – wie in casu – auf eigenes  eingeleitet, trifft die Partei eine gewisse Offenbarungs- und Substantiierungspflicht. Unter Berücksichtigung sämtlicher genannter Aspekte durfte die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen, die  Wiederausreise sei nicht hinreichend gewährleistet. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung ; sie genügt indessen um die Erteilung einer Einreisebewilligung, auf welche ohnehin kein Rechtsanspruch besteht, abzulehnen.
11. An diesem Ausgang des Verfahrens kann auch das Vorbringen der  betreffend Verletzung des rechtlichen Gehörs nichts ändern (vgl. Beschwerde vom 13. Mai 2008 S. 14 f.): Ungeachtet der Frage, ob die Vorinstanz dazu verpflichtet gewesen wäre, der  vorgängig das rechtliche Gehör zum internen  der Schweizer Botschaft vom 9. Januar 2008 einzuräumen, wäre ein entsprechender Verfahrensmangel nämlich als nachträglich geheilt zu betrachten, zumal ein solcher als geringfügig zu bezeichnen wäre und der Beschwerdeführer vor dem Bundesverwaltungsgericht,  sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann, die Gelegenheit hatte, sich dazu zu äussern (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem , Basel 2008, Rz. 3.112 mit Hinweisen).
12. Die angefochtene Verfügung verletzt daher das Bundesrecht nicht.  massgebend wurde der rechtserhebliche Sachverhalt richtig und
Seite 11
C-3139/2008
vollständig festgestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss ausgeübt (vgl. Art. 49 VwVG). Die  ist daher abzuweisen.
13. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende  kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 12
C-3139/2008