Decision ID: 0cc4ca3c-8924-49ca-9e23-d2bd9e42f942
Year: 2017
Language: de
Court: BE_SRK
Chamber: BE_SRK_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:
A. A._ (Rekurrentin) wurde von der Steuerverwaltung des Kantons Bern Region Bern-Mittelland) (Steuerverwaltung) mit Verfügungen vom 8. September 2015 pro 2012
betreffend die kantonalen Steuern auf ein steuerbares Einkommen von CHF ...-- zum Satz von
CHF ...-- und betreffend die direkte Bundessteuer auf ein solches von CHF ...-- sowie auf ein
Vermögen von CHF ...-- zum Satz von CHF ...-- veranlagt. Die am selben Tag verfügte
Einkommensveranlagung pro 2013 belief sich bei den kantonalen Steuern auf CHF ...-- zum
Satz von CHF ...-- sowie auf CHF ...-- bei der direkten Bundessteuer. Das Vermögen 2013
betrug CHF ...-- zum Satz von CHF ...--.
Im Jahr 2011 hatte die Rekurrentin 1'000 Anteile des Emerging Markets Anlagefonds C
(nachfolgend: C-Anlagefonds) der australischen D-Gruppe zu je 1'000.-- australischen Dollars
(AUD) im Gesamtbetrag von AUD 1'000'000.-- erworben, die im Umfang von AUD 850'000.--
mittels eines Darlehens fremdfinanziert wurden. Das Darlehen stammte vom zur D-Gruppe
gehörenden Finanzinstitut E._ Co Pty Ltd (nachfolgend: E._). Der
währungsbereinigte Schuldbetrag belief sich gemäss Steuererklärung per Ende 2012 auf
CHF 929'818.-- und auf CHF 839'630.-- per Ende 2013.
Die Differenz zur Selbstveranlagung beruhte, soweit hier von Belang, auf der Nichtanerkennung
der Schuldzinsen aus dieser Fremdfinanzierung im Umfang von CHF 67'678.-- pro 2012 und
CHF 61'114.-- pro 2013.
B. Gegen die Veranlagungsverfügungen 2012 und 2013 liess die Rekurrentin durch die F._ Treuhand AG, mit zwei analogen Eingaben vom 6. Oktober 2015 Einsprache
erheben, mit dem Antrag, die Aufrechnung der Zinsen sei aufzuheben und die geltend
gemachten Schuldzinsen von CHF 67'678.-- pro 2012 und CHF 61'114.-- pro 2013 aus dem
Darlehen der E._ seien zum Abzug zuzulassen.
Die Steuerverwaltung habe ohne eigene Begründung, aber mit Verweis auf einen Entscheid
des Steuerrekursgerichts des Kantons Zürich geltend gemacht, dass der Darlehensvertrag als
unter Nahestehenden abgeschlossen zu gelten habe. Das Darlehensverhältnis halte einem
Drittvergleich nicht stand und die Schuldzinsen könnten somit nicht zum Abzug zugelassen
werden. Überdies seien die Kriterien einer Steuerumgehung erfüllt.
Dem sei entgegenzuhalten, dass zwischen der Rekurrentin und der E._ weder
verwandtschaftliche noch freundschaftliche Beziehungen vorlägen und auch keine
gemeinsamen
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wirtschaftlichen Interessen bestünden. Der potentielle Investorenkreis des C-Anlagefonds sei
offen. Das Darlehen und die Investition in den C-Anlagefonds seien anders als in einem
anderen von Bundesgericht beurteilten Fall nicht untrennbar miteinander verknüpft, sondern
stellten zwei eigenständige Rechtsgeschäfte dar. Weiter wurde geltend gemacht, dass die
Voraussetzungen für eine Beurteilung des Geschäfts als Steuerumgehung nicht vorliegen
würden. Die Fremdfinanzierung von solchen Anlagen sei nichts Ungewöhnliches. Das Darlehen
habe einerseits der Absicherung des Währungsrisikos gedient, andererseits der Erhöhung des
potentiellen Gewinns auf den investierten Eigenmitteln der Rekurrentin (sog. Leverage).
C. Zu den Einsprachen nahm die Steuerverwaltung in ihrem Antwortschreiben vom 12. Oktober 2016 im Sinn einer vorgezogenen Begründung des Einspracheentscheids 2016
ausführlich Stellung und wies die Einsprachen mit Verfügungen vom 21. November 2016 ab.
D. Gegen die Einspracheentscheide betreffend die Veranlagungen 2012 und 2013 hat die Rekurrentin durch die B._ AG (Vertreterin) Rekurs und Beschwerde erheben lassen.
Wie bereits in den Einsprachen wird von der Vertreterin beantragt, die Darlehenszinsen aus den
Darlehen der E._ an die Rekurrentin seien zum Abzug zuzulassen.
In der Begründung wird vorab festgehalten, dass sich die Argumentation der Steuerverwaltung,
in der Einsprachebegründung in erster Linie auf einen Bundesgerichtsentscheid betreffend den
G-Anlagefonds (derselben D-Gruppe) abstütze. Die vorliegend zu beurteilenden
Darlehenszinsen stünden aber im Zusammenhang mit einer Investition der Rekurrentin in den
C-Anlagefonds. Dieses Anlagemodell sei anders ausgestaltet als der G-Anlagefonds und
demzufolge steuerlich auch anders zu beurteilen.
Weiter wird festgehalten, dass es sich um Darlehenszinsen für einen Lombardkredit handle,
welche definitionsgemäss abzugsfähige Schuldzinsen darstellten und zwar unabhängig davon,
ob damit die Erzielung von steuerbarem Ertrag oder von steuerfreien Kapitalgewinnen
angestrebt werde. Schuldzinsen seien gemäss der gesetzlichen Regelung sogar dann im
Umfang von CHF 50'000.-- über den Betrag der steuerbaren Vermögenserträge hinaus
abzugsfähig, wenn die zugrundeliegenden Schuldbeträge der Finanzierung von
Lebenshaltungskosten gedient hätten. Weiter werde die gesetzliche Limite von CHF 50'000.--
zuzüglich der im Steuerjahr erzielten Vermögenserträge in beiden streitigen Veranlagungen
nicht überschritten. Damit handle es sich bei den umstrittenen Darlehenszinsen grundsätzlich
um abzugsfähige Schuldzinsen. Die Steuerverwaltung mache geltend, dass die E._
das Darlehen an unabhängige Dritte nicht zu diesen Bedingungen erbracht hätte, womit es sich
um ein sog. Pseudodarlehen handeln würde. Ein solches Pseudodarlehen setze aber ein
Nahestehendenverhältnis zwischen dem Darlehensgeber und dem Darlehensnehmer voraus,
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woran es im hier zu beurteilenden Fall fehle. Weder sei die Rekurrentin an der E._
beteiligt, noch lägen gleiche wirtschaftliche Interessen oder eine persönliche Verbindung vor.
Entgegen der von der Steuerverwaltung vertretenen Auffassung handle es sich bei dem C-
Anlagefonds nicht um eine spekulative Anlage. Die Form des Anlagefonds diene der Streuung
des Anlagerisikos und stelle ein Instrument der Risikominimierung dar. Damit seien weder der
Zinssatz von 7.85 %, noch der Fremdfinanzierungsgrad von 85 % als ungewöhnlich zu
beurteilen und sie hielten einem Drittvergleich stand. Die Steuerverwaltung habe weiter
vorgebracht, dass ein Lombardkredit regelmässig eine Nachschuss- bzw. eine
Rückzahlungspflicht beinhalte, was vorliegend nicht der Fall sei. Der vorliegende
Darlehensvertrag gehe aber sogar über eine blosse Nachschusspflicht hinaus, indem der
E._ das Recht zur fristlosen Kündigung eingeräumt werde und sie die sofortige
Rückzahlung verlangen könne, wenn die Forderung des Darlehens aufgrund des Pfandrechts
nicht mehr gedeckt sei. Die Investition in den C-Anlagefonds sei zudem, anders als beim G-
Anlagefonds, nicht zwingend mit einer Darlehensaufnahme verknüpft. Das Darlehen stelle somit
ein von der Investition in den C-Anlagefonds unabhängiges, zur Währungsabsicherung und
Erzielung einer höheren Rendite freiwillig, zu Marktkonditionen abgeschlossenes
Lombardkreditverhältnis dar.
Des Weiteren wird von der Vertreterin dargelegt, dass das vorliegend streitige Anlagegeschäft
auch ohne die Möglichkeit der Steuerersparnis wirtschaftlich Sinn gemacht hätte, weshalb eine
Steuerumgehung ausgeschlossen sei.
In ihrer Vernehmlassung vom 27. Februar 2017 schliesst die Steuerverwaltung auf die
Abweisung der Begehren. Sie bringt vor, dass der Schuldzinsabzug zwar grundsätzlich nicht
voraussetze, dass ihm ein steuerbarer Ertrag gegenüberstehe. Die im Privatvermögensbereich
vorgesehene Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen sei aber, auch gemäss Entscheid des
Bundesgerichts vom 26. Oktober 2012 (BGE 138 II 545), zur Vermeidung einer
ungerechtfertigten Inanspruchnahme zu begrenzen. Dies gelte namentlich gegenüber
Schuldzinsen, die für ertragslose, nur auf die Erzielung von steuerfreien privaten
Kapitalgewinnen ausgerichtete Investitionen, aufgewendet würden und so zu einem doppelten
Steuervorteil führen würden. Weiter verweist sie auf die Einspracheentscheide und macht
insbesondere geltend, dass es sich gemäss dem "confidential term sheet" des C-Anlagefonds
(S. 162 ff. der paginierten Akten der Vorinstanz nachfolgend: pag.) sehr wohl um eine
spekulative Anlageform mit erhöhtem Verlustrisiko handle und dass überdies für die Anteile am
C-Anlagefonds kein Sekundärmarkt existiere, der ein schnelles Abstossen der Papiere
ermöglichen würde. Bei derart risikobelasteten Fondsanteilen halte die vorliegende
Fremdfinanzierung von 85 % einem Drittvergleich nicht stand. Weiter seien der Erwerb der
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Fondsanteile und die Darlehensaufnahme durch die Rekurrentin nicht als voneinander
unabhängige Rechtsgeschäfte einzustufen. Dies ergebe sich
einerseits daraus, dass im Briefkopf des Schreibens zu den Darlehens- und
Sicherheitsbedingungen und auf dem unterschriebenen Darlehensvertrag die D-Gruppe im
Briefkopf erscheine und andererseits aus der Tatsache, dass die Mittel aus dem Darlehen
gemäss den vertraglichen Bestimmungen ausschliesslich für den Erwerb von Anteilen am
C-Anlagefonds verwendet werden dürften. Das Darlehen werde gemäss §1 Ziff. 1 und 2 des
Darlehensvertrags (pag. 166) somit nur Investoren von Anlageprodukten der D-Gruppe gewährt
und halte auch aus diesem Grund dem Drittvergleich nicht stand.
Betreffend die Steuerumgehung bringt sie vor, dass die Rekurrentin vor dem Hintergrund der
erwarteten Wertsteigerung von 20 % bis 22 % und der Höhe des Schuldzinsbetrags von
insgesamt AUD 283'087.-- auch ex ante betrachtet nur zusammen mit der voraussichtlichen
Steuerersparnis von einem positiven Ergebnis aus dem Anlagefonds habe ausgehen können
(vgl. Einsprachebegründung pag. 193 bis 191).
E. In der Stellungnahme vom 24. Mai 2017 zur Vernehmlassung der Steuerverwaltung verneint die Vertreterin ausdrücklich die Anwendbarkeit des BGE 138 II 545 auf den
vorliegenden Fall. Dies weil die Investoren vorliegend nicht in eine Zwischengesellschaft mit
beschränkter Haftung investiert, sondern die Anteile am C-Anlagefonds direkt erworben hätten.
Sie seien somit nicht als Nahestehende zu qualifizieren. Es habe jedem Anleger freigestanden,
die Investition mit zusätzlichem Fremdkapital oder ausschliesslich mit Eigenmitteln zu
finanzieren. Die Rekurrentin wäre zudem ohne weiteres in der Lage gewesen, den Kauf mit
Eigenmitteln zu tätigen, sie habe aber von der Möglichkeit profitieren wollen, auf den
investierten Eigenmitteln mittels zusätzlicher Fremdfinanzierung eine höhere Rendite zu
erzielen. Dieses Vorgehen sei absolut legitim und halte einem Drittvergleich stand. Da die
Investoren mit dem Erwerb von Anteilen des C-Anlagefonds, anders als im Fall des G-
Anlagefonds, nicht zwingend einen Darlehensvertrag zur Fremdfinanzierung abschliessen
mussten, liege hier kein untrennbares
Zusammenspiel von zwei steuermindernden Mechanismen vor, wie es das Bundesgericht im
Entscheid betreffend den G-Anlagefonds kritisiert habe. Betreffend den C-Anlagefonds wird
weiter bestritten, dass es sich um eine spekulative Anlage handle. Die von der
Steuerverwaltung angesprochenen Hinweise auf Risiken im Prospekt (confidential term sheet)
stellten Standard-Angaben zum Anlegerschutz dar, aus denen sich nichts über das konkrete
Produkt resp. betreffend einen Drittvergleich ableiten lasse.
F. Mit Schreiben vom 13. Juli 2017 hat auch die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) zu den Rekursen und Beschwerden Stellung genommen. Dabei beantragt sie die Abweisung der
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Begehren. In ihrer Begründung führt sie aus, dass die EStV, entgegen einer in einem
vergleichbaren Fall vor dem freiburgischen Kantonsgericht geäusserten Meinung, nun in
Kenntnis aller Fakten davon ausgehe, dass das von der E._ gewährte Darlehen nicht
einem
gewöhnlichen Lombardkredit entspreche. Sie verweist dabei auf ihre Vernehmlassung in einem
Entscheid des Zürcher Steuerrekursgerichts vom 13. November 2014 (1DB.2014.79) zum hier
streitigen C-Anlagefonds. Aufgrund der hohen Belehnungsquote trotz des erhöhten Risikos
einer Investition in "Emerging Markets", der fehlenden Nachschusspflicht, der Akkumulation der
Zinsen und des Nahestehenden-Verhältnisses, das sich aus der Gesamtbetrachtung aller
Umstände ergebe, sei das Darlehen als ungewöhnlich zu qualifizieren. Es sei somit davon
auszugehen, dass es in dieser Form einer unabhängigen Drittperson nicht gewährt worden
wäre. Damit seien die Bedingungen für den Ausschluss des Schuldzinsabzugs aus diesem
Darlehensverhältnis erfüllt.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit entscheidrelevant in den Erwägungen
eingegangen.

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Einkommens- und Vermögensveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw.
Beschwerde angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG
661.11] und Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte
Bundessteuer [DBG; SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den
Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist
deshalb sachlich und örtlich zuständig. Die Rekurrentin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit
ihren Anträgen nicht durchgedrungen. Sie ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art.
195 Abs. 2 StG und
Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über
die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte
Eingabe ist deshalb einzutreten.
Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt,
da der Streitwert über CHF 10'000.-- liegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG;
BSG 161.1]).
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2. Streitig ist im vorliegenden Fall, ob der Abzug für Schuldzinsen aus dem Darlehensverhältnis der Rekurrentin mit der E._ pro 2012 und 2013 zu Recht
verweigert worden ist.
3. Gemäss Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 1 StG und dem gleichlautenden Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 1 DBG können die privaten Schuldzinsen im Umfang der steuerbaren Vermögenserträge
und weiterer CHF 50'000.-- vom Einkommen abgezogen werden. Dieser Wortlaut wurde mit
dem Bundesgesetz über das Stabilisierungsprogramm 1998 vom 19. März 1999 ins Recht der
direkten Bundessteuer und über Art. 9 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 14. Dezember
1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG;
SR 642.14) ebenfalls ins kantonale Recht aufgenommen. Der Zweck dieser Bestimmung ist
vom Grundsatz her, den Schuldzinsabzug im Privatvermögen auf den Betrag der steuerbaren
Bruttovermögenserträge zu begrenzen (vgl. Markus Reich, Steuerrecht, 2. Aufl. 2012, N. 252 zu
§ 13; Botschaft zum Stabilisierungsprogramm 1998, vom 28. September 1998, S. 84 f.,
nachfolgend: Botschaft 1998). Mithin sollte damit im Bereich des Schuldzinsabzugs einerseits
die im Einkommenssteuerrecht systemwidrige, die das Gewinnungskostenprinzip verletzende
Abzugsfähigkeit von Lebenshaltungskosten in Form von Konsumkreditzinsen und andererseits
die vom Gesetzgeber nicht gewollte, problematische doppelte Inanspruchnahme von im
Privatvermögensbereich vorgesehenen Steuervorteilen ausgeschlossen werden, wie sie sich
aus der erwähnten undifferenzierten Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen bei gleichzeitiger
Steuerfreiheit fremdfinanzierter Kapitalgewinne ergibt (vgl. Markus Reich, a.a.O., N. 251 ff. zu §
13). Aus sozial- und steuerpolitischen Gründen, u.a. mit Blick auf die Wohneigentumsförderung,
auf steuerpflichtige Personen, die keine Vermögenserträge erzielen oder auf Schuldzinsen für
Schuldbeträge, die im Zusammenhang mit einer finanziellen Notlage entstanden sind, wurde
die Abzugsfähigkeit neben den Vermögenserträgen auf weitere CHF 50'000.-- ausgeweitet (vgl.
zum Ganzen: Reich/von Ah/Brawand in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
[StHG],
3. Aufl., 2017, N. 32 zu Art. 9 StHG; Hunziker/Mayer-Knobel in: Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl.,
2017, N. 8 zu Art. 33 DBG; sowie Botschaft 1998 S. 85).
3.1 Infolge des Freibetrags von CHF 50'000.-- wird der eigentliche Zweck von Art. 9 Abs. 2 Bst. a StHG resp. Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 1 StG und Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 1 DBG die
Vermeidung einer doppelten Inanspruchnahme von Steuervorteilen im Privatvermögensbereich
aber nur in besonders krassen Fällen erreicht (vgl. Reich/von Ah/Brawand, a.a.O., N. 32 zu
Art. 9 StHG; Hunziker/Mayer-Knobel, a.a.O., N. 8 zu Art. 33 DBG). Entsprechend einem
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langjährigen Verständnis im schweizerischen Steuerrecht, welches in Praktikabilitäts- und
Vollzugsüberlegungen fusst und zudem einer langen steuerpolitischen Tradition entspricht (vgl.
Hunziker/Mayer-Knobel, a.a.O., N. 5 zu Art. 33 DBG), ist deshalb der Schuldzinsabzug
grundsätzlich im Umfang und bis zur betragsmässigen Begrenzung von CHF 50'000.--
unabhängig vom Zweck für den die Schuld entstand, zum Abzug zuzulassen. Auch dann, wenn
die Zinsen, für den Einkommenssteuerbereich an sich systemwidrig, keine Gewinnungskosten
sondern
Lebenshaltungskosten darstellen.
3.2 Die dargelegte, mit dem Stabilisierungsprogramm 1998 eingeführte Einschränkung des Schuldzinsabzugs gemäss Art. 9 Abs. 2 Bst. a StHG resp. Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 1 StG und
Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 1 DBG stellt aber nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur
eine erste, äussere Grenze dar, innerhalb derer weitere und strengere Einschränkungen zum
Tragen kommen müssen (vgl. BGE 138 II 545 E. 3.3).
3.3 Weitergehende Einschränkungen des Schuldzinsabzugs sind nach der Auffassung des Bundesgerichts vorab in folgenden zwei Fällen notwendig:
 Erstens, wenn in rechtsmissbräuchlicher Weise versucht wird, mittels ungewöhnlicher
Rechtsgestaltung, abzugsfähige Schuldzinsen zu generieren. In diesem Fall erfolgt die
Verweigerung des Abzugs aufgrund des Steuerumgehungstatbestands.
 Zweitens, wenn unter Ausnutzung von Beteiligungs- und Nahestehenden-Verhältnissen
gezielt in ungerechtfertigter Weise Schuldzinsabzüge generiert werden (vgl. BGE 138 II
545 E. 3.3 und Hunziker/Mayer-Knobel, a.a.O., N. 12a zu Art. 33 DBG).
3.4 Bereits vor Inkrafttreten des Stabilisierungsprogramms 1998 und der damit erstmals eingeführten generellen betragsmässigen Einschränkung des Schuldzinsabzugs, kannte das
Recht der direkten Bundessteuer eine Bestimmung, welche den gezielten Missbrauch des
Schuldzinsabzugs einschränken sollte (Hunziker/Mayer-Knobel, a.a.O., N. 6 zu Art. 33 DBG).
Diese zusätzliche Beschränkung wurde auch nach Inkrafttreten des Stabilisierungsprogramms
1998 per 1. Januar 2001 mit Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG beibehalten.
Abweichend von der Regel des undifferenzierten Schuldzinsabzugs im Umfang der
betragsmässigen Begrenzung von CHF 50'000.-- unterliegt der Schuldzinsabzug nach dieser
Bestimmung dann einer weiteren, strengeren Beschränkung, wenn Beteiligungs- oder
Nahestehenden-Verhältnisse in rechtsmissbräuchlicher Weise dazu genutzt werden, durch
Errichtung von dem Drittvergleich nicht standhaltenden Darlehensverhältnissen, zusammen mit
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steuerfreien Gewinnen gleichzeitig auch noch Schuldzinsabzüge zu generieren. Im
Zusammenhang mit Beteiligungs- und Nahestehenden-Verhältnissen stellt die Einschränkung
von Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG somit eine Verschärfung des bereits mit dem
Stabilisierungsprogramm 1998 angestrebten Zwecks der Vermeidung einer ungerechtfertigten,
doppelten Inanspruchnahme von Steuervorteilen des Privatvermögensbereichs dar (vgl. BGE
138 II 545 E. 3.3 f. sowie Ziff. 3. und 3.1 hiervor).
Im Sinne der vertikalen Harmonisierung wurde die Bestimmung von Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2
DBG mit Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG auch ins bernische Einkommenssteuerrecht
übernommen.
Die Argumentation der Vertreterin, dass es sich beim Schuldzinsabzug um einen allgemeinen
Abzug handle, der an keinerlei Voraussetzungen gebunden und im Umfang von Art. 38 Abs. 1
Bst. a Satz 1 StG und Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 1 DBG auf jeden Fall zum Abzug zuzulassen
sei, erweist sich demnach bereits aufgrund der bisherigen Erwägungen als unbehelflich und
falsch (vgl. BGE 138 II 545 E. 5).
4. Der Wortlaut von Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG und Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG besagt, dass Schuldzinsen dann nicht abzugsfähig sind, wenn sie für Darlehen anfallen, die
eine Kapitalgesellschaft einer an ihrem Kapital massgeblich beteiligten oder sonst wie
nahestehenden natürlichen Person zu Bedingungen gewährt hat, die erheblich von den im
Geschäftsverkehr unter Dritten üblichen abweichen.
4.1 In erster Linie geht es dabei um sog. "Pseudodarlehen" mit denen Gewinne der Gesellschaft steuerfrei ins Privatvermögen überführt und gleichzeitig noch ein Schuldzinsabzug
ermöglicht werden soll, was zu einer ungerechtfertigten doppelten Inanspruchnahme von
Steuervorteilen führen würde. Der Drittvergleich zielt dabei nicht nur auf allfällige unübliche
Zinskonditionen, sondern vorab auf die Darlehensvergabe an sich (vgl. Peter Locher,
Kommentar zum DBG, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, I. Teil, 2001, N. 11 zu
Art. 33 DBG). Hält diese dem Drittvergleich nicht stand, so können die Schuldzinsen, auch bei
im Übrigen üblichen Zinskonditionen, nicht zum Abzug zugelassen werden. Der Ausschluss der
Abzugsfähigkeit soll denn auch nicht nur gegenüber Anteilshabern, sondern analog zur im
Zusammenhang mit den geldwerten Leistungen entwickelten Praxis, auch für Darlehen an
nahestehende Personen gelten, zu denen anderweitige z.B. wirtschaftliche oder persönliche
Verbindungen bestehen. Mit der Formulierung "oder ihr sonst wie nahestehenden Personen" ist
das Nahestehenden-Verhältnis vom gesetzlichen Wortlaut her sehr weit gefasst. Gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind, als der kreditgewährenden Gesellschaft
nahestehend, all jene Personen zu qualifizieren, "zu denen wirtschaftliche oder persönliche
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Verbindungen irgendwelcher Art bestehen, solange diese nur nach den gesamten Umständen
als ursächlich für die unübliche Darlehensgestaltung anzusehen sind" (vgl. BGE 138 II 545 E.
3.4, mit weiteren Hinweisen). Als weiteres Kriterium für ein Nahestehenden-Verhältnis nennt
das Bundesgericht in Analogie zur Praxis betreffend die geldwerten Leistungen (BGer
2C_557/2010 vom 4. November 2010,
E. 2.2) auch die dem Darlehensnehmer gebotene Möglichkeit über die Kreditgeberin wie über
eine eigene Gesellschaft verfügen zu können.
5. Aufgrund einer Beschwerde gegen das Urteil 604 2008-149 und 150 vom 27. Mai 2011 des Steuergerichtshofs Freiburg (<http://www.fr.ch/tc/files/pdf35/604_2008_149_150_27_05_
111.pdf>) hat das Bundesgericht zur vorliegenden Thematik des Schuldzinsabzugs bei
mehrheitlich fremdfinanzierten Anlageprodukten, die vorrangig auf die Erzielung von
steuerfreien Kapitalgewinnen ausgerichtet sind und damit die Möglichkeit einer
missbräuchlichen doppelten Inanspruchnahme von Steuervorteilen bieten, den oben bereits
mehrfach zitierten Leitentscheid BGE 138 II 545 (entspricht BGer 2C_565/2011 vom
26.10.2012) gefällt. Es handelte sich dabei um ein Anlagekonzept derselben australischen D-
Gruppe, wie im vorliegend zu beurteilenden Fall. Dieses Anlageprodukt war, wenn auch formal
anders ausgestaltet, offensichtlich darauf ausgerichtet, unter Einsatz von erheblichen
Fremdmitteln, über eine nach schweizerischem Steuerrecht transparent zu behandelnde
Zwischengesellschaft mit beschränkter Haftung, an der die Darlehensnehmer Anteile erwarben,
letztlich steuerfreie Kapitalgewinne zu erzielen und den schweizerischen Investoren dabei
gleichzeitig zu ermöglichen, die Darlehensschuld und die Darlehenszinsen für die
Fremdfinanzierung steuerlich zum Abzug zu bringen. Aufgrund dieser gezielten doppelten
Inanspruchnahme von Steuervorteilen prüfte das Bundesgericht in casu die Anwendbarkeit von
Art. 34 Abs. 1 Bst. a Satz 2 des Gesetzes des Kantons Freiburg vom 6. Juni 2000 über die
direkten Kantonssteuern (DStG; SGF 631.1). Art. 34 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DStG stimmt vom
Wortlaut her mit Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG und Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG exakt
überein, weshalb die Erwägungen zu Art. 34 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DStG auch auf die
Bestimmung des StG und des DBG übertragbar sind.
5.1 Das Bundesgericht hat erwogen, dass das Anlagemodell einen für den Bereich der privaten Vermögensverwaltung ungewöhnlich hohen Fremdfinanzierungsgrad aufweise und hat
zudem festgestellt, dass die Schweizer Investoren für die ihnen gewährten Kredite nur
beschränkt hafteten und der Rückgriff der Darlehensgeberin auf das übrige Vermögen der
Anleger ausgeschlossen war. Ein solcher Haftungsausschluss, bringe die Übernahme eines
gänzlich unüblichen Risikos durch die Darlehensgeberin mit sich, sprenge jeden normalen
Geschäftsrahmen und wäre deshalb unter unabhängigen Dritten nicht zugestanden worden.
http://www.fr.ch/tc/files/pdf35/604_2008_149_150_27_05_111.pdf http://www.fr.ch/tc/files/pdf35/604_2008_149_150_27_05_111.pdf
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Damit hielten die den Schweizer Investoren gewährten Darlehen einem Drittvergleich nicht
Stand (vgl. BGE 138 II 545 E. 4.2.1).
5.2 Gleichzeitig hat es befunden, dass die Schweizer Investoren als der Darlehensgeberin nahestehend zu beurteilen seien. Dies nicht aufgrund gesellschaftsrechtlicher Verflechtungen,
denn als Teilhaber an der australischen Limited Partnership waren sie weder an der
Finanzierungsgesellschaft beteiligt, noch hatten sie eine beherrschende Stellung in dieser inne,
sondern weil ihnen, mit der völlig unüblichen Art der Darlehensgewährung, geldwerte Vorteile
zugeflossen seien, die Dritten am Anlagefonds nicht Beteiligten, nicht zugestanden worden
wären. Gleichzeitig habe die beherrschende Gesellschaft der D-Gruppe mit dieser
Vorgehensweise den Schweizer Investoren zugestanden über die Finanzierungsgesellschaft
wie über eine eigene zu verfügen. Aufgrund dieser gesamten Umstände seien die Schweizer
Anleger als der Darlehensgeberin nahestehende Personen zu qualifizieren (BGE 138 II 545 E.
4.2.2). Damit sei Art. 34 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DStG anwendbar und der Abzug der
Darlehensschulden und Darlehenszinsen aus der Limited Partnership, die der
Fremdfinanzierung eines Grossteils der Anlagekosten dienten, abzulehnen.
5.3 Für die Anwendbarkeit von Art. 34 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DStG resp. Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG und Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG auf solche in erheblichem Umfang
fremdfinanzierte Anlageprodukte und die daraus folgende Verweigerung des Schuldzinsabzugs
ergeben sich aus dem obgenannten Leitentscheid die folgenden massgeblichen Kriterien,
generell:
 Die Möglichkeit der gezielten doppelten Inanspruchnahme von Steuervorteilen im
Privatvermögensbereich,
dann, soweit das Darlehen und den Drittvergleich betreffend:
 Die im Geschäftsverkehr unter Dritten völlig unübliche Haftungsbeschränkung der
Darlehensnehmer, und die daraus sich ergebende,
 von Marktbedingungen abweichende, insb. bei Investitionen in spekulative Wertpapiere
des "emerging market" unübliche Risikoverteilung zuungunsten der Darlehensgeberin
sowie
 die Möglichkeit des Vortragens und der Zahlung der steuerlich geltend gemachten
Schuldzinsen erst bei Verfall des Kredits
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und betreffend die Qualifikation der Darlehensnehmer und Investoren als Nahestehende:
 Die aus den obgenannten Vorteilen an Darlehensnehmer und Investoren fliessenden
geldwerten Leistungen sowie
 die Möglichkeit über die Finanzierungsgesellschaft wie über eine eigene zu verfügen.
Letzteres Kriterium ergibt sich aus all den obgenannten an die Darlehensnehmer geflossenen
Vorteilen, die Dritten unter Marktbedingungen nicht gewährt worden wären.
6. Die Rekurrentin hat Anteile des C-Anlagefonds erworben. Dem "confidential term sheet" zu diesem Fonds (vgl. Beilage 12 des Rekurses, <http://_>, besucht am 12.11.2017) ist
auf
Seite 1 in Absatz 6 zu entnehmen, dass das vorrangige Anlageziel des Fonds die Erzielung
eines Kapitalgewinns ist. Das geht auch aus den in der Tabelle auf Seite 4 des "confidential
term sheets" in Aussicht gestellten und als Anlageziel anvisierten Verkaufspreisen pro Anteil
hervor. Von Erträgen als Anlageziel ist jedoch nirgends die Rede. Dasselbe ergibt sich auch
aus den Veranlagungen der Rekurrentin in den Jahren 2012 und 2013, wo für die Anteile am
C-Anlagefonds im Umfang von AUD 1'000'000.-- gemäss Kursliste der Eidgenössischen
Steuerverwaltung ein Ertrag von lediglich CHF 4'823.-- und CHF 3'266.-- veranlagt wurde.
Gleichzeitig wurden aus dem Darlehen über AUD 850'000.-- der E._, das der
Fremdfinanzierung von 85 % der Fondsanteile diente, Schuldzinsabzüge im Umfang von
CHF 67'678.-- (2012) und CHF 61'114.-- (2013) geltend gemacht. Weiter wird auf der
Homepage der D-Gruppe betreffend den C-Anlagefonds zu den "optional investment loans" mit
folgendem Wortlaut ausdrücklich auf die Steuervorteile resp. die Abzugsfähigkeit von
Schuldzinsen aus der Fremdfinanzierung hingewiesen:
"Tax Treatment for Swiss tax residents: Properly reported interest expense on the Investment Loan
should be tax deductible for Swiss individual investors for income tax purposes if these interest
expenses do not exceed a threshold equal to the qualifying annual gross income from movable and
immovable assets (including notional rental income from owner occupied property) plus an amount of
CHF 50,000 minus interest expense from other debts."
Auch auf die Tatsache, dass eine Fremdfinanzierung die Rendite schmälert und sich allenfalls
ohne die steuertechnischen Vorteile nicht auszahlen könnte, wird ausdrücklich hingewiesen:
"There are risks associated with borrowing to invest. Use of an Investment Loan can increase an
investor's exposure to their investment in the Fund but can also magnify losses. In order for investors
with an Investment Loan to break even at the end of the Investment Horizon (excluding taxation
considerations and the time value of money), the value of their Shares in the Fund will need to have
increased by more than the interest due to be paid and other costs."
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(vgl. <http://_> besucht am 12.11.2017). Daraus folgt, dass der C-Anlagefonds die
Möglichkeit bot und darauf ausgelegt war, neben dem primär angestrebten steuerfreien
Kapitalgewinn, kumulativ einen massgeblichen Schuldzinsabzug zu generieren, was bei
Gewährung des Schuldzinsabzugs zu einer doppelten Inanspruchnahme von Steuervorteilen
führen würde. Der Sachverhalt fällt somit in den Anwendungsbereich von Art. 38 Abs. 1 Bst. a
Satz 2 StG und Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG und es ist zu prüfen, ob die weiteren
Voraussetzungen für den Ausschluss des Schuldzinsabzugs nach diesen
Gesetzesbestimmungen ebenfalls gegeben sind.
6.1 Gemäss Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG und Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG ist anhand des Darlehensvertrags (vgl. pag. 164 bis 167) zu prüfen, ob das der Rekurrentin von der
E._ zur Erhöhung des investierten Kapitals gewährte Darlehen einem Drittvergleich
standzuhalten vermag.
6.1.1 Das Darlehen durfte gemäss diesen Bestimmungen ausschliesslich zum Erwerb von Anteilen des C-Anlagefonds verwendet werden. Diese wurden der kreditgebenden Bank als
Sicherheit verpfändet. Beliebige Dritte kamen somit, entgegen der Darstellung durch die
Vertreterin, nicht als Darlehensnehmer in Frage.
6.1.2 In § 1 Ziff. 3 des Darlehensvertrags ist weiter festgehalten, dass die Darlehensnehmer für die Rückzahlung des Darlehens ausschliesslich in Höhe der zur Sicherung verpfändeten,
Fondsanteile haften und jede weitere persönliche Haftung der Darlehensnehmer
ausgeschlossen ist. Es ist der kreditgebenden Bank nach dieser Bestimmung zudem
ausdrücklich untersagt, einen allfälligen Fehlbetrag durch Verwertung von anderen
Vermögensgegenständen der Darlehensnehmer oder durch Konkurseröffnung gegen den
Darlehensnehmer erhältlich zu machen. Weiter ist ausdrücklich festgeschrieben, dass die
Haftungsbeschränkung allen anderen Bestimmungen des Darlehensvertrags vorgeht und auch
jede Nachdeckungspflicht ausgeschlossen ist. Die von der Vertreterin anstelle der persönlichen
Haftung genannte Möglichkeit der fristlosen Kündigung des Darlehens, ändert an dieser
Haftungsbeschränkung nichts.
Das Darlehen ist wie von der Vertreterin geltend gemacht, von der Sicherung mittels
verpfändeter Wertpapiere her, an sich als Lombardkredit zu beurteilen. Bei einem solchen stellt
aber die weitergehende Haftung der Kreditnehmer und die Nachdeckungspflicht des
Kreditschuldners grundsätzlich einen wesentlichen Bestandteil des Vertrags dar "ohne die eine
Kreditgewährung gegen ein Pfandrecht an spekulativen Wertpapieren praktisch kaum denkbar
wäre"
(vgl. Boemle/Gsell/Jetzer/Nyffeler/Thalmann, Geld-, Bank- und Finanzmarkt-Lexikon der
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Schweiz, 2002, S. 1110 Ziff. 6). Die vorliegend vereinbarte Haftungsbeschränkung ist somit als
aussergewöhnlich und im regulären Geschäftsverkehr völlig unüblich zu qualifizieren.
6.1.3 Das Darlehen diente der Finanzierung einer Investition in einen "emerging market Fonds" (nicht regulierte Märkte), welche als besonders risikoreiche und somit spekulative
Anlage einzustufen ist. Dies ist auch im "confidential term sheet" zum C-Anlagefonds
festgehalten. Diese Ausführungen stellen, entgegen der von der Vertreterin geäusserten
Ansicht, keine blossen Standardinhalte eines Anlageprospekts dar, sondern enthalten
ausführliche,
detaillierte Angaben zu den erhöhten Risiken bei einer Investition in "emerging markets"
(vgl. die detaillierten Ausführungen der Anbieterin des C-Anlagefonds zu den "emerging
markets" im "confidential term sheet" S. 4). In Anbetracht des hohen Risikos, ist eine
Fremdfinanzierung im Umfang von 85 % des Anschaffungswerts der erworbenen Fondsanteile
mit einer gleichzeitigen Beschränkung der Haftung der Darlehensnehmer auf die Fondsanteile
und ohne jede Nachdeckungspflicht ebenfalls als höchst ungewöhnlich zu bezeichnen
(vgl. BGE 138 II 545 E. 4.2.1) und führt im Ergebnis zu einer Übernahme eines Grossteils des
Anlagerisikos durch die Darlehensgeberin.
6.1.4 Ebenfalls unüblich ist der vereinbarte Aufschub der Zinszahlungen bis zum Verfall des Kredits. Gemäss § 3 Ziff. 1 wurden die Zinsen nicht effektiv bezahlt, sondern gemäss § 3 Ziff. 2
jeweils per 1. Dezember vorgetragen und dem Darlehen zugeschlagen.
6.2 Ein Darlehen mit solchen Bedingungen weicht, entgegen der durch die Vertreterin geäusserten Auffassung, erheblich vom Geschäftsverkehr unter Dritten ab und entspricht in den
wesentlichen Belangen, so der Haftungsbeschränkung, der Risikoverteilung und des
Fremdfinanzierungsgrads dem Sachverhalt im zitierten Leitentscheid des Bundesgerichts.
Daran ändert entgegen der Meinung der Vertreterin nichts, dass die Haftungsbeschränkung im
vorliegend zu beurteilenden Fall auf anderem Weg als in jenem erreicht wurde. Auch ist nicht
von Belang, ob die Anleger mit dem Kauf der Anlage zwingend ein Darlehen aufnehmen
mussten, oder ob es im Belieben der Anleger stand, die angebotene Fremdfinanzierungsoption
wahrzunehmen. So oder so stellte der C-Anlagefonds und das von einer anderen Gesellschaft
derselben D-Gruppe gewährte Darlehen ein Gesamtpaket dar, das die Möglichkeit der
gleichzeitigen Erzielung von Kapitalgewinnen und steuerminimierenden Schuldzinsen bot und
bei dem die Haftung des
Kreditnehmers, die Risikoverteilung zwischen den Vertragsparteien und die Zinsbedingungen
wesentlich von einem unter Dritten zu Marktbedingungen gewährten Darlehen abweichen.
- 15 -
Dass die von der D-Gruppe angebotene Fremdfinanzierung neben der Möglichkeit der
kumulierten Inanspruchnahme von Steuervorteilen des Privatvermögens auch noch der
Möglichkeit der Gewinnerhöhung und in gewissem Umfang der Absicherung gegen
Währungsrisiken diente, ändert, entgegen der Argumentation der Vertreterin, am Drittvergleich
und an der Beurteilung des Gesamtpakets ebenfalls nichts. Im Übrigen wäre gerade die
Absicherung gegen Währungsrisiken auch auf anderem Weg z.B. mittels eines Hedgings
besser, umfassender und wohl auch günstiger möglich gewesen.
7. Die Rekurrentin ist an der kreditgebenden E._ nicht beteiligt. Gemäss Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG und Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG bleibt somit zu prüfen, ob das
Darlehen als unter Nahestehenden gewährt zu beurteilen ist. Die E._ gehört zur
D-(Banken-)Gruppe und wird, gemäss dem Antragsformular für ein Darlehen zur
Fremdfinanzierung einer Investition in den C-Anlagefonds, von der D-Bank International Limited
beherrscht, denn diese ist darin ebenfalls als Darlehensgeberin aufgeführt (vgl.
<http://_> besucht am 12.11.2017, Linke Spalte unter: Loan and Security Agreement
and Application Form - Nominee [Deutsch]). Ob ein Beherrschungsverhältnis vorliegt, kann aber
offen bleiben, denn der
C-Anlagefonds ist ein Produkt der D-Gruppe, welcher auch die E._
unbestrittenermassen angehört. Das Firmengeflecht muss im vorliegenden Zusammenhang als
Ganzes beurteilt werden, weshalb die Kreditgeberin E._, entgegen der durch die
Vertreterin geäusserten Auffassung, nicht als ein von der D-Gruppe und dem C-Anlagefonds
unabhängiges Finanzinstitut gelten kann. Damit ist die Kreditvergabe auch nicht als ein von der
Investition in den
C-Anlagefonds unabhängiges Rechtsgeschäft zu beurteilen.
Das Darlehen wird im Investment Summary (Beilage 13 zum Rekurs, http://_, besucht
am 12.11.2017) denn auch von der D-Gruppe selbst als Option angeboten und die
Darlehensvergabe erfolgt wie erwähnt über ein Finanzinstitut derselben Bankengruppe. Weiter
wird das Darlehen ausschliesslich den Investoren zum Erwerb von Anteilen des C-Anlagefonds
(oder eines anderen Fonds der D-Gruppe) gewährt. Unabhängige Dritte, die nicht Investoren
bei der D-Gruppe sind, können gemäss dem Darlehensvertrag kein solches Darlehen erhalten.
Weiter hat die Darlehensgeberin, mit der zuvor dargelegten Haftungsbeschränkung auf die
Fondsanteile, der ungewöhnlichen Risikoverteilung und dem Zinsaufschub, den Kreditnehmern
und somit auch der Rekurrentin geldwerte Leistungen zukommen lassen und das Risiko aus
den Darlehen war zudem, aufgrund der Haftungsbeschränkung auf die erworbenen Anteile, für
die Investoren nicht höher, als wenn sie die Anlage mit eigenen Mitteln finanziert hätten. Aus all
diesen Vorteilen, die der Rekurrentin als Investorin des C-Anlagefonds zugeflossen sind, ergibt
http://static.macquarie.com/dafiles/Internet/mgl/ch/mfg/doc/kinetic-11-de-loan-nominee-5722723-1-%28fp-sydney%29.pdf?v=1
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sich weiter, dass die E._ als Finanzinstitut der D-Gruppe der Rekurrentin ermöglicht
hat, über sie wie über eine eigene Gesellschaft zu verfügen. Aus den gesamten Umständen der
Darlehensvergabe folgt, dass die Rekurrentin in ihrer Eigenschaft als Investorin bei der D-
Gruppe als
Nahestehende der E._ zu qualifizieren ist.
8. Damit liegen alle vom Bundesgericht zu massgeblich fremdfinanzierten Anlageprodukten und doppelter Inanspruchnahme von Steuervorteilen des Privatvermögens herausgearbeiteten
Kriterien vor und der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt entspricht in den wesentlichen
Belangen jenem im Leitentscheid.
Aus den Darlegungen folgt, dass die E._ der Rekurrentin als nahestehende natürliche
Person ein Darlehen zu Bedingungen gewährt hat, die erheblich von den im Geschäftsverkehr
unter Dritten üblichen Bedingungen abweichen. Damit ist der gesetzliche Tatbestand des
Ausschlussgrunds von Art. 38 Abs. 1 Bst. a Satz 2 StG und Art. 33 Abs. 1 Bst. a Satz 2 DBG
erfüllt, weshalb der vorliegend streitige Schuldzinsabzug von der Steuerverwaltung zu Recht
verweigert worden ist.
8.1 Die Argumentation der Vertreterin, dass das Anlagemodell des C-Anlagefonds nicht jenem des G-Anlagefonds entspreche, geht dabei ins Leere, denn es ist nicht von Bedeutung
auf welchem Weg und mit welchen Mitteln genau die ungerechtfertigte doppelte
Inanspruchnahme von Steuervorteilen des Privatvermögens zustande kommt oder auf welche
Weise die vom Bundesgericht im Leitentscheid BGE 138 II 545 herausgearbeiteten Kriterien im
Einzelnen erfüllt werden.
8.2 Da der Schuldzinsabzug bereits aufgrund eines gesetzlichen Ausschlussgrunds zu verweigern ist, erübrigt sich die weitere Prüfung einer Steuerumgehung.
9. Aus den Erwägungen folgt, dass die Rekurse und Beschwerden betreffend die  2012 und 2013 abzuweisen sind.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Rekurrentin kostenpflichtig. Sie hat die gesamten Verfahrenskosten zu tragen (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG
i.V.m. Art. 1, 2, 53, 58 und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten
und die Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft
[Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]).
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9.2 Ist die Rekurrentin vertreten, so kann bei ganz- oder teilweisem Obsiegen eine Parteientschädigung gesprochen werden. Da die Rekurrentin im vorliegenden Fall unterliegt,
werden keine Parteikosten gesprochen (Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m.
Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren
[VwVG; SR 172.021]).
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