Decision ID: 2b1a978a-77c1-5814-900c-9e0567972063
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1980 geborene
X._
, Sanitärmonteur mit Fähigkeitszeugnis (Urk. 7/6
/1
),
stand im gekündigten Arbeitsverhältnis bei der
Z._
, als er
sich am 8. November 2012 unter Hinweis auf Rückenschmerzen und einen Erschöpfungszustand bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
mel
dete
(Urk. 7/7
, 7/12/8-9
)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und erteilte m
it
Verfügung vom 17. Mai 2013
(Urk. 7/21)
Kostengutsprache für Frühinterventions
mass
nah
men
in Form
eines Bewerbungs-Coachings/
einer
Arbeitsvermittlung vom
1. Juni bis 30. November 2013, welche am 4. De
zember 2013 abgeschlossen wur
de
n
, da es nicht gelungen sei, den Versicherten innert angemessener Zeit in den Arbeits
markt zu integrieren
(Urk. 7/43
). In der Folge
veranlasste
sie
eine Begut
achtung durch Dr.
med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Expertise vom 28
. Oktober 2014, Urk. 7/60/1-34) und
infor
mier
te den Versicherten
a
m 1
3. Febru
ar
2015
über die
Kostengutsprache für eine Um
schulung in Form eines
Vor
kurses und anschliessenden Lehrganges Technische Kaufleute vom 16. Febru
ar
2015 bis 9. Oktober 2016 (Urk. 7/71).
Mit Verfügung vom 24. Februar 2015
wurde ab 16. Februar 2015
ein Taggeld zugesprochen (Urk.
7/77).
Diese
Mitteilung
hob sie
am 16. Juli 2015 auf und informierte den Versicherten gleichentags über die Übernahme der Kosten für eine Vollzeithan
delsschule bis Bürofachdiplom VHS ab 17. August
2015 bis 17. Juli
2016 (Urk. 7/87
, Urk. 7/92
).
Mit Verfügung vom 4. November 2016 (Urk. 7/106) erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für die Fortsetzung der Vollzeithandelsschule bis Handelsdiplom VSH ab 7. November 2016 bis 16. Juli 201
7.
Auch für die Zeit dieser Massnahme wurde ein grosses Taggeld zuge
spro
chen (Urk. 7/110).
Am 19. September 2017 informierte die IV-Stelle den Versicherten darüber, dass weitere Massnahmen beruflicher Art (aktive Arbeitsvermittlung)
gesundheits
be
dingt aktuell nicht möglich seien
(Urk. 7/117).
In der Folge holte die IV-Stelle beim Gutachter Dr.
A._
ein psychiatrisches Verlaufsgutachten (Expertise vom
21. April
2018, Urk. 7/127/1-42) ein. Mit Vorbescheid vom 22. Mai
2018 (Urk. 7/130
) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus
sicht, wogegen der Versicherte am 21. Juni
2018 Einwand (Urk. 7/132, Urk. 7/136)
erhob
. Am 27. August 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 26. September 2018 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, es sei die Verfügung vom 27. August 2018 aufzuheben, weitere medi
zinische Abklärungen zu tätigen und ihm berufliche Massnahmen zu ge
währen, um seine Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. In prozessualer Hinsicht stellte er das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 5. November 2018 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 6. November 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
Ist ein taggeldbegleiteter Tatbestand erfüllt, so schliesst dies den Rentenanspruch der Invalidenversicherung grundsätzlich aus (Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Auf
lage, Zürich 2014, Art. 22 N 12, S. 270; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_528/2018 vom 6. März 2019 E. 4 ff.; vgl. aber auch Art. 20
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhal
ten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
an
dersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der medizinischen Abklärungen jegliche Tätigkeiten in einem 80 %-Pensum möglich seien. Aufgrund des Einkommens
vergleichs resultiere ein Invaliditätsgrad von 26 %
, weshalb kein Rentenanspruch entstehe
(S. 1 f.).
2
.2
Demgegenüber stellt
e
sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), der Gutachter gelange
hinsichtlich der Diagnose respektive Arbeitsfähigkeit
zu einer anderen Einschätzung als die behandelnden Ärzte, wobei die Diskrepanzen zwi
schen den Einschätzungen des Experten
und der übrigen Behandler
im Gutachten nicht nachvollziehbar seien (S. 8 Ziff. 6
ff.).
Entsprechend sei die
gutach
t
erliche
Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit unzutreffend (S. 9).
3.
Der Beschwerdeführer beantragt
neben der
Aufhebung der leistungsabweisenden
Rentenverfügung vom 27. August 2018 (Urk. 2)
insbesondere
auch die Gewäh
run
g beruflicher Massnahmen (S. 2).
Die Beschwerdegegnerin verfügte am 27. August 2018 die Abweisung des Leistungsbegehrens. Aus der Begründung der Verfügung ergibt sich, dass ein Rentenanspruch verneint wird. Betreffend berufliche Mass
nahmen stellte die Beschwerdegegnerin eine separate Verfügung in Aussicht
(Urk. 2 S. 2)
, weshalb
i
m vorliegenden Verfahren lediglich der Rentenanspruch
zu prüfen und
auf den Antrag um Zusprechung beruflicher Massnahmen nicht einzutreten ist.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob ab dem 1. August 2013, ein Jahr nach erstmalig attestierter Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 28 Abs. 2
lit
. b und Art. 29 Abs. 3 IVG), und insbesondere nach Erlangen des Handelsdiploms im Juli 2017 ein Renten
an
spruch besteht. Ein allfällig entstandener Rentenanspruch würde in der Zeit der gewährten Umschulungsmassnahmen beziehungsweise während des Taggeldbe
zugs vom 16. Februar 2015 bis 19. Juli 2016 und vom 7. November 2016 bis 16.
Jul
i 2017 unterbrochen (Urk. 7/77, 7/92, 7/110).
4.
4.1
Dr. med.
B._
, Allgemeine Medizin FMH, hielt im Bericht vom 12. Dezember
2012 fest, beim Beschwerdeführer liege ein komplexer Konditionierungsprozess in
der Adoleszenz (Schule/Elternhaus,
Secondo
) vor. Am 23. Mai 2012 (richtig 27.
April
2012; vgl. Urk. 7/11/12) sei der Beschwerdeführer erstmals in der
C._
behandelt
worden. Es bestünden «Drogenkontakte»
mit unpünktlichem Erscheinen am Arbeits
platz und damit ein kompromittiertes Verhältnis zum Arbeitgeber. Sodann be
stünden sekundäre Rückenprobleme (Urk. 7/14/1). An einem neuen Arbeits
platz wäre
der Beschwerdeführer ab Januar
2013
wieder voll arbeitsfähig
(Urk. 7/14/2-3.
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im
Bericht vom 21. Dezember 2012 eine mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.1) und anamnestisch Störungen durch
Cannabinioide
(geg
e
nwärtig abstinent, ICD-10 F12.20). Aktuell sei der Beschwerdeführer arbeitsunfähig. Es sei vorge
sehen, dass er sich auf Anfang Januar 2013 eine weniger belastende Tätigkeit suche. Eine psychisch und physisch weniger belastende Tätigkeit sollte in nächs
ter Zukunft möglich sein (Urk. 7/15/2-3).
Die MRI-Untersuchung vom 12. April 2013 ergab eine
breitbasige
nach
caudal
geschlagene zentrale Diskushernie L4/5 und L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 und S1. Gemäss den Angaben von Dr. med.
E._
, Fachärztin FMH für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, vom 6. Mai 2013 ist eine Umschulung notwendig. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei der
Beschwerdeführer
aber nicht zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/20/5).
Am 24. Mai 2013 erachtete Dr.
B._
die Frage, ob mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu rechnen sei, als sehr schwierig zu beantworten
(Urk. 7/26/3). Oberarzt Dr. med.
F._
vom
G._
der
C._
,
H._
, be
rich
tete am 9. August 2013 über die teilsta
tio
näre Behandlung des
Beschwerde
führers
vom 4. Februar bis 11. Juli 2013 (Urk. 7/34) und diagnostizierte eine An
passungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit, sowie akzentuierte Per
sön
lichkeitszüge (ICD-10
Z73.1) und anamnestisch ein bekannter schädlicher Gebrauch von Cannabis
(ICD-10
F12.1). Aus psychiatrischer Sicht sei der aus
sichts
reichste Weg eine Umschulung beziehungsweise die Wiedereingliederung an einen weniger stress
vollen Arbeitsplatz (S. 5 und S. 6).
Dr. med.
I._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie & Psychotherapie, berichtete der zuständigen Krankentaggeldversicherung am 19. November 2013 (Untersuchung vom 18. November 2013), es lägen folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (Urk. 7/44/2-25 S. 18):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psy
cho
tischen Symptomen, anamnestisch auch leichte und mittelschwere Phasen (ICD-10 F 33.2)
-
DD: depressive Anpassungsstörung nach Verlust der Arbeitsstelle
-
DD: Depression und amotivationales Syndrom als Folge des langjährigen Cannabiskonsums
-
Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und Zwangshandlungen (ICD-10 F 42.2
)
-
Störung durch
Cannabinoide
, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F 12.20)
-
Persönlichkeitsveränderung infolge langjährigen Cannabiskonsums (ICD.10
F12.56)
-
Chronische Rückenschmerzen bei Diskushernien L4/5 und L5/S1
In der Untersuchung habe sich eine sicherlich schwere Depression gezeigt mit psy
chotischen Symptomen sowie Zwangssymptomen, die die Arbeitsfähigkeit sicherlich erheblich beeinträchtigten. Anderseits schienen diese nicht konstant so schwer zu sein. Der Hausarzt Dr.
B._
habe vor sechs Wochen noch darauf beharrt, den
Beschwerdeführer
zu 50 % arbeitsfähig zu schreiben, was
Letzterem
nicht gepasst habe. Kurz darauf habe er sich von den Ärzten des
J._
wieder zu 100 % krankschreiben lassen. Auf Druck reagiere der
Be
schwer
deführer
regelmässig mit Auflehnung, Trotz und Widerstand (S. 20). Die rezidi
vierende depressive Störung, aktuell mit einer schweren Episode, zeige sich offen
bar mit in relativ starkem Wechsel schwankend. Entstehungsgeschichtlich seien
psychosoziale Belastungen vorausgegangen.
Pathogenetisch
am wichtigsten erscheine
der jahrelange, chronische Cannabiskonsum. Sodann hätten sich zu
neh
mend Zwangsgedanken und Zwangshandlungen entwickelt (Urk. 7/44/20). Aktuell bestehe wegen einer momentanen Verschlechterung des Zustands eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der
Beschwerdeführer
sei motiviert, baldmöglichst (ab Dezember) wieder zu 50 % an einem Eingliederungsprogramm teilzunehmen. Aus psychiatrischer Sicht sei dies sinnvoll und zumutbar (S. 22).
Nach den Angaben der Ärzte des
K._
der
C._
,
J._
, vom 15. Januar 2014 (Urk. 7/47) bestehe seit November 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Seit Anfang November 2013 habe sich die depressive Symptomatik verstärkt mit Mor
gentief, Interessen- und Freudeverlust, sozialem Rückzug, vermindertem Antrieb, gesteigerter Ermüdbarkeit, Angstzu
ständen, Appetitverlust mit Gewichtsverlust, Ein- und Durchschlafstörungen so
wie mit lebensmüden Gedanken. Zudem hätten sich seine Zwangshandlungen
ver
stärkt (S. 3 und S. 5; vgl. auch der Schluss
bericht von
L._
vom 19. Novem
ber
2013, Urk. 7/42/2).
4.2
Dr.
A._
nannte
in seinem psychiatrischen Gutachten vom
28. Oktober 2014 (Urk. 7/60/1-34) folgende Diagnose (S. 21):
-
Zwan
gsstörung (ICD-10 F42.2)
-
mit
-
Verdacht auf Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, gemischt
-
rezidivierenden ängstlich-depressiven Syndromen
-
akzentuierten (narzisstisch, selbstunsicher) Persönlichkeitszügen
-
bei
-
unregelmässigem Konsum von Tabak, Alkohol, Kokain, Pilzen, Party
pillen und
Cannabinoiden
-
Status nach Anpassungsstörung (bei sozialen Belastungen und rezidi
vierenden Rückenschmerzen)
Der Gutachter hielt fest, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit im August 2012 an einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) ge
litten habe, die sich in der Folge von sozialen Belastungen (am Arbeitsplatz, interfamiliär) entwickelt und zur Arbeitsunfähigkeit geführt habe
. Die Angaben in den Vorberichten betreffend das Ausmass dieser Störung seien ungenügend und es sei trotz Fehlen entsprechend relevanter objektiver psychopatholo
gischer
Befunde eine Arbeitsunfähigkeit von zeitweise 100 % postuliert worden. Aktuell seien die entsprechenden (subjektiven) Beschwerden und (objektiven) Befunde voll
ständig remittiert (S. 25 f.).
Im Weiteren wurde ausgeführt
, dass die ICD-10 Kriterien einer depressiven Epi
sode objektiv nicht erfüllt und auch aufgrund der Angaben in den Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab 2012 anzunehmen seien. Der Schwere
grad erreiche nicht das notwendige Ausmass und es bestünden auch keine der erforderlichen Symptome in ausreichender Schwere und Länge, um eine lang
an
dauernde depressive Episode zumindest leichten Grades diagnostizieren zu können.
Ebenso wenig sei ein somatisches Syndrom gemäss ICD-10 zu erkennen (S. 26 f.).
Aus rein medizinisch-theoretischer Sicht sei mit überwiegender Wahrschein
lich
keit nachvollziehbar, dass die mit einer Anpassungsstörung verbundenen Defizite zu einer kurzfristigen (beispielsweise vier- bis sechswöchigen) teilweise
n
bis vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen könn
t
e
n
(für die angestammte Tätigkeit, Verweistätigkeiten und Arbeiten im Haushalt);
beim Beschwerdeführer beispiels
weise von
September bis November 201
3
.
Entsprechend könne aus rein psychia
trisch-psychotherapeutischer Sicht davon ausgegangen werden, dass die bislang beim Beschwerdeführer sehr wohlwollend attestierte Arbeitsunfähigkeit bis Ende 2012 angen
ommen werden könne. Im Jahr 2013
habe aus rein formalen Gründen für die Dauer der Betreuung in einer Tagesklinik eine Arbeitsunfähigkeit be
stan
den. Spätestens ab Datum der aktuellen Untersuchung (Oktober 2014)
könn
e eine
ausgeprägte Arbeitsunfähigkeit (für die angestammte Tätigkeit, Verweistätig
keiten
und Arbeiten im Haushalt) nicht mehr begründet werden
(S. 27
f.
).
Beim Beschwerdeführer seien sodann die Kriterien für Zwangssymptome erfüllt, wobei
aktuell vor allem ein Reinigungs- und Ordnungszwang bestehe, welche
r
zu einer Arbeitsstörung führen könne. Davon sei aufgrund der anamnestischen Angaben seit 1999 auszugehen, wobei die Zwangserkrankung insgesamt als leicht ausgeprägt einzustufen sei, da der Beschwerdeführer
ausreichend in der Lage gewesen sei, den schulischen und alltäglichen (und bis 2012 auch den beruflichen) Anforderungen nachzukommen (S. 29).
Eine langfristige Minderung der Arbeitsfähigkeit von 20 % (von 100 %) sei auf
grund einer eingeschränkten Belastbarkeit des Beschwerdeführers anzunehmen, weil letzterer ein hohes Sauberkeits- und Ordnungsbedürfnis spüren und ausleben werde, welches seine berufliche Zuverlässigkeit einschränke (beispielsweise
rezi
di
vie
rende Unpünktlichkeit;
S. 29).
Im Weiteren hielt Dr.
A._
fest, dass eine intensive Therapie lege
artis
(Ver
haltenstherapie, konsequente Expositionsübungen, empirisch begründete Psycho
pharmakotherapie) innert zwölf Monaten zu deutlichen Verminderungen der Sym
p
tome
und damit einer Reduktion der Arbeitsunfähigkeit von unter 20
%
führen könne. Dies
sei
auch
im Fall des
Beschwerdeführer
s
zu
erwarten
, wobei
entsprechende Therapien bislang nicht durchgeführt worden seien
(S. 30 f., S. 33
)
.
Die akzentuierten (narzisstisch, selbstunsicher) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
begründeten
schliesslich
weder eine Minderung der Ressourcen noch der Arbeits
fähigkeit (S. 30).
4.3
Vom 19. Juli bis 15. Oktober 2016 befand
sich
der Versicherte im Rahmen einer Belastungssituation zur Stabilisierung und Erlangen der Selbständigkeit im Alltag
in der Psychotherapiestation der
M._
(Urk. 7/127/58), wobei eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
,
sowie eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) fest
gehalten wurde. Bei Eintritt hätten sich vor allem die zwei Bewältigungsstrategien
«Selbstmitleid» oder «drohendes/bedrohliches Verhalten» gezeigt. Nach dem Stand
ortgespräch nach vier Wochen, bei welchem der
Beschwerdeführer
vor die Wahl – entweder Arbeit an sich oder Austritt – gestellt worden sei, habe
er
es geschafft, sich für die Therapie zu entscheiden. Der
Beschwerdeführer
habe in der Folge wichtige Erkenntnisse für sich gewinnen und neue Verhaltensstrategien umsetzen können (Urk. 7/127/60 f.).
Gemäss dem Bericht des
J._
vom 8. November 2017 waren
die psychosozialen Belastungsfaktoren (Leistungsdruck, Familienkonflikte) wäh
rend
der ganzen ambulanten Behandlung vom 18. Juli 2013 bis 13. Oktober 2017 präsent und wirkten für den psychischen Zustand destabilisierend. Die medika
mentöse Therapie des ADHS sei, da keine grossen Verbesserungen der Konzen
tra
tion und Aufmerksamkeit feststellbar gewesen seien, eingestellt worden (Urk.
7/120/3). Seit dem 1. September 2017 und bis zum Behandlungsabschluss habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (Urk. 7/120/3 und 7/120/6).
Gemäss dem
Austrittsbericht der
N._
vom 31. Januar 2018 (Aufenthalt vom 4. bis 14. Dezember 2017, Urk. 7/127/63) besteht als Haupt
diag
nose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, und als Nebendiagnosen eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung sowie ein Verdacht auf eine emotional instabile Persön
lich
keitsstörung vom impulsiven Typ. Der
Beschwerdeführer
sei stark schwan
kend
ge
wesen zwischen Hoffnungslosigkeit und dem Drang, das Leben nun doch an
pack
en zu wollen. Er habe von raschen Stimmungswechseln und Anspan
nungs
zuständen berichtet (Urk. 7/127/64). Letztlich sei es zu einem relativ überstürzten Entscheid des
Beschwerdeführers
gekommen, auszutreten und von zu Hause aus Administratives für die Jobsuche anzugehen (Urk. 7/127/64).
Am 15. Januar 2017 nahm der
Beschwerdeführer
eine Behandlung bei med. prakt.
O._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie bei Dr. phil.
P._
, Psychologin, auf. Gemäss deren Bericht bestehen eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome; ICD-10 F33.2), eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F 42.2), Zwangsgedan
ken und –
handlungen
gemischt (ICD-10 F 42.2), akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z 73.1) und aktenanamnestisch eine einfache Aktivitäts- und Aufmerk
samkeitsstörung (ICD-10 F 90.0). In der bisherigen Behandlung hätten Schwierig
keiten mit sozialen Problemen (Administratives, Verschuldung) sowie der Alltags
bewältigung (Terminkoordination, Konzentration) im Vordergrund gestanden. Aktu
ell sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt auszugehen. Nach der Durchführung von Massnahmen zur Unterstützung der
Arbeitsintegration und einem Aufbautraining könnte der
Beschwerdeführer
wieder
im ersten Arbeitsmarkt Platz finden (Urk. 7/12/69).
4.4
In seinem Verlaufsgutachten vom 21. April
2018 (Urk. 7/127/1-42) stellte Dr.
A._
folgende Diagnose (S. 20):
-
Zwangsstörung (Zwangsgedanken und Zwang
shandlungen, gemischt; ICD-10 F
42.
2
)
mit/bei
-
rezidivierenden ängstlich-depressiven Syndromen
-
akzentuierten (narzisstisch, selbstunischer) Persönlichkeitszügen
-
Gebrauch von Koffein, Tabak, Alkohol, Kokain und
Cannabinoiden
Dr.
A._
hielt fest, dass anlässlich der
gutachterlichen
Untersuchung
vom 14.
März 2018
die objektivierbaren psychopathologischen Befunde gar nicht bis gering ausgeprägt seien. Im Affekt sei der Beschwerdeführer ernst und ange
spannt, wobei ein klinisch depressives Syndrom auch mit Hilfe der
«
Montgomery
and
Åsberg
Depression Rating
Scale
»
nicht zu erkennen sei. E
benso wenig liege e
ine Störung der Aufmerksa
mkeit vor. Der Beschwerdeführer sei psychomotorisch unruhig und in der Interaktion narzisstisch (ich bezogen, anspruchsvoll) und berichte weitschweifig, wobei er schwer lenkbar sei. Im Denken sei er umständlich und eingeengt und schildere seine Beschwerden ausweichend und pauschal. Er
beschreibe Zwangsphänomene (vor allem Kontrollhand
lungen, Gedanken
zwänge/
-
drängen), die jedoch weder objektiv erkennbar seien (beispielsweise als Rituale/
Verhaltensstörungen) noch den
Untersuchungsgang behinderten (
zum Beispiel
durch Denkblockaden, langen WC-Aufenthalt). Insbesondere die Angaben zu
den
Zw
angsritualen und Gedankenzwänge
n
sei
en
in der Exploration trotz Nachfrage vage, oberflächlich und mehrdeut
ig gewesen
(S. 22 f.).
Eine Zwangsstörung (ICD-10 F42.2) lasse sich weiterhin attestieren, ebenso könne der Verdacht vom Oktober 2014 auf Zwangsgedanken und
-
handlungen bestätigt werden. Die Störung verlaufe weiterhin mit rezidivierenden ängstlich-depressiven Syndromen, wobei das klinische Bild von akzentuierten (narzisstisch, selbstun
sicher) Persönlichkeitszügen geprägt sei. Der Gebrauch von Koffein, Tabak, Alko
hol, Kokain und
Cannabinoiden
begründe weiterhin kein Suchtleiden (S. 23).
Der Gutachter hielt weiter fest, dass die Zwangserkrankung bis 2012 als leicht ausgeprägt einzustufen sei, da
d
er
Beschwerdeführer
ausreichend in der Lage ge
wesen sei, den schulischen, alltäglichen und beruflichen Anforderungen nachzu
kommen. Aktuell bestünden vor allem Kontrollhandlungen und Gedankenz
wänge,
die zu einer Arbeitsstörung führten, deren Schweregrad aufgrund der Eingliede
rungs
massnahmen nach 2015 als leicht bis mittelschwer einzustufen seien. Dabei zeige der Beschwerdeführer eine deutliche Ambivalenz bezüglich Krankheits
ein
sicht und Behandlungsbereitschaft (S. 24).
Die ICD-10 Kriterien einer allfällig eigenständigen depressiven Episode (
F32-
33) sei
e
n
weder
in der Vergangenheit
erfüllt gewesen noch aktuell. Sie seien auch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund der Akten ab 2012 respektive nach Oktober 2014 nicht anzunehmen. Der Schweregrad erreiche nicht das not
wendige Ausmass, wobei insbesondere die Eingangskriterien einer schweren tat
sächlichen Antriebshemmung und einer ausgeprägten Störung der Affektmodu
lation nicht vorhanden seien. Beim Beschwerdeführer bestünden auch keine der genannten Symptome in ausreichender Schwere beziehungsweise Länge, um eine lang dauernde depressive Episode zumindest leichten Grades objektiv diagnos
ti
zieren zu können. Ebenso wenig begründeten die unspezifischen Verstimmungs
zustände des Beschwerdeführers eine allfällig eigenständige generalisierte A
ngst
störung (ICD-10 F41.1). Diese Zustände
erklärten sich einerseits im Rahmen der Zwangsstörung, andererseits durch rezidivierende soziale Belastungen (Konflikte
mit Eltern bei beengten Wohnverhältnissen, Erwerbslosigkeit, finanzielle Sorgen/
Ver
schuldung, Administratives; S. 25).
Im Weiteren lägen auch
keine klinischen Befunde
für eine hyperkinetische Stö
rung
(ADS/ADHS gemäss ICD-10 F90) vor, die von akzentuierten
Persönlichkeits
zügen abgrenzbar wären. Es fehlten zudem die geforderten (nicht nur speku
la
tiven) Belege aus der Kindheit
.
Von einem relevanten Ausmass solcher Defizite sei
regu
lärem
Schulbesuch und eine
r bei
erfolgreiche
n
Berufsausbildung mit an
schliessender guter sozialer Lebensbewährung bis 2012
jedenfalls nicht
auszu
gehen
. Ebenso fehl
e es beim Beschwerdeführer an sekundären Kompli
katio
ne
n (dissoziales Verhalten, regelmässiger vermehrter Konsum psychotroper Sub
stan
zen, niedriges Selbstwertgefühl). Die in den Akten und anlässlich der aktuellen
Untersuchung auffälligen Befunde zum Gesprächsverhalten (beispielsweise sch
wer
führbar
und weitsc
hweifig) seien ebenso wie eine psychomotorische Unruhe
zu
nächst unspezifisch und die versuchsweise Einnahme von
Methylphenidat
habe keinen tatsächlich anhaltenden Erfolg gebracht (S. 26)
.
Der Gutachter wies auf nicht krankheitsbedingte (soziale) Faktoren hin (Abwe
sen
heit vom/Lage am Arbeitsmarkt, persönliche Berufswünsche, finanzielle Sorgen/
Schulden, Konflikte mit der IV-Stelle, alleinlebend, kulturelle familiäre Konflikte
)
, welche
sozialarbeiterische
Relevanz aufwiesen, jedoch nicht in die Be
urteilung einer medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tätig
keit aus ver
si
cherungspsychiatrischer Sicht miteingingen
.
Diese Faktoren erklär
ten
die anlässlich der Untersuchung
erkennbare Diskrepanz zwischen der subjek
tiv wahr
genommen
en
und der objektivierten Arbeitsunfähigk
eit des Beschwerdeführers (S. 28 f.
)
.
Dr.
A._
führte
weiter
aus, dass an Leitlinien orientierte Therapien nach Okto
ber
2014 nicht durchgeführt worden seien, wobei keine krankheitsbedingte Un
fähig
keit zur Therapieadhärenz bestehe. Die Umsetzung einer intensiven Therapie lege
artis
sei weiterhin zu empfehlen, um die berufliche Integration des Beschwer
de
führers zu unterstützen (S. 30).
Unter Berücksichtigung der vorliegenden Arztberichte, der fremdanamnestischen Angaben und des aktuellen Untersuchungsbefunds bestünden
aus versiche
rungs
medizinischer Sicht
keine hinreichenden Belege für eine
Aggravation, weder aktu
ell noch in der Vergangenheit. Im
Vergleich zu
m
Oktober 2014 bestehe aktuell kein Ver
d
acht mehr auf eine Dissimulation (S. 34).
Im Weiteren
bemerkte
der Gutachter, dass aufgrund einer eingeschränkten Belast
barkeit bei Zwangsphänomenen eine Leistungseinschränkung von 20 % (Arbeits
fähigkeit von 80 % bei ganztägiger Präsenz) anzunehmen sei (S. 37). Ab Datum der ersten gutachterlichen Untersuchung am 2. Oktober 2014 könne bis zum aktu
ellen Zeitpunkt eine langfristige Minderung der Arbeitsfähigkeit von 20 %
(von 100 %) für die angestammte Tätigkeit, für Verweistätigkeiten und/oder Arbe
i
ten im Haushalt begründet werden. Eine jeweils kurzfristige Arbeitsun
fähigkeit von 100 % sei aufgrund von teil- respektive vollstationären
Hospitali
sationen
bereits aus formalen Gründen zu bestätigen. Eine solche sei vom 19. Juli bis
15. Oktober 2016
(
M._
)
sowie
vom 4. bis 14. Dezember 2017 (
N._
)
anzunehmen.
Eine darüber hinaus postulierte Minderung
der Arbeitsfähigkeit könne
aus rein psychiatrisch
-psychotherapeutischen Gründen
nicht bestätigt werden und erscheine als therapeutisch-wohlwollende sozialmedi
zinische Massnahme (S. 38).
Im Rahmen einer optimal der Behinderung angepassten Tätigkeit könne der Be
schwerdeführer von strukturierten Aufgabenstellungen und einer stringenten, wohlwollenden Führung am Arbeitsplatz profitieren. Seine Defizite in den Be
reichen Anpassung an Regeln/Routinen, Flexibilität/Umstellungsfähigkeit und Gruppen
fähigkeit
sollten toleriert werden. In einer angepassten Tätigkeit sei eben
falls eine 20%ige Leistungseinschränkung (Arbeitsfähigkeit von 80 % bei ganztägiger Präsenz) anzunehmen (S. 39).
Dr.
A._
hielt schliesslich fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers seit der letzten Begutachtung am 2. Oktober 2014 nicht massgeblich geändert habe (S. 40).
5.
5.1
Vorwegzuschicken ist, dass die
Gutachten von Dr.
A._
(Urk. 7/60/1-34, Urk. 7/127/1-42)
den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise entsprechen. So sind sie für die streitigen Belange umfassend, geben sie doch Antwort auf die Frage nach dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit. Sie beruhen sodann auf den notwendigen Untersuchungen in psychiatrischer Fachrichtung. Der Gutachter berücksichtigte detailliert die g
eklagten Beschwerden und setzte
sich damit auseinander
(Urk. 7/60/1-34 S. 6 ff.
,
S. 17 ff., S.
25 ff.;
Urk. 7/127/1-42
S. 7 ff., S. 13 ff., S. 22
ff.)
. Die Expertisen wurden sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, wobei sich der Gutachter zur
Krankheitsentwicklung äusserte
und Bezug auf d
ie medizinischen
Vorakten
nahm
(Urk. 7/60/1-34 S. 2
f
f.,
S. 9 ff.
, S. 22 ff.
;
Urk. 7/127/1-42
S. 3 ff.)
.
Schliesslich leuchten die Gutachten in der Darstellung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi
zi
nischen Situation ein.
In diesem Sinne stellte der psychiatrische Gutachter Dr.
A._
nachvollziehbar fest, dass der Beschwerdeführer
an Zwangsgedanken und –
handlungen
, gemischt, leide, wobei die Störung mit rezidivierenden ängstlich-depressiven Syndromen, akzentuierten Persönlichkeitszügen sowie Gebrauch von Koffein, Tabak, Alkohol, Kokain und
Cannabinoiden
verlaufe (Urk. 7/127/1-42 S. 20).
Der Experte atte
stierte
gestützt auf die wegen den Zwangsphänomenen ein
geschränkte
Belast
barkeit
eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
sowie
einer ange
passten Tätigkeit seit Oktober 2014
(
Urk. 7/127/1-42
S.
37 ff.).
5.2
An dieser Beurteilung vermag der Hinweis des Beschwerdeführers, wonach sämt
liche behandelnden Ärzte
-
im Gegensatz
zu Dr.
A._
-
von einer Anpas
sungs
störung inklusive Depression ausgingen, weshalb die gutachterliche Einschätzung
nicht nachvollzogen werden kö
nne
(Urk. 1 S. 8 Ziff. 6 ff.),
keine Zweifel zu wecken
.
Dr.
A._
setzte sich
in seinen Gutachten
mit
den
abweichenden Diag
nosen in
den
Arztberichten auseinander und würdigte diese in
eingehender
Weise (Urk. 7/60/1-34 S. 22 ff.; Urk. 7/127/1-42 S.
20
ff.).
Namentlich legte er dar, dass die im Bericht der
M._
vom 31. Oktober 2016, im Bericht des
J._
vom 8. Novemb
er 2017, im Austrittsbericht der
N._
vom 31. Januar 2018 und dem Bericht von Dr.
O._
und Psychologin
P._
vom 26. März 2018 genannten Diagnosen nicht diffe
ren
ziert erörtert werden, und dass sich aufgrund der dabei erhobenen psychopa
tho
logischen Befunde keine Depression, sondern im Wesentlichen ein unspezifisches, ängstlich-niedergeschlagenes Syndrom erkennen lasse (Urk. 7/127/1-42 S. 21 f.). Dr.
O._
und Psychologin
P._
berichteten von im Vordergrund steh
enden sozialen Problemen und Problemen der Alltagsbewältigung und erachteten für die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht primär eine medizinische Behandlung, sondern eine Unterstützung bei der Arbeitsinte
gration, ein Aufbautraining sowie eine Laufbahnberatung und ein Jobcoaching als sinnvoll (Urk. 7/127/69). Insbesondere auch in Anbetracht dessen ist die Ein
schätzung von Dr.
A._
, für den Verlauf der Störung seien auch nicht krank
heitsbedingte (soziale) Faktoren relevant (vgl. Urk. 7/127/1-42 S. 28) und die Atte
stierung einer Arbeitsunfähigkeit sei teilweise auch sozialmedizinisch bedingt (vgl. Urk. 7/127/1-42 S. 38), nachvollziehbar und überzeugend.
Dr.
A._
legte denn weiter
auch
dar,
weshalb
die objektiven Kriterien einer depressiven Episode
ge
mäss ICD-10 nicht erfüllt
(gewesen)
seien
(Urk. 7/60
/1-34 S. 26; Urk. 7/127/1-4
2
S.
25).
Betreffend Anpassungsstörung ging d
er Gutachter
davon aus, dass der Beschwerdeführer im
Jahre
2012
an einer solchen
als Folge von sozialen Belas
tungen
gelitten ha
be,
was
zu einer kurzfristigen Arbeits
un
fähigkeit bis Ende 2012 geführt habe und wies im Übrigen auf die diesbezüglich unklaren Berichte der behandelnden Ärzte hin (Urk. 7/60/1-34 S
. 25 ff.
; Urk. 7/127/1-42 S.
20
).
Davon abgesehen
ist die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behan
deln
de Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
und es
ist
auf die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauft
rag des amtlich bestellten fach
medizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) hinzuweisen.
5.3
Gestützt auf die Beurteilungen von Dr.
A._
ist spätestens ab dem Datum seiner ersten Untersuchung vom 2. Oktober 2014 von einer 20%igen Einschränkung der Leistungsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz auszugehen. Dies gilt für die ange
stammte Tätigkeit wie auch für Verweistätigkeiten (Urk.
7/60/1-34 S.
27 ff.,
Urk.
7/127/1-42 S. 37 f.).
Dr.
A._
zeigte in seinem Gutachten vom 28. Oktober 2014 auf, dass auch die von den behandelnden Ärzten und Ärztinnen beziehungsweise von Dr.
I._
für die Zeit vor seiner Untersuchung vom 2. Oktober 2014 erstellten Diagnosen und attestierten Arbeitsunfähigkeiten nur teilweise nachvollzogen werden können. Dabei nahm Dr.
A._
auf die einzelnen Berichte Bezug und setzte sich mit den darin erfolgten Feststellungen ausführlich und nachvollziehbar auseinander (Urk. 7/60/1-34 S. 22 ff.). Letztlich erachtete er eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis Ende 2012 als noch gerechtfertigt sowie aus rein formalen Gründen für die Dauer der Betreuung in der Tagesklinik (vom
4.
Februar bis 11.
Juli
2013
; Urk.
7/60/1-34 S. 25 f.).
Für die vorliegend massgebliche Zeit ab August 2013 (vgl. E. 3) ist gestützt auf die Beurteilung von Dr.
A._
aus psychiatrischer Sicht keine 20 % überstei
gende, länger dauernde Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit ausgewiesen.
5.4
Von der Durchführung eines
strukturierten Beweisverf
ahrens nach BGE 141 V 281 kann
im
vorliegend
en Fall
abgesehen werden. Beim Beschwerdeführer
wurde
einzig
eine Zwangsstörung diagnostiziert
und es bestehen
(insoweit)
keine Hin
weise auf Inkonsistenzen, Aggravation oder Simulation (
Urk. 7/127/1-42 S. 3
1 ff.
),
weshalb ein entsprechendes Beweisverfahren entbehrlich ist (
BGE 143 V
418
E. 7.1
).
5.5
Aus rein somatischer Sicht bestehen Einschränkungen für rückenbelastende Tätig
keiten. Dies ergibt sich aus der Beurteilung vo
n Dr. med.
Q._
, praktische Ärztin,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle
vom 25. April 2014
.
Für rückenadaptierte Tätigkeiten sei rein somatisch seit April 2013 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen
(Urk. 7/129/5)
.
Weitergehende Einschränkungen werden
beschwerdeweise
nicht geltend gemacht (vgl. Urk. 1).
Zusammenfassend ist anzunehmen, dass der
Beschwerdeführer
ab August 2013 zu
min
dest für rückenschonende Tätigkeiten zu 80 % arbeitsfähig (bei ganztätiger Prä
senz) war.
5.6
Vor diesem Hintergrund drängen sich keine weiteren Sachverhaltserhebungen hinsichtlich des Gesundheitszustands auf (
antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 90 E.
4b, 122 V 157 E. 1d,
136 I 229 E. 5.3), weshalb - entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 2) - kein Anlass für
zusätzliche
Abklä
rungen besteht.
6
.
6
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6
.2
6
.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6
.2.2
Die Beschwerdegegnerin ging unter Hinweis auf den Bericht der letzten Arbeit
geberin des Beschwerdeführers vom 22. November 2012 (Urk. 7/12/1-4
S. 2 Ziff. 2.10
)
für das Jahr
2012
korrekterweise
von
einem
Valideneinkommen
von Fr.
77'350.--
aus
(Urk. 7/128)
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnent
wick
lung (Bundesamt für Statistik [BFS],
Schweizerischer Lohnindex nach Branche, Tabelle T1.1.10, 2012 = 101.7, 2013 = 102.5)
resultiert für das
mass
gebende Jahr 2013
ein
Validenlohn
von Fr.
77'958.45
respektive
für
das
Jahr 2017 (Abschluss
der Umschulung
/
Ende der entsprechenden Taggeldleistungen;
Urk. 7/77, Urk. 7/92
,
Urk. 7/110, Urk. 7/115)
ein solches von Fr. 79’555
.
6
5
(Schweizerischer Lohnindex nach Branche, Tabelle T1.1.10, 2012 = 101.7, 2017 = 104.6)
.
6
.3
6
.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom
BFS
periodisch herausgegebenen Lohnstrukturer
hebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenre
visionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
6.3.2
Für die Bestimmung des Invalidene
inkommens sind die Löhne aus den
vom
BTS
herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen
(LSE) 2012 und 2016
beizuziehen.
Für das Jahr 2013 und damit noch vor Abschluss der Um
schulung ist dabei
vom Lohn auszugehen, den Männer bei der Ausübung von einfachen Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art durchschnittlich erzielten, nämlich
Fr. 5'210.-- monatlich (LSE 2012
Ta
belle TA1
). Angepasst an die durchschnittliche wöchent
liche Arbeitsze
it von 41,7 Stunden im Jahr 2013
(vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen, Total: 2013
= 41,7 Stu
nden) und die seit dem Jahr 2012
eingetretene Nominallohnentwicklung (vgl. BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Branche,
Tabelle T1.1.10, 2012 = 101.7, 2013 = 102.5
) resultiert ein Einkommen von
Fr. 65'689.80. Bei der beim Be
schwerdeführer um 20 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit ist von einem Ein
kommen von Fr. 52'551.85 auszugehen.
Für die Zeit nach Abschluss der Umschulung im Jahr 2017 ist vom Durch
schnitts
lohn der Männer im Anforderungsniveau 2 auszugehen. Ausgehend von der LSE
2016 Tabelle T1_tirage_skill_level betrug das Durchschnittseinkommen der Männer
im Kompetenzniveau 2 Fr. 5'646.--.
Angepasst an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitsze
it von 41,7 Stunden im Jahr 2017
(vgl. BFS, Betriebsüb
liche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [im
Internet abrufbar], Total: 2017
= 41,7 Stu
nden) und die seit dem Jahr 2016
eingetretene Nominallohnent
wick
lung (vgl. BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Branch
e, Tabelle T1.1.10, 2016 = 104.1, 2017 = 104.6
) r
esultiert ein Einkommen von Fr. 70'970.70. Bei der beim Beschwerdeführer gegebenen 80%igen Leistungsfähigkeit ergibt sich ein Ein
kommen von Fr. 56'776.55.
6
.3.3
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen leidensbedingten Abzug, da die Ein
schränkungen
bereits im Belastbarkeitsprofil,
im zumutbaren Arbeitspensum
und beim Tabellenlohn
berücksichtigt worden seien (Urk. 2 S. 2). Der Beschwerde
füh
rer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, er sei in seiner Fähigkeit zur Anpassung an Regeln/Routinen,
zur
Flexibilität, zur Anwendung fachlicher Kom
petenzen, zur Selbstbehauptung, zur Gruppenfähigkeit sowie zu Spontan
akti
vi
täten eingeschränkt, welche bei der Ausübung der Erwerbsfähigkeit
wesent
lich
seien. Die adaptierte Tätigkeit im Büro sowie die
Reduktion des Arbeits
pen
sums trü
gen diesen Defiziten indessen nicht Rechnung
, weshalb ein leidens
be
dingter Abzug zu gewähren sei
(Urk. 1 S.
6 ff. Ziff. 1 ff.
).
Betreffend die vom Besc
hwerdeführer erwähnten Defizite
ist
zu bemerken
, dass
bezüglich der
Fähigkeit
zur Selbstbehauptung
,
zu Spontanaktivitäten
und zur Flexibilität
gemäss gutachterlicher
– und vom Besc
hwerdeführer nicht bean
stan
dete
r
(Urk. 1 S. 7 Ziff. 2 f.)
-
Feststellung
lediglich leichte Beeinträchtigungen ohne Negativfolgen
respektive
hinsichtlich der Fähigkeit zur Anwendung fachli
cher Kompetenzen
eine Beeinträchtigung mit Negativfolgen ohne Assistenznot
wendigkeit vorliegen (Urk. 7/127/1-42
S.
34 ff.
).
Im Zusammenhang mit der
Flexi
bili
tät
wies der Gutachter zudem auf
die zu
einer Arbeitsstörung führenden
Kon
trollhan
dlungen und Gedankenzwänge hin
(S. 35), wobei d
er eingeschränkten Be
lastbarkeit bei Zwangsphänomenen bei der
Festlegung des reduzierten
Leis
tungs
vermögen
s
explizit Rechnung getragen
wurde
(S. 37).
Demgegenüber
stufte der Gutachter
die Defizite des Beschwerdeführers betreffend die
Fähigkeit zur Anpassung an Regeln
/Routinen und
die
Gruppenfähigkeit als Beeinträchtigungen mit partieller
Assistenznotwendigkeit
ein.
Dementsprechend hielt er fest, der
Beschwerdeführer
könne von strukturierten Aufgabenstellungen und einer strin
genten, wohl
wollenden Führung am Arbeitsplatz profitieren. Seine Defizite in den Berei
chen Anpassung an Regeln/Routinen, Flexibilität und Umstellungs
fähigkeit und der Gruppenfähigkeit sollten toleriert werden (Urk.
7/127/1-42 S.
39). Aufgrund dieser zusätzlichen Einschränkungen beziehungsweise Anforderungen an einen Arbeitsplatz rechtfertigt sich ein leidensbedingter Abzug von 10 %.
Als Invalideneinkommen sind dementsprechend Fr. 47'296.65 (2013; 90 % von Fr. 52'551.85) beziehungsweise Fr. 51'098.90 (2017; 90 % von Fr. 56'776.55) zu veranschlagen.
6.3.4
Nach dem Gesagten resultiert in angestammter Tätigkeit
eine Erwerbseinbusse von Fr. 30'661.80 (Fr. 77
'
958.45 – Fr. 47
'
296.65)
und in angepasster Tätigkeit eine solche von Fr.
28'456
.
75 (Fr. 79'555.65 – Fr. 51'098.90)
,
was einem renten
ausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet 3
9
%
respektive 3
6
%
(vgl. BGE 130 V 121) entspricht
.
Vor diesem Hintergrund kann die Frage offenbleiben,
ab wann das Wartejahr erfüllt war.
6.4
Im Lichte der obigen Erwägungen erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen.
7.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos und die Partei bedürftig ist
(BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115)
.
Da der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann und der Beschwerdeführer bedürftig ist (Urk. 3)
,
ist ihm antragsge
mäss (Urk. 1 S.
2
) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Die dem Be
schwerdeführer auferlegten Gerichtskosten sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
ver
siche
rungsgericht (
GSVGer
) aufmerksam gemacht.