Decision ID: f84c6345-c98c-5a35-bbd4-3273a4ae0457
Year: 2008
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. K._, geboren 1943, war bis zum 31. Januar 2006 bei der A._ als Korrektor angestellt (Urk. 8/9). Am 15. Juni 2006 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und beantragte die Ausrichtung einer Rente (Urk. 8/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich erkundigte sich darauf hin bei der A._ nach dem Arbeitsverhältnis des Versicherten (Arbeitgeberbericht vom 7. Juli 2006, Urk. 8/9) und holte den Arztbericht von Dr. med. B._, Psychiatrie & Psychotherapie FMH, vom 11./12. September 2006 (Urk. 8/10) sowie den Arztbericht von Dr. med. C._ vom 7. August 2006 (Urk. 8/14) ein. Ferner lagen ihr die Berichte von Dr. B._ an die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden: Allianz Suisse) vom 21. September 2005 (Urk. 8/4/4-10) und 29. März 2006 (Urk. 8/4/1-2) vor. Mit Vorbescheid vom 21. Dezember 2006 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 8/17), was sie mit Verfügung vom 12. Februar 2007 bestätigte (Urk. 8/18).
2. Gegen diese Verfügung erhob K._ durch Rechtsanwalt Michael Ausfeld am 15. März 2007 Beschwerde und beantragte die Rückweisung der Sache zur neuen Entscheidung (Urk. 1). Der Beschwerde legte er unter anderem den Arztbericht von Dr. B._ vom 14. März 2007 (Urk. 3/4) bei. In der Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2007 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Hierauf wurde der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 7. Mai 2007 als geschlossen erklärt (Urk. 9).
3. Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006 und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Weil der angefochtene Entscheid am 12. Februar 2007 erging, gelangen die revidierten materiellen Vorschriften des IVG, der IVV und des ATSG im vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb - soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2007 in Kraft gewesen sind.
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 Erw. 4b.cc).
3. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stellt sich folgendermassen dar:
3.1
3.1.1 Im Bericht vom 21. September 2005 an die Allianz Suisse diagnostizierte Dr. B._ (Urk. 8/4/4-10) eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.10). Die Erstbehandlung bei ihm sei am 12. Januar 2000 erfolgt. Damals habe der Beschwerdeführer einen deutlichen sozialen Rückzug, eine zunehmende Aggressivität und Unleidigkeit gegenüber Mitarbeitern, Verwandten und Bekannten, Antriebsmangel, Desinteresse, Rückgang seiner Reiselust, zunehmenden Alkoholkonsum sowie Durchschlafstörungen gezeigt. Unter Aurorix bis 600 mg habe sich keine Besserung ergeben, ein Wechsel auf Zoloft habe nur eine milde Besserung der Symptomatik gebracht. Dennoch habe der Beschwerdeführer weiter arbeiten können, wenn auch unter vermehrter Anstrengung. Die Stimmung habe dann unter 150 mg Zoloft zunehmend gebessert, der Antrieb habe unter Ritalin bis 40 mg täglich nur ansatzweise gebessert werden können. Weiterhin habe eine wenigstens leichte depressive Symptomatik bestanden. Der Beschwerdeführer habe den Alkoholkonsum drastisch reduzieren können, zumal er immer weniger Lust auf Sinnesfreuden verspürt habe. Es hätten sich dann ab März 2001 Dyskinesien eingestellt, insbesondere oral, wobei der Beschwerdeführer immer wieder unwillkürlich sein Gesicht bzw. den Mund bizarr verzogen habe, was auch der Umgebung aufgefallen sei. Ein interkurrent arterieller Bluthochdruck habe nur mit Mühe und nach langen Monaten schliesslich von einem Kardiologen auf normale Werte gesenkt werden können. Es hätten dann die Schlafstörungen und auch die Vergesslichkeit zugenommen, die depressive Symptomatik sei schwankend geblieben und habe sich ab etwa Mitte März 2003 allmählich verstärkt. Umstellungen auf Efexor und Remeron hätten wiederum nur einen mässigen Erfolg gebracht. Es habe sich dann ab etwa Herbst 2004 eine zunehmende Tagesmüdigkeit eingestellt, die aufgrund der Untersuchung im Schlaflabor einer recht deutlichen Schlafapnoe habe zugeschrieben werden können.
Der Beschwerdeführer sei sowohl für die angestammte Tätigkeit als Lektor einer Druckerei als auch für sämtliche Verweisungstätigkeiten arbeitsunfähig. Allenfalls kämen leichtere repetitive Arbeiten in einem geschützten Rahmen in Frage. Die aktuelle berufliche Einschränkung beruhe auf der zunehmenden Aufmerksamkeitsstörung, welche bisweilen bis zur Begriffsstutzigkeit reiche, der Vergesslichkeit, der fehlenden Konzentrationsfähigkeit und der bisweilen lähmenden Antriebsarmut. Aufgrund des schon lange andauernden, nicht eben günstigen Verlaufs sei die Prognose bezüglich der Arbeitsfähigkeit ungünstig.
3.1.2 Im Bericht vom 29. März 2006 an die Allianz Suisse stellte Dr. B._ fest (Urk. 8/4/1-2), das Zustandsbild habe sich seit der letzten Berichterstattung nicht gebessert. Der Beschwerdeführer leide immer noch unter ausgeprägten Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, wozu sich eine lähmende und bisweilen auch quälende Antriebslosigkeit geselle, sodass er oft kaum in der Lage sei, seinen Einpersonenhaushalt gehörig zu besorgen. Gegenwärtig sei an eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit nicht zu denken. Auch die Behandlung des Schlafapnoesyndroms mit einem CPAP-Gerät habe keine Verbesserung gebracht.
3.1.3 Im Arztbericht vom 11./12 September 2006 diagnostizierte Dr. B._ (Urk. 8/10) eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0), welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, und eine Adipositas sowie eine arterielle Hypertonie, welche sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Der Beschwerdeführer habe seit Mitte seiner 20er Jahre schubweise unter depressiven Verstimmungen gelitten. Diese habe er jedoch zumeist von selbst wieder überwinden können und sie hätten ihn nur selten in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Als er im Januar 2000 zu ihm (Dr. B._) überwiesen worden sei, sei er schon seit gut drei Jahren zunehmend depressiv gewesen und habe einen sozialen Rückzug, eine geringere Frustrationstoleranz mit zunehmender Aggressivität, Antriebsarmut und Desinteresse gezeigt. Er (Dr. B._) habe damals eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.11) festgestellt und habe Zoloft verordnet. Aurorix, welches der Beschwerdeführer vorher zu sich genommen habe, sei abgebaut worden. Der Verlauf habe sich dann schwankend gestaltet, es sei dem Beschwerdeführer nie richtig gut gegangen. Mehr und mehr habe er seine Müdigkeit und Antriebslosigkeit beklagt, auch seine Auffassungsgabe als Korrektor habe stark gelitten, so dass sich die Arbeitsfähigkeit zu vermindern begonnen habe, was vorerst seitens der Arbeitgeberin noch nicht bemerkt worden sei. Gegen Ende 2004 habe der Beschwerdeführer begonnen mehr und mehr im Bett liegen zu bleiben, wobei 12 bis 14 Stunden keine Seltenheit gewesen seien. Der Zustand habe sich zusehends verschlimmert, wobei immer weniger depressive Symptome wie Niedergeschlagenheit, Trauer und Verzweiflung als vielmehr neurasthenische Symptome wie Antriebsschwäche, Müdigkeit, Desinteresse und Freudlosigkeit im Vordergrund gestanden hätten. Weitere Medikationsversuche mit beispielsweise Topamax hätten keine Stabilisierung oder gar Verbesserung gebracht, wobei die Stimmung des Beschwerdeführers in den letzten Wochen und Monaten eigentlich recht gut gewesen sei. Jedoch habe ihn seine Antriebsarmut daran gehindert, irgend etwas Sinnvolles zu machen, nachdem er nun seit fast 1 1/2 Jahren krankgeschrieben sei. Zudem bestünden immer noch die unwillkürlichen Dyskinesien, für welche auch der Neurologe keine Erklärung gefunden habe. So blecke der Beschwerdeführer immer wieder grundlos die Zähne und/oder strecke die Zunge heraus. Dies wäre an gewissen Arbeitsorten natürlich behindernd.
Seit dem 21. April 2005 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es sei keine Tätigkeit mehr zumutbar.
3.1.4 Mit Brief vom 14. März 2007 an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers legte Dr. B._ dar (Urk. 3/4), die Neurasthenie sei richtigerweise bei den neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen einzuordnen. Tatsächlich sei die Stimmung des Beschwerdeführers in den letzten Monaten nicht allzu schlecht gewesen, wenngleich sich diesbezüglich wieder eine Verschlechterung eingestellt habe, so dass die Diagnose einer Depression gegenwärtig nicht im Vordergrund stehe, obschon auf der Symptomebene durchaus depressive Symptome wie Insuffizienzgefühle, Antriebsarmut, Freudlosigkeit, Desinteresse etc. recht ausgeprägt vorkämen.
3.2 Dr. C._ berichtete am 24. Oktober 2006 (Urk. 8/14), der Beschwerdeführer leide an einer psychischen Erkrankung. Die Details hierüber seien bei Dr. B._ zu erfahren. Somatische Diagnosen mit Auswirkungen auf die bisherige Berufstätigkeit lägen keine vor. Der Beschwerdeführer leide an einer arteriellen Hypertonie, einer Adipositas sowie Beschwerden am Bewegungsapparat, die sich allerdings nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Die psychischen Beschwerden verunmöglichten die Arbeit. Der Beschwerdeführer klage über massiv reduzierte Konzentrations-, Belastungs- und Anpassungsfähigkeit.
4.
4.1 Aufgrund der medizinischen Aktenlage steht fest, dass beim Beschwerdeführer keine somatischen Beschwerden vorliegen, die ihn in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Dies wird von ihm auch nicht bestritten. Im Vordergrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung stehen psychische Beschwerden. Der behandelnde Psychiater geht davon aus, dass der Beschwerdeführer sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in jeder anderen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ist. Im Bericht vom 11./12. September 2006 (Urk. 8/10) führt er diese Arbeitsunfähigkeit auf die diagnostizierte Neurasthenie zurück.
4.2 Eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0) ist grundsätzlich zum Kreis der somatoformen Störungen zu zählen und zeichnet sich durch anhaltende und quälende Klagen über gesteigerte Ermüdbarkeit nach geistiger Anstrengung oder über körperliche Schwächen und Erschöpfung nach geringster Anstrengung aus (vgl. dazu die Leitlinien Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaft Deutschland; www.awmf.org). Es rechtfertigt sich daher, die von der Rechtsprechung im Bereich der somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters der Neurasthenie analog anzuwenden. Danach besteht nämlich die Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar ist. Erst bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130 V 352). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77).
4.3 Der behandelnde Psychiater Dr. B._ diagnostizierte im Bericht vom 11./12. September 2006 (Urk. 8/10) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einzig eine Neurasthenie. Mit Blick auf die von der Rechtsprechung geforderten Kriterien müsste daher das Vorliegen einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere und Ausprägung oder einer chronischen körperlichen Begleiterkrankung verneint werden. Andererseits ergibt sich aus den diversen ärztlichen Berichten, dass der Beschwerdeführer seit dem jungen Erwachsenenalter wiederholt unter depressiven Episoden litt, er wegen seiner depressiven Erkrankung, welche Dr. B._ im Bericht vom 21. September 2005 zu Händen des Taggeldversicherers noch als mittelgradige Episode diagnostizierte (Urk. 8/3/8), seit Januar 2000 in psychiatrischer Behandlung steht und verschiedenste medikamentöse Therapien versucht wurden, mit vorübergehendem oder keinem Erfolg. Den Berichten von Dr. B._ lässt sich nicht schlüssig entnehmen, weshalb er davon ausgeht, dass kein depressives Krankheitsbild mit Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit mehr vorhanden bzw. die depressive (Grund-)Erkrankung in den Hintergrund getreten ist und einzig die Neurasthenie zur Arbeitsunfähigkeit führt. Das Kriterium eines mehrjährigen, chronifizierten Krankheitsverlaufs mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung lässt sich angesichts der von Dr. B._ seit Januar 2000 geschilderten Krankengeschichte nicht ohne weiteres verneinen. Ausserdem beurteilt er die Compliance des Beschwerdeführers nicht als schlecht, und dauert die psychiatrische Behandlung im Verfügungszeitpunkt doch schon sieben Jahre. Eine anderweitige mögliche Therapie wird von Dr. B._ nicht vorgeschlagen, so dass zwar nicht auszuschliessen ist, dass die Behandlungsmöglichkeiten erschöpft sind. Ohne diesbezügliche Abklärungen darf aber auch vom Gegenteil ausgegangen werden. Ferner fällt auf, dass der Beschwerdeführer auch an Schlafapnoe und Dyskinesien leidet. Ersteres soll im Schlaflabor abgeklärt worden sein, wobei ein diesbezüglicher Bericht nicht vorliegt, so dass über die Ursache und Behandlungsmöglichkeiten sowie dessen Verlauf und Auswirkungen keine fachärztlichen Beurteilungen vorliegen. Nach Angaben von Dr. B._ soll die Schlafapnoe im Schlaflabor als recht deutlich beurteilt worden sein und hat die Abgabe eines CPAP-Gerätes keine Verbesserung gebracht. Dass sich (auch) aufgrund dieser offenbar chronischen Schlafstörung eine Verminderung kognitiver Fähigkeiten ergibt (Aufmerksamkeitsstörung, Begriffsstutzigkeit, Vergesslichkeit, fehlende Konzentrationsfähigkeit und lähmende Antriebsarmut, vgl. Urk. 8/4/4-10), und der Einfluss dieser Einschränkungen gerade in der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers von grosser Tragweite ist, liegt auf der Hand. Die Ursache der in den letzten Jahren aufgetretenen Dyskinesien konnte vom Neurologen nicht geklärt werden. Auch diesbezüglich fehlt ein Bericht. Auch wenn Dr. B._ die Arbeitsunfähigkeit einzig und allein auf die Neurasthenie zurückführt, so ist angesichts dieser Begleiterkrankungen unklarer Ätiologie, welche offenbar trotz fachärztlich Behandlung nicht therapiert werden können, nicht ausgeschlossen, dass diese sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht das Kriterium einer chronischen somatischen oder psychischen Komorbidität erfüllen. Hinzuweisen ist, dass Dr. B._ von einem schon seit längerer Zeit eingetretenen sozialen Rückzug und der teilweisen Unmöglichkeit, den Einpersonenhaushalt zu bewältigen, berichtet.
4.4 Zusammenfassend ist daher nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer an einer die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Krankheit leidet bzw. die Kriterien, nach welchen eine Neurasthenie praxisgemäss als nicht mehr objektiv überwindbar gilt, erfüllt sind. Die Aktenlage reicht nicht aus, dies abschliessend zu beurteilen.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die fehlenden Berichte der behandelnden Ärzte einhole und den Beschwerdeführer psychiatrisch-neurologisch begutachten lässt. Der Gutachter soll sich in Auseinandersetzung mit den von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien und den vollständigen medizinischen Vorakten dazu äussern, ob und welche psychiatrische Krankheit vorliegt und welche Leistungsfähigkeit dem Beschwerdeführer im angestammten Beruf oder allenfalls einer anderweitigen Tätigkeit noch zumutbar ist.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
5. Ausgangsgemäss sind der Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 500.-- aufzuerlegen und ist sie zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 1'000.-- (inkl. MWSt und Barauslagen) zu bezahlen.