Decision ID: 0ee11059-e29e-5830-9138-e8506184adfe
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Am 24. September 2009 genehmigte der Gemeinderat C._ das Strassenbauprojekt
"Ausbau- und Sanierung D._-Strasse", den Teilstrassenplan "D._-Strasse" und den
entsprechenden Kostenteiler. Das Projekt sieht vor, die Trag- und Dauerhaftigkeit der
als Gemeindestrasse zweiter Klasse gewidmeten D._-Strasse auf ihrer gesamten
Länge von 1640 m bis zur E._ zu verstärken und die Grundbreite von 2.2 bis 2.8 m auf
3 m (3.4 m Kofferbreite) auszubauen. Zudem soll sie vor dem Weiler F._ um ca. 1.5 - 2
m bergwärts verschoben werden. Die D._-Strasse dient als Hofzufahrt und als
Bewirtschaftungsweg für 51.5 ha Wiesland und 4 ha Wald. Ebenso wird sie als
Erschliessungsstrasse für einige ständig bewohnte Wohnhäuser sowie als Wanderweg
genutzt. An vier Stellen quert die D._-Strasse den F._-Bach und an zwei Stellen, bei
der E._, den E._-bach. Der F._-Bach mitsamt dem Gerinne von der G._ her verläuft
auf einer Länge von ca. 620 m ab der Parzelle Nr. 000 bis zur Einmündung in die H._-
Strasse neben der D._-Strasse. Weiter weist die D._-Strasse einen minimalen
Abstand von rund 1 m zur Uferlinie des Gerinnes auf Parzelle Nr. 001 (E._-bach) sowie
einen solchen von ca. 4 m zur Uferlinie des I._-Weihers auf. Der
Gemeindestrassenplan soll ohne Umklassierung an die vorgesehene Verbreiterung der
D._-Strasse angepasst werden. Die Anstösser müssen für das Projekt private Rechte
abtreten (act. G 12/9/1 [Projektmappe]).
A.a.
Während der öffentlichen Auflage des Strassenbauprojekts, des entsprechenden
Teilstrassenplans sowie des Kostenteilers gingen bei der Politischen Gemeinde C._
mehrere Einsprachen ein, darunter diejenige von A._ und B._. Mit Entscheiden vom
2. Dezember 2010 wies der Gemeinderat C._ diese Einsprachen hinsichtlich des
Strassenbauprojekts, des Teilstrassenplans und der Zulässigkeit der Enteignung ab
A.b.
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(act. G 12/9/9). Dagegen erhoben unter anderen A._ und B._ beim Baudepartement
am 22. Dezember 2010 Rekurs (act. 12/9/10 f.). Am 16. Mai 2011 reichte das
Strasseninspektorat einen Amtsbericht ein (act. 12/9/13). Am 25. August 2011 führte
das Baudepartement einen Augenschein durch (act. 12/9/14). Mit Entscheid vom
26. Juni 2013 wies das Baudepartement den Rekurs kostenpflichtig ab, soweit es
darauf eintrat (act. 12/9/17). Gegen diesen Entscheid erhoben unter anderen A._ und
B._, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christoph Bürgi, am 12. Juli 2013 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht. Mit Entscheid B 2013/153 vom 24. März 2015 hiess das
Verwaltungsgericht die Beschwerde teilweise gut, soweit es darauf eintrat. Der
angefochtene Entscheid wurde aufgehoben und die Sache im Sinn der Erwägungen zur
korrekten Verfahrensabwicklung und zu neuem Entscheid an die Gemeinde C._
zurückgewiesen.
Am 5. November 2015 legte die Gemeinde C._ im Baulinienplan F._-bächli den
Gewässerraum (Art. 36a des per 1. Januar 2011 revidierten Bundesgesetzes über den
Schutz der Gewässer [Gewässerschutzgesetz]; GSchG, SR 814.20; Art. 41 der
Gewässerschutzverordnung [GSchV, SR 814.21] vom 4. Mai 2011) angepasst an das
unveränderte Strassenprojekt fest (act. G 12/9/2 und Bericht in act. G 12/9/3 S. 7-10).
Gegen den öffentlich aufgelegten Baulinienplan erhoben A._ und B._ Einsprache. Am
25. Juli 2016 widerrief das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen (TBA) die
wasserbauliche Sondernutzungsbewilligung nach Art. 9 des Gesetzes über die
Gewässernutzung (sGS 761.1, GNG) vom 6. November 2013 und erteilte die
Bewilligung für die Strassendurchlässe (in Kenntnis der Einsprache) erneut (act. G
12/9/35). Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) widerrief die fischereirechtliche
Bewilligung vom 11. Juli 2013 am 3. August 2016 und bewilligte (in Kenntnis der
Einsprache) die vom Strassenprojekt betroffenen Durchlässe erneut (act. G 12/9/34).
Der Gemeinderat wies hierauf mit Beschluss vom 8. September 2016 die Einsprache
gegen den Baulinienplan, gegen das Strassenprojekt, gegen die Zulässigkeit der
Enteignung und gegen den Teilstrassenplan im Sinn der Erwägungen ab und eröffnete
den Entscheid zusammen mit der wasserbaurechtlichen Sondernutzungsbewilligung
und gewässerschutzrechtlichen Ausnahmebewilligung vom 25. Juli 2016 für die
Strassendurchlässe sowie der fischereirechtlichen Bewilligung vom 3. August 2016 als
Gesamtentscheid (act. G 12/9/36). Den gegen diesen Gesamtentscheid am 5. Oktober
2016 erhobenen Rekurs (act. G 12/1, 12/5) wies das Baudepartement, nachdem es mit
den Verfahrensbeteiligten am 16. Juni 2017 einen Augenschein durchgeführt hatte (act.
G 12/16 f.), mit Entscheid vom 10. Oktober 2018 ab (act. G 2).
A.c.
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B.
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Bürgi für A._ und B._ mit Eingabe vom
29. Oktober 2018 Beschwerde (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 13.
Dezember 2018 (act. G 8) stellte er den Antrag, der Rekursentscheid vom 10. Oktober
2018 sei aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich
Mehrwertsteuer).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 18. Januar 2019 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G
11). Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Vernehmlassung vom 28. Januar 2019
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie
auf den Rekursentscheid, nahm zusätzlich zu Vorbringen in der Beschwerde Stellung
und reichte weitere Unterlagen (E-Mail, schriftliche Bestätigung Anstösser) als
Beweismittel ein (act. G 14 f.).
B.b.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer protestierte in der Eingabe vom 7. Februar
2019 gegen die von der Beschwerdegegnerin eingereichten Unterlagen und
beantragte, diese seien aus dem Recht zu weisen (act. G 17). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (act. G 21). Mit Eingabe vom 1. März 2019
nahm der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer ergänzend Stellung (act. G 22 f.) und
reichte weitere Akten ein (act. G 23). Im Schreiben vom 6. März 2019 lehnte der
Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts den Antrag, die von der
Beschwerdegegnerin zusätzlich eingereichten Unterlagen seien aus dem Recht zu
weisen, ab (act. G 25).
B.c.
Am 10. September 2019 genehmigte das Amt für Raumentwicklung und
Geoinformation (AREG) den Baulinienplan F._-bächli vom 5. November 2015 (act. G
34 und G 12/9/2). Den Teilstrassenplan D._-Strasse hat das Baudepartement bereits
am 12. November 2013 genehmigt (act. G 12/9/1, 17.2).
B.d.
Am 26. September 2019 führte das Verwaltungsgericht mit den Verfahrensbeteiligten
einen Augenschein an Ort durch. Zum Protokoll des Augenscheins (act. G 36) äusserte
sich der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Eingabe vom 21. Oktober 2019
(act. G 38) und reichte weitere Akten (act. G 39) sowie eine Kostennote (act. G 40) ein.
B.e.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Als Adressaten des
Rekursentscheides sind die Beschwerdeführer zur Ergreifung des Rechtsmittels
berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom
29. Oktober 2018 (act. G 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 13. Dezember 2018 (act. G 8) formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die
Beschwerde insoweit, als zur Begründung auf die Darlegungen im vorinstanzlichen
Verfahren verwiesen wird (act. G 8 S. 3 oben; vgl. statt vieler VerwGE B 2013/237 vom
23. Januar 2015 E. 1).
Eine Verpflichtung zur Berücksichtigung von (echten oder unechten) Noven ergibt sich
im verwaltungsgerichtlichen Verfahren aus Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, EMRK): Soweit die Vorinstanz des
Verwaltungsgerichts keine richterliche Behörde ist, garantiert Art. 6 Ziff. 1 EMRK in
ihrem Anwendungsbereich eine richterliche Überprüfung mit voller Kognition im Sinne
einer freien Überprüfung des Sachverhalts. Im Anwendungsbereich der EMRK sind
zumindest dort auch Noven zu berücksichtigen, wo die Angelegenheit zuvor - wie
vorliegend - nicht von einer richterlichen Instanz überprüft wurde (vgl. statt vieler
VerwGE B 2016/14 vom 24. August 2017 E. 1.2 mit Hinweis auf Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 645 mit Hinweis).
Die von der Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 28. Januar 2019 geschilderten
Gegebenheiten und eingereichten Unterlagen (act. G 14 f.) sind daher - gleich wie die
von den Beschwerdeführern am 1. März 2019 nachgereichten Unterlagen (act. G 23) -
im vorliegenden Verfahren, wie bereits im verfahrensleitenden Schreiben vom 6. März
2019 (act. G 25) festgehalten, in die Würdigung miteinzubeziehen.
2.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
B.f.
bis
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Am 1. Januar 2011 trat das revidierte GSchG in Kraft. Art. 36a GschG verpflichtet die
Kantone, den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer festzulegen, der für die
Gewährleistung der natürlichen Funktionen der Gewässer, des Hochwasserschutzes
und der Gewässernutzung erforderlich ist (Abs. 1). Der Bundesrat regelt die
Einzelheiten (Abs. 2). Von seiner Kompetenz gemäss Art. 36a Abs. 2 GSchG hat der
Bundesrat mit der Änderung der GSchV vom 4. Mai 2011 Gebrauch gemacht und die
Breite des Gewässerraums für Fliessgewässer (Art. 41a GSchV) und für stehende
Gewässer (Art. 41b GSchV) bestimmt. Die Kantone hätten den Gewässerraum bis am
31. Dezember 2018 festlegen müssen (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung der GSchV vom 4. Mai 2011, nachstehend: Übergangsbestimmungen).
Solange der Gewässerraum nicht festgelegt ist, gelten die Übergangsbestimmungen.
Auch Beschwerdeverfahren, die bei Inkrafttreten der revidierten GSchV am 1. Juni
2011 hängig waren, richteten sich nach den Übergangsbestimmungen (vgl. BGer
1C_505/2011 vom 1. Februar 2012 E. 3.1.3). Strassen und Wege sind von der
Einhaltung der Übergangsbestimmungen wegen der derogatorischen Kraft des
Bundesrechts entgegen der kantonalrechtlichen Ausnahmeregelung gemäss Art. 59
Abs. 4 lit. a des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (BauG,
sGS 731.1; in Kraft gewesen bis 30. September 2017) nicht ausgenommen (vgl. Art. 49
Abs. 1 BV sowie VerwGE B 2011/164 vom 11. Dezember 2012 E. 3.3.5.,
www.gerichte.sg.ch). Laut Abs. 2 der Übergangsbestimmungen gelten die Vorschriften
für Anlagen nach Art. 41c Abs. 1 und 2 GSchV auf einem beidseitigen Uferstreifen mit
einer Breite von je 8 m zuzüglich der Breite der bestehenden Gerinnesohle bei
Fliessgewässern mit einer Gerinnesohle bis 12 m Breite (lit. a), von je 20 m bei
Fliessgewässern mit einer bestehenden Gerinnesohle von mehr als 12 m Breite (lit. b)
sowie von 20 m bei stehenden Gewässern mit einer Wasserfläche von mehr als 0.5 ha
(lit. c). Neue Anlagen dürfen innerhalb des übergangsrechtlichen Uferstreifens resp.
Gewässerabstandsbereichs grundsätzlich nur erstellt werden, wenn sie
standortgebunden sind und im öffentlichen Interesse liegen. In dicht überbauten
Gebieten kann die Behörde für zonenkonforme Anlagen Ausnahmen bewilligen, soweit
keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (Abs. 2 der Übergangsbestimmungen
in Verbindung mit Art. 41c Abs. 1 GSchV). Bereits bestehende, rechtmässig erstellte
und bestimmungsgemäss nutzbare Anlagen im übergangsrechtlichen
Gewässerabstandsbereich sind in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt (Art. 26 und
9 BV sowie Art. 41c Abs. 2 GSchV). Für den Stichtag zur Bestimmung der
"altrechtlichen" Bauten und Anlagen gemäss Art. 41c Abs. 2 GSchV ist auf das
Inkrafttreten der revidierten GSchV und damit auf den 1. Juni 2011 abzustellen. Art. 41c
Abs. 2 GSchV schützt unter bisherigem Recht errichtete Bauten und Anlagen in ihrem
2.1.
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bisherigen Bestand. über den blossen Bestand der Anlage hinaus sind die zu ihrer
Erhaltung notwendigen Massnahmen erlaubt. Darunter fallen nicht nur
Unterhaltsarbeiten, sondern auch einfache Erneuerungsarbeiten, sofern sie der
Werterhaltung dienen. Der Bestandesschutz von Bauten und Anlagen im
Gewässerraum richtet sich innerhalb der Bauzone primär nach kantonalem Recht,
wobei den Kantonen ein erheblicher Spielraum zukommt (BGer 1C_473/2015 vom
22. März 2016 E. 4; vgl. auch Amt für Raumentwicklung und Geoinformation [AREG],
Arbeitshilfe Gewässerraum im Kanton St. Gallen, Stand August 2018, Ziff. 5.4; BGE 139
II 470 E. 4.3 [zu Art. 41b GSchV]). Ausserhalb der Bauzone folgt der Bestandesschutz
im Gewässerraum der Bestimmung von Art. 24c RPG (BGer 1C_345/2014 vom 17. Juni
2015 E. 4.1.3). Damit gilt - mindestens für bestehende zonenwidrige (vgl. dazu
nachstehende E. 3.3) - Bauten und Anlagen innerhalb des Gewässerraums neben der
Bestandesgarantie auch die Erweiterungs- und Wiederaufbaugarantie.
Konnte die bis Ende 2018 laufende Frist nicht eingehalten werden, hat die Umsetzung
des Gewässerraums spätestens im Rahmen der zehnjährigen Frist nach Art. 175 Abs. 1
PBG für die Gesamtrevision der Rahmennutzungsplanung zu erfolgen. Die Gemeinden
können Gewässerräume jedoch auch anlässlich einer Teilrevision der Nutzungsplanung
betreffend den Gewässerraum oder gebietsweise mit Teilzonenplan festlegen. Weiter
ist die Festlegung mit einem Sondernutzungsplan für ein bestimmtes Gebiet möglich
(vgl. dazu VerwGE B 2015/19 vom 26. April 2018 E. 11.1 [zur Koordinationspflicht des
Erlasses von Sondernutzungsplänen mit der definitiven Gewässerraumfestlegung]). Für
Teilabschnitte kann sich eine frühzeitige Pflicht zur Festlegung ergeben (Arbeitshilfe
AREG, Ziff. 4.1), wenn - wie vorliegend - ein Sondernutzungsplan im
übergangsrechtlichen Gewässerabstand bauliche Massnahmen vorsieht. In diesem Fall
ist grundsätzlich mit dem Erlass des Sondernutzungsplans auch der definitive
Gewässerraum nach GSchV auszuscheiden. Gleiches gilt für Wasserbauprojekte bzw.
wasserbauliche Massnahmen nach Art. 21 ff. des Wasserbaugesetzes (WBG; sGS
734.1; Arbeitshilfe AREG, Ziff. 6.2).
Art. 38 Abs. 2 GSchG zählt abschliessend Ausnahmen vom Überdeckungsverbot für
Fliessgewässer auf (vgl. BGE 140 I 168 E. 4.2.2). Insbesondere sollen
Verkehrsübergänge (lit. b) zugelassen werden, um die Überquerung eines Gewässers
durch Verkehrsanlagen zu ermöglichen. Bauten, die ein Fliessgewässer parallel, d.h.
entlang des Gewässerlaufs verbauen, sind unzulässig (vgl. URP 2008 S. 441, 457 mit
Verweis auf BGE 130 II 313 E. 3.6). Ausnahmebewilligungen können nur erteilt werden,
wenn sich im Rahmen einer umfassenden Interessenabwägung die für eine offene
Wasserführung sprechenden Gründe als weniger gewichtig erweisen als die Gründe für
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eine Eindolung (vgl. ZBl 98/1997 S. 321 f.; Art. 41 lit. b des Vollzugsgesetzes zur
eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung [sGS 752.2, GSchVG]). Eine offene
Wasserführung liegt allgemein im öffentlichen Interesse, da Fliessgewässer dadurch als
Lebensraum, Landschaftselement und Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufs
erhalten bleiben (vgl. hierzu H. W. Stutz, Schweizerisches Abwasserrecht, Zürich 2008,
S. 57 f. mit Verweis auf BBl 1987 S. 1143 f.). Dem stehen vorliegend in Bezug auf die
Strassendurchlässe gewichtige öffentliche Interessen entgegen, insbesondere
dasjenige an der Erhöhung der Verkehrssicherheit für die schwächeren
Verkehrsteilnehmer, land- und forstwirtschaftliche Interessen und das Interesse am
Erhalt des Wanderwegs, sowie die privaten Interessen der Anstösser an der
Erneuerung der bestehenden Eindolung für den Ausbau der D._-Strasse. Vorliegend
machen auch technische Gründe eine Verlängerung der Eindolungen nötig, weil diese
Bachquerung in steilem Gelände erfolgt und der Bach die Strasse nicht auf dem
kürzesten Weg unterqueren kann (vgl. hierzu Bericht "Kreuzungsbauwerke mit
Gewässern" vom 31. März 2010, act. 12/9/15; VerwGE B 2013/153 a.a.O. E. 6).
Das Verwaltungsgericht begründete die Rückweisung in VerwGE B 2013/153 vom
24. März 2015 zum einen mit dem zu Unrecht erfolgten Nichteintreten der Vorinstanz
auf die Rügen betreffend Eingriffe in die Gewässer. Zum anderen stellte es eine
Verletzung der Koordinationspflicht (Art. 25a Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) fest,
weil die Beschwerdegegnerin die Einsprache (mit der Rüge der Erneuerung der
Eindolung des E._-bachs; vgl. Art. 38 GSchG) nicht an das Tiefbauamt weitergeleitet
und die Ausnahmebewilligung betreffend Erneuerung der Eindolungen bzw.
Gerinnequerungen entlang der D._-Strasse nicht zusammen mit dem
Einspracheentscheid als Gesamtentscheid eröffnet hatte (VerwGE B 2013/153 a.a.O. E.
2.2 und 3.2). Im Weiteren legte das Verwaltungsgericht (aus verfahrensökonomischen
Überlegungen) dar, beim streitigen Strassenbauprojekt handle es sich um einen
Ausbau resp. um eine Korrektion und nicht um einen Neubau der bestehenden D._-
Strasse (vgl. P. Schönenberger in: G. Germann (Hrsg.), Kurzkommentar zum
St. Gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, St. Gallen 1989, Rz. 1 zu Art. 31).
Verkehrswege und damit auch der geplante Strassenausbau würden sodann unter den
Begriff der Anlagen im Sinne von Art. 41c Abs. 1 und 2 GSchV fallen. Unstreitig seien
die revidierten Gewässerschutzbestimmungen vorliegend anwendbar, und es handle
sich beim I._-Weiher sowie beim E._- und F._-Bach um oberirdische Gewässer im
Sinne von Art. 2 und 4 lit. a in Verbindung mit Art. 36a Abs. 1 GSchG und nicht um
blosse Drainagen. Weiter stehe fest, dass die Beschwerdegegnerin den Gewässerraum
entlang des F._- und E._-baches und des I._-Weihers nicht verbindlich festgelegt
2.2.
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habe und die bestehende D._-Strasse nicht in einem dicht überbauten Gebiet im
Sinne von Art. 41c Abs. 1 zweiter Satz GSchV liege. Ferner sei unbestritten, dass die
D._-Strasse vor und nach dem geplanten Ausbau entlang des E._- und F._-Baches
den übergangsrechtlichen Gewässerabstand gemäss GSchV auf mehreren
Streckenabschnitten verletze, was sich aus den Situationsplänen vom 31. März 2010
ergebe (VerwGE B 2013/153 a.a.O. E. 5.2 mit Hinweis auf act. G 12/9/1/1.1 und 1.2).
Zur Frage, ob der Ausbau die Voraussetzungen von Art. 41c Abs. 1 erster Satz GSchV
erfülle, führte das Verwaltungsgericht aus, Anlagen würden dann als im Sinne von Art.
41c Abs. 1 erster Satz GSchV standortgebunden betrachtet, wenn sie aufgrund ihres
Bestimmungszweckes oder aufgrund der standörtlichen Verhältnisse nicht ausserhalb
des Gewässerraums angelegt werden könnten (beispielsweise Fuss- und Wanderwege,
Flusskraftwerke oder Brücken). Sofern aufgrund solcher standörtlicher Verhältnisse
unverzichtbar an diesem Ort notwendig, seien im Gewässerraum z.B. Fahrwege mit
befestigter Oberfläche zulässig. Standortgebundene Anlagen seien sodann nach Art.
41c Abs. 1 erster Satz GSchV nur zulässig, wenn sie im öffentlichen Interesse lägen.
Der Ausbau der als Gemeindestrasse zweiter Klasse gewidmeten D._-Strasse liege im
öffentlichen Interesse. Insbesondere sprächen das Erneuerungsinteresse an der
offenkundig veralteten Anlage, das Interesse an der Erhöhung der Verkehrssicherheit
für schwächere Verkehrsteilnehmer sowie land- und forstwirtschaftliche Interessen für
den Ausbau. überdies diene der strittige Strassenausbau dem Erhalt des Wanderweges
und damit der Erholung der Bevölkerung. Der Bau der geplanten
Entwässerungsanlagen, namentlich die zusätzlichen Sickerleitungen, Kontroll- und
Einlaufschächte sowie die auf Strecken mit oberflächlich abfliessendem Hangwasser
bergseitig der Strasse auszubildende Belagschale, führe trotz der geplanten
Vergrösserung der versiegelten Strassenfläche zu einer Verminderung der
Hochwassergefahr. Die Standortgebundenheit setze voraus, dass die D._-Strasse
aufgrund ihres Bestimmungszwecks oder aufgrund der standörtlichen Verhältnisse
anlässlich des geplanten Ausbaus nicht durchgehend ausserhalb des
übergangsrechtlichen Gewässerabstandsbereichs angelegt werden könne. Da die
Klärung dieser Frage die Kenntnis der örtlichen Verhältnisse voraussetze, sei es Sache
der Beschwerdegegnerin, darüber erstinstanzlich zu entscheiden. Dies führe zur
Aufhebung des angefochtenen Entscheides und zur Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin (B 2013/153 a.a.O. E. 5.3).
Das TBA legte in der Stellungnahme vom 15. Februar 2017 (Teil der koordinierten
Stellungnahme des AREG vom 24. März 2017) dar, gemäss den Projektunterlagen
2.3.
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beschränke sich die Länge des neuen Durchlasses am E._-bach auf das bautechnisch
Notwendige. Es sei ein Auslaufbauwerk aus Bruchsteinen mit Kolkschutz zur
Energievernichtung vorgesehen. Der Durchlass werde also keine schädlichen
Auswirkungen auf das talseitige Bachgerinne haben. Der Beginn des Bachgerinnes
(öffentliches Gewässer) befinde sich am nördlichen Strassenrand der D._-Strasse. Es
seien keine Hinweise (u.a. Geoportal, historische Karten und Luftbilder) auf ein ehemals
offenes, natürliches Fliessgewässer bergseits des Durchlasses am E._-bach im
Bereich der D._-Strasse vorhanden. Es sei davon auszugehen, dass bergseits des
Durchlasses lediglich Meteorwasserleitungen (Drainageleitungen und künstlich
geschaffene Entwässerungsgräben) existierten. Der Durchlass am E._-bach diene als
Verkehrsübergang. Die Ausnahmebewilligung (Art. 38 Abs. 2 lit. b GSchG) habe
deshalb erteilt werden können. Hinsichtlich der Festlegung des Gewässerraums sei
davon auszugehen, dass die natürliche mittlere Sohlenbreite des F._-Bachs kleiner als
2 m sei und demnach ein Gewässerraum von 11 m genügend sei (Art. 41a Abs. 2 lit. a
GSchG). Weil bergseits des Durchlasses E._-bach kein Fliessgewässer vorhanden sei,
müsse am E._-bach im Zusammenhang mit dem Strassenausbau auch kein
Gewässerraum festgelegt werden (act. G 12/14). Das ANJF hatte am 20. März 2017
ausgeführt, es handle sich lediglich um die nicht vermeidbare Unterquerung des
Strassenbereichs, welche nach Art. 38 Abs. 2 lit. b GSchG rechtmässig bewilligt
werden könne. Sowohl oberhalb als auch unterhalb des Durchlasses bleibe es im
Prinzip offen, wie das Gewässer fortgesetzt werden könne. Der bewilligte Durchlass
habe, abgesehen vom ersten Meter, in welchem der Übergang zwischen offenem
Bachlauf und Strassendurchlass gemacht werden müsse, keinen Einfluss auf das
Gewässer. Dem ANJF sei nicht bekannt, dass oberhalb des Durchlasses wirklich ein
Gewässer vorhanden sei, welches nach Art. 38 GSchG offen zu führen wäre. Bei einer
blossen Strassenquerung, welche das GSchG als Ausnahmegrund aufführe, sei die
Kenntnis bzw. Ausscheidung des Gewässerraums nicht notwendig. Bezüglich der
gerügten Verletzung des Gewässerraums des F._-Bachs durch die geplante
Strassenverbreiterung bzw. der einseitigen Ausscheidung des Gewässerraums sei
anzufügen, dass mit der ungleichmässigen Ausscheidung des Gewässerraums entlang
einer bestehenden Strasse die Raumsicherung für einen künftigen Bachausbau bzw.
für eine Revitalisierung sichergestellt werde, wenn unter dem Aspekt der
Hochwassersicherheit kein Ausbau notwendig sei (act. G 12/14).
Im angefochtenen Entscheid führte die Vorinstanz mit Hinweis auf die Darlegungen in
VerwGE B 2013/153 sowie gestützt auf die koordinierte Stellungnahme des AREG vom
24. März 2017 (act. G 12/14) aus, am Rekursaugenschein (act. G 12/17) habe sich
2.4.
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erneut die Notwendigkeit eines Ausbaus der Strasse auf eine Breite von 3 m samt
beidseitigem Bankett von je 20 cm gezeigt. Die D._-Strasse erschliesse ein
abgelegenes und sehr dünn besiedeltes Gebiet, weshalb sich eine neue
Streckenführung bzw. Begradigung nicht aufdränge. Allfällige
Geschwindigkeitsbeschränkungen lägen im Aufgabenbereich der Verkehrspolizei. Im
Weiteren mache eine fehlende vorgängige Anhörung (vgl. Art. 36a Abs. 1 und 2 GSchG
i.V.m. Art. 41a f. GSchV) die Gewässerraumfestlegung nicht nichtig, sondern allenfalls
anfechtbar, wobei den Anspruch auf Anhörung nur durchsetzen könne, wer
rechtsmittelberechtigt sei. Vom Baulinienplan seien bloss einige Bachanstösser
(Landwirte) betroffen. Diese würden, von einer gewissen Einschränkung bei der
Bewirtschaftung abgesehen, durch die Ausscheidung des Gewässerraums keinen
Nachteil erleiden. Die Beschwerdeführer hätten ihre Meinung im Rahmen des
Strassenprojekts und des nachfolgenden Rechtsmittelverfahrens bereits ausführlich
dargetan. Damit sei der Anforderung an eine vorgängige Anhörung Genüge getan (act.
G 2 S. 7-9).
Der Gewässerraum sei vorliegend den topographischen Verhältnissen entsprechend
und mit Blick auf die bestehende und auszubauende Strassenlinie grösstenteils
ungleich auf die strassenabgewandte Seite des Bachs gelegt worden, wo es genügend
Platz für einen späteren allfälligen Bachausbau habe. Das ANJF habe vor Ort bestätigt,
dass mit der ungleichmässigen Ausscheidung des Gewässerraums genügend Platz für
eine sinnvolle Revitalisierung sichergestellt werde. Die asymmetrische Festlegung sei
somit sachlich begründet, und auch der Hochwasserschutz und technische Zugang
zum Gewässer seien gewährleistet, zumal dieser direkt von der D._-Strasse aus
erfolgen könne. Nachdem für die vorbestandene D._-Strasse nicht nur die
Bestandes-, sondern auch die Erweiterungsgarantie gelte, hätten nicht bloss die
querenden, sondern auch strassenbegleitenden Gewässerabschnitte in den
Gewässerraum einbezogen werden können (Arbeitshilfe AREG, Ziff. 4.10.7). Konkret
habe die ungleich vorgenommene Ausscheidung des Gewässerraums entlang des
F._-Bachs somit auch einen ökologischen Vorteil, da der Bach auf der Strassenseite
vor Dünger und Pflanzenschutzmitteln besser geschützt werde als wenn der
Gewässerraum symmetrisch über die auszubauende D._-Strasse gelegt worden wäre.
Die Gerinnesohlenbreite lasse sich dem Geoportal (www.geoportal.ch) entnehmen.
Daraus gehe zudem hervor, an welcher Stelle der Bach verbaut bzw. wie stark er
kanalisiert sei. Aus den Aufnahmen zeige sich, dass die natürliche Sohlenbreite selbst
bei einem Korrekturfaktor 2 unter 2 m liege. Gemäss Bestätigung des Vertreters der
Abteilung Wasserbau am Augenschein sei sodann die korrigierte mittlere Sohlenbreite
des F._-Bachs überall kleiner als 2 m. Folglich spreche nichts dagegen, mit dem
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Baulinienplan eine minimale Gewässerraumbreite von 11 m auszuscheiden (Art. 41a
Abs. 2 lit. a GSchG; Arbeitshilfe AREG, Ziff. 3.2.1). Die Ausscheidung des
Gewässerraums für den F._-Bach erfolge talseitig zweck- und rechtmässig ab dem
Einlaufwerk am Schulweg in die Eindolung bzw. bergseitig bis zum Austritt des
Hauptasts des Baches aus dem Wald, zumal bei eingedolten Gewässern und im Wald
grundsätzlich kein Gewässerraum ausgeschieden werden müsse (Art. 41a Abs. 5
GSchV; Arbeitshilfe AREG Ziff. 4.10.8 und 4.10.6). Aus dem gleichen Grund sei auch für
das teilweise mit Grabplatten eingedolte Gewässer auf Höhe des I._-Weihers nicht
zwingend ein Gewässerraum auszuscheiden. Wie vom Vertreter des Amtes für Wasser
und Energie (AWE) vor Ort aufgezeigt, handle es sich dabei um gesammeltes
Meteorwasser, das mit künstlichen Querleitungen entlang des Hangs in einem Kanal
gesammelt werde. Dementsprechend sei entlang der Strasse in keiner historischen
Karte ein Bachlauf vermerkt. Ohne konkretes Projekt und ohne stichhaltige Gründe des
Hochwasserschutzes sei offen, wo der Gewässerverlauf bei einer allfälligen künftigen
Ausdolung verlaufen solle. Die D._-Strasse könnte auch in den Gewässerraum
einbezogen werden (Arbeitshilfe AREG, Ziff. 4.10.7). Wie vom Vertreter des AWE vor
Ort bestätigt, werde die Stabilität des Weiherdamms von der geringfügigen
Verbreiterung der D._-Strasse nicht beeinträchtigt. Somit stehe fest, dass der
Baulinienplan rechtmässig sei und der Strassenausbau den übergangsrechtlichen
Gewässerabstand nicht verletze. Auch sonst seien keine gegen den Strassenausbau
sprechenden öffentlichen Interessen ersichtlich. Es liege im Planermessen der
Behörde, die Strasse lediglich auszubauen und nicht weiter weg vom Bach neu zu
erstellen, was mit einer Verzögerung um weitere Jahre (Landerwerb) und mit
unverhältnismässigen Kosten verbunden wäre. Somit bleibe es bei den bisherigen
Bachquerungen, für deren Ersatz die kantonalen Behörden eine Ausnahmebewilligung
(Art. 38 Abs. 2 lit. b GSchG) erteilt hätten (act. G 2 S. 9-12).
Den Beschwerdeführern gehörten im betroffenen Gebiet drei grössere Grundstücke
(Parzelle Nr. 002, Parzelle Nr. 003 mit Wohnhaus und Swimmingpool und Parzelle Nr.
001) in der Landwirtschaftszone. Vom Strassenprojekt sei einzig das unterhalb der
Strasse gelegene, 8'333 m grosse Grundstück Nr. 001 auf einer Länge von 150 m
betroffen. Für den Strassenausbau sei ein zusätzlicher Streifen von ungefähr 1 m nötig.
Vom Grundstück Nr. 001 würden 115 m benötigt, was 1.5 % von dessen
Gesamtfläche ausmache. Hierfür würden die Beschwerdeführer vollumfänglich
entschädigt. Inwiefern der Streifen von 1 m für die Bewirtschaftung des Grundstücks
wesentlich sein solle, würden die Beschwerdeführer nicht weiter begründen und sei
auch sonst nicht erkennbar. Damit stehe fest, dass den öffentlichen Interessen für die
Landabtretung keine überwiegenden privaten Interessen der Beschwerdeführer
2
2
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/21
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gegenüberstehen würden, womit sich der Landerwerb als gesetzeskonform, im
öffentlichen Interesse liegend und verhältnismässig erweise (act. G 2 S. 12 f.).
Die Beschwerdeführer wenden unter anderem ein, der Strassenausbau als solcher
führe entgegen den verwaltungsgerichtlichen (B 2013/153) und vorinstanzlichen
Ausführungen nicht zu einer Verminderung der Hochwassergefahr. Vielmehr würden
einzig im Zusammenhang mit dem Strassenausbau auch Massnahmen zugunsten der
Hochwassersicherheit verwirklicht, welche sich auch ohne die übermässige
Strassenverbreiterung umsetzen liessen. Ein öffentliches Interesse am Strassenausbau
im vorgesehenen Ausmass sei nicht gegeben. Im Weiteren sei ein Kreuzen von zwei
Fahrzeugen auch mit dem Ausbau weiterhin ausgeschlossen. Gegen eine blosse
Sanierung, welche den schwereren landwirtschaftlichen Fahrzeugen Rechnung trage,
würden sich die Beschwerdeführer nicht wehren. Die Vorinstanz setze sich über das
Problem der Deponie G._ hinweg. Der Deponiestandort werde nach wie vor im
kantonalen Richtplan geführt. Zudem weise der Kanton St. Gallen auf seiner Website
auf den bestehenden Deponie-Notstand hin (act. G 9/17). Die Vorinstanz habe den
Planungsstand für die Deponie trotzdem nicht abgeklärt. Werde die Deponie realisiert,
müsse ein ganz anderer Strassenausbau umgesetzt werden. Dies habe die Vorinstanz
bei der Interessenabwägung ausser Acht gelassen. Völlig unklar bleibe, wie die
Beschwerdegegnerin die gesetzlich geforderte Anhörung durchgeführt habe. Im
Weiteren sei es unzulässig, dass auf weiten Strecken entlang des Baulinienplans F._-
bächli der Gewässerraum auf der einen Seite auf null Meter reduziert werde. Beim F._-
Bach handle es sich um ein kleines Gewässer im Sinn der
Gewässerschutzgesetzgebung. Somit müsse der Gewässerraum auf beiden Seiten
grundsätzlich gleich breit sein. Die vorgesehene Ausscheidung, mit welcher stoffliche
Einträge direkt von der Strasse drohen würden, lasse sich nicht rechtfertigen mit dem
Argument, insgesamt verbleibe genügend Platz für eine Revitalisierung des Gewässers.
Die Gewässerraumausscheidung werde für Jahrzehnte unverändert bleiben. Ob und
wann der F._-Bach tatsächlich revitalisiert werde, sei völlig offen. Sodann sei
vorliegend eine Erweiterung gestützt auf Art. 24c RPG nicht zulässig. Vielmehr komme
einzig Art. 41c Abs. 2 GSchV zur Anwendung. Weiter werde bestritten, dass die
Vorinstanz eine umfassende Interessenabwägung (Art. 3 Abs. 1 RPV) vorgenommen
habe. Einseitig würden nur Umstände berücksichtigt, die den Strassenbau
begünstigten. Keine Aussage finde sich zu den in der Arbeitshilfe AREG genannten
Faktoren insbesondere bezüglich Gewässerfauna und -flora. Nicht dargelegt werde von
der Vorinstanz auch, ob das Vorhaben Art. 41a Abs. 4 lit. b GSchV entspreche. Im
Weiteren habe sich der Vertreter des AWE zwar ausführlich zum geplanten Durchlass
2.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/21
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3.
beim E._-bach geäussert, zum entscheidenden Problem, nämlich zum Baulinienplan
"F._-bächli" sowie dem Strassenprojekt habe er praktisch nicht Stellung genommen
(act. G 8, G 38).
Hinsichtlich der von den Beschwerdeführern weiterhin gerügten fehlenden vorgängigen
Anhörung (vgl. Art. 36a Abs. 1 und 2 GSchG i.V.m. Art. 41a f. GSchV) zur
Gewässerraumfestlegung steht nicht in Frage, dass sie ihre Meinung im Rahmen des
Strassenprojekts und des nachfolgenden Rechtsmittelverfahrens darlegen konnten und
damit die Anhörung im Ergebnis gewährt wurde. Soweit überhaupt von einem
Verfahrensmangel auszugehen war, erachtete die Vorinstanz diesen im angefochtenen
Entscheid sinngemäss zu Recht als geheilt. Hinzu kommt, dass vom Projekt betroffene
Landwirte gegenüber der Beschwerdegegnerin im Nachhinein explizit bestätigten, dass
sie vor der Auflage des Baulinienplans F._-bächli vom Gemeindepräsidenten
persönlich orientiert worden seien (act. G 15/2-4). Sodann wurde das Bestehen eines
öffentlichen Interesses am streitigen Strassenausbau im Entscheid B 2013/153 (E. 5.3)
begründet (vgl. vorstehende E. 2.2 zweiter Absatz). Aus dem von den
Beschwerdeführern - an sich zutreffend - angeführten Umstand, dass der
Strassenausbau als solcher nicht zu mehr Hochwasserschutz führt, lässt sich keine
veränderte Wertung für das Bestehen des öffentlichen Interesses ableiten. Zum
weiteren Einwand, wonach ein Kreuzen von zwei Fahrzeugen auch mit dem Ausbau
weiterhin ausgeschlossen bleibe (act. G 8 S. 3), ist festzuhalten, dass mit dem Ausbau
auf eine Breite von 3 m samt beidseitigem Bankett von je 20 cm im Wesentlichen die
Befahrbarkeit mit heute üblichen landwirtschaftlichen Fahrzeugen gewährleistet werden
soll und nicht angestrebt ist, das Kreuzen von Fahrzeugen zu ermöglichen, zumal die
D._-Strasse ein abgelegenes und sehr dünn besiedeltes Gebiet erschliesst.
3.1.
In VerwGE B 2013/153 wurde betreffend die Deponie G._ die Schlussfolgerung
festgehalten, es stehe nicht fest und sei nicht absehbar, wann, von wem und wie die
Erschliessung dieser Deponie in den nachfolgenden Planungs- und
Baubewilligungsverfahren rechtsverbindlich umgesetzt werde (VerwGE B 2013/153
a.a.O. E. 8). Die Vorinstanz verwies auf diese Feststellungen im angefochtenen
Entscheid (act. G 2 E. 2.2 und 2.4). Die Beschwerdegegnerin weist im vorliegenden
Verfahren zusätzlich darauf hin, dass die Standortgemeinde der Deponie sich gegen
eine Weiterführung derselben ausgesprochen und die kantonale Fachstelle dem Planer
empfohlen habe, auf eine Weiterführung zu verzichten (act. G 14, 15/1). Die
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/21
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Beschwerdeführer bestätigen indessen ihren bisher eingenommenen Standpunkt (act.
G 8 S. 2-4) und weisen auf bestehende konkrete Ausbaupläne des Deponiestandorts
hin. In den von ihnen eingereichten Unterlagen kommen auch die durch einen
Deponieausbau bedingten Verkehrsströme zur Sprache (vgl. act. G 22 mit Hinweis auf
act. G 23/22-29). Gemäss Protokollauszug der Sitzung vom 13. August 2018 hat sich
die Beschwerdegegnerin gegen das Deponieprojekt G._ ausgesprochen (act. G
23/28). Die Frage, in welcher Weise sich der Deponiestandort künftig entwickeln wird,
lässt sich somit aktuell nicht beantworten. Unabhängig davon, wie die Antwort auf die
erwähnte Frage lauten wird, bleibt indessen vorliegend in erster Linie zu prüfen, ob der
projektierte Strassenausbau bei den aktuell gegebenen Verhältnissen als solcher
überhaupt in Betracht kommt.
Wie dargelegt (vorstehende E. 2.1) folgt nach der Rechtsprechung der
Bestandesschutz im Gewässerraum ausserhalb der Bauzone der Bestimmung von Art.
24c RPG. Soweit Art. 24c RPG anwendbar ist, kommt Art. 41c Abs. 2 GSchV keine
eigenständige Bedeutung zu. Anders verhält es sich, wenn Art. 24c RPG nicht zum Zug
kommt, weil bestehende zonenkonforme Bauten im Gewässerraum zu beurteilen sind.
Die Frage, ob in diesem Fall Art. 41c Abs. 2 GSchV der gleiche Anwendungsbereich
zuzuerkennen ist wie Art. 24c RPG, liess das Bundesgericht bislang offen (BGer
1C_345/2014 vom 17. Juni 2015 E. 4.1.3, ebenso BGer 1C_473/2015 vom 22. März
2016 E. 4.1). Vorliegend ist die im angefochtenen Entscheid (act. G 2 S. 11) - wenn
auch ohne Begründung - und in der Arbeitshilfe Gewässerraum des Bundesamtes für
Umwelt [BAFU] vom Juni 2019, Modul 3.4 Ziff. 2, bejahte Frage zu klären, ob eine
Bewilligung des geplanten Strassenausbaus aufgrund einer Auslegung von Art. 41c
Abs. 2 GSchV im Sinn von Art. 24c RPG möglich ist. Hier fällt vorab in Betracht, dass
der Anwendungsbereich von Art. 24c RPG auf Bauten und Anlagen beschränkt ist, die
nicht mehr zonenkonform, d.h. durch eine nachträgliche Änderung von Erlassen oder
Plänen zonenwidrig geworden sind (Art. 41 RPV; vgl. BGE 127 II 209 E. 2c). Keine
Anwendung findet Art. 24c RPG auf Bauten und Anlagen, die gestützt auf das RPG
ausserhalb der Bauzone infolge gegebener Zonenkonformität oder
Standortgebundenheit erstellt worden sind (vgl. Waldmann/Hänni,
Raumplanungsgesetz, 2006, Rz. 4 zu Art. 24c RPG, und Christoph Fritsche, in: Hettich/
Jansen/Norer Hrsg., Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum
Wasserbaugesetz, 2016, S. 660 Rz. 138). Die D._-Strasse ist - als Gemeindestrasse 2.
Klasse - nicht zonenwidrig bzw. kann nicht im Sinn von Art. 24c RPG nachträglich
zonenwidrig geworden sein. Der Strassenbau beruht auf Sondernutzungsplänen,
welche als solche die jeweilige Zone überlagern. Der Bau von Strassen ausserhalb
3.3.
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Bauzonen bedarf keiner Ausnahmebewilligung im Sinn von Art. 24 ff. RPG. Die im
Planverfahren nach Art. 39 f. StrG erstellten Nutzungspläne sind nicht von den in Art.
24 RPG genannten Voraussetzungen abhängig (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und
Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 434). Die erweiterte Bestandesgarantie nach Art. 24c
RPG kommt dementsprechend auf das vorliegende Strassenprojekt nicht zur
Anwendung und kann folglich auch nicht für eine (extensive) Interpretation von Art. 41c
Abs. 2 GSchV herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, als sich auch die weiteren
Kriterien gemäss Art. 24c RPG und Art. 42 RPV (Wahrung der "Identität" der Anlage,
maximale Erweiterung der anrechenbaren Bruttogeschossfläche und der Gesamtfläche
um 30 % bzw. 100 m ) nicht in sinnvoller Weise (sachgemäss) auf Strassen übertragen
liessen. Auch nach Auffassung der einschlägigen Lehre geht es zu weit, dem Art. 41c
Abs. 2 GSchV über den Weg der Auslegung für zonenkonforme Vorhaben den gleichen
Anwendungsbereich zuzuerkennen, wie ihn Art. 24c RPG vorgibt. Die Problematik der
Ungleichbehandlung zonenkonformer und zonenwidriger Bauten sei vielmehr durch
den Gesetz- und Verordnungsgeber selber zu klären (Jeanette Kehrli, Bauen im
Gewässerraum und Uferstreifen, URP 2015 S. 681 ff.). Das Verwaltungsgericht
schliesst sich der letztgenannten Auffassung an.
2
3.4.
Hinsichtlich der Festlegung des Gewässerraums blieb die Feststellung des
Verwaltungsgerichts in VerwGE B 2013/153, wonach der Gewässerabstandsbereich
bei stehenden Gewässern mit einer Wasserfläche von mehr als 0.5 ha gemäss Abs. 2
lit. c der Übergangsbestimmung entlang des I._-Weihers mit einer Wasserfläche von
lediglich rund 1800 m nicht zur Anwendung komme (VerwGE B 2013/153 a.a.O. E. 5.2
mit Hinweis auf den Situationsplan vom 31. März 2010, act. 12/9/1/1.2), unbestritten.
Wenn und soweit von einem Fliessgewässer auszugehen ist - in der Stellungnahme des
TBA vom 15. Februar 2017 (act. G 12/14) wird ein solches (lediglich) für den E._-Bach
bergseitig des Durchlasses verneint -, ist in Fällen, in denen wie vorliegend ein
Sondernutzungsplan im übergangsrechtlichen Gewässerabstand bauliche
Massnahmen zulässt, gleichzeitig mit dem Erlass des Sondernutzungsplans der
definitive Gewässerraum nach GSchV auszuscheiden (vgl. vorstehende E. 2.1 m.H. auf
Arbeitshilfe AREG Ziff. 6.2). Dadurch wird belegt, dass das Vorhaben den
Gewässerraum nicht berührt. Der vorliegend ausgeschiedene Gewässerraum erfüllt die
Voraussetzungen einer definitiven Ausscheidung des Gewässerraums im Sinn von Art.
41a der geänderten GSchV vom 4. Mai 2011 (vgl. vorstehende E. 2.1) insofern nicht, als
- wie die Beschwerdeführer zu Recht darauf hinweisen (act. G 8 S. 8 f.) - der
3.4.1.
2
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Gewässerraum im Baulinienplan an vielen Stellen auf der einen Seite des Gewässers
sehr gering ist und in einem Abschnitt auf 0 Meter reduziert wird. Die Arbeitshilfe AREG
(Ziff. 3.4. S. 18) sieht diesbezüglich eine Minimalbreite des Streifens ab
Böschungsoberkante von 2 m zur Sicherung einer standortgerechten Ufervegetation
vor. Je kleiner das Gewässer, desto wichtiger ist dieser Streifen. Im Übrigen war bereits
im Bericht des AREG vom 23. September 2015 betreffend Vorprüfung Festlegung
Gewässerraum F._-bächli auf die Notwendigkeit eines "Respektabstandes" der
Baulinie zur Oberkante der Bachböschung "von etwa 1.50 m" hingewiesen worden
(act. G 12/9/30 S. 3). Zu verweisen ist in diesem Zusammenhang auch auf Art. 41c
Abs. 1 lit. b GSchV, wonach selbst für die Bewilligung von landwirtschaftlichen Spur-
und Kieswegen ein Abstand von mindestens 3 Metern von der Uferlinie des Gewässers
verlangt wird. Unter diesen Umständen erscheint ein Strassenausbau, welcher auf
einer Seite stellenweise direkt an den F._-Bach reicht, nicht zulässig. Damit gelten
gemäss den Übergangsbestimmungen zur Änderung der GSchV vom 4. Mai 2011
grundsätzlich die Vorschriften für Anlagen nach Art. 41c Abs. 1 und 2 GSchV entlang
von Gewässern auf einem beidseitigen Streifen mit einer Breite von je 8 m plus die
Breite der bestehenden Gerinnesohle bei Fliessgewässern mit einer Gerinnesohle bis
12 m Breite. Hierbei ist gemäss den Juristischen Mitteilungen des Baudepartements
2015/II Nr. 1 für die Bestimmung der natürlichen Gerinnesohlenbreite ein
Korrekturfaktor anzuwenden, wenn die Ufer eines Fliessgewässers - wie dies beim
F._-Bach an vielen Stellen der Fall ist - verbaut sind.
Die D._-Strasse liegt damit - mangels korrekter, Art. 41a GSchV entsprechender
definitiver Ausscheidung des Gewässerraums - im Gewässerraum des F._-Bachs. Sie
unterliegt entsprechend dem Bestandesschutz von Art. 41c Abs. 2 GSchV. Ein Ausbau
der Strasse - von einem solchen ist vorliegend allseits unbestritten auszugehen - ist
indessen mangels sachgemässer Anwendbarkeit von Art. 24c RPG bzw. Art. 42 RPV
bei der Interpretation von Art. 41c Abs. 2 GSchV (vorstehende E. 3.3) nicht möglich. Es
gilt lediglich der Mindestbestandesschutz nach Art. 41c Abs. 2 GSchV. Wie das
Verwaltungsgericht bereits in VerwGE B 2013/153 festgestellt hat, geht der geplante
Ausbau der D._-Strasse über diesen bundesrechtlichen Mindestbestandesschutz
hinaus (VerwGE B 2013/153 E. 5.1 und 5.2; vgl. vorangehende E. 2.2 erster Absatz).
Damit lässt sich der angefochtene Entscheid, mit welchem die Vorinstanz das
Strassenprojekt als rechtmässig bestätigte, bereits aus diesem Grund nicht aufrecht
erhalten.
3.4.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/21
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4.
Im Weiteren äussern sich die Akten und der angefochtene Entscheid nicht zur Frage,
ob bzw. inwieweit es sich beim streitigen Strassenprojekt um eine neue Anlage im Sinn
von Art. 41c Abs. 1 GSchV handelt (vgl. dazu Arbeitshilfe BAFU Modul 3.4 Ziff. 3).
Sodann fehlt es an einer umfassenden Gesamtinteressenabwägung gemäss Art. 3
Abs. 1 und 2 der Raumplanungsverordnung (SR 700.1; RPV) mit Einbezug der
Vorgaben von Art. 36a GSchG (vgl. dazu auch Arbeitshilfe BAFU, Modul 3.4, S. 4). Die
kantonalen Amtsstellen äusserten sich lediglich zu den Durchlässen (Amt für Wasser
und Energie), dem Hochwasserschutz und dem Lebensraum für Fische (ANJF);
Aussagen zur Gewässerfauna und -flora sowie zum Bestand und zum Unterhalt der
Uferbestockung fehlen (vgl. dazu Arbeitshilfe AREG, Ziff. 3.4 S. 17 f.). Das AREG nahm
weder in der Vorprüfung (act. G 12/9/30) noch in der Genehmigungsverfügung (act. G
34) zum Gewässerraum Stellung. Die Beschwerdegegnerin hat sich zwar mit den
Funktionen des Gewässerraums bezüglich Hochwasserschutz und der späteren
Renaturierung befasst, jedoch zum Aspekt des Stoffeintrags (vgl. dazu Bericht des
Amtes für Wasser und Energie vom Juli 2019, Belastung von St. Galler Bächen mit
Spurenstoffen, act. G 39/30) über die asphaltierte, stellenweise bis an das Gewässer
reichende Strasse nicht Stellung genommen. Wenn einerseits festgehalten wird, die
asymmetrische Festlegung des Gewässerraums erlaube eine spätere Renaturierung
(vgl. act. G 2 E. 3.4.2, G 12/9 S. 2, G 12/13 S. 2) und anderseits vermerkt wird, das
Gewässer sei als wenig beeinträchtigt beurteilt worden und habe daher keiner
Renaturierung bedurft (vgl. act. G 36 S. 3), so bedeutet dies im Ergebnis vorderhand
den Verzicht auf eine Renaturierung und Beibehaltung der bestehenden Situation mit
teilweise fehlendem Abstand der Strasse zum Gewässer. Letzteres lässt sich indes
nicht mit Hinweis auf Praktikabilitäts- und Kostengründe allein rechtfertigen. Der
Augenschein vom 26. September 2019 machte vielmehr die Notwendigkeit der
abschnittweisen Prüfung einer Verlegung der Strasse vom Gewässer weg vorab in den
Bereichen A bis C deutlich (act. G 36). Der angefochtene Entscheid kann auch mit Blick
auf diese Gegebenheiten nicht bestätigt werden.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Rekursentscheids vom 10. Oktober 2018 gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist.
Damit sind auch der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 8. September 2016 und
die mit ihm eröffneten kantonalen Bewilligungen sowie der Baulinienplan F._-bächli
und das Strassenprojekt Ausbau und Sanierung D._-Strasse aufgehoben.
4.1.
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