Decision ID: 9c5235e5-42b9-4851-b48e-978ff9529ec7
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 6. August 2008 wegen einer Diskushernie zum Bezug von
IV-Leistungen an (IV-act. 1). Anlässlich des FI-Gesprächs vom 20. August 2008 gab der
behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Innere Medizin FMH, gegenüber RAD-Ärztin
Dr. med. C._, Fachärztin für Arbeitsmedizin FMH, an, der Versicherte leide seit 14.
März 2008 an einer grossen medianen Diskushernie (keine neurologischen Ausfälle; bei
konservativer Therapie bis jetzt guter Heilungsverlauf). Für die angestammte Tätigkeit
als Betriebsmitarbeiter im Küchenbereich (IV-act. 10-2) verfüge der Versicherte über
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (FI-Gesprächsprotokoll vom 20./22. August 2008, IV-act.
11; vgl. auch den Bericht von Dr. B._ vom 22. Oktober 2008, IV-act. 18).
A.b Mit Vorbescheid vom 21. Oktober 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen und Rente abzuweisen.
Zur Begründung führte sie aus, der Versicherte sei wieder zu 100% arbeitsfähig und
werde vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum betreut. Berufliche Massnahmen
seien somit nicht notwendig. Unter Berücksichtigung des zumutbaren
Erwerbseinkommens bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 43). Dagegen erhob der
Versicherte am 23. November 2009 Einwand (IV-act. 47). Am 6. Januar 2010 teilte die
IV-Stelle dem Versicherten mit, sie gewähre ihm Beratung und Unterstützung bei der
Stellensuche. Diese Mitteilung ersetze den Vorbescheid vom 21. Oktober 2009.
Allfällige weitere Leistungsansprüche würden noch geprüft (IV-act. 51).
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A.c In der Folge holte die IV-Stelle weitere Berichte der behandelnden medizinischen
Fachpersonen ein. Im Schlussbericht vom 19. April 2011 hielt die
Eingliederungsverantwortliche fest, der Versicherte verfüge für leidensangepasste
Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Er fühle sich jedoch nicht in der Lage,
eine leichte Tätigkeit aufzunehmen oder/und an beruflichen Massnahmen
teilzunehmen. Berufliche Massnahmen seien daher nicht möglich (IV-act. 95). Mit
Mitteilung vom 28. April 2011 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche
Massnahmen ab (IV-act. 98).
A.d Die seit 30. Juni 2010 behandelnde Psychologin lic. phil. D._ bzw. Dr. med.
E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichteten am 21./26. April
2011, der Versicherte leide an chronischen Rückenbeschwerden,
Konzentrationsstörungen, Schmerz, Stress, Hoffnungslosigkeit und einer leichten
depressiven Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.01). Eine
leidensangepasste Tätigkeit sei ihm halbtags zumutbar (IV-act. 99). Dr. med. F._,
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, gab am 17. Mai 2011 an, eine
leidensangepasste Tätigkeit sei dem Versicherten zumutbar (IV-act. 106). Der Hausarzt
Dr. med. G._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, hielt den Versicherten wegen des
instabilen Gesundheitszustands ("noch keine Stabilisierung") für jegliche Tätigkeit
vollständig arbeitsunfähig (Verlaufsbericht vom 6. Juni 2011, IV-act. 110). Im Bericht
vom 14. Juni 2011 vertrat der behandelnde Dr. med. H._, Innere Medizin FMH, die
Ansicht, bei instabiler Situation sei die angestammte Tätigkeit dem Versicherten nicht
mehr zumutbar. Für eine sitzende, wechselbelastende Tätigkeit sei der Versicherte zu
50% arbeitsfähig, d.h. 4 Stunden pro Tag. Diese Einschätzung ergebe sich aus
vermehrten Pausen von zweimal einer Stunde pro Halbtag (IV-act. 113-3 f.). Da der
Gesundheitszustand noch nicht stabilisiert sei, empfahl RAD-Ärztin Dr. C._, bei den
behandelnden medizinischen Fachpersonen in 3 Monaten erneut Verlaufsberichte
einzuholen (Stellungnahme vom 15. Juli 2011, IV-act. 116).
A.e Im Verlaufsbericht vom 19. Oktober 2011 gab Dr. G._ an, der
Gesundheitszustand des Versicherten hätte sich seit Juni 2011 verschlechtert (IV-act.
122). Dr. F._ bescheinigte im Verlaufsbericht vom 20. Oktober 2011 einen seit Mai
2011 stationären Gesundheitszustand (IV-act. 121). Am 16. November 2011 antwortete
Dr. H._ auf das von der IV-Stelle erhaltene Schreiben betreffend einen
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Verlaufsbericht, er habe den Versicherten seit der letzten Konsultation vom 14. April
2011 nicht mehr gesehen (IV-act. 124).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 30. April und 21. Juni 2012 im
BEGAZ Begutachtungszentrum BL allgemeininternistisch, psychiatrisch und
rheumatologisch untersucht. Die Experten führten im Gesamtgutachten vom 11. Juli
2012 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines chronischen lumbo-
spondylogenen Schmerzsyndroms links, eines chronischen eher lumbo-radikulären
Reizsyndroms S1 rechts bei medianer lumbo-sacraler Diskushernie, Spondylarthrosen
distal-lumbal, aktuell ohne klinisches Facettensyndrom, und ein Diskusbulging LWK3
bis LWK5 (ICD-10: M54.4 und M51.1) auf. Seit März 2008 bestehe eine längerdauernde
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ab Januar oder Februar 2009 sei mit Beginn einer
Arbeitsfähigkeit von 20% anschliessend eine Steigerung auf 50% bis Juli 2009 erreicht
worden. Damals habe während der einmonatigen stationären Behandlung in der Klinik
Valens (siehe hierzu den Bericht vom 19. August 2009, IV-act. 139-69 ff.) eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit mit anschliessend 100%iger Arbeitsfähigkeit für leichte bis
mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten bestanden. Diese Beurteilung müsse
gemäss Aktenlage als gültig angenommen werden bis Juni 2010. Ab Juli bis Dezember
2010 habe offenbar wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden. Ab Januar
2011 betrage die Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte und rückenadaptierte
Tätigkeit 50%. Die Arbeitsfähigkeit könne aus rheumatologischer Sicht durch weitere
therapeutische Massnahmen wohl noch gesteigert werden, wobei der Versicherte
diese bisher aus Angst verweigert habe. Aufgrund des nicht stabilen
Gesundheitszustands erscheine eine Neubeurteilung der klinischen Situation nach
einem F._ sinnvoll (IV-act. 139, insbesondere -35 ff.).
A.g RAD-Ärztin Dr. C._ bezeichnete den rheumatologischen Teil des BEGAZ-
Gutachtens für wenig überzeugend. Sie empfahl, die Eingliederungsbemühungen
sollten wieder aufgenommen werden, beginnend mit einer Arbeitsfähigkeit von 50%,
provisorisch aus versicherungsmedizinischer Sicht steigerbar, insbesondere wenn der
Versicherte die empfohlenen risikoarmen rheumatologischen Behandlungen
(Injektionen) durchführen liesse (Stellungnahme vom 25. Juli 2012, IV-act. 140). Der
Versicherte zeigte keine Bereitschaft zur Mitwirkung an beruflichen
Eingliederungsmassnahmen (Stellungnahme vom 24. August 2012, IV-act. 145-2).
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A.h Im Verlaufsbericht vom 23. Oktober 2012 bezeichnete Dr. F._ den
Gesundheitszustand des Versicherten als stationär. Für eine leidensangepasste
Tätigkeit bescheinigte sie eine Arbeitsfähigkeit von "max." 50% (IV-act. 149). Dr. G._
gab im Verlaufsbericht vom 26. Oktober 2012 an, der Gesundheitszustand habe sich
seit November 2011 verschlechtert. Gegenwärtig bestehe keine Arbeitsfähigkeit (IV-act.
150).
A.i Im Auftrag der IV-Stelle nahm Prof. Dr. med. I._, Facharzt FMH Neurologie, am
16. Januar 2013 eine neurologische Untersuchung des Versicherten vor. Er
diagnostizierte ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom und eine mediale lumbale
Diskushernie LWK 5/1. Aktuell bestünden keine Hinweise auf eine relevante
Radikulopathie oder Neuropathie (neurologisches Konsilium vom 22. Januar 2013, IV-
act. 160). Bereits am 14. November 2012 war der Versicherte von RAD-Arzt Dr. med. B.
Wunderlin, Facharzt für Rheumatologie FMH, und RAD-Ärztin Dr. C._ untersucht
worden. Im Abklärungsbericht vom 6. Februar 2013 führten sie aus, die Diagnose des
rheumatologischen BEGAZ-Gutachters (lumboradikuläres Reizsyndrom S1 rechts)
dürfe nach der neurologischen Untersuchung durch Prof. I._ nun klar als nicht
zutreffend beurteilt werden. Genau diese Diagnose habe aber den rheumatologischen
BEGAZ-Gutachter zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten von 50% veranlasst. Nach der neurologischen Abklärung durch Prof. I._
dürften aber die bildgebend dargestellten Diskushernien als klinisch nicht relevant
beurteilt werden. Somit gebe es kein organisch-strukturelles Korrelat, das eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit begründen könne.
Selbstlimitierung und Symptomausweitung könnten nicht als leistungsmindernd
anerkannt werden. Aus rheumatologischer Sicht dürfe daher von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ausgegangen werden, da kein
Befundkorrelat nachweisbar sei, das den Versicherten bei einer vollzeitigen
leidensadaptierten Arbeitstätigkeit relevant einschränke (IV-act. 161).
A.j Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 20. Februar 2013 in
Aussicht, sein Rentengesuch abzuweisen (IV-act. 165). Dagegen erhob der Versicherte
am 14. März 2013 Einwand (IV-act. 168). Am 19. April 2013 verfügte die IV-Stelle die
Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 169).
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B.
B.a In der dagegen gerichteten, an die IV-Stelle adressierten Eingabe vom 15. Mai
2013 brachte der Versicherte vor, er sei mit der Verfügung nicht einverstanden (IV-act.
171). Daraufhin teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, wenn er mit der Verfügung
vom 19. April 2013 nicht einverstanden sei, müsse er innert 30 Tagen beim
Versicherungsgericht Beschwerde einreichen (IV-act. 172).
B.b Mit Beschwerde vom 11. Juni 2013 gelangt der nunmehr rechtskundig vertretene
Beschwerdeführer ans Versicherungsgericht und beantragt in prozessualer Hinsicht, es
sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerde vom 15. Mai 2013 zu
Unrecht nicht an das Versicherungsgericht weitergeleitet habe. In materieller Hinsicht
beantragt er die Ausrichtung einer ganzen Rente mit Wirkung ab 6. August 2009, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor,
entgegen der Beurteilung der BEGAZ-Gutachter sei er auch für eine leichte Tätigkeit
"nahezu" 100% arbeitsunfähig (act. G 1).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 17. Juli 2013
die Abweisung der Beschwerde. Ihrer Ansicht nach sei von der Rechtzeitigkeit der
Beschwerde auszugehen. Gestützt auf den RAD-Abklärungsbericht sei ein IV-rechtlich
relevanter Gesundheitsschaden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
Der Sachverhalt sei eindeutig. Eine Rückweisung zu weiteren Abklärungen würde mit
Garantie zum gleichen Ergebnis führen und der Invalidenversicherung nur unnötige
Kosten verursachen (act. G 3).
B.d Mit Präsidialentscheid vom 19. Juli 2013 wird dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 4).
B.e In der Replik vom 20. August 2013 hält der Beschwerdeführer unverändert an
seinen Anträgen fest. Aus den Akten ergebe sich ein Gesundheitsschaden, der eine
Erwerbsunfähigkeit begründe (act. G 7). Er reicht u.a. einen Bericht von Dr. med. J._,
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FMH Radiologie, vom 11. Juni 2013 betreffend die Ergebnisse einer MRI-Untersuchung
der HWS/oberen BWS vom 10. Juni 2013 ein (act. G 7.1.9).
B.f Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 9).
B.g Am 11. September 2013 reicht der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. med.
K._, FMH Radiologie, vom 29. August 2013 ein betreffend die Ergebnisse einer am
gleichen Tag durchgeführten Ultra-Highfield and High Resolution 3-Tesla MRT der LWS
und des ISG bds. nativ (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin hat die Frist für eine
Stellungnahme unbenützt verstreichen lassen (act. G 12).
B.h Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (Schreiben vom 9. Oktober 2015, act. G
13; die Parteien erhoben keine Einwände gegen das in Aussicht gestellte
Gerichtsgutachten, vgl. act. G 14) beauftragte das Gericht am 28. Oktober 2015 die
MEDAS Zentralschweiz mit der Erstellung eines polydisziplinären (allgemein-
internistischen, rheumatologischen und psychiatrischen) Gutachtens (act. G 14).
B.i Der Beschwerdeführer hat am 13. Mai 2016 mitgeteilt, er habe am 4. Mai 2016 als
Beifahrer ein Schleudertrauma erlitten (act. G 16; zum eingereichten
Untersuchungsbericht der Chirurgischen Klinik am Spital L._ vom 4. Mai 2016 siehe
act. G 16.1).
B.j Am 2. und 3. Februar 2016 war der Beschwerdeführer in der MEDAS
Zentralschweiz allgemein-internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch untersucht
worden. Die Gutachter diagnostizierten mit wesentlicher Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom beidseits,
aktuell rechtsbetont, mit radikulärer, sensibler Reizsymptomatik S1 beidseits, ohne
motorisches Defizit: mit/bei schwerer Segmentdegeneration L5/S1; mit/bei relevanter
Spinalkanalenge L4/5 mit Verdacht auf Irritation der Wurzel L5 beidseits, aktuell ohne
klinischen Anhalt weder für eine Claudicatio spinalis-Symptomatik noch für eine
radikuläre motorische Ausfallsymptomatik noch für eine Myelopathie; mit/bei Status
nach lumbalem Morbus Scheuermann, Flachrücken, leichter lumbaler rechtskonvexer
Skoliose und gestörter sagittaler Balance. Für eine leidensangepasste Tätigkeit
bescheinigten sie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Zum Verlauf führten die Gutachter
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aus: "100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 14.03.2008, 75% ab 15.04.2008, 50% ab
01.06.2008 [...]; 100%ige Arbeitsunfähigkeit während der Hospitalisation in Valens
20.07. bis 10.08.2009, anschliessend Arbeitsfähigkeit angestammt medizinisch-
theoretisch 70% und Arbeitsfähigkeit angepasst 100%, ab 08/2013 erneut
Arbeitsunfähigkeit 100%, nun angestammt und angepasst, bei Massenprolaps L5/S1,
ab April/ Mai 2015 Arbeitsfähigkeit angepasst 30% mit langsamer zwischenzeitlicher
Steigerung auf die aktuell attestierte Arbeitsfähigkeit angepasst 50% und
Arbeitsfähigkeit angestammt maximal 30% (Gerichtsgutachten vom 1. Juni 2016, act.
G 18). Der Beschwerdeführer hat auf eine Stellungnahme verzichtet (act. G 22) und die
Beschwerdegegnerin hat die Frist für eine Stellungnahme unbenützt verstreichen
lassen.
B.k Mit Schreiben vom 12. August 2016 stellte das Versicherungsgericht den Parteien
eine Ausdehnung des Streitgegenstands in zeitlicher Hinsicht bis zum von den
Gerichtsgutachtern beurteilten Zeitraum (2./3. Februar 2016) in Aussicht (act. G 24). Die
Parteien brachten dagegen keine Einwände vor (act. G 25). Die Beschwerdegegnerin
beantragte, die Kosten des Gerichtsgutachtens seien ihr nur bis zur Höhe von Fr.
9'536.90 zu überbinden (act. G 26).

Erwägungen
1.
In formeller Hinsicht ist von Amtes wegen die Frage zu prüfen, ob auf die Beschwerde
vom 15. Mai 2013 (IV-act. 171) eingetreten werden kann. Die Parteien bejahen die
Eintretensvoraussetzungen (act. G 1 und G 4). Aus der vom rechtsunkundigen
Beschwerdeführer gegen die Verfügung vom 19. April 2013 erhobenen Eingabe vom
15. Mai 2013 ergibt sich ein Anfechtungswille ("nicht Einverstanden mit der Verfügung",
IV-act. 171). Angesichts dessen, dass die rechtzeitige Einreichung einer Eingabe bei
einer unzuständigen Stelle (vorliegend bei der Beschwerdegegnerin) die
Beschwerdefrist wahrt (Art. 60 Abs. 2 i.V.m. Art. 39 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) und die übrigen
Eintretensvoraussetzungen unbestrittenermassen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
einzutreten.
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2.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
2.1 Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die
Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt, der
zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war. Ausnahmsweise kann das Gericht aus
prozessökonomischen Gründen auch die Verhältnisse nach Erlass der Verfügung in die
richterliche Beurteilung miteinbeziehen und zu deren Rechtswirkungen über den
Verfügungszeitpunkt hinaus verbindlich Stellung beziehen, mithin den das
Prozessthema bildenden Streitgegenstand in zeitlicher Hinsicht ausdehnen. Eine
solche Ausdehnung des richterlichen Beurteilungszeitraums ist jedoch - analog zu den
Voraussetzungen einer sachlichen Ausdehnung des Verfahrens auf eine ausserhalb des
durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage - nur
zulässig, wenn der nach Erlass der Verfügung eingetretene, zu einer neuen rechtlichen
Beurteilung der Streitsache ab jenem Zeitpunkt führende Sachverhalt hinreichend
genau abgeklärt ist, die betreffende Frage mit dem bisherigen Streitgegenstand so eng
zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann,
und die Verfahrensrechte der Parteien, insbesondere deren Anspruch auf rechtliches
Gehör, respektiert worden sind (siehe zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 15.
Oktober 2015, 9C_540/2015, E. 3.1 mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind
vorliegend unbestrittenermassen erfüllt, weshalb der Streitgegenstand in zeitlicher
Hinsicht bis zum von den Gerichtsgutachtern beurteilten Zeitpunkt (2./3. Februar 2016)
auszudehnen ist. Der danach eingetretene Sachverhalt bildet nicht Gegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist.
Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
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2.3 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). In Art. 7 Abs.
2 ATSG, der mit der 5. IVG-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, wird
festgelegt, dass eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht
nicht überwindbar ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die Zumutbarkeit nicht
nach dem subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern nach objektiven
Gesichtspunkten zu beurteilen ist. Art. 7 Abs. 2 ATSG schreibt somit auf Gesetzesstufe
das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest, was seit jeher galt (BGE 135 V 215 E. 7.3;
THOMAS GÄCHTER/ EVA SIKI, Sparen um jeden Preis?, Kritische Würdigung der
geplanten Schlussbestimmung zur 6. IV-Revision, in: Jusletter vom 29. November
2010, S. 3).
2.4 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.5 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
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auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Bezüglich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung
ausgeführt, das Gericht weiche "nicht ohne zwingende Gründe" von den
Einschätzungen der medizinischen Experten ab. Auch der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von einem Gericht
ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes
Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen).
3.
Zu prüfen ist vorab die Frage, ob das Gerichtsgutachten vom 1. Juni 2016 (act. G 18)
eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
3.1 Zunächst ist festzuhalten, dass die Parteien weder in tatsächlicher noch rechtlicher
Sicht Mängel an der gerichtsgutachterlichen Beurteilung vorgebracht haben.
3.2 Bei der Würdigung des Gerichtsgutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen gründlichen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange
umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und diskutiert. Der
rheumatologische Gerichtsgutachter legte insbesondere dar, weshalb die Beurteilung
durch den rheumatologischen BEGAZ-Gutachter mängelbehaftet war
(rheumatologisches Teilgerichtsgutachten vom 28. April 2016, S. 22, act. G 18). Die
vom Beschwerdeführer geklagten Leiden wurden berücksichtigt und nachvollziehbar
gewürdigt. Die darin vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv
wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Gestützt auf das
beweiskräftige Gerichtsgutachten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als
Betriebsmitarbeiter im Küchenbereich seit 14. März 2008 erheblich über 40%
arbeitsunfähig gewesen ist (act. G 18, S. 32 f.). Hinsichtlich einer leidensangepassten
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Tätigkeit (siehe hierzu die Antwort zu Frage 2.b, act. G 18, S. 32) werden folgende
Arbeitsunfähigkeiten bescheinigt: 100%ige Arbeitsunfähigkeit während der
Hospitalisation in Valens vom 20. Juli bis 10. August 2009, anschliessend 100%ige
Arbeitsfähigkeit, ab August 2013 100%ige Arbeitsunfähigkeit, ab April/Mai 2015
70%ige Arbeitsunfähigkeit mit langsamer zwischenzeitlicher Steigerung auf die im
Zeitpunkt des Gutachtens attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 18, S. 32 f.).
4.
Auf der Grundlage der von den Gerichtsgutachtern vorgenommenen
Arbeitsfähigkeitsschätzung verbleibt die Bestimmung des Invaliditätsgrads.
4.1 Angesichts dessen, dass keine repräsentative Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens besteht (siehe zu den erheblich schwankenden Einkommen im IK-
Auszug IV-act. 9), ist für deren Festsetzung entsprechend der Ermittlung des
Invalideneinkommens auf die Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik, Total sämtlicher Wirtschaftszweige,
Anforderungsniveau 4, Männer, abzustellen. Da die beiden Vergleichseinkommen somit
auf derselben Grundlage zu berechnen sind, kann ein Prozentvergleich vorgenommen
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2011, 9C_882/2010, E. 7.1).
4.2 Zu klären ist damit noch die Frage der Höhe des Tabellenlohnabzugs bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens. Dem Beschwerdeführer ist lediglich noch eine
Teilzeiterwerbstätigkeit zumutbar ("rund fünf Stunden täglich mit 10%iger
Leistungseinschränkung", act. G 18, S. 31; zum Teilzeitabzug bei Männern siehe etwa
Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2015, 8C_463/2015, E. 3.1 am Schluss).
Zusätzlich bestehen qualitative Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit, die
das dem Beschwerdeführer noch offen stehende Spektrum möglicher
Erwerbstätigkeiten erheblich einschränken ("lediglich noch ausschliesslich körperlich
leichte und wechselbelastende Tätigkeiten, ohne rückenbelastende Arbeitspositionen
in vorgeneigter und/oder abgedrehter Haltung, nicht in monotoner, sitzender oder
stehender Zwangshaltung, ohne längerdauernde Arbeiten über Kopf, nicht auf
vibrierenden Maschinen, auf Leitern, Gerüsten oder Dächern und ohne Witterungs-
Kälteexposition", act. G 18, S. 31 und S. 32). Insgesamt fällt damit ein
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Tabellenlohnabzug zwischen 10 bis 15% in Betracht. Die Frage, auf welche der beiden
in Frage kommenden Höhe abzustellen ist, kann mangels Relevanz für die
Anspruchshöhe offen bleiben.
4.3 Die Anmeldung des Versicherten zum IV-Leistungsbezug erfolgte am 6. August
2008 (IV-act. 1). Das Wartejahr im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war am 1. März
2009 erfüllt (vgl. zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit act. G 18, S. 32). Nach Ablauf des
Wartejahres bescheinigten die Gerichtsgutachter dem Beschwerdeführer bis zur
Hospitalisation vom 20. Juli bis 10. August 2009 keine Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten (vgl. die damit zu vereinbarende Einschätzung von Dr.
B._ vom 22. Oktober 2008, IV-act. 18-4). Eine Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten erscheint allein aufgrund der Hospitalisation begründet.
Es war daher bereits vor der Hospitalisation absehbar, dass keine bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 8 Abs.
1 IVG drohte. Ein (befristeter) Anspruch auf eine Rente für diesen kurzen Zeitraum der
Hospitalisation fällt daher ausser Betracht. Für die Zeit ab August 2013 bis 31. März
2015 ist von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
auszugehen (act. G 18, S. 32). Für diese Zeit resultiert ein Invaliditätsgrad von 100%.
Für die Zeit ab 1. April 2015 bis zur Begutachtung vom 2./3. Februar 2016
bescheinigten die Gerichtsgutachter eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten, woraus ein Invaliditätsgrad von - je nach Höhe des
Tabellenlohnabzugs - 73% (70% + [30% x 10%]) bzw. 75% (70% + [30% x 15%])
resultiert. Ab 2./3. Februar 2016 ist von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen,
die - je nach Höhe des Tabellenlohnabzugs - zu einem 55%igen (50% + [50% x 10%])
bzw. 58%igen Invaliditätsgrad (50% + [50% x 15%]) führt. In Nachachtung der
Anpassungsbestimmung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) hat der Beschwerdeführer aufgrund des bis
2./3. Februar 2016 eingetretenen Sachverhalts für den Zeitraum vom 1. August 2013
bis 31. Mai 2016 Anspruch auf eine ganze Rente und ab 1. Juni 2016 Anspruch auf
eine halbe Rente. Die Frage, ob sich der gesundheitliche Zustand des
Beschwerdeführers seit 4. Mai 2016 verschlechtert hat (vgl. act. G 16), kann vorliegend
offen bleiben, da sie in zeitlicher Hinsicht nicht den Gegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens betrifft.
5.
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5.1 Nach dem Gesagten ist dem Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. August
2013 bis 31. Mai 2016 eine ganze und ab 1. Juni 2016 eine halbe Rente zuzusprechen.
Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 19. Juli 2013
bewilligt (act. G 4). Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann er
jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der vom Staat entschädigten
Parteikosten verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272])
5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.--
erscheint mit Blick auf den mit dem Gerichtsgutachten zusammenhängenden
Mehraufwand als angemessen. Aufgrund der erst ab 1. August 2013 im Rahmen der
Ausdehnung des Streitgegenstands zugesprochenen Rentenleistungen obsiegt der
Beschwerdeführer nur teilweise. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die
Gerichtskosten zu zwei Dritteln dem Beschwerdeführer und zu einem Drittel der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- hat die
Beschwerdegegnerin im Umfang von Fr. 333.-- und der Beschwerdeführer im Betrag
von Fr. 667.-- zu bezahlen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist der
Beschwerdeführer von der Bezahlung seines Anteils zu befreien.
5.4 Zu prüfen bleibt die Verteilung der Kosten für das Gerichtsgutachten.
5.4.1 Die Beschwerdegegnerin beantragt, es seien ihr lediglich Kosten bis zur Höhe
von Fr. 9'536.90 zu überbinden. Die mit dem Gerichtsgutachten beauftragte MEDAS
Zentralschweiz habe sich nicht an die hier massgebende Tarifvereinbarung zwischen
dem BSV und der MEDAS Zentralschweiz gehalten. Die Beschwerdegegnerin stützt
ihre Auffassung allein auf das Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2014,
9C_217/2014 (act. G 26). Unbestritten ist, dass die Einholung eines Gerichtsgutachtens
im vorliegend zu beurteilenden Fall erforderlich war (zu den Mängeln des BEGAZ-
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Gutachten vgl. etwa rheumatologisches Teilgerichtsgutachten vom 28. April 2016, S.
22, act. G 18).
5.4.2 Der Einwand der Beschwerdegegnerin zu den Kosten des Gerichtsgutachtens
macht es erforderlich, die herrschende Rechtslage zu den Beweismassnahmen der
kantonalen Sozialversicherungsgerichte darzustellen. Gemäss Art. 61 ATSG bestimmt
sich das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht grundsätzlich nach
kantonalem Recht. Art. 61 lit. c ATSG gibt den Kantonen bezüglich der hier
interessierenden Thematik einzig vor, dass das kantonale Versicherungsgericht die
notwendigen Beweise zu erheben habe. Von Bundesrechts wegen bestehen für das
kantonale Versicherungsgericht keine konkreten Vorgaben hinsichtlich des
Kostenumfangs für Sachverständige bzw. Gerichtsgutachten. Entsprechende Normen
enthält das kantonale Recht (Tarifvertrag TARMED zwischen den Versicherern gemäss
Bundesgesetz über die Unfallversicherung und der Verbindung Schweizer Ärztinnen
und Ärzte [FMH]; Art. 3 der Verordnung über die Entschädigung der Ärzte für amtliche
Verrichtungen [sGS 311.5] in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 der
Gerichtskostenverordnung [sGS 941.12] in Verbindung mit Art. 98 Abs. 1 lit. d des
Gerichtsgesetzes [sGS 941.1]). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die
Verteilung von Kosten für Gerichtsgutachten die Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG
anwendbar (BGE 137 V 265 E. 4.4.2). Laut dieser Bestimmung übernimmt der
Versicherungsträger die Kosten der Abklärung, soweit er die Massnahmen angeordnet
hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch,
wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder
Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Art. 45 Abs. 1 ATSG regelt
damit lediglich, unter welchen Voraussetzungen der Versicherungsträger die
Abklärungskosten zu tragen hat. Er greift nicht in die kantonale Regelungskompetenz
für das Beschwerdeverfahren gemäss Art. 61 ATSG ein. Er enthält auch keine
Delegation von Kompetenzen zugunsten des BSV oder des Bundesgerichts zur
Festsetzung einer für die unabhängigen kantonalen Versicherungsgerichte
verbindlichen Pauschale betreffend die Entschädigung von Sachverständigen. Eine
Norm des Bundesrechts, die eine generelle betragliche Beschränkung der
Kostenüberbindung gestützt auf den gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
massgebenden Art. 45 Abs. 1 ATSG legitimieren würde, wird weder genannt noch
ergibt sich eine solche aus dem geltenden Recht. Hinweise für eine vom Gericht zu
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füllende Gesetzlücke sind nicht erkennbar, zumal im Kanton St. Gallen eine
ausdrückliche Regelung besteht. Etwas Gegenteiliges ergibt sich auch nicht aus der
von der Beschwerdegegnerin ins Feld geführten Rechtsprechung (BGE 137 V 210). Das
Bundesgericht hat denn auch insoweit richtig anerkannt, dass der Vertrag zwischen
dem BSV und den medizinischen Abklärungsstellen auf Gerichtsgutachten nicht direkt
Anwendung finden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2014,
9C_217/2014, E. 4.2). Es wäre sodann mit der Unabhängigkeit der kantonalen
Versicherungsgerichte nicht zu vereinbaren, wenn das BSV diesen - unbekümmert um
die individuell-konkreten Umstände - mit fixen Höchstbeträgen für polydisziplinäre
Gutachten einen Tarif vorschreiben könnte, zumal der Verwaltung dadurch Einfluss auf
die Qualität von Gerichtsgutachten eingeräumt würde.
5.4.3 Ohnehin ist eine sich hauptsächlich an der Anzahl von Disziplinen orientierende
Pauschale für gerichtliche Beweismassnahmen willkürlich, lässt sie doch die
individuell-konkreten Umstände bzw. den dadurch determinierten Aufwand als
Kardinalkriterium für eine Entschädigung gerade ausser Acht. Das Bundesgericht führt
diesbezüglich aus, "ob eine medizinische Abklärungsstelle eine Expertise für ein
Gericht oder eine IV-Stelle durchführt, hat auf den hierfür erforderlichen Zeitaufwand
der an der interdisziplinären Begutachtung beteiligten Ärzte keinen Einfluss" (Urteil des
Bundesgerichts vom 2. Dezember 2014, 9C_217/2014 E. 4.2). Dabei handelt es sich
nicht um eine Begründung, sondern um eine Behauptung, die sich bei näherer
Betrachtung als unzutreffend erweist. Bei den Gerichtsgutachten bzw. beim damit
verbundenen Aufwand ist entscheidend, dass vom Gericht wohl immer ein
Obergutachten eingeholt wird; es liegt mithin mindestens ein Gutachten bereits vor. Die
von den medizinischen Sachverständigen zu berücksichtigende Aktenlage enthält
damit nicht bloss - oftmals eher knapp begründete - Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen von
behandelnden oder versicherungsinternen medizinischen Fachpersonen.
Gerichtsgutachter haben sich zusätzlich mit den oft sehr umfangreichen
Administrativgutachten auseinander zu setzen. Allein schon deren Lektüre ist im
Vergleich zu gewöhnlichen medizinischen Berichten ungleich aufwendiger. Dabei sind
die im Beschwerdeverfahren beauftragten Sachverständigen gerade mit
Administrativgutachten konfrontiert, denen das Gericht keine Beweiskraft beigemessen
hat bzw. welche die Komplexität des Sachverhalts aus der Sicht des Gerichts nicht
spruchreif abzuklären vermocht haben. Die mit der Erstattung einer Gerichtsexpertise
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beauftragten medizinischen Fachpersonen können sich damit auf die darin enthaltenen
Ausführungen nicht verlassen. Vielmehr sind sie gezwungen, das umfangreiche
Administrativgutachten in seiner Gesamtheit kritisch zu hinterfragen und zu überprüfen.
Die darin enthaltenen Ausführungen oder klinischen Befunde können von den
gerichtlich beauftragten Sachverständigen nicht einfach übernommen werden. Sie
müssen zunächst unabhängig davon nochmals im Rahmen eigener Untersuchungen
präzise festgestellt und danach noch sorgfältig mit den Erkenntnissen der
Administrativgutachter sowie den übrigen Vorakten verglichen werden. Allfällige
Abweichungen sind darüber hinaus ausführlich zu begründen. Hinzu kommt, dass
erfahrungsgemäss nach der Erstattung des Administrativgutachtens u.a. im Rahmen
des nachgelagerten Einwandverfahrens zusätzliche medizinische Unterlagen in die
Akten fliessen, was zwangsläufig zu weiterem Aufwand für ein späteres
Gerichtsgutachten führt. Den mit der Erstattung eines Gerichtsgutachtens beauftragten
Sachverständigen obliegt im Rahmen einer sorgfältigen Auftragserfüllung auch die
Lektüre der im Beschwerdeverfahren ergangenen, oft umfangreichen Rechtsschriften
samt Beilagen, enthalten diese doch häufig auch medizinisch relevante Aussagen,
insbesondere kritische und kontroverse Standpunkte bezüglich der medizinischen
Aktenlage. Regelmässig finden sich darin auch rechtliche Ausführungen, welche die
Sachverständigen aufgrund der zunehmenden Einflussnahme der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung auf die medizinische Sachverhaltsabklärung (vgl. den Hinweis des
Chefarztes der MEDAS Zentralschweiz auf BGE 141 V 281 als neuer "Kostentreiber",
act. G 21) im Rahmen des Aktenstudiums nicht unberücksichtigt lassen können.
Zumindest haben die Gerichtsgutachter mit einer sorgfältigen Lektüre dieser
Schriftsätze dafür besorgt zu sein, keine für sie relevanten Gesichtspunkte ausser Acht
zu lassen. Diese genannten komplexen und vielfältigen Umstände führen offensichtlich
zu einem erheblichen zusätzlichen Mehraufwand, von dem der Administrativgutachter
verschont bleibt bzw. dem die BSV-Pauschale nicht - zumindest nicht hinreichend -
Rechnung trägt. Das Bundesgericht, das es ohne tiefergehende Auseinandersetzung
mit dem Inhalt von Gerichtsgutachten für nicht verständlich hält, wenn die Kosten für
ein MEDAS-Gutachten je nach Auftraggeber unterschiedlich wären (Urteil des
Bundesgerichts vom 2. Dezember 2014, 9C_217/2014, E. 4.2), verkennt demnach die
vergleichsweise erhöhte Vielfalt sowie Komplexität der gerichtsgutachterlichen
Beurteilung und damit den tatsächlich hierfür im Rahmen einer umfassenden und
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sorgfältigen Bearbeitung anfallenden Aufwand. Es lässt auch unberücksichtigt, dass
hinsichtlich der Beweiskraft Unterschiede zwischen den beiden Kategorien bestehen.
Dem Gerichtsgutachten wird vergleichsweise höherer Beweiswert zugemessen. Die
Rechtsprechung hat betreffend Gerichtsgutachten ausgeführt, das Gericht weiche
"nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Experten
ab. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen,
der Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten komme bei der
Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit
Hin¬weisen). Dieser im Vergleich zum Administrativgutachten vorrangigen Bedeutung
des Gerichtsgutachtens hat einerseits das Gericht Nachachtung zu verschaffen, indem
es ausschliesslich sehr hohen fachlichen Ansprüchen genügende Experten innerhalb
und ausserhalb der MEDAS mandatiert, die über eine ausgewiesene tiefe und
langjährige Erfahrung in ihren Fachdisziplinen verfügen. Eine Anstellung bei irgendeiner
MEDAS bietet hierzu für sich allein betrachtet noch keine Gewähr. Andererseits haben
auch die vom Gericht unter Strafdrohung beauftragten Sachverständigen das
Höchstmass an Sorgfalt bei der Erstattung der Expertise anzuwenden, wofür die nötige
Zeit zur Verfügung stehen muss.
5.4.4 Von Belang ist im hier zu beurteilenden Fall, dass der Chefarzt der MEDAS
Zentralschweiz auf Nachfrage des Versicherungsgerichts schlüssig dargelegt hat,
weshalb der von ihm geltend gemachte Aufwand über der BSV-Pauschale zu liegen
kam (siehe E-Mail vom 8. Juni 2016, act. G 21). Hervorzuheben ist, dass das
vorliegende Administrativgutachten einschliesslich der Teilgutachten 75 Seiten umfasst
(IV-act. 139). Der Umfang der Aktenlage nahm in der Folge noch weiter zu (siehe IV-act.
140, IV-act. 144-1, IV-act. 149 f.). Dabei fällt ins Gewicht, dass die
Beschwerdegegnerin aufgrund der Diskrepanzen im BEGAZ-Gutachten eine RAD-
Untersuchung veranlasste (RAD-Untersuchungsbericht vom 6. Februar 2013, IV-act.
161) und zusätzlich ein rheumatologisches Konsilium vom 22. Januar 2013 einholte (IV-
act. 160). Im Licht dieser komplexen Voraktenlage sowie der zusätzlich im
Beschwerdeverfahren produzierten Schriftsätze kann keine Rede davon sein, die
Situation für die gerichtsgutachterliche Beurteilung sei hinsichtlich des Aufwands der
Sachverständigen mit einer erstmaligen Begutachtung im Verwaltungsverfahren
vergleichbar. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch keine konkreten Anhaltspunkte
vorgebracht, die auf einen nicht notwendigen Aufwand durch die Experten der MEDAS
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Zentralschweiz hinweisen würden. In tatsächlicher Hinsicht steht damit fest, dass der
gesamte in Rechnung gestellte Betrag im Rahmen der Erstellung des
Gerichtsgutachtens notwendig gewesen ist bzw. kein objektiv nicht gerechtfertigter
Aufwand betrieben wurde, der über eine sorgfältige und zweckmässige Begutachtung
hinausgeht. Weder geltend gemacht noch erkennbar ist sodann, dass das Honorar der
MEDAS Zentralschweiz die massgebenden kantonalen Bestimmungen (siehe hierzu
vorstehende E. 5.4.2) verletzt. Es besteht sodann keine Rechtfertigung, den von
kantonalen Rechts wegen anwendbaren und bewährten TARMED Tarif wegen einer
vom BSV mit vereinzelten Experten für eine bestimmte Kategorie von medizinischen
Gutachten ausgehandelten Pauschale im vorliegenden Fall in Frage zu stellen.
5.4.5 Zu erinnern bleibt, dass die Gerichte dazu berufen sind, nach Massgabe der
Gesetze im konkreten Fall Recht zu sprechen. Sie haben nicht - ohne Rücksicht auf die
anderslautende gesetzliche Grundlage (vgl. hierzu vorstehende E. 5.4.2) - Finanzpolitik
auf Kosten der Qualität von Gerichtsexpertisen zugunsten der Versicherungsträger zu
betreiben. Ein allein finanzpolitisch motivierter genereller Höchstbetrag hat zur Folge,
dass die Anordnung einer gerichtlichen Beweismassnahme durch sachfremde,
ausserhalb des Verfahrens liegende Umstände beeinflusst wird. Das Gericht hat bei der
Auswahl seiner Sachverständigen unabhängig zu sein. Durch eine (mittelbare)
Verpflichtung der Gerichte auf einen von der Verwaltung für nicht gerichtliche
Abklärungsmassnahmen mit einem von ihr ausgewählten Kreis von Gutachterstellen
ausgehandelten Pauschalbetrag, der grundsätzlich unbesehen der konkreten
Verhältnisse gelten sollte, würden elementare rechtsstaatliche Anforderungen an einen
fairen Prozess verletzt. Die Bindung an einen Pauschalbetrag für das
Gerichtsgutachten würde sodann den Expertenkreis für Gutachten mit
überdurchschnittlich hohem Aufwand einschränken. Wie sich aus der Erfahrung mit der
Vergabe von Gerichtsgutachten ergibt und im Übrigen gerichtsnotorisch sein dürfte,
sind Sachverständige lediglich dann zur Erstattung einer Expertise bereit, wenn sie
zumindest kostendeckend entschädigt werden. Dies hängt primär vom individuell-
konkreten Aufwand ab, den die fragliche Pauschale zwangsläufig nicht erfasst. Im
Gegensatz zum Verwaltungsverfahren sind im Rahmen von Gerichtsgutachten in aller
Regel überdurchschnittlich aufwendige Beurteilungen zu erstatten (vgl. hierzu
vorstehende E. 5.4.3). Die zwischen dem BSV und den MEDAS vereinbarte Pauschale
berücksichtigt dies nicht. Vielmehr liegt dieser das Massengeschäft der
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Administrativgutachten zu Grunde. Dort ist der Streubereich mit Blick auf die
Komplexität des Sachverhalts und des Aufwands der Sachverständigen weitaus
grösser. Die grosse Anzahl an Administrativgutachten und deren möglichst
gleichmässige Verteilung gemäss suissemed@p führen dazu, dass die Gutachterstellen
auch Aufträge für Administrativgutachten mit unterdurchschnittlichem Aufwand
erhalten und dadurch Administrativbegutachtungen, deren Aufwand über dem
Durchschnittsfall eines Administrativgutachtens zu liegen kommt, in
betriebsökonomischer Hinsicht zu kompensieren vermögen. Mitprägender Faktor für
die betragliche Festsetzung der Pauschale ist sodann die Marktmacht des BSV. Das
BSV verfügt nicht bloss über ein dominierendes Auftragsvolumen, sondern bestimmt
auch über eine Anerkennung eines Instituts als MEDAS (vgl. Art. 72bis IVV) und legt
damit selbst den Adressatenkreis fest, der die Pauschale akzeptieren darf bzw. muss.
Angesichts des eher geringen Auftragsvolumens, des überdurchschnittlichen Aufwands
für die Bearbeitung von Gerichtsgutachten und da deren Auftragsvergabe - gerade
wegen des vergleichsweise geringeren Volumens - nicht möglichst gleichmässig auf
Experten verteilt wird, leuchtet es ein, dass die Pauschale bei der aufwendigen
Erstattung von Gerichtsgutachten nicht kostendeckend sein kann. Das Bundesgericht
wies schliesslich zu Recht darauf hin, dass aufgrund der für alle MEDAS und für alle
polydisziplinären Gutachten vereinbarten identischen Auftragspauschale
systemimmanent die Gefahr eines Fehlanreizes in qualitativer Hinsicht besteht, weil
eine möglichst einfache Erledigung Kapazitäten für weitere (pauschal entschädigte)
Begutachtungen schafft (BGE 137 V 238 E. 2.4.2; vgl. auch die kritische Einschätzung
des Bundesgerichts zu Pauschalen in BGE 137 V 244 E. 3.2). Eine Ausdehnung dieser
systemimmanenten Gefahr von Pauschalen auch noch auf die Ebene des
Gerichtsverfahrens ist indessen auszuschliessen, selbst wenn keine diesbezügliche
kantonale Regelung bestehen würde (vgl. hierzu E. 5.4.2).
5.4.6 In Nachachtung der vorstehend dargelegten Rechtslage hat die
Beschwerdegegnerin die Gutachterkosten von Fr. 13'903.55 in vollem Umfang zu
bezahlen.
5.5 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
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Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Da der
Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Bei
vollständigem Obsiegen wäre aufgrund des mit dem Gerichtsgutachten verbundenen
Mehraufwands eine Parteientschädigung von Fr. 4'500.-- zugesprochen worden.
Wegen des nur teilweisen Obsiegens im Umfang von einem Drittel erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als gerechtfertigt.
5.6 Das aufgrund des hälftigen Obsiegens nicht von der Beschwerdegegnerin zu
bezahlende Honorar von Fr. 3'000.-- ist im Rahmen der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung zu vergüten und deshalb um 20% zu reduzieren (Art. 31 Abs. 3
des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist
somit vom Staat mit Fr. 2'400.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.