Decision ID: 9ba863b0-7406-5006-8430-be070f47ca3d
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.A. (ehemals: A., A.F. resp. A.G.), geboren 1973, stammt aus Brasilien und
lebt in Brasilia. Nach eigenen Angaben hat sie drei Töchter (nicht aktenkundig). Ihre
älteste Tochter gebar sie offenbar im Alter von 17/18 Jahren. Ihre Tochter B.B. lebt mit
deren Sohn C.C. in X. Aus der am 9. April 2003 geschiedenen Ehe der
Beschwerdeführerin mit dem brasilianischen Staatsangehörigen D.D., geboren im Jahr
1962, ging ihre Tochter E.E., geboren 1995, hervor (Akten Migrationsamt [nachfolgend:
Dossier], S. 4, 14, 19, 22, 56, 83, 91, 94, 106, 111 und act. 11).
B.
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Ab Februar 2001 hielt sich A.A. teilweise widerrechtlich in der Schweiz auf und ging
dabei der Prostitution nach. Mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Zürich wurde sie
am 17. Dezember 2002 wegen Widerhandlung gegen das damals gültige
Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern (ANAG) zu einer
bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 60 Tagen verurteilt. Gleichentags
verfügte das damalige Bundesamt für Ausländerfragen (heute: Staatssekretariat für
Migration SEM) eine bis am 17. Dezember 2005 gültige Einreisesperre (heute:
Einreiseverbot). Am 20. Dezember 2002 wurde sie nach Brasilien ausgeschafft
(Dossier, S. 10-13, 111 und 124).
C.
Am 1. Juli 2003 reiste A.A. unter Missachtung des gegen sie verhängten
Einreiseverbotes in die Schweiz ein und heiratete am 22. Juli 2003 den Schweizer
Staatsangehörigen F.F., geboren 1982. Mit Strafbefehl vom 20. November 2003 wurde
sie von der Bezirksanwaltschaft Zürich wegen Widerhandlung gegen das ANAG zu
einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen verurteilt. Mit Verfügung vom 25. Februar 2004
wurde sie vom Migrationsamt Zürich verwarnt. Anfangs 2005 trennte sie sich von F.F.
und meldete sich nach unbekannt ab, weshalb die ihr im Familiennachzug zu F.F.
erteilte Aufenthaltsbewilligung erlosch (Dossier, S. 14-18, 111 und 124). Am
5. Mai 2005 wurde sie von Caracas kommend am Flughafen von Lissabon verhaftet
und am 11. November 2005 vom Strafgericht des Bezirks Lissabon wegen
Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt und zusätzlich für fünf
Jahre des Landes verwiesen. Am 27. April/2. Mai 2007 gewährte ihr das Strafgericht
des Bezirks Lissabon eine bedingte Haftentlassung mit Landesverweis (Dossier,
S. 54-63 und 38-41).
D.
Am 2. Juli 2007 reiste A.A. in die Schweiz ein. Am 24. Juli 2007 forderte sie das
Migrationsamt Zürich auf, die Schweiz bis am 1. Oktober 2007 zu verlassen. Ohne der
Ausreisepflicht nachzukommen, heiratete sie am 9. November 2007 den in der Schweiz
niedergelassenen portugiesischen Staatsangehörigen G.G., geboren 1978. In der Folge
erhielt sie eine bis am 8. November 2012 befristete Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA
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zum Verbleib beim Ehemann. Mit Verfügung vom 24. Juni 2010 wurde diese
Aufenthaltsbewilligung vom Migrationsamt Zürich widerrufen und A.A. aufgefordert, die
Schweiz zusammen mit ihrer Tochter E.E. bis am 23. September 2010 zu verlassen, da
die eheliche Gemeinschaft mit G.G. spätestens am 8. November 2009 wieder
aufgegeben worden sei. Mit Entscheid vom 29. September 2010 trat der Regierungsrat
des Kantons Zürich auf einen dagegen erhobenen Rekurs nicht ein. Gegen diesen
Entscheid liessen A.A. und E.E. am 8. November 2010 durch ihren Rechtsvertreter
Beschwerde beim Verwaltungsgericht Zürich erheben. Mit Urteil VB.2010.00623 vom
13. April 2011 (www.vgr.zh.ch) wies das Verwaltungsgericht Zürich die Beschwerde
von A.A. und E.E. ab, soweit es darauf eintrat. Während des Beschwerdeverfahrens
wurde die Ehe von A.A. und G.G. am 1. Dezember 2010 geschieden. Überdies
heiratete A.A. am 4. Februar 2011 den Schweizer Staatsangehörigen H.H., geboren
1955, worauf ihr sowie E.E. im Familiennachzug zu H.H. eine Aufenthaltsbewilligung bis
am 3. Februar 2012 erteilt wurde (Dossier, S. 19-31, 64 und 124).
E.
Am 6. Oktober 2011 reichte H.H. beim Zivilstandsamt Dietikon eine
Eheungültigkeitsklage ein, welche das Zivilstandsamt offenbar zuständigkeitshalber an
das Bezirksgericht Dietikon weiterleitete. Am 22. Dezember 2011 teilte das
Migrationsamt Zürich A.A. mit, es beabsichtige, ihre Aufenthaltsbewilligung und
diejenige ihrer Tochter E.E. zu widerrufen resp. nicht zu verlängern. Es habe erst
nachträglich am 2. November 2011 durch das Eidgenössische Justiz- und
Polizeidepartement EJPD von ihrer Verurteilung zu vier Jahren Freiheitsstrafe wegen
Drogenhandels in Portugal im Jahr 2005 erfahren. Am 26. Dezember 2011 zog H.H.
gegenüber dem Bezirksgericht Dietikon seine Eheungültigkeitsklage zurück. Mit
Verfügung vom 21. Februar 2012 verweigerte das Migrationsamt Zürich A.A. und ihrer
Tochter E.E. die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Einen dagegen erhobenen
Rekurs wies die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich mit Entscheid vom 10. Mai
2012 ab. Mit Urteil vom 12. September 2012 hiess das Verwaltungsgericht Zürich eine
dagegen erhobene Beschwerde gut und wies die Sache zur Ergänzung des
Sachverhalts und zu neuem Entscheid an die Sicherheitsdirektion zurück. Mit
Entscheid vom 26. September 2012 wies die Sicherheitsdirektion die Sache an das
Migrationsamt zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zu neuem Entscheid zurück.
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Mit Verfügung vom 27. März 2013 verweigerte das Migrationsamt Zürich A.A. und E.E.
die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und forderte sie auf, die Schweiz bis am
25. Juni 2013 zu verlassen. Diese Verfügung wurde in der Folge unangefochten
rechtskräftig. Am 12. April 2013 meldete sich A.A. nach Brasilien ab. Am 2. Juli 2013
teilte das SEM (ehemals: Bundesamt für Migration BFM) dem Migrationsamt Zürich mit,
dass es auf die Verhängung eines Einreiseverbotes gegen A.A. verzichte, da deren
Gesetzesverstösse zu lange her seien. H.H. liess sich per 31. August 2013 frühzeitig
pensionieren und zog von Y. nach Z. (Dossier, S. 32-36, 64-120, 123-132, 143 f.).
F.
Am 2. März 2014 reiste A.A. in die Schweiz ein. Am 3. März 2014 ersuchte H.H. beim
Migrationsamt St. Gallen um Familiennachzug für A.A. Mit Verfügung vom 12. Mai 2014
wies das Migrationsamt St. Gallen das Gesuch ab und forderte A.A. auf, die Schweiz
spätestens am 2. Juni 2014 zu verlassen. Dagegen rekurrierte A.A. durch ihren
Rechtsvertreter am 27. Mai 2014 beim Sicherheits- und Justizdepartement des
Kantons St. Gallen. Mit Entscheid vom 29. August 2014 (expediert am 2. September
2014) wies das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen den Rekurs
ab (Dossier, S. 4-8 und 152-159, act. 8/1, act. 2). Es begründete seinen Entscheid
damit, dass A.A. wegen Drogenhandels und damit wegen eines Vergehens nach
Schweizer Recht in Portugal, wo die rechtsstaatlichen Verfahrensgrundsätze und
Verteidigungsrechte im Strafprozess eingehalten seien, zu einer längerfristigen
Freiheitsstrafe verurteilt worden sei. Damit sei ihr Anspruch auf Familiennachzug
erloschen. Ob sie die Aufenthaltsbewilligung im Kanton Zürich erschlichen habe, könne
daher offen bleiben. Bei schweren Straftaten, wozu grundsätzlich Drogendelikte aus
rein finanziellen Motiven gehörten, müsse selbst ein geringes Restrisiko weiterer
Delinquenz nicht in Kauf genommen werden. Das ausländerrechtliche Verschulden von
A.A. wiege vorliegend sehr schwer. Sie habe aus rein finanziellen Interessen über drei
Kilogramm Kokain transportiert und damit die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen
gefährdet. Dies zeuge von einer Geringschätzung und Gleichgültigkeit gegenüber der
Rechtsordnung. Hinzu komme, dass sie auch zweimal wegen Widerhandlungen gegen
das ANAG habe verurteilt werden müssen. All dies führe ausländerrechtlich zu einer
Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, welche nicht hinnehmbar sei. Es
bestehe ein erhebliches öffentliches, sicherheitspolizeiliches Interesse an der
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Verweigerung des Familiennachzugs für A.A. Im Weiteren habe A.A. nach ihrer
Entlassung aus dem Strafvollzug in Portugal lediglich ein Jahr in ihrem Heimatland
gelebt. Die Entfernungsmassnahme gegen sie sei daher lediglich für kurze Zeit
durchgesetzt worden. Ferner habe sie ihre prägende Kinder- und Jugendzeit in
Brasilien verbracht. Mit den dortigen Verhältnissen sei sie bestens vertraut und verfüge
nach wie vor über persönliche Kontakte. Sie habe sich in der Schweiz weder in
beruflicher noch in sozialer Hinsicht stark integriert. Die Trennung von ihrem Ehemann,
welchem eine Übersiedelung nach Brasilien kaum zuzumuten sei, stelle zwar einen
erheblichen Eingriff in das Eheleben dar. Die Eheleute hätten aber nach der im Jahr
2005 begangenen Tat geheiratet und damit rechnen müssen, ihre Ehegemeinschaft
nicht in der Schweiz leben zu können. Zudem erscheine die eheliche Beziehung
angesichts der Eheungültigkeitsklage von H.H. nicht stabil. Auch könne aus dem
Umstand, dass eine erwachsene Tochter und ein Enkelkind von A.A. in der Schweiz
leben würden, nichts zu ihren Gunsten abgeleitet werden. Diese Verwandten würden
nicht zur Kernfamilie angehören. Das öffentliche Interesse an der Verweigerung des
Familiennachzugs überwiege das private Interesse von A.A. an einer Rückkehr in die
Schweiz und sei mit dem Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens vereinbar.
G.
Gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
29. August 2014 liess A.A. (Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter am
16. September 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren
erheben, der angefochtene Entscheid sei unter Kostenfolge aufzuheben und das
Migrationsamt sei anzuweisen, der Beschwerdeführerin eine Aufenthaltsbewilligung zu
erteilen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 13. Oktober 2014 schloss die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde (act. 7). Am 22. Oktober 2014 reichte die
Beschwerdeführerin ein Schreiben ihrer offenbar in der Schweiz lebenden Tochter B.B.
vom 3. Oktober 2014 nach (act. 10 f.).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge
und die Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
Das Migrationsamt Zürich hat das Gesuch der Beschwerdeführerin um Verlängerung
ihrer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug zu ihrem Ehegatten am 27. März 2013
abgewiesen (Dossier, S. 123-130). Diese Verfügung wurde unangefochten formell
rechtskräftig. Knapp ein Jahr später liess die Beschwerdeführerin beim Migrationsamt
St. Gallen am 3. März 2014 erneut um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im
Familiennachzug zu ihrem Ehegatten ersuchen (Dossier, S. 4-8). Es stellt sich daher
vorab die Frage, ob das Institut der abgeurteilten Sache (res iudicata) der erneuten
Beurteilung desselben Rechtsverhältnisses entgegensteht (vgl. hierzu BGer
2C_155/2014 vom 28. Oktober 2014 E. 3.2).
Ein Gesuch um Familiennachzug kann auch dann gestellt werden, wenn die
nachzuziehende Ehegattin bereits über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt hatte, diese
aber rechtskräftig nicht verlängert wurde. Dies ergibt sich aus dem grundrechtlich
geschützten Anspruch auf Familienleben (Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV, und Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK). In diesem Fall
überwiegt der grundrechtliche Anspruch die res iudicata, und die Migrationsbehörde
hat auf das Gesuch einzutreten (vgl. Achermann/Amarelle/Caroni/Epiney/Kälin/
Uebersax, Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/2013, Bern 2013, S. 345 f. mit Hinweis
auf VerwGE B 2012/177 vom 24. Januar 2013 E. 2, www.gerichte.sg.ch). Die
rechtskräftige Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vom 27. März
2013 steht der Einreichung des Familiennachzugsgesuchs vom 3. März 2014 somit
nicht entgegen.
3.
Die Beschwerdeführerin lässt zunächst vortragen, der angefochtene Entscheid sei
mangelhaft begründet, da die Vorinstanz den von ihr eingereichten brasilianischen
Strafregisterauszug sowie das fehlende Einreiseverbot unerwähnt gelassen habe.
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Die in Art. 58 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP verankerte Pflicht,
Rekursentscheide zu begründen, ist Ausfluss des verfassungsmässigen Anspruchs auf
rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung verlangt das rechtliche Gehör nicht, dass sich die Behörde mit allen
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Punkte beschränken (vgl. BGE 140 II 262 E. 6.2 mit Hinweisen). Die Vorinstanz stellte
sich in Erwägung 3b/bb des angefochtenen Entscheides auf den Standpunkt, dass
aufgrund des ausländerrechtlich schweren Verschuldens der Beschwerdeführerin an
der Verweigerung des Familiennachzugs ein erhebliches öffentliches Interesse bestehe,
welches die privaten Interessen der Beschwerdeführerin überwiege. Dabei erachtete
sie offenbar das fehlende Einreiseverbot, welches sie im Sachverhalt des
angefochtenen Entscheides ausdrücklich erwähnte (act. 2, S. 4), und den von ihr
eingeforderten brasilianischen Strafregisterauszug nicht für entscheidrelevant. Sie war
demzufolge nicht verpflichtet, die diesbezügliche Argumentation der
Beschwerdeführerin (vgl. act. 8/1, S. 10 f. und act. 8/6) ausdrücklich zu widerlegen. Der
Vorinstanz kann keine Verletzung ihrer Begründungspflicht vorgeworfen werden.
4.
Die Beschwerdeführerin vertritt weiter die Ansicht, es bestünden keine Gründe für das
Erlöschen des Anspruchs auf Familiennachzug nach Art. 51 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20,
AuG). Insbesondere liege ihrerseits kein täuschendes Verhalten im Sinne von Art. 63
Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG vor. Sie habe zwar auf den
Formularen zur Bewilligungserteilung im Kanton Zürich ihre Vorstrafe in Portugal nicht
angegeben. Allerdings habe sie mit guten Gründen davon ausgehen können, dass das
Migrationsamt Zürich von ihrem in Portugal begangenen Drogendelikt gewusst habe. In
den Akten der Zürcher Migrationsbehörden befänden sich verschiedene Dokumente,
aus welchen hervorgehe, dass sie in Lissabon wegen eines Drogendelikts inhaftiert
gewesen sei. Insbesondere habe sie vor ihrer Wiedereinreise in die Schweiz im Jahr
2007 in Kontakt mit der Neuenburger Kantonspolizei gestanden. Deshalb habe sie
davon ausgehen dürfen, dass die hiesigen Migrationsbehörden von den Ereignissen in
Portugal Kenntnis hätten. Selbst wenn im früheren Verfahren vor den Zürcher
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Migrationsbehörden ein sanktionierbares täuschendes Fehlverhalten zu bejahen
gewesen wäre, so wäre dies heute aufgrund des nun anderen Kontextes irrelevant.
Weiter setze eine Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe im Sinne von Art.
63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG eine gewisse Aktualität voraus,
an welcher es angesichts des bereits über neun Jahre zurückliegenden Tatzeitpunktes
fehle. Das SEM habe in dieser Hinsicht richtig erkannt, dass die Gesetzesverstösse zu
lange her seien, um ein Einreiseverbot zu verhängen. Da sowohl Wegweisung wie
Einreiseverbot letztlich demselben Zweck, der Vermeidung einer Gefahr für die
öffentliche Sicherheit durch die Anwesenheit eines rückfallgefährdeten ausländischen
Straftäters, dienen würden, sei diese Wertung der Bundesbehörde im vorliegenden
Zusammenhang zu beachten. Fehle es am öffentlichen Interesse für ein Einreiseverbot,
was in aller Regel nach fünfjährigem Wohlverhalten der Fall sei, dann könne ein
Nachzugsanspruch kaum sachlich begründet verneint werden. Dies ergebe sich auch
aus dem Bundesgerichtsentscheid 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013. Eine
andauernde Fernhaltung trotz eines schweren Gewaltdelikts sei nach etwa
siebeneinhalb bis achteinhalb Jahren nicht mehr gerechtfertigt. Des Weiteren sei der
von der Vorinstanz im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung vorgenommene Blick
auf das Strafmass zwar zulässig, doch dürfe dabei nicht vergessen werden, dass es im
Ausländerrecht im Ergebnis nicht um das vergangene Verschulden gehe, sondern um
die unter anderem anhand dieses Verschuldens zu erstellende Prognose. Das
Verwaltungsrecht diene anders als das Strafrecht weder der Vergeltung noch der
Generalprävention. Eine Bewilligung werde keineswegs quasi zur nochmaligen
Bestrafung einer bereits strafrechtlich abgeurteilten Person widerrufen bzw. nicht
erteilt. Die Nichterteilung der Bewilligung verfolge vielmehr einen verwaltungsrechtlich
genau bestimmten Zweck, nämlich den Schutz der öffentlichen Sicherheit und
Ordnung. Es gehe im Kern um den aktuellen und künftigen Schutz der Rechtsordnung.
Für das vergangene Verhalten habe die Beschwerdeführerin ihre Strafe erhalten und
längst verbüsst. Die Vorinstanz habe es versäumt, eine eigentliche Prognose zu
erstellen. Sie leite aus dem Strafmass des Lissaboner Strafgerichts automatisch eine
Wiederholungsgefahr ab. Dabei blende sie aus, dass es sich bei der
Beschwerdeführerin, welche weder vor noch nach dem Vorfall in Portugal am 5. Mai
2005 jemals wegen Betäubungsmitteldelinquenz verurteilt worden sei, nicht um eine
Rückfalltäterin handle. Die vorinstanzlichen Hinweise auf die über elf Jahre
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zurückliegenden ANAG-Delikte würden an der Einmaligkeit der vorliegend zur
Beurteilung stehenden Straffälligkeit in Anbetracht dessen, dass das
Verwaltungsgericht Zürich im Urteil vom 12. September 2012 diese Delikte als nicht
ausreichend für eine Wegweisung beurteilt habe, nichts ändern. Für die
Prognosestellung seien auch die Erwägungen der Strafrichter bedeutsam. Diese hätten
der Beschwerdeführerin im Strafurteil vom 11. November 2005 zugutegehalten, dass
sie weder die Art noch das genaue Gewicht der Drogen, welche sie transportierte,
gekannt, sich in einer finanziell gravierenden Situation befunden, sich im Gefängnis
ausgezeichnet verhalten und sich aufrichtig reuig gezeigt habe. Aufgrund dieser
positiven Strafzumessungskriterien sei die Beschwerdeführerin in Portugal zur tiefst
möglichen Strafe von vier Jahren verurteilt worden. Der Strafrahmen nach
portugiesischem Recht betrage vier bis zwölf Jahre. Die Mindeststrafe sei sehr hoch
angesetzt. Im Schweizer Recht betrage sie bei qualifiziertem Drogenhandel lediglich ein
Jahr. Entscheidend sei vorliegendenfalls das bereits im Strafurteil festgestellte, höchst
positive Nachtat-Verhalten der Beschwerdeführerin. Seit der Tat am 5. Mai 2005 seien
neuneinhalb Jahre vergangen, seit der Haftentlassung am 5. Mai 2007 bzw. der
Einreise in die Schweiz am 2. Juli 2007 auch bereits siebeneinhalb Jahre. Während
dieser gesamten Zeitdauer habe sich die Beschwerdeführerin wohlverhalten. Es könne
nicht angehen, nach so langer Zeit ein Sicherheitsrisiko zu konstruieren. Die
Beschwerdeführerin habe längst den Tatbeweis erbracht, dass sie sich heute und
künftig an die Rechtsordnung halte, dass bei ihr kein „Restrisiko“ mehr bestehe. Im
brasilianischen Strafregisterauszug sei ihr positives Legalverhalten belegt. Bei der
Beurteilung der Frage des Wiederauflebens des Aufenthaltsanspruchs werde zwar
meist davon ausgegangen, dass die Zeit der Bewährung im Ausland stattfinde. In
Fällen, in denen eine straffällige Person nach der Tat mehrere Jahre rechtmässig in der
Schweiz verbleiben durfte, sei dieser eingeengte Blick auf die Auslandzeit jedoch nicht
sachgerecht. Die hiesige Bewährungszeit sei einer Betroffenen selbstredend genauso
anzurechnen, zumal die Bewährung in der Schweiz besser überprüft werden könne.
Aufgrund der längst vergangenen Straffälligkeit im Jahr 2005 bestehe insgesamt kein
öffentliches Interesse an der weiteren Fernhaltung der Beschwerdeführerin. Die
Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung sei unverhältnismässig. Ein Eingriff in das
Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens sei nicht gerechtfertigt. Dem
Schweizer Ehemann könne kaum zugemutet werden, nach Brasilien zu übersiedeln.
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H.H. habe sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht und spreche die portugiesische
Sprache kaum. Eine berufliche und soziale Eingliederung im Herkunftsstaat seiner
Gattin sei für ihn, insbesondere unter Berücksichtigung seines Alters, unrealistisch. Das
Eheleben sei intakt. Der Verweis der Vorinstanz auf die Eheungültigkeitsklage vermöge
die Glaubhaftigkeit der Schilderungen betreffend die heutige Situation nicht zu
erschüttern. Im Weiteren falle ins Gewicht, dass eine Tochter und ein Enkelkind der
Beschwerdeführerin in der Schweiz leben würden.
4.1.
Gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG hat die ausländische Ehegattin eines Schweizers Anspruch
auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesem zusammenwohnt. Nach
der im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 90 AuG angegebenen
Darstellung (act. 1, S. 6 f.) pflegt die Beschwerdeführerin mit ihrem Schweizer
Ehegatten trotz der am 6. Oktober 2011 von diesem erhobenen und am 26. Dezember
2011 wieder zurückgezogenen Eheungültigkeitsklage (Dossier, S. 32-36 und 66) nach
wie vor eine tatsächlich gelebte eheliche Beziehung (vgl. hierzu BBl 2002 S. 3709 ff., S.
3753). Demnach steht ihr im Familiennachzug grundsätzlich ein Anspruch auf Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung zu. Nach Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG erlischt dieser Anspruch,
wenn Widerrufsgründe nach Art. 63 AuG vorliegen. Einen derartigen Widerrufsgrund
setzt eine Ausländerin unter anderem, wenn sie im Bewilligungsverfahren falsche
Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat oder zu einer
längerfristigen Freiheitstrafe verurteilt wurde (Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art.
62 lit. a und b AuG). Die falsche Angabe oder das Verschweigen wesentlicher
Tatsachen muss in der Absicht erfolgen, gestützt darauf den Aufenthalt oder die
Niederlassung bewilligt zu erhalten. Der Ausländer ist verpflichtet, den Behörden
wahrheitsgetreu über alles Auskunft zu geben, was für den Bewilligungsentscheid
massgebend sein kann (Art. 90 AuG). Wesentlich sind dabei nicht nur Umstände, nach
denen die Fremdenpolizei ausdrücklich fragt, sondern auch solche, von denen der
Gesuchsteller wissen muss, dass sie für den Bewilligungsentscheid massgeblich sein
können (vgl. BGer 2C_526/2014 vom 10. Juni 2015 E. 2 mit Hinweisen). Die Praxis
anerkennt ein gewichtiges Interesse der Migrationsbehörden und der Öffentlichkeit an
vollständiger Kenntnis der Sachlage, ehe es zur Erteilung eines Anwesenheitsrechts
kommt. Nach Treu und Glauben ist zu verlangen, dass die Gesuchstellenden alle
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Tatsachen bekannt geben, die für den Entscheid von Bedeutung sein können. Für
strafrechtlich relevantes Verhalten gilt dies in besonderem Masse (vgl. VerwGE B
2013/215 vom 11. November 2014 E. 3.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Von
ihrer Informationspflicht ist die ausländische Person selbst dann nicht entbunden, wenn
die Fremdenpolizeibehörde die fragliche Tatsache bei gebotener Sorgfalt selbst hätte
ermitteln können (vgl. S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer, N 21 zu Art. 62). Als längerfristig im Sinne von
Art. 62 lit. b AuG gilt eine Freiheitsstrafe, die ein Jahr überschreitet, wobei es keine
Rolle spielt, ob die Freiheitsstrafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen
wurde (vgl. BGer 2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.1.1.
Wie die Beschwerdeführerin selbst eingesteht, hat sie auf den Formularen zu den
Bewilligungserteilungen im Kanton Zürich ihre Vorstrafe in Portugal nicht offengelegt.
Auch behauptet sie nicht mehr, dass sie in Portugal von einem Zürcher
Untersuchungsrichter und der Polizei, welche ihr in der Schweiz Schutz angeboten
hätten, besucht worden sei (vgl. demgegenüber die Rekursschrift vom 4. März 2012,
Dossier, S. 80). Darüber hinaus hat sie gemäss der unangefochten gebliebenen
Verfügung des Migrationsamtes Zürich vom 27. März 2013 wiederholt wahrheitswidrige
Angaben gemacht. Insbesondere hat sie wiederholt angegeben, dass keine Vorstrafen
vorliegen würden (Dossier, S. 125 und 127). Der Umstand, dass die Zürcher
Migrationsbehörden über Akten verfügt haben sollen, welche belegten, dass sie in
Lissabon wegen eines Drogendelikts inhaftiert und überführt worden, und in welchen
eine Zusammenfassung ihrer Aussagen zur Deliktsbegehung enthalten gewesen sein
soll, vermag die Verletzung der Offenlegungspflicht nicht zu entschuldigen. Die dem
Migrationsamt Zürich vorliegenden Indizien reichten für sich alleine nicht aus, um die
Aufenthaltsbewilligungen zu verweigern. Selbst wenn das Zürcher Migrationsamt
aufgrund der ihm vorliegenden Indizien bei gebotener Sorgfalt das rechtskräftige
Strafurteil vom 11. November 2005 hätte ermitteln können, wäre die
Beschwerdeführerin von ihrer Informationspflicht nicht entbunden gewesen. Zu keinem
anderen Schluss führt auch Erwägung 2 des Urteils des Zürcher Verwaltungsgerichts
vom 12. September 2012 (Dossier, S. 114), wonach an der Kausalität und der
Täuschungsabsicht Zweifel bestehen würden und der Widerrufsgrund von Art. 63
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Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG nicht gegeben sei. Im Rahmen dieses
Zwischenentscheides (Rückweisung zur Ergänzung des Sachverhaltes) hat das
Verwaltungsgericht Zürich die Frage, ob die Beschwerdeführerin im
Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen
verschwiegen hat, nicht abschliessend geklärt. Soweit es sich mit dieser Frage befasst
hat, hat es zudem offensichtlich ausser Acht gelassen, dass die Beschwerdeführerin
neben dem Verschweigen des Strafurteils vom 11. November 2005 gegenüber dem
Migrationsamt Zürich wiederholt angegeben hat, es würden keine Vorstrafen vorliegen,
obwohl sie verpflichtet war, den Behörden wahrheitsgetreu über ihre Vorstrafe, welche
für die Bewilligungsentscheide massgebend war, Auskunft zu geben (Art. 90 AuG).
Selbst wenn dem Migrationsamt Zürich bereits seit Juni 2006 bekannt gewesen war,
dass gegen die Beschwerdeführerin ein Strafverfahren hängig war, kann ihm unter
diesem Umständen nicht vorgeworfen werden, es hätte die Bewilligung trotz Kenntnis
des fragwürdigen Verhaltens der Ausländerin erteilt. Vielmehr durfte es aufgrund der
Angaben der Beschwerdeführerin und unter Beachtung der Unschuldsvermutung im
Sinne von Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK wohl davon ausgehen, dass dieses
Strafverfahren nicht zwingend in einer Verurteilung mündete. In Kenntnis des Urteils
des Strafgerichts des Bezirks Lissabon vom 11. November 2005 (Dossier, S. 54-63),
von welchem das Zürcher Migrationsamt unbestrittenermassen erst nachträglich am
2. November 2011 durch die Meldung des Eidgenössischen Justiz- und
Polizeidepartements EJPD erfahren hatte, hätten ihr die Zürcher Behörden nach ihrer
am 9. November 2007 erfolgten Heirat mit G.G. keine Aufenthaltsbewilligungen erteilt
(vgl. die Verfügung des Migrationsamtes Zürich vom 27. März 2013 E. 5c, Dossier,
S. 127). Bei dieser Sachlage hat die Beschwerdeführerin die ihr und ihrer Tochter E.E.
im Kanton Zürich ab dem 9. November 2007 erteilten Aufenthaltsbewilligungen
erschlichen und mit ihrem Verhalten den Erlöschensgrund von Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG
in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a und Art. 62 lit. a AuG gesetzt, was auch im
vorliegenden „Kontext“, d.h. im Zusammenhang mit dem streitbetroffenen
Familiennachzugsgesuch vom 3. März 2014, auf dessen Formular die Vorstrafe
deklariert wurde (Dossier, S. 6), zumindest im Rahmen der nachfolgenden
Interessenabwägung (vgl. Erwägung 4.2.1 hiernach) zu berücksichtigen ist.
4.1.2.
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Am 11. November 2005 verurteilte das Strafgericht des Bezirks Lissabon die
Beschwerdeführerin wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren
(Dossier, S. 54-63). Grundsätzlich dürfen ausländerrechtlich auch Verurteilungen durch
ein ausländisches Gericht berücksichtigt werden. Dies jedenfalls dann, wenn es sich
bei den in Frage stehenden Delikten nach der schweizerischen Rechtsordnung um
Verbrechen oder Vergehen handelt und der Schuldspruch in einem Staat erfolgt ist, in
dem die Einhaltung der rechtsstaatlichen Verfahrensgrundsätze und
Verteidigungsrechte als gesichert gelten kann (vgl. BGer 2C_8/2014 vom 8. Januar
2015 E. 2.2). Diese Voraussetzungen sind vorliegend unbestritten erfüllt. überdies darf
der Beschwerdeführerin die vor über zehn Jahren ausgefällte Freiheitsstrafe von vier
Jahren nach wie vor entgegengehalten werden. Bei Anwendung des schweizerischen
Rechts würde der Strafregistereintrag einer am 11. November 2005 ausgefällten
Freiheitsstrafe von vier Jahren gemäss Art. 369 Abs. 1 Ingress und lit. b des
Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0, StGB) nach 15 Jahren, mithin erst am
11. November 2020 gelöscht. Dem Einbezug dieser Verurteilung steht das
Verwertungsverbot gemäss Art. 369 Abs. 7 StGB, welches ausländerrechtlich ohnehin
zu relativieren ist, somit nicht entgegen (vgl. hierzu BGer 2C_477/2008 vom 24. Februar
2009 E. 3.2.1 f. mit Hinweisen, VerwGE B 2013/173 vom 11. Juni 2014 E. 3.2.2 mit
Hinweis auf BGer 2C_136/2013 vom 30. Oktober 2013 E. 4.2, www.gerichte.sg.ch,
sowie BGer 2C_841/2013 vom 18. November 2013 E. 2 und P. Gruber, in: Niggli/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, Basel 2013, N 11 zu Art. 369).
Daran ändert nichts, dass das SEM am 2. Juli 2013 darauf verzichtete, ein
Einreiseverbot gegen die Beschwerdeführerin zu verhängen, da deren
Gesetzesverstösse zu lange her seien. Soweit sich die Beschwerdeführerin in diesem
Zusammenhang auf das Urteil BGer 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013 beruft,
verkennt sie, dass dieses Urteil nicht die Frage des Verwertungsverbotes, sondern
diejenige der ausländerrechtlichen Bewährungsfrist beschlägt. Der Ablauf der
fünfjährigen ausländerrechtlichen Bewährungsfrist rechtfertigt zwar grundsätzlich eine
Neubeurteilung des Anspruchs auf Familiennachzug nach Art. 42 ff. AuG. Dies
bedeutet aber nicht, dass die früheren Straftaten durch den Zeitablauf bereits derart an
Gewicht verloren haben, dass sie als Erlöschensgründe ausser Betracht fallen (vgl.
BGer 2C_714/2014 vom 15. Mai 2015 E. 4.2 mit Hinweis auf BGer 2C_1170/2012 vom
24. Mai 2013 E. 3.5.2). Das Vorliegen eines Erlöschensgrundes im Sinne von Art. 51
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Abs. 1 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a und Art. 62 lit. b AuG lässt sich
damit jedenfalls nicht in Abrede stellen.
4.2.
Die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug wegen des
Vorliegens von Erlöschensgründen nach Art. 51 AuG muss verhältnismässig sein (Art.
96 AuG und Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Im Zusammenhang mit einem Strafurteil fallen
namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens der Betroffenen, der seit der
Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten der Ausländerin während diesem, der Grad
ihrer Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihr und ihrer
Familie, d.h. ihrem Ehegatten oder ihren minderjährigen Kindern, welche im
gemeinsamen Haushalt leben (vgl. BGer 2C_84/2014 vom 8. Januar 2015 E. 5.2.1 mit
Hinweisen), drohenden Nachteile ins Gewicht. Der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte (vgl. EGMR-Urteil Nunez gegen Norwegen vom 28. Juni 2011 [Nr.
55597/09] §§ 70 und 84) verlangt in Bezug auf das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. in Art. 13
Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens eine
Gesamtbetrachtung, wobei der Grad der konkreten Beeinträchtigung des
Familienlebens, der Umstand, ob und inwieweit dieses in zumutbarer Weise im
Heimatstaat oder allenfalls in einem Drittstaat gelebt werden kann, sowie die Natur der
Bindungen zum und im Aufenthaltsstaat ins Gewicht fallen. Von wesentlicher
Bedeutung ist zudem, ob Gründe der Migrationsregulierung (illegaler Aufenthalt usw.),
andere Motive zum Schutz der öffentlichen Ordnung oder solche des wirtschaftlichen
Wohlergehens des Landes der Bewilligung entgegenstehen. Von besonderem Gewicht
erscheint schliesslich, ob die betroffenen Personen aufgrund ihres
migrationsrechtlichen Status vernünftigerweise davon ausgehen durften, ihr
Familienleben künftig im Konventionsstaat pflegen zu können. Ist dies nicht der Fall,
bedarf es besonderer Umstände (etwa schutzwürdiger Kindesinteressen), damit Art. 8
EMRK den einzelnen Staat verpflichten kann, die Anwesenheit von
Familienangehörigen zu dulden (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.3 mit Hinweisen). Bei schweren
Straftaten besteht ausländerrechtlich regelmässig ein wesentliches öffentliches
Interesse daran, die Anwesenheit eines Ausländers zu beenden, der die Sicherheit und
Ordnung in dieser Art beeinträchtigt (vgl. BGer 2C_395/2014 vom 11. Dezember 2014
E. 2.2 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EGMR
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wird im Zusammenhang mit Betäubungsmitteldelikten, welche nicht der Sucht des
Täters oder der Täterin entspringen, eine strenge Praxis verfolgt. Danach überwiegt bei
Betäubungsmitteldelikten von einer gewissen Schwere regelmässig das öffentliche
Interesse an einer Beendigung des Aufenthalts. In diesem Zusammenhang ist zu
bemerken, dass der "Drogenhandel" zu den Anlasstaten gehört, die gemäss Art. 121
Abs. 3 lit. a BV zum Verlust aller Rechtsansprüche auf Aufenthalt in der Schweiz führen
sollen. Diese Bestimmung ist zwar gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht
unmittelbar anwendbar, doch ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen
Wertungen bei der Auslegung des Gesetzes insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu
keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht führt (vgl. BGer 2C_28/2014 vom 21.
Juli 2014 E. 6.4). Bei ausländischen Personen, welche sich nicht auf das Abkommen
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR
0.142.112.681, FZA) berufen können, dürfen generalpräventive Gesichtspunkte im
Rahmen der Interessenabwägung berücksichtigt werden (vgl. BGer 2C_111/2015 vom
26. Juni 2015 E. 3.9 mit Hinweis auf BGer 2C_679/2011 vom 21. Februar 2012 E. 3.1).
Was die Beschwerdeführerin hiergegen einwendet, überzeugt nicht. Ausserhalb des
Anwendungsbereichs dieses Abkommens kommt es nicht in entscheidender Weise
darauf an, dass vermutungsweise keine Rückfallgefahr besteht bzw. ob sich der
Ausländer in Zukunft wohlverhalten wird (vgl. VerwGE B 2013/215 vom 11. November
2014 E. 4.1, www.gerichte.sg.ch).
4.2.1.
Vorweg ist festzuhalten, dass der Verzicht auf die Verhängung eines Einreiseverbotes
durch das SEM am 2. Juli 2013 die Interessenabwägung bei der Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung nicht direkt zu beeinflussen vermag (vgl. BVR 2015 S. 391 ff., S.
402, mit Hinweis auf BGer 2C_36/2009 E. 3.4). Ein Einreiseverbot nach Art. 67 AuG
verunmöglicht der betroffenen Person – unter Vorbehalt von Art. 67 Abs. 5 AuG –
jeglichen Aufenthalt in der Schweiz und wiegt daher schwerer als die Nichterteilung
einer Bewilligung für einen dauerhaften Aufenthalt. Abgesehen davon kann es unter
Umständen durchaus Sinn machen, einer vormals aufenthaltsberechtigten Ausländerin
mit nahen Angehörigen in der Schweiz, welche das Land wegen einer strafrechtlichen
Verurteilung zu verlassen hatte, durch den Verzicht auf den Erlass eines
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Einreiseverbotes zunächst zu erlauben, sich ohne besondere Erlaubnis lediglich im
Rahmen von Besuchsaufenthalten von bis zu drei Monaten bewilligungsfrei (Art. 10
Abs. 1 AuG) in der Schweiz aufzuhalten, und ihr erst im Falle einer weiteren Bewährung
und unter Berücksichtigung der dannzumaligen öffentlichen Interessen den Aufenthalt
allenfalls wieder dauerhaft zu ermöglichen (vgl. BGer 2C_36/2009 E. 3.4). Sodann ist
bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung
– entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – nicht schematisch auf eine feste
Daher des Wohlverhaltens von fünf Jahren, sondern auf die Umstände des Einzelfalls
abzustellen (vgl. BGer 2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 6.6.2 mit Hinweisen).
Gemäss der vorliegenden, wörtlichen Übersetzung – die Fussnoten des Urteils wurden
nicht übersetzt – hielt das Strafgericht des Bezirks Lissabon in seinem Urteil vom 11.
November 2005 (Dossier, S. 42-51 und 54-62) gestützt auf den damaligen Art. 71 des
portugiesischen Strafgesetzbuches (Código Penal) sowie Art. 21 und 25 des Decreto-
Lei n.°15/93 (DL 15/93, https://dre.pt) zum strafrechtlichen Verschulden der
Beschwerdeführerin fest, die von der Beschwerdeführerin verübte Tat sei gravierend.
Sie habe die rund 3356 Gramm Kokain vorsätzlich für Dritte in die Schweiz
transportieren wollen, obwohl sie gewusst habe, dass dieses Verhalten verboten sei.
Angesichts der Menge und der Qualität des Kokains, mit welchem sie verhaftet worden
sei, sowie angesichts der weiteren ermittelten Umstände, würden keine Gründe
bestehen, welche die Gesetzwidrigkeit und das Verhalten der Beschuldigten in Bezug
auf die Tat mindern könnten. Neben dem Alter und den familiären, gesellschaftlichen
und finanziellen Umständen der Beschwerdeführerin berücksichtigte es (strafmildernd),
dass die Beschwerdeführerin ein Geständnis ablegte, Reue zeigte und beabsichtigte,
mit dem Erlös aus dem Drogenhandel eine schwierige finanzielle Lage abzuwenden.
Obwohl Portugal nur Transitland war, erachtete das Gericht in Anbetracht der Gefahr,
dass eine Vielzahl von Menschen dadurch hätte geschädigt werden können, wenn das
Kokain in den portugiesischen „Markt“ eingeführt worden wäre, eine Freiheitsstrafe von
vier Jahren als gerechtfertigt (Dossier, S. 58 ff.). Ein Strafmass von vier Jahren
beinhaltet in ausländerrechtlicher Hinsicht bereits ein erhebliches Verschulden, liegt es
doch weit über der Grenze von einem Jahr, welche für die Möglichkeit des Widerrufs
massgeblich ist. Wie das Migrationsamt Zürich in seiner Verfügung vom 27. März 2013
(Dossier, S. 126 f.) zutreffend festgehalten hat, ist die Behauptung der
Beschwerdeführerin, das gleiche Delikt wäre in der Schweiz lediglich mit einer
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Freiheitsstrafe von einem Jahr geahndet worden, rein spekulativer Natur (vgl. Art. 19
Abs. 1 lit. b und Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die
psychotropen Stoffe, Betäubungsmittelgesetz; SR 812.121, BetmG). Überdies tut
nichts zur Sache, dass der Strafrahmen in Portugal allenfalls aus generalpräventiven
Gesichtspunkten, welche in die vorliegende ausländerrechtliche Beurteilung einfliessen
dürfen, höher angesetzt wurde als derjenige in der Schweiz. Durch den Transport von
3356 Gramm Kokain hat die Beschwerdeführerin die Bereitschaft gezeigt, die
Gesundheit vieler Menschen aufs Spiel zu setzen, was sie auch wissen musste. Damit
ist der Vorinstanz beizupflichten, dass in ausländerrechtlicher Hinsicht von einem
schweren Verschulden der Beschwerdeführerin auszugehen ist und ein erhebliches
öffentliches Interesse besteht, sie wegen ihres aus rein finanziellen Interessen
begangenen Drogendeliktes von der Schweiz fernzuhalten. Zu ihren Ungunsten
sprechen auch die Verwarnung des Migrationsamtes Zürich vom 25. Februar 2004
sowie die Vorstrafen vom 17. Dezember 2002 und 20. November 2003 wegen
Widerhandlungen gegen das ANAG, welche im Rahmen der
Verhältnismässigkeitsprüfung nach wie vor mitberücksichtigt werden dürfen (vgl. BGer
2D_37/2014 vom 9. Februar 2015 E. 3.2.3). Das Strafurteil vom 11. November 2005 war
nicht das erste Straferkenntnis gegen die Beschwerdeführerin. Durch die Strafen
wegen Widerhandlungen gegen das ANAG und die Verwarnung liess sie sich nicht von
einer weiteren, drastisch gesteigerten, kriminellen Handlung abhalten, was eine
Geringschätzung der Rechtsordnung erkennen lässt. Wie bereits hiervor in Erwägung
4.1.1 ausgeführt wurde, hat die Beschwerdeführerin überdies die ihr im Kanton Zürich
erteilten Aufenthaltsbewilligungen nach ihrer am 9. November 2007 erfolgten Heirat mit
G.G. erschlichen. Dadurch hielt sie sich bis zu ihrer Abmeldung am 12. April 2013
während rund fünfeinhalb Jahren materiell widerrechtlich in der Schweiz auf. Deshalb
konnte ihre Wegweisung infolge ihrer Drogendelinquenz vor der Einreichung des
Familiennachzugsgesuchs am 3. März 2014 nur für kurze Zeit, während lediglich rund
eines Jahres, durchgesetzt werden. Soweit die Beschwerdeführerin glauben machen
will, dass ihr Aufenthalt in der Schweiz „rechtmässig“ gewesen sei, sie sich
„wohlverhalten“ habe und bei ihr kein „Restrisiko“ mehr bestehe, kann ihr unter diesen
Umständen nicht gefolgt werden. Vielmehr ist in ihrer Täuschung der Zürcher Behörden
ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu erblicken, obschon sie
dafür nicht strafrechtlich (Art. 118 Abs. 1 AuG) verurteilt wurde (vgl. hierzu BBl 2002, S.
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3709 ff., S. 3809). Deswegen wird das öffentliche Interesse an der Verweigerung der
Aufenthaltsbewilligung nicht dadurch relativiert, dass sie, soweit aus den Akten
ersichtlich, seit ihrer bedingten Haftentlassung in Portugal am 5. November 2007
(Dossier, S. 38-41) und damit seit über acht Jahren nicht mehr strafrechtlich verurteilt
wurde (vgl. hierzu den brasilianischen Strafregisterauszug vom 25. Juni 2014, act. 8/8),
zumal deliktfreies Verhalten als selbstverständlich vorausgesetzt wird und an sich
keiner besonderen Erwähnung bedarf. Aufgrund dieser Verfehlung kann ihr im Rahmen
der Gesamtbetrachtung erst seit der Ankündigung des Zürcher Migrationsamtes vom
22. Dezember 2011 (Dossier, S. 64 f.), ihre Aufenthaltsbewilligung in Kenntnis des
Strafurteils vom 11. November 2005 nicht mehr verlängern zu wollen, und damit seit
rund vier Jahren, davon rund zweieinhalb Jahre in ihrer Heimat, eine positive
Entwicklung zugestanden werden. Angesichts ihrer schweren Straffälligkeit
(Drogendelinquenz aus rein finanziellen Motiven), derentwegen auch ein geringes
Rückfallrisiko nicht hinzunehmen ist, vermag diese positive Entwicklung in den letzten
vier Jahren das öffentliche Interesse an der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung
nicht auszugleichen. Darüber hinaus rechtfertigt es sich aus generalpräventiven
Gesichtspunkten nach wie vor, den sicherheitspolizeilichen Interessen an der
Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung ein erhebliches Gewicht zuzumessen.
4.2.2.
Die Beschwerdeführerin hat ihre prägenden Kinder- und Jugendjahre in Brasilien
verbracht, ist mit den Verhältnissen in ihrer Heimat vertraut und dieser auch sozial
verbunden. Sie hielt sich bis zu ihrer Abmeldung am 12. April 2013, insgesamt rund
acht Jahre, im Familiennachzug zu ihrem jeweiligen Ehemann in der Schweiz auf (1. Juli
2003 bis anfangs 2005 sowie 2. Juli 2007 bis 12. April 2013). Dazwischen hielt sie sich,
soweit ersichtlich, in Brasilien auf resp. befand sich vom 5. November 2005 bis 5.
November 2007 (vgl. Dossier, S. 38-41) im Strafvollzug in Portugal. Während ihrer
Aufenthalte in der Schweiz hat sie sich nicht stark integriert. Private Bindungen
gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechende vertiefte soziale
Beziehungen zum ausserfamiliären Bereich sind nicht erstellt (vgl. BGE 130 II 281
E. 3.2.1 und zünd/hugi yar, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen
Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens,
EuGRZ 40/2013 S. 1 ff. N 35 ff. mit Hinweisen). Über die von ihr als Geschäftsführerin
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ab Mai 2010 betriebene Q. GmbH musste mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 9.
Januar 2013 der Konkurs eröffnet werden (vgl. Dossier, S. 34 und 127). Die
Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin führt insofern zur
Trennung von ihrem Ehemann, als die Ehe nicht dauerhaft in der Schweiz gelebt
werden kann. Im Zeitpunkt der Heirat am 4. Februar 2011 musste ihr und ihrem
Ehemann angesichts ihrer strafrechtlichen Verurteilung vom 11. November 2005
indessen bewusst gewesen sein, dass sie ihr Familienleben allenfalls nicht dauerhaft
hier leben könnten. Besondere Umstände, um die Anwesenheit der
Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 8 EMRK zu dulden, liegen nicht vor. Insbesondere
ist nicht ersichtlich und wird von ihr auch nicht dargetan, dass wechselseitige
Abhängigkeiten zwischen ihr und ihrer, gemäss den unbestrittenen Angaben der
Vorinstanz (act. 2, S. 11), volljährigen, nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden
Tochter in X. bestehen würden. Auch wenn ihm dies wegen seiner nach eigenen
Angaben unzureichenden Portugiesischkenntnisse, seinem Alter und seinem sozialen
Netz in der Schweiz nicht leicht fallen dürfte, ist es ihrem Ehegatten sodann nach
seiner vorzeitigen Pensionierung und angesichts ihres intakten Ehelebens nicht
schlechterdings unzumutbar, mit ihr in Brasilien zu leben, zumal sie sich offenbar
regelmässig in Brasilien aufhalten und er im Rahmen ihrer bisherigen gemeinsamen
Aufenthalte in Brasilien Kontakt zu ihren Familienangehörigen knüpfen konnte (act. 1,
S. 6 f., Dossier, S. 34, beachte auch act. 11: „..., besuchen uns regelmässig, wenn sie
in der Schweiz sind. Jedesmal, wenn sie einreisen, kommen sie als erstes zu uns.“).
Sollte ihr Ehegatte sie nicht nach Brasilien begleiten wollen, können sie ihre Beziehung
besuchsweise grenzüberschreitend und – dank der neuen Medien – praktisch auch
täglich pflegen. Nach dem Gesagten stehen dem öffentlichen Interesse an der
Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung keine gleich oder höher gewichtigen privaten
Interessen gegenüber, weshalb sie sich als verhältnismässig erweist und von der
Vorinstanz zu Recht bestätigt wurde. Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung ist
bundesrechts- und konventionskonform. Die Beschwerde ist abzuweisen. Sollte die
anspruchsbegründende Beziehung weiter bestehen und sich die Beschwerdeführerin in
ihrer Heimat weiter bewähren, ist es ihr unbenommen, zu einem späteren Zeitpunkt ein
neues Gesuch zu stellen.
5. (...).
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