Decision ID: 102377f5-449b-51f2-ad79-ef8981501db0
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog ab April 2008 (rückwirkend per 1. November 2004) eine
Ergänzungsleistung zu einer halben Rente der Invalidenversicherung (vgl. EL-act. 255).
Mit einer Verfügung vom 22. Dezember 2014 (EL-act. 95) setzte die EL-
Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung per 1. Januar 2015 auf 5'432 Franken pro
Monat (einschliesslich einer kantonalrechtlichen, ausserordentlichen
Ergänzungsleistung von 140 Franken pro Monat) fest. Bei der Anspruchsberechnung
(EL-act. 93) hatte sie die Prämienpauschalen für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung des EL-Bezügers, seiner Ehefrau und seiner beiden Söhne,
den Mietzins von 15'680 Franken sowie eine Pauschale für den allgemeinen
Lebensbedarf von 49'095 Franken als Ausgaben (total 84'663 Franken) und ein
Erwerbseinkommen des Sohnes von 7'200 Franken, die Rentenleistungen der
Invalidenversicherung von total 12'420 Franken, eine Rente der beruflichen Vorsorge
von 3'756 Franken sowie einen Vermögensertrag von 149 Franken als Einnahmen (total
19'489 Franken) berücksichtigt.
A.b Am 5. Februar 2015 liess der EL-Bezüger darauf hinweisen, dass einer seiner
Söhne demnächst die laufende Berufslehre abbrechen werde (EL-act. 89). Am 30. Juli
2015 liess er mitteilen (EL-act. 85), dass sein Sohn die Lehre zwischenzeitlich effektiv
abgebrochen habe. Die IV-Stelle habe deshalb die entsprechende Kinderrente
aufgehoben. Seit Mai 2015 beziehe der Sohn eine Arbeitslosenentschädigung. Der
andere Sohn werde im Sommer 2015 ein Studium an der ETH beginnen. Mit einer
Verfügung vom 30. September 2015 (EL-act. 84) setzte die EL-Durchführungsstelle die
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bundesrechtliche, ordentliche Ergänzungsleistung rückwirkend per 1. April 2015 auf
4'358 Franken pro Monat herab; den Anspruch auf eine kantonalrechtliche,
ausserordentliche Ergänzungsleistung hob sie auf. Sie forderte für die Zeit von April bis
und mit August 2015 Ergänzungsleistungen von total 3'470 Franken zurück. Dem
Berechnungsblatt liess sich entnehmen (EL-act. 83), dass sie den Sohn bei der
Anspruchsberechnung nicht mehr berücksichtigt hatte. Sie hatte also dessen
Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, den auf ihn
entfallenden Anteil an der Lebensbedarfspauschale, sein Erwerbseinkommen sowie die
für ihn (nicht mehr) ausgerichtete Kinderrente aus der Berechnung entfernt, vom
gesamten Mietzins einen Viertel als „Anteil Mitbewohner“ abgezogen und den Zins auf
dem Sparguthaben des Sohnes nicht mehr berücksichtigt, wodurch sich der gesamte
Vermögensertrag von 149 Franken auf 147 Franken reduziert hatte.
A.c Wohl im Oktober 2015 ging der EL-Durchführungsstelle eine Kopie jener
Verfügung der IV-Stelle zu, mit der diese die Kinderrente aufgehoben hatte (EL-act. 76).
Dieser Verfügung vom 22. September 2015 liess sich entnehmen, dass der Sohn die
Berufslehre bereits am 5. Februar 2015 abgebrochen hatte und dass deshalb die
Kinderrente schon per 1. März 2015 aufgehoben worden war. Mit einer Verfügung vom
11. Oktober 2015 (EL-act. 72) setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistung auch für den Monat März 2015 auf 3'164 Franken herab. Sie
forderte entsprechend zusätzlich 694 Franken vom EL-Bezüger zurück. Am 4.
November 2015 liess der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die Verfügungen vom 30.
September 2015 und vom 11. Oktober 2015 erheben (EL-act. 69). Seine
Rechtsvertreterin beantragte eine Neuberechnung ab März 2015, insbesondere ohne
einen Abzug vom Mietzins als „Anteil Mitbewohner“ und ohne die Berücksichtigung
eines Vermögensertrages. Zur Begründung führte sie aus, der Sohn habe keinen
Anspruch auf eine Sozialhilfe, da nach dem Lehrabbruch die Unterstützungspflicht der
Eltern einer solchen vorgehe. Zumindest seien die Eltern also verpflichtet, ihn
unentgeltlich bei ihnen wohnen zu lassen. Bezüglich des Vermögensertrages sei auf
das geringfügige Sparguthaben hinzuweisen. Der EL-Bezüger habe gar keinen
Vermögensertrag erzielen können.
A.d Bereits am 4. September 2015 hatte die EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger
aufgefordert, die Stellenbemühungen seiner Ehefrau einzureichen (EL-act. 81). Mit einer
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Verfügung vom 21. Dezember 2015 erhöhte sie die laufende Ergänzungsleistung mit
Wirkung per 1. Januar 2016 auf 4'390 Franken pro Monat (EL-act. 60). Den Grund für
diese Erhöhung bildete eine Erhöhung der Prämienpauschalen für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung (vgl. EL-act. 58). Schon am 10. Dezember 2015 hatte die
AHV/IV-Zweigstelle den EL-Bezüger unter der Androhung einer Einstellung der
laufenden Ergänzungsleistung gemahnt, die Belege für die periodische Prüfung der
Ergänzungsleistung einzureichen (EL-act. 57). Am 25. Januar 2016 liess der EL-
Bezüger Nachweise der Stellenbemühungen seiner Ehefrau in den Monaten Juni bis
Dezember 2015 einreichen und mitteilen, dass er die Unterlagen für die periodische
Überprüfung direkt bei der AHV/IV-Zweigstelle eingereicht habe (EL-act. 53). Am 15.
Februar 2016 wies die EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger darauf hin (EL-act. 51),
dass sich das Einspracheverfahren nur auf die „Ausscheidung“ des Sohnes
beschränke. Die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau
müsse in einem separaten Verfahren geprüft werden. Dasselbe gelte grundsätzlich
auch bezüglich des Vermögensertrages. Allerdings werde eine Neuberechnung ab April
2015 ohne die Anrechnung eines Vermögensertrages durchgeführt, wenn die
entsprechenden Bankauszüge eingereicht würden. Am 2. März 2016 gingen der EL-
Durchführungsstelle das ausgefüllte Formular und die Belege für die periodische
Überprüfung der Ergänzungsleistung zu (EL-act. 45). Gleichentags meldete die AHV/IV-
Zweigstelle (EL-act. 44), dass der Wohnungsmietzins per 1. August 2015 angepasst
worden sei. In den Monaten August, September und Oktober 2015 habe der Mietzins
14'520 Franken und ab dem 1. November 2015 17'100 Franken betragen. Am 4. März
2016 teilte die EL-Durchführungsstelle dem EL-Bezüger mit (EL-act. 40), dass sie im
Rahmen der periodischen Überprüfung Bankauszüge erhalten habe, die belegten, dass
der EL-Bezüger keinen respektive nur einen vernachlässigbaren Zinsertrag
erwirtschaftet habe. Allerdings fehle noch ein Auszug eines Kontos, dessen Saldo sich
laut dem aktuellsten Beleg, der der EL-Durchführungsstelle vorliege, auf knapp 8'000
Franken belaufen habe. Am 1. April 2016 informierte die EL-Durchführungsstelle den
EL-Bezüger darüber, dass sie weiterhin kein hypothetisches Erwerbseinkommen seiner
Ehefrau anrechnen werde (EL-act. 38). Trotz einer weiteren Aufforderung reichte der
EL-Bezüger keinen aktuellen Bankauszug ein. Mit einer Verfügung vom 3. April 2016
erhöhte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung per 1. April 2016 auf 4'435
Franken pro Monat (EL-act. 35). Sie wies darauf hin, dass sie bezüglich des erwähnten
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Bankkontos weiterhin den alten Saldo und den alten Zinsertrag angerechnet habe. Bei
der Anspruchsberechnung habe sie zudem den aktuellen Wohnungsmietzins, die
aktuelle Rente der beruflichen Vorsorge und das Freizügigkeitsguthaben als Vermögen
berücksichtigt. Der Anspruch stehe unter dem Vorbehalt einer Korrektur im Rahmen
des pendenten Einspracheverfahrens. Am 14. April 2016 liess der EL-Bezüger Belege
betreffend das erwähnte Bankkonto einreichen (EL-act. 33). Am 18. August 2016 liess
er Nachweise der Stellenbemühungen seiner Ehefrau in den Monaten Mai und Juni
2016 einreichen (EL-act. 29). Zudem liess er darauf hinweisen, dass sein Sohn
zwischenzeitlich eine neue Lehrstelle gefunden habe. Mit einer Verfügung vom 1.
September 2016 sprach die IV-Stelle dem EL-Bezüger mit Wirkung ab dem 1. August
2016 wieder eine Kinderrente für dessen Sohn zu (EL-act. 27). Die EL-
Durchführungsstelle erhöhte die laufende Ergänzungsleistung mit einer Verfügung vom
7. September 2016 per 1. August 2016 auf 5'288 Franken pro Monat (EL-act. 26).
A.e Am 29. September 2016 erliess die EL-Durchführungsstelle eine weitere
Verfügung, mit der sie die Ergänzungsleistung rückwirkend ab dem 1. März 2015 neu
festsetzte (EL-act. 20). Sie führte aus, sie habe nun den Veränderungen des Mietzinses
und des anrechenbaren Vermögens Rechnung getragen. Dadurch reduziere sich die
Rückforderung um 806 Franken. Bezüglich des Hauptstreitpunktes im
Einspracheverfahren – des Mietzinsanteils des Sohnes – werde sie einen
Einspracheentscheid erlassen. Am 6. Oktober 2016 liess der EL-Bezüger eine
Einsprache gegen die Verfügungen vom 7. September 2016 und vom 29. September
2016 erheben (EL-act. 13). Seine Rechtsvertreterin machte geltend, in der Verfügung
vom 7. September 2016 sei versehentlich ein zu hoher Vermögensertrag berücksichtigt
worden. Gegen die Verfügung vom 29. September 2016 werde nur rein formell eine
Einsprache erhoben, da ja die Anrechnung eines „Anteils Mitbewohner“ nach wie vor
strittig sei. Mit einem Entscheid vom 31. Oktober 2016 wies die EL-Durchführungsstelle
die Einsprache gegen die „Verfügungen vom 30. September 2015 und vom 11. Oktober
2015“ ab (EL-act. 6). Zur Begründung führte sie aus, der Mietzins müsse nach Köpfen
auf die Bewohner aufgeteilt werden. Der Anteil von Personen, die nicht in die
Anspruchsberechnung mit einbezogen seien, dürfe nicht mitberücksichtigt werden. Da
der EL-Bezüger zwischenzeitlich den angerechneten Vermögensertrag akzeptiert habe,
erwiesen sich die angefochtenen Verfügungen als rechtmässig.
B.
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B.a Am 1. Dezember 2016 liess der EL-Bezüger (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2016 erheben (act.
G 1). Seine Rechtsvertreterin beantragte die Berechnung der Ergänzungsleistung ohne
die Berücksichtigung eines „Anteils Mitbewohner“. Zur Begründung führte sie an, hier
liege eine Ausnahmesituation vor, die der Berücksichtigung eines „Anteils
Mitbewohner“ entgegen stehe, denn der Sohn des Beschwerdeführers sei zwischen
dem Abbruch der ersten und dem Beginn der zweiten Berufslehre arbeitslos und
deshalb auf die Unterstützung seiner Eltern angewiesen gewesen. Diese hätten auch
weiterhin in der Wohnung gelebt, wenn ihr Sohn nicht bei ihnen gewohnt hätte. Das
Versicherungsgericht habe bereits einmal in einem ähnlich gelagerten Fall keinen
„Anteil Mitbewohner“ berücksichtigt (vgl. den Entscheid EL 2008/33 des St. Galler
Versicherungsgerichtes vom 7. Mai 2009, E. 4.2).
B.b Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte
unter Hinweis auf den angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3).
B.c Am 6. November 2017 wies das Versicherungsgericht den Beschwerdeführer
darauf hin (act. G 5), dass die Beschwerdegegnerin für den Zeitraum vom 1. März 2015
bis zum 31. Juli 2015 möglicherweise einen zu hohen Mietzins angerechnet haben
könnte. Dem Beschwerdeführer drohe deshalb eine reformatio in peius. Am 9.
November 2017 liess der Beschwerdeführer trotz der drohenden reformatio in peius an
seiner Beschwerde festhalten (act. G 6).
B.d Am 22. November 2017 teilte das Versicherungsgericht den Parteien mit (act. G 8),
dass das Beschwerdeverfahren sistiert werden müsse, bis ein rechtskräftiger Entscheid
betreffend die Einsprache gegen die Verfügungen vom 7. und vom 29. September 2016
ergangen sei, da sich der Gegenstand des entsprechenden Einspracheverfahrens und
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens inhaltlich und zeitlich überschnitten.
C.
C.a Mit einem Entscheid vom 4. Dezember 2017 hiess die Beschwerdegegnerin die
Einsprache gegen die Verfügung vom 7. Oktober 2016 gut; die Einsprache gegen die
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Verfügung vom 29. September 2016 wies sie ab (act. G 1.1.1 im Verfahren EL 2017/52).
Zur Begründung führte sie an, für den Vermögensertrag ab August 2016 sei in der
Verfügung vom 7. Oktober 2016 versehentlich ein falscher Betrag berücksichtigt
worden. Dem Einsprachebegehren folgend werde die Berechnung der
Ergänzungsleistung ab August 2016 entsprechend korrigiert. Bezüglich der Verfügung
vom 29. September 2016 sei nach wie vor daran festzuhalten, dass der Mietzinsabzug
für den Sohn nach dem Abbruch der ersten und bis zum Beginn der zweiten
Berufslehre rechtmässig sei. Diesbezüglich sei die Einsprache folglich abzuweisen.
C.b Der Beschwerdeführer liess am 5. Dezember 2017 eine Beschwerde erheben (act.
G 1 im Verfahren EL 2017/52) und die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 4.
Dezember 2017, die Berücksichtigung des vollen Mietzinses für die Zeit von März 2015
bis Juli 2016 sowie die Vereinigung der beiden Beschwerdeverfahren (EL 2016/53 und
EL 2017/52) beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, inhaltlich beträfen beide
Beschwerdeverfahren dasselbe „Rechtsthema“, nämlich den Abzug eines Anteils vom
Mietzins für die Zeit zwischen dem Abbruch der ersten und dem Beginn der zweiten
Berufslehre des Sohnes des Beschwerdeführers. Dieser Abzug erweise sich aus den in
der Beschwerde vom 1. Dezember 2016 (act. G 1 im Verfahren EL 2016/53) genannten
Gründen als rechtswidrig.
C.c Die Beschwerdegegnerin beantragte unter Hinweis auf die Erwägungen im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3 im Verfahren EL 2017/52).
D.
Am 8. Februar 2018 teilte das Versicherungsgericht den Parteien mit, dass die beiden
Beschwerdeverfahren EL 2016/53 und EL 2017/52 angesichts des engen sachlichen
Zusammenhangs vereinigt würden, womit auch die Sistierung des
Beschwerdeverfahrens EL 2016/53 dahinfalle (act. G 9 im Verfahren EL 2016/53; act. G
5 im Verfahren EL 2017/52).

Erwägungen
1.
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1.1 Mit dem Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2016 scheint die
Beschwerdegegnerin auf den ersten Blick ein Einspracheverfahren abgeschlossen zu
haben, dessen Gegenstand durch zwei Verfügungen vom 30. September 2015 und
vom 11. Oktober 2015 definiert gewesen ist. Dieser erste Eindruck täuscht aber, denn
jene beiden Verfügungen haben im Zeitpunkt der Eröffnung des Einspracheentscheides
vom 31. Oktober 2016 gar nicht mehr existiert. Die Verfügung vom 30. September
2015, mit der die Beschwerdegegnerin die laufende Ergänzungsleistung rückwirkend
per 1. April 2015 neu festgesetzt hatte, war nämlich bereits durch die Verfügung vom
11. Oktober 2015, mit der der Wirkungszeitpunkt der rückwirkenden Korrektur auf den
1. März 2015 vorverschoben worden war, noch vor dem Ablauf der Rechtsmittelfrist –
also pendente lite (vgl. Art. 53 Abs. 3 ATSG) – integral ersetzt worden. Auch jene
Verfügung vom 11. Oktober 2015 war später – ebenfalls mittels eines Widerrufs
pendente lite während des laufenden Einspracheverfahrens – integral ersetzt worden.
Am 29. September 2016 hatte die Beschwerdegegnerin nämlich eine weitere
Verfügung erlassen, mit der sie den Ergänzungsleistungsanspruch erneut rückwirkend
ab dem 1. März 2015 neu festgesetzt hatte. Richtigerweise hätte die
Beschwerdegegnerin also nach dem Erlass der Verfügung vom 29. September 2016
das hängige Einspracheverfahren als Folge der Gegenstandslosigkeit abschreiben
müssen. Nun hat der Beschwerdeführer aber die Verfügung vom 29. September 2016
mit einer weiteren Einsprache angefochten. Zwar hat er ausgeführt, er erhebe diese
Einsprache nur aus formellen Gründen, aber seine Eingabe hat eine eindeutige
Nichteinverständniserklärung und zudem ein Begehren sowie eine Begründung
enthalten, weshalb es sich dabei zweifellos um eine „echte“ Einsprache gehandelt hat.
Da die Beschwerdegegnerin diese Einsprache mit einem Entscheid vom 4. Dezember
2017 abgewiesen hat und da der Beschwerdeführer diesen Einspracheentscheid in der
Folge mittels einer Beschwerde beim Versicherungsgericht angefochten hat, sind die
Verfügungen vom 30. September 2015 und vom 11. Oktober 2015, die Einsprache vom
4. November 2015 und der Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2016 definitiv
bedeutungslos geworden. Das Beschwerdeverfahren EL 2016/53 ist folglich als
gegenstandslos abzuschreiben.
1.2 Der Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2017 hat allerdings noch einen zweiten
Gegenstand betroffen, nämlich die Einsprache gegen die Verfügung vom 7. September
2016, mit der der Vermögensertrag für die Zeit ab August 2016 (versehentlich falsch)
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neu festgesetzt worden war. Diese Einsprache ist von der Beschwerdegegnerin
gutgeheissen worden. Infolgedessen richtet sich auch die Beschwerde vom 5.
Dezember 2017 nicht gegen diesen Teil des Einspracheentscheides, weshalb er
unangefochten formell rechtskräftig geworden und in diesem Verfahren nicht mehr auf
seine Rechtmässigkeit zu prüfen ist.
1.3 Zusammenfassend hat dieses Beschwerdeverfahren also den
Ergänzungsleistungsanspruch in der Zeit vom 1. März 2015 bis zum 31. Juli 2016 zum
Inhalt. Diese zeitlichen Begrenzungen ergeben sich aus zwei wesentlichen
Sachverhaltsveränderungen, nämlich aus dem Wegfall einer von zwei Kinderrenten der
Invalidenversicherung per 1. März 2015 infolge eines Lehrabbruchs und aus der
Wiederausrichtung jener Kinderrente ab dem 1. August 2016 infolge des Antritts einer
zweiten Berufslehre. Dementsprechend müsste sich dieses Beschwerdeverfahren also
nur auf jene Positionen der Anspruchsberechnung beschränken, die sich mit dem
Ausschluss eines der beiden Söhne des Beschwerdeführers aus der
Anspruchsberechnung verändert haben. Dadurch würden aber weitere
Sachverhaltsveränderungen während der Zeit vom 1. März 2015 bis zum 31. Juli 2016
unberücksichtigt bleiben, was zur Folge hätte, dass das Ergebnis fehlerhaft ausfallen
würde. Auch jenen Sachverhaltsveränderungen muss folglich Rechnung getragen
werden, wie dies die Beschwerdegegnerin bereits in ihrer Verfügung vom 29.
September 2016 und im angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2017
getan hat.
1.4 Bei der Definition des Gegenstandes des mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid abgeschlossenen Einspracheverfahrens und damit auch des
Gegenstandes dieses Beschwerdeverfahrens ergibt sich noch ein weiteres Problem: In
ihrer Verfügung vom 29. September 2016 hat die Beschwerdegegnerin mit Wirkung ab
dem 1. März 2015 auch zwei den Ausgabenüberschuss erhöhenden
Sachverhaltsveränderungen Rechnung getragen, die bereits vor dem 1. März 2015
eingetreten, aber nicht gemeldet worden waren. Das hat sie wie folgt begründet: Jene
Sachverhaltsveränderungen (tieferer Vermögensertrag und Mietzinserhöhung) hätten an
sich erst ab der Meldung berücksichtigt werden dürfen (vgl. Art. 25 Abs. 2 lit. b ELV).
Die rückwirkende Herabsetzung der Ergänzungsleistung per 1. März 2015 wegen des
Wegfalls der Kinderrente habe aber eine Rückforderung zur Folge und weil nur
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unrechtmässig bezogene Ergänzungsleistungen zurückgefordert werden dürften,
müsse den die Rückforderung reduzierenden Sachverhaltsveränderungen trotz der
unterbliebenen Meldung ab dem Zeitpunkt der die Rückforderung auslösenden
Sachverhaltsveränderung Rechnung getragen werden. Ob das rechtmässig gewesen
ist, muss in den nachfolgenden Erwägungen, die sich auf die materielle
Rechtmässigkeit des angefochtenen Einspracheentscheides beziehen, geprüft werden.
Für die Definition des Gegenstandes des Beschwerdeverfahrens ist nur massgebend,
dass die Beschwerdeführerin damit den Gegenstand des mit der Verfügung vom 29.
September 2016 abgeschlossenen Verwaltungsverfahrens nicht hat ausdehnen wollen.
Sie hat also nur zwei weitere Sachverhaltsveränderungen berücksichtigen wollen, die
gemäss dem Art. 25 Abs. 2 lit. b ELV erst während des von der Verfügung vom 29.
September 2016 erfassten Zeitraums zu einer Erhöhung der Ergänzungsleistung
geführt hätten. Zusammenfassend ist der Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens
also wie folgt zu definieren: Zu prüfen sind die Rechtmässigkeit der Herabsetzung der
laufenden Ergänzungsleistung per 1. März 2015 infolge des Wegfalls einer von zwei
Kinderrenten der Invalidenversicherung und der Anpassungen der laufenden
Ergänzungsleistung an verschiedene Sachverhaltsveränderungen in der Zeit vom 1.
März 2015 bis zum 31. Juli 2016.
2.
2.1 In die Anspruchsberechnung miteinzubeziehen sind nur jene Kinder, die einen
Anspruch auf eine Waisenrente der AHV oder auf eine Kinderrente der
Invalidenversicherung begründen (Art. 9 Abs. 2 ELG). Mit dem Wegfall einer der beiden
Kinderrenten der Invalidenversicherung per 1. März 2015 haben folglich die Ausgaben
und die Einnahmen für den Sohn, für den der Beschwerdeführer keine Kinderrente
mehr erhalten hat, nicht mehr berücksichtigt werden dürfen. Die Beschwerdegegnerin
hat deshalb unbestrittenermassen völlig zu Recht die Prämienpauschale für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung jenes Sohnes, dessen Anteil an der
Lebensbedarfspauschale, dessen früheres Erwerbseinkommen, die für ihn (nicht mehr
ausgerichtete) Kinderrente und den Ertrag seines Sparguthabens (zwei Franken) nicht
mehr berücksichtigt. Insofern erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als
rechtmässig.
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2.2 Nach dem Abbruch der (ersten) Berufslehre hat der Sohn des Beschwerdeführers
weiterhin unentgeltlich in der Wohnung seines Vaters leben können. Der Mietzins für
die Familienwohnung hat deshalb ab dem 1. März 2015 auch eine Ausgabe eines nicht
mehr in die Anspruchsberechnung miteinzubeziehenden Kindes abgedeckt. Da die
Ergänzungsleistung nur den Bedarf der in die Anspruchsberechnung
miteinzubeziehenden Personen decken soll, muss die Berücksichtigung des gesamten
Mietzinses über den 1. März 2015 hinaus grundsätzlich als rechtswidrig bezeichnet
werden. Zur Vermeidung einer Finanzierung von Mietausgaben einer nicht in die
Anspruchsberechnung miteinzubeziehenden Person mittels einer Ergänzungsleistung
sieht der Art. 16c ELV eine Aufteilung des Mietzinses vor: Nur der Anteil der in die
Anspruchsberechnung miteinzubeziehenden Personen soll berücksichtigt werden,
wobei die Aufteilung grundsätzlich nach Köpfen vorzunehmen ist. Dieser Regel folgend
hat die Beschwerdegegnerin vorliegend ab dem 1. März 2015 nur noch drei Viertel des
Mietzinses als Ausgabe berücksichtigt. Der Beschwerdeführer macht nun aber geltend,
hier liege eine besondere Situation vor, die zu einer Abweichung von der Regel des Art.
16c ELV zwinge. Der Sohn habe nämlich nur eine sehr tiefe Arbeitslosenentschädigung
erhalten, keine Arbeitsstelle gefunden und keine Sozialhilfeleistungen erhalten.
Familienrechtlich sei der Beschwerdeführer deshalb verpflichtet gewesen, seinen Sohn
zumindest unentgeltlich bei ihm wohnen zu lassen. Zudem hätte der Beschwerdeführer
auch dann, wenn sein Sohn ausgezogen wäre, weiterhin mit seiner Frau und dem
anderen Sohn in derselben Wohnung gelebt und folglich weiterhin denselben Mietzins
bezahlt. Vor diesem Hintergrund könne nicht von einer rechtsmissbräuchlichen
Verwendung der Ergänzungsleistung gesprochen werden. Schliesslich habe das
Versicherungsgericht bereits einmal in einem ähnlich gelagerten Fall von einer
Mietzinsaufteilung abgesehen. Diese Argumentation überzeugt nicht. Die
familienrechtliche Unterhaltspflicht gilt nur bis zur Volljährigkeit des Kindes absolut (Art.
277 Abs. 1 ZGB). Anschliessend besteht nur noch bis zum Abschluss einer
Erstausbildung eine Unterhaltspflicht, soweit dies den Eltern nach den gesamten
Umständen zugemutet werden kann (Art. 277 Abs. 2 ZGB). Dem Beschwerdeführer als
EL-Bezüger ist es nicht im Sinne des Art. 277 Abs. 2 ZGB zumutbar gewesen, seinen
volljährigen Sohn finanziell zu unterstützen, weshalb das Argument des
Beschwerdeführers, das Sozialamt habe eine sozialhilferechtliche Unterstützung mit
dem Hinweis auf die familienrechtliche Unterstützungspflicht verweigert, nicht verfängt.
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Hätte der Sohn in einer eigenen Wohnung gelebt, hätte er gewiss Sozialhilfeleistungen
erhalten. Auch der Einwand, der Beschwerdeführer hätte selbst dann in derselben
Wohnung gelebt und denselben Mietzins bezahlt, wenn sein Sohn nicht bei ihm gelebt
hätte, überzeugt nicht. Retrospektiv betrachtet mag es zwar zutreffen, dass der
Beschwerdeführer den ihm sowieso zur Verfügung stehenden Wohnraum
gewissermassen kostenneutral bloss besser genutzt hat, aber das ändert nichts daran,
dass er es dadurch seinem Sohn ermöglicht hat, dessen Wohnbedürfnis weiterhin
mittels der Ergänzungsleistung zu decken, was sich nicht mit dem Sinn und Zweck der
Ergänzungsleistung vereinbaren lässt. Zudem ist (prospektiv betrachtet) fraglich, ob der
Beschwerdeführer weiterhin in der nicht besonders günstigen Vier Zimmer-Wohnung
verblieben wäre, wenn sein Sohn ausgezogen wäre. Schliesslich hat hier keine mit
jenem Sachverhalt vergleichbare Situation vorgelegen, mit dem sich das
Versicherungsgericht im Verfahren EL 2008/33 befasst hatte. Der E. 4.2 jenes
Entscheides lässt sich nämlich entnehmen, dass der Sohn damals nicht mehr bei den
Eltern gewohnt, es aber versäumt hatte, seinen Wegzug rechtzeitig zu melden. Der
Sohn war nicht mehr auf ein Zimmer in der elterlichen Wohnung angewiesen gewesen
und hatte sich nur noch als Wochenaufenthalter dort aufgehalten. In dieser Situation
hat das Versicherungsgericht dem EL-Bezüger keinen ergänzungsleistungsrechtlichen
Nachteil für die versäumte Meldung des Sohnes bezüglich des Wohnsitzwechsels
auferlegen wollen. Auch das vom Beschwerdeführer erwähnte Urteil des
Bundesgerichtes P 56/00 vom 5. Juli 2001 ist nicht einschlägig, da die Tochter der EL-
Bezügerin in jenem Fall noch gar nicht volljährig gewesen war. Angesichts der hier
massgebenden Wohnverhältnisse – ein Ehepaar und zwei Söhne in einer Vier-Zimmer-
Wohnung – kann nicht davon ausgegangen werden, dass der nicht mehr in die EL-
Anspruchsberechnung miteinzubeziehende Sohn nur einen vernachlässigbar kleinen
Teil der Wohnung für sich benutzt hätte. Zusammenfassend ist also kein Grund
ersichtlich, der eine Abweichung von der Regel des Art. 16c ELV rechtfertigen würde.
Auch diesbezüglich erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid im Ergebnis
als rechtmässig.
3.
Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2016 hat die Beschwerdegegnerin die
Freizügigkeitsleistung der beruflichen Vorsorge als verzehrbares Vermögen
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angerechnet. Das hat sie mit der Vollendung des 60. Altersjahres des
Beschwerdeführers respektive mit der dadurch entstandenen Möglichkeit eines
Bezuges der Freizügigkeitsleistung begründet. Dieses Vorgehen ist korrekt gewesen,
denn die Ergänzungsleistung bezweckt die Deckung des jeweils aktuellen, nicht durch
andere Einnahmen gedeckten Bedarfs eines EL-Bezügers. Sobald ein EL-Bezüger eine
Freizügigkeitsleistung beziehen und zur Deckung seines Bedarfs verzehren kann, muss
die Freizügigkeitsleistung als anrechenbares Vermögen berücksichtigt werden.
Andernfalls könnte der EL-Bezüger die (entsprechend höhere) Ergänzungsleistung dazu
missbrauchen, sich ein noch höheres Kapital anzusparen. Dadurch würde sich zwar
allenfalls ein späterer EL-Bedarf reduzieren, aber ein solches Ziel ist nicht vom Sinn
und Zweck der Ergänzungsleistung gedeckt. Massgebend können immer nur die
aktuelle Situation und damit auch die aktuellen Möglichkeiten, den eigenen Bedarf
soweit als möglich durch eigene Mittel zu decken, sein. Sieht ein EL-Bezüger trotzdem
davon ab, seine Freizügigkeitsleistung zu beziehen, verzichtet er im Sinne des Art. 11
Abs. 1 lit. g ELG auf ein entsprechendes, verzehrbares Vermögen. In Anwendung des
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG i.V.m. dem Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG muss deshalb bei der
Anspruchsberechnung vom realen Sachverhalt abstrahiert und fingiert werden, der EL-
Bezüger habe nicht auf den Bezug seiner Freizügigkeitsleistung verzichtet und sei
deshalb in der Lage, seinen Bedarf teilweise durch einen Verzehr seines entsprechend
höheren Vermögens zu decken. In der Verwaltungspraxis wird ein solcher
Vermögenswert in aller Regel als „hypothetisches“ Vermögen bezeichnet. Diese Fiktion
bezieht sich aber nur auf den Vermögensverzehr, weil nur diesbezüglich ein Verzicht im
Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELV vorliegt, der überhaupt erst zu einer solchen Fiktion
berechtigt. Bezüglich des Vermögensertrages (Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG) muss separat
geprüft werden, ob ein Verzicht vorliegt. Das ist augenscheinlich in aller Regel nicht der
Fall, wenn eine Freizügigkeitsleistung nicht bezogen wird, denn die Zinsen für ein
Freizügigkeitskapital sind meist höher als jene für ein gewöhnliches Sparguthaben. Bei
der Anwendung des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG besteht in einer solchen Situation also
kein Bedarf nach einer Fiktion gestützt auf den Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG, weil
diesbezüglich gar kein Verzicht vorliegen kann. Im Ergebnis mutet diese
Vorgehensweise zwar paradox an, weil einerseits fingiert wird, das Freizügigkeitskapital
sei bezogen worden, und andererseits der reale Ertrag des (real nicht bezogenen)
Freizügigkeitskapitals berücksichtigt wird. Die gesetzliche Regelung bezüglich eines
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Verzichtes zwingt aber zu diesem Vorgehen, weil eine entsprechende Fiktion nur für
jene Positionen der Anspruchsberechnung vorgesehen ist, bezüglich derer ein Verzicht
im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG vorliegt, und weil dabei zwischen der
Einnahmenposition Vermögensertrag (Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG) und der
Einnahmenposition Vermögensverzehr (Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG) unterschieden werden
muss. Auch in diesem Punkt erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid im
Ergebnis folglich als rechtmässig.
4.
4.1 Für die Wohnungsmiete hat der Beschwerdeführer vor dem 1. März 2015
monatlich 1'210 Franken (Nettomiete) plus 180 Franken (Heiz- und Nebenkosten-
Akontozahlungen), total also 1'390 Franken bezahlt. Per 1. August 2015 hat die
Vermieterin die Heiz- und Nebenkosten-Akontozahlungen auf 250 Franken pro Monat
erhöht (EL-act. 42–1). Per 1. November 2015 hat sie den Nettomietzins von 1'210
Franken auf 1'175 Franken gesenkt (EL-act. 42–2). Im hier massgebenden Zeitraum hat
der Beschwerdeführer also zunächst einen jährlichen Bruttomietzins von 16'680
Franken, ab dem 1. August 2015 einen solchen von 17'520 Franken und ab dem 1.
November 2015 schliesslich einen solchen von 17'100 Franken bezahlt. Die
Beschwerdegegnerin muss wohl übersehen haben, dass die Akontozahlungen erst per
1. August 2015 und nicht schon vor dem 1. März 2015 erhöht worden waren, denn sie
hat bereits rückwirkend ab dem 1. März 2015 einen Bruttomietzins von 17'520 Franken
berücksichtigt. Für die Zeit vom 1. März 2015 bis zum 31. Juli 2015 hat sie folglich
einen zu hohen Mietzins angerechnet, weshalb sich die Ergänzungsleistung für die
Monate März bis und mit Juli 2015 als entsprechend zu hoch erweist.
4.2 Hinzu kommt, dass die Mietzinserhöhung erst im März 2016 gemeldet worden ist.
Gemäss dem Art. 25 Abs. 2 lit. b ELV hätte die Mietzinserhöhung an sich erst ab April
2016 berücksichtigt werden dürfen. Mit dem am 29. September 2016 erfolgten
Widerruf der Revisionsverfügung per 1. März 2015 hat die Beschwerdegegnerin
allerdings nicht nur jene Revisionsverfügung, sondern auch alle Revisionsverfügungen
im Zeitraum zwischen dem 1. März 2015 und dem 29. September 2016 ersetzen
müssen. Die neuen „Revisionsverfügungen“ haben aber gar keine echten
Revisionsverfügungen mehr sein können, weil sie nicht die Anpassung der
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Ergänzungsleistung für die Zukunft (gestützt auf eine Prognose) zum Inhalt gehabt
haben, sondern nur die Ergänzungsleistung für einen vergangenen Zeitraum (gestützt
auf einen mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellten Sachverhalt) neu festgesetzt haben. Diese Anpassungen haben sich also
nicht auf den Art. 17 Abs. 2 ATSG stützen können. Sie haben vielmehr auf einer
(lückenfüllend geschaffenen) Regelung, die in weiten Zügen dem Art. 17 Abs. 2 ATSG
entspricht, beruht, was vom Bundesgericht in der Regel als eine analoge Anwendung
des Art. 17 ATSG bezeichnet wird. Weil es sich nicht um „echte“, sondern nur um
„analoge“ Revisionen gehandelt hat, ist der Zeitpunkt der Meldung einer
entsprechenden Sachverhaltsveränderung irrelevant gewesen, denn damit hat die
Beschwerdegegnerin ja nur den Verlauf in der Vergangenheit „nachzeichnen“ müssen.
Die Beschwerdegegnerin hat die Anpassungen deshalb zu Recht ab dem Zeitpunkt der
jeweiligen Sachverhaltsveränderungen vorgenommen. Für die Monate August,
September und Oktober 2015 ist also der per 1. August 2015 erhöhte Mietzins von
17'520 Franken und ab dem 1. November 2015 der wieder leicht reduzierte Mietzins
von 17'100 Franken anzurechnen. Für die Zeit bis zum 31. Juli 2015 ist – wie in der E.
4.1 dargelegt – ein Mietzins von 16'680 Franken zu berücksichtigen. Gemäss den
Ausführungen in der E. 2.2 sind vom jeweiligen Mietzins aber nur drei Viertel
anzurechnen.
5.
Bezüglich der Erhöhung der Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung per 1. Januar 2016, der Ausrichtung einer Kinderrente der
beruflichen Vorsorge ab dem 1. Januar 2016 und der Anpassung des
Vermögensstandes und der Vermögenserträge per 1. Januar 2016 erweisen sich die
Anpassungen der Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. Januar 2016 als
rechtmässig.
6.
Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentscheid also wie folgt zu
korrigieren: Für die Zeit vom 1. März 2015 bis zum 31. Juli 2015 ist nur ein Mietzins von
12'510 Franken (= 16'680 Franken × 3 ÷ 4) bei der Anspruchsberechnung zu
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berücksichtigen. Im Übrigen erweist sich die im angefochtenen Einspracheentscheid
enthaltene Neuberechnung der Ergänzungsleistung für den Zeitraum vom 1. März 2015
bis zum 31. Juli 2016 als rechtmässig. An sich könnte das Versicherungsgericht die
Ergänzungsleistung für jenen Zeitraum direkt neu festsetzen und den korrekten Betrag
der Rückforderung berechnen. Das entsprechende „definitive“ Urteil wäre aber einer
allfälligen Wiedererwägung nicht zugänglich, weil das kantonale Verfahrensrecht keine
Möglichkeit für eine Wiedererwägung eines formell rechtskräftigen Rekursentscheides
vorsieht. Falls dem Versicherungsgericht bei der Festsetzung der Ergänzungsleistung
ein Fehler unterlaufen würde, könnte dieser folglich nicht mehr korrigiert werden. Unter
diesen Umständen erscheint es als sinnvoll, die Sache zur Neufestsetzung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.
Die Korrektur des angefochtenen Einspracheentscheides wirkt sich zuungunsten des
Beschwerdeführers aus. Hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist also
von einem Unterliegen des Beschwerdeführers auszugehen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben. Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Weil sich das Ergebnis auch auf den Anspruch auf eine
kantonalrechtliche ausserordentliche Ergänzungsleistung auswirkt, gilt der geteilte
Rechtsmittelweg.