Decision ID: 61863557-b755-5f3f-9345-8f33ca6290a4
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Dezember 2001 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Vom 9. bis 29. August 2001 hatte sich die
Versicherte stationär in der Klinik B._ befunden. Die dort behandelnden Ärzte hatten
am 8. Oktober 2001 über ein panvertebrales Schmerzsyndrom mit
lumbospondylogener linksseitiger Betonung und einen Status nach Bronchopneumonie
im April 2001 berichtet (IV-act. 9-9 ff., vgl. zu einem früheren Aufenthalt IV-act. 104-30
ff.). Eine am 15. Februar 2002 durchgeführte Kernspintomographie ergab eine leichte
Spondylarthrose der unteren lumbalen Wirbelsäule, vor allem L4/5 und L5/S1 (IV-act.
9-8).
A.a.
Im Auftrag der IV-Stelle (IV-act. 14) wurde die Versicherte im September 2002
durch Ärzte der Medas Ostschweiz polydisziplinär (psychiatrisch, internistisch,
rheumatologisch) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 12. Februar 2003 listeten diese als
Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronisches
Panvertebralsyndrom mit lumbospondylogenen Ausstrahlungen linksbetont, eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischem
Syndrom (ICD-10: F33.01), eine psychogene Überlagerung der körperlich bedingten
Beschwerden (ICD-10: F54.0) und einen Verdacht auf eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung auf. In der zuletzt ausgeführten Tätigkeit als Küchenhilfe betrage die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit höchstens 40%. In einer adaptierten Tätigkeit
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 25% (IV-act. 25).
A.b.
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Mit Verfügungen vom 24. November bzw. 3. Dezember 2003 sprach die IV-Stelle
der Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 2002 eine Viertelsrente bei einem
Invaliditätsgrad von 48% zu (IV-act. 51, 55, vgl. IV-act. 44). Die von der Versicherten
dagegen erhobenen Einsprachen (IV-act. 52, 57, vgl. IV-act. 62, 64) wies die IV-Stelle
mit Entscheid vom 12. Juli 2004 ab (IV-act. 72). Die Versicherte erhob dagegen am 13.
September 2004 Beschwerde ans Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act.
76), zog diese jedoch nach Androhung einer reformatio in peius zurück (IV-act. 107).
Das Versicherungsgericht schrieb das Verfahren mit Entscheid vom 5. September 2005
ab (IV-act. 108).
A.c.
Im November 2012 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahren
ein (IV-act 118 ff.). Nach Einholung von Verlaufsberichten bei Dr. med. C._, Innere
Medizin FMH, und Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, teilte
die IV-Stelle der Versicherten am 25. März 2013 mit, sie habe weiterhin Anspruch auf
die bisherige Viertelsrente (IV-act. 123, 126, 129).
A.d.
Im September 2015 stellte die Versicherte ein Revisionsgesuch und machte einen
verschlechterten Gesundheitszustand geltend (IV-act. 146). Zuvor hatte sie bereits
diverse medizinische Berichte eingereicht (IV-act. 135 ff.). Die IV-Stelle ersuchte in der
Folge die behandelnden Ärzte um Verlaufsberichte (IV-act. 151 ff.). Dr. C._
bescheinigte der Versicherten mit Bericht vom 11. Januar 2016 eine seit Jahren
bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit und reichte diverse medizinische Dokumente
über durchgeführte Behandlungen und Abklärungen ein (IV-act. 154). Am 7. Juli 2016
berichtete Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sie
behandle die Versicherte seit 20. April 2016 ambulant. Vom 4. Oktober bis 17.
November 2007 sowie vom 22. April bis 1. August 2014 sei die Versicherte in der
Psychiatrischen Klinik F._ in stationärer Behandlung gewesen. Dr. E._ hielt als
psychiatrische Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2), und eine Störung
durch Sedativa und Hypnotika (Benzodiazepine), Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig
ärztlich kontrollierte Abgabe (ICD-10: F13.22) fest. Die Versicherte sei in der
angestammten als auch jeglichen anderen Tätigkeiten nicht arbeitsfähig (IV-act. 164,
vgl. IV-act. 136).
A.e.
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B.
Im Auftrag der IV-Stelle (IV-act. 180) wurde die Versicherte im April 2017 durch
Ärzte der PMEDA AG polydisziplinär (internistisch, neurologisch, orthopädisch,
psychiatrisch) abgeklärt. Diese hielten in ihrem Gutachten vom 28. Juni 2017 fest, es
bestünden keine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnosen. Die
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren oder anderen
Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts sei nicht limitiert. Retrospektiv sei aktenkundig
eine höhergradige psychiatrische Erkrankung attestiert worden, die sich zumindest
anhand des aktuellen Befunds nicht mehr erkennen lasse, sodass die Bewertung der
Gutachter spätestens ex nunc gelte. Vorrangig notwendig sei eine vollständige
kontrollierte Entgiftung und Entwöhnung von Opiaten und Benzodiazepinen, beginnend
unter stationären Bedingungen. Für die Entgiftung und Entwöhnung könne ein Zeitraum
von vier Wochen eingeräumt werden (IV-act. 194).
A.f.
Mit Stellungnahmen vom 14. August und 27. September 2017 sprach sich der
RAD dafür aus, auf das Gutachten abzustellen. Nachdem keine Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden seien, würden auch Massnahmen
der Schadenminderungspflicht hinsichtlich der festgestellten Süchte entfallen. Die im
Jahr 2003 gestellten Diagnosen hätten 2017 nicht mehr bestätigt werden können,
weshalb ein Revisionsgrund vorliege (IV-act. 195 f.).
A.g.
Mit Vorbescheid vom 29. September 2017 stellte die IV-Stelle die Aufhebung der
Rente nach Zustellung der Verfügung auf das Ende des folgenden Monats in Aussicht
(IV-act. 199). Dagegen erhob die Versicherte am 15. November 2017 Einwand und
reichte einen Bericht von Dr. E._ vom 2. November 2017 ein (IV-act. 205). Nach
Rückfrage beim RAD (vgl. IV-act. 206) verfügte die IV-Stelle am 8. Januar 2018
entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 207).
A.h.
Gegen die Verfügung vom 8. Januar 2018 erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 8. Februar 2018 die vorliegende Beschwerde. Sie beantragte
darin deren Aufhebung. Es sei festzustellen, dass nach wie vor ein Invaliditätsgrad von
48% bestehe und es sei ihr weiterhin eine Viertelsrente auszurichten. Eventualiter sei
ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben. Weiter sei ihr die unentgeltliche
B.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der verfügten Renteneinstellung.
Prozessführung und -verbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G1).
Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G4).
B.b.
Am 19. April 2018 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G8).
B.c.
In ihrer Replik vom 21. Juni 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
und deren Begründungen im Wesentlichen fest (act. G12).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin liess die Frist zur Einreichung einer Duplik unbenützt
ablaufen (act. G14).
B.e.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
1.1.
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2.
Die letzte Prüfung des Rentenanspruchs nahm die Beschwerdegegnerin im November
2012 vor (IV-act. 118 ff.). Sie holte aus medizinischer Sicht lediglich Verlaufsberichte
von Hausarzt Dr. C._ und dem damals behandelnden Psychiater Dr. D._ ein (IV-
act. 123, 126). Dies stellt keine umfassende materielle Neuprüfung des
Rentenanspruchs dar, so dass die gestützt darauf ergangene Mitteilung vom 25. März
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Bei der Anpassung einer
Invalidenrente im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG geht es darum, eine ursprünglich
tatsächlich und rechtlich korrekte formell rechtskräftige Verfügung über eine
Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der formellen Rechtskraft eingetretene
Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das heisst eine nachträglich
eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu
beheben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Ob eine solche Änderung
eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der
letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf
einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der
streitigen Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4).
1.2.
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.3.
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2013 (vgl. IV-act. 129) nicht als Referenzzeitpunkt für die Rentenrevision zu betrachten
ist. Vorliegend ist daher zu prüfen, ob seit der erstmaligen Rentenzusprache vom 24.
November bzw. 3. Dezember 2003 eine Veränderung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin eingetreten ist, welche sich auf deren Arbeitsfähigkeit auswirkt.
Die ursprünglichen Verfügungen vom 24. November bzw. 3. Dezember 2003
stützten sich in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten der Medas Ostschweiz vom
12. Februar 2003 (IV-act. 25, 44, 51, 55). Die Sachverständigen der Medas hatten als
Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein chronisches
Panvertebralsyndrom mit lumbospondylogenen Ausstrahlungen links-betont, eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischem
Syndrom (ICD-10: F33.01), eine psychogene Überlagerung der körperlich bedingten
Beschwerden (ICD-10: F54.0) und einen Verdacht auf eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung aufgelistet. Sie hatten befunden, aus somatischer Sicht bestehe für
eine adaptierte Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht liege eine
Arbeitsunfähigkeit von 25% für jegliche Tätigkeiten vor. Für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Küchenhilfe waren sie polydisziplinär von einer Arbeitsunfähigkeit von
höchstens 40% ausgegangen (IV-act. 25-10 ff.).
2.1.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung vom 8.
Januar 2018 (IV-act. 207) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten
der PMEDA vom 28. Juni 2017 (IV-act. 194). Die Beschwerdeführerin spricht diesem
die Beweiskraft ab (act. G1).
2.2.
Die Ärzte der PMEDA hielten in ihrem Gutachten vom 28. Juni 2017 fest, es
bestünden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Diese sei weder in
der zuletzt ausgeübten, noch in einer vergleichbaren oder anderen Tätigkeit
eingeschränkt. Diese Angaben würden spätestens seit dem Gutachten gelten (IV-act.
194-42 f.). Der orthopädische Teilgutachter Dr. med. G._, Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, beurteilte, die Beschwerdeführerin
habe vorrangig zervikale und lumbale Schmerzen, durch Bewegung und Aktivität
akzentuiert, geäussert. Bei der klinischen Untersuchung habe sich kein namhaftes
Vertebralsyndrom und kein umschriebener Muskelhartspann gezeigt. Ein wesentliches
Bewegungsdefizit der Arme oder Beine sei nicht zu erheben. Insbesondere sei auch die
spontane Mobilität als unauffällig zu beobachten gewesen. Zusammenfassend seien
somit keine orthopädischen Erkrankungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu
diagnostizieren (IV-act. 194-25). In der Konsensbeurteilung führten die PMEDA-
Gutachter aus, eine schwerwiegende somatische Erkrankung, die den Einsatz von
2.2.1.
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Opiaten rechtfertigen könnte, sei nicht belegt. Die objektiven klinischen spinalen
Befunde seien nicht namhaft gestört, die degenerativen spinalen Bildbefunde seien
alterstypisch und in der Normalpopulation hoch prävalent ohne epidemiologisch
belegten eigenständigen Krankheitswert. Die von den Medas-Gutachtern gestellte
Diagnose eines Panvertebralsyndroms repräsentiere lediglich eine
Verlegenheitsumschreibung unverstandener subjektiver Klagen. Der Bewertung könne
aus Sicht der PMEDA-Gutachter nicht gefolgt werden (IV-act. 194-35). Ob ein
Panvertebralsyndrom vorliegt, kann insofern offenbleiben, als bereits die Gutachter der
Medas in somatischer Hinsicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit ausgegangen waren.
Der psychiatrische PMEDA-Teilgutachter, med. pract. H._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, befand, im AMDP-konform erhobenen Untersuchungsbefund
imponiere eine demonstrativ anmutende (inkonsistente) Präsentation einer affektiven
Starre und eine demonstrativ leidende Mimik und Gestik. Bei Ablenkung löse sich die
Präsentation auf. Auch in der Gegenübertragung sei keine namhafte psychische
Beeinträchtigung spürbar gewesen. Die Kriterien einer Schmerzverarbeitungsstörung
bzw. einer psychogenen Schmerzstörung seien nicht erfüllt; ein fehlverarbeiteter
seelischer Konflikt sei nicht zu erkennen und die Beschwerdeführerin wirke nicht
konsistent schmerzgeplagt. Die von den MEDAS-Gutachtern sowie behandelnden
Ärzten festgehaltene depressive Störung (vgl. IV-act. 25, 126, 136) stelle sich im
psychiatrischen Befund nach AMDP nicht mehr schlüssig dar (IV-act. 194-31 f.). Vom
22. April bis 1. August 2014 hatte sich die Beschwerdeführerin primär wegen einer
rezidivierenden depressiven Störung mit damals schwerer Episode ohne psychotische
Symptome stationär in der Psychiatrischen Klinik F._ befunden. Die behandelnden
Ärzte hatten ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert (IV-act. 136). Dr. C._
hatte am 24. Februar 2016 notiert, die Beschwerdeführerin sei seit der Entlassung aus
der Klinik F._, mithin seit mehr als anderthalb Jahren, in keiner ambulanten
psychiatrischen Behandlung. Sie sei nun aber bei Dr. E._ angemeldet (IV-act. 159).
Diese hatte am 7. Juli 2016 über eine rezidivierende depressive Störung mit
gegenwärtig schwerer Episode ohne psychotische Symptome berichtet. Die
Beschwerdeführerin sei zu 100% arbeitsunfähig, auch eine Beschäftigung im
geschützten Rahmen sei ausgeschlossen. Wie jedoch med. pract. H._ ausführte,
hatte Dr. E._ im psychopathologischen Untersuchungsbefund die Kriterien einer
schwergradigen Störung nicht beschrieben, weshalb die Diagnose nicht
nachvollziehbar sei (IV-act. 164, 194-33). Auch RAD-Arzt Dr. med. I._, Facharzt für
Innere Medizin, hatte am 19. August 2016 befunden, die Diagnose einer schweren
2.2.2.
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depressiven Störung sei aufgrund des Berichts von Dr. E._ nicht nachvollziehbar. Er
hatte zu Recht darauf hingewiesen, dass Dr. E._ im psychopathologischen Befund
eine regelrechte Auffassung festgehalten hatte, im Widerspruch dazu aber ausgeführt
hatte, die Prognose sei unter anderem aufgrund der geminderten Auffassung sehr
ungünstig (IV-act. 164, 169). Nachdem Dr. E._ in ihrem Bericht vom 2. November
2017 an ihren Diagnosen und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit festgehalten hatte
(vgl. IV-act. 205-6), holte die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme bei RAD-Arzt
Dr. med. J._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein. Dieser befand am
12. Dezember 2017, Dr. E._ beschreibe in ihrem Bericht vom 2. November 2017
weder einen aktuellen psychopathologischen Befund, aus dem die Diagnose einer
schweren depressiven Episode hervorgehen würde, noch begründe sie allfällige aus
den Diagnosen resultierende Einschränkungen (IV-act. 206). Wie Dr. J._ zu Recht
vorbringt, hielt Dr. E._ lediglich fest, die Arbeitsunfähigkeit sei auf eine starke
Depression und schwere Angstzustände zurückzuführen, beschrieb diese jedoch nicht
näher (vgl. IV-act. 205-6). Eine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende depressive
Episode war somit im Zeitpunkt der Renteneinstellung nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Die Gutachter der PMEDA führten aus, eine invalidisierende Erkrankung sei
ausweislich der objektiven Befunde nicht ausreichend belegt. Dominierend sei eine
demonstrative und inkonsistente Präsentation von Einschränkungen und Beschwerden
gewesen. Für die subjektiven Beschwerden habe sich kein konsistentes objektives
Korrelat und angesichts der erfolgenden, potentiell suchtinduzierenden Fehlmedikation
mit einem Benzodiazepin und einem Opiat sei eine Abgrenzung der subjektiven Klagen
hiervon nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit möglich. Vorrangig notwendig sei
eine vollständige kontrollierte Entgiftung und Entwöhnung, vorzugsweise beginnend
unter stationären Bedingungen. Für diese könne ein Zeitraum von vier Wochen
eingeräumt werden. Die Mitarbeit der Beschwerdeführerin sei dabei medizinisch gut
zumutbar (IV-act. 194-42 f., vgl. IV-act. 194-13, 194-31). In der Folge fand kein
stationärer Entzug statt und die Beschwerdegegnerin auferlegte der
Beschwerdeführerin keine Schadenminderungspflicht. Gestützt auf das Gutachten der
PMEDA ist jedoch davon auszugehen, dass der von den Gutachtern diagnostizierte
Benzodiazepin- und Opiat-Fehlgebrauch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat
(vgl. IV-act. 194-39). Dem Gutachten ist nicht zu entnehmen, dass ein Entzug
Voraussetzung für die uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
wäre. Zudem ist auch nicht ersichtlich, welche Auswirkungen der Fehlgebrauch der
Arzneimittel an sich auf die Arbeitsfähigkeit haben sollte. Auch gingen die Gutachter
2.2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/15
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der PMEDA davon aus, dass die Fehlmedikation keine irreversiblen Folgen haben
würde (IV-act. 194-38). Dem Austrittsbericht der Klinik F._ vom 13. August 2014 (vgl.
IV-act. 136) sei zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin weitere Behandlungs- und
Hilfsmassnahmen abgelehnt habe. Dies widerspreche einem namhaften Leidensdruck
und auch der Annahme einer namhaften psychischen Störung. Die fortgesetzte
Verschreibung des Suchtmittels bei einer offensichtlich nicht komplianten
Beschwerdeführerin sei leitlinienwidrig (IV-act. 194-33, vgl. auch IV-act. 194-13,
194-18). Dr. E._ hatte am 7. Juli 2016 wie bereits die behandelnden Ärzte der
Psychiatrischen Klinik F._ über ein Abhängigkeitssyndrom von Benzodiazepin bei
ärztlich kontrollierter Abgabe (ICD-10: F13.22) berichtet. Sie hatte ausgeführt, die
Leistungs- und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei durch geminderte
Konzentration, Auffassung und Anpassungsfähigkeit, andauernde Müdigkeit und
quälende Rückenschmerzen gemindert (IV-act. 164). Inwiefern diese Einschränkungen
- abgesehen von der Müdigkeit - durch das Abhängigkeitssyndrom und nicht durch die
im Vordergrund stehende rezidivierende depressive Störung bedingt sein sollten, ergibt
sich aus dem Bericht von Dr. E._ nicht. Auch die behandelnden Ärzte der
Psychiatrischen Klinik F._ hatten sich nicht dazu geäussert, inwiefern sich das
Abhängigkeitssyndrom auf die Arbeitsfähigkeit auswirkte (IV-act. 136). Am 2.
November 2017 erachtete Dr. E._ die Beschwerdeführerin nach wie vor zu 100%
arbeitsunfähig und begründete dies mit einer starken Depression, schweren
Angstzuständen sowie intensiven Schmerzen. Die erhöhte Einnahme von Xanax, einem
Benzodiazepin, deute auf den Schweregrad der Psychopathologie und den
verzweifelten Versuch der Beschwerdeführerin, sich das Leben zu erleichtern, hin. Im
Widerspruch dazu führte sie im selben Bericht jedoch aus, die Medikation mit Xanax
sei in den letzten Monaten auf das Reserveniveau reduziert worden (IV-act. 205-6). Sie
äusserte sich nicht weiter zu den erwähnten Angstzuständen und stellte keine damit
zusammenhängende Diagnose. Sie befand ausserdem, eine Entgiftung könne nicht
bzw. nicht alleine zu einer Verbesserung der Situation führen (IV-act. 205-6). Auch Dr.
E._ ging damit nicht davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit wesentlich durch die
Einnahme des Benzodiazepins bzw. den Entzug desselben beeinflusst würde.
Damit ist es in psychiatrischer Hinsicht seit dem Medas-Gutachten vom 12.
Februar 2003 insofern zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen,
als die Gutachter der PMEDA keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
mehr festhielten und von einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit
ausgingen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (act. G1) handelt es sich
nicht lediglich um eine andere Einschätzung des gleichen Sachverhalts, zumal die
2.2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
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PMEDA-Gutachter die anlässlich der Begutachtung durch die Medas gestellten
Diagnosen nicht grundsätzlich in Frage stellten. Sie hielten dazu fest, retrospektiv sei
aktenkundig eine höhergradige psychiatrische Erkrankung attestiert worden. Diese
habe sich zumindest anhand des anlässlich ihrer Begutachtung erhobenen Befunds
nicht mehr erkennen lassen, sodass ihre Beurteilung spätestens ex nunc gelte (IV-act.
194-43). Betrachtet man die Feststellungen des psychiatrischen Medas-Gutachters
vom September 2002, so ist eine Verbesserung überwiegend wahrscheinlich
ausgewiesen. Bei der damaligen psychiatrischen Begutachtung war die
Beschwerdeführerin 28 Jahre alt und hatte drei schulpflichtige Kinder (vgl. IV-act. 25-2).
Sie war als 17-Jährige mit einem Säugling und einem Kleinkind in die Schweiz
eingewandert. Seit mindestens März 1993 hatte sie trotz der Betreuung ihrer beiden
Kleinkinder an verschiedenen Stellen regelmässig auch körperlich belastend gearbeitet,
dies weiterhin auch nach der Geburt ihres dritten Kindes im September 1995 (IV-act. 1;
28-2). Der begutachtende Psychiater hielt fest, ihr Ehemann habe eine Zeit lang unter
psychischen Störungen gelitten und habe ihr wenig Hilfe leisten können. Die
Beschwerdeführerin sei in einer Überforderungssituation gestanden (IV-act. 25-9). All
diese Belastungen waren im Zeitpunkt der Begutachtung durch die PMEDA im April
2017 nicht mehr vorhanden. Die Beschwerdeführerin ist seit 2012 geschieden, die
Kinder sind erwachsen und erwerbstätig, zwei leben noch bei ihr und das dritte in der
Nähe (vgl. IV-act. 194-10). Eine Verbesserung der psychischen Situation ist auch mit
Blick auf diese Entwicklung nachvollziehbar.
Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
PMEDA-Gutachten vom 28. Juni 2017 (IV-act. 194) auf umfassender Aktenkenntnis
sowie polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der
Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten
medizinischen Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte,
welche im genannten Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich
wurden auch zwischen dem Gutachten vom 28. Juni 2017 und der umstrittenen
Verfügung vom 8. Januar 2018 (IV-act. 207) eingetretene massgebliche Veränderungen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht geltend gemacht und solche ergeben
sich auch nicht aus den Akten. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sich ab 2.
Mai 2018 offenbar erneut in stationärer Behandlung in der Psychiatrischen Klinik F._
befand (vgl. act. G12), ist insofern vorliegend nicht von Bedeutung, als dies den
Zeitraum nach Erlass der angefochtenen Verfügung betrifft. Weitere medizinische
Abklärungen erübrigen sich damit.
2.3.
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3.
Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens - und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf
erlernt und war bis 2002 als Hilfsarbeiterin tätig (vgl. IV-act. 150, 194-26). Es ist ihr
deshalb ohne weiteres zumutbar, im Ausmass ihrer verbliebenen Arbeitsfähigkeit einer
Hilfsarbeit nachzugehen. Es muss sich um eine der Behinderung optimal gerecht
werdende Hilfsarbeit handeln, damit die verbleibende Arbeitsfähigkeit - der allgemeinen
Schadenminderungspflicht Rechnung tragend - bestmöglich verwertet werden kann.
Wenn in Art. 6 Satz 1 ATSG von der durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten
Einschränkung bei der Fähigkeit, im bisherigen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten, die
Rede ist, so kann damit im Zusammenhang mit der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens der Beschwerdeführerin also nur die Arbeitsunfähigkeit in einer
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit gemeint sein (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts
vom 17. August 2012, IV 2010/400 E. 1.1). Ausgehend von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin im Validen- sowie
Invalidenfall erübrigen sich die Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und
insbesondere die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs, da ohnehin kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert. Die Beschwerdegegnerin hat die Rente
damit zu Recht eingestellt.
4.
Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss eventualiter die Zusprache von
beruflichen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (act. G1, IV-act.
205).
Zusammenfassend ist eine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Folglich
besteht ein medizinisch bedingter Revisionsgrund und es ist gestützt auf das
Gutachten der PMEDA von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von
100% auszugehen.
2.4.
Das Bundesgericht hielt in seinem Urteil 8C_759/2018 vom 13. Juni 2019 fest,
dass bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden
soll, nach mindestens 15 Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr
zurückgelegt haben, in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung
durchzuführen seien. Dabei wies es darauf hin, dass von dieser praxisgemäss
4.1.
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vermuteten Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung ausnahmsweise abgewichen
werden könne, wenn namentlich die langjährige Absenz der versicherten Person vom
Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen sei, wenn die versicherte
Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert sei oder
wenn sie über eine besonders breite Ausbildung und Berufserfahrung verfüge. Dabei
müssten konkrete Anhaltspunkte den Schluss zulassen, dass sich die versicherte
Person trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit
entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das
Erwerbsleben integrieren könne. Die IV-Stelle trage hierfür die Beweislast (E. 9.2 des
Urteils). Ist einer versicherten Person die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit seit
Jahren zumutbar und die berufliche Selbstintegration seither allein aus
invaliditätsfremden Gründen unterblieben, ist die arbeitsmarktliche Desintegration nicht
invaliditätsbedingt und es besteht kein Anspruch auf Abklärung bzw. Durchführung
beruflicher Eingliederungsmassnahmen (Urteile des Bundesgerichts vom 19. Juni 2015,
9C_819/2014, E. 4, und vom 25. August 2016, 8C_393/2016, E. 3.6 f.).
Die Beschwerdeführerin bezog vom 1. Dezember 2002 bis Ende Februar 2018,
mithin während gut 15 Jahren, eine Viertelsrente (IV-act. 51, 55, 207). Bei den
ursprünglichen Rentenverfügungen berechnete die Beschwerdegegnerin einen
Invaliditätsgrad von 48%. Sie ging dabei gestützt auf das Gutachten der Medas
Ostschweiz vom 12. Februar 2003 von einer Arbeitsunfähigkeit von 25% in einer
adaptierten Tätigkeit aus, was sie in den Verfügungen explizit erwähnte (vgl. IV-act. 25,
44). Die Beschwerdeführerin wusste folglich, dass die Beschwerdegegnerin vom
Vorliegen einer Restarbeitsfähigkeit von 75% ausging. Im Einspracheentscheid vom
12. Juli 2004 wurde das Abstellen auf diese – rein psychiatrisch eingeschränkte –
Arbeitsfähigkeit ausführlich begründet (IV-act. 72). Ferner wurde die
Beschwerdeführerin im anschliessenden Gerichtsverfahren gar über die drohende
Schlechterstellung (reformatio in peius) orientiert (IV-act. 107). Trotz dieser
Ausgangslage unternahm sie aktenkundig kaum Anstrengungen, wieder eine
Teilzeitstelle aufzunehmen, und ersuchte die Beschwerdegegnerin nicht um
Gewährung von Eingliederungsmassnahmen. Es ist nicht ersichtlich, wieso sie nicht
wie vor dem Rentenbezug eine Tätigkeit als Hilfsarbeiterin hätte aufnehmen können.
Die langjährige Absenz der Beschwerdeführerin vom Arbeitsmarkt ist somit auf
invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen. Zudem wurde im Gutachten der PMEDA
vom 28. Juni 2017 festgestellt, dass die Beschwerdeführerin sich keine Arbeit mehr
vorstellen könne (IV-act. 194-11). Eingliederungsbemühungen seitens der
Beschwerdeführerin seien nicht ersichtlich (IV-act. 194-40). Damit ist die subjektive
Eingliederungsfähigkeit nicht als gegeben zu betrachten, die grundsätzlich
4.2.
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