Decision ID: 05e2a227-dfd0-58cc-9646-fdad7c0e30b3
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, war von November 2002 bis Dezember 2007 bei der Stadt
Y._
als Pf
legehelferin angestellt (Urk. 10
/15). Am 27. November 2007 hatte sie sich bei der Invalidenversicherung für berufliche Massnahmen und eine In
validenrente angemeldet (Urk. 10/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte
m
it Verfügung vom 13. Oktober 2009
bei einem Invaliditätsgrad von 35 % ei
nen Rentenanspruch (Urk. 10/
56).
Mit Urteil vom 2
8.
Februar 2011 (IV.2009.01113) wies das Sozialversicherungsge
richt des Kantons Zürich
die
dagegen erhobene
Beschwerde
bei einem festge
s
tellten In
va
liditätsgrad von 21
% ab
(
Urk.
10/79)
.
Mit Eingabe vom 2
1.
März 2011 stellte die Versicherte der IV-Stelle verschie
dene
neue
Arztberichte
zu
und beantragte die Einleitung eines
Revision
sver
fahrens
(
Urk.
10/76).
Die IV-Stelle nahm in der Folge erwerbliche (
Urk.
10/81) und medizinische (
Urk.
10/83,
Urk.
10/85,
Urk.
10/86,
Urk.
10/87 und
Urk.
10/89) Abklärungen vor. Mit Vorbescheid vom 2
8.
November 201
1 (
Urk.
10/92) teilte sie
der Versicherten mit, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen keine IV-relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus
gewiesen und deshalb weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen sei
,
und stellte die Ablehnung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Hablützel
,
Einwand erheben und
weitere
medizinische Unterlagen einreichen (
Urk.
10/95-97,
Urk.
10/100,
Urk.
10/
108,
Urk.
10/110-
113). Mit Verfügung vom
2.
Mai 2012 hielt die IV-Stelle an ihrem Entscheid fest und wies das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob die Versicherte, nach wie vor vertreten durch Rechtsanwalt Hablü
t
zel, am
4.
Juni 2012 Beschwerde
und beantragte
,
es sei die Beschwerde
gegnerin anzuweisen, ihr die gesetzlichen
invalidenversicherungsrechtlichen Leistungen
, insbesondere eine Rente, auszurichten. Eventualiter sei eine durch das Gericht angeordnete polydisziplinäre Begutachtung in den Fachdisziplinen Rheumatologie, Orthopädie und Psychiatrie durchzuführen. Subeventualiter sei
eine Abklärung zur funktionellen Leistungsfähigkeit (durch
Z._
in
U._
) durchzuführen (
Urk. 1.
S. 2)
. Die Beschwerdeführerin reichte
zudem
weitere Arztberichte und Unterlagen ein (
Urk.
3/4-8) und ersuchte
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Bestellung von Rechtsanwa
lt Hablützel als unentgeltlicher
Rechtsvertrete
r
(
Urk.
1 S. 3)
.
Am
1
0.
Juli 2012 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 1
3.
Juli 2012 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Prozessführung gewährt und Rechtsanwalt Hablützel als unent
geltlicher Rechtsvertreter bestellt (
Urk.
12). Replicando (
Urk.
14) und duplicando (
Urk.
16) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am
1.
Januar 2008 und am
1.
Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten.
Die angefochtene Verfügung ist am
2.
Mai 2012 – und somit nach Inkrafttreten der
beiden
Revision
en
6a – ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der IV-Revision 6a am 1. Januar 2012 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporal
rechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2011 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der IV-Revision 6a abzustellen.
Da die
5.
IV-Revision hinsichtlich Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 3
1.
Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 1
9.
Mai 2009 E. 2), werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen – soweit nichts anderes vermerkt ist – im Folgenden in der seit dem
1.
Januar 2008 geltenden und mit der Revision 6a unverändert gebliebenen Fassung zitiert.
2.
2.1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.2
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min
destens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV
(bis 3
1.
Dezember 2011: nach
Art.
87
Abs.
4
)
eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn d
ie Voraussetzungen gemäss
Abs.
2
(bis 3
1.
Dezember 2011: nach
Art.
87
Abs.
3)
dieser Bestimmung erfüllt sind. Da
nach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Inva
lidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geän
dert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicher
ten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
di
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und
gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
3
.
3.1
Die IV-Stelle
begründete die Abweisung des Leistungsbegehrens damit, dass die Abklärungen ergeben hätten, dass aufgrund der medizinischen Unte
rlagen keine
relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen sei. Die Be
schwerdeführerin nehme noch mehr Benzodiazepine ein
,
dazu neu Opiate. Eine aktive Trainingstherapie sei über zehn Monate ausgesetzt worden
und die Beschwerdeführerin sei
nach wie vor dekonditioniert.
Zudem handle es sich bei der gestellten Diagnose der chronischen Schmerzstörung um eine Schmerz
problematik
ohne organisches Korrelat und ohne vom Schmerzerleben abge
koppelte, eigenständige, losgelöste, erhe
bliche psychische Komorbidität
. Eine soziale Isolation im Verlaufe sei nich
t erkennbar, es bestehe enger
Kontakt zur Familie, weiter seien schwerwiegende psychosoziale Belastungsfaktoren
vor
handen, die Therapie sei inadäquat.
Den Akten seien keine objektivierbaren Befunde zu entnehmen, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dau
erhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten.
Die Beschwerdeführerin sei
ein
gehendst und umfassendst abgeklärt und untersucht
worden
,
w
eitere medizini
sche Abklärungen würden keine neuen Tatsachen ans Licht bringen
.
Es sei
daher
weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen
(
Urk.
2).
3.2
Dagegen wird seitens der
Beschwerdeführerin
geltend gemacht
, dass anhand diverser medizinischer Berichte nachgewiesen sei, dass die anhaltende, lumbale Schmerzsymptomatik bei ausgewiesenen degenerativen Veränderungen trotz intensiven therapeutischen Massnahmen persistiere. Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin seien bei der Beschwerdeführerin nachweisbare or
ganische Befunde objektivierbar:
Das MRI vom 3
0.
Januar 2012 zeige eine nachgewie
sene Herniation C5/6 sowie eine MR-tomographisc
h nachgewiesene Meniskus
läsion. Gestützt auf diese MRI-Untersuchung halte
Dr.
med.
A._
, Facharzt
FMH für Rheumatologie, Sport und Innere Medizin
, in seinem Bericht vom 2
1.
Mai 2012 ausdrücklich fest, dass eine radikuläre Schmerzsymptomatik im Bereich C6 links bei nachgewiesener Herniation C5/6 neu dazugek
ommen sei.
Aufgrund welcher Abklärungen die Beschwerdegegnerin
weiter
zum Schluss gekommen sei, dass die Beschwerdeführerin nicht in einer sozialen Isolation lebe und enger Kontakt zur Familie bestehe
,
sei nic
ht ersichtlich und widerspre
che
gänzlich der Einschätzung des Konsiliararztes der
B._
, welcher
im Juni 2009
unter anderem eine massive soz
iale Isolation festgestellt hab
e
,
wobei sich
keine Anhaltspunkte für eine Verbesserung
ergeben hätten
. Es sei auch
nicht nachvollziehbar
,
wenn die Beschwerdegegnerin ausführe, dass auf
grund der eingehendsten und umfassendsten Abklärung und Untersuchung der Beschwerdeführerin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit auszugehen sei, da die von der IV-Stelle vorgenommene Untersuchung und Abklärung
lediglich
auf dem Aktenstudium der eingeholten Arztberichte der behandelnden Ärzte beruhe, diese aber gerade einhellig zum Schluss k
äm
en, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit höchstens teilweise arbeitsfähig sei
(
Urk.
1 S. 8-10
).
4.
4
.1
Die Beschwerdegegne
rin ist auf das am 2
1.
März 2011 eingereichte Revisions
gesuch
(richtig:
auf die
Neuanmeldung;
Urk.
10/76)
materiell eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
im mass
gebli
chen Zeitraum zwischen der ersten,
im Ergebnis
gerichtlich bestätig
ten Verfügung vom 13. Oktober 2009 (Urk. 10/56), in wel
cher
ein Anspruch auf ei
ne Invalidenrente verneint wurde
, und der Verfü
gung vom 2. Mai 2012
(Urk. 2), welche die zeitliche Grenze für den zu be
ur
teilenden Sachverhalt bildet, insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente
b
esteht.
4
.2
Massgeblich für die Beurteilung des Gesun
dheitszustandes im Zeitpunkt der rentenablehnenden
Verfügung vom 13. Oktober 2009
war
gemäss Feststel
lungsblatt zum Beschluss (
Urk.
10/
42 und 10/55
)
das Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin,
und Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 21. Oktober 2008; Urk. 10/35)
. Danach wies
die Beschwerdeführerin in rheumatologischer Hinsicht ein Ganz
körperschmerzsyndrom ohne organische Ursache (ICD-10 M79) sowie radio
morphologische Abnutzungen der Bandscheiben L3 bis S1 mit Protrusio
nen L3/4 und L4/5 ohne Neurokompression und einer
Osteochondrose L5/S1 auf (Urk. 10
/35 S. 16). Aus psychiatrischer Sicht wurden eine leichte depressive
Episode (ICD-10 F32.0) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diag
nostiziert (Urk. 10
/35 S. 23).
Dr.
C._
, der die Beschwerdeführerin rheumatologisch begutachtet
hatt
e, führte in seiner Beurteilung aus,
i
n Bezug auf die Arbeitsfähigkeit seien körperliche Limiten vorhanden
.
D
ie Beschwerdeführerin
könne
keine Ge
wichte über 15 kg heben, stossen oder ziehen und nicht dauernd vornüberge
beugt o
der in Zwangshaltungen arbeiten
.
Trotz
diese
r
Einschränkungen sei ihr
jedoch
ein ganztägiges Pensum - auch in der bisherigen Tätigkeit als P
flegehelferin -
zu
mutbar (Urk. 10
/35 S. 16 ff.).
Weitergehende
,
somatis
ch bedingte Einschränkun
g
en
hatten
sich auch aus den im Beschwerdeverfahren eingereichten Arzt
berichten (Urk. 1
0/63 und 10/73/4-7
) nicht
ergeben
, so dass
das Gericht
aus somatischer Sicht
auf die Diagnosen von
Dr.
C._
ab
ge
stellt
hatte
und
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für körperlich a
ngepasste Tätigkeiten ausg
e
g
angen war
.
Im psychiatrischen Gutachten
hatte
Dr.
D._
eine leichte depressive Episode (ICD-10 F.32.0) und eine anhaltende somato
forme Schmerzstörung (ICD-10 F.
45.4)
diagnostiziert
und auf eine psychisch bedingte
,
insgesamt
30%ige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
geschlossen,
wobei er die
durch die depressive Störung be
dingte Funktionseinbusse mit 20 %
beziffert
und a
ufgrund der somatoformen Schmerzstörung bei teilweisem Vorliegen der Förster'schen Krite
rien eine weitere Einschränkung von 10 %
attestiert
hatte
(Urk. 13/35 S. 18 ff.).
Das Gericht
hatte in der Folge
auf die von
Dr.
D._
gestellten Diagnosen ab
gestellt,
hingegen sowohl die attestierte
leichte depressive Störung
als auch die somato
form
e
Schmerzstörung
aus inva
lidenversiche
rungs
recht
li
cher Sicht
als ohne Auswirkung
auf die Arbeits- und Er
werbsfähigkeit
geblieben erachtet
und
war insgesamt
in somatischer und psychischer Hinsicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
aus
gegangen
(Urteil vom 28.
Februar 2011, E. 3.2 und E. 3.3).
4.3
4
.3
.1
Im massgebenden Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
2.
Mai 2012 stellt
e
sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
folgendermassen dar:
Im Bericht der
E._
, Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
0.
Oktober 2010, welcher
die Beschwerdegegnerin
dazu
veranlasst ha
tte, auf die Neuanmeldung vom 21. März 2011
einzutreten
(
Urk.
10/75),
attestierte
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, eine erstmals am
1.
Dezember 2009
diagnostizierte
, angstge
färbte mittelgradige depressive
Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11) mit/bei einer somatischen Diagnostik
. Weiter führte
Dr.
F._
aus, dass die psychischen Erkrankungen einen erheblichen Krankheitswert und auch Einfl
uss auf die Arbeitsfähigkeit hätt
en (
Urk.
10/75/1-4).
Im Bericht der
B._
vom
6.
Januar 2011 beschrieben PD
Dr.
med.
G._
, Oberarzt Orthopädie, und
Dr.
med.
H._
, Assistenzärztin Ortho
pädie, eine Valgusfehlstellung der Knie beidseits
.
A
ktuell
sei das
rechte Knie mit
a
nterior knee pain bei Femoropatellararthrose und MR-tomographisch medialer Meniskusläsion
symptomatisch.
A
ls Nebendiagnose
n nannten sie
c
hronische Lumboischialgien beidseits,
eine
LWS-Degeneration mit Os
t
eochondrosen L5/S1, L4/5, eine Bandscheibenprotrusion, L5/S1 mehr als L4/5 ohne Neurokompres
sion sowie ein
en
Status nach dreimaliger Varizen-OP (
Urk.
10/83/8-9 =
10/86
/8-9
).
Gestützt auf ihre Untersuchung vom
3.
Januar 2011 im Rahmen der Rheuma
sprechstunde der
I._
diagnostizierten Dres. med.
J._
und
K._
i
n ihrem Bericht vom 1
0.
Januar 2011
(
Urk.
10/83/10-12 =
10/86/10-12)
ein l
umbospondylogenes Schmerzsyndrom beidseits (MRI LWS 02/09: deutliche Regredienz einer vormaligen medialen Diskushernie L4/5
)
mit/bei einem Status nach epiduraler Infiltration L4/5 2007, einer Fehlhaltung und Fehlform der Wirbelsäule, einer muskulären Dekonditionierung, einem cervikospondylogenen Schmerzsyndrom, Schulterschmerzen beidseits bei minimer Supraspi
natusten
di
no
pathie rechts sowie einer progredienten Leukopenie unklarer Ursache (08.10.2010: 2,78 x 10
3
uml).
Die vorstehend aufgeführten Diagnosen ergänzte
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 22.
Juli 2011
(
Urk.
10/86/6-7) und attestierte ein cervikospondylogenes Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen mit möglicher Reizung der Nervenwurzel C6 links und C7 rechts sowie beidseitige Schulterschmerzen bei Supraspinatussehnentendinopathie
rechts mehr als links.
Dr.
A._
hielt wei
ter fest, dass sich die Gesamtsituation der Beschwerdeführerin in den letzten Monaten nicht verbessert habe, sondern im Gegenteil nun zunehmende, belas
tungsabhängige Knieschmerz
en
rechtsbetont aufgetreten seien. Die Versicherte beschreibe, dass auch einfachste Hausarbeiten nicht nur im Bereich der Knie sondern auch in LWS und HWS sofort zu einer Schmerzexaz
erbation führen würden.
Dr.
A._
gab an, dass zumindest subjektiv eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr erreicht worden sei und sich die Versicherte für keinen Einsatzbe
reich mehr sehe,
sichere
Angaben
jedoch
durch eine Arbeitstestung zu evaluie
ren seien.
Im zweiten Bericht der
E._
vom
9.
Oktober 2011 bestätigte
Dr.
med.
L._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher die Beschwerdefüh
rerin in ihrer
M._
Muttersprache
behandelt
e
,
die
seit Dezember 2009 bestehende mittelgradige depressive Ep
isode mit somatischen Symptomen und beschrieb zudem
eine sonstige phobische Angststörung sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F32.11, ICD-10 F41.8 und ICD-10 F45.8;
Urk.
1
0/89/2).
Dr.
L._
hielt
weiter fest, dass es im zurückliegenden Behand
lungsverlauf zu einer zunehmenden Verschlechterung des p
sychischen Gesund
heitszustandes
gekommen sei
(
Urk.
10/89/3).
4.3.
2
Die IV-Stelle unterbreitete
in der Folge
die eingereichten medizinischen Berichte ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung.
Dr.
med
.
N._
, Fachärztin FMH für Arbeitsmedizin und Allgemeinmedizin kam am 2
4.
Oktober 2011 zum Schluss, dass sich aus den medizinischen Unterlagen keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Verschlechterung des Gesund
heitszustandes
ergebe
und die Schadenminderungspfl
icht nicht erfüllt worden sei.
Die Versicherte nehme nun noch mehr Benzodiazepine ein, dazu neu Opiate
.
E
ine aktive Trainingstherapie sei über 10 Monate ausgesetzt worden
.
Die Beschwerdeführerin
sei nach
wie vor dekonditioniert.
Der Versicherten seien wei
terhin sämtliche Hilfstätigkeiten zu 70
%
zumutbar. Zudem sei zu berück
sichtigen, dass die vorliegende Diagnose versicherungsmedizinisch zu den ätio
logisch-pathogenetisch unklaren syndromalen Zustandsbildern ohne nachweis
bare organische Grundlage gehöre. Den Akten seien keine objektivierbaren anatomischen Befunde zu entnehmen, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine
dauerhafte Arbeitsunfähigkeit be
gründen könnten. Es lägen keine Anhaltspunkte für eine psychiatrische Komorbidität oder sonstige schwere Funktionseinschränkungen vor (
Urk.
10/90/5).
Gestützt darauf erliess die IV-Stelle den ablehnenden Vorbescheid vom 28. November 2011 und ging bei unverändertem Gesundheitszustand von der
2011
gerichtlich festgestellten 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit aus (
Urk.
10/92).
4.3.3
Im Rahmen des Einwandverfahrens gingen bei der IV
-Stelle weitere Unterlagen ein
, welche diese
dem RAD zur Prüfung unterbreitete
, nämlich das
Arztzeugnis von
Dr.
O._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin
,
vom 22. Dezember 2011 (
Urk.
10/95),
der
Bericht der
P._
vom 3
0.
Januar 2012 (
Urk.
10/111 =
Urk.
3/7),
die ä
rztliche
n
Zeugnis
se
von
Dr.
A._
vom
2.
Februar 2012 (
Urk.
10/108)
und
von
Dr.
L._
(
E._
) vom
9.
Februar 2012
sowie
der
Bericht
von
Dr.
L._
vom 1
9.
Februar 2012
(
Urk.
10/110 und
Urk.
10/113 =
Urk.
3/4
)
.
Dr.
N._
hielt am 1
1.
April 2012 fest, dass es sich nach wie vor um eine Schmerzproblematik ohne organisches Korrelat handle
,
aus dem Bericht des
E._
,
Dr.
L._
,
vom 1
9.
Februar 2012 keine neuen medizinischen Tatsa
chen/Diag
nosen/Befunde hervorgingen und weitere medizinische Abklärungen keine neuen Tatsachen ans Licht bringen würden, da die Versicherte dem Krankheitsbild entsprechend eingehendst und umfassends
t abgeklärt und unter
sucht worden sei
(
Urk.
10/116).
Aufgrund dieser Beurteilung hielt die IV-Stelle an ihrem Entscheid fest und ver
neinte einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
5
.
5
.1
Bei der ersten
Verneinung eine
s
Renten
anspruchs
im Oktober 2009
war
die IV-Stelle zunächst von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht und einer Einschränkung von cirka 30
%
aus psychiatrischer Sicht aus
gegangen
.
Damals
hatte
die Beschwerdeführerin in rheumatologischer Hinsicht ein Ganz
körperschmerzsyndrom ohne organische Ursache (ICD-10 M79) sowie radio
morphologische Abnutzungen der Bandscheiben L3 bis S1 mit Protrusionen L3/4 und L4/5 ohne Neurokompression und einer Osteochondrose L5/S1 auf
ge
wiesen
(Urk. 10/35 S. 16). Aus psychiatrischer Sicht
waren
eine leichte depres
sive Episode (ICD-10 F32.0) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert
worden
(Urk. 10/35 S. 23).
Das Gericht
hatte
sich den gestellten Diagnosen an
geschlossen, war
hingegen zum Schluss
gelangt
, dass aus
inva
lidenversicherungsrechtlicher Sicht sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit auszugehen sei (Urteil vom 28. Februar 2011, E. 3.2 und E. 3.3).
5.2
Aufgrund der im Einwand
- und im Beschwerde
verfahren eingereichten Berichte, insbesondere gestützt auf das MRI der HWS und
der
oberen BWS vom 3
0.
Januar 2012 und der darauf basierenden fachärztlichen Einschätzung von
Dr.
A._
vom 2
1.
Mai 2012 bestehen
nun aber deutliche
Hinweise da
rauf
, dass sich die somatische Situation im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung im Mai 2012 i
m
Gegensatz zur ersten Verfügung
im Oktober
2009
entgegen der
Einschätzung de
r Beschwerdegegnerin
deutlich
verändert
und verschlechtert hat
:
Hausarzt
Dr.
O._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin attestierte im Arzt
zeugnis vom 22. Dezember 2011 bis zum 2
9.
Februar 2012 eine Arbeitsunfähig
keit von 60
%
(
Urk.
10/95).
PD
Dr.
med.
Q._
vom
P._
nahm nach Durchführung eines MRI der HWS und
der
oberen BWS in seinem Bericht vom 3
0.
Januar 2012 zu Handen
von
Dr.
A._
zur Klärung der Frage nach einer Neurokompression C7/Th1 und
nach
Myelopathien folgende Beur
teilung vor: Keine myelopathischen Veränderungen, Osteochondrosen der C5/C6 und C6/C7 mit Uncovertebralarthrosen, anterioren und posterioren Spondylo
sen, auf dem Niveau C5/C6 eine Duralsack-Querschnittseinengung auf 9 mm, auf dem Niveau C6/C7 auf 10 mm, foraminale Uncovertebralarthrose links und kleine Hernierung links C5/C6 mit leichter Tangierung der Nervenwurzel C6 links, auf dem Niveau C6/C7 allerdings ausgeprägtere neuroforaminale Einen
gung rechts mit Tangierung der Nervenwurzel C7 rechts, ossär bedingt leichte Einengung der Neuroforamen C3/C4 beidseits mit leichter Tangierung der Ner
venwurzel C4 links sowie leichte bis mässige Spondylarthrosen der Halswirbel
säule sowie linkskonvexe Torsion (
Urk.
10/111 =
Urk.
3/7).
Dr.
A._
diagnostizierte
in seinem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 2
1.
Mai 2012
(
Urk.
3/6)
, welcher
hauptsächlich auf den Abklä
rungsergebnissen des MRI vom 3
0.
Januar 2012 basiert und aufgrund der zeitli
chen Nähe
(19 Tage)
zur angefochtenen Verfügung zu berücksichtigen ist,
das bereits bekannte
l
umbospondylogene
Schmerzsyndrom beidseits
.
We
iter beschrieb
er
ein c
ervicospondylogenes Schmerzsyndrom bei degenerativen Verän
derungen mit möglicher Reizung der Nervenwurzel C6 links und C7 rechts (MRI), beidseitige Schulterschmerzen bei Supraspinatussehnentendinopathie rechts mehr als links, beidseitige Valgusfehlstellung
en
der Kniegelenke bei
a
nterior Knee pain bei Femeropatellararthrose rechtsbetont, rechtsseitig
eine
MR-tomographisch nachg
ewiesene mediale Meniskusläsion
, eine Depressio
n sowie einen Status nach Sinus-
tarsi
-
Syndrom mit etwas Flüssigkeit angrenzend auch des Flexor hallucis longu und tibialis post.
Zum
Verlauf hielt er fest, dass die Beschwerdeführerin trotz regelmässiger Thera
pien und Hospitalisation im
I._
im
Jahr
2009 seit Ende 2007 arbeits
un
fähig sei. Die anhaltende lumbale Schmerzsymptomatik bei oben nachge
wie
se
nen degenera
tiven Veränderungen persistiere
trotz intensiven therapeutischen Massnahmen. Neu hinzugekommen sei nun eine radikuläre Schmerzsympto
matik im Bereich C6 links bei
mittels des MRI vom
3
0
.
Januar 2012
nachgewie
sener Herniation C5/6 links. Die ambulanten therapeutischen Massnahmen habe man bis anhin voll ausgeschöpft
mit
regelmässige
n
Physiotherapien mit passi
ven u
nd aktiven Massnahmen sowie einer
Analgesie.
Die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten im angestammten Beruf in der Pflege beurteilte
Dr.
A._
mit 100
%
und gab an, dass eine Aussage über eine
mögliche Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nur durch eine Arbeits
testung genauer objektiviert werden könne. Angesichts der cervikalen sowie lumbalen Problematik und unter der Berücksichtigung der psychischen Kompo
nente werde
nur
eine limitierte Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
in einer angepassten Tätigkeit erreichbar sein (
Urk.
3/6 S. 2).
Für die Zeit vom 2. Februar bis zum 2
9.
Februar 2012 attestierte
Dr.
A._
eine
100%ige Arbeitsunfähig
keit (
Urk.
10/108).
5.3
5.3.1
Aufgrund der vorstehend
genannten
fachärztlichen
Berichte ist davon auszuge
hen, dass sich die somatische Situation der Beschwerdeführerin
insofern verän
dert und verschlechtert hat, dass die
bereits bekannte
lumbale Schme
rzsympto
matik bei nachgewiesenen
degenerativen Veränderungen, trotz intensiven therapeutischen Massnahmen persistierte und neu nun eine radikuläre Schmerzsymptomatik im Bereich C6 links bei
mit MRI
vom 3
0.
Januar 2012
nachg
ewiesener Herniation C5/6 links
hinzugekommen ist.
Im Vergleich zur somatischen
Situation im Jahr 2009 wurden
im Rahmen der Abklärungen der
I._
vom
3.
Januar 2011
und
der
B._
vom
6.
Januar 2011 neu
auch beidseitige Schulterschmerzen bei Supraspinatussehnentendino
pathie rechts mehr als links, beidseitige Valgusfehlstellung
en
der Kniegelenke bei
a
nterior
k
nee pain bei Femeropatellararthrose rechtsbetont, und eine rechtsseitig MR-tomographisch nachgewiesene mediale Meniskusläsion
festge
stellt.
Gestützt auf diese
spezialärztlich erhobenen Befunde
kann nicht von einem unver
änderten somatischen
Zustand der Beschwer
deführerin
ausgegangen wer
den
. Entgegen
der Ansicht der Beschwerdegegnerin bestehen
gestützt darauf vielmehr
Hinweise
, dass
sich die somatische Situation verschlechtert hat und/oder
möglicherweise organische Ursachen
bestehen, welche
für die Schmerzsymptomatik
zumindest mit
verantwortlich sind.
Die Arztzeugnisse sind jedoch
angesichts der
unterschiedlichen gesundheitlichen
Aspekte zu wenig aussagekräftig. Insbesondere fehlt eine Gesamtbeurteilung
, welche
in Kenntnis der gesamten Aktenlage und nach Vornahme von umfassenden Abklärungen auch
das allfällige Zusammenwirken der
verschiedenen
Einschränkungen be
rücksichtigt.
5.3.2
Auch
hinsichtlich der psychischen Beeinträchtigung
unterscheiden sich
die aktuel
len Arztzeugnisse in den Diagnosestellungen
erheblich von den
im Okto
ber 2009
massgeblichen Berichten
.
Im Bericht der
E._
, Praxis für Psychiatrie und Psy
chotherapie,
vom 1
0.
Oktober 2010
(
Urk.
10/75), attestierte
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
eine erstmals am 1.
Dezember 2009
diagnostizierte, angstgefärbte mittelgradige depressive Epi
sode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11) mit/bei einer somatischen Diagnostik. Weiter führte
Dr.
F._
aus, dass die psychischen Erkrankungen einen erheblichen Krankheitswert und auch Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit h
ätt
en (
Urk.
10/75/1-4).
Im zweiten Bericht der
E._
vom
9.
Oktober 2011 bestätigte
Dr.
med.
L._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher die Beschwerdefüh
rerin in ihrer
M._
Muttersprache behandelte, die seit Dezember 2009 bestehende mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen und beschrieb zudem eine sonstige phobische Angststörung sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F32.11, ICD-10 F41.8 und ICD-10 F45.8;
Urk.
10/89/2).
Dr.
L._
hielt weiter fest, dass es im zurückliegenden Behand
lungsverlauf zu einer zunehmenden Verschlechterung des psychischen Gesund
heitszustandes gekommen sei (
Urk.
10/89/3).
D
ie
eingereichten fachärztlichen Berichte
stellten
bei der Beschwerdeführerin im Gegensatz zu
r psychischen Situation im Oktober
2009 nicht nur eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) und eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung
fest,
sondern neu eine seit 1. Dezember
2009 anhaltende mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen, eine sonstige phobische Angststörung sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F32.11, ICD-10 F41.8 und ICD-10 F45.8;
Urk.
10/89/2). Mit Arztzeugnis vom
9.
Februar 2012 attestierte
Dr.
L._
(
E._
) eine bis auf Weiteres bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
10/110) und beschrieb in seinem Bericht vom 1
9.
Februar 2012 (
Urk.
10/113 =
Urk.
3/4), dass es im zurückliegenden Behand
lungsverlauf bei der Beschwerdeführerin zu einer zunehmenden Verschlechte
rung des psychischen Gesundheitszustandes mit Niedergeschlagenheit, Antriebs
losigkeit, Schlafstörungen, Beklemmungsgefühle
n
und affektiven Ent
gleisungen gekommen sei, die Versicherte fühle sich im Stich gelassen, lebe sozial isoliert, weine sehr häufig und werde von Selbstmordgedanken geplagt. Sie habe in den letzten Monaten 11 kg abgenommen.
Aufgrund der fachärztlichen Berichte der behandelnden Psychiater, welche bei der Beschwerdeführerin über die Dauer von zweieinhalb Jahren eine stetige Verschlechterung der psychischen Situation
attestier
t
und auch
eine länger
da
uernde soziale Isolation beschr
i
e
ben
hatten
,
kann nicht
ohne weiteres
von einem unver
änderten psychischen Zustand der Beschwer
deführerin
ausgegan
gen werden. Die Arztzeugnisse sind jedoch
ebenfalls
nicht umfassend genug und äussern sich
insbesondere
nicht explizit zur Überwindbarkeitsthematik,
weshalb
sie
für die abschliessende Beurteilung der
Arbeits- und Erw
erbsfähig
keit nicht
genügen
.
5.4
Entgegen der Einschätzung der Beschwerdegegnerin vermag
hingegen
a
uch die Be
urteilung durch den RAD, welche ohne eigene
fachärztliche
Untersuchungen lediglich ge
stützt auf die Akten erfolgte, den Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische Entscheidungsgrundlage
nicht
zu genügen.
Die Sache ist da
her zur Vornahme von fach
ärztlichen (psychiatrischen, rheumatologischen, orthopädischen und gegebenenfalls weiteren) Abklärun
gen an die IV-Stelle zu
rückzuweisen, damit sie hernach über den Anspruch der Beschwer
deführerin auf eine Invalidenrente neu entscheide. In diesem Sinne ist die Beschwerde gut
zu
heissen.
6
.
6.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Die Koste
n sind ermes
sensweise auf Fr. 1‘0
00.-- festzusetzen und (aufgrund der rechtsprechungs
gemäss ebenfalls als vollständiges Obsiegen geltenden Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung) ausgangsge
mäss der Beschwerdegeg
nerin aufzuerlegen.
6.2
Die obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Die Prozessentschädigung wird vom Gericht fest
ge
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialve
rsicherungsgericht; GSVGer). Mit Honorarnote vom 23. Dezember 2013
machte Rechtsanwalt Hablützel bei einem Aufwand von 13, 5 Stunden und einem Stundenansatz von
Fr.
300.-- (inklusive 8 % Mehr
wertsteuer und Barauslagen von
Fr.
121.50) eine Entschädigung von
Fr.
4‘505.20 geltend (Urk. 10/20).
Der
geltend gemachte
Aufwand von 13,5 Stunden erscheint der Sache angemessen und ist zum gerichtsüblichen Ansatz von
Fr.
200.--
(
zuzüglich
Bar
auslagen
und
Mehrwertsteuer
)
im Umfang von insgesamt
Fr.
3‘047.20
von der Beschwerdegegnerin
an den unentgeltlichen Rechtsbeistand auszurichten
.