Decision ID: 07829f73-28c1-46dd-8d62-5484efaa3397
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971,
arbeitete
vom
1.
Oktober 2000 bis zum
3
0. Juni
2003 als Rechtsanwalt in
de
r
Y._
.
Vom
1.
September 2003 bis zum 3
1.
Dezember 2004 war er
für
die
Z._
als Rechtsanwalt
tätig
und wechselte
anschliessend
in die
von
einigen
der
Part
neranwälte
neu ge
gründ
ete
A._
, wo er
bis zum 30.
J
uni 2005
angestellt war
. Von August 2005 bis Mai 2006 absolvierte er ein Studium an der
B._
, das er erfolg
reich mit einem LL
.
M
.
abschloss
(
Urk.
3 und 7/20/1)
. Ab dem
1.
August 2006 war der Versicherte
wieder als Rechtsanwalt bei seiner letzten Arbeitgeberin angestellt
(
Urk.
7/
10
/3
und 7/20/1
-
10
)
.
Im
Sommer
2006
erhielt der Versicherte
die Diagnose eines
erste
n
Schubes von Multipler Sklerose
(Urk.
7/13/6
und
7/16/1
)
.
I
m Rahmen
von
MRI-Unter
suchung
en
vom
November 2008 und
vom
19.
August 2009 wurde
überdies
ein
Hirnaneury
sma festgestellt
(
Urk.
7/13/6
,
7/16/2
, 7/24/3 und 7/24/5
)
.
Am 27. August 2009 kündigte die Arbeitgeberin dem Versicherten das Arbeits
verhältnis
per Ende Oktober 2009 (
Urk.
7/11/8). A
b dem 7.
September 2009 attestierte
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Neurologie, dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/1
und 7/18/4-6
).
Nach erfolgter Früherfassung im Oktober 2009 (
Urk.
7/2 und 7/4) meldete sich der Versicherte a
m
1
1.
November
200
9
bei der
Sozialversicherungs
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/
6
)
. Diese klärte die erwerblichen (vgl. Urk.
7/10
, 7/11
und 7/20
) und medizinischen (vgl. Urk.
7/1,
7/12, 7/13
, 7/16
, 7/18/1
, 7/24
und
7/25
) Verhältnisse ab. Aus
gehend von
einer
50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit,
einem hypothetischen
Valideneinkommen
von
Fr.
181‘650.-- und einem hypo
thetischen Invalideneinkommen von
Fr.
65‘730.
--
,
ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 64
%
(vgl. die Feststellungsblä
tt
er
für den
Be
schluss vom
30
.
Juli
20
10 und vom
9.
Nov
ember 2010, Urk. 7/28 und 7/37). Sie sprach
dem
Versicherten
mit Verfügung vom 21. Dezember 2010
ab
dem
1.
September 2010 eine
Dreiviertelsrente
zu (
Urk. 7/44
).
Im Dezember 2011 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Überprüfung des Rentenanspruches ein, indem sie dem Versicherten den Fragebogen zur Revision der Invalidenrente
zusandte,
den
er am 22.
Dezember 2011 ausge
füllt retournierte (Urk. 7/56). Die IV-Stelle nahm erwerbliche
(
Urk.
7/57 und
7/59)
und medizinische
(
Urk.
7/61 und 7/62)
Unterlagen zu den Akten.
Mit Schreiben vom
3.
April 2012 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie keine rentenrelevanten Änderungen festgestellt habe (
Urk.
7/64).
In der Folge liess
der Versicherte der IV-Stelle
zwei
befristete Arbeitsverträge und einen unbe
fristeten Arbeitsvertrag zukommen (
Urk.
7/65, 7/67 und 7/69).
Die IV-Stelle leitete i
m
April
2014 erneut
von Amtes wegen
ein
Revisions
verfahren
zur Überprü
fung des Rentenanspruches ein (
vgl.
Urk. 7/
63/3 und 7/71
).
Nach der Abklärung der aktuellen erwerblichen
(Urk.
7/69
, 7/71/3-10 und 7/73
) und medizinischen
(
Urk.
7/74 und 7/75)
Situation
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 3. bzw. 1
5.
September 2014
die
Herabsetzung der bisherigen
Dreiviertelsrente
auf eine halbe Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
7/77). Dagegen liess
er
Einwand
erheben
(vgl.
Urk.
7/80
, 7/85 und 7/88
)
und zwei Schreiben seiner ehemaligen Vorgesetzten ein
reichen (
vgl.
Urk.
7/89)
.
Mit Verfügung vom
22.
Dezember 2015 setzte
die IV-Stelle, ausgehend von
einem hypothetischen
Valideneinkommen
von
Fr.
187‘719--, einem mit einem Pensum von 50
%
tatsächlich erzielten
Inva
lideneinkommen
von Fr. 80‘800.-- und einem Invaliditätsgrad von 57
%
(vgl.
Urk.
7/78 und 7/92-95)
, wie angekündigt die
Dreiviertelsrente
per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf
eine halbe Invali
den
rente herab
(vgl.
Urk.
2
und
7/96
)
.
Einer Beschwerde gegen die Verfü
gung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 S.
5
).
2.
Gegen die Verfügung vom
2
2.
Dezember 2015
liess
der
Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwältin Melina
Tzikas
,
mit Eingabe vom 20.
Januar
201
6
(Urk. 1) Beschwerde erheben
mit dem Antrag, es sei die angefochtene Verfü
gung aufzuheben und
es sei
ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Überdies wurde um die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels ersucht
(Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am
10
.
Februar 2016
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6
). Die Replik wurde
am
18
.
März
201
6 erstattet (Urk. 11
), wor
auf die Beschwerdegegnerin am 21
.
April
201
6
auf das Einreichen e
iner Duplik verzichtete (Urk. 13
).
Davon wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
5.
April
2016 Kennt
nis gegeben.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften
und die im
Be
schwer
deverfahren
neu eingereichte Unterlage (
Urk.
3)
wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Be
handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bar
e Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Inva
li
den
einkommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzie
len könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
ein
kommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
fol
gen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau er
mittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in
den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht
nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130
V 343 E.
3.5 mit Hinweisen).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenan
spruchs mit rechtskonformer
Sach
ver
haltsabklärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfü
gung verzicht
ba
r, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungs
beeinflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entspre
chende Mit
teilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf
den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Ver
fügung gleich
zustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin die
Dreiviertelsrente
zu Recht (per
1.
Februar 2016
; vgl.
Urk.
1 S. 2 und 2 S. 5
)
auf
eine halbe Invali
denrente
herabgesetzt hat oder ob sie d
em Beschwerdeführer eine ganze In
validenr
ente hätte zusprechen müssen
(vgl. Urk.
1, 2, 6 und 11
).
3.
3.1
Die letzte Rentenüberprüfung wurde mit der schriftlichen Mitteilung vom
3. April 2012
abgeschlossen, mit welcher keine rentenrelevanten Änderungen
und dementsprechend weiterhin ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
fest
gestellt wurden (Urk. 7/
64
).
Es wurde damals ausdrücklich auf einen
Ein
kommensvergleich
verzichtet (
Urk.
7/63/2)
, obwohl der Beschwerdeführer im
Rahmen eines befristeten Anstellungsverhältnisses
Fr.
7‘000.-- pro Monat v
er
diente
(Urk. 7/65/1-5)
.
Die schriftliche Mitteilung vom
3.
April 2012 beruhte
somit auf keiner rechtskonformen
Invaliditätsbemessung
, weshalb sie nicht
als zeitliche Vergleichsbasis
dienen
kann
. Vielmehr
hat sich die Prüfung
zur Beantwor
tung der Frage
, ob bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2015 eine anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist, bis zur
Rentenzusprache
am
21. Dezember 2010
zurückzuerstrecken
.
3.2
In medizinischer Hinsicht ist unbestritten und mit den vorhandenen medi
zini
schen Unterlagen belegt, dass der Beschwerdeführer unverändert wegen der Folgen seiner Multiple-Sklerose-Erkrankung lediglich zu 50
%
in seiner angestammten Tätigkeit als Rechtsanwalt arbeitsfähig ist
(vgl. Urk.
7/24/1-2, 7/25
, 7/61, 7/62/6-7
, 7/74 und 7/75)
.
3.3
Seit dem
1.
Dezember 2012 ist der Beschwerdeführer unbefristet mit einem Pensum von 50
%
bei
der
D._
angestellt, wo er ein jährliches Einkommen von
Fr.
80‘800.-- erzielt (
Urk.
6/69 und 7/71/4). Dieser Verdienst ist als
Invali
denlohn
zu berücksichtigen, da besonders stabile Arbeitsver
hält
nisse gegeben sind, anzuneh
men ist, dass der Beschwerdeführer die ihm ver
bleibende Ar
beitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (BGE 135 V 297 E. 5.2).
Der Lohn von
Fr.
80‘800.--
übersteigt das
der letzten
In
validitätsbemessung
zu Grunde gelegte hypothetische
Invali
den
einkommen
von
Fr.
65‘730.--
pro Jahr massgeblich (vgl.
Art.
31
Abs.
1 IVG).
Mit dieser we
sentlichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse liegt
ein Revisionsgrund vor
, der zur umfassenden Prüfung des Rentenanspruchs in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht führt, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E.
2.3). Von Seiten des Be
schwerdeführers wurde dem
entsprechend richtig erkannt, dass
auch das hypo
thetische
Valideneinkom
men
, welches der aktuellen
Invaliditäts
bemes
sung
zu
Grunde zu legen ist, ei
ner freien Überprüfung zugänglich ist
(vgl.
Urk.
1 S. 3 f.
und
7/88/1)
.
3.4
Um das von der versicherten Person ohne Gesundhei
tsschaden hypothetisch
erzielt
e
Valideneinkommen
zu bestimmen, ist entscheidend, was diese im Ze
it
punkt des Rentenbeginns
bzw. der Rentenüberprüfung
überwiegend wahr
scheinlich als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei wird in der Regel am zu
letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
ange
passten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bishe
rige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein
(
BGE
135 V 297
E. 5.1
,
134 V 322
E. 4.1
und
129 V 222
E. 4.3.1; vgl. auch
BGE 139 V 28
E. 3.3.2
und
135 V 58
E. 3.1).
3.5
Nachdem der Beschwerdeführer aus New York zurückgekehrt war, verdiente er vom
1.
August bis Ende Dezember 2006
als angestellter
Wirtschaftsrechts
anwalt
insgesamt
Fr.
61‘244.-- (
Urk.
7/10/4), das heisst Fr. 12‘249.-- pro Monat, was auf ein Jahr gerechnet ein Einkommen von Fr. 146‘985.60 ergeben hätte.
Im Jahr 2007 erzielte er ein
Einkommen von
Fr.
158‘000.-- (Urk.
7/10/4),
wobei
er sein Arbeitspensum
aufgrund der
Multiple
-
Sklerose
-Erkrankung
per
1.
August 2007 auf 90
%
reduzieren hatte müssen (vgl. Urk. 7/6/7
und
7/11/2
). Mit einem 90%igen Arbeitspensum
erhielt
er von Januar bis Ende November 2008 ein Einkommen von
Fr.
147‘079.--, was e
inem monatlichen Betrag von Fr.
13‘371.-- beziehungsweise ein
em jähr
lichen Ein
kommen von Fr.
160‘450.
-- (d.h.
Fr.
178‘278.-- bei einem 100%-Pensum)
entspricht. Ab dem
1.
Dezember 2008
, nach der Fusion
seiner dama
ligen
Ar
beitgeberin (vgl.
Urk.
7/4/2),
bet
rug das jährliche
Einkommen
bei dem
vom Beschwerdeführer
ausgeübten 90%-Pensum
lediglich noch Fr.
152‘
500.--, wobei sich dieser Betrag
aus
12 Monatslö
hn
en
à
Fr.
11‘700.
--
und eine
m Be
trag von Fr.
12‘150.-- unter dem Titel 13. Monats
lohn/
Grati
fikation zusam
mensetzte
(Urk.
7/11/2 und 7/11/10)
.
Der Beschwerdeführer liess geltend machen, sein erklärtes Ziel sei es gewe
sen, Partner in einer
angesehenen
Wirtschafts
rechts
kanzlei zu werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hätte er die angestrebte Funktion ohne seine Erkrankung an Multipler Sklerose erreicht und würde ein jährliches Mindesteinkommen von
Fr.
300‘000.-- erzielen. Zumindest aber hätte er
als Gesunder
die Stellung eine
s
Senior Associates einnehmen können, die mit einem
jährlichen
Einkommen von
Fr.
220‘000.--
verbunden
sei (Urk.
1 S. 3 f.
,
7/88/2
und 11
).
Zu Recht hat der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass
er
erfolgreich ein Nachdiplomstudium in New York absolvierte, wo er einen LL
.
M
.
erlangte (Urk. 1 S. 4
und 7/88/2
; vgl.
3
).
Damit hatte er
zweifellos
einen ersten Schritt in
Richtung
eines
beruflichen Aufstieg
s
unternommen (
Urk.
1 S.
5 und
7/88/2).
Das Erreichen des gesteckten Karriereziels
, Partner oder zumindest Senior
Associate
in einer Wirtschaftsrechtskanzlei,
erscheint allein aufgrund der
erfolgreich durchlaufenen
fundierten Ausbildung indessen noch nicht
als
überwiegend wahrscheinlich. Wie die Beschwerdegegnerin in diesem Zu
sammenhang richtig erkannte,
handelt es sich um eine Weiterbildung im üblichen Rahmen, die keineswegs garantiert, dass eine Partnerschaft in einer
Kanzlei zustande kommt (
Urk.
7/92/2 und 7/92/2)
.
Ebenso wenig ist damit die Erlangung der Stufe eines Senior Associates gesichert.
Dies steht im Ein
klang mit den Ausführungen
des Vorge
setzten des Beschwerdeführers in der Kanzlei
Y._
vom
5.
November 2014 zum üblichen Karriereweg eines
Wirt
schafts
rechts
anwalts
. Demnach ist es nach einigen Jahren Berufs
erfahrung durchaus üblich, ein LL
.
M
.
-Programm zu absolvieren, vorzugs
weis
e an einer anglo-amerikanischen Universität. Nach Abschluss des LL
.
M
.
-Pro
gramms erfolgt in aller Regel der erste Einkommenssprung. Falls ansch
liess
end der Rechtsanwalt weiterhin die Erwartungen der Kanzlei erfüllt, wird ihm die Kanzlei – zwecks langfristiger Bindung an die Kanzlei – üblicherweise die Stellung als Partner anbieten. Als Partner einer Wirtschafts
rechts
kanzlei ist der Rechtsanwalt üblicherweise am Gewinn der Kanzlei beteiligt. Dieser Karriereweg kann durchaus hart und zeitaufwendig sein
(Urk. 7/89/1).
Nebst einer entsprechenden Ausbildung ist somit das Erfüllen weiterer Vor
aus
setzungen
erforderlich. Dazu mögen
fachlich sehr gute Leistungen
und ein
einwandfreies Verhalten
gehören
, welche dem Beschwerdeführer von sämt
lichen Vorgesetzten bescheinigt wurden (
Urk.
7/20/3-10,
7/89/1 und
7/89/3).
Dass dies ebenfalls noch keinen erfolgreichen Karriereverlauf garan
tiert oder zumindest überwiegend wahrscheinlich erscheinen lässt, geht be
reits aus dem Umstand hervor, dass d
as Arbeitsverhältnis mit der Kanzlei
trotz
der Er
füllung der erwähnten Kriterien
i
n gegenseitigem Einvernehmen auf
gelöst
worden war
(Urk.
7/20/10), worauf der Beschwerdeführer für kurze Zeit Arbeitslosenentschädigung beziehen musste (
Urk.
7/10/3).
In diesem Sinne
erkannte
auch das Bundesgericht, dass eine berufliche Laufbahn neben per
sönlichen Qualifikationen und Einsatzwillen regelmässig von weiteren nicht beeinflussbaren äusseren Umständen abhängt, wobei dies umso mehr gilt, je höher und weiter entfernt die Ziele liegen (vgl. das Urteil des Bundes
gerichts 8C_550/2009 vom 1
2.
November
2009 E.
4.3.1 mit Hinweis).
In die
sem Zu
sammenhang ist zu bemerken, dass nur ein geringer Prozentsatz von Be
werbern mit dem erforderlichen Potential den Status eines Senior Associ
ates oder gar eines Partners erlangt.
Der
damalige Vorgesetzte
führte in seinem Schreiben vom 5. November 2014 denn auch lediglich aus, er
könne sich sehr gut vorstellen, dass der Beschwerdeführer ohne ge
sundheitliche Ein
schränkungen heute in einer grösseren
Wirtschafts
rechts
kanzlei
zumindest die Stellung eines Senior A
ssociates einnehmen könnte. Im
Rahmen einer solchen Anstellung könne sich das jährliche Einkommen
durchaus auf dem Niveau von Fr.
220'000.-- und höher bewegen (
Urk.
7/89/1).
Diese vagen
Ausführungen sind nicht geeignet, um den vom Beschwerdeführer vertre
tenen Standpunkt zu untermauern.
Der Vorgesetzte, welcher die Arbeitszeugnisse der Kanzleien
Z._
und
A._
mitunter
zeichnet hatte (vgl.
Urk.
7/20/5),
erklärte
in einem Schreiben vom 10. November 2014
zur Entwicklung der Karriere und damit des Einkommens eines Wirtschaftsrechtsanwalts generell, sie gehe
in aller Regel in Sprüngen von
statten. Seien die Leistungen gut – oder wie im Falle des Beschwerde
führers sehr gut – und erweise sich der Rechtsanwalt auch in der Akquisition neuer Mandate als stark, werde er früher oder später zweifelsohne zum Part
ner befördert
. Das Einkommen eines Partner
s
hänge zu einem grossen Teil von der Akquisition neuer Mandate und deren Betreuung ab, wobei in einer Wirtschafts
rechts
kanzlei erfah
rungs
gemäss von einem jährlichen Mindest
einkommen von
Fr.
300‘000.
--
ausge
gangen werden dürfe (Urk.
7/89/3
-4
).
Ein wesentliches Kriterium
für die Auf
nahme als Partner und die Erzielung eines entsprechenden Einkommens
ist
demnach
die Fähigkeit,
einen
Klien
tenstamm
auf
zubauen und neue Aufträge zu gewinnen
. Aus den Arbeits
zeugnissen der diversen
Wirtschaftsrechts
kanz
leien
(vgl.
Urk.
7/20/3-10)
geht nicht hervor, dass der Beschwerdeführer über eine
diesbezügliche
Eignung verfügte oder
zumindest
besondere An
streng
ungen in Richtung
Akquisition
unternahm.
Ebenso wenig wurden darin unternehmerisches Denken
und
Handeln oder
zumindest
eine hohe Anzahl verrechenbarer Stunden erwähnt.
Vielmehr lässt
sich
den betreffenden Unter
lagen lediglich entnehmen, dass die zu erledigenden Arbeiten umfassend an
den Beschwerdeführer
delegiert werden konnten (Urk.
7/20/4
, 7/20/5 und 7/20/8
).
Mit Bezug auf den
Beschwerdeführer
legte
der
frühere
Vorgesetzte
in seinem Schreiben vom 1
0.
November 2014
zudem
dar, er habe ihn
im Jahr 2003 kennengelernt. Schon damals habe man grosse Hoffnungen in
den Beschwer
deführer
gesetzt, da man von seinen Fähigkeiten und
von
seiner Arbeitsweise überzeugt gewesen sei. Auch in seinem Umgang mit den Klienten habe man grosses Potential gesehen. Im Rahmen seiner weiteren beruflichen Entwick
lung habe er einen LL
.
M
.
-Studi
engang in New York absolviert. Während der Semesterferien hätten Gesprä
che zwischen der Partnerschaft der Kanzlei
A._
und dem Beschwerdeführer stattgefunden, in denen ihm sein Partnerpotential
bescheinigt
und der Weg
zur Partnerschaft
aufgezeigt worden sei. Nach Abschluss des LL
.
M
.
-Studien
gangs sei er zur Kanzlei zurückgekehrt
. Für ihn
als ehemaligen Vorgesetz
ten
stehe ausser Frage, dass der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Einschränkungen sein damals
erklärtes Ziel, Partner in einer
Wirtschafts
rechts
kanzlei
zu werden, erreicht hätte
(
Urk.
7/89/3).
Von
einer konkreten
Ina
ussicht
stellung
oder gar
von
einer Zusicherung
hinsichtlich einer Partnerschaft
, was als konkreter Hinweis für das behaup
tete berufliche Fortkommen zu werten wäre (vgl. das Urteil des Bundesge
richts 9C_215/2016 vom 2
8.
Oktober 2016, E. 2.2.2),
war
somit
keine Rede. Ebenso wenig davon, dass der Beschwerdeführer die
dafür erforderlichen Voraussetzungen
ohne seine gesundheitlichen Einschrän
kungen erfüllt hätte.
Es kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer selbst erklärt hatte, seine Arbeit
geberin habe nach der Fusion Ende 2008 unter der Rezession gelitten und zu wenig Arbeit gehabt (
Urk.
7/4/2).
Eine derartige Konstellation spricht generell
eher
gegen die Aufnahme neuer Partner.
Die
geltend gemachte
berufliche Entwicklung im Gesundheitsfall erscheint daher nicht überwiegend wahr
scheinlich.
Lediglich am Rande ist ferner zu bemerken, dass der Verfasser des Schreibens vom 1
0.
November 2014
nach der Fusion vom
1.
Dezember 2008
(vgl. Urk.
7/20/4)
offenbar als Partner in eine öffentlich-rechtlich orientierte
Anwaltskanzlei wechselte (vgl. Urk. 7/89/3).
Dementsprechend
befindet
er
sich
auch
nicht mehr wie behauptet in der Position,
die wirtschaftsrechtlich orien
tierte Karriereplanung des Beschwerdeführers
(oder eines gesunden Mit
be
wer
bers)
mit einem Partnerschaftsangebot
positiv
zu beeinflussen (vgl. Urk. 7/88/2).
Schliesslich wurde insoweit richtig erkannt, dass die nach der erstmaligen Rentenfestsetzung erworbenen, besonderen beruflichen Qualifikationen eines Versicherten zu berücksichtigende Anhaltspunkte auf die hypothetische Ent
wicklung des
Valideneinkommens
bilden (BGE 139 V 28 E. 3.3.3.2; vgl.
Urk.
1 S. 6 und
7/88/2
, je
mit Hinweisen). Der Umstand allein, dass der Beschwerdeführer seit dem
1.
Dezember 2012 als Bankangestellter mit einem Pensum von 50
%
ein massge
blich höheres Einkommen erzielt
als dasjenige, das anhand von Tabellenlöhnen als hypothetisches Invalideneinkommen er
mittelt und der
Rentenzusprache
zu Grund
e
gelegt worden war (
Urk.
1 S. 6 und
7/88/2)
, genügt indessen nicht.
Aus dem Gesagten folgt, dass es nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheint, dass der Beschwerdeführer ohne seine Erkrankung
an
Mul
tipler Sklerose nicht mehr
nur als angestellter Rechtsanwalt, sondern als Partner oder zumindest
als
Senior
Associate
in einer Wirtschaftsrechtsanwaltskanzlei tätig wäre
und damit ein Einkommen von
Fr.
300‘000.-- oder wenigstens Fr. 220‘000.-- erzielen würde
.
Es ist daher an das vor Eintritt des
Gesund
heitsschadens
erzielte Einkommen als angestellter Rechtsanwalt in einer
Wirt
schaftsrechtskanzlei
anzuknüpfen.
D
as auf ein 100%-Pensum aufge
rechnete Einkommen von
Fr.
178‘278.-- im Jahr 2008
ist
der
Nominallohn
ent
wicklung
anzupassen, woraus ein massgebli
ches
hypothetisches
Validen
einkommen
von Fr.
187‘823.-- im Jahr
2013, von Fr.
189‘186.--
im Jahr 2014 und von Fr.
189‘697.-- im Jahr 2015 resul
tiert (vgl. den
Nominal
lohn
index
für Männer, Basis 1939 = 100, 2008: 2092; 2013: 2204;
2014: 2220 und 2015: 2226)
.
3.6
Aus dem Einkommen
s
vergleich mit dem tatsächlich erzielten
Invalidenein
kom
men
von
Fr.
80‘800.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von je
weils rund 57
%
([Hypothetisches
Valideneinkommen
-
Fr.
80‘800.--
] :
Hy
pothetisches
Valideneinkommen
x 100)
, der Anspruch auf eine halbe Invali
denrente begründet. Es erweist sich daher als korrekt
, dass die
Beschwerde
gegnerin
die
Dreiviertelsrente
mit der
angefochtene
n
Verfügung vom 7. August 2015
per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf eine halbe Invalidenrente
herabgesetzt hat
(vgl. Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV)
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen.