Decision ID: fa51aec2-b318-45dc-9bfd-a01bc9cba102
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Beim 1993 geborenen
X._
besteht eine Trisomie 21 (
Urk.
10/4/2). Seit dem
1.
Dezember 2011 erhält er eine (ausserordentliche) Rente der Invalidenver
sicherung (
Urk.
10/9)
und Zusatzleistungen zur IV-Rente (
Urk.
10/19-22).
Seit dem
4.
Dezember 2011 lebt er im
Z._
(
Urk.
3/3).
Mit Beschluss des Bezirksrats
A._
vom 1
0.
Februar 2012
wurde
er entmündigt und unter die elterliche Sorge seiner Eltern
B._
und
C._
gestellt (
Urk.
10/4; vgl. auch
Urk.
7
).
M
it Verfügungen der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend: Durchführungsstelle), vom 21. März 2016, vom
15. Dezember 2016, vom 27. Feb
ruar 2017 sowie vom 14. Dezember 2017
wurden
dem Versicherten
monatliche Ergänzungsleistungen inklusive Prämienpauschale für die Krankenversicherung sowie kantonale Zuschüsse
für Heimbewohner
in der Höhe von total Fr. 8'066.-- ab 1. Januar 2016, Fr. 8
’
081.-- ab 1. Januar 2017, Fr. 8'080.-- ab 1. März 2017 sowie Fr. 8’096.-- ab 1. Januar 2018 zugesprochen (Urk. 10/97, 10/105, Urk. 10/119, Urk. 10/124).
1.2
Im Rahmen einer
im Januar 2018 eingeleiteten
periodischen Überprüfung
erlangte die Durchführungsstelle Kenntnis von einem weiteren Bankkonto des Versicherten
mit einem Guthaben von rund
Fr.
45'000.-- per 3
1.
Dezember 2016 (
Urk.
10/
132
/2
,
Urk.
10/139/3
). Sie
nahm
deshalb
eine rückwirkende Neuberech
nung des Zusatzleistungsanspruchs vor
(
Urk.
10/
139,
Urk.
10/154-162
)
und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 10. April 2018 Zusatzleis
tungen (Ergänzungs
leistungen mit der Prämienpauschale für die Krankenversicherung) von Fr. 4'623.-- ab 1. Januar 2016, Fr. 4'275.-- ab 1. Januar 2017, Fr.
4'274
.-- ab 1. März 2017 und Fr. 4'354.-- ab 1. Januar 2018 zu. Gleichzeitig forderte sie im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 30.
April 2018 zu viel ausbezahlte Ergän
zungsl
eistungen
und
die
kantonale
n
Zuschüsse für Heimbewohner
in Höhe von Fr. 101'956.--
zurück (
Urk.
10/152
; vgl. auch
Urk.
10/162
).
Dagegen liess der
Versicherte am 4. Mai
und 2
2.
Juni
2018 Einsprache erheben mit dem Antrag auf Weiterausrichtung der bisherigen Leistun
gen sowie Aufhe
bung der Rückfor
derung (Urk. 10/165
,
Urk.
10/186
). Nach nochmaliger Überprü
fung der Berechnungsgrundlagen (vgl. Urk. 2 S. 3) hiess die Durchführun
gsstelle die Einsprache mit Ein
spracheentscheid vom 4. Dezember 2018 teilweise
gut (Urk. 2 S. 3 ff.). Mit zwei gleichzeitig erlassenen und
Bestandteil des
Einsprache
entscheid
s bildenden
Verfügungen sprach sie dem Versicherten Ergänzungsleis
tungen inklusive Prämienpauschale für die Krankenversicherung von neu Fr. 4'426.-- ab 1. Januar 2017 sowie Fr. 4'425.-- vom 1. März bis 31. Dezember 2017 z
u (Urk. 10/194). Ferner verrech
nete sie den Differenzbetrag von Fr. 1'812.-- mit ihrer Rückforderung in Höhe von Fr. 101'956.--, so dass sich die Rückfor
derungssumme am 4. Dezember 2018 noch auf Fr. 100'144.-- belief (Urk. 10/204). Die Durchführungsstelle unterliess es, einer allfälligen gegen den Einspracheentscheid gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu ent
ziehen (vgl. Urk.
2 S. 5).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
4.
Dezember 2018 erhob der Versicherte,
seit
1.
Januar 2019 neu vertreten durch die
Berufsbeiständin
Y._
(
Urk.
7; vgl. auch
Urk.
10/222-223) und diese
vertreten durch
Dr.
iur.
B
ollag
, mit Eingabe vom 18. Januar 2019 Beschwerde und beantragte, es seien ihm ab Mai 2018 weiterhin Zusatzleistungen inklusive Prämienpauschale für die Krankenver
sicherung in Höhe von
Fr.
8'096.-- zuzusprechen, und es sei die Rückforderung in Höhe von
Fr.
100'144.-- aufzuheben (Urk. 1 S. 2). In verfahrensrechtlicher Hin
sicht bean
tragte
er
die Wieder
herstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (Urk. 1 S. 2
und 11 f.
).
In der
Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2019
stellte
die Durchführungs
stelle
den Antrag auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 9).
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 5. März 2019 trat das Sozialversiche
rungsgericht auf das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nicht ein mit der Begründung, der Antrag sei gegenstandslos
, weil der Beschwerde ohnehin vollumfänglich aufschiebende Wirkung zukomme
(Urk. 11). Mit Eingabe vom 17. Juni 2019 stellte der Beschwerdeführer das Gesuch
um Erläuterung der
Begründung der Verfügung vom 5. März 2019 (Urk. 13 S. 2).
Dieses Gesuch wies das Gericht mit Verfügung vom
9.
Juli 2019 ab (
Urk.
17). Am 1
7.
Juli 2019 stellte die
Durchführungsstelle das Gesuch, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen (
Urk.
19).
Der Beschwer
deführer ersuchte am 1
2.
August 2019 um Abweisung dieses Gesuches (
Urk.
22).
Auf die
Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Gemäss Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben (Art. 10 ELG) die anrechenbaren Einnahmen (Art. 11 ELG) übersteigen.
1
.1
.2
Zu den anrechenbaren Ausgaben gehört bei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben (in Heimen oder Spitälern lebende Personen)
,
die Tagestaxe. Die Kantone können die Kosten begrenzen, die wegen des Aufent
haltes in einem Heim oder Spital berücksichtigt werden; sie sorgen dafür, dass durch den A
ufenthalt in einem anerkannten
Pflegeheim in der Regel keine Sozi
alhilfe-Abhängigkeit begrü
ndet wird (Art. 10 Abs. 2
lit
. a
ELG).
Die s
eit dem 1. Januar 2016
maximal anrechenbare
n
Heimtaxe
n
ergeben sich aus
§ 11 Abs. 1 des kant
onalen Zusatzleistungsgesetzes (
ZL
G)
in Verbindung mit den für die Jahre 2016 bis 2018 gültigen
Versionen der
Weisungen des Kantonalen Sozial
amtes zum Vollzug der Zusatzleistungen zur AHV/IV
.
Bei Personen, die in einem Heim oder Spital leben, wird als Ausgabe zudem ein vom Kanton zu bestimmender Betrag für persönliche Auslagen anerkannt (Art. 10 Abs. 2
lit
. b letzter Satz ELG).
Dieser beträgt gemäss
§
11
Abs.
2 ZLG höchstens einen Drittel des Betrags für den allgemeinen Lebensbedarf für Alleinstehende gemäss
Art.
10
Abs.
1
lit
. a
Ziff.
1 ELG
.
1.
1.
3
Als Einnahmen werden
auch
Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen
(
Art. 11 Abs. 1
lit
. b
)
sowie ein Fünfzehntel des Reinvermögens ange
rechnet, soweit es bei
Alleinstehenden Fr. 37‘5
00.-- übersteigt (Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG).
Dies gilt gemäss
§
11
Abs.
3
ZLG
in
Verbindung mit
Art.
11
Abs.
2
ELG auch für Heimbewohner, die nicht Altersrentner sind.
Das anrechenbare Vermö
gen ist nach den Grundsätzen der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer für die Bewertung des Vermögens im Wohnsitzkanton zu bewerten (
Art.
9
Abs.
5
lit
. b ELG in Verbindung mit
Art.
17
Abs.
1
der Verordnung über Ergänzungsleis
tungen zur Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenversicherung [ELV]
).
Die Herkunft der Vermögenswerte ist für die Anrechenbarkeit unerheblich; so spielt es keine Rolle, ob es sich beim Geld auf einem Bankkonto um Ersparnisse aus Sozialhilfe, Invalidenrente, Zusatzleistungen oder Verwandtenunterstützun
gen im Sinne von
Art.
328 ff. des Zivilgesetzbuches
handelt
(
Müller,
Rechtspre
chung
des
Bundesgerichts
zum
ELG
, 3. Auflage, Zürich 2015, Art. 11
ELG
Rz
352 sowie Carigiet/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Auflage, Zürich 2009, S. 162 f. mit Hinweisen).
V
om rohen Vermögen
sind die Schulden
abzuziehen. Dazu zählen unter anderem Hypothekarschulden und Darlehen
zwischen Privaten
. Die Schuld muss tatsäch
lich entstanden und einwandfrei belegt sein; ihre Fälligkeit ist hingegen nicht vorausgesetzt (
Urteil des Bundesgerichts 9C_365/2018 vom 1
2.
September 2018 E. 3.2).
1.
1.
4
Gemäss Art. 9 Abs. 5
lit
. d ELG in Verbindung mit Art. 23 Abs. 1
ELV
sind für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen zeitlich massgebend sowie das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen.
1.1.5
Gemäss
Art. 1 Abs. 1 ELG in Verbindung mit
Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sind unrechtmässig bezogene Ergänzungsleistungen zurückzuerstatten. Der Rückfor
derungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versiche
rungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 2 ATSG).
Die Unrechtmässigkeit des Bezugs von Ergänzungsleistungen ergibt sich dadurch, dass die Berechnungsgrundlagen rückwirkend so angepasst werden, dass aus der Neuberechnung ein tieferer Anspruch resultiert, als ursprünglich ausgerichtet
(Carigiet/Koch, a.a.O., S. 98)
.
Die Rückforderung rechtskräftig verfügter Leistun
gen durch die Verwaltung ist nur unter den für die Wiedererwägung oder die prozessuale Revision massgebenden Voraussetzungen zulässig (BGE 126 V 23
E.
4b, 42 E. 2b, je mit Hinweisen). Mit der Wiedererwägung kann der Versicherungs
träger auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Mittels prozessualer Revision, welche von der Wiedererwägung unterschieden werden muss, wird auf rechtskräftige Verfügungen zurückgekom
men, wenn diese aufgrund neu entdeckter, seinerzeit ohne Verschulden unbe
kannt gebliebener vorbestandener Tatsachen oder Beweismittel unrichtig sind (BGE 127 V 469 E. 2c, 119 V 184 E. 3a, 477 E. 1a, Urteil des Bundesgerichts P 63/02 vom 8. Mai 2003 E. 5, je mit Hinweisen).
Bei der Neuberechnung der Ergänzungsleistungen zur Ermittlung des Rückerstat
tungsbetrages ist
davon auszugehen, dass die Ergänzungsleistungen eine ange
messene Deckung des Existenzbedarfs bedürftiger Rentner der Alters- und Hin
terlassenen
- sowie der Invaliden
versicherung
bezwecken. Es sind deshalb, abge
sehen vom Tatbestand des Vermögensverzichts, bei der Anspruchsberechtigung nur tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte zu berücksichtigen, über die der Leistungsansprecher ungeschmälert verfügen kann.
Namentlich sind alle anspruchsrelevanten Tatsachenänderungen
(
Art.
25 ELV)
zu berücksichtigen
, und zwar auch diejenigen, welche sich zugunsten der
EL-berechtigten Person auswirken
(BGE 122 V 19 E. 5 und E. 5c; Urteil des
Bun
-
des
gerichts
P 63/02 vom 8. Mai 2003 E. 3.3).
1.2
1.2.1
Die Kantone können über den Rahmen des ELG hinausgehende Leistungen
g
ewähren und dafür besondere Voraussetzungen festlegen (
Art.
2
Abs.
2 ELG).
Gemäss
§
1
lit
. c und
§
19a
Abs.
1 ZLG deckt
der Kanton Zürich
Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital gemäss ELG leben und deren Ergänzungsleistungen und Beihilfen nicht ausreichen,
den fehlenden Bedarf durch
Zuschüsse, sofern
unter anderem der
Vermögensfreibetr
ag
nach Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG nicht überschritten
wird (
§
19a
Abs. 1 ZLG).
Die Vorschriften, die für die jährliche Ergänzungsleistung nach
Art.
9 ff. ELG gelten, finden ent
sprechende Anwendung, soweit für die Zuschüsse nichts Abweichendes bestimmt ist (
§
19a
Abs.
3 in Verbindung mit
§
15 ZLG).
1.2.2
Nach § 19
a
Abs.
3 in Verbindung mit
§
19
Abs.
1
lit
. a
ZLG
sowie
§
22 der Zusatzleistungsverordnung (ZLV)
sind rechtmässig bezogene
Zuschüsse
in der Regel unter anderem dann zurückzuerstatten, wenn bisherige oder frühere Bezü
gerinnen und Bezüger in günstige Verhältnis
se gekommen sind
.
Über die Rück
erstattung zu Unrecht bezogener kantonaler Leistungen enthält das ZLG keine Bestimmung, was indessen nicht etwa den Weg frei macht für die (sinngemässe) Anwendung von Art. 25 Abs. 1 ATSG. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre
chung ist § 19 ZLG sinngemäss vielmehr auch auf zu Unrecht bezogene Leistun
gen anwendbar (Urteil des Bundesgerichts 9C_305/2012 vom 6. August 2012
E.
3.2).
1.2.3
§
19 ZLG enthält keine näheren Angaben dazu, worin die
«
günstigen Verhält
nisse
»
bestehen. 1994 hat die damalige Direktion der Fürsorge des Kantons Zürich einen Entwurf von Richtlinien zur Handhabung der günstigen Verhältnisse im Sinne des ZLG in Vernehmlassung gegeben; zwar wurde auf den Erlass von Richt
linien verzichtet, der Entwurf aber dennoch als Richtschnur publiziert, und zwar in der Zeitschrift des Fachverbandes für Zusatzleistungen (ZL-Aktuell, Ausgabe 2/95, S. 21 f.; www.zl-fachverband.ch/downloads /199502.pdf). Gemäss Richtli
nienentwurf handelt es sich um günstige Verhältnisse, wenn das Vermögen (bis zum AHV-Alter den fünffachen und) ab dem AHV-Alter den dreifachen Vermö
gensfreibetrag übersteigt.
Mit der Formulierung
«
in der Regel
»
hat der Gesetzgeber zum Ausdruck gebracht, dass die bezogenen Leistungen grundsätzlich zurückzuerstatten sind, in Ausnah
mesituationen aber auf eine Rückerstattung verzichtet werden kann. Im eben genannten Richtlinienentwurf wird dem dahingehend Rechnung getragen, dass bei der Beurteilung, ob günstige Verhältnisse vorliegen, verschiedene weitere Faktoren berücksichtigt werden sollen, so namentlich das Alter, die gesamte finanzielle Situation (Vermögen und Einkommen), Familienlasten, Heim-, Pflege- oder Krankheitskosten, allfälliger Liegenschaftsunterhalt, die Weiterführung der gewohnten Lebenshaltung und das Verhältnis des Rückerstattungsbetrags zum verbleibenden Restvermögen über der Freigrenze (vgl. Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts des Kantons Zürich ZL.2012.00092
vom
7.
Januar 2014
E. 1).
2.
2.1
Die Durchführungsstelle sprach dem Beschwerdeführer mit dem angefochtenen Einspracheentscheid
(
Urk.
2 S. 3 ff.)
und den dazu gehörigen Verfügungen glei
chen Datums
in teilweiser Gutheissung der Einsprache
Ergänzungsleistungen inklusive Prämienpauschale für die Krankenversicherung von
Fr. 4'623.-- ab 1. Januar 2016 (in Bestätigung der Verfügung vom 10. April 2018 [
Urk.
10/152])
,
von
neu Fr. 4'426.-- ab 1. Januar 2017
und
Fr. 4'425.-- vom 1. März bis 31. Dezember 2017
(Urk. 10/194)
sowie von Fr. 4'354.-- ab 1. Januar 2018
(eben
falls in Bestätigung der Verfügung vom 10. April 2018 [
Urk.
10/152]) zu
. Zudem
forderte
sie vom Beschwerdeführer
für den
Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 30. April 2018 zu viel ausbezahlte Leistungen
in Höhe von Fr. 100'144.--
zurück
(Urk. 10/204).
Dies begründete sie
im Einspracheentscheid und in der Beschwer
deantwort
im Wesentlichen
damit, gestützt auf die eingereichten Bankbelege
sei
ein Vermögen des Beschwerdeführers aus Sparguthaben in Höhe von
Fr.
53'573.-- per 3
1.
Dezember 2015,
Fr.
91'300.-- per 3
1.
Dezember 2016 sowie
Fr.
107'211.
--
per 3
1.
Dezember 2017 ausgewiesen
, über welches
er
frei habe verfügen können. Für die Anrechnung sei u
nerheblich, wie
dieses
Sparvermögen geäufnet worden sei.
S
elbst wenn
der
Vater bei der Verwaltung der Konten Fehler gemacht und
die
Lebenshaltungskosten
des Beschwerdeführers
aus dem eigenen Vermögen bestritten habe
, sei dieses Sparv
ermögen anzurechnen
. Denn eine klar ausgewiesene Forderung des Vaters gegenüber dem Beschwerdeführer liege nicht vor
.
Bei den vom
Vater
geltend gemachten Ausgaben für das TIXI-Taxi für die Jahre 2012 bis 2017 sowie das Essen und die Betreuung in den Jahren 2011 bis 2017 handle es sich
allenfalls
um Verwandtenunterstützung.
Es
bestünden
also
keine Schulden
des Beschwerdeführers gegenüber seinen Eltern
, welche vom Bruttovermögen abzuziehen wären.
Demnach stehe fest, dass das Bruttovermö
gen in den Jahren 2016 bis 2018 jeweils den Freibetrag für alleinstehende Perso
nen von Fr.
37'500.
überstiegen habe. Deshalb habe
d
er
Beschwerdeführer
in den fraglichen Jahren keinen Anspruch auf kantonale Zuschüsse
für Heimbewoh
ner
gehabt, so dass die für diese Zeit ausbezahlten Zuschüsse zurückerstattet wer
den müssten (
Urk.
2 S. 3 f.
,
Urk.
9
).
2.2
Der Beschwerdeführer
lässt dagegen geltend machen
,
er habe ab Mai 2018 wei
terhin Anspruch auf Zusatzleistungen inklusive die Prämienpauscha
le für die Krankenversicherung in Höhe v
on
Fr.
8'096.--; deshalb müsse auch davon abge
sehen werden, von ihm Leistungen
im Umfang
von
Fr.
10
0
'144.-- zurückzufor
dern
.
Zur Begründung seines Standpunkts
lässt er im Wesentlichen
vorbringen
,
e
r
habe
Schulden gegenüber seinem Vater
, welche vom Geldvermögen auf seinen
Konti
abzuziehen seien
.
Er lebe
seit Dezember 2011
im
Z._
und halte sich während rund 90 Tagen pro Jahr bei seinen Eltern
auf (
Urk.
1 S. 3).
Er fahre zwei Mal pro Monat mit dem TIXI-Taxi vom Heim nach Hause und zurück
.
Bis die Gemeinde
O._
die Differenz zwischen
der geleisteten Sozialhilfe und den Zusatzleistungen
sowie
der IV-Rente in Höhe von
Fr.
47'103.55 am 3
0.
Mai und am
1.
November 2016 ausbezahlt
habe, habe sein Vater ihn unterstützt, so dass er ein Leben auf dem Niveau der Zusatzleistungen habe führen können.
Die
Kosten für das Essen ausserhalb des Heims, das TIXI-Taxi und weitere Aufwendungen habe der Vater bezahlt, und die Betreuung ausserhalb des Heims hätten die Eltern übernommen;
in diesem Umfang
sei
er
seinem Vater
gegenüber
verschuldet
.
Sein Vater habe von Februar 2012 bis Ende 2018 als Beistand sein Vermögen verwal
tet. Am Anfang der Beistandschaft habe er keine eigenen Konten gehabt. Auch später habe der Vater nicht darauf geachtet, ob er seine Ausgaben von den für ihn verwalteten Bankkonti oder dem eigenen Konto bestritten habe, und so effektiv einen grossen Teil seiner Ausgaben für den täglichen Bedarf über das eigene Konto abgewickelt. Der Vater sei davon ausgegangen, dass er die ihm zustehenden Gelder nicht auf sein eigenes Konto überweisen müsse (
Urk.
1 S. 3-5).
Unter Berücksichtigung
der
Schulden
gegen
-
über dem Vater
habe sein Vermö
gen per Ende 2015 minus
Fr.
26'741.09, per Ende 2016
Fr.
2'205.-- und per Ende 2017
Fr.
2'165.
--
betragen
(
Urk.
1 S. 6 ff.)
.
Die Voraussetzungen für eine Rück
forderung rechtmässig bezogener Beihilfen (richtig: Zuschüsse) seien nicht erfüllt, weil er nicht in günstigere Verhältnisse gekommen sei
(
Urk.
1 S. 5)
.
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdeführer Schulden gegenüber seinem Vater respektive seinen Eltern hat, weil diese während seiner Wochen
endaufenthalte bei ihnen für das Essen, das TIXI-Taxi und weitere Aufwendungen aufgekommen sind und seine Betreuung übernommen haben.
3.2
Eine schriftliche vertragliche Vereinbarung zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Eltern, wer für die
Kosten seiner Wochenend-Aufenthalte aufzukommen hat
, fehlt.
Die entstandenen Auslagen sind auch nicht aufgeschrieben worden, so dass diese betraglich nicht konkret bestimmbar sind (vgl.
Urk.
1 S. 6).
Der Vater hat
die Kosten für das Essen und weitere Aufwendungen
nach seinen Angaben
aus dem eigenen Vermögen bestritten
(
Urk.
1 S. 6)
.
E
s
ist nicht unüblich, dass Eltern ihren erwachsenen Kindern regelmässig unentgeltlich Kost und Logi
s
gewähren.
Ebenso
kommt
es häufig
vor
, dass Familienangehörige ihre nahen Ver
wandten unentgeltlich pflegen und betreuen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts P 19/04 vom 1
7.
August 2005 E. 4.2
).
Ein zwingender Zusammenhang mit finan
ziellen Notsituationen in der Art, dass der Vater die fraglichen Kosten
nur in Zeiten übernahm, als die Finanzen des Beschwerdeführers
besonders
beengt waren, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Der Vater hat
die
zur Diskussion stehenden Ausgaben
gemäss eigenen Angaben
nämlich auch nach Eingang der Zahlungen des Sozialamtes
an den Beschwerdeführer
von
Fr.
10'934.
-- im April 2015
(
Urk.
10/178/1; vgl. auch
Urk.
10/1
,
Urk.
10/186/6
)
und
von
Fr.
36'169.55 am
1.
November 2016
(
Urk.
10/177/7,
Urk.
10/181
,
Urk.
10/186/5
)
übernommen (
Urk.
1 S. 10 f.)
.
Diese Umstände sprechen dafür
, dass
vor den entsprechenden Transaktionen
auch keine mündliche beziehungsweise konkludente vertragliche Vereinbarung einer
(nachträglichen)
Kostentragung durch den Beschwerdeführer bestand
.
Gegenteiliges liess der Beschwerdeführer erst nach der Einstellung seiner Leistungen im Einsprache- und Beschwerdeverfahren vorbringen
(
Urk.
1 S. 4, Urk. 10/165
/2
,
Urk.
10/186
/7-8
)
,
so dass
die
se
Darstellung bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegun
gen versicherungsrechtlicher Ar
t beeinflusst sein kann (vgl. das Urteil des Bundesgerichts
9C_
388/2013 vom 1
0.
Dezember 2013 E. 4.2.2 mit Hinweis).
Hinsichtlich der TIXI-
Taxi-
Kosten
besteht insofern eine andere
Situation
,
als
diese
Auslagen in den Jahren
2011 bis 2014 zumindest teilweise
direkt vom Sozialamt beglichen (
Urk.
10/181
)
und
gemäss Angaben des Vaters
erst danach
vollständig
von
ihm
übernommen wurden
(
Urk.
1 S.
7 ff.)
.
Da
diese Kosten
mit den Wochenendaufenthalten bei den Eltern zusammenhängen und
mit
rund
Fr.
100.--
pro Monat
(
Urk.
1 S. 6)
noch in einem moderaten Rahmen
liegen, besteht kein Grund zur Annahme, die Eltern hätten diese Auslagen anders behandeln wollen als die übrigen
Kosten der Aufenthalte
des Beschwerdeführers
. Eine vertragliche Verpflichtung des Beschwerdeführers, die von den Eltern über
nommenen TIXI-Taxi-Kosten
zurückzuzahlen
, ist nicht
einwandfrei belegt
.
3.3
Aufgrund der Ausführungen des Beschwerdeführers ist auch in Betracht zu zie
hen, dass
sein
Vater
die finanziellen Aufwendungen für seine Wochenendaufent
halte bei den Eltern aus Versehen
(
und ohne seinen Willen
)
über das eigene Bank
konto und nicht dasjenige des Beschwerdeführers bezahlte
(
Urk.
1 S. 4)
.
Solchen
falls
hätte er gegenüber dem Beschwerdeführer womöglich eine Forderung aus ungerechtfertigter Bereicherung (
Art.
62 des Obligationenrechts; vgl. dazu
Gauch/
Schluep
/Schmid/Emmenegger, Schweizerisches Obligationenrecht, Allge
meiner Teil,
10
.
Auf
lage, Zürich 2014
, N 1539a).
Allerdings spricht d
er Umstand, dass der Vater
die zur Diskussion stehenden Ausgaben
laut seinen eigenen Angaben
(
Urk.
1 S. 6 ff.)
über Jahre aus dem eigenen Vermögen bestritt
, dagegen aber
die Bezahlung der
deutlich stärker ins Gewicht fallenden
Heimkosten
von m
onatlich rund
Fr.
8
’
000.--
immer
über das Privatk
onto des Beschwerdeführers abwickelte
(
Urk.
10/177;
vgl. auch
Urk.
10/181,
Urk.
10/186/4)
,
gegen ein Verse
he
n.
3.4
Bei gesamthafter Betrachtung ist
mit dem massgeblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
, dass die Übernahme
von
Kost und Logi
s
, der TIXI-Taxi-Kosten
sowie die Betreuung des Beschwerdeführers während der Wochenendaufenthalte durch die Eltern als
Erfüllung einer sittlichen Pflicht,
Schenkung oder ähnliches Rechtsgeschäft zu qualifizieren sind
und keine
recht
liche Pflicht
des Beschwerdeführers besteht, seine Eltern dafür zu entschädigen
.
Entsprechende, vom Rohvermögen abzuziehende Schulden sind nicht ausgewie
sen.
4.
4.1
Strittig ist ebenfalls die Höhe des bei der Ermittlung des Anspruchs auf Ergän
zungsleistungen und Zuschüsse für die Jahre 2016 bis 2018 anrechenbaren Ver
mögens per
1.
Januar 2016,
1.
Januar 2017 sowie
1.
Januar 2018 (vgl. vorstehend E. 1.1.4).
4.2
Die Durchführungsstelle
hatte
bei Erlass der ersten Verfügung (vom 21. März 2016) über den Leistungsanspruch ab
1.
Januar 2016 (
Urk.
10/97)
anhand
der
Angaben in
d
er letzten Steuererklärung für das Jahr 2014 (
Urk.
10/70/9) ein anrechenbares Vermögen in Höhe von
Fr.
26'885.
--
ermittelt (
Urk.
10/98/1)
.
Im Rahmen der im Januar 2018 eingeleiteten periodischen Überprüfung erlangte sie Kenntnis von einem weit
eren, im April 2015 eröffneten
Bankkonto des Beschwer
deführers (
Zinsstufen-Sparkonto bei der
E._
;
Urk.
10/131-132
,
Urk.
10/139
)
. Sie
berechnete
deshalb
den Leistungsanspruch – und damit auch das anrechenbare Vermögen – ab
1.
Januar 2016 neu.
Dabei
addierte
sie offenbar einfach den Saldo des neu entdeckten
Zinsstufen-Sparkontos
bei der
E._
in Höhe von
Fr.
26'687.90 per 3
1.
Dezember 2015 (
Urk.
10/145
; vgl. auch
Urk.
10/144)
zum bisher gestützt auf die Steuererklärung 2014 angerechneten Vermögen in Höhe von
Fr.
26'885.-- und rechnete für 2016 - zuletzt im ange
fochtenen Einspracheentscheid - ein Vermögen von
Fr.
53'572.90 an (
Urk.
2 S. 2 und 4). Z
u diesem Zeitpunkt
hätte sie den massgeblichen Vermögensstand per 3
1.
Dezember 2015 beziehungsweise
1.
Januar 2016
durch das Heranziehen
der
Steuerunterlagen für das Jahr 2015
und
der
Saldi sämtlicher
Konti
des Beschwer
deführers per 3
1.
Dezember 2015 genauer
ermitteln können. Dies hat sie unter
lassen
(vgl.
Urk.
10/144)
, wie der Beschwerdeführer zu Recht rügt
.
Mit ihm ist davon auszugehen, dass sein Vermögen per 3
1.
Dezember 2015, bestehend aus den Guthaben aus dem Zinsstufen-Sparkonto bei der
E._
von
Fr.
26'687.90 (
Urk.
10/145), dem Privatkonto bei der
E._
von
Fr.
19'526.85 (
Urk.
10/177) sowie dem
Privatkonto bei der
Post
von
Fr.
513.15 (
Urk.
10/179) insgesamt
Fr.
46'727.90 betrug (
Urk.
1 S. 8).
Anhaltspunkte dafür, dass
er
per 3
1.
Dezember 2015
über weitere Vermögenswerte auf zusätzlichen Bankkonti verfügte, ergeben sich mit Blick auf die bei den Akten befindlichen Steuererklärungen 2014 (
Urk.
10/70/9) und 2016 (
Urk.
10/141/11) nämlich nicht.
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, vom Gesamtguthaben auf den Bank
konti per 3
1.
Dezember 2015 seien rund
Fr.
10'500.
-- für die Ende 2015 noch offen gewesene
monatliche Rechnung des Werkheims
P._
abzuziehen
(
Urk.
1 S. 8)
, kann ihm nicht gefolgt werden.
Die Kosten für die
Heimtaxe
stellen aner
kannte Ausgaben im Sinne von
Art.
10 ELG dar, welche durch die für das Jahr 2015 ausgerichteten Zusatzleistungen als gedeckt gelten
, also damit zu bezahlen sind
. Dies schliesst eine Berücksichtigung von diesbezüglich am Ende des Kalen
derjahres bestehenden Schulden in Form eines Abzugs vom Vermögen aus
(
Mül
ler,
Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum ELG,
3. Auflage, Zürich 2015, Art. 11 ELG
Rz
338 mit Hinweis
).
Als Zwischenergebnis ist von einem
Vermögen per
1.
Januar 2016 von
Fr.
46'727.90 auszugehen, welches
für die Ermittlung des Anspruchs auf Ergän
zungsleistungen und kanto
nale Zuschüsse massgeblich ist
.
Da
dieses
Vermögen den Freibetrag
nach Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG
von
Fr.
37'500.--
überschr
eitet, hat die Durchführungsstelle einen Anspruch auf kantonale Zuschüsse ab
1.
Januar 2016 im Ergebnis zu Recht verneint
(
§
19a Abs. 1 ZLG
).
Hingegen beeinflusst das
vergleichsweise
tiefere
V
ermögen per
1.
Januar 2016 den Anspruch auf
die jähr
liche Ergänzungsleistung
.
4.3
Hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Vermögens hat die Durchführungs
stelle
bei der Neuberechnung des
Anspruchs auf Ergänzungsleistungen und Zuschüsse
ausser Acht gelassen, dass
der Beschwerdeführer
nach
Wegfall der kantonalen Zuschüsse von
monatlich
Fr.
3'352.--
und Kürzung der Ergänzungs
leistungen
ab
1.
Januar 2016
sein Vermögen
zur Bezahlung der Heimkosten
hätte
anzehren
müssen;
das Vermögen
hätte sich
im Umfang der weggefallenen Zuschüsse
und
gekürzten
Ergänzu
ngsleistungen
monatlich reduziert
, da sich seine Ausgaben, namentlich die Heimkosten, nicht verändert hätten
.
Bereits angesichts der betraglichen Höhe
des durch die
weggefallenen kantonalen Zuschüsse
gedeckten Anteils der monatlichen Heimkosten besteht
nämlich
kein Grund zur Annahme,
dieser
wäre
-
ebenso wie die Kosten für die Wochenend
aufenthalte des Beschwerdeführers bei seinen Eltern
-
vom Vater aus dem eigenen Vermögen bezahlt worden.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Bezahlung der Heimrechnungen wie
bis anhin
(
Urk.
10/177) weiterhin über das Privatkonto des Beschwerdeführers bei der
E._
abgewickelt worden wäre.
Diese mit dem rückwirkenden Wegfall von Zusatzleistungen zusammenhängende und sich zu Gunsten des Beschwerdeführers auswirkende Tatsachenänderung ist ebenfalls zu berücksichtigen (vorstehend E. 1.1.5).
In einem ersten Schritt ist deshalb – ausgehend vom in der vorstehenden Erwä
gung ermittelten Vermögensstand per
1.
Januar 2016 – die jährliche Ergänzungs
leistung ab
1.
Januar 2016 neu zu berechnen. Alsdann ist mit Hilfe der Konto
auszüge f
ür den gesamten
relevanten
Berechnungszeitraum ab
1.
Januar 2016
zu prüfen
, ob und bejahendenfalls in welchen Zeiträumen wegen der hypothetischen Vermögensabnahme bei Wegfall der Zuschüsse
von monatlich
Fr.
3'352.
--
und
Kürzung
des monatlich ausgezahlten Ergänzungsleistungsbetrags
(im Vergleich zu den ursprünglich zugesprochenen Ergänzungsleistungen)
wieder die massge
bliche Vermögensschwelle von
Fr.
37'500.-- erreicht
beziehungsweise unter
schritten
wird und erneut
ein
Anspruch
auf kantonale Zuschüsse besteht.
In die
sem Zusammenhang sind auch die für die Berechnung der jährlichen Ergänzungs
leistung für 2017 und 2018 massgeblichen Vermögensstände per
1.
Januar 2017 und
1.
Januar 2018 neu zu ermitteln und der Ergänzungsleistungsanspruch für diese Jahre neu zu berechnen.
Erst
auf dieser Basis
kann über den Anspruch auf Ergänzungsleistungen und kantonale Zuschüsse in den Jahren 2016 bis 2018 und eine allfällige Rückforderung
von Ergänzungsleistungen und kantonalen Zuschüssen
entschieden werden.
Der angefochtene Einspracheentscheid ist auf
zuheben, und die Sache ist zur Vornahme der erforderlichen Abklärungen an die Durchführungsstelle zurückzuweisen. In
diesem Sinne ist die Beschwerde gutzu
heissen
.
5.
Zu prüfen bleibt das Gesuch der Beschwerdegegnerin vom 1
7.
Juli 2019 um Ent
zug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (
Urk.
19), da das Verfahren betreffend Herabsetzung der Ergänzungsleistungen bei einer Rückweisung des Falles an die Beschwerdegegnerin zu näherer Abklärung und neuem Entscheid materiell noch nicht abgeschlossen ist.
Wie das Gericht bereits mit Verfügungen vom
5.
März 2019 (
Urk.
11) sowie vom
9.
Juli 2019 (
Urk.
17) dargelegt hat, hatte es die Beschwerdegegnerin unterlassen, im Dispositiv des Einspracheentscheids vom
4.
Dezember 2018 (
Urk.
2) einer all
fälligen Beschwerde gegen die Herabsetzung der Zusatzleistungen die aufschie
bende Wirkung zu entziehen (
Urk.
2 S. 5). Dementsprechend kam der Beschwerde vollumfänglich aufschiebende Wirkung zu mit der Folge, dass die Beschwerde
gegnerin für das Jahr 2018 weiterhin Zusatzleistungen von monatlich
Fr.
8'096.-- zu bezahlen hatte (
Urk.
11 S. 4 oben,
Urk.
17 S. 4 oben, vgl. auch
Urk.
16).
Dass es die Beschwerdegegnerin unterliess, einer allfälligen Beschwerde die auf
schiebende Wirkung zu entziehen beziehungsweise dass sie das Gesuch um Ent
zug der aufschiebenden Wirkung erst mehr als sieben Monate nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids stellte, hat sie sich selber zuzuschreiben. Nachdem die Beschwerdegegnerin aufgrund des Gesagten bei anhaltender aufschiebender Wirkung der Beschwerde verpflichtet gewesen wäre, die ursprünglich zugespro
chenen Ergänzungsleistungen für das betreffende Jahr weiterhin in bisheriger Höhe auszurichten, dieser Verpflichtung aber offensichtlich nicht nachkam (
Urk.
15 S. 3,
Urk.
19), ist das nachträglich eingereichte Gesuch der Beschwerde
gegnerin um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde als verspätet und als im Widerspruch zum Gebot von Treu und Glauben (
Art.
5
Abs.
3 der Bundesverfassung) stehend zu betrachten, weshalb es ohne Weiteres und ohne Durchführung einer Interessenabwägung abzuweisen ist.
6.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2). Nach
§
34
Abs.
1 des
Gesetz
es
über das Sozialversiche
rungsgericht (GSVGer)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien ist die Prozessentschädigung
ermessens
weise auf Fr. 2‘3
00.
-- (inkl. Barauslagen und MWSt)
festzusetzen.