Decision ID: 1dc92f93-797e-41b9-89ad-f7c037ea193b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
war vom 1. August 2010 bis 29. Juli 2012 als
Chauffeur bei der
Y._
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 1
2.
Januar 2012 war (
Urk.
6/23). Am 2
8.
August 2013 meldete sich der Versicherte unter Hinwies auf einen am 1
2.
Janu
a
r 2012 erlittenen Un
fall
,
bei welchem er von einem geborstenen Ölbehälter am Bauch getroffen
wurde
und vom Lastwagen fiel
(vgl.
Urk.
6/18/114,
Urk.
6/18/81-95),
bei der
Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/15). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab, zog Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) bei (Urk. 6/18, Urk. 6/34, Urk. 6/38) und holte beim Z._ ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 10. August 2015 erstattet wurde (Urk. 6/81).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/85, Urk. 6/88) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 31. März 2016 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 6/90 = Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am 3. Mai 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 31. März 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien
ihm
die gesetzlichen Leistungen nach dem Invalidenversicherungsgesetz zu gewäh
ren, insbesondere sei ihm ab 1. Februar 2014 eine ganze Invalidenrente zuzu
sprechen. Eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2 Mitte). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeant
wort vom 10. Juni 2016 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 27. September 2016 (Urk. 7) holte d
as Gericht bei den
Z._
-Gutachtern eine ergänzend
e Stellungnahme ein, die am 25. Oktober 2016 erstattet wurde (Urk. 11
). Am
7. Dezember
2016 nahm die Beschwerde
geg
nerin dazu Stellung (
Urk. 16) und am 27. Februar 2017 der Beschwerdeführer (Urk.
19), was den Parteien am
7. März 2017
zur Ke
nntnis gebracht wurde (Urk. 21).
3.
Die Suva stellte ihre im Zusammenhang mit dem Unfallereignis
vom 1
2.
Januar 2012 sowie einem weiteren Ereignis vom 1
8.
Dezember 2010 (vgl. dazu nach
stehend E.
3.1) erbrachten Versicherungsleistungen per 3
1.
August 2014 ein (
Urk.
6/38/7-9). Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
2.
Juni 2016 ab
(Verfahren Nr. UV.2015.00067
).
Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft und wird im vorliegen
den
Verfahren von Amtes wegen
zu
den
Akten
genommen
(
Urk.
22).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein renten
ausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychia
tri
sche Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber 2015
E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
li
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
to
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosoma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundes
ge
richt wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Resso
urcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ein
zuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015
vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
D
er
Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebo
tener – Anwendung im Einzel
fall zusammen.
Die
Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Aus
wir
kun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit
(zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran
, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete
versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6).
Gemäss
BGE
142 V 343
ist
die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
anwendbar
.
1.4
Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert, sondern es ist zu prüfen, ob sie eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen
Indikatoren
erlauben oder nicht; je nach Abklä
rungs
tiefe und -dichte kann unter Umständen eine pu
nktuelle Ergänzung genü
gen (BGE
141 V 2
81 E.
8).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, beim Beschwerdeführer lägen gesund
heitliche Einschränkungen vor, welche die Arbeitsfähigkeit subjektiv ein
schränk
ten. Die unter anderem diagnostizierte rezidivierende depressive
Störung, leicht
gradige Episode, entspreche aus i
nvalidenversicherungsr
echtlicher Sicht keiner langdauernden schweren Erkrankung mit erheblicher und dauerhafter Ein
schrän
kung der Arbei
tsfähigkeit und sei z
udem behan
delbar.
Die körperlichen Beschwerden
sodann schränkten den A
lltag
des Beschwerdeführers
nicht derart ein, dass eine Tätigkeit nicht mehr zu
mutbar wäre. Mit Blick auf die vorhan
de
nen Ressourcen wäre
aus versicherungsmedizinischer Sicht trotz der Beschwer
den
eine Erwerbstätigkeit vielmehr zumutbar. Eine Invalidität im Sinne des Gesetzes sei nicht ausgewiesen. Zu diesem Ergebnis führe die - näher dargelegte - Prüfung der Indikatoren (Ressourcenprüfung) gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu psychosomatischen Leiden. Insbesondere befinde sich der
Beschwerdeführer
nicht in adäquater psychiatrischer Beha
ndlung,
verfüge über einen äusserst aktiven Tagesablauf und pflege
rege soziale Kontakte
.
Abgesehen davon sei die gestellte Diagnose einer PTBS insbesondere mit Blick auf die Aktivitäten des Beschwerdeführers äusserst fragwürdig (Urk. 2, Urk. 16).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend
(Urk. 2), die Beschwer
de
gegnerin
setze sich - entgegen der praxisgemäss anzuwendenden Grundsätze - über die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (und auch über diejenige
ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes,
RAD) hinweg. Das
Z._-
Gut
achten entspreche zweifellos den rechtsprechungsgemäss festgelegten Anforde
rungen und es sei daher darauf abzustellen
(S. 5 ff. Ziff. 16 ff.)
.
Die Indika
torenprüfung durch die
Beschwerdegegnerin
sei - da keine Päusbonog-Erkran
kung vorliege - zu Unrecht
(S. 7 f. Ziff. 27 ff
.
)
und zudem - aus näher darge
legten Gründen (S. 10 ff. Ziff. 38 ff.) - absolut willkürlich (S. 9 Ziff. 36)
erfolgt
.
Nach Eingang der
ergänzenden Stellungnahme der Z._-Gutachter führte der Beschwerdeführer aus (Urk. 19), damit sei eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Gesundheitsschädigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (S. 5 Ziff. 15). Auch wenn man die
aktuellen Qualitätsleitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP)
heran
ziehe (vgl. S. 6 ff. Ziff. 18 ff.), ergebe sich sehr deutlich, dass kaum mehr auf eine verwertbare Arbeitsfähigkeit geschlossen werden könne (S. 10 Ziff. 31). Der Fall sei sodann nicht vergleichbar mit dem Sachverhalt, der BGE 142 V 343 zugrunde gelegen habe, weshalb die Indikatorenpraxis des Bundesgerichts nicht zur Anwendung zu bringen sei. Selbst aber wenn man sie anwenden wollte, müsse der Tatsache der Schwere und der Objektivierbarkeit der Befunde ein erheb
licher Stellenwert bei der Beurteilung der Invaliditäts-Arbeitsunfähigkeit beigemessen werden, im Sinne einer erheblichen Belastung, welche nicht mit einer bloss theoretischen Therapieressource aufgewogen werden könne (S. 10 f. Ziff. 32 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auf das Z._-Gutachten abzustellen ist.
3.
3.1
Am 1
8.
Dezember 2010 fügte die Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers diesem mit einem Messer Schnittverletzungen zu
, was
der Suva mit Bagatellunfall-Meldung vom 1
8.
Mai 2011 gemeldet
wurde
. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers wurde die Wunde auf der linken Bauchseite mit einem Pflaster versorgt und die Wunde unter der linken Achselhöhle genäht. Daraufhin sei er in die Ferien geflogen. Nach den Ferien habe er seine Arbeitstätigkeit wieder aufgenommen. Eine psychiatrische Therapie sei nie erfolgt. Allerdings habe er das Erlebnis nicht vergessen können. Er sei abends nicht mehr alleine hinausgegangen (vgl.
Urk. 22
E. 3.1
).
3.2
A
m 1
2. Januar 2012
wurde
dem Beschwerdefüh
rer ein
infolge eines Überdrucks geborstene
r
Ölbehälter
gegen
den Bauch
ge
schleu
dert
, wodurch er vom Last
wagen fiel (vgl. Schadenmeldung vom 2
6.
Januar 2012,
Urk. 6/1
8/1
14
; Unfall
rapport der Kantonspolizei Zürich,
Urk. 6/18
/
81-95
). Der Beschwerdeführer gab hierzu an, er habe den Lastwagen einölen wollen. Die Flasche sei explodiert und gegen seinen Bauch geprallt. Er sei zwei Meter
in die Höhe
und zwei Meter vom Lastwagen weg geschleudert worden. Mit dem Gesäss und den Fersen sei er auf dem Boden gelandet. Er habe einmal nach Hilfe gerufen. In den ersten Minuten habe er kaum oder nur sehr erschwert atmen können (vgl.
Urk. 6/18
/
74
).
Die
Erstbehandlung erfolgte gleichentags im A._,
wo ein stumpfes Thorakoabdominaltrauma rechts diagnostiziert wurde. Die Ärzte führten aus,
e
s habe keine Nausea, keine Bewusstlosigkeit und keine Amnesie vorgelegen. Zu
dem seien keine Pleuraergüsse oder Infiltrate ersichtlich gewesen. Eine Rippen
fraktur habe nicht nachgewiesen werden können. Der Beschwerdeführer sei zur
stationären Überwachung und analgetischen Therapie vom 12. bis 16. Januar 2012
hospitalisiert gewesen
(Austrittsbericht vom 1
6.
Januar
2012
, Urk.
6/18/104
f.)
.
3.
3
Der behandelnde
Dr.
med.
B._
, praktischer Arzt, überwies den Be
schwerdeführer im April 2012
bei
Verdacht
auf ein posttraumatisches Belas
tungssyndrom mit zunehmender Depressivität bei Status nach schwerem lebens
bedrohlichem Unfall am 12.
Januar
2012 zur Beurteilung und Behand
lung an die
C._
; vgl. Schreiben vom 2
5. April 2012, Urk. 6/18/98 = Urk. 6/28/6
).
3.4
Die Ärzte der
C._
berichteten am 30. September 2013 zu Handen der Beschwer
degegnerin (
Urk.
6/26). Sie führten aus, der Beschwerdeführer s
tehe seit 7. Juni 2012 in ihrer ambulanten psychiatrischen Behandlung. Er werde medikamentös
behandelt und es fänden monatliche supportive Gespräche statt (Ziff. 1.2, Ziff. 1.5)
.
Es seien folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen (
Ziff.
1.1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
, bestehend seit Oktober 2010 (ICD-10 F32.2)
-
PTBS (ICD-10 F43.1)
-
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), Beobachtungszeitraum 2 Jahre
Der Beschwerdeführer sei zu 100 % arbeitsunfähig. Aufgrund der ungünstigen
Prognose sei von einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S. 1 lit. a und
lit. b). Eine traumaspezifische Psychotherapie wäre indiziert, sei jedoch vom Beschwerdeführer nicht gewünscht (Ziff. 1.8).
3.5
Am 2
3.
November 2013 (
Urk. 6/28/1-4) berichtete Dr. B._, die Belastbar
keit des Beschwerdeführers sei vor allem aus psychischen Gründen massiv ein
ge
schränkt. Es bestehe beinahe eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätig
keiten in der freien Wirtschaft (Ziff. 1.7).
3.6
Am 2
6.
September 2014 (
Urk.
6/41) berichteten die Ärzte der
C._
, seit ihrem letzten Bericht vom September 2013
(vorstehend E. 3.4) habe sich der Zustand des Beschwerdeführers verschlechtert. Es zeichne sich eine andauernde Persön
lichkeitsveränderung nach Extrembelastung mit niedrigem Aktivitätsniveau ab. Die schwere depressive Symptomatik habe sich chronifiziert (Ziff. 1.4 am Ende). Der Beschwerdeführer sei zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.7).
3.7
Am 1
0.
August 2015 erstatteten die Ärzte des
Z._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk. 6/81). Sie stützten sich auf die ihnen über
lasse
nen und zusätzlich beigebrachten Akten (S. 7 ff.) und die von ihnen am 16. Juni 2015 sowie am 2., 3. und 6. Juli 2015 durchgeführten allgemeinmedizinischen (
S. 9 ff.), chirurgischen (S. 14 ff.), psychiatrischen (S. 17 ff.), neuropsychologi
schen
(S. 29 ff.) und orthopädischen (S. 39 ff.) Untersuchungen.
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 45):
-
rezidivierende depressive Störung, zurzeit leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0)
-
PTBS (ICD-10 F43.10)
-
chronisches, myofaszial betontes thorakolumbales Syndrom
-
costovertebral-Blockierungen am thorakolumbalen Übergang
-
thorakolumbale muskuläre Dysbalance
Sodann nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beits
fähig
keit (S. 45):
-
chronisches posttraumatisches Schmerzsyndrom abdominothorakal rechts
ohne organische Ursache
-
chronische Obstipation
-
mehrfaktoriell bedingt geringe Testleistungen
-
klinischer Verdacht auf initiale, medial betonte Gonarthrose links bei diskreter Varus-
Fehlstellung
Die Gutachter führten aus, aus chirurgischer Sicht habe das stumpfe Thora
ko
abdominaltrauma zu einer eher oberflächlichen
Kontusion von Brust- und Bauchwand geführt. Innere Verletzungen hätten bildgebend nicht nachgewiesen werden können. Damit konkordant sei der aktuell unauf
fällige physikalische Untersuchungsbefund.
Es bestehe der hochgradige Ver
dacht
auf Somatisierung (S. 16 unten).
Aus psychiatrischer Sicht sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer sowohl die Messerattacke seiner Ex-Ehefrau als auch die Gasexplosion bei der Arbeit, bei welcher er meterweit geschleudert worden und in die Tiefe gestürzt sei, als lebensbedrohliche Ereignisse erlebt habe, womit das Kriterium A gemäss DSM-V erfüllt sei. Da der Beschwerdeführer beim Thematisieren des Unfall
her
ganges deutlich psychische Belastungsanzeichen zeige und während der Explo
ration zu weinen beginne, sei auch das Kriterium B gegeben. So beschreibe der Beschwerdeführer zum Beispiel auch, dass er regelmässig, wenn es ihm „zu viel werde“, sich in sein Zimmer zurückziehe, einschliesse und dort weine. Da der Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis Situationen, bei denen er befürchte, dass etwas explodieren könne, konsequent meide (zum Beispiel das Kochen mit
einem Dampfkochtopf oder Pfannen) und auch keine Lastkraftwagen mehr fahre
, sei auch das Kriterium C gegeben. Des Weiteren gebe der Beschwerdeführer an, immer nervös und gereizt zu sein, was eines der unter Punkt D aufgeführten Symptome darstelle. Auch bestehe eine erhöhte Reizbarkeit, eine Hypervigilanz und eine subjektiv empfundene Konzentrationsschwäche, womit die Kriterien E erfüllt seien. Da diese Symptome seit mindestens zweieinhalb Jahren anhielten und auch so dokumentiert seien, sei das Kriterium F ebenfalls erfüllt. Auch führe das Störungsbild zu in klinischer Weise bedeutsamen Leiden und Beein
trächtigungen, womit das Kriterium G erfüllt sei. Insgesamt könne somit davon ausgegangen werden, dass die beschriebenen Symptome die Diagnose einer PTBS (ICD-10 F43.10) rechtfertigten (S. 24 f.). Wie häufig bei dieser Diagnose seien auch beim Beschwerdeführer in den letzten Jahren depressive Symptome und Episoden aufgetreten, welche die Diagnose einer eigenständigen depressi
ven Erkrankung rechtfertigten. Zum jetzigen Zeitpunkt lägen depressive Symp
tome vor, welche aktuell die Diagnose einer leichtgradigen depressiven Episode
rechtfertigten. Hingegen könne eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach
Extrembelastung (ICD-10 F62.0) nicht diagnostiziert werden (S. 25 unten). Die seit mindestens Juni 2012 vorliegende PTBS beeinträchtige die Arbeits
fähig
keit wesentlich durch die Affektlabilität, die Gereiztheit, die vegetative Übererregbarkeit und die Hypervigilanz sowie durch die dadurch verursachte Unkonzentriertheit und Ablenkbarkeit. Die auf die seit mindestens September 2013 vorherrschende depressive Symptomatik zurückzuführende Freudlosigkeit und die erhöhte Ermüdbarkeit begründe eine weitere Reduktion der Arbeits
fähig
keit. Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich alleine wäh
rend mehreren Stunden täglich um die Kinder kümmern könne (wenn auch mit der Möglichkeit, sich jederzeit in sein Zimmer zurückzuziehen zu können) und soziale Kontakte nicht meide, sondern eher suche und sich dann auch zu beteiligen versuche, sei kumulativ von einer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 30 % auszugehen, dies seit mindestens Juni 2012 (S. 26 unten, S. 27 Mitte).
Die neuropsychologische Untersuchung habe einen Gesamt-IQ von 63 ergeben (S. 37). Insgesamt habe sich ein Bild generell geringer Testleistungen ergeben,
wofür ursächlich mehrere - näher genannte - Faktoren beteiligt seien (S. 38 Mitte
). Betreffend Arbeitsfähigkeit hätten die erhobenen neuropsychologischen Befunde einen untergeordneten Stellenwert. Rein neuropsychologisch betrachtet wäre dem Beschwerdeführer auch heute eine praktisch-manuelle Routinetätig
keit vollzeitig zu
mutbar. Vom Führen eines Fahrzeu
gs sei dabei vor allem auf
grund der gezeigten Defizite in den Aufmerksamkeitsfunktionen abzuraten (S. 38
unten).
In der orthopädischen Untersuchung sei der klinische Befund bland gewesen. Es seien lediglich costovertebrale Blockierungen auf der rechten Seite des thorako
lumbalen Übergangs feststellbar gewesen und es bestehe eine sekundäre
para
verte
brale muskuläre Dysbalance im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule (S. 43).
Schwere körperliche Tätigkeiten mit Heben von Lasten, die mehr als 10 bis 15 kg wögen und die mit häufigem Bücken einhergingen, seien dem Be
schwerdeführer nicht mehr zumutbar, ebenso anhaltende Zwangshaltungen in leicht gebückter Stellung (S. 43 unten).
Dagegen seien jegliche leichte bis mittelschwere, teils sitzende, teils stehende Tätigkeiten vollschichtig zumutbar (S. 44 oben).
Gesamtmedizinisch sei seit mindestens Juni 2012 von einer weitreichenden Arbeitsunfähigkeit von sicherlich 70 % auszugehen (S. 48 oben).
3.8
In seiner Stellungnahme vom 20. August 2015 (Urk. 6/83 S. 5 f.) sprach sich der RAD-Arzt für ein Abstellen auf das Z._-Gutachten aus.
3.9
Am 25. Oktober 2016 beantwortete der am Z._-Gutachten beteiligte Psy
chia
ter, Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
die vom Gericht gestellten zusätzlichen Fragen (
Urk. 11).
Was die Begründung der gestellten
Diagnosen
(
S.
2
Ad 3a) anbelangt, so erge
ben sich im Vergleich zu den Ausführungen im Z._-Gutachten (vorstehend E. 3.7 Abs. 5, Urk. 6/81 S. 24 f.) keine neuen Gesichtspunkte.
Zur Frage
nach allfälligen Ausschlussgründen im Sinne einer Aggravation oder ähnlicher Erscheinungen
führte Dr. D._ aus, während der gesamten Unter
suchung hätten sich keine Anhaltspunkte für das Vorhandensein einer Aggra
vation oder von Diskrepanzen ergeben. Speziell die Symptome der depressiven Episode und auch der PTBS hätten während der Exploration beobachtet und somit objektiviert werden können (S. 3 Ad 3b).
Zur Frage nach einzelnen Aspekten der Gesundheitsschädigung führte Dr.
D._
aus, aufgrund der Eindrücke in der Exploration sei von einer deutlichen Aus
prägung der Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung auszugehen. Aufgrund der seit 2012 stattfindenden ambulanten psychiatrischen und psycho
pharmakologischen Behandlung sei von einer gewissen Behandlungsresistenz auszugehen. Das Therapiesetting (Frequenz und Dauer der ambulanten Sitzung
en) und die psychopharmakologischen Optionen seien aber bei weitem nicht ausgeschöpft. Es sei davon auszugehen, dass sich die rezidivierende depressive Störung als Komorbidität zur PTBS entwickelt habe und diese beiden Erkran
kungen sich ungünstig beeinflussten (S. 3 f. Ad 3c).
Was die Elemente der Persönlichkeit anbelange, so habe der Beschwerdeführer
im Untersuchungszeitpunkt primär Symptome der PTBS gezeigt. Er habe unru
hig,
angespannt und hypervigilant gewirkt. Eine Ressource sei sicherlich, dass er nach wie vor soziale Kontakte suche und mehrfach täglich unterhalte (S.
4 Ad
3d
).
Betreffend den sozialen Kontext führte Dr. D._ unter anderem aus, der Be
schwerdeführer wohne zusammen mit seiner Ehefrau und deren beiden Kindern. Jedes zweite Wochenende sei seine 8-jährige Tochter bei ihm. Regelmässig habe der Beschwerdeführer soziale Kontakte zu zwei bis drei Freunden. Mit diesen mache er täglich Spaziergänge. An den Wochenenden habe er regelmässig Kon
takt mit der Familie der Ehefrau, mit welcher er Ausflüge und Picknicks mache. In solchen Situationen könne er auch mit den Kindern Ball spielen. Mindestens zweimal pro Woche treffe er seine älteste Tochter, welche ihm bei der Erledi
gung administrativer Aufgaben helfe. Als Hobbies habe er das Lesen des Korans und die Familientreffen an den Wochenenden angegeben (S. 4 f. Ad 3e).
Zur Konsistenz führte
Dr. D._
unter anderem aus
, es falle auf, dass der Beschwerdeführer regelmässige und intensive soziale Kontakte suche und auch lebe. Auch könne er jeden Abend, wenn seine Ehefrau ihrer Putztätigkeit nach
gehe (vgl. S. 4 Ad. 3e), die Kinder während mehreren Stunden alleine betreuen, ihnen bei den Hausaufgaben helfen, mit ihnen basteln und ihnen das Abend
essen aufwärmen. Demgegenüber gebe er jedoch auch an, dass er bei der Haus
haltsführung nur wenig alleine machen könne. Da er jedoch merke, dass das alleinige Sitzen und Nichtstun ihm nicht gut tue, versuche er sich möglichst zu aktivieren und sich abzulenken, womit er den Symptomen seiner Erkrankung aktiv entgegenwirken könne. Aufgrund der doch recht tiefen Therapiefrequenz und Intensität und der seit Behandlungsbeginn unveränderten psychopharma
ko
logischen Medikation sei nur von einem bedingten behandlungs- und ein
glie
derungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck auszugehen (S. 5 f. Ad 3f).
4.
4.1
Nach Lage der Akten steht beim Beschwerdeführer ein psychisches Leiden im Vordergrund (vgl. vorstehend E. 3.5). Aus somatischer Sicht waren im Rahmen der Z._-Begutachtung (vorstehend E. 3.7) einzig dezente orthopädische Be
funde im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule zu erheben, welche jedoch der vollschichtigen Ausübung einer leichten bis mittelschweren, wechsel
be
las
tenden Tätigkeit nicht
entgegenstehen. Aus neuropsychologischer Sicht erach
teten die Gutachter die Ausübung einer praktisch-manuellen Routinetätigkeit ebenfalls als vollzeitig zumutbar. Davon ist auszugehen, zumal diese Beurtei
lung unbestritten geblieben ist.
4.2
Was den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers anbelangt, so diagnostizierte der am Z._-Gutachten beteiligte Psychiater Dr. D._ - gleich wie die behandelnden Ärzte der C._ (vorstehend E. 3.4, E. 3.6) - eine PTBS. Des Weiteren diagnostizierte Dr. D._ eine rezidivierende depressive Störung, wobei er im Untersuchungszeitpunkt eine gegenwärtig leichte de
pressi
ve Episode erhob, während die Ärzte der C._ im September 2013 (vor
stehend E. 3.4) und September 2014 (vorstehend E. 3.6) noch von einer schwer ausgeprägten depressiven Symptomatik berichtet hatten. Aufgrund der sich aus der PTBS und der depressiven Symptomatik ergebenden Beeinträchtigungen atte
stierte Dr. D._ dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % (vorstehend E. 3.7).
4.3
Das Z._-Gutachten, namentlich das von Dr. D._ erstattete psychiatrische Teilgutachten (Urk. 6/81 S. 17 ff.), basiert auf allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der Vorakten abgegeben und berücksichtigt die geklagten Beschwerden. Während sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellte, es sei vollumfänglich darauf abzustellen, stellte die Beschwerdegegnerin zum einen die diagnostizierte PTBS in Frage und machte zum andern geltend, der gutachterlich festgestellte psychische Gesundheitsschaden vermöge keine Invali
dität im Sinne des Gesetzes zu begründen, da dieser mit Blick auf die vor
han
denen Ressourcen des Beschwerdeführers der Ausübung einer Erwerbstätigkeit nicht entgegenstehe (vorstehend E. 2.1-2).
4.4
Eine posttraumatische Belastungsstörung entsteht als verzögerte oder protra
hierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation ausserge
wöhn
licher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses (kurz oder lang anhal
tend), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.
Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katas
trophe, eine Kampfhandlung, ein schwerer Unfall oder Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderen Verbrechen zu sein.
Angst und Depression sind häufig mit den Symptomen und Merkmalen der
PTBS
assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Die Störung folgt dem Trauma mit einer Latenz, die Wochen bis Monate dauern kann (doch selten mehr als 6 Monate nach dem Trauma). Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. Bei wenigen Patienten nimmt die Störung über viele Jahre einen chro
nischen Verlauf und geht dann in eine dauernde Persönlichkeitsänderung (F62.0)
über (Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi
scher
Störungen; ICD-10 Kapitel V (F) Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 201
5, S. 207 f.).
4.5
Objektiv betrachtet erscheint es zumindest fraglich, ob es sich bei den vorlie
genden Ereignissen vom Dezember 2010 und vom Januar 2012 (vorstehend E. 3.1-2) tatsächlich um
traumatisierende Ereignisse von aussergewöhnlicher Schwere (vgl. die Formulierung in den diagnostischen Leitlinien zu ICD-10 F43.1)
, mithin auslösende Trauma von hinreichender Schwere (vgl. BGE 142 V 343 E. 5.2.2), handelt, welche von der
Diagnose einer PTBS im Sinne der ICD-10
erfasst sind. Dagegen spricht nicht zuletzt, dass im
unfallversicherungs
recht
lichen Verfahren beide Ereignisse (objektiv) als Unfälle im
eigentlich mittleren Bereich
qualifiziert
wurden
(Urk. 22 E. 5.2). Der psychiatrische Gutachter Dr. D._ nahm keine Stellung zu den Traumakriterien gemäss ICD-10, son
dern bejahte diese hinsichtlich beider Ereignisse unter Hinweis auf das (sich von der Definition gemäss ICD-10 unterscheidende) A-Kriterium des DSM-V. Auch hinsichtlich der weiteren Symptome nahm er Bezug auf das DSM-V, bejahte aber schliesslich das Vorliegen einer PTBS im Sinne von ICD-10 F43.1 (vor
stehend E. 3.7). Im Unterschied zu den Ärzten der C._ (vorstehend E. 3.4) ver
neinte Dr. D._ allerdings das Vorliegen einer andauernden Persönlich
keits
änderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), was er in nachvoll
zieh
barer Weise damit begründete, dass die (in den diagnostischen Leitlinien zu ICD-10 F62.0 beschriebenen) Diagnosekriterien nicht erfüllt seien (Urk. 6/81 S. 25 f.).
Die
Beachtung von
DSM
-5 Kriterien zwecks Diagnose einer
PTBS ist
nicht un
statth
aft (vgl. BGE 130 V 396 E. 6.3).
Um die Auswirkungen
einer
PTBS
auf das Leistungsvermögen beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit
zu erh
e
ben und zu ge
wichten, bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
aber
in jedem Fall des konsisten
ten Nachweises mittels sorgfältiger Plausibilitäts
prü
f
u
ng, für welche
das strukturierte Bew
e
is
verfahren unter Verwendung
der Standardindi
katoren nach Ma
ssgabe
von BGE 141 V 281 durchzuführen ist (BGE 142 V 342; vgl. vorstehend E. 1.3). Auf diesem Weg kann nicht zuletzt auch den
konzep
tio
nellen Unterschieden
zwischen DSM-5 und
ICD-10 R
ec
hnung getragen werden
(BGE 142 V 342 E. 5.2.3). Insofern braucht vorliegend nicht
weiter auf die gutachterlich
e
Vorgehensweise bei der Diagnostik
eingegangen zu werden. Die
Relevanz der attestierten Einschränkung
ist anhand
des normativen Prüfrasters (vorstehend E. 1.3) zu prüfen.
Die Auffassung des Beschwerdeführers, wonach
die Indikatorenpraxis in seinem Fall nicht zur Anwendung zu bringen sei, da der Gutachter die Kriterien A bis C des DSM-V als erfüllt erachtet habe und das Beschwerdebild somit objekti
vier
bar sei (Urk. 19 S. 10 f. Ziff. 32 f.), kann nicht geteilt werden. Denn das Bun
des
gericht hat insbesondere mit Blick auf die für eine PTBS (sowohl in den ICD-10 als auch dem DSM-V beschriebenen) typischen Symptome wie Nachhall
erinne
rungen, Alp-/Träume, Wiedererleben, Vermeidungsverhalten, Überwachsamkeit sowie erhöhte Schreckhaftigkeit erwogen, dass es sich bei der PTBS ganz allge
mein um eine Störung handelt, die keinen Bezug zu einem organischen Ge
schehen aufweist und für die sich keine oder kaum objektivierbare Befunde erheben lassen. Die Bejahung der (nicht oder kaum objektivierbaren) Symptome bedeutet entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers also nicht gleichsam Objektivierbarkeit des Beschwerdebildes.
4.6
Vorab ist festzuhalten, dass Dr. D._ anlässlich der Begutachtung keine An
zei
chen für eine Aggravation und keine Diskrepanzen feststellen konnte (vor
stehend E.
3.9), sodass das Vorliegen von Ausschlussgründen (BGE 141 V 281 E.
2.2
mit Hinweis) zu verneinen ist.
4.7
Was den Komplex „Gesundheitsschädigung“ anbelangt, so bejahte Dr. D._ in seiner ergänzenden Stellungnahme (vorstehend E. 3.9) eine deutliche Ausprä
gung der Symptome der PTBS. Dies kann angesichts der Tatsache, dass er im psychiatrischen Untersuchungsbefund ausführte, Albträume oder Intrusionen - und damit die für eine PTBS wesentlichen und typischen Symptome des Wie
dererlebens - seien seit Monaten nicht mehr aufgetreten (Urk. 6/81 S. 23 oben), nicht nachvollzogen werden. Das Vermeiden traumaassoziierter Situationen ist sodann zumindest im Zusammenhang mit dem Ereignis vom Dezember 2010 (vorstehend E. 3.1), welches der Gutachter (ebenfalls) als auslösendes Trauma wertete, nicht ausgewiesen, wird doch im Gutachten nur ein Vermeidungs
ver
halten im Zusammenhang mit dem Ereignis vom Januar 2012 beschrieben (vgl. vorstehend E. 3.7).
Aufgrund der seit 2012 stattfindenden ambulanten psychiatrischen und psycho
pharmakologischen Behandlung ging Dr. D._ des Weiteren von einer ge
wissen Behandlungsresistenz aus. In diesem Zusammenhang bemerkenswert ist allerdings, dass sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die von den Ärzten der C._ als indiziert bezeichnete traumaspezifische Psycho
therapie durchgeführt worden wäre, und dass auch die empfohlene Behandlung mit einem
Serotonin-Wiederaufnahmehemme
r (SSRI) bislang nicht erfolgte (vgl. Urk. 6/41 S. 3 Ziff. 1.5, Urk. 6/81 S. 21 Mitte und S. 27 unten). Vor diesem Hintergrund ist eine Behandlungsresistenz
im Sinne des Scheiterns einer indi
zier
ten und lege artis durchgeführten Therapie nicht erwiesen, was umso be
deut
samer ist, als in
der Mehrzahl der Fälle
mit diagnostizierter PTBS
eine Heilung erwartet werden kann (vgl. vorstehend E. 4.4).
Was allfällige Komorbiditäten anbelangt, so können das gutachterlich diag
nos
tizierte thorakolumbale Syndrom und die thorakolumbale muskuläre Dysbalanc
e kaum als massgebliche somatische Komorbiditäten gelten, zumal sich diese nur insofern auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken, als sie der Ausübung einer körperlich schweren Tätigkeit entgegenstehen. Dr. D._ be
jahte hingegen eine psychische Komorbidität in Form einer rezidivierenden depressiven Störung (vorstehend E. 3.9).
Nach der Rechtsprechung des Bundes
ge
richtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auf
treten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krank
hei
ten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach
gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeu
tisch
gut angehbar sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3).
Eine Störung, welche nach der Rechtsprechung als solche nicht inva
lidi
sierend sein kann, ist nicht Komorbidität, sondern allenfalls im Rahmen der Persönlichkeitsdiagnostik zu berücksichtigen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Nach
dem Dr. D._ eine nur leichte depressive Symptomatik feststellen konnte (Urk. 6/81 S. 25 unten) und er zudem fest
hielt
, dass die Behandlungsoptionen bei weitem nicht ausgeschöpft seien (vorstehend E. 3.9) und zur Prophylaxe
respektive Therapie der rezidivierenden depressiven Störung insbesondere höhere
antidepressive Blutplasmaspiegel erreicht werden müssten (Urk. 6/81 S.
27 unten
),
ist eine relevante, ressourcenhemmende psychische Komorbidität aus Rechtsanwendersicht nicht ausgewiesen.
4.8
Den Komplex
„Persönlichkeit“ betreffend kann festgehalten werden, dass psy
chiatrischerseits keine eigentlichen Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert wurde
n. Im gutachterlich-psychiatrischen Untersuchungsbefund ist auch keine auffallende Persönlichkeitsstruktur beschrieben (vgl. Urk. 6/81 S. 21 f.) und der Gutachter verneinte explizit das Vorliegen anderer als der von ihm diagnos
tizierten psychiatrischen Erkrankungen (Urk. 6/81 S. 26 Mitte). Im neuropsy
cho
logischen Teilgutachten wurde allerdings ausgeführt, es bestünden Hinweise dara
uf, dass der Beschwerdeführer seit jeher über eine geringe kognitive Leis
tungsfähigkeit verfüge. Er
habe nur fünf Jahre die Schule besucht und keine Berufsausbildung absolviert, was sich auch im ermittelten IQ von 63 spiegle (
Urk.
6/81 S.
38).
Dies lässt
eine gewisse Einschränkung der Ressourcen im intellektuellen Bereich
naheliegend erscheinen.
Andererseits wies der
neuro
psy
chologische Gutachter aber auch darauf hin, dass der Beschwerdeführer trotz der
(vorbestehend) schwachen Intelligenz (während mehrerer Jahre, vgl. Urk. 6/81 S. 10 Mitte) in der Lage war, zu 100 % einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und dass die anlässlich der Untersuchung gezeigten geringen Testleistungen unter anderem auch darauf zurückzuführen waren, dass der Beschwerdeführer die tat
sächlich vorhandene Leistungsfähigkeit nicht ausgeschöpft hat (Urk. 6/81 S. 38). Insgesamt ist nicht auszuschliessen, dass sich die verminderten Ressourcen im intellektuellen Bereich negativ auf das Leistungsvermögen des Beschwerde
füh
rers auswirken, dies allerdings nicht in einem Ausmass, dass dem Komplex der Persönlichkeit im Rahmen der Ressourcenprüfung entscheidrelevante Bedeutung beizumessen wäre.
4.9
Was den Komplex „Sozialer Kontext“ anbelangt, so gab der Beschwerdeführer an, dass er seit dem Unfall im Januar 2012 dazu neige, sich zurückzuziehen und dass er weniger soziale Kontakte als vorher wahrnehme (Urk. 6/81 S. 19 oben). Aus dem Gutachten (Urk. 6/81 S. 19 f., S. 26 oben) und der ergänzenden Stel
lungnahme (vorstehend E. 3.9) geht aber auch hervor, dass der Beschwerde
führer in der Familie sehr gut eingebettet ist, er auch über den engsten Familienkreis hinaus Kontakte pflegt, indem er an den
Wochenenden regel
mässig an Treffen
und Ausflügen
m
it der Familie der Ehefrau teilnimmt und er
immerhin noch regelmässigen Kontakt zu zwei bis drei Freunden pflegt. Des Weiteren verfügt er über einen relativ strukturierten Tagesablauf, indem er täg
lich sowohl am Morgen als auch am Nachmittag mit seinen Freunden spazieren geht, gemeinsam mit der Familie das Mittagessen einnimmt, regelmässig
den zwölfjährigen Sohn und die neunjährige Tochter seiner Ehefrau (vgl. Urk. 6/81 S. 19 oben)
von der Schule abholt, sie bei den Hausaufgaben zu unterstützen versucht, mit ihnen spielt und das Abendessen mit ihnen einnimmt (Urk. 6/81 S. 20 unten). Damit hält der soziale Lebenskontext des Beschwerdeführers nicht unerhebliche, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren bereit, worauf auch Dr. D._ hinwies (vorstehend E. 3.9).
4.10
Beweisrechtlich entscheidend ist
schliesslich
der Aspekt der Ko
nsistenz, unter welchen verhaltensbezogene Kategorien fallen (BGE 141 V 281 E. 4.4).
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Ein
schrän
kung in Beruf und Erwerb einerseits und in den sonstigen Lebens
be
reichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgepr
ägt ist
(BGE 141 V
281 E. 4.4.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt
werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliede
rungs
erfolg ode
r -resistenz unter dem Komplex „
Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende
Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht
auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurück
zufüh
ren ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.2).
Mit Verweis auf die vorstehenden Ausführungen (E. 4.9) kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer sich aktiv
und regelmässig an der Betreuung der Kinder beteiligt und er weiter regelmässige soziale Kontakte
sucht und
unterhält. Dieses Aktivitätsniveau ist nur schwer vereinbar mit der geltend gemachten, nahezu vollständigen Arbeitsunfähigkeit.
Ins Gewicht fällt aber vor
allem auch das nicht ausgeschöpfte Therapiepotenzial, welches gemäss Dr.
D._
sowohl bezüglich der diagnostizierten PTBS als auch der depressiven Symptomatik besteht (Urk. 6/81 S. 27 unten). Dass der Beschwerdeführer bis
lang insbesondere nicht für die von den Ärzten der C._ empfohlene trauma
spe
zifische Psychotherapie (vgl. vorstehend E. 3.4) zu gewinnen war, er lediglich einmal monatlich eine 30-minütige psychotherapeutische Therapiesitzung in An
spruch nimmt (Urk. 6/81 S. 21 oben) und die aktuelle psychopharma
kolo
gische Medikation gemäss den Feststellungen im Gutachten nicht den erfor
derlichen Plasmaspiegel erzeugte (Urk. 6/81 S. 27 oben), spricht - wie auch Dr. D._ feststellte (vorstehend E. 3.9) - gegen einen erheblichen Leidensdruck und weist auf eine unzureichende Konsistenz hin. Dass der Beschwerdeführer seit dem 5. April 2016 neu bei Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung steht, welcher gemäss Zeugnis vom 16. Dezember 2016 (Urk. 20) die Durchführung von Konsultationen in zweiwö
chigen Abständen plant, vermag daran nichts zu ändern, da es potentiell inkonsistent erscheint, dass der Beschwerdeführer diese Behandlung erst nach dem abschlägigen Rentenentscheid begann (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.
2 sowie Urteil des Bundesgerichts 9C_885/2015 vom 1
3.
Januar 2016 E. 2).
Anhalts
punkte dafür, dass die bislang nicht optimale Compliance des Beschwerde
füh
rers klarerweise auf eine unabwendbare krankheitsbedingte Unfähigkeit zurück
zu
führen ist, sind den medizinische
n Unterlagen keine zu entnehmen. Wenig überzeugend ist schliesslich die Argumentation des Beschwerdeführers, wonach sein tiefes Bildungsniveau einer Gesprächstherapie entgegenstehe (Urk. 19 S. 6 Ziff. 17), zumal ärztlicherseits keine dahingehenden Äusserungen aktenkundig sind.
4.11
Die
abschliessende
Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindi
katoren ergibt, dass auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, wie sie sich aus dem Gutachten ergibt, nicht abgestellt werden
kann. Es ist nicht mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der medizinisch festgestellte Ge
sundheitsschaden funktionelle Auswirkungen hat. Eine invalidisierende psychi
sche Beeinträchtigung ist demnach
zu vernein
en.
Von der eventualiter beantragten Rückweisung der Sache ist abzusehen, da sich der medizinische Sachverhalt als rechtsgenüglich abgeklärt erweist.
4.12
Anzumerken bleibt, dass das Z._-Gutachten vor der Veröffentlichung der überarbeiteten Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der SGPP vom 16. Juni 2016 erstellt wurde. Zu den vom Beschwerdeführer unter Hin
weis auf die Qualitätsleitlinien angeführten, bei der Beurteilung der Arbeits
unfähigkeit zu berücksichtigenden Faktoren (Urk. 19 S. 8 f.) nimmt das Gut
achten nicht explizit Stellung. Selbst wenn davon auszugehen wäre, das Z._-Gutachten genüge den Anforderungen an die neuen Qualitätsleitlinien der SGPP nicht, besteht vorliegend keine Veranlassung, von der aktuell gelten
den bundesgerichtlichen Rechtsprechung abzuweichen und ohne Plausibilitäts
prü
f
ung anhand der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 auf die medi
zinische Beurteilung abzustellen.
5.
5.1
Nach dem Gesagten bleibt zu prüfen, wie sich die somatisch bedingten Ein
schränkungen (vgl. vorstehend E. 4.1) in erwerblicher Hinsicht auswirken.
5.2
Gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung (Urk. 6/81 S. 44) sowie die Angaben im Arbeitgeberfragebogen (Urk. 6/23 S. 6 Mitte) ist davon auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur auch das Heben schwerer Lasten beinhaltete (Urk. 6/81 S. 44). Dies ist dem Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht nicht
mehr zumutbar. Zudem wurde aus neuropsychologischer Sicht vom Führen eines
Fahrzeugs abgeraten (vorstehend E. 3.7). L
eichte bis mittelschwere
, wechselbe
las
tende Tätigkeiten in Form von
praktisch-manuellen Routinetätigkeit
en sind dem Beschwerdeführer hingegen vollzeitlich zumutbar (vorstehend E. 3.7 und E. 4.1).
5.3
Im Jahr 2011 erzielte der Beschwerdeführer als Lastwagenchauffeur bei der Y._ ein Einkommen von Fr. 66‘900.-- (inklusive 13. Monats
lohn und Prämie; Urk. 6/20/5, Urk. 6/25/2). In den Jahren zuvor lag das Ein
kommensniveau ebenfalls in diesem Bereich oder darunter (vgl. Auszug aus de
m individuellen Konto, Urk. 6/20).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
spre
ch
ung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
ge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffent
lichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
Im
Jahr 2012 belief sich das
von
Männern
in
einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen
in einem 100 %-Pensum durch
schnittlich
erzielte
Einkommen pro Monat auf Fr. 5‘210.-- (LSE 2012, S.
35, Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen,
Kompetenzniveau
und Geschlecht, Privater Sektor,
Kompetenzniveau 1, Total Männer
), mithin
Fr. 62‘520.--
pro Jahr
. Dieser Wert entspricht dem Lohnniveau, das der Be
schwer
deführer unter Berücksichtigung seiner körperlichen Einschränkungen erreichen könnte.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2012 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, T03.02, 2012 Total) resultiert somit ein Invalidenei
nkommen von rund Fr. 65‘177
.-- für das Jahr 2012 (
Fr. 62‘520
.-- : 40 x 41.7).
Damit
kann der Beschwerdeführer ohne weiteres ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs.
1 IVG
; BGE 130 V 343 E.
3.4.2 mit Hinweisen
), dies selbst bei einem - im vorliegenden Fall ausser Frage stehenden - maximal zu gewährenden Abzug vom Invalideneinkommen von 25 %
(vgl.
dazu
BGE 126 V 75)
.
5.4
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 90
0.--
anzusetzen und dem
unterliegenden
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
6.2
Dass vom Gericht eine ergänzende Stellungnahme (
Urk. 11
) eingeholt werden musste, ist darauf zurückzuführen, dass die Beschwerdegegnerin den Sachver
halt ungenügend abgeklärt hat, weshalb sie die entsprechenden Kosten von
Fr. 1‘200.-- (Urk. 12
) zu übernehmen hat.