Decision ID: 45336c14-5632-5d08-8628-eabb4db9440a
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der [...] geborene, aus Bosnien-Herzegowina stammende und in Öster-
reich wohnhafte X._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerde-
führer) arbeitete zwischen 1978 und 1986 in der Schweiz als Isoliertechni-
ker (vgl. IV act. 5). Während dieser Zeit leistete er die obligatorischen Bei-
träge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi-
cherung (AHV/IV).
B.
Am 14. Juni 2012 ging bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nach-
folgend: Vorinstanz) über den österreichischen Versicherungsträger der
Rentenantrag mit den Formularen E 204 und E 205 zur Durchführung
eines Rentenprüfungsverfahrens ein (vgl. IV act. 2 und 3). Die Vorinstanz
holte beim Versicherten medizinische und erwerbliche Auskünfte ein und
veranlasste eine Aktenbeurteilung ihres internen regionalärztlichen Diens-
tes (nachfolgend: RAD). Der RAD-Arzt Dr. med. A._, Facharzt für
Allgemeine Medizin, erachtete in seiner Stellungnahme vom 8. November
2012 den Versicherten seit dem 24. August 2012 in seiner bisherigen Tä-
tigkeit als Isoliertechniker vollständig arbeitsunfähig. Hingegen sei ihm
eine angepasste Verweisungstätigkeit vollumfänglich zumutbar (vgl. IV
act. 80).
C.
Mit Vorbescheid vom 28. November 2012 stellte die Vorinstanz dem Versi-
cherten die Abweisung des Leistungsbegehrens mangels rentenbegrün-
dender Invalidität in Aussicht (vgl. IV act. 82).
Nach Kenntnisnahme der dagegen erhobenen Einwände (vgl. IV act. 83
und 91) und nach Einholung einer weiteren Stellungnahme von Dr. med.
A._ vom 13. März 2013 (vgl. IV act. 93) verfügte die Vorinstanz am
16. April 2013 im angekündigten Sinne (vgl. IV act. 94).
D.
Gegen die Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 17. Mai 2013
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt die Zuspre-
chung einer ganzen Invalidenrente. Zur Begründung machte er im Wesent-
lichen geltend, er sei in jeglichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Die
Vorinstanz habe seine psychischen Beschwerden (mittelgradige depres-
sive Episode) nicht berücksichtigt. Eine ihm zumutbare Tätigkeit würde auf-
B-2830/2013
Seite 3
grund seiner psychischen und somatischen Erkrankung sowie seines Al-
ters erheblichen Einschränkungen unterliegen, weshalb von
einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei.
E.
Mit Vernehmlassung vom 1. Juli 2013 beantragt die Vorinstanz die Abwei-
sung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Verfügun-
gen.
F.
Innert angesetzter Frist ging keine Replik ein.
G.
Mit Eingabe vom 14. November 2013 und 24. Juli 2014 reichte der Be-
schwerdeführer weitere medizinische Berichte ein, welche an die
Vorinstanz zur Kenntnis weitergeleitet wurden.
H.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird – sofern erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1
Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invaliden-versiche-
rung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt
das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der IV-
Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32
VGG liegt nicht vor.
1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt.
Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. dbis
VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bun-
B-2830/2013
Seite 4
desgesetz vom 6. Oktober 2000 über den allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG
sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a –
26bis und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Ab-
weichung vom ATSG vorsieht.
1.3 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verfü-
gung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 16. April 2013. Der Be-
schwerdeführer hat frist- und formgerecht Beschwerde erhoben (Art. 60
ATSG). Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist er besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Auf-
hebung (Art. 59 ATSG). Damit ist auf das ergriffene Rechtsmittel einzutre-
ten.
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG).
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl.
HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 62
N 40).
2.3 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-
fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit ei-
nes bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das
Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von
allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt
(BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).
3.
Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur
Anwendung gelangen.
B-2830/2013
Seite 5
3.1 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Bosnien-Herzego-
wina, weshalb das im Verhältnis zu Bosnien-Herzegowina bis heute gültige
Abkommen vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversiche-
rung (SR 0.831.109.818.1; nachfolgend: Sozialversicherungsabkommen)
zur Anwendung kommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer]
9C_385/2011 vom 8. August 2011 E. 2). Nach Art. 2 des Sozialversiche-
rungsabkommens stehen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ih-
ren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsbereichen,
zu welchen auch die schweizerische Bundesgesetzgebung über die Inva-
lidenversicherung gehört, einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt
ist. Hinsichtlich der Voraussetzungen des Anspruchs auf eine schweizeri-
sche Invalidenrente sowie der anwendbaren Verfahrensvorschriften sieht
das Sozialversicherungsabkommen keine im vorliegenden Verfahren rele-
vanten Abweichungen vom Grundsatz der Gleichstellung vor. Demnach
beantwortet sich die Frage, ob die Vor-instanz den Anspruch auf eine Inva-
lidenrente zu Recht verneint hat, allein aufgrund der schweizerischen
Rechtsvorschriften (vgl. Art. 4 des Sozialversicherungsabkommens).
3.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 16. April 2013 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-
schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die
aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche
von Belang sind.
4.
Im vorliegenden Verfahren ist in der Hauptsache streitig und vom Bundes-
verwaltungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht den Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine schweizerische Invalidenrente verneint
hat.
4.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 7, 8, 16 ATSG; Art. 4, 28,
28a, 29 IVG) und bei Eintritt des Versicherungsfalls mindestens während
dreier Jahre (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung geleistet hat. Diese zwei Bedingungen müssen
kumulativ erfüllt sein.
B-2830/2013
Seite 6
Der Beschwerdeführer hat in der Schweiz während der Dauer von über
5 Jahren Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche-
rung geleistet, womit die beitragsmässigen Voraussetzungen für den Be-
zug einer ordentlichen Invalidenrente erfüllt sind (vgl. IV act. 5). Zu prüfen
bleibt damit, ob und gegebenenfalls ab wann und in welchem Umfang er
invalid im Sinne des Gesetzes (geworden) ist.
4.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In-
validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank-
heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Be-
einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-
benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Art. 6 ATSG).
4.3 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher
Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Eine fachärztlich
festgestellte psychische Krankheit kann indessen nicht ohne weiteres einer
Invalidität gleichgesetzt werden. Entscheidend ist die nach einem weitge-
hend objektivierten Massstab erfolgte Beurteilung, ob und inwiefern der
versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits-
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft
tragbar ist (BGE 127 V 294 E. 4c). Nicht als Folgen eines psychischen Ge-
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als re-
levant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versi-
cherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leis-
tungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte (BGE 131 V 49 E. 1.2, vgl.
auch BGE 102 V 165; AHI-Praxis 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen).
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von mindes-
tens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Invalidi-
tätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem
B-2830/2013
Seite 7
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Für
die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage er-
zielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er-
zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet
werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – arbeitsmedizi-
nische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äus-
sern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen
Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Eine zumut-bare Arbeitsmög-
lichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen (leidensangepasste
Verweisungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.).
4.5 Die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben die medizi-
nischen Unterlagen nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung
– wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeu-
tet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-sprechen-
den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-
samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (vgl. Urteil
BGer 8C_787/2013 vom 14. Februar 2014 E. 3.1).
4.6 Für die Beurteilung des Rentenanspruchs sind Feststellungen auslän-
discher Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezüg-
lich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn für die rechtsanwendenden Be-
hörden in der Schweiz nicht verbindlich (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4, AHI
1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E.2). Vielmehr unterstehen auch
B-2830/2013
Seite 8
aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürdigung
des Gerichts (vgl. zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung BGE 125 V
351 E. 3a).
4.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut-achten, sondern
dessen Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a; AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 2003
U 487 S. 345 E. 5.1).
4.8 Auch die Stellungnahmen des RAD müssen den allgemeinen beweis-
rechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen. Die RAD-
Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und
fachlichen Qualifikationen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifikation
des Experten für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebliche
Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müs-
sen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten
verlassen können. Nimmt der RAD selber keine Untersuchung vor, hat er
zunächst zu überprüfen, ob die medizinischen Akten ein vollständiges Bild
über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben (vgl. zu den
Anforderungen an einen Aktenbericht Urteil BGer 8C_653/2009 vom 28.
Oktober 2009 E. 5.2, Urteil BGer I 1094/06 vom 14. November 2007 E.
3.1.1) bzw. ob ein von ihm angefordertes Gutachten den Anforderungen
der Rechtsprechung entspricht und die im konkreten Fall erforderlichen Un-
tersuchungen vorgenommen und dokumentiert wurden.
5.
5.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz das Leistungsbegehren
des Beschwerdeführers zu Recht mangels anspruchsbegründeter Invalidi-
tät abgewiesen hat.
5.2 Den Akten lässt sich zur medizinischen Situation und zur Arbeitsfähig-
keit des Beschwerdeführers im Wesentlichen Folgendes entnehmen:
B-2830/2013
Seite 9
5.2.1 Im zuhanden des österreichischen Versicherungsträgers erstellten
Formularbericht E 213 vom 24. August 2012 attestierte Dr. B._,
Fachärztin für Allgemeinmedizin, folgende Diagnosen:
– Chronische Dorsolumbalgie bei deutlichem Beckenschiefstand nach
rechts, derzeit mittelgradiger Reizzustand, endlagige Bewegungs-
einschränkung, ohne neurologisches Defizit
– Chronisches cervicocephales Syndrom mit deutlicher Bewegungs-
einschränkung, derzeit geringer Reizzustand
– Anhaltende depressive Störung bei chronischer Schmerzkrankheit,
derzeit leicht bis mittelgradig
– Arterielle Hypertonie, medikamentös eingestellt
– Hörverminderung beidseits, mit Hörgeräten versorgt – lärmempfind-
lich
– Chronischer Juckreiz
– Zustand nach Ausschluss einer wirksamen coronaren Herzerkran-
kung 8/2011.
– Leichte kombinierte Hyperlipidämie
– Anamnestisch Colitis ulcerosa, derzeit keine Beschwerdeangabe
Dr. B._ erachtete den Beschwerdeführer für ständig leichte Arbei-
ten, ständig im Sitzen und fallweise im Gehen und Stehen, einsetzbar. Aus-
zuschliessen seien das Lenken eines KFZ, höhenexponierte oder allge-
mein exponierte Arbeiten, mittelschwere und schwere Hebe- und Trage-
leistungen, sämtliche Zwangshaltungen, Nacht- und Schichtarbeit, Kun-
denkontakt und Bildschirmarbeit. Nur fallweise zumutbar seien Arbeiten im
Freien, unter starker Lärmeinwirkung und Klimaexposition. Ein Arbeits-
tempo mit durchschnittlichem Zeitdruck, durchschnittlicher psychischer Be-
lastbarkeit und einfachem geistigen Leistungsvermögen sei zumutbar (vgl.
IV act. 10).
5.2.2 Der behandelnde Arzt Dr. C._, Facharzt für Neurologie und
Psychiatrie, diagnostizierte dem Beschwerdeführer in zahlreichen einge-
reichten Arztberichten im Wesentlichen eine anhaltend depressive Störung
und eine chronische Schmerzkrankheit. Zu einer allfälligen Arbeitsunfähig-
keit äusserte er sich lediglich in seinem Bericht vom 5. Juli 2011, in dem er
ausführte, der Patient sei aus nervenfachärztlicher Sicht nicht mehr für eine
geregelte Berufstätigkeit bzw. Schulungsmassnahme belastbar (vgl. IV act.
28). Zu den psychiatrischen Befunden führte er aus, die Stimmungslage
sei gedrückt und klagsam. Die Schmerzschwelle des Beschwerdeführers
sei erniedrigt und es bestehe eine deutliche Somatisierung. Es seien keine
B-2830/2013
Seite 10
produktiv-psychotischen Symptome vorhanden. Zu den neurologischen
Befunden hielt Dr. C._ zusammengefasst im Wesentlichen fest, es
bestehe eine Hörminderung rechts, Nacken und Schultermuskulatur seien
beidseits druckschmerzhaft, MER (Muskel-eigenreflex) sei am rechten Arm
regelrecht, Sensibilität in den Fingern ungestört, PSR (Patellarsehnenre-
flex) und ASR (Achillessehnenreflex) seien seitengleich, das Gangbild sei
flüssig (vgl. Arztberichte von Dr. C._ IV act. 22, 28, 31, 33, 37, 39,
45, 50, 53 und 54).
5.2.3 Am 6. März 2012 hielt Dr. med. D._, Facharzt für Innere Me-
dizin, Kardiologie und intern. Intensivmedizin, in seinem Bericht fest, bei
der Beschwerdesymptomatik könne nach wie vor nicht zwischen kardialer
und vertebragener Genese unterschieden werden. Erschwert werde die Si-
tuation sicherlich auch durch die unreflektierte Medikamenteneinnahme.
Auffällig sei derzeit beim Patienten eine nicht optimal behandelte arterielle
Hypertonie (vgl. IV act. 21).
5.2.4 Dr. med. E._, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angi-
ologie, Intensivmedizin, hielt in seinem Bericht vom 20. September 2011
fest, das 12-Ableitungs-EKG habe einen Sinusrhythmus bei überdrehtem
Linkslagetyp bei sonst unauffälligem Kurvenverlauf gezeigt. Die Herzka-
theteruntersuchung dokumentiere unauffällige epikardiale Herzkranzge-
fässe ohne Kalibereinengung. Laevokardiographisch stelle sich ein normal
grosser, gut kontrahierender, linker Ventrikel dar (vgl. IV act. 26).
5.2.5 Dr. F._, Facharzt für Innere Medizin, führte am 9. August 2011
aus, dass die Echokardiographie eine gute Linksventrikelfunktion und ei-
nen Klappenapparat ohne Auffälligkeiten gezeigt habe. Der Ergonomietest
könne nicht verwertet werden. Die Klinik und Anamnese sprächen eher ge-
gen eine kardiale Ursache der Beschwerden (vgl. IV act. 27).
5.2.6 Im Bericht des Klinikums G._ wird über den stationären Auf-
enthalt vom 25. August 2009 bis 9. September 2009 berichtet. Der Aufent-
halt sei zur Depressionsabklärung erfolgt. Zum Aufnahmezeitpunkt habe
sich der Patient in deutlich depressiver Stimmungslage und lediglich einer
Affizierbarkeit im negativen Skalenbereich gezeigt. Während des stationä-
ren Aufenthaltes habe der Patient über Schmerzen in den Handgelenken
geklagt. Nach einem Handröntgen in Weichteilaufnahme habe sich an bei-
den Händen keine spezifische Veränderung gezeigt. Ebenso seien die Ab-
nahme von Antikörpern und Rheumafaktoren im Normbereich gewesen,
weshalb kein Anhalt auf ein rheumatologisches Geschehen zu erheben sei.
B-2830/2013
Seite 11
Während des stationären Aufenthaltes habe sich der Patient zunehmend
gut in den Alltag eingegliedert und aktiv an den therapeutischen Gruppen
teilgenommen. Vor allem in der Physiotherapie, im Einzeltraining sowie in
den Entspannungsgruppen habe der Patient sowohl seine cervikale
Schmerzsymptomatik verbessern und eine deutliche Stimmungsaufhellung
beschreiben können (vgl. IV act. 36).
5.2.7 Dr. H._, Facharzt für HNO-Krankheiten, berichtete am 19. Mai
2009, über eine sensoneurale Schwerhörigkeit bds. und Lärmschaden bds.
(vgl. IV act. 44).
5.2.8 Aus dem Befundbericht vom 9. März 2009 des Klinikums G._
geht hervor, dass kein erheblich grösserer MR-Befund gefunden worden
sei. Die Kniegelenke seien kernspintomographisch völlig unauffällig. Es
zeige sich eine Streckhaltung der HWS, welche entsprechend physiothe-
rapeutisch behandelt werden solle. Unfallchirurgisch sei keine Therapie er-
forderlich (vgl. IV act. 45).
5.2.9 Aus dem Bericht von Dr. I._, Facharzt für Chirurgie, vom
19. September 2008 geht hervor, dass eine Endoskopie keine Auffälligkei-
ten im Colon gezeigt habe. Er diagnostizierte dem Beschwerdeführer eine
Obstipation (vgl. IV act. 48).
5.2.10 Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und
intern. Intensivmedizin, berichtete am 10. September 2008, dass der Be-
schwerdeführer über massive Beeinträchtigungen wegen Schmerzen
klage. Trotz dieser Schmerzbeschreibung könne der Beschwerdeführer je-
doch ohne zusätzliche Schmerzäusserung die entsprechenden Gelenke
frei bewegen. Auch das Ausziehen und das Lagerungsmanöver während
der Untersuchung seien ohne zusätzliche Schmerzäusserung rasch und
prompt durchgeführt worden. Es könne kein eindeutiger Hinweis für das
Vorliegen einer kardialen Genese der beklagten Schmerzsymptomatik ge-
funden werden. Insgesamt erscheine die Symptomatik beim Beschwerde-
führer deutlich psychogen überlagert. Er diagnostizierte dem Beschwerde-
führer eine diffuse Schmerzsymptomatik und eine depressiv-ängstliche
Stimmungslage (vgl. IV act. 49).
5.2.11 Gemäss Bericht des Klinikums J._ vom 28. Januar 2008 sei
aufgrund der diffusen Schmerzsymptomatik im Bereich der gesamten Wir-
belsäule mit Punktum maximum im Bereich der HWS und der LWS eine
umfassende MRT-Diagnostik durchgeführt worden. Im Bereich der HWS
B-2830/2013
Seite 12
zeige sich ein sehr diskreter links medio-lateraler DP (Diskusprolaps) im
Segment C6/C7. Die LWS sei weitgehend unauffällig ohne rezenten Band-
scheibenvorfall (vgl. IV act. 51).
6.
In medizinischer Hinsicht stützt sich die Vorinstanz bei ihrer Annahme, dass
dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100 %
zumutbar sei, auf die Aktenbeurteilungen des RAD-Arztes Dr. med.
A._.
Der RAD-Arzt Dr. med. A._ führte nach einer umfassenden Würdi-
gung der eingereichten medizinischen Unterlagen in seiner Stellungnahme
vom 8. November 2012 zusammengefasst aus, der Beschwerdeführer
leide seit ca. 1996 an Lumboischialgien und seit 2004 an Nacken- und
Kopfschmerzen, die seit dem 3. November 2004 dokumentiert seien. Am
6. Oktober 2006 werde vom Psychiater erstmals eine anhaltend depressive
Störung mit Somatisierung diagnostiziert. Eine Hörverminderung bds. sei
seit 5. Mai 2009 mittels Hörgeräten versorgt worden. Er diagnostizierte
dem Beschwerdeführer als Hauptdiagnose ein chronisches ThLVS bei Be-
ckentiefstand rechts (2 cm) M 54.5, ein chronisches CVS und CCS bei
Prolaps C6/7 und Protrusion C7/Th1 M54.2, eine leichte bis mittelgradige
Episode einer depressiven Störung F33.1. Als Nebendiagnose attestierte
er dem Beschwerdeführer eine Hörverminderung bds. H83.9 und eine Co-
litis ulcerosa (chronisch-entzündlichen Darmerkrankung) K51.9, eine Adi-
positas E66.9, eine Hypertonie I10.0, eine Hyperlipidämie (erhöhter Cho-
lesterinspiegel) E 78.2 und einen chronischen Pruritus (Juckreiz). Weiter
führte er aus, Dr. B._ habe in ihrem Gutachten vom 24. August
2012 dem Versicherten aufgrund seines Rückenleidens und Depression
nur noch eine Verweistätigkeit in Vollschicht mit gewissen Limitationen at-
testiert. Diese Beurteilung sei medizinisch gut nachvollziehbar. Vor diesem
Datum würden keine attestierten Arbeitsunfähigkeiten vorliegen. Dr. med.
A._ erachtete den Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit
als vollständig arbeitsunfähig. Hingegen sei ihm seit dem 24. August 2012
eine angepasste Tätigkeit weiterhin ohne Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit möglich und zumutbar. Zu den funktionellen Einschränkungen hielt er
fest, dass der Beschwerdeführer keine schweren Arbeiten und Schichttä-
tigkeiten ausüben könne. Des Weiteren könne er nur Tätigkeiten ohne
Zwangshaltungen (kein Knien, keine Hocke, kein Vorbeugen und keine
reine Bildschirmarbeit) sowie ohne vermehrten Kundenkontakt ausüben
(vgl. IV act. 80).
B-2830/2013
Seite 13
In allen Berichten des behandelnden Psychiaters Dr. C._ vom
6. Oktober 2006 bis 30. Januar 2013 sei aufgrund von gedrückter Stim-
mungslage, eher geringem Antrieb, negativ betontem Affekt und Somati-
sierung, jedoch ohne psychotische Symptome die Diagnosen einer anhal-
tenden depressiven Störung und einer chronischen Schmerzkrankheit ge-
stellt worden. Einzig im Bericht vom 5. Juli 2011 werde von einer nicht mehr
möglichen Erwerbsfähigkeit und Umschulungsfähigkeit berichtet, ohne
dass jedoch eine Verschlimmerung im Status aufgeführt werde. Diese Be-
urteilung der Erwerbsfähigkeit sei medizinisch nicht nachvollziehbar.
7.
7.1 Die Parteien sind sich einig, dass der Beschwerdeführer in seiner an-
gestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist. Umstritten ist allerdings,
inwiefern in Verweisungstätigkeiten eine Beeinträchtigung besteht.
7.2 Wie bereits dargelegt wurde (vgl. E. 4.9 hiervor), kann auf Stellungnah-
men des RAD resp. des medizinischen Dienstes nur unter der Bedingung
abgestellt werden, dass sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforde-
rungen an einen ärztlichen Bericht genügen und zudem die beigezogenen
Ärzte im Prinzip über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachli-
chen Qualifikationen verfügen.
7.2.1 Der RAD-Arzt Dr. med. A._ ist als Facharzt für Allgemeine Me-
dizin grundsätzlich in der Lage, die medizinische Situation des Versicher-
ten nach Einsicht in Berichte von jeweiligen Fachärzten schlüssig und zu-
verlässig zu beurteilen. Dies auch unter Berücksichtigung dessen, dass es
sich vorliegend nicht um überaus schwerwiegende und komplexe Gesund-
heitsbeeinträchtigungen handelt und es im Wesentlichen um die Beurtei-
lung der erwerblichen Folgen eines feststehenden medizinischen Sachver-
halts geht. Seinen Stellungnahmen kann daher volle Beweiskraft zukom-
men, wenn die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung herausgear-
beiteten Kriterien erfüllt sind und keine konkreten Indizien gegen die Zu-
verlässigkeit seiner medizinischen Berichte sprechen. Daran besteht – wie
nachfolgend aufzuzeigen ist – kein Zweifel.
Dr. med. A._ hat seine Stellungnahmen nach Einsicht in die vorge-
legten zahlreichen Arztberichte, welche teilweise von Fachspezialisten
stammen, ausgearbeitet und seine Beurteilung auf diese vorhandenen
ärztlichen Unterlagen abgestützt. Seine Berichte weichen hinsichtlich der
medizinischen Diagnosen nicht wesentlich von den vom Beschwerdeführer
B-2830/2013
Seite 14
vorgelegten Berichten ab. Seine Beurteilung leuchtet in der Beschreibung
der medizinischen Situation und der Zusammenhänge ein; die Schlussfol-
gerungen sind begründet. Sodann durfte Dr. med. A._ von einer ei-
genen Untersuchung absehen, da es vorliegend im Wesentlichen um die
Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts ging, bei wel-
chem die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den
Hintergrund rückt (vgl. etwa Urteil BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E.
4). Die Stellungnahmen von Dr. med. A._, nach welchen in einer
angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % besteht, erweisen
sich als plausibel. Sodann stimmt seine Einschätzung mit derjenigen des
österreichischen Versicherungsträgers gemäss Formularbericht E 213 von
Dr. B._ vom 29. März 2011 überein.
7.2.2 Der Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe seine psychi-
schen Beschwerden (mittelgradige depressive Episode) nicht berücksich-
tigt, kann aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts nicht gefolgt werden.
Dr. med. A._ hat die psychischen Beschwerden des Beschwerde-
führers sehr wohl berücksichtigt und ihm nach einer umfassenden Würdi-
gung der eingereichten medizinischen Berichte, insbesondere derjenigen
des behandelnden Psychiaters Dr. C._ und der Gutachterin Dr.
B._, eine leichte bis mittelgradige Episode einer depressiven Stö-
rung F33.1 diagnostiziert. Dr. C._ hat dem Beschwerdeführer in al-
len seinen Berichten eine anhaltende depressive Störung diagnostiziert.
Dass Dr. med. A._ in seiner Beurteilung die psychischen Beein-
trächtigungen des Beschwerdeführers als leicht bis mittelgradig einge-
schätzt hat, erscheint nachvollziehbar. So sprechen die psychiatrischen
Befunde von Dr. C._ keineswegs für eine schwere psychische Be-
einträchtigung und lassen auch keinerlei Einschränkungen hinsichtlich der
Zumutbarkeit leichter Verweisungstätigkeiten ohne grössere körperlichen
Anstrengungen ableiten. Unter Berücksichtigung dessen, dass aus rechtli-
cher Sicht selbst mittelschwere psychische Störungen aus dem depressi-
ven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch angehbar gelten, er-
scheint es dem Beschwerdeführer aus objektiver Betrachtung zumutbar,
seine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in einem vollen Pen-
sum zu verwerten (vgl. Urteil BGer 9C_673/2012 vom 28. November 2012
E. 3.3).
7.3 Nach dem Dargelegten ist zusammengefasst festzuhalten, dass die
Stellungnahmen von Dr. med. A._, wonach die somatischen und
psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit haben, schlüssig und
B-2830/2013
Seite 15
voll beweiskräftig sind. Seine Beurteilung hat als rechtsgenügliche Ent-
scheidbasis zu dienen. Die Vorinstanz ist demnach zu Recht davon ausge-
gangen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als
Isoliertechniker nicht arbeitsfähig ist, ihm hingegen eine leidensangepasste
Tätigkeit mit gewissen Einschränkungen vollumfänglich möglich ist.
7.4 Die im Beschwerdeverfahren eingereichten medizinischen Berichte
nehmen nicht auf den gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers
bis zum Verfügungszeitpunkt Bezug und sind daher nicht geeignet, die Be-
urteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen.
8.
Der von der Vorinstanz durchgeführte Einkommensvergleich ergab – unter
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs in der Höhe von 20 % –
einen Invaliditätsgrad von 38,14 % (gerundet: 38 %).
8.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie-
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein-
kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Me-
thode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, BGE 128 V 29
E. 1).
8.2
8.2.1 Hinsichtlich der Invaliditätsbemessung beanstandet der Beschwerde-
führer, seine Restarbeitsfähigkeit könne aufgrund seines Alters von bald 58
Jahren nicht mehr verwertet werden.
8.2.2 Wird das Invalideneinkommen – wie vorliegend – auf der Grundlage
der Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her-
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) ermittelt, kann der entspre-
chende Tabellenlohn gegebenenfalls um einen Leidensabzug von bis zu
25 % reduziert werden (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b m.w.H., Urteil EVG U
75/03 vom 12. Oktober 2006 E. 4.1). Mit diesem leidensbedingten Abzug
B-2830/2013
Seite 16
kann dem Umstand Rechnung getragen werden, dass versicherte Perso-
nen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durch-
schnittliche Lohnniveau nicht erreichen bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerbli-
chem Erfolg zu verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um
einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E.
5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Aus-
mass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskate-
gorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen ge-
samthaft zu schätzen sind (BGE 129 V 472 E. 4.2.3, 126 V 75 E. 5b).
8.2.3 Vorliegend hat die Vorinstanz dem fortgeschrittenen Alter des Be-
schwerdeführers im Rahmen des leidensbedingten Abzugs Rechnung ge-
tragen. So wurde aufgrund den funktionellen Einschränkungen und des Al-
ters des Beschwerdeführers ein Leidensabzug von 20 % gewährt. Dieser
Abzug wird vom Ermessen der Vorinstanz gedeckt, erscheint gerechtfertigt
und ist nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist die vorinstanzliche Invalidi-
tätsberechnung korrekt durchgeführt worden und ergibt einen Invaliditäts-
grad von 38,14 %.
9.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Vorinstanz keine mangel-
hafte Sachverhaltsfeststellung vorgeworfen werden kann. Auch genügen
die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht, um die medizinischen Fest-
stellungen sowie die vollumfängliche Zumutbarkeit von angepassten Ver-
weisungstätigkeiten in Frage zu stellen. Da der Beschwerdeführer einen
Invaliditätsgrad von gerundet 38 % aufweist, ist die Beschwerde abzuwei-
sen und die angefochtene Verfügung vom 16. April 2013 zu bestätigen.
10.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und die Parteientschädigung.
10.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1
VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer sind zufolge Bewilligung der unentgeltli-
chen Prozessführung keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 65 Abs. 1
VwVG).
B-2830/2013
Seite 17
10.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer wird entsprechend dem Ver-
fahrensausgang keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 64 Abs. 1
VwVG e contrario). Die obsiegende Vorinstanz hat nach Art. 7 Abs. 1 e
contrario und Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-
ten und Entschädigung vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR
173.320.2) auch keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.