Decision ID: 685c62bb-9693-507d-bd64-b6749a64b829
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A._ war als Bezüger von ALV-Taggeldleistungen bei der Suva unfallversichert, als er
am 17. Dezember 2009 auf der Autobahn einen Auffahrunfall erlitt (UV-act. 1, 6, 26).
B._, Arzt für Allgemeine Medizin, bestätigte als Unfall-Diagnose eine HWS-Distorsion
(UV-act. 14). Nach Durchführung von ambulanten und stationären ärztlichen
Behandlungen und Abklärungen eröffnete die Suva dem damals durch Fürsprecher
Marco Büchel, Oberuzwil, vertretenen Versicherten mit Verfügung vom 22. November
2010, dass die aktuell noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend
nachweisbar seien. Die adäquate Unfallkausalität der psychischen/nicht organischen
Beschwerden sei zu verneinen. Die Leistungen würden daher per 28. November 2010
eingestellt. Mangels adäquat kausaler Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf
weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer
Integritätsentschädigung (UV-act. 74). Die gegen diese Verfügung vom Versicherten
erhobene Einsprache (UV-act. 79, 80, 81) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom
16. März 2011 ab (UV-act. 85). Die vom Krankenversicherer erhobene Einsprache
wurde zurückgezogen (UV-act. 76f).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom
30. April 2011 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid und die zugrunde liegende
Verfügung vom 22. November 2010 seien aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, über den 28. November 2010 hinaus weiterhin die gesetzlichen Leistungen
zu 100% zu erbringen. Sie sei zu verpflichten, weitere medizinische Abklärungen
vorzunehmen und sämtliche Akten herauszugeben. Zur Begründung verwies der
Beschwerdeführer auf seine Eingaben im Verfügungs- und Einspracheverfahren und
legte unter anderem dar, die Adäquanzprüfung sei zu früh erfolgt.
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung seien noch im Gang. Eine
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung könne eine namhafte Verbesserung erzielen. Er
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befinde sich seit April 2011 in ambulanter neurologischer Behandlung. Die Ergebnisse
dieser Behandlung seien zu berücksichtigen. Dass die psychische Problematik bei ihm
Vordergrund stehe, sei nicht gänzlich zu verneinen, stimme so jedoch nicht. Denn seit
dem Unfall leide er an physischen Beschwerden, und die starken Schmerzen hätten
seine Persönlichkeit verändert. Der Unfall sei als mittelschwer im Grenzbereich zu den
schweren Unfällen zu qualifizieren. Da seine Beschwerden sowohl physischer als auch
psychischer Natur seien, sei die Adäquanz nach der Schleudertrauma-Praxis zu prüfen.
Die Adäquanzkriterien seien mehrheitlich und jeweils in ausgeprägter Weise erfüllt.
Mit Eingabe vom 13. Juni 2011 (Postaufgabe: 14. Juni 2011) ergänzte der
Beschwerdeführer seine Ausführungen und reichte ein ärztliches Zeugnis von Dr. med.
C._, Spezialärztin Neurologie FMH, vom 28. April 2011 ein (act. G 7).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 15. August 2011 beantragte Rechtsanwältin Dr.
M. Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung verwies sie auf die Feststellungen im angefochtenen Entscheid und legte
unter anderem dar, im Bericht von Dr. C._ sei von einer namhaften Besserung des
Gesundheitszustands durch eine weitere Behandlung nicht die Rede. Die
Beschwerden, welche allenfalls die Notwendigkeit der vorgesehenen therapeutischen
Massnahmen begründen würden, stellten unfallunabhängige, eigenständige Leiden
dar. Die Heilbehandlung bezüglich der somatischen Unfallfolgen sei Ende November
2010 abgeschlossen gewesen. Die Adäquanz sei zu Recht nach der Psycho-
Rechtsprechung geprüft worden. Ausgehend von einem mittleren Unfall im
mittelschweren Bereich sei kein einziges Adäquanzkriterium erfüllt (act. G 10). Am 22.
August 2011 präzisierte die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin ihre
Ausführungen (act. G 12).
B.c Mit Replik vom 26. Oktober 2011 (act. G 18) bestätigte der Beschwerdeführer
seinen Standpunkt. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
Duplik (act. G 20).

Erwägungen:
1.
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Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 17. Dezember 2009 ausgerichtet wurden, auf den 28.
November 2010 eingestellt werden durften oder nicht. Die Beschwerdegegnerin legte
im angefochtenen Entscheid (E. 3, 4 und 6) die rechtlichen Voraussetzungen des
Vorliegens eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall
und gesundheitlichen Beschwerden, des Anspruchs auf Rentenleistungen und
Integritätsentschädigung sowie die Beweisanforderungen zutreffend dar; darauf ist zu
verweisen.
2.
2.1 Im Bericht vom 13. Juli 2006 hatte der Ophthalmologe Dr. med. E._ beim
Beschwerdeführer einen Zustand nach Cataracta congenita und ein congenitales
Schielsyndrom bzw. einen congenitalen Nystagmus bestätigt (UV-act. 66 Beilage). Im
Bericht vom 18. November 2009 - einen Monat vor dem hier zur Diskussion stehenden
Unfall - hielt Dr. med. F._, Facharzt für Neurologie, fest, als Diagnose sei beim
Beschwerdeführer unter anderem ein Verdacht auf Status nach initialer peripherer
Vestibulopathie mit Drehschwindelattacken seit März 2009 und nachfolgendem
phobischem Schwindel zu stellen. Klinische Hinweise auf eine progrediente
neurologische Erkrankung bestünden nicht (UV-act. 48). Nach einem ambulanten
Assessment in der Rehaklinik Bellikon (Bericht vom 26. März 2010; UV-act. 28) erfolgte
dort bis 26. Mai 2010 ein stationärer Aufenthalt. Dieser ergab gemäss Bericht vom 1.
Juni 2010 als Diagnosen unter anderem eine HWS-Distorsion (QTF 1), ein zervikales
Syndrom und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode mit Verdacht auf Panikattacken mit Agoraphobie und wahrscheinlich
somatoformen Schmerzmechanismus. Es sei eine mässige Symptomausweitung
beobachtet worden; diese sei weitgehend auf eine psychische Störung zurückzuführen.
Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der
zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der
demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren
pathologischen Befunden (klinisch und bildgebend) sowie Diagnosen nur zum Teil
erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich auch auf medizinisch-
theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den
Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Die bisherige Tätigkeit als
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Elektromonteur sei aktuell nicht zumutbar. Eine andere leichte bis mittelschwere Arbeit
ohne länger dauernde Tätigkeit über Kopfhöhe und mit nach vorne angehobenen
Armen, ohne häufige Zwangshaltung im Nackenbereich und ohne Vibrationsbelastung
und Schläge bezüglich der Wirbelsäule sei ganztags zumutbar. Aus psychologisch-
psychiatrischer Sicht bestehe derzeit eine leichte bis mittlere Leistungsminderung der
Arbeitsfähigkeit. Ein Wiedereinstieg sollte gestuft erfolgen. Die weitere berufliche
Perspektive sei entscheidend für den Verlauf der psychischen Störung (UV-act. 40).
Das psychosomatische Konsilium ergab unter anderem, dass es bereits 2008 zu einer
depressiven Episode gekommen sei, welche zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt habe.
Die jeweiligen Auslöser würden dicht mit der Arbeitssituation zusammenhängen.
Bereits vor dem Unfall habe es kurzfristige Schmerzzustände als Reaktion auf
psychosoziale Belastungen gegeben. Der Unfall sei als Mitauslöser einer erneuten
depressiven Episode bei bereits vorbestehenden Anzeichen einer psychischen
Labilisierung zu betrachten (UV-act. 40 Beilage). Im Bericht über die neurootologische
Untersuchung vom 25. Mai 2010 wurde unter anderem festgehalten, dass eine
periphere vestibuläre Funktionsstörung sicher nicht bestehe. Bei einer wenig
systematischen Anamnese ergäben sich Hinweise auf eine eher diffuse neurologische
Erkrankung. Eine neurologische Abklärung/Beurteilung sei dringend angezeigt. Aus
neurootologischer Sicht bestünden sicher keine Unfallfolgen, zumal das Gehör
beidseits altersentsprechend absolut normal sei (UV-act. 40 Beilage).
2.2. Die Psychiaterin Dr. med. G._ berichtete am 16. September 2010 unter anderem,
da der Beschwerdeführer schon nach einer massiven Kränkung und Kündigung im
Januar 2008 eine depressive Entwicklung mit suizidaler Einengung geboten habe, sei
er von ihr behandelt worden. Er sei aufgrund der depressiven Symptomatik zu 100%
arbeitsunfähig. Er sei für eine seinen Beschwerden angepasste Tätigkeit aus
psychiatrischer Sicht zu 30% arbeitsfähig. Durch die geregelte Tagesstruktur,
Physiotherapie, Psychotherapie und einen langsamen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt
sei mit einer weiteren Besserung der depressiven Symptomatik zu rechnen (UV-act.
65). Dr. med. H._, Neurologie FMH, stellte im Bericht vom 21. September 2010 unter
anderem die Diagnose eines (vorbestehenden) kongenitalen Nystagmus bzw.
kongentialen Cataractes. Es bestünden keine Hinweise für eine cerebrale
Mitbeteiligung anlässlich des Unfalles. Klinisch finde sich kein Anhaltspunkt für eine
intracranielle Blutung oder sonstige strukturelle Traumafolge. Aktuell sei das
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Cervikalsyndrom nicht massiv ausgeprägt. Die Schwindel seien vorbestehend
gewesen, hätten allerdings nach dem Unfall massiv zugenommen. Sie würden nicht
einer peripheren Vestibulopathie entsprechen; es bestehe teils eine orthostatische
Komponente, teils lägen aber auch deutlich phobische Züge vor. Aufgrund des
Unfallmechanismus und der Beschwerden und Befunde sei eine Hirnstammläsion nicht
anzunehmen. Insgesamt sei in den letzten Monaten sowohl bezüglich Kopfweh als
auch bezüglich Schwindel eine Besserung eingetreten. Das Ausmass der Beschwerden
sei neun Monate nach dem Unfall unter Berücksichtigung der Unfallschwere vom
Neurologischen her nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Der protrahierte
Heilungsverlauf sei wohl nur auf dem Hintergrund erschwerender Umstände im
psychosozialen Bereich zu verstehen (UV-act. 66). Kreisarzt Prof. Dr. med. I._,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, hielt am 19. Oktober 2010 fest,
therapeutische Massnahmen, die sich als Folge des erlittenen Schleudertraumas Typ 1
darstellen würden, seien in den verschiedenen Arztberichten nicht zu finden bzw. seien
ohne Erfolg versucht worden. Insofern könne von weiterer Behandlung keine
Verbesserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden (UV-act. 69).
3.
3.1 Aufgrund der medizinischen Berichte und Gutachten hat als erstellt zu gelten,
dass der Unfall vom 17. Dezember 2009 - bei vorbestehenden gesundheitlichen
Problemen im internistischen, neurologischen (insbesondere arterielle Hypertonie,
Diabetes mellitus, Adipositas, Vestibulopathie mit Drehschwindelattacken; vgl. UV-act.
40, 48 und 66) und psychiatrischen Bereich (psychosomatisches Konsilium UV-act. 40
Beilage; UV-act. 65) - keine somatisch-strukturellen Gesundheitsschäden an der
Halswirbelsäule des Beschwerdeführers zur Folge hatte. Solche ergeben sich auch
nicht aus dem ärztlichen Zeugnis der Neurologin Dr. C._, in welchem extreme
muskuläre Verspannungen im muskuloskelettalen Gebiet und eine schmerzhaft
eingeschränkte HWS mit Streckfehlhaltung vermerkt wurden (act. G 7.1). Eine
eigentliche somatisch-neurologische Schädigung konnte Dr. C._ - gleich wie die
Neurologin Dr. J._ (UV-act. 66) - nicht feststellen (vgl. act. G 7.1 S. 2). Von organisch-
strukturell objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden,
wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt
werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4
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mit Hinweisen [U 479/05]). Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem
wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise
sind ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw.
myotendinotische Befunde für sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare
Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur,
Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für
sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden
qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS
mit Retrohaltung (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G.
[8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] E. 3.2
und 3.3). Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS
diagnostiziert und liegt - wie vorliegend - kein fassbarer organisch-struktureller
(unfallbedingter) Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der
natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit,
Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. bestehen (BGE 117 V 359 E. 4b;
vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 E. 9). Dieses
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss nicht in seiner
umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall
auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der
Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar
2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.; RKUV 2000 Nr. 359 S.
29 E. 5e). Im Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4.
November 2005 i/S K. [U 312/05]) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um
von einer Unfallkausalität ausgehen zu können.
3.2 Der Beschwerdeführer litt unmittelbar nach dem Unfall vom 17. Dezember 2009
an Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit sowie einem Taubheitsgefühl an Stirne und
Kopf. Eine Bewusstlosigkeit oder Gedächtnislücke lagen - bei einem GCS (Glasgow
Coma Scale) 15 - nicht vor, hingegen wurde eine Angst- und Schreckreaktion bejaht.
Der erstbehandelnde Arzt B._ vermerkte zusätzlich einen Kopfanprall an der
Kopfstütze sowie den Umstand, dass der Sitz "fast flach gelegen" und die Kopfstütze
nach hinten gebogen gewesen sei. Er bestätigte sodann eine psychische
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Benommenheit (UV-act. 13, 14, 17, 21). Bereits relativ rasch nach dem Unfall standen
psychische Einschränkungen bei erheblicher Symptomausweitung zur Diskussion (vgl.
UV-act. 28). Auch psychische Einschränkungen bilden grundsätzlich Ausprägungen
des typischen Beschwerdebilds nach einem HWS-Trauma. Damit ist für die Zeit nach
dem Unfall ein typisches Beschwerdebild nach schleudertraumaähnlicher Verletzung
grundsätzlich zu bejahen. Die Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch während
knapp eines Jahres ihre Leistungspflicht.
3.3 Gestützt auf die dargelegten medizinischen Akten kann die Frage, ob es sich bei
den auch nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (28. November 2010) bestehenden
Gesundheitsstörungen um eine natürliche (Teil-)Folge des versicherten Unfalls handelt,
in Bezug auf die psychischen Beschwerden nicht abschliessend beantwortet werden.
Diese Frage kann jedoch offen bleiben, da - wie nachstehend zu zeigen sein wird - die
Adäquanz zu verneinen ist. Auch bei Vorliegen einer schleudertraumaähnlichen
Verletzung steht der Nachweis offen, dass es sich bei den nach einem Unfall
aufgetretenen psychischen Störungen nicht um eine unfallkausale psychische
Beeinträchtigung handelt (RKUV 2001, 79) oder dass eine ausgeprägte psychische
Problematik ganz im Vordergrund steht (RKUV 1999, 407 E. 3b). Sodann ist - wie in
den vorerwähnten Fällen - dort, wo keine mit der HWS-Distorsion in engem
Zusammenhang stehende psychische Problematik, sondern eine selbständige
sekundäre Gesundheitsschädigung vorliegt, die Adäquanzbeurteilung auch dann nach
BGE 115 V 133 vorzunehmen, wenn das psychische Beschwerdebild die körperlichen
Beschwerden nicht eindeutig in den Hintergrund gedrängt hat (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts]vom 23. Mai 2006, U 5/06, E. 3.2.2 mit Hinweisen; vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 7.2, mit
welchem der st. gallische Entscheid vom 20. Dezember 2007, UV 2007/24, bestätigt
wurde).
Bereits anlässlich eines ambulanten Assessments in der Rehaklinik Bellikon vom 17.
März 2010 - rund drei Monate nach dem Unfall - zeigten sich beim Beschwerdeführer
eine Angstproblematik, innere Unruhe und subdepressive Stimmungslage sowie eine
erhebliche Symptomausweitung (UV-act. 28). Dies bestätigte sich während des
Klinikaufenthalts vom April/Mai 2010 (UV-act. 40). Die Neurologin Dr. J._ verneinte im
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September 2010 neurologische Befunde und ging im Wesentlichen von einer
Psychopathologie aus (UV-act. 66). Bei dieser Aktenlage ist als überwiegend
wahrscheinlich zu erachten, dass bereits vor dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung
am 28. November 2011 beim Beschwerdeführer eine selbständige sekundäre
psychische Gesundheitsschädigung ganz im Vordergrund stand, auch wenn weiterhin
körperliche Symptome vorhanden waren und (ohne Erfolg) behandelt wurden. Beim
Beschwerdeführer bestanden zudem schon vor dem Unfall psychische Beschwerden,
die zum Teil identisch sind mit den nach dem Unfall festgestellten Leiden (vgl.
psychosomatisches Konsilium, UV-act. 40 Beilage; UV-act. 65). Die Akten vermitteln
das Bild eines Versicherten, der, psychisch vorbelastet, ein Schleudertrauma der HWS
erleidet und auch ein ausgeprägtes psychisches Beschwerdebild zeigt. So hat das
Unfallereignis die psychische Situation verschlimmert, wobei sich diese
Verschlechterung nicht als mit dem organisch-psychischen Beschwerdebild nach
Schleudertrauma der HWS eng verflochtene Entwicklung zeigt, sondern als ein durch
den Unfall verschlechterter Vorzustand (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai
2007, U 52/06, E. 3.2). In Fällen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise
gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz
in den Hintergrund treten, ist die Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt
einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98 E. 2a mit
Hinweisen). Die Rechtsprechung, wonach bei der Prüfung der adäquaten Kausalität
zwischen psychisch und physisch bedingten Beschwerden nicht unterschieden wird
(RKUV 1999, 407 E. 3b), kommt dabei nicht zur Anwendung.
3.4 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass die Adäquanzprüfung
zu früh erfolgt sei, da er noch in Behandlung stehe (UV-act. 81 S. 2; act. G 1). Die
Berichterstatter der Rehaklinik Bellikon wiesen im Nachgang zum Aufenthalt des
Beschwerdeführers vom April/Mai 2010 auf eine mässige Symptomausweitung hin.
Das Leistungsverhalten sei nur fraglich gut gewesen. Der Beschwerdeführer sei kaum
bereit gewesen, ein gewisses Mass an Schmerzen zu tolerieren. Die präsentierten
Beschwerden und Funktionseinschränkungen seien somatisch-organisch nicht
ausreichend erklärbar. Die Leistungsminderung begründeten sie ausschliesslich mit der
psychischen Störung. Es wurden Blutzucker- und Blutdruckkontrollen und eine
Gewichtsreduktion, ein physiotherapeutisches Heimprogramm und psychologische
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Gespräche als erforderlich erachtet (UV-act. 40). Bereits hier war somit zweifelhaft, ob
von einer Fortsetzung der Behandlung - soweit überhaupt unfallbedingt - noch eine
namhafte Besserung zu erwarten sei. Die Neurologin Dr. J._ wies am 21. September
2010 darauf hin, dass der protrahierte Heilungsverlauf wohl nur auf dem Hintergrund
von erschwerenden Umständen im psychosozialen Bereich zu erklären sei. Die
vaskulären Risikofaktoren mit dem massiven Übergewicht würden die Situation
zusätzlich komplizieren. Diesbezüglich werde sich der Beschwerdeführer mit dem
Hausarzt in Verbindung setzen. Die psychotherapeutische Begleitung werde
weitergeführt (UV-act. 66). Kreisarzt Prof. I._ kam am 19. Oktober 2010 zum Schluss,
dass von weiterer Behandlung keine Verbesserung des Gesundheitszustands mehr
erwartet werden könne (UV-act. 69). Aufgrund der dargelegten Umstände kann die
Notwendigkeit und Möglichkeit einer eigentlichen Behandlung von somatischen
Unfallfolgen mit Aussicht auf Zustandsverbesserung (vgl. dazu Urteil des EVG vom 7.
Juni 2006, U 414/05, E. 4.3-4.5) über den 28. November 2010 hinaus nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Hierbei unberücksichtigt
bleiben müssen die erwähnten vorbestehenden (unfallfremden) gesundheitlichen
Probleme mit Behandlungsbedarf. Auch die in den Akten immer wieder angeführten
Schwindelbeschwerden wurden schon vor dem Unfall ärztlich vermerkt (UV-act. 48)
und sind daher als vorbestehend anzusehen. Dr. C._ riet sodann (unter
Berücksichtigung aller gesundheitlichen Beschwerden) von einer Steigerung der
Arbeitsfähigkeit eher ab (act. G 7.1 S. 2) und erachtete somit eine solche im
Berichtszeitpunkt als (eher) nicht realisierbar. Weiter erwähnte die Neurologin diverse
Therapiemassnahmen (physiotherapeutisch und medikamentös), ohne dass sich ihrem
Bericht ein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit realisierbares
Verbesserungspotential entnehmen liesse (act. G 7.1). Unter diesen Umständen lässt
es sich nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf den 28. November 2010
die Adäquanz prüfte. Der Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer bedingt
denn auch lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine
ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4.
November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Weitere medizinische Abklärungen
vermöchten in dieser Situation mit im Ergebnis übereinstimmenden ärztlichen
Äusserungen überwiegend wahrscheinlich zu keinen veränderten bzw. zutreffenderen
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Erkenntnissen zu führen. Eine multidisziplinäre Abklärung (vgl. BGE 134 V 109 E. 9.4)
macht in einem Unfallversicherungsverfahren keinen Sinn, wenn bereits medizinische
Abklärungen vorliegen, deren Resultate sich miteinander vereinbaren lassen, und wenn
- wie vorliegend - eine gesundheitliche Chronifizierung im Wesentlichen einen
psychiatrischen und/oder unfallfremden (somatisch vorbestehenden) Hintergrund hat.
Unter diesen Umständen vermögen laufende Eingliederungsmassnahmen der IV -
konkret die berufliche Abklärung in einer Werkstätte (UV-act. 86; act. G 18.3) - den
Fallabschluss nicht zu hindern (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2010,
8C_895/2009, E. 5, mit welchem der Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 8. September 2009, UV 2008/93 [vgl. dort E. 4.3 zweiter
Abschnitt] bestätigt wurde).
4.
4.1 Der in Frage stehende Unfall vom 17. Dezember 2009 kann aufgrund des
Geschehensablaufs - das Fahrzeug des Beschwerdeführers wurde, nachdem er dieses
auf der Autobahn auf die Überholspur gelenkt und das Tempo verlangsamt/
abgebremst hatte, von hinten von einem anderen Personenwagen gerammt (UV-act. 1,
6, 26 S. 5) - und der Verletzungen (UV-act. I/9) nicht als ausserordentlich schweres,
lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV 1995 Nr. U 215,
91) eingestuft werden (vgl. auch Urteile des EVG vom 20. Juli 2005, U 338/04, und vom
13. Juni 2005,
U 276/04, E. 2.3). Gemäss der Unfallanalyse des Haftpflichtversicherers vom 25. Juni
2010 lag die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für das Fahrzeug
des Beschwerdeführers in einem Bereich von 16.5 bis 21.9 km/h; durch die dabei
wirksamen Beschleunigungskräfte habe sich der Beschwerdeführer relativ zum
Fahrzeug annähernd achsparallel nach hinten bewegt (UV-act. 49). In der
biomechanischen Kurzbeurteilung vom 26. Juli 2010 wurde sodann festgehalten,
biomechanisch relevante Besonderheiten bezüglich der HWS seien nicht aktenkundig.
Ein in den Akten erwähnter Kopfanprall an der Rückbank sei durchaus vorstellbar.
Hinweise auf eine dadurch entstehende relevante Zusatzbelastung der HWS fänden
sich jedoch nicht. Die anschliessend an das Ereignis festgestellten, von der HWS
ausgehenden Beschwerden und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung
erklärbar (UV-act. 53). Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im
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Grenzbereich zu den schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern
von Bedeutung, als bei Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere
Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die
Zahl um so geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt
(vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb). Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem
mittelschweren Unfall auszugehen, allerdings - entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers (UV-act. 81; act. G 1 S. 7) - nicht im Grenzbereich zu den schweren
Ereignissen (vgl. dazu etwa die Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April
2000, U 257/99, und vom 24. August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Dezember 2010, 8C_624/2010, E. 4.1.3). Weitere Abklärungen
zum Unfallereignis bzw. zur Unfallursache vermöchten an dieser Einstufung nichts zu
ändern. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände sind
- auch wenn der Beschwerdeführer in Panik geriet (UV-act. 81 S. 7; act. G 1 S. 8-10) -
nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen massgebend ist, welchem kein
dramatischer oder unmittelbar lebensbedrohender Charakter zuerkannt werden kann
(vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004, U
109/04, E. 2.3, und vom 2. März 2005, U 309/03, E. 5.1). Bei der erlittenen HWS-
Distorsion handelt es sich nicht um eine Gesundheitsschädigung, die durch ihre
Schwere oder besondere Art charakterisiert ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom
17. August 2007, 8C_101/2007, E. 5.2 und 5.3, und vom 21. Dezember 2007, U
558/06, E. 4.2.2, sowie Urteil des EVG vom 9. August 2004, U 116/04). Was die
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen anbelangt, hat das
Bundesgericht in E. 10.2.2 von BGE 134 V 109 präzisiert, dass es zur Bejahung dieses
Kriteriums einer besonderen Schwere der für die gegebene Verletzung typischen
Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen
können, bedarf. Davon kann konkret nicht ausgegangen werden. Nicht ausgewiesen
sind in diesem Kontext erhebliche Verletzungen, welche sich der Beschwerdeführer
neben der HWS-Distorsion zuzog.
4.2 Von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung bezüglich
somatischer Verletzungen kann beim Beschwerdeführer insofern nicht gesprochen
werden, als sich bei ihm durch den Unfall vom 17. Dezember 2009 keine
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Gesundheitsschäden organisch-struktureller Art ergaben (vorstehende E. 3.1). Die
späteren ärztlichen Bemühungen führten im Wesentlichen zur Feststellung von
psychischen Befunden und unfallfremden gesundheitlichen Problemen (UV-act. 65 und
66; psychosomatisches Konsilium, UV-act. 40 Beilage). Medizinische
Abklärungsmassnahmen und ärztliche Kontrollen stellen keine ärztliche Behandlung
dar und haben daher in diesem Zusammenhang ausser Betracht zu bleiben (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 3. August 2009, 8C_249/2009, E. 8.4). Sodann lagen - aus
somatischer Sicht - weder ein schwieriger Heilungsverlauf noch erhebliche
Komplikationen oder eine die Unfallfolgen erheblich verschlechternde ärztliche
Behandlung vor. Hierzu bedürfte es besonderer Gründe, welche die Genesung
(unfallbedingt) beeinträchtigt oder verzögert haben (Urteil des Bundesgerichts vom 25.
Januar 2008, U 56/07, E. 6.6). Solche Umstände sind konkret nicht gegeben. Aus der
ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden, welche im Rahmen der
spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind, darf nicht auf einen
schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden.
Die Einnahme bzw. Verordnung von Medikamenten (act. G 1 S. 11, 12) und die
Durchführung verschiedener Therapien - soweit überhaupt unfallbedingt - etwa
genügen ebenso wenig zur Bejahung dieses Kriteriums wie der Umstand, dass trotz
regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdebesserung noch eine (vollständige)
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Juni 2010, 8C_321/2010, E. 5.2.3). Eine die Unfallfolgen
erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung ist aus den Akten ebenfalls nicht
ersichtlich und auch nicht behauptet. Das weitere Kriterium des Grads und der Dauer
der Arbeitsunfähigkeit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im
angestammten Beruf (Urteil des EVG vom 28. Januar 2004, U 34/03, E. 3.4.2); dies
umso weniger, als der Beschwerdeführer im Unfallzeitpunkt ALV-Taggelder bezog. Die
Ärzte der Rehaklinik Bellikon bejahten im Nachgang zum Aufenthalt vom April/Mai 2010
die ganztägige Einsetzbarkeit in einer adaptierten Tätigkeit (UV-act. 40). Soweit aus
den ärztlichen Berichten ab 2010 eine Arbeitsunfähigkeit hervorgeht, ergingen diese
Einschätzungen im Wesentlichen unter Berücksichtigung der psychischen und der
unfallfremden Beschwerden (UV-act. 40 und 65), die vorliegend ausser Acht bleiben
müssen. Die Neurologin Dr. C._ erachtete eine wechselbelastende Tätigkeit zwar
lediglich zu 50% als zumutbar und hielt fest, dass von einer Steigerung eher abzuraten
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sei (act. G 7.1). Dabei handelt es sich jedoch um eine Einschätzung einer
behandelnden Ärztin, welche unter Berücksichtigung der unfallfremden
(vorbestehenden) Gesundheitsschäden des Beschwerdeführers vorgenommen worden
war (act. G 7.1 S. 2). Soweit eine rein unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit überhaupt zu
bejahen ist, könnte es sich dabei (nach Ausscheidung der unfallfremden
Gegebenheiten) lediglich um eine geringgradige Einschränkung handeln.
Nachdem das Schmerzempfinden vorab durch die psychischen (vorbestehende
depressive Entwicklung; UV-act. 65) und die unfallfremden Gegebenheiten
(insbesondere arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Adipositas, Schwindelanfälle;
vgl. UV-act. 40, 48) beeinflusst war, kann das Kriterium von körperlichen
(unfallbedingten) Dauerschmerzen nicht überwiegend wahrscheinlich bejaht werden.
Dies umso weniger, als Dr. J._ am 21. September 2010 festgehalten hatte, dass das
Cervikalsyndrom aktuell nicht massiv ausgeprägt und in den letzten Monaten sowohl
bezüglich Kopfweh wie auch des (vorbestehenden) Schwindels eine Besserung
eingetreten sei (UV-act. 66). Der Umstand, dass Dr. C._ später wieder "deutlich
bestehende Schmerzexazerbationen" bescheinigte (act. G 7.1), macht deutlich, dass es
sich konkret nicht um einen im Zeitverlauf unveränderlichen Dauerschmerz handelt.
Unter diesen Umständen - bei höchstens einem geringgradig erfüllten Kriterium - muss
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen
Beschwerden verneint werden. Dies wäre selbst dann der Fall, wenn zusätzlich das
Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen bejaht würde (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5, wonach bei
schleudertraumaähnlichen Sachverhalten und mittelschwerem Unfall im eigentlichen
Sinn für die Bejahung der Adäquanz mindestens drei Adäquanzkriterien gefordert
werden).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 16. März 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP