Decision ID: 3828d416-5009-41e8-ab9d-a034eb70c70a
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ L. M., geb. 3. Dezember 1973, reiste im Jahr 1999 von Mazedonien im Rahmen des
Familiennachzugs zu ihrem Ehemann in die Schweiz ein. 2004 wurde ihr die
Niederlassungsbewilligung erteilt. Am 6. März 2007 wurde ihr das Schweizer
Bürgerrecht verliehen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in St. Gallen.
Ihre Mutter, E. A., geb. 1952, reiste seit 2004 regelmässig als Touristin in die Schweiz
ein, um ihre Tochter zu besuchen. E. A. ist seit 2003 verwitwet und hat neben ihrer
Tochter einen Sohn, der in Kroatien lebt. Am 23. April 2007 reiste E. A. mit einem
dreimonatigen Besuchervisum in die Schweiz ein. In der Folge stellte sie ein Gesuch
um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen der Übersiedlung. Das
Ausländeramt lehnte dieses Begehren ab mit der Begründung, ihre Tochter lebe nicht
in günstigen finanziellen Verhältnissen im Sinn von Art. 328 ZGB. Gegen die Verfügung
des Ausländeramts erhob E. A. durch ihre Rechtsvertreterin Rekurs, der vom
Sicherheits- und Justizdepartement am 4. Dezember 2007 abgewiesen wurde. Eine
von der Gesuchstellerin gegen den Rekursentscheid erhobene Beschwerde wurde vom
Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 3. April 2008 abgewiesen.
Am 7. Juli 2008 reichte L. M. für ihre Mutter E. A. erneut ein Gesuch um
Familienzusammenführung bzw. Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ein. Das
Ausländeramt wies E. A. mit Schreiben vom 16. Juli 2008 an, den Entscheid im Ausland
abzuwarten. Am 3. August 2008 verliess E. A. die Schweiz.
Mit Verfügung vom 6. Januar 2009 wies das Ausländeramt das Gesuch ab. Zur
Begründung wurde im wesentlichen ausgeführt, die Tochter von E. A. lebe nicht in
günstigen Verhältnissen. Nur die Tochter unterliege der
Verwandtenunterstützungspflicht, weshalb das Einkommen des Schwiegersohns nicht
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berücksichtigt werden könne. Damit bestehe die Gefahr einer fortgesetzten und
erheblichen Fürsorgeabhängigkeit. Ausserdem seien keine erschwerenden
persönlichen Umstände oder eine Pflegebedürftigkeit nachgewiesen. Das Fehlen
sozialer Beziehungen in der Heimat begründe keinen Härtefall.
B./ Mit Eingabe vom 20. Januar 2009 erhob L. M. durch ihre Rechtsvertreterin Rekurs,
der vom Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 18. März 2009
abgewiesen wurde. Das Departement erwog, es bestehe kein Rechtsanspruch auf den
Nachzug verwandter Rentnerinnen und Rentner. Die Voraussetzungen des
Mindestalters, des Nichtausübens einer Erwerbstätigkeit sowie der besonderen
persönlichen Beziehungen seien erfüllt, was bereits vom Verwaltungsgericht im Urteil
vom 3. April 2008 bejaht worden sei. Selbst bei Vorliegen genügender finanzieller Mittel
bestehe jedoch kein Anspruch auf einen Familiennachzug betagter Verwandter. Der
Entscheid falle ins behördliche Ermessen. Die Schweiz verfolge gegenüber Personen,
die nicht aus einem EU- oder EFTA-Mitgliedstaat stammten, eine restriktive
Einwanderungspolitik und bezwecke damit ein ausgewogenes Verhältnis zwischen
dem Bestand der schweizerischen und demjenigen der ausländischen
Wohnbevölkerung, die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung
der hier wohnenden und arbeitenden Ausländer sowie die Verbesserung der
Arbeitsmarktstruktur und eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung. Es lägen keine
persönlichen Verhältnisse vor, die eine Notwendigkeit einer Übersiedlung von E. A. in
die Schweiz begründen würden. Die Beziehung zur Tochter könne weiterhin im
Rahmen von Besuchsaufenthalten gepflegt werden.
C./ Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 24. April 2009 erhob L. M. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 18. März 2009 sei aufzuheben und es sei E. A. im Rahmen der
Übersiedlung die Einreise- und Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erteilen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. In der Beschwerdeergänzung vom 13. Juli 2009
wird an diesem Antrag festgehalten. Es wird geltend gemacht, E. A. erfülle sämtliche
Mindestanforderungen, die gemäss Art. 28 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) für die Erteilung einer
Bewilligung an nicht erwerbstätige Rentner gefordert werden. Die Eheleute M.-A.
hätten in der Steuerperiode 2007 ein steuerbares Einkommen von Fr. 115'900.-- erzielt.
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Damit liege das Einkommen über der Limite, welche von der Praxis für Personen
festgelegt worden sei, die für Ausländer Garantieerklärungen abgeben könnten. Die
Argumentation der Vorinstanz, Aufenthaltsbewilligungen an Ausländer aus Drittstaaten
nur an arbeitende Ausländer zu erteilen, verstosse nicht nur gegen den bestehenden
Ermessensspielraum und sei daher willkürlich, sondern auch gegen die Regelungen
des Ausländergesetzes und damit der Bundesgesetzgebung. Der Entscheid des
Ausländeramts stelle auch einen krassen Verstoss gegen den verfassungsrechtlich
geschützten Gleichbehandlungsgrundsatz von Mann und Frau dar. Auf die weiteren
Vorbringen der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 15. Juli 2009 unter Hinweis auf
die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die Abweisung der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 24. April und
13. Juli 2009 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist im Grundsatz einzutreten.
Soweit die Beschwerdeführerin die Verfügung des Ausländeramts bemängelt und
geltend macht, dieses habe ihre im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs
vorgebrachten Argumente überhaupt nicht gewürdigt, und es habe einen krassen
Verstoss gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung von Mann und Frau begangen,
indem es nur auf das Einkommen des in absteigender Linie befindlichen
Familienmitglieds abgestellt habe anstatt auf das Familieneinkommen, ist nicht darauf
einzutreten. Anfechtungsobjekt ist der Rekursentscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 18. März 2009. In diesem wurde auf die im Rekurs
vorgebrachten Rügen eingegangen. In der Beschwerde gegen den Rekursentscheid
können Mängel der Verfügung des Ausländeramts nicht mehr gerügt werden. Dagegen
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ist im vorliegenden Verfahren auf die Rüge der Verletzung von Art. 8 der
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) einzugehen. Hinzu kommt, dass die
Vorinstanz die Abweisung des Rekurses nicht mit dem Fehlen ausreichender
finanzieller Mittel begründet hat. Sie hielt in E. 4 fest, dass die Ausführungen der
Rekurrentin über die finanziellen Mittel unerheblich seien, zumal das
Verwaltungsgericht bereits in seinem Urteil vom 3. April 2008 ausgeführt habe, dass es
die finanziellen Mittel zur Zeit als ausreichend erachte. Bei dieser Sachlage ist es im
Beschwerdeverfahren irrelevant, ob das Ausländeramt ausschliesslich auf das
Einkommen der Ehefrau abstellen durfte oder nicht.
2. Nach Art. 28 AuG können Ausländerinnen und Ausländer, die nicht mehr
erwerbstätig sind, zum Aufenthalt in der Schweiz zugelassen werden, wenn sie ein vom
Bundesrat festgelegtes Mindestalter erreicht haben (lit. a), besondere persönliche
Beziehungen zur Schweiz besitzen (lit. b) und über die notwendigen finanziellen Mittel
verfügen (lit. c). Art. 29 AuG bestimmt weiter, dass Ausländerinnen und Ausländer zu
medizinischen Behandlungen zugelassen werden, wobei die Finanzierung und die
Wiederausreise gesichert sein müssen.
Nach Art. 25 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR
142.201, abgekürzt VZAE) beträgt das Mindestalter für die Zulassung von Rentnerinnen
und Rentnern 55 Jahre. Besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz liegen
insbesondere vor, wenn längere frühere Aufenthalte in der Schweiz, namentlich Ferien,
Ausbildung oder Erwerbstätigkeit, nachgewiesen werden, enge Beziehungen zu nahen
Verwandten in der Schweiz bestehen (Eltern, Kinder, Enkelkinder oder Geschwister). Im
In- oder Ausland darf mit Ausnahme der Verwaltung des eigenen Vermögens keine
Erwerbstätigkeit ausgeübt werden.
2.1. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist Art. 28 AuG eine sogenannte
Kann-Bestimmung. Dies bedeutet, dass Ausländerinnen und Ausländer keinen
Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung haben, selbst wenn sie die
in Art. 28 AuG und Art. 25 VZAE statuierten Voraussetzungen erfüllen. Diese
Vorschriften verschaffen keinen Rechtsanspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung. Sie räumen den Behörden diesbezüglich einen
Ermessensspielraum ein. Dabei haben die Behörden nach Art. 96 Abs. 1 AuG bei der
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Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer zu berücksichtigen.
Die Vorinstanz bezeichnet ihre Praxis bei der Zulassung nicht erwerbstätiger Personen
aus Staaten ausserhalb der EU/EFTA als restriktiv. Sie erwog, dies bezwecke ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Bestand der schweizerischen und demjenigen
der ausländischen Wohnbevölkerung, die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für
die Eingliederung der hier wohnenden und arbeitenden Ausländer sowie die
Verbesserung der Arbeitsmarktstruktur und eine möglichst ausgeglichene
Beschäftigung. Ausserdem erwog sie, es lägen im konkreten Fall keine persönlichen
Verhältnisse vor, die eine gewisse Notwendigkeit einer Übersiedlung von E. A. in die
Schweiz begründen würden.
Diese Aspekte der Ermessensbetätigung sind sachgerecht und können nicht als
Missbrauch oder Überschreitung des Ermessens qualifiziert werden. Es bestehen
sachlich zu rechtfertigende Gründe, die Zuwanderung nicht erwerbstätiger Personen in
die Schweiz restriktiv zu handhaben. Es bestehen auch keine öffentlichen Interessen,
beim Nachzug älterer ausländischer Verwandter hier lebender Personen einen
grosszügigen Massstab anzusetzen. Bereits heute weist die Schweiz eine
Bevölkerungsstruktur auf, in der sich das Verhältnis von erwerbstätigen Personen zu
Rentnern stetig zulasten der Erwerbstätigen verschiebt. Diese als ungünstig
betrachtete Entwicklung würde mit einer Intensivierung der Zuwanderung betagter
ausländischer Verwandter hier lebender Personen verstärkt. Es ist auch zulässig, die
persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen und die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung lediglich dann in Betracht zu ziehen, wenn die Merkmale eines
Härtefalls erfüllt sind. Im vorliegenden Fall ist die Mutter der Beschwerdeführerin erst
rund 57 Jahre alt. Sie ist zwar verwitwet. Dies allein stellt aber kein Merkmal eines
Härtefalls dar. Ebenso ist keine schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigung
nachgewiesen, welche die Verweigerung des Aufenthalts bei der Tochter bzw. bei
deren Familie als ermessensmissbräuchlich erscheinen lässt. Eine schwerwiegende
gesundheitliche Beeinträchtigung wird in der Beschwerde übrigens nicht mehr geltend
gemacht.
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Die Beschwerdeführerin rügt, die Argumentation der Vorinstanz,
Aufenthaltsbewilligungen für Ausländer aus Drittstaaten nur an arbeitende Personen zu
erteilen, verstosse nicht nur gegen den bestehenden Ermessensspielraum und sei
daher willkürlich, sondern widerspreche auch den Regelungen des Ausländergesetzes
und damit der Bundesgesetzgebung. Allerdings erwog die Vorinstanz nicht, sie erteile
Aufenthaltsbewilligungen ausschliesslich an erwerbstätige Ausländerinnen und
Ausländer. Sie hielt lediglich fest, die Schweiz verfolge diesbezüglich eine restriktive
Politik. Sie strebe die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung
der hier lebenden Ausländer und eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung an. Die
Vorinstanz stellte aber auch auf die persönlichen Verhältnisse ab und zog in Betracht,
ob Gründe vorhanden sind, die eine gewisse Notwendigkeit einer Übersiedlung der
Mutter der Beschwerdeführerin in die Schweiz begründen könnten. Dies verneinte sie,
unter anderem mit Hinweis auf das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 3. April 2008.
Auch diese Ermessensbetätigung ist nicht zu beanstanden. Es ist sachlich begründbar,
bei der Zuwanderung von Rentnerinnen und Rentnern einen restriktiven Massstab
anzusetzen und Aufenthaltsbewilligungen bevorzugt an Personen zu erteilen, welche
die Merkmale eines Härtefalls erfüllen oder bei denen anderweitig besondere
persönliche Verhältnisse gegeben sind.
Im Schrifttum wird zwar die Auffassung vertreten, dass eine restriktive
Zulassungspraxis, wonach Rentner der Betreuung durch die in der Schweiz lebenden
Angehörigen bedürfen müssten oder zu diesen ein aussergewöhnliches
Abhängigkeitsverhältnis im Sinn von Art. 8 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101) bestehen müsse oder wonach sie nur
zugelassen würden, wenn sie im Herkunftsland keine eigene Angehörigen haben, nicht
Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung und der dazugehörigen
Verordnungsbestimmung entspreche (Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar zum
Migrationsrecht, Zürich 2008, N 3 zu Art. 28 AuG). Diese Auffassung bindet aber die
Behörden nicht. Es ist den Behörden jedenfalls nicht untersagt, bestimmte Kriterien für
die Ermessensbetätigung aufzustellen und besondere persönliche Verhältnisse zu
berücksichtigen. Die im vorliegenden Fall angewendeten Entscheidungskriterien
verstossen jedenfalls nicht gegen das AuG oder andere gesetzliche Bestimmungen.
Insbesondere verlangen Art. 27 AuG bzw. Art. 25 VZAE nicht, dass die Behörden ihr
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Ermessen bei der Zulassung von Rentnerinnen und Rentnern grosszügig handhaben
müssen.
Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, Art. 27 und Art. 28 AuG hätten nach
Wortlaut, Sinn und Zweck sowie Systematik dieselbe Bedeutung. Dies trifft nicht zu.
Art. 27 AuG regelt nach Überschrift und Wortlaut die Zulassung ausländischer
Personen für eine Aus- oder Weiterbildung, während Art. 28 AuG die Erteilung von
Bewilligungen an Rentnerinnen und Rentner zum Gegenstand hat. Auch nimmt Art. 23
VZAE ausdrücklich Bezug auf Art. 27 AuG, nicht aber auf Art. 28 AuG. Auch Sinn und
Zweck dieser Bestimmungen sind verschieden. Die Zulassung zur Aus- oder
Weiterbildung bezweckt zum vornherein die Erteilung einer befristeten Bewilligung,
während die Zulassung von Personen im Rentenalter in der Regel auf unbestimmte Zeit
erfolgt. Es kann daher namentlich in Bezug auf den Nachweis der notwendigen
finanziellen Mittel nicht derselbe Massstab angesetzt werden. Bei einer unbestimmten
Aufenthaltsdauer dürfen strengere Voraussetzungen aufgestellt werden als bei einem
zum vornherein zeitlich begrenzten Aufenthalt.
Soweit die Beschwerdeführerin einen Verstoss gegen den Verfassungsgrundsatz der
Gleichbehandlung von Mann und Frau geltend macht, ist ihr Einwand ebenfalls
unbegründet. Wohl mag es zutreffen, dass bei Ehepaaren ausländischer Herkunft der
Ehemann häufig ein höheres Einkommen erzielt als die Ehefrau. Dies könnte im
Rahmen der Ermessensbetätigung zur Folge haben, dass bei Ehefrauen regelmässig
höhere Hürden für den Nachzug älterer Verwandter bestehen als bei Männern. Es
könnte daher im Lichte von Art. 8 Abs. 3 BV problematisch erscheinen, wenn bei der
Ermessensbetätigung eine systematische Benachteiligung der Frauen erfolgt, indem
ausschliesslich auf die finanziellen Verhältnisse eines einzelnen Ehegatten abgestellt
wird. Im vorliegenden Fall hat aber das Verwaltungsgericht bereits im Urteil vom
3. April 2008 festgestellt, dass die finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin
ausreichend sind, wobei das Familieneinkommen berücksichtigt wurde. Zudem wurde
im Streitfall der Nachzug nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus anderen, sachlich
haltbaren Gründen verweigert. Eine Verletzung von Art. 8 Abs. 3 BV fällt daher ausser
Betracht.
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2.3. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Verweigerung der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nicht als Missbrauch oder
Überschreitung des Ermessens einzustufen ist, weshalb die Beschwerde abzuweisen
ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht