Decision ID: c7fba304-3744-46e1-a3b2-6a089efa6e86
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit mehreren Jahren Ergänzungsleistungen zu einer ganzen Rente
der Invalidenversicherung (vgl. etwa EL-act. 276). Mit einer Verfügung vom 2. Juni 2016
stellte die IV-Stelle die Auszahlung der laufenden Rente per sofort vorsorglich ein (EL-
act. 50). Mit einer Verfügung vom 9. Juni 2016 wurde auch die Auszahlung der
laufenden Ergänzungsleistung per sofort eingestellt (EL-act. 47). Diese Verfügung
erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft. Die definitive IV-Rentenaufhebung
erfolgte schliesslich per 31. August 2017 (vgl. das Urteil des Bundesgerichtes
9C_67/2019 vom 13. Juni 2019). Bereits am 9. April 2019 war die EL-
Durchführungsstelle vom Untersuchungsamt B._ allerdings darüber informiert
worden, dass eine Strafuntersuchung gegen den EL-Bezüger wegen Betruges,
unrechtmässigen Bezuges von Sozialversicherungsleistungen und Vergehen gegen das
AHVG eröffnet worden sei (EL-act. 40).
A.a.
Am 17. Mai 2021 liess der EL-Bezüger die Nachzahlung von Ergänzungsleistungen
für die Zeit vom 1. Juni 2016 bis zum 31. August 2017 beantragen (EL-act. 36). Sein
Rechtsvertreter machte geltend, die IV-Stelle habe sich zwischenzeitlich endlich bereit
erklärt, ihrer Nachzahlungspflicht für jenen Zeitraum nachzukommen. Der Betrag der
für jenen Zeitraum geschuldeten Ergänzungsleistung müsse nicht neu berechnet
werden. Dem EL-Bezüger sei der bis Ende Mai 2016 massgebende Betrag der
Ergänzungsleistung von 1’697 Franken pro Monat für jene 15 Monate bis Ende August
2017 auszurichten, was einem Gesamtbetrag von 25’455 Franken entspreche. Gegen
eine Verrechnung der Nachzahlung mit einer allfälligen kongruenten Forderung des
Sozialamtes habe er nichts einzuwenden. Die IV-Stelle sprach dem EL-Bezüger mit
einer Verfügung vom 8. Juni 2021 eine Rentennachzahlung von 15’885 Franken zu, die
A.b.
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B.
sie vollumfänglich mit einer Forderung des Sozialamtes verrechnete (EL-act. 35).
Gemäss einer im März 2021 angefertigten Aufstellung hatte das Sozialamt dem EL-
Bezüger in der Zeit von Juni 2016 bis und mit August 2017 insgesamt 34’947.05
Franken ausbezahlt (vgl. IV-act. 33–17 ff.). Die berufliche Vorsorgeeinrichtung hatte ihre
Rentennachzahlung von 12’975.65 Franken für die Zeit von Juli 2016 bis und mit
August 2017 vollumfänglich an das Sozialamt überwiesen (vgl. act. G 5.1.17–6). Die EL-
Durchführungsstelle forderte den EL-Bezüger am 14. Juni 2021 auf, Belege über seine
Einnahmen- und Vermögenssituation in der Zeit von Juli 2016 bis und mit August 2017
einzureichen (EL-act. 33). Am 30. August 2021 gab der Rechtsvertreter telefonisch an
(EL-act. 28), dass noch nicht alle Belege vorhanden seien. Der EL-Bezüger besitze
Grundstücke in seinem Herkunftsland, die nicht verschwiegen werden könnten. Aus
diesem Grund müssten nun Abklärungen im Herkunftsland in Auftrag gegeben werden.
Am 14. Oktober 2021 ging das ausgefüllte Anmeldeformular samt Beilagen bei der
zuständigen AHV/IV-Zweigstelle ein (EL-act. 19). Der EL-Bezüger hatte unter anderem
angegeben, dass er in seinem Herkunftsland über Grundeigentum im Wert von „ca.
25’000 Franken“ verfügt habe, das er dann aber seinem Sohn geschenkt habe. Mit
einer Verfügung vom 28. Oktober 2021 sistierte die EL-Durchführungsstelle das
Verfahren betreffend die Nachzahlung von Ergänzungsleistungen für die Zeit von Juli
2016 bis und mit August 2017 bis zum rechtskräftigen Abschluss des hängigen
Strafverfahrens (EL-act. 16). Zur Begründung führte sie an, aus den Akten des
Strafverfahrens gehe hervor, dass der EL-Bezüger und dessen Ehefrau Liegenschaften
und allfällige weitere Vermögenswerte im Ausland besässen. Entsprechende
Abklärungen erfolgten im Rahmen des Strafverfahrens. Für die abschliessende
Beurteilung und Festsetzung der Ergänzungsleistungen müsse der Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein. Dafür sei der Ausgang des
Strafverfahrens abzuwarten. Da damit in der nächsten Zeit nicht gerechnet werden
könne, müsse das Verwaltungsverfahren sistiert werden.
Am 29. November 2021 liess der EL-Bezüger (nachfolgend: der
Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. Oktober 2021
erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und die Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens. Zur Begründung führte er
B.a.
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aus, die Ehefrau besitze kein Grundeigentum im Ausland. Auch „allfällige andere
Vermögenswerte im Ausland“ existierten nicht. Aus den Strafakten gehe hervor, dass
das Untersuchungsamt keine Beweiserhebungen über allfälliges Grundeigentum im
Herkunftsland des Beschwerdeführers tätigen werde. Die EL-Durchführungsstelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) befinde sich also schon längst im Besitz aller
massgebenden Akten. Ihre Weigerung, das Verwaltungsverfahren fortzusetzen, sei eine
Rechtsverweigerung. Ihre Weigerung, die Untersuchungspflicht zu erfüllen, sei eine
Rechtsverletzung.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 11. Januar 2022 das Nichteintreten auf
die Beschwerde und eventualiter deren Abweisung (act. G 5). Zur Begründung führte
sie an, weil es nur um eine Nachzahlung von Ergänzungsleistungen gehe, von der
ohnehin zumindest ein erheblicher Anteil mit einer Forderung des Sozialamtes zu
verrechnen sei, erleide der Beschwerdeführer durch die angefochtene
Sistierungsverfügung keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil. Auf die
Beschwerde sei folglich nicht einzutreten. Sollte das Versicherungsgericht diese
Auffassung nicht teilen, werde es zu berücksichtigen haben, dass noch unklar sei, ob
der Beschwerdeführer und seine Ehefrau über Vermögenswerte, insbesondere
Liegenschaften, im Ausland verfügten und welchen Wert diese Vermögenswerte hätten.
Die Ergänzungsleistung könne deshalb nicht berechnet werden. Im Zuge des
Strafverfahrens würden auch diesbezüglich Abklärungen durchgeführt. Das Abwarten
des Abschlusses des Strafverfahrens sei damit legitim und sinnvoll.
B.b.
Der Beschwerdeführer liess am 12. Februar 2022 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 12).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin liess dem Versicherungsgericht am 8. April 2022 unter
anderem die ihr vorliegenden Akten des Strafverfahrens zugehen; sie verzichtete auf
eine Duplik (act. G 16). Den Strafakten liess sich entnehmen, dass das kantonale
Untersuchungsamt am 6. Oktober 2020 das Herkunftsland des Beschwerdeführers um
Rechtshilfe in der Form der Beweiserhebung betreffend verschiedene Grundstücke
sowie weitere Vermögenswerte ersucht hatte (vgl. act. G 16.4).
B.d.
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Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer nahm am 23. Mai 2022 Stellung zu den neu eingereichten
Akten, wobei er weiterhin an den gestellten Anträgen festhalten liess (act. G 19). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme (vgl. act. G 21).
B.e.
Die angefochtene Verfügung ist als eine verfahrensleitende Verfügung
(„Zwischenverfügung“) zu qualifizieren. Gegen verfahrensleitende Verfügungen kann
gemäss dem Art. 52 Abs. 1 ATSG keine Einsprache erhoben werden, weshalb gegen
solche Verfügungen nach Art. 56 Abs. 1 ATSG direkt eine Beschwerde erhoben werden
muss. Weder das VRP noch der Art. 61 ATSG sehen besondere
Eintretensvoraussetzungen bezüglich einer Beschwerde gegen eine verfahrensleitende
Verfügung vor. Allerdings ist die selbständige Anfechtung einer verfahrensleitenden
Verfügung nach dem Wortlaut der entsprechenden kantonalrechtlichen Bestimmungen
auf wenige Fälle beschränkt (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 564 f.). Diese
Regelung wird vom Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen und vom Schrifttum als
unbefriedigend qualifiziert, weshalb lückenfüllend eine selbständige Anfechtung von
verfahrensleitenden Verfügungen in analoger Anwendung der Art. 45 f. VwVG bejaht
wird (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 566, mit Hinweisen). Allerdings ergibt eine
systematische Interpretation, dass nicht die Art. 45 f. VwVG, sondern vielmehr die
(inhaltlich identischen) Art. 92 f. BGG analog anzuwenden sind. Die Art. 110–112 BGG
sehen nämlich gewisse Mindestanforderungen für das einem Bundesgerichtsverfahren
vorgelagerte kantonale Verfahren vor (Bernhard Ehrenzeller, in: Basler Kommentar zum
BGG, 3. Aufl. 2018, Art. 110 N 3 ff.). Gemäss dem Art. 111 BGG mit der Marginalie
„Einheit des Verfahrens“ muss sich eine Person, die zur Beschwerde an das
Bundesgericht berechtigt ist, am Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen als Partei
beteiligen können. Die Beschwerdebefugnis darf im kantonalen Verfahren also nicht
enger gefasst sein als im Verfahren vor dem Bundesgericht. Daraus folgt, dass eine
gegen eine verfahrensleitende Verfügung gerichtete Beschwerde an ein oberes
kantonales Gericht (vgl. Art. 86 Abs. 2 BGG) unter anderem dann zulässig sein muss,
wenn diese Verfügung der beschwerdeführenden Person einen nicht
wiedergutzumachender Nachteil bewirken kann, selbst wenn das kantonale
Verfahrensrecht diese Beschwerdemöglichkeit nicht ausdrücklich vorsieht (vgl. die
Entscheide des Verwaltungsgerichtes des Kantons St. Gallen B 2018/227 vom 19.
August 2019, E. 1.4; B 2016/102 vom 20. März 2018, E. 1.2; B 2016/141 vom 30. Mai
1.1.
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2017, E. 1). Dabei kann es keine Rolle spielen, ob das obere kantonale Gericht wie das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen eine (im Verwaltungs- oder im
Einspracheverfahren erlassene) verfahrensleitende Verfügung der Verwaltung oder –
wie das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen – eine verfahrensleitende Verfügung
einer Vorinstanz oder einen Rechtsmittelentscheid einer Vorinstanz betreffend eine
verfahrensleitende Verfügung auf deren respektive dessen Rechtmässigkeit zu
überprüfen hat.
Die hier angefochtene verfahrensleitende Sistierungsverfügung vom 28. Oktober
2021 ist grundsätzlich geeignet, einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne
des Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu bewirken. Der Beschwerdeführer wird nämlich
jedenfalls so lange keine Chance haben, eine allfällige Nachzahlung von
Ergänzungsleistungen zu erhalten, die er – als „Kapitalanlage“ – zur Deckung seines
laufenden finanziellen Bedarfs verwenden könnte, bis die Beschwerdegegnerin über
sein Begehren um Nachzahlung von Ergänzungsleistungen für die Zeit von Juli 2016
bis und mit August 2017 entschieden haben wird. Die Beschwerdegegnerin hat geltend
gemacht, der Beschwerdeführer erleide keinen solchen Nachteil, weil die Nachzahlung
„zumindest grösstenteils“ mit einer Forderung des Sozialamtes zu verrechnen sei.
Tatsächlich läge kein nicht wiedergutzumachender Nachteil vor, wenn die gesamte
Nachzahlung mit einer Forderung des Sozialamtes zu verrechnen wäre, denn
offenkundig wäre es für den Beschwerdeführer nicht von Belang, wann diese
Verrechnung effektiv erfolgen würde. Das ist hier aber nicht der Fall. Das Sozialamt hat
im massgebenden Zeitraum von Juni 2016 bis und mit August 2017 Leistungen von
insgesamt 34’947.05 Franken erbracht, für die es eine Verrechnung verlangen kann.
Davon sind 15’885 Franken bereits durch die Rentennachzahlung der
Invalidenversicherung für jenen Zeitraum gedeckt worden. Die berufliche
Vorsorgeeinrichtung hat verrechnungsweise einen weiteren Teilbetrag von 12’975.65
Franken beglichen. Dem Sozialamt verbleibt damit eine noch offene Forderung von
6’086.40 Franken für den Zeitraum von Juni 2016 bis und mit August 2017. Beim
jetzigen Verfahrensstand kann nicht zum Vorneherein ausgeschlossen werden, dass
die Beschwerdegegnerin für die Zeit von Juni 2016 bis und mit August 2017 eine
betragsmässig mit der bis Ende Mai 2016 ausgerichteten vergleichbare
Ergänzungsleistung schuldet, weshalb die Möglichkeit besteht, dass sich die
Nachzahlung auf bis zu 25’455 Franken belaufen könnte. Selbst wenn ein deutlich
tieferer Nachzahlungsbetrag resultieren sollte, was beim jetzigen Verfahrensstand als
ebenso gut möglich zu qualifizieren ist, wäre die Nachzahlung also nicht vollständig mit
der Forderung des Sozialamtes zu verrechnen. Folglich besteht die Möglichkeit, dass
der Beschwerdeführer einen Teil der Nachzahlung direkt an sich ausbezahlt erhalten
1.2.
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2.
Die Beschwerdegegnerin hat am 9. Juni 2016 (nachdem die IV-Stelle die Auszahlung
der laufenden Invalidenrente mit einer Verfügung vom 2. Juni 2016 vorsorglich
eingestellt hatte) eine Verfügung erlassen, mit der sie die Auszahlung der laufenden
Ergänzungsleistung per sofort eingestellt hat. Diese Verfügung ist unangefochten in
formelle Rechtskraft erwachsen. Die sofortige Einstellung der laufenden
Ergänzungsleistung kann allerdings nur eine vorsorgliche Massnahme in der Form
eines Vollzugsstopps gewesen sein. Eine vorsorgliche Massnahme kann aber nicht
ausserhalb eines Verwaltungsverfahrens angeordnet werden, sondern nur im Rahmen
eines hängigen Verwaltungsverfahrens ergehen. Das ist hier der Fall gewesen, denn
nach der vorsorglichen Einstellung der IV-Rente hat der dringende Verdacht
bestanden, dass eine der wesentlichen Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug
einer Ergänzungsleistung, nämlich die Rentenberechtigung (Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG),
dahingefallen und die laufende Ergänzungsleistung deshalb revisionsweise aufzuheben
sei. Die Beschwerdegegnerin muss also im Juni 2016 ein entsprechendes
Revisionsverfahren eröffnet und unmittelbar nach der Eröffnung dieses
Revisionsverfahrens den vorsorglichen Vollzugsstopp angeordnet haben. Das
Begehren des Beschwerdeführers vom 17. Mai 2021 um Nachzahlung der
Ergänzungsleistung für die Zeit vom 1. Juni 2016 bis zum 31. August 2017 kann damit
nichts anderes als ein Begehren um eine (wohl am ehesten wiedererwägungsweise)
Korrektur des im – immer noch hängigen – Revisionsverfahren ergangenen, am 9. Juni
2016 verfügten vorsorglichen Vollzugsstopps gewesen sein. Obschon die
Beschwerdegegnerin das eigentliche Revisionsverfahren wegen des noch offenen
Ausgangs des IV-Rentenverfahrens formlos sistiert hatte, hat sie dieses Begehren um
Korrektur des vorsorglich angeordneten Vollzugsstopps an die Hand genommen und
geprüft. Die ersten Abklärungen haben allerdings ergeben, dass auch dieses
„eingebettete“ Verfahren betreffend die beantragte Korrektur des vorsorglichen
Vollzugsstopps nicht spruchreif gewesen ist. Der Beschwerdeführer hat nämlich darauf
hingewiesen, dass er Grundeigentum in seinem Herkunftsland besitze respektive
besessen habe. Die Beschwerdegegnerin ist folglich für die Prüfung des Begehrens um
würde. Diesen Teil der Nachzahlung könnte er zur Deckung seiner laufenden Ausgaben
verwenden, weshalb er ein schützenswertes Interesse daran hat, den entsprechenden
Betrag möglichst rasch überwiesen zu erhalten. Da die angefochtene
Sistierungsverfügung deshalb einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirkt, hat
er ein schützenswertes Interesse an einer gerichtlichen Überprüfung der
Sistierungsverfügung vom 28. Oktober 2021, weshalb auf die frist- und formgerecht
erhobene Beschwerde einzutreten ist.
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Korrektur des vorsorglichen Vollzugsstopps verpflichtet gewesen, den Sachverhalt
betreffend das zuvor nicht deklarierte Grundeigentum zu ermitteln, wobei zu
berücksichtigen ist, dass der Wert des Grundeigentums auch dann entscheidrelevant
sein könnte, wenn der Beschwerdeführer sein ganzes Grundeigentum (offenbar hat er
zumindest zeitweise mehrere Grundstücke besessen) an seinen Sohn verschenkt
haben sollte, da die Schenkung allenfalls als ein Vermögensverzicht qualifiziert werden
müsste, was zur Folge hätte, dass bei der (vorsorglichen) Anspruchsberechnung ein
entsprechendes hypothetisches Verzichtsvermögen zu berücksichtigen wäre.
Grundsätzlich könnte die Beschwerdegegnerin diesbezüglich eigene Abklärungen
tätigen. Die von ihr eingereichten Akten aus dem Strafverfahren belegen aber, dass das
zuständige Untersuchungsamt bereits mittels eines Rechtshilfegesuchs entsprechende
Abklärungen in Gang gesetzt hat. Es wäre unverhältnismässig, wenn die
Beschwerdegegnerin parallel eine eigene Abklärung vornehmen würde, zumal dies
wohl ebenso viel Zeit wie die bereits laufenden Abklärungen des Untersuchungsamtes
beanspruchen würde. Folglich ist es in dieser Situation zulässig gewesen, die
Ergebnisse der Sachverhaltsermittlung durch das Untersuchungsamt abzuwarten und
diese dann zu würdigen. Da also vor dem Abschluss des Strafverfahrens nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen kann, in
welchem Betrag allfällige ausländische Vermögenswerte – real oder hypothetisch (als
Verzichtsvermögen) – bei der Anspruchsberechnung berücksichtigt werden müssen,
lässt sich bis dahin auch die Frage nicht beantworten, wie hoch der Betrag der
gesamten anrechenbaren Einnahmen ist. Folglich ist es der Beschwerdegegnerin nicht
möglich gewesen, das Begehren um Korrektur des vorsorglichen Vollzugsstopps zu
prüfen. Die vom Beschwerdeführer beantragte Nachzahlung wäre in dieser Situation
rechtswidrig gewesen. Damit erweist sich die Sistierung bis zum formell rechtskräftigen
Abschluss des Strafverfahrens als rechtmässig, weshalb die dagegen gerichtete
Beschwerde abzuweisen ist.
3.
Gerichtskosten sind nicht zu erheben (Art. 61 lit. f ATSG). Der unterliegende
Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.