Decision ID: 040d8be5-7fb1-41bc-9e9a-a843d666725d
Year: 2017
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung der direkten Bundessteuer 2015 Amtliche Einschätzung
vom 17. November 2016 wurden weder Unterhaltsbeiträge zum Abzug zugelassen noch ein
Unterstützungsabzug gewährt.
2. Mit Eingabe vom 16. Dezember 2016 erhob der Beschwerdeführer Einsprache und
reichte die Steuererklärung, in welcher er Unterhaltsbeiträge für minderjährige Kinder von
Fr. 30‘000.-- sowie den Unterstützungsabzug deklarierte, nach.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 24. Mai 2017 hiess die Steuerverwaltung die Einsprache
teilweise gut und liess Unterhaltsbeiträge von Fr. 1‘050.-- zum Abzug zu. Ein Unterstützungsab-
zug wurde nicht gewährt. Zur Begründung führte sie aus, gemäss Entscheid des B._-
gerichts vom 8. Februar 2016 sei der Beschwerdeführer rückwirkend per 1. Dezember 2015 zu
monatlichen Unterhaltszahlungen an den in der Schweiz lebendenden Sohn von Fr. 1‘050.--
verpflichtet worden. Dem Gerichtsurteil sei weiter zu entnehmen, dass die Unterhaltsbeiträge
für die drei in Deutschland lebenden Kinder nach wie vor geschuldet seien. Der Beschwerde-
führer habe aber keine entsprechenden Zahlungsnachweise eingereicht.
4. Mit Eingabe vom 19. Juni 2017 erhob der Pflichtige mit dem Begehren, für die in
Deutschland lebenden beiden Kinder seien Unterhaltsbeiträge von Fr. 17‘000.-- zum Abzug
zuzulassen, Beschwerde. Zur Begründung machte er geltend, aufgrund der Bestätigung seiner
Ex-Ehefrau vom 17. Januar 2017 ergebe sich, dass er Alimente von monatlich € 1‘300.--, total
somit € 15‘600.-- für seine beiden Kinder in Deutschland überwiesen habe.
5. Mit Vernehmlassung vom 2. August 2017 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, im Zusammenhang mit Zahlungen ins
Ausland würden höhere Beweisanforderungen gelten, so dass die Bestätigung der Ex-Ehefrau
nicht genüge.
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6. Mit Eingabe vom 1. September 2017 reichte der Beschwerdeführer einen Bankkonto-
auszug der C._-bank für das gesamte strittige Steuerjahr nach.
7. Anlässlich der heutigen Verhandlung beantragt die Steuerverwaltung die teilweise Gut-
heissung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, gestützt auf die vom Beschwerdefüh-
rer nachgereichten Unterlagen seien Unterhaltsbeiträge für das minderjährige Kind D._ im
Umfang von Fr. 6‘386.-- zum Abzug zuzulassen und für das sich in Ausbildung befindliche voll-
jährige Kind E._ sei der Unterstützungsabzug zu gewähren.

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-
dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129
Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz) vom
7. Februar 1974 (StG) Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall
Fr. 2’000.-- nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt wer-
den. Aufgrund dessen, dass im Parallelfall betreffend die Staatssteuer 2015 der umstrittene
Steuerbetrag die Grenze von Fr. 2‘000.-- übersteigt, was zur Folge hat, dass der Fall gemäss
§ 129 Abs. 2 StG durch den Präsidenten und zwei Richterinnen und Richtern des Steuerge-
richts zu beurteilen ist, ist der vorliegende Fall aus prozessökonomischen Gründen demselben
Spruchkörper, d.h. dem Ausschuss zur Beurteilung zu unterbreiten. Da die in formeller Hinsicht
an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutre-
ten.
2. Vorliegend unterliegt der Beurteilung, in welchem Umfang Kinderunterhaltsbeiträge zum
Abzug zuzulassen und ob Unterstützungsabzüge zu gewähren sind.
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3. Für Kinder bestimmte Unterhaltsbeiträge können bis und mit dem Monat, in dem das
Kind das 18. Altersjahr erreicht, abgezogen werden. Danach steht der leistenden Person der
Unterstützungsabzug zu (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A. Zü-
rich 2016, Art. 33 N 55 und Art. 35 N 38). Vorliegend macht der Beschwerdeführer Unterhalts-
und Unterstützungszahlungen an seine Kinder in Deutschland, die im hier strittigen Steuerjahr
volljährige Tochter E._, den volljährigen Sohn F._ und den minderjährigen Sohn D._
geltend.
4. Zuerst ist zu prüfen, in welchem Umfang Kinderunterhaltsbeiträge für das minderjährige
Kind D._ zum Abzug zuzulassen sind.
a) Nach Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG werden Unterhaltsbeiträge an den geschiedenen,
gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebenden Ehegatten sowie die Unterhaltsbeiträge an einen
Elternteil für die unter dessen elterlicher Sorge stehenden Kinder, nicht jedoch Leistungen in
Erfüllung anderer familienrechtlicher Unterhalts- oder Unterstützungspflichten von den Einkünf-
ten abgezogen.
b) Unterhaltszahlungen (Alimente) sind regelmässig oder unregelmässig wiederkeh-
rende Unterstützungen und Unterhaltsleistungen zur Deckung des laufenden Lebensbedarfs,
die dem Empfänger keinen Vermögenszuwachs verschaffen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, a.a.O., Art. 33 N 48). Zum laufenden Lebensbedarf eines Kindes im
Sinne von Art. 276 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907
gehören neben existenziellen Grundbedürfnissen wie etwa Unterkunft, Nahrung, Bekleidung,
Körper und Gesundheitspflege oder Ausbildung auch Beiträge an kulturelle oder sportliche Be-
tätigungen, Erholung, Unterhaltung oder Taschengeld (Hunziker/Mayer-Knobel, in: Zweifel/
Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Art. 33 DBG N 21d). Alimenten-
zahlungen an den geschiedenen, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebenden Ehegatten so-
wie Alimentenzahlungen für Kinder werden nach dem Zuflussprinzip bei demjenigen Ehegatten
als Einkommen besteuert, welcher die Beiträge für sich und die unter seiner elterlichen Sorge
stehenden Kinder empfängt. Dementsprechend werden diese Unterhaltsbeiträge beim leisten-
den Ehegatten vollumfänglich zum Abzug zugelassen (Reich/von Ah/Brawand in: Zweifel/
Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 7 StHG N 97 und Art. 9 StHG N 38). Der Rechtsgrund für die Unter-
haltsbeiträge muss in einer Scheidung oder gerichtlichen Auflösung bei eingetragenen Partner-
schaften, gerichtlichen oder tatsächlichen Trennung und/oder in einem Kindsverhältnis liegen,
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wobei der Elternteil die Unterhaltsbeiträge für die unter seiner elterlichen Sorge stehenden Kin-
der erhält. Regelmässig werden die Unterhaltsbeiträge in einem gerichtlichen Urteil oder einer
Vereinbarung festgehalten. Unterhaltsbeiträge sind aber auch dann steuerbar, wenn der Leis-
tende sie ausrichtet ohne Vorliegen einer (schriftlichen) Vereinbarung oder eines richterlichen
Entscheids (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A. Zü-
rich 2013, § 23 N 59). Nicht abziehbar sind kraft ausdrücklicher Anordnung Leistungen in Erfül-
lung anderer familienrechtlicher Unterhalts- oder Unterstützungspflichten. Solche Leistungen
sind beim Empfänger steuerfrei (Reich/von Ah/Brawand in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art.
9 StHG N 40). Der Leistende kann sie dementsprechend steuerlich nicht bzw. nur im Rahmen
des Unterstützungsabzugs zum Abzug bringen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar
zum Zürcher Steuergesetz, a.a.O., § 24 N 82).
c) Unterhaltsbeiträge sind grundsätzlich als Aufwendungen vom steuerbaren Ein-
kommen des Unterhaltsverpflichteten abziehbar, während der Unterhaltsberechtigte sie ent-
sprechend als Einkommen zu versteuern hat, womit das Korrespondenzprinzip verwirklicht wird
(Entscheid des Bundesgerichts [BGE] 133 II 305, E. 6). Der beim Leistenden zum Abzug zuge-
lassene Betrag muss mit jenem übereinstimmen, der beim Leistungsempfänger als Einkommen
erfasst wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, a.a.O., Art. 33 N 53).
d) Der Nachweis für steuerbegründende Tatsachen obliegt der Steuerbehörde,
während der Beweis für steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen grundsätzlich dem
Steuerpflichtigen obliegt. Dieser hat die steuermindernde Tatsache nicht nur zu behaupten,
sondern auch zu belegen (BGE 140 II 248, E. 3.5; Blumenstein/Locher, System des schweizeri-
schen Steuerrechts, 7. Aufl., Zürich 2016, S. 519; Zweifel/Casa-nova, Schweizerisches Steuer-
verfahrensrecht, § 19 N 8 ff.; Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 10. Februar 2017, 510
16 84, E. 4a). Für einen rechtsgenügenden Nachweis gehört die Vorlage quittierter Rechnun-
gen oder anderer Zahlungsbelege, nicht nur die Vorlage der Rechnung allein (Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, a.a.O., § 132 N 65, m.w.H.).
e) Im internationalen Verhältnis dürfen die Steuerbehörden an den Nachweis der
von den Steuerpflichtigen geltend gemachten Unterhalts- oder Unterstützungsleistungen be-
sonders strenge Anforderungen stellen. Sie dürfen insbesondere einen plausiblen Beweis dafür
verlangen, dass die betreffenden Beträge dem Empfänger zugeflossen sind. Der Steuerpflichti-
ge hat eine Bestätigung der unterstützten Personen über Art, Zeitpunkt und Höhe der erfolgten
Unterstützungen sowie auf Verlangen Zahlungsbelege vorzulegen. Bei Zahlungen ins Ausland
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werden grundsätzlich die Post- oder Bankbelege der Überweisungen verlangt, aus denen so-
wohl der Leistende als auch der Empfänger klar ersichtlich sein muss. Dies schliesst insbeson-
dere die blosse (handschriftliche) Empfangsquittung durch den Empfänger im Ausland aus, da
deren Richtigkeit nicht überprüfbar ist (Baumgartner/Eichenberger, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.],
a.a.O., Art. 35 DBG N 26a; Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Basel-Stadt
Nr. 2012-170 vom 20. Juni 2013, publ. in: Basellandschaftliche und Baselstädtische Steuerpra-
xis [BStPra], Bd. XXII, S. 40 ff.).
f) Vorliegend wurde der Beschwerdeführer vom G._-gericht zu Unterhaltsbei-
trägen an die Tochter E._ von € 329,27, an den Sohn F._ von € 404,47 und den Sohn
D._ von € 485.--, total somit € 1‘218,74 verpflichtet. In Abweichung davon macht der Pflich-
tige für das vorliegend strittige Steuerjahr geltend, monatlich € 1‘300.--, d.h. total € 15‘600.--
bzw. Fr. 17‘000.-- als Unterhaltszahlungen geleistet zu haben, was sich aufgrund der Bestäti-
gung seiner Ex-Ehefrau vom 17. Januar 2017 ergebe. Gestützt auf die hiervor zitierte Lehre und
Praxis genügt eine derartige Empfangsquittung nicht, um den Zahlungsfluss nachzuweisen.
Dazu kommt, dass im Nachhinein und damit rückwirkend ausgestellte Arztzeugnisse nicht zu
beachten sind (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 10. Juli 2009, publ. in: Der Steuer-
entscheid [StE] 2009, B 27.5 Nr. 15, E. 3.1). Dasselbe muss für die im vorliegenden Beschwer-
deverfahren nachgeschobene Bestätigung gelten, welche demnach unberücksichtigt bleiben
muss.
g) Dem ins Recht gelegten Kontoauszug der C._-bank sind Zahlungen für die
Monate Januar bis Dezember 2015 von je € 1‘000.--, total somit € 12‘000.-- zu entnehmen.
h) Für den Sohn D._ wurde der Beschwerdeführer wie hiervor gesehen zu mo-
natlichen Unterhaltszahlungen von € 485.-- verpflichtet. Mit Datum vom 26. Januar 2015 hat der
Beschwerdeführer € 1‘000.-- bzw. umgerechnet in Schweizerfranken und inkl. Bankspesen
Fr. 1‘032.88 überwiesen. Umgerechnet auf den dem Sohn D._ geschuldeten Unterhaltsbei-
trag von € 485.-- ergibt dies einen Betrag von Fr. 500.95 (= Fr. 1‘032.88 / 1‘000 x 485). Die ent-
sprechende Berechnung ergibt für die Überweisung vom 26. Februar 2015 Fr. 541.78
(= Fr. 1‘117.07 / 1‘000 x 485), vom 26. März 2015 Fr. 528.83 (= Fr. 1‘090.37 / 1‘000 x 485), vom
27. April 2015 Fr. 520.15 (= Fr. 1‘072.46 / 1‘000 x 485), vom 26. Mai 2015 Fr. 520.--
(= Fr. 1‘072.15 / 1‘000 x 485), vom 26. Juni 2015 Fr. 526.62 (= Fr. 1‘085.80 / 1‘000 x 485), vom
27. Juli 2015 Fr. 529.32 (= Fr. 1‘091.38 / 1‘000 x 485), vom 26. August 2015 Fr. 542.28
(= Fr. 1‘118.09 / 1‘000 x 485), vom 28. September 2015 Fr. 548.66 (= Fr. 1‘131.25 / 1‘000 x
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485), vom 26. Oktober 2015 Fr. 540.35 (= Fr. 1‘114.12 / 1‘000 x 485), vom 26. November 2015
Fr. 544.15 (= Fr. 1‘121.95 / 1‘000 x 485) und vom 28. Dezember 2015 Fr. 543.25
(= Fr. 1‘120.10 / 1‘000 x 485). Für das minderjährige Kind D._ sind damit Unterhaltsbeiträge
von Fr. 6‘386.-- (= Fr. 500.95 + Fr. 541.78 + Fr. 528.83 + Fr. 520.15 + Fr. 520.-- + Fr. 526.62 +
Fr. 529.32 + Fr. 542.28 + Fr. 548.66 + Fr. 540.35 + Fr. 544.15 + Fr. 543.25) geleistet worden,
welche zum Abzug zuzulassen sind.
5. Weiter ist zu prüfen, ob für die volljährigen Kinder E._ und F._ der Unterstüt-
zungsabzug zu gewähren ist.
a) Nach Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG kann für jedes minderjährige oder in der berufli-
chen oder schulischen Ausbildung stehende Kind, für dessen Unterhalt die steuerpflichtige Per-
son sorgt, ein Abzug von Fr. 6‘500.-- gewährt werden. Nach Art. 35 Abs. 1 lit. b DBG kann für
jede erwerbsunfähige oder beschränkt erwerbsfähige Person, zu deren Unterhalt die steuer-
pflichtige Person mindestens in der Höhe des Abzuges beiträgt, ein Abzug von Fr. 6‘500.-- ge-
währt werden.
b) Als Unterstützung gilt die unentgeltliche Leistung an eine bedürftige Person zur
Bestreitung ihres (minimalen) Lebensunterhalts. Zum Abzug ist demnach nicht berechtigt, wer
seine Angehörigen am höheren Lebensstandard teilhaben lassen will, ohne dass diese bedürf-
tig sind. Massgebend sind die Verhältnisse am Ende der Steuerperiode. Die abzugsberechtigte
Unterstützung kann auf einer gesetzlichen Vorschrift oder einer vertraglichen Abmachung beru-
hen oder freiwillig erfolgen (Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, Handkommentar zum DBG, a.a.O.,
Art. 35 N 56). Eine Unterstützungsbedürftigkeit ist immer gegeben, wenn die unterstützte Per-
son aus objektiven Gründen, d.h. unabhängig von ihrem Willen, längerfristig nicht in der Lage
ist, ganz oder teilweise für ihren Lebensunterhalt aufzukommen und deshalb auf Hilfe von
Drittpersonen angewiesen ist. Dabei wird die objektive Unterstützungsbedürftigkeit in erster
Linie durch körperliche oder geistige Gebrechen verursacht sein. Es können darüber hinaus
auch weitere Gründe (wirtschaftliche Gründe wie insbesondere altersbedingte Arbeitslosigkeit,
ungenügende Ausbildung, ungünstiges konjunkturelles Umfeld) dazu führen, dass die unter-
stützte Person nicht erwerbsfähig ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum
DBG, a.a.O., Art. 35 N 70). Der tatsächlich geleistete Unterstützungsbeitrag muss pro Person
mindestens Fr. 6'500.-- betragen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
a.a.O., Art. 35 N 52).
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c) Für die volljährige Tochter E._ liegt eine Schulbescheinigung, wonach sie
noch bis ins Jahr 2019 eine Ausbildung absolviert, vor. Aufgrund der ungenügenden Ausbildung
ist sie auf die Unterstützung durch den Beschwerdeführer angewiesen. Da der Beschwerdefüh-
rer nebst den Unterhaltszahlungen für den minderjährigen Sohn D._ in Höhe von
Fr. 6‘386.-- noch mindestens Fr. 6‘500.-- überwiesen hat, ist der Unterstützungsabzug von
Fr. 6‘500.-- zu gewähren. Was den Sohn F._ angeht, weist der Beschwerdeführer in der
Steuerklärung darauf hin, dass derselbe eine Auszeit nehme. Damit ist der Sohn F._ nicht
aus objektiven Gründen, d.h. unabhängig von seinem Willen, längerfristig nicht in der Lage,
ganz oder teilweise für seinen Lebensunterhalt aufzukommen und deshalb auf Hilfe von Dritt-
personen angewiesen, so dass für diesen der Unterstützungsabzug nicht zu gewähren ist. Da-
von geht auch der Beschwerdeführer aus, macht er in der Beschwerde vom 19. Juni 2017 doch
geltend, er habe die Zahlungen für seine beiden (und eben nicht für die drei) Kinder in Deutsch-
land geleistet, also für D._ und E_.
6. Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, für den minderjährigen
Sohn D._ Unterhaltsbeiträge von Fr. 6‘386.-- zum Abzug zuzulassen und für die sich in
Ausbildung befindliche volljährige Tochter E._ der Unterstützungsabzug von Fr. 6‘500.-- zu
gewähren.
7. Entsprechend dem teilweisen Obsiegen im Umfang von rund zwei Dritteln hat der Be-
schwerdeführer gestützt auf Art. 144 Abs. 1 DBG reduzierte Verfahrenskosten von Fr. 200.-- zu
bezahlen, welche zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten der Staatskas-
se gehen.
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