Decision ID: de4d5742-7b3a-511f-b807-504d71744eac
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
De
r 1959 geborene
X._
, ohne Ausbildung (Urk. 8/11 S. 3)
,
war
seit Januar 1992 mit einem Pensum von 100 % als „Mitfahrer“ bei der
Y._
in Luzern
tätig (Urk.
8/15/
1-7 Ziff. 1 f.
)
.
Am 25. Februar 2015 musste er wegen einer
dilatativen
Kardiomyopathie
notfallmässig hospitalisiert werden (Urk. 8/14/6-7).
Am 19. Mai 2015
meldete er sich unter Hinweis auf Herz
rhythmus-Störungen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog
unter anderem die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk. 8/14 und
Urk. 8/26) bei und klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab.
Am 28. August 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass auf
grund
seines
Gesundheitszustands aktuell keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen m
öglich seien (Urk.
8/24)
. Nach durchgeführt
em
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 8/
35)
wies die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 10 % das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 18. Mai 2016 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte
am
14.
Juni 2016 Beschwerde (Urk. 1/1; vgl.
auch
Urk.
1/2 und Urk. 4
) und beantragte sinngemäss, die Verfügung
vom 18. Mai 2016 (Urk. 2)
sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invaliden
rente zuzusprechen. Mit Beschwerdeantwort vom
26. Juli 2016 (Urk. 7) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 27. Juli 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 9). Am
3
. Februar 2017 reichte der Beschwerdeführer den Bericht des
Z._
vom 11. Januar 2017 (Urk. 11/2) sowie das Schreiben der
Y._
vom 26. Januar 2017 (Urk. 11/3) bei der Beschwerdegegnerin ein (Urk. 11/1), wel
che
diese
am 7. Februar 2017
an das hiesige Gericht weiterleitete (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Be
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächli
chen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens mass
gebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammen
hang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheid
erlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tät
igkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Aus der Gegenüberstellung des Validen- und Invalideneinkommens
resultiere
unter Berücksichtigung des leicht ein
geschränkten Tätigkeits
spektrums
ein Invaliditätsgrad von 10 %, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
beantragte demgegenüber die Ausrichtung einer gan
zen Invalidenrente
(Urk. 1/1)
. Er
stellte sich
in seiner Beschwerde auf den Standpunkt, dass er gemäss der ICD-Nachkontrolle
am
Z._
vom 25. April
2016 für körperlich anstrengende Arbeiten untauglich sei. Zu
dem habe ihm seine Arbeitgeberin mitgeteilt, dass für ihn keine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit zur Verfügung stehe.
3.
3.1
Dr. med.
A._
, Assistenzarzt an der Klinik für Kardiologie am
Z._
,
stellte in seinem Bericht vom 4. Januar 2016 (Eingangsdatum; Urk. 8/29) folgende Diagnosen (Ziff. 1.1):
DCM (
dilatative
Kardiomyopathie
)
Ejektionsfraktion (
EF
)
14 % nach HI-Therapie (MRI 05/15)
Dr.
A._
hielt fest, dass
i
n der zuletzt ausgeübten Tätigk
eit als Getränke-Hilfslieferant
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von Februar 2015 bis Februar 2016
bestehe
. Tätigkeiten mit körperlicher Belastung
seien
nicht mehr mög
lich, es bestehe jedoch
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten ohne körperliche Belastung.
Es sei mit einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu rechnen,
allerdings nicht
betreffend die
Arbeitsfähigkeit in körperlich be
lastenden Berufen (Ziff. 1.6-1.8).
3.
2
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med.
B._
, Praktischer Arzt FMH – Allgemeine Medizin, führte in seinem Bericht vom 2. März 2016 (Urk. 8/33/1-5) folgende Diagnosen
auf
(Ziff. 1.1):
DCM
unklarer Ätiologie
Status nach schwerer kardialer Dekompensation 02/2015
Status
nach Implantation eines
kardiale
n
Resynchronisationsgeräts
(CRT)-D 07
/2015
anhaltende schwer eingeschränkte LV-
Pumpfunktion
komplett LSB, NYHA II
Der Hausarzt wies darauf hin, dass die Prognose nicht gut und aktuell keine wesent
liche Besserung der Pumpfunktion des Herzens und der Leistungsfä
higkeit eingetreten sei
(Ziff.
1.4).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 25. Februar 2015 (Ziff. 1.6 f.). Eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit respektive
eine
Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei
derzeit
noch
nicht möglich
(Ziff. 1.9 und S. 5)
. Der Haus
arzt
ver
wies auf die nächste kardiologische Beurteilung im August 2016
und empfahl betreffend Umfang der zukünftigen Leistungsfähigkeit
des Be
schwerdeführers
die Kontaktierung der Kardiologie des
Z._
im August 2016.
3.
3
In ihrem Bericht vom 25. April 2016 (Urk. 8/44)
führten
Dr. med.
C._
, Assistenzarzt, und Dr. med.
D._
, Oberärztin
iV
an der Klinik für Kardiologie
am
Z._
, folgende Diagnosen
auf
(S. 2):
DCM
unklarer Ätiologie
Erstdiagnose bei schwerer kardialer Dekompensation mit
intubations
pflichtigem
Lungenödem
03/15
Ausschluss einer
koronaren Herzkrankheit
(
Koronarangiographie 02.03.
15)
keine Verbesserung der
LVEF
14 %
unter medikamentöser Therapie (MRI 06.05.15)
kompletter LSB (QRS 190
ms
), NYHA II
Implantation eines CRT-D (SJM) 01.07.15
TTE 25.
0
4.16: dilatierter, exzentrisch hypertropher LV mit schwer einge
schränkter LVEF (
biplan
25 %)
Die Ärzte hielt
en
fest, dass weiterhin eine eingeschränkte körperliche Leis
tungsfähigkeit mit Anstrengungsdyspnoe NYHA II-III
bestehe
(Anhalten we
gen Dyspnoe nach einem Stock Treppensteigen o
der einigen Metern
Bergauf
gehen
, S. 2)
.
Von kardialer Seite
sei
ein stabiler Verlauf bezüglich Sympto
matik und Leistungsfähigkeit
gegeben
. Alltägliche Verrichtungen seien mög
lich, schwerere Ar
beiten könnten aufgrund der Dys
p
n
oe indessen nicht mehr ausgeführt werden. In der aktuellen
Ergometrie
lasse sich die eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit objektivieren (110
W, 73 % Soll). Für die bis
herige, körperlich schwer anstrengende Arbeit in der Getränkefirma respek
tive in einer anderen körperlich anstrengenden Arbeit sei der Beschwerde
führer zu 100 % arbeitsunfähig. Eine körperlich nicht belastende Arbeit (zum Beispiel im Büro) sei prinzipiell denkbar, aufgrund der fehlenden Ausbildung aber vermutlich nicht möglich (S. 3).
4.
4.1
Gestützt auf die insoweit übereinstimmenden ärztlichen Einschätzungen ist
erstellt
, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als
Getränkeaus
lieferer
sowie andere körperlich belastende
Arbeiten
aufgrund seiner kardia
len Beschwerden nicht mehr zumutbar sind. Zu prüfen ist indessen die Frage nach dem Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit.
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig
sei
(Urk. 2 S. 2). Sie stützte sich dabei
auf
die Beurteilung des
Arztes
ihres
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), Dr. med. Dr.
rer
. pol.
E._
, Facharzt für Innere
Medizin
(Urk. 8/42 S. 1), welcher eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in leichten sitzenden Tätigkeiten ohne Wechselschichten seit 1. März 2016 postulierte und dabei auf die Berichte des
Z._
abstellte (Urk. 8/41 S. 4).
4.2
Dr.
A._
von der Klinik für Kardiologie am
Z._
attestierte eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten ohne körperliche Belastung und hielt insbesondere rein sitzende
und
rein stehende Tätigkeiten für zu
mutbar (Urk. 8/29 Ziff. 1.7 und S. 3).
Gleichermassen
erachteten
die
Dres
.
C._
und
D._
von
der
selben
Klinik für Kardiologie
die Ausübung körperlich nicht belastender Arbeiten, wie zum Beispiel eine Bürotätigkeit, als mö
glich (Urk. 8/44 S. 3 und
Urk. 8/31/1-5 Ziff. 1.6.
-
1.9).
Auf die
se
über
einstimmende
n
Beurteilung
en
der Fachärzte
des
Z._
ist ab
zustellen, zumal sie auf der Anamnese sowie auf eingehenden Untersuchun
gen des Beschwerdeführers (namentlich Ruhe-EKG,
Fahrradergometrie
, ICD/CRT-Kontrolle und transthorakale Echokardiographie, Urk. 8/44 S. 2) beruhte
n
sowie klar und nachvollziehbar begründet
wurde
n
.
4.3
4.3.1
Nichts anderes
ergibt sich aus dem
vom Beschwerdeführer im
Beschwerdever
fahren
eingereichten
Bericht von Dr. med.
F._
, Assistenz
arzt, und Dr. med.
G._
, Oberärztin an der Klinik für Kardiologie
am
Z._
,
vom 11. Januar 2017
(Urk. 11/
2
)
,
soweit dieser im vorlie
genden Verfahren überhaupt relevant ist (vgl.
E. 1.4
)
.
In diesem
Bericht sind keine Hinweise auf eine entsprechende Veränderung des Gesundheitszu
stands des
Beschwerdeführers
im Vergleich
zur
Einschätzung
vom 25. April 2016 (
vgl. E. 3.3
)
ersichtlich
und
die
Dres
.
F._
und
G._
äussern sich nicht zur Arbeitsfähigkeit
.
Sie beschrieben einen kardial kompensierten Be
schwerdeführer, eine regelrechte Aggregatfunktion und empfahlen die Wei
terführung der bisher problemlos tolerierten oralen
Antikoagutation
als
Pri
märprophylaxe
(S. 2-3).
4.3
.2
An dieser Beurteilung vermag
auch
der Bericht des Hausarztes Dr.
B._
vom 2. März 2016, worin dieser
jegliche Tätigkeit
ausschl
oss
(Urk. 8/33/1-5 Ziff. 1.6-1.9 und S. 5), nichts zu ändern.
Der Hausarzt
wies einzig auf das Fehlen einer wesentlichen Verbesserung der Pumpfunktion des Herzens und der Leistungsfähigkeit hin, ohne jedoch näher darzulegen, inwiefern dieses auch
behinderungsangepasste Arbeiten
ausschliesst. Dr.
B._
verfügt so
dann
über keinen Facharzttitel
in Kardiologie
.
Im Übrigen ist der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4
Der Beschwerdeführer
wies in seiner Beschwerde
(Urk. 1/1)
darauf hin
, dass er sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zwecks Einglie
derungsmassnahmen melden und sämtlichen Ratschlägen des RAV betref
fend Stellensuche nachkommen werde. Die
s
zeig
t
, dass
auch
er
selber
nicht von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten
ausgeht
.
4.
5
Nach dem Gesagten erweist es sich als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin von
einer
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tä
tigkeit (leichte sitzende Tätigkeit ohne Wechselschichten) ausgegangen ist
und der Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu erachten.
5.
5.1
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung stellt sich die Frage, ob der Beschwerde
führer angesichts des schon fortgeschrittenen Alters nach allge
meiner Lebenserfahrung in einem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten und die ihm verbliebene Leistungsfähigkeit er
werblich verwerten kann.
5.2
Rechtsprechungsgemäss ist das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von
Arbeitsgelegen
heiten
und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stel
len sind. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein
invaliditäts
fremder
Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zu
sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene
Resterwerbsfä
higkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebens
alters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemei
nen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (beispiels
weise Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen; absehbarer Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusam
menhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertig
keiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufs
erfahrung aus dem angestammten Bereich; vgl.
etwa
Urteile des Bundesge
richts 9C_272/2014 vom 30. Juli 2014 E.
2.
sowie
9C_650/2015 vom 11. August 2016 E. 5.3
je mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ver
werten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des
Sozialversiche
rungsrechts
geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast (vgl. BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_916/2010 vom 20. Juni 2011 E. 2.2) gebieten grundsätz
lich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit mög
lichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumut
barkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben.
5.3
Im Zusammenhang mit der Frage, ob eine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist,
erachtete
das Bundesge
richt etwa einen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrhe
itlich als Wirker in der Textil
industrie tätig gewesen war, als
zwar nicht leicht vermittelbar
. Es sah aber mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt gleichwohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten
auf de
m
als
ausgeglichen
unterstellten
Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nach
gefragt werden, und der Versicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zu
mutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sit
zen in geschlosse
nen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines
Vollpen
sums
arbeitsfähig war
(Urteil
des
Bundesgerichts
I 376/05 vom 5. August 2005 insbesondere E. 4.2). Bejaht
wurde vom
Bundesgericht auch die Ver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychischer und physischer Limitierungen (es bestanden
unter anderem
rheu
matologische und kardiale Probleme) um 30 % eingeschränkten Leistungsfähig
keit (Urteil
des Bundesgerichts
I 304/06 vom 22. Januar 2007 E. 4.1 und 4.2). Sc
hliesslich erachtete das Bundes
ge
richt die Chancen eines 60 Jahre alten Versicherten, der für kör
perlich leichte Arbeiten, die abwechslungsweise sitzend ode
r stehend ausgeführt werden kön
nen, ohne regelmässiges Heben oder Tragen von Gewichten über 10 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen u
nd ohne regelmässige
Kraft
anwen
dung
des linken Arms bei voller Stundenpräsenz im Umfang von 80 % arbeits
fähig
war
, auf eine Anstellung
als
intakt (Urteil
des Bundesgerichts
9C_918/2008 vom 28. Mai 2009 E. 4.3).
Verneint wurde die Verwertbarkeit der Restarbei
tsfähigkeit eines über
61-jähri
gen Versicherten, der über keine Berufsausbildung verfügte, bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50 % z
umutbaren
feinmotori
schen
Tätig
keiten keinerlei Vorkenntnisse besass, dessen Teilarbeitsfähigkeit weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen unterlag und dem von den Fachleuten der Berufsberatung die für einen Berufswechsel
erforderliche An
passungsfähig
keit abgesprochen wurde (
Urteil
des
Bundesgericht
s
I 392/02 vom 23. Oktober 2003 E. 3.2 und 3.3). Als unverwertbar erachtet wurde auch die 50%ige, durch ver
schiedene Aufla
gen zusätzlich limitierte Arbeitsfähig
keit eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Beschwerden (
Urteil
des
Bundesgerichts
I 401/01 vom 4. April 2002 E. 4c und d), ebenso eine 50%ige Arbeitsfähigkeit einer 61 Jahre und einen Monat alten Versicherten, die bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkeiten einer Umschulung bedurft hätte (Urteil
des Bundes
gerichts
9C_437/2008 vom 19. März 2009 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Auch
erkannte
das Bundesgericht bei einem
60 Jahre alten Versicherten, welcher in seiner über 20 Jahre dauernden Tätigkeit als Hotelportier meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt hatte und
behinderungsbe
dingt
nur noch teils stehend, teils sitzend tätig sein
konnte
, wobei nur noch Gewichte bis 5 kg zumutbar und ihm wegen seiner Krankheit sowohl Schichtdienste als auch das Führen von Fahrzeugen und Maschinen nicht mehr möglich
war, er würde mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keinen Arbeitgeber mehr finden (Urteil
des Bundesgerichts
9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C_345/2013 vom 10. September 2013 E. 4.3.2).
5.4
Der Beschwerdeführer ist
im
Februar 1959 geboren. Er war damit zum Zeit
punkt des Berichts des
Z._
vom 4. Januar 2016 (vgl.
E. 5.2 am Ende) 5
6
Jahre und 10
Monate alt, womit die ihm verbleibende
Aktivi
tätsdauer
bis zum Eintritt ins AHV-Alter noch
gut 8
Jahre betrug. In Bosnien hatte er die obligatorische Schulpflicht erfüllt (Urk. 8/11 S. 3) und arbeitete in der Schweiz seit Januar 1992 bei der
Y._
(Urk. 8/15/1-7
Ziff. 2.1
), wo er als
Hilfs
lieferant für das Ausladen der Getränke zuständig war (Urk. 8/11 S. 2). Dieses Arbeitsverhältnis wurde
nach Auslaufen der Krankentaggelder
am 26. Januar 2017 seitens der
Y._
per 30. April 2017 aufgelöst (Urk. 11/3).
5.5
Im Lichte der dargelegten Grundsätze und insbesondere der relativ hohen Hürden, welche von der Rechtsprechung für eine Unverwertbarkeit der
Rest
arbeitsfähigkeit
älterer Menschen
gestellt
werden (
vgl. E. 5.2-5.3
), ist nicht davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer der Zugang zu dem als aus
geglichen unterstellten Arbeitsmarkt auf Grund seines fortgeschrittenen Al
ters gänzlich unmöglich ist. Dem Beschwerdeführer, welchem gemäss der Be
urteilung der Fachärzte des
Z._
rein sitzende und rein ste
hende Tätigkeiten (inklusive Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, Kauern, Knien und Rotation im Sitzen/Stehen; Urk. 8/29 S. 3) respektive körperlich nicht belas
tende Tätigkeiten (Urk. 8/
44
S. 3) im Umfang eines
Vollpensums
zumutbar
sind
, steht trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen ein vergleichsweise
breites
Spektrum
möglicher
Hilfstätigkeiten offe
n. Denkbar wären beispiels
weise
sitzende
oder stehende
Tätigkeiten, welche die Kontrolle von Waren in der maschinellen Herstellung oder die Überwachung von voll- oder halbau
tomatischen Maschinen oder Abfüllanlagen umfassen, oder sonstige
Überwa
chungs
-, Verpackungs-, Sortier- oder Montagearbeiten. Solche Hilfsarbeiten sind auf dem hypothetischen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt in genügender Anzahl vorhanden und werden grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt. Dass der Beschwerdeführer zumindest seit 1992 keine feinmotorischen Tätig
keiten mehr ausgeübt hat, vermag die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit nicht auszuschliessen (Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2013 vom 10. September 2013 E. 4.3.3).
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
6.2
6.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog.
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.
2.
3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invalidenein
kommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.3
6.3.1
Gemäss
dem
IK-Auszug vom 22. Juni 2015 (Urk.
8
/13/3) erzielte der Beschwer
deführer im Jahre 2014 ein Einkommen von Fr. 66‘
32
5.--
,
welchen Lohn die Arbeitgeberin auch im Jahr 2015 bestätigte (Urk. 8/15/3).
6.3.2
Die Tabellenlöhne der LSE weisen für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art für Männer im Jahre 2012 einen Wert von Fr. 5‘210.—aus (
LSE 2012, TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Kompetenzni
veau
1, Männer)
, was angepasst an die betriebsübliche
Wochenarbeitszeit von 41.7
Stunden im Jahr 2012 (BFS, T03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche)
und
die Nominallohnentwicklung für Männer bis ins Jahr 201
5
(BFS, T1.
1.10
Nomi
nallohnindex
,
Männer, 2011
-2015, Total, Stand 201
2
= 1
0
1
.
7
, Stand 2015 = 1
03
.
5
)
Fr. 6
6‘331
.-- ergibt.
6.3.3
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
66
‘
325
.-- und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
59
‘
698
.
—
(Fr. 66‘331.-- x 0.9)
resultiert eine Lohneinbusse von Fr.
6‘627
.
--
und damit ein Invaliditätsgrad
von unter 1
0
%.
Damit besteht kein Anrecht auf eine Rente der Inva
lidenversicherung (vgl. E. 1.2)
,
was
zur Abweisung der Beschwerde
führt
.
7.
Nachdem es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistun
gen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die
Gerichtskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
7
00.
--
festzulegen
. Ent
sprechend dem
Ausgang des
Verfahren
s
sind sie dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen
.