Decision ID: 092ce45c-f656-5780-a926-994cf3292deb
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kurt Steiner, Sonnenstrasse 5, Postfach 536,
9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Erhöhung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 1949, meldete sich am 8. Dezember 2000 zum Bezug von IV-
Leistungen an (act. G 4.2). Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine
Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 30. Januar 2001 eine
lumbovertebrale chronische Schmerzsymptomatik mit spondylogener Ausstrahlung bei
Osteochondrose L5/S1, Diskushernie paramedian L4/L5 und paramedian L5/S1 links
(act. G 4.5). Der zuständige Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD)
hielt die Versicherte zu 50% arbeitsfähig (Stellungnahmen vom 1. Oktober 2001, act.
G 4.12, und vom 13. Februar 2002, act. G 4.24). Am 9. Mai 2002 sprach die IV-Stelle
der Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 1999 eine halbe Rente zu (act. G 4.36).
Auf Beschwerde der Versicherten vom 7. Juni 2002 hin (act. G 4.38) widerrief die IV-
Stelle diese Rentenverfügung und stellte die Vornahme weiterer Abklärungen in
Aussicht. Die halbe Rente werde bis zur Neuverfügung weiterhin ausgerichtet
(Widerrufsverfügung vom 19. Juli 2002, act. G 4.41).
A.b Die Versicherte wurde am 10. und 11. Juni 2003 im Auftrag der IV-Stelle in der
MEDAS-Zentralschweiz polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch und
psychiatrisch) begutachtet. Im Gesamtgutachten vom 4. August 2003 diagnostizierten
die MEDAS-Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes,
therapieresistentes lumbovertebrales und lumbospondylogenes Syndrom links,
wahrscheinlich leichte lumboradikuläre Reizsymptomatik links (ICD-10: M51.1); ein
chronisches linksbetontes zervikozephales Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0) sowie
eine anhaltende Impingementsymptomatik der rechten Schulter (ICD-10: M75.4). Für
eine körperlich leichte leidensangepasste Tätigkeit verfüge die Versicherte über eine
70%ige Restarbeitsfähigkeit (act. G 4.53). Gestützt auf diese medizinische
Einschätzung verfügte die IV-Stelle am 19. März 2004, dass der Versicherten eine halbe
Rente weitergewährt werde (act. G 4.68). Am 7. September 2007 wurde der Anspruch
der Versicherten auf eine halbe Rente bestätigt (act. G 4.69).
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A.c Im Februar 2008 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahren ein
(act. G 4.70 ff.). Die Versicherte gab im Fragebogen für eine Revision der Invalidenrente
vom 5. März 2008 an, ihr Gesundheitszustand habe sich seit Frühjahr 2003 wegen
Schmerzen an der rechten Schulter und Bewegungseinschränkungen am rechten Arm
verschlimmert. Es beständen ferner Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie eine
Depression. Sie beantragte, die halbe Rente rückwirkend ab 2003 auf eine ganze Rente
zu erhöhen (act. G 4.72). Im Verlaufsbericht vom 19. März 2008 bestätigte Dr. med.
C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, dass sich der Gesundheitszustand
verschlechtert habe. Es bestehe eine Progredienz der Grunderkrankung und neu seien
chronische Schulterschmerzen rechts bei starker retraktiver Kapsulitis
hinzugekommen. Der Versicherten sei eine leidensangepasste Tätigkeit höchstens zu
20% zumutbar (act. G 4.74). Die behandelnde Dr. med. D._, Assistenzärztin
Orthopädie bei der Klinik E._, berichtete am 23. April 2008, dass die Versicherte
vollständig arbeitsunfähig sei (act. G 4.78).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle fand in der MEDAS Ostschweiz am 23. September 2008
eine rheumatologische (vgl. rheumatologisches Verlaufsgutachten vom 17. November
2008, act. G 4.91) und am 9./10. Februar 2009 eine psychiatrische (vgl. psychiatrisches
Verlaufsgutachten vom 25. Februar 2009, act. G 4.88) Verlaufsbegutachtung statt,
wobei die Gutachter am 18. Februar 2009 eine gemeinsame Schlussbesprechung
durchführten. Der rheumatologische Verlaufsgutachter kam zum Schluss, bezüglich der
lumbospondylogenen Beschwerden hätte sich keine wesentliche Änderung ergeben.
Betreffend die rechte Schulter bestünden eine eingeschränkte Beweglichkeit über der
Horizontalen sowie eine subjektive Zunahme der ausgedehnten cervikocephalen und
brachialen Beschwerden, die klinisch oder bildgebend wenig objektivierbar seien. Für
körperlich leichte leidensangepasste Tätigkeiten verfüge die Versicherte nach wie vor
über eine 70%ige Restleistungsfähigkeit (act. G 4.91-6). Psychiatrischerseits wurde
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F54.4) diagnostiziert, die keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die Schmerzüberwindung sei der
Versicherten voll zumutbar. Der psychische Gesundheitszustand habe sich seit der
Erstbegutachtung in der MEDAS Zentralschweiz nicht wesentlich verändert (act.
G 4.88). In der Stellungnahme vom 16. März 2009 führte die RAD-Ärztin Dr. med. F._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, aus, der Gesundheitszustand
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habe sich zwar verschlechtert, indessen sei die Verschlechterung ohne quantitative
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. G 4.92).
A.e Mit Vorbescheid vom 8. März 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, das Revisionsgesuch abzuweisen, da sie nach wie vor über eine 70%ige
Restarbeitsfähigkeit verfüge (act. G 4.100). Dagegen erhob die Versicherte am 26. April
2010 Einwand (act. G 4.101). In der Verfügung vom 7. Juni 2010 wies die IV-Stelle das
Revisionsgesuch der Versicherten ab (act. G 4.103).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 7. Juni 2010 richtet sich die Beschwerde vom 8. Juli
2010. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Entschädigungsfolge deren
Aufhebung und ab Februar 2008 die Ausrichtung einer ganzen Rente. Eventualiter
seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zur Begründung führt sie aus,
dass das MEDAS-Verlaufsgutachten nicht beweiskräftig sei, da es die
Schulterproblematik nicht genügend berücksichtigt habe und in Widerspruch zu den
Einschätzungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen stehe. Der vom
psychiatrischen Verlaufsgutachter diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung
komme eine invalidisierende Wirkung zu. Dieser habe die Erfüllung der entsprechenden
rechtsprechungsgemässen Kriterien ohne Prüfung verneint. Bei der
Invaliditätsbemessung seien ihr fortgeschrittenes Alter sowie die lange Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt zu berücksichtigen. Die Erzielung eines Erwerbseinkommens sei
nicht realistisch. Zumindest sei die Vornahme des höchstzulässigen
Tabellenlohnabzugs geboten (act. G 1). Mit der Beschwerdeeingabe reicht die
Beschwerdeführerin einen Operationsbericht des Spitals G._ vom 6. Mai 2004
betreffend die am 5. Mai 2004 vorgenommene Schulterarthroskopie mit Défilée-
Erweiterung und Lösung einer cuff-capture sowie Synovektomie ein (act. G 1.3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom
21. September 2010 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich im Wesentlichen
auf den Standpunkt, dass gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-Verlaufsgutachten
zu Recht eine anspruchsrelevante Veränderung verneint worden sei. Mangels
wesentlicher Veränderung könne keine neue Beurteilung der gesamten für die
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Leistungsberechtigung relevanten Tatsachen erfolgen. Ferner sei die Verwertung der
Resterwerbsfähigkeit nicht unrealistisch. Zudem sei anzumerken, dass der ursprünglich
gewährte Tabellenlohnabzug im Umfang von 15% eher grosszügig gewesen sei. Der
Faktor Alter sei im Übrigen invaliditätsfremd und habe keine Auswirkung auf das
Invalideneinkommen (act. G 4).
B.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 9. November 2010 unverändert an
ihrer Beschwerde fest (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine begründete Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die am 7. Juni 2010 verfügte Abweisung des
Rentenerhöhungsgesuchs zu Recht erfolgt ist.
2.
Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.1 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
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Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen (Revisionsgrund; BGE 133 V 545 und 130 V 349 E. 3.5; Urteil des
Bundesgerichts vom 8. Juli 2011, 9C_126/2011, E. 1.1). Ein Revisionsgrund ist auch
gegeben und die Rente allenfalls nach unten oder nach oben anzupassen, wenn sich
die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes
erheblich verändert haben (BGE 133 V 546 E. 6.1). In diesem Zusammenhang
schliessen selbst identisch gebliebene Diagnosen eine revisionsrechtlich erhebliche
Steigerung des Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit) nicht grundsätzlich aus. Zu
denken ist etwa an eine Veränderung des Schweregrades des Gesundheitsschadens
oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden
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anzupassen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Rz 18 zu
Art. 17 ATSG; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 31. Januar 2012,
9C_896/2011, E. 3.1). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch
Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person
eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4).
2.4 Die Erhöhung der Invalidenrente erfolgt gemäss Art. 88 der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) bei einer Revision von Amtes wegen
frühestens von dem für diesen vorgesehenen Monat an (lit. b).
3.
Ausgangspunkt für die Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs bildet im vor
liegenden Rentenrevisionsverfahren die Rentenzusprache vom 19. März 2004 (act.
G 4.68), deren medizinische Grundlage das Gutachten der MEDAS-Zentralschweiz vom
4. August 2003 bildet. Die Verfügung vom 7. September 2007, worin die bisherige
halbe Rente ohne Abklärungen bestätigt wurde (act. G 4.69), ist demgegenüber für die
Verlaufsbeurteilung ohne Bedeutung.
3.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Revisionsverfügung auf die
interdisziplinäre Verlaufsbeurteilung der beiden Gutachter H._ und Dr. I._ vom
3. März 2009 (act. G 4.90) und die dieser zugrunde liegenden Teilverlaufsgutachten
vom 17. November 2008 (act. G 4.91) und vom 25. Februar 2009 (act. G 4.88). Die
Verlaufsgutachter kamen zum Schluss, dass sich im Vergleich zur Situation im
Zeitpunkt des MEDAS-Gutachtens vom 4. August 2003 psychiatrischerseits keine
Anhaltspunkte für eine wesentliche gesundheitliche Änderung hätten finden lassen. Aus
rheumatologischer Sicht hätten die Beschwerden in der rechten Schulter bei teilweiser
ankylosierender Periarthropathia humeroscapularis seit dem Erstgutachten
zugenommen. Die Schulterbeweglichkeit sei mässig bis mittelgradig eingeschränkt,
was vorwiegend qualitative Einschränkungen für Tätigkeiten über der Horizontalen mit
diesem Arm bedinge. Ansonsten sei aufgrund der objektivierbaren Befunde keine
wesentliche Änderung an der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren (act.
bis
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G 4.90). Die Beschwerdeführerin hält diese medizinische Grundlage aus verschiedenen
Gründen für nicht beweiskräftig (act. G 1).
3.2 Zunächst rügt die Beschwerdeführerin, dass die Aussage des rheumatologischen
Verlaufsgutachters, wonach die Arbeitsunfähigkeit unverändert 30% betrage, nicht
nachvollziehbar sei. Gerade in den noch als zumutbar taxierten Tätigkeitsfeldern
(Büroarbeiten, Stoffverkauf) sei zumindest eine uneingeschränkte
Schulterbeweglichkeit erforderlich (Gegenstände aus Regalen holen etc.; act. G 1,
S. 5).
3.2.1 Zunächst kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführerin aufgrund des
Schulterleidens eine Tätigkeit im Bereich Stoffverkauf als leidensangepasste Tätigkeit
noch zugemutet werden kann. Denn zumindest ist nicht ersichtlich, weshalb der
Beschwerdeführerin keine Büroarbeiten oder andere körperlich leichte
leidensangepasste Tätigkeiten mehr zumutbar sein sollen. Bereits im Erstgutachten
vom 4. August 2003, das eine anhaltende Impingementsymptomatik der rechten
Schulter (ICD-10: M53.0) in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einbezog (act. G 4.53-15),
wurde eine Bürostelle mit ausschliesslicher Schreibarbeit als leidensangepasste
Verweistätigkeit (körperlich leichte Tätigkeiten mit häufig wechselnden
Körperpositionen) benannt (act. G 4.53-16 f.). Der rheumatologische Verlaufsgutachter
ergänzte die für Verweistätigkeiten geltenden Einschränkungen damit, dass wegen
dem Schulterleiden Tätigkeiten über der Horizontalen zu vermeiden seien. Bei einer
büromässigen Tätigkeit seien die Einschränkungen aus rheumatologischer Sicht
bezüglich der dabei benötigten Beweglichkeit der rechten Schulter gering (act.
G 4.91-6). Einschränkungen der Schulter unter der Horizontalen oder entlang der
Vertikalen benannte der Experte nicht. Da bei Büroarbeiten primär Tätigkeiten unter der
Horizontalen bzw. entlang der Vertikalen zu verrichten sind, ist die
verlaufsgutachterliche Einschätzung nachvollziehbar. Sie deckt sich im Übrigen mit
einer vergleichbaren, vom Bundesgericht im Zusammenhang mit einem Impingement-
Leiden bestätigten Definition (Urteil vom 27. April 2009, 8C_125/2009, E. 3.1: körperlich
leichte Tätigkeiten, die kein Heben von Gewichten, keine Arbeiten über der
Horizontalen und - aufgrund einer Belastungsintoleranz und Bewegungseinschränkung
des linken Handgelenks - keine repetitiven Bewegungen mit dem linken Handgelenk
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beinhalten. Als ganztags zumutbar angesehen wurden u.a. ein Einsatz in
Überwachungsfunktionen von Bildschirmen, als Kassier, Lagerist oder Verkäufer).
3.2.2 Was die quantitative Beurteilung der Arbeitsfähigkeit anbelangt, so
begründete der rheumatologische Verlaufsgutachter, weshalb trotz Verschlechterung
kein höherer Arbeitsfähigkeitsgrad, sondern nur - aber immerhin - eine zusätzliche
qualitative Einschränkung resultiert (act. G 4.91-5 f.). Damit geht einher, dass die
Rechtsprechung in vergleichbaren Fällen bestätigte, das jeweils zu beurteilende
Impingementleiden führe für sich allein zu keiner quantitativen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (Urteile des Bundesgerichts vom 13. April 2012, 8C_213/2012, E. 3.1.2,
und vom 27. April 2009, 8C_125/2009, E. 3.1). Daraus ist zu schliessen, dass es nicht
unüblich ist, wenn medizinische Fachpersonen zum Schluss gelangen, eine
Impingementsymptomatik oder deren allfällige Verschlimmerung habe keine
(zusätzliche) quantitative Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit.
3.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bringt ferner vor, ihr Arm und ihre
Hand seien meist geschwollen, was auch dem rheumatologischen Verlaufsgutachter
aufgefallen sei. Dass Beschwerden, die sich so auffällig zeigten, nicht zu einer
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten, sei nicht nachvollziehbar (act. G 1, S. 5 f.).
Dem ist entgegen zu halten, dass der rheumatologische Verlaufsgutachter bei der
klinischen Untersuchung keine entsprechenden Befunde erhob (act. G 4.91-5).
Lediglich bei der Schilderung der Leiden durch die Beschwerdeführerin gab diese an,
"manchmal sei aber immer noch die Hand wie leicht geschwollen und sie vertrage
keine Ringe mehr" (act. G 4.91-3). Damit kann keine Rede davon sein, dass dem
rheumatologischen Verlaufsgutachter erhebliche Schwellungszustände aufgefallen
seien. Im Übrigen sind entsprechende Wahrnehmungen auch nicht in den anderen
medizinischen Akten der letzten Jahre dokumentiert (vgl. etwa Berichte der Klinik E._
vom 12. März und 23. April 2008, act. G 4.90-6 ff., und des Schweizer Paraplegiker
Zentrums vom 6. August 2007, act. G 4.74-9 f.; vgl. aber betreffend Schwellung beider
Hände den weit zurückliegenden Bericht etzelclinic vom 16. August 2004, act.
G 4.74-23) und die Beschwerdeführerin sprach selbst lediglich von "manchmal leicht
geschwollen" (act. G 4.91-3).
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3.4 Der rheumatologische Verlaufsgutachter hat nach der Auffassung der
Beschwerdeführerin den Schulterbeschwerden nicht die erforderliche Aufmerksamkeit
geschenkt. Diese seien unzutreffender Weise lediglich am Rand behandelt worden,
weshalb die rheumatologische Verlaufsbeurteilung unvollständig sei (act. G 8, S. 3).
Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Das rheumatologische Verlaufsgutachten
erfolgte in Kenntnis sämtlicher die Schulterproblematik betreffenden relevanten
Vorakten (insbesondere unter Berücksichtigung der Berichte der Klinik E._, act.
G 4.90-2 ff.). Ferner nahm der Experte klinische Untersuchungen vor und vermochte
sich namentlich auf eine im Zeitpunkt der Begutachtung vom 23. September 2008 noch
aktuelle Sonografie beider Schultergelenke vom 23. April 2008 zu stützen (act.
G 4.91-5). Damit nahm der rheumatologische Verlaufsgutachter eine rechtsgenügliche
Abklärung des Schulterleidens vor (vgl. betreffend Impingementsyndrom Urteil des
Bundesgerichts vom 2. Dezember 2011, 8C_632/2011, E. 4 mit Hinweis) und bezog die
sich daraus ergebenden Erkenntnisse in die Leistungsbeurteilung ein (act. G 5.91-5 f.).
3.5 Gegen die Beweiskraft der verlaufsgutachterlichen Beurteilung verweist die
Beschwerdeführerin auf die davon abweichende Einschätzung des behandelnden
Dr. C._, der eine Verschlechterung des Gesundheitszustands klar bejahe und be
züglich der Arbeitsfähigkeit eine maximale Belastung von nur noch 20% sehe (act. G 1,
S. 5). Des Weiteren habe der rheumatologische Verlaufsgutachter die Beschwerde
führerin lediglich einmal gesehen (act. G 8, S. 4).
3.5.1 Zunächst ist auf den Vorwurf einzugehen, der Verlaufsgutachter habe die
Beschwerdeführerin lediglich einmal gesehen. Dabei fällt ins Gewicht, dass die
rheumatologische Verlaufsbegutachtung in Kenntnis sowie in Würdigung der um
fassenden Voraktenlage erfolgte und der Experte die vollständige Leidensgeschichte
der Beschwerdeführerin berücksichtigte. Diese zeigt denn auch nicht schlüssig auf,
welche entscheidwesentlichen Gesichtspunkte ausser Acht gelassen worden wären.
3.5.2 Dr. C._ bescheinigte im Bericht vom 19. März 2008 eine höchstens
20%ige Restarbeitsfähigkeit (act. G 4.74.1 ff.). Allerdings fehlt jegliche Begründung für
diese Bemessung. Auch die Verneinung der Zumutbarkeit einer Aufnahme einer
anderen Tätigkeit begründete er nicht. Vor diesem Hintergrund vermag seine
abweichende Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit das Verlaufsgutachten nicht in
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Zweifel zu ziehen. Gleiches gilt für den Verlaufsbericht der Klinik E._ vom 23. April
2008, worin die dort behandelnde Dr. D._ "aktuell" eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigte (act. G 4.78-2 ff.). Diese knapp begründete Einschätzung vermag deshalb
schon nicht zu überzeugen, als Dr. D._ in Widerspruch hierzu von einem im Vergleich
zum Jahr 2002 verbesserten Gesundheitszustand sprach und sie ihre Beurteilung
einzig mit der "Schmerzproblematik" bzw. den entsprechenden Angaben der
Beschwerdeführerin rechtfertigte. Der mehrere Jahre vor der Verlaufsbegutachtung
ergangene Operationsbericht vom 6. Mai 2004 (act. G 1.3) enthält ebenfalls keine
Gesichtspunkte, die geeignet wären, das Verlaufsgutachten in Zweifel zu ziehen, zumal
der rheumatologische Verlaufsgutachter Kenntnis von dieser Operation hatte (act.
G 4.91-2).
3.6 An der psychiatrischen Verlaufsbegutachtung bemängelt die Beschwerdeführerin,
der Experte spreche ohne Begründung vorschnell von einer psychiatrischen Diagnose
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die vom Bundesgericht definierten Kriterien
betreffend invalidisierende Wirkung habe er - abgesehen vom Kriterium der
psychischen Komorbidität - nicht geprüft. Bei korrekter Prüfung ergebe sich, dass die
Schmerzen nicht überwindbar seien (act. G 1, S. 6 f.; act. G 8, S. 4).
3.6.1 Zwar wäre es in der Tat wünschenswert gewesen, wenn sich der
psychiatrische Verlaufsgutachter vor allem aus medizinischer Sicht umfassender zur
Frage der Überwindbarkeit bzw. der entsprechenden Ressourcen der
Beschwerdeführerin geäussert hätte und sich nicht bloss - wenn auch näher begründet
- auf die Frage nach dem Vorliegen einer psychischen Komorbidität beschränkt hätte.
Allerdings ist entscheidend, dass die Beschwerdeführerin den gesundheitlichen Leiden
entsprechend ihre Freizeit aktiv gestaltet. So lese und koche sie gerne. Ferner gehe sie
schwimmen (act. G 4.88-5). Oft absolviere sie einige Übungen zu im Fernseher
übertragenen Gymnastiksendungen. Täglich gehe sie mindestens einmal für 30 bis
60 Minuten nach draussen und besorge auch kleinere Einkäufe (act. G 4.91-3). Hinzu
kommt, dass der psychiatrische Verlaufsgutachter festhielt, das Verhalten der
Beschwerdeführerin sei etwas demonstrativ, auf Schmerzen hinweisend. Auffällig sei
das Fehlen von Leidensdruck (act. G 4.88-6). Unter diesen Umständen erscheint der
vom psychiatrischen Verlaufsgutachter gezogene Schluss, die somatoforme
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Schmerzstörung sei ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, trotz langjähriger
Krankheitsproblematik plausibel.
3.7 Zusammenfassend besteht kein Anlass, an der verlaufsgutachterlichen
Beurteilung, wonach die Beschwerdeführerin für leidensangepasste Tätigkeiten trotz
gewisser gesundheitlicher Verschlechterung nach wie vor über eine 30%ige
Arbeitsfähigkeit verfüge, abzuweichen.
4.
Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der 70%igen
Restarbeitsfähigkeit.
4.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Verwertung der Rest
arbeitsfähigkeit sei aufgrund ihres Alters (im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
vom 7. Juni 2010 rund 60 1⁄2-jährig) nicht realistisch (act. G 1). Sollte dies
unzutreffender Weise verneint werden, so sei wegen des Alters der höchstzulässige
Tabellenlohnabzug zu gewähren.
4.1.1 Vorliegend kann offen bleiben, ob das fortgeschrittene Alter für sich allein
überhaupt als Revisionsgrund in Frage kommt. Mit Blick darauf, dass die
Beschwerdeführerin ihre in der ursprünglichen Rentenverfügung als
Invalideneinkommen angerechnete Tätigkeit weiterhin hätte fortführen können, mithin
die für einen Arbeitgeber nachteiligen Altersfolgen durch einen entsprechenden
Erfahrungs- bzw. Dienstjahreszuwachs im Rahmen der Invalidenkarriere mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit kompensiert worden wären, ist diese Frage sowohl
bezüglich der realistischen Verwertbarkeit sowie des Tabellenlohnabzugs eher zu
verneinen.
4.1.2 Selbst wenn aber der Faktor Alter für sich allein als ein Revisionsgrund
anerkannt würde, ist aufgrund der immerhin noch 70%igen Restarbeitsfähigkeit und
der im Verfügungszeitpunkt noch mehrere Jahre dauernden Aktivzeit von 3 1⁄2 Jahren
davon auszugehen, dass die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nicht unrealistisch ist, zumal die Beschwerdeführerin hierfür
über keine Umschulung bedürfte.
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4.1.3 Der Tabellenlohnabzug von 15% erscheint nach wie vor den Umständen
als angemessen, zumal er ursprünglich "mit etwas Wohlwollen" zugunsten der
Beschwerdeführerin bemessen wurde (act. G 4.57).
5.
Zusammenfassend erweist sich die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs durch
die Beschwerdegegnerin mangels revisionsrechtlich relevanter Veränderungen der
gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse als rechtens.
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP