Decision ID: ec8376e3-5b0d-4a92-9ddd-4eae1659482b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966
,
verfügt über keine Berufsausbildung (
Urk.
7/4/4)
. In der
Schweiz
arbeitete er
von 1989 bis 1993
als Saisonnier auf dem Bau
und
später
von
2000 bis
200
5
als
Pizzaiolo
(
Urk.
7/9/3
und 7/9/23
). Im September 2006 meldete er sich wegen Schmerzen, Angstzuständen, Schwäche und Übelkeit bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/4). Diese zog die Akten der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
7/9
)
bei und holte eine
n
Auszug aus dem Individuellen Konto (
IK;
Urk.
7/10) sowie einen Bericht beim ehemaligen Arbeitgeber ein (
Urk.
7/13).
G
estützt auf das Gut
achten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 24. August 2007 (
Urk.
7/23) sprach sie dem Versicherten schliesslich mit Verfügung vom 2
2.
November 2007
eine halbe Invalidenrente rückwirkend ab
1. Februar 2006 zu (
Urk.
7/43).
Während des ersten Revisionsverfahrens erlitt der Versicherte i
m Februar 2009 einen Autounfall (
Urk.
7/65). D
ie IV-Stelle
kündigte ihm
sodann
mit Vorbescheid vom 18. Juni 2009 die Aufhebung der Rente
mangels
Ein
reichung
aktueller
Arztberichte
an (
Urk.
7/60).
Nach
Vorliegen
eines Berichts de
s Hausa
rzt
es
(
Urk.
7/75)
und des behandelnden Psychiaters (
Urk.
7/83/15 f.) erst
attete
Dr.
A._
am 28. Dezember 2010 ein
Verlaufs
-
gutachten (
Urk.
7/83
/1 ff.
).
Daraufhin
bestätigte die IV-Stelle m
it
formloser
Mitteilung vom 21.
Februar 2011 die bisherige halbe Invalidenrente
(
Urk.
7/85)
.
Im Mai 2013
erlitt der Versicherte
alsdann
einen Herzinfarkt (
Urk.
7/
95
/
9
)
.
In der aktuellen Revision
liess die IV-Stelle den Versicherten einen Fragebo
gen ausfüllen (
Urk.
7/88) und holte einen IK-Auszug ein (
Urk.
7/89). Nach Vorliegen diverser
Arztberichte (
Urk.
7/92/6 ff.
, 7/93 und
7/95)
gab
sie
ein
wei
teres
Verlaufsg
utachten
nunmehr
bei
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag. Dieses datiert vom 18. Februar 2015 (
Urk.
7
/105). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) nahm dazu am 7. April 2015 Stellung (
Urk.
7/07/6). Anschliessend kündigte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 28. April 2015 die Einstellung
d
er
R
ente an (
Urk.
7/108). Dagegen erhob
dieser
Einwand
und machte unter anderem somatische Beschwerden geltend (
Urk.
7/110).
Gestützt auf eine weitere Stellungnahme des RAD vom 19. August 2015 (
Urk.
7/112/2) hob
die IV-Stelle die Rente
am
21. August 2015 auf
das
Ende des de
r
Zustellung
der
Verfügung
folgenden Monats
auf
.
E
iner allfälligen Beschwerde gegen diese
entzog sie
die aufschiebende Wirkung (
Urk.
7/113 =
Urk.
2).
2.
Gegen die
se
Verfügung erhob der Versicherte am 1
2.
September 2015 Beschwerde mit dem Antrag,
diese aufzuheben und ihn umfassend
p
oly
disziplinär
abzuklären
(
Urk.
1
).
Die IV-Stelle schloss in der
Beschwerdeant
wort
vom 2
2.
Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
In der Folge wies das Sozialversicherungsgericht die Parteien mit Verfügung vom 20. März 2017 darauf hin, dass die angefochtene Revisionsverfügung mög
licherweise mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung geschützt würde, und setzte ihnen eine 20-tägige Frist an, um dazu Stellung zu neh
men (
Urk.
9). Während sich die IV-Stelle mit einer substituierten Begründung explizi
t einverstanden erklärte (
Urk.
1
1), liess der Versicherte die Frist unge
nutzt verstreichen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es über die Invalidenversicherung, I
VG
).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (AT
S
G)
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommens
vergleichs
zu bestimmen
.
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
; vgl. zur
sog. allgemeine
n
Methode des
Einkommensver
gleichs
BGE 130 V 343 E. 3.4.2
).
1.2
Ä
ndert sich der Invaliditätsgrad
eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt
oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1
ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhält
nissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurtei
lung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art
. 17
Abs.
1 ATSG dar
(BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Ände
rung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
E
ine Verfügung
ist
verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Ände
rung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher wei
ter ausgerichtet wird.
Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfü
gung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Vergleichszeit
punkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.3
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Renten
verfügung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Ver
waltungsverfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukom
men, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung
von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hinweisen).
Die Voraussetzung der erheblichen Bedeutung der Berichtigung ist bei Invali
denrenten mit Blick auf ihren Charakter als periodische Dauerleistungen rechtsprechungsgemäss ohne weiteres zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1.c mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008
E. 4.2.1).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprechung aufgrund falsch oder unzutreffend verstan
dener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt w
urden (BGE 140 V 77 E. 3.1
). Zweifellos unrich
tig ist die Verfügung auch, wenn ihr ein unhaltbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde, insbesondere, wenn eine klare Verletzung des
Untersuchungs
grundsatzes
zu einem unvollständigen Sachverhalt führte (vgl. Art. 43
Abs.
1 ATSG; Urteil 8C_736/2014 vom 29. November 2014 E. 2.1). Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchs
voraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendiger
-
weise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen
(
Invaliditätsbe
-
messung
,
Einschätzung der
Arbeitsunfähig
keit
, Beweiswürdigung, Zumut
-
barkeitsfragen) vor dem Hinter
grund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_692/2014 vom 2
2.
Januar 2015 E.2).
Es ist zu ergänzen, dass d
as Gericht eine zu Unrecht ergangene Revisions
-
verfü
gung
gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schüt
zen
kann
, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom 3. September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 24. Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinwei
sen).
Zudem sind
formlose Mitteilung
en
im Sinne von Art.
74
ter
lit
. f
IVV rechtskräftigen
formellen
Verfügungen
wiederum
gleichgestellt
,
soweit ihnen eine umfassende Abklärung voraus ging. Mit anderen Worten, wurde im Revisionsverfahren ein medizinisches Gutachten eingeholt, ist grundsätzlich zu prüfen, ob die daraufhin erfolgte formlose Mitteilung die
Wiedererwä
gungsvoraussetzungen
erfüllt. Die ursprüngliche Rentenverfügung
lebt
dies
falls
nicht mehr auf
bzw. b
leibt k
onsumiert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_288/2016 vom 14. November 2016 E. 4.1-2).
1.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise als
dann frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas
send und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streiti
gen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider
sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsicht
lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizi
nischen Situation einleuchtet und ob die Sch
lussfolgerungen begründet sind
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Bei Rentenrevisionen ist zusätzlich zu beachten, dass es einer von früheren medizinischen Einschätzungen abweichenden Beurteilung in der Regel am Beweiswert fehlt, wenn sie sich nicht hinreichend darüber ausspricht, inwie
fern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat, selbst wenn die Ausführungen für sich allein betrachtet vollständig, nach
vollziehbar und schlüssig und daher für eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweistauglich wären. Eine verlässliche Abgrenzung der tatsächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Differen
zen diagnostischer Art bestehen. Hingegen ist die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung genügend untermauert, wenn der medizinische Sachverständige aufzeigt, welche kon
kreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschät
zung des Schweregrades der Störungen geführt haben. Je mehr bei einer Diagnose ärztliches Ermessen eine Rolle spielt, desto wichtiger sind klinische Feststellungen, gutachtliche Verlaufsbeobachtungen und anamnestische Daten (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2012 vom 12. Juli 2012 E. 7.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog
in der angefochtenen Verfügung
, gestützt
auf das psychiatrische Gutachten
von
Dr.
B._
s
ei
der Beschwerdeführer
s
eit
dem
18. Februar 2015
wieder
zu 80
%
arbeitsfähig.
Ein objektivierbares somatisches Herzleiden bestehe gemäss Bericht von
Dr.
C._
nicht. Sodann sei m
angels Ausbildung und Arbeitstätigkeit seit dem Jahr 2006
für
beide
Vergleichseinkommen a
uf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik
(BFS)
2012, Tabelle TA1,
Ziff.
1-96,
Kompe
-
tenzniveau
1, Zentralwert für Männer abzustellen. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von
20
%
(
Urk.
2).
In der
Beschwerdeantwort
verwies
die Beschwerdegegnerin
auf die
letzte
Stellungnahme
des RAD
(
Urk.
6).
2.2
Der Beschwerdeführer
hielt dem
entgegen,
es sei eine
sorgfältige
polydiszipli
näre
Abklärung
unter Einbezug des RAD erforderlich, wobei insbesondere der
Beurteilung
der
ihn
behandelnden Fachärzte
sowie seiner eigenen Einschät
zung erhebliche Bedeutung zukomme
n müsse.
In Frage
stehen würden
psychische
Beschwerden
einschliesslich
zwei
vom Gutachter verkannte
r
Suizidversuche,
eine Niereninsuffizienz, Herzbeschwerden und eine schwache
bzw.
erschöpf
te Konstitution
.
Verfehlt sei die Argumentation, er hätte seine Restarbeitsfähigkeit nicht genutzt, da er
schon längst
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hätte. Von einem Vortäuschen der Beschwerden könne keine Rede sein. In den Revisionen sei die Arbeitsunfähig
keit
denn auch
stets
ohne
w
eiteres bestätigt worden
(
Urk.
1).
3.
Der Bestätigung der halben Rente im Rahmen
der ersten Rentenrevision
lag
eine rechtskonforme Abklärung des medizinischen Sachverhalts – insbeson
dere mittels des psychiatrischen
Verlaufsgutachten
s
von
Dr.
A._
–
zugrunde.
Die Frage
einer
wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Ver
hältnissen
im Sinne eines Revisionsgrundes nach Art. 17 ATSG
beurteilt sich demnach durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der formlo
sen Mitteilung vom 2
1.
Februar 2011 bestanden hat, mit demjenigen bei Erlass der angefochtenen
V
erfügung
am 21.
August 201
5.
Auch die Erfüllung der Wiedererwägungsvoraussetzungen ist gegebenenfalls mit Bezug auf die formlose Mitteilung vom 2
1.
Februar 211 zu prüfen, während die ursprüng
liche Rentenverfügung vom 2
2.
November 2007 in jedem Fall konsumiert bleibt
(vgl.
E. 1.2 und 1.3,
Sachverhalt E. 1
)
.
4.
4.1
4.1.1
Im
Verlaufsg
utachten vom 1
8.
Februar 2015 diagnostizierte
Dr.
B._
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradige
Episode mit
Somatis
ierungsneigung
(ICD-10: F33.0).
Anamnestisch bestünden
leicht
gradige
Hoffnungslosigkeit, Ängstlichkeit, Verzweiflung, Müdigkeit und Kraftlosigkeit.
Ferner
sei eine
Somatisierungssymptomatik
mit Kälte-/Hitze
-
gefühlen
, Kopf-/Schulterschmerzen, Krämpfen in der linken Wade und einem Knacken in den Knien
festzustellen. Es werde auch eine leichte
Appe
titverminderung
angegeben, die jedoch der le
ichten Adipositas widerspreche
. Differentialdiagnostisch seien eine Neurasthenie (ICD-10: F48.0) sowie eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) zu erwähnen. Einerseits bestehe vermehrte Müdigkeit und Kraftlosigkeit schon bei gering
fügigen Arbeitsleistungen. Andererseits beklage der Beschwerdeführer Kopf-, Schulter- und Nackenschmerzen, Schmerzen im linken Arm und schmerz
hafte Wadenkrämpfe links (
Urk.
7/105/16).
4.1.2
N
ach der Definition im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10
müssen bereits
für die
Qualifikation als mittelgradige depressive Episode
neben zwei der drei typischen Symptome einer Depression (depressive Stimmung,
Verlust von Interesse oder Freude
,
Antriebsmangel sowie erhöhte Ermüdbarkeit
) noch
drei oder besser vier der weiteren Symptome
(
verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Gefühl von Wertlosigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven,
Suizidge
danken/erfolgte
Selbstverletzung/
Suizid
handlungen
,
Schlafstörungen,
ver
min
derter Appetit
) vorhanden sein
.
Dabei müssen e
inige der Symptome in ihrem Schweregrad beson
ders ausgeprägt oder aber
e
s
muss
durchgehend ein besonders breites Spekt
rum von Symp
tomen vorhanden
sein
. Von einer mittelgradigen depressiven Episode Betroffene haben definitionsgemäss
erhebliche Schwierig
keiten,
ihre
normale Berufstätigkeit und sozialen Aktivitäten fortzusetzen
(vgl.
D
illing
/
Mom
-
bour
/S
chmidt
[Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
9.
Aufl. 201
4
,
S.
169-174).
4.1.3
Es überzeugt somit nicht nur vor dem Hintergrund der von
Dr.
B._
erhobenen Befunde, dass er die depressive Episode als bloss leicht qualifi
zierte.
So verfügt d
er Beschwerdeführer nach eigenen Angaben
über
gute familiäre Beziehung
en
und
einen
geregelten
T
agesablauf
s
(aufstehen um 6.30
Uhr, baden
,
frühstücken, spazieren, gemeinsames Mittagessen mit den Eltern
, anschliessend gemeinsame Aktivitäten mit der Familie, Abendes
sen um 20.30 Uhr, fernsehen bis 2.00 Uhr)
. Ebenso
pflegt
e
r
ausserfamiliäre Kontakt
e
, z.B. mit Leuten, welche mit ihm zusammen die Moschee besuchen
(
Urk.
7/105/
8 f.
).
Erhebliche Schwierigkeiten
im
Alltag sind
deshalb
nicht auszumachen.
4.
2
4.2.1
Zu den
Vorakten
hielt
Dr.
B._
fest
,
Dr.
D._
habe im Jahr 2006 eine schwere posttraumatische Belastungsstörung sowie
ein
psychotisches Erleben diagnostiziert und Folterung, tödliche Bedrohung, körperliche Verletzungen sowie psychische Dekompensation und
Hospitalisation
im
E._
beschrie
ben.
Indes verneine der Versicherte a
ktuell diese Angaben und behaupte, es
handle sich
hierbei um ein Missverständnis.
Eine posttraumatische
Belas
tungsstörung
könne
daher
ausgeschlossen werden.
Es sei
theoretisch mög
lich, dass der Beschwerdeführer all
es
verdränge
oder
Dr.
D._
,
obschon
selbst aus dem Balkan
stammend
, ihn missverstanden habe. W
ahrschein
licher
sei
aber
,
dass es sich um Inkonsistenzen
handle
.
Nach dem Tod von
Dr.
D._
habe
Dr.
F._
die Diagnose einer post
traumatischen Belastungsstörung übernommen.
Zusätzlich
habe
er
eine schwere Depression diagnostiziert, wobei
aktuell ein depressives Geschehen im Rahmen einer rezidivierenden depressi
ven Störung, gegenwärtig
leicht
gradige
Episode
,
bestätig
t werden
könne.
Dr.
A._
habe
zunächst
eben
falls
eine schwere Depression mit psychotischem Erleben auf dem Boden einer posttraumatischen Belastungsstörung, differentialdiagnostisch eine andau
ernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
und eine
Anpassungs
störung
mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt
diagnostiziert
.
Letztere
könne allerdings nicht vorliegen, da
seither
acht J
ahre verstrichen seien
.
Ebenso wenig sei eine andauernde Persönlichkeitsstörung anzunehmen, da der Beschwerdeführer wahrscheinlich nie wirklich gefoltert worden sei.
Dr.
G._
habe im Jahr 2009
eine
chronifizierte
Depression mit somati
scher Fixierung, Wahnvorstellungen, diffuse Ängste
sowie ein rezidivier
en
des Schmerzsyndrom
angegeben
. Wahnvorstellungen könnten heute
indes
nur fraglich ausgemacht werden.
So habe de
r Beschwerdeführer erst auf aktives Befragen angegeben, Stimmen zu hören,
die
ununterbrochen seinen Namen sag
en
würden
. Zuvor habe er die
s
mit keinem Wort erwähnt und auch nie den Eindruck gemacht, sich durch Stimmen belästigt zu fühlen.
A
uffällig sei auch, dass die
neuroleptische
Dosis
Zyprexa
von 20 auf 5 mg reduziert
worden sei
, ohne
dass er
eine Änderung
verspürt habe
. Ein psycho
tisches Erleben sei
deshalb eher unwahrscheinlich.
Schliesslich habe
Dr.
A._
i
n seinem
zweiten Gutachten die Diagnose einer schweren Depression mit psychotischem Erleben auf dem Boden einer posttraumatischen Belastungsstörung fallen gelassen und
eine
Anpassungs
störung
mit An
gst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22) diag
nostiziert. Nicht nachvollziehbar sei,
weshalb er dennoch
behauptet habe
, dass seit dem Jahr 2007 weder eine Verbesserung noch eine Verschlechte
rung des Zustandes
vorliege
(
Urk.
7/105/16-18)
.
4.2.2
Dr.
B._
setzte
sich
also
intensiv mit den
Vorakten
auseinander
und
begründete
seine Schlussfolgerungen
nachvollziehbar
mit den
eigenanam
nestischen
Angaben des Beschwerdeführers
,
dem Zeitablauf
und seinen Beobachtungen in der Untersuchung
.
So
erklärte der Beschwerdefüh
rer
,
sich
während des Krieges
versteckt zu haben
respektive
ca. eine Woche in Gefan
genschaft gewesen und währenddessen
nur
einmal
einzig
mit Händen und Füssen geschlagen worden zu sein
(vgl.
Urk.
7/105/8 und 7/105/15). Dies stellt
in der Tat
kein traumatisches Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere (wie beispielsweise eine Vergewaltigung oder mehrmonatige Lagerhaft) dar, d
essen es rechtsprechungsgemäss b
edarf, um eine invalidisierende posttrau
matische Belastungsstörung nach ICD-10: F43.1 anzuerkennen. Insbesondere
ist
der
Vorfall nicht als so gravierend einzustufen, dass er das Auftreten eine
r
psychischen Gesundheitsstörung mehrere Jahre nach der Einreise in die Schweiz und
der
Ausübung
einer Vollzeiterwerbstätigkeit zu
begründen
ver
möchte. Dementsprechend
ist nicht zu beanstanden, dass
Dr.
B._
das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung
respektive
einer
Per
sönlichkeitsveränderung
nach Extremb
el
astung verneinte.
Eben
so
beizu
pflichten ist
ihm
, dass angesichts der
lang
en Dauer der
Beschwerden
keine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion mehr diagnostiziert werden kann
. Gemäss Klassifikationssystem ICD-10
ist nämlich von einer
Maximal
dauer
von
z
wei Jahre
auszugehen
(vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt
[Hrsg.]
,
a.a.O.,
S. 209-2011).
S
tichhaltig ist auch
die
Argumentation
bezüglich der Wahnvorstellungen, die sich einerseits auf das
beobachtete
Verhalten und andererseits
die
erhebliche
Reduktion der
neuroleptischen
Medikation stützt.
4.2.3
Besonders hervorzuheben ist im Kontext mit den
Vorakten
, dass
die
Diag
-
nose
stellung
von
Dr.
B._
weitgehend mit derjenigen
von
Dr.
A._
im
Gutachten vom
28. Dezember 2010
überein
stimmt
.
Letzterer
diagnosti
zierte
zwar
noch eine Anpassungsstörung mit Angst und depres
siver Rea
k
tion
gemischt (ICD-10: F43.22;
Urk.
7/
83/7). E
ine pos
ttraumatische
Belas
tungsstörung
verneinte er
indes
ausdrücklich
aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers, der
„nur“
von bürgerkriegsähnlichen Zuständen und schockieren
den Bildern im Spital berichtet
hatte
(
Urk.
7/83
/5)
.
Ferner konnte
Dr.
A._
keine
Hinweise
für eine generalisierte Angststörung im Sinne einer „Angstneurose“ gemäss ICD-10-Klassifizierung in dominierendem Ausmass
feststellen
, sondern nur ko
nkrete
Ängste im Alltagsgeschehen (
Angst
vor Autos, Tram und Menschen
, so dass der Beschwerdeführer zu Boden schauen müsse, vgl.
Urk.
7/83/4
) sowie Sorgen um die gegenwärtig belastenden Lebensumstände und die Zukunft (
Urk.
7/86/5). Ebenso
lagen
gemäss
Dr.
A._
keine
gravierende
n
Hinweise
insbesondere
für Phobien
(ICD-10: F40)
, Zwangsstörungen
(ICD-10: F42)
, eine akute
Belastungsreak
tion
(ICD-10: F43)
,
somatoforme
(ICD-10: F45)
oder
psychotische Störungen (ICD-10: F2 und F3)
oder anderweitige gravierende Persönlichkeitsstörungen (ICD-10: F60)
vor
. Solche schloss
er
vielmehr
mit grosser Wahrscheinlichkeit aus
(
Urk.
7/83/6).
Zu den
bereits damals
in den
Vorakten
erwähnten
Diag
nosen mittelgradige
bis schwere
depressive
Episode
,
chronifizierte
Depression mit somatischer Fixierung,
andauernde
Persönlichkeitsänderung nach
Ext
rembelastung
, Wahnvorstellungen, diffuse Ängste und rezidivierende
s
Schmerzsyndrom merkte er an, dass diesbezügliche psychische Störungen in
concreto
nicht aufgeführt und vom
Beschwerdeführer
wie schon im Jahr 2007 eher diffus dargelegt würden. Gravierende Reak
tionen im Rahmen einer posttrau
matischen Belastungsstörung mit Auswirkungen
auf die Arbeits
fähigkeit würden nicht vorliegen
(
Urk.
7/83/11)
.
4.2.4
Nichts Neues ergibt sich
ferner
aus den
ak
tuellen Berichten d
er behandelnden Ärzte. So wurden im Bericht der
H._
vom 1
6.
Juni 2014 primär die subjektiv vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden wiedergegeben
mit dem ausdrücklichen Vermerk
, dass dieser nicht über die Kriegseskalation sprechen wolle. Zusammenfassend stehen gemäss jenem Bericht
sodann
Schlafstörungen und eine Somatisierung im Vordergrund, bei hintergründi
ger innerlicher Angespanntheit und nicht weiter quantifizierten Einschrän
kungen der kognitiven Fähigkeiten. Nach dem vorstehend Gesagten lassen sich damit die
erneut
gestellten Diagnosen einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode, andauernden Persönlichkeitsänderung nach
Extrembe
lastung
und posttraumatischen Belastungsstörung mit chronischem Verlauf
wiederum
nicht zureichend begründen. Auffällig ist darüber hinaus, dass der
fachärztliche Bericht
keine Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
enthält
, son
dern
diesbezüglich
auf die Beurteilung „gemäss Hausarzt“ verwies
en wird
(
Urk.
7/93/2-6). Dieser attestierte dem Beschwerdeführer im August 2014 weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bei unveränderten Beschwerden, ohne Möglichkeit zur Besserung und einem Belastungsprofil, wonach jegliche Tätigkeit seit dem Jahr 2008 ausgeschlossen ist (
Urk.
7/95/1-5
). Es entspricht somit n
icht nur der allgemeinen
Erfahrung, sondern ist vorliegend auch offensichtlich, dass die behandelnden Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung äusserst wohlwollend
über den Beschwerdeführer
berichteten (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc). Im Übrigen finden sich in
beiden Berichten keine Hinweise auf
die vom Beschwerdeführer
erwähnten
Suizidversuche
oder auch n
ur
eine
statio
näre psychiatrische Behandlung.
4.
3
4.3.1
Dr.
B._
attestierte dem Beschwerdeführer
letztlich
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
aufgrund der Beschwerden seitens der rezidi
vierenden depressiven Störungen,
leich
t
gradige
Episode
,
mit
Somatisie
rungstendenz
, insbesondere der subjektiv geklagten Kraftlosigkeit, vegetati
ven Beschwerden mit Hitze-/Kältegefühlen sowie multiple
n
Schmerzempfin
dungen.
Ein Arbeitspensum von 100
%
sei
für den Beschwerdeführer
schwierig zu bewältigen, da
er
unter depressiven Verstimmungen leide, ins
besondere Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Schmerzen wirkten sich auf die Arbeitsfähigkeit aus.
Er benötige vermehrt Zeit zur psychophysischen Erho
lung. Bei Überforderung bestünde die Gefahr eines Rückfalls in eine
mittel
gradige oder schlimmsten
Falls
schwergradige
Episode.
Eine zusätzlich ver
minderte Leistungsfähigkeit bestehe
indes
nicht. Der Beschwerdeführer sei fähig,
während jeweils sieben Stunden an fünf Tagen pro Woche zu arbeiten
(
Urk.
7/105/18 und 7/105/20)
.
Zum Verlauf
wies
er
darauf hin, dass
nicht nur
di
e Angaben des Beschwerde
führers, sondern auch
diejenigen in den Akten widersprüchlich seien.
So sei nicht nachvollziehbar
, weshalb
Dr.
A._
im zweiten wie im ersten Gut
achten eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestiert habe, obwohl sich der Zustand mit Bezug auf die Diagnosen verbessert habe. Er könne aber nicht beurteilen, ob die Arbeitsfähigkeit im Jahr 2010 richtig eingeschätzt worden sei. Ebenso wenig könne er zeitliche Angaben zur Entwicklung seit dem Jahr 2010 machen (
Urk.
7/105/23). Indessen könne heute weder eine schwere res
pektive mittelgradige depressive Episode, noch eine posttraumatische
Belas
tungsstörung
oder andauernde Persönlichkeitsänderung diagnostiziert wer
den. Heute bestehe noch eine
leichtgradige
Episode mit
Somatisierungsnei
gung
im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung. Primär könne also davon ausgegangen werden, dass sich der psychische Zustand und damit die Arbeitsfähigkeit seit dem Jahr 2010 verbessert habe (
Urk.
7/105/19 und 7/105/23).
Ergänzend und zur Plausibilisierung merkte
Dr.
B._
an, dass
die
Coping
-Strategien des Beschwerdeführers äusserst dürftig
seien
.
Dieser
habe absolut kein positives Selbstkonzept, wolle sich im Alltag und Lebensstil auf keinen Fall umstellen und sei von seiner Krankheit überzeugt. Während der Untersuchung seien Inkonsistenzen und Aggravationstendenzen feststellbar gewesen, wobei vor allem seine Angaben zur Folterung, tödlichen Bedrohung und psychischen Dekompensation sowie psychiatrischen
Hospitalisation
im
E._
auffällig seien. Auch habe er erst bei aktivem Befragen akustische Halluzinationen angegeben, wobei aber zu keiner Zeit der Eindruck entstan
den sei, er werde durch diese Stimme überrascht, verängstigt oder in seiner Konzentration eingeschränkt. Im Übrigen sei der Beschwerdeführer aber trotz mangelnder sozioökonomischer Integration fähig, sich an Regeln anzupas
sen, und habe die Fähigkeit zur Selbstpflege, zur Teilnahme am Strassenver
kehr, zu Spontanaktivitäten (z.B. mit seinen Neffen), zu familiären Beziehun
gen, zur Integration in Gruppen, sich selbst zu behaupten sowie Entschei
dungen und Urteile zu fällen. Darauf könne er sich auch bei der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit stützen. Eingeschränkt seien vor allem die Flexi
bilität und die Umstellungsfähigkeit (
Urk.
7/105/18 und 7/105/20).
4.3.2
Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung von
Dr.
B._
s
teht im Einklang mit der
bundesgerichtlichen Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner
(
rentenbegründenden
)
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9C_125/2015 vom
1
8.
November 2015 mit Hinweis auf seine Urteile
9C_836/2014 vom 2
3.
März 2015, 9C_474/2013 vom 2
0.
Februar 2014
E. 5.4, 9C_696/2012 vom 1
9.
Juni 2013 E. 4.3.2.1, 9C_250/2012 vom 2
9.
November 2012 E. 5, 9C_736/2011 vom
7.
Februar 2012 E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/201
2 E. 3.2 vom 1
4.
August 2013).
Mit seinen
Ausführungen bejahte
Dr.
B._
sodann
klar
einen
Revisions
grund
nach Art. 17
Abs.
1 ATSG im Sinne einer gesundheitlichen
B
esserung seit der letzten Rentenrevision
. B
ei genauer
er
Betrachtung fällt
allerdings
auf, dass
einerseits die für
die
Rentenzuspr
ache
massgeblichen
Diagnosen bereits im
Verlaufsgutachten
von
Dr.
A._
fallen gelassen wurden und
andererseits die von
Dr.
A._
erhobenen Befunde nur wenig (z.B. vermut
lich schmerzbedingte Unruhe, innere Anspannung) von
den aktuell erhobe
nen
abw
eichen
(
Urk.
7/83/4
f. im Vergleich zu
Urk.
7/105/10
und 7/105/16
).
Zumindest im
Alltag
lässt sich
aber
eine gesundheitliche Besserung
insofern
feststellen, als der Beschwerdeführer gegenüber
Dr.
A._
noch angab, keine sozialen Kontakte ausserhalb der Familie zu haben und nirgendwo alleine hinzugehen, sondern den Tag in der Wohnung zu verbringen (
Urk.
7/83/3 im Vergleich zu
Urk.
7/105/8 f.).
4.4
4.4.1
Nicht zu übersehen ist
indes
,
da
ss
Dr.
A._
eine ganze Reihe von
Z-Diagno
sen (Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeits
-
losigkeit
[ICD-10: Z56], Wohnbedingungen und ökonomischen Verhältnissen [ICD-10: Z59], der sozialen Umgebung [ICD-10: Z60] und der kulturellen Eingewöh
nung [ICD-10: Z60.3] sowie Schwierigkeiten bei der Lebens
-
bewältigung
[ICD-10: Z73];
Urk.
7/83/7) in seine
letzte
Beurteilung einfliessen liess
, indem er
wiederholt die Schwierigkeiten des Beschwerde
-
führers
bei der Integration in den neuen sozioökonomischen und kulturellen Kontext, insbesondere der Anpassung an die hiesigen Bedingungen im Berufsleben, betonte (
Urk.
7/83/6-8)
.
Auch wies er mehrfach auf
den
geringen Bildungsstand und das damit verbundene sprachliche Unvermögen hin (
Urk.
7/83/4 und 7/83/11). Im Übrigen
nannte er als Differentialdiagnose diverse affektive Störungen ebenfalls im Rahmen einer komplexen belastenden
Lebenssitua
tion
(
Urk.
7/83/7)
.
Dementsprechend kam
Dr.
A._
zum Schluss,
die Stö
rungen seien bedingt durch die speziellen
Anfor
-
derungen
, welche die Integration in einem anderen sozioökonomischen und kulturellen Kontext mit sich bringe. Ein therapeutisch angehbarer innerseelischer und vor allem psychopathologischer Verlauf sei nicht so sehr das Thema. Vielmehr sei der Beschwerdeführer zu den speziellen Anpassungsleistungen an die hiesigen Anforderungen im Berufsleben nicht in der Lage gewesen. Von medizi
nischen Massnahmen sei daher kaum eine Verbesserung der
Gesamtverfas
sung
bzw.
Arbeitsfähigkeit zu erwarten (
Urk.
7/83/13).
Sinnvoller als eine Psychotherapie
seien somit konkrete Einsätze
(
Urk.
7/83/8).
Gleichzeitig
räumte
Dr.
A._
ein, es sei ihm nur unzureichend bekannt, ob und vor allem in welchem Ausmass und
welcher
Kontinuität der Beschwerdeführer in der Schweiz
gearbeitet habe (
Urk.
7/83/12).
Ebenso
stellte er
klar, e
s
liege keine
derart schwerwiegende psychiatrische Störung vor, dass eine Arbeits
unfähigkeit in
einer
angepasste
n
Tätigkeit längerfristig begrün
det werden könne (
Urk.
7/83/6) respektive es
lasse sich keine andauernde Arbeitsunfä
higkeit in angepasster Tätigkeit begründen (
Urk.
7/83/8).
Dabei beurteilte er die bisherige Arbeit als aus psychiatrischer Sicht angepasst und entsprechend dem körperlichen Leistungs- und Funktionsvermögen zumutbar (
Urk.
7/83/7).
4.4.2
Die
Diagnosen aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Systems
sind
für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche
daher
gemäss
langjähriger Rechtsprechung
des Bundesgerichts
nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bund
esgerichtes 9C_894/2015 vom 25.
April 2016 E.
5.1
mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1
mit
Hinweis auf
8C_302/2011 vom 2
0.
September 2011 E. 2.3 und SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06
E. 2.2.2.2
).
Vielmehr noch sind v
on der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen
im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psy
chosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundes
gerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Nur w
enn und soweit psy
chosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentlichen Beeinträchti
gung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unab
hängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen ver
schlimmern, können sie sich mittelbar invaliditäts
-
begründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hin
weisen).
4.4.3
Es
bleibt somit nicht nur bei der
einleuchtenden
Feststellung
von
Dr.
B._
aus
medizinischer Sicht
,
dass es nicht nachvollziehbar ist,
weshalb
Dr.
A._
im Verlaufsgutachten
nicht auf eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit schloss, nachdem
er
alle
für die
Rentenzusprache
massge
blichen Hauptdiagnosen
verworfen hatte
und nur noch an der
Anpassung
s
störung
festhielt
. Vielmehr
muss
zusätzlich aus rechtlicher Sicht
(wie vom internen Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin, vgl.
Urk.
7/107/4)
festgestellt werden, dass
Dr.
A._
diese Arbeitsunfähigkeit
zweifelsohne
in erster Linie
mit p
sychosozialen und soziokulturellen Faktoren
sowie dem geringen
Bildungsgrad
begründete, so dass
dannzumal gar
k
ein
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevanter Gesundheitsschaden
mehr ausgewiesen war
.
Ein massgebliches medizinisches Substrat
stellte
Dr.
A._
damals
selbst
in
Abrede
,
indem er erklärte,
dass der innerseelische respektive psychopatholo
gische Verlauf nicht so sehr Thema
sei,
medizinische Massnahmen bedeu
tungslos
, aber Einsätze sinnvoll
wären
und sich keine
längerfristige respek
tive andauernde Arbeitsunfähigkeit begründen lasse.
Dabei räumte er erst noch ein, die – tatsächlich jahrelang und zuletzt
kontinuierlich
sowie in einem Vollzeitpensum ausgeübte – Arbeitstätigkeit in der Schweiz mangels Detailkenntnissen nicht mitberücksichtigt zu haben.
Des Weiteren
diagnosti
zierte
er
trotz der im ICD-Klassifikationssystem definierten maximalen Dauer
von zwei Jahren für eine depressive Reaktion
auch
im Verlaufsgutachten eine
entsprechende
Anpassungsstörung.
4.5
4.5.1
Zusammenfassend berücksichtigt das
aktuelle
Gutachten von
Dr.
B._
alle aktenkundig geklagten
nicht somatisch
bedingten
Beschwerden, beruht auf einer eigenen Untersuchung, wurde in Auseinandersetzung mit den massgeblichen medizinischen
Vorakten
abgegeben und leuchtet bezüglich Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitseinschätzung ein
. Für die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit kann daher ohne weiteres darauf abgestellt werden
.
4.5.2
Offen gelassen werden kann
an dieser Stelle
, ob und in welchem Umfang die darin
kaum
substantiierte gesundheitliche Verbesserung
seit der letzten
Ren
tenrevision
effektiv
eingetreten ist, für die sich vorab aus dem vom Beschwerdeführer beschriebenen Alltag und weniger aus den Diagnosen und Befunden nennenswerte Indizien ergeben.
Wie
dargelegt
beruhte
nämlich
das
vorhergehende
Gut
achten von
Dr.
A._
vom 28.
Dezember 2010
auf einem un
vollständig geklärten
Sachverhalt
und
war
in vielerlei Hinsicht
nicht schlüssig bzw.
widersprüchlich
.
Insbesondere waren bei der damaligen Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu Unrecht
psychosoziale und soziokulturelle Faktoren
als ausschlaggebend berücksichtigt worden
.
Die Bestätigung der halben Rente mit
formlose
r
Mitteilung vom 2
1.
Februar 2011
war
deshalb
offensichtlich unrichtig,
so dass
die Anspruchsberechtigung und der Umfang des
Rentenanspruchs
im vorliegenden Revisionsverfahren
pro
futuro
neu zu prüfen
sind
(Art. 85
Abs.
2, Art. 88
bis
Abs.
1
lit
. c IVV).
Dabei ist wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17
Abs.
1 ATSG auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im
Zeitpunkt der
angefochtenen
Verfügung zu ermitteln (Urteile
des Bundesge
richts
8C_818/2012 vom 1
1.
März 2013 E. 6.1, 9C_22/2012 vom
4.
Mai 2012 E. 3.1 und 9C_11/2008 vom 2
9.
Apri
l 2008 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Massge
bend ist
daher so oder so
d
ie
von
Dr.
B._
festgestellte, aktuell noch bestehende
Arbeitsunfähigkeit von 20
%
.
4.5.3
D
er Vollständigkeit halber sei angefügt, dass auch bei Vorliegen einer
der von
Dr.
B._
in Erwägung gezogenen Differentialdiagnosen (anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
/
Neurasthe
nie) und damit der Anwendbarkeit der in BGE 141 V 281 E. 4.3.1 (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
9C_454/2013 vom 2
9.
Oktober 2013 E. 5.1)
detailliert
umschriebenen Standardindikatoren
eine
Arbeitsfähigkeit
von 20
%
nicht zu beanstanden wäre.
Die
erste
Kategorie
der Standardindikatoren
„funktioneller Schweregrad“ umfasst
drei Komplexe
.
Zum
ersten Komplex
„Gesundheitsschädigung
“
ist
vorab auf die Verdeutlichungstendenz bei subjektiver Krankheitsüberzeugung
des Beschwerdeführers hinzuweisen.
Die psychiatrischen Befunde sind zudem – wie bereits bei der letzten Begutachtung (vgl.
Urk.
7/83/4) – weder beson
ders ausgeprägt, noch besteht mit der leichten depressiven Episode eine
res
sourcenhemmende
Komorbidität. Für einen im Vordergrund stehenden andauernden, schweren und quälenden Schmerz, wie er für die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung nach ICD-10: F45.4 vorausgesetzt wird (
vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt
[Hrsg.]
, a.a.O.,
S. 233)
, ergeben sich denn auch weder aus der psychiatrischen Untersuchung (z.B. schmerzbedingte Positionswechsel, Unterbrechungen oder
Konzentrations
schwierigkeit
) noch aus der Beschreibung des Alltags konkrete Anhalts
punkte. Vielmehr sprach
Dr.
B._
in erster Linie von einer
blossen
„
Somatisierungsneigung
“,
während
Dr.
A._
eine
somatoforme
Schmerz
störung
sogar
noch
ausdrücklich aus
schloss
. Die angedeutete gesundheitliche Besserung sowie die
im Laufe der Jahre
erreichte Reduktion der täglichen Medikation (vgl
.
Urk.
7/105/1
2 f.
,
7/83/3
und
7/105/15
)
lassen weiter auf eine gute Behandelbarkeit des Leidens
schliessen
, soweit überhaupt ein medi
zinisches Substrat besteht.
Im Rahmen des zweiten Komplexes „Persönlich
keit“ stehen a
ktuell
weder
strukturelle Defizite im Sinne
einer eigentlichen Persönlichkeitsproblematik
noch
eine erhebliche Störung komplexer Ich-Funktionen
zur Diskussion
. Beim
dritten
Komplex „sozialer Kontext“ ist
unter Berücksichtigung des Gutachtens von
Dr.
A._
nochmals
hervorzu
heben, soweit soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen zeiti
gen, bleiben
diese
ausgeklammert (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.33, Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015
vom 2
1.
März 2016
E. 4.3).
Bezüglich
der
zweiten
Kategorie „Konsistenz“
ist
schliesslich
darauf hinzuweisen, d
ass im Alltag mit regelmässigem Tagesablauf, guten familiären Beziehungen und auch ausserfamiliären Kontakten keine massgeblichen Einschränkungen fest
zustellen sind.
5.
5.1
Zu den geltend gemachten
somatische
n
Beschwerden
ist
zunächst
festzustel
len, dass
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Kar
diologie, nach
einer
ausführliche
n
Untersuchung im Januar 2014 zum Schluss kam, aus kardiologischer Sicht
finde sie
aktuell keine Hinweise für eine manifeste koronare Herzkrankheit als Ursache der
Thoraxschmerzen
.
Die eingesc
hränkte Leistungsfähigkeit führe sie
auf einen
Trainingsmangel zurück. Bezüglich der Kopfschmerzen habe sie den Beschwerdeführer
ange
wiesen, genügend zu trinken und einen Augenarzt aufzusuchen (
Urk.
7/92/6-8
; vgl. auch
Urk.
7/95/
9
-
14
).
Im Bericht vom 1
4.
Mai 2014 machte sie
vorab
darauf aufmerksam, dass die beschriebenen Beschwerden mehrheitlich aty
pische
n
Thoraxschmerzen
entsprechen würden und das Beschwerdebild sehr diffus sei.
Weiter führte sie aus, der Beschwerdeführer habe sich i
m klini
schen Status kardiopulmonal kompensiert
mit
normotonen
Blutdruckwerten
präsentiert
. Das Ruhe-EKG sei unverändert. Auffällig im Status sei ein
St
r
ö
m
ungsgeräusch
über der
Carotis
links
, weshalb sie den Beschwerdeführer für eine Duplex-Sonogra
phie anmelde (
Urk.
7/95/18 f.).
Gemäss dem
offensicht
lich falsch datierten Bericht von
Dr.
I._
,
unter anderem Facharzt f
ür
Angiologie
,
ergab die
Duplexsonographie
vom 1
1.
Juni 2014
nur
geringe arteriosklerotische Veränderungen der
Carotiden
beidseits ohne
hämodyna
misch
signifikante Steno
sen
, so dass er
empfahl
, bei Verdacht auf eine Mig
räne, differentialdiagnostisch ein
zerviko-zephales
Schmerz-Syndrom,
allen
falls eine neurologische
A
bklärung durchzuführen
(
Urk.
7/95/8).
5.2
Die
Nephrektomie
rechts
bei Hydronephrose
erfolgte
sodann
bereits im Jahr 1990 und wird vom Hausarzt
Dr.
J._
als Status-Diag
n
ose ohne Auswir
kungen auf die Arbeits
fähigkeit aufgeführt (
Urk.
7/95/1
; ferner
Urk.
7/71
). Weitere Be
richte hierzu finden sich nicht.
Dem ist hinzuzufügen
, dass die Entfernung einer Niere nicht automatisch zu einer Insuffizienz führt, solange die zweite Niere gut funktioniert
(z.B. Prof.
Dr.
Wihel
m
Kriz
, „Brauch
t
der Mensch
zwei Nieren?“, abrufbar unter
http://www.uni-heidelberg.de/
uni/presse/RuCa1_96/kriz.htm
)
. Dementsprechend hat der Beschwer
deführer auch jahrelang problemlos
mit
nur einer Niere gearbeitet und sich bis heute
nicht konkret zur behauptete Niereninsuffizienz geäussert, d.h. weder
konkrete Auswirkungen
, eine Behandlungsperson, eine Medikation oder
eine
laufende Abklärung
genannt
.
5.3
Es
gibt
somit keine Anhaltspunkte für ein somatisches Leiden mit
massgebli
chen
Auswirkungen auf die Arb
eitsfähigkeit
. Folglich besteht kein Anlass für weitere Abklärungen
.
6.
6.1
Zusammenfassend ist die Aufhebung der bisherigen halben Rente mit Verfü
gung vom 2
1.
August 2015 also nicht zu beanstanden. Ein invalidenver
sicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden bestand bereits im Zeit
punkt der letzten Revisionsverfügung nicht mehr und seither hat sich der Zustand tendenziell eher gebessert als verschlechtert.
6.2
Ergänzend ist
anzumerken, dass
Dr.
B._
explizit darauf hinwies, dass berufliche Massnahmen aus rein psychiatrischer Sicht indiziert seien und theoretisch ein langsamer Einstieg ins Berufsleben sinnvoll wäre, nachdem der Beschwerdeführer seit Jahren nicht mehr berufstätig gewesen sei. Spe
zielle Anforderungen an einen künftigen Arbeitsplatz seien aus psychiat
rischer Sicht indessen nicht zu nennen mit Ausnahme, dass ein möglichst tolerantes Arbeitsumfeld von Vorteil wäre. Es müsse allerdings von einer subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung sowie einer dadurch bedingten Selbstlimitierung ausgegangen werden. Da sich der Beschwerde
führer ein Arbeiten nicht mehr vorstellen könne, seien berufliche Massnah
men nicht durchführbar (
Urk.
7/105/21 f.).
Demnach sind die Berechnungsgrundlagen des Einkommensvergleichs zu Recht unstrittig. D
as
blosse
Angewiesensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitgebers
stellt
praxisgemäss
nämlich
kein anerkanntes eigenständiges
K
riterium
im Sinne ein
e
s leidensbedingten Abzugs
dar
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8
und
8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4).
Ausserdem ist d
ie
medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
vorliegend wie üblich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Einerseits erscheinen berufliche Massnahmen bereits aufgrund der gutachtlich festgestellten subjektiven Krankheitsüberzeugung
von vornherein zum Scheitern verurteilt. Anderer
seits
geht die Rechtsprechung grundsätzlich davon aus
,
dass die
Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befä
higender Massnahmen
nur in den Fällen zu hinterfragen
ist
,
in denen die (revisions- oder wiedererwägungsweise) Herabsetzung oder Aufhebung der
Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit
mehr als 15 Jahren bezogen hat
(
vgl. dazu
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 24. April 2012 E. 5.1 mit Hin
weisen
,
8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.4 und 9C_412/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 3.1).
Der Beschwerdeführer erfüllte bei Erlass der ange
fochtenen Verfügung keines der beiden Kriterien.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200
.–
bis Fr. 1‘000.– festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind vorliegend auf Fr. 800
.–
anzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen.