Decision ID: 3191bf19-ae04-4378-bd01-8c8396bf0195
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Franz P. Oesch, SwissLegal asg.advocati,
Pestalozzistrasse 2, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Renteneinstellung)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im März 2002 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente. Sie leide seit
einem Autounfall vom 31. März 2001 an einem Schleudertrauma (IV-act. 4). Die IV-
Stelle zog die Akten der Suva als obligatorische Unfallversicherung der Versicherten
bei. Da sie den Sachverhalt als zu wenig abgeklärt betrachtete, beauftragte sie am
18. Dezember 2002 das Ärztliche Begutachtungsinstitut GmbH, Basel (nachfolgend:
ABI), mit einer polydisziplinären Begutachtung der Versicherten. Das Gutachten vom
22. Januar 2004 nannte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnosen leichtes bis
mässiges Zervikalsyndrom, anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit psychischen
und somatischen Faktoren und chronifizierte Anpassungsstörung bei andauernder
Schmerzproblematik nach Unfall vom depressiven Typ mit leichter kognitiver Störung
bei Schmerz und seelischen Interferenzen. In der zuletzt ausgeführten Tätigkeit als
Strickerin sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. Hingegen seien ihr körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben, Stossen und Ziehen von Lasten
über 5 kg bis vereinzelt 10 kg, ohne Überkopftätigkeiten, ohne Kopfzwangshaltungen
und ohne arbeitsmässig relevante Belastung des Schultergürtels weiterhin zu 75%
zumutbar (IV-act. 32).
A.b Mit Verfügung vom 16. März 2007 sprach die IV-Stelle der Sozialversicherungs
anstalt St. Gallen (SVA) der Versicherten ab 1. April 2007 bzw. mit Verfügung vom
25. April 2007 für den Zeitraum vom 1. März 2002 bis 31. März 2007 eine Viertelsrente
zu (IV-act. 77-1 ff.; 80-1 ff.).
A.c Gegen die Verfügung vom 16. März 2007 liess die Versicherte Beschwerde er
heben. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Beschwerde mit Ent
scheid IV 2007/158, IV 2007/184 vom 14. Februar 2004 (richtig 2008) ab (IV-act.
92-1 ff.).
A.d Die gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts erhobene Beschwerde wies
das Bundesgericht mit Urteil 9C_236/2008 vom 4. August 2008 ab (IV-act. 99-1 ff.).
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B.
B.a Im April 2009 leitete IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahren ein (IV-
act. 106-1). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH,
machte im Verlaufsbericht vom 29. Mai 2009 eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands geltend. Es sei der Versicherten nicht mehr möglich, eine
berufliche Tätigkeit auszuüben (IV-act. 112-1 f.). Auf Empfehlung des Regionalen
Ärztlichen Dienstes (RAD) veranlasste die IV-Stelle ein Verlaufsbegutachtung beim ABI
(IV-act. 116-1; 113-2).
B.b Im polydisziplinären Gutachten vom 16. November 2009 kamen die Gutachter des
ABI zusammenfassend zum Schluss, bei der Versicherten bestehe für körperlich leichte
bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten eine 100%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Lediglich körperlich schwere Tätigkeiten sowie solche mit wiederholter Einnahme von
Zwangshaltungen und Arbeiten mit den Händen über dem Kopf seien der Versicherten
bleibend nicht mehr zumutbar (IV-act. 123-22).
B.c Gestützt auf das ABI-Gutachten stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vor
bescheid vom 4. Dezember 2009 die Einstellung der Rente in Aussicht (IV-act. 129-1).
Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur.
Franz P. Oesch, am 9. Dezember 2009 bzw. ergänzend am 1. Februar 2010 Einwand
erheben (IV-act. 131). Im Rahmen des Einwandverfahrens liess die Beschwerdeführerin
einen Arztbericht von Dr. med. C._, FMH Neurologie, vom 14. Juli 2009 einreichen.
Zu diesem Bericht nahmen sowohl der RAD als auch die Gutachter des ABI Stellung
(IV-act. 137-2; 140-1 f.).
B.d In der Folge stellte die IV-Stelle die Rente der Versicherten mit Verfügung vom
17. Mai 2010 wie angekündigt auf Ende des der Zustellung folgenden Monats ein (IV-
act. 142-1 ff.).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde der Versicherten vom 8. Juni
2010. Sie lässt unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung
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beantragen. Es sei ihr weiterhin eine Rente auf Basis eines Invaliditätsgrads von 40%
auszurichten (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. September 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 22. September 2010 lässt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag
festhalten (act. G 6).
C.d Am 12. Oktober 2010 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Abweisungsantrag
fest und verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).
C.e Am 15. September 2011 stellte die Gerichtsleitung der Beschwerdeführerin die
Stellungnahme des ABI zum Bericht von Dr. C._ vom 14. Juli 2009 zu. Es war den
Akten nicht eindeutig zu entnehmen, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerde
führerin diesbezüglich das rechtliche Gehör gewährt hatte. In der Folge äusserte sich
die Beschwerdeführerin am 28. September 2011 zu den Ausführungen des ABI
betreffend den Bericht von Dr. C._. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
Stellungnahme (act. G 12; 13).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerde
führerin zu Recht eingestellt hat.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Der Veränderung des Invaliditätsgrades ist – mit Blick auf Art. 17 Abs. 2
ATSG – stets dann mittels Rentenerhöhung, Rentenherabsetzung oder
Rentenaufhebung Rechnung zu tragen, wenn sich der der Leistung zu Grunde liegende
Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Bei der Anpassung einer
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Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG geht es mithin darum, eine
ursprünglich tatsächlich und rechtlich korrekte formell rechtskräftige Verfügung über
eine Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der formellen Rechtskraft eingetretene
Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das heisst eine nachträglich
eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu
beheben.
1.3 Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine
bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhalts stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar
(BGE 112 V 372 Erw. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende
Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im
Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung
bestand, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur
Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 Erw. 3.5.2; BGE 125 V 369 Erw. 2).
1.4 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
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Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.
2.1 Vorliegend ist demnach zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der
erstmaligen Rentenverfügung vom 16. März 2007 so verändert haben, dass damit eine
erhebliche Änderung des Invaliditätsgrads einhergeht. Vorab ist jedoch die Rüge der
Beschwerdeführerin, das ABI als Institution sei aufgrund des engen Verhältnisses zur
Beschwerdegegnerin nicht neutral, zu beuteilen (vgl. act. G 1, S. 2; G 6, S. 2). Die
Beschwerdeführerin rügt damit sinngemäss die Befangenheit des ABI als Institution.
Sie verlangt daher eine neutrale Untersuchung ihres Gesundheitszustandes (act. G 1,
S. 2).
2.2 In BGE 137 V 210 wurde die Stellung der medizinischen Abklärungsstellen
(MEDAS), zu welchen das ABI gehört, rechtlich genauer beleuchtet. Insbesondere
prüfte das Bundesgericht, ob die von der Bundesverfassung (Art. 29 Abs. 1 und 2,
Art. 30 Abs. 1 BV) und der Europäischen Konvention für Menschenrechte (Art. 6 Ziff. 1
EMRK) gestellten Anforderungen an ein faires Verfahren eingehalten sind und es kam
zum Schluss, dass der Einsatz von MEDAS grundsätzlich verfassungs- und EMRK-
konform sei. Gleichzeitig stellte das Bundesgericht im Zusammenhang mit Admi
nistrativgutachten der MEDAS jedoch auch Defizite fest, welche auf verfahrens
rechtlichem Weg zu korrigieren seien (Erw. 2; 3). Im Verwaltungsverfahren sei in An
lehnung an Art. 93 MVG die einvernehmliche Gutachtenseinholung verstärkt in den Vor
dergrund zu stellen. Die bei fehlendem Konsens zu treffende Anordnung, eine Expertise
einzuholen, sei in Verfügungsform zu kleiden (Erw. 3.4.2.6). Dabei handle es sich um
eine Zwischenverfügung; der nicht wieder gutzumachende Nachteil sei zumindest für
das kantonale Verfahren zu bejahen (Erw. 3.4.2.7). Die Anordnung habe direkt in Ver
fügungsform zu erfolgen, ohne Vorbescheid und nicht (zunächst) formlos, und zwar
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jedes Mal, wenn eine Festlegung getroffen werde, welche die Verfahrensrechte der ver
sicherten Person zu berühren geeignet sei (insbesondere bei späterer Nennung der
Gutachter; Erw. 3.4.2.8). Der versicherten Person sei ein Anspruch einzuräumen, sich
vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern (Erw. 3.4.2.9). Sodann zeitigen die ver
fahrensrechtlichen Korrektive auch Auswirkungen auf der Ebene der gerichtlichen Be
urteilung streitiger Rentenansprüche. Gelangten die Gerichte bei der Würdigung eines
Administrativgutachtens zum Schluss, weitere Abklärungen seien notwendig, hätten sie
diese in der Regel selbst vorzunehmen (Erw. 4.2). Die Angelegenheit dürfe diesfalls
nicht ohne Not an die Verwaltung zurückgewiesen werden (Erw. 4.4.1.1). Eine Rück
weisung bleibe hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer
bisher vollständig ungeklärten Frage begründet sei. Ausserdem bleibe es dem
kantonalen Gericht unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine
Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich
sei (Erw. 4.4.1.3). Es bestehe demnach ein Anspruch auf ein Gerichtsgutachten, wenn
die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten
nicht ausreichend beweiswertig seien (Erw. 4.4.1.5). Der Umstand alleine, dass ein
Administrativgutachtung aus Mitteln der Invalidenversicherung finanziert werde, bilde
indessen kein genügendes Motiv, in jedem Beschwerdefall auf der Grundlage eines
Gerichtsgutachtens zu urteilen (Erw. 4.4.1.4).
2.3 Die vom Bundesgericht in vorstehender Erw. 2.2 erwähnten Anpassungen des
Verfahrens wirken sich auf den vorliegend zu beurteilenden Fall insoweit aus, dass ge
gebenenfalls die Veranlassung eines Gerichtsgutachtens in Betracht zu ziehen ist, falls
sich nach Prüfung der spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen heraus
stellen sollte, dass der relevante Sachverhalt nicht rechtsgenüglich erhoben wurde.
Indessen bedeutet die Anwendbarkeit justiziabler Korrektive auf laufende Verfahren
nicht, dass nach altem Verfahrensrecht eingeholte Gutachten ihren Beweiswert per se
verlören (BGE 137 V 210 Erw. 6).
2.4 Hinsichtlich einer allfälligen Befangenheit der MEDAS unter dem Gesichtspunkt
der wirtschaftlichen Abhängigkeit hielt das Bundesgericht an der bisherigen
Rechtsprechung fest, wonach der regelmässige Beizug eines Gutachters oder einer
Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben
Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende
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Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum Ausstand führten (Urteil
9C_243/2010 vom 28. Juni 2011 Erw. 1.3.3 m. H. auf SVR 2009 UV Nr. 32 S. 111 Erw.
6, 8C_509/2008; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 69 Erw. 2, 9C_67/2007; RKUV 1999 Nr. U 332
S. 193 Erw. 2a/bb, U 212/97). Ein Ausstandsbegehren könne sich ohnehin stets nur
gegen Personen und nicht gegen Behörden richten; nur die für eine Behörde tätigen
Personen, nicht die Behörde als solche, könnten befangen sein (SVR 2010 IV Nr. 2 S. 3
Erw. 2.1, 9C_500/2009; Urteil 9C_603/2010 vom 6. Oktober 2010 Erw. 5.2). Nach dem
Gesagten ist der pauschale Vorwurf der Befangenheit des ABI als Institution nicht zu
hören. Die persönliche Befangenheit eines für das ABI begutachtenden Arztes hat die
Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. In den Akten finden sich auch keine
Hinweise, die für eine Befangenheit der Gutachter sprechen würden. Somit erfüllt das
ABI-Gutachten die formellen Anforderungen.
3.
3.1 Weiter lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, ihr Gesundheitszustand
hätte sich entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht verbessert, und
bemängelt insbesondere die Diskrepanz zwischen der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit des ABI und jener der behandelnden Ärzte. Sowohl Dr. B._, der die
Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall kannte und sie all die Jahre bis zur
Praxisaufgabe betreut habe, als auch Dr. C._, hätten aus neurologischer Sicht eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit festgestellt. Zudem habe Dr. C._ eine erneute
psychiatrische Begutachtung empfohlen. Schliesslich sei bemerkenswert, dass die
ABI-Gutachter die Beschwerdeführerin im Herbst 2009 während 6 Minuten untersucht
und dann daraus sämtliche Schlüsse gezogen hätten. Sodann sei ein Bericht des
jetzigen Hausarztes und Nachfolgers von Dr. B._, Dr. med. D._, einzuholen (act. G
1; G 6, S. 2; G 13). Demgegenüber geht die Beschwerdegegnerin gestützt auf das ABI-
Gutachten von einer Verbesserung des Gesundheitszustands aus. Gemäss Gutachten
sei die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Sie sei
weder aufgrund der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit noch aus einem
anderen Grund so eingeschränkt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine
Stellen vorhanden wären (act. G 4).
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3.2 In medizinischer Hinsicht bildete das ABI-Gutachten vom 22. Januar 2004 Grund
lage der Verfügung vom 16. März 2007. Die Gutachter diagnostizierten damals ein
leichtes bis mässiges Zervikalsyndrom (ICD-10 M53.3); eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F54.4); eine
chronifizierte Anpassungsstörung bei andauernder Schmerzproblematik (nach Unfall
vom 31. März 2001) vom depressiven Typ (ICD-10 F43.21) sowie leichte kognitive
Störungen bei Schmerz und seelischen Interferenzen. Ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit bestehe ein leicht ausgeprägtes Karpaltunnelsyndrom rechts (ICD-10 G53.0)
sowie rezidivierende Spannungskopfschmerzen (ICD-10 G44.2). In der zuletzt ausge
führten Tätigkeit als Strickerin sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. Hingegen
seien ihr körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben, Stossen und
Ziehen von Lasten über 5 kg bis vereinzelt 10 kg, ohne Überkopftätigkeiten, ohne Kopf
zwangshaltungen und ohne arbeitsmässig relevante Belastung des Schultergürtels
weiterhin zu 75% zumutbar (IV-act. 32-1 ff.).
3.3 Grundlage der Verfügung vom 17. Mai 2010 bildet das ABI-Gutachten vom
17. November 2009. Die Beschwerdeführerin wurde am 22. September 2009
internistisch, psychiatrisch und neurologisch untersucht und begutachtet. Die
Gutachter diagnostizierten ein leichtes Zervikalsyndrom (ICD-10 M53.1) mit
Spannungskopfschmerzen (ICD-10 G44.2). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
bestünden folgende Diagnosen: anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10
F45.4); Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom rechts (ICD-10 G56.0); Verdacht auf Zustand
nach Läsion des Ramus superfizialis des Nervus radialis rechts 1983; Verdacht auf
Analgetikaüberkonsum sowie Adipositas (ICD-10 E66.0).
3.4 Im neurologischen Teilgutachten des ABI kam der Gutachter zum Schluss, be
treffend das Zervikalsyndrom habe im Vergleich zum Gutachten aus dem Jahr 2004
eine Besserung festgestellt werden können. Die Beschwerdeführerin leide seit einem
Unfall 2001, bei welchem sie ein HWS-Distorsionstrauma erlitten habe, unter Nacken-
und Kopfschmerzen. Diesbezüglich seien bereits zahlreiche Abklärungen durchgeführt
worden, unter anderem auch ein MRI der HWS (2001) und des Schädels (2006). Die
diversen klinischen und radiologischen Untersuchungen hätten keine die Beschwerden
ausreichend erklärenden Befunde ergeben. Von den Schilderungen des Unfalls her
könne das HWS-Distorsionstrauma als leicht eingeordnet werden. Anlässlich der ABI-
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Begutachtung im Oktober 2003 seien ein leichtes bis mässiges Zervikalsyndrom sowie
leichte kognitive Störungen bei Schmerzen und seelischen Interferenzen angenommen
worden. Bei der aktuellen Untersuchung habe neurologisch nur noch ein sehr
geringgradiges Zervikalsyndrom festgestellt werden können. Wohl werde eine Druck
empfindlichkeit der Nacken- und paravertebralen Muskulatur angegeben, die
Muskulatur sei jedoch nur leicht verspannt und die HWS-Beweglichkeit in allen
Richtungen frei. Die im MRI-Befund 2006 genannte kleine okzipitale Signalauffälligkeit,
am ehesten einer Glianarbe entsprechend, sei ohne klinisches Korrelat. Die
geschilderte Kopfschmerzsymptomatik entspreche bei dieser Anamnese dem
klinischen und radiologischen Befund von Spannungskopfschmerzen. Bei dem
angegebenen Schmerzmittelkonsum (täglich 3 verschiedene Analgetika) bestehe
zusätzlich der Verdacht auf Analgetikaüberkosum. Für Schwindel ergebe sich unter der
Frenzelbrille kein Korrelat. Die kognitiven Funktionen seien als intakt einzuordnen.
Neurologisch ergebe sich noch der Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom rechts,
welcher bereits 2004 geäussert worden sei, sowie ein wahrscheinlicher Zustand nach
Läsion des Ramus superfizialis des Nervus radialis rechts im Rahmen des 1983
erlittenen schweren Autounfalls. Insgesamt gingen die Schilderungen der Beschwerden
aber über ein leichtes Zervikalsyndrom hinaus. Hier sei eine Fehlverarbeitung,
gegebenenfalls auch eine somatoforme Schmerzstörung, mit zu erwägen. Letztere
Differentialdiagnose falle jedoch in das psychiatrische Fachgebiet. Aus neurologischer
Sicht seien Zwangshaltungen oder Überkopfarbeiten nicht oder nur sehr eingeschränkt
durchführbar. Dies betreffe auch gelegentliche schwere Arbeiten, wie sie im Haushalt
verrichtet würden. Für alle übrigen Tätigkeiten sei eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben.
Für die Tätigkeit als Hausfrau bestehe eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 123-18 f.).
3.5 Auch aus psychiatrischer Sicht geht das aktuelle ABI-Gutachten von einer Ver
besserung des Gesundheitszustands seit der letzten psychiatrischen Begutachtung im
Oktober 2003 aus (IV-act. 123-13 ff.). Damals seien eine somatoforme Schmerzstörung
und eine leichte depressive Störung diagnostiziert worden. Der Hausarzt attestiere seit
Jahren eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit, wobei auch eine depressive Störung genannt
werde. Im Vergleich zur Begutachtung im Oktober 2003 könnten jedoch keine de
pressiven Verstimmungen mehr festgestellt werden. Die Beschwerdeführerin habe sich
einzig im Jahr 2004 vorübergehend in psychiatrischer Behandlung befunden, sie werde
auch nicht antidepressiv behandelt. Die Beschwerdeführerin klage vor allem über ihre
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körperlichen Beschwerden, deren Ausmass durch die somatischen Befunde nicht voll
ständig objektiviert werden könne. Die geklagten körperlichen Beschwerden seien als
psychisch überlagert zu betrachten. Es könne eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung diagnostiziert werden. Eine weitere psychiatrische Diagnose könne indessen
nicht gestellt werden. Die Beschwerdeführerin leide gelegentlich unter leichten,
schmerzbedingten Schlafstörungen. Sie pflege zahlreiche und intensive Kontakte zu
Nachbarinnen und Kolleginnen. Leichtere Arbeiten im Haushalt seien ihr möglich. Sie
lese auch sehr gerne. Das Zusammensein mit ihrer Familie geniesse sie, sie habe eine
sehr gute Beziehung zu ihrem Ehemann und ihren drei Kindern. Im Alltag sei sie durch
psychopathologische Symptome nicht eingeschränkt. Es hätten keine psychopatholo
gischen Symptome festgestellt werden können (vgl. insbesondere die unauffälligen
psychopathologischen Befunde, IV-act. 123-14). Aus psychiatrischer Sicht bestehe
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ausser der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung könne keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden. Die
depressive Störung sei remittiert. Ein ausgeprägter sozialer Rückzug lasse sich nicht
feststellen. Hinweise auf unbewusste Konflikte würden fehlen, ein primärer Krankheits
gewinn sei nicht vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführerin
zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung
aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 123-15).
3.6 Wie die Ausführungen im Gutachten zeigen, hat sich der Gesundheitszustand seit
der ursprünglichen Rentenzusprache mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erheblich
verbessert. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Einschränkungen der Beschwerde
führerin aus somatischer und psychiatrischer Sicht als sich ergänzend zu betrachten
sind, denn Beschwerden aufgrund eines HWS-Distorsionstraumas sind gemäss Recht
sprechung durch ein komplexes und vielschichtiges Beschwerdebild (BGE 119 V 335
Erw. 1; 117 V 359 Erw. 4b) mit eng ineinander verwobenen, einer Differenzierung kaum
zugänglichen Beschwerden physischer und psychischer Natur gekennzeichnet
(BGE 134 V 109 Erw. 7.1). Bei der Begutachtung im Oktober 2003 wurde ein auf
Schmerzen und belastete Beziehungen in der Familie eingeengtes Denken be
schrieben. Der Antrieb der Beschwerdeführerin sei vermindert, die Stimmung bedrückt.
Sie wirke niedergeschlagen und erschöpft (IV-act. 32-16). Die depressive Symptomatik
sei krankheitswertig, zwischen den psychischen und somatischen Faktoren bestünde
eine Komorbidität (IV-act. 32-18). Im Gutachten aus dem Jahr 2009 konnte
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nachvollziehbar dargelegt werden, dass die depressive Störung mittlerweile remittiert
ist. Symptome wie u.a. eine depressive Grundstimmung, Freudlosigkeit,
Niedergeschlagenheit, Erschöpftheit, Schuldgefühle gegenüber der Familie, schlechte
Konzentrationsfähigkeit und Interessensverlust schilderte die Beschwerdeführerin keine
mehr. Das Denken sei formal und inhaltlich unauffällig, der Antrieb nicht gestört, eine
depressive Verstimmung habe nicht mehr festgestellt werden können. Mithin berichtete
sie, abgesehen von leichten schmerzbedingten Schlafstörungen, von einem
gewöhnlichen Alltag ohne psychopathologische Einschränkungen. Die Beziehung zur
Familie sei sehr gut. Offenbar bestünden auch zahlreiche Kontakte zu Kolleginnen und
Nachbarinnen (IV-act. 123-14 ff.). Sodann war sie einzig im Jahr 2004 vorübergehend
in psychiatrischer Behandlung. Seither erfolgte offenbar keine entsprechende
Behandlung mehr. Mithin wurden im Beschwerdeverfahren auch keine psychischen
Einschränkungen geltend gemacht. Nach dem Gesagten erscheint es auch plausibel,
dass im ABI-Gutachten die Diagnose einer Anpassungsstörung nicht mehr gestellt
werden konnte. Dasselbe gilt für die Feststellung, dass die diagnostizierte
somatoforme Schmerzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr habe (IV-
act. 123-19). Dazu fehlt es an einer mitwirkenden psychisch ausgewiesenen
Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer. Sodann
werden im Gutachten die weiteren erheblichen Kriterien wie sozialer Rückzug, primärer
Krankheitsgewinn oder Hinweise auf unbewusste Konflikte, nach welchen sich die
ausnahmsweise invalidisierende Wirkung einer somatoformen Schmerzstörung
bestimmt, explizit verneint (IV-act. 123-15; vgl. die Rechtsprechung zur somatoformen
Schmerzstörung BGE 132 V 65 Erw. 4.2.2; 130 V 352 Erw. 2.2.3: Urteil vom 11. März
2010, 9C_1061/2009, Erw. 5.4.3.1.1). Weiter konnten die Gutachter die im Rahmen der
ersten Begutachtung festgestellten leichten kognitiven Störungen weder aus
neurologischer, noch aus psychiatrischer Sicht bestätigen (IV-act. 123-14 ff.; 123-18).
Überdies erscheint eine Verbesserung des Zervikalsyndroms bei freier HWS-
Beweglichkeit und nur leicht verspannter Nackenmuskulatur nachvollziehbar, zumal bei
der Anamneseerhebung und den Untersuchungen eine deutliche Diskrepanz zwischen
den angegebenen Beschwerden im Bereich von Nacken und oberer BWS und den sehr
geringen objektiven Befunde festgestellt worden ist (IV-act. 123-21).
3.7 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache im revisionsrechtlichen Sinn relevant
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verbessert hat. Allein der Hinweis auf die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch Dr. B._ vermag in Anbetracht der geschilderten Gegebenheiten noch keine
Zweifel an den Feststellungen im ABI-Gutachten zu begründen. Dr. B._ geht im
Verlaufsbericht vom 29. Mai 2009 wie bereits im Verlaufsbericht vom 5. Mai 2006 von
einer Verschlechterung des Gesundheitszustands aus und hält die Beschwerdeführerin
- wie bereits zuvor - zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 57-1 ff.; 112-1 ff.). Er berichtet
über eine Zunahme der Beschwerden im Bereich der HWS und des Hinterkopfs mit
Ausbreitung bis ins Gesicht vor allem in die Augenregion sowie Ausstrahlung der
Beschwerden in den rechten Arm bis zu den Fingern 3-5 und schwere diffuse
Kopfschmerzen. Als veränderte Befunde werden massive Verspannung der okzipito-
zervikalen Muskulatur rechts und eine deutliche Zunahme der depressiven
Stimmungslage aufgeführt (IV-act. 112-1). Dr. B._ beschreibt ein Beschwerdebild,
das im Wesentlichen mit demjenigen der Begutachtung vom Dezember 2003
übereinstimmt. Bereits damals wurde von Kopfschmerzen im ganzen Kopf, sowohl im
Hinterkopf als auch im Stirnbereich bis in die Augen sowie Ausstrahlung der
Beschwerden in den rechten Arm bis zu den Fingern angegeben (IV-act. 32-10).
Verspannungen der zervikalen Muskulatur führte er bereits im Bericht vom 20.
September 2006 auf (IV-act. 62-4). Die im den Verfahren IV 2007/158, IV 2007/184 mit
derselben Begründung geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustands
der Beschwerdeführerin wurde bereits mit Entscheid des Versicherungsgerichts vom
14. Februar 2008 verneint (IV-act. 92-1 ff.). Die aktuelle Begutachtung erfolgte in
Kenntnis von allen vorgenannten Beschwerden. Aus objektiver Sicht konnte indessen -
wie in vorstehender Erw. 3.6 dargelegt - sowohl aus neurologischer als auch aus
psychiatrischer Sicht eine plausible Verbesserung des Gesundheitszustands
festgestellt werden. Auch der Bericht von Dr. C._ vom 14. Juli 2009 vermag an der
Einschätzung des ABI nichts zu ändern (IV-act. 136-1 ff.). Die Gutachter des ABI
nahmen am 18. März 2008 zum Bericht von Dr. C._ wie folgt Stellung: Dr. C._
stelle den Zustand nach HWS-Distorsion in den Vordergrund. Dieses Distorsionstrauma
könne ihres Erachtens die beklagte Symptomatik nicht mehr erklären. Der selektive Teil
des Neurostatus falle bei ihrer Untersuchung gleichfalls regelrecht aus. Ebenfalls sei
von der Kollegin auch eine Analgetika-Komponente der angegebenen Beschwerden
festgestellt worden. Betreffend die angegebene Hypästhesie am rechten Handrücken
sei ein Zustand nach Läsion des Ramus superfizialis des Nervus radialis diskutiert
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worden, allerdings sei auch erwähnt worden, dass die angegebene Hypästhesie über
den Versorgungsbereich dieses Nervens hinausgehe. Die Bezugnahme auf den 9 Jahre
zurückliegenden Unfall sei nicht nachvollziehbar. Die Angaben der Beschwerdeführerin
seien, ohne sie kritisch zu hinterfragen und andere Komponenten wie zum Beispiel eine
eventuelle Schmerzverarbeitung zu evaluieren, übernommen worden. Gleichfalls nicht
nachvollziehbar sei sie die Aussage, die Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit aus rein
neurologischer Sicht sei unvorstellbar. Dies stehe im Widerspruch zum objektiv
unauffälligen Neurostatus wie auch zu den aufgeführten Diagnosen. Widersprüchlich
sei dann auch die Frage nach einer zusätzlichen psychiatrischen Beurteilung der
Belastbarkeit, wenn dies (wohl gemeint die Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit) "aus
neurologischer Sicht unvorstellbar" erachtet werde (IV-act. 140-1). Die Gutachter des
ABI gehen in ihrer Stellungnahme vom 18. März 2010 zu Recht davon aus, dass der
Bericht von Dr. C._ an ihrer neurologischen Beurteilung zur Festsetzung der
Arbeitsfähigkeit nichts ändert. Eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise
ist nicht stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen
oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält
es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben sind und sich
eignen, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 18. April 2006, I 783/05, Erw. 2.2; vgl. auch Urteil vom 27. November 2006, I
663/05, Erw. 2.2.2 und Urteil vom 2. August 2006, U 58/06, Erw. 2.2 in fine). Objektiv
feststellbare Gesichtspunkte, welche im Gutachten unberücksichtigt geblieben wären,
hat Dr. C._ nicht vorgebracht. Insbesondere stimmt der Untersuchungsbefund im
Bericht von Dr. C._ im Wesentlichen mit den von der Beschwerdeführerin anlässlich
der Begutachtung geschilderten Beschwerden überein. Dazu sowie zu den bei der
neurologischen Begutachtung durch das ABI festgestellten abweichenden Befunden
und der daraus gezogenen Schlussfolgerungen haben die ABI-Gutachter - wie sich
gezeigt hat - ausführlich Stellung genommen. Es kann auf die diesbezüglichen
Erwägungen verwiesen werden.
3.8 Das ABI-Gutachten vom 17. November 2009 ist für die strittigen Belange um
fassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten Be
schwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die
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Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der
medizinischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen.
Schliesslich wird auch zu den Einschätzungen der behandelnden Neurologin in Bezug
auf die Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit
Stellung genommen. Hinweise, dass die neurologische Begutachtung lediglich
6 Minuten gedauert haben sollte, sind nicht ersichtlich, zumal eine solch kurze Dauer
angesichts der Anamneseerhebung und den durchgeführten Untersuchen unwahr
scheinlich ist. Weitere medizinische Abklärungen erscheinen nicht angezeigt. Aufgrund
des ABI-Gutachtens ist insgesamt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer
revisionsrechtlich relevanten Verbesserung des Gesundheitszustands auszugehen.
Diese wirkt sich auf die Arbeitsfähigkeit dahingehend aus, dass die Beschwerdeführerin
in einer leicht bis mittelschweren, adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist.
4.
4.1 Wie bereits im Verfahren IV 2007/158, IV 2007/184 äussert der Vertreter der
Beschwerdeführerin auch in vorliegendem Verfahren wiederum Zweifel, dass diese ihre
Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt würde verwerten können. Es sei das RAV
St. Gallen anzufragen, ob sich die Arbeitsmarktsituation für eine Frau mit dem Profil der
Beschwerdeführerin zwischen 2007 und 2009/2010 verbessert habe (act. G 1, S. 3; G
6, S. 2 f.). Im Entscheid IV 2007/158, IV 2007/184 vom 14. Februar 2008 führte das Ver
sicherungsgericht aus, die Verwertbarkeit der damals bestehenden Restarbeitsfähigkeit
von 75% sei bereits in dem von der Beschwerdeführerin angestrengten
Beschwerdeverfahren UV 2005/50 betreffend Leistungen der Unfallversicherung
ausführlich begründet und bejaht worden (Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen UV 2005/50 vom 25. Januar 2006 Erw. 3.1). Da sich die Umstände
diesbezüglich nicht verändert hätten, könne auf die entsprechenden Erwägungen
verwiesen werden. Im Urteil 9C_236/2008 vom 4. August 2008 betreffend die
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 14. Februar 2008 (IV
2007/158 und IV 2007/184) bejahte auch das Bundesgericht die Verwertbarkeit der
damaligen Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Erw. 4.2 mit Hinweisen). Auch in vorliegendem Verfahren ist nicht ersichtlich, dass sich
die Umstände seither relevant verändert haben, so dass sich weitere Ausführungen
diesbezüglich erübrigen. Unter diesen Umständen kann von einer Anfrage beim RAV
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abgesehen werden, zumal nicht der reale Arbeitsmarkt massgebend ist, sodass eine
solche Anfrage von Vornherein nicht zielführend wäre.
4.2 Die Invaliditätsbemessung ist in der angefochtenen Verfügung unbestritten
anhand eines reinen Einkommensvergleichs erfolgt. Die Beschwerdegegnerin hat das
gemäss der ursprünglichen Verfügung vom 16. März 2007 massgebende
Valideneinkommen von Fr. 60'996.-- auf Fr. 62'697.-- angepasst. Das
Invalideneinkommen hat sie ebenfalls auf Fr. 62'697.-- festgesetzt (IV-act. 77-1; 142-1
ff.). Sie geht somit davon aus, dass die Beschwerdeführerin das zuletzt erzielte
Einkommen wieder erzielen könnte. Auch wenn man bezüglich des
Invalideneinkommens vom tiefer liegenden Durchschnittseinkommen für eine einfache
und repetitive Tätigkeiten gemäss den Lohnstrukturerhebungen in der Höhe von rund
Fr. 53'012.-- (LSE 2008, Frauen, Anforderungsniveau 4, bei einer betriebsüblichen
Arbeitszeit von 41.6 Stunden, angepasst an die Nominallohnentwicklung 2008-2010)
ausginge, resultierte selbst bei Gewährung eines Leidensabzugs, wozu allerdings kein
Anlass ersichtlich ist, ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von weniger als
40%.
4.3 Nach der Rechtsprechung (ZAK 1969 S. 385; ZAK 1980 S. 508; Entscheide des
Bundesgerichts i/S S. vom 28. April 2008, 9C_720/07, und i/S B. vom 27. Mai 2008,
9C_24/08) besteht der Anspruch auf eine Rente so lange weiter, als die bestehende
Erwerbsunfähigkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen
tatsächlich behoben oder rentenausschliessend verringert werden konnte. Vorliegend
kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin, die als Hilfsarbeiterin
zu betrachten ist, ohne berufliche Massnahmen in der Lage ist, die vormals bestehende
Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer adaptierten Tätigkeit auf nunmehr 100% auszu
dehnen und in diesem Umfang auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten. Vor
Verfügungserlass war im Übrigen noch kein Arbeitsvermittlungsgesuch gestellt worden.
4.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht
eingestellt hat.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
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5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Da die Beschwerdeführerin vollständig unterliegt, hat sie unter
Anrechnung des von ihr geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 600.-- diese Gerichts
gebühr allein zu tragen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP