Decision ID: 68088c6d-64e1-597e-b3e4-8935be04505a
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Selbstkündigung)
Sachverhalt:
A.
A.a G._ meldete sich am 29. November 2007 zur Arbeitsvermittlung beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Oberuzwil und zum Leistungsbezug bei der
Arbeitslosenversicherung auf den 1. Dezember 2007 an (act. G 3.1.C29). In der Folge
nahm der Versicherte an mehreren Integrationsmassnahmen teil (act. G 3.1.C18/C20).
Am 1. März 2008 trat er eine Anstellung als Verkaufssachbearbeiter bei der A._ in
Z._ an (act. G 10). Für diese Stelle genehmigte das RAV mit Verfügung vom 31. März
2008 Einarbeitungszuschüsse für insgesamt sechs Monate (act. G 3.1.C17/C16/C15).
Mit Schreiben vom 2. Juni 2008 kündigte der Versicherte das Arbeitsverhältnis auf den
30. Juni 2008 mit der sinngemässen Begründung, er sei an dieser Stelle überfordert
gewesen (act. G 3.1.C4).
A.b Auf Anfrage des RAV nahm die Arbeitgeberin mit Schreiben vom 13. Juni 2008
Stellung zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Sie erklärte, dass die C._-
Technologie sehr komplex sei und sie von Anfang an gewusst habe, dass der
Versicherte kein "Blitz" sei und sicher mehr Einarbeitungszeit benötigen würde. Gerade
deshalb habe eine strukturierte und zielgerichtete Einführung stattgefunden. In der
ganzen Einarbeitungsphase habe der Versicherte nie erwähnt, überfordert zu sein.
Auch hätten sie nicht gewusst, dass er die Stellensuche wieder aufgenommen habe. Im
Laufe des gemeinsamen Probezeitgespräches sei schliesslich klar geworden, dass er
keine Zukunft bei der Firma sehe und deshalb das Arbeitsverhältnis aufgelöst habe.
Zwar habe sie diese Entscheidung akzeptiert, sei darüber jedoch überrascht gewesen
(act. G 3.1.C1).
A.c Die Kantonale Arbeitslosenkasse gewährte dem Versicherten am 26. Juni 2008
rechtliches Gehör und forderte weitere Unterlagen ein (act. G 3.1.C69). Mit
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Stellungnahme vom 5. Juli 2008 erklärte der Versicherte sinngemäss, sein Fachwissen
hätte nicht den Stellenanforderungen eines Verkaufssachbearbeiters bei der A._
genügt. Trotz Einarbeitungsplan, Selbststudium der physikalischen Materie zu Hause
und wiederholter Gespräche mit der Geschäftsleitung habe er eine befriedigende
Erfüllung seiner Aufgaben nicht gesehen. Schlüsselerlebnis sei dabei die Messe in
Z._ gewesen, wo ihm nicht ein einziges Verkaufsgespräch gelungen sei.
Konsequenterweise habe er das Arbeitsverhältnis aufgelöst; aufgrund gewisser
Unsicherheiten habe er aber bereits vor Z._ Stellenbewerbungen versandt. Hätte er
das Arbeitsverhältnis weitergeführt, so wäre dies aufgrund falscher Tatsachen
geschehen, was bei dieser Arbeitgeberin nicht toleriert würde. Schliesslich betonte der
Versicherte, die Auflösung von sich aus gewünscht zu haben (act. G 3.1.A4).
A.d Mit Verfügung vom 17. Juli 2008 stellte die Kantonale Arbeitslosenkasse den
Versicherten für 25 Tage mit Wirkung ab 1. Juli 2008 in der Anspruchsberechtigung ein.
Als Begründung führte sie an, die vorgebrachten Argumente des Versicherten
rechtfertigten die Selbstaufgabe der Stelle nicht. Insbesondere hätten aufkommende
Probleme vorgängig mit der Arbeitgeberin besprochen werden müssen, was vorliegend
nicht erfolgt sei. Deshalb sei von einem mittelschweren Verschulden des
Beschwerdeführers an der eigenen Arbeitslosigkeit auszugehen (act. G 3.1.A3).
A.e Hiergegen erhob der Versicherte am 19. Juli 2008 Einsprache und erklärte
abermals, den fachlichen Anforderungen der Stelle nicht genügt zu haben. Das
Personalvermittlungsbüro B._ in Y._ habe ihm diese Tätigkeit vorgeschlagen.
Anfängliche Bedenken, ob er das hierfür notwendige Wissen innert nützlicher Frist
erwerben könne, seien zerstreut worden. Daraufhin habe er die Stelle angenommen
und versucht, sich das notwendige Wissen im Selbststudium anzueignen, was aber
nicht von Erfolg gekrönt gewesen sei. Schliesslich sei er nicht im Stande gewesen, das
Gelernte umzusetzen. Weiter sei ihm nur ein leichtes Verschulden anzulasten, da er
bezüglich seiner fehlenden Fachkenntnisse immer ehrlich gewesen sei. Auch sei zu
berücksichtigen, dass die Arbeitgeberin mehrere Bewerber zur Auswahl gehabt hätte
und ihn trotz der fachlichen Wissenslücken eingestellt habe. Schliesslich habe er
versucht, die Tätigkeit zu meistern, um aus der Arbeitslosigkeit zu kommen, leider
jedoch wenig erfolgreich. Aus diesen Gründen seien ihm höchstens sieben Einstelltage
anzulasten (act. G 3.1.A2).
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A.f Mit Einspracheentscheid vom 4. August 2008 wies die Kantonale
Arbeitslosenkasse die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie an, dass zum einen
seitens der Arbeitgeberin keine Auflösung des Arbeitsverhältnisses gewünscht
gewesen sei. Zum anderen sei das subjektive Überforderungsgefühl des Versicherten
noch kein genügender Beweggrund, ein Arbeitsverhältnis von sich aus aufzulösen,
ohne dass eine andere Stelle zugesichert worden sei. Es könnten aber entschuldbare
Gründe berücksichtigt werden, weshalb nur ein mittelschweres Verschulden
angenommen worden sei. Die Einstellung von 25 Tagen sei dementsprechend
angemessen (act. G 3.1.A1).
B.
Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 14. August 2008
mit dem Antrag, es sei von einem leichten Verschulden auszugehen und es seien
maximal sieben Einstelltage anzuordnen. Zur Begründung macht der
Beschwerdeführer geltend, er habe sein Fachwissen im physikalischen Bereich nicht in
dem Umfang erweitern können, wie dies vorgesehen gewesen sei. Deshalb hätte er die
Belegschaft mehr belastet statt entlastet, wodurch das kollegiale Arbeitsverhältnis
unter den Mitarbeitern gestört worden sei. Zudem habe die Stelleninhaberin nur noch
eine Woche für seine Einarbeitung zur Verfügung gestanden, danach hätte er alle
Aufgaben alleine bewältigen müssen. Auch sei die Probezeit dazu da, herauszufinden,
ob eine Zusammenarbeit passe. Weil das vorliegend nicht zugetroffen habe, habe er
die ergebnislose Übung abgebrochen, bevor ein grosser Schaden hätte entstehen
können, und mit der Stellenaufgabe verantwortungsvoll gehandelt (act. G 1).
C.
Im Rahmen der Beschwerdeantwort vom 8. September 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und führt an, dass kein
entschuldbarer Grund für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch den
Beschwerdeführer gegeben sei. Das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers, der
Stelle fachlich nicht gewachsen zu sein, mache das Arbeitsverhältnis noch nicht
unzumutbar, insbesondere vor dem Hintergrund einer ausführlichen
Einarbeitungsphase durch die Arbeitgeberin sowie der Auffassung derselben, eine
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Auflösung des Arbeitsverhältnisses wäre nicht notwendig gewesen. Weil die Kündigung
aber während der Probezeit mitgeteilt worden sei, sei diese weniger streng beurteilt
worden (act. G 3).
D.
Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik vom 6. Oktober 2008 an seinen Begehren
fest und verweist des Weiteren auf die Beschwerde vom 14. August 2008 sowie auf
den Probezeitbericht vom 2. Juni 2008. Aus diesen Dokumenten gehe hervor, dass er
die notwendigen Fachkenntnisse überhaupt nicht erworben habe, weswegen eine
Reduktion der Einstelltage zu erfolgen habe (act. G 5).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der
Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR
837.02]).
1.2 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe findet das sozialversicherungsrechtliche
Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der Zumutbarkeit. So kann es der
versicherten Person nicht zugemutet werden, eine Stelle, die nicht angemessen auf ihre
Fähigkeiten Rücksicht nimmt, beizubehalten (Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG). Dabei kommt
es nicht auf die eigentlichen beruflichen Fähigkeiten, sondern vielmehr auf die
körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Fertigkeiten an, die sich der Versicherte –
auf welche Art und Weise auch immer – erworben hat. Zwar darf die Arbeit das
Fähigkeits- und Fertigkeitsniveau des Versicherten allenfalls unterbeanspruchen,
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überfordern darf es ihn hingegen nicht (vgl. Gerhard Gerhards, Kommentar zum
Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Bd. I, Bern/Stuttgart 1988, Art. 16 N 15b f.).
1.3 Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe
der Stelle im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend
Übereinkommen; SR 0.822.726.8) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober
1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen
der Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden,
wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre
Beschäftigung freiwillig ("volontairement") und ohne triftigen Grund ("sans motif
légitime") aufgegeben hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und
klar ist, ist sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen
über den Erlass einer Einstellungsverfügung vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Damit dürfen
bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine
überhöhten Anforderungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz
gestellt werden; insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive
Beweggründe der versicherten Person zu berücksichtigen (Jacqueline Chopard, Die
Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80). Auch kann nicht
von einer freiwilligen Beschäftigungsaufgabe im Sinn des Übereinkommens
gesprochen werden, wenn eine versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom
Arbeitgeber oder durch die Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird.
Gleiches gilt für den Fall, da die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime
Gründe zu nennen vermag (BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
2.
2.1 Unbestritten ist die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit freiwillig,
d.h. "volontairement" aufgegeben hat. So gibt der Beschwerdeführer in seiner
Stellungnahme vom 5. Juli 2008 selbst an, die Auflösung des Arbeitsverhältnisses
käme alleine von seiner Seite. Die Arbeitgeberin zeigte sich vom Kündigungsentscheid
dementsprechend überrascht (vgl. G 3.1.A4/C1). Zu prüfen ist hingegen, ob der
Beschwerdeführer seine Anstellung ohne triftigen Grund, d.h. "sans motif légitime"
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aufgegeben hat bzw. ob es ihm zumutbar gewesen wäre, die Tätigkeit weiterhin,
mindestens bis zu einer neuen Anstellung, auszuüben.
2.2 Die A._ ist ein der Technologiebranche zugehöriges Unternehmen und bezweckt
gemäss Handelsregisterauszug in der Hauptsache den Handel mit und die Fabrikation
von Maschinen und Apparaten der A._-Gruppe, insbesondere von D._ und C._,
in der Schweiz. Die Komplexität der C._-Technologie wird von ihr selbst auch nicht in
Frage gestellt (vgl. act. G 3.1.C1). Im Hinblick auf überzeugende Verkaufsgespräche
sowie Verkaufsauftritte bei Messen ist anzunehmen, dass ein Bewerber für die Stelle
als Verkaufssachbearbeiter idealerweise gewisse Kenntnisse der Physik bzw. der
technischen Zusammenhänge mitbringt oder aber sich diese Kenntnisse aneignet.
Der Beschwerdeführer, Jahrgang 1956, ist gelernter Kaufmann (act. G 8). Diese
Tätigkeit übte er auch zuletzt aus, wobei die Kernkompetenzen beim letzten
Arbeitgeber in den Bereichen Einkauf, Rechnungskontrolle sowie Kontierung lagen (vgl.
act. G 3.1.C28). Trotz anfänglicher Bedenken des Beschwerdeführers bezüglich der
physikalischen Grundlagen befasste sich dieser eingehend mit der Materie der C._
(vgl. act. G 3.1.C1/C2 Ziffer 2). Von Seiten der Arbeitgeberin wurde er ebenfalls
unterstützt. Die Einarbeitung am Arbeitsplatz wurde strukturiert und die
Geschäftsleitung führte mehrere Standortgespräche mit dem Beschwerdeführer durch.
Auch wurden dem Beschwerdeführer Unterlagen zur physikalischen Materie zur
Verfügung gestellt, welche er zu Hause studieren konnte. Zudem sprach das RAV dem
Beschwerdeführer für sechs Monate Einarbeitungszuschüsse zu (vgl. act. G 3.1.C15/
C17/C16). Insofern wurde von allen Seiten viel unternommen, um den
Beschwerdeführer angemessen in seine Tätigkeit einzuführen. Trotzdem blieb die
physikalische Materie dem Beschwerdeführer weiterhin fremd, was insbesondere im
Probezeitgespräch zwischen dem Beschwerdeführer und der Arbeitgeberin am 2. Juni
2008 thematisiert wurde (vgl. G 3.1.C2; zum Datum des Gespräches vgl. act. G 3.1.A4
und A6). Dabei hätte vom Beschwerdeführer erwartet werden können, nach der
Aussprache mit der Geschäftsführung im Rahmen des Probezeitgesprächs einen
adäquaten Lösungsweg zu suchen, insbesondere da die Arbeitgeberin zu keinem
Zeitpunkt eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses erwähnte. Auch war nach Angaben
des Beschwerdeführers ein sechsmonatiger Einarbeitungsplan vorgesehen (act. G
3.1.A4).
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2.3 Es ist durchaus verständlich, dass der Beschwerdeführer nach der Hälfte seiner
Einarbeitungszeit in der C._-Technologie noch nicht sattelfest war und deshalb
Selbstzweifel aufkamen. Diesen Umstand hätte der Beschwerdeführer jedoch frühzeitig
der Arbeitgeberin kommunizieren sollen, so dass verschiedene Lösungsmöglichkeiten
hätten diskutiert werden können. Zudem wäre es dem Beschwerdeführer zuzumuten
gewesen, die Einarbeitungszeit auszuschöpfen statt sofort seine Stelle zu kündigen.
Auch wenn der Beschwerdeführer sich subjektiv überfordert fühlte, so ist in Anbetracht
der zahlreichen Hilfestellungen sowohl von der Arbeitgeberin als auch von den
Behörden sowie in Anbetracht der Tatsache, dass erst drei von sechs
Einarbeitungsmonaten verstrichen waren, objektiv noch nicht von einer unzumutbaren
Stelle auszugehen. Mithin ist kein triftiger Grund für die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses bzw. keine Unzumutbarkeit der Arbeitsstelle gemäss Art. 16 Abs. 2
AVIG i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV i.V.m. Art. 20 lit. c IAO gegeben. Es wäre dem
Beschwerdeführer somit aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht zuzumuten
gewesen, die Stelle zumindest bis zu einer neuen Anstellung zu behalten. Demnach ist
die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter
Arbeitslosigkeit zu Recht erfolgt.
2.4 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei
mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV).
Ein schweres Verschulden liegt namentlich dann vor, wenn eine versicherte Person
ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer
neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (Art. 45 Abs. 3 AVIV).
Die Beschwerdegegnerin hat vorliegend, unter Berücksichtigung der Kündigung des
Arbeitsverhältnisses am Schluss der Probezeit, ein mittelschweres Verschulden
angenommen. Die Rechtsprechung hat diesbezüglich festgehalten, dass eine
Kündigung während der arbeitsvertraglichen Probezeit im Allgemeinen weniger streng
zu beurteilen ist als eine Kündigung nach deren Ablauf. Dies ergebe sich aus dem
Zweck der Probezeit, welche es den Parteien nicht nur ermögliche, das
Vertragsverhältnis unter erleichterten Bedingungen aufzulösen, sondern ihnen in erster
Linie eine Bedenkzeit einräume, während der sie Gelegenheit hätten, sich gegenseitig
kennenzulernen und zu prüfen, ob das Anstellungsverhältnis den gegenseitigen
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Erwartungen entspreche (EVG-Urteile vom 16. September 1998 [C 199/98] und vom
16. Februar 2001 [C 15/00]). Im konkreten Fall kam der Beschwerdeführer gegen Ende
der arbeitsvertraglichen dreimonatigen Probezeit zunehmend zur Überzeugung, die an
dieser Stelle in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen zu können. Er sah sich
ausserstande, ein konstruktives Verkaufsgespräch zu führen, weil ihm das
physikalisch-technische Wissen im Zusammenhang mit dem Produkt C._ fehlte und
er sich dieses Wissen trotz umfassender arbeitgeberseitiger und eigener Bemühungen
zumindest bis zu diesem Zeitpunkt nicht genügend anzueignen vermochte. Da er der
festen Meinung war, an dieser Stelle gescheitert zu sein, entschloss er sich zur
Kündigung. Auch wenn die geplante Einarbeitungsphase von sechs Monaten im
Zeitpunkt der Kündigung noch nicht abgeschlossen und für die Arbeitgeberin die
Überforderungssituation nicht gleichermassen offenkundig war, ist es nachvollziehbar,
dass der Beschwerdeführer diese Erprobungsphase zulasten der ihm wohlwollend
gesinnten Arbeitgeberin nicht mehr fortsetzen wollte. Bei den vorliegenden
Gegebenheiten kann dem Beschwerdeführer somit kein schweres oder mittelschweres
Verschulden zur Last gelegt werden. Vielmehr rechtfertigt es sich, das Verhalten des
Beschwerdeführers dem leichten Verschulden zuzuordnen und die Einstellungsdauer
auf 12 Tage festzulegen.
3.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht