Decision ID: 45b6d55e-bc9d-5d4c-a40e-ece8a7ff3581
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, arbeitete ab August 1996
vollzeitlich
bei der Bäcke
rei
Y._
als Packmaschinenführer
(Fragebogen für
Arbeitgebende
,
Urk.
5/8). Im September 2011 begab er sich wegen
Rückenbeschwerden
in ärztliche Be
handlung
, und es wurde eine Diskushernie im Bereich L3/4 festgestellt (Bericht
der
Klinik Z._
über die Magnetresonanztomographie der
Len
den
wirbelsä
ule
vom
7.
September 2011
,
Urk.
5/14/27).
Nach der Behandlung mit Kortison
-I
njektionen trat eine Blutzuckerentgleisung auf, zu deren Abklä
rung und Behandlung
X._
vom 1
1.
bis zum 1
6.
September 2011 im Spital
A._
hospitalisiert war (Austrittsbericht vom 1
9.
September 2011,
Urk.
5/14/14-18
).
Später wurde ein Zusammenhang mit der medikamentösen Therapie der seit 2005 bekannten HIV-Infektion vermutet (Bericht des
B._
, Klinik für Endokrinologie, vom 1
3.
Dezember 2011,
Urk.
5/14/19-21; Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Me
diz
in, vom 2
1.
Dezember 2011, Urk.
5/14
/22-2
3
).
1.2
Im weiteren Verlauf
persistierten M
uskelschmerzen am ganzen Körper.
Mitte Mai 2012 reduzierte
X._
sein Arbeitspensum am bisherigen Arbeitsplatz gesundheitsbedingt auf 50
%
(vgl.
Urk.
5/8/2), und am 2
8.
Mai 2012 meldete er sich bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
5/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, holte den hausärztlichen Bericht von
Dr.
med.
D._
vom 2
9.
August 2012 ein (
Urk.
5/
14/
6-11)
; zwischenzeitlich hatten im Mai/Juni 2012 Abklärungen im
B._
, Klinik
und Poliklinik
für I
nnere Medizin, stattgefun
den
(Bericht des
B._
vom 1
4.
September 2012,
Urk.
5/17/9-13
)
, es war eine
Magnetresonanztomographie des Gehirns wegen Klagen über Ver
gesslichkeit und Desorientierung
erstellt worden
(Bericht des
B._
, Klinik für Neuroradiologie, vom 1
9.
Juni 2012
, Urk.
5/14/25-26),
und
X._
war
gastroenterologisch
und neurologisch untersucht worden (
Be
richt von
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt für Gastroente
rologie und Innere Medi
zin, vom 1
1.
Juli 2012,
Urk.
5/14/12; Bericht des
F._
vom 1
2.
Juli 2012,
Urk.
5/14/13
;
Bericht von Dr.
med.
G._
, Spezialärztin für Neurologie, vom
1
5.
Juli 2012, Urk.
5/14/28-30).
Vom 1
6.
September bis zum
6.
Oktober 2012 hielt sich
X._
in der
Klinik H._
zur
psychsomatischen
Rehabilitation auf (
Austritts
be
richt
vom
1.
November 2012,
Urk.
5/17/3-6; Austrittsbericht Physiotherapie vom
4.
Oktober 2012,
Urk.
5/17/7-8
).
Des Weiteren teilte Dr.
med.
I._
,
Spezialarzt
für Psychia
trie und Psychotherapie, am 19.
November 2012 mit, dass
X._
seit Frühjahr 2012 wegen einer depressiven Entwicklung bei ihm
in Behandlung stehe (
Urk.
5/16). Die IV-Stelle führte daraufhin
drei
Tele
fonge
spräch
e
mit
Dr.
I._
(Telefonnotiz
en
vom 5.
Dezember 2012
und
so
wie
vom 2
5.
Januar
und vom 2
8.
März
2013
, Urk.
5/23/8
und
Urk.
5/21
), und am 1
1.
Februar 2013 wurde
X._
auf Veranlassung von
Dr.
I._
hin neuropsychologisch untersucht (Bericht von
Dr.
med.
J._
, Spezialärztin für Neurolo
gie, vom 1
4.
Februar 2013, Urk.
5/20).
Am 2
4.
April 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass Eingliede
rungs
massnahmen aufgrund seiner aktuellen gesundheitlichen Situation zur Zeit
nicht möglich seien (
Urk.
5/22)
.
1.3
In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten durch die MEDAS
K._
polydisziplinär begutachten (Gutachten von
Dr.
med.
L._
, Spezial
arzt für Innere Medizin und Endokrinologie sowie
Diabetologie
, und
Dr.
med. M._
, Spezialarzt für Rheumatologie, vom 2
9.
Januar 2014 mit dem psychiat
rischen Kons
iliarbericht von
pract
. med. N._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
8.
November 2013, dem rheumatologischen Konsi
liar
bericht von
Dr.
med.
O._
, Spezialarzt für Rheumatologi
e, vom
1
5.
November 2013,
dem neurologischen Konsiliarbericht von
Dr.
med.
P._
, Spezialärztin für
Neurologie, vom 31.
Oktober 2013
und dem neurologi
schen Konsiliarbericht von
lic
. phil.
Q._
und
lic
. phil.
R._
vom
2.
November 2013,
Urk.
5/38).
Die IV-Stelle holte die Stellungnahme
ihres RAD-Arztes med.
pract
.
S._
, Facharzt für Arb
eitsmedizin, vom 1
4.
Februar 2014 ein (Urk.
5/43/4-5) und liess durch ihn zusätzlich eine Beurteilung der Arbeitsfähig
keit unter Ausklam
me
rung der psychiatrischen Diagnosen erstellen (Stellung
nahme von med.
pract
.
S._
vom
1
5.
März 2014,
Urk.
5/43/6-7).
Mit Vorbescheid vom 1
9.
März 2014 eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, dass er bei einem Invaliditätsgrad von 14
%
keinen Anspruch auf eine Rente habe und sie sein Rentenbegehren daher abzuweisen gedenke (
Urk.
5/45). Der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Philip
Stolkin
, liess mit Eingabe vom
5.
Mai 2014 zum Vorbescheid Stellung nehmen
und beantragen, ihm sei eine ganze („vollschichtige“) Rente zu gewähren (
Urk.
5/47). Nachdem die IV-Stelle die weitere Stellungnahme von med.
pract
.
S._
vom 1
7.
Mai 2014 einge
holt hatte (
Urk.
5/49/2), entschied sie mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2014 im Sinne ihres Vorbescheids und verneinte den Anspruch des Versicherten auf eine Rente (
Urk.
2 =
Urk.
5/50).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
8.
Mai 2014 liess der Versicherte durch Rechtsan
walt Philip
Stolkin
mit Eingabe vom
2.
Juli 2014 Beschwerde erheben (
Urk.
1)
und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und ihm sei eine Rente basie
rend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
zuzugestehen, eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S.
2). In prozessualer Hinsicht liess er den Antrag auf Einvernahme der Ärzte
I._
und
C._
als sachverständige Zeugen stellen (
Urk.
1 S.
2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
5.
September 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4). In der Replik v
om
9.
Oktober 2014 liess der Versicherte an s
einen Anträgen festhalten (Urk.
9)
und berief sich insbesondere auf ein Gutachten von Prof.
Dr.
med.
P.
Henning
sen, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psycho
therapie in München,
zuhanden der Rechtsanwälte für Unfallopfer und Privat- und Sozial
versicherte in Basel vom Mai 2014 (
Urk.
10). Die IV-Stelle verzichtete mit Ein
gabe vom 1
4.
November 2014 auf die Erstattung einer Duplik (
Urk.
12).
Mit Verfügung vom 3
0.
September 2015 wurde den Parteien Gelegenheit
gege
ben, unter dem Blickwinkel der
neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den
Auswirkungen
der sogenannten
path
ogenetisch
-ätiologisch unklaren
syn
dro
ma
le
n
Beschwerdebild
ern
ohne nachweisbare organische Grundlage
Stellung zu nehmen (
Urk.
14). Der Versicherte machte davon mit Eingabe vom
3.
D
ezember 2015 Gebrauch und liess den Antrag stellen, das Gericht möge ein
Fachgut
achten
bei einer anerkannten Fachperson der Psychosomatik in Auftrag geben (
Urk.
18). Zudem liess er
weitere Unterlagen ein
reichen
, nämlich einen Bericht der Klinik
T._
vom
1.
September 2015 über eine stationäre psychoso
matische Rehabilitation von Ende Juni bis Mitte Juli 2015 (
Urk.
19/2) und einen
Ver
laufs
bericht
von
Dr.
I._
vo
m
8.
November 2015
(
Urk.
19/1). Die IV-Stelle
äussserte
sich mit Eingabe vom
3.
November 2015 (
Urk.
17). Mit Verfü
gung vom
7.
Dezember 2015 wurde der IV-Stelle Gelegenheit zur Stellung
nahme zu den neu eingereichten Unterlagen des Versicherten gegeben (
Urk.
20); sie
ver
zichtete mit Eingabe vom 1
8.
Dezember 2015
darauf (
Urk.
22). D
er Versi
cherte
liess
mit Eingabe vom 2
8.
Januar 2016 von sich aus eine Stellungnahme
zur Eingabe der IV-Stelle vom
3.
November 2015
erstatten (Urk.
25).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG])
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arb
eitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen
(
Art.
7
Abs.
2 Satz 1 ATSG)
. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überw
indbar ist (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG).
1.2
Im Hinblick auf das Erfordernis in
Art.
7
Abs.
2
Satz 2
ATSG
hatte
das Bundes
gericht
die Arbeitsunfähigkeit bei bestimmten Leiden
seit dem Jahr 2004
nach
besonderen Grundsätzen
beurteilt
.
Es
hatte
diese Leiden
unter dem Begriff der p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebilder ohne nach
weis
bare organische Grundlage
zusammen
gefasst
und
fest
gestellt
, es seien dies
Störungen,
die sich hinsichtlich ihrer invalidisierenden Wirkung einer ob
jek
ti
ven Beurteilung weit
gehend entzögen
, weil sie
in erster Linie
auf den An
gaben der Patienten basier
t
en
(BGE 139 V 547 E. 5.9).
Das Bundesgericht war weiter zum
Schluss
gelangt
, dass
s
olche Störungen
k
einen
direkten Nachweis einer anspruchsbegründen
den Arbeitsunfähigkeit
erlaubten
und der
Nachweis
daher
indirekt, gestüt
zt auf Indizien, zu erbringen
sei, wobei bei Beweislosigkeit ver
mutet werde, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisie
rend auswirke
(
BGE 139 V 547 E. 7.2 und E. 8.1).
Für diesen Nachweis hat
te
das Bundesgericht in Anlehnung
an eine bestimmte medizinisch
e Lehrmeinung
(vgl. BGE 139 V 547 E.
3.2.3
mit Hinweis auf Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen, SZS 1996 S.
486 ff.)
besondere Kriterien aufgestellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfüllt sein
mussten
(BGE 137 V 64 E. 4.1). Als
Haupt
krite
rium
hatte
das Bundesgericht eine psychische Komorbidität
genannt
, also die
Diagnose einer weiteren, von der
pathogenetisch
-ätiologisch
unklaren Stö
rung
zu unterscheidenden psychischen Krankheit von erheblicher Schwere, Aus
prä
gung und Dau
er.
Für den Fall
des Fehlens einer
psychischen Komorbidität
hatte
das Bundesgericht
weitere Faktoren
bezeichnet
, die bei entsprechender Intensi
tät auf eine Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit
hatten
hinweisen
können
, nämlich chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein
en mehrjährigen
Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dau
ernde Rückbildung, ein
en
ausgewiesenen sozialen
Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein
en
verfestigten
, the
rapeutisch nicht mehr angehbaren
in
nerseelischen
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbewältigung (sogenannter primärer Krankheitsgewinn, "Flucht in die Krank
heit") sowie unbefriedigende Ergebnisse trotz konsequent durchgeführter am
bulanter oder stationärer Behandlungs- oder Rehabilitationsbemühungen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versic
herten Person (BGE 139 V 547 E. 9.1.1, 137 V 64
E. 4.1, 131 V
49 E.
1.2, 130 V 352 E.
2.2.3).
Ursprünglich hatte das Bundesgericht diese Kriterien für die Diagnose der
an
haltenden
somatoformen
Sch
merzstörung
(Code
F45.4 der Internationalen Klassi
fikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10)
ent
wickelt, später hatte es sie auf alle p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Be
schwerdebilder
im dargelegten Sinne ausgedehnt (vgl. die Kasuistik in BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 139 V 547 E. 2.2). Das
Bundesgericht
hatte den
Kriterien norma
tiven Charakter zugeschrieben und dazu festgehalten, der ursprüngliche Katalog fachpsychologischer Prognosekriterien habe sich zu einem rechtlichen
Anfor
derungsprofil
verselbständigt (vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
1.3
Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015
(BGE 141 V 281)
hat das Bundesgericht
- unter anderem unter Berücksichtigung des vorliegend mit der Replik einge
reichten Gutach
t
ens von Prof. Henningsen (
Urk.
10) -
entschieden, an der bishe
rigen Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage nicht länger fest
zuhalten und die sogenannte Überwindbarkeitsvermutung aufzugeben. Statt
dessen hat das Bundesgericht unter Aufstellung von Standardindikatoren ein
en
neue
n
Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen die Auswirkungen solcher
Be
schwerdebilder
zu ermitteln sind.
Er
präsentiert sich wie folgt
(BGE 141 V 281 E. 4.1.3 und E. 6)
:
Kategorie „fu
nktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserf
olg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, p
ersönliche Res
sourcen
)
Kompl
ex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesich
tspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewi
esener
Lei
dens
druck
Diese
r
Raster verzichtet insbesondere auf den
Begriff des primären
Krank
heitsgewinnes
und
auf
die Bedeutung
der psychiatrische
n Komorbidität als
Haupt
kriterium
(vgl. BGE 141 V 281 E. 6)
. Hingegen schreibt das Bundesgericht dem neuen Raster
wiederum
normativen
Charakter
zu, weist jedoch darauf hin, dass es
die
Aufgabe de
r medizinischen Fachpersonen sei
, innerhalb der ein
schlägigen Indikatoren
das Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und E. 5.2). Des Weiteren müssen d
ie
funktionellen Einschränkungen
nach wie vor
m
it überwiegender Wahrsc
heinlichkeit nachgewiesen sein
- nun
mehr anhand der neuen Standardindikatoren -
, und es ist die versicherte Person,
welche die Beweislast dafür trägt (vgl. BGE 141 V 281 E. 6)
.
Was die Beweismittel betrifft, so verlieren Gutachten, die vor der dargelegten Rechtsprechungsänderung eingeholt worden s
ind, gemäss den Ausführungen des
Bundesgerichts nicht zwangsläufig ihren Beweiswert. Vielmehr soll im einzelnen Fall geprüft werden, ob diese Gutachten, allenfalls zusammen mit
wei
te
ren fachärztlichen Berichten
,
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der mass
geb
lichen In
dikatoren erlauben.
Dabei weist das Bundesgericht auch auf die Möglichkeit hin,
punktuelle Ergänzung
en einzuholen
(
vgl.
BGE 141 V 281 E.
8).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer entgegen der angefochtenen Verfügung vom 2
8.
Mai 2014 (
Urk.
2) Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
ging
beim Erlass der
angefochtenen
V
erfügung
von der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im polydisziplinären
Gutachten der MEDAS
K._
vom 2
9.
Januar 20
14 (
Urk.
5/38)
aus
(
Urk.
2 S. 2).
Die Gutachter gelangten zum Schluss, der Beschwerdeführer
sei für die aktuelle Tätigkeit an der Packmaschine einer Grossbäckerei nur noch zu 50
%
arbeitsfä
hig, mit einer Hebe- und
Traglimite
von (gelegentlich) 20 kg, wobei hier die rheumatologischen und neurologischen, weniger die psychiatrischen Befunde limitierend wirkten. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit - be
schrieben als körperlich leichte und bisweilen mittelschwere Tätigkeit in
Wech
selposition
, ohne Verrichtungen kranial des Kopfes mit
reklinierter
Halswirbel
säule
und ohne Verrichtungen mit länger dauernd vorgeneigtem oder abge
drehtem Oberkörper sowie ohne ausschliesslich sitzende oder stehende
Zwangs
haltungen
und ohne erhöhte Anforderungen an die manuelle Feinmotorik
- legten
die Gutachter auf 70
%
fest, wobei hierbei die psychiatrischen Befunde die Grenzen setzten (
Urk.
5/38/19).
In Abweichung von der medizinischen Beurteilung hielt die
Beschwerdegegne
rin
die psychiatrischen Befunde aus rechtlicher Sicht nicht für relevant für die Invaliditätsbemessung
. Sie legte ihrem Entscheid daher nur die körperlich be
dingten Einschränkungen zugrunde, nahm also nach Rücksprache mit
pract
. med.
S._
(vgl.
Urk.
5/38/6-7) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer kör
perlich angepassten Tätigkeit der im Gutachten umschriebenen Art an (
Urk.
2 S.
2)
.
2.3
2.3.1
Die somatisch-medizinischen Ausführungen der MEDAS-Gutachter leuchten in Bezug auf die erhobenen Befunde, die gestellten Diagnosen und die Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit ein.
2.3.2
Als organische Ursachen für die geklagten Schmerzen beschrieben der Rheu
matologe und die Neurologin aufgrund einer aktuellen
Magnetresonanz
to
mo
gra
phie
vom Oktober 2013 eine grosse Diskushernie auf der Höhe C4/5
mit
Myelon
kompression
sowie
Diskusprotrusionen
im Bereich C3-
7.
Des Weiteren wiesen sie auf die Diskushernie der Lendenwirbelsäule (L3/4) hin, die im September 2011 festgestellt worden war (vgl.
Urk.
5/14/27). Dem Befund an der Halswirbelsäule schrieben sowohl der Rheumatologe als auch die Neurologin
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
zu, der Rheumatologe
bezeichnete auch den Zustand nach dem akuten
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom vom September 2011 als einschränkend (
Urk.
5/38/37-39 und
Urk.
5/38/
48-49).
2.3.3
Die beide
n
somatischen
Konsiliargutachter
stimmten aber darin überein, dass sie die Schmerzangaben des Beschwerdeführers nicht vollumfänglich auf orga
nisch
e Befunde zurückführen konnten.
Der Rheumatologe
Dr.
O._
hielt fest,
die persistierenden lumbalen Rückenschmerzen könnten durch den kernspintomographischen Befund nicht hinreichend erklärt werden und auch die
Diskushernie der Halswirbelsäule mit der hochgradigen Kompression des zervikalen
Myelons
vermöge die gesamte Symptomatik höchs
t unwahrscheinlich zu erklären, sodann sei
ein Zusammen
hang mit der HIV-Erkrankung oder mit deren Therapie aufgrund der Aktenlage ebenfalls unwahrscheinlich, eine rheumaimmunologische Erkrankung mit Befall der Muskulatur könne aufgrund der stattgehabten Abklärungen und der jetzigen Untersuchung ausgeschlossen werden und
schliesslich könne er die angegebene
diffuse Oberflächenhypästhesie im Ber
e
ich des Unterbauchs und der Beine von seinem Fachgebiet aus ni
cht erklären (
Urk.
5/38/42-43).
Die neu
rologische
Konsiliargutachterin
Dr.
P._
wies auf den vorangegange
nen neurologischen Bericht von
Dr.
G._
vom Juli 2012 hin, in welchem die Ärztin
die Symptomatik einer allgemeinen Muskelschwäche mit Muskel
schmerzen und weiteren unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen in Zusammenhang mit einer de
pressiven Entwicklung im Rahmen einer psychosozialen Überlastungssituation gebracht hatte, hingegen weder klinisch noch labordiagnostisch oder
elektro
diag
nostisch
ausreichende Hinweis
e
auf eine strukture
l
le
Myopathie
bezieh
ungs
weise eine neuromuskuläre Übertragungsstörung gefunden hatte (vgl.
Urk.
5/14/29).
Dr.
P._
bezeichnete ihren aktuellen Eindruck und die von ihr erhobenen klinischen Befunde als damit übereinstimmend und konnte keine neuen Aspekte hinsichtlich des chronischen und am ehesten als psychosoma
tisch beurteilten Schmerzsyndroms
ausmachen, das für sie klinisch im Vorder
grund stand (
Urk.
5/38/51).
2.3.4
Entgegen der Rüge in der Beschwerdeschrift
(
Urk.
1 S.
9) kann nicht gesagt wer
den, die Gutachter
seien der Frage nach organischen Hintergründen der ge
klagten Schmerzen nicht ausreichend nachgegangen und hätten sich ungenü
gend mit den verschiedenen somatisch begründeten Befunden auseinanderge
setzt.
Denn
die
Gutachter
hatte
n
die ihnen
zur Verfügung gestellten medizini
schen Unterlagen mit den aktuellsten Berichten vervollständigt und hatte
n
so erfahren, dass
Dr.
G._
im April 2013 zusätzlich zu den
umfassende
n neu
rologischen
Abklärungen
vom Juli 2012
eine weitere neurol
o
g
ische Untersu
chung mit EEG durchgeführt
hatte und dass
im Juni 2013 eine ausführliche stationäre Abklärung
im
B._
stattgefunden
hatte
, bei der
weder
aus
rheumatologisch-immunologischer noch aus
neurologischer
oder aus
infektiologischer
Sicht Hinweise für eine somatische Ursache der geklagten Muskelschmerzen und der körperliche
n
Schwäche und Müdigkeit hatte
n
gefun
den werden können
(
Urk.
5/38/
40-41 und
Urk.
5/38/
51)
, dies in Übereinstim
mung mit den Untersuchungsergebnissen im Bericht des
B._
vom 1
4.
September 2012 (
Urk.
5/17/9-11)
.
Dabei
war d
ie Frage nach einem Zusammenhang der Beschwerden mit der HIV-Medikation
entgegen der An
nahme des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 9)
sehr wohl gestellt, aber für sehr u
n
wahrscheinlich gehalten
worden
(
vgl. Urk.
5/38/41).
Des Weiteren waren kurz
vor der Begutachtung Magnetresonanztomographien der Brustwirbelsäule (August
2013
;
Urk.
5/38/48
) und der Halswirbelsäule (
Oktober
2013
;
Urk.
5/38/49
)
erstellt worden, und
der
neue Befund einer Diskushernie
auf der H
öhe C4
/
5
floss, wie schon dargelegt, in die Beurteilungen der Gutachter ein.
Ferner
bezo
gen die Gutachter auch die internistischen Diagnosen der HIV-Infektion
mit der entsprechenden Therapie
und des Diabetes mellitus
in ihre Beurteilung ein, massen diesen Diagnosen jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf die
Arbeits
fähigkeit zu (vgl. Urk.
5/38/18-19).
Was im Besonderen den chro
nischen Durchfall betrifft, dessen Auswirkungen nach der Auffassung des Be
schwerde
führers zu wenig diskutiert worden waren (vgl.
Urk.
1 S. 9), so hatten hierzu im Jahr 2012
gastroenterologische
Abklärungen stattgefunden
, ohne dass eine Darmerkrankung festgestellt worden wäre (vgl.
Urk.
5/14/12-13)
,
und
im neu
rologischen Konsiliarbericht ist die Angabe des Beschwerdeführers festge
halten, der Stuhlgang sei normal und die Diarrhoe
sei
soweit im Griff (
Urk.
5/38/47).
Sodann hatte sich auch der Morbus Cushing
-
die
Blutzucker
ent
gleisung
verur
sacht durch die Kortison-Injektion
in Kombination mit der HIV-Thera
pie (vgl. die Ausführungen im
endokrinologischen
Bericht des
B._
vom 1
3.
Dezem
ber 2011 und im Bericht von Dr.
C._
vom 2
1.
Dezember 2011,
Urk.
5/14/20 und
Urk.
5/14/23)
-
im Dezember 2011 wieder normalisiert (vgl.
Urk.
5/14/20). Auch hier bedarf es daher
ungeachtet
der
Vor
bringen
in der Beschwerd
e
schrift (
Urk.
1 S. 7) keiner weiteren Abklärungen.
2.4
2.4.1
E
rweis
en
sich
damit die
somatisch ausgerichteten Abklärungen als
vollständig und die Schlussfolgerungen der behandelnden und begutachtenden Ärzte der
somatischen Fachrichtungen als einleuchtend, so leuchtet
entgegen den Zwei
feln
in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 9)
auch ein, dass
ein psychischer Hin
ter
grund der geklagten Schmerzen in Betracht gezogen
und vom
psychiatri
sche
n
Konsiliargutachter
diagnostiziert
wurde.
2.4.2
Die Ergebnisse der begleitenden neuropsychologischen Untersuchung, die
norm
gerechte
kognitive Leistungen ergab (
Urk.
5/38/57), sind nicht anzuzweifeln. Die
Konsiliargutachterinnen
legten nachvollziehbar dar, dass die deutliche Leis
tungssteigerung im Vergleich zur neu
r
opsychologischen Untersuchung durch
Dr.
J._
vom Februar 2013 durch
gewisse
Leistungsschwankungen
erklärt werden könne (
Urk.
5/38/57).
2.4.3
Ebenfalls nicht grundsätzlich anzuzweifeln sind die psychiatrischen Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode und einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (
ICD-10
Codes F32.1
und F45.40
;
Urk.
5/38/28). Hingegen basiert
die Beurteilung der Auswirkungen der Diagnose der
somatoformen
Schmerz
störung
in wesentlichem Mass auf den
Kriterien der früheren Recht
s
prechung, die das Bundesgericht
mit dem erwähnten Grundsatzentscheid
ge
ändert hat; der psychiatrische
Konsiliargutachter
pr
act
.
m
ed.
N._
würdigte
die von ihm erhobenen Befunde explizit unter dem Aspekt der damaligen
bun
desge
richtlichen
Kritierien
(
Urk.
5/38/30).
S
eine Ausführungen
genügen damit
entge
gen der Ansicht der Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme vom
3.
November 2015 (
Urk.
17)
in verschiedener Hinsicht nicht für eine Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit anhand de
r neu massgebenden Indikatoren.
Wohl
äusserte sich der Psychiater insoweit zum Schweregrad der
somatoformen
Störung, als er
auf der einen Seite
auf eine gewisse Verdeutlichungstendenz hinwies
(Urk.
5/38/29)
,
die auch von den Hauptgutachtern beobachtet worden war (vgl.
Urk.
5/38/17),
auf der anderen Seite
aber doch ein pathologisches Schmerzerleben annahm (
Urk.
5/38/30).
Sodann erfasste der Psychiater auch die Komorbidität in Form einer Depression, die er als mittelschwer an der Grenze zu leicht einstufte
(
Urk.
5/38/29).
Er gewichtete sie jedoch
entsprechend der ur
sprünglichen, nunmehr überholten Einstufung als Hauptk
riterium
.
Soweit er überdies dartat, der Einfluss der HIV-Erkrankung als weiterer Komorbidität sei unklar geblieben,
die Erkrankung
scheine aber bei näherem Nachfragen belas
tender zu sein, als es bei den ersten Fragen wirke (
Urk.
5/38/28+30), so hätte hier eine Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater
Dr.
I._
nahe ge
legen.
Ferner
fehlt eine Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit des Be
schwer
deführers und dessen persönlichen Ressourcen, wie sie für die Beurtei
lung des Komplexes „Persönlichkeit“ erforderlich ist. Was den
Kompl
ex „Sozia
ler Kontext" betrifft, so sind zwar Angaben zum familiären und beruflichen Umfeld des Beschwerdeführers vorhanden, es fehlt jedoch die Verwertung dieser Angaben im Hinblick auf die Bemessung der Leistungsfähigkeit.
Ganz generell ist des Weiteren zu bemängeln, dass nicht nur eine Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater
Dr.
I._
fehlt, sondern dass
pract
. med.
N._
auch über keinen
ausführlichen schriftlichen Bericht von
ihm
verfügte; viel
mehr hatte d
ie Beschwerdegegnerin nach
Erhalt des Kurzberichts vom 19.
November 2012 (
Urk.
5/16)
lediglich
Telefongespräche mit Dr.
I._
ge
führt
. Die
Aktennot
izen über dessen Aussage, es seien die neuropsychologi
schen Abklärungen (durch
Dr.
J._
) abzuwarten und falls diesbezüglich keine oder nur wenige Einschränkungen vorlägen, sei von einer zumutbaren Arbeitsfähig
keit auszugehen (
Urk.
5/23/8), genügen
indessen
den Anforderun
gen an einen
schlüssigen ärztlichen Bericht nicht.
Dementsprechend hielt
pract
.
m
ed.
N._
denn auch fest, ein ausführlicher psychiatrischer Vorbefund fehle (
Urk.
5/38/29)
.
Er hätte sich jedoch nicht auf diesen Hinweis beschränken dür
fen, sondern hätte darauf hinwirken müssen, die fehlenden anamnestischen An
gaben entweder direkt oder über
die
Beschwerdegegnerin noch zu erhalten. Die vorgenommenen Testungen (
Psychostatus nach AMDP und Mini-ICF-Rating
) vermögen
hier
eine Anamnese mit Erhebungen über den Fortgang der bisheri
gen psychiatrischen Behandlung, die immerhin seit dem
Jahr 2012 in der Fre
quenz von mindestens
zwei Sitzunge
n im Monat stattfand (vgl. Urk.
5/38/
25), nicht entbehrlich zu machen.
2.4.4
Damit die Auswirkungen der psychischen Seite des Beschwerdebildes anhand der neu massgebenden Standardindikatoren beurteilt werden können, bedarf es daher ergänzender Abklärungen. Zu diesem Zweck ist die Sache an die
Be
schwerdegegnerin
zurückzuweisen. De
nn es
muss
entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers in der Stellungnahme v
om
3.
Dezember 2015 (
Urk.
18 S.
3 f.)
n
icht a priori ein
neues
psychiatrische
s
Gutachten
eingeholt werden
, sondern primär
sind
die Akten
durch
einen Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
I._
zu vervollständigen und das bestehende Gutachten ist um die An
gaben
zu ergänzen, welche für die Anwendung der neuen Indikatoren erforder
lich sind. Eine solche Rückweisung ist auch
unter der Herrschaft der neu
er
en
bundesgerichtlichen Praxis
(BGE 137 V 210)
zulässig.
Da die anschliessend zu erlassende neue Verfügung die Verhältnisse bis zum Verfügungszeitraum zu berücksichtigen hat, wird
sich
die Beschwerdegegnerin zusätzlich zu den psy
chiatrischen Abklärungen auch
nach dem Verlauf der Symptomatik
d
er neu festgestellten Diskushernie der Halswirbelsäule zu erkundigen haben, denn
Dr.
P._
hielt fest, eine abschliessende Beurteilung dieser neuen Symptomatik sei noch nicht möglich, da die Abklärungen und der Behandlungsprozess noch im Gange seien (
Urk.
5/38/51).
Ausserdem schliesst d
ie
Rückweisung auch die Berücksichtigung der im vorliegenden Verfahren eingereichten aktuellen Be
richte
von
Dr.
I._
und der Klinik
T._
ein
(Urk.
19/1 und
Urk.
19/2).
Bei der vorzunehmenden Rückweisung
erübrigt sich die beantragte Einver
nahme
von
Dr.
I._
und
Dr.
C._
als Zeugen (vgl.
Urk.
1 S.
2). Des Weite
ren
muss
auf die
Rüge der m
angelnden Gelegenheit für Ergänzungs
fragen
(
Urk.
1 S.
9 f. und S.
13 f.) nicht mehr im Detail eingegangen werden. Festzu
halten ist nur, dass
die
versicherte Person
nach der neueren Rechtsprechung
tatsächlich das
Recht
hat
, sich vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern (BGE 137 V 210 E.
3.4.2.9), dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer dieses
Recht aber mit der Mitteilung vom 2
4.
Juli 2012 (richtig: 2
4.
Juli 2013) auch tat
sächlich ge
währt hat (
Urk.
5/25) und zusätz
lich den erst danach man
datierten Rechtsvertreter auf die Möglichkeit hingewiesen hat, nach der Be
kanntgabe
der vorgesehenen Gutachter noch Fragen zu stellen (Telefonnot
iz vom 2
0.
Septem
ber 2013, Urk.
5/31).
2.5
Damit ist die Beschwerde in
dem Sinne gutzuheissen, dass die
angefochtene
Verfügung vom
2
8.
Mai 2014
aufzuheben
und die Sache an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen ist, damit diese die erforderlichen Abklärungen im
Sinne der Erwägungen tätige und hernach über den Rentenanspruch neu be
finde.
3.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende
Be
schwerdegegnerin
kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) ermessensweise auf Fr.
7
00.--
festzusetzen.
4.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
büh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, dem Beschwerde-führer eine Prozessentschädigung von
Fr.
3‘400.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.