Decision ID: ffe37e83-d3c1-5b88-95af-8d4e5c77f758
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ ist seit 1. Oktober 2007 bei der B._ AG als Chauffeur Allrounder angestellt
und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Gemäss Schadenmeldung UVG der Arbeitgeberin vom 9. November 2015 (UV-act. 1)
hatte der Versicherte am 2. September 2015 während der Arbeit beim Anheben eines
schweren Kehrichtsackes einen stechenden Zwick in der rechten Schulter verspürt. Die
Erstbehandlung war am 23. September 2015 bei Dr. med. C._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, erfolgt (Bericht vom 13. November 2015, UV-act. 7). Dieser
hatte dabei festgehalten, der Patient klage über Schulterschmerzen rechts seit drei
Wochen, die aufgetreten seien, nachdem er einen (mit Steinen gefüllten) Abfallsack in
den Kehrichtwagen habe werfen wollen, dessen Gewicht er unterschätzt habe; er habe
bei der Wurfbewegung einen heftigen Schmerz in der rechten Schulter verspürt. Initial,
so Dr. C._ weiter, habe sich das klinische Bild einer Supraspinatussehnenläsion
gezeigt. Eine lokale Infiltration habe zu vorübergehender Beschwerdefreiheit geführt.
Die Beschwerden seien erneut und stärker wieder aufgetreten und hätten zu
Arbeitsunfähigkeit geführt. Die MRT-Abklärung vom 9. November 2015 (UV-act. 8)
habe zu folgenden Befunden geführt: eine ventro-caudale Labrumläsion der rechten
Schulter mit Einriss am chondro-labralen Übergang bei Status nach AC-
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gelenkszerrung. Dr. C._ attestierte dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% vom 13. bis 16. Oktober 2015 und vom 7. bis 15. November 2015 (UV-act. 5 f.). Im
Fragebogen der Suva (UV-act. 10) gab der Versicherte am 23. November 2015 an, er
habe bei der Arbeit einen Abfallsack hochgehoben und habe ihn in den Lastwagen
werfen wollen. Dieser sei unerwartet schwer (mit Sand gefüllt) gewesen. Beim
Abwerfen sei ihm der Sack ausgerutscht und er habe das ganze (auf 60 kg geschätzte)
Gewicht mit dem rechten Arm abgefangen; bei dieser Bewegung habe er plötzlich
einen stechenden Schmerz in der Schulter gespürt. Im Arztzeugnis UVG vom 26.
November 2015 (UV-act. 11) hielt Dr. C._ fest, der Versicherte habe am 2. September
2015 einen Abfallsack mit Schwung in den Laderaum des LKW's werfen wollen.
Offenbar sei dieser mit Steinen gefüllt gewesen, wodurch der Patient bei dessen
Anheben einen heftigen Schmerz in der rechten Schulter verspürt habe. Er habe den
Versicherten wegen fehlendem Ansprechen auf konservative Therapiemassnahmen an
Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädie, überwiesen.
A.b Dr. D._ diagnostizierte eine anterioinferiore Labrumläsion der rechten Schulter
bei Status nach AC-Gelenkszerrung mit Knochenmarksödem und AC-Arthritis (vgl.
Berichte vom 25. November 2015, UV-act. 9, und 22. Dezember 2015, UV-act. 18).
A.c Am 11. Dezember 2015 verneinte der Kreisarzt der Suva, Dr. med. E._, Facharzt
für Chirurgie, das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung (UV-act. 12).
A.d Mit Schreiben vom 15. Dezember 2015 teilte die Suva dem Versicherten mit, nach
bestehenden Unterlagen habe sich kein Unfallereignis im Sinne des Gesetzes
zugetragen; im Weiteren seien die Voraussetzungen zur Übernahme des Schadenfalles
als unfallähnliche Körperschädigung bzw. Berufskrankheit nicht erfüllt; sie empfahl, den
Fall der Krankenversicherung zu melden (UV-act. 13). In einer telefonischen
Stellungnahme vom 18. Dezember 2015 hielt der Versicherte fest, er nehme die
Ausführungen der Suva zur Kenntnis, sei aber mit der Ablehnung nicht einverstanden,
er habe doch die Schulter während der Arbeit ausgekugelt, als er den schweren Sack
auf den LKW habe werfen wollen (UV-act. 14). Mit Schreiben vom 18. Dezember 2015
ersuchte er sodann um Erlass einer anfechtbaren Verfügung (UV-act. 16).
A.e Am 22. Dezember 2015 (UV-act. 19) ersuchte Dr. D._ den Kreisarzt Dr. E._ um
erneute Beurteilung, da seiner Ansicht nach ein Unfallereignis vorliege.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A.f Dr. E._ verneinte in seiner Stellungnahme vom 28./30. Dezember 2015 das
Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung (UV-act. 21). Der Wurf des
Kehrichtsackes habe zu einem schmerzhaften Ereignis an der rechten Schulter geführt.
Eine unfallähnliche Körperschädigung sei medizinisch nicht gesichert. Es bestehe kein
Knochenbruch, eine Verrenkung von Gelenken sei nicht nachgewiesen. Die
beschriebenen Veränderungen im Bereich der AC-Gelenkskapsel entsprächen einem
Reizzustand und würden auch vom Radiologen und Orthopäden als solche
interpretiert. Eine Luxation als Verrenkung von Gelenken liege nicht vor. Die
beschriebene Labrumläsion entspreche nicht einem Meniskusriss, auch nicht einem
Muskelriss oder einer Muskelzerrung. Ein Sehnenriss oder eine Bandläsion lägen
ebenfalls nicht vor.
A.g Mit Verfügung vom 4. Januar 2016 verneinte die Suva das Vorliegen eines Unfalls,
einer unfallähnlichen Körperschädigung sowie einer Berufskrankheit und lehnte eine
Leistungspflicht ab (UV-act. 17).
B.
B.a Mit Eingabe vom 4. Februar 2016 erhob der Versicherte Einsprache gegen die
Verfügung der Suva vom 4. Januar 2016 (UV-act. 23). Er bestritt den Befund gemäss
Stellungnahme des Kreisarztes, wonach keine unfallähnliche Körperschädigung
vorliege. Für diese Stellungnahme liefere der Kreisarzt keine nachvollziehbare
Begründung; damit sei die Begründungspflicht verletzt. Mit dem ärztlichen Bericht der
Orthopädie F._ vom 25. November 2015 sowie dem radiologischen Bericht vom 10.
Dezember 2015 sei davon auszugehen, dass die in unmittelbarer zeitlicher Abfolge des
Unfallereignisses aufgetretenen Schäden und Schmerzen eindeutig auf das
Schadenereignis zurückzuführen seien. Damit bestehe ein Rechtsanspruch auf
Kostenübernahme durch die Suva. Eine erneute und einlässliche Abklärung dränge
sich auf.
B.b Mit Einspracheentscheid vom 20. Mai 2016 wies die Suva die Einsprache ab. Eine
Wurfbewegung stelle nichts Ungewöhnliches dar. Dies gelte gemäss Rechtsprechung,
die sehr strenge Voraussetzungen an einen ausserordentlichen Kraftaufwand stelle,
auch bei einem Gewicht von ca. 60 kg und selbst wenn das gesamte Gewicht im
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Zeitpunkt des Abwerfens auf dem rechten Arm gelegen sei. Eine sinnfällige
Überanstrengung sei zu verneinen. Ein ungewöhnlicher äusserer Faktor resp. ein Unfall
im rechtlichen Sinne sei folglich nicht gegeben. Im Übrigen sei der Unfallbegriff
rechtlicher Natur; darüber könne nicht im Rahmen einer medizinischen Begutachtung
entschieden werden; es sei Sache der Verwaltung oder im Streitfall des Richters,
darüber zu entscheiden. Im Weiteren liege keine unfallähnliche Körperschädigung vor.
Somit bestehe auch von daher kein Leistungsanspruch (UV-act. 26).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 20. Mai 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 24. Juni 2016 (act. G 1). Der Beschwerdeführer, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. R. Kolb, Widnau, beantragt - unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin - die Aufhebung der
Verfügung vom 4. Januar 2016 sowie des Einspracheentscheids vom 20. Mai 2016.
Eventualiter sei das Verfahren bis zum Erreichen des medizinischen Endzustands nach
der im Herbst 2016 anstehenden Operation zu sistieren. Subeventualiter sei der
Beschwerdeführer einer unabhängigen fachärztlichen Untersuchung zur Feststellung
der anlässlich des Unfallereignisses vom 23. September 2015 (richtig: 2. September
2015) erlittenen Schädigungen abzuklären und zu untersuchen und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu
erbringen. Beim eingetretenen Ereignis handle es sich eindeutig um einen Berufsunfall.
Die erlittene Verletzung sei in Ausübung der beruflichen Tätigkeit als Chauffeur/
Allrounder eingetreten; es handle sich dabei um einen Unfall im Sinne des Gesetzes.
Die Aussergewöhnlichkeit sei gegeben, weil sich der fragliche Abfallsack einerseits
wider Erwarten als ausserordentlich schwer erwiesen habe, andererseits habe der
Beschwerdeführer den Sack am Ende der Einwurfbewegung nicht rechtzeitig loslassen
können, weil er mit der Hand am Sack hängen geblieben sei. Aus diesem Grund hätten
ausserordentlich grosse Hebelkräfte auf die Schulter des Beschwerdeführers gewirkt,
und er habe dadurch die zur Debatte stehenden Verletzungen erlitten. Eine krankhafte
Veränderung oder konstitutionelle Prädisposition müssten in Anbetracht der vor dem
Unfall bestehenden vorzüglichen Konstitution und des perfekten Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers verneint werden. Das Einwerfen eines Abfallsacks in das
Kehrichtfahrzeug stelle an sich nichts Ungewöhnliches dar. Aber das Werfen eines
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
etwa 60 kg schweren Abfallsackes berge durchaus erhebliche Risiken in sich,
insbesondere wenn dieser nicht rechtzeitig losgelassen werden könne und überdies
der Oberarm auf der Laderampe des Kehrichtfahrzeuges aufliege. In diesem Fall seien
nach dem Werfen des Sackes unerwartet grosse und untragbare Kräfte zu verzeichnen,
die auf das Schultergelenk des Beschwerdeführers eingewirkt hätten. Damit sei der
ungewöhnliche äussere Faktor gegeben, weil der Beschwerdeführer den sich in der
Fallbewegung befindlichen Sack nicht habe loslassen können, weil er sich im
Polyethylen des Sacks mit seinen Handschuhen verfangen habe. Falls dies bestritten
werde, beantrage er eine Rekonstruktion mit Augenschein und Expertise am
verwendeten Fahrzeug, damit das Gericht über die Rechtsfrage des Unfallbegriffs
befinden könne. Somit seien die eingetretenen Verletzungen auf das Unfallereignis
zurückzuführen und eine Erkrankung oder Degeneration oder konstitutionelle
Prädisposition könnten ausgeschlossen werden. Das Vorliegen einer Krankheit müsse
in Anbetracht der bereits absolvierten Operationen sowie der unmittelbar anstehenden
und weiter erforderlichen Operation als nicht nachvollziehbar angesehen werden.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 23. August 2016 (act. G 5) beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde sowie des Sistierungsantrags
und verweist zu Sachverhalt und Begründung auf den Einspracheentscheid vom 20.
Mai 2016 (UV-act. 26). Für die Frage, ob ein Unfall oder eine unfallähnliche
Körperschädigung vorliege, sei vom aktenkundigen Sachverhalt auszugehen. Davon
abweichende Behauptungen in der Beschwerdeschrift seien irrelevant. Es sei bisher
keine Rede davon gewesen, dass der Beschwerdeführer mit der Hand am
Kehrichtsack hängengeblieben oder der Oberarm auf der Laderampe aufgelegen sei.
Ein ungewöhnlicher äusserer Faktor sei nicht auszumachen. Das Anheben und Werfen
schwerer Lasten gehöre zur Tätigkeit eines Beladers. Der Rahmen des Alltäglichen und
Üblichen werde damit nicht überschritten. Eine sinnfällige Überanstrengung liege bei
einem angeblichen Gewicht von 60 kg nicht vor, selbst wenn sich die gesamte Last auf
den rechten Arm ausgewirkt hätte. Somit sei ein Unfall auszuschliessen. Die beim
Ereignis vom 2. September 2015 aufgetretene Labrumläsion an der rechten Schulter
könne degenerativen Ursprungs sein und erfahrungsgemäss innerhalb eines normalen
Geschehensablaufs auftreten. In solchen Fällen könne ein Unfall nur unter besonders
sinnfälligen Umständen angenommen werden. Es bedürfe nebst den üblichen auf den
Körper einwirkenden Kräften eines zusätzlichen schadensspezifischen Ereignisses, das
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vorliegend fehle. Das vom Beschwerdeführer beschriebene Ausrutschen des Sackes
bewirke keine über den Rahmen des Üblichen hinausgehende Einwirkung auf seinen
Körper. Eine unfallähnliche Körperschädigung sei ausgeschlossen, weil keine hierfür
qualifizierende Verletzung vorliege. Nachdem weder ein Unfall noch eine unfallähnliche
Körperschädigung gegeben sei, entfalle die unfallversicherungsrechtliche
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin. Dies gelte auch für die vom
Beschwerdeführer unter dem Titel vorsorglicher Massnahmen gestellten Anträge, die
auch deshalb ausgeschlossen seien, weil der Beschwerdeführer kein entsprechendes
schützenswertes Interesse dargetan habe. Die beantragte medizinische Begutachtung
sei obsolet, da ausschliesslich Rechtsfragen zu beurteilen seien. Auf Grund der
fehlenden Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mache eine Sistierung des
Prozesses keinen Sinn.
C.c Mit Schreiben vom 26. August 2016 lehnte die Verfahrensleitung das
Eventualbegehren des Beschwerdeführers um Sistierung des Prozesses formlos ab.
Das Begehren, die Beschwerdegegnerin sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme
zur Tragung sämtlicher Operations- und Heilungskosten im Zusammenhang mit der
anstehenden Operation zu verpflichten, lehnte die Verfahrensleitung unter Verweis auf
die gesetzliche Regelung, die bei Unklarheit über die Leistungspflicht zwischen Unfall-
und Krankenversicherung eine Vorleistungspflicht der zuletzt genannten vorsehe,
ebenfalls formlos ab. Der Beschwerdeführer verzichtete auf einen förmlichen
Zwischenentscheid (act. G 6).
C.d Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik vom 26. September 2016 (act. G 8) am
Antrag auf Aufhebung der Verfügung vom 4. Januar 2016 sowie des
Einspracheentscheids vom 20. Mai 2016 fest. Im Weiteren beantragt er, die
Beschwerdegegnerin sei zur Tragung sämtlicher Kosten und Leistungen und zur
künftigen Erbringung aller erforderlichen unfallversicherungsrechtlichen Leistungen zu
verpflichten, die dem Einsprecher (richtig: Beschwerdeführer) oder dessen
Krankenkasse aus dem Unfall vom 2. September 2015 entstanden seien. Mit der Replik
hat der Beschwerdeführer den Bericht der Orthopädie F._ über die Operation vom
24. August 2016 und den Austrittsbericht vom 29. August 2016 zu den Akten gelegt
(act. G 8.1).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
C.e Mit Duplik vom 31. Oktober 2016 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem
Abweisungsantrag fest. Auch die mit der Replik neu eingereichten medizinischen
Unterlagen (act. G 8.1) bestätigten keine unfallähnliche Körperschädigung (act. G 10).

Erwägungen
1.
1.1 Streitig und in der Folge zu prüfen ist die Frage, ob das Ereignis vom 2. September
2015 einem Unfall oder einer unfallähnlichen Körperschädigung entspricht und somit
dem Beschwerdeführer ein Anspruch auf Versicherungsleistungen gegenüber der
Beschwerdegegnerin zusteht.
1.2 Am 1. Januar 2017 ist die Änderung vom 25. September 2015 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) in Kraft getreten. Durch
diese Gesetzesänderung ist die abschliessende Aufzählung der unfallähnlichen
Körperschädigungen aus Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in der bis 31. Dezember 2016 geltenden Fassung gestrichen und in
Art. 6 Abs. 2 UVG integriert worden. Die Änderung ist aber vorliegend ohnehin nicht
relevant, denn gemäss den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25.
September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die
vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Somit sind
für die Beurteilung des vorliegenden Falles, wo sich das fragliche Ereignis am 2.
September 2015 zugetragen hat, das UVG und die UVV in der bis 31. Dezember 2016
geltenden Fassung massgebend.
1.3 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den
Tod zur Folge hat.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.4 Art. 9 Abs. 2 UVV listet sodann in abschliessender Weise die Körperschädigungen
auf, die auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt sind,
sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen
sind. Es handelt sich dabei um Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit.
b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f),
Bandläsionen (lit. g) sowie Trommelfellverletzungen (lit. h).
2.
Zu prüfen ist zunächst das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne
von Art. 9 Abs. 2 UVV.
2.1 Das Arthro-MRT der rechten Schulter vom 10. November 2015 (UV-act. 8) zeigte
einen Status nach AC-Gelenkszerrung mit auch residuellem Knochenmarksödem
vorwiegend im Bereich der lateralen Klavikula, eine ventro-kaudale Labrumläsion mit
Einriss am chondro-labralen Übergang, eine perifokale Periostverdickung, einen
Verdacht auf eine 0.4 cm grosse paralabrale Zyste bei ca. 3-5 Uhr und eine maximal
3.8 cm längliche paralabrale Ganglionformation vom oberen vorderen Labrum
ausgehend und kaudal des Korakoids gelegen bei im Übrigen normalem Arthro-MRI.
Gestützt darauf stellte Dr. D._ am 25. November 2015 eine anterioinferiore
Labrumläsion der rechten Schulter bei Status nach AC-Gelenkszerrung mit
Knochenmarksödem und AC-Arthritis (UV-act. 9 und 18; vgl. die ebenfalls auf dem
Arthro-MRI basierenden Berichte von Dr. C._, UV-act. 7 und 11). Der Kreisarzt Dr.
E._ legt überzeugend und schlüssig dar, dass eine unfallähnliche Körperschädigung
nicht gesichert sei. Es bestehe kein Knochenbruch, eine Verrenkung von Gelenken sei
nicht nachgewiesen. Die Veränderungen im Bereich der AC-Gelenks-kapsel
entsprächen einem Reizzustand und würden auch vom Radiologen und vom
behandelnden Orthopäden als solche interpretiert. Eine Luxation (Verrenkung von
Gelenken) liege nicht vor. Die beschriebene Labrumläsion entspreche nicht einem
Meniskusriss, auch keinem Muskelriss und keiner Muskelzerrung. Ein Sehnenriss liege
gemäss MRT ebenfalls nicht vor. Eine Bandläsion sei zu verneinen, da es sich bei der
Gelenkszerrung nicht um Bänder handle, sondern um Kapselanteile und die Bänder
nicht als lädiert beschrieben würden. Somit liege keine medizinische Diagnose einer
unfallähnlichen Körperschädigung vor (ärztliche Beurteilung vom 28./30. Dezember
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2015, UV-act. 21). Die mit der Replik ins Recht gelegten medizinischen Berichte (act. G
8.1) stellen dieses Ergebnis nicht in Frage, entspricht doch die darin gestellte Diagnose
(Impingement-Symptomatik bei AC-Gelenksarthrose rechts) keiner Listenverletzung im
Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV. Eine solche ergibt sich auch nicht aus den im
Operationsbericht vom 29. August 2016 gewonnenen Erkenntnissen (in teilweiser
Abweichung zu den bereits aktenkundigen medizinischen Berichten wurden
intraoperativ im Wesentlichen ein intaktes Labrum, keine SLAP-Läsion, eine intakte
Pulley-Region mit unauffälliger Bizepssehne sowie eine unauffällige
Rotatorenmanchette in allen Anteilen festgestellt).
2.2 Liegt keine Listenverletzung nach Art. 9 Abs. 2 UVV vor, entfällt eine
Leistungspflicht des Unfallversicherers für eine unfallähnliche Körperschädigung von
vornherein, und auf die Prüfung diesbezüglicher weiterer Voraussetzungen ist zu
verzichten. Dies scheint auch der Beschwerdeführer nicht mehr anders zu sehen, greift
er doch das Thema der unfallähnlichen Körperschädigung in seiner Replik gar nicht
mehr auf, sondern beschränkt sich in erster Linie auf die Diskussion der Ursache der
Gesundheitsschäden, die er als tatsachenmässig in einem Unfall sieht.
3.
Es stellt sich somit die Frage, ob das Ereignis vom 2. September 2015 - wie vom
Beschwerdeführer geltend gemacht - als Unfall zu qualifizieren sei. Die Parteien sind
sich insbesondere darüber uneinig, ob im Sinne der Legaldefinition des Unfalls gemäss
Art. 4 ATSG von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor gesprochen werden kann.
3.1 Der äussere Faktor ist gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts
ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen
dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Nach Lehre
und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer
unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz,
dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der
Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung
gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei Schädigungen, die sich auf das
Körperinnere beschränken, unterliegt der Nachweis eines Unfalls indessen insofern
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter
besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss. Denn ein Unfallereignis
manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während
bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen
besteht. Der äussere Faktor ist zentrales Begriffscharakteristikum eines jeden
Unfallereignisses; er ist Gegenstück zur - den Krankheitsbegriff konstituierenden -
inneren Ursache. Die Bezeichnung der massgebenden Genese wird aber erst durch die
weiter erforderliche Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ermöglicht. Das Merkmal
des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall.
Einwirkungen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als
Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund allein im Innern des Körpers,
ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslösung des Gesundheitsschadens
durch einen äusseren Faktor nichts. Unfall setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das
exogene Element so ungewöhnlich ist, dass eine endogene Verursachung ausser
Betracht fällt. Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich nicht auf die
Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die
Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls
schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass
sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den
menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine
Ungewöhnlichkeit (Urteile des Bundesgerichts 8C_835/2013 vom 28. Januar 2014 E
5.1; 8C_718/2009 vom 30. November 2009 E. 6.1, beide mit weiteren Hinweisen). Die
Tatsache, dass sich die betroffene Person einem oder mehreren operativen Eingriffen
unterziehen musste, spricht nach der erwähnten Rechtsprechung entgegen der vom
Beschwerdeführer implizit geäusserten Ansicht für sich allein nicht für das Vorliegen
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors bzw. eines Unfalles.
3.2 Die Ungewöhnlichkeit ist weiter zu bejahen, wenn beim Heben oder Verschieben
einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer Schädigung
führt. Es ist jedoch von Fall zu Fall zu prüfen, ob die Anstrengung im Hinblick auf
Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person
ausserordentlicher Art war (vgl. A. RUMO-JUNGO/A. P. HOLZER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich 2012, S. 42 f.). So wurde etwa das Vorliegen eines
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Unfalls im Fall eines Hilfspflegers verneint, der beim Umlagern eines noch
benommenen 100-120 kg schweren Patienten vom Operationstisch in ein Bett, indem
er die Unterlage, auf welcher der Patient lag, auf das Bett ziehen musste, einen
Schmerz im Rücken verspürte (BGE 116 V 136 E. 3c). Der Versuch, in gebeugter,
ausgedrehter Stellung und mit grösster Kraftanstrengung die blockierten Beine eines
Operationstisches zu verstellen, stellt genauso wenig einen Unfall dar (nicht publiziertes
Urteil vom 13. November 1991, zit. in RKUV 1994 Nr. U 185 S. 80 E. 2b). Bei einer
39jährigen und 62 kg schweren Krankenschwester, die unversehens das Gewicht einer
66 kg schweren Patientin beim Umbetten auffangen musste, um deren Sturz zu
verhindern, wurde ein Unfallereignis ebenfalls verneint (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgericht [EVG; heute: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] U
421/01 vom 15. Januar 2003), ebenso bei einer versicherten Person, die zusammen mit
einer Praktikantin eine ca. 90 kg schwere, kollabierende Patientin auffing (Urteil des
Bundesgerichts 8C_444/2009 vom 11. Januar 2010 E. 4.3), beim Anheben eines
Schachtdeckels mit einem Gewicht von 336 kg durch einen Bauhilfsarbeiter (Urteil des
EVG U 365/01), oder im Fall eines Bauarbeiters, der ein 200 kg schweres Fass
umfassen und umkippen wollte und dabei Schmerzen im Rücken verspürte (Urteil des
EVG U 499/00 vom 12. September 2001). Hingegen wurde ein Unfall bei einer
35jährigen, 57 kg schweren Physiotherapeutin bejaht, die einen 84 kg schweren
Patienten, der das Gleichgewicht verloren hatte, auffing (Urteil des EVG U 166/04 vom
18. April 2005) und bei einer 49jährigen Krankenschwester, die zusammen mit einer
Kollegin eine Patientin vom Bett auf einen Stuhl verlagern wollte, wobei die Kollegin ins
Leere griff und unvermittelt das gesamte Gewicht der Patientin auf der Versicherten
lastete (Urteil des EVG U 9/04 vom 15. Oktober 2004). Ein ungewöhnlicher äusserer
Faktor lag ferner beim Heben eines Gewichts von 150 kg vor, das selbst unter
Berücksichtigung der Gewöhnung eines Bauhandlagers nicht mehr als üblich
angesehen wurde, zumal die Last in stark gebückter Haltung sowie in Zeitnot
angehoben werden musste (RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 f. E. 3b und c).
3.3 Hinsichtlich des Hergangs des Ereignisses vom 2. September 2015 lässt sich den
Akten Folgendes entnehmen: In der Schadenmeldung UVG vom 9. November 2015
gab die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers an, beim Anheben eines schweren
Kehrichtsackes habe es einen stechenden Zwick in der Schulter gegeben (UV-act. 1).
Gemäss Bericht von Dr. C._ vom 13. November 2015 klagte der Beschwerdeführer
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
anlässlich der Erstbehandlung am 23. September 2015 über seit drei Wochen
bestehende Schulterschmerzen rechts. Die Schmerzen seien aufgetreten, nachdem er
einen Abfallsack in den Kehrichtwagen habe werfen wollen. Er habe das Gewicht des
(mit Steinen gefüllten) Kehrichtsackes unterschätzt und habe bei der Wurfbewegung
einen heftigen Schmerz in der rechten Schulter verspürt (UV-act. 7). Im Formular der
Beschwerdegegnerin zur Klärung des Ereignisses gab der Beschwerdeführer am 23.
November 2015 an, bei der Arbeit habe er einen Abfallsack hochgehoben und habe ihn
in den Lastwagen werfen wollen. Dieser Sack sei unerwartet schwer (mit Sand gefüllt)
gewesen. Beim Abwerfen sei ihm der Sack ausgerutscht, bei dieser Bewegung habe er
plötzlich einen stechenden Schmerz in der Schulter gespürt. Sein Arbeitskollege habe
den Lastwagen geführt und habe ihn nicht gesehen, habe aber seinen Schmerzschrei
gehört. Die Frage, ob sich etwas Besonderes (Ausgleiten, Sturz, Anschlagen, usw.)
ereignet habe, beantwortete der Beschwerdeführer dahingehend, der Sack sei ihm
ausgerutscht und er habe das ganze Gewicht mit dem rechten Arm abgefangen. Der
Sack sei geschätzt 60 kg schwer gewesen (UV-act. 10).
3.4 Der Beschwerdeführer gab an, der Abfallsack sei ihm beim Versuch, ihn in den
Laderaum des Kehrichtfahrzeugs zu werfen, ausgerutscht und er habe das ganze
Gewicht mit dem rechten Arm abgefangen. Davon ist vorliegend auszugehen. Die
Darstellung in der Beschwerdeschrift, wonach er sich durch "die kombinierte Wurf- und
Drehbewegung und wegen des grossen Gewichts des behändigten Abfallsackes"
verletzt habe und "unverzüglich verletzungsbedingt" einen stechenden Schmerz in der
Schulter verspürt habe (act. G 1 S. 3), bzw. wonach er mit der Hand am Sack hängen
geblieben sei (act. G 1 S. 4) und denselben bei der Wurfbewegung nicht rechtzeitig
habe loslassen können, weil er sich im Polyethylen des Sacks mit seinen Handschuhen
verfangen habe und überdies der Oberarm auf der Laderampe des Kehrichtfahrzeuges
aufgelegen sei (act. G 1 S 5), hat als unbeachtlich zu gelten. Denn die
Beschwerdegegnerin hat vor Erlass der Verfügung vom 4. Januar 2016 die
tatsächlichen Verhältnisse mittels Fragebogens detailliert erhoben und ist somit ihrer
Abklärungspflicht nachgekommen. In der in vorstehender Erwägung 3.3 erwähnten
Beschreibung des Ereignisses vom 2. September 2015 kommt ein Hängenbleiben mit
der Hand am Sack bzw. ein Sich-Verfangen oder ein Aufliegen des Oberarms auf der
Laderampe des Fahrzeugs nicht vor. Es wäre nach der ausdrücklichen Frage der
Beschwerdegegnerin nach dem Hergang des Ereignisses im Fragebogen vom 2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
September 2015 nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer ein Hängenbleiben
am Abfallsack bzw. ein Aufliegen des Oberarms auf der Laderampe unerwähnt hätte
lassen sollen. Es macht den Anschein, als seien diese zusätzlichen Angaben nicht frei
von versicherungsrechtlichen Überlegungen gemacht worden, nachdem die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht verneint hatte. Sie sind deswegen gestützt
auf die Beweismaxime der besseren Zuverlässigkeit der Aussage der ersten Stunde
(vgl. BGE 121 V 45 E. 2a) nicht beachtlich.
3.5 Das Anheben und Einwerfen von (auch schweren) Säcken in das Kehrichtfahrzeug
gehört zur gewöhnlichen Bandbreite der Bewegungsmuster eines Beladers und stellt
an sich nichts Ungewöhnliches dar, wie der Beschwerdeführer selbst einräumt (act. G
1 S. 5). Auch das Gewicht des Sackes von geschätzt 60 kg deutet entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers nicht auf eine sinnfällige Überanstrengung hin. Wenn
der Beschwerdeführer einen Schmerz in der Schulter verspürte, als er einen Abfallsack
in den Lastwagen werfen wollte und dieser ihm ausrutschte, so ist darin keine für den
Unfallbegriff letztlich entscheidende Programmwidrigkeit zu sehen, welche den
Rahmen des Normalen und Üblichen bei der Arbeit des Beschwerdeführers sprengen
würde. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass das geschätzte Gewicht
äusserst grosszügig bemessen scheint, sind doch selbst die grössten Abfallsäcke -
110 Liter - lediglich für eine Last von maximal 25 kg ausgelegt, sodass fraglich ist, ob
sie einer Beladung mit 60 kg überhaupt standhalten vermöchten. Der Unfallbegriff ist
damit nicht erfüllt und es besteht daher keine Leistungspflicht des obligatorischen
Unfallversicherers aus Art. 6 Abs. 1 UVG. Die Einschätzung von Dr. D._, wonach
sowohl das vom Patienten geschilderte Unfallereignis als auch die
kernspintomographischen und klinischen Befunde die Beurteilung als unfallbedingt
rechtfertigten (UV-act. 19), vermag die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors nicht
nachzuweisen. Es handelt sich dabei um eine rechtliche und keine medizinische
Beurteilung, worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist.
4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen erweist sich die Beschwerde als unbegründet
und ist deshalb abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).