Decision ID: c9eedf13-e1a6-50b4-a121-e1ff2fb4b49d
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, GN Rechtsanwälte,
St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich wenige Monate nach Abschluss der _lehre am
14. Dezember 1998 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Der behandelnde
Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 14. Januar
1999 ein chronisch rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom. Die Einschränkung der
beruflichen Tätigkeit betrage derzeit 50% und dürfte sich nicht mehr verbessern (IV-
act. 4-1 ff.; siehe auch den rheumatologischen Bericht vom 10. November 1998, IV-
act. 4-4 ff.). In der Verfügung vom 27. Juli 1999 erteilte die IV-Stelle für die Umschulung
zur Kosmetikerin Kostengutsprache für das Schulgeld im Betrag von Fr. 8'500.--
(Ausbildung vom 20. September 1999 bis 31. März 2000, IV-act. 12; zu den
Taggeldleistungen siehe Verfügung vom 29. Juli 1999, IV-act. 13). Im Rahmen der
Umschulung zur Kosmetikerin erteilte die IV-Stelle am 19. April 2000 für die Dauer vom
1. April 2000 bis 31. März 2001 Kostengutsprache für ein Praktikumsjahr (IV-act. 23;
zur Taggeldverfügung vom 25. April 2000 siehe IV-act. 24; zur Kostengutsprache vom
7. Juli 2000 für diverse Kurskosten vgl. IV-act. 28). Nach Abschluss der Umschulung
zur Kosmetikerin, einer darauf folgenden Anstellung bei einem Kosmetikbetrieb sowie
anschliessender Arbeitslosigkeit eröffnete die Versicherte einen von _ für sie
gegründeten Kosmetikbetrieb (vgl. den Bericht für Patientenbesuch des
Krankentaggeldversicherers vom 10. Juni 2010, Fremdakten).
A.b Am 9. Oktober 2009 erlitt die Versicherte eine Hirnblutung. Im Bericht der
Abteilung Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 28. Oktober 2009,
wo die Versicherte vom 9. bis 28. Oktober 2009 hospitalisiert war und zweimal operiert
wurde, diagnostizierte der behandelnde Neurochirurg eine Subarachnoidalblutung bei
rupturiertem Aneurysma der paraclinoidalen Arteria carotis interna rechts mit
postoperativ raumforderndem subduralem Hygrom frontal rechts mit
therapieresistenten Kopfschmerzen. Im Rahmen der im KSSG durchgeführten
neuropsychologischen Untersuchung vom 28. Oktober 2009 zeigten sich insgesamt
leichte kognitive Funktionsstörungen (Fremdakten; zum danach aufgetretenen
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Wundinfekt bei Wunddehiszenz rechts frontal siehe Berichte der Abteilung
Neurochirurgie des KSSG vom 18. Dezember 2009, IV-act. 57, und 3. Februar 2010, IV-
act. 58).
A.c Am 25. Mai 2010 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der
IV-Stelle an und beantragte Rentenleistungen (IV-act. 32). Die behandelnde Dr. med.
C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt die Ausübung einer
Tätigkeit ab September 2010 während 4 Stunden pro Tag für zumutbar. Die
Leistungsfähigkeit der Versicherten sei durch Kopfschmerzen, Müdigkeit und
Erschöpfung sowie verminderte Belastbarkeit mit Überforderung beeinträchtigt
(Stellungnahme vom 8. Juni 2010, IV-act. 46). Der Hausarzt Dr. med. D._ berichtete
am 23. Juni 2010, die Versicherte habe ihre Tätigkeit im Kosmetikgeschäft wieder
aufgenommen und arbeite ungefähr 8 Stunden pro Woche (IV-act. 48). Dr. C._ gab
im Verlaufsbericht vom 23. September 2010 an, die angestammte Tätigkeit sei der
Versicherten zu 4,5 Stunden an 3 bis 5 Halbtagen zumutbar. Die Rehabilitation nach
der Hirnblutung dauere an. Es werde eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit angestrebt
bis zu einem Pensum von 80% (IV-act. 63). Am 1. Oktober 2010 berichtete Dr. D._,
der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit dem 23. Juni 2010 verbessert.
Die Versicherte könne an 3 Tagen pro Woche 4 Stunden arbeiten (IV-act. 65).
A.d Am 26. Oktober 2010 fand eine neuropsychologische Untersuchung der
Versicherten in der Klinik für Neurologie des KSSG statt. Im Bericht vom 26. Oktober
2010 führte Dr. phil. E._, Psychologin FSP/Fachpsychologin für Neuropsychologie
FSP, aus, die durchgeführten Tests hätten aus neuropsychologischer Sicht bis
mittelschwere kognitive und emotionale Funktionsstörungen ergeben. Es zeichne sich
eine ungünstige Chronifizierung und Ausweitung der Symptome ab bei unverändert
gleichbleibenden Funktionsstörungen in exekutiven Funktionen und Arbeitsgedächtnis
(IV-act. 68). RAD-Ärztin Dr. med. F._, Fachärztin für Arbeitsmedizin FMH, untersuchte
die Versicherte auf deren Wunsch hin (da sie nicht verstehen könne, warum die IV-
Stelle eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erwarte) am 30. November 2010. Im RAD-
ärztlichen Bericht vom 1. Dezember 2010 gelangte Dr. F._ zum Schluss, es werde
versucht das Arbeitspensum ab Januar 2011 auf 40% zu erhöhen und nach ca.
3 Monaten auf 50%. Je nach Möglichkeiten und Befinden solle die Arbeitsfähigkeit als
Kosmetikerin stufenweise gesteigert werden (IV-act. 70-3; vgl. auch die im Rahmen des
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Eingliederungsplans getroffene Zielvereinbarung vom 7./13. Dezember 2010, IV-
act. 72).
A.e Dr. med. G._, Facharzt für Neurologie, berichtete am 23. Dezember 2010 dem
Hausarzt, es bestehe bei der Versicherten im Moment im Wesentlichen eine
neurokognitive Beeinträchtigung. Letztlich bestehe eine Minderung der
Aufmerksamkeit und Konzentration, insbesondere der gerichteten Aufmerksamkeit.
Des Weiteren liege eine zentralbedingte Müdigkeit im Sinn einer Fatigue Symptomatik
vor. Er gehe davon aus, dass sich die neurokognitive Beeinträchtigung im Verlauf
wieder stabilisieren sollte. Er empfehle die Fortführung des ergotherapeutischen
Trainings mit langsamer Aktivitätssteigerung. Ansonsten würden sich im Moment von
neurologischer Seite her keine weiteren neuen Aspekte ergeben (IV-act. 98). Im Q-EEG-
Report vom 9. November 2011 führte Dr. med. H._, Praxis für Bio- und
Neurofeedback, aus, die Fragebogendaten lägen in Bezug auf Aufmerksamkeit,
Reaktionszeit und Variabilität der Reaktionszeit ausserhalb der Norm. In Bezug auf
Impulsivitätsfehler lägen sie innerhalb der Norm. Das Untersuchungsergebnis deute
insbesondere auf Schwierigkeiten im präfrontalen Kortex hin. Dr. H._ wies darauf hin,
dass ein Q-EEG nicht eine neurologisch-klinische Untersuchung ersetze, sondern dazu
diene, physiologische Daten in psychologisch verschiedenen Leistungszuständen zu
erzeugen und zu vergleichen (IV-act. 101).
A.f Da die Versicherte weiterhin als Kosmetikerin tätig sei und die geplante
Pensumsteigerung nicht habe erreichen können, wies die IV-Stelle das Begehren um
berufliche Massnahmen in der Mitteilung vom 22. Dezember 2011 ab (IV-act. 103).
RAD-Ärztin Dr. F._ vertrat in der Stellungnahme vom 27. Januar 2012 weiterhin die
Auffassung, dass die Versicherte für die angestammte Tätigkeit als Kosmetikerin sowie
eine leidensangepasste Tätigkeit über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (IV-
act. 111).
A.g Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für die angestammte sowie eine
leidensangepasste Tätigkeit ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 57% und
stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 17. Februar 2012 die Zusprache einer
halben Rente mit Wirkung ab 1. November 2010 in Aussicht (IV-act. 119). Dagegen
erhob die Versicherte am 19. März 2012 Einwand und beantragte die Ausrichtung einer
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Dreiviertelsrente (IV-act. 122). Am 28. Juni 2012 verfügte die IV-Stelle die in Aussicht
gestellte Rentenleistung (IV-act. 137).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 28. Juni 2012 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 30. August 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer Dreiviertelsrente mit
Wirkung ab 1. November 2010. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, bei der
Bestimmung des Valideneinkommens sei nicht auf die Tätigkeit als Kosmetikerin,
sondern als gelernte Malerin abzustellen. Des Weiteren kritisiert sie die Höhe des
Invalideneinkommens (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 22. November
2012 die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
B.c In der Replik vom 9. Januar 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine begründete Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Höhe des
Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.
Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin für leidensan
gepasste Tätigkeiten über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit verfügt. Aus den Akten ergeben
sich keine Anhaltspunkte, die diese Betrachtungsweise in Frage stellen (zur
Bescheinigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit siehe RAD-Stellungnahme vom
9. Dezember 2011, IV-act. 94, sowie vom 27. Januar 2012, IV-act. 111). Der
Vollständigkeit halber ist indessen zu präzisieren, dass Zweifel an der Auffassung
bestehen, die angestammte Tätigkeit als Kosmetikerin entspreche in qualitativer
Hinsicht einer ideal leidensangepassten Arbeit. Die RAD-Einschätzung, wonach die
angestammte eine leidensangepasste Tätigkeit sei, ist vage und bloss rudimentär
begründet worden (die Tätigkeit als Kosmetikerin "dürfte" einer ideal angepassten
Tätigkeit entsprechen, IV-act. 70-3 und IV-act. 94; eine Begründung fehlt auch in IV-
act. 111-2). Dr. D._ verneinte ferner die Möglichkeit der Aufnahme einer anderen
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zumutbaren Tätigkeit allein mit der Bemerkung, die Beschwerdeführerin sei mit
Teilzeitarbeit im angestammten Beruf zufrieden (IV-act. 78-3). Dr. C._ begründete die
Verneinung damit, dass es nicht notwendig sei, die Art der Tätigkeit zu wechseln (IV-
act. 80-4). Des Weiteren sind mehrere Anhaltspunkte aktenkundig, wonach die
Tätigkeit als Kosmetikerin nicht einer ideal leidensangepassten Tätigkeit entsprechen
könnte (zur Reizabhängigkeit der Kopfschmerzen siehe IV-act. 63-1; zu deren
Belastungsabhängigkeit siehe IV-act. 58-1; bei einem Permanentmakeup brauche sie
eine sehr gute Konzentration, IV-act. 73-2; "Geschichten von Kundschaft belasten sie,
seien für sie energieraubend", IV-act. 95-3; wenn sie sich mit einem Kunden unterhalte
und gleichzeitig kosmetisch arbeite, habe sie Probleme, sich zu konzentrieren, IV-
act. 98-2; zu den "Schwierigkeiten", Gespräche mitzuverfolgen vgl. auch IV-act. 69-1;
demgegenüber bestünden bei der Heimfahrt mit dem Auto von der Konzentration her
keine Probleme ["nie problematisch"], IV-act. 70-2; zur "recht grossen
Eigenverantwortung" siehe Bericht der Abteilung Neurochirurgie des KSSG vom 6. Mai
2010, Fremdakten; vgl. hierzu ferner den Kurzbericht Neuropsychologie der Klinik für
Neurologie des KSSG vom 28. Oktober 2009, Fremdakten: erhöhte Anforderungen an
die Eigenverantwortung und Planungsfähigkeit).
3.
Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für ideal leidensangepasste Tätigkeiten
ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
3.1 Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine ver
sicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend
für das Valideneinkommen ist somit, was die versicherte Person - im Gesundheitsfall -
aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdient hätte. Dabei wird in der
Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sein (BGE 129 V 224 E. 4.3.1).
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3.1.1 Zwischen den Parteien ist umstritten, welche Tätigkeit der Bestimmung des
Valideneinkommens zugrunde zu legen ist. Die Beschwerdeführerin vertritt den
Standpunkt, es sei auf die ursprünglich erlernte Tätigkeit als _ abzustellen (act. G 1,
Rz 28 f.), währenddem die Beschwerdegegnerin die Berücksichtigung der später -
aufgrund der krankheitsbedingten Aufgabe der _tätigkeit - aufgenommenen Tätigkeit
als Kosmetikerin für zutreffend hält (act. G 4, S. 3, Rz 4).
3.1.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin den ursprünglich
erlernten Beruf gerne ausgeübt hatte ("sehr gut gefällt", IV-act. 2 und 4-3) und sie ihn
allein aus krankheitsbedingten Gründen hatte aufgeben müssen (IV-act. 4-3). Es ist
daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie die Tätigkeit
als _ im Gesundheitsfall fortgeführt hätte. Hinzu kommt, dass auch nach dem
Berufswechsel weiterhin eine - von der IV versicherte - krankheitsbedingte
Erwerbseinbusse fortbestand, erzielte die Beschwerdeführerin doch mit der Tätigkeit
als Kosmetikerin unbestrittenermassen einen geringeren Verdienst. Diesem
verbleibenden (bei ihr versicherten) Erwerbsschaden kann sich die
Beschwerdegegnerin nicht unter Verweis auf eine später hinzugetretene
Gesundheitsschädigung entziehen, da es sich bei der Invalidenversicherung um eine
finale Sozialversicherung handelt. Deshalb fehlt es in der Invalidenversicherung
zwangsläufig an einer zu Art. 28 Abs. 3 der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV, SR 832.202) analogen Bestimmung. Damit deckt sich die bundesgerichtliche
Rechtsprechung, die in vergleichbaren Fällen - unter Vorbehalt der allfälligen Massge
blichkeit einer später ausgeübten besser bezahlten Tätigkeit - bei der Ermittlung des
Valideneinkommens auf das Einkommen abstellt, das die betroffene Person im
(ursprünglich) gelernten Beruf erzielen würde, wenn sie nicht behindert wäre (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Juli 2008, 8C_767/2007, E. 3 mit Hinweisen). Aus der von der
Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang zitierten, nicht einschlägigen Literatur
ergibt sich nichts Gegenteiliges. Mit der Beschwerdeführerin ist daher gestützt auf die
Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin (IV-act. 126) davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Jahr 2012 ein Einkommen von Fr. 65'650.--
erzielt hätte.
3.2 Zu bestimmten bleibt die Höhe des Invalideneinkommens.
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3.2.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf
Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person (nach zumutbarer
Behandlung und allfälliger Eingliederung) angesichts ihrer Ausbildung und ihrer
physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss
werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 475
E. 4.2.1 mit Hinweisen).
3.2.2 Hinsichtlich des tatsächlich noch von der Beschwerdeführerin erzielten
Einkommens ist zu bemerken, dass sie dieses als geschäftsführende Kosmetikerin
erzielt (act. G 1, Rz 14). Angesichts der familienbetrieblichen Verhältnisse erscheint
fraglich, inwieweit die Beschwerdeführerin tatsächlich die bescheinigte 50%ige
Arbeitsfähigkeit verwertet bzw. das von ihr geltend gemachte Einkommen von
Fr. 22'900.-- bzw. "allerhöchstens" von Fr. 24'000.-- (act. G 1, Rz 20) hinsichtlich der
Erwerbsfähigkeit aussagekräftig ist. Diese Frage kann indessen offen gelassen werden,
da die Beschwerdeführerin die 50%ige Restarbeitsfähigkeit mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht in einer ideal leidensangepassten Tätigkeit verwertet, die
Kosmetikarbeit zumindest teilweise erhöhte Anforderungen an die Aufmerksamkeit
stellt (vgl. vorstehende E. 2) und die Beschwerdeführerin wiederholt darauf hinwies,
dass sie bereits bei einem 40%igen Beschäftigungsgrad an ihre Grenzen stosse
(Angabe vom 12. Dezember 2011, IV-act. 95-6 und 96; vgl. auch IV-act. 102).
Rechtsprechungsgemäss ist deshalb auf den LSE-Hilfsarbeiterlohn für Frauen
abzustellen (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen), zumal vorliegend ein
Berufswechsel in eine - verglichen mit der Kosmetiktätigkeit besser entlöhnte -
Hilfstätigkeit nicht unzumutbar erscheint. Der einschlägige Durchschnittslohn beträgt
für das Jahr 2011 Fr. 53'367.-- (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] von der
Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen IVG-Textausgabe; Stand 2014) bzw.
angepasst an die bis zum Jahr 2012 eingetretene Nominallohnentwicklung von +1%
Fr. 53'901.-- (Fr. 53'367.-- x 1.01). Unter Beachtung einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit
resultiert ein Einkommen von Fr. 26'951.-- (Fr. 53'901.-- x 0.5).
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3.2.3 Angesichts dessen, dass das verbliebene Spektrum möglicher
Arbeitstätigkeiten nicht in einem Mass eingeschränkt ist (vgl. RAD-Stellungnahme vom
9. Dezember 2011, IV-act. 94; zu den körperlich zu beachtenden Anforderungen an
eine leidensangepasste Tätigkeit - die mit der Aufnahme einer mit vorgeneigter Haltung
verbundenen Tätigkeit als Kosmetikerin vereinbar waren [IV-act. 7] - siehe IV-
act. 4-4 ff.), das aus Arbeitgebersicht eine zusätzliche lohnmindernde Wirkung erwarten
liesse, besteht kein Anlass für die Vornahme eines Tabellenlohnabzugs, zumal keine
weiteren Gründe (wie etwa Alter, Aufenthaltskategorie, geringe Schulbildung bzw.
begrenzte Sprachkenntnisse oder Umstellungsschwierigkeiten) ersichtlich sind, die im
Vergleich zum Durchschnittslohn auf eine lohnmindernde Wirkung schliessen lassen.
3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 65'650.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 26'951.-- ergeben sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 38'699.-- (Fr. 65'650.-- -
Fr. 26'951.--) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 59%
([Fr. 38'699.-- / Fr. 65'650.--] x 100). Damit hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf
die von der Beschwerdegegnerin verfügte halbe Rente.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht