Decision ID: 8bd246d5-2108-4958-86df-5d1a6b549400
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1974 geborene
X._
, welche ausgebildete Hauswirtschafts- und Werk-, Englisch- und Zeichnungslehrerin ist (
Urk.
8/2), meldete sich auf
grund einer am 2
3.
Dezember 2008 erlittenen Hirnblutung am
6.
März 2009 (Ein
gangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3). Die IV-Stelle nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und führte eine Haushaltsabklärung durch
(
Urk.
8/24)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/35-36;
Urk.
8/38)
sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 1
0.
März 2011
eine vom
1.
Dezember
2009 bis 3
0.
April
2010 befristete
Viertelsrente
zu (
Urk.
8
/47;
Urk.
8/45).
1.2
X._
, welche seit der Hirnblutung vom
2
3.
Dezember 2008 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachging, meldete sich am 2
5.
September 2017
(Eingangsdatum)
e
rneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
und beantragte die Gewährung von Berufsberatung
(
Urk.
8/49).
Am 2
7.
Februar 2018 teilte die IV-Stelle
X._
mit, dass sie i
m Sinne von
Frühinterven
tions
massnahmen
die Kosten für eine
Laufbahnberatung bei der Hochschule
Y._
,
Institut für a
ngewand
te Psychologie,
über
nehme
(
Urk.
8/67). Die IV-Stelle holte zudem
einen Bericht
von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein
(
Urk.
8/69)
. Mit Mitteilung vom 19.
November 2018 hielt die IV-Stelle fest, dass
die Eingliederungsberatung abgeschlossen und die Rentenprüfung eingeleitet werde
(
Urk.
8/72).
In der Folge gab die IV-Stelle bei der
A._
ein poly
disziplinäres
Gutachten
in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psy
chiatrie, Neuropsychologie und Neurologie
in
Auftrag (
Urk.
8/75-79), welches am 1
6.
Juli 2019 erstattet wurde (Urk.
8/
81-
82). Am
8.
August 2019 wurde zudem eine Haushaltsabklärung durchgeführt (
Urk.
8/85).
Nach durchgeführtem
Vor
bescheid
verfahren
(
Urk.
8/88;
Urk.
8/90,
Urk.
8/94) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
Dezember 2019 einen Rentenanspruch von
X._
(
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
mit Eingabe vom
3.
Februar 2020 Be
schwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Rente zu gewähren, eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach den notwendigen Abklärungen in der Sache neu entscheide.
Die Be
schwerdegegnerin beantragt
e
mit Beschwerdea
ntwort vom 2
7.
April 2020 (Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom
2.
Juli 2020 a
n ihren Anträgen fest (
Urk.
11). Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete in der Folge
auf
das Erstatten einer
Duplik
(
Urk.
13), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 3
0.
September 2020 angezeigt wurde (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invalidi
täts
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch
festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die
materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Eine
Neuanmeldung wird - wie auch das Gesuch um Leistungsrevision - nur materiell geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten, rechtskräftigen Entscheidung in einem für den Rentenanspruch erheblichen Mass verändert haben (Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2
der Verordnung
über die Invalidenversicherung,
IVV; BGE 130 V 71 E. 2.2 S. 72 mit Hinweisen). Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
1.5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gl
eich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146)
wurde
zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit
im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung
,
IVV)
ermittelt. Die Invalidität
bestimmte
sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein
Betätigungsver
gleich vorgenommen
wurde
, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berück
sich
tigt
wurde
, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbs
tätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität
ergab
sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tä
tigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV)
und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Inva
liditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozen
tuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
1.6
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Inva
lidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015
, Stand
1.
Juli 2020
) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vor
kehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versi
cher
ten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der
Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Aus
masses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann
, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell je
doch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
richts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der
angefochtenen Verfügung vom 27.
Dezem
ber 2019 (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführe
rin im Gesundheitsfall zu 50
%
einer Erwerbstätigkeit nachginge
und zu 50
%
im Haushalt tätig wäre. Die Beschwerdegegnerin erachtete die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Lehrerin noch als zu 30
%
und in einer angepassten Tätigkeit als zu 70
%
arbeitsfähig.
Die Beschwerdegegnerin errechnete
so für den Erwerbsbereich
einen gewi
chteten Invaliditätsgrad von 35
%. Im Haushalt erachtete die Beschw
er
degegnerin die Beschwerdeführerin als nicht eingeschränkt.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
April
2020 erklärte die Beschwerdegegneri
n
(
Urk.
7), der
Haushaltsa
bklärungsbericht sei in sich stimmig und es bestünden keine Divergenzen zur ärztlichen Feststellung bezüglich Arbeitsfähigkeit und der Gesundheit insgesamt. Dem Gutachten, inklusive der darin enthaltenen Schilde
rungen der Beschwerdeführerin, sei keine
Hilfsbedürftigkeit
im Haushalt und im Alltag zu entnehmen.
2.2
Die
Beschwerdeführerin
brachte dagegen im Wesentlichen
vor (
Urk.
1
und Urk.
11
), der Haushaltsabklärungsbericht sei mangelhaft.
Er
erfülle die rechtspre
chungs
gemässen Anforderungen an einen beweistauglichen Bericht nicht. Die Abklä
rungsperson habe die sich aus den medizinischen Diagnosen ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen überhaupt nicht beachtet und Aussagen von ihr und ihrem Ehemann verzerrt oder gar falsch wiedergegeben. Der Bericht stehe daher nicht in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben.
Sie habe nicht wie im Abklärungsbericht festgehalten gesagt, im Gesundheitsfall 40 bis 50
%
zu arbeiten
, sondern 50 bis 60
%
. Die gleiche Angabe haben sie auch gegenüber den Gutachtern sowie im Rahmen der Eingliederungsberatung der
Y._
gemacht. Mittlerweile seien die Kinder grösser. Geplant gewesen sei, dass auch ihr
Ehem
ann sein Pensum reduziere. Es sei daher von einem
Arbeitsp
ensum
im Gesundheitsfall
von 60
%
auszugehen.
Es werde bestritten, dass sie im Bereich Ernährung
mit
keinen
Auswirkungen im Vergleich zu früher konfrontiert sei. Die Planung der Mahlzeiten falle ihr sehr schwer. Es kämen so immer etwa dieselben, einfach
en
Mahlzeiten auf den Tisch. Dies im Gegensatz zu früher, wo sie sehr auf eine ausg
ewogene Ernährung geachtet habe
. Für die Wohnungs- und Hauspflege brauche sie viel mehr Zeit als früher.
So bereite ihr beispielsweise das Erledigen und Ablegen
der täglichen Post grosse Mühe
und oft finde sie Unterlagen deshalb auch nicht wieder.
Die
Aussage der Abklärungsperson, dass
die
Erledigung der
administrativen Tätigkeiten
schon immer die Aufgabe des Ehemannes gewesen sei, tr
effe
nicht z
u
. Vor ihrer Hirn
blutung hätten sie die administrativen Aufgaben geteilt. Zu widersprechen sei der Aussage der Abklärungsperson, die Wäsche bleibe liegen, weil sie – die Be
schwerdeführerin – ihren Freizeitbeschäftigungen nachgehe.
Die
Wäsche
könne nicht immer erledigt werden, weil
die Hausarbeiten so viel Zeit beanspruch
t
e
n
.
Es sei korrekt, dass der Ehemann aus Interesse und Anteilnahme als Vater an den Elt
erngesprächen
zusammen
mit ihr teilnehme. Die Teilnahme erfolge
aber auch, weil sie
nicht mehr in der Lage
sei
, sich länger zu konzentrieren
,
und dadurch d
ie
Gefahr
bestehe
, dass sie nicht a
lles verstehe, was wichtig sei.
Ihr Ehemann sei wegen ihrer Erkrankung gezwungen, nicht nur 100
%
zu arbei
ten, sondern er müsse
oft Mahlzeiten zubereiten, Gartenarbeiten über
nehmen, Elternabende besuche
n
, bei den Aufgab
en der Kinder helfen, einkaufen
und sämt
liche administrativen Tätigkeiten
erledigen
.
Dies alles unter «Schadenmin
de
rungspflicht» zu subsumieren und damit in Kauf zu nehmen, dass
der Ehemann
, welcher wegen der ständigen Überlastung ein Burnout erlitten habe und deshalb zwei Monate zu 100
%
arbeitsunfähig und auch später noch reduziert arbeitsun
fähig gewesen sei,
d
aran zerbreche
, sei keine verfassungskonforme Auslegung der Schadenminderungspflicht.
Aus dem Gutachten
der
A._
ergebe sich, dass sie nur einer Tätigkeit als Seniorenbetreuerin ohne Ausbildung nachgehe
n könne, und auch
das
nur zu 70
%.
Die Tätigkeit als Hausfrau und Mutter sei in mancherlei Hinsicht an
spruchsvoller als eine Tätigkeit als Seniorenbetreuerin mit Ausbildung. Weshalb nun in der Tätigkeit als Seniorenbetreuerin eine 30%ige Einschränkung bestehen soll und in der
Haushaltsführung überhaupt keine, sei nicht nachvollziehbar. Ihre massiven Ausfälle könnten nicht alle einfach durch die Schadenminde
rungs
pflicht aufgefangen werden.
Die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, die Gutachter nach den Einschränkungen im Haushalt zu befragen, obschon es schon bei der Vergabe des Gutachtens klar gewesen sei, dass die gemischte Methode zur Anwendung komme.
Ersichtlich
sei die Fehleinschätzung
im aktuellen Haushaltsabklärungsbericht auch
, wenn man
ihn mit dem Bericht
, der anderthalb Jahre nach der Hirnblutung erstellt worden u
nd von einer Einschränkung
in der Haushaltsführung
von 31
%
ausgegangen sei
, vergleiche
.
Die
gesundheitliche Situation
habe sich
seit Mai 2010
zwar ein
bisschen
, jedoch nicht wesentlich gebessert
.
Es gelte zudem zu beachten, dass die Haushaltsabklärung zu einem Zeitpunkt stattgefunden habe, als sie nicht erwerbstätig gewesen sei. Es sei wohl einsichtig, dass bei einer
Erwerbstätigkeit
von 50
%
sich die Erledigung des Haushaltes anders präsentieren würde,
und zwar
sowohl bezüglich
ihrer
Belastbarkeit als auch betreffend Mehrbelastung der übrigen Familienangehörigen.
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin nach er
folgter Neuanmeldung vom 25. September 2017. Da unbestritten ist, dass die Be
schwerdeführerin im Gesundheitsfall inzwischen ein höheres Erwerbspensum
als 30 % ausüben würde, ist ein Revisionsgrund ausgewiesen. Es ist daher umfassend
zu prüfen, ob nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität vorliegt.
3.2
Bei der mit Verfügung vom 1
0.
März 2011 (
Urk.
8/47) erfolgten Zusprache ein
er
vom
1.
Dezember 200
9 bis 3
0.
April 2010 befristeten
Viertelsrente
war die Be
schwer
degegnerin davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführe
rin im Gesund
heitsfall zu 30
%
einer Erwerbstätigkeit nachginge
und zu 70
%
im Haushalt tätig
wäre. Die Beschwerdegegnerin erachtete die Beschwerdeführerin in einer
ang
e
passten
Tätigkeit bis Januar 2010 als zu
5
0
%
und ab Februar 2010 als zu 60
% arbeitsfähig.
Für den Haushalt hielt
die Beschwerdegegnerin für die Zeit bis Januar 2010
eine
Einschränkung von 47,7
%
und ab Februar 2010
eine Ein
schränkung von
31
%
fest (
Urk.
8/45).
3.3
3.
3.
1
Im Gutachten der
A._
vom
1
6.
Juli
2019 (
Urk.
8/81-82
) werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
8/82/39 ff.
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3.3
.2
Die Gutachter der
A._
nannten in ihrem Gutachten vom 1
6.
Juli 2019 (
Urk.
8/
81-
82) als Diagnosen mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
8/82/6):
-
l
eichte bis mittelschwere Funktionsstörung nach Hirnblutung aus einem AVM links frontal
(Äste der
Arteria
cerebri
media
; ICD-10 F07.9 bei I61.2Z)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hielte
n
die Gutachter fest
(
Urk.
8/82/6)
:
-
Status nach Grand mal, bislang ohne Hinweise auf Entwicklung einer Epi
lepsie (ICD-10 G40.8)
-
Status nach Hydrocephalus malresorptivus und nach externer
Ventrikel
drainage
(ICD-10 G91.
1
)
-
Status nach rezidivierenden Spannungskopfschmerzen (ICD-10 G44.2)
-
Augmentin
-
Allergie
Aufgrund
d
er noch nicht sicheren Anfallsfreiheit bei erst seit drei Wochen aus
gebl
endeter
anticonvulsiver
Medikati
on bestünden noch für ein Jahr Einschrän
kungen für eigen- und fremdgefährdende Tätigkeiten (bei erneuten Krampfan
fällen natürlich dann weiter). PKW-Fahren sollte erst nach dreimonatiger Anfalls
freiheit nach Ausblenden
d
er
anticonvulsiven
Medikation aufgenommen werden
. Funktionelle Auswirkungen ergäben sich auch durch die Hirnsubstanzschäden. Nach der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung
zeigten
sich im Vorder
grund verbale Lern- und Ge
dächtnisstörungen
, welche insbesondere die Enkodie
rung von neuen verbalen Inhalten betreffe. Diese Defizite zeigte
n
sich bei der auditiven und der schriftlichen Informationsaufnahme und bestünden sowohl für unverbundene Einzelinformationen als auch für im Kontext dargebotene Infor
ma
tionen. Bei komplexeren Anforderungen lägen die Ergebnisse weit unter der Alt
er
s- und Bildungsnorm. Demgegenüber könne
die Beschwerdeführerin
visuell-figurale Informationen recht gut einspeichern. Weiter zeigten sich bei sprachlich-exekutiven Leistungen wie der Wortflüssigkeit und der komplexen Planung deut
liche Defizite. Im Bereich der Aufmerksamkeitsfunktionen zeige die Beschwerde
führerin bei guter basaler Aufmerksamkeit und normgerechte
m
Arbeitstempo Einschränkungen der höheren Aufmerksamkeitsfunktionen, und zwar vor allem in der geteilten Aufmerksamkeit. Störungen auf der Verhaltensebene lägen nur in geringer Ausprägung vor. Im Verlauf sei festzustellen, dass die vermutlich vorwiegend durch die frontale Hirnschädigung bedingten Verhaltens
weisen wie schnelle Reizbarkeit und
emotionale Labilität mittlerweile deutlich gebessert seien, vermutlich begünsti
gt auch durch die Besserung der posttraumatischen Belastungsstörung (
PTBS
)
. In Bezug auf den Mini-ICF-APP-Ratingbogen seien die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Anwendung fachlicher Kompetenzen und Durchhaltefähigkeit als mittelgradig, Strukturierung der Aufgaben, vermut
lich auch
die Produktivität als leicht beeinträchtigt einzuschätzen. Die anderen Fähigkeiten dürften mittlerweile nicht mehr beeinträchtigt sein.
Diese Störungen wirkten sich in der angest
a
mmten Tätigkeit als Oberstufenlehr
erin, die ein hohes Ausmass an
Überwachungsfunktionen und Konzentrationen sowie Merkfähigkeit, aber auch viel Disziplin in Kommunikation und Affekt
ivität voraussetze, deut
licher
und auch stärker
aus
als in einer angepassten, eher einfachen Tätigkeit, wo sie aber auch zu rascherer Erschöpfbarkeit, langsameren Arbeitsabläufen und Pausen führten
(
Urk.
8/82/6-7)
.
Es
ergäben sich keine Hinweise für eine Störung der Persönlichkeit. Die Be
schwerdeführerin könne als kontaktfreudige, sorgfältige und gewissenhafte Per
son beschrieben werden. Sie habe dank ihrer stabilen prämorbiden Persönlichkeit und vermutlich guten Resilienz auch die
PTBS
überstehen könne
n
(
Urk.
8/82/7)
.
Wichtigster Belastungsfaktor seien die neurokognitiven Leistungseinschrän
kung
en, die den beruflichen Einsatz und das berufliche Fortkommen behinderten, aber aufgrund der partiellen Erholung der neurokognitiven Funktionen, guter prämor
bider Intelligenz, guter Reflexions- und Introspektionsfähigkeit, Freude am Lesen und beruflicher Weiterbildung in ihren Auswirkungen nicht massiv seien. Als Res
source sei auch zu betrachten, dass die Beschwerdeführerin als kontaktfreudige, sorgfältige und gewissenhaft
e
Person beschrieben werden könne. Auch ver
füge
sie
über ein breites soziales Netz: Der Ehemann und seine Eltern, Freunde und Nachbar
n
, die alle Unterstützung nach den dramatischen Ereignissen ange
boten hätt
en. Eine grosse Kraftquelle sei
der christliche Glauben, den die Be
schwerdeführerin zusammen mit ihrem Mann praktiziere, inklusive das Engage
ment in der Kirche. Als negativ beziehungsweise sozial belastend könne die geringere Unterstützung durch die Eltern der Beschwerdeführerin sowie die unter AHDS leidende ältere Tochter, die im Alltag mehr Unterstützung benötige, erwähnt werden. Belastend seien auch die Übergriffe
eines Pflegers
im Kranken
haus gerade in der Phase nach schwerer somatischer Erkrankung. E
s
sei eine
PTBS
entstanden, welche die Beschwerdeführerin aber dank ihrer prämorbid guten Per
sönlichkeit habe überwinden können. Günstig sei, dass die cerebrale Blutungs
quelle komplett habe ausgeschaltet werden können und auch langjährig Anfalls
freiheit bestehe. Eine cerebrale Blutung sei
daher nicht mehr zu befürchten. Es deute
sich
auch an, dass sich keine symptomatische Epilepsie entwickeln werde, wobei dies aber noch nicht abschl
iessend beurteilt werden könne (
Urk.
8/82/7).
Die Angaben der Beschwerdeführerin seien konsistent und plausibel. Es gebe keine Abweichungen zu anamnestischen Angaben und Befunden im Dossier. Die Darstellung sei weder demonstrierend noch aggravierend. Bei der aktuellen neu
ropsychologischen Untersuchung habe sich eine gute Anstren
g
ungsbereitschaft über die gut dreistündige Testung hinweg gezeigt. Die Beschwerdevalidierung sei vollkommen unauffällig, sodass die Ergebnisse als valide eingeschätzt würden. Die aktuell etwas schlechtere Einschätzung zum neuropsychologischen Vorbe
fund erkläre sich durch die Anwendung differenzierter
er
Testverfah
r
en, die aber zur Beurteilung der entsprechend differenzierten angest
ammten Tätigkeit zwin
gend seien (
Urk.
8/82/7).
In der angestammten Tätigkeit (Oberstufenlehrerin) sei unter Berücksichtigung der erhobenen neuropsychologischen
Befunde die Arbeitsfähigkeit nicht komplett aufgehoben, aber deutlich quantitativ und qualitativ reduziert. Unter praktischen Gesichtspunkten sei am ehesten von einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
auszugehen, am besten verteilt auf
fünf
Stunden mit einer Leistungsminderung von zusätzlich 20
%
wegen langsamere
m
Arbeiten und individuell
gestaltbaren Pausen. Es be
stehe also sowohl eine verminderte
zeitliche
Präsenz als auch eine im Tages
verlauf zunehmende Leistungsminderung von etwa 20
%
. In der angest
ammten Tätigkeit als Oberstufenl
ehrerin könnten auch nur noch Teilaufg
a
ben ausgeübt werden. Möglich wären zum Beispiel Unterric
htsvorbereitungen, Förderunterr
icht für einzelne Schüler oder Unterrichten einer sehr kleinen Schülergruppe. Die Einschätzung gelte retrospektiv seit zwei Jahren nach dem Blutungsereignis, als
o
in etw
a ab Jahresbeginn 2011 (
Urk.
8/82/7-8).
Eine angepasste Tätigkeit zeichne sich dadurch aus, dass sie rasch erlernbar sei, aufbauend auf di
e Vorkenntnisse und
ohne Notwendigkeit des umfangreichen Erwerbs neuer Kenntnisse
. Sie sollte zudem ohne
besondere nervliche Belastung,
ohne
erhöhten Publikumsverkehr, ohne besondere Verantwortung
sowie
ohne
Überwachungsfunktion
erbracht werden können
. Optimalerweise sollte auch nich
t unter Zeitdruck gearbeitet werden. Für die Dauer
eines Jahres sollte auch auf eigen- und fremdgefährdende Tätigkeiten verzichtet werden, für die Dauer von noch zwei Monaten auf das Führen eines Autos (günstiger Verlauf ohne Ent
wicklung einer Epilepsie vorausgesetzt
)
. In
einer derartigen Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
(bezogen auf ein 100%-Pensum), wobei die zeitliche Präsenz nicht eingeschränkt sei. Bei freier Pausenwahl sei dann keine zusätzliche Leistungsminderung anzunehmen, wobei die Tätigkeit in zwei Blöcken mit grösserer Pause erbracht werden sollte. Einschränkungen der sozialen Kompetenz bestünden nicht (
Urk.
8/82/8).
4.
4.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als
ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
stän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entschei
dend ist so
mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge
sund
heitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pen
sum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigung
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
4.2
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdegegnerin – wie dargelegt
(E.
2.1)
– als im Gesundheitsfall zu 50
%
erwerbstätig und zu 50
%
im Aufgaben
bereich Haushalt
tätig (
Urk.
2). Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass von einer 60%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall auszugehen sei (
E. 2.2,
Urk.
1 S. 14).
Im Haushaltsabklärungsbericht
vom 2
8.
August 2019 (
Urk.
8/85)
ist festgehalten, die Bes
chwerdeführerin habe ausgesagt,
man habe sich – vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens - vorgestellt,
dass der Ehemann 70 bis 80
%
und sie zwischen 40 und 50
%
arbeite
n würde
. Mittlerweile seien die bei
d
en Töchter selbständiger.
So wäre es zu organisiere
n, dass sie zu 50
% erwerbstätig wäre (
Urk.
8/85/3)
. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dies so
gesagt
zu haben, viel
mehr habe sie erklärt, im Gesundheitsfall 50 bis 60
%
zu arbeiten (
Urk.
1 S.
14).
Es kann vorliegend offenbleiben, ob die Beschwerdeführerin gegenüber der Ab
klärungsperson ausgesagt hat, im Gesundheitsfall 40 bis 50
%
oder 50 bis 60 %
zu arbeiten. Gestützt auf ihre E-Mail vom 1
2.
August 2019 (
Urk.
8/84) ist nämlich erstellt, dass sie selbst davon ausging, im Gesundhe
itsfall 40 bis 60
%
zu arbeiten, was einem Mittelwert von 50
%
entspricht (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_730/2012 vom
4.
Juni 2013 E. 4.2). Diese Angabe steht im Übrigen nicht im Widerspruch zu den Angaben im Gutachten, die Beschwerdeführerin und ihr Ehe
mann hätten – ursprünglich – geplant gehabt, beide etwa 50/60
%
zu arbeiten (
Urk.
8/82/25). Da eine 50%ige Arbeitstätigkeit
im Gesundheitsfall unter Berück
sichtigung
der persönlichen und famili
ären Verhältnisse der Beschwerdeführerin plausibel erscheint, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 50
%
erwerbs
-
und zu 50
%
im Haushalt tätig qualifiziert hat.
5.
Hinsichtlich der Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin ging die Beschwerde
gegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Lehrerin
noch zu 30
%
und in einer angepassten Tätigkeit zu
7
0
%
arbeits
fähig
sei
(
E. 2.1
).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei im Wesentlichen auf das Gutachten der
A._
vom 1
6.
Juli 2019 (E. 3.2; vgl.
Urk.
8/87/6). Das Gutachten der
A._
(vgl. E. 3.2
) erfüllt d
ie Anforderungen an ein beweiskräftiges medizinisches Gutachten
(
BGE 125 V 351 E. 3a
; BGE 135 V 465 E. 4.4,
Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11
.
Juni 2019 E. 2
)
.
Anzu
fügen gilt es jedoch, dass sich aus dem Gutachten für die angestammte Tätigkeit nicht eine 30%ige, sondern eine 32%
ige
(40
%
0,8) Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit ergibt (vgl. auch
Urk.
8/87/6). Die von den Gutachtern erho
bene Erwerbsfähigkeit wird von der Beschwerdeführerin nicht infrage gestellt. Es ist daher in Übereinstimmung mit dem Gutachten der
A._
von einer 3
2
%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten und einer
70%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit auszu
gehen
.
6.
6.1
Während die Beschwerdegegnerin gestützt au
f den Abklärungsbericht vom 28.
August 2019 (
Urk.
8/85) davon ausging, dass die Beschwerdeführerin im
Haushalt nicht relevant eingeschränkt sei, erachtet sich die Beschwerdeführerin
im Haushalt als zu 30
%
eingeschränkt (
Urk.
1 S. 25).
6.2
Gestützt auf das Gutachten der
A._
vom 1
6.
Juli 2019 ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin auch in eher einfachen Tätigkeiten rascher erschöpft ist, langsamere Arbeitsablä
ufe hat und mehr Pausen bedarf
(
Urk.
8/82/7). Es erweist sich daher als schlüssig, dass die Beschwerdeführerin – wie von ihr geltend gemacht (E. 2.2) – den Haushalt nicht mehr gleich schnell erledigen kann wie vor der im Dezember 2008 erlittenen Hirnblutung.
Ein erhöhter
Zeitauf
w
and
vermag jedoch
keine Invalidität
zu begründen
, soweit die Besorgung der Aufgaben ins
gesamt noch möglich bleibt (vgl. Urteil des damaligen Eidgenössischen Versiche
rungsgerichts I 200/05 vom 1
3.
Juni 2005 E. 2.3.2).
Aus den von der Beschwerde
führerin gemachten Angaben ergeben sich keine Hinweise darauf, dass aufgrund
der langsameren Arbeitsweise relevante Aufgaben im Haushalt unerledigt bli
e
ben
.
So ergibt sich aus dem Abklärungsbericht denn auch, dass vor Ort ein ordent
licher Haushalt angetroffen worden sei (
Urk.
8/85/7).
Die von der Beschwerde
führerin angeführten gelegentlichen Verzögerungen bei der Haushaltsführung, das heisst,
dass beispielsweise frisch gewaschene Socken direkt aus der Wasch
zeine genommen werden müssen (
Urk.
8/85/6),
liegen im Rahmen
einer
üblichen Haushaltsführung
. Es
kann
zudem
im Rahmen der Schadenminderungspflicht vom Ehemann und von den Kindern, welche im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns (vgl. E.
7.1
)
14 beziehungsweise 1
1
Jahre alt waren (
Urk.
8/49/3), erwartet werden, dass
sie bei gelegentlichen Verzögerungen in der Haushalts
füh
rung die Beschwerdeführerin unterstützen
(BGE 133 V 504 E. 4.2)
.
Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend,
dass sie gewisse Aufgaben im Haushalt nicht mehr selber ausführen könne, namentlich sei sie bei
Menüplanung teilweise überfordert,
bereite ihr die Erledigung
der Post Mühe (
Urk.
1 S. 8),
müssten
administrative Tätigkeiten vom Ehemann
erledigt werden
und müss
e der Ehemann sie aufgrund ihrer mangelnden Aufmerksamkeit an Elterngespräche begleiten (
Urk.
1 S. 9).
Dazu ist festzuhalten, dass Tätigkeiten, die bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens von Familienangehörigen erledigt wurden, nach Eintritt des Gesundheitsschadens bei den Einschränkungen nicht berücksichtigt werden können (
KSIH
Rz
. 3099). Im Haushaltsabklärungsbericht vom 2
8.
August 2020 wird festgehalten, dass die administrativen Tätigkeiten
schon immer Auf
gabe des Ehemannes der Beschwerdeführerin gewesen sei (
Urk.
8/85/6).
Der Ein
wand der Beschwerdeführerin, früher sei dies aufgeteilt gewesen (
Urk.
1 S. 9) vermag nicht zu überzeugen, hatte die Beschwerdeführerin doch bereits anlässlich der Haushaltsabklärung im Jahr 2010 angegeben, dass administrative Aufgaben seit jeher vom Ehemann erledigt worden seien (
Urk.
8/24/7). Für die Erledigung der
administrativen Tätigkeiten kann daher von vornherein keine Einschränkung berücksichtigt werden.
Die übrigen von der Beschwerdeführerin bezeichneten Aufgaben, welche sie nicht mehr vollständig selbständig erledigen könne, be
treffen nur einen kleinen Teil der Haushaltsführung. Es erweist sich als rechtens, dass die Abklärungsperson
da
von ausgegangen ist, dass der Ehemann und die beiden Töchter in diesen Bereichen die Beschwerdeführerin
unterstützen
können und deshalb eine invalidenversicherungsrechtliche Einschränkung zu verneinen ist (vgl.
Urk.
8/85/5-7
; vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2
).
Aus dem Haushaltsabklärungsbericht vom
5.
Mai 2010 (
Urk.
8/24) vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Wie sich aus dem Gut
achten der
A._
ergibt, besteht die nun attestierte Leistungsfähigkeit erst seit Anfang 2011 (
Urk.
8/82/9), weshalb davon auszugehen ist,
dass
der im April 2010 durchgeführten Abklärung ein anderer Gesundheitszustand zu Grunde lag als der aktuellen Abklärung. Ebenfalls nicht zu verfangen
vermag
der Einwand der Beschwerdeführerin, sie sei in
jeder
Tätigkeit zu
– mindestens -
30
%
ein
ge
schränkt, weshalb dies auch für die Haush
altsführung geltend müsse (Urk. 1 S.
17
ff.). Wie dargelegt
führt ein erhöhter Zeitbedarf bei der Haushaltsführung im Gegensatz zu einem erhöhten Zeitbedarf bei einer Erwerbstätigkeit nicht per se zu einer
invalidenversicherungsrechtlich
relevanten Leistungseinschränkung
(Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 200/05 vom 1
3.
Juni 2005 E. 2.3.2)
. Zudem kann bei der Haushaltsführung, im Gegensatz zur Erwerb
stätigkeit, auch Unterstützung
von den Familienangehörigen verlangt werden
(BGE 133 V 504 E. 4.2)
.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass gewisse Einschränkungen der Beschwer
de
führerin in verschiedenen Aufgabenbereichen ausge
wiesen sind
. Diese Ein
schränkungen lassen sich jedoch durch die erwartbare Unterstützung durch die im gleichen Haushalt lebenden Familienangehörigen kompensieren (
v
gl. BGE 133 V 504 E. 4.2)
. Der Abklärungsbericht trägt den Einschränkungen der Beschwer
deführerin und der Mitwirkungspflicht der Familienangehörigen angemessen Rechnung
.
Es erweist sich daher als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin
eine
invalidenversicherungsrechtliche relevante
Einschränkung der Beschwerde
füh
rerin im Haushalt verneint hat.
7.
7.1
Für den Einkommensvergleich
zur Ermittlung der
erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
sind die Ver
hältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs mass
gebend,
wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Nachdem sich die Beschwerdeführerin, deren Gesundheitszustand seit Anfang 2011 im Wesentlichen unverändert ist
(vgl. E. 3.2)
, am 2
5.
September 2017 bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet hat (
Urk.
8/49), ist der frühestmögliche Rentenbeginn im März 2018
(
Art.
29
Abs.
1 IVG)
. Dies bedeutet, dass
d
er Invaliditätsgrad
– lediglich -
gemäss dem in
Art.
27
bis
Abs.
2–4 IVV per
1.
Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell zu ermitteln
ist
.
7.2
Die Beschwerdeführerin ist ausgebildete
Hauswirtschafts- und Werk-, Englisch- und Ze
ichnungslehrerin
(
Urk.
8/2). Sie ging seit der im Dezember 2008
erlittenen Hirnblutung
keiner Erwerbstätigkeit mehr nach.
Die Beschwerdegegnerin setzte das
Valideneinkommen
gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss der vom Bun
des
amt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebung (LSE) fest, wobei sie die Tabelle T17, Ziffer.
23
, Lohn für Lehrkräfte, Totalwert, als mass
gebend erachtete
(
Urk.
2,
Urk.
8/96)
.
Es erweist sich als rechtens, dass die Be
schwerdegegnerin
das
Valideneinkommen
gestützt auf die Tabelle T17, Ziffer 23, berechnet hat.
Innerhalb dieser Tabelle
beziehungsweise Ziffer
ist jedoch
nicht
auf den
Totalwert, sondern
den monatlichen Bruttolohn
von
Frauen
im Alter von
30 bis 49 Jahre
n
abzustellen (vgl. beispielsweise Urteil des Bun
desgerichts 9C_271/2018 vom 19.
März 2019 E.
4.3).
Dieser betrug im
Jahr 2018
Fr. 8'750.
. Unter Berücksichtigung der
betriebsübliche
n
wöchentliche
n
Arbeitszeit
im
Erzie
hungs
- und Unterrichtswesen
im Jahr 20
18 von 41,4 Stunden (
v
gl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
in Stunden pro Woche
, Ziffer 85)
resultiert für das Jahr 2018 ein Einkommen
von Fr.
108'675.--
(Fr. 8'750.-- : 40 x 41,4 x 12).
7.3
7.3.1
Da die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist das Invaliden
einkommen, welches
sie
in einer angepassten Tätigkeit erzielen könnte, gestützt auf die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik zu berechnen (
BGE 139 V 592 E. 2.3
,
BGE 142 V 178 E. 2.5.7
).
Gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level des Bundesamtes für Statistik betrug der monatliche Medianlohn von
Frauen
, welche im Jahr 2018 einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art ausübten,
Fr.
4’371
.--. Bei einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41,7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in
Stunden pro Woche, Total) entspricht dies bei einer
7
0%igen Arbeitsfähigkeit einem Ei
nkommen von
Fr.
38'276.85 (
Fr.
4’371
.-- x 12 : 40 x 41,
7 x 0,7
).
7.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die Beschwerdegegnerin nahm aufgrund der verminderte
r
A
u
fmerksamkeit und der eingeschränkten Belastbarkeit
der
Beschwerdesführerin
einen Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
vor (
Urk.
2,
Urk.
8/96).
Ein Abzug von 10
%
erscheint den
Einschränkungen der Beschwerdeführerin als angemessen und wird von dieser auch nicht infrage gestellt.
Bei einem Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
resultiert für das Jahr 2018 ein Invalideneinkommen von Fr. 34'449.15 (
Fr.
38'276.85 x 0,9).
7.4
Bei einem
Validenein
k
ommen
Fr. 108'675.
--
und einem Invalideneinkommen von Fr. 34'449.15 ergibt sich e
ine Einkommenseinbusse von Fr. 74'225.8
5.
Dies entspricht einem Invaliditätsgrad von 68,3
%
(Fr. 74'225.85 : Fr. 108'675.-) beziehungsweise gewichtet von 34,15
%
(68,3
%
x 0,5).
8.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdeführerin
als im Gesundheitsfall zu 50
%
erwerbs
-
und zu 50
%
im Haushalt tätig zu qualifizieren. Während im Haushalt keine Einschränkung vorliegt, besteht im Erwerbsbereich ein gewichteter Inva
liditätsgrad von 34,15
%
. Bei e
inem Invaliditätsgrad von 34,15
% besteht kein Rentenanspruch. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
9.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festgelegt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
900.-- als angemessen, welche ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin auf
zuerlegen ist.