Decision ID: 71aaad37-5063-4d15-816c-c2e84dd22b82
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christine Kessi, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Hilfsmittel (Duschumbau)
Sachverhalt:
A.
A.a Am 10. September 1988 meldete sich A._ zum Bezug von IV-Leistungen für
Erwachsene an (act. G 6.15). Dr. med. B._, Lähmungsinstitut C._, diagnostizierte
im Bericht vom 14. November 1988 ein spastisch paretisches Syndrom links nach
Hirninfarkt im Versorgungsgebiet der A. cerebri media rechts, genuine Epilepsie
(medikamentös kompensiert) sowie einen Status epilepticus am 24. Juli 1988 (act.
G 6.19).
A.b Die Versicherte liess über ihren Vermieter am 7. April 1989 für die von ihr damals
bewohnte Wohnung den Einbau einer Dusche beantragen. Der Antrag wurde mit
Lähmungserscheinungen der Versicherten begründet (act. G 6.24). Die
Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen (nachfolgend Ausgleichskasse)
Invalidenversicherung wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 17. April 1990
ab (act. G 6.27). Die IV-Kommission des Kantons St. Gallen sprach der Versicherten in
der Verfügung vom 18. Oktober 1990 mit Wirkung ab 1. Juli 1989 eine ganze Rente zu
(act. G 6.29).
A.c Die Versicherte teilte der Ausgleichskasse am 21. Oktober 1993 mit, sie sei zu
ihrem Freund gezogen (die für die bisherige Wohnung aus Sicherheitsgründen
angeschaffte Duschkabine nahm die Versicherte in die neue Wohnung mit, act. G 6.94).
In den neu bewohnten Räumlichkeiten habe die bestehende Treppe umgebaut werden
müssen (act. G 6.55). Die Ausgleichskasse lehnte die Übernahme der Umbaukosten ab
(Verfügung vom 29. März 1994, act. G 6.62).
A.d Am 19. November 2004 beantragte die Versicherte bei der IV-Stelle die
Kostenübernahme für eine Duschkabine (act. G 6.88; vgl. Offerte vom 12. Oktober
2004, act. G 6.91). Im Bericht des SAHB-Hilfsmittel-Zentrums vom 10. Dezember 2004
schlug die Abklärungsperson vor, die Kosten für die Duschkabine könnten dann
übernommen werden, wenn durch ein entsprechendes ärztliches Zeugnis die
Sturzanfälligkeit belegt werden könnte. Andernfalls sei das Leistungsbegehren
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abzulehnen (act. G 6.94). Dr. med. D._, Allg. Medizin FMH, berichtete am
28. Dezember 2004, die Versicherte klage aktuell nicht über Schwindel (act. G 6.95).
Die IV-Stelle verfügte am 10. Januar 2005 die Abweisung des Leistungsbegehrens (act.
G 6.96).
A.e Mit Gesuch vom 11. November 2009 ersuchte die Versicherte als
invaliditätsbedingte bauliche Änderung in der Wohnung die Übernahme der Kosten für
die Schaffung einer Duschecke im Betrag von Fr. 8'908.80 gemäss Offerte vom
2. Oktober 2009 (act. G 6.103 f.). Am 7. Juli 2010 berichteten die Abklärungspersonen
des SAHB, seit einiger Zeit könne die bestehende Dusche nicht mehr benutzt werden.
Einerseits sei die Duschanlage so alt und defekt, dass eine Nutzung nicht mehr möglich
sei. Andererseits sei die Versicherte nur noch schwerlich in der Lage, in die vorhandene
Dusche zu steigen (Umrandungshöhe 28 cm) und sich zu reinigen. Es fehlten auch die
entsprechenden Hilfsmittel, die eine gefahrenfreie und sichere Benutzung der Dusche
ermöglichten. Die beantragte Änderung des bestehenden Duschraums sei eine
einfache und zweckmässige Lösung für die Versicherte. Es habe nicht schlüssig
festgestellt werden können, inwieweit die Krankheit die Versicherte beim Zugang zur
bestehenden Dusche beeinträchtige. Diese Frage sei ärztlicherseits zu beantworten.
Sollte sich dabei erweisen, dass die Versicherte die Schwelle in die Dusche trotz der
gesundheitlichen Einschränkungen und ohne Gefahr eines Sturzes übersteigen könne,
sei ein Duschumbau nicht von der Invalidenversicherung zu finanzieren. Die Benutzung
der in der Nasszelle vorhandenen Badewanne sei der Versicherten krankheitsbedingt
nicht möglich (act. G 6.117).
A.f Der behandelnde Dr. med. E._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-
Stelle am 10. August 2010, für das Ein- und Aussteigen aus der Dusche sei ein
gewisses Gleichgewicht notwendig. Dieses scheine bei der Versicherten aufgrund des
noch deutlichen Hemisyndroms links in geringerem Mass vorhanden. Ein
Badezimmerumbau könnte deshalb den Alltag der Versicherten erheblich verbessern.
Für eine genauere Untersuchung sei eine Besichtigung der häuslichen Verhältnisse
durch die IV-Ärzte notwendig (act. G 6.120). Am 9. September 2010 führte die IV-Stelle
ein Telefongespräch mit der Versicherten und kam aufgrund von Alltagsschilderungen
(Treppensteigen und Führen des invaliditätsbedingt abgeänderten Pkw's) zum Schluss,
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die Überwindung der erhöhten Duschwanne von 8 bis 10 cm sei der Versicherten
zumutbar (act. G 6.121).
A.g Mit Vorbescheid vom 24. September 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, keine Kosten für den beantragten Duschumbau zu übernehmen. Hingegen
könnten die Kosten für Haltegriffe, einen Duschhocker und eventuell für Hilfsmittel für
den Einstieg übernommen werden (act. G 6.124; zur gewährten Kostengutsprache für
einen Duschklappsitz, einen Winkelhaltegriff und einen Haltegriff vgl. die Mitteilung vom
24. September 2010, act. G 6.126).
A.h Gegen den Vorbescheid vom 24. September 2010 erhob die Versicherte am
29. Oktober 2010 Einwand (act. G 6.127). In der Verfügung vom 23. November 2010
wies die IV-Stelle eine Kostengutsprache für den Duschumbau ab (act. G 6.129).
B.
B.a Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 10. Januar 2011, worin die
Beschwerdeführerin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die
Bewilligung des Duschumbaus beantragt (act. G 1). In der ergänzenden Begründung
vom 8. Februar 2011 beantragt die Beschwerdeführerin eventualiter, die Sache sei für
weitere Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die
Beschwerdeführerin bringt vor, die Beschwerdegegnerin verkenne, dass einerseits die
aktuelle Dusche zu eng für einen Duschhocker ausgelegt sei. Sie sei jedoch auf eine
Sitzgelegenheit beim Duschen aufgrund der Beeinträchtigung des Gleichgewichts
angewiesen. Andererseits habe die Schwelle der Dusche eine Höhe von 28 cm
betragen, was für sie schwerlich zu überwinden sei. Es verstehe sich von alleine, dass
die Invalidenversicherung nicht für die Erneuerung alter bzw. defekter Anlagen
zuständig sei, sondern nur für die invaliditätsbedingten Mehrkosten. Die
vorzunehmenden baulichen Massnahmen seien in diesem Sinn aufzuteilen in "Ersatz
bestehender Anlagen" und "invaliditätsbedingte Mehrkosten" (act. G 3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 3. März 2011,
es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Steighilfe (Böckli)
zur Benützung der Dusche habe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Im
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Wesentlichen stellt sie sich auf den Standpunkt, es bestünde keine Veranlassung, um
von der Einschätzung der SAHB-Abklärungspersonen abzuweichen. Es sei nicht
notwendig und würde somit gegen den Verhältnismässigkeitsgrundsatz verstossen, die
Dusche komplett umzubauen (act. G 6).
B.c In der Replik vom 29. Juni 2011 hält die Beschwerdeführerin unverändert an ihrer
Beschwerde fest. Sie reicht einen Bericht von F._, Architekt und Bauberater der
procap, vom 9. Juni 2011, ein (act. G 18.1). Dieser weise als erstes darauf hin, dass
nicht der Zugang zur Dusche das Hauptproblem sei, sondern die Grösse und
Beschaffenheit der Duschkabine. Diese sei zu eng und könne aufgrund der starren
Wände nicht, wie bei einem Duschvorhang, ausgeweitet werden. Zusätzlich habe die
Duschkabine eine ungleichmässige Wannenvertiefung, was ein spontanes Drehen,
Ausbalancieren und Abstützen schwierig mache. Der Duschraum sei jetzt bereits eng
und erst recht nach Montage eines Klappsitzes und Haltemöglichkeiten. Ein Klappsitz
und auch Haltegriffe würden ferner aufgrund der Hebelwirkung in einer Blechkabine
kaum angebracht werden können. Die Benutzung eines Duschstuhls sei aufgrund der
Wannenform nicht möglich (act. G 18).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 20).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf die beantragte
bauliche Massnahme (Duschumbau) umstritten.
1.1 Nach Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden
Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, die sie für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder
der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zweck der
funktionellen Angewöhnung bedarf. Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die
Fortbewegung, für die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die
Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat
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aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche
Hilfsmittel (Art. 21 Abs. 2 IVG).
1.2 Art. 14 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201), vom
Bundesrat in Ausführung der vorgenannten Gesetzesbestimmung erlassen, überträgt
die Aufstellung der Liste der Hilfsmittel, die von der Invalidenversicherung übernommen
werden, dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI). In Ausübung dieser
Subdelegation hat das EDI die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
IV (HIV) erlassen, deren Anhang die Liste der abzugebenden Hilfsmittel enthält. Im
Rahmen dieser Liste besteht Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die
Fortbewegung, die Herstellung des Kontakts zur Umwelt oder für die Selbstsorge
notwendig sind (Art. 2 Abs. 1 HVI). Es besteht nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher
und zweckmässiger Ausführung (Art. 2 Abs. 4 erster Satz HVI). In Ziff. 14.04 werden als
Hilfsmittel für die Selbstsorge invaliditätsbedingte bauliche Änderungen in der
Wohnung genannt, insbesondere das Anpassen von Bade- und Dusch-Räumen an die
Invalidität.
2.
Da für Eingliederungsmassnahmen analoge Revisionsvoraussetzungen wie für Renten
gelten (BGE 135 I 165 E. 4.2), stellt sich zunächst mit Blick auf die Verfügung vom
17. April 1990, worin ein früheres Gesuch um Kostenübernahme für ein Badezimmer-/
Duschumbau rechtskräftig abgewiesen wurde (act. G 6.27), die Frage, ob diese
Leistungsablehnung nach wie vor Bindungswirkung entfaltet bzw. die Beurteilung des
Leistungsgesuchs vom 11. November 2009 (act. G 6.103) vom Vorliegen eines
Rückkommenstitels abhängt.
2.1 Die Frage, ob für die Beurteilung des vorliegend streitigen Leistungsgesuchs ein
Rückkommenstitel erforderlich ist, kann schliesslich offen bleiben. Denn selbst wenn
sie bejaht würde, wären die Revisionsvoraussetzungen erfüllt. Dabei kommen nicht nur
Änderungen im Gesundheitszustand, sondern auch in anderen relevanten
Sachverhaltsaspekten als Revisionsgründe in Frage (BGE 135 I 165 E. 4.2 mit
Hinweisen). Vorliegend bestehen mehrere revisionsrelevante Sachverhaltsänderungen.
So haben sich die Wohnsituation (act. G 6.55) sowie der Gesundheitszustand (Bericht
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Dr. D._ vom 17. November 2000, worin ein sich verschlechternder
Gesundheitszustand bestätigt und über eine zunehmende Spastizität sowie ein
beschwerlicheres Gangbild berichtet wurde, act. G 6.80) der Beschwerdeführerin in
den vergangenen 20 Jahren hilfsmittelrelevant verändert. Damit geht einher, dass auch
die Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch vom 11. November 2009 nicht aufgrund
eines fehlenden Rückkommenstitels, sondern nach einer neuen Prüfung der
Anspruchsvoraussetzungen abgelehnt hat.
2.2 Bezüglich der leistungsablehnenden Verfügung vom 10. Januar 2005 stellt sich
die Frage nach einem allfälligen Rückkommenstitel nicht, da darin über ein anderes als
das vorliegend streitige Objekt (Duschumbau versus Duschkabine) entschieden wurde
(act. G 6.96). Ergänzend ist zu bemerken, dass Dr. D._ am 13. Oktober 2008 über
einen stationären bis sich verschlechternden Gesundheitszustand berichtete (act.
G 6.100) und das von der Beschwerdeführerin selbst angeschaffte Hilfsmittel
(Duschkabine) seither infolge Funktionsunfähigkeit (act. G 6.117-1) ausgefallen ist.
3.
Zu prüfen bleibt damit, ob der beantragte Duschumbau die Erfordernisse für eine
Kostenübernahme durch die Beschwerdegegnerin erfüllt (vgl. hierzu vorstehende
E. 1.1 f.). Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungsanspruch im Wesentlichen
mit der Begründung, dass der Unterhalt einer bestehenden Dusche keine
invaliditätsbedingten Mehrkosten darstellten (act. G 6.129).
3.1 Vorab ergibt sich aus dem SAHB-Bericht vom 7. Juli 2010 und ist im Übrigen
unbestritten, dass die Beschwerdeführerin nach dem defektbedingten Ausfall der
Duschkabine und der invaliditätsbedingt nicht möglichen Nutzung der Badewanne die
Körperreinigung einzig am bestehenden Lavabo vornehmen kann, was in der Tat nicht
länger zumutbar ist (act. G 6.117). Der desolate Zustand der Duschkabine wird durch
das Foto (act. G 18.1) bestätigt. Dadurch und unter Berücksichtigung der vor mehr als
20 Jahren erfolgten Anschaffung ist es ohne weiteres nachvollziehbar, dass die
fragliche Duschkabine ihre Funktionsdauer erreicht hat. Ohne eine umfassende
Renovation bzw. Ersatzanschaffung oder eine behinderungsgerechte Anpassung der
Badewanne vermag die Beschwerdeführerin in ihrer jetzigen Wohnung deshalb
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invaliditätsbedingt auf Dauer keine zumutbare Körperhygiene vorzunehmen. Entgegen
der in der Beschwerdeantwort vom 3. März 2011 vertretenen Auffassung (act. G 6,
S. 3) lässt sich dem SAHB-Bericht vom 7. Juli 2010 nicht entnehmen, die
vorgeschlagenen Anpassungen (Duschklappsitz, Winkelhaltegriff und ein Haltegriff)
liessen sich an der "alten und defekten" bzw. "nicht mehr benutzbaren" Duschkabine
noch realisieren. Vielmehr bezogen sich die gemachten Vorschläge auf den
Duschumbau (vgl. act. G 6.117-2, insbesondere 2. und 4. Absatz). Diese Sichtweise
wird durch das Foto der Duschkabine sowie den Bericht von F._ vom 9. Juni 2011
bestätigt (act. G 18.1).
3.2 Dabei spielt es für die Beurteilung des Hilfsmittelanspruchs grundsätzlich keine
Rolle, aus welchem Grund die Beschwerdeführerin unverschuldet nicht mehr in
zumutbarer Weise die Körperhygiene vornehmen kann. Insbesondere darf es ihr nicht
zum Nachteil gereichen, wenn ein von ihr selbst - ohne Beteiligung der
Beschwerdegegnerin - angeschafftes Hilfsmittel funktionsunfähig wird. Entscheidend
ist einzig, dass die Beschwerdeführerin seit dem Ausfall der Duschkabine aufgrund
ihrer Invalidität nicht mehr in der Lage ist, sich in ihrer Wohnung zu duschen. Die
Situation ist mit derjenigen vergleichbar, wo eine zunächst gesunde Person durch
späteren Eintritt eines Gesundheitsschadens darauf angewiesen ist, dass mangels
vorhandener separater Duschmöglichkeiten invaliditätsbedingt ein Nasszellenumbau
erfolgt. Nach dem Gesagten ist die Wiederherstellung einer Duschmöglichkeit für die
Beschwerdeführerin invaliditätsbedingt notwendig.
3.3 Aus den Akten ergibt sich nicht, dass die Wohnung vor dem Einzug der
Beschwerdeführerin über eine ausserhalb der Badewanne liegende Duschmöglichkeit
verfügte (vgl. Mietvertrag vom 1. August 1993, act. G 9; auch aus den übrigen Akten
wie etwa dem SAHB-Bericht vom 10. Dezember 2004, act. G 6.94, sowie vom 7. Juli
2010, worin als einzige Alternative zum Duschumbau ein Badelift genannt wird [act.
G 6.117-2], ergeben sich keine entsprechenden Anhaltspunkte). Eine vorbestehende
separate Duschmöglichkeit erscheint auch aufgrund des erfolgten Umzugs der
Duschkabine an die damals neue Wohnsituation (vgl. hierzu Bericht SAHB vom
10. Dezember 2004, act. G 6.94) unwahrscheinlich. Da das gemietete Wohnobjekt
gemäss vertraglicher Vereinbarung somit keine vom Vermieter zur Verfügung zu
stellende separate Duschmöglichkeit enthält, kann dieser für die Renovation der
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Duschkabine bzw. Ersatzbeschaffung nicht herangezogen werden, da es sich bei der
Duschkabine um eine durch die Beschwerdeführerin als Mieterin vorgenommene
bauliche Änderung im Sinn von Art. 260a des Obligationenrechts (OR; SR 220) handelt.
3.4 Gemäss SAHB-Bericht vom 7. Juli 2010 ist die beantragte bauliche Massnahme
im Betrag von Fr. 8'248.35 eine einfache und zweckmässige Lösung für die
Beschwerdeführerin. Die alternativ vorgeschlagene Lösung (Deckenlift für Benützung
der Badewanne) beträgt Fr. 7'500.--. Allerdings ist bei dieser Kostenschätzung zu
berücksichtigen, dass Folgekosten durch die Deckenkonstruktion im Badezimmer nicht
ausgeschlossen werden können. Die SAHB-Abklärungspersonen empfahlen daher, vor
dem Erlass einer Verfügung einschlägige Handwerkerofferten einzuholen (act.
G 6.117-2). Da beide baulichen Varianten je invaliditätsbedingt, einfach und
zweckmässig sind, ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Festlegung der zu
gewährenden Variante unter Vornahme weiterer Abklärungen bezüglich der zu
erwartenden (Folge-)Kosten im Zusammenhang mit dem Deckenlift zurückzuweisen.
Sollte sich die Beschwerdeführerin für das andere als das von der Beschwerdegegnerin
verfügte Hilfsmittel entscheiden, hätte die Beschwerdegegnerin diesfalls einen
Anspruch auf einen Kostenbeitrag im Rahmen der Austauschbefugnis zu prüfen (vgl.
hierzu BGE 131 V 112 E. 3.2.3).
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
23. November 2010 aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren Abklärung und neuer
Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die
gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der Beschwerdeführerin ist der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
bis
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4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle (Urteil des Versicherungsgerichts vom 27. März 2009, IV 2008/138)
eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP