Decision ID: 59a41e32-6e25-4970-b3d6-efe6daedaf5a
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1950 geborene B._ meldete sich am 17. Dezember 2006 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (Berufsberatung, Rente) an. Sie leide an Nacken-,
Schulter- und Rückenschmerzen, an hohen, schlecht einstellbaren Blutdruckwerten
sowie an einer Depression (IV-act. 2-6/8). Seit dem 28. November 2005 sei sie 100%
arbeitsunfähig. Die Arbeitsstelle als Versandmitarbeiterin bei der A._ AG wurde ihr
nach Ablauf der krankheitsbedingten Sperrfrist per 30. September 2006 gekündigt (IV-
act. 10-11/11). Im Bericht der Klinik Valens vom 4. Januar 2007, welcher sich auf die
interdisziplinäre Beurteilung vom 13. November 2006 stützt, wurden ein generalisierter
Weichteilrheumatismus bei ausgeprägter muskulärer Dysbalance, ein chronisches
zervikozephales Syndrom, eine beginnende Gonarthrose und Femoropatellararthrose
beidseits, eine arterielle Hypertonie, Spannungskopfschmerzen sowie eine
mittelgradige depressive Episode mit somatischen Syndrom diagnostiziert (IV-act.
11-1/23). Als Lagermitarbeiterin eines Versandhauses sei sie vom 28. November 2005
bis 31. Juli 2006 100% arbeitsunfähig gewesen. Seit August 2006 bestehe eine 50%-
ige Arbeitsunfähigkeit. Eine wechselbelastende, körperlich leichte Tätigkeit ohne
repetitive Armbelastungen und ohne Arbeiten auf Schulterhöhe oder über Kopf sei rein
medizinisch-theoretisch im Umfang von 50% möglich (IV-act. 11-3/23). Der
Gesundheitszustand wurde als stationär bis besserungsfähig bezeichnet. Im
Arztbericht der Klinik Gais vom 19. Februar 2007 wurden als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere depressive Episode mit
somatoformen Schmerzen sowie chronische Spannungskopfschmerzen bei
muskuloskelettaler Dysbalance festgehalten (IV-act. 20-3/12). Der Gesundheitszustand
wurde als besserungsfähig beurteilt. Gemäss Bericht der Klinik Gais vom 24. August
2006 über die stationäre Rehabilitation vom 15. Juni bis 12. Juli 2006 bestand bis 31.
Juli 2006 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe
prognostisch eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 20-9/12).
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A.b Am 28. Juni 2007 erstattete die von der IV-Stelle beauftragte MEDAS Ostschweiz
ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter diagnostizierten mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie ein myofasziales
Schmerzsyndrom am Schultergürtel rechtsbetont. Ohne wesentliche Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit wurde eine tendomyotische Periarthrosis coxae-Symptomatik
links, eine Hypertonie, eine Adipositas sowie ein Nikotinabusus festgehalten (IV-act.
33-16/32). Sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als auch in einer anderen,
angepassten Tätigkeit (keine häufigen oder ausschliesslichen Tätigkeiten über
Schultergürtelhöhe, keine repetitiven Tätigkeiten mit grösserem Kraftaufwand
rotatorischer oder elevatorischer Art im rechten Schultergürtel) bestehe aus
psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 – 50 % seit
anfangs/Mitte 2006 wegen der mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem
Syndrom und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (IV-act. 33-22/32 Ziff.
5.1).
A.c Nach Rücksprache mit dem regionalen ärztlichen Dienst (RAD) wurde der
Versicherten mit Vorbescheid vom 5. September 2007 eine Viertelsrente mit Wirkung
ab 1. März 2007 bei einem IV-Grad von 45% in Aussicht gestellt (IV-act. 34 und 43). Mit
Eingabe vom 8. Oktober 2007 erhob die Versicherte Einwände gegen den Vorbescheid.
Die MEDAS-Begutachtung stehe in krassem Widerspruch zur Beurteilung ihres
Hausarztes Dr. C._ und des behandelnden Psychiaters Dr. D._. Ihr physischer und
psychischer Zustand erlaube keine Tätigkeit in dem von der MEDAS angenommenen
Umfang. Sie beantragte eine ganze Invalidenrente. Eventuell sei eine erneute MEDAS-
Begutachtung einzuholen (IV-act. 50). Mit Verfügung vom 14. November 2007 schloss
die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab, da sich die Versicherte subjektiv zu 100%
arbeitsunfähig fühle (IV-act. 52). Die am 11. Dezember 2007 dagegen erhobene
Beschwerde wurde nach deren vorbehaltlosem Rückzug vom 25. Februar 2008 mit
Verfügung des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 26. Februar 2008
abgeschrieben (IV-act. 55 und 61). Am 3. bzw. 9. Juli 2008 (Eröffnung an den
Rechtsvertreter der Versicherten, vgl. IV-act. 63 und 68) erliess die IV-Stelle die
Verfügung im Sinne des Vorbescheids und sprach der Versicherten mit Wirkung ab 1.
März 2007 eine Viertelsrente bei einem IV-Grad von 45% zu.
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 12. August 2008 mit dem
Antrag, es sei der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente auszurichten (act.
G 1). Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, dass die Auswirkungen des
lebensgefährlichen Bluthochdruckes auf die Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten
nicht diskutiert worden sei. Zudem wäre in einer angepassten Arbeit ein
behinderungsbedingter Abzug vorzunehmen, falls es überhaupt möglich sei, dass die
Beschwerdeführerin je wieder arbeite. Auch werde die Abweichung der Einschätzung
der Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im MEDAS-Gutachten nicht begründet.
Psychische Krankheit, körperliche Beschwerden und Bluthochdruck hätten einen
Zusammenhang, der bei der Beschwerdeführerin lebensbedrohlich sei. Deshalb halte
Dr. C._ auch an seiner Einschätzung fest, dass die Beschwerdeführerin 100%
arbeitsunfähig sei, weil sie durch Arbeit in Gefahr laufe, "ihrem Schöpfer bald
entgegenzutreten". Aufgrund der medizinischen Akten sei offensichtlich, dass zur
somatoformen Schmerzstörung auch körperliche und psychische Begleiterkrankungen
kämen. Zudem sei die psychische Erkrankung nicht therapierbar.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2008 (Eingang 27. Oktober 2008) stellt
die Beschwerdegegnerin den Antrag, es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin
keinen Rentenanspruch habe. Dabei macht sie insbesondere geltend, die Einschätzung
im MEDAS-Gutachten in Bezug auf die qualitativen Einschränkungen aus somatischer
Sicht seien aufgrund der erhobenen Befunde plausibel und nachvollziehbar. Ebenfalls
einleuchtend sei, dass die Gutachter dem erhöhten Blutdruck, der medikamentös
behandelt werde, keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen hätten. Es
bestünden keine Anhaltspunkte, die auf einen schlecht oder gar nicht einstellbaren
Blutdruck schliessen liessen, wie die Beschwerdeführerin behaupte. Es sei davon
auszugehen, dass sie in einer der somatischen Behinderung optimal angepassten
Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei. Zu prüfen bleibe, ob bei der Beschwerdeführerin
eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung vorliege, die geeignet sei, eine
Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Dabei sei zu beachten, dass bei weitgehendem Fehlen
eines somatischen Befundes die (rein) psychiatrische Erklärbarkeit der
Schmerzsymptomatik allein nicht für eine sozialversicherungsrechtliche
Leistungsbegründung genüge. Der psychiatrische Gutachter der MEDAS habe bei der
Beschwerdeführerin eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Seine
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Einschätzung der dadurch resultierenden Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit von 40 – 50% sei in die Gesamtbeurteilung übernommen worden. Ein
Abweichen von den durch die Ärzte gezogenen Schlussfolgerungen sei möglich, wenn
sich aus rechtlicher Sicht eine andere Einschätzung ergebe. Der psychiatrische
Gutachter habe festgehalten, dass im Sinne der mittelgradigen depressiven Episode
eine wesentliche Komorbidität bestehe. Aus der Beschreibung der Symptome und der
psychischen Vorgänge im psychiatrischen Konsiliargutachten werde jedoch deutlich,
dass das Schmerzgeschehen dominiere und dass ausserdem invaliditätsfremde
psychosoziale Belastungsfaktoren (Vermissen der im Ausland lebenden Kinder,
Belastung wegen finanzieller Situation) die depressive Störung mitbestimmen würden.
Unter diesen Umständen weise die im MEDAS-Gutachten diagnostizierte mittelgradige
depressive Episode mit somatischen Syndrom selbst dann nicht die nach der
Rechtsprechung erforderliche Schwere, Ausprägung und Dauer auf, wenn sie als ein
von der somatoformen Schmerzstörung losgelöstes Leiden anzusehen wäre. Eine
nähere Prüfung der Frage nach der Komorbidität erübrige sich deshalb. Das
Vorhandensein von anderen qualifizierten, mit gewisser Intensität und Konstanz
erfüllten Kriterien, die für die ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen
Schmerzstörung sprechen würden, seien vom psychiatrischen Gutachter verneint
worden. Die von der Beschwerdeführerin erwähnte Fibromyalgie sie zum Einen gar nie
diagnostiziert worden, zum Anderen werde eine Fibromyalgie in rechtlicher Hinsicht
gleich wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung behandelt. Aus IV-rechtlicher
Sicht sei in Abweichung vom MEDAS-Gutachten davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführerin eine Schmerzüberwindung vollumfänglich zumutbar sei, so dass
keine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen anzunehmen sei. Auch die vom
MEDAS-Gutachten in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abweichenden Berichte
der Klinik Valens und der behandelnden Ärzte Dr. C._ und Dr. D._ würden daran
nichts ändern, denn die darin beschriebenen Befunde würden sich im Wesentlichen mit
den Beobachtungen des MEDAS-Psychiaters decken, weshalb sie ebenfalls keinen
invalidisierenden psychischen Gesundheitszustand belegen würden.
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass das MEDAS-Gutachten zwar grundsätzlich
beweiskräftig sei, dass nach dem Gesagten jedoch in Abweichung von den
gutachterlichen Schlussfolgerungen aus IV-rechtlichen Gründen davon auszugehen sei,
dass das psychische Leiden keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bewirke. Bei
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einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit für der somatischen Behinderung angepasste
Tätigkeiten bestehe keine Invalidität. Der Beschwerdeführerin sei deshalb zu Unrecht
eine IV-Viertelsrente zugesprochen worden (act. G 8).
B.c In der Replik vom 17. November 2008 hält die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen fest. In Bezug auf die Beschwerdeantwort stelle sich die Frage, ob diese
innert Frist ergangen sei und ob die nach abgelaufener Frist noch eingereichte Antwort
angenommen werden können. Zudem verweist sie auf eine der Replik beigelegte
Stellungnahme von Dr. C._ vom 14. November 2008. Dr. C._ halte darin fest, dass
es sich beim Bluthochdruck der Beschwerdeführerin um eine maligne Hypertonie
handle, die lebensgefährlich und sehr schwer einzustellen sei. Im Übrigen sei die
Beschwerdeführerin weiterhin bei Dr. D._ in Behandlung. Die Beschwerdeführerin
habe keine Chance mehr, je wieder in den primären Arbeitsmarkt zu wechseln (act. G
10).
B.d In der Duplik vom 24. November 2008 verweist die Beschwerdegegnerin darauf,
dass die MEDAS der von Dr. C._ als lebensgefährlich beschriebenen Hypertonie mit
Blutdruckwerten von 210/130 mmHg, die medikamentös behandelt werde, keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen habe. Im Übrigen hält sie an den
Ausführungen in der Beschwerdeantwort und ihrem Antrag fest (act. G 13).
B.e Mit nachträglicher Eingabe vom 3. Juni 2009 reicht die Beschwerdeführerin einen
Bericht des Gynäkologen Dr. E._, Klinik Marienfried, über den am 30. Dezember 2008
vorgenommenen operativen Eingriff (Trans-Obturatorische-Torsion und Kolpotomie) ein
(act. G 15.2). Dieser Eingriff erfolgte zur Behebung der Inkontinenz. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie zumindest vor der Operation also auch
noch durch die Inkontinenz beeinträchtigt gewesen sei (act. G 15).
B.f Auf weitere Vorbringen der Parteien wird, sofern wesentlich, im Rahmen der

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 9.
Juli 2008 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006
[I 428/04] Erw. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung
keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen
Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 geltenden
Bestimmungen wiedergegeben.
2.
Mit Schreiben des Versicherungsgerichts vom 20. August 2008 wurde der
Beschwerdegegnerin eine Frist bis 9. Oktober 2008 zur Einreichung der
Beschwerdeantwort samt Vorakten eingeräumt (act. G 2). Die Beschwerdeantwort vom
25. September 2008 samt Begleitschreiben vom 24. Oktober 2008 ging am 27.
Oktober 2008 beim Versicherungsgericht ein (act. G 8). Im Begleitschreiben führte die
Beschwerdegegnerin aus, es sei ihr unerklärlich, weshalb das Versicherungsgericht die
am 25. September 2008 erstellte Beschwerdeantwort mit dem dazugehörigen
Aktendossier nicht erhalten habe. Nachdem vorliegend nicht festgestellt werden kann,
weshalb die offenbar bereits am 25. September 2008 per Bote versandte
Beschwerdeantwort samt Akten damals nicht beim Versicherungsgericht eingegangen
ist bzw. ob allenfalls gerichtsintern bei der Bearbeitung des Posteingangs ein Fehler
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unterlaufen ist, ist die Beschwerdeantwort im vorliegenden Verfahren zu
berücksichtigen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass im
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren ohnehin der Untersuchungsgrundsatz gilt und
das Gericht auch nicht an die Parteibegehren gebunden ist (vgl. Art. 61 lit. c und d
ATSG).
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
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Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt
der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189
Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c). Daraus folgt indessen nicht, dass eine solche
Expertise den gleichen Rang besitzt wie ein vom Gericht oder von der IV-Stelle nach
Massgabe des anwendbaren Verfahrensrechts eingeholtes Gutachten. Trotz dieser
beschränkten Bedeutung verpflichtet es indessen, wie jede substantiiert vorgetragene
Einwendung gegen eine solche Expertise, das Gericht, den von der Rechtsprechung
aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in
rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht
oder von der IV-Stelle förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag,
dass davon abzuweichen ist (AHI 2001 S. 112, 115).
In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125
V 351 Erw. 3b.cc; SVR 2001 IV Nr. 8 Erw. 3b.cc). Dies gilt für den allgemein
praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt (Urteile S. vom
7. September 2005, I 136/05, Erw. 4.4, und H. vom 21.Februar 2005, I 570/04, Erw. 5.1
mit Hinweisen) und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem
besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz
zunächst bedingungslos zu akzeptieren (vgl. Wolfgang Hausotter, Begutachtung
somatoformer und funktioneller Störungen, 2. Aufl., München 2004, S. 61). Mit Blick auf
die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im
Streitfall regelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-) Arztes abgestellt
werden (vgl. statt vieler: Urteil K. vom 5. Januar 2007, I 701/05, Erw. 2 in fine mit
zahlreichen Hinweisen).
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3.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit
Hinweisen).
3.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. So weicht das Gericht beispielsweise bei Gerichtsgutachten nach der
Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen
Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein
Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu
anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten
dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine Oberexpertise für
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angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des
Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f., Erw. 3b/
aa mit Hinweisen).
4.
4.1 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Um Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit
aus einer krankhaften seelischen Verfassung ohne nachweisbare organische
Grundlagen zuverlässig beurteilen zu können, verlangt die Rechtsprechung eine
besondere methodische Annäherung an die Beurteilung derartiger
Gesundheitsstörungen. Das Mass des Forderbaren bei Aufbietung allen guten Willens
muss objektiv bestimmt werden. Es wird zudem eine Vermutung aufgestellt, wonach
die Störung und ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar
sind. Das betrifft vorweg anhaltende somatoforme Schmerzstörungen (BGE 130 V 352;
131 V 49), aber auch sämtliche sonstigen vergleichbaren pathogenetisch (ätiologisch)
unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage
wie die Zustandsbilder der Neurasthenie und des chronischen Müdigkeitssyndroms,
des Reizdarmsyndroms und des Fibromyalgiesyndroms (BGE I 70/07 vom 14. April
2008 Erw. 4 f.; BGE 132 V 65 und 398 f.; BGE 8C_348/2008 vom 7. Januar 2009, Erw.
3).
4.2 Im Einzelnen ist nach BGE 130 V 354 folgendes zu beachten: Unter gewissen
Umständen können auch somatoforme Schmerzstörungen eine Arbeitsunfähigkeit
verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden. In Anbetracht der
sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten
genügen die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung
einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss im Rahmen der
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die
Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare
Befunde hinreichend erklärbar sind. Es vermag nach der Rechtsprechung auch eine
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche in der Regel noch
keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
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im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken. Ein Abweichen von diesem Grundsatz fällt
nur in jenen Fällen in Betracht, in denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung
nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten
Person die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar ist oder diese für die Gesellschaft gar untragbar ist. Die
- nur in Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls
das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer voraus. Oder aber es sind -
alternativ - andere qualifizierte, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Kriterien
vorhanden: So sprechen unter Umständen (1) chronische körperliche
Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder
progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber
entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die
Krankheit"]) oder schliesslich (4) unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz
konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen
und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenanstrengung für die ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen
Schmerzstörung.
4.3 Da - bei weitgehendem Fehlen eines somatischen Befundes - die (rein)
psychiatrische Erklärbarkeit der Schmerzsymptomatik allein für eine
sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht genügt, obliegt es der
begutachtenden Fachperson der Psychiatrie, der Verwaltung aufzuzeigen, ob und
inwiefern eine versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr -
auch mit Blick auf die unter hievor genannten Kriterien - erlauben, mit ihren Schmerzen
umzugehen. Entscheidend ist, ob die betroffene Person, von ihrer psychischen
Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv
erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen.
4.4 Die ärztlichen Stellungnahmen bilden unabdingbare Grundlage für die Beurteilung
der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter
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Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung
ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist. Es darf sich dabei die Verwaltung weder
über die medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen
Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit - unbesehen ihrer
konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite - zu eigen machen.
Letzteres gilt namentlich dann, wenn die begutachtende Fachperson allein aufgrund
der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit attestiert. Die rechtsanwendenden Behörden haben diesfalls zu
prüfen, ob die von den Ärzten anerkannte (Teil-)Arbeitsunfähigkeit auch im Lichte der
für eine Unüberwindlichkeit der Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen
Kriterien standhält.
4.5 Gemäss der höchstrichterlichen Praxis kann eine psychiatrische Exploration von
der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem
begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen
Ermessensspielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische
Interpretationen möglich, zuverlässig und zu respektieren sind, sofern der Gutachter
lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von
medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise nicht stets dann in Frage gestellt und zum Anlass
weiterer Abklärungen genommen werden, wenn die behandelnden Ärzte nachträglich
zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben oder geeignet sind, zu
einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai
2008 i/S. L. [8C_809/2007] Erw. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Sodann hat das
Bundesgericht hinsichtlich der invaliditätsfremden Faktoren in BGE 127 V 194 Erw. 5
festgehalten, es brauche in jedem Fall zur Annahme einer Invalidität ein medizinisches
Substrat. Dieses müsse (fach-)ärztlich schlüssig festgestellt werden und
nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.
Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund
träten und das Beschwerdebild mitbestimmten, desto ausgeprägter müsse eine
fachärztliche festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das
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bedeute, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, die
von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrührten, bestehen dürfe, sondern
davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen habe, zum Beispiel eine
von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde
Depression.
5.
5.1 Im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz am
29. und 30. Mai 2007 stellte der psychiatrische Gutachter eine mittelgradige depressive
Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) sowie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) fest. Dazu führte er aus, dass die
Versicherte nebst der Angabe einer vielfältigen Schmerzproblematik im
Explorationsgespräch auch ein depressives Zustandsbild mit herabgesetzter
Grundstimmung, Stimmungslabilität, Ängsten und Schlafstörungen gezeigt habe.
Aufgrund der erhobenen Befunde sowie der Vorgeschichte ging der Gutachter zur Zeit
der Untersuchung von einer mittelgradigen depressiven Störung mit somatischem
Syndrom aus, das sich – soweit überhaupt beurteilbar – seit anfangs bzw. Mitte 2006
entwickelt habe. Zudem ging er – da in der interdisziplinären Besprechung der
Schmerz nur zum Teil durch einen physiologischen Prozess bzw. eine somatische
Störung erklärt werden konnte – von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
aus. Die Versicherte fühle sich zu 100% arbeitsunfähig. Objektiv, unter
Berücksichtigung der IV-relevanten Erkrankung und Einbezug der IV-fremden Faktoren
sei zur Zeit von einer 40% – 50%-igen Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen als
auch in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Das subjektive Empfinden wie aber
auch die Einschätzung des behandelnden Psychiaters mit einer Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von zumindest 70% führte der Gutachter auf die IV-fremden Faktoren
zurück (IV-act. 33-14/32). In Bezug auf die diagnostizierte anhaltende somatoforme
Schmerzstörung führte der Gutachter aus, dass im Sinne der mittelgradigen
depressiven Episode eine wesentliche Komorbidität bestehe. Andere qualifizierte
Kriterien seien jedoch nicht eruierbar (IV-act. 33-15/32). Zusammenfassend kamen die
MEDAS-Gutachter zum Schluss, dass aufgrund der klinischen und radiologischen
Befunde aus somatischer Sicht lediglich qualitative Einschränkungen betreffend den
rechten Schultergürtel bestehen (keine häufigen oder ausschliesslichen Tätigkeiten
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über Schultergürtelhöhe sowie repetitive Tätigkeiten mit grösserem Kraftaufwand
rotatorischer oder elevatorischer Art im rechten Schultergürtel). Aus psychiatrischer
Sicht bestehe wegen der mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem
Syndrom und der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung seit anfangs bis Mitte
März 2006 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 – 50% sowohl in der zuletzt
ausgeübten als auch in einer adaptierten Tätigkeit (IV-act. 33-22/32).
5.2 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen polydisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Die Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
ein. Insbesondere wurden im Gutachten auch die abweichenden Einschätzungen der
Arbeitsfähigkeit durch Dr. D._ und Dr. C._ gewürdigt (IV-act. 33-7/32, 33-9/32,
33-21/32) und deren höhere Arbeitsunfähigkeitsschätzung mit der Berücksichtigung
von IV-fremden Faktoren begründet (IV-act. 33-14/32, 33-20/32 unten). Im Übrigen
besteht entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort
(act. G 8.1 S. 5 Ziff. 2.5) kein Grund, in Bezug auf die Relevanz der diagnostizierten
depressiven Störung bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von der Einschätzung des
psychiatrischen Gutachters abzuweichen. Er hat im Hinblick auf die mittelgradige
depressive Episode eine wesentliche Komorbidität ausdrücklich bejaht (IV-act.
33-15/32) und vor diesem Hintergrund die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die
anhaltende somatoforme Schmerzstörung beurteilt. Dabei hat er sich auch
ausdrücklich auf die objektiv feststellbare, IV-relevante Erkrankung gestützt und die
Abweichung seiner Einschätzung von derjenigen des behandelnden Psychiaters Dr.
D._ und der subjektiven Einschätzung der Beschwerdeführerin selber darauf
zurückgeführt, dass die IV-fremden Faktoren auszuklammern sind (IV-act. 33-14/32).
Die Beschwerdeführerin scheint nun die bundesgerichtliche Praxis zur invalidisierenden
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit durch psychische Leiden (vgl. vorstehend Erw.
4) im Sinne eines Entweder-Oder zu interpretieren: Entweder ist die durch die
somatoformen Schmerzen bewirkte Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung durch eine
zumutbare Willensanstrengung vollständig überwindbar oder sie ist überhaupt nicht
überwindbar. Das entspricht nicht der Realität, denn es ist davon auszugehen, dass die
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Überzeugung, wegen der subjektiv empfundenen Schmerzen vollständig arbeitsunfähig
zu sein, durch eine zumutbare Willensanstrengung auch teilweise überwunden werden
kann (und zwar u.U. sogar dann, wenn ein qualifizierendes Kriterium erfüllt ist, vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. September 2009,
IV 2008/124, Erw. 3.2). Vorliegend sind die Gutachter nicht von dieser Entweder-Oder-
Praxis ausgegangen. Sie haben angenommen, dass die bei der Beschwerdeführerin
festgestellte mittelgradige depressive Episode in Verbindung mit der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung auch unter Aufbietung allen guten Willens sich in einer
Einschränkung in allen aus somatischer Sicht quantitativ uneingeschränkt in Frage
kommenden Tätigkeiten im Umfang von 40% – 50% auswirken würde. Dies erscheint
nachvollziehbar. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der
bisherigen oder in einer adaptierten Erwerbstätigkeit 50% – 60% arbeitsfähig ist. Dass
die Beschwerdegegnerin vor diesem Hintergrund in ihrer Verfügung vom 9. Juli 2008
eine Arbeitsfähigkeit von 55% (Mittelwert von 50% bis 60%) in einer
leidensangepassten Tätigkeit angenommen hat, ist nicht zu beanstanden.
5.3 Die weiteren medizinischen Akten führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
Dies gilt namentlich auch in Bezug auf den mit der Replik eingereichten Arztbericht von
Dr. C._ vom 14. November 2008. Es wird dort zwar auf die bereits bekannte
(maligne?) Hypertonie hingewiesen, die medikamentös schwierig einzustellen sei.
Neben den täglich auftretenden Kopfschmerzen würde bei den hohen Blutdruckwerten
die Gefahr von Früh- oder Spätfolgen bestehen (wie Apoplexie,
Linkskammererweiterung, Arteriosklerose, Nieren- oder Augenschädigung). Psychische
und körperliche Belastung könnten sich negativ auswirken, weshalb bezüglich einer
"optimal angepassten Tätigkeit" Skepsis angebracht sei. Abgesehen davon, dass Dr.
C._ damit keine konkreten Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
machte, wurde der Bluthochdruck von den MEDAS-Gutachtern erkannt und gewürdigt.
So lag ihnen namentlich auch der Bericht des Kantonalen Spitals Flawil über die
notfallmässige Hospitalisation vom 28. November bis 8. Dezember 2005 vor, zu
welcher es wegen einer hypertensiven Krise der Beschwerdeführerin (mit geklagten
anhaltend starken Spannungskopfschmerzen) gekommen war. Echokardiographisch
wurde damals eine linksventrikuläre Hypertrophie festgestellt; intracranielle Blutungen
oder andere durch den Bluthochdruck verursachte physische Schädigungen waren
indessen bei den verschiedenen Untersuchungen nicht zu erkennen. Die
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Kopfschmerzen konnten schliesslich mit Analgetika beseitigt werden, woraus die
MEDAS-Gutachter nachvollziehbar auf einen eher funktionell-biomechanischen
Zusammenhang schlossen (IV-act. 33-9/32, 33-18/32). Den übrigen medizinischen
Akten können ebenfalls keine Hinweise auf konkrete, durch die Hypertonie verursachte
somatische Schädigungen entnommen werden; ebenso wenig äussern sich die
medizinischen Berichte zu den Auswirkungen der Hypertonie auf die Arbeitsfähigkeit
(IV-act. 11-1/23, 20-7/12). Insgesamt ist davon auszugehen, dass die MEDAS-
Gutachter in ihrer qualitativen und quantitativen Arbeitsfähigkeitsschätzung auch die
Hypertonie berücksichtigt haben. Zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. C._
und – aus psychiatrischer Sicht – durch Dr. D._, welche im Übrigen sowohl von
derjenigen der Klinik Gais (IV-act. 20-9/12) als auch der Klinik Valens (IV-act. 11-4/23)
abweichen, ist zu beachten, dass Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind
(BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie
den behandelnden Spezialarzt (Urteile S. vom 7. September 2005, I 136/05, Erw. 4.4,
und H. vom 21.Februar 2005, I 570/04, Erw. 5.1 mit Hinweisen) und erst recht für den
schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und
dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (vgl.
Wolfgang Hausotter, Begutachtung somatoformer und funktioneller Störungen, 2. Aufl.,
München 2004, S. 61). Zudem ist bei der Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung eine allfällige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht und somit fachärztlich zu beurteilen. Ausserdem drängt es sich
beim Vorliegen von somatischen und psychischen Beschwerden auf, die
Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer polydisziplinären Gesamtbeurteilung zu bestimmen.
Beides ist vorliegend geschehen.
5.4 Zusammenfassend ist aufgrund des MEDAS-Gutachtens vom 28. Juni 2007 von
einer Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 55% in einer leidensangepassten Tätigkeit,
wie sie im Gutachten beschrieben wird (IV-act. 33-22/32 Ziff. 5.1), auszugehen.
6.
6.1 Die Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit und damit des Invaliditätsgrades erfolgt
durch den Vergleich des Einkommens, das die Versicherte erzielen würde, wenn der
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versicherte Gesundheitsschaden nicht eingetreten wäre, mit jenem, das sie als Invalide
erzielen könnte.
6.2 Die Beschwerdeführerin erzielte gemäss den Lohnangaben der Arbeitgeberin im
Jahr 2004 ein Einkommen von Fr. 47'990.-- (IV-act. 10-9/11). Da ihr letzter Arbeitstag
der 28. November 2005 gewesen ist (IV-act. 10-1/11), ist von diesem
Jahreseinkommen auszugehen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
für das Jahr 2005 und 2006 (Frauen 1,1% und 1,3%; vgl. Bundesamt für Statistik,
Lohnentwicklung 2008, Tabelle T1.39) ergibt sich ein massgebendes
Valideneinkommen für das Jahr 2006 von Fr. 49'149.-.
6.3 Bezüglich der noch zumutbaren Tätigkeit ist auf die Feststellungen im MEDAS-
Gutachten vom 28. Juni 2007 abzustellen. Gemäss den dortigen Angaben kann die
Beschwerdeführerin trotz des bestehenden Gesundheitsschadens alle Tätigkeiten im
Umfang von 55% ausüben, die weder häufige oder ausschliessliche Tätigkeiten über
Schultergürtelhöhe noch repetitive Tätigkeiten mit grösserem Kraftaufwand
rotatorischer oder elevatorischer Art im rechten Schultergürtel verlangen (IV-act.
33-22/32). Das in Ausübung einer im erwähnten Sinne zumutbaren Tätigkeit erzielbare
Einkommen lässt sich praxisgemäss gestützt auf die der Lohnstrukturerhebung zu
entnehmenden Tabellenlöhne ermitteln (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa). Da die
Beschwerdeführerin nicht auf eine bestimmte Branche beschränkt ist, adaptierte
Arbeitsplätze vielmehr in praktisch allen Branchen existieren, ist zur Bemessung des
zumutbaren Invalideneinkommens praxisgemäss vom Zentralwert aller Branchen von
(umgerechnet von 40 auf 41,7 Wochenarbeitsstunden) von Fr. 4'189.80 (Tabelle TA1
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2006 des Bundesamtes für Statistik,
einfache und repetitive Tätigkeiten) auszugehen. Das ergibt ein Jahreseinkommen von
Fr. 50'278.-. Bei einem Arbeitsfähigkeits- bzw. Beschäftigungsgrad von 55% entspricht
das einem Einkommen von Fr. 27'653.-.
6.4 Zu beurteilen bleibt letztlich noch die Frage, ob und allenfalls in welchem Umfang
ein Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist.
Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
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gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 Erw. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal
zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und
BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen).
Im Hinblick auf die im MEDAS-Gutachten aus somatischer Sicht beschriebenen
qualitativen Einschränkungen rechtfertigt sich ein gewisser Abzug auf dem
Invalideneinkommen. Vorliegend fällt hauptsächlich ins Gewicht, dass die
Beschwerdeführerin gegenüber einer gesunden Konkurrentin für einen bestimmten
Arbeitsplatz ein deutlich höheres Krankheitsrisiko hat. Aus der Sicht eines ökonomisch
denkenden Arbeitgebers senkt dieses Risiko, dessen Verwirklichung die
Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen würde, den "Wert" der Beschwerdeführerin
als Arbeitnehmerin. Um dies zu kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste
sie mit einem entsprechend tieferen Lohn rechnen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass
die Beschwerdeführerin schwergewichtig aufgrund ihres psychischen Leidens in der
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Dabei ist davon auszugehen, dass sich diese
psychische Beeinträchtigung nicht nur quantitativ am Arbeitsplatz auswirkt, sondern
auch Einfluss auf die betrieblichen Einsatzmöglichkeiten und die auch bei Hilfsarbeiten
von potentiellen Arbeitgebern geforderte Flexibilität und mithin auch auf die Höhe des
Lohnes hat, um im Wettbewerb mit körperlich und psychisch gesunden
Teilzeitbeschäftigten konkurrenzfähig zu bleiben. Insgesamt trägt ein Abzug vom
Tabellenlohn von 15% den genannten Umständen angemessen Rechnung. Das
zumutbare Invalideneinkommen beläuft sich demnach auf Fr. 23'505.- (Fr. 50'278.- x
0,55 x 0,15).
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6.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 49'149.- und einem massgebenden
Invalideneinkommen von Fr. 23'505.- ergibt sich bei einer Lohneinbusse von Fr.
25'644.- ein Invaliditätsgrad von 52%, sodass ein Anspruch auf eine halbe Rente der
Invalidenversicherung besteht. Im psychiatrischen Gutachten wird der Beginn der
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch die psychische Störung – soweit überhaupt
beurteilbar – auf anfangs bis Mitte 2006 festgelegt (IV-act. 33-30f./32). Die
Beschwerdegegnerin liess die einjährige Wartezeit (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) daher
am 1. März 2006 beginnen, was nicht zu beanstanden ist. Der Anspruch auf eine halbe
Rente besteht demnach ab 1. März 2007, dem Ablauf der einjährigen Wartezeit.
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung
vom 9. Juli 2008 gutzuheissen mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin ab
1. März 2007 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Da die Beschwerdegegnerin unterliegt, hat sie die Gerichtsgebühr
von Fr. 600.- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-wird der
Beschwerdeführerin zurückerstattet.
7.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang
einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG