Decision ID: d9a087fb-574a-4634-9078-e3d6686acfac
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
reist
e
im Juni 2006 in die Schweiz
ein und war vom 1
5.
Dezember 2006 bis 3
1.
Mai 2011 bei der
Y._
AG
als Bauarbeiter an
gestellt (
Urk.
5/
6
und
Urk.
5/18/
1). Unter Angabe von Schmerzen
im Rücken, Gesässbereich und am rechten Bein meldete er sich am 2
9.
Juni 2011
erstmals
zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invali
den
versicherung an
(
Urk.
5/6
Ziff.
6.2). Mit Verfügung vom 2
9.
Mai 2012 verneinte die zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Anspruch auf Rentenleistu
ngen der Invalidenversicherung (
Urk.
5/28).
1.2
Am 1
7.
Juni
2015 stürzte
der Versicherte
beim Entfernen einer Gipsplatte von einem Gerüst
und zog sich Platzwunden und Schürfungen an Kopf und Rücken zu
(
Urk.
5/29/4).
Die Suva erbrachte
d
ie
gesetzlichen
Leistungen
(Heilbehandlung
und Taggeld;
Urk.
5/29/19 f.) und veranlasste
eine neurologische Akutrehabili
ta
tion
, die vom
4.
November 2015 bis 2
0.
Januar 2016
in der Rehaklinik
Z._
durchgeführt wurde
(
Urk.
5/29/112-
121).
1.3
A
m 1
2./13.
April 2016
meldete sich der Versicherte
unter Angabe einer seit
dem
1
7.
Juni 2015 bestehenden Gehirnverletzung bei der IV-Stel
le zum Leistungs
be
zug an (
Urk.
5
/29/206 und
Urk.
5/30
Ziff.
6.1).
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in erwerbliche
r und medizinischer Hinsicht
,
zog die Akten der Suva bei
und liess den Versicherten im
Zentrum
A._
polydiszip
linär abklären (Gutachten vom 2
9.
August 2017;
Urk.
5/83).
D
ie Suva
stellte
ihre Versicherungsleistungen per 3
0.
November 2017 ein (Verfügung vom 1
3.
November 2017 [
Urk.
5/94
/2-3
]
und
Einspracheentscheid
vom 2.
Februar 2018 [
Urk.
5/108]). Die IV-Stelle verneinte n
ach durchgeführt
em
Vorbescheid
ver
fahren
(
vgl.
Urk.
5/88) mit Verfügung vom 3
0.
Januar
2018
d
en
Anspruch auf eine
Invalidenrente
(
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 3
0.
Januar 2018 (
Urk.
2) erhob der Versicherte a
m
2.
März 2018
Beschwerde
und beantragte
(
Urk.
1
S. 2)
, diese sei aufzuheben und es sei
ein Gerich
tsgutachten in Auftrag zu geben; e
ventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht
ersuchte
er
um
Durchführung einer öffentlichen Verhandlung.
Die IV-Stelle beantragte mit Be
schwerdeantwort vom
6.
April 2018
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4).
Am
1
0.
September 2019
fand
entsprechend dem Antrag
(vgl.
Urk.
7
) eine Instruk
tionsverhandlung statt (Prot
okoll,
Urk.
10). Das Protokoll wurde
den Parteien am 1
8.
September 2019 zugestellt (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversi
cherung, IV
G
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dr
eiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Per
son zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
4
1.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
glei
ch hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.4.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
sc
hnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf
25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75
E. 5b/
bb
-cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsabweisung damit (
Urk.
2), dass
laut Gutachten der
A._
d
em
Beschwerdeführer
seit dem Unfallereignis im Jahr 2015
seine bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. In einer angepassten leichten bis mittelschweren
Tätigkeit
im Sitzen, Gehen und Stehen ohne wirbel
säule
nbelastende und ohne Überkopfarbeiten bestehe
eine volle Arbeitsfähigkeit
.
In einer den gesundheitlichen Einschränkungen optimal
angepassten Tätigkeit könne der Beschwerdeführer
ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen.
Die durch die Gutachter genannten Einschränkungen im psychiatrischen Fachgebiet seien bei der Invalidenversicherung nicht versichert und könnten daher nicht berücksichtigt werden.
D
ie begutachtenden Ä
rzte der
A._
seien dabei
sowohl in ihren Teilgut
achten als auch im Konsens auf die vorbestehende Verletzung des Schädel-Hirn-Traumas aus
dem Jahr 2015 eingegangen und
die
Beurteilung der Restarbeits
fähigkeit
sei
in Kenntnis dieser Einschränkungen vorgenommen
worden
.
Die um
fassenden Untersuchungen
und
durchgefüh
rten Testungen seien in den
jeweil
ige
n Teilgutachten aufgeführt und die
Auswertung anhand wissenschaftlicher Studien
erfolgt. D
ie Publikationen
seien
frei zugänglich
und es sprenge den Rahmen
,
in
einer medizinischen Begutachtung
diese
Grundlagen
und
A
uswertungen breit
darzulegen. Deshalb
sei
in den umfangreichen Untersuchungen nicht darauf ein
ge
gangen
worden.
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1 S. 4), es stehe fest, dass er anlässlich des Unfalls, allenfalls bereits vorher, eine Hirn
verletzung erlitten habe und dass mittelschwere kognitive Defizite bestünden.
Dass die gutachterlich festgestellten Einschränkungen im psychiatrischen Fach
gebiet bei der Invalidenversicherung nicht versichert seien
,
sei keine
rechtsge
nüg
liche
Begründu
ng und stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar (S. 5).
Die Hirnverletzung werde auch mit keinem Wort in die Arbeitsfähig
keitsbeur
teilung einbezogen
,
obwohl gemäss neurologis
cher Beurteilung der Suva
eine hirnorganische Verletzung vorliege, was auch vom RAD der Beschwerdegegnerin anerkannt worden sei. Das MEDAS-Gutachten sei in diesem Zusammenhang nicht schlüssig
und es sei bereits im Verwaltungsverfahren um
die
Zustellung der Validierungstests durch den neuropsychologischen Teilg
utachter ersucht worden. Es g
e
he
nicht an
,
vorhandene Einschränkungen zu negieren, weil in der Inter
pre
tation von Testergebnissen, wel
che sich nicht in den Akten befä
nden, behauptet
werde
, es sei nicht auszuschliessen, dass eine Aggravationstendenz bestehe
.
Es
sei
deshalb eine neue Begutachtung in Auftrag zu geben,
in welcher die Be
schwerden und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
insbesondere in neu
ro
psychologischer Hinsicht
abgeklärt
wü
rden
(S. 6)
.
3.
3.1
Streitgegenstand ist ein Anspruch auf Rentenleist
ungen der Invalidenver
siche
rung.
Nach der Neuanmeldung vom
1
2.
April 2016 (
Urk.
5
/30) fallen Rentenleis
tungen nach Ablauf des Wartejahrs frühestens nach sechs Monaten, mithin ab
Oktober 2016
in Betracht (
Art.
28 in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
1 IVG; E. 1.2 hiervor).
3.2
3.2.1
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
Z._
vom 2
0.
Januar 2016 (
Urk.
5/29/112-118, S. 3)
über den Aufenthalt vom
4.
November 2015 bis 2
0.
Januar 2016
hielten
die
zuständigen Fachärzte der Neurologie
,
B._
un
d
Dr
.
C._
sowie die Assistenzärztin der
neurologischen Rehabilitation
Dr.
D._
fest
,
der Beschwerdeführer habe bei einem Sturz u.a. e
ine traumatische Hirnverletzung
mit kleinen,
parafal
xialen
und frontalen
Einblutungen
(3mm) beid
seits
erlitten
. In der Bildgebung
vom 1
9.
November 2015
seien
multiple
Su
s
zeptibilitätsartefakte
,
jedoch keine DWI Signalalterationen oder
pathologische Kont
rastmittelanreicherung
ersichtlich und es
zeige
sich
eine rechtstemporale
Arachnoidalzyste
.
Während dem Rehabilitationsaufenthalt
hätten
Kopfschmerzen auf Niveau VAS
=9 (Schmerzskala)
sowie Schwindel und Sehschwierigkeiten
bestanden
. B
eim Be
schwer
deführer
handle es sich klinisch gesehen
um ein
e
im Affekt schwankende
Person, welche
a
ffektiv
teilweise eher flach und
b
ei Nachfrage zu den Beschwer
den
stark schmerzgeplagt
erscheine
. I
m klinischen Alltag
habe
aber auch ei
n unbeschwerter und humorvoller
Umgang mit nichtme
dizinischen P
ersonen beob
ach
tet werden können
.
Im Rahmen der ne
uropsychologischen Untersuchung seie
n
bei reduzierter Auffassungsgabe mehrere Erläuterungen
der Testinstruk
tio
nen nötig gewesen und
die Bearbeitung der Aufgaben
sei
in der Regel wenig ehrgeizig und mehrheitlich deutlich verlangsamt
erfolgt
,
und e
s
hätten
sich mehrere Hin
weise für Verdeutlichungs-
oder Aggravationstendenzen
ergeben. Somit müsse zumindest teilweise von einer reduzierten Leistungsbereitschaft während der neu
ropsychologischen Untersuc
hung und nicht
validen Ergebnissen ausgegangen wer
den
. Die Ermittlung des tatsächlichen Schweregrades der kognitiven Defizite
infolge der stattgehabten Hirnv
erletzung
sei
aufgrund der Verdeutlichungs
ten
den
zen ni
cht möglich.
Rein formal entsprä
chen die Re
sulta
te
einer mittel
schwe
ren
neuropsychologischen Störung mit im Vordergrund stehender Verlang
samung
,
Verhaltensauffäll
igkeiten (schwankende Motivation
s- und Stimmungslage)
und
Defizite
n
attentionaler
,
mnestischer und exekutiver Teil
funktionen. Diese
seien mul
tifaktorieller Ätiologie (Schulbildung und
dadurch vorbestehend tiefes kognitives Leistungsniveau, Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen, persistie
rende Schmerzsymptomatik, Hirnverletzung). D
ie effektiven Einschränkungen im
Alltag und Beruf seien aufgrund der anzunehmenden Verdeutlichungstendenzen nicht einzuschä
tzen. Im klinischen Alltag zeige
sich der Beschwerdeführer jedoch selbständig und im Vordergrund der Einschränkungen dürften die schwankende Motivations- und Affektlage sowie die Verlangsamung liegen
(vgl. auch
Urk.
5/83/76 f.)
.
3.2.2
D
ie
Psychotherapeutin
E._
hielt
im Bericht vom
1.
Februar
2016 (
Urk.
5/29/119-121)
im Rahmen
des stationären Aufenthaltes in
der Rehaklinik
Z._
fest, d
ie
Gespräche
hätten
stets mit
portugiesischer
Übersetzung statt
ge
funden
.
Der Beschwerdeführer habe sich am 1
7.
Juni 2015 bei einem Arbeitsun
fall eine Hirnverletzung zugezogen. Zu dem Unfallhergang bestehe eine Amnesie, wobei der Beschwerdeführer angebe, dass er sich lediglich erinnere
,
auf einem Ge
rüst gearbeitet zu haben, als Material von oben kommend auf ihn herabge
stürzt sei, und er daraufhin das Gleichgewicht verloren habe. Seither leide er unter
ringförmigen Kopfschmerzen von ziehendem, teilweise stechendem Charakter. Zu
d
e
m habe er häufig auch Schulter-
Nackenschmerzen und er leide manchmal unter plötzlichem Drehschwindel, wobei er bisher nicht gestürzt sei. Neben Schmer
zen und Schwindel sei er häufig vergesslicher,
seine Stimmung sei schwankend und sein
Schlaf sei sehr schlecht.
Zum Befund wurde festgehalten,
der Beschwerdeführer
sei im Kontakt freun
dlich, sozial unsicher wirkend, altersgemäss und kognitiv im Gesprächsverlauf unauf
fällig
,
trotz
der b
eklag
t
en Vergesslichkeit,
und
im Gedankengang
sei er
logisc
h kohärent. Er beklage
Gedankenkreise
n
um Arbeit und Unfall,
ohne
Anhalt für Wahn, Zwang, Hallu
zinationen und Ich-Störung und ohne
schmerzbezogenes Ver
meidungsverhalten. Im Affekt
sei er
etwas niedergesti
mmt, emotional
aber
modulationsfähig. Der
Antrieb
sei
auf Nachfrage normal,
ohne Eigen- oder Fremd
gefährdung und
es bestünden schmerzbedingte
Schlafstörungen
. Die
Appe
tenz sei normal und e
s bestehe ein
Verdacht auf durch Schmerzmittel induzierte Kopfschmerzen
.
Während des Aufenthaltes hätten sich Stimmungsschwankungen beobachten lassen
. So hab
e
e
r im Beisein von anderen Mitpatienten aufgestellt, in Gespräche
n häufig etwas niedergeschlagen
und besorgt im Hinblick auf seine Zukunft
ge
wirkt. Über das
von ihm
geschilderte
Ausma
ss der Schafstörungen
sei vom Nacht
p
flegedienst
nicht berichtet worden
und eine
medikamentö
se Behandlung der Schlafprobleme
werde
vom B
eschwerdeführer abgelehnt
. Es hätten auch keine
Aus
löser für die Schlafstörungen eruiert werden
können und auf Nachfrage seien die Schilderungen diffus ge
blieben.
Durch das Unfallereignis mit einhergehender Hirnverletzung fühle sich der Be
schwerdeführer in seiner Lebensqualität hinsichtlich der Schmerzen und des Schwindels beeinträchtigt. Er reagiere hierauf besorgt und mit Stimmungs
schwan
kungen. Das Ausmass der von ihm geschilderten Beschwerden deck
e sich
nicht mit
den
Beobachtungen seines Verhaltens im klinischen Alltag, so dass eine
bewusstseinsnahe Verdeutlichungstendenz nicht auszuschliessen sei. Hierbei seien
möglicherweise auch kulturspezifische Eigenheiten zu berücksichtigen, in dem Sinne,
dass er seine Emotionen eventuell eher über körperliche Beschwerden zum Ausdruck bringe.
3.3
Im Bericht des I
nterdi
sz
iplinären Zentrums für Schwindel und neurologische Sehstörungen des Universitätsspitals
F._
vom 1
5.
September
2016 (
Urk.
5/52/25-
42
) berichteten die zuständigen Ärzte,
die vestibuläre apparative Abklärung habe keine Hinweise auf eine peripher-vestibuläre Läsion ergeben, die die persistierende Schwindelsymptomatik erklären könnte. In den Lagerungs
pro
ben habe sich kein Nystagmus/Schwindelattacke nachweisen lassen. In der Zu
sam
menschau der Anamnese und der Befunde komme differential-diagnostisch ein sekundär somatoformer Schwindel nach dem SHT (Schädel-Hirn-Trauma) und bei Depression in Frage.
3.4
Dr.
G._
, Facharzt für Neurologie, schlussfolgerte in seiner Akten
be
ur
teilung vom
3.
März 2017 (
Urk.
5/59/5-11) zu Hände
n der Suva (S. 5
f.
),
der Beschwerdeführer habe am 1
7.
Juni 2015 eine traumatische Hirnverletzung er
litten, deren strukturelle Folgen
sich
in einer
Subarachnoidalblutung
im frontalen Mittelspalt gezeigt hätten. Zudem liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der Folgezustand nach einem früheren Schädeltrauma vor.
Das Gehirn sei zudem
durch eine zerebrale
Mikroangiopathie
geschädigt. Bei der
Subarachnoidal
blu
tung
im frontalen
Interhemisphärenspalt
handle es sich um eine intrakranielle, extrazerebrale Blutung, die in al
ler Regel folgenlos resorbiere
und keine da
uer
haften Folgeschäden hinterlasse
, sofern nicht zusätzliche Hirnstrukturen trau
ma
tisiert seien und dafür habe sich in der Bilddokumentation kein Hinweis ergeben.
3.5
3.5
.1
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten
interdisziplinären Gutachten der
A._
vom 29. August 2017 (
Urk.
5/83
), beruhend auf
neurologischen
,
in
ter
nistischen
,
psychiatrischen,
orthopädischen und
neuro
psychologischen
Untersu
chungen von
Mai/Juni
/
Juli 2017
(S. 1), wurden die folgenden Diagnose
n gestellt (S. 12
):
Diagnosen mit
Auswirkung
auf
die Arbeitsfähigkeit (
letzte
Tätigkeit)
-
Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Somati
sierungsstörung (ICD-10 F45.0
)
-
Chronisch
lumboradikuläres
Reizsyndrom bei Bandscheibenvorfall in 4/5
-
Skoliose
thoracolumbal
-
Zustand nach Morbus Scheuermann mit BWS-Kyphose
-
Zervi
kozephalgie
bei degenerativem HWS-Syndrom
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
-
Chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp nach Schädel-Hirn-Trauma
-
Arterielle Hypertonie
, zurzeit ungenügend eingestellt
-
Leichtes Übergewicht (BMI 27.5 kg/m2
)
-
Vergrösserte Lymphknoten mediastinal und
bihilär
-
Nierenvernarbungen, neue kortikale Läsionen Pars
intermedia
links
-
Eisenmangel
-
Nikotinabusus
-
Allergische Rhinitis
-
Cholelithiasis
, asymptomatisch
3.5
.2
Auf dem Fachgebiet der Neurologie
hielt
der Sachverständige
fest (S. 24
f.),
der Beschwerdeführer
berichte
über ein
haubenförmiges
Kopfweh von stechendem Charakter verbunden mit unsystematischen Schwindelerscheinungen,
über
einen ständigen
Dru
ck
temporomandibular
beidseits und
über permanente Nacken
schmerzen sowie
Sc
hmerzen vorne am Hals beidseits. Der rechte Arm schlafe oft ein und
Schmerzen
bestünden zwischen den
Schulterblättern, lumbal und gürtel
förmig bis nach vorne beidseits in die Bauchnabelgegend.
Zusätzlich
verspüre
er
ziehende Missempfi
ndungen
gluteal
und am Oberschenkel vorne und hinten rechts
.
Zum Tagesablauf gebe er an, am Morgen
stehe er zwischen 8.30 Uhr und
9.00 Uhr auf, trinke Kaffee und esse einen kleinen Toast. Er lebe allein, mache am Vormittag einen kleinen Spaziergang und dann komme ein Kollege, welcher mit ihm mit dem Auto einkaufen gehe und etwas zum Mittagessen koche. Das Haus, in welchem er lebe, habe insgesamt fünf Etagen und auf jeder wohnten zehn Personen, vorwiegend Portugiesen, Spanier und Italiener. Jedes Zimmer verfüge über eine Sanitäranlage und die Küche werde von allen benutzt. Am Nachmittag ginge er wieder spazieren, sehe fern, höre Musik und treffe Kollegen. Am Abend koche der Kollege für sie beide. Selten ging
e er einmal in den Ausgang. E
iner Vereinstätigkeit ginge er nicht nach. Die Nachtruhe sei um 22.30 Uhr und es daure meist eine Stunde bis er einschlafe (S. 25).
Zum neurologischen Befund berichtete der Sachverständige, die spontane Sprache
sei flüssig und im Anamnesegespräch
seien
keine Wortfin
dungsstöru
ng
en nach
weis
bar. Es bestünden
starke
Druckdolenz
en
an der
Galea
und den
temporo
man
dibulären
Strukturen beidseits sowie subokzipital.
Die s
pontane Motorik beim Aus- und Ankleiden
sei
ungestört
. Der Hirnnervenstatus zeige ein intaktes Riech
vermögen, Fingerperimetrisch keine Gesichtsfeldausfälle, mittelweite und
isokore
Pupillen, eine
direkte,
konsensuelle
und prompte Lichtreaktion sowie eine unauf
fällige Naheinstellungsreaktion. Es bestünden keine Augenmuskelparesen, kein
Nystagmus und der
Nervus
trigeminus
und die mimische Innervation sei
en
unauf
fällig. Die Geschmacksempfindung auf den vorderen Zweidritteln der Zunge
sei normal und es
ergebe sich keine Hörminderung bei beiden Ohren für die Um
gangs
sprache. Die Zunge werde gerade herausgestreckt,
es bestünden
keine Gau
men
segelparese, Dysarthrie
oder
Dysphagie. D
er
Reflexstatus zeige s
ymmetrisch
e
normale Eigenreflexe
ohne gesteigerte
periorale
Reflexe
,
ohne Clonus und der
Babinski
sei beidseits
negativ.
Oberflächen- und
T
iefensensible Reize an Händen und Füssen
würden als
seitengleich
angegeben und d
ie detailliert geprüfte Mus
kulatur
sei überall intakt, ohne Pa
resen oder
trophische
Stö
rungen von Haut und Muskulatur. Der
Muskeltonus
sei
nirgends erhöht,
und
ohne erkennbaren
Rigor
oder
Spastizität
. Die Koordination sei bezüglich
Fingernaseversuch sich
er
, die
Dia
dochokinese
beidseits flüssig, der Romber
g negativ, der
Unterberger'sche
T
ret
ver
such ohne Drehtendenz,
der
Einbeinstand
sicher und es zeig
t
e sich ein flüssi
ges
hinkfreies
Gangbild. Bei der Prüfung der Motorik ergäben sich teilweise
Fehl
innerv
ationen
(S. 27).
Eine neurologische Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. Ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit seien chronische
Kopfschmerzen vom Spannungstyp und
ein Status nach Schädel-Hirn-Trauma
im Jahr 2015 ohne
Folge
erscheinungen,
ohne
neuropsychologische Einschränkungen
sowie ohne
organ
pathologische Grundlagen.
Auf der neurologischen Eben
e habe sich keine Einschränkung
in der Belastung gezeigt und i
n der bisherigen und in einer Verweistätigkeit
habe
die Arbeits
fähigkeit
immer
100
%
betragen
. (S. 28 f.).
3.5
.3
Aus internistische
r Sicht wurde festgehalten (S. 3
5
f.
),
der 50-jährige, leicht über
gewichtige Beschwerdeführer sei in ordentlichem Allgemeinzustand. Er
klage
über
Rückenschmerzen.
Die inspizierte Haut zeige hyperpigmentierte Areale im Bereich beider Unterschenkel
aufgrund
eines
früheren Unfalls
ohne weitere
Auf
fälligkeiten.
Pathologische
Lymphknoten
seien nicht palpabel.
Es zeige sich eine normale Kopfform,
kein
Meningismus
,
eine
normale Mimik
und Augenmotorik und die
Pupillen
seien normal
auf Licht und Konvergenz reagierend.
Das
Ge
sichts
feld
sei grob geprüft und der
Visus
anamnestisch normal. Das
Gehör
sei für Umgangssprache normal, die
Nas
enatmung frei und die
Inspektion
von Mund- und Rachenraum ergebe
keine weiteren Besonderheiten.
Am Hals zeigten sich
pal
patorisch
keine pathologischen Resistenzen, keine
Dolenzen
und
die
Schild
drüse
sei
nicht vergrössert.
Der Kreislauf sei kompensiert
,
ohne
Varikosis
,
ohne
Odeme
und die peripheren Pulse seien durchwegs kräftig und symmetrisch pal
pabel und
es bestünden keine
pathologische
n
Gefässgeräusche. Die Herzgegend sei
inspektorisch
und
palpatorisch
unauffällig mit auskultatorisch normalen Herz
tönen, ohne Geräusche.
Der
Blutdruck
betrage
160/1OOmmHg
und der Puls 72/Minute sei
regelmässig.
Die
Thoraxexkursionen
und die Atemfrequenz seien normal und auskultatorisch bestehe ein normales
Ves
t
ikuläratmen
und perku
to
risch sei keine Dämpfung feststellbar. Das Abdomen zeige etwas vorgewölbte, leicht
adipöse
und weiche Bauchdecken
,
ohne
palpatorische
Dolenz
, Resistenz oder Hinweise auf eine Organvergrösserung
.
Es bestünden keine
Hinweise auf Aszites
,
d
ie Nierenlogen seien
frei, die
Darmgeräusche normal
und
es ergäben sich keine
Hinweise auf
Inguinalhernien
.
Das Belastungsprofil sei aus internistischer Sicht nicht eingeschränkt
und es bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 38).
3.5
.4
Der psych
iatrische Sachverständige
hielt fest
(S. 44 ff.)
,
der Beschwerdeführer habe angegeben
,
sich
aufgrund seines Schwindels, seiner Schmerzen und seine
r
Rückenbeschwerden auch für eine körperlich angepasste Tätigkeit
zu
100
%
arbeitsunfähig
zu
fühle
n
und
dass er
sich
eine Wiedereingliederung aufgrund seiner Beschwerden nicht vorstellen könne. Im psychiatrischen Befund falle auf, dass er ständig seine linke Hand an seine linke
Thoraxseite
halte und langsam und etwas gebeugt gehe
. D
iese Haltung
habe er
fast während der gesamten Explo
ration
ge
zeigt
. W
ährend
des Gesprächs
habe er aber
weder aufstehen noch
sich
auf dem Stuhl bewegen müssen
und habe
während der gesamten Untersuchung aufmerksam und konzentriert gewirkt.
Er sei
in allen Qualitäten orientiert,
be
wussts
einsklar
und der
formelle Gedankengang scheine
ungestört.
Es bes
tünden
eine
deutliche Einengung auf die Folgen de
s Unfallereigni
sses und
grüblerische
Gedanken
sowie
deutliche Zweifel an der Obje
ktivität der ärztlichen Befunde.
Die
Vermutung
des Beschwerdeführers
über einen S
chaden in seinem Kopf entspreche
nicht einer wahnhaften Überzeugung, sondern einer
extremen S
orge, dass etwas übersehen worden sei
.
Es ergäben sich keine
Hinweis
e
für Sinnestäuschungen
, Hall
uzin
ationen oder
Wahnwahrnehmungen.
Die Funktionen des Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses
seien regelrecht und k
linisch
seien
keine
mnestischen Stö
rungen validierbar.
Derealisations
- oder Depersonal
isationsphänomene
seien
nicht
erfassbar und es sei fraglich
, ob es sich bei d
en geschilderten Schwindelanfäll
en mit Bewusstseinsstörungen um dissoziative
Phänomene handle
.
Die Intelligenz wirke
unter Berücksichtigung von Schulbildung, beruflichem Werdegang
sowie klinischem G
esamteindruck unterdurchschnittl
ich.
Die
Willensbildung erscheine ungestört, sei
jedoch von der Psychopathologie
beeinflusst. Der Antrieb
sei
eher
angemessen und eine
psychomotorische Unruhe
und
ein
Bewegungsdrang
sei nicht
vorhanden
, aber Gestik und Mimik
seien
verarmt. Die Grundstimmung sei leicht
zum depressiven Pol ausgelenkt und
die affektive Schwingungsfähigkeit einge
schränkt.
Es bestehe kein
e
akute Suizidalität
und
ebenso zeigten sich keine Hinweise für Phasen von Affektstarre oder
Parathymie
. Zwänge liessen sich nicht ausmachen und es ergäben sich auch keine Hinweise auf frei flottierende Ängste oder Panikattacken. Die Persönlichkeitsstruktur zeige trotz den schweren Um
stän
den seiner frühen Kindheit, das Grosswerden bei den Grosseltern, keine Hin
weise für eine schwere Persönlichkeitsstörung.
Der Beschwerdeführer habe immer
gute Anpassungsleistungen
gezeigt
, sowohl in Frankreich, indem er die Sprache gelernt und einen Beruf erlernt habe, wie auch seine Fähigkeit in der Schweiz, zumindest beruflich sein Leben zu sichern. Auch soziale Kontakte habe er i
n der Schweiz schliessen können, ebenso eine längere Beziehung und es
gebe keinen Hinweis für Isolation. Die Reali
tätsorientierung sei erhalten. E
s bestehe aber keine Motivation für eine Rückkehr in eine regelmässige Tätigkeit, auch nicht für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit.
Die
Laborwerte
zeigten einen sehr
niedrige
n Medi
kamentenspiegel, welcher
für eine Nichteinnahme bzw. sehr
unregel
mässige Einnahme der Medikation spreche.
(S. 46)
.
Im Querschnitt sei einerseits eine leichte Depression festgestellt worden, ander
er
seits sei deutlich, dass der Beschwerdeführer trotz gegenteiliger medizinischer Befunde überzeugt sei, dass die wahre Ursache seiner körperlichen Beschwerden nicht gefunden worden sei. Es bestehe eine Symptomausweitung und eine Über
zeu
gung der Unfallkausalität, was im Längsschnitt dem Bild einer somatoformen Störung entspreche. Das Verhalten während der Untersuchung
habe
eine Ver
deut
lichungstendenz
mit einer deutlich eingenommenen Schonhalt
ung
gezeigt
, die fast starr
ge
wirk
t hab
e.
Seine Schonhaltung habe er jedoch in
der Unter
su
chung
geändert
, indem er sich affektiv
ge
lockert gezeigt
und
von
seine
r
Auf
merksamkeit von den körperlichen Symptomen
habe weggehen können
. Der nie
drige Medikamentenspiegel zeige ebenfalls, dass keine Einsicht in eine psychische Kompone
nte für die Beschwerden vorliege
.
Der Beschwerdeführer
sei sicherlich einfach strukturiert und suche nach einfachen Kausalitäten für seinen Zustand. Auch hier sei der Verdacht einer bewusstseinsnahen Verdeutlichung vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit mit 20
%
beeinträchtigt
(S. 49).
3.5
.5
Auf dem Fachgebiet der Orthopädie
hielt der Sachverständige fest (S. 54), der Beschwerdeführer sei in Begleitung eines
Kollegen
mit dem Zug angereist. Er gehe
hinkfrei
, sein Verhalten in der Untersuchung sei passiv und die Stimmungslage gedämpft. Er könne sich nicht gut auf Deutsch verständigen und die Unter
su
chung und Anamnese erfolge mit einer Übersetzerin. Das Aufstehen aus dem Stuhl sowie die Positionswechsel beim An- und Ausziehen
seien
ohne Einschrän
kungen
erfolgt
. Zehenspitzen- und Fersengang gelinge beidseits kurzfristig. Das Einnehmen der Hocke könne im freien Stand fast vollständig ausgeführt werden. Das Aufstehen aus der Hocke
habe
sich etwas schwierig
gestaltet
, sei aber mit Unterstützung der Liege als Stütze möglich
gewesen
.
Es zeige sich ein Schulter
tiefstand rechts von 1 cm. Die Muskulatur der Halswirbelsäule (HWS) sei leicht v
erspannt und druckschmerzhaft. D
er
Trapeziuskamm
zeige keinen wesentlichen
Hartspann. Die Bewegungsfunktion der HWS sei insbesondere bei Linksseitnei
gung
schmerzhaf
t eingeschränkt und der
Kinn-Jugulum-Abstand in Inklination und
Reklination
betrage
3 bzw. 15 cm. Die Armachsen seie
n
beidseits angedeutet
val
gisch
, ohne Differenz bezüglich der Ausbildung der Oberarm- und der Unterarm
muskulatur und bei der
Prüfung der Beweglichkeit zeige
sich eine schmerzfreie Bewegungsfunktion beider Schultergelenke in allen Ebenen
ohne
Anhalt für eine
Rotatorenmanschettenruptur
.
An den
oberen Extremitäten werde eine diffuse Sensibilitätsminderung an der Hand angegeben, wobei sich
ein
Dermatombezug
nicht
habe
verifizieren lasse
n
.
Die grobe Kraft sei mit einem Kraftgrad M5/5 in allen Muskelgruppen unein
geschränkt
(S. 55 f.)
. Es bestünden eine Linksseit
e
n
n
eigung der Brustwirbelsäule bei Rundrücken mit linkskonvexer Skoliose, gegenläufiger LWS-Skoliose und eine muskuläre
Dysbalance
mit Lendenwulst links. Ein Druckschmerz bestehe über den Dornfortsätzen der unteren
Lendenwirbelsäule und beider
Il
iosakral
ge
lenke
. Die
Valleix'schen
Punkte seien nicht druckschmerzhaft. Im Sitzen bestün
den
endgradige
Bewegungseinschränkung
en
der Wirbelsäule bei gutem Bewe
gungs
ausmass, adipöser Bauchdecken und einem Finger-Zehenabstand im Lang
sitz von 25 cm.
Die Inspektion der unteren Extremitäten zeige
ein
Beckentiefstand links von ca. 1
cm. Die Beinachse
n
seien beidseits gerade und a
n den Unter
schenkeln bes
tehe
beid
seits eine
Stauungsdermatose. Im B
ereich der rechten Leiste
finde
s
ich ein Druckschmerz und es zeige sich
eine
Bewegungseinschränkung
des
rechten H
üftgelenkes im Seitenvergleich.
An den Kniegelenken
bestehe ein
Druc
k
schmerz links parapatellar ohne
Gelenkergus
s. Die
Meniskuszeichen
seien beidseits negativ
und
es bestehe eine stabile
Bandf
ührung beider Kniegelenke.
Die d
iffuse
n
Sensibilitätsminderung
en
an der rechten unteren
Extremität seien ohne
Dermatombezug
.
Bildgebend (
Röntgen Hüftgelenk rechts axial, Becken
ap
stehend
) hätten
sich bei einem signifikanten Beckenschiefstand zugunsten rechts keine
Hinweis
e
auf eine wesentliche
Coxarthrose
, eine
femoroacetabuläre
Impin
gement-Morphologie
oder ein
Anh
alt für
eine
Tendinopathia
calcarea
ergeben
.
Der Beschwerdeführer leide
unter degenerativen Veränderungen der Hals- und
Lendenwirbelsäule
und es bestünden Einschränkungen
bezüglich der Belastbar
keit, insbe
sondere der Lendenwirbelsäule. Übermässig stark belastende
Tätigkei
ten
,
wie schw
ere körperliche Arbeiten sowie Ü
berkopfarbeiten
seien nicht leidens
gerecht und
sollten vermieden werden
.
Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätig
keit als Bauarbeiter sei nicht mehr gegeben. Leichte bis mittelschwere Tätig
keiten im Sitzen, Gehen und Stehen unter Vermeidung von wirbelsäulen
belas
tenden Arbe
iten und Überkopfarbeiten seien
möglich
und unter dem genannten Belastungsprofil bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 57).
3.5
.6
Die neuropsychologische Sachverständ
ige hielt fest (
Urk.
5
/83/63-67, S. 4
f.
),
der Beschwerdeführer habe
in der neuropsychologischen Untersuchung deutlich nieder
gestimmt und
verbittert gewirkt und
eine gebeugte Haltung und einen meist gesenkten Blick
gezeigt
. Nur selten
habe er
direkten
Blickkontakt auf
ge
nommen und d
er Aufbau eines Kontaktes
sei
so deutlich erschwert
gewesen
.
Den
noch
habe er während der Untersuchung recht gut kooperiert. Die
Anstrengungs
bereitschaft
sei
jedoch als schwankend zu beurteil
en, da nicht alle Resultate der
standardmässig eingesetzten Symptomvalidierungstests unauffällig
ausgefallen seien. Die erhobenen Befunde seien
deshalb mit Vorsicht
zu
interpretieren
und es bedürfe der interdisziplinären
Zusammenschau aller erhobenen Befunde, um die Plausibilitä
t der angegebenen und gezeigten
Beschwerden zu beurteilen.
Formal hätten sich als mittelschwer zu beurteilende kognitive Defizite gezeigt, welche nahezu alle geprüften Bereiche
wie
v
isuelle Wahrnehmung, Aufmer
ksamkeit, Ge
dächtnis und e
xekutive Funktionen betroffen hätten. Im Vordergrund s
tehe
eine starke allgemeine Verlangsamung
.
Im Bereich der visuellen Wahrnehmung sei das Erkennen von Bildern und das Kopieren von komplexeren Figuren er
schwert. Im Bereich des Gedächtnisses
seien die
exekutiven Funktionen,
die Arbeits
ge
dächtnisleitung, die Idee
nproduktion sowie die kognitive
Flexibilität deutlich beeinträchtigt
. Die Plausibilität der gezeigten kognitiven Defizite sowie deren allfällige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit könnten
aber
in diesem Fall nur im interdisziplinären Rahmen beurteilt werden
.
3.5
.7
Zusammenfassend wurde festgehalten (S.
1
3
),
die neuropsychologische
n
Abklä
rungen hätten keine Störungen im Frontalhirn feststellen können. Wegen einer
Verdeutlichungstendenz seien die effektiven Einschränkungen in Alltag und Beruf nicht zuverlässig einzuschätzen und die umschriebenen neurologischen Ausfälle hätten sich nie nachweisen lassen.
Die psychiatrische Untersuchung habe einerseits eine leichte Depression ergeben, andererseits sei auf eine Symptomaus
weitung und eine feste Überzeugung, dass die Beschwerde
n alle mit dem Unfall
zusammenhä
ngen
,
hingewiesen
worden. Im Längsschnitt entspre
che dies dem Bild
einer somatoformen Störung. Der Serumspiegel der verordneten Antidepressiva
habe
sehr niedrige Werte ergeben, was für eine Nichteinnahme bzw. sehr unregel
mäss
ige Einnahme der Medikation spre
che. Orthopädisch stünden degenerative Veränderungen der HWS und LWS im Vordergrund. Übermässig stark belastende Tätigkeiten
,
wie schwere körperliche Arbeiten sowie Überkopfarbeiten seien nicht leidensgerecht und sollten vermieden werden. Zusammengefasst sei unter Be
rück
sichtigung des Belastungsprofils eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 80
%
möglich.
3.6
Dr.
H._
, Verhaltensneurologin
,
und
I._
, Neuropsycho
login, berichteten am
5.
Dezember 2017 (
Urk.
5/
102), d
ie Untersuchung
sei in
spanischer Sprache durchgeführt
worden
,
und der Beschwerdeführer habe
auf Portugiesisch oder Spanisch
geantwortet. Bereits bei
der Ankunft
sei ein erhöhter Lei
densdruck
aufgrund der körperlichen Symptomatik spürbar
gewesen
.
Der Be
schwer
deführer habe wä
hrend der gesam
ten Untersuchung kooperativ mitgewirkt und i
m Verlauf der Untersuchung
habe sich eine
abnehmbare Belastbarkeit
ge
zeigt. Kognit
iv sowie psychomotorisch
sei er verlangsamt. Zudem zeige
er
eine leichte Antriebsminderung. Die eigene Leistung schätze er als schlechter ein als sie
tatsächlich sei. Bereits nach einem Drittel der Untersuchungszeit erwähne er eine Zunahme der Schwindel- sowie Kopfwehsymptomatik. Es best
ehe
keine Impulskontrollstörung, im Affekt wirke er leidend, besorgt, in der
Anamnese vermin
dert
,
aber
am Ende der Untersuc
hung beim Thema Fussball
jedoch
gut
schwin
gungsfähig
und
insgesamt gut modulierbar. Die verbale I
deenproduktion auf ein phonematisches Kriterium sei schwer vermindert, die verbale I
deen
pro
duktion auf ein semantische
s Kriterium falle
höher aus,
sei j
edoch ebenfalls deut
lich eingeschränkt. Auch die figurale Ideenproduktion
sei deutlich vermindert. Q
ualitativ
zeige sich jedoch eine gute Fehl
erkontrolle sowie keine Re
petitionen.
Bei einer einfachen
Papier-Bleistiftaufgabe zur Überprüfung der gerichteten Aufmerksamkeit
sei die Leistung schwer vermindert und bei
einer analogen Aufgabe zur Prüfung der geteilten
Aufmerksamkeit sowie kognitiven
Flexibilität
sei
die Leistu
ng ebenfalls schwer vermindert. Initial gelinge
der Konzept
wechsel gut, im Verlauf komme es jedoch zur Ü
berforderu
ng.
Als
kognitive Befunde zeigten sich
nonverbale Abrufstörung bei durchwegs unauf
fälligen Gedächtnisl
eistungen in der verbalen Modalität,
ein
dysexekutiv
es-attentionales
Syndrom
mit de
utlich vermin
derter verbaler sowie figuraler
Ideen
produktion, gerichteter und geteilter Aufmerksamkeit
sowie adaptiver Flexibilität
.
Die Befunde, Verhaltensbeobachtungen sowie anamnestischen Angaben
seien ver
ein
bar mit einem schweren
bifronto
-subkorti
kalen Ausfallsmuster als
residu
el
l
e
Folgen des Schäd
e
lhirntraumas mit multiplen posttraumatischen Läsionen sowie im Schädel-MRI nachgewiesenen multiplen Kavernomen,
aggraviert
durch eine affektpathologische Störung, assoziiert an das Unfallereignis und bei insge
samt verminderten kognitiven Ressourcen.
Aufgr
und der grossen Schwierigkeiten
,
den eigenen Alltag zu strukturieren sowie zu bewältigen, sei das Weiterführen der bereits begonnenen Psychotherapie drin
gend empfehlenswert. Aus rein neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfähig
keit aktuell deutlich eingeschränkt und aufgrund der zusätzlichen somatischen Beschwerden müsste diese allenfalls im Rahmen einer Belastbarkeitsabklärung beurteilt werden.
4.
4.1
Das
interdisziplinäre
Gutachten der
A._
erfüllt die praxisgemäs
sen Krite
rien (vorstehend E. 1.5
), setzt sich mit den Aspekten der gesundh
eitlichen Beein
trächtigungen des Beschwerdeführers
auseinander, berücksichtigt auch die medi
zi
nischen
Vorakten
und begründet Abweichungen, soweit die Beurteilung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt
rei
h
t
sich das Gutachten
insbesondere
auch
mit Blick auf
die
Vorberichterstattung
,
welche anlässlich des
mehrwöchigen
stationären Aufenthalte
s
in
der Rehaklinik
Z._
erstellt werden konnte (vgl. E. 3.2 hiervor),
widerspruchslos und
nachvollziehbar
in die medizinische Akten
lage ein
und
vermag zu überzeugen. Dabei legten die Experten
im gesamt
medi
zinischen Konsens
auch
dar, dass die geklagten Beschwerden und Einschrän
kungen aufgrund der Klinik und
Diagnostik
und den dokumentierten
Hirn
ver
letzungen auf
neurologischem Fachgebiet
nicht
erklärbar sind.
Dies
e Einschät
zung
deckt sich auch mit der neurologischen Beurteilung von
Dr.
G._
, wel
cher
erklärte, dass
die zufolge des Ereignisses
am 1
7.
Juni 2015
erlittene
traumatische Hirnverletzung
, die
sich in
einer
Subarachnoidalblu
tung
im fronta
len Mittelspalt
zeigt
, eine
extrazerebrale Blutung
darstellt und solche
in
der
Regel
folgenlos resorbier
en
und keine
n
dauerh
aften
Folgeschaden hinterlassen
, sofern nicht zu
sätz
liche
Hirnstrukturen traumatisiert
worden
sind
,
und
die
Bil
ddoku
men
tation
habe
dafür
kein
e
Hinweis
e erge
ben
(E. 3.4).
Insoweit der Beschwerdeführer
vorbringt
,
das Gutachten ents
preche nicht der Beur
teilung
von
Dr.
H._
, welche
bereits
aus rein neuropsychologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit als deutlich eingeschränkt
ge
sehe
n
und dabei ein schweres
bifronto
-subkortikales Ausfallmuster als Folge des Schädelhirntraumas
aufge
führt
habe
(vgl.
Urk.
10 S.
2)
, ist festzustellen, dass
die
ser
Bericht
ni
chts Neues ausweist.
Die Berichterstattung
setzt sich auch
nicht
mit
den
fachärztlichen Vor
b
e
richte
n
der Reh
a
klinik
Z._
, des
F._
und der
A._
auseinander
und es werden einzig
das bereits
bekannte Verhalten
des Beschwerdeführers
in der medizinischen Untersuchungssituation
und
die
geklagten Beschwerden
zum
(
medizinische
n
)
Befund
erhoben
,
ohne
dies
e
kritisch zu hinterfragen.
So
wurden
bereits anlässlich des stationären Aufenthaltes in der Rehaklinik
Z._
die
gezeigten Verlangsamungen
bei der Aufgabenerledigung
im Zusammenhang mit Verdeutlichungs- und Aggravationstendenzen sowie reduzierter Leistungsbe
reit
schaft gesehen (vgl. E. 3.2.1 hiervor).
Auch die von
Dr.
H._
und
I._
unter Befunde aufgeführte
Schwindel- und Kopfwehsymptomatik
wurde
bereits abgeklärt
(
Urk.
5/52/25-42)
, wobei die
spezialisierte
n
apparative
n
Abklärung
en
keine Hinweise auf eine peri
pher-vestibuläre Läsion ergeben
hatten
,
die die persistierende Schwindelsympto
matik
hätte
erklären
können
.
Insofern
Dr.
H._
und
I._
eine
Erholung/Besserung der neurokognitiven Einschränkungen aufgrund einer psy
chia
trischen Komponente mit Fixierung auf das Schme
rzerleben als
schwieri
g erachte
te
n
,
liegt
eine
fachfremde psychiatrische
Einschätzung
vor
,
nachdem auf
eigenem Fachgebiet für die Einschränkungen offenbar keine zureichende Erklä
rung
gefunden werden konnte
.
Kommt hinzu, dass die Untersuchung
ohne professionelle Übersetzung und nicht in der Muttersprache des Beschwerdef
ührers (Portugiesisch) erfolgte
,
was
d
ie Authentizität der Aussagen des Beschwerdeführers
und die richtige Erfassung im Untersuchungsgespräch
in
Frage stellt
.
Es wurden den
n
auch
Angaben,
wie
der Beschwerdeführer
habe grosse Schwierigkeiten den Alltag zu strukturieren und zu bewältigen
,
basierend auf dessen Angaben
übernommen, ohne
dass
hierzu ein genauer
Tagesablauf eigens erhoben
geschweige den
n
hint
erfragt
wurde
.
Auf
grund de
r früheren Berichterstattungen, wonach
sich der Beschwerdeführer
im kli
ni
schen Alltag selbständig zeigte (vgl.
Urk.
5/83/76)
und
angegeben wurde,
dass
er
seit dem Unfall
den Tag mit Therapiebesuchen
,
aus
gedehnten Spazier
gän
gen
und manchmal
Treffen von Bekannten im Kaffee verbringe (
Urk.
5/29/120)
,
sowie den mehrfachen Erhebungen zum Tagesablauf anlässlich der polydiszi
plinären Abklärungen
, welche einen strukturierten Tagesablauf aufzeigen
(vgl.
Urk.
5/83/17, 5/83/25, 5/83/32, 5/83/41, 5/83/52, 5/83/65)
,
treffen dies
e
Angaben
denn
auch
offenkundig
nicht zu (vgl. auch E.
3.4.2 hiervor).
Auf die Berichter
stattung von
Dr.
H._
respektive
der
Neuropsychologin
I._
kann damit nicht abg
estellt werden und
m
angels neuer Erkenntnisse
gibt der Bericht
auch keinen Anlass für weitere Abklärungen (
antizipierte Beweiswürdi
gung; BGE 124 V 90 E. 4b).
Auf neurologischem Fachgebiet liegen damit keine anderen von fachärztlicher Seite begründe
ten Einschätzungen der Arbeitsfähig
keiten vor.
In psychiatrischer Hinsicht
trugen d
ie MEDAS-Experten
den Einschränkungen
bei diagnostizierter leichter depressiver
Episode und Somatisierungsstörung mit
einer Reduktion der Arbeitsfähigkeit um
20
%
Rechnung
.
Mit Blick auf die Rechtspre
chung der bei
psychischen Erkrankungen beachtlichen Standardindikatoren
(vgl. E. 1.3.2 hiervor)
erscheint dies jedenfalls nicht unangemessen
. D
ie psychiatrische Untersuchung
setzte sich
dabei auch
mit den massgebenden Faktoren ausein
ander
(vgl.
Urk.
5/83/48)
wobei die i
n der beweisrechtlich entsch
eidenden Kate
gorie «Konsistenz»
zu prüfenden
Kriterien «
gleichmässige Einschränkung des
Akti
vitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
»
und
«
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck
»
überwiegend als nicht erfüllt zu erachten waren.
Damit ist fraglich, ob die beschriebene Ein
schrän
kung überhaupt von rechtlicher Relevanz ist.
D
en
orthopädischen Untersuchungsbefunden
trugen die
Experten
insofern Rech
nung als
sie den Beschwerdeführer in seiner
bisherigen
Tätigkeit als Bauarbeiter
nicht mehr
als
arbeitsfähig
erachteten
während
eine leichte
bis mittelschwere Tätigkeit
im Sitzen, Gehen und Stehen unter Vermeidung von wirbelsäulen
be
lastenden Arbeiten und Überkopfarbeiten
zu 100
%
als zumutbar erachtet wurde
(vgl. E. 5.4.5 hiervor). Mit Blick auf die
degenerativen Veränderungen der Hals- und Lendenwirbelsäule
ist
dies
nachvollziehbar begründet und
steht auch
nicht im Widerspruch
zu
m
geschilderten
Aktivitätsniveau
,
wonach
Tätigkeiten wie
etwa Einkaufen gehen und
mehrfaches
tägliches
Spazierengehen möglich
sind
(vgl.
Urk.
5/83/52 und
E. 3.2.4)
.
4.2
Zum Antrag des Beschwerdeführers auf Einsichtnahme in die Validierungstests durch den neuropsychologischen Teilgutachter (Urk. 1 S. 6) ist festzuhalten, dass praxisgemäss
im Rahmen einer Begutachtung grundsätzlich kein Anspruch auf Einsicht in die der internen Meinungsbildung dienenden Notizen des Gutachters oder
generell in das Gutachten vorbereitende Arbeitsunterlagen, wie Hilfsmittel für die Erstellung eines Gutachtens, etwa schriftliche Aufzeichnungen über Test
er
gebnisse oder andere Befunde
besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_466/2017 vom 9. November 2017 E. 4.1.2)
.
Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern dies
zur Überprüfung der Grundlagen und Schlussfolgerungen
des
Gutachtens
angezeigt erscheinen würde. Die in der neu
ro
psychologischen Untersuchung festgestellten Beeinträchtigungen fanden Ein
gang
in die Gesamtbeurteilung und wurden nicht etwa - wegen nicht
auszu
schliessender
Aggravationstendenz - ausgeklammert. Immerhin anerkannten die Ärzte eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %, wenn auch unter dem Titel der psychischen Beeinträchtigung. Dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit in weitergehendem Umfang eingeschränkt wäre, ist auch der Einschätzung von Dr.
H._
nicht zu entnehmen (E. 4.1).
4.3
Nach dem Gesa
gten besteht keine Veranlassung
,
nicht auf das
polyd
isziplinäre Gutachten der
A._
abzustellen. Es legt einleuchtend dar, dass im vorliegend relevanten Zeitraum (ab
Oktober 2016
, vgl. E. 3
.1
hiervor)
nach Austritt aus der Rehaklinik
Z._
im Februar 2016
einzig
noch
auf
psychiatrischem und ortho
pädischem
Fachgebiet
Einschränkungen
mit Auswirkungen auf
die
Arbeitsfähig
keit z
u attestieren waren
. Nachvollziehbar sind auch die Beschränkungen im Be
lastungsprofil. Zudem wurde mit einer
um
20
%
reduzierten Arbeitsfähigkeit auch den psychiatrischen
Untersuchungsbefunden
hinreichend
Rechnung getra
gen.
4.4
Zu den erwerblichen Auswirkungen ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer vor seiner erstmaligen Anmeldung bei der Invalidenversicherung als Bauarbeiter Löhne zwischen Fr. 48'960.-- (2010) und Fr. 57'848.-- (2009) erzielte und damit etwas weniger als die statistischen Durchschnittslöhne (Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik, LSE) für einfache und repetitive Tätigkeiten. Stellt man - zugunsten des Beschwerdeführers - zur Berechnung des
Validenein
kom
mens
auf diesen Wert ab (respektive neu: einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art), welcher auch Basis des Invalideneinkommens bildet, so resultiert
eine erwerbliche Einbusse von 2
0 % (rechnerischer Prozentvergleich). Für einen rentenb
e
gründen
d
en Invaliditätsgrad wäre damit ein Abzug vom Tabel
lenlohn von 25 % notwendig, was jedoch ausgeschlossen ist. Der Beschwer
de
führerin ist in seinem verbleibenden möglichen Pensum von 80 % nur in der Hinsicht eingeschränkt, als ihm schwere körperliche Arbeiten sowie Überkopfar
beiten nicht mehr zumutbar sind. Dies führt praxisgemäss nicht zu einem Abzug,
weil der
Tabellenlohn
im
Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungs
ni
ve
au 4)
bereits eine Vielzahl von
leichte
n und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016
vom
22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013
vom
4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012
vom
18. September 2012 E. 5.2).
4.5
Zusammenfassend steht fest, dass keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, aus der sich ein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergibt. Dies führt zu Abweisung der Beschwerde
.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 — 1'000 Franken festzulegen (
Art.
69
Abs.
1b
is IVG) und vorliegend auf
Fr.
1’0
00
.--
festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwer
deführer aufzuerlegen.