Decision ID: 6165b8fa-7dc0-45fb-8365-8f476de751b7
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg Knus, Molkereistrasse 1, Postfach,
8645 Jona,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a C._ erlitt am 20. Juni 2002 einen Verkehrsunfall (act. G 8.2) und zog sich dabei
ein Thoraxtrauma mit Rippenserienfraktur 2 - 6 rechts, mit beidseitiger
Lungenkontusion, mit Milzlazeration am Oberpol und mit Patellalängsfraktur rechts,
kompletter Parese des Nervus peronaeus communis rechts, Ulnarschaftfraktur links,
zu. Vom 20. Juni bis 11. Juli 2002 war er in der Klinik für Unfallchirurgie des
Universitätsspitals Zürich hospitalisiert (act. G 8.1.55.34 f.). Anschliessend befand er
sich bis zum 25. Juli 2002 zur Rehabilitation in der Zürcher Höhenklinik Davos (act.
G 8.1.55.31 ff.). Vom 26. Februar bis 9. April 2003 nahm er an einem stationären
Ergonomie-Trainingsprogramm der Rehaklinik Bellikon teil. Die behandelnden Ärzte der
Rehaklinik Bellikon erachteten den Versicherten für seine bisherige Tätigkeit als
Maschinist in einer Spinnerei für die Dauer vom 10. April bis 11. Mai 2003 für 50%
arbeitsfähig. Danach bestünde voraussichtlich keine Arbeitsunfähigkeit mehr (act.
G 8.1.55.11 ff.).
A.b Der Versicherte meldete sich am 29. Juni 2003 zum Bezug von IV-
Rentenleistungen an (act. G 8.1.67). Im Auftrag der Suva wurde er am 6./7. Juli 2005
von der AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG medizinisch
begutachtet. Im Gutachten vom 13. Juli 2005 diagnostizierten die Experten chronische
beidseitige Thoraxschmerzen, leichte belastungsabhängige Knieschmerzen rechts und
einen Status nach Ulnarschaftfraktur links. Die Experten stellten keine funktionellen
Limiten fest, die erklären würden, wieso der Versicherte seine angestammte Tätigkeit in
einer Spinnerei nicht ausüben könne. Im Minimum sei ihm eine leichte Arbeit ganztags
zumutbar (act. G 8.2). Dr. med. A._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva, erhob im
psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 3. Mai 2006 die Verdachtsdiagnose eines
klinisch relevanten depressiven Syndroms. Der Schweregrad dieser Störung sei am
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ehesten auf leicht bis mittelschwer zu beziffern. Es habe sich aber kein überzeugender
Hinweis darauf ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten über die bereits
definierten körperlichen Einschränkungen hinaus als reduziert zu erachten sei. In Bezug
auf die Verdachtsdiagnose des depressiven Syndroms bedeute dies, dass eine solche
Störung an einem Arbeitsplatz möglicherweise als Erschwernis, wahrscheinlich aber
nicht als effektives Hindernis wirksam wäre (act. G 8.2).
A.c Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ermittelte die Suva einen
Invaliditätsgrad von 16% und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom
27. September 2006 ab 1. November 2004 eine entsprechende Invalidenrente und
aufgrund einer Integritätseinbusse von 5% eine Integritätsentschädigung zu. Die
dagegen erhobene Einsprache hiess sie mit Entscheid vom 8. Juni 2007 teilweise gut
und sprach dem Versicherten eine 17%ige Invalidenrente zu. Sie hielt darin u.a. fest,
dass die psychischen Beschwerden keinen Einfluss auf eine zumutbare Tätigkeit hätten
(act. G 8.2). Der Versicherte akzeptierte diesen Entscheid (act. G 8.1.20).
A.d Der RAD-Arzt Dr. med. B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
kam in seiner Stellungnahme vom 27. August 2007 zum Schluss, dass auf die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Suva auch im invalidenversicherungsrechtlichen
Verfahren abgestellt werden könne (act. G 8.1.17).
A.e Im Vorbescheid vom 4. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, einen IV-Rentenanspruch zu verneinen. Unter Berücksichtigung eines
zusätzlichen 10%igen Abzuges vom Invalideneinkommen ermittelte sie einen
Invaliditätsgrad von 17% (act. G 8.1.13).
B.
B.a Im dagegen erhobenen Einwand bringt der Versicherte sinngemäss vor, dass die
psychischen Beschwerden bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Suva mangels
Unfallkausalität nicht berücksichtigt worden seien. Somit müsse von der IV her
betrachtet ein höherer Invaliditätsgrad vorliegen (act. G 8.1.11).
B.b Am 5. März 2008 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid und lehnte
einen Rentenanspruch ab. Zur Begründung gab sie an, dass keine psychisch
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bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vorlägen und die IV-Stelle den
Entscheid der Suva übernehmen müsse (act. G 8.1.8).
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 9. April 2008. Der Beschwerdeführer
beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung
vom 5. März 2008 und die Vornahme eines polydisziplinären Gutachtens zur
Beurteilung seiner Arbeitsunfähigkeit. Er bringt vor, dass er heute an gravierenden
körperlichen und psychischen Beschwerden leide, die sich nach dem Unfall ergeben
hätten, die also nicht unbedingt unfallkausal und damit von der Suva nicht
berücksichtigt worden seien.
Insbesondere habe sich sein Gesundheitszustand seit dem Unfall krankheitsbedingt
verschlechtert. Hierüber hätte die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen treffen
müssen (act. G 1). Am 23. April 2008 reicht der Beschwerdeführer einen am 13. März
2008 abgeschlossenen Arbeitsvertrag zwischen ihm und dem Werk- und
Technologiezentrum Linthgebiet (WTL) ein (act. G 3.2). Daraus ergebe sich, dass er
aufgrund seines Gesundheitszustandes lediglich einen 50%igen Einsatz zu leisten
vermöge (act. G 3).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2008
die Beschwerdeabweisung. Da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers keine
neuen medizinischen Unterlagen eingereicht und der Hausarzt auf Nachfrage vom
5. März 2008 angegeben habe, dass der Beschwerdeführer ihn in letzter Zeit nicht
besucht habe, sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der AEH-
Begutachtung vom 6./7. Juni 2005 und der psychiatrischen Untersuchung vom
7. November 2005 nicht belegt. Gemäss Auffassung von Dr. A._ führe die
Berücksichtigung der psychischen Beschwerden zu keiner zusätzlichen Einschränkung.
Es sei daher mit der Suva davon auszugehen, dass sowohl aus somatischer wie auch
psychiatrischer Sicht die bisherige oder eine andere (im Minimum) leichte Tätigkeit dem
Beschwerdeführer ganztags ohne grössere Einschränkung zumutbar sei (act. G 8).
C.c In der Replik vom 29. August 2008 hält der Beschwerdeführer an seinen
Ausführungen fest (act. G 12).
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C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 14).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
5. März 2008 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006,
I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der
Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende
2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit
1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
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ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Nach dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die
Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung
mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass
die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 352
E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.3 Die Invalidenversicherung ist bei der Invaliditätsbemessung nicht an die bereits von
anderen Sozialversicherungszweigen vorgenommene Invaliditätsbemessung
gebunden. Indessen dürfen deren rechtskräftig abgeschlossene
Invaliditätsschätzungen nicht unbeachtet bleiben. Vielmehr müssen sie als Indizien für
eine zuverlässige Beurteilung gewertet und als solche in den Entscheidungsprozess
erst später verfügender Versicherungsträger miteinbezogen werden (vgl. BGE 133
V 553 ff. E. 6.1 und 6.3 mit Hinweis auf BGE 126 V 288 ff.).
3.
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3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Ablehnung eines Rentenanspruchs auf
die von der Unfallversicherung erhobenen medizinischen Grundlagen (AEH-Gutachten
vom 13. Juli 2005; psychiatrischer Bericht von Dr. A._ vom 3. Mai 2006, act. G 8.2)
gestützt. Der Beschwerdeführer hält dieses Vorgehen für unzutreffend, da diese
ärztlichen Berichte bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht das gesamte
Beschwerdebild, sondern lediglich die unfallbedingten gesundheitlichen
Einschränkungen berücksichtigt hätten (act. G 1).
3.2 Vorab ist festzustellen, dass in den von der Suva erhobenen medizinischen Akten
die psychischen Beschwerden sowie deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
beurteilt wurden. So hielt Dr. A._ im Bericht vom 3. Mai 2006 fest, dass das
psychische Beschwerdebild keine über die bereits definierten körperlichen
Einschränkungen hinaus gehenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zur Folge
habe (act. G 8.2). Die in Frage stehenden somatischen Beschwerden wurden
umfassend von den Experten der AEH im Gutachten vom 13. Juli 2005 beurteilt (act.
G 8.2). Es sind keine Gründe ersichtlich, die ernsthafte Zweifel an den vom
Unfallversicherer eingeholten Arztberichten entstehen liessen, zumal diese gestützt auf
eigene Untersuchungen sowie in Kenntnis der Vorakten ergangen sind und deren
begründete Schlussfolgerungen nachvollzogen werden können. Der Beschwerdeführer
hat denn auch keine substantiellen Vorbringen gegen die Berichte der AEH und von
Dr. A._ erhoben. Die Einschätzung der AEH-Gutachter steht darüber hinaus auch im
Einklang mit der von den behandelnden Ärzten der Rehaklinik Bellikon
vorgenommenen Leistungsfähigkeitsbeurteilung. Diese hielten eine mittelschwere
Arbeit - wechselbelastend, ohne längerdauernde Tätigkeit über Brusthöhe, nicht
vorgeneigt, nicht in der Hocke oder auf den Knien - für ganztägig zumutbar (act.
G 8.1.55.12).
3.3 Der Beschwerdeführer erhebt gegen das medizinische Abklärungsergebnis im
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren einzig die pauschale Kritik, dass unfallfremde
somatische und psychische Beschwerden bestünden, die anlässlich der bisherigen
Abklärungen unberücksichtigt geblieben seien. Vorab ist festzustellen, dass der
Beschwerdeführer gemäss Aktenlage an keinen relevanten psychischen oder
somatischen Vorzuständen gelitten hat. Er macht auch keine entsprechenden
Beschwerden geltend. Soweit er sich auf nach dem Unfall aufgetretene körperliche und
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psychische Beschwerden beruft, die nicht Gegenstand der bisherigen medizinischen
Beurteilungen gebildet haben sollen, so beschränken sich seine Vorbringen auf
pauschale Behauptungen. Insbesondere zeigt er nicht auf, was für unfallfremde
gesundheitliche Beschwerden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehen bzw.
inwiefern sich sein gesundheitlicher Zustand seit den medizinischen Untersuchungen
von Dr. A._ und der AEH rentenrelevant verschlechtert haben soll. Ergänzend ist in
diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer weder im
Einspracheverfahren gegen den Suva-Rentenentscheid (vgl. Einsprache vom
27. Oktober 2006, act. G 8.2) noch im Einwand vom 21. Januar 2008 (act. G 8.1.11)
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ins Feld führte. Ferner scheint der
Beschwerdeführer zu keiner Zeit in psychiatrischer Behandlung gestanden zu sein. Es
wird von ihm auch nichts Entsprechendes geltend gemacht. Vor diesem Hintergrund
überzeugt die Stellungnahme des RAD-Arztes vom 27. August 2007, worin dieser zum
Schluss kam, dass die von der Suva ermittelte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im
invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren übernommen werden könne (act.
G 8.1.17).
3.4 Unter diesen Umständen erscheint das Bestehen weiterer - unfallfremder -
invalidisierender Gesundheitsschäden und eine nach den von der Suva getroffenen
medizinischen Abklärungsmassnahmen eingetretene gesundheitliche Verschlechterung
als nicht überwiegend wahrscheinlich. Es kann daher entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der AEH und von Dr. A._
abgestellt werden. Ein weiterer Abklärungsbedarf besteht nicht. Dagegen spricht auch
nicht das zwischen dem Beschwerdeführer und dem WTL am 13. März 2008
vereinbarte Arbeitsverhältnis mit einem 50%igen Einsatzpensum (act. G 3.2; vgl. auch
die Arbeitsbestätigung vom 17. April 2008, act. G 3.3). Zum einen enthält der
Arbeitsvertrag - wie auch die Arbeitsbestätigung vom 17. April 2008 - keine Äusserung
einer medizinischen Fachperson zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, zum
anderen geht daraus auch nicht hervor, dass dem Beschwerdeführer nicht ein
ganztägiges Arbeitspensum zumutbar wäre. Vor diesem Hintergrund erweisen sich der
eingereichte Arbeitsvertrag und die Arbeitsbestätigung des WTL vom 17. April 2008 für
die Frage des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers als untauglich.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten
Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist.
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4.
Zu prüfen bleibt, wie sich die auf das Zumutbarkeitsprofil eingeschränkte
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Der von
der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich, der unter
Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzuges erfolgte (vgl. act. G 8.1.15), wird vom
Beschwerdeführer nicht bestritten. Es sind auch keine Anhaltspunkte ersichtlich,
welche Zweifel an dem von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen
Einkommensvergleich entstehen liessen. Mit der Beschwerdegegnerin ist deshalb von
einem nicht rentenbegründendem Invaliditätsgrad von 17% auszugehen.
5.
5.1 Fraglich ist indessen, ob die vorstehend festgestellte 100%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten auch für die Zeitspanne gilt, während welcher der
Beschwerdeführer Taggeldleistungen der Suva bezog.
5.2 Am 1. Juni 2003 ist das Wartejahr im Sinn von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis
31. Dezember 2007 gültigen Fassung) abgelaufen. Der Beschwerdeführer bezog auch
danach Unfalltaggelder für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Oktober 2004 (act.
G 8.1.46.8 ff.; zur ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit vgl. act. G 8.1.34). Ab
1. November 2004 wurden die Taggeldleistungen eingestellt (Schreiben der Suva vom
11. Oktober 2004, act. G 8.2). Es ist deshalb zu prüfen, ob für die während der Dauer
vom 1. Juni 2003 bis 31. Oktober 2004 ausgewiesene beeinträchtigte
Leistungsfähigkeit ein Rentenanspruch besteht.
5.3 Die Einstellung der Taggeldleistungen stützte sich auf die kreisärztliche
Abschlussuntersuchung vom 7. Oktober 2004. Darin wurde festgestellt, dass der
Beschwerdeführer über eine volle Arbeitsfähigkeit verfüge für jede leichte und
mittelschwere Arbeit, die wechselbelastend aber auch ausschliesslich stehend und
ausschliesslich sitzend verrichtet werden könne, sofern repetitives Rumpfbeugen
entfalle und eine obere Gewichtslimite für das Hantieren von Lasten von 20 kg
eingehalten werde (act. G 8.2). Den Beginn für die Verwertbarkeit dieser
Leistungsfähigkeit setzte die Suva aufgrund des kreisärztlichen Abschlussberichts auf
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den 1. November 2004 fest (Schreiben vom 11. Oktober 2004, act. G 8.2). Im AEH-
Gutachten vom 13. Juli 2005 äusserten sich die Experten nicht zum Beginn der von
ihnen festgestellten Resterwerbsfähigkeit. Sie enthielten sich einer retrospektiven
Einschätzung (act. G 8.2). Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine verwertbare Arbeitsfähigkeit das
Beschwerdeführers erst ab 1. November 2004 bestand. Aufgrund der vollständigen
Arbeitsunfähigkeit ab 20. Juni 2002 resultiert ein befristeter Anspruch auf eine ganze
Rente. Der Anspruch auf ein 100%iges UV-Taggeld steht der Zusprache einer ganzen
(befristeten) IV-Rente nicht entgegen. Soweit das Zusammenfallen beider Leistungen
zu einer Überentschädigung des Beschwerdeführers führt, wird eine Abschöpfung
derselben im Rahmen von Art. 69 ATSG vorzunehmen sein, wobei die IV-Rente von
einer Kürzung ausgeschlossen ist.
6.
6.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist und
der Beschwerdeführer für die Dauer vom 1. Juni 2003 bis 31. Oktober 2004 einen
Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung
der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Hieran hat der Beschwerdeführer, der mit seinem Rentenbegehren
nicht vollständig durchgedrungen ist, die Hälfte, d.h. Fr. 300.--, zu tragen. Den
Restbetrag von Fr. 300.-- hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen, und dem
Beschwerdeführer ist in diesem Umfang der geleistete Kostenvorschuss
zurückzuerstatten.
6.3 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von pauschal
Fr. 3'500.-- angemessen. Entsprechend dem Ausmass des hälftigen Obsiegens
bis
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erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 1'750.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat die Rechtsvertretung
des Beschwerdeführers somit mit Fr. 1'750.-- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG