Decision ID: fb1500af-a0d3-4fce-9fa3-da471d4344e3
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Wiederanmeldung)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im April 2000 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an. Er leide an einem persistierenden
Lumbovertebralsyndrom sowie an einer muskulären Dysbalance. Seit 26. November
1999 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 8. April 2002
lehnte die IV-Stelle aufgrund eines Invaliditätsgrads von 7% einen Rentenanspruch des
Versicherten ab (IV-act. 48). Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom
13. Mai 2002 (IV-act. 50) wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit
Urteil vom 12. Juni 2003, IV 2002/76, ab (IV-act. 53).
A.b Am 27. April 2004 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 54). Im Arztbericht vom 18. Juni 2004 diagnostizierte Dr. med.
B._, Innere Medizin FMH, im Wesentlichen ein persistierendes und
therapieresistentes Lumbovertebralsyndrom. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
bestehe seit 26. November 1999 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Eine Teilzeittätigkeit
ohne grosse körperliche Belastung sei dem Versicherten noch zumutbar (IV-act. 64).
Am 2. Mai 2005 veranlasste die IV-Stelle eine interdisziplinäre Begutachtung bei der
MEDAS Ostschweiz (IV-act. 70). Im MEDAS-Gutachten vom 21. Juli 2006 wurden im
Wesentlichen ein panvertebrales Schmerzsyndrom, Schmerzen im Bereich der rechten
Schulter bei mässigen degenerativen Veränderungen (ohne wesentliche
Funktionseinschränkung), eine Amblyopie links bei wahrscheinlich vorbestehendem
Strabismus, ein hyperoper Astigmatismus rechts, eine leichte depressive Symptomatik
ohne somatisches Syndrom und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert. Für die bisherige Tätigkeit als Tiefbauarbeiter sei von einer vollen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Für eine den Leiden angepasste Tätigkeit (leichte bis
mittelschwere Tätigkeit ohne schweres Heben, repetitives Bücken bei sitzender
Tätigkeit mit der Möglichkeit des gelegentlichen Aufstehens und Herumgehens sowie
ohne besondere Anforderungen an das Sehvermögen und ohne notwendiges
binokulares Sehen) bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act 73). Am 30. November
2006 erfolgte eine zusätzliche augenärztliche Begutachtung in der Augenklinik am
Universitätsspital Zürich. Im Gutachten vom 15. Dezember 2006 wurden die Diagnosen
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(mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) Visusminderung unklarer Ätiologie rechts und
Amblyopie bei Strabismus divergens links gestellt. Die bisherige Tätigkeit könne nicht
mehr ausgeübt werden. Der Versicherte sei ein Monokel mit am sehenden Auge
deutlich eingeschränkter Visusfunktion. Dadurch würden unter Berücksichtigung der
allgemeinen wirtschaftlichen Situation und den Fähigkeiten des Versicherten praktisch
sämtliche Tätigkeiten wegfallen, weshalb ihm auch keine adaptierte Tätigkeit mehr
möglich sei (IV-act. 82). Auf entsprechende Rückfragen der IV-Stelle teilte die
Augenklinik des Universitätsspitals Zürich mit Schreiben vom 11. Januar 2008 u.a. mit,
es sei nicht zweifelsfrei ausgewiesen, dass der Versicherte aus ophthalmologischen
Gründen lediglich noch in geschütztem Rahmen arbeitsfähig sei (IV-act. 91).
A.c Am 24. April 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass kein Anspruch
auf berufliche Massnahmen bestehe, da er sich subjektiv nicht als arbeitsfähig erachte
(IV-act. 98).
A.d Im Vorbescheid vom 24. April 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass er bei einem Invaliditätsgrad von 30% keinen Anspruch auf eine Rente
habe (IV-act. 100). Gegen den Vorbescheid liess der Versicherte am 26. Mai 2008
Einwand erheben (IV-act. 104). Mit Verfügung vom 2. Juli 2008 lehnte die IV-Stelle
entsprechend dem Vorbescheid den Anspruch auf eine Invalidenrente ab (IV-act. 109).
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 18. Juli 2008 Beschwerde beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 111). Mit Verfügung vom 24.
September 2008 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 2. Juli 2008 und veranlasste
eine weitere interdisziplinäre Abklärung bei der Academy of Swiss Insurance Medicine
(asim), Universitätsspital Basel (IV-act. 119 und 121).
A.e Im asim-Gutachten vom 20. Juli 2009 wurden im Wesentlichen eine
Visusminderung unklarer Ätiologie mit Verdacht auf Aggravation (rechtes Auge), eine
Amblyopie, wahrscheinlich bei Strabismus divergens intermittens (linkes Auge), ein
chronisches Panvertebralsyndrom, eine mässiggradige Omarthrose rechts und eine
Chondropathia patellae diagnostiziert. Der Versicherte sei dauerhaft arbeitsunfähig für
Tätigkeiten mit Selbstgefährdung, Arbeiten mit Absturzgefahr sowie Kontrolltätigkeiten
mit erhöhter Anforderung an die Sehschärfe. Ebenso sei er nicht in der Lage, als
Staplerfahrer oder Kranführer zu arbeiten. Es bestehe keine Einschränkung der
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Arbeitsfähigkeit für eine leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit mit der
Möglichkeit zu wechselnden Körperhaltungen, ohne Zwangshaltungen sowie ohne
repetitive Tätigkeiten über Schulterhöhe (IV-act. 131).
A.f Im Vorbescheid vom 5. August 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Aus medizinischer Sicht sei es ihm
zumutbar, eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100% auszuüben, wobei er mindestens
sein früheres Einkommen erzielen könnte (IV-act. 135). Gegen den Vorbescheid erhob
der Rechtsvertreter des Versicherten am 16. September 2009 Einwand (IV-act. 136).
Mit Verfügung vom 5. Oktober 2009 verneinte die IV-Stelle wie angekündigt einen
Rentenanspruch (IV-act. 138).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler,
St. Gallen, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 5. November
2009 (Beschwerdeergänzung vom 18. Februar 2010) mit den Anträgen, die Verfügung
vom 5. Oktober 2009 sei aufzuheben, dem Beschwerdeführer sei eine ganze
Invalidenrente zu gewähren, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen
und eventualiter sei eine zusätzliche psychiatrische Abklärung aufgrund der neuen
psychiatrischen Diagnosen in Auftrag zu geben; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Im beigelegten Bericht von Dr. C._, Kantonsspital St. Gallen,
vom 10. Dezember 2009 werde neu eine "depressive Anpassungsstörung mit
Aggressivität, Ein- und Durchschlafproblemen, dissoziative Symptomatik zusätzlich
möglich" gestellt. Im Übrigen könne zur Begründung auf die Beschwerdeschrift vom
18. Juli 2008 verwiesen werden. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass
der Beschwerdeführer unverändert zu 100% arbeitsunfähig sei (act. G 1 und 9).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 23. März 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Das asim-Gutachten sei ausführlich abgefasst und
dessen Schlussfolgerungen würden zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung als
begründet erscheinen. Der Beschwerdeführer berufe sich zu Unrecht auf das
Gutachten des Universitätsspitals. Dieses habe den Vorbehalt angebracht, dass die
elektrophysiologischen Untersuchungen wiederholt werden müssten, um die
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Aggravation des Beschwerdeführers bei den Sehtestungen genau bestimmen zu
können. Das asim habe diese Untersuchungen durchgeführt. Aus dem Bericht von Dr.
C._ würden sich keine Befunde ergeben, die eine Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht aufzeigen würden. Der Beschwerdeführer sei in einer rücken- und
sehadaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig (act. G 11).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 26. März 2010 wurde dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung für das Verfahren vor Versicherungsgericht bewilligt (act.
G 12).
B.d Mit Replik vom 10. Mai 2010 hält der Beschwerdeführer an den gestellten
Anträgen unverändert fest (act. G 14).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G
10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, BGE 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
5. Oktober 2009 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der
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5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht; EVG]
vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen
keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der
Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende
2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit
1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG, IVG und IVV wiedergegeben.
2.
2.1 Zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
2.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.3 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 IVG geben bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten,
die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V
351 E. 3b/bb).
3.
3.1 Zu prüfen ist vorab, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. In medizinischer
Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auf das
asim-Gutachten vom 20. Juli 2007. Der Beschwerdeführer ist hingegen der Ansicht,
dass auf das Gutachten des Universitätsspitals Zürich vom 15. Dezember 2006 und die
darin festgelegte 100%ige Arbeitsunfähigkeit abzustellen sei (IV-act. 111).
3.2 Unter Berücksichtigung der gesamten medizinischen Aktenlage vermag die im
Gutachten des Universitätsspitals Zürich attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für
sämtliche Tätigkeiten nicht zu überzeugen. Dem Gutachten vom 15. Dezember 2006 ist
u.a. zu entnehmen, dass sich nur schwer beurteilen lasse, inwieweit eine Aggravation
vorliege. Es bestehe eine gewisse Diskrepanz zwischen der relativen Sicherheit im
Ergreifen einer Hand oder im Umgehen von Hindernissen sowie der Untersuchung an
der Goldmann-Schaukel einerseits und den erhobenen Visusbefunden andererseits.
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Um diesbezüglich eine weitergehende Sicherheit zu erhalten, müssten die
elektrophysiologischen Untersuchungen wiederholt werden (IV-act. 82/4). Dem
Gutachten lässt sich nicht entnehmen, ob der Gutachter bei der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit die Diskrepanz zwischen den objektiven und subjektiven Befunden
mitberücksichtigt hat. Mit Schreiben vom 11. Januar 2008 teilte er der
Beschwerdegegnerin auf entsprechend Anfrage u.a. mit, es sei nicht zweifelsfrei
ausgewiesen, dass der Versicherte aus ophthalmologischen Gründen lediglich noch in
geschütztem Rahmen arbeitsfähig sei. Die anlässlich des Gutachtens erhobenen Werte
für "Fernvisus" und "Nahvisus" seien als subjektive Visusangaben von der Kooperation
des Beschwerdeführers abhängig. Wie bereits im Gutachten erwähnt, müssten die
elektrophysiologischen Untersuchungen wiederholt werden, um eine weitergehende
Sicherheit bezüglich der erhobenen Werte zu erhalten. Diese Untersuchungen wurden
anlässlich der polydisziplinären Begutachtung durch die asim wiederholt. Im asim-
Gutachten wurde diesbezüglich ausgeführt, dass die zusätzlich durchgeführten
elektrophysiologischen Untersuchungen keinerlei Veränderungen auf der rechten Seite
zeigen würden, sodass sowohl biomikroskopisch als auch elektrophysiologisch keine
Ursache für die bestehende Visusminderung erkennbar sei. Beidseits seien die
Visuswerte von ophthalmologischer Seite schwer zu erklären. Insgesamt würden viele
Zeichen auf eine Aggravation hindeuten. Für eine angepasste Tätigkeit (ohne
Selbstgefährdung und erhöhte Anforderung an die Sehschärfe) bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 131/38-39). Aufgrund dieser
nachvollziehbaren und hinreichend begründeten Ausführungen, welche sich
insbesondere auch auf die durchgeführten elektrophysiologischen Untersuchungen
stützen, kann vorliegend bezüglich der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
nicht auf das Gutachten des Universitätsspitals Zürich vom 15. Dezember 2006
abgestellt werden.
3.3 Gegen das asim-Gutachten bringt der Beschwerdeführer keine konkreten
Einwände vor. Insgesamt sind keine Indizien auszumachen, welche gegen dessen
Zuverlässigkeit sprechen. Das Gutachten basiert auf eigenständigen interdisziplinären
Abklärungen (internistisch-rheumatologisch-psychiatrisch-ophthalmologisch) und ist
daher für die streitigen Belange umfassend. Die Vorakten sowie die geklagten
Beschwerden des Beschwerdeführers werden hinreichend berücksichtigt. Das
Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
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Beurteilung der medizinischen Situation ein. Insbesondere konnte wie bereits
ausgeführt, die im Gutachten des Universitätsspitals Zürich attestierte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar widerlegt werden. Aus somatischer Sicht belegt die
medizinische Aktenlage ein einheitliches Bild bezüglich Befunde und Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht wurde im asim-Gutachten nachvollziehbar
dargelegt, dass sich im Vergleich zur MEDAS-Begutachtung im Juni 2006 keine
eigentliche depressive Symptomatik zeige (IV-act. 131/35). Zusammenfassend
vermögen die im asim-Gutachten enthaltenen Schlussfolgerungen, insbesondere die
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, zu überzeugen.
3.4 Der vom Beschwerdeführer am 18. Februar 2010 ins Recht gelegte Bericht von
Dr. C._ vom 10. Dezember 2009 vermag an der Beweiskraft des asim-Gutachtens
ebenfalls nichts zu ändern. Insbesondere ist dem Bericht nicht zu entnehmen, dass
durch die gestellte Diagnose die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinträchtigt
ist. Eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands seit der asim-
Begutachtung bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (5.
Oktober 2009) ist durch den Bericht vom 10. Dezember 2009 ebenso wenig
ausgewiesen. Das asim-Gutachten ergibt ein vollständiges Bild des
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers. Von weiteren medizinischen
Abklärungen, insbesondere einer psychiatrischen Begutachtung, sind für den
vorliegend massgebenden Zeitraum keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb
dem Eventualantrag des Beschwerdeführers nicht stattgegeben wird (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d)
4.
4.1 Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 100%
gilt es die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen.
4.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
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erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit
Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00). Für die Bestimmung des
Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und
bb, mit Hinweisen).
4.3 Für das Valideneinkommen ist demnach auf das vom Beschwerdeführer zuletzt
erzielte Einkommen bei der Y._ AG abzustellen. Am 19. Mai 2000 teilte die ehemalige
Arbeitsgeberin des Beschwerdeführers mit, dass er im Jahr 2000 Fr. 52'272.- verdient
hätte. Der vom Beschwerdeführer im Jahr 2000 im Gesundheitsfall erzielbare Lohn lag
somit unter dem Durchschnittslohn für eine Hilfstätigkeit gemäss LSE, welcher für das
Jahr 2000 Fr. 55'773.-- (LSE 2000 Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4,
durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.9 Stunden) betrug. Da keine
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer sich aus freien Stücken mit
einem bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen wollen, ist das Validen- und
Invalideneinkommen auf der gleichen Grundlage zu bestimmen. Sind demnach
Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt
sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (sogenannter
Leidensabzug; vgl. zur Parallelisierung der Vergleichseinkommen bei Minderverdienst
SVR 2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4).
4.4 Bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit kann offen
bleiben, welcher Abzug vom Tabellenlohn als angemessen erscheint, da selbst unter
der Annahme eines höchstzulässigen Leidensabzugs von 25%, kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert. Die Beschwerdegegnerin hat somit
einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint.
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5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung
vom 5. Oktober 2009 abzuweisen.
5.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Prozessführung am 26. März
2010 bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es
gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die
Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288
Abs. 1 des st. gallischen Zivilprozessgesetzes [ZPG/SG; sGS 961.2] in der bis
31. Dezember 2010 gültigen, vorliegend anwendbaren Fassung [vgl. Art. 404 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung; ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des
st. gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/SG; sGS 951.1]).
5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu
befreien.
5.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
die Anforderungen und Komplexität der Streitsache, sowie dem Umstand, dass der
Rechtsvertreter zur Begründung im Wesentlichen auf die Beschwerde im Verfahren IV
2008/318 vom 18. Juli 2008 verwies, für welches ihm bereits eine Parteientschädigung
von Fr. 2'000.-- zugesprochen wurde, eine pauschale Parteientschädigung von
bis
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Fr. 2'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 1'600.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP