Decision ID: 3ab03470-fb4a-4c47-adb2-535afc5f6f96
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ ist ausgebildeter Installateur- und Heizungsbauer und war seit seiner
Einreise in die Schweiz im März 2008 bei diversen Personalvermittlern als
Heizungsmonteur angestellt (IV-act. 1, 24). Am 11. Dezember 2009 stürzte er bei der
Arbeit von einer Leiter und zog sich dabei eine Kontusion des linken Ellenbogens zu
(act. 2-122 sowie act. 2-132 der Fremdakten des Unfallversicherers, Suva). Im Juli
2010 wurde im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) bei Diagnose einer chronischen
Epicondylitis des lateralen linken Ellenbogens eine lokale Infiltration durchgeführt. In
der Folge stellten die behandelnden Ärzte eine Therapieresistenz fest und führten eine
Denervation durch (Suva-act. 2-48 f., 2-52, 2-57). Daraufhin musste aufgrund einer
Wunddehiszenz operativ ein erneuter Wundverschluss und in der Folge bei Verdacht
auf einen Infekt eine Wundrevision vorgenommen werden (vgl. Suva-act. 2-44, 3-6 f.).
A.b Am 15. November 2010 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Die IV-
Stelle zog die Unfallakten der Suva bei, holte medizinische Berichte bei den
behandelnden Ärzten ein und tätigte berufliche Abklärungen (vgl. insb. IV-act. 50, 90,
Suva-act. 1 bis 18).
A.c Im September 2013 wurde der Versicherte im Auftrag der Suva psychiatrisch,
neurologisch sowie chirurgisch untersucht (IV-act. 114, Suva-act. 13-57 ff.). In der
interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 21. Oktober 2013 wurde aus chirurgischer
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Sicht festgehalten, dass bei Besserung des Schmerzsyndroms und der Funktionalität
ohne Möglichkeit einer umfassenden Stabilitätsüberprüfung eine postero-laterale
rotatorische Instabilität des linken Ellenbogengelenks bestehe. Die vom Versicherten
geklagten Beschwerden, insbesondere die völlige Unfähigkeit, die Finger der linken
Hand zu bewegen, liessen sich durch den klinischen Befund nicht vollumfänglich
erklären (IV-act. 114-4 f.).
A.d Im Juni 2014 lehnte der Versicherte die von der Suva vergleichsweise
vorgeschlagene Zusprechung einer Invalidenrente der Unfallversicherung auf der Basis
eines 20%igen Invaliditätsgrades ab (vgl. IV-act. 153, Suva-act. 13-10 f., 15-90). Im
gemeinsamen Auftrag des Haftpflichtversicherers des KSSG und des Versicherten
erstattete Dr. med. B._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, am 25. März 2015 ein orthopädisches Gutachten (IV-act. 155).
Dr. B._ hielt als Diagnose im Wesentlichen chronische Ellenbogenschmerzen links
bei gebrauchsunfähigem linkem Arm mit Einsteifung des linken Ellenbogens und der
linken Hand bei Status nach Ellenbogenkontusion links (12/09), Status nach lokaler
Infiltration mit Kenacort 40mg (07/10), Status nach Denervation Epicondylus
humeroradialis links (07/10), Status nach Wunddehiszenz und Sekundärnaht (08/10)
sowie Status nach Wundrevision Ellenbogen links fest (IV-act. 155-37). Er führte
zusammenfassend aus, dass die Infiltration und das operative Vorgehen 14 Tage nach
der Infiltration nicht lege artis gewesen seien. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
habe die Abweichung vom Behandlungsstandard zum aktuellen Zustand geführt (IV-
act. 155-38 ff.). Dr. B._ schätzte den Integritätsschaden bei völliger
Gebrauchsunfähigkeit der oberen Extremität auf 50%. Die Situation sei seit 2011
praktisch stationär, womit ein Endzustand erreicht sei (IV-act. 155-41).
A.e In Ergänzung zum Gutachten vom 25. März 2015 erstattete Dr. B._ am 7.
September 2015 gestützt auf eine Untersuchung vom 4. September 2015 eine
Zumutbarkeitsbeurteilung (IV-act. 196). Er hielt zusammenfassend fest, der Versicherte
sei aktuell in leichten wechselbelastenden Tätigkeiten, teils sitzend, teils stehend, ohne
vornübergeneigtes Arbeiten, ohne längeres Gehen und mit der Möglichkeit, etwas
verlängerte Pausen einzulegen, zu gut 80% arbeitsfähig; dies gerechnet auf ein volles
Pensum. Ideal sei eine sitzende Kontrolltätigkeit mit der Möglichkeit, aufzustehen und
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kurz herumzugehen. Wenn sich der Rücken etwas gebessert habe, sollte sich eine
solche Tätigkeit in einem 100%-Pensum absolvieren lassen (IV-act. 196-5).
A.f Mit Verfügung vom 14. Dezember 2015 sprach die Suva dem Versicherten eine
Invalidenrente der Unfallversicherung ab 1. März 2013 auf der Basis eines
Invaliditätsgrades von 25% sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 63‘000.00
aufgrund einer Integritätseinbusse von 50% zu (Suva-act. 16-1 ff.). Die dagegen
erhobene Einsprache vom 15. Januar 2016 wies die Suva mit Einspracheentscheid
vom 5. Februar 2016 ab (Suva-act. 18-1 ff.). Gegen diesen Entscheid erhob der
Versicherte am 8. März 2016 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen (hängiges Verfahren UV 2016/14).
A.g Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung von Dr. B._ stellte die IV-Stelle dem
Versicherten mit Vorbescheid vom 21. März 2016 die Abweisung des gegenüber der
Invalidenversicherung gestellten Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von
20% in Aussicht (IV-act. 201). Dagegen wandte der Versicherte am 21. April 2016 ein,
er sei aufgrund der funktionellen Einarmigkeit als voll invalid einzustufen. Bei der
Invaliditätsbemessung sei das Invalideneinkommen aus gesundheitlichen Gründen und
aufgrund eines Teilzeitabzugs um 30-35% zu reduzieren (IV-act. 202).
A.h Mit Verfügung vom 11. Mai 2016 wies die IV-Stelle das gegenüber der
Invalidenversicherung gestellte Leistungsbegehren des Versicherten unter Anpassung
des Invaliditätsgrads auf 25% ab. Zu den Einwänden erwiderte sie, die Suva habe die
unfallbedingte Gesamteinschränkung auf 25% festgelegt. Die entsprechende Suva-
Verfügung vom 14. Dezember 2015 sei in Rechtskraft erwachsen. Darauf sei
abzustellen und der Invaliditätsgrad sei von 20% auf 25% anzupassen. Mit der rechten
Hand könne der Versicherte durchwegs auch grobmotorische Arbeiten verrichten,
sodass keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
selbst Nischenarbeitsplätze in ausreichender Zahl vorhanden (IV-act. 204).
B.
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B.a Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer,
Kreuzlingen, am 25. Mai 2016 ebenfalls beim Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen Beschwerde erheben und die Aufhebung der Verfügung vom 11. Mai 2016
sowie die Zusprache auch einer Invalidenrente der Invalidenversicherung beantragen
(act. G 1). Im Wesentlichen liess er geltend machen, die Beschwerdegegnerin habe mit
unklarer Begründung und unter falschem Verweis darauf, dass die Suva bereits
rechtskräftig entschieden habe, einen Invaliditätsgrad von 25% ermittelt. Das
Invalideneinkommen sei aufgrund des sehr eingeschränkten Rendements um 30% zu
kürzen. Er werde nie den vollen, sondern eher einen geschätzten 70%igen
Tabellenlohn erzielen. Darüber hinaus sei ihm der maximal mögliche
„invaliditätsbedingte“ Abzug von 25% zu gewähren. Schliesslich sei das von der
Beschwerdegegnerin herangezogene Valideneinkommen nicht nachvollziehbar. Es sei
entsprechend der Berechnung der Suva auf den vor dem Unfall erzielten Verdienst
abzustellen und dieser auf das Jahr 2013 hochzurechnen (act. G 1 S. 7 ff.).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juli 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Bei der Bemessung des Valideneinkommens sei
auf die schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik
abzustellen, da aufgrund der temporären Arbeitseinsätze vor Eintritt des
Gesundheitsschadens nicht davon ausgegangen werden könne, dass der
Beschwerdeführer die vor dem Unfall ausgeführte Tätigkeit auch weiterhin ausgeführt
hätte. Er habe zwar in seinem Heimatland eine Ausbildung als Zentralheizungs- und
Lüftungsbauer mit Meisterbrief abgeschlossen, jedoch habe er seit seiner Einreise in
die Schweiz im April 2008 kein entsprechendes Einkommen erzielt. Das Abstellen auf
den Hilfsarbeiterlohn gemäss der LSE 2012 erweise sich deshalb als angemessen. Bei
der Bemessung des Invalideneinkommens sei dem Beschwerdeführer ein Abzug von
15% zu gewähren. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von 32%, weshalb kein
Rentenanspruch bestehe (act. G 4 S. 3 f.).
B.c Mit Replik vom 2. September und Duplik vom 14. September 2016 hielten die
Parteien an ihren jeweiligen Anträgen fest (act. G 6, G 8).

Erwägungen
1.
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1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist im vorliegenden
Fall der Rentenanspruch des Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20).
1.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4).
2.
2.1 In medizinischer Hinsicht ist erstellt und blieb beschwerdeweise unbestritten, dass
der Beschwerdeführer aufgrund einer funktionellen Einarmigkeit in der angestammten
Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist und in einer angepassten leichten Tätigkeit über
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit verfügt (vgl. die gutachterlichen Beurteilungen von Dr.
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B._ vom 25. März 2015 bzw. 7. September 2016, IV-act. 155 und 196, sowie die
RAD-Stellungnahme vom 15. März 2015, IV-act. 197).
2.2 Es ergeben sich vorliegend keine Anhaltspunkte, die Zweifel an der einhelligen
medizinischen Aktenlage zu begründen vermögen. Soweit der Beschwerdeführer
aufgrund des eingeschränkten Rendements eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit (von
30%) geltend machen will (vgl. act. G 1 S. 6), ist festzuhalten, dass die verschiedenen
Einschränkungen, welche mit der funktionellen Einarmigkeit und dem im September
2015 neu diagnostizierten lumboradikulären Reizsyndrom L5/S1 rechts einhergehen, im
Belastungs- bzw. Zumutbarkeitsprofil einer vorwiegend sitzenden Kontrolltätigkeit mit
vermehrtem Pausenbedarf hinreichend berücksichtigt wurden (vgl. IV-act. 196-5). Es
besteht kein Anlass, von der überzeugenden Arbeitsfähigkeitsschätzung, gemäss
welcher der Beschwerdeführer in einer seiner Einschränkung angepassten Tätigkeit
gerechnet auf ein volles Pensum zu 80% arbeits- bzw. leistungsfähig ist, abzuweichen.
Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachten lohnwirksamen Nachteile der
eingeschränkten Leistungsfähigkeit betrifft, so wird diesen im Rahmen eines allfälligen
Tabellenlohnabzugs Rechnung zu tragen sein (vgl. nachstehend E. 3.5).
3.
3.1 Ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten leichten,
wechselbelastenden Tätigkeiten ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Zwischen den
Parteien sind dabei die Höhe der Vergleichseinkommen sowie die Höhe des
Tabellenlohnabzugs streitig.
3.2 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch gegenüber der
Invalidenversicherung massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m.
Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das Einkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
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3.3 Bei der Festlegung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind auch berufliche Entwicklungs- oder
Aufstiegsmöglichkeiten im Gesundheitsfall zu berücksichtigen, sofern sie mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 28. April 2015, 8C_612/2014, E. 4.2.2.1 mit Hinweisen).
3.3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Festlegung des
Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne der LSE 2012 und erachtete dabei einen
Hilfsarbeiterlohn als angemessen (vgl. IV-act. 199, 204, act. G 4 S. 4). Der
Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, es sei entsprechend der
Invaliditätsbemessung der Suva im Zusammenhang mit dem Rentenanspruch
gegenüber der Unfallversicherung am zuletzt erzielten Verdienst anzuknüpfen. Da er
vor dem Unfallereignis beabsichtigt habe, sich mittelfristig in der Schweiz selbständig
zu machen, habe er vorerst Temporärstellen angenommen, um sich mit den
unterschiedlichen Vorschriften vertraut zu machen (act. G 1 S. 8, G 6).
3.3.2 Der Beschwerdeführer hatte im Jahr 1999 eine Aus- und Weiterbildung als
Installateur- und Heizungsbauer mit Meistertitel abgeschlossen und war in den Jahren
2000 bis 2007 als selbständig erwerbender Heizungs-, Lüftungs- und
Sanitär¬installateur tätig gewesen (vgl. IV-act. 3, 90-4, 90-31). Im März 2008 war er in
die Schweiz eingereist und bis zum Unfallereignis im Dezember 2009 im Rahmen von
Temporärstellen im Stundenlohn als Heizungsmonteur tätig gewesen (vgl. IV-act. 5 ff.,
22, 24). Zuletzt hatte er im September und Oktober 2009 bei der C._ AG und im
November und Dezember 2009 bei der D._ AG gearbeitet und dabei einen
durchschnittlichen Stundenlohn von rund Fr. 34.00 (inkl. Ferienentschädigung und 13.
Monatslohn) erzielt (IV-act. 22-2, 24-2 f.). Im Auszug aus dem individuellen Konto ist für
das Jahr 2008 ein Einkommen von insgesamt Fr. 23‘911.00 und im Jahr 2009 ein
Einkommen von insgesamt Fr. 41‘704.00 vermerkt (IV-act. 21). Die Suva errechnete
ihrerseits gestützt auf den zuletzt erzielten Stundenlohn ein Valideneinkommen von Fr.
71‘302.40 (Fr. 34.28 x 2080 Jahresarbeitsstunden; Suva-act. 16-1 ff.).
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3.3.3 Da die abgerechneten Verdienste aufgrund der kurzen Erwerbstätigkeit in der
Schweiz, welche darüber hinaus im Rahmen von temporären Arbeitsverhältnissen im
Stundenlohn ausgeübt wurde, keine hinreichend repräsentative Grundlage für die
Bestimmung des Valideneinkommens bilden, ist auf die Tabellenlöhne der LSE
abzustellen. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin ist jedoch nicht auf
das Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art,
sog. Hilfsarbeiten) abzustellen. Unter Berücksichtigung der beruflichen Ausbildung des
Beschwerdeführers in seinem Heimatland sowie der mehrjährigen Berufserfahrung und
der fachlichen Qualifikationen rechtfertigt sich vielmehr ein Abstellen auf das
Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten). Dass sich der im Jahr 19_ geborene
Beschwerdeführer in Zukunft in der Schweiz selbständig gemacht hätte, ist aufgrund
fehlender konkreter Nachweise - wie beispielsweise einem bereits erfolgten Eintrag ins
Handelsregister - nicht überwiegend wahrscheinlich.
3.4 Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung ging der Beschwerdeführer keiner
Erwerbstätigkeit nach, weshalb für die Festlegung des Invalideneinkommens ebenfalls
auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen ist (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit
Hinweisen). Wie vorstehend dargelegt, hat der Beschwerdeführer eine fundierte
berufliche Ausbildung abgeschlossen, welche ihn – zumindest in seinem Heimatland –
auch zur Ausbildung von Lehrlingen im genannten Handwerk berechtigt (vgl. IV-act.
3-3, E. 3.3.2). Entsprechend verfügt der Beschwerdeführer zwar nicht mehr über die
angestammten handwerklichen Fähigkeiten, wohl aber über fachliche Kenntnisse sowie
intellektuelle und sprachliche Fähigkeiten, welche deutlich über diejenigen
hinausgehen, die für eine Hilfsarbeitertätigkeit erforderlich sind. Damit rechtfertigt sich
entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (vgl. E. 3.3; IV-act. 204-2, act. G
1 S. 5) auch beim Invalideneinkommen das Abstellen auf die Tabellenlöhne im
Kompetenzniveau 2.
3.5 Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu
berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (sog. Prozentvergleich). Zu beurteilen
bleibt somit die Frage nach der Höhe des Tabellenlohnabzugs.
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3.5.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, es sei schwer vorstellbar,
dass es für ihn auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Stellen gebe (act. G 1
S. 6 und G 6 S. 2). Soweit er damit eine (teilweise) Unverwertbarkeit seiner
Restarbeitsfähigkeit geltend macht, ist festzuhalten, dass sich durch seine funktionelle
Einarmigkeit unbestrittenermassen das Spektrum der ihm offen stehenden
Möglichkeiten auf dem für die Invalidenversicherung relevanten, hypothetischen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt vermindert. Jedoch sind an die Konkretisierung von
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige
Anforderungen zu stellen (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes vom 18. Februar
2009, 9C_941/2008, E. 3.5). Dementsprechend ist grundsätzlich davon auszugehen,
dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch für funktionell Einarmige ein hinreichend
grosses Angebot an realistischen Betätigungsmöglichkeiten bietet (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. März 2015, 9C_842/2014, E. 3.2 mit Hinweisen). Die Tatsache,
dass die Suva dem Beschwerdeführer keine Arbeitsplätze gemäss ihrer Dokumentation
von Arbeitsstellen (DAP) zuweisen konnte (vgl. act. G 1 S. 5), ist entgegen dessen
Ansicht somit nicht weiter von Belang.
3.5.2 Allerdings geht mit einer faktischen Einhändigkeit, wie sie beim
Beschwerdeführer zweifellos gegeben ist, rechtsprechungsgemäss eine erheblich
erschwerte Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit einher. Damit ist, wie die
Beschwerdegegnerin inzwischen in der Beschwerdeantwort anerkannt hat (vgl. act. G 4
S. 4), ein Tabellenlohnabzug gerechtfertigt. Mit Blick auf die Rechtsprechung des
Bundesgerichts erscheint dabei ein Tabellenlohnabzug von 25% als angemessen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.3.2 mit
Hinweisen zur Rechtsprechung). Sofern der Beschwerdeführer aufgrund des
eingeschränkten Rendements einen höheren Abzug geltend machen will, ist darauf
hinzuweisen, dass diesem bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung hinreichend
Rechnung getragen wurde (vgl. dazu vorstehend E. 2) und ein Abzug von mehr als 25%
nach ständiger Praxis des Bundesgerichtes darüber hinaus unzulässig ist (vgl. BGE 126
V 78 E. 5b/cc, BGE 129 V 483, E. 4.3).
3.6 Demnach resultieren ein Invaliditätsgrad von 40% (100% - [80% x 0.75]) und damit
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. In Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der
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Rentenanspruch aufgrund der am 15. November 2010 eingereichten Anmeldung (IV-
act. 1) am 1. Mai 2011.
4.
4.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 11. Mai 2016
aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Mai 2011 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden
Streitsache erscheint mit Blick auf die eingeschränkte Streitfrage eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen.