Decision ID: f2d2f0a7-8cd8-5362-825e-d6ff67a50b7d
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Rekurrent,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Vorinstanz,
betreffend
a.o. Ergänzungsleistung zur AHV
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Dezember 2007 zum Bezug von Ergänzungsleistungen
zur Altersrente an (EL-act. 40). Im Gesuchsformular gab er u.a. an, der
Wohnungsmietzins belaufe sich auf Fr. 15'600.-- jährlich, das Sparvermögen auf
Fr. 24'124.-- und der Ertrag daraus auf Fr. 58.--. Gemäss dem seit 1. Mai 2000 gültigen
Mietvertrag (EL-act. 42-3) belief sich der Wohnungsmietzins allerdings nur auf
Fr. 15'360.--. Die Differenz zum angegebenen Betrag von Fr. 15'600.-- resultierte aus
der - nicht abzugsfähigen - Miete für den Autoabstellplatz von Fr. 240.-- jährlich. Die
EL-Durchführungsstelle nahm rückwirkend ab 1. Dezember 2007 eine Anspruchs
berechnung vor (EL-act. 38). Dabei berücksichtigte sie den gesamten Mietzins von
Fr. 15'600.--, ohne den Mietzins für den Autoabstellplatz auszuscheiden und ohne die
gesetzliche Höchstgrenze für den Mietzinsabzug von Fr. 15'000.-- zu berücksichtigen.
Bei korrekter Vorgehensweise hätte der Betrag von Fr. 15'000.-- als Mietzinsabzug in
die Berechnung der ordentlichen (bundesrechtlichen) Ergänzungsleistungen und der
Restbetrag von Fr. 360.-- in die Berechnung der ausserordentlichen (kantonalen)
Ergänzungsleistungen eingesetzt werden müssen. Da der gesamte Betrag unter
Missachtung der gesetzlichen Höchstgrenze in die Berechnung der ordentlichen Er
gänzungsleistungen eingesetzt wurde, unterblieb eine Anspruchsberechnung für die
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen. Auf der Einnahmenseite berücksichtigte
die EL-Durchführungsstelle zudem einen Vermögensertrag von Fr. 5'800.-- statt von
Fr. 58.--. Dadurch resultierte aus der (auf die ordentlichen Ergänzungsleistungen be
schränkten) Anspruchsberechnung ein Ausgabenüberschuss von lediglich Fr. 3'398.--.
Dieser Ausgabenüberschuss lag unter dem gesetzlichen Pauschalbetrag für die
Krankenkassenprämien von Fr. 6'168.-- für ein Ehepaar. Deshalb hätte von einer
"Minimalgarantie", d.h. von einem jährlichen Ergänzungsleistungsanspruch in diesem
Betrag ausgegangen werden müssen. Stattdessen berücksichtigte die EL-Durch
führungsstelle eine "Minimalgarantie" von Fr. 3'408.--, wobei sie offenbar auf den ge
setzlichen Pauschalbetrag für eine alleinstehende Person (Fr. 3'084.--) abstellen wollte,
aber die Ziffern verwechselte. Mit einer Verfügung vom 13. März 2008 sprach sie dem
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Versicherten für Dezember 2007 eine ordentliche Ergänzungsleistung von Fr. 283.--,
aber keine ausserordentliche Ergänzungsleistung zu (EL-act. 37-4). Bei der Anspruchs
berechnung ab Januar 2008 (EL-act. 37-3) berücksichtigte sie einen Mietzins von
Fr. 24'124.-- statt von Fr. 15'360.--, d.h. sie verwechselte den Betrag des Sparver
mögens mit dem Mietzins. Für die Berechnung der ordentlichen Ergänzungsleistung
war dieser Fehler bedeutungslos, da die EL-Durchführungsstelle nun die gesetzliche
Höchstgrenze von Fr. 15'000.-- einhielt. Konsequenterweise hätte die Differenz von
Fr. 9'124.-- bis zum (kantonalen) gesetzlichen Höchstbetrag von Fr. 5'000.-- - oder
korrekt die effektive Differenz von Fr. 360.-- - zur Grundlage einer Anspruchsbe
rechnung für die ausserordentlichen Ergänzungsleistungen gemacht werden müssen.
Dies unterblieb aber. Auf der Einnahmenseite berücksichtigte die EL-Durchführungs
stelle wieder einen Vermögensertrag von Fr. 5'800.-- statt von Fr. 58.--. Dadurch re
sultierte ein Ausgabenüberschuss von Fr. 2'942.--. Diesmal wurde die korrekte
"Minimalgarantie" für ein Ehepaar (im Jahr 2008) von Fr. 6'312.-- angewendet. Mit einer
zweiten Verfügung vom 13. März 2008 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten ab Januar 2008 eine ordentliche Ergänzungsleistung von Fr. 526.--
monatlich zu (EL-act. 37-1).
A.b Aufgrund einer telephonischen Auskunft des Treuhänders des Versicherten (EL-
act. 34) erkannte die EL-Durchführungsstelle ihren Fehler in Bezug auf die Höhe des
Vermögensertrags (Fr. 58.-- und nicht Fr. 5'800.--). Die entsprechend korrigierte neue
Anspruchsberechnung ab Dezember 2007 ergab einen Ausgabenüberschuss von
Fr. 9'146.--. Damit wurde der frühere Fehler in Bezug auf "Minimalgarantie" faktisch
korrigiert. Nicht korrigiert wurde die Höhe des Mietzinses, so dass eine Anspruchs
berechnung für die ausserordentlichen Ergänzungsleistungen auf der Grundlage eines
Mietzinsanteils von Fr. 360.-- weiterhin unterblieb. Mit einer Verfügung vom 3. April
2008 sprach die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten für Dezember 2007 eine
ordentliche Ergänzungsleistung von Fr. 762.-- zu (EL-act. 33-4). Auch bei der
Anspruchsberechnung ab Januar 2008 wurde nur der Betrag für den Vermögensertrag
korrigiert. Als Mietzins wurde weiterhin der Betrag des Sparvermögens (Fr. 24'124.--)
angerechnet, was sich aber dank des hier berücksichtigten gesetzlichen Maximums
von Fr. 15'000.-- nicht auf die Anspruchsberechnung für die ordentlichen Ergänzungs
leistungen auswirkte. Nach wie vor unterblieb eine Anspruchsberechnung für die
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen. Der Ausgabenüberschuss belief sich auf
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Fr. 8'684.--, was ordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 724.-- monatlich ergab. Mit
einer zweiten Verfügung vom 3. April 2008 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten mit Wirkung ab Januar 2008 diesen Betrag zu (EL-act. 33-1). In den
Anspruchsberechnungen ab Januar 2009 (EL-act. 32-3) und ab Januar 2010 (EL-
act. 27-3) blieb es bei der Berücksichtigung eines Mietzinses von Fr. 24'124.-- bzw.
des gesetzlichen Maximalbetrags von Fr. 15'000.--. Die EL-Durchführungsstelle prüfte
keinen Anspruch auf ausserordentliche Ergänzungsleistungen. Die ordentlichen Er
gänzungsleistungen beliefen sich im Jahr 2009 auf Fr. 720.-- monatlich (EL-act. 32-1)
und im Jahr 2010 auf Fr. 778.-- (EL-act. 27-1).
A.c Am 29. Dezember 2010 ermittelte die EL-Durchführungsstelle den Anspruch auf
ordentliche Ergänzungsleistungen ab Januar 2011 (EL-act. 26). Dabei ging sie wieder
von einem Mietzins im Betrag des Sparvermögens (Fr. 24'124.--) aus. Nun erkannte sie
aber, dass der den gesetzlichen Höchstbetrag von Fr. 15'000.-- überschreitende Teil
die Grundlage der Prüfung eines Anspruchs auf ausserordentliche
Ergänzungsleistungen bilden musste. Da sich der gesetzliche Höchstbetrag dort auf Fr.
5'000.-- belief, legte sie der Berechnung der ausserordentlichen Ergänzungsleistungen
diesen Betrag zugrunde. Daraus resultierte ein monatlicher Anspruch auf
ausserordentliche Ergänzungsleistungen für das Jahr 2011 von Fr. 417.--. Die
ordentlichen Ergänzungsleistungen für das Jahr 2011 machten Fr. 799.-- monatlich
aus. Am 29. Dezember 2010 verfügte die EL-Durchführungsstelle entsprechend (EL-
act. 25). Eine rückwirkende Berechnung für einen Anspruch auf ausserordentliche
Ergänzungsleistungen unterblieb. Die EL-Durchführungsstelle begründete diese
Verfügung damit, dass sich die Berechnungsgrundlage geändert habe, weshalb die
Ergänzungsleistungen neu hätten berechnet werden müssen.
A.d Am 5. August 2011 eröffnete die EL-Durchführungsstelle von Amtes wegen ein
Revisionsverfahren (EL-act. 22), bei dem sie sämtliche Einnahmen- und Ausgaben
positionen überprüfen wollte. Zu diesem Zweck stellte sie dem Versicherten einen um
fassenden Fragebogen zu und sie verlangte die Einreichung aller Unterlagen, die zu
den einzelnen Einnahmen- und Ausgabenpositionen beim Versicherten vorhanden
waren. In diesem Revisionsverfahren machte der Versicherte keine Angaben zum
Mietzins. Er legte aber eine Kopie des Mietvertrags mit Wirkung ab 1. Mai 2000 bei (EL-
act. 21-1), laut dem sich der Wohnungsmietzins (ohne Autoabstellplatz) auf Fr. 1'280.--
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bzw. Fr. 15'360.-- belief. Die EL-Durchführungsstelle hielt in einer undatierten internen
Notiz fest (EL-act. 17-2), bei der EL-Anmeldung sei irrtümlicherweise als Miete das
Vermögen von Fr. 24'124.-- angenommen worden. Seit Januar 2011 habe das
Auswirkungen gehabt, da der Versicherte ab diesem Zeitpunkt ausserordentliche Er
gänzungsleistungen erhalten habe. Deshalb müsse mit Wirkung ab 1. Januar 2011 eine
Rückforderung erfolgen. Die EL-Durchführungsstelle erliess am 28. Dezember 2011,
d.h. während des laufenden Revisionsverfahrens, eine Verfügung mit Wirkung ab
Januar 2012, in der sie die Erkenntnisse gemäss der genannten Notiz nicht umsetzte,
sondern weiterhin einen Mietzins von Fr. 24'124.-- anrechnete und dementsprechend
dem Versicherten ausserordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 417.-- monatlich
zusprach (EL-act. 14, 15). Der internen Notiz wurde erst mit der Verfügung vom
27. März 2012 Rechnung getragen. Die EL-Durchführungsstelle nahm eine Neube
rechnung ab Januar 2011 vor, bei der sie für die ordentlichen Ergänzungsleistungen
den gesetzlichen Höchstbetrag von Fr. 15'000.-- und für die ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen den restlichen effektiven Wohnungsmietzins von Fr. 360.--
berücksichtigte. Es resultierten ordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 803.--
monatlich und ausserordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 30.-- monatlich (EL-act.
13). Dieselbe Korrektur bei der Anspruchsberechnung ab Januar 2012 ergab
ordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 829.-- monatlich und ausserordentliche
Ergänzungsleistungen von weiterhin Fr. 30.-- monatlich (EL-act. 12). Daraus resultierte
eine geringe Nachzahlung ordentlicher und eine beträchtliche Rückforderung
ausserordentlicher Ergänzungsleistungen. Nach der Verrechnung verblieb eine
Rückforderung ausserordentlicher Ergänzungsleistungen von Fr. 5'745.--. Die
kombinierte Korrektur- und Rückforderungsverfügung erging am 27. März 2012 (EL-
act. 11). Zur Begründung führte die EL-Durchführungsstelle an, aufgrund der
periodischen Überprüfung habe sie festgestellt, dass sie irrtümlicherweise eine
jährliche Miete von Fr. 24'124.-- berücksichtigt habe. Die effektive Miete ohne Garage
habe jedoch nur Fr. 15'360.-- betragen. Ab Januar 2011 habe sich das ausgewirkt, da
ab diesem Zeitpunkt ausserordentliche Ergänzungsleistungen ausgerichtet worden
seien. Der effektive Anspruch auf ausserordentliche Ergänzungsleistungen habe aber
nur Fr. 30.-- monatlich betragen. Deshalb müssten die zuviel ausbezahlten
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen zurückgefordert werden.
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A.e Der Versicherte machte in einer mit "Einsprache gegen die AEL-Verfügung vom
27.03.2012" überschriebenen Eingabe vom 20. April 2012 geltend (EL-act. 10-1), es sei
ihm unmöglich, der Rückforderung nachzukommen. Er habe in der AEL-Berechnung
keinen Fehler erkannt, denn er habe die Sachlage so interpretiert, dass unabhängig von
der Höhe des Mietzinses in jedem Fall Fr. 5'000.-- pro Jahr als ausserordentliche
Ergänzungsleistungen bezahlt würden. Mit den nach dem Erreichen des Pensionsalters
auf dem weiterhin erzielten Erwerbseinkommen geleisteten Beiträgen seien die zuviel
bezogenen ausserordentlichen Ergänzungsleistungen mehr als getilgt. Ab 1. Juni 2012
betrage der Mietzins Fr. 1'550.-- monatlich. Mit einer Verfügung vom 8. Mai 2012 wies
die EL-Durchführungsstelle das Erlassgesuch ab (EL-act. 9). Zur Begründung führte sie
insbesondere aus, die effektive Miete sei offensichtlich tiefer gewesen als der damals
angerechnete Betrag. Der Versicherte sei in den ihm zugestellten Verfügungen jeweils
darauf aufmerksam gemacht worden, dass er die Berechnung kontrollieren und
allfällige Abweichungen melden müsse. Bei der Durchsicht der Berechnungsblätter
hätte ihm der Fehler auffallen müssen. Demnach habe er die zurückgeforderten
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen nicht gutgläubig bezogen, weshalb das
Erlassgesuch abzuweisen sei.
A.f Am 23. Mai 2012 erhob der Versicherte Einsprache. Er machte geltend (EL-act. 3),
er könne die Rückforderung nicht bezahlen, weil er kein Bargeld mehr habe und
sozusagen von der Hand in den Mund lebe. Der Fehler liege nicht bei ihm, sondern bei
der EL-Durchführungsstelle. Er habe nie ein Gesuch gestellt, die ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen zu erhöhen. Warum eine Neuberechnung vorgenommen worden
sei, sei ihm unerklärlich. Er habe wegen der erhöhten ausserordentlichen Ergänzungs
leistungen nicht reagiert, weil er geglaubt habe, die Sache sei in Ordnung. Die EL-
Durchführungsstelle wies die Einsprache am 17. August 2012 ab (EL-act. 43). Sie führte
aus, der Versicherte sei auf seine Pflicht, die Berechnungen zu kontrollieren und all
fällige Abweichungen zu melden, aufmerksam gemacht worden. Der effektive Mietzins
sei offensichtlich tiefer gewesen als der in den Anspruchsberechnungen
berücksichtigte. Dieser Fehler hätte dem Versicherten auffallen müssen. Dazu seien
keine Fachkenntnisse nötig gewesen. Demnach habe der Versicherte die zu hohen
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen nicht in gutem Glauben erhalten. Damit
erübrige sich eine Prüfung der grossen Härte.
B.
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B.a Der Versicherte erhob am 17. September 2012 (korrekt gemäss Postaufgabe:
10. September 2012) Rekurs gegen diesen Einspracheentscheid (act. G 1). Er machte
geltend, im Berechnungsblatt habe er festgestellt, dass der Mietzins mit dem
Vermögen verwechselt worden sei. Dieser Verwechslung habe er aber keine
Bedeutung beigemessen, weil die Ergänzungsleistung gleich geblieben sei. Er sei der
festen Überzeugung gewesen, richtig zu handeln. Die Schuldigen seien die AHV-
Angestellten. Er habe nie die Absicht gehabt, ausserordentliche Ergänzungsleistungen
zu beziehen, die ihm nicht zuständen. Er sei in einer finanziellen Notlage. Der
geschuldete Betrag sei durch die nach dem Erreichen des Pensionsalters bezahlten
Steuern mehr als gedeckt.
B.b Die Vorinstanz beantragte am 21. September 2012 die Abweisung des Rekurses
(act. G 4).

Erwägungen:
1. Die Vorinstanz hat die Eingabe des Rekurrenten vom 20. April 2012 als reines
Erlassgesuch interpretiert. Bei einer oberflächlichen Auslegung scheint sich der
Rekurrent tatsächlich darauf beschränkt zu haben, die Erfüllung der Erlassvoraus
setzungen der grossen Härte und des gutgläubigen Bezugs der zurückgeforderten
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen zu behaupten. Bei genauerer Analyse zeigt
sich aber, dass er mit der Rückforderung, und damit implizit auch mit der Korrektur der
früheren formell rechtskräftigen Leistungsverfügungen, nicht einverstanden ist, ohne
dies aber an einem bestimmten, für ihn erkennbaren Fehler festmachen zu können.
Indizien dafür sind der Umstand, dass er seine Eingabe nicht als Erlassgesuch,
sondern als Einsprache betitelt hat, dass er ausdrücklich erklärt hat, mit der Verfügung
vom 27. März 2012 nicht einverstanden zu sein, und dass er geltend gemacht hat, er
habe die früheren Verfügungen für richtig gehalten. Daraus ist auf einen
Anfechtungswillen zu schliessen, auch wenn eine nachvollziehbare Begründung fehlt.
Die Verfügung vom 27. März 2012 kann deshalb entgegen der Auffassung der
Vorinstanz nicht in Rechtskraft erwachsen sein. Im Gegenteil hätte die Einsprache
gegen diese Verfügung behandelt werden müssen. Das ist bisher nicht geschehen,
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denn der vorliegend angefochtene Einspracheentscheid äussert sich nur zur
Abweisung des Erlassgesuchs. Grundsätzlich müsste das Rekursverfahren also sistiert
werden, bis die Vorinstanz über die Einsprache gegen die Verfügung vom 27. März
2012 entschieden hätte bzw. bis feststünde, ob der Rekurrent jenen
Einspracheentscheid akzeptieren oder anfechten würde. Da der Ausgang eines solchen
Einspracheverfahrens aber mit grosser Wahrscheinlichkeit feststeht und da zudem zu
erwarten ist, dass der Rekurrent auch durch einen Einspracheentscheid nicht in die
Lage versetzt würde, den eigentlichen Grund für eine Rechtswidrigkeit der
Rückforderung zu liefern, rechtfertigen Praktikabilitätsüberlegungen ausnahmsweise
eine "Heilung" des Verfahrensfehlers der Vorinstanz. Das Gericht überprüft deshalb -
trotz des Fehlens eines Anfechtungsgegenstands in der Form eines
Einspracheentscheids - die Rechtmässigkeit der Korrektur der formell rechtskräftigen
Leistungsverfügungen und der daraus resultierenden Rückforderung ausserordentlicher
Ergänzungsleistungen.
2. Gemäss Art. 13 ELG/SG (sGS 351.5) werden die bundesrechtlichen
Bestimmungen über die Ergänzungsleistungen und über den allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts sachgemäss auf die ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen angewendet, soweit das kantonale Gesetz keine Regelung
enthält. Dieses sieht zwar vor, dass über den Anspruch und die Höhe der
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen mit einer Verfügung entschieden werde (Art.
11 ELG/SG) und dass diese Verfügung mit einer Einsprache anzufechten sei (Art.
11 ELG/SG), aber es enthält keine Regelung betreffend die Korrektur formell
rechtskräftiger, gestützt auf Art. 11 ELG/SG ergangener Verfügungen oder gestützt auf
Art. 11 ELG/SG ergangener Einspracheentscheide. Das bedeutet, dass diesbezüglich
die Bestimmungen des ATSG (sowie die dazu entwickelte Bundesgerichtspraxis)
sachgemäss Anwendung finden. Das schliesst die Anwendung des VRP/SG aus. Mit
der Anmeldung vom 20. Dezember 2007 hat der Rekurrent praxisgemäss nicht nur ein
Gesuch um ordentliche, sondern auch ein Gesuch um ausserordentliche
Ergänzungsleistungen gestellt. Er hat einen Mietzins von Fr. 15'600.-- angegeben. Dem
beigelegten Mietvertrag ist zu entnehmen gewesen, dass der Wohnungsmietzins
effektiv Fr. 15'360.-- betragen hat. Die Vorinstanz hat - zumindest für die Zeit ab Januar
2008 - erkannt, dass bei der Anspruchsberechnung für die ordentlichen
Ergänzungsleistungen nur ein Mietzinsmaximum von Fr. 15'000.-- berücksichtigt
bis
bis
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werden durfte. Da sie (ab Januar 2008) irrtümlicherweise von einem Wohnungsmietzins
von Fr. 24'124.-- ausgegangen ist, hätte sie gestützt auf Art. 6 ELG/SG auch eine
Anspruchsberechnung für ausserordentliche Ergänzungsleistungen vornehmen
müssen, entweder ausgehend von einem Mietzins von Fr. 24'124.-- mit einem
kantonalrechtlichen Mietzinsmaximum von Fr. 5'000.-- oder, wenn sie ihren Fehler
erkannt hätte, ausgehend von einem anrechenbaren Mietzinsanteil von Fr. 360.--.
Beides ist unterblieben. Sowohl mit der Verfügung vom 13. März 2008 als auch mit der
sie ersetzenden Verfügung vom 3. April 2008 hat die Vorinstanz also nur über einen
Anspruch auf ordentliche Ergänzungsleistungen befunden. Das kann nur so
interpretiert werden, dass sie nicht auf das Gesuch des Rekurrenten um
ausserordentliche Ergänzungsleistungen eingetreten ist. Dasselbe gilt für die Verfügung
vom 23. Dezember 2008 für das Jahr 2009 und für die Verfügung vom 28. Dezember
2009 für das Jahr 2010. Erst im Rahmen der Berechnung des Anspruchs ab Januar
2011 ist der Vorinstanz aufgefallen, dass bei einem Wohnungsmietzins von Fr.
24'124.-- auch ein Anspruch auf ausserordentliche Ergänzungsleistungen bestehen
muss. Damit ist die Vorinstanz schliesslich doch noch auf die Anmeldung vom 20.
Dezember 2007 zum Bezug ausserordentlicher Ergänzungsleistungen eingetreten.
Dessen ist sie sich allerdings nicht bewusst gewesen. Mit der Zusprache (zu hoher)
ausserordentlicher Ergänzungsleistungen erst ab Januar 2011 hat die Vorinstanz den -
sachgemäss anwendbaren - Art. 12 Abs. 1 ELG verletzt, laut dem der Anspruch ab
dem Beginn des Monats besteht, in dem die Anmeldung eingereicht worden ist. Mit der
Verfügung vom 29. Dezember 2010 hätte also über den Anspruch auf
ausserordentliche Ergänzungsleistungen ab Dezember 2007 bzw. Januar 2008
entschieden werden müssen. Sie erweist sich demnach zwar in Bezug auf den
Anspruchsbeginn als rechtswidrig, aber sie ist unangefochten in formelle Rechtskraft
erwachsen. Mit der Verfügung vom 27. März 2012 ist sie dann in Wiedererwägung
gezogen worden, allerdings nicht in Bezug auf den Anspruchsbeginn, sondern in Bezug
auf die Anspruchshöhe. Die Vorinstanz hat nämlich im Rahmen des Verfahrens der
periodischen Revision den Fehler betreffend den Mietzins erkannt und diesen vom
Maximum von Fr. 5'000.-- auf Fr. 360.-- reduziert. Dementsprechend hat sie die
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen von Fr. 417.-- monatlich auf Fr. 30.--
monatlich reduziert. Dabei hat sie sich allerdings auf die Zeit ab Januar 2011
beschränkt, d.h. die Wiedererwägung ist selbst wieder rechtswidrig gewesen, weil sie
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die Verletzung des Art. 12 Abs. 1 ELG nicht korrigiert und die ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen von Fr. 30.-- nicht rückwirkend ab der Einreichung der
Anmeldung zugesprochen hat. Dieser Fehler bei der Wiedererwägung ist auch im
vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid nicht korrigiert worden. Da das
Wiedererwägungsverfahren wie jedes andere von der Vorinstanz zu führende Ver
waltungsverfahren auf den Grundsätzen der Rechtmässigkeit und der
Gleichbehandlung beruhen muss, ist die Entscheidfreiheit der Vorinstanz auf die Frage
beschränkt gewesen, ob sie ein Wiedererwägungsverfahren eröffnen wolle. Die
materielle Wiedererwägung hat rechtmässig und rechtsgleich erfolgen müssen, d.h. die
Vorinstanz hat nicht frei darüber entscheiden können, welche Fehler der in
Wiedererwägung gezogenen Verfügung sie hat korrigieren und welchen sie hat
bestehen lassen wollen. Im angefochtenen Einspracheentscheid hätte die Vorinstanz
dem Rekurrenten somit rückwirkend ab dem Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs
ausserordentliche Ergänzungsleistungen zusprechen müssen. Die Sache ist deshalb
zur Ermittlung des Anspruchs auf ausserordentliche Ergänzungsleistungen rückwirkend
ab Dezember 2007 an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sollte sich daraus ein Anspruch
auf die Nachzahlung ausserordentlicher Ergänzungsleistungen ergeben, würde die
Rückforderung entsprechend tiefer ausfallen.
3. Steht die Höhe der Rückforderung zu Unrecht ausgerichteter Leistungen noch
nicht formell rechtskräftig fest und wird trotzdem bereits über das Erlassgesuch
verfügt, so kann es sich nur um einen Feststellungsentscheid handeln, denn eine
Gestaltungswirkung, nämlich der definitive Verzicht auf die Geltendmachung der
Rückforderung, ist noch gar nicht möglich, weil die Rückforderungsverfügung selbst
noch gar keine Gestaltungswirkung hat entfalten können, d.h. weil noch gar keine
definitive Rückforderung entstanden ist. Ein schutzwürdiges Interesse an einer
Feststellung (Art. 49 Abs. 2 ATSG) der Erfüllung oder der Nichterfüllung der
Erlassvoraussetzungen "auf Vorrat", d.h. für den Fall, dass schliesslich eine
Rückforderung in einer bestimmten Höhe entstehen sollte, ist nicht erkennbar. Das gilt
auch für den Fall, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit mit dem Bestand einer
Rückforderung in einem bestimmten Mindestbetrag zu rechnen ist, denn eine
Bewertung des früheren Verhaltens des Leistungsempfängers im Hinblick auf die
Gutgläubigkeit ist noch nicht definitiv möglich, weil dieses Verhalten sich während der
Dauer des unrechtmässigen Leistungsbezugs verändert haben kann. Der angefochtene
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Einspracheentscheid, der sich nur zur Erlassfrage äussert, ist deshalb als unzulässige
Feststellung aufzuheben. Die Vorinstanz, an welche auch diese Sache zurückzuweisen
ist, wird nach dem Eintritt der formellen Rechtskraft der nachzuholenden Entscheidung
über die Rückforderung über das Erlassgesuch befinden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP