Decision ID: 8d681929-38a5-49a9-b1f8-4ab05351eb06
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
K._, geboren 1992, ist tunesischer Staatsangehöriger und reiste am 6. Juni 2012
illegal in die Schweiz ein. Gleichentags stellte er ein Asylgesuch. Mit Verfügung vom
23. August 2012 trat das Bundesamt für Migration (heute: Staatssekretariat für
Migration [SEM]) nicht auf das Asylgesuch ein und ordnete die Wegweisung nach
Italien an (act. Migrationsamt [nachfolgend: MA] 110 ff.). Ab dem 31. Oktober 2012 galt
K._ als verschwunden (act. MA 140).
A.a.
Am 4. Juli 2013 heiratete K._ die Schweizerin M._, geboren 1994. Diese reichte am
15. Juli 2013 ein Gesuch um Familiennachzug für K._ ein (act. MA 20). Die
Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs wurde ihm am 5. September
2013 erteilt (act. MA 189). Am 24. Juli 2015 kam der gemeinsame Sohn R._ zur Welt.
A.b.
Mit Strafbefehl vom 5. August 2013 wurde K._ wegen mehrfachen Tätlichkeiten
gegenüber der Ehegattin schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 90
Tagessätzen zu je CHF 30 sowie mit einer Busse von CHF 800 bestraft. Bereits vor
A.c.
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dem Hochzeitstermin sei es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Ehepartnern
gekommen, und auch danach habe sich die Situation nicht geändert. Die letzte tätliche
Auseinandersetzung habe am 19. Juli 2013 stattgefunden (act. MA 192 f., Verfügung
betreffend Intervention im häuslichen Bereich vom 25. Juli 2013, act. MA 25,
Wegweisung und Rückkehrverbot bei häuslicher Gewalt vom 24. Juli 2013, act. MA 48
f.). Am 5. Oktober 2016 wurde er gegenüber seiner Ehefrau erneut gewalttätig. Er
wurde mit Strafbefehl vom 18. Oktober 2016 wegen Tätlichkeiten schuldig gesprochen
und mit einer Busse von CHF 500 bestraft (act. MA 276 f.). Zwischen Mai bis zum
25. Juli 2017 kam es zu weiteren Vorfällen zwischen den Ehepartnern. Mit Strafbefehl
vom 12. Oktober 2017 wurde K._ wegen mehrfacher versuchter Nötigung, der
mehrfachen Beschimpfung und der mehrfachen Widerhandlungen gegen das
Personenbeförderungsgesetz für schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von
110 Tagessätzen zu je CHF 30 und mit einer Busse von CHF 200 bestraft (act. MA 348
f.).
Seit anfangs September 2017 leben die Eheleute getrennt. M._ zog mit dem
gemeinsamen Sohn nach X._. Das Kreisgericht Z._ genehmigte mit Entscheid vom
27. Oktober 2017 die an der Eheschutzverhandlung abgeschlossene Vereinbarung,
unter anderem hinsichtlich des Getrenntlebens ab 1. September 2017, der Obhut des
Sohnes, welche der Mutter zustehe, sowie der Einräumung eines Besuchsrechts für
den Vater an jedem zweiten Wochenende. Zudem wurde K._ verpflichtet,
Unterhaltsbeiträge an seinen Sohn zu zahlen, sofern er monatlich mehr als CHF 2'600
verdiene (act. MA 407 ff.).
A.d.
K._ arbeitete unregelmässig und lediglich in befristeten Verhältnissen (Juli 2014,
act. MA 224, Mai bis Juli und November 2017, act. MA 366 ff.). Er wurde immer wieder
vom Sozialamt unterstützt. Vom 1. Juli 2013 bis 30. September 2016 beliefen sich die
ausbezahlten Sozialhilfeleistungen der Politischen Gemeinde S._ auf CHF 30'406.10
(act. MA 448) und ab August 2017 bei der Politischen Gemeinde Z._ auf
CHF 46'706.10 (act. 536). Gemäss dem Auszug aus dem Betreibungsregister der
Politischen Gemeinde S._ vom 22. Januar 2018 war er mit Verlustscheinen von knapp
CHF 1’800 (act. MA 385) und bei der Politischen Gemeinde Z._ mit knapp CHF 14'500
(Betreibungsregisterauszug vom 20. November 2019, act. Vorinstanz 16/17a)
verzeichnet.
A.e.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verlängerte das Migrationsamt mit Verfügung
A.f.
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B.
vom 17. Januar 2019 die Aufenthaltsbewilligung von K._ nicht mehr und wies ihn an,
die Schweiz spätestens 60 Tage nach Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Der
Entscheid wurde im Wesentlichen damit begründet, dass die Ehegemeinschaft zwar
über drei Jahre gehalten habe, aber nur ein Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung bestehe, sofern eine erfolgreiche Integration bestehe. K._ sei
nie für längere Zeit einer Erwerbstätigkeit nachgegangen und habe von der Sozialhilfe
unterstützt werden müssen. Er sei seinen finanziellen Verpflichtungen nicht
nachgekommen. Ferner habe er zu Klagen Anlass gegeben und sei verurteilt bzw.
gebüsst worden. Die Integration sei demnach mangelhaft. Die Nichtverlängerung
erweise sich auch unter Berücksichtigung des Rechts auf Familienleben als
verhältnismässig. Die Beziehung zwischen seinem Sohn und ihm sei nicht besonders
eng (act. MA 493 ff).
Gegen die Verfügung erhob K._ am 31. Januar 2019 durch seinen Rechtsvertreter
Rekurs (act. Vorinstanz 1). Die Vorinstanz holte unter anderem einen Auszug aus dem
Betreibungsregister (act. Vorinstanz 17a) und weitere Informationen beim Sozialamt
ein. Dabei erfuhr sie, dass K._ weiterhin von der Sozialhilfe abhängig sei, an einem
Beschäftigungsprogramm teilnehme, einen Deutschkurs besuche und nur sporadisch
Kontakt zu seinem Sohn habe (act. Vorinstanz 15, 19, 20, 22, 25 und 29). Von der
Ehefrau war zu erfahren, dass sie Scheidungsklage eingereicht habe und K._ seinen
Sohn nicht regelmässig sehe (act. Vorinstanz 31, 37 und 38a). Mit Entscheid vom
28. Juli 2020 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs ab.
A.g.
K._ (Beschwerdeführer) reichte am 31. August 2020 und mit Ergänzung vom
7. Oktober 2020 durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde gegen den Entscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) beim Verwaltungsgericht ein. Er
stellte den Antrag, dass der Entscheid der Vorinstanz sowie die Verfügung des
Migrationsamts aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung zu verlängern seien,
eventualiter sei er zu verwarnen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge inklusive
Mehrwertsteuer. Zudem beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege.
B.a.
Der Abteilungspräsident bewilligte mit Schreiben vom 8. Oktober 2020 die
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.
B.b.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochten Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer zur
Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 31. August 2020 rechtzeitig erhoben und
erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 7. Oktober 2020 formal wie inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer beantragt, die
Verfügung des Migrationsamts vom 17. Januar 2019 sei aufzuheben. Die
erstinstanzliche Verfügung ist durch den Entscheid der Vorinstanz ersetzt worden;
diese gilt im Beschwerdeverfahren zwar als inhaltlich mitangefochten, jedoch ist deren
selbständige Anfechtung ausgeschlossen ("Devolutiveffekt", vgl. 136 II 177 E. 1.3; 139
II 404 E. 2.5; BGer 2C_392/2019 vom 24. Januar 2020 E. 1.2; VerwGE B 2019/107 vom
9. Oktober 2019 E. 1, B 2015/87 vom 26. April 2018 E. 1).
2.
Mit der am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Revision des (vormaligen)
Ausländergesetzes (Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer; AuG),
welches neu Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die
Integration (AIG, SR 142.20) heisst, erfuhr das Gesetz einige Anpassungen. Art. 126
Abs. 1 AIG bestimmt, dass auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AIG eingereicht
worden sind, das bisherige materielle Recht anwendbar bleibt. Das Verfahren richtet
sich demgegenüber nach dem neuen Recht (Art. 126 Abs. 2 AIG). Die Eheleute leben
seit September 2017 in Trennung. Mit Schreiben vom 20. November 2017 leitete das
Migrationsamt des Kantons St. Gallen weitere Abklärungen hinsichtlich des
Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 12. Oktober 2020 die
Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des
angefochtenen Entscheids.
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für
den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.c.
bis
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Getrenntlebens und des allfälligen Anspruchs auf eine Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung ein (act. MA 347). Die Angelegenheit ist folglich nach dem bis
zum 31. Dezember 2018 geltenden Ausländergesetz (AuG) in der Fassung vom
1. Oktober 2015 zu beurteilen. Die per 1. Januar 2019 geänderte Bestimmung des
vorliegend interessierenden Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG gelangt daher nicht zur
Anwendung.
3.
Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Schweizerinnen und
Schweizern haben – unter Vorbehalt von Erlöschensgründen (Art. 51 Abs. 2 AuG) –
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung, soweit sie mit
diesen zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 AuG) oder, bei fortdauernder
Ehegemeinschaft, ein wichtiger Grund für das Getrenntleben besteht (Art. 49 AuG).
Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des
Ehegatten und der Kinder auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
nach den Art. 42 und 43 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre
bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht oder wichtige persönliche
Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1
AuG, Art. 77 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR
142.201, VZAE).
3.1.
Der Beschwerdeführer lebt unbestrittenermassen getrennt von seiner Ehefrau und ist
mittlerweile offenbar geschieden. Er beruft sich auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG sowie auf
den Schutz des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 der Konvention zum Schutze
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV). Die erste
Voraussetzung, dass die Ehegemeinschaft länger als drei Jahre gedauert hat, ist
vorliegend erfüllt. Es stellt sich somit lediglich die Frage, ob der Beschwerdeführer sich
erfolgreich in der Schweiz integriert hat.
3.2.
Eine erfolgreiche Integration nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG und Art. 77 Abs. 4 VZAE in
der bis zum 31. Dezember 2018 geltenden Fassung liegt vor, wenn die Ausländerin
oder der Ausländer namentlich die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der
Bundesverfassung respektiert (lit. a) und den Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben
und zum Erwerb der am Wohnort gesprochenen Landessprache bekundet (lit. b). Die
3.3.
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Integrationsbeurteilung hat im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zukunftsgerichtet im
Entscheidzeitpunkt zu erfolgen. Rechtsprechungsgemäss ist eine erfolgreiche
wirtschaftliche Integration grundsätzlich zu bejahen, wenn die ausländische Person für
sich sorgen kann, keine (nennenswerten) Sozialhilfeleistungen bezieht und sich nicht (in
nennenswerter Weise) verschuldet. Keine erfolgreiche Integration liegt vor, wenn eine
Person kein Erwerbseinkommen erwirtschaften kann, welches ihren Konsum zu decken
vermag, und während einer substanziellen Zeitdauer von Sozialleistungen abhängig ist.
Gewisse geringe Erwerbsunterbrüche schliessen eine Integration nicht aus (BGer
2C_160/2018 vom 29. Oktober 2018 E. 2.4 und 2C_895/2015 vom 29. Februar 2016
E. 3.1.1). Eine Verschuldung schliesst eine erfolgreiche Integration nicht aus, wenn die
ausländische Person im Begriff ist, die Schulden in wirksamer Weise
zurückzubezahlen. Massgebend sind zudem die Höhe sowie die Ursachen der
Verschuldung (BGer 2C_512/2019 vom 21. November 2019 E. 5.1.1). Geringfügige
Strafen schliessen eine gelungene Integration nicht notwendigerweise aus (BGer
2C_512/2019 vom 21. November 2019 E. 5.1.1 und 2C_1125/2014 vom 9. September
2015 E. 3.2.2; M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.],
Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N 5 ff. zu Art. 50 AIG).
Die Vorinstanz hat aufgrund einer Gesamtbeurteilung eine erfolgreiche Integration des
Beschwerdeführers verneint. Sie ist der Auffassung, dass er während des Aufenthalts
nie während längerer Zeit erwerbstätig gewesen sei, sondern von der Sozialhilfe habe
unterstützt werden müssen. Zudem sei er verschiedentlich straffällig geworden,
insbesondere mit Straftaten zum Nachteil seiner Ex-Frau, welche nicht als
Bagatelldelikte abgetan werden könnten.
Der Beschwerdeführer hält dagegen, dass er nicht in erheblicher Weise straffällig
geworden sei. Bei sämtlichen Delikten sei er entweder zu bedingten Geldstrafen und/
oder Bussen verurteilt worden. In erwerblicher Hinsicht sei er aufgrund der
konfliktbeladenen Situation in der Ehe nicht in der Lage gewesen, einer geregelten
Arbeit nachzugehen. Er habe bis heute mit psychischen Problemen zu kämpfen und
habe erst allmählich die Kraft, seinen erwerblichen Pflichten nachzukommen. Zudem
erschwere ihm das laufende migrationsrechtliche Verfahren die Stellensuche in
erheblicher Weise, da kaum ein Arbeitgeber bereit sei, jemanden mit abgelaufener
Aufenthaltsbewilligung einzustellen. Es könne ihm nicht der Vorwurf gemacht werden,
er sei nicht gewillt, sich in der Schweiz erwerblich zu integrieren. Auch die Tatsache
allein, dass er im Betreibungsregister mit Verlustscheinen verzeichnet sei, bedeute
nicht, dass er nicht erfolgreich in der Schweiz integriert sei.
3.4.
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Der Beschwerdeführer lebte seit September 2013 mit seiner Ex-Frau in der Schweiz.
Die Familie wurde ab der Einreise des Beschwerdeführers von der Sozialhilfe
unterstützt (act. MA 227). Im August 2014 fand der Beschwerdeführer eine einmonatige
Temporärstelle. Ab Mai bis Juli 2017 war er ebenfalls temporär angestellt (act. MA 364
ff.). Seit August 2017 war er auf Sozialhilfe angewiesen (E-Mail der zuständigen
Sozialarbeiterin der Politischen Gemeinde Z._ vom 20. Dezember 2019; act. MA 536;
Entscheid des Kreisgerichts Z._ betreffend Eheschutzmassnahmen vom 27. Oktober
2017: arbeitslos, act, MA 408). Am 13. Januar 2020 startete er im
Beschäftigungsprogramm Y._ in einem 100% Pensum (act. MA 543). Laut Auskunft
der zuständigen Sozialarbeiterin der Politischen Gemeinde Z._ vom 21. Februar 2020
seien die Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt grundsätzlich gut. Die aktuelle
Situation mit der Bewilligung stelle aber eine Herausforderung dar (act. MA 547 f.). Fest
steht, dass der Beschwerdeführer während seines über siebenjährigen Aufenthalts in
der Schweiz – ausser kurzen temporären Arbeitseinsätzen – keiner geregelten
Erwerbstätigkeit nachging. Die von ihm geltend gemachten psychischen Probleme
werden weder durch einen medizinischen Bericht bestätigt noch finden sich sonst
Hinweise in den vorliegenden Akten. Der Umstand, dass er über diesen Zeitraum
beruflich nicht Fuss fassen konnte, lässt sich somit weder medizinisch noch mit
nachgewiesenen Absagen möglicher Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt erklären und
ist dem Beschwerdeführer anzulasten. Hinzu kommt, dass er mit Verlustscheinen von
über CHF 14'000 verzeichnet ist (Auszug aus dem Betreibungsregister Z._ vom
20. November 2019, act. MA 537 ff.). Konkrete Bemühungen zur Tilgung der Schulden
hat der Beschwerdeführer nie unternommen, was angesichts des andauernden
Sozialhilfebezugs auch auf der Hand liegt (siehe Auskunft Sozialamt, act. Vorinstanz
29). Die Sozialhilfeschulden belaufen sich bisher auf mindestens CHF 80’000
(Kostenartenliste der Sozialen Dienste S._, act. 446 ff.; E-Mail der zuständigen
Sozialarbeiterin der Politischen Gemeinde Z._ vom 20. Dezember 2019; act. MA 536,
Budget ab 1. Januar 2020 monatlich CHF 978.15, act. MA 534). Die in dieser Höhe
entstanden Sozialhilfeschulden gelten gar beim Widerrufsgrund einer
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG (Sozialhilfebezug) als erheblicher
Betrag (vgl. BGer 2C_813/2019 vom 5. Februar 2019 E. 2.3). Wirtschaftlich hat sich der
Beschwerdeführer somit nicht integriert.
Hinzu kommen die zwölf aktenkundigen strafrechtlichen Verfehlungen des
Beschwerdeführers. Entgegen seiner Ansicht handelt es sich bei diesen nicht lediglich
um Bagatelldelikte. Zwar mögen die mehrfachen Widerhandlungen gegen das
Personenbeförderungsgesetz nicht so schwer ins Gewicht fallen, jedoch sind die
3.5.
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4.
mehrfachen Straftaten gegen seine Ex-Frau (mehrfache versuchte Nötigung, mehrfache
Tätlichkeiten, mehrfachen Beschimpfung, act. MA 192 f., 276 und 348 ff.), welche mit
Geldstrafen geahndet wurden, als nicht unerheblichen Verstoss gegen die
rechtsstaatliche Ordnung einzustufen (vgl. BGer 2C_512/2019 vom 21. November 2019
E. 5.4).
Im Ergebnis ist die erfolgreiche Integration des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 50
Abs. 1 lit. a AuG angesichts seines strafrechtlich relevanten Verhaltens, der
andauernden Sozialhilfeabhängigkeit, der ungenügenden beruflichen Integration und
seiner zunehmenden Verschuldung, zu verneinen. Folglich kann er aus dieser
Bestimmung keinen Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung ableiten.
Zu prüfen bleibt, ob aus dem Recht auf Familienleben gestützt auf Art. 8 EMRK und
Art. 13 Abs. 1 BV ein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung besteht.
Der Anspruch aus Art. 8 EMRK gilt nicht absolut. Vielmehr ist nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK
ein Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit dieser gesetzlich
vorgesehen ist und eine verhältnismässige Massnahme darstellt, die in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und
Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Verhinderung von strafbaren
Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten
anderer erforderlich ist. Die Konvention verlangt im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK,
die privaten Interessen der betroffenen Person am Verbleib im Land anhand mehrerer
Kriterien zu erfassen (Schwere des Fehlverhaltens; Dauer der Anwesenheit; Verhalten
des Betroffenen; Nationalität der beteiligten Personen; Art und Natur der familiären
Bindungen; der Familie drohende Nachteile; Qualität der sozialen, kulturellen und
familiären Beziehungen zum Gast- und Heimatstaat usw.); das so gewichtete private
Interesse ist anschliessend gegen das öffentliche Interesse an der Entfernung bzw.
Fernhaltung der betroffenen Person abzuwägen (BGE 142 II 35 E. 6.1, 135 I 143 E. 2.1,
BGer 2C_30/2018 vom 5. Juli 2018 E. 5.2, 2F_21/2017 vom 11. Juni 2018 E. 3.2.2). Bei
der Abwägung ist insbesondere auch das Kindeswohl angemessen zu berücksichtigen
(vgl. BGer 2C_1125/2014 vom 9. September 2015 E. 4.2).
4.1.
Nach der Rechtsprechung kann der ausländische Elternteil, der weder die elterliche
Sorge noch die Obhut über ein minderjähriges Kind mit einem gefestigten
Aufenthaltsrecht in der Schweiz hat und der bereits über eine Aufenthaltsbewilligung
4.2.
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verfügte – aufgrund einer inzwischen aufgelösten Ehegemeinschaft mit einer Person
mit schweizerischer Staatsangehörigkeit oder die Inhaberin einer
Niederlassungsbewilligung ist –, mit seinem Kind von vornherein nur eine beschränkte
familiäre Beziehung im Rahmen des ihm zustehenden Besuchsrechts unterhalten. Um
dieses wahrnehmen zu können, ist es nicht erforderlich, dem ausländischen Elternteil
zu erlauben, dauerhaft im gleichen Land wie sein Kind zu leben. Unter dem
Gesichtspunkt des Rechts auf Familienleben (vgl. Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1
BV) genügt es in der Regel, dass der im Ausland lebende Elternteil sein Besuchsrecht
im Rahmen von Kurzaufenthalten, deren Modalitäten bezüglich Häufigkeit und Dauer
allenfalls zu regeln sind, oder mittels moderner Kommunikationsmittel wahrnehmen
kann (vgl. BGE 139 I 315 E. 2.2 S. 319). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
kann ein weitergehendes Aufenthaltsrecht allenfalls nur dann bestehen, wenn (1)
besonderes enge Beziehungen zum Kind in affektiver und (2) in wirtschaftlicher
Hinsicht bestehen, (3) der Umstand, dass diese wegen der Distanz zwischen der
Schweiz und dem Staat, in welchen die ausländische Person oder Personen
mutmasslicherweise auszureisen hätten, praktisch nicht aufrechterhalten werden kann,
und (4) sich die ausländische Person tadellos verhalten hat (BGE 144 I 91 E. 5.2, in: Pra
108 (2019) Nr. 11). Bei nicht obhutsberechtigten ausländischen Elternteilen eines hier
aufenthaltsberechtigten Kindes, welche aufgrund einer inzwischen aufgelösten
ehelichen Gemeinschaft mit einem/-er schweizerischen Staatsangehörigen oder einer
Person mit Niederlassungsbewilligung bereits eine Aufenthaltsbewilligung für die
Schweiz besassen, ist das Erfordernis der besonderen Intensität der affektiven
Beziehung bereits dann erfüllt, wenn der persönliche Kontakt im Rahmen eines nach
heutigem Massstab üblichen Besuchsrechts ausgeübt wird (BGE 139 I 315 E. 2.5, vgl.
BGer 2C_525/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 5.1). Diese Anforderungen sind gesamthaft
zu beurteilen und müssen Gegenstand einer umfassenden Interessenabwägung bilden.
Im Rahmen der Überprüfung, ob die Massnahme verhältnismässig ist (vgl. Art. 8 Ziff. 2
EMRK), ist auch dem grundlegenden Bedürfnis des Kindes, in möglichst engem
Kontakt mit beiden Elternteilen aufwachsen zu können (vgl. Art. 3 des
Übereinkommens über die Rechte des Kindes [KRK; SR 0.107]), Rechnung zu tragen.
Dabei ist festzuhalten, dass dieser Aspekt in ausländerrechtlicher Hinsicht die andern
nicht überwiegt und dass aus Art. 3 KRK kein unmittelbarer Anspruch auf Erteilung
oder Aufrechterhaltung einer Bewilligung abgeleitet werden kann (BGE 144 I 91 E. 5.2,
in: Pra 108 (2019) Nr. 11, 143 I 21 E. 5.2 und 5.3, 139 I 315 E. 2.2, BGer 2C_904/2018
vom 24. April 2019 E. 2.3).
Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz zum Schluss, dass mangels jeglicher
4.3.
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwk3lsnnpxax3boj2f6oa https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwe5s7obpwc4tul4ytg https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwe5s7obpwc4tul4ytg https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgm4v62k7gmytk https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwk3lsnnpxax3boj2f6oa https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwk3lsnnpxax3boj2f6oa
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wirtschaftlicher Beziehung keine besonders intensive Vater-Sohn-Beziehung bestehe
und der Beschwerdeführer über Art. 8 EMRK keinen Anspruch auf Verlängerung seines
Aufenthalts in der Schweiz ableiten könne. Das Recht auf Familie werde nicht verletzt,
wenn er nach Tunesien zurückkehren müsse. Er könne den Kontakt zu seinem Sohn
über die modernen Kommunikationsmittel sowie gelegentliche Besuche
aufrechterhalten.
Der Beschwerdeführer erachtet eine allfällige Wegweisung gleichbedeutend mit der
Unmöglichkeit, seinen Sohn wiederzusehen. Seine finanziellen Möglichkeiten in
Tunesien wären stark beschränkt, sodass er sich kaum ein Flugticket in die Schweiz
und den Aufenthalt hier leisten könne. Erschwerend komme hinzu, dass er für einen
Besuch seines Sohnes ein Visum benötige, welches in der Regel nicht ohne Weiteres
bewilligt werde. Es entspreche nicht den Tatsachen, dass er trotz
Sozialhilfeabhängigkeit keine Unterhaltszahlungen an seinen Sohn leiste. Er habe der
Kindsmutter ein paar Mal jeweils CHF 100 bis 200 gegeben. Die Sozialhilfeabhängigkeit
sei unverschuldet und habe nicht zur Folge, dass die intensive Vater-Sohn-Beziehung
gestört sei. Unter kinderpsychologischen Gesichtspunkten sei ein abruptes Ende der
Beziehung durch die Wegweisung nicht vertretbar. Er habe zu seinem Sohn ein sehr
gutes und enges Verhältnis. Dies ergebe sich aus den Schreiben der Kindsmutter an
das Migrationsamt vom 26. Juli 2018 und 5. März 2019. Es bestehe eine umfassende
Scheidungsvereinbarung mit einem angemessenen Besuchsrecht.
Das Bundesgericht hat das Kriterium des tadellosen Verhaltens bisher streng
gehandhabt (vgl. BGer 2C_904/2018 vom 24. April 2019 E. 5.1 mit Aufzählung einiger
Beispiele). Grundsätzlich scheitert der allfällige Anspruch des Beschwerdeführers auf
Verbleib im Land im Hinblick auf die Beziehung zu seinem Sohn, für welchen er
unbestrittenermassen nicht obhutsberechtigt ist, bereits aufgrund seines strafrechtlich
relevanten Verhaltens und seiner Schuldenwirtschaft am Kriterium des klaglosen
Verhaltens. Des Weiteren besteht in wirtschaftlicher Hinsicht aufgrund der
andauernden Sozialhilfeabhängigkeit und damit der Unmöglichkeit Unterhaltsbeiträge
auszurichten keine Bindung zu seinem Sohn (vgl. BGer 2C_904/2018 vom 24. April
2019 E. 4.2). Die geltend gemachte Behauptung, dass er der Mutter ein paar Mal
jeweils CHF 100 bis 200 gegeben habe, ist nicht belegt und reicht auch nicht aus, um
eine enge wirtschaftliche Beziehung nachzuweisen. Gemäss der am 16. September
2020 unterzeichneten Scheidungsvereinbarung ist der Beschwerdeführer bis März
2021 zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen in der Höhe von CHF 900 verpflichtet, sofern
er mehr als CHF 2'700 netto pro Monat verdient (act. 10). Gestützt auf die Aktenlage
4.4.
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geht der Beschwerdeführer aber nach wie vor keiner Erwerbstätigkeit nach.
In affektiver Hinsicht bestehen gestützt auf die vorliegenden Akten unterschiedliche
Angaben. Nach dem Entscheid des Kreisgerichts Z._ vom 27. Oktober 2017 in Sachen
Eheschutzmassnahmen steht der Mutter die Obhut über den gemeinsamen Sohn zu.
Der Beschwerdeführer darf ihn jedes zweite Wochenende zu sich nehmen. Zusätzliche
Besuche könnten von den Eltern im gegenseitigen Einvernehmen vereinbart werden
(act. MA 410). Die Mutter informierte das Migrationsamt mit Schreiben vom 26. Juli
2018, dass der Beschwerdeführer zu seinem Sohn ein "super" Verhältnis habe und der
Kontakt seit April sehr gestiegen sei (act. MA 443). Dies bestätigt sie auch im
Schreiben vom 5. März 2019. Sie führte aus, dass nach einem anfänglichen
Kontaktabbruch in den letzten Monaten wieder ein engerer Kontakt aufgebaut worden
sei. Der Kontakt zum Sohn sei gut. Der Beschwerdeführer habe mit seinem Sohn
kürzlich zum ersten Mal gemeinsam drei Wochen Ferien in Tunesien verbracht und
dabei seien sich die beiden viel nähergekommen (act. Vorinstanz 6/1). Gemäss den
Sozialen Diensten Z._ bestand kein regelmässiger Kontakt mit dem Sohn. Die Ex-Frau
lebe mit dem Sohn in X._. Der Beschwerdeführer bewohne lediglich ein Zimmer,
weshalb es nicht einfach sei, mit dem Sohn etwas zu unternehmen (Aktennotiz nach
telefonischer Auskunft, act. Vorinstanz 15, E-Mail vom 20. Dezember 2019, act.
Vorinstanz 20). Die Ex-Frau teilte der Vorinstanz am 25. März 2020 telefonisch mit,
dass mit dem Beschwerdeführer lediglich zwei Wochen Ferien in Tunesien vereinbart
gewesen wären. Er habe sich aber nicht an die Abmachung gehalten und sei drei
Monate dort geblieben. Er habe ihr gedroht, den Sohn nicht wieder zurückzubringen,
wenn sie ihm kein Geld überweise (act. Vorinstanz 31 und 38a). Mit Schreiben vom
20. Mai 2020 berichtete die Ex-Frau der Vorinstanz nach vorausgegangenem Telefonat,
dass sich die Situation zwischen dem Beschwerdeführer und dem Sohn anders
entwickelt habe. Der Beschwerdeführer sei dann freundlich, wenn der Widerruf seiner
Bewilligung aktuell sei. Seit Anfang des Jahres habe er das Besuchsrecht nicht mehr
wahrgenommen. Er sei unzuverlässig und kümmere sich nur dann um den Sohn, wenn
es ihm passe. Der Sohn frage nicht nach dem Vater und sie habe nicht den Eindruck,
dass er ihn vermisse (act. Vorinstanz 37 und 38a). Am 16. September 2020
unterzeichneten der Beschwerdeführer und die Kindsmutter eine
Scheidungsvereinbarung (act. 10). Gemäss dieser wurde dem Beschwerdeführer jeden
zweiten Sonntag ein Besuchsrecht eingeräumt, ab August 2023 jedes zweite
Wochenende von Freitag bis Sonntag Abend. Gestützt auf die vorliegenden Akten ist
davon auszugehen, dass zwar ein Kontakt zwischen dem Beschwerdeführer und dem
Sohn besteht, aber kein regelmässiger und enger. Allerdings wäre, selbst wenn der
Beschwerdeführer mit seinem Sohn regelmässig Kontakt hätte, lediglich eins der vier
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/15
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Der Entscheid der Vorinstanz erweist sich auch als verhältnismässig: Der
Beschwerdeführer reiste im Jahr 2013 im Alter von 21 Jahren in die Schweiz ein und
hält sich damit erst sieben Jahre hier auf. Die persönlichkeitsprägenden Kinder- und
Jugendjahre verbrachte er in seinem Heimatland. Er besuchte dort die Schulen und
absolvierte eine Ausbildung. Wie bereits unter E. 3.5 ausgeführt, besteht sowohl aus
wirtschaftlicher (arbeitslos, Sozialhilfeempfänger und Schulden) als auch aus
strafrechtlicher Sicht eine ungenügende Integration in der Schweiz. Es besteht
demnach ein grosses öffentliches Interesse an einer Wegweisung des
Beschwerdeführers. Seine privaten Interessen im Bereich Familie bzw. der Beziehung
zu seinem Sohn vermögen diese öffentlichen Interessen nicht aufzuwiegen. Eine
Rückkehr ins Heimatland ist ihm zumutbar, was der Beschwerdeführer auch nicht
bestreitet. Er ist mit den kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten in seinem
Heimatland vertraut. Letztes Mal war er vom 8. Juni bis 31. August 2019 ferienhalber
(act. MA 526) und vom 19. September bis 17. Oktober 2020 wegen einer
Gerichtsverhandlung in seinem Heimatland (act. 19). Seine Mutter und drei Schwestern
leben dort und können ihm bei einer Wiedereingliederung in sein Heimatland zur Seite
stehen.
Zusammenfassend vermögen im vorliegenden Fall die privaten Interessen des
Beschwerdeführers, seine Beziehung zu dem hier anwesenheitsberechtigten Sohn
leben zu können, die erheblichen öffentlichen Interessen an seiner Fernhaltung
(Vermeidung weiterer Sozialhilfeschulden, weiterer Schulden und allfälliger
Straffälligkeit) nicht zu überwiegen. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
erweist sich demnach als verhältnismässig und die Beschwerde ist folglich
abzuweisen.
verlangten Kriterien erfüllt. Dieses eine Kriterium würde die übrigen Kriterien bei einer
Gesamtbetrachtung nicht aufzuwiegen vermögen. Aus seinem Heimatland kann der
Beschwerdeführer, wobei aufgrund der Distanz zumindest, was Besuche anbelangt,
gewisse Schwierigkeiten nicht abgesprochen werden können, den Kontakt zu seinem
Sohn über klassische oder moderne Kommunikationsmittel aufrechterhalten.
Ausserdem zeigt die Vergangenheit, dass das Kontaktrecht auch durch Ferien des
Sohnes im Heimatland des Beschwerdeführers gepflegt werden kann. Dies reicht aus,
um dem Anspruch auf Familienleben (Art. 13 Abs. 1 BV sowie Art. 8 Ziff. 1 EMRK)
gerecht zu werden.
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