Decision ID: 80d5502f-f656-54e1-bfdf-7ac0af259fcf
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, procap, Schweizerischer
Invaliden-Verband, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a Der 1956 geborene J._ war Servicefahrer bei der A._ und in dieser Funktion bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs-
und Nichtberufsunfällen versichert, als er am 13. November 1998 mit seinem
Lieferwagen auf einem vereisten Strassenstück ins Rutschen geriet und eine Kollision
mit einem entgegenfahrenden Personenwagen verursachte. Dabei zog er sich gemäss
den Arztberichten des Kantonsspitals St. Gallen vom 26. und 27. November 1998
Frakturen des Wirbelbogens C7 und der Prozessi spinosi Th1-3 sowie des Nasenbeins
und des Septums zu. Nach stationärer Behandlung in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie hielt er sich zur operativen Sanierung der Nasen- und Septumfraktur in der
ORL-Klinik auf. Am 23. November 1998 konnte er aus dem Spital entlassen werden.
Gemäss Arztbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie vom 20. Januar 1999
bestand eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Zur Arbeitsaufnahme kam es in der Folge
indessen nicht, weil der Arbeitgeber dem Versicherten keine entsprechende Arbeit
anbieten konnte (vgl. UV act. 10). Die Behandlung der Nasen- und Septumfraktur
konnte am 9. Dezember 1998 abgeschlossen werden (UV act. 35). Ab Anfang Januar
1999 traten gemäss Bericht des Kantonsspitals vom 22. Februar 1999 durch Flexion
des Kopfs provozierbare elektrisierende Beschwerden an beiden lateralen Oberarmen
mit Einstrahlung in beide Hände auf. Die bestehende Arbeitsfähigkeit von 50% könne
gemäss der Beurteilung der Klinikärzte in Abhängigkeit vom Beschwerdebild gesteigert
werden (UV act. 12). Dr. med. B._, Spezialarzt für Neurologie, beschrieb im Bericht
vom 23. Februar 1999 bilateral auftretende elektrisierende Missempfindungen in beiden
Armen, Händen und allen Fingern, die bei Kopfinklination reproduzierbar seien, aber
klinisch mit keinen neurologischen Defiziten korrelieren würden. Er könne sich das
Phänomen nur durch eine polyradikuläre mechanische Irritation erklären und vermute
eine durch das Trauma verursachte statisch-dynamische Instabilität der cervico-
thoracalen Übergangsregion, deren Behandlung durch den orthopädischen
Fachbereich zu erfolgen habe (UV act. 13). Im Arztbericht vom 4. Mai 1999 beurteilten
die Fachärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen die
Beschwerden im Bereich der oberen Brustwirbelsäule als muskulär bedingt und
empfahlen die Weiterführung der physiotherapeutischen Behandlung. Ein Hinweis auf
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eine Instabilität sei nicht gefunden worden. Für eine leichte körperliche Tätigkeit sei der
Versicherte 100% arbeitsfähig. Es sollte versucht werden, ihm eine solche Arbeit zu
vermitteln. Für eine Tätigkeit mit körperlicher Belastung bestehe weiterhin eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit (UV act. 15).
A.b Am 22. Juni 1999 berichteten die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie, der
Versicherte leide trotz der ambulanten Physiotherapien weiter glaubhaft an starken
Nackenschmerzen, die bisher die Wiederaufnahme der angestammten, körperlich
belastenden Tätigkeit verhindert hätten. Erfreulich sei das nahezu vollständige
Zurückgehen der Kribbelparästhesien in beiden Armen. Damit der Versicherte seine
angestammte Tätigkeit so rasch wie möglich wieder aufnehmen könne, sei eine
stationäre Rehabilitation in der Reha-Klinik Valens zu befürworten (UV act. 19). Vom 22.
Juli bis 19. August 1999 hielt sich der Versicherte in Valens auf. Trotz guter
Belastungsbereitschaft konnte er die selbst gesetzten Ziele - zu 80-90% wieder so zu
werden, wie vor dem Unfall und an den alten Arbeitsplatz zurückzukehren - nicht
erreichen. Die körperliche Leistungsfähigkeit blieb unverändert und entsprach weiterhin
einer mittleren Arbeitsbelastung. Es wurde empfohlen, einen zwei- bis vierwöchigen
vom Hausarzt begleiteten Arbeitsversuch mit täglich 41⁄2 Arbeitsstunden und ohne
Heben von Gewichten über 25 kg durchzuführen. Sollte der Arbeitsversuch scheitern,
müssten berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung ins Auge gefasst werden
(UV act. 23). Ein am 30./31. August 1999 mit einem Pensum von 50% durchgeführter
Arbeitsversuch misslang (UV act. 22, 25). Am 6. September 1999 kündigte die
Arbeitsgeberin das Arbeitsverhältnis auf Ende November 1999 (UV act. 40). Dr. med.
C._ berichtete am 22. September 1999, die Schmerzen des Versicherten hätten beim
Arbeitsversuch derart zugenommen, dass er diesen nicht weiterführen konnte. Nach
wie vor bestehe eine Druckdolenz über den Dornfortsätzen und ein Endphasenschmerz
mit Bewegungseinschränkung bei Rotation der HWS am cervicothoracalen Übergang.
Der Versicherte sei austherapiert. Es seien berufliche Massnahmen nötig (UV act. 26).
Am 19. Januar 2000 wurde zur Schmerzlinderung und zur Abklärung möglicher
Therapien eine lokale Infiltration im Bereich der Dornfortsatz-Pseudarthrose
durchgeführt (UV act. 43, 36). Diese erbrachte gemäss Verlaufsbericht der Klinik für
Orthopädische Chirurgie vom 25. Februar 2000 keinen wesentlichen Therapieerfolg.
Der Versicherte sei als Chauffeur weiterhin 100% arbeitsunfähig. Eine Indikation für
eine operative Therapie bestehe nicht. Je nach neurologischer Entwicklung sei eine
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Neubeurteilung möglich (UV act. 44). Vom 12. April bis 7. Juni 2000 hielt sich der
Versicherte zu einer weiteren stationären Therapie, zur Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit, zur Vorbereitung des Fallabschlusses und zur Beurteilung der
Zumutbarkeit der beruflichen Perspektiven in der Rehaklinik Bellikon auf. Die Ärzte
berichteten, wegen der Unfallfolgen sowie der aktuellen Behinderungen und
Beeinträchtigungen habe die Zumutbarkeit einer Tätigkeit nicht beurteilt werden
können. Es bestehe somit weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100% als Chauffeur.
Die ambulante physikalische Therapie sei fortzusetzen. Der Versicherte sei wegen der
festgestellten leichten psychischen Anpassungsstörung mit vor allem ängstlicher
Symptomatik und einer leichtgradigen Major Depression psychotherapeutisch zu
betreuen (UV act. 55). Im Bericht von Dr. med. D._, Oberarzt der
Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle, vom 6. September 2000 wurde eine
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und Angst gemischt, ICD-10: F 43.22,
diagnostiziert und die medikamentöse Behandlung angepasst. Deren Wirkung sei
abzuwarten (UV act. 61). Am 23. Juli 2001 berichtete Dr. D._, der Versicherte klage
weiter über Rückenschmerzen, Druckgefühl, Kopfschmerzen, Gefühlsstörungen in den
Händen, Schmerzen nach einer halben Stunde Auto fahren und über Schwitzen und
Albträume in der Nacht. Ferner fühle er sich depressiv. Da die ambulante Behandlung
nichts geholfen habe, habe er den Versicherten auf die Psychotherapiestation der
Psychiatrischen Klinik Wil eingewiesen, wo er sich vom 30. Oktober bis 22. Dezember
2000 aufgehalten habe und wo eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F 45.4) teils mit dem Gepräge einer posttraumatischen Belastungsstörung
diagnostiziert worden sei. Seither sei er wieder bei ihm in ambulanter Behandlung.
Insgesamt sei leider festzustellen, dass dem Versicherten kaum geholfen werden
konnte. Subjektiv täten ihm die stützenden Gespräche aber gut (UV act. 71). Nachdem
ein cranio-cerebrales MRI am 17. Dezember 2001 abgesehen von degenerativen
Befunden, die nicht Ursache der geklagten Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich
seien, unauffällig war (UV act. 88) und physio- wie auch psychotherapeutische
Behandlungen zu keiner wesentlichen Verbesserung des Befindens des Versicherten
führten (UV act. 81 und 82), hielt sich dieser vom 20. März bis 29. Mai 2002 zur
stationären Rehabilitation und medizinischen Abklärung erneut in der Rehaklinik
Bellikon auf. Im Austrittsbericht vom 1. Juli 2002 bezeichneten die Fachärzte den
Versicherten aufgrund der aktuell nachweisbaren Unfallfolgen, insbesondere der
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psychischen Symptomatik auch in geschützten Rahmen beruflich als nicht mehr
eingliederbar. Abgesehen von der psychischen Problematik seien ihm medizinisch-
theoretisch aktuell nur noch leichte wechselbelastende Tätigkeiten ganztags zumutbar.
Ambulante physiotherapeutische Behandlungen seien nicht mehr Erfolg versprechend.
Hingegen seien die psychotherapeutischen Massnahmen weiterzuführen (UV act. 103).
Auf Anfrage der Suva präzisierte Dr. med. E._, Leitender Arzt der Rehaklinik Bellikon,
im Schreiben vom 3. Oktober 2002, die Verletzung werde in der medizinischen Literatur
in den höchsten Schweregrad (Grad 4) eingeteilt. Als Folge der Verletzung seien im
Austrittsbericht persistierende chronische Beschwerden in Form eines
zervikobrachialen Schmerzsyndroms beschrieben worden. Details dazu und die
konkreten Einschränkungen daraus seien im Austrittsbericht beschrieben (UV act. 119).
Mit Verfügung vom 13. Februar 2003 sprach die Invalidenversicherung dem
Versicherten ab 1. November 1999 bei einem IV-Grad von 100% eine ganze Rente zu
(UV act. 142).
A.c Mit Schreiben vom 16. Dezember 2003 ersuchte der mit der Begutachtung des
Versicherten beauftragte Dr. med. F._, Leitender Arzt der Thurgauer Klinik St.
Katharinental, Diessenhofen, um Kostengutsprache für eine stationäre Abklärung. Bei
den bisher durchgeführten Untersuchungen sei eine recht ausgeprägte translatorische
Hypermobilität im Segment C3/C4 aufgefallen, welche ohne weiteres Ursache für die
vom Versicherten geklagten Beschwerden und Grund für deren Unbeeinflussbarkeit
sein könne. Die Relevanz dieser Hypermobilität sei stationär abzuklären. Vorgesehen
seien diagnostische Infiltrationen und eine Probe-Ruhigstellung im Ripona-Gestell (UV
act. 167). Die Suva erteilte die nachgesuchte Kostengutsprache und bewilligte auch
das am 26. Januar 2004 gestellte Gesuch um Verlängerung. Am 13. Februar 2004
erstattete die Klinik St. Katharinental Bericht über die vom 5. Januar bis 11. Februar
2004 durchgeführte stationäre Rehabilitation. Die therapeutischen Ziele der
Rehabilitation hätten nicht erreicht werden können (UV act. 172). Im Rahmen der
Begutachtung des Versicherten durch die Klinik wurden auch eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (Bericht vom 30. Januar 2004, UV act. 174) und im
Psychiatriezentrum Breitenau, Schaffhausen, eine psychiatrische Zusatzbeurteilung
durchgeführt (Bericht vom 10. März 2004, UV act. 175). Im Gutachten vom 17. Mai
2004 stellten die Fachärzte der Klinik St. Katharinental folgende Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
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Status nach Frontalkollision am 13. November 1998
1. Ausgeprägte myofasciales Schmerzsyndrom der rechtsseitigen Nacken- und
Schultergürtelmuskulatur bei
- nicht durchgebauter Abrissfraktur der Processi spinosi Th1 - Th3
- segmentaler Hypermobilität C3/C4
- Status nach Bogenwurzelfraktur CWK7
- Status nach Kompressionsfraktur BWK7
- Status nach Nasen- und Septumfraktur sowie zentraler Trommelfellperforation
rechts.
2. Posttraumatisches mittelschweres bis schweres depressives Zustandsbild mit
somatischem Syndrom.
Die dauernden Schmerzen in der Nackenregion mit Ausstrahlungen in den Hinterkopf
sowie in die dorsale Schulterregion und in den lateralen Oberarm rechts führten sie auf
ein ausgeprägtes myofasciales Schmerzsyndrom, auf segmentale Dysfunktionen im
Bereich der oberen Halswirbelsäule und auf die oberste Brustwirbelsäule mit
Abrissfrakturen von Th1-Th3 zurück. Die segmentale Hypermobilität C3/C4 spiele keine
entscheidende Rolle. Gemäss Aktenkonsilium von Prof. Dr. med. G._, Direktor der
Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsspital Zürich, vom 7. Mai 2004 (UV act. 176)
besteht betreffend der Abrissfrakturen der Dornfortsätze keine Operationsindikation.
Aus psychiaterischer Sicht bestehe ein mittelschweres bis schweres depressives
Zustandsbild mit somatischem Syndrom, das eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zur
Folge habe. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung könne nicht
aufrechterhalten werden und für eine milde traumatische Hirnverletzung seien bei der
Untersuchung keine Hinweise gefunden worden. Bei der Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit sei die Belastbarkeit derart klein gewesen, dass keine verwertbare
Arbeitsleistung resultiert habe. Dabei habe nicht beurteilt werden können, inwieweit die
psychische Problematik eine Rolle spiele. Die Gutachter führten weiter aus, die
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somatischen Diagnosen würden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einem
organischen Substrat beruhen. Das depressive Zustandsbild sei nicht organischer
Genese, jedoch als Folgezustand der lang andauernden Beschwerden zu sehen.
Ausser einer medikamentösen Behandlung würden hinsichtlich der somatischen
Diagnosen keine weiteren Therapiemöglichkeiten bestehen. Auch aus psychiatrischer
Sicht sei bis auf die bestehende Betreuung keine Therapieempfehlung abzugeben. Die
Frage nach einer noch zumutbaren Tätigkeit konnten die Gutachter nicht mit Sicherheit
beurteilen. Sie wiesen darauf hin, dass bei der EFL keine verwertbare Arbeitsleistung
erbracht worden sei. Längeres Sitzen, Stehen und Gehen sei aber sicher ungünstig und
das Heben und Tragen von Lasten mit dem rechten Arm und Arbeiten über Kopf sowie
in kauernder oder kniender Stellung seien höchstwahrscheinlich nicht möglich. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV act. 177).
A.d Der Suva-Mediziner Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie, nahm am
24. September 2004 aufgrund der Akten und Röntgenbilder zur Frage des somatischen
Integritätsschadens Stellung. Er führte aus, die Beweglichkeit von C3/4 liege
orthopädisch im Normbereich. Die intakte Bandscheibe und das Fehlen lokaler
reaktiver Veränderungen spreche gegen eine Instabilität. Die leichte Keilform von Th7
entspreche nicht eindeutig einem Status nach Fraktur, sondern sei wahrscheinlicher
Folge eines harmlosen Scheuermanns. Die Pseudarthrosen der abgerissenen
Dornfortsätze C7-Th3 seien statisch nicht relevant. Sie könnten auch die diffusen
Beschwerden nicht erklären. Neurologische Ausfälle lägen nicht vor. Aus
orthopädischer Sicht sei der nachweisbare Schaden analog der Tabelle 7.2,
Osteochondrose ++ (geringe Dauerschmerzen, bei Belastung verstärkt, auch in Ruhe)
höchstens mit 10% zu bewerten (UV act. 183). Für den ORL-Fachbereich attestierte Dr.
med. Laszlo Martéfi, Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und
Gesichtschirurgie und Arbeitsmedizin, am 28. Oktober 2004 keinen
entschädigungspflichtigen Integritätsschaden (UV act. 185). In der Gesamtwürdigung
des Integritätsschadens mit Einbezug der psychischen Unfallfolgen vom 20. Mai 2005
schätzte die Leiterin des Versicherungspsychiatrischen Dienstes, Dr. med. I._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, die Integritätsschädigung auf 35%.
Dieser Einschätzung legte sie die Annahme einer Teilkausalität der depressiven
Störung zum Unfallereignis und eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen
dem Unfall und der psychischen Störung zu Grunde, liess aber offen, ob die depressive
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Störung auch ohne Unfall entstanden wäre, oder ob sie als Reaktion auf den Unfall zu
betrachten sei (UV act. 186).
A.e Mit Schreiben vom 23. September 2005 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
sie die Leistungen für Heilkosten per 31. Oktober 2005 einstelle, nachdem sowohl aus
körperlicher als auch als psychiatrischer Sicht keine zusätzlichen
Therapieempfehlungen gemacht würden. Bei Bedarf werde sie für die Behandlung der
organischen Unfallfolgen ein bis zwei Arztbesuche im Monat für die Abgabe der
Schmerzmedikamente und jährlich drei bis vier Serien Physiotherapien übernehmen.
Zur Kausalität der psychischen Beschwerden werde in der Rentenverfügung Stellung
genommen (UV act. 193).
B.
B.a Mit Verfügung vom 14. Dezember 2005 sprach die Suva dem Versicherten ab
1. November 2005 eine Invalidenrente für einen IV-Grad von 14% und eine
Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 10% zu. Mit Rücksicht auf die
von der Klinik St. Katharinental erwähnten körperlichen Einschränkungen kämen
Montage-, Fertigungs-, Abfüll-, Verpackungs- sowie Bedienungs- und
Überwachungsarbeiten an Maschinen in Betracht. Dabei sei ein Einkommen von Fr.
46'834.-- zu erzielen. Im Vergleich zum Einkommen vor dem Unfall von Fr. 54'707.--
resultiere eine Verdiensteinbusse von rund 14%. Die psychischen Beschwerden
würden in keinem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehen (UV act.
203).
B.b In der dagegen gerichteten Einsprache vom 27. Dezember 2005/20. Juni 2006 liess
der Versicherte, vertreten durch Advokat Martin Boltshauser, procap Olten, die
Aufhebung der Verfügung und die Vornahme zusätzlicher medizinischer Abklärungen
verlangen. Die vorhandenen medizinischen Akten würden mindestens eine
Teilkausalität auch der psychischen Beschwerden belegen. Die Entscheidung der Suva
könne daher nicht nachvollzogen werden. Offenbar bestehe keine hinreichende
Klärung, ob eine hirntraumatische Verletzung vorliege und ob die depressive Störung
auch ohne den Unfall eingetreten wäre. Diese Fragen seien mit einem medizinischen
Gutachten ausführlich und definitiv zu klären.
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B.c Mit Einsprache-Entscheid vom 7. Juni 2007 wies die Suva die Einsprache ab. Dem
vorliegend als mittelschwer zu qualifizierenden Unfall könne im Sinn der
rechtsprechungsgemäss zu prüfenden Kriterien keine massgebende Bedeutung für das
Entstehen der psychischen Gesundheitsschädigung beigemessen werden. Der
adäquate Kausalzusammenhang sei daher zu verneinen. Da über diese Rechtsfrage die
rechtsanwendenden Instanzen und nicht die Fachärzte zu entscheiden hätten, und es
dazu keiner genauen Diagnose des psychischen Gesundheitszustands bedürfe,
würden sich zusätzliche medizinische Abklärungen zur Frage der Unfallkausalität
erübrigen. Die Entscheidung der Invalidenversicherung als finale Versicherung binde
den Unfallversicherer, der nur für durch den Unfall verursachte Schädigungen
aufzukommen habe, nicht.
C.
Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwältin Daniela Grob Hügli,
ebenfalls procap Olten, für den Betroffenen eingereichte Beschwerde vom 11. Juli
2007 mit dem Antrag auf Zusprechung der ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen
und eventualiter Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer
Abklärungen. Aufgrund der Ausführungen der Beschwerdegegnerin sei nicht klar
ersichtlich, ob sie den natürlichen Kausalzusammenhang als gegeben betrachte oder
nicht. Indem sie jedoch schliesslich ohne weiteres den adäquaten
Kausalzusammenhang prüfe, sei davon auszugehen, dass sie doch zumindest den
natürlichen Kausalzusammenhang als belegt erachte. Die Frage nach dem natürlichen
Kausalzusammenhang sei im Übrigen eine Tatfrage und müsse mit medizinischen
Berichten geklärt werden. Aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten sei die
natürliche Kausalität zwischen der psychischen Beeinträchtigung und dem Unfall
offensichtlich gegeben. Im Sinn der höchstrichterlichen Rechtsprechung sei vorliegend
auch die Adäquanz zu bejahen. Aufgrund des objektiven Unfallgeschehens sei von
einem mittelschweren Unfall auszugehen. Vorliegend sei - wie im Detail dargelegt -
zumindest das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände des Unfalls in
ausgeprägter Form erfüllt. Auch das Kriterium des Dauerschmerzes sei gegeben. Der
Beschwerdeführer leide nachweislich an einem myofascialen Schmerzsyndrom, was
zusätzlich zu berücksichtigen sei. Die Beschwerdegegnerin sei daher für die
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psychischen Unfallfolgen leistungspflichtig. Allenfalls seien weitere medizinische
Abklärungen durchzuführen.
D.
In der Beschwerdeantwort vom 6. September 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Für die unfallkausalen physischen Dauerfolgen habe sie
dem Beschwerdeführer eine Rente von 14% und eine Integritätsentschädigung von
10% zugesprochen. Streitig sei somit einzig, ob sie auch für die psychischen
Beschwerden, die erstmals im April 2000 festgestellt worden seien, leistungspflichtig
sei. Der Beschwerdeführer habe kein Schleudertrauma erlitten. Die mehr als 11⁄2 Jahre
nach dem Unfall erstmals geäusserte Vermutung einer milden traumatischen
Hinschädigung (= MTBI / Commotio cerebri / Hirnerschütterung), habe sich nicht
objektivieren lassen. Eine Hirnerschütterung reiche zur Annahme eines Schädel-
Hirntraumas nicht aus, welches zu einer analogen Anwendung der Rechtsprechung zu
den Schleudertraumas führen würde. Die Adäquanzprüfung habe daher nach der
Rechtsprechung in BGE 115 V 133 zu erfolgen. Ausgehend von einem mittelschweren
Ereignis und unter Berücksichtigung lediglich der physischen Beschwerden seien die
dafür rechtsprechungsgemäss zu prüfenden Kriterien nicht erfüllt. Die adäquate
Kausalität in Bezug auf die psychischen Beschwerden sei klar zu verneinen.
E.
Der Beschwerdeführer lässt unter Verweis auf seine bisherigen Ausführungen auf eine
Replik verzichten und an seinem Antrag auf Gutheissung der Beschwerde festhalten.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus,
dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen einem
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im
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Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der diesen obliegenden Beweiswürdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu befinden haben. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118
V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). Weiter ist das Vorhandensein eines adäquaten
Kausalzusammenhangs zu prüfen. Die adäquate Kausalität dient der rechtlichen
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung
des Unfallversicherers (BGE 127 V 102 Erw. 5b/aa mit Hinweisen).
1.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts
ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, und die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V
352 Erw. 3a mit Hinweis).
2.
2.1 Im vorliegenden Fall ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen für die
Folgen des Unfalls vom 13. November 1998 ab 1. November 2005 zu Recht einzig
aufgrund der physischen Gesundheitsschädigung festgesetzt hat und
Leistungsansprüche aus der psychisch bedingten Gesundheitsstörung, weil nicht in
adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehend, abgewiesen hat. Dass es
sich bei den persistierenden organischen Beschwerden um Unfallfolgen handelt, ist
nicht strittig. Die Parteien sind sich darüber einig, dass der Beschwerdeführer wegen
der verbleibenden Folgen der beim Unfall vom 13. November 1998 erlittenen
Verletzungen in seiner angestammten körperlich anstrengenden Tätigkeit als
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Servicefahrer nicht mehr arbeitsfähig ist und von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands mehr zu
erwarten ist. Wegen der unfallbedingten körperlichen Einschränkungen geht die
Beschwerdegegnerin von einer Erwerbseinbusse von 14% und einem
Integritätsschaden von 10% aus, was vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt
wird. Für das Gericht besteht unter diesen Umstände keine Veranlassung zur weiteren
Prüfung dieser Frage.
2.2 Aufgrund der fachärztlichen Unterlagen (Gutachten der Klinik St. Katharinental vom
17. Mai 2004 und Würdigung des Versicherungspsychiatrischen Dienstes vom 20. Mai
2005, UV act. 177 und 186) ist sodann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Unfall vom 13. November 1998 auch über den 1. November
2005 hinaus zumindest eine Teilursache der psychischen Beschwerden ist, was für die
Bejahung der natürlichen Kausalität genügt (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 119 V 338 Erw.
1).
2.3 Streitig und zu prüfen bleibt, ob zwischen dem Unfall und dem psychischen
Gesundheitsschaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Die
Beschwerdegegnerin hat die Adäquanz anhand der von der Rechtsprechung (BGE 115
V 133; vgl. auch BGE 129 V 183 Erw. 4.1 mit Hinweisen) entwickelten Kriterien verneint.
Ausgehend von einem mittelschweren Unfall mass sie dem Unfall keine massgebende
Bedeutung für die Entstehung des psychischen Gesundheitsschadens zu.
2.4 Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung (BGE 115 V 133) besteht ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfall, wenn dem Unfall
eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Beschwerden zukommt. In
objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen
Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle
einerseits, schwere Unfälle anderseits und in einen dazwischen liegenden mittleren
Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der
Regel ohne weiteres verneint werden. Ohne aufwändige Abklärungen im psychischen
Bereich darf aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug
unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden, dass ein banaler bzw.
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leichter Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen
Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in
der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Demzufolge wird sich bei dieser Gruppe von
Unfällen die Einholung einer psychiatrischen Expertise meistens erübrigen. Bei Unfällen
im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter
Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des
Unfalls allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv fassbare
Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als
direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind dabei zu nennen:
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls;
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem
Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des
adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits
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zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schweren Fällen im mittleren
Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist.
Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn
es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium
besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt
es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem
Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu
berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die
Adäquanz bejaht wird (BGE 115 V 139 Erw. 6a bis c).
2.5 Da es sich bei den beim Unfall zugezogenen Frakturen der Dornfortsätze und des
Wirbelbogens nicht um Folgen einer Distorsion der Halswirbelsäule oder um eine
ähnliche Verletzung handelt und innert der nach der Rechtsprechung relevanten 72
Stunden nach dem Unfall auch keine der dafür charakteristischen Symptome auftraten,
hat die Adäquanzprüfung nicht nach der für einen derartigen Unfallmechanismus
geltenden Rechtsprechung zu erfolgen, sondern nach den Grundsätzen, wie sie für
nach Unfällen einsetzende psychische Störungen entwickelt wurden (BGE 115 V 138 ff.
Erw. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31).
2.6 Der Beschwerdeführer verursachte am 13. November 1998 ausserorts auf vereister
Strasse eine Frontalkollision mit einer korrekt entgegenkommenden Autolenkerin.
Gemäss seinen Angaben gegenüber der Kantonspolizei verlor er plötzlich die
Beherrschung über den Lieferwagen und rutschte über die Fahrbahn. Er habe
Gegensteuer gegeben, aber das Fahrzeug habe nicht reagiert. Plötzlich sei auf der
Gegenfahrbahn ein Personenwagen aufgetaucht. Er habe diesem ausweichen wollen,
was ihm aber nicht gelungen sei. Die Lenkerin des entgegenkommenden Fahrzeugs
und der Beschwerdeführer selbst wurden verletzt und in Spitalpflege verbracht.
Aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs und der entsprechenden
Rechtsprechung (RKUV 2003 Nr. U 481 S. 204 Erw. 3.3.2, 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.,
1995 Nr. U 215 S. 90 ff.) ist vorliegend mit den Parteien von einem mittelschweren
Unfall auszugehen.
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2.7 Der Berücksichtigung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke zu Grunde, dass solche
Umstände geeignet sind, bei der betroffenen Person während des Unfallgeschehens
oder nachher psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an der nachfolgenden
psychischen Fehlentwicklung mitbeteiligt sein können. Dabei sind objektive Massstäbe
anzuwenden. Nicht was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch
vorgeht - sofern sich dies überhaupt zuverlässig feststellen liesse -, soll entscheidend
sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr psychische
Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 Erw. 3b/cc). Vorliegend fehlt es
sowohl an einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, als auch an Verletzungen, die
erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Das
Herannahen des Kollisionsfahrzeugs und die Unmöglichkeit die Kollision zu vermeiden,
dürfte beim Beschwerdeführer zwar zu einiger Aufregung und zu anschliessender
psychischen Belastungen geführt haben. Dauerhafte, die Leistungsfähigkeit völlig
ausschiessende psychische Probleme dürften daraus aber im Allgemeinen nicht
entstehen. Hinsichtlich des Kriteriums körperliche Dauerschmerzen ist anzumerken,
dass belastungsabhängige Schmerzen keine Dauerschmerzen sind. Selbst wenn
dieses Kriterium vorliegend dennoch als gegeben angesehen würde, fehlte es an der
für eine Anerkennung nötigen Intensität. Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung liegt ebenso wenig vor wie eine ärztliche Fehlbehandlung, ein schwieriger
Heilungsverlauf oder eine lange Dauer der nach dem Unfall eingetretenen physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit. Die nach dem Unfall geklagten Beschwerden wurden
fachgerecht behandelt. Allerdings trat keine Beschwerdefreiheit ein. Aufgrund der
medizinischen Unterlagen ergibt sich dazu, dass die Genesung der beim Unfall
erlittenen Wirbelfrakturen voranschritt und die Nasenbeinfraktur auch innert kurzer Zeit
abheilte, im Verlauf der Zeit die psychische Fehlentwicklung aber immer mehr Einfluss
auf das Befinden und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nahm; der
psychische Gesundheitsschaden kann indessen nicht in die Adäquanzbeurteilung
einbezogen werden (BGE 123 V 99 Erw. 2a).
2.8 Zusammenfassend ist festzustellen, dass vorliegend die unfallbezogenen Kriterien
nicht in gehäufter und auffallender Weise erfüllt sind. Von den sieben bei der
Adäquanzprüfung einzubeziehenden Kriterien ist keines in ausgeprägter Weise
gegeben. Somit ergibt sich, dass die nach dem Unfall aufgetretenen psychischen
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Probleme in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Unfall stehen.
Die Beschwerdegegnerin hat für die daraus entstandene Erwerbseinbusse keine
Leistungen zu erbringen.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind nach Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht