Decision ID: ae879236-b03e-4e7f-9523-f6214db0addd
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1961 geborene
X._
war
zuletzt
als Koch
tätig
, als er sich
erstmals am
2
6. Juni 2000 unter Hinweis auf Ekzeme an den Händen
bei der
Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an
meldete
(
Urk.
8/1).
Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte
daraufhin medizinische und erwerbliche Abklärungen und
sprach
X._
mit Verfügung vom
17. November 2005
(
Urk.
8/
107
)
mit Wirkung ab August 2001
eine Härtefallrente nach Massgabe eines
Invaliditätsgrad
es
von 44
% zu
, samt Renten für
drei
Kinder
(
vgl. auch
Urk.
8/90 und
Urk.
8/106)
. Auf die gegen die Rentenverfügung erho
bene Einsprache trat die IV-Stelle am 29. Dezember 2006 wegen
F
ristversäum
nis
nicht ein (
Urk.
8/125
). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Gericht mit Urteil vom 21. März 2007 ab (
Urk.
8/133,
IV.2007.00045).
Am 3. September 2008
stellte
der Versicherte
ein
Rentenerhöhungsgesuch
(
Urk.
8/144).
Die IV-Stelle
tätigte
daraufhin
erneut
medizinische und erwerbli
che Abklärungen
und veranlasste eine psychiatrische Begutachtung (
Urk.
8/175)
.
M
it
unangefochten in Rechtskraft erwachsener
Verfügung vom
25. März 2011 (
Urk.
8/193)
verneinte die IV-Stelle
eine Rentenerhöhung bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von 44 %.
Im Rahmen eines im Januar 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens
(
Urk.
8/198)
holte
die IV-Stelle
neue medizinische Berichte ein
(
Urk.
8/199,
Urk.
8/204)
und stellte mit Vorbescheid vom 16. Mai 2013 (
Urk.
8/208) die Einstellung der Inva
lidenrente in Aussicht. Nachdem der Versicherte dagegen Einwand (
Urk.
8/224) erhoben hatte, veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre medizinische Un
tersuchung
(
Urk.
8/227)
. Gestützt auf das Gutachten der MEDAS
Y._
vom 3. Juli 2014
(
Urk.
8/241) verfügte die IV-Stelle am 4. November 2014 (
Urk.
2
) die Weiterausrichtung der
bisherigen
Viertelsrente
(richtig
: halbe
Härtefall
rente
;
Urk.
25-26
)
bei einem Invaliditätsgrad von 44 %
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 5. Dezember 2014 Beschwerde (
Urk.
1) mit folgenden Anträgen
(S. 2)
:
„
1.
Die angefochtene Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 4. November 2014 betreffend
Invalidenrente sei aufzuheben.
2.
Die Angelegenheit sei an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3.
Es sei dem Besch
we
rdeführer eine volle
(richtig wohl: ganze)
Invalidenrente zuzusprechen.
4.
Eventualiter:
Es seien dem Beschwerdeführer
Eingliederungs
-
massnahmen
zuzusprechen.
5.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
6.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Las
t
en der
Sozial
-
versicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle.
7.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung
und
Verbeiständung
in
der Person der Unterzeichnenden
ein
-
zuräumen
.
“
In
i
hrer Vernehmlassung
vom 23. Januar 2015
beantragte die Beschwerde
-
gegnerin
, die Beschwerde sei abzuweisen
(
Urk.
7)
.
Nachdem das Gericht am
10. März 2015 die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt hatte (
Urk.
16),
hielt
der
Beschwerdeführer
in der Replik vom 25. März 2015
an
seinen
Anträgen fest (
Urk.
18). Die Beschwerdegegnerin verzichtete
am 1
2.
Mai 2015
auf eine Duplik (
Urk.
23).
3
.
Auf gerichtliche Anfrage hin (
Urk.
24)
legte die IV-Stelle
mit Stellungnahme vom 24
.
August 2016 (
Urk.
25)
dar, dass die Voraussetzungen für eine
Härte
fallrente
regelmässig überprüft
worden seien
,
letztmals im Februar 2016.
Diese Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am
29. August 2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
27
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihrer Verfügung aus, ihre
weiteren Abklärungen
, insbesondere das MEDAS-Gutachten,
hätten ergeben, dass beim Versicherten nach wie vor aufgrund des Handekzems eine 100%ige Einschränkung in der angestammten Tätigkeit als Koch vorliege. In einer ange
passten Tätigkeit sei er zu 100 % arbeitsfähig. Für die weiteren Diagnosen
be
st
ü
nden
keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit. Es handle sich dabei aber um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes. Somit könne nicht von einem verbesserten Gesundheitszustand ausgegangen werden (
Urk.
2).
In der Vernehmlassung vom 23. Januar 2015 (
Urk.
7)
ergänzte
die
Beschwerde
gegnerin
, der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
Z._
habe bereits in früheren Berichten hohe Arbeitsunfähigkeiten und auch Erwerbsunfähigkeiten attestiert. Entsprechende Beurteilungen seien denn auch bereits im Gutachten von
Dr.
med.
A._
diskutiert und verworfen worden
;
s
o auch in der aktuellen Be
urteilung im Gutachten der MEDAS
Y._
durch den psychiatrischen
G
utachter,
Dr.
med.
B._
. Insofern ergäben sich aus dem nachgereichten Bericht des
Dr.
Z._
vom 3. Dezember 2014 keine neuen Erkenntnisse, die nicht bereits im Verfahren berücksichtigt worden seien. Der Eventualantrag auf
Zusprechung
von Eingliederungsmassnahmen sei nicht nachvollziehbar, da sich der Beschwerdeführer selbst als nicht arbeitsfähig sehe. Die subjektive
Einglie
derungsfähigkeit
sei mithin nicht gegeben, weshalb solche Massnahmen zum vornherein nicht zielführend durchführbar seien. Im Weiteren könne auch den Ausführungen zum Einkommensvergleich nicht gefolgt werden
. Der medizini
sche Sachverhalt ebenso wie der Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht
zeig
t
e
n
sich unverändert
,
seitdem hierüber letztmals mit Verfügung vom 25. März 2011 rechtskräftig entschieden worden sei
, so dass kein neuer Einkommensvergleich durchzuführen sei
. Verfehlt seien auch die Ausführungen zum leidensbedingten Abzu
g, zur Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt und die Ausführungen zur Selbsteingliederungsfähigkeit. Dies seien allesamt Kriterien, die keinen Revisionsgrund darstellten (S. 2 f.). Trotz hoher (100%iger) Restarbeitsfähigkeit habe der Beschwerdeführer diese seit seiner Be
rentung nie verwertet. Dieses Verhalten sei nicht auf medizinische Gründe, son
dern auf eine ungenügende Motivation zurückzuführen (S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dagegen,
es liege eine psychiatrisch begründete Ar
beitsunfähigkeit von 100 % vor (
Urk.
1 S. 7).
Er
bemängelt
e
, dass die IV-Stelle keinen Einkommensvergleich zur Bestimmung des Invaliditätsgrades vorge
nommen, sondern einfach den von ihr in ihrer Verfügung vom 17. November 2005 bestimmten Invaliditätsgrad von 44 % übernommen habe
(
S. 8). Ausser
dem hätte die IV-Stelle einen Leidensabzug von mindestens 25 % berücksichti
gen müssen (S. 9).
In der Replik vom
25. März 2015
(
Urk.
18)
machte der
Beschwerdeführer gel
tend, dass offensichtlich somatische Befunde vorlägen, er müsse sogar als
mul
timorbid
bezeichnet werden. Die Beschwerdegegnerin habe den Sachverhalt nicht umfassend abgeklärt und die Abklärungspflicht verletzt. Das Gutachten der MEDAS
Y._
vom 3. Juli 2014
(
Urk.
8/241)
umfasse von den Fachgebieten her nur Allgemeinmedizin, Rheumatologie und Psychiatrie, mache aber dezidierte Aussagen auf dem Gebiet der Dermatologie, was nicht zulässig sei (S.
3).
Er
leide unter einem
dyshidrosiformen
Handekzem, obwohl er seit 2000 nicht mehr berufstätig gewesen sei. Es sei unverständlich, dass die IV-Stelle nicht ein dermatologisches Gutachten mit entsprechenden Testungen durchgeführt habe, denn aufgrund der jetzigen Abklärungssituation sei nicht ersichtlich, inwiefern
ihm
eine Erwerbstätigkeit aus der Sicht seiner Berufs
krankheit zumutbar sei
;
es könne kein Zumutbarkeitsprofil determiniert werden.
Ihm
sei auf jeden Fall nur eine Tätigkeit zumutbar, bei der die Hände eingesetzt würden, eine intellektuelle Arbeit sei ausgeschlossen (S. 4 f.).
Das rheumatologische Gutachten sei oberflächlich ausgefallen, weil es die radiologische Befundlage weder diskutiere noch weitere Abklärungen vorsehe (S. 5)
.
Der Beschwerdeführer bestr
itt sodann
, dass die unter Ziffer 4.2 im Gutachten der MEDAS
Y._
aufgeführten Kra
nkheiten alle keine wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zeitigen. So wie die Überschrift jetzt formu
liert sei, bewirkten diese Diagnosen zwar eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit
,
aber mit wie vielen Prozenten „ohne wesentliche Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit“ zu verstehen sei, sei nicht nachvollziehbar. Das Gutachten um
fasse auch nicht das Fachgebiet der Kardiologie, weshalb auch insofern keine Aussagen gemacht werden könnten
. Weiter br
achte
der Beschwerdeführer vor,
es habe
keine gültige Schlussbesprechung interdisziplinär stattgefunden (S. 5).
Es könne keineswegs von einer Verbesserung der somatischen Situation gegen
über 2005 ausgegangen werden, weder dermatologisch, rheumatologisch noch kardiologisch.
Dabei sei die psychiatrische Sichtweise noch gar nicht berück
sichtigt worden. Die 100 % leidensadaptierte Tätigkeit, die
ihm
zugemutet werde, sei nicht nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer
erklärte sich
weiter
be
reit
, sich an Eingliederungsmassnahmen aktiv zu beteiligen, falls von ihm wirk
lich verlangt werde, erwerbstätig zu sein. Man könne ihm nicht unterstellen, er fühle sich subjektiv nicht eingliederungsfähig, von ihm dann aber andererseits verlangen, er müsse arbeiten. Da sich im Moment noch gar kein
Zumutbarkeits
profil
definieren lasse, könnten auch die erwerblichen Auswirkungen nicht be
urteilt werden (S. 6).
2.3
Strittig
und zu prüfen ist, ob sich seit dem
unbestritten gebliebenen (
Urk.
18
S. 2-3)
Zeitpunkt der letzten
rechtsgenüglichen
Anspruchsp
rüfung
–
mithin
seit
Erlass
der Verfügung vom 25. März 2011 - der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers verschlechtert hat und er einen weitergehenden Anspruch hat als auf die bisherige
halbe (
Härtefall
-)R
ente
.
Der Verfügung vom 25. März 2011 lag die Aktenbeurteilung von
Dr.
med.
C._
, Allgemeine Medizin FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin vom 18. Januar 2011 (
Urk.
8/164/6) zu Grunde. Dieser verwies auf das polydisziplinäre Gutachten des
D._
vom 16. August 2005 (Urk. 8/86) und schloss, die somatischen Befunde würden seit jener Begutachtung nicht anders angegeben. Gemäss
Dr.
A._
bestehe keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. Es bestünden keine kardialen Einschränkungen und die Skelettbefunde seien unverändert. Es könne weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % ausgegangen werden.
Entsprechend ging die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 25. März 2011 von unveränderten Verhältnissen und einer unveränderten
Restarbeitsfä
higkeit
von 80 % aus (
Urk.
8/193; vgl. auch Feststellungsblatt Urk. 8/184/7) und verneinte das Gesuch um Rentenerhöhung. In Anbetracht des Verweises auf das
D._
-Gutachten ist im Folgenden auch dieses in die Würdigung
miteinzube
ziehen
, auch wenn grundsätzlich die aktuellen Verhältnisse mit jenen beim Er
lass der Verfügung vom 25. März 2011 zu vergleichen sind.
3.
3.1
Im polydisziplinären
D._
-Gutachten stellten die verantwortlichen Ärzte fol
gende Diagnosen (
Urk.
8/86): koronare Herzkrankheit mit Status nach
Vorder
wandinfarkt
und dreimaliger Koronarangiografie und dabei durchgeführter vierfacher Stent-Einlage sowie
dyshidrosiformes
Handekzem, aktuell unter Therapie und ohne problematische Exposition in Remission (S. 19). Wegen der anerkannten dermatologischen Probleme sei eine Wiederaufnahme der Tätigkeit als Koch dauerhaft nicht mehr zumutbar (S. 18). Weder die Rückenbeschwerden, noch die bisherigen Folgen der koronaren Herzkrankheit stellten eine prinzipi
elle Leistungsminderung dar und es liege auch keine leistungsrelevante Störung aus versicherungsmedizinischer und neuropsychiatrischer Sicht vor (S. 18 f.). Für eine angepasste Tätigkeit bestehe eine Leistungsfähigkeit von 80 % (S. 19).
Von dieser Restarbeitsfähigkeit ging die Beschwerdegegnerin verfügungsweise aus (
Urk.
8/90).
3.2
Die Verfügung vom 25. März 2011 stützte sich auf die folgenden medizinischen Akten:
3.2.1
Hausarzt
Dr.
med.
E._
nannte im Bericht vom 16. September 2008 (Urk. 8/148/1-4) unter Beilage weiterer Berichte (
Urk.
8/148/5-14) folgende Di
agnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Komplexe koronare Dreigefässerkrankung mit Status nach akutem Vorderwandinfarkt mit Kammerflimmern
Status nach PTCA/
Stenting
und
Restenosierung
mit mehrfachem
Stenting
Chronische invalidisierende Lumbago (Diskushernie L4/5)
Dyshidrotisches
Ekzem
Anpassungsstörung
Den Gesundheitszustand beschrieb er als stationär (
Ziff.
4.1). Seit im Jahr 2003 die Herzkrankheit in den Vordergrund getreten sei (
Ziff.
3.3) sei der Beschwer
deführer vollständig arbeitsunfähig (
Ziff.
3.7).
Im Bericht vom 20. November 2011 verwies
Dr.
E._
auf einen nicht aktenkundigen Bericht des Kardiologen vom 25. Mai 2010 und fügte an, unter Einbezug der kardialen Situation mit den Thorax- und
Lumbovertebralbe
schwerden
und der labilen psychischen Situation bestehe auch in einer leichte
ren Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/180/2).
3.2.2
Der behandelnde
Dr.
med.
Z._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nannte am 21. Januar 2009 folgende Diagnosen, welche seit 2001 schleichend aufge
treten seien (
Urk.
8/151/2):
mittelgradige depressive Episode
Anpassungsstörung mit Angst und Störung des Sozialverhaltens
multiple dissoziative und
somatoforme
Störungen
Neu seien eine Wesensveränderung nach psychischer Krankheit sowie diverse, teils schwere internistische Krankheiten. Er behandle den Beschwerdeführer me
dikamentös und mittels monatliche
r
Sitzungen.
Dr.
Z._
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 60-70 % als Koch oder als Arbeiter (
Urk.
8/151/3).
Zu
Handen
des Gutachters bestätigte er am 8. Mai 2010 (
Urk.
8/165) die Behandlungsfrequenz (S. 1) und legte dar, dass er um die Compliance bezüglich der Pharmakotherapie zäh ringen müsse. Die blosse Erwähnung einer möglichen Nebenwirkung genüge dem Beschwerdeführer, um das Medikament nicht zu nehmen (S. 3 f.). Er beschrieb sodann einen sich verschlechternden Verlauf (
Urk.
8/166).
3.2.3
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte im psychiatrisch-psychotherapeutischen Gutachten vom 26. August 2010 (Urk. 8/175) folgende Diagnosen (S. 10):
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)
Angst- und depressive Störung, gemischt (F41.2)
bei Status nach Anpassungsstörung (F43.2) nach Herzinfarkt im März 2003
bei anamnestisch depressiver Episode, gegenwärtig remittiert (F32.4)
Dr.
A._
führte aus, dass die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) und/oder eine Angst- und depressive Störung, gemischt (F41.2) unter Berücksichtigung der damals geltenden
Überwindbar
keitsrechtsprechung
aufgrund der vor allem subjektiv erlebten und kaum objek
tivierbaren Defizite aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht zu einer Min
derung der Arbeitsfähigkeit führten. Eine Willensanstrengung zur Überwindung der gering ausgeprägten objektiven psychopathologischen Defizite sei dem Be
schwerdeführer aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht zumutbar. Diese Einschätzung betreffe jede Art von allfällig körperlich angepasster Tätigkeit (angestammte/angepasste Tätigkeit, Haushaltsarbeiten). Eine wesentliche Ver
schlechterung des Gesundheitszustands im Vergleich zum Januar 2005 (vgl. das Gutachten vom 16. August 2005 von
D._
) könne aus psychiatrisch-psycho
therapeutischer Sicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden (S. 19).
3.2.4
Unter Hinweis auf das
D._
-Gutachten (E. 3.1
hievor
) erwog die Beschwer
-
degegnerin
in der Verfügung vom 25. März 2011, die - nicht aktenkundige - Kontrolle vom 19. November 2007 zeige keine kardiale Einschränkung oder Hinweise auf Veränderungen. Ebenso seien die Skelettbefunde als
un
verändert anzusehen. Das Gutachten von
Dr.
A._
stelle keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht fest. Gestützt auf die Grundlagen der erstmaligen Rentenbemessung sei weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % auszugehen (
Urk.
8/193/2).
3.3
3.3.1
Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung lagen die folgenden medizinischen Unterlagen vor:
3.3.2
Hausarzt
Dr.
E._
bestätigte in den Berichten vom 2
2.
Februar (
Urk.
8/199) und vom 8. März 2013 (
Urk.
8/201) zur Hauptsache die bis dahin von ihm gestellten Diagnosen. Im Weiteren machte er deutlich, dass verschiedenste Arbeitsversuche
an der verminderten Belastbarkeit gescheitert seien, wobei vegetative Symptome mit Körperzittern, Tachykardie und Erschöpfungszuständen aufgetreten seien. Ihm und dem Beschwerdeführer sei bewusst, dass diese Störungen nicht objektiv
dokumentierbar
seien, da sie nur bei Belastung aufträten. Da er den Patienten seit 1994 betreue und gut kenne, glaube er jedoch seinen Äusserungen vollständig. In diesem Sinne scheine ihm eine Überprüfung der Rentenleistung indiziert.
3.3.3
Der Psychiater
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom 15. April 2013 (
Urk.
8/204) fol
gende Diagnosen:
depressive Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades F32.1, F32.2
Anpassungsstörung F43.23, F43.24
multiple dissoziative Störungen F44.4, F44.6, F45.2
Wesensänderung F62.1
diverse internistische Leiden (unter anderem Status nach Herzinfarkt)
Er führte aus, dass jede der Diagnosen die Arbeitsfähigkeit herabzusetzen ver
möge, ihr
komorbides
Auftreten erhöhe die negativen Auswirkungen dieser Störungen, zudem würden die Behandlungserfolge verringert. Die Arbeitsunfä
higkeit sei unverändert gegenüber seinem Bericht vom Februar 2011, worin er bei gestellten Diagnosen aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % bescheinigt hatte (Urk. 8/187). Das psychopathologische Bild habe sich in den letzten Jahren nicht gross verändert.
Neu aufgetreten seien suizidal gefärbte
Exacerbationen
, in denen der Beschwer
deführer sediert werden müsse. Weiter sei die Wesensänderung im Sinne von ICD-10 F62.1 ausgeprägter, insbesondere der soziale Rückzug, die Passivität mit gänzlicher Interessenlosigkeit (noch unterstützt durch die Depressivität), die
katastrophisierende
Selbstbeobachtung, die fordernde, unrealistische Erwar
tungshaltung, gekoppelt mit einer Stimmungslabilität. Dabei erweise er sich als stur und unnachgiebig.
L
etztere
s
werde durch die sinkenden kognitiven Leis
tungen noch zusätzlich akzentuiert.
Im - vom Beschwerdeführer im
Vorbescheidverfahren
aufgelegten (
Urk.
8/224) - Bericht vom 13. Oktober 2013 (Urk. 8/223) erwähnte
Dr.
Z._
unveränderte Di
agnosen und eine unveränderte Arbeitsunfähigkeit. Alle Störungen zusammen betrachtet bleibe der Patient zu mehr als 70 % arbeitsunfähig.
3.3.4
Im Gutachten der MEDAS
Y._
vom 3. Juli 2014 (
Urk.
8/241) nannten die verantwortlichen Ärzte aus den Fachbereichen Allgemeine/Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein
dyshidrosiformes
Handekzem, unter Therapie und ohne problematische Exposition
geringgradig
ausgeprägt (S. 23).
Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, blieben - zusammengefasst wiedergegeben - die folgenden Diagnosen (S. 23):
Multilokuläres
Schmerzbild ohne rheumatologische Grund
lage/chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak
toren angedeutet (F45.41)
Dysthymia
(F34.1)
komplexe koronare 3-Gefäss-Erkrankung
aktuell: (19. März 2014
Dr.
F._
): keine wesentliche Angina
pecto
ris
,
Ergometrie
ohne
residuelle
Ischämie, gesamthaft erhaltene LV-Pumpfunktion (EF 65 %)
Arterielle Hypertonie
Die Gutachter führten aus, dass dem Beschwerdeführer - unverändert zum
D._
-Gutachten - die angestammte Tätigkeit als Koch wegen des chronischen Handekzems auf Dauer nicht mehr zumutbar sei (Arbeitsunfähigkeit 100 %); dieses Leiden sei selbstredend nicht „überwindbar“. Die koronare Herzkrankheit (3-Gefäss-Erkrankung, Status nach Vorderwandinfarkt mit Kammerflimmern im März 2003, Status nach
Stenting
im März 2003, April 2003, Februar 2004 sowie Januar 2011) könne als zweifelsfrei objektivierbarer Gesundheitsschaden ebenso nicht als „überwindbar“ bezeichnet werden; diesbezüglich lasse sich aktuell ge
mäss dem - zwar nicht aufliegenden, aber unter den
Vorakten
ausführlich refe
rierten (vgl. Urk. 8/241/15) - kardiologischen Bericht von Dr.
F._
vom
19. März 2014 bei unauffälliger
Ergometrie
und fehlender Angina
pectoris
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (S. 22).
Betreffend „Überwindbarkeit des chronischen
Lumbovertebralsyndroms
“ habe die fachärztliche rheumatologische Abklärung praktisch unauffällige Untersu
chungsbefunde am Bewegungsapparat ergeben, insbesondere habe eine rele
vante vertebrale, peripher-
arthrogene
oder neurogene Pathologie nicht erkannt werden können; somit bestünden keine Hinweise auf eine
radikuläre
Reizung oder ein sensomotorisches Ausfallsyndrom. Die geklagten Schmerzen seien rheumatologisch nicht erklärbar, weshalb diesbezüglich von einer uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit als Koch auszugehen sei (S. 22 f.)
.
Betreffend d
ie
diskrepanten psychiatrischen Einschätzungen zwischen den bei
den Begutachtungen und dem behandelnden Psychiater habe die aktuelle fach
ärztliche psychiatrische Exploration keine Anhaltspunkte für das Vorliegen ei
ner wesentlichen, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden psychischen Störung er
geben; der Beschwerdeführer leide wohl an einer
Dysthymia
F34.1 sowie an ei
ner chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren F45.41. Wegen der gering ausgeprägten psychopathologischen Befunde lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen und somit könne die Einschätzung des behandelnden Psychiaters auch nicht gestützt werden (S. 23).
Die Gutachter legten ferner dar, dass unverändert zur Vorbegutachtung eine Arbeitsfähigkeit von 0 % für die angestammte Tätigkeit als Koch bestehe; dies wegen des Handekzems. Eine behinderungsangepasste Verweistätigkeit sei dem Versicherten im Vergleich zur Vorbegutachtung im Jahr 2005 bei unveränder
ten qualitativen Einschränkungen (kein Feuchtigkeits-/Staubkontakt) neu un
eingeschränkt (Arbeitsfähigkeit 100 %) zumutbar. Bei im Wesentlichen unver
ändertem objektivierbare
m
Gesundheitszustand handle es sich dabei um eine unterschiedliche Beurteilung des gleichen Sachverhaltes (S. 24).
3.3.5
Im beschwerdeweise aufgelegten Bericht vom 3. Dezember 2014 (
Urk.
3) diagnostizierte
Dr.
Z._
eine depressive Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades, eine Anpassungs- und chronische Schmerzstörung. Er be
schrieb einen protrahierten Verlauf seit seinem letzten Bericht. Der
Winterbe
ginn
führe zu einer merklichen
Schmerzexazerbation
. Weiter hielt er fest, dass jede der Diagnosen die Arbeitsfähigkeit verringere; darüber hinaus bestehe Komorbidität. Dies erhöhe die pathogene Wirkung der Störungen und erschwere deren effektive Behandlung. Der Patient bleibe weiterhin, alle Diagnosen zu
sammen betrachtet, 100 % arbeitsunfähig.
4.
4.1
Das Gutachten der MEDAS vom
3
. Juli 2014 (E. 3.3.4
hievor
) erfüllt sämtliche von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an eine beweiskräftige medi
zinische Entscheidungsgrundlage (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a): Es beruht auf einer eingehenden internistischen, rheumatologischen und psychiat
rischen Untersuchung, ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen, den relevanten früheren ärztlichen Stellungnahmen und den erhobenen Befunden auseinander und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und
Zusammenhänge sowie grundsätzlich auch in Bezug auf die gezogenen Schlussfolgerungen ein.
So legten die Gutachter in schlüssiger Weise dar, dass die gestellten Diagnosen - abgesehen vom Handekzem - keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Sie setzten sich mit den diskrepanten psychiatrischen Einschätzungen des be
handelnden Psychiaters auseinander und legten plausibel dar, dass die aktuelle fachärztliche psychiatrische Exploration keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer wesentlichen, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden psychischen Störung ergeben hat. Der Beschwerdeführer leidet gemäss Gutachten wohl an einer
Dysthymia
F34.1 sowie an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren F45.41. Aufgrund der gering ausgeprägten psycho
pathologischen Befunde ist eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit jedoch nicht erkennbar. Somit wurde im Gutachten schlüssig dargelegt, dass die abwei
chende Einschätzung des behandelnden Psychiaters nicht gestützt werden kann.
Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt sodann wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrachtet voll
ständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Ge
sundheitszustandes stattgefunden hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_459/2014 vom 28. Oktober 2014 E. 2 mit Hinweisen).
Die MEDAS-Gutachter verneinten die Frage nach der gesundheitlichen Veränderung klar und erläuterten, dass sie die Restarbeitsfähigkeit anders be
urteilten als die früher befassten Ärzte (Urk. 8/241/23), was mit Blick auf die Revisionsvoraussetzungen unbeachtlich zu bleiben hat. Dieser Betrachtungs
weise schloss si
ch
die Beschwerdegegnerin an, während der Beschwerdeführer gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte eine gesundheitliche Ver
schlechterung postulierte.
4.2
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer aufgrund des Handekzems in seiner angestammten Tätigkeit als Koch - unverändert zum Vergleichszeitpunkt im Jahr 2011 - zu 100 % arbeitsunfähig ist. Strittig und zu prüfen ist hingegen, wie es sich - unter dem Blickwinkel des gesundheitlichen Verlaufs - mit den dermatologischen, kardiologischen
, rheumatologischen
und den psychischen Beschwerden sowie gegebenenfalls mit der Restarbeitsfähigkeit verhält.
4.3
Das aktenmässig ausgewiesene Handekzem erachteten die MEDAS-Gutachter als unverändert und massen ihm weiterhin einen wesentlichen Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit bei. Den aufliegenden medizinischen Akten selbst der behandeln
den Ärzte sind jedoch keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass sich die ent
sprechenden Beschwerden im Vergleichszeitraum verschlechtert haben könnten.
Da hier nicht eine erstmalige Invaliditätsbemessung, sondern lediglich die gesundheitliche Veränderung zu prüfen ist, erweist sich - angesichts der fehlen
den medizinischen Anhaltspunkte für eine diesbezügliche Verschlechterung - die vom Beschwerdeführer
anbegehrte
Abklärung durch einen Dermatologen unter anderem zur Bestimmung der Restarbeitsfähigkeit (
Urk.
18 S. 4) als ent
behrlich. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer auch keine entspre
chende fachärztliche Behandlung in Anspruch nimmt (Urk. 8/241/19).
4.4
In Bezug auf die Herzbeschwerden ist der Diagnoseliste des MEDAS-Gutachtens zu entnehmen, dass nach dem Infarkt im Jahr 2003 mehrere
Stentings
notwen
dig waren, wobei der letzte Eingriff am 31. Januar 2011, mithin vor dem mass
gebenden Vergleichszeitpunkt stattfand, aber an der damaligen
Invaliditätsbe
messung
letztlich nichts änderte.
Die Beurteilung der aktuellen kardiologischen Verhältnisse erfolgte in Kenntnis der Abklärung im
G._
vom 19. März 2014 (vgl. Urk. 8/241/15
Ziff.
1.1.4). Diese ergab keine Hinweise für eine koronare Destabilisierung und zeigte eine normale Herzfunktion. In Anbetracht der aus medizinischer Sicht vollständig fehlenden Hinweise für eine kardiologische Verschlechterung verletzte die Beschwerdegegnerin entgegen
den
Vorbringen des Beschwerdeführers den Untersuchungsgrundsatz nicht, wenn sie auf eine Begutachtung durch einen Kardiologen verzichtete. Vielmehr leuchtet ein, dass der begutachtende Internist aufgrund der praktisch
blanden
kardiologischen Verhältnisse eine gesundheitliche Verschlechterung ausschloss.
4.5
Der Beschwerdeführer bemängelte sodann, dass die von der MEDAS veranlasste Bildgebung der Lendenwirbelsäule vom begutachtenden Rheumatologen nicht berücksichtigt wurde (
Urk.
18 S. 5). Diese Darstellung findet in den Akten keine Stütze.
Die Radiologin ersah laut Bericht über die Untersuchung vom
3.
April 2014 eine rechtskonvexe Skoliose, kaum degenerative Veränderungen, eine beginnende
Chondrose
LWK 4/5 sowie ein mögliches subtiles
Baastrup
-Phänomen LWK3 bis allenfalls LWK5 (Urk. 8/241/28). Im rheumatologischen Konsilium setzte sich der Experte mit dieser Beurteilung auseinander (Urk. 8/241/32) und erblickte darin weder degenerative Veränderungen noch eine Skoliose von einem Aus
mass, dass er damit die geklagten Schmerzen hätte erklären können. Klinisch berichtete der Gutachte
r
von praktisch unauffälligen Befunden bei der Untersu
chung und äusserte den Eindruck einer deutlichen Schmerzüberzeichnung und von inkonsistenten Schmerzauslösungen. Dies lässt seinen Schluss, es liege keine relevante vertebrale, peripher-
arthrogene
oder neurogene Patholog
i
e vor (
Urk.
8/241/33), als durchaus plausibel erscheinen. Im Übrigen erklärte der Be
schwerdeführer selbst, die Schmerzen seien seit 2001 eigentlich unverändert (
Urk.
8/241/31), was mit den anamnestischen Ausführungen im
D._
-Gutach
ten im Einklang steht (
Urk.
8/86/4). Obwohl sich der Beschwerdeführer subjektiv bereits damals ausser Stande sah, mit diesen Beschwerden einer Arbeit nachzu
gehen (Urk. 8/86/16), stellten die
D._
-Gutachter bereits damals im Zusam
menhang mit dem Rücken keine krankheitswertige Diagnose (
Urk.
8/86/19) mit der Begründung, die Rückenschmerzen seien überwiegend funktioneller Natur. Dementsprechend bescheinigten sie eine volle Einsatzfähigkeit in einer leichten körperlichen Tätigkeit (
Urk.
8/86/17).
In der aktuellen Untersuchung wurde erneut auf die funktionelle Überlagerung sowie auf die diskreten radiologischen Befunde hingewiesen. Unter diesen Um
ständen überzeugt die Schlussfolgerung des Rheumatologen der MEDAS, es liege ein unveränderter Zustand vor. Dem in voller Kenntnis der
Vorakten
er
gangenen Gutachten ist daher volle
r
Beweiswert beizumessen.
4.6
Dr.
A._
und die MEDAS-Gutachter stimmen in diagnostischer Hinsicht betref
fend die Schmerzstörung (ICD-10 F45.41) überein (E. 3.2.3 und E. 3.3.4), was eine Veränderung ausschliesst.
Dr.
A._
fasste die weitere psychische Be
einträchtigung als Angst- und depressive Störung gemischt (ICD
F41.2) bei ei
nem Status nach Anpassungsstörung nach Herzinfarkt und bei remittierter De
pression (E. 3.2.3), wohingegen das neue Gutachten eine
Dysthymia
nannte
(E. 3.3.4).
Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht
ermes
sensfrei
erfolgen und eröffnet dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, so
fern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_945/2009 vom 2
3.
September 2010 E. 5). Daher kann allein aufgrund der unterschiedlichen Diagnosen nicht auf eine Veränderung geschlossen werden. Ins Gewicht fällt zudem, dass beide begutachtenden Psychiater nur geringe psy
chopathologische Befunde erhoben und diesen übereinstimmend keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit be
i
massen. Mit den MEDAS-Gutachtern sind daher
massgebliche Veränderungen des psychischen Gesundheitszustandes zu vernei
nen.
Daran vermögen die Berichte des behandelnden
Dr.
Z._
nichts zu ändern. Zwar gab er am 1
5.
April 2013 an, es sei eine Wesensveränderung aufgetreten (E. 3.3.3), doch fand diese Diagnose bereits keinen Eingang mehr in seinen Be
richt vom
3.
Dezember 2014 (E. 3.3.5). Dies gilt auch für die am 1
5.
April 2013 diagnostizierten, ohne klinische Befunde untermauerten - und im Übrigen be
reits im Bericht vom 2
1.
Januar 2009 erwähnten (E. 3.2.2) - dissoziativen Stö
rungen (E. 3.3.3). Seine Beurteilungen erweisen sich nicht als konsistent, wes
halb darauf und namentlich auf die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit nicht abgestellt werden kann. Insoweit er die depressive Störung als mittelgradig bis intermittierend schwer fasste, kann Dr.
Z._
nicht gefolgt
werden
, setzte er sich doch mit der abweichenden Beurteilung der Gut
achter nicht auseinander. Er begründet diese Diagnose zudem mit der zu
Win
terbeginn
auftretenden
Schmerzexazerbation
(E. 3.3.5), was nicht auf anhal
tende Veränderungen schliessen lässt.
4.7
Ebenso wenig sind die Berichte von
Dr.
E._
geeignet, die Schlussfolgerungen der MEDAS-Gutachter in Zweifel zu ziehen. Die Berichte erschöpfen sich zur Hauptsache in der Wiedergabe der subjektiven Wahrnehmung des Be
schwerdeführers, denen der Arzt beipflichtete (E. 3.3.2) und stellen daher von vornherein keine hinreichende medizinische Grundlage dar, um eine gesund
heitliche Verschlechterung zu belegen.
4.8
Der Beschwerdeführer rügte schliesslich, dass dem MEDAS-Gutachten kein
Be
weiswert
zukomme, weil nicht alle beteiligten Gutachter an der
Konsensbespre
chung
teilgenommen haben (
Urk.
18 S. 5). Wenn der Schlussbesprechung auch ein nicht begutachtender Allgemeinmediziner sowie der Chefarzt der MEDAS
Y._
beigewohnt haben (Urk. 8/241/21), kann daraus nicht geschlossen werden, die befassten Gutachter seien übergangen worden beziehungsweise hätten nicht teilgenommen. Denn laut entsprechendem Vermerk im Gutachten hat die Konsensfindung im Zirkularverfahren unter allen beteiligten Fachleuten stattgefunden (Urk. 8/241/21). Diese Form der
Entscheidfindung
kann gegen
über der mündlichen Besprechung mit anschliessender Beschlussfassung nicht als ungenügend betrachtet werden. Es besteht daher keine Veranlassung, dem MEDAS-Gutachten den Beweiswert abzusprechen.
4.9
Nach dem Gesagten
ist
keine gesundheitliche Veränderung und insbesondere keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Den MEDAS-Gutachtern ist beizupflichten, dass ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
mit 100 % in einer angepassten Tätigkeit eine revisionsrechtlich unerhebliche Neubeurteilung des unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes ist. Es ist daher weiterhin von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit auszugehen.
Damit hat es mit der Bestätigung der bisherigen halben Härtefallrente bei einem Invaliditätsgrad von 44 % sein Bewenden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Die angefochtene Verfügung vom
4.
November 2014 (
Urk.
2) beschlägt einzig den geltend gemachten Rentenanspruch. In Bezug auf die beantragten berufli
chen Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
1 S. 9 f.,
Urk.
18 S. 6) fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand, weshalb diesbezüglich auf die Beschwerde nicht ein
zutreten ist.
Dem Beschwerdeführer bleibt es unbenommen, bei der Beschwerdegegnerin ein Gesuch auf Eingliederungsmassnahmen zu stellen.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG), jedoch zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
16) einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
6.2
Zudem ist die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler, für ihre Bemühungen im vorliegenden Ver
fahren zu entschädigen. Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
(
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Mit Honorarnote vom 1
3.
April 2015 (
Urk.
22) machte die Rechtsvertreterin ei
nen Aufwand von 29.92 Stunden und Auslagen von
Fr.
332.55 geltend. Die anwaltlichen Bemühungen umfassten unter anderem zahlreiche, teilweise gänz
lich
unsubstantiiert
gebliebene Abklärungen (beispielsweise am 26. November und 4. Dezember 2014 mit
Dr.
Z._
, am
5.
Dezember 2014 mit
H._
), wobei nicht ersichtlich ist, inwiefern diese im Zusammenhang mit diesem Verfahren standen beziehungsweise
hiefür
notwendig waren. Separat von diesen Abklärungen wurde das Studium von diversen Unterlagen erwähnt, ohne dass der Aufwand für das Studium der Prozessakten im Detail ersichtlich wäre. Für die entsprechenden Bemühungen wurden rund 16 Stunden ausgewiesen, was weder mit Bezug auf die Schwierigkeit des Prozesses noch hinsichtlich des Um
fanges der Akten angemessen ist. Auch der für die Ausarbeitung der
Rechts
schriften
ausgewiesene Aufwand von insgesamt fast neun Stunden erscheint überhöht. Zudem sind die Barauslagen von Fr. 332.55 (wovon Fr. 296.-- für Fotokopien) zu hoch; dies insbesondere unter dem Blickwinkel, dass das Akten
dossier von der IV-Stelle in Kopie zur Verfügung gestellt wurde.
Angesichts der zu studierenden gut 250 Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der etwa acht- und fünfseitigen Rechtsschriften, den Aufwendungen im Zu
sammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von Rechtsanwältin
Dr.
Wyler bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) für die im Jahr 2014 und von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) für die im Jahr 2015 getätigten Aufwen
dungen auf
Fr.
2‘700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzuset
zen.
6.3
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.