Decision ID: 93b74c5c-565c-4375-a5bc-764a0044d699
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführerin,
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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente; berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1951 geborene K._ meldete sich am 29. April 2005 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung, Umschulung auf
eine neue Tätigkeit und eine Rente. Sie gab an, in Mazedonien die obligatorische
Schule besucht und eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht zu haben. Im
März 1995 sei sie in die Schweiz gekommen, wo sie sich um die beiden Kinder und
den Haushalt gekümmert und seit Januar 2000 als Reinigungskraft gearbeitet habe.
Seit Jahren leide sie an Rückenschmerzen (Diskushernie), Fibromyalgie und Diabetes
mellitus Typ II (insulinpflichtig) (act. G 11.1/66).
A.b Die A._ teilte im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 18. Mai 2005
(act. G 11.1/60) mit, die Versicherte sei seit dem 17. Januar 2000 als Reinigerin mit
einem Pensum von 12.5 Stunden pro Woche (act. G 11.1/50) bei ihr beschäftigt. Seit
dem 1. Januar 2005 arbeite sie an fünf Tagen pro Woche jeweils drei Stunden und
verdiene seit 1. Februar 2005 Fr. 19.01 pro Stunde. Im Jahr 2002 habe sie für 1'559.75
Arbeitsstunden Fr. 27'295.65 verdient, im Jahr 2003 für 1'753.5 Arbeitsstunden
Fr. 31'419.-- und im Jahr 2004 für 1'390.85 Arbeitsstunden Fr. 25'035.30.
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Zudem hat die Versicherte von September 2001 bis September 2005 als Raumpflegerin
bei Dr. med. dent. B._ gearbeitet. Dabei verdiente sie im Jahr 2003 bei 210
Arbeitsstunden Fr. 5'249.65, im Jahr 2004 bei 200 Arbeitsstunden Fr. 4'989.70 und im
Jahr 2005 bei 160 Arbeitsstunden Fr. 3'979.80 (vgl. act. G 11.1/47).
A.c Im Arztbericht vom 13. Mai 2005 (act. G 11.1/61) diagnostizierte Dr. med. C._
bei der Versicherten eine Diskushernie L5/S1 mit Wurzelirritation L4 links, eine mediane
breitbasige Hernierung L4/5, einen Diabetes mellitus Typ II (insulinpflichtig), ein
Fibromyalgiesyndrom, einen eventuell medikamentös bedingten Colon irritabile sowie
eine Depression. Seit dem 29. März 2005 und bis auf Weiteres sei die Versicherte zu
50% arbeitsunfähig. Ihr Gesundheitszustand sei stationär bis sich verschlechternd.
Dr. med. D._ teilte mit Arztbericht vom 23. Mai 2005 (act. G 11.1/54) mit, die
Versicherte sei bis am 13. Dezember 2004 bei ihm in Behandlung gewesen. Sie leide
an muskuloskelettalen Thoraxschmerzen, insulinpflichtigem Diabetes mellitus,
chronischen Rücken-, Kopf- und Brustschmerzen, Nikotinabusus und
Hypercholesterinämie. Ihr Gesundheitszustand sei stationär. Sowohl die bisherige wie
auch andere Tätigkeiten seien ihr zu mindestens 50% zumutbar.
A.d Im Verlaufsbericht vom 12. Januar 2006 (act. G 11.1/52) führte Dr. C._ aus, der
Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär, er habe sich in letzter Zeit
verschlechtert. Sie leide an Diabetes mellitus Typ II, beginnender Linsentrübung
beidseits, Verdacht auf beginnende periphere Polyneuropathie und PAVK, einem
metabolischen Syndrom, einer Diskushernie L5/S1 mit Wurzelirritation links, einer
medianen breitbasigen Diskushernie L4/5, einem Fibromyalgiesyndrom, einer
Depression, einer peripher-zentralen vestibulären Funktionsstörung rechtsbetont bei
Reizlabyrinth rechts, starkem Schwindel, chronischen Kopfschmerzen, einem Colon
irritabile und einer Chondropathia patella beidseits. Weder die bisherige noch andere
Tätigkeiten seien ihr zumutbar, sie sei 100% arbeitsunfähig.
A.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz hielt auf Anfrage hin am
8. Februar 2006 (act. G 11.1/49) fest, es seien noch viele Fragen offen, weshalb eine
polydisziplinäre Abklärung durchgeführt werden sollte.
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A.f Diese Exploration wurde am 23. Mai 2006 durch die Ärztliche Begutachtungsinstitut
GmbH (ABI) vorgenommen. Dem Gutachten vom 5. September 2006 (act. G 11.1/31)
ist zu entnehmen, dass die Versicherte an einem chronischen lumbovertebralen
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5) bei Diskushernien
L4/5 und L5/S1 (ICD-10: M51.2) leidet. Diese Diagnose hätte Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien das metabolische
Syndrom (ICD-10: E88.9) bei Adipositas mit Body Mass Index 31.5 kg/m2, schlecht
eingestelltem Diabetes mellitus und Dyslipidämie sowie das beginnende multilokuläre
Schmerzsyndrom, weitgehend ohne klinisches Korrelat (ICD-10: R52.1) bei/mit
somatoformer Schmerzüberlagerung (ICD-10: F45.4). In der angestammten Tätigkeit
betrage die Arbeitsfähigkeit wegen der degenerativen Veränderungen im lumbalen
Bereich seit März 2005 50%, da Reinigungsarbeiten wiederholte Zwangshaltungen der
Wirbelsäule beinhalteten und diese Körperhaltungen zu einer nicht zumutbaren
Schmerzprovokation führen könnten. Für körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten in wechselnder Position und ohne länger dauernde Zwangshaltungen der
unteren Wirbelsäule sei die Versicherte zu 100% arbeitsfähig. Aus internistischer Sicht
bestünden Einschränkungen wegen des Diabetes mellitus. So seien Arbeiten
ausgeschlossen, von denen eine potenzielle Eigen- oder Fremdgefährdung bei
unsachgemässer Ausführung befürchtet werden müsse, wie beispielsweise Tätigkeiten
im Strassenverkehr, auf Gerüsten oder Leitern sowie an gefährlichen Maschinen.
Zudem müsse die Möglichkeit bestehen, dass sich die Versicherte auch während der
Arbeitszeit regelmässig Insulin applizieren könne. Aus psychiatrischer Sicht liessen sich
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben. Bei der Hausarbeit
seien die gleichen Belastungen zumutbar wie bei ausserhäuslichen Tätigkeiten, so dass
die zumutbare Arbeitsfähigkeit 90% betrage. An medizinischen Massnahmen stünde
eine Gewichtsreduktion im Vordergrund, wodurch sich eine Verbesserung der
internistischen Situation ergeben sollte und ein günstiger Einfluss auf die Beschwerden
im Bereich der unteren Wirbelsäule und der unteren Extremitäten zu erwarten wäre.
Berufliche Massnahmen könnten nicht empfohlen werden, da sich die Versicherte nicht
mehr in der Lage sehe, irgendeiner Arbeitstätigkeit nachzugehen.
A.g Gestützt auf dieses Gutachten und die Stellungnahme des RAD vom 7. November
2006 (act. G 11.1/29) erliess die IV-Stelle am 6. Februar 2007 zwei Vorbescheide
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(act. G 11.1/25 und 23), mit welchen sie die Ansprüche der Versicherten auf eine
Invalidenrente und auf berufliche Massnahmen abwies.
A.h Gegen diese Vorbescheide erhob Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh für die
Versicherte am 9. März 2007 (act. G 11.1/20) Einwand. Rechtsanwalt Fäh führte zur
Begründung aus, das ABI-Gutachten weiche erheblich von der Beurteilung durch Dr.
C._ ab, wobei die Abweichungen nicht nachvollziehbar begründet seien und es sei
zudem nicht ersichtlich, weshalb in der Tätigkeit des Reinigungsdienstes, die als
mittelschwere Tätigkeit zu beurteilen sei, eine Arbeitsunfähigkeit von 50%, für
mittelschwere Tätigkeiten jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben sein solle. Mit
Schreiben vom 16. April 2007 (act. G 11.1/18) ersuchte Rechtsanwalt Fäh die IV-Stelle,
ihm die diversen ärztlichen Berichte, welche im ABI-Gutachten erwähnt, in den Akten
jedoch nicht vorhanden waren, zuzustellen. Es handelte sich dabei um die Berichte des
Röntgeninstituts Dr. med. E._ vom 2. März 2005 (act. G 11.1/16-20), des
Kantonsspitals St. Gallen, Departement Innere Medizin, Endokrinologie/Diabetologie,
vom 3. November 2005, 30. August 2005 und 27. März 2006 (act. G 11.1/16-9, 12 und
18), von Prof. Dr. med. F._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, spez.
Wirbelsäulenchirurgie, vom 27. Februar und 10. März 2005 (act. G 11.1/16-15 und 17),
von Dr. med. G._, Spezialärztin für Augenkrankheiten FMH, vom 3. Februar 2005 und
7. März 2006 (act. G 11.1/16-8 und 7) sowie von Dr. med. H._, Spezialarzt FMH für
Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 17. Oktober 2005
(act. G 11.1/16-1).
Mit Einwandergänzung vom 23. Mai 2007 (act. G 11.1/12) hielt Rechtsanwalt Fäh fest,
die Beurteilungen von Prof. Dr. med. F._ betreffend die Wirbelsäulenproblematik und
von Dr. med. H._ betreffend die Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden habe
viel zu wenig Beachtung durch das ABI gefunden. Die Versicherte sei in intensiver
Behandlung bei Prof. Dr. med. F._, weshalb bei diesem ein Bericht über die aktuelle
medizinische Situation einzuholen sei.
A.i Der RAD führte in seiner Stellungnahme vom 25. Mai 2007 (act. G 11.1/13) aus, die
Begutachtung sei versicherungsmedizinisch plausibel und erfülle alle Qualitätskriterien.
Die Berichte von Prof. F._ und Dr. C._ seien von den Gutachtern angemessen
berücksichtigt worden. Eine weitere Stellungnahme von Prof. F._ sei nicht
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einzuholen, da keine medizinisch untermauerte Veränderung des
Gesundheitszustandes seit der Begutachtung vorliege.
A.j Gestützt auf diese Stellungnahme wies die IV-Stelle mit Verfügungen vom 31. Mai
und 1. Juni 2007 (act. G 11.1/11 und 10) die Ansprüche der Versicherten auf berufliche
Massnahmen und eine Invalidenrente ab.
B.
Gegen diese Verfügungen richtet sich die am 5. Juli 2007 (act. G 1) von Rechtsanwalt
Fäh für die Betroffene erhobene Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügungen vom
31. Mai und 1. Juni 2007 seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei
Kostengutsprache für berufliche Massnahmen zu erteilen, gegebenenfalls sei ihr eine
Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung führt Rechtsanwalt Fäh im Wesentlichen
aus, Prof. Dr. med. F._ habe wegen der sehr erheblichen Wirbelsäulenproblematik
und der dadurch massgeblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin einen operativen Eingriff an der Wirbelsäule vorgeschlagen. Das
ABI habe sich mit der Beurteilung von Prof. Dr. med. F._ nicht umfassend
auseinandergesetzt, so hätten weder das ABI noch die IV-Stelle eine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit und einen umfassenden Arztbericht bei Prof. Dr. med. F._ eingeholt.
Auch den von Dr. H._ beschriebenen Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden
habe das ABI viel zu wenig Beachtung geschenkt. Zudem beurteile die IV-Stelle die
Tätigkeit als Reinigungshilfe als mittelschwer. Es sei daher nicht nachvollziehbar, dass
die Beschwerdeführerin in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit, anders als im
Reinigungsdienst, zu 100% arbeitsfähig sein solle. Rechtsanwalt Fäh beantragte im
Übrigen eine Nachfristansetzung zur einlässlichen Begründung der Beschwerde.
Trotz Nachfristgewährung und dreimaliger Fristerstreckung (act. G 2, 4, 6 und 8) reichte
Rechtsanwalt Fäh keine Beschwerdeergänzung ein.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 18. Februar 2008 (act. G 11) beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Sie führt im Wesentlichen aus, der
Meinung der neutralen ABI-Experten sei ein grösserer Stellenwert beizumessen als
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derjenigen der erfahrungsgemäss nicht ganz unbefangenen behandelnden Ärzte. Ein
behandelnder Arzt habe nicht die Stellung eines Sachverständigen, sondern einer
Auskunftsperson. Die ABI-Experten hätten sich mit den Meinungen von Dr. C._, Prof.
F._ und Dr. H._ auseinandergesetzt. Der Gesundheitszustand habe sich seit der
ABI-Begutachtung nicht verändert. Es sei nicht einzusehen, weshalb nicht auf das ABI-
Gutachten abzustellen sein sollte.
D.
Eine Replik reichte Rechtsanwalt Fäh trotz Fristerstreckung (act. G 14) nicht ein,
weshalb der Schriftenwechsel am 7. Mai 2008 (act. G 15) geschlossen wurde.
Mit Schreiben vom 23. September 2008 (act. G 16) reicht Rechtsanwalt Fäh jedoch ein
Schreiben von Dr. med. C._ vom 21. April 2008 sowie zwei Berichte der
Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 22. Februar und 13. März 2008 ein.
Dr. C._ hält in seinem Schreiben fest, die Beschwerdeführerin habe sich am
18. September 2007 einer Diskushernienoperation unterzogen, worauf Komplikationen
aufgetreten seien. Sie sei bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Die beiden Berichte
der Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen diagnostizieren ein persistierendes
lumbales Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung in beide Beine, am ehesten dem L5-
Dermatom entsprechend, bei Status nach Laminektomie LWK4 und LWK5 beidseits,
Neurolyse L3 bis S1 und Abszessentfernung epidural auf Höhe LWK3/4 bei
Spondylodiszitis LWK4/5 am 12. Oktober 2007 und Status nach Hemilaminektomie L5
links mit unklarer Indikation am 24. September 2007. Zur Behandlung wurde eine
intensive stationäre Physiotherapie und, bei ausbleibender Besserung, eine Exploration
der Nervenwurzel L5 links mit einer Spondylodese mit Diskektomie und Cage-
Implantation auf Höhe LWK4/5 vorgeschlagen.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da die streitigen Verfügungen am 31. Mai und 1. Juni 2007, mithin
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vor dem 1. Januar 2008, ergingen, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember
2007 geltenden materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1 und BGE
121 V 366 E. 1b).
2.
Vorliegend macht die Beschwerdeführerin sowohl einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen wie auch auf eine IV-Rente geltend. Die Beurteilung beider Ansprüche
hängt von der (verbleibenden) Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab. Es ist
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).
3.
3.1 Strittig ist vorliegend die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Während die
Beschwerdegegnerin gestützt auf das ABI-Gutachten von einer Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit der Beschwerdeführerin von 100% ausgeht, lässt die
Beschwerdeführerin geltend machen, ihre Arbeitsfähigkeit sei bedeutend geringer.
3.2 Das ABI-Gutachten diagnostiziert bei der Beschwerdeführerin ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik bei Diskushernien
L4/5 und L5/S1. Diese Diagnose habe Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien das metabolische Syndrom bei Adipositas,
Diabetes mellitus, Dyslipidämie und das beginnende multilokuläre Schmerzsyndrom,
weitgehend ohne klinisches Korrelat, bei/mit somatoformer Schmerzüberlagerung. In
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der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 50%, in einer adaptierten
Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Die Beschwerdeführerin erachte sich selbst aus rein
somatischen Gründen als nicht mehr arbeitsfähig, was in deutlichem Gegensatz zur
Beurteilung der Gutachter stehe. Bezüglich der beiden Berichte von Prof. F._ vom
27. Februar und 10. März 2005 hält das ABI-Gutachten fest, aufgrund der
Untersuchung bestehe keine klare Korrelation zwischen den bildgebend dargestellten
Alterationen und den klinisch angegebenen Beschwerden. Diese seien sehr diffus und
entsprächen nicht einer radikulären Symptomatik, wie sie gemäss dem MR-Befund zu
erwarten wären. Es müsse somit davon ausgegangen werden, dass es sich um zwei
weitestgehend unabhängige Probleme handle, so dass entsprechend von einer
operativen Behandlung kaum eine wesentliche Beeinflussung erwartet werden dürfe.
Die Einschätzung von Dr. C._ vom 12. Januar 2006, dergemäss die
Beschwerdeführerin zur Zeit 100% arbeitsunfähig sei und auch bei einer Besserung
des Gesundheitszustandes höchstens eine Arbeitsfähigkeit von 50% in
leidensadaptierter Tätigkeit erreicht werden könne, sei nicht nachvollziehbar. Auf
Ebene des Bewegungsapparates bestünden zwar gewisse Einschränkungen, die bei
adaptierten Tätigkeiten jedoch keine Rolle spielen sollten.
3.3 Die Beschwerdeführerin macht in der Beschwerde geltend, das ABI-Gutachten
habe sich mit der Beurteilung von Prof. F._ nicht umfassend auseinandergesetzt. Mit
dem Einreichen der Berichte von Dr. C._ vom 21. April 2008 und der Neurochirurgie
des Kantonsspitals St. Gallen vom 22. Februar und 13. März 2008, denen zu
entnehmen ist, dass sich die Beschwerdeführerin im September 2007 einer
Diskushernienoperation unterzogen hat, bekräftigt sie ihre Ansicht, dass das ABI die
Diskushernienproblematik zu wenig berücksichtigt habe.
4.
4.1 Festzuhalten ist, dass für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde die
Situation zum Zeitpunkt der Verfügungen (31. Mai/1. Juni 2007) massgebend ist. Die
mit Schreiben vom 23. September 2008 nachträglich eingereichten ärztlichen Berichte
wären daher grundsätzlich nicht mehr zu berücksichtigen. Das Gericht hält es jedoch
im vorliegenden Fall aus nachstehenden Gründen für gerechtfertigt, die Entwicklung
des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch das
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ABI im Mai 2006 bis zur Operation im September 2007 in die Beurteilung
miteinzubeziehen.
4.2 Prof. Dr. med. F._ hielt in seinen Berichten vom 27. Februar und 10. März 2005
eine operative Behandlung für nicht ausgeschlossen bzw. für indiziert. In der
Begutachtung vom 1. Mai 2006, also gut ein Jahr später, führte das ABI diesbezüglich
aus, von einer operativen Behandlung dürfe kaum eine wesentliche Beeinflussung
erwartet werden, da zwischen den bildgebend dargestellten Alterationen und den
klinisch angegebenen Beschwerden keine klare Korrelation bestehe. Das ABI ging in
seiner Beurteilung von einer Schmerzverarbeitungsproblematik aus. Gestützt auf diese
Beurteilung wurden am 31. Mai und 1. Juni 2007, also gut ein Jahr nach der
Begutachtung durch das ABI, die vorliegend strittigen Verfügungen erlassen. Im
September 2007, nur gut drei Monate nach Erlass der Verfügungen, unterzog sich die
Beschwerdeführerin einer Diskushernienoperation. Angesichts dieser kurzen
Zeitspanne zwischen dem Erlass der Verfügungen und der Operation geht das Gericht
davon aus, dass sich die Wirbelsäulenproblematik der Beschwerdeführerin in der Zeit
zwischen der Begutachtung durch das ABI und dem Erlass der Verfügungen erheblich
verschlechtert hat. Es erscheint daher nicht ausgeschlossen, dass eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung in Kenntnis der zwischen der ABI-Begutachtung und der
Operation erfolgten Entwicklung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin zu
einem anderen Ergebnis führen würde. Somit kann vorliegend nicht allein auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachtens vom 5. September 2006 abgestellt werden.
Die Beschwerdegegnerin hat ein Ergänzungsgutachten einzuholen, das unter
Berücksichtigung aller medizinischen Berichte seit der Begutachtung durch das ABI am
1. Mai 2006 bis zur Operation am 18. September 2007 eine erneute Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf den Zeitpunkt der strittigen Verfügungen
am 31. Mai/1. Juni 2007 bzw. für den anspruchsrelevanten gesamten Zeitraum
vornimmt.
5.
5.1 Nach dem Gesagten sind die angefochtenen Verfügungen vom 31. Mai und 1. Juni
2007 aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme der weiteren Abklärungen im Sinne
der Erwägungen und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr
von
Fr. 600.-- als angemessen. Da die Rückweisung zur Neubeurteilung praxisgemäss als
volles Obsiegen gilt (ZAK 1987 S. 268 E. 5a), ist die Gerichtsgebühr der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung von Art. 61 lit. g ATSG sowie des
erforderlichen und des erbrachten Aufwandes erscheint eine Entschädigung von
Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG