Decision ID: 32c250e4-d136-4b75-9fba-28447654af3e
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a B._ (nachfolgend: Ehefrau des Versicherten A._) bezog wegen eines Rezidivs
eines adulten Granulosazelltumors des rechten Ovars bei einem IV-Grad 48 % ab dem
1. Juli 2012 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung (IV-act. 59, 66/act. G 10.4). Für
adaptierte Hilfsarbeiten war sie als zu 50 % arbeitsfähig eingestuft worden.
A.b Im Oktober 2014 meldete sich die Ehefrau des Versicherten erstmals zum Bezug
von Ergänzungsleistungen an (EL-act. 9/act. G 10.1). Da der Versicherte zu diesem
Zeitpunkt Taggelder der Krankenversicherung und der Arbeitslosenversicherung bezog,
resultierte ein Einnahmenüberschuss. Mit Verfügung vom 11. Januar 2015 wies die EL-
Durchführungsstelle das Gesuch daher ab (EL-act. 2/act. G 10.1). In der
Verfügungsbegründung wies sie darauf hin, dass auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens nur verzichtet werden könne, wenn ein
Arbeitswille vorhanden sei und genügende Arbeitsbemühungen vorgelegt werden
könnten. Verlangt würden mindestens fünf schriftliche Bewerbungen auf tatsächlich
freie Stellen oder mindestens acht Blind- oder Kurzbewerbungen pro Monat. Zudem
müsse die Ehefrau des Versicherten die negative Formulierung im
Bewerbungsschreiben ("Von den Behörden wurde ich zu 52 % belastbar eingestuft.")
weglassen.
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A.c Am 16. Januar 2015 meldete sich die Ehefrau des Versicherten erneut zum Bezug
von Ergänzungsleistungen an (EL-act. 26/act. G 3.1). Sie gab an, dass sie beim Eintritt
der Invalidität wegen Arbeitslosigkeit bei keiner Pensionskasse versichert gewesen sei.
Der Anmeldung lagen diverse Unterlagen bei. Die Krankentaggeldversicherung und die
Arbeitslosenkasse hatten den Versicherten darüber informiert, dass sein
Taggeldanspruch per 31. Januar 2015 enden werde (EL-act. 27-1 f./act. G 3.1). Die
Viertels-Invalidenrente der Ehefrau betrug seit dem 1. Januar 2015 Fr. 473.-- (EL-act.
27-4/act. G 3.1). Der Versicherte hatte im Jahr 2014 eine BVG-Rente von Fr. 4'096.80
bezogen (EL-act. 27-6/act. G 3.1). Die Erträge aus Sparguthaben hatten per 31.
Dezember 2014 Fr. 0.30 und die Sparguthaben Fr. 695.49 (Fr. 551.18 + Fr. 144.31)
betragen (EL-act. 29-1, 29-4/act. G 3.1). Der monatliche Mietzins der Wohnung belief
sich auf Fr. 900.-- (EL-act. 30/act. G 3.1). Im Mietvertrag war auch eine dem
Versicherten zustehende Entschädigung von Fr. 120.-- pro Monat für
Hauswarttätigkeiten festgehalten. Der Anmeldung lag ausserdem eine Schätzung des
Marktwertes einer Liegenschaft in C._ vom 31. Dezember 2012 (EL-act. 31-3 ff./act.
G 3.1) mit zugehöriger deutscher Übersetzung (EL-act. 31-1 f./act. G 3.1) bei. Der Wert
des Wohnobjekts war auf XXXXXX, derjenige des "Hilfsobjekts" auf XXXXXX und der
Parzellenwert auf XXXXXX geschätzt worden (Gesamtpreis XXXXXX). Gemäss der
Veranlagungsberechnung 2013 hatten der Versicherte und seine Ehefrau in der
Steuererklärung Liegenschaften im Wert von Fr. 66'854.-- deklariert; veranlagt worden
waren jedoch Fr. 300'000.-- (EL-act. 13-1/act. G 10.1). Der deklarierte Ertrag aus
Eigennutzung, Miet- und Pachtzinsen betrug Fr. 0.--; veranlagt worden waren Fr.
12'000.--. Weiter lagen der Anmeldung zwei Bewerbungsschreiben der Ehefrau des
Versicherten vom Januar 2015 bei (EL-act. 28/act. G 3.1).
A.d Am 30. März 2015 teilte die EL-Durchführungsstelle der Ehefrau des Versicherten
mit, dass der Versicherte seinen Anteil zur Existenzsicherung der ehelichen
Gemeinschaft beitragen müsse (EL-act. 24/act. G 10.1). Auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens könne verzichtet werden, wenn genügende
Arbeitsbemühungen für den Zeitraum des EL-Bezugs vorgewiesen werden könnten.
Die Ehefrau des Versicherten antwortete am 29. April 2015 (Posteingang, EL-act. 22-1/
act. G 10.1), dass bei der IV-Stelle ein Rentengesuch des Versicherten hängig sei.
Gemäss den beiliegenden Bewerbungsschreiben hatte sich die Ehefrau des
Versicherten im Februar 2015 sechs Mal und im März 2015 fünf Mal spontan beworben
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(EL-act. 22-4 ff./act. G 10.1). Der Versicherte selbst hatte sich im Januar 2015 fünf Mal,
im Februar 2015 sechs Mal und im März 2015 vier Mal spontan beworben. Die EL-
Durchführungsstelle informierte die Ehefrau des Versicherten am 12. Mai 2015 darüber,
dass das Gesuch um Ergänzungsleistungen bis zum Abschluss des IV-Verfahrens des
Versicherten sistiert werde (EL-act. 21/act. G 10.1). Sollten der Versicherte und seine
Ehefrau trotz genügender Arbeitsbemühungen keine Stelle finden, sei der Verzicht auf
die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens möglich.
Arbeitsbemühungen gälten als genügend, wenn monatlich mindestens fünf schriftliche
und qualitativ einwandfreie Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen oder
mindestens zwölf Blindbewerbungen nachgewiesen werden könnten. Die Ehefrau des
Versicherten wurde erneut aufgefordert, die negative Formulierung im
Bewerbungsschreiben anzupassen.
A.e Am 13. August 2015 teilte die Ehefrau des Versicherten der EL-
Durchführungsstelle mit, dass sich ihre Gesundheitssituation sowie diejenige des
Versicherten in letzter Zeit verschlechtert hätten (EL-act. 20/act. G 10.1). Sie beide
fühlten sich nicht mehr in der Lage, einer Arbeit nachzugehen und eine solche zu
suchen. Der Versicherte habe inzwischen einen Vorbescheid der IV-Stelle erhalten. Die
Ehefrau des Versicherten war von ihrem Hausarzt, Dr. med. D._, vom 1. Mai bis 31.
August 2015 voll arbeitsunfähig geschrieben worden (EL-act. 20-7, 20-9/act. G 10.1).
Dem Versicherten hatte der Hausarzt vom 1. Mai bis 31. August 2015 eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert (EL-act. 20-6, 20-8, 20-11/act. G 10.1). Die zuständige EL-
Sachbearbeiterin notierte am 25. August 2015, dass sie die Ehefrau des Versicherten
telefonisch darüber informiert habe, dass das Verfahren bis zum Erlass der
Rentenverfügung sistiert bleiben müsse (EL-act. 20-1/act. G 10.1). Falls der Versicherte
und seine Ehefrau aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten und keine Stelle
suchen könnten, müssten sie ein detailliertes Arztzeugnis einreichen. Am 2. September
2015 reichte die Ehefrau des Versicherten weitere medizinische Unterlagen ein (EL-act.
19/act. G 10.1).
A.f Mit Verfügungen vom 5. und 26. Oktober 2015 (IV-act. 94, 97/act. G 10.2) sprach
die IV-Stelle dem Versicherten wegen einer mittelgradigen depressiven Episode, eines
Status nach Nasopharynxkarzinom, chronischer lumbospondylogener Schmerzen,
eines schwergradigen Schlafapnoe-Syndroms und einer subklinischen Hypothyreose
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sowie eines ischämischen Hirninfarkts okzipital links rückwirkend ab dem 1. August
2014 eine halbe Rente (IV-Grad von 54 %; Fr. 877.-- pro Monat ab 1. Januar 2015) und
ab 1. Mai 2015 eine Dreiviertelsrente (IV-Grad von 63 %; Fr. 1'315.-- pro Monat) zu. Für
adaptierte Hilfsarbeiten wurde der Versicherte von Januar 2014 bis Januar 2015 als zu
50 % und für die Zeit ab Februar 2015 als zu 40 % arbeitsfähig qualifiziert.
A.g Mit Verfügung vom 24. Oktober 2015 wies die EL-Durchführungsstelle das Gesuch
um Ergänzungsleistungen für die Zeit ab 1. Februar 2015 ab (EL-act. 13/act. G 3.1). Zur
Begründung hielt sie fest, dass der Versicherte und seine Ehefrau die Anforderungen
an den Nachweis genügender Arbeitsbemühungen nicht erfüllt hätten, weshalb ihnen
ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet worden sei. Beim Vermögen
berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle die Liegenschaft in C._ mit Fr. 60'780.--
(Umrechnungskurs/XXXXXX). Der angerechnete Eigenmietwert betrug Fr. 2'853.-- (5 %
des Verkehrswerts des Wohn- und des "Hilfsobjekts"). Die Gebäudeunterhaltskosten
wurden auf Fr. 571.-- beziffert (20 % des Ertrags). Dagegen erhob der Versicherte am
2. November/2. Dezember 2015 Einsprache. Er machte geltend, dass ihm und seiner
Ehefrau kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden dürfe (EL-act. 6,
8/act. G 3.1). Sie beide würden intensiv eine Arbeit suchen. Da er wegen eines
"Knieunfalls" und seine Ehefrau wegen Blutproblemen in den letzten Monaten
arbeitsunfähig gewesen seien, hätten sie ihre Arbeitsbemühungen vorläufig gestoppt.
Ab jetzt würden sie genügende Arbeitsbemühungen nachweisen können. Der
Versicherte war am 22. Oktober 2015 wegen einer ausgedehnten Chondropathie Grad
IV mediales Kompartiment Knie rechts und wegen eines medialen Meniskushinterhorns
Knie rechts operiert worden (EL-act. 10-6 f./act. G 3.1).
A.h Die EL-Durchführungsstelle hiess die Einsprache am 19. Januar 2016 teilweise gut
und sprach dem Versicherten für die Zeit von Februar bis April 2015 eine monatliche EL
von Fr. 748.-- zu (EL-act. 3/act. G 3.1). Im Übrigen wies sie die Einsprache ab. Zur
Begründung hielt sie fest, dass die Arbeitsbemühungen des Versicherten und seiner
Ehefrau bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung sowohl in qualitativer als auch in
quantitativer Hinsicht unzureichend gewesen seien. Weder die Arbeitszeugnisse des
Hausarztes noch die übrigen aktenkundigen medizinischen Unterlagen seien geeignet,
die Unmöglichkeit der Erzielung eines Erwerbseinkommens nachzuweisen, denn die
EL-Durchführungsstelle treffe lediglich in Bezug auf invaliditätsfremde
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Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit eine eigenständige Abklärungspflicht. Die
Höhe des angerechneten Verzichtseinkommens nach Art. 14a ELV richte sich nicht
nach dem Erhöhungszeitpunkt der Rente, sondern nach dem IV-Grad. Der IV-Grad des
Versicherten habe bereits ab Februar 2015 63 % betragen, weshalb ihm bereits ab
diesem Zeitpunkt ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 12'860.-- (und nicht
von Fr. 19'290.--) anzurechnen sei. Für die Zeit von Februar bis April 2015 resultiere
folglich ein EL-Anspruch in der Höhe des Pauschalbetrags für die obligatorische
Krankenversicherung.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 18. Februar 2016 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte die
Aufhebung des Einspracheentscheides und die Streichung der hypothetischen
Erwerbseinkommen aus der EL-Berechnung. Er argumentierte, dass bereits aufgrund
des fortgeschrittenen Alters, der Tatsache, dass sie keinen Beruf erlernt hätten, der
mangelhaften Sprach- und Rechtsschreibekenntnisse sowie aufgrund der
gesundheitlichen Probleme nachgewiesen sei, dass er und seine Ehefrau nicht in der
Lage seien, ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Der Hausarzt hatte am 17. November
2015 angegeben (act. G 1.2), dass der Beschwerdeführer wegen eines Knieleidens,
eines Zustands nach Karzinom im Halsbereich und eines Zustandes nach leichtem
Schlaganfall bei ihm in Behandlung stehe. In Anbetracht des Gesamtbildes kämen für
den Beschwerdeführer nur wenige Arbeitstätigkeiten in Frage (sitzende Tätigkeit ohne
Staubexposition, Bürotätigkeit). Gleichentags hatte der Hausarzt berichtet, dass er die
Ehefrau des Beschwerdeführers wegen Kniebeschwerden behandle (act. G 1.3).
Längere stehende Tätigkeiten seien ihr nicht möglich, sitzende hingegen schon.
B.b Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 7.
März 2016 die Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung verwies sie auf
die Erwägungen im Einspracheentscheid.
B.c Am 30. März 2016 reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische Unterlagen
ein (act. G 5). Am 11. März 2016 war ihm eine mediale, unikondyläre Knieprothese
rechts eingesetzt worden (Bericht vom 16. März 2016). Dr. med. E._, Spezialärztin für
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Psychiatrie/Psychotherapie, hatte ihm für die Zeit vom 24. März 2015 bis 26. Mai 2016
eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Der Hausarzt hatte ihm für den Monat April 2015
ebenfalls eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Das Spital F._ hatte bei der
Ehefrau des Beschwerdeführers eine Chrondropathie femoropatellär mit/bei
Meniskusdegeneration und Rissbildung mediales Vorderhorn diagnostiziert (Bericht
vom 19. Juni 2015). Nach einer Mischinfiltration am 6. Juni 2015 hatte sie eine
deutliche Besserung der Knieschmerzen beschrieben (Bericht vom 24. Juli 2015). Seit
ca. drei Wochen verspüre sie dafür erstmalig einen deutlichen Fersenschmerz beim
Auftreten sowie Abstossen des rechten Fusses. Der Hausarzt hatte der Ehefrau des
Versicherten für den September 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (vgl. act. G 6).
B.e Das Gericht forderte die Beschwerdegegnerin am 9. Mai 2017 auf, die
vollständigen EL-Akten sowie die IV-Akten des Beschwerdeführers und dessen Ehefrau
einzureichen (act. G 7). Es wies zudem darauf hin, dass die Beschwerdegegnerin in der
EL-Berechnung als Ertrag der ausländischen Liegenschaft 5 % des Verkehrswertes bei
den Einnahmen angerechnet habe und bat darum, die rechtliche Grundlage für diese
Praxis zu nennen.
B.f Die angeforderten Akten gingen am 18. Mai 2017 beim Gericht ein (act. G 10). Die
Beschwerdegegnerin erläuterte, dass bei nicht selbstbewohnten Liegenschaften die
Miet- und Pachtzinsen als Liegenschaftsertrag gälten. Der Mietwert sei nach den
Grundsätzen der direkten kantonalen Steuer zu bewerten. Für die Bemessung des
Mietwerts sei von demjenigen Ertrag auszugehen, der bei der Vermietung der
Liegenschaft tatsächlich habe erzielt werden können, d.h. von einem marktkonformen
Mietzins. In Fällen mit ausländischen Liegenschaften werde ein Ertrag in der Höhe von
5 % angerechnet. Diese interne Praxis sei von der EL-Prozesslinie nach einem
fachlichen Austausch mit EL-Mitarbeitern aus anderen Kantonen eingeführt worden.
B.g Der Beschwerdeführer erklärte am 8. Juni 2017 (act. G 12), dass die Liegenschaft
in einem abgelegenen Dorf liege. Deshalb könne sie gar nicht resp. für höchstens Fr.
50.-- pro Monat vermietet werden.

Erwägungen
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1.
Die Anmeldung zum Bezug von Ergänzungsleistungen vom 16. Januar 2015 ist durch
die Ehefrau des Beschwerdeführers erfolgt, da der Beschwerdeführer im Gegensatz zu
seiner Ehefrau im Anmeldezeitpunkt noch keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
gehabt bzw. sich sein Rentenanspruch noch in Abklärung befunden hat. Am 5./26.
Oktober 2015 ist dem Beschwerdeführer rückwirkend ab dem 1. August 2014 eine Teil-
Invalidenrente zugesprochen worden. Während die dem Einspracheentscheid
zugrunde liegende Verfügung vom 24. Oktober 2015 nur an den Beschwerdeführer
adressiert gewesen ist, ist der angefochtene Einspracheentscheid an beide Ehegatten
adressiert gewesen. Sind beide Ehegatten rentenberechtigt, so steht ihnen der EL-
Anspruch auch gemeinsam zu (vgl. RALPH JÖHL/PATRICIA USINGER,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band
XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 19). Da dem Beschwerdeführer rückwirkend
ab 1. August 2014, d.h. bevor die EL-Anmeldung durch seine Ehefrau erfolgt ist, eine
Invalidenrente zugesprochen worden ist, ist die Anmeldung vom 16. Januar 2015 in
eine gemeinsame Anmeldung der Ehegatten umzudeuten.
.
2.1 Die Beschwerde des Beschwerdeführers richtet sich nur gegen die Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens für sich selber und für seine Ehefrau. Da
dem Beschwerdeführer mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. Januar
2016 erstmals eine Ergänzungsleistung zugesprochen worden ist, sind jedoch alle
Berechnungspositionen auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen.
2.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird bei der Erhebung einer
Einsprache das Verwaltungsverfahren erst durch den Einspracheentscheid
abgeschlossen, welcher die ursprüngliche Verfügung ersetzt. Für eine spätere
richterliche Beurteilung sind gemäss dem Bundesgericht deshalb grundsätzlich die
tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des strittigen Einspracheentscheides
massgebend (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 mit Hinweisen). Dieser bundesgerichtlichen
Rechtsprechung kann nicht gefolgt werden. Bei der Einsprache handelt es sich um ein
förmliches Rechtsmittel, mit dem eine Verfügung bei der verfügenden
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Verwaltungsbehörde zwecks Neuüberprüfung angefochten werden kann (HÄFELIN/
MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, N 1815;
BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1. mit Hinweisen). Mit einem Rechtsmittel kann ein gerichtlicher
oder behördlicher Entscheid auf seine Rechtmässigkeit hin überprüft werden. Der
Streitgegenstand wird somit durch den Inhalt des angefochtenen Entscheides definiert.
Mit der Einsprache kann folglich nur angefochten werden, was Gegenstand der
angefochtenen Verfügung gewesen ist (H. SEILER, Rechtsfragen des
Einspracheverfahrens in der Sozialversicherung [Art. 52 ATSG], in/Schaffhauser/
Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2007, S. 76). Würde die zukünftige
Sachverhaltsentwicklung (d.h. die Zeit zwischen Verfügungserlass und Erlass des
Einspracheentscheides) zum Streitgegenstand gehören, könnte die
Beschwerdegegnerin den Streitgegenstand beliebig vergrössern, indem sie mit dem
Erlass des Einspracheentscheides möglichst lange zuwarten würde. Zudem würde der
Einsprache erhebenden Person die Möglichkeit genommen, gegen die Würdigung des
Sachverhalts im Zeitraum zwischen dem Verfügungserlass und dem
Einspracheentscheid Einsprache zu erheben (zum Ganzen vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 2. März 2015, EL 2012/37 E. 2). Ausserdem
müssten alle Verfügungen, die seit der einspracheweise angefochtenen Verfügung
ergangen sind, als nichtig qualifiziert werden. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
die bundesgerichtliche Praxis, wonach im Einspracheentscheid die Verhältnisse bis
zum Erlass des Einspracheentscheides zu berücksichtigen sind, zwar effizient sein
mag. Es geht jedoch nicht an, aus rein verfahrensökonomischen Überlegungen den EL-
beziehenden Personen den gesetzlich vorgesehenen Rechtsmittelweg zu beschneiden.
Daher sind nur die Verhältnisse bis zum Verfügungserlass, d.h. bis zum 24. Oktober
2015, zu überprüfen. Die EL-Neuanmeldung ist im Januar 2015 erfolgt. Somit wäre
grundsätzlich ein EL-Anspruch ab Januar 2015 zu prüfen. Allerdings ist der EL-
Anspruch bis und mit Januar 2015 bereits mit der Verfügung vom 11. Januar 2015
rechtskräftig verneint worden (EL-act. 1/act. G 10.1). Nachfolgend sind somit lediglich
die Anspruchsberechnungen für die Monate Februar 2015 bis Oktober 2015 auf ihre
Richtigkeit hin zu überprüfen.
3.
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3.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, ELG, SR 831.30). Die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem Umfang auch das Vermögen
einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG sowie den in Art. 11 bis 18 der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten Bestimmungen ermittelt.
3.2 Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG wird bei IV-Rentnern ein Fünfzehntel des
Reinvermögens, soweit es bei Ehepaaren Fr. 60'000.-- übersteigt, als Einnahme
angerechnet. Der Beschwerdeführer hat eine Schätzung des Marktwertes der
Liegenschaft in C._ vom 31. Dezember 2012 samt dazugehöriger deutscher
Übersetzung eingereicht. Der Schätzwert der gesamten Liegenschaft betrug XXXXXX.
Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf den Monatsmittelkurs der Eidgenössischen
Steuerverwaltung von Januar 2015 (abrufbar unter: www.estv.admin.ch/estv/de/home/
mehrwertsteuer/dienststungen/fremdwaehrungskurse/monatsmittelkurse/aktueller-
monatsmittelkurs .html) das Grundeigentum auf Fr. 60'780.-- beziffert. Die
Beschwerdegegnerin hat keine weiteren Abklärungen dazu getätigt, ob die eingereichte
Schätzung des Liegenschaftswertes plausibel ist. Gegenüber dem Steueramt hat der
Beschwerdeführer im Jahr 2013 Liegenschaften im Wert von Fr. 66'854.-- deklariert;
veranlagt hat das Steueramt jedoch ein Liegenschaftsvermögen von Fr. 300'000.-- (act.
G 10.1/EL-act. 13-1). Als Liegenschaftsertrag hat das Steueramt im Jahr 2013 Fr.
12'000.-- veranlagt. Die Veranlagungsberechnung 2013 (weitere
Veranlagungsberechnungen sind nicht bei den Akten) weckt zumindest Zweifel daran,
dass die vom Beschwerdeführer eingereichte ausländische Schätzung den
tatsächlichen Wert der Liegenschaft wiedergibt. Weitere Abklärungen zum Wert der
Liegenschaft in C._, insbesondere ein Austausch mit dem Steueramt, sind somit
zwingend notwendig. Demnach stehen weder das anrechenbare Vermögen noch die
Liegenschaftsaufwände (Gebäudeunterhalt) und die Liegenschaftserträge mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest.
3.3 Der Beschwerdeführer und dessen Ehefrau benutzen die Liegenschaft in C._
gemäss eigenen Angaben als Ferienhaus (höchstens zwei bis drei Wochen pro Jahr;
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EL-act. 9-15 f./act. G 10.1). Die restliche Zeit des Jahres wird sie nicht vermietet resp.
steht leer. Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g i.V.m. Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG werden Einkünfte
und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist, als Einnahmen angerechnet. Miet-
und Pachtzinsen sind bei den Einnahmen des Eigentümers grundsätzlich in der
vertraglichen Höhe anzurechnen. Liegt der vertraglich vereinbarte Miet- oder Pachtzins
offensichtlich unter dem ortsüblichen, so ist der letztere als Vermögensertrag
einzusetzen. Dasselbe gilt für Fälle, in denen kein Mietzins vereinbart wurde, oder wenn
die Liegenschaft leer steht, obwohl eine Vermietung möglich wäre (Rz. 3433.03 i.V.m.
3482.14 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Stand 1.
Januar 2015). Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, dass die Liegenschaft in
einem abgelegenen Dorf liege und deshalb gar nicht respektive für höchstens Fr. 50.--
pro Monat vermietet werden könne (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin hat keinerlei
Abklärungen dazu unternommen, ob eine Vermietung der Liegenschaft möglich wäre.
Sie wird dies nachholen müssen. Stellt sich heraus, dass eine Vermietung möglich
wäre, müsste die Beschwerdegegnerin den ortsüblichen Mietzins ermitteln. Die
Verwaltungspraxis, bei ausländischen Liegenschaften ohne weitere Abklärungen
pauschal einen Ertrag von 5 % des Verkehrswertes der Liegenschaft anzurechnen
(vorliegend Fr. 2'853.-- pro Jahr), ist nicht haltbar, da die marktkonformen Mietzinse je
nach Region sehr unterschiedlich ausfallen dürften.
3.4 Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. d ELG werden Renten, Pensionen und andere
wiederkehrende Leistungen als Einnahmen angerechnet. Der Beschwerdeführer
bezieht eine BVG-Rente. Diese hat im Jahr 2014 Fr. 4'096.80 betragen. Ein Beleg über
die im Jahr 2015 ausgerichtete BVG-Rente hat der Beschwerdeführer nicht eingereicht.
Die Beschwerdegegnerin wird noch einen Beleg einfordern müssen.
3.5 Als Einnahmen werden unter anderem zwei Drittel der Erwerbseinkünfte, soweit sie
bei Ehepaaren Fr. 1'500.-- übersteigen, angerechnet (Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG). Der
Anspruch des Beschwerdeführers auf Krankentaggelder und Taggelder der
Arbeitslosenversicherung hat per 31. Januar 2015 geendet. Die Beschwerdegegnerin
hat diese in der Anspruchsberechnung ab 1. Februar 2015 daher zu Recht nicht
berücksichtigt. Laut dem Mietvertrag vom 26. April 2013 ist der Beschwerdeführer als
Hauswart der von ihm bewohnten Liegenschaft tätig und wird dafür mit Fr. 120.-- pro
Monat entschädigt (EL-act. 30-2/act. G 3.1). Die Beschwerdegegnerin hat nicht
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abgeklärt, ob der Beschwerdeführer diese Hauswarttätigkeit am 1. Februar 2015 noch
ausgeübt hat. Auch hierzu wird sie weitere Abklärungen vornehmen müssen.
3.6 Als Einnahmen anzurechnen sind gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG auch Einkünfte,
auf die verzichtet worden ist. Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte
Person und/oder ihr Ehegatte auf die Ausübung einer zumutbaren Erwerbstätigkeit
oder auf deren zumutbare Ausdehnung verzichten (vgl. BGE 141 V 343 E. 3 mit
Hinweisen; vgl. BGE 142 V 12 E. 3.2 mit Hinweisen). Basierend auf Art. 9 Abs. 5 lit. c
ELG betreffend die Anrechnung von Einkünften aus einer zumutbaren Erwerbstätigkeit
bei teilinvaliden Personen sieht Art. 14a ELV vor, dass invaliden Personen als
Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag angerechnet wird, den sie im
massgebenden Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben (Abs. 1). Invaliden Personen
unter 60 Jahren ist als Erwerbseinkommen jedoch anzurechnen (Art. 14a Abs. 2 lit. a
bis c ELV): Bei einem Invaliditätsgrad von 40 bis unter 50 % mindestens der um einen
Drittel erhöhte Höchstbetrag für den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach Art. 10
Abs. 1 lit. a Ziffer 1 ELG (lit.a); bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis unter 60 %
mindestens der Höchstbetrag für den Lebensbedarf nach lit. a; bei einem
Invaliditätsgrad von 60 bis unter 70 % mindestens zwei Drittel des Höchstbetrages für
den Lebensbedarf nach lit. a. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann im
Hinblick auf die berechtigten Interessen der Vereinfachung und der rascheren
Behandlung von Einzelfällen grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass es einer
teilinvaliden versicherten Person vermutungsweise möglich und zumutbar ist, im
Rahmen ihres von den Organen der Invalidenversicherung festgestellten verbliebenen
Leistungsvermögens die in Art. 14a Abs. 2 ELV festgelegten Grenzbeträge zu erzielen.
Die gesetzliche Vermutung kann durch den Beweis des Gegenteils umgestossen
werden, indem der EL-Ansprecher auch Umstände geltend machen kann, welche bei
der Bemessung der Invalidität ohne Bedeutung waren, ihm jedoch verunmöglichen,
seine theoretische Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich zu nutzen (vgl. BGE 117 V 153 E.
2c; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juni 2015, 9C_685/2014 E. 4.2 mit
Hinweisen). So kann der EL-Ansprecher beispielsweise durch den Nachweis, dass er
sich gezielt, jedoch erfolglos auf geeignete Stellen beworben hat, eine unverschuldete
Arbeitslosigkeit beweisen (vgl. Rz. 3424.07 der Wegleitung über die
Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Stand 1. Januar 2016).
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3.6.1 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ein hypothetisches
Erwerbseinkommen von Fr. 12'860.-- pro Jahr und seiner ebenfalls teilinvaliden
Ehefrau ein solches von Fr. 25'720.-- pro Jahr angerechnet. Der Beschwerdeführer und
seine Ehefrau haben im Verwaltungsverfahren vorgebracht, dass sich ihr
Gesundheitszustand in letzter Zeit verschlechtert habe und dass sie nicht in der Lage
seien, eine Arbeitsstelle zu suchen (Schreiben vom 13. August 2015, EL-act. 20/act. G
10.1). Im Beschwerdeverfahren hat der Beschwerdeführer geltend gemacht, dass ihm
und seiner Ehefrau die Ausübung einer Erwerbstätigkeit aufgrund ihres
fortgeschrittenen Alters, der Tatsache, dass sie keinen Beruf erlernt hätten, ihrer
mangelhaften Sprach- und Rechtsschreibekenntnisse sowie aufgrund ihrer
gesundheitlichen Probleme nicht zumutbar sei. Der Beschwerdeführer ist im Zeitpunkt
des Verfügungserlasses (24. Oktober 2015) 57 Jahre und dessen Ehefrau 52 Jahre alt
gewesen. Zwar erschwert das fortgeschrittene Alter die Stellensuche; es ist jedoch
nicht unmöglich, auch im höheren Alter eine Arbeitsstelle zu finden. Des Weiteren
zeichnen sich Hilfsarbeiten gerade dadurch aus, dass sie weder Berufskenntnisse noch
gute Deutschkenntnisse voraussetzen. Diese Argumente sind daher nicht geeignet, den
Beweis für die unverschuldete Arbeitslosigkeit zu erbringen.
3.6.2 Als Nächstes ist zu prüfen, ob sich der Beschwerdeführer und seine Ehefrau
im Zeitraum Januar 2015 bis Oktober 2015 ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht
haben. Die Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 11. Januar 2015
festgehalten, dass sie mindestens fünf schriftliche Bewerbungen auf ausgeschriebene
Stellen oder acht Blind- oder Kurzbewerbungen verlange. Im Mai 2015 hat sie
mindestens fünf schriftliche Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen oder zwölf
Blindbewerbungen gefordert. Für den hier relevanten Zeitraum liegen lediglich für
Januar bis März 2015 Bewerbungsnachweise im Recht. Der Beschwerdeführer hat bis
am 31. Januar 2015 Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen. Gemäss Art. 17
Abs. 1 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG, SR 837.0) muss eine versicherte
Person, die Arbeitslosentaggelder beanspruchen will, mit Unterstützung des
zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu
vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen. Sie
muss ihre Bemühungen nachweisen können (vgl. auch Art. 26 Abs. 1 der
Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV, SR 837.02). Die zuständige Amtsstelle
überprüft die Arbeitsbemühungen der versicherten Person monatlich (Art. 26 Abs. 3
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AVIV). Eine versicherte Person erhält demnach nur ein ALV-Taggeld, wenn sie
genügende Arbeitsbemühungen vorweisen kann. Gemäss dem Bundesgericht lässt der
Umstand, dass eine versicherte Person Taggelder der Arbeitslosenversicherung
bezogen hat, deshalb grundsätzlich darauf schliessen, dass diese während der
Bezugszeit alles ihr Zumutbare getan hat, um eine Stelle zu finden und dass die
Arbeitsmarktlage sie daran gehindert hat, ein Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 13. Juli 2017, 9C_549/2016 E. 5.3). Der Beschwerdeführer hat
sich im Januar 2015 fünf Mal auf nicht ausgeschriebene Stellen beworben (EL-act.
22-27 ff./act. G 3.1). Die Anzahl der erforderlichen Stellenbewerbungen in der
Arbeitslosenversicherung richtet sich nach den konkreten Umständen (BGE 139 V 524
E. 4.2). Im Kanton St. Gallen werden in der Regel mindestens acht Bewerbungen pro
Monat verlangt (www.awa.sg.ch/home/arbeitslose_und_stellensuchende/_jcr_content/
Par/downloadlist/DownloadListPar/download.ocFile/2017_02_Anmeldebrosch
%C3%BCre%20D_V5_Was_Sie_als_RAV_ Kundin.pdf, S. 14, besucht am 14. August
2017). Die vom Beschwerdeführer im Januar 2015 getätigten Arbeitsbemühungen
erfüllen somit weder die von der Beschwerdegegnerin noch die von der
Arbeitslosenversicherung geforderte Anzahl an monatlichen Bewerbungen. Die
Bewerbungsbemühungen für den Januar 2015 müssen daher trotz des ALV-
Taggeldbezugs als ungenügend gewertet werden. Im Februar 2015 hat sich der
Beschwerdeführer sechsmal und im März 2015 viermal spontan beworben. Auch die
ab Februar 2015 getätigten Arbeitsbemühungen erfüllen folglich die Anforderungen in
quantitativer Hinsicht nicht. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat sich im Januar
2015 zweimal, im Februar 2015 sechsmal und im März 2015 fünfmal spontan
beworben. Auch sie hat also zahlenmässig zu wenige Arbeitsbemühungen getätigt.
Demnach haben weder der Beschwerdeführer noch seine Ehefrau durch genügende
Arbeitsbemühungen nachgewiesen, dass sie im Zeitraum Februar bis Oktober 2015
unverschuldet arbeitslos gewesen sind.
3.6.3 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit aufgrund einer allfälligen vorübergehenden gesundheitlichen
Verschlechterung im entscheidrelevanten Zeitraum (Februar 2015 bis Oktober 2015)
unzumutbar gewesen ist. Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, dass er wegen
eines "Knieunfalls" vorübergehend arbeitsunfähig gewesen sei. Der Beschwerdeführer
hat am 27. März 2015 2015 einen ischämischen Schlaganfall okzipital links und am 5.
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April 2015 bei einem Sturz eine Knieprellung rechts erlitten (Bericht des Hausarztes
vom 13. Mai 2015, IV-act. 77-3/act. G 10.2). Am 22. Oktober 2015 ist er am Knie
operiert worden. Die Rentenverfügungen datieren vom Oktober 2015, d.h. der
Schlaganfall und die Kniebeschwerden sind bei Verfügungserlass bekannt gewesen.
Auf den dem IV-Grad zugrunde liegenden Arbeitsunfähigkeitsgrad haben sie sich
allerdings nicht ausgewirkt (durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 60 % ab Februar
2015), weshalb davon ausgegangen werden muss, dass eine allfällige vorübergehende
vollständige Arbeitsunfähigkeit weniger als drei Monate gedauert hätte (vgl. Art. 88a
Abs. 2 IVV). Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, dass die gesundheitliche
Verschlechterung am 27. März 2015 eingetreten ist. Bis zu diesem Zeitpunkt ist er also
unbestrittenermassen in der Lage gewesen, Arbeitsbemühungen zu tätigen. Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für den Februar und den März 2015
also zu Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Dafür, dass der
Schlaganfall und/oder die Knieprellung einen vorübergehenden Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gehabt haben könnten, sprechen die vom
Hausarzt für den Zeitraum 1. April 2015 bis 31. August 2015 ausgestellten
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (EL-act. 20-6/8/11/act. G 3.1; act. G 5/6.2). Den
Beweis für eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit vermögen diese Atteste allerdings
nicht zu erbringen, da sie sich über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten
erstrecken und der Hausarzt darin keinen Grund für die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit
angegeben hat. Die Beschwerdegegnerin wird somit abklären müssen, ob der leichte
Schlagfanfall (act. G 1.2) und/oder die Knieprellung vorübergehend eine höhere
Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt haben. Hinweise für eine Verschlechterung des
psychischen Gesundheitszustandes im entscheidrelevanten Zeitraum (Februar 2015 bis
Oktober 2015) finden sich nicht. Zwar hat die Psychiaterin Dr. E._ dem
Beschwerdeführer am 10. März 2016 für den Zeitraum 24. März 2015 bis 26. Mai 2016
ohne Angabe von Gründen rückwirkend eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G
5/6.1). Dieses Attest steht jedoch in Widerspruch zu ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung
vom 29. April 2015 (IV-act. 76/act. G 10.2), als sie dem Beschwerdeführer aus rein
psychiatrischer Sicht für adaptierte Tätigkeiten eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit
bescheinigt hatte. Des Weiteren hat die RAD-Ärztin Dr. med. G._ den
Gesundheitszustand am 2. Juli 2015 als stabil erachtet (IV-act. 80-3/ act. G 10.2). Wird
zudem berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer im EL-Verfahren auch nicht explizit
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eine Verschlechterung seines psychischen Gesundheitszustandes geltend gemacht
hat, kann eine solche mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen werden. Demnach hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer für die Monate Februar, März, September und Oktober 2015 zu
Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Ob der Beschwerdeführer
in der Zeit vom April bis August 2015 vollständig arbeitsunfähig gewesen ist und ihm
deshalb für diesen Zeitraum kein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen ist,
wird die Beschwerdegegnerin noch abklären müssen.
3.6.4 Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat in der Einsprache vom November/
Dezember 2015 geltend gemacht, "wegen Blutproblemen" in den letzten Monaten
arbeitsunfähig gewesen zu sein. Im Beschwerdeverfahren hat sie zudem
Kniegelenksbeschwerden rechts geltend gemacht (act. G 5/7.111 ff.). Die
Beschwerdegegnerin hat der Ehefrau des Beschwerdeführers für die Zeit bis Januar
2015 kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Demnach ist zu fingieren,
dass die Ehefrau des Beschwerdeführers am 1. Februar 2015 eine Arbeitsstelle
angetreten hätte, wenn sie ausreichende Stellenbemühungen getätigt hätte. Der
Hausarzt hat die Ehefrau des Beschwerdeführers vom 1. Mai 2015 bis 30. September
2015 zu 100 % krankgeschrieben (act. G 3.1/EL-act. 20-7/9/10, act. G 5/9.2). Der
Hausarzt hat die Krankschreibung nicht mit einer Diagnose begründet. Zumindest den
Kniebeschwerden hat er offenbar lediglich einen qualitativen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit beigemessen, indem er längere stehende Tätigkeiten als nicht mehr
möglich erachtet hat (act. G 1.3). Da die Ehefrau des Beschwerdeführers gegenüber
der Invalidenversicherung keine Verschlechterung ihrer Arbeitsfähigkeit geltend
gemacht hat, ist nicht davon auszugehen, dass diese länger als drei Monate
angedauert hat. Auf das Attest des Hausarztes zuhanden der Ehefrau des
Beschwerdeführers kann somit aus den gleichen Gründen nicht abgestellt werden wie
auf jenes zuhanden des Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin wird daher
abklären müssen, weshalb der Hausarzt der Ehefrau des Beschwerdeführers
vorübergehend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat und ob diese
Einschätzung plausibel ist. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin der Ehefrau des Beschwerdeführers für die Monate Februar, März
und April sowie für den Oktober 2015 zu Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet hat. Ob die Ehefrau des Beschwerdeführers im Zeitraum Mai bis
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September 2015 voll arbeitsunfähig gewesen ist und ihr für diese Zeit deshalb kein
hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen ist, wird die Beschwerdegegnerin
noch abklären müssen.
3.6.5 Die Beschwerdegegnerin hat die angerechneten hypothetischen
Erwerbseinkommen in Anwendung von Art. 14a Abs. 2 ELV ermittelt (siehe Erw. 2.6).
Entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die in Art. 14a Abs. 2 ELV
genannten Erwerbseinkommen als Mindestbeträge zu interpretieren ("Invaliden unter
60 Jahren ist als Erwerbseinkommen jedoch mindestens anzurechnen: [...]"). Soweit es
einer invaliden Person im Einzelfall zumutbar ist, ein höheres Erwerbseinkommen zu
erzielen, so ist ihr ein höheres hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen (zum
Ganzen siehe RALPH JÖHL/ PATRICIA USINGER-EGGER, Ergänzungsleistungen zur
AHV/IV, in/Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht Bd. XIV
Soziale Sicherheit, 3. Aufl., N 136). Da keine zuverlässigere Grundlage vorhanden ist,
ist für die Ermittlung des Betrages des hypothetischen Erwerbseinkommens auf die
Ergebnisse der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
abzustellen. Das hypothetische Erwerbseinkommen ist unter Berücksichtigung aller
Umstände des Einzelfalles − wie Alter, Gesundheitszustand, Sprachkenntnisse,
Ausbildung, bisherige Tätigkeit und konkrete Arbeitsmarktlage, zu ermitteln (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Juni 2015, 9C_685/2014 E. 4.3 mit Hinweisen). Daher sind auch
die regionalen Lohnunterschiede zu berücksichtigen. Von den Tabellenlöhnen sind
zudem die (hypothetischen) Beiträge an die AHV/IV/EO und an die ALV, die Beiträge an
die obligatorische Nichtberufsunfallversicherung und die Beiträge an die beruflichen
Vorsorge abzuziehen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 10. August 2016, EL 2014/58 E. 2.9).
4.
4.1 Demnach ist die Beschwerde wegen der Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) dahingehend
gutzuheissen, dass der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache
zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden Neuverfügung im Sinne der obigen
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
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4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).