Decision ID: 4e8fdf9b-dbae-56a8-8ed3-5010f4e24c78
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 3. November 2015 um Asyl und
machte dabei im Wesentlichen geltend, er sei ethnischer Hazara afghani-
scher Staatsangehörigkeit. Geboren und aufgewachsen sei er im Iran. Im
Jahr 2015 habe er sich der (...)-Brigade, einer Einheit der iranischen Re-
volutionsgarde, angeschlossen, um gegen die Zerstörung schiitischer Pil-
gerstädten in Syrien vorzugehen. Nach einer Waffenausbildung sei er in
den Krieg in Syrien gezogen. Er habe zunächst als Teil einer Gruppe von
Scharfschützen unter anderem gegen den (...) gekämpft. Danach sei er
auf eigenen Wunsch in die Infanterie versetzt worden, wo er an vorderster
Front an Kampfhandlungen beteiligt gewesen sei. Nachdem er etwa drei
Monate in Syrien gekämpft habe, sei er durch einen Granatwerfer verletzt
worden, weshalb er in den Iran habe zurückkehren müssen. Zur Ausreise
aus dem Iran habe er sich entschieden, weil er dort zwar eine kostenlose,
wenn auch ungenügende medizinische Versorgung erhalten habe und weil
er ein sicheres und besseres Leben habe führen wollen. Nach Afghanistan
könne er nicht, da er als afghanischer Staatsangehöriger, der in Syrien ge-
kämpft habe, gemäss einem Erlass der afghanischen Regierung für den
Einsatz als Söldner bestraft werden würde. Als Angehöriger der Minderheit
der Hazara wäre er zudem einer unverhältnismässigen Bestrafung ausge-
setzt. Weil er wegen seines Einsatzes in Syrien als Landesverräter gelte,
sei er in Afghanistan zudem durch die dort vorherrschenden islamistischen
Gruppierungen, wie die (...) oder die (...), gefährdet. Er habe bereits einen
Drohbrief erhalten, wobei er nicht wisse, wer der Absender dieses Droh-
briefes sei.
B.
Mit Verfügung vom 29. März 2018 stellte die Vorinstanz fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch
ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Wegwei-
sungsvollzug an. Sie begründete diesen Entscheid damit, die Fluchtvor-
bringen des Beschwerdeführers würden weder den Anforderungen an das
Glaubhaftmachen noch denjenigen an die Asylrelevanz standhalten. Zu-
dem erfülle er die Voraussetzungen eines Ausschlussgrundes.
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C.
Das Bundesverwaltungsgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde
mit Urteil E-2610/2018 vom 12. März 2019 mit der Begründung ab, es wür-
den keine asylrechtlich relevanten Verfolgungsgründe ersichtlich sein.
Durch seinen Kampfeinsatz in Syrien als Söldner habe er gegen die öffent-
liche Sicherheit und Ordnung im Ausland verstossen, weshalb der Vollzug
der Wegweisung anzuordnen sei. Das öffentliche Interesse an einer Ver-
weigerung der vorläufigen Aufnahme und am Vollzug der Wegweisung
überwiege das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib
in der Schweiz. Der Ausschluss von der vorläufigen Aufnahme erweise sich
als verhältnismässig.
D.
Mit Eingabe vom 22. Januar 2020 an die Vorinstanz ersuchte der Be-
schwerdeführer um Wiedererwägung der Verfügung vom 29. März 2018.
Im Rahmen eines Zahnarztbesuches habe er einen psychologischen
Rückfall erlitten, woraufhin eine posttraumatische Belastungsstörung so-
wie eine schwere depressive Episode diagnostiziert worden seien. Zudem
müsse die Suizidalität im weiteren Verlauf beurteilt werden. In Afghanistan
seien entsprechende Behandlungsmöglichkeiten nicht möglich. Falls sich
der Wegweisungsvollzug als zulässig erweisen sollte, sei im Rahmen der
Ausnahmebedingungen die Verhältnismässigkeit erneut zu prüfen. Seine
medizinische Situation habe sich seit Erlass der angefochtenen Verfügung
drastisch verändert, weshalb der Wegweisungsvollzug unzumutbar sei.
Mit dem Wiedererwägungsgesuch reichte er einen medizinischen Bericht
vom 12. Dezember 2019 und einen Ärztlichen Befund des vom 13. Juli
2020, beide vom (...), ein.
E.
Mit Verfügung vom 16. Oktober 2020 wies die Vorinstanz das Wiedererwä-
gungsgesuch ab. Sie stellte fest, die Verfügung vom 29. März 2018 sei
rechtskräftig und vollstreckbar, hiess das Gesuch um Erlass der Verfah-
renskosten gut und verzichtete auf die Erhebung von Gebühren. Sie wies
darauf hin, dass einer Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zu-
komme.
F.
Mit Eingabe vom 17. November 2020 erhob der Beschwerdeführer beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung vom
16. Oktober 2020 sei aufzuheben und das Wiedererwägungsgesuch sei
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gutzuheissen. Es sei die Unzulässigkeit beziehungsweise die Unzumutbar-
keit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm sei die vorläufige Auf-
nahme zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es sei
die aufschiebende Wirkung zu gewähren und das Migrationsamt Zürich an-
zuweisen, während der Dauer des Verfahrens von Vollzugshandlungen ab-
zusehen, zudem sei ihm im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der Auf-
enthalt bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens zu bewilligen.
Ihm sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, auf die Erhebung
eines Kostenvorschusses sei zu verzichten und in der Person des Unter-
zeichnenden sei ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
Der Beschwerdeführer legte einen Dosierungsplan von Dr. med.
B._, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 29. Oktober 2020, eine
Bestätigung der psychiatrisch-psychologischen Behandlung des (...) vom
9. November 2020, ein Referenzschreiben von C._, (...), vom
15. November 2020 sowie ein Referenzschreiben von D._, (...), ins
Recht.
G.
Mit superprovisorischer Verfügung vom 19. November 2020 setzte der In-
struktionsrichter den Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers
einstweilen aus.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer
ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48
VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-
treten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht
(einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die
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unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Ausländerrecht richtet sich
die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im
Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG),
ohne Weiterungen und mit summarischer Urteilsbegründung zu behandeln
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
Der Antrag, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren,
ist mit vorliegendem Urteil gegenstandslos geworden.
4.
4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-
regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist der Vor-
instanz innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes
schriftlich und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfah-
ren nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG
(Art. 111b Abs. 1 AsylG).
4.2 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä-
gungsgesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an
eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage
(vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5).
4.3 Die Vorinstanz hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf Behand-
lung seines Wiedererwägungsgesuchs nicht in Abrede gestellt und ist da-
rauf eingetreten. Das Bundesverwaltungsgericht hat folglich zu prüfen, ob
die Vorinstanz in zutreffender Weise das Bestehen von Wiedererwägungs-
gründen verneint und an ihrer ursprünglichen Verfügung vom 29. März
2018 festgehalten hat, wobei praxisgemäss der sich präsentierende Sach-
verhalt im Urteilszeitpunkt massgebend ist.
5.
Der Beschwerdeführer moniert eine Verletzung der Pflicht zur vollständi-
gen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts. Dabei
handelt es sich um eine Rüge, die vorab zu beurteilen ist, da sie allenfalls
geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewir-
ken.
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Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den
Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl.
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).
Der Beschwerdeführer rügt, die Angelegenheit sei zur Einholung von Rück-
schiebungsgarantien durch die afghanische Regierung bezüglich des Zu-
gangs zu einer angemessenen medizinischen Versorgung an die Vor-
instanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz ging zu Recht davon aus, dass die
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorliegend nicht zu prüfen ist,
weshalb sich weitere Abklärungen hinsichtlich der medizinischen Versor-
gung in Afghanistan erübrigen (vgl. E. 7.3).
Die formelle Rüge erweist sich angesichts dieser Sachlage als unbegrün-
det, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Grün-
den aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbezügli-
che Rechtsbegehren ist somit abzuweisen.
6.
6.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, der Beschwerdeführer
führe mit seiner Eingabe keine neuen Gründe an, die gegen die Einschät-
zung sprechen würden, wonach er wiederholt gegen die öffentliche Sicher-
heit und Ordnung im Ausland verstossen habe. Gemäss den eingereichten
Arztberichten leide er an einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer
redizivierenden depressiven Störung sowie an Verhaltensstörungen durch
Opioide, weshalb er an einem ärztlich überwachten Substitutionspro-
gramm mit Methadon teilnehme. Nur bei Vorliegen aussergewöhnlicher
Umstände anerkenne das EGMR ausnahmsweise, dass bei einem kran-
ken Ausländer der Vollzug der Wegweisung gegen Art. 3 EMRK verstossen
könne. Eine solche Ausnahmesituation sei vorliegend nicht gegeben. Das
Bundesverwaltungsgericht habe in den Urteilen D-1247/2019 vom 13. Mai
2019 und D-6504/2019 vom 17. Januar 2020 festgehalten, dass eine me-
dizinische Behandlung psychischer Erkrankungen auch in Kabul möglich
sei. Zwar weise das öffentliche Gesundheitssystem in Afghanistan bezie-
hungsweise in Kabul bezüglich Kapazität und Infrastruktur gewisse Mängel
auf. Jedoch bestehe in Kabul, der seiner Herkunftsprovinz E._
nächstgelegenen Grossstadt, die Möglichkeit, sich an zwei psychiatrischen
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Spitälern psychiatrisch behandeln zu lassen. Mit der Möglichkeit der Rück-
kehrhilfe und auch eingedenk des Umstandes, dass sich seine Familien-
angehörigen bisweilen in Afghanistan aufhalten würden, könne vorliegend
nicht von einem terminalen Krankheitsstadium gesprochen werden, wes-
halb der Wegweisungsvollzug zulässig und zumutbar sei. Seine medizini-
schen Vorbringen würden sein Interesse an einem Verbleib in der Schweiz
nicht stützen können.
6.2 Die Beschwerdeführer macht geltend, unter Berücksichtigung der
schweren psychischen Erkrankung und des medizinisch indizierten Be-
handlungsbedarfs bei gleichzeitig fehlenden Behandlungsmöglichkeiten in
Afghanistan, sei der Wegweisungsvollzug unzulässig. Selbst bei Zulässig-
keit des Wegweisungsvollzugs würden die privaten Interessen an einem
Verbleib in der Schweiz gegenüber den öffentlichen Interessen an einer
Wegweisung überwiegen. Folglich sei Art. 83 Abs. 7 AIG nicht anwendbar
und es sei eine vorläufige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs anzuordnen.
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach
den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44
AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
7.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz eine Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlings-
eigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von
Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung
der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend-
bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge-
meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3
BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und
andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).
Es ist auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen, wonach
in Kabul grundsätzlich eine für den Beschwerdeführer angezeigte medizi-
nische Behandlung möglich ist und vorliegend nicht von einem terminalen
Krankheitsstadium gesprochen werden kann. Nebenbei ist hinzuzufügen,
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dass seine Diagnose anzuzweifeln ist, da sie auf Angaben basiert, welche
seinen Aussagen anlässlich der Anhörung vom 31. Januar 2017 widerspre-
chen.
7.3
7.3.1 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
7.3.2 Beim Vorliegen eines Ausschlussgrundes gemäss Art. 83 Abs. 7 AIG
erfolgt keine Prüfung der Unzumutbarkeit des Vollzugs gemäss Art. 83
Abs. 4 AIG. Erfüllt die ausländische Person durch ihr Verhalten einen der
Tatbestände von Art. 83 Abs. 7 Bst. a und b AIG, ist die Anwendung von
Art. 83 Abs. 4 AIG ausgeschlossen und die Weg- oder Ausweisung ist zu
vollziehen. Art. 83 Abs. 4 AIG bietet demnach keinen absoluten Schutz vor
einer Weg- oder Ausweisung aus der Schweiz (vgl. BVGE 2014/26
E. 7.9.4).
7.3.3 Gemäss Urteil E-2610/2018 vom 12. März 2019 des Bundesverwal-
tungsgerichts liegt ein Ausschlussgrund gemäss Art. 83 Abs. 7 AIG vor,
weshalb die Zumutbarkeit der Wegweisung nicht geprüft werden muss. Der
Ausschlussgrund wird vorliegend nicht in Frage gestellt. Die gesundheitli-
chen Probleme des Beschwerdeführers haben keinen Einfluss auf die
Feststellung des Ausschlussgrundes. Eine Prüfung der Zumutbarkeit erüb-
rigt sich somit.
7.4 Bei Vorliegen eines Ausschlussgrundes nach Art. 83 Abs. 7 AIG erfolgt
keine Prüfung der Möglichkeit und der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs im Sinne von Art. 83 Abs. 2 und 4 AIG. Auch wenn Art. 83 Abs. 7
Bst. b AIG zu bejahen ist, erfolgt kein automatischer Ausschluss von der
vorläufigen Aufnahme. Es bedarf vielmehr der Vornahme einer Interessen-
abwägung, da ein Automatismus dem Verhältnismässigkeitsprinzip zuwi-
derläuft. Nach ausführlicher Prüfung der Verhältnismässigkeit kam das
Bundesverwaltungsgericht im Urteil E-2610/2018 vom 12. März 2019 zum
Schluss, dass das öffentliche Interesse an einer Verweigerung der vorläu-
figen Aufnahme und am Vollzug der Wegweisung das private Interesse des
Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz überwiegt. Der Aus-
schluss von der vorläufigen Aufnahme gestützt auf Art. 83 Abs. 7 Bst. b AIG
erweist sich daher als verhältnismässig. An dieser Einschätzung ändert
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auch der im Wiedererwägungsverfahren geltend gemachte gesundheitli-
che Zustand nichts.
7.5 Die Vorinstanz hat somit zu Recht gestützt auf Art. 83 Abs. 7 Bst. b AIG
den Vollzug der Wegweisung angeordnet. Die Anordnung der vorläufigen
Aufnahme fällt daher ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung den
rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt, Bundes-
recht nicht verletzt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist. Die Be-
schwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Die gestellten Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb die
Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und Beiordnung eines amtli-
chen Rechtsbeistandes ungeachtet einer allfälligen prozessualen Bedürf-
tigkeit abzuweisen sind (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG).
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1500.–
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2)
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
10.
Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 19. November 2020 verfügte Voll-
zugsstopp dahin.
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