Decision ID: e10c3cce-f135-4ee6-87db-a7598d90f2e9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1958
geborene
X._
war
ab
dem 20.
April 2006
als
Flachdachisoleur
bei der
Y._
AG
angestellt
und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
gegen die Folgen von Un
fällen
versichert
.
A
m 18. September 2006
fiel er
von einer Leiter und
erlitt
einen Bruch am linken Fussgelenk
(
intraartikuläre
Calcaneusfraktur
links vom
Zun
gentyp
mit Beteiligu
ng des
Calcaneocuboidalgelenkes
[
Urk. 10/2 S. 2,
Urk.
10/204
]
)
,
welche
r
zunächst konservativ
b
ehand
elt wurde
.
A
m 19. Mai 2008
wurde eine
Arthrodese
de
s linken unteren Sprunggelenks (USG) durchgeführt (
Urk. 10/44 S. 2 f.
)
.
Die SUVA
gewährte
H
eilbehandlung
sowie Taggeld
und schloss den Fall
per 30. April 2010
ab
. Für die
verbleibenden
Unfallfolgen
am linken Fuss
sprach
sie
dem Versicherten
m
it Verfügung vom 8. Oktober 2010
(Urk.
10/
123
) eine
Integ
ritätsentschädigung
aufgrund einer Einbusse von 15 %
zu, wogegen sie einen
Anspruch auf eine Invalidenrente
verneinte. Auf
Einsprache
(Urk. 10/127
S. 1-6)
hin
anerkannte sie mit
Entscheid vom 6. Januar 2011 (Urk. 10/1
3
5)
ab
dem
1. Mai 2010
eine
n
Rentenanspruch
basierend auf einer
unfallbedingten
Er
werbseinbusse
von 10 %
.
Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk.
10/
139
S. 1-8
)
wies
das
hiesige Gericht mit Entscheid vom 28. September 2012
ab
(
Prozess Nr. UV.2011.00046;
Urk.
10/
220
)
, was
vom
Bundesgericht mit U
rteil 8C_931/2012 vom 13. Februar 2013 bestätigt
wurde
(Urk. 10/232 S. 1-6)
.
1.2
Nachdem
der SUVA am 29. März 2011 (Urk. 10/157) zur Kenntnis gebracht wor
den war, dass
am 18. März 2011
erneut
e
in
o
perati
ve
r
Eingriff
am linken Fuss
(Revision
Peronealsehnen
, Entfernen/Glätten einer
Exostose
lateral am
Calcaneus
[
Urk. 10/148
]
)
stattgefunden hatte
,
erbrachte
sie
unter
dem Aspekt eines Rückfall
e
s
weitere
Versicherungsl
eis
tungen
. M
it
Schreiben vom 1. November 2011 (Urk. 10/182)
eröffnete sie
dem Versicherten
,
dass sie
den Rückfall
per 31. Oktober 2011
abschliesse
und die
Taggeld- und
Heilb
ehand
lungsleistungen
auf diesen Zeitpunkt hin
einstelle
. D
arüber hinaus
werde sie
weiterhin für die Kosten der unfallbedingt notwendigen Analgetika sowie die Schuhversorgung aufkommen und ab 1. Januar 2012 gegen Vorweisen einer Quittung einen Beitrag an ein Jahresabonnement an das Fitnesscenter in der
Höhe von Fr. 300.-- leisten
.
A
m 24. April 2012 (Urk. 10/197)
erliess die SUVA
eine entsprechende Verfügung,
w
ogegen
der Versicherte
am 18. Mai 2012 (Urk. 10/201) Einsprache erhob.
Diese
wies
die
SUVA
–
nach Aufhebung der
Sistierung des
Einspracheverfahrens
bis zum Abschluss des
hängigen
Prozesses
(vgl. Ziff. 1.1 hiervor)
–
mit
E
ntscheid vom 11. April 2013 (Urk. 2)
ab.
2.
Hier
gegen liess
X._
mit Eingabe vom
15. Mai 2013
Be
schwerde erheben mit
dem
folgenden
Rechtsbegehren
(
Urk. 1
S. 2)
:
„1.
Der Einsprache-Entscheid der Beschwerdegegn
erin vom 11. April 2013 sei auf
zuheben und es sei dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. November 2011 bis zum Abschluss der Heilbehandlung die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggeldleistungen zukommen zu lassen.
Eventualiter
sei betreffend den vom Beschwerdeführer am 29. Mai 2011 bei der Beschwerdegegnerin gemeldeten Rückfall rückwirkend ab 1. November 2011 die Zusprechung bzw. Erhöhung der Rente sowie die Zusprechung bzw. Erhöhung der Integritätsentschädigung zu prüfen.
Subeventualiter
sei der Beschwerdeführer erneut zu begutachten
.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren eine angemessene Prozessentschädigung (zzgl. 8 % MWST) zu bezahlen.“
Die SUVA schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. August 2013
(Urk. 9)
auf Abweisung
der Beschwerde. Mit Verfügung vom 22. August 2013 (Urk. 11) wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet, worauf die Parteien mit Replik vom 25. November 2013 (Urk. 15) und Duplik vom 14. Januar 2014 (Urk. 18)
an
den gestellten
Anträgen
festhielten.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im angefochtenen
E
ntscheid (Urk. 2 S. 3 f.) sind die Bestimmungen und Grund
sätze
zum Anspruch auf Leistungen der
obligator
ischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
[
UVG
]
)
und zu
m
für die Leistungspflicht des Unfallversicherers rechtsprechungsgemäss vorausge
setzten natürlichen
und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen
dem
Unfa
ll und
dem
eingetretene
n
Schaden (BG
E 129 V 177 E.
3.1 und E. 3.2
) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt
in Bezug auf die Ausführungen
zum Wegfall des ursäch
lichen Zusammenhang
e
s und damit des Leistungsanspruch
e
s der versicherten Person bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante (SVR 200
9 UV Nr. 3 S. 9, Ur
teil des Bundesgerichts 8C_354/2007 vom 4.
August 2008
E.
2.2).
Richtig
ist
schliesslich
auch der Hinweis
zum im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlic
hkeit (BGE 129 V 177 E.
3.1
mit Hinweisen)
. Darauf wird verwiesen.
1.2
Zu ergänzen bleibt, dass nach Art. 11 der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen
– als besondere revis
ionsrechtliche Tatbestände (BGE
127 V 457 E.
4b mit Hin
weis)
–
gewährt werden, für
Bezüger
von Invalidenrenten
jedoch nur unt
er den Voraussetzungen
von
Art.
21 UVG
. Namentlich werden dem Rentenbezüger ge
mäss Art. 21 Abs. 1 UVG die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10-13 UVG) gewährt, wenn er
an einer Berufskrankheit leidet (
lit
.
a); unter einem Rückfall oder an Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert
oder vor wesentlicher Beeinträchtigung be
wahrt werden kann (
lit
.
b); zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandl
ung und Pflege bedarf (
lit
.
c); erwerbsunfähig ist und sein Gesundheitszustand durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann
(
lit
. d)
.
Erleidet
d
er
Rentenbezüger
bei Rückfällen
und Spätfolgen
eine Verdiensteinbusse, so erhält er ein Taggeld, das nach dem letzten vor der neuen Heilbehandlung erzielte
n Verdienst bemessen wird (Art. 21 Abs.
3 Satz
2
UVG).
Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psy
chische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adä
quater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.3
Die verunfallte Person hat Anspruch auf Heilbehandlung, solange von der Fort
set
zung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des
Gesund
heits
zustandes erwartet werden kann
(
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind
)
, wobei sich dies n
ach
Massgabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der
unfallbedingt beein
trächtigten
Arbeitsfähigkeit
bestimmt
(
BGE
134 V 109
E.
4.3
)
. Mit
dem
Fallab
schluss
fallen die vorübergehenden Leistungen in Form von Heilbehandlung
und Taggeld dahin, und es ist der Rent
enanspruch zu prüfen (vgl. Art.
19 A
bs.
1 UVG; BGE
134 V 109 E.
4.1
).
Nach Festsetzung der Rente werden dem Bezüger
die Pflegeleistun
gen und Kostenvergütungen (Art.
10
-
13 UVG)
unter den Voraussetzungen von Art. 21 Abs.
1
UVG gewährt
.
Im dazwischen liegenden Bereich, nämlich wenn einerseits von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung im Sinne von Art.
19 Abs.
1 UVG mehr erwartet werden kann und anderseits die Voraussetzungen von Art.
21 Abs.
1 UVG nicht erfüllt sind, hat der
Unfallversi
cherer
keine Heilbehandlung mehr zu übernehmen; an seine Stelle tritt der obli
gatorische Krankenpflegeversic
herer (BGE
134 V 109 E.
4.2
).
1.4
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen,
sind jedoch insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand
in engem Sach
zusammenhang ste
hen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren
E
insprachee
ntscheid
vom 11. April 2013
insbesondere
damit, dass
sich
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom
7.
Oktober 2011
bezüglich
der Unfallfolgen keine wesentlichen Verände
rungen im Vergleich zur im Grundfall erfolgten Beurteilung des SUVA-Kreis
arztes
ergeben hätten und das damals
festgelegte
Zumutbarkeitsprofil
weiterhin gültig sei. Der beschwerdeweise
ins Recht
gelegte Bericht von
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates,
A._
, vom 14. Mai 2013 (Urk. 3/7
)
vermöge an ihrem Entscheid nichts zu ändern, da darin keine Ver
schlechterung des Zustandes beschrieben werde und die Rückfallkausalität bei gleich gebliebenem
Zustand
zu verneinen sei (Urk. 2 S. 4, Urk. 9 S. 3, Urk. 18 S. 2).
2.
2
Dem
gegenüber stellte sich
der Beschwerdeführer
unter Berufung auf
den Bericht von
Dr.
Z._
vom 14. Mai 2013 (Urk. 3/7
)
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt
,
die Heilbehandlung
sei
noch nicht abgeschlossen und
lasse
eine Verbes
serung seine
s Gesundheitszustandes erwarten
. Daher habe er auch nach
dem 31.
Oktober 2011 weiterhin Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen, insbe
sondere auch auf Taggeld
. Allenfalls sei
bezüglich
des Zeitpunktes
des
Fallab
schlusses
eine Begutachtung anzuordnen.
Falls
der Abschluss des Rückfalles
als
korrekt
beurteilt werde
, sei die Erhöhung der Invalidenrente
und
der
Integritäts
entschädigung
zu prüfen (Urk. 1 S. 4, Urk. 15).
3.
3.1
W
egen eines
Verdachts auf ein schmerzhaftes
Impingem
ent
lateral
Calcaneus
links bei
Status nach
Calcaneusfraktur
und USG-
Arthrodese
führte Dr. med.
B._
,
Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, welcher bereits
die USG-
Arthrodese
vom 19. Mai 2008
vorgenommen hatte
(
Urk. 10/44 S. 2 f.)
,
am 18. März 2011
eine
Revision
der
Pe
ronealsehnen
und
Entfernen/Glätten einer
Exostose
lateral a
m
Calcaneus
durch (
vgl. Operationsbericht vom 22. März 2011
[
Urk. 10/148
S. 1 f.
]
). Gemäss
Austrittsbericht
des Spitals
C._
vom 29. März 2011 (Urk. 10/149
S. 2 f.
) gestaltete
n
sich der intra- und postoperative Verlauf komplikationslos und die Mobilisation unproblematisch, sodass der Beschwerdeführer am 21. März 2011 bei reizlosen und trockenen Wundverhältnissen sowie erlaubter Vollbelastung nach
Hause entlassen werden konnte
.
Anschliessend
erfolgten – nebst Wundkontrollen und der Entfernung des
Naht
materials
durch den Hausarzt – regelmässige Verlaufskontrollen bei Dr.
B._
. Dieser
vermerkte
b
ereits am 27. Mai 2011 (Urk. 10/159 S. 2)
,
laut An
gaben des Beschwerdeführers sei im Vergleich zum präoperativen Zustand keine wesentliche Besserung eingetreten.
Im Bericht vom
20.
Juli 2011 (Urk. 10/164) betreffend die Verlaufskontrolle vom Vortag hielt Dr.
B._
fest,
für den Beschwerdeführer sei durch die Operation keine Besserung eingetreten.
Im Stehen werde der linke Fuss entlas
tet,
d
er
Vorfuss
werde nicht belastet und die Ferse werde nicht normal abge
stellt. Beim Gehen sei ein Vorfussgang links festzustellen, es erfolge kein Ab
rollen über die Ferse und kein
plantigrades
Aufsetzen des Fusses. Im Stehen sei der
Rückfuss
gut aligniert. Die Narbe sei reizlos. Die
Peronealsehnen
seien gut geführt und gut palpabel. Das Fusskolorit und die Wadenmuskulatur seien symmetrisch. Dr.
B._
konstatierte, die Revision der
Peronealsehnen
habe leider nicht die erhoffte Verbesserung gebracht. Der Zustand wie präope
rativ sei sicher erreicht. E
r könne keine weitere erfolgversprechende Behandlung anbieten und habe keine weiteren Kontrollen vorgesehen. Es sei wichtig, dass der Beschwerdeführer weiter versuche, seine Fersenregion zu konditionieren mit regelmässigem Gehtraining vor allem auch im Wasser, wo eine geringere
Ge
wichtsbelastung
bestehe. Zusätzlich empfehle er intermittierend Physiotherapie und eine Anpassung des Schuhwerks, falls notw
endig.
3.
2
Der Hausarzt Dr. med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
welcher dem Beschwerdeführer
im Grundfall
am 23. Juli 2010 (Urk. 10/127 S. 18 f.) und 2. Februar 2011 (Urk. 10/139 S. 11)
unter Berücksichtigung der Beschwerden am linken Fuss
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für
behinderungs
angepasste Tä
tigkeiten attestiert hatte,
berichtete am
22. April 2011
(Urk. 10/149
S. 1
)
, die Belastung
könne
im gleichen Ausmass wie
präoperativ erfolgen, wobei er
hin
sichtlich
des Zu
mutbarkeitsprofils auf
s
eine
n
Bericht
vom 21. September 2010 verwies.
Auf Anfrage
des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
berichtete
Dr.
D._
a
m 21. Juni
(Urk. 10/214) und
12. September 2011 (Urk. 10/212),
die Operation vom 18.
März 2011
habe
keine Vermi
nderung der Beschwerden bewirkt
.
Nach
dem Eingriff
habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorgelegen, welche vo
raussichtlich noch
bis Ende September 2011 andauern werde
.
Anschliessend
werde der Zustand wieder wie präoperativ
sein
. Er halte
daher an seiner bisheri
gen Einschätzung fest und erachte den Beschwerdeführer aufgrund der Unfall
folgen ab
Oktober 2011 wiederum zu 50 % arbeitsfähig in einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit
.
Ebenfalls
zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
erklärte
der Haus
arzt
am 13. November 2012 (Urk. 10
/
222 S. 1)
,
seine aktuelle
Zumutbar
keitseinschätzung
(halbtags gemäss Profil vom 25. Oktober 2012
[
Urk. 10/222 S. 2
]
) sei identisch mit derjenigen vom 21. September 2010, wobei sich
aller
dings
die freie Gehstrecke inzwischen auf
500 Meter reduziert habe.
3.
3
Dr. med.
E._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
hielt im Bericht vom 7. Oktober 2011 (Urk. 10/181) fest
,
anlässlich der
kreisärztlichen
Untersuchung vom gleichen Datum habe
der Be
schwerdeführer
über anhaltende Beschwerden am linken Fuss geklagt, wobei diese nicht nur im Vergleich zum Zustand vor der letzten Operation vom 18. März 2011, sondern auch zu demjenigen vor der USG-
Arthrodese
vom
19.
Mai 2008 unverändert seien.
Einzig die
orthopädie
-
technische Versorgung mit einem zugerichteten
hochschaftigen
Schuh
habe ihm etwas gebracht
.
In
der aktuellen
klinischen
Untersuchung
habe
er
,
so Dr.
E._
,
einen unverän
derten Zustand im Vergleich zur letzten
, vom früheren SUVA-Kreisarzt Dr. med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
am 23.
November 2009 durchgeführten
Kreisarztun
tersuchung
(
vgl.
Bericht vom 26. November 2009 [
Urk. 10/106
]
und
ergänzende Ste
llungnahme vom 8. Februar 2010 [
Urk. 10/109
]
; vgl. auch Urteil des hiesigen Gerichts vom 28. September 2012 E. 3.4 und E. 3.6
)
gefunden
. E
inzig die
da
mals
eingeschränkte Sensibilität am linken
Fuss sei
heute
unauffällig.
Die
Rest
beweglichkeit
im
oberen Sprunggelenk (
OSG
)
und in den distalen Gelenklinien sei gut, der
Durchbau
der
Arthrodese
sei bereits früher
festgestellt
worden.
Der Status quo ante nach der
Revisionsoperation
vom 18. März 2011 sei erreicht
,
sodass das
seinerzeit
von
Dr.
F._
formulierte
, stark einschränkende
Zumutbarkeitsprofil
(vgl.
dazu
Urk. 10/109)
wie auch die
damalige
Bemessung de
s
Integritäts
schadens
weiterhin Gültigkeit hätten
. Die bisher durchgeführte rein passive Physiotherapie müsse sistiert werden, berechtigt sei während kurzer Zeit noch die Anleitung zu einem Selbsttraining im Sinne einer
medizinischen Trainingstherapie (
MTT
)
.
Inskünftig
werde
ein selbständiges Training in einem Fitnesscenter
genügend sein
, wofür ein Beitrag zu leisten sei
. Zudem seien auch nach Fallabschluss die wegen des linken Fusses notwendigen Analgetika und die Schuhzurichtung an einem
hochschaftigen
Stabilschuh
weiterhin zu über
nehmen.
3.
4
Der den Beschwerdeführer
ab
dem 3. Mai 2013 behandelnde
Dr.
Z._
hielt
im
beschwerdeweise aufgelegten
Bericht
vom 14. Mai 2013
(Urk
.
3/7
)
fest, klinisch zeige sich eine massive Bewegungseinschränkung am unteren und oberen Sprunggelenk mit massiver Schwellung am Fuss. Es bestehe eine massive Druckschmerzhaftigkeit am gesamten
Rückfuss
und am gesamten
Vorfuss
auch im Sinne einer Hyperästhesie. Der Fuss sei teigig geschwollen und zeige eine vermehrte Spitzneigung. Als
Röntgenbefund
vermerkte er
eine vollkommene Verknöcherung des oberen, hinteren, unteren und vorderen Sprunggelenks. Der Sinus
tarsi
sei vollkommen aufgehoben, sodass der Knochen bis weit in den Si
nus hineinreiche. Der hier durchziehende Nerv werde massiv kompromittiert und aus diesem Grunde bestünden
massive
Schmerzen in Ruhe und bei Belas
tung.
Er nannte als Diagnose einen
Zustand nach schwerer
Calcaneusfraktur
mit Gelenkbeteiligung, jetzt massive
Arthrodese
am oberen hinteren und unteren Sprunggelenk mit massiver Einengung des Sinus
tarsi
und
befand, a
ufgrund der massiven und chronischen Schmerzsymptomatik müsse dringend eine Schmerztherapie durchgeführt werden im Sinne von Nervenblockaden
sowohl
von peripher
als
auch von zentral. Es könnte sich
hier, so Dr.
Z._
,
auch zu
sätzlich
noch
um einen beginnenden Morbus
Sudeck
handeln, welcher mit Sympathikus
-B
lockaden behandelt werden müsse. Aufgrund der massiven knö
chernen Einengung sei eine operative Intervention nicht ausgeschlossen, um hier eine Freilegung der Fussnerven und somit auch eine S
chmerzverbesserung zu erreichen. Aufgrund des derzeitigen Befundes
sei der Beschwerdeführer zu
100
%
arbeitsunfähig
. Nach gegebenenfalls erfolgreicher Schmerztherapie und operativer Intervention sei zu prüfen, inwieweit
eine Arbeitsfähigkeit bestehe,
wobei indes aus orthopädisch-chirurgischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 % zu erreichen sei.
3.
5
SUVA-Kreisarzt
Dr.
E._
befasste sich
am 30. Mai 2013 (Urk. 10/243)
mit den
nach seinem
Untersuchungsbericht vom 7. Oktober 2011 ergangenen
ärztli
chen
Berichten
und
befand
,
eine erhebliche Änderung
gehe
daraus
nicht hervor.
Dr.
Z._
habe i
m Rahmen
seiner Einschätzung
vom 14. Mai 2013
einige frü
her beschriebene Entitäten nicht berücksichtigt:
Dr. med.
G._
,
Fach
ärztin
für Neurologie, habe
im
Bericht vom 12. (richtig: 14.) Januar 2010 (Urk. 10/108
; vgl. auch
Urteil des hiesigen Gerichts vom 28. September 2012 E. 3.5)
eine chro
nische
axonal-demyelisierende
Polyneuropathie
beidseitig linksbetont
beschrieben,
wobei ätiologisch Stoffwechselstörungen im Vorder
grund gestanden hätten und eine unfallkausale Verschlimmerung links als le
diglich möglich angenommen worden sei
.
Dieser
Bericht
der Neurologin habe
Dr.
Z._
offenbar nicht
zur Verfügung gestanden
, weshalb ihm auch nicht habe klar sein können, dass das von ihm vermutete
Tarsaltunnelsyndrom
links
durch Dr.
G._
aus kompetenter spezialärztlicher Sicht
mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen worden sei.
Soweit Dr.
Z._
"
eine vollkommene Verknöcherung des oberen, hinteren, unt
eren und vorderen Sprunggelenk
e
s
"
angebe, sei diese Bezeichnung aus anatomischer Sicht sehr salopp, gebe es doch nur ein oberes und ein unteres Sprunggelenk, wobei letz
teres zusätzlich in ein vorderes und hinteres Teilgelenk aufgeteilt werden könne. Gemäss den vorhandenen Informationen bestehe zwar eine schwere Zerstörung im unteren Sprunggelenk links, nicht aber im oberen Sprunggelenk, welches bildgebend jeweils unauffällig gewesen sei.
Sodann habe Dr.
Z._
einen be
ginnenden Morbus
Sudeck
als möglich erachtet
, ohne jedoch diesbezügliche klinische Symptome
zu beschreiben. Eine solche Diagnose sei
sechseinhalb Jahre nach dem
initialen
Trauma und zwei Jahre nach der letzten Operation seh
r
unwahrscheinlich, insbesondere weil bei der letzten kreisärztlichen Unter
suchung vom 7. Oktober 2011 keine Hinweise
auf einen Morbus
Sudeck
bestan
den hätten.
Zusammengefasst handle es sich
immer noch
um dieselbe
unbefrie
digende Situation am linken Fuss wie bei den beiden früheren kreisärztlichen Untersuchungen. Den unfallkausalen Gegebenheiten sei mit dem stark ein
schränkenden
, nach wie vor korrekten
Zumutbarkeitsprofil Rechnung getragen worden. Die ebenfalls vorhandene Polyneuropathie
, deren Ätiologie
(Stoff
wechselstörung wie zum Beispiel Diabetes Mellitus, regelmässiger
Alkoholkon
sum
) weiterhin der Abklärung harre,
sei nicht unfallkausal.
Bei gleich gebliebe
nem Zustand sei die Frage der Rückfallkausalität zu verneinen.
4.
4.
1
Vorwegzuschicken ist, dass der Beschwerdegegnerin mit Zuschrift
des Rechts
vertreters des Beschwerdeführers
vom 15. Mai 2013 (Urk. 10/237 S. 1 f.)
und damit
nach Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 11. April 2013 (Urk. 2) unter Hinweis auf den Bericht von Dr.
Z._
vom 14. Mai 2013 ein weiterer Rückfall zum Unfal
lereignis
vom 18. September 2006 gemeldet wurde. Dieser
bildet
jedoch
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
, sodass sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen
.
Prozessthema ist hier
lediglich
der mit Meldung vom 29. März 2011 (Urk. 10/157)
angezeigte
und von der
Beschwer
degegnerin
anerkannte
Rückfall.
4.2
Strittig und zu prüfen ist zunächst
der Zeitpunkt des Fallabschlusses per
Ende
Oktober 2011 und die damit
einhergehende
Einstellung der
vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld)
.
Aus
der medizinischen Aktenlage
ergibt sich
, dass
die Rehabilitationsphase im Nachgang zur ohne
nennenswerten
Erfolg gebliebenen Operation
vom
18. März 2011 (spätestens) Ende Oktober 2011 abgeschlossen war und
in jenem Zeitpunkt
von Seiten des linken Fusses des Beschwerdeführers der Zustand, wie er sich anlässlich des Abschlusses des Grundfalles per 30. April 2010 präsentiert hatte,
im Wesentlichen
wieder erreicht war.
Dies
hat der SUVA-Kreisarzt Dr.
E._
in seinen Ausführungen vom 7. Oktober 2011 und 30. M
ai 2013 (E. 3.3 und E. 3.5
) nachvollziehbar aufgezeigt und wird gestützt durch die Berichte
der den Beschwerdeführer langjährig behandelnden Ärzte – namentlich des Chirurgen Dr.
B._
(E. 3.1)
und des Hausarztes Dr.
D._
(E. 3.
2
).
Dass
im vorlie
gend massgebenden Be
urteilungszeitraum (E. 1.4
) von
weitere
n
ärztlichen M
assnahmen über den 31. Oktober 2011 hinaus
eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustand
e
s
im Sinne einer Steigerung oder Wiederherstellung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit (
E. 1.3
)
zu
erwarten gewesen wäre, ist anhand der vorliegenden Unterlagen nicht erstellt.
Die involvierten Ärzte vermochten damals keine weiteren Behandlungsmassnahmen mehr zu be
nennen, welche eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes ver
sprach.
Aus dem Bericht
von Dr.
Z._
vom 14. Mai 2013 (
E. 3.4
)
vermag der Be
schwer
deführer in Bezug auf den als verfrüht monierten Abschluss des Rück
falles nichts zu seinen Gunsten abzuleiten
. Der erst seit dem 3. Mai 2013 mit
ihm
befasste Mediziner äusserte sich
darin
– gestützt auf die von ihm erhobe
nen klinischen und röntgenologischen Befunde, aber offenbar ohne Kenntnis der medizinischen
Vorakten
– lediglich zur aktuellen medizinischen Situation
und gab keine retrospektive Einschätzung der früheren Verhältnisse ab, was denn auch naturgemäss mit Unsicherheiten behaftet wäre. Der Umstand, dass Dr.
Z._
rund eineinhalb Jahre nach dem
Fallabschluss
(31.
Oktober 2011) eine Schmerztherapie als dringend indiziert erachtete
und eine weitere
operative Intervention nicht ausschloss, lässt diesen nicht als verfrüht erscheinen. Hinzu kommt, dass es hier nicht um den Abschluss der medizinischen Therapie, mithin um das
Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung
geht (E. 1.3
).
Dementsprechend erweist sich der Abschluss des Rückfalles per Ende Oktober 2011 nicht als verfrüht und durfte die Beschwerdegegnerin die unter diesem Aspekt erbrachten Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen auf das genannte Datum hin einstellen.
4.3
Zu prüfen bleibt die
Frage, ob dem Beschwerdeführer
(Urk. 1 S. 2 und S. 4 Ziff. 7)
nach
A
bschluss
des Rückfalles
per 31. Oktober 2011
höhere als die ge
währten Dauerleistungen (Invalidenrente
basierend auf einer unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit von 10 %
und Integritätsentschädigung
aufgrund einer Ein
busse von 15 %
) zustehen.
Anhand der
vorhandenen Aktenlage
einschliesslich des Berichts von Dr.
Z._
vom 14. Mai 2013
ist eine im massgebenden Be
urteilungszeitraum (vgl. E. 1.3
) eingetretene erhebliche Verschlimmerung der Unfallfolgen nicht
rechtsgenüg
lich
belegt. Vielmehr steht gestützt auf die medizinische Dokumentation
zuver
lässig fest, dass dem Beschwerdeführer in Berücksichtigung der Unfallfolgen
(spätestens) ab Ende Oktober 2011
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
entsprechend dem
von
Dr.
F._
am 8. Februar 2010 (Urk. 10/109) defi
nierten
Zumutbarkeitsprofil wieder unverändert im Ausmass von 100 % zumut
bar war. Die entsprechende Einschätzung des SUVA-Kreisarztes Dr.
E._
(E. 3.3 und E. 3.5
) wird gestützt durch die Berichterstattung der den Beschwer
deführer langjährig behandelnden Ärzte, insbesondere durch die Auffassung
von Dr.
D._
(E. 3.2
), welcher seine frühere Arbeitsfähigkeitseinschätzung ein
schliesslich Belastungsprofil ausdrücklich bestätigte. Dass der Hausarzt dabei nur von einem 50%igen beruflichen Leistungsvermögen ausging, tut der Ein
schätzung der SUVA-Kreisärzte – wie bereits rechtskräftig entschieden wurde (vgl. Urteil des hiesigen Gerichts vom 28. September 2012 E. 4.2 und
Bundes
gerichtsurteil
vom 13. Februar 2013 E. 3) – keinen Abbruch.
Insofern fehlt es
in medizinischer Hinsicht
an eine
m
Revisionsgrund
.
Dass die
erwerblichen
Aus
wirkungen des an sich gleich gebliebenen unfallbedingten Gesundheitsschadens am linken Fuss
eine
revisionsrechtlich relevante Änderung
erfahren
hätten
,
ist nicht ersichtlich und wurde
vom Beschwerdeführer auch
nicht vorgebracht.
Demzufolge sind die Voraussetzungen für eine Revision der Invalidenrente (vgl.
dazu Art. 17 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 22 UVG; BGE 134 V 131, 140 V 85 E. 4.3 mit Hinweisen) respektive der Integritätsentschädigung (vgl. dazu Art. 36 Abs. 4 Satz 2 UVV) m
angels
einer
erhebliche
n
Veränderung des
Invali
ditätsgrades
beziehungsweise
eine
r
(nicht voraussehbaren)
Verschlimmerung des Integritätsschadens
von grosser Tragweite nicht gegeben.
4.
4
Auf weitere medizinische Abklärungen, insbesondere auf die vom
Beschwerde
führer
subeventualiter
beantragte Einholung eines Gutachtens (Urk. 1 S. 2 und S. 4 Ziff. 8) kann verzichtet werden,
da davon keine zusätzlichen
entscheidrele
vanten
Aufschlüsse zu erwarten sin
d (antizipierte Beweiswürdigung;
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).
5.
Demzufolge erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.