Decision ID: e69230dd-1715-4341-b8b8-636888b8a4eb
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos-Niedermann, Postgasse 5,
Postfach, 9620 Lichtensteig,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a L._, Jahrgang 1976, meldete sich im Oktober 2004 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente. Sie leide
an Armbeschwerden links und an psychischen Unfallfolgen (IV-act. 1). Am 16. April
2003 hat sich bei der Arbeit an einer Spulmaschine die Jacke der Versicherten in der
Spule verfangen und anschliessend den Arm unter die Spule gezogen. Die Versicherte
konnte die Maschine nicht abstellen, da der Schalter nicht in der Nähe war. Andere
Mitarbeiter waren zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend. Die verzweifelte Situation
dauerte ca. eine halbe Stunde, bis die Putzfrau zufälligerweise vorbei kam und Hilfe
holen konnte (IV-act. 19/24). Eine am Unfalltag durchgeführte Untersuchung im Spital
Wattwil ergab die Diagnose einer Quetschung und Prellung des Ellbogens und der
Schulter links (IV-act. 19/43). Am 8. Oktober 2003 diagnostizierte Dr. med. A._,
Fachärztin für Allgemeine Medizin, einen Status nach Quetschtrauma linker Arm mit
Schulterkontusion und eine posttraumatische Verarbeitungsstörung (IV-act. 19/30). Im
polydisziplinären Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 21. Juli 2004 (IV-act. 28)
zuhanden der Unfallversicherung wurde die Diagnose einer posttraumatischen
Belastungsstörung infolge Arbeitsunfall vom 16. April 2003 mit ausgeprägten
Angstzuständen, Panikattacken und Depression (ICD-10: F 43.1, F 41.0, F 32.11)
erhoben. Aus orthopädischer und neurologischer Sicht bestehe keine wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für jegliche
Erwerbstätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Dr. med. B._, Fachärztin für
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Arztbericht
zuhanden der Eidgenössischen Invalidenversicherung vom 2. Dezember 2004 (IV-act.
20) ebenfalls die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung mit massiven
Angstattacken und Depression sowie einer Schmerzsymptomatik am linken Arm. Es
bestehe seit dem Unfallereignis und bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Dr. med. C._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, beratender Arzt der
Unfallversicherung, hielt in den Berichten vom 20. Januar und 4. Mai 2005 (IV-act.
38/2-9) fest, dass die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht
gestellt werden könne.
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A.b Die IV-Stelle beauftragte daraufhin das Psychiatriezentrum Breitenau mit der
Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens. Dem Gutachten vom 6. Juli 2006 (IV-act.
41) ist die Diagnose eines Residualzustands einer abgeschwächten posttraumatischen
Belastungsstörung zu entnehmen. Als Differentialdiagnose wurde eine
Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen
(Anspannung, Ärger, Gereiztheit, Ängstlichkeit) erhoben. Die Ausdauer und
Durchhaltefähigkeit könne bei steter Reizbarkeit und tendenzieller Erregbarkeit in
leichtem Masse reduziert sein. Aufgrund dieser Erkenntnisse bestehe eine leichte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10 bis 20%. Der Regionale Ärztliche Dienst
(RAD) der IV erachtete am 4. September 2006 das Gutachten als in sich schlüssig und
nachvollziehbar, es könne vollumgänglich darauf abgestellt werden (IV-act. 43). Die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wegen geringfügiger Schmerzsensationen,
Gereiztheit, Aggressivität und Stressgefühl belaufe sich für die angestammte und eine
adaptierte Tätigkeit seit dem Unfallereignis vom 16. April 2003 auf 15%.
A.c Im Vorbescheid vom 15. September 2006 (IV-act. 48) stellte die IV-Stelle der
Versicherten in Aussicht, dass sie, ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 85%,
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Dazu nahm Rechtsanwalt lic. iur.
Markus Roos-Niedermann, Lichtensteig, in Vertretung der Versicherten am 18. Oktober
2006 Stellung (IV-act. 52). Mit Verfügung vom 7. Dezember 2006 eröffnete die IV-Stelle
der Versicherten wie angekündigt, dass sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
habe.
B.
B.a Gegen diese Verfügung vom 7. Dezember 2006 richtet sich die Beschwerde des
Rechtsvertreters der Versicherten mit den Anträgen, die Verfügung der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen sei aufzuheben, es sei unter Mithilfe
von Dr. B._ ein umfassendes psychiatrisches und medizinisches Gutachten über den
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zu erstellen und entsprechend dem
Gutachten sei der Invaliditätsgrad festzulegen; eventualiter sei der Beschwerdeführerin
eine ganze IV-Rente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Das
Gutachten des Psychiatriezentrums Breitenau vom 6. Juli 2006 sei nicht schlüssig und
nicht vollständig. Insbesondere hätte bei der Erstellung des Gutachtens die
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Stellungnahme von Dr. D._ vom 19. Dezember 2005 nicht vorgelegen, wodurch das
rechtliche Gehör verletzt worden sei. Ebenfalls nicht in das Gutachten aufgenommen
worden sei das Kurzgutachten von Dr. B._ vom 24. August 2006. Sollte auf die
Einholung eines Obergutachtens verzichtet werden, käme dies einer
Rechtsverweigerung gleich. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
sei von drei behandelnden Ärzten bzw. Kliniken ausgewiesen. In der Verfügung vom 7.
Dezember 2006 sei nicht im Geringsten auf die Einwendungen in der Einsprache vom
18. Oktober 2006 eingegangen worden, wodurch die Begründungspflicht gemäss Art.
49 Abs. 3 ATSG verletzt sei. Auf die weiteren Vorbringen des Rechtsvertreters,
insbesondere auf die Würdigung der Gutachten von Dr. C._ und des
Psychiatriezentrums Breitenau, wird - soweit entscheidrelevant - in den folgenden

Erwägungen eingegangen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 14. März 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Die IV-Stelle habe den Gutachtern des
Psychiatriezentrums Breitenau die Stellungnahme von Dr. D._ vom 19. Dezember
2005 sowie das Kurzgutachten von Dr. B._ vom 24. August 2006 zur Stellungnahme
unterbreitet, wodurch in formeller Hinsicht diesem Aspekt der Beschwerde genüge
getan worden sei. Die IV-Stelle habe sich bei ihrem Entscheid auf das Gutachten des
Psychiatriezentrums Breitenau abgestützt. Die Observation der Beschwerdeführerin sei
weder bei der Entscheidfindung der IV-Stelle noch im Gutachten des
Psychiatriezentrums Breitenau berücksichtigt worden, weshalb darauf nicht
einzugehen sei. Auf die Ausführungen bezüglich des Gutachtens des
Psychiatriezentrums Breitenau vom 6. Juli 2006 wird ebenfalls - soweit
entscheidnotwendig - in den folgenden Erwägungen eingegangen.
B.c Mit Replik vom 18. April 2007 liess die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren festhalten. Die Observation der
Beschwerdeführerin sei sehr wohl in die Überlegungen der Gutachter miteinbezogen
worden. Ebenfalls sei das Gutachten von Dr. C._ im Gutachten des
Psychiatriezentrums Breitenau verarbeitet worden.
B.d Die Beschwerdegegnerin hat sinngemäss auf eine Duplik verzichtet.
C.
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Im August 2008 hat das Gericht Einsicht in die UV-Akten aus dem Parallelverfahren UV
2007/121 genommen. Aus diesen Akten wurden die Schreiben der beratenden Ärzte
des Unfallversicherers Dr. med. E._, Spezialarzt FMH Chirurgie vom 15. August 2007
und Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH vom 22. August 2007 (act. G
17.1 und G 17.2) den Parteien zur Stellungnahme zugestellt. Die Berichte führen aus,
dass aufgrund der Akten eine posttraumatische Belastungsstörung in keiner Weise
ausgewiesen sei. Es dürfe hingegen eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
oder eine Simulation vorliegen, eine Arbeitsunfähigkeit resultiere daraus nicht.
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 7. Dezember 2006 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 132 V 215 Erw. 3.1.1), sind im vorliegenden Verfahrendie bis zum 31. De
zember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
3.
Die Beschwerdeführerin lässt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügen, da die
Beschwerdegegnerin ihrer Begründungspflicht gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG nicht
nachgekommen sei. Die Verfügung vom 7. Dezember 2006 sei ohne Aussagekraft und
es sei nicht im Geringsten auf die Einwendungen der Beschwerdeführerin gegen den
Vorbescheid eingegangen worden. Die Begründung einer Verfügung entspricht den
Anforderungen an das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung; SR 101),
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wenn die betroffene Person dadurch in die Lage versetzt wird, die Tragweite der
Entscheidung zu beurteilen und sie in Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz
weiterzuziehen. Die Behörde ist aber nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen
der Parteien zu äussern. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegungen
sich die Behörde leiten liess (vgl. Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz 1706). Die IV steht unter einer
grossen Pendenzenlast, weshalb im Verfügungsverfahren keine hohen Anforderungen
an die Begründungsdichte gestellt werden dürfen. Vorliegend hat die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung dargelegt, dass sie sich bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten des Psychiatriezentrums Breitenau
gestützt hat. Gemäss Stellungnahme des RAD vom 4. September 2006 sei die
medizinische Begründung plausibel nachvollzogen worden. Den Ausführungen in der
Verfügung vom 7. Dezember 2006 ist somit eindeutig zu entnehmen, aufgrund welcher
Überlegungen die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch abgelehnt hat und die
Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertreter war in die Lage versetzt, die Sache in
Kenntnis der entscheidrelevanten Umstände ans Versicherungsgericht weiterzuziehen.
Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin wurde nicht gröblich und unheilbar
verletzt, auch wenn Sinn und Zweck des Vorbescheidsverfahrens mit solchen knappen
Entgegnungen auf Einwände verfehlt werden. Im Schriftenwechsel des Prozesses bzw.
in der Beschwerdeantwort sind diese Mängel einigermassen beseitigt worden.
Zusätzlich sind Fragen des Einsprechers nachträglich von der Beschwerdegegnerin
direkt dem Psychiatriezentrum Breitenau zur Beantwortung vorgelegt worden. Die
entsprechenden Antworten liegen den Parteien und dem Gericht vor (Bericht vom 5.
März 2007). Sie betreffen im Wesentlichen, was die Beschwerdegegnerin schon im
Vorbescheidsverfahren hätte klären sollen. Formell hätte diese allerdings pendente lite
nicht mehr einseitig agieren dürfen. Dazu wäre ihr die Möglichkeit zum
Verfügungswiderruf offen gestanden. Zu Recht rügt die Beschwerdeführerin die
Verletzung von Verfahrensvorschriften bzw. die "eigenwillige Vorgehensweise". Das
Gericht darf in der Stellungnahme des Psychiatriezentrums Breitenau vom 5. März
2007 jedenfalls kein förmliches Ergänzungsgutachten anerkennen. Ein solches wäre
aus dem Recht zu weisen. Die Stellungnahme kann aber in der freien Beweiswürdigung
mitgewichtet werden. Sie beinhaltet im Wesentlichen nur Details zur Entstehung der
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Begutachtung und ihre Quellen, keine eigentliche zusätzliche oder gar neue materielle
Beurteilung.
4.
4.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
4.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
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geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der Verfügung vom 7. Dezember 2006 auf
das Gutachten des Psychiatriezentrums Breitenau vom 6. Juli 2006 (IV-act. 41). Darin
wurde die Diagnose eines Residualzustands einer abgeschwächten posttraumatischen
Belastungsstörung erhoben. Als Differentialdiagnose wurde eine Anpassungsstörung
mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (Anspannung, Ärger,
Gereiztheit, Ängstlichkeit) gestellt. Die erwähnten Diagnosen würden allerdings nicht
automatisch zu einer Arbeitsunfähigkeit führen, vielmehr sei auf die entsprechenden
Fähigkeitsstörungen abzustellen. Kritisch bei der Beschwerdeführerin sei die erhöhte
Erregbarkeit und Reizbarkeit. Aus dem Untersuchungsgespräch ergebe sich, dass die
Flexibilität und Wendigkeit ebenso gegeben sei wie ein kritisches Denkvermögen, bei
erhaltenem Überblick über die Zusammenhänge; Reizerfassung und Reizverarbeitung
würden funktionieren, die Konzentration/Merkfähigkeit sei nicht reduziert, Antrieb/
Energie und Motivation seien bei der Durchsetzung eigener Bedürfnisse vorhanden und
würden eingesetzt und es sei kein Autismus, sondern Offenheit und
Kommunikationsfähigkeit, wo der Austausch mit anderen funktioniere, festgestellt
worden. Dagegen könnten Ausdauer und Durchhaltefähigkeit in leichtem Masse
reduziert sein, bei steter Reizbarkeit und tendenzieller Erregbarkeit. Aufgrund dieser
Momente sei eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von ca. 10 bis 20%
gegeben.
5.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bemängelt in der Beschwerde vom
22. Januar 2007 insbesondere die Beurteilung von Dr. C._ vom 20. Januar 2005 und
das Gutachten des Psychiatriezentrums Breitenau vom 6. Juli 2006. Dr. C._ hält im
Schreiben vom 20. Januar 2005 (IV-act. 38) hauptsächlich fest, dass die von Dr. D._
im MEDAS-Gutachten vom 21. Juli 2004 (IV-act. 28) erhobene Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung nicht schlüssig gestellt worden sei. Die typische
Symptomatik einer solchen Störung liege nicht vor, sie sei höchstens angedeutet. Dem
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Schreiben von Dr. C._ sind keine Diagnosen und keine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu entnehmen. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin stützt sich das Gutachten des Psychiatriezentrums Breitenau nicht
wesentlich auf den Bericht von Dr. C._. Zwar wird erwähnt, dass Dr. C._ einen
Benton-Test durchgeführt habe, welcher eine sehr grosse Diskrepanz zwischen
gezeigter (Un-)Fähigkeit im Test und tatsächlichem Verhalten aufgezeigt habe. Aber die
Gutachter des Psychiatriezentrums Breitenau erhoben - im Gegensatz zu der Meinung
von Dr. C._ - die Diagnose eines Residualzustands einer abgeschwächten
posttraumatischen Belastungsstörung. Indem sich somit weder das Gutachten des
Psychiatriezentrums Breitenau noch die IV-Stelle bei ihrer Verfügung auf das Schreiben
von Dr. C._ stützen, braucht es vorliegend nicht weiter gewürdigt zu werden.
Dementsprechend ist in der Folge auch nicht näher auf die Einwendungen der
Beschwerdeführerin gegen das Schreiben von Dr. C._ einzugehen.
5.3 Die Ärzte des Psychiatriezentrums Breitenau waren bei der Erstellung des
Gutachtens im Besitz des Schreibens von Dr. D._ vom 19. Dezember 2005. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin rügt, dass es völlig unverständlich sei,
weshalb die Gutachter das Kurz-Gutachten von Dr. B._ vom 24. August 2006 (IV-act.
52-36f.) nicht abgewartet und mitberücksichtigt hätten. Die Gutachter erwähnen im
Bericht vom 5. März 2007 (act. G 6.3), man hätte mehrmals versucht, Dr. B._ zu
kontaktieren. Inhaltlich sei das Kurz-Gutachten identisch mit den Beurteilungen vom
21. November 2003 und 2. Dezember 2004. Diese Beurteilungen seien in ihrem
Gutachten erwähnt und mitberücksichtigt worden. Insofern enthalte das Gutachten
vom 24. August 2006 keine neuen Erkenntnisse, die ihre Beurteilung vom 6. Juli 2006
verändern würden. Zusammenfassend würden durch die beiden Berichte weder die
Diagnoseformulierung noch die daraus abgeleiteten Fähigkeitsstörungen, die
schliesslich zur Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit führe, tangiert.
5.4 Es ergibt sich daraus, dass das Gutachten des Psychiatriezentrums Breitenau
unter hinreichender Würdigung sämtlicher entscheidrelevanter Vorakten erstellt worden
ist. Das Gutachten ist sodann für die streitigen Belange umfassend und beruht unter
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden auf allseitigen Untersuchungen.
Bezüglich der Diagnosestellung weicht das Gutachten des Psychiatriezentrums
Breitenau im Vergleich zum MEDAS-Gutachten und zu den Einschätzungen von Dr.
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B._ dahingehend ab, dass lediglich ein Residualzustand einer posttraumatischen
Störung festgestellt wurde. Die unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
erklären sich die Gutachter des Psychiatriezentrums Breitenau damit, dass
insbesondere die Einschätzungen im MEDAS-Gutachten ca. zwei Jahre zurück liege
und die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich in intensiver psychiatrischer Betreuung
gewesen sei, was ihr gemäss eigenen Angaben Linderung und Besserung gebracht
habe. Diese Einschätzung steht im Einklang mit der internationalen Klassifikation der
Krankheiten der WHO, wonach bei einer posttraumatischen Belastungsstörung (F 43.1)
in der Mehrzahl der Fälle eine Heilung erwartet werden kann. Sodann sei der
Beschwerdeführerin in den früheren Berichten jegliche Erwerbstätigkeit abgesprochen
worden, ohne Begründung auf welche Fähigkeitsstörungen sich diese Annahme stütze.
Die Schlussfolgerungen der Gutachter des Psychiatriezentrums Breitenau sind
ausführlich begründet und legen bezüglich sämtlicher medizinischer Akten
einleuchtend dar, dass bei der Beschwerdeführerin von einer 10 bis 20%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist. Der Residualzustand einer abgeschwächten
posttraumatischen Störung besteht gemäss Gutachten Breitenau seit ca. 2003/2004.
Es ist somit davon auszugehen, dass sich auch die Schätzung der Arbeitsfähigkeit auf
dieses Datum bezieht. Obwohl der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in dem erwähnten
Ausmass nicht genau bestimmbar ist, kann unter Berücksichtigung der einjährigen
Wartefrist davon ausgegangen werden, dass zu keinem Zeitpunkt eine Rente
geschuldet war. Auf das schlüssige und überzeugende Gutachten des
Psychiatriezentrums Breitenau kann somit abgestellt werden. Daran vermögen auch
die Einwendungen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin nichts zu ändern.
5.5 Das Gutachten des Psychiatriezentrums Breitenau erwähnt die Erkenntnisse der
Observierung der Beschwerdeführerin. Allerdings wird die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit nicht mit diesen Erkenntnissen begründet. Somit ist auf die
diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht weiter einzugehen. - Die
Beschwerdeführerin macht sodann geltend, sich nicht mehr an die Untersuchung in
Breitenau erinnern zu können. Aus Angst vor einer erneuten Begutachtung habe sie vor
der Befragung sehr viele Medikamente geschluckt. Sie könne sich lediglich noch daran
erinnern, dass sie etwas habe unterschreiben müssen. Dem Gutachten vom 6. Juli
2006 ist kein Hinweis zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bei der Befragung
unter dem Einfluss von Medikamenten gestanden hätte. Im Gegenteil habe sie dem
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längeren Untersuchungsgespräch konzentriert folgen können und kohärente
Erklärungen abgegeben. Sie habe einen ausgeglichenen, schwingenden Affekt gezeigt
und ihre Ansichten nicht energielos sondern eher stark vertreten. Die nachträglich von
der Beschwerdeführerin gemachten Aussagen bezüglich der Medikamenteneinnahme
vor der Untersuchung in Breitenau sind insgesamt nicht plausibel und stehen eindeutig
im Widerspruch zu den Erkenntnissen der Gutachter. Dass sich die
Beschwerdeführerin nicht mehr an die Befragung erinnern kann, mag verschiedenste
sonstige Gründe haben. Eine unsachgemässe Befragung kann offensichtlich
ausgeschlossen werden.
6.
Die Beschwerdeführerin lässt beantragen, es sei unter Mithilfe von Dr. B._ ein
umfassendes psychiatrisches und medizinisches Gutachten über ihren
Gesundheitszustand zu erstellen und danach der Invaliditätsgrad festzulegen. Im
mehrfach bestätigten Entscheid I 783/05 vom 18. April 2006 hielt das Bundesgericht in
Erw. 2.2 fest, die psychiatrische Exploration könne von der Natur der Sache her nicht
ermessensfrei erfolgen. Sie eröffne dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch
immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-
psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren seien, sofern der
Experte lege artis vorgegangen sei (vgl. die Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft
für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen, in: SAeZ
2004 S. 1050 f.). Zu beachten sei auch die Divergenz von medizinischem Behandlungs-
und Abklärungsauftrag. Das Bundesgericht will u.a. der Erfahrungstatsache Rechnung
tragen, dass Hausärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im
Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Im Hinblick auf einen möglichen
Ziel- und Interessenkonflikt (Behandlung versus Begutachtung) gilt das auch für
Spezialärzte. Namentlich in umstrittenen Fällen kann nicht ohne weiteres auf die
Angaben eines behandelnden Spezialarztes abgestellt werden (EVGE vom 5. April
2004, I 814/03 Erw. 2.4.2, vgl. auch Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4.
Auflage, Bern 2003, S. 18; EVGE vom 13. Juni 2001, I 506/00 Erw. 2b). Da das
Gutachten des Psychiatriezentrums Breitenau auch nach eingehender Prüfung nicht zu
beanstanden ist und sich das Gericht darauf vollumfänglich abstützen kann, ist der
Sachverhalt als ausreichend abgeklärt zu betrachten. Der Disput zwischen Dr. C._
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und Dr. D._ ist durch eine Drittmeinung plausibel entschärft worden. Eine
verlässlichere, eine überwiegende Wahrscheinlichkeit begründende
Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre auch von weiteren medizinischen Abklärungen nicht
zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE
122 V 157, Erw. 1d).
7.
Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 10 bis 20% in der bisherigen oder einer adaptierten
Tätigkeit liegt der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin jedenfalls im
rentenausschliessenden Bereich, zumal ein sogenannter Leidensabzug vorliegend nicht
angezeigt ist. Auf Ausführungen zum Einkommensvergleich kann demnach verzichtet
werden, respektive auf die von der IV-Stelle in der Verfügung vom 7. Dezember 2006
erhobenen Zahlen verwiesen werden. Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die
angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde
abzuweisen.
8.
8.1 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 15. März 2007 bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen
Verhältnisse der Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung
der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten
Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).
8.2 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
8.3 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20%
reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Mit
Schreiben vom 18. Juli 2008 (act. G 16) hat der Rechtsvertreter der
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Beschwerdeführerin beim Gericht eine Honorarnote für das vorliegende Verfahren in
der Höhe von Fr. 2'596.95 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht. Der
Betrag scheint der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
angemessen, der Honorarnote kann entsprochen werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG