Decision ID: 966b44a6-ce30-4254-867f-d7a49efb1b07
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Lindegger, Marktgasse 20, 9000 St.
Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1956 geborene B._ war auf Grund ihres ALV-Taggeldbezugs bei der Suva
versichert, als sie am 25. November 2005 mit ihrem Personenwagen auf der Autobahn
in einen Verkehrsunfall verwickelt und verletzt wurde (Suva-act. 1, 13). Vom 25. bis 27.
November 2005 war sie im Spital Wetzikon hospitalisiert. Im entsprechenden
Austrittsbericht vom 28. November 2005 diagnostizierten die Ärzte eine HWS-
Distorsion und Kontusionen des cerviko-thorakalen Übergangs, des BWK 8/9 und der
distalen LWS, eine Thoraxkontusion frontal basal beidseits, eine Sternumkontusion und
"formal Contusio cordis" sowie eine Latexallergie (Status nach anaphylaktischem
Schock, Suva-act. 9).
A.b Nachdem die Suva ihre Leistungspflicht anerkannt hatte und weitere
Behandlungen und Abklärungen durchgeführt worden waren, stellte sie die Leistungen
mit Verfügung vom 3. Januar 2007 per 3. Januar 2007 ein. In der Begründung hielt sie
fest, dass die noch geklagten Beschwerden organisch als Folge des erlittenen Unfalls
nicht mehr erklärbar seien. Für die weiter bestehende Arbeitsunfähigkeit und die
allfällige Behandlungsbedürftigkeit seien unfallfremde Faktoren wie z.B. die psychische
Verfassung der Versicherten verantwortlich. Eine Leistungspflicht für allfällige
psychische Beschwerden sei nicht gegeben, da diese zum Unfall nicht in einem
rechtserheblichen Zusammenhang stehen würden. Auch bestehe kein Anspruch auf
eine Rente oder eine Integritätsentschädigung (Suva-act. 64). Die vom Rechtsvertreter
der Versicherten erhobene Einsprache (Suva-act. 70) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 2. Juli 2007 ab (Suva-act. 77). Die gegen diesen
Einspracheentscheid durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Lindegger, St. Gallen,
erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit
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Urteil vom 18. August 2008 (UV 2007/97), soweit darauf eingetreten wurde, teilweise
gut, und wies die Angelegenheit zur Durchführung von weiteren Abklärungen und
allfälliger neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück (Suva-act. 85).
A.c Nach Einholung von Berichten bei Dr. med. A._, FMH Allgemeinmedizin, vom 7.
November 2008 (Suva-act. 92) und Dr. med. C._, Facharzt Allgemeine Medizin FMH,
vom 12. November 2008 (Suva-act. 93) sowie einer Röntgenuntersuchung der HWS bei
E._ vom 24. März 2009 (Suva-act. 101) wurde die Versicherte am 10. März 2009 vom
Kreisarzt-Stellvertreter Prof. Dr. med. D._, FMH Orthopädische Chirurgie, untersucht
(Suva-act. 102).
A.d Gestützt auf diese Abklärungsergebnisse verfügte die Suva am 11. Mai 2009
erneut eine Einstellung der Versicherungsleistungen per 3. Januar 2007. Mangels
Vorliegens adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere
Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung
(Suva-act. 103).
B.
Die gegen diese Verfügung am 11. Juni 2009 durch den Rechtsvertreter der
Versicherten erhobene Einsprache (Suva-act. 106) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 18. Januar 2010 ab (Suva-act. 116).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid erhob der Rechtsvertreter der Versicherten am 18.
Februar 2010 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom 11. Mai 2009 und der
Einspracheentscheid vom 18. Januar 2010 seien vollumfänglich aufzuheben. Es sei
festzustellen, dass die heutigen psychischen und physischen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin, deren Behandlungsbedürftigkeit und Arbeitsunfähigkeit (100%)
Folgen des Verkehrsunfalls vom 3. Januar 2007 (richtig: 25. November 2005) seien. Der
Beschwerdeführerin seien weiterhin Leistungen aus UVG auszurichten, insbesondere
Heilungskosten, Taggeldleistungen und eventualiter eine IV-Rente mit Zusatzrenten
sowie eine Integritätsentschädigung. Die aufschiebende Wirkung sei wiederherzustellen
und es seien der Beschwerdeführerin umgehend die Leistungen aus UVG auszurichten;
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unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung machte der Rechtsvertreter
unter anderem eine Gehörsverletzung durch die Beschwerdegegnerin geltend, indem
der Beschwerdeführerin vor Durchführung der kreisärztlichen Untersuchung weder der
Name des Gutachters bekannt, noch die Möglichkeit zu Ergänzungsfragen gegeben
worden sei. Die kreisärztliche Untersuchung sei jedoch bereits vom Grundsatz her
ungenügend, da vielmehr eine polydisziplinäre Abklärung erforderlich gewesen wäre. In
Bezug auf die Adäquanzkriterien habe der Hausarzt Dr. C._ bestätigt, dass die von
ihm verordnete Therapie zweckmässig gewesen sei und bei der Beschwerdeführerin zu
einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands geführt habe. Zudem seien die
Kriterien einer fortgesetzten, spezifischen belastenden ärztlichen Behandlung, des
Vorliegens erheblicher Beschwerden sowie einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen zu bejahen, andernfalls die Abklärungen lediglich durch
den Kreisarzt für die Ablehnung des Entscheids nicht genügen würden.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 5. Mai 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Ausführungen im angefochtenen Entscheid und legte dar, dass es sich bei der
kreisärztlichen Untersuchung nicht um eine Begutachtung im Sinn Gesetzes gehandelt
habe, weshalb sie nicht zur vorgängigen Namensbekanntgabe des untersuchenden
Arztes verpflichtet gewesen sei. Im Übrigen habe sich der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin aber auch nicht dazu geäussert, nachdem er über Zeit und Ort der
kreisärztlichen Untersuchung informiert worden sei. Sodann seien die involvierten Ärzte
gemäss Verpflichtung des Versicherungsgerichts zur Klärung der offenen Fragen
angegangen worden. Für die Aufgabe des dreimonatigen Arbeitsversuchs der
Beschwerdeführerin seien im Weiteren finanzielle und nicht medizinische Gründe
massgebend gewesen. Insgesamt seien damit die Kriterien zur Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs nicht in gehäufter Zahl und massgebenden
Intensität vorhanden gewesen.
C.c Mit Replik vom 16. August 2010 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Anträge und Ausführungen. Zusätzlich beantragte er vor
Erstellung eines Gerichtsgutachtens die Einholung einer umfassenden
Berichterstattung zu den strittigen Adäquanzkriterien bei Dr. C._. Ausserdem sei
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beim RAV Wetzikon ein Amtsbericht zur Arbeitsunfähigkeit und den
Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin einzuholen.
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.

Erwägungen:
1.
Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin auf Grund des
Unfallereignisses vom 25. November 2005 auch über den 3. Januar 2007 hinaus
Anspruch auf Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin hat.
2.
Gemäss Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gibt der Versicherungsträger, der zur
Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten einer oder eines unabhängigen
Sachverständigen einholen muss, der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese
kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Gegenvorschläge machen.
Zum Vorwurf des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin
habe bei der Durchführung der kreisärztlichen Untersuchung das rechtliche Gehör
verletzt, indem sich die Beschwerdeführerin nicht zur untersuchenden Person habe
äussern können, ist festzuhalten, dass es sich dabei nicht um eine Begutachtung nach
Art. 44 ATSG handelte, da gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 135 V
258 f. E. 3.4.1) Art. 44 ATSG nicht auf versicherungsinterne Ärzte und Ärztinnen
anzuwenden ist. Im Übrigen wurde im vorliegenden Verfahren aber auch nicht
rechtsgenüglich dargetan, inwiefern weitere Fragen vom Kreisarzt hätten beantwortet
werden müssen, um der sich aus dem rückweisenden Entscheid des
Versicherungsgerichts ergebenden Verpflichtung rechtsgenüglich nachzukommen.
Zudem wurden in Bezug auf die gesetzlichen Ausstands- und Ablehnungsgründe
gemäss Art. 36 Abs. 1 ATSG bzw. Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das
Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021), welche auch bei versicherungsinternen
Gutachtern gelten, in der Beschwerde mit Bezug auf den Kreisarztbericht vom 31. März
2009 ebenfalls keine substantiierten Einwendungen gemacht.
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3.
3.1 Bezüglich der rechtlichen Voraussetzungen zum Leistungsanspruch nach dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) wird auf das Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. August 2008 (UV 2007/97)
E. 1.1 sowie den Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 18. Januar 2010
E. 2 Abs. 1, E. 3, E. 5 Abs. 1 und E. 6 verwiesen. Für den weiteren Sachverhalt kann
ebenfalls darauf abgestellt werden.
3.2 An die rechtlichen Voraussetzungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers
hinsichtlich des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs anzufügen bleibt,
dass im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild
gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem
natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne
Weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V
365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht
(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht
automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade
klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen
Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen.
3.3 Wie bereits im Urteil vom 18. August 2008 festgehalten (Erwägung 2.1) und
röntgenologisch am 24. März 2009 bei E._ nochmals verifiziert (Suva-act. 101), sind
die von der Beschwerdeführerin über den 3. Januar 2007 hinaus geklagten
Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen organischen Befunden im Sinn
nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar. Das Versicherungsgericht bejahte
in der Folge aber - auch wenn die Angaben in den Akten nicht durchwegs miteinander
in Einklang standen - ein für Schleudertrauma-Verletzungen typisches Beschwerdebild
(vgl. Erwägungen 2.3 und 2.4), weshalb sich in der Folge die Adäquanzfrage stellt.
4.
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4.1 Die Adäquanzprüfung hat nach Abschluss des normalen, unfallbedingt
erforderlichen Heilungsprozesses zu erfolgen, und nicht solange von einer Fortsetzung
der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann
(= Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG; EVG-Urteil vom 11. Februar 2004 i/S K.
[U 246/03]; BGE 134 V 112 ff.). Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss erfüllt,
ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung
des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen. Der Fallabschluss durch den Unfallversicherer bedingt laut Urteil des
Bundesgerichts vom 4. November 2008 i/S G. (8C_467/2008) E. 5.2.2.2 lediglich, dass
von weiteren Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr
erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger
erforderlich ist. Der Gesundheitszustand der versicherten Person ist dabei
prognostisch und nicht auf Grund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen (RKUV
2005 Nr. U 577 S. 388 E. 3).
4.2 Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin zur Klärung der gemäss dem
Versicherungsgericht noch offenen Fragen, schrieb Dr. A._ am 7. November 2008,
dass ihm die Beantwortung des Fragenkatalogs nicht möglich sei, weil ihn die
Beschwerdeführerin letztmals am 21. Dezember 2005 und damit mehr als ein Jahr vor
Einstellung der Leistungen (3. Januar 2007) konsultiert habe (Suva-act. 92). Der
Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. C._, nahm dagegen mit Schreiben vom 12.
November 2008 zu den an ihn gerichteten Fragen Stellung. Laut seinem Bericht habe
die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung hauptsächlich
Beschwerden im Bereich der HWS und des Kopfes beklagt. Sie habe über tägliche
Schmerzen seit dem Unfallereignis berichtet, welche mit Dafalgan behandelt worden
seien. Die regelmässig durchgeführten Physiotherapien vor dem 3. Januar 2007 hätten
ihr bei den Verspannungen etwas Linderung verschafft. Dr. C._ führte diese
Beschwerden auf den Unfall zurück, da die Beschwerdeführerin vorher im Bereich der
HWS und des Kopfes völlig beschwerdefrei gewesen sei. Zu wie viel Prozent die
100%ige Arbeitsunfähigkeit dannzumal jedoch unfallkausal gewesen sei, könne er nicht
beurteilen. Deshalb habe er bereits im Bericht vom 10. April 2006 eine Abklärung der
Arbeitsfähigkeit in der Reha-Klinik Bellikon oder Valens empfohlen. Dem sei die
Beschwerdegegnerin jedoch nicht gefolgt. Es sei aber nachvollziehbar, dass es bei der
Beschwerdeführerin durch die Leistungseinstellung im Januar 2007 zu einer stärkeren
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psychischen Reaktion gekommen sei, da sie diese Verfügung als ungerecht
empfunden und sie so interpretiert habe, dass ihre Beschwerden nicht ernst
genommen würden. Die im Januar 2007 mit neun Sitzungen durchgeführte
Physiotherapie mit Polarity-Massage und Entspannungsübungen zu Lasten der
Krankenversicherung habe zwar im Bereich der HWS und des Kopfes eine deutliche
Besserung gebracht, dies jedoch nur für eine zeitlich beschränkte Dauer (Suva-act. 93).
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. März 2009 gab die
Beschwerdeführerin gegenüber Prof. Dr. D._ an, dass die Beschwerden im Rückblick
praktisch gleich geblieben seien. Dr. D._ kam gestützt auf seine Untersuchungen
sowie die Akten zum Schluss, dass das diagnostizierte Cervical-Syndrom bei leichten
degenerativen Veränderungen als nicht unfallkausal einzustufen sei, da Cervicalgien
eine ausserordentlich häufige in der Normalbevölkerung anzutreffende
Beschwerdesymptomatik seien. Ausserdem habe die bis Ende 2006 praktizierte
Physiotherapie im Bereich der Halswirbelsäule respektive den Weichteilen des Halses
lediglich dazu gedient, Verspannungen zu lösen. Im Hinblick auf die unfallkausalen
Beschwerden sei daher ab dem 3. Januar 2007 von einer weiteren medizinischen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands und keine
bedeutende Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten gewesen (Suva-
act. 102 S. 8). Da die weiteren Abklärungen somit in sich schlüssig ergeben haben,
dass am 3. Januar 2007 von weiteren Massnahmen keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands mehr zu erwarten war, ist der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung
per diesem Datum nicht zu beanstanden.
4.3 Nachdem auf Grund der medizinischen Unterlagen (vgl. Urteil des
Versicherungsgerichts vom 18. August 2008 Erwägung 1.1) nicht belegt ist, dass bald
nach dem Unfall eine psychische Überlagerung stattgefunden hatte, die das
Beschwerdebild der ersten Monate nach dem Unfall, das durch HWS-Beschwerden
geprägt war, ganz in den Hintergrund treten liess, ist die Adäquanz nach der
sogenannten Schleudertrauma-Praxis gemäss BGE 134 V 109 zu prüfen. Wie das
Versicherungsgericht im Urteil vom 18. August 2008 bereits festgehalten hat, handelt
es sich beim Ereignis vom 25. November 2005 um einen mittelschweren Unfall. Die
Kriterien der besonderen Eindrücklichkeit oder dramatischer Begleitumstände, der
Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, der ärztlichen
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, oder des
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schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen wurden dabei als nicht
erfüllt qualifiziert (Erwägung 3).
4.3.1 Die Beschwerdeführerin stand seit dem Autounfall vom 25. November 2005
soweit ersichtlich in mehr oder weniger regelmässiger ärztlicher bzw. therapeutischer
Behandlung (vgl. Suva-act. 44, 78, 79, 93). Die physiotherapeutische Behandlung im
Zusammenhang mit dem HWS-Distorsionstrauma dauerte auch über den streitigen
Einstellungszeitpunkt an (Suva-act. 79, 93). Gemäss eigenen Angaben der
Beschwerdeführerin seien die Beschwerden dennoch praktisch gleich geblieben (vgl.
Suva-act. 102 S. 3). Nach der bisherigen Rechtsprechung wurde eine ärztliche
Behandlung von zwei bis drei Jahren bei einem Schleudertrauma jedoch nicht als
ungewöhnlich erachtet (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 8.
Februar 2005 i/S W. [U 314/04] E. 2.3). Zudem bestand die Heilbehandlung vorliegend
in erster Linie in Physiotherapie und Medikation sowie in einer direkt nach dem Unfall
erfolgten, lediglich zweitägigen Hospitalisation zur Überwachung (Suva-act. 9). Eine
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung ist damit nicht gegeben.
Praxisgemäss werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl.
SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80 E. 5.4 [8C_209/2008]; Urteil des Bundesgerichts vom 13.
Mai 2009 i/S M. [8C_30/2009] E. 5.2.3).
4.3.2 Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. März 2009 gab die
Beschwerdeführerin an, dass die Beschwerden praktisch gleich geblieben seien und es
immer noch zu plötzlichen Stürzen komme, da ihr die Beine wegknickten, dies häufiger
links als rechts. Schnelles Aufstehen könne zu Schwächeanfällen führen und nach einer
halben Stunde am Computer leide sie unter Konzentrationsschwierigkeiten; es komme
zu vermehrten Nackenbeschwerden sowie Beschwerden im Lendenbereich. Es gebe
Tage, an denen gehe es ihr gut, und an anderen gehe es ihr schlecht. Auch gebe es
Tage, an denen sie extreme Kopfschmerzen verspüre. Die Beschwerdesymptomatik sei
zudem wetterabhängig und bei Föhn zunehmend. Kopfschmerzen führten zu
nächtlichem Aufwachen sowie der Notwendigkeit der Schmerzmitteleinnahme (Suva-
act. 102 S. 3 f. und 7). Angesichts dieser glaubhaften Beschwerdeschilderung ist das
Vorliegen von erheblichen Beschwerden zwar in einfacher Form zu bejahen. Da sie
jedoch nicht immer vorhanden sind und die Beschwerdeführerin nach eigenen
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Angaben gelernt hat, sich mit ihnen zu arrangieren, liegt das Kriterium nicht in
ausgeprägter Weise vor.
4.3.3 Was schliesslich das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass
bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar
dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als
eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher
massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden
die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für
die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig
zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung
des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive
Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche
Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften
Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei
ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen
zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen
Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in
der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse
arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium
erfüllen (BGE 134 V 129 E. 10.2.7 mit Hinweisen; BGE vom 16. Mai 2008 i/S M.
[8C_252/2007] E. 7.7.1 mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin erklärte nach
Durchführung der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. März 2009 gegenüber der
Beschwerdegegnerin, immer noch bei der Arbeitslosenkasse angemeldet zu sein. Sie
mache dabei die von jener vorgeschriebenen Arbeitsbemühungen. Einmal habe sie
eine Stelle im Aussendienst antreten können, welche sie aber nach ein paar Monaten
wieder aufgegeben habe. Der Aufwand sei grösser als der Ertrag gewesen, da sie
einfach nicht die dazu benötigte Leistung habe erbringen können. Weitere konkrete
Arbeitsversuche habe es nicht gegeben. Sie habe ihren Hausarzt vor allem deshalb
gebeten, sie arbeitsfähig zu schreiben, damit sie Arbeitslosenleistungen habe beziehen
können (Suva-act. 98). Ihr Hausarzt Dr. C._ hielt im Bericht vom 12. November 2008
fest, dass ärztlicherseits ohne Rücksicht auf die Unfallkausalität eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bis 14. Februar 2008 bestätigt worden sei und danach eine solche
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von 50%. Der von der Beschwerdeführerin vorgenommene Arbeitsversuch ab 1. Mai
2008 habe jedoch nach drei Monaten abgebrochen werden müssen, da die Ausgaben
höher als die Einnahmen gewesen seien. Theoretisch-medizinisch bestehe derzeit aber
sicherlich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Über eine Erhöhung darüber hinaus sei nach
Abbruch des Arbeitsversuchs nicht mehr gesprochen worden, es müsse daher die
Gesamtsituation in einer multizentrischen Institution beurteilt werden. Gemäss
Mitteilung der IV-Stelle St. Gallen vom 4. Februar 2010 schloss diese die
Arbeitsvermittlung ab, nachdem die Beschwerdeführerin den am 16. Oktober 2009
gemeinsam besprochenen Eingliederungsplan Arbeitsvermittlung trotz Aufforderung
mit Fristansetzung nicht unterschrieben retourniert hatte (Suva-act. 118). Unter diesen
Umständen ist nicht ersichtlich, dass sich die Beschwerdeführerin mit ausgewiesenen
Bemühungen um eine Wiedereingliederung ins Berufsleben bemüht hätte. Da der
adäquate Kausalzusammenhang selbst bei einer Bejahung des Kriteriums in einfacher
Form nicht als erfüllt zu betrachten wäre, kann auf die beantragte Einholung eines
Berichts beim RAV Wetzikon zur Frage der Arbeitsbemühungen verzichtet werden.
4.4 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass von den sieben relevanten
Kriterien lediglich eines (erhebliche Beschwerden) erfüllt ist, dieses jedoch nicht in
ausgeprägter Weise. Dies genügt zur Bejahung der Adäquanz allfälliger noch
vorhandener unfallbedingter Beschwerden bei vorliegendem Unfall im mittelschweren
Bereich nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010 i/S S. [8C_897/2009]
E. 4.5, wonach zur Bejahung der Adäquanz bei einem Unfall im mittleren Bereich
mindestens drei Kriterien erfüllt sein müssen).
5.
Dem Begehren des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, es sei ein ergänzendes
polydisziplinäres Gutachten einzuholen, ist nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen
ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend
relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden
(antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 131 I 157 E. 3, 124 V 94 E. 4b; Praxis 88/1999
Nr. 117 S. 636 ff.; SVR UV 1996 Nr. 62 E. 3 S. 212 f.).
6.
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Nachdem die über den 3. Januar 2007 hinaus geklagten Beschwerden nicht mehr
adäquat kausal durch das Unfallereignis vom 25. November 2005 verursacht gelten,
war die mit angefochtenem Einspracheentscheid vom 18. Januar 2010 bestätigte
Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 3. Januar 2007 im Ergebnis
rechtens. Damit wird indessen nicht das Vorhandensein der geklagten Beschwerden in
Abrede gestellt, sondern lediglich deren Ursache als nicht (mehr) mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit mit dem Unfall in Zusammenhang stehend
gesehen. Insbesondere ist festzuhalten, dass die Formel "post hoc ergo propter hoc",
wonach eine gesundheitliche Schädigung schon deshalb als durch einen Unfall
verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, nicht als Beweis betrachtet
werden kann (BGE 119 V 335 E. 2b/bb).
7.
Im Sinn obiger Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG