Decision ID: 3a16e0d2-1158-448c-ae82-3621a846870d
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Dieser Sachverhalt ist unbestritten.
2. Am 3. Oktober 2014 leitete die Steuerverwaltung des Kantons
Graubünden ein Nachsteuerverfahren für die Jahre 2004 bis 2010
aufgrund der nicht deklarierten 25 Aktien im Besitze von A._ ein. Sie
ging dabei von folgenden Steuerwerten für das Nachsteuerverfahren aus:
Für 2004 Fr. 1‘427‘000.--; 2005 Fr. 3‘038‘000.--; 2006 Fr. 1‘351‘000.--;
2007 Fr. 203‘000.--; 2008 Fr. 600‘000.--; 2009 Fr. 616‘000.-- sowie 2010
Fr. 616‘000.--.
3. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2014 teilte die Steuerverwaltung
A._ mit, dass sie eine Sicherstellung von Fr. 135‘000.-- für Nach-
sowie Strafsteuern auf Stufe Kanton und Bund anordne. Gleichentags
wurde von der Steuerverwaltung noch separat ein Arrestauftrag an ein
Betreibungsamt erteilt. Als Arrestgegenstände wurden diverse
Liegenschaften, sämtliche Namenaktien der B._ AG, alle Guthaben
und Wertschriften bei verschiedenen Banken und Lebensversicherungen
aufgeführt. Tags darauf, am 16. Dezember 2014, erfolgte die Ausstellung
der Arresturkunde. Am 23. Dezember 2014 zog die Steuerverwaltung
ihren Arrestbefehl wieder zurück, womit die sofortige Freigabe der
Arrestgegenstände bewirkt wurde, weil A._ den
Sicherstellungsbetrag von Fr. 135‘000.-- bereits an die kantonale
Steuerverwaltung überwiesen hatte.
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4. Mit Beschwerde vom 2. Februar 2015 beantragte A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) die Aufhebung der angefochtenen
Sicherstellungsverfügung. Er habe seine Vermögensverhältnisse nicht
verschleiert. Es sei kein aktives Tun seinerseits erfolgt. Er habe lediglich
seine 25 Aktien nicht deklariert, aber keine Täuschungshandlungen
vorgenommen. Dass er an der B._ AG beteiligt sei, sei nicht
verschwiegen worden. Es sei ihm über Jahre nicht aufgefallen, dass seine
Aktien vom Treuhänder nicht im Wertschriftenverzeichnis aufgeführt
worden seien. Die betreffende Immobilienfirma habe in seiner
Geschäftstätigkeit nur eine untergeordnete Stellung eingenommen, was
sein Vergessen erkläre. Es sei klar, dass Nach- und Strafsteuern zu
zahlen seien. Eine Gefährdung der Ansprüche sei damit insgesamt nicht
ersichtlich, weshalb das Vorgehen der Steuerverwaltung (bezüglich
Sicherstellungsverfügung) nicht korrekt gewesen sei. Sein gesamtes
Vermögen sei verarrestiert worden, u.a. sogar das gemeinsame
Haushaltskonto von ihm und seiner Partnerin. Dieses Vorgehen kurz vor
den Weihnachtsfeiertagen, die für sein Geschäft – Verkauf und
Vermietung von Zweit- und Ferienwohnungen – von enormer Bedeutung
seien, habe einen grossen finanziellen Schaden angerichtet. Das private
Interesse des Beschwerdeführers am Zugriff auf seine Vermögenswerte
wäre höher zu gewichten gewesen als das öffentliche Interesse an der
Sicherstellung einer Steuerforderung mittels Arrestbefehls. Die
Anordnung der Sicherstellung sei weder notwendig noch angemessen
gewesen. Der Beschwerdeführer habe seine Steuern immer beglichen,
zumal genügend Substrat vorhanden sei und keine Anhaltspunkte für
einen geplanten Steuerentzug vorgelegen hätten. Es sei
unverhältnismässig für Fr. 135‘000.-- sein gesamtes Vermögen zu
verarrestieren. Die Steuerverwaltung habe damit Art. 5 Abs. 2 BV verletzt.
5. Mit Vernehmlassung vom 17. März 2015 beantragte die Steuerverwaltung
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Der
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Sicherstellungsbetrag von Fr. 135‘000.-- sei korrekt erhoben und vom
Beschwerdeführer auch nicht beanstandet worden. Eine objektive
Gefährdung der Steuerforderung sei zumindest glaubhaft gewesen, was
als Sicherstellungsgrund ausreichend sei. Der Beschwerdeführer habe
seine Vermögensverhältnisse systematisch verschleiert. Seine 25 Aktien
hätten einen beträchtlichen Wert von bis zu Fr. 3 Mio. im Jahre 2005
gehabt. Der Beschwerdeführer habe damit einen grossen Teil seines
Vermögens nicht deklariert. Angesichts dessen sei ein schlichtes
„Vergessen“ nicht glaubhaft und eine Steuergefährdung damit gegeben
gewesen. Die Sicherstellungsverfügung falle mit der Leistung der
verlangten Kaution nicht einfach dahin. Ein öffentliches Interesse habe
bestanden und die gesetzlichen Vorgaben seien erfüllt worden, weshalb
das Vorgehen der Beschwerdegegnerin auch nicht als
unverhältnismässig taxiert werden könne.
6. In seiner Replik vom 4. Mai 2015 brachte der Beschwerdeführer noch vor,
die B._ AG habe lediglich als Finanzierungsgesellschaft gedient und
es seien von ihr keine operativen Tätigkeiten mehr ausgegangen. Seit
Mitte 2005 sei sie aufgrund des Streits zwischen ihm und seinem
Geschäftspartner überhaupt nicht mehr aktiv. Der Beschwerdeführer habe
über Jahre hinweg keine Kenntnis mehr bezüglich des Geschäftsgangs
erhalten. Der Beschwerdeführer stelle zudem die Bewertung der 25
Aktien in Frage. Die Sicherstellung diene als Sofortmassnahme ohne
vorherige Ankündigung. Vorliegend sei der Beschwerdeführer aber
bereits am 2. Oktober 2014 damit konfrontiert worden, dass er die Aktien
nicht deklariert habe. Die Sicherstellung sei dann aber erst Mitte
Dezember 2014 verfügt worden, womit auch keine Gefährdung
vorgelegen haben könne. Die Beschwerdegegnerin hätte dieses
Versehen selbst feststellen können.
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7. Mit Duplik vom 12. Juni 2015 hielt die Beschwerdegegnerin fest, eine
Sicherheit für Steuerforderungen könne jederzeit verlangt werden und
müsse nicht unmittelbar erfolgen. Die Beschwerdegegnerin dürfe
grundsätzlich von der Richtigkeit einer Steuererklärung ausgehen und
müsse keine Quervergleiche mit Akten anderer Steuerpflichtiger
vornehmen. Die Beschwerdegegnerin habe hier auf die letzten bekannten
Daten – sprich auf die rechtskräftige Veranlagung 2013 – abstellen
müssen und habe damit bei Erlass der angefochtenen Verfügung und des
zugehörigen Arrestbefehls keine gesicherten Kenntnisse über die
aktuellen Vermögenswerte gehabt. Sodann sei für sie ebenfalls nicht
ersichtlich gewesen, ob noch andere Personen an den deklarierten
Bankkonten berechtigt seien. Den diversen Liegenschaften stünden
schliesslich beträchtliche Hypotheken gegenüber. Die
Verhältnismässigkeit ihres Vorgehens sei damit laut Art. 5 Abs. 2 BV
ebenfalls gewahrt worden und nicht weiter zu beanstanden.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist die
Sicherstellungsverfügung vom 15. Dezember 2014, worin die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit einer Sicherstellung von
Fr. 135‘000.-- für Nach- sowie Strafsteuern auf Stufe Kanton und Bund
belegte. Eine solche Verfügung kann nach Art. 158 Abs. 3 des
Steuergesetzes für den Kanton Grau-bünden (StG; BR 720.000) bzw. Art.
169 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR
642.11) mit Beschwerde an das jeweils zuständige Verwaltungsgericht
weitergezogen werden. Infolgedessen fällt die Beurteilung der
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vorliegenden Beschwerde in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts
des Kantons Graubünden. Der Beschwerdeführer ist als Adressat der
Verfügung beschwert und damit zur Beschwerdeerhebung ohne weiteres
befugt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist demnach einzutreten. Strittig und zu prüfen ist durch das
streitberufene Verwaltungsgericht die Frage, ob die gesetzlichen
Voraussetzungen für den Erlass der Sicherstellungsverfügung erfüllt
wurden, die angefochtene Verfügung somit rechtmässig erging. Hingegen
werden Mängel, die den Vollzug der Sicherstellungsverfügung bzw. die
Arrestlegung oder den Arrestbefehl betreffen, nicht im
Rechtsmittelverfahren gegen die Sicherstellungsverfügung geprüft (so
bereits: Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] A 13 57 vom 27. März 2014
E.1 und VGU A 02 85 vom 17. November 2003 E. 1; Urteile des
Bundesgerichts 2C_235/2013 vom 26. Oktober 2013 E.2.3, 2A.237/2006
vom 9. Januar 2007 E.3.4 sowie 2A.508/1995 vom 15. April 1996 E.3d
und E.5d).
2. a) Im konkreten Fall stellt sich die Frage, ob die in Art. 158 Abs. 1 StG bzw.
in Art. 169 Abs. 1 DBG genannten Voraussetzungen für den Erlass der
angefochtenen Sicherstellungsverfügung korrekt eingehalten wurden. Hat
der Steuerpflichtige keinen Wohnsitz in der Schweiz oder erscheint die
Bezahlung der von ihm geschuldeten Steuer oder Busse als gefährdet,
kann die kantonale Steuerverwaltung nach Art. 158 Abs. 1 StG auch vor
rechtskräftiger Feststellung des Betrags jederzeit Sicherstellung
verlangen. Die genannte Bestimmung verlangt das Vorliegen eines
Sicherheitsgrundes sowie die provisorische und vorfrageweise Prüfung,
ob eine Steuerschuld besteht. Die materielle Abklärung der Steuerpflicht
und die Festsetzung der Abgabe bleiben jedoch einem (separaten)
Hauptverfahren in der Steuersache überlassen (Urteile des
Bundesgerichts 2C_235/ 2013 vom 26. Oktober 2013 E.2.4; PVG 2003
Nr. 14 E.1, VGU A 13 11 und 12 vom 28. Mai 2013 E.3a, A 09 60 und 61
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vom 12. Januar 2010 E.2.2a). Sicherstellungsgründe im Sinne von Art.
158 Abs. 1 StG bzw. des beinahe identischen Art. 169 Abs. 1 Satz 1 (Satz
2 entspricht Art. 158 Abs. 2 StG) sind z.B. ein die Bezahlung der
Steuerforderung gefährdendes Verhalten des Steuerpflichtigen. Als
solches gilt ein Verhalten, das sich auf die Bezahlung der
Steuerforderung nachteilig auswirken könnte, so z.B. etwa die
Vorbereitung zur Abreise ins Ausland, Fluchtgefahr, die Verminderung
des Vermögens durch verschwenderische Lebensführung oder
umfassende Schenkungen wie auch das Beiseiteschaffen oder
Verheimlichen von Vermögenswerten (vgl.
RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl.,
Zürich 2009, Art. 169 N 10 ff.; FREY, in: ZWEIFEL/ATHANAS [Hrsg.]
Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, Bundesgesetz
über die direkte Bundessteuer, Art. 83-222, 2. Aufl., Basel 2008 [zitiert:
Kommentar DBG], Art. 169 N 16 ff.). Die Gefährdung der Steuerforderung
wird auf der Grundlage der steuerrechtlichen Deklarationspflichten des
Steuerschuldners beurteilt. Anlass zur Steuersicherung gibt dabei die
systematische Verschleierung der Einkommens- und
Vermögensverhältnisse im Veranlagungsverfahren, indem der
Steuerpflichtige den Fiskus systematisch über seine finanziellen
Verhältnisse in die Irre führt oder insbesondere sein Einkommen und
Vermögen nicht deklariert (Urteil des Bundesgerichts 2A.234/2006 vom
23. Januar 2007 E.2.2; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 169
N 26; FREY, Sicherstellungsverfügung und Arrestbefehl, a.a.O. S. 115 ff.;
FREY, Kommentar DBG, a.a.O., Art. 169 N 28). Ob die Steuerschuld
besteht, für die Sicherstellung begehrt wird, prüft das Verwaltungsgericht
im Sicherstellungsverfahren nur provisorisch und vorfrageweise.
Dasselbe gilt für die Höhe des sicherzustellenden Betrags, der bloss
glaubhaft zu machen ist. Die nähere Abklärung der Steuerpflicht und einer
allfälligen (Mit-) Haftung der Lebenspartnerin sowie die Festsetzung der
Höhe der Abgabe bleiben dem Hauptverfahren in der Steuersache selbst
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vorbehalten. Das Verwaltungsgericht beschränkt sich auf eine Prima-
facie-Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse (Urteile des
Bundesgerichts 2C_235/2013 vom 26. Oktober 2013 E.2.4, 2A.237/2006
vom 9. Januar 2007 E.2.3, 2A.205/ 2005 vom 22. Dezember 2005
E.2.2.1, 2A.746/2004 vom 16. Juni 2005 E.2.2; statt vieler auch: FREY,
Kommentar DBG, a.a.O., Art. 169 N 49). Dieselbe Einschränkung gilt mit
Blick auf das Vorliegen der Gefährdung der Steuerforderung; denn auch
diese muss nach dem Gesetzeswortlaut – wonach die Bezahlung der
Steuerschuld als gefährdet erscheinen muss – lediglich glaubhaft
gemacht werden (vgl. VGU A 13 11 und 12 vom 28. Mai 2013 E.3a sowie
A 09 60 und 61 vom 12. Januar 2010 E.2.2a). Im Lichte dieser Vorgaben
ist auch der konkrete Fall zu entscheiden.
b) Vorliegend ist unbestritten und allseits akzeptiert, dass der
Beschwerdeführer seine 25 Aktien der Firma B._ AG – deren
Verwaltungsratspräsident er ist - über Jahre nicht deklariert hatte und
deshalb zu Nach- und Strafsteuern verpflichtet wurde. Strittig ist im
konkreten Fall besonders, ob von einer Gefährdung der geschuldeten
Steuern ausgegangen werden musste, zumal der Beschwerdeführer
seinen steuerrechtlichen Wohnsitz nachweislich in der Schweiz hat. Eine
Steuergefährdung ist gemäss Lehre und Praxis (s. dazu E.2a, hiervor)
namentlich auch dann anzunehmen, wenn ein Steuerpflichtiger
systematisch und konsequent über eine längere Zeitdauer seine effektive
Einkommens- und Vermögenssituation verschleiert. Es muss dabei nicht
ein subjektives steuergefährdendes Verhalten, sondern lediglich noch
eine objektive Gefährdung des Steuerbezugs nachgewiesen oder
zumindest glaubhaft gemacht werden. Massgebend für die
Glaubhaftmachung sind sämtliche Umstände des Einzelfalles. Von
Bedeutung für die Beurteilung der Gefährdung sind somit etwa die
allgemeinen Lebensumstände des Schuldners und sein persönliches
Verhalten in der betreffenden Steuerangelegenheit. Systematische
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Verschleierung liegt vor, sofern planmässig vorgegangen wird.
Planmässig geht jemand vor, der gezielt, konsequent, überlegt,
durchdacht oder folgerichtig handelt. Hier ist dazu hinreichend erstellt,
dass der Beschwerdeführer über Jahre hinweg seine 25 Aktien - der von
ihm als Verwaltungsratspräsident sowohl strategisch als auch
aufsichtsrechtlich mitbetreuten Firma – nicht deklariert hat. Er hat die
Steuererklärung zwar von einer Treuhandfirma ausfüllen lassen, dennoch
muss er sich die Frage gefallen lassen, wie es möglich sein kann, dass
ihm dieses Versäumnis über Jahre hinweg nicht aufgefallen ist. Die Aktien
hatten und haben einen doch erheblichen Wert und machten mit über 3.0
Mio. Franken im Spitzenjahr 2005 (vgl. im Sachverhalt Ziff. 2)
nachweislich auch einen beträchtlichen Teil des Gesamtvermögens des
Beschwerdeführers aus (vgl. Beilagen 3 und 13 des Beschwerdeführers
[Bf-act. 3 und 13], worin in den Veranlagungsverfügungen für das Jahr
2011 auf ein Gesamteinkommen von Fr. 528‘900.-- auf Bundesebene
bzw. ein Gesamteinkommen von Fr. 355‘400.-- und ein
Gesamtvermögen von Fr. 810‘900.-- auf Kantonsebene abgestellt wurde;
vgl. zudem Beilage 1 der Beschwerdegegnerin [Bg-act. 1], worin die
Wertschriftenverzeichnisse von 2004 bis 2010 im Detail in der
Grössenordnung von rund Fr. 194‘000.-- bis Fr. 460‘000.-- aufgeführt
sind). Es erscheint dem Gericht unter diesem Gesichtspunkt nicht
nachvollziehbar, dass dem Beschwerdeführer die Nichtdeklaration seiner
25 Aktien über Jahre nicht aufgefallen sein könnte. Ein Versäumnis oder
Versehen muss aufgrund der genannten Umstände als
Schutzbehauptung gewertet werden. Auch die Unstimmigkeiten mit
seinem ehemaligen Geschäftspartner vermögen dies nicht zu erklären.
Selbst wenn ihm als Verwaltungsratspräsident wirklich nicht mehr Einsicht
in alle Akten und Geschäftsvorgänge gewährt worden wäre, müssten ihm
dennoch die fehlenden Angaben im Wertschriftenverzeichnis der
Steuererklärung ohne Zweifel aufgefallen sein. Damit ergibt sich aber,
dass der Beschwerdeführer einen beachtlichen Teil seines Vermögens
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über einen langen Zeitraum hinweg bewusst und planmässig nicht
deklarierte. Selbst wenn es sich zu Beginn lediglich um einen Fehler des
Treuhänders gehandelt haben sollte, hat der Beschwerdeführer diese
Unachtsamkeit bzw. dieses Versäumnis zumindest grobfahrlässig und
konsequent so belassen, und somit die fehlerhafte Steuerdeklaration
eigenverantwortlich nicht aufdeckt bzw. sie nicht selbst korrigiert. Daran
ändert auch nichts, dass die weiteren Lebensumstände nicht unbedingt
den Schluss zulassen, der Beschwerdeführer könnte seine
Vermögenswerte allfällig ins Ausland verschieben wollen. Anhand der
genannten Voraussetzungen und den konkreten Umständen ist hier
trotzdem von einer Gefährdungslage auszugehen, da eine solche von der
Beschwerdegegnerin zumindest glaubhaft dargelegt werden konnte. Dass
die Sicherstellungsverfügung erst am 15. Dezember 2014 erfolgte –
obwohl in dieser Sache bereits am 2. Oktober 2014 eine Besprechung
zwischen den Parteien darüber stattgefunden hatte und der
Beschwerdeführer schon damals über die Nichtdeklaration der 25 Aktien
informiert worden war -, spricht ebenfalls nicht gegen eine
Gefährdungssituation. Diese Vorinformation stellt nämlich keine
Vorwarnung des Beschwerdeführers bzw. keine vorgängige Aufklärung
über die sich daraus allenfalls ergebenden Konsequenzen oder
Rechtsfolgen dar, was zeigt, dass der Beschwerdeführer überhaupt nicht
mit einer späteren Sicherstellungsverfügung wegen seines
Steuerversäumnisses rechnete.
c) Es bleibt damit noch die Wahrung des Prinzips der Verhältnismässigkeit
im Sinne von Art. 5 Abs. 2 BV zu prüfen. Der Sicherstellungsbetrag von
Fr. 135‘000.--, der aufgrund einer provisorischen Berechnung der
Beschwerdegegnerin erfolgte, wurde vom Beschwerdeführer in seiner
Höhe zwar nicht beanstandet. Bemängelt wurde jedoch, dass hierfür das
gesamte Vermögen des Beschwerdeführers blockiert worden sei;
darunter insbesondere auch das gemeinsame Haushaltskonto mit seiner
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Lebenspartnerin. In diesem Punkt kann der Beschwerdegegnerin aber
kein Vorwurf gemacht werden. Wie diese zutreffend ausführen lässt,
musste mangels aktueller Kenntnisse auf die deklarierten
Vermögensverhältnisse, welche ein Jahr alt waren, abgestellt werden. Die
Beschwerdegegnerin konnte mit anderen Worten nicht wissen, wie hoch
die verarrestierten Werte waren. Zudem hatte die Beschwerdegegnerin
aufgrund der steuerrechtlichen Selbstdeklaration keine Kenntnis davon,
auf wen die Bankkonten lauteten. Sie konnte daher ohne weiteres davon
ausgehen, dass der Beschwerdeführer der allein Berechtigte daran war.
Bezüglich des Wertes der verarrestierten Liegenschaften gibt es ferner
anzumerken, dass dem betreffenden Arrestwert noch beträchtliche
Hypotheken gegenübergestellt werden müssen. Unter Einbezug dieser
Begleitumstände ist darum nicht zu beanstanden und damit auch nicht
unverhältnismässig, dass die Beschwerdegegnerin sämtliche
Vermögenswerte – die ihr dannzumal bekannt waren und anhand der
Steuererklärung dem Beschwerdeführer zugeordnet werden konnten - zur
Sicherung der noch ausstehenden Nach- und Strafsteuern blockieren
liess. Der Arrest wurde sodann unverzüglich nach der Leistung der
Sicherheitszahlung wieder aufgehoben, was ebenfalls dafür spricht, dass
die Beschwerdegegnerin angemessen, korrekt und zeitnah auf die sich
jeweils rasch ändernden Verhältnisse reagierte.
d) Im Übrigen sei nur noch erwähnt, dass die inzwischen erfolgte Bezahlung
des sicherzustellenden Betrages über Fr. 135‘000.-- für den Bestand der
angefochtenen Sicherstellungsverfügung nicht von rechtlicher Bedeutung
ist. Die Sicherstellungsverfügung stellt für die Beschwerdegegnerin
nämlich überhaupt erst den notwendigen Rechtstitel dar, um die erbrachte
Sicherstellungsleistung bis zur rechtskräftigen Abrechnung im
ordentlichen Verfahren einzubehalten (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2A.59/2003 vom 25. September 2003 E.3.1).
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3. a) Die angefochtene Sicherstellungsverfügung vom 15. Dezember 2014 ist
demnach in jeder Beziehung rechtens und verhältnismässig, was zur
Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde vom 2. Februar 2015
führt.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich dem unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der Beschwerdegegnerin steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG
sodann keine Parteientschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegte.
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