Decision ID: 3512625f-fdef-46a2-b6c2-30ed05b38aa4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, war
seit dem
1. Mai 2000 bei der
Y._
AG als Wickler angestellt (Urk. 7/29/1 f.).
Am 3. März 2013 erlitt er einen Auf
fahrunfall, wobei
das Fahrzeug des Versicherten
vom hinter ihm fahrenden Wagen
in das Heck des vor ihm stehenden Fahrzeugs geschoben wurde (
Urk. 7/19/338 f.).
Ab dem 4. März 2013 wurde ihm eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert (Urk. 7/82/3, Urk. 7/19/358)
und er bezog Unfalltaggelder (Urk. 7/
74/2
).
Am 20. Januar 2014 meldete er sich unter Hinweis auf eine Verletzung des Nackens, des Rückens, der Schulter und des linken Armes sowie Beschwerden an den Beinen (Fusssohlen, besonders links) bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/7).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 7/19) und
gewährte Beratung und Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes (Urk. 7/24). Der Arbeitgeber des Versicherten kündigte das Arbeitsverhältnis im Oktober 2014 auf den 31. Januar 2015 mit der Begründung, es habe kein Schonarbeitsplatz gefunden werden können (Urk. 7/29/1
,
Urk.
7/24/5
)
. Mit
Mitteilung vom 16. Oktober 2014
schloss die IV-Stelle die Massnahmen zum Arbeitsplatzerhalt sowie die Arbeitsvermittlung ab und leitete die Rentenprüfung ein (Urk. 7/20).
1.2
In der Folge klärte die IV-Stelle die medizinische
und erwerbliche
Situation ab und zog
abermals und
wiederholt Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 7/26, Urk. 7/34-36,
Urk. 7/66,
Urk. 7/74)
. Am 23. Juni 2016 erteilte sie Kosten
gutsprache für orthopädische Serienschuhe (Urk. 7/70). Nachdem sie die Akten
am 16. März respektive 16. September 2016
dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vorgelegt hatte,
stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom 11. Oktober 2016 die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. Juli 2014 und einer
Dreiviertelsr
ente
ab 1. August 2015 in Aussicht
(Urk. 7/82/5-7
, Urk. 7/78
)
. Dagegen erhob der Versicherte am 11. November 2016 Einwand und forderte die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (Urk. 7/86/1).
Mit Verfügung vom 25. September 2015, bestätigt mit
Einspracheentscheid
vom 2
6.
September 2016,
sprach
die Unfallversicherung dem Versicherten
sodann
eine
Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit
von 23 %
bei einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 90'398.--
sowie eine Integritäts
entschädigung
von Fr. 11'340.--, entsprechend einer Integritätseinbusse von
9 %
,
zu
(Urk. 7/37/2-5, Urk. 7/74)
.
1.3
Am 14. August 2017 erstattete das
Z
entr
um
Z._
sein
im Auftrag der IV-Stelle verfasstes
polydisziplinäres Gut
achten (Urk. 7/134).
Dieses wurde dem
RAD am 26. September 2017
unterbreitet
(Urk. 7/155/4-6). Der Versicherte nahm
schliesslich
am
15. Dezember 2017 zu den im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
erfolgten Abklärungen Stellung und reichte weitere Berichte zu den Akten (Urk. 7/146, Urk. 7/147).
Das
Z._
beantwortete
am 22. Dezember 2017 Rückfragen der IV-Stelle
zum Gutachten
(Urk. 7/154).
Mit neuem Vorbescheid vom 19. Februar 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten nun in Abweichung zum
ersten
Vorbescheid vom 11. Oktober 2016 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/156).
Der
Versicherte
erhob
am 20. März, ergänzt am 18. Mai 2018
,
Einwand (Urk. 7/162, Urk. 7/169).
Am 5. November 2018 verfügte die IV-Stelle
im angekündigt
en Sinne (Urk. 7/185 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
7.
Dezember 2018 Beschwerde und beantragte,
es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur erneuten medizinischen Abklärung (interdisziplinäres Gutachten) und Neubeurteilung der Leistungsansprüche zurückzuweisen
.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine befristete Invalidenrente wie folgt auszurichten:
Eine g
anze Rente ab
1. Juli 2014 bis 31. Juli 2015 und eine
Dreiviertelsrente
ab 1. August 2015 bis zur Begutachtung bei
der
Z._
AG (Juni 2017, Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2019 auf Abweisung der Bes
chwerde (Urk. 6). Dies wurde dem
Beschwerdeführer am 11. Januar 2019 mitgeteilt (Urk. 9)
.
Am
17. Juli 2020 wurde die Sammelstiftung berufliche Vorsorge Swiss Life zum Ver
fahren beigeladen (Urk. 11
).
Mit Eingabe vom 4. September 2020 teilte die BVG-Sammelstiftung Swiss Life mit, ein allfälliger Anspruch aus beruflicher Vorsorge würde sich vorliegend gegen sie (BVG-Sammelstiftung Swiss Life) richten, weshalb sie zum Verfahren hätte beigeladen werden müssen. Sie
verzichte auf eine Stellungnahme (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheits
schadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung beziehungsweise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum voraus
gehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anamnese, Befunden, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergebnisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicherseits ist also substanziiert darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungs
vermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeit
licher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der renten
ansprechenden Person (E. 4.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, sie habe den
Beschwerdeführer
nach dem Vorbescheid vom 1
1.
Oktober 2016 begutachten lassen. Die Gutachter würden von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht und einer solchen von 70 % aus psychiatrischer Sicht ausgehen. In psychiatrischer Hinsicht sei weiter zu erwähnen, dass gute Ressourcen vorl
ä
gen und eine gesundheitliche Einschränkung nicht nachvollziehbar sei (Urk. 2 S. 1). Der Beschwerdeführer habe in seinem Einwand
vorgebracht, Qualität und Inhalt des Gutachtens seien auf
grund seiner Deutschkenntnisse in Frage zu stellen. Auf entsprechende Rückfrage
hätten die Gutachte
r
jedoch bestätigt, keine
Schwierigkeiten in der Kommunikation oder im Verständnis
gehabt zu haben
. Zudem habe
d
er
Beschwerdeführer
in der Anmeldung zur Begutachtung angegeben, nicht auf einen Dolmetscher angewiesen zu sein. Die mit neuem Einwand vom 2
0.
März
2018
eingereichten Berichte
seien dem RAD zur Beurteilung vorgelegt worden.
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei nicht zu erkennen. Auch die Klinik gebe in ihrem Bericht an, dass eine angepasste, leichte Tätigkeit z
umutbar sei. Vom
ersten Vorbescheid
sei abzusehen und es bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor,
das
Z._
-Gutachten
sei
mangelhaft. Es weiche in diversen – näher dargelegten Punkten – von den Ein
schätzungen der behandelnden Fachärzte ab (Ausmass der Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht, Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, und so weiter, Urk. 1 S. 10, Urk. 1 S. 3-8). Aufgrund von erheblichen Kommunikationsproblemen beziehungsweise sprachlich begründeten Missverständnissen anlässlich der Begutachtung sei es zu relevanten Fehl
einschätzungen seitens der Gutachter bezüglich de
s
tatsächlichen Ausmass
es
der vorhandenen Gesundheitsbeeinträchtigung gekommen. Die von den Gutachtern selbst festgestellten Diskrepanzen in den anamnestischen Angaben
seien fälschlicherweise nicht no
chmals verifiziert worden. Selbst die RAD-Ärztin habe das Gutachten in ihrer Stellungnahme vom 26. September 2017 kritisiert und festgehalten, es könne darauf nur zum Teil abgestellt werden
;
das psychiatrische Teilgutachten sei nicht plausibel (Urk. 1 S. 10).
Ferner machte der Beschwerde
führer geltend, s
eit der Begutachtung habe sich sein Gesundheitszustand zudem weiter verschlechtert respektive sehr unstetig entwickelt. Das Gutachten sei daher für eine abschliessende Beurteilung der Leistungsansprüche ungenügend, weshalb eine erneute polydisziplinäre Begutachtung
unter Beizug eines Dol
metschers
vorzunehmen sei (Urk. 1 S. 11).
Eventualiter sei ihm eine befristete Rente im Sinne des ersten Vorbescheids vom 1
1.
Oktober 2016 zuzusprechen, welcher sich auf
die
RAD-Beurteilung vom 1
6.
März 2016 respektive auf die vorhandenen SUVA-Akten und Berichte gestützt hatte. Weder das Gutachten noch das rechtswidrig erlangte Observationsmaterial könnten die früheren Beurteilungen der verschiedenen Fachärzte entkräften. Eine seriöse Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter sei frühestens ab dem Untersuchungs
zeitpunkt (Mai/Juni 2017) möglich.
Es sei ihm daher zumindest bis zum Zeitpunkt der Begutachtung durch das
Z._
eine ganze Rente ab 1. Juli 2014 und eine
Dreiviertelsrente
ab 1. August 2015 zuzusprechen (Urk. 1 S. 11).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
3.
3.1
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte
im Anschluss an den Unfall vom 3. März 2013
in
seinem Bericht vom 4. März 2013 die Diagnose
eine
r
HWS-Distorsionsverletzung Grad II
(Urk. 7/134/3 vgl. auch
Urk. 7/19/319, Urk.
7/19/224,
Urk. 7/34/18,
Urk. 7/134/24)
und attestierte ihm ab dem 4. März
2013 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
(vgl. Urk. 7/19/358, Urk. 7/19/330, Urk. 7/19/324, Urk. 7/82/3)
. Die Abklärungen im Rahmen der weiteren bildgebenden Diagnostik konnten keine akute Verletzung
, jedoch
bereits vorhandene degenerative Veränderungen nachweisen (Urk. 7/19/317). Zudem
stellten die
weiter
behandelnden Ärzte eine Prellung de
r
linken Schulter
und
des
linken
Ellbogengelenks fest.
Auch hier
brachte
die weitere radiologische Diagnostik keinen Nachweis
auf eine
frische
knöcherne
Verletzung oder weitere ossäre oder
artikuläre
Auffälligkeiten (Urk. 7/19/201). Neben den Beschwerden der HWS-Distorsion rückten die Beschwerden des linken Schultergelenks in den Vordergrund. Das
linke
Akromioklavikulargelenk
(AC-Gelenk) des Beschwerde
führers wurde in der Folge zweimal lokal infiltriert (Operationsberichte vom 10. Juli 2013 und 26. September 2013, Urk. 7/19/211, Urk. 7/19/
171). Die
vorgenommene Magnetresonanztomographie (MRI) der linken Schulter zeigte
ferner
am 9. September
2013 eine Teilruptur der langen Bizepssehne und eine aktivierte AC-Gelenksarthrose (Urk. 7/19/169). Am 1. März 2014 erfolgte schliesslich eine arthroskopisch assistierte Bizepstenotomie, ein subacromiales
Débridement
und eine AC-Gelenksresektion links (Urk. 7/19/86 f.). Der
anschliessende postoperative Verlauf gestaltete sich regelrecht und komplikationslos
(Urk. 7/
19
/73
). Bei fortbestehenden
linksseitigen
Armschmerzen wurde sodann
am 27. Mai 2014
ein weiteres MRI der Hals
wirbelsäule (HWS) durchgeführt. Dabei wurde
n
eine media
n
e
Diskusprotrusion
C5/6
mit Anulus fibrosus-Riss
ohne Kompression
und in der klinischen Unter
suchung vom 3. Juni 2014 eine Radikulopathie C7 links
festgestellt
. Es wurde
ein konservatives Vorgehen empfohlen
(Urk. 7/19/64
, Urk. 7/19/65
, Urk.
7/19/66
)
.
Am 4. Januar 2015 berichtete der Hausarzt zuhanden der Beschwerdegegnerin und nannte eine chronische posttraumatische
Zervikobrachialgie
links, wahr
scheinlich multifaktoriell bedingt, sowie den Status nach Schulterarthroskopie, Bizepstenoto
m
ie, subacromiale
m
Débridement
und
AC-Gelenkresektion links als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Aktuell bestünden weiterhin
belastungsabhängige linksseitige Schulter- und Ellbogenschmerzen.
Der
Beschwerdeführer sei
weiterhin
vollständig
arbeitsunfähig
in
der bisherigen
Tätigkeit (Urk. 7/31/2-4).
Die aufgetretenen Doppelbilder
wurden
nach erfolgter neurologischer Untersuchung vom
1. September 2014
am ehesten im Rahmen einer Presbyopie beurteilt, wobei weitere medizinische Abklärungen nicht indiziert seien (
Urk
. 7/
34/81
). Seitens beider plantarer Füsse
beschrieben die weiteren Behandler
eine massive Hyperkeratose bei Spreizfus
sdeformität. Am
19. September 2016 erfolgte eine tiefe Abtragung der
Kallositäten
in der Dermatologie des Universitätsspitals
B._
(Urk. 7/64/6,
Urk. 7/134/21).
3.2
Im Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 12. Mai 2015 zuhanden der Unfallversicherung (
Urk.
7/34/13-19) hielt Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, fest, 15 Monate nach dem operativen Eingriff an der linken Schulter bestehe subjektiv ein Schweregefühl, vermischt mit einem Schmerz. Funktionell sei
en
die aktive Flexion auf 135 Grad und die aktive Abduktion auf 120 Grad limitiert. Das Aussen- beziehungsweise Innenrotations
defizit sei gering. Leider habe sich die aktive Flexion im Vergleich zu den Befunden, wie sie am 20. August 2013 hätten erhoben werden können, verschlechtert. Die aktive Abduktion sei in etwa gleich geblieben. Au
ch im Nackenbereich würden noch Restbeschwerden bestehen, wobei hier ein gemischtes Beschwerdebild mit Einbezug der linken Schulter bestehe. Eine
traumatisch bedingte Läsion, welche auf das Unfallereignis vom 3. März
2013 zurückzuführen wäre, liege nicht vor. Der Beschwerdeführer klage auch über Beschwerden am linken Fuss, wobei es sich um ein krankhaftes
L
eiden handle (Urk. 7/34/18 f.). Zusammengefasst verblieben Unfallfolgen an der linken Schulter mit mässiger bis erheblicher Einschränkung der aktiven Flexion und Abduktion. Zumutbar sei eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, dies den ganzen Tag (Urk. 7/34/19). In der Folge sprach
die
Unfallversicherung dem Beschwerde
führer mit Verfügung vom 25. September 2015 respektive
Einspracheentscheid
vom 26. September 2016 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbs
unfähigkeit von 23 % bei einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 90'398.-- sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 11'340.--, entsprechend einer Integritätseinbusse von 9 %, zu (Urk. 7/37/2-5, Urk. 7/74).
3.
3
Die behandelnde Rheumatologin,
Dr. med.
D._
, Fach
ärztin für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation,
nannte in ihrem Bericht vom 15. Januar 2016 (Urk. 7/50/6-8) als Diagnosen eine chronische posttraumatische
Zervikobrachialgie
links, wahrscheinlich multifaktoriell bedingt (radikulär bei Diskushernie C6/7, periartikulär der Schulter bei Status nach Schulterarthroskopie im März 2014, Verdacht auf traumatische
Plexusirritation
links, ausgedehnte myofasziale Komponente, Status nach Verkehrsunfall am 3. März 3013) sowie den
Status nach
einer
Schulterarthroskopie und eine massive Hyperkeratose plantar am linken Vorfuss (Urk. 7/50/6). Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Elektrowickler seit dem 3. März 2013 zu 100 % arbeitsunfähig, dies sei vorgängig durch die behandelnden Ärzte attestiert worden. Die bisherige Tätigkeit sei ihm nicht mehr zumutbar. Aus
rheumatologischer Sicht bestehe medizinisch-theoretisch zumindest eine Teil
arbeitsfähigkeit von 50 % für eine den Beschwerden optimal angepasste Tätigkeit. Dies sei eine leichte körperliche bis selten mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit
,
unter Vermeidung von Tätigkeiten über der Schulterhorizontalen, Vibrationen/Erschütterungen oder klimatischer Exposition. Aufgrund des langen Beschwerdebildes sei zur abschliessenden Beurteilung des Belastungsprofiles die Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
sicherlich sinnvoll (Urk. 7/50/8).
3.4
RAD-Arzt Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, nannte in seiner Stellungnahme vom 16. März 2016 (Urk. 7/82/5-7)
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische posttraumatische
Zervikobrachialgie
links, wahrscheinlich multifaktoriell bedingt (radikulär bei Diskushernie C6/7, ausgedehnte myofasziale Komponente, periartikulär der Schulter bei Status nach Schulterarthroskopie im März 2014 und Status nach Verkehrsunfall am 3. März 2013) sowie a
nhaltende Schulterbeschwerden mit Bizepstenotomie, subacromialem
Débridement
und AC-Resektion am 11. März
2014
(Urk. 7/82/ 5f.).
Demgegenüber mass er der massiven Hyperkeratose plantar am linken Vorfuss (Status nach Hyperkeratose-Entfernung, Exazerbation nach plantarer Vorfusskontusion anlässlich des Verkehrsunfalles) sowie der post
traumatischen Sehstörung mit Doppelbildern und Nebelsehen keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 7/82/6).
Er
fügte an, aus versicherungs
medizinischer Sicht bestehe eine verminderte Belastbarkeit der HWS und der Schulter.
Als Belastungsprofil formulierte er leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten von mehr als 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne dauerhafte Armvorhalte
belastungen und Überkopfarbeiten
. Zudem seien leichte (angepasste) Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Lasten, ohne linksseitiges Arbeiten in Armvorhaltepositionen und Überkopf
arbeiten weiterhin zumutbar (Urk. 7/82/6). Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit
seit dem
3. Mä
rz 2013 bis auf Weiteres zu 100
% arbeits
unfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe ab dem 12. Mai
2015 von Seiten der Schulter eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Aufgrund des Befundes der HWS im Kreisarztbericht der Unfallversicherung vom 10. August 2015 könne ab dem 12. Mai 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit mit Bezug auf
die unfallunabhängige Erkrankung der HWS angenommen werden (Urk. 7/82/6 f.).
Da eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit möglich sei, empfahl er, nach drei Monaten einen Verlaufsbericht bei den behandelnden Ärzten einzuholen (Urk. 7/82/7).
Dr.
D._
statuierte
daraufhin
am 20. Juni 2016 einen stationären Gesundheitszustand bei einer unverändert
en
Arbeitsfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit (Urk. 7/69/2)
.
Am 16. September 2016 hielt der RAD unter Verweis auf den
erwähnten
Bericht von
Dr.
D._
an seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom 16. März 2016 fest (Urk. 7/82/7).
3.
5
Nach ergangenem
(ersten)
Vorbescheid vom 11. Oktober 2016 (Urk. 7/78)
reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführer
s
unter anderem einen
von ihm eingeholten
Bericht des Psychiatriezentrums der
Klinik F._
vom 18. Oktober 2016 ein (Urk. 7/85). Daraus ging hervor, dass der Beschwerdeführer
sich
nunmehr seit dem 12. Juli 2016 in psychiatrischer Behandlung befand. Die
behandelnde Psychiaterin, Dr. med. univ.
G._
, Oberärztin, nannte die Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F54.4) sowie eine schwere depressive Episode bei belastender psychosozialer Situation (ICD-10 F32.1, Urk. 7/85/1). Der Beschwerdeführer sei zumindest seit dem 12.
Juli
2016 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig in seinem bisherigen Beruf. Aufgrund des aktuellen chronifizierten
Zustandsbildes sei es schwierig
einzuschätzen, ab wann eine Berufsfähigkeit von mindestens 20 %
erreicht werden könne
. Bei gutem Ansprechen auf die engmaschige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung und die aktuelle Medikation sei von einer 20%igen Arbeitsfähigkeit frühestens in vier bis sechs Wochen auszugehen. Zu
diesem Zeitpunkt müsse eine erneute Beurteilung stattfinden (Urk. 7/85/3).
Am 10. August 2017 ergänzte Dr.
G._
sodann die Diagnosen der akzentuierten Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) sowie die Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit und der Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56), wobei sie
letzterer
Diagnose
k
eine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimass (Urk. 7/132/1). Sie erklärte,
es
sei von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit mittelgradiger depressiver Episode auf dem Boden einer akzentuierten Persönlichkeit auszugehen. Aktuell bestünden vor allem Symptome wie Antriebsarmut,
g
rübeln über die somatischen Beschwerden, klagendes Verhalten bezüglich der starken Nacken- und Schulterschmerzen und der Schmerzen in der linken Körperhälfte, Angst
,
an einer den Ärzten unbekannten Krankheit zu leiden, Freudlosigkeit, Insuffizienzgefühle
, Versagensgefühle, reduzierte Belastbarkeit, misstrauisches Verhalten sowie Ein-
und Durchschlafstörungen aufgrund der Schmerzen.
Aufgrund dieser Symptome und der vielen somatischen Beschwerden, die ihn sehr belasten und ihn bei der Ausführung von körperlichen Tätigkeiten einschränken würden,
bestehe
eine deutlich reduzierte Belastbarkeit (Urk. 7/132/3). Aus psychiatrischer Sicht sei eine angepasste Tätigkeit, die in einer vorwiegend sitzenden Position
und
ohne zeitlichen Druck
auszuführen
sei
, in einem Umfang von zwei bis drei Stunden pro Tag mit regelmässigen Pausen versuchsweise möglich (Urk. 7/132/4).
3.
6
3.
6
.1
Am 14. August 2017 erstattete das
Z._
das polydisziplinäre Gutachten in den Bereichen Orthopädie/Traumatologie, Neurologie, Innere Medizin und Psychiatrie (Urk. 7/134). Darin hielten die Gutachte
r
eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/134/2
5).
Daneben hielten sie die nachfolgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/134/25):
-
Chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom mit leichtgradigen Funktionseinschränkungen ohne Hinweis auf eine radikuläre Defizit
symptomatik
-
Gute Funktion des linken Schultergelenks nach Schulterarthroskopie, Bizepstenotomie, subacromialem
Débridement
und AC-Gelenkresektion links vom 1
1.
März 2014
-
Schmerzhafter Kallus plantar links und rechts bei ausgeprägter Fuss
deformierung, Knick-Senk-Spreiz-Füsse
-
Neurom linker Fuss interdigital III/IV – fremdanamnestisch MRI vom 5. Juli 2016
-
Zustand nach möglicher
commotio
cerebri am 3. März 2013
-
Hyperparathyreodismus
, wahrscheinlich
sekundär (Erstdiagnose [ED] 19.
Oktober 2016) bei Vitamin-D-Mangel, Status nach
Kalziumoxalats
t
einabgang
bei Urolithiasis beidseits im Herbst 2016
3.
6
.2
Im orthopädischen Teilgutachten vom 16. Mai 2017
(Urk. 7/134/40-49)
hielt Dr. med.
H._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest,
der Beschwerde
führer
berichte von fortbestehenden Funktionseinschränkungen und Schmerzen im Bereich des Schultergelenkes und ausstrahlend von der Halswirbelsäule in die linke Armregion. Bei der klinischen Untersuchung stelle sich die Halswirbelsäule in der Funktion frei dar. Muskuläre Verspannungen im Bereich des linken Schulter-/Nackenbereichs könnten registriert werden. Die Röntgenkontrollaufnahme des Schultergelenkes zeige keine
wesentlichen degenerativen Veränderungen. Die aktiv angegebene Funktions
einschränkung des linken Schultergelenks sei nicht nachvollziehbar. Passiv l
a
sse sich die Schultergelenksfunktion frei darstellen. Die motorische Kraftentwicklung werde links kraftreduziert demonstriert. Inkonsisten
t
hierzu seien die nicht seitendifferenten Armumfänge. Bei der Prüfung der Hand
innenflächen hätte sich zudem eine ausgeprägte
Hornhautverschwielung
, insbesondere auch links, gezeigt. Dies zeuge von einer ausgeprägten manuellen Aktivität, sodass insgesamt von einer Beschwerdeverdeutlichung ausgegangen werden müsse (Urk. 7/134/45). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Elektro
motorenwickler sei nicht eingeschränkt, wobei auf den Arbeitgeberfragebogen vom 28. November 2014 verwiesen werde. Die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit sei ebenfalls nicht eingeschränkt (Urk. 7/134/45 f.). Betreffend das Belastungsprofil erklärte Dr.
H._
, der Beschwerdeführer sei in der Lage, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit
H
eben und
T
ragen von Lasten bis zu 15 kg durchzuführen. Tätigkeiten in und über Kopfhöhe sollten vermieden werden
, ebenso wie
solche
unter dem Einfluss von
extremen
Temperatur
schwanku
ngen wie Hitze, Kälte und Nässe.
Darüber hinaus ergäben sich keine qualitativen Einschränkungen des Belastungsprofils. Der Beschwerdeführer sei daher sowohl in seiner angestammten wie auch einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/134/46).
In retrospektiver Hinsicht
führte
Dr.
H._
aus
, aus orthopädischer Sicht sei nach dem Unfallereignis vom
3.
März 2013 mit einem leichtgradigen HWS-Distorsionstrauma und einer Schulter- und Ellenbogenprellung ohne Nachweis einer strukturellen Verletzung
,
den physiologischen Gesetzen der Heilung folgend
,
spätestens drei Wochen nach dem Ereignis mit einer Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen
gewesen
. Es sei aber zu einer Symptom
ausweitung gekommen, welche die Arbeitsunfähigkeit prolongiert habe. Eine weitere Arbeitsunfähigkeit sei maximal temporär nach der Schultergelenks
operation für etwa drei bis vier Monate begründet. Darüber hinausgehende Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seien nicht nachvollziehbar (Urk. 7/134/46). Die Prognose sei günstig, der Beschwerde
führer dokumentiere mit den ausgeprägten
Hornhautverschwielungen
a
n beiden Handinnenflächen ein hohes Mass an manueller Aktivität (Urk. 7/134/48).
3.
6
.3
Dr. med.
I._
, Facharzt für Neurologie,
konnte
in seiner neuro
logischen Untersuchung
vom 16. Mai 2017
keine Ausfälle
objektivieren
. Er
erklärte
, die relevanten Schmerzen seien nicht neurogen und würden daher aus neurologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Auch retrospektiv sei die Arbeitsfähigkeit
aus neurologischer Sicht
nicht eingeschränkt gewesen (Urk. 7/134/58).
3.
6
.4
In der internistischen Begutachtung vom 13. Juni 2017
nannte
Dr. med.
J._
, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie,
die Diagnosen des Hyper
parathyreoidismus
sowie des Status nach
Kalziumoxalatsteinabgang
bei Urolithiasis beidseits im Herbst 2016, welchen er jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimass (Urk. 7/134/65 f.).
3.
6
.5
Im psychiatrischen
Teilgutachten hielt
Dr. med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
fest,
beim Beschwerdeführer
habe
sich nach dem Unfall im März 2013 und
dessen
somatischen Folgen
eine langsame Veränderung der psychischen Stabilität gezeigt. Es habe sich langsam eine Depression eingeschlichen und er habe im Juli 2016 selbständig eine psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung aufgenommen. Im Rahmen seines eigenen Leistungsanspruchs habe er versucht, sich privat weiterzubilden, habe über zwei Jahre eine Umschulung
in einer
Programmiersprache gemacht. Gleichzeitig habe er versucht, in seiner Nachbarschaft Aufträge mit kleinen Tätigkeiten anzunehmen, so viel es ihm mit dem rechten Arm möglich gewesen sei. Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung sei das Bild einer mittel
schweren Depression mit den typischen Symptomen festgestellt worden. Dies
seien eine depressive Grundstimmung, Reduktion des Antriebs, unruhige Psycho
motorik, reduzierte Schwingungsfähigkeit, Gedankenkreisen und negative Denk
spiralen. Die Schmerzsymptomatik und die Folgen des Unfalles hätten die Stimmung im Verlauf negativ getriggert.
Die Schmerzen bestünden seit über sechs Monaten und
würden
mehrere ana
tomische Regionen
betreffen
(Urk. 7/134/74 f.
).
Im Zusammenhang mit
diesen
vorhandenen somatischen Rest
symptomen sei die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren evident (Urk. 7/134/74).
Es bestünden jedoch Aktivitäten im Bereich seines Interessengebiets (Programmieren, Aneignen von Wissen im Zusammenhang mit seiner Fortbildung). Ferner
sei
nur ein teilweiser sozialer Rückzug
vorhanden
. Es bestünden aktive soziale Kontakte, die zumindest von aussen auf ihn zukämen. Er lehne diese Kontakte nicht ab.
Zwischen den Symptomen und dem psychischen Befund würden keine Inkonsistenzen vorliegen. Die Beschwerden seien evident und es
gäbe
keine Hinweise auf psychiatrische Aggravation (Urk. 7/134/75).
In Anlehnung an das Mini-ICF APP seien aktuell mittelschwere Beeinträchtigungen im Bereich der Flexibilität, des Durchhaltens sowie der Spontanaktivität
vorhanden. In den Bereichen
Anpassung an Regeln und Routinen sowie Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit
sei er nicht eingeschränkt
. Zusammenfassend sei das Belastungsprofil aus psychiatrischer Sicht leicht bis mittelschwer eingeschränkt (Urk. 7/134/76). Der Beschwerde
führer sei sehr motiviert, eine seinem körperlichen Leiden angepasste Tätigkeit zu finden.
Medizinisch-theoretisch bestehe aus psychiatrischer Sicht für eine maximal körperlich angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Die Depression sei nicht chronifiziert (Urk. 7/134/76 f.). Aus rein psychiatrischer Sicht sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach der Reha in
L._
(Februar 2014) anzunehmen, jedoch nicht über 20 % für die angestammte und für angepasste Tätigkeiten. Ab dem 12. Juli 2016 (gemäss psychiatrischem Bericht der
Klinik F._
vom Oktober 2016) sei bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und schwerer depressiver Episode bei belastender psychosozialer Situation eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Aus heutiger Sicht sei retrospektiv sechs Monate nach begonnener psychiatrischer Behandlung bei Dr.
G._
, also seit Anfang 2017, eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in der angestammten sowie in einer leidensangepassten Tätigkeit anzunehmen. Eine Besserung der Beschwerden lasse sich medikamentös noch erreichen, vor allem nach dem Einsatz von schmerz
modulierenden Medikamenten zur Besserung der Schlafqualität wie zum Beispiel
Amitriptyline
. Nach entsprechender Anpassung beziehungsweise
der Installation einer
schmerzmodulierenden Therapie
solle eine Re-Evaluation stattfinden
(Urk. 7/134/77).
3.
6
.6
Im interdisziplinären Konsens erklärten die Gutachter, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
betrage 70 %
und zwar
sowohl in der bisherigen als auch in ei
n
er leidensadaptierten Tätigkeit.
Betreffend das Belastungsprofil,
den retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit
sowie die Prognose
wiederholten sie die
jeweiligen
Ausführungen
des
orthopädischen und psychiatrischen Gutachter
s
(Urk. 7/134/27
f.
).
3.
7
RAD-Ärztin Dr. med.
M._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, erwog in ihrer Stellungnahme vom 26. September 2017 (Urk. 7/155/4-6),
das psychiatrische Teilgutachten sei in seinen Schluss
folgerungen nicht plausibel. Unter Bezugnahme auf die
Diagnosekriterien
der
somatoformen Schmerzstörung mit somatischen und psych
ischen Faktoren gemäss ICD-10 F
45.41 hielt sie fest, diese seien anhand der mitgeteilten medizinischen Befunde nicht
ausgewiesen. Auch die
Kriterien einer mittel
schweren depressiven Episode gemäss ICD-10 F32.1 seien nicht erfüllt. Aus ihrer Sicht sei allenfalls
eine
leichte
depressive
Episode anhand des Gutachtens nach
vollziehbar. Im Übrigen fehle aus versicherungsmedizinischer Sicht das Kriterium der Dauerhaftigkeit bei einer depressiven Episode. Auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Psychiater (70 % angestammt und angepasst) l
a
sse auf eine minderschwere Ausprägung der funktionellen Einschränkung schliessen (Urk. 7/155/4).
3.
8
Dr.
D._
verfasste am 5. Dezember 2017 eine Stellungnahme
zum
Z._
-Gutachten
zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (Urk. 7/147/4 f.). Darin
erklärte sie, aus rheumatologischer Sicht seien die Akten im Gutachten vollständig und nachvollziehbar wiedergegeben. Die Ausführungen zum Belastungsprofil seien etwas knapp. Gemäss den Unterlagen habe der Beschwerdeführer zuletzt vor allem leichte Montagearbeiten durchgeführt, dies
bezüglich werde jedoch nichts weiter ausgeführt. Die angestammte Tätigkeit als Elektrowickler sei ihr vom Beschwerdeführer als manuell/körperlich zumindest mittelschwer belastend mit ungünstigen klimatischen Verhältnissen beschrieben worden. Aus ihrer Sicht könne er diese Tätigkeit mit
seinem deutlichen
wiederkehrenden myofasz
ialen Schmerzsyndrom mit entsprechender Belastungs
einschränkung der linken oberen Extremität nicht mehr durchführen. Sie
behandle den Beschwerdeführer regelmässig in der rheumatologischen Sprech
stunde. Ihre Behandlung beinhalte das Lösen der muskulären Verhärtungen beziehungsweise der Triggerpunkte in Kombination mit einer
Stellatumblockade
. Diese Behandlung sei teilweise schmerzhaft und ein Patient ohne entsprechenden Leidensdruck würde sich dieser nicht unterziehen. Ferner
falle die Würdigung der
Vorakten
in Anbetracht der anderslautenden
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit etwas knapp aus (Urk. 7/147/4).
Weiter
erwähnte Dr.
D._
, sie würde die Durchführung einer von ihr bereits früher vorgeschlagenen
EFL
beantragen. Dies
e
werde
ein schlüssiges Belastungsprofil zeigen und
klären,
ob beim Beschwerdeführer eine Leistungsgrenze festgestellt werden könne (Urk. 7/147/5)
3.
9
Mit Bericht vom 8. Dezember 2017 an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Urk. 7/147/6-8) erklärte Dr.
G._
, der psychiatrische Teil des Gutachtens decke sich grösstenteils mit
ihrer
Einschätzung aus
dem
Bericht an die Beschwerde
gegnerin aus dem Jahr 201
7.
Der Stellungnahme des RAD, wonach die Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode als nicht erfüllt zu betrachten seien, könne nicht zugestimmt werden. Es würden dort vor allem allgemeine Symptome für eine depressive Episode erwähnt und es werde behauptet, es sei eine leichte depressive Episode vorhanden, weil nur zwei oder drei der Symptome vorhanden seien. Es seien jedoch sicher deutlich mehr
als drei depressive Symptome, so eine
g
edrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Interessenlosigkeit, Schlafstörungen (Behandlung mit
Seroquel
und Trittico),
ein
beeinträchtigtes Selbstwertgefühl mit Selbstvorwürfen, kreisende Gedanken um die Schmerzsymptomatik,
ein
reduzierter Antrieb, psychomotorische Hemmung
sowie eine
reduzierte Schwingungsfähigkeit
(Urk. 7/147/6)
.
Betreffend die chronische Schmerzstörung hielt Dr.
G._
fest, laut den ihr zur Verfügung stehenden Akten sei eine körperliche Ursache für die somatischen Beschwerden verneint worden, was dazu geführt habe, dass die
Diagnose der anhaltenden Schmerzstörung gestellt worden sei. Aus Sicht des RAD (richtig wohl: der Gutachter) sei die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gegeben, was sich auf die vorhandene Aktenlage, insbesondere die somatischen Berichte beziehe. Der Vorschlag der Gutachter betreffend den Einsatz von schmerzmodulierenden Antidepressiva werde aus ihrer Sicht vollumfänglich
unterstützt. Die Behandlungsversuche mit Cymbalta und Venlafaxin seien aufgrund der Nebenwirkungen abgebrochen worden. Aus Angst vor Neben
wirkungen und somit zusätzlichen Beeinträchtigungen im Alltag habe sich der Beschwerdeführer gegen eine medikamentöse Behandlung entschieden. Er habe jedoch motiviert werden können, im weiteren Verlauf
Seroquel
und Trittico einzunehmen (Urk. 7/147/7).
3.
10
Mit Stellungnahme vom 15. Dezember 2017 machte der Beschwerdeführer geltend, für die Begutachtung hätte ein Dolmetscher beigezogen werden müssen. Ferner bemängelte er das Gutachten in verschiedener Hinsicht (Urk. 7/146).
Dazu hielt
RAD-Ärztin
Dr.
M._
in ihrer Stellungnahme vom 19. Dezember 2017 (Urk. 7/155/7 f.)
fest, die Ausführungen des Beschwerdeführers würden keine neuen medizinischen Sachverhalte oder Tatsachen enthalten. Er bemängle die Qualität des Gutachtens, die Interpretation der anamnestischen Angaben und der Befunde durch die Gutachter und die Stellungnahme des RAD. Inhaltlich gehe es um die Frage, ob das Gutachten und die RAD-Stellungnahme eine rechts
genügliche
Würdigung des medizinischen Sachverhaltes
ermöglichen würden
. Diese Frage könne der RAD nicht beantworten, da es sich um eine Rechtsfrage handle. Die Stellungnahme von Dr.
D._
vom 5. Dezember 2017 enthalte keine neuen medizinischen Sachverhalte. Sie schlage eine EFL vor, welche jedoch ihrer
– Dr.
M._
s –
Ansicht nach keine
zusätzlichen Informationen
bringen würde
. Die EFL sei für die Zwecke der Rehabilitations
medizin geschaffen und validiert worden, nicht für Begutachtungssituationen (Urk. 7/155/7).
Auch Dr.
G._
berichte
in ihrer Stellungnahme vom 8. Dezember 2017
nicht von neuen medizinischen Sachverhalten
.
Es werde daher
an
der RAD-
Stellungnahme vom 26. September 2017 fest
g
ehalten
(Urk. 7/155/8).
3.
11
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin
hin
, ob ein Dolmetscher für die Begut
achtung notwendig gewesen wäre
,
führten die Gutachter des
Z._
in ihrer Stellungnahme vom 19. Januar 2018 aus,
der Beschwerde
führer
habe
in
seiner schriftlichen Terminbestätigung auf einen Dolmetscher verzichtet.
Er
sei in der psychiatrischen Untersuchung durchgehend in der Lage gewesen, seine Symptome, Vorgeschichte, Krankheitsentwicklung und Biographie gut verständlich vorzutragen. Es habe keinerlei Verständigungsprobleme gegeben. Auch die Gutachter in den
somatischen Gebieten hätten ihre Untersuchungen ohne Schwierigkeiten durchführen können (Urk. 7/154/1).
3.
12
Vom 14. Mai bis 11. Juni 2018 wurde der Beschwerdeführe
r stationär in der Rehak
lini
k
N._
behandelt (Urk. 7/181). Die Behandler stellten folgende Diagnosen
(Urk. 7/181/1)
:
-
Chronische posttraumatische
Zervikobrachialgie
links, wahrscheinlich multifaktoriell bedingt
-
Diskushernie C5/C6 median und C6/C7
mediolateral
links (MRI vom 16. November 2015)
-
Radikulär bei DH C6/C7 links (MRI HWS vom 27. Mai 2014)
-
Periradikulär der Schulter bei Status nach Schulterarthroskopie vom März 2014
-
Ausgedehnte myofasziale Komponente, Status
nach Verkehrsunfall am 3.
März 2013
-
Posttraumatische Seh
störung (3. März 2013) mit Doppelbildern
und Ne
belsehen
, unklare
Zuordnung, normale augenärztliche Abklärung
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Bizepstenotomie, sub
a
cromialem
Débridement
, AC-Resektion links am 11. März 2014, Universitätsklinik
O._
-
Massive Hyperkeratose plantar im Bereich des linken Vorfusses, begin
nende Polyneuropathie rechts
-
Adipositas, Body-Mass-Index (BMI) 31
kg/m
2
-
Hyperparathyr
e
o
i
dismus,
a.e
. sekundär, ED 19. Oktober 2016
-
Differentialdiagnose:
Normocalcamer
primärer Hyper
parathyreoidismus
-
Vitamin-D-Mangel, ED 4. November 2016, nicht substituiert
-
Status nach Kalziumoxala
t
-Nierensteinabgang bei Urolithiasis rechts im November 2016, ED September 2016
-
Nephrolithiasis links 4 mm, ED September 2016
Dazu ergänzten sie, im Verlauf der Rehabilitationsbehandlung sei es durch die bessere muskuläre Konditionierung zu einer Steigerung der HWS- und BWS- Mobilität und einer Verringerung der Schmerzen gekommen. Der Beschwerde
führer sei am 11. Juni 2018 in gutem All
gemeinzustand mit minimer Rest
s
ymptomatik und guter Mobilität aus der stationären Behandlung nach Hause entlassen worden (Urk. 7/181/2). Aus ihrer Sicht erscheine eine angepasste, leichte körperliche Tätigkeit zumutbar (Urk. 7/181/3).
3.
13
Der Hausarzt bat die
K
linik
P._
am 5. Oktober 2018 um Aufbietung des Beschwerdeführers zwecks Evaluation weiterer therapeutischer Ansätze. Er
führte aus, es sei nach anfänglich deutlicher Besserung Mitte August 2018 zu einem Schmerzrückfall gekommen. Es hätten starke Schmerzen im Nacken-Schulter- und
Scapulabereich
links bestanden, dort, wo
am Vortag
die
Trigger
punk
t
behandlung
in
N._
durchgeführt worden sei. Die Situation sei schwierig (Urk. 3/4 S. 2).
3.
14
Ein am 6. November 2018 in der Klinik
Q._
durchgeführtes MRI ergab
Diskusprotrusionen
auf der Höhe
C5/C6 und C6/C7, C5/C6 mit beginnender leichter zentraler Spinalkanalstenose, C6/C7
mediolaterial
links ausladend mit Anulus fibrosus-Riss und möglicher Reizung von C7 links. Anhalte für frische traumatische ossäre Läsionen oder entzündliche Veränderungen
lagen
keine vor (Urk. 3/5).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der leistungsabweisenden Verfügung auf das
Z._
-Gutachten, gemäss welchem der Beschwerdeführer in seiner ange
stammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig sei (Urk. 2). Der Beschwerdeführer vertritt dagegen die Auffassung, dass auf die Beurteilung der Gutachter nicht abgestellt werden könne (Urk. 1 S. 3 ff.).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer macht geltend, das Gutachten beruhe insgesamt auf Miss
verständnissen und Fehleinschätzungen seitens der Gutachter. Rückblickend
wäre
es besser gewesen,
einen Dolmetscher beizuziehen
(Urk. 1 S. 3).
Soweit der Beschwerdeführer sich auf den Standpunkt stellt, mangels Beizug
s
eines Dolmetschers zur Begutachtung sei das Gutachten fehlerhaft und es könne nicht darauf abgestellt werden, ist ihm nicht zu folgen. G
emäss ergänzender Aus
führung der Gutachter in der psychiatrischen Begutachtung
war der Beschwerde
führer
durchgehend in der Lage, seine Symptome, Vorgeschichte und Biographie gut verständlich vorzutragen. Es habe keinerlei Verständigungsprobleme gegeben. Auch die Gutachter in den somatischen Gebieten hätten ihre Unter
suchungen ohne Schwierigkeiten durchführen können. Der Beschwerdeführer
habe
denn auch anlässlich der Anmeldung für die Begutachtung angegeben,
er benötige keinen Dolmetscher (Urk. 7/154/1).
Aufgrund der Akten steht sodann fest
, dass der Beschwerdeführer
bereits
im Jahr 1990 in die Schweiz einreiste
, hier erwerbstätig war
und die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt (Urk. 7/134/71, Urk. 7/82/1). Die nach dem Unfall
vom
3. März 2013 gleichentags durchgeführte polizeiliche Einvernahme führte
er
ebenfalls ohne Dolmetscher durch, wobei offenbar keine sprachlichen Schwierigkeiten bestanden (Urk. 7/19/348 ff.).
Auch
d
ie Kundenberaterin
hielt
im
Protokoll des Standortgesprächs vom 24. Februar 2014
fest
, dass keine sprachlichen Einschränkungen best
ünd
en (Urk. 7/11/5).
Was die Protokollierung der Schilderung des Alltags im Gutachten anbelangt,
ist
anzumerken
, dass der Beschwerdeführer diesen gegenüber den einzelnen Gut
achtern mehrheitlich gleich schilderte. So erklärte er gegenüber dem neuro
logischen sowie psychiatrischen Gutachter, dass er den Kindern helfe, sich f
ür die Schule fertig zu machen und
danach sein Frühstück einnehme (Urk. 7/134/54, Urk. 7/134/69). Ferner erwähnte er gegenüber dem neurologischen, internistischen und psychiatrischen Gutachter, dass er sich anschliessend in den Hobbyraum zurückziehe und eine Programmiersprache lerne
. Zudem
ergänzte
er, dass er die Kinder mit dem Auto chauffiere (an Veranstaltungen respektive in die Schule). Schliesslich
gab
er
an
, dass er ein Krafttraining
absolviere
beziehungs
weise an seinen Physiotherapiegeräten trainiere
(Urk. 7/134/54, Urk. 7/134/62, Urk. 7/134/69).
D
em internistischen sowie neurologischen Gutachter
teilte
er zudem
mit
, dass er Gartenarbeiten verrichte (Urk. 7/134/54, Urk. 7/134/62). Auf
grund dieser
praktisch identischen
Schilderungen erscheint es wenig wahrscheinlich,
dass
sämtliche Gutachter den Beschwerdeführer
– wie er beschwerdeweise vorbrachte (Urk. 1 S. 3) – komplett
missverstanden haben, zumal diese
ausführten
, keine Verständigungsprobleme
mit dem Beschwerde
führer gehabt zu haben
.
Insgesamt
sind dem Gutachten keinerlei Anhaltspunkte für eine mangelhafte sprachliche Verständigung zu entnehmen.
Daran ändert auch der Hinweis der Gutachter auf
Differenzen
in Bezug auf die anamnestischen Angaben
in den einzelnen
Gutachte
n
nichts.
Denn
wie bereits erwähnt,
machte
der Beschwerdeführer im Wesentlichen gleichbleibend
e
Angaben
.
Es mag sein, dass es
anlässlich der Untersuchung in der dermatologischen Klinik des Universitätsspitals
B._
vom 27. Dezember 2017 zu Verständigungs
problemen kam (Urk. 7/166/1). Diese
dürften jedoch eher auf
inhaltlicher
und nicht auf sprachlicher Ebene bestanden haben, indem sich der behandelnde Arzt nicht sicher war, ob der
Beschwerdeführer nun ein Wiedereingliederungs
programm bei der Beschwerdegegnerin absolviere oder nicht. Anzufügen bleibt, dass der Beschwerdeführer auch all seine anderen Arzttermine
offenbar
ohne Dol
metscher bewältigte und aus den Akten keine diesbezüglichen Hinweise auf Sprachbarrieren hervorgehen.
Somit ist festzuhalten, dass auf die Angaben des Beschwerdeführers im Rahmen der einzelnen Explorationen abgestellt werden kann
und das Gutachten unter diesem Gesichtspunkt beweiskräftig ist
.
4.2.2
Weiter bemängelt der Beschwerdeführer
, dass sich die Gutachter bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit auf den Arbeitgeber
fragebogen gestützt hätten. Dieser sei
offenbar von zwei verschiedenen Personen zu unterschiedlichen Zeiten verfasst worden und sei überdies
erläuterungs
bedürftig. Es entstehe der Eindruck, dass der Verfasser ihn in ein schlechtes Licht habe rücken wollen, indem
er
den Verdacht auf Versicherungsbetrug sowie seine
angeblich fehlende Kooperation erwähnt habe. Zudem sei der Arbeitgeber
fragebogen in sich widersprüchlich, indem die
erste Person ausführe, es habe kein Schonarbeitsplatz gefunden werden können
,
und die zweite erwähne, dass der angestammte Arbeitsplatz quasi schon ein Schonarbeitsplatz sei. Daher hätten die Gutachter den Bericht ausführlich mit ihm besprechen müssen
(Urk. 1 S. 4).
Seine
angestammte Tätigkeit habe entgegen den Ausführungen im Arbeitgeberbericht teilweise schwere und belastende Arbeiten enthalten (Urk. 1 S. 4 f.).
Zwar ist - mit Blick auf die
unterschiedlichen Handschriften
- davon auszugehen
, dass der Arbeitgeberfragebogen von zwei verschiedenen Personen ausgefüllt wurde.
Allerdings vermag dies
die Aussagekraft des
Arbeitgeberbericht
s
nicht grundsätzlich in Zweifel zu ziehen.
Des Weiteren ist nicht ersichtlich, weshalb der Arbeitgeber ein Interesse an einem falschen Beschrieb der angestammten Tätig
keit haben sollte, a
uch
wenn
er
an einer anderen Stelle im Bericht den
Verdacht a
uf Versicherungsbetrug äusserte (Urk. 7/29/
4). Schliesslich vermögen auch die
verschiedenen
Bemerkungen betreffend den Schonarbeitsplatz den Arbeit
geberfragebogen
entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers
nicht
als widersprüchlich erscheinen zu lassen
. Denn diese spiegeln
vermutlich
lediglich die unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Personen
wider. Massgebend ist
jedoch
die Beschreibung der individuellen Tätigkeit, bei welcher
die
beide
n
Schreibende
n offenbar
übereinstimm
t
en (Urk. 7/29/5).
Ausserdem ist nicht ersichtlich, inwiefern das angeblich angespannte
Arbeitsv
erhältnis die Gutachter
zu
anderen Erkenntnissen hätte kommen lassen sollen. Vor diesem Hintergrund vermag es dem Gutachten in beweiskräftiger Hinsicht keinen Abbruch zu tun, dass die Gutachter
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf den
Aufgabenbeschrieb im
Arbeitgeberfragebogen
abstellten und diesen
nicht mit dem Beschwerdeführer besprachen.
4.2.3
Der Beschwerdeführer bringt mit Verweis auf die Stellungnahme von Dr.
D._
ausserdem Einwendungen gegen das orthopädische Teil
gutachten vor (Urk. 1 S. 5).
In ihrer Stellungnahme
kam
die behandelnde Rheumatologin zum Schluss,
der Beschwerdeführer
sei
in seiner angestammten Tätigkeit als Elektrowickler nicht mehr arbeitsfähig.
Er habe ihr seine bisherige Tätigkeit
als zumindest mittelschwer belastend mit zudem ungünstigen klimatischen Verhältnissen beschrieben. Aufgrund des
deutlichen
wieder
kehrenden myofaszialen Schmerzsyndroms mit entsprechender Belastungs
einschränkung der linken oberen Extremität sei diese Tätigkeit nicht mehr durch
führbar (Urk. 7/147/4).
Der orthopädische Gutachter kam nach ausführlicher Untersuchung zum Schluss,
dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit nicht eingeschränkt sei. Dazu
wies er insbesondere auf die in der Untersuchung frei bewegliche Halswirbelsäule hin. Zudem sei die aktiv angegebene Funktionseinschränkung des linken Schultergelenks nicht nachvollziehbar.
Passiv lasse sich die Schultergelenksfunktion frei darstellen.
Die
motorische Kraftentwicklung werde zudem links kraftreduziert demonstriert, inkonsistent hierzu seien die nicht seitendifferenten Armumfänge. Die
ausgeprägte
Hornhautverschwielung
in den Handinnenflächen zeuge von einer ausgeprägten manuellen Aktivität, sodass von einer Beschwerdeverdeutlichung ausgegan
gen werden müsse
.
Gestützt darauf
kam er zum einleuchtenden Schluss, dass das chronische
zervikovertebrale
Schmerzsyndrom lediglich leichtgradige Funktionseinschränkungen bedinge und auch die Beschwerden an den Füssen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien (Urk. 7/134/45).
Wie bereits erwähnt, ist mit Bezug auf den Beschrieb der angestammten Tätigkeit auf den Arbeitgeberfragebogen abzustellen, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass der Gutachter unter Verweis auf
das definierte
Belastungsprofil eine volle Arbeits
fähigkeit in angestammter Tätigkeit festhielt (Urk. 7/134/46).
Selbst wenn es sich bei der angestammten Tätigkeit um eine körperlich mittelschwer belastende Tätigkeit gehandelt haben sollte, so wäre ihm auch diese gemäss dem gutachterlichen Belastungsprofil zumutbar. Was die klimatischen Verhältnisse anbelangt, so führt Dr.
D._
nicht weiter aus, inwiefern diese ungünstig seien (Urk. 7/147/4).
Jedenfalls scheint es nicht überwiegend wahr
scheinlich, dass es sich dabei um dem Beschwerdeführer nicht
zumutbare, extreme Temperaturschwankungen gehandelt ha
t
. Auch anlässlich
der Arbeits
platzbesichtigung des
Aussendienstmitarbeiters
der Unfallversicherung w
u
rden keine solchen Bedingungen
erwähnt
(Urk. 7/19/305
f.
).
Was die Würdigung der
Vorakten
angeht, so
trifft es zu, dass der RAD in seine
n
Stellungnahme
n
vom
16. März respektive 16. September 2016 die Ansicht vertrat, der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig und eine Verweist
ätigkeit sei ihm nur noch zu 50
% zumutbar (Urk. 7/82/7).
Diesbezüglich
bleibt jedoch anzumerken, dass
es
sich dabei um eine Aktenbeurteilung handelte und er seine Einschätzung
sehr knapp und nur mit Hinweis auf den Befund der HWS im Kreisarztbericht der Unfallversicherung
vom 12. Mai 2015 sowie den Bericht der behandelnden Rheumatologin vom 20. Juni
2016 begründete
(Urk. 7/82/7).
Der Kreisarzt
erwähnte
in seinem Bericht
Ein
schränkungen im Bereich der linken Schulter,
Druckdolenzen
in den kranialen
Trapeziusanteilen
links, im Bereich des
Splenus
capitis links und in den
nuchalen
Ansätzen sowie
in
der Rotation nach links (Urk. 7/34/18). Konträr dazu stellte sich die Halswirbelsäule in der gutachterlichen Untersuchung in ihrer Funktion frei dar
und die passive Beweglichkeit der Schulter war nicht eingeschränkt
, was eine derart
massive Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, wie sie durch den RAD attestiert wurde, nicht nachvollziehbar erscheinen lässt
(Urk. 7/134/44
).
Im
Übrigen erklärte auch der Kreisarzt, dem Beschwerdeführer seien leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in einem Ganztagespensum zumutbar. Sein Belastungsprofil deckt sich auch
mit jenem des orthopädischen Gutachters
und dem Beschrieb im Arbeitgeberbericht (Urk. 7/134/46, Urk. 7/29/5), womit sich auch aus dem Kreisarztbericht eine volle Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätig
keit ergibt.
Mit Bezug auf die Beurteilung von Dr.
D._
ist einerseits auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Andererseits
vertrat auch sie die Auffassung
,
angepasst sei eine
körperlich leichte
bis selten mittelschwere, we
chselbelastende Tätigkeit, unter Vermeidung von Tätigkeiten über der Schulterhorizontale
n
, Vibrationen und Erschütterungen oder klimatischer Exposition. Ferner müsse eine längere Geh- und Stehdauer vermieden werden (Urk. 7/69/2).
Auch dies entspricht dem Belastungsprofil des orthopädischen Gutachters und damit der bisherigen Tätigkeit des Beschwerde
führers, zumal er gemäss Arbeitgeberfragebogen nur selten gehend oder stehend Arbeiten ausführen musste
. Auch auf Tätigkeiten über der Schulterhorizontale finden sich weder im Arbeitgeberbericht noch im Bericht über die Arbeitsplatz
besichtigung der Unfallversicherung Hinweise
(Urk. 7/29/5
, Urk. 7/19/305 f.).
Damit gehen die Einwendungen des Beschwerdeführers gegen die Verwertbarkeit des orthopädischen Teilgutachtens allesamt fehl, weshalb auf
dieses
abzustellen ist. Vor diesem Hintergrund ist auch nicht ersichtlich, i
nwiefern die Durchführung der von Dr.
D._
empfohlenen
EFL zusätzliche Erkenntnisse gebracht hätte, zumal bei – hier vorliegender – zuverlässiger ärztlicher Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit in der Regel keine Notwendigkeit einer solchen besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_711/2016 vom 15. Dezember 2016 E. 3.5).
4.2.4
Des Weiteren kritisiert der Beschwerdeführer das psychiatrische Teilgutachten und verweist auf die Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin
vom 8. Dezember 2017
(Urk. 1 S. 6
, Urk. 7/147/6-8
).
Weshalb diese Stellungnahme das psychiatrische Teilgutachten entkräften soll, leuchtet jedoch nicht ein. So
bestätigte
die behandelnde Psychiaterin
darin die gutachterlich gestellten Diagnosen und
kritisierte vor allem die RAD-Stellungnahme vom 26. September 2017, in welcher
Dr.
M._
zum Schluss kam, es liege entgegen dem Gutachten weder eine somatoforme Schmerzstörung noch eine mittelschwere depressive Episode, sondern höchstens eine leichte depressive
Episode
vor
(Urk. 7/155/4)
.
Diesbezüglich weist der Beschwerdeführer zu Recht darauf hin, dass Dr.
M._
nicht
über einen Facharzttitel in Psychiatrie verfügt, weshalb in diagnostischer Hinsicht auf die Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachters abzustellen ist.
D
ie behandelnde Psychiaterin
attestierte
dem Beschwerdeführer
mit Bericht vom 10. August 2017
eine
seit dem 12. Juli 2016 und bis auf Weiteres
bestehende
100%ige Arbeits
un
fähigkeit in seiner bisherigen Tätigkeit (Urk. 7/132/3). Allerdings hielt sie in ihrer darauffolgenden Stellungnahme fest, das psychiatrische Gutachten decke sich unter Berücksichtigung des zeitlichen Ablaufes grösstenteils mit ihrer Einschätzung aus dem Bericht aus dem Jahr 201
7.
Insbesondere sei es seit Oktober 2016 zu einer Verbesserung der Symptomatik gekommen, sodass im August 2017 noch eine mittelgradige Depression vorgelegen habe (Urk. 7/147/6).
Diese Einschätzung korreliert mit der
gutachterlichen
Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer
aus psychiatrischer Sicht
seit Februar 2014 zu 20 %, vom 12. Juli 2016 bis Januar 2017 zu 100 % und ab Januar 2017 noch zu 30 %
in seiner angestammten Tätigkeit
arbeits
unfähig
gewesen
sei (Urk. 7/134/77)
. Der Beschwerdeführer vermag daher mit
diesem
Einwand nicht
durchzudringen
und es ist für die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit – auch in retrospektiver Hinsicht – auf das psychiatrische Teilgutachten abzustellen
.
4.2.5
Das
Gutachten
enthält
ferner
eine hinreichende Auseinandersetzung mit den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281
(Standardindikatoren)
.
Der
psychiatrische Gutachter
begründete unter ausdrücklicher Bezugnahme auf die einschlägigen Indikatoren auf nachvollziehbare Weise das Ausmass der Leistungsminderung
. Namentlich nahm er
Bezug auf den Schweregrad des Leidens und äusserte
sich zu d
en Behandlungen und Therapieoptionen
sowie den Komorbiditäten. Er
trug den vorhandenen Ressourcen de
s
Beschwerdeführer
s
sowie
seinem Leidensdruck und seinem
sozialen Kontext Rechnung.
Sodann
bejahte
er
ein konsistentes Verhalten
des Beschwerdeführers
respektive eine Reduktion des Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
(Urk. 7/134/75 f.)
. Es ergibt sich gesamthaft, dass sowohl eine gesundheitliche Beeinträchtigung als auch deren funktionelle Auswirkung in erwerblicher Sicht objektiv kohärent und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sind.
Die vom Beschwerdeführer gerügten Missverständnisse im Rahmen der
Indikatorenprüfung
respektive seine eigene Darstellung dazu (Urk. 1 S. 7 f.) vermögen nicht zu überzeugen. Denn wie bereits erwähnt, erscheinen sprachliche Missverständnisse während den Untersuchungen nicht überwiegend wahrscheinlich und es ist auf die Angaben des Beschwerdeführers im R
ahmen der psychiatrischen Exploration
abzustellen.
Die RAD-Ärztin Dr.
M._
kritisierte in ihrer Stellungnahme vom 26. September 2016 das psychiatrische Teilgutachten und nahm selbst eine
Indikatorenprüfung
vor (Urk. 7/155/6). Angesichts der Tatsache, dass die Aus
führungen des psychiatrischen Gutachters, wie bereits gesagt, einleuchtend und nachvollziehbar sind, ist jedoch auf seine fachärztliche Einschätzung abzustellen.
4.2.6
Was die Kritik
des Beschwerdeführers
an der Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr.
M._
betrifft
(Urk. 1 S. 6 ff.)
, erübrigt es sich, auf diese weiter einzu
gehen, da sie
– soweit ersichtlich – aufgrund ihrer
Indikatorenprüfung
gar eine volle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit annahm (Urk. 7/155/6)
. Wie bereits dargelegt, ist jedoch auf die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters abzustellen, wonach der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit noch zu 70 % arbeitsfähig ist
.
4.2.
7
Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, sein Gesundheitszustand habe sich nach der Begutachtung weiter verschlechtert (Urk. 1 S. 9 f.).
Dieser Einwand vermag nicht zu überzeugen. Es steht fest
, dass
die schmerzhafte Hyperkeratose beziehungsweise der Kallus plantar links und rechts bereits im Zeitpunkt der Begutachtung vorhanden war und vom orthopädischen Gutachter in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen wurde (Urk. 7/134/44)
. Der
behandelnde Arzt in der dermatologischen Klinik des
B._
machte sodann am 5. Januar 2018 den Vorschlag, eine neue, wirksamere Salbe zur Betäubung und anschliessenden Selbstabtragung der Hornhaut, anzuwenden. Ferner hielt er fest, durch wöchentliches Abtragen der Schwielen würden die Fusssohlen weniger
Schmerzen
(Urk. 7/166/2)
.
Eine Verschlechterung der Fussproblematik ist damit nicht dargetan. Insbesondere empfahl der behandelnde Arzt auch keine sofortigen medizinischen Massnahmen.
Wie der Beschwerdeführer selbst vorbringt (Urk. 1 S. 10) hatte sodann die stationär
e Schmerzbehandlung in der Rehaklinik
N._
einen positiven Gesundheitseffekt. Gemäss Austrittsbericht wurde der Beschwerde
führer nach seiner einmonatigen Hospitalisation in gutem All
gemein
zustand mit minimer Rests
ymptomatik und guter Mobilität entlassen (Urk. 7/181/2).
Zudem sei es ihm gelungen, sein Aktivitätsniveau zu steigern und
er habe
vor, sich eine Praktikumsstelle in einem Industrieunternehmen zu suchen. Die Behandler erwähnten daher auch, aus ihrer Sicht sei eine angepasste, leichte körperliche Tätigkeit zumutbar (Urk. 7/181/3), was im Übrigen der
bisherigen Arbeit
des Beschwerdeführers entspricht (Urk. 7/29/5).
Der Hausarzt berichtete
schliesslich am 5. Oktober 2018, Mitte August 2018 sei es zu einem Schmerz
rückfall mit starken Nacken- und Schulterschmerzen gekommen, nachdem am Vortag in
N._
eine
Triggerpunktbehandlung
vorgenommen worden sei
(Urk.
3/4
S. 1).
D
i
e
se
r Bericht erweist sich jedoch als zu dürftig, um daraus eine dauerhafte Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ableiten zu können.
Insbesondere äussert sich Dr.
A._
darin nicht zur Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers. Es ist daher vielmehr
von einer kurzzeitigen Verschlechterung infolge der
Triggerpunktbehandlung
auszugehen. Schliesslich vermag der Beschwerdeführer auch aus dem in der Klinik
Q._
am 6. November 2018 durchgeführten MRI
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Gemäss Bericht wurden
anlässlich der Untersuchung
Diskusprotrusionen
mit beginnender leichter zentraler Spinalkanalstenose mit Aulus fibrosus-Riss
und möglicher Reizung von C7 links
ohne Hinweise auf frische ossäre Läsionen oder entzündliche Veränderungen
festgestellt
(Urk. 3/5).
Hieraus
lässt sich
jedoch
nichts
in Bezug auf die
– invalidenversicherungsrechtlich relevante –
funktionale Leistungsfähigkeit des
Beschwerde
führers herleiten.
4.3
Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass aus den genannten Gründen auf das
Z._
-
Gutachten
, das die massgebenden praxisgemässen Kriterien (
vorstehend E. 1.
4
) erfüllt, abzustellen ist.
Damit ist vom Sachverhalt auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit seit
Januar
2017 zu 70 % arbeitsfähig ist (Urk. 7/134/27). Der retrospektive Verlauf der Arbeitsfähigkeit gestaltet sich wie folgt:
Zum Zeit
punkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns im Juli 2014 (sechs Monate nach der Anmeldung zum Leistungsbezug im Januar 2014 [
Art. 29 Abs.
1 IVG, Urk. 7/7]
nach
Ablauf des Wartejahres
infolge
Arbeitsunfähigkeit
ab
dem 3. März 2013
[Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG,
Urk. 7/82/3, Urk. 7/19/358
]
)
war die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in der angestammten
und in einer angepassten Tätigkeit
um 20 % eingeschränkt. Ab dem 12. Juli 2016 bis
Dezember 2016
betrug die Arbeitsfähigkeit
in jeglicher Tätigkeit
0 % und ab
Januar
2017 70 % (Urk. 7/134/28).
5.
5.
1
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung ü
ber die Invalidenversicherung,
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sach
verhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler:
Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
Eine
Erwerbsunfähigkeit nach Ablauf des Wartejahres
ist
zudem
rentenrelevant, auch wenn sie nur kurze Zeit andauert
e
(ZAK 1963 S. 141; vgl. auch das vom
Bundesamt
für Sozialversicherungen herausgegebene Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in
der
Invalidenversicherung [KSIH],
gülti
g ab 1.1.2015, Stand 1.
Juli 2020
,
Rz
. 2021
).
5.2
Zum Zeitpunkt des
frühestmöglichen
Rentenbeginns im Juli 2014 war der Beschwerdeführer einzig noch aus psychischen Gründen zu 20 %
in der angestammten
wie auch in einer angepassten
Tätigkeit
arbeitsunfähig
, was zu keiner
Rente berechtigt
. Die volle Arbeitsunfähigkeit vom 12. Juli bis 31. Dezember 2016 führt zu einem entsprechenden Invaliditätsgrad von 100 %, welcher in Anwendung von Art. 88
Abs.
1 IVV einen Anspruch auf eine ganze Rente per 1. Oktober 2016 begründet. Da per 1. Januar 2017 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in jeglicher Tätigkeit auszugehen ist, hat er – wiederum in Anwendung von Art. 88
Abs.
1 IVV– per 1. April 2017 keinen Anspruch mehr auf eine Rente
(Art. 28
Abs.
1
lit
. c IVG)
.
Somit
hat der Beschwerde
führer
für die Zeit vom
1. Oktober 2016 bis 31. März 2017
Anspruch auf eine ganze Rente.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung deshalb aufzuheben und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer
vom
1. Oktober
2016 bis 31. März 2017
Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im
Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder
Verweigerung von Leistungen
der Invalidenversicherung
geht, ist das Verfahren entgegen
Art. 61
lit
.
a ATSG kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.--
festzu
setz
en
. Die Kosten sind entsprechend dem
teilweis
en
Obsiegen
je hälftig
(Fr.
400
.--) dem
Beschwerdeführer und der
Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
Bei diesem Verfahrensausgang steht dem
Beschwerde
führer gegenüber
der
Beschwerdegegnerin ein Anspruch auf eine red
uzierte Prozessentschädigung in
der
Höhe von
Fr.
9
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu.