Decision ID: 8901592a-bec4-4a07-8338-ab0ac84c98c1
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
c._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Krankheitskostenvergütung (EL zur AHV)
Sachverhalt:
A.
A.a c._, Jahrgang 1928, bezieht seit 1998 Ergänzungsleistungen (EL) zu seiner
Altersrente. Unter dem Titel Krankheits- und Behinderungskosten leistete die EL-
Durchführungsstelle mehrmals Kostenrückerstattungen (EL-act. 26, 23, 21, 18). Am
22. Juni 2009 gingen ihr Leistungsabrechnungen der Krankenversicherung des
Versicherten zu (EL-act. 15). Mit Schreiben vom 10. Juli 2009 forderte die EL-
Durchführungsstelle den Versicherten auf, eine Zahnarztrechnung vom 21. Dezember
2007 und zwei Spitexabrechnungen für die Zeit vom 1. Februar bis 31. März 2007
einzureichen (EL-act. 13-1). Diese Unterlagen erhielt sie am 5. August 2009 (EL-
act. 11).
A.b Mit Verfügung vom 13. August 2009 verweigerte die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten die Rückvergütung dieser drei Rechnungen, da diese bei Einreichung
bereits verjährt gewesen seien (EL-act. 10). Dagegen erhob der Versicherte am
17. September 2009 Einsprache. Die Rechnungen seien doch bestimmt schon damals
(2007) eingereicht worden. Am 22. Juni 2009 könnten sie nur von einer anderen
internen Amtsstelle, wo sie möglicherweise so lange liegen geblieben seien, zur EL-
Durchführungsstelle gelangt sein (EL-act. 6).
A.c Der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) wies
die Einsprache in Vertretung der EL-Durchführungsstelle mit Entscheid vom
23. November 2009 ab. Die Vergütung der Krankheits- und Behinderungskosten müsse
innert 15 Monaten nach Rechnungsstellung geltend gemacht werden. Die
Zahnarztrechnung hätte daher spätestens im März 2008, die Spitexrechnungen
spätestens im Mai und Juni 2008 vorliegen müssen. Es sei nicht aktenkundig, dass der
Versicherte die Rechnungen bereits früher einmal bei einer Amtsstelle eingereicht hätte.
Wäre dies tatsächlich der Fall gewesen, so hätte dies für ihn schon lange einmal Anlass
sein müssen nachzufragen, weshalb die Rückerstattung noch nicht erfolgt sei. Daher
sei die angefochtene Verfügung rechtmässig (act. G 1.1).
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B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des Versicherten
vom 1. Januar 2010. Er beantragte dessen richterliche Überprüfung und Revision. Der
Entscheid sei voller Widersprüchlichkeit und könne den Tatsachen nie und nimmer
gerecht werden. Der Vorwurf, er hätte die Beschwerdegegnerin zur Besorgung der
causa längst abmahnen müssen, sei gelinde gesagt eine seltsame Vorhaltung, da es
bekanntermassen sinnlos sei, einem solchen Amt wegen spät bzw. nicht erfolgter
Erledigung irgendwelche Vorstellungen zu machen. Es gäbe keinerlei Frist für das Amt
und dessen Ausführung der Dinge. Er habe solche Rechnungen bzw. Belege immer auf
dem üblichen Instanzenweg, d.h. über die in der Wohngemeinde zuständige AHV-
Zweigstelle, eingereicht. Bis Frühjahr 2008 sei er in A._ wohnhaft gewesen. Seine
Erkundigung beim dortigen Zweigstellenverwalter habe nun ergeben, dass die
Weiterleitung der Belege zur SVA St. Gallen auf dem normalen Postweg erfolgt sei, erst
im Jahr 2009 gescannt per E-Mail. Der Stellenleiter habe betont, dass er in seinem Amt
volles Verständnis dafür habe, dass auch von Seiten der Versicherten nicht per
Einschreiben verkehrt werde, zumal ein Chargébrief Fr. 5.- koste. Die seit kurzem für
die Zweigstelle in B._ zuständige Person bestätige, dass jetzt auch dort die
Dokumente gescannt nach St. Gallen übermittelt würden. Gespeichert werde jedoch
nicht, da dies zu viel Raum beanspruchen würde. Da es auch von Seite des
Versicherten weder Begleitbrief mit Durchschrift noch Postempfangsschein gebe, sei
der Zeitpunkt der Absendung nicht belegbar. Aber er erinnere sich, dass im Juni 2009
andere Belege neuen Datums eingereicht worden seien. Also seien jene drei
Rechnungen, die auf unergründliche Weise bei der SVA zum Vorschein gekommen
seien, so oder so in sein Dossier geschleust worden. Die Mitteilung, dass sie verjährt
seien, hätte man ihm am 10. Juli 2009 machen können, anstatt die entsprechenden
Rechnungen zu verlangen und ihn bürokratisch und mental zu belasten, um dann damit
seine Schuld am Fristversäumnis zu untermauern. Er könne bei Gott beschwören, dass
jene Belege fristgerecht eingereicht worden seien. Was danach mit ihnen geschehen
sei, bleibe schleierhaft (act. G 1). Am 5. Januar 2010 stellte der Beschwerdeführer dem
Gericht das Schreiben der EL-Durchführungsstelle vom 10. Juli 2009 zur Ergänzung
der Akten zu (act. G 2).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 15. Februar 2010 die Abweisung der

Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G 4).
B.c Die zuständige Verfahrensleiterin des Gerichts fragte die Beschwerdegegnerin mit
Schreiben vom 14. Juli 2010 unter anderem an, wer bzw. welche Stelle die Unterlagen
eingereicht habe, die die SVA-Eingangsstempel 22. Juni und 6. Juli trügen (act. G 6).
Die Beschwerdegegnerin teilte dem Gericht am 6. August 2010 mit, die
Eingangsstempel liessen den Rückschluss zu, dass die betreffenden Akten nicht
elektronisch via AHV-Zweigstelle, sondern vom Beschwerdeführer direkt per Post
eingereicht worden seien. Ausserdem sei die elektronische Übermittlung der
Unterlagen von den AHV-Zweigstellen erst seit etwa einem Jahr möglich (act. G 7).
B.d Der Beschwerdeführer hielt am 4. September 2010 fest, er habe im Frühsommer
vergangenen Jahres ausnahmsweise Belege direkt bei der SVA eingereicht. In B._
sei zunächst niemand für die AHV-Zweigstelle zuständig gewesen. Diese Amtsstelle sei
der Einwohneramtsvorsteherin unterstanden. Das sei für ihn, den Beschwerdeführer,
etwas labyrinthisch gewesen nach den klaren Verhältnissen in der vorherigen
Wohngemeinde A._ mit dem ihm dort vertrauten Ansprechpartner. Der
Beschwerdeführer wies im Weiteren darauf hin, dass er nach seinem Umzug 2008
einige Zeit in Spital und Klinik habe verbringen müssen. Da er in der Folge sehr
unangenehme Erfahrungen mit der Beamtenschaft gemacht habe und es erst ab
Frühjahr 2009 wieder sporadisch Belege zum Einreichen gegeben habe, habe er die
Belege direkt einer ihm namentlich bekannten Sachberarbeiterin bei der SVA in
St. Gallen geschickt. An den angegebenen Daten 22. Juni und 6. Juli 2009 habe er
jedoch nie und nimmer Belege von 2007/2008 eingereicht (act. G 9).
B.e Im Schreiben vom 17. September 2010 brachte der Beschwerdeführer ergänzende
Erläuterungen dazu an, weshalb er im Sommer 2009 Unterlagen direkt zur SVA
geschickt habe, ohne den üblichen Weg über die AHV-Zweigstelle seiner
Wohngemeinde zu gehen. Dies liege in früheren Erfahrungen mit kommunalen
Unzulänglichkeiten bei der AHV begründet (act. G 11).
Erwägungen:
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1.
1.1 Gemäss Art. 15 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) werden Krankheits- und
Behinderungskosten vergütet, wenn die Vergütung innert 15 Monaten nach
Rechnungsstellung geltend gemacht wird (lit. a) und die Kosten in einem Zeitabschnitt
entstanden sind, während dem die antragstellende Person die allgemeinen
Voraussetzungen für den Leistungsbezug (Art. 4 bis 6 ELG) erfüllte (lit. b).
1.2 Die Parteien tragen eine dahingehende Beweislast, dass im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zuungunsten derjenigen Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 121 V 208). Soweit
sich die Beweislosigkeit im Leistungsrecht ergibt, wird dies in der Regel dazu führen,
dass die leistungsbeanspruchende Partei ihr Begehren nicht durchzusetzen vermag
(vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Rz 39 zu Art. 43; Thomas Locher,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. 2003, S. 451).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer machte in der Beschwerde geltend, die Belege über die
Krankheits- und Behinderungskosten grundsätzlich immer der AHV-Zweigstelle seiner
jeweiligen Wohngemeinde eingereicht zu haben. Nach Lage der Akten wurden die
Belege vor dem offenbar im Frühjahr 2008 erfolgten Wohnsitzwechsel des
Beschwerdeführers von A._ nach B._ von der AHV-Zweigstelle A._ jeweils am
Tag des Eingangs an die EL-Durchführungsstelle der SVA weitergeleitet (EL-act. 27, 25,
22). In der neuen Wohngemeinde B._ leitete die zuständige AHV-Zweigstelle gemäss
den Akten offenbar erstmals am 14. April 2009 Belege über Krankheitskosten an die
SVA weiter (EL-act. 20).
2.2 Die der Beschwerdegegnerin offenbar am 22. Juni 2009 zugegangenen
Leistungsabrechnungen der Krankenversicherung datieren vom 7. Juni und 1. Juli 2008
sowie vom 11., 15. und 18. April 2009 (EL-act. 15). Die drei im vorliegenden Verfahren
relevanten Rechnungen von Zahnarzt und D._ sind alle mit Betrag auf der
Krankenkassenabrechnung vom 1. Juli 2008 aufgeführt und betreffen Leistungen von
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Februar und März 2007 und vom 21. Dezember 2007 (EL-act. 15-4 f.). Die
Krankenkassenabrechnung vom 1. Juli 2008 selbst trägt keinen Eingangsstempel. Sie
wurde jedoch wie die den Eingangsstempel 22. Juni 2009 tragende
Krankenkassenabrechnung vom 18. April 2009 in der Nummerierung der EL-Akten
unter die Ziff. 15 subsumiert, was darauf schliessen lässt, dass die Abrechnung vom
1. Juli 2008 zusammen mit jener vom 18. April 2009 eingereicht wurde. Aus
beweisrechtlicher Sicht wäre allerdings zu wünschen, dass die EL-Durchführungsstelle
sämtliche Seiten der ihr zugehenden Aktenbündel mit Eingangsstempeln versieht.
2.3 Nicht aktenkundig ist, wer die der SVA offenbar am 22. Juni 2009 zugegangenen
Akten eingereicht hat. Ein Überweisungsblatt der AHV-Zweigstelle fehlt. Die
Beschwerdegegnerin hielt am 6. August 2010 fest, die Unterlagen könnten nicht von
der AHV-Zweigstelle elektronisch übermittelt worden sein, weil die Akten bei jener
Übermittlungsart nicht mit einem Post-Eingangsstempel versehen würden. Daraus
schliesst die Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer diese Akten selbst auf
dem Postweg eingereicht habe. Der Beschwerdeführer erinnert sich gemäss seinem
Schreiben vom 4. September 2010, im Frühsommer 2009 Unterlagen direkt an eine ihm
namentlich bekannte Sachbearbeiterin der SVA St. Gallen geschickt zu haben, weil er
in seiner neuen Wohngemeinde B._ noch keinen Ansprechpartner in der AHV-
Zweigstelle gehabt habe. Eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle der SVA
war ihm mit Namen bekannt, weil sie mit Schreiben vom 5. Mai 2009 eine Spitex-
Rechnung bei ihm einverlangt und er ihr diese am 19. Mai 2009 zugesandt hatte (EL-
act. 17-1). Vor diesem Hintergrund ist überwiegend wahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer die unter den Nummern EL-act. 14-1 bis 14-10 sowie 15-1 bis 15-6
am 22. Juni und 6. Juli 2009 erfassten Akten direkt an jene Sachbearbeiterin der SVA
St. Gallen gesandt hat. Andere direkte Zusendungen an die SVA sind nicht
aktenkundig. Referenzzeitpunkt für die Beurteilung der Einhaltung der 15-Monats-Frist
des Art. 15 lit. a ELG ist folglich der 22. Juni 2009.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt, wann die Frist des Art. 15 lit. a ELG zu laufen begann. Für die
Geltendmachung des Vergütungsanspruchs der Krankheits- und Behinderungskosten
muss nicht die Rechnung selbst eingereicht werden, da sie nur ein Beweismittel ist,
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das dazu dient, die Existenz der mit dem Vergütungsgesuch geltend gemachten
Kosten zu belegen. Bei der Frist von 15 Monaten handelt es sich nur um eine den
Vollzug erleichternde Regelung, folglich um eine Ordnungsfrist (anders offenbar das
Eidgenössische Versicherungsgericht in ZAK 1974 S. 54 ff., E. 1), die erstreckt werden
kann, wenn besondere Verhältnisse dies erfordern (vgl. Ralph Jöhl,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: SBVR XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl. Basel 2007,
S. 1869 Rz. 326).
3.2 Art. 14 Abs. 1 lit. g ELG nennt unter den vergütungsfähigen Krankheits- und
Behinderungskosten die Kostenbeteiligung nach Art. 64 des Bundesgesetzes über die
Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Dieser hält in Abs. 2 fest, dass die
Kostenbeteiligung der Versicherten aus einem festen Jahresbetrag (Franchise) und
10% der die Franchise übersteigenden Kosten (Selbstbehalt) besteht. Die von den
Versicherten unter den Titeln Franchise und Selbstbehalt zu bezahlenden Kosten
lassen sich den jeweiligen Leistungsabrechnungen der Krankenversicherung
entnehmen. Unabhängig davon, ob die Krankenversicherung ihre Leistungen im
System des tiers garant oder des tiers payant erbringt, steht die Höhe der
Leistungspflicht des EL-Bezügers erst mit Erhalt der
Krankenversicherungsabrechnungen definitiv fest. Die Frist von 15 Monaten beginnt
deswegen erst mit dem Erhalt der Abrechnung zu laufen. Dasselbe hat analog bei der
Rückvergütung von Krankheits- und Behinderungskosten zu gelten, für die allfällige
Krankenzusatzversicherungen gestützt auf Art. 14 Abs. 1 lit. a bis f ELG (bzw. die
darauf fussende kantonale Ausführungsgesetzgebung) ganz oder teilweise aufkommen.
3.3 Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass für den Beginn des Fristenlaufs die
Rechnungsdaten der Leistungserbringer massgebend seien. Die Rechnung der D._
für Februar 2007 datiert vom 28. Februar 2007 (EL-act. 11-4), jene für März 2007 vom
31. März 2007 (EL-act. 11-5) und jene von Dr. med. dent. Dr. h.c. E._ vom
27. Dezember 2007 (EL-act. 11-3). Bei Rechnungsstellung war dem Beschwerdeführer
noch nicht bekannt, ob bzw. in welcher Höhe er letztlich tatsächlich leistungspflichtig
wäre. Er reichte die Rechnungen seiner Krankenversicherung zur (anteiligen)
Rückvergütung ein. Diese bezahlte aus der Zusatzversicherung F._ gemäss dem
Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) an die Rechnung
der D._ vom 28. Februar 2007 Fr. 60.- (Rechnungstotal Fr. 125.-), an jene vom
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31. März 2007 Fr. 224.- (Rechnungstotal Fr. 448.-) und an die Zahnarztrechnung
Fr. 100.- (Rechnungstotal Fr. 248.75). Erst mit Erhalt der Leistungsabrechnung der
Krankenversicherung vom 1. Juli 2008 hatte der Beschwerdeführer also Kenntnis
darüber, in welcher Höhe er für die drei Rechnungen definitiv aufkommen musste bzw.
in welcher Höhe er gegenüber der EL-Durchführungsstelle Kostenrückerstattung
beantragen konnte. Zwar wäre es ihm möglich gewesen, die drei Rechnungen der EL-
Durchführungsstelle bereits unmittelbar nach Bezahlung einzureichen. Da er jedoch
verpflichtet ist, vor Einreichung eines Gesuchs um Rückvergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten andernorts (so auch bei der Krankenzusatzversicherung)
bestehende Leistungsansprüche durchzusetzen, hätte die EL-Durchführungsstelle mit
den Rechnungen ohnehin noch nichts anfangen können, sondern die
Leistungsabrechnung der Krankenversicherung abwarten müssen. Folglich beginnt die
Frist gemäss Art. 15 lit. a ELG nicht bereits mit dem Rechnungsdatum des jeweiligen
Leistungserbringers zu laufen, sondern erst mit der massgebenden Abrechnung der
Kranken(zusatz)versicherung, die die definitive Höhe der verbleibenden Zahlungspflicht
des Beschwerdeführers ausweist. Dies ist vorliegend die Abrechnung vom 1. Juli 2008.
Die Frist zur Einreichung dieser Abrechnung und der dieser zugrunde liegenden
Rechnungen der Leistungserbringer lief folglich nicht vor Ende September 2009 aus.
Die Einreichung per 22. Juni 2009 war daher fristwahrend.
4.
4.1 Gemäss den vorstehenden Erläuterungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids gutzuheissen und die Sache zur Festsetzung der
Rückvergütungshöhe an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Die Kantone verfügen seit 1. Januar 2008 im Bereich der Krankheits- und
Behinderungskosten über erweiterte Regelungskompetenzen. Die Krankheits- und
Behinderungskosten sind jedoch weiterhin den bundesrechtlichen ordentlichen EL (und
nicht den kantonalrechtlichen ausserordentlichen EL) zuzurechnen. Die Frist von 15
Monaten für die Geltendmachung der Krankheits- und Behinderungskosten hat der
Bundesgesetzgeber aufgestellt. Der vorliegende Entscheid ist daher auf dem
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bundesrechtlichen Rechtsweg (Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
beim Bundesgericht) und nicht nach dem kantonalrechtlichen
Verwaltungsrechtspflegegesetz (Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht)
anfechtbar (vgl. auch den Entscheid EL 2008/53 des Einzelrichters des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Februar 2009, E. 4).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53