Decision ID: 37b2884d-b53f-5da6-bcdf-4aa4ef5785d1
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A._ wurde der IV-Stelle des Kantons St. Gallen im August 2008 unter Hinweis auf seit
März 2007 bestehende Rückenprobleme zur Früherfassung gemeldet (IV-act. 1).
Anlässlich eines Gesprächs mit dem Versicherten am 18. August 2008 gelangte die
Eingliederungsberaterin der IV-Stelle zum Schluss, dass eine Anmeldung zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung angezeigt sei. Der Versicherte habe die
letzten Schuljahre in der Schweiz und anschliessend eine Anlehre zum Maler absolviert
und danach im Anlehrbetrieb gearbeitet. Im Februar 2007 sei er wegen
Rückenbeschwerden zwei Wochen krankgeschrieben gewesen. Danach habe er wieder
voll gearbeitet, im Dezember 2007 aber notfallmässig ins Kantonsspital St. Gallen
verbracht werden müssen, weil er seinen Rücken und seine Beine nicht mehr gespürt
habe. Die Diagnose sei unklar, es seien weitere Abklärungen vorgesehen (IV-act. 5).
B.
B.a Am 25. August 2008 meldete sich der Versicherte für Massnahmen der
beruflichen Eingliederung bei der IV-Stelle an (IV-act. 9). Der Anmeldung lagen zwei
Berichte der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 31. März und
11. April 2008 bei, wonach eine Funktionsmyelographie durchgeführt wurde, welche
der Versicherte allerdings nicht toleriert habe; es würden deshalb Funktionsaufnahmen
der Lendenwirbelsäule angefertigt (IV-act. 11).
B.b Am 2. September 2008 führte Dr. med. B._, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom
IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) ein Telefongespräch mit dem Hausarzt
des Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt FMH für Hämatologie und Allgemeine
Innere Medizin. Dr. C._ soll angegeben haben, dass die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten durch ein anhaltendes, belastungsabhängiges, lumboradiculäres
Schmerzsyndrom mit „moderat nachweisbaren Discopathien“ in den Segmenten L4/5
und L5/S1 beeinträchtigt werde, dass die angestammte Tätigkeit als Maler nicht mehr,
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltung und ohne
entsprechende Lastenhandhabung dagegen zu 50 %, gegebenenfalls steigerbar bis
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100 %, zumutbar seien (IV-act. 18). Das von Dr. C._ unterzeichnete
Gesprächsprotokoll fehlt in den Akten.
B.c Am 6. Oktober 2008 ging der IV-Stelle der Bericht der Rehaklinik D._
vom 30. September 2008 betreffend eine am 10./11. September 2008 durchgeführte
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) zu. Es liege ein komplexes Be
schwerdebild mit Angabe von Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule sowie
an zahlreichen weiteren Orten des gesamten Bewegungsapparates vor. Infolge er
heblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate
der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit kaum
verwertbar. Aus medizinisch-theoretischer Sicht sei die Tätigkeit als Maler aktuell nicht
zumutbar, da die Anforderungen (Hantieren von bis zu schweren Lasten, wiederholter
Krafteinsatz beider Arme) zu hoch seien. Durch ein straff geführtes trainingsorientiertes
Rehaprogramm wäre bei optimaler Leistungsbereitschaft und Motivation des Ver
sicherten rein medizinisch-theoretisch betrachtet mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit eine namhafte Verbesserung des Zustands erreichbar. Leichte bis
mittelschwere Arbeiten ohne länger dauernd vorgeneigte Rumpfposition seien
ganztags zumutbar (IV-act. 23).
B.d Auf Veranlassung der IV-Stelle hin trat der Versicherte am 12. Januar 2009 eine
berufliche Abklärung im E._ an. Nach einer Woche teilte er mit, ihm fehle die Kraft,
um den ganzen Tag durchzuhalten; er möchte die Arbeitszeit reduzieren. Einen
Gegenvorschlag (zusätzliche Pausen) lehnte er ab. In der Folge wurde eine 50%ige
Präsenz vereinbart; auf Hinweis der Vorgesetzten hin reichte der Versicherte ein
Arztzeugnis von Dr. C._ ein (IV-act. 43). Trotz Wechsel in eine leichtere Tätigkeit per
2. Februar 2009 konnte die Präsenzzeit nicht mehr gesteigert werden. Auf
entsprechende Aufforderung der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle hin wurde die
berufliche Abklärung am 13. Februar 2009 vorzeitig abgebrochen. Ansonsten
verrichtete der Versicherte die ihm zugewiesenen Arbeiten qualitativ einwandfrei und in
durchschnittlichem Tempo, die Arbeitsleistung war konstant (IV-act. 46). In einem
undatierten Schreiben, das der IV-Stelle am 12. Februar 2009 zugegangen war, hatte
der Versicherte dargelegt, weshalb er das Pensum nicht auf 100 % steigern konnte (IV-
act. 40).
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B.e Am 4. Mai 2009 erstattete Dr. med. E._, Facharzt FMH für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, einen Arztbericht. Er
diagnostizierte eine Innenrotationsstörung des linken Hüftgelenks bei Offsetstörung
ohne eigentliche Impingementsymptomatik, eine Ansatztendinose des musculus
glutaeus medius und minimus am Trochanter major, eine begleitende Bursitis
trochanterica, ein Lumbovertebralsyndrom bei Discopathie L4/5 und L5/S1 sowie eine
somatoforme Schmerzstörung und führte aus, die bisherige Tätigkeit sei aus medi
zinischer Sicht noch zumutbar, bis zum Abklingen der pelvitrochanteren Beschwerden
dürfte allerdings eine leichte Leistungsverminderung bestehen. Alles in allem seien die
vom Versicherten angegebenen Beschwerden diffus und alleine nicht coxogener Natur.
Eine somatoforme Schmerzstörung sei nicht auszuschliessen. Von einer operativen
Therapie werde unbedingt abgeraten. Die Offsetstörung, wie radiologisch postuliert,
decke das Ausmass der vom Versicherten subjektiv angegebenen Störungen nicht ab.
Die Discopathie sei diskret. Die Integration in einen wenig körperlich belastenden Beruf
sollte im Vordergrund stehen (IV-act. 53).
B.f Mit Vorbescheid vom 2. Juni 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass die Abweisung des
Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 59). Dagegen liess der Versicherte am 27. Juli
2009 Einwand erheben und die Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % beantragen. Dr. C._ halte fest, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten seit der Untersuchung durch die Rehaklinik
D._ weiter verschlechtert hätte, insbesondere aufgrund neu hinzugekommener
Hüftschmerzen links; auch die somatoforme Schmerzstörung hätte sich verstärkt. Der
Rechtsvertreter gab an, der Versicherte befinde sich aktuell in einem Rehaprogramm in
der Klinik F._ (IV-act. 62). Dem Einwand legte er ein Arztzeugnis von Dr. C._ vom
18. Mai 2009 bei, in welchem ausgeführt worden war, in einer leidensangepassten
Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von bis 50 % realisierbar (IV-act. 63).
B.g Am 7. September 2009 erstattete Dr. med. G._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, einen Arztbericht. Er diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit
vorwiegender Beeinträchtigung von Gefühlen wie Angst, Depression, Sorgen,
Anspannung und Ärger und attestierte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab Juli 2009 und
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab September 2009 (IV-act. 66).
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B.h Am 9. Februar 2010 erstattete das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH im
Auftrag der IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter diagnostizierten im
Wesentlichen ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radiculäre
Ausfälle, den Verdacht auf ein femoro-acetabuläres Impingement der linken Hüfte, den
klinischen Verdacht auf ein subacromiales Impingement der linken Schulter sowie –
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – eine Schmerzverarbeitungsstörung und
attestierten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als an
gelernter Maler sowie eine vollständige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten (IV-act. 73–2 ff.). Dem Gutachten lag der Austrittsbericht der Klinik
F._ vom 26. Juni 2009 betreffend den stationären Aufenthalt vom 11. Mai bis zum
5. Juni 2009 bei, in welchem bei Austritt aus psychiatrischer Sicht eine vollständige
Arbeitsfähigkeit attestiert worden war (IV-act. 73–23 ff.).
B.i Mit Vorbescheid vom 11. August 2010 teilte die IV-Stelle mit, dass die Abweisung
des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 81). Dagegen liess der Versicherte am
21. September 2010 Einwand erheben. Er liess die Zusprache einer Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %, eventualiter einer solchen
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % für den Zeitraum von Juli bis
Dezember 2009 und subeventualiter die Durchführung weiterer medizinischer
Abklärungen beantragen und zur Begründung im Wesentlichen ausführen, gemäss
Gutachten der ABI GmbH sei von vollständiger Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom
25. August 2008 bis zum Dezember 2009 auszugehen; im Übrigen widerspreche das
Gutachten den weiteren medizinischen Berichten (IV-act. 82).
B.j Am 29. Oktober 2010 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom 11. August
2010. Es sei auf das Gutachten der ABI GmbH abzustellen; eine vollständige Arbeits
unfähigkeit bis Dezember 2009 sei nicht nachvollziehbar (IV-act. 84).
C.
C.a Dagegen richtet sich die am 1. Dezember 2010 erhobene Beschwerde, mit der
die Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % für
den Zeitraum vom 1. August bis zum 31. Dezember 2009 und einer solchen basierend
auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % ab dem 1. Januar 2010 sowie
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eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur
Durchführung weiterer Abklärungen beantragt werden (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin schliesst gemäss Beschwerdeantwort vom 8. Februar
2011 auf Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 2. März 2011 liess der Beschwerdeführer an den mit Beschwerde
vom 1. Dezember 2010 gestellten Anträgen festhalten (act. G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder ver
bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind. Unter Arbeitsunfähigkeit ist gemäss Art. 6 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit bedingte volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten, zu verstehen, wobei bei langer Dauer
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich
berücksichtigt wird. Invalidität ist der voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 f. ATSG). Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
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Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
2.
Der Beschwerdeführer leidet insbesondere an Rücken-, Hüft- und Schulterbe
schwerden (IV-act. 53 und 73–2 ff.). Das Ausmass der geklagten Schmerzen und
Beeinträchtigungen ist allerdings gemäss den Berichten der Rehaklinik D._ (IV-
act. 23), von Dr. E._ (IV-act. 53) und der ABI GmbH (IV-act. 73–2 ff.) nicht mit den
objektiv feststellbaren Befunden vereinbar; Dr. G._ diagnostizierte eine Anpassungs
störung (IV-act. 66 und 73–23 ff.), die übrigen Fachärzte eine Symptomausweitung (IV-
act. 23), eine somatoforme Schmerzstörung (IV-act. 53) bzw. eine Schmerzver
arbeitungsstörung (IV-act. 73–2 ff.). Eine weiter gehende psychische Gesundheitsbe
einträchtigung ist nicht ausgewiesen und anhand der vorliegenden Akten unwahr
scheinlich. Bezüglich der Auswirkungen der somatischen Beschwerden auf die Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als angelernter Maler gehen die
Einschätzungen der Fachärzte zwar teilweise auseinander: Die Gutachter der ABI
GmbH erachteten diese als nicht mehr zumutbar, die Ärzte der Rehaklinik D._ wohl
ebenso, Dr. E._ vertrat dagegen die Ansicht, auch bezüglich dieser Tätigkeit sei
die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich eingeschränkt. Die etwas missverständliche
Formulierung der Ärzte der Rehaklinik D._, es sei eine namhafte Verbesserung des
Zustandes erreichbar, ist wohl als Bezugnahme auf Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zu verstehen, wonach für die Leistungen
der Unfallversicherung unter anderem wesentlich ist, ob der so genannte medizinische
Endzustand erreicht ist, verfassen die Ärzte der Rehaklinik D._ doch hauptsächlich
Berichte für Unfallversicherer, insbesondere die Suva. Ob die Ärzte davon ausgingen,
der Beschwerdeführer könnte allenfalls zumindest teilweise wieder in der
angestammten Tätigkeit arbeiten, ist unklar, kann aber letztlich offen bleiben, da
sowohl die Ärzte der Rehaklinik D._ als auch Dr. E._ und die Gutachter der
ABI GmbH, mithin sämtliche Bericht erstattenden Fachärzte, davon ausgingen, der
Beschwerdeführer sei in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit jedenfalls vollständig
arbeitsfähig. Die anderslautende Einschätzung des Hausarztes Dr. C._ entbehrt
nachvollziehbaren Argumenten und ist nicht geeignet, Zweifel an den fachärztlichen
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Berichten zu wecken. Da die Fachärzte ihre Schlussfolgerungen einlässlich begründet
haben und sich diesbezüglich einig sind, ist darauf abzustellen und von voller
Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen, und zwar auch aus
psychiatrischer Sicht (vgl. IV-act. 66 und 73–23 ff.).
3.
Dass die Gutachter der ABI GmbH ausführten, ihre Einschätzung gelte erst ab
Begutachtungsdatum mit Sicherheit, ändert daran nichts. Wie die Gutachter
ausführten, ist aufgrund der Akten nicht davon auszugehen, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeitraum wesentlich
verändert hätte. Jedenfalls ist keine Verbesserung des Zustandes vor der
Begutachtung durch die ABI GmbH ausgewiesen. Im Gegenteil, im Verlauf kamen Hüft-
und Schulterbeschwerden hinzu bzw. verstärkten sich, und passager lag offenbar eine
Behandlungsbedürftigkeit bezüglich des psychischen Zustandes vor. Trotzdem
attestierten die Gutachter der ABI GmbH volle Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte
Tätigkeiten. Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass diese Einschätzung auch für den relevanten Zeitraum vor der Begutachtung
zutrifft, zumal entsprechende echtzeitliche Berichte (Dr. E._, Rehaklinik D._) im
Recht liegen. Der Beschwerdeführer verkennt schliesslich auch, dass eine allfällige
Beweislosigkeit diesbezüglich zu seinen Lasten ginge, denn es würde ihm diesfalls
nicht gelingen, nachzuweisen, dass er an einer erheblichen
Gesundheitsbeeinträchtigung litt, die geeignet wäre, eine Leistungspflicht der
Invalidenversicherung auszulösen. Das Sozialversicherungsrecht kennt jedenfalls
keinen Grundsatz „im Zweifel für den Versicherten“.
4.
Da der Beschwerdeführer trotz beruflicher Ausbildung nicht einen wesentlich über dem
statistischen Lohn für Hilfsarbeiter liegenden Lohn erzielte, was darauf zurückzuführen
ist, dass er lediglich eine Anlehre absolvierte, wäre der Wechsel in eine Hilfsarbeiter
tätigkeit nicht mit einer erheblichen Erwerbseinbusse verbunden. Auch bei
Anerkennung eines so genannten Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75)
resultiert jedenfalls kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Eine Berechnung
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desselben kann daher unterbleiben. Die angefochtene Verfügung ist im Ergebnis nicht
zu beanstanden, die Beschwerde entsprechend abzuweisen.
5.
Die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen
Aufwandes auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten hat ausgangsgemäss der
Beschwerdeführer zu bezahlen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss in gleicher
Höhe wird ihm daran angerechnet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP