Decision ID: 87ff30f4-b012-496c-ae81-8edfd1317f24
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1968, Inhaberin
der Einzelfirma
X._
(
Massagesalon,
Urk.
7/31/2)
, ist der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, als
Selbs
tändigerwerbende
angeschlossen.
Am 29. März 2020
(Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte
bei der Ausgleichskass
e zum Bezug einer Erwerbsersatz
entschädigung (
Betriebsein
stellung
) gestützt auf die Ver
ordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(
Covid
-19-Verord
n
ung Erwerbsausfall) an (Urk. 7/1
).
In der Folge richtete d
ie Ausgleichskasse der Versicherten in der Periode vom
17. März
bis
z
um 16. September 2020
eine a
uf einem Tagesansatz von Fr. 47.20
beruhende Corona-Erwerbse
rsatzentschädigung aus (Urk. 7/4-5,
Urk. 7/9, Urk. 7/11, Urk. 7/13 und
Urk. 7/15-16
).
Am
1. Februar 2021
(Eingangsdatum)
machte die
Versicherte
einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung wegen
Betriebsschliessung für den Zeit
raum vom 20. Dezember 2020 bis zum 28. Februar 2021 geltend
(Urk. 7
/
25, vgl. auch die darauffolgenden Anmeldungen, Urk. 7/33 und Urk. 7/38
).
Mit Abrech
nung
en
vom 15. April 2021
teilte die Ausgleichskasse mit, dass die Versicherte
im Zeitraum vom 20.
Dezember 2020 b
is zum 31.
Januar 2021
Anspruch auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung
bei einem Tagesansatz von Fr. 196.--
habe (Urk. 7/47
-48
).
Ebenfalls mit Abrechnungen vom 15. April 2021 sowie mit Abrechnung vom 22. April 2021 erklärte die
Ausgleichskasse
, dass in der Pe
riode vom 1. Februar bis zum 18. April 2021
Anspruch auf eine Corona-Erwerbsersatz
entschädigung bei eine
m Tagesansatz von Fr. 47.20 bestehe
(Urk. 7/40-41
und Urk. 7/51
).
Mit
Verfügungen
vom 26. April 2021 forderte die Ausgleichskasse von der Versicherten in der Periode vom 20. Dezember 2020 bis zum 31. Januar 2021 zu viel ausbezahlte Corona-Erwerbsersatzentschädigung
von insgesamt Fr. 5'989.35
(
Fr. 4'317.60
+ Fr. 1'671.75)
zurück (Urk. 7/53
-54
).
Dagegen erhob die Versicherte am 18. Mai 2021 Einsprache
, wobei sie gleichzeitig auch ein Erlassgesuch stellte
(Urk. 7/62
). Mit Entscheid vom 3. September 2021 wies die Ausgleichskasse die Einsprache vom 18. Mai 2021 ab (U
rk. 7/80
). Mit Verfügung vom 6. Dezember 2021 wies
sie
das Gesuch um Erlass der Rückerstattung ab (Urk. 7/86). Dagegen erhob die Versicherte am 20. Januar 2022 Einsprache (Urk. 7/90), welche die Ausgleichskasse mit Entscheid vom
7. April 2022
abwies (Urk. 2)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 5. Mai 2022 Beschwerde und beantragte, es sei der Einspracheentscheid vom 7
. April 2022 aufzuheben und
die Rücker
stattung der allfällig zu viel au
sbezahlten Corona-Erwerbsersatz
entschädigung vollständig zu erlassen (Urk. 1 S. 14). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2022 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 8. Juni 2022 angezeigt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 1 der
Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) auf die Entschädigungen gemäss dieser Verordnung anwendbar, soweit die nachstehenden Bestimmungen nicht ausdrücklich ein
e Abweichung vom ATSG vorsehen.
Nach Art. 25 Abs. 1 ATSG
sind unrechtmässig bezogene Leis
tungen zurückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt. Dabei wird die Rückerstattung ganz oder teilweise erlassen (Art. 4 Abs. 1
der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSV
).
1.2
Nach der Rechtsprechung ist der gute Glaube nicht schon bei Unkenntnis des Rechtsmangels gegeben. Vielmehr darf sich der Leistungsempfänger oder die Leistungsempfängerin nicht nur keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner groben Nachlässigkeit schuldig gemacht haben. Der gute Glaube als Erlassvo
raussetzung entfällt somit einerseits von vornherein, wenn die zu Unrecht erfolgte Leistungsausrichtung auf eine arglistige oder grobfahrlässige Melde- oder Auskunftspflichtverletzung zurückzuführen ist. Anderseits kann sich die rückerstattungspflichtige Person auf den guten Glauben berufen, wenn ihr fehlerhaftes Verhalten nur leicht fahrlässig war (BGE 138 V 218 E. 4, 112 V 97 E.
2c
).
Wie in anderen Bereichen beurteilt sich das Mass der erforderlichen Sorgfalt nach einem objektiven Massstab, wobei aber das den Betroffenen in ihrer Subjektivität
Mögliche und Zumutbare (wie etwa Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand, Bildungsgrad) nicht ausgeblendet werden darf (BGE 138 V 218 E. 4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_448
/2017 vom 3. Januar 2018 E. 2.1). Das Verhalten, das den guten Glauben ausschliesst, braucht nicht in einer Melde- oder Anzeigepflichtverletzung zu bestehen. Auch ein anderes Verhalten, beispielsweise die Unterlassung, sich bei der Verwaltung zu erkundigen, fällt in Betracht (Urteil des Bundesgerichts
8C_102
/2020 vom 1. Mai 2020 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung ist bei der Frage nach der Gutgläubigkeit beim Leis
tungsbezug zu unterscheiden zwischen dem guten Glauben als fehlendem Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter den gegebenen Umständen auf den guten Glauben berufen kann oder ob er bei zumutbarer Auf
merksamkeit den bestehenden Rechtsmangel hätte erkennen sollen (Urteil des Bundesgerichts
8C_102
/2020 vom 1. Mai 2020 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.3
Jede wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen ist von den Bezügerinnen und Bezügern, ihren Angehörigen oder Dritten, denen die Leistung zukommt, dem Versicherungsträger oder dem jeweils zuständigen Durchführungsorgan zu melden (Art. 31 Abs. 1 ATSG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
sich
die
Rückforderungen vom 26. April 2021
ergeben hätten
, weil
für den Zeit
raum vom 20. Dezember 2020 bis
zum
31. Januar 2021 fälschlicherweise nicht das jährliche Einkommen als Grundlage für
die Bemessung der Corona-
Erwerbs
ers
atzentschädigung verwendet worden sei
, sondern das
Z
wölffache
davon.
Dies habe dazu geführt
, dass während des genannten Zeitraums
der maximale Tages
ansatz von Fr. 196.-- ausbezahlt worden sei
.
Die Beschwerdeführerin habe sich
bei der Beschwerdegegnerin
am 20. April 2021
telefonisch
betreffend die unter
schiedlichen Tagesansätze
erkundigt.
Gemäss Beschwerdeführerin sei es unzutreffend, dass die B
eschwerdegegnerin sie
am
26.
April 2021
telefonisch über die Rückforderu
ng
informiert habe. Leider fehle
im Dossier eine Aktennotiz über das Telefongespräch vom 26. April 2021.
Dem
Einspracheent
scheid vom 3.
September 2021 sei
jedoch zu entnehmen, dass
dieses Telefongespräch sta
ttge
funden habe. Selbst wenn dieses Gespräch
nicht oder erst später
stattgefunden haben sollte, könne allerdings
nicht von einem gutgläubigen Leistungsbezug
aus
gegangen werden.
D
enn die
Beschwerdeführerin habe die
Taggelda
brechnungen
des Zeitraums
vom
20.
Dezember 2020 bis
zum
31. Januar 2021
zwar hinterfragt
und sich umgehend
bei
der Beschwerdegegnerin gemeldet. Noch bevor sie eine
Rückme
ldung erhalten habe, habe sie
mit
de
r zu viel ausgerichteten Corona-Erwerbsersatzentschädigung
jedoch
offene Rechnungen beglichen, ohne gewusst zu haben,
ob ihr
das Geld
tatsächlich
zustehe
. Die Beschwerdeführerin
hätte
zumindest nochmals einen klärenden Anruf
bei der Beschwerdegegnerin
tätigen oder deren
Rückmel
dung abwarten m
üssen. Dass sie dies
unterlassen
habe, stelle
eine grobe Nachlässigkeit dar,
welche genüge, um
den guten Glauben auszu
schliessen.
Die
Prüfung der grossen Härte
sei unter diesen Umständen
nicht erforderlich
(Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend,
dass ihr
aufgrund eines Fehlers seitens der Beschwerdegegnerin eine zu hohe Corona-Erwerbsersatzent
schädigung ausbezahlt worden
sei
.
Es sei
ihr
aufgefallen, dass die
Taggeldab
rechnungen
untersc
hiedliche Tagesansätze aufgewiesen hätten
. Dies habe
sie der
Beschwerdegegnerin am 20. April
2021
telefonisch
mitgeteilt bzw. sich nach dem Grund erkundigt.
Es sei unzutreffend, dass die Beschwerdegegnerin ihr am 26.
April 2021
erklärt habe
, dass die zu viel bezahlten Beträge zurückgefordert würden.
Eine entsprechende Telefonnotiz sei in den Akten nicht enthalten.
Die
Beschwerdeführerin
sei
damals
nicht
der Meinung
gewesen, zu
hohe Taggeldzah
lungen erhalten zu haben
.
Sie habe vielmehr gehofft,
mehr
Taggeldzahlungen zum höheren Tagesansatz
zu erhalten
. Wäre die Beschwerdeführe
rin nicht gutgläubig
gew
esen bzw. hätte sie auch nur die
geringsten Zweifel an der Recht
mässigkeit der ausbezahlten Taggelder gehabt,
hätte sie sich nach
deren
Erhalt nicht
mit Schreiben vom 28. April 2021
umgehend bei der Sozialhilfe abgemel
det.
Der Beschwerdeführerin, welche keine gebildete Person sei, könne kein
arglistiges oder
grobfahrlässiges H
andeln vorgeworfen werden.
Eine
Melde- oder Auskunftspflicht habe sie nicht verletzt.
Überdies
wäre
sie
nicht
verpflichtet gewesen, sich wegen der unterschiedlichen Tagesansätze
bei der Beschwerde
gegnerin
zu melden. Dass
sie
deren
Rückmeldung
hätte abwarten
oder selbst nochmals einen klärenden Anruf
hätte tätigen müssen, übersteige
den objektiven Massstab der erforderlichen Sor
gfalt unter Berücksichtigung ihrer
subjektiven Verhältnisse.
Im Weiteren ergebe sich auch aus der damaligen Situation der Beschwerdeführerin, d
ass kein grobfahrlässiges Handeln vorliege
.
Die Beschwer
deführerin sei
sehr unglücklich
gewesen
, dass sie Sozialhilfegelder
habe beziehen müssen.
Von der
Sozialhilfebehörde
sei sie
betreffend Höhe der Wohnungsm
iete unter Druck
gesetzt und angewiesen worden
, eine gün
stigere Wohnung zu suchen. Dies,
obwohl für alle Beteiligten
hätte klar sein müssen
, dass ihre
Sozi
alhilfebedürftigkeit
coronabedingt
vorübergehender Natur gewesen sei
. Die Beschwerdeführerin wohne
Tür an
Tür mit der
erwachsenen al
leinerziehenden
Tochter, welche mit ihren zwei
minderjährigen
Kindern
zusammenlebe. Der im Februar 2015 geborene
Enkel
sei schwer behindert (Emanuel-
Syndrom). Ohne die
Hilfe
der Beschwerdeführerin
könnte
die Tochter keiner Teilzeit-E
rwerbstätigkei
t
nachgehen
. Die Beschwerdeführerin
habe befürchtet, dass sie wegen der Sozial
hilfe die
Wohnung aufgeben und ihre Tochter bzw. den Enkel nicht meh
r betreu
erisch unterstützen könne
.
Die
zugesprochene Corona-Erwerbsersatzent
schädigung
habe die Beschwerdeführerin
zur Begleichung von offenen Rech
nungen verwendet
. Aktuell betrage ihr Vermögen Fr. 1'116.95. Die monatlichen Einnahmen für das Jahr 2020 (ohne Corona-Erwerbsersatzentschädigung) würden sic
h auf Fr. 3'336.95 und die
zwingenden monatlichen Ausgaben
auf Fr.
4'803.50 belaufen.
Es sei demnach von einer grossen Härte auszugehen
(Urk.
1 S. 4 ff.
).
2.3
Streitig und zu prüfen ist in diesem Verfahren der Erlass der Rückforderung, währenddessen
deren Bestand sowie
Höhe (nunmehr) unbestritten sind und rechtskräftig festgestellt wurden.
3.
3.1
Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin nach Erhalt der Abrechnungen vom 15. April 2021, mit welchen ihr für den Zeitraum vom 20. Dezember 2020 bis zum 31. Januar 2021 eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung beruhend auf einem Tagesansatz von Fr. 196.-- ausgerichtet wurde (Urk. 7/47-48),
am
20.
April 2021 bei der Beschwerdegegnerin angerufen hat
(vgl. Telefonnotiz vom 20. April 2021, Urk. 7/49)
. Sie erkundigte sich damals, weshalb der Tagesansatz im Dezember 2020 und Januar 2021 Fr. 196.
--
und im Februar und März 2021 nur Fr. 47.20 betragen habe
.
Die Beschwerdegegnerin erklärte, dass sie diese
Anfrage am 26. April 2021
telefonisch
beantwortet und die Beschwerdeführerin über die Rückforderung und deren Grund informiert habe
. Eine entsprechende Telefon
notiz ist jedoch nicht aktenkund
ig. Es kann deshalb nicht als erstellt gelten
, dass diese Auskunft erteilt wurde.
3.2
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin keine Melde- oder Anzeigepflicht
verletzung im Sinne von Art. 31
Abs. 1
ATSG
begangen hat
. Das Verhalten, das den guten Glauben ausschliesst, braucht allerdings nicht in einer Melde- oder Anzeigepflichtver
letzung zu bestehen (vgl. E. 1.2.1
).
Nachdem die Beschwerde
gegnerin der Beschwerdeführerin
in der Periode vom 17. März bis zum 16.
September 2020 jeweils
basierend auf dem Tagesansatz von Fr. 47.20
monatliche Corona-Erwerbsersatzentschädigungen
von Fr. 1'341.30 respektive Fr. 1'386.-- ausgerichtet hatte
(vgl. Urk. 7/5, Urk. 7/11, Urk. 7/13 und Urk. 7/15)
und die Entschädigung
en
für den Zeitraum vom 20. bis zum 31. Dezember 2020 und für Januar 2021
beim mehr als vier Mal höheren Tagesansatz von Fr. 196.-- dann
Fr. 2'202.05
(für 12 Tage) respektive Fr. 5'687
.15 (
für 31 Tage)
betrug
en
(U
rk. 7/47-48
),
musste
n bei der
Beschwerdeführerin nach einer Prüfung der Abrech
nungen
vom 15. April 2021
Zweifel aufkommen, ob die Zahlungen von Dezem
ber 2020
und Januar 2021 rechtens waren; dies auch unter Berück
sichtigung, dass die Beschwerdeführerin juristische Laiin ohne besondere Kenntnisse des Sozialversicherungsrechts ist.
Dass
ihr
zumindest die sehr unterschiedlichen Tagesansätze auffielen,
war auch tatsächlich der Fall, zumal sie sich diesbe
züglich am 20. April 2021 bei der Beschwerdegegnerin
telefonisch
erkundigte.
Aufgrund dessen, dass die Beschwerdeführerin in den darauffolgenden Tagen ausweislich der Akten keine Antwort
auf
ihre Anfrage
erhielt – bereits am 26. April 2021 ergingen
dann
die Rückfor
derungsverfü
gungen der Beschwerdegeg
nerin (Urk. 7/53-54
) –,
durfte sie sich indes nicht darauf verlassen, d
ass die für Dezember 2020 und Januar 2021
ausgerichteten
Entschädigungen
(doch)
korrekt waren.
Wie die Beschwerdegegn
erin zutreffend bemerkte, hätte
die Beschwerde
führerin die Rückmeldung der Beschwerde
gegnerin vielmehr abwarten
oder sich erneut
bei
dieser
erkundigen müssen. Die
vorbehaltlose Entgegennahme
der Ent
schädigungen
kann vor diesem Hinter
grund nicht mehr als leichte Sorgfalts
pflichtverletzung gelten.
Das
Verhalten
der Beschwerdeführer
in
ist
als grobe Nachlässigkeit
einzustufen
, was den guten Glauben im Rechtssinne zerstört.
Dass sich die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 28. April 2021 von der Sozial
hilfe abgemeldet habe
, da sie nicht die geringsten Zweifel an der Rechtmässigkeit der
für Dezember 2020 und Januar 2021
ausbezahlten Taggelder gehabt habe, vermag daran nichts zu ändern.
Massgebend ist nicht, ob sie tatsächlich Zweifel hatte, sondern ob
bei zumutbarer Aufmerksamkeit
entsprechende
Zweifel
hätten
aufkommen müssen. Schliesslich vermag auch der Umstand, dass sie von der Sozialhilfebehörde betreffend Höhe der Wohnungsmiete unter Druck gesetzt worden sei,
nichts daran zu ändern, dass ihr Verhalten als grobfahrlässig zu qualifizieren ist.
Es kann demnach nicht von einem gutgläubigen Leistungsbezug ausgegangen werden.
Da der gute Glaube und die grosse Härte kum
ulativ gegeben sein müssen, kann
auf eine Härtefallprüfung
verzichtet werden.
4.
Der angefochtene Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.