Decision ID: 06e5c28c-62f3-43ed-b754-3a225d3323ca
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._ schloss im Jahr 1991 eine Lehre als zahnmedizinische Assistentin
EFZ ab und war von 1995 bis 2001 als zahnmedizinische Assistentin tätig.
Nach einer zweijährigen Ausbildung zur Prophylaxeassistentin, welche sie
im Jahr 2005 abschloss, arbeitete sie von 2003 bis 2009 und ab 2011 nur
noch als Prophylaxeassistentin. Am 11. September 2019 meldete sich
A._ beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zum Bezug
von Arbeitslosenversicherungstaggeld ab dem 16. September 2019 an.
2. Mit Verfügung vom 12. November 2019 wurde A._ vom Amt für
Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) für 37 Tage in der
Anspruchsberechtigung eingestellt, weil sie eine vom RAV zugewiesene
Stelle faktisch abgelehnt hatte.
3. Hiergegen erhob A._ am 10. Dezember 2019 Einsprache. Mit
Entscheid vom 19. Dezember 2019 wies das KIGA die Einsprache
vollumfänglich ab.
4. In der Folge erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
16. Januar 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Der Entscheid des KIGA vom 19. Dezember 2019 sei vollständig aufzuheben. Es sei auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten.
2. Eventualiter sei der Entscheid des KIGA vom 19. Dezember 2019 aufzuheben und die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung angemessen zu reduzieren.
3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des KIGA.
In tatsächlicher Hinsicht führte sie im Wesentlichen aus, dass am
24. September 2019 das erste Beratungsgespräch beim zuständigen RAV
stattgefunden habe. Am selben Tag sei sie schriftlich angewiesen worden,
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sich bis zum 25. September 2019 bei Dr. med. dent. B._ in C._
auf eine offene Stelle als Dentalassistentin zu bewerben. Am
25. September 2019 habe sie ihre Unterlagen für die Bewerbung bei Dr.
med. dent. B._ vorbereitet, wobei sie gleichentags einen Telefonanruf
im Zusammenhang mit einer vorhergehenden Bewerbung für eine
Anstellung als Prophylaxeassistentin in D._ bzw. eine Einladung zu
einem Bewerbungsgespräch erhalten habe. Da sie dieses
Bewerbungsgespräch vom 27. September 2019 habe abwarten wollen,
habe sie ihre Bewerbungsunterlagen für die offene Stelle bei Dr. med. dent.
B._ erst am 29. September 2019 per E-Mail verschickt.
Am 30. September 2019 habe sie einen Telefonanruf von Dr. med. dent.
B._ erhalten, wonach die offene Stelle bereits vergeben sei. Letztere
habe sie am 15. Oktober 2019 erneut kontaktiert und ihr mitgeteilt, dass die
Stelle als Dentalassistentin nun doch nicht besetzt sei. Daraufhin habe sie
ihr mitgeteilt, dass sie in den nächsten zwei Tagen bereits zwei Termine für
Vorstellungsgespräche als Prophylaxeassistentin vereinbart habe, welche
sie gerne abwarten möchte.
Am 16. Oktober 2019 habe sie sich bei einem Zahnarzt in D._ als
Prophylaxeassistentin vorgestellt, wobei ihr die Möglichkeit einer
Anstellung im Januar 2020 in Aussicht gestellt worden sei. Weiter habe sie
sich am 18. Oktober 2019 bei der E._ AG vorgestellt, wobei ihr eine
saisonale Beschäftigung als Schneesportlehrerin ab dem 1. Dezember
2019 zugesichert worden sei. Seit dem 1. Dezember 2019 sei sie (nun) bei
der E._ AG als Schneesportlehrerin beschäftigt (saisonal). Zudem
habe sie Anfang 2020 nicht nur Aussicht auf eine Anstellung als
Prophylaxeassistentin bei einem Zahnarzt in D._, sondern auch bei
einem ihrer früheren Arbeitgeber.
5. Das KIGA (nachfolgend: Beschwerdegegner) beantragte in seiner
Vernehmlassung vom 28. Januar 2020 die Abweisung der Beschwerde
unter gesetzlicher Kostenfolge.
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Auch der Beschwerdegegner hielt in tatsächlicher Hinsicht fest, dass die
Beschwerdeführerin am 24. September 2019 angewiesen worden sei, sich
bei Dr. med. dent. B._ auf eine offene Stelle als Dentalassistentin zu
bewerben, wobei ein Antritt dieser Vollzeitstelle per sofort möglich gewesen
wäre. Gemäss Rückmeldung von Dr. med. dent. B._ vom 22. Oktober
2019 habe sich die Beschwerdeführerin am 30. September 2019
beworben. Sie habe sich indes für die offerierte Stelle nicht interessiert, da
sie eine Stelle als Prophylaxeassistentin wünsche.
In rechtlicher Hinsicht hielt der Beschwerdegegner im Wesentlichen fest,
dass die Beschwerdeführerin eine ihr vermittelte, zumutbare Stelle
annehmen müsse. Befolge sie die Weisungen des Arbeitsamtes nicht,
namentlich indem sie eine zumutbare Arbeit nicht annehme, und
verursache sie durch dieses normwidrige Verhalten schuldhaft einen
Schaden im Sinne eines Eintrittes oder der Verlängerung der
Arbeitslosigkeit, so sei sie nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der
Anspruchsberechtigung einzustellen.
6. In ihrer Replik vom 6. Februar 2020 hielt die Beschwerdeführerin fest, es
erübrigten sich Bemerkungen zur Vernehmlassung, nachdem diese
absolut identisch sei mit dem angefochtenen Einspracheentscheid und sich
diese insbesondere nach wie vor in keiner Weise mit ihren Argumenten
auseinandersetze.
7. Mit Schreiben vom 12. Februar 2020 verzichtete der Beschwerdegegner
auf die Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
des KIGA (nachfolgend: Beschwerdegegner) vom 19. Dezember 2019,
worin dieses die Einstellung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf
Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von 37 Tagen bestätigte.
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG;
SR 837.0) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann
gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der
Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen
Versicherungsgericht erhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m.
Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR
837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen
(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Versicherungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der
angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Beschwerdegegner als
kantonaler Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die
örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin des
angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin davon
überdies berührt und sie weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Aufhebung oder Änderung auf, weshalb sie zur Beschwerdeerhebung
legitimiert ist (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 ATSG) ist somit einzutreten.
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1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist.
Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist vorliegend der
versicherte Verdienst (Art. 23 AVIG) der Beschwerdeführerin von
CHF 6'264.-- (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1]). Dieser
Verdienst wird zum Taggeldsatz von 70 % (Art. 22 Abs. 2 AVIG)
entschädigt (Bg-act. 1). Die Beschwerdeführerin hat demzufolge Anspruch
auf ein Taggeld von CHF 202.05 (ermittelt aus: CHF 6'264.-- x 0.7 :
21.7 Tage [Art. 40a AVIV]). Vorliegend wehrt sich die Beschwerdeführerin
gegen die Einstellung ihres Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung für
37 Tage. Der Streitwert beläuft sich somit auf CHF 7'475.85 (= 37 x
CHF 202.05). Nachdem sich der Streitwert auf über CHF 5'000.-- beläuft
und für die vorliegende Angelegenheit keine Fünferbesetzung
vorgeschrieben ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG), entscheidet das
Verwaltungsgericht in ordentlicher Dreierbesetzung (Art. 43 Abs. 1 VRG).
2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdeführerin
wegen (faktischer) Ablehnung einer vom RAV zugewiesenen Stelle zu
Recht für die Dauer von 37 Tagen in ihrem Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung eingestellt wurde.
3.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die Versicherte, die
Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des
zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um
Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie
verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres
bisherigen Berufes, und sie muss ihre Bemühungen nachweisen können.
Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die in Art. 17
Abs. 1 AVIG statuierte Schadenminderungspflicht der Versicherten
durchzusetzen. Sie hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der
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Versicherung für Schäden, die die Versicherten hätten vermeiden oder
vermindern können. Als versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die
angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie
durch ihr Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise
natürlich und adäquat kausal verursacht hat (vgl. BGE 133 V 89 E.6.1.1
und 6.2.2).
3.2. So ist die Versicherte gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften
oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich
eine zumutbare Arbeit nicht annimmt (vgl. auch Art. 17 Abs. 3 Satz 1 AVIG)
oder eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht
antritt, abbricht oder deren Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten
beeinträchtigt oder verunmöglicht. Unzumutbar und somit von der
Annahmepflicht ausgenommen ist gemäss Art. 16 Abs. 2 AVIG unter
anderem eine Arbeit, die nicht angemessen auf die Fähigkeiten oder auf
die bisherige Tätigkeit der Versicherten Rücksicht nimmt (lit. b), die
Wiederbeschäftigung der Versicherten in ihrem Beruf wesentlich
erschwert, falls darauf in absehbarer Zeit überhaupt Aussicht besteht
(lit. d), oder der Versicherten einen Lohn einbringt, der geringer ist als 70 %
des versicherten Verdienstes, es sei denn, die Versicherte erhalte
Kompensationsleistungen nach Art. 24 (Zwischenverdienst; lit. i). Die
Unzumutbarkeitsgründe gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. a bis i AVIG müssen
kumulativ ausgeschlossen sein, damit eine zumutbare Arbeit angenommen
werden kann. Ist umgekehrt einer der in Art. 16 Abs. 2 lit. a bis i AVIG
aufgezählten Tatbestände erfüllt, liegt keine zumutbare Arbeit vor, selbst
wenn die anderen Ausnahmetatbestände ausscheiden (KUPFER BUCHER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2019, S. 122 m.H.a. BGE 124 V 62).
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3.3. In beweisrechtlicher Hinsicht müssen die dem Einstellungstatbestand zu
Grunde liegenden Tatsachen mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein
(Urteil des Bundesgerichts C 115/01 vom 13. Mai 2002 E.1b m.w.H.). Die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den
Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (vgl. BGE 144 V 427
E.3.2 und BGE 125 V 193 E.2).
4.1. Die Beschwerdeführerin macht unter Hinweis auf Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG
in erster Linie geltend, dass die vermittelte Arbeit, d.h. eine Anstellung als
Dentalassistentin bei Dr. med. dent. B._, nicht angemessen Rücksicht
auf ihre Fähigkeiten und ihre bisherige Tätigkeit als Prophylaxeassistentin
nehme, womit die vermittelte Arbeit als unzumutbar zu qualifizieren und
von der Annahmepflicht ausgenommen sei. Sie sei somit nicht verpflichtet
gewesen, diese Arbeit anzunehmen, weshalb keine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung hätte verfügt werden dürfen.
4.2. Dem hält der Beschwerdegegner im Wesentlichen entgegen, dass die
Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall gelernte Dentalassistentin sei.
Auch wenn sie in den letzten Jahren als Prophylaxeassistentin gearbeitet
habe, habe sie keinen Anspruch darauf, nur in diesem Bereich zugewiesen
zu werden. Die schweizerische Arbeitslosenversicherung kenne keinen
absoluten Berufsschutz.
5.1. Wie bereits erwähnt, ist eine Arbeit unzumutbar und somit von der
Annahmepflicht ausgenommen, wenn sie nicht angemessen auf die
Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person
Rücksicht nimmt (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG und vorstehende
Erwägung 3.2). Gemäss der AVIG-Praxis ALE ist die Pflicht zur
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Rücksichtnahme auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person
beschränkt. Der versicherten Person ist es bei ihren persönlichen
Arbeitsbemühungen allerdings grundsätzlich erlaubt, sich zunächst in
ihrem bisherigen Berufszweig oder Tätigkeitsbereich umzusehen.
Voraussetzung ist jedoch, dass in dem betreffenden Berufs- oder
Tätigkeitsbereich überhaupt Stellenangebote vorhanden sind. Wenn im
bisherigen Berufszweig kein Stellenmangel besteht, hat die
Rücksichtnahme längere Zeit zu dauern (vgl. AVIG-Praxis ALE B286).
Auch das Bundesgericht hält fest, dass qualifizierten Berufsleuten in
gekündigter Stellung das Recht zuzubilligen sei, ihre persönlichen
Bemühungen zunächst auf ihren bisherigen Berufszweig zu beschränken,
sofern dieser offene Stellen anbietet (vgl. BGE 139 V 524 E.2.1.3). Damit
bremst die gesetzliche Forderung der angemessenen Rücksichtnahme auf
die bisherige Tätigkeit der versicherten Person auch die Möglichkeit der
Zuweisung einer ausserberuflichen Arbeit ab (vgl. GERHARDS, Kommentar
zum AVIG, Band I, Bern 1988, Art. 16 Rz. 18).
5.2. Die Beschwerdeführerin war nach einer zweijährigen Ausbildung zur
Prophylaxeassistentin, welche sie im Jahr 2005 abschloss, von 2003 bis
2009 und ab 2011 nur noch als Prophylaxeassistentin tätig. Die Tätigkeit
einer Prophylaxeassistentin ist vergleichbar mit der Tätigkeit einer
Dentalhygienikerin (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 20),
unterscheidet sich aber stark von jener einer
Dentalassistentin/zahnmedizinischen Assistentin (vgl. Bf-act. 19). Die der
Beschwerdeführerin vom RAV zugewiesene Stelle als Dentalassistentin
bei Dr. med. dent. B._ hätte nicht angemessen Rücksicht auf ihre
bisherige Tätigkeit als Prophylaxeassistentin genommen, weshalb sie
unzumutbar war (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG). Die Beschwerdeführerin
zog es nachvollziehbarerweise vor, sich auf Stellen in ihrem bisherigen
Berufszweig als Dentalhygienikerin/Prophylaxeassistentin zu bewerben
(vgl. Bf-act. 12 S. 2, Bf-act. 10 sowie Bf-act. 17). Angesichts dessen, dass
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die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen bereits im September und
Oktober 2019 Bewerbungsgespräche in Praxen in D._ führte (vgl. Bf-
act. 12 S. 2 und Bf-act. 10) und ihr von ihrem ehemaligen Arbeitgeber eine
Anstellung zu mind. 80 % ab Frühjahr 2020 in Aussicht gestellt wurde (vgl.
Bf-act. 17), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass in ihrem bisherigen Berufszweig kein Stellenmangel bestand. Die der
Beschwerdeführerin vom RAV zugewiesene Stelle als Dentalassistentin
bei Dr. med. dent. B._ war somit – insbesondere in der zweiten Woche
bzw. im ersten Monat der Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin – von
der Annahmepflicht ausgenommen.
5.3. Nach dem Gesagten beruft sich die Beschwerdeführerin somit zu Recht auf
die Unzumutbarkeit der Annahme der vom RAV zugewiesenen Stelle als
Dentalassistentin bei Dr. med. dent. B._ im Sinne von Art. 16 Abs. 2
lit. b AVIG, sodass die Einstellung in ihrem Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung zu Unrecht erfolgte. Vor dem Hintergrund
dessen, dass die Unzumutbarkeitsgründe gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. a bis i
AVIG kumulativ ausgeschlossen sein müssen, damit eine zumutbare Arbeit
angenommen werden kann (vgl. vorstehende Erwägung 3.2), kann auf
eine Auseinandersetzung mit den weiteren, von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten Gründen der Unzumutbarkeit verzichtet werden.
6. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als begründet, weshalb der
angefochtene Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2019 in
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und festzustellen ist, dass die
Beschwerdeführerin Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für die
37 Einstelltage hat.
7. Der Vollständigkeit halber gilt es vorliegend darauf hinzuweisen, dass sich
der Beschwerdegegner weder in der Einstellungsverfügung noch im
angefochtenen Einspracheentscheid oder in seiner Vernehmlassung zur
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Einstellungsdauer von 37 Tagen, welche einem schweren Verschulden
entspricht (vgl. Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV), äusserte bzw. er diese nicht
begründete. Ob dies eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
darstellt (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und
Art. 61 lit. h ATSG), kann angesichts des Ausgangs des vorliegenden
Verfahrens allerdings offenbleiben.
8.1. Gemäss aArt. 61 lit. a i.V.m. Art. 83 ATSG ist das kantonale
Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen  ausser bei
mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung  kostenlos, weshalb für das
vorliegende Verfahren keine Kosten erhoben werden.
8.2. Demgegenüber hat die obsiegende Beschwerde führende Person
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). Die beschwerdeführerische
Rechtsvertreterin machte mit Eingabe vom 6. Februar 2020 einen Aufwand
von insgesamt CHF 4'417.-- [recte: CHF 4'147.--] geltend (15.1 Stunden à
CHF 250.-- [CHF 3'775.--] zzgl. 2 % Barauslagen [CHF 75.50] und 7.7 %
MWST [CHF 296.50]). Eine entsprechende Honorarvereinbarung über
einen Stundenansatz von CHF 250.-- liegt im Recht. Der geltend gemachte
Aufwand von 15.1 Stunden ist allerdings um den Aufwand für das
Einspracheverfahren von 6.8 Stunden zu kürzen. Insgesamt ist somit eine
Entschädigung von CHF 2'279.50 (8.3 Stunden à CHF 250.-- [CHF 2'075.-
-] zzgl. 2 % Barauslagen [CHF 41.50] und 7.7 % MWST [CHF 163.--])
angemessen. Der Beschwerdegegner ist somit verpflichtet, die
Beschwerdeführerin aussergerichtlich mit CHF 2'279.50 zu entschädigen.