Decision ID: 23e41c80-5988-4531-81e9-68256fef1391
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1970
,
arbeitete seit 1987 als
Elektromonteurl
ehrling bei
der
Y._.
In dieser Eigenschaft war er bei der Suva gegen die Folgen von Unfäl
len versichert (
Urk.
7/1 S. 20). Am 2
4.
Juni 1990 erlitt er bei einem Verkehrsunfall
unter anderem
Verletzungen der linken Hand (
Urk.
7/1 S. 20
,
Urk.
7/24 S. 1
).
Die Suva erbrachte Versicherungsleistungen, welche
sie
in der Folge formlos ein
stell
te,
weil
der Versicherte ab
3.
September 1990 wieder voll arbeitsfähig war (
Urk.
7/1 S. 22;
Urk.
6 S. 2).
Er schloss die Lehre als Elektro
mon
teur im April 1991 ab (
Urk.
8/54) und arbeitete von 1997 bis 2005 als
Selbstän
digerwerbender
(vgl.
Urk.
8/369). Im Jahre 1998 stürzte
X._
auf die rechte dominante Hand und erlitt eine
Scaphoidfraktur
, was Ende 2005 zu belas
tungsabhängigen Schmerzen im rechten Handgelenk führte, weshalb er sich in handchirurgische Behandlung begab (vgl.
Urk.
7/2 S. 18f.). Am 2
7.
November 2005 (
Urk.
7/2 S. 27) meldete
X._
einen Rückfall zum Unfall vom 2
4.
Juni 1990 (linke Hand). Da der Versicherte zur Zeit des Sturzes auf die behandelte rechte Hand nicht Suva-versichert gewesen war, lehnte diese ihre Leistungspflicht gestützt auf ihre Abklärungen mit Schreiben vom 1
2.
April 2006 ab (
Urk.
7/2 S. 13-14).
1.2
X._
meldete sich am 30. November 2005 bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wegen einer physischen und psychischen Erkrankung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/366-372).
Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten berufliche Massnahmen
. Zunächst für den Erwerb des Handels
dip
loms VSH (
Urk.
8/181) und danach bis zum Abschluss der Ausbildung zum
Ver
kaufsfachmann
Verkaufsrichtung Innendienst
mit eidgenössischem Fach
aus
weis
(
Urk.
8/55
; vgl.
Urk.
8/125
).
Daraufhin schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen
am 2
7.
August 2012
ab,
mit der Begründung
,
der Versicherte
sei
in der Lage, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (
Urk.
8/123).
1.
3
Am
22
.
September 2016
(Eingangsdatum)
machte
X._
bei der Suva einen Rückfall
be
züglich der linken Hand
geltend (
Urk.
7/5).
Alsdann beantragte er am 2
7.
Januar 2017 die Ausrichtung einer Teilrente für den
«Kunstfehler»
an der linken Hand (
Urk.
7/18 S. 2).
Kreisarzt Prof.
Dr.
med. Z._
, Orthopä
di
sche Chirurgie, hielt gestützt auf die Aktenlage, einschliesslich der beigezo
genen Akten der Invalidenversicherung (
Urk.
8/1-372),
am 22./2
3.
Juni 2017
fest, dass hinsicht
lich der linken Hand der medi
zinische Endzustand erreicht
und von einer un
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
für Büroarbeiten auszugehen sei. Zudem hielt er fest, dass kein entschädigungspflichtiger Integritätsschaden vorliege
n würde
(Urk. 7/50)
.
Die Suva
wies ihre Leistungspflicht
mit Schreiben vom 3. Juli 2017
ab
(
Urk.
7/51)
. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass
für die
Tätigkeit
als eidgenössischer
Verkaufsfachmann
e
ine
unein
ge
schränkte volle Arbeitsfähigkeit bestehe, weshalb kein Anspruch auf eine
Invalidenrente der Unfallver
sicherung bestehe (
Urk.
7/51 S. 1). Ein Anspruch auf eine Integritätsent
schädi
gung bestehe ebenfalls nicht, weil gemäss der Beur
tei
lung
ihre
s
Kreisarztes keine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität vorliege
n würde
(
Urk.
7/51 S.
2). Nach
dem
der Versicherte am 2
1.
Juli 2017 eine
einsprachefähige
Verfügung verlangt hatte
(
Urk.
7/52 S. 1), hielt die Suva ihre Leistungsablehnung am
8.
August 2017 verfügungsweise fest (
Urk.
7/56). Die dagegen vom Versicher
ten am 2
5.
August 2017 erhobene Einsprache
(
Urk.
7/57
S. 1
), w
ies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
2
.
Mai
201
8
ab
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 3
1.
Mai 2018
Beschwerde und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente
oder
eine Inte
gritätsentschädigung auszurichten (
Urk.
1 S. 1).
In verfahrensrechtlicher Hin
sicht ersuchte er u
m Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters (
Urk.
1 S. 4).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Juli 2018 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage der Suva-Akten [
Urk.
7/1-68
] sowie der IV-Akten [
Urk.
8/1-372]),
was dem Beschwerdeführer am 1
1.
Juli 2018 zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente und/oder eine Integritätsentschädigung hat.
1.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
2. Mai
201
8
führte die Beschwerde
gegnerin
im Wesentlichen
aus, Kreisarzt Prof.
Dr.
Z._
habe
am 2
3.
Juni
2017 festgehalten, dass der medizinische Endzustand erreicht sei und dass nach Kennt
nis der medizinischen Befundberichte von einer unein
geschränkten Arbeitsfähig
keit
für Bürotätigkeiten aus
zu
gehen sei
(Urk. 2 S. 5)
. Die Beurteilung des Kreis
arztes betreffend die Beschwer
den des Beschwerde
führers an der linken Han
d
sei in Kenntnis sämtlicher relevanter
Vorakten
sowie bildgebende
r
Befunde erfo
lgt (Urk. 2 S. 5-7). Diese Beurteilung sei einleuchtend. Der Beschwerdeführer sei umfassend abgeklärt worden und die Akten seien lückenlos und schlüssig. Die vom Beschwerdeführer dagegen vorgebrachten Ein
wendungen würden daran nichts ändern. Namentlich sei die von
Dr. med. A._
, Rheumatologie FMH,
angeführte
Arbeitsunfähigkeit
von mindestens 70
%
mit über
wiegen
der
Wahrscheinlichkeit auf die nicht unfall
kausalen Beschwerden des Beschwerde
führers an der Wirbelsäule sowie der rech
ten Hand zurückzuführen. Dies sei dem Bericht von
Dr. med. B._
, Facharzt für Handchirurgie und Ortho
pädische Chirurgie FMH,
vom
8.
März 2017 zu entnehmen. Ferner seien auch die psychischen Beschwerden des Beschwerde
führers (Persönlichkeits
stö
rung/Such
t-
erkrankung) mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit als unfallfremd zu erachten
. Für die vom Beschwerdeführer vor
gebrachte Vermutung, wonach diese zumindest teilweise auch auf den Unfall im Jahr 1990 zurückzuführen sein könn
ten, würden sich in den Akten keinerlei An
haltspunkte finden lassen. Vielmehr sei gestützt auf die aktenkundigen ärztlichen Berichte mit über
wiegen
der Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen, dass diese psychischen Beschwerden bereits in der Jugend bestanden haben
(Urk. 2 S.
7).
Sodann habe Prof.
Dr.
Z._
mit einer überzeugenden Begründung das Vorliegen eines Integritätsschadens verneint (
Urk.
1 S. 9).
1.3
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber
im Wesentlichen
vor, die
Dres
. med.
C._
und
A._
hätten bestätigt,
dass die Mittelhandknochen Ring- und Kleinfinger
links
falsch zusammengewachsen seien. Es
bestünden
eine grosse Fehl
stel
lung und ver
kürzte Sehnen.
Dr.
C._
habe ihm erklärt, dass die einzige Opera
tion die ihm helfen könne, eine Amputation der Mittelhandknochen (Ver
kürzung der Hand) sei. Dies möchte er
aber,
wenn möglich
,
vermeiden.
Die Fehl
stellung der linken Hand
und die eingeschränkte Rotation
würde
n
ihm die Arbeit als Verkaufs
fach
mann oder Sachbearbeiter
im Büro
verunmöglichen, da er das 10-Finger-Tastaturschreiben nicht beherrsche
(
Urk.
1 S. 2,
S.
4
-5
)
. Zudem würde
er
des Öfteren an Schmerzen leiden
,
vor allem bei wechselndem Wetter und im Winter. Es bestehe auch schon eine Arthrose
(
Urk.
1 S. 2)
.
Vom
Bezirksarzt
sei ihm ein
e
70%ige Arbeitsunfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit
attestiert wor
den. Zudem sei laut diesem Arzt auf dem ersten Arbeitsmarkt
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in psychischer Hinsicht
gegeben
. Womöglich habe
seine
psy
chische Krankheit auch mit dem Autounfall vom
2
4.
Juni 1990
zu tun, da der Fahrer des Autos vor seinen Augen gestorben sei, als er ihn habe retten wollen
.
Eine Opferberatung oder psychologische Betreuung sei ihm nie angeboten wor
den. Er habe ca. im Jahr 1987 schon einmal fast dasselbe erlebt, aber sein guter Kollege habe den
Sturz mit seinem Motorrad nach dreimonatigem Koma zum Glück überlebt.
Es komme hinzu, dass er
seit 1990 das ständige Abstreiten des Kunstfehlers
an
der linken
Hand
und ab 1999
bis 2005 dasselbe bezüglich
der rechten Hand
habe
ertragen müssen.
Darüber hinaus bestünden
noch die ihn belastende
n
Schwierigkeiten mit dem Sozialamt und den Versicherungen (
Urk.
1 S.
2).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
4.
Juni 1990
(
Urk.
7/1 S. 20)
ereignet, weshalb
grundsätzlich die zu diesem Zeitpunkt
gültig gewesenen Normen auf den vor
liegen
den Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert wer
den.
2
.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll od
er teilweise arbeitsunfähig
, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
in der ab
1.
Juli 2001 geltenden Fassung; zur
Anwendbarkeit auf den vorliegend zu beurteilenden Fall vgl. BGE 131 V 84
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlos
sen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeld
-
leis
tungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erheblich
e
Schädigung der körperlichen
oder
geistigen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene Integritäts
ent
s
chädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG
, in der bis Ende 2003 gültig gewesenen Fassung). Seit
1.
Januar 2004 umfasst diese Gesetzesbestimmung auch die psychische Integrität. Praxisgemäss kommt neues Recht ausnahmsweise dann zur Anwendung (vgl. E. 2.1), wenn ausser dem Unfall sämtliche anspruchsrelevanten Tatsachen nach Inkrafttreten des UVG beziehungsweise der neuen Gesetzesbestimmung eingetreten sind (vgl. Urteil U 123/06 des Bundesgerichts vom 2
3.
November 2006 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.3
2.3.1
Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger schriftlich Verfügungen zu erlassen (
Art.
49
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Im gleichen Sinn bestimmte
Art.
99
Abs.
1 UVG in der bis Ende 2002 gültig gewesenen Fassung, der Versicherer habe über erhebliche Leistungen und Forderungen und über sol
che, mit denen der Betroffene nicht einverstanden ist, schriftliche Verfügungen zu erlassen. Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter
Art.
49
Abs.
1 ATSG fallen, können in einem formlosen Verfahren behandelt werden (
Art.
51
Abs.
1 ATSG). Die betroffene Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen (
Art.
51
Abs.
2 ATSG). Der bereits vor dem Inkrafttreten des ATSG gül
tig gewesene, unverändert gebliebene
Art.
124
UVV
hält in
lit
. b fest, eine schrift
liche Verfügung sei unter anderem zu erlassen über die Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen. Mit dem Inkrafttreten des ATSG hat sich in diesem Punkt gegenüber der Rechtslage nach
Art.
99
Abs.
1 UVG (in der bis Ende 2002 gültig gewesenen Fassung) nichts geändert (vgl. BGE 132 V 412 E. 4 S. 417). Hat der Versicherer die (ganze oder teilweise) Verweigerung von - vorübergehenden (Heilbehandlung, Taggeld) und/oder dauerhaften (Invalidenrente, Integritäts
ent
schädigung) - Leistungen zu Unrecht nicht in Verfügungsform, sondern formlos mitgeteilt und ist die betroffene Person damit nicht einverstanden, hat sie grund
sätzlich innerhalb eines Jahres zu intervenieren.
Diesfalls
hat der Versicherer
eine Verfügung zu erlassen, gegen welche Einsprache erhoben werden kann. Ohne fristgerechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksam
keit, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von
Art.
51
Abs.
1 ATSG ergangen wäre (BGE 134 V 145; 132 V 412; Urteile des Bundesgerichts 8C_465/2011 vom
7.
September 2011 E. 3.1, 8C_506/2008 vom
5.
März 2009 E. 2.1).
2.3.2
Nach unwidersprochen gebliebenem Vorbringen der Beschwerdegegnerin wurden die für den Unfall vom 2
4.
Juni 1990 erbrachten Versicherungsleistungen in Form von Heilkosten und Taggeldern formlos eingestellt, als der Beschwerdeführer im September 1990 die volle Arbeitsfähigkeit erlangte. Es liegen keine Anhalts
punkte vor, dass der Beschwerdeführer dagegen interveniert hätte, noch wird sol
ches geltend gemacht. Bis zur
Rückfallsmeldung
vom 2
7.
November 2005 (
Urk.
7/2 S. 27) liegt eine Zeitspanne von mehr als 15 Jahren. Auch auf das auf die
Rückfallsmeldung
vom 2
7.
November 2005 erfolgte abschlägige Schreiben vom 1
2.
April 2006 (
Urk.
7/2 S. 13-14) reagierte der Beschwerdeführer nicht. Damit erlangte die Einstellung von Versicherungsleistungen, ohne
Zusprache
von Dauerleistungen (Rente oder Integritätsentschädigung), materielle Rechtskraft.
2
.
4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11
der
Verordnung über die Unfallversicherung
,
UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeits
unfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
Bei Rückfällen und Spätfolgen handelt es sich um besondere revisionsrechtliche Tatbestände. Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bei Rückfällen und Spätfolgen ist anzunehmen, wenn Erheblichkeit und Dauerhaftigkeit des Integri
tätsschadens bei Festsetzung der Invalidenrente oder Abschluss der ärztlichen Behandlung nicht erkennbar waren (BGE 127 V 456).
2.5
2
.5
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2
.
5
.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (
BGE
115 V 133
E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
-
aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf
-
folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (
BGE
115
V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
;
SVR
1999
UV
Nr. 10 E. 2).
2
.6
2
.6
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2
.6
.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit
schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
3.1
Bei der Röntgenuntersuchung der linken Hand des Beschwerdeführers während der
Hospitalisation
im
D._
vom 25. bis 28. Juni 1990
fand
sich eine nach dorsal und
ulnar
mässig verschobene Basisfraktur am Metacarpale V und adaptierte
Metacarpaleköpfchenschrägfissur
V, eine adaptierte Schrägfraktur des
Metacarpaleköpfchens
V sowie eine Weichteilschwellung des
Hypotenars
(Urk. 7/1 S. 11).
Die Verletzungen wurden mit einer Vordera
r
mgipsschiene behandelt (Urk. 7/1 S.
11).
3.2
Dr.
B._
hielt in seinen Bericht vom 2
8.
Juni 2006 fest, dass bei der linken Hand des Beschwerde
führers nach dem Autounfall im Jahr 1990 eine int
ra
arti
kuläre Basis
fraktur mit Verkürzung des Metacarpale V von gut 5 mm vor
liegen würde.
Der Faustschluss sei vollständig möglich, die Langfingerextension gelinge frei, es bestehe auch keine Rotationsfehlstellung. Dagegen sei die Beweg
lichkeit in den
carpo
-metacarpalen Gelenken IV und V im Vergleich zur Gegen
seite um gut 50 % eingeschränkt.
Der Beschwerde
führer sei weitgehend beschwerdefrei und lediglich durch die dorsale Buckelbildung gestört (
Urk.
7/2
S.
4). Eine operative Entfernung kom
me für ihn vorderhand nicht in Frage. Er (
Dr.
B._
) empfehle keine weiteren therapeutischen Massnahmen. Mit dem Beschwerdeführer sei der Behandlungs
abschluss verein
bart worden (
Urk.
7/2
S.
5).
3.3
3.3.1
In seinem Bericht vom
5.
Oktober 2016 hielt
Dr.
med.
C._
,
Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie FMH, fest, dass eine
Exostose
am linken Metacarpale V bei Status nach Fraktur mit Dislokation und ausgeprägter CMC-V Arthrose bestehe. Seitens der Pseudoarthrose sowie der CMC-V Arthrose sei operativ eher Zurückhaltung angebracht (
Urk.
7/6).
3.3.2
Dr.
A._
führte
in seinem Bericht vom
2.
Dezember 2016
aus
, dass aufgrund von Unfallereignissen an beiden Händen Einschränkungen bei manuellen Arbei
ten mit
Krafteinsatz wie auch bei repetiti
ven Arbeiten
bestünden
. Ebenso sei dem Beschwer
de
führer das Schreiben im
Zehnfingersystem nicht möglich (
Urk.
7/18 S.
5).
3.3.3
Dem Bericht von
Dr. B._
vom
8.
März 2017
ist zu entnehmen, dass sich im Bereich der linken Hand eine deutliche Vorwölbung im Bereich der Metakarpale-IV und V-Basis finde. Dies sei nur ganz minim
druckdolent
. Der Faustschluss sei vollständig möglich. Im Bereich der linken Hand finde sich eine deutliche Defor
mierung der Basis Metakarpale-IV und V mit deutlicher Verkürzung insbesondere des
5.
Strahles. Das Handgelenk, wie auch
midkarpal
,
sei ansonsten unauffällig. Die Langfingergelenke seien unauffällig. Im Bereich des Endgelenks D IV rechts bestehe eine deutliche Gelenkspaltverschmälerung (Streckdefizit bei Sehnen
ab
riss). Es finde sich ein Status nach verheilter Basisfraktur Metakarpale-IV und V. Hier seien die Beschwerden eher nur
geringgradig
ausgeprägt
, weshalb von ope
rativen Massnahmen eher Abstand zu nehmen sei
(
Urk.
7
/
3
2
S. 2
)
.
4.
4.1
4.1.1
Z
u prüfen
ist zunächst
, ob der Beschwerdeführer aufgrund eines Rückfalls be
züg
lich seiner beim Unfall vom 2
4.
Juni 1990 verletzen
linken
Hand Anspruch auf eine Invalidenrente
der Beschwerdegegnerin
hat.
Andere
gesundheitliche Leiden
des Beschwerdeführers, welche nicht auf den Unfall vom 2
4.
Juni 1990 zurück
zuführen sind,
sind nicht zu berücksichtigen, weil dies
bezüglich keine Ver
siche
rungsdeckung durch die Beschwerdegegnerin besteht.
Aus den vom Beschwerdeführer aufgelegten Berichten ergibt sich sodann nicht, dass sich der Gesundheitszustand seiner linken Hand seit dem Unfall vom 24. Juni 1990 in somatischer Hinsicht verändert hat. Weil es sich beim Rückfall und den Spätfolgen um revisionsrechtliche Tatbestände handelt (E. 2.4), wäre für eine allfällige Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aber vorausgesetzt, dass es hinsichtlich der linken Hand seit dem Unfall vom 24. Juni 1990 zu einer wesentlichen Verschlechterung gekommen ist. Eine solche Veränderung ist nicht aktenkundig.
In seinem Schreiben vom
2.
Dezember 2016 hielt
der Rheumatologe Dr.
A._
fest, dass eine mindestens 70%ige Arbeitsunfähigkeit für körperlich mittelschwere oder schwere Tätigkeiten, für Arbeiten in Zwangs
haltungen oder stereotypen Hal
tun
gen, für Arbeiten mit notwendiger vor
geneigter Rumpfhaltung oder vorge
neigter
Kopfhaltung, für manuelle repetitive Arbeiten oder manuelle Arbeiten mit Kraft
einsatz wie auch
notwendiges Beherrschen des
Zehn
finger
systems
bestehe
(Urk. 7/18 S.
5).
A
us
diesem Schreiben
ergibt sich, dass Dr.
A._
bei seiner Beurteilung
auch auf die Beschwerden des Beschwerde
führers an der rechten Hand und der W
irbelsäule Bezug genommen hat.
Für diese Gesundheitsstörungen ist die Beschwerdegegnerin aber nicht leistungspflichtig, weil sie als Unfall
ver
si
cherung nur für
gesundheitliche Einsch
ränkungen
eine Leistungspflicht tritt, wel
che auf ein bei ihr versichertes Unfall
ereignis zurück
zuführen sind. Dies ist bezüglich der Beschwerden des Beschwer
deführers an der rechten Hand und an der Wirbelsäule nicht der Fall (Urk. 7/2 S. 15-1
7
,
Urk.
7/50 S. 1)
.
Auf die Beur
teilung von
Dr.
A._
kann daher bereits aus diesem Grund nicht abgestellt werden.
Zu berücksichtigen ist sodann, dass
der Handchirurg Dr.
B._
i
n sei
nem Bericht vom 8. März 2017
von
nur
geringgradig
ausgeprägt
en
Beschwerden an der linken Hand
sprach
und (jedenfalls zurzeit) keine Therapiemassnahmen im Hinblick auf eine wesentliche Verbesserung vorschlagen konnte (
Urk.
7/32 S. 2). Eine wesentliche Verschlechterung der Situation an der linken Hand ergibt sich hieraus jedenfalls nicht
(Urk. 7/32 S.
2).
4.1.2
Der Beschwerdeführer hält dafür, dass
die von ihm geltenden gemachten
Beschwerden
an der linken Hand
erhebliche Aus
wirkungen auf seine Erwerbs
fä
higkeit haben. Er
führt seine Unfähigkeit
,
auf einer Tastatur im Zehn
finger
system zu schreiben
,
auf seine beim Unfall vom 2
4.
Januar 1990 erlittenen Ver
letzungen an der linken Hand zurück. Aufgrund dieser körperlichen Einschrän
kung sei
es ihm nicht möglich,
Büro
a
rbeiten
zu verrichten
.
So habe es sich beispielsweise b
ei den Integrations
programmen des RAV gezeigt, dass er nicht im Büro eingesetzt werden könne, weil er das Zehnfingersystem nicht beherrsche (
Urk.
1 S. 2). Die IV habe ihn
zwar
für einen «Büro Job» umgeschult. Leider habe
sie
vorgängig
aber
kein KV-Attest dur
chführen lassen
.
Erst w
ährend der Handels
schule
hätten sich dann seine Einschränkungen gezeigt
, indem
er
die Prüfung «KV-Attest Tas
taturschreiben» dreimal nicht bestanden
habe
(
Urk.
1 S.
2).
Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass d
ie geltend gemachte Leistungsein
schränkung
auf eine seit dem
Fallabschluss
eingetretene Veränderung zurück
zu
führen
ist
, so
wäre
eine nunmehr bestehende Einschränkung der Erwerbsfähigkeit von 10 %
nicht
ausgewiesen:
Der Mindestlohn 2017 eines Elek
t
ro
monteurs beträgt
-
wie die Beschwerdegegnerin zutreffend festhält
-
maximal (d. h. nach 5-jähriger Berufserfahrung)
Fr.
65'000.-- (
Fr.
5'000.-- x 13; vgl. GAV ab
1.
Januar 2017 des Schweizerischen Elektro- und Telekommunikations-Installa
tionsgewerbes). Als
technischer Sach
bearbeiter beziehungsweise Verkaufsfach
mann könn
t
e der
Beschwerdeführer
mehr verdienen als in seinem an
gestammten Beruf als Elektro
monteur.
G
emäss Arbeitsvertrag vom
8.
Juli 2009
mit
der
E._
wurde der Beschwerdeführer
per
3.
August 2009 als Mitarbeiter Verkauf ID angestellt. Zu den Aufgaben des Beschwerdeführers gehörten im Wesentlichen die Bearbei
tung von Bestellungen und Offerten, das Beraten von Kunden am Telefon, der Einkauf und das Disponieren der Handels
waren sowie das Verwalten der Auftragsbetätigungen. Die
E._
richtete dem Beschwerde
führer gemäss diesem Vertrag anfänglich einen Lohn von
Fr.
5'800.-- pro Monat (x 13) aus (
Urk.
8/146). Im Jahr 2011 betrug der Jahres
lohn gemäss dem Vor
sorge
ausweis
Fr.
78'000.-- (
Urk.
8/88). In der Folge kün
digte der Beschwerde
füh
rer dieses Arbeitsverhältnis per 3
1.
Juli 2012 (
Urk.
8/51). Dem Arbeitszeugnis
der
E._
ist unter anderem zu ent
nehmen, dass der Beschwerde
führer sich durch seine selbständige und genaue Arbeitsweise aus
gezeichnet hat (
Urk.
8/51). Der Beschwerdeführer hat dieses Arbeitsverhältnis
nach eigenen Angaben
nicht wegen
Beschwerden mit der linken Hand, sondern deswegen gekündigt, weil die
E._
ihren Standort wechselte und er am neuen Standort einen Arbeits
weg von zwei Stunden pro Arbeitsweg gehabt hätte (Urk. 8/51).
Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer trotz der als Folgen des Unfalls vom 24. Juni 1990 bestehenden Veränderungen seiner linken Hand ein rentenausschliessendes Ein
kommen erzielen könnte. Dies gilt umso mehr, wenn berücksichtigt wird, dass
er
nunmehr über einen entsprechenden Berufsabschluss verfügt, da e
r am 10.
Juli 2012 die Ausbildung zum Verkaufsfachmann Vertie
fungsrichtung Innen
dienst mit eidgenössischem Fachausweis ab
ge
schlossen hat (
Urk.
8/55).
Im Übrigen
können
auf einer Computertastatur die in einem Bürobe
trieb bestehenden Anforderungen an das Tastaturschreiben
auch mit einer ande
ren Schreibweise ohne Lohnei
n
busse
erfüllt werden.
Damit hätte
der Beschwerdeführer mangels arbeits- beziehungsweise erwerbs
re
le
vanten Behinde
rungen an der linken Hand keinen Anspruch auf eine Invali
denrente der Beschwerdegegnerin, selbst wenn von einer Veränderung seit dem Fallabschluss im Jahr 1990 ausgegangen würde.
4.
2
Zu den vom Beschwerdeführer geltend gemachten psychischen Beschwerden ist
sodann
folgendes festzuhalten:
Die Ärzte der
F._
stellten in ihrem Arztbericht
zuhanden der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
4.
Februar 2006 (
Urk.
8/327-329)
folgende
Diag
nosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
:
A
kzentuierte Persönlich
keits
züge mit ängstlich-vermeidenden,
schizoi
den und dissozialen
Anteilen (ICD-10: Z
73.1; bestehend seit der Jugend
, Störung durch Opioide, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F11.20; seit 1991), Störung durch Kokain, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F14.20; seit 1989), Störung durch
Can
nabinoide
, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F12.20; seit 1987)
sowie
Dysthymie
(ICD-10: F34.1; seit der Jugend). Auf den Unfall
vom 2
4.
Juni 1990
nahmen die Fachärzte in diesem Bericht keinen Bezug.
Die Ärzte der
F._
haben dem Beschwerdeführer im erwähnten Bericht aus psychia
tri
scher Sicht
zudem
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/327).
Der Beschwerdeführer verweist
in diesem Zusammenhang
auf den Bericht des Bezirksarztes des Bezirkes
G._
vom 1
2.
Mai 2017 (
Urk.
1 S. 2).
Dr.
med. H._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, hielt darin fest, dass
«
unter Berücksichtigung
der psy
chiatrischen Vor
geschichte» eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (Urk. 7/57 S. 11).
D
er Beschwerdeführer
kann
aus diesem Bericht hinsichtlich der Unfallkausalität seiner psychischen Beschwerden nichts zu seinen Gunsten ablei
ten.
A
uch
Dr.
H._
führte aus, dass die
psychische Erkrankung des Beschwer
deführers -
Dr.
H._
sprach von einer Persönlichkeitsstörung und einer Suchterkrankung - in der Jugend des Beschwerdeführers begonnen hat (Urk. 7/57 S. 12).
Der Beschwerdeführer bringt
vor
, dass der Unfall vom 2
4.
Juni 1990 mit dem Tod seines Kollegen für ihn psychisch sehr belastend gewesen sei
, was nicht in Abrede zu stellen ist
(
Urk.
1).
Aufgrund
des bezüglich Ursachen und Beginn der psychischen Beschwerden des Beschwer
deführers eindeutigen Berichtes der
F._
ist aber mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt, dass
zwischen dem
Unfall vom 2
4.
Juni 19
90 und
den allenfalls die Arbeitsfähigkeit nunmehr ein
schränkenden
psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers
k
ein
rechts
genüglicher
Kausal
zusammenhang (E. 2.3) besteht. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht für die geltend gemachten psy
chischen Beschwerden des Beschwerdeführers daher zu Recht verneint
. Der Beschwerdeführer hat somit kei
nen Anspruch auf eine
R
ente.
4.3
Zu prüfen ist schliesslich, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Integri
täts
entschädigung hat.
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass der «Kunstfehler» beziehungsweise
die
Fehlstellung der linken Hand auf den Unfall vom 24. Juni 1990 zurückzuführen sei
. Er leide somit an einer dauerhaften und erheblichen körper
lichen
Schädigung. Dies könne
den Arztberichten, Röntgen- und MRI-Bilder sowie den Fotos entnommen werden. Deswegen bestünden unter anderem auch Probleme beim Zugreifen beziehungsweise Greifen von Gegenständen, da sein Kleinfinger wegen der Fehlstellung immer unter den Ringfinger rutsche
(Urk.
1
S. 2
)
.
Nach dem Unfall vom
24. Juni 1990 schloss die Beschwerdegegnerin den Fall formlos ab (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.1
sowie E. 2.3.2 vorstehend
). Sie sprach dem Beschwerdeführer
damals keine Integritätsentschädigung für die Fehl
stel
lung der linken Hand zu. Zwar kann ein
Anspruch auf Integritätsentschä
digung auch bei Rückfällen und Spätfolgen
bestehen. Weil es sich hierbei
aber
um besondere revisionsrechtliche Tatbestände handelt, ist
vorliegend
ein Anspruch auf eine Integritätsent
schä
digung
nur gegeben
, wenn die Erheblichkeit und Dauer
haftigkeit des Integritätsschadens bei
m
Fallabschluss im Jahr 1990
nicht erkennbar waren
(
vgl.
BGE 127 V 456 E.
4
). Aufgrund der vorliegenden Arzt
be
richte ist dies nicht mit dem erforder
lichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt.
Aufgrund der vorliegenden Akten bestehen somit keine Anhalts
punkte
dafür
, dass seither eine wesentliche Veränderung eingetre
ten wäre,
welche neu einen
Integritätsschaden von 5 % (vgl.
Ziff.
1 des Anhang 3 der UVV) be
gründete
.
Kreisarzt Prof. Dr.
Z._
verneinte
am 22. Juni 2017 das Vorliegen eines Integritätsschadens
(Urk. 7/50)
. Diese Beurteilung
erfolge
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) und unter Berück
sicht
igung der geklagten Beschwerden
. Die Schlussfolgerung des Kreis
arztes, wonach kein
entschädi
gungspflichtiger
Inte
gritätsschaden vorliegt
, erweis
t
sich ferner auch mit Blick auf die Skala im Anhang 3 zur
UVV
sowie die von der Suva entwickelten Tabellen zur Integritätsentschädigung gemäss UVG (namentlich Tabelle 3) als einleuchtend und angemessen (Urk. 2 S. 9).
Die Beurteilung eines allfälligen Integritäts
scha
dens ist in erster Linie Sache des Mediziners (Urteil des Bundesgerichts U 344/01 vom 11. September 2002 E. 6). Es liegen keine Arzt
berichte vor, welche der Beurteilung von Prof. Dr.
Z._
vom 23. Juni 2017 (Urk. 7/50 S. 2) wider
sprechen würden.
Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin damit einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsent
schädigung zu Recht verneint.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
5.1
In verfahrensrechtlicher Hin
sicht ersuchte
d
er
Beschwerdeführer
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechts
vertreters (
Urk.
1 S.
4).
5.2
Ob die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist, beurteilt sich nach den konkreten objekti
ven und subjektiven Umständen. Praktisch ist im Ein
zelfall zu fragen, ob eine nicht bedürftige Partei unter sonst glei
chen Umstän
den
vernünftigerweise eine Rechts
anwältin oder einen Rechtsanwalt beizie
hen würde, weil sie selber zu wenig rechtskun
dig ist und das Interesse am Prozess
ausgang den Aufwand rechtfertigt (BGE 103 V 46, 98 V 115; vgl. auch BGE 130 I 180 E. 2.2, 128 I 225 E. 2.5.2 mit Hinweisen).
5.3
Mit Eingabe vom 3
1.
Mai 2018 reichte der Beschwerdeführer beim Gericht eine in formeller Hinsicht genügende Beschwerdeschrift ein (
Urk.
1). Nach Erhalt der Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 1
0.
Juli 2018 erachtete das Sozialversicherungsgericht die Durchführung eines formellen zweiten Schriften
wechsels für nicht erforderlich (vgl.
Urk.
9).
Damit war die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters für
das vorliegende Verfahren
nicht notwendig.
Soweit sich
das
Gesuch
des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege
nicht ohnehin als gegenstandslos erweist - Beschwerdeverfahren im Bereich der obligatorischen Unfallversiche
rung sind
in der Regel
kostenlos (Art. 61
lit
. a ATSG) -, ist es
daher
abzuweisen.