Decision ID: 49111830-355d-4a14-b98e-f37b0804abd0
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SRK
Chamber: ZH_SRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. Mit Schreiben vom 16. Mai 2018 meldete eine ausserkantonale Steuerbe-
hörde zuhanden des kantonalen Steueramts vorliegend nicht im Streit liegende über-
höhte bzw. geschäftsmässig nicht begründete Pauschalspesen von Fr. 24'000.- und
ein simuliertes Darlehen von Fr. 444'214.- (Eingang beim kant. Steueramt am 5. Juli
2018) von der in jenem Kanton domizilierten C AG an A (nachfolgend die Pflichtige).
Mit Veranlagungsverfügung bzw. Einschätzungsentscheid vom 15. Februar
2019 nahm die Steuerkommissärin gestützt auf erwähnte Meldung Aufrechnungen von
total Fr. 468'214.- in Form von verdeckten Gewinnausschüttungen vor, wobei
Fr. 444'300.- als Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen eingestuft wurden.
B. Die hiergegen am 5. März 2019 erhobenen Einsprachen, mit welchen die
Pflichtige die einkommens- und vermögensseitigen Aufrechnungen infolge Darlehens-
simulation bestritt, wies das kantonale Steueramt mit Entscheiden vom 4. Juli 2019 ab.
C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 3. August 2019 liess die Pflichtige die von
der Einsprachebehörde bestätigte Darlehenssimulation erneut bestreiten und beantra-
gen, dass die in den Einspracheentscheiden festgesetzten steuerbaren Einkommen
von Fr. 313'600.- auf Fr. 45'200.- (direkte Bundessteuer 2016) bzw. von Fr. 489'900.-
auf Fr. 43'700.- (Staats- und Gemeindesteuern 2016) herabzusetzen seien.
Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 19. August 2019
auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht
vernehmen.
Auf die Parteiausführungen wird – soweit erforderlich – in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
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Die Kammer zieht in Erwägung:
1. a) Nach Art. 20 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 20 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes vom
8. Juni 1997 (StG) sind u.a. Einkünfte aus beweglichem Vermögen steuerbar, wie Divi-
denden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse, Kapitalrückzahlungen für Gratisak-
tien und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art. Zu den letztgenannten Leistun-
gen gehören namentlich auch offene und verdeckte Gewinnausschüttungen sowie
Zuwendungen von Kapitalgesellschaften an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehen-
de Dritte, die einem Aussenstehenden nicht oder zumindest nicht in gleichem Masse
gewährt würden.
Geldwerte Leistungen sind nach der Rechtsprechung immer dann anzuneh-
men, wenn (a) die Gesellschaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält,
(b) der Aktionär bzw. Anteilsinhaber direkt oder indirekt (z.B. über eine ihm naheste-
hende Person oder Unternehmung) einen Vorteil empfängt, der einem Dritten unter
gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern unge-
wöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkenn-
bar war (vgl. BGE 119 Ib 116 E. 2 S. 119 f.; BGE 115 Ib 274 E. 9b S. 279; ASA 69, 202
E. 2; ASA 68, 246 E. 3a; je mit weiteren Hinweisen).
Der Grund solcher Vorteilszuwendungen liegt nicht in der Geschäftstätigkeit
der Gesellschaft, sondern im Beteiligungsverhältnis. Mit der Ausrichtung von geldwer-
ten Vorteilen kommt die Gesellschaft nicht geschäftlichen Verpflichtungen nach, son-
dern verwendet Gewinn im Interesse ihrer Aktionäre (Art. 660 OR; Markus Reich, Ver-
deckte Vorteilszuwendungen zwischen verbundenen Unternehmen, in: ASA 54, 621 f.).
Ob eine Leistung der Gesellschaft an den Inhaber von Beteiligungsrechten
gerade wegen dieser Eigenschaft erfolgt ist und einem Dritten nicht erbracht worden
wäre, bestimmt sich danach, ob die Leistung ungewöhnlich ist und sich mit einem
sachgemässen Geschäftsgebaren nicht vereinbaren lässt, also als geschäftsmässig
nicht begründet erscheint (BGE 113 Ib 23 E. 2c). Anzustellen ist dazu ein Drittver-
gleich. Dabei sind in jedem Einzelfall alle konkreten Umstände des zwischen der Ge-
sellschaft und dem Anteilseigner abgeschlossenen Geschäfts zu berücksichtigen und
es muss davon ausgehend bestimmt werden, ob das Geschäft in gleicher Weise mit
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einer der Gesellschaft nicht verbundenen Person auch abgeschlossen worden wäre
(BGr, 10. November 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 58; ASA 66, 554 und 559).
b) Eine verdeckte Gewinnausschüttung kann nicht nur in einem Wertzufluss
an den Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person liegen, sondern auch in der
Verhinderung eines entsprechenden Wertabflusses. Eine derartige Vorteilszuwendung
wird insbesondere angenommen, wenn eine Gesellschaft den genannten Personen
ohne betrieblichen Grund ein Darlehen gewährt im Bewusstsein, auf eine Rückzahlung
allenfalls dereinst verzichten zu müssen. Unter solchen Umständen erscheint das hin-
gegebene Darlehen als simuliertes, ungültiges Rechtsgeschäft (vgl. Art. 18 Abs. 1 OR).
Als Kriterien, die dafür sprechen, dass ein Dritter das Darlehen nicht gewährt
hätte, fallen u.a. in Betracht: die Höhe der Darlehenssumme im Verhältnis zu den eige-
nen Mitteln des Darlehensnehmers, die Darlehenszinsen werden nicht bezahlt bzw.
zum Kapital geschlagen, die Gewährung des Darlehens steht mit dem statutarischen
Zweck der darlehensgebenden Gesellschaft in keinerlei Zusammenhang, die Verwen-
dung des Darlehens für private Lebenshaltungskosten, die fehlende Bonität des
Schuldners, das Fehlen von Sicherheiten und von Bestimmungen über die Rückzah-
lung des Darlehens, die tatsächlich fehlende Rückzahlung, die laufende Erhöhung der
Schuldsumme, fehlende Dividendenzahlungen, das Fehlen eines schriftlichen Darle-
hensvertrags und ein Klumpenrisiko bei der darlehensgebenden Gesellschaft (vgl. BGr,
30. April 2002 = StE 2002 B 24.4 Nr. 67, E. 3.2.1; BGr, 27. Januar 2003 = ASA 72,
736, E. 2.2; Peter Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, Art. 58 N 114 DBG, je
mit Hinweisen).
Alle vorgenannten Elemente stellen freilich bloss Teile der erforderlichen
Gesamtbetrachtung des Einzelfalls dar und es darf mithin nicht ein Aspekt zum alles
entscheidenden Kriterium erhoben werden (so ausdrücklich: BGr, 23. August 2007,
2C_72/2007, unter Bezugnahme auf einen die Schuldnerbonität zu stark gewichtenden
Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 10. Mai 2006 [SB.2006.00008]).
c) Die gebotene Gesamtbetrachtung hat grundsätzlich aus der Sicht im Zeit-
punkt des Vertragsabschlusses bzw. der Hingabe des Darlehensbetrags zu erfolgen;
spätere Entwicklungen können nur insoweit berücksichtigt werden, als sie zu diesem
Zeitpunkt bereits bekannt oder zumindest absehbar waren (BGr, 3. Februar 1995 =
ASA 64, 641 und 646). Bei der in diesem Sinn anzustellenden Gesamtbetrachtung
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steht im Vordergrund, ob die Gesellschaft einem unbeteiligten Dritten unter den nämli-
chen Bedingungen das zur Diskussion stehende Darlehen ebenfalls gewährt hätte (vgl.
VGr, 22. November 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 60). Ist dies auszuschliessen, ist da-
von auszugehen, die Darlehensgewährung bzw. -erhöhung entspreche nicht einem
betrieblichen Vorgang, sondern sei im Beteiligungsverhältnis zwischen Gesellschaft
und Aktionär begründet.
d) Liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, ist die steuerliche Gewinnkorrektur
bei der leistenden Gesellschaft in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem sich der
Vorgang in ihren Büchern auf den Erfolg der Gesellschaft auswirkt (RB 1976 Nr. 47;
Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Band, 1969,
§ 45 N 86 mit Hinweisen). Das gilt auch dann, wenn sich ein Darlehenskontrakt im Er-
gebnis von Anfang an als simuliert erweist, weil etwa mit der Rückzahlung der Darle-
henssumme aufgrund der gegebenen besonderen Verhältnisse nicht ernsthaft gerech-
net werden kann. Diesfalls hat die gebotene ertragssteuerliche Aufrechnung
bei der leistenden Gesellschaft somit erst im Moment der Verbuchung einer Wertbe-
richtigung auf dem Guthaben zu erfolgen (StRK III, 9. September 1988 = StE 1989
B 24.4 Nr. 17 mit Hinweisen; StRK I, 7. November 1991, I 28/1991). Beim Gesellschaf-
ter wird demgegenüber die verdeckte Gewinnausschüttung grundsätzlich im Zeitpunkt
erfasst, in welchem er mit der Ablieferung des Erhaltenen nicht mehr rechnen muss
(RB 1981 Nr. 50). Dies gilt auch für Darlehen der Gesellschaft an ihren Aktionär
oder diesem nahestehende Personen. Bei von Anbeginn an simulierten Darlehen
fliesst die verdeckte Gewinnausschüttung dementsprechend bereits bei der Darle-
henshingabe zu (StRK I, 27. August 1992 = StE 1993 B 24.4. Nr. 32; ASA 53, 54 und
64 f.). Wird das Darlehen erst im Lauf der Zeit uneinbringlich, weil sich die finanzielle
Lage des nahestehenden Schuldners erst allmählich verschlechtert, ist das Darlehen
beim Borger in dem Zeitpunkt und in dem Umfang als verdeckte Gewinnausschüttung
aufzurechnen, in welchem sich die Uneinbringlichkeit objektiv verwirklicht hat (vgl.
StRK I, 4. Mai 1995, I 87/1994, 17. April 1997, I 65/1996 sowie VGr, 28. August 1996,
SB.95.00043). Möglich ist sodann auch, dass die Simulation erst bei einer Darlehens-
erhöhung zu Tage tritt; diese Konstellation betrifft namentlich Fälle von Kontokor-
rentkrediten der Gesellschafter, welche in quantitativer Hinsicht das Mass der geschäft-
lichen Begründetheit überschreiten (vgl. StRG, 27. Januar 2012, 1 DB.2010.273/
1 ST.2010.373, www.strgzh.ch).
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e) Macht die Steuerbehörde geltend, ein Darlehen sei simuliert, hat sie auf-
grund ihrer Untersuchungen den steuerbegründenden Tatbestand der Simulation auf-
zuzeigen, mithin darzutun, dass eine Leistung der Gesellschaft ganz oder teilweise
nicht geschäftsmässig begründet sein kann (vgl. StRK I, 3. November 1988 = StE 1990
B 24.4. Nr. 25; Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 82). Dabei dürfen die Anforderun-
gen an den Nachweis der Steuerbehörde naturgemäss nicht allzu hoch angesetzt wer-
den. Es genügt vielmehr, dass sie den behaupteten Sachverhalt glaubhaft macht bzw.
dass sich dieser in sachgemässer Würdigung der Verhältnisse als sehr wahrscheinlich
erweist (vgl. StRK I, 16. Dezember 1991, R 148/90). Diesfalls obliegt es alsdann der
steuerpflichtigen Gesellschaft bzw. dem begünstigten Aktionär, die begründete Vermu-
tung zu entkräften und den Gegenbeweis für die geschäftsmässige Begründetheit der
streitigen Leistung zu erbringen (vgl. Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 83 f.). Die
Begünstigungsabsicht des Leistungserbringers darf bei alledem in der Regel ohne be-
sonderen Nachweis der Steuerbehörden vorausgesetzt werden (vgl. VGr,
24. November 1977, ZBl 1978, 265 = ZR 1978 Nr. 59; Reimann/Zuppinger/Schärrer,
§ 45 N 84).
2. a) Die Pflichtige hatte per 31. Dezember 2016 eine Darlehensschuld
von Fr. 444'214.- gegenüber der C AG. Sie ist Alleinaktionärin der Darlehensgeberin
und Mitglied mit Einzelzeichnungsberechtigung. Das Darlehen wurde unbefristet und
ohne Leistung von finanziellen Sicherheiten gewährt. Die Pflichtige gibt an, zur Bestrei-
tung ihres privaten Lebensunterhalts habe sie die notwendigen Mittel (via Erhöhung
ihrer Kontokorrentschuld) von der Darlehensgeberin beziehen müssen.
Gemäss der Steuerkommissärin ist eine baldige Rückzahlung unter Berück-
sichtigung der Einkommens- und Vermögenssituationsverhältnisse der Pflichtigen
unwahrscheinlich. Die Ausführungen der Pflichtigen, wonach eine Übernahme der Dar-
lehensgeberin durch ein Drittunternehmen möglich und damit die baldige Erzielung
eines Erwerbseinkommens in Aussicht stehe, seien theoretischer Natur. Auch im Ver-
kaufsfall liessen sowohl das Lohnniveau als auch das fortgeschrittene Alter der Pflich-
tigen (Jg. 194X) und die Höhe der Darlehensschuld, welche in den vergangenen Jah-
ren stetig stieg und deren aktuellster Wert Fr. 621'557.- (per 31. Dezember 2018)
betrug, eine effektive Rückzahlung des Darlehens als unrealistisch erscheinen. Die
Forderung der Darlehensgeberin gegenüber der Pflichtigen nehme zudem im Vergleich
zu den übrigen Aktiven mittlerweile eine übermächtige Stellung ein. Insgesamt sei er-
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stellt, dass nicht mehr ernsthaft mit der Rückzahlung der Darlehensschuld von der
Pflichtigen an die Darlehensgeberin zu rechnen sei. Einem Dritten wäre unter den ge-
gebenen Voraussetzungen kein Darlehen gewährt worden. Daher sei das der Pflichti-
gen gewährte Aktionärsdarlehen zu Recht als verdeckte Gewinnausschüttung qualifi-
ziert worden.
b) Die Pflichtige bringt vor, dass es trotz beachtlicher Kundenzahlen und nam-
hafter Werbekunden die Betriebsergebnisse der C AG nie zugelassen hätten, sich ei-
nen angemessenen Lohn zu entrichten. Sie sei als Geschäftsführerin und Inhaberin –
nach dem Verbrauch ihres Barvermögens – ab dem Jahr 2011 gezwungen
gewesen, der Gesellschaft Mittel zu entnehmen, um ihren Lebensunterhalt zu bestrei-
ten. Bei einem Lohnbezug von Fr. 140'000.- (inklusive Sozialabgaben) im Jahr hätten
die hohen Betriebsverluste die Existenz des Betriebs und die Arbeitsplätze der fünf
Mitarbeiter (davon zwei Teilzeitstellen) ernsthaft bedroht. Bei einem Konkurs der Dar-
lehensgeberin hätten auch sämtliche freien Mitarbeiter und alle beigezogenen Dienst-
leister ihre Aufträge verloren. Die Pflichtige hätte altersbedingt keine Anstellung gefun-
den, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie sei seit Herbst 2011 pensioniert und
erhalte ausschliesslich eine AHV-Rente von monatlich Fr. 1'741.- sowie eine Leibrente
von Fr. 1'292.- (total Fr. 3'033.-). Per 31. Dezember 2016 habe sie lediglich über ein
Vermögen von Fr. 11'535.- in Form von Bankguthaben verfügt. Die Kontokorrentschuld
sei kontinuierlich von Fr. 6'403.- (Ende 2011) auf Fr. 444'214.- (Ende 2016) angewach-
sen, also durchschnittlich um Fr. 74'000.- pro Jahr. Es verstosse gegen das Prinzip der
Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, wenn die von 2011 bis 2016
angehäuften Kontokorrent-Bezüge gesamthaft in einem Jahr besteuert würden (Pro-
gressionsnachteil).
3. a) Das vorliegende Darlehen der C AG an die Pflichtige erfüllt sämtliche
Kriterien, welche für ein simuliertes Darlehen sprechen (vgl. E. 1b): Die Pflichtige er-
klärt, mangels Barvermögen ab dem Jahr 2011 zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts
Mittel aus der C AG bezogen zu haben. Sie räumt auch ein, dass sich aus den Akten
ergebe, dass sie zurzeit nicht in der Lage sei, das Darlehen, welches per Ende 2016
Fr. 444'214.- betrug und bis Ende 2018 weiter auf Fr. 621'557.- anstieg, zurückzuzah-
len. Das Darlehen ist unbefristet, es wurden keine finanziellen Sicherheiten geleistet
und die Darlehenssumme hat sich laufend um durchschnittlich Fr. 74'000.- jährlich er-
höht. An die Pflichtige wurden keine Dividenden der C AG ausbezahlt, es fehlt ein
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schriftlicher Darlehensvertrag, das Darlehen wurde nicht verzinst und bei der Darle-
hensgeberin besteht mittlerweile ein grosses Klumpenrisiko (53% aller Aktiven Ende
2017 bzw. 61% aller Aktiven Ende 2018). Daraus schliesst die Pflichtige selbst, dass
das Darlehen in der vorliegenden Höhe keinem unabhängigen Dritten eingeräumt wor-
den wäre.
b) Was die Pflichtige gegen die Qualifizierung als simuliertes Darlehen ein-
wendet, ist nicht stichhaltig: Zwar wurde die Kontokorrentschuld von der Darlehensge-
berin bis Ende 2016 weder wertberichtigt noch abgeschrieben. Massgeblich sind indes
die nach den zwingenden Vorschriften des Handelsrechts zu führenden Bücher. Steu-
errechtlich wird der wirtschaftliche Sachverhalt mithin so beurteilt, wie er nach den Vor-
schriften des Handelsrechts in den Geschäftsbüchern dargestellt werden muss und
nicht so, wie er in einer konkreten Bilanz allenfalls pflichtwidrig dargestellt worden ist
(Brülisauer/Mühlemann, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerecht, Bundesge-
setz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 58 N 12 DBG). Das Massgeblich-
keitsprinzip hindert die Steuerbehörden nicht, einen Vorgang abweichend von der Jah-
resrechnung als erfolgswirksam einzustufen und der steuerpflichtigen Person einen
Gewinn aufzurechnen (BGr, 3. Juli 2018, 2C_322/2017, E. 4.2.1).
Weiter hat die Pflichtige faktisch auch nicht unentgeltlich für die C AG gearbei-
tet, sondern ihr im Schnitt jährlich Fr. 74'000.- entnommen. Es kann nun aber nicht im
Interesse der C AG sein, einen Grossteil ihr Aktiven in der Form einer stetig anwach-
senden Darlehensschuld gegenüber ihrer Alleinaktionärin zu haben (vgl. E. 3a).
Auch die Einschätzung der Steuerkommissärin, dass selbst bei Verkauf der C
AG und Erzielung eines Erwerbseinkommens durch die nunmehr über 70-jährige
Pflichtige eine effektive Rückzahlung des Darlehens als unrealistisch erscheint, ist
nicht willkürlich. Daher kann dahingestellt bleiben, wie realistisch eine Übernahme der
Darlehensschuld durch den Verkauf der C AG wirklich ist. Anzumerken ist diesbezüg-
lich indes, dass die Pflichtige es selbst als schwierig bezeichnet, einen Käufer für ein
Unternehmen in ihrer Branche zu finden und sie in ihrem Wertschriften- und Gutha-
benverzeichnis 2016 (wie auch 2015) die 1'000 Namensaktien ihres Unternehmens
denn auch lediglich mit einem symbolischen Vermögenssteuerwert von Fr. 1.- dekla-
riert hat.
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4. a) Zu klären ist damit noch, ab wann dieses Darlehen als simuliert zu gelten
hat, wodurch sich auch der Zeitpunkt bestimmt, in dem der Zufluss einer geldwerten
Leistung beim Inhaber der Beteiligungsrechte anzunehmen ist. Eine Meldung seitens
der ausserkantonalen Veranlagungsbehörde für juristische Personen als simuliertes
Darlehen in der Höhe von Fr. 444'214.- erfolgte erst für die Steuerperiode 2016, wäh-
rend in der Steuerperiode 2015 noch ein Darlehen/Kontokorrent von der C AG an die
Pflichtige in der Höhe von Fr. 299'251.- angenommen wurde. Mithin hat in der Steuer-
periode 2016 eine Erhöhung des Darlehens um 48.4% stattgefunden und dieses war
nun auch in absoluten Zahlen definitiv in einer Grössenordnung, welche die Annahme
eines simulierten Darlehens nahelegte. Fraglich ist zwar, ob man schon bei den eben-
falls nicht unbeachtlichen Geldbezügen in den Steuerperioden 2013-2015 zum selben
Schluss hätte gelangen sollen. Indes hat sich die Pflichtige als einziges Verwaltungs-
ratsmitglied der C AG nicht mittels Einsprache gegen die Aufrechnung des Darlehens
in der Steuerperiode 2016 durch die ausserkantonalen Steuerbehörden gewehrt (vgl.
Prot. S. 3). Es ist wohl davon auszugehen, dass sie den Zeitpunkt des steuerlichen
Zugriffs auf dieses Einkommen möglichst lange hinausschieben bzw. gar gänzlich
vermeiden wollte. Es verstösst somit gegen den ‒ auch für Private im Verhältnis zu
staatlichen Behörden beachtlichen (vgl. Art. 5 Abs. 3 BV) ‒ Grundsatz von Treu und
Glauben, wenn die Pflichtige nun sinngemäss rügt, der steuerliche Zugriff hätte früher
erfolgen sollen (vgl. BGr, 23. Dezember 2008, 2C_461/2008, E. 3.2).
b) Es ist nicht willkürlich, wenn das kantonale Steueramt ihren Selbstdeklara-
tionen bis und mit Steuerperiode 2015 noch entsprach, um nun den Zufluss der
geldwerten Leistung – wie die ausserkantonalen Steuerbehörden – in der Steuerperio-
de 2016 anzunehmen und diesen auf Fr. 444'214.- zu beziffern. Eine solche Würdi-
gung durch die Steuerbehörden verstösst auch nicht gegen einkommenssteuerrechtli-
che Besteuerungsprinzipien wie das Realisations- oder das implizit durch die Pflichtige
vorgebrachte Periodizitätsprinzip (vgl. BGr, 23. Dezember 2008, 2C_461/2008, E. 3.3).
Keine Rolle spielt auch, ob bei der verdeckten Gewinnausschüttung allenfalls noch
alternative Motive existierten neben demjenigen der Steuervermeidung, wenn letztere
wie vorliegend als über mehrere Jahre vorteilhafte Steuerfolge durch die Pflichtige
zweifellos in Kauf genommen wurde.
c) Den Progressionsnachteil hätte die Pflichtige im Übrigen durch eine perio-
dengerechte Lohnauszahlung oder Dividendenausschüttung in der Höhe der jeweils
vorgenommenen jährlich variierenden Geldbezüge vermeiden können. Zudem profitiert
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sie bei der hier angenommenen Qualifikation als verdeckte Gewinnausschüttung im-
merhin davon, dass diese als Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen im Gegensatz
zum Lohneinkommen zu lediglich 60% (Bundessteuern, Art. 20 Abs. 1bis DBG) bzw.
50% (Staats- und Gemeindesteuern, Art. 35 Abs. 4 StG) besteuert wird (und so auch
keine Sozialabgaben geschuldet sind). Genau betrachtet weisen die Bezüge der Pflich-
tigen in erheblichen Umfang Lohncharakter auf, denn die Pflichtige stellte der Firma
nach eigenen Angaben ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Die Steuerbehörde wird in den
nachfolgenden Perioden zu prüfen haben, ob sich unter diesen Umständen ein Abzug
für Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen rechtfertigt.
5. [Erläuterungen zu einem allfälligen Steuererlassgesuch].
6. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Rechtsmittel. Die Kosten des
Verfahrens sind ausgangsgemäss der Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG
bzw. § 151 Abs. 1 StG).
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