Decision ID: fcd02e22-e646-4135-8682-d41166c7ccdf
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, arbeitete zuletzt seit 1982 in einem Teilzeitpensum für die
Y._
AG. Nach rund 28 Jahren als Wäschereimitar
beiterin wurde ihr ein neuer Arbeitsplatz am Fliessband in der Schokoladen
produktion zugewiesen. Am 30. März 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf degenerative Veränderungen an der Halswirbelsäule (HWS), Taubheit und Kraft
losigkeit in der re
chten Hand sowie eingeschränkte
Bewegungsfreiheit der rechten Schulter bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, nachdem sie am 27. Januar 2010 auf Eis ausgerutscht und auf die Schulter gefallen war. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte in der Folge einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten, diverse Arztberichte sowie einen Arbeitgeberbericht ein und zog die Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
6/95 S. 2).
1.2
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/51), in dessen Verlauf weitere Arztberichte aufgelegt worden waren (Urk. 6/63, Urk. 6/66, Urk. 6/71 und Urk. 6/76/5-7), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 19. Oktober 2012 (Urk. 6/85) einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenver
sicherung. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht
mit Urteil vom 1
2.
März 2014
in dem Sinne gut, dass es die Sache
zur interdisziplinären Abklärung an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
6/95).
1.3
Diese veranlasste in der Folge eine polydisziplinäre Abklärung der Versicherten (
Z._
-Gutachten vom 2
0.
Juli 2015,
Urk.
6/125); weiter klärte sie die beeinträch
tigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt ab (Haushaltsabklärungsbericht vom
2.
März 2016,
Urk.
6/131). Mit Vorbescheid vom 3
0.
Mai 2016 stellte sie die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/134). In der Zeit vom 1
0.
bis 2
5.
August 2016 war die Versicherte an der Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals
A._
hospitalisiert (
Urk.
6/152).
Gestützt auf die Ergebnisse der am 2
9.
August 2016 vorgenommenen Biopsie diagnostizierten die Fachärzte des
A._
einen Verlust der intraepidermalen Faserdichte am Unter
schenkel, vereinbar mit einer Smal
l
Fibre
Neuropathy
(Urk.
6/152/19-23). Im Verlauf der weiteren Abklärungen gab die IV-Stelle ein Verlaufsgutachten in Auftrag (
Z._
-Gutachten vom
4.
Mai 2017,
Urk.
6/168). Die Beantwortung von Rückfragen erfolgte mit Schreiben vom 2
6.
Juni 2017 (Urk. 6/173) und 2
7.
November 2017 (
Urk.
6/188).
In der Zeit vom 1
1.
Juni bis 1
0.
Juli 2018
war die Versicherte stationär i
n der Klinik
B._
in Behandlung
(Urk. 6/199). Mit Ver
fügung vom 2
1.
September 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (
Urk.
6/208 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob d
er Vertreter der Versicherten am 1
9.
Oktober 2018 Beschwerde und beantragte, es sei der Beschwerdeführerin ab August 2015, eventualiter ab Juli 2018 eine ganze, eventualiter eine Dreiviertelsrente zuzusprechen; eventua
liter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
November 2018 beantragte die Beschwerdegeg
nerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
9.
November 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose
und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
[
IVV
]
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufga
benbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte
Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
für die Zeit nach Ablauf des Wartejahres davon auszugehen sei, dass die Beschwer
deführerin zu 62
%
einer erwerblichen Tätigkeit nachgehen würde und zu 38
%
im Haushalt tätig wäre. Bei einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit
von 100
%
sowie einer Einschränkung im Haushalt von 20
%
führe dies zu einem IV-Grad von rund 11
%
. Ab August 2015 sei von einer 75%igen Tätigkeit im erwerblichen Bereich auszugehen, was bei ansonsten unveränderten Parametern wiederum zu einem IV-Grad von rund 11
%
führe. Für die Zeit ab der Begutach
tung per
4.
Mai 2017 sei in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
auszugehen, was unter Berücksichtigung der ab
1.
Januar 2018 gelten
den Gesetzesänderung für Teilzeiterwerbende zu einem Invaliditätsgrad von 26
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass auf die Ergebnisse des
Z._
-Gutachten
s
vom
4.
Mai 2017 nicht abgestellt werden könne, insbesondere hätten sich die Fachärzte zur Diagnose der Small
Fibre
Polyneuropathie auch auf Nachfrage hin nur ungenügend geäussert. Weiter werde auch der psychischen Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht ausreichend Rechnung getragen (
Urk.
1 S. 6).
G
estützt auf den Bericht der Fachärzte der Klinik
B._
vom 1
0.
Juli 2018
sei
in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von zwei Stunden pro Tag auszugehen (S. 8). Ins
gesamt sei entweder die Einschätzung des neusten
Z._
-Gutachtens falsch oder der Zustand der Beschwerdeführerin habe sich
in der Zeit nach der Begutachtung rapide verschlechtert. Zudem habe die Beschwerdegegnerin in unzulässiger Weise auf die Prüfung des
Indikatorenkatalogs
verzichtet (S. 9). Sofern das Gericht nach einer entsprechenden Prüfung nicht selber zu einer Gutheissung der Beschwerde gelange, sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Einholung einer neuen Expertise zurückzuweisen (S. 12).
3.
3.1
Die für den Haushaltsabklärungsbericht vom 1
0.
November 2011 verantwortliche Fachperson führte gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin aus, dass diese im Gesundheitsfall weiterhin zu 62
%
erwerblich tätig wäre und zu 38
%
den Haushalt besorgen würde (
Urk.
6/47 S. 3 f.). Unter Berücksichtigung der dem Ehemann sowie den beiden Kindern zumutbaren Mitwirkungspflicht (S. 5 ff.) sei im Bereich Haushalt von einer Einschränkung von 20
%
auszugehen (S. 8).
3.2
Die für das
Z._
-Gutachten vom 2
0.
Juli 2015 verantwor
tlichen Fachärzte gingen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit von de
n folgenden Diagnosen aus (Urk.
6
/125/28):
-
Chronisches
zervikospondylogenes
/
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom rechts
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits rechtsbetont
mit Verdacht auf persistierendes sensibles
lumboradikuläres
Ausfall
syndrom L2 und L3 links
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit würden die folgenden Diagnosen bleiben:
-
Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F53)
-
Status nach konservativ behandelter traumatischer Schulterluxation links nach Sturz bei der Arbeit am 2
7.
Januar 2010
-
Klinisch keine funktionelle
n
Einschränkungen betreffend linkes Schul
tergelenk
-
Neurographisch leichtgradige Karpaltunnelsyndrome beidseits
-
Hypothyreose
-
unter medikamentöser Substitution kompensiert
-
Arterielle Hypertonie
-
unter medikamentöser Behandlung knapp kompensiert
-
Adipositas
-
Anamnestisch
Hyperprolaktinämie
Im Vordergrund habe die Beschwerdeführer
in
bei den Untersuchungen Schulter-Nacken-Beschwerden mit Ausstrahlung in den rechten Arm angegeben.
Aus polydisziplinärer Sicht sei in einer körperlich leichten bis selten mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne repetitive Überkopfarbeiten und Zwangshal
tungen der HWS von einer 100%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen (
Urk.
6/125/
29-
30).
3.3
Die für den Haushaltsabklärungsbericht vom
2.
März 2016 verantwortliche Fach
person führte gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin aus, dass diese im Gesundheitsfall zu 75
%
erwerblich tätig wäre und zu 25
%
den
Haushalt
besorgen würde
(
Urk.
6/131 S. 5). Unter Berücksichtigung der dem Ehemann sowie den beiden Kindern
zumutbaren Mitwirkungspflicht (
S. 7) sei im Bereich Haushalt
weiterhin
von einer Einschränkung von 20
%
auszugehen (S. 10).
3.4
Die für das
Z._
-Gutachten vom
4.
Mai 2017 verantwortlichen Fachärzte gingen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit von den fol
genden Diagnosen aus (Urk. 6/168
/33 f.):
-
Rezidiviere
nde depressive Störung, gegenwärtig leichte E
pisode (
ICD-10 F33.0)
-
Chr
o
nisches panvertebrales Schmerzsyndrom mit begleit
endem
myofas
zialem
Nackenschult
ergürtelsyndrom rechts und mit
pseudoradikulärer
Symptomatik vorwiegend
am rechten Arm und rechten Bein
-
Klippel
-Feil-Syndrom mit Blockwirbelbildung C2/3 und L4/5
-
Fehlform
und Fehlhaltung der Wirbelsäule
-
Generalisierte muskuläre Insuffizienz am ehesten im Rahmen einer schonungsbedingten
Dekonditionierung
-
Osteochondrose
C6/7 (MRI 10/2015)
-
Altersentsprechend unauffällige Verhältnisse an der LWS (MRI 10/2015)
-
Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung, DD: Symptomausweitung mit Entwicklung eines
multilokulären
Schmerzsyndroms des Bewe
gungsapparates im Sinne eines
Fibromyalgiesyndroms
-
Bekannte
residuelle
radikuläre
sensible Ausfallssymptomatik der Wur
zel L3 links mit Symptomausweitung
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei von den folgenden
Diagnosen auszu
gehen (
Urk.
6/168
/34):
-
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F53)
-
Leichtes rechtsbetontes Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
Peroneusneuropathie
beidseits deutlich linksbetont ohne sicheres klini
sches Korrelat
-
Adipositas
-
Arterielle Hypertonie
-
Refluxösophagiti
s
bei
Hiatushernie
-
Hämorrhoidalleiden
-
Substituierte Hypothyreose
Insgesamt sei aus polydisziplinärer Sicht in einer mittelschwer bis schwer belas
tenden Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Für körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit leicht erhöhtem Pausen
bedarf und leicht reduziertem Rendement. Diese Einschätzung gelte ab de
m
Zeit
punkt der aktuellen Untersuchung, vorangehend könne auf die Angaben im letzten Gutachten ver
wiesen werden (
Urk.
6/168
/35).
3.5
Im Rahmen der Stellungnahme vom 2
6.
Juni 2017 stellten die
Z._
-Gutachter klar, dass sich die Verschlechterung von 20
%
gegenüber dem Vorgutachten aus psychiatrischen Gründen ergebe, da nunmehr die Dauerhaftigkeit der depressiven Störung zur Kenntnis genommen und gewichtet werde (Urk. 6/173).
Mit Stellungnahme vom 2
7.
November 2017
wiesen die Gutachter überdies darauf hin, dass die Problematik betreffend «Small
Fibre
Neuropathie» im neuro
logische
n
Teilgutachten ausführlich beantwortet worden sei. Die Beurteilung hin
sichtlich
der S
chwere des depressiven Geschehens ergebe sich aus dem psychiat
rischen Teilgutachten
(
Urk.
6/188).
4.
4.1
Die für die
Z._
-Guta
chten vom 2
0.
Juli 2015 sowie
4.
Mai 2017 verantwortlichen Fachärzte legen den medizinischen Sachverhalt in einer nachvollziehbaren Weise unter Berücksichtigung d
er medizinischen
Vorakten
dar, sodass die vorliegenden Gutachten grundsätzlich beweisgeeignet sind.
4.2
Bezüglich des Gutachtens vom
4.
Mai 2017 wurde seitens der
beschwerdeführen
den
Partei insbesondere bemängelt, dass die Ausführungen zur Small
Fibre
Neuropathie nicht überzeugen würden.
Die
Z._
-Gutachter wiesen in diesem Zusammenhang
mit Schreiben vom 2
7.
November 2017
zu Recht darauf hin, dass sie sich bereits im Gutachten vom
4.
Mai 2017 ausführlich mit der genannten Problematik auseinandergesetzt haben. So lag ihnen der entsprechende Bericht der Neuropathologie des
A._
vom 1
4.
September 2016 im Zeitpunkt des Gutach
tens vor (
Urk.
6/168/5, Urk. 6/152/22). Im Rahmen des neurologischen Teilgut
achtens wiesen sie darauf hin, dass es sich bei der Small
Fibre
Neuropathie in erster Linie um eine klinische Diagnose handle (
Urk.
6/168/32). Diese Aussage wird auch durch die Diagnosestellung der Fachärzte des
A._
unter
mauert; so hielten diese
lediglich
fest, dass die festgestellte Faserdichte mit einer Small
Fibre
Neuropathy
vereinbar sei (Urk. 6/152/22). Die
Z._
-Gutachter
führten
weiter
aus
, dass die fragliche Erkrankung meistens mit symmetrischen
distalbetonten
schmerzhaften Missempfindungen an den unteren Extremitäten einhergehe, wobei vorwiegend Schmerzen und die Temperaturempfindung betr
offen sei. Ergänzend sei deshalb
eine neurographische Untersuchung an den unteren Ext
remitäten vorgenommen worden, wobei sich eine deutlic
h linksbetonte
Peroneus
neuropath
ie
gezeigt habe; ein klares klinischen Korrelat habe jedoch nicht festgestellt werden können (Urk. 6/168/32 f.).
Bei dieser Ausgangslage ist damit festzuhalten, dass die
Z._
-Gutachter die Resultate der Faserdichtemessung der Fachärzte des
A._
ausführlich diskutiert und die Beschwerden der Patientin im Rahmen d
es Gutachtens berücksichtigt haben
. Hinzuweisen ist dabei, dass die
diagnostische Einordnung für die Beurtei
lung des Leistungsanspruches in der Invalidenversicherung nicht massgebend
ist
, sondern
allein
deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urteil des Bundes
gerichts 9C_786/2009 vom 24. Februar 2010 E. 4.2.3).
Dass diese aufgrund der Small
Fibre
Neuropathie über die Festlegung der Gutachter hinaus eingeschränkt wäre, ergibt sich aus keinem aktenkundigen Bericht.
Das Gutachten vom
4.
Mai 2017 ist damit in dieser Hinsicht nicht zu bemängeln.
4.3
Weiter wurde die mangelnde Berücksichtigung der Verschlechterung des depres
siven Geschehens gerügt. So wies die Hausärztin der Beschwerdeführerin darauf hin, dass eine Diskrepanz zwischen der Einschätzung des behandelnden Psychiaters (schwere depressive Episode) und der psychiatrischen Begutachtung (leichte Episode) bestehe (
Urk.
6/182).
Dr.
C._
, Facharzt FMH für Psychi
atrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
0.
November 2016 in psychiatrischer Hinsicht eine Anpassungsstörung mit starker depressiver Symptomatik bei multiplen körperlichen Erkrankungen (ICD-10 F43.2;
Urk.
6/153/5).
Die Fachärzte der Klinik
B._
(
Hospitalisation
vom 1
1.
Juni bis 1
0.
Juli 2018) gingen dabei
von
einer mittelgradig depressiven Episode
aus und attestierten der Beschwerdeführerin insgesamt in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von höchstens zwei Stunden pro Tag
(
Urk.
6/199, Urk.
6/201/1
0
).
Dazu ist anzumer
ken, dass auch die
Z._
-Gutachter
in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 2
6.
Juni 2017 klarstellten, dass
die Dauerhaftigkeit der depressiven Beschwerden nunmehr zu einer um 20
%
verminderten Leistungs
fähigkeit geführt haben. Eine Verschlechterung der Situation wird demnach auch von den
Z._
-Gutachtern anerkannt.
Weiter erscheint die Kritik der Gutachter an der Einschätzung von
Dr.
C._
nicht unbegründet (vgl.
Urk.
6/188). So ist bei einer Anpassungsstörung gemäss ICD-10 F43.2 davon auszugehen, dass eine solche meist nicht länger als 6 Monate andauert. Eine länger andauernde depres
sive Reaktion wäre für die Zeit danach unter F43.21 zu kodieren, was aber wiederum nur bei Vorliegen eines leichten depressiven Zustandes zulässig wäre (vgl. ICD-10 Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 1
0.
Auflage, S. 209 f., vgl. auch
Urk.
6/168/19). Vor diesem Hintergrund vermag die Einschät
zung von
Dr.
C._
nicht zu überzeugen. Weiter ist
i
n Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeu
tisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpre
tation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
4.4
Insgesamt kann damit auf die Einschätzung der
Z._
-Gutachter abgestellt werden, sodass in einer angepassten Tätigkeit zunächst von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit auszugehen
ist,
ab der
Z._
-Untersuchung im März 2017 von einer solchen von 80
%
.
Dass sich in der Zeit nach der zweiten Begutachtung die Situation wesentlich verschlechtert hat, lässt sich den medizinischen Akten nicht entneh
men. So führten etwa die Fachärzte der Klinik
B._
aus, dass die Beschwerdefüh
rerin angegeben habe, schon seit vielen Jahren unter Schmerzen zu leiden, wobei sie vor allem Probleme mit dem Kopf, Nacken und dem rechten Arm habe. Trotz mehrfachen Behandlungsversuchen habe bisher keine Beschwerdelinderung erzielt werden können, auch die Haushaltsführung sei seit einigen Jahren kaum noch möglich (letzte Kontrolle am
9.
Juli 2018; Urk. 6/201/7). Die Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung, welche die Grenze der Überprüfungsbefugnis darstellt, ist
demnach
nicht in Frage zu stellen.
Bezüglich der Einschätzung der Leistungsfähigkeit im H
aushalt ist anzumerken, dass die
entsprechenden
Abklärungsbericht
e
seitens der
beschwerdeführenden
Partei nicht fundiert in Zweifel gezogen wurde
n
. Die erhobene
n
Einschränkung
en
in diese
m
Bereich von 20 % erscheinen
dabei insbesondere unter Berücksichti
gung der zumutbaren Mitwirkung des Ehemanns sowie der beiden Kinder (vgl.
Urk.
6/131
S. 6) schlüssig, sodass auf die genannte
n
Erhebung
en
abzustellen ist.
5.
5.1
Gestützt auf
das
Z._
-Gutachten vom 4. Mai 2017 ist spätestens ab der Begutach
tung im März 2017 von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus psychischer Sicht auszugehen. Aufgrund der für die Arbeitsunfähigkeit im Vordergrund stehenden psychischen Beschwerden, ist entsprechend der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts ein strukturiertes Beweisverfahren durchzu
führen.
Dabei ist davon abzusehen, einzelne Beschw
erden und Störungen ohne Einzel
fall
-
prüfung wegen grundsätzlich fehlender invalidenversicherungsrechtlicher Rele
vanz
auszuscheiden (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Indes gilt unverändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig
in psychosozialen und soziokul
turellen Umständen seine Erklärung findet, so
ndern davon psychiatrisch unter
scheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom
5.
März 2018 E.
4.3.1 mit Hinweis).
5.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281)
hat das Bundesgericht wie folgt systemati
siert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
(E. 4.3)
-
Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3)
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
5.3
5.3
.1
Gestützt auf das
Z._
-Gutachten ist infolge der depressiven Erkrankung auch in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen
(2
0 %).
Das Gesamtbild entspreche einer leichten depressiven Episode bei
chroni
fiziertem
Zustand und Schmerzverarbeitungsstörung
(Urk.
6/168/19
).
Auch wenn sich die Erkrankung mittlerweile auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt
, ist von einer leicht- bis
höchstens
mittel
gradigen Ausprägung der Befunde auszugehen.
Hinsichtlich der aus psychiatrischer Sicht bestehenden therapeutischen Möglich
keiten hielten die Gutachter fest, dass der Beschwerdeführer
in die jetzige
Behand
lung weiterführen solle. Auch wenn mittlerweile von einer gewissen Beschwer
deresistenz auszugehen ist, wiesen die Gutachter in diesem Zusammenhang auch auf die fehlende Motivation der Beschwerdeführerin bezüglich der empfohlenen Therapiemassnahmen hin (aktive Physiotherapie mit Wassergymnastik, Trocken
gymnastik, leichtes aerobes Training, MTT zur muskulären Kräftigung und zur Steigerung der allgemeinen Fitness; Urk. 6/168/36).
Bezüglich der Komorbidität ist vorauszuschicken, dass l
aut BGE 143 V 418 Stö
rungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht
fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hem
mende Wirkung zukommt (E. 8.1, Präzisierung der Rechtsprechung; vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.1 und E.
7.2 mit Hinweis). Aufgrund der gestellten Diagnosen kann mittlerweile von einer Komor
bidität ausgegangen werden.
5.3.2
Was den Komplex „Persönlichkeit“ betrifft, hielten die Gutachter fest, dass
bei
der
Beschwerdeführer
in
bis zum Abbruch des Arbeitsverhältnisses von einer unauffälligen biographischen Entwicklung auszugehen sei. Aktuell präsentiere sie sich mit deutlich leidender Mimik, welche etwas demonstrativ dargestellt werde, sie kommuniziere rege und angepasst, wirke aber auch etwas lethargisch und lustlos. Die Beeinträchtigungen würden sich insbesondere aufgrund der körper
lichen Beschwerden ergeben (
Urk.
6/168/19 f.).
Entsprechend den Ausführungen im
Z._
-Gutachten ist
insgesamt zumindest von leicht
eingeschränkten persönlichen Ressourcen auszugehen.
5.3.3
Bei der Beurteilung des sozialen Kontexts
ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin mit dem Ehem
ann und den beiden Kindern in stabi
len Verhältnissen lebt, wobei sie insbesondere auch bei den Arbeiten im Haushalt unterstützt wird (vgl.
Urk.
6/168/14
,
Urk.
6/131 S. 2
).
Abgesehen von der Erwerbslosigkeit
bestehen
keine sozialen Belastungen (
Urk.
6/168/20).
5.3.4
Im Rahmen der Konsistenzprüfung
ist aufgrund des geschilderten Tagesablaufs sowie der konkreten Tätigkeiten im Haushalt davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohnehin nur noch leichte Tätigkeiten verrichtet und auch dabei etwas in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (
Urk.
6/131, Urk. 6/168/14
,
Urk.
6/
168/17). Das geschilderte Verhalten entspricht dabei weit
gehend der Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepass
ten Tätigkeit.
Das Vorliegen
eines
gewissen
Leidensdrucks ergibt sich aus dem
psychiatrischen Befund
sowie der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Täti
gkeit (
Urk.
6/168/17 f.
).
5.4
In einer Gesamtwürdigung der massgebenden Standardindikatoren ist die Ein
schätzung des Leistungsvermögens durch die
Z._
-Gutachter nicht zu be
an
stan
den. Zu beachten ist d
abei, dass lediglich von einer
2
0%igen Vermin
derung des Rendements ausgegangen wird. Diese Einsch
ätzung entspricht zum einen der eher leichten Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde sowie den
Ausführungen zum sozialen Kon
text, wo die
Beschwerdeführer
in
doch über stabile Verhältnisse verfügt; weiter ist in somatischer Hinsicht von
noch bestehenden Therapieoptio
nen
auszugehen
. Zum andern trägt sie den Bereichen Komorbidität, Persönlich
keit sowie der vorhandenen Konsistenz bei
einem gewissen
Leidensdruck als leistungsmindernde Faktoren Rechnung.
Die so eingetretene Resistenz der Beschwerde wurde im Rahmen der nunmehr anerkannten Leistungsreduktion im
nachvollziehbaren
Umfang von 20
%
berücksichtigt.
6.
6.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Bezüglich des
Valideneinkommens
ist entsprechend dem Vorgehen der Beschwer
degegnerin davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin in einem Pensum von rund 62
%
bei der
Y._
AG angestellt gewesen wäre, wobei ab
1.
Januar 2010 von einem monatlichen Einkommen von
Fr.
2'685.-- auszugehen
ist.
Dies wurde beschwerdeweise nicht in Zweifel gezo
gen.
Aufgrund der seit 2010 eingetretenen
Nominallohnentwicklung (Schweize
rischer Lohnindex insgesamt [1939
= 100], Frauen, Stand 2010: 2579, Stand 2011: 2604,
Stand 2016: 2709
, Stand 2018: 2732
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
führt dies
im
Zeitpunkt des
frühstmöglichen
Rentenbeginns im Jahre 2011 zu einem Jahreseinkommen von
Fr.
35'
243
.
3
5 (
Urk.
6/205,
Urk.
6/12).
Per 2016
ergibt sich
(aufgerechnet auf ein Pensum von 75
%
)
ein massgebendes
Valideneinkommen
von rund
Fr.
44'352.15,
per 2018 (aufgerechnet auf ein Pensum von 100
%
)
ein solches
von
Fr.
59'
638
.30.
6.2
6.2.1
Praxisgemäss ist die Ermittlung des Invalideneinkommens anhand der statis
ti
schen Durchschnittswerte der Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE)
vorzunehmen. Per
2010
ist dabei von
einem monatlichen Einkommen von
Fr. 4'225
.-- auszugehen (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1
Anforderungsniveau 4, Frauen
). Nach Berücksicht
igung der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41,7
Stunden pro Woche (
www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, Normalarbeits
stunden
)
sowie der eingetretenen Nominallohnentwicklung
führt dies
per 2011
zu
einem Jahreseinkommen von Fr. 53'367.1
0, was bei einem Pensum von 62
%
einem solchen von
Fr.
33'087.60 entspricht.
Davon ist kein leidensbedingter Abzug vorzunehmen.
So führt etwa die
gesund
heitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körper
lich schwere Arbeit zu verrich
ten, nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invaliden
lohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leis
tungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Per 2011 führt dies im
erwerblichen Bereich zu einer Einschränkung von 6 %
([
Fr.
35'243.35 - Fr. 33'087.6
0] x 100 / Fr.
35'243.35 = 6.11), was in diesem Bereich zu einem Teilinvaliditätsgrad von 3.72 %
führt
. Daneben ist im Bereich Haushalt von einer Teilinvalidität von 7.6
%
(20
%
von 38
%
)
auszugehen, was zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 11
%
führt.
6.2.2
Geht man entsprechend dem Haushaltsabklärungsbericht vom
2.
März 2016 von da an von einer 75%igen erwerblichen Tätigkeit aus, führt dies
- unter der Annahme, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum auf 75
%
hätte erhöhen können
–
zu keiner
Änderung des Invaliditätsgrades
.
Gestützt auf die statistischen Durch
schnittswerte der
Schweizerische
n Lohnstrukturerhebung (LSE 2016
)
ist
von einem monatlichen Einkommen p
er 2016 von Fr. 4‘363.-- auszugehen (LSE 2016 TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1
). Nach Berücksicht
igung der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten, Normal
arbeitsstunden)
ergibt sich per 2016
ein Jahreseinkommen von Fr. 54'581
.
15, was bei einem Pensum von 75 %
zu einem zumutbar
en Invalideneinkommen von Fr. 40'935.85 führt.
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
44'352.15
(vgl. E. 6.1)
führt dies im erwerblichen Bereich z
u einer Einschränkung von 7.7
%
([
Fr.
44'352.15
- Fr.
40'935.85
] x 100 / Fr.
44'352.15
= 7.70
), was in diesem Bereich zu
einem Teilinvaliditätsgrad von 5.77
%
führt
. Daneben ist im Bereich Haushalt von einer Teilinvalidität v
on 5
%
(20
%
von 25
%
) auszugehen, was zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 11
%
führt.
6.2.3
Für d
ie Zeit ab der Untersuchung im März
2
017
(
Z._
-Gutachten
vom
4.
Mai 2017
) ist
in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
auszu
gehen. Da der Invaliditätsgrad bis Ende 2017 nach der bisherigen Praxis zur gemischten Methode zu ermitteln ist, führt dies gegenüber der Einschätzung per 2016 zu keiner Veränderung.
6.2.4
Demgegenüber findet ab
1.
Januar 2018 das neue Berechnungsmodell Anwen
dung. Dementsprechend ist im erwerblichen Bereich das
Valideneinkommen
unter Aufrechnung auf ein 100%iges P
ensum zu ermitteln, was zu einem solchen von
Fr.
59'638.30 führt (vgl. E. 6.1).
Das per 2018 massgebende Invalideneinkommen ergibt sich aufgrund der
LSE 201
6.
Ausgehend
von einem monatlichen Einkommen p
er 2016 von Fr. 4‘363
.-- (LSE 2016 TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1
) und n
ach Berücksicht
i
gung der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, Normalarbeitsstunden)
sowie der seither eingetretenen Nominal
lohnentwicklung
(vgl. E. 6.1)
ergibt sich per 2018
ein Jahreseinkommen von Fr. 55'044
.
5
5.
Dabei ist im erwerblichen Bereich in einer angepassten Tätigkeit nun von einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen,
was zu einem massgeben
den Einkommen von
Fr.
44'035.65 führt. E
ntsprechend den Ausführungen unter E. 6.2.1
ist
kein leidensbedingter
Abzug angezeigt. Auch e
ine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_36
6/2015 vom 2
2.
September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Per 2018
führt dies im erwerblichen Bereich z
u einer Einschränkung von 26
%
([
Fr.
59'638.30
- Fr.
44'035.65
] x 100 / Fr.
59'638.30
=
26.16
), was in diesem Bereich zu
einem Teilinvaliditätsgrad von 19.6
2 %
führt
.
Daneben ist im Bereich Haushalt von einer Teilinvalidität von 5
%
(20
%
von 25
%
) auszugehen, was zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 25
%
führt.
6.3
Zusammenfassend
ist die Einschätzung der Beschwerdegegnerin nicht zu bean
standen, was in Abweisung der Beschwerde zur Bestätigung der angefochtenen Verfügung führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. E
ntsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens
sind sie der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.