Decision ID: a8266082-7e8b-46fc-b255-6b6ad4f72efc
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964
,
war in einem teilzeitlichen Umfang
seit 1. Mai 2012 als Hauswartin
,
ab 17. November 2014
zusätzlich
gleichzeitig
als
Gebäude
reinigerin bei der Gemeinde
Y._
(
Urk.
6/8
; Urk. 6/16 Ziff. 5.1
)
tätig
,
als sie
sich
am 24. August 2017 mit dem Hinweis auf eine somatische und psychische Gesundheitsbeeinträchtigung
bei der Inva
liden
versi
che
rung zum
Leistungsb
ezug
an
meldete
(Urk.
6/9
).
Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, stellte mit
Mitteilung vom 11. Dezember 2017 (Urk. 6/20
) fest, dass die Durch
führung von Eingliederungsmassnahmen auf Grund des Gesundheitszustandes der Versicherten nicht möglich sei
,
und veranlasste
eine Abklärung im Haushalt
der Versicherten
an Ort und Stelle
(Abklärungsbericht vom
13. April
2018; Urk.
6/24
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfah
ren
(Urk.
6/27, Urk. 6/28
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
3. Juli 2018
(Urk.
6/30
= Urk. 2) einen Rentenan
spruch der Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
3. Juli 2018
(Urk. 2) erhob die Versicherte am
28.
August 2018
Bes
chwerde (Urk. 1) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzu
heben und
es
sei die IV-Stelle anzuweisen, dass sie ihr nach einer korrekten Prü
fung des Leistungsanspruchs
die gesetzlichen
Versicherungsleistungen
ausrichte (S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
9. Oktober 2018
(Urk.
5
) bea
n
tragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
19. Oktober 2018
(Urk.
7
) wurde dies der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht
. Mit Verfügung vom 8. Januar 2018 (Urk. 8) wurde der Beschwerdeführerin
antragsgemäss die unentgeltliche Pro
zessführung gewährt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
I
nvalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch dur
chschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
(E. 7
.2;
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Lei
dens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer recht
lich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.4
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.6
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
worden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
3. Juli 2018
(Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden im Umfang von
1
0 % eine Erwerbstätigkeit ausüben und im restlichen Umfang von
9
0 % im anerkannten Aufgabenbereich des Haushalts tätig
wäre
. Da ihr gemäss der medizinischen Aktenlage nach Eintritt des Gesundheitsschadens die Aus
übung einer behinderungs
angepassten Erwerbstätigkeit im Umfang von
9
0 % eines vollzeitlichen Ar
beitspensums zuzumuten sei (S. 1
), und da im Aufgaben
bereich des Haushalts eine Einschränkung im Umfang von
9
% bestehe,
ergebe eine
Invaliditätsbemessung gemäss der gemischten Methode für die Zeit bis 31. Dezember 2017 ein
en
Invaliditätsgrad von
8
% und für die Zeit ab 1. Januar 2018 ein
en solchen von 10
%, weshalb ein R
entenanspruch zu verneinen sei (S
.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass
sie bei Gesundheit in einem höheren Umfang als im Umfang eines Arbeitspensums von 10 % eine Erwerbs
tätig
keit ausüben würde. Denn ihre Kinder seien zwischenzeitlich erwachsen geworden und ihr Ehegatte sei nicht mehr erwerbstätig. Sie habe zudem die ent
spre
chende Frage der Beschwerdegegnerin nach dem Umfang der
hypothetisch
bei Gesundheit ausgeübten Erwerbstätigkeit nicht richtig verstanden.
Der Be
schwer
degegnerin sei nicht zu folgen,
wenn sie ihr die Ausübung einer behin
der
ungsangepassten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % zumuten wolle.
Denn
sie
sei
sowohl in der Ausübung
jeglicher Erwerbstätigkeit und auch in der Haushaltführung in erheblichem Umfang eingeschränkt (Urk 1 S. 2).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Vorerst zu prüfen ist die Statusfrage beziehungsweise die Frage, ob die Beschwer
deführerin im Gesundheitsfall ganz, teilzeitlich oder überhaupt nicht erwerbstätig wäre.
3.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
täts
bemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist
somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge
sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigung
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme
einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
ur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4
)
und Urteil des Bundesgerichts 8C_27/2018 vom 26. September 2018 E. 4.1.1).
3.3
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin
in der angefochte
nen Verfügung vom
3. Juli 2018
im Umfang von
1
0 %
als Erwerbstätige
und im rest
lichen Umfang von
90 % als im
Aufgabenbereich Haushalt Tätige (Urk
.
2
S. 1). Von der Beschwerdeführerin wird diese Qualifikation bestritten (Urk. 1 S. 2).
3.4
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens war die Beschwerdeführerin zuletzt
seit dem
1.
Mai 2012
im Umfang eines Arbeitspensums von
1 Stunde in der Woche als Haus
wartin und seit 17. November 2014 im Umfang von 3.5 Stunden in der Wo
che als Gebäudereinigerin bei der Gemeinde
Y._
tätig
gewesen
(
Urk.
6/16/1
8 S.
7).
3.5
In der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 24. August 2017 (Urk. 6/9) gab die Beschwerdeführerin an, dass sie gegenwärtig im Umfang eines Arbeitspensums von 30 % bei der Gemeinde
Y._
im Hausdienst tätig sei (Ziff. 5.4).
3.6
Gemäss dem Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik
Z._
vom 20.
September 2017 (Urk. 6/15/13-16) habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie ihre Tätigkeit bei der Gemeinde
Y._
als Gebäudereinigerin im Hallen
bad der Gemeinde auf ein Arbeitspensum von 30 % reduziert habe, weil sie
sich um ihren seit längerer Zeit arbeitsunfähigen
und an Demenz erkrankten Ehe
gatten habe kümmern müssen (S. 2).
3.7
Dem Arbeitgeberbericht der Gemeinde
Y._
vom 25.
September
2017 (Urk.
6/16/1-8) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit 1. Mai 2012 im Umfang von einer Stunde in der Woche als Hauswartin und gleichzeitig seit 17. November 2014 im Umfang von 3.5 Stunden in der Woche als Reinigungs
aushilfe im Hallenbad bei der Gemeinde gearbeitet hat (S. 7).
3.
8
Gemäss dem Bericht betreffend Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 13. April 2018 (Urk. 6/24)
habe
die Beschwerde
führerin gegenüber der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin an
gegeben
, dass ihr Ehegatte seit mehr als sechs Jahren an einer Demenz erkrankt sei
,
und
dass er deswegen
im Alltag vermehrt der Betreuung durch seine Familie bedürfe (S. 2). Auf die Frage der Abklärungsperson, weshalb sie bei der Gemeinde
Y._
lediglich im Umfang eines Teilzeitpensums tätig gewesen sei, habe die Be
schwer
deführerin folgendermassen geantwortet: «
Weil mein
Ehemann krank ist, konnte ich die letzten Jahre nicht mehr arbeiten. Mein Hausarzt hat mir gesagt, ich solle nicht mehr als 30 % bis maximal 50 % arbeiten». Auf die Konfrontation mit dem Umstand, dass sie bereits vor der Erkrankung des Ehegatten lediglich in einem Teil
zeitpensum tätig gewesen sei, habe sie der Abklärungsperson keine klare Ant
wort erteilen können
(S. 3)
.
Mangels nachgewiesener schriftlicher Arbeitsbe
müh
ungen sei davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin
, nachdem ihr Ehegatte vor mehr als sechs Jahre seine
Erwerbstätigkeit
aufgegeben hatte,
sich
nicht um eine Erhöhung ihres Arbeitspensums bemüht
e. Aus diesem Grunde sei
die Be
schwerdeführerin
in Anbetracht der
bisherige
n
Erwerbsbiografie
und
der
aktu
elle
n
Familiensituation
ohne Gesundheitsschaden weiterhin
im Umfang von
10
%
als Erwerbstätige und im restlichen Umfang von 90 % als im Haushalt Tätige zu qualifizieren (S. 5).
3.9
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicheru
ngsrechts in der Regel auf die «
Aussagen der ersten Stunde
»
ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Dabei gilt es in Bezug auf die
Beweiswürdigungsregel
zu den «
Aussagen der ersten Stunde
»
zu unterscheiden zwischen späteren Präzisierungen einerseits und später davon abweichenden Angaben andererseits. Letztere bleiben rechtsprechungs
ge
mäss unbeachtlich (BGE 115 V 133 E. 8c; Urteile
des Bundesgerichts 8C_225/2019 vom 20. August 2019 E. 3.3 und
8C_637/2016 vom 1
3. Dezember 2016 E. 3.2 und 4.2
).
Gemäss der Rechtsprechung sind
im Verlauf des Abklärungsverfahrens
gegenüber Abklärungspersonen der Invalidenversicherung getätigte
Aussagen vo
n
versicherten Person
en
zur Statusfrage
praxisgemäss stärker
zu gewichten als spätere anders
lautende Erklärungen, die von Überlegungen sozialversicherungs
rechtlicher Natur beeinflusst sein können (Urteil
e des Bundesgerichts 9C_846/20
11 vom 15. Mai 2012 E. 4.2 und
8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.
5.1).
3.10
Nach Gesagtem steht fest, dass die Beschwerdeführerin gegenüber den Ärzten der Klinik
Z._
(vorstehend E.
3.6
) sowie gegenüber der Abklärungs
per
son der Beschwerdegegnerin (vorstehend E.
3.8) übereinstimmend angegeben hat
, dass sie
in einem
Umfang
von 30 % (richtig: 10 %)
bei der Gemeinde
Y._
erwerbstätig gewesen sei, weil sie sich
in der übrigen Zeit
um ihren an Demenz erkrankten Ehegatten habe kümmern wollen. Di
e Beschwerdeführer
in
machte erst
mals in ihrer Beschwerde (Urk. 1 S. 2) und mithin nach Erlass der ange
fochtenen, leistungsverneinenden Verfügung vom 3. Juli 2018 (Urk. 2) geltend, dass sie bei Gesundheit in einem 10 % übersteigenden Umfang eine Erwerbs
tätig
keit ausgeübt
hätte
.
Des Gleichen lassen sich den Akten
- entgegen der dies
bezüglichen Darlegungen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S.
2) -
keine Hinweise entnehmen, dass
sie
die Fragen der Abklärungsperson der Besc
hwerdegegnerin anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle vom 3. April 2018 (Urk. 6/24) nicht hinreichend verstanden hätte.
Da Anhaltspunkte für
Verständigungs
schwierig
keiten auch
in
den übrigen Akten, insbesondere den Berichten der Ärzte der Klinik
Z._
(vgl. Urk. 6/15/6-10) fehlen, ist die Angabe der Beschwer
deführerin, sie habe die Fragen der Abklärungsperson nicht korrekt beziehungs
weise nicht richtig verstanden, als Schutzbehauptung zu werten.
3.11
In Würdigung der gesamten Umstände ist auf die Angaben der Beschwerde
füh
rerin zur Statusfrage gegenüber den Ärzten der Klinik
Z._
und der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin abzustellen, da es sich hierbei um «
Aussagen der ersten Stunde
» handelte, welche
in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Schilderungen, die bewusst oder unbewusst von Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (
vorstehend E.
3.9
).
Mangels p
ersönliche
r
, familiäre
r
, soziale
r
oder erwerbliche
r
Umstände, welche überwiegend wahrscheinlich auf ein
e Erhöhung des erwerbli
chen Pensums schliessen liessen, ist davon auszugehen, dass die Beschwerde
füh
rerin im hypothetischen Gesundheitsfall weiterhin im bisherigen Umfang erwerbs
tätig gewesen wäre.
Unter diesen Umständen ist daher
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung im Umfang von 10 % als Erwerbstätige und im restlichen Umfang von 90 % als im Aufgabenbereich Haushalt Tätige qualifizierte.
4.
4.1
Im Folgenden gilt es die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit massgebende medizinische Aktenlage zu prüfen.
4.2
Dr. med.
A._
, Fachärztin für Neurochirurgie, stellte in ihrem Bericht vom 14. Februar 2017
(Urk. 6/19/25-26)
die folgenden Diagnosen:
-
Zervikozephalgie
mit Schwindel, Tinnitus und
linksbetonten
Kieferge
lenks
schmerzen nach
kondylärem
Shaving
und Einbringen von Fett-
Dermis
-Graft als Diskusersatz im Bereich des linken Kiefergelenks im Mai 2015
-
degenerative Veränderungen der HWS (Halswirbelsäule) mit
Atlanto
den
tal
arthrose
und beginnender Spondylarthrose im Bereich HWK3-5 links
-
Lumbago mit i
ntermittierender
Lumboischialgie
links mit/bei:
-
Anulus
fibrosus Riss links im Bereich LWK4/5
-
mittelschwerer Spondylarthrose LWK3-5
Sie erwähnte, dass eine Magnetresonanztomographie (MRI) der HWS, abgesehen von einer
Atlantodentalarthrose
und einer beginnenden Spondylarthrose
HWK3-5
,
eine unauffällige HWS ohne Nachweis
e
eine
r Spinalkanalstenose, einer radi
kulären Kompression oder ein
er Auffälligkeit
i
n den Halsweic
hteilen
ergeben habe, weshalb davon auszugehen sei, dass die Ursache der
Zervikozephalgi
en
und
der
Kiefergelenksschmerzen
primär in den
Kiefergelenke
n
zu suchen sei (S.
1).
Eine MRI der
LWS
habe eine
monosegmentale Bandscheibendegeneration LWK4
/5
mit
Riss des
Anulus
fibrosus
links
ohne
radikuläre
Kompression
im eigentlichen Sinne
ergeben
(S. 2).
4.3
Die Ärzte der Klinik
Z._
erwähnten im Austrittsbericht vom 20.
September
2017 (Urk. 6/15/13-16), dass die Beschwerdeführerin
vom 27.
Juni bis
2.
August
2017
hospitalisiert gewesen sei und stellten die folgenden Diag
no
sen (S. 1):
p
sychiatrische Diagnosen
und
Belastungsfaktoren
:
-
Somatisierungsstörung
-
m
ittelgradige depressive Episode
s
omatische Diagnosen
:
-
Tinnitus
aurium
-
Zervikozephal
gie
mit Schwindel, Tinnitus und linksbetonten Kieferge
lenks
schmerzen
nach
kondylärem
Shaving
und Einbringen von Fett-
Dermis
-Graft als Diskusersatz
im linken
Kiefergelenk
im Mai 2015
-
de
generative Veränderungen der HWS mit
Atlantodentalarthrose
und be
ginnender
Spondylarthrose HWK
3-5 links
-
Lumbago mit intermittierender
Lumboischialgie
links bei
Anulus
fibros
u
s Riss links LWK
4/5 und mit
telschwerer Spondylarthrose LWK
3-5
-
Untergewicht bei Mangelernährung aufgrund schmerzender Aphten
bei
rezidivierende
n
Aphten
-
e
rhöhte Lebe
w
erte
, r
ückgängig unter Sistierung von
Mefanacid
und
Pan
toprazol
-
Verdacht auf
rheumatische Erkrankung (M. Behcet wurde ausgeschlossen)
Sie erwähnten, dass die Beschwerdeführerin vorher noch nie in stationärer oder ambulanter
psychiatrischer
Behandlung gestanden sei.
Diagnostisch
s
ei
von einer Somatisierungsstörung und einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode
auszugehen. Die Somatisierungsstörung wie auch die Depression stünden in einem
Zusammenhang mit der finanziellen Situation der Familie
sowie
der gesund
heit
lichen Situation des
Ehegatten
. Erschwerend
komme
hinzu, dass
die Beschwerde
führerin unter
enorale
n
,
die Nahrungsaufnahme erschwerenden Aphten
gelitten habe.
Eine medikamentöse, antidepressive Behandlung
sei
nicht nötig
gewesen
, da
die Beschwerdeführerin
gut auf das therapeutische Programm
angesprochen habe
. Im Sinne eines Krankheitskonzeptes
habe die Beschwerdeführerin
die De
pression und die Schmerzproblematik mit den häuslichen Belastungen (Erkran
kung des Ehemannes, angespannte finanzielle
Situation) und der
daraus resul
tie
renden
allgemeinen Überforderung
in Verbindung
gebracht
. Das Untergewicht
sei
zum grossen Teil durch rezi
divierende orale Aphten bedingt. Die Beschwerde
füh
rerin sei in leicht gebesserten Zustand und ohne Hinweise auf Selbst- und Fremdgefährdung nach Hause entlassen worden (S. 3).
Mit
Bericht vom 21. September 2017 (Urk. 6/15/6-10)
attestierten
die
Ärzte der Klinik
Z._
der Beschwerdeführerin in Bezug auf die zuletzt aus
geübte Tätigkeit als Raumpflegerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die Zeit vom 27. Juni bis 6. August 2017 (Ziff. 1.6).
4.4
In seinem Bericht vom 30. Oktober 2017 (Urk. 6/19/6-7) stellte
Dr. med.
B._
, Facharzt für Neurologie,
die folgenden Diagnosen:
-
chronische
migräniforme
Kopfschmerzen
-
depressive Entwicklung mit Verdacht auf Somatisierungsstörung
-
Reduzierter Ernährungszustand
-
Status nach Operation des linken Kiefergelenks im Mai 2015
Er erwähnte, dass von einer chronischen Migräne auszugehen sei
. Es sei sodann schwierig zu beurteilen, ob
eine funktionelle Überlagerung bestehe
(S. 1).
4.5
Dr. med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, stellte in seinem
Bericht vom 29.
November
2017 (Urk. 6/19/1-5) die folgenden Diagnosen (Ziff. 1.1
):
-
chronische
Cephalea
,
holocephal
-
Zervikozephalgien
mit Tinnitus, Schwindel, HWS-Arthrose
-
chronische Kiefergelenksschmerzen links mit
myofaszialer
Schmerzaus
weitung
-
Lumbago bei
fazettären
Reizzuständen
-
Kachexie und allgemeine Schwäche unklarer
Aetiologie
-
Depression, Somatisierungsstörung
-
rezidivierende Aphten unklarer
Aetiologie
(ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit)
Der Arzt erwähnte, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren unter chronischen, nur unzureichend behandelbaren Schmerzen unklarer
Aetiologie
gelitten habe. Sie habe jedoch dennoch gearbeitet, bis dies ab Januar 2017 nicht mehr möglich gewesen sei.
Behandlungen mittels diverser Medikamente seien ohne Erfolg ge
blie
ben
(Ziff. 1.4). Ab Januar 2017 bestehe in der bisherigen Tätigkeit im Haus
dienst eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
Die Frage nach einer Rest
arbeitsfähigkeit in behinderungsangepassten Tätigkeiten könne er nicht beant
wor
ten. Dafür sei ein Assessment erforderlich (Ziff. 1.7).
4.6
Dr. med.
D._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, regionaler ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin, stellte in seiner auf Grund der Akten verfassten Stellungnahme vom 9. März 2018 (Urk. 6/26/4-5) die folgenden Diagnosen (S. 1):
Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
degenerative Veränderungen der HWS mit
Atlantodentalarthrose
und beginnender Spondylarthrose HWK3-5 links
-
Lumbago mit intermittierender
Lumboischialgie
links bei:
-
mittelschwerer Spondylarthrose LWK3-5 und
Anulus
fibros
u
s Riss links LWK 4/5 (
nebenbefundlich
)
-
chronische Migräne, neurologisch unauffällig
Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Somatisierungsstörung
-
leicht- bis mittelgradige depressive Episode
-
Hypakusis beidseits, Tinnitus
aurium
-
Zervikozephalgie
mit Schwindel, Tinnitus und linksbetonten Kiefer
ge
lenks
schmerzen mit/bei:
-
kondylärem
Shaving
und Einbringen von Fett-
Dermis
-Graft als Dis
kusersatz im linken
Kiefergelenk im Mai 2015
-
Untergewicht bei Mangelernährung auf Grund schmerzender Aphten
-
erhöhte Leberwerte
,
rückgängig unter Sistierung von
Mefanacid
und
Pan
toprazol
-
Verdacht auf
rheumatische Erkrankung
(Morbus Behcet wurde ausge
schlossen)
Einschränkungen in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Hauswar
tin/Reini
gerin:
-
m
ittelschwere und schwere Tätigkeit sind nicht möglich
Die Beschwerdeführerin werde durch die Migräneattacken in ihrer
Arbeits
fähig
keit beeinträchtigt. Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Gebäudereinigerin sei
ihr
nicht mehr zuzumuten. Der Beschwerdeführerin sei jedoch die Ausübung angepasster, körperlich
leichte
r,
wechselbelastende
r
Tätigkeit
en
, ohne Arbeiten auf
Leitern und Gerüsten, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Zwangshal
tungen
,
ohne
Oberkopfarbeiten
,
ohne
Arbeiten in weiter Armvorhalte
,
ohne
Rumpf
rotationen
, ohne häufiges
Bücken, Hocken, Kauern, Knien,
ohne häufige
und Nässe-
und
Kälteexposition
und ohne andauernde Vibrationsbelastungen
im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % zuzumuten
(S. 1)
.
5.
5.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
die Beschwer
de
führerin in somatischer Hinsicht unter einer
Zervikozephalgie
, unter
chronische
n
migräniforme
n
Kopfschmerzen
, unter Kiefergelenksbeschwerden und unter
dege
nerative
n
Veränderungen der HWS
und der LWS litt. Während Dr.
A._
in ihrem Bericht vom 14. Februar 2017 (vorstehend E.
4.2
) die Ansicht vertrat, dass die Ursache der
Zervikozephalgi
en
und
der
Kiefergelenksschmerzen
in den
Kiefer
ge
lenke
n
zu suchen sei, ging Dr.
B._
in seinem
Bericht vom 30. Oktober 2017 (vor
stehend E.
4.4
) davon aus, dass die Beschwerdeführerin unter einer chroni
schen Migräne beziehungsweise unter chronischen
migräniformen
Kopfschmer
zen leide. Damit übereinstimmend ging Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom
9. März 2018 (
vorstehend E.
4.6
)
davon aus, dass
die
Beschwerdeführerin durch eine chronische Migräne, durch
degenerative Veränderungen der HWS
sowie durch eine
Lumbago mit intermittierender
Lumboischialgie
in ihrer Arbeitsfähig
keit beeinträchtigt werde.
5.2
In psychischer Hinsicht gingen die Ärzte
der Klinik
Z._
(vorstehend E.
4.3
)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin unter einer
Somatisierungsstörung
und unter
einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode
leide. Sie stellten fest, dass die
Somatisierungsstörung
und
die Depression in einem Zusammenhang mit der finanziellen Situation der Familie
und
der gesundheitlichen Situation des Ehegatten der Beschwerdeführerin
stünden, und dass die Beschwerdeführerin im
Sinne eines Krankheitskonzeptes die Depression und die Schmerzproblematik mit den häuslichen Belastungen
beziehungsweise mit
der
Erkrankung des Ehemannes
und der
angespannte
n
finanzielle
n
Situation in Verbindung gebracht
habe
.
5.3
Diesbezüglich gilt es zu
beachten
, dass nach der Rechtsprechung ein invalidi
sierender psychischer Gesundheitsschaden nicht vorliegt, wenn die erhobenen psychischen Befunde in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden und gleichsam in ihnen aufgehen (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2), und dass demzufolge auch bei einem depressiven Leiden soziale Belastungen, die direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auszuklammern sind (BGE 143 V 409 E. 4.5.2
;
Urteile des Bundesgerichts 8C_582/2017 vom 22. März 2018 E. 5, 8C_746/2015 vom 3. Februar 2016 E. 2.2 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.1).
5.4
Vorliegend gilt es einerseits zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin gemäss der Beurteilung durch die Ärzte der Klinik
Z._
(vorstehend E.
4.3
) vor der
Hospitalisation
in der Klinik
Z._
vom 27.
Juni bis
2.
August
2017
weder ambulant noch stationär psychiatrisch behandelt
worden war
und dass sie auch nach dem Klinikaustritt vom 2. August 2017 in keiner psychiatrischen Behandlung stand.
Andererseits attestierten die
Ärzte der Klinik
Z._
der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht vom
21. September
2017 (vorstehend E.
4.3
) lediglich für die
Zeit
vom 27. Juni bis 6. August 2017 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Raumpfle
gerin.
Des Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass
die Ärzte der Klinik
Z._
feststellten
, dass die von ihnen festgestellte psychische Gesundheitsbeein
träch
tigung im Sinne
einer Somatisierungsstörung und einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode in einem Zusammenhang mit der finanziellen Situation der
Familie und der gesundheitlichen Situation des Ehegatten der Beschwerde
füh
rer
in
stünden, und dass die Beschwerdeführerin im Sinne eines Krankheits
kon
zep
tes die Depression und die Schmerzproblematik mit den häuslichen Belas
tungen
(
im Sinne der Erkrankung des Ehemannes und der angespannten finanziellen Situa
tion
)
in Verbindung gebracht habe
. Gestützt auf die Beurteilung durch die Ärzte der Klinik
Z._
ist daher davon auszugehen, dass es sich bei der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung der Beschwerdeführerin nicht
um eine
von äusseren Belastungsfaktoren unabhängige psychiatrische Erkrankung
im Si
nne eines verselbstständigten psychischen
Leiden
s handelte, sondern um ein solches, welches
in den psychosozialen Umständen
seine hinreichende Erklärung findet.
Unter diesen Umständen ist daher nicht zu beanstanden, dass Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom
9. März 2018 (
vorstehend E.
4.6
)
davon ausging, dass der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung
der Beschwerdeführerin
im Sinne einer Somatisierungs
störung
und einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode keine dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zukomm
t
und da
mit die psychosozialen Belastungsfaktoren, welche direkt
negative
funktionelle Folgen zeitigten, bei seiner Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin ausklammerte.
6.
6.1
Während Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom
9. März 2018 (vorstehend E.
4.6
) davon
ausging, dass
die
Beschwerdeführerin
in somatischer Hinsicht in
folge von
Migräneattacken in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
werde, und
dass ihr
die Ausübung
behinderungsangepasster
, körperlich leichter,
dem Belas
tungsprofil entsprechender
Tätigkeiten im Umfang eines Arbeitspensums von 90
% zuzumuten
sei,
vertrat
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 29. November 2017 (
vorstehend E.
4.5
)
die Ansicht, dass für die Beantwortung der
Frage nach einer Restarbeitsfähigkeit in behinderungsangepassten Tätigkeiten ein Assessment erfor
derlich
sei. Die übrigen beteiligten Ärzte äusserten sich nicht zur Frage nach dem Umfang der Restarbeitsfähigkeit in zumutbaren behinderungsangepassten Tätigkeiten.
6.2
Die Beurteilung durch Dr.
D._
vom 9. März 2018 (vorstehend E.
4.6
)
erfüllt
die nach der Rechtsprechung für eine beweiskräftige medizinische Entschei
dung
s
grundlage vorausgesetzten Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.7
). Denn einerseits ver
fügt Dr.
D._
als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates über eine für die Beurteilung des streitigen somatischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin angezeigte medizinische Weiter
bil
dung. Andererseits hatte
er
Kenntnis sämtlicher medizinischer
Vorak
ten
, setzte
sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden aus
einander und begründete
die gezogenen Schlüsse
, insbesondere hinsichtlich des
resultierenden Belastungsprofils,
in nachvollziehbarer Weise
. Die Beurteilung durch Dr.
D._
vermag daher
grundsätzlich die für eine beweiskräftige medizinische Entschei
dungsgrundlage vorausgesetzten Kriter
ien zu erfüllen. Dabei schadet
n
i
cht, dass es sich um
ein
Aktengutachten handelt, da auch reinen Aktengutachten voller Beweiswert zukommen kann, sofern ein lückenloser Befund v
orliegt und es im Wesentlichen
n
u
r um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medi
zinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22.
Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend der Fall. Eine
r Aktenbeurteilung stand daher
n
i
chts entgegen.
6.3
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch Dr.
D._
vom 9. März 2018 ist vorliegend daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die
Ausübung behinderungsangepasster, körperlich leichter, wechselbelastender Tätig
keiten, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufige wirbelsäulen
be
lastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten mit häufigem Bücken, Hocken, Kauern
, Knien, Oberkopfarbeiten und Arbeiten in weiter Armvorhalte, ohne häufige Rumpfrotationen und ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe- und Kälteexposition im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % zuzumuten
war.
6.4
Da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr änderten, besteht für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von einer Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung solcher abzu
sehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
7
.
7.1
Im Folgenden sind die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
7.2
Nach der Rechtsprechung kommt
das
neue
Berechnungs
modell bei der gemisch
ten Methode
ab dem
1. Januar 2018
(E. 1.5)
zur Anwendung
(
Art.
27
bis
Abs.
2-4 IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestim
mung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017;
Urteil des Bundes
gerichts 9C_553/2017 E. 5.2; vgl.
IV-Rundschreiben Nr. 372
des Bundes
amtes für Sozial
ver
sicherungen, BSV, vom 9. Januar 2018 betreffend Übergangsregelung infolge Änderung der IVV per 1. Januar 2018 betreffend Invaliditätsbemessung für teilerwerbstätige Versicherte).
7.3
Da vorliegend gestützt auf die Beurteilung durch Dr.
C._
vom 29. November 2017 (vorstehend E.
4.5
) davon auszugehen ist, dass eine Arbeitsunfähigkeit früh
es
tens ab Januar 2017 bestand, und da die Beschwerdeführerin ihren Leistungs
anspruch erstmals im Monat August 20
17 geltend
machte (Art. 29 Abs.
1 ATSG; vgl. Urk. 6/9 S. 8)
,
konnte ein Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
daher
früh
estens im Januar 2018 entstehen (Art. 28 Abs. 1
lit
. b in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb bei der Invaliditätsbemessung die Verhältnisse zu diesem Zeitpunkt mass
ge
bend sind.
Demzufolge ist die Invalidität vorliegend ausschliess
lich nach
der
ab 1. Januar 2018
geltenden
Rechtslage beziehungsweise nach dem ab diesem Zeitpunkt geltenden Berechnungsmodell
zur
gemischten Methode
zu bemessen (vorstehend E.
7.2
). Danach ist
das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochzurechnen (vorstehend E.
1.6
).
7.4
7.4.1
I
n einem ersten Schritt
ist
die anteilige Invalidität im Erwerbs
ber
eich zu ermitteln
.
7.4.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.4.3
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des
hypotheti
schen
Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen müssen bis zum Verfügungszeitpunkt berücksichtigt werden
(BGE
129 V 222 E.
4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 4.3).
7.5
7.5
.1
Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist grund
sätz
lich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, der Nominal
lohn
entwicklung angepasste Verdienst (BGE 139 V 28 E. 3.3.2).
Nach der Recht
spre
chung
können die
im Individuellen Konto
(IK)
eingetragenen Einkommen aus unselbständiger oder selbständiger Erwerbstätigkeit Grundlage für die Bemessung des
Valideneinkommens
bilden,
wobei starken und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretenen Schwankungen dadurch Rechnung zu tragen ist, dass auf den Durchschnitt mehrerer
Jahre abgestellt wird (Urteil des Bundesgerichts
8C_211/2013 vom 3. Oktober 2013
E. 4.2).
Der versicherten Person
sowie
der IV-Stelle steht jedoch der Gegenbeweis offen, dass das tatsächlich erzielte (beitrags
pflichtige) Einkommen höher
beziehungsweise
tiefer ist als die
Einkünfte gemäss dem
IK-
Auszug
(Art. 25 Abs. 1 IVV; Urteile
des Bundesgerichts 9C_658/2015 vom 9. Mai 2016 E. 5.1.1 und
8C_9/2009 vom 10. November 2009 E. 3.4).
7.5
.2
Da die Beschwerdeführerin die bisher bei der Gemeinde
Y._
ausgeübten Tätig
keiten aus gesundheitlichen Gründen
nicht mehr ausüben konnte (vgl. Urk. 6/24 S. 3),
ist
davon auszugehen, dass
sie
ohne Gesundheitsschaden zum Zeitpunkt
eines frühestmöglichen
Rentenbeginns
im Jahre 2018
weiterhin an ihren bishe
ri
gen Arbeitsplätzen
bei der Gemeinde
Y._
als Gebäudereinigerin und als Haus
wartin
im Umfang eines Arbeitspensums von
insgesamt
10 % tätig gewesen wäre.
7.5.3
Während die Beschwerdeführerin
bei der Gemeinde
Y._
bereits
seit 1. Mai 2012 als Hauswartin
tätig war, nahm sie die Tätigkeit als Gebäudereinigerin erst am
17. November 2014
auf
(Urk. 6/8; Urk. 6/16 Ziff. 5.1)
.
Grundlage für die Be
messung des
Valideneinkommens
stellen daher die von der Beschwe
r
deführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens bei der Gemeinde
Y._
in den Jahren 2015 und 2016 erzielten Einkünfte dar.
Gemäss
dem
IK-
Auszug
(Urk.
6/14
)
hat die Beschwerdeführer
in
im Jahre
2015
einen AHV-beitragspflichtigen Verdienst von
insgesamt
Fr.
8’0
14.
und im Jahre 2016
einen solchen von Fr.
7’280
.--
erzielt
. Infolge der nicht unerheblichen Schwankungen ist bei der Bemessung des
Valideneinkommens
auf den Durchschnittswert
der Einkünfte
abzustellen.
Unter
Berücksichtigung der durchschnittlichen Nominal
lohn
entwicklung im
Bereich
«
sonstige wirtschaftliche Tätigkeiten
»
, welche
r den Bereich «
Allgemeine Gebäude
reinigung
»
mit
umfasst (NOGA 2008, Allgemeine Systematik der Wirtschafts
zweige, Code 8121
;
www.bfs.admin.ch)
,
von
0.2
%
im Jahre 2016
, von 0.4 % im Jahre 2017 und von 0.1 % im Jahre 2018 (www.bfs.admin.ch; T1.15
Nominal
lohnindex, 201
6-2018
)
resultiert im Jahre 2018 aufgerechnet auf ein hypothe
tisches Arbeitspensum von 100 % ein
Valideneinkommen
von Fr.
76
'
933
.20
([Fr. 8'014.-- x 1.002 x 1.004 x 1.001
x 10
÷ 2
] + [Fr. 7'280.-- x 1.004 x 1.001 x 10 ÷ 2])
.
7.6
7.6.
1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7.
6
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
7.
6
.3
Ein Leidensabzug ist nach der Rechtsprechung auch dann nicht gerechtfertigt,
w
enn die gesundheitlichen Einschränkungen oder die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit beziehungsweise das eingeschränkte Rendement vom medizinischen Experten in der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom 4. April 2012 E. 3.2 und
3.3). Sodann rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeits
fähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leis
tungsfähig ist, nach der Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_827/2009 vom 26. April 2010 E. 4.2.1, 9C_980/2008 vom 4. März
2009 E. 3.1.2, 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 4.3.3, 9C_344/2008 vom 5. Juni 2008 E. 4 und I 69/07 vom 2. November 2007 E.
5.1).
7.
6
.4
Vorliegend
ist der Beschwerdeführerin gemäss der
Beurteilung durch
Dr.
D._
vom 9. März 2018 die Ausübung behinderungs
angepasster, körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeiten, ohne Arbeiten auf Leitern
und Gerüsten, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten mit häufigem Bücken, Hocken, Kauern, Knien, Oberkopfarbeiten und Arbeiten in weiter Arm
vorhalte, ohne häufige Rumpfrotationen und ohne andauernde Vibrations
be
lastungen und Nässe- und Kälteexposition im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % zuzumuten
.
Die
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwere Arbeiten zu verrich
ten,
führt indes
nicht auto
ma
tisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invaliden
lohns.
Denn das
trotz der gesundheitlichen Beeinträch
tigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgegli
chenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, der durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätig
keiten aufweist (Urteil
des Bundesgerichts
9C_353/2019 vom 1
1.
Juli 2019 E. 3.3
;
BGE 138 V 457 E. 3.1).
Folglich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2 und 8C_61/2018 vom 23. Mär
z 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen).
Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich.
Sodann ist der U
mstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (gemäss der LSE 2012 und der nach
folgenden LSE)
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/201
9 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2),
die
dem Zumutbarkeitsprofil
von Dr.
D._
entsprechen
.
Es ist daher
von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen, auch wenn die Beschwerdeführerin über keine Berufsausbildung verfügt. Zu denken ist beispielsweise an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten.
Ein leidensbedingter Abzug
vom Tabellenlohn erscheint vorlie
gend daher nicht als gerechtfertigt.
7.6.5
Schliesslich ergibt sich aus der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monat
l
ichen Durchschnittsbruttolöhnen, dass ein
Beschäftigungsgrad
von 90 % einer vollzeitlichen Beschäftigung entspricht
(IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 2
2.
Okto
ber 2014, Anhang; vgl. dazu BGE 142 V 1
78 E. 2.5.1 S. 184 mit Hinweis), weshalb ein
Abzug vom Tabellenlohn auf Grund der
Teilzeitarbeit
schon aus diesem Grunde nicht in Betracht fällt.
7.6.6
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts
der LSE 2016
für
einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerk
licher Art (Kompetenzniveau 1) für Frauen
(Total; Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2012)
von Fr.
4’363
.--
,
resultiert unter
Berück
sichtigung der durchschnittlichen Nominal
lohn
entwicklung aller Wirt
sch
afts
zweige (Total)
von 0.4 % im Jahre 2017 und von
0.5
% im Jahre 2018 (www.bfs.admin.ch; T1.15 Nominallohnindex, 2016-2018)
und
einer betriebs
üb
lichen
Wochenarbeitszeit im Jahre 2018
von ins
gesamt 41.7 Stunden (
www.bfs
.
ad
min.ch;
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen
) sowie eines
zum
utbaren Beschäftigungsgrades von 90
%
ein hypothetisches Inv
aliden
ein
kommen
im Jahre 2018
von Fr
.
49'566.10
(Fr.
4’363
.--
x 1.004 x 1.005
x
12 Mo
nate ÷ 40 Stun
den x 41.7
Stunden
x 0.9
)
.
7.7
Der
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
76'933.20
mit dem
Invaliden
ein
kommen von
Fr.
49'566.10
ergibt eine Erwerbseinbusse
von Fr.
27
’
367.1
0
und einen Teilinvalidi
tätsgrad im erwerblichen Bereich von
(gerundet) 36
%.
7.8
7.8
.1
Bei der Bemessung der Invalidität im Haushaltsbereich ist praxisgemäss vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungs
an
sprecher im Rahmen der Schaden
minderungspflicht Massnahmen zuzumuten
sind, die ein
vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn
er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltens
weisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledi
gung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehö
rigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt
tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche
nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewie
sener
massen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheits
schä
digung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2
S. 509
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_91/2016 vom 13. Juni 2016 E. 5.2.3.1).
7.8
.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Inva
lidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestim
mung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den
medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Ver
sicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicher
ten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen
Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
rich
ts 8C_
8
1
7/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
7.
8
.3
Der sich
bei den Akten befindende Haushaltabklärungsbericht vom
13. April
2018 (Urk.
6/24
) enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. Ge
stützt darauf wurde ein Betätigungsvergleich vorgenommen. In Überein
stimm
ung mit der im Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversiche
rung (KSIH RZ 3087, in der ab 1. Januar 2018 geltenden Fassung) statuierten Ver
wal
tungspraxis wur
den darin die im Haushalt anfallenden Tätigkeiten in fünf Auf
gaben aufge
teilt (Ernährung, Wohnungs- und Hauspflege, Einkauf, Wäsche und Kleiderpflege, Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen) und nach deren prozentualen Bedeutung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkei
ten be
wertet.
Anschliessend
wurde für jede der Tätigkeitsbereiche die konkrete Be
hin
derung ermittelt. Dabei resultierte eine
E
inschränkung im Aufgabenbereich des
Haus
halts von gesamthaft 9
%.
7.8.4
Insgesamt genügt der Haushaltabklärungsbericht vom
13. April 2018 (Urk. 6/24)
den rechtlichen Anforderungen (vgl.
vorstehend E. 7.8.2 und
Urteil des Bundes
gerichts I 246/05 vom 30. Oktober 2007 E. 5.2.1, nicht
publ
. in: BGE 134 V 9).
In inhaltlicher Hinsicht vermag sodann zu überzeugen, dass die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin darin davon ausging, dass dem im gleichen Haushalt wohnenden Sohn der Beschwerdeführerin eine Mithilfe bei der täglichen Gebäu
de
reinigung im Umfang einer Stunde, sowie eine angemessene Mithilfe beim Abwaschen des Geschirrs, beim Einkaufen und bei der Wäsche und Kleiderpflege zuzumuten ist.
Es ist daher nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü
gung vom
3. Juli 2018
(Urk. 2) gestützt darauf von einer Einschränkung
im Haushaltsbereich von
9
%
ausging.
7.9
Bei
einem hypothetischen Umfang der
Ausübung einer Erwerbstätigkeit
von 10 %
und der
Betätigung im Haushalt im Gesundheitsfall
im restlichen Umfang von 90
%
resultiert ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von
3.6
%
(36 % x 0.1)
und ein gewichteter Teilin
validitätsgrad im Haushaltsbereich von
8.1
%
(
9 % x 0.9
) sowie ein
Gesamtinvalidität
sgrad
von
(gerundet; vgl. BGE 130 V 12)
12
%.
Damit wird ein für den An
spruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invali
ditätsgrad von min
des
tens 40 % nicht erreicht.
8.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der ange
fochtenen Verfügung vom
3. Juli 2018
(Urk. 2) einen Anspruch der Beschwerde
führerin auf eine Invalidenrente verneinte, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
9
.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Bes
chwerdeverfahren vor dem kan
to
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
7
00.-- fest
zusetzen und
der
unterlie
genden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen,
zufolge Gewährung der unentgelt
li
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).