Decision ID: de81ecd9-5baa-4e67-90a0-81ddeaebc932
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X._
absolvierte eine Maurerlehre und 1996 eine Weiterbildung zum Bauführer IBZ (
Urk.
8/2/8). 1989 hatte er einen Autounfall mit Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Ab Mai 2003 arbeitete er
als Polier bei der
Y._
AG
im Hoch- und Umbaubereich
, als er sich am 2
4.
Februar 2005 unter Hinweis auf Bandscheiben
probleme bei der Eidgenössischen Invaliden
versiche
rung für eine Umschulung auf eine neue Tätigkeit anmeldete (Urk.
8
/5).
Das Arbeitsverhältnis endete Ende Mai 2005
(Urk. 8/
13/4).
Nachdem die Sozialver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die medizinischen und beruf
lichen Ver
hältnisse abgeklärt hatte (Urk.
8
/9-13), sprach sie ihm mit Verfügung vom
10.
Januar 2006 die Kosten für diverse Computerkurse im Rahmen beruf
licher Massnahmen zu (Urk.
8
/21).
1.2
Wegen persistierender Beschwerden meldete sich der Versicherte am
4. Septem
ber 2006 erneut für berufliche Massnahmen an (Urk.
8
/24). Die IV-Stelle holte daraufhin einen Arztbericht (Urk.
8
/29) sowie den Arbeitgeberbericht (Urk.
8
/30) ein und tätigte ber
ufliche Abklärungen (Urk. 8
/31 ff.). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (Urk.
8
/37, Urk.
8
/40) wies die IV-Stelle das Begehren um Gewährung beruflicher Massnahmen mit Verfügung vom 1
6.
April 2007 ab (Urk.
8
/42). Die hiergegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Sozialver
sicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2007.00689 vom 31. Januar 2008 in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese die erforderlichen wei
teren Abklärungen bezüglich Umfang und Inhalt der Arbeitsfähigkeit tätige und hernach über den Anspruch auf berufliche Massnahmen neu verfüge (Urk.
8
/53).
In der Folge nahm die IV-Stelle weitere Arztberichte (Urk.
8
/63-64, Urk.
8
/67, Urk.
8
/70, Urk.
8
/76) sowie den Bericht über das Arbeitsassessment im
Z._
Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin (Urk.
8
/77), zu den Akten und liess
den Versicherten durch Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, orthopädisch begutachten (Gut
achten vom 2. Juli 2008, Urk.
8
/65). Zudem holte sie einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk.
8
/72) und den Arbeitge
berfragebogen (Urk.
8
/74) ein und führte Gespräche mit dem Versicherten (Urk.
8
/80, Urk.
8
/85). Mit Mitteilung vom 2
3.
Januar 2009 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (Urk.
8
/83). Am 18. Februar 2009 sprach sie ihm die Kostenübernahme für die Umschulung zum Bauführer bei der Schweizerischen Bauschule
B._
ab
6.
Feb
ruar 2009 bis 23. April 2010 zu (Urk.
8
/88). Diese berufliche Massnahme wurde indes abgebrochen und mit Mitteilung vom 2. Juli 2009 die dafür erfolgte Kos
tengutsprache für die Zukunft aufgehoben (Urk.
8
/104). Am 2
8.
Oktober 2009 sowie am 20. August 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten dann mit, sie übernehme die Kosten für eine Umschu
lung zum Bauführer beim Ausbildungs
zentrum
C._
ab 2.
November 2009 bis 21.
April 2011 und sie über
nehme im Rahmen der Ausbildung ein Praktikum bei der
D._
AG vom 2
9.
März bis 5. November 2010 (Urk.
8
/113 und Urk.
8
/130). Mit Mitteilung vom 2
3.
Juni 2011 hielt die IV-Stelle fest, die Umschulung zum Bauführer habe der Versicherte erfolgreich ab
geschlossen (Urk.
8
/137). Am
4.
November 2011 erteilte die IV-Stelle Kosten
gutsprache für ein Arbeitstraining bei der
E._
AG vom
1.
November 2011 bis zum 2
7.
April 2012 (Urk.
8
/148). Am 2
1.
Juni 2012 teilte sie mit, das Arbeits
training sei erfolgreich abgeschlossen und er sei nun renten
ausschliessend ein
gegliedert (Urk.
8
/156).
1.3
Anlässlich der Besprechung vom
8.
August 2012 gab der Versicherte an, seine gesundheitliche Situation habe sich verschlechtert. Sein Arbeitgeber bezifferte die verbliebene Leistungsfähigkeit mit 50 % (Urk.
8
/160). Am
5.
November 2012 bat der Versicherte die IV-Stelle, ihn erneut bei der Stellensuche zu unterstützen (Urk.
8
/168). Nach medizinischen und beruflichen Abklärungen teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 1
8.
April 2013 mit, ein Arbeitsplatzerhalt sei zurzeit nicht möglich, weshalb die Arbeitsplatzerhaltung abgeschlossen werde. Betref
fend Rente werde er später eine separate Verfügung erhalten (Urk.
8
/178).
1.4
Die IV-Stelle nahm weitere Berichte und Unterlagen zu den Akten, holte die ver
sicherungsmedizinische Beurteilung ihres
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
ein (Urk.
8
/188/4) und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 14. August 2013 die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (Urk.
8
/190). Hiergegen erhob der Versicherte am 1
3.
September 2013 unter Beilage diverser Unterlagen Einwand (Urk.
8
/195-203). Am 22. Oktober 2013 beantragte er zudem unter Bei
lage medizinischer Berichte und Zeugnisse, es seien ihm im Umfang der beste
henden Restarbeitsfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit berufliche Mass
nahmen zuzusprechen (Urk.
8
/208-209), was Einladungen zu Gesprächen zur Folge hatte (Urk.
8
/213, Urk.
8
/221). Nach dem Einholen einer weiteren RAD-Stellungnahme (Urk.
8
/214/2) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 4.
Dezem
ber 2013 den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk.
8
/215).
Mit Urteil IV.
2014.00050 vom 25. Juni 2015
hob das
Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich
di
e
angefoch
tene Verfügung
auf und wies die Sache an die IV-Stelle
zurück, damit diese nach erfolgten
Abklärung
en im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch des Versicherten
neu verfüge
(Urk. 8/
241/15).
1.5
Im weiteren Verlauf nahm die IV-Stelle aktuelle Berichte vom behandelnden Neu
rologen und der Ergotherapeutin des Versicherten (Urk. 8/243, Urk. 8/247) sowie den Einspracheentscheid der Suva vom 10. Dezember 2015 (Urk. 8/251) zu den Akten.
Darin hatte die Suva einen Anspruch des Versicherten auf erneute Leis
tungen wegen eines geltend gemachten Rückfalls zum Unfall von 1989 verneint, was das hiesige Gericht im Verfahren UV.2016.00030 mit Urteil vom 29. Septem
ber 2017 bestätigte.
Die IV-Stelle liess den Versicherten in den Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Neuropsychologie, Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates sowie Psychiatrie und Psychotherapie begutach
ten, wobei das entsprechende polydisziplinäre Gutachten der F._
AG
am 29. August 2016 erging (Urk. 8/264 und Urk. 8/265). Es folgten weitere Berichte des behan
delnden Neurologen inklusive Stellungnahme zum Gutachten der F._ (Urk. 8/267, Urk. 8/272-274), eine ergänzende Stellungnahme der F._-Gutachter vom 5. April 2017 (Urk. 8/278) sowie Stellungnahmen des RAD sowie des Rechtsdienstes (Urk. 8/286). Mit Vorbescheid vom 7. August 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 8/287). Dagegen erhob dieser am 14. September 2017 unter Beilage einer Lohnempfehlung der Unia Einwand (Urk. 8/292-293), wozu die Kundenberatung der IV-Stelle Stellung nahm (Urk. 8/294/2-3). Am 19. Dezember 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 8/295 = Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 1. Februar 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. August 2013 eine seiner Erwerbsunfähigkeit entsprechende Inva
lidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 10. April 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. April 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Entscheid aus, in Nachachtung des Urteils des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 25. Juni 2015 in Sachen der Parteien habe sie eine polydisziplinäre Begutachtung in Auf
trag gegeben. Dieses Gutachten der F._ habe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ergeben, wobei unter anderem die Bauführertätigkeit angepasst sei. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades nahm sie als Validen
einkommen den auf ein Pensum von 100 % hochgerechneten Lohn, den der Ver
sicherte als Vorarbeiter 2005 noch verdient hatte und rechnete diesen auf das Jahr 2012 hoch (Urk. 8/285). Für das Invalideneinkommen bezog sie sich auf die statistischen Lohnangaben des Bundesamtes für Statistik des Kompetenzniveaus 2 und ermittelte einen renten
aus
schliessenden Invaliditäts
grad von 25 %. Weiter hielt sie fest, bei positivem Symptomvalidierungstest seien weitere neuropsycho
logische Abklärungen nicht angezeigt. In der psychiatrischen Begutachtung hätten sich keine Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung gezeigt und auch die behandelnden Ärzte hätten keine psychiatrische Diagnose gestellt. Sodann wies sie auf die Selbsteingliederungspflicht hin (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer beanstandete in seiner Beschwerde, das Gerichtsurteil IV.2014.00050 vom 25. Juni 2015 sei nicht korrekt umgesetzt worden. Das Gericht habe für die Beschwerdegegnerin bindend festgehalten, eine Arbeitsun
fähigkeit in der Tätigkeit als Bauleiter sei erstmals ab August 2012 aufgetreten. Mit anderen Worten sei im August 2012 eine Verschlechterung eingetreten. Des Weiteren habe das Gericht verlangt, der Schwankschwindel, die Schmerzen sowie die kognitiven Störungen und deren allfällige Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit seien weiter abzuklären, wobei die Beschwerdegegnerin die neue Bundesge
richtspraxis zu den unklaren Beschwerdebildern zu beachten und deshalb auch seine psychischen Ressourcen zu berücksichtigen habe (Urk. 1 S. 3). Gemäss dem Gutachten sei er in einer körperlich überwiegend leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten voll arbeitsfähig, in der (ursprünglich) erlernten Tätigkeit als Maurer sowie in der umgeschulten Tätigkeit als Bauleiter jedoch seit 1990 voll arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 3 f. und S. 8). Weiter brachte er vor, der neuropsychologische Teil des Gutachtens der F._ sei nicht brauchbar, da die begutachtende Psychologin, welcher es im Übrigen an einer zureichenden fachlichen Qualifikation fehle, die Tests verfrüht abgebrochen habe. Dabei sei sie fälschlicherweise von einer bewusstseinsnahen Verfälschung ausge
gangen. Er habe während der Tests eine Schwindel- (und Kopfweh-)attacke erlit
ten. Die F._ habe selber eingeräumt, dass eine erneute Untersuchung vorzu
nehmen gewesen wäre (Urk. 1 S. 4 f.). Sodann sei das psychiatrische Teilgutach
ten mangelhaft. Es erweise sich als zu oberflächlich und äussere sich nicht seriös zu den noch vorhandenen psychischen Ressourcen (Urk. 1 S. 5). Auch die Anga
ben des neurologischen Gutachters basierten nicht auf fundierten Abklärungen, widersprächen den übrigen medizinischen Akten und seiner Erwerbsbiographie und seien folglich nicht verwertbar (Urk. 1 S. 5 f.). Der neuropsychologische Bericht von lic. phil. G._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie und Psychotherapie,
vom 19. Januar 2018 sei umfassend und stehe in Einklang mit der Aktenlage. Gestützt darauf sei aus neuropsychologischer Sicht von einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit als Maurer/Vorarbeiter sowie von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit als Bauführer/Bauleiter respektive in einer Füh
rungsposition auszugehen (Urk. 1 S. 6 f.). Nachdem er laut Feststellung des Gerichts im Rückweisungsurteil die Umschulung in den Beruf des Bauleiters erfolgreich abgeschlossen gehabt habe und rentenausschliessend eingegliedert gewesen sei, sei beim Valideneinkommen das Einkommen eines gelernten Bau
führers von jährlich Fr. 116'500.-- anzunehmen (Urk. 1 S. 8). Unter diesen Umständen sei ihm die Ausübung einer unqualifizierten Hilfsarbeitertätigkeit nicht zumutbar. Das von der Beschwerdegegnerin angenommene Invalidenein
kommen sei aufgrund seiner kognitiven Einschränkungen unrealistisch, respek
tive es bestehe in einer solchen Tätigkeit zumindest eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit. In jeder intellektuellen Tätigkeit, welche dem Profil einer leichten Arbeit entspreche, sei ihm gar nur ein Pensum von 20 % möglich. Demnach resultiere eine Erwerbseinbusse von über 70 %. Der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe seit 1. August 2013 (Urk. 1 S. 9).
3.
3.1
Das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
hat im Rückweisungsurteil IV.2014.00050 vom 25. Juni 2015 in Sachen der Parteien festgehalten, in der neuen Tätigkeit als Bauleiter seien gesundheitliche Beeinträchtigungen erst ab August 2012 aktenkundig (Urk. 8/241/11 E. 4.1). Die Kopfschmerzen vermöchten keine andauernde Erwerbsunfähigkeit zu begründen (Urk. 8/241/11 E. 4.2). Die vestibuläre Migräne sowie die rezidivierenden Schwankschwindelanfälle seien nicht zu objektivieren gewesen und auch die geklagten Rücken- und Beinschmer
zen seien nur teilweise erklärbar. Bei solchen medizinisch unklaren Beschwerde
bildern nehme die Plausibilitätsprüfung naturgemäss einen besonderen Stellen
wert ein. Es verbleibe zu prüfen, ob sich die geklagten Beschwerden - insbeson
dere der Schwankschwindel, aber auch die Schmerzen - plausibilisieren liessen, oder ob trotz fundierter Abklärungen keine Plausibilisierung der Beschwerden und ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit möglich sei. Ähnlich verhalte es sich mit den von Prof. Dr. phil. H._, Neuropsychologin, und Dr. med. I._, Fachärztin für Neurologie, beschriebenen kognitiven Störungen, welche nicht mittels eines Beschwerdevalidierungsverfahrens über
prüft worden seien (Urk. 8/241/12-13). Bei fehlenden Hinweisen auf eine subop
timale Leistungsbereitschaft, echtzeitlich dokumentierten Gefühlen der Überfor
derung während der Ausbildung zum Bauleiter sowie bei Zeichen einer möglichen axonalen Scherverletzung (
„shear injuries“) seien die allfälligen kognitiven Defi
zite sowie deren allfällige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit weiter abzuklären
(Urk.
8/241/13-14)
. Dementsprechend wurde die Sache zu weiteren Abklärungen und zum anschliessenden erneuten Entscheid an die IV-Stelle zurückgewiesen (Urk. 8/241/15).
3.2
Dr. med. J._, Facharzt für Neurologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, berichtete am 27. Juni 2015, die Erfahrungen der letzten verschie
denen Arbeitsversuche hätten leider alle bestätigt, dass der Beschwerdeführer bei jeweils immer als sehr gut attestiertem Einsatz höchstens eine halbe Leistung
pro Zeiteinheit habe erbringen können. Wegen der generell reduzierten Belastbar
keit sollte zudem eine Halbtagsbeschäftigung nicht überschritten werden (Urk. 8/243/2). Am 25. April 2016 führte Dr. J._ aus, die neurologische Nachkontrolle habe keine Hinweise auf eine periphere vestibuläre Störung wie zum Beispiel einen paroxysmalen Lagerungsschwindel ergeben. Wahrscheinlich seien die intermittierenden Trümmel-Attacken zentralbedingt, das heisse Folgen der alten Hirnverletzung (Urk. 8/274/2). Auch in seinem Bericht vom 26. Oktober 2016 bestätigte er eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % für eine körperlich nicht stark belastende Arbeit ohne stressige Umgebung und Hektik (Urk. 8/267/2).
3.3
Dem Bericht der dipl. Ergotherapeutin K._ vom 7. Oktober 2015 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer sei bei den unterschiedlichen Arbeits
plätzen und Anforderungen jeweils durch eine verminderte körperliche und kog
nitive Belastbarkeit aufgefallen. Spätestens nach einigen Wochen oder Monaten könne er die vereinbarten Arbeitsleistungen nicht mehr erbringen und erhalte die Kündigung. Es sei offensichtlich, dass er nur in einem angepassten Arbeitsumfeld
tätig sein könne, beispielsweise an einem geschützten Arbeitsplatz. Eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt sei aufgrund der körperlichen und kognitiven Einschrän
kungen nicht anzustreben und führe zu Frustrationen bis hin zu Suizidgedanken (Urk. 8/247).
3.4
Der Beschwerdeführer wurde von den
F._
-Gutachtern in in
ternistischer, neu
rologischer, orthopädischer,
psychiatrischer
sowie neuropsychologischer
Hinsicht fachärztlich untersucht und beurteilt.
Im
Gutachten vom
29. August 2016 nann
ten die Gutachter als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Spondylodese L4 bis S1, einen Status nach Schulterluxation rechts mit rezidivie
render Periarthropathie und leichtgradiger Bewegungseinschränkung sowie
ein Lumbovertebralsyndrom mit residueller Schädigung der motorischen
L5-Anteile mit allenfalls leichtgradiger Fuss- und Zehenheberschwäche links (Urk. 8/264/55). Dem beginnenden Morbus Dupuytren D3 und D4 rechts sowie der Migräne, differentialdiagnostisch Analgetika induzierter Kopfschmerz, mas
sen sie keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 8/264/55). Für einen zentralen oder peripher-vestibulären Schwindel habe sich in der neurologischen Untersuchung kein Hinweis ergeben (Urk. 8/264/27-28). Das Vorliegen einer psy
chischen Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, namentlich einer Depression, verneinten sie ebenfalls (Urk. 8/264/43-44, Urk. 8/264/52). Sodann führten sie aus, bei Zeichen der bewusstseinsnahen demonstrativen Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden fehle ein ausreichender Anhalt für eine hirnorganisch bedingte kognitive Leistungsminderung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/264/49,
Urk. 8/264/52).
In Zusammenfassung aller Teilgutachten gelangten die Gutachter zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der erlernten und körperlich über
wiegend schweren Tätigkeit eines Maurers sei aufgrund der Spondylodese und der leichtgradigen Einschränkung der Einsetzbarkeit der rechten Schulter seit 1990 auf Dauer vollumfänglich erloschen. In körperlich überwiegend leichten bis mittelschweren Tätigkeiten ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sei von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % auszugehen. In Frage kämen beispielsweise Bürotä
tigkeiten, Arbeiten als Lagerist, Tätigkeiten an Pforten und Rezeptionen sowie in Telefon- und Wachdiensten. Da die umgeschulte Tätigkeit als Bauleiter Arbeiten in unebenem Gelände, so auch auf Leitern und Gerüsten, beinhalte, sei sie unge
eignet, respektive bestehe seit 1990 eine Arbeitsfähigkeit von 0 % (Urk. 8/264/51-52).
3.5
Dem Bericht von Dr. J._ vom 23. Dezember 2016 ist zu entnehmen, die depressiven Symptome hätten sich - sicher wesentlich mitbedingt durch den Druck der Invalidenversicherung und durch die erfolgte Begutachtung - teils deutlich vermehrt und es sei zu Suizidversuchen mit Schnittwunden über dem volaren Handgelenk gekommen. Bei einer notfallmässig von ihm veranlassten Kontrolle durch den Hausarzt am 10. November 2016 habe sich die Situation offenbar wieder entschärft gehabt (Urk. 8/273/1). Des Weiteren beanstandete Dr. J._ das neuropsychologische Teilgutachten der F._ (Urk. 8/273/2) und postulierte, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei gestützt auf die seriöse neuropsychologische Untersuchung durch Prof. H._ sowie unter Berücksichtigung des Scheiterns sämtlicher Arbeitsbemühungen festzulegen (Urk. 8/273/3).
3.6
In ihrer Stellungnahme vom 5. April 2017 führten die F._-Gutachter aus, das Schreiben von Dr. J._ vom 23. Dezember 2016 enthalte namentlich keinen Untersuchungsbefund, weshalb er sich nicht gut mit dem Gutachten vergleichen lasse (Urk. 8/278/1). Sie hielten weiter fest, die neuropsychologische Gutachterin Dipl. Psych. L._ sei Mitglied des eidgenössischen Psychologenver
bands FSP und in der Schweiz als Psychologin durch die zuständige staatliche Behörde anerkannt. Wie allenfalls auch Prof. H._ verfüge sie über einen pri
vatrechtlichen Weiterbildungstitel und sei laut den Feststellungen der Bundesäm
ter für Gesundheit sowie für Sozialversicherungen berechtigt, als Neuropsycho
login zu arbeiten. Sie seien nach wie vor der Ansicht, dass weitere neuropsycho
logische Tests beim positiven Ausfallen von Symptomvalidierungstests nicht sinnvoll seien. Dabei sei das anlässlich der neuropsychologischen Begutachtung angewandte Symptomvalidierungs
verfahren auf Personengruppen mit hirnorga
nischer Schädigung normiert, respektive es würden gar Personen mit selbst erheb
lichen hirnorganischen Schäden bei einer ausreichenden Mitarbeitsbereit
schaft Ergebnisse im Normbereich erreichen (Urk. 8/278/2-3). Das Scheitern von Arbeitserprobungen sei kein objektiver versicherungsmedizinischer Parameter einer nicht gegebenen Arbeitsfähigkeit, da hier nebst krankheitsbedingten grund
sätzlich auch andere Faktoren ursächlich sein könnten. Dennoch empfahlen die F._-Gutachter eine nochmalige psychiatrische und neuropsychologische Kontrolle bei ihnen, um einen psychiatrischen Verlaufsbefund und eine nochma
lige neuropsychologische Testung zu einem Vergleich heranziehen zu können. Dabei stünden auch andere Neuropsychologen zur Verfügung (Urk. 8/278/3).
3.7
Der RAD hielt aus medizinischer Sicht am 15. Mai 2017 an seiner Stellungnahme vom 27. September 2016 fest, wonach das Gutachten der F._ plausibel sei (Urk. 8/286/3-4).
3.8
Lic. phil. G._ untersuchte den Beschwerdeführer am 3. und am 10. Januar 2018 neuropsychologisch (Urk. 3/2 S. 1). Sie gelangte zum Schluss, den anam
nestischen Angaben folgend leide der Beschwerdeführer nach wie vor an den Folgen der im Jahr 1989 erlittenen traumatischen Hirnverletzung. Es sei kein sel
tener Verlauf, dass Menschen mit einer Hirnverletzung mit übermässigem Enga
gement - zumindest kurz- bis mittelfristig - ihren bisherigen beruflichen Anfor
derungen gerecht werden könnten. Meist führe dann die langjährige Überforde
rung zu Erschöpfung und zur psychischen Dekompensation. So hätten auch beim Beschwerdeführer die mehrjährige hohe Belastung und der langwierige Versiche
rungskonflikt in einer Depression mit Erschöpfung und suizidalem Gedankengut gemündet. Die anamnestisch beschriebenen kognitiven Schwierigkeiten seien heute weiterhin objektivierbar und seien vergleichbar mit den am 31. Januar 2013 festgestellten kognitiven Defiziten. Klinisch und testpsychologisch könne die Kooperationsbereitschaft heute als gegeben beurteilt werden. Bezüglich der im F._-Gutachten interpretierten bewusstseinsnahen Darbietung von Beschwerden sei zu bedenken, dass der Beschwerdeführer an Einschränkungen der sensorischen Wahrnehmung leide (Bewegungssehen, Lautdiskriminierung), welche unter Umständen die Durchführung der entsprechenden Testverfahren (Zeitdruck) beeinträchtigt haben könnten. Ätiologisch seien die festgestellten kognitiven Defizite mit der 1989 erlittenen traumatischen Hirnverletzung verein
bar und lokalisatorisch hinweisend auf die in der Bildgebung bestätigte links frontal betonte Funktionsstörung. Bezüglich Antriebshemmung und Müdigkeit seien komorbide Anteile durch Depressivität und Erschöpfung heute allerdings nicht ausser Acht zu lassen (Urk. 3/2 S. 13). Die beim Beschwerdeführer festge
stellten kognitiven Defizite wirkten sich in negativer Weise auf die Alltagsbewäl
tigung und die beruflichen Aufgaben aus. Die grösste Gefahr betreffe die chroni
sche Überforderung. Für eine langfristig erfolgreiche berufliche Wiedereingliede
rung sei die neue Tätigkeit des Beschwerdeführers seinen kognitiven Möglichkei
ten anzupassen und die Belastung sei schrittweise aufzubauen (Urk. 3/2 S. 14). Am 29. Januar 2018 ergänzte die Neuropsychologin, die Arbeitsfähigkeit als Bau
führer betrage aus rein neuropsychologischer Sicht schätzungsweise 20 %, da die Anforderungen dieser Tätigkeit an die kognitive Leistungsfähigkeit hoch seien, aber auch wegen der möglichen Überforderung des stark verunsicherten Beschwerdeführers durch die Verantwortung, welche eine Tätigkeit im mittleren bis oberen Kader mit sich bringe (Urk. 3/5 S. 1).
4.
4.1
Die IV-Stelle stellte bei ihrem Entscheid auf das F._-Gutachten vom 29. August 2016 ab (Urk. 2 S. 2). Das genannte Gutachten basiert auf fachärzt
lichen Untersuchungen sowie auf den anlässlich dieser Untersuchungen erhobe
nen Befunden, auf den Vorakten, den Angaben des Beschwerdeführers sowie der erhobenen Anamnese.
Ferner beant
wortet es d
ie gestellten
Fra
ge
n umfassend und setzt sich mit anderslau
tenden Beurteilungen
auseinander. Somit
erfüllt
es
die von der Recht
sprechung gestellten formellen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehende E. 1.3).
4.2
Der internistische Gutachter fand keinen Anhalt für eine die Arbeitsfähigkeit ein
schränkende internistische Diagnose, was mit den Angaben des Beschwerdefüh
rers sowie mit den Vorakten in Einklang steht (Urk. 8/264/20). Dass aus internis
tischer Sicht keine Invalidität angenommen wurde, ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar.
4.3
Dass
der neurologische Gutachter dem Kopfschmerz mangels Dokumentation einer namhaften Beeinträchtigung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumass
(Urk. 8/
264/28), stimmt überein mit der Feststellung im Rückweisungsurteil, wonach wegen der Kopfschmerzen keine andauernde Erwerbsunfähigkeit dargetan ist (vgl.
Urk.
8/241/11 E. 4.2).
In Anbetracht des residuellen leichtgradigen motorischen L5-Wurzelkompressions
syndroms links bei stattgehabter lumbaler Spondylodese mit Fusion von LWK4 bis SWK1 ist es nachvollziehbar, dass rückenbelastende Tätigkeiten unzumutbar sind. Demnach überzeugt, dass mit einem häufigen Heben und Tragen schwerer Lasten verbundene sowie in lumbalen Zwangshaltungen auszuübende Tätigkeiten nicht mehr ausgeübt werden können. Ebenfalls ist bei einem Lumbovertebralsyndrom mit residueller Schädigung der motorischen L5-Anteile mit allenfalls leichtgradiger Fuss- und Zehenheberschwäche links plausibel, dass Tätigkeiten
ungeeignet sind, welche mit häufigem Besteigen von Leitern oder Gerüsten oder mit Arbeiten in unebenem Gelände verbunden sind. Dass der Beschwerdeführer in den übrigen
Tätigkeiten, bei welchen sich das Lumbovertebralsyndrom nicht auswirkt, unein
geschränkt arbeitsfähig ist
(Urk. 8/
264/27-29), ist ebenso nachvollziehbar.
Dass keine weitere neurologische Diagnose gestellt wurde
(Urk. 8/
264/27), ist bei fehlenden klinischen Anzeichen einer kognitiven Beeinträchtigung und ohne nam
hafte Auffälligkeiten im craniellen MRI
(Urk. 8/
264/28) plausibel. Prof. H._, Dr. I._ und lic. phil. G._ postulierten zwar das Vorhandensein einer Hirn
verletzung mit Auswirkung auf die kognitiven Fähigkeiten
(Urk. 8/
176,
Urk.
3/2 S. 13). Demgegenüber beschrieb
Prof.
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Radiolo
gie
, den ersichtlichen Substanzdefekt als Zustand nach Hirndrucksondeneinlage und verneinte das Vorhandensein direkter traumatischer Veränderungen des Gehirnparenchyms
(Urk. 8/
251/15 und Urteil des
Sozialversicherungsgericht
s
des Kantons Zürich
UV.2016.00030 E. 3.15 und 4.2). Dieser Beurteilung schloss sich
Dr. med. N._, Facharzt für Neurologie, Versiche
rungsmedizin Suva,
an, respektive erwähnte er einen intrakraniellen Normalbefund im Jahr 2009
(Urk. 8/
251/8,
Urk.
8/251/10,
Urk. 8/
251/12-13, Urteil des
Sozialversicherungsge
richt
s
des Kantons Zürich
UV.2016.00030 E.
4.2
). Auch
Dr. med. O._, Fachärztin für Radiologie/Radiodiagnostik,
fand keine Anhaltspunkte für eine neoplastische Raumforderung oder eine Veränderung intrakraniell, supra- und infratentoriell
(Urk. 8/
251/12, Urteil des
Sozialversicherungsgericht
s
des Kantons Zürich
UV.2016.00030 E.
4.2
). Angesichts dessen, dass das Schädel-CT bereits in den Jahren 1993 und 1994 normal ausfiel und keine fokale Kontusion nachweisbar war
(Urk. 8/
67/16, Urteil des
Sozialver
sicherungsgericht
s
des Kantons Zürich
UV.2016.00030 E. 3.2 und
4.2
), und nach
dem Dr. med. P._, Praktische Ärztin FMH, Allgemeinmedizin, am 19. Juni 2008 festgehalten hatte, das Schädelhirntrauma sei zwischenzeitlich residuenfrei abgeheilt mit einer Normalisierung der initial dokumentierten neuropsycholo
gischen Defizite und aktuell ohne Krankheitsaktivität
(Urk. 8/
67/10), ist schlüssig, dass die F._-Gutachter der kleinen Läsion im linken Frontallappen keinen Krankheitswert zumassen
(Urk. 8/
264/28).
4.4
Dass der orthopädische Teilgutachter zum Schluss gelangte, körperlich häufig schwere Tätigkeiten, Tätigkeiten mit häufigem Einsatz des rechten Arms in der Horizontalen oder über Kopf sowie das Achsenskelett betreffende Zwangshaltun
gen seien zu vermeiden, überzeugt ohne Weiteres bei stattgehabter lumbaler Ver
steifungsoperation und bei Zustand nach Schulterluxation, wobei als deren Folgen noch leichtgradige funktionelle Einschränkungen im Bereich von Wirbelsäule und rechter Schulter persistieren
(Urk. 8/
264/37-38). Sodann sind keine Gründe für eine quantitative Einschränkung bei wechselbelastenden oder überwiegend sitzenden Arbeiten ersichtlich, weshalb das Gutachten auch diesbezüglich einleuchtet.
4.5
Der durch den psychiatrischen Gutachter nach dem System des AMDP erhobene Befund präsentierte sich weitgehend unauffällig, namentlich mit intaktem Gedächtnis, intakter Konzentration und Aufmerksamkeit, angemessener Schwin
gungsfähigkeit und unauffälligem Antrieb
(Urk. 8/
264/42-43). Angesichts dessen und da der Beschwerdeführer nicht über psychische und insbesondere depressive Symptome klagte und sich in keiner psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung befindet
(Urk. 8/
264/39), ist schlüssig, dass aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurde
(Urk. 8/
264/43). Insbesondere ist nachvollziehbar, dass beim Fehlen einer vitalen Traurigkeit, von Antriebs-, Freud- und Interessenverlust das Vorliegen einer Depression verneint wurde
(Urk. 8/
264/44).
Es ist nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer nach erfolgloser Arbeitssuche frustriert ist und sich in einer schwierigen Lebenssituation befindet
(Urk. 8/
264/39,
Urk. 8/
264/43), doch ist z
ur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwer
debild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psy
chische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das kli
nische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychi
schen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Per
son dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Beim Beschwerdeführer sind deutliche psychosoziale Faktoren vorhanden, was sich auch aus anderen Berichten ergibt. So erwähnte Dr. J._, die vorhandenen depressiven Symptome seien wesentlich mitbedingt durch den von der Invaliden
versicherung ausgeübten und den durch die Begutachtung entstandenen Druck
(Urk. 8/
273/1). Auch lic. phil. G._ wies darauf hin, dass die mehrjährige hohe Belastung sowie der langwierige Versicherungskonflikt zu Depressivität, Erschöp
fung und suizidalen Gedanken geführt hätten (Urk. 3/2 S. 13). Dennoch ist nach dem Gesagten bei erheblichen psychosozialen Faktoren und in Anbetracht der gut
achterlich erhobenen Befunde keine
von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne
ausgewiesen. Beim Fehlen einer psychiatrischen Diagnose war auch keine vertiefte Abklärung der psychischen Ressourcen des Beschwerdeführers erforderlich (vgl. den Einwand in
Urk.
1 S. 3 und 5).
4.6
4.6.1
In Bezug auf das neuropsychologische Teilgutachten monierte der Beschwerdefüh
rer, die neuropsychologische Untersuchung sei verfrüht abgebrochen worden (Urk. 1 S. 4 f.).
Die neuropsychologische Teilgutachterin führte mit dem Beschwerdeführer ein Anamnesegespräch durch und erhob den psychischen Befund nach AMDP. Dabei zeigten sich Mnestik und Auffassung ungestört. Die Auffassung für die bespro
chenen Themen beurteilte die Psychologin als regelrecht. Sie fand einen geord
neten Gedankengang vor und der Beschwerdeführer vermochte raschen Themen
wechseln gut zu folgen. Weiter hielt die Gutachterin fest, Einschränkungen der Handlungsplanungs-, Überwachungs- und Kontrollprozesse seien nicht zu ver
zeichnen gewesen. Flexibilität und Umstellungsfähigkeit seien regelrecht gewe
sen. Bis zum Anbieten der Durchführung von Tests, bei Ablenkung und aus
serhalb der formalen Untersuchungssituation sowie auch bei der klinischen Befunderhebung habe der Beschwerdeführer aufmerksam, attent und eloquent sowie nicht namhaft beeinträchtigt oder namhaft kognitiv gestört gewirkt (Urk. 8/264/47-48).
Angesichts dessen, dass beim mit dem Beschwerdeführer durchgeführten Symp
tomvalidierungstest selbst schwer hirnorganisch gestörte Probanden nur wenige Fehler machen (Urk. 8/264/49, Urk. 8/278/3), ist nachvollziehbar, dass die Gut
achterin aufgrund des auffälligen Testresultats auf eine bewusstseinsnahe Verfäl
schung im Antwortverhalten schloss (Urk. 8/264/49). Dass die Auffälligkeit des Ergebnisses auf eine Schwindelattacke zurückzuführen ist, wie der Beschwerde
führer dies geltend gemacht (Urk. 1 S. 4), ist nicht plausibel, zumal der Beschwer
deführer bei Ablenkung prompt unbeeinträchtigt wirkte (Urk. 8/264/49), respek
tive die Kognition klinisch unauffällig war (Urk. 8/264/48, Urk. 8/264/50). Hinzu kommt, dass auch andere Anhaltspunkte für Inkonsistenzen zu beobachten waren. So lag beispielsweise der Medikamentenspiegel von Topiramat unterhalb der Nachweisgrenze, was nicht mit den anamnestischen Angaben des Beschwer
deführers einer täglichen Einnahme von 100 mg übereinstimmte (Urk. 8/264/28). Ferner wies der neurologische Teilgutachter auf eine wechselnde Willkürinner
vation als Zeichen einer mangelhaften Mitarbeitsbereitschaft hin (Urk. 8/264/27). Der neuropsychologischen Teilgutachterin ist vor diesem Hintergrund nicht vor
zuwerfen, dass sie – im Rahmen ihres Ermessens (vgl. das Urteil des Bundesge
richts 8C_260/2016 vom 13. Juli 2016 E. 5.1) – auf weitere testpsychologische Untersuchungen verzichtete, da in Anbetracht der Hinweise auf eine mangelnde Mitarbeit des Beschwerdeführers keine aussagekräftigen Resultate davon zu erwarten waren. Hinzu kommt, dass testpsychologische Verfahren nur Hilfsun
tersuchungen darstellen und nur unter Abgleich mit dem klinischen Befund sinn
voll verwertbar sind (Urk. 8/264/44). A
usschlaggebend bleibt die klinische Unter
suchung mit Anamneseerh
ebung, Symptomerfassung und Ver
haltensbeobach
tung (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_
209/2011
vom
27. Mai 2011
E. 3.2 mit Hin
weisen
,
8C_47/2016 vom 1
5.
M
ärz 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis), welche bezüglich der Kognition in sämtlichen Teilgutachten weitgehend unauffällige Befunde ergeben hat. Damit korrelieren im Übrigen die Angaben des Beschwerdeführers, wonach er sein Fahrzeug regelmässig und sicher führe und im Alltag keine gra
vierenden Fehlleistungen zu verzeichnen habe (Urk. 8/264/46). Mithin steht im Kontext des gesamten Gutachtens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass namhafte Einschränkungen im neuropsychologischen Bereich zu Recht ver
neint wurden. Es sind dem Beschwerdeführer kognitiv nicht besonders anspruchs
volle Tätigkeiten (abgesehen von den körperlichen Einschränkungen) uneinge
schränkt zumutbar.
4.6.2
Gegen das neuropsychologische Teilgutachten brachte der Beschwerdeführer unter anderem vor, der
begutachtende
n
Psychologin
Dipl. psych. L._ fehle es
an einer zureich
enden fachlichen Qualifikation (Urk. 1 S. 5). Kritisiert wurde namentlich das Fehlen einer Mitgliedschaft im Verband der Schweizer Neuropsychologen SVNP (Urk. 8/273/2). Die F._ bekräftigte demgegenüber die Zulassung der Diplompsychologin L._ als neuropsychologische Gut
achterin (Urk. 8/278/2). Die Bestimmung von Art. 50b der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV), auf welche sich der Beschwerdeführer mutmasslich bezieht, trat erst am 1. Juli 2017 und somit nach der Begutachtung durch die F._ in Kraft. Darüber hinaus müssen die Zulassungsbedingungen in Art. 50b KVV nicht von Gesetzes wegen zwingend auf den Zeitpunkt seines Inkrafttretens in der IV-Begutachtungspraxis übernommen werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_531/2017 und 9C_532/2017 vom 15. September 2017 E. 4.3), demnach schon gar nicht rückwirkend. Der Einwand des Beschwerdeführers verfängt folglich nicht.
4.6.3
Der im Beschwerdeverfahren neu eingereichte neuropsycholo
gische Bericht von lic. phil. G._ vom 19. Januar 2018 (Urk. 3/2) basiert auf Untersuchungen vom 3. und 10. Januar 2018 (Urk. 3/2 S. 1). Dabei ist zu bemerken, dass der Beschwer
deführer während 90 Minuten konzentriert zu arbeiten vermochte, dass das mündliche Instruktionsverständnis gegeben war, das Schreiben eines vollständi
gen Satzes unauffällig gelang und der Beschwerdeführer im Kopfrechnen norm
gerechte Leistungen erzielte (Urk. 3/2 S. 9). Zudem ergaben sich keine Hinweise auf apraktische Auffälligkeiten (Urk. 3/2 S. 11). Lic. phil. G._ diagnostizierte leichte bis mittelschwere Auffälligkeiten im sprachlichen, im konzentrativen und im attentionalen Bereich sowie in den Exekutivfunktionen (Urk. 3/2 S. 12). Die Tätigkeit als Bauleiter hielten die F._-Gutachter aus anderen Gründen für unzumutbar (Urk. 8/264/52). Gegen die vollumfängliche Zumutbarkeit einer anderen Tätigkeit spricht der Bericht von lic. phil. G._ nicht. Soweit sich zwischenzeitlich und allenfalls noch im relevanten Zeitraum eine Verschlechte
rung ergeben hat, führte lic. phil. G._ diese auf die komorbiden Anteile von Depression und Erschöpfung zurück (Urk. 3/2 S. 14). Nach der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers litt er zwar an einer leichten Depressivität (Urk. 3/2 S. 11), indes fehlt es weiterhin an der fachärztlichen Diagnose einer Depression. Im Übrigen ist die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch lic. phil. G._ auf den im neuropsychologischen Bereich (wie auch im psychiatrischen) naturgemäss vorkommenden Ermessensspielraum zurückzuführen (
BGE 130 V 352 E. 2.2.4
,
Urteil des Bundesgeric
hts 9C_15/2013 vom 22. Mai 2013
E. 5.1 mit Hinweis).
Nach dem Gesagten erweckt der Bericht von lic. phil. G._ keine Zweifel an der Schlüssigkeit des F._-Gutachtens.
4.7
Die interdisziplinäre
F._
-Beurteilung steht sodann in Übereinstimmung mit den einzelnen Teilgutachten und ist daher e
benfalls schlüssig und nach
voll
zieh
bar.
Zusammenfassend wurde nichts vorgetragen, was das polydiszi
plinäre Gut
achten der
F._
als nicht schlüssig er
scheinen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersichtlich. Vielmehr erfüllt das Gutachten sämtliche von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Be
schwerde
gegnerin darauf abgestellt hat.
Dementsprechend ist von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in einer körperlich überwiegend leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten auszugehen (Urk. 8/264/52).
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2.2
Die IV-Stelle ging vom Einkommen als Polier/Vorarbeiter aus, welches er im Zeit
punkt seiner erstmaligen Anmeldung bei der Invalidenversicherung im Jahr 2005 erzielte (Urk. 2 S. 2). Bei der Y._ AG verdiente er im Jahr 2005 laut dem Arbeitgeberfragebogen vom 11. April 2015 monatlich Fr. 7'310.-- (Urk. 8/13/2), wobei er jeweils einen 13. Monatslohn erhielt (Urk. 8/13/9, Urk. 8/13/21). Es resultiert ein jährliches Einkommen von Fr. 95'030.--. Angepasst an die Nomi
nallohnentwicklung für Männer
[2005 = 100; im
Internet abrufbar], Nominal
lohn
index Männer [T1.1.05], Baugewerbe; 2005: 100; 2010: 107.7; [2010 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohn
index Männer [T1.1.10], Baugewerbe; 2010:
100
; 2013: 102.3)
resul
tiert für das Jahr 2013 ein Valideneinkommen von gerun
det Fr. 104’701.--.
Der Beschwerdeführer wendet hiergegen ein, das Sozialversicherungsgericht habe mit Urteil vom 25. Juni 2015 festgestellt, dass er erfolgreich und
rentenaus
schliessend als Bauführer eingegliedert gewesen sei (vgl.
Urk.
8/241/11). Bezugs
punkt sei daher die zuletzt ausgeübte Bauführer-/Bauleitertätigkeit
(Urk.
1 S. 3 und S. 8).
Als Valideneinkommen ist das Einkommen anzunehmen, welches die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, und nicht dasje
nige, welches sie nach einer erfolgreichen Umschulung verdienen könnte (Urteil des Bundesgerichts I 479/04 vom 8. Februar 2005 E.4.2.2). Anders gesagt ist für die Höhe des Valideneinkommens nicht der Verdienst für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit ausschlaggebend, sondern das Einkommen, das die versicherte Person mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erzielen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Entsprechend ist das vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens und der deswegen erfolgten beruflichen Eingliederungsmassnahmen erzielte Ein
kommen in der Regel der Anknüpfungspunkt (Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2009 vom 6. März 2009 E. 3.2). U
nter Umständen
können
aus einer besonderen beruflichen Qualifizierung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Entwicklung gezogen werde
n, zu der es ohne Eintritt des
Gesund
heitsschadens gekommen wäre
(Urteil des Bundesgerichts
U 340/04 vom
9. März
2005
E. 2.2). Jedoch nur sofern die konkreten Umstände dafür sprechen (Urteil des Bundesgerichts
9C_770/2015 vom 2
4. März
2016
E. 4.4.3, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_217/2010 vom 25.
August
2010
E. 4.2.4
)
.
Der Beschwer
deführer hatte bereits vor der im Jahr 2005 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit erfolgreich eine Ausbildung
zum Bauführer
mit einem Diplom der IBZ Schulen für Technik und Informatik
absolviert (Urk. 8/2/1, Urk. 8/2/8, Urk. 8/53/6)
.
Im weiteren Verlauf arbeitete er aber aus invaliditätsfremden Gründen nie als Bau
führer (Urk. 8/5/6), sondern jahrelang weiterhin als Polier (Urk. 8/2/1). In den Akten finden sich zudem Hinweise darauf, dass er mit seiner Vorgesetzten-Rolle überfordert war (Urk. 8/31, Urk. 8/39/2-3). Bei seinem Arbeitsversuch als Vorar
beiter kam es zu Spannungen zwischen ihm und seinen Mitarbeitenden und er wünschte sich eine Führungsposition mit weniger Koordinationsaufgaben und vermehrtem praktischem Einsatz vor Ort (Urk. 8/34/3). Er bevorzugte körperliche Arbeit (Urk. 8/39/2). Der Einstieg als Bauführer gelang dem Beschwerdeführer, nachdem die IV-Stelle ihm eine weitere Umschulung zum Bauführer gewährt (Urk. 8/113, Urk. 8/130, Urk. 8/137) und ihm ein Arbeitstraining bei der E._ AG zugesprochen gehabt hatte (Urk. 8/148, Urk. 8/157/1). Hernach wurde dem Beschwerdeführer von der E._ AG eine Stelle angeboten, welche er indes nicht annahm (Urk. 8/157/4). Von einer eigentlichen erfolgreichen Invalidenkarriere im Sinne einer
besonderen beruflichen Qualifizierung im Invaliditätsfall
kann trotz zwischenzeitlich rentenausschliessender Eingliederung angesichts dieser kurzen Tätigkeit als Bauleiter und bei eher tiefem Einkommen nicht die Rede sein.
Bei den geschilderten Gegebenheiten liegen insgesamt keinerlei konkreten Anhalts
punkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall als Bauleiter tätig wäre. Damit bleibt es dabei, dass sein letztes Einkommen als Polier massge
bende Grundlage für da Valideneinkommen bildet.
Hinzu kommt, dass er von der E._ AG nach abgeschlossenem Arbeitsversuch für die Tätigkeit als Bauführer einen Lohn von 13 x Fr. 6'500.--, jährlich also Fr. 84'500.--, angeboten erhalten hat (Urk. 8/157/4, Urk. 8/158). Da er somit als Bauleiter weniger als Fr. 104'701.-- pro Jahr verdienen würde, wäre es nachteilig für ihn, diesen Lohn als Valideneinkommen anzunehmen. Dafür, dass er im Gesundheitsfall Fr. 116'500.-- verdienen würde, wie er es geltend macht (vgl. Urk. 1 S. 8), spricht nach dem Gesagten nichts Konkretes.
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Beizug der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermitt
lung des Invalidenein
kommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Ein
zelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Recht
sprechung).
5.3.2
Da der Beschwerdeführer seine medizinisch-theoretische Erwerbsfähigkeit nicht effektiv voll verwertet, ist sein Invalideneinkommen anhand der LSE 2012 zu bestimmen. Die Beschwerdegegnerin hat hierzu das Kompetenzniveau 2 verwen
det (Urk. 2 S. 2, Urk. 8/285). Dieses beinhaltet praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung und Administration, das Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten, Sicherheitsdienst und Fahrdienst. Komplexe praktische Tätigkeiten, welche auch ohne kognitive Einschränkungen anspruchsvoll wären, weil sie mit einem grossen Wissen in einem Spezialgebiet verbunden sind, werden demgegenüber vom Kompetenzniveau 3 erfasst. Mithin erscheint die Verwendung des Kompe
tenz
niveaus 2 angesichts der Bildung, Arbeitserfahrung und sprach
lichen Fähig
keiten (schweizerdeutsche Muttersprache) des Beschwerdeführers
als ange
messen. Der entsprechende standardisierte Durchschnittslohn in
sämtlichen Zweigen des privaten Sektors
für Männer
belief sich im Jahre 2012 auf
Fr. 5’633
.-- monatlich (LSE 2012, Tabelle TA1, Total, Niveau
2
), mithin
Fr. 67’596
.-- im Jahr. Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41
,7 Wochenstunden im Jahr 2013 (betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen, Total; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätig
keit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten) sowie der
Nominallohnentwicklung für Männer [20
10
= 100; im
Internet abrufbar], Nominallohn
index Männer [T1.1.
10
],
Total
; 20
12
: 10
1.7
; 201
3
:
102.5
) ergibt dies für das Jahr 201
3
ein Einkommen von rund Fr
. 71’023
.-- (
Fr. 67’596
.--: 40 x 41.7 :
101.7
x
102.5
).
Die Selbsteingliederungspflicht gilt auch für Personen mit guten beruflichen Qualifikationen, weshalb der Einwand des Beschwerdeführers, die Ausübung einer Hilfstätigkeit sei ihm nicht zumutbar (Urk. 1 S. 9), fehl geht.
5.4
5.4.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
5.4.2
Die IV-Stelle nahm keinen Leidensabzug vor (Urk. 8/285). Vor dem Hintergrund, dass dem Beschwerdeführer körperlich überwiegend leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten noch vollzeitlich zumutbar sind, steht ihm noch ein genügend breites Spektrum an Verweistätigkeiten offen. In diesen Konstellationen ist ein Abzug nur für Umstände vorzunehmen, welche auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu werten sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5). Solche Um
stände sind vorliegend nicht ersichtlich. Dass die IV-Stelle wegen der qualitativen Einschränkungen keinen Leidensabzug vorgenommen hat, ist demnach nicht zu beanstanden. Ferner wirkt sich ein Alter von über 50 Jahren bei Männern bei Stellen ohne Kaderfunktion eher lohnerhöhend aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E. 5.4.1 mit Hinweisen). Insgesamt ist nach dem Gesagten angemessen, dass die Beschwerdegegnerin keinen Leidensabzug vorgenommen hat.
5.5
Beim Invalideneinkommen von Fr. 71'023.-- ergibt sich verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 104'701.-- ein invaliditätsbedingter Minderverdienst von Fr. 33’678.--. Es resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 32 %. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
dem Beschwer
deführer
auf
zuerlegen.