Decision ID: 2ded430a-7c0c-4819-8c28-b43d92341fd6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, war vom 1. April
1986 an als Maurer bei der Y._
AG Bauunternehmung tätig (Urk. 6/4/3,
Urk.
6/8/1). Am 29. März 1989 erlitt er infolge eines Selbstunfalls mit einem Motorfahrzeug in Italien eine Frak
tur des ersten Lendenwirbels (vgl. Urk. 6/81
/1 ff.
). Nach einer Umschulung zum Elektronik
monteur (März 1990 bis Juli 1994; vgl. Urk. 6/16, Urk. 6/39, Urk. 6/57,
Urk.
6/60-61, Urk. 6/67-68, Urk. 6/75, Urk. 6/78), einem Sturz von der Leiter am 30. Dezember 1995 sowie nach einem Sturz auf nassem Boden am 21. März 1997
(beide Unfälle nicht versichert; vgl. Urk. 6/9/5, Urk. 6/79/2-3, Urk. 6/89/3) meldete
er sich am 12. Januar 1998 unter Hi
nweis auf ein chronisches
lumbo
spon
dy
logenes
Syndrom rech
ts bei Status nach Lendenwirbelkörper
frakturen und bei Wirbelsäulenfehlform sowie unter Hinweis auf eine depressive Verstimmung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Bezug einer halben Rente an (Urk
. 6/8
9
= Urk. 6/90
).
Die Sozi
alversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 56 % mit Verfü
gung vom 16. November 1999 mit
Wirkung ab 1. März 1998 eine halbe Invaliden
rente zu (Urk.
6/113
). Dies insbe
sondere gestützt auf das multidisziplinäre Gut
achten der Medizinische
n
Abklärungsstelle
(MEDAS) der
Universitätskliniken Z._
vom 2. Juli 1999 (Urk. 6/9
/1-25
), in wel
chem eine mittelgradige depressive Epi
sode (ICD-10: F32.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
sowie ein Status nach posttrau
matischer LWK1-Fraktur im März 1989 sowie BWK2-Fraktur im Dezember 1995 diagnostiziert wurden, wobei sämtlichen Dia
gnosen Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit zugemessen wurde (Urk. 6/9/9).
1.2
Mit Verfügung vom 6. Februar 2002 erhöhte die IV-Stelle die
bisherige halbe Rente mit Wirkung per 1. Januar 2002
aufgrund
einer
p
sychi
atr
isch
attestierten vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit auf eine ganze Rente (
Urk. 6/121/5-12, Urk.
6/122/1,
Urk. 6/12
5
).
Diesen Rentenanspruch bestätigte die IV-Stelle mit Mit
teilung vom 8. März 2007 (Urk. 6/138) gestützt auf die Angaben des Versi
cherten im
Revisionsfragebogen
vom 5. Februar 2007
(Urk. 6/13
3
)
und
diejenigen
von Dr. med. A._
, Facharzt für Rheumaerkrankungen
, in dessen Bericht vom 7. März 2007
(Urk. 6/13
6
).
1.3
Anlässlich eines
weiteren,
im Januar 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens (
vgl.
Urk. 6/1
49
ff.)
holte die IV-Stelle
insbesondere
einen Auszug aus dem individu
ellen Konto des Versicher
ten (IK-Auszug, Urk. 6/15
0
), bei Dr.
A._
den Bericht vom 30. März 2012 (Urk. 6/15
2
) sowie
die
Stellungnahme
von Dr. med. B._
, Fachärztin für Allgemein
-
und Arbeitsmedizin, vom
Regionalen Ärztli
chen Dienst
der
IV-Stelle
(RAD
) vom 19. Juli 2012
ein (
Urk. 6/17
1
/4-5)
und hob die Rente nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Urk. 6/17
2
ff.), in dessen Rahmen sie ein
en Bericht der Klinik C._
(Urk. 6/19
1
/5-6) zu den Akten nahm,
gestützt auf die Schlussbestimmung a. der Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG) vom 18. März 2011
mit
Verfügung vom 4. Juli 2013
auf das Ende des der Verfügung folgenden Monats auf
(
Urk. 6/19
3
).
Die dagegen vom Versicherten am 9.
September
2013 erhobene Beschwerde (
Urk. 6/197/
3-9
)
hiess
das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich m
it Urteil IV.2013.00763 vom 20.
August 2014 in dem Sinne gut, dass
es
die ange
fochtene Ver
fügung vom 4. Juli 2013 aufho
b und die Sache an die IV-Stelle zur weiteren Abklä
rung und
zur
neuen Verfü
gung zurückwies (Urk. 6/22
1
).
In Nachachtung des Urteils vom 20. August 2014 holte die IV-Stelle das poly
disziplinäre Gutachten des Zentrums D._
vom 2. Juni 2015
ein
(Urk. 6/25
1
)
.
Gestützt auf die Ergebnisse d
ies
er Begutach
tung führte die IV-Stelle einen Einkommensvergleich durch (Urk. 6/25
7
) und
hob die Invaliden
rente des Versicherten mit Verfügung vo
m 20. Oktober 2015
auf
(Urk. 6/26
5
).
Die dagegen vom Versicherten am 23.
November
2015 erhobene Beschwerde (Urk. 6/268/
3-9
) wies das
Sozialversicherungsgericht
mit Urteil IV.201
5
.0
1206
vom
30. Juni 2016
ab (Urk.
6/277
).
1.
4
Am 5. September 2016 stellte der Versicherte ein Gesuch um Eingliederungs
mass
nahmen, vor allem Berufsberatung und Arbeitsvermittlung
(Urk. 6/278)
.
Die IV-Stelle gewährte ihm
mit Verfügung vom 19. Dezember 2016
Unterstützung bei der Stellensuche durch
das
E._
für die Zeit
vom 22. Dezember 2016 bis 22. Mai 2017 in Form von Arbeitsvermittlung plus gemäss Leistungsvereinbarung
(Urk. 6/289
-290
).
Sodann übernahm die IV-
S
telle
die Kosten eines Arbeitstrainings in
der F._
vom 13. Februar bis 13.
August
2017
(Urk. 6/291
;
vgl. auch Urk. 6/293-295
,
Urk.
6/301
) und sprach dem Versicherten für die Dauer der IV-Massnahme Tag
gelder zu (Urk. 6/292, 6/296
-297). Mit Mitteilung vom 13. Februar 2018 wurde die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen, nachdem es nicht gelungen war, den Ver
sicherten innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren (Urk.
6/303
;
vgl. auch Urk. 6/304
).
1.
5
Am
22
. Januar 2021
(Eingang bei der IV-Stelle)
meldete sich de
r Versicherte unter Hinweis auf
eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands sowie unter Bei
lage
ärztlicher Zeugnisse (Urk. 6 /314/2-3)
erneut
zum Bezug einer Invalidenrente an
(Urk. 6/310)
.
Am 15. Februar 2021 forderte die IV-Stelle den Versicherten zum Einreichen weiterer ärztlicher Berichte
auf
(Urk. 6/318), woraufhin der Versi
cherte
den Kurzaustrittsbericht de
s
Spitals
G._
vom 20. Juli 2020 einreichte (Urk. 6/319/4-5).
Nach Prüfung des Berichts durch die Kundenberatung (Urk. 6/341/2)
stellte
die IV-Stelle
dem Versicherten mit
Vorbescheid vom
2
4.
Februar
202
1
das
Nichte
in
treten auf das neue Leistungsbe
gehren in Aussicht (Urk.
6/320
). Gegen diesen Vor
bescheid erhob der Versicherte am
19. März 2021 (Urk. 6/330
) Einwand
und reichte weitere medizinische Berichte ein (Urk. 6/326
-327, Urk.
6/332, Urk.
6/336-337 = Urk. 6/340)
.
Nach Rücksprache mit R
AD
-Arzt Dr. med. H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(Urk. 6/343/2)
,
trat die IV-Stelle m
it Verfügung vom
20.
April 2021
auf das Leistungsbegehren
nicht
ein (Urk.
6
/
344
= Urk. 2
).
2.
Gegen die Verfügung vom
20. April 2021 erhob der Versicherte mit Ein
gabe vom
2
0.
Mai
202
1
(Urk. 1) Besc
hwerde und beantragte, die angefoch
tene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei
anzuweisen
, auf
seine Neu
a
n
meldung vom
22. Januar 2021
einzutreten und
seinen Leistungsanspruch mate
riell zu prüfen (Urk. 1 S. 2)
.
Die Beschwerdegeg
nerin schloss in ihrer Be
schwer
deantwort vom
23. Juni
2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
), was dem Beschwerdeführer mit Gerichtsverfügung vom 28. J
uni
2021 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk.
7
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein
Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Liegt in diesem Sinne ein Revi
sions
grund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hin
sicht um
fassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurtei
lungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
Gemäss Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) muss mit einem Revisionsgesuch und gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV mit einer Neuan
meldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad anspruchs
relevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Be
weisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Eintretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1). Dies gilt auch für eine erneute Anmeldung nach einer vorangegangenen, aber befristeten
Rentenzusprache
(BGE 133 V 263 E. 6.1; siehe auch Frey/Mosi
mann/Bollinger [Hrsg.], AHVG/IVG Kommentar, 2018, Mosimann, N 20 zu Art. 17
ATSG).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement be
treffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsab
weisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Renten
berechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch
die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
1.4
Die zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine rentenrelevante Veränderung des Sachverhalts glaubhaft ist, bildet der Zeitpunkt der letzten umfassenden materiellen Prüfung. Der Vergleichszeitraum erstreckt sich grundsätzlich bis zur Prü
fung und Beurteilung des Gesuchs, das heisst bis zum Erlass der Verfügung be
treffend die
Neuanmeldung
. Für die beschwer
deweise Überprüfung einer
Nicht
eintretensverfügung
ist somit der Sachverhalt, wie er sich der Verwaltung bot, respektive die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung massgeblich (Urteil des Bun
desgerichts 9C_799/2016 vom 21. März 2017 E. 2.1).
2.
2.1
Die IV-Stelle stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom
20. April 2021
auf den Standpunkt, auf das neue Gesuch des Beschwerdeführers könne nicht einge
treten werden, da die Prüfung der Aktenlage
lediglich eine temporäre Arbeits
unfähigkeit für mittelschwere und schwere Arbeiten gezeigt habe, jedoch keine dauerhafte Veränderung des Gesundheitszustands
(Urk. 2
S. 1
).
Die Berichte von
Dr. med. I._, Zentrum J._
, Wirbelsäulenchirurgie
,
würden keine Veränderung des Gesundheitszustandes belegen und die durchge
führten bildgebenden Untersuchungen hätten keine neuen Aspekte hervorge
brac
ht (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte
in seiner Beschwerde vom
2
0.
Mai
202
1
vor
,
der behandelnde
Chirurg
e
habe ein schweres
spondylogenes
Schmerzsyndrom dia
gnos
tiziert, welches auf die zunehmende Segmentdegeneration L4/5 zurückzu
führen sei.
Er könne noch maximal 15 Minuten gehen oder 30 Minuten anderen täglichen Verrichtungen nachgehen, womit er im Vergleich zur vormaligen Beurteilung sowohl qualitativ als auch quantitativ deutlich limitiert
er
sei. U
nter zunehmendem
Leidensdruck und
bei
stark eingeschränkter Leistungsfähigkeit habe er sich schliesslich im Juli 2020 dazu entschlossen, eine Spondylodese durchführen zu lassen.
Auch nach diesem operativen Eingriff könne er lediglich 15 Minuten gehen oder 30 Minuten einer anderen Tätigkeit nachgehen und er sei derart stark eingeschränkt, dass
jedwelche
Tätigkeit undenkbar sei (Urk. 1 S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf
das
Leistungs
begehren des Beschwerdeführers vom
18. Januar 2021 (Urk. 6/310
)
ein
getre
ten ist. Prozessthema ist demnach, ob der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV
eine anspruchserhebliche Änderung s
eit der letzten materiell-recht
lichen Leistungsprüfung (vgl. BGE 133 V 108 R
egeste und E. 5), mithin im Ver
gleich zur - gerichtlich bestätigten (Urk.
6/277
) - leistungsaufhebenden
Verfü
gung vom
20. Oktober 2015 (Urk. 6/26
5)
,
glaubhaft gemacht hat.
3.
3.1
Die rentenaufhebende Verfügung der IV-Stelle vom
20. Oktober
2015 (Urk. 6/26
5) erging im Wesentlichen gestützt auf das
D._
-
Gutachten
vom 2. Juni 2015
(Urk. 6/251
,
Urk.
6/2
64
/
2
).
Das hiesige Gericht bestätigte diese Verfügung mit Urteil IV.201
5
.0
1206
vom
30. Juni 2016
(Urk.
6/277
).
3.2
Die
Experten des
D._
führten
damals
aus, aus chirurgisch-allgemein
medi
zini
scher Sicht lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen, weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch in einer dem Alter und dem Habitus angepassten Verweistätigkeit (Urk. 6/25
1
/97).
Auf dem rheumatologischen Gebiet bestehe bei S
tatus nach
einer
Deckplatten-
impressi
onsfraktur
LWK1 und
einer
Kneifzangenfraktur LWK2 eine geringe Rest-kyphose thorakolumbal und an der oberen Lendenwirbelsäule. Dies führe zu einer biomechanisch ungünstigen Be
lastung, welche durch die konse
kutive Streckhal
tung lumbal zusätzlich beeinflusst werde. Es resultiere eine anhaltende und blei
bende Belastbarkeitseinsc
hränkung, welche durch die Spon
dylarthrose-bildung vor allem im Segment LWK5/SWK1 zusätzlich verstärkt werde. Das thorakolum
bale und lumbale Achs
enskelett sei insgesamt gut kom
pensiert. Es bestünden mehrere
Diskrepanz
en mit Hinweis für eine bewusst
seinsnahe Schmerzver
deut
lichung. Für die wirbelsäulenbelastende angestammte Tätigkeit als Maurer liege eine bleibende 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Für eine behinderungsangepasste Verweistätigkeit ohne
repetitive Gewichtsbelas
tungen über 15 Kilogramm, ohne repetitive
vornübergebückte
Arbeitsabläufe und ohne monoton stehende oder
sitzende Arbeitsabläufe, mit idealerweise der Möglichkeit zum Wechseln zwi
sc
hen Stehen und Sitzen, bestehe aufgrund von vermehrt notwendigen Pausen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/25
1
/97).
Aus neurologischer Sicht hielten die
D._
-Gutachter fest, die laut dem Beschwer
deführer seit Jahren bestehenden, therapieresistenten thorakolumbalen Schmerzen
mit Ausstrahlung in die rechte untere Extremität und begleitet von diffusen Sen
sibilitätsstörungen und Missempfindungen liessen sich organ-pathologisch nicht erklären. Das Ausmass der lumbalen Schmerzen und der pathologischen objek
tiven Befunde der Lendenwirbelsäule kontrastiere mit dem unauffälligen MRI-Befund und den unauffälligen Ergebnissen in der elektro
physiologischen Zusatz
diagnostik. In diesem Zusammenhang werde auf erhebli
che Inkonsistenzen und
Diskrepanzen im Rahmen der Exploration und der klinisch-neurologischen Unte
r
suchung verwiesen. Radikuläre Zeichen hätten ausgeschlossen werden können.
Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Kopfschmerzen entsprächen am ehesten
phänomenologisch einem häufig auf
tretenden episodischen Kopfschmerz vom Spannungstyp. Auf dem neurologi
schen Fachgebiet sei der Beschwerdeführer weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maurer und Fischverkäufer noch in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt (Urk. 6/25
1
/97).
In der neuropsychologischen Exploration hätten sich leichte, die Aufmerksam
keitsfunktionen betreffend
e neuropsychologische Funktionsstörun
gen gezeigt. Entsprechend sei ein Fahreignungstest zu empfehlen. Die kognitiven Anforde
rungen einer Berufstätigkeit, die seiner letzten Anstellung entspreche, könne er hingegen bewältigen (Urk. 6/25
1
/98).
Aus psychiatrischer Sicht bestünden im objektiven psychopathologischen Befund in Anlehnung an die AMDP-Richtlinien keine psychopathologischen Auffällig
keiten. Die Kardinalsymptome einer Depression seien nicht gegeben. Hingegen lägen erhebliche Inkonsistenzen und ein ausgesprochen selbstlimitie
rendes Ver
hal
ten vor. Analog den Parametern der funktionellen Leistungsfähig
keit in An
leh
nung an den Mini-ICF-P seien die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufga
ben, die Flexibilität/Umstellungsfähigkeit, die Durchhaltefähigkeit, die Kon
taktfähigkeit zu Dritten
, die
Selbstbehauptungs
fähigkeit, die Fähigkeit zu ausserbe
ruflichen
Aktivitäten und die Wegefähigkeit nicht eingeschränkt. Die diagnos
tischen
Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) sei
en nicht erfüllt. Stattdessen sei von einer chronischen Schmerz
störung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) auszuge
hen. Die Ausprägung der Störung sei beim Beschwerdeführer im Vergleich zu ähnlichen Störungs
bil
dern als objektiv leicht einzustufen. Es könne von einer tatsächlichen Über
windbarkeit der subjektiv erlebten Defizite aus medizinischer Sicht ausgegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe somit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (Urk. 6/25
1
/98).
Gesamthaft gelangten die Gutachter zum Schluss, in einer dem aus rheumatolo
gischer Sicht
beachtlichen
Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführer noch zu 80 % arbeitsfähig. In den übrigen Fachgebieten sei er nicht eingeschränkt (Urk. 6/25
1
/99). Diese Beurteilung gelte bereits seit der im Jahr 1990 erfolgten Kündigung (Urk. 6/25
1
/99-100).
3.
3
Zusammenfassend
erwog
das Sozialversicherungsgericht, aufgrund
der soma
ti
schen Beeinträchtigung weise der Beschwerdeführer noch eine Arbeitsfähigkeit von 80 % für eine angepasste Tätigkeit auf. Aus psychiatrischer Sicht bestehe demgegenüber keine Einschränkung
(E. 4.
3 am Ende
; Urk.
6/277
/
1
6
)
. Davon
aus
gehend
schützte
es den von der IV-Stelle errechneten
Invaliditätsgrad von 3
6
% (E. 5
;
Urk.
6/277
/
16
). Zur Beurteilung der
Streitfrage der Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung ist vom seiner
zeitigen gesundheitlichen Zustand aus
zugehen.
4.
4.1
Den mit der Neuanmeldung im
Januar 2021
(Urk. 6/
310)
respektive im weiteren
Ver
waltungsverfahren eingereichten medizinischen Berichten ist im Wesentli
ch
en das Folgende zu entnehmen:
Der
Oberarzt der Wirbelsäulenchirurgie
der Universitätsklinik
K._
gab in seinem Bericht vom 17. September 2019 an,
der Beschwerdeführer habe anläss
lich der Konsultation vom 9. September 2019 berichtet, er leide seit mehr als sechs Monaten an Schmerzen im lumbalen Bereich mit Ausstrahlung in den lateralen Oberschenkel,
in den
lateralen Unterschenkel sowie
in
den gesamten linken Fuss. Die Schmerzen seien initial immer wieder
regredient
gewesen, persi
stierten indes aktuell. Teilweise seien sie immobilisierend. Der berichtende Arzt hielt fest,
beim Beschwerdeführer bestehe eine
Lumboischialgie
bei
Forami
nal
stenose
L5/S1 (Urk. 6/332/5).
Man werde zunächst eine Infiltration der L5-Wurzel links durchführen und falls diese
keine ausreichende Wirkung zeige, sei eine Spondylodese L5/S1 zu diskutieren (Urk. 6/332/6).
Am 25. November 2019 erstatteten die Ärzte der Universitätsklinik
K._
Be
richt über die Sprechstunde vom 8. November 2019. Als Diagnose
nannten
sie eine schmerzhafte L5-Radikulopathie links bei
Foraminalstenose
L5/S1 links
betont. Sie gaben an, die Nervenwurzelinfiltration L5 links habe nur zu einer kurzzeitigen Besserung geführt. Bei hohem Leidensdruck des Beschwerdeführers werde das operative Vorgehen mit foraminaler Dekompression und Spondylodese L5/S1 besprochen. Da der Beschwerdeführer auf Stundenlohnbasis angestellt sei, wünsche er jedoch ein weiteres konservatives Vorgehen (Urk. 6/332/3).
4.
2
Dem Kurza
ustrittsbericht des Spitals
G._
vom 20. Juli 2020 ist zu entnehmen, am 16. Juli 2020 sei eine Dekompression und Spondylodese L5/S1 durchgeführt worden.
Anlass dazu habe
ein
lumboradikuläre
s
Schmerzsyndrom L5 links
gegeben,
nachdem Physiotherapie, Analgetika sowie Infiltrationen keine ausreichende Besserung gebracht hätten (Urk. 6/319/4).
Der Beschwerdeführer habe bereits kurzfristig eine
Regredienz
der präoperativen Symptomatik verzeich
nen können. Für mittelschwere bis schwere Arbeit sei er bis zum 28. August 2020 arbeitsunfähig (Urk. 6/319/5).
4.
3
Dr. h.c. med. L._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
berich
tete a
m 15. Januar 2021, der Beschwerdeführer habe sich mehreren Infiltrationen an der
Lendenwirbelsäule
(LWS)
unterziehen müssen. Am 16. Juli 2020 sei er wegen eines radikulären
Syndroms im Spital M._
an der LWS operiert worden,
von welchem
er sich bis heute nicht erholt habe. Eine weitere Arbeits
fähig
keit sei aktuell nicht realisierbar (Urk. 6/314/2).
Im Bericht vom
20.
Mai 2021
erwähnte Dr.
L._
eine Besserung der neurologischen Symptomatik infolge der Operation (Urk. 6/349/3).
4.
4
Dr
.
I._
nannte in seinem Bericht vom 15. März 2021
namentlich
die Diagnose einer Stenose mit Spondylarthrose L4/5
(Urk. 6/326). Er führte aus, im Vordergrund stehe weiterhin das schwere
spondylogene
Schmerzsyndrom
, wobei die zunehmende Segmentdegeneration L4/5 als morphologisches Korrelat verant
wortlich sein könnte. Auf jeden Fall könne der Beschwerdeführer aufgrund der Schmerzsituation keine Tätigkeit durchführen. Zum Ausschluss einer neuen Ner
venkompression und auch einer Pseudoarthrose L5/S1 seien ein neues CT und MRI notwendig (Urk. 6/327).
Mit Attest vom 13. Januar 20121 hatte er zuvor eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Februar bis zum 15. April 2021 atte
stiert (Urk. 314/3).
Am 22. März 2021 berichtete
D
r
.
I._
über die gleichentags erfolgte Be
sprechung der
- nicht leserlichen -
bildgebenden Untersuchungen
(Urk. 6/332/7-8)
.
Er hielt fest,
morphologisch liege eine leichte zunehmende Degeneration L4/5 vor. Dies alles erkläre aber nicht die auch nachts bestehenden
Beschwerden, hin
gegen könnten
die Befunde eine reduzierte Belastbarkeit erklären (Urk. 6/336). Aufgrund der
bildgebenden
Untersuchung halte er eine schwere Tätigkeit im Reinigungsdienst nicht mehr für möglich. Eine leichte Tätigkeit zu 50 % wäre denkbar. Zumindest seien die extrem starken Beinschmerzen nach der Operation verschwunden. Er habe dem Beschwerdeführer gesagt, er solle viel gehen (Urk. 6/337).
4.
5
RAD-Arzt Dr.
H._
äusserte sich am 6.
April
2021 dahingehend, rein somatisch sei keine Veränderung des Gesundheitszustands ausgewiesen. Nament
lich hätten die von Dr.
I._
durchgeführten Untersuchungen (MRI und CT) keine neuen Aspekte hervorgebracht (Urk. 6/343/2).
5.
5.1
In seiner Neuanmeldung vom
18. Januar 2021
gab der Beschwerdeführer
an, die beiliegenden Arztzeugnisse würden eine
Verschlechterung
seines Gesundheitszu
standes bestätigen
(Urk.
6/310
).
Zum einen handelt es sich um
das ärztliche Zeug
nis von Dr.
I._
vom 13. Januar 2021, worin dieser
dem Beschwerdeführer
prospektiv
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 1. Februar bis am 15. April 2021 attestiert
e
(Urk. 6/314/3). Mangels
näherer Darlegungen zu dieser
Arbeitsunfähigkeit sowie angesichts
von
deren Befristung
ergeben sich daraus noch keine hinreichenden A
nhalt
s
p
unkte für
eine
voraussichtlich andauernde
gesundheitliche
Veränderung.
5.2
Des Weiteren reichte der Beschwerdeführer
de
n
Kurzaustrittsbericht des Spitals
G._
vom 20. Juli 2020
ein (Urk. 6/319/4-5). Aus diesem
lässt sich
nicht
unmittelbar auf
eine dauerhafte Verschlechterung des Gesund
heits
zustands des Beschwerdeführers
schliessen
, zumal darin
als Folge der Dekom
pression und Spondylodese an der Lendenwirbelsäule
lediglich eine zeitlich auf rund anderthalb Monate begrenzte Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Überdies galt diese einzig für mittelschwere bis schwere Arbeiten (Urk. 6/319/5), wobei bereits im Vergleichszeitpunkt namentlich repetitive Gewichtsbelastungen über 15 Kilogramm vom Zumutbarkeitsprofil ausgenommen waren (vgl. E. 3.2 vor
stehend).
5.3
Dem der Neuanmeldung beigelegten Bericht von Dr.
L._
vom 15. Januar 2021
sodann
ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe sich vom radikulären Syndrom, aufgrund dessen er am 16. Juli 2020 an der Lendenwirbelsäule operiert
worden sei,
bis anhin
nicht erholt.
Die Ärztin
hielt fest, eine
höhere
Arbeits
fähig
keit sei aktuell nicht realisierbar
, begründete dies aber nicht näher
(Urk. 6/314/2)
.
Im Kurza
ustrittsbericht des Spitals
G._
vom 20. Juli 2020 wurde demgegenüber festgehalten, der Beschwerdeführer habe kurzfristig eine
Regre
dienz
der
präoperativen Symptomatik verzeichnen können (Urk. 6/319/5).
Ferner hielt
Dr.
I._
, welcher die Operation durchgeführt hatte (vgl. Urk. 6/
319/4
), am 22. März 2021 fest, zumindest die extrem starken Beinschmerzen seien nach der Operation verschwunden (Urk. 6/337).
Da lediglich von einer kurzfristigen Besserung respektive davon die Rede ist, zumindest die extrem starken Bein
schmerzen hätten abgenommen
, ist ein dauerhafte
r
Operations
erfolg
fraglich und damit im gesamten Verlauf seit Oktober 2015 eine Verschlechterung des ge
sund
heitlichen Zustandes nicht ausgeschlossen.
Hierzu passen die Angaben des
Beschwerdeführer
s, der
in seiner Beschwerde vom 20. Mai 2021 vor
brachte
, der behandelnde
Chirurge
habe ein schweres
spondy
logenes
Schmerzsyndrom diagnostiziert, welches auf die zunehmende Segment
degeneration L4/5 zurückzuführen sei. Er könne noch maximal 15 Minuten gehen oder 30 Minuten anderen täglichen Verrichtungen nachgehen, womit er im Ver
gleich zur vormaligen Beurteilung sowohl qualitativ als auch quantitativ deut
licher limitiert sei.
Mit
zunehmendem Leidensdruck und bei stark eingeschränkter Leistungsfähigkeit habe er sich schliesslich im Juli 2020 dazu entschlossen, eine Spondylodese durchführen zu lassen. Auch nach diesem operativen Eingriff
sei
er
noch erheblich limitiert
(Urk. 1 S. 6).
5.
4
Zu beachten ist
vorliegend,
dass die letzte materielle Anspruchsprüfung im
Oktober
2015
i
hren Abschluss fand
. Wegen des Zeitablaufs
bis zur Neuanmeldung
im Januar 2021
sind
keine besonders
strenge
n
Anforderungen an den Nachweis einer gesundheitlichen Veränderung zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_57/2021 vom 8.
Juli 2021 E. 4.2 und 4.4 sowie vorstehende E.
1.2).
Damals war seitens des
D._
eine Stenose mit möglicher Wurzelreizung bei L5/S1
erhoben worden, welche jedoch die Beschwerden nicht hinreichend erklären konnte
(E. 3.2 vorstehend).
In der Zwischenzeit wurden die Beschwerden auf
grund des Leidens
drucks mittels einer Versteifung der Wirbelsäule operativ angegangen,
wobei das Resultat der Operation aufgrund der geschilderten Arztberichte unklar ist.
Damit liegen zumindest gewisse Anhaltspunkte für eine Verschlechterung
des Gesund
heitszustands des Beschwerdeführers
vor, was im Rahmen der Neuanmeldung genügt (E. 1.3 vorstehend).
Hinzu kommt, dass Dr.
I._
namentlich eine Stenose mit zunehmender Spon
dylarthrose L4/5 diagnostiziert hat (Urk. 6/336). Im Vergleichszeitpunkt hatten laut dem
D._
-Gutachten namentlich sekundäre multisegmentale Spondylosen im Frakturbereich zwischen thorakal12 und LWK3, eine resultierende leichte
Kyphosierung
im thorakolumbalen Übergangsbereich sowie eine
Facettenge
lenks
arthrosebildung
vor allem LWK5/SWK1 beidseits vorgelegen (Urk. 6/251/92). Dass
Dr.
I._
von einer reduzierten Belastbarkeit ausging (Urk. 6/336), ist bei teilweise erklärbaren Beschwerden nachvollziehbar. Inwiefern von dieser Dia
gnose auf eine Veränderung der Erwerbsfähigkeit des Beschwerde
füh
rers im Ver
gleich zum Oktober 2015 - als mit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (vgl. Urk. 6/251/97) ebenfalls bereits eine reduzierte Belastbarkeit vorlag - geschlossen werden
kann, ist nicht eindeutig. Indes liegen mit Blick darauf, dass der bisherige Invaliditätsgrad von 36 % (vgl. E. 3.3 vorstehend) eher knapp nicht zu einer Rentenberechtigung führte
und mit Blick auf die mehr als fünf Jahre betragende Zeitspanne zwischen vormaliger Leistungsbeurteilung und der nun
mehrigen Neuanmeldung
hinreichende Anhaltspunkte für eine mindestens mög
licherweise
leistungs
relevante Verschlechterung
des gesundheitlichen Zustandes
vor
. Soweit der Beschwerdeführer sich für die Geltendmachung einer Verschlech
terung auf die Diagnose der Stenose mit zunehmender Spondylarthrose L4/5 stützt, ist zutreffend, dass die Spondylarthrose respektive Facettengelenksarthrose bisher das Segment L4/5 zumindest nicht explizit betraf
.
5.
5
Zusammen
fassend
bleibt festzuhalten, dass glaubhaft gemacht
wurde
, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Vergleich zum
Zeitpunkt der leistungs
aufhebenden Verfügung vom
20.
Oktober 2015
(Urk
.
6/
265)
verschlecht
ert
hat
, da zwischenzeitlich eine Operation der Wirbelsäule mit unklarem Resultat erfolgt ist und
nunmehr
auch das Segment L
.
4/5 der Wirbelsäule Beschwerden verursacht.
Nach dem Gesagten
ist die Sache in
Gutheissung
der Beschwerde an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 22. Januar 2021 eintrete und seinen Leistungsanspruch materiell prüfe.
6.
6.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in Verbindung mit Art. 61
lit
.
f
bis
ATSG ist das Be
schwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen der Invalidenversicherung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- zu bemessen und sind vorliegend auf Fr.
7
00.-- fest
zusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
unterliegenden
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Nach
Art. 61
lit
. g ATSG und
§ 34 Abs. 1
des
Gesetz
es
über das Sozial
versi
cherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass
des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung
dieser Grundsätze
ist die
dem
anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführer zuste
hende
Prozessentschädigung
ermessensweise auf Fr.
1'800.--
(inklusive Barausla
gen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.