Decision ID: b6afe0cc-bd28-4ea5-814d-2e63a345e53f
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juni 2006 erstmals bei der IV-Stelle B._ zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte wegen chronischer
Schmerzen an Gelenken/Rücken sowie Blutbildveränderungen/Blutmangels eine Rente
(IV-act. 1). Sie sei 198_ in die Schweiz gekommen und habe keinen Beruf erlernt. Sie
sei Mutter von vier Kindern (jüngere beide geboren 199_ und 200_). Von 2001 bis 2003
sei sie als Fabrikangestellte tätig gewesen (Hauptbeschäftigung). Als
Nebenbeschäftigungen bezeichnete sie seit 2006 zwei Anstellungsverhältnisse als
Reinigungshilfe. Sie sei seit 29. April 2005 ganz oder teilweise arbeitsunfähig. -
Dr. med. C._, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie, gab im Arztbericht
vom 20. Juni 2006 (IV-act. 7) an, es bestünden bei der Versicherten ein systemischer
Lupus erythematodes (mit Leukopenie, Polyarthralgien und Polymyalgien sowie
chronischer Müdigkeit), daneben ein rezidivierendes LSS bei Fehlhaltung. Die Leiden
seien ab 2001 aufgetreten. Im Januar 2005 habe sich die Versicherte wegen
unerträglicher diffuser Schmerzen und massiver Müdigkeit gemeldet. Die Plaquenil-
Therapie habe sie nach zwei Wochen wegen Unwirksamkeit abgesetzt. Ein
Steroidstoss habe eine sofortige Besserung der Schmerzen und der Müdigkeit
gebracht, nach Reduktion der Dosis hätten die Beschwerden aber wieder eingesetzt.
Schliesslich sei die Versicherte zur Einnahme von Plaquenil über einige Monate bereit
gewesen, worauf die Hämatome verschwunden seien und sich die Muskelschmerzen
und Polyarthralgien langsam - ebenso wie die Arbeitsunfähigkeit - um etwa die Hälfte
reduziert hätten. Die enorme Müdigkeit sei unverändert geblieben. Die
Arbeitsunfähigkeit betrage 50 %. Es bestünden Dauerschmerzen in den Gelenken, der
A.a.
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Wirbelsäule und der Muskulatur (vor allem in den Fingergelenken und der Wirbelsäule).
Die Schmerzintensität sei nicht belastungsabhängig und Schmerzmittel hälfen gegen
die Schmerzen nicht. - Am 26. Oktober 2007 erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle.
Im Bericht vom 1./8. November 2007 (IV-act. 17) wurde festgehalten, die Versicherte
sei von September 2003 bis August 2005 für ein volles Pensum bei der
Arbeitslosenversicherung gemeldet gewesen und habe entsprechende Stellen gesucht.
2004 seien die Beschwerden grösser geworden und bis 2006 sei ihr klar geworden,
dass sie ein volles Pensum nicht mehr würde bewältigen können. Nebst den beiden
erwähnten Nebenbeschäftigungen habe sie ab Oktober 2007 eine weitere
aufgenommen. Die Versicherte habe erklärt, schon vor der Geburt des Kindes im Jahr
200_ lange krank gewesen zu sein. Sie nehme an, dass sie die Kündigung wegen der
vielen Krankentage bekommen habe (nicht wegen des [in IV-act. 10-1] angegebenen
Umsatz- und Produktionsrückgangs). Die Reinigungsarbeiten seien nicht schwer; ihr
Ehemann und die Tochter würden ihr zudem helfen. Im Haushalt ermittelte die
Abklärungsperson eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 22 %. - Das Ärztliche
Begutachtungsinstitut ABI hielt in einem Gutachten (internistisch, rheumatologisch,
psychiatrisch) vom 12. November 2008 (IV-act. 23) fest, die Versicherte leide (als
Hauptdiagnose) an einem chronischen unspezifischen zervikalen und lumbal betonten
panvertebralen Schmerzsyndrom. Daneben seien ein chronisches, unspezifisches
multilokuläres Schmerzsyndrom, anamnestisch ein Lupus erythematodes, und eine
leichte obstruktive Ventilationsstörung ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus
polydisziplinärer Sicht sei die Versicherte für körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten vollschichtig mit einer Leistungseinbusse von 20 % arbeitsfähig (ab
Dezember 2005). - Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
beanstandete am 8. Dezember 2008 (IV-act. 29) einen Vorbescheid und erklärte, er
behandle die Versicherte seit jenem Tag und sie sei zurzeit wegen psychischer
Erkrankung mindestens zu 80 % arbeitsunfähig. Mit Verfügung vom 22. Dezember
(richtig: Januar; IV-act. 34) 2009 (IV-act. 30) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons B._ den Rentenanspruch der Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 12 % ab. Am 12. März 2009 (IV-act. 38) attestierte Dr. D._ der
Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % wegen einer chronischen reaktiven
Depression, sich vor allem somatisierend äussernd, auf dem Boden einer chronischen
Schmerzproblematik bei Kollagenose. Dr. C._ hielt am 5. April 2009 (IV-act. 38) fest,
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die Gutachter hätten die Leukopenie und die Blutungsneigung als Tatsachen ohne
Krankheitswert bezeichnet. Eine medizinische Erklärung hätten sie nicht gehabt.
Obwohl sie von einem wahrscheinlichen Fibromyalgie-Syndrom ausgegangen seien,
hätten sie den weiteren Einsatz von Plaquenil (eingesetzt gegen die von ihr
diagnostizierte Kollagenose) empfohlen. Bei der gutachterlichen Diagnose hätte die
Absetzung empfohlen werden müssen. Am 9. März 2009 (IV-act. 39) hatte die Ärztin
der betreffenden IV-Stelle von einer dramatischen Verschlechterung des depressiven
Zustandsbilds berichtet. Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 22. Januar 2009
war vom Verwaltungsgericht des Kantons B._ nach einem Rückzug vom 9. März
2009 am 10. März 2009 abgeschrieben worden (IV-act. 40).
Auf eine Eingabe der Versicherten vom 24. Juni 2009 (IV-act. 44; sie sei mit dem
"Vorentscheid" bezüglich der IV nicht einverstanden) trat die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons B._ zunächst nicht ein (IV-act. 45).
Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, teilte am 13. Juli 2009 (IV-
act. 46) mit, bei der Versicherten liege eine Fibromyalgie vor mit sehr ausgeprägten
Schmerzen trotz starker Schmerztherapie. Seit 7. Juni 2009 bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 80 %. Der Rentenentscheid sei nochmals zu prüfen. - In einem
daraufhin in Auftrag gegebenen Gutachten des ABI vom 4. März 2010 (IV-act. 55,
Disziplinen wie zuvor) wurden eine leichte depressive Episode, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und ein chronisches lumbal- und zervikalbetontes
Panvertebralsyndrom bei sekundärer Schmerzgeneralisierung und
Symptomausweitung im Sinn eines Fibromyalgie-Syndroms diagnostiziert. Ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine hypochrome mikrozytäre
Eisenmangelanämie, eine hypothyreote Stoffwechsellage, ein Verdacht auf Diabetes
mellitus Typ II und ein hyperkeratotisches Handekzem. Körperlich schwere Tätigkeiten
seien bleibend nicht mehr zumutbar, körperlich anhaltend mittelschwere seien noch zu
40 % zumutbar, körperlich leichte, wechselbelastende (vollschichtig) zu 80 %, und
zwar seit April 2005. Die leichte Verschlechterung aus psychiatrischer Sicht verändere
die Gesamteinschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht. Bei Status nach
Hemithyreoidektomie rechts 2009 sei eine Schilddrüsen-Substitutionstherapie
aufzunehmen. - Dr. med. F._, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, hatte
am 19. Mai 2009 (IV-act. 56-30 bis 33) festgehalten, er beurteile die Beschwerden als
A.b.
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Fibromyalgie. Eine Arbeitsunfähigkeit aus rein rheumatologischer Sicht bestehe nicht. -
Schliesslich wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons B._ den
Rentenanspruch am 13. April 2010 (IV-act. 63) bei einem Invaliditätsgrad von 16 %
erneut ab. Dr. D._ erklärte am 11. Mai 2010 (IV-act. 68), die Versicherte leide seit
mindestens zehn Jahren an einer chronischen depressiven Erkrankung, die vor allem
mit der ehelichen Zerrüttung zusammenhänge. - Das Verwaltungsgericht des Kantons
B._ wies die am 10. Mai 2010 erhobene Beschwerde am 24. August 2010 (IV-act. 73)
ab. Das Bundesgericht seinerseits wies ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für
das bei ihm anhängig gemachte Beschwerdeverfahren am 10. Februar 2011 (IV-act. 79)
wegen ungünstiger Prozessaussichten ab (worauf das Verfahren wohl abgeschrieben
wurde).
Am 16./17. Mai 2011 (IV-act. 82) meldete sich die Versicherte erneut (wegen eines
chronischen psychischen Leidens) zum Bezug von IV-Leistungen an. In einem
Austrittsbericht vom 9. Februar 2011 (IV-act. 86-3 bis 10) hatte die Klinik G._
angegeben, es lägen bei der Versicherten eine primäre Fibromyalgie, eine
rezidivierende depressive Störung, chronische Spannungskopfschmerzen und ein
chronisches Handekzem vor. Sie habe sich als motiviert und engagiert gezeigt. Eine
Schmerzlinderung sei nicht gelungen, doch habe die Versicherte ihr Aktivitätsniveau
gesteigert. Es sei eine verbesserte psychophysische Belastbarkeit erreicht worden. Am
13. Juli 2011 (IV-act. 89) gab die Klinik G._ an, es werde voraussichtlich eine deutlich
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit verbleiben. - Dr. F._ hatte am 21. März 2011 (IV-
act. 86-11) berichtet, zusätzlich zur Fibromyalgie klage die Versicherte nun über
ausgeprägte Schmerzen im Bereich der rechten Schulter. Sonographisch habe er
Unregelmässigkeiten im Bereich der Supraspinatus-Sehnenansatzstelle gefunden,
radiologisch bestehe eine kleine Verkalkung direkt über dem Tuberculum majus (PHS
calcarea). Dr. E._ hatte im Arztbericht vom 8. Juli 2011 (IV-act. 88) erklärt, die
Versicherte sei wegen einer primären Fibromyalgie und einer lang anhaltenden
depressiven Episode seit 1. April 2010 voll arbeitsunfähig. Das Handekzem sei ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Das Problem sei die unterschiedliche Sichtweise
des Bundesgerichts und das angebliche Nicht-Glaubhaft-Machen der Beschwerden. -
Prof. Dr. med. H._, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte bei der Versicherten in
einem Bericht vom 18. Januar 2012 (IV-act. 101-7 ff.) eine somatoforme
A.c.
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Hemisymptomatik rechts und eine depressive Entwicklung. Es habe sich keine
manifeste neurologische Erkrankung darstellen lassen (elektrophysiologisch sowie in
Bildgebung von Neurocranium und Rückenbereich unauffällig). Eine antidepressive
Behandlung sei sinnvoll (Surmontil). - Eine Beschwerde (IV-act. 98-2 f., mit
Geltendmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustands in den letzten
Monaten und Information darüber, dass sich die Versicherte in einer umfassenden
medizinischen Abklärung befinde) gegen eine einen Rentenanspruch der Versicherten
abweisende Verfügung vom 16. Dezember 2011 (IV-act. 96) wies das
Verwaltungsgericht des Kantons B._ am 9. Oktober/15. November 2012 (IV-act. 104)
ab.
Nach einem Umzug (Meldung vom 14. Mai 2014, IV-act. 107) meldete sich die
Versicherte am 14. Mai/22. September 2014 (IV-act. 114) nunmehr bei der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Leistungsbezug an. In
einem Bericht vom 21. Februar 2012 (IV-act. 118) hatte Dr. med. I._, Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabilitation, den Verdacht auf eine Depression mit
Somatisierungsstörung diagnostiziert. Zu den seit Jahren bestehenden diversen
muskuloskelettalen Beschwerden seien schon verschiedenste Abklärungen gemacht
worden, ohne dass eine wesentliche organische Pathologie habe gefunden werden
können. Bei einem MRI HWS und LWS vom 8. November 2010 habe sich ein diskretes
rechtsseitiges paramedianes Bulging C4/5 mit geringer Impression des ventralen
Subarachnoidalraumes ohne neurale Kompression gezeigt, bei einem MRI Schulter
rechts vom 14. Juni 2011 eine mässige AC-Gelenksarthrose. Auch die MRI von
Dr. E._ hätten keine die Beschwerden erklärende Pathologie aufgezeigt. Da die
Versicherte die Zusammenhänge der körperlichen Beschwerden und der Psyche
einsehe, habe sie eine Überweisung an Dr. med. J._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, vorgeschlagen. - Die Versicherte wurde als vorwiegend im Haushalt
tätige versicherte Person betrachtet (IV-act. 127-2) und berufliche Massnahmen
wurden am 6. Oktober 2014 (IV-act. 130) deswegen abgelehnt. - Das Kantonsspital
B._ gab in einem Bericht vom 10. Oktober 2014 (IV-act. 133-3 f.) bekannt, es lägen
ein St. n. Schulterarthroskopie rechts, subacromialer Dekompression und
Kalkentfernung am 15. August 2014 bei Tendinitis calcarea Schulter rechts sowie eine
Depression mit somatoformer Schmerzstörung vor. Die Versicherte berichte, sechs
A.d.
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Wochen postoperativ Schmerzen zu haben, die beinahe wieder so seien wie vor der
Operation, ausserdem von einer Schmerzsymptomatik im Bereich des Epikondylus
humeri lateralis rechts mit Ausstrahlung in die Hand. Es sei betreffend die Schulter
rechts bei der langen Vorgeschichte und der somatoformen Schmerzstörung noch mit
Restbeschwerden zu rechnen. Die neurologische Untersuchung der rechten oberen
Extremität sei unauffällig ausgefallen. - Dr. J._ gab im IV-Arztbericht vom 16. Februar
2015 (IV-act. 136) an, sie behandle die Versicherte seit 26. März 2012. Es bestünden
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
mit somatischem Syndrom, eine generalisierte Angststörung und eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, und die Arbeitsunfähigkeit betrage 100 %. Am
28. November 2014 (IV-act. 136-5 f.) hatte Dr. J._ Dr. D._ berichtet, dass es seit
dem letzten Bericht vom 9. Oktober 2012 zu einer Verschlechterung der psychischen
Gesundheit (neu Angstsymptomatik) gekommen sei. Die Versicherte berichte von
ständigen Befürchtungen und davon, sehr vergesslich geworden zu sein. Gemäss einer
Fallübersicht Eingliederung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Invalidenversicherung (IV-act. 142) gab Dr. E._ am 9. April 2015 an, leichte
körperliche Arbeiten könnte die Versicherte ausüben (IV-act. 142-2). - Am 4. Juni 2015
fand eine Abklärung durch eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie des RAD
statt. Im Bericht darüber vom 23. September 2015 (IV-act. 152) wurde festgehalten, die
Versicherte habe u.a. angegeben, nicht einkaufen zu können, weil ihr unter Leuten oft
übel werde, und auch nie zu Veranstaltungen zu gehen. Als Diagnosen benannt wurden
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor dem Hintergrund deutlich
reduzierter persönlicher Ressourcen, akzentuierte abhängige Persönlichkeitszüge (DD
abhängige Persönlichkeitsstörung), eine generalisierte Angststörung und eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom, vor dem Hintergrund von abhängigen Persönlichkeitszügen. Es
bestünden u.a. Verlust-, Verfolgungs- und soziophobische Ängste. Es liege keine
Arbeitsfähigkeit vor. Die Versicherte benötige neu zusätzlich eine externe Unterstützung
durch die Spitex. - Berufliche Massnahmen wurden in der Folge durch die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 1. Oktober 2015 (IV-
act. 156) abgelehnt. - Nach einer Observation (vgl. IV-act. 160 bis 164) nahm eine RAD-
Ärztin am 16. Februar 2016 (IV-act. 166, auf Anfrage IV-act. 165) zu deren Ergebnissen
Stellung. Sie hielt fest, diese stellten die RAD-Beurteilung vom 23. September 2015
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B.
zumindest teilweise in Frage, weshalb eine bidisziplinäre Verlaufsbegutachtung
vorzusehen sei. - Das ABI hielt in einem bidisziplinären Gutachten vom 20. Juni 2016
(IV-act. 179) als Hauptdiagnosen fest (erstens) eine leichte depressive Episode,
(zweitens) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, (drittens) ein diskretes
residuelles Schulterimpingement-Syndrom rechts bei Status nach
Schultergelenksarthroskopie rechts, subacromialer Dekompression und Kalkentfernung
am 15.08.2014 bei Tendinitis calcarea der rechten Schulter. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit sei ein Fibromyalgie-Syndrom. In leichten bis intermittierend
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten wie in der angestammten Tätigkeit im
Reinigungsbereich bestehe weiterhin eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %,
vollschichtig mit leicht erhöhtem Pausenbedarf. Es falle auf, dass die behandelnden
Ärzte und die RAD-Psychiaterin im Unterschied zum ABI die Inkonsistenz-Situation -
aktuell auch durch die Alltagsbeobachtungen bestätigt - nicht beachteten. - In einem
Vorbescheid vom 31. Januar 2017 (IV-act. 181) über eine Ablehnung des
Rentenanspruchs (bei einem Invaliditätsgrad von 16 %) wurde u.a. festgehalten, es
müsste bei einer allfälligen neuen IV-Anmeldung der Versicherten aufgrund der
gleichen Beschwerden der Frage nachgegangen werden, ob ein strafrechtlich
relevantes Verhalten vorliege. - Die Treuhänderin der Versicherten erklärte gemäss
Aktennotiz vom 28. Februar 2017 (IV-act. 193), der damalige Rechtsvertreter der
Versicherten habe ihr mitgeteilt, er werde das Mandat niederlegen und habe von einem
Einwand abgeraten. Sie selber habe der Versicherten auch mitgeteilt, weitere Schritte
würden sich nicht lohnen. Sie könne sich ja mit 63 Jahren frühzeitig pensionieren
lassen und habe ja ohnehin nicht viel verdient, so dass es nur um ein paar Franken
gehe. - Am 7. März 2017 (IV-act. 196) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der Versicherten verfügungsweise ab.
Am 13. November 2019 (IV-act. 197) ersuchte Dr. med. K._, Facharzt für
Rheumatologie und Innere Medizin, Medizinisches Center L._, um Einsicht in das
ABI-Gutachten von 2016. Die Akteneinsicht wurde ihm gewährt (vgl. IV-act. 202 und
206). - Am 30. Januar/7. Februar 2020 (IV-act. 207) meldete sich die Versicherte
wiederum zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie leide seit Juli 2019 an
Gelenksschmerzen an der ganzen rechten Seite. Sie sei als _lieferantin für eine
B.a.
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Transportunternehmung und als Reinigungsangestellte tätig (vgl. auch IV-act. 198-3). -
Die IV-Sachbearbeiterin hielt am 18. März 2020 (IV-act. 212-2) fest, die Tätigkeit als
_lieferantin übe die Versicherte seit April 2017 aus und sie habe damit im Jahr 2019
Fr. 39'994.-- verdient. Die Arbeit als Reinigungsangestellte übe sie seit Oktober 2018
aus und habe im Jahr 2019 damit Fr. 7'390.-- verdient (vgl. dazu auch IK-Auszug, IV-
act. 233; für das Jahr 2018 ist ein einziger Eintrag - betreffend die
Transportunternehmung - erfasst [Fr. 49'167.--]). - Als behandelnden Arzt gab die
Versicherte weiterhin Dr. E._ an, nunmehr im Medizinischen Center M._ (vgl. auch
IV-act. 244-1; offenbar zusammengehörig mit dem Medizinischen Center L._) tätig.
Mit Schreiben vom 10. Februar 2020 (IV-act. 210) forderte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Versicherte dazu auf,
innert angesetzter Frist konkrete und sachliche Anhaltspunkte für das Vorliegen
relevanter Änderungen seit dem 7. März 2017 beizubringen. Nach unbenütztem
Fristablauf und einem Vorbescheid vom 18. März 2020 (IV-act. 214) erliess die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 4. Juni 2020 (IV-act. 215) eine Verfügung,
wonach auf das Leistungsgesuch vom 7. Februar 2020 nicht eingetreten werde.
B.b.
Am 16. Juni 2020 (Eingangsdatum, IV-act. 216) ging ein von der Versicherten
zugestelltes ärztliches Zeugnis von Dr. K._ vom 11. Juni 2020 über eine volle Arbeits
unfähigkeit im Monat Juni 2020 bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen ein, ausserdem ein ärztlicher Erstbericht dieses Arztes an den
vertrauensärztlichen Dienst der Taggeldversicherung _ vom 30. März 2020 (IV-
act. 217, ununterzeichnet). In Letzterem war zur betreffenden Fallnummer festgehalten
worden, die Versicherte sei an ca. 45 Stunden pro Monat als Reinigungsmitarbeiterin
tätig und seit 31. Juli 2019 arbeitsunfähig. Die Erstbehandlung durch den
berichterstattenden Arzt (Dr. K._) sei am 12. November 2019 erfolgt. Es lägen
(verkürzt wiedergegeben) ein cervicobrachiales Schmerzsyndrom rechts, eine
anhaltende Epicondylitis humeroradialis, weniger ausgeprägt eine Epicondylitis
humeroulnaris rechts, eine Tendenz zum generalisierten Weichteilschmerzsyndrom, ein
rezidivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom und eine milde
Ellenbogengelenksarthritis rechts unklarer Ursache vor. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit seien ein chronischer produktiver Husten und subjektiv Atemnot seit
Schilddrüsenoperation zu Beginn 2018, anamnestisch die Diagnose eines Lupus
B.c.
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C.
erythematodes vor Jahren, unklare Oberbauchbeschwerden und Morphea (gemäss
Pschyrembel syn. Sclerodermia circumscripta). Tätigkeiten, die den rechten Arm und
die Wirbelsäule belasteten, seien zurzeit nicht zumutbar. Am derzeitigen Arbeitsplatz
(gemeint somit die eingangs bezeichnete betroffene Reinigungstätigkeit) sei die
Versicherte seit 31. Juli 2019 zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 8). Eine sehr leichte
wechselbelastende Tätigkeit wäre zumutbar, doch könnten keine Angaben zur
zeitlichen Zumutbarkeit gemacht werden (Ziff. 7.2). - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle hielt in einer Aktennotiz vom 7. Juli 2020 (IV-act. 218) fest, sie habe zweimal
telefonisch Kontakt mit der Versicherten aufgenommen und ihr erklärt, dass sie
entweder Beschwerde gegen die Verfügung erheben oder eine neue Anmeldung
einreichen könne.
Am 7./11. September 2020 (IV-act. 219) meldete sich die Versicherte nochmals
neu an. Sie sei krankheitsbedingt täglich eingeschränkt durch Schmerzen an der
Schulter. Die Lebensqualität sei stark eingeschränkt, es bestehe eine Unzufriedenheit
mit der Lebenssituation. Vom 1. Oktober 2018 bis 11. Juli 2019 sei sie monatlich an
64 Stunden als Raumpflegerin tätig gewesen. Seit 1. April 2017 bestehe ein
Arbeitsverhältnis mit 60 Arbeitsstunden pro Monat als _kurierin. Von November 2011
bis Dezember 2019 habe sie ein _kind (ihr Enkelkind) gehabt. - Mit Bericht vom
6. Juli 2020 (IV-act. 224) hatte Dr. K._ die Versicherte für eine stationäre
Rehabilitationsbehandlung dem Rehazentrum N._ zugewiesen. Es bestünden
vielfältige Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates mit im Verlauf
Ausbreitungstendenz trotz Analgetikatherapie und wiederholten ambulanten
Physiotherapien, ausserdem diverse Medikamentenunverträglichkeiten. Hinweise auf
eine entzündlich rheumatische Grunderkrankung habe er nicht gefunden. - Dr. med.
O._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Pneumologie, hatte am 11. Februar
2020 (IV-act. 225) von einer spirometrisch festgestellten leicht eingeschränkten
Einsekundenkapazität berichtet. - Im Bericht des Rehazentrums N._ vom 13. August
2020 an Dr. K._ (IV-act. 227; Dr. med. P._, Fachärztin für Physikalische Medizin
und Rehabilitation; im Betreffnis wurde die _ Krankenkasse mit betreffender
Fallnummer erwähnt) über das Ergonomietrainingsprogramm waren als Diagnosen
bezeichnet worden eine Fibromyalgie, ein zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechts,
C.a.
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ein lumbospondylogenes Syndrom beidseits, eine Epicondylitis humeroradialis rechts
und ein Verdacht auf Somatisierungsstörung. Die bei Eintritt demonstrierte körperliche
Leistungsfähigkeit habe im Bereich einer leichten Arbeitsbelastung gelegen. Bei Austritt
habe die körperliche Belastbarkeit weiterhin auf niedrigem Niveau unverändert im
Bereich einer leichten Arbeitsbelastung gelegen. Die Versicherte habe sich etwas
schneller und flüssiger bewegt als bei Eintritt. Es habe eine mässige
Symptomausweitung bestanden. Während des stationären Rehabilitationsaufenthalts
und noch bis zum 9. August 2020 sei die Versicherte voll arbeitsunfähig. Ab 10. August
2020 sei sie für die zuletzt ausgeübte leichte Tätigkeit im zuletzt ausgeübten Pensum
von ca. drei Stunden pro Tag arbeitsfähig. Im Austrittsbericht Psychosomatik vom
26. August 2020 (IV-act. 226) hatte das Rehazentrum N._ dargelegt, die Versicherte
habe zur Lebenssituation mitgeteilt, sie arbeite derzeit an fünf Tagen pro Woche
abends von 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr bei einem Kurierdienst; die Arbeit werde sehr gut
bezahlt und es sei für sie momentan die ideale Anstellung. Eine Putztätigkeit könne sie
mit ihren Schmerzen in der Schulter auch nicht mehr machen (vgl. IV-act. 226-2;
Arbeitsverhältnis aufgelöst, Krankentaggeld bis Ende Juli 2020, vgl. IV-act. 227-5, vgl.
auch IV-act. 208, 222 und 223-1). Das Rehazentrum hatte erklärt, es sei zu eruieren
gewesen, dass es der Versicherten eigentlich sehr gut gelinge, zu entspannen und
abzuschalten, und dass das Gedankenkreisen dann aufhöre und das Schmerzerleben
in den Hintergrund trete. Es seien vielfältige psychosoziale Belastungen zu eruieren.
Vor allem habe die Versicherte zunächst unter der Trennung von ihrem Enkel zu Beginn
des Jahres gelitten. Sie habe angegeben, inzwischen könne sie damit etwas besser
umgehen, habe auch gelernt, auf ihre Bedürfnisse zu achten, und könne sich den Tag
einteilen, wie sie wolle, da sie ja erst am Abend arbeite und die Hausarbeit liegen
lassen könne. Die berichtende Ärztin hielt fest, die vielfältigen psychosozialen
Belastungen hätten einen erheblichen Einfluss auf das Schmerzerleben und die
Schmerzbewältigung. Es liege eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren vor. Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht nicht
eingeschränkt (vgl. IV-act. 226-3). - Das Institut für Pathologie am Kantonsspital B._
hatte einen histologischen Bericht (gastroenterologische Biopsien) vom 25. Mai 2020
eingereicht (vgl. IV-act. 228-1). - Dr. med. Q._, Facharzt für Radiologie, hatte von
einem MRI HWS vom 2. Dezember 2019 berichtet (IV-act. 228-2; vgl. hierzu die
Wiedergabe durch Dr. K._ vom 30. März 2020, IV-act. 217-1). - Bei einer
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Skelettszintigraphie vom 15. November 2019 (IV-act. 229) war ein leichtgradig
degenerativer Aspekt im Daumengrundgelenk links, aber kein Anhaltspunkt für
entzündliche Gelenkspathologien gefunden worden.
Der RAD hielt am 6. November 2020 (IV-act. 235) fest, der objektive
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit März 2017 nicht verschlechtert. Es
könne weiterhin von der Arbeitsfähigkeit gemäss dem Gutachten aus dem Jahr 2016
von 80 % für leidensadaptierte Tätigkeit ausgegangen werden. Bezüglich der
beklagten Hyposensibilität und der Beweglichkeit (Finger-Boden-Abstand) habe sich
der Befund verbessert.
C.b.
Mit Vorbescheid vom 11. November 2020 (IV-act. 238) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten ein
Nichteintreten auf ihr Gesuch vom 11. September 2020 in Aussicht. Eine Veränderung
in tatsächlicher Hinsicht seit dem 7. März 2017 sei nicht glaubhaft gemacht worden. -
Die Versicherte erhob am 22. Dezember 2020 (Eingangsdatum, IV-act. 240) Einwand. -
In einem Bericht vom 21. Januar 2021 (IV-act. 242) teilte das Rehazentrum N._
(Fachärztin _ med. R._) mit, es lägen bei der Versicherten eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, und eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren vor. In einer
ideal angepassten Tätigkeit - ohne höhere Anforderung an das
Konzentrationsvermögen und ohne ständigen Zeitdruck - betrage die Arbeitsfähigkeit
70 % (bei erhöhtem Pausenbedarf). - Dr. E._ listete in einem Bericht vom 2. Februar
2021 (IV-act. 244) Berichts- und Behandlungstexte aus der Zeit seit 30. November
2020 auf. - Der RAD hielt am 4. Februar 2021 (IV-act. 245) dafür, die genannten
Beschwerden seien allesamt bereits bekannt und im ABI-Gutachten vom Juni 2016
berücksichtigt worden.
C.c.
Mit Verfügung vom 8. Februar 2021 (IV-act. 247) trat die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen auf das Gesuch der Versicherten vom
11. September 2020 nicht ein. Eine wesentliche Veränderung sei nicht glaubhaft
gemacht worden. In den eingereichten medizinischen Unterlagen seien keine neuen
Tatsachen enthalten.
C.d.
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D.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni für
die Betroffene am 4. März 2021 erhobene Beschwerde (act. G 1). Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung vom 8. Februar 2021
sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auf das
Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 11. September 2020 einzutreten, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWSt. Beim Beweismass des
Glaubhaftmachens genüge es, dass gewisse Anhaltspunkte für den geltend gemachten
rechtserheblichen Sachumstand bestünden. Massgeblicher erster Vergleichszeitpunkt
bilde der 7. März 2017. Während das ABI die Diagnose einer leichten depressiven
Episode gestellt habe, liege derzeit eine mittelgradige Episode vor. Nunmehr könnten
die somatoformen Schmerzen zumindest teilweise bildgebend erklärt werden, seien
doch die Fehlhaltung der Wirbelsäule und die Osteochondrose C5/6 mit foraminalen
Diskusprotrusionen mit möglicher Tangierung der C6-Wurzel ehemals noch kein Thema
gewesen. Es sei lediglich eine "leichtbetonte" thorakale Kyphose erwähnt worden (IV-
act. 179-22). Auch die Spondylarthrose L3-S1 und die linkskonvexe Skoliose seien
2016 noch nicht diagnostiziert worden. Es sei davon auszugehen, dass die neuen, die
Psyche und die Rückenproblematik betreffenden Diagnosen die Leistungsfähigkeit
beeinflussten. Das ABI habe die Leistungseinbusse auf 20 % bemessen, doch im
Ergonomie-Bericht des Rehazentrums N._ vom 13. August 2020 werde ein
zumutbares Pensum von drei Stunden pro Tag angegeben, was einer Arbeitsfähigkeit
von rund 35 % entspreche. Es werde daher nicht lediglich derselbe Sachverhalt anders
beurteilt. Die bildgebenden Abklärungen hätten relevante Verschlechterungen an der
HWS aufgezeigt. Für Dr. K._ gebe es keine Zweifel, dass sich der
Gesundheitszustand seit März 2017 anhaltend verschlechtert habe. Die sonographisch
nachweisbaren Verkalkungen im Bereich der Supraspinatus-Sehne führten ebenfalls zu
einer bis anhin noch nicht berücksichtigten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die
letzten medizinischen Abklärungen beim ABI seien fünf Jahre alt und es sei lediglich ein
bidisziplinäres Gutachten eingeholt worden. Die gesundheitlichen Beschwerden der
Beschwerdeführerin seien indessen so vielfältig, dass neu ein polydisziplinäres
Gutachten erstellt werden müsse, um sie alle zu erfassen und zu beurteilen. - Im
beigelegten Bericht vom 3. Dezember 2020 (act. G 1.6) hatte Dr. K._ Dr. E._ die
Diagnosen bekanntgegeben. Es lägen vor (verkürzt wiedergegeben, erstens) ein
multilokuläres Schmerzsyndrom des Bewegungsapparates mit Ausbreitungstendenz
mit (1.1.) einem chronifizierten cervicobrachialen Schmerzsyndrom rechts, (1.2.) einer
Periarthropathia calcarea, AC-Gelenksdysfunktion, rechts, (1.3.) einem
lumbospondylogenen Schmerzsyndrom, (1.4.) einer anhaltenden Epicondylitis
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humeroradialis, weniger ausgeprägt Epicondylitis humeroulnaris rechts, (1.5.) einer
Tendenz zum generalisierten Weichteilschmerzsyndrom, (1.6.) einer milden
Ellenbogengelenksarthritis rechts unklarer Ursache 2.2020, und (1.7.) anamnestisch der
Diagnose eines Lupus erythematodes vor Jahren, sowie (zweitens) ein chronischer
produktiver Husten und subjektiv Atemnot seit Schilddrüsenoperation Anfang 2018. Als
Nebendiagnosen hatte der Arzt u.a. einen St. n. rezidivierenden depressiven Episoden,
eine chronische rezidivierende Gastritis, einen St. n. laparoskopischer Adnexektomie
rechts bei muzinösem Zystadenom 07/2016 und eine substituierte Hypothyreose 2012
bezeichnet. Es persistierten nur schlecht behandelbare Beschwerden mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit und es bestehe eine Verschlechterung des Gesundheitszustands.
Das Nichteintreten könne aus rheumatologischer Sicht nicht nachvollzogen werden.
E.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2021 (act. G 6) beantragt die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die als Verschlechterung des Gesundheits
zustands betrachteten Diagnosen seien nicht neu. Der RAD habe am 6. November
2020 und 4. Februar 2021 ausführlich und nachvollziehbar dargelegt, dass eine
wesentliche, d.h. rentenrelevante Veränderung nicht eingetreten sei.
F.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat mit Schreiben vom 8. Juli 2021
(act. G 8) auf die Erstattung einer Replik verzichtet, ebenso am 16. Mai 2022 (act. G 14)
auf eine Stellungnahme zu der von der Beschwerdegegnerin am 28. Februar 2022
(act. G 12) nachgereichten DVD mit den ehemaligen Observationsergebnissen.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 8. Februar 2021, mit welcher es die
Beschwerdegegnerin abgelehnt hat, auf das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin
vom 11. September 2020 einzutreten. Sie hat sich auch nicht etwa durch erweiterte
Abklärungen (vgl. BGE 109 V 262 E. 2a) auf die materielle Behandlung dieser
Neuanmeldung eingelassen. - Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist
daher ausschliesslich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung
vom September 2020 hätte eintreten müssen. - Anwendbar sind vorliegend die bis
31. Dezember 2021 in Kraft gewesenen materiellen Bestimmungen des
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Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20; vgl. BGE 132 V 215
E. 3.1.1).
2.
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR
831.201) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen nach Abs. 2
erfüllt sind. Gemäss jener Bestimmung muss in einem Revisionsgesuch glaubhaft
gemacht werden, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat. - Die in Art. 87 Abs. 3 (und 2) IVV genannte
Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit
gleichlautenden und nicht näher begründeten Rentengesuchen befassen muss (vgl.
Bundesgerichtsurteile vom 19. November 2014, 9C_523/2014 E. 2, und vom
22. September 2020, 9C_287/2020 E. 1.3.1).
2.1.
Die betroffene Neuanmeldung hat die Beschwerdeführerin nach mehreren voran
gehenden Gesuchen gemacht. Eine materielle Beurteilung des gestellten Anspruchs
nach vorgenommenen medizinischen Abklärungen hat die Beschwerdegegnerin davor
letztmals durch die eine Leistung ablehnende Verfügung vom 7. März 2017
vorgenommen. Dieses Ergebnis muss sich die Beschwerdeführerin - vorbehältlich von
Gründen für eine Wiedererwägung oder eine prozessuale Revision - bei der
Neuanmeldung entgegenhalten lassen (vgl. BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
2.2.
Das Glaubhaftmachen stellt niedrigere Beweisanforderungen als der im
Sozialversicherungsrecht im Allgemeinen massgebende Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Es genügt, dass für das Vorhandensein des
geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstands wenigstens gewisse
Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist,
bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen.
Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der
Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die
geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (vgl. Bundesgerichtsurteil
vom 2. Dezember 2019, 9C_733/2019 E. 2.2). - Ist seit der rechtskräftigen Erledigung
des Leistungsgesuchs erst kurze Zeit vergangen, sind an das Glaubhaftmachen höhere
Anforderungen zu stellen als bei einer länger zurückliegenden Verfügung über ein
Rentengesuch (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 17. März 2017, 8C_30/2017 E. 2, und
vom 25. November 2021, 8C_373/2021 E. 3.3.3, BGE 109 V 114 E. 2).
2.3.
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3.
Die Frage des Eintretens auf eine Neuanmeldung ist gestützt auf die Aktenlage zu
prüfen, wie sie sich der IV-Stelle (sc. bis zum Erlass der Verfügung) bot (vgl. Bundes
gerichtsurteil vom 18. September 2019, 8C_476/2019 E. 6.2; vgl. Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juni 2010, IV 2008/445 E. 2, vom
4. Dezember 2013, IV 2012/32 E. 3.1.5, und auch vom 18. Dezember 2020 IV 2020/121
E. 2.2).
2.4.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht geltend, es sei seit März 2017
eine massgebliche Verschlechterung deren Gesundheitszustands eingetreten (bzw. es
sei glaubhaft gemacht, dass nunmehr ein Leistungsanspruch bestehen könnte).
3.1.
In somatischer Hinsicht wurden diverse medizinische Berichte über
Untersuchungen aktenkundig.
3.2.
Im Einzelnen lässt sich dem ärztlichen Erstbericht von Dr. K._ vom 30. März
2020 entnehmen, dass ein MRI der HWS der Beschwerdeführerin vom 2. Dezember
2019 u.a. eine Osteochondrose C5/6 mit bilateralen foraminalen Diskusprotrusionen
mit möglicher Tangierung der C6-Wurzeln beidseits, mässiggradigen
"multisegmentäre(n)" Spondylarthrosen und moderater entzündlicher
Endplattenreaktion der rechtsseitigen Anteile gezeigt habe (vgl. IV-act. 217-1).
Ausserdem wurde im Zusammenhang mit dem vorliegenden cervicobrachialen
Schmerzsyndrom rechts eine Fehlhaltung der Wirbelsäule mit paradoxer Kyphosierung
und Kopfprotrusion benannt (vgl. IV-act. 217-1). Ferner wurde eine Tendenz zum
generalisierten Weichteilschmerzsyndrom diagnostiziert und im Zusammenhang mit
dem des Weiteren diagnostizierten rezidivierenden lumbovertebralen Schmerzsyndrom
wurden u.a. eine linkskonvexe Skoliose und eine Spondylarthrose L3-S1 erwähnt
(a.a.O.). Dem aktenkundigen Teil des radiologischen Berichts von Dr. Q._ ist zudem
zu entnehmen, dass weitere moderate Spondylarthrosen C2/3 rechts und C6-Th1
beidseits vorgefunden wurden (vgl. IV-act. 228-2). - Bei der Begutachtung vom Juni
2016 waren ehemals sowohl die HWS wie die LWS klinisch gutachterlich geprüft
worden (vgl. IV-act. 179-22 f.). Aktuelle Aufnahmen waren davon jedoch nicht gemacht
worden, weil sie (nach der umfassenden Untersuchung) nicht für erforderlich gehalten
worden waren (vgl. IV-act. 179-26). - Bei der vorangegangenen ABI-Begutachtung vom
Januar 2010 (Gutachten vom 4. März 2010) hingegen hatten Röntgenbilder der HWS,
des Thorax und der LWS vom Mai 2009 zur Verfügung gestanden (vgl. IV-act. 56-16 f.).
Damals war u.a. bereits auf eine Chondrose C5/6, auf eine verminderte Kyphosierung
und geringe rechtsbetonte Skoliose im oberen Abschnitt (thorakal) sowie auf eine
3.2.1.
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abgeflachte Lordose (aber keine relevante Skoliose) an der LWS hingewiesen worden
(vgl. IV-act. 56-16 f.). - Bilaterale foraminale Diskusprotrusionen mit möglicher
Tangierung der C6-Wurzeln beidseits, die moderate entzündliche Endplattenreaktion
der rechtsseitigen Anteile und weitere moderate Spondylarthrosen C2/3 rechts und C6-
Th1 beidseits (wie gemäss MRI der HWS vom 2. Dezember 2019) waren soweit
ersichtlich ehemals nicht erwähnt worden.
Dr. K._ wies im - allerdings erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung mit
der Beschwerde eingereichten - Bericht vom 3. Dezember 2020 (act. G 1.6) darauf hin,
dass im Vordergrund der vielfältigen Beschwerden der Beschwerdeführerin im Bereich
des Bewegungsapparates die cervicobrachialen Beschwerden rechts mit vermehrten
Schulterbeschwerden rechts stünden. Sonographisch seien Verkalkungen der Supra
spinatus-Sehne (rechts) dokumentiert, die radiologisch nicht sichtbar seien. Nach den
Einträgen von Dr. E._ (IV-act. 244-4) war bei jener Untersuchung vom 3. Dezember
2020 das AC (-Gelenk) zwar ohne Erguss oder Kapselschwellung gewesen und wurde
die Rotatorenmanschette insgesamt als kräftig beurteilt. Es waren aber feine
Kalkspritzer im Ansatz der SSP mit echoarmer Sehnenstruktur, einer Tendinitis
entsprechend, gefunden worden. - Anlässlich der ehemaligen Begutachtung vom Juni
2016 hatte ein Arthro-MRT der rechten Schulter vom 23. Juni 2015 zur Verfügung
gestanden (vgl. IV-act. 179-24). Die Supraspinatus-Sehne hatte dabei (nach der
subacromialen Dekompression im August 2014 wegen Tendinitis calcarea rechts, vgl.
IV-act. 179-28) im Bereich des distalen Sehnendrittels moderate bis mässige
tendinopathische Signalsteigerungen gezeigt und die Veränderungen waren im
Vergleich zu Juni 2011 (mässige AC-Gelenksarthrose; am 21. März 2011 erwähnt: PHS
calcarea) als etwas progredient beurteilt worden (vgl. IV-act. 179-24). Gewisse
Veränderungen der Supraspinatus-Sehne waren demnach bei der Begutachtung 2016
(mit dem Ergebnis einer Arbeitsunfähigkeit von 20 %) bereits bekannt gewesen. - Auch
wenn zu berücksichtigen ist, dass Dr. K._ seine Einschätzung einer Verschlechterung
des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin abgab, ohne dass ihm namentlich
etwa die Befunde aus dem ABI-Gutachten vom 4. März 2010 oder die Berichte über
die zahlreichen weiteren medizinischen Abklärungen bekannt gewesen wären, so kann
seine Einschätzung einer Verschlechterung, da ihm doch immerhin das ABI-Gutachten
von 2016 vorgelegen hatte, doch nicht ohne weiteres ausser Acht bleiben und können
die Angaben zur Sonographie (Tendinitis) und der klinische Befund eines sehr
druckdolenten AC-Gelenks doch einen Hinweis auf eine solche mögliche Veränderung
bieten.
3.2.2.
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Unter Hinweis auf ein MRI des rechten Ellenbogens vom 12. Februar 2020
wurden im ärztlichen Erstbericht von Dr. K._ vom 30. März 2020 zudem einerseits
unter Ziff. 2 eine anhaltende Epicondylitis humeroradialis, weniger ausgeprägt
humeroulnaris, rechts (M77.10), und anderseits unter Ziff. 5 eine milde
Ellenbogengelenksarthritis rechts unkl. Ursache (M13.12) diagnostiziert (vgl. IV-
act. 217-2). - Es kann diesbezüglich zwar davon ausgegangen werden, dass dem
Rheumatologen anlässlich der ehemaligen Begutachtung im Juni 2016 die am
Epicondylus humeri lateralis am Ellenbogen rechts früher einmal aufgetretene
Schmerzsymptomatik bekannt gewesen war, hatte ihm doch der Bericht des
Kantonsspitals B._ vom 10. Oktober 2014 zur Verfügung gestanden (vgl. IV-
act. 179-8), in welchem diese erwähnt worden war (vgl. IV-act. 133-3). Die
Ellenbogengelenke der Beschwerdeführerin waren bei der damaligen gutachterlichen
klinischen Untersuchung (vom Juni 2016) aber völlig unauffällig frei beweglich gewesen
(vgl. IV-act. 179-23).
3.2.3.
Zu erwähnen sind aus dem Verlauf seit der bidisziplinären Begutachtung des
Weiteren die erfolgten operativen Eingriffe, nämlich eine laparoskopische
Adnexektomie rechts bei muzinösem Zystadenom vom Juli 2016 (somit im Monat nach
der Begutachtung, allerdings noch vor Erlass der darauf basierenden Verfügung vom
7. März 2017) und eine (nach 2009 zweite) Schilddrüsenoperation zu Beginn des
Jahres 2018 (vgl. IV-act. 217-2). - Den seit der Letzteren vorliegenden chronischen
produktiven Husten mit subjektiv Atemnot (bei u.a. V. a. ein hyperreagibles
Bronchialsystem DD: allergische Asthmakomponente) beurteilte Dr. K._ - Facharzt
auch für Allgemeine Innere Medizin - zwar im März 2020 als die Arbeitsfähigkeit nicht
tangierendes Leiden, ebenso wie die anamnestisch vor Jahren gestellte Diagnose eines
Lupus erythematodes, die unklaren Oberbauchbeschwerden und die Morphea
(Sclerodermia circumscripta; vgl. IV-act. 217-2 und 217-4). Bei Einbezug in eine
Gesamtwürdigung erscheint eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aber dennoch
nicht ausgeschlossen (vgl. unten E. 4.4).
3.2.4.
Dr. K._ erachtete im März 2020 trotz der beschriebenen Wirbelsäulenleiden
sowie der cervicobrachialen und der Ellenbogen-Problematik (sowie der weiteren
genannten Leiden) eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für sehr leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten grundsätzlich als zumutbar. Tätigkeiten, die den rechten
Arm und die Wirbelsäule belasteten, seien dagegen nicht zumutbar (vgl. IV-act. 217-3).
- Bereits bei der Begutachtung vom Januar 2010 waren körperlich schwere Tätigkeiten
mit starker Rückenbelastung als der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar
bezeichnet worden, körperlich mittelschwere Tätigkeiten mit mittelschwerer
3.2.5.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 19/23
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Rückenbelastung lediglich noch zu 40 % (vgl. IV-act. 56-18). - Bezüglich des rechten
Arms hat sich damit zunächst ein Anhaltspunkt für eine zusätzliche qualitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergeben. - Dr. K._ wies aber auch darauf hin,
dass er zur zeitlichen Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin in
einer sehr leichten, wechselbelastenden Tätigkeit keine Angaben machen könne (vgl.
IV-act. 217-3), womit deren Ausmass unbestimmt blieb (und auch in den
rentenrelevanten Bereich fallen konnte). Im Bericht vom 3. Dezember 2020 hielt er in
der Folge fest, es bestehe eine anhaltende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Da er
erwähnte, die Rehaklinik N._ habe der Beschwerdeführerin bei Austritt eine deutlich
einschränkte Arbeitsfähigkeit von drei Stunden pro Tag für eine leichte Tätigkeit
attestiert, ist anzunehmen, dass er seinerseits eine entsprechend reduzierte
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten angenommen hat. Im betreffenden Bericht
des Rehazentrums N._ vom 13. August 2020 über das Ergonomietrainingsprogramm,
das die Beschwerdeführerin vom 15. Juli 2020 bis 4. August 2020 absolvierte (IV-
act. 227), war eine körperliche Leistungsfähigkeit im Bereich einer leichten
Arbeitsbelastung festgestellt worden (IV-act. 227-3). Zur Arbeitsfähigkeit war
festgehalten worden, ab 10. August 2020 sei die Beschwerdeführerin für die damals
tatsächlich weiterhin ausgeübte leichte Tätigkeit (im _transport; das Arbeitsverhältnis
als Reinigungsangestellte sei dagegen auf Ende März 2020 aufgelöst worden, vgl. IV-
act. 227-5) im entsprechenden Pensum von ca. drei Stunden pro Tag arbeitsfähig (vgl.
IV-act. 227-4). Ob nicht allenfalls medizinisch-theoretisch auch eine höhere
Arbeitsfähigkeit erreichbar gewesen wäre, erscheint aufgrund dieses Berichts als
solchem allerdings nicht abschliessend geklärt.
Was den psychiatrischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin betrifft,
wurde im Bericht über das Ergonomietrainingsprogramm des Rehazentrums N._ der
Verdacht auf eine Somatisierungsstörung der Beschwerdeführerin geäussert (vgl. IV-
act. 227-1). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdeführerin nach der Aktenlage bereits seit Dezember 2008 in Behandlung
steht und bei ihr schon längere Zeit psychiatrische Diagnosen gestellt worden sind. Im
Austrittsbericht Psychosomatik des Rehazentrums N._ vom 26. August 2020
(Fachärztin _ med. R._) wurde eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren diagnostiziert (vgl. IV-act. 226-3). Es wurde darauf
hingewiesen, dass die vielfältigen psychosozialen Belastungen einen erheblichen
Einfluss auf das Schmerzerleben und die Schmerzbewältigung hätten. Die
Arbeitsfähigkeit wurde aus psychiatrischer Sicht als nicht eingeschränkt beurteilt (vgl.
IV-act. 226-3). Im Verlaufsbericht vom 21. Januar 2021 legte die Fachärztin _ med.
R._ - als die Beschwerdeführerin nach Austritt aus der stationären Behandlung (am
3.3.
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4.
4. August 2020) in der Folge ab 17. August 2020 im Rehazentrum N._ ambulant
psychiatrisch und psychotherapeutisch weiterbehandelnde Ärztin - allerdings dar, sie
schätze die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer ideal angepassten
Tätigkeit (ohne höhere Anforderung an das Konzentrationsvermögen und ohne
ständigen Zeitdruck) bei nunmehr zusätzlich diagnostizierter rezidivierender
depressiver Störung, gegenwärtig mittelgradiger Episode, auf 70 % (Arbeitsunfähigkeit
30 %, erhöhter Pausenbedarf) ein (vgl. IV-act. 242-2). - Ein rentenbegründendes
Ausmass wird nach dieser Schätzung unter dem psychiatrischen Aspekt für sich allein
genommen weiterhin nicht erreicht. Allerdings liegt ein Anhaltspunkt für eine mögliche
Verschlechterung des Gesundheitszustands vor.
In erwerblicher Hinsicht hat sich schliesslich insofern eine faktische Veränderung
ergeben, als die Beschwerdegegnerin nach der Aktenlage nach der letzten Gesuchs
abweisung vom März 2017 im April 2017 ein umfangreicheres Arbeitsverhältnis
aufgenommen hat. Eine weitere Anstellung mit gemäss IK-Auszug geringfügigerem
Verdienst hat sie nach der Aktenlage im Januar 2019 aufgenommen und im März 2020
wieder verloren. - Für die strittige Eintretensfrage sind allerdings die erwerblichen
Folgen der invaliditätsbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
und nicht die tatsächliche Verwertung einer medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit
ausschlaggebend.
3.4.
Bei diesen Gegebenheiten lässt sich zusammenfassend festhalten, dass es
verschiedene Hinweise auf eine mögliche relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin gibt. Dazu gehören die (bei
Osteochondrose C5/6) erwähnten bilateralen foraminalen Diskusprotrusionen mit
möglicher Tangierung der C6-Wurzeln beidseits, die moderate entzündliche
Endplattenreaktion der rechtsseitigen Anteile sowie weitere moderate
Spondylarthrosen C2/3 rechts und C6-Th1 beidseits. Dazu kommen allenfalls die
Ergebnisse der Sonographie der Schulter (Tendinitis) und die starke Dolenz des AC-
Gelenks. Ausserdem sind die (nach Lage der Akten wieder aufgetretene bzw. nunmehr)
anhaltende Epicondylitis rechts und die milde Ellenbogengelenksarthritis rechts zu
erwähnen. Des Weiteren erfolgte bei der Beschwerdeführerin innerhalb des relevanten
Zeitraums wie erwähnt eine (zweite) Schilddrüsenoperation (mit nachfolgend
chronischem produktivem Husten und subjektiv Atemnot; sowie seit der Begutachtung
2016 ausserdem eine Adnexektomie). Schliesslich wurde von einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, berichtet.
4.1.
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Auch gibt es wie erwähnt Anhaltspunkte für eine möglicherweise neuerdings
insgesamt erheblich eingeschränkte zumutbare Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 227-4;
auch wenn diese Frage - wie bereits unter E. 3.2.5 ausgeführt - noch nicht
abschliessend geklärt ist).
4.2.
Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin mit den
genannten Hinweisen zu massgeblicher Zeit im Verfahren der Neuanmeldungen vom
Februar 2020 und vom September 2020 eine immerhin mögliche rentenbegründende
Invalidität glaubhaft gemacht hat, so dass auf die Sache einzutreten ist. Seit der letzten
(bidisziplinären) Begutachtung sind bereits fast fünf Jahre vergangen und die Hürde
des Glaubhaftmachens ist entsprechend niedrig anzusetzen (vgl. E. 2.3), da ein
Fortschreiten degenerativer Veränderungen im Zeitablauf schon allgemein nicht
auszuschliessen ist.
4.3.
Bei der Beschwerdeführerin fallen insbesondere verschiedene rheumatologische
Diagnosen und ausserdem internistische Beeinträchtigungen (wie der anamnestische
Lupus erythematodes [zuletzt ANA 1:320 positiv, lupusspezifische Antikörper negativ],
die rezidivierende Leukopenie, die Schilddrüsenproblematik, Husten/Atemnot/
hyperreagibles Bronchialsystem/Asthmakomponente, die unklaren
Oberbauchbeschwerden sowie die Morphea) zusammen. Diverse Befunde waren
bereits bei den Begutachtungen bekannt gewesen (so war etwa eine leichte obstruktive
Ventilationsstörung gemäss dem ABI-Gutachten vom November 2008 beschrieben und
es war ihr damals noch kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen worden) und
Dr. K._ hatte im März 2020 wie erwähnt einzelne internistische Diagnosen als solche
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beschrieben. Die (in E. 4.1 genannten) Aspekte
einer möglichen gesundheitlichen Verschlechterung kommen nunmehr hinzu und die
Schätzung der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit hat sich, weil allfällige
verstärkende Wechselwirkungen und allenfalls ein Zusammenhang der Leiden
bestehen könnten, wiederum aus einer ganzheitlichen medizinischen Betrachtung zu
ergeben. Eine polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin unter Einschluss
der internistischen Disziplin hat jedoch letztmals elf Jahre vor der angefochtenen
Verfügung vom 8. Februar 2021 stattgefunden. Auch das legt vorliegend einen
Anspruch der Beschwerdeführerin auf ein durchzuführendes Verfahren aufgrund der
Neuanmeldung nahe.
4.4.
Die angefochtene Verfügung ist demnach aufzuheben und durch den
(verfahrensleitenden) Entscheid zu ersetzen, dass auf die Neuanmeldung der
Beschwerdeführerin vom 7./11. September 2020 einzutreten ist.
4.5.
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5.