Decision ID: 8145e6a7-336e-575f-8656-2d6867498956
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 24. August 2015 in der Schweiz um Asyl
nach. Mit Verfügung vom 8. August 2017 verneinte das SEM mangels
Glaubhaftigkeit der Vorbringen die Flüchtlingseigenschaft, wies das Asyl-
gesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren
Vollzug an. Eine hiergegen eingereichte Beschwerde wies das Bundesver-
waltungsgericht mit Urteil E-5030/2017 vom 31. Oktober 2018 ab.
B.
Mit Eingabe vom 4. Dezember 2018 reichte der Beschwerdeführer beim
SEM ein Mehrfachgesuch ein, das mit Verfügung vom 9. Januar 2019 ab-
gelehnt wurde; diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C.
Mit Eingabe vom 7. März 2019 reichte der Beschwerdeführer beim SEM
ein Wiedererwägungsgesuch ein, das mit Verfügung vom 13. März 2019
abgelehnt wurde; diese Verfügung erwuchs ebenfalls unangefochten in
Rechtskraft.
D.
Mit Eingabe vom 25. Mai 2021 reichte der Beschwerdeführer beim SEM
ein zweites Mehrfachgesuch ein, das mit Verfügung vom 16. April 2021
abgelehnt wurde. Eine hiergegen am 22. Mai 2021 eingereichte Be-
schwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-2413/2021 vom
14. Juni 2021 – soweit es darauf eintrat – ab.
E.
Mit Eingabe vom 6. August 2021 reichte der Beschwerdeführer beim SEM
ein drittes Mehrfachgesuch ein.
F.
Mit Verfügung vom 7. September 2021 (eröffnet am 15. September 2021)
trat das SEM auf das Mehrfachgesuch nicht ein, verfügte die Wegweisung
aus der Schweiz, ordnete deren Vollzug an und erhob eine Gebühr in Höhe
von CHF 600.–.
G.
Mit Eingabe vom 20. September 2021 reichte der Beschwerdeführer unter
Beilage eines Zeitungsartikels, zweier Fotos und einer Todesurkunde beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein. Er beantragte die Aufhebung
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der vorinstanzlichen Verfügung und Rückweisung an die Vorinstanz zum
materiellen Entscheid, eventualiter sei ihm die vorläufige Aufnahme zu ge-
währen. In formeller Hinsicht ersuche er darum, der Beschwerde die auf-
schiebende Wirkung zu erteilen. Weiter beantragte er die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses.
In der Beschwerde werden im Wesentlichen die bereits vorgetragenen
Ausführungen im Rahmen des Mehrfachgesuchs wiederholt. Ausserdem
wird gerügt, dass sich das SEM nicht mit allen Gesuchvorbringen befasst
habe, namentlich nicht mit den eingereichten Beweismitteln.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls –
in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
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(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
3.2 Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung
zu (Art. 55 Abs. 1 VwVG). Da die Vorinstanz die aufschiebende Wirkung
nicht entzogen hat, ist auf den Verfahrensantrag, der Beschwerde sei die
aufschiebende Wirkung zu erteilen, nicht einzutreten.
3.3 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs
hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das
Bundesverwaltungsgericht diese insoweit ohne Einschränkung prüft.
4.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise ei-
nes zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend
aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
5.
5.1 Asylgesuche, die innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des
Asyl- und Wegweisungsentscheides eingereicht werden, haben gemäss
Art. 111c Abs. 1 AsylG schriftlich und begründet zu erfolgen.
5.2 Kommt eine asylsuchende Person im Rahmen eines Mehrfachgesuchs
ihrer Begründungspflicht offensichtlich nicht nach, hat die Behörde auch in
Verfahren, in denen nicht ohnehin schon die speziellen Voraussetzungen
der Art. 31a Abs. 1–3 AsylG vorliegen, die Möglichkeit, auf das Gesuch ge-
stützt auf Art. 111c Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht einzutre-
ten (vgl. BVGE 2014/39 E. 7.1).
6.
6.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzlichen Erwägungen
zu bestätigen sind.
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6.2 Wie vom SEM zutreffend festgestellt, ist das Erfordernis einer (materi-
ell) ausreichenden Begründung im Sinne von Art. 111c Abs. 1 AsylG vorlie-
gend als nicht erfüllt zu erachten (vgl. zum Nichteintretensgrund der man-
gelhaften Begründung BVGE 2014/39 E. 7). Das vom Beschwerdeführer
vorgebrachte exilpolitische Engagement insbesondere für das Swiss Tamil
Co-ordinating Committee (STCC), die Tamil Youth Organization (TYO)
oder anlässlich eines Turniers am (...) ist als nicht ausreichend begründet
im Sinne der erhöhten Anforderungen an die Begründung eines solchen
Mehrfachgesuchs zu qualifizieren. Zur Vermeidung von Wiederholungen
kann vollumfänglich auf die vorinstanzliche Verfügung verwiesen werden.
Festzustellen ist, dass sich die Beschwerdeausführungen ebenfalls nicht
in substanziierter Weise mit der Argumentation der Vorinstanz auseinan-
dersetzen, sondern insbesondere die bereits früher getätigten Vorbringen
wiederholen und sich darauf beschränken, die Arbeitsweise des SEM zu
kritisieren, die vorliegend jedoch nicht zu beanstanden ist. Die vorinstanz-
lichen Schlussfolgerungen – auch in Bezug auf die ins Recht gelegten Fo-
tos – sind nicht zu bemängeln. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene
sind mithin nicht geeignet, zu einer anderen Einschätzung zu führen. Selbst
die vorinstanzlichen Erwägungen zum STCC oder zur TYO veranlassten
den Beschwerdeführer nicht, auf Beschwerdeebene fundierte Ausführun-
gen dazu zu machen, inwiefern er für das STCC respektive für dessen Prä-
sidenten oder die TYO tätig sei oder zu belegen, welche Positionen er in-
nehaben soll. Aus «The Gazette of the Democratic Socialist Republic of Sri
Lanka» vom (...) geht lediglich hervor, dass die Liste der designierten Per-
sonen bezüglich der «Regulation 4(7) of the United Nations Regulations
No. 1 of 2012» erweitert worden sei. Diese Liste «of designated persons
and entities» enthält Namen von Organisationen, die verboten, und von
Personen, die gesucht sind (vgl. SEM, Notiz Sri Lanka, Lagefortschreibung
vom 7. Februar 2020, S. 16). Es trifft zwar zu, dass dabei auf der Perso-
nenliste auch B._, wohnhaft in C._, genannt wird. Daraus
lässt sich jedoch offensichtlich keine Verbindung zum Beschwerdeführer
respektive zu dessen exilpolitischer Tätigkeit herstellen. Aus dem in der
Beschwerde zitierten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5901/2019
vom 24. März 2021 kann der Beschwerdeführer – der seine Vorbringen
nicht ausreichend begründet hat – ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ab-
leiten. Schliesslich beruft er sich erneut auf die allgemeine Lage in seinem
Heimatstaat, ohne diese in einen ausreichend konkreten Kontext zu seiner
Person zu setzen. Das Gericht geht – unter Berücksichtigung der Entwick-
lungen in Sri Lanka – praxisgemäss davon aus, dass es auch zum heutigen
Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme gibt, wonach seit dem Machtwechsel
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in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr
ausgesetzt wären.
6.3 Ebenfalls wurde das Vorbringen, wonach die Familie des Beschwerde-
führers seinetwegen im Heimatstaat behelligt worden sei, weder im
vorinstanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene ausreichend sub-
stanziiert. Hinzu kommt, dass die eingereichten Beweismittel – wie von der
Vorinstanz bereits zutreffend festgestellt – nicht zum Beleg eines Gefähr-
dungsprofils tauglich sind. Dies gilt insbesondere für die von ihm einge-
reichten Fotos, die letztlich auch auf Beschwerdeebene im Hinblick auf die
Umstände ihrer Entstehung und der festgehaltenen Situation nicht weiter
substanziiert werden. Gleiches trifft für die auf Beschwerdeebene einge-
reichten Beweismittel zu. Zudem lässt der Zeitungsartikel, in welchem die
Mutter des Beschwerdeführers abgebildet sein soll, keinen Rückschluss
auf deren Person zu, was auch für die beiden ins Recht gelegten Fotos von
ihr zutrifft. Auch gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, sein Mehrfachge-
such mittels der Todesurkunde seines Vaters zu begründen, ist dieser doch
bereits am 23. Juli 2020 verstorben. Den erhöhten Anforderungen an die
Begründungspflicht ist der Beschwerdeführer mithin in dieser Hinsicht
ebenfalls nicht nachgekommen.
6.1 Die Vorinstanz ist somit zu Recht auf das Mehrfachgesuch mangels
gehöriger Begründung der neuen Asylvorbringen in Anwendung von
Art. 111c AsylG Abs. 1 i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht eingetreten.
7.
7.1 Was sämtliche anderen Vorbringen anbelangt, wonach der Beschwer-
deführer exilpolitisch erheblich tätig und vernetzt und infolgedessen bei ei-
ner Rückkehr nach Sri Lanka gefährdet sein soll, hat das SEM zutreffend
erwogen, dass diese Vorbringen im Rahmen eines allfälligen Revisionsge-
suchs durch das Bundesverwaltungsgericht zu behandeln wären. Der
Sachverhalt und die in diesem Zusammenhang eingereichten Beweismittel
haben nämlich bereits zum Zeitpunkt des Urteils des Bundesverwaltungs-
gerichts E-2413/2021 vom 14. Juni 2021 bestanden. Mangels funktioneller
Zuständigkeit ist das SEM daher auf dieses Vorbringen zu Recht nicht ein-
getreten (Art. 9 Abs. 2 VwVG).
7.2 Dem Beschwerdeführer steht es frei, im Rahmen eines Revisionsgesu-
ches nach Massgabe der Art. 121 ff. BGG i.V.m. Art. 45 ff. VGG und Art. 67
Abs. 3 VwVG beim Bundesverwaltungsgericht ein entsprechendes Revisi-
onsverfahren einzureichen.
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Ein Revisionsgesuch stellt jedoch ein ausserordentliches Rechtsmittel dar,
an dessen Begründung erhöhte Anforderungen zu stellen sind. Es ist so-
wohl der Revisionsgrund als auch die Frage der Rechtzeitigkeit und der
Erheblichkeit der neu geltend gemachten Tatsachen respektive der einge-
reichten Beweismittel darzulegen. Vorliegend wurde weder um Revision
ersucht noch wurden im Zusammenhang mit den eingereichten Beweismit-
teln Ausführungen im Sinne eines rechtsgenüglichen Revisionsgesuchs
getroffen. Eine weiterführende Auseinandersetzung kann daher vorliegend
unterbleiben.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an (Art. 44 AsylG).
8.2 Nachdem der Beschwerdeführer weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen verfügt, wurde die Wegweisung zu Recht angeordnet (vgl. BVGE
2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2
9.2.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen.
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG;
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vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die
Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
9.2.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri
Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus der Beschwerde noch aus den Akten An-
haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaf-
fung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach
Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-
setzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-
schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste
der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder
glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-
menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-
gen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127
m.w.H.). An der letztmals im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-
2413/2021 vom 14. Juni 2021 getroffenen Einschätzung zur Zulässigkeit
ist – auch unter Berücksichtigung der Veränderung der Sicherheits- und
Menschenrechtslage in Sri Lanka – weiterhin festzuhalten. Aus Sicht des
Bundesverwaltungsgerichts besteht kein Grund zur Annahme, dass sich
die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka konkret auf den Be-
schwerdeführer auswirken könnten. Die allgemeine Menschenrechtssitua-
tion in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt
nicht als generell unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des BVGer
E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 sowie statt vieler: Urteil des BVGer
E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.2) und der Beschwerdeführer weist
seinerseits keine individuellen Merkmale auf, welche eine Unzulässigkeit
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des Vollzugs begründen könnten. Der Vollzug der Wegweisung erweist
sich damit als zulässig.
9.3
9.3.1 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AIG unzumut-
bar sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat-
oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all-
gemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist. Wird
eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83
Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.
9.3.2 Die Vorinstanz hat die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs mit
Verweis auf die seine Person betreffenden Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts, in welchen sich das Gericht mit der Frage der Zumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs auseinandersetzte, in zutreffender Weise bejaht
(vgl. Urteile des BVGer E-2413/2021 vom 14. Juni 2021 E. 10.3 f. und
E-5030/2017 vom 31. Oktober 2018 E. 7.4). Zudem hat die Vorinstanz zu
Recht darauf hinwiesen, dass trotz verschiedener Sicherheitsvorfälle in Sri
Lanka keine gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder anderen
unberechenbaren Unruhen dominierte Lage herrscht, aufgrund derer
Rückkehrer unabhängig von ihrem individuellen Hintergrund konkret ge-
fährdet sind. Auch im vorliegend zu beurteilenden Verfahren macht der Be-
schwerdeführer keine anderen Gründe geltend, welche gegen die Zumut-
barkeit sprechen würden, noch sind solche aus den Akten ersichtlich. Der
Vollzug der Wegweisung ist somit weiterhin zumutbar.
9.4 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Sri Lanka
ist zudem möglich, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2
AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger
Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34
E. 12).
9.5 Schliesslich steht auch die Corona-Pandemie dem Wegweisungsvoll-
zug nicht entgegen. Ihr ist im Rahmen der Vollzugsmodalitäten durch die
kantonalen Behörden Rechnung zu tragen, indem etwa der Zeitpunkt des
Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst wird.
9.6 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Auf-
nahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). Das entsprechende Be-
schwerdebegehren ist abzuweisen.
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Seite 10
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit da-
rauf einzutreten ist.
11.
11.1 Mit dem vorliegenden Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos. In der Beschwerde
wurde zudem die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung bean-
tragt. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die gestellten
Begehren als zum vornherein aussichtslos zu erachten sind. Damit ist eine
der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für die Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG nicht
gegeben, weshalb das entsprechende Gesuch – ungeachtet der geltend
gemachten prozessualen Bedürftigkeit – abzuweisen ist.
11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1’500.–
(Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE], SR 173.320.2) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
(Dispositiv nächste Seite)
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