Decision ID: 191f4b76-7bb4-4651-a480-fd1dc9a70d5e
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») eine Strafuntersuchung gegen
den gambischen Staatsangehörigen A. u.a. wegen Verdachts der Verbre-
chen gegen die Menschlichkeit führt;
- die Polizei A. am 26. Januar 2017 in der Schweiz festnahm;
- das Regionale Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland A. am
28. Januar 2017 in Untersuchungshaft versetzte;
- das Kantonale Zwangsmassnahmengericht des Kantons Bern (nachfolgend
«ZMG BE») die Untersuchungshaft wiederholt verlängerte;
- die Untersuchungshaft – soweit ersichtlich – bis heute andauert;
- A. mit Eingabe vom 7. Dezember 2020 mit folgenden (materiellen) Anträgen
an das ZMG BE gelangte (KZM 20 1442, nicht paginiert):
1. Constater l’illicéité des conditions dans lesquelles Monsieur A. a été détenu successive-
ment à la Prison régionale de Z. puis à la Prison régionale de Y. pour une durée de cinq
cent quatre-vingt-cinq (585) jours consécutifs, du 27 janvier 2017 au 4 septembre 2018,
et pour une durée supplémentaire de deux cent cinquante-quatre (254) jours correspon-
dant aux week-ends et jours fériés, entre le 4 septembre 2018 et le jour des présentes
écritures, soit un total de huit cent trente-neuf (839) jours.
2. Réserver à Monsieur A. de faire valoir toute forme de compensation adéquate devant
l’autorité de jugement ou toute autre autorité compétente.
3. Ordonner à la direction de la procédure de prendre toutes les mesures utiles à ce que
cesse immédiatement toute Illicéité dans les conditions de détention de Monsieur A.
4. Condamner le Ministère public de la Confédération en tous les frais et dépens de l’ins-
tance.
- das ZMG BE mit Entscheid vom 10. September 2021 auf das Gesuch nicht
eintrat; es den Entscheid mit einer Rechtsmittelbelehrung versah, wonach
der Gesuchsteller Beschwerde beim Bundesstrafgericht einreichen kann
(act. 1.1; KZM 20 1442, nicht paginiert);
- gegen den Entscheid des ZMG BE vom 10. September 2021 A., vertreten
durch Rechtsanwalt Philippe Currat, mit Beschwerde vom 23. September
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2021 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt und pri-
mär dessen Aufhebung verlangt (act. 1);
- das ZMG BE mit Schreiben vom 27. September 2021 (Posteingang: 29. Sep-
tember 2021) der Beschwerdekammer aufforderungsgemäss die Akten ein-
reichte (act. 3).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die Beschwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfahrenshandlungen und ge-
gen nicht der Berufung unterliegende Entscheide des Zwangsmassnahmen-
gerichts in den in der StPO vorgesehenen Fällen beurteilt (Art. 20 Abs. 1 lit. c
StPO);
- in Fällen der Bundesgerichtsbarkeit die Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts die Entscheide trifft, für welche die StPO die Beschwer-
deinstanz oder das Bundesstrafgericht als zuständig bezeichnet (Art. 37
Abs. 1 StBOG);
- die Beschwerde gegen die Entscheide des Zwangsmassnahmengerichts in
den in der StPO vorgesehenen Fällen zulässig ist (Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO);
- der angefochtene Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts in Ausübung
von Bundesgerichtsbarkeit (Art. 2 lit. c und Art. 65 StBOG) erlassen wurde;
- der angefochtene Entscheid indes keinen Gegenstand beschlägt, für wel-
chen in der StPO die Beschwerde vorgesehen wäre;
- der angefochtene Entscheid insbesondere nicht die Anordnung, die Verlän-
gerung oder die Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft zum
Gegenstand hat (vgl. Art. 222 StPO), welche Entscheide die verhaftete Per-
son gemäss Art. 222 StPO bei der Beschwerdeinstanz (unter Vorbehalt von
Art. 233 StPO) anfechten kann;
- sich die Beschwerde nach dem Gesagten als offensichtlich unzulässig er-
weist, weshalb auf sie ohne die Durchführung eines Schriftenwechsels nicht
einzutreten ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario);
- selbst wenn auf die Beschwerde einzutreten wäre, diese abzuweisen wäre;
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- die Kantone die Beschwerdemöglichkeiten der inhaftierten Personen gegen
den Haftvollzug regeln (Art. 235 Abs. 5 StPO);
- die verfahrensgegenständliche Haft in den Regionalgefängnissen Z. und Y.
vollzogen wurde;
- gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über den Justizvollzug des Kantons
Bern vom 23. Januar 2018 (Justizvollzugsgesetz, JVG/BE; BSG 341.1) die-
ses Gesetz auf Untersuchungs- und Sicherheitshaft nach der StPO Anwen-
dung findet, soweit der Vollzug in einer Vollzugseinrichtung nach diesem Ge-
setz erfolgt und keine besonderen Bestimmungen bestehen;
- dies auch in Verfahren der Bundesanwaltschaft gilt (Art. 2 Abs. 1 lit. c
JVG/BE);
- das Verfahren und der Rechtsschutz in Art. 48 ff. JVG/BE geregelt sind;
- wie dies die Vorinstanz ausführlich und einleuchtend darlegt (E. 3 und 4),
unter diesen Umständen kein Raum besteht für den allenfalls vom Bundes-
gericht durch Richterrecht geschaffenen Rechtsschutz durch das Zwangs-
massnahmengericht (vgl. BGE 140 I 125 E. 2.1, in: Pra 2014 Nr. 82 S. 605);
- das Zwangsmassnahmengericht die Haftbedingungen nur im Rahmen der
materiellen Haftvoraussetzungen bei Entscheiden über die Anordnung, Ver-
längerung oder Aufhebung beurteilen kann bzw. muss, d.h., soweit sie die
Haftentlassung zur Folge haben müssten; die Haftbedingungen im Übrigen
auf dem kantonalrechtlichen Weg zu beurteilen sind (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 1B_257/2014 vom 6. August 2014 E. 3.4; vgl. auch FORSTER, Basler
Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 220 N. 7 und Fn. 37);
- wie die Vorinstanz ebenfalls zutreffend feststellt, diese rechtliche Ausgangs-
lage dem Beschwerdeführer im Übrigen aufgrund des Urteils des Bundesge-
richts 1B_456/2018 vom 2. November 2018 (E. 4.5) und des Meinungsaus-
tauschs der Vorinstanz mit der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern und
mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (KZM 20 149, nicht paginiert)
bekannt sein muss;
- mithin nicht zu beanstanden wäre, dass die Vorinstanz auf das bei ihr ge-
stellte Rechtsbegehren 1 mangels Zuständigkeit nicht eingetreten ist;
- der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt
(BP.2021.79, act. 1);
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- sich aus den vorangehenden Erwägungen erschliesst, dass die vorliegende
Beschwerde als aussichtslos zu bezeichnen ist, weshalb das Gesuch bereits
aus diesem Grund abzuweisen ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO);
- es sich vorliegend unter Berücksichtigung aller Umstände rechtfertigt, auf die
Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten;
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