Decision ID: 6cd7df51-51d5-40ce-aebe-b20600718295
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Seit dem 1. September 2009 ist A._ (nachfolgend: Versicherter) mit seiner
Familie (Ehefrau B._ und Tochter C._) für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung bei der Avenir Krankenversicherung AG (nachfolgend:
Versicherung) angeschlossen (act. G 4-2, G 4.1). Gemäss den Versicherungsausweisen
2017 wählten sie das Versicherungsmodell Basic Plus mit den Allgemeinen
Vertragsbedingungen "Ergänzende Ausführungsbestimmungen zur OPK gemäss KVG",
Ausgabe: 1. April 2016 (nachfolgend: AVB; act. G 4.1).
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A.b Gemäss der Prämienabrechnung vom 21. November 2016 betrugen im Jahr 2017
die monatlichen KVG- und VVG-Prämien für den Versicherten Fr. 289.05, seine Ehefrau
Fr. 358.35 und die Tochter Fr. 142.55 (act. G 4.4). Am 3. und 16. Januar 2017 erfolgten
Rechnungskorrekturen bezüglich der VVG-Prämien für die Monate Januar bis März
2017. Die monatlichen Prämien der Familienmitglieder beliefen sich danach noch auf
Fr. 289.05, Fr. 327.25 und Fr. 86.15, insgesamt Fr. 702.45 (act. G 4.5, G 4.7). Am 21.
Februar 2017 erfolgte eine erneute Prämienkorrektur. Der Gesamtrechnungsbetrag für
die Monate Januar bis März 2017 betrug nun noch Fr. 2'046.75 (act. G 4.8). Am 6. März
2017 erfolgte die Rechnungsstellung für den Monat April 2017 in Höhe von Fr. 682.25
(Fr. 268.85, Fr. 327.25 und Fr. 86.15; act. G 4.9).
A.c Mit Verfügung vom 31. März 2017 teilte die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, dass seine Familie für das Jahr 2017
Prämienverbilligungen von insgesamt Fr. 4'273.20 erhalte. Die Prämienverbilligungen
würden direkt an die Versicherung überwiesen (act. G 1.5). Am 7. April 2017
verrechnete die Versicherung die zugesprochene Prämienverbilligung mit den noch
nicht bezahlten Versicherungsprämien der Monate Januar bis Mai 2017 von Fr.
3'411.25 (Fr. 1'344.25, Fr. 1'636.25 und Fr. 430.75) sowie dem Monat Juni 2017 in der
Höhe von Fr. 682.25 (Fr. 268.85, Fr. 327.25 und Fr. 86.15). Die ausgewiesenen
Rechnungssaldi betrugen jeweils Fr. 0.- (act. G 4.10).
A.d Am 24. April 2017 stellte die Versicherung dem Versicherten Kostenbeteiligungen
von insgesamt Fr. 44.95 für die von der Ehefrau (Fr. 39.55) und der Tochter bezogenen
Leistungen (Fr. 5.42) in Rechnung (act. G 4.3).
A.e Am 25. April 2017 annullierte die Versicherung ohne dies zu begründen die beiden
Prämienrechnungen vom 7. April 2017. Bei der neuen Rechnung brachte sie von den
geschuldeten Prämien für die Monate Januar bis Juni 2017 von Fr. 4'093.50 (Fr.
1'613.10, Fr. 1'963.50 und Fr. 516.90) nur noch Prämienverbilligungen im Umfang von
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Fr. 2'136.60 in Abzug und wies infolgedessen einen Saldo zu ihren Gunsten von Fr.
1'956.90 aus. Zur Bezahlung setzte sie dem Versicherten eine Frist bis 31. Mai 2017
(act. G 4.11).
A.f Mit Schreiben vom 20. Juni 2017 mahnte die Versicherung den Versicherten wegen
der unbezahlten Kostenbeteiligungen von insgesamt Fr. 44.95 und erhob Mahnspesen
von Fr. 10.- (act. G 4.3). Gleichentags mahnte sie die ausstehenden
Versicherungsprämien von Fr. 1'956.90 und erhob ebenfalls Mahnspesen von Fr. 10.-
(act. G 4.12).
A.g Am 20. September 2017 setzte die Versicherung dem Versicherten eine Frist bis
20. Oktober 2017 zur Bezahlung der Kostenbeteiligung von Fr. 44.95 und erhob
Mahnspesen von Fr. 30.- (act. G 4.3) sowie der Versicherungsprämien von Fr. 1'956.90
und erhob ebenfalls Mahnspesen von Fr. 30.- (act. G 4.13).
A.h Am 6. November 2017 leitete die Versicherung die Betreibung gegen den
Versicherten ein. Gemäss Zahlungsbefehl vom 7. November 2017, zugestellt am 10.
November 2017, wurden in der Betreibung Nr. XXXXXX folgende Forderungspositionen
geltend gemacht. 1. Beteiligungen KVG 02.2017: Fr. 44.95. 2. Prämien KVG 01.2017 -
06.2017: Fr. 1'956.90 nebst Zins zu 5% seit 06.11.2017. 3. Administrative Kosten: Fr.
180.-. 4. Fällige Zinsen: Fr. 42.65. Als Betreibungskosten wurden angeführt Fr. 73.30.
Der Versicherte erhob Rechtsvorschlag (act. G 4.14).
A.i Mit Verfügung vom 14. November 2017 beseitigte die Versicherung den
Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. XXXXXX im Betrag von Fr. 2'181.85 (act. G
4.15).
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A.j Mit Schreiben vom 17. November 2017 informierte die Versicherung den
Versicherten über die kürzlich von der kantonalen Behörde erhaltene Mitteilung, dass
die Prämienverbilligung im Jahr 2017 statt wie bisher Fr. 156.55 neu Fr. 163.10 pro
Monat betrage (act. G 4.16). In der Rechnung vom 17. November 2017 die Monate
Januar bis Juni 2017 betreffend wurden dem Versicherten und seiner Ehefrau je Fr.
39.30 gutgeschrieben. Der ausgewiesene Gesamtsaldo zu Gunsten der Versicherung
betrug damit noch Fr. 1'878.30 (act. G 4.16).
B.
B.a In der Einsprache vom 13. Dezember 2017 beantragte der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. Flurin Turnes, Altenrhein, die Aufhebung des
Rechtsöffnungsentscheids bzw. der Verfügung betreffend Aufhebung des
Rechtsvorschlages gegen den Zahlungsbefehl Nr. XXXXXX vom 14. November 2017
(act. G 1.3). Eingewendet wurde insbesondere, dass die Versicherung die erhaltenen
kantonalen Prämienverbilligungen für die Familie des Versicherten nicht mit den
Prämienforderungen verrechnet habe. Da die Versicherung keine Abrechnung erstellt
habe, sei nicht klar, inwieweit die von der Versicherung geltend gemachten
Forderungen durch die Prämienverbilligungen gedeckt seien. Gefordert wurde deshalb
die Erstellung einer Gesamtabrechnung. Mit Schreiben vom 15. Januar 2018 forderte
der Rechtsvertreter des Versicherten die Versicherung erneut auf, eine
Gesamtabrechnung zu erstellen (act. G 1.7).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 20. März 2018 wies die Versicherung die vom
Versicherten gegen die Verfügung erhobene Einsprache vom 13. Dezember 2017 ab
und machte folgende Forderungspositionen geltend: KVG Prämien Januar bis Juni
2017: Fr. 1'956.90; KVG Kostenbeteiligung (Rechnungsnummer 370159819): Fr. 44.95;
Aufforderungskosten: Fr. 90.-; Dossiereröffnungskosten: Fr. 60.-; Anzahlungen: Fr.
78.60; Total: Fr. 2'103.25 (act. G 1.1).
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B.c Mit Schreiben vom 17. April 2018 teilte die Versicherung dem Rechtsvertreter mit,
dass sie sein Schreiben (Anm.: gemeint wohl dasjenige vom 15. Januar 2018, vgl. act.
G 1.7) erst am 28. März 2018 erhalten habe. Ausgeführt wurde, dass sie dem Anliegen
zum Erlass einer rekurrablen Verfügung nicht entsprechen könne, da keine Gründe
vorlägen, die Verfügung zu wiedererwägen oder zu revidieren (act. G 1.6).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid der Versicherung (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) vom 20. März 2018 liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 23. April 2018 durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde
erheben. Beantragt wurde: 1. Der Einspracheentscheid vom 20. März 2018 sei
aufzuheben, 2. Es sei ein Entscheid im Sinn der Einsprache vom 12. Dezember 2017 zu
erlassen. 3. Der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu gewähren. 4. Dem
Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege, sowie die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung, letzteres in der Person des unterzeichneten Anwalts, zu
gewähren. 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b Am 24. Mai 2018 reichte die Beschwerdegegnerin die Vorakten sowie die
Beschwerdeantwort ein mit dem Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen und der
Einspracheentscheid vom 20. März 2018 sei zu bestätigen. Ferner beantragte sie, die
Erteilung der Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. XXXXXX (act. G 4).
C.c Mit Schreiben vom 14. Juni 2018 teilte die Verfahrensleitung dem Versicherten mit,
dass dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung nicht entsprochen werden
könne, da es ihm aufgrund der Vermögenssituation zumutbar sei, die finanziellen
Aufwendungen dieses Prozesses, bei dem bekanntlich keine Gerichtskosten anfallen,
selbst zu bestreiten (act. G 6).
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C.d Mit Schreiben vom 4. Juli 2018 erläuterte der Rechtsvertreter die finanzielle
Vermögenssituation des Beschwerdeführers. So handle es sich beim Vermögen des
Beschwerdeführers u.a. um Guthaben auf Konten der Tochter sowie um Anlagen und
Darlehen, welche in nächster Zeit nicht realisierbar seien (act. G 8; vgl. G 12: Mitteilung
des Gerichts, dass der Entscheid hinsichtlich der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung zusammen mit der Hauptsache gefällt werde).
C.e In der Replik vom 27. August 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
gemäss Beschwerde vom 23. April 2018 fest (act. G 11). Gerügt wurde, dass die
Beschwerdegegnerin bisher keine transparente Abrechnung erstellt habe, welche die
geschuldeten Prämien, die geleisteten Zahlungen und die Prämienverbilligungen
beinhalte (vgl. G 11.2 f.). Da keine gehörige Abrechnung erfolgt sei, schulde er auch
keine Betreibungs- und Verfahrenskosten. Zur (früheren) Betreibung Nr. XXXXXX führte
er aus, dass er die Ausstände von Fr. 2'012.35 am 23. Mai 2017 bezahlt habe (vgl. act.
G 11.1). Somit seien die Prämienschulden bis August 2016 beglichen.
C.f In der Duplik vom 18. September 2018 hielt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich an den Anträgen gemäss Beschwerdeantwort vom 25. Mai 2018 fest.
Hinsichtlich des geforderten Kontoauszugs wurde auf die Replikbeilagen verwiesen. Im
Weiteren wurde erklärt, dass der Streitgegenstand lediglich der mit Beschwerde
angefochtene Einspracheentscheid sei. Dieser betreffe einzig die Prämienforderungen
für die Familie des Versicherten von Januar bis Juni 2017 sowie eine Kostenbeteiligung
(act. G 13).
C.g In der Eingabe vom 28. Februar 2019 teilte der Rechtsvertreter mit, dass die
Beschwerdegegnerin weitere Konkursbegehren gegen den Beschwerdeführer gestellt
habe (act. G 15).
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Erwägungen
1.
1.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens sind Kostenbeteiligungs- und
Prämienforderungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung die Monate
Januar bis Juni 2017 betreffend.
1.2 Die Beschwerdegegnerin forderte ursprünglich gemäss Zahlungsbefehl vom 7.
November 2017 Fr. 2'224.50 (Fr. 44.95, Fr. 1'956.90 zuzüglich 5% Zins seit 6.
November 2017, Fr. 180.- und Fr. 42.65; vgl. act. G 4.14). Mit Verfügung vom 14.
November 2017 hob die Beschwerdegegnerin den Rechtsvorschlag im Umfang von Fr.
2'181.95 auf (vgl. act. G 1.2). Mit Einspracheentscheid vom 20. März 2018 hielt die
Beschwerdegegnerin an der Verfügung vom 14. November 2017 fest und forderte vom
Beschwerdeführer noch die Bezahlung von Fr. 2'103.25 (Fr. 1'956.90 + Fr. 44.95 + Fr.
60.- + Fr. 120.- - Fr. 78.60) zuzüglich Verzinsung zu 5% p.a.; vgl. act. G 1.1). Der
Beschwerdeführer wendete dagegen ein, dass es bedingt durch die zugesprochenen
Prämienverbilligungen für das Jahr 2017 keine Ausstände im Zeitraum Januar bis Juni
2017 gebe (vgl. act. G 1, G 11).
2.
2.1 Nach Art. 61 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung
(KVG; SR 832.10) legt der Versicherer die Prämien fest. Nach Art. 90 der Verordnung
über die Krankenversicherung (KVV; SR 832.102) sind die Prämien im Voraus und in
der Regel monatlich zu bezahlen.
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2.2 Die Versicherten haben sich sodann an den Kosten der für sie erbrachten
Leistungen zu beteiligen. Diese Kostenbeteiligung besteht nebst dem festen
Jahresbetrag (Franchise) aus 10 % der die Franchise übersteigenden Kosten
(Selbstbehalt; vgl. Art. 64 Abs. 1 und 2 KVG).
2.3 Ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen sind gestützt auf Art. 64a Abs. 1
KVG und Art. 105b KVV zu mahnen und in Betreibung zu setzen. Dabei muss der
Versicherer nach Art. 64a Abs. 1 KVG der versicherten Person, welche fällige Prämien
nicht bezahlt, nach mindestens einer schriftlichen Mahnung, eine Zahlungsaufforderung
zustellen, ihr eine Nachfrist von 30 Tagen einräumen und sie auf die Folgen des
Zahlungsverzuges hinweisen. Bezahlt die versicherte Person trotz
Zahlungsaufforderung nicht, so muss der Versicherer nach Art. 64a Abs. 2 KVG die
Betreibung anheben.
2.4 Verschuldet die versicherte Person Aufwendungen, die bei rechtzeitiger Zahlung
nicht entstanden wären, so kann der Versicherer angemessene Bearbeitungsgebühren
erheben, sofern er in seinen allgemeinen Bestimmungen über die Rechte und Pflichten
der Versicherten eine entsprechende Regelung vorsieht (Art. 105b Abs. 3 KVV). Für
fällige Beitragsforderungen sind gemäss Art. 26 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) Verzugszinsen zu
leisten. Der Satz für den Verzugszins auf fälligen Prämien nach Art. 26 Abs. 1 ATSG
beträgt 5 Prozent im Jahr (Art. 105a KVV). Die Krankenversicherer haben die Befugnis,
mit Verfügung über den Bestand ihrer Forderungen gegenüber versicherten Personen
zu entscheiden und einen im Betreibungsverfahren erhobenen Rechtsvorschlag analog
zu Art. 79 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG;
SR 281.1) zu beseitigen (vgl. BGE 121 V 109; Art. 54 Abs. 2 ATSG).
2.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen
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überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern
das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E.
3.2 und 3.3).
3.
3.1 Die von der Beschwerdegegnerin in Betreibung gesetzte Forderung basiert
einerseits auf der Prämienrechnung vom 25. April 2017 (bzw. der korrigierten
Rechnung vom 17. November 2017) für den Versicherten, seine Ehefrau und seine
Tochter für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2017 in der Höhe von Fr. 1'956.90 (act.
G 4.11) bzw. Fr. 1'878.30 nach Abzug der zusätzlich zugesprochenen
Prämienverbilligungen (vgl. act. G 4.16) und andererseits auf den beiden
Kostenbeteiligungsrechnungen vom 24. April 2017 von insgesamt Fr. 44.95 (Ehefrau:
Fr. 39.55, Tochter: Fr. 5.42; act. G 4.3).
3.2 Vorweg festzuhalten ist, dass vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird, dass er
und seine Familie im Zeitraum vom Januar bis Juni 2017 bei der Beschwerdegegnerin
versichert waren. Die in diesem Zeitraum erhobenen Versicherungsprämien gemäss
KVG von monatlich Fr. 682.25 (Beschwerdeführer Fr. 274.50, seine Ehefrau Fr. 332.90,
seine Tochter Fr. 91.80, jeweils abzüglich Bundesabgaben von Fr. 5.65) und somit
insgesamt Fr. 4'093.50 sind ausgewiesen und wurden vom Beschwerdeführer - im
Gegensatz zu den anfänglich noch fälschlicherweise erhobenen Versicherungsprämien
nach VVG - auch nie beanstandet (vgl. act. G 11). Ebenfalls unbestritten blieb der
Bezug der Leistungen gemäss den beiden Kostenbeteiligungsrechnungen vom 24.
April 2017 und die selbst zu tragenden Kostenanteile von insgesamt Fr. 44.95 (vgl. act.
G 11). Ferner wird vom Beschwerdeführer weder behauptet noch finden sich in den
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Akten Belege, dass die Versicherungsprämien für die Monate Januar bis Juni 2017 und
die Kostenbeteiligungsrechnungen vom 24. April 2017 ganz oder zumindest teilweise
bezahlt worden wären.
3.3 Auf dem Zahlungsbefehl ist als Schuldner einzig der Beschwerdeführer genannt
(vgl. act. G 4.14). Die Forderungen betreffen jedoch auch die Ehefrau und die Tochter
des Beschwerdeführers.
3.3.1 Nach Art. 163 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210)
sorgen die Ehegatten gemeinsam, ein jeder nach seinen Kräften, für den gebührenden
Unterhalt der Familie. Gemäss Art. 166 Abs. 1 ZGB vertritt jeder Ehegatte während des
Zusammenlebens die eheliche Gemeinschaft für die laufenden Bedürfnisse der Familie.
Art. 166 Abs. 3 ZGB bestimmt, dass sich jeder Ehegatte durch seine Handlungen
persönlich verpflichtet und, soweit diese nicht für Dritte erkennbar über die
Vertretungsbefugnis hinausgehen, solidarisch auch den anderen Ehegatten. Der
Abschluss der Krankenpflegeversicherung und die entsprechenden Prämien gehören
nach der Rechtsprechung zu den laufenden Bedürfnissen der Familie im Sinne von Art.
166 Abs. 1 ZGB (BGE 129 V 90 E. 2; Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 22. Juli 2005, K 114/03 E. 5.1, vom 10. Dezember
2003, K 89/02 E. 1.3, vom 23. Juni 2003, K 99/02, E. 4.2.2, und vom 18. Februar 2002,
K 132/01, E. 3b/bb). Für die Prämien haften die Ehegatten unabhängig vom Güterstand
solidarisch (BGE 129 V 90 E. 2 f.; Urteil des EVG vom 10. Dezember 2003, K 89/02, E.
1.3). Erst mit der Aufhebung des gemeinsamen ehelichen Haushalts durch faktische
oder richterliche Trennung endet die solidarische Haftung (Urteile des EVG vom 22. Juli
2005, K 114/03, E. 5.1, und vom 16. Dezember 2003, K 140/01, E. 3.2; Urteil des
Bundesgerichts vom 18. Januar 2017, 9C_756/2016, E. 2.1). Die
Prämienzahlungspflicht der (unmündigen) Kinder ist im Rahmen der Unterhaltspflicht
nach Art. 276 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 277 Abs. 1 ZGB von den Eltern
wahrzunehmen. Die das obligatorische Krankenpflegeversicherungsverhältnis
betreffenden Kinderprämien gehören daher ebenfalls zu den laufenden Bedürfnissen
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der Familie im Sinne von Art. 166 ZGB, für welche die in gerichtlich ungetrennter Ehe
lebenden Eltern solidarisch haften.
3.3.2 Folglich haftet der Beschwerdeführer solidarisch für die
Krankenkassenprämien- und Kostenbeteiligungsforderungen, welche die Ehefrau und
die minderjährige Tochter betreffen. Dass die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer für die unbezahlten Forderungen in Anspruch genommen hat, ist
zulässig und daher nicht zu beanstanden.
4.
4.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob - wie vom Beschwerdeführer gelten gemacht (vgl.
act. G 1, G 11) - die Prämien- und Kostenbeteiligungsforderungen durch Verrechnung
mit den Prämienverbilligungen getilgt worden sind. Träfe dies zu, hätte die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zu Unrecht gemahnt und betrieben.
4.2 Festzustellen ist, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer bis März
2017 mehrere im Rechnungsbetrag jeweils reduzierte Abrechnungen zustellte. Die
Korrekturen sind - wie von der Beschwerdegegnerin eingestanden - u.a. darauf
zurückzuführen, dass selbst ein Jahr nach Kündigung der VVG-Zusatzversicherungen
per 31. März 2016 dem Beschwerdeführer und seiner Familie weiterhin VVG-
Versicherungsprämien in Rechnung gestellt worden waren (vgl. act. G 4-3, G 4.4 ff.).
4.3 Mit Verfügung vom 31. März 2017 wurde dem Beschwerdeführer und seiner
Familie für das Jahr 2017 Prämienverbilligungen von insgesamt Fr. 4'273.20
zugesprochen (vgl. act. G 1.5). Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür,
dass die Prämienverbilligungsverfügung nicht in Rechtskraft erwachsen wäre. In der
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Folge stellte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 7. April 2017 eine
korrigierte Abrechnung zu. Gemäss dieser Abrechnung war der Prämiensaldo der
Monate Januar bis Juni 2017 nach Verrechnung der zugesprochenen
Prämienverbilligungen ausgeglichen bzw. betrug Fr. 0.- (vgl. act. G 4.10). Nur gerade
zwei Wochen später stellte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 25.
April 2017 - ohne dies zu begründen - korrigierte Abrechnungen zu, in denen nur noch
geringere Prämienverbilligungsabzüge berücksichtigt worden waren (vgl. act. G 4.11).
4.4 Gemäss Art. 65 Abs. 1 KVG gewähren die Kantone den Versicherten in
bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen Prämienverbilligungen. Sie bezahlen den
Beitrag für die Prämienverbilligung direkt an die Versicherer, bei denen diese Personen
versichert sind.
4.5 Gemäss Art. 27 der kantonalen Verordnung zum Einführungsgesetz zur
Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung (V-EG-KVG, sGS 331.111) wird
die zugesprochene Prämienverbilligung den Versicherern für ein Bezugsjahr am 30.
Juni oder am darauffolgenden Werktag ausbezahlt, wenn wie vorliegend die
Prämienverbilligung vor dem 30. Juni beantragt wurde. Folglich war die
Beschwerdegegnerin spätestens am 30. Juni 2017 im Besitz der zugesprochenen
Prämienverbilligungen für das ganze Bezugsjahr 2017 in der Höhe von Fr. 4'273.20.
Wie aus dem Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 7. November 2017 ersichtlich
ist, wurde die Prämienverbilligung für das Jahr 2017 noch um Fr. 157.20 auf insgesamt
Fr. 4’430.40 erhöht (vgl. act. G 4.16).
4.6 Die Prämienverbilligungen dienen somit der Bestreitung der in einem Jahr
anfallenden Gesundheitskosten bzw. sie mindern die dafür aufzubringenden eigenen
finanziellen Mittel. Zu den Aufwendungen der Versicherten gehören insbesondere die
Versicherungsprämien, die Franchise und die Selbstbeteiligungen. Das
Prämienverbilligung-System gewährt sowohl den anspruchsberechtigten Personen wie
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auch den Kantonen Freiräume u.a. bei der Wahl des Versicherungsmodells oder den
Auszahlungsmodalitäten der Prämienverbilligungen. So haben selbst Personen mit
Prämienverbilligungsansprüchen das Recht, ein Versicherungsmodell zu wählen, bei
dem sie sich gegen eine Prämienermässigung stärker an den Kosten gemäss Art. 64
KVG beteiligen (vgl. Art. 41 Abs. 4 und Art. 62 Abs. 1 KVG). Und die Kantone können im
Rahmen der bundesrechtlichen Vorgaben die Auszahlung der Prämienverbilligungen
unterschiedlich regeln (vgl. GEBHARD EUGSTER, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum KVG, Zürich 2018, Art. 65 Rz. 2 f.). Dass der Kanton St. Gallen die
Prämienverbilligungen gesamthaft per Mitte eines Bezugsjahres ausbezahlt, ist
vertretbar und daher nicht zu beanstanden. Dass Versicherungen die zugesprochenen
Prämienverbilligungen anteilsmässig bei den monatlich erhobenen
Versicherungsprämien in Abzug bringen erscheint - zumindest solange keine
Ausstände vorliegen - zweckmässig, vertretbar und auch im Sinne des kantonalen
Gesetzgebers zu sein. Sobald jedoch unbezahlte Prämienrechnungen oder
Kostenbeteiligungen vorliegen, müssen die einem Versicherten in einem Bezugsjahr
zugesprochenen und zu dessen Gunsten an den Versicherer überwiesenen
Prämienverbilligungen gesamthaft, d.h. ohne anteilsmässige (monatliche)
Beschränkung, von den Ausständen in Abzug gebracht werden, ansonsten der mit der
Prämienverbilligung verfolgte Zweck - die finanzielle Entlastung von Personen in
bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen - in unzulässiger Weise beschnitten bzw.
beeinträchtigt würde. Dafür spricht auch die Erfahrungstatsache, dass zu Beginn eines
Jahres die gesundheitsbedingten Aufwendungen der Versicherten wegen der selbst zu
tragenden Franchise (Erwachsene mindestens Fr. 300.-) und des Selbstbehaltes
(Erwachsene maximal Fr. 700.-, Kinder maximal Fr. 350.-; vgl. Art. 64 KVG, Art. 103
KVV) regelmässig höher sind.
4.7 Da die der Beschwerdegegnerin zugunsten des Beschwerdeführers und seiner
Familie zugesprochenen Prämienverbilligungen in der Höhe von Fr. 4'273.20
spätestens per 30. Juni 2017 überwiesen worden waren - was durch die
Beschwerdegegnerin denn auch nie bestritten wurde - und der Beschwerdeführer
(wiederholt) die Verrechnung des Prämienverbilligungsguthabens mit den Ausständen
forderte, wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, eine entsprechende
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Verrechnung vorzunehmen, zumal es weder im Bundesrecht noch im kantonalen Recht
des Kantons St. Gallen eine Bestimmung gibt, die lediglich eine anteilsmässige
Verrechnung der für ein Bezugsjahr zugesprochenen Prämienverbilligung mit den
monatlich zu leistenden Versicherungsprämien zulassen würde.
4.8 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass per 30. Juni 2017, dem Datum der
Überweisung der Prämienverbilligung für das Bezugsjahr 2017 in der Höhe von Fr.
4'273.20, die Versicherungsprämien der Monate Januar bis Juni 2017 von Fr. 4'093.50
und die in Rechnung gestellten Kostenbeteiligungen vom 24. April 2017 von Fr. 44.95
durch Verrechnung mit den Prämienverbilligungen getilgt worden waren. Das gleiche
trifft für die am 20. Juni 2017 erhobenen Mahngebühren von insgesamt Fr. 20.- zu (Fr.
10.- wegen der ausstehenden Versicherungsprämien und Fr. 10.- wegen der
unbezahlten Kostenbeteiligungen). Anzumerken ist, dass die erhobenen Mahngebühren
von jeweils Fr. 10.- zwar rechtens sind, da sie ihre Grundlage in Art. 3 Ziff. 1 AVB und
den Ausführungsbestimmungen (vgl. act. G 4.3) haben (vgl. BGE 125 V 276). Sie sind
jedoch insofern stossend, weil die Beschwerdegegnerin mit ihren zahlreichen
Rechnungsstellungen und -korrekturen (vgl. Erwägung 4.2 und 4.3) nicht unwesentlich
zur Unübersichtlichkeit der Lage beigetragen hat und die Mahngebührenerhebung nur
wenige Tage vor dem voraussehbaren Überweisungstermin der vom Kanton
zugesprochenen Prämienverbilligung erfolgte.
4.9 Da die Forderungen am 30. Juni 2017 somit getilgt waren, erfolgten die
Zahlungsaufforderungen vom 20. September 2017 und die dabei erhoben Mahnspesen
von insgesamt Fr. 60.- (vgl. act. G 4.3 und G 4.13) sowie die beim Betreibungsamt
D._ am 6. November 2017 angehobene Betreibung (vgl. act. G 4.14) zu Unrecht.
Demzufolge sind die in diesem Zusammenhang erhobenen (Mahn-, Verwaltungs- und
Betreibungs-) Gebühren und Verzugszinsen nicht geschuldet.
5.
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5.1 Bei dieser Ausgangslage ist die Beschwerde unter Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 20. März 2018 gutzuheissen und in der Betreibung Nr.
XXXXXX9 des Betreibungsamtes D._ ist keine Rechtsöffnung zu erteilen.
5.2 Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Diese ist in Anbetracht des vollständigen
Obsiegens auf pauschal Fr. 3‘000.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung wird wegen Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. Die
Beschwerdegegnerin hat als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Versicherung
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung soweit - wie vorliegend - die
Prozessführung der Gegenpartei nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist
(vgl. BGE 128 V 323, 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4b,118 V 150 E. 7, BGE 112 V 356).