Decision ID: 18fdf1af-4623-5195-8617-eede8f72671a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1982 geborene, als kaufmännisch
e
Angestellte tätige
X._
meldete sich nach erfolgter Früherfassung (
Urk.
6/2
f.) unter Hinweis darauf, dass sie an multipler Sklerose leide, am 2
6.
Februar 2014 bei der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich
, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/7). Die IV-Stelle zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (
Urk.
6/23) und tätigte beruf
liche
sowie
medizinische Abklärungen. Nachdem der Versicherten die bisherige Arbeitsstelle per Juni 2014 gekündigt (
Urk.
6/31/1
, 6/36
) und die berufliche Ein
gliederung zu Gunsten einer medizinischen Rehabilitation aufgeschoben worden war (Urk. 6/14), erteil
t
e die IV-Stelle mit Mitteilung vom 2
7.
August 2014 Kos
tengutsprache für ein Aufbautraining vom
1.
Oktober 2014 bis zum 3
1.
März 2015 (
Urk.
6/40), welches in der Folge bis zum 3
0.
Juni 2015 verlängert wurde (Mitteilung vom 1
0.
März 2015,
Urk.
6/57). Gestützt auf den Abschlussbericht
der
Y._
vom 2
5.
Juni 2015 (
Urk.
6/71), wonach eine Verbesserung der Leistungs
fähigkeit nicht habe erzielt werden können, wurde die berufliche Eingliederung der Versicherten per 3
0.
Juni 2015 abgeschlossen und die Rentenprüfung einge
leitet (Mitteilung vom 3
0.
Juni 2015,
Urk.
6/72). Nach Aktualisierung der medi
zinischen Aktenlage (
Urk.
6/79, 6/83) liess die IV-Stelle
X._
polydis
ziplinär begutachten und stellte ihr gestützt auf das Gutachten vom 27. Juni 2016 (Expertise der
Z._
, Urk. 6/108) die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (Vorbescheid vom 1
5.
August 2016,
Urk.
6/111). Dagegen erhob die Versicherte am
1
3.
September
2016 Ein
wand (
Urk.
6/116, mit ergänzender
Einwandbegründung
vom 20. Oktober 2016,
Urk.
6/123) und liess am 2
8.
Oktober 2016 den Kurzbericht über die neuropsy
chologische Untersuchung vom 1
4.
Oktober 2016 (
Urk.
6/130) auflegen. Nach hierzu ergangener Stellungnahme durch die Gutachter (Schreiben vom 1
3.
März 2017,
Urk.
6/135) und Gewähru
ng des rechtlichen Gehörs (Urk.
6/136), im Rah
men dessen die Versicherte (erneut) die Auslieferung der Testresultate durch die Gutachterstelle beantragte (
Urk.
6/142-143, 6/147), hielt die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 6. Februar 2018 (
Urk.
6/
153 [=
Urk.
2]) mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades an der Abweisung des Leistungsbegehrens fest.
2.
Dagegen erhob
X._
am
9.
März 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leis
tungen auszurichten, wozu ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben sei (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
April 2018 (
Urk.
5 unter Auflage ihrer Akten,
Urk.
6/1-156) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
5.
April 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7). Mit Eingabe vom 2
7.
Juni 2019 (
Urk.
8) liess
diese
weitere medi
zinische Berichte auflegen (
Urk.
9/1-2).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit er
forderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) dafür, seit März 2013 sei der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte, primär sitzende Tätigkeit - wozu auch die bisherige Bürotätigkeit zu zählen sei - in einem Pensum von 80 % zumutbar. Damit sei es ihr möglich, einen Lohn von
Fr.
58'760.-- zu erzielen, was zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 20
%
führe. Auf eine, wie
anbegehrt
, Einsicht in die Notizen der Gutachter oder die Aufzeich
nungen über die Testergebnisse bestehe grundsätzlich kein Anspruch. Ebenso we
nig würden Hinweise vorliegen, die einen
Beizug
solcher Dokumente nötig er
scheinen liessen.
Schliesslich habe die Beschwerdeführerin den Nachweis, dass sie eine Weiterbildung zur Direktionsassistentin aufgenommen habe und invali
ditätsbedingt habe abbrechen müssen, nicht erbracht.
2.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin vortragen (
Urk.
1), das von der Be
schwerdegegnerin eingeholte Gutachten sei nicht
beweiswertig. Mit der Äusse
rung
«bei dieser noch sehr jungen Explorandin sollte eine vorschnelle Berentung vermieden werden» hätten die Gutachter
-
unzulässigerweise
-
juristische Aus
führungen gemacht, was unzweifelhaft auf Befangenheit schliessen lasse. Man
gels geforderter Ergebnisoffenheit des Gutachtens sei eine neue Expertise in Auf
trag zu geben (S. 8).
Sodann hätten die aktuellsten neuropsychologischen Unter
suchungen gezeigt, dass die Beschwerdeführerin in multiplen kognitiven Teilleis
tungsbereichen nicht der Altersnorm entsprechende Werte erzielt habe und die
Fatiguesymptomatik
sowohl kognitiv als auch motorisch als schwer einzustufen sei. Um die anderslautenden Angaben der Gutachter überprüfen zu können, er
weise sich der
Beizug
der
von
ihnen
erhobenen
Testresultate für
unumgänglich
(S. 9).
Ausserdem
hätten es die Gutachter versäumt, sich mit den B
erichten der behandelnden Ärzte
in
rechtsgenüglicher
Weise auseinanderzusetzen.
Schliess
lich erweise sich das Gutachten auch als widersprüchlich, sei einerseits
in neu
ropsychologischer Hinsicht
von einer sehr deutlichen Besserung die Rede,
ande
rerseits werde aber eine höhere Arbeitsunfähigkeit in der Vergangenheit nicht anerkannt. Endlich könne der konkret leistungsorientierten beruflichen Abklä
rung
, welche zur Feststellung geführt habe, der Beschwerdeführerin sei die Er
bringung einer verwertbaren Leistung im ersten Arbeitsmarkt nicht möglich,
nicht jegliche Aussagekraft abgesprochen werden (S. 10).
Da die Beschwerdefüh
rerin ihre Ausbildung zur Direktionsassistentin aus gesundheitlichen Gründen nicht abgeschlossen habe, sei das
Valideneinkommen
mit
Fr.
94'000.-- (M
edian für Direktionsassistentin
) zu bemessen (S. 13).
3.
3.1
Zu prüfen ist vorab die formelle Rüge, wonach das rechtlich
e Gehör verletzt wor
den sei. Die
Beschwerdeführer
in
liess
hierzu
ausführen, es
finde sich
in der
ange
fochtenen
Verfügung vom
6.
Februar 2018
keine
rlei
Auseinandersetzung mit
dem Einwand,
der Gutachter sei aufgrund seiner
Äusserung, eine Berentung sei zu vermeiden,
befangen
(Urk. 1 S. 8), was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle.
3.2
Der
Anspruch auf
rechtliches
Gehör verlangt, dass Entscheide sachgerecht ange
foc
hten werden können. Hierfür muss dem Betroffenen bekannt sein, von wel
chen Überlegungen sich die Behörde hat leiten lassen und worauf sie ihren Ent
scheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich die Verfügung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Soweit eine Verfügung sachgerecht angefochten werden kann, liegt somit keine
Verletzung
der Begründungspflicht vor (BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).
3.3
Mit Blick auf diese Grundsätze liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.
Die
Einwandbegründung
der Beschwerdeführerin vom
2
0.
Oktober 2016 (Urk.
6/126) war den Gutachtern zur Stellungnahme vorgelegt worden. Diese hiel
ten in Bezug auf die erwähnte Passage fest, die fragliche Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen (
Urk.
6/135), was die Beschwerdeführerin demgegen
über am
3.
Juli 2017 (
Urk.
6/147) in Abrede stellte.
In
der Folge
wurde
von der Beschwerdeführerin
einzig
noch
um
Zustellung
der
Zwischenspeicherdokumente
ersucht
(
Urk.
6/148
, 6/149, 6/150),
mit welchem Begehren
sich die Beschwerde
gegnerin
denn in der angefochtenen Verfügung auch weiter auseinandersetzte. Nachdem
die Beschwerdegegnerin
darin
sodann
das Gutachten
als
detailliert
und umfassend
bezeichnet hatte,
weshalb darauf abzustellen sei, war es für die Be
schwerdeführerin erkennbar, dass
die Beschwerdegegnerin
eine Befangenheit der Gutachter
für
nicht gegeben erachtete. Eine sachgerechte Anfechtung war damit ohne weiteres möglich
. Hinzu kommt, dass
die Beschwerdeführerin ihr Anliegen mit der Beschwerde gegen die Verfügung vom
6.
Februar 2018 vor einer Be
schwerdeinstanz, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei über
prüft
, vortragen konnte, womit eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu betrachten wäre
(vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
4.
4.1
Im April 2016 wurde die Beschwerdeführerin allgemein
internistisch
, neurolo
gisch, neuropsychologisch sowie psychiatrisch
am
Z._
untersucht
(Gutachten vom 2
7.
Juni 2016,
Urk.
6/108).
Die Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine
Encephalomyelitis
disseminata
, schubförmiger Verlauf (ICD
-
10 G35), mit minimer kognitiver Störung. Ferner würden eine Anpassungs
störung, längere depressive Reaktion (ICD
-
10 F43.21)
,
sowie ein fortgesetzter Ni
kotinkonsum, schädlicher Gebrauch, bestehen, welchen Diagnosen aber kein Ein
fluss auf Arbeitsfähigkeit zuzumessen sei (
Urk.
6/108/23).
4.2
Im allgemeininternistischen Status wurden unauffällige Befunde erhoben und die Laborwerte lagen im Normbereich. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei mithin aus allgemeininternistischer Sicht nicht gegeben (
Urk.
6/108/9).
4.3
Der psychiatrische Gutachter berichtete, im Rahmen der Untersuchung hätten keine psychopathologischen Symptome festgestellt werden können. Die Be
schwerdeführerin fühle sich durch Konzentrations- und Gangstörungen im Alltag beeinträchtigt. Sie leide unter ihrer Erkrankung und sei belastet durch deren un
gewissen Verlauf. In psychiatrischer Hinsicht sei mithin einzig die Diagnose einer Anpassungsstörung,
längere depress
ive Reaktion, bei chronisch verlaufender multipler Sklerose zu stellen, welche aber ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei (
Urk.
6/108/15).
4.4
Gemäss neurologischer Beurteilung
hätten
sich anlässlich der aktuellen Unter
su
chung ein regelrechter Status ergeben und
sich
Motorik
sowie
Reflexe
unauffällig gezeigt. Lediglich sensibel seien Par- und leichte
Hypästhesien
rechts distal betont angegeben worden. Das Gangbild einschliesslich der erschwerten Gangprüfungen
sei
völlig unauffällig
getestet worden.
Ein
(hierzu)
weitgehend identisch normaler Befund
sei
von
der
A._
im Juni 2014
genannt worden. Auch der von
Dr.
B._
erhobene Befund beschreibe eine allenfalls minimale motorische Stö
rung rechts im Mai 201
4.
Neu
habe
Prof.
Dr.
C._
im September 2015 noch eine fraglich erneute
Optikusneuritis
links
erwähnt
. Allerdings
habe
er einen
Vi
sus
von rechts 0.9 und links
0.7
beschrieben
,
ansonsten
aber
keine wei
teren kli
nischen Symptome auf
geführt
. Z
usammenfassend sei bei der überschaubaren Anamnese von einem bisher weitgehend
blanden
Verlauf zu sprechen. Die aktuell vorgebrachte Hauptklage eines Erschöpfungsgefühls könne als rein subjektives Symptom
zwar
nicht negiert werden,
sei indes
mit
dem aktuelle
n
Untersuchungs
befund und
dem
supratentoriell
un
auffälligen
MRT
neurologisch nicht
zu erklä
ren
.
Körperlich leichte Arbeiten, vorwiegend in sitzender Stellung, wie sie den herkömmlichen Büroberufen entsprechen würden, könnten ganztags verrichtet werden.
Auch unter Zugrundelegung eines vermehrten Erschöpfungsgefühls und hieraus resultierend vermehrten Pausenbedarfs sei die Leistung von 80
%
einer vergleichbaren gesunden Person zu erwarten. Stellungnehmend zu den früheren neurologischen Einschätzungen hielt der Gutachter fest, die Sachverständigen der
A._
hätten
von einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
, welche auf 50
%
ge
steigert werden könne, gesprochen. Jetzt, zwei Jahre nach dem damaligen Schub, ergebe sich ein erfreulich besseres Bild. Hinsichtlich Massnahmen aus neurologi
scher Sicht ist der Expertise zu entnehmen, dass eine weitere neurologische Be
treuung einschli
essli
ch Schubprophylaxe und gegebenenfalls eine nochmalige Hilfestellung zur Eingliederung zu verfolgen sei
en
.
Bei der noch sehr jungen Ex
plorandin und dem bisher gutartigen Verlauf der MS sollte eine vorschnelle Be
rentung vermieden werden, auch wenn dies primär immer der einfachere Weg sei (
Urk.
6/108/19).
4.5
D
em Gutachten
kann
ferner
entnommen werden
, dass das neuropsychologische Testprofil eine im Bereich der Intelligenz durchschnittlich leistungsfähige Explo
randin gezeigt habe, wobei ein Spitzenresultat im Untertest zur Prüfung des Ar
beitstempos und der visuell-motorischen Koordination aufgefallen sei. Die Merkfähigkeit für Bewegungsabläufe, Zahlen, Wörter, Texte, figurales Material, Gegenstände und Testinstruktionen sei nicht beeinträchtigt. Ebenso seien die Aufmerksamkeitsfunktionen im Sinne der kognitiven Impulskontrolle, der erhal
tenen Interferenzstabilität, der guten
Alertness
und der durchschnittlichen selek
tiven Aufmerksamkeit nicht beeinträchtigt. Die Aufmerksamkeitsfunktion
sei
auf dem Gebiet der geteilten Aufmerksamkeit im Ber
e
ich der Auslassungen leicht be
einträchtigt, die
Aler
tness
demgegenüber erhalten (
Urk.
6/108/22).
Die Frontal
hirnfunktionen seien nicht gestört. Die kognitive Interferenzstabilität, die kogni
tive
Fluenz
, die Umstellfähigkeit sowie das planmässige Vorgehen seien erhalten. Die Minderleistungen im Bereich der phonetischen
Fluenz
sei als Zufallsresultat zu wert
en, da die übrigen kognitiven
Fluenzindizes
nicht beeinträchtigt seien. Diagnostisch
liege
mithin eine minime neuropsychologische Störung aufgrund der Problematik bei zwei Reizen (geteilte Aufmerksamkeit)
vor. Im Vergleich zu den vorbestehenden neuropsychologischen Untersuchungen bestehe damit eine sehr deutliche Besserung, da lediglich noch die geteilte Aufmerksamkeit bei den Auslassungen nicht im Normbereich liege, während alle übrigen Funktionen auf durchschnittliche Weise erhalten seien. Damit sei die Arbeitsfähigkeit aus neu
ropsychologischer Sicht nicht relevant beeinträchtigt (
Urk.
6/108/23).
4.6
Im Rahmen der interdisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss,
die Explorandin sei für eine körperlich leichte, vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit, wie sie sie bisher im Bürobereich ausgeübt habe, zu 80
%
arbeits- und leistungsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit könne in einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen verrichtet werden. Zur Selbsteinschätzung hiel
ten die Sachverständigen fest, die Beschwerdeführerin fühle sich nicht arbeitsfä
hig, was mit den medizinischen Befunden nicht zu erklären sei. Die von der Ex
plorandin angegebenen Gehstörungen hätten bei der neurologischen Untersu
chung mit unauffälligem Neurostatus nicht bestätigt werden können. Eine eigent
liche depressive Symptomatik liege ebenfalls nicht vor (
Urk.
6/108/24).
5.
5.1
Entgegen dem Vorbringen
der
Beschwerdeführerin
, der neurologische Gutachter habe das Ergebnis der Begutachtung vorweggenommen, indem er sich für die Vermeidung einer Berentung ausgesprochen habe (
Urk.
1 S. 6 f.),
ist in dessen Gutachten nichts auszumachen, was den
Anschein
der
Befangenheit
zu begrün
den vermöchte. Der Gutachter erhob einen
generell
unauffälligen neurologischen Status und sprach
von einem bisher weit
gehend
blanden
Verlauf. Wenngleich er sodann erklärte, das Erschöpfungsgefühl der Beschwerdeführerin sei zwar nicht zu negieren, indes aber mit den unauffälligen Befunden nicht zu erklären, attes
tierte er unter Zugrundelegung eines vermehr
t
en Erschöpfungsgefühls und hieraus resultierend eines vermehrten Pausenbedarfs eine Einschränkung der
Leistung
sfähigkeit
von
20
%
(
E. 4.4,
Urk.
6/108/19).
Dass
der Gutachter - w
ie
ihm
die Beschwerdeführerin
vorwirft
- die Begutachtung nicht ergebnisoffen durch
geführt hätte, ist angesichts dieser Gegebenheiten n
icht nachvollziehbar. Soweit er
die Weiterführung der neurologischen Betreuung und gegebenenfalls eine er
neute berufliche Eingliederung empfahl
sowie
von der Vermeidung einer vor
schnellen Berentung sprach, ist dies
nicht
zu beanstanden. Aus der
fraglichen -
von der Beschwerdeführerin bloss auszugsweise zitierten
(
Urk.
1 S. 7)
-
Textpas
sage erschliesst sich ohne Weiteres, dass nicht einzig
ihr
Alter,
sondern vielmehr auch der
- mittels aktueller Untersuchung bestätigte -
milde
Verlauf der Erkran
kung (MS) Anlass zu dieser Aussage boten. Ferner fällt ins Gewicht, dass
Mass
nahmen, wie sie der Gutachter empfahl, naturgemäss auf einen Zustand in der Zukunft abzielen, wohingegen die Begutachtung der
aktuellen
Sachverhaltser
stellung diente.
Die
Schlussfolgerung der Beschwerdeführerin, der Gutachter habe ein bestimmtes rechtliches Ergebnis, nämlich die Vermeidung einer Berentung, gewünscht und sein Gutachten entsprechend abgefasst (Arbeitsfähigkeit von 80
%
),
findet in der
Aktenlage
keine Stütze
.
5.2
Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass
grundsätzlich kein Anspruch auf Ein
sicht in die schriftlichen Aufzeichnungen über Testergebnisse besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_37/2014 vom 2
2.
Mai 2014 E. 2.1
). Entgegen der Ansicht
der
Beschwerdeführerin (E. 2
.2
)
erweist sich die beantrage Einholung der im
Z._
er
hobenen Testergebnisse
der neuropsychologischen Untersuchungsverfahren
(auch ausnahmsweise)
nicht für angezeigt, handelt es sich dabei doch nicht um fremde Aufzeichnungen, welche Eingang ins Gutachten gefunden
hätten
, sondern
stehen
Aufzeichnungen
im Fokus
, welche vom Gutachter selber anlässlich der Testung erhoben wurden
.
Da
die Testergebnisse Eingang ins Gutachten gefunden haben (
Urk.
6/108/20-22), ist nicht
ersichtlich
, welchen Erkenntnisgewinn
der
Beizug
der Rohdaten liefern sollte. Hinzu kommt, dass im Rahmen der psy
chiatrischen Untersuchung keine kognitiven Einschränkungen auffielen, die Be
obachtungen und Feststellungen auf durchschnittliche
Intelligenzleistungen hin
wiesen und die
Beschwerdeführerin
weder
Zeichen von Konzentrationsschwäche
zeigte noch Störungen der
Merkfähigkeit
oder
Gedächtnisleistungen
imponierten
(
Urk.
6/108/12).
Soweit die Beschwerdeführerin neuere Testberichte anruft, wel
che zu gänzlich anderen Ergebnissen kommen würden als jener des
Z._
(
Urk.
1 S. 8 f.), ist
zum einen
auf die Stellungnahme des
neurologische
n
Gutachter
s vom 12.
März 2017 zu verweisen. Darin
führte
er
aus
,
im neurologischen Kurzbericht vom 1
4.
Oktober 2016 (
Urk.
6/130)
seien
die kognitiven Teilbereiche überwiegend normal aufgeführt
, h
insichtlich der reduziert auf
gefallenen Teilleistungsbereiche
sei
jedoch die
sich stellende Frage von erheblichen Interferen
zen nicht diskutiert worden
. Sodann
würden
Fragebögen zur
Fatigue
-Symptomatik allein subjektiv empfundene Beschwerden wiederge
b
en
. Nachdem die neuropsychologische Un
tersuchung im
Z._
durchgehend normale Ergebnisse geze
igt habe, sei zu Recht von einer minimen k
ognitiven Störung gesprochen worden (
Urk.
6/135).
Diese Darlegungen sind schlüssig und nachvollziehbar. Zum andern
vermag die Be
schwerdeführerin auch mit dem Bericht des
D._
vom
1.
Juni 2019 (
Urk.
9/2) nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, wird darin doch von einem neuropsychologisch leicht unterdurchschnittlichen Leistungsprofil mit guter Feh
lerkontrolle berichtet, was ebenfalls nicht gegen die Einschätzung des
Z._
-Gutachters spricht, sondern dessen Beurteilung geradezu bestätigt.
Im Übrigen ist für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän
dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis).
G
estützt auf die aufliegende Aktenlage
rechtfertig
t es sich mithin
nicht, die neu
ropsychologische Beurteilung, wonach sich diagnostisch eine minime neuropsy
chologische Störung finde, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht relevant beeinträchtige (
Urk.
6/108/24), in Frage zu stellen.
5.3
Alsdann
dringt
die Beschwerdeführerin mit ihrer Rüge, die Gutachter hätten sich mit
den
anderslautenden Berichten der
behandelnden Ärzte nicht in
rechtsgenüg
licher
Weise auseinandergesetzt (E. 2.2),
nicht durch, was sich hinsichtlich des neuropsychologischen Status bereits aus dem Vorhergehenden (E. 5.2) ergibt.
Darüber hinaus
enthält das Gutachten Stellungnahmen
zu allfällig früheren ärzt
lichen Einschätzungen auch aus allgemeininternistischer (
Urk.
6/108/9), psy
chiatrischer (
Urk.
6/108/16) und neurologischer (
Urk.
6/108/19) Sicht.
Zur Ein
schätzung der früher behandelnden Psychiaterin hielt der psychiatrische Gutach
ter fest,
Dr.
E._
habe eine Belastungsreaktion bei einer Erkrankung des Ner
vensystems und Problemen in der Beziehung zur Mutter, eine m
ultiple Sklerose, eine
Fatigues
ymptomatik
sowie kognitive Störungen diagnostiziert.
Da
die de
pressive Störung
geringgradig
ausgeprägt sei, mithin einer Anpassungsreaktion entspreche
, welche nicht zu einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht
zu führen
vermöge, werde die von der behandelnden Psychia
terin attestierte Arbeitsunfähigkeit wesentlich mit der Diagnose
der
multiple
n
Sklerose begründet (
Urk.
6/108/16).
Nachdem sich anlässlich der Begutachtung weitgehend unauffällige Befunde ergeben hatten und eine Leistung
seinschrän
kung einzig unter Zugrundelegung eines erhöhten Pausenbedarfs bei Erschöp
fungsgefüh
l
attestiert worden war (E. 4.4), weitere Einschränkungen aber mit den medizinischen Befunden nicht zu erklären waren (E. 4.6), ist nicht ersichtlich,
inwiefern
die
Auseinandersetzung mit
den
bereits aufliegenden Berichten nicht genügen s
ollte
.
Gegenteils erweisen sich die Ausführungen der Gutachter als dif
ferenziert und schlüssig.
Dass sich die
Fatigues
ymptomatik
nicht objektivieren lässt
- mithin subjektiv imponiert -
(vgl.
Urk.
6/135),
braucht
nicht weiter aus
ge
führt zu werden.
Weshalb schliesslich die
Feststellung, in
neuropsychologischer
Hinsicht bestehe
verglichen mit den
Vorberichten eine deutliche
B
esserung, zur Äusserung
,
seit der Diagnose der MS sei
(über die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20
%
hinaus)
eine vorübergehende,
höhergradige
Arbeitsun
fähigkeit möglich gewesen (Urk.
6/108/24),
in
- wie von der Beschwerdeführerin vorgetragen (
Urk.
1 S. 10) -
Widerspruch stehen soll
, ist nicht
erkennbar
.
5.4
Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheits
schädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungs
fachleute auf Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven
Arbei
tsleistung zu beantworten (Urteile des Bundesgerichts
8C_334
/2018
vom 8.
Januar 2019
E. 4.2.1, 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4, je mit Hinweisen).
Hingegen ist für die Evaluation von konkreten geeigneten Tätigkeiten die Verwaltung zustän
dig, die dazu allenfalls Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsbe
ratung beizuziehen hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_545/2012 vom 25. Januar 2013 E. 3.2.1, nicht publiziert in BGE 139 V 28; vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2).
Beim Abschlussbericht der
Y._
vom 2
5.
Juni 2015 (
Urk.
6/71)
handel
t es sich nicht um einen medizinischen Bericht oder gar ein Gutachten.
D
as
vom
1.
Okto
ber 2014 bis zum 3
0.
Juni
2015 durchgeführte
Training
hatte den Leistungsauf
bau zum Ziel, was sich aber nicht erreichen liess;
gegenteils
musste die Präsenz
zeit
der Beschwerdeführerin
v
on vier Stunden an vier Tagen auf drei
Stunden gesenkt werden (
Urk.
6/71/3). Medizinische Fakten, welche eine fehlende ver
wertbare Leistung im ersten Arbeitsmarkt
- wie im Abschlussbericht beschrieben (Urk. 6/71/4) -
begründen würden,
wurden nicht aufgeführt.
Vielmehr
muss ge
stützt auf das
Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung
davon ausgegangen werden
, dass
die Einschätzung der Integrationsfachleute
weitgehend
auf Aussa
gen der Beschwerdeführerin beruht (vgl. etwa
Urk.
6/55/3, wonach das s
tunden
weise
Arbeiten
am Empfang
wegen Überforderung [Aussage der Teilnehmerin] habe auf Eis gelegt werden müssen;
Urk.
6/59/7, wonach
sich die Beschwerde
führerin kaum mehr in der Lage
gesehen habe
, ihren Einpersonenhaushalt zu führen
;
Urk.
6/59/15, wo berichtet wird, die Beschwerdeführerin habe eine Auf
gabe abgelehnt, weil sie sich überfordert gefühlt habe
[
Urk.
6/59/9
]
)
.
Es kommt hinzu, dass sich gemäss Gutachten die neuropsychologische Situation der Be
schwerdeführerin im Vergleich zu früheren Untersuchungen verbessert hat (
Urk.
6/108/21
-
23), weshalb
sich
bereits aus diesem Grund das Leistungsvermö
gen der Beschwerdeführerin nicht anhand des
zeitlich früher erstellten
Abschluss
berichts der
Y._
festleg
en
lassen würde
.
5.5
Zusammenfassend vermag die Beschwerdeführerin mit ihren Argumenten nicht durchzudringen und erweist sich ihre Kritik am Gutachten als unbegründet.
Ent
gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin erfüllt das Gutachten die von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen (E. 1.4), womit ihm voller Beweiswert zuzuerkennen ist.
Demnach ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte, vorwiegend im Sitzen aus
zuübende Tätigkeit zu 80
%
(in ganztägigem Pensum)
zumutbar
ist.
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass sich mangels Vorliegens
psychopathologische
r
Befunde
(E. 4.3) eine Prüfung nach den Standardindikato
ren erübrigt beziehungsweise hinsichtlich des im Zusammenhang mit der multip
len Sklerose geklagten Erschöpfungszustandes verbietet (Urteil des Bundesge
richts 9C_106/2019 vom
6.
August 2019 E. 2.3.3).
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
auf 80
%
eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf ihre Erwerbsfähigkeit auswirkt.
6.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Ein
zelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungs
werte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungs
wer
ten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Er
werbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invali
deneinkom
men auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Pro
zentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bun
desgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli
2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
6.3
Die Beschwerdeführerin
schloss
ihren Angaben zufolge eine zweijährige Büro
lehre und anschliessend eine zweijährige KV-Zusatzlehre ab
(Urk.
6/7/4). Z
uletzt
war sie
als kaufmännisch
e
Angestellte in der Administration, im Sekretariat
sowie am Empfang
bei der
F._
tätig
(
Urk.
6/31/2). Diese Anstellung wurde ihr
aufgrund der zu erwartenden längerfristigen Absenz vom Arbeitsplatz gekündigt (
Urk.
6
/31/1).
Die Beschwerdeführerin lässt vortragen, sie habe
ihre
Ausbildung zur Direktionsassistentin aus gesundheitlichen Gründen abbrechen müssen, weshalb der Medianlohn für eine Direktionsassistentin in Höhe von
Fr.
94'000.-- jährlich für
die Festsetzung des
Valideneinkommen
s
heranzuziehen sei (E. 2.2;
Urk.
6/15/7
).
Dem Telefongespräch vom
7.
April 2014 mit der Einglie
derungsberaterin zufolge schloss die Beschwerdeführerin die in den Jahren 2010 bis 2012 durchlaufene Weiterbildung im Herbst zwar mit einem Notendurch
schnitt von 4.2 ab, für
den Erwerb des
Diplom
s
müsste
sie indes drei Fachprü
fungen wiederholen (
Urk.
6/12/12). Aus der
von
der Beschwerdeführerin im vor
l
iegenden Verfahren eingereichte
n
Korrespondenz vom 1
1.
Juli 2013
ergibt sich sodann, dass sie
aus gesundheitlichen Gründen das Repetitions-Schuljahr
habe
abbrechen
müsse
n
(
Urk.
3/2)
.
Die Diagnose der multiplen Sklerose wurde
im März 2013 gestellt
(
Urk.
6/21/2
)
.
Ab
Oktober 2013
erfolgte erstmals ein Attest einer (20
%
igen) Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
6/13/4;
so auch in der Anmeldung zur Früher
fassung,
Urk.
6/2/1, sowie
zum Leistungsbezug,
Urk.
6/7/3). Damit ist nicht mit dem nötigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der ungenügende schulische Leistungsausweis
hinsichtlich der geltend gemach
ten Weiterbildung
gesundheitlich begründen
liesse
und die Beschwerdeführerin
bei guter Gesundheit die von ihr in Angriff genommene Weiterbildung e
rfolgreich abgeschlossen hätte.
Selbst wenn dem so wäre, würde dies indes nicht
zu einem anderen Schluss füh
ren:
Die Beschwerdeführerin ist nach der schlüssigen Einschätzung der Gutachter
in
einer körperlich leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit -
welchem Anforde
rungsprofil
die angestammte Tätigkeit im Bürobereich
entspricht
(
Urk.
6/108/25) - im Umfang von 80
%
arbeits- und leistungsfähig.
Gleiches
hat auch für die Tätigkeit als Direktionsassistentin zu gelten,
zumal
die Beschwerdeführerin be
reits bislang als Assistentin der Geschäftsleitung tätig
war
(vgl.
Urk.
6/36/7).
Da die angestammte Tätigkeit - wenn auch nur noch zu 80
%
- unverändert zumut
bar ist, ist sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen (Tabellen)Lohn zu berechnen, womit sich deren genaue Ermittlung er
übrigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_851/2018 vom 2
3.
Mai 2019 E. 5.1). Mithin ist das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen mit 100 zu beziffern, während das Invalideneinkommen 80 beträgt.
Auch für die Tä
tigkeit als Direktionsassistentin ist ein
Validen
einkommen
von 100 und ein In
validen
einkommen
von 80 einzusetzen.
Allfälligen lohnmindernden Faktoren wie erhöhtes Alter, langjäh
rige Betriebszugehörigkeit respektive
fehlende Berufser
fahrung wären – soweit überhaupt invalidenversicherungsrechtlich relevant – so
wohl beim hypothetischen Validen- als auch beim Invalideneinkommen im glei
chen Masse Rechnung zu tragen
. Nachdem die angestammte Tätigkeit nach wie vor - ganztägig -
möglich
und den leidensbedingten Einschränkungen mit einer Reduktion des zumutbaren Pensums auf 80
%
bereits Rechnung getragen ist, ist
von
einem
Abzug
abzusehen.
6.4
Die Gegenüberstellung von
Valideneinkommen
(100) und Invalideneinkommen (80) führt zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 20
%
.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, weshalb die Be
schwerde abzuweisen ist.
7.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und un
abhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 700.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.