Decision ID: 7c2b64e7-8745-4f77-a104-db5d3167e80c
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. E.Y. (1961) stammt aus dem heutigen Kosovo und gelangte 1981 erstmals als
Saisonnier in der Schweiz. Im Jahr 1985 wurde ihm erstmals eine ordentliche
Aufenthaltsbewilligung erteilt und in der Folge regelmässig verlängert, zuletzt bis
Anfang November 2014. Die drei aus der Ehe mit der im Jahr 2007 verstorbenen ersten
Ehefrau, A.Y., hervorgegangenen Kinder R.Y. (geb. 1978), N.W. (geb. 1980) und O.Y.
(geb. 1988) sind volljährig und verfügen über Niederlassungsbewilligungen. Am
12. Oktober 2012 heiratete E.Y. in seinem Heimatland die Bulgarin D.Y. (1980; Akten
Migrationsamt, Dossier E.Y., Nr. 181 [nachstehend Nr. xy]). Ein Gesuch um
Familiennachzug für seine zweite Ehefrau wies das Migrationsamt mit Verfügung vom
31. Oktober 2013 ab (Nr. 238).
Mangels "ordnungsgemässem Aufenthalt" – er war seinen finanziellen Verpflichtungen
nicht ordnungsgemäss nachgekommen – wurde E.Y. im Jahr 1992 erstmals die
Niederlassungsbewilligung vorenthalten und die Aufenthaltsbewilligung nur unter der
Auflage verlängert, dass er innert eines Jahres seine Schulden saniere (Nr. 31). Diese
(formlose) Auflage wurde in den Folgejahren wiederholt. Im Jahr 1999 verwarnte ihn
das heutige Migrationsamt in einer Verfügung erstmals formell, weil er
Krankenkassenprämien nicht bezahlt hatte und offene Verlustscheine über
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ca. Fr. 28‘000.-- vorlagen (Nr. 15). Ein weiteres Gesuch um Erteilung der
Niederlassungsbewilligung wies das (heutige) Migrationsamt im Jahr 2006 mit Blick auf
Verlustscheine in der Höhe von Fr. 52‘000.-- und ein laufendes Strafverfahren ab (Nr.
63).
Von 1999 bis 2010 kam es gegen E.Y. zu diversen Straferkenntnissen:
- Strafbescheid des Bezirksamtes Gossau vom 12. Januar 1999 wegen Erleichterung
des rechtswidrigen Verweilens zweier Ausländer: 4 Wochen Gefängnis (bedingt
vollziehbar) und Busse Fr. 300.-- (Nr. 17);
- Strafbescheid des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 23. Oktober 2000 wegen
Fahrens in angetrunkenem Zustand: 1 Woche Gefängnis (bedingt vollziehbar, Probezeit
2 Jahre) und Busse Fr. 1‘000.-- (vgl. Nr. 8);
- Bussenverfügung des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 10. April 2002 wegen
Übertretung des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(ANAG): Busse Fr. 300.-- (Nr. 5);
- Strafverfügung des Statthalteramtes Pfäffikon vom 22. Mai 2002 wegen Übertretung
des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG): Busse
Fr. 600.-- (Nr. 4);
- Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Winterthur vom 10. Juli 2002 wegen Fahren in
angetrunkenem Zustand: 3 Monate Gefängnis (bedingt vollziehbar, Probezeit 4 Jahre)
und Busse Fr. 800.-- (Nr. 3);
- Bussenverfügung des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 1. September 2004
wegen Beschäftigen eines Ausländers ohne Bewilligung und diversen Vergehen gegen
die Sozialversicherungsgesetzgebung: Busse Fr. 700.-- (Nr. 49);
- Urteil des Kreisgerichts Rorschach vom 20. April 2009 wegen Führen eines
Motorfahrzeugs in nicht fahrfähigem Zustand (Blutalkoholkonzentration von 1.76
Gewichtspromille): Freiheitsstrafe von 9 Monaten (bedingt vollziehbar, Probezeit 5
Jahre) und Busse Fr. 1‘000.-- (Nr. 72);
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- Strafbescheid des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 10. Dezember 2009 wegen
Unterlassung der Buchführung: Gelstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 120.-- (bedingt
vollziehbar, Probezeit 3 Jahre) und Busse Fr. 1‘000.-- (Nr. 100);
- Strafbescheid des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 10. Februar 2010 wegen
fahrlässigen rechtswidrigen Aufenthalts: Busse Fr. 600.-- (in teilweisem Zusatz zum
Strafbescheid vom 10. Dezember 2009).
Mit Verfügung vom 11. Juni 2009 verwarnte das Migrationsamt E.Y. wegen der bis
dahin erwirkten Verurteilungen, offener Betreibungen über rund Fr. 42‘000.-- und
(geringfügiger) Unterstützung durch die öffentliche Sozialhilfe ein zweites Mal formell.
Es hielt ihn an, sich in jeder Beziehung klaglos zu verhalten, und präzisierte dies wie
folgt: keine neuen strafrechtlichen Verurteilungen, ordnungsgemässes Nachkommen
der finanziellen Verpflichtungen, keine Verursachung neuer und Tilgung bestehender
Schulden. Ansonsten werde seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert bzw.
widerrufen (Nr. 81).
Im Januar 2010 stellte das Migrationsamt fest, dass gegen E.Y. offene Verlustscheine
von Fr. 80‘000.-- und Betreibungen von ca. Fr. 44‘000.-- vorlagen (Nr. 92). Die dennoch
bis 3. November 2010 gewährte Verlängerung der Bewilligung bezeichnete das Amt als
"letzte Chance". Im März 2010 zog das Migrationsamt jedoch bereits in Betracht, die
Aufenthaltsbewilligung zu widerrufen: Die in den Jahren 1999 und 2009
ausgesprochenen Verwarnungen hätten E.Y. unbeeindruckt gelassen. Es seien weitere
Straftaten gefolgt und die finanzielle Situation habe sich verschlechtert. Zudem habe er
immer wieder Firmen gegründet und in den Konkurs geführt (Nr. 107). Vom Widerruf
oder der Nichtverlängerung sah das Migrationsamt schliesslich jedoch im Sinne einer
nochmaligen Chance ab mit der Begründung, E.Y. gehe nunmehr einer
unselbständigen Tätigkeit nach. An den im Jahr 2009 formulierten Bedingungen hielt es
ausdrücklich fest (Nr. 156). Auf Zusehen und Wohlverhalten hin verlängerte es die
Bewilligung mit diesen Auflagen auch im November 2011 und 2012 je um ein weiteres
Jahr (Nrn.178 und 191).
Die am 13. Dezember 2013 verfügte, derzeit letzte Verlängerung bezeichnete das
Migrationsamt wiederum als "Verwarnung" und wiederholte die bereits im Jahr 2009
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formulierten Bedingungen. Unter anderem führte es aus, die Arbeitgeberin von E.Y. (Q.
AG) habe trotz Pfändungsanzeige die das Existenzminimum übersteigende Quote
seines Einkommens zu spät bzw. gar nicht dem Betreibungsamt abgeliefert (Nr. 240).
Am 24. November 2014 zeigte das Migrationsamt E.Y. die Absicht an, die
Aufenthaltsbewilligung nicht mehr zu verlängern. Es verwies auf die strafrechtlichen
Verurteilungen und auf seine Verschuldung (Verlustscheine von Fr. 87‘000.-- und
Betreibungen in der Höhe von Fr. 20‘000.--). Seit Februar 2013 würden trotz
Lohnpfändung keine Zahlungen mehr an das Betreibungsamt geleistet, worauf laufend
neue Verlustscheine ausgestellt worden seien. Zudem sei über sein Einzelunternehmen
und über diverse von ihm beherrschte Gesellschaften der Konkurs eröffnet und
mangels Aktiven jeweils wieder eingestellt worden. Durch sein Verhalten habe er das
Gastrecht in der Schweiz wiederholt in schwerwiegender Weise missbraucht. Ein
Bestreben um Schuldensanierung sei nie ersichtlich gewesen; die entsprechenden
Verwarnungen hätten ihn nicht erreicht. Da E.Y. jegliche Kooperation mit den Behörden
verweigere, bestehe keine reelle Aussicht auf Zahlung seiner Schulden. Das öffentliche
Interesse an seiner Fernhaltung überwiege sein privates, in der Schweiz bleiben zu
können (Nr. 250). Rechtsanwalt Markus Stadelmann, Weinfelden, nahm hierzu Stellung
und beantragte, die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern (Nr. 264). Das Migrationsamt
hielt nach weiteren Sachverhaltsermittlungen am 27. März 2015 am Verfügungsentwurf
fest und verlängerte die Aufenthaltsbewilligung nicht mehr. Insbesondere führte es aus,
seit der letzten Verwarnung Ende 2013 seien acht neue, nicht auf bestehende
Verlustscheine zurückzuführende Forderungen im Betrag von ca. Fr. 20‘000.-- in
Betreibung gesetzt worden. Mittlerweile seien die offenen Verlustscheine auf einen
Gesamtbetrag von Fr. 92‘059.70 angewachsen. Bestrebungen zur Sanierungen der
finanziellen Situation seien nicht ersichtlich. Insbesondere habe E.Y. nicht davon
ausgehen dürfen, seine Arbeitgeberin zahle die gepfändete Lohnquote an das
Betreibungsamt. Die Indizien deuteten darauf hin, dass diese Zahlungen absichtlich
und mit seinem Einverständnis unterlassen worden seien (Nr. 278).
B. Gegen die Verfügung des Migrationsamtes erhob E.Y. Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement. Er räumte finanzielle Probleme ein, doch könne von mutwilliger
Schuldenmacherei keine Rede sein. Als Konsequenz seiner erfolglosen
unternehmerischen Tätigkeit sei er nunmehr unselbständig erwerbstätig. Aus diesem
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Grund könne ihm nicht angelastet werden, dass seine jetzige Arbeitgeberin die
Zahlungen an das Betreibungsamt unterlassen habe. Die Bedingungen für eine
Verlängerung seiner Bewilligung seien damit eingehalten, zumal er seit fünf Jahren
straffrei sei. In seiner Heimat habe er kaum private Kontakte und müsste dort mit bald
60 Jahren noch einmal von vorne beginnen. Seine Ausweisung sei angesichts dessen
ungerechtfertigt und unverhältnismässig.
Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 10.
Februar 2016 ab. Es bestätigte die Auffassung des Migrationsamtes, wonach E.Y. in
Anbetracht der mutwilligen Verschuldung und diverser strafrechtlicher Verfehlungen
erheblich und wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen
habe und die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung verhältnismässig sei. Für
die Beendigung des Aufenthalts spreche zusätzlich, dass bereits mehrere
ausländerrechtliche Verwarnungen ausgesprochen worden seien, der Rekurrent die
ihm eingeräumten Chancen jedoch nicht genutzt habe. Vielmehr habe er sich mutwillig
weiter verschuldet und keine Anstrengungen zur Sanierung der finanziellen Situation
unternommen.
C. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 25. Februar 2016 erhob E.Y.
(Beschwerdeführer) gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements
Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1). Er beantragte, der angefochtene
Entscheid sei aufzuheben, und es sei ihm die weitere Anwesenheit im Kanton
St. Gallen bzw. in der Schweiz zu gestatten. Allenfalls sei er zu verwarnen. Eventualiter
sei das Verfahren bis Ende 2016 zu sistieren; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Das Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz) beantragte
mit Vernehmlassung vom 21. März 2016 Abweisung der Beschwerde (act. 6). Am 29.
April 2016 erlitt der Beschwerdeführer einen Herzinfarkt und musste sich in der Folge
einer Herzoperation unterziehen, wovon das Verwaltungsgericht am 28. Juli 2016
Kenntnis erhielt (act. 9). Am 7. Oktober 2016 und 22. Mai 2017 führte sein
Rechtsvertreter hierzu näheres aus (act. 18 und 21); er hielt dabei an den
Hauptanträgen fest.
Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers, den angefochtenen Entscheid und die

Akten wird – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
2.1. Die Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung liegt im Ermessen der
Ausländerbehörden, es sei denn, eine Sondernorm des Landesrechts oder eines bi-
oder multilateralen Staatsvertrags räume der betroffenen Person einen Anspruch auf
Aufenthalt ein (vgl. z.B. Zünd/Hugi Yar, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im
schweizerischen Landesrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und
Familienlebens, in: EuGRZ 40/2013, S. 1 ff., Ziff. 7 mit Hinweisen). Ausländische
Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit
Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Niederlassungsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1
AuG). Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch
des Ehegatten und der Kinder auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nach Artikel 43 insbesondere dann weiter, wenn die
Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche
Integration besteht (vgl. Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG). Der Anspruch nach Art. 43 AuG
erlischt, wenn Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen (Art. 51. Abs. 2 lit. b AuG).
2.2. Die verstorbene erste Ehefrau des Beschwerdeführers verfügte seit Januar 2000
über die Niederlassungsbewilligung. Die Ehe wurde während weit mehr als drei Jahren
in der Schweiz gelebt. Am grundsätzlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung änderte der Tod von A.Y. im Jahr 2007
demnach nichts, zumal seine erfolgreiche Integration vom Migrationsamt in jenem
Zeitpunkt nicht in Frage gestellt worden ist.
3.
3.1. Ein der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung entgegenstehender
Widerrufsgrund kann darin liegen, dass die Ausländerin oder der Ausländer erheblich
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oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im
Ausland verstossen hat oder diese gefährdet (Art. 51 Abs. 2 lit. b in Verbindung mit Art.
62 Ingress und lit. c AuG). Ein solcher Verstoss kann darin bestehen, dass gesetzliche
Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet oder öffentlich- oder
privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt werden (vgl. Art. 80 Abs. 1 der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE). Die
ausländische Person gefährdet die öffentliche Sicherheit und Ordnung, wenn konkrete
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt in der Schweiz mit erheblicher
Wahrscheinlichkeit zu einem derartigen Verstoss führen wird (vgl. Art. 80 Abs. 2 VZAE).
„Mutwilligkeit“ setzt absichtliches, böswilliges oder zumindest leichtfertiges Verhalten
voraus (S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr, Handkommentar AuG, Bern 2010,
N 37 zu Art. 62 AuG). Hiervon ist nicht leichthin auszugehen, zumal die Beendigung des
Aufenthalts kein taugliches Instrument zur Eintreibung bestehender Schulden ist. Eine
Wegweisung aus der Schweiz führt einerseits regelmässig dazu, dass die Gläubiger
faktisch keine reellen Aussichten auf Befriedigung ihrer Forderungen mehr haben.
Andererseits bringt ein weiterer Aufenthalt aber auch die Gefahr mit sich, dass weitere
uneinbringliche Schulden geäufnet werden (BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010
E. 3.3; 2C_329/2009 vom 14. September 2009 E. 4.2.5). Unabhängig vom Kriterium der
Mutwilligkeit kann eine Verschuldung in bedeutendem Umfang auf die Unfähigkeit der
ausländischen Person hinweisen, sich der geltenden Ordnung anzupassen, und ihre
Wegweisung rechtfertigen, wenn sie nichts unternimmt, um ihr Verhalten zu ändern
(BGE 131 II 339 E. 5 in fine; 122 II 385 E. 3b; BGer 2C_253/2015 vom 9. September
2015 E. 3.2 in fine; 2C_305/2007 vom 6. November 2007 E. 2.4 und 3.1).
3.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, gegen ihn liege dieser Widerrufsgrund nicht vor.
Insgesamt sei die Schuldensituation seit 2010 in etwa stabil geblieben. Erst recht habe
er sich nicht mutwillig verschuldet und sich stets nach Kräften bemüht, seinen
finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
Die finanzielle Situation des Beschwerdeführers veranlasste die Ausländerbehörde
immer wieder zu Interventionen. Diese auferlegte ihm erstmals im Jahr 1992, seine
Schulden zu sanieren (Nr. 31). Eine erste ausdrückliche Verwarnung stützte das heutige
Migrationsamt im Jahr 1999 unter anderem auf einen Betreibungsregisterauszug vom
6. November 1998. Daraus wird ersichtlich, dass Konsumkreditschulden von ungefähr
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Fr. 20‘000.-- bestanden und der Beschwerdeführer Ausstände bei der Krankenkasse
und beim Steueramt hatte. Insgesamt waren fünf Verlustscheine über einen
Gesamtbetrag von Fr. 28‘070.05 registriert (vgl. Nr. 16). Weiter wurde ihm in der
Verwarnung angelastet, dass das Sozialamt unbezahlte Krankenkassenprämien im
Betrag von ca. Fr. 3‘500.-- hatte übernehmen müssen, obwohl sowohl er als auch
seine Ehefrau erwerbstätig seien. Die zweite formelle Verwarnung begründete das
Migrationsamt im Jahr 2009 unter anderem mit laufenden Betreibungen in der Höhe
von Fr. 42‘402.20. Dies ergibt sich aus einem Betreibungsregisterauszug vom 26. Mai
2009, auf dem ebenso vermerkt ist, Verlustscheine seien keine vorhanden (Nr. 79; dass
letzteres nicht stimmte, geht aus einem Auszug vom 15. Januar 2010 hervor: dieser
weist 23 offene Verlustscheine im Betrag von Fr. 80‘473.90 aus, die zum erheblichen
Teil vor Mai 2009 datieren, vgl. Nrn. 87 und 97).
Im Zuge der ab 2009 vollzogenen Einkommenspfändung reduzierte der
Beschwerdeführer vom Oktober 2010 bis Oktober 2012 seine Schulden
(Verlustscheine) von Fr. 86‘659.55 auf Fr. 75‘293.70 (Nrn. 143 und 187).
Der dritten, am 13. Dezember 2013 verfügten Verwarnung legte das Migrationsamt
jedoch unter anderem bereits wieder 23 offene Verlustscheine im Betrag von
Fr. 83‘224.80 und betriebene bzw. in Lohnpfändung gesetzte Forderungen in der Höhe
von Fr. 33‘682.30 zu Grunde (Betreibungsregisterauszug vom 12. Dezember 2013 in
Nr. 239).
Per 16. Oktober 2014 lagen offene Verlustscheine aus Pfändungen über Fr. 87‘646.80
und offene Betreibungen (Zahlungsbefehle und laufende Pfändungen) über
Fr. 20‘321.-- vor (Nr. 248). Trotz Lohnpfändungsanzeige beim Arbeitgeber seien seit
Februar 2013 keine Zahlungen mehr an das Betreibungsamt geleistet worden (ebd.).
Aus den detaillierten Betreibungsunterlagen ergibt sich, dass im Jahr 2014 – d.h. nach
der Verwarnung – acht neue, nicht auf Verlustscheinen beruhende Forderungen
(Gesamtbetrag: Fr. 23‘854.70) in Betreibung gesetzt worden sind, darunter sämtliche
Krankenkassenprämien des Jahres 2014 (vgl. Nrn. 265 ff.). Dem standen im selben
Jahr Zahlungen von lediglich Fr. 2‘258.20 gegenüber (Nr. 275), und dies bei einem
Bruttolohn von Fr. 5‘500.--.
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Im Rekursverfahren holte die Vorinstanz einen weiteren Betreibungsregisterauszug
(datiert: 18. August 2015) ein (vgl. vi-act. 10). Für das laufende Jahr 2015 waren vier
Betreibungen (total Fr. 25‘486.45) verzeichnet, darunter eine Verlustscheinforderung im
Betrag von Fr. 20‘637.45 für Steuern der Jahre 2004-2007. Im Mehrbetrag handelte es
sich um eine Quellensteuerrechnung vom 19. September 2014, Krankenkassenprämien
von Januar bis Juni 2015 und Billag-Gebühren. Der Gesamtbetrag der aufgeführten
Verlustscheine beläuft sich auf Fr. 92‘059.70. Aus den Unterlagen und Auskünften des
Betreibungsamtes ergibt sich weiter, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der
laufenden Einkommenspfändung (mit Wirkung für ein Jahr ab 5. Januar 2015) für den
das Existenzminimum von Fr. 2‘463.-- übersteigenden Teil seines Einkommens im Jahr
2015 nur zweimal je Fr. 1‘850.-- abgeliefert hatte (zuletzt am 16. März 2015). Weitere
Zahlungen blieben aus (vgl. vi-act. 10, 11 und 13).
Vom 17. Februar 2010 bis 8. Februar 2013 hat der Beschwerdeführer aufgrund
Einkommenspfändungen total Fr. 28‘482.30 dem Betreibungsamt abgeliefert. Im Jahr
2014, d.h. nach der Verwarnung, waren es insgesamt Fr. 2‘258.20 und im Jahr 2015
Fr. 3‘700.--. Von einem effektiven Abbau der Schuldenlast kann bei diesen Beträgen
nicht gesprochen werden, zumal sich der Gesamtbetrag der auf den Namen des
Beschwerdeführers lautenden Verlustscheine seit dem Jahr 2012 (wieder) konstant
erhöht hat.
3.3. Gleiches hat auch die Vorinstanz festgestellt (vgl. E. 2.a.bb des angefochtenen
Entscheids mit Hinweisen): Nachdem der Beschwerdeführer bereits mit der vierten
Unternehmung Konkurs anmelden musste, liess er sich ab 2009 bei der X. GmbH als
unselbständiger Arbeitnehmer anstellen. Auf dieses Arbeitsverhältnis bzw. die damit
verbundene Einkommenspfändung ist der (immer noch geringfügige) Schuldenabbau in
den Folgejahren zurückzuführen. Ab dem Jahr 2012 begann sich das
Zahlungsverhalten des Beschwerdeführers bzw. seiner Arbeitgeberin zu
verschlechtern. Zunächst erfolgten die Zahlungen nicht mehr monatlich, obwohl in den
Lohnabrechnungen (noch) ausgewiesen. Lediglich fünf Monatsraten wurden im Jahr
2012 überwiesen. Seit dem Stellenwechsel zur Q. AG im Oktober 2012 finden sich in
den vereinzelt vorhandenen Lohnabrechnungen keine Hinweise mehr auf Zahlungen an
das Betreibungsamt. Die letzte Zahlung erfolgte am 8. Februar 2013 (Fr. 5‘500.--). Trotz
erneuter Verwarnung im Dezember 2013 kam es zu keinen weiteren Zahlungen mehr,
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bis im November 2014 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung angekündigt
wurde: Im Dezember 2014 erfolgten Zahlungen in der Höhe von Fr. 408.20 und
Fr. 1‘850 an das Betreibungsamt.
3.4. Der Beschwerdeführer räumt in seiner Beschwerdeschrift ein, dass sich die
Schuldensituation in den letzten Jahren wieder etwas verschlechtert habe, insgesamt
sei sie seit 2010 jedoch etwa stabil geblieben: Nach der zwischenzeitlichen merklichen
Reduktion auf Fr. 75‘293.70 seien die Schulden wieder auf Fr. 91‘567.-- angestiegen
und lägen damit nur unwesentlich über dem Stand im Jahr 2010 (Fr. 86‘659.55). Dass
die Q. AG keine Zahlungen mehr geleistet habe, sei nicht dem Beschwerdeführer
anzulasten. Schliesslich habe seine Arbeitgeberin bis zur Wiederaufnahme der
Ablieferungen an das Betreibungsamt im Dezember 2014 keine Kenntnis von den
Lohnpfändungen gehabt. Abgesehen davon, dass sein Lohn oftmals das
Existenzminimum nicht erreicht habe, sei der Beschwerdeführer nicht verpflichtet,
selbst für den ordnungsgemässen Vollzug der Einkommenspfändung zu sorgen.
Schliesslich könne vom Beschwerdeführer aufgrund seines Alters und der
gesundheitlichen Probleme realistischerweise nicht verlangt werden, eine andere
Arbeitsstelle zu suchen.
3.5. Mit diesen Argumenten bringt der Beschwerdeführer nichts vor, was nicht schon
die Vorinstanz zutreffend gewürdigt hätte: Richtig ist, dass bei gepfändetem
Einkommen nur begrenzte Möglichkeiten vorhanden sind, weitere Schulden zu
vermeiden. Bezeichnenderweise – weil er sie systematisch nicht bezahlt hat – blieben
Krankenkassenprämien und Steuern bei der Berechnung des Existenzminimums
unberücksichtigt (vgl. vi-act. 10.2), was einige der neuen Betreibungen erklärt. Jedoch
musste der Beschwerdeführer bei der dargelegten Ausgangslage beim Vollzug der
Einkommenspfändung mitwirken und sich bei seiner Arbeitgeberin vergewissern, dass
die pfändbare Quote seines Einkommens dem Betreibungsamt zufliesse. Dass mit den
Zahlungen seiner Arbeitgeberin etwas nicht stimmt – wie die Vorinstanz zutreffend
dargelegt hat – hätte der Beschwerdeführer aufgrund der ihm zugestellten Kopien der
Verlustscheine einerseits und der Lohnabrechnungen andererseits, spätestens aber
nach der fremdenpolizeilichen Verwarnung vom 13. Dezember 2013 merken müssen. In
letzterer erwähnte das Migrationsamt explizit die fehlenden Ablieferungen seit Februar
2013. Die Q. AG hat zudem offensichtlich von der Lohnpfändungsanzeige des
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Betreibungsamtes gewusst, was sich aus den beiden Zahlungen an das
Betreibungsamt vom 27. November 2012 und vom 8. Februar 2013, die anders nicht
erfolgt wären, ergibt (Nrn. 213, 248 und 266). Regelmässige Zahlungen an das
Betreibungsamt oder andere Bemühungen zur Schuldensanierung erfolgten trotzdem
nicht, und eine baldige und merkliche Verbesserung der finanziellen Situation ist bei
diesen Gesamtumständen wenig wahrscheinlich. Vor dem Hintergrund der mehrmals
für diesen Fall explizit angedrohten Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung ist
das Verhalten des Beschwerdeführers zumindest als leichtfertig zu qualifizieren.
Überdies spricht bereits die Höhe der öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen
Schulden für eine mutwillige oder zumindest leichtfertige Nichterfüllung der finanziellen
Verpflichtungen im Sinne von Art. 80 Abs. 1 lit. b VZAE.
3.6. Dass der Beschwerdeführer infolge gesundheitlicher Probleme während des
Beschwerdeverfahrens längere Zeit arbeitsunfähig war (vgl. act. 18 und 19) ändert an
der Gesetzmässigkeit der Nichtverlängerung nichts. Aus den eingereichten
Krankentaggeldabrechnungen ergibt sich zwar, dass von den Versicherungsleistungen
von November 2016 bis April 2017 insgesamt Fr. 13‘856.80 seinen Gläubigern
zuflossen (act. 19, Nrn. 29-35), was für den Beschwerdeführer spricht. Von einer
dauerhaften Verbesserung der finanziellen Situation ist dennoch nicht auszugehen, weil
diese Leistungen zeitlich limitiert sind, der gesundheitlich angeschlagene
Beschwerdeführer mittlerweile 56 Jahre alt ist und seine bisherige Arbeitgeberin, die Q.
AG, ihr Domizil eingebüsst hat und am 24. Februar 2017 von Gesetzes wegen aufgelöst
worden ist (www.zefix.ch). Bei dieser Ausgangslage droht offensichtlich weitere
Verschuldung bzw. Sozialhilfeabhängigkeit. Die finanzielle Situation kann damit auch
heute nicht als geregelt gelten. Dies gilt umso mehr, als Bemühungen des
Beschwerdeführers, sich aus der Schuldenfalle z.B. im Rahmen von Abzahlungs- und
Nachlassvereinbarungen mit Gläubigern zu befreien, zu keiner Zeit dokumentiert sind.
In der Gesamtabwägung darf auch die frühere Strafffälligkeit des Beschwerdeführers
berücksichtigt werden, obwohl darin angesichts des zwischenzeitlichen Wohlverhaltens
kein (selbständiger) Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung mehr
gesehen werden kann.
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3.7. Angesichts der geschilderten Umstände ergibt sich, dass der Widerrufsgrund von
Art. 62 lit. c AuG erfüllt und die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
gesetzmässig ist.
4.
4.1. Rechtmässig ist die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung nur, wenn sie
sich nach der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig
erweist (BGE 135 II 381 E. 4.3). Zu berücksichtigen sind dabei die öffentlichen
Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie der Grad der Integration des
Betroffenen (Art. 96 Abs. 1 AuG), wobei namentlich die Schwere des Verschuldens, die
Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie
drohenden Nachteile ins Gewicht fallen (BGE 135 II 381 E. 4.3; VerwGE 2014/184 vom
19. Februar 2015 E. 5 mit Hinweisen).
4.2. Das grundrechtlich geschützte Privat- und Familienleben des Beschwerdeführers
ist im konkreten Fall nicht berührt: Weder die Beziehung zu seinen in der Schweiz
niedergelassenen volljährigen Kindern und sonstigen Verwandten noch jene zu seiner
in Bulgarien wohnhaften und jeweils nur besuchsweise in der Schweiz anwesenden
heutigen Ehefrau liegt im Schutzbereich des verfassungs- und konventionsrechtlich
geschützten Familienlebens (Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, SR 101, BV; Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK; BGE 135 I 143 E. 1.3.2; 129 II
11 E. 2). Besonders intensive private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher
Natur sind ebenfalls nicht ersichtlich, nachdem die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung im Wesentlichen mit der gescheiterten beruflichen Integration
und der finanziell ausweglosen Situation des Beschwerdeführers begründet worden ist.
Ein Rechtsanspruch auf Erteilung eines Anwesenheitsrechts ergibt sich folglich auch
nicht aus dem verfassungs- und konventionsmässigen Anspruch auf Schutz des
Privatlebens (vgl. ebenfalls Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK; BGE 130 II 281
E. 3.2.1; BGer 2C_71/2011 vom 27. März 2012 E. 4.1 mit Hinweisen). Integration und
Legalverhalten des Beschwerdeführers sprechen trotz langer Anwesenheit auch nicht
für ein „faktisches Anwesenheitsrecht“ im kombinierten Schutzbereich von Privat- und
Familienleben, weil die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung schon seit vielen
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Jahren ungewiss und von der Einhaltung von Auflagen abhängig gemacht worden war
(vgl. VerwGE B 2014/184 vom 19. Februar 2015 E. 3.3 mit Hinweisen). Eine
Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist deshalb nicht notwendig,
würde aber auch nicht zu einem anderen Ergebnis führen.
4.3. Je länger eine ausländische Person in der Schweiz anwesend war, desto strengere
Anforderungen sind an fremdenpolizeiliche Massnahmen zu stellen. Die
Aufenthaltsberechtigung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält,
soll aus Gründen der Verhältnismässigkeit nur mit Zurückhaltung widerrufen oder nicht
mehr verlängert werden. Neben der Dauer des Aufenthalts und dem Alter bei der
Einreise ist bei der Interessenabwägung auch der bisherige, nach dem nationalen
Recht mehr oder weniger gefestigte Aufenthaltsstatus zu berücksichtigen, wobei die
Schranken der Verhältnismässigkeit bei der Nichtverlängerung einer
Aufenthaltsbewilligung in der Regel weniger hoch sind als beim Widerruf einer
Niederlassungsbewilligung (zum Ganzen vgl. BGer 2C_685/2014 vom 13. Februar 2015
E. 5.3 mit vielen Hinweisen und VerwGE B 2014/73 vom 30. Juni 2015 E. 4.4).
4.4. Bei Schuldenwirtschaft sind die öffentlichen Interessen am Widerruf bzw. der
Nichtverlängerung einer Bewilligung umso gewichtiger, je mehr sich eine ausländische
Person verschuldet hat. Bei der Gewichtung des öffentlichen Fernhalteinteresses ist (zu
Gunsten des Beschwerdeführers) zu berücksichtigen, dass der Schutz potenzieller
Gläubiger von geringerem Gewicht ist als das öffentliche Interesse, straffällige oder
dauernd sozialhilfeabhängige Ausländerinnen und Ausländer aus der Schweiz
fernzuhalten (Hunziker, in: Kommentar AuG, a.a.O., N 36 zu Art. 62 AuG). Für ein
erhebliches öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers spricht
jedoch, dass er namentlich seiner Verschuldung wegen bereits mehrmals
ausländerrechtlich verwarnt worden ist und bei Fortsetzung des Fehlverhaltens mit
einer definitiven Massnahme rechnen musste. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts kommt eine solche in Frage, wenn keine wesentliche Besserung
erkennbar ist bzw. das vom Gesetz als unerwünscht erachtete Verhalten nach der
Verwarnung fortgesetzt wird: Ziel der fremdenpolizeilichen Verwarnung ist es, den
betroffenen Ausländer zu einer Änderung seines Verhaltens zu veranlassen (vgl. z.B.
BGer 2C_160/2013 vom 15. November 2013 E. 2.2.3). Gelingt dies nicht, kommt es
grundsätzlich zu den für den Fall der Missachtung der verfügten Bedingungen
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angedrohten Folgen, ansonsten die fragliche Massnahme ihres Sinnes entleert würde.
Für einen Widerruf müssen nach erfolgter Verwarnung neue Verfehlungen dazu
gekommen sein, welche die Wirkungslosigkeit dessen blosser Androhung (und einer
weiteren Verwarnung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AuG) belegen. Entscheidend ist,
welche Anstrengungen zur Sanierung der finanziellen Situation unternommen worden
sind (zum Ganzen vgl. BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 3.4). Auch
generalpräventive Überlegungen dürfen bei Massnahmen gegen Drittstaatsangehörige
in die Verhältnismässigkeitsprüfung einfliessen.
4.5. Die Vorinstanz hielt fest, der Beschwerdeführer habe sich erheblich und mutwillig
verschuldet. Angesichts der bisherigen bescheidenen Verbesserungs- und
Sanierungsbemühungen bestehe das Risiko weiterer Verschuldung. Seine Wegweisung
führe dazu, dass die Gläubiger keine Chance mehr hätten, für ihre Forderungen
befriedigt zu werden. Jedoch sei mit annähernd gleich hoher Wahrscheinlichkeit hiermit
zu rechnen, wenn er weiter in der Schweiz bleibe. Bei den meisten Schulden handle es
sich um nicht bezahlte Steuerrechnungen und Krankenkassenprämien, d.h. um
öffentlich-rechtliche Verpflichtungen. Das öffentliche Interesse an der
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei daher von erheblichem Gewicht.
Dazu komme, dass der Beschwerdeführer die ihm eingeräumten zahlreichen Chancen
nicht ergriffen und keine ausreichenden Anstrengungen zur Sanierung der finanziellen
Situation unternommen habe. Unter diesen Vorzeichen falle eine erneute Verwarnung
ausser Betracht.
4.6. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe praktisch sein ganzes Erwerbsleben
in der Schweiz verbracht, habe hier drei "positive Mitglieder der Gesellschaft
grossgezogen", mit denen er in engem Kontakt stehe. Insbesondere für diese wäre der
fehlende Kontakt zum Vater seiner Ansicht nach dramatisch. Zu seinem Heimatstaat
habe er kaum noch Kontakt, zumal auch seine Brüder seit langem in der Schweiz
lebten. Die Wegweisung würde ihn nur wenige Jahre vor Beendigung seiner
Erwerbstätigkeit zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt treffen, weil er im Kosovo
wirtschaftlich nicht mehr Fuss fassen könne (act. 1, Ziff. 7 f.). Weil er mittlerweile
gesundheitlich angeschlagen sei und die medizinische Versorgung und soziale
Absicherung im Kosovo ungenügend sei, sei die Nichtverlängerung umso mehr
unverhältnismässig (act. 18, S. 3).
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4.7. Der Beschwerdeführer lebt seit seinem 24. Altersjahr, d.h. seit über 30 Jahren,
ununterbrochen in der Schweiz. Mit Blick auf die eingehend dargestellte wirtschaftliche
Situation kann dennoch nicht davon ausgegangen haben, er habe sich hier erfolgreich
integriert. Die zahlreichen strafrechtlichen Verfehlungen, zu denen es Zeit seines
Aufenthaltes gekommen ist, unterstreichen dies. Das Anwesenheitsrecht des
Beschwerdeführers ist zudem längst ungewiss und er verfügt in der Schweiz über keine
"Kernfamilie" mehr, von der eine Trennung nur unter qualifizierten Voraussetzungen
gerechtfertigt wäre. Weder in der Beziehung zu seinen volljährigen Kindern noch zu
seinen Brüdern liegt ein derartiges Verhältnis. Dass zu seinem Heimatstaat kaum mehr
Kontakte bestünden, ist nicht glaubhaft. Vor fünf Jahren hat er dort seine heutige
Ehefrau geheiratet. L.W., der Ehemann seiner Tochter N.W., stammt ebenso aus
seinem Heimatdorf B. (Dossier N.W., Nr. 15) wie die Ehefrau seines Sohnes R.Y. (S.
geb. T., Dossier R.Y., Nr. 49). Dies alles lässt sich ohne eine enge, dauernd
aufrechterhaltene Beziehung zum Heimatstaat nicht erklären.
Auch die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers sprechen nicht gegen
seine Wegweisung. Nach seiner Herzoperation im Frühling 2016 verlief die
Rehabilitation erfolgreich, und es wurde ihm von Anfang an – bei strenger Kontrolle der
Risikofaktoren – eine gute Prognose gestellt (act. 19/19 und 19/22). Zuletzt litt der
Beschwerdeführer an einer mittelgradigen depressiven Episode aufgrund einer
komplexen psychosozialen Belastungssituation (gerade auch vor dem Hintergrund des
ausländerrechtlichen Verfahrens), unter dem sog. "metabolischen Syndrom" und
Alkoholabusus; der Verlauf der Behandlung war indessen positiv (Stand:
19. September 2016, vgl. act. 19/26). Erfreulicherweise ist er seit April 2017 wieder zu
50% arbeitsfähig (act. 22/37). Vor diesem Hintergrund ist ihm eine Rückkehr in die
Heimat zumutbar. Dass die dortige Wirtschaftslage schwieriger ist als in der Schweiz,
vermag daran nichts zu ändern (vgl. z.B. BGer 2C_253/2015 vom 9. September 2015
E. 3.3.3 mit Hinweisen). Die Rückkehr eröffnet ihm zudem die Möglichkeit, mit seiner
Ehefrau zusammenzuleben, was ihm in der Schweiz verwehrt wurde. Den Kontakt zu
seinen Kindern wird der Beschwerdeführer zumindest mit den gängigen
Kommunikationsmitteln und mit gegenseitigen Besuchen weiterhin aufrechterhalten
können. Anders als die altrechtliche Ausweisung stellt ein Bewilligungswiderruf bzw.
deren Nichtverlängerung keine Fernhaltemassnahme mehr dar. Ein allfälliges
Einreiseverbot müsste vielmehr zusätzlich vom zuständigen Bundesamt verfügt werden
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(Art. 67 AuG). Allein durch die hier streitige Massnahme werden Reisen in die Schweiz
zu Besuchszwecken bei Erfüllung der gesetzlichen Einreisevoraussetzungen nicht
verunmöglicht (BGE 2C_650/2010 vom 10. Februar 2011 E. 4.2; VerwGE B 2011/16
vom 31. Mai 2011 E. 4.9.3., www.gerichte.sg.ch).
4.8. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vorinstanz keine Ermessensverletzung
bzw. willkürliche Ermessensausübung vorgeworfen werden kann, wenn sie vorliegend
das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung höher
gewichtete als das private Interesse des Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in
der Schweiz. Weitere Gründe dafür, dass die Vorinstanz die Nichtverlängerung zu
Unrecht als verhältnismässig erachtet hat, lassen sich den Akten und den Eingaben
des Beschwerdeführers nicht entnehmen. Der Beschwerdeführer hat vielmehr den
Tatbeweis erbracht, dass er sich durch Verwarnungen nicht beeinflussen lässt. Eine
nochmalige fremdenpolizeiliche Verwarnung an Stelle der verfügten Massnahme fällt
daher ausser Betracht. Bei fehlendem Nachweis einer Ermessensüberschreitung bzw.
eines Ermessensmissbrauchs und einer Verletzung des
Verhältnismässigkeitsgrundsatzes lässt sich der angefochtene Entscheid in materieller
Hinsicht nicht beanstanden. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5. (...).