Decision ID: bc712453-ec77-4151-b237-514e477ee60b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, arbeitete seit dem
2.
Mai 2018 bei der
Y._
AG und war in dieser Eigenschaft bei der Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
11/1
, Urk. 11/16 S. 1
). Am 2
5.
Mai 2018 trug er zusammen mit einem Arbeitskollegen ein
Möbelstück
eine Treppe hinauf. Dabei stolperte er, machte eine falsche Bewegung und wurde an die Wand ge
drückt (
Urk. 11/1, Urk. 11/9 S. 1
). Der Versicherte begab sich am selben Tag in das Stadtspital
Z._
, wo
eine Lenden
wirbelsäulen (LWS)-Kontusion nach Sturz vom 2
5.
Mai 2018 mit/bei
Lumboischialgie
L4 links
diagnostiziert
wurde
(Urk. 11/38 S. 1).
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, untersuchte den Versicherten am 3
0.
Mai 2018 und a
ttestierte
ihm rückwirkend ab dem 2
5.
Mai 2018 ei
ne 100%ige Arbeitsun
fähig
keit
(Urk.
11/2-4, Urk.
11/14 S.
1)
. Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (
Urk.
11/23-24
).
Wegen eines
lumboradikulären
Schmerzsyndroms S1 links erfolgten
sodann
vom 6. bis 8. August 2018
sowie
am 1
6.
und 1
8.
August 2018
weitere Untersu
chungen und Behandlungen im Stadtspital
Z._
(
Urk.
11/36 S.
3-4
, Urk.
11/39 S.
2
).
Danach
begab sich der
Versicherte
vom 1
8.
September bis 1.
Oktober 2019 für eine stationäre Behandlung in das Stadtspital
Z._
(Urk. 11/50 S. 2).
In seiner Stellungnahme vom
9. Oktober 2018
hielt
Kreisarzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
fest, dass der
status
quo sine sechs Monate nach dem
Unfallereignis erreicht sein werde
(Urk. 11/41, Urk. 11/51)
.
Gestützt
dar
auf stellte die Suva die
Heilbehand
lungs
- und Taggeld
leistungen mit Verfügung vom 2
9.
Oktober 2018 per 2
5.
November 2018 ein und verneinte einen Anspruch des Versicherten auf
weitere Versicherungsleistungen
(
Urk.
11/71
).
D
agegen
erhob der Versicherte
am 2
8.
November 2018 Einsprache (
Urk.
11/78
)
. Im
Einspracheverfahren
gab Kreisarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili
tation
,
am 1
4.
Dezember 2018 eine Beur
teilung ab (
Urk.
11/83
). Danach
wies die Suva
die Einsprache
mit
Einspracheent
scheid
vom
8.
Januar 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
7.
Februar 2019 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom
8.
Januar 2019 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Ver
siche
rungsleistungen
auszurichten
. In verfahrensrechtlicher Hinsicht
ersuchte er um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person von Rechts
an
walt Dominique
Chopard
(
Urk.
1 S. 2)
.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Mai 2019
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10, unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
11/1-95).
Mit Verfügung vom
1
7.
Juni 2019
wurde das Gesuch des Beschwerdeführers vom
7.
Februar 2019 um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Per
son von Rechtsanwalt Dominique
Chopard
abgewiesen
, weil
innert der angesetz
ten Frist
keine Belege zur Substantiierung dieses Gesuchs eingereicht
worden wa
ren
(
Urk.
12 S. 2-3)
. Mit der
selben Verfügung wurde dem Beschwerdeführer das Doppel der Beschwerde
antwort vom
1
3.
Mai 2019
(
Urk.
10
) zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
12
S. 3
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
Abs.
1
de
s
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
wer
den
-
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
-
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nicht
berufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
E
rlei
det der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (
Art.
24
Abs. 1
UVG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
-
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
-
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3.3
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts kann eine signifikante und damit dauernde Verschlimmerung einer vorbestandenen degenerativen Schä
di
gung der Wirbelsäule nur dann als durch einen Unfall her
vorgerufen ange
sehen werden, wenn die
Radioskopie
ein plötzliches Zusammen
sinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern von Verletzungen auf Grund eines Traumas aufzeigt. Medizinisch ist lediglich von einer vorübergehen
den Ver
schlimmerung auszugehen, wenn nach einer unfallbedingten Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme, vorbestehende
Spondylarthrose
, Spondylose oder eine andere de
generative Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch wird. Die zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäulenerkrankung durch einen Unfall
-
bei Fehlen unfallbedingter Wirbelsäulenerkran
kun
gen oder strukturellen Läsio
nen an der Wirbelsäule
-
im Sinne einer vor
überge
henden
Ver
schlimmer
-
ung
beeinflusst wird, beträgt nach unfall
medizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr. Es handelt sich dabei um eine
n
all
gemein an
erkannten Verlauf vorbestehender Wirbelsäulener
krankungen nach ei
nem Unfallereignis ohne strukturelle Ver
letzungen (Urteil
e
des Bundes
gerichts
8C_321/2010 vom 29. Juni 2010 E. 4.3
,
8C_726/2010 vom 19. Novem
ber 2010 E. 3.4
und 8C_217/2013 E. 3.4
,
je mit Hin
weisen).
1.3.4
I
m Bereich des Unfallversicherungsrechts
entspricht es sodann einer
me
dizi
ni
schen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen de
ge
nerativer Bandscheibenveränderungen entstehen, und ein Unfallereignis nur aus
nahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Be
tracht fällt
.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers umfasst auch die Beein
trächtigung durch Beschwerden, welche aus einer unfallbedingten (vorüber
ge
henden oder richtunggebenden) Verschlimmerung einer vorbestan
denen Dis
kushernie herrühren. Ist die Diskushernie allerdings bei degenerativem Vor
zu
stand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizi
ni
schem Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttrauma
ti
schen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet
werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgeno
lo
gisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_13/2018 vom
9.
Mai 2018 E. 3.2-3.3
mit weiteren Hinweisen)
.
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
1.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im Stadtspital
Z._
wurde
n
am 2
5.
Mai 2018 durch eine konventionell-radio
lo
gische Untersuchung
ossäre
Läsionen ausgeschlossen und
dem Beschwer
defüh
rer
eine ambulante analgetische Bedarfstherapie mit
Diclofenac
,
Dafalgan
sowie
Tramal
bei Bedarf verordnet (
Urk.
11/3
8
S.
2-
3).
2.2
Dr.
A._
stellte bei der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 3
0.
Mai 2018 eine stark verspannte LWS-Muskulatur und eine deutliche Einschränkung der LWS-Beweglichkeit fest (Urk. 11/14).
Er attestierte dem Beschwerde
-
führer
rückwirkend ab dem 2
5.
Mai 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 11/2-4, Urk. 11/14 S. 1).
2.3
Nach der
MRI-Untersuchung der LWS nativ vom
5.
Juni 2018
im Institut
D._
hielt
PD
Dr.
med.
E._
in
sei
ner Beurteilung fest, dass
keine Hinweise auf Frakturen, traumatisch bedingte Fehlstellungen oder posttraumatische
ligamentäre
Verletzungen
vorliegen wür
den
. Hingegen
bestünden, leicht aktivierte
Osteochondrosen
L3/4, L4/5 und L5/S1 sowie mehrsegmentale tieflumbale sowie mehrsegmentale tieflumbale leicht
gra
dige
Spondylarthrosen
, eine
diskoligamentäre
Tangierung/mögliche Reizung der L4-Nervenwurzel links
rezessal
sowie eine
diskogene
,
extraforaminale
Tangie
rung/mögliche Reizung der austretenden L3-Nervenwurzel links, eine linksseitige
diskogene
Tangierung/mögliche Reizung der
L5-Nervenwurzel links
rezessal
so
wie eine
mediolaterale
linksseitige Diskushernie L5/S1 mit
diskogener
Bedrän
gung der S1-Nervenwurzel links
rezessal
(
Urk.
11/14 S. 2).
2.
4
2.
4
.1
Im Bericht des Stadtspitals
Z._
vom
8.
August 2018 wurde ausgeführt, dass sich als Ursache der progredienten linksbetonten
lumboradikulären
Schmerzen magnetresonanztomographisch eine
Diskusprotrusion
L5/S1
mediolateral
links mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 habe nachweisen lassen. Eine Nervenwurzel
kompression,
eine
Wirbelkörperfraktur,
ein
Spinalkanalstenos
sowie
neuro
fora
minale
Stenosen seien
jedoch
ausgeschlossen worden. Als Zufallsbefund hät
ten sich eine
rechtskonvexe Skoliose lumbal sowie ventrale
Spondylosen im Be
reich Lendenwirbelkörper (LWK) 1/2 und basal betonte
Spondylarthrosen
dar
stellen las
sen. Unter eskalierter oraler analgetischer Therapie in Form von
Targin
,
No
valgin
und
Irfen
sowie
Oxynorm
bei Bedarf habe eine zufriedenstellende Schmer
zeinstellung erzielt werden können. Der Beschwerdeführer habe am 8. August 2018 mit gebesserter Schmerzsymptomatik wieder nach Hause entlas
sen werden können (Urk. 11/36 S. 3).
2.
4
.2
Dem Bericht zur ambulanten rheumatologischen Untersuchung vom 15. und 20. August 2018 im Stadtspital
Z._
(inkl. nachfolgender Telefonkontrolle vom 27. August 2018) kann entnommen werden, dass sich in einem durchgeführten MRI der LWS eine
Diskusprotrusion
L5/S1
mediolateral
links mit Kontakt zur Nervenwurzel ohne Nervenwurzelkompression gezeigt habe.
Zudem sei
k
onven
tionell-radiologisch eine rechtskonvexe Skoliose lumbal festgestellt worden. In der klinischen Untersuchung hätten sich sensomotorisch keine Ausfallser
schei
nun
gen gefunden, bei
linksseits
positivem
Lasègue
ab 50 Grad mit Schmerz
aus
strah
lung entlang des
Dermatoms
S
1 links
und flüssigem Gangbild. Daraufhin sei eine
epidurale
Infiltration L5/S1 links mit 40 mg
Triamject
durchgeführt worden, woraufhin es gemäss
der Aussage des Beschwerdeführers
zu einer
20%igen Bes
serung, insbesondere der
radikulären
Symptomatik, gekom
men sei (
Urk.
11/39
S. 3).
2.
4.3
Im Austrittsbericht vom
1.
Oktober 2018 zur stationären Behandlung des Be
schwerdeführers vom 1
8.
September bis
1.
Oktober 2018 stellten die Ärztinnen und Ärzte des Stadtspitals
Z._
die Diagnosen
lumboradikuläres
Schmerzsyn
d
rom S 1 links sowie Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (Urk. 11/50 S. 1). Dazu hielten sie in ihrer Beurteilung unter anderem fest, dass eine vor
gän
gige
epidurale
Infiltration sowie Physiotherapie
keine suffiziente Besserung der Beschwerden gebracht h
ätten
. Bei Divergenz der somatisch, klinischen Befunde und den durch den Beschwerdeführer beklagten
Beschwerden
sei dabei eine psy
chosomatische Überlagerung im Vordergrund gestanden (Urk. 11/50 S. 2-3).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre
Versicherungsleistun
gen
zu Recht per 25. November 2018
eingestellt hat, mithin, ob die vom Be
schwerdeführer nach wie vor geklagten Beschwerden noch in einem natür
lichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 2
5.
Mai 2018 stehen.
3.2
Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil
e des Bun
desgerichts 8C_780/2016 vom 24. März 2017
E.
6
.1).
Dies trifft vorliegend auf
die
ärztliche
Beurteilung von Dr.
C._
vom 1
4
.
Dezember
201
8
zu.
Er
führte darin aus, dass der Beschwerdeführer am 2
5.
März 2018 rückwärts gestolpert und von einem Möbelstück an die Wand gedrückt worden sei. In einem MRT vom 5. Juni 2018 seien traumatische Läsionen ausgeschlossen worden. Es sei
en
jedoch
Osteochondrosen
im Bereich der LWS
und
eine
mediolaterale
linksseitige Diskus
hernie
festgestellt worden
.
Bei fehlenden traumatischen struk
t
urellen unfall
be
dingten Folgen seien die Befunde, welche im MRT sichtbar gewesen seien, als degenerativ bedingt einzustufen. Leichtere Kontusionsfolgen, welche sich im MRT nicht dar
stellen würden, seien spätestens 6 Monate nach dem Unfallereignis als vollständig abgeheilt zu betrachten. Der Status quo sine sei zu diesem Zeitpunkt spätestens anzunehmen (
Urk.
11/83 S. 2). Damit kann
sich
Dr.
C._
bei
seiner Beur
teilung auf die Ergebnisse der MRI-Untersuchung vom
5.
Juni 2018 berufen, bei welcher keine Hinweise auf Frakturen, traumatisch bedingte Fehlstellungen oder posttraumatische
ligamentäre
Verletzungen festgestellt wurden (E. 2.3). Die behandelnden Ärzte
des Stadtspitals
Z._
führten
keine andere Befunde
an und ihre
Berichte begründen keine Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
C._
.
An
zufügen ist, dass
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom
9.
Oktober 2018 zum selben Schluss wie
Dr.
C._
gelangte (
Urk.
11/51). Sodann überzeugt die Be
urteilung von
Dr.
C._
, wonach der Unfall vom 2
5.
Mai 2018 nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Rücken
beschwerden geführt hat und der
status
quo sine sechs Monate nach dem Unfallereignis erreicht war, auch mit
Blick auf
die
wiedergegebene
n medizinischen Erfahrungstatsachen, auf welche die Rechtsprechung zur Unfallversicherung abstellt
(E. 1.3.3-1.3.4)
.
Gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
C._
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin die Versicherungsleistungen vorliegend per 2
5.
November 2018 ein
ge
stellt hat.
3.3
3.3.1
Die Vorbringen
des Beschwerdeführers führen nicht zu einer anderen Betrach
tungsweise.
Er
lässt
zunächst
vor
bring
en
, dass
es
die
Beschwerdegegnerin
in Ver
letzung
seines
Anspruchs auf rechtliches Gehör unterlassen
habe
, i
h
m
die ä
rzt
li
che Beurteilung
von Dr.
C._
vom 1
4.
Dezember 2018 vor dem Entscheid zur Kenntnisnahme und Stellungnahme zuzustellen (
Urk.
1 S. 3-4). Bereits aus die
sem Grund sei der an
gefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben (
Urk.
1 S. 4).
Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Ver
let
zung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äus
sern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer und Rückweisung der Sache an die Verwaltung
ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann ab
zusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhö
rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Be
urteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hin
weis).
Das würde auch hier bei einer
Aufhebun
g
des ange
fochtenen
Einsprache
entscheids
vom 8. Januar 2019 (
Urk.
2)
und einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Gewährung des rechtlichen Gehörs gelten. Es kommt hinzu, dass das Sozialversicherungsgericht volle Kognition hat
(
Art.
61
lit
. c und d
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ASTG)
. Im vorliegenden Verfahren erhob der Beschwerdeführer keine Einwen
dungen gegen die Beurteilung von
Dr.
C._
vom 14. Dezember 2018 und er hat auch nicht dargetan, inwiefern eine nachträgliche Äusserung zu dieser Beur
teilung von
entscheidwesentlicher
Bedeutung wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2019 vom 1
8.
Dezember 2019 E. 4.2)
.
3.3.2
Der Beschwerdeführer bringt weiter vor,
dass der Sachverhalt von der Beschwer
degegnerin nicht
rechtsgenüglich
abgeklärt worden sei (
Urk.
1 S. 4). Ihm kann hierbei nicht
gefolgt werden. Wie festgehalten, gab
Dr.
C._
vorliegend ge
stützt auf die von der Beschwerdegegnerin eingeholten medizinischen Berichte eine schlüssige und überzeugende Beurteilung ab (E. 3.
2
). Darauf durfte die Be
schwerdegegnerin abstellen.
Der Beschwerdeführer führte auch nicht aus, welche Abklärungen von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht durchgeführt worden seien.
3.3.3
Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er vor dem Unfall vom 2
5.
Mai 2018
stets beschwerdefrei und zu 100
%
arbeitsfähig gewesen sei (
Urk.
1 S. 4)
, ist sodann entgegenzuhalten, dass
die Rechtsfigur
«
post
hoc, ergo
propter
hoc
»
, bei der eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet wird, weil s
ie nach diesem aufgetreten ist
,
für die Annahme eines Kausal
zu
sam
menhangs rechtsprechungsgemäss nicht genügt (
statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 8C_722/2018 vom 1
4.
Januar 2019 E. 5.5.3
).
Und schliesslich kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er geltend macht,
dass
aufgrund der Umstände in seinem Fall
die Leistungsdauer
auch unter der An
nahme einer bloss temporären Unfall
kausalität entsprechend der bundes
gericht
lichen Recht
sprechung (
Urteil
8C_467/2007
vom 25.
Oktober 2007
) auf neun bis zwölf Mo
nate festzusetzen
wäre
(Urk. 1 S. 4).
Das Bundesgericht
stützte sich
für sein
Urteil 8C_467/2007 vom 25.
Oktober 2007
auf
seine im Laufe der Jahre ge
festigte Rechtsprechung zu
r
traumatischen Ver
schlimmerung eines klinisch stum
men de
generativen Vorzustandes an der Wirbelsäule
(vgl. insbesondere E.
3.1 f. jenes Urteils)
, welche
auch im vor
liegenden Fall berücksichtigt wurde
(vgl. E. 1.3.3-
1.3.4 und E.
3.2 vorstehend). In jenem Urteil hielt das Bundesgericht in E. 3.1 fest, dass der Fallabschluss rund sieben Monate nach dem Unfallereignis rechtens ge
wesen sei. Der Besc
hwerde
führer kann somit auch daraus
nic
hts zu seinen Guns
ten ableiten.
3.4
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen vorliegend zu Recht per 2
5.
November 2018 eingestellt. Der Beschwerdeführer vermag dem nichts
Stichhaltiges
entgegenzusetzen. Der angefochtene
Ein
spracheentscheid
vom
8.
Januar 2019 (
Urk.
2) ist rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde führt.