Decision ID: 5124fa43-cf50-439f-b61b-e1e570cda977
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1980
, war seit dem
6.
August 2001 als Fachleiterin Supermarkt bei der
Y._
angestellt und damit bei der Suva
obligatorisch unfallversichert. Gemäss Schadenm
eldung UVG vom 1
1.
Feb
ruar 2020
verletzte sich die Versicherte am 1
6.
Januar 2020 an der rechten Schulter,
als sie auf der Ladefläche für Gemüse eine Kiste auf den Stapel anh
eben wollte. Sie habe
einen
Stich in der Schulter verspürt
, der immer schlimmer wurde
(vgl. Urk.
9
/1).
Die Suva anerkannte vorerst ihre Leistungspflicht (
Urk.
9/11).
Mit Verfügung vom
2
6.
November 2020
(
Urk.
9/4
9/1-2
)
verneinte
die Suva
ausgehend von
den
kreisärztliche
n
Beurteilung
en
durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom 2
6.
Juni,
vom
1.
Juli
und vom 2
6.
November
2020 (
Urk.
9/35
,
Urk.
9/37
,
Urk.
9/48
)
sowohl einen Unfall als auch eine u
nfallähnliche Körperschädigung
und stellte
d
ie Versicherungsleistungen per
1.
April 2020 ein
.
Die von der Versicherten am
1
1.
Januar
und am 2
0.
April
2021 erhobene Ein
sprache (Urk. 9
/
52/1
,
Urk.
9/
59
/1-8
) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 1
0.
Mai 2021 ab (
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
1.
Juni 2021 gegen den Einspracheentscheid vom 1
0.
Mai 2021 (
Urk.
2) Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten
,
die Versicherungsleistungen zu erbrin
gen. Eventuell sei die vorliegende Streitsache zu weiteren medizinischen Abklärungen zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Sep
tember 2021
(
Urk.
8)
beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
2.
September 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt
(BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_368
/2020 vom 17. September 2020 E. 4.2 mit Hinweisen).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat.
Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen
welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (Urteil des Bundesgerichts
8C_395
/2020 vom 28. September 2020 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 130 V 117 E. 2.1). Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorlie
gen eines Unfalles zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2 mit Hinweis).
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körper
schädigungen,
sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzufüh
ren sind:
Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskus
risse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 146 V 51 E. 7.1 sowie BGE 116 V 136 E.
4a
, 147 E.
2b
, je mit Hinweisen).
1.4
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt
, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt,
die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien
, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist
(Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung
und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Sep
tember 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss BGE 146 V 51 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versicherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant
. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversiche
rers.
Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilen
den Abgrenzungsfrage ist
das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. N
ebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Ein
schätzungen - mit dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit - nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst
im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen is
t. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärun
gen erübrigen (E. 8.6; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_593
/2021 vom 6. Januar 2022 E. 2.3).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a
mit Hinweis).
1.6
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E.
3b
/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
sicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklä
rungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid (
Urk.
2) davon aus, dass der Unfallbegriff im Sinne von
Art.
4 ATSG vorliegend nicht erfüllt sei
(S. 5 f.
Ziff.
3 lit. b).
Bei dem mittels am 1
0.
Februar 2020 durchgeführ
ter
Arthro
-MRI-Untersuchung des rechten Schultergelenkes festgestellten nahezu vollständigen
bursaseitigen
Riss im Ansatzbereich der Supraspinatussehne handle es sich um eine Listendiagnose «Sehnenriss» im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 lit. f UVG (S. 8
Ziff.
5 lit. a). Diese sei jedoch gemäss der kreisärztlichen Beurteilung
durch
Dr.
Z._
überwiegend wahrscheinlich durch eine kontinuierliche Degenera
tion der Sehnenfasern erfolgt (S. 8 f. lit.
b/
aa
). Es bestehe kein Anlass, die mehrfach vorgenommene, umfassend und schlüssig
begründet
e Einschätzung des erfahrenen Versicherungsmediziners
Dr.
Z._
in Frage zu stellen
(S. 10 f. lit.
b/
dd
und lit. c). Damit stehe fest, dass die bei der Beschwerdeführerin diagnosti
zierte
Pulley
-Läsion an der rechten Schulter vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei, weshalb si
ch
weitere Abklärungen erübrig
t
en (S.
11 lit. d). Die Beschwerdeführerin habe damit am 1
6.
Januar 2020 weder einen Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung erlitten. Demnach sei die ursprüngliche Leistungszusicherung zu Recht widerrufen und die bis anhin erbrachten Leistungen per
1.
April 2020 eingestellt worden (S. 11
Ziff.
6).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass der operierende Facharzt PD
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
eindeutig festgehalten habe, dass
der durch das Ereignis verursachte Schaden an der rechten Schulter nicht auf Abnutzung oder Erkrankung zurückzuführen sei. Zudem habe sie bereits ausgeführt, dass die Schmerzen entstanden seien, als sie eine Kiste habe nehmen
wollen, welche sich dann als schwer herausgestellt habe. Das Heben dieser schweren Kiste habe zur Überschreitung der Belastbarkeit geführt, was den Sehnenriss nach sich gezogen habe. Die Ausführungen des Kr
e
isarztes genügten bei weitem nicht, um aufzuzeigen, dass die Körperschädigung vorwiegend auf
A
bnutzung
oder Erkrankung zurückzuführen sei. Hierfür trage die Beschwerde
gegnerin jedoch die Beweislast (S. 9 Mitte). Weiter seien die Ausführungen von
Dr.
med.
B._
,
Leitender Oberarzt, Schulter- und Ellbogenchirurgie,
C._
Klinik,
welche den Feststellungen des Kreisarztes widerspr
ächen
, z
u berücksichtigen (S.
10 Rz 14)
. Es lägen zumindest geringe Zweifel an der Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen kreisärztlich
en Fest
stellungen vor (S. 12 Rz
21).
2.3
In
ihrer
Beschwerdeantwort (Urk.
8
)
führte die Beschwerdegegnerin aus, dass
es
aufgrund des
Zurückkommens auf die ursprüngliche Anerkennung
der Leistungs
pflicht
wieder um die Frage nach der Begründung eines Anspruches auf Versicherungsleistungen gehe, weshalb die Beweislast
für Tatsachen
, die einen solchen Anspruch begründen sollten, bei der Beschwerdeführerin lägen
(S. 3
Ziff.
4.1).
Auch bei einer unfallähnlichen Körperschädigung sei ein natürlicher Kausal
zusammenhang zwischen dem Gesundheitsschaden und dem geltend gemachten Ereignis Leistungsvoraussetzung. Die Beweislast hierfür liege bei der Beschwer
deführerin (S. 3
Ziff.
4.3).
Dr.
B._
habe keine vertiefte Fallkenntnis gehabt
,
und seine Stellungnahme sei als Parteigutachten zu betrachten mit entsprechend geringerem Beweiswert (S. 3 f.
Ziff.
4.4). Den Ausführungen von PD
Dr.
A._
als behandelnder Arzt sei a priori mit Vorsicht zu begegnen
,
und er
habe
sich nicht mit den vorliegenden degenerativen Befunden auseinander
gesetzt
. Zudem hinterfrage er nicht, ob der Mechanismus überhaupt geeignet gewesen sei, zu dem festgestellten Schaden zu führen (S. 4 f.
Ziff.
4.5).
Das Vorliegen eine
s
Rotatoren
manschettendefektes
und der Operationsindikation selbst werde nicht in Frage gestellt (S. 5
Ziff.
4.8).
3.
Aus den allgemein und vo
rwiegend in der Wiedergabe von Auszügen aus den medizinischen Akten
gehaltenen Ausführungen der Beschwerdeführerin
in ihrer Beschwerdeschrift
(
Urk.
1) geht nicht klar hervor, ob sie nun
von einem
Unfall
ereignis im Sinne von
Art.
4 ATSG
ausging oder
nicht
. Einhergehend mit der Beschwerdegegnerin ist jedoch davon auszugehen, dass das Ereignis
vom
1
6.
Januar 2020
, wie es in den echtzeitlichen Berichte
n
beschrieben wurde (vgl. nachstehend E. 4.1-3)
,
den Unfallbegriff
nicht erfüllt, nachdem beim Vorgang des
Hebens einer Kiste von einem Stapel
kein ungewöhnl
iche
r äusserer Faktor erkennbar ist. Dies ist selbst dann nicht der F
all,
wenn
die Kiste, wie nachträglich
in der Beschwerdeschrift ausgeführt wurde (vorstehend E. 2.2)
,
schwer gewesen sei
n soll,
ist doch auch dies ein alltäglicher Vorgang
bei der Arbeit der Beschwer
deführerin (vorstehend E. 1.
1
-2).
Auf diese sehr spät angepasste Darstellung kann rechtsprechungsgemäss
ohnehin
nicht abgestellt werden (vgl. BGE 121 V 45 E.
2a
, 115 V 133 E.
8c
mit Hinweis).
Unbestritten ist soda
nn, dass es sich bei dem am 1
0.
Februar 2020
bi
l
dgebend mittels
Arthro
MR
festgestellten
Befund
eines nahezu vollständigen
bursaseitigen
Risses im Ansatzbereich der Supraspinatussehne (vgl. nachstehend E. 4.
1
)
gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts um
eine
Listendiagnose im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG handelt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_618
/2019 vom 18. Feb
ruar 2020, E. 6.1 und E. 6.2.3 f.)
.
Streitig und zu prüfen bleibt
demnach
, ob der Beschwerdegegnerin der Entlas
tungsbeweis im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG gelingt, ob sie sich mithin von der Leistungspflicht durch den Beweis befreien kann, dass die genannte Schulter
schädigung vorwiegend auf Abnützung ode
r Krankheit zurückzuführen
ist
(
vorstehend
E. 1.4).
Soweit
sich
die Beschwerdegegnerin
, wie aus ihrer
Beschwerdeantwort (vorste
hend E. 2.
3
)
hervorgeht,
hiervon entziehen will, indem sie geltend macht, dass sie rückwirkend ihre Leistungspflicht nie anerkannt habe, weshalb die Beweislast zum Vorbringen der anspruchsbegründenden Tatsachen nun wieder bei der Beschwerdeführerin liege, kann ihr nicht gefolgt werden, zumal eine solche Praxis die Aushebelung der gesetzlich
en Vorschrift von
Art.
6
Abs.
2 UVG zur Folge hätte, wonach
bei Vorliegen einer Listenverletzung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG
die
Beweislast bei
der
Beschwerdegegnerin liegt
darzutun, dass es sich um ein überwiegend degene
ratives Verletzungsbild handelt.
4.
4.1
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Radiologie, führte in seinem Bericht vom 1
0.
Februar 2020 (
Urk.
9/8) nach Beurteilung des gleichentags durchgeführten
Arthro-MR
der rechten Schulter aus, dass sich ein nahezu vollständiger
bursa
seitiger
Riss im Ansatzbereich der Supraspinatussehne zeige und unterliegend ein leichtes Knochenmarködem. Zudem f
änden
sich eine
Begleitbursitis
sub
akromiale
/
-
deltoidea
und des Weiteren Zeichen einer adhäsiven
Kapsulitis
(«
frozen
shoulder
»).
Dr.
D._
hielt
weiter
fest, dass kein pathologischer Kontrastmittel-Übertritt in den
Subakromialraum
bestanden habe. Bei intakten Artikulationen hätten sich beginnende
arthrotische
Veränderungen im
Acromio-Clavicular
(
AC
)
-Gelenk sowie ein leicht nach unten gebogenes
Akromion
gezeigt. In der Bursa
subakro
miale
/-
deltoidea
habe sich Flüssigkeit befunden. Am
Oberrand
der
Bizepsgrube
zeige sich eine leicht
medialisierte
Sehne, die angrenzende Subscapularissehne sei dort unterflächenseitig auch leicht alteriert. Es finde sich ein
e
unterliegende G
eröllzyste und eine erhaltene
Infraspinatussehne
sowie eine gute Qualität der
Rotatorenmanschettenmuskulatur
ohne relevante Atrophie oder fettige Degene
ration. Es bestehe eine weichteildichte Obliteration des vorderen
Rotatoreninter
valls
.
Zu den klinischen Angaben hielt
Dr.
D._
fest, dass die Beschwerdeführerin am 1
6.
Januar 2020 bei der Arbeit eine Kiste heruntergehoben habe, wobei sie einschiessende Schmerzen in die rechte Schulter verspürt habe.
Seither habe sie Schmerzen bei Belastung der Schulter ventral.
4.
2
In der Schadenmeldung UVG vom 1
1.
Februar 2020 (
Urk.
9/1) wurde angegeben, dass die Beschwerdeführerin am 1
6.
Januar 2020
eine Kiste auf den Stapel habe anheben wollen und dabei einen Stich in der Schulter verspürt habe
, der immer schlimmer geworden sei (
Ziff.
4 und
Ziff.
6). Als Verletzung wurde ein Riss in der rechten Schulter genannt (
Ziff.
9). Die Arbeit sei am 2
0.
Januar 2020 ausgesetzt und am 2
9.
Januar 2020 wieder zu 100
%
aufgenommen worden (
Ziff.
10).
4.
3
In dem am 2
2.
Februar 2020 von der Beschwerdeführerin unterzeichneten Frage
bogen (
Urk.
9/7) schilderte sie den Vorfall vom 1
6.
Januar 2020 dahingehend, dass sie Früchte und Gemüse aufgefüllt habe. Auf einem Stoss mit Gemüse, der sehr hoch gewesen sei, habe sie eine Kiste herunternehmen wollen und da habe ihr Arm erst wenig schmerzlich gestochen, jedoch habe sie diesen nach einer Stunde nicht mehr gross bewegen können und habe mehr Schmerzen bekommen (S. 1
Ziff.
1 und
Ziff.
4).
Die Beschwerdeführerin verneinte die Frage, ob sich dabei etwas Besonderes wie ein Ausgleiten,
ein Sturz, ein Anschlagen oder Ä
hnliches ereignet habe (
S. 1
Ziff.
3
).
4.
4
PD
Dr.
A._
nannte in seinem Bericht 2
5.
März 2020 (
Urk.
9/20/2-3)
als Diag
nose eine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur des rechten Schultergelenks (S. 1). Am 1
7.
Februar 2020 sei die erstmalige Vorstellung der Beschwerdeführerin in seiner Sprechstunde erfolgt. Bekanntermassen habe sie ein
Verhebetrauma
der rechten Schulter beim Arbeiten erlitten. PD
Dr.
A._
führte aus
, da
s
s dies in der Summe ein typischer Unfallschaden gemäss
Art.
6
Abs.
2
Ziff.
11 des UVG sei, wobei auch gerade der Kontrastmittelübertritt als Sehnenruptur per Bundesgerichtsurteil
definiert sei. Abgesehen von der damit erhärteten Unfallgenese
sei bei anhalten
den oder sch
lechter werdenden Beschwerden die Operationsindikation gegeben (S. 1 unten).
4.
5
In seiner E-Mail an die Beschwerdeführerin vom 2
7.
Mai 2020 (
Urk.
3) führte PD
Dr.
A._
aus, dass der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätz
lichen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt habe. Dies ergebe sich auch zum Beispiel aus dem Konsensus Paper der Suva mit Swiss
Orthopaedics
. Somit bestehe eine klare, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einem Unfall beruhende Verletzung gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit. f UVG. Weiter berufe sich die Suva auf die Bildgebung, nicht aber auf die intraoperativen Befunde, die ja schwerer wiegen würden, da weniger Unsicherheit bestehe.
4.
6
Kreisarzt
Dr.
Z._
füh
rte in seiner Beurteilung vom 2
6.
Juni 2020 (
Urk.
9/35) aus, dass bildgebend keine strukturellen Läsionen, welche überwiegend wahrscheinlich unfallkausal seien, hätten dargestellt werden können. Es handle sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um bereits vor dem Ereignis vorhan
dene pathologische Veränderungen, welche vorübergehend verschlimmert worden seien. Der intraoperative Befund habe diese Beurteilung bestätigt. Auch PD
Dr.
A._
habe frühzeitig auf eine Listendiagnose
nach dem UVG verwiesen. Auch eine solche wäre überwiegend wahrscheinl
ich auf Abnützung
zurückzufüh
ren (S. 4
Ziff.
1
Mitte).
Die
Pulle
y
-Läsion sei mit überwiegender Wahrscheinlich
keit ein degeneratives Verschleissleiden. Die Schwächung der Textur der oberen Teile der Subscapularissehne führe zur
Pulley
-Läsion und diese sei begleitet von einer Pathologie an der langen
Bizepssehne
(S. 4
Ziff.
1 unten). Die Faserrisse seien chirurgisch
refixiert
worden (S. 5 oben). Nach Ablösung einer hinreichen
den Anzahl von Fasern in diesem Bereich könne die lange
Bizepssehne
nach
medial abweiche
n
, was intraoperativ mittels
Bizepstenodese
habe behoben werden können. Bei fehlendem plötzlichen Einwirken einer erheblichen Kraft auf das Schultergelenk, welches die Überschreitung der physiologischen Belastbarkeit des Gewebes begründen könnte, wie dies vorliegend der Fall sei, sei der Diagnosekomplex Ruptur im kranialen Anteil der Subscapularissehne und Partialruptur im ventralen Anteil der Supraspinatussehne, die instabile lange
Bizepssehne
und
subakromiale
Enge mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Abnützung zurückzuführen (S. 5 unten). Der Gesundheitszustand, wie er auch ohne Unfall vorliegen würde, sei nach vier bis sechs Wochen erreicht gewesen, entsprechend dem Status quo sine nach Zerrung (S. 6
Ziff.
3 oben).
Der von PD
Dr.
A._
erwähnte Artikel im Swiss Medical Forum habe keine Anerkennung in der wissenschaftlich aner
k
annten Literatur erhalten
,
und es handle sich keinesfalls um ein Konsensus Paper der Schweizer Unfallversicherung
(S. 6
Ziff.
3 Mitte)
.
Inwiefern ein Unfallereignis oder eine Listendiagnose anerkannt
würden
, sei eine rechtlich und somit administrative Entscheidung. Im vorliegenden Fall sei ein Unfallereignis anerkannt worden, weshalb eine Li
sten
diagnose ausgeschlossen sei
.
Dr.
Z._
führte aus, dass seine aktuelle Beurtei
lung auch den
intraoperativen Befund von PD
Dr.
A._
berücksichtige, welcher die initiale Beurteilung bestätige, dass überwiegend wahrscheinlich ein degeneratives Verschleissleiden an typischer Stelle im Bereich des Schulter
gelenkes vorliege (S. 6
Ziff.
3
unten
).
4.
7
In seiner Beurteilung vom
1.
Juli 2020 (
Urk.
9/37) führte
Dr.
Z._
aus, dass bei der Beschwerdeführerin eine Körperschädigung vorliege, die vorwiegend auf Abnützung ode
r Erkrankung zurückzuführen sei
(S. 1 f.
Ziff.
1 unten).
4.
8
Im Schreiben vom 2
3.
November 2020 (
Urk.
9/46/1-2) gab der Rechtsvertreter der Beschwerdeführe
rin an, dass laut PD
Dr.
A._
die Bildgebung und auch die intraoperativen Befunde eine deutliche Sprache für eine traumatische Verletzung sprechen würden. Dementsprechend sei die Operation komplikations- und problemlos
erfolgt. Die
dann anhaltenden Beschwerden
seien kausal verankert
(S.
1). Sodann habe PD
Dr.
A._
laut den Angaben des Rechtsvertreters
ausge
führt, dass es
hier wirklich um eine Unfallheilbehandlung gehe, die mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit auf das Unf
allgeschehen zurückzuführen sei,
und dass der postoperative Verlauf durch die frühe Rückkehr zur Arbeit kompliziert worden sei. Ein Status
quo ante
sei
sicherlich noch
nicht erreicht (S. 2).
4.
9
In seiner
Stellungnahme
vom
2
6.
November 2020 (
Urk.
9/48)
führte Kreisarzt
Dr.
Z._
aus,
dass er bereits ausführlich begründet habe, weshalb es sich nicht um eine Listendiagnose handle (S. 2 unten). Das
zitierte Schreiben von PD
Dr.
A._
beinhalte
keine neuen medizinischen Aspekte, welche zu einer anderslautenden Beurteilung führen würden
(S. 3 oben)
. Eine Begründung, weshalb der intraoperative Befund und die Bildgebung eine deutliche Sprache sprechen würden, werde nicht aufgeführt
,
und aus dem postoperativen Verlauf lasse sich keine überwiegend wahrscheinliche Kausalität begründen (S. 3 Mitte). Die durchgeführte Operation sei ausschliesslich an das degenerative Verschleiss
leiden adressiert gewesen (S. 3 unten).
4.10
PD
Dr.
A._
führte in seinem Schreiben vom 2
3.
Februar 2021 (
Urk.
9/59/9) aus, dass er nach wie vor daran festhalte, dass er in der Anamnese, der klinischen Untersuchung und den Operations-Bildern der Patientin keinen Hinweis auf eine degenerative Schädigung habe finden können, sondern durch die Bank ein traumatisches Geschehen abgrenzen könne. Er wolle betonen, dass es sich im
Hinblick auf die Verletzung dieser Patientin mit überwiegender Wahrscheinlich
keit um eine traumatische Problematik handle. Er hoffe noch immer, dass die Suva hier im Interesse der Patientin entscheide und die Kostenübernahme bestätige.
4
.
11
Am 1
5.
April 2021 nahm
Dr.
B._
,
C._
Klinik, zuhanden der Beschwerde
führerin Stellung (
Urk.
9/59/10-11).
Dr.
B._
führte aus, er könne hier nur begrenzt weiterhelfen. Die Beurteilung des Sehnenschadens an der Schulter infolge Unfall sei aktuell heiss umstritten und sollte immer in Würdigung der Gesamtumstände stattfinden. Hierzu gehörten unter anderem das Unfallereignis, die anfängliche Beschwerdesituation sowie das Verhalten des Patienten nach dem Unfall, die Bildgebung sowie im Falle einer Operation der intraoperative Befund.
Dr.
B._
führte aus, er könne hierzu nach einmaliger Konsultation der Patientin nur teilweise Angaben machen.
Festzuhalten sei, dass eine
Supraspinatussehnen
ruptur
auf degenerativer Basis im Alter von 39 Jahren als überaus selten ange
sehen werden dürfe. Die altersabhängige Prävalenz liege dabei sicher un
ter
10
%
, vermutlich sogar unter 5
%
. Auch spreche für ein unfallbedingtes Geschehen, dass die Patientin offensichtlich vorher symptomfrei
und
voll belastbar gewesen sei
. Betreffend
die vorliegende Bildgebung habe er ein MRI
vom 1
0.
Februar 2020 beurteilt. Dort spreche für eine eher frische Genese des Sehnenschadens die gute
Trophik
der
Supraspinatussehnen
-Muskulatur, ebenso die gute Sehnendicke und Qualität der Sehne selbst. Des Weitere
n scheine ein
Bone
bruise
/Knochenmark
ödem direkt im Ansatzbereich der Supraspinatussehne am
Tuberculum
majus
an der
Rupturzone
vorzuliegen. Dies werde im Allgemeinen als Hinweis für eine frische Verletzung gefordert
. Alles recht gewichtige Faktoren, die für eine Unfall
genese spr
ä
chen
.
Dr.
B._
führte aus, er könne keine Angaben zum Unfallmechanismus sowie zum intraoperativen Befund machen und würde daher zwingend entweder eine unab
hängige Gesamtbeurteilung empfehlen oder PD
Dr.
A._
nochmals zu einer detaillierten Stellungnahme auffordern
(S. 1)
.
4.12
Kreisarzt
Dr.
Z._
führte in seiner Beurteilung vom 2
1.
April 2021 (
Urk.
9/61) aus, dass
s
eitens des Operateurs keine neuen Tatsachen vorgebracht worden seien. Seitens der
C._
Klinik seien statistische Wahrscheinlichkeiten als kausali
tätsbegründend aufgeführt worden, dies sei versicherungsmedizinisch keine begründbare Kausalitätsbeurteilung.
Wären am 1
0.
Februar 2020 die degenera
tiven Veränderungen so die AC-Gelenksarthrose, die Bursitis
subacromialis
und die Geröllzysten nicht begleitend dargestellt gewesen, könnte aufgrund des Alters davon ausgegangen werden, dass eine pl
ötzliche isolierte Zerreissung
einer Sehne durch das Ereignis «Kiste run
terheben» möglich gewesen wäre. Wäre weiter
bei
der Operation nicht die typische Lokalisation für beginnende Degeneration an der Sehnenkappe adressiert worden, die kraniale
Subscapularisläsion
, die
Bizepsten
d
opathie
und die ventrale
Supraspi
natusläsion
,
wäre das Ereignis auch möglich geeignet gewe
sen, den Schaden herbeizuführen
.
Bei
fehlendem direkten Anprall
könne
vom Knochenmarksödem nicht auf ein Trauma geschlossen werden
,
und eine gute Muskelqualität bleibe bei Partialläsionen von Sehnen über Jahre erhal
ten, ausser durch schmerzbedingte Minderbenützung über Jahre. In der Zusammenschau müsse jedoch weiterhin davon ausgegangen werden, auch im Lichte der Beurteilung der
C._
Klinik, dass keine traumatische Läsion im Bereich des rechten Schultergelenkes vorliege (S. 2 f.).
5.
5.
1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die verschiedenen Stellungnahmen ihres beratenden Arztes
Dr.
Z._
(vorstehend E. 4.6-7, E. 4.9 und E. 4.12) davon aus, dass das bildgebend festgestellte Verletzungsbild an der rechten Schulter der Beschwerdeführerin vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei, weshalb sie hierfür nicht leistungspflichtig sei
(vorstehend E.
2.1).
Dagegen stellte sich die Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf die Ausführungen von PD
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.4-5, E. 4.8 und E. 4.10)
und
Dr.
B._
(vorstehend E. 4.11)
auf den Standpunkt, dass die Beschwerdegegnerin für die an der rechten Schulter erlittene Verletzung über den
1.
April 2020 hinaus leistungspflichtig sei und Zweifel an der Einschätzung von
Dr.
Z._
bestün
den (vorstehend E. 2.2).
5.2
Dr.
Z._
ist soweit beizupflichten, als dass die Argumentation des
behandeln
den
Arztes der Beschwerdeführer PD
Dr.
A._
nicht zu überzeugen vermag
. Bereits in seinem Bericht
vom 2
5.
März 2020 (vorstehend E. 4.
4
) sprach PD
Dr.
A._
nach erstmaliger Vorstellung der Patientin
am
1
7.
Februar 2020 von einem «typischen Unfallschaden»
ohne dies genauer
zu begründen
. Soweit er dann im gleichen Satz auf
Art.
6
Abs.
2 UVG verweist, ist anzunehmen, dass PD
Dr.
A._
lediglich das Vorliegen eine Listendiagnose bestätigte, wobei er
hierbei
verkannte, dass bei Vorliegen einer s
olchen nicht automatisch auf eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin geschlossen werden kann
. Das gleiche gilt es auch hinsichtlich seiner Ausführungen in der E-Mail vom 2
7.
Mai 2020 (vorstehend E.
4.
5
) zu sagen.
Auch erweist es sich als wenig nachvollziehbar, wenn PD
Dr.
A._
aufgrund eines festgestellten Kontrastmittelübertrittes
und aus dem Verlauf der Operation
auf ein Unfallereignis schliesst (vorstehend E. 4.4
und E.
4.8
).
Auch die indirekt durch den Rechtsvertreter im Schreiben vom 2
3.
November 2020 (vorstehend E. 4.8) wiedergegebenen Ausführungen von PD
Dr.
A._
,
wonach die Bildgebung und auch die intraoperativen Befunde eine
«
deutliche Sprache
»
einer traumatischen Verletzung sprechen würde
n
,
sowie seine ebenfalls allgemein gehaltene Formulierung in seinem Schreiben vom 2
3.
Februar 2021 (vorstehend E. 4.10)
, wonach er
«durch die Bank ein traumatisches Geschehen» habe abgrenzen können, erweis
en
sich als undifferenziert.
Damit
lässt sich
bis zuletzt
nicht feststellen, welche Befunde
, intraoperativ und bildgebend,
PD
Dr.
A._
denn als klar traumatisch ansah
.
Solches
lässt sich
auch
dem
Opera
tionsbericht vom
3.
März 2020
(
Urk.
9/19/2-3)
nicht entnehmen.
Im Unterschied zu PD
Dr.
A._
äusserte sich
jedoch
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom 1
5.
April 2021 (vorstehend E. 4.
11
)
, wenn auch zurückhal
tend,
d
ifferenziert, insbesondere zu
r
Bildgebung vom 1
0.
Februar 2020 (vorste
hend E. 4.1).
Dr.
B._
legte
klar dar, welche Faktoren im vorliegenden Fall der Beschwerdeführerin für eine traumatische Genese sprechen. Gemäss
Dr.
B._
ist
eine
Supraspinatussehnenruptur
auf degenerativer Basis im Alter der Beschwer
deführerin überaus selten. Weiter wies er darauf hin, dass das MRI vom 1
0.
Februar 2020 eine gute
Trophik
der
Supraspinatussehnen
-Muskulatur, eine gute Sehnendicke und Qualität der Sehne selbst zeige, was eher für eine frische Genese des Sehnenschadens spreche, ebenso das festgestellte Knochenmarködem im Ansatzbereich der Supraspinatussehne am
Tuberculum
majus
.
Kreisarzt
Dr.
Z._
befand dann in seiner Beurteilung vom 2
1.
April 2021
(vorstehend E. 4.12)
das
Alter der Versicherten einerseits als untauglichen Faktor
für eine Kausalitätsbeurteilung
,
räumte aber gleichzeitig ein, dass in Anbetracht des Alters der Beschwerdeführerin, wenn da nicht die begleitend festgestellten degenerativen Befunde gewesen wäre
n
, eine plötzliche isolierte Zerreissung der
S
ehne durch das «Kiste runterheben» möglich gewesen wäre.
Inwiefern aber
die
lediglich
geringgradige
n
arthrotische
n
Veränderungen im AC-Gelenk und eine Geröllzyste, welche ja nicht die Sehne an
sich betrifft, für das Zerreissen der Supraspinatussehne mehrheitlich verantwortlich
gewesen
sein sollen, insbeson
dere bei
von
Dr.
B._
aufgeführter
guter Sehnenqualität, geht a
us den verschiedenen Stellungnahmen von
Dr.
Z._
nicht abschliessend hervor
.
Insgesamt bestehen damit
aufgrund der Äusserungen von
Dr.
B._
erhebliche
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt
lichen Feststellungen
von
Dr.
Z._
, und es genügt keine der vorliegenden ärztlichen Beurteilungen für sich allein, um zweifelsfrei auf sie abstellen zu können.
Der Sachverhalt erweist sich damit als ungenügend abge
klärt, weshalb der ange
fochtene Einspracheentscheid (
Urk.
2)
aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit dies
e nach Einholung eines externen Gutachtens neu über den
Leistungsanspruch
de
r Beschwerdeführerin
verfüge.
6
.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, de
r
Beschwerdeführer
in
eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht; GSVGer). Unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese auf Fr.
2’000
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.