Decision ID: 96865ede-7f00-5507-a66a-e0ec69a42800
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich, nachdem Gesuche vom 25. Juni 2004 (IV-act. 1) und vom 7.
Juli 2009 (IV-act. 21) mit Verfügungen vom 18. Februar 2005 (IV-act. 19) und vom 20.
April 2010 (IV-act. 52) abgewiesen worden waren, am 1. November 2012 erneut bei der
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 54).
A.b Dr.med. B._, Orthopädische Chirurgie FMH, hatte im Arztbericht vom 27. Juli
2004 festgehalten, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lägen ein
spastisches Hemisyndrom (beinbetont) rechts bei Cerebralparese, ein Status nach
Hüft- und Waden-Operationen in der Kindheit sowie eine thorakolumbal linkskonvexe
Skoliose und eine Spondylolyse L5 vor. Es bestünden ein subjektiv störender
Einwärtsgang, eine Kraftverminderung im rechten Bein und rezidivierende
Rückenschmerzen. Flexion der Hüfte und Knie, eine tendenzielle Spitzfusstellung
rechts und eine Wadenatrophie rechts entsprächen der Cerebralparese (IV-act. 12).
Dr.med. C._, Arzt Klinik für Orthopädische Chirurgie Kantonsspital St. Gallen (KSSG),
hatte im Bericht vom 8. März 2011 einen Status nach TLIF L5/S1 sowie dorsaler
Spondylodese L5/S1 bei Spondylolyse L5 am 13.09.2010, einen Status nach
Wundrevision und Re-Dekompression L5/S1 mit Dermatomspülung bei epiduraler
Nachblutung sowie klinischer Radikulopathie L5 links am 29.09.2010 sowie eine
axonale Schädigung L5-Nerv als Diagnosen festgehalten (IV-act. 58).
A.c Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 23. November 2012 mit, es seien keine
beruflichen Massnahmen angezeigt, da sie vorwiegend als Hausfrau tätig sei (IV-act.
82). Am 7. Dezember 2012 folgte die Mitteilung, nachdem das Wartejahr im Mai 2013
ablaufe, würden die Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente geprüft und im April
2013 weitere Schritte eingeleitet (IV-act. 87).
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A.d Am 11. April 2013 wurde bei der Versicherten eine Verlängerungsspondylodese
LWK4/5 mit Schraubenwechsel LWK5 beidseits vorgenommen (Austrittsbericht vom
22. April 2013, IV-act. 88-4 f.; Operationsbericht, IV-act. 88-7).
A.e RAD-Ärztin Dr.med. D._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nahm am 13.
Januar (richtig wohl: November) 2013 Stellung, es sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte nach den erfolgten
Operationen spätestens ab 22. Oktober 2013 wieder die ursprüngliche Arbeits- und
Leistungsfähigkeit im Aufgabengebiet Haushalt sowie in adaptierter Tätigkeit erreicht
habe (IV-act. 102).
A.f Mit Verfügung vom 4. April 2014 wies die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren (IV-act. 105, 111) das Rentengesuch ab. Es bestehe eine
vollständige Arbeitsfähigkeit; es seien keine Akten eingereicht worden, welche eine
andere Beurteilung plausibel machen würden (IV-act. 112). Nachdem die Versicherte
gegen diese Verfügung am 2. Mai 2014 Beschwerde erhob (IV-act. 117-2 ff.), widerrief
die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. Juni 2014 ihre frühere Verfügung vom 4. April 2014
(IV-act. 123), worauf das Versicherungsgericht das hängige Beschwerdeverfahren (IV
2014/231) am 4. August 2014 abschrieb (IV-act. 132).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am Zentrum für Interdisziplinäre
Medizinische Begutachtungen AG (ZIMB) polydisziplinär begutachtet (Untersuchungen
31. Oktober und 3./4. November 2014; Dr.med. E._, Facharzt für Orthopädie und
Unfallchirurgie; Dr.med. F._, Facharzt für Neurologie FMH; med.pract. G._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH; Dr.med. H._, Facharzt Innere
Medizin FMH; Gutachten vom 27. Januar 2015, IV-act. 144). Mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter ein rezidivierendes
lumbospondylogenes und zeitweise lumboradikuläres Syndrom mit/bei Status nach
Repositions-TLIF LWK5/SWK1 und dorsaler Spondylodese am 13.09.2010 (ICD-10:
M43.07), Status nach Re-Dekompression LWK5/SWK1 beidseits bei epiduraler
Nachblutung und klinischer Radikulopathie L5 links am 29.09.2010 (ICD-10: M54.16),
Nachweis einer radikulären Teilschädigung L5 links mit axonalem Schädigungsmuster
(ICD-10: G58.9) und Status nach Verlängerungsspondylodese L4/5 mit
Schraubenwechsel L5 beidseits und Neuplatzierung der L4 Schrauben am 11.04.2013
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(ICD-10: M43.07), eine Hüftdysplasie rechts mit multidirektionaler
Bewegungseinschränkung, insbesondere für die Innen- und Aussenrotation sowie
Abduktion (ICD-10: Q65.8) mit/bei Status nach mehrfachen Hüftoperationen als Kind,
eine beginnende Coxarthrose links mit hälftig eingeschränkter Innen- und
Aussenrotation (ICD-10: M16.1), eine Bewegungseinschränkung des rechten oberen
Sprunggelenkes bei kongenitaler Achillessehnenverkürzung mit resultierender
Spitzfussstellung von 10° (ICD-10: Q66.8) mit/bei Status nach mehrfachen
Achillessehnenverlängerungen als Kind sowie eine infantile Zerebralparese mit
spastischer Hemiparese rechts beinbetont (ICD-10: G80.2). Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit wurden unter anderem eine Amblyopie links (ICD-10: H54.0) und eine
anamnestisch rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10:
F33.4), diagnostiziert (IV-act. 144-66). In ihrer als leicht einzustufenden, zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin bestehe unter Beachtung genannter
Schonkriterien eine uneingeschränkte, 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Hierbei wäre zum
Beispiel eine vermehrte Tätigkeit der Versicherten als Kassiererin an einer
Scannerkasse vorstellbar, sofern ein orthopädisch geeigneter Arbeitsplatz (Stuhl mit
Lordosenstütze, angepasste Monitorposition) geschaffen würde. Auch in einer dem
körperlichen Leiden optimal angepassten, leichten, wechselbelastenden
Verweistätigkeit mit Vermeidung von Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne
Besteigen von Leitern und Gerüsten und häufiges Treppensteigen, ohne
Zwangshaltungen und mit ausreichender Möglichkeit von Positionswechseln und
Einhalten von Ruhezeiten sei die Versicherte aus interdisziplinärer Sicht zu 100 %
arbeitsfähig (IV-act. 144-74).
A.h Der RAD hielt am 18. Februar 2015 dafür, auf das Gutachten könne abgestellt
werden (IV-act. 145). Mit Vorbescheid vom 23. Februar 2015 (IV-act. 148) wurde der
Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht gestellt. Mit Einwand vom
8. April 2015 (IV-act. 149-1 ff.) legte die Beschwerdeführerin Arztberichte von Dr. C._
vom 6. März 2015 und von Dr. I._ vom 16. März 2015 (IV-act. 149-12 ff. und 149-25
f.) sowie Anmerkungen ihrer selbst und ihres Ehemannes zum Gutachten (Eingang 17.
März 2015; IV-act. 149-36 ff.) ins Recht. Dazu nahmen die Gutachter Dr. E._ und Dr.
H._ am 3. September 2015 Stellung (IV-act. 157). In einer zweiten Anhörung trug die
Versicherte u.a. gestützt auf Stellungnahmen von Dr. I._ vom 28. Oktober 2015 (IV-
act. 160-5 ff.), von Dr. C._ vom 3. November 2015 (IV-act. 160-14 f.) und von Dr.med.
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J._, Arzt Schmerzzentrum KSSG vom 10. September 2015 (IV-act. 160-7 ff.) vor, die
Stellungnahme des ZIMB vom 3. September 2015 vermöge die schlüssigen und
nachvollziehbar begründeten Beanstandungen der behandelnden Ärzte Dr. I._ und
Dr. C._ nicht zu widerlegen; auf das ZIMB-Gutachten könne keinesfalls abgestellt
werden (IV-act. 160-1 ff.).
A.i Mit Verfügung vom 19. November 2015 wies die IV-Stelle unter Bezugnahme auf
Stellungnahmen des RAD vom 18. Februar 2015 (IV-act. 145), vom 15. Oktober 2015
(IV-act. 158) und vom 19. November 2015 (IV-act. 161) das Rentenbegehren ab. Die
Versicherte sei als Teilerwerbstätige zu qualifizieren, wobei 55 % auf den Erwerb und
45 % auf den Aufgabenbereich entfielen. Das ZIMB-Gutachten vom 27. Januar 2015
habe ergeben, dass sowohl in angestammter Tätigkeit als Verkäuferin als auch in dem
Leiden angepassten Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehe. Im
Aufgabenbereich bestünden ebenfalls keine relevanten Einschränkungen. Weitere
Abklärungen seien nicht angezeigt (IV-act. 162).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 19. November 2015 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. R. Baumann, am 9. Dezember 2015 Beschwerde erheben. Sie
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge
aufzuheben. Es sei ihr, mit Wirkung ab wann rechtens, spätestens ab 1. Mai 2013, eine
ganze Invalidenrente zuzusprechen und auszurichten. Eventualiter sei in Aufhebung der
angefochtenen Verfügung die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit diese weitere medizinische Abklärungen vornehme und anschliessend eine
Neubeurteilung und Neufestsetzung der Leistungsansprüche vornehme.
Subeventualiter seien ihr berufliche Massnahmen zu gewähren. Sie würde, wenn sie im
aktuellen Zeitpunkt gesund wäre, ein Arbeitspensum von 70 % wahrnehmen. Das
ZIMB-Gutachten sei nicht vollständig, nicht nachvollziehbar und auch nicht schlüssig,
wie die Stellungnahmen der behandelnden Ärzte Dr. I._ und Dr. C._ belegten. Die
inneren Ungereimtheiten seien von den Gutachtern auch in der Stellungnahme vom 3.
September 2015 (IV-act. 157) nicht aufgelöst worden. Im Bereich Erwerb sei von einer
100 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Im Bereich Haushalt resultiere aufgrund der
zahlreichen Leiden eine Einschränkung von zumindest 40 %. Bei rechtsgenüglichem
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Einkommensvergleich rechtfertige sich ein Abzug vom Tabellenlohn im Maximum von
25 % und es resultiere ein Invaliditätsgrad mit Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Falls diese nicht zugesprochen werden sollte, sei in jedem Fall ein neues
polydisziplinäres Gutachten einzuholen und gegebenenfalls eine neue
Haushaltsabklärung durchzuführen. Subeventualiter sei über berufliche Massnahmen
zu entscheiden bzw. die Beschwerdegegnerin aufzufordern, darüber zu verfügen (act.
G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 21. Januar 2016
unter Verweis auf die Stellungnahme der Gutachter vom 27. Januar 2015 (richtig: 3.
September 2015) sowie die RAD-Stellungnahmen vom 15. Oktober und 19. November
2015 (IV-act. 158 und 161) die Abweisung der Beschwerde. Sowohl die Gutachter als
auch die RAD-Ärztin Dr. D._ nähmen zu den Einwänden ausführlich und dezidiert
Stellung. Es sei somit kein Grund ersichtlich, weshalb von der gutachterlichen
Einschätzung der 100 %igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit abgewichen
werden sollte. Unter Berücksichtigung der 100 %igen Arbeitsfähigkeit würde eine
Änderung der Qualifikation von der 55 %igen auf die 70 %ige Erwerbstätigkeit sowie
die Vornahme eines 25 %igen Abzugs vom Invalideneinkommen nichts an der
Abweisung des Leistungsgesuchs ändern. Ein Leidensabzug sei ohnehin nicht
vorzunehmen. Die geltend gemachten Einschränkungen seien in der attestierten
Arbeitsfähigkeit bereits berücksichtigt. Das Kriterium des reduzierten
Beschäftigungsgrades falle bei Frauen statistisch kaum ins Gewicht. Der Antrag auf
berufliche Massnahmen stehe jenem auf eine ganze IV-Rente diametral entgegen;
somit sei ernsthaft am subjektiven Eingliederungswillen der Beschwerdeführerin zu
zweifeln (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 18. Februar 2015 bekräftigt die Beschwerdeführerin, wäre sie
gesund, einer 70 %igen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Ausführungen in der
ergänzenden Stellungnahme der ZIMB AG vom 3. September 2015 vermöchten die
Feststellungen in den Berichten von Dr. I._ und Dr. C._ nicht zu entkräften; diese
würden vielmehr ihre Standpunkte in den Berichten vom 28. Oktober 2015 (IV-act.
160-5 f. und 3. November 2015 (IV-act. 160-14 f.) zusätzlich untermauern. Sollte dem
Antrag auf eine ganze Invalidenrente nicht stattgegeben werden, werde die
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Beschwerdeführerin ernsthaft und mit bestem Willen und Wissen an einer
Eingliederung mitwirken (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 3. März 2016 auf eine Duplik (act. G 9).
B.e Mit Eingabe vom 8. Juni 2016 reicht die Beschwerdeführerin unter anderem einen
Bericht von Dr. C._ vom 28. April 2016 (act. G 11.1) und einen Bericht des
Departements Innere Medizin, Klinik für Psychosomatik KSSG vom 11. Mai 2016 (act.
G 11.3) ein. Dr. C._ vertrete nach wie vor den Standpunkt, dass die
Beschwerdeführerin Anspruch auf IV-Leistungen habe. Angesichts der festgestellten
Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes sei davon auszugehen, dass die
mittelgradige depressive Episode mit 50 %iger Arbeitsunfähigkeit bereits zwei Monate
vor Beginn der ärztlichen Behandlung, also bereits vor Erlass der angefochtenen
Verfügung, bestanden habe (act. G 11).
C.
C.a Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Parteien (act. G 14),
Stellungnahmen der Beschwerdegegnerin (act. G 15) und der Beschwerdeführerin (act.
G 16), anschliessender Mitteilung der vorgesehenen medizinischen Disziplinen und
Experten (act. G 18 f.) sowie Stellungnahme der Beschwerdegegnerin (act. G 20) und
der Beschwerdeführerin (act. G 21) hierzu hat das Versicherungsgericht die MEDAS
Zentralschweiz am 6. April 2017 mit der Erstellung eines polydisziplinären (allgemein-
medizinischen, rheumatologischen, psychiatrischen, neurologischen)
Gerichtsgutachtens beauftragt (act. G 22). Die MEDAS Zentralschweiz erstattete
gestützt auf ihre Untersuchungen vom 15., 17. Mai, 23. Juni und 7. Juli 2017 am 10.
Oktober 2017 das Gerichtsgutachten (act. G 24). Die Gutachter diagnostizierten mit
wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (1.) eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), (2.) eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode ohne
somatisches Syndrom (ICD-10: F33.10), (3.) ein chronisches lumbospondylogenes und
residuelles lumboradikuläres Syndrom L5 links, (4.) eine kongenitale Hüftdysplasie
rechts, (5.) eine infantile Zerebralparese mit spastischer Hemisymptomatik rechts
beinbetont, (6.) eine Amblyopie links, (7.) eine Retinopathia praematura neonatorum mit
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rezidivierenden Netzhautrissen sowie (8.) eine Adipositas Grad I, BMI 31 (act. G 24-40).
Polydisziplinär bestehe angestammt keine verwert- und zumutbare Arbeitsfähigkeit
mehr. In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe eine zumut- und verwertbare
Restarbeitsfähigkeit von maximal 40 % mit jedoch erheblichen qualitativen
Einschränkungen. Vorbehalten blieben eine ergänzende verkehrsmedizinische sowie
eine eventuelle ophthalmologische Begutachtung (act. G 24-42).
C.b Die Beschwerdeführerin lässt sich am 31. Oktober 2017 vernehmen, das
Obergutachten der MEDAS Zentralschweiz erweise sich in jedem Fall als vollständig,
vollkommen nachvollziehbar und schlüssig. Auf dieses sei abzustellen. Ausgehend von
einer noch zumut- und verwertbaren Restarbeitsfähigkeit von maximal 40 % in einer
leidensangepassten Tätigkeit ausserhäuslich wie im Haushalt resultiere nach
rechtsgenüglichem Einkommensvergleich ein Anspruch auf eine ganze Rente. Die
Obergutachter hielten fest, es bestünde eine 40 %ige Restarbeitsfähigkeit, jedoch mit
erheblichen qualitativen Einschränkungen. Es dürfe daher lediglich von einer zumut-
und verwertbaren Restarbeitsfähigkeit von ca. 25 %, allerhöchstens 30 %
ausgegangen werden. Die erheblichen von den Obergutachtern beschriebenen
Einschränkungen führten dazu, dass ein Leidensabzug von mindestens 20 %
vorzunehmen sei. Bei zutreffender Würdigung sämtlicher Umstände sei ein Abzug vom
Tabellenlohn von 25 % vorzunehmen (act. G 27).
C.c Die Beschwerdegegnerin nimmt am 4. Dezember 2017 Stellung, der orthopädische
Gutachter beurteile nicht nur denselben Sachverhalt abweichend vom ZIMB-
Gutachten, sondern gebe auch an, dass eine Verschlechterung eingetreten sei. Über
deren Zeitpunkt sei dem Gutachten keine dezidierte Einschätzung zu entnehmen. Es
sei fraglich, ob sich diese bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses entwickelt habe
und somit im vorliegenden Verfahren Gehör finden könne. Mit Verweis auf eine
eingeholte Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr.med. K._, Fachärztin für Physikalische
Medizin und Rehabilitation vom 17. November 2017 (act. G 30.1), führt sie weiter aus,
das rheumatologische Teilgutachten sei auch aus medizinischer Sicht nicht vollends
nachvollziehbar. Die objektivierbaren verschlechterten Befunde könnten die erhebliche
Abweichung in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht hinreichend erklären. Weiter
sei sowohl aus rechtlicher als auch aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar,
weshalb die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit derart stark
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eingeschränkt sei. Auch die Einschränkung im Haushalt von 60 % sei nicht
nachvollziehbar. Aufgrund der Schadenminderungspflicht sei die Beschwerdeführerin
gehalten, die Haushaltsarbeiten in erster Linie einzuteilen. Die Beschwerdeführerin
gebe an, dass ihr lediglich schwere Hausarbeiten nicht mehr möglich seien; allerdings
könne sie Staubsaugen, Fenster putzen, Betten richten oder kleinere Einkäufe
erledigen. Die Einschränkung im Haushalt sei aufgrund der vorhandenen Diskrepanzen
zur gutachterlich festgestellten Einschränkung im Haushalt durch eine Abklärung vor
Ort zu bestimmen. Auf das MEDAS-Gutachten vom 10. Oktober 2017 könne nicht
abgestellt werden (act. G 30).
C.d Die Verfahrensleitung räumt den Parteien am 13. Dezember 2017 das rechtliche
Gehör zu vorgesehenen Ergänzungsfragen an den rheumatologischen Gutachter ein
(act. G 31). In der Folge werden dem rheumatologischen Gutachter der MEDAS
Zentralschweiz die in Aussicht genommenen Ergänzungsfragen unterbreitet (act. G 33).
Zu deren Beantwortung durch den rheumatologischen Gutachter vom 21. Februar 2018
(act. G 34) wird den Parteien am 8. März 2018 das rechtliche Gehör gewährt; die
Parteien haben auf eine ergänzende Stellungnahme verzichtet (vgl. act. G 36). Am 14.
März 2018 reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine Kostennoten
betreffend seinen Aufwand vom 3. Dezember 2015 bis 31. Dezember 2017 (Fr. 10‘750.-
zuzüglich Barauslagen und 8% MwSt) und vom 1. Januar 2018 bis 14. März 2018 (Fr.
550.- Honorar zuzüglich Barauslagen und 7.7% MwSt) ein (act. G 39).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
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Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich in einem
Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden der Invaliditätsgrad in
Bezug auf die Erwerbstätigkeit und in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich
ermittelt und summiert (Art. 28a Abs. 3 IVG; Art. 27bis Abs. 2 lit. a und b der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Berechnung des
Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG,
wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die
Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine
Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV) und die
prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27bis Abs. 3 lit. b IVV). Für
die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Tätigkeit im Aufgabenbereich
wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im
Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid
geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem
Beschäftigungsgrad nach Abs. 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art.
27bis Abs. 4 IVV).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
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Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil vom 1. Dezember
2015, 8C_586/2015, E. 2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen;
BGE 141 V 14 E. 6.3.1).
2.
2.1 Zu prüfen ist vorab, ob das Gerichtsgutachten vom 10. Oktober 2017 eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt.
Bezüglich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche
"nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen der medizinischen Experten
ab. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen,
der Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten komme bei der
Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit
Hinweisen).
2.2 Die Gerichtsgutachter kamen zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aus
rheumatologischer (einschliesslich neurologischer) Sicht in der angestammten Tätigkeit
als Detailshandelsverkäuferin zu weniger als 30 % und in einer adaptierten Tätigkeit
und im Haushalt zu maximal 40 % arbeitsfähig ist (4 Stunden täglich mit
eingeschränkter Leistungsfähigkeit von 80 %). Diese Restarbeitsfähigkeiten würden
seit September 2010 gelten. Aus psychiatrischer Sicht gelte für die angestammte und
eine adaptierte Tätigkeit eine 25 %ige Arbeitsunfähigkeit bzw. eine 20 %ige
Einschränkung im Haushalt ab Mitte 2016. Allgemein-internistisch bestehe keine
Einschränkung, mit Ausnahme qualitativer Einschränkungen wegen der Adipositas und
dem Augenleiden (act. G 24, S. 41 und 43). Während die Beschwerdeführerin das
Gerichtsgutachten für schlüssig hält (act. G 27), machte die Beschwerdegegnerin
geltend, darauf könne aus rechtlichen und medizinischen Gründen nicht abgestellt
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werden (act. G 30). In medizinischer Hinsicht ist einzig die rheumatologische
Beurteilung umstritten. So hält RAD-Ärztin Dr. K._ explizit dafür, dass die übrigen
Teilgutachten schlüssig und nachvollziehbar seien. Auch lägen keine Ausschlussgründe
vor, die Konsistenz werde (wie schon im Vorgutachten) durchgehend bejaht (act. G
30.1). An sich steht grundsätzlich eine polydisziplinäre Beurteilung im Vordergrund.
Entsprechend der Beurteilung durch Dr. K._ erscheint aber auch dem Gericht, dass
die Teilgutachten des Internisten, der Neurologin und des Psychiaters zu keinen Fragen
oder Zweifeln Anlass geben.
2.3 Der rheumatologische Gerichtsgutachter diagnostizierte (1.) ein chronisches
lumbospondylogenes und residuelles lumboradikuläres Syndrom L5 links bei Fehlstatik
mit Hohl-Rundrücken und Adipositas Grad I sowie komplexer Gangstörung, bei Status
nach Verlängerungsspondylodese (XLIF) L4/L5, Schraubenwechsel L5 beidseits und
Neuplatzierung der Schrauben L4 beidseits am 11. April 2013 wegen Pseudoarthrose
L5/S1, Schraubenlockerungen und Anschlusssegmentdegeneration L4/L5 bei/nach
Status nach Wundrevision und Re-Dekompression L5/S1 mit Hämatomausspülung bei
epiduraler Nachblutung sowie klinischer Radikulopathie L5 links am 29. September
2010 und zuvor Status nach Reposition, Dekompression und Stabilisation mittels TLIF
L5/S1 sowie dorsaler Spondylodese L5/S1 am 13. September 2010 wegen
symptomatischer Spondylolisthesis mit Spondylolyse L5 Grad I nach Meyerding und
lumbosakraler Segmentdegeneration sowie bei ISG-Arthrose links, erhebliche
Beckentorsion, (2.) eine kongenitale Hüftdysplasie rechts mit Flexions-, Abduktions-
und Aussenrotationskontraktur bei Status nach Mehrfacheingriffen im Bereich der
rechten Hüfte wegen Hüftdysplasie im Kindesalter und (3.) eine infantile Zerebralparese
mit spastischer Hemisymptomatik rechts beinbetont, mit Beugekontraktur im rechten
Hüft- und Kniegelenk, Residualzustand mit Bewegungseinschränkung im rechten
oberen Sprunggelenk bei kongenitaler Achillessehnenverkürzung/Spitzfuss mit Status
nach Mehrfacheingriffen mit Achillessehnenverlängerungsoperationen und mit Atrophie
der Fuss-/Zehenmuskulatur rechts. Diesen Diagnosen mass der rheumatologische
Gerichtsgutachter Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestehe eine inzipiente Coxarthrose links und eine Adipositas Grad I
(BMI 31 kg/m2; act. G 24, rheumatologisches Teilgutachten, S. 14 f.). In der Beurteilung
hielt der Gutachter fest, dass sich ihm eine erheblich behinderte Versicherte bei
infantiler Zerebralparese mit beinbetonter spastischer Hemisymptomatik rechts, einem
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Residualzustand mit Radikulopathie L5 links nach postoperativ aufgetretener und
elektrophysiologisch verifizierter axonaler Schädigung des Nervs L5 links mit Zustand
nach insgesamt drei Lendenwirbelsäulenoperationen sowie einem Residualzustand mit
Status nach Mehrfachoperationen im Bereich des rechten Hüftgelenkes bei
kongenitaler Hüftluxation mit residueller Beuge-, Abduktions-,
Aussenrotationskontraktur und im Rahmen der zerebralen Parese persistierender
Beugekontraktur des rechten Kniegelenkes und eingeschränkter
Sprunggelenksbeweglichkeit bei Status nach Mehrfacheingriffen im Kindesalter wegen
eines kongenitalen Spitzfusses gezeigt habe. Dazu käme gemäss Akten eine erhebliche
Visusstörung links. Durch diese Behinderungen sei die Versicherte in den
Alltagsverrichtungen wie auch in der aktuellen Tätigkeit als Familienfrau erheblich
eingeschränkt. Auf der Befundebene sei es aufgrund der stand- und gangbedingten
Unsicherheit und belastungsabhängig progredienter Schwäche und
Schmerzsymptomatik mit entsprechender Sturzgefahr glaubhaft und nachvollziehbar,
dass die Versicherte maximal dreissig Minuten gehen und wenige Minuten stehen
könne. Bei Status nach Spondylodese bestehe zudem eine erhöhte Belastung der
supra- bzw. infrafusionellen, noch beweglichen Segmente mit entsprechend erhöhter
Wahrscheinlichkeit einer Anschlussdegeneration, wie die Versicherte bereits erfahren
habe. Im Vergleich zum Vorgutachten sei von einer Verschlechterung auszugehen mit
verstärkter Schmerzsymptomatik und Gangstörung im ursprünglich gesunden, linken
Bein bei postoperativ aufgetretener, im Verlauf therapierefraktärer Radikulopathie L5
links mit kontinuierlicher Abnahme der Belastbarkeit. Übereinstimmend mit dem
Vorgutachten habe sich in der klinischen Untersuchung eine durchgehende Konsistenz
der Befunde ohne Diskrepanzen bei uneingeschränkter Kooperation und adäquatem
Verhalten der Versicherten gezeigt. Ebenfalls übereinstimmend mit dem Vorgutachten
habe er eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung im Bereich der
Lendenwirbelsäule, eine radikuläre Symptomatik L5 und eine residuell schwergradig
eingeschränkte Hüftbeweglichkeit rechts mit stark pathologischer, komplexer
Gangstörung gefunden. Während der orthopädische Vorgutachter von einer
pseudoradikulären Hypästhesie im Bereich des lateralen linken Unterschenkels
spreche, erachte er diese als Ausdruck der postoperativ aufgetretenen und im Verlauf
anhaltenden radikulären Reiz- und Ausfallsymptomatik die Radix L5 betreffend. Der
orthopädische Vorgutachter habe hinsichtlich des rechten Hüftgelenkes eine deutliche
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Einschränkung der Aussen- und Innenrotation festgestellt und ein positives Drehmann-
Zeichen bestätigt; ihm habe sich dagegen eine schwere Funktionseinschränkung der
rechten Hüftgelenksbeweglichkeit mit erwähnter residueller Beuge-, Abduktions- und
Aussenrotationskontraktur mit entsprechender Gangstörung gezeigt. Zusätzlich habe
er eine Beugekontraktur im rechten Kniegelenk festgestellt. Die Hüft- und
Kniegelenksfunktion rechts finde er daher deutlich schlechter als wie im Vorgutachten
beschrieben. In der Zusammenschau der angegebenen Beschwerden, der klinischen
und bildgebenden Befunde sowie der Aktenlage beurteile er die Situation deutlich
schlechter als wie im Vorgutachten beschrieben. Es beständen erhebliche funktionelle
Probleme hinsichtlich der Lendenwirbelsäule sowie des rechten Hüft- und
Kniegelenkes mit komplexer Gangstörung, schmerzhafter Funktionseinschränkung der
Lendenwirbelsäule und chronischer, radikulärer Symptomatik L5 links. In der Summe
sei die Beschwerdeführerin dadurch erheblich in allen stehenden und gehenden
Verrichtungen handycapiert und auch hinsichtlich sitzender Tätigkeiten bestehe
aufgrund der lumbalen Problematik eine deutliche Minderbelastbarkeit (act. G 24,
rheumatologisches Teilgutachten, S. 17 ff.). Auf Ergänzungsfrage des Gerichts
namentlich zu den zeitlichen Verhältnissen der gutachterlichen Beurteilung (act. G 33)
hielt der rheumatologische Gerichtsgutachter am 21. Februar 2018 fest, die von ihm
eingeschätzte Restarbeitsfähigkeit habe bereits im Zeitpunkt des Vorgutachtens
bestanden. Er habe als Rheumatologe den damaligen Sachverhalt aufgrund der
Vorakten, der persönlichen Befragung und der Untersuchung anders beurteilt als der
orthopädische Vorgutachter. Zur entscheidenden, erheblichen und anhaltenden
Verschlechterung sei es anlässlich der ersten Rückenoperation im September 2010
gekommen. Wie im Gutachten beschrieben, bestehe seither eine ausgewiesene,
nachhaltige Verschlechterung des Gesundheitszustandes ohne wesentliche
Veränderungen im weiteren Verlauf bis zur Begutachtung. Anlässlich der Begutachtung
habe die Beschwerdeführerin zunehmende Hüft- und Knieschmerzen links seit Herbst
2016 angegeben. Wie schon im Teilgutachten beschrieben, sei es damit im Vergleich
zum Vorgutachten zwar zu einer gewissen Verschlechterung des
Gesundheitszustandes auch den Bewegungsapparat betreffend gekommen, jedoch
nicht in einem Ausmass, dass die Restarbeitsfähigkeit quantitativ noch weiter
abgenommen habe. Was das von der RAD-Ärztin monierte Fehlen einer ausführlichen
Begründung hinsichtlich der Ursache der lumbalen Schmerzen betreffe, bestehe ein
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Zustand nach mehrfacher Rückenoperation mit intra- und postoperativer Schädigung
der Wurzel L5 links mit entsprechend anhaltender lumboradikulärer Symptomatik sowie
ein Zustand nach Verlängerungsspondylodese im April 2013 mit dadurch
biomechanisch ständiger Überlastung der suprafusionellen Segmente in Abhängigkeit
von mechanischen Krafteinwirkungen in- und ausserhalb der Körperachse. Es sei
deshalb von einem sogenannten failed back surgery syndrome (FBSS) auszugehen.
Dabei handle es sich nicht um ein einheitliches Krankheitsbild mit klarer Definition,
sondern um einen multifaktoriell bedingten Zustand nach einer bzw. mehreren
Rückenoperationen, gekennzeichnet durch chronisch anhaltende bzw. chronisch
rezidivierende Rückenschmerzen und/oder Beinschmerzen. Unter diesen Terminus
würden eine Reihe von postoperativen Schmerzkomplexen unterschiedlicher Ätiologie
subsummiert. Der Gerichtsgutachter beschreibt gestützt auf Literatur und Studien
ausführlich zugrunde liegende Ätiologien dieser Zustände, namentlich präoperative,
intraoperative und postoperative Ursachen. Bei der Beschwerdeführerin fänden sich
verschiedene solcher Ursachen, ohne dass mit Ausnahme der postoperativ durch ein
Hämatom verursachten axonalen Schädigung der Radix L5 links ein exaktes Substrat
für die angegebenen Beschwerden benennbar sei. Es sei die Summe der
Gewebeverletzungen und der durch die Operationen anhaltend gestörten Biomechanik
mit reaktiven, schmerzhaften Überlastungen von Muskeln, Bändern und Gelenken,
welche zur Diagnose eines FBBS führe (act. G 34).
2.4 Aus dem Teilgutachten und der Ergänzung vom 21. Februar 2018 geht
nachvollziehbar und schlüssig hervor, dass und weshalb der rheumatologische
Gerichtsgutachter zu einer erheblich höheren Arbeitsunfähigkeit sowohl in der
angestammten wie in einer adaptierten Tätigkeit gelangt als das Vorgutachten. So hält
der rheumatologische Gutachter mit überzeugender Begründung fest, aufgrund der
Auswirkungen des "failed back surger syndrome" und des durchgehend glaubwürdigen
und authentischen Verhaltens in allen Lebensbereichen, des adäquaten und
kooperativen Verhaltens bei allen bisherigen Untersuchern wie auch bei ihm bestünden
keine Zweifel an den Beschwerden, welche mit der Vielzahl der verschiedenen
Einzelbefunde und in deren Summe mit dem Beschwerdebild durchaus korrelierten. In
Würdigung sämtlicher Umstände sei er nach wie vor der Überzeugung, dass die
Beschwerdeführerin im angestammten Beruf als Detailhandelsangestellte nur eine
Leistungs-/Arbeitsfähigkeit unter 30 % und hinsichtlich einer optimal leidensadaptierten
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Tätigkeit von maximal 40 % realisieren könne (act. G 33-11). Der rheumatologische
Gutachter betrachtet somit das somatische Beschwerdebild ganzheitlich, umfassend.
Es bestehen für das Gericht keine Anhaltspunkte, an dieser Einschätzung zu zweifeln.
Zwar wäre wünschbar gewesen, wenn der rheumatologische Gutachter bereits im
Teilgutachten nicht bloss datumsmässig festgehalten hätte, dass und weshalb er den
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt der ersten Operation
im September 2010 als klar verschlechtert erachtet und er insoweit eine wesentlich
andere Beurteilung der seither (im quantitativen Umfang) unveränderten
Restarbeitsfähigkeit als der orthopädische Vorgutachter vornimmt. Auch wäre
durchaus nützlich gewesen, wenn der Gerichtsgutachter bereits im Teilgutachten die
Summe der Beschwerden bzw. das chronische lumbospondylogene und residuelle
lumboradikuläre Syndrom L5 links ergänzend mit dem Terminus FBBS umschrieben
hätte. Dies ändert allerdings nichts daran, dass weniger die spezifischen Diagnosen mit
allenfalls unklarer bzw. multifaktorieller Genese in der Invalidenversicherung
massgebend für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind, als vielmehr die funktionellen
Auswirkungen der objektivierten Befunde. Und hier hält der rheumatologische
Gutachter mit überzeugender Begründung fest, aufgrund der Auswirkungen des "failed
back surgery-syndrome" und des durchgehend authentischen Verhaltens in allen
Lebensbereichen bestünden keine Zweifel an den Beschwerden, welche mit der
Vielzahl der verschiedenen Einzelbefunde und in deren Summe mit dem
Beschwerdebild korrelierten.
2.5 Für leidensangepasste Tätigkeiten ist demnach von einer Restarbeitsfähigkeit von
(maximal) 40% ab September 2010 auszugehen. Im Haushaltsbereich attestierte der
rheumatologische Gerichtsgutachter eine Beeinträchtigung (Einschränkung) von 40 %
(act. G
24, rheumatologisches Teilgutachten S. 22). Wie aus der Begründung jedoch
hervorgeht, ist damit nicht die Einschränkung, sondern die Restvalidität gemeint. Der
rheumatologische Gerichtsgutachter hält nämlich in der Begründung fest, dass die
Gesamtheit der Behinderungen die Beschwerdeführerin nicht nur in einer angepassten
Tätigkeit, sondern auch in den Alltagsverrichtungen bzw. der Tätigkeit als Familienfrau
erheblich einschränken. Er schätze die Beschwerdeführerin im besten Fall hinsichtlich
einer leidensadaptierten Tätigkeit ausserhäuslich wie im Haushalt zu maximal 40%
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arbeitsfähig (act. G 24, rheumatologisches Teilgutachten S. 17 und 21). Nachdem in
der angestammten Tätigkeit als Detailhandelsangestellte von einer Arbeitsunfähigkeit
von weniger als 30 % auszugehen ist, erscheint in Anbetracht der multiplen
Einschränkungen auch diese Einschätzung durchaus plausibel, fallen doch in einem
Haushalt überwiegend stehende und gehende Tätigkeiten an, in denen die
Beschwerdeführerin gemäss Gerichtsgutachten erheblich handicapiert ist (act. G 24,
rheumatol. Teilgutachten S. 19 f.).
3.
3.1 Die vorliegend zu beurteilende Wiederanmeldung erfolgte am 1. November 2012
(IV-act. 54 f.), womit ein Rentenanspruch frühestens ab 1. Mai 2013 besteht (Art. 29
Abs. 1 und 3 IVG). Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war zufolge der ab
September 2010 über 70 %igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu
diesem Zeitpunkt bestanden. Es rechtfertigt sich daher, für den Einkommensvergleich
ist das Jahr 2013 heranzuziehen (BGE 129 V 222).
3.2 Die Beschwerdeführerin verfügt über eine abgeschlossene Ausbildung als
Einzelhandelskauffrau (IV-act. 8-1). Gemäss Arbeitszeugnis vom 8. August 2002 (IV-
act. 84-1) und Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin vom 14. Juli 2004 (IV-act. 9)
hatte sie vom 4. Dezember 2000 bis 8. August 2002 als Aushilfskassiererin bei einem
Grossverteiler gearbeitet. Sie war ohne fixes Pensum angestellt zu einem Stundenlohn
von Fr. 17.35 (IV-act. 9-2). Gemäss Lohnblatt 2001 (IV-act. 9-5) leistete die
Beschwerdeführerin im Jahr 2001 673,1 Arbeitsstunden (inkl. Ferienanteil), was
wöchentlich 12,9 Stunden (673,1 : 52) und bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 44
Std./Woche (IV-act. 9-2) einem Pensum von 29,3 % entspricht. Zwischen 1. Januar
und 31. Mai 2002 arbeitete die Beschwerdeführerin während 239,25 Stunden (IV-act.
9-7), was hochgerechnet auf das ganze Jahr 574,2 Std. (239,25 : 5 x 12) und ein
Pensum von rund 25 % ergibt (574,2 : 52 : 44). Der Umfang und die Dauer dieser
Tätigkeit erlauben es nicht, die in den Jahren 2001 und 2002 erzielten Einkommen als
zuverlässige Basis für die Bemessung des Valideneinkommens heranzuziehen. Dieses
ist somit aufgrund des Tabellenlohns zu bemessen. Gemäss Lohnstrukturerhebung
(LSE) 2012 des Bundesamtes für Statistik (BFS) beträgt er Fr. 4'296.-- (TA 1, Ziff. 47,
Detailhandel, Frauen, Kompetenzniveau 2). Bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von
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41,8 Stunden/Woche (BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
Ziff. 47, Detailhandel, 2013) ergibt sich ein Tabellenlohn von Fr. 53'872.-- (Fr. 4'296.-- :
40 x 41,8 x 12). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr
2013 beträgt er Fr. 54'241.-- (BFS, Lohnentwicklung 2014, T 39, Index Frauen 2012:
2630, 2013: 2648). Dieser entspricht dem Valideneinkommen bei 100 %iger
Erwerbstätigkeit.
3.3 Hinsichtlich des Invalideneinkommens macht die Beschwerdeführerin geltend, ihre
Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr verwertbar. An der Massgeblichkeit des theoretisch
ausgeglichenen Arbeitsmarkts vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es für
die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im tatsächlichen
Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt
umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei
welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers
rechnen können. Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in
denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so
eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch
nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden
Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteile des Bundesgerichts
vom 28. November 2014, 9C_485/2014 E. 2 und E. 3.3.1 mit Hinweisen). Massgebend
für die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sind auch die
verbleibende Aktivitätsdauer und die Arbeitsunfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom
19. Mai 2016, 8C_910/2015, E. 4.3.3). Der Beschwerdeführerin verbleibt bis zum
Erreichen des Pensionsalters noch eine Aktivitätsdauer von rund 20 Jahren. Ihr
Leistungsprofil ist zwar in körperlicher Hinsicht stark und durch diverse Faktoren
eingeschränkt. Doch ist sie in psychischer Hinsicht nicht dauerhaft wesentlich
beeinträchtigt und verfügt über intellektuelle Ressourcen, die es ihr erlaubten, die
Aus¬bildung im Detailhandel abzuschliessen. Es ist daher anzunehmen, dass die
attestierte Arbeitsfähigkeit beispielsweise in Form von Büroarbeiten an einem ihr
angepassten Arbeitsplatz (insbesondere mit höhenverstellbarem Pult) grundsätzlich
verwertbar wäre. Gegebenenfalls kann die Beschwerdeführerin eine Umschulung mit
neuer Anmeldung beantragen.
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3.4 Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist vom Durchschnittseinkommen
gemäss LSE 2013, Kompetenzniveau 1, Frauen, auszugehen. Dieses beträgt Fr.
51'793.-(Informationsstelle AHV/IV, IV 2018, Bern 2018, Anhang 2). Ausgehend von
einer Arbeitsfähigkeit von 40 % beläuft es sich auf Fr. 20'717.-- (0,4 x Fr. 51'793.--).
Interdisziplinär attestieren die Gerichtsgutachter bei einer Arbeitsfähigkeit von 40 %
erhebliche qualitative Einschränkungen (act. G 24-42). Diese bestehen aus
rheumatologischer und neurologischer Sicht darin, dass ausschliesslich körperlich
leichte Tätigkeiten in vorwiegend sitzender Position möglich (act. G 24,
rheumatologisches Teilgutachten, S. 19; neurologisches Teilgutachten, S. 7) und aus
psychiatrischer Sicht Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an die psychische
Belastbarkeit nicht zumutbar sind (act. G 24, psychiatrisches Teilgutachten, S. 12).
Dieses Zumutbarkeitsprofil begründet einen Tabellenlohnabzug von höchstens 10 %,
da die verschiedenen Diagnosen und Einschränkungen im Wesentlichen bereits in die
Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossen sind (vgl. E. 2.4 f.; Urteil des Bundesgerichts
vom 22. Januar 2015, 9C_846/2014, E. 4.1.1, mit Verweisen). Mit Tabellenlohnabzug
von 10 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 18'645.-- (0,9 x Fr. 20'717.--)
bzw. für ein Vollzeitpensum ein erwerblicher Invaliditätsgrad von 65,6 % ([Fr. 54'241.--
- Fr. 18'645.-- ] : Fr. 54'241.--).
3.5 Im Haushalt ist von einer Einschränkung von 60 % auszugehen (vgl. E. 2.5).
Demnach beträgt der auf den Haushalt entfallende Teilinvaliditätsgrad bei einer
Qualifikation von 45 %, wie sie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 19. November 2015 vorgenommen hat, 27 % (0,45 x 60 %). Zusammen
mit einem erwerblichen Teilinvaliditätsgrad von 36,1 % (0,55 x 65,6 %) resultiert ein
Gesamtinvaliditätsgrad von 63,1 %. Die Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf
eine Dreiviertelsrente. Dieser bestünde auch, wenn von der von ihr geltend gemachten
Qualifikation als zu 70 % Erwerbstätige (Beschwerde vom 9. Dezember 2015, act. G
1-6 f.; Schreiben vom 31. März 2015, IV-act. 149-11) ausgegangen würde
(Teilinvalidität Haushalt = 0,3 x 60 % = 18 %, erwerblicher Teilinvaliditätsgrad = 0,7 x
65,6 % = 45,9 %; Gesamtinvalidität 63,9 %).
4.
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4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 19. November 2015 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab 1.
Mai 2013 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1‘000.--
erscheint aufgrund der Einholung eines Gerichtsgutachtens und des damit
verbundenen Mehraufwands als angemessen. Hinsichtlich der Beschwerde gegen die
Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung zur Überklagung in sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen von
einem vollständigen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Januar 2016, 9C_288/2015, E. 4.2). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdegegnerin die gesamten Gerichtskosten von Fr. 1‘000.-- zu bezahlen. Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
4.3 Die Kosten des polydisziplinären Gerichtsgutachtens von Fr. 14'655.20 (act. G
24.1) sowie dessen Ergänzung von Fr. 750.-- (act. G 33.2) hat die Beschwerdegegnerin
zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).
4.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote eingereicht. Er macht
einen Aufwand von insgesamt 45,2 Stunden à Fr. 250.- und eine Honorarforderung von
insgesamt Fr. 12'669.80 (Fr. 12'064.70 + Fr. 605.10) geltend (act. G 39.1). Die
Parteientschädigung umfasst lediglich den zur sachgerechten und wirksamen
Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung notwendigen Aufwand (BGE 131 II 214 E.
7.2). Gemäss Praxis des hiesigen Gerichts wird sie bei üblich aufwändigen Fällen mit
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Gerichtsgutachten mit Fr. 5'500.-- bemessen. Vorliegend ist ein höherer Aufwand
anzuerkennen, da der Rechtsvertreter weitere medizinische Berichte eingeholt hat und
die Beschwerdegegnerin und der Gerichtsgutachter jeweils ausführliche ergänzende
Stellungnahmen verfassten. Nicht begründet erscheint jedoch namentlich der Aufwand
für die Korrespondenz mit der Mandantschaft, welcher insgesamt rund 10 Stunden
umfasst. Vergleichend mit ähnlich gelagerten bzw. aufwändigen Fällen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 8'500.-- (inklusive Mehrwertsteuer und
Barauslagen) gerechtfertigt.