Decision ID: 2bc78c18-7028-49c5-a6eb-83675354bb62
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
63
, war seit dem
1.
Dezember 1986
bei
der
Y._ AG
als
Specialist
Integrated
Gifted
Education
ange
stellt und damit bei der
Elips
Versicherungen AG
(nachfolgend
Elips
) obliga
torisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als er
gemäss
Bagatellunfall-Meldung vom
28
.
September
2018 am
24
.
September
2018 beim
Hinaufsteigen der Kellert
reppe mit den Hausschuhen hängen geb
lieben, gestolpert und auf das r
echte Knie gefallen
ist
. Als Verletzung wurde eine Ent
zündung des rechten Knies angegeben
(Urk.
9
/
22
Ziff.
3-4,
Ziff.
9
).
Die
Elips
aner
kannte ihre Leistungspflicht.
Das am
9.
Oktober
2018 durchgeführte MRI des
rechten Knies
ergab
einen komplexen Riss des medialen Meniskus mit dislo
zier
tem freie
m
Meniskusrand nach
interkondylär
(Korbhenkelriss), eine intakte Dar
stellung der Kreuz- und Kollateralbänder und nur geringe degenerative Knorpel
schäden sowie eine begleitende Kapselläsion des medialen
Retinakulums
ohne umschrieben abgrenzbaren Einriss
(Urk.
9
/
17
).
Am
1
9.
Oktober 2018 erfolgte in der
Klinik Z._
eine operative Sanierung des rechten Knies (
Urk.
9/
6-7
).
Mit Verfügung vom
3.
Dezember 2018
stellte die
Elips
gestützt auf die Akten
be
urteilung durch
den beratenden Arzt
Dr. med.
A._
, Facharzt für
Allge
meine Innere Medizin
, vom
2
1.
November 2018
(vgl. Urk.
9
/
9
), wonach der Status quo
sine
spätestens am 1
8.
Oktober 2018 erreicht gewesen sei
und kein begrün
deter Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den vorliegenden
Beschwerden bestehe,
die Leistungen rückwirkend per 18.
Oktober
2018 ein (Urk.
9
/
4
). Die vom Versicherten am
2
7.
Dezember 2018
und am 1
4.
Februar 2019
erhobene Einsprache (Urk.
9
/
2
-
3
) wies die
Elips
gestützt auf eine weitere versiche
rungsmedizinische Stellungnahme von
Dr.
A._
und
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, vom 1
9.
Februar 2019 (
Urk.
9/1)
mit
Einspracheentscheid
vom 2
4. Juni 2019 ab (
Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
6
.
August
2019 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 2
4
.
Juni
2019 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen
zuzusprechen. Eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks Einholung eines radiologischen und knieortho
pädischen Gutachtens zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals über seine gesetzlichen Ansprüche entscheide
(Urk. 1 S.
2
).
Mit Beschwerdeantwort vom
15
.
Oktober
2019 (Urk.
8
) beantragte die
Elips
die
Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 2
2.
Oktober
2019 (
Urk.
12
) wurde von Amtes wegen eine Berichtigung der Parteibezeichnung vor
genommen und als beklagte Partei die
Elips
Versicherungen AG [zuvor:
Elips
Life AG]
bezeichnet. Am
7.
Februar 2020 reichte der Beschwerdeführer seine Replik (
Urk.
16) ein und beantrag
t
e, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten für das orthopädische und radiologische Konsilium in der Höhe von
Fr.
2‘250.-- zu übernehmen (
Urk.
16 S. 2).
Am
9.
März 2020 erstattete die Be
schwerdegegnerin ihre Duplik (
Urk.
21), welche dem Beschwerdeführer am 1
0.
März 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen,
sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind
(Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b),
Meniskus
risse
(
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.
2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36
Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG
)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2
.
2
.1
Gemäss der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 2
8.
September 2018 (
Urk.
9/22)
war
der Beschwerdeführer am 2
4.
September 2018 beim Hochlaufen der Keller
treppe mit den
Hausschuhen hängen geblieben, gestolpert und auf das Knie ge
fallen
.
Als Schädigung wurde eine Entzündung im rechten Knie genannt (
Ziff.
6 und
Ziff.
8).
2
.
2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Radiologie und Neuroradiologie, führte nach am
9.
Oktober 2018 dur
chgeführtem
MRI des rechten Knies in seiner
gleichentags erstellten
Beurteilung
(
Urk.
9/17)
aus, dass sich ein komplexer Riss des medialen Meniskus mit disloziertem freie
m
Meniskusrand nach
interkondylär
entsprechend einem Korbhenkelriss
sowie eine
intakte Darstellung der Kreuz- und Kollateralbänder und
nur geringe degenerative Knorpelschäden
gezeigt
hätten
.
Zudem
bestehe eine
begleitende Kapselläsion des medialen
Retinakulu
ms
ohne umschrieben abgrenzbaren Einriss.
2
.
3
Im Bericht der
Klinik Z._
vom 1
2.
Oktober 2018 (
Urk.
9/18) wurde als Diagnose eine Korbhenkelläsion des rechten Kniegelenks nach Knietrauma am 2
4.
September 2018 genannt. Der Patient habe am 2
4.
September 2018
auf der
eigenen Haustreppe beim Herausgehen aus dem Keller einen Sturz mit direktem Anprall auf das Kniegelenk erlitten.
Nach initial konservativem Therapieversuch und Frakturausschluss mittel
s
Röntgen sei bei persistierenden Beschwerden eine
MRT-Diagnostik durchgeführt worden. Diese habe eine komplexe Innenmenis
kus
läsion mit einem nach vorne geschlagenen Korbhenkel und einer
Streckhem
mung des rechten Kniegelenks
ergeben.
Nebenerk
rankungen seien nicht vorhan
den
, und die Schwellung habe sich etwas zurückgebildet. Der Patient leide unter einer
partiellen Gelenksblockade mit Extensionsdefizit bei einem umgeschlag
enen Korb
henkelriss des Innenmeniskus. Das operative Vorgehen und die Nach
behandlung seien besprochen worden.
2
.
4
Dr.
med.
D._
, praktische Ärztin, nannte in ihrem Bericht vom 1
5.
Okto
ber 2018 (
Urk.
9/
10
) als Diagnose einen komplexen Riss des medialen Meniskus mit disloziertem freie
m
Meniskusrand nach
interkondylär
(Korbhen
kel
riss)
am rechten
Knie (MRI Befund
9.
Oktob
er 2018) bei Status nach Kniekontusion rechts am 2
4.
September 2018 (S. 1 Mitte).
Dr.
D._
führte aus, dass der Patient berichtet habe, dass er am 2
4.
September 2018 bei
m
Hinaufsteigen auf der Treppe auf sein rechtes Knie gestürzt
sei. Hierbei habe er ein knackendes Geräusch wahrgenommen. Er habe Schmerzen im Bereich
der visuellen Analogskala (
VAS
) von
6-7, vor allem beim Bewegen des Knies. Sie habe den Patienten zum ersten Mal am
4.
Oktober 2018 in ihrer Sprechstunde zur Verlaufsbeurteilung gesehen. Er sei zuvor bei ihrer Kollegin
gewesen
, welche eine Kniekontusion diagnostiziert und ein konservatives Procedere mit Schmerztherapie, Schonung und Knieban
dage eingeleitet habe.
Nach erfolgten bildgebenden Abklärungen sei
eine Über
we
isung des Patienten an die K
linik
E._
erfolgt (S. 2 oben).
2.5
Im am 1
8.
Oktober 2018 vom Beschwerdeführer unterzeichneten Fragebogen (
Urk.
9/15) führte dieser zum Unfallhergang aus, dass er beim Hochlaufen auf der Kellertreppe
mit dem Schuh am Tritt hängen geblieben
und dann auf das rechte Knie gefallen sei. Zur Frage, ob sich etwas Besonderes ereignet habe
,
hielt er fest,
dass es beim Hinfallen und danach beim Versuch aufzustehen im Knie ein Ge
räusch und einen starken Schmerz gegeben habe
. Er habe das Knie danach nicht mehr belasten können, da der Schmerz zu gross gewesen sei
. Die Beschwerden hätten sich unmittelbar nach dem Sturz bemerkbar gemacht
(S. 1).
2.6
Prof.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Klinik Z._
, nannte in seinem Austrittsbericht vom 2
2.
Oktober 2018 (
Urk.
9/
6
) als Diagnose
eine traumatische nach ventral luxierte Korbhenkelläsion des Innenmeniskus
des rechten
Kniege
lenk
s
(S. 1 Mitte). Prof.
F._
führte aus, dass der Beschwerdeführer vom 1
9.
bis 2
2.
Oktober 2018 hospitalisiert gewesen sei. Am 1
9.
Oktober
2018
habe eine Kniearthroskopie
rechts und eine sparsame Teilresektion
anteromedial
statt
gefunden mit Schleimhaut-Innenmeniskus-Reposition, Rissrand-
Anfrischung
,
Needling
und
Refixation
des
rechten Innenmeniskus.
Es habe sich ein verzögerter Verlauf mit Schwellung und hohem Schmerzlevel gezeigt (S. 1)
.
2.7
Am 2
1.
November 2018 erstattete
Dr.
A._
seine versicherungsmedizinische Stellungnahme und Aktenbeurteilung (
Urk.
9/9).
Dr.
A._
führte aus, dass der Versicherte am 2
4.
September 2018 auf der Treppe gestürzt und es zu einer
direkten Kniekontusion
gekommen sei.
Aufgrund der anhaltenden Beschwerden sei am
9.
Oktober 2018 eine MRI-Untersuchung durchgeführt worden, welche einen isolierten Innenmeniskusschaden im Sinne eines
Korbhenkelrisses bei leichten Knorpelschäden
ergeben habe,
welche Befunde freilich abnützungs
bedingt seien
.
Als Verursacher eines traumatischen Meniskusrisses sei
e
ine
Knie
kontusion
ungeeignet und
diese
führe in der Regel lediglich zu einer vorüber
ge
henden Verschlimmerung eines degenerativ bedingten Vorzustandes
(S. 5
Ziff.
3 oben)
.
Beim Versicherten
seien
praktisch intakte Bandstrukturen mit leichter Degeneration sowie abnützungsbedingten Knorpelschäden festgestellt worden. Ein
e
Bone
Bruise
habe sich in der Bildgebung nicht gezeigt
, was gegen eine traumatische Meniskusläsion spreche
(S. 5
Ziff.
3 Mitte).
Dr.
A._
führte aus, dass die Bildgebungs-Befunde überwiegend wahrscheinlich abnützungsbedingt seien, was in Anbetracht des Alters des Versicherten
nichts Aussergewöhnliches sei
(S. 5
Ziff.
3 unten).
Auch sei der Beschwerdeführer
lediglich z
wei Tage arbeits
unfähig gewesen, was gegen eine
traumatische Genese
spreche
(S. 6 oben)
. Das rubrizierte Ereignis habe aber lediglich zu einer vorü
be
rgehenden Verschlimme
rung eines degenerativ bedingten Vorzustandes geführt. Aufgrund der Tatsache, dass die Operation am 1
9.
Oktober 2018, also
in der Zeit der vorübergehenden Verschlimmerung durchgeführt worden sei, sei der Status quo sine am Vortrag der Operation, also am 1
8.
Oktober 20
18
,
erreicht gewesen (S. 6 Mitte). Das Ereignis vom 2
4.
September 2018 sei teilkausal im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmer
ung gewesen. Als unfallfremde Ursachen
,
welche mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an der derzeitigen gesundheitlichen Störung mitwirkten
,
nannte
Dr.
A._
ein degenerativ bedingtes Kniegelenk im Sinne eines isolierten Innenmeniskusschadens sowie diverse abnützungsbedingte Knor
pelschäden. Der Status quo sine sei am Vortag der den Vorzustand behandelnden Operation, also am 1
8.
Oktober 2018
,
erreicht gewesen
(
S. 6 f.
Ziff.
4.1-4). Ab
schliessend hielt
Dr.
A._
fest, dass dem Versicherten aufgrund seines Alters und der Tatsache, dass heute bekannt sei, dass Operationen nicht zwingend einen besseren Outcome hätten
als der konservative Therapieansatz, dessen Forts
etzung
hätte
empfohlen werden sollen
(S. 7
Ziff.
4.5).
2.8
In ihrem Schreiben vom
4.
Dezember 2018 (
Urk.
9/5) führte
Dr.
D._
aus, dass
aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar
sei
, weshalb es sich um eine degenerativ bedingte Erkrankung handle
.
Der
Patient habe vor dem Sturzereignis über viele Jahr regelmässig Sport im Fitnessstudio getrieben, ohne jemals über Kniebeschwerden geklagt zu haben. Er befinde sich seit September 2010 bei ihnen in Behandlung
,
und es sei
vor
dem aktuellen Sturzereignis
nie
zu einer Konsul
tation
aufgrund
eines Knieleidens gekommen, weshalb eine degenerative Genese des Verletzungsmusters unwahrscheinlich sei (S. 1).
2.9
Prof.
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates,
führte in seinem Aktenkonsilium vom 1
5.
Januar 2018 [richtig wohl: 2019] (
Urk.
17/1) zum Unfallereignis vom 2
4.
Septem
ber 2018 aus,
dass sich aus der MR-tomographischen Untersuchung sowie der
intraoperativen Bilder
Zeichen einer Traumatisierung des Kniegelenkes auf der medialen Seite und ein nach
intracond
ylär
dislozierter Meniskus bei m
inimalen degenerativen Veränderungen im Bereich des Kniegelenkes
erg
äben
(S. 2 Mitte)
.
Aus seiner klinischen Erfahrung sei ihm kein degenerativer Korbhen
ke
lriss bekannt
. Das Kniegelenk des Beschwerdeführers weise
nur minimale dege
nerative Veränderungen
auf. Aus diesem Grund sehe er die Unfallgenese als Ursache für das Leiden als mehr als wahrscheinlich, sogar als überwiegend wahr
scheinlich an.
Dies umso mehr,
als
das Kniegelenk in seiner Mechanik bei einem nach medial luxierten Meniskus derart gestört sei, dass es kaum vorstellbar sei, dass ein Patient mit einem
medialisierten
Meniskus längere Zeit sportlich oder im Alltag ohne stärkere Funktionseinschränkungen aktiv sein würde
. Dies könne in Einzelfällen möglich sein, sei in der Masse aber nicht gegeben.
Prof.
G._
führte aus, dass sich
für ihn
aufgrund der MR-tomographischen Bildgebung nicht beurteilen lasse, ob das Innenband wirklich in der Kontinuität vorhanden sei, oder ob die Traumatisierung im Bereich des medialen Kniege
lenkes nur die dorsalen Anteile des Innenbandes betreffe. Es erscheine ihm
zwar möglich,
jedoch nicht als statthaft, wie dies der beurteilende Versicherungsarzt getan habe,
die Läsion als Prellung zu beschreiben
(S. 3 oben).
Ob
das Unfall
ereignis eine Knieverdrehung, eine Knieverdrehung mit anschliessender Prellung bei an
sich beim Treppensteigen üblicherweise flektiertem Kniegelenk gewesen sei
, könne retrospektiv nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden. Alle Unfall
vorgänge wären möglich und würden aufgrund der Geschwindigkeit eines Unfall
ereignisses in de
r
Regel auch nicht von den Betroffenen in der Detailliertheit
wahrgenommen
und könnten deshalb auch nicht im Detail berichtet werden (S. 3
Mitte).
2.10
Dr.
A._
und
Dr.
B._
führten in ihrer versicherungsmedizinischen Aktenbeurteilung vom 1
9.
Februar 2019 (
Urk.
9/1) hinsichtlich des Ereignisses aus, dass der Versicherte offenkundig ein Anpralltrauma erlitten habe, welches
gemäss unfallchirurgisch-orthopädischer Lehre für die Verursachung einer Menis
kusläsion grundsätzlich ungeeignet sei (S. 8 Mitte).
Bei
der
einspracheweise
vor
gebrachten Erklärung, wonach es zu einer Verdrehung des rechten Knies gekom
men sei, handle es sich um eine in Kenntnis der Pathologie erstellte nachge
scho
bene, nicht-echtzeitnahe hypothetische Erklärung im Sinne einer veränderten Ereignisschilderung, die vermeintlich zum Schadensbild passe (S. 7 Mitte).
Zu den MRI-
Befunden führten
Dr.
A._
und
Dr.
B._
aus, dass der fachra
diologische Befund auf typisch degenerative Veränderungen hingewiesen habe. Für eine chronische, abnützungsbedingte Überlastung des Kniegelenkes habe überdies die beschriebene minimale
Bakerzyste
gesprochen (S. 9 f.
Ziff.
3.3)
. Als traumatisch einzuord
n
en sei die diffuse ödematöse
Aufreibung
des medialen
Retinakulums
bei bemerkenswert intaktem mediale
m
Kollateralband. Dieses Schädigungsbild passe nämlich zum direkten Anpralltrauma, denn bei einem solchen werde das
mediale
Retinakulum
sehr häufig in Mitleidenschaft gezogen
. Dass bereits am
9.
Oktober 2018, mithin bloss 15 Tage nach dem Ereignis, nur ein geringer residualer Gelenkerguss vorgelegen habe, spreche ebenfalls eher gegen einen traumatischen Kniebinnengelenkschaden (S. 10 Mitte). Die medi
zinische Lehre zeige, dass isolierte Meniskusrisse in der Regel degenerativer Natur seien (S. 10 unten ff.
).
Weiter sei aufgrund der Einklemmsymptomatik und des
v
orliegenden Korbhenkelrisses mit Meniskusfragment keine zwingende Opera
tions
indikation gegeben gewesen (S. 13 ff.
Ziff.
3.5).
Dr.
A._
und
Dr.
B._
hielten fest, dass die Aussage der Rechtsver
tretung, wonach ein Korbhenkelriss klinisch symptomatisch gewesen sein müsste, falsch sei.
Unzutreffend sei, dass Longitudinalrisse in der Regel traumatischer Genese seien. Aus der
Rissform
könne
nicht abgelesen werden, ob es sich um eine degenerative oder traumatische Ursache gehandelt habe (S. 15
Ziff.
3.6).
Die Rechtsvertretung habe mit ihrer Einlassung d
e facto die fachliche Ei
g
n
ung d
es unterzeichnenden Internisten
,
e
inen solchen Fall zu beurteilen
,
anerkannt (S. 17
Ziff.
3.7).
Durch
das rubrizierte Ereignis
sei es
zu einer vorübergehenden Ver
schlimmerung eines abnutzungsbedingt erkrankten Kniegelenks gekommen (S. 17
Ziff.
3.8 unten f.).
Zusammenfassend werde der gesetzliche Unfallbegriff als erfüllt betrachtet und es sei hinreichend belegt, dass der Versicherte ein Anpralltrauma
erlitten
habe. Da keine gewaltsame Verdrehung des Knies bei blockiertem Unterschenkel/Fuss stattgefunden habe, sei der Innenmeniskus-Korbhenkelriss primär degenerativ
verursacht. Dieser sei vorher asymptomatisch gewesen. Das Unfallereignis stelle lediglich eine Zufalls- beziehungsweise Gelegenheitsursache im Sinne der Be
schwerdeauslösung, nicht aber die eigentliche Ursache dar. Zur Dislokation des Korbhenkels wäre es auch bei einer banalen Bewegung gekommen. Die von Prof.
F._
am 1
9.
Oktober 2018 durchgeführte Operation ziele auf die Behand
lung eines Vorzustandes ab, weshalb es gerechtfertigt gewesen sei, den Status quo sine auf den Vortrag der Operation festzulegen (S. 18 Mitte).
Eine richtung
gebende Verschlimmerung durch das Unfallereignis habe nicht stattgefunden, sondern überwiegend wahrscheinlich eine vorübergehende (S. 20 oben).
2.11
Am 1
7.
Januar 2020 erstattete PD
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Radio
logie,
seinen
vom Beschwerdeführer veranlassten radiologischen Befundbericht
zur MRT-Untersuchung vom
9.
Oktober 2018 des rechten Knies
(
Urk.
17/2).
PD
Dr.
H._
führte aus, dass ein zirkulärer (longitudinal verlaufender) Riss des Innenmeniskus vorliege, der sich von der hinteren Meniskuswurzel bis an den Übergang des Vorderhor
n
s zur Pars
intermedia
durchgehend erstrecke, mit nach zentral umgeklapptem Meniskusfragment, das in der
interkondylären
Region abgrenzbar sei. Derartige Korbhenkelrisse seien überwiege
nd traumatisch verur
sacht. Des W
eiteren liege eine Typ III Ruptur des medialen Kollateralbandes am
tibialen
Ansatz vor, betreffend die vorderen 50
%
, sodass ein weiterer Hinweis für ein stattgehabtes Trauma mit Rotationskomponente vorliege (S. 3 Frage 1). Aus fachradiologischer Sicht lägen
nur minimale degenerative Veränderungen
im
Kniegelenk vor. Diese Veränderungen würden in der Stellungnahme von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
als erhebliche degenerative Befunde eingestuft, was aus fachr
adiologischer Sicht falsch sei
(S. 4
Ziff.
3
Mitte).
Die beschrieben
e
Baker-Zyste sei minimal in der Ausdehnung
,
und der Befund sei als im Rahmen der Norm einzustufen. Insofern sei die Aussage, es handle sich um eine Verän
de
rung, die durch eine chronische, abnützungsbedingte Überlastung des Kniege
lenkes verursacht sei, nicht haltbar (S. 4
Ziff.
3 unten). Auch die Behauptung, dass 15 Tage nach dem Unfall der intraartikuläre Erguss nur moderat ausgeprägt sei, und dies gegen ein Trauma spreche, könne nicht nachvollzogen werden (S. 5 oben).
PD
Dr.
H._
führte aus, dass die deutliche, ödematöse Weichteilinfiltration im Bereich des
ruptierten
medialen Kollateralbandes im Rahmen einer diffusen Hämorrhagie durch die Bandruptur erklärt sei und auf ein stattgehabtes Distor
sionstrauma hindeute
.
Es handle sich nicht um das bildgebende Äquivalent einer klassischen klinischen Prellmarke
,
und das MRT beweise kein Anpralltrauma,
wie dies behauptet werde. Aus bildmorphologischer Sicht sei es sehr wahrscheinlich, dass ein Status nach Distorsionstra
uma mit Bandverletzung vorliege
und eine sekundäre, hämorrhagische Infiltration des subkutanen Fettgewebes (S. 5 Mitte).
PD
Dr.
H._
führte aus, dass der Versuch der Gutachter, die bestehende Läsion als degenerativ einzuordnen, den wesentlichen Konsenspapieren übe
r Meniskus
läsionen widerspreche (S. 5 unten). Aus radiologischer Sicht liege mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit eine unfallkausale Genese zugrunde (S. 6 oben).
Es sei weiter unumstritten, dass eine luxierte Korbhenkelläsion mit Blockaden und Schmerzen operiert werden müsse. Die Argumentation, ein konservativer Be
handlungsversuch wäre sinnvoll gewesen, sei nicht haltbar (S. 6 Mitte).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem 3.5 Wochen nach dem Unfall
ereignis
vom 2
4.
September 2018
erfolgten Fallabschluss
per 1
8.
Oktober 2018, mithin einen Tag vor der am 1
9.
Oktober 2019 durchgeführten Kniearthroskopie (
Urk.
9/7, vorstehend E.
2.6
)
,
auf die Be
urteilung
en
ihrer
beratenden Ärzte
Dr.
A._
vom 2
1.
November 2018 und
von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vom 1
9.
Februar 2019 (vorstehend E.
2
.
7
und E.
2
.
10), wonach es durch das Unfall
ereignis vom 2
4.
September 2018 lediglich zu einer Kniekontusion und dadurch
verursachten vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzu
stan
des im rechten Knie gekommen und der Status quo sine per 1
8.
Oktober 2018
erreicht gewesen sei (
Urk.
2 S. 8 ff.
Ziff.
2.2
,
S. 10
Ziff.
3,
Urk.
8 S. 5
ff.
Rz
11
-12
,
Urk.
21 S. 3
Rz
2-3, S. 5 f.
Rz
9-11, S. 6
Rz
15, S. 7 f.
Rz
17-21
).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin können diese Beurteilungen
ihrer beratenden Ärzte
aus den nachfolgend
noch darzu
leg
enden
Gründen
nicht als
beweiswertig im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (
vorstehend E. 1
.
5
) angesehen werden.
Hinsichtlich de
s
vom
Beschwerdeführer im Rahmen seiner Beschwerde vorge
brachten
Ersuchen
s
um Klärung
der Rechtsfrage
betreffend
d
as
Verhältnis
von
Art.
4 ATSG zu
Art.
6
Abs.
2 UVG
(
Urk.
1
S. 8 f.
Rz
25-27, S. 16 f.
Rz
47-48
)
ist vorab festzuhalten
, wie
der Beschwerdeführer dann
in seiner Replik
vom 7.
Februar 2020
ausführte
(
Urk.
16 S. 5 f.
Rz
17),
dass das Bundesgericht
am 24.
September 2019 in BGE 146 V 51
über diese
Rechtsfrage
entschieden hat. Zusammenfassend wurde festgehalten
, dass,
sofern der Unfallbegriff bei einer Listen
verletzung
erfüllt ist, eine Deckungsprüfung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG ent
fällt. Damit
ist
das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, indem sie bei Annahme eines Unfallereignisses in der Folge auf die Prüfung einer unfallähnlichen Körper
schädigung
nach
Art.
6
Abs.
2 UVG
verzichtet hat, nicht zu beanstanden.
3.
2
Vorliegend besteh
t
bereits hinsichtlich des Unfallhergangs Uneinigkeit zwischen
den Parteien. Während
die Beschwerdegegnerin gestützt auf ihre beratenden Ä
rzte
von einem einfachen Anpralltrauma ausging, berief sich der Beschwerdeführer darauf, sich am
2
4.
September 2018
das rechte Knie verdreht zu haben (
Urk.
1
S.
6 f. III
Rz
17-22,
Urk.
16
S. 4
Rz
9, S. 7 f
.
Rz
23
).
Bereits
Dr.
A._
ging
in seiner Beurteilung vom
2
1.
November 2018
(vorste
hend E.
2
.
7
) davon aus, dass
es
am
2
4.
September 2018
lediglich zu eine
r
für eine traumatische Meniskusläsion ungeeignete
n
Kniekontusion gekommen sei und es an einem hierfür erforderlichen Verdreh-Ereignis fehle. Diese Auffassung ver
traten
Dr.
A._
und der beigezogene
Dr.
B._
auch in ihrer Beurtei
lung vom 1
9.
Februar 2019
,
und es wurde daran festgehalten, dass lediglich eine Kniekontusion
stattgefunden
habe
und
es
dadurch
zu einer
vorübergehende
n
Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes
des rechten Knies
gekom
men
sei
(vorstehend E.
2
.
10
).
Bei dieser Einschätzung
wird jedoch von den beratenden Ärzten
der Umstand ausgeblendet
, dass sowohl
in
der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 28.
Septem
ber 2018 (vorstehend E.
2
.1)
als auch auf dem vom Beschwerdeführer am 1
8.
Oktober 2018 ausgefüllten Fragebogen (vorstehend E.
2
.
5
) ausgeführt wurde, dass er
mit den Hausschuhen beim Hochlaufen der Treppe hängengeblieben, dadurch gestolpert un
d dann auf das Knie
gefallen sei. Dieser Ablauf mit dem Hängenbleiben an der Treppe kann nicht ohne weiteres ausser Acht gelassen und auf ein blosses Anpralltrauma reduziert werden. So bein
haltet dieses Hängen
bleiben die
grosse
Wahrscheinlichkeit
, dass es
durch die kurzzeitige Fixierung des Fusses
beim anschliessenden Sturz zu einer gewissen Verdrehung des Knies gekommen ist.
Der Beschwerdeführer gab denn auch
am 1
8.
Oktober 2018
an, bereits beim Hinfallen ein Geräusch gehört und einen
starken
Schmerz verspürt zu haben und nicht erst beim Aufprall mit dem Knie auf der Treppe
, was ebenfalls für
eine
Verdrehung
und Verletzung
des Knies beim
Hängenbleiben und beim
Sturz spricht
(
vorstehend
E. 2.5)
.
3.3
3.3.1
Nachdem Prof.
G._
am 1
5.
Januar 2018 (richtig wohl: 2019)
noch festge
halten hatte,
er könne aus den Bildern nicht ersehen, ob das Innenband
-
wie
vom Radiologen beurteilt
-
wirklich in Kontinuit
ät vorhanden sei (
Urk.
17/1 S. 3
)
,
stellte
PD
Dr.
H._
im
ausführlichen und
dokumentierten
radiologischen Befund
bericht vom 1
7.
Januar 2020
(vorne E. 2.11)
fest, das mediale Kollateralband zeige e
ine die
anterioren
50
% des Bandes umfassende Ruptur auf Höhe des
tibialen
Ansatzes. Der tiefe Bandanteil, aber auch das oberflächliche Band seien betroffen
(Typ III Ruptur betreffend die vordere Hälfte des Ligaments im
tibialen
Ansatzbereich,
Urk.
17/2
S.
1
ff.
und S. 9
).
Auch
Dr.
A._
und
Dr.
B._
hatten
für ihre Beurteilung vom
1
9.
Februar 2019
– davon ist auszugehen -
die MRI-Bilder konsultiert und
die
Beschädigung des medialen Kollateralbandes
fest
gestellt
,
ohne diesen Schaden allerdings näher zu beschreiben.
S
o
berichteten
sie
und
anders als der Radiologe
Dr.
C._
(vgl. E. 2.2) nur
von einem «bemerkenswert intakten
»
(und
somit
nicht von einem intakten)
medialen Kolla
teralband
(
vorne E. 2.10
)
.
Angesichts d
es
von
PD
Dr.
H._
aufgezeigten
detail
lierten
Befund
s
ist die Angabe eines
«bemerkenswert intakten
»
medialen Kolla
teralband
es jedoch
zumindest
beschönigend
und irreführend
.
Dem fachärzt
lichen
Befund von PD
Dr.
H._
wurde seitens
Dr.
A._
und
Dr.
B._
nicht widersprochen.
Dass - wie dies
–
Dr.
A._
und
Dr.
B._
ausführten, die medizinische Lehre zeige, dass isolierte Meniskusrisse in der Regel degenerativer Natur seien (
vorne E. 2.10
)
,
verliert im vorliegenden Fall
-
angesichts
der ebenfalls
vorlie
genden
Bandverletzung - bezüglich der Frage einer
traumatisch bedingten
Menis
kusverletzung an jeglicher Bedeutung.
Entgegen
den Ausführungen der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin
hatte
Dr.
C._
in seinem Bericht vom
9.
Oktober 2019
sodann
in sämt
lichen Kompartimenten des rechten Knies lediglich
geringgradige
degenerative Veränderungen feststellen k
önnen
(vorstehend E. 2.2, vgl. auch
Urk.
9/17). Prof.
G._
stufte diese degenerativen Veränderungen in seinem Aktenkonsilium
vom 1
5.
Januar 2019 ebenfalls als
geringgradi
g
ein (vorstehend E. 2.9), und eben
so
PD
Dr.
H._
in seiner Stellungnahme vom 1
7.
Januar 2020 (vorstehend E. 2.11)
.
Angesichts dessen
bemerkte
Letzterer
zu Recht
,
es
erweise
sich als nicht nach
vollziehbar, dass die beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin von einem erheb
lichen Vorzustand sprachen (vgl.
Urk.
9/1 S. 10).
3.3.2
Da die
Dres
.
A._
und
B._
somit
beim Unfallablauf
zu Unrecht
ledig
lich
von einer
Kniekontusion ausgegangen waren und sie dem Ausmass der
Schä
digung
des medialen Kollateralbandes nicht Rechnung trugen
, sie
demgegenüber
zu Unrecht von einem erheblichen Vorzustand ausgingen
, kann auf ihre
–
damit
letztlich
auf unrichtigen Tatsachen beruhenden - Kausalitätsbeurteilungen
nicht abgestellt werden.
Im Übrigen ist, was
die fachliche Eignung von
Dr.
A._
anbelangt, dem Be
schwerdeführer ohne weiter notwendige Ausführungen beizupflichten
(
Urk.
1 S.
5 f. II.
Rz
15-16,
Urk.
16 S. 3
Rz
6)
, dass
Dr.
A._
als Allgemeinmediziner zur Beurteilung des vorliegenden
strittigen
komplexen
Meniskusschadens sowie
allfälliger bildgebende
r
Unterlagen als
fachlich nicht ausgewiesen genug
er
scheint, weshalb sich
auch
aus diesem Grund Zweifel an seiner allein erstellten Beurteilung vom 2
1.
Februar 2018 (vorstehend E. 2.7) ergeben und dieser
die notwendige
Beweiswertigkeit (vorstehend E. 1.5) abzusprechen ist.
3.4
3.4.1
Dass
am Knie gewisse
degenerative Veränderungen bestehen, ist insofern ohne Belang, als es kausalrechtlich genügt, wenn der Unfal
l eine Teilursache des Ge
sundheitsschadens darstellt (
vgl.
Urteil des Bundesgericht
U 522/06 vom 12. Okto
ber 2007
E. 5.2).
Die verlangte
Teilursächlichkeit des Unfalls in Hinblick auf die
diagnostizierte Knieverletzung mit Korbhenkelriss des medialen Meniskus
ist gestützt auf die
überzeugenden
Beurteilungen
von
Prof.
G._
vom
1
5.
Januar 2019
(vorne E.
2.9)
und von PD
Dr.
H._
vom
1
7.
Januar 2020 (vorne E. 2.11) mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit
erstellt und
zu bejahen.
Aufgrund des Unfallablaufs ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer
gewissen
Verdrehung des Knies auszugehen (
vorne
E. 3.2).
Nach dem Unfall zeigten sich mit der Ruptur des medialen Kollateralbandes am
tibialen
Ansatz (betreffend die vorderen 50
%
) und dem
Korbelhenkelriss
Verletzungen, die typischerweise auf solche Trauma
ta
mit
Rotationskomponente
zurückgeführt werden können (
Urk.
17/1 S. 2, 17/2 S. 2 ff.)
. Nach der nachvollziehbaren
Einschätzung von PD
Dr.
H._
ist auch die deutliche, ödematöse Weichteilinfiltration im Bereich des
ruptierten
medialen Kollateral
bandes durch die Bandruptur erklärt und weist auf ein stattgehabtes Distorsions
trauma hin (
Urk.
19/2 S.
5).
Ergänzend ist noch Folgendes festzuhalten:
Die
Ausführungen der Hausärztin Dr.
D._
vom
4.
Dezember 2018 (vorstehend E. 2.8), wonach der Beschwerde
führer vor dem Ereignis vom 24.
September 2018 beschwerdefrei gewesen sei,
ist
entsprechend der Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist,
sind
beweis
recht
lich nicht zulässig und
vermögen
zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 2
5.
Juli 2013 E. 5.1)
.
Dennoch
ergeben sich aufgrund der Beurteilung
en
von Prof.
G._
und PD
Dr.
H._
doch
erhebliche Zweifel daran, ob die Annahme eines stummen Vorzustandes bei vorliegendem Verletzungsbild überhaupt plausi
bel
wäre
.
So lässt sich bei der Art des Meniskusrisses mit einem nach vorne geschlagenen Korbhenkel, wie Prof.
G._
in seiner Beurteilung und PD
Dr.
H._
in nachvollziehbarer Weise festhielten, nur schwer nachvollziehen, dass sich ein
solcher Befund bis zum Unfallereignis stumm verhalten haben soll, ge
nauso wie die Aussage, dass bei diesem Verletzungsbild ein konservatives Vorge
hen erfolgsversprechend sein soll.
3.4.2
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Verneinung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
per 1
8.
Oktober 2018
nicht hätte erfolgen dürfen.
Vielme
hr ist über den 1
8.
Oktober 2018
hinaus
vom Bestehen von
natürlichen und adä
quaten
Unfallfolgen
auszugehen und die Beschwerdegegnerin entsprechend zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen über den 1
8.
Oktober 2018 zu erbringen.
Die
Beschwerde
ist
gutzuheissen
und der angefochtene
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
ist
aufzuheben.
4
.
4
.1
Ausgangsgemäss
steht dem
Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3
des
Gesetz
es
über das Sozialver
sicherungsgericht
,
GSVGer
). Entsprechend ist ihm eine Prozessentschädigung von Fr.
3‘500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.
4
.
2
Der Beschwerdeführer beantragte weiter die
Übernahme der Kosten der von ihm veranlassten
ergänzenden Beurteilungen von Prof.
G._
vom 1
5.
Januar 2019
(
Urk.
17/1)
sowie von PD
Dr.
H._
vom 1
7.
Januar 2020
(
Urk.
17/2) von insgesamt
Fr.
2‘250.--
(Urk. 16 S.
2
,
Urk.
17/3-4
).
Nach ständiger Rechtsprechung werden die notwendigen Expertenkosten als Be
standteil des Parteientschädigungsanspruches betrachtet. Voraussetzung ist stets, dass die Privatbegutachtung notwendig und einen unerlässlichen Bestandteil der materiellen Beurteilung bildete (Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2010 vom 14. April 2010 E. 2 mit Hinweis auf BGE 115 V 62).
Vorliegend erweckten insbesondere die nachgereichten Beurteilungen von Prof.
G._
sowie von PD
Dr.
H._
erhebliche Zweifel an der Schlüssigkeit der versicherungsinternen Beurteilungen
und das Gericht stellte auf die nachge
reich
ten Beurteilungen ab.
Damit handelt es sich bei den Kosten für die
Beurteilungen
von
Prof.
G._
und
PD
Dr.
H._
um notwendige Kosten im Sinne der Recht
sprechung, die von der Beschwerdegegnerin zu tragen sind. Demnach hat die Beschwerdegegnerin die Kosten für d
ie
Beurteilungen
im Umfang von
insgesamt
Fr.
2‘250.--
(Urk.
17/3-4
) zu übernehmen.