Decision ID: 42e85214-7540-48ad-9a9e-60d82071a3c5
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960
,
war
ab September 1988 bei der
Z._
und
ab 2010
weiterhin
bei der
(durch Spaltung neu gegründete
n
)
Y._
als La
germitarbeiter angestellt (Urk.
6/I/
3,
Urk.
6
/
I/1
5
/3
, Urk. 6/I/
32/1
)
.
Bei einem
U
nfall vom 2
2.
Mai 1982 hatte er eine
komplexe
Läsion mit Ruptur des vorderen und hinteren Kreuzbandes
am linken Kniegelenk
erlitten (
Urk.
6/V/1/13-15
,
Urk.
6/V/1/34
). In der Folge wurde das linke Knie über die Jahre
mehr als
zehn Mal
operiert
(
Urk.
6/V/1/
112, Urk. 6/V/
1/330-331
,
Urk. 6/V/1/394-397
)
, unter anderem erfolgte am 3.
Dezember 2003 der Einsatz einer Knie-Totalprothese links
(
Urk. 6/
V/1/194, Urk. 6/V/1/257
)
und am 14. November
2013 eine
Hemipatellektomie
(
Urk.
6/V/1/310-315)
. Die Suva erbrachte für die Folgen dieses Unfalls und die Rückfälle jeweils die
gesetzlichen Leistungen
(
Urk.
6/V/1/1-870)
.
1.2
Am
7.
Januar 2014
meldete sich
der Versicherte wegen starker
Sch
merzen
im (linken) Knie nach mehrmaligen Operationen und Kniegelenksprothese
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk. 6/I/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
ni
schen
und erwerblichen Verhältnisse ab
; unter anderem holte sie mehrmals das jeweils aktualisierte
Unfall-
Aktendossier der Suva ein
(zuletzt in Urk. 6/V/1-870)
. Ausserdem
führte
sie
Frühinterventionsmassnahmen durch (Urk. 6/
I/25-26
, Urk. 6/I/29
).
Mit Operation
en
vom
6. J
uni
und 3
1.
Juli 2014
in der Orthopädie Untere Extre
mitäten der
A._
wurde
die Knietotalprothese links
des
Beschwer
deführer
s
bei Low-grade-Infekt und Lockerung der
Femurkomponente
zweizeitig gewechselt
(Urk.
6/II/3/3
, Urk. 6/V/1/421, Urk. 6/V/1/435
)
.
Der postoperative Heilungsverlauf war wegen einer Wundheilungsstörung mit Hautnekrose
und Infekt
erschwert
(
Urk.
6/V/1/480,
Urk.
6/V/1/49
9, Urk. 6/V/1/501
).
Mit Mitteilung vom
8. Oktober 2014
stellte die IV-Stelle fest, dass
Massnahmen
zum Arbeits
platzerhalt
derzeit
aus gesundheitlichen Gründen
nicht möglich sei
en
(Urk. 6/I/28
).
Während des stationären Aufenthaltes in der
A._
vom 1
4.
Novem
ber bis 12. Dezember 2014 erfolgte a
m 15. und 25. November
sowie am
4.
Dezem
ber
2014 je eine weitere Operation am linken Kniegelenk mit
Wunddébridement
,
Wundexzision und Schraubenentfernung
sowie
Muskell
appen
deckung (Urk.
6/V/1/506, Urk. 6/V/1/512
,
Urk.
6/V/1/517-519
, Urk. 6/V/1/535
).
Am 7.
April
2015 wurde der Versicherte auf der Neurologie der
A._
vom Leitenden
Oberarzt Neurologie
Dr.
med.
B._
untersucht (
Urk.
6/V/1/571
).
Wegen Instabilitätsgefühlen, erheblichen Schmerzen und (rein formal) nicht adä
quater
Infekttherapie
(
Urk.
6/V/1/661) wurde am
21.
Januar 2016 eine weitere Operation am linken Knie
gelenk
mit
Inlaywechsel
über
Tuberositas
-Osteotomie und Bakteriologie
durchgeführt (
Urk.
6/V/1/681). Im Bericht der
A._
vom 14.
April 2016 wurde drei Monate postoperativ
schliesslich
festgehalten, da
ss
eine gewisse Besserung gegenüber der Voroperation bei allerdings kaum belas
tungsfähigem (linkem) Knie eingetreten sei, dass
eine Rückkehr in die Tätigkeit als Lagermitarbeiter nicht mehr möglich sein werde
und chirurgisch nichts mehr auszurichten sei (
Urk.
6/V/1/708).
Am 15.
Juni 2016 erfolgte bei der Suva
daraufhin
die kreisärztliche Abschlussunter
suchung
durch Dr.
med. C._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, der in Bezug auf die unfallkausalen gesundheitlichen Beeinträch
ti
gungen am linken Knie auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestam
mten Tätigkeit und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
schloss (Urk.
6/V/1/723-729).
D
en Integritätss
chaden
schätzte er in der medizinischen Beurteilung vom 1
2.
Juli 2016 auf 40
%
(Urk. 6/V
/1/763
). Gestützt darauf
stellte die Suva
die Taggeldleistungen und Kostenübernahme für die Heil
behandlungen
mit Mitteilung vom
2
7.
September 2016 per
30.
November 2016 ein (Urk. 6/V/I/817).
Mit Verfügung vom 2
9.
September 2016 verneinte sie einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente bei einer Erwerbs
ein
busse von 2.5
%
und sprach ihm eine Integritätsentschädigung zu (Urk. 6/V/1/849-852).
1.3
Bei einem Sturz am
9.
August 2016 verletzte sich der Versicherte am linken Auge, das während zwei Wochen konservativ behandelt
wurde
.
Daher wurde die am 10.
August 2018
per Ende November 2016 mitgeteilte
Kündigung des Arbeits
verhältnisses mit der
Y._
(nach Fusion ab Mitte Juni 2015
:
D._
[vormals
E._
, davor
Z._
]
, seit November 2017
:
F._
; vgl.
www.zefix.ch
) erneut ausgesprochen und erfolgte schliesslich im Oktober 2016 per Ende Januar 2017 (
Urk.
6/V/1/787,
Urk. 6/V/1/861, Urk. 6/V/37/59
).
1.4
Die
IV-Stelle
gab im weiteren Verlauf
bei
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, und
Dr.
med. H._
, Facharzt für Chirurgie und für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
ein
bidisziplinäre
s
Gutachten in Auftrag, das zweiteilig mit
psychiatrisc
hem
G
utachten vom
1
0.
Mai 2017 (Urk.
6/V/37)
und chirurgisch-orthopädi
schem
G
utachten vom 1
1.
September 2017 (Urk. 6/V/49)
erstattet wurde
.
Dazu nahm
Dr.
med. I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom Regionalen
Ärztli
chen Dienst (RAD) am 20.
September 2017 Stellung (Urk. 6/V/55/11-13). Gestützt darauf stellte
die IV-Stelle
m
it Vorbescheid vom
2
4.
November 2017 ab dem
1.
Oktober 2014 eine ganze
Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
u
nd ab dem
1.
September 2016
eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 54
%
in Aussicht
(Urk.
6/
V/57
).
Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom
6.
Februar 2018
Einwände (
Urk.
6/
V/61
). Mit Verfügung vom 2
4. Juli
2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten wie angekündigt
ab dem
1.
Oktober 2014
eine
ganze
Rente
und ab dem 1. September 2016 eine halbe Rente zu
(Urk.
2).
2.
Hiergegen
erhob der Versicherte mit Schreiben vom
13.
September 2018 Be
schwerde und beantragte, die Verfügung vom 2
4.
Juli
2018 sei aufzuheben und
die
Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen nach dem
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
, namentlich eine unbe
fristete
ganze Invalidenrente auch über den 31. August 2016 hinaus, zu gewäh
ren.
Es sei ausserdem
ein polydisziplinäres Gerichts
gutachten
einzuholen, eventualiter ein neurologisches Gerichtsgutachten;
subeventualiter
sei die
Beschwerde
gegne
rin
zu verpflichten, ein verwaltungsex
ternes polydisziplinäres Gutachten einzu
holen,
subsubeventualiter
ein verwaltungsexternes neurologisches Gutachten
(Urk. 1 S. 2). Die Beschwerde
gegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
1
6.
Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Mit Verfügung vom
3
0.
Oktober 2018 wurde die Pensionskasse
Y._
zum Prozess beigeladen (
Urk.
7 S. 2).
Diese liess sich innert der angesetzten Frist nicht verlauten
(
Urk.
10 S. 2).
In der Replik vom
4.
März 2019 (
Urk.
14 S. 1) hielt der
Beschwerdeführer
unter Beilage des Berichts von PD
Dr.
m
ed. J._
, Facharzt für Orthopädie und Trau
matologie, vom
3.
März 2019 (Urk. 15)
an seinen Anträgen fest
.
Die
Beschwer
degegnerin
verzichtete mit Eingabe vom 1
5.
März 2019 auf eine
Duplik
(
Urk.
17), was dem
Beschwerdeführer
am 19.
März 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18 S.
2).
Mit Eingabe vom 14.
November 2019 (
Urk.
19) reichte der
Be
schwer
deführer
den Austrittsbericht d
es
K._
vom 3.
Septem
ber 2019 (
Urk.
20) ein. Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete mit Eingabe vom
6.
Dezember 2019 auf eine Stellungnahme (
Urk.
23),
wovon dem
Beschwerde
füh
rer
am
1
0.
Dezember
2019 Kenntnis
gegeben
wurde (Urk.
24
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 de
s Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt
sein(
BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.3
1.3
.1
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
IVG
).
1.3
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
3
.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mung
en (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der
Verordnung ü
ber die Invaliden
versicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse ein
getreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwend
baren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
gerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
Gemäss Art. 88a Abs. 1 erster Satz IVV ist eine Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit für die Herabsetzung
oder
Aufhebung der Rente von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (zweiter Satz der genannten Verordnungsbestimmung). Das Bundesgericht wendet in der Regel den zweiten Satz von Art. 88a Abs. 1 IVV an und gewährt die bisherige Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundheitszustandes hinaus (Urteil des Bundesgerichts 9C_687/2018 vom 16. Mai 2019 E. 2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus,
dem
Beschwerdeführer
sei seine angestammte Tätigkeit als Lagermitarbeiter in der
Y._
und auch eine leidensangepasste Tätigkeit ab Oktober 2013 nicht mehr möglich gewesen, weshalb beim Einkommensvergleich kein Invalideneinkommen
berücksichtigt werden könne. A
b dem 1.
Oktober 2014 resultiere damit ein Anspruch auf eine ganze Rente mit einem Invaliditätsgrad von 100
%
.
Ab dem 1
5.
Juni 2016 sei von einem verbesserten Gesundheits
zustand
mit einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 60
%
auszugehen
.
In der angestammten Tätigkeit sei
d
er
Beschwerdeführer
weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig. Der Einkommensvergleich im Jahr 2016 ergebe bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
69'902.30 und einem Invalideneinkommen
von Fr. 32'378.25
gestützt auf die
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS
) und - wegen der langen Zugehörigkeit beim ehemaligen Arbeitgeber - nach einem
leidensangepassten Abzug von 20
%
ein Invalidi
täts
grad von 54
%
. Somit sei die ganze Rente drei Monate nach der Verbesserung des Gesundheitszustandes per
1.
September 2016 auf eine halbe Rente herabzu
setzen (Urk. 2 S. 5 f.).
2.2
Der
Beschwerdeführer
bringt dagegen vor,
die Voraussetzungen für eine Revision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG seien nicht gegeben. Die Gutachter hätten keine Einschätzung betreffend den rückblickenden Verlauf seiner Arbeitsun
fähigkeit abgegeben, was an sich sc
hon einen Mangel darstelle. Einzig der RAD-Arzt habe die Ansicht vertreten, dass
die gutachterlich attestierte Restarbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 60
%
überwiegend wahr
scheinlich bereits ab dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung vom 15. Juni 2018 bestehe. Dabei
handle es sich um eine reine Aktenbeurteilung, welche
nicht
begründet sei, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne.
V
on einer Verbesserung seines Gesundheitszustandes per 1
5.
Juni 2018
könne daher nicht
ausgegangen werden und es müsse beim unbefristeten Anspruch auf eine ganze Rente
sein Bewenden haben
(
Urk.
1 S. 7 ff.
)
.
Ferner
habe die
Beschwerdegegnerin
den Untersuchungsgrundsatz verletzt, da sie eine neurologische Begutachtung trotz entsprechender Hinweise in den Akten und im
bidisziplinären
Gutachten
auf neuropathische Schmerzen und eine Neu
ropathie
unterlassen habe
(Urk. 1 S.
9
f.
).
Des Weiteren
könne
auf das psychia
trische
Teilg
utachten von
Dr.
G._
mangels Beweiskraft nicht abgestellt werden.
Denn dieser habe in Abweichung des zu
psychiatrischer
Befunderhebung ange
wandten AMDP-Systems
(Urk. 6/
V/
37/70-72)
die Selbstbeurteilung
bei
m
Item Konzentrationsstörungen und Gedächtnis
weggelassen.
Nur durch diesen Mangel könne sich erklären, dass diesbezüglich keine Symptomausprägung vorliegen solle.
Das Item des Antriebs habe
Dr.
G._
gar nicht erst erhoben, obschon er
, der
Beschwerdeführer
,
klar seine
Antriebslosigkeit
geäussert
habe. Von den AMDP-Items der Kategorie Affektivität
seien im Gutachten nur wenige aufge
fü
hrt, obschon diese
Kategorie 21
verschiedene Items vorsehe und für die Beur
teilung von Störungen aus dem depressiven Formenkreis essentiell seien. Dieser grobe Mangel mit lückenhafter Befunderhebung erkläre die gutachterliche Ein
schätzung, dass bei ihm
k
eine depressive Störung vorliege. Dagegen seien zahl
reiche der ICD-10-Kriterien, welche für eine zumindest mittelgradige depressive Episode sprechen würden, aktenkundig. Aktenwidrig sei auch die Einschätzung von
Dr.
G._
, dass bei ihm kein
Verlust von Interessen
und Freude oder eine Aufgabe von Hobbies und sportlichen Aktivitäten vorliege. Vielmehr sei in den Akten festgehalten, dass er sich zurückgezogen habe, motivations- und energielos sei und an Interessenverlust mit Aufgabe von Hobbies (Skifahren, Fussballtrainer, Velo, Joggen) leide. Auch seine wiederkehrenden Suizidgedanken seien unbe
streitbar festgehalten. Eine rezidivierende depressive Störung sei bei ihm
nach 26 sehr belastenden, über die Jahre erfolgten Operationen mit immer wiederkeh
renden andauernden starken Schmerzen
zudem offensichtlich
.
Auch
hätte
bei,
wie
vorliegend
,
massiv
anderslautender Beurteilung der behandelnden Ärzte und Therapeuten
nach den Leitlinien
eine Fremdanamnese von diesen und ausserdem eine Fremdauskunft bei der Ehefrau
eingeholt werden müssen
.
Hinsichtlich
der Einschätzung von
Dr.
G._
nach der
Mini-ICF-APP
(Urk.
6/
V/37/72-74) sei seine Beurteilung des Schweregrades der Beeinträchtigungen zu kritisieren. So sei bei
spielsweise nicht ersichtlich, weshalb er in den Fähigkeiten zu ausserberuflichen Aktivitäten nur leichtgradig eingeschränkt sein soll
e
, obschon er sich nur mit einer immobilisierenden Orthese bewegen und schmerzbedingt nicht ruhig sitzen könne.
Es sei bezüglich Aktivität und Partizipation von mittleren bis schweren Einschränkungen auszugehen,
also von einer mindestens 60
%
igen
Arbeitsun
fähigkeit. Sofern hiervon nicht ausgegangen würde, müsse zusätzlich eine neu
rologische Expertise eingeholt werden. Aber selbst wenn man diesbezüglich auf
die Einschätzung von
Dr.
G._
abstellen
würde, stünde die gutachterlich-psy
chia
trische Einschätzung einer gegenwärtigen Einschränkung der Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit von maximal 30
%
in offensichtlichem Widerspruch zu den fes
t
ge
stellten mittelgradigen Beeinträchtigungen in verschiedenen Bereichen, was auch mit dem gutachterlichen Ermessen nicht zu vereinbaren wäre
(Urk. 1 S.
11
ff.). Weiter vermöge auch die übrige diagnostische Einschätzung von
Dr.
G._
n
icht
zu überzeugen.
Allein
dass keine hartnäckigen Forderungen nach medizi
nischen Untersuchungen
gestellt würden
, heisse nicht, dass keine anhaltende Schmerz
störung bestehe, zumal auch
Dr.
G._
Diskrepanzen zwischen den massiven subjektiven
Beschwerden und den erkennbaren körperlichen physi
schen (richtig: «körperlich-psychischen»; Urk. 6/V/37/83) Beeinträchti
gungen erkennen wolle. Dagegen bezeichne der orthopädische Gutachter
das Schmerz
aufkommen als mit den somatischen Befunden erklärbar. Würde eine Diskrepanz
vorliegen, spräche das gerade für das Vorliegen einer anhaltenden chronischen Schmerzstörung auf
grund von körperlichen und psychischen
Faktoren gemischt nach ICD-10 F
45.4
1.
Die von
Dr.
G._
allein gestellte Diagnose einer organisch bedingten affektiven Störung von chronischem Konsum von Opioid-Analgetika
überzeuge wenig. Sie sei nicht hergeleitet und begründet worden. Auch überzeuge nicht, dass die diag
nostizierte Verhaltensstörung durch psychotrope Substanzen bei Abhängig
keit von Opioiden (Tramadol) zu keiner Arbeitsunfähigkeit führen solle. Das
Ausmass der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit abgeleitet aus der gestellten Diagnose einer organisch bedingten affektiven Störung
sei
zu tief; diese wäre auf min
destens 60
%
festzusetzen
(
Urk.
1 S. 14 f.)
. Schliesslich sei zu bemängeln, dass keine gutachterliche Konsensbesprechung stattgefunden habe. Daher könne nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass
die von den Gutachtern aus psy
chiatrischer und orthopädischer Sicht attestierten Arbeits
unfähigkeit
en
nicht
zu kumulieren seien. Sollte
n
keine weiteren Abklärungen erfolgen, wäre zumindest eine teilweise Addition dieser beiden Arbeitsun
fähig
keiten vorzunehmen, aus welcher eine integrale Restarbeitsfähigkeit von maximal 40 % in einer leidens
angepassten Tätigkeit resultieren würde, was bei korrekter Betrachtung schon je allein unter orthopädischen oder unter psychiatrischen Gesichtspunkten ange
bracht wäre. Nach Abzug eines billigerweise zu gewähren
den leidensbedingten Abzuges von 25
%
würde ein Invaliditätsgrad von 70
%
und damit weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Rente resultieren. Im Übrigen
sei die von der Beschwer
degegnerin vorgenommene
Indikatorenprüfung
fehler
ha
ft. Bei korrekter Prüfung der Standardindikatoren wäre eine auch in psychischer Hinsicht gegebene Inva
lidisierung zu bejahen. Wegen des mangelhaften Gutach
tens von
Dr.
G._
, auf welches sich die
Indikatorenprüfung
der
Beschwerde
gegnerin
bezieh
e
,
erübrige sich
derzeit eine Klarstellung
hierzu
(Urk.
1 S. 1
5
f.
).
Für den Fall, dass dennoch auf die beiden Gutachten abgestellte werde, sei davon auszugehen, dass die Restarbeitsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt angesichts der von den Gutachtern
formulierten derart eingeschränkten Zu
mutbarkeits
profile
nicht verwertbar wäre.
Denn e
r leide
selbst in einer optimal ange
passten Tätigkeit
unter Ruheschmerzen
,
wie sich aus dem Befund von Dr.
H._
mit ausgeprägter schmerzhafter Berührungsempfindlichkeit
(Urk.
6/V/49/8
) und
aus
der Einschätzung des Oberarztes
Dr.
med. L._
, dass auch nachts
alltägliche Schmerzen
auftr
ät
en
(Konsultationsbericht der
A._
vom 2
8.
Januar 2014; Urk
. 6/V/1/357-358,
Urk. 6/V/49/14)
,
ergebe
.
Dazu komme, dass
er nach
Dr.
H._
(Urk. 6/V/49/18) gleichzeitig die Möglichkeit haben sollte, das linke Bein in einer möglichst schmerzfreien Position zu lagern und eine vollständig immobilisierende Knieorthese tragen müsse
(
Urk.
1 S. 16 ff.).
Ausserdem leide er unter
Lumboischialgien
, welche trotz des fehlenden bildgebenden Korrelates aufgrund der durch den Knieschade
n links zwangsläufig bestehenden
Fehlbelastung
glaubhaft seien. Im Gutachten von Dr.
H._
(Urk. 6/V/49/4, Urk. 6/V/49/7, Urk. 6/V/49/18) sei denn auch ein linkshinkendes Gangbild beschrieben und seine Schilderungen habe dieser als glaubhaft bezeichnet.
Vor diesem Hintergrund sei er mit einem Alter von 58 Jahren bereits aus orthopädischer Sicht einem Arbeitgeber
auf dem freien Arbeitsmarkt selbst bei ausgeglichener Konjunkturlage
sozialpraktisch nicht zumutbar, was erst recht bei Einbezug der psychiatrischen Beurteilung gelte.
Die Anforderungen an den Arbeitsplatz, das Ausfallsrisiko, die fehlende Versiche
rungsmöglichkeit nach Art. 9 des
Bundesgesetz
es
über den Versicherungsvertrag
(
VVG)
und Sonderanpassungen, welche ergonomisch an seine
m
Arbeitsplatz vor
genommen werden müssten, würden einen Markteintritt selbst auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt verhindern. Auch infolgedessen bestehe ein Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente
(
Urk.
1 S. 19).
In der Replik bringt der
Beschwerdeführer
zusätzlich vor,
PD
Dr.
J._
habe im jüngsten Bericht vom 3.
März 2019
(
Urk.
15)
eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes erwähnt. Neu hinzugekommen seien eine Meniskusläsion und eine b
eginnende
Chondropathie
rechts. Aufgrund des Berichts von
Dr.
J._
sei wie von diesem attestiert von einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
ge
passten Tätigkeit von nur noch 25
%
auszugehen
, so dass selbst unter der An
nahme der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ein Anspruch auf eine ganze Rente resultiere
(
Urk. 14
S.1 f.
).
Mit der
Eingabe vom 1
4.
November 2019
(
Urk.
19)
macht der
Beschwerdeführer
sodann
unter Hinweis auf den Bericht des
K._
vom 3. Septem
ber 2019 (
Urk.
20)
geltend, der Vorfall vom
3.
September 2019 demonstriere die
S
chwere der psychischen Beschwerden, an denen er seit geraumer Zeit leide. Und zwar sei er am
3.
September 2019 nach einem psychischen Zusammenbruch, in welchem Zustand
er
eine massive Überdosis Alkohol und Medikamente einge
nommen habe, per fürsorgerischer Unterbringung in das
K._
eingeliefert worden. Als Diagnose sei eine schwere depressive Episode genannt worden.
2.3
2.3.1
Es ist unstrittig und mit den vorliegenden Akten ausgewiesen, dass der
Beschwer
deführer
seit
1982
t
rotz mehrfacher
operativer Behandlungen
an Beschwer
d
en am linken Knie leidet
und
aufgrund dessen
in der angestammten
Tätigkeit als
Lagermitarbeiter
ab
dem 28. Oktober
2013 (
Urk. 6/I/32/3
, Urk.
6/V/1/294, Urk. 6/V/1/304
) und insbesondere
auch nach den Operationen vom 14.
November 2013
(
Urk.
6/V/1/310-315),
vom
6.
Juni und 31.
Juli 2014 (
Urk.
6/V/1/421, Urk. 6/V/1/435)
,
vom
15., 25.
November
und
4.
Dezember 2014
(Urk.
6/V/1/506,
Urk.
6/V/1/512,
Urk.
6/V/1/517-519,
Urk.
6/V/1/535) sowie
zuletzt
vom 2
1.
Januar
2016 (
Urk.
6/V/1/681)
anhaltend nicht mehr arbeitsfähig ist
(
Urk.
6/V/1/708,
Urk.
6/V/1/729,
Urk.
6/V/49/18
; vgl. dazu auch E. 3.2.1 hernach
)
.
Ebenfalls u
nstrittig und angesichts
der Vielzahl
dieser
Operationen
in kürzester Zeit vo
n November 2013 bis Januar 2016 mit teilweise
n
Komplikationen im
post
operativen Verlauf
(Wundheilungsstörung, Hautnekrose, Infekt; Urk. 6/V/1/480-481
,
Urk.
6/V/1/499,
Urk.
6/V/1/501)
ausgewiesen ist
, dass nach Ablauf der einjährigen Wartezeit nach
Art. 28 Abs.
1
lit
.
b IVG
per 2
8.
Oktober 2014
weiter
hin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in einer leidensange
passten Tätigkeit bestand
.
2.3.2
Ein Einkommensvergleich erübrigt sich bei dieser Ausgangslage mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (Prozentvergleich; vgl.
Urteil des Bun
des
gerichts 9C_271/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 3.1
) und es
steht
ohne Weiteres
fest, dass der
Beschwerdeführer
ab dem
1.
Oktober 2014 (
Art.
29
Abs.
3
IVG
) Anspruch auf eine ganze Rente hat (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Strittig und zu prüfen ist, ob
die
Beschwerdegegnerin
zu Recht die
ab dem
1.
Oktober 2014 zugesprochene ganze Rente per
1.
September 2016 auf ei
ne halbe Rente herabgesetzt hat.
2.3.3
Die vom B
eschwerdeführer
eingereichten Berichte von
Dr.
J._
vom
3.
März 2019 (
Urk.
15) und des
K._
vom
3.
September 2019 (
Urk.
20) sind hierbei nur soweit beachtlich, als sich daraus Rückschlüsse auf den Sach
verhalt bis zur angefochtenen Verfügung vom 24. Juli 2018 (Urk. 2) ergeben, was rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze
der richterlichen Überprüfungs
befugnis bildet (BGE 134 V 392 E. 6, 130 V 445 E. 1.2, 122 V 77 E. 2b).
3.
3.1
Zu klären ist zunächst, ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse
bis am 1. September 2016
eingetreten und damit der für
die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) gegeben ist.
Die
Beschwerdegegnerin
ging
entsprechend der
RAD-Stellungnahme vom
20. September 2017 (Urk. 6/V/55/12-13)
davon aus, dass mit der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung
vom 15.
Juni 2016 (Urk. 6/V/1/723-729)
eine Besserung des Gesundheitszustandes mit erheblicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, welche eine Neubestimmung des Invaliditätsgrades rechtfertigt,
ausgewiesen ist
(Urk. 2 S.
5
)
.
Ob dies zutrifft, bestimmt sich nach dem Vergleich des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt des Rentenbeginns am 1. Oktober 2014 mit dem Gesundheitszustand im Zeitpunkt der Rentenherabsetzung per
1.
September 201
6.
3.2
3.2.1
Im
Oktober 2014
wurde von den behandelnden Ärzten der
A._
die Wundheilungsstörung konservativ behandelt, welche
nach den Operationen vom
6.
Juni und 3
1.
Juli 2014 e
ingetreten war
(
Urk.
6/V/1/480
-481
,
Urk. 6/V/1/494). Schliesslich wurde festgestellt, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen am linken Kniegelenk wegen einer
Hautnekrose und
eines
Infekt
es mit resistentem
Staphylococcus
aureus
weitere operative Eingriffe erforderten (Urk.
6/V/1/499,
Urk. 6/V/1/501).
Diese Eingriffe mit
Wunddébridement
, Wundexzision und Schrau
benentfernung sowie Muskellappendeckung
wurden
zeitnah
Mitte November bis Mitte Dezember 2014 stationär
durchgeführt
(
Urk.
6/V/1/506,
Urk.
6/V/
1/512,
Urk.
6/V/1/517-519, Urk.
6/V/1/535).
Allein aufgrund der
mehr
fach
operativen Beanspruchungen
in relativ kurzem Zeitraum
mit postoperativen Komplikationen war der Gesundheitszustand Anfang Oktober 2014 erheblich be
einträchtigt und eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in jeglicher Tätigkeit gegeben.
Dagegen ergaben die Abklärungen im November 2015
gemäss dem Bericht der
A._
vom 2. Dezember 2015 bezüglich mikrobiologische
n
Wachs
tum
s
, Nekrose, Entzündung der Patella und Prothesenlockerung
schliesslich
u
nauffällige
Befund
e
(Urk.
6/V/1/661)
, was -
zusätzlich zur
naturgemäss post
operativen Heilung nach einer Operation - bereits auf eine gewisse Besserung
insbesondere der
Wundheilungs- und
Infekt-Problematik
hindeutet.
Auch gestal
tete sich der postoperative Verlauf
nach
der (
soweit aktenkundig)
letzte
n
Operation
am linken Kniegelenk
vom
2
1.
Januar
2016 mit
Inlaywechsel
über
Tubero
sitas-Osteotomie
und Bakteriologie
(Urk. 6/V/1/681-682
)
gemäss dem Austritts
bericht der
A._
vom 26. Januar 2016 (
Urk.
6/V/1/687-688) kompli
kationslos und die radiologische Bildgebung zeigte die korrekte Lage der
Implantate. Bei den regelmässigen Wundkontrollen hätte
n
reizlose und zuneh
mend trockene Wundverhältnisse geherrscht. Die postoperative Schmerzsympto
matik sei
zudem
unter oraler
Analgetikathe
rapie
gut beherrschbar gewesen. Sechs Wochen postoperativ wurde im Konsultationsbericht der
A._
vom
2.
März 2016 festgehalten, dass die Bakteriologie insgesamt negativ gewesen sei, die
Tuberositas
verheilt zu sein scheine und ab sofort, wenn auch bei weiterhin bestehender schmerzhafter Kniegelenksprothese, die Belastung gesteigert werden könne, so dass in zwei bis drei Wochen die Gehstöcke weggelassen werden könnten (
Urk.
6/V/1/689-690
).
Im Konsultat
ionsbericht der
A._
vom 14.
April 2016 wurde schliesslich
ausgeführt
, dass
der
Beschwerdeführer
drei Monate postoperativ eine gewisse Besserung gegenüber der Voroperation
erfah
ren habe. Insbesondere
bestehe
(anamnestisch) das Durchhängen wie vor der Operation
nicht mehr;
ansonsten seien die Befunde kaum besser, weiterhin wür
den ab und zu Blockadeerscheinungen
und Schmerzen im distalen Femur auf
treten. Ei
ne leichte Besserung
sei
noch zu erwarten, wobei das Knie allerdings kaum belastungsfähig sei und er als Lagerarbeiter
nicht mehr arbeitsfähig werde
n
würde
. Chirurgisch sei momentan sicherlich nichts mehr auszurichten
und das Knie sollte hier in Ruhe gelassen werden. Eine nächste Kontrolle (beim operie
re
nden Oberarzt Dr.
med. M._
,
Urk.
6/V/1/682) sei nicht mehr geplant. Eine Jahreskontrolle finde dann Anfang 2017 statt
(Urk. 6/V/1/708
)
.
Auch hieraus geht hervor, dass im Vergleich zum Gesundheitszustand vom Herbst 2014
spätestens nach der letzten Operation vom 2
1.
Januar 2016
eine gewisse postoperative Besserung eingetreten ist, welche
- im Gegensatz
noch
zum Ge
sundheitszustand Anfang Oktober 2014 -
den Abschluss der chirurgisch-ortho
pädischen Behandlung in der Orthopädie der
A._
nach der opera
tiven Versorgung erlaubte.
Eine Besserung des Gesundheitszustandes bis
spätes
tens
am 1
5.
Juni 2016
gegenüber jenem Anfang Oktober 2014
in Bezug auf die Beschwerden am linken Kniegelenk, welche die Arbeitsunfähigkeit ursprünglich verursachten,
ist damit ausgewiesen.
3.2.2
In Bezug auf die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit war dementsprechend
bereits
im Bericht der
A._
vom
2.
März 2016
eine sitzende Tätigkeit, wenn möglich mit ku
rzen Gehstrecken dazwischen, erwähnt worden (Urk. 6/V/1/689-690). Der Kreisarzt
Dr.
C._
schloss schliesslich im
kreis
ärzt
lichen Abschlussbericht vom 15.
Juni 2016
nach
klinischer Untersuchung,
unter Berücksichtigung der
Vorakten
und
der bildgebenden Befunde
auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
, grundsätzlich sitzenden
Tätigkeit
mit zeitlich kurzen Steh- und Gehphasen sowie ohne
häufiges und repetitives Heben sowie T
ragen von Lasten bis maximal 15
Kilogramm (
Urk.
6/V/1/729).
Im Schreiben vom 1
3.
September 2016
erklärte
Dr.
M._
, (mittlerweile) L
eitende
r
Oberarzt Orthopädie der
A._
, dass er die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung vom 15. Juni 2016 grundsätzlich teile, wobei fraglich sei, ob eine 100%ige Arbeitstätigkeit wieder möglich sei. Dies sei indes im Rahmen wie von
Dr.
C._
erwähnt anzustreben (
Urk.
6/V/1/788).
3.2.3
Somit
wurde sowohl vom beurteilenden Kreisarzt als auch vom behandelnden Orthopädischen Chirurgen
eine
erhebliche
Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
gepassten Tätigkeit
in Bezug auf die Beschwerden am linken Kniegelenk
nunmehr
als dem
Beschwerdeführer
zumutbar erachtet
.
Der chirurgisch-orthopädische Gutachter
Dr.
H._
kam
gemäss seinem Gutachten vom 1
1.
September 2017 (Urk. 6/V/49)
rund zehn Monate nach der kreisärztlichen Einschätzung aufgrund seiner Untersuchung vom 2
7.
April 2017 schliesslich ebenfalls zum Schluss, dass dem
Beschwerdeführer
trotz seiner Beeinträchtigungen am linken Bein und
zusätzlich
unter Berücksichtigung der
rezidivierenden
Lumboischialgien
(Urk. 6/V/49/8) eine leidensangepasste Erwerbs
tätigkeit be
i einer Arbeitsfähigkeit von 60
% zumutbar sei (Urk. 6/V/49/60).
3.2.4
Damit befanden
die
Ärzte
in Bezug auf die somatischen Beschwerden
überein
stimmend
, dass dem
Beschwerdeführer
im weiteren Verlauf nach Abschluss der operativen Behandlungen
eine Arbeitsfähigkeit
zumutbar sei.
3.3
3.3.1
Die
derzeitige
Aktenlage in Bezug auf den
psychische
n
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sprich
t
ebenfalls
nicht gegen ein
e Arbeitsfähigkeit
ab Mitte
Juni
2016
respektive
ab
der strittigen Rentenherabsetzung
per
1.
September 201
6
.
Denn
ab dann
hat der
Beschwerdeführer, wie sich seinen Anga
ben gegenüber dem Gutachter Dr.
G._
entnehmen lässt, weder ambulante noch stationäre psychiatrische Behandlungen in Anspruch genommen (Urk.
6/V/37/59-60
, Urk. 6/V/37/69
)
.
Dementsprechend
sind
auch keine Berichte von psychiatrischen Ärzten vor
handen
.
Bezüglich seines
damaligen psychischen Gesundheitszu
stand
es
liegt einzig der Bericht
vom 19.
Juli 2016
(
Urk.
6/IV/6)
der P
sycho
thera
peutin
N._
(Fach
psychologin für Psychotherapie FSP und Psychotherapeutin ASP)
vor
, bei welcher
der
Beschwerdeführer
ab
dem 23. Okto
ber 2014 (Urk. 6/IV/6/1)
auf Empfehlung der Suva hin
eine Psychotherapie
absolvierte (Urk. 6/V/37/59).
Die Psychotherapeutin
gab
in ihrem Bericht
an, aufgrund der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (
PTBS;
ICD-10 F43.1) infolge des Unfalls vom 2
2.
Mai
1982 (mit verzögerte Reaktion wegen dauernder Operationen
; Urk.
6/IV/6/1
) sei höchstens
eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
verteilt auf die Woche möglich (Urk. 6/IV/6/3).
Daraus kann
jedoch
nicht
bereits
auf eine rechtlich be
deutsame
Einschätzung der
Arbeitsunfähigkeit
in diesem Zeitraum geschlossen werden. Denn die
Arbeitsfähigkeit kann rechtsprechungsgemäss grundsätzlich nicht allein gestützt auf Aussagen von nicht-medizinischen Per
sonen festgelegt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_758/2016
vom 4.
Januar 2017 E.
5.2.1 mit Hinweis).
Zusätzlich sind die
diesbezüglichen Aussagen infolge des vorliegend besonderen Vertrauensverhältnisses
zwischen der Psychologin und dem
Versicherten
rechtsprechungsgemäss
mit Vorsicht zu werten (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_852/2013 vom 11. Dezember 2014 E. 4.3 mit Hinweisen).
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
G._
führte
im Gutachten vom 1
0.
Mai 2017
zum Bericht der Psychotherapeutin
N._
vom 19. Juli 2016
(Urk.
6/IV/6)
zudem
zutreffend
aus
, dass
darin
bei der Frage nach der Arbeits
fähigkeit (Urk.
6/IV/6/3) auf eine ärztliche Beurteilung verwiesen werde und
(
gleichzeitig
)
beurteilt worden sei, dass dem
Beschwerdeführer
aus psycholo
gisch/psychiatrischer Sicht aufgrund der oben angeführten Diagnose höchstens eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
verteilt auf die Woche zu
mutbar sei. Die Ein
schätzung der Psychologin sei indes keine fachärztliche psychiatrische Beurtei
lung der Leistungsfähigkeit und daher sei ihr Hinweis, dass es sich um eine psy
chiatrische Beurteilung der Leistungsfähigkeit handle, nicht korrekt (Urk
. 6/V/37/78).
3.3.2
Inhaltlich überzeugt sodann
die
von der Psychotherapeutin gestellte Diagnose einer PTBS
ebenfalls
nicht. Insbesondere entsprach die von ihr genannte Ursache, der Unfall vom 2
2.
Mai 1982,
keinem traumatischen
Ereignis
mit dem
im ICD-10
F43.1
geforderten Schweregrad
(
belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophen
arti
gem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde
; vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Stö
rung
en, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auflage 2015, S.
201
).
Vielmehr zog sich
der
Beschwerdeführer
die
linksseitige
Knieverletzung bei Ausübung eines Hobbys, nämlich beim Fussballspielen
(Urk.
6/V/1/13-21
)
,
zu
und damit im Rahmen eines ansonsten positiven Ereignis
ses
.
Auch war er in der Lage
,
während Jahrzehnten seiner angestammten Tätigkeit nachzugehen
,
und
bedurfte trotz vieler
Folgeoperationen nie psychiatrisch-psychologische
r
Betreu
ung.
Er war zudem über viele Jahre
bis im Juli 2013
weiterhin im betreffenden Unfallbereich als Fussballtrainer aktiv (
Urk. 6/IV/6/2,
Urk.
6/V/1/
37/62
). Diese Tätigkeit gab er nach seinen Angaben gegenüber dem Gutachter
Dr.
G._
auf, da
es nicht mehr gegangen sei (Urk. 6/V/1/37/62). Dass er diese Tätigkeit aus psychischen Gründen aufgrund eines Vermeidungsverhaltens und nicht
wegen der Schmerzen am linken Knie
aufgab, wurde auch im Bericht der Psycho
the
rapeutin nicht ausgeführt.
Es
ist daher unwahrscheinlich
, dass das nach ICD-10 typische Merkmal «
Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinne
rungen
an das Trauma wachrufen könnten»
(
Dilling
/
Mombour
/Schmidt
,
a.a.O., S. 207)
, gegeben ist.
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
G._
kam
a
ufgrund seiner psychiatrisch-fach
ärztlichen Untersuchung de
nn auch zum Schluss, dass keines
der diagnostischen Kriter
ien einer PTBS ausgewiesen sei
(
Urk.
6/V/37/86).
3.3.3
Auf
den Bericht der Psychotherapeutin
N._
vom 19. Juli 2016 kann somit
bezüglich der psychischen Beschwerden
nicht abgestellt werden.
3.4
3.4.1
D
em psychiatrischen Gutachten von Dr.
G._
vom 1
0.
Mai 2017
ist
zu entneh
men,
der
Beschwerdeführer
habe
angegeben, er habe zirka im August oder September 2016 einen Nervenzusammenbruch erlitten. Er sei zuhause
gewesen und habe dann die Ehefrau angerufen. Sie sei zwei Tage zuhause geblieben und habe auf ihn aufgepasst. Der hinzukommende Notarzt habe ihn dann in die
O._
übe
r
weisen wollen, er habe das nicht gewollt.
Er habe oft schon Selbstmordgedanken gehabt,
Suizidversuche habe er keine
unternommen
(Urk.
6/V/37/64)
.
Dr.
G._
erklärte hierzu, d
ieser «Zusammenbruch»
sei
überwiegend wahrscheinlich auf eine remittierte Anpas
sungs
störung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21), aufgrund der Exazer
bation der Schmerzsymptomatik infolge
eines
gemäss dem
Beschwerdeführer
im August 2016
erlittenen Sturz
es
(Urk. 6/V/37/59, Urk. 6/V/37/77)
zurückzuführen
(Urk. 6/V/37/80).
In
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
zu dieser Zeit
befand
Dr.
G._
, dass ent
spre
chende fachärztliche Berichte, die retrospektiv eine Beurteilung der Leis
tungs
fähigkeit auf psychiatrischem Fachgebiet zulassen würden, auf diesem Gebiet nicht vorliegen würden
. Das aktuell - mithin im April 2017 - ermittelte Zumut
barkeitsprofil (mindestens 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit ohne Dauer
aufmerksamkeit und -konzentration, ohne hohe kreative Fertigkeiten, ohne hohen Kundenkontakt, bei
konfliktarmem Arbeitgeber, mit der Möglichkeit sich zurückzuziehen, Urk. 6/V/37/87) gelte spätestens seit dem Zeitpunkt der Abklä
rung bei ihm (
Urk.
6/V/37/88).
3.4.2
Die psychiatrische
Einschätzung
von
Dr.
G._
zu den psychischen Beschwerden
weist darauf hin, dass auch unter Berücksichtigung der psychischen Beschwerden
eine Resta
rbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
ab Juni 2016
nicht auszuschliessen ist, zumal trotz der vom Beschwerdeführer beschriebenen psy
chischen Krise im August 2016 keine stationäre oder andere psychiatrische Behandlung in Anspruch genommen worden war und erstmals mit dem Gutach
ten durch Dr.
G._
im April 2017 (Urk. 6/V/37/1) eine fachärztlich-psychia
tri
sche diagnostische Einschätzung erfolgte.
3.5
Bei
vorliegender Aktenlage
kann
somit
weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht
ausgeschlossen werden
und liegt nahe
, dass
eine im Vergleich zum
Rentenbeginn am 1. Oktober 2014
erhebliche
Sachverhaltsänderung bestand, welche
die Neuprüfung des Rentenanspruchs rechtfertigt. Das Vorliegen eines Rentenrevisionsgrundes im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG kann daher entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s nicht
bereits
verneint
werden.
A
ndererseits
kann
entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
zur Bestim
mung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab Juni respek
tive
dem
1. September 2016
auch
nicht abschliesse
nd auf die Einschätzung von Dr.
G._
und
Dr.
H._
respektive auf die RAD-Stellungnahme des
orthopädischen Chirurgen
Dr.
I._
(Urk. 6/V/55/11-13)
abgestellt werden
, wie sich aus dem Folgenden ergibt
.
4.
4.1
4.1.1
Wie der
Beschwerdeführer
zutreffend vorbringt, fehlt es an einer eigentlichen interdisz
i
plinären Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit.
Der Zweck interdisziplinärer Gutachten besteht darin, alle relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erfassen und die sich daraus je einzeln ergebenden Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit in ein Gesamtergebnis zu bringen
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_461/2019 vom 2
2.
November 2019 E. 4.1 mit Hinweisen
, unter anderem auf
BGE 143 V 124 E. 2.2.4
).
Bereits der
RAD-Arzt Dr.
I._
hat
in seiner Stellungnahme vom 20. September 2017
korrekterweise darauf hingewiesen
(Urk. 6/V/55/11)
, dass
nicht
- wie von der
Beschwerdegegnerin
in Auftrag gegeben -
ein
bidisziplinäres
, orthopädisch-psychiatrisches Gutachten
vorgelegt wurde
, sondern
dass
lediglich
je ein mono
disziplinäres, orthopädisches und psychiatrisches Gutachten (von Dr.
G._
vom 10. Mai 2017,
Urk.
6/V/37, und von Dr.
H._
vom 1
1.
September 2017,
Urk.
6/V/49)
erstellt wurde
. Eine
bidisziplinäre
Konsensbesprechung und -stellung
nahme von Dr.
G._
und
Dr.
H._
ist nicht erfolgt.
Es liegen mithin zwei voneinander unabhängige Gutachten aus psychiatrischer und orthopädisch-chirurgischer Sicht vor, nicht jedoch eine gutachterliche Stellungnahme dazu,
ob im Hinblick auf die festgestellten
Teile
inschränkungen
aus chirurgisch-orthopä
discher und psychiatrischer Sicht
Wechselwirkungen bestehen und
wie hoch die Gesamtarbeitsunfähigkeit in einer zumutbaren Verweisungstätigkeit aus interdis
ziplinärer Sicht ist.
Eine solche ergänzende Stellungnahme hat die Beschwerdegegnerin trotz des Hin
weises des RAD-Arztes von den Gutachtern
nicht eingeholt.
Die abschliessende Stellungnahme des RAD-Arztes vermag
die
gutachterliche
bidisziplinäre
Ge
samt
beurteilung
nicht zu ersetzen, zumal
Dr.
I._
als Facharzt der Orthopädi
schen Chirurgie und Traumatologie
zur Gesamtbeurteilung hinsichtlich der
psychischen Beschwerden die fachliche Qualifikation fehlt.
4.
1.2
Rechtsprechungsgemäss ist insbesondere die Frage,
o
b sich die einzelnen aus mehreren Behinderungen resultierenden Einschränkungsgrade summieren und in welchem Masse,
auch
nicht vom
Gericht respektive
von der rechtsanwendenden Behörde
zu beantworten.
Denn dies betrifft eine spezifisch medizinische Proble
matik und Einschätzung
, von der das Gericht grundsätzlich nicht abrückt (Urteil des Bundesgerichts 9C_461/2019 vom 2
2.
November 2019 E. 4.1 mit Hinweisen
) und
welche
von den Fachärzten vorzunehmen ist.
4.2
4.2.1
Hinzu kommt, dass dem chirurgisch-orthopädischen (Teil-)Gutachten von Dr.
H._
vom 1
1.
September 2017 (Urk. 6/V/49) keine retrospektive Ein
schätzung zur Arbeitsfähigkeit ab Oktober 2013 und insbesondere auch nicht ab Juni 2016 zu entnehmen ist.
Der kreisärztliche
Bericht vom 1
5.
Juni
2016 (Urk. 6/V/1/723-729
), in welchem
aus unfallmedizinischer Sicht
in Bezug auf die linksseitigen Kniebeschwerden
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
gepassten Tätigkeit
attestiert wurde, wurde im Gutachten von
Dr.
H._
zwar zitiert (Urk. 6/V/49/17)
.
Jedoch
erfolgten keine weiteren Ausführungen
zur Beurteilung des Kreisarztes und
zur damaligen Arbeitsfähigkeit. Dies
obschon die
gutachterliche
Einschätzung
von Dr.
H._
, welche dieser im September
2017 aufgrund der Untersuchung im April 2017 vorgenommen hat (
Urk.
6/V/49
/1), mit einer
60%igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
(Urk.
6/V/49/18)
von jener des Kreisarztes abweicht.
Die vom RAD-Arzt vorge
nommene Aktenbeurteilung mit der
Schlussfolgerung
, die von
Dr.
H._
attestierte Arbeitsfähigkeit gelte bereits ab Juni 2016 (
Urk.
6/V/55/13), wurde
nicht weiter begründet und stellt damit keine ausreichende medizinische Ent
scheid
ungs
grundlage dar.
4.2.2
D
er
Rüge des
Beschwerdeführer
s, dass ausserdem eine Begutachtung aus neuro
logischer Sicht angezeigt sei und mithin fehle (
Urk.
1 S. 9 f.),
kann insofern gefolgt werden, als sich
in
den Akten
Hinweise auf neuropathische Schmerzen finden. Allerdings wird daraus deutlich, dass die Schmerzsymptomatik bezüglich der vom
Beschwerdeführer
geschilderten Beschwerden am linken Bein und in d
er Lendenwirbelsäule (LWS; Urk. 6/V/37/61 f., Urk.
6/V/49/2)
lediglich möglicher
weise teilweise neuropathischer Natur ist. So war gemäss dem Bericht von
Dr.
med.
B._
, Leitender Oberarzt der Neurologie der
A._
,
vom 7. April 2015
in der Bildgebung der LWS
keine relevante Affektion neuronaler Strukturen auszumachen
. Auch habe es keine Hinweise für ein neuropathisches Schmerzsyndrom des
Ramus
infrapatellaris
des
Nervus
saphenus
gegeben. Die Schmerzausstrahlungen in den linken Unterschenkel würden an eine Neuropathie des
Nervus
cuteanus
surae
lateralis
als sensorischer Ast des
Nervus
peroneus
denken lassen, wobei der Zusammenhang mit der Muskellappendeckung und des Auslösens von Sensation bei Palpation derselben unklar bleibe (
Urk.
6/V/10/572).
Auch der
chirurgisch-orthopädische Gutachter Dr.
H._
hielt diesbezüg
lich
in seinem Gutachten
bei der diagnostischen Zuordnung
lediglich
fest, es liege eine ausgeprägte, schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit mit einschiessenden, möglicherweise auch neuropathischen Schmerzen im Bereich der
gestielten
Lappenplastik durch lateralen
Gastrocnemius
-Lappen mit
S
pa
l
t
haut
deckung vom 4. Dezember 2014 aufgrund einer Weichteilinfektion m
it
Pro
bioni
acnes
Bakterium vor (Urk. 6/V
/
49/8
).
Daraus kann nicht
bereits
abgeleitet werden, die interdisziplinäre Begutachtung müsse zwingend auch
unter
Beizug
eines neurologischen Facharztes erfolgen
. Vielmehr kommt
den
Gutachtern
rechtsprechungsgemäss
sowohl für die Wahl der Untersuchungsmethoden wie auch für den
Beizug
weiterer Experten ein weiter Ermessensspielraum
zu
(
Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_216/2018 vom 7.
Septem
ber 2018 E. 3.5 mit Hinweisen).
4.
3
4.3.1
In Bezug auf das psychiatrische
(Teil-)Gutachten ist sodann zu bemerken, dass - wie der
Beschwerdeführer
zutreffend vorbringt (Urk. 1 S. 1
5
) -
Dr.
G._
die von ihm gestellte
Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einer organisch bedingten (sekundären) affektiven Störung aufgrund von chronischem Konsum von Opioid-Analgetika (ICD-10 F06.32)
nicht weiter begründet
hat
.
Zwar wurden im psychiatrischen Gutachten allgemeine Ausführungen zur Diagnose
ICD-10
F06.32 gemacht (
Urk.
6/V/37/79-80). Einzelheiten zur Diagnosestellung bezogen auf den konkreten Fall ergeben sich aus dem Gutachten indes nicht
.
Die
gestellte
Diagnose
«
organisch bedingte (sekundäre) affektive
Störung, ICD-10 F06.32
»
, ist auch deshalb
nicht leichthin
verständlich, da Dr.
G._
die
diagnos
tischen Kriterien für eine
depressive Episode verneint
e
(
Urk.
6/V/37/80)
, obschon nach ICD-10 F06.32
diese Diagnose
spezifikation
«organische depressive Störung» heisst und nach den diagnostischen Leitlinien die diagnostischen Kriterien einer Störung nach F30-F33,
im Konkrete
n
also jene
einer depressiven Episode F32, erfüllt sein müssen
(
Dilling
/
Mombour
/Schmidt
,
a.a.O., S.
98
)
4.3.2
Die weitere
(ebenfalls nicht weiter begründete)
Diagnose psychische und Verhal
tensstörung durch psychotrope Substanzen im Sinne von psychischen und Ver
haltensstörungen durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig weiterer Substanzgebrauch von Tramadol (ICD-10 F11.24), bezeichnete
Dr.
G._
als solche
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/V/37/75
).
Diesbezüglich ist fraglich, weshalb nicht auch diese Diagnose als solche mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit qualifiziert wurde, da sie ebenfalls im Zusammenhang mit dem
Konsum von Opioid-Analgetika steht. Dies insbesondere auch deshalb, weil
Dr.
G._
davon ausgeht,
die von ihm attestierte Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit von mindestens 70 % könne durch eine entsprechende Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung (empfohlen werde eine stationäre Behandlung der Opiatabhängigkeit, Urk. 6/V/37/88) innerhalb von drei Monaten optimiert werden (
Urk. 6/V/37/82,
Urk. 6/V/
37/87
).
Ergänzende Erläuterungen zur
Diagnostik und
unterschiedliche
n
Einteilung der Diagnosen
im Hinblick auf die
Arbeitsfähigkeit
sind daher
geboten.
4.3.3
In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass sich die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Abhängigkeitssyndromen
beziehungsweise Substanzkonsum
störungen s
eit der Begutachtung durch
Dr.
G._
mit BGE 145 V 215
geändert
hat
.
Die
bisherige Rechtsprechung ging davon aus, dass
suchtbedingte Beschwer
de
bilder grundsätzlich keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen (vgl. hier
zu
in BGE 145 V 215 E. 4.1). N
ach BGE 145 V 215
kann
auch
solche
n
Erkran
kungen
nicht zum vornherein jede invalidenversicherungs
rechtliche Relevanz abge
sprochen werden (E.
5.3.3). Diese fallen
vielmehr als invalidenversiche
rungs
rechtlich beachtliche (psychische) Gesundheitssc
häden in Betracht (E.
6), bei welchen
die Frage nach den Auswirkungen sämtlicher psychischer Erkrankungen auf das funktionelle Leistungsvermögen grundsätzlich unter Anwendung des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu beantworten
ist
(E.
6.2).
4.4
Nach dem Gesagten kann bei gegebener Aktenlage nicht abschliessend über die strittige Frage der Herabsetzung der zugesprochenen Rente entschieden werden. Die medizinische Aktenlage erweist sich als ergänzungsbedürftig.
5.
5.1
Vor
einer allfälligen
Herabsetzung der ganzen Rente
ist zudem
die neueste bun
desgerichtliche Rechtsprechung zu beachten, wonach b
ei Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente von über 55-jährigen Versicherten auch dann grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen durchzuführen
sind
, wenn
- wie hier -
über die Befristung und/oder Abstufung zeitgleich mit der Rentenzuspr
e
ch
ung
befunden wird (
BGE 145 V 209
E. 5).
P
raxisgemäss
sind
in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis
die versicherte Person
in der Lage
ist
, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial
mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnah
m
en
v
on der
diesfalls
grundsätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzu
mutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die lang
jährige Absenz
vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Grün
de zurückzu
führen ist, wenn die
versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesell
schaft
lichen Leben integriert ist
oder
wenn sie über besonders breite Ausbil
dungen und Beruf
serfahrungen
v
erfügt.
Verlangt sind immer konkrete Anhalts
punkte
, die den Schluss zulassen, die
versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugs
dauer mit entspre
chender Absenz
vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbs
leben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die
versicherte Per
son in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungs
potenzial auf dem Weg der Selbsteinglieder
ung erwerblich zu
verwerten (
BGE 145 V 209
E. 5
.1
).
5.2
Der Beschwerdeführer ist 1960
geboren
.
Bereits im Zeitpunkt der angefochtenen
V
erfügung
vom
2
7.
Juli 2018
(Urk. 2)
- und im Übrigen auch schon im Zeitpunkt der verfügten Rentenherabsetzung per
1.
September 2016 -
war er
älter als 55 Jahre
und fällt damit
unter den besonders geschützten
Bezügerkreis
.
Deshalb kann er nicht ohne weiteres auf
den Weg der Selbsteingliederung
v
erwiesen werden und es ist
vor einer
allfälligen
Rentenaufhebung
jedenfalls
die Einglie
de
rungsfrage zu prüfen.
Konkrete Anhaltspunkte dafür
, welche
den Schluss zuliess
en
, dass sich der Be
schwerdeführer trotz seines fortgeschrittenen Alters ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren könnte und deshalb ausnahmsweise
von der Zumutbarkeit einer Selbsteingliederung auszugehen ist, ergeben sich
keine. Der Beschwerdeführer
verfügt
namentlich
nicht über besonders breite
Ausbildungen
und Berufserfahrungen
. Im Gegenteil verfügt er über keine Ausbildung und er arbeitete
zuletzt
während
v
ieler Jahre
(seit 1988) bei demselben Arbeitgeber als Lagermitarbeiter (Urk. 6/I/3/4, Urk. 6/I/32/1-2). Auch bestehen keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er
besonders agil, gewandt und im gese
llschaftlichen Leben integriert
ist
.
Dagegen spricht
nebst der somatisch bedingten Mobilitäts
einschränkung durch die linksseitigen Kniebeschwerden
insbesondere, dass sich
gemäss den Angaben im Gutachten von
Dr.
G._
die sozialen Kontakte des
Beschwerdeführer
s
weitgehend
auf das Zusammenleben mit seiner Ehefrau
kon
zentrieren
, er öffentliche Verkehrsmittel meidet
(Urk. 6/V/37/62, Urk. 6/V/37/68-69)
und dass er nach Einschätzung von
Dr.
G._
zudem auf einen Arbeitsplatz ohne
hohen
Kundenkontakt
und mit der Möglichkeit sich zurückzuziehen
ange
wiesen wäre (
Urk.
6/V/37/87
).
Die Notwendigkeit zur
Hilfestellung
bei der
Integration
in das Erwerbsleben
wäre -
im Falle
ausgewiesener medizinisch-theoretischer Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit - somit zu bejahen.
5.3
Die Beschwerdegegnerin konnte
bislang ihrem Ein
gliederungsauftrag (noch) nic
ht
nachkommen.
Es waren
bisher
erst Frühinterventionsmassnahmen durchge
führt worden
,
welche auf den Erhalt des damaligen Arbeitsplatzes
ausgerichtet waren und vor
der
Zuspr
e
ch
ung
der ganzen Rente ab dem 1. Oktober 2014 (
Urk.
2)
, nämlich im Juni 2014,
beendet wurden
(Urk. 6/I/25-26, Urk. 6/I/
28-
29).
Daraus ergibt sich, dass die Renteneinstellung so lange nicht gerechtfertigt ist, als
nicht feststeht, dass ein Rentenrevisionsgrund mit entsprechender Restarbeits
fähigkeit in einer Verweistätigkeit besteht und bis
die Wiedereingliederung nicht akti
v
gefördert wurde
.
5.4
5.4.1
Die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zurückzuweisen ist, hat nach dem Gesagten ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen, welche sämtliche Beschwerden des Beschwerdeführers umfassen und eine hinreichende interdis
zi
plinäre fachärztliche Grundlage darstellen, welche die Beantwortung der Fragen erlauben, ob seit Rentenbeginn am
1.
Oktober 2014 eine erhebliche gesund
heit
liche Veränderung im Sinne eines Revisionsgrundes eingetreten ist und
in welchem Umfang eine allfällige
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
dem
Beschwerdeführer
noch zumutbar ist
. Dabei ist von den Fachärzten im interdisziplinären Konsens
insbesondere auch
zu beantworten
, wie sich die
allfälligen
jeweiligen Teileinschränkungen aus
jeweiliger fachärztlicher
Sicht zueinander verhalten und wie hoch die Gesamtarbeitsunfähigkeit in einer zumut
baren Verweisungstätigkeit zu veranschlagen ist.
Den Experten sind hierzu auch die vom
Beschwerdeführer
nachgereicht
en Berichte von
Dr.
J._
vom 3.
März 2019 (
Urk.
15) und des
K._
vom
3.
September 2019 (
Urk.
20) vorzulegen.
Von der
vom
Beschwerdeführ
er
beantragten Beweismassnahme (polydisziplinäres Gerichtsgutachten; Urk. 1 S. 2) ist unter den gegebenen Umständen abzusehen. Insbesondere ist bei gegebener lückenhafter Abklärung durch die Verwaltung kein Gerichtsgutachten einzuholen (BGE 137 V 210 E. 4.4).
5.4.2
Sofern aufgrund der ergänzenden medizinischen Abklärungen feststeht, dass ein Rentenrevisionsgrund besteht, hat die
Beschwerdegegnerin
die Eingliederungs
frage zu prüfen respektive Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Erst wenn der
Beschwerdeführer
hernach
in der Lage
ist
, das
gegebenenfalls
medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten
, hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers entsprechend neu festzusetzen.
5.5
Im
Ergebnis
ist
die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 2
4.
Juli 2018 (
Urk.
2) aufzuheben ist und
die Sache an die Be
schwerdegegnerin
zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen
zurückzu
weisen ist
. Ausserdem ist
unter Hinweis auf die Erwägungen
festzustellen,
dass der Beschwerdeführer
ab dem
1.
Oktober 2014
und auch nach dem 1.
September 2016
einstweilen weiterhin Anspruch
auf eine ganze Rente
hat.
6.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung vo
n Versicherungs
l
eistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Nach ständiger Rechtspre
chung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer von 7.
7
%
) festzusetzen ist.