Decision ID: b5ef1ffb-88dd-47a4-b436-d58573f1e1aa
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, verfügt über einen Lehrabschluss als Telegraphistin bei der
Y._
und
eine Ausbildung als Kindergärtnerin
bei
der
Z._
(
Urk.
7/1 und
Urk.
7.2) und war in den Jahren 2000 bis 201
1
unter anderem als Hortnerin und Spielgruppenleiterin
(
Urk.
7/8/4-5) und zuletzt, seit
1.
August 2016
mit letztem effektiven Arbeitstag
vom
1
8.
November 2016
,
bei der
Z._
als Kindergärtnerin
angestellt (vgl.
Urk.
7/28/1). U
nter Angabe
e
iner Augen-
und Darmerkrankung
meldete sie sich am 1
0.
März 2017
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicher
ung an (
Urk.
7/2
Ziff.
6.1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und beruflichen Verhältnisse ab.
Am
2
8.
September 2017
teilte sie mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien und über einen Rentenanspruch separat verfügt werde (
Urk.
7/22).
Mit Vorbescheid vom 2
1.
Januar 2019 (
Urk.
7/66) stellte sie die Verneinung eines Anspruchs auf IV-Leistungen in
Aussicht.
Daran hielt die IV-Stelle n
ach
erhobenem Einwand (
Urk.
7/69)
mit Verfügung vom
6.
März 2019 (
Urk.
2) fest
.
2.
Dag
egen erhob die Versicherte am
8.
April 2019 Beschwerde mit
folgenden
An
trägen
(
Urk.
1 S. 2):
1.
D
ie Verfügung vom
6.
März 2019
sei
aufzuheben und es seien ergänzende medizinische Abklärungen, insbesondere ein polydisziplinäres Gutachten durchzuführen und anschliessend erneut über die Rentenfrage zu ent
scheiden.
2.
Es seien der Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen zuzusprechen, allenfalls auch Integrationsmassnahmen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg
nerin.
Die IV-Stelle schl
oss mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
Mai
2019 (
Urk.
6) auf Ab
weisung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin am 1
5.
Mai
2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist mit jenem externer medizinischer Sachverständi
gengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Verneinung eines Anspruchs auf Leis
tungen der Invalidenversicherung (
Urk.
2) damit, dass sich der Gesundheitszu
stand
der Beschwerdeführerin
bezüglich der Augenkrankheit gebessert habe. Es sei zwar verständlich, dass die Augenproblematik ein
e depressive Reaktion aus
löse, b
ei der
medizinischen Beurteilung könne
diese Problematik jedoch nicht berücksichtigt werden. Die Beschwerdeführerin befinde sich zurzeit
auch
nicht in einer
psychiatrischen Behandlung und gemäss den medizinischen Akten bestehe keine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Augenerkrankung. Die Beschwerdeführe
rin sei gemäss Bericht des Stadtspitals
A._
beschwerdearm
,
weswegen derzeit keine Hornhauttransplantation oder
Enukleation
geplant werde.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1
S. 3),
sie sei auf dem linken Auge nur noch in der Lage zum Fingerzählen, was einer fast vollständigen Herabsetzung
des Sehvermögens entspre
che und als Erblin
dung gelte
(
Ziff.
4)
.
Aus ihrer Sicht bestehe kein stabiler Zustand, denn die mas
siven Augenschmerzen seien kommend und gehend, das Sehfeld sei deutlich be
einträchtigt und auch am rechten Auge würden manchmal ein Stechen und aus
serdem ein Schleier auftreten,
der die Sehkraft beeinträchtige
und manchmal län
gere Zeit anhalte. Wenn sie Schmerzen hab
e
,
müsse sie sich im Dunkeln hinlegen und dies komme regelmässig
,
meistens einmal täglich vor
(
Ziff.
5). Bereits aus somatischer Sicht sei sie damit in dem Sinne erheblich eingeschränkt, dass sie
eine Arbeit in
i
hrem
früheren Beruf nicht mehr ausüben
könne
und
deshalb be
rufliche Massnahmen
für e
ine Wied
ereingliederung benötige (
Ziff.
9).
Dr.
B._
attestiere aus
psychiatrischer Sicht
weiterhin eine eingeschränkte Arbeitsfä
higkei
t und halte fest, es sei unverantwortlich, ihr
im jetzigen psychischen Zu
stand eine vollständige Arbeitsfähigkeit
zu attestieren. Eine solche liege unter keinen Umständen vor (
Ziff.
11).
D
er Gesundheitszustand
sei in dieser
Hinsicht mangelhaft
abgeklärt
,
nachdem
mit klarer medizinischer Begründung der Beur
teilung des RAD
, bei welchem sie nie untersucht worden sei
,
widersprochen
werde
(
Ziff.
13). Zumindest hätte die Beschwerdegegnerin eine psychiatrische Abklä
rung durchführen müssen, wie
dies
im Einwand gefordert
worden sei
. Da es aber auch nicht einleuchte, dass aus somatischer Sicht eine vollständige Arbeitsfähig
keit bestehe, sei ein interdisziplinäres Gutachten
ange
-
zeigt
(Ziff.14)
3.
3.1
Prof.
Dr.
med.
C._
, Chefarzt an der Augenklinik des Sta
d
tspital
s
A._
, nannte im Bericht vom 2
3.
August 2016 (
Urk.
7/16/7+9) die Diagnosen, Chronische
Iridozyklitis
mit
anamnestisch
er
Erstdiagnose
im Jahr
2013 und eine Colitis
ulcerosa
mit
anamnestischer
Erstdiagnose
im Jahr
198
9.
D
ie Beschwerde
führerin sei am 8.
August 2016 in der Sprechstunde gesehen worden.
Sie berichte
,
seit 2013 erstmals an Epipho
ra,
Fremdkörpergefühl und Photophobie am linken Auge gelitten zu habe
n, wobei die Erstdiagnose einer
Uveitis
anterior
gestellt und eine Therapie mit
topischen
Steroiden und Antibiotika eingeleitet
worden sei.
Darunter
habe
sich eine deutliche Besserung
gezeigt, worauf
die Beschwerdefüh
rerin die
Steroide selbst s
istiert habe.
Im
Verlauf sei es zu rezidivierenden
Uveit
iden
, stets am linken Auge und
mit
gl
eicher Symptomatik gekommen. A
ktuell be
stehe ebenfalls Epiphora,
Fremdk
örpergefühl und Photophobie
seit Mitte Feb
ruar 201
6.
Klinisch zeige sich ein tiefer
Fernvisus
von 0.5 partiell, welcher unter anderem auch aufgrund der bestehenden Katarakt
s
erniedrigt sei. Der vordere
Bulbusab
schnitt
am linken Auge zeige sich relativ
reizarm
mit leichtem
bullösem
Epithel
ödem, vereinzelten Zellen auf dem Endothel, dezentem Vorderkammerreiz und imponierender, vertikal verzogene
r Papille. Zudem zeige sich ein
deutliche
r
Ka
tarakt, welche operationsbedürftig sei.
Funduskopisch
zeigten sich vermehrte Glaskörpertrübungen, jed
och ohne Anhalt einer
Vitritis
und
soweit einsehbar
,
blande
retinale
Verhältnisse. Die verschriebene Therapie werde
,
solange die Situ
ation stabil sei
,
vorerst unverändert fortgeführt,
Die Beschwerdeführerin werde in zwei Monaten zur Verlaufskontrolle und auch zur Evaluation einer Kataraktope
ration am linken Auge aufgeboten.
3.2
Im Operationsbericht vom 2
2.
Februar 2017 (
Urk.
7/16/8) wurde
als Operations
diagnose ein Sekundärglaukom, differentialdiagnostisch
ein
Irido
corneal
En
dothelial
Syndrome (ICE) und
eine Chronische
I
ridozyklitis
mit anamnestischer
Erstdiagnose
im Jahr
2013
festgehalten.
3
.3
Dr.
med.
D._
, Oberarzt an der Augenklinik des Stadtspital
s
A._
, wies im Formularbericht zu Händen der Beschwerdegegnerin vom 2
8.
Juni 2017 (
Urk.
7/17) auf die Behandlung seit
8.
August 2016 und die letzte Untersuchung vom 2
8.
April 2017 hin (
Ziff.
1.2).
Es wurde die Diagnose
chronische
Iridozyklitis
links
und eine
Visus
-Reduktion links auf unter 0.05 festgehalten.
Zur Frage
,
i
n welchem Rahmen die bisherige Tätigkeit noch ausgeübt werden könne,
führte der Arzt aus, dies könne nicht abschliessend
beurteilt werden und Arbeitsunfähigkei
ten seien keine
attestiert
worden (vgl.
Urk.
7/17/7).
3.4
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Augenkrankheiten
, nannte im Formularbericht zu Händen der Beschwerdegegnerin vom 3
0.
Juni 2017 (
Urk.
7/16
/1-6
) die Diag
nose
i
ridocorn
eal
e
ndothelial
e
Dystrophie (IC
E)
links. Die Beschwerdeführerin sei deswegen
seit 2
1.
Juli 2016
bei ihr
in Behandlung. Sie
habe angegeben
,
seit Ende Februar 2016 eine schwere Iritis links zu haben
,
kombiniert mit Colitis
ulcerosa
und es solle erstmals 2014 im Zusammenhang mit der Colitis eine Iritis aufgetre
ten sein (
Ziff.
1.1). Wegen der schmerzhaften Erkrankung des linken Auges be
stehe im Beruf als Kindergärtnerin seit Juni 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit
(
Ziff.
1.6)
. Wenn das Auge zur Ruhe komme, sei die bisherig
e
Tätigkeit wieder zumutbar, w
as zurz
eit aber nicht
der Fall sei
, da es bei jeder Belastung
wieder zu einer
Uveitis
kommen könne (
Ziff.
1.7). Im Moment würde sie
(die Ärztin)
der Beschwerdeführerin noch Zeit lassen, damit sich entweder das
Auge bessere
oder dass es zu einer
Enukleation
komme (
Ziff.
1.11).
Die Sehschärfe r
echts sei ohne Korrektur (
sc
) 1.0 und
l
inks
ohne Korrektur «Fingerzählen».
Der Augendruck schwanke zwischen extrem niedrig und extrem
(hoch)
am linken Auge. Prof.
Dr.
C._
habe jetzt die
Enukleation
vorgeschlagen, zu welc
her sich die Be
schwerdeführerin jedoch
nicht entschliessen könne
(
Urk.
7/16/6).
3.5
Am 2
6.
Juli 2017
(
Urk.
7/36/4)
beric
htete PD
Dr.
F._
und Assistenzärztin
G._
vom
Universitätsklinikum
H._
, die Erstvorstellung erfolge zur Mitbe
urteilung und Therapieempfehlung bei ICE-Syndrom und Sekundärglaukom am linken Auge. Subjektiv bestün
den weniger Schmerzen als zuvor und die
Licht
empfindlichkeit sei ebenfalls weniger, a
ber noch da. Es zeige sich ein
i
rido
c
orneo
endotheliales
Syndrom am linken Auge. Es sei die Möglichkeit einer perforieren
den Keratoplastik zur Verbesserung der Beschwerden diskutiert worden. Gemein
sam mit der Beschwerdeführerin hätten sie sich zunächst für ein abwartendes Verhalten entschieden.
3.6
Dr.
med.
I._
, Assistenzärztin
,
und Prof.
Dr.
C._
berichteten am 1
7.
August 2017 (
Urk.
7/
29/4-5) über die Untersuchung vom 2
8.
Juli 201
7.
Aktuell zeige sich die Beschwerdeführerin beschwerdearm. Unter den
vero
rd
neten Therapien (the
rapeutische
Kontaktlinsen und diverse
anthroposophische Mittel) zeige
s
ich die
Situation stabilisiert. Die Beschwerdeführerin berichte
,
nur
noch selten Schmer
zen zu haben
,
und sie sei deutlich weniger
pho
tophob
und
der
Visus
sei stabil.
Vor zwei
Tagen
habe eine Zweitv
orstellung bei
PD
Dr.
F._
im
Universitäts
kli
nikum
H._
st
attgefunden
,
wobei die Situation
ebenfalls im Rahmen eines
iridokornealen
Endothelsyndroms beurteilt worden sei. Laut Beschwerdeführerin würde auch er aktuell keine weiteren Interventionen wie eine
Enukleatio
n
oder Hornhaut-Transplantation
planen. Sie würden sich dieser Einschätzung gänzlich anschliessen. Bei diesem stabilen Befund mit Beschwerdearmut sei zu empfehlen
,
die Therapie so fortführen zu lassen
,
und sollte sich eine Beschwerde-Exazerba
tion zeigen, sei eine Neubeurteilung jederzeit möglich.
3.
7
Im bei der Beschwerdegegnerin am 2
3.
Oktober 2017 (
Urk.
7/25/1-2
bzw.
Urk.
7/34/1-3
) eingegangen Verlaufsbericht gab
Dr.
E._
eine Kontrolle alle sechs Wochen zuletzt am 18. Oktober 2017
(
Ziff.
3.1.)
an
. Es bestünden
iritische
Schübe, eine schmerzhafte Hornhautdystrophie und aufgrund der ständigen hef
tigen Schmerzattacken jetzt auch eine psychische Erschöpfung, die wegen weit
gehender jetziger Schmerzfreiheit in einer Rehabilitation behandelbar wäre (
Ziff.
1.3). Unter Ressourcenprofi
l für berufliche Tätigkeit
führte die Ärztin an, im Grunde bestünden keine Einschränkungen, es würden lediglich bei Belastungen erhebliche Beschwerden auftreten, sodass die Beschwerdeführerin derzeit nicht arbeitsfähig sei (
Ziff.
2.1). Da weitestgehend Schmerzfreiheit bestehe, könne die Beschwerdeführerin
,
sobald sie psychisch stabil sei,
weiter arbeiten
(
Ziff.
3.3).
Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 3
0.
November 2017 (
Urk.
7/34) hielt
Dr.
E._
fest,
dass
,
sobald
die Beschwerdeführerin wieder
psychisch stabil sei, wieder
arbeiten
könne
. Sie sei weitestgehend schmerzfrei (
Ziff.
3.3).
3.8
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
führte
im Verlaufsbericht vom 2
9.
Januar 2018
(
Urk.
7/36)
die Diagnosen
Iridokorn
e
oendotheliales
Syn
drom
(progressive Irisatrophie), Sekundärglaukom
,
subaku
te bis chronische
Irido
zyklitis
links bestehend seit Ende 2014 und eine
Colitis
ulcerosa
bestehend seit ca
.
1990
auf. Es sei eine Schmerz-Sensation auch im rechten Auge aufgetreten, sodass möglicherweise eine Verschlechterung eingetreten sei (
Ziff.
1.2 f.). Die b
is
herige Tätigkeit
sei
nicht möglich
und bei Lichtüberempfindlichkeit, praktischem
Visusverlust
des linken Auges und wechselndem
Visus
des rechten Auges (zeit
weise nur 50
%
) müsste zuerst eine angepasste Tätigkeit gefunden werden. Nach einer Umschulung an einem angepassten Arbeitsplatz sei eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
evtl. langsam steigernd auch bis zu 50
%
vorstellbar (
Ziff.
2.1).
Es sei eine erneute Operation des linken Auges geplant. Der Ausgang der Operation sei unklar und der
Visus
am rechten Auge habe sich verschlechtert, so dass die Prog
nose von den Augenärzten gestellt werden müsse (
Ziff.
3.3)
.
3.9
Prof.
Dr.
med.
K._
,
vom Zentrum
L._
, führte im Bericht vom
2.
November 2018 (
Urk.
7/61
/4
) a
us, es bestehe ein
iridocorneal
e
s
Syndrom am linken Auge, welches ausgeprägte Veränderungen der Hornhaut
oberfläche sowie der vorderen Augenabschnitte mit massiver
Visuseinbusse
ver
ursache.
Der
Visus
am linken Auge sei momentan nur Fingerzählen, was einer massiven Herabsetzung des Sehvermögens entspreche und als Erblindung gelte.
Am rechten Auge zeige sich ein
Fernvisus
v
on 1.2
5.
Bis v
or wenigen Wochen sei eine regelmässige Kontaktlinsenversorgung auf Grund der Schmerzen
der Ober
flächenproblematik durchgeführt worden, wobei inzwischen ein Auslassversuch
gemacht werde. Insgesamt handle
es sich um eine stabile Situation, wobei keine Verbesserung mehr zu erwarten sei, da keine sinnvolle therapeutische Möglich
keit in dieser Situation bestehe. Funktionell sei die Beschwerdeführerin durch die Einäugigkeit bei vollem
Visus
am rechten Auge entsprechend eingeschränkt.
3.10
Dr.
med.
B._
, Arzt für Neurologie, Psychiatrie/Psychotherapie FMH, wies im Bericht vom 1
2.
November 2018 (
Urk.
7/60) auf die Behandlung der Beschwer
deführerin sei
t
2
3.
März 2018 mit letzter Kontrolle vom
8.
November 2018 hin (
Ziff.
1.1). Als Diagnose
liege
eine erschöpfungsdepressive Reaktion, bis mittel
grad
(ICD 10 F32.8)
und eine Anpassungsstörung
(ICD 10 F
43.1) vor (
Ziff.
2.5).
Die Beschwerdeführerin sei immer noch
hochgradig und massiv beeinträchtigt durch die ophthalmologische Fluktuation der Situation, inklusive Schmerzen, konsekutiver massiver psychischer Verunsicherung und Affektlabilität. Die dro
hende
Enukleation
sei hochtraumatisch und
labilisierend
besetzt und die Be
schwerdeführerin hochgradig irritabel. In der Anamnese sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bisher psychisch stabil und bis zu der bedrohlichen Augenerkrankung unauffällig gewesen sei
, sodass für
psychiat
risch/psycho
-
therapeutische Behandlungen beziehungsweise Abklärungen kein Bedarf
bestan
-
den
habe. Auch bestehe diesbezüglich keine erhebliche familiäre Belastung
(
Ziff.
2.2)
. Psychometris
ch und psychopathologisch stelle
sich die Be
schwer
-
deführerin
erschöpfungsdepressiv, hochgradig labialisiert, affektiv und ve
getativ instabil dar und könne mit Sicherheit den Anforderungen einer berufli
chen Tätigkeit auch
nicht
partiell genügen. Die Augenerkrankung sei
als schwer
wiegend zu bezeichnen
und
sei
als vital bedrohlich erlebt worden. Es sei von einem massiven Einbruch in das ganze Lebenskonzept, der vegetativen Stabilität und
des
Kräftekostüms auszugehen und dieser Verlauf sei auch von anderen Pa
tienten mit ähnlichen Erkrankungen im ophthalmologischen Bereich durchaus bekannt
. E
s sei von einer derzeitigen 100%igen
Arbeitsunfäh
igkeit bis auf weite
res auszugeh
en (
Ziff.
2.7).
3.11
Im Schreiben vom
7.
Dezember 2018 (
Urk.
7/64/4) hielt Prof.
Dr.
K._
fest, seit Januar 2018 seien die
Wechsel der Kontaktlinsen erfolgt und momentan werde
ein Auslassungsversuch gemacht. Die seitherigen Befunde hätten sich nich
t ge
ändert und
G
leiches
gelte für die Arbeitsfähigkeit,
den
Krankheitsverlauf und die Prognose.
3.12
Die Fachärztin für orthopädisch
e
Chirurgie und
Traumatologie
M._
vom regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin führte in der Akten
beurteilung vom 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
7/
65
/8-9) aus, der Hausarzt
Dr.
J._
verweise auf den Bericht des Psychiaters. Zur Prognose verweise er auf die Au
genärzte. Eigene neue Diagnosen oder Befunde teile e
r nicht mit. Das
L._
be
richte am
7.
Dezember 2018
aus augenärztlicher Sicht keine neuen Aspekte ge
genüber dem letzten Bericht
vom Januar 201
8.
G
emäss dem Bericht von
Dr.
K._
habe am
8.
Januar 2018
aus augenärztlicher Sicht keine Arbeitsunfä
higkeit
bestanden
. Der Psychiater
Dr.
B._
berichte
,
bis zur Augenerkran
kung sei die Beschwerdeführerin psychisch stets gesund gewesen
. A
ufgrund der drohenden
Enukleation
(Entfernung des erkrankten Auges) sei sie psychisch de
stabilisiert. Er diagnostiziere eine Anpassungsstörung und eine ersch
öpfungsde
pressive Reaktion. Diese Diagnosen seien aus
Sic
ht des RAD grundsätzlich nach
vollziehbar, jedoch könne nur eine von beiden
Diagnosen zutreffen, da sich die Symptomati
k beider Diagnosen überschneide.
Als
Therapie nenne
er
Homöopa
thika
und pflanzliche
Medikamente, andere Medikamente
seien unverträglic
h, andere Therapieformen benenne
er nicht.
Dr.
B._
attestiere eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
bis auf weiteres, eine Therapie, die die Arbeitsfähigkeit
ver
bessern könne, sei in seinem
Fachgebiet
nicht ersichtlich.
Die genannten Diagno
sen
seien
nach ICD-10 nicht als
dauerhaft anzusehen. De
r
ICD-10
zufolge sei
bei einer
Anpassungsstörung
von einer Dauer von
ni
cht länger als sechs
Monate
n
auszugeh
en
.
Fazit: Ein dauerhafter psychischer Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen.
In ihrer Stellungnahme vom 1
8.
Dezember 2018 führte die RAD-Ärztin aus (
Urk.
7/73/3), dem Bericht von
Dr.
B._
sei nicht zu entnehmen
,
welche Prä
parate die Be
schwerdeführerin nicht vertrage
und worin die Nebenwirkungen be
stehen
sollen
. Eine generalisierte Unverträglichkeit jeglicher in Frage kommender schulmedizinischer Präparate sei nicht belegt und aus medizinischer Sicht wenig wahrscheinlich. Es sei
abschliessend
darauf hinzuweisen, dass dem Bericht des Stadtspitals
A._
vom 1
7.
August 2017
zu entnehmen sei, dass die Beschwer
deführerin beschwerdearm sei, weswegen derzeit keine Hornhauttransplantation oder
Enukleation
geplant werde. Somit scheine auch im Falle einer Verschlech
terung eine
Enukleation
nicht die einzige verbleibende Therapieoption zu sein. Neue Sachverhalte
seien nicht ersichtlich und
daher
sei
an der bisherigen
RAD-
Stellungnahme festzuhalten
, die
v
on der Psychiaterin
Dr.
med.
N._
(lab)
mit
visiert worden sei.
4.
4.1
Die medizinischen Akten
ergeben, dass die
Beschwerdeführerin
seit dem Jahr 1989
unter
einer
Colitis
ulcerosa
und seit dem Jahr 2013 unter einer
c
hronische
n
Iridozyklitis
mit
Epiphora, Fremdkörpergefühl und Photophobie am linken Auge
leidet. Dabei wurde
die Erstdiagnose einer
Uveitis
anterior
gestellt
und mittels
Therapie
mit
Steroiden und Antibiotika
eine deutliche Besserung
erzielt
.
Nachdem
die Beschwerdeführerin
jedoch
die Steroide selber
sistiert
hatt
e, kam es
im weite
ren
Verlauf
am linken Auge
zu rezidivierenden
Uveitiden
, stets mit gleicher Symptomatik
von
Epiphora, Fremdkörpergefühl und Photophobie
. Zur entspre
chenden Symptomatik
kam es dann auch Mitte
Februar 201
6.
Die klinischen Un
tersuchungen am linken Auge zeigten dabei e
inen
Fernvisus
von 0.5
,
wobei der
tiefe Wert auch einem operationsbedürftigen
Katarakt
zugeschrieben wurde
(E. 3.1 hiervor).
Bei
Operationsdiagnose ein
es
Sekundärglaukom
s
wurde
am 2
2.
Feb
ruar 2017
operativ interveniert (
E. 3.2 hiervor)
.
Im weiteren Verlauf und
bei
schwankendem Augendruck wurde eine
Enukleation
(Entfernung des Auges)
so
wie
eine perforierende Keratoplastik
in Erwägung gezogen
(E. 3.
4.
und E. 3.5)
. Im August 2017 konnte dann festgehalten werden, dass sich mittels
therapeutische
r
Kontaktlinsen und diverse
n
anthroposophische
n
Mittel
n
die Situation stabilisiert hat
te
und
nur noch selten Schmerzen b
estanden. Auch zeigte sich die
Beschwer
deführerin deutlich weniger
photophob
und der
Visus
war
stabil
. V
on weiteren
operativen
I
nterventionen
wie eine
r
Enukleation
oder Hornhaut-Transplantation
wurde deshalb
Abstand genommen und empfohlen
,
die bisherige
Therapie
fort
zuführen (E. 3.6).
Ein
entsprechend stabilisierte
r
Zustand am linken Auge
bestä
tigten in der Folge
die Fachärzte
Dr.
E._
im Oktober
und November 2017
(E. 3.7) und
Dr.
K._
am 2.
November
und 7.
Dezember 2018 (E. 3.9 und E. 3.11).
4.2
Eine
Verschlechterung der Situation, wie sie
einzig
vom Hausarzt
Dr.
J._
in seinem Bericht vom 2
9.
Januar 2018 umschrieben wurde
(E. 3.8)
,
konnte
damit
von fachärztlicher Seite nicht bestätigt
werden
.
Aus
fachärztlicher Sich
t
wurde auch
nicht d
okumentiert,
dass
eine Schmerz-Sensation im rechten Auge aufge
treten
ist
und es ergeben sich
dafür auch sonst keine Anhaltspunkte
.
N
amentlich
erachtete
Dr.
E._
bereits im Oktober 2017
die
Arbeitsunfähigkeiten einzig noch aufgrund der psychischen Belastung
für
begründet, während er
der Augen
problematik
bei
Schmerzfreiheit keine Einschränkungen
mehr zuschreiben konnte (
Urk.
7/25
Ziff.
3.3).
Mit Blick auf die Augenproblematik bestätigte so
dann auch Prof.
Dr.
K._
Ende 2018
(E. 3.9 und 3.99)
einzig noch eine f
unk
tionell
e Einschränkung
durch die Einäugigkeit bei vollem
Visus
am rechten Auge
.
Insofern
Dr.
J._
ausführte
,
bei
Visusverlust
des linken Auges und wechs
elndem
Visus
des rechten Auges von zeitweise
50
%
müsste zuerst
eine angepasste Tä
tigkeit gefunden werden
,
und nach einer Umschulung an einem angepassten Ar
beitsplatz
sei
vorerst lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
evtl. langsam stei
gernd
bis zu 50
% vorstell
bar
(E. 3.8)
, kann
dieser Einschätzung
somit
nicht ge
folgt werden.
4.3
Vor diesem Hintergrund ist
grundsätzlich
auch
nicht
zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
im Verfügungszeitpunkt
in Bezug auf die Problematik am linken Auge
von einem stabilisierten Zustand ausgegangen ist und bei uneinge
schränktem
Visus
am rechten Auge auf eine faktische Einäugigkeit schloss. Nach
dem
sich daraus
insbesondere
Einschränkungen
für Tätigkeiten
ergeben
, die ein
räumliche
s
Sehvermögen
erfordern,
ist auch nicht einsehbar
,
inwie
fern die Au
genproblematik die bisherige
Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
als Hausfrau, im Kinderhort oder als Kindergärtn
erin
verunmöglichen soll
. Mit Blick auf die Er
werbsbiographie
gemäss Akten
ist auch festzustellen, dass die Symptomatik am linken Auge bereits
seit dem Jahr 2013
bestand und sich im
Februar 2016
akzen
tuierte
. Die Beschwerdeführerin
nahm indes eine Erwerbstätigkeit als Kindergärt
nerin in einem Pensum von
100
%
(
41.5 Stunden pro Woche
)
erst a
m
1.
August 2016 auf (
Urk.
7/28). Davor war sie lediglich ab August bis Dezember 2015 zu sechs Stunden pro Woche in einem Kindergarten angestellt und weiter zurücklie
gend jahrelang im Haushalt tätig (
Urk.
7/8/5). Von welchem
invalidenversiche
rungsrechtlichen
Status bei dieser Sachlage auszugehen ist, hat die Beschwerde
gegnerin
nicht
näher
hinterfragt und auch nicht ab
geklärt. Dabei blieb auch un
berücksichtigt, dass
anscheinen
d
für den Verlust der letzten Arbeitsstelle nicht
al
lein
gesundheitliche
Gründe
ausschlaggebend waren
(vgl.
Urk.
7/6/2
,
Urk.
7/28/1
Ziff.
2.1
). Wie sich damit genau verhält, kann
jedoch
aus nachstehenden Gründen
offengelassen werden.
4.4
Der
behandelnde Psychiater
Dr.
B._
, welcher die Beschwerdeführerin erst
mals am
2
3.
März 2018
sah,
beschrieb eine psychische Symptomatik
mit
starker
Verunsicherung und Affektlabilität
aufgrund der
ophthalmologische
n
Situation. Dabei erwähnte er d
ie drohende
Enukleation
als für die Beschwerdeführerin
hoch
traumatisch und
labilisierend
und bezeichnete einen
erschöpfungsdepressiv
en
, hochgradig labialisiert
en
, affektiv und vegetativ instabil
en
Zustand
(E. 3.10 hier
vor)
.
Die RAD-Ärztin
legte
diesbezüglich zwar
nachvollziehbar dar
,
dass der Psychiater
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis auf weiteres
attestiere und dabei k
eine Therapie
n benenne
, die die Arbeitsfähigkeit verbessern könn
t
e
n
.
Zu Recht wies sie auch darauf hin,
dass
sich der Zustand
betreffend die Augenproblematik als
beschwerdearm und stabilisiert zeig
e
, sodass
im massgebenden Zeitraum
weder eine
Hornhauttransplantation
noch eine
Enukleation
geplant
sei
.
Richtig ist auch, dass i
m Falle d
er Verschlechterung
der Situation
die Entfernung des linken Auges
(
Enukleation
)
nicht die einz
ige verbleibende Therapieoption
darstellt
, was
die
vom behandelnden Psychiater
als
hochtraumatisch und
labilisierend
beschriebene Situation relativiert. Aufgrund des
dokumentierten
Verlaufs
ist mit Bezug auf die Augenproblematik auch von einem
bereits s
eit langer Zeit bekannten Leiden
aus
zugehen.
Damit kann nicht
auf ein plötzlich
es Ereignis
geschlossen werden
, d
em die Beschwerdeführeri
n
vollständig
unvorbereitet
gegenüber s
tand
, was m
it Blick auf d
ie
vom behandelnden Psychiater
beschriebene Traumatisierung
zumindest
Fragen
aufwirft
. Auf die Berichterstattung des behandelnden Psychiater
Dr.
B._
kann damit insbesondere hinsichtlich der von
ihm attestierte
n
Ar
beitsunfähigkeit nicht
unbesehen
abgestellt werden.
Nachdem aber
Hinweis
e vorliegen, mitunter auch von
Dr.
E._
(
E. 3.7
)
, dass
den Einschränkungen auch
eine psychi
sche Symptomatik zu Grunde liegen könnte und die Beschwerdegegnerin diesbezüglich keine eigenen Abklärungen tätigte, verbleiben
zumindest geringe Zweifel (E. 1.4 hiervor) an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen
.
Dies
insofern, als nicht auszuschliessen ist, dass
im Zusammenhang mit der Augen
problematik auch eine
die Arbeitsfähigkeit einschränkende psychi
sche Sympto
matik aufgetreten
sein könnte
. Jedenfalls durfte die Beschwerdegegnerin bei d
ie
ser Sachlage
einer möglicherweise
bestehenden
psychischen Symptomatik ohne entsprechende fachärztliche Abklärung nicht einfach keine Bedeutung
zumessen
,
indem
sie
auf einen
nicht als dauerhaft anzusehen
den psychischen Zustand schloss.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders,
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
; vgl. auch BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4).
5.2
Vorliegend erweist sich
einerseits der
medizinische Sachverhalt in Bezug auf die Beurteil
ung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in psychischer Hin
sicht im Verfügungszeitpunkt als ungenüg
end abgeklärt (vorstehend E. 4.4
).
An
derseits
ergibt sich
auch
, dass
die Statusfrage
unzureichend abgeklärt
wurde
und eine rechtskonforme
Invaliditätsgradermittlung
gänzlich unterblieben
ist
.
Der angefochtene Entscheid ist daher aufzuheben und zur entsprechenden Ab
klärung mit
anschliessender
Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind vorliegend auf
Fr.
800.
--
festzusetzen
.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Rechtsanwalt
Kurt
Pfändler
machte mit Honorarnote vom
2
1.
Mai 2019
(
Urk.
9
) einen Aufwand von
8.25
Stunden zu
Fr.
280
.-- zuzüglich Spesen
von
3
%
ent
spr
echend einem Honorar von
Fr.
2‘562.50
inklusive Mehrwertsteuer geltend.
Der geltend gemachte Zeitaufwand sowie die veranschlagten Barauslagen sind in ih
rer Höhe der Sache angemessen, wobei der Zeitaufwand mit dem gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- zu entschädigen ist. Die von der Beschwerdegeg
nerin zu leistende Prozessentschädigung
beläuft sich somit auf Fr.
2‘
013.4
0
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).