Decision ID: 71df08a6-4555-446a-9221-a36b09edcf3a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. Mit Verfügung vom 18. Mai 2019 belegte die Unterhaltsgenossenschaft A B mit einer Busse in der Höhe von Fr. 200.-, da sie im Winter 2018/2019 eine Flurstrasse, welche im Eigentum der Unterhaltsgenossenschaft ist, durch "unsachgemässes Pfaden" beschädigt habe, und kündigte an, ihr auch die Kosten für die entsprechenden Instandstellungsarbeiten in Rechnung zu stellen.
II.
Dagegen erhob B am 25. Mai 2019 Rekurs an den Bezirksrat Pfäffikon und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Bussenverfügung vom 18. Mai 2019.
Mit Beschluss vom 11. Dezember 2019 hiess der Bezirksrat Pfäffikon den Rekurs gut und hob die Bussenverfügung vom 18. Mai 2019 auf.
III.
Gegen diesen Beschluss erhob die Unterhaltsgenossenschaft A am 11. Januar 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben. Der Bezirksrat Pfäffikon verzichtete am 20. Januar 2020 auf eine Vernehmlassung. B beantragte am 30. Januar 2020 sinngemäss die Abweisung der Beschwerde.

Der Einzelrichter erwägt:
Der Einzelrichter erwägt:
1. 1.1 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine Unterhaltsgenossenschaft im Sinn von § 129 des Landwirtschaftsgesetzes vom 2. September 1979 (LG, LS 910.1) und damit um eine öffentlich-rechtliche Genossenschaft gemäss § 49 Abs. 2 LG (vgl. zum Ganzen VGr, 21. Oktober 2009, VB.2009.00286, E. 1.1). Gegen die vorliegend strittige Bussenverfügung des Genossenschaftsvorstands war gestützt auf § 69 in Verbindung mit § 49 Abs. 1 LG der Rekurs an den Bezirksrat gegeben, da die Sache nach § 70 LG nicht in die Zuständigkeit des Baurekursgerichts fällt. Gegen den Rekursentscheid des Bezirksrats ist nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) die Beschwerde an das Verwaltungsgericht möglich. Das Verwaltungsgericht ist daher zu Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
Ob die Beschwerdeführerin als öffentlich-rechtliche Genossenschaft und Trägerin von öffentlichen Aufgaben überhaupt zur Beschwerde legitimiert ist (§ 49 in Verbindung mit § 21 Abs. 2 VRG), kann – wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – offenbleiben.
1.2 Strittig sind einerseits eine Busse in der Höhe von Fr. 200.- und anderseits die Übernahme der Kosten für die Instandstellungsarbeiten, die gemäss von der Beschwerdeführerin eingereichten Offerten insgesamt Fr. 14'436.65 betragen sollen. Damit beträgt der Streitwert insgesamt Fr. 14'636.65, weshalb die Angelegenheit in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (§ 38b Abs. 1 lit. c. VRG).
1.2 Strittig sind einerseits eine Busse in der Höhe von Fr. 200.- und anderseits die Übernahme der Kosten für die Instandstellungsarbeiten, die gemäss von der Beschwerdeführerin eingereichten Offerten insgesamt Fr. 14'436.65 betragen sollen. Damit beträgt der Streitwert insgesamt Fr. 14'636.65, weshalb die Angelegenheit in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (§ 38b Abs. 1 lit. c. VRG).
2. 2.1 Die Beschwerdegegnerin ist Eigentümerin des Grundstücks Kat.-Nr. 01 und damit auch Anstösserin an die Flurstrasse oberhalb von C, welche im Eigentum der Beschwerdeführerin ist. Auf dem genannten Grundstück steht ein Stall, welchen die Beschwerdeführerin wohl seit 2014 an eine Drittperson vermietet. Die Mieterin hält in diesem Stall offenbar Pferde, welche täglich betreut werden müssen. Um die Betreuung der Pferde auch im Winter sicherzustellen, wird die Flurstrasse teilweise mit einem Schneepflug geräumt. Anlässlich derartiger Schneeräumungen soll es in den Wintern 2016/2017 sowie 2018/2019 zu Schäden an der Flurstrasse gekommen sein, welche nach Ansicht der Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin zu verantworten sind.
Mit Verfügung vom 18. Mai 2019 auferlegte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 28 ihrer Statuten eine Busse in der Höhe von Fr. 200.- sowie die (noch nicht näher definierten) Kosten für die Instandstellungsarbeiten, da die Flurstrasse im Winter 2018/2019 wieder beschädigt worden sei, obwohl die Beschwerdegegnerin bereits im Jahr 2017 mündlich über die sorgsame Nutzung der Strasse ermahnt worden sei. Mit ihrer Verfügung ahndete die Beschwerdeführerin einen Verstoss gegen Art. 19 ihrer Statuten, welcher unter anderem Folgendes statuiert: "Die Grundeigentümer oder Bewirtschafter haben alles zu unterlassen, was zu einer Schädigung der gemeinsamen Anlagen führen könnte, und alles zu tun, was deren Unterhalt erleichtert."
2.2 Die Vorinstanz führt zusammenfassend aus, der Beschwerdegegnerin sei weder das konkrete Ausmass des aktuell geltend gemachten Schadens angezeigt und belegt noch eine Busse oder eine Ersatzvornahme in schriftlicher Verfügungsform angedroht worden. Erst im Fall, dass eine zuvor erfolgte schriftliche Anordnung nicht befolgt würde, rechtfertige sich der Erlass einer Bussenverfügung oder eine allfällige Ersatzvornahme.
2.3 Nach Ansicht der Beschwerdeführerin verlangen ihre Statuten keine schriftliche Abmahnung bei Widerhandlungen, bevor eine Busse ausgesprochen werden könne. Sie habe die Beschwerdegegnerin bereits im Frühling 2017 mündlich darauf aufmerksam gemacht, dass Kiesstrassen nicht mit dem Schneepflug gepfadet werden dürften. Diese mündlichen Vorgaben seien bindend. Die Beschwerdegegnerin habe die Anordnungen der Unterhaltsgenossenschaft missachtet, was sie auch eingestanden habe. Nachdem sie nun aber wieder gegen die Vorgaben verstossen habe, sei die Busse gerechtfertigt.
2.4 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, sie sei im Vorfeld der Bussenverfügung vom 18. Mai 2019 weder mündlich noch schriftlich angemahnt worden. Sie habe erst mit dieser Verfügung erfahren, dass offenbar durch Schneeräumungen, die angeblich durch ihre Mieterin beauftragt worden seien, die Flurstrasse im Winter 2018/2019 beschädigt worden sei.
2.5 Nach Art. 28 der Statuten kann der Vorstand die Grundeigentümer bzw. Bewirtschafter, die seinen Anordnungen keine Folge leisten, mit einer Busse bis zu Fr. 200.- belegen.