Decision ID: d8256a4a-6926-4030-89ca-1d355ff3b469
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis der Kategorie B am 8. Mai 2008. Das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen entzog ihm am
7. August 2012 den Führerausweis für sieben Monate wegen Fahrens in
angetrunkenem Zustand (FiaZ) mit einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von
mindestens 2,20 Gewichtspromille. Am 15. November 2015 lenkte X erneut ein
Fahrzeug in angetrunkenem Zustand, und zwar mit einer BAK von mindestens 1,87 und
maximal 2,33 Gewichtspromille, weshalb ihm der Führerausweis am 26. November
2015 vorsorglich ab sofort entzogen wurde. Im verkehrsmedizinischen Gutachten des
Instituts für Rechtsmedizin (IRM) am Kantonsspital St. Gallen vom 19. Januar 2016
wurde die Fahreignung unter der Auflage einer Alkoholtotalabstinenz bejaht. Mit
Verfügung vom 18. März 2016 entzog das Strassenverkehrsamt den Führerausweis
von X wegen der Trunkenheitsfahrt vom 15. November 2015 für die Dauer von
15 Monaten. Die Massnahme wurde vom 15. November 2015 bis 14. Februar 2017
vollzogen. Gleichentags wurde der vorsorgliche Führerausweisentzug vom
26. November 2015 aufgehoben und der Führerausweis mit einer
Alkoholabstinenzauflage versehen. Am 16. Januar 2017 hob das Strassenverkehrsamt
die Auflagen mit sofortiger Wirkung auf. Seit 15. Februar 2017 war X wieder
fahrberechtigt.
B.- Am 27. Februar 2017 um 17.30 Uhr war X mit einem Personenwagen in Lüchingen
unterwegs, als er polizeilich kontrolliert wurde. Im Gespräch fiel er der Polizei als sehr
nervös und aufgeregt auf. Zudem hatte er ein blasses Gesicht, blaue Augenringe und
wässrige Augen; die Aussprache war unsicher und ein leichter Alkoholmundgeruch
feststellbar. X gab an, am 26. Februar 2017 zwischen 22 und 23 Uhr eine geringe
Menge Marihuana geraucht zu haben; zuvor habe er noch nie geraucht. Ausserdem
habe er an der Fasnacht zwischen 12 und 5 Uhr ca. sieben bis acht Flaschen Bier à je
0,33 l getrunken. Wegen Verdachts auf Fahren in fahrunfähigem Zustand wurden eine
Urin- und Blutprobe angeordnet. Deren Auswertung verlief sowohl auf Cannabis als
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auch auf Alkohol negativ. Die Gutachter wiesen im Bericht zuhanden der
Strafverfolgungsbehörden darauf hin, die im Arztbericht erwähnte Diagnose ADHS
indiziere im Zusammenhang mit dem angegebenen Cannabiskonsum und dem FiaZ-
Ereignis im Jahr 2015 aus rechtsmedizinischer Sicht eine Fahreignungsabklärung.
Nachdem das Strassenverkehrsamt X am 20. April 2017 den durch die Polizei vorläufig
abgenommenen Führerausweis wieder ausgehändigt hatte, kündigte es am 25. April
2017 die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung an. Dazu nahm X mit
Schreiben seines Rechtsvertreters vom 4. Mai 2017 Stellung. Am 9. Mai 2017 wurde er
aufgefordert, ein ausführliches Arztzeugnis zur medizinischen Behandlung der ADHS-
Erkrankung einzureichen. Nachdem X der Aufforderung nicht nachgekommen war,
ordnete das Strassenverkehrsamt mit Zwischenverfügung vom 15. Juni 2017 eine
verkehrsmedizinische Untersuchung an.
Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom 22. Juni 2017 wurde X der
mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (durch Erlangen und Konsum
von Marihuana) schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 150.– verurteilt.
C.- Mit Eingabe vom 27. Juni 2017 erhob X durch seinen Rechtsvertreter Rekurs. Er
beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die Zwischenverfügung des
Strassenverkehrsamtes vom 15. Juni 2017 aufzuheben und von der Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung abzusehen. Am 11. August 2017 ergänzte er den
Rekurs. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 30. August 2017 auf eine
Vernehmlassung. Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in

den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 27. Juni 2017 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 11. August 2017 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des bis
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Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht an der Fahreignung des
Rekurrenten zweifelte und eine verkehrsmedizinische Untersuchung anordnete.
a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16
Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Art. 16d SVG regelt
den Führerausweisentzug wegen fehlender Fahreignung. Danach werden der Lern-
oder Führerausweis einer Person unter anderem dann auf unbestimmte Zeit entzogen,
wenn ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht,
ein Motorfahrzeug sicher zu führen (Abs. 1 lit. a). Darunter fallen alle die Fahreignung
ausschliessenden medizinischen und psychischen Gründe (BGE 133 II 384 E. 3.1; BBl
1999 S. 4491). Entscheidend ist, ob aufgrund der körperlichen oder psychischen
Leistungsfähigkeit die Fahreignung ausgeschlossen ist (Verkehrssicherheitsrelevanz).
Die Fahreignung kann auch durch das Zusammenspiel derartiger Beeinträchtigungen
entfallen, selbst wenn die einzelnen Faktoren für sich genommen keine fehlende
Fahreignung zu begründen vermöchten (Philippe Weissenberger, Kommentar SVG und
OBG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 16d N 19). Weil der Sicherungsentzug tief in
den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen eingreift, sind in jedem Fall und von Amtes
wegen die persönlichen Verhältnisse des Betroffenen genau abzuklären. Das Ausmass
der notwendigen behördlichen Nachforschungen, namentlich die Frage, ob ein
medizinisches Gutachten eingeholt werden soll, richtet sich nach den Umständen des
Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (Weissenberger,
a.a.O., Art. 16d N 3 f.).
Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese einer
Fahreignungsuntersuchung unterzogen (Art. 15d Abs. 1 SVG). Absatz 1 von Art. 15d
SVG nennt in den lit. a bis e beispielhaft die fünf wichtigsten Fälle, die Zweifel an der
Fahreignung begründen und deren Abklärung in der Regel obligatorisch machen. Es
handelt sich dabei um die Abhängigkeit von Alkohol und Betäubungsmitteln (lit. a und
b), Verkehrsregelverletzungen, die auf Rücksichtslosigkeit schliessen lassen (lit. c), die
Meldung einer IV-Stelle (lit. d) oder eines Arztes, dass eine Krankheit vorliege, die das
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sichere Führen von Motorfahrzeugen ausschliesst (lit. e). Die Liste in Art. 15d Abs. 1
SVG ist nicht abschliessend (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_445/2012 vom 26.
April 2013 E. 3.2; BBl 2010 S. 8500). Sofern kein Sondertatbestand nach Art. 15d Abs.
1 lit. a bis e SVG vorliegt, kann eine Fahreignungsuntersuchung auch gestützt auf die
Generalklausel in Abs. 1 angeordnet werden. Anlass für die Abklärung der Fahreignung
können deshalb grundsätzlich alle Hinweise auf eine Einschränkung der körperlichen
oder geistigen Leistungsfähigkeit geben, und zwar unabhängig davon, ob sie einen
Bezug zum Strassenverkehr aufweisen oder nicht. So verhält es sich etwa bei einer
Verlangsamung der Reaktionen (vgl. etwa BGer 6A.17/2006 vom 12. April 2006), bei
geistigen Absenzen oder bei Krankheiten wie Epilepsie, Diabetes, Alzheimer,
Parkinson, Schizophrenie und dergleichen (Weissenberger, a.a.O., Art. 15d N 53). Ein
verkehrsmedizinisches Gutachten drängt sich immer dann auf, wenn hinreichend
konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des
Betroffenen aufkommen lassen (BGer 1C_445/2012 vom 26. April 2013 E. 3.2).
b) Die angefochtene Verfügung stützt sich auf das Gutachten des IRM zuhanden des
Untersuchungsamts Altstätten im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 27. Februar
2017. Die Gutachter kamen zum Schluss, aufgrund der Analyseergebnisse sei trotz der
auffälligen Befunde bei der ärztlichen Untersuchung und der polizeilichen Kontrolle eine
Fahrunfähigkeit nicht belegt. Im Arztbericht sei jedoch die Diagnose eines
Aufmerksamkeitsdefizits-und-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) erwähnt. Studien
würden belegen, dass ADHS-Betroffene im Strassenverkehr häufiger mit
Geschwindigkeitsübertretungen, Unfällen und Führerausweisentzügen auffällig würden.
Grund dafür sei eine Störung der exekutiven Funktionen – beispielsweise
Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen, Koordination, Orientierung, Antizipation von
Gefahrensituationen – sowie die erhöhte Neigung zu riskantem Verhalten im
Strassenverkehr. Angesichts des angegebenen Cannabiskonsums und dem FiaZ-
Ereignis im Jahr 2015 sei daher aus rechtsmedizinischer Sicht eine
Fahreignungsabklärung indiziert (vgl. act. 10/100 f.).
Der Rekurrent bringt dagegen insbesondere vor, es habe sich um einen einmaligen
Cannabiskonsum gehandelt, weshalb von einem Suchtverhalten keine Rede sein
könne. Überdies sei die Blutalkoholanalyse negativ gewesen; im Zeitpunkt der
Blutentnahme sei er folglich alkoholnüchtern gewesen. Auch die immunchemischen
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Vortests und das erweiterte toxikologische Screening hätten forensisch keinen
relevanten Befund erbracht. Zudem hätten die verkehrsmedizinischen Abklärungen im
Zusammenhang mit dem Ereignis im Jahr 2015 ergeben, dass keine
verkehrsmedizinisch relevanten gesundheitlichen Störungen vorliegen würden.
Insbesondere habe er damals dargelegt, dass er über zehn Jahre wegen eines ADHS
Ritalin eingenommen, die Medikation im Jahr 2008 jedoch beendet habe. Die damalige
verkehrsmedizinische Untersuchung sei unter Berücksichtigung dieser Angaben
erfolgt, wobei keine Anhaltspunkte für Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
festgestellt worden seien. Diese Befunderhebung sei aktuell und es lägen keine
Hinweise dafür vor, dass sich die entsprechende Situation seither geändert habe (vgl.
act. 5).
c) aa) Am 21. Dezember 2015 wurde der Rekurrent erstmals verkehrsmedizinisch
untersucht. In der Untersuchung gab er an, er sei während etwa zehn Jahren bis 2008
wegen einem ADHS mit Ritalin behandelt worden. Während der Lehre habe er die
Medikation beendet. Die Gutachter führten im verkehrsmedizinischen Gutachten vom
19. Januar 2016 aus, es bestünden nicht genügend Anhaltspunkte für eine
Alkoholabhängigkeit oder einen chronischen Alkoholmissbrauch. In der
Befunderhebung wurde weiter festgehalten, es bestünden keine Anhaltspunkte für
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Gestützt auf die zwei FiaZ-Ereignisse
mit hohen BAK-Werten, die Alkoholgewöhnung und die bislang fehlende
Auseinandersetzung mit dem problematischen Trinkverhalten gingen die Gutachter von
einem episodenhaft missbräuchlichen Alkoholüberkonsum aus und befürworteten die
Fahreignung aus verkehrsmedizinischer Sicht unter der Auflage einer Alkoholabstinenz
(vgl. act. 10/48 f., 52). Anlass der Fahreignungsabklärung war damals der FiaZ-Vorfall
im November 2015 mit einer hohen BAK. Bereits damals war bekannt, dass der
Rekurrent an ADHS leidet und deshalb bis 2008 medikamentös behandelt wurde. Die
Gutachter sahen sich jedoch nicht veranlasst, die vom Rekurrenten geltend gemachte
erfolgreiche Behandlung des ADHS weitergehend abzuklären. Gestützt auf die
Empfehlungen im Gutachten vom 19. Januar 2016 versah die Vorinstanz in der Folge
den Führerausweis mit der Auflage einer Alkoholabstinenz und verpflichtete den
Rekurrenten zu halbjährlichen Kontrollen mittels Haaranalyse (vgl. act. 10/66). Diese
Auflagen wurden, soweit aus den Akten ersichtlich, eingehalten. Entsprechend wurden
die Auflagen am 16. Januar 2017 mit sofortiger Wirkung aufgehoben (vgl. act. 10/77).
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Vor diesem Hintergrund lässt sich die Notwendigkeit einer verkehrsmedizinischen
Untersuchung allein im Zusammenhang mit dem ADHS nicht begründen. Es ist davon
auszugehen, dass bereits damals bekannt war, welche Auswirkungen diese Krankheit
auf die Exekutivfunktionen allenfalls haben kann und entsprechend untersucht worden
wäre, wenn es nur den geringsten Hinweis darauf gegeben hätte, dass ein allfälliges
ADHS noch bestehen und sich dieses negativ auf die Fahreignung auswirken könnte.
Das Bundesgericht hat sich, soweit ersichtlich, auch noch nicht dahingehend
geäussert, dass ein ADHS zwingend eine Fahreignungsabklärung nach sich zieht. Zwar
stellte der Rekurrent im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs vor der
Vorinstanz als Beweis für die erfolgreiche ärztliche Behandlung infolge des ADHS eine
Bestätigung des damals behandelnden Arztes in Aussicht (vgl. act. 10/112). In der
Folge forderte die Vorinstanz den Rekurrenten auf, ein ausführliches Arztzeugnis
einzureichen, aus welchem ersichtlich sei, dass die medizinische Behandlung der
ADHS-Erkrankung erfolgreich abgeschlossen worden sei (vgl. act. 10/113). Trotz
zweimaliger Fristerstreckung reichte der Rekurrent keinen entsprechenden Bericht ein.
Dieser Umstand allein genügt jedoch noch nicht, die Fahreignung aufgrund der bereits
bei der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 21. Dezember 2015 bekannten
ADHS-Problematik nunmehr in Frage zu stellen. Insbesondere liegen diesbezüglich
keine neuen Tatsachen vor.
bb) Die Gutachter erachten die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung
im Weiteren deshalb als indiziert, weil der Rekurrent anlässlich der Verkehrskontrolle
vom 27. Februar 2017 gegenüber der Polizei angab, am Vorabend zum ersten Mal eine
geringe Menge Marihuana konsumiert zu haben (vgl. act. 10/90). Die in der Folge
angeordnete Urinprobe verlief negativ auf Cannabis (vgl. act. 10/103). Eine
verkehrsmedizinische Abklärung ist bei einem THC-COOH-Gehalt von über
50 Mikrogramm pro Liter Vollblut indiziert (vgl. BGer 1C_618/2015 vom 7. März 2016
E. 3.3). Da sich die über den Urin ausgeschiedene THC-Carbonsäure als Abbauprodukt
von Cannabis noch nach einem Zeitraum von bis zu vier Wochen nach dem Konsum
nachweisen lässt, spricht das unauffällige Ergebnis der Urin-Untersuchung bereits im
Untersuchungszeitpunkt gegen einen chronischen Konsum. Damit fehlt ein konkreter
Hinweis für einen verkehrsrelevanten Cannabismissbrauch des Rekurrenten.
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cc) Schliesslich kann zur Begründung der Notwendigkeit einer verkehrsmedizinischen
Untersuchung auch das FiaZ-Ereignis aus dem Jahr 2015 nicht ins Feld geführt
werden. Denn im Zeitpunkt der Anhaltung vom 27. Februar 2017 war die Fahrfähigkeit
des Rekurrenten nicht beeinträchtigt, und zwar insbesondere auch nicht wegen
Alkoholkonsums. Es gibt folglich keinen Hinweis darauf, dass er Alkoholkonsum und
Teilnahme am Strassenverkehr nicht trennen kann.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs gutzuheissen und die Verfügung der
Vorinstanz vom 15. Juni 2017 aufzuheben ist. Die Voraussetzungen für eine
verkehrsmedizinische Untersuchung sind nicht erfüllt.
3.- a) Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten dem Staat
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (Art. 7 Ziff. 112 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist dem Rekurrenten zurückzuerstatten.
b) Zufolge Obsiegens hat der Rekurrent Anspruch auf volle Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP und Art. 98 VRP), soweit diese aufgrund der
Rechts- und Sachlage als notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP).
Im Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes geboten. Der
Rechtsvertreter reichte keine Kostennote ein, weshalb die Entschädigung für die
Anwaltskosten ermessensweise festzulegen ist. Im Verfahren vor der
Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als Pauschale ausgerichtet; der
Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75; abgekürzt:
HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO).
Umstritten war die Frage, ob die Anordnung einer verkehrsmedizinischen
Untersuchung zulässig war. Angesichts des durchschnittlichen Aktenumfangs und des
eingeschränkten Prozessthemas erscheint ein Honorar von Fr. 1'800.– als
angemessen. Hinzuzuzählen sind die Barauslagen von Fr. 72.– und die Mehrwertsteuer
von Fr. 149.75 (Art. 22 Abs. 1 lit. c, Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 der Honorarordnung für
bis ter
bis
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Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75). Die ausseramtliche Entschädigung
beträgt damit insgesamt Fr. 2'021.75; kostenpflichtig ist der Staat (Vorinstanz).