Decision ID: 5cfd014a-bbfa-49e0-a21e-e0fbf1938ecf
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
F._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, Postfach
26, 7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a F._ meldete sich am 26. November 2002 zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Rente) an (act. G 4.1.1). Mit
Gutachten vom 13. Mai/5. Juni 2003 stellte Dr. med. A._, Spezialarzt Orthopädie
FMH, folgende Diagnosen: Diskushernie L 4/5 links lateral mit geringer Verlagerung und
Kompression der Nervenwurzel L5 links, posttraumatische Achillodynie rechts seit
2001, Adipositas, Senk-/Spreizfüsse beidseits, Nikotinabusus sowie Hiatushernie. Die
bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten noch zu ca. 40% bei voller zeitlicher Präsenz
zumutbar. Körperlich leichte Arbeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise
sitzend und stehend durchgeführt werden könnten, ohne dass Gegenstände über 5 kg
regelmässig gehoben oder getragen werden und ohne dass unphysiologische,
insbesondere gebeugte Körperhaltungen regelmässig eingenommen werden müssten,
seien ihm zu ca. 70% bei voller Stundenpräsenz zumutbar (act. G 4.1.29). Mit
Verfügung vom 8. Juni 2004 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von 30% ab (act. G 4.1.60).
A.b Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr.
iur. Jean-Pierre Menge, Einsprache (act. G 4.1.61). Am 30. September 2004 widerrief
die IV-Stelle die angefochtene Verfügung, um weitere Abklärungen durchzuführen (act.
G 4.1.71). Vom 15. bis 19. Mai 2006 wurde der Versicherte im Zentrum für
Medizinische Begutachtung (nachfolgend: ZMB) in Basel rheumatologisch,
neurologisch und psychiatrisch untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 22.
Juni 2006 wurden folgende Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt: 1. chronische Lumboischialgie links bei lateraler Diskushernie L4/L5 links mit
diskreter, vorwiegend sensibler radikulärer Symptomatik in L5 links mit/bei passagerer
Parese in L5 links, mittlerweile abgeklungen; 2. reaktive depressive Entwicklung,
gegenwärtig leichte bis mittelgradige Phase im Sinne einer schweren Dysthymie sowie
3. Adipositas permagna mit/bei chronischer Refluxoesophagitis, Hiatusgleithernie (ED
2004), aktuell gastroskopisch o.B. Als Nebendiagnosen ohne Einfluss auf die
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Arbeitsfähigkeit wurden gestellt: 1. Senk-/ Spreizfüsse beidseits mit Insuffizienz der
Tibialismuskulatur; 2. posttraumatische Achillodynie rechts; 3. Status nach
Cholezystektomie bei Lithiasis (2000); 4. Achillessehnenruptur links, operativ saniert
(1998); 5. Status nach Tonsillektomie 1992 sowie 6. Status nach Spontanabgang
Nierenstein vor Jahren. Der Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit als
Schichtführer in einer Textilfabrik zu unter einem Drittel arbeitsfähig. In einer
adaptierten, d.h. körperlich leichten Tätigkeit, sei er heute ohne weitere Massnahmen
zumindest zu 70% arbeitsfähig (act. G 4.1.91). Mit Vorbescheiden je vom 20. Oktober
2006 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, dass er weder Anspruch auf
berufliche Massnahmen noch auf eine Invalidenrente habe (act. G 4.1.106, 4.1.108).
Am 17. November 2006 erhob der Vertreter des Versicherten Einwand gegen den
ablehnenden Vorbescheid betreffend Rentenleistungen (act. G 4.1.109).
B.
Mit Verfügungen je vom 10. April 2007 wies die IV-Stelle die Begehren des Versicherten
betreffend berufliche Massnahmen bzw. Rentenleistungen bei einem Invaliditätsgrad
von 37% ab (act. G 4.1.119 f.). Die Verfügung betreffend berufliche Massnahmen
erwuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft.
C.
C.a Mit Eingabe vom 11. Mai 2007 erhebt der Vertreter des Versicherten Beschwerde
gegen die ablehnende Rentenverfügung. Er beantragt, diese sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei eine ganze unbefristete Invalidenrente zuzusprechen. Zur
Begründung bringt er im Wesentlichen vor, das ZMB-Gutachten sei widersprüchlich
und ungenügend. Zudem sei (bei der Bemessung des Valideneinkommens) das
Einkommen des Beschwerdeführers aus seiner Nebenerwerbstätigkeit als
Versicherungsagent zu berücksichtigen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 8. Oktober 2007 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest (act. G 8).
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C.d Mit Duplik vom 22. Oktober 2007 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
fest (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der notwendigen
und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum
Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
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mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies
bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch den Umstand allein, dass sie von einer
Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurden, ohne weiteres minder
beweiskräftig sind. Denn auch sie können nützliche Äusserungen zum medizinischen
Sachverhalt enthalten. Daraus folgt wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein
vom Gericht oder vom Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht
eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die
Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in
rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen
wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von Hausärzten angeht, muss die
Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten
ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des
Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen
allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht
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vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden
Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich
einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung
durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen
Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ-
oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen
zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung
aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai
2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
3.
3.1 Das ZMB-Gutachten beruht auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen,
mithin auf allseitigen Untersuchungen und ist damit für die streitigen Belange
umfassend. Es wurden die Vorakten verwertet und die vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden berücksichtigt. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin enthaltenen Schlussfolgerungen,
namentlich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, –
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – zu überzeugen. Das ZMB-
Gutachten erfüllt mithin alle praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige Gutachten
(vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf abzustellen ist.
3.2 Was der Vertreter des Beschwerdeführers gegen das ZMB-Gutachten vorbringt,
vermag keine ernsthaften Zweifel an dessen Beweistauglichkeit zu begründen.
3.2.1 So macht der Vertreter des Beschwerdeführers zum einen geltend, im ZMB-
Gutachten werde dem Beschwerdeführer in rheumatologischer Hinsicht attestiert, dass
er bei schweren und mittelschweren körperlichen Tätigkeiten erheblich eingeschränkt
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sei. Dies bedeute auf der anderen Seite aber, dass auch bei leichten körperlichen
Tätigkeiten noch eine Einschränkung vorhanden sein müsse. Es könne nicht sein, dass
noch bei mittelschweren Tätigkeiten von einer erheblichen Einschränkung gesprochen
werde, im Bereich der leichten Tätigkeiten jedoch keine Einschränkung vorliegen solle
(act. G 1).
Dieser Einwand überzeugt nicht. Die ZMB-Gutachter führten in diesem Zusammenhang
aus, in einer adaptierten, d.h. körperlich leichten Tätigkeit, würden sie den
Beschwerdeführer ohne weitere Massnahmen als zu mindestens 70% arbeitsfähig
erachten. Sie würden dabei an einfachste Kontrollaufgaben, eine wechselschichtige
Tätigkeit denken, bei welcher die sich ungünstig auswirkenden Haltungen vermieden
werden könnten (act. G 4.1.91-30). Es ist nicht ersichtlich, aus welchen Gründen der
Beschwerdeführer bei derart adaptierten Tätigkeiten aus körperlichen Gründen noch
weitergehend in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein sollte. Entsprechend bringt
der Vertreter des Beschwerdeführers diesbezüglich auch nichts Konkretes vor.
3.2.2 Des Weiteren macht der Vertreter des Beschwerdeführers geltend, gemäss
psychiatrischer Diagnose leide der Beschwerdeführer an einer schweren Dysthymie.
Gemäss der internationalen Klassifikation psychischer Störungen nach ICD-10: F.34.1
handle es sich bei der Dysthymie um eine chronische depressive Verstimmung, welche
aufgrund ihres Schweregrads und der Dauer der einzelnen Episoden gegenwärtig nicht
die Kriterien einer leichten bis mittelgradigen rezidivierenden depressiven Störung
erfülle. Nun werde aber von einer schweren Dysthymie ausgegangen, welche aufgrund
ihrer Schwere wohl eher auf eine rezidivierende depressive Störung hinweise. Es
verstehe sich von selbst, dass sowohl eine schwere Dysthymie wie auch eine
depressive Störung durchaus erheblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers hätten (act. G 1). Im Rahmen der Replik reicht der Vertreter des
Beschwerdeführers einen Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 20. September
2007 ein. Darin kommen B._, PG Psychologin, sowie Dr. C._, leitende Ärztin, zum
Schluss, der Beschwerdeführer erfülle die Kriterien für eine schwere depressive
Episode (ICD-10: F32.2). Er leide unter Einschlafstörungen, welche zum Teil eine
Konsequenz seiner gastrointestinalen Beschwerden und zum Teil auf die Depression
zurückzuführen seien. Als Folge davon leide er an Morgenmüdigkeit, aber sein Zustand
sei allgemein morgens schlechter als am Abend. Latente Suizidgedanken träten
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regelmässig auf, aber er könne sich glaubhaft davon distanzieren. Er beschreibe eine
erhöhte Reizbarkeit, vor allem gegenüber seinen vier Kindern, mit denen er momentan
wenig unternehme. Zusätzlich zu der Depression sei die Diagnose einer Panikstörung
(ICD-10: F41.0) gegeben. Seit etwa einem Jahr leide er immer häufiger an
Panikattacken. Der Auslöser dafür sei ein besonders starker Druck im Bauch, welchen
er als lebensgefährlich interpretiere. Die vegetativen Symptome seiner Panikattacken
seien Herzklopfen, Schweissausbrüche, Zittern und ein Beklemmungsgefühl (act. G
8.1).
Diese Beurteilung durch die Psychiatrie-Dienste Süd vermag das ZMB-Gutachten nicht
in Zweifel zu ziehen. Insbesondere fehlen darin jegliche Angaben zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers. Demgegenüber wird die schwere Dysthymie im ZMB-
Gutachten sehr wohl als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angeführt.
Weiter ist dem ZMB-Gutachten in diesem Zusammenhang zu entnehmen, dass das
aktuelle depressive Zustandsbild des Beschwerdeführers im Wesentlichen reaktiv
bedingt erscheine, somit prinzipiell reversibel sei. Darüber hinaus zeige er eine
deutliche resignative, regressive Entwicklung, welche nicht im eigentlichen Sinne als
invaliditätswirksam betrachtet werden dürfe. Entsprechend finde sich bei ihm auch
keine durchgängige Depressivität; vielmehr verfüge er hier noch über Ressourcen,
welche ausgenützt werden könnten. Aus psychiatrischer Sicht werde seine
Arbeitsfähigkeit deswegen lediglich in geringem Grad eingeschränkt (act. G 4.1.91-29).
Diese Beurteilung ist schlüssig und nachvollziehbar. Zudem weist die
Beschwerdegegnerin im Rahmen der Duplik zu Recht auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung hin, wonach eine diagnostizierte psychische Beeinträchtigung für sich
allein noch keine Invalidität begründet (BGE 131 V 49).
3.2.3 Schliesslich bemängelt der Vertreter des Beschwerdeführers, dass, obwohl aus
den Akten hervorgehe, dass der Beschwerdeführer verschiedentlich wegen
Bauchschmerzen in Behandlung gestanden habe, die entsprechenden Beschwerden
im ZMB-Gutachten nicht einmal unter der Rubrik Nebendiagnosen aufgeführt würden.
Das Gutachten stehe somit in einem erheblichen Widerspruch zum Austrittsbericht des
Spitals Y._ vom 23. April 2007. Es sei als ungenügend bzw. unvollständig
abzuweisen (act. G 1).
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Auch dieser Einwand verfängt nicht. So haben die Bauchbeschwerden des
Beschwerdeführers durchaus Eingang in das ZMB-Gutachten gefunden, werden doch
bei den Diagnosen eine chronische Refluxoesophagitis, eine Hiatusgleithernie (ED
2004), aktuell gastroskopisch o.B. sowie ein Status nach Cholezystektomie bei Lithiasis
(2000) erwähnt (act. G 4.1.91-27). Demgegenüber enthält der Austrittsbericht des
Spitals Y._ (act. G 1.2) keine Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin verweist im Rahmen ihrer
Beschwerdeantwort auf die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
vom 28. Juni 2007 zu diesem Austrittsbericht. Der RAD-Arzt Prof. Dr. med. D._ führt
diesbezüglich aus, die im Austrittsbericht beschriebenen Symptome seien unspezifisch
und könnten nicht einmal mit Sicherheit einem Krankheitsbild zugeordnet werden. So
würden in der "Normalbevölkerung" ("normal" arbeitende Bevölkerung) die genannten
Symptome unterschiedlich stark empfunden: Blähungsgefühl, Rülpsen, Brennen hinter
dem Brustbein, Unregelmässigkeit der Stuhlgewohnheiten. Als Ausdruck eines nicht
allzu gravierenden Leidensdrucks sei auch erwähnt, dass der Beschwerdeführer die
verordneten Medikamente meist unregelmässig eingenommen habe. Vier Magen-, eine
Dickdarmspiegelung, ein Ultraschall des Bauchraumes, ein CT sowie Biopsien der
Dünndarmschleimhaut hätten alle keine schwere Erkrankung aufgedeckt. Die meisten
der genannten Symptome bestünden seit über sieben Jahren, also auch schon in der
Phase der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers. In seiner (des RAD-Arztes)
Gesamtbeurteilung als Dossierarzt und Chirurg mit Schwerpunkt Magen-Darm-
Chirurgie bestehe aufgrund des Austrittsberichts des Spitals Y._ kein weiterer
Abklärungsbedarf dieser bisher übermässig abgeklärten Alltagsbeschwerden. Die
gastroenterologischen Diagnosen und Verdachtsdiagnosen hätten keinen Einfluss auf
die zumutbare Arbeitsfähigkeit (act. G 4.2). Diese Beurteilung des RAD-Arztes ist
nachvollziehbar und überzeugend. Das ZMB-Gutachten erweist sich somit auch in
diesem Punkt als beweistauglich.
3.3 Zusammengefasst bleibt festzuhalten, dass vorliegend auf das ZMB-Gutachten
abgestellt werden kann. Weitere Abklärungen drängen sich nicht auf, sind davon doch
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Dementsprechend ist der Beschwerdeführer für
adaptierte Tätigkeiten als zu 70% arbeitsfähig zu betrachten. Was die Frage anbelangt,
ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Zeit von Februar 2005 bis Mai
2006 wegen einer radikulären L-5-Problematik allenfalls tiefer war, so haben die von
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der Beschwerdegegnerin getätigten Abklärungen nichts Eindeutiges ergeben (vgl. act.
G 4.1.116 und 4.1.118). Es kann jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
gesagt werden, dass beim Beschwerdeführer in diesem Zeitraum eine
invaliditätsbegründende Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hätte, bestehen dafür doch
nicht genügend Anhaltspunkte.
4.
4.1 Schliesslich macht der Vertreter des Beschwerdeführers geltend, bei der
Bemessung des Valideneineinkommens sei neben dem Einkommen des
Beschwerdeführers als Schichtleiter auch das Einkommen aus der
Nebenerwerbstätigkeit als Versicherungsagent zu berücksichtigen (act. G 1).
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat für die Bemessung des Valideneinkommens
demgegenüber lediglich das Einkommen des Beschwerdeführers als Schichtführer
berücksichtigt. In der angefochtenen Verfügung führte sie in diesem Zusammenhang
aus, das Einkommen des Beschwerdeführers aus der nur kurzfristig ausgeübten
Nebenerwerbstätigkeit (als Versicherungsagent) sei trotz anfänglichen Erfolgs bereits
erschöpft gewesen, da sich sein Kundenkreis vorwiegend aus bekannten und
befreundeten Landsleuten zusammengesetzt und nicht mehr habe erweitern lassen
(act. G 4.1.120-2). Anlässlich der Beschwerdeantwort führte sie aus, in der
Vergleichsrechnung seien nur Einkommen einzubeziehen, die im Rahmen eines
normalen Arbeitspensums zu erzielen seien. Da der Beschwerdeführer in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Schichtführer in einem Vollzeitpensum gearbeitet habe, sei
der geltend gemachte Nebenerwerb bei der Ermittlung des Valideneinkommens somit
nicht zu berücksichtigen, zumal er die Nebenerwerbstätigkeit nur während relativ
kurzer Zeit zusätzlich zu seinem Vollzeitpensum als Schichtführer ausgeübt habe (act.
G 4).
4.3 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige
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Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224 neues
Fenster, E. 4.3.1, mit Hinweisen). Die ältere Rechtsprechung bezog in die
Vergleichsrechnung nur Einkünfte ein, die bei einem normalen Arbeitspensum zu
erzielen waren (Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
1997, S. 207 mit Verweis auf die Urteile I 273/61 vom 10. Juli 1962 und I 59/62 vom
19. November 1962). In neueren Entscheiden hielt das Bundesgericht demgegenüber
fest, dass ein Nebenverdienst bei dem Valideneinkommen zu berücksichtigen sei,
sofern er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin erzielt worden wäre, wenn
die versicherte Person gesund geblieben wäre. Dies gelte ohne Rücksicht auf den
hiefür erforderlichen zeitlichen oder leistungsmässigen Aufwand. Soweit sich
hinsichtlich der letzterwähnten Vorgabe aus älteren Entscheiden (die von Meyer-Blaser
a.a.O. erwähnten Entscheide I 273/61 und I 59/62) etwas anderes ergeben sollte,
könne daran nicht festgehalten werden. Als Invalideneinkommen sei ein
Zusatzeinkommen aus Nebenerwerb nur insoweit zu berücksichtigen, als die
versicherte Person ein solches trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise weiterhin erzielen könne (Entscheide U 130/02 vom 29. November
2002, E. 3.2.1 [=RKUV 2003 Nr. U 476]; U 66/02 vom 2. November 2004 [=RKUV 2005
Nr. U 538]; I 181/05 vom 3. Februar 2006 E. 2 ; I 130/06 vom 9. Mai 2007 E. 6; vgl.
auch Hans-Jakob Mosimann, Praxis der Invaliditätsbemessung: aktueller Stand der
Rechtsprechung, in: SZS 2007, S. 15).
4.4 Neben seiner Tätigkeit als Schichtführer war der Beschwerdeführer vom 16.
November 1999 bis 31. März 2002 als selbstständiger Agent für die K._ tätig, wofür
er Provisionen erhielt (act. G 4.1.36-1). Bei dieser Tätigkeit hat der Beschwerdeführer
im Jahr 2000 Fr. 31'527.-- und im Jahr 2001 Fr. 32'285.-- verdient (vgl. act. G 4.1.36-4
und 4.1.34-2). Im Jahr 2002 wurde der Lohn von der L._ ausbezahlt und betrug
gemäss IK-Auszug Fr. 19'133.-- (act. G 4.1.34-2), gemäss Angaben des
Beschwerdeführers Fr. 16'715.--, wobei die Lohnblätter allerdings teilweise nicht mit
den gemäss Kontoauszügen ausbezahlten Beträgen übereinstimmen (act. G 1.3 f.). Wie
es sich damit letztlich genau verhält, kann jedoch offenbleiben. So führte der Vertreter
des Beschwerdeführers in seinem Schreiben vom 21. Juni 2006 an die
Beschwerdegegnerin aus, die Anforderungen an die Tätigkeit als Versicherungsagent
seien nun gesetzlich geregelt bzw. verschärft worden. Er erkundigte sich, ob dem
Beschwerdeführer eine entsprechende Umschulung bezahlt würde (act. G 4.1.89-1). Im
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=I+433%2F06&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-222%3Ade&number_of_ranks=0#page224 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=I+433%2F06&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-222%3Ade&number_of_ranks=0#page224
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Rahmen der ZMB-Begutachtung äusserte sich der Beschwerdeführer dahingehend,
dass ihm die Stelle als Versicherungsagent auch aus Mangel an kaufmännischer
Ausbildung gekündigt worden sei; er würde gerne in einen kaufmännisch orientierten
Beruf eingeschult werden, wobei ihm jedoch seine Sprachkenntnisse, vor allem die
Schriftsprache und der schriftliche Umgang mit derselben, Schwierigkeiten bereiteten
(act. G 4.1.91-11). Auch gegenüber der Eingliederungsberaterin äusserte er den
Wunsch, wieder als Versicherungsagent tätig sein zu wollen, wofür seine schriftlichen
Deutschkenntnisse jedoch nicht ausreichten (act. G 4.1.101-1). Unter diesen
Umständen kann jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer seiner Tätigkeit als
Versicherungsagent weiter nachgegangen wäre, wenn er gesund geblieben wäre,
hätten ihm doch auch als Gesunder die (schriftlichen) Deutschkenntnisse gefehlt.
Darauf deutet auch der Umstand hin, dass der Beschwerdeführer anlässlich der ersten
Eingliederungsberatung geäussert hat, sein Kundenkreis habe vorwiegend aus ihm
bekannten und befreundeten Landsleuten bestanden. Trotz seines anfänglichen Erfolgs
in diesem Business hätte sich sein Kundenkreis nicht mehr erweitern lassen; die
Kontakte unter seinen Landsleuten, die an Versicherungspolicen interessiert gewesen
seien, hätten sich erschöpft. Zum Schluss habe er auch keine eigenen Kunden mehr
gehabt und nur noch Provisionen von seinen Untervermittlern erhalten. Das
Auftragsverhältnis sei wegen Inaktivität seiner Geschäfte aufgelöst worden (act. G
4.1.41-1). Ist nach dem Gesagten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Versicherungsagent im
Gesundheitsfall weiter ausgeübt hätte, kann das daraus resultierende Einkommen bei
der Bemessung des Valideneinkommens nicht hinzugerechnet werden. Es ist somit
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die Bemessung des
Valideneinkommens lediglich auf das Einkommen des Beschwerdeführers als
Schichtführer abgestellt und dieses an das (höhere) Invalideneinkommen angepasst
hat.
4.5 Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf
Tabellenlöhne abgestellt und dem Beschwerdeführer einen Leidensabzug von 10%
gewährt (act. G 4.1.101-2). Dies wird vom Beschwerdeführer denn auch gar nicht
bemängelt.
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4.6 Zusammengefasst hat die Beschwerdegegnerin den Einkommensvergleich korrekt
durchgeführt. Bei dem ermittelten Invaliditätsgrad von 37% hat sie das
Rentenbegehren des Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen (vgl. Art. 28 Abs. 1
IVG).
5.
5.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG