Decision ID: d158b655-eb00-4881-9e9e-2512b2c60700
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 18., publiziert am 22. Februar 2019, erliess der Gemeindevorstand
D._ gestützt auf Art. 21 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton
Graubünden (KRG; BR 801.100) über das ganze Gemeindegebiet eine
Planungszone mit einstweiliger Geltung bis 18. Februar 2021. Ziel
derselben ist die Überprüfung und Anpassung der Bauzonen abseits und
am Rand des weitgehend überbauten Gebiets entsprechend den
Vorgaben von Art. 15 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über die
Raumplanung (RPG; SR 700) und des kantonalen Richtplans (KRIP-S)
vom 20. März 2018 sowie die Umsetzung der weiteren Vorgaben gemäss
diesen Gesetzen. Bauvorhaben dürfen demnach nur bewilligt werden,
wenn sie weder den rechtskräftigen noch den vorgesehenen neuen
Planungen und Vorschriften widersprechen könnten. Baubewilligungen
sind insbesondere dann zurückzustellen, wenn das Bauvorhaben Flächen
beansprucht, die ausserhalb des weitgehend überbauten Gebiets liegen
oder potenzielle Verdichtungs- und Erneuerungsgebiete betreffen. Die
Planungszone blieb unangefochten.
2. F._ und E._ reichten am 15. April 2019 das Gesuch um
Erstellung eines Zweifamilienhauses (je eine Wohnung von 4.5 Zimmern)
auf Parzelle J._ (Eigentümer G._) in der Wohnzone 2 in
H._, Gemeinde D._, ein. Die öffentliche Auflage des
Bauvorhabens erfolgte in der Zeit vom 17. Mai 2019 bis zum 6. Juni 2019.
3. Dagegen erhoben unter anderem B._ und A._, Eigentümer einer
Wohnung auf der benachbarten Parzelle K._, am 30. Mai 2019, und
C._, ebenfalls Eigentümer einer Wohnung auf der benachbarten
Parzelle K._, am 2. Juni 2019 Einsprache und beantragten die
Ablehnung des Baugesuchs. C._ unterzeichnete seine Einsprache
nicht. In ihrer Stellungnahme vom 25. Juni 2019 beantragten F._ und
E._ die Abweisung der Einsprachen, soweit darauf eingetreten
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werden könne. Am 11. Juli 2019 hielten die Einsprecher replicando an
ihren Anträgen fest. Am 29. Juli 2019 hielten auch F._ und E._
duplicando an ihren Anträgen fest.
4. Mit Entscheid vom 12., mitgeteilt am 28. August 2019, wies die Gemeinde
D._ die Einsprachen gegen das Baugesuch ab, soweit darauf
eingetreten werde und erteilte die Baubewilligung Nr. 30/2019 unter
Auflagen. Sie verweigerte die Bewilligung für die Teilfläche des
Kellers/Technik an der nordöstlichen/südöstlichen Gebäudeecke im
Untergeschoss, welche unter die Garage ragt, mit der Auflage, diese mit
dem Bauvorhaben anderswo zu realisieren. Im Weiteren wurde den
Bauherren die Auflage gemacht, die bergseitige Gebäudewand im
Untergeschoss auf der ganzen Länge auf der Flucht der 16-metrigen
Gebäudelänge der Nordostfassade zu erstellen und das Zweifamilienhaus
auf Parzelle J._, H._, dauernd und ausschliesslich durch
Personen mit Wohnsitz in der Gemeinde D._ nutzen zu lassen. Das
Grundbuchamt D._ wurde angewiesen, diese Auflage unter dem
Stichwort „Erstwohnung nach Art. 7 Abs. 1 lit. a des
Zweitwohnungsgesetzes (EGID: 191813675, EWID: 1 und 2)ˮ bezüglich
des Grundstücks Nr. J._ als öffentlich-rechtliche
Eigentumsbeschränkung anzumerken.
5. Am 30. September 2019 erhoben Claudia und A._ sowie C._
(Beschwerdeführer) gegen die Baubewilligung und den
Einspracheentscheid beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
gemeinsam Beschwerde und beantragten was folgt:
1. Die Baubewilligung Nr. 30/2019 und der Einspracheentscheid der Gemeinde D._
vom 12. August 2019, mitgeteilt am 28. August 2019, seien aufzuheben.
2. Der vorliegenden Beschwerde sei bis zur rechtskräftigen Erledigung des Verfahrens
vor Verwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung zu gewähren (diese wurde am 31.
Oktober 2019 vom Instruktionsrichter zuerkannt).
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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.7% Mehrwertsteuer) zulasten der
Beschwerdegegner.
Zur Begründung ihrer Standpunkte führten die Beschwerdeführer
Folgendes aus:
Voraussetzung einer Baubewilligung sei, dass das Land erschlossen sei.
In Bezug auf die geplante Erschliessung habe die Vorinstanz keine
weiteren Abklärungen getroffen und sich stattdessen wiederholt auf den
Standpunkt gestellt, dass die verkehrsmässige Erschliessung über ein
fremdes Grundstück ausschliesslich eine „privatrechtrechtliche
Beurteilungˮ sei und damit im öffentlichen Baubewilligungsverfahren von
vornherein nicht zu prüfen sei. Zum massgeblichen Zeitpunkt des
Baubewilligungsentscheids sei die verkehrsmässig gewünschte
Erschliessung über sämtliche Parzellen L._, M._ und N._
nicht rechtlich sichergestellt gewesen und eine hinreichende
Erschliessung in öffentlich-rechtlicher Hinsicht nicht vorgelegen, so dass
die Baubewilligung hätte verweigert werden müssen.
Die Baubewilligung hätte auch aus anderen Gründen nicht erteilt werden
dürfen. Die Gemeinde habe eine Überschreitung der maximalen
zulässigen Gebäudelänge – da die Garage nicht als eingeschossig
beurteilt werden könne - und damit einen inhaltlichen Mangel des
Bauvorhabens festgestellt. Sie habe mittels „spezieller Auflageˮ
angeordnet, dass die Teilfläche des Kellers/Technik unter der Garage mit
dem Bauvorhaben „anderswo zu realisieren seiˮ. Eine solche spezielle
Auflage erweise sich rechtlich als unhaltbar, denn gemäss Art. 90 Abs. 1
KRG könnten lediglich untergeordnete Mängel mittels Auflagen behoben
werden. Hier liege aber ein schwerwiegender inhaltlicher Mangel vor, so
dass die Gemeinde stattdessen gestützt auf Art. 89 Abs. 1 KRG den
Bauabschlag hätte erteilen bzw. zumindest das Baugesuch zur
konzeptionellen Überarbeitung hätte zurückweisen müssen.
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Selbst mit der „speziellen Auflageˮ sei die maximal zulässige
Gebäudelänge von 16 m gemäss dem Zonenschema in der W2 entgegen
den Ausführungen der Vorinstanz nordöstlich nicht eingehalten. Die
Garage werde von einer Dachterrasse überdeckt, welche sich über die
gesamte Hausbreite hinziehe und mit einer Absturzsicherung aus Glas
versehen sei. Liege über die gesamte Fassadenlänge eine Terrasse vor,
auf welcher sich Personen aufhielten und allenfalls Terrassenutensilien-
und bauten installiert würden, sei klar, dass die Beschwerdegegner nicht
in den Genuss der baugesetzlichen Privilegierung von eingeschossigen
Anbauten im Sinne von Art. 66 Abs. 2 BG kommen könnten. Vielmehr bilde
dieser Teil des Gebäudes eigentlicher Bestandteil des Zweifamilienhauses
über die gesamte Hausbreite, diene als Zugang zu den Wohnungen und
schaffe darüber hinaus noch zusätzliche Wohnfläche, so dass die Garage
deshalb zur Gebäudelänge hinzuzurechnen sei. Gleiches gelte auch für
den nordwestlichen Balkon im Untergeschoss (recte wohl: Erdgeschoss)
mit einer Tiefe von 3.17 m über die gesamte Fassade. Käme eine
Privilegierung in Bezug auf die Gebäudelänge für offene Balkone
überhaupt in Frage, müsste auch das zulässige Mass für die Tiefe über
die Fassadenflucht hinaus und das zulässige Mass für die Breite bzw. den
zulässigen Anteil bezüglich des zugehörigen Fassadenabschnitts definiert
werden, wie es etwa in der – hier nicht einschlägigen - IVHB vorgesehen
sei. Dies sei im kantonalen Baurecht aber nicht erfolgt. Ein vorspringender
Gebäudeteil gehöre zur Aussenseite eines Gebäudes. Beim vorliegenden
offenen Balkon könne aufgrund seiner Dimensionen nicht mehr von einem
vorspringenden Gebäudeteil die Rede sei. Das strittige Bauvorhaben halte
die Gebäudelänge damit nicht ein. Dies gelte auch dann, wenn nur einer
der beiden und nicht beide Gebäudeteile zusammen (Garage mit
Dachterrasse oder offener Balkon) zur anrechenbaren Gebäudelänge
zählen sollten. Was die Dimensionen des Bauvorhabens betreffe,
erscheine mit Blick auf die Baugesuchunterlagen zudem zweifelhaft, ob
die in der W2 maximal zulässige Gebäudehöhe von 8 m und Firsthöhe von
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10.60 m eingehalten werden könne. Ob die projektierte Höhe des
Bauvorhabens rechtlich tatsächlich zulässig sei, lasse sich nicht schlüssig
nachvollziehen. Den Beschwerdeführern sei insbesondere die
Spezialvorschrift des geneigten Geländes nicht bekannt, weshalb an der
Rüge der unzulässigen Gebäudehöhe vorläufig festgehalten werde.
Die strittige Parzelle J._ sei nicht erschlossen und landwirtschaftlich
genutzt worden. Sie füge sich in die Landwirtschaftszone ein und sei eine
Randparzelle. Die überbauten Grundstücke seien schlecht erschlossen.
Parzelle J._ liege im weitestgehend touristischen I._ (recte:
H._) und fern von der künftigen baulichen Entwicklung der Gemeinde.
Der Auszonungsbedarf sei ausgewiesen. Eine Totalrevision der
Ortsplanung stehe kurz bevor, die Gefahr von verkappten
Zweitwohnungen seien mit dem strittigen Bauvorhaben ernsthaft zu
befürchten. Es erscheine mehr als fraglich, ob das Bauvorhaben bis zur
Klarheit über die künftige Ortsplanung nicht doch unter die erlassene
Planungszone vom 22. Februar 2019 zu stellen sei. Soweit überhaupt
erforderlich, sei an Ort und Stelle ein Augenschein durchzuführen. Die
Gemeinde habe es unterlassen, die Gebiete mit Auszonungspotential
genauer zu spezifizieren. Sie stelle im Wesentlichen einzig darauf ab, dass
die Parzelle J._ von überbauten Grundstücken umgeben sei. Die
Gemeinde habe demnach mangelhafte Abklärungen im Hinblick auf die
Vereinbarkeit des Bauvorhabens mit der Planungszone getroffen.
Auch was die Abklärungen im Hinblick auf die
Zweitwohnungsgesetzgebung anbetreffe, habe die Gemeinde zu wenig
abgeklärt. Der im Mietvertrag vorgesehene Mietbeginn ab 1. April 2020 sei
nicht realistisch. Die Mieter könnten durchaus noch abspringen. Zudem
sehe der Mietvertrag vom 1. Juni 2019 eine Mindestlaufzeit von lediglich
einem Jahr vor. Dann könnten die Eigentümer bereits ein
Sistierungsgesuch gemäss Art. 14 ZWG stellen. Daran ändere nichts,
dass auf beiden Wohnungen eine Erstwohnungsverpflichtung
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grundbuchamtlich angemerkt werde, was auch für die zweite Wohnung,
die von der Bauherrschaft zu Wohnzwecken genutzt werde, gelte. So habe
eine Gemeinde von Amtes wegen zu prüfen, ob konkrete Indizien
vorlägen, welche die Absicht bzw. die Möglichkeit einer
Erstwohnungsnutzung des Bauvorhabens als unrealistisch erscheinen
liessen. Die Möglichkeit der Sistierung gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b ZWG
erhöhe das Risiko, dass die Bauherrschaft von vornherein auf eine
künftige Sistierung setze. Die Gemeinde habe es unterlassen, in Bezug
auf die Beschwerdegegner 2 Abklärungen betreffend den aktuellen Wohn-
und Arbeitsort sowie die Umzugsabsichten zu treffen. Hinsichtlich der zu
vermietenden Einliegerwohnung habe die Gemeinde eingehend zu prüfen,
ob in der Gemeinde eine hinreichende Nachfrage nach vermieteten
Erstwohnungen im fraglichen Segment bestehe. Dies habe sie
unterlassen und pauschal auf den beigebrachten Mietvertrag verwiesen.
Gerade die Ergebnisse der kürzlich durchgeführten
Bevölkerungsumfragen in der Fraktion I._ zeigten auf, dass aus Sicht
der Bevölkerung die überwiegende Mehrheit das Angebot an
Mietwohnungen (79%) und die Möglichkeiten zum Bau oder Erwerb eines
Eigenheims (73%) als absolut ausreichend beurteile. Auch die
widersprüchlichen Angaben im Baugesuch seien als Indiz für eine
Umgehungsabsicht zu werten. Gemäss dem Formular im Anhang 1 seien
eine Erstwohnung und eine "Einliegerwohnung" beabsichtigt gewesen.
Gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. a ZWG gelte eine Einliegerwohnung in diesem
Sinne als touristisch bewirtschaftete Wohnung. Der angefochtene
Baubescheid erweise sich auch aus diesem Grund als rechtswidrig.
Mit der Aufhebung des Baubescheids seien die zu erhebenden
Gerichtskosten entsprechend den Beschwerdegegnern aufzuerlegen und
diese gleichzeitig zu verpflichten, den Beschwerdeführern gemäss Art. 78
Abs. 1 VRG eine angemessene Parteientschädigung für die verursachten
notwendigen Kosten zu bezahlen. Die Beschwerdeführer seien auch für
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die Auslagen im Einspracheverfahren zu entschädigen. Der angefochtene
Baubescheid sei gravierend mangelhaft gewesen, weswegen diese
Kosten notwendig für die gerichtliche Aufhebung des Baubescheids
gewesen seien.
6. Mit Vernehmlassung vom 30. Oktober 2019 beantragte die Bauherrschaft
F._ und E._ (Beschwerdegegner) die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne.
Der Eigentümer der Parzelle J._ habe sich bereits vor Einreichung
des Bauvorhabens um die notwendige rechtliche Sicherung der
Erschliessungsstrasse gekümmert, da er selbst auf der neuen Parzelle
L._ baue und diese zusammen mit der Parzelle J._ erschlossen
werde. Der entsprechende Dienstbarkeitsvertrag zur rechtlichen
Absicherung der Zufahrt und die dazugehörigen Vollmachten lägen auf
dem Grundbuchamt zur Unterschrift bereit. Die Erschliessung und die
Baureife des Grundstücks seien somit gegeben. Die
Erschliessungsstrasse könne gemäss Art. 72 Abs. 2 KRG bis zum
Abschluss des Bauvorhabens ausgeführt werden. Dem stehe nichts
entgegen. Die Zufahrt existiere bereits zu zwei Dritteln auf der
bestehenden geteerten Strasse. Den Beschwerdeführern fehle es
betreffend Erschliessung am schutzwürdigen Interesse und somit an der
Legitimation. Die Beschwerde sei deshalb in diesem Punkt abzuweisen,
soweit überhaupt darauf eingetreten werden könne.
Die Auswirkungen der Auflage betreffend Keller/Technik, wonach diese
Teilfläche anderswo zu realisieren sei, habe nicht zur Folge, dass die
Auswirkungen auf das Bauvorhaben „vollständig unklar bliebenˮ. Von der
Bauherrschaft werde lediglich eine andere Raumaufteilung im
Untergeschoss gefordert. Diese wirke sich weder auf die Aussenwirkung
des Gebäudes aus noch auf die Berechnung der Ausnützungsziffer. Die
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Bauherrschaft habe entsprechende angepasste Pläne bereits eingereicht.
Die Auflage sei demnach zulässig.
Die Beschwerdeführer bemängelten ausserdem die Dimensionierung des
Bauvorhabens. Die maximale Gebäudelänge betrage 16 m und werde
aufgrund der Länge der Aussenseiten berechnet, wobei eingeschossige
Anbauten nicht mitgezählt würden, wenn diese eine Länge von 6 m nicht
überschritten. Die Terrasse gelte nicht als Geschoss und sei nicht an die
Gebäudelänge anzurechnen, wie auch der auf der anderen Seite des
Hauses geplante Balkon. Auch unter dem Balkon sei von einem
eingeschossigen Anbau auszugehen, welcher nicht zur Gebäudelänge
hinzuzählen sei. Damit werde die maximal zulässige Gebäudelänge von
16 m eingehalten. Das Bauprojekt füge sich angemessen in die
Landschaft ein und sei auch im Sinne von Art. 73 Abs. 1 KRG nicht
überdimensioniert.
Ebenso rügten die Beschwerdeführer die Verletzung der Gebäudehöhe.
Art. 65 BG definiere die Gebäudehöhe als senkrechten Abstand zwischen
dem tiefstgelegenen Punkt des Bodens und dem höchstgelegenen
Schnittpunkt von der Umfassungsmauer und der Dachfläche. Dieser dürfe
gemäss Zonenschema maximal 8 m betragen. Als Firsthöhe gelte der
grösste senkrechte Abstand zwischen dem First und dem gewachsenen
Boden, welcher nicht höher als 10.60 m sein dürfe. Aus den Bauplänen
ergehe, dass weder die Firsthöhe noch die Gebäudehöhe die Masse
überschritten.
Die Parzelle J._ liege innerhalb des überbauten Gebiets im
Wohnquartier H._ in der Bauzone. Unüberbaut bilde sich durch
dieses Grundstück eine Lücke in der Siedlungsstruktur. Dass die Parzelle
J._ inmitten der überbauten Grundstücke ausgezont werden solle, sei
wenig wahrscheinlich und durch die Gemeinde entsprechend beurteilt
worden.
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Betreffend Zweitwohnungsgesetz habe die Gemeinde mit der Kontrolle
des Mietvertrags und der Auflage des Grundbucheintrags als
Erstwohnung sämtliche notwendigen Vorkehrungen getroffen. Eine
Umfrage bei der Bevölkerung könne die fachmännische Prüfung und
Beurteilung der Gemeindebehörde nicht ersetzen. Die Formulierung des
Bauprojekts als Erstwohnung oder als Einliegerwohnung lasse keine
Zweifel an der Gültigkeit der Baubewilligung nach ZWG aufkommen.
7. Mit Vernehmlassung vom 11. November 2019 beantragte die Gemeinde
D._ (Beschwerdegegnerin) die Beschwerde sei abzuweisen und der
Bau- und Einspracheentscheid der Gemeinde vom 12. August 2019 zu
bestätigen.
Zur Begründung ihrer Anträge brachte die Beschwerdegegnerin vor: Die
Beschwerdeführer hätten bereits im Rahmen ihrer Einsprache darauf
hingewiesen, dass ihnen die Erschliessung des Bauvorhabens nicht
bekannt sei. Den Beschwerdeführern sei aber die Erschliessung des
Bauvorhabens bereits aus dem Bauvorhaben zum Neubau des
Einfamilienhauses auf der neu abparzellierten Nachbarsparzelle L._
(vormals auch Nr. J._) bekannt, worauf sie weiterhin zu behaften
seien. Der Bau des Einfamilienhauses auf Parzelle L._ sei seit
Anfang September 2019 im Gange. Die Erschliessung sei dabei auch
tatsächlich sichergestellt, da der Baustellenverkehr bereits über diese
Erschliessung verlaufe und bis anhin keine Einwände dagegen erhoben
worden seien.
Mit der speziellen Auflage betreffend Keller/Technik habe bloss eine
untergeordnete Anpassung im UG des Bauvorhabens zu erfolgen. Die
Anpassung habe keine Auswirkungen auf die äussere Dimension des
Gebäudes, wie sie den Beschwerdeführern bereits bekannt sei.
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Offene, ungedeckte Terrassen würden nicht unter den Begriff eines
Geschosses fallen, da es einer Terrasse an dem begriffsnotwendigen
horizontalen und vertikalen Abschluss fehle. Der Wortlaut von Art. 66 Abs.
1 BG sei klar, die Gebäudelänge werde auf der längsten Aussenseite
gemessen. Die Aussenseite eines Gebäudes könne definitionsgemäss nur
eine Gebäudewand oder eine Fassadenflucht umschreiben und nicht
einen vorspringenden Gebäudeteil. Dies sei keine Auslegungsfrage,
sondern eine Rechtsanwendung, welche nicht willkürlich, sondern
sachgerecht sei.
Die Planungszone habe die Überprüfung und Anpassung der Bauzonen
für Grundstücke, die ausserhalb des weitgehend überbauten Gebiets
lägen, im Fokus. Bei der Parzelle J._ sei dies nicht der Fall. Diese
liege direkt angrenzend und umgeben von überbauten Grundstücken im
Wohnquartier H._. Wie die bestehenden angrenzenden
Liegenschaften genutzt würden, sei in Bezug auf die Beurteilung der
Auszonungsfrage eines noch nicht überbauten Grundstücks in einem
Quartier nicht relevant. Relevant sei die Entfernung des fraglichen
Grundstückes zum bisher überbauten Gebiet, vorliegend sei diese gleich
null. Dass Parzelle J._ nicht im Fokus der Auszonung liege, ergebe
sich auch aus dem Grundsatz, wonach pro Fraktion in der Gemeinde
D._ auch nach durchgeführter Auszonung bei entsprechendem
Entwicklungspotential und Nachfrage durchschnittlich mindestens ein
nicht überbautes Grundstück in der jeweiligen Wohnzone zur künftigen
Entwicklung vorhanden sei und verfügbar bleiben solle. Die Fraktion
H._ gehöre zweifellos zu den Fraktionen, wo in der Gemeinde eine
künftige Entwicklung möglich sein solle und aufgrund der beiden
Bauvorhaben auf Parzelle J._ und L._ diese Entwicklung auch
nachgefragt werde. Das Auszonungspotential in der Gemeinde sei noch
nicht parzellenscharf spezifiziert. Auf nicht überbauten WMZ-Flächen sei
das Bauen nach wie vor möglich, sofern damit die zukünftige Planung nicht
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erschwert oder behindert werde. Dies sei vorliegend zweifellos der Fall.
Die Bauabsichten würden zudem dem zentralen Grundsatz einer
Siedlungsentwicklung nach innen und dem verdichteten Bauen gerecht.
Unstrittig sei, dass das Bauvorhaben unter die Bestimmungen des
Zweitwohnungsgesetzes falle und in der Gemeinde nach wie vor
Erstwohnungen gebaut werden dürften. Beide Wohnungen würden mit
entsprechender Auflage als Erstwohnungen bewilligt, womit das ZWG
eingehalten sei. Für die zweite Wohnung liege ein schriftlicher Mietvertrag
vor, welcher unbefristet abgeschlossen sei und eine Mindestlaufzeit
aufweise. Die Gemeinde D._ weise gemäss Statistik 2019 einen
Leerwohnungsbestand von 0% auf. Zwischen 2015 und 2018 seien jeweils
ca. drei Wohnungen leer gestanden. Daraus und aus eigener
Wahrnehmung durch die Gemeinde gehe hervor, dass insbesondere
Mietwohnungen für die einheimische Bevölkerung kaum vorhanden seien.
Dass Wohnungen für Einheimische nachgefragt würden, leite sich daraus
ab, dass die Bevölkerung leicht wachse. Diese positive Entwicklung werde
durch die Zweitwohnungsgesetzgebung unterstützt.
8. In ihrer Replik vom 16. Dezember 2019 hielten die Beschwerdeführer an
ihren Anträgen fest und bezogen ergänzend Stellung, wonach die
Ortsplanung mit der Erteilung der vorliegenden Baubewilligung negativ
präjudiziert werde und nichts daran ändere, dass Parzelle L._ trotz
ebenfalls unzureichender Erschliessung fälschlicherweise ebenfalls
bewilligt worden sei.
9. Am 13. Januar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik. Ebenso verzichteten die Beschwerdegegner am
9. Januar 2020 auf die Einreichung einer Duplik, reichten jedoch den am
27. Dezember 2019 öffentlich beurkundeten Grunddienstbarkeitsvertrag
(mit vorbehaltloser Grundbuchanmeldung) betreffend unter anderem die
Zufahrt zu Parzelle J._ zu den Akten. Dieser habe seit Frühjahr 2019
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auf die Fertigstellung gewartet. Der Vertrag wurde den Beschwerdeführern
mit Schreiben vom 14. Januar 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt. Eine
Stellungnahme dazu ging nicht ein.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Bau- und Einspracheentscheid vom
12. August 2019, mitgeteilt am 28. August 2019, worin die
Beschwerdegegnerin das Baugesuch betreffend Parzelle J._ unter
Auflagen bewilligte und die dagegen erhobenen Einsprachen der
Beschwerdeführer abwies, soweit darauf eingetreten wurde.
1.2. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VGR, BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden, soweit
diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können oder
nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der
vorliegend angefochtene kommunale Entscheid vom 12. August 2019 ist
weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten
werden. Als formelle und materielle Adressaten des angefochtenen
Entscheids sind die unmittelbar benachbarten Beschwerdeführer
(Stockwerkeigentümer S50037, S50035 und S50036 auf Parzelle
K._) berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Aufhebung oder Änderung, weshalb sie zur Beschwerdeerhebung
legitimiert sind (Art. 50 Abs. 1 VRG). C._ hat seine Beschwerde vom
2. Juni 2019 nicht unterzeichnet. Gemäss PETER HÄNNI, Planungs-, Bau-
und besonderes Umweltschutzrecht, Bern, 2016, S. 347, sind Einsprachen
schriftlich und begründet einzureichen, dabei dürfen in formeller Hinsicht
keine zu strengen Anforderungen gestellt werden. Indessen gibt es im
eidgenössischen und bündnerischen Recht, soweit ersichtlich, keine
expliziten Formvorschriften für
(Bau-) Einsprachen. Deshalb hätte wohl die Beschwerdegegnerin dem
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Beschwerdeführer eine kurze Nachfrist zur Behebung des Formmangels
ansetzen müssen, um seine Einsprache nachträglich zu unterzeichnen,
was Ausdruck des aus dem Verbot des überspitzten Formalismus
fliessenden allgemeinen prozessualen Rechtsgrundsatzes ist, der auch im
kantonalen Verfahren Geltung hat (vgl. BGE 120 V 413 E. 6a). Dies ist
nicht geschehen, so dass der Unterlassung der fehlenden Unterschrift
keine Bedeutung zukommt. Auf die frist- und formgerecht eingereichten
Beschwerde ist daher einzutreten.
1.3. Die Durchführung eines Augenscheins gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. e VRG
zur weiteren Beweismittelerhebung ist nicht notwendig, da sich die
tatsächlichen Verhältnisse und der Sachverhalt hinreichend aus den Akten
ergeben und ausschliesslich Rechtsfragen zu beantworten sind.
1.4. Der prozessuale Antrag der Beschwerdeführer, wonach der Beschwerde
die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei, ist vom Instruktionsrichter
gestützt auf Art. 53 Abs. 2 VRG (Erteilung der aufschiebenden Wirkung
mit Verfügung vom 31. Oktober 2019) bereits erledigt worden und somit
vorliegend nicht Beschwerdethema.
2.1. In materieller Hinsicht gilt es im Einzelnen die Rügen der
Beschwerdeführer betreffend unzureichende (rechtliche) Erschliessung
des Bauvorhabens (nachfolgend E. 2.1.1), unzulässige "spezielle Auflage"
(E. 2.1.2), unzulässige Dimensionen des Bauvorhabens (E. 2.1.3),
mangelhafte Abklärungen im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit der
Planungszone
(E. 2.1.4) und mangelhafte Abklärungen im Hinblick auf die
Zweitwohnungsgesetzgebung (E. 2.1.5) zu prüfen.
2.1.1. Eine Baubewilligung darf nur erteilt werden, wenn das Land erschlossen
ist (Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG). Das Land ist erschlossen, wenn unter
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anderem die für die betreffende Nutzung hinreichende Zufahrt besteht
(Art. 19 Abs. 1 RPG). Diesen Grundsatz wiederholt Art. 72 KRG, wonach
Neubauten nur bewilligt werden, sofern das Grundstück baureif ist (Abs.
1). Ein Grundstück gilt unter anderem dann als baureif, wenn das
Grundstück für die beabsichtigte Nutzung vorschriftsgemäss erschlossen
ist oder die
Erschliessung bis zum Abschluss des Bauvorhabens ausgeführt wird
(Abs. 2). Damit ist die tatsächliche Erschliessung des Bauvorhabens
gemeint, bestritten war jedoch die rechtliche Absicherung der Zufahrt zum
betroffenen Grundstück. Die Bauherrschaft hat am 9. Januar 2020 den am
27. Dezember 2019 öffentlich beurkundeten Grunddienstbarkeitsvertrag
(mit vorbehaltloser Grundbuchanmeldung) betreffend unter anderem die
bereits bestehende Zufahrt zur Parzelle J._, dessen Abschluss sich
seit dem Frühjahr 2019 hinausgezögert hat, eingereicht. Nach Art. 89 Abs.
3 KRG wird die Baubewilligung nur erteilt, wenn die erforderlichen Rechte
für die Erschliessung des Bauvorhabens im Baugesuch nachgewiesen
werden. Sinn und Zweck dieser Regelung ist es, die Baubehörde im
Interesse der Effizienz davor zu bewahren, Bauvorhaben zu prüfen, die
mangels (zivilrechtlicher) Bauberechtigung unter Umständen gar nicht zur
Ausführung gelangen können (vgl. Arbeitshilfe zum KRG des
Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden, Stand 1.
Dezember 2010, S. 92 a.E.). Auch wenn die rechtliche Sicherstellung der
Dienstbarkeit bei Erlass des Baubescheids noch nicht vorlag, handelte es
sich damit um einen formal noch nicht vollzogenen, jedoch feststehenden
Umstand, dass eine entsprechende dingliche Sicherung und auch die
hinreichende Zufahrt in rechtlicher Hinsicht und in Nachachtung von Art.
89 Abs. 3 KRG sichergestellt ist. Mit der Einreichung des
Dienstbarkeitsvertrages ist die diesbezügliche Rüge obsolet geworden
und somit abzuweisen.
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2.1.2. Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Entscheid betreffend
Keller/Technikraum folgendes verfügt: Die Teilfläche des Kellers/Technik an der nordöstlichen/südöstlichen Gebäudeecke im
Untergeschoss, welches unter die Garage ragt, wird nicht bewilligt und ist mit dem
Bauvorhaben anderswo zu realisieren. Die bergseitige Gebäudewand im Untergeschoss
ist auf der ganzen Länge auf der Flucht der 16-metrigen Gebäudelänge der
Nordostfassade zu erstellen.
Dabei handelt es sich nicht, wie die Gemeinde fälschlicherweise
ausgeführt hat, um eine Auflage im technischen Sinn. Vielmehr hat die
Gemeinde die betreffende Teilfläche des Kellers/Technik nicht bewilligt,
welche zu einer Überschreitung der Gebäudelänge geführt hätte. Der
Hinweis, die Räume mit dem Bauvorhaben anderswo zu realisieren, ist
eine Aufforderung zur Einreichung eines Projektänderungsgesuchs, falls
an den Räumlichkeiten festgehalten werden will. Somit geht die Rüge der
Beschwerdeführer diesbezüglich ins Leere.
2.1.3. Die Beschwerdeführer bringen weiter vor, dass die Gebäudelänge auf der
Nordostfassade überschritten und die Garage nicht als eingeschossiger
Anbau zu qualifizieren sei, da sie teilweise von einer Terrasse überdeckt
werde und sich darunter Kellerräume befänden. Gleiches gelte auch für
den nordwestlichen Balkon im Untergeschoss (recte: Erdgeschoss).
Massgebend für die Gebäudelänge ist vorliegend Art. 61 des kommunalen
Baugesetzes (BG), wonach die maximale Gebäudelänge in der Wohnzone
W2 16 m beträgt (Zonenschema in Art. 61 BG). Die Gebäudelänge wird
auf der längsten Aussenseite gemessen (Art. 66 Abs. 1 BG).
Eingeschossige Anbauten werden nur zur Gebäudelänge mitgezählt,
wenn sie für sich allein die Länge von 6 m überschreiten (Art. 66 Abs. 2
BG; vgl. auch Art. 46 Abs. 4 BG). Massgebend für Anbauten ist, dass es
sich bei ihnen um Gebäudeteile untergeordneter Natur handelt, die für die
jeweiligen Hauptbauten eine Hilfsfunktion ausüben. Sie treten gegen
aussen nur geringfügig in Erscheinung, da sie eine begrenzte Grundfläche
aufweisen und immer eingeschossig sein müssen. Entgegen der in PVG
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1989 Nr. 23 ohne nähere Begründung geäusserten Ansicht des Gerichts
gehört dazu nicht, dass eine Anbaute keinen direkten Zugang zum
Hauptgebäude hat. Durch ein solches Erfordernis würde nämlich die
Ausübung der Hilfsfunktion der Anbaute vielfach verunmöglicht oder
unnötig erschwert (vgl. Praxisänderung zu PVG 1989 Nr. 23 im Urteil des
Verwaltungsgerichts [VGU] des Kantons Graubünden R 04 90 vom 22.
Februar 2005 E. 2). Dies entspricht dem Begriff gemäss Interkantonaler
Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) – welche
vorliegend allerdings nicht anwendbar ist - wonach Anbauten mit einem
anderen Gebäude zusammengebaut sind, in ihren Dimensionen die
zulässigen Masse nicht überschreiten und nur Nebennutzflächen
enthalten. Um die Privilegierung von Anbauten zu rechtfertigen, muss das
kantonale Recht deren Dimensionen beschränken, was in Art. 66 Abs. 2
BG erfolgte (vgl. Erläuterungen der IVHB, Stand am 3.9.2013, S. 4; Ziff.
2.3 des Anhangs 1 zur IVHB). Ein Geschoss ist definitionsgemäss ein
durch Wände und Decken begrenzter Ausschnitt eines Gebäudes (vgl. zu
Ziffer 6 des Anhangs 2 zur IVHB). Damit handelt es sich bei der Garage
aber klar um eine eingeschossige Anbaute im Sinne von Art. 66 Abs. 2
BG, welche auf der Nordostfassade eine Länge von 6 m aufweist, damit
die vorgegebene Länge einhält und somit nicht zur Gebäudelänge
hinzuzurechnen ist.
Der Balkon stellt zudem kein Gebäude resp. Geschoss dar, da er offen ist
und keine Umfassungswände aufweist. Mithin fehlt es an dem
begriffsnotwendigen horizontalen und vertikalen Abschluss. Damit ist zu
prüfen, ob es sich beim offenen Balkon um einen vorspringenden
Gebäudeteil handelt. Das kommunale Baurecht definiert den Begriff der
vorspringenden Gebäudeteile nicht bzw. erläutert nicht, wie solche
Gebäudeteile im Zusammenhang mit der Gebäudelänge zu handhaben
sind. Gemäss Art. 67 Abs. 4 BG werden aus(k)ragende Gebäudeteile wie
offene Balkone nur soweit zum Grenz- und Gebäudeabstand
- 18 -
hinzugerechnet, als sie gewisse Masse nicht überschreiten. Dies
entspricht auch der IVHB, wonach vorspringende Gebäudeteile bei der
Berechnung der Gebäudelänge nicht berücksichtigt werden, was sich aus
der Definition der Fassadenflucht ergibt (vgl. Erläuterungen der IVHB,
Stand am 3.9.2013, S. 7). Vorliegend ragt der Balkon jedoch über die
Nordwestseite des Gebäudes hinaus und betrifft damit deren Fassade.
Damit hat der Balkon auch keine Relevanz betreffend die Nordostfassade.
Auch wenn der Ansicht der Beschwerdeführer gefolgt werden sollte,
wonach der Balkon für die Nordostfassade massgebend sei, so gilt es
festzuhalten, dass die Bündner Gemeinden in weiten Bereichen des
Bauwesens und der Raumplanung autonom sind (BGE 128 I E. 2b). Eine
Gemeinde ist in Bezug auf all jene Fragen autonom, welche das kantonale
Recht nicht abschliessend ordnet, sondern ganz und teilweise der
Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei einen relativ wesentlichen
Entscheidungsspielraum einräumt (BGE 128 I 3 E. 2a mit Hinweisen).
Dabei bezieht sich die Gemeindeautonomie nicht nur auf die
Rechtssetzung, sondern auch auf die Rechtsanwendung und –auslegung,
sofern die anwendbare Bestimmung dem selbständigen Gemeinderecht
angehört. Das Verwaltungsgericht hat entsprechende Normen
zurückhaltend anzuwenden und auszulegen, wenn ein Zweifelsfall
vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder in besonderem Masse örtliche
Verhältnisse zu würdigen sind. Dahingehend erscheint der Entscheid der
Beschwerdegegnerin nachvollziehbar und vertretbar. Aufgrund der
Erwägungen ist die gemäss kommunalem Baugesetz maximal mögliche
Gebäudelänge von 16 m damit auf der Nordostfassade eingehalten (BG1-
act. 1.2 [Situation] und BG1-act. 1.3 [Grundriss EG] unter
Berücksichtigung von BG2-act. 4 [prov. Ausführungsplan 1:50, wohl als
Projektänderungsgesuch, nachträglich erstellt, nicht massstäblich]). Auf
das Vorbringen der Beschwerdeführer, wonach eine Privilegierung in
Bezug auf die Gebäudelänge für offene Balkone durch das kommunale
Baurecht vorgesehen resp. eingeführt werden müsste, wird nicht näher
- 19 -
eingegangen, da eine diesbezügliche konkrete Normenkontrolle nicht
beantragt worden bzw. nicht zu prüfen ist.
Die Gebäude- und Firsthöhe beurteilt sich nach Art. 65 BG in Verbindung
mit den im Zonenschema in Art. 61 BG definierten Massvorschriften.
Gemäss Art. 61 BG, Zonenschema, sind 8 m Gebäudehöhe und 10.6 m
Firsthöhe erlaubt. Im vorliegenden Bauvorhaben gelangt zudem die
Spezialvorschrift des geneigten Geländes zur Anwendung (Art. 61,
Zonenschema). Sie lautet wie folgt:
Bei Bauten im geneigten Gelände ergibt sich die zulässige Gebäudehöhe respektive
Firsthöhe aus der maximalen Gebäudehöhe respektive der maximalen Firsthöhe und einem Zuschlag z. Der Zuschlag z entspricht der halben Höhendifferenz zwischen der
gemittelten Fassadenhöhe der berg- und talseitigen Fassaden. Der maximale Zuschlag
beträgt 3.0 m. Als Fassadenhöhe gilt der senkrechte Abstand zwischen dem
gewachsenen Terrain und dem Schnittpunkt von Umfassungsmauer und Dachfläche.
Die gemessene Gebäudehöhe ergibt 8.65 m, die gemessene Firsthöhe
ca. 10.3 m, gemessen ab Oberkant (OK) Boden UG minus 2.8 m (BG1-
act. 1.3 [Schnittplan]). OK Boden UG minus 2.8 m ist der Schnittpunkt mit
dem gewachsenen Terrain. Damit ist die Firsthöhe auf jeden Fall
eingehalten, ebenso die Gebäudehöhe, ist doch gemäss Spezialvorschrift
ein maximaler Zuschlag von 3 m möglich, so dass die unstrittig im
geneigten Gelände zu erstellende Baute auch eine Gebäudehöhe von
8.65 m betragen darf.
2.1.4. Die Beschwerdeführer haben im Zusammenhang mit der Planungszone
keinerlei Anträge gestellt. Weder verlangten sie die akzessorische
Überprüfung derselben noch beantragten sie, dass das Bauvorhaben der
Planungszone zu unterstellen sei. Deshalb ist auf ihre im Übrigen
unzutreffenden Ausführungen in den Rechtsschriften nicht näher
einzugehen.
- 20 -
Ziel der Planungszone vom 18. Februar 2019 über das gesamte
Gemeindegebiet ist die Überprüfung und Anpassung der Bauzonen
abseits und am Rand des weitgehend überbauten Gebiets entsprechend
den Vorgaben von Art. 15 Abs. 1 und 2 RPG sowie des kantonalen
Richtplans KRIP-S vom 20. März 2018. Die Planungszone blieb
unangefochten. Eine akzessorische Prüfung der Planungszone wäre hier
nicht möglich, zumal diese rechtens erlassen worden ist. Eine solche
Prüfung wäre nur dann möglich, wenn sich der Betroffene bei Planerlass
noch nicht über die ihm auferlegten Beschränkungen Rechenschaft hätte
geben können und er damals keine Möglichkeit gehabt hätte, seine
Interessen zu verteidigen oder wenn sich die Verhältnisse seit Planerlass
derart geändert hätten, dass das öffentliche Interesse an der auferlegten
Eigentumsbeschränkung dahingefallen sein könnte (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 1A.123/2005 vom 10. November 2005 E. 3.5). Dies ist hier
nicht der Fall. Die Planungszone widerspricht auch nicht übergeordnetem
Recht. Auch wenn die Beschwerdeführer geltend machen, dass eine
Baubewilligung nicht hätte erteilt werden dürfen, da der Auszonungsbedarf
betreffend die streitbetroffene Parzelle ausgewiesen sei, so ist
festzuhalten, dass dies gerade mit grosser Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen sein dürfte.
Auch wenn auf die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführer
eingegangen würde, wäre der Vorwurf der mangelhaften Abklärung der
Vereinbarkeit mit der Planungszone ganz klar zu entkräften: Die
Planungszone hat zwei Hauptziele, nämlich die Überprüfung und
Anpassung der Bauzonen. Das Bauvorhaben widerspricht dem Ziel der
Planungszone nicht. Es steht im Gegenteil mit den mit der Planungszone
beabsichtigten Zielen im Einklang. Die Parzelle J._ liegt direkt
angrenzend und umgeben von überbauten Grundstücken im
Wohnquartier H._. Mit dem Bauvorhaben wird zudem ein Teil der
- 21 -
noch bestehenden Baulücke geschlossen. Es schafft keine neue Baulücke
und hat keine Zerstückelung potentieller Auszonungsflächen zur Folge.
Auch stimmt das Bauvorhaben mit den rechtskräftigen Planungen und
Vorschriften der Gemeinde überein. Damit entspricht das Bauvorhaben
den Anforderungen der Planungszone.
2.1.5. Es bleibt zu klären, ob das Bauvorhaben der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zu Rechtsmissbräuchen bei der Bewilligung von
Erstwohnungen nicht widerspricht.
Die Gemeinde D._ unterliegt der Zweitwohnungsgesetzgebung.
Gemäss Art. 6 Abs. 1 ZWG dürfen in Gemeinden, in denen der
Zweitwohnungsanteil über 20 Prozent liegt, keine neuen Zweitwohnungen
bewilligt werden. Vorbehalten bleibt die Erstellung neuer Wohnungen,
welche als Erstwohnung genutzt werden (Art. 7 Abs. 1 lit. a ZWG). Das
strittige Zweifamilienhaus wird durch die Bauherrschaft zur Nutzung als
Erstwohnungen im Sinne des ZWG zu bewilligen beantragt. Die
zweistöckige Wohnung im Erdgeschoss/Dachgeschoss soll durch die
Bauherrschaft selber bewohnt werden, die Wohnung im Untergeschoss ist
zur Vermietung als Erstwohnung vorgesehen.
Ein Missbrauch müsste gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
offensichtlich sein, um sanktioniert zu werden. Mit den Angaben betreffend
Selbstbewohnung und Vermietung als Erstwohnung, untermauert mit der
Einlage eines Mietvertrages zu einem realistischen Mietzins, war bei der
Bewilligungserteilung der Nachweis erbracht, dass hier kein
offensichtlicher Missbrauch vorliegt. In seinem Urteil 1C_69/2018 vom 3.
Dezember 2018 hat das Bundesgericht Indizien für unrealistische
Nutzungen von Bauvorhaben als Erstwohnungen formuliert
(voraussichtlicher Preis, Lage, Zuschnitt und Ausstattung). Zu prüfen ist
deshalb, ob hier Anhaltspunkte für unrealistische Nutzungen vorliegen.
Dies ist, wie folgend dargelegt, hier nicht der Fall: Neben der
- 22 -
selbstgenutzten Wohnung handelt es sich um die Vermietung der anderen
4.5-Zimmerwohnung zu einem Mietzins von CHF 2'000.-- (inkl. Garage
und exkl. Nebenkosten), was für eine Familie als geeignete Grösse und
auch bezahlbar erscheint. An sich nicht zu prüfen ist, ob ein Bedarf von
Erstwohnungen besteht und wie sich der konkrete Leerwohnungsbestand
präsentiert. Das wäre nur der Fall, wenn die Nachfrager zur Zeit der
Bewilligungserteilung nicht bekannt waren, was hier nicht zutrifft. Dennoch
hat die Gemeinde, wie sie glaubhaft geltend macht, Abklärungen getätigt.
Die Gemeinde D._ wies danach im Jahre 2019 einen
Leerwohnungsbestand von 0% auf, zwischen 2015 und 2018 sind nach
Angaben der Gemeinde jeweils ca. drei Wohnungen leer gestanden.
Daraus und aus eigener Wahrnehmung der Gemeinde gehe vor, dass
insbesondere Mietwohnungen für die einheimische Bevölkerung kaum
vorhanden seien. Dass solche nachgefragt würden, gehe daraus hervor,
dass die Bevölkerung leicht wachse. Diese positive Entwicklung werde
durch die Zweitwohnungsgesetzgebung unterstützt. Anzumerken ist
zudem, dass das streitbetroffene Bauvorhaben mit Gerichtsfällen wie dem
in BGE 142 II 206 und in BGE 145 II 99 schon von den Dimensionen her
und auch sonst nicht vergleichbar ist. Parzelle J._ befindet sich in der
Bauzone und ist bestens erschlossen. Sie ist ganzjährig zugänglich, das
Ortszentrum in wenigen Minuten mit dem öffentlichen Verkehr gut
erreichbar. Das gesamte Bauvolumen (ein Zweifamilienhaus) darf als
überschaubar und keineswegs als völlig überrissen oder zahlenmässig
überdimensioniert bezeichnet werden. Die Grösse der Räume, die
Ausstattung und die Raumaufteilung lassen gerade nicht auf eine
offensichtliche Umgehung der Zweitwohnungsgesetzgebung (ZWG)
schliessen, so dass kein Widerspruch zum ZWG vorliegt und die
Einwände der Beschwerdeführer abzuweisen sind.
- 23 -
3.1. Der angefochtene Bau- und Einspracheentscheid vom 12. August 2019 ist
demnach rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde vom 30.
September 2019 führt.
3.2. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]), wobei mehreren Parteien
die Kosten zu gleichen Teilen aufzuerlegen sind, soweit die Behörde
nichts anderes entscheidet (Art. 73 Abs. 2 VRG). Bei diesem Ausgang des
Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG
vollumfänglich den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit
aufzuerlegen. Das Gericht erachtet dabei hier ermessensweise eine
Staatsgebühr von CHF 3'000.-- (zzgl. Kanzleiauslagen) als angemessen
und gerechtfertigt.
3.3.1. Aussergerichtlich haben die Beschwerdeführer den Beschwerdegegnern
gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG Ersatz für die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu leisten. Ausgangspunkt dafür ist die
eingereichte Honorarnote des beteiligten Rechtsvertreters. Die
Beschwerdeführer verlangen die Zusprechung einer angemessenen
Parteientschädigung für die durch den Rechtsstreit verursachten
notwendigen Kosten, wozu auch die Kosten des Einspracheverfahrens
gehörten. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG, worauf sie dieses Begehren
abstützen, wird die unterliegende Partei im Rechtsmittel- oder
Klageverfahren in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch
den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Art. 78
Abs. 1 VRG regelt demnach lediglich Entschädigungen im Rechtsmittel-
oder Klageverfahren, zudem statuiert wird das Unterliegerprinzip,
weswegen ein Kostenersatz vorliegend ohnehin nicht in Frage kommt, so
dass dieser Antrag abzuweisen ist.
- 24 -
3.3.2. Nach Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (HV; BR 310.250) setzt die
urteilende Instanz die Parteientschädigung der obsiegenden Partei nach
Ermessen fest. Dabei geht sie gemäss Art. 2 Abs. 2 Ziff. 1 HV vom Betrag
aus, welcher der entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche
Vertretung in Rechnung gestellt wird, soweit der vereinbarte
Stundenansatz zuzüglich allfällig vereinbartem Interessenwertzuschlag
üblich ist und keine Erfolgszuschläge enthält. Als üblich gilt gemäss Art. 3
Abs. 1 HV ein Stundenansatz von CHF 210.-- bis CHF 270.--. Weiter wird
vorausgesetzt, dass der geltend gemachte Aufwand angemessen und für
die Prozessführung erforderlich ist (Art. 2 Abs. 2 Ziff. 2 HV) und die
geforderte Entschädigung nicht eine von der Sache beziehungsweise von
den legitimen Rechtsschutzbedürfnissen her nicht gerechtfertigte
Belastung der unterliegenden Partei zur Folge hat (Art. 2 Abs. 2 Ziff. 3
HV). Reichen die Parteien zu Beginn des Verfahrens nicht eine
vollständige, unterschriebene Honorarvereinbarung ein, kann die
urteilende Instanz davon absehen, für die Festsetzung der
Parteientschädigung die Anwaltsrechnung heranzuziehen (Art. 4 Abs. 1
HV). Gemäss Kostennote vom 16. Januar 2020 macht der Anwalt der
Beschwerdegegner eine Parteientschädigung von total CHF 4'303.15
(bestehend aus: Honorar gemäss Vereinbarung und Zeitaufwand 14.35 à
CHF 270.-- [CHF 3'874.50] plus Barauslagen [CHF 121.--] und 7.7%
MWST [307.65] geltend. Der Rechtsvertreter hat zur Honorarnote vom 16.
Januar 2020 keine Vereinbarung eingereicht. Der Vermerk im
Begleitschreiben (Honorar gemäss Vereinbarung) genügt als solcher
nicht.
Die Praxis des Verwaltungsgerichts (Praxisänderung vom 5. September
2017, vgl. dazu Urteile des Verwaltungsgerichts U 16 92 vom 25. Oktober
2017 E. 13b, S 17 15 vom 27. September 2017 E. 7b und R 18 17 vom
18. September 2019 E. 9.2.1) geht gestützt auf die HV dahin, dass bei
- 25 -
Einreichen einer Honorarvereinbarung der geltend gemachte
Stundenansatz übernommen wird, sofern er den Ansatz von CHF 270.--
nicht überschreitet. Wird keine Honorarvereinbarung eingereicht, beträgt
der Stundenansatz höchstens CHF 240.-- (vgl. Praxisänderung vom 5.
September 2017). Angesichts dieser Praxis ist die Honorarnote des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführer anzupassen, indem nicht ein
Stundenansatz von CHF 270.--, sondern ein solcher von CHF 240.-- zur
Anwendung gelangt und das Honorar entsprechend zu kürzen ist. Die so
korrigierte Honorarnote des Anwalts der Beschwerdegegner 2 beläuft sich
danach auf total CHF 3'820.45 (bestehend aus: CHF 14.35 h à CHF 240.--
[CHF 3'444.--] zzgl. Pauschalspesen von 3% [CHF 103.30] und 7.7%
MWST auf CHF 3'547.30 [CHF 273.15]). In diesem Umfang haben die
Beschwerdeführer den Beschwerdegegnern unter solidarischer
Haftbarkeit eine Parteientschädigung zu bezahlen.
3.3.3. Gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG steht der Beschwerdegegnerin 1 keine
aussergerichtliche Entschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegt.