Decision ID: 6bf2d165-8ee9-46c5-aa1c-563f0c56adad
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war zuletzt mit einem Pensum von 100
%
als Baufacharbeiter A bei der
Y._
AG angestellt (
Urk.
8/13 S. 1
Ziff.
1 und S. 2
Ziff.
2.7). Am
1.
Dezember 2010 erlitt er einen Arbeitsunfall, bei welchem er sich an der rechten Schulter sowie am linken Knie respektive Hand
gelenk verletzte (
Urk.
8/14 S. 1). Am 1
1.
Juli 2011 meldete sich der
Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1/2-
7).
1.2
Nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse stellte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
nach
Beizug
der Akten des Unfallversicherers (
Urk.
8/10,
Urk.
8/20)
mit Vorbescheid vom
8.
Mai 2012 (
Urk.
8/32) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte Einwand erhob (
Urk.
8/38/1-8). In der Folge veranlasste die IV
Stelle eine psychiatrische sowie orthopädische Untersuchung durch Ärzte des Regionalen Ärztliche
n Dienstes (RAD;
Urk.
8/46-47). Mit
Verfügung vom 2
1.
Januar 2014 (
Urk.
2), in welcher die IV-Stelle
betreffend das
Validenein
kommen
nicht mehr
wie im Vorbescheid
auf den entsprechenden
Arbeitgeber
bericht
, sondern auf den IK
Auszug abstellte
,
und beim Invalideneinkommen zudem einen Leidensabzug von 10 % vornahm, wies sie
be
i einem
Invaliditäts
grad
von 31
% das Leistungsbegehren ab.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
1.
Januar 2014 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 2
4.
Februar 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die Verfügung sei aufzu
heben und es sei festzustellen, dass ihm ein Anspruch auf eine Invalidenrente zustehe. Eventuell sei durch das Gericht ein medizinisches Gutachten einzuho
len, subeventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 2). Mit Vernehmlassung vom
2.
April 2014 (
Urk.
7) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
3.
April 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9).
3
.
Der Unfallversicherer, die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
,
sprach dem
Beschwerdeführer
mit
Einspracheentscheid
vom
8.
September 2014 mit Wirkung ab
1.
April 2012 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbs
unfähigkeit von 35 % sowie eine Integritätsentschädigung zu (Urk. 2 aus Pro
zess UV.2014.00237).
Über die
Beschwerde gegen diesen Entscheid
wurde
mit Urteil
vom
heutigen
Tag
entschieden
(Prozess UV.201
4.00237
).
Das Gericht hat von Amtes wegen
Urk.
12/161,
Urk.
12/183 und
Urk.
12/287 aus dem parallel laufenden Verfahren UV.2014.00237 als
Urk.
10/1-3 zu den Akten genommen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Baufacharbeiter zu 100
%
arbeitsunfähig sei, ihm aber gemäss den Feststellungen der RAD
Ärzte behinderungsangepasste Tätigkeiten in einem Umfang von 80 % zumut
bar seien. Aufgrund des Einkommensvergleichs resultiere unter Berück
sichti
gung eines Leidensabzugs von 10
%
ein Invaliditätsgrad von 31
%
, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (S. 3).
Im Verfahren machte sie sodann geltend, dass auch die Kniebeschwerden berücksichtigt worden seien (
Urk.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt, er sei in einer angepassten Tätigkeit höchstens zu 50 % arbeitsfähig, weshalb er Anspruch auf eine Invalidenrente habe (S. 11
Ziff.
15). Eventuell sei ein medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen respektive
sub
eventuell
die Sache zwecks weitere
r
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 11
Ziff.
17). Der Beschwerdeführer wies darauf hin, dass die angefochtene Verfügung widersprüchlich sei, gehe die Beschwerdegegnerin mit Hinweis auf die psychiatrische Untersuchung
durch den
RAD-Arzt von einer
80%igen Arbeitsfähigkeit aus, stelle aber beim Einkommensvergleich auf eine volle Arbeitsfähigkeit ab (S. 11
Ziff.
16). Des Weiteren sei die
Beschwerdegeg
nerin
von einem falschen
Valideneinkommen
ausgegangen (S. 12
Ziff.
18 f.) und der Leidensabzug sei aufgrund des eingeschränkten Belastungsprofils, sei
nes Alters und Migrationshintergrunds sowie der Einschränkungen aus psychi
atrischer Sicht auf 20
%
festzusetzen (S.
13
Ziff.
21). Entsprechend sei von einem Invaliditätsgrad von 71
%
(bei einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
und einem Leidensabzug von 20
%
) respektive 54 % (80%ige Arbeitsfähigkeit und Leidensabzug von 20
%
) beziehungsweise von 48 % (80%ige Arbeitsfähigkeit und Leidensabzug von 10
%
) auszugehen (S. 14
Ziff.
22-24).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invali
den
rente hat. Während die Parteien übereinstimmend davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer in
seinem bisherigen Beruf
vollständig arbeitsunfä
hig ist (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
8,
Urk.
2 S. 1), besteht Uneinigkeit betreffend den Umfang der Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit. Nachdem
ein
Ren
tenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs
(
Urk.
8/1/2-7)
entsteht (
Art.
29
Abs.
1 IVG), sind bei der Prüfung des Rentenanspruchs die Verhältnisse
ab Januar 2012
zu beleuchten
.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Chefarzt,
und
Dr.
med.
A._
, Oberärztin am
B._
, stellten in ihrem Bericht vom 1
5.
März 2011 (
Urk.
8/10/5) folgende Diagnosen:
Status nach
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion SSC/SSP
bei
Massen
rup
tur
rechts am 2
7.
Januar
2011
Die Ärzte beschrieben im Zusammenhang mit der Schulteroperation am 27.
Januar 2011 (vgl.
Urk.
8/10/27-28) einen fristgerechten Heilungsverlauf und attestierten bis zur nächsten Verlaufskontrolle in sechs Wochen die bishe
rige 100%ige Arbeitsunfähigkeit
.
3.2
Am 1
8.
Juli 2011 berichteten
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
erneut und führten aus, dass im Hinblick auf das ausgedehnte Verletzungsausmass ein erfreulicher Verlauf mit deutlicher
Beschwerderegredienz
bei noch reduzierter Kraft vor allem im Bereich des
Supraspinatus
vorliege. Sie empfahlen die Fort
setzung der Physiotherapie und hielten fest, dass die Behandlung
der Schulter
aus ihrer Sicht vorerst abgeschlossen sei (
Urk.
8/20/46).
3.3
Am 2
6.
August 2011 berichtete
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt FMH für Neurolo
gie, über die konsiliarischen Untersuchungen vom 1
7
., 2
2.
und 25.
August 2011 (
Urk.
8/20/24-26) und stellte folgende Diagnosen (S. 1):
Schmerzgetriggerte
, wahrscheinlich
vasovagale
Synkope mit anschliessen
dem
leichtgradigem
Schädel-Hirn-Trauma (Commotio/leichte
Contusio
cerebri)
Erstmaliger primär fokaler, sekundär generalisierter epileptischer Anfall am gleichen Tag. Differenzialdiagnostisch am ehesten post
t
raumatischer
Früh
anfall
Meralgia
paraesthetica
beidseits links betont
keine aktuellen Hinweise für eine vordergründige
konkomittierende
radikuläre
Reiz- und Ausfallskomponente
Dr.
C._
führte aus, der Beschwerdeführer sei am
1.
August 2011 nach kur
zem Bewusstseinsverlust gestürzt, wobei er sich eine Riss-Quetschwunde am Hinterkopf zugezogen habe. Im Spital sei es anschliessend zu einem
Krampfer
eignis
mit tonischer Verkrampfung im Gesicht und an sämtlichen Extremitäten sowie einem erneuten Bewusstseinsverlust gekommen. Der Arzt hielt fest, der Sturz sei wahrscheinlich als schmerzassoziierte
vasovagale
Synkope mit nach
folgendem Schädel-Hirn-Trauma zu interpretieren, da für eine primäre epilep
tische Genese anamnestisch keine zwingenden Verdachtsmomente vorlägen. Das Krampfereignis im Spital sei demgegenüber deutlich epileptischer Natur im Sinne eines erstmaligen, primär fokalen (rechts hemisphärischen), sekundär generalisierten epileptischen Anfalls. Der Arzt hielt weiter fest, eine
antiepi
leptische
Abschirmung sei vorerst nicht indiziert (S. 1 f.).
3.4
Vom 3
0.
August bis 2
7.
September 2011 hielt sich der Beschwerdeführer in der Rehaklinik
D._
auf. Im Rahmen dieses Aufenthalts fand
en
neben
der Reha
bilitation
Abklärungen in
organischer
Hinsicht
und
eine psychosomatische Untersuchung statt
(
Urk.
8/14)
.
3.4.1
Im psychosomatischen Bericht vom 2
3.
September 2011 (
Urk.
8/20/115-118) stellten
Dr.
phil.
E._
, Fachpsychologie Klinische Psychologie und Psychothe
rapie FSP, und
Dr.
med.
F._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, folgende Diagnosen (S. 1):
ICD-10 F32.0, F45.1, Z63: Leichte bis mittelschwere depressive Episode, inzwischen in fortgeschrittener Remissionsphase,
Somatisierungstendenz
auf
g
rund psychosozialer Belastungen
Dr.
E._
und
Dr.
F._
führten aus, der psychische Zustand des Beschwerde
führers sei im Vorfeld des Arbeitsunfalls von 2010 aufgrund der
Brustkrebs
diagnose
der Ehefrau im August 2010 bereits destabilisiert gewesen und es habe sich
aufgrund der
hinzugekommenen starken Schmerzen und initialen Immo
bilisierung eine zumindest leicht- bis mittelgradige depressive Symptomatik eingestellt. Es sei dabei eine traurig
deprimierte Verstimmung, Affektlabilität, Angst, Freudlosigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, und Störun
gen von Schlaf und Appetenz sowie eine
Somatisierungstendenz
feststellbar gewesen. Letztere werde durch die ausgeweitete Schmerzsymptomatik ungünstig beeinflusst, wobei auch die gesundheitliche Beeinträchtigung durch weitere Krankheiten (Gichtschübe,
Meralgia
paraesthetica
beidseits, Adipositas,
Refluxkrankheit
, Fettleber,
Dyslipoproteinänamie
, Gonarthrose beidseits) aus
gewiesen sei. Der Antrieb sei auf bescheidenem Niveau erhalten, nachdem der Beschwerdeführer eine Tagesstruktur einhalte und kein sozialer Rückzug bestehe. Die depressive Störung befinde sich aufgrund der Verbesserung der Gesamtsituation in bereits fortgeschrittener Remissionsphase und eine
fachpsy
chotherapeutische
Weiterbetreuung nach Klinikaustritt sei nicht erforderlich und werde vom Beschwerdeführer auch nicht gewünscht (S. 1 und S. 3). Betreffend die Arbeitsfähigkeit machten
Dr.
E._
und
Dr.
F._
keine Anga
ben.
3.4.2
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
D._
vom 3
0.
September 2011 (
Urk.
8/14) wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 1 f.):
Unfall vom
1.
Dezember 2010: Einen Gasbrenner tragend auf Eis ausge
rutscht, Sturz auf rechte Schulter, Verdrehung linkes Handgelenk, Gasflasche schlug an linkes Knie.
Ruptur der
Subskapularis
- und
Supraspinatussehne
rechts
Kontusion Kniegelenk links bei Vorschaden
Distorsion Handgelenk links
;
leichte Restbeschwerden radiokarpal dor
sal Handgelenk links
Unfall vom 10.8.2001: Autounfall, beide Knie angeschlagen
Kniekontusion rechts
; a
ktuell Gonarthrose medial und
femoropatellär
rechts
Kniekontusion links mit traumatischer
Hämatoburse
präpatellär
;
aktu
ell Gonarthrose lateral und
femoropatellär
links
Unfall vom 11.10.2002: Sturz, unter ein Schaltungselement geraten
Kontusion der Lendenwirbelsäule mit Frakturen der
Procc
.
transversi
L2 und L3 links sowie Commotio cerebri
Unfall vom 17.12.2004: Sturz von einem 2,5 m hohen Betonelement rück
wärts auf die Füsse
Kontusion und Stauchung der Lendenwirbelsäule, Zerrung der rechten Schulter
;
aktuell: Chronisches
thorako-lumbospondylogenes
Syndrom
ICD-10 F32.0, F45.1, Z63: Leichte bis mittelschwere depressive Episode, inzwischen in fortgeschrittener Remissionsphase.
Somatisierungstendenz
auf
grund psychosozialer Belastungen
Rezidivierende Gichtschübe seit 1998 am oberem Sprunggelenk rechts, Hand, Ellbogen und Zehengelenken
Akut
es
oberes Sprunggelenk rechts, während der Rehabilitation aufge
treten. Verdacht auf Arthritis
urica
Meral
g
ia
paraesthetica
beidseits
Am
1.
August
2001 (richtig
:
2011, vgl. E. 3.3)
schmerzgetriggerte
, wahr
schein
lich
vasovagale
Synkope mit anschliessendem
leichtgradigem
Schädel-Hirn-Trauma und in der Folge erstmaligem, primär fokalem, sekun
där generalisierte
m
epileptische
m
Anfall. Differenzialdiagnostisch: Am ehesten posttraumatischer Frühanfall, CT Schädel in Italien (Befund unbe
kannt)
Adipositas
Chronische
gastroösophageale
Refluxkrankheit
, kleine axiale
Hiatushernie
Verdacht auf nicht alkoholische Fettleber. Differenzialdiagnostisch: Alkoholi
sche Fettleber
Leichte arterielle Hypertonie (neu diagnostiziert)
Dyslipoproteinämie
Im Zeitpunkt des Klinikaustritts bestanden gemäss den Angaben der Ärzte fol
gende Beschwerden (S. 2):
Kraftdefizit und Bewegungsschmerzen Schulter rechts sowie Schmerzen in Rechtsseitenlage
Chronische
thorakolumbale
Rückenschmerzen mit Blockierungsgefühlen, vor allem beim Stehen-Gehen, Wiederaufrichten nach Bücken und bei
Rumpf
rotation
Belastungsverstärkte Dauerschmerzen und Instabilitätsgefühl in beiden Knie
gelenken
Hypästhesie ventral an beiden Oberschenkeln
Hypästhesie an beiden Fusssohlen und allen Zehen, Ameisenlaufen in den Zehen
Traurig-deprimierte Verstimmung, Affektlabilität, Angst, Freudlosigkeit,
Kon
zentrations
- und Gedächtnisschwäche, Antriebsminderung sowie Stö
rungen von Schlaf und Appetenz; wahrscheinliche
Somatisierungstendenz
(z.B. Herzstechen ohne Befund, allgemeine vegetative
Labilisierung
)
Die Ärzte führten aus, dass eine mässige bis deutliche Symptomausweitung habe beobachtet werden können, welche teilweise auf eine psychische Störung zurückzuführen sei. Es sei zudem davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung hätte erbracht werden können und dass deshalb die physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar seien. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumut
barkeit stütze sich im Wesentlichen auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen (S. 3).
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit wiesen die Ärzte darauf hin, dass die psychi
sche Störung keine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründe.
Di
e Tätigkeit als Baumaurer sei
seit 2
8.
September 2011
nicht
mehr
zumutbar
. Demgegenüber hielten sie e
ine
angepasste
leichte bis mittelschwere
Arbeit
für ganztags zumut
bar
, wobei Einschränkungen betreffend die rechte Schulter, die Wirbelsäule sowie die Knie bestünden. Tätigkeiten über Schulterhöhe, wiederholte und monotone Schulterbewegungen
und
häufig wiederholter Krafteinsatz des rechten Arms seien dabei ausgeschlossen respektive das Hantieren von Lasten bis maximal 15 kg sei nur vereinzelt möglich (S. 3 f.). Im Zusammenhang mit den Beschwerden der Wirbelsäule seien wechselbelastende Tätigkeiten ohne häufig wiederholtes Bücken, Rumpfrotation sowie Zwangshaltungen des Rumpfes möglich. Überdies sei häufig wiederholtes Treppensteigen, Knien oder Kauern zu vermeiden.
Aufgrund der akuten Arthritis des
rechten
oberen Sprunggelenks sei aktuell von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
auch
in angepasster Tätigkeit auszugehen. Die Ärzte wiesen darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer beruflich umorien
tieren und eine dem Belastungsprofil angepasste Arbeitsstelle suchen sollte, sobald die Ar
thritis abgeklungen sei (S. 4
).
3.5
Am 1
1.
Oktober 2011 (
Urk.
8/15/5-8) stellte
Dr.
med.
G._
, Oberarzt
Rheuma
tolo
gie
am
B._
, folgende Diagnosen (S. 1):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Chronische Gichtarthritis, EM 2010, ED 2011
Schwerpunktbefall: Hand, Ellbogen, oberes Sprunggelenk und
Zehen
gelenke
beidseitig
humoral leicht erhöhte entzündliche Aktivität
Ellenbogenpunktat vom 9.8.2011: Harnsäurekristalle, bakt. Kultur negativ, 26‘800 Zellen
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom der unteren
Lenden
wirbel
säule
und mittleren Brustwirbelsäule bei im Vordergrund ste
hen
den
myofaszialem
Syndrom
thorakal leicht linkskonvexe Skoliose, thorakale Abflachung
kleine bis mittelgrosse
extraforaminale
Diskushernie L2/3 links und L3/4 rechts, unauffälliges MRI Brustwirbelsäule (MRI
Brustwirbel
säule
vom 12.7.2011 und Lendenwirbelsäule vom 7.6.2011)
Status nach BV-gesteuerter EDA L3/4 am 27.6.2011 ohne Wirkung
Meralgia
paraesthetica
beidseits
Status nach operativer Rekonstruktion einer
Rotorenmanschetten
ruptur
rechts am 27.1.2011 mit persistierenden belastungsabhängigen Schmerzen
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Beginnende Gonarthrose beidseits bei Status nach lateraler
Teilmenis
kektomie
links 2009
Chronische
gastroösophageale
Refluxkrankheit
, kleine axiale
Hiatus
her
nie
Unklare
Hepathopathie
Dr.
G._
hielt fest, dass der Beschwerdeführer seit 2002 an chronischen
thora
ko
lumbalen
Schmerzen leide, wobei die bisher durchgeführten therapeuti
schen Ansätze keine Beschwerdereduktion gebracht hätten und diesbezüglich ein stabil schlechter Zustand bestehe. Der letzte akute Gichtschub vom
9.
August 2011 habe mit Steroiden erfolgreich behandelt werden können, wobei weitere Schübe auch in Zukunft möglich und von einer erfolgreichen
Schub
prophylaxe
abhängig seien, insgesamt aber eine gute Prognose bestehe (S.
2).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit wies
Dr.
G._
darauf hin, dass im angestammten Beruf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall in 2010 bestehe. In einer angepassten Tätigkeit, mithin einer leichten Arbeit mit der Möglichkeit zum Positionswechsel, attestierte
er
eine Arbeitsfähigkeit von 60 bis 70
%
. Er hielt zudem fest, dass eine Steigerung der Leistungsfähigkeit mit Gichtprophylaxe, Ausbau der Analgesie und gegebenenfalls durch eine Facetteninfi
ltration erreicht werden könne
(S. 3 f.).
3.6
Am
3
1.
Oktober 2011 (
Urk.
8/20/13-17) berichteten Dr.
H._
, Assistenzarzt, und
Dr.
med.
I._
, Oberarzt am
B._
, über die
Hospita
lisation
des Beschwerdeführers vom 1
2.
bis 19.
Oktober 201
1.
Sie
führten aus, der Beschwerdeführer sei am 12.
Oktober 2011 nach einem generalisierten epi
leptischen Anfall notfallmässig ins Spital eingeliefert worden. Während ein MRI des Schädels keine erklärenden Pathologien gezeigt habe, sei im EEG ein inter
mittierender Herdbefund
fronto
-
centro
-temporal rechts feststellbar gewesen. Computertomographisch hätten sich keine Hinweise auf eine
cerebrale
Raum
forderung
oder eine
intracranielle
Blutung gezeigt. Die
Aetiologie
sei unklar geblieben, seit der
Hospitalisation
sei es aber zu keinem weiteren Anfall
gekommen und es sei auf eine medikamentöse Therapie verzichtet worden (S.
2).
Die Ärzte wiesen weiter darauf hin, dass während des Klinikaufenthalts
die
weite
ren
geklagten Beschwerden als
eine akute
polyartikuläre
Gicht
interpretiert worden seien
, wobei der Beschwerdeführer ein erfreuliches Ansprechen auf die entsprechende Therapie gezeigt habe (S. 2).
3.7
In ihrem Bericht vom
7.
November 2011 (
Urk.
8/20/4-10) berichteten
Dr.
med. Herren
J._
, Leitende Ärztin,
Dr.
med
.
K._
, Spitalfachärztin
ipw
, Dr.
G._
,
Dr.
L._
, Oberarzt Neurologie, und
Dr.
M._
, Oberarzt Neurochirurgie am
B._
,
über interdisziplinäre Abklärun
gen vom 3
1.
Oktober 201
1.
Zusätzlich zu den bereits im Bericht vom 1
1.
Oktober 2011 genannten Diagnosen (vgl. E. 3.5) stellten die Ärzte folgende Diagnosen (S. 1 f.):
Rezidivierende Gichtschübe, EM 2010, ED 2011
Status nach Infiltration oberes Sprunggelenk rechts am 17.10.11 mit 0,5 ml
Diphrobos
Emotionale Belastungsreaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung (ICD
10 F43.23)
Status nach operativer Rekonstruktion einer
Rotatorenmanschettenruptur
rechts am 27.1.2011
aktuell: Ruptur der M.
Supraspinatus
-Sehne links und kleine Re-Ruptur der
Supraspinatus
-Sehne rechts (Sonographie Schulter beid
seitig vom 25.10.2011)
Unklare Hepatopathie
Differenzialdiagnostisch NASH oder ASH
Abdomen-Sonografie 08/11
Dr.
N._
: Leber mit deutlich
hypo
echogenem
, jedoch homogene
m
Parenchymmuster
Verdacht auf generalisierten, epileptischen Anfall am 12.10.11
Status nach erstmaligem primär fokalem, sekundär generalisiertem epi
leptische
m
Anfall 07/11, am ehesten posttraumatischer Frühanfall
MRI Schädel am 23.8.11: Unauffällig
EEG 08/11
Dr.
C._
: Intermittierender Herdbefund
fronto
-
centro
-temporal rechts
Die Ärzte führten aus, weder die am 2
7.
Juni 2011 durchgeführte BV-gesteuerte EDA L3/4 noch die Infiltration der linken Leiste bei Verdacht auf
Meralgia
paraesthetica
hätten zu einer Reduktion der Beschwerden geführt (S. 2). Mit Bezug auf die arthritischen Beschwerden sei unter Therapie indessen eine Beschwerdereduktion von 50
%
erreicht worden (S. 3).
Betreffend die psychischen Beschwerden hielten die Ärzte fest, es hätten keine Hinweise auf
höhergradige
kognitive Defizite, phobische Ängste, Zwänge, psy
chotisches Erleben, depressive Antriebsstörung, intrusives Erleben, posttrauma
tische Symptome oder Suizidalität bestanden. Das formale Denken sei geordnet und die Schwingungsfähigkeit, erhaltene Freude und Interessen seien feststell
bar gewesen. Während sich leichte Stimmungsschwankungen gezeigt hätten, sei aus klinischer Hinsicht kein durchgehendes depressives Syndrom im Sinne einer manifesten depressiven Episode erkennbar gewesen.
Die Ärzte wiesen weiter darauf hin, dass sich unter Berücksichtigung der individu
ellen Belastungsfaktoren (chronisches multifaktorielles
Schmerzsyn
drom
, anhaltende Arbeitsunfähigkeit nach traumatischer
Rotatorenman
schettenruptur
, Krebserkrankung der Ehefrau) Hinweise auf eine vorbestehende psychische Belastungsreaktion mit laut Angaben des Beschwerdeführers zuletzt eingetretener Besserungstendenz gezeigt hätten. Insgesamt könne vermutet werden, dass die psychischen Belastungsfaktoren die Schmerzsympt
omatik modulierend beeinflussen
, wobei die individuelle Bedeutung möglicher psychi
scher Faktoren hinsichtlich des Schweregrads respektive der Aufrechterhaltung der Schmerzsymptomatik gegenwärtig nicht abschliessend beurteilt werden könne. Die Ärzte wiesen sodann darauf hin, dass der Beschwerdeführer gegen
wärtig keine weiteren Gesprächskontakte wünsche und in diesem Kontext den positiv erlebten familiären Zusammenhalt sowie bestehende stabile
Sozialkon
takte
erwähnt habe (S. 3 und 6).
3.8
Am 2
2.
Februar 2012 wurde der Beschwerdeführer durch den
SUVA-
Kreisarzt
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Chirurgie FMH, untersucht. Im entsprechenden Bericht (
Urk.
12/
161 aus
Prozess UV.2014.00237
=
Urk.
10/1
)
stellte der Kreis
arzt folgende Diagnose
n
(S. 18 f
.)
:
Sturz am
1.
Dezember 2010 mit
Kapselruptur rechte Schulter
vollständiger Ruptur der
Supraspinatussehne
Ruptur der
Supraspinatussehne
und der
Subscapularissehne
Status nach
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
am 2
7.
Januar 2011
eingeschränkter Beweglichkeit im rechten Schultergelenk
Kniekontusion beidseits am 1
0.
August 2001 mit
Status nach
Rearthroskopie
mit lateraler
Teilmeniskektomie
und
Débri
dement
am 1
5.
November 2002
beginnender Früharthrose rechts
Sturz am 1
1.
Oktober 2002 mit
Lendenwirbelsäule-Kontusion mit
Processus
transversus
Frakturen L2 und L3 links
Commotio cerebri
Bei Schalungsarbeiten am 1
7.
Dezember 2004 verletzt worden mit
Kontusion/Stauchung lumbal
Zerrung rechte Schulter
Hyperurikämie
Diskushernie L2/L3 und L3/L4 mit Verlagerungen der Nervenwurzel
Bandscheibendegeneration L4/L5
Spondylarth
ro
sen
Symmetrische
Coxarthrosen
Chronisches
l
umbospondylogenes
/
lumboischialgiformes
Schmerzsyndrom
Leichte bis mittelschwere depressive Episode
Somatisierungstendenz
aufgrund psychosozialer Belastungen
Mit Bezug auf
die Rücken-, Bein-, Fuss- und Schulterbeschwerden sowie
die akute
Arthritis
des rechten oberen Sprunggelenks (S. 1)
attestierte
Dr.
O._
eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Maurer. Die Ausübung wechselbelastender Tätigkeiten ohne Überkopfarbeiten mit einer
Gewichtsbelastung für den rechten Arm von selten 20 kg, repetitiv 10 kg bis in Tischhöhe, selten 10 kg und repetitiv 3 kg bis in Brusthöhe ohne
Überkopfar
beiten
, ohne Arbeiten an stossenden, schlagenden und vibrierenden Maschinen und ohne höhere Anforderungen an die Innen- und Aussenrotation des rec
hten Arm
s hielt
Dr.
O._
ab dem Untersuchungsdatum am 2
2.
Febru
ar 2012
zu
100
%
für
zumutbar (S. 20). Hinsichtlich der Schulterbeschwerden
wies der Kreisarzt darauf hin,
es bestehe eine deutliche, allerdings auch durch
Selbstli
mitierung
hervorgerufene Einschränkung der Beweglichkeit im rechten Schul
tergelenk (S. 19).
3.
9
In ihrer Stellungnahme im Feststellungsblatt vom
8.
Mai 2012 (
Urk.
8/31) attestierte die RAD-Ärztin med.
pract
.
P._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit ab Dezember 201
0.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen) postulierte die Ärztin einen stufenwe
isen Einstieg (beginnend mit 50
%) und das Erreich
en eines Arbeitspensums von 100
% i
nnert fünf Wochen (pro Woche 10
%) und ging von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab September 2011 (Abklingen des letzten Gichtschubes) aus (S. 3).
3
.10
Die Beschwerdegegnerin bot den Beschwerdeführer für den 1
8.
Dezember 2012 zu Untersuchungen im RAD bei
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und med.
pract
.
P._
auf (
Urk.
8/42).
3.10
.1
Am 2
2.
Januar 2013 erstattete der RAD-Arzt
Dr.
Q._
in Kenntnis der Akten
lage und gestützt auf die eigene Untersuchung einen psychiatrischen Untersuchungsbericht
(
Urk.
8/46)
und stellte folgende Diagnosen (S. 7):
Psychiatrische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nach ICD-10:
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt (ICD-10
F43.22)
Chronische Schmerzstörung mit somatischen u
nd psychischen Fakto
ren (ICD-10
F45.41)
Psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nach ICD-10:
Keine
Somatische Diagnosen nach Aktenlage:
Chronische Gichtarthritis
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom der unteren
Lendenwir
bel
säule
und der mittleren Brustwirbelsäule bei im Vorder
grund ste
hen
de
m
myofaszialem
Syndrom
Meralgia
paraesthetica
beidseits
Status nach operativer Rekonstruktion einer
Rotatorenmanschetten
ruptur
rechts am 2
7.
Januar 2011 mit persistierenden
belastungsab
hängigen
Schmerzen
Beginnende Gonarthrose beidseits bei Status nach lateraler
Teilmenis
kektomie
links 2009
Unklare Hepatopathie
Chronische
gastro
o
e
sophageale
Refluxkrankheit
Kleine axiale
Hiatushernie
Dr.
Q._
führte aus, der Beschwerdeführer habe betreffend seinen Tagesab
lauf angegeben, dass er morgens um 7.30 Uhr aufstehe, den Briefkasten leere und zusammen mit seiner Ehefrau frühstücke. Danach nehme er seine Medika
mente, nehme Arzttermine und Therapien wahr oder bringe seine Ehefrau zu
solchen Terminen
oder Therapien. Die Einkäufe erledige er zusammen mit sei
nem Schwager, wobei er Kleinigkeiten selber einkaufen könne. Die Nachmittage verbringe er auf dem Sofa und „habe zu nichts Lust“. Das Abendessen, welches mit der ganzen Familie eingenommen werde, bereite entweder er oder seine Kinder vor. Danach schaue er fern und gehe zwischen 22.30 und 23 Uhr ins Bett (S. 2).
Der Arzt hielt ferner fest,
Anzeichen für einen sozialen Rückzug seien nicht fest
stellbar gewesen; der Beschwerdeführer habe über Freunde berichtet, welche ihn besuchen würden (S. 2, S. 5).
Dr.
Q._
führte weiter aus
, die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sowie zur Planung und Strukturierung von Aufgaben sei leicht reduziert. Gleiches sei bezüglich der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Durchhaltefähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, Selbstbehauptungsfähigkeit, Fähigkeiten zu ausserberuflichen Aktivitäten sowie betreffend die Wegefähigkeit feststellbar gewesen. Es habe zudem eine ausge
prägte Verdeutlichungstendenz sowie eine intrapsychische Selbstlimitierung vorgelegen (S. 6 f.).
Dr.
Q._
legte
weiter
dar
, aufgrund der funktionellen Einschränkungen handle es sich diagnostisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) sowie
um
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Obwohl der Beschwerdeführer während der Untersuchung eine maximale subjektive Schmerzstörung (VAS 10/10) angege
ben habe, seien während der Explorationsdauer keine Schmerzexpressionen oder schmerzbedingte
n
Ausgleichshaltungen und Positionswechsel beobachtbar gewesen, weshalb es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht um eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung handeln könne, da es am Erfordernis von andauernden schweren und quälenden Schmerzen gefehlt habe und allfäl
lige Schmerzen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien. Entsprechend liege keine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vor. Ebenso wenig bestehe ein mehrjähriger Verlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, unbefriedigenden Behandlungsergebnissen oder gescheiterten Rehabilitationen. Aufgrund der psychosozialen Belastungssituation mit finanziellen Schwierig
keiten und der Krebserkrankung der Ehefrau sei von einer eher ungünstigen Prognose für den Beschwerdeführer auszugehen, wobei dieser allerdings von einer fachpsychiatrischen Behandlung profitieren könne.
Dr.
Q._
wies zudem auf die Inkonsistenz im Verhalten des Beschwerdeführers beim Wechsel von der psychiatrischen zur orthopädischen Untersuchung hin, wonach der Beschwerdeführer in letzterer Untersuchung überhaupt nicht mehr niederge
stimmt gewirkt habe
(S. 7 f.)
.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
Q._
fest, dass beim Beschwerde
führer nach Subtraktion diagnose-unspezifischer Überlagerungsfaktoren (ausge
prägte Verdeutlichungstendenz, intrapsychische Selbstlimitierung,
Migrations
hintergrund
, finanzielle Schwierigkeiten, erkrankte Ehefrau) seit dem Einwand vom 1
1.
Juni 2012 bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % in einer angepassten Tätigkeit bestehe. Letztere setze zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck mit einem geringen Publikumsverkehr sowie ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungs
vermögen in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre voraus (S. 8).
3.
10
.2
Die RAD-Ärztin
med.
pract
.
P._
stellte in ihrem Bericht vom 2
2.
Januar 2013 (
Urk.
8/47) folgende Diagnosen (S. 7):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der
Lenden
wirbelsäule
bei Degeneration der Lendenwirbelsäule
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Schul
tern, rechts mehr als links bei Status nach
Rotatorenmanschetten
ruptur
Verdacht auf Retropatel
l
ararthrose
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Hyperurikämie
mit rezidivierender Gichtarthritis
Die RAD-Ärztin
führte aus, der Untersuchungsbefund der Rehaklinik
D._
vom 3
0.
September 2011 (vgl. E. 3.4.2) sei im Wesentlichen nachvollziehbar. Im Gegensatz zum damaligen Zeitpunkt bestünden aktuell indessen keine Hinweise auf eine
floride
Gichtarthritis. Ebenso wenig seien Schwellungen,
Überwärmun
gen
oder Rötungen an den grossen und kleinen Gelenken feststellbar gewesen, was dem Befund des
B._
vom 11.
Oktober 2011 (vgl.
E.
3.5) entspreche (S. 7).
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt die RAD-Ärztin fest, dass der Beschwer
deführer in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter seit 1.
Dezember 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und
Tragebe
lastungen
über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen- und kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und ohne Aktivitäten mit besondere
r
Belastung des Schulter
gürtels (Bücken, Hocken Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten in Armvorhalte, repe
titive Belastungen der ausgestreckten Arme), ohne häufiges Gehen auf unebe
nem Gelände, ohne Vibrations- und Schlagbelastungen und ohne Nässe- und Kälteexposition sei indessen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit 1
8.
Dezember 2012 gegeben (S. 7).
3.1
1
In ihren
Stellungnahme
n
vom
1
0.
und vom
2
2.
Januar 2013 (
Urk.
8/50 S. 3) ging
en die RAD-Ärzte
zusammenfassend von e
iner Arbeitsunfähigkeit von 100
% im angestammten Beruf respektive aufgrund des somatischen und
psy
chischen
Belastungsprofils von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit aus.
4.
4.1
Aufgrund dieser
medizinische
n
Aktenlage
gingen die Parteien zu Recht davon aus,
dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr zumutbar ist
(vgl. E. 2.3)
.
Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bis
zum Zeitpunkt
des Erlasses
der
angefochtenen Verfügung ergibt sich Folgendes:
4.2
Die Ärzte der Rehaklinik
D._
hielten
im Austrittsbericht vom 3
0.
September 2011 (vgl. E. 3.4.2)
eine leichte bis mittelschwere
Arbeit in einer angepassten Tätigkeit
für ganztags zumutbar
. Aufgrund der während der
Hospitalisation
aufgetretenen akuten Arthritis des
rechten
oberen Sprunggelenks attestierten sie allerdings bis
zu deren
Abklingen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in ange
passter Tätigkeit. In psychiatrischer Hinsicht verneinten die Ärzte eine
arbeits
relevante
Leistungsminderung des Beschwerdeführers.
Dr.
G._
attestierte
am 1
1.
Oktober 2011 in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 bis 70 % ab Zeitpunkt seines Berichts
, ohne die Beschwerden
am
rechten
oberen S
prunggelenk
zu erwähn
en
(vgl. E. 3.5).
Der Kreisarzt
Dr.
O._
hielt in seinem Bericht vom 2
2.
Februar 2012 eine leidensangepasste wechselbelastende Tätig
keit von 100 % ab dem 2
2.
Februar 2012 für zumutbar (vgl. E. 3.8).
Die RAD-
Ärztin med.
pract
.
P._
ging
im Aktenbericht vom
8.
Mai 2012 von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer angepassten Tätigkeit ab
September 2011 aus (vgl. E.
3.9
). In ihrem
Untersuchungsb
ericht vom 2
2.
Januar 2013 (vgl. E.
3.
10
.2) attestierte sie
– in Kenntnis des zwischenzeitlich
abgeklungenen
Gicht
schubs
und im
Einklang mit den Ärzten der Rehaklinik
D._
-
i
n somati
scher Hinsicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab 1
8.
Dezember 201
2.
Der RAD-Arzt
Dr.
Q._
ging im Bericht vom 2
2.
Januar 2013 (vgl. E. 3.
10
.1) im Zusammenhang mit den psychischen Beschwerden nach Subtraktion
der
diagnose-unspezifische
n
Überlagerungsfaktoren von einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % in einer angepassten Tätigkeit aus.
4.3
4.3.1
Vorwegzuschicken ist, dass
der
Untersuchungsb
ericht
der RAD-Ärztin med.
pract
.
P._
vom 2
2.
Januar 2013
(vgl. E. 3.10.2) für die Bestimmung des Invaliditätsgrades des Beschwerdeführers umfassend ist und auf den erforderli
chen Untersuchungen beruht. Besagte
r
Bericht
wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben und leuchte
t
in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind auch die Schlussfolgerun
gen
der RAD-Ärztin
in einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann. Es ist schlüssig dargelegt worden, dass dem Beschwerdeführer
in somatischer Hinsicht
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
(körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen- und
knie
gelenksbelastende
Zwangshaltungen und ohne Aktivitäten mit besondere
r
Belastung des Schultergürtels, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne Vibrations- und Schlagbelastungen und ohne Nässe- und Kälteexposition)
im Umfang von 100 % zumutbar ist.
Der Bericht
von med.
pract
.
P._
erfüllt
demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert einer ärztli
chen Expertise (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Ent
scheidfindung
darauf abzustel
len ist.
Die Feststellung von med.
pract
.
P._
betreffend die 100%ige Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit stimmt mit der Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik
D._
sowie des Kreisarztes
Dr.
O._
überein, welche
mit Bezug auf
die somatischen Beschwerden ebenfalls von einer
entsprechenden
Arbeits
fähigkeit von 100 % a
usging
en
(vgl. E. 3.4.2 und E.
3.8).
Die Ausübung einer vollzeitlichen leidensangepassten Tätigkeit ist dem Beschwerdeführer
unter
somatischen
Gesichtspunkten
sei
t
der kreisärztlichen Untersuchung am
2
2.
Februar 2012 zumutbar.
Insoweit diese Einschätzung der seitens der
Rehaklinik
D._
am 30. September 2011 wegen der akuten Arthritis im oberen Sprunggelenk vorübergehend bescheinigten vollständigen Arbeitsunfä
higkeit (E. 3.4) widerspricht, erklärt sich dies mit der von
Dr.
O._
nicht (mehr) berücksichtigten Arthritis im Sprunggelenk; denn diese hatte sich unter der medikamentösen Behandlung gebessert, wie auch den Berichten der Ärzte des
B._
(E. 3.6-7) zu entnehmen ist und med.
pract
.
P._
später erläutert hat (E. 3.10.2). In Anbetracht dieses Verlaufs, mithin der Ende 2011 eingetretenen Verbesserung der Arthritis, ist hingegen nicht ersichtlich, weshalb diese Restarbeitsfähigkeit erst ab dem
Untersuchungszeit
punkt
bei med.
pract
.
P._
, das heisst ab 1
8.
Dezember 2012 (
Urk.
8/47/7) gelten soll. Es ist vielmehr auf den Kreisarztbericht abzustellen und davon aus
zugehen, dass der Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im Januar 2012 aus somatischer Sicht in einer Verweistätigkeit vollständig arbeitsfähig war.
An dieser Beurteilung
vermag der Bericht von
Dr.
G._
vom 1
1.
Oktober 2011 (vgl. E. 3.5), worin dieser in einer angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit
von 60 bis 70 %
postuliert
e
, nichts zu ändern.
Insbesondere ist anzunehmen, dass er bei seiner
zurückhaltenderen
Zumutbarkeitsbeurteilung die sowohl von
Dr.
O._
als auch von med.
pract
.
P._
erhobene
lediglich funktionelle Einschränkung unkritisch übernommen hat
, denn diese
n Umstand
erwähnte Dr.
G._
nicht. Sodann
ist bezüglich des Berichts von
Dr.
G._
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass
die behandelnden Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b
/
cc mit weiteren Hinweisen)
.
Im Bericht vom
6.
Juni 2013 hielt
Dr.
G._
eine Vermittelbarkeit im freien Arbeitsmarkt für leichte Tätigkeiten schliesslich gar nicht mehr gege
ben (Urk. 3/6), ohne seine abweichenden Einschätzungen zu erläutern. Diesen widersprüchlichen Angaben kann daher keine Beweiskraft beigemessen werden.
Was den
Einwand
des Beschwerdeführers betrifft, die behandelnde
Dr.
med.
R._
habe
in ihren Berichten
eine uneingeschränkte Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätigkeiten ausgeschlossen (
Urk.
1 S. 7
Ziff.
10), so ist darauf hinzuweisen, dass solche Berichte weder im hiesigen Verfahren noch im Ver
fahren gegen die SUVA
(Prozess UV.2014.00237)
aktenkundig sind. Bezüglich des
Hinweises
des Beschwerdeführers, im Bericht der RAD-Ärztin
med.
pract
.
P._
würden die Knieprobleme nicht oder zu wenig berücksichtigt
, ist
auf
die
eingehende
B
efundbeschreibung beider Kniegelenke im RAD-Bericht zu verweisen (
Urk.
8/47 S. 5).
Betreffend den
Einwand
des Beschwerdeführers, er müsse sich demnächst vor
erst am linken Knie und später allenfalls auch a
m rechten Knie operieren lassen
,
ist zu
bemerken
, dass für die Beurteilung des Invaliditätsgrades die Verhältnisse bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens
(Verfügung vom 2
1.
Januar 2014;
Urk.
2) massgebend s
ind (Urteil des Bundesgerichts 9
C_698/2012 vom
3.
Mai 2013 E. 1.1), weshalb
auf
allf
ällige für die Zukunft geplante
operative Eingriff
e an
den Knien nicht abzustellen ist. Schliesslich ist
auch
die vom Beschwerdeführer postulierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit entgegen seiner Behauptung nicht durch
die
medizinisch
e
Aktenlage ausgewiesen
(
Urk.
1 S. 11
Ziff.
15)
.
4.3.2
Was die psychischen Störungen des Beschwerdeführers
betrifft
,
so bescheinigte
Dr.
Q._
zwar eine Arbeitsfähigkeit von
nurmehr
80
%
in einer angepassten Tätigkeit (zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck mit geringem Publikumsverkehr und ohne besondere Anforderungen an Umstellungs- und Anpassungsvermögen
; vgl. E. 4.3.1), worauf die
Beschwerde
gegnerin
indes nicht abstellte. Dabei wies sie auf die von Dr.
Q._
beobachteten Verhaltensauffälligkeiten und auf den vom Beschwerdeführer beschriebenen Tagesablauf hin, und hielt dafür, dass die psychischen Ressour
cen das Ausüben einer vollen Tätigkeit erlaubten (vgl. Urk. 8/52 S. 2 oben).
Nachdem das Bundesgericht mit zur Publikation bestimmtem Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 seine Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unter denen anhaltende
somatoforme
Schmerzstörungen und vergleichbare psy
chosomatische Leiden
,
so auch eine chronischen Schmerzstörung mit somati
sche
n und psychischen Faktoren (ICD
10 F45.41;
vgl.
etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_96/2014 vom 2
3.
Mai 2014 E. 4.4.2),
eine rentenbegründende Inva
lidität zu bewirken vermögen, grundlegend überdacht und teilweise geändert hat, ist zu prüfen, welche Auswirkungen sich dadurch auf den hier zu beurtei
lenden Fall ergeben (zur Anwendbarkeit einer Rechtsprechungsänderung auf laufende Verfahren vgl. BGE 137 V 210 E. 6
; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 2.2; zur Frage des rechtlichen Gehörs vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_283/2015 vom 2
4.
Juni 2015, welches ohne vor
herigen Schriftenwechsel erging).
Weiterhin kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit nur
anspruchserheb
lich
sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist (BGE 130 V 396). Auch künftig wird der Ren
tenanspruch - in Nachachtung der verfassungs- und gesetzmässigen Vorgaben von
Art.
8 und 29 der Bundesverfassung (Rechtsgleichheit) und
Art.
7
Abs.
2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) - anhand eines normativen
Prüfrasters beurteilt (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.2 und 139 V 547 E. 5.9), und es braucht medizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes hält das Bundesgericht an der
Überwindbarkeitsvermu
tung
nicht weiter fest (Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 3.5).
Das vom Bundesgericht eingeführte strukturierte Beweisverfahren hat, soweit ersichtlich, an der bisherigen höchstgerichtlichen Rechtsprechung nichts geän
dert, wonach e
ine Anpassungsstörung ganz allgemein im Grenzbereich dessen zu situieren
ist
, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potentiell invalidisierendes Leiden gelten kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 2
8.
Juli 2008
E. 3.3.2 mit Hinweisen).
In Bezug auf diese Diagnose ist daher der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass
der Beschwer
deführer nicht an einer stark ausgeprägten und von den bestehenden psychoso
zialen Belastungsfaktoren losgelösten, mithin an einer verselbständig
ten psy
chischen Störung leidet, welche seine Arbeitsfähigkeit zu beeinträchtigen vermöchte. Damit bleibt zu prüfen, wie es sich mit der chronischen
Schmerz
störung
verhält.
Dem Gutachten von
Dr.
Q._
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer ein intaktes Familienleben pflegt, Freunde hat und diese besucht. Er versuche täglich zu laufen, wenn auch nicht länger als 10 Minuten. Er nehme
Arztter
mine
und Therapien wahr oder bringe seine Ehefrau zu solchen. Allein oder mit Unterstützung koche er für die ganze Familie und kaufe ein. Nach dem Abend
essen schaue er fern (Urk. 8/46/2). Die Frage, weshalb keine Versicherung bezahle, zermalme ihn (
Urk.
8/46/7). Unter diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, der Versicherte sei am Rand seiner physischen und psy
chischen Belastbarkeit. Hinzu kommt, dass er unbestrittenermassen noch keine psychiatrische Behandlung in Anspruch nahm beziehungsweise ein solche nicht wünschte (
Urk.
8/46/8), was klar gegen einen erheblichen Leidensdruck spricht (Urteil des Bundesgerichts 8C_771/2014 vom 1
9.
Februar 2015 E. 4.2.2; vgl. auch zur Publikation bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 4.4.2). Zudem ist mangels entsprechender Therapie nicht ausge
wiesen, ob das geklagte Leiden behandlungsresistent ist, welche Frage auch
Dr.
Q._
aufwarf (
Urk.
8/46/9). Im Lichte dieser gutachterlichen Angaben kann eine Behandelbarkeit nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom
2
0.
Mai 2015
E. 3.3.3 f.).
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von der gutachterlichen Einschätzung einer Restarbeitsfähigkeit von 80
%
abwich und mangels eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausging.
4.4
Nach dem Gesagten ist erstellt,
dass dem Beschwerdeführer in einer angepassten Tätig
keit eine Arbeitsfähigkeit von 10
0 % ab
Januar
2012
zumutbar ist
.
Vor diesem Hintergrund sind von weiteren Sachverhaltsabklärungen, insbesondere
von der vom Beschwerdeführer beantrag
t
e
n
Einholung eines
medizinischen Gutachtens
(
Urk.
1 S. 2)
, keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb sich solche erübrigen (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 162 E. 1d).
5.
5.1
5.1
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich auswirkt.
5.
1.
2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
gli
chenen Arbeitsmarktlage (Art.
16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E.
3.2 mit Hinweisen).
5.1.
4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.1.
5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.1.6
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hypo
theti
schen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Mit Bezug auf den behinderungs-
beziehungsweise
leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versi
cherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterschei
den ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewer
ber nur bei Inkaufnahme einer
Lohneinbusse
reale Chanc
en für eine Anstellung bestehen.
Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b
) - unter Berücksichtigung solcher Ein
schränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genü
gend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil
des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
Das fortgeschrittene
Alter führt nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im Anforderungsniveau 4 sogar eher lohnerhöhend auswirkt. Es ist jedoch bezogen auf die durchschnittliche Lebensarbeitszeit als ein
abzugsrele
vanter
Aspekt immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Ein
zelfalles zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2).
Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann,
muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundes
gerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
Die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre nimmt im privaten Sektor ab, je niedri
ger das Anforderungsprofil ist (AHI 1999 177 E. 3b S. 181), weshalb mit Blick auf das Anforderungsniveau 4 die lange Betriebszugehörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen vermag (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4.
Oktober 2013 E. 4.1 mit Hinweisen).
Die Rechtsprechung anerkennt unter dem Titel Beschäftigungsgrad bei Män
nern, welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein können, einen Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75
(Urteil des Bundesgerichts
8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2). Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeittätigkeit (vgl. die nach dem Beschäftigungsgrad differenzierenden Tabellen T2* in der LSE 06 S.
16 und T6* in der LSE 04 S. 25; Urteil des Bundesgerichts
9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen
).
Der Umstand, dass die versicherte Person
gemäss
den medizinischen Angaben auf eine Tätigkeit angewiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu gelegentlichen Positionswechseln bietet, ihre
Einsatzmöglich
keiten
daher begrenzt sind, ist im Hinblick auf den allein
massgeblichen
ausge
glichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG;
BGE 134 V 64
E.
4.2.1) nicht
abzugsre
levant
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8)
.
Das
Angewiesensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitge
bers stellt
praxisgemäss
kein anerkanntes eigenständiges
Abzugskrite
rium
dar (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8,
Urteil 8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4
)
.
5.2
5.2.1
Gemäss
dem
F
ragebogen
des letzten Arbeitgebers des Beschwerdeführers
vom 25.
August 2011
(
Urk.
8/13 S. 2
Ziff.
2.10)
hätte
der AHV
beitragspflichtige Lohn des Beschwerde
führers im Jahr 2011
Fr.
85‘865.--
betragen (
Urk.
8/13 S. 2
Ziff.
2.10).
Aus den vom letzten Arbeitgeber im (parallel laufenden) unfallversicherungsrechtlichen Verfahren gemachten Angaben ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2012 eine Lohnsteigerung erfahren und in diesem Jahr Fr. 86‘710.-- verdient hätte (Urk. 10/3, Bericht vom 7. Juni 2012). Darauf ist abzustellen.
An dieser Beurteilung vermag der
Einwand
des Rechts
dienstes der
Beschwerde
gegnerin
, wonach zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf das im Auszug aus dem individuellen Konto für das Jahr 2010 aufgeführte Einkommen zuzüg
lich Nominallohnentwicklung für das Jahr 2012 abzustellen
sei
(
Urk.
8/52 S. 2)
,
nichts zu ändern.
Zur Berechnung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns (2012, vgl. E. 2.3) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Gesunde tats
äch
lich verdient hätte (vgl. E.
5.1.3)
. Entsprechend sind die aktuellsten
Lohnanga
ben
des letzten Arbeitgebers heranzuziehen, zumal
kein Grund besteht,
die
Richtigkeit
dieser
Angaben
anzuzweifeln
.
5.2.2
Zur
Berechnung des
Invalideneinkommens
ist auf die Tabellenlöhne der Schwei
ze
rischen Lohnstrukturerhebung 2010 (LSE) abzustellen, gemäss welchen sich der Lohn (40-Stunden-Woche) für einfache und repetitive Tätigkeiten für Männer im Jahr 2010 auf
Fr.
4‘901.
--
belief (LSE Tabelle TA1
Total aller Wirt
schaftszweige
Ziff.
1-93, Anforderungsniveau
4, Männer). Unter Berücksichti
gung der
durchschnittlichen Arbeitszeit von 41
.
7 Stunden im massgebenden Jahr 2012
(vgl. Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S. 88 Tabelle
B9.2)
und der
Nomi
nallohnentwicklung
für Männer (
vgl.
Die Volkswirtschaft 3/4
-2015 S.
89
Tabelle
B10.3
Index 2150 auf Index 2188) resultiert ein mögliches Einkommen von Fr.
62
‘
395
.
--
(
Fr.
4‘901
.--
/ 40 x 41.7 x 12 / 2150 x 2188).
Im Hinblick auf das
eingeschränkte Belastungsprofil des Beschw
erdeführers sowie des Umstands, dass Männer mit
Teilzeitpensen
in einfachen und repetitiven Tätigkeiten
schlechter
entl
ö
hnt
werden
a
ls vollzeitliche
männliche
Erwerbstätige,
erscheint
- mit der Beschwerdegegnerin -
ein leidensbedingter Abzug in der Höhe von 1
0
% als angemessen
(vgl. E. 5.1.5 f.)
, weshalb
von
ein
em
Invalideneinkommen von Fr.
56
‘
156
.
--
auszugehen ist
.
5.2.3
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
86‘7
10
.
--
(vgl. E. 5.2.1)
und einem
Invali
deneinkommen
von Fr.
56
‘
156
.
--
(vgl. E. 5.2.2)
resultiert ein Invaliditätsgrad von
gerundet
35
% (BGE 130 V 121).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens de
m
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.