Decision ID: e68b0153-75d4-5194-806c-b4f51bbfb354
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Am 1. September 1997 schlossen der Schweizerische Physiothera-
peutenverband (SPV; nachfolgend: physioswiss) einerseits und das Kon-
kordat Schweizerischer Krankenversicherer (heute: santésuisse), die
Schweizer Krankenversicherer, die Medizinaltarif-Kommission UVG
(MTK), die Invalidenversicherung (IV), vertreten durch das Bundesamt für
Sozialversicherung (BSV), und das Bundesamt für Militärversicherung
(BAMV) andererseits einen Tarifvertrag (nachfolgend: nationaler Tarifver-
trag). Darin regelten sie die Abgeltung von physiotherapeutischen Leistun-
gen an Versicherte, insbesondere nach Art. 43 des Bundesgesetzes vom
18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10). Dieser
Vertrag wurde vom Bundesrat am 1. Juli 1998 mit Wirkung ab 1. Januar
1998 genehmigt (vgl. auch RKUV 5/2001 S. 456 ff. [KV 185] und Urteil des
Bundesgerichts 9C_413/2009 vom 27. Januar 2010, publiziert in SVR 2007
KV Nr. 8). Für jene Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie jene
Krankenversicherer, die dem Vertrag nicht beiträten, setzte der Bundesrat
den Anhang 1 des Tarifvertrages als gesamtschweizerisch einheitliche
(Einzelleistungs-)Tarifstruktur nach Art. 43 Abs. 5 des Bundesgesetzes
vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) fest.
Mit Entscheid vom 18. Oktober 2000 setzte der Bundesrat einen Modell-
Taxpunktwert als nationale Ausgangsgrösse in der Höhe von Fr. 0.94 fest;
der kantonale Taxpunktwert für den Kanton Appenzell Innerrhoden wurde
dabei unter Berücksichtigung der kantonalen Lohn- und Mietindizes, rück-
wirkend per 1. Januar 1998, auf Fr. 0.89 festgesetzt (RKUV 5/2001 S. 456
ff. [KV 185], insbesondere E. 8.4 und 10.1).
A.b Am 11. Dezember 2009 kündigte physioswiss den gesamtschweizeri-
schen Tarifvertrag per 30. Juni 2010. In der Folge kündigte physioswiss am
23. Juni 2011 auch sämtliche kantonalen Taxpunktvereinbarungen per 31.
Dezember 2011.
A.c Mit Entscheid vom 7. Juni 2013 trat der Bundesrat auf einen von phy-
sioswiss am 1. Dezember 2011 gestellten Antrag auf Festsetzung eines
(neuen) nationalen Taxpunktwertes in der Höhe von Fr. 1.10 nicht ein und
hielt fest, dass die am 1. Juli 1998 genehmigte Tarifstruktur weiterhin Gül-
tigkeit habe (nachfolgend: Nichteintretensentscheid).
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B.
B.a Mit Eingabe vom 19. Dezember 2011 reichte der Physiotherapie-Ver-
band St. Gallen-Appenzell (nachfolgend: physio St. Gallen-Appenzell), ver-
treten durch Rechtsanwältin Christine Boldi-Geotschy und Rechtsanwalt
Dominik Dall'O, bei der Standeskommission des Kantons Appenzell Inner-
rhoden (im Folgenden: Standeskommission oder Vorinstanz) die folgenden
Rechtsbegehren ein (Akten der Vorinstanz [nachfolgend: act.] 1):
1. Bis ein Entscheid hinsichtlich der definitiven Festsetzung des kantonalen
Taxpunktwertes vorliegt, soll im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der
heute bestehende kantonale Taxpunktwert (TPW) für physiotherapeutische
Leistungen im Kanton Appenzell Innerrhoden in der Höhe von mindestens
CHF 1.01 provisorisch festgesetzt werden. Es sei festzustellen, dass die
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten und Organisationen der Phy-
siotherapie im Sinne von Art. 47 und 52a KVV rückwirkend auf den 1. Juli
2011 die Taxpunktwertdifferenz soweit nachfordern können, als der defini-
tive Taxpunktwert vom tatsächlich bezahlten abweicht.
2. Es sei der kantonale TPW für physiotherapeutische Leistungen im Kanton
Appenzell Innerrhoden per 1. Juli 2011 auf mindestens CHF 1.01 festzuset-
zen basierend auf der vom Bundesrat genehmigten Tarifstruktur und basie-
rend auf einem erhöhten Modell-TPW von CHF 1.10 (vgl. Eingabe an den
Bundesrat).
3. Eventualiter, sollte sich der Bundesrat für unzuständig erklären zur Festset-
zung eines neuen Modell-TPW, hat die Festsetzung respektive Ermittlung
dieses Wertes durch die Appenzell-Innerrhoder Kantonsregierung zu erfol-
gen, um danach den kantonalen TPW auf mindestens CHF 1.01 festzuset-
zen.
4. Unter o-/e-Kostenfolge.
B.b Am 26. Juli 2012 stellte die A._ (Krankenversicherung) dem
Gesundheits- und Sozialdepartement insbesondere den Antrag, es sei der
kantonale Taxpunktwert für physiotherapeutische Leistungen im Kanton
Appenzell Innerhoden auf Fr. 0.89 zu belassen (act. 2).
B.c Mit Schreiben vom 30. Juli 2012 stellte die tarifsuisse AG (nachfolgend:
tarifsuisse) unter anderem den Antrag, für diejenigen Physiotherapeuten
und Organisationen der Physiotherapie, welche über keinen Tarifvertrag
verfügten und insbesondere nicht dem Tarifvertrag zwischen tarifsuisse
und der Association suisse des physiothérapeutes indépendants (ASPI)
beigetreten seien, sei der kantonale Taxpunktwert mit Wirkung ab 1. Januar
2012 auf Fr. 0.82 festzusetzen (act. 3).
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B.d Mit Schreiben der A._ vom 17. April 2013 (act. 8) und der ta-
rifsuisse vom 30. Oktober 2013 (act. 9) wurde das Gesundheits- und Sozi-
aldepartement des Kantons Appenzell Innerhoden ersucht, den zwischen
ihnen und dem Schweizerischen Verband der freiberuflichen Physiothera-
peuten (SVFP/ASPI) zustande gekommenen Tarifvertrag zu genehmigen,
wobei mit der HSK ein Taxpunktwert von Fr. 0.93 und mit der tarifsuisse ein
solcher von Fr. 0.94 angewandt werden sollte.
B.e Mit Beschluss vom 25. Februar 2014 setzte die Standeskommission
den Taxpunktwert für Leistungen der Physiotherapie im Kanton Appenzell
Innerhoden mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 auf Fr. 0.97 fest (Ziff. 1 des
Entscheiddispositivs). Gleichzeitig entzog sie einer allfälligen Beschwerde
die aufschiebende Wirkung (Ziff. 2) und trat auf die Genehmigungsanträge
für die Tarifverträge zwischen der tarifsuisse beziehungsweise der HSK ei-
nerseits und der ASPI anderseits nicht ein (Ziff. 3 des Dispositivs; Akten im
Beschwerdeverfahren [nachfolgend: BVGer act.] 1, Beilage 1).
B.f Am 9. April 2014 schlossen die tarifsuisse-Gruppe (jedoch ohne 4 Kran-
kenversicherer der CSS-Gruppe) und physioswiss einen Tarifvertrag auf
nationaler Ebene (Nationaler Rahmenvertrag Physiotherapie [Beilage 5 zu
BVGer act. 7]; nachfolgend: Nationaler Vertrag 2014), mit Wirkung ab
1. April 2014. Am gleichen Tag schlossen der Regionalverband pyhsio st.
gallen-appenzell, physioswiss, tarifsuisse und die tarifsuisse-Gruppe (ohne
Versicherer der CSS-Gruppe) einen Kantonalen Anschlussvertrag Physio-
therapie (Beilage 5 zu BVGer act. 7; nachfolgend: Kantonaler Vertrag
2014).
C.
C.a Gegen den Beschluss vom 25. Februar 2014 erhoben 43 Kranken-Ver-
sicherer (nachfolgend: Beschwerdeführerinnen) sowie 4 weitere Kranken-
versicherer der CSS-Gruppe, vertreten durch die tarifsuisse, diese wiede-
rum vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Vincent Augustin, mit Eingabe vom
10. April 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer act. 1)
mit den Anträgen, der angefochtene Beschluss der Standeskommission
(Regierungsrat) des Kantons Appenzell Innerrhoden (Nr. 255) vom
25.02./12.03.2014 betreffend Festsetzung des TPW für physiotherapeuti-
sche Leistungen im Kanton AI ab 1. Januar 2014 sei ebenso aufzuheben,
wie der gleichzeitig ergangene Beschluss betreffend Nichteintreten auf die
Genehmigungsanträge für den Tarifvertrag zwischen den Beschwerdefüh-
renden und ASPI und die Rechtssache sei zu neuer Entscheidung an die
C-1953/2014
Seite 6
Vorinstanz zurückzuweisen, wobei sie zu verpflichten sei, einen neuen
rechtmässigen TPW zu erlassen beziehungsweise auf den Genehmi-
gungsantrag Tarifvertrag mit ASPI einzutreten; eventualiter sei der festge-
setzte Taxpunktwert in Gutheissung der Beschwerde auf höchstens Fr.
0.89 festzusetzen (Ziff. 1). Im Weiteren beantragten sie, der Beschwerde
sei vorweg die aufschiebende Wirkung mittels vorsorglicher Verfügung wie-
der zuzuerkennen; ferner sei das Beschwerdeverfahren im Einvernehmen
mit der Gegenpartei bis auf weiteres, das heisst bis zu gemeinsamer an-
derer Mitteilung von Beschwerdeführenden und Gegenpartei zu sistieren
(Ziff. 2).
C.b Am 29. April 2014 leisteten die Beschwerdeführerinnen, zusammen
mit den 4 weiteren Krankenversicherern der CSS-Gruppe, den Kostenvor-
schuss von Fr. 4'000.- (BVGer act. 5).
C.c Mit Protokoll vom 13. Mai 2014 (Posteingang: 19. Mai 2014) bean-
tragte die um Stellungnahme ersuchte Standeskommission die kostenfäl-
lige Abweisung des Gesuchs um Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung und reichte gleichzeitig die Vorakten (act. 1-12) sowie den Kanto-
nalen Vertrag 2014 ein (BVGer act. 6 samt Beilage 1).
C.d Mit Eingabe vom 26. Mai 2014 legte der Rechtsvertreter der Beschwer-
deführenden den Nationalen Vertrag 2014 (BVGer act. 7, Beilage 5) sowie
den Kantonalen Vertrag 2014 (BVGer act. 7, Beilage 6) ins Recht und be-
gründete den Sistierungsantrag damit, dass die Parteien die Sistierung in
den jeweiligen Verträgen vereinbart hätten. Ferner teilte der Rechtsvertre-
ter der Beschwerdeführerinnen dem Bundesveraltungsgericht mit, dass
sich die CSS-Gruppe den geschlossenen Verträgen explizit nicht an-
schliesse, so dass diese vom Sistierungsantrag ausgenommen sei; diese
beantrage dementsprechend die Fortsetzung des Verfahrens (BVGer act.
7).
C.e Mit Eingabe vom 26. Mai 2014 beantragten Rechtsanwältin Christine
Boldi-Goetschy und Rechtsanwalt István Bojt, es sei der Verfahrensantrag
der Beschwerdeführerinnen um Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung abzuweisen; eventualiter sei der provisorische Taxpunktwert im
Kanton Appenzell Innerrhoden für physiotherapeutische Leistungen ge-
genüber den Beschwerdeführerinnen auf Fr. 0.97 festzusetzen (BVGer act.
8).
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C.f Mit Zwischenverfügung vom 10. Juli 2014 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht das Begehren der Beschwerdeführerinnen um Wiederherstel-
lung der aufschiebenden Wirkung insofern gut, als es im Sinne einer vor-
sorglichen Massnahme für die Dauer des Beschwerdeverfahrens für die
physiotherapeutischen Leistungen im Kanton Appenzell Innerrhoden den
provisorischen Taxpunktwert auf Fr. 0.89 festlegte. Ferner wurden die
Rechtsvertreter der Beschwerdegegner aufgefordert, bis zum 10. Septem-
ber 2014 sämtliche Vollmachten samt entsprechender Liste einzureichen
(BVGer act. 9).
C.g Am 14. Juli 2014 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen
dem Bundesverwaltungsgericht – unter Verweis auf ein beigelegtes Schrei-
ben der CSS-Gruppe an die tarifsuisse – mit, dass letztere die der ta-
rifsuisse und ihm erteilte Vollmacht zur Vertretung für die Verfahren betref-
fend Tarife Physiotherapie mit Wirkung per 11. Juli 2014 widerrufen habe,
weshalb diese die Verfahren selber weiterführen werde (BVGer act. 13
samt Beilage). Mit Zwischenverfügung vom 25. Juli 2014 teilte das Bun-
desverwaltungsgericht den Beteiligten mit, dass die CSS-Gruppe nicht
mehr durch die tarifsuisse vertreten werde und das Verfahren der B-
Gruppe neu unter der Verfahrensnummer C-4104/2014 geführt werde
(BVGer act. 14).
C.h Mit Schreiben vom 9. September 2014 reichte Rechtsanwältin Boldi
die Liste der Mitglieder von physio St. Gallen - Appenzell und entspre-
chende Vollmachten der Mitglieder ein (BVGer act. 15 samt Beilagen).
C.i Mit Zwischenverfügung vom 24. September 2014 räumte der Instrukti-
onsrichter der Vorinstanz und den Beschwerdegegnern eine Frist zur Ver-
nehmlassung bis zum 24. Oktober 2014 ein. Ferner setzte er die Verfah-
rensbeteiligten über das in den vereinigten Verfahren (C-2461/2013 und C-
2468/2013) ergangene, inzwischen publizierte Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts vom 28. August 2014 (nachfolgend: Pilotentscheid; BVGE
2014/18) in Kenntnis und räumte ihnen Gelegenheit ein, innert gleicher
Frist zu diesem Entscheid Stellung zu nehmen (BVGer act. 16).
C.j Mit Protokoll vom 21. Oktober 2014 liess sich die Vorinstanz unter Ver-
zicht auf eine Antragsstellung zum Pilotentscheid und zur Beschwerde ver-
nehmen (BVGer act. 7).
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C.k Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 24. Oktober 2014 nahmen die
Beschwerdeführerinnen zum Pilotentscheid Stellung, indem sie an den bis-
herigen Anträgen materieller und formeller Natur festhielten und ergänzend
den Verfahrensantrag stellten, das Bundesverwaltungsgericht wolle den
Bundesrat unter üblicher Fristansetzung ersuchen, sich dahingehend zu
äussern, ob und wann mit einem Entscheid des Bundesrates betreffend
zur Genehmigung vorgelegtem Nationalen Rahmenvertrag Physiotherapie
vom 1. April 2014 zu rechnen sei (BVGer act. 18).
C.l Mit Vernehmlassung vom 24. Oktober 2014 liessen die Beschwerde-
gegner durch ihre Rechtsvertreter die folgenden Rechtsbegehren stellen:
1. Es sei das Beschwerdeverfahren C-1953/2014 zu sistieren und nach Ge-
nehmigung des Rahmenvertrags und des kantonalen Anschlussvertrags
Appenzell Innerrhoden ersatzlos abzuschreiben, eventualiter sei die Be-
schwerde abzuweisen.
2. Es sei das Beschwerdeverfahren C-4104/2014 vorläufig zu sistieren, zumin-
dest bis der Bundesrat zur rückwirkenden Festsetzung der Tarifstruktur per
1. Juli 2011 für nicht dem Rahmenvertrag beigetretene Versicherer und
Leistungserbringer Stellung bezogen hat. Bei Weiterführung des Beschwer-
deverfahrens sei die Beschwerde abzuweisen.
3. Es sei der Bundesrat unter Fristansetzung um Stellungnahme zu ersuchen,
wann mit der Genehmigung des Rahmenvertrages zwischen physioswiss
und tarifsuisse vom 1. April 2014 samt vereinbarter Tarifstruktur sowie wann
mit der rückwirkenden Festsetzung der Tarifstruktur per 1. Juli 2011 für nicht
dem Rahmenvertrag beigetretene Versicherer und Leistungserbringer zu
rechnen ist.
4. Eventualiter sei der Beschluss der Standeskommission des Kantons Appen-
zell Innerrhoden vom 25. Februar 2014 aufzuheben und der kantonale Tax-
punktwert für physiotherapeutische Leistungen für Physiotherapeuten und
Physiotherapeutinnen sowie Organisationen der Physiotherapie samt An-
gestellten (Art. 47 und 52a KVV) im Kanton Appenzell Innerhoden per 1. Juli
2011 auf mindestens CHF 1.13, eventualiter auf mindestens CHF 1.01, fest-
zusetzen, basierend auf der seit 1. Juli 1998 gültigen Tarifstruktur für physi-
otherapeutische Leistungen. Subeventualiter sei der Beschluss der Stan-
deskommission des Kantons Appenzell Innerrhoden vom 25. Februar 2014
aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur erneuten Festsetzung des
Taxpunktwertes zurückzuweisen.
5. Unter o-/e-Kostenfolge.
C.m Mit Zwischenverfügung vom 18. November 2014 wies das Bundes-
verwaltungsgericht die Sistierungsgesuche der Beschwerdeführerinnen 1-
43 und der Beschwerdegegner vom 24. Oktober 2014 ab; ferner wies das
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Seite 9
Bundesverwaltungsgericht den Antrag der Beschwerdegegner betreffend
Aufforderung des Bundesrates zu einer Stellungnahme in Bezug auf den
mutmasslichen Zeitpunkt der Genehmigung des Nationalen Vertrages
2014 samt vereinbarter Tarifstruktur sowie der rückwirkenden Festsetzung
der Tarifstruktur ab und schloss den Schriftenwechsel (BVGer act. 20).
C.n Mit Eingabe vom 2. Februar 2015 übermittelten die Beschwerdegeg-
ner dem Bundesverwaltungsgericht einen von ihren Rechtsvertretern und
Vertretern der tarifsuisse unterzeichneten gemeinsamen Antrag vom
30. Januar 2015 (BVGer act. 25 samt Beilage; C-1953/2014), wonach un-
ter anderem im Beschwerdeverfahren betreffend den Kanton Appenzell In-
nerrhoden ein gleichlautendes Entscheiddispositiv wie im Pilotentscheid
(C-2461/2013 resp. C-2468/2013) zu fällen sei, d.h. die vorinstanzlichen
Entscheide seien aufzuheben (Ziff. 1); ferner sei auf die Begründung der
Urteile zu verzichten (Ziff. 2), und es seien die Parteikosten wettzuschlagen
und die Gerichtskosten nach gerichtlichem Ermessen zu minimieren resp.
zu erlassen. Allfällige Gerichtskosten in den von der tarifsuisse ag erhobe-
nen Beschwerden seien der tarifsuisse ag aufzuerlegen, allfällige Gerichts-
kosten in den von physioswiss erhobenen Beschwerden seien der physi-
oswiss aufzuerlegen (Ziff. 3).
D.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und weiteren Verfahrensbetei-
ligten und die eingereichten Unterlagen wird – soweit erforderlich – in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Die vorliegende Beschwerde richtet sich zum einen gegen einen Tariffest-
setzungsbeschluss der Standeskommission des Appenzell Innerrhoden
nach Art. 47 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Kran-
kenversicherung (KVG, SR 832.10) betreffend Festsetzung des TPW für
physiotherapeutische Leistungen im Kanton Appenzell Innerrhoden. Zum
andern verlangen die Beschwerdeführenden die Aufhebung des Beschlus-
ses betreffend Nichteintreten auf die Genehmigungsanträge für den Tarif-
vertrag zwischen ihnen und der ASPI und die Rückweisung an die Vo-
rinstanz zur materiellen Behandlung im Sinne von Art. 46 Abs. 4 KVG.
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Seite 10
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33
VGG genannten Behörden, wobei insbesondere Instanzen des Bundes
aufgeführt werden. Verfügungen kantonaler Instanzen sind gemäss Art. 33
Bst. i VGG nur dann beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar, wenn
dies in einem Bundesgesetz vorgesehen ist.
1.2 Art. 90a Abs. 2 KVG sieht vor, dass das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 53 KVG
beurteilt. Zu den gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG anfechtbaren Beschlüssen
der Kantonsregierungen gehören namentlich Beschlüsse nach Art. 46 Abs.
4 und 47 Abs. 1 KVG. Beim angefochtenen Beschluss der Standeskom-
mission des Appenzell Innerrhoden vom 25. Februar 2014 handelt es sich
um einen Beschluss im Sinne von Art. 46 Abs. 4 und 47 Abs. 1 KVG. Das
Bundesverwaltungsgericht ist demnach zur Beurteilung der Beschwerde
zuständig.
1.3 Zur Beschwerde berechtigt ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG, wer vor der
Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teil-
nahme erhalten hat (Bst. a); durch die angefochtene Verfügung besonders
berührt ist (Bst. b); und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung hat (Bst. c).
1.4 Vorliegend vertritt tarifsuisse die Krankenversicherer Nrn. 1-43 (BVGer
act. 7, Beilage 8); tarifsuisse wiederum hat den die Beschwerde unterzeich-
nenden Dr. iur. V. Augustin, Rechtsanwalt, mit der Wahrung ihrer Interes-
sen beauftragt (BVGer act. 7, Beilage 7).
Die Beschwerdeführerinnen haben somit am vorinstanzlichen Verfahren
teilgenommen (vgl. act. 3 und 5), sind durch den angefochtenen Beschluss
ohne Zweifel besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse
an dessen Aufhebung oder Änderung. Sie sind daher zur Beschwerde le-
gitimiert (vgl. zur Beschwerdelegitimation der Krankenversicherer auch Ur-
teil des Bundesgerichts [BGer] 2C_856/2011 vom 18. Januar 2012 E. 3;
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] C-6460/2011 vom 23. Juni
2014 E. 2.3).
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Seite 11
1.5 Die Beschwerdeführerinnen haben ihre Beschwerde am 10. April 2014
der Schweizerischen Post übergeben; der angefochtene Beschluss vom
25. Februar 2014 wurde am 12. März 2014 versandt und ging am 13. März
2014 bei der tarifsuisse ein (BVGer act. 1, Beilage 1). Demnach ist die 30-
tägige Beschwerdefrist jedenfalls gewahrt (Art. 50 i.V.m. Art. 20 VwVG und
Art. 53 Abs. 2 Bst. b KVG). Die Beschwerde ist somit fristgerecht erhoben
worden.
1.6 Da die Beschwerde im Übrigen formgerecht (Art. 52 VwVG) eingereicht
und der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde (BVGer act. 5), ist auf
die Beschwerden der Beschwerdeführerinnen einzutreten.
1.7 Im Verfahren des Pilotentscheides (C-2461/2013 und C-2468/2013)
wurde mit Teilentscheid vom 29. Januar 2014 betreffend Festsetzung des
Taxpunktwerts für physiotherapeutische Leistungen ab 2013 im Kanton
Thurgau der physioswiss die Parteistellung abgesprochen, da sie weder im
eigenen Namen legitimiert war, noch die Voraussetzungen einer egoisti-
schen Verbandsbeschwerde erfüllte (vgl. dazu näher E. 3 des genannten
Teilentscheides). Mit der im Teilentscheid vom 29. Januar 2014 enthaltenen
Begründung, auf welche vollumfänglich verwiesen wird, ist der physioswiss
auch im hier strittigen Verfahren die Parteistellung abzusprechen. Insbe-
sondere vermag physioswiss auch in Bezug auf das vorliegende Be-
schwerdeverfahren kein eigenes schutzwürdiges Interesse darzutun (vgl.
hierzu E. 3.4 des genannten Teilentscheides), und die Voraussetzungen für
eine egoistische Verbandsbeschwerde – namentlich das Erfordernis der
gemeinsamen Interessenlage bezüglich der Mehrheit oder eines Grossteils
seiner Mitglieder (vgl. dazu BGE 136 II 539 E. 1.1) – sind vorliegend ange-
sichts der lediglich fünf bestehenden Mitglieder im kantonalen Verband
nicht gegeben (vgl. hierzu E. 3.5 des genannten Teilentscheides). Auf die
beschwerdegegnerischen Anträge von physioswiss ist daher nicht einzu-
treten. Demgegenüber kommt physio St. Gallen – Appenzell und den auf
der Mitgliederliste bezeichneten Physiotherapeutinnen (BVGer act. 4, Bei-
lagen) Parteistellung als Beschwerdegegnerinnen zu.
1.8 Neben dem Physiotherapie-Verband St. Gallen – Appenzell sind auch
die auf der (seitens deren Rechtsvertretung eingereichten) Mitgliederliste
bezeichneten fünf Physiotherapeutinnen (vgl. BVGer act. 15, Beilagen),
passivlegitimiert. Keine Vollmacht wurde demgegenüber für die im Rubrum
der Beschwerdegegner aufgeführte B._ GmbH eingereicht, so dass
hierauf nicht eingetreten werden kann.
C-1953/2014
Seite 12
1.9 In Bezug auf den von den Rechtsvertretern mit Eingabe vom 2. Februar
2015 übermittelten gemeinsamen Antrag auf Begründungsverzicht mit ent-
sprechender Berücksichtigung bei den Kosten- und Entschädigungsfolgen
(vgl. Sachverhalt, Bst. C.n hiervor) ist festzuhalten, dass der begründete
Entscheidentwurf im Zeitpunkt des Gesuchseinganges bereits vorlag. Das
Gesuch um Begründungsverzicht mit entsprechender Berücksichtigung bei
den Kosten- und Entschädigungsfolgen ist demnach abzuweisen.
2.
2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss
Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem VwVG.
Die Beschwerdeführerinnen können daher im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens betreffend eine Tariffestsetzung nach Art. 47 Abs. 1 KVG die
Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der
Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit
des angefochtenen Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
2.2 Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht wer-
den, als erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt. Neue Begeh-
ren sind unzulässig (Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG).
2.3 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen
an. Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Ar-
gumente (Art. 62 Abs. 4 VwVG) noch an die Erwägungen der Vorinstanz
gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angeru-
fenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der
Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (vgl.
BGE 133 II 249 E. 1.4; BVGE 2007/41 E. 2).
3.
Vorliegend umstritten ist zunächst die Festsetzung des Taxpunktwertes
durch die Standeskommission des Kantons Appenzell Innerrhoden für phy-
siotherapeutische Leistungen in freier Praxis auf Fr. 0.97, geltend ab 1. Ja-
nuar 2014.
3.1 Die Beschwerdegegner haben mit Stellungnahme vom 24. Oktober
2014 (eventualiter) beantragt, der kantonale Taxpunktwert für physiothera-
peutische Leistungen der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
sowie Organisationen der Physiotherapie samt Angestellten sei per 1. Juli
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Seite 13
2011 auf mindestens Fr. 1.13, eventualiter auf mindestens Fr. 1.01, festzu-
setzen, basierend auf der seit 1. Juli 1998 gültigen Tarifstruktur für physio-
therapeutische Leistungen (BVGer act. 19).
3.2 Aufgrund der Zulässigkeit der reformatio in peius darf die Gegenpartei
eine Änderung der angefochtenen Verfügung zulasten der beschwerdefüh-
renden Partei und zu ihren Gunsten beantragen. Da das VwVG jedoch
keine Anschlussbeschwerde vorsieht, kommt einem solchen Antrag – ins-
besondere auch in Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht
betreffend OKP-Tariffestsetzungen – lediglich die Bedeutung einer pro-
zessualen Anregung an die Beschwerdeinstanz zu. Solche Anträge können
indessen Kostenfolgen nach sich ziehen (vgl. BVGE 2010/24 E. 3.3
m.w.H.). Das besagte Begehren der Beschwerdegegnerinnen ist daher le-
diglich als prozessuale Anregung zu behandeln. Der Vollständigkeit halber
bleibt darauf hinzuweisen, dass dieses Begehren, soweit ein kantonaler
Taxpunktwert von Fr. 1.13 beantragt wird, erstmals im Rahmen des Be-
schwerdeverfahrens eingebracht worden ist, weshalb es sich um ein unzu-
lässiges Novum im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG handelt.
4.
Nachfolgend sind die rechtlichen Grundlagen zur Festsetzung eines Tarifs
darzulegen.
4.1 In materiellrechtlicher Hinsicht sind intertemporalrechtlich grundsätz-
lich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu
Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Geltung haben. Massgebend sind
vorliegend somit die am 1. Januar 2014 (Zeitpunkt, ab welchem der um-
strittene Tarif Geltung haben soll) in Kraft stehenden materiellen Gesetzes-
und Verordnungsbestimmungen, auf welche im Folgenden – soweit nicht
anders vermerkt – Bezug genommen wird (vgl. Urteil des BVGer
C-6460/2011 E. 3.2 m.w.H.).
4.2 Gemäss Art. 43 KVG erstellen die Leistungserbringer ihre Rechnungen
nach Tarifen oder Preisen (Abs. 1). Der Tarif ist eine Grundlage für die Be-
rechnung der Vergütung; er kann namentlich für die einzelnen Leistungen
Taxpunkte festlegen und den Taxpunktwert bestimmen (Einzelleistungsta-
rif; Abs. 2 Bst. b). Tarife und Preise werden in Verträgen zwischen Versi-
cherern und Leistungserbringern (Tarifvertrag) vereinbart oder in den vom
Gesetz bestimmten Fällen von der zuständigen Behörde festgesetzt (Abs.
C-1953/2014
Seite 14
4 Satz 1). Kommt zwischen Leistungserbringern und Versicherern kein Ta-
rifvertrag zustande, so setzt die Kantonsregierung nach Anhören der Be-
teiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG).
4.3 Nach Art. 43 KVG ist bei der Tarifvereinbarung oder Festsetzung durch
die zuständige Behörde auf eine betriebswirtschaftliche Bemessung und
eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten. Bei Tarifverträgen zwi-
schen Verbänden sind vor dem Abschluss die Organisationen anzuhören,
welche die Interessen der Versicherten auf kantonaler oder auf Bundes-
ebene vertreten (Abs. 4 Sätze 2 und 3). Einzelleistungstarife müssen auf
einer gesamtschweizerisch vereinbarten einheitlichen Tarifstruktur beru-
hen. Können sich die Tarifpartner nicht einigen, so legt der Bundesrat diese
Tarifstruktur fest (Abs. 5). Der Bundesrat kann Anpassungen an der Ta-
rifstruktur vornehmen, wenn sie sich als nicht mehr sachgerecht erweist
und sich die Parteien nicht auf eine Revision einigen können (Abs. 5bis [in
Kraft seit 1.1.2013]). Die Vertragspartner und die zuständigen Behörden
achten darauf, dass eine qualitativ hoch stehende und zweckmässige ge-
sundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten erreicht wird
(Abs. 6). Die Leistungserbringer müssen sich an die vertraglich oder be-
hördlich festgelegten Tarife und Preise halten und dürfen für Leistungen
nach diesem Gesetz keine weitergehenden Vergütungen berechnen (Ta-
rifschutz; Art. 44 Abs. 1 KVG). Der Tarifschutz in weit gefasster Definition
umfasst die Pflicht der Leistungserbringer und Versicherer zur Einhaltung
der massgeblichen Tarife und Preise sowohl im gegenseitigen als auch im
Verhältnis zu den Versicherten (vgl. Urteil des BGer 9C_252/2011 vom 14.
Juli 2011 E. 3.1 m.H.).
4.4 Der Bundesrat kann Grundsätze für eine wirtschaftliche Bemessung
und eine sachgerechte Struktur sowie für die Anpassung der Tarife aufstel-
len. Er sorgt für die Koordination mit den Tarifordnungen der anderen So-
zialversicherungen (Art. 43 Abs. 7 KVG). Nach Art. 59c KVV (in Kraft seit
1. August 2007 [AS 2007 3573]) prüft die Genehmigungsbehörde im Sinne
von Artikel 46 Absatz 4 des Gesetzes, ob der Tarifvertrag namentlich fol-
genden Grundsätzen entspricht: a. Der Tarif darf höchstens die transparent
ausgewiesenen Kosten der Leistung decken. b. Der Tarif darf höchstens
die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kosten decken.
c. Ein Wechsel des Tarifmodells darf keine Mehrkosten verursachen (Abs.
1). Die Vertragsparteien müssen die Tarife regelmässig überprüfen und an-
passen, wenn die Erfüllung der Grundsätze nach Absatz 1 Buchstaben a
und b nicht mehr gewährleistet ist. Die zuständigen Behörden sind über die
C-1953/2014
Seite 15
Resultate der Überprüfungen zu informieren (Abs. 2). Die zuständige Be-
hörde wendet die Absätze 1 und 2 bei Tariffestsetzungen nach den Artikeln
43 Abs. 5, 47 oder 48 des Gesetzes sinngemäss an (Abs. 3; vgl. auch Urteil
des BVGer C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 4.3 m.H.).
4.5 Im System des KVG bildet die Tarifvereinbarung zwischen den Tarif-
partnern die Regel, das Eingreifen der Kantonsregierung die Ausnahme.
Voraussetzung für die behördliche Festsetzung ist, dass ein vertragsloser
Zustand besteht, die Tarifverhandlungen zwischen den Parteien tatsächlich
gescheitert sind oder die Partner zumindest Gelegenheit hatten, eine Ver-
einbarung zu treffen (vgl. Urteil des BVGer C-1390/2008 vom 9. März 2011
E. 5.2; BVGE 2012/18 E. 5.7).
5.
Mit Piloturteil C-2461/2013 und C-2468/2013 vom 28. August 2014 (BGVE
2014/18) kam das Bundesverwaltungsgericht nach eingehender Prüfung
zum Schluss, dass mit der Vertragskündigung durch physioswiss und dem
Wegfall des Nationalen Tarifvertrags per 30. Juni 2011 (vgl. Sachverhalt,
Bst. A.b hiervor) keine nationale Tarifstruktur für in freier Praxis erbrachte
Physiotherapieleistungen mehr bestehe; ferner sei auch zwischenzeitlich
keine neue Tarifstruktur vom Bundesrat genehmigt oder festgesetzt wor-
den. Da eine Einzelleistungsstruktur gesamtschweizerisch vereinbart und
genehmigt oder gesamtschweizerisch festgesetzt werden müsse, und im
Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Beschlusses keine nationale
Einzelleistungsstruktur mehr bestanden habe, sei mit dem angefochtenen
Beschluss kein gültiger Einzelleistungstarif festgesetzt worden, weshalb
der Beschluss bereits aus diesem Grund aufzuheben sei (E. 5.5.3 und
5.5.4; vgl. auch Art. 43 Abs. 5 KVG). Ferner führte das Bundesverwaltungs-
gericht aus, es sei den Kantonsregierungen verwehrt, einseitig ein (fiktives)
nationales Modell zu entwickeln beziehungsweise auf einem früheren na-
tionalen Modell aufzubauen, und von diesem nach selbst festgelegten Re-
geln auf den für ihren Kanton geltenden Tarif zu schliessen, zumal hiermit
Art. 46 Abs. 4 i.V.m. Art. 47 Abs. 1 KVG in doppelter Hinsicht (fehlende
Einigung der Tarifpartner über ein nationales Modell, Unzuständigkeit der
Kantonsregierung zur [Teil-]Festlegung eines nationalen Tarifmodells) ver-
letzt werde. Soweit der Regierungsrat eine Hochrechnung auf ein (fiktives)
nationales Modell vorgenommen und daraus den kantonalen Tarif herge-
leitet habe, verstosse er damit gegen Bundesrecht; der angefochtene Be-
schluss sei deshalb auch aus diesem Grund aufzuheben (E. 5.6). Schliess-
lich sei die Kantonsregierung im vertragslosen Zustand verpflichtet, im
Sinne von Art. 59c KVV eine kantonsbezogene Sachverhaltsermittlung zu
C-1953/2014
Seite 16
gewährleisten und gestützt darauf eine den Grundsätzen des KVG (insb.
Wirtschaftlichkeit, betriebswirtschaftliche Bemessung, sachgerechte Struk-
tur, möglichst günstige Kosten) entsprechenden kantonalen Tarif festzuset-
zen (E. 5.7).
6.
Zu prüfen ist im Folgenden, ob der angefochtene Beschluss der Standes-
kommission den vorstehenden genannten Anforderungen des KVG und
der KVV, insbesondere Art. 46 Abs. 4 i.V.m. Art. 47 Abs. 1 KVG und Art. 59c
KVV gerecht wird.
6.1 Die Beschwerdeführerinnen rügen im Wesentlichen, die Vorinstanz
habe entgegen der ihr obliegenden Untersuchungspflicht die Kosten der
physiotherapeutischen Leistungen im Kanton nicht gestützt auf entspre-
chendes solides und transparentes Datenmaterial erhoben und überprüft;
auch hätten die Leistungserbringer keine entsprechenden Daten zur Ver-
fügung gestellt. Der Tarif dürfe nach Art. 59c Abs. 1 lit. a KVV höchstens
die transparent ausgewiesenen Kosten von effektiven Leistungen decken,
was die Vorinstanz zu Unrecht zu prüfen unterlassen habe. Ferner dürfe
der Tarif nach Art. 59c Abs. 1 lit. b KVV höchstens die für eine effiziente
Leistungserbringung erforderlichen Kosten decken. Die Datenerhebung
durch die Fachhochschule Nordwestschweiz beruhe auf Durchschnittswer-
ten, und die Berücksichtigung dieser Werte verletze das Effizienzkriterium
der gennannten Verordnungsbestimmung. Eine Anknüpfung an den natio-
nalen, veralteten Modell-Taxpunktwert und an die Hilfsformel des Bundes-
rates zur Bemessung des neuen Taxpunktwertes sei von vornherein bun-
desrechtswidrig. Schliesslich bestehe auch kein Anspruch auf einen auto-
matischen Teuerungsausgleich (BVGer act. 1).
6.2 Die Beschwerdegegner halten demgegenüber in ihrer Stellungnahme
vom 24. Oktober 2014 (BVGer act. 19) fest, entgegen der vom Bundesver-
waltungsgericht im Pilotentscheid vertretenen Auffassung gelte die Ta-
rifstruktur Physiotherapie trotz Kündigung des Nationalen Tarifvertrags
1998 weiter, zumal auch der Bundesrat in seinem Nichteintretensentscheid
vom 7. Juni 2013 die bisherige Tarifstruktur in seinem Bestand bestätigt
habe. Die Rechnungsabwicklung in der Physiotherapie beruhe seit 1998
auf ein und derselben Tarifstruktur. Die Parteien hätten ein erhebliches Be-
dürfnis nach Rechtssicherheit. Selbst wenn der Bundesrat die Tarifstruktur
tatsächlich in einem falschen Kleid festgesetzt hätte, müssten die Tarifpart-
ner in den Genuss des Vertrauensschutzes kommen, was zur weiteren An-
C-1953/2014
Seite 17
wendbarkeit der bisherigen Tarifstruktur führen müsse. Sodann widerspre-
che das Erfordernis der kantonsspezifischen, detaillierten Kosten- und
Leistungsdaten dem Verhältnismässigkeitsprinzip.
6.3 Die Vorinstanz bringt in ihrer Vernehmlassung vom 21. Oktober 2014
vor, es seien alle Beteiligten übereinstimmend der Auffassung gewesen,
dass lediglich ein neuer Taxpunktwert auf der Basis der bestehenden Ta-
rifstruktur festzulegen sei. Nach Auffassung der Standeskommission sei
nicht nachvollziehbar, weshalb mit der Kündigung des Nationalen Tarifver-
trages auch die Tarifstruktur dahingefallen sein soll. Die Kantone seien so-
dann nach der bundesrätlichen Entscheidpraxis durchaus berechtigt, ein
neues Tarifmodell einzuführen. Die dem Pilotentscheid zugrunde liegende
Forderung, es sei aufgrund der konkreten Kosten- und Leistungsrech-
nungsdaten, der Bilanzen und Erfolgsrechnungen der Physiotherapeuten
zu prüfen, ob der Tarif höchstens die ausgewiesenen Kosten für eine effi-
ziente Leistungserbringung decke, scheitere im Kanton Appenzell Inner-
rhoden an der geringen Zahl von weniger als zehn aktiven Leistungserbrin-
gern. Aus dieser geringen Zahl würden sich keine besseren Grundlagen
ermitteln lassen. Um den Vorgaben gemäss Pilotentscheid des Bundesver-
waltungsgerichts nachkommen zu können, wären nicht nur finanztechni-
sche Kenntnisse, sondern vielmehr auch detaillierte physiotherapiespezifi-
sche Kenntnisse erforderlich, über welche nur die wenigsten der ohnehin
unter Spardruck stehenden Kantonsverwaltungen verfügen würden. Es
müsste daher jedenfalls für einen Kanton mit einer so geringen Anzahl von
Physiotherapeuten wie dem Kanton Appenzell Innerhoden zulässig sein,
die Anpassung so vorzunehmen, wie das der Bundesrat bei der Taxpunkt-
wert-Festlegung 2001 gemacht habe (BVGer act. 17).
6.4
6.4.1 Vorliegend ist die Standeskommission im angefochtenen Beschluss
von der Annahme ausgegangen, dass nach wie vor eine nationale Ta-
rifstruktur bestehe, wobei die Kantone allerdings nicht mehr an den natio-
nalen Modell-Taxpunktwert und die entsprechende Formel des Bundesrats
gebunden seien, und eine allfällige Anpassung des kantonalen Taxpunkt-
wertes an die Teuerung in der Kompetenz der Kantone liege (BVGer act.
1, Beilage 1, S. 10). Die Standeskommission beschränkte sich in der Folge
darauf, die bestehenden Tarife – auf der Grundlage der Datenerhebung der
Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) – (in reduziertem Umfang) an
die Teuerung anzupassen, indem sie einen gewichteten Kostenzuwachs
von 19.7 % ermittelte, hiervon einen Anteil von 7.9 % für die Verschiebung
C-1953/2014
Seite 18
der Fallkosten zu Tarifpositionen mit höheren Taxpunktwerten und einen
solchen von 2.5 % für die durchschnittliche Reduktion der Dauer der Phy-
siotherapiesitzungen in Abzug brachte. Dadurch resultierte eine Erhöhung
des bisherigen Taxpunktwertes von Fr. 0.89 um rund 9 % auf Fr. 0.97
(BVGer act. 1, Beilage 1, S. 11 f.).
6.4.2 Aus den vorstehend dargelegten (E. 5 hiervor) rechtlichen Grundsät-
zen geht hervor, dass die Standeskommission zu Unrecht von der An-
nahme einer weiterhin bestehenden nationalen Tarifstruktur für in freier
Praxis erbrachte Physiotherapieleistungen ausging. Zutreffend ist viel-
mehr, dass mit der Vertragskündigung und dem Wegfall des nationalen Ta-
rifvertrages per 30. Juni 2011 keine nationale Tarifstruktur für in freier Pra-
xis erbrachte Physiotherapieleistungen mehr besteht und zwischenzeitlich
auch nicht mehr festgesetzt wurde (BVGE 2014/18 E. 5.5.4). Mit dem an-
gefochtenen Beschluss der Standeskommission vom 25. Februar 2014
wurde dementsprechend kein gültiger OKP-Tarif festgesetzt, da eine Ein-
zelleistungstarifstruktur gesamtschweizerisch vereinbart und genehmigt o-
der festgesetzt werden muss, und im Zeitpunkt des Erlasses des angefoch-
tenen Entscheids keine entsprechende nationale Einzelleistungsstruktur
mehr bestand (vgl. BVGE 2014/18 E. 5.5).
Die Standeskommission ist verpflichtet, im vertragslosen Zustand, unter
der Voraussetzung, dass eine gesamtschweizerische einheitliche Ta-
rifstruktur besteht (Art. 43 Abs. 5 und Art. 46 Abs. 4 KVG), im Sinne von
Art. 59c KVV eine kantonsbezogene Sachverhaltsermittlung zu gewähr-
leisten und, basierend darauf, einen den Grundsätzen des KVG (insb. Wirt-
schaftlichkeit, betriebswirtschaftliche Bemessung, sachgerechte Struk tur,
möglichst günstige Kosten) entsprechenden kantonalen Tarif festzusetzen
(BVGE 2014/18 E. 5.7).
6.5
Was die Vorinstanz und die Beschwerdegegner dagegen einwenden, ist
nicht stichhaltig.
6.5.1 Unzutreffend ist insbesondere die Auffassung der Standeskommis-
sion, dass mit der Tarifstruktur 1998 nach wie vor ein nationales Modell
bestehe, welches weiter angewandt werden könne, und aus welchem unter
Berücksichtigung der Teuerung der nationale und dann der kantonale Tax-
punktwert ermittelt werden könne (BVGer act. 17, S. 3). Entgegen der Ar-
gumentation der Standeskommission in ihrer Vernehmlassung vom 21. Ok-
C-1953/2014
Seite 19
tober 2014 rechtfertigt auch die geringe Zahl der im Kanton Appenzell In-
nerrhoden praktizierenden Physiotherapeuten beziehungsweise Physio-
therapeutinnen kein Abweichen von den Vorgaben von Art. 43 Abs. 5,
47 KVG sowie von Art. 59c KVV.
6.5.2 Nicht gefolgt werden kann sodann der Argumentation der Beschwer-
degegner, wenn sie aus der bisherigen langjährigen Praxis und Rech-
nungsabwicklung seit 1998, insbesondere auch seit dem 1. Juli 2011, und
dem Vertrauensschutz einen Anspruch auf weitere Geltung der bisherigen
Tarifstruktur ableiten. Der Grundsatz der Gesetzmässigkeit geht vorliegend
den ins Feld geführten Vertrauensschutzaspekten vor.
7.
Zu prüfen ist im Weiteren der Antrag der Beschwerdeführerenden, der an-
gefochtene Beschluss sei in Bezug auf das Nichteintreten auf die Geneh-
migungsanträge für den Tarifvertrag zwischen den Beschwerdeführenden
und ASPI aufzuheben und die Rechtssache sei zu neuer Entscheidung an
die Vorinstanz zurück zu weisen.
7.1 Die Beschwerdeführerinnen machen zur Begründung ihres Antrags
geltend, nach Art. 46 Abs. 2 KVG könnten auch Nichtmitglieder, die im Ver-
tragsgebiet tätig seien, dem Vertrag beitreten. ASPI sei ein gesamtschwei-
zerischer Verband der freien Physiotherapie und schweizweit tätig. Es
komme deshalb nicht darauf an, ob im Zeitpunkt der Abwicklung des vo-
rinstanzlichen Genehmigungsverfahrens Physiotherapeuten im Kanton
Appenzell Innerrhoden Mitglied von ASPI gewesen seien oder nicht; denn
auch Nichtmitglieder könnten dem Vertrag beitreten. Die Vorinstanz hätte
dementsprechend als Genehmigungsbehörde auf das Begehren eintreten
und prüfen müssen, ob der Tarifvertrag mit dem Gesetz und dem Gebot
der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit im Einklang steht.
7.2 Dagegen wendet die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 17. Ok-
tober 2014 ein, zum massgeblichen Zeitpunkt und auch zum Zeitpunkt der
Beschwerdevernehmlassung sei kein Innerrhoder Physiotherapeut ASPI-
Mitglied gewesen. Weder der Berufsverband ASPI noch ein Physiothera-
peut habe gegen den Nichteintretensentscheid Beschwerde geführt, wes-
halb es sich frage, inwiefern tarifsuisse und seine Mitglieder überhaupt
durch die Nichtgenehmigung berührt seien. Hinzu komme, dass die Ver-
tragsparteien weiterhin nach der bisherigen Vertragsstruktur hätten ab-
C-1953/2014
Seite 20
rechnen wollen, was aber nach dem Pilotentscheid des Bundesverwal-
tungsgerichts nicht mehr möglich gewesen wäre, da mit der Kündigung des
Tarifvertrags auch die Tarifstruktur gekündigt worden sei (BVGer act. 17).
7.3 Nach Art. 46 Abs. 2 KVG ist ein Tarifvertrag für die Mitglieder des Ver-
bandes nur verbindlich, wenn sie dem Vertrag beigetreten sind (Satz 1).
Auch Nichtmitglieder, die im Vertragsgebiet tätig sind, können dem Vertrag
beitreten (Satz 2). Aufgrund dieser Ausgangslage darf die Regierung das
Eintreten auf einen Antrag auf Genehmigung eines Tarifvertrags nicht mit
der Begründung verweigern, im Kanton sei derzeit kein einziger Physiothe-
rapeut Mitglied. Die Standeskommission hätte daher auf den entsprechen-
den Genehmigungsantrag eintreten müssen. Hiervon zu unterscheiden ist
die materielle Prüfung der Frage, ob die Voraussetzungen für eine Geneh-
migung gegeben sind. Dass eine Genehmigung zu verweigern wäre, wenn
sich der zu genehmigende Tarifvertrag entsprechend der Argumentation
der Vorinstanz (BVGer act. 17, S. 6) weiterhin auf die bisherige, infolge der
Kündigung des Nationalen Tarifvertrages per 30. Juni 2011 aber nicht mehr
geltende Tarifstruktur stützt, ändert nichts an der grundsätzlichen Pflicht
zur materiellen Überprüfung der Genehmigungsvoraussetzungen.
Von einer Rückweisung an die Vorinstanz zur materiellen Prüfung der Ge-
nehmigungsvoraussetzungen ist unter den vorliegend gegebenen Umstän-
den jedoch abzusehen, da sich der Tarifvertrag auch auf die gemäss Pilot-
entscheid (BVGE 2014/18) nicht mehr bestehende Tarifstruktur stützt und
die Genehmigung daher nicht erteilt werden könnte.
8.
8.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Tariffestsetzungsent-
scheid der Standeskommission des Kantons Appenzell Innerrhoden vom
25. Februar 2014 keine gültige Tarifstruktur zugrunde liegt. Darüber hinaus
hätte die Standeskommission auf den Genehmigungsantrag der Be-
schwerdeführerin eintreten und die Genehmigungsvoraussetzungen mate-
riell prüfen müssen, wobei nach dem Gesagten von einer Rückweisung an
die Vorinstanz abzusehen ist. Der angefochtene Beschluss der Standes-
kommission erweist sich somit als bundesrechtswidrig und ist daher aufzu-
heben.
8.2 Mit dem Erlass des Endentscheides in der Hauptsache fallen die für die
Dauer des Verfahrens angeordneten vorsorglichen Massnahmen ohne
C-1953/2014
Seite 21
Weiteres dahin. Soweit das mit den Massnahmen provisorische Angeord-
nete nicht mit dem Endzustand übereinstimmt, müssen die Folgen grund-
sätzlich rückabgewickelt werden (vgl. Urteil C-5543/2008 E. 10 m.w.H.).
8.3 Mit dem vorliegenden Urteil wird der angefochtene Beschluss vollum-
fänglich aufgehoben. Damit entfallen die aufschiebende Wirkung der Be-
schwerde und die provisorische Festsetzung des Taxpunktwerts ab 1. Ja-
nuar 2014.
9.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und die Parteientschädigung.
9.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei, wobei unter-
liegenden Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden können
(Art. 63 Abs. 2 VwVG).
Angesichts des teilweisen Obsiegens aller Parteien rechtfertigt es sich, den
Leistungserbringern (Beschwerdegegnern) und den Beschwerdeführerin-
nen (tarifsuisse-Gruppe und CSS-Gruppe) reduzierte Verfahrenskosten
von je Fr. 2'000.- aufzuerlegen. Dieser Betrag ist vom seitens den Be-
schwerdeführerinnen zusammen mit den 4 Krankenversicherern der CSS-
Gruppe (Beschwerdeverfahren C-4104/2014) geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 4‘000.- zu entnehmen. Der Restbetrag wird dem Verfahren
C-4104 gutgeschrieben.
Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2
erster Halbsatz VwVG).
9.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-
wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art.
64 Abs. 1 VwVG; vgl. auch Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht;
VGKE, SR 173.320.2).
Nachdem die Parteien vorliegend nur teilweise obsiegen, rechtfertigt es
sich, die Parteientschädigungen wettzuschlagen (vgl. hierzu Urteil des
BVGer C-2345/2014, C-2365/2014, C-2408/2014 vom 19. November
2014, S. 13).
C-1953/2014
Seite 22
10.
Das vorliegende Urteil bringt eine Änderung des angefochtenen Beschlus-
ses mit sich, weshalb die Standeskommission anzuweisen ist, die Ziffer 2
des Dispositivs im kantonalen Amtsblatt zu veröffentlichen.
11.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-
gericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die
das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbin-
dung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 Bst. r des
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110; in der be-
richtigten Fassung) unzulässig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig.