Decision ID: 7fe1577c-5507-4872-ac27-eaf00d3e0d29
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») mit Auslieferungsentscheid
vom 18. August 2022 entschied, dass die Auslieferung des niederländischen
Staatsangehörigen A. an die Niederlande für die dem Auslieferungsersuchen
des niederländischen Justizministeriums vom 17. März 2022 zugrundelie-
genden Straftaten bewilligt wird; dies unter Vorbehalt des Entscheids des
Bundesstrafgerichts über die Einrede des politischen Delikts im Sinne von
Art. 55 Abs. 2 IRSG (act. 1.A);
- das BJ mit Schreiben vom 18. August 2022 bei der Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts beantragte, die Einrede des politischen Delikts sei ab-
zulehnen (act. 1);
- A., vertreten durch Rechtsanwalt Ronny Scruzzi, mit Schreiben vom 30. Au-
gust 2022 der Beschwerdekammer mitteilte, dass er den Auslieferungsent-
scheid des BJ vom 18. August 2022 akzeptiere, er dagegen keine Be-
schwerde erheben werde, er die Einrede des politischen Delikts umgehend
zurückziehe und er die sofortige Auslieferung an die Niederlande verlange
(act. 5).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- das Verfahren der Beschwerde nach Art. 25 IRSG sinngemäss anwendbar
ist (Art. 55 Abs. 3 IRSG); auf Beschwerdeverfahren in internationalen
Rechtshilfeangelegenheiten die Bestimmungen des VwVG anwendbar sind
(Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG
nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG);
- das Verfahren betreffend Einrede des politischen Delikts zufolge Rückzugs
abzuschreiben ist;
- der Antragsgegner, der seine Einrede des politischen Delikts zurückzieht,
grundsätzlich als unterliegende Partei zu gelten und folglich gemäss Art. 63
Abs. 1 VwVG die Gerichtskosten zu tragen hat (Beschluss des Bundesstraf-
gerichts RR.2012.49 vom 23. Mai 2012);
- die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren auf Fr. 300.-- festzusetzen
ist (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG, Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 3
lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die
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Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR;
SR 173.713.162);
- gemäss Rechtsprechung die vom Antragsteller aufgrund von Art. 21 Abs. 1
IRSG gewährte amtliche Rechtsverbeiständung nicht automatisch für das
Verfahren vor der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gilt (vgl. u.a.
Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2014.111 vom 13. August 2014
E. 15.2 mit Hinweisen); kein Antrag im Sinne von Art. 65 VwVG gestellt
wurde; dem unterliegenden Antragsgegner keine Entschädigung zuzuspre-
chen ist (vgl. Art. 64 und 65 VwVG);
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