Decision ID: 848b0890-9366-4a11-9885-babca987d3dd
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ausweisung / Rückweisung (Kosten- und Entschädigungsfolgen)
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Dietikon vom 6. Juli 2020 (ER200029) Entscheid der II. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 16. Oktober 2020 (LF200042)
Entscheid Schweiz. Bundesgericht vom 26. März 2021 (4A_609/2020)
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Rechtsbegehren:
des Gesuchstellers (act. 1 S. 2):
" 1. Es sei den Gesuchsgegnern 1 und 2 zu befehlen, der  Partei die 3 1⁄2-Zimmerwohnung, 1. OG, D._-strasse ..., ... E._, unverzüglich geräumt, gereinigt und  abzugeben, unter der Androhung der Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall;
2. Das Gemeindeammannamt E._ sei anzuweisen, den Befehl gemäss Ziff. 1 hiervor nach Eintritt der Vollstreckbarkeit auf erstes Verlangen der gesuchstellenden Partei zu vollstrecken;
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zulasten der beiden Gesuchsgegner 1 und 2 – unter solidarischer Haftung."
des Gesuchsgegners 1 (act. 13 S. 2):
" 1. Auf das Gesuch um Ausweisung aus der 3,5-Zimmerwohnung, 1. OG, D._-strasse ..., ... E._ sei nicht einzutreten;
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen ( / zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zulasten des ."
der Gesuchsgegnerin 2 (act. 9 S. 2):
" 1. Auf das Ausweisungsgesuch gegen die Gesuchsgegnerin 2 sei nicht einzutreten.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des  zuzüglich MWST von 7,7%."
Urteil des Einzelgerichtes: (act. 33)
" 1. Den Gesuchsgegnern wird befohlen, die 3 1⁄2-Zimmerwohnung, 1. OG,
D._-strasse ..., ... E._, unverzüglich zu räumen und dem
Gesuchsteller ordnungsgemäss zu übergeben, unter Androhung der
Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall.
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2. Das Betreibungs- und Gemeindeammannamt E._ wird angewiesen, auf
Verlangen des Gesuchstellers den Befehl gemäss Ziffer 1 dieses Urteils zu
vollstrecken. Die Kosten für die Vollstreckung sind vom Gesuchsteller vorzu-
schiessen. Sie sind ihm aber von den Gesuchsgegnern zu ersetzen. Die
Gesuchsgegner haften solidarisch.
3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'300.– festgesetzt. Allfällige weitere Aus-
lagen bleiben vorbehalten.
4. Die Entscheidgebühr wird den Gesuchsgegnern unter solidarischer Haftung
auferlegt, aber mit dem vom Gesuchsteller geleisteten Kostenvorschuss von
Fr. 800.– verrechnet. Der Mehrbetrag wird von den Gesuchsgegnern direkt
bezogen. Die Gesuchsgegner werden verpflichtet, dem Gesuchsteller den
mit dem Kostenvorschuss geleisteten Betrag unter solidarischer Haftung zu
ersetzen.
5. Die Gesuchsgegnern werden verpflichtet, dem Gesuchsteller eine Parteient-
schädigung von Fr. 2'518.– (inkl. 7.7 % MwSt.) zu bezahlen. Die Gesuchs-
gegner haften solidarisch.
[Mitteilung / Rechtsmittel]"
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers 1 (act. 41/34, S. 2):
" 1. Das Urteil des BG Dietikon 6. Juli 2020 (Geschäfts-Nr. ER200029-M/U) sei aufzuheben und auf das Gesuch betreffend Ausweisung sei nicht einzutreten.
2. Es sei festzustellen, dass der Streitwert für das vorinstanzliche Verfahren CHF 8'760.– beträgt und es seien die Gerichtskosten und Parteientschädigung bzw. Umtriebsentschädigung  für das vorinstanzliche Verfahren zu verlegen.
3. Es sei a) festzustellen, dass den Gesuchsgegner 1 und 2 nicht befohlen wird, die 3 1⁄2 Zimmerwohnung, 1. OG, D._-strasse ..., ... E._ zu reinigen und es sei b) festzustellen, dass die Gesuchsgegner 1 und 2 teilweise im vorinstanzlichen Verfahren teilweise obsiegten und sei c) den Gesuchsgegnern / Berufungs-
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klägern eine dem teilweisen Obsiegen entsprechende  (Gerichtskosten / Partei-, Umtriebsentschädigung) für das vorinstanzliche Verfahren zu sprechen.
4. Es sei für den Fall des Obsiegens im vorliegenden Verfahren dem Gesuchsgegner eine entsprechende Umtriebsentschädigung  Mehrwertsteuer 7,7% zuzusprechen für das  Verfahren.
5. Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.
6. Es seien das Berufungsverfahren des Berufungsklägers und der Berufungsklägerin zu vereinen.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge () zu Lasten des zuzüglich MWST von 7,7%."
der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin 2 (act. 34 S. 2):
" 1. Das Urteil des BG Dietikon vom 6. Juli 2020 (Geschäfts-Nr. ER200029-M/U) sei aufzuheben und auf das Gesuch betreffend Ausweisung sei nicht einzutreten.
2. Eventualiter sei bei Annahme einer Beschwerde die  Wirkung betr. Rechtskraft und Vollstreckung zu erteilen.
3. Eventualiter sei festzustellen, dass der vorinstanzliche Streitwert CHF 8'760.– beträgt und es seien daher die Entscheidgebühr und Parteientschädigung nach dem Prozessausgang entsprechend zu berichtigen.
4. Eventualiter sei festzustellen, dass den Gesuchsgegner 1 und 2 nicht befohlen wird, die 3 1⁄2 Zimmerwohnung, 1. OG, D. ..., ... E._ zu reinigen, wie anbegehrt und aufgrund dem teilweisen Obsiegen entsprechend die Kosten- und  für das Urteil anzupassen ist.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des  / Gesuchstellers für dieses Verfahren und auch für die Vorinstanz zuzüglich MWST von 7,7%."
des Gesuchstellers und Berufungsbeklagten (act. 44 S. 2):
" 1. Es seien die Berufungen vom 17. und 23. Juli 2020, namentlich alle dort gestellten Begehren abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil vom 6. Juli 2020 zu bestätigen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zulasten der Berufungskläger – unter  Haftung."
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Urteil des Obergerichts, II. Zivilkammer: (act. 45)
" 1. In Gutheissung der Berufungen (Geschäfts-Nrn. LF200042-O und
LF200044-O) wird das Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah-
ren des Bezirksgerichts Dietikon vom 6. Juli 2020 (ER200029-M) aufgeho-
ben, und auf das Ausweisungsbegehen des Gesuchstellers und Berufungs-
beklagten wird nicht eingetreten.
2. Die erstinstanzliche Entscheidgebühr wird bestätigt, dem Berufungsbeklag-
ten und Gesuchsteller auferlegt und – soweit ausreichend – aus dem von
ihm im vorinstanzlichen Verfahren geleisteten Kostenvorschuss bezogen. Im
Mehrbetrag wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt und
dem Berufungsbeklagten auferlegt.
4. Der Berufungsbeklagte und Gesuchsteller wird verpflichtet, der Berufungs-
klägerin und Gesuchsgegnerin 2 für das erstinstanzliche Verfahren eine Par-
teientschädigung von Fr. 1'500.– (zzgl. 7.7 % MwSt.) und für das zweitin-
stanzliche Verfahren eine solche von Fr. 1'000.– (zzgl. 7.7 % MwSt.) zu be-
zahlen. Dem Berufungskläger und Gesuchsgegner 1 wird keine Partei- bzw.
Umtriebsentschädigung zugesprochen.
[Mitteilung / Rechtsmittel]"
Urteil des Bundesgerichts: (act. 50)
" 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und das Urteil und der Beschluss des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 16. Oktober 2020 werden aufgeho-
ben.
Den Beschwerdegegnern wird befohlen, die 3,5 Zimmerwohnung, 1. OG,
D._-strasse ..., ... E._, unverzüglich zu räumen und dem Be-
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schwerdeführer ordnungsgemäss zu übergeben, unter Androhung der
Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall.
Das Betreibungs- und Gemeindeammannamt E._ wird angewiesen, auf
Verlangen des Beschwerdeführers diesen Befehl zu vollstrecken. Die Kos-
ten für die Vollstreckung sind vom Beschwerdeführer vorzuschiessen. Sie
sind ihm aber von den Beschwerdegegnern zu ersetzen. Die Beschwerde-
gegner haften solidarisch.
2. Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.– werden den Beschwerdegegnern unter
solidarischer Haftbarkeit auferlegt.
3. Die Beschwerdegegner haben den Beschwerdeführer für das bundesge-
richtliche Verfahren unter solidarischer Haftbarkeit mit Fr. 3'500.– zu ent-
schädigen.
4. Die Sache wird zu neuer Entscheidung über die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Obergericht des Kantons
Zürich zurückgewiesen.
[Mitteilung]"

Erwägungen:
I.
1. Mit Mietvertrag vom 11. August 2000 (act. 3/4) vermietete die "Familie
C'._" eine 3 1⁄2-Zimmerwohnung an der D._-strasse ..., ... E._, an
die Eheleute A._ (Gesuchsgegner und Berufungskläger 1; nachfolgend Ge-
suchsgegner 1) und B._ (Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin 2; nach-
folgend Gesuchsgegnerin 2). Im Rahmen einer Erbteilung wurde C._ (Ge-
suchsteller und Berufungsbeklagter, nachfolgend Gesuchsteller) Alleineigentümer
der vermieten Liegenschaft (vgl. act. 3/1 S. 3; act. 3/2-3) und trat als solcher in
das Mietverhältnis ein.
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2. Mit Schreiben und amtlich genehmigtem Formular vom 5. November 2018
kündigte der Gesuchsteller den Gesuchsgegnern "wegen fortgesetzten Nachtru-
hestörungen, trotz mehrfacher mündlicher u. schriftlicher Abmahnungen" per
31. März 2019 (act. 3/9 und act. 3/14). Am 3. April 2019 zog die Gesuchsgegne-
rin 2 aus der gemieteten Wohnung aus, während der Gesuchsgegner 1 darin ver-
blieb (vgl. act. 1 Rz. 12; act. 9 S. 2; act. 13 S. 9, 13, 15; act. 20 S. 9).
3. Nachdem sich diese Kündigung im Rahmen eines ersten Ausweisungsver-
fahrens als unwirksam erwiesen hatte (vgl. das Urteil der Kammer vom 14. Au-
gust 2019, PF190033-O; act. 3/6, E. III.2.3), wiederholte der Gesuchsteller seine
Kündigung mit Schreiben und amtlich genehmigtem Formular vom 26. August
2019 per 31. März 2020 (act. 3/8 und act. 3/12). Am 3. April 2020 machte der Ge-
suchsteller ein zweites Ausweisungsbegehren im summarischen Verfahren ge-
mäss Art. 257 ZPO mit den eingangs erwähnten Rechtsbegehren beim Einzelge-
richt des Bezirksgerichts Dietikon (nachfolgend Vorinstanz) anhängig (act. 1). Mit
Urteil vom 6. Juli 2020 hiess die Vorinstanz das Ausweisungsgesuch gut und ver-
pflichtete beide Gesuchsgegner, die gemietete Wohnung unverzüglich zu räumen
und dem Gesuchsteller ordnungsgemäss zu übergeben, unter Androhung der
Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall (act. 33).
4. Dagegen erhoben beide Gesuchsgegner je separat Berufung, wobei die
entsprechenden Verfahren (Geschäfts-Nrn. LF200042-O und LF200044-O) am
20. August 2020 vereinigt wurden. Mit Urteil und Beschluss vom 16. Oktober 2020
hiess die Kammer die Berufungen gut und trat auf das Ausweisungsgesuch nicht
ein. Diesen Entscheid hob das Bundesgericht auf Beschwerde des Gesuchstel-
lers mit Urteil vom 26. März 2021 auf (Geschäfts-Nr. 4A_609/2020), und es befahl
den Gesuchsgegnern, die Wohnung unverzüglich zu räumen und dem Gesuch-
steller ordnungsgemäss zu übergeben, unter Androhung der Zwangsvollstreckung
im Unterlassungsfall. Im Übrigen wies es die Sache zur neuen Entscheidung über
die Kosten- und Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens an die Kam-
mer zurück.
5. Mit Verfügung vom 25. Mai 2021 (act. 51) wurde den Parteien Frist ange-
setzt, um zur Frage der Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des
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kantonalen Verfahrens Stellung zu nehmen, und der Gesuchsgegner 1 aufgefor-
dert, seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse hinsichtlich seines Gesuchs
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege darzulegen. Der Gesuchsteller
nahm mit Eingabe vom 4. Juni 2021 (act. 53), der Gesuchsgegner 1 – innert
mehrfach erstreckter Frist – mit Eingabe vom 6. August 2021 (act. 60) Stellung.
Die Gesuchsgegnerin 2 liess sich nicht vernehmen.
II.
1. Der Gesuchsgegner 1 hat für das Berufungsverfahren die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege beantragt (act. 41/34 S. 2). Nachdem das Bundes-
gericht den diesbezüglichen Beschluss der Kammer vom 16. Oktober 2020 (Ab-
schreibung des Gesuchs wegen Gegenstandslosigkeit) ebenfalls aufgehoben hat,
ist darüber neu zu entscheiden.
Mit Verfügung vom 25. Mai 2021 (act. 51) wurde der Gesuchsgegner 1 auf-
gefordert, seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und diver-
se Unterlagen einzureichen. In seiner Stellungnahme vom 6. August 2021 führt
dieser sinngemäss aus, er verzichte darauf, weitere Angaben zu machen bzw.
Unterlagen einzureichen (act. 60, S. 11). Damit kommt der Gesuchsgegner 1 sei-
ner Mitwirkungsobliegenheit gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO nicht nach, weshalb
seine finanziellen Verhältnisse nicht geprüft werden können und sein Gesuch oh-
ne Weiterungen abzuweisen ist.
2. Das Bundesgericht hat das Urteil der Kammer vom 16. Oktober 2020 aufge-
hoben und das Ausweisungsbegehren des Gesuchstellers gutgeheissen. Damit
unterliegen die Gesuchsgegner vollumfänglich, weshalb ihnen die Prozesskosten
für das erst- und das zweitinstanzliche kantonale Verfahren in Anwendung von
Art. 106 Abs. 1 ZPO aufzuerlegen sind.
Der Gesuchsgegner 1 macht geltend, die Gesuchsgegner seien – entgegen
dem Rechtsbegehren des Gesuchstellers – nicht verpflichtet worden, die Woh-
nung zu reinigen; darin sei ein teilweises Obsiegen zu sehen (act. 60, S. 2, 11).
Dem ist nicht zu folgen. Einerseits ist im bundesgerichtlichen Urteilsspruch, wo-
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nach den Gesuchsgegnern befohlen wird, die Wohnung "unverzüglich zu räumen
und dem [Gesuchsteller] ordnungsgemäss zu übergeben", ohne Weiteres eine
Pflicht mitenthalten, die Wohnung zu reinigen, denn das gehört selbstredend zu
einer "ordnungsgemässen Übergabe" dazu. Selbst wenn darin aber eine teilweise
Abweisung des Ausweisungsbegehrens gesehen würde, wäre ein solches Unter-
liegen des Gesuchstellers andererseits zu gering, um bei der Kostenverlegung
Berücksichtigung zu finden.
Ferner beruft sich der Gesuchsgegner 1 auf Art. 107 Abs. 1 lit. a, b und f
ZPO und beantragt eine ermessensweise Abkehr von den Verteilungsgrundsät-
zen gemäss Art. 106 ZPO (act. 60, S. 2 ff.). Seine diesbezüglichen Ausführungen
gehen an der Sache vorbei, denn sie zielen letztlich auf eine inhaltliche Kritik am
bundesgerichtlich Entscheid ab. Der Umstand alleine, dass der tatsächliche und
rechtliche Standpunkt der Gesuchsgegner im Ausweisungsverfahren jedenfalls
nicht aussichtslos war, wie sich nicht zuletzt aus dem aufgehobenen Entscheid
der Kammer vom 16. Oktober 2020 ergibt und worauf der Gesuchsgegner 1 mit
seinem Vorbringen sinngemäss hinweist, genügt nicht, um von der Kostenvertei-
lung gemäss Art. 106 ZPO abzuweichen, insbesondere um einen Fall von
Art. 107 Abs. 1 lit. b ZPO (Veranlassung zur Prozessführung in guten Treuen) zu
begründen. Hierfür müssten weitere gewichtige Umstände hinzukommen, etwa
eine Praxisänderung bezüglich einer zu entscheidenden Rechtsfrage (vgl. z.B.
BGer, 5A_195/2013 vom 9. Juli 2013, E. 3.2.1) oder eine Veranlassung zur Pro-
zessführung durch das vorprozessuale Verhalten der Gegenpartei (vgl. etwa
BGer, 4A_17/2017 vom 7. September 2017, E. 4.1).
3. Die Gesuchsgegner beanstanden in ihren Berufungen die Höhe der von der
Vorinstanz festgesetzten Entscheidgebühr sowie der Parteientschädigung für das
erstinstanzliche Verfahren und machen geltend, die Prozesskosten seien auf der
Grundlage eines Streitwerts von Fr. 8'760.– (sechs Bruttomietzinse à Fr. 1'460.–)
und nicht von Fr. 9'780.– (sechs Bruttomietzinse à Fr. 1'630.–) zu bemessen
(act. 34 S. 2; act. 41/34 S. 3). Dass der aktuelle Bruttomietzins nicht wie von der
Vorinstanz angenommen Fr. 1'630.–, sondern Fr. 1'460.– beträgt, ist unbestritten.
Es ist jedoch, wie bereits im Urteil vom 16. Oktober 2020 ausgeführt, für die Fest-
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setzung des Streitwerts nicht auf sechs, sondern auf 44 Bruttomietzinse abzustel-
len, sodass von einem Streitwert von Fr. 64'240.– auszugehen ist (vgl. act. 45,
E. 2.1 und E. 6.3). Entgegen der Auffassung der Gesuchsgegner gilt dies nicht
nur mit Bezug auf die Frage der Zulässigkeit der Berufung (Art. 308 Abs. 2 ZPO),
sondern auch hinsichtlich der Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Die Entscheidgebühr und die Parteientschädigung für das vorinstanzliche Verfah-
ren wurden demzufolge im Ergebnis jedenfalls nicht zu hoch angesetzt. Die vor-
instanzliche Kostenregelung ist folglich zu bestätigen.
4. Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren ist gestützt auf
§ 12 Abs. 1 und 2, § 4 Abs. 1-3 und § 8 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'500.– festzu-
setzen und den Gesuchsgegnern unter solidarischer Haftung aufzuerlegen. Dem
Gesuchsteller ist zudem für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung in
der Höhe von Fr. 1'500.– (zzgl. 7.7 % MwSt.) zuzusprechen (§ 4 Abs. 1-3, § 9,
§ 11 und § 13 AnwGebV), ebenfalls unter solidarischer Haftung der Gesuchsgeg-
ner.