Decision ID: a3af6ce5-6ec5-4fb2-b76a-7f7eb42ccad3
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 25. Januar 2010 (Eingang SVA: 19. Februar 2010) wegen
starker Rückenschmerzen, Weichteilrheuma, Fibromyalgiesyndrom sowie Schmerzen
an Skelett und Bewegungsapparat bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1).
A.b Dr.med. B._, Praktischer Arzt, teilte dem regionalen ärztlichen Dienst der IV-
Stelle (RAD) mit, die Versicherte leide an einem Fibromyalgiesyndrom, einem
depressiven Syndrom und an einem LWS-Syndrom. Zur Zeit sei sie nicht arbeitsfähig
(Gesprächsprotokoll vom 2./8. März 2010, IV-act. 18-1 f.; vgl. auch Attest von Dr. B._
vom 27. Januar 2010, IV-act. 5-1). Dr.med. C._, Orthopädische Chirurgie FMH,
berichtete dem Hausarzt am 15. März 2010, aufgrund eines MRI der LWS (aktenkundig
ist ein CT LWS vom 3. März 2010, IV-act. 18-5) sei eine Diskushernie L5/S1 rechts
foraminal mit Kompression der Nervenwurzel L5 rechts bei Hypoplasie des
Intervertebralgelenks L5/S1 links und Hemispondylolyse diagnostiziert worden. Weiter
bestehe der Verdacht auf eine Somatisierungsstörung (Fremdakten, act. G 4.2).
A.c Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde in der Klinik Valens eine
interdisziplinäre arbeitsspezifische Abklärung durchgeführt. Als Diagnosen wurden ein
chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts (ICD-10: M54.4, F54), ein
chronischer unspezifischer Weichteilrheumatismus (ICD-10: R52.2) sowie eine
beginnende Fingerpolyarthrose (ICD-10: M15.8) festgehalten. Zusammenfassend
könne festgehalten werden, dass die Versicherte aktuell vor allem an
muskuloskelettalen Problemen mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit
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leide, welche die Arbeitsfähigkeit in relevantem Ausmass beeinträchtigten.
Psychiatrischerseits habe keine wesentliche Komorbidität festgestellt werden können.
Der Versicherten wurde eine stationäre Rehabilitation empfohlen. In ihrer bisherigen
Tätigkeit sei sie zu 50 % arbeitsfähig (verminderte Belastbarkeit hinsichtlich Sitzen und
Stehen). Eine adaptierte (leichte bis mittelschwere) Tätigkeit wäre alternativ ganztags
möglich, wobei zusätzliche Pausen von momentan ca. zwei bis drei Stunden pro
Arbeitstag eingelegt werden müssten (Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von ca. 40
%; Bericht interdisziplinäre arbeitsspezifische Abklärung vom 18. März 2010,
Fremdakten act. G 4.2).
A.d Vom 19. August bis 15. September 2010 erfolgte ein Rehabilitationsaufenthalt in
der Klinik Valens. Im Austrittsbericht vom 27. September 2010 wurden folgende
Diagnosen verzeichnet: ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts bei
Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule, muskulärer Dysbalance/muskulärer
Insuffizienz, Tendenz zur generalisierten Hyperlaxizität, degenerativen Diskopathien der
unteren LWS, in Verbindung mit den Verlauf bestimmenden psychologischen Faktoren
und Verhaltensfaktoren (ICD-10: M54.4, F54), ein chronischer unspezifischer
Weichteilrheumatismus (ICD-10: R52.2) sowie eine beginnende Fingerpolyarthrose Typ
Heberden (ICD-10: M15.8). Die Versicherte sei ab Austritt in einer leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, wobei für mindestens einen
Monat eine Leistungsminderung von 25 % bestehe (IV-act. 84-1 ff.).
A.e Mit Vorbescheid vom 22. März 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung der Begehren um berufliche Massnahmen und Rente in Aussicht, da eine
100 %ige Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 44). Die Versicherte anerkannte mit Eingabe
vom 27. Mai 2011, dass derzeit kein Rentenanspruch bestehe, jedoch machte sie einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen geltend (IV-act. 47).
A.f Mit Attesten vom 7. Juni und vom 18. Juli 2011 bescheinigte Dr. B._ die
Diagnosen eines (chronischen) skelettomuskulären Schmerzsyndroms sowie eines
(chronischen) depressiven Syndroms. Es bestünden erneute invalidisierende
Schmerzen im Wirbelsäulenbereich in Kombination mit möglicher Haglund Ferse bzw.
Achillodynie links mehr als rechts und eine sehr schwierige psychosoziale Situation.
Die Versicherte sei zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 50; IV-act. 53). Dr.med. D._,
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Orthopädie, Orthopädie E._, diagnostizierte gemäss Bericht vom 9. August 2011 eine
Fasziitis plantaris und eine Insertionstendinopathie der Achillessehne (IV-act. 56-3).
A.g Prof. Dr. med. F._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Wirbelsäulenzentrum
G._, stellte gemäss Bericht an den damaligen Rechtsvertreter der Versicherten vom
22. August 2011 die Diagnosen einer Lumboischialgie rechts bei Foramenstenose L5/
S1 rechts, einer partielle Spondylolyse L5 sowie einer Fibromyalgie und attestierte eine
Arbeitsfähigkeit adaptiert von 100 % (IV-act. 98). Im Bericht vom 21. Dezember 2011
hielt er fest, die Rückenschmerzen hätten sich nach langfristiger Behandlung
gebessert. Es bestünden aber weiterhin belastungsabhängige sehr stark wechselnde
Beschwerden in Armen und Beinen, die wohl auf die bestehende Fibromyalgie
zurückzuführen seien. Im Gegensatz zu seinem Schreiben vom 22. August 2011 halte
er die Versicherte aufgrund der nun längeren therapeutischen Beobachtung nicht für
arbeitsfähig. Die Fibromyalgie sei seiner Meinung nach die Ursache dafür. Eine genaue
Beurteilung dieser Erkrankung obliege aber dem rheumatologischen Fachbereich (IV-
act. 70).
A.h Dr.med. H._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, berichtete dem Hausarzt
am 14. Mai 2012, die Versicherte leide an einem chronischen Panvertebralsyndrom mit
spondylogenen Ausstrahlungen in alle Extremitäten und Generalisierungstendenz bei
Hohl-Rundrücken, muskulären Dysbalancen, Haltungsschwäche, mässiggradiger
medianer bis beidseits foraminaler Discushernie L5/S1 und degenerativen
Veränderungen der unteren LWS (MRI 27.07.2011), an dorsalen und plantaren
Fersenschmerzen bds. bei Tendomyosen der Wadenmuskulatur, möglicherweise
teilweise spondylogen, an einer psycho-sozialen Problematik und anamnestisch an
einer depressiven Verstimmung. In stehenden Arbeiten sei sie wegen Fersenschmerzen
zu 100 % und in vorwiegend sitzenden Arbeiten wegen lumbaler Beschwerden zu 50
% eingeschränkt (IV-act. 76).
A.i Med.pract. I._, Psychiatrie und Psychotherapie, erwähnte im Arztbericht vom 10.
August 2012 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41) sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine akzentuierte
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Persönlichkeit mit ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10: F60.6). Die
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen betrage ca. 40 %, medizinisch-
theoretisch sei ein 100 %iges Leistungsvermögen möglich (IV-act. 87).
A.j Die Versicherte wurde im Auftrag der IV-Stelle am 2./4. Juli 2013 durch die MEDAS
Ostschweiz internistisch-rheumatologisch (Dr.med. J._, Innere Medizin/
Rheumatologie FMH) und psychiatrisch (Dr.med. K._, Eidg. Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie) begutachtet. Die Gutachter fanden als Diagnose mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei degenerativen und anlagebedingten Veränderungen im
Bewegungssegment L5/S1 (ICD-10: M51.1) und als Diagnosen ohne wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung
(ICD-10: Z60.3), einen Status nach Ehescheidung (ICD-10: Z63.5), ein chronisches
weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom sowie einen Spreizfuss mit beginnender
Hallux valgus- und Hammerzehenbildung und anamnestisch rezidivierende
Fersenschmerzen. Aufgrund des chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndroms
bestehe eine Einschränkung für körperlich schwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen
von Lasten über ca. 10 kg. Für körperlich leichte bis mittelschwere, entsprechend
rückenadaptierte Tätigkeiten sei die Arbeitsfähigkeit uneingeschränkt (Gutachten vom
12. September 2013, IV-act. 119).
A.k Gestützt auf das Gutachten und eine RAD-Stellungnahme vom 10. Oktober 2013
(IV-act. 120) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 9. Januar 2014
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 127). Mit Einwand vom 7.
Februar 2014 machte die Versicherte geltend, das Gutachten stehe im Widerspruch zur
Beurteilung durch die behandelnden Ärzte, und ihr Zustand habe sich seit der IV-
Anmeldung ständig verschlechtert (IV-act. 128).
A.l Mit Verfügung vom 24. Februar 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.
Mit ihrem Einwand habe die Versicherte keine neuen Erkenntnisse oder medizinische
Unterlagen vorgelegt, welche eine andere Beurteilung der Sachlage zuliessen (IV-act.
129).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 24. Februar 2014 lässt A._ am 27. März 2014
Beschwerde erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten-
und Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei ihr eine IV-Rente auszurichten.
Eventuell sei die Streitsache zur weiteren Abklärung und zu anschliessender neuer
Beurteilung bzw. Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die
Arbeitsfähigkeit sei von (den behandelnden) Ärzten völlig anders (als von den
Gutachtern) beurteilt worden. Es sei von einer vollständigen, zumindest aber von einer
teilweisen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen und einer
sonstigen leidensangepassten Tätigkeit auszugehen. Grund dafür bildeten
offensichtlich nicht nur die Diagnose "Weichteilrheuma/Fibromyalgie", sondern Leiden,
die nicht unter die IV-Revision 6a fallen würden. Vor einem Entscheid seien weitere
Abklärungen zu tätigen, falls die vorliegende Aktenlage nicht ausreiche, um ihr eine IV-
Rente zuzusprechen (act. G 1). Die Beschwerdeführerin reicht ein weiteres Attest von
Dr. B._ vom 26. Februar 2014 ein. Danach erhalte die Beschwerdeführerin stärkere
Schmerzmedikamente, die ihre Reaktionsfähigkeit einschränken könnten. Des Weiteren
bestünden Schlafstörungen und Depressionen, mit bedeutungsvollen psychischen
Einschränkungen. Es bestehe weiterhin eine von ihm geschätzte 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.2).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Der Einschätzung der MEDAS komme grosses Gewicht
zu. Demgegenüber vermöge die Einschätzung von Dr. B._ nicht zu überzeugen.
Dieser sei als Allgemeinmediziner nicht fachärztlich kompetent, die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin bezüglich ihres psychischen Leidens und ihres Schmerzsyndroms
zu bestimmen. Zudem habe Dr. B._ bei seiner Beurteilung vor allem auf die
Schilderungen der Beschwerdeführerin abgestellt. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund von
objektiven Faktoren zu bestimmen. Geltend gemachte Schmerzen bzw.
Einschränkungen dürften nur insofern in die Beurteilung einbezogen werden, als diese
durch entsprechende Befunde hinreichend erklärbar seien. Dies sei bei der
Beschwerdeführerin nicht der Fall. Insgesamt ergäben sich keine Anhaltspunkte, die
gegen die Schlüssigkeit des MEDAS-Gutachtens sprächen. Es sei demnach
vollumfänglich darauf abzustellen, zumal die Beschwerdeführerin keine substanziierten
Einwände dagegen vorbringe. Weitere medizinische Abklärungen seien unnötig, weil
die MEDAS die geltend gemachten Einschränkungen ausführlich abgeklärt habe.
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Demnach sei die Beschwerdeführerin in einer rückenadaptierten Tätigkeit voll
arbeitsfähig (act. G 4).
B.c In ihrer Replik vom 14. Juli 2014 macht die Beschwerdeführerin insbesondere
geltend, es könne keine Rede davon sein, dass sie aus "psychiatrischer Sicht" voll
arbeitsfähig sei (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 10)

Erwägungen
1.
Gegenstand des Verfahrens bildet ein allfälliger Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil vom 1. Dezember
2015, 8C_586/2015, E. 2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen;
BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/
bb).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
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nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht.
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E.
5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Eine gesundheitsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit muss in jedem
Einzelfall unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie
ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein (BGE 127 V 298 E. 4c, mit weiteren
Hinweisen). Subjektive (Schmerz-)Angaben der versicherten Person genügen in
Anbetracht der sich naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten für die
Begründung einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit alleine nicht. Voraussetzung einer
invalidisierenden Gesundheitseinschränkung ist zunächst, dass diese Folge einer
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist
(BGE 130 V 396; BGE 141 V 285 E. 2.1). Den unklaren Beschwerden (wie etwa der
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung) ist eigen, dass mittels klinischer
Untersuchungen weder Pathologie noch Ätiologie (vollständig) nachweis- oder
erklärbar sind. Wie das Bundesgericht in Änderung der Rechtsprechung entschieden
hat, ist in solchen Fällen anhand eines strukturierten Beweisverfahrens ergebnisoffen
zu prüfen, wieweit aus objektivierter Betrachtungsweise ein invalidisierender
Gesundheitsschaden nachgewiesen ist (BGE 141 V 281).
2.2 Das Bundesgericht hat die Vermutung, Schmerzsyndrome und vergleichbare
psychosomatische Leiden seien überwindbar, in BGE 141 V 281 aufgegeben. Das
bisherige Regel-/Ausnahme-Modell wurde durch einen strukturierten, normativen
Prüfungsraster ersetzt (BGE 141 V 294 f. E. 3.5 f.). Das funktionelle Leistungsvermögen
sei anhand von Indikatoren zu beurteilen (BGE 141 V 296 f. E. 4.1 und S. 298 ff., E. 4.3).
Diese betreffen den Schweregrad einer Gesundheitsschädigung (zit. Urteil E. 4.3.1), die
Persönlichkeit (zit. Urteil E. 4.1.3 ff.), den sozialen Kontext (zit. Urteil E. 4.3.3) sowie die
Konsistenz (zit. Urteil E. 4.4). Der medizinische Gutachter hat das Leistungsvermögen
einzuschätzen und dabei den einschlägigen Indikatoren zu folgen. Die Rechtsanwender
überprüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die
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massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie
ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die
versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage
erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG). Recht und Medizin tragen in diesem Sinn,
je nach ihren fachlichen und funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und
derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende,
getrennte Prüfung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (zit. Urteil,
E. 5.2.2. und 5.2.3).
3.
3.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das Gutachten der
MEDAS Ostschweiz vom 12. September 2013. Dieses hat durch die Änderung der
Rechtsprechung seine Beweiskraft nicht per se eingebüsst; vielmehr ist zu prüfen, ob
es deren Anforderungen genügt bzw. eine der neuen Rechtsprechung genügende
Beurteilung zulässt (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309; Urteil des Bundesgerichts vom 13.
April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).
3.2 Die Gutachter diagnostizierten mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
einzig ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei degenerativen und
anlagebedingten Veränderungen im Bewegungssegment L5/S1 (ICD-10: M51.1; IV-act.
119-26). Festzustellen seien aktuell weiterhin lumbospondylogene Beschwerden,
vorwiegend aber ein chronisches weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom
panvertebral und auch pektoral links, einhergehend mit vielen vegetativen
Begleitbeschwerden. Die bildgebenden Befunde (MRI HWS/BWS vom 19. Juni 2013,
lumbales MRI vom 27. Juli 2011, vgl. IV-act. 119-20) seien nicht gravierend und nicht
operationsbedürftig (IV-act. 119-27). Aufgrund des chronischen lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms bestehe eine Einschränkung für körperlich schwere Tätigkeit mit
Heben und Tragen von Lasten über ca. 10 kg. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sitzend in
einem Montagebetrieb eines Kaffeeherstellers habe dieses Leistungsprofil nicht
überstiegen (IV-act. 119-28). Die behandelnde Psychiaterin habe im Zusammenhang
mit einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren die
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses
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gestellt, welche derzeit remittiert sei. Im Vordergrund stünden psychosoziale Faktoren.
Die Willensanstrengung zur adäquaten Überwindung ihres syndromalen Zustandes sei
der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht voll zumutbar (IV-act. 119-24, 28).
Die zu diagnostizierenden anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4),
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10: Z60.3) sowie der Status
nach Ehescheidung (ICD-10: Z63.5) blieben ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl.
IV-act. 119-27).
3.3 Die beklagten Schmerzen der Beschwerdeführerin weisen einerseits ein
organisches Korrelat auf, indem eine Foramenstenose L5/S1, eine Spondylolyse L5
bzw. degenerative Veränderungen der unteren LWS und eine
Nervenwurzelkompromittierung L5 bildgebend nachgewiesen wurden (vgl. Bericht Prof.
F._ vom 22. August 2011, IV-act. 98; Interdisziplinäre Schmerzsprechstunde, Klinik
Valens, Untersuchungsbericht Innere Medizin/Rheumatologie vom 18. März 2010,
Fremdakten act. G 4.2; Bericht Radiologie L._ vom 4. März 2010 betr. CT LWS vom
3. März 2010, IV-act. 18-5; Bericht Dr. H._ vom 14. Mai 2012, IV-act. 76).
Andererseits wurden neben den somatisch fassbaren auch syndromale Leiden
diagnostiziert, so in der Klinik Valens ein Verdacht auf Fibromyalgie (Austrittsbericht
vom 27. September 2010, IV-act. 84-1 ff. und S. 5; vgl. auch Untersuchungsbericht
Innere Medizin/Rheumatologie vom 18. März 2010 und Bericht Interdisziplinäre
arbeitsspezifische Abklärung vom 18. März 2010, Fremdakten act. G 4.2), durch Dr.
C._ der Verdacht auf eine Somatisierungsstörung (Bericht vom 15. März 2010 an den
Hausarzt, Fremdakten act. G 4.2), durch Dr. H._ ein chronisches
Panvertebralsyndrom mit spondylogenen Ausstrahlungen in alle Extremitäten und
Generalisierungstendenz (Bericht Dr. H._ vom 14. Mai 2012, IV-act. 76-3 f.), durch
Prof. F._ ein Fibromyalgiesyndrom (Berichte vom 22. August und 21. Dezember
2011, IV-act. 98 und IV-act. 70) und durch Dr. B._ zunächst ein Fibromyalgiesyndrom
(Attest vom 27. Januar 2010, IV-act. 5-1; Gesprächsprotokoll 2./8. März 2010, IV-act.
18-1) und später ein (chronisches) skelettomuskuläres Schmerzsyndrom (Atteste vom
7. Juni und 18. Juli 2011, IV-act. 50 und 53-1 f., und vom 26. Februar 2014, act. G 1.2).
Auch in der psychiatrischen Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41; Bericht med. pract. I._ vom
10. August 2012, IV-act. 87) widerspiegelt sich die lediglich teilweise somatische
Erklärbarkeit der Schmerzen.
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3.4 Das Gutachten erweist sich insoweit als schlüssig, als keine bildgebenden oder
klinischen Befunde erhoben werden konnten, welche das Vorhandensein von
Schmerzen in einem die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Ausmass erklären (vgl. IV-
act. 119-27). Dies betrifft ausdrücklich die lumbalen Beschwerden, ergibt sich aber
auch für die Finger und die Füsse bzw. Fersen aus den klinischen Untersuchungen,
wonach eine mässige Handbeschwielung und beginnende Heberdenarthrosen sowie
keine klar umschriebene Druckdolenz an der Ferse oder Achillessehne festgestellt
wurden. Der rheumatologische Gutachter hielt sodann fest: einen unauffälligen und
hinkfreien Gang, die Beschwerdeführerin sei bei der Befragung eine Stunde lang ruhig
auf dem Stuhl gesessen, Strich- und Fersengang seien ohne Schmerzangabe in den
Fersen durchführbar gewesen (vgl. IV-act. 119-19). In somatischer Hinsicht kann somit
auf das Gutachten abgestellt werden.
3.5 Der psychiatrische Gutachter Dr. K._ diagnostiziert die Schmerzen, soweit sie
nicht somatisch erklärbar sind, als anhaltende somatoforme Schmerzstörung und führt
dazu aus, im Vordergrund stünden psychosoziale Faktoren und das eigene
Krankheitskonzept mit Selbstlimitierung, das die Beschwerdeführerin aus subjektiver
Sicht erwerbsunfähig mache. Depressive Symptome beziehungsweise Verstimmungen
würden eine chronifizierte Schmerzstörung sehr häufig begleiten, seien aber vorliegend
nicht als eigenständiges Krankheitsbild im Sinne einer Komorbidität zu werten. Die von
der behandelnden Psychiaterin diagnostizierte rezidivierende mittelgradige depressive
Störung sei remittiert (IV-act. 119-24). Dies erscheint nachvollziehbar, denn die
Beschwerdeführerin gab anlässlich der Begutachtung an, die vor zwei Jahren stärkeren
depressiven Zustände und Ängste hätten sich unter der Gesprächs- und
medikamentösen Therapie gebessert (IV-act. 119-16), wobei die Häufigkeit der
Therapie mit einmal bzw. zweimal monatlich unterschiedlich angegeben wird (IV-act.
119-16, 21) und gemäss Laborbefund die Einnahme des Antidepressivums Cymbalta
(Duloxetin; vgl. dazu www.compendium.ch) nicht ausgewiesen ist (IV-act. 119-22, 24).
Daran, dass die Remission plausibel erscheint, ändert nichts, dass Dr. B._ als
Allgemeinmediziner im Attest vom 26. Februar 2014 erneut von einem chronischen
depressiven Syndrom berichtet (act. G 1.2). Eine Auseinandersetzung mit dem
Gutachten fehlt in diesem Arztbericht vollständig, so dass der Hausarzt lediglich an
seiner bisherigen Beurteilung festhält. Eine wesentliche Veränderung gegenüber der
Begutachtung (neue depressive Episode) ergibt sich daraus nicht. Es bleibt damit zu
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prüfen, ob die diagnostizierte andauernde somatoforme Schmerzstörung eine
invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu
begründen vermag.
3.6 Das Gutachten legt dar, die durch einen physiologischen Prozess oder eine
körperliche Störung nicht vollständig erklärbaren Schmerzen träten in Verbindung mit
emotionalen Konflikten und psychosozialen Problemen auf, die schwer genug seien,
um als entscheidender ursächlicher Faktor gelten zu könnten. Die Beschwerdeführerin
habe eine schwierige Ehe hinter sich, was 2004 zur Trennung und 2009 zur Scheidung
geführt habe. Sie verfüge über keine berufliche Ausbildung, ihre Sprachkenntnisse
seien dürftig, es bestünden dadurch Schwierigkeiten bei der soziokulturellen
Eingewöhnung. Der jüngste Sohn sei delinquent (IV-act. 119-24). Diese Ausführungen
decken sich mit den Angaben der Beschwerdeführerin, der vor allem der Sohn grosse
Sorgen bereite (IV-act. 119-22). Nach der interdisziplinären arbeitsspezifischen
Abklärung in Valens im März 2010 hat die Beschwerdeführerin ihre Arbeit nicht im ihr
zumutbaren Umfang (50 %) wieder aufgenommen (vgl. Fremdakten). In der
vierwöchigen Rehabilitation in Valens vom 19. August bis 15. September 2010 zeigte
sich sodann bei den Basistests der arbeitsbezogenen körperlichen Leistungsfähigkeit
eine erhebliche Symptomausweitung. Die Leistungsbereitschaft wurde als nicht
zuverlässig eingeschätzt. Beobachtungen bei den Tests wiesen auf eine deutliche
Selbstlimitierung hin. Die Konsistenz bei den Tests war schlecht (IV-act. 84-9). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt keine Krankheit im Sinne der
Invalidenversicherung vor, soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren
selbstständig und insofern direkte Ursachen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
sind. Lediglich wenn und soweit solche Umstände zu einer eigentlichen
Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen
verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad
seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen
verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.2, mit weiteren Verweisen).
Letzteres ist gemäss Gutachten vorliegend gerade nicht ausgewiesen. Hinsichtlich des
Schweregrads der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ist die tiefe
Selbsteinschätzung und Selbstlimitierung der Versicherten zu berücksichtigen, auch
wenn diese vom RAD als krankheitsimmanent gewertet und Inkonsistenzen bzw. ein
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suboptimales Leistungsverhalten verneint wurden (RAD-Stellungnahme vom 10.
Oktober 2013, IV-act. 120). Die Beschwerdeführerin verfügt über Ressourcen. Sie
schildert, sie gehe jeden Tag mindestens eine Stunde nach draussen, schaue fern, lese
und höre am liebsten Musik. Sie habe einige Freundinnen, besuche regelmässig die
Kinder oder empfange deren Besuche und verbringe Ferien in M._ (IV-act. 119-16,
21). Der psychiatrische Gutachter hält nachvollziehbar fest, die Beschwerdeführerin
nehme am alltäglichen Leben teil (Kontakt zur Familie, Einkäufe, Lesen, Fernsehen,
Spazieren, Ferien); sie lebe zwar alleine, aber keinesfalls zurückgezogen. Sie leide
(nebst der Schmerzstörung) an keiner psychischen Störung von erheblicher Schwere,
Intensität, Ausprägung und Dauer, die ihre Willensanstrengung beeinträchtigen würde.
Die soziokulturelle Integration und die Willensanstrengung zur Überwindung des
syndromalen Zustandes seien ihr zumutbar (IV-act. 119-24, 28).
3.7 Zusammenfassend ist mit dem RAD davon auszugehen, dass in körperlich leichten
und der zuletzt ausgeübten Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit nicht
invalidenversicherungsrechtlich relevant eingeschränkt ist. Auch die Würdigung der
Indikatoren gemäss der neuen Rechtsprechung führt zu keinem anderen Ergebnis. Dr.
B._ führt in seinem Attest vom 26. Februar 2014 aus, die Beschwerdeführerin leide
an Beschwerden der Wirbelsäule mit Einschränkungen der Belastbarkeit, Funktion und
Beweglichkeit. Daneben zeigten sich Schmerzen der Muskulatur und Sehnenbereiche,
mit empfindlichen Triggerpunkten und konsekutiver Schwäche der Extremitäten.
Daneben bestünden Schlafstörungen, vegetative Störungen, Müdigkeit und Mattigkeit
sowie Depressionen mit bedeutungsvollen psychischen Einschränkungen.
Konsultationen bei diversen Spezialisten und eine Behandlung in der
Rehabilitationsklinik hätten nur kurzzeitige Besserung gebracht. Zurzeit schätze er die
Arbeitsunfähigkeit nach wie vor auf 100 % (act. G 1.2). Die vom Hausarzt
beschriebenen Befunde wurden im Gutachten diskutiert und gewürdigt, indem eine
qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit angenommen wurde. Dr. B._ bringt
keine neuen medizinischen Gesichtspunkte vor, die im Gutachten nicht berücksichtigt
wurden. Sein Attest vermag daher an der Massgeblichkeit des Gutachtens nichts zu
ändern. Es ist daher spätestens seit dem aktuellen Gutachtenzeitpunkt (Juli 2013; IV-
act. 119-28) von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszugehen.
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3.8 Das Gutachten nimmt nicht direkt Stellung zum vorgängigen Verlauf der
Arbeitsfähigkeit. Indes wurde die Beschwerdeführerin bereits nach dem stationären
Aufenthalt in der Klinik Valens vom 19. August bis 15. September 2010 in adaptierter
Tätigkeit 100 % arbeitsfähig geschätzt (nach einer Leistungsminderung von 25 %
während eines Monats; Austrittsbericht vom 27. Oktober 2010, IV-act. 84-1 ff.). Nicht
zu folgen ist sodann der Einschätzung von Prof. F._ vom 21. Dezember 2011,
wonach die Beschwerdeführerin aufgrund von Beschwerden in Armen und Beinen, die
"wohl" auf die bestehende Fibromyalgie zurückzuführen seien, nicht arbeitsfähig sei
(IV-act. 70). Sie weicht in nicht nachvollziehbarer Weise von seiner früheren
Einschätzung vom 22. August 2011 ab, wo er die Beschwerdeführerin noch als 100 %
arbeitsfähig betrachtete (IV-act. 98), und ist - wie er selbst zugibt - fachfremd
begründet. Med. prakt. I._ führte im Arztbericht vom 10. August 2012 aus, als
Einschränkungen bestünden eine Verlangsamung, eine rasche Erschöpfbarkeit, eine
reduzierte Stressbelastbarkeit und eine Vermeidung von Herausforderungen. Die
Arbeitsunfähigkeit betrage aus psychischen Gründen ca. 40 %. Medizinisch-
theoretisch sei ein 100 %iges Leistungsvermögen möglich. Zu Beginn sei eine
behinderungsangepasste Tätigkeit während vier Stunden pro Tag möglich. Die
Beschwerdeführerin sei im Konzentrationsvermögen, im Auffassungsvermögen durch
sprachliche Defizite, in der Anpassungsfähigkeit durch geringe soziale Flexibilität und in
der Belastbarkeit durch rasche Ermüdbarkeit, Verlangsamung und Schonhaltung
wegen Schmerzen eingeschränkt (IV-act. 87). Die Einschränkungen durch sprachliche
Defizite und durch geringe soziale Flexibilität sind nicht gesundheitlich begründet,
mithin invaliditätsfremd. Die Einschätzung durch med. prakt. I._ ist demnach so zu
verstehen, dass sie bei ganztägiger Arbeitsfähigkeit eine Leistungseinbusse von ca. 40
% attestiert, welche teilweise auf psychosoziale bzw. soziokulturelle
Belastungsfaktoren (sprachliche Defizite, geringe soziale Flexibilität) und lediglich
teilweise auf Folgen der diagnostizierten Krankheiten (Erschöpfbarkeit, Verlangsamung)
zurückzuführen ist. Eine rentenbegründende Invalidität ist auch mit ihrem Bericht nicht
ausgewiesen, zumal sich die die Arbeitsfähigkeit einschränkende Depression als
innerhalb relativ kurzer Zeit remittiert herausgestellt hat. Eine invaliditätsbegründende
Arbeitsunfähigkeit ist damit auch für die Zeit vor der Begutachtung nicht gegeben.
4.
4.1 Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
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4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).