Decision ID: 4b045d72-bbc7-48cb-8c28-0496f8a14291
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, war von Juli 2006 bis Juli 2016 bei der
Y._
als Director Account Management tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
2
2.
Juli 2015
war (
Urk.
3/11
,
Urk.
8/2,
Urk.
8/23
)
. Unter Hin
weis auf eine schwere Tendinosis nach Medikamenteneinnahme meldete sich der Versicherte am 2
8.
November 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
8/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte
in der Folge
medizinische und erwerbliche Abklär
ungen durch (
Urk.
8/10 ff.) und
leitete Frühinterventionsmassnahmen zum Arbeitsplatzerhalt ein,
die sie
jedoch mit Mitteilung vom
4.
März 2016
wieder
ab
schloss
, da sich der Versicherte su
bjektiv nicht in der Lage gefühlt
hatte
,
daran
teilzunehmen (Urk.
8/20). Aus demselben Grund wurden
mit Mitteilung vom 5. April 2017
die
zuvor
durch den Versicherten beantragte
n
berufliche
n
Massnahmen
(
Urk.
8/54)
ohne Erfolg
been
det
(
Urk.
8/58).
Am 1
8.
Juli 2017 unterzeichnete der Versicherte
einen Arbeits
vertrag mit der
Z._
für ein 40
%
Pensum ab September 2017 (
Urk.
8/70).
Schliesslich
veranlasste die IV-Stelle e
in bidisziplinäres
(rheumatolo
gisches
und psychiatrisches)
Gutachten
, welches am
3
0.
Januar
2018 erstattet wurde (
Urk.
8/84-88). Mit Vorbescheid vom
6.
März 2018 (
Urk.
8/93
)
stellte
die IV-Stelle
in Aussicht,
einen Rentena
n
spruch
zu verneinen
(Urk. 8/89)
. Nachdem
sich
der Versicherte
am 2
8.
März 2018 mit dem vorgesehenen Entscheid nicht einverstanden erklärt und seine Einwände
dagegen
am 3
0.
März 2018
begründet hatte
(
Urk.
8/97,
Urk.
8/101),
wies
die IV-Stelle das
Leistungsgesuch
des Versi
cherten mit Verfügung vom
1.
Juni 2018 wie angekündigt ab (
Urk.
8/103
=
Urk.
2
).
2.
Hiegegen erhob der Versicherte
,
vertreten durch Fürsprecherin Astrid Meienberg
,
Zürich (heute: Küsnacht)
,
am
2.
Juli 2018 Beschwerde und beantragte, die Verfü
gung sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
ihm
rückwirken
d ab
1.
Juni 2015
eine ganze Rente der
Eidgenössischen
Invalidenver
sicherung auszurichten; eventualiter sei ein externes medizinisches Gerichtsgut
achten in Auftrag zu geben (
Urk.
1
S. 2
). Die IV-Stelle schloss mit Beschwerde
antwort vom 2
2.
August 2018 auf Abweisung der Beschwerde
(Urk.
7).
D
er Beschwerdeführer
erneuerte mit Replik vom
2.
Oktober 2018
seine Rechtsbegeh
ren
(
Urk.
10). Am 1
2.
November 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (
Urk.
14); dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
3.
November 2018 mitgeteilt (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen,
und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
1.
Juni 2018 zog die Beschwerdegegnerin zusammengefasst in Erwägung, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass keine Ein
schr
änkung
der Arbeitsfähigkeit bestehe. Es
s
e
i
dem Beschwerdeführer möglich, die bisherige Tätigkeit voll auszuüben und ein rentenausschliessendes Erwerbs
einkommen zu erwirtschaften, wesh
alb kein Rentenanspruch bestehe
(
Urk.
2)
.
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin
,
gemäss rheumato
logischem Gutachten
sei
keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt worden
,
da kein klinisch-pathologischer Befund habe objektiviert werden können. Auch aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, dies sei auch aus rechtlicher Sicht aufgrund der massgebli
chen Indikatoren nachvollziehbar (
Urk.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerdeschrift vom
2.
Juli 2018 im Wesentlichen geltend, dass zweifellos objektivierbare Befunde
vorlägen
, die mit den geschilderten Beschwerden übereinstimmen würden
. Es lägen entzündliche wie auch nicht entzündliche Erkrankungen vor, die auf eine Fluorchinolon-The
rapie mit Tavanic im Jahr 2014 zurückzuführen seien
.
Ferner stellte der Beschwerdeführer den Beweiswert des bidisziplinären Gutachtens vom 3
0.
Jan
uar 2018 in Frage. Insgesamt sei von einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
in einer ange
passten
Tätigkeit
auszugehen
. Aufgrund eines Einkommensvergleichs bestehe ein Invaliditätsgrad von 78
%
und er habe Anspruch auf eine
ganze
Invalidenrente (
Urk.
1
S.
4
f
f
.).
In der Replik hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen an seinen Ausführun
gen in der Beschwerdeschrift fest (
Urk.
10
S. 2 ff.
).
3.
3.1
Dem
Bericht
von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
vom 2
5.
Januar 2016 (
Urk.
8/10
/1-5
, v
gl. auch
Urk.
8/12
/4-7
, Bericht Dr.
A._
an die Zürich Versicherung
vom
6.
November 2015
)
ist zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer an einer
generalisierten myofasz
ialen Schmerzsymptomatik mit Tendinodynien, Arthralgien, muskulären Schmerzen,
einem Status nach Nervenschmerzen sowie
Hautausschlägen und zunehmend invalidisierendem Körpergefühl
leide
(
Urk.
8/10/1). Der Beschwerdeführer habe am 31. Juli 2014 wegen eines Verdachts auf
eine
Prostatitis eine 10-tägige anti
biotische Therapie mit Tavanic verschrieben erhalten und habe am 1
3.
August 2014 von Fiebergefühl, Schmerzen im Bereich der Thoraxwand, Kribbeln im Bereich der Hände, der Füsse und des Gesichts
, Schmerzen entlang der Sehnen und pe
ripheren Nerven, übel riechendem
Urin mit dunkler Verfärbung und einem allgemeinen Krankheitsgefühl berichtet. In der Folge
seien diverse
bildgeben
de und fachärztliche
Abklärungen durchgeführt worden, die
keine
Diagnose
ergeben
hätten
(
Urk.
8/10/2
, vgl.
auch
Urk. 8/10/7-12
)
. Aktuell leide der Beschwerdefüh
rer unter massiven Druck-, Bewegungs-, und Belastungsschmerzen und Schnap
pen im Bereich sämtlicher Sehnen mit der Unfähigkeit
,
eine schmerzfreie Position zu finden. Es bestehe ein unsicheres Gangbild mit Sturzgefährdung und ein schlechter Muskel-Sehnen-Bänder-Tonus mit daraus resultierender Haltungsin
suffizienz. Bildgebend sei am 2
8.
Oktober 2015 anlässlich einer MRI-Untersuchung eine Ansatztendinitis im Bereich der Quadrizeps- und der Patellar
sehne festgestellt worden
(vgl.
Urk.
8/12
/
8
)
.
Di
e Prognose sei schlecht. Unter den
gegebenen
Umständen
könne der Beschwerdeführer weder einer physisch bean
spruchenden Arbeit noch einer Bürotätigkeit nachgehen
(Urk.
8/10/3)
.
Der Beschwerdeführer sei ab 2
2.
Ju
li 2015 bis auf Weiteres zu 100
% arbeitsunfähig (
Urk.
8/10/4)
.
Es gebe unter den aktuellen Bedingungen keine kausale Therapie, lediglich eine symptom-orientierte Analgesie
(Urk.
8/10/3)
.
Am
1
5.
August 2016
orientierte
Dr.
A._
die Beschwerdegegnerin
sodann
darüber
, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers
nicht verändert habe (
Urk.
8/37
vgl. auch
Urk.
8/
33/3-4
).
3.2
Im Bericht vom 1
4.
März 2016 (
Urk.
8/21
/6-9
)
diagnostizierte
Dr.
med.
B._
,
Oberarzt an der Klinik für Rheumatologie des
C._
,
ein myofasziales Schmerzsyndrom
und als
Differenzialdiagnose
eine
Chinolon-induzierte
Tendinopathie oder
eine
mechanische Überlastung. Klinisch gesehen zeige sich ein schubförmiger Krankheitsverlauf mit einem panvertebralen Schme
rzsyndrom u
nd einer generalisierten Tendino- und Ligamentodynie mit
grösster Ausprägung
an den Achillessehnen und dem Pes Anserinus. Ferner wür
den diffuse Myalgien und unklare Suffusionen und E
k
zeme an verschiedenen Kör
perteilen vorliegen. Die La
borresultate sowie die Bildgebung sei
en
jeweils negativ
(vgl.
Urk.
8/21/
10-
25
). Einzig
in einem MRI vom 2
8.
Oktober 2015 sei
en
eine mässige
Ansatztendinopathie der Quadri
z
e
pssehne sowie am Ursprung der Patellarsehne und eine kleine Popliteazyste festgestellt worden. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit l
ä
ge
n
eine lymphozytäre Kolitis mit Erst
diagnose im Januar 2005 und ein Status nach Ein- und Durchschlafstöru
ngen im Februar 2001 vor
(Urk.
8/21/6 f.). Die Prognose sei aus subjektiver Sicht schlecht, a
us objektiver Sicht scheine ein
normales Funktionieren im Alltag sowie
eine
leichte körperliche Belastung möglich (
Urk.
8/21/7). Der Beschwerdeführer könne aufgrund der multiplen Enthesiopathien keine schweren körperlichen Arbeiten ausführen, leichte körperliche Tätigkeiten inklusive der bisherigen Tätigkeit seien zu 100
%
möglich. Allenfalls seien etwas vermehrte Pausen über den Tag verteilt indiziert (
Urk.
8/21/8).
3.3
Am 3
1.
A
ugust 2016 berichtete
Dr.
B._
sodann, dass bei einem MRI des rechten Knies vom
8.
September
2016
(vgl.
Urk.
8/42)
eine leichte Femoropatell
ararthrose bei Trochleadysplasie und eine kleine Bakerzyste, jedoch keine relevante Enthe
siopathie festgestellt worden sei
en
(
Urk.
8/43/2). Er
könne das Beschw
erdebild nicht näher eingrenzen.
Neue Aspekte seien seit der letzten Konsultation nicht hinzugekommen, ausser die Resultate einer Hautbiopsie, die seines Erachtens eine unspezifische granulozytäre Entzündung zeigen würden
(
Urk.
8/43/2)
. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit halte er aus rein körperlicher Sicht an seiner früheren Ein
schätzung
fest
. Neu müsste
n
jedoch die nun lange Beschwerdedauer und die
zunehmende
sekundäre psychische Dekompensation miteinbezogen werden
(
Urk.
8/43/3).
3.4
In
s
einer Fallschilderung vom 2
3.
Januar 2017
(
Urk.
8/56/7-9) führte Dr.
A._
aus, dass bei einem Vergleich aller Knie-MRI
-
Bilder eine konstante impo
nierende leichte Insertionstendinopathie der Quadrizepssehne am Patellaoberpol und am Ligamentum patellae am Patellaunterpol mit möglicher Assoziation mit
einem
Chinolon Schaden festgestellt worden sei. Mitte 2016 sei ferner bei einer Biopsie-Entnahme eine unklare chronische Entzündung im Bereich der Hautver
änderungen des Beschwerdeführers statuiert worden (
Urk.
8/56/7). Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, der Beschwerdeführer schätze eine Teilarbeitsfähigkeit von
circa
20
%
als realistisch ein, dies werde je nach Verlauf in naher Zukunft umgesetzt (
Urk.
8/56/9).
3.5
Dem
Verlaufsbericht
von
Dr.
A._
vom 1
0.
Mai 2017
(
Urk.
8/62)
ist zu entnehmen
, dass sämtliche bestehenden Beschwerden und Einschränkungen zugenommen hätte
n
. Die Bänder- und Sehnen-Elastizität habe abgenommen, es trete ein Knacken und Knirschen in praktisch allen Sehnen und Gelenken auf. Ferner liege ein physischer Zerfall
im Sinne eines Muskelabbaus vor und
die nicht abnehmende Invalidität sei mit sehr grossem seelisc
hem Druck verbunden
.
Maximal sei seit 2
5.
Oktober 2016
ein Arbeitspensum von 20
%
realisierbar, dies für eine Arbeit ohne physische Überbeanspruchung des Bewegungsapparates in Wechselbelastung (
Urk.
8/62/2).
3.6
3.6.1
In ihrem rheumatologisch-psychiatrischen Guta
chten vom 3
0.
Januar 2018 (Urk.
8/84-88) stellten
Dr.
med. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medi
zin und Rheumaerkrankungen
,
und
Dr.
med. E._
,
Fac
harzt für Psy
chiatrie und Psycho
therapie, keine Diagnosen mit langandauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
. Als Diagnosen ohne langandauernde Auswirkung auf di
e Arbeitsfähigkeit führten sie
folgende
auf
(
Urk.
8/84/8)
:
-
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F
45.4) und partielle Auf
gabe der Arbeitstätigkeit (ICD-10 Z56)
-
c
hronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom, nicht ausreichend somatisch abstützbar, mit Beteiligung von krankheitsfremden Faktoren, einem primären Fibromyalgie-Syndrom, einer Panalgie, diffusen Druckschmerzangaben, Poly
arthralgien axialer und peripherer Gelenke sowie
mit
Schmerzen im Brustkorb, Kraftverluste
n
im Körper, Immobilität und Instabilität
-
Übergewicht mit Body-Mass-Index von 26.6 kg/m
2
-
a
namnestisch Reizmagen-Syndrom
-
Verdacht auf subklinische Hypothyreose
3.6.2
Den Darlegungen zur
rheumatologischen Untersuchung durch
Dr.
D._
ist zu ent
nehmen,
der Beschwerdeführer
habe
berichtet, dass im August 2014 plötzlich Schmerzen im Unterbauch aufgetreten seien. Es sei damals der Verdacht auf eine Prostatitis
auf
gestellt worden und er sei mit Antibiotika behandelt worden. In der Folge seien Schmerzen im ganzen Körper aufgetreten, die ausschliesslich die Seh
nen und Bänder beträfen, nicht
aber
die Weichteile oder Gelenke. Nachdem die Schmerzen zunächst einen Wert von 10 auf der visuellen Analog-Skala erreicht hätten, seien sie in der Folge zurückgegangen, nähmen jetzt jedoch tendenziell
wieder
zu, so dass sie unterdessen Werten von 4-6 entsprächen. Die Beschwerden seien ununterbrochen,
am Tag und in der Nacht vorhanden.
Einschränkend sei zudem
die
verminderte Mobilit
ät -
er könne kaum noch 300 m am Stück gehen
-
sowie
die
Instabilität, die mit dem Empfinden eines Kraftverlusts im Körper ein
hergehe (
Urk.
8/84/2).
Sodann führte
Dr.
D._
aus,
während
der klinischen Untersuchung
sei
eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik
aufgefallen
,
die
vordergründig nicht mit einem bekannten somatisch-pathologischen Krankheitsbild
habe
begründet wer
den
könne
n
.
Es
seien
sämtliche Bewegungen der axialen und vieler peripherer Gelenke in allen Ebenen als circa gleich schmerzhaft geschildert
worden
, unab
hängig davon, ob ein jeweils untersuchtes Gelenk in belasteter oder in entlasteter Körperhaltung untersucht
worden sei
. Dies weise auf vordergründig nicht soma
tisch abstützbare Beschwerden hin, denn für
somatisch abstützbare Beschwerden
sei zu erwarten, dass eine Bewegungsrichtung als eindeuti
g schmerzhafter geschildert werde
als die andere
. Der Besch
w
erdeführer
habe
die Entwicklung
multipler
Besch
w
erden
,
wie Schmerzen im Brustkorb und je n
ach allgemeiner Schmerzintensitä
t Kraftverluste im Körper und
Gefühle wie Immobilität und Instabilität
beschrieben
. Diesbezüglich
habe
jeweils kein korreli
erender soma
tisch-pathologischer
Befund objektiviert werden
können
, so dass an funktionelle Beschwerden gedacht werden müsse
(
Urk.
8/84/4).
Ferner
lägen
diffuse Druck
schmerzen vor, die ebenfalls vordergründig nicht auf ein bekanntes somatisch-pathologisches Kra
nkheit
sbild abgestützt werden könnten, zumal auch keine kor
relierende
n
klinisch-pathologischen Befunde
hätten erhoben werden können
. Bei diffuser Druckschmerzangabe, chronisch generalisierten Beschwerd
en
,
die auch den Körperstamm beträ
fen
,
sowie
bei
Schlafstörungen und Müdigkeit könne d
i
e Diagnose eines primären Fibromyalgiesyndroms gestellt werden. Es bestünden keine Hinweise auf ein sekundäres Fibromyalgiesyndrom respektive auf eine
Erkrankung aus dem entzündlichen Bereich oder eine Kristallablagerungserkran
kung (
Urk.
8/84/10)
.
Bezüglich der oberen Extremitäten
habe
kein klinisch-pathologischer Befund und kein Hinweis auf eine funktionelle Einschränkung objektiviert werden
können
.
Auch b
ei der klinischen Untersuchung der Wirbelsäule
sei
in keinem axialen Bewegungssegment eine relevante Fehlhaltung oder eine relevante Bewegungs
einschränkung
erkennbar geworden
.
Anamnestisch und klinisch b
estünden keine Hinweise auf ein
radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom, einen symptomatisch engen Spinalkanal, einen Nervendehn
ungsschmerz oder
eine
Irritation/Kompression des Gefäss-Nervenbündels.
Auch die aktualisierten Rönt
genaufnahmen der Wirbelsäule würden in keinem axialen Bewegungssegment eine relevante Arthrose, Hinweise auf eine Fehlhaltung oder eine entzündliche Veränderung zeigen, einzig eine leichtgradige und altersentsprechende Osteo
chondrose der Halswirbelkörper 6/7, die nicht mit einer Bewegungseinschrän
kung einherginge.
An den unteren Extremitäten seien die Kniegelenke klinisch unauffällig
gewesen
. Auch das vom Beschwerdeführer mitgebrachte MRI vom 1
0.
Januar
2018 zeige einen weitgehend normalen respektive altersentsprechen
den Befund. Es
lägen
höchstens leichtgradige Tendinosen im Bereich des vorderen Kreuzbandes und der Quadrizepssehne - ebenfalls altersentsprechend -
vor
. Bezüglich der Senk- und Spreizfusskomponente
seien
keine
der
typischen Beschwerden beschrieben
worden
. Allgemeininternistisch
habe
kein relevanter klinisch-pathologischer Befund objektiviert werden
können.
Der anlässlich der Begutachtung leichtgradig erhöhte TSH basal
-
Wert weise in Verbindung mit den als normal bestimmten freien Schilddrüsenwerten auf eine subklinische Hypo
thyreose hin
;
es falle jedoch schwer, die geschilderten Beschwerden
darauf
abzu
stützen (
Urk.
8/84/12 f.).
Insgesamt seien die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden bezü
glich Umfang und Intensität
diskrepant zu den objektivierbaren somatisch-pathologi
schen Befunden
.
Entsprechend könnten sie auch nicht mit dem Resultat einer
durchgeführten
Analyse der Kollagenstruktur begründet werden.
Die Arbeitsfä
higkeit sei aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht für die vom Beschwerde
führer bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten für keinen Zeitraum anhaltend eingeschränkt gewesen. Dies gelte auch für Haushaltsarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belaste
nden Arbeitsprofil (
Urk.
8/84/14
).
3.6.3
Gegenüber
Dr.
E._
berichtete der Beschwerdeführe
r, dass er seine heutige
gesundheitliche Problematik auf eine Antibiotikatherapie im Sommer 2014
zurückführe. Trotz Sistierung der Einnahme sei es nicht zu einer
Besserung
des gesundheitlichen Zustands gekommen, vielmehr habe sich ein
e chronische Schmerz
e
rkrankung der Sehnen eingestellt. Er habe anschliessend eine Odysse
e
bei Ärzten durchgemacht, welche die Krankheit nicht
gekannt
oder der Ansicht
gewesen seien
, dass die Nebenwirkungen wieder
verschwinden sollten, was jedo
ch nicht der Fall gewesen sei. Vielmehr hätten sich die Schmerzen verstärkt, auch sei es zu anderen Komplikationen wie dem Verlust von Zähnen und Haaren und der Verdünnung der Ohrmuscheln gekommen.
Auch
habe er gravierende Verschlechterungen in der Lebensführung auf sich nehmen müssen. So könne er keinen Sport oder andere körperliche Aktivitäten ausüben. Seine Partnerin halte trotzdem weiter zu ihm, auch den Freundeskreis habe er grossteils beibehalten können
(
Urk.
8/87/4)
.
Im Zuge der psychiatrischen Exploration hätten sich weder in Bezug auf das Bewusstsein noch die Orientierung oder das Gedächtnis Auffälligkeiten ergeben.
Der
Beschwerdeführer sei konzentriert gewesen, es hätten keine Frisch- oder Alt
gedächtnisstörungen bestanden. Anhaltspunkte für formale oder inhaltliche Denkstörungen, Befürchtungen und Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen, Persön
lichkeitsstörungen
oder Ich-S
törungen seien nicht feststellbar gewesen. Der Beschwerdeführer sei stimmungsmässig etwas bedrückt, insbesondere wenn von seiner Krankheit gesprochen werde. Eine durchwegs gedrückte Stimmungslage sei nicht vorhanden, auch keine Selbstmordimpulse. Der Antrieb sei lebhaft, die Psychomotorik vif, ein affektiver Rapp
ort sei gut herstellbar gewesen
(
Urk.
8/87/6 f.). Soweit die Besch
w
e
rden des Beschwerdefü
hrers nicht erklärt werden könnten, müsse an eine psychosomatische Überlagerung gedacht werden. E
s
zeig
t
e
n
sich
denn auch gewisse Hinweise dafür
,
wie die teilweise Fixierung auf die Schmerzen
,
aber auch auf das Krankheitsbild. Gegen das Vollbild einer anhaltenden somato
formen
Schmerzstörung würden jedoch fo
lgende Beobachtungen sprechen: Der Beschwerde
führer äussere keine hypochondri
schen Befürchtungen, die Schmer
zen seien von den jeweiligen körperlichen Belastungen, nicht jedoch von Lebens
problemen abhängig, sie seien auch nicht ständig quälend (
Urk.
8/87/8).
Es sei nicht erstaunlich, dass der Beschwerdeführer ab Mitte 2014 infolge der gesund
heitlichen Probleme und der veränderten Lebenssituation belastet gewesen sei. Es sei auch zu Schwierigkeiten am Arbeitsplatz gekommen, die zur Kündigung geführt hätten.
Der Beschwerdeführer habe im Jahr 2015 ein- bis zweimal einen Psychologen aufgesucht, was ihm jedoch nicht geholfen habe. Mit der Zeit sei es ihm gelungen
,
die Krankheit und ihre Folgen zu akzeptieren.
Er gebe an, dass bei ihm keine relevanten psychischen
Beschwerden auftreten würden.
Das anamnes
tische und befundmä
s
sige Fehlen von pathologischen psychischen Symptomen lasse darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer psychisch gesund sei.
Diesbe
züglich sei auch auf die aktive Tagesgestaltung hinzuweisen.
Weder eine ambu
lante psychiatrische Therapie noch eine medikamentöse Behandlung seien indi
ziert (
Urk.
8/87/9).
Die Arbeitsfähigkeit in den bisherigen Tätigkeiten sei nie anha
l
tend eingeschränkt gewesen (
Urk.
8/87/15).
3.6.4
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Sachverständigen zur Auffassung, dass für die vom Beschwerdeführer bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten für keinen Zeitraum eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden könne (
Urk.
8/88/2).
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das bidisziplinäre Gu
tachten von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
, welches sie als beweis
kräftig erachtet (
Urk.
2). Der Beschwerdeführer vertritt dagegen die Auffassung, dass auf die Beurteilung der Gutachter nicht abgestellt werden könne und ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege
(
Urk.
1 S. 6)
.
Der Beschwerdefüh
rer
macht
im Hinblick auf das rheumatologische Gutachten
geltend, dass zwei
fellos objektivierbare Befunde vorlägen, die mit den von ihm geschilderten Beschwerden übereinstimm
t
en. Dies werde einerseits belegt durch das durchge
führte Kollagen
-
Screening, das zeige, dass die Fibrillen sehr dicht und unregel
mässig angeordnet seien, was auf die Verhärtung und fehlende Elastizität der Sehnen zurückzuführen sei. Andererseits seien bei der am 1
0.
Januar 2018 durch
geführte
n
MRI
-
Untersuchung des rechten Knies eine Entzündung des vorderen Kreuzbands sowie eine Insertionstendinopathie der Quadrizepssehne
und
des
pro
ximalen Ligamentum
patellae
diagnostiziert worden
, wodurch es zu starken Bewegungseinschränkungen
komme
(
Urk.
1 S. 5).
Dr.
D._
habe diese Ergebnisse schlichtweg ignoriert (
Urk.
1
S. 9). Ebenfalls objektivierbar seien
sodann
die Hautprobleme entlang der Sehne
n
. Obwohl sich dies nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke
,
zeige es doch, dass etwas nicht stimme (
Urk.
1
S. 6).
Dr.
D._
führte im rheumatologischen Gutachten aus, die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden seien insgesamt bezüglich Umfang und Intensität dis
krepant zu den objektivierbaren somatisch-pathologischen Befunden (Urk. 8/84/14). Sowohl die klinische als auch die bildgebende Untersuchung
der Wirbelsäule sowie der
oberen
und unteren Extremitäten ergaben
keine bezie
hungsweise
nur
altersentsprechende Befunde (
Urk.
8/84/11 f.). Insbesondere konnte
Dr.
D._
auch keine Hinweise auf eine entzündliche Systemaffektion objektivieren (
Urk.
8/84/13).
Diese Beurteilung
stimmt
auch mit den
Berichten der
behandelnden Fachärzte überein, die allesamt keine die Beschwerden des Beschwerdeführers
objektiv
erklärende Diagnose stellen konnten (vgl.
Urk.
8/10/7-12,
Urk.
8/21/
6 ff.
).
Hinsichtlich der MRI-Untersuchung vom 1
0.
Januar 2018
(
Urk.
8/85
)
übersieht der Beschwerdeführer, dass
Dr.
D._
anlä
sslich der Begutachtung in den Untersu
chungsb
ericht Einsicht nahm, den Befund jedoch als normal, respektive
alters
entsprechend einstufte.
Mit Blick auf die im Untersuchungsbericht detailliert zusammengefassten Befunde
führte
Dr.
D._
nachvollziehbar
aus, es
gäbe keine Hinweise auf eine degenerative Veränderung. Es kämen höchstens leichtgradige Te
n
dinosen im Bereich des vorderen Kreuzbandes und der Quadrizepssehne zur Darstellung, die er als altersentsprechend einschätze (Urk. 8/84/12).
Der Befund ist sodann im Vergleich
zur MRI
-
Untersuchung
vom 8. September 2016 im Wesentlichen unverändert
(
Urk.
8/85
). Zu dieser Voruntersuchung
nahm
Dr.
B._
dahingehend Stellung
, dass keine relevanten Tendinopathien ersichtlich seien. Der Beschwerdeführer sei unverändert in der bisherigen Tätigkeit voll
arbeitsfähig (
Urk.
8/43/2, Urk.
8/21/7)
.
Somit ist
die
Beurteilung von
Dr.
D._
, dass auf dem MRI
vom 1
0.
Januar 2018
keine die Arbeitsfähigkeit einschränken
d
e
n
Veränderungen ersichtlich seien
, nicht zu beanstanden.
Die Resultate der
vom Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung erwähnten
Kollagenanalyse
lagen
Dr.
D._
zum Gutachtenszeitpunkt nicht vor, wodurch es ihm nicht möglich war, diese zu berücksichtigen
(
Urk.
8/84/14).
Bilder des S
cree
nings wurden vom Beschwerdeführer inzwischen eingereicht (
Urk.
3/3)
,
jedoch
sind diese
zufolge Fehlens einer
ärztliche
n
Beurteilung
nicht aussagekräftig.
Mit
Blick darauf, dass es sich bei der durchgeführten Untersuchung um eine
Gewe
beprobe
(skin biopsy)
handelt
, dem Dokument aber nicht entnommen werden kann, von welcher Art Gewebe die Probe entnommen wurde,
vermögen
die ein
gereichten Unterlagen
die
behauptete
L
imitierung zufolge Verhärtung von
Seh
nen
strukturen
nicht hinreichend zu belegen. Da aufgrund der übrigen medizin
i
schen Aktenlage eine dera
r
tige Einschränkung konkret nicht nahe liegt
,
ist
es
auch
nicht angezeigt, diesbezüglich weitere Abklärungen
einzuleiten
.
Bezüglich der Hautprobleme
(vgl.
Urk.
8/100/3 f.)
führt
e
der Beschwerdeführer
zu Recht
selbst aus, dass diese keinen Einflus
s auf die Arbeitsfähigkeit hätten (
Urk.
1
S.
6),
womit sie
nicht geeignet sind, einen invalidenversicherungsrechtlich rele
vanten Gesundheitsschaden zu dokumentieren.
Insgesamt vermögen die Einwendungen des Beschwerdeführers die Einschätzung von
Dr.
D._
, dass die Beschwerden vordergründig
nicht objektivierbar seien, nicht in Frage zu stellen, zumal auch in den Berichten der behandelnden Ärzte keine Ursache objektiviert werden konnte
(
Urk.
8/7/2,
Urk.
8/43/2)
.
4.2
Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, dass
das rheumatologische Gutach
ten nicht auf allseitigen Untersuchungen beruhe und die geklagten Beschwerden nicht vollständig berücksichtige (
Urk.
10 S. 4). So habe
Dr.
D._
die Sehnen nicht abgetastet
und
weitere gesundheitliche Probleme
(Sehverschlechterung, Schild
drüsenunterfunktion, Nervenschmerzen, leichte Herzklappeninsuffizienz)
, die in einer sorgfältigen An
amnese hätten Erwähnung finden müssen,
seien ihm
ent
gangen (
Urk.
1
S. 9).
Dr.
D._
hat
den Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung
körperlich unter
sucht. Ob dabei die Sehnen abgetastet wurden, geht aus dem
Gutachten
nicht hervor.
Dr.
D._
wies
aber jedenfalls auf
das Auftreten von
generalis
ierte
n
Druck
schmerzen hin
.
S
odann überprüfte
er systematisch die einzelnen Gelenke und Körperabschnitte und
beschrieb
di
e festgestellten
Einschränkungen (
Urk.
8/84
/
9 ff.).
Welche zusätzlichen
und wesentlichen
Erkenntnisse sich aus dem Abtasten der Sehnen
hätten ergeben sollen,
ist nicht ersichtlich. Bezüglich der Behauptung, dass
Dr.
D._
weitere Beschwerden nicht bemerkt habe, übersieht der Beschwer
deführer, dass
Dr.
D._
eine mögliche subkl
inische Hypothyreose diagnostizierte
, dieser jedoch keine
Bedeutung im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit zumass (
Urk.
8/84/12 f.) und keine Hinweise auf eine
Beteiligung der Nerven
feststellen konnte (Urk.
8/84/11). Bezüglich der weiteren vorgebrachten Beschwerden ist festzuhalten, dass diese auch in den Berichten der behandelnden Ärzte keine Erwähnung finden
und auch nicht mittels eines
Laborbefund
s
oder
eines
bildge
benden Verfahren
s
objektivier
t wurden
(
vgl.
Urk.
8/10,
Urk.
8/21, Urk.
8/43,
Urk.
8/56,
Urk.
8/62)
.
Insge
samt
ergeben sich
weder
Anhaltspunkte für eine unsorgfältige Untersu
chung durch
Dr.
D._
noch für
die Nichtberücksichtigung von invalidenversiche
rungsrechtlich relevanten Beschwerden.
4.3
Der Beschwerdeführer bringt weiter vor,
Dr.
D._
habe sich nicht mit den früheren ärztlichen Beurteilungen auseinandergesetzt, die diverse Diagnosen mit teilweise dauerhafter Arbeitsunfähigkeit
umfasst
hätten (
Urk.
1
S. 9).
Dr.
D._
lagen sämtliche zum Zeitpunkt der Begutachtung vorhandenen ärztlichen Berichte vor. Diese stellte er in der Folge nicht nur zusammenfassend dar, sondern ging auch innerhalb des Gutachtens auf abweichende Beurteilungen ein und
dis
kutierte
allfällige Diskrepanzen
(
Urk.
8/84/5 ff.,
8/84/8, 8/84/11, 8/84/13
f.).
Es ist
ferner
darauf hinzuweisen, dass gemäss bundesgerichtlicher Praxis nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend ist, sondern dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (BGE 143 V 418 E. 6, Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 2
6.
Juni 2013 E. 4.1.4 mit Hinweis).
De
n
Gesundheitsschaden
hat
Dr.
D._
im rheumatologischen Gut
achten
ausführlich
beschrieben und ist - im Übrigen auch in Übereinstim
mung mit Dr.
B._
(
Urk.
8/21/8
) -
zum Schluss gekommen, dass ihm
keine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zugemessen werden könne
(Urk.
8/84/
9 ff.)
. Eine abweichende Beurteilung der Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
gab
einzig dessen
Hausarzt
Dr.
A._
ab
.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen län
geren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkennt
nisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper
sonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
4.4
Insgesamt ist bezüglich des rheumatologischen Teilgutachtens von
Dr.
D._
fest
zuhalten, dass
weder die
Ausführungen des Beschwerdeführers
noch die übrigen medizinischen Akten
dessen Beweiswe
rt zu mindern vermögen.
Wie dargelegt, stellte
Dr.
D._
den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvoll
ziehbaren Weise dar. Das Gutachten basiert auf den Vorakten und den eigenen klinischen Untersuchungen. Es erfüllt die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen
, so dass
darauf abgestellt werden
kann
. Entsprechend ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer aus soma
tischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist.
4.
5
Ferner übt
e
der Beschwerdeführer
Kritik am psychiatrischen Teilgutachten von Dr.
E._
.
Die Pr
üfung der massgeblichen Indikat
oren ergebe ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen, womit der Beweis für eine langandauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit erbracht sei. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass Freunde
ihn
hin und wieder zu Hause zum Essen besuchen würden, da seine Partnerin dabei die meis
ten Arbeiten übernehme (
Urk.
1
S. 10).
Hinsichtlich der
massgeblichen
Indikatoren ist auszuführen, dass
Dr.
E._
eine anhaltende somatoforme Schmerz
s
törung diagnostizierte
(ICD-10 F45.4) und
zudem
auf das potentielle Gesundheitsrisiko der partiellen Arbeitsaufgabe hin
wies
(ICD-10 Z56), insgesamt aber
zur Auffassung gelangte, dass es an eine
m Leiden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fehle (
Urk.
8/87/
7 ff.
).
Mit Blick
auf die
massgeblichen Indikatoren
ist
zunächst
festzuhalten, dass
die diagnoserelevanten Befunde als leichtgradig einzustufen sind. Dr.
E._
konnte
kein Vollbild einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ausma
chen, da
keine hypochondrischen Befürchtungen geäussert
worden seien und
die Schmerzen von den jeweiligen körperlichen Belastungen, nicht jedoch von Lebensproblemen abhängig und zudem auch nicht ständig quälend seien
(Urk.
8/87/8). Ansonsten hätten sich keine Hinweise auf eine psychische Erkran
kung gezeigt (
Urk.
8/87/9). Im Weiteren ist keine Therapieresistenz ausgewiesen (vgl.
Urk.
8/87/9). Auch für eine Persönlichkeitsstörung oder -akzentuierung
fand
der Gutachter
keine
hinreichenden
Anhaltspunkte (
Urk.
8/87/10). Ein erheblicher krankheitsbedingter sozialer Rückzug ist ebenfalls nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführer lebt mit seiner Partnerin zusammen
und hat seinen Freundes
kreis
zu einem grossen Teil
erhalten können (
Urk.
8/87/4).
Ferner tauscht
er sich
auch
im Internet mit Selbsthilfegruppen aus (
Urk.
8/87/5)
.
Zur Kategorie Konsis
tenz ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine psychiatrische Behandlung in Anspruch nimmt, eine solche jedoch auch nicht benötigt
(Urk. 8/87/10)
.
Es ist damit in psychischer Hinsicht
wenig
Leidensdruck vorhanden.
Im Hinblick auf eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
ist
zunächst
hervorzuheben, dass der Beschwerdeführer
seit Sep
tember 2019 wiederum zu 40 % arbeitstätig ist. Aber auch in anderen Lebensbe
reichen hat er
ein rel
ativ hohes
Aktivitätsniveau
(
Urk.
8/87/10). Zwar berichte
t
e
er, dass er keinen Sport mehr machen könne,
schilderte
jedoch
ansonsten einen strukturierten, aktiven Tagesablauf. So beteilig
t
er sich im Rahmen seiner Schmerzen an den Hausarbeiten,
fährt
regelmässig Auto,
liest
viel oder
benützt
den Computer
und er
beschäftigt
sich auch
gern
e
kompositorisch mit
elektroni
sche
r
Musik (Urk.
8/87/6).
Insgesamt erweist sich die Beurteilung
von
Dr.
E._
, wonach die Ar
beitsfä
higkeit aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei, in Anbetracht der mass
geblichen Indikatoren als schlüssig und überzeugend
.
Dies gilt umso mehr, als in Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich nur schwere psychische Störungen mit schweren Auswirkungen in wichtigen Funktionsberei
chen invalidisierend sein können (BGE 143 V 418 E. 5.2.2, Urteil des Bundesge
richts 9C_303/2018 vom 3
0.
August 2018 E. 4.1). Anhaltspunkte für derartige Erkrankungen sind im konkreten Fall nicht vorhanden.
5
.
Zusammenfassend ist ein invalidenversicherungsrechtlich erheblicher Gesund
heitsschaden vorliegend nicht erstellt. Was das Schreiben der Partnerin des Beschwerdeführers
vom 1. Oktober 2018
(
Urk.
11) betrifft, ist dieses zum Beweis eines solchen Gesundheitsschadens von vornherein ungeeignet, da es sich dabei nicht um eine ärztliche Beurteilung handelt, sondern
um
Beobachtungen
einer medizinischen Laiin.
Diese können
die vorliegenden ärztlichen Einschätzungen nicht in Frage stellen
.
Analoges
gilt auch für die beantragte Befragung der Part
nerin sowie eines Freundes des Beschwerdeführers als Zeugen (
Urk.
10 S. 5).
Deren Angaben sind nicht zum Beweis medizinisch relevanter Sachverhalte geeignet.
Darüber hinaus sind auch in medizinischer Hinsicht - entgegen der Auf
fassung des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 13) - von weiteren Beweismass
nahmen keine anderen entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Damit hat die Beschwerdegegnerin den Rentenan
spruch des Beschwerdeführers in der angefochtenen Verfügung vom
1.
Juni 2018 zu Recht verneint, die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
6
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Strei
twert festzulegen (
Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und
ermessensweise auf
Fr.
8
00
.--
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.