Decision ID: cace0385-d648-4b80-9b47-167d163d14c0
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 5. Oktober 2015 zum Bezug von IV-Leistungen an. Zur
gesundheitlichen Beeinträchtigung führte er aus, er leide an massiven
Rückenbeschwerden (LWS) und zufolge einer OP im Bereich der BWS an gravierenden
funktionalen Störungen und enormen Schmerzen, die eine extrem hohe Dosis
Schmerzmedikamente erfordern. Ein Sturz im Geschäft habe einen Schlag in den
Lendenwirbelbereich gegeben sowie eine Fraktur des rechten Hüftgelenks verursacht
(IV-act. 1). Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH,
berichtete am 11. November 2015, der Versicherte leide an chronischen progredienten
invalidisierenden Dorsalgien bei Status nach M. Scheuermann, DIAM-Implantation
Th12/L1 und L1/L2 2011; Entfernung im März 2015. Zurzeit könne er keine Tätigkeiten
ausüben (IV-act. 15). Auf Anfrage der IV-Stelle bezüglich der vom Versicherten
behaupteten Fraktur des rechten Hüftgelenks berichtete Dr. B._ am 26. November
2015, der Versicherte habe am 12. März 2014 keine Fraktur erlitten. Auch die MRI-
Abklärung vom 23. März 2015 habe keine Unfallfolgen zur Darstellung gebracht (IV-
act. 29).
A.a.
Vom 7. bis 11. Dezember 2015 war der Versicherte in der Abteilung Spinale
Chirurgie am Universitätsspital C._ zur stationären Abklärung des Rückenleidens
hospitalisiert. Der dort behandelnde Prof. Dr. med. D._ führte im Austrittsbericht vom
11. Dezember 2015 aus, radiologisch habe sich im konventionellen Röntgen eine
leichte Aufrichtungstendenz der Kyphose des thorakolumbalen Übergangs gezeigt. Im
SPECT-CT habe kein echter Fokus für die Beschwerden lokalisiert werden können. In
Zusammenschau der klinischen und radiologischen Befunde würden die Beschwerden
A.b.
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am ehesten im Rahmen einer Hypermobilität bei ligamentärer Insuffizienz des TLÜ
(thorakolumbalen Übergangs) bei Status nach DIAM-Einlage und Entfernung
interpretiert (IV-act. 33-2 f.).
Zur Vermeidung einer Schmerzverarbeitungsstörung empfahl der RAD-Arzt
Dr. med. E._, Facharzt für Chirurgie, dass sich der Versicherte baldmöglichst bei
einem Psychiater vorstelle (Stellungnahme vom 3. Februar 2016, IV-act. 35).
A.c.
Die am Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) behandelnden
medizinischen Fachpersonen berichteten am 8. April 2016, der Versicherte leide an
einem chronifizierten überwiegend nozizeptiven Schmerzsyndrom/
Chronifizierungsstadium III nach Gerbershagen. Als "Yellow Flags" gaben sie an:
erhöhte Aufmerksamkeit für körperliche Symptome; Rückzug von normaler
Alltagsaktivität; extremes Schmerzverhalten; ausgeprägtes Schon- und
Vermeidungsverhalten; Schlafstörungen; depressive Verstimmung und fixierte
Vorstellung über den Behandlungsverlauf (IV-act. 44). Dr. med. F._, führte im Bericht
vom 23. Juni 2016 aus, die Beschwerden des Versicherten seien von der somatischen
Seite her schwierig einzuordnen. Entsprechend könne keine Angabe zur
Arbeitsfähigkeit gemacht werden (IV-act. 50). Prof. D._ berichtete am 3. August 2016,
sämtliche durchgeführten Abklärungen sowie diagnostischen Infiltrationen seien nicht
konklusiv gewesen und hätten den Schmerzursprung für die chronischen Dorsalgien
nicht eindeutig lokalisieren können (IV-act. 59).
A.d.
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 3. und 27. April 2017 in der
SMAB AG, Bern, polydisziplinär (orthopädisch, psychiatrisch, neurologisch,
neuropsychologisch und internistisch) durch die Dres. med. G._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, H._, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, und I._, Facharzt für Innere
Medizin, sowie durch lic. phil. J._, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP,
begutachtet. In der gesamtgutachterlichen Einschätzung gelangten die Experten zum
Schluss, der Versicherte leide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Keine Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit hätten u.a. degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule bei
Status nach DIAM-Stabilisation Th12/L2 am 22. Juni 2011, Status nach Explantation
A.e.
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der DIAM-Implantate am 30. März 2015 und Status nach Morbus Scheuermann der
Brustwirbelsäule. Unzweifelhaft seien degenerative Veränderungen diagnostiziert
worden, die zu berücksichtigen seien. Daher seien dem Versicherten (bloss noch)
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten möglich. Eine Beschränkung auf ständig nur
leichte Arbeit sei nicht zu argumentieren, da keine ausgeprägten degenerativen
Veränderungen mit erheblichen Bandscheibenschädigungen und keine rezidivierende
radikuläre Symptomatik vorlägen. Es bestünden auch keine posttraumatischen
Deformierungen oder eine höhergradige Skoliose und auch keine fortgeschrittene
Spondylolisthesis. Sowohl für die angestammte Tätigkeit (siehe hierzu die Angaben des
ehemaligen Arbeitgebers IV-act. 6) als auch für andere leidensangepasste Tätigkeiten
verfüge der Versicherte über eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Somatisch seien die
Beschwerden des Versicherten nicht konsistent gewesen und hätten nicht
nachvollzogen werden können (Gutachten vom 15. Mai 2017, IV-act. 94, insbesondere
S. 11 ff.). Der Versicherte hielt die gutachterliche Beurteilung für mangelhaft und
ersuchte um eine neuerliche Begutachtung (E-Mail vom 30. Mai 2017, IV-act. 99). Am
6. Juni 2017 nahm der RAD-Arzt Dr. E._ Stellung zum Gutachten. Dieses erfülle die
versicherungsmedizinischen Anforderungen. Es könne darauf abgestellt werden (IV-
act. 95).
Mit Vorbescheiden vom 14. Juli 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Gesuchs um eine Rente (IV-act. 124) und um berufliche Massnahmen
(IV-act. 125) in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am 8. September 2017
Einwand (IV-act. 128; zur ergänzenden Begründung vom 16. November 2017 siehe IV-
act. 130, zu den miteingereichten Berichten der Abteilung Schmerztherapie am
Universitätsspital C._ vom 12. September 2017 bzw. von Prof. Dr. med. K._,
Ärztlicher Direktor an der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie an der Universitätsklinik
L._, vom 25. Oktober 2017 siehe IV-act. 131 bzw. IV-act. 132). Auf entsprechende
Anfrage hin erhielt die IV-Stelle am 9. Januar 2018 den radiologischen Bericht der
Universitätsklinik L._ vom 20. Oktober 2017 (IV-act. 142) und am 20. Februar 2018
einen Bericht von Prof. Dr. med. M._, Senior Consultant an der Abteilung Spinale
Chirurgie am Universitätsspital C._, vom 12. Oktober 2017 (IV-act. 153). Die RAD-
Ärztin Dr. med. N._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, setzte
sich in der Stellungnahme vom 6. März 2018 mit den Einwänden des Versicherten
A.f.
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B.
auseinander. Sie gelangte zur Ansicht, es ergäben sich daraus keine neuen Fakten, die
Anlass gäben, von der Einschätzung des Gutachtens abzuweichen (IV-act. 158). Mit
Verfügungen vom 12. März 2018 wies die IV-Stelle die Gesuche um Rente (IV-act. 160)
und um berufliche Massnahmen (IV-act. 162) ab.
Gegen die Rentenverfügung vom 12. März 2018 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 22. März 2018 (act. G 1 im Verfahren IV 2018/123). In der
Beschwerdeergänzung vom 22. Mai 2018 beantragt der Beschwerdeführer die
Aufhebung der angefochtenen Rentenverfügung und die Gewährung der gesetzlichen
Leistungen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Im Wesentlichen bemängelt er
die gutachterliche Beurteilung und stellt die Fachkompetenz der Dres. G._ und H._
in Frage. Des Weiteren reicht er u.a. Berichte vom 4. und 9. Mai 2018 über die am
4. Mai 2018 in der Klinik O._ erfolgte Operation (dorsal instrumentierte Spondylodese
Th 11-L2 Anlagerung demineralisierter Knochenmatrix) ein (act. G 7 im Verfahren
IV 2018/123).
B.a.
Gegen die Verfügung vom 12. März 2018 betreffend berufliche Massnahmen
richtet sich die am 27. April 2018 erhobene Beschwerde. Der Beschwerdeführer
beantragt darin deren Aufhebung und die Gewährung beruflicher Massnahmen; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Gestützt auf den Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" und dem von der Beschwerdegegnerin attestierten 30%igen Invaliditätsgrad
habe er Anspruch auf berufliche Massnahmen. Er sei willens und bereit, an beruflichen
Massnahmen mitzuwirken (act. G 1 im Verfahren IV 2018/153; zur
Beschwerdeergänzung vom 22. Mai 2018 siehe act. G 7 im Verfahren IV 2018/153).
B.b.
In den Beschwerdeantworten vom 7. September 2018 beantragt die
Beschwerdegegnerin in beiden Verfahren die Abweisung der jeweiligen Beschwerde.
Sie hält die gutachterliche Beurteilung der SMAB-Experten für beweiskräftig und die
gestützt darauf erfolgte Abweisung des Rentengesuchs für rechtmässig (act. G 12 im
Verfahren IV 2018/123). Bezüglich der Abweisung des Gesuchs um berufliche
Massnahmen vertritt die Beschwerdegegnerin unverändert die Auffassung, dem
Beschwerdeführer habe die Eingliederungs- bzw. Mitwirkungsbereitschaft gefehlt (act.
G 12 im Verfahren IV 2018/153).
B.c.
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Erwägungen
1.
Zunächst zu prüfen ist der im Verfahren IV 2018/153 umstrittene Anspruch auf
berufliche Massnahmen (Art. 15 ff. des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[IVG; SR 831.20]).
Mit Schreiben vom 12. September 2018 teilt das Versicherungsgericht den
Parteien die Vereinigung der beiden Verfahren mit (act. G 13 in beiden Verfahren).
B.d.
Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 28. Januar 2019 unverändert an den
Beschwerdeanträgen fest und reicht weitere, vor allem medizinische, Unterlagen u.a.
betreffend die am 4. Mai 2018 durchgeführte dorsale instrumentale Spondylodese
thorakal 11 bis L2 sowie die im Oktober 2018 erfolgte "Revision Spondylodese,
Refixation autochthone Rückenmuskulatur, Fascienplastik dorsal" ein (act. G 23 in
beiden Verfahren).
B.e.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 25 in
beiden Verfahren).
B.f.
Die Beschwerdegegnerin wies einen Anspruch auf berufliche Massnahmen mit der
Begründung ab, dem Beschwerdeführer fehle die Eingliederungsbereitschaft (IV-
act. 162).
1.1.
Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide und von einer Invalidität bedrohte
Versicherte (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) unter anderem Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen, wenn der Eingliederungswille bzw. eine subjektive
Eingliederungsfähigkeit gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2017,
9C_59/2017, E. 3.1 mit Hinweis).
1.2.
Anlässlich der polydisziplinären Begutachtung brachte der Beschwerdeführer zum
Ausdruck, "er könne aufgrund der von ihm beschriebenen Instabilität der Wirbelsäule
zurzeit definitiv nicht arbeiten" (IV-act. 94-27; vgl. bezüglich der Selbsteinschätzung
auch die Angaben in IV-act. 94-42). U.a. in den E-Mails vom 10. Mai 2017 (IV-act. 97)
und vom 30. Mai 2017 (IV-act. 99) hielt der Beschwerdeführer an seiner Sichtweise
fest, er könne wegen seines Rückenleidens keiner Arbeit nachgehen. In der Notiz zum
1.3.
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Telefongespräch vom 26. Juni 2017 zwischen dem Beschwerdeführer und der für die
beruflichen Massnahmen zuständigen Sachbearbeiterin hielt letztere fest, ersterer fühle
sich nicht in der Lage, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (IV-act. 116-5). Die
vom Beschwerdeführer in der E-Mail vom 15. Juli 2017 erwähnten, nicht näher
belegten, Bewerbungsbemühungen erfolgten im Übrigen gemäss seinen eigenen
Angaben jeweils ausdrücklich unter dem Vorbehalt eines zukünftigen erfolgreichen
medizinischen Eingriffs, der ihn (erst) zur Teilnahme am Arbeitsprozess befähigen
würde (IV-act. 126-2 oben). Sie sind unter Berücksichtigung der gesamten Umstände
und der negativen Selbsteinschätzung nicht Ausdruck einer ernsthaften
Eingliederungsbereitschaft bezogen auf die damals bestehende Arbeitsfähigkeit. Hinzu
kommt, dass der Beschwerdeführer gegen den Vorbescheid vom 14. Juli 2017
betreffend berufliche Massnahmen (IV-act. 125) keinen Einwand erhob. Die vom
damaligen Rechtsvertreter verfasste Einwandbegründung vom 16. November 2017
richtete sich ausdrücklich nur gegen den Vorbescheid betreffend Invalidenrente. Darin
wurden denn auch keine beruflichen Massnahmen beantragt, sondern einzig die
Gewährung einer Invalidenrente. Hinweise, die auf eine Eingliederungsbereitschaft
schliessen lassen, ergeben sich daraus nicht. Vielmehr wurde eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht (IV-act. 130, insbesondere S. 5). In der E-Mail vom
24. November 2017 wies der Beschwerdeführer darauf hin, er sei nicht
vermittlungsfähig (IV-act. 134; siehe auch die E-Mails vom 30. November 2017, IV-
act. 135, und vom 25. Januar 2018, IV-act. 144). Schliesslich ergeben sich weder aus
der E-Mail vom 26. Februar 2018 (IV-act. 156) noch derjenigen vom 6. März 2018 (IV-
act. 159) Anhaltspunkte für eine Eingliederungsbereitschaft. Vor diesem Hintergrund ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 12. März
2018 das Gesuch um berufliche Massnahmen ohne zusätzliche Abklärungen
abgewiesen hat (IV-act. 162). Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer erstmals
im Rahmen der Beschwerdeerhebung am 27. April 2018 durch seinen Rechtsvertreter
vorbringt, er sei willens und bereit, an beruflichen Massnahmen mitzuwirken (act. G 1,
Rz 8, im Verfahren IV 2018/153; siehe auch das Schreiben des Rechtsvertreters an die
Beschwerdegegnerin vom 27. April 2018 act. G 1.3 im Verfahren IV 2018/153). Denn für
die gerichtliche Beurteilung ist allein der bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
eingetretene Sachverhalt massgebend (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2018,
9C_135/2018, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 132 V 220 E. 3.1.1). In Anbetracht des
fehlenden Rentenanspruchs (siehe hierzu nachstehende E. 4) kann auch keine Rede
davon sein, die Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz Eingliederung vor Rente
verletzt. Bei veränderter Mitwirkungsbereitschaft steht es dem Beschwerdeführer frei,
sich bei der Beschwerdegegnerin zur Prüfung eines allfälligen Anspruchs auf
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/20
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2.
Im Verfahren IV 2018/123 umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
Eingliederungsmassnahmen erneut zu melden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
10. Juli 2019, 9C_56/2019, E. 5.2).
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.1.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/20
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3.
Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu prüfen, ob der
medizinische Sachverhalt spruchreif abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin
stützt sich in der angefochtenen Rentenverfügung vom 12. März 2018 auf die
Einschätzung der SMAB-Gutachter (IV-act. 160). Der Beschwerdeführer hält diese in
verschiedener Hinsicht für mangelhaft.
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
Der Beschwerdeführer bezweifelt, dass Dres. G._ und H._ über eine fachlich
genügende Qualifikation als Gutachter verfügen würden (act. G 7, Rz 32 f., 36 und 38,
im Verfahren IV 2018/123, und act. G 23, Rz 30 und Rz 33 f.).
3.1.
Gemäss Medizinalberuferegister erwarb Dr. G._ in Deutschland im Jahr 1996
den Weiterbildungstitel "Chirurgie" und im Jahr 2007 den Weiterbildungstitel
"Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates". Die
Anerkennung dieser Weiterbildungstitel für die Schweiz und die Erteilung der
Berufsausübungsbewilligung erfolgten im Jahr 2016. Demnach verfügt Dr. G._ über
die notwendigen Fachqualifikationen, um in das Fachgebiet der Orthopädie fallende
Leiden zu beurteilen. Aus den Ausführungen des Beschwerdeführers und den von ihm
eingereichten Ergebnissen einer Internetrecherche ergeben sich keine Anhaltspunkte,
welche die Fachqualifikation von Dr. G._ als Orthopäde in Frage stellen würden.
Daran vermag insbesondere nichts zu ändern, dass sich seine Tätigkeit offenbar auf
den gesamten Bewegungsapparat und nicht ausschliesslich auf die Wirbelsäule
bezieht. Der Beschwerdeführer legt denn auch nicht substanziiert dar, weshalb
Dr. G._ aus fachlicher Sicht generell nicht in der Lage wäre, die in das Fachgebiet der
Orthopädie fallenden Wirbelsäulenschäden lege artis zu beurteilen. Solche
Anhaltspunkte ergeben sich auch nicht aus seiner Begutachtung. Der Vollständigkeit
3.1.1.
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halber ist anzufügen, dass Dr. G._ u.a. die Zusatzqualifikation "Chirotherapie" erwarb
(act. G 7, Beilage 5, im Verfahren IV 2018/123). Die Chirotherapie ist eine
Handgrifftechnik zur Diagnostik und Therapie reversibler Funktionsstörungen der
Wirbel- und Extremitätengelenke (siehe hierzu Pschyrembel, 267. Auflage, Berlin 2017,
S. 319). Dies spricht zusätzlich gegen die Kritik des Beschwerdeführers, Dr. G._ sei
fachlich nicht zur Beurteilung von Wirbelsäulenleiden in der Lage.
Dr. H._ erwarb je in Deutschland im Jahr 2002 den Weiterbildungstitel
"Neurologie" und im Jahr 2003 den Weiterbildungstitel "Psychiatrie und
Psychotherapie". Die Anerkennung dieser Weiterbildungstitel sowie die Erteilung der
Berufsausübungsbewilligung für die Schweiz erfolgten im Jahr 2016. Nach eigenen
Angaben ist er neben seiner privatärztlichen Praxistätigkeit seit 2007 als freiberuflicher
neurologischer und psychiatrischer Gutachter tätig (act. G 7, Beilage 8, im Verfahren
IV 2018/123). Dr. H._ verfügt damit sowohl über die für eine neurologische als auch
psychiatrische Begutachtung erforderlichen Fachqualifikationen. Der Beschwerdeführer
legt weder dar noch ist erkennbar, dass die Zugehörigkeit zum Berufsverband der
Psychiater im Verhältnis zum Weiterbildungstitel zusätzliche Aussagen über die
Fachqualifikation zulässt (siehe zum entsprechenden Vorbringen act. G 7, Rz 33, im
Verfahren IV 2018/123). Aus dem Lebenslauf geht ausserdem hervor, dass Dr. H._ in
den Jahren 2000 bis 2003 als Assistenzarzt in der Psychiatrischen Abteilung am
Klinikum P._ tätig war (act. G 7, Beilage 8, im Verfahren IV 2018/123). Des Weiteren
ergibt sich aus dem Internetauftritt von Dr. H._ unter der Rubrik
"Patientenversorgung", dass er sowohl neurologische als auch psychiatrische
Krankheitsbilder behandelt. Die nicht näher substanziierte Annahme des
Beschwerdeführers, Dr. H._ weise keine berufliche Erfahrung im Bereich der
Psychiatrie aus (act. G 7, Rz 33, im Verfahren IV 2018/123), erweist sich demnach als
nicht stichhaltig.
3.1.2.
Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, die Beurteilung von Dr. G._
widerspreche den Beurteilungen mehrerer Wirbelsäulenspezialisten. Mit diesen habe
sich Dr. G._ nicht auseinandergesetzt (act. G 7, Rz 37, im Verfahren IV 2018/123, und
act. G 23, Rz 31). Insbesondere habe er zu der von den Ärzten des Universitätsspitals
C._ gestellten Diagnose eines "nozizeptiven Schmerzsyndroms" mit keinem Wort
Stellung genommen. Ebenso wenig habe er sich mit der Beurteilung
auseinandergesetzt, dass der vorhandene Dauerschmerz gemäss dem
Beurteilungsschema von Gerbershagen dem Stadium 3 zuzuordnen sei (act. G 23,
Rz 32).
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/20
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Von Bedeutung ist zunächst, dass die vom Beschwerdeführer aufgesuchten
medizinischen Fachpersonen aus orthopädischer Sicht keine objektivierbare Ursache
für die vom Beschwerdeführer als invalidisierend wahrgenommenen Schmerzen
fanden. Bereits vor der am 22. Juni 2011 durchgeführten dynamischen interspinösen
Diam-Stabilisation Th12-L2 klagte der Beschwerdeführer über chronische
thorakolumbale Schmerzen. Radiologisch zeigte sich keine signifikante Pathologie
(Operationsbericht vom 22. Juni 2011, IV-act. 23; siehe auch den Bericht von Dr. med.
Q._, Facharzt für FMH für Neurochirurgie, Klinik R._, vom 15. November 2011, IV-
act. 27). Prof. M._, der den Beschwerdeführer vor der Operation durch Dr. Q._
wegen der schon damals geklagten starken Kreuzschmerzen gesehen hatte, berichtete
am 26. November 2014, bereits damals habe der Schmerzursprung nicht ermittelt
werden können. Später klärte er den Beschwerdeführer wiederum mehrmals ab, ohne
einen Schmerzursprung nachweisen zu können. Nach der Meinung von Prof. M._
wäre es (lediglich) möglich, dass die interspinösen Implantate die Beschwerden
unterhielten, und er zeigte sich bezüglich deren Entfernen und einer damit verbundenen
Schmerzreduktion sehr pessimistisch (Bericht vom 26. November 2014, IV-act. 66-1;
siehe auch den Bericht vom 22. März 2013, worin er festhielt: Der Beschwerdeführer
dränge auf eine pathophysiologische Erklärung seiner Beschwerden, was er ihm nicht
abliefern könne; IV-act. 68-1). Nach der Entfernung der Implantate erklärte Prof. M._
dem Beschwerdeführer am 27. Juli 2016, dass er selbst keine weitere Abklärung oder
Infiltration durchführen werde, da er persönlich nicht daran glaube, ihm helfen zu
können (IV-act. 60). Im Bericht vom 12. Oktober 2017 wiederholte er, eine operative
Behandlung könne er persönlich nicht empfehlen, da die Abklärungen, die er bis anhin
vorgenommen habe, gegen eine chirurgische Behandlung sprächen (IV-act. 153). Auch
Prof. D._ führte im Austrittsbericht vom 11. Dezember 2015 aus, im SPECT-CT habe
kein echter Fokus für die Beschwerden lokalisiert werden können. "Am ehesten"
interpretiere er die Beschwerden im Rahmen einer Hypermobilität bei ligamentärer
Insuffizienz des "TLÜ bei St. n. DIAM Einlage und Entfernung" (IV-act. 33-2), wobei
Prof. M._ zuvor im Bericht vom 13. Mai 2015 angab, radiologisch sei die Wirbelsäule
stabil (IV-act. 63). Am 3. August 2016 wiederholte Prof. D._, sämtliche
durchgeführten Abklärungen inklusive SPECT-CT-Untersuchung sowie diagnostische
Infiltrationen seien nicht konklusiv gewesen und hätten den Schmerzursprung nicht
eindeutig lokalisieren können. Aus diesem Grund verneinte er aus
wirbelsäulenchirurgischer Sicht eine therapeutische Option (IV-act. 59). Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit
berichtete Dr. F._ am 23. Juni 2015 in damit zu vereinbarender Weise, "die
Beschwerden sind von der somatischen Seite her schwierig einzuordnen.
3.2.1.
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Entsprechend kann keine Angabe gemacht werden" (IV-act. 50-4). In der Anamnese
hielt er "chronische thoraco-lumbale Rückenschmerzen unklarer Ursache" fest (IV-
act. 50-3). Er gab im Operationsbericht vom 1. März 2016 ebenfalls an, "ein klarer
Schmerzursprung konnte mit sämtlichen Abklärungen nicht eruiert werden" (IV-
act. 42-3). Auch Prof. K._ vermochte keine fassbare Schmerzursache zu eruieren und
erklärte dem Beschwerdeführer ausdrücklich, dass keine chirurgischen Möglichkeiten
zur Verbesserung der Beschwerden bestünden (Bericht vom 25. Oktober 2017, IV-
act. 132; siehe auch dessen Ausführungen im Bericht vom 16. Januar 2017, act.
G 23.3).
Das Gutachten der SMAB enthält eine ausführliche Darstellung der
medizinischen Vorakten, deren wesentliche Inhalte zusammengefasst wiedergegeben
werden (IV-act. 94-3 ff.). Dr. G._ gab am Anfang des orthopädischen Teilgutachtens
bei der Beschreibung der Ausgangssituation das Ergebnis der bisherigen
Abklärungsbemühungen zusammengefasst und inhaltlich korrekt wieder (IV-act. 94-24)
und berücksichtigte die bisherigen Ergebnisse der bildgebenden Abklärungen (IV-
act. 94-10). Zudem nahm er im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine
schlüssige Würdigung der Akten vor (IV-act. 94-33 unten). In mit den Vorakten zu
vereinbarender Weise zog er den Schluss, dass die vom Beschwerdeführer als sehr
stark beschriebene Schmerzsymptomatik durch klinische Untersuchungsverfahren
nicht habe objektiviert werden können. "Unzweifelhaft" vorhanden seien degenerative
Veränderungen der Lendenwirbesäule, welche hingegen bei leidensangepassten
leichten bis mittelschweren Tätigkeiten wie dem angestammten Beruf zu keiner
Leistungseinschränkung führten, da keine ausgeprägten degenerativen Veränderungen
mit erheblichen Bandscheibenschädigungen und keine rezidivierende radikuläre
Symptomatik vorlägen. Es fehlten auch posttraumatische Deformierungen, eine
höhergradige Skoliose und eine fortgeschrittene Spondylosisthesis (IV-act. 94-33;
siehe auch IV-act. 94-14 unten). Dies deckt sich etwa mit der Einschätzung von
Dr. F._, welcher der Osteochondrose L5/S1 keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
beimass (IV-act. 50-2). Auch Prof. S._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, Klinik O._, mass der Segmentdegeneration
L5/S1 keine relevante Bedeutung zu (Bericht vom 21. März 2018, act. G 23.5). Zu
ergänzen bleibt, dass auch die verschiedenen bildgebenden Abklärungen an der LWS
vom 20. Oktober 2017 (siehe hierzu IV-act. 142-2 f.) keine relevanten Veränderungen
und keine Indikation für einen wirbelsäulenchirurgischen Eingriff ergaben (Bericht von
Prof. K._ vom 25. Oktober 2017, IV-act. 132-2). Der Vorwurf des Beschwerdeführers,
Dr. G._ habe sich nicht genügend mit den Vorakten auseinandergesetzt oder damit
3.2.2.
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nicht zu vereinbarende Schlüsse gezogen, trifft nicht zu. Dies gilt umso mehr, als die
Vorakten keine nachvollziehbar auf ein objektivierbares Wirbelsäulenleiden
zurückzuführende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestätigten, die in Widerspruch
zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von Dr. G._ steht. Daran vermögen auch die
unbegründeten Arbeitsunfähigkeitsatteste von Dr. B._ nichts zu ändern (siehe etwa
IV-act. 121 und IV-act. 137).
Unbehelflich sind die Ausführungen des Beschwerdeführers zum "nozizeptiven
Schmerzsyndrom" bzw. zur Zuordnung des geklagten Dauerschmerzes gemäss dem
Beurteilungsschema von Gerbershagen (act. G 27, Rz 32). Denn dabei handelt es sich
lediglich um Charakterisierungen der vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen
bzw. des syndromalen Leidens. Dadurch wird weder eine somatische Ursache
nachgewiesen noch ein bestimmter Arbeitsunfähigkeitsgrad begründet. Im Übrigen legt
der Beschwerdeführer nicht konkret dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass die
Gutachter zu Schlüssen gelangten, die im Widerspruch zu den genannten
Charakterisierungen stehen. Hinzu kommt, dass das Beurteilungsschema nach
Gerbershagen primär auf der Selbsteinschätzung der versicherten Person und deren
Inanspruchnahme von medizinischen Behandlungen beruht (vgl. act. G 23.16). Dies
wird auch anhand des - von den Gutachtern berücksichtigten (IV-act. 94-6) - Berichts
von Dr. F._ vom 23. Juni 2015 deutlich: So sprach dieser - ausserhalb der
Diagnosestellung - von einem chronifizierten, überwiegend nozizeptiven
Schmerzsyndrom mit Chronifizierung Stadium 3 nach Gerbershagen (IV-act. 50-3
unten), ohne dass er einerseits eine somatische Ursache fand noch gestützt darauf
eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (IV-act. 50-4). Angesichts dessen, dass Dr. G._
keinen in den Fachbereich der Orthopädie fallenden Schaden für die geklagten
Schmerzen und deren Ausmass fand, war es auch nicht erforderlich, sich mit dessen
Charakterisierung nach Gerbershagen näher auseinanderzusetzen. Die "Diagnose"
eines chronifizierten überwiegend nozizeptiven Schmerzsyndroms/
Chronifizierungsstadium 3 nach Gerbershagen wurde denn auch nicht
orthopädischerseits, sondern durch die am Schmerzzentrum behandelnden
Anästhesiologen im Bericht vom 8. April 2016 gestellt (IV-act. 44; siehe auch den
Bericht vom 13. Juni 2016, IV-act. 51), der Eingang in das Gutachten fand (IV-
act. 94-8 f.). Dieser Bericht enthält keine Arbeitsunfähigkeitsschätzung und auch keine
relevanten objektiven Befunde, die geeignet wären, die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
von Dr. G._ in Zweifel zu ziehen. Im Übrigen stellten die Anästhesiologen des
Universitätsspitals C._ im Bericht vom 12. September 2017 keine vergleichbare
Diagnose (IV-act. 131).
3.2.3.
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Nicht zu beanstanden ist ferner, dass die von Dr. G._ schlüssig begründeten
Inkonsistenzen (IV-act. 94-32, IV-act. 94-33 oben; siehe bezüglich des Sitzverhaltens
des Beschwerdeführers ohne Schonhaltung auch die Feststellungen von Dr. H._ in
IV-act. 94-55 oben) Eingang in die gutachterliche Beurteilung fanden und bei der
Konsistenzbeurteilung berücksichtigt wurden (IV-act. 94-20). Er legte u.a.
nachvollziehbar dar, dass die vom Beschwerdeführer demonstrierte
Bewegungseinschränkung in verschiedenen, unbeobachtet geglaubten Momenten
schlichtweg nicht mehr vorhanden gewesen sei (IV-act. 94-33).
3.3.
Für nicht schlüssig hält der Beschwerdeführer die Beurteilung von Dr. H._, es
liege eine somatoforme Schmerzstörung vor und die Arbeitsunfähigkeit betrage 30%.
Er setze sich nicht mit der Diagnose "nozizeptives Schmerzsyndrom" auseinander,
sondern suche den "Ausweg" über die Diagnose einer "somatoformen
Schmerzstörung". Eine Auseinandersetzung mit den Diagnosen und Beurteilungen der
diversen Ärzte wäre jedoch notwendig. Folge man der Beurteilung von Dr. H._, dass
eine somatoforme Schmerzstörung vorliege, so genüge das Gutachten nicht den
Anforderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, zumal die
Standardindikatoren gemäss Urteil "9C_942/2014" nicht abgehandelt worden seien
(act. G 23, Rz 35 f.).
3.4.
Bezüglich des "nozizeptiven Schmerzsyndroms" kann zunächst auf die
Ausführungen unter vorstehender E. 3.2.3 verwiesen werden. In den Akten liegen
weder fachneurologische noch fachpsychiatrische Berichte, mit denen die
Einschätzung von Dr. H._ nicht zu vereinbaren wäre bzw. mit denen er sich hätte
vertiefter auseinandersetzen können (vgl. die diesbezüglich schlüssigen Ausführungen
von Dr. H._ in IV-act. 94-48 und IV-act. 94-56). Dr. H._ nahm im Rahmen der
Problemstellung ausdrücklich Bezug zum Bericht des Schmerzzentrums am KSSG
vom 13. Juni 2016 (IV-act. 94-39 und IV-act. 94-51; zum Bericht siehe IV-act. 51).
Dessen Inhalt, insbesondere bezüglich der Charakterisierung des syndromalen
Leidens, war ihm somit bekannt.
3.4.1.
Im Einklang mit der somatischen Aktenlage (siehe hierzu vorstehende E. 3.2.1)
gelangte Dr. H._ zur Auffassung, dass die vom Beschwerdeführer vorgetragenen
Beeinträchtigungen in ihrer Quantität und Qualität nicht "[ausschliesslich]" auf eine
organische Ursache zurückgeführt werden könnten (IV-act. 94-45). Die Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung hat er plausibel und in Würdigung der
Voraktenlage begründet (IV-act. 94-45 und IV-act. 94-48 f.) und wird durch
verschiedene Erkenntnisse in den übrigen Akten gestützt. Bereits Dr. Q._ beschrieb
3.4.2.
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am 15. September 2011 eine übertriebene Körperempfindlichkeit (IV-act. 26). Die
medizinischen Fachpersonen des Schmerzzentrums am KSSG sprachen von einer
erhöhten Aufmerksamkeit für körperliche Symptome (siehe hierzu auch die
gutachterliche Würdigung in IV-act. 94-18), einem extremen Schmerzverhalten, einem
ausgeprägten Schon- und Vermeidungsverhalten sowie einer fixierten Vorstellung über
den Behandlungsverlauf (Bericht vom 8. April 2016, IV-act. 44-1 unten). Die
medizinischen Fachpersonen der Abteilung Schmerztherapie am Universitätsspital
C._ wiesen bei der Diagnose auf eine "Somatisierungskomponente bei medizinisch
nicht sicher nachvollziehbarer Krankheitstheorie des Patienten" hin (Bericht vom
12. September 2017, IV-act. 131-1). Sie stellten "deutliche Anzeichen auf eine
psychische Überlagerung" (IV-act. 131-2 unten) bzw. "deutliche Zeichen einer
Somatisierungsstörung" fest, die psychologisch-psychiatrisch mitzubehandeln seien
(IV-act.131-2 Mitte). Soweit sie sich überhaupt aus schmerztherapeutischer Sicht zur
Arbeitsfähigkeit äussern, setzen sie sich nicht mit der gutachterlichen Einschätzung
auseinander und nennen insbesondere keine objektiv relevanten Gesichtspunkte,
welche die Gutachter ausser Acht gelassen hätten. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung ist
ausserdem vage formuliert und enthält keine - zumindest keine erkennbare - von der
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers unabhängige Konsistenz- oder
Ressourcenprüfung. Von Bedeutung für die Beurteilung der Aussagekraft der
Einschätzung von Dr. H._ ist ausserdem, dass Prof. K._ ebenfalls vom Bestehen
einer "somatoformen Schmerzverarbeitungsstörung" ausging und diesbezüglich
ausdrücklich auf das Gutachten verwies (IV-act. 132-2).
Als aktenwidrig erweist sich das nicht näher begründete Vorbringen, Dr. H._
habe keine den Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 141 V 281) genügende
Beurteilung der somatoformen Schmerzstörung vorgenommen und die
Standardindikatoren nicht abgehandelt. So beinhaltet das psychiatrische Teilgutachten
eine die massgebenden Standardindikatoren umfassende Beurteilung sowohl unter
dem Aspekt "funktioneller Schweregrad" als auch unter demjenigen der
"Konsistenz" (IV-act. 94-47 f.; siehe hierzu BGE 141 V 297 f. E. 4.1.3).
3.4.3.
Aus der Sicht des Beschwerdeführers kann der gutachterlichen Auffassung nicht
gefolgt werden, es lägen keine somatischen Beschwerden vor, die Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit haben. Die Gutachter würden nicht beschreiben, "welche
Auswirkungen die diagnostizierten Beschwerden im Alltag haben, sondern direkt zum
Schluss gelangen, diese würden sich in der bisherigen Tätigkeit nicht auswirken", ohne
jedoch zu wissen, "welche Anforderungen die bisherige Tätigkeit stellt". Ebenso wenig
3.5.
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würden die Gutachter ausführen, weshalb sich die somatischen Beschwerden in der
bisherigen Tätigkeit nicht auswirken würden (act. G 23, Rz 37).
Dr. G._ legte schlüssig u.a. gestützt auf eine Konsistenzprüfung dar, dass zwar
somatische Gesundheitsschäden bestünden, diese jedoch bezogen auf
leidensangepasste Tätigkeiten zu keiner quantitativen Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit führen, und dass die darüber hinaus geklagten Schmerzen keine
somatisch erklärbare Ursache haben (siehe hierzu vorstehende E. 3.2.2). Die
Anforderungen an leidensangepasste Tätigkeiten wurden ausführlich und
nachvollziehbar umschrieben (IV-act. 94-12 f; siehe zum Belastungsprofil auch IV-
act. 94-33 Mitte). Der Beschwerdeführer benennt denn diesbezüglich auch keine
konkreten Mängel und legt auch nicht nachvollziehbar dar, dass die angestammte
Tätigkeit nicht wechselbelastend (sitzend-stehend) gestaltet werden könnte. Soweit der
Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit für nicht mehr zumutbar hält, gibt er zur
Begründung im Wesentlichen das lange Sitzen an (IV-act. 94-27). Diesbezüglich
beschrieben die Gutachter Inkonsistenzen (siehe vorstehende E. 3.3). Angesichts des
aktenkundigen ausgeprägten Schon- und Vermeidungsverhaltens (Bericht vom 8. April
2016, IV-act. 44-1 unten) bzw. der Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers
(siehe vorstehende E. 3.4.2) ist seine abweichende Selbsteinschätzung für sich allein
nicht geeignet, Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung zu erwecken.
3.5.1.
Ausserdem bringt der Beschwerdeführer vor, hätten die Gutachter sorgfältig
gearbeitet, hätten sie bemerkt, dass die autochthone Rückenmuskulatur an den
Dornfortsätzen ausgerissen gewesen sei. Aufgrund des Befundes von Prof. S._ sei
nachgewiesen, dass die mehrfach geklagten Beschwerden zutreffend seien (act. G 23,
Rz 38).
3.6.
Bei seiner Kritik übersieht der Beschwerdeführer, dass der Abriss der
autochthonen Rückenmuskulatur Folge des von Prof. S._ am 4. Mai 2018
durchgeführten operativen Eingriffs ("dorsale instrumentierte Spondylodese thorakal 11
bis L2") war. Indikation hierfür bildete eine "Micro Instabilität" in den Segmenten
thorakal 11 bis L2. Anlässlich der Operation wurde die autochthone Rückenmuskulatur
elektrokaustisch abpräpariert. Nach dem Setzen der Schrauben wurde die autochthone
Rückenmuskulatur an die Dornfortsätze readaptiert (Operationsbericht vom 4. Mai
2018, act. G 23.8). Anlässlich der Operation vom 4. Mai 2018 wurde bezüglich der
autochthonen Rückenmuskulatur kein vorbestehender Schaden bzw. Abriss
beschrieben (act. G 23.8). So ist - wie auch bei sämtlichen anderen medizinischen
Vorakten - in den Berichten von Prof. S._ vom 21. März 2018 (act. G 23.5) und
3.6.1.
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24. April 2018 (act. G 23.7) noch keine Rede von einem Abriss der autochthonen
Rückenmuskulatur. Vielmehr lässt sich dem Bericht vom 24. April 2018 entnehmen,
dass die autochthone Rückenmuskulatur durch den operativen Eingriff betroffen sein
würde, wies Prof. S._ doch darauf hin, dass nach der Operation 6 Wochen lang keine
Beübung der autochthonen Rückenmuskulatur stattfinden dürfe (act. G 23.7, S. 2). Die
bildgebende Untersuchung vom 4. Oktober 2018 (MR BWS-LWS nativ) war aufgrund
des klinischen Befundes "Muskeldehiszent nach dorsaler Spody" veranlasst worden
(act. G 23.10). Prof. S._ stellte zudem im Austrittsbericht vom 15. Oktober 2018 in
damit zu vereinbarender Weise die Diagnose "Abriss autochthone Rückenmuskulatur
bei Status nach dorsaler thorakolumbaler Spondylodese", die Grund zu einer im
Zeitraum vom 10. bis 15. Oktober 2018 durchgeführten Revision der Spondylodese
bildete (act. G 23.11). Unter diesen Umständen erweist sich der an die SMAB-
Gutachter gerichtete Vorwurf des Beschwerdeführers als unzutreffend.
Im Übrigen nahm Prof. S._ nicht - insbesondere auch nicht rückwirkend -
Stellung zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Seinen Ausführungen kann denn
auch nicht entnommen werden, dass der von ihm beschriebene Abriss der
autochthonen Rückenmuskulatur Ursache der langjährig vom Beschwerdeführer
geklagten Schmerzen wäre. Es ergeben sich aus seinen Berichten auch keine objektiv
wesentlichen Befunde, die bereits im Zeitpunkt der Begutachtung bestanden und von
den SMAB-Gutachtern übersehen wurden. Die Frage, ob der Abriss der autochthonen
Rückenmuskulatur zu einer (zusätzlichen) Arbeitsunfähigkeit führte, kann offenbleiben,
da er nicht den vorliegend für die gerichtliche Überprüfung massgebenden Sachverhalt
bis zum 12. März 2018 betrifft (siehe hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli
2018, 9C_135/2018, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 132 V 220 E. 3.1.1).
3.6.2.
Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung fällt schliesslich ins Gewicht,
dass sie auf polydisziplinären Untersuchungen beruht, die Leiden des
Beschwerdeführers umfasst, in Berücksichtigung der massgebenden Vorakten erfolgte
sowie eine schlüssige Konsistenz- und Ressourcenprüfung enthält. Ergänzend kann
auf die Würdigung der gutachterlichen Beurteilung durch die RAD-Ärztin Dr. N._
verwiesen werden (Stellungnahme vom 6. März 2018, IV-act. 158). Gestützt darauf ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
aus medizinischer Sicht über eine 70%ige Arbeitsfähigkeit sowohl für die angestammte
als auch eine leidensangepasste Tätigkeit verfügt.
3.7.
Des Weiteren ist die Frage zu beantworten, ob sich der medizinische Sachverhalt
seit der Begutachtung im April 2017 bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses
(12. März 2018) erheblich verschlechterte, zumal bereits Dr. G._ darauf hinwies, bei
3.8.
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den degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (siehe hierzu etwa IV-
act. 94-24) handle es sich um Dauerschäden mit der Tendenz zum Forstschreiten (IV-
act. 94-34).
Aus dem Bericht von Prof. K._ vom 25. Oktober 2017 lässt sich kein
verschlechterter Gesundheitszustand an der Lendenwirbelsäule entnehmen. Die
bildgebenden Abklärungsergebnisse vom 20. Oktober 2017 (siehe hierzu IV-
act. 142-2 f.) ergaben abgesehen von einer Osteochondrose L2/3 und L5/S1 bzw. einer
geringgradigen Bandscheibenprotrusion auf Höhe L2/3 und L5/S1 ohne Kompression
der Nervenwurzel oder des Spinalkanals keine Auffälligkeiten (IV-act. 132). Zuvor gab
Prof. K._ im Bericht vom 16. Januar 2017 an, der Befund sei im Vergleich zur
Untersuchung im Oktober 2015 unverändert geblieben (zur Berücksichtigung der
damaligen Ergebnisse im Rahmen der Begutachtung siehe etwa IV-act. 94-6 f.). Es
bestünden global unveränderte multisegmentale degenerative Veränderungen der
lumbalen Wirbelsäule. Grundsätzlich persistiere die Situation wie bereits vor eineinhalb
Jahren (act. G 23.3). Eine für die Arbeitsfähigkeit relevante Veränderung ist daher zu
verneinen, zumal bereits Dr. F._ der Osteochondrose L5/S1 keine Bedeutung für die
Arbeitsfähigkeit beimass (Bericht vom 23. Juni 2015, IV-act. 50-2). Auch aus dem
Bericht der Schmerztherapeuten des Universitätsspitals C._ vom 12. September
2017 gehen keine Hinweise auf einen verschlechterten Gesundheitszustand hervor (IV-
act. 131). Nichts anderes gilt mit Blick auf den Bericht von Prof. M._ vom 12. Oktober
2017 (IV-act. 153). Vor diesem Hintergrund leuchtet die Beurteilung der RAD-Ärztin
Dr. N._ vom 6. März 2018 ein, dass kein Anlass bestehe, von der Einschätzung der
Gutachter abzuweichen (Stellungnahme vom 6. März 2018, IV-act. 158-3).
3.8.1.
Aus den erst nach dem Verfügungserlass ergangenen medizinischen Berichten
von Prof. S._ lassen sich keine rückwirkenden Schlüsse auf eine zuvor eingetretene
dauerhafte gesundheitliche Verschlechterung ziehen. Indikation für die am 4. Mai 2018
durchgeführte Spondylodese Th 11-L2 bildeten segmentale Degenerationen thorakal
11 bis L2 nach multiplen Voreingriffen bzw. eine "Micro Instabilität" in diesen
Segmenten (act. G 7, Beilage 2, im Verfahren IV 2018/123; siehe auch den
Austrittsbericht vom 9. Mai 2018, act. G 7, Beilage 3, im Verfahren IV 2018/123). Die
von Prof. S._ im Bericht vom 21. März 2018 beschriebenen zervikalen
Segmentdegenerationen zeigten keinerlei Pathologie und bedurften nach seiner
Auffassung keiner Therapie. Das festgestellte Hämangiom sei asymptomatisch. Die
Segmentdegeneration L5/S1 sei langjährig bekannt und stehe im Hintergrund. Für
zentral hielt er die Beschwerden im thorakolumbalen Übergang (act. G 23.5), ohne eine
fassbare Verschlechterung zu beschreiben, die bereits bei Verfügungserlass bestanden
3.8.2.
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4.
Ausgehend von einer spätestens ab Juli 2015 bescheinigten 70%igen Arbeitsfähigkeit
bezogen auf die angestammte und eine andere leidensangepasste Tätigkeit (IV-
act. 94-13) verbleibt die Ermittlung des Invaliditätsgrads. Dabei kann offenbleiben, ob
die aus medizinischer Sicht bescheinigte Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Sicht eine
Invalidität begründet (was die Beschwerdegegnerin anzweifelt, IV-act. 160-2) oder ob
der Beschwerdeführer überhaupt das Wartejahr im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG
erfüllte (zur retrospektiven gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung siehe IV-
act. 94-13). Denn selbst wenn diese Fragen bejaht würden, resultiert kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad. Mit Blick darauf, dass die angestammte Tätigkeit
einer leidensangepassten entspricht, kann zur Bestimmung des Invaliditätsgrads ein
Prozentvergleich vorgenommen werden, da die Vergleichseinkommen im Sinn von
Art. 16 ATSG auf der gleichen Grundlage zu bestimmen sind. Unter diesen Umständen
sind auch keine leidensbedingten lohnwirksamen Nachteile bezogen auf den
hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu erwarten, da der Beschwerdeführer sich
nicht in einem neuen Beruf betätigen muss, sondern im angestammten arbeiten und
somit auch auf seine früheren Erfahrungen zurückgreifen kann (Urteil des
Bundesgerichts vom 10. August 2011, 8C_10/2011, E. 7). Der Beschwerdeführer
fordert denn auch einzig einen Teilzeitabzug. Gemäss der nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die Frage des Teilzeitabzugs massgebenden
Tabelle des Bundesamts für Statistik T18, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach
Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, 2016, liegt der statistische
Lohn für Teilzeit, Männer, im Bereich von 50% bis 74% sowohl in der beruflichen
Stellung "1 + 2" (Fr. 10'244.--) als auch "3" (Fr. 8'001.--) weniger als 10% unter dem
statistischen Lohn für Vollzeit (90% oder mehr; Fr. 10'921.-- bzw. Fr. 8'795.--). Damit
fällt ein Tabellenlohnabzug von höchstens 10% in Betracht (im Urteil des
Bundesgerichts vom 2. Mai 2019, 9C_44/2019, E. 4.3 wurde bei vergleichbarem
hätte (vgl. auch den Bericht von Prof. S._ vom 24. April 2018, act. G 23.7).
Diesbezüglich lässt sich auch dem Bericht vom 3. Mai 2018 von Dr. med. T._,
Oberarzt an der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsspital U._, keine relevante
Verschlechterung entnehmen. Er riet im Gegensatz zu Prof. S._ und im Einklang mit
früheren medizinischen Einschätzungen (siehe hierzu vorstehende E. 3.2.1 und die
Ausführungen von Dr. G._ in IV-act. 94-33 unten) von einem Eingriff im
thorakolumbalen Bereich ab (act. G 23.6). Der Beschwerdeführer macht denn auch
gestützt auf die Berichte von Prof. S._ nicht substanziiert geltend, sein
Gesundheitszustand habe sich noch vor Verfügungserlass verschlechtert (act. G 7 im
Verfahren IV 2018/123 und act. G 23).
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Sachverhalt ein Teilzeitabzug von 5% bestätigt), zumal keine weiteren Abzugsgründe
ersichtlich sind. Bei einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit und einem allfälligen 10%igen
Tabellenlohnabzug resultiert im Rahmen des Prozentvergleichs ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 37% (30% + [70% x 10%]).
5.
Nach dem Gesagten sind die Beschwerden sowohl im Verfahren IV 2018/123
(betreffend Rente) als auch im Verfahren IV 2018/153 (betreffend berufliche
Massnahmen) abzuweisen. Die beiden Beschwerdeverfahren sind kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Gerichtskosten
von Fr. 600.-- erscheinen in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als
angemessen. Der in beiden Verfahren vollständig unterliegende Beschwerdeführer hat
die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu tragen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.