Decision ID: a742113f-4c53-4b67-87d0-af93a426a660
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 11. Februar 1999 zum Bezug von Rentenleistungen der
Invalidenversicherung an. In der Anmeldung brachte er vor, seit dem 22. September
1997 an Kopfschmerzen, Übelkeit, Vergesslichkeit und Unsicherheit zu leiden. Damals
sei ihm auf einer Baustelle eine kleine Bohrmaschine auf den Kopf gefallen (IV-act. 5).
Der im Auftrag der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt erstellte Bericht von Dr.
med. B._, Facharzt Neurologie FMH, vom 24. April 2001 besagt, der Versicherte leide
unter chronischen Spannungskopfschmerzen mit episodischen vegetativen
Beschwerden nach einer Schädelprellung mit eventueller leichter Hirnerschütterung.
Der Unfall sei weder qualitativ noch quantitativ adäquat, um die nachfolgenden
sensorischen Symptome und die anhaltenden Kopfschmerzen verursachen zu können
(act. G 3.2).
A.b Vom 3. bis 6. Juli 2000 wurde der Versicherte im Zentrum für Medizinische
Begutachtung in Basel (ZMB), Medizinische Abklärungsstelle der Eidgenössischen
Invalidenversicherung (MEDAS), polydisziplinär begutachtet. Die Experten stellten im
Gutachten vom 31. August 2000 die Hauptdiagnose einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Die folgenden
Nebendiagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: Status nach Unfall mit
Schädelprellung vom 22. September 1997 mit verzögertem Abklingen von
posttraumatischen Schwindelbeschwerden und posttraumatische Kopfschmerzen
sowie Cephalea, möglicherweise analgetikainduziert, wahrscheinlich psychogener
Natur. Die persistierenden Schmerzen seien nicht mehr somatisch erklärbar. Es sei
davon auszugehen, dass ihre Ursachen in der Persönlichkeitsstruktur des Versicherten
lägen, welche sicher vorbestehend und in der Kindheit begründet sei. Der Versicherte
sei in den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Hilfsarbeiter bei Montagen oder in einem
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Fabrikationsbetrieb zu 80% arbeitsfähig (IV-act. 36). Dr. med. C._, Facharzt für
Innere Medizin FMH, hielt im Arztzeugnis vom 1. März 2001 fest, der Versicherte habe
sich beim Arbeiten eine Schürfwunde an der rechten Hand zugezogen, die sich später
infiziert habe. Er sei vom 8. Januar bis Ende März 2001 zu 100% arbeitsunfähig (IV-act.
104-8). Im Vorbescheid vom 8. Mai 2001 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, einen Rentenanspruch aufgrund eines Invaliditätsgrads von 1% zu verneinen
(IV-act. 59). Mit Vorbescheid vom 18. Mai 2001 berichtigte die IV-Stelle den
Invaliditätsgrad auf 22% und kündigte wiederum an, das Leistungsbegehren
abzuweisen (IV-act. 66). Am 15. Juni 2001 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem
Vorbescheid vom 18. Mai 2001 (IV-act. 67).
A.c Der Versicherte meldete sich am 11. Februar 2002 erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (Berufsberatung, Umschulung,
Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit sowie Rente) an. Er habe verschiedene
Leiden, könne vor Schmerzen kaum schlafen oder Gewichte heben (IV-act. 71). Dr.
C._ führte im Bericht vom 24. März 2002 aus, der Versicherte könne wegen
Kopfschmerzen höchstens vier Stunden pro Tag arbeiten (IV-act. 74-3 f.). Am 23. Mai
2002 diagnostizierte Dr. C._ beim Versicherten eine Reizbronchitis, die Folge einer
Gaseinatmung beim Schweissen sei. Er attestierte ihm vom 29. April bis 2. Juni 2002
eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 98-24). Die IV-Stelle hielt mit Schreiben vom 20.
November 2002 fest, dass der Gesundheitszustand des Versicherten seit Juni 2001
stationär sei, weshalb die rentenabweisende, rechtskräftige Verfügung vom 15. Juni
2001 nach wie vor Gültigkeit habe (IV-act. 86). Sie teilte dem Versicherten mit
Vorbescheid vom 2. Dezember 2002 mit, dass kein Anspruch auf berufliche
Massnahmen bestehe, da er bereits eingegliedert sei (IV-act. 87). Mit Verfügung vom
27. Dezember 2002 bestätigte die IV-Stelle den Vorbescheid (IV-act. 88).
A.d Am 3. August 2006 meldete sich der Versicherte abermals zum Bezug von
Rentenleistungen der Invalidenversicherung an. Er leide unter häufigen Kopfschmerzen,
gelegentlich Schwindel und Übelkeit seit dem Unfallereignis vom 22. September 1997
sowie an einer Persönlichkeitsstörung (IV-act. 95). Im Arztbericht vom 11. August 2006
diagnostizierte Dr. C._ beim Versicherten eine Depression, Phobien und eine
Persönlichkeitsstörung, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Zusätzlich
leide er an chronischen Kopfschmerzen. Der Gesundheitszustand sei stationär.
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Während objektiv keine Befunde zu erheben seien, mache sich die spezielle
Persönlichkeitsstruktur im Gespräch bemerkbar. Er erachte ein Teilzeitpensum mit
voller Leistung in einer adaptierten Tätigkeit als zumutbar (IV-act. 106). Am 9.
November 2006 untersuchte Dr. med. D._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, den Versicherten im Hinblick auf eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Dabei
stellte er eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F.60.8) fest. Der
Versicherte habe keine psychische Krankheit, die eine Arbeitsunfähigkeit begründe. Für
eine psychotherapeutische Behandlung zur Bewältigung von privaten und beruflichen
Konflikten fehle der Leidensdruck. Eine berufliche Wiedereingliederung sei nicht
sinnvoll (act. G 3.2).
Das Verzahnungsprogramm E._, ein Einsatzprogramm von sechs Monaten mit
anschliessendem Praktikum von sechs Monaten, hat der Versicherte gemäss E-Mail
der IIZ-Beratung vom 11. Juni 2007 aufgrund starker Rückenschmerzen nach ein paar
Stunden abgebrochen (IV-act. 123). Dr. med. F._, Spezialarzt für Physikalische
Medizin spez. Rheumaerkrankungen FMH, hat den Versicherten seit dem 22. Mai 2007
arbeitsunfähig geschrieben, wobei es nach Dr. F._ sehr schwierig ist, die
Arbeitsfähigkeit effektiv zu bestimmen (IV-act. 126).
A.e Der Versicherte wurde am 6. Februar 2008 im Rehabilitationszentrum der Klinik
Valens, interdisziplinär (rheumatologisch-orthopädisch, neurologisch und internistisch)
begutachtet. Chefarzt Dr. G._ diagnostizierte im Gutachten vom 20. März 2008 eine
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende, kombinierte bzw. sonstige spezifische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) mit narzisstischem (ICD-10 F60.80) und
impulsivem (ICD-10 F60.30) Akzent; Entwicklung und Perpetuierung körperlicher
Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0); bei/mit Problemen durch
negative Kindheitserlebnisse. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leide der
Versicherte unter aktuellen Anpassungsstörungen mit vorwiegender Beeinträchtigung
anderer Gefühle (Angst, Depression, Sorge, Anspannung und Ärger [ICD-10 F43.23])
sowie unter einem mässigen zervikalen und lumbovertebralen Schmerzsyndrom mit/bei
mässigen kernspintomographischen Befunden, ohne neurologische Ausfälle, mit
sonstigen Rückenschmerzen (ICD-10 M 54.8). Der Versicherte klage dabei über
occipitalen Kopfschmerz, Konzentrationsstörungen, Sehstörungen und Störungen des
Kurzzeitgedächtnisses, über zervikale Beschwerden und lumbale Schmerzen. Zudem
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habe er ständig eine "Chrott" im Hals. Die Resultate aktueller konventioneller
Röntgenaufnahmen waren gemäss Dr. G._ unauffällig. Einzig sei wohl eine
rechtseitige laterale Protrusion L4/5 in der Kernspintomographie vom 11. Juni 2007
vorhanden, jedoch ohne Komprimierung der L4-Wurzel. Aus rein somatischen Gründen
könne der Versicherte ganztägig leichte bis mittelschwere Arbeiten erledigen, mit
zusätzlichen Pausen von einer bis zwei Stunden pro Tag. Aus psychiatrischen Gründen
sei der Versicherte zwar arbeitsfähig, doch könne aufgrund der
Persönlichkeitsproblematik davon ausgegangen werden, dass er für einen Arbeitgeber
auf dem freien Arbeitsmarkt kaum noch zumutbar sei, woran weder berufliche noch
medizinische Massnahmen etwas zu ändern vermöchten. Die Art des
Gesundheitsschadens habe sich seit dem Jahr 2000 nicht verändert. Die
Persönlichkeitsstörung habe sich weiter konsolidiert bzw. die Manifestationsintensität
habe zugenommen. Die Anpassungsstörung sei passagerer Natur (IV-act. 139).
Die interdisziplinäre Begutachtung stützte sich unter anderem auf das psychiatrische
Teilgutachten vom 10. März 2008, erstellt von Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH. Dieser stellte eine sehr ungünstige Prognose, weil mit einer
namhaften Veränderung des inneren Erlebens des Versicherten und seiner nach aussen
getragenen Manifestationen nicht mehr zu rechnen sei. Sobald ihm eine einigermassen
geeignete bzw. subjektiv passende berufliche Tätigkeit ermöglicht werde, würden sich
die Störungen anfänglich gar nicht oder nur wenig auf eine Tätigkeit auswirken. Jedoch
käme es charakterbedingt mit grosser Regelmässigkeit zu Problemen im
Interaktionsverhalten mit Mitmenschen, insbesondere mit vorgesetzten Personen. Der
Versicherte sei zwar in der Lage ein Arbeitsverhältnis zu beginnen, doch sei er
persönlichkeitsbedingt, mit einer Ausnahme, nie in der Lage gewesen, ein
Arbeitsverhältnis längere Zeit aufrecht zu erhalten. Zusammenfassend hält Dr. H._
fest, aus der langjährig bestehenden Persönlichkeitsdiagnose ergebe sich keine
Arbeitsunfähigkeit im engeren Sinn, insbesondere nicht, wenn es darum gehe, eine
neue Arbeit zu beginnen und während relativ kurzer Zeit die erforderlichen Leistungen
zu erbringen. Langfristig sehe es persönlichkeitsbedingt ganz anders aus (IV-act. 140).
Dr. G._ und I._, Gruppenleiter Arbeitsbezogene Rehabilitation, führten am 11./12.
Februar 2008 eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit des Versicherten
durch. Die Leistungsbereitschaft sowie die Konsistenz bei den Tests des Versicherten
seien mässig. Die Leistungen in den Fortbewegungs- und Haltungstests und die
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erreichten Gewichtsbelastungen genügten den Anforderungen einer leichten bis
mittelschweren Arbeit. Zügeltätigkeiten sollten aufgrund der zu hohen
Gewichtsbelastungen vermieden werden. Bezüglich beruflicher Eingliederung gebe es
keine Empfehlungen, da der Versicherte die bisherigen Versuche abgebrochen habe.
Eine rein somatisch orientierte Therapie sei aufgrund der Tendenz zur
Symptomausweitung und Selbstlimitierung nicht erfolgversprechend (IV-act. 141). Mit
Stellungnahme vom 29. April 2008 kam der Regionale Ärztliche Dienst der
Invalidenversicherung (RAD) zur Konklusion, dass sich der Gesundheitszustand des
Versicherten nicht relevant verändert habe und die im Gutachten der MEDAS attestierte
Arbeitsfähigkeit von 80% weiterhin gelte. Es lägen keine medizinischen
Revisionsgründe vor. Das Gutachten der Klinik Valens sei ausführlich und
nachvollziehbar. Die Frage des geänderten Gesundheitszustands werde sowohl im
interdisziplinären Teil, als auch im psychiatrischen Teilgutachten verneint. Auch wenn
Dr. H._ Probleme mit dem Arbeitgeber erwarte, gehe er aus psychiatrischer Sicht von
einer Arbeitsfähigkeit aus. Es werde erwähnt, dass der Versicherte in einer
selbständigen Arbeit wahrscheinlich besser funktionieren werde (IV-act. 142).
A.f Die IV-Stelle prüfte den Antrag auf berufliche Eingliederung und plante eine
Arbeitsabklärung vom 5. Januar bis 5. April 2009 in Form eines Praktikums bei der
Stadtverwaltung Z._ in einem 50%-Pensum (IV-act. 167). Das Praktikum konnte der
Versicherte erst am 29. Januar 2009 beginnen (IV-act. 174). Nach zwei Wochen wurde
es wegen Unstimmigkeiten mit der Personalchefin abgebrochen. Mit Schreiben vom
3. April 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten den Abschluss der Arbeitsvermittlung
mit. Die Taggeldleistungen würden per 17. Februar 2008 gestoppt (IV-act. 182). Mit
Vorbescheid vom 8. April 2009 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, das
Leistungsbegehren abzuweisen. Der aktuelle Gesundheitszustand habe sich zur
Referenzsituation im Jahr 2000 nicht relevant verändert, womit keine medizinischen
Revisionsgründe vorlägen. In adaptierter Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 80%
weiterhin zumutbar. Der Invaliditätsgrad liege bei 26%, weshalb kein Rentenanspruch
bestehe (IV-act. 185). Dagegen erhob Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, St.
Gallen, am 22. Mai 2009 im Namen des Versicherten diverse Einwände und beantragte,
es sei eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50% zuzusprechen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er bemängelte insbesondere die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit, zudem hätten die Beschwerden psychischer Art weiter
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zugenommen. Dies werde durch die Angaben von Herrn J._, mehrmaliger
Arbeitgeber des Versicherten, untermauert. Dieser habe den Versicherten nicht
unbeaufsichtigt lassen können. Wenn es ihm "aushänge", wisse man nicht, wie das
enden werde. (IV-act. 187).
A.g Dr. K._ vom RAD nahm im Schreiben vom 3. Juli 2009 Stellung zu den
Einwänden des Versicherten. Der Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zur
Referenzsituation nicht wesentlich geändert. Es handle sich um eine unterschiedliche
Beurteilung eines an sich unveränderten Gesundheitszustands (IV-act. 188).
A.h Mit Verfügung vom 23. Juli 2009 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine
Invalidenrente und bestätigte den Vorbescheid vom 8. April 2009 (IV-act. 189).
B.
B.a Gegen diese Verfügung vom 23. Juli 2009 richtet sich die von Rechtsanwalt
Bodenmann für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 25. August 2009. Er
beantragt die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% sowie die Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung unter Einsetzung des unterzeichnenden
Rechtsanwaltes als unentgeltlichen Rechtsbeistand; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung macht er geltend, die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers sei weit mehr eingeschränkt als von der Beschwerdegegnerin
angenommen. Der Gesundheitszustand habe sich offensichtlich verschlechtert und es
sei ihm aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur nicht möglich, sich im Rahmen einer
100%igen Tätigkeit bei einem Arbeitgeber zu integrieren. Der Beschwerdeführer sei
jedoch gewillt, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen, wobei ihm die Möglichkeit erteilt
werden könnte, sich im Umfang von 50% eine selbständige Erwerbstätigkeit
aufzubauen. Der Beschwerdeführer sei keinesfalls in der Lage, eine 80%ige
Leistungsfähigkeit zu erbringen. Vor diesem Hintergrund sei - selbst wenn man der
Argumentation der Beschwerdegegnerin folgen würde - vom Invalideneinkommen ein
Abzug von 25% vorzunehmen, womit sich ein Invaliditätsgrad von 40% ergäbe, so
dass der Beschwerdeführer wenigstens Anspruch auf eine Viertelsrente der
Invalidenversicherung hätte (act. G 1).
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer
argumentiere widersprüchlich, wenn er eine 50%ige Arbeitsfähigkeit annehme.
Mangels einer Veränderung des Gesundheitszustands seit der letzten Verfügung vom
27. Dezember 2002 liege kein Revisionsgrund vor. Der Beschwerdeführer sei aus
psychiatrischer Sicht grundsätzlich arbeitsfähig. Ein schlechter Charakter oder eine
eigenartige Persönlichkeitsstruktur könne keine Invalidität begründen (act. G 3).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 20. Oktober 2009 wurde dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten für das Verfahren vor
dem Versicherungsgericht) bewilligt (act. G 5).
B.d Mit Replik vom 9. November 2011 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest. Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin, er könne seine charakterlichen
Eigenschaften mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwinden, entbehrten
jeglicher Grundlage. Die 50%ige Arbeitsfähigkeit sei nur im Hinblick auf eine
selbständige Tätigkeit zu betrachten (act. G 6).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
Angefochten ist die Verfügung vom 23. Juli 2009, die das im August 2006 eingeleitete
Revisionsverfahren abgeschlossen hat.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt hat sich teilweise im Zeitraum
vor dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision verwirklicht. Hinsichtlich des Begriffs und der
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Bemessung der Invalidität hat diese Revision keine substantiellen Änderungen
gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht. Nachfolgend
werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen wiedergegeben.
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Der
Veränderung des Invaliditätsgrades ist mittels Rentenerhöhung, Rentenherabsetzung
oder Rentenaufhebung Rechnung zu tragen, wenn sich der der Leistung zu Grunde
liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat (Art. 17 Abs 2 ATSG). Die
Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad
erheblichen Tatsachen eingetreten sein könnte, beurteilt sich durch den Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ersten Ablehnungsverfügung (bzw. bei mehreren
Ablehnungen seit der letzten unangefochten gebliebenen Ablehnung des
Leistungsgesuchs) bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen
Verfügung (BGE 130 V 73 E. 3.1). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich bleibenden Sachverhalts stellt dagegen praxisgemäss keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b). Tritt die Verwaltung nach
geglückter Glaubhaftmachung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache
materiell abzuklären und zu prüfen, ob nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität
zu bejahen sei (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössische
Versicherungsgericht] vom 20. April 2005, I 797/2004, E. 1.2). Da vorliegend das
Leistungsgesuch am 15. Juni 2001 abgelehnt wurde und sich daran mit der
Neuanmeldung vom 11. Februar 2002 nichts änderte (vgl. unangefochten gebliebene
Verfügung vom 27. Dezember 2002) ist der Sachverhalt, wie er sich im Juni 2001
darstellte, mit dem Sachverhalt zu vergleichen, wie er sich bis zum Erlass der jetzigen
Verfügung vom 23. Juli 2009 verwirklicht hat.
2.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG ist eine Person invalid, wenn sie voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernd ganz oder teilweise erwerbsunfähig ist. Die
Erwerbsunfähigkeit definiert sich dabei als ein durch Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachter und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibender ganzer oder teilweiser Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
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(Art. 7 ATSG). Die Rentenabstufungen nach Art. 28 IVG geben bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
3.1 In Frage steht insbesondere die Beurteilung des psychischen
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers. Das Gutachten der Klinik Valens vom
20. März 2008 befasste sich mit dem aktuellen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers im Vergleich zum im MEDAS-Gutachten vom 31. August 2000
erhobenen Gesundheitszustand (IV-act. 26 und 139). Die Gutachten der Klinik Valens
und der MEDAS beruhen auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen und
erscheinen umfassend. Die Vorakten und die geklagten Beschwerden des
Beschwerdeführers wurden hinreichend berücksichtigt. Die Gutachten leuchten in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation, insbesondere hinsichtlich des psychischen
Gesundheitszustands, ein. Gemäss interdisziplinärem Gutachten vom 20. März 2008
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hat sich die Persönlichkeitsstörung weiter konsolidiert bzw. die Manifestationsintensität
zugenommen (IV-act. 139). Der RAD verneinte im Schreiben vom 29. April 2008 eine
relevante Änderung des Gesundheitszustands im Vergleich zur MEDAS-Begutachtung
vom 31. August 2000 (IV-act. 142). Diese Einschätzung wurde durch den RAD am
3. Juli 2009 bestätigt (IV-act. 188). Dem kann gefolgt werden. Eine Konsolidierung der
Persönlichkeitsstörung mit Zunahme der Manifestationsintensität stellt klarerweise
keine relevante Veränderung Gesundheitszustands dar. In den medizinischen Akten
finden sich keine Anhaltspunkte, die Zweifel an dieser Beurteilung zu erwecken
vermöchten.
Der Beschwerdeführer macht gestützt auf die Beobachtungen bei diversen
Arbeitsversuchen und auf die Gutachten der Klinik Valens geltend, seine
Arbeitsfähigkeit sei weit mehr eingeschränkt als die Beschwerdegegnerin in ihrer
Verfügung angenommen habe. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Dr. H._
erachtete im Gutachten vom 10. März 2008 den Beschwerdeführer aus psychiatrischer
Sicht als arbeitsfähig. Mit einem hohen Ausmass an Sicherheit liege eine organische
einschliesslich symptomatische psychische Störung nicht vor. Im Sinne einer
Selbstwahrnehmung der beruflichen Perspektivlosigkeit läge eine Anpassungsstörung
mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle vor, wobei leichte depressive
Symptome, ängstliche Erwartungshaltungen, Sorgen, Anspannungen und Ärger,
welcher jedoch gut dissimiliert werde, im Vordergrund stünden. Zudem liege zweifellos
eine Persönlichkeitsstörung mit narzisstischem und impulsivem Akzent vor. Dies
beeinträchtige seine Arbeitsfähigkeit insoweit, als er entmutigt sei und
Arbeitssituationen vorbewusst und bewusst meide; zudem sei kaum noch jemand
bereit, ihm eine Arbeitschance zu geben. Das psychiatrische Teilgutachten kann nur so
interpretiert werden, dass sich der Gesundheitszustand zum Referenzzeitpunkt im
August 2000 nicht wesentlich geändert hat und die Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit konstant geblieben sind. Daran vermögen auch Erfahrungen mit
verschiedenen Arbeitsversuchen nichts zu ändern. Folglich kann auf die von der
Beschwerdegegnerin festgestellte Arbeitsfähigkeit von 80% in allen Hilfstätigkeiten
abgestellt werden. Die Frage, ob der Beschwerdeführer einem Arbeitgeber zumutbar
ist, stellt sich bei der Prüfung der sozial-praktischen Verwertbarkeit der
Arbeitsfähigkeit.
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3.2 Gemäss interdisziplinärem Gutachten vom 20. März 2009 ist dem Beschwerde
führer in der letzten beruflichen Tätigkeit eine ganztägige Tätigkeit mit Pausen von einer
bis zwei Stunden pro Tag zumutbar. Für andere berufliche Tätigkeiten sei ihm eine
ganztägige leichte bis mittelschwere Arbeit mit seltenen Gewichtsbelastungen bis 20
kg und zusätzlichen Pausen von ein bis zwei Stunden pro Tag zumutbar. Als Einstieg
seien sechs Stunden pro Tag zumutbar. Arbeiten über Schulterhöhe, vorgeneigtes
Stehen sowie wiederholte Kniebeugen sollten bei Bedarf unterbrochen werden können
(IV-act. 129-39). Diese Einschätzung ist nicht zu beanstanden. Vor allem vermag der
Bericht von Dr. C._ vom 24. März 2002, der von einer Zumutbarkeit von vier Stunden
pro Tag ausging, nichts an der Beweiskraft des Gutachtens vom 20. März 2009 zu
ändern. Es sprechen keine Indizien gegen die Zuverlässigkeit der gutachterlichen
Schlussfolgerung.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Verwertung seiner Restarbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sozial-praktisch kaum zumutbar sei. Zu
prüfen ist, ob die gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit von 80% in einer
leidensangepassten Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-
praktisch zumutbar ist. Dabei ist ein objektiver Massstab zu verwenden (Urteil des
Bundesgerichts vom 18. April 2011, 8C_1018/2010, E. 5.6).
4.2 Für die Invaliditätsbemessung ist einzig massgeblich, ob die invalide Person ihre
verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren
Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden. Ob sie unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, ist unerheblich (AHI 1998
S. 287 E. 3b f., I 198/97). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt kennzeichnet sich durch ein
gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und
weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf, sowohl bezüglich der beruflichen
und intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes
(BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 134 V 64 E. 4.2.1). Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen
vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August
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2007, 9C_95/2007, E. 4.3 mit Hinweisen). Es darf aber nicht von realitätsfremden
Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere können nur Vorkehren
verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven
Gegebenheiten des Einzelfalls zumutbar sind. An die Konkretisierung von
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen zu stellen (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203,
9C_830/2007 E. 5.1 mit Hinweis). Eine Arbeitsgelegenheit ist zu verneinen, wenn die
zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (z.B.
Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E. 3.3 mit Hinweisen).
4.3 Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person
die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit sozial-praktisch zu verwerten und
ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag (BGE 110 V 276 E.
4b). Dr. H._ wies im psychiatrischen Teilgutachten vom 10. März 2009 auf das hohe
Risiko hin, dass der Beschwerdeführer nach einer kürzeren oder etwas längeren
Bewährung im Arbeitsprozess erneut scheitern könne. Dr. H._ ging davon aus, dass
der Beschwerdeführer aufgrund seiner langjährigen tiefgreifenden
Persönlichkeitsproblematik einem Arbeitgeber auf dem freien Markt kaum noch
zumutbar sei. Der Beschwerdeführer verfüge zwar über kein
Fremdgefährdungspotenzial, doch sei er aufgrund seiner komplexen
Persönlichkeitsstörung im Interaktionsverhalten mittel- und langfristig jeweils untragbar
gewesen, woran sich auch künftig nichts ändern werde (vgl. IV-act. 7, 140-40 ff.).
Trotz diesen Ausführungen ist davon auszugehen, dass es dem Beschwerdeführer
möglich wäre eine geeignete Stelle zu finden. Obwohl Dr. H._ das mangelhafte
Interaktionsverhalten des Beschwerdeführers betont, ist es nicht realitätsfremd
anzunehmen, dass dieser eine Tätigkeit finden könnte, bei der diese Problematik nicht
im Vordergrund steht. Es erscheint zumutbar, dass der Beschwerdeführer, welcher
zuvor unter anderem als Lagermitarbeiter, als Aushilfe in der Spritzgussabteilung und
als Schweisser tätig war, nunmehr eine vergleichbare oder eine andere, seiner
Gesundheit angepasste Arbeit ausüben kann. Zu denken ist insbesondere an Arbeiten
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ausserhalb von Teams, die der Beschwerdeführer weitgehend alleine verrichten könnte
wie Kurier, Securitas, Hauswart, Nachtwächter, Strassenwärter und dergleichen. Nach
ständiger Rechtsprechung ist davon auszugehen, dass solche Stellen in zureichender
Zahl vorhanden sind, auch wenn zusätzliche Einschränkungen zu berücksichtigen sind
(EVG-Urteil vom 3. Dezember 2003, I 349/01, E. 6.1).
5.
5.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 28a Abs. 1 des IVG nach Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich
ermittelt. Dabei wird das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung zum Einkommen gesetzt, das die
versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
5.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Das Einkommen ist
ausgehend vom letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der
Gesundheitsschädigung erzielt hat zu ermitteln und so konkret wie möglich zu
berechnen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00). Im Jahr 2008
hätte der Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen in seiner angestammten Tätigkeit
als Hilfsarbeiter/Allrounder ein Jahreseinkommen von Fr. 42'377.-- erzielen können.
Dieses Einkommen setzt sich zusammen aus dem Einkommen 2005 von Fr. 40'807.--
(als Vorarbeiter bei der Stiftung Y._, vgl. Lohnkonto, IV-act. 105-8 ff.) und der
Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2008.
5.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
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Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76
f. E. 3b/aa und bb, mit Hinweisen). Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit
mehr nachgeht, ist das Invalideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen zu
bestimmten. Im Jahr 2008 betrug der Durchschnittslohn für einen Hilfsarbeiter (LSE-
Tabelle TA1, Privater Sektor, Total Anforderungsniveau 4) Fr. 4'806.-- pro Monat.
Umgerechnet auf ein Jahr und unter Berücksichtigung der im Jahr 2008
betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro Woche ergibt dies ein Betrag von Fr.
59'979.--. Der Beschwerdeführer erzielte folglich als nicht Invalider im Vergleich zu den
LSE-Durchschnittslöhnen einen Minderverdienst. Da keine Anhaltspunkte dafür
bestehen, dass der Beschwerdeführer sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen
Einkommensniveau hätte begnügen wollen, ist das Validen- und Invalideneinkommen
auf der gleichen Grundlage zu bestimmen. Sind demnach Validen- und
Invalideneinkommen ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich deren
genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (sogenannter
Leidensabzug; vgl. zur Parallelisierung der Vergleichseinkommen bei Minderverdienst
SVR 2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4).
5.4 Falls es die Verhältnisse rechtfertigen, kann ein auf 25% begrenzter Leidensabzug
von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu ermittelnden Invalideneinkommen
vorgenommen werden. Der Leidensabzug ist nach pflichtgemässem Ermessen unter
Berücksichtigung sämtlicher Merkmale (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) gesamthaft zu
schätzen, wenn anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens
verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet
werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2011, 8C_379/2011 E. 4.2.2.1;
BGE 135 V 301 E. 5.2 mit Hinweisen). Die Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn
bestimmt sich nicht indem für jedes in Betracht fallende Merkmal separat eine
Reduktion vorgenommen wird, sondern indem der Einfluss aller Faktoren auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen zu schätzen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai
2009, 8C_221/2009 E. 4.2.1). Zudem ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der
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Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche invaliditätsfremde
Faktoren im Rahmen des Leidensabzugs nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen
(BGE 134 V 228, E. 5.2). Dabei gilt es dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der
Beschwerdeführer in einem Pensum von 80% arbeiten kann. Denn Männer mit einem
Teilzeitpensum werden überproportional tiefer entlöhnt im Vergleich zu Männern mit
einem Beschäftigungsgrad von 100% (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008,
9C_833/2007, E. 3.5 mit Hinweisen). Zusätzlich weist Dr. H._ im Psychiatrischen
Teilgutachten vom 10. März 2008 darauf hin, dass der Beschwerdeführer einem
Arbeitgeber kaum zumutbar ist (IV-act. 140-43). Dieser Umstand ist nicht in die
medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossen, kann sich aber infolge der damit
verbundenen vermehrten Stellenwechsel lohnwirksam auswirken. Angesichts dieser
Merkmale erscheint ein Abzug von höchstens 15% als angemessen. Unter Vornahme
eines solchen Abzugs resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 32%
(100% - [80% x 0.85]). Die Verneinung eines Rentenanspruchs durch die
Beschwerdegegnerin ist daher nicht zu beanstanden.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung der
Verfügung vom 23. Juli 2009 abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge der am 20. Oktober 2009 bewilligten
unentgeltlichen Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien. Der Staat ist zufolge
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar
zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Die Parteientschädigung
bemisst sich gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
bis
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als angemessen. Gekürzt um 20% beträgt sie Fr. 2'800.--. Wenn die wirtschaftlichen
Verhältnisse es gestatten, kann der Beschwerdeführer jedoch zur Nachzahlung der
vom Staat entschädigten Gerichts- und Parteikosten verpflichtet werden (Art. 123 Abs.
1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] in Verbindung mit Art. 99
Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/SG; sGS 951.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP