Decision ID: a6339de3-47b9-4955-b0d2-4d093f4a9521
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1958 geborene
X._
war
einerseits
seit September 2008 bei der
Y._
,
Z._
, als Gipser
und andererseits seit Januar 2010 bei der
A._
,
B._
, als Raumpfleger angestellt (
Urk.
7/1, 7/11 und 7/67). Dadurch war er bei der Suva obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufs
unfälle versichert.
Gemäss Schadenmeldung vom 1
3.
Oktober 2015 sei er am 2
8.
September 2015 von einem zwei Meter hohen Gerüst gestürzt, wobei er sich am Rücken verletzt habe (
Urk.
7/1
, Urk. 7/12
).
Anlässlich der gleichentags erfolg
ten ambulanten Behandlung im
C._
wurden
Frakturen der
Processus
transversi
, Lendenwirbelkörper 1-3 rechts, festgestellt
und eine Arbeits
unfähigkeit attestiert
(
Urk.
7/41
, Urk. 7/2
).
Der nachbehandelnde Arzt Dr.
med.
D._
, Praktischer Arzt, attestierte ab dem 3
0.
September 2015
weiterhin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/2 f., 7/22 f. und 7/39 f.).
Die Suva erteilte Kostengutsprache für die Heilbehandlung i
m
Zusammenhang mit den Frakturen an der
Lendenw
irbelsäule und erbrachte
bis zum 1
8.
Januar 2016
Taggeldleistungen (
Urk.
7/27
f.
, 7/45
und 7/74 f.
).
Nachdem eine
Subscapularisruptur
mit Luxation der langen
Bizepssehne
sowie eine chronische
anteriore
Supraspinatussehnenruptur
diagnostiziert worden war
en
, unterzog sich der Versicherte am 1
8.
Januar 2016 im
C._
einer Operation an der rechten Schulter (
Urk.
7/59).
In der Folge wurde bei der Suva um Kostengutsprache für Physiotherapie ersucht
(
Urk.
7/48), worauf weitere Unterlagen
der behandelnden Ärzte
(
Urk.
7/58 ff.)
sowie
eine kreisärztliche Stellungnahme ein
geholt wurden
(
Urk.
7/71). Mit Verfü
gung vom 1
4.
April 2016 teilte die Suva
dem Versicherte
n
mit, dass zwischen den gemeldeten Schulterbe
schwerden und dem Ereignis vom 2
8.
September 2015 kein sicherer oder wahr
scheinlicher Kausalzusammenhang bestehe, weshalb
sie
nicht leistungspflichtig
sei (Urk.
7/85). Nachdem der Versicherte dagegen
Einsprache erhoben hatte (Urk.
7/98)
, zog die Suva weitere Arztberichte bei (
Urk.
7/101, 7/105, 7/111 ff. und
7/120 ff.). Nach Eingang einer versicherungsinternen orthopädischen Beur
teilung von med.
pract
. E._
, Facharzt für Chirurgie, und
Dr.
med. F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, vom 1
2.
Okt
ober 2017 (
Urk.
7/133), wies sie
die Einsprache m
it
Einspracheentscheid
vom 2
0.
Oktober 2017
ab (
Urk.
7/134 = Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2
1.
November 2017 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen
Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung zuzu
sprechen. Eventualiter
sei der ursächliche Zusammenhang zwischen der schulter
bedingten Arbeitsunfähigkeit und dem Unfall vom 2
8.
September 2015 mittels eines neuen fachärztlichen Gutachtens abzuklären. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Versicherte zudem um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Suat Sert (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 18. Dezember 2017 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber der
Ver
sicherte mit Verfügung vom
5.
Januar 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8). Gleichzeitig wurde er einerseits darüber informiert, dass sich sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung zufolge der grundsätzlichen Kostenlosigkeit des Beschwerdeverfahrens als obsolet erweist. Andererseits wurde sein Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters abgewiesen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende
Vor
fall hat sich am
2
8.
September 2015
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lich
keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentschei
d
vom 2
0.
Oktober 2017
stellte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf den Standpunkt,
dass
zwischen den
Sehnenschädigungen an der rechten Schulter
des
Versicherten und dessen Sturz a
m 2
8.
September 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein kausaler Zusammenhang bestehe. Die versicherungsintern eingeholten ärztlichen Beurtei
lungen seien durch die vergleichsweise undifferenzierten Berichte der behandeln
den Ärzte nicht in Zweifel zu ziehen. Für die geklagten rechtsseitigen Schulter
beschwerden seien keine Versicherungsleistungen nach UVG geschuldet (
Urk.
2 S. 11).
2.2
Demgegenüber machte der Versicherte in seiner Beschwerdeschrift vom 21. No
vember 2017 zusammengefasst geltend,
er sei vor dem Sturz auf die rechte Schulter am 2
8.
September 2015 zu 100
%
arbeitsfähig gewesen. Trotz der durch
geführten Operationen und Therapien sei er seither gänzlich arbeitsunfähig und vermöge den rechten Arm immer weniger zu bewegen. Es sei nicht nachvollzieh
bar, dass zwischen dem Gesundheitsschaden und dem erlittenen Sturz kein natürlicher Kausalzusammenhang bestehen soll.
Eine andere Ursache für die Zer
reissung der vorgeschädigten Sehnen der
Rotatorenmanschette
sei nicht denkbar (
Urk.
1 S. 5 f.).
2.3
Die Beschwerdegegnerin erachtete die Argumentation des Versicherten in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
8.
Dezember 2017 als nicht stichhaltig. Diese basiere überwiegend auf der gemäss Rechtsprechung unzulässige
n
Formel «
post
hoc
ergo
propter
hoc». Hervorzuheben sei, dass
entgegen der Auffassung des Versicherten kein Sturz auf die rechte Schulter dokumentiert worden sei; in den echtzeitlichen Dokumenten sei von einem Sturz auf die rechte Flanke die Rede. D
er Kausalzu
sammenhang zwischen dem Sturz und den geklagten Beschwerden
sei überdies nicht per se verneint worden
. Die Frakturen im Bereich der Lendenwirbelsäule seien als unfallbedingt anerkannt worden.
Gemäss der versicherungsinternen orthopädischen Beurteilung würden inde
s verschiedene Faktoren dagegen
spre
chen, dass die Sehnenschädigung der
Rotatorenmanschette
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Sturz am 2
8.
September 2015 verursacht worden sei (
Urk.
6 S. 3 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin erbrachte Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit den Frakturen an der Lendenwirbelsäule, welche sich der Versicherte anläss
lich seines Sturzes am 2
8.
September 2015 zugezogen hatte (vgl. Urk. 7/27 f., 7/45). Entsprechend ihren Ausführungen im
Einspracheentscheid
(
Urk.
2 S. 5) stellt der Beschwerdeführer - soweit ersichtlich - nicht in Abrede, dass die Heil
behandlung in diesem Kontext zwischenzeitlich abgeschlossen werden konnte und insbesondere kein Anspruch mehr auf Taggeldleistungen besteht (vgl.
auch
Urk.
7/74 f.)
. Weiterungen in diesem Zusammenhang erübrigen sich dement
sprechend.
Strittig und
nachfolgend
zu prüfen ist allerdings, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum Schluss gelangt ist, dass zwischen den vom Versicherten geklagten rechtsseitigen Schulterbeschwerden u
nd dem Schadensereignis vom 28.
Septem
ber 2015 kein natürlicher Kausalzusammenhang
und folglich keine Leistungs
pflicht ihrerseits
besteht.
3.2
3.2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid zum einen auf
die Beurteilung von
Dr.
G._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilita
t
ion
,
vom
8.
März 201
6.
Dieser hielt
im Wesentlichen fest, dass
i
m Bericht
des
C._
über die ambulante Behandlung am Unfalltag
(vgl.
Urk.
7/41)
keinerlei Hinweise auf eine Verletzung der rechten Schulter zu finden
seien
. Diese sei im Gegensatz zum Thorax, der Lendenwirbelsäule und dem Becken auch radiologisch nicht untersucht worden
(vgl.
Urk.
7/10)
. Erst kn
app vier
(recte: drei)
Monate später habe Dr.
D._
eine
frozen
sh
oulder
diagnostiziert und diese
in einen kausalen Zusammenhang zum erlittenen Sturz gestellt
(vgl.
Urk.
7/37)
.
Weitere Abklärungen hätten allerdings ergeben, dass der Versicherte bereits am 3
1.
März 2015 infolge eines am Vortag beim Ausziehen der Jacke in der rechten Schulter verspürten stechenden Schmerzes die Notfallstation des
C._
aufgesucht habe.
Er habe berichtet, dass b
ereits zwei Jahre zuvor ein Sehnenriss in der rechten Schulter diagnostiziert und eine
Operation für indiziert erachtet
worden
sei
.
Obwohl
am
2.
April 2015
mittels Magnetresonanztomogra
phie (MRT)
nebst einer frischen Partialruptur der ansatznahen
Subscapularissehne
mit umgebendem Ödem auch eine Luxation der langen
Bizepssehne
im Sinne einer
Pulley
-Läsion sowie eine alte
transmurale
Ruptur im ventralen Anteil der
Supraspinatussehne
hätten festgestellt werden können, habe der Versicherte eine operative Versorgung abgelehnt (vgl.
Urk.
7/61 f.).
Die schliesslich doch
am 18.
Januar 2016 im
C._
durchgeführte Operation an der rechten Schulter
stehe
eindeutig in keinem Kausalzusammenhang zum Sturz vom Gerüst am 28. September 2015
, zumal ausschliesslich bereits im April
2015 bestehende Befunde behandelt worden seien
.
Bezeichnenderweise
sei
denn auch kein neues präoperatives MRT erstellt worden
(zum Ganzen
Urk.
7/71).
3.2.2
Zum anderen stellte die Beschwerdegegnerin auf
die orthopädische Aktenbeur
teilung von med.
pract
.
E._
sowie
Dr.
F._
vom 1
2.
Oktober 2017 ab, welche zum Schluss gelangten, dass das Schadensereignis vom 28. September 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keiner über den bekannten krank
haften Vorzustand hinausgehenden strukturellen Schädigung der rechten Schul
ter geführt habe. Es fänden sich gesamthaft keine Faktoren, welche für einen Kausalzusammenhang sprechen würden. Gegen eine durch den Sturz ausgelöste Läsion der
Rotatorenmanschette
spreche
nicht nur
die
V
orgeschichte
mit einem seit 2013 bekannten krankhaften
Vorzustand an der rechten Schulter
.
Auch der Umstand, dass der Beginn der Schulterbehandlung erst in grossem zeitlichen Abstand zum Sturz
erfolgt sei
, lege eine Kausalität nicht nahe. Gleiches gelte in Bezug auf den
Crescendoverlauf
der Beschwerden, die eindeutige bildmorpholo
gische Darstellung einer degenerativen Läsion der
Rotatorenmanschette
sowie den intraoperativen Befund, welcher im Wesentlichen die vorherigen klinischen und radiologischen Befunde bestätigt
habe (zum Ganzen
Urk.
7/133/
8).
3.3
Die involvierten Versicherungsmediziner
verfügen zum einen über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigte fachärztliche Ausbildung.
Sie berücksichtigten zudem die relevanten
Vorakten
und setzten sich insbesondere mit dem Krankheitsverlauf, den radiologisch erhobenen Befunden
sowie den Ein
schätzungen der behandelnden Ärzte
auseinander.
Überdies nahmen sie aus
führlich und in nachvollziehbarer Weise zur
entscheidrelevanten
Frage Stellung, ob die Schulterbeschwerden des Versicherten auf das Schadensereignis vom 2
8.
September 2015 zurückzuführen seien.
Im Übrigen schadet nicht, dass die Versicherungsmediziner den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht haben, da auch reinen Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern - wie im kon
kreten Fall - ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinwei
sen).
Der Beschwerdeführer vermag keine konkreten Indizien aufzuzeigen, welche gegen die Zuverlässigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Beurteilungen sprechen.
In erster Linie macht er geltend, vor dem Sturz vom Gerüst zu 100
%
arbeitsfähig und in der Folge gänzlich arbeitsunfähig gewesen zu sein, weshalb ein zumindest teilursächlicher Zusammenhang zwischen dem Schadensereignis und den
rechtsseitigen Schulterbeschwerden bestehe (
Urk.
1 S. 5 f.). Der Beschwerde
gegnerin ist beizupflichten, dass die Beweisregel «
post
hoc ergo
propter
hoc» im Sinne einer natürlichen Vermutung, Beschwerden müssten unfallbedingt sein, wenn eine vorbestehende Erkrankung bis zum Unfall schmerzfrei war, medizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich daher unzulässig ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_369/2010 vom 1
7.
Dezember 2010 E. 3 mit Hin
weis).
Soweit sich der Beschwerdeführer im Weiteren auf die Berichte der behandelnden Ärzte stützt,
ist festzuhalten, dass jene die Schulterbeschwerden zwar
mit einem
anlässlich des Sturzes
erlittenen
Schultertrauma
i
n Verbindung bringen.
Von der Erfahrungstatsache abgesehen, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
, vermögen deren Berichte
auch aus anderen Gründen keine Zweifel an den
versicherungsinternen Beurteilungen
zu wecken
.
So ist in Bezug auf die Ausführungen des Hausarztes
Dr.
D._
(Urk.
7/37, 7/98/6)
zum einen anzumerken, dass er als Praktischer Arzt nicht über die konkret notwendige fach
liche Qualifikation im orthopädischen beziehungsweise chirurgischen Bereich verfügt, was für den Beweiswert seiner Berichte von erheblicher Bedeutung ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_547/2010 vom 26. Januar 2011 E. 2.2 mit Hin
weisen). Zum anderen
ist von entscheidender Bedeutung, dass
er sich nicht
im Einzelnen
mit den versicherungsintern eingeholten ärztlichen Beurteilungen
und der Frage der Kausalität
auseinander
gesetzt hat
, wobei dies auch
in Bezug auf die
Berichte der Spitalärzte gilt
(vgl.
unter anderem
Urk.
3/6
8, 3/10, 7/105
und 7/120/2 ff.)
.
Soweit
die behandelnden Ärzte
im Übrigen
von eine
r sturzbedingten Traumatisierung der rechten Schulter
ausgehen
, ist
festzuhalten, dass
weder
die
Schadenmeldungen der Arbeitgeberinnen des Versicherten (
Urk.
7/1, 7/12),
noch der Bericht des
C._
vom 28.
September 2015
(Urk. 7/41)
Anhalts
punkte für eine solche Verletzung enthalten. Im Rahmen der Erstuntersuchung nach dem Sturz klagte der Versicherte nicht über Schmerzen an der rechten Schulter, weshalb in diesem Zusammenhang
namentlich
auch keine
radiologi
schen
Untersuchungen veranlasst wurden
(vgl.
Urk.
7/10
).
Unabhängig davon überzeugt die durch e
inschlägige
Fachliteratur gestützte Einschätzung von med.
pract
.
E._
und Dr.
F._
, wonach eine angesichts der fehlenden äusseren Verletzung
s
zeichen als leicht einzustufende Schulterprellung innerhalb von vier bis sechs Wochen folgenlos abgeheilt wäre (
Urk.
7/133/9).
3
.4
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die
versicherungs
internen ärztlichen Beurteilungen
von
Dr.
G._
, med.
pract
.
E._
sowie
Dr.
F._
vom
8.
März 2016 beziehungsweise 1
4.
April 2016
abgestellt. Die seitens des Versicherten geltend gemachten Beschwerden an der rechten Schulter
sind
nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit
kausal auf das Ereignis vom 28.
September 2015 zurückzuführen, sondern vielmehr
als
Folge eines krankhaf
ten Vorzustandes beziehungsweise eines
fortschreitenden
degenerativen Pro
zesses
zu interpretieren
. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin ihre Leistungspflicht in diesem Zusammenhang verneinte. Für weitere medizinische Abklärungen besteht entgegen dem Eventualantrag des Versicher
ten kein Anlass, zumal davon keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte B
eweiswürdigung; BGE 124 V 90 E.
4b, 122 V 157 E.
1d, 136 I 229 E. 5.3).
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
0.
Oktober 2017 (
Urk.
2)
ist
folglich
zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.