Decision ID: 20f0455c-fdc9-4ac2-abc5-05416c34cf17
Year: 2008
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

wurden indes keine Erwägungen gemacht. Zum Sachverhalt kann auf Lit. A.
und B. (S. 2/3) des Bundesgerichtsurteils verwiesen werden.
b) Mit Entscheid vom 2., mitgeteilt am 21. August 2007 hielt die
Schätzungskommission der Gesamtmelioration ... (SKG) fest, dass sowohl
der Antrag auf Neuzuteilung der Parzellen 196/197 im Gebiet ... an die
Eheleute ... als auch die Neuzuteilung von Parz. 51 oder eines Teils davon
statt Parz. 56 im Gebiet ... an die Ehefrau ... abgewiesen werden (Ziff. 2
Dispositiv). Die Neuzuteilung an die erwähnten Eheleute erfolge nach den
beiliegenden Güterzetteln 117 und 226 und den beiliegenden
Planausschnitten von ... (Hof der Eheleute) und ... Die protokollarisch
festgehaltenen Änderungen der Zuteilung in ... und ... (nach nochmaliger
Einigungsverhandlung am 11. Juli 2007) seien darin verarbeitet (Ziff. 3).
2. Dagegen liessen die Eheleute ... am 21. September 2007 frist- und
formgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
erheben mit den Begehren um kostenfällige Aufhebung des angefochtenen
Entscheids (Ziff. 2/3) und Rückweisung der Angelegenheit zur
Beweisergänzung und Neubeurteilung an die Vorinstanz. Zur Begründung
brachten sie im Wesentlichen vor, dass ihr Recht auf Beweisofferte (neutrale
Fachstelle sollte beurteilen, ob die Meliorationsgrundsätze u.a. bezüglich
Betriebsführung [-optimierung] eingehalten seien) im Sinne von Art. 29 Abs. 2
BV verletzt worden seien, da die Schätzungskommission in dieser Sache nicht
(mehr) als objektiv und unabhängig betrachtet werden könnte und darum die
Einholung einer neutralen Expertise beweisrelevant sei. Die Darstellung,
wonach die SKG selbst genug sach- und fachkundig sei, greife zu kurz, zumal
sie im Bundesgerichtsurteil eine formelle Strafaktion erblickt habe und die
Gesamtmelioration nun so schnell als möglich erledigt haben wollte. Materiell
machten die Beschwerdeführer weiter geltend, dass die Landzuteilung im
Gebiet ... eindeutig den Meliorationsgrundsätzen nach einer möglichst
rationellen Hofbewirtschaftung widersprochen habe. Anstatt die unterhalb der
Kantonsstrasse gelegenen Parz. 196 und 197 im Gebiet ... ihnen und ihrem
nur ca. 365 Meter entfernt, hangaufwärts gelegenen Bauernhof ...
zuzuweisen, habe die Vorinstanz jene zwei in der Talebene situierten
Grundstücke absolut unvernünftig zwei Eigentümern - aus der 12 km entfernt
gelegenen Gemeinde ... im ... - zugeteilt, obschon sie diesen genau so gut
Landflächen oberhalb der Kantonsstrasse im Gebiet ... hätte zuweisen
können. Die besagten Parz. 196/197 hätten die Beschwerdeführer bereits seit
1975 bewirtschaftet und 2004 gar noch käuflich erworben. Die Nichtzuteilung
jener zwei Grundstücke hätte ferner zur Folge, dass sie ihr Vieh (60
Grossvieheinheiten) täglich auf die Weide in ... treiben müssten, was zeitlich
(4 Stunden statt 20 Minuten pro Tag) und personell einen beträchtlichen
Mehraufwand bedeuten würde und verkehrstechnisch sehr gefährlich wäre
(Wegstrecke 200 m auf Kantonstrasse Richtung ...). Im Weiteren sei auch die
Zuteilung der Parz. 56 im Gebiet ... völlig unzweckmässig erfolgt und mit einer
rationellen Bewirtschaftung zweifellos unvereinbar. Vernünftigerweise hätte
der Beschwerdeführerin die direkt an den Beschwerdeführer (Parz. 52)
angrenzende Parz. 51 (mit Verschiebung des Güterwegs Rtg Kantonsstrasse)
zugeteilt werden müssen.
3. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme beantragten die
Beschwerdegegnerinnen (Schätzungskommission der Gesamtmelioration ...
[SKG] und Meliorationskommission ... [MKR]) dem Gericht die kostenfällige
und vollständige Abweisung der Beschwerde. Den Einwänden und
Vorbringen der Beschwerdeführer hielten sie entgegen, dass die Vorinstanz
den erhobenen Beweisantrag auf Einholung einer neutralen Expertise zu
Recht abgelehnt habe, weil die SKG als Fachgremium einerseits selbst über
das nötige Fachwissen bezüglich einer möglichst fairen und gerechten
Landzuteilung verfügt habe und anderseits der gewünschte
Abklärungsauftrag nur die Optimierung der Betriebsführung (als eines von
mehreren Meliorationszielen) umfasst hätte, was zu einem völlig verzerrten
Gesamtbild der Gesamtmelioration (mit 250 involvierten Grundeigentümern)
geführt hätte. Die SKG habe daher in willkürfreier antizipierter
Beweiswürdigung davon ausgehen dürfen, dass ein solcher Spezialbericht
auch keine neuen Erkenntnisse bezüglich der strittigen Nichtzuteilung der
Parz. 196/197 in ... an die Beschwerdeführer gebracht hätte. Materiell habe
die Vorinstanz das bei derartigen Neuzuteilungen immer zentrale
Realersatzprinzip im Sinne des Ausgleichs in quantitativer und qualitativer
Hinsicht beinahe optimal erfüllt, was das Gericht in seinem ersten Urteil vom
Oktober 2006 (S. 12) bereits bestätigt habe. Sie habe ihr naturgemäss weites
Ermessen bei den Neuzuteilungen weder pflichtwidrig noch willkürlich
ausgeübt; vielmehr liessen sich alle Landzuteilungen und
Geländearrondierungen sachlich begründen und rechtfertigen. Insgesamt
hätten die Beschwerdeführer durch die Neuzuteilungen sogar noch um rund
360 Bonitierungspunkte an Bodenwert gewonnen. Soweit sie vor allem im
Gebiet ... eine andere Landzuteilung (mit Parz. 196/197) gefordert hätten, sei
dies schon deshalb nicht möglich gewesen, weil sie über weiteren Boden in
... verfügt hätten und dieser Boden im Durchschnitt fast doppelt so hoch
bewertet worden sei wie derjenige rund um den Bauernhof in ... Ein
vollständiger Bodenabtausch samt Landkonzentration nur im Hofgebiet ... sei
deshalb schon aus rein quantitativen Gründen nicht möglich gewesen. Gegen
eine Zuweisung der Parz. 196/197 an die Beschwerdeführer habe weiter
gesprochen, dass diese zwei Grundstücke unterhalb der Kantonsstrasse
lägen und das Vieh der Beschwerdeführer diese stark frequentierte
Hauptstrasse somit jeweils hätte überqueren müssen, um so vom Hofareal ...
(aufwärts, oberhalb der Kantonsstrasse) auf das unterhalb der
Kantonsstrasse gelegene Weide- und Ackerland zu gelangen. Im Übrigen sei
es nicht richtig, dass die Parz. 196/197 ebenerdig und damit komplett
maschinell bewirtschaftet werden könnten, da im Westen und Norden teils
steile Böschungen existierten, die die Zufahrt zum Stall (Geräteeinstellhalle)
auf Parz. 196 mit schweren Landmaschinen gar gefährlich erscheinen liessen.
Die weite Entfernung für die neuen Eigentümer der Parz. 196/197 (Wohnort
...) könne in diesem Zusammenhang kein ausschlaggebendes Kriterium sein,
da jene beiden Grundeigentümer schon früher Boden oberhalb der
Hauptstrasse im Hanggebiet ... besessen hätten und somit eine Neuzuteilung
an sie im näheren Umfeld unerlässlich gewesen sei. Sinnvollerweise sei den
Beschwerdeführern daher Land oberhalb der Kantonsstrasse rund um ihren
Hof und den zwei andern Eigentümern das Land unterhalb jener Strasse
zugewiesen worden. Beim Gebiet ... handle es sich um die besten
Produktionsflächen für Ackerbau im ganzen Meliorationsgebiet und den zwei
Beschwerdeführern sei gerade dort neu die grösste zusammenhängende
Bodenfläche zugeteilt worden, obschon die Beschwerdeführerin dort vorher
über gar kein Land verfügt hätte. Ferner hätten die Beschwerdeführer
widersprüchlich argumentiert, indem sie behaupteten, ein landwirtschaftlicher
Feld-/Güterweg in ... würde einer rationellen Bewirtschaftung der neu
zugewiesenen Parz. 52 und 56 zuwiderlaufen, wogegen eine stark und
schnell befahrene Kantonsstrasse einer solchen im Gebiet ... nicht
entgegenstehen würde. Aus all diesen Gründen gebe es am angefochtenen
(und noch überarbeiteten) Entscheid der Vorinstanz vom August 2007 nichts
auszusetzen.
4. In ihrer Replik vertieften und bekräftigten die Beschwerdeführer nochmals
ausführlich, weshalb die Nichtzuteilung der Parz. 196/197 im Gebiet ... an sie
(innerbetrieblich) völlig falsch und unhaltbar gewesen sei. Der zweite
Beschwerdepunkt (Änderung der neu zugeteilten Parz. 52 und 56 im Gebiet
...) wurde indessen ausdrücklich fallen gelassen.
5. Die Duplik der Beschwerdegegnerinnen datierte vom 3. Dezember 2007.
6. Am 16. April 2008 führte die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts noch einen
Augenschein vor Ort samt kurzer Begehung im Gelände durch, wobei seitens
der Beschwerdeführer ... in Begleitung des gemeinsamen Anwalts lic. iur. ...
und seitens der Beschwerdegegnerinnen zum einen der Obmann der
Schätzungskommission der Gesamtmelioration (SKG) und zum anderen der
Präsident der Meliorationskommission ... (MKR) samt deren gemeinsamer
Anwalt lic. iur. ... persönlich anwesend waren. Im Weiteren waren noch zwei
Vertreter des Kantons (Amt für Landwirtschaft und Strukturverbesserungen)
präsent. Als Beigeladene waren ausserdem noch die (neuen) Eigentümer der
Parz. 196/197 im Gebiet ... zugegen. Allen Anwesenden wurde dabei die
Gelegenheit geboten, sich mündlich an den jeweiligen Standorten 1 und 2
(Auf Zufahrtsstrasse zum Hof ... mit Blick talwärts auf Parz. 196/197 und
unterhalb der Kantonsstrasse direkt auf Parz. 196) nochmals zur Streitsache
frei zu äussern (vgl. Protokoll). Seitens der Beschwerdeführer wurde dabei
noch ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten des Schweizerischen
Bauernverbands vom 15. April 2008 (zunächst in Kopie mit dem Titel
„Auswirkungen der Neuzuteilung im Rahmen der Gesamtmelioration ... auf
Hof ...“), drei Heimgüterzettel (Eigentümer Nr. 117/226, 16 und 296) sowie
eine Zusammenstellung des Alt- und Neubestands der Eigengüter zu den
Akten gegeben, woraus hervorgehen sollte, dass die kritisierte Landzuteilung
(der Parz. 196/197 an Dritte) für die beiden Beschwerdeführer
(innerbetrieblich) mit Mehraufwand und beträchtlichen Mehrkosten verbunden
wäre und sie deshalb einer seriösen und vollständigen Prüfung nach den
Meliorationsgrundsätzen nicht standhalten würde. Die
Beschwerdegegnerinnen bestritten dazu bereits vor Ort die Zulässigkeit, die
Notwendigkeit und die inhaltliche Aussagekraft jenes einseitigen
Parteigutachtens der Beschwerdeführer.
7. Hiernach wurde das Verfahren sistiert, um allen Parteien und Beteiligten die
Möglichkeit zu bieten, sich noch genauer zum Inhalt des Gutachtens des
Schweizerischen Bauernverbands vom April 2008 äussern und vielleicht doch
noch eine gütliche Einigung untereinander (inkl. Beigeladene) erzielen zu
können. Innert Frist liessen sich sowohl die Beschwerdegegnerinnen mit
Schreiben vom 5. Mai 2008 als auch die Beschwerdeführer mit Eingabe vom
9. Mai 2008 nochmals zur ganzen Streitsache samt Gutachten vernehmen,
ohne dabei jedoch eine einvernehmliche Lösung über die allein noch strittige
Landzuteilung (Parz. 196/197) zu erzielen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Formell gilt es vorab die Rechtmässigkeit des abgelehnten Beweisantrags auf
Einholung eines neutralen Fachgutachtens über die Auswirkungen der
Neuzuteilungen samt „Betriebsoptimierungen“ zu klären. Nach Art. 11 des
Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG; BR 370.100) ist der Sachverhalt von
Amtes wegen zu ermitteln (Abs. 1). Die Behörde erhebt die notwendigen
Beweise, wobei sie an Parteibegehren zur Ermittlung des Sachverhalts nicht
gebunden ist (Abs. 3). Gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. f VRG dienen der Behörde
als Beweismittel – neben dem Wissen ihrer Mitglieder - insbesondere auch
Sachverständigengutachten. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (S.
6) zu Recht anführte, besteht kein Anspruch auf Beweisabnahme, sofern sich
eine vorweggenommene (antizipierte) Beweiswürdigung offensichtlich als
unnötig und nicht willkürlich erweist (BGE 131 I 158 E. 3 = Pra. 2005 Nr. 27).
Im konkreten Fall ist dazu erstellt, dass alle Mitglieder der laut Art. 15 der
Vollziehungsverordnung zum Meliorationsgesetz (BR 915.110) amtierenden
Schätzungskommission langjährige und berufserfahrene Landwirte sind und
daher anhand ihrer Lebenserfahrung, Orts- und Fachkenntnisse sehr wohl
selbst im Stande waren, die positiven und negativen Auswirkungen einer
derart grossen Güterzusammenlegung (mit 250 involvierten
Grundeigentümern) im Zuge eines bald 20 Jahre andauernden
Meliorationsverfahrens im Detail gegeneinander sorgfältig abzuwägen sowie
aus einer Gesamtoptik die erforderlichen Neuzuteilungen,
Geländearrondierungen und Bodenbewertungen vorzunehmen. Wie aus den
bei den Akten liegenden Übersichtsplänen (Alter Bestand; Neuer Bestand;
Situation 1:5000) betreffend Gesamtmelioration vom Mai 2006 entnommen
werden kann, wurden dabei ganz besonders die zahlreichen Güter der
Beschwerdeführer (Legende-Nummern 117/226) als auch die Neuzuteilungen
der in diesem Streitverfahren Beigeladenen (Nrn. 20/331) umfassend
mitberücksichtigt. Von einem Gutachten, das sich lediglich spezifisch mit dem
Teilaspekt der Betriebsoptimierung für einen bestimmten Bauernhof (...)
befassen sollte, durfte die Vorinstanz damit mangels vorhersehbarer und
verwertbarer neuer Erkenntnisse aber absehen, weshalb es an jenem
Beweismittelverzicht auch nichts auszusetzen gibt. Dem ist vorliegend umso
mehr zuzustimmen, als die Vorinstanz – entgegen der Darstellung der
Beschwerdeführer - keineswegs mit einem „Racheakt“ auf das für sie – aus
rein formellen Gründen – negative Bundesgerichtsurteil vom Juni 2007
reagierte, sondern diverse Verbesserungsvorschläge anlässlich der erneut
durchgeführten Einigungsverhandlung im Juli 2007 zur Kenntnis nahm und in
ihrem neuen Entscheid vom August 2007 – sofern als „Mosaikstein“ mit der
Gesamtmelioration vereinbar – noch verarbeitete (Ziff. 3), womit sie sich zum
Wohle aller Beteiligten sehr flexibel zeigte.
b) Nachdem die Beschwerdeführer nun aber von sich aus sowie auf eigene
Kosten ein entsprechendes Gutachten beim Schweizerischen Bauernverband
in Auftrag gegeben und auf das Resultat desselben im Zuge des gerichtlichen
Augenscheins konkret Bezug genommen haben, rechtfertigt es sich hier, auf
jenes Privatgutachten vom April 2008 noch etwas genauer einzugehen. Wie
aus der Zusammenfassung des Gutachtens auf Seite 3 hervorgeht, bewirkt
die Gesamtmelioration für den Heimbetrieb (...) der Beschwerdeführer pro
Jahr eine Kostenersparnis von Fr. 4'266.-- auf dem Gebiet der Fuhrkosten und
von Fr. 4'051.-- bei den Parzellenformkosten. Bezogen auf die Bodenfläche
im neuen Bestand ergebe sich daraus eine Ersparnis von umgerechnet Fr.
873.-- pro Hektare. Bei zwei anderen zum Vergleich herangezogenen
Eigentümern (Nr. 16 und 296; Seite 10) wären die gesparten Betriebskosten
indes noch höher, nämlich bei Fr. 1'271.-- und Fr. 1'164.-- pro Hektare
gelegen, woraus die Beschwerdeführer den Schluss zogen, dass die
Gesamtmelioration für sie nicht optimal verlaufen sei und entsprechende
Korrekturen aus betriebsökonomischer Sicht eben noch angebracht wären.
Dieser Auffassung vermag sich das Gericht nicht anzuschliessen, da eine
derartige Betrachtungsweise und Würdigung auf einem viel zu engen
Blickwinkel beruhen würde. Entscheidend kann nicht sein, ob andere
Eigentümer (Nr. 16/296) aus der Gesamtmelioration noch grössere Vorteile
gezogen haben als die Beschwerdeführer, sondern ob die überwiegende
Mehrheit der direkt betroffenen Grundeigentümer durch die
Gesamtmelioration eine Verbesserung der bisherigen Eigentums- und
Nutzungsverhältnisse erfahren hat. Tatsache ist nun aber, dass die
Beschwerdeführer gleichfalls von einer Kostenersparnis profitieren und jener
Vorteil pro Hektare nach neuem Bestand ca. 12% höher liegt, als dies im
Quervergleich mit den übrigen Grundstücken der Fall gewesen wäre (vgl.
Mittelwerte laut ETH-Studie). Damit ist zugleich aber auch bereits erstellt,
dass dem Privatgutachten keine massgebliche Aussagekraft zugebilligt
werden kann, da die Beschwerdeführer objektiv selbst unter rein
innerbetrieblichen Gesichtspunkten einen wirtschaftlichen Nutzen erlangt
haben und derselbe sogar überdurchschnittlich hoch ausgefallen ist. Der
Hinweis auf zwei spezifisch ausgewählte Eigentümer (Nr. 16/296), welche
noch deutlich mehr von der Gesamtmelioration profitierten, ist absolut
unerheblich und vermag für sich allein noch keine Verletzung der
meliorationsrechtlichen Grundsätze zu begründen. Das nachgereichte
Privatgutachten vom April 2008 erweist sich deswegen auch bei näherer
Prüfung für den Standpunkt der Beschwerdeführer als völlig
beweisuntauglich.
2. a) Materiell bleibt damit immer noch die Verletzung der gesetzlichen
Meliorationsbestimmungen im Allgemeinen als auch bezüglich der Parz.
196/197 im Besonderen zu prüfen und zu entscheiden. Nach Art. 12 Abs. 1
lit. a des kantonalen Meliorationsgesetzes (MelG; BR 915.100) bezweckt eine
Güterzusammenlegung u.a. die rationelle Verwendung des Bodens in der
Land- und Forstwirtschaft. Nach Art. 28 Abs. 1 MelG gilt es dazu folgende
Grundsätze zu beachten: Die Neuzuteilung hat, abgesehen vom Landabzug
für gemeinsame Infrastrukturanlagen, in quantitativer und qualitativer Hinsicht
dem alten Bestand zu entsprechen, soweit sich dies unter Berücksichtigung
der betriebswirtschaftlichen und technischen Erfordernisse bewerkstelligen
lässt. Mit der Neuzuteilung sind grösstmögliche Betriebsverbesserungen
anzustreben.
b) Im Lichte jener Vorgaben gilt es zunächst generell festzuhalten, dass die
Neuzuteilungen ganz besonders auch für die Beschwerdeführer zu einer
vorteilhaften Konzentration der Heimweiden rund um ihr Betriebszentrum (Hof
...) führten und somit die Zerstückelung und Zersiedelung des davor weit
herum verstreuten Agrarbodens so wirksam gestoppt bzw. wieder korrigiert
werden konnte. Ein Direktgleich zwischen dem alten und neuen Bestand
beweist dies sehr eindrücklich (alt: Beschwerdeführer 68 Parzellen,
Wertdurchschnitt 27 Bonitierungspunkte; Beschwerdeführerin 8 Parz. mit
Wertdurchschnitt 28 Pte.; neu: Beschwerdeführer 7 Parz., Wertdurchschnitt
28 Pte.; Beschwerdeführerin 3 Parz. mit Wertdurchschnitt 40 Pte.). Die
Straffung auf total nur noch vier grossflächige Betriebsorte zugunsten des
Beschwerdeführers darf mit dem Sinn und Zweck von Art. 12 Abs. 1 lit. a MelG
geradezu als in optimaler Form erfüllt angesehen werden (vgl. Übersichtsplan
Neuzuteilung: Gelb markierte Geländeflächen). Dasselbe gilt auch bezüglich
der Beschwerdeführerin (Plan: Braun markierte Flächen an drei Standorten).
Daraus folgt, dass von einer Verletzung der mit dem Meliorationsgesetz im
Allgemeinen angestrebten Strukturverbesserungen keine Rede sein kann,
sondern vielmehr offenkundig gerade das Gegenteil der Fall ist, womit es am
angefochtenen Entscheid unter jenem grundsätzlichen Aspekt sicherlich
nichts abzuändern gibt.
c) Zu klären bleibt einzig noch die Hauptstreitfrage, ob die Parz. 196/197 im
Gebiet ... (unterhalb der Kantonsstrasse) zu Recht den namentlich erwähnten
Beigeladenen und nicht den Beschwerdeführern zugeteilt wurden. Wie der
durchgeführte Augenschein des Gerichts vom 16. April 2008 dazu
aufschlussreich ergab, wäre als einzig denkbare Alternative zu den von der
Vorinstanz vorgenommenen Landzuweisungen bloss ein Landabtausch in der
Nähe des Betriebszentrums (Hof ...) der Beschwerdeführer in Frage
gekommen, da nur so ein qualitativer und quantitativer Realersatz im Sinne
von Art. 28 Abs. 1 MelG zugunsten der Beschwerdeführer und der
Beigeladenen faktisch überhaupt möglich gewesen wäre. Anstelle der Parz.
196/197 hätten die Beigeladenen dann aber Anspruch auf eine entsprechend
grosse und gleichwertig bonitierte Fläche (in ...) oberhalb der Kantonsstrasse
gehabt, was für die künftige Bewirtschaftung des Hofs der Beschwerdeführer
weit gravierender und ungünstiger gewesen wäre, weil das umliegende
Hofareal samt Heimweiden dadurch massiv reduziert worden wäre und so die
eigens geschaffenen Nutzungsvorteile durch die Gesamtmelioration für die
Beschwerdeführer geradezu wieder rückgängig gemacht würden. Dem kann
vernünftigerweise nicht zugestimmt werden, zumal die Beschwerdeführer
offensichtlich übersehen, dass auch die Beigeladenen bisher über Land im
Gemeindeabschnitt ... verfügten und daher – genau gleich wie die
Beschwerdeführer – einen Anspruch auf Realersatz hatten. Die angeführte
Distanz zwischen dem Wohnort der Beigeladenen (...) und den ca. 12 km
entfernt davon neu zugewiesenen Parz. 196/197 ändert daran aus
meliorationsrechtlicher Sicht natürlich gar nichts, da die besagten Eigentümer
vorher sogar noch weiter entfernt über Boden in Hanglage (...) verfügten. Die
angefochtene Neuzuteilung der Parz. 196/197 stellte für sie demnach letztlich
die einzig realistische Kompensationsmöglichkeit dar, um bei konkretem
Verzicht auf ihre oberhalb der Kantonsstrasse situierten Grundstücke in etwa
ebenbürtiges Land unterhalb der Kantonsstrasse zu erhalten. Hinzu kommt,
dass eine strikte Trennung der jeweiligen Bewirtschaftungsflächen in ein
erweitertes Hofareal einerseits und die beiden Parz. 196/197 in der Talsohle
anderseits bereits wegen der sie durchquerenden, unbestritten viel
befahrenen Kantonsstrasse durchaus Sinn macht. Dies trifft im Einzelfall um
so mehr zu, als das Vieh der Beschwerdeführer vom Hof ... bis zu den
besagten Parz. 196/197 jeweils gerade quer über jene Hauptstrasse getrieben
werden müsste und dies leicht nachvollziehbar ein erhebliches
Gefahrenpotential für alle Strassenbenützer (hohes Risiko von
Verkehrsunfällen) dargestellt hätte, das kaum vernünftig (ohne künstliche und
teure Kunstbauten) hätte gelöst bzw. beseitigt werden können. Insoweit die
Beschwerdeführer anlässlich des Augenscheins weiter den
unmissverständlichen Eindruck erweckten, dass sie zwar auf der Zuteilung
der Parz. 196/197 in ... beharrten, sich im Gegenzug aber selbst gerade nicht
bereit erklärten, auf die Zuteilung von zusätzlichem Boden rund um ihren Hof
zu verzichten, verhielten sie sich widersprüchlich. Angesichts jener
kompromisslosen und wenig lösungsorientierten Haltung muss daher noch
klargestellt werden, dass die Vorinstanz unter diesen Umständen am Ende
gar keine andere Wahl hatte, als die Parz. 196/197 den Beigeladenen
zuzuweisen, da sie nur auf diese Art und Weise auch gegenüber jenen beiden
Eigentümern dem zentralen Meliorationsgebot nach qualitativem wie
quantitativem Realersatz (laut Art. 28 Abs. 1 MelG) gerecht werden konnte.
Jedenfalls kann daraus noch keine Verletzung von anderweitigen
Meliorationsvorgaben abgeleitet werden, womit der kritisierte
Zuteilungsentscheid der Vorinstanz auch im Besonderen (Ziff. 2) völlig korrekt
und haltbar war.
3. a) Der angefochtene Zuteilungsentscheid der Vorinstanz vom August 2007
erweist sich damit in jeder Beziehung als rechtens, was zu seiner Bestätigung
und zur umfassenden Abweisung der Beschwerde führt.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art.
73 Abs. 1 VRG vollumfänglich unter solidarischer Haftung den beiden
Beschwerdeführern aufzuerlegen. Eine aussergerichtliche
Parteientschädigung steht den nicht anwaltlich vertretenen Beigeladenen
ebenso wenig zu (analog Art. 78 Abs. 1 VRG), wie den in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegenden Beschwerdegegnerinnen (Art. 78 Abs. 2 VRG).