Decision ID: d8293122-5129-58f0-85e1-0e36cbacdd06
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ erlitt am 15. September 2011 einen Herzinfarkt (inferiore STEMI, ST-Elevated
Myocardial Infraction; Austrittsbericht Klinik für Kardiologie des Universitätsspitals
Zürich [USZ] vom 19. September 2011 [IV-act. 16-15 ff.]) und meldete sich aufgrund
dessen am 29. März 2012 bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an
(IV-act. 1).
A.b Die Klinik für Angiologie des USZ diagnostizierte gemäss Bericht über die
Nachkontrolle vom 15. Mai 2012 nebst einer koronaren Herzkrankheit eine
generalisierte Arteriosklerose, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit der unteren
Extremitäten Stadium IIa bds. (rechts: Verschluss der A. iliaca communis, links
signifikante Stenose der A. iliaca externa) sowie eine asymptomatische
cerebrovaskuläre Verschlusskrankheit (50 %ige Stenose der A. carotis interna rechts;
IV-act. 23). Dr.med. B._, Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt im Arztbericht vom 20.
Juni 2012 fest, die Arbeitsunfähigkeit als Chauffeur betrage 100 % ab 15. September
2011 und 50 % ab 1. Januar 2012. Die Einschränkungen bestünden durch die
Claudicatio; solange keine Revaskulisierung der Beine erfolgt sei, könne nicht mit einer
Steigerung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Möglich seien nur leichte, mit
Bewegung verbundene Arbeiten (IV-act. 16-1 ff.).
A.c Die Eingliederungsverantwortliche schloss den Fall am 23. August 2012 ab, weil
der Gesundheitszustand noch instabil sei (Assessmentprotokoll, IV-act. 44).
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A.d Dr. B._ führte im Verlaufsbericht vom 29. Januar 2013 aus, das statt der in
Betracht gezogenen Operation (vgl. dazu Bericht der Klinik für Angiologie USZ über die
Nachkontrolle vom 28. August 2012, IV-act. 29-2 ff.) durchgeführte Gehtraining habe zu
einer wesentlichen Steigerung der Mobilität geführt. Allerdings habe der Versicherte in
der Vorwoche eine Lungenembolie erlitten und sei seit dem 24. Januar 2013 100 %
arbeitsunfähig (IV-act. 35-2). Im Verlaufsbericht vom 20. Juli 2013 attestierte Dr. B._
eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit und fügte bei, der Versicherte sei schlecht mobil (IV-
act. 40).
A.e Abklärungen an der Klinik C._ ergaben aus orthopädischer Sicht klinisch und
radiologisch keine Hinweise, welche beklagte Rückenbeschwerden mit Ausstrahlung
im Bereich des rechten lateralen Oberschenkels sowie des rechten lateralen Fusses
des Versicherten erklären könnten (Bericht vom 30. April 2013 [IV-act. 42]) bzw. es
kämen diese am ehesten nicht von der Wirbelsäule her (Berichte vom 11. November
2013 [IV-act. 74-4 f.] und vom 5. Dezember 2013 [IV-act. 55]).
A.f Die Ärztin der Klinik für Angiologie des USZ führte im Bericht vom 18. November
2013 aus, es bestehe ein stabiler Befund mit rechtsbetont nicht kritisch
eingeschränkter arterieller Ruheperfusion. Passend zum Befund lägen
belastungsabhängige rechtsbetonte Schmerzen gluteal und Wadenschmerzen
beidseits vor. Zusätzlich bestehe jedoch eine Schmerzkomponente mit
Rückenschmerzen und Einschlafgefühl am rechten lateralen Oberschenkel bis zum
lateralen Fuss ausstrahlend, welche wahrscheinlich nicht vaskulär erklärt werden könne
und von der Klinik C._ als dorsolumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das
rechte Bein und den rechten lateralen Fuss beurteilt worden sei (IV-act. 53).
A.g Am 11. Dezember 2013 wurde in der Klinik für Angiologie des Kantonsspitals St.
Gallen (KSSG) eine erfolgreiche PTA (perkutane transluminale Angioplastie) und
Stenting der A. iliaca communis rechts, PTA der restlichen A. iliaca sowie PTA der A.
iliaca externa links durchgeführt (Kurzaustrittsbericht vom 11. Dezember 2013 [IV-act.
57]).
A.h Dr.med. D._, Spezialärztin für Psychiatrie/Psychotherapie FMH, stellte gemäss
Arztbericht vom 14. Juni 2014 die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
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mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Der Versicherte sei bis 1. Januar 2014
arbeitsunfähig geschrieben gewesen, habe vom Arbeitgeber noch einen Monat frei
erhalten und im Februar 2014 wieder 50 % als Taxichauffeur zu arbeiten begonnen. Er
fühle sich seiner Lebenssituation und dem Stress seiner Krankheit nicht mehr
gewachsen, leide unter Schmerzen in beiden Beinen und könne nicht lange gehen.
Auffassung, Aufmerksamkeit und Konzentration seien leicht herabgesetzt. Im formalen
Denken sei der Versicherte verlangsamt, misstrauisch, grübelnd, auf seine
gesundheitlichen Probleme eingeengt, in der Stimmung depressiv, ängstlich, klagsam,
affektarm bis affektflach, psychomotorisch eher unruhig. Es bestehe ein sozialer
Rückzug. Es handle sich um einen kardiologisch und angiologisch kranken
Versicherten, der im Rahmen des metabolischen Syndroms auch eine Depression
entwickelt habe. Eine stützende, ressourcenorientierte Psychotherapie sei zur
Erhaltung der aktuellen Arbeitsfähigkeit notwendig. Der Versicherte sei wegen
Konzentrationsschwierigkeiten, Beinschmerzen und depressiver Antriebs- und
Stimmungslage nicht imstande, seine sitzende und sehr stressige Tätigkeit als
Taxichauffeur am Flughafen länger als vier Stunden täglich auszuüben. Eine
angepasste Tätigkeit sei seit 1. April 2014 in einem Pensum von 50 % mit einem 100
%igen Belastungsprofil möglich. Das Konzentrationsvermögen sei leicht, das
Auffassungsvermögen stark, die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien deutlich
eingeschränkt (IV-act. 69; vgl. auch Bericht vom 16. Juni 2014 an den Rechtsvertreter
des Versicherten, IV-act. 71).
A.i Am 6. März 2014 berichtete Dr.med. E._, FMH Physikalische Medizin und
Rehabilitation, über die Diagnosen eines myofaszialen Schmerzsyndroms bei
muskulärer Dysbalance und Haltungsinsuffizienz, einer Ansatzverkalkung der
Achillessehne links, einer beginnenden Gonarthrose bds. sowie eines
Lumbovertebralsyndroms bei Facettengelenksarthrose. Ein entzündlich
rheumatologisches Geschehen sei eher unwahrscheinlich. Im Vordergrund stehe die
mangelnde körperliche Fitness mit massiver Haltungsinsuffizienz und Abschwächung
der tiefenstabilisierenden Muskulatur (IV-act. 74-6 f.).
A.j Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die MEDAS Zentralschweiz am 25. März 2015
ein Gutachten über den Versicherten (Dr.med. F._, Innere Medizin FMH, Dr.med.
G._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr.med. H._, Facharzt FMH für
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Rheumatologie, Dr.med. I._, FA Innere Medizin/Angiologie FMH; Untersuchungen
27., 29. und 30. Januar 2015). Der rheumatologische Gutachter diagnostizierte ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronifizierte panvertebrogene Beschwerden bei
altersphysiologischen Veränderungen der Lumbalwirbelsäule sowie einer
Streckfehlform der Halswirbelsäule mit ungenügender zervikothorakaler Stabilisierung,
ferner nicht klassifizierbare Arthralgien der proximalen und distalen Fingergelenke
sowie Unterschenkelschmerzen unklarer Ätiologie (IV-act. 88-19, 35 ff.). Der
angiologische Gutachter stellte eine periphere arterielle Verschlusskrankheit der
unteren Extremitäten im Stadium I nach Fontaine bei mittelschwerer proximaler
Stenose der Arteria iliaca dextra nach erfolgreicher perkutaner transluminaler Eröffnung
und Stenting der verschlossenen Arteria iliaca communis dextra und der stenoisierten
Arteria iliaca externa sinistra (Dezember 2013), aktuell mittelschwere Stenose A. iliaca
externa rechts proximal, eine koronare Herzkrankheit mit Status nach inferiorem
Myokardinfarkt mit Rekanalisation und Stenting der Arteria coronaria dextra
(September 2011), eine asymptomatische zerebrovaskuläre Durchblutungsstörung
(bzw. Zerebralsklerose) sowie einen Zustand nach Lungenembolie im Januar 2013 fest
(IV-act. 88-19 f., 38). Es bestehe keine Arbeitsunfähigkeit, da aktuell keine
symptomatische periphere arterielle Verschlusskrankheit vorliege (IV-act. 88-19, 42).
Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine Dysthymie im Rahmen eines
Verbitterungssyndroms. Diese könne in der Regel keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit begründen. Eine leichte oder gar mittelschwere Depression könne er
nicht diagnostizieren. Damit müsse aus einem ganz streng begrenzten psychiatrischen
Blickwinkel eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werden. (IV-act. 88-19, 28 f.).
Interdisziplinär fanden die Gutachter (somit) keine Diagnose mit wesentlicher
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 88-19).
A.k Nach Einholen von Stellungnahmen des RAD vom 23. Mai / 7. Juli 2015, wonach
sowohl somatisch als auch psychiatrisch die erhobenen Befunde und die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit plausibel nachvollziehbar seien (IV-act. 90), erliess die IV-Stelle am
9. Juli 2015 den Vorbescheid, die Leistungsbegehren auf berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen abzuweisen, da kein die Arbeitsfähigkeit einschränkender
Gesundheitsschaden vorliege (IV-act. 93). Hiergegen erhob der Versicherte am 31.
August 2015 Einwand. Gemäss Bericht von Dr. D._ vom 10. Juni 2015 (IV-act. 94-5
f.) leide er an einer mittelgradigen depressiven Störung und sei nicht mehr in der Lage,
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in seiner angestammten oder einer angepassten Tätigkeit mehr als 50 % zu arbeiten.
Weiter sei er beeinträchtigt durch nicht zu bewältigende Ängste, an der Herzkrankheit
plötzlich zu sterben, durch Kraftlosigkeit, lumbale Beschwerden und
Halswirbelsäulenbeschwerden (IV-act. 94-1 f.).
A.l Mit Verfügung vom 2. September 2015 wies die IV-Stelle die Leistungsbegehren
um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab. Mit dem Einwand würden keine
entscheidrelevanten Fakten geltend gemacht. Der medizinische Sachverhalt sei
umfassend abgeklärt worden. Es liege kein Gesundheitsschaden vor, der die
Arbeitsfähigkeit einschränke (IV-act. 95).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 2. September 2015 erhebt A._ am 23. September
2015 (Postaufgabe 25. September 2015) Beschwerde. Er beantragt, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben, und es sei ihm eine halbe Rente zuzusprechen. Weiter sei
ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Er leide an grosser Angst, einen
zweiten Herzinfarkt zu erleiden und zu sterben. Die behandelnden Ärzte des Unispitals
Zürich hätten ihm eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2012 und bis auf
weiteres bescheinigt. Er arbeite seit September 2011 (bzw. mit krankheitsbedingten
Unterbrüchen seit 1. Januar 2012, vgl. Krankenkarte [IV-act. 31-1] und Angaben
Arbeitgeberin vom 14. April 2012 [IV-act. 12-2 f.] und des Beschwerdeführers bei der
Begutachtung [IV-act. 88-11]) zu 50 % als Taxifahrer, und die Arbeitsanstrengungen
verstärkten seine Beschwerden ständig. Die zahlreichen erfolgten Behandlungen hätten
keine Verbesserung gebracht. Seit 1. April 2014 befinde er sich in psychiatrischer
Behandlung bei Dr. D._. Diese attestiere ihm eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 %.
Ihr Bericht vom 10. Juni 2015 sei umfassend begründet und es sei darauf abzustellen.
Die Ärzte der MEDAS Luzern hätten nicht alle seine psychiatrischen Krankheiten
berücksichtigt (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 16.
November 2015 die Abweisung der Beschwerde. Aufgrund des MEDAS-Gutachtens
stehe fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner physischen Beeinträchtigungen
(Arteriopathie und panvertebrogene Beschwerden) in der Tätigkeit als Taxifahrer und in
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anderen körperlich leicht bis mittelschweren Tätigkeiten voll arbeitsfähig sei. Die
Beurteilung des psychiatrischen Gutachters sei schlüssig und nachvollziehbar. Zwar
habe der Experte auf die Schwierigkeit hingewiesen, die psychische Problematik des
Beschwerdeführers unter eine Diagnose der ICD-Kodifikation zu subsumieren, wobei er
ausgeführt habe, dass der Problematik des Beschwerdeführers am ehesten die
Diagnose der Dysthymia gerecht werde. In diesem Umstand sei kein Mangel des
psychiatrischen Teilgutachtens zu erblicken; vielmehr sei es ein Qualitätszeichen, wenn
ein Experte im Bereich diagnostisch nicht eindeutiger und demzufolge einen
Interpretationsspielraum eröffnender Beschwerdebilder das Für und Wider einer
krankhaften seelischen Abwegigkeit kenntlich mache, statt eine Sicherheit
vorzutäuschen, welche es von der Natur der Sache her nicht geben könne. Der Experte
habe plausibel dargelegt, dass aufgrund des erhobenen Befundes beim
Beschwerdeführer keine leichte oder mittelschwere Depression diagnostiziert werden
könne. Die behandelnde Psychiaterin habe undifferenziert die subjektive
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung des Beschwerdeführers übernommen, ohne auf die
vorhandenen Ressourcen einzugehen. Das MEDAS-Gutachten habe keine relevanten
medizinischen Tatsachen ausser Acht gelassen, weshalb darauf abzustellen sei (act. G
5).
B.c Mit Entscheid vom 20. November 2015 heisst die Abteilungspräsidentin das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) gut (act. G
6).
B.d Mit Replik vom 23. Dezember 2015 (Postaufgabe 29. Dezember 2015) macht der
Beschwerdeführer geltend, die Ärzte des Universitätsspitals Zürich hätten festgestellt,
dass er aufgrund der Herzbeschwerden nur zu 50 % arbeitsfähig sei. Er verfüge nicht
mehr über die Ressourcen, um einen ganzen Tag zu arbeiten. Er habe die Hoffnung
verloren, wieder gesund zu werden und sei aus dem psychischen Gleichgewicht
gefallen. Es treffe nicht zu, dass er wegen des Migrationshintergrundes, der Anpassung
des Tätigkeitsfeldes, der grossen Ermüdbarkeit, der Abkühlung der ehelichen
Beziehung und der Erkrankung des Sohnes psychisch krank sei. Er sei ständig müde,
weil sein Herz nicht mehr zu 100 % funktioniere und zur Abkühlung der ehelichen
Verhältnisse sei es wegen seiner Krankheit gekommen und nicht umgekehrt. Sein Sohn
sei bereits jahrelang krank und er habe dies als einen Schicksalsschlag akzeptiert. Die
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Beurteilung des psychiatrischen Gutachters sei nicht schlüssig und nachvollziehbar.
Die Kriterien für eine mittelschwere Depression seien in seinem Fall erfüllt (act. G 8).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 8. Januar 2016 auf eine Duplik (act. G 10).
B.f Mit Eingabe vom 21. September 2016 (act. G 12) reicht der Beschwerdeführer
weitere medizinische Unterlagen zu den Akten (Berichte des Spitals J._ vom 27. Juli
2016 [act. G 12.1], von Dr.med. K._, Facharzt Schmerztherapie, Spital J._, vom 15.
September 2016 [act. G 12.2], des Kantonsspitals St. Gallen vom 19. und 23. August
2016 [act. G 12.3, act. G 12.4] sowie ein Arztzeugnis von Dr.med. L._, Fachärztin für
Allgemeinmedizin, vom 16. September 2016 [act. G. 12.6]). Am 4. Oktober 2016 (act. G
14) bzw. 24. November 2016 (act. G 16) lässt der Beschwerdeführer dem Gericht einen
Bericht (act. G 14.1; act. G 16.1) und ein Arztzeugnis von Dr. L._ vom 28. September
2016 (act. G 14.2) zukommen.

Erwägungen
1.
Streitig und zu beurteilen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente hat.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
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Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid
ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
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1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das Gutachten der
MEDAS Zentralschweiz vom 25. März 2015 (IV-act. 88). Dessen umstrittene
Beweistauglichkeit ist im Folgenden zu prüfen.
2.2 Gegenüber dem angiologischen Gutachter beklagte der Beschwerdeführer
anstrengungsabhängige Beinschmerzen beidseits, hingegen seien die
anstrengungsabhängigen Gesässschmerzen seit der PTA verschwunden (IV-act.
88-39). Der Gutachter hielt fest, der Beschwerdeführer beklage Schmerzen in Rücken
und Beinen beidseits. Die Beschwerden seien wechselnd. Er beschreibe eine Zunahme
der Schmerzen im Rücken lumbal mit Ausstrahlung in beide Beine nach wenigen
Minuten Sitzen oder Gehen. Beim Laufen träten zusätzlich Schmerzen in beiden Knien,
aber auch eine Zunahme der Schmerzen im Bereiche des Ober- und Unterschenkel
beidseits auf. Es bestehe dauernd eine extreme Kraftlosigkeit und Schwäche in beiden
Beinen. Der Versicherte fühle sich allgemein schwach und müde (IV-act. 88-40). Der
Experte erhob Pulstast- und Dopplerdruckbefunde und führte eine Drei-Etagen-
Oszillographie und einen Duplex-Scan durch (IV-act. 88-41). Er diagnostizierte eine
periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) der unteren Extremitäten im Stadium I
nach Fontaine bei mittelschwerer proximaler Stenose der Arteria iliaca dextra nach
erfolgreicher perkutaner transluminaler Eröffnung und Stenting der verschlossenen
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Arteria iliaca communis dextra und der stenoisierten Arteria iliaca sinistra (Dezember
2013), aktuell mittelschwere Stenose A. iliaca externa rechts proximal, eine koronare
Herzkrankheit mit Status nach inferiorem Myokardinfarkt vom September 2011, eine
Zerebralsklerose sowie einen Zustand nach Lungenembolie Januar 2013 (IV-act. 88-38,
42). Er kam zum Schluss, da aktuell keine symptomatische periphere arterielle
Verschlusskrankheit vorliege, könne dem Beschwerdeführer aus angiologischer Sicht
keine Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden (IV-act. 88-42). Damit stimmt der Gutachter
mit der Beurteilung der Klinik für Angiologie des KSSG überein, wo ebenfalls eine PAVK
Stadium I bds. diagnostiziert und aus angiologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit
zuerkannt wurde (Arztbericht vom 17. April 2014 [Eingang bei der
Beschwerdegegnerin], IV-act. 62-1 ff.).
2.3
2.3.1 Dem rheumatologischen Gutachter schilderte der Beschwerdeführer, er leide
seit 3 bis 4 Jahren unter Lumbalgien, die im Vordergrund stünden, daneben an
gleichzeitig aufkommenden Dorsalgien und weniger ausgeprägt auch an Zervikalgien.
Die maximale Gehstrecke betrage fünf Minuten, wobei die Schmerzintensität seit der
Gefässoperation deutlich vermindert sei. Des Weiteren verspüre er fast permanent
Arthralgien in den proximalen und distalen Fingergelenken. Der Gutachter hielt fest, die
Präzisierung in Bezug auf Bewegungs- und Positionsabhängigkeit der Beschwerden
sei dem Beschwerdeführer schwer gefallen. Die Anamneseerhebung sei durch fehlende
Bemühung um jegliche Präzisierung deutlich erschwert gewesen. Der
Beschwerdeführer habe alle Suggestivfragen positiv beantwortet (IV-act. 88-33 f.). Die
Wirbelsäulenschmerzen könnten nicht präzisiert werden, sodass die Relevanz
bezüglich beruflicher Ausübung sowie bei der Alltagsbewältigung auf Grund der
subjektiven Aussagen nicht abgeschätzt werden könnten. Die
kernspintomographischen Verlaufsuntersuchungen vom 30. April 2013 und vom 8.
September 2014 ergäben keinen Hinweis für eine Progredienz der degenerativen
Veränderungen an den Bandscheiben und an den Wirbelkörpergelenken. Die
nachweisbaren Chondrosen der Bandscheiben und Arthrosen der Wirbelkörpergelenke
im unteren Abschnitt der Lumbalwirbelsäule entsprächen einem altersphysiologischen
Umbauprozess dieser Strukturen, der auch bei asymptomatischen Individuen gefunden
werde. Auch der enge Rezessus lateralis bei L4/5 (LWS-MRI vom 30. April 2013)
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komme anamnestisch und klinisch nicht zum Vorschein. Die aktuell klinisch fassbaren
Befunde im unteren Segment der Lumbalwirbelsäule stimmten mit den dokumentierten
Untersuchungsergebnissen der Klinik C._ vom 11. November 2013 überein. Auch er
schliesse eine Claudicatio spinalis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
aus. Hinsichtlich der Hüftgelenke, Kniegelenke und Fingergelenke fand der
rheumatologische Gutachter im Wesentlichen altersentsprechende Normbefunde (IV-
act. 88-36). Aufgrund der angeblich minimalen Belastungstoleranz (IV-act. 88-35) bzw.
der Diskrepanz zwischen den anamnestischen Angaben einerseits und den
objektivierbaren Befunden und den bildgebenden Abklärungsresultaten andererseits
äusserte der rheumatologische Experte den Verdacht auf eine Selbstlimitierung bei
Symptomenverstärkung (IV-act. 88-36). Aus rheumatologischer Sicht könne eine
Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Taxichauffeur nicht gerechtfertigt werden. Für die
hierfür erforderliche Belastungstoleranz bestünden keine relevanten krankhaften
Veränderungen an den Gelenken oder im Bereich der Wirbelsäule (IV-act. 88-36 f.).
2.3.2 Die Beurteilung des rheumatologischen Gutachters, der chronifizierte
panvertebrogene Beschwerden bei altersphysiologischen Veränderungen der
Lumbalwirbelsäule sowie eine Streckfehlform der Halswirbelsäule mit ungenügender
zevikothorakaler Stabilisierung diagnostizierte und bei radiologisch nicht feststellbarer
Progredienz der degenerativen Veränderungen keine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit attestierte, erscheint vor dem Hintergrund der übrigen medizinischen
Unterlagen nachvollziehbar: So hatten bereits die Ärzte der Klinik C._ eine
orthopädische bzw. in der Wirbelsäule liegende Ursache für die vom Beschwerdeführer
beklagten Schmerzen vorwiegend rechts gluteal bzw. dorso-lumbal mit Ausstrahlung in
den rechten Oberschenkel ausgeschlossen und festgehaltem, aus orthopädischer Sicht
seien die Beschwerden sowohl klinisch als auch radiologisch nicht erklärbar (Berichte
Klinik C._ vom 30. April 2013 [IV-act. 42], vom 11. November 2013 [IV-act. 74-4 f.]
und vom 5. Dezember 2013 [IV-act. 55]). Auch Dr. E._ hatte gemäss ihrem Bericht
vom 6. März 2014 ein entzündlich rheumatologisches Geschehen für eher
unwahrscheinlich gehalten. Eine Schmerzmedikation war damals nicht erwünscht bzw.
notwendig (IV-act. 74-6 f.).
2.3.3 Dr. K._ bezog sich in seinem Bericht vom 15. September 2016 (act. G 12.2)
auf einen MRI-Befund der Wirbelsäule vom 23. August 2016, welcher degenerative
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Veränderungen und eine Diskopathie LWK 4 bis SWK 1 mit jeweils breitbasigen
Diskushernien ohne Kompression nervaler Strukturen zeigte (act. G 12.5). Diese waren
im dem Gutachten zugrundeliegenden MRI-Befund vom 8. September 2014 ebenfalls
festgestellt und als minimal bezeichnet worden (IV-act. 88-10, 35). Dr. K._ äusserte
sich nicht zum Gutachten oder zur Arbeitsfähigkeit und berichtete von einer stationär
behandelten Schmerzexazerbation (vgl. auch Austrittsbericht Spital J._ vom 27. Juli
2016, act. G 12.1). Sein Bericht datiert rund ein Jahr nach dem massgeblichen
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (BGE 121 V 366 E. 1 b; BGE 131
V 243 E. 2.1), womit der Eintritt einer Verschlechterung vor diesem Zeitpunkt nicht
dargetan ist. Der Bericht von Dr. L._ vom 28. September 2016 (act. G 14.1) hält fest,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung
insbesondere hinsichtlich der chronischen Schmerzen verschlechtert habe und die
dauerhafte Tätigkeit als Taxifahrer (auch wegen der Medikation mit Opiaten) nicht mehr
durchführbar sei. Auch hieraus können keine objektiven Gesichtspunkte abgeleitet
werden, die das Gutachten als zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses zweifelhaft
erscheinen lassen. Eine Verschlechterung seit Erlass der angefochtenen Verfügung
wäre im Rahmen eines Revisionsverfahrens bzw. einer Wiederanmeldung geltend zu
machen und kann im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht massgeblich sein.
2.4
2.4.1 Dem psychiatrischen Gutachter berichtete der Beschwerdeführer, er habe sich
bereits vor dem Herzinfarkt am 15. September 2011 oft müde und körperlich schwach
gefühlt und deshalb in seiner Chauffeurtätigkeit vom Lastwagen aufs Taxi gewechselt
(IV-act. 88-26, 27). Der Gutachter führte dazu aus, diese Entwicklung lasse sich aus
psychiatrischer Sicht nicht hinreichend begründen (IV-act. 88-29). Weiter schildere der
Beschwerdeführer, seit dem Infarkt beobachte er genau alle Körpersensationen und
befürchte einen weiteren Infarkt, den er kaum überleben würde (IV-act. 88-27). Durch
den Infarkt und dessen Folgen habe er die Lebensfreude verloren, unternehme in der
Freizeit kaum mehr etwas und fühle keine Energie mehr. Das Leben sei eintönig und
farblos geworden und es bestünden wenige Kontakte mit Kollegen und Kameraden. Er
könne sich nicht vorstellen, mehr als 50 % zu arbeiten. Die aktuelle Tätigkeit fordere
ihn sehr stark, er sei in der Freizeit müde und brauche Erholung (IV-act. 88-27). Im
Befund beschreibt der psychiatrische Gutachter im Wesentlichen schwergewichtig
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enttäuschte Hoffnungen, eine praktisch "eingeschlafene" Partnerschaft und einen
abwechslungsarmen Alltag mit weitgehender Sistierung aller Freizeitaktivitäten mit
Dominanz der Müdigkeit. Affektivität, Antrieb und Psychomotorik seien deutlich
beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer sei emotional wenig schwingungsfähig, habe
Mühe gehabt, Kleinigkeiten zu nennen, die ihn noch freuten, und kaum positive Gefühle
äussern können. Er habe umfassend seine Perspektivelosigkeit und
Niedergeschlagenheit geschildert (IV-act. 88-28). Der Gutachter führte aus, der
Versicherte sei bedrückt, niedergeschlagen, habe eine beeinträchtigte Prognose, habe
wohl auch ein schlechtes Gewissen wegen des Nikotinkonsums. Dennoch sei er in der
Lage, wenn auch nur für kürzere Zeiträume, Aktivitäten auszuüben. Positive Emotionen
seien auch angedeutet gewesen und er habe frühere Erfolge durchaus gelten lassen
und eine gewisse Freude darüber zeigen können. Die tätigkeitsbedingte Ermüdung, die
er verspüre, hemme natürlich das allgemeine Aktivitätsniveau sehr stark (IV-act. 88-28
f.). Mit der Konstellation von Migrationshintergrund, Anpassung des Tätigkeitsfeldes an
eine grössere Ermüdbarkeit und Abkühlung der ehelichen Beziehung mit offenbar
schwerwiegender Erkrankung des Sohnes hätten sich ungünstige Faktoren für die
Bewältigung des aktenkundigen Herzinfarktes ergeben (IV-act. 88-29). Diese
Entwicklung lasse sich durch die ICD Diagnostik schlecht abbilden. Gegen ein Fatigue-
Syndrom spreche, dass der Versicherte bei der Untersuchung nicht müde gewesen sei,
dass er berichte, über längere Zeiten unbeeinträchtigt fahren zu können sowie der
Gesamteindruck der Persönlichkeit. Der Begriff des Verbitterungssyndroms sei ganz
unwissenschaftlich, existiere in der ICD-Klassifikation nicht und beschreibe den
Zustand dennoch am anschaulichsten. Am ehesten werde man der Problematik mit der
Diagnose der Dysthymia gerecht (IV-act. 88-29). Diese könne in der Regel keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Eine leichte oder gar mittelschwere
Depression könne er nicht diagnostizieren. Damit müsse aus einem ganz streng
begrenzten psychiatrischen Blickwinkel eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werden.
Spontan und unreflektiert ergebe sich aber der Eindruck, dass keine volle
Arbeitsfähigkeit mehr vorliege (IV-act. 88-29).
2.4.2 Abweichend vom psychiatrischen Gutachter diagnostizierte die behandelnde
Dr. D._ eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10:
F32.11), aufgrund derer der Beschwerdeführer als Taxichauffeur noch zu 50 %
arbeitsfähig sei (Arztbericht vom 14. Juni 2014, IV-act. 69; Bericht vom 10. Juni 2015,
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IV-act. 94-5 f.; vgl. auch Bericht an den Rechtsvertreter vom 16. Juni 2014, IV-act. 71).
Sie hielt fest, Auffassung, Aufmerksamkeit, Konzentration und Belastbarkeit seien leicht
bzw. stark, deutlich herabgesetzt (IV-act. 69). Der Beschwerdeführer sei wegen seinen
Konzentrationsschwierigkeiten, Beinschmerzen und depressiver Antriebs- und
Stimmungslage nicht mehr imstande, seine sitzende und sehr stressige Tätigkeit länger
als vier Stunden täglich auszuüben. Vor Beginn der Behandlung bei ihr am 1. April 2014
habe er vom Hausarzt Antidepressiva erhalten. Die Diagnosekriterien einer
mittelgradigen depressiven Episode seien erfüllt. Die Äusserungen des Versicherten
gegenüber dem psychiatrischen Gutachter (betreffend Interesse- und Freudeverlust)
belegten das Bestehen einer mittelgradigen Depression. Gemäss Gutachten sei der
Versicherte langsam und bedrückt ins Besprechungszimmer gekommen und habe
seine Perspektivelosigkeit und Niedergeschlagenheit mit wenig Gestik und Mimik
geschildert. Dass der Gutachter lediglich eine Dysthymie diagnostiziert habe, sei nicht
nachvollziehbar. Die Symptome seien beim Beschwerdeführer weit ausgeprägter als
bei einer Dysthymie (IV-act. 94-5 f.).
2.4.3 Dr. D._ begründet ihre Beurteilung nicht mit relevanten medizinischen
Tatsachen, die dem psychiatrischen Gutachter nicht bekannt waren, sondern macht
ausdrücklich geltend, die vom Gutachter aufgeführten Befunde hätten die Diagnose
einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom gerechtfertigt. Es
handelt sich mithin um eine abweichende (diagnostische) Beurteilung desselben
medizinischen Sachverhalts. Zudem führte RAD-Ärztin Dr.med. M._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in ihrer Stellungnahme vom 7. Juli 2015
nachvollziehbar aus, auch aus RAD-Sicht lasse sich die vorliegende Problematik durch
die ICD Diagnostik schlecht abbilden. Die Diagnose der Dysthymie könne keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Für die Diagnose einer mittelschweren
Depression seien gemäss vorliegendem Gutachten tatsächlich zu wenig Kriterien
erfüllt. Allerdings sei zusätzlich zu berücksichtigen, dass der Versicherte seit seinem
Rehabilitationsaufenthalt nach erlittenem Herzinfarkt das Antidepressivum Citalopram
einnehme. Es könne durchaus sein, dass manche Kriterien (z.B. die in den Akten auch
erwähnten Schlafstörungen) unter der medikamentösen Behandlung remittiert seien.
Diese remittierten Symptome könnten aber auch keine Arbeitsunfähigkeit begründen.
Der psychiatrische Teil des Gutachtens sei somit nachvollziehbar und ausreichend
ausführlich begründet (IV-act. 90-2).
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2.5 Nach dem Gesagten ist mit dem RAD auf das Gutachten der MEDAS
Zentralschweiz vom 25. März 2015 abzustellen. Eine länger dauernde
Arbeitsunfähigkeit wurde in keinem der Teilgutachten der MEDAS bescheinigt (vgl.
auch IV-act. 88-21). Auch der Arztbericht der Klinik für Angiologie des KSSG vom 17.
April 2014 (Posteingang bei der Beschwerdegegnerin) attestiert rückwirkend aus
angiologischer Sicht ausdrücklich keine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % (IV-
act. 62-2). Folglich war die einjährige Wartezeit mit einer durchschnittlichen
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG zu keinem
Zeitpunkt erfüllt, weshalb auch die Zusprache einer befristeten Rente ausser Betracht
fällt.
3.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG)
bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit.
a) und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt
sich (lit. b). Vorliegend ergeben sich aus den medizinischen Akten keine Hinweise, dass
der Beschwerdeführer von einem überwiegend wahrscheinlichen Eintritt einer
Erwerbsunfähigkeit bedroht ist (vgl. U. MEYER/M. REICHMUTH, Bundesgesetz über
die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. Zürich 2014, Art. 8 Rz 14). Hinsichtlich der
PAVK, des lumbalen Schmerzsyndroms und aus psychiatrischer Sicht lagen zur Zeit
der Begutachtung bzw. der angefochtenen Verfügung stabile Verhältnisse vor. Da diese
massgebend sind, wäre eine Beurteilung der späteren Entwicklung, auch hinsichtlich
beruflicher Massnahmen, lediglich nach einer Wiederanmeldung bzw. in einem
Revisionsverfahren möglich (vgl. E. 2.3.3).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
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1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten vollumfänglich aufzuerlegen. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
4.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).