Decision ID: 1fee9dda-65d0-4cf3-b456-5868d5667be7
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1964 geborene
X._
war seit 1
0.
Juli 2009
als
Maler
bei der
Y._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch versi
chert. Mit Schadenmeldung vom
1
6.
Oktober 2009 (
Urk.
8
/1
34
) wurde der SUVA mitgeteilt, dass der Versicherte am 1
4.
Oktober 2009
von einer zwei Meter hohen Leiter auf das Knie gefallen sei und sich an der Hüfte und am rechten Knie
Verletzungen zugezogen habe
. Die SUVA gewährte Heilbeha
nd
lung und Taggeld
.
Mit
Verfügung vom 2
3.
August 2011
sprach sie
eine
Invali
denrente
nach Massgabe einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 15
%
mi
t Wirkung ab
1.
November 2011
zu
, ver
wies in
Bezug auf eine
Integrität
sent
schädigung
auf
noch nicht abschätzbare Verhältnisse und
stellte
eine spätere Beurteilung in fünf Jahren
in Aussicht
(
Urk.
8/111).
Hiergegen erhob der Versi
cherte am 2
2.
September 2011 Einsprache (
Urk.
8/118).
1.2
Mit Schadenmeldung vom 1
1.
November 2011 (
Urk.
7/3) wurde der SUVA mit
ge
teilt, dass der Versicherte am 1
2.
O
ktober 2011 als Lenker des eigenen Fahr
zeuges in
Z._
verunfa
llt sei
und sich am Rücken und am Arm verletzt habe.
Mit der Begründung
,
aufgrund des neuen Ereignisses sei der Fallabschluss
in Bezug auf das Erstereignis
zu früh erfolgt
,
hob die SUVA die Ve
rfügung vom 2
3.
August 2011 auf,
schrieb das
Einspracheverfahren
formlos ab
und richtete weiterhin das Taggeld aus (
Urk.
8/131 f.
).
1.3
Im Rahmen der
weiteren
medizinischen Abklä
rungen
führte die SUVA
am 2
7.
März 2013
eine kreisärztliche U
ntersuchung durch
(
Urk.
8/133
). Mit Verfü
gung vom
1
1.
Juni 2014 sprach
sie dem Versicherten
mit Wirkung ab
1.
August 2014
eine Invalidenrente
nach Massgabe einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 18
%
und eine Entschädigung auf der Basis
einer
Integritätseinbusse von 45
%
zu
(
Urk.
7/155
).
A
uf Einsprache des Versicherten
hin (
Urk.
7
/
165
)
,
erhöhte
sie
mit Entscheid vom 1
2.
September
2014
die
Invalidenrente
von 18
%
auf 23
%
und wies im Übrigen die Einsprache ab (
Urk.
2)
.
2.
Hier
gegen erhob der Versicherte am
7.
Oktober 2014 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte
(S. 2),
es seien die gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung zu erbringen, insbesondere eine ganze IV-Rente und eine Integritätsents
chädigung von 100
%
. E
ventualiter sei er neurologisch, neurourologisch, neuropsycholo
gisch, rheumatologisch und orthopädisch zu begutachten.
Die SUVA schloss
in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
2.
November 2014 (
Urk.
6
) auf Abweisung der Besch
werde, was dem
Beschwerdeführer
am 1
8.
November 2014
(
Urk.
10)
zur Kenntnis gebracht
wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungsleistungen bei Berufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8
des Bundes
gesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.
4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die
körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.
5
Im Anhang 3 zur
UVV
hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Integri
täts
schäden
aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte
Integri
tätsschäden
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige
Gebrauchsunfä
higkeit
eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der
Integritäts
schaden
weniger als
5
%
des
Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.
6
Die Medizinische Abteilung der
SUVA
hat in Weiterentwicklung der
bundes
rätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog.
Fein
raster
) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im angefochtenen
Entscheid
davon aus, dass
gemäss der kreisärztlichen Untersuchung und den kreisärztlichen Beurteilungen
in Bezug auf
das Erstereignis vom
1
4.
Oktober 2009
mit
Verletzungsfolgen
am rechten Knie
sowie
in Bezug auf das Zweitereignis
vom 1
2.
Oktober 2011
, bei welchem sich der Beschwerdeführer ein
e
Luxations
fraktur am Rücken zugezo
gen hab
e
,
eine
leichte
angepasste Tätigkeit ganztags zumutbar sei. Ausgehend vom medizinischen Zumutbarkeitsprofil und gestützt auf
die
Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
sowie
unter Berücks
ichtigung eines zusätzlichen l
eidensbedingten Abzuges
von 2
5
%
resultiere daraus eine unfallbedingte
Erwerbseinbusse von 23
%
.
Sodann betrage der
Integritätsscha
den
laut
kreisärztliche
r
Beurteilung
vom 2
2.
Januar 2014
45
%
.
(
Urk.
6 S.
4.
f
. und
S.
7
f
f.,
Urk.
2 S.
7
f
f
.).
2.2
Der Beschwerd
eführer machte dagegen geltend,
auf die kreisärztliche
Untersu
chung u
n
d die
Beurteilung
en
könne nicht abgestellt werden
.
Gestützt auf die Berichterstattung der
A._
bestehe
als Folge des Unfalls vom 1
2.
Oktober 2011
ein Vorderhornschaden der Segmente C5 bis Th1 rechts
mit einer
inkomplette
n
Tetraparese
C
4.
Hierbei handle es sich
nicht
um
eine funk
tionelle Störung
. Aufgrund seiner jetzigen Beschwerden als Folge der Verstei
fung der Halswirbel sowie der Parese
als Folge des Vorderhornschadens für die Segmente C5/6, C6,
C
7 und C/HT1 rechts sowie sensibles Niveau ab C1, der Urininkontinenz sowie de
r Kniebeschwerden rechts sei er
nicht in der Lage
,
irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Der Integritätsschaden betrage
bezüglich des Knies 30
%
. Die andauernde Urininkontinenz mit Einschränkun
gen des Sexuallebens sei mit 35
%
und die restlichen Beschwerden aufgrund der Parese mit 35
%
zu bewerten, was eine
Integritätsentschädigung
von 100
%
ergebe (
Urk. 1.
S. 7
f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
die
Höhe
des Rentenanspruchs
ab
1.
August 2014
und die Höhe der Integritätsentschädigung aufgrund der gesundheitlichen Folgen der Ereignisse vom 1
4.
Oktober 2009 und vom
1
2.
Oktober 201
1.
3.
3.1
3.1.1
Dr.
med.
B._
, FMH für A
llgemeinmedizin, be
schrieb
im Bericht vom
4.
November 2009 aufgrund eines MRI vom
2.
November 2009 einen medialen Meniskusschaden. Er
führte aus
, der Beschwerdeführer sei
am 1
4.
Oktober 2009
beim Ma
len von der Treppe gestürzt
und habe darauf
starke Schme
rzen im
rechten Knie verspürt
. Er
vermerkte
sodann
die Überweisung des Beschwerde
führers zur weiteren Abklärung und Therapie an
Dr.
med.
C._
, FMH für or
tho
pädische Chirurgie (
Urk.
8/8
).
3.1.2
Im Operationsberic
ht vom 1
0.
Dezember 2009 führte
Dr.
C._
die Diagnose eines medialen Meniskusriss
es
am rechten Knie
u
nd eines
retropatellären
Knor
pelschaden
s
auf
.
E
r
wies
auf intakte Knorpelverhältnisse
im medialen Kompar
timent
femoral
sowie
tibial
und medial auf einen eingerissenen
,
nicht
nähbaren
Meniskusriss hin.
Retropatellär
hielt er
ei
ne leichte
Chondropathie
Gr. II
–(II
I
)
und
troc
hl
e
är
unauffällige Verhältniss
e fest.
I
ntercondylär
bestünden
intakte vor
dere und hintere Kreuzbänder und im lateralen Kompartiment
intakte
Knor
pelverhält
nisse
femoral
sowie
tibial
und
ein
intakte
r
, unauffällige
r
lateraler
Meniskus (
Urk.
8/13).
3.1.3
Im Austrittsbericht der
D._
vom
1
9.
Juli 2010
über
den Aufent
halt des Beschwerdeführers vom 2
6.
Mai bis 2
3.
Juni 2010
beschrieben die Ärzte m
it Bezugnahme auf ein MRI vom
1
1.
Juni
2010 einen grossen
Knorpel
defekt
der medialen
Patellafacette
mit angrenzender Knochenmar
k
s
reaktion im Sinne einer
Chondromalacia
patellae
Grad IV.
Sie vermerkten einen
Status nach
Teilmeniske
k
t
omie
und entsprechend narbige Veränderungen im Hoffa Fettkör
per
und
beschrieben
einen
in der Grösse
weitgehend erhaltenen leicht
mukoid
degenerierten medialen Meniskus mit Konturunregelmässigkeit im
Hinterho
rn
an der
tibialen
Gelenkfläche
. A
nsonsten
seien
die
Kniebinnenstrukturen
intakt und ohne grösseren Gelenkerguss
.
I
m Weiteren
wiesen die Ärzte
auf
ein E
reignis vom
9.
März 1995
hin. D
er Beschwerdeführer
habe sich
bei einem Sturz von einer Leiter eine
Ellenbogen
kontusion
links mit Fraktur
Condylus
lateralis
humeri
links z
ugezogen.
I
n diesem Zusammenhang
sei
eine
offene Reposition und Osteosynt
hese mittels
Spongiosazugschrauben
am
9.
März 1995
mit
Schraubenentfernung am 2
3.
Juni 1995
durchgeführt worden
,
wobei ein
Extensions
defizit im linken Ellenbogen
verblieben sei
.
I
n Bezug auf
die
Arbeitsfähigkeit
äusserten sich
die Ärzte,
es
sei
eine
mässige Symptomausweitung beobachtet worden
und es
se
i davon auszugehen, dass bei
gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als
der Beschwer
deführer
bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm gezeigt
habe
. Zur zumutba
ren Arbeitsfähigkeit hielten
sie
fest, d
as Belastungsprofil in der Tätigkeit als Maler
sei nicht zumutbar und die Anforderungen
seien
zu hoch. Eine leichte Tätigkeit ohne
Arbeiten
auf de
n Knie
n s
o
wie länger dauernd
in der Hocke
oder
mit wi
ederholtem Treppen- oder Leitern
steigen
sei ganztags zumut
bar (
Urk.
8/37).
3.1.4
Kreisarzt-Stellvertreter
Dr.
med.
E._
, FMH Chirurgie
,
erhob
gemäss dem
Untersu
chungsbericht vom
8.
Februar 2011
unter anderem
die
Funktionsberei
che
und Umfangmasse von Ellenbogen und Kniegelenken
des Beschwerde
führers
.
Er
hielt fest
, a
ufgrund der erhobenen Befunde sei dem Beschwerde
führer kein voller Einsa
tz als Maler zuzumuten.
Zum Belastungsprofil vermerkte er,
das
längere Gehen über unebenes Gelände, das Arbeiten in kniender oder kaue
rnder Stellung
oder Arbeiten, die
mit häufigen Rotationsbewegungen am Kniegelenk einher
gingen
und solche
über Kopfhöhe
seien
zu vermeiden. Das längere Verharren in gleichbleibender Haltung und das häufige Besteigen von Leitern und Gerüsten sei
en
ungünstig und
es seien
keine Lasten von über 25 bis 30
kg zu tragen.
Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen sei dem Beschwerdeführer ein ganztägiger Arbeitseinsatz zuzumuten (
Urk.
8/
59
).
3.1.5
Kreisarzt
Dr.
F._
, Facharzt FMH für Chirurgie
,
äusserte sich im
Nachtragsb
e
richt
vom
3.
Mai 2011 zum Ber
icht der
A._
betreffend die Unter
suchung vom 2
1.
April 201
1.
Er hielt fest
,
beim Kn
orpelschaden an der media
len Fac
ette der Patella mit korrespondierendem Schaden an der
Trochlea
femoris
handle es sich um eine leichte
femoropatellä
re
Arthrose, welche noch nicht i
ntegritätsentsc
hädigungspflichtig sei (
Urk.
8/
137).
3.1.6
Die Ärzte der
A._
stellten
im Bericht vom
2.
August 2011
unverän
derte Verhältnisse zum Vor
untersuch vom 2
1.
April 2011 fest
. Sie
führten aus,
klinisch und morphologisch bestehe ein Knorpelschaden der medi
alen
Patella
facette
und der korrespondierenden
Trochlea
. Die durchgeführte
diagn
o
s
tisch/therapeutische Infiltration habe jedoch in keiner Weise ein
e Beschwerdelinderung
g
ebracht und die Verhäl
tnisse zum Voruntersuch vom 21.
April 2011 seien unverändert.
Auch deshalb und ebenfalls aufgrund der diffusen Schmerzsymptomatik
könnten
sie dem
Beschwerdeführer
keine chi
rur
gische Option anbieten
. Ob allenfalls eine
radikuläre
Ursache mitwirken könnte, scheine unwahrscheinlich. Kniechirurgisch sei die Behandlung ihrerseits abge
schlossen (
Urk.
8/105).
3.2
3.2.1
Die Ärzte
des
G._
wiesen
im Bericht vom 30.
November 2011
auf
die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers seit dem 4.
November 2011 hin.
In der Diagnoseliste führten sie
eine inkomplette
Tetra
parese
C1, ASIA D bei
Status nach „Auffahrunfall“ am 1
2.
Oktober 2011
sowie
bei
Status nach dorsaler und ventraler Ve
rschraubung am 1
7.
Oktober 2011
und
einen Status nach Arthroskopie und
Partiellmenis
c
ec
tomie
medial bei
retropa
tellärer
Chond
r
opathie
Grad II am 1
0.
Dezember 2009 am Knie rechts
, einen
Status nach Sturz von d
er Leiter
vom
1
4.
Oktober 2009
sowie einen Status nach
offener Reposition und Osteosynthese einer
Condylus
humeri
lateralis
-Fraktur am
9.
März 1995 mit Schraubenentfernung am 2
3.
Juni 1995
auf
.
Der Beschwerdeführer habe berichtet
,
er sei in
Z._
in einen PKW-Unfall verwickelt gewesen. Er habe im Anschluss an das Trauma den rechten Arm nur eingeschränkt bewegen
können. Weiterhin bestehe eine Reduktion von Sensibi
lität am ganzen Körper bis zum Hals. Weitere motorische Ausfälle würden ver
neint. Die Blasenentleerung und Darmfunktion sei
en
nicht gestört gewesen. Er sei in
Z._
am 1
7.
Oktober 2011 operiert worden. Aktenanamnestisch sei eine luxierte Fraktur C6/7 beschrieben, welche mittels dorsaler und ventr
aler Verschraubung fixiert worden sei
. Ein steifer Kragen sei angelegt
worden
.
Im Röntgenbefund
der Halswirbelsäule
(
HWS
ap
/
seitl
.
)
v
om
4.
November 2011 wiesen die Ärzte auf einen Status nach
dorsaler
Spondylodese
C5-C7 sowie ventrale
Spondylodese
C6/7 mit Cage-Anlage hin
. Sie hielten fest, das
Osteo
synthesematerial
sei in situ
und intakt ohne Zeichen für eine Lockerung
. Sie
beschrieben eine Anschlussdegeneration kaudal im Segment C7/T
h
1 mit
Osteo
chondrose
und
Spondylarthrose
sowie eine regelrechte Darstellung von C2-C5 ohne Nachweis von wesentlichen degenerativen Veränderungen.
A
ufgrund
der
Computertomographie (CT) vom
7.
November 2011
hielten
die
Ärzte
fest
, die mittlere
Spondylodeseschraube
der rechten Seite liege mit ihrer Spitze im Facettengelenk. Der
Pr
o
cessus
transversus
C7 rechts sei am übrigen Wirbel nicht fixiert bzw. ohne
ossäre
Kontinuität zu diesem und das übrige
Spondylodesematerial
sei
intakt und ohne Lockerungszeichen.
Aufgrund einer Magnetresonanztomographie (MR) vom
8.
November 2011
sahen
die Ärzte ein
en grossen diffusen
Flüssigkeitsverhalt in den
nuchalen
Weich
teilen, abgesetzt von der Dura und ohne direkte ersichtliche Verbindung
zu dieser
. Differentialdiagnostisch hielten sie ein
Serom
/Hämatom
fest
und wiesen darauf hin,
dass
e
ine
kleine
Liquorfistel
aufgrun
d de
s
Suszeptibilitäts
artefakt
s
durch das
Spondylodesematerial
übersehen werden
könne,
und
ver
merkten
eine flaue fokale Myelopathie rechts
anterolateral
der Halswirbelkörper (HWK) 6/7.
Anlässlich
der urologischen Erstevaluation vom
9.
November 2011
befanden
die Ärzte, die Blasenentleerung erfolge per
ureth
r
am
im Vergleich zu vor der Ope
ration etwas weniger
häufig mit gelegentlichem Nachträufeln. Es bestehe keine Drang- oder Belastungsinkontinenz. Sie wiese
n auf eine freie
Uroflowmetrie
und
unauffällige Befunde in der Sonographie hin und
erachteten
ein Erfordernis für eine weitere Behandlung o
der eine neuro-urologische Kont
rolle
für nicht gegeben (
Urk.
7/15
/2-5
).
3.2.2
Im Austrittsbericht
de
s
G._
vom 2
1.
Dezember 2011
betreffend
Hospitalisation
vom
4.
November bis 1
5.
Dezember 2011
hielten die Ärzte fest, i
m Rahmen der Rehabilitation sei
eine angepasste ergo- und physio
therapeutische Behandlung erf
olgt, welche zur Besserung der K
raftgrade rechts geführt habe. Der rechte Arm sei bei vollem Bewegungsumfang
,
aber deutlicher Kraftminderung
,
in Bezug auf die A
l
ltagsfunktionen einsetzbar. Das linke Bein zeige bei Status nach Knietrauma infolge
eines
Sturz
es
im Jahr 2009 eine leichte
Minderung der Kniestrecker und F
ussheber ohne relevante
Funktions
einschränkung
. Zusammenfassen
d
liege beim Beschwerdeführer eine
residuelle
Parese des rechten Armes vor. Eine klinische Besserung sei zu erwarten, wobei deren Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit im Verlaufe erneut zu beurteilen sei
en
. I
n Bezug auf die Belastbarkeit
zeige
sich zum Teil ein diskrepantes Bild, welches organisch nicht hinreichend erklärbar sei
.
Es
habe
sich der Verdacht auf Aggravation von Symptomen ergeben. In B
ezug auf die Blasenfunktion hätten
die urologische Evaluation einen re
gelrechten Befund und
hinsichtlich der Darm- und Sexualfunktion während des Behandlungszeitraums keine Defi
zite bzw. Probleme ergeben. Der Beschwerdeführer sei in stabilem Zustand
nach erfolgreicher Belastungserprobung in die angestammten Verhältnisse ausgetre
ten (Urk.
7/23
/2-8
S.
3
).
3.2.3
Im Bericht
des
G._
vom 1
7.
Januar 2012
befanden
die Ärzte, klinisch neurologisch zeige sich im Bereich der unteren Extremitäten tendenziell eine Besserung der Kraftgrade. Passend dazu hätten sich die moto
risch evozierten Potenziale
(MEP)
zum rechten
Musculus
abductor
digiti
minim
i
von der Latenz etwas verbessert und seien heute grenzwertig normal ableitbar. Darüber hinaus seien die
MEP
zu den Armen
wie
auch die sensibel evozierten Potenziale
(SEP)
in den Beinen normwertig ableitbar. Von den Armen zeige sich unverändert eine leichte Verzögerung der SEP
. Insgesamt sei der Verlauf positiv mit günstiger Prognose des weiteren Verlaufs (
Urk.
7/2
8
/2-
3
S.
2
).
3.2.4
Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie FMH
,
äusserte sich im Untersuchungsb
ericht vom 2
7.
März 2013
zu den
Verletzungs
folgen
am rechten Kniegelenk. Er hielt fest, dass sich
in Bezug auf die
Befund
bericht
e
der vorbehandelnden Ärzte
die funktionellen Defizite im
Vergleich mit der aktuellen Untersuchung nicht
mehr wesentlich verändert hätten
.
Unfall
chirurgisch
sei der Endzustand erreicht
. Der Beschwerdeführer sei aus rein orthopädisch-unfallchirurgischer Sicht ganztags leistungsfähig. Ausschliesslich gehende und stehende Tätigkeiten und
solche
die im Knien und Hocken sowie auf Leitern und Gerüsten durchgeführt würden, seien aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen. Die Voraussetzungen für eine
Integritätsentschädigung
seien
im vorliegenden Fall nicht
erfüllt
(
Urk.
7/107 S.
9).
3.2.5
Kreisärztin
Dr.
med.
I._
, Fachärztin Neurochirurgie,
hielt
im Bericht vom 2.
April 2013
betreffend
Untersuchung vom 2
7.
März 2013
i
n Bezug auf die Rückenverletzung fest, der Beschwerdeführer berichte von keinerlei Besserung seit dem Unfall betreffend Sensibilität, Motorik und Schmerzsituation. Für den Beschwerdeführer
stünden
einerseits die motorischen Einschränkungen des rechten Arms, anderseits die Schmerzen im rechten Nacken,
Schulter und Arm im Vordergrund
. I
n der Untersuchung f
ä
nde
n
sich eine deutliche
Kraftminde
rung
im Bereich des rechten Armes sowie eine unge
w
öhnlich
e Verteilung der sensiblen Defi
zite mit Sensibili
t
ätsstörungen im Bereich des ersten
Trigemi
nusaste
s
(
Hirnnerv
) sowie weitere sensible Defizite ab C1 abwärts bis ca.
Th
6, wobei die
thoracalen
Segmente nur am ventralen Rumpf defizitär seien. Zudem
fänden
sich keine Hinweise auf zentral-bedingte Paresen im Sinne von gestei
gerten Muskeleigenreflexen an der oberen oder unteren Extremität bzw. patho
logische Reflexe (Zeichen nach
Babinski
,
Fuss
kloni
) oder einer Tonuserhöhung
. Der Romberg-Stehversuch sei nicht wirklich konklusiv beurteilbar. Präoperativ sei eine C7-Ra
d
ikulopathie rechts beschrieben, die aufgrund des
Unfallmecha
nismus
sicher nachvollziehbar sei. Ein Central-Cord-Syndrom wäre grundsätz
lich aufgrund
des Unfallmechanismus und des
im November nachgewiesenen
Myelopathiezeichens
in Höhe von C6/7 ebenfalls vorstellbar. Das aktuell demonstrierte
k
linische Bild weise jedoch gewisse Diskrepanzen a
uf. Sie schlage vor
, den Befund elektrophysiologisch zu erhärten (
Urk.
7/103 S. 12).
3.2.6
Prof.
Dr.
med.
J._
, Neurologie FMH,
wies im Bericht vom 1
8.
April 2013 darauf hin, dass der Beschwerdeführer seinen rechten Arm
weder beim An- noch beim Ausziehen gebrauche. Spontan w
e
rde der rechte Arm im Schulterge
lenk nicht bewegt.
Aspektmässig
habe er jedoch keine Hi
nweise auf eine Mus
kelatrophie und es bestehe keine
Scapula
alata
. Die Muskeleigenreflexe seien s
chwach
,
aber alle erhältlich,
symmetrisch und dystrophe Veränderungen
bestünden keine
. D
er Beschwerdeführer
habe
Mühe auf den Zehen zu stehen m
it intermittierendem Nachgeben
. Das
Fersenstehen rechts sei nicht möglich wohl aber links. Liegend
würden sich dann aber intermittierend durchaus normale D
orsalextensionen beider Füsse
und der Zehen mit normaler
Muskelt
r
ophik
zeigen. Die Bauch
reflexe seien gut erhältlich,
die Muskeleigenrefle
xe an den Beinen schwach und die
Babinski
-Zeichen negativ. Spastische
Zeichen
seien
keine
vorhanden
.
In
der Elektroneurographie
ersah
der Arzt die sensiblen Parameter
und das moto
rische Summenpotenzial
des
N
ervus
m
edianus
im Normbereich mit nor
malen F-Wellen
.
Mit Bezugnahme auf
die durchgeführte
E
lekt
ro
myographie
(EMG)
wies er darauf hin, dass
keine pathologischen Spontanpotenziale der
muscul
i
deltoideus
,
biceps
und
brachioradialis
bestünden
. Er vermerkte
ein stark gelichtetes Inter
fer
e
nzmuster bei fehl
ender Partizipation und
intermittierend
ein
volles Muster mit normal konfiguriert
en Muskeleinheitspotentialen
.
In seiner Gesamtbeurteilung
wies
der Arzt
darauf hin
, er
wundere sich über die Diagnose des
G._
. Es handle sich durchwegs
u
m funktionelle Störungen. Er habe keine Hinwe
ise auf eine organische Genese beim klinischen Bild mit vollständig fehlenden Muskelatrophien, normalem Reflexbild, ohne Hinweise auf eine Spastik, also Ausschluss einer
Vorder
hornzell-Involvierung
mit damit notwendiger Atrophie und einer Myelopathie ohne spastische Zeichen. Als zusätzliche Untersuchung könn
t
e noch eine
elektro
physiologische
Untersuchung mit Magnetstimulation durchgeführt wer
den. Auf diese Untersuchung habe er aufgrund der genügenden Aussage der Klinik verzichtet (
Urk.
7/108).
3.2.7
Oberarzt
Dr.
med.
K._
und Assistenzärztin med.
prakt.
L._
vom
M._
äusserten sich im
Bericht vom
8.
Juli 2013
zur
ambu
lanten
Untersuchung
des Beschwerdeführers vom
4.
Juli 201
3.
Im neurologi
schen Befund hielten sie in
Bezug auf die Motorik einen unauffälligen
Tonus fest. Sie v
ermerkten keine Spastik, kein
en
Rigor
,
jedoch
ein Absinken des rechten Arms beim Vorhalteversuch.
Sie
wiesen darauf hin
, w
enn der Beschwerdeführer den rechten Arm bewegen möchte, nehme er manchmal die linke Hand zur Hilfe. Zur
Begrüssung/
Verabschiedung reiche er teilweise die linke
,
teilweise die rechte Hand. Die Umfangm
essungen
der oberen Extremitäten bemassen die Ärzte 4 cm kranial der
Fossa
cubitalis
rechts mit 35 cm und links mit 34.5 cm und die Unterarme 4 cm distal der
Fossa
cubitalis
rechts und links
seiten
gleich
mit 25 cm.
Mit
Bezugnahme auf
das EMG
vom
4.
Juli 2013
führten
die Ärzte
aus
, als patho
logische
r
Befund f
ä
nde
n
sich eine chronisch-neurogene Veränderung de
s
Nervus
u
l
naris
und im C8-innervierten
Musculus
abductor
digiti
minimi
rechts. Darüber hinaus
zeigten
sich diskrete, subakut neurogene Veränderungen im C7/8 und dem
Nervus
radialis
innervierten
Musculus
extensor
digito
r
u
m
communis
. Die etwas verlängerte distal-motorische Latenz am
Nervus
med
ianus
beidseits könn
e Ausdruck eines Karpaltunnelsyndrom
s
sein. Ansonsten bestehe ein elektrophysiologischer Normalbefund.
Mit Bezug
auf
die Aufzeichnungen der
SEP vom
4.
Juli 2013
vermerkten
die Ärzte
zum Befund
am
Nervus
medianus
,
nach peripherer elektrischer Stimula
tion und korti
kaler Ableitung
fänden
sich Ant
w
o
rtpo
tentiale von verzögerter Latenz
. Ebenso sei
en
das
cervikale
Antwortpotential von verzögerter Latenz und
die
plexusnahe
Latenz beidseits von grenzwertiger Latenz. Zusammenfassend
sei
das
SEP
am
medianus
rechts
pathologisch
und
das SEP am
medianus
links
gr
enzwertig pathologisch
.
Zum Befund der SEP des
Nervus
tibialis
hielten sie fest, das
s
sich
nach peripherer elektrischer Stimulation und kortikaler Ableitung beidseits Antwortpotentiale von verzögerter Latenz ableiten liessen. Zusam
menfassend
bestehe ein pathologische
s
Tibialis
SEP ohne Möglichkeit der Höhen
lokalisation
.
Aufgrund der Aufzeichnungen der MEP
vom
4.
Juli 2013
folgerten
die Ärzte
, dass
nach
radikulärer
und
corticaler
magnetischer Stimulation mit Ableitung an beiden Armen und Beinen unauffällige
Absolutlatenzen
und seitengleich ausge
prägte Amplituden der mo
torischen Antwort gefunden worden seien
. Die zent
ral-motorische
Leitzeit
sei zu den Armen und Beinen normal gewes
en. Zusam
menfassend bestehe kein Hinweis
auf
eine Pyramidenbahn
läsion
zu Armen und Beinen.
In ihrer Beurteilung hielten die Ärzte fest, klinisch zeige der Beschwerdeführer eine hochgradige Parese vieler Muskelgruppen des „linken“ Arms. Diese Paresen
könnten
allerdings in der Einzelkraftprüfung und während der Beobachtung und der Muskelprüfung in verschiedenen Armpositionen nicht objektiviert wer
den. Es sei somit von einer funktionellen Parese des rechten Arms auszugehen. Lediglich die C7/8-versorgte Hand-Muskulatur zeige eine minimal
e
nachvoll
ziehbare Schwäche. Hier
bestehe
auch eine elekt
rophysiologische Auffälligkeit
. Auch die Sensibilitätsstörung sei kaum mit einem neuroanatomischen Korrelat zu erklären, wobei sicherlich zu einem früheren Zeitpunkt eine Läsion vorhan
den gewesen sei
. S
o scheine auch der
Nervus
auricularis
magnus
mitbetroffen gewesen zu sein. Aktuell besteh
e
aber eine Symptomausweitung und insbeson
dere
ergebe
sich
kein Hinweis auf eine Central-Cord-Läsion. Es
bestünden
kein
e
Spastik an den Armen und Beinen, keine Reflexsteigerung oder
Reflexdifferen
zen
(
Urk.
7/117).
3.2.8
Im Bericht
des
G._
vom
8.
Juli 2013
über
die Vorstel
lung des Beschwerdeführers zur neuro-urologische
n
Verlaufskontrolle
am glei
chen Tag hielten
die Ärzte
fest, trotz Therapie mit TENS-P bestehe eine persis
tierende Drangsymptomatik mit tropfenweiser Dranginkontinenz mehrmals am Tag. Der Beschwerdeführer benötige keine Einlagen. In der Sexualanamnese vermerkten sie, es bestehe eine regelrechte Er
ektion nach Einnahme von
Cialis
20
mg. In der Beurteilung
hielten sie fest,
v
i
deo-
urodynamisch
zeige sich eine hyperkapazitive, hyposensitive und
normoa
k
tive
Harnblase mit
Detrusor
-Sphink
t
er-
Dyssynergie
. Die Harnblase könne restharnfrei entleert werden und es sei kein
vesiko
-
uretero
-renaler Reflux zur Darstellung gekommen (
Urk.
7/1
20
).
3.2.9
Anlässlich einer Zweijahresverlaufskontrolle berichteten die Ärzte
des
G._
über die neurologische Untersuchung vom 2
3.
Oktober 201
3.
Im Bericht vom 2
4.
Oktober 2013
befanden
sie, kl
i
nisch neurologisch seien die Befunde im Wesentlichen unverändert. Die SEPs des
Nervus
ulnaris
und
Nervus
tibialis
hätten einen
stabilen Befund gezeigt (
Urk.
7
/131).
3.2.10
Dr.
I._
äusserte sich im Bericht
vom
3.
Dezember
2013
zu den neurophysio
lo
gi
schen Verlaufsuntersuchungen.
Sie
hielt fest
, dass aufgr
und der aktuellen neurologisch-e
lektrophysiologischen Befunde aus dem
M._
die festgestellten Paresen der Beine nicht überwiegend wahrschein
lich im Zusammenhang mit dem Unfall vom 1
2.
Oktober 2011 zu sehen seien.
Hierfür gebe es elektrophysiologisch keine Hinweise bei unauffälligen m
otorisch evo
zierten Potentialen
. Auch klinisch
zeigten
sich hierfür keine typischen Symp
tome e
iner zentralen Parese der Beine
. Auch die Armparese mit Einbe
ziehung
aller wesentlichen Funktionen
bzw. Muskelgruppen am rechten Arm sei nicht in vollem Umfange traumatisch/organisch erklärbar.
Die neurogene
Bla
senent
leerungsstörung
könne
aufgrund eines im MRI vom November 2011 nachge
wiesenen
Myelonsignals
und eines pathologischen
Tibialis
-SEPs über
wiegend wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Unfallereignis im Oktober 2011 gesehen werden.
Betreffend die
Behandlung der
neurogene
n
Blas
en
ent
leerungs
störung
sei der Beschwerdeführer noch in Behandlung und eine
Ver
laufs
kontrolle
im Oktober 2013 geplant
gewesen
. Sollte keine neue Therapie (z.B. sakrale Neuromodulation) in Betracht gezogen w
orden sein
, seien die Voraus
setzungen für einen Fallabschluss gegeben
.
In diesem Fall sei aufgrund der Unfallfolgen aus dem Schadenfall vom 1
2.
Oktober 2011 eine leichte Tätig
keit ganztags zumutbar. Gewich
te sollten dabei ab 5
kg beidhän
d
i
g hantiert werden. Arbeiten über Schulterniveau sollten gemieden werden und aufgrund der Drangsymptomatik sollte es dem Beschwerdeführer jederzeit möglich sein
, zur Toilette
gehen
zu können
(
Urk.
7
/128
).
3.2.11
I
m Bericht vom
2
2.
Janu
ar 2014
beurteilte
Dr.
I._
den Integritätsschaden
.
Mit Verweis auf die Feinrastertabelle 7 „Integritätsschaden bei
Wirbelsäulen
affektionen
“
hielt sie fest,
ein geringer Dauerschmerz bi
s
10°
Achsenabwei
chung
werde
mit 5-10
%
gewertet. Der Status nach
Laminektomie
und
Spon
dylodese
werde mit einer Erhöhung von 5-15
%
und sensomotorische Defizite mit einer Erhöhung um weitere 5-15
%
berücksichtigt. Die vorliegenden Schmerzen würden mit
10
%
, der Status mit nach
anteriorer
Arthrodes
e
C6
/7 und
posteriorer
Stabilisierung C5-C7 mit weiteren 10
%
berücksichtigt. Die sensomotorischen Defizite im C7
-
und C8-Versorgungsgebiet rechts würden mit 15
%
bewertet. Gemäss Feinrastertabelle 9 „Integritätsschaden
bei Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten an inneren Organen“ w
e
rde eine komplette
Urininkontinenz mit 30
%
gewertet. Die vorliegende Urininkontinenz bestehe in einer Dran
g
symptomatik mit wenig Dran
g
inkontinenz. Daher w
e
rde ein Drittel des veranschlagten Wertes für die komplette Urininkontinenz genommen. Ins
gesamt erhalte man so einen Wert von 45
%
(
Urk.
7/140).
3.2.12
Im Bericht vom 1
4.
April 2014 wies
Dr.
I._
auf die an der
A._
im Rahmen der Zweijahreskontrolle am 2
3.
Oktober 2013 durchgeführte neuro
physiologische Verlaufsuntersuchung hin. Sie vermerkte, dass
die
Ulnaris
-SEPs beidseits pathologische Befunde
zeigten
,
welche
sich im Verlauf jedoch gebessert hätten. Betreffend die
Tibialis
-SEPs seien beidseits verzögerte, das heisse pathologische
Latenzen
feststellbar gewesen, die im Vergleich mit den Voruntersuchungen stabil gewesen seien. Neu werde klinisch keine Parese der Beine
mehr
festgestellt und die Paresen am rechten Arm würde
n
sich erstmals auf die
Dermatome
C7/C8 beschränken. Die elektrophysiologischen Ergebnisse würden den Befunden des
M._
nicht widersprechen. Der Befund der
A._
vom 2
3.
Oktober 2013 sei bei der Formulierung des Zumutbarkeitsprofil im Rahmen der Beurteilung vom
3.
Dezember 2013
[Bericht vom
9.
Dezember 2013
, E. 3.2.10
]
berücksichtigt worden (
Urk.
7
/148).
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass
aufgrund der Aktenlage
keine
Therapieoptionen vorgeschlagen w
urden
, die eine
na
mhafte
Verbesserung
(
Art.
19
Abs.
1 UVG)
der Beschwerdesituation
erwarten lassen.
Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte in den medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass der Endzustand im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin, jedenfalls per Ende
Juli 2014
erreicht war und
damit der
Fallabschluss zu erfolgen hatte. Dies wird zu
Recht
auch nicht bestritten.
4.
2
Im Hinblick auf einen Rentenanspruch aus Unfallversicherung ist zunächst zu
prüfen, wie sich die
Unfallfolgen auf das
berufliche Leistungsvermögen des Beschwerdeführers auswirken.
Es steht aufgrund der medizinischen Akten fest und ist unbestrit
ten, dass er
seit dem Unfall vom 1
4.
Oktober 2009
von Seiten
des rechten Kniegelenks
und aufgrund des Unfalls vom 1
2.
Oktober 2011 von Seiten des Rückens
dahingehend eingeschränkt
ist, dass für die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Maler, die
unter
a
nderem
Überkopfarbeiten und Arbeiten auf Leitern und Gerüsten
erfordert
,
keine
verwertbare
Einsatzfähigkeit mehr besteht.
4.
3
Strittig und zu prüfen ist dagegen
, ob und in welchem Umfang
der Beschwerde
führer
in einer angepassten Tätigkeit arbeits- beziehungsweise leistungsfähig ist.
Die behandelnden Ärzte
,
n
amentlich
die Ärzte de
s
G._
,
haben sich
zur
zumutbaren Belast
barkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit
nicht geäussert
.
Die Kreisärztin
erachtet
eine leichte Tätigkeit ganztags
für zumutbar
, unter Berücksichtigung, dass Gewichte ab 5
kg beidhändig hantiert und Arbeiten über
Schulterniveau gemieden werden
, und dass der jederzeitige Zugang zu einer Toilette gewährleistet
sei
(E. 3.2.10).
Anlass zu einer
Kontroverse
ergibt
in diesem Zusammenhang einzig
die diagno
sti
zierte inkomplette
Tetraparese
C1 ASIA D, die kurz nach dem Unfall
im No
vember 2011
durch
die
A._
gestellt
wurde
(E. 3.2.1)
und woraus der
Beschwerdeführer
eine
komplette Gebrauchsunfähigkeit der rechten Hand und des rechten Arms
ableitet
(vgl.
Urk.
2 S. 3)
.
Die Diagnose konnte in
den
rund eineinhalb Jahre später erfolgten neurologi
schen Untersuchungen
nicht me
hr
gestellt werden und die
gezeigten Beein
trächtigungen wurden einer funktionellen Parese
zugeschrieben (vgl. E. 3.2.6 f.).
Hierbei wurde darauf hingewiesen
, dass
die
Untersuchungsbefunde keine Muskelatrophien
und
ein normales Reflexbild
zeigten
. Auch ergaben sich keine
Hinweise auf eine Spastik (E. 3.2.6). Elektrophysiologisch
wurde
eine
Pyrami
denbahnläsion
ausgeschlossen (E
.
3.2.7).
Aktenkundig ist, dass
die
behandelnden Ärzte bereits im Zusammenhang mit dem Knieschaden
auf
eine
Symptomausweitung
(E. 3.1.3)
und
ein
e
diffuse Schmerzsymptomatik (E. 3.1.6)
hingewiesen ha
tt
en
. A
uch
s
päter im Zusammen
hang mit der Rücken
verletzung
wiesen sie auf
ein diskrepantes, organisch nicht erklärbares
Beschwer
debild
hin und äusserten den
Verdacht auf Aggravation
von Symptomen (E.
3.2.2).
Diskrepanzen zwischen
den
objektivierbaren Befunden und dem demonstrierten Beschwerdebild stellte
auch
die Kreisärztin a
ufgrund der eigenen Untersuchung
fest, weshalb
die
ergänzende
n
neurologischen (elektrophysiologischen) Untersu
chungen durchgeführt wurden
(E. 3.2.5)
.
Die Kreisärztin
konstatierte
in diesem Zusammenhang auch, dass die
kurze Zeit
später an der
A._
erho
benen objektivierbaren und pathologischen Befunde den elektrophysiologischen Ergebnissen nicht widersprechen (E. 3.2.10).
Aus dem Gesagten folgt, dass
sich
die
abschliessende
kreisärztliche
B
eurteilung
zur unfallbedingten funktionellen Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit
wider
spruchslos
und
schlüssig in die
medizinische Aktenlage einfügt.
Dieser Beurtei
lung steht auch ke
ine konträre medizinische
Einschätzung
gegenüber und stellt damit eine
beweiskräftige medizinische Ent
scheidun
gsgrundlage (vgl. E. 1.7
) dar.
4.
4
Der medizinische Sachverhalt ist nach dem Gesagten als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit vollum
fänglich arbeitsfähig ist. Von weiteren Abklärungen (vgl. zum gestellten Antrag d
es Beschwerdeführers,
Urk.
1 S. 2
) sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, ist doch der relevante Gesundheitsschaden am rechten Kniegelenk
und an der Wirbelsäule hinreichend
dargestellt und sind sich die Ärzte bezüglich der objek
tiven Untersuchungsresultate einig. Damit ist darauf zu verzichten (antizi
pierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
5
.
5.
1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten unfall-bedingten Arbeitsunfähigkeit.
5.
2
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
aufgrund der
Stunde
n
lohn
angaben
der
Y._
(
Urk.
8/65).
Nominallohnbereinigt ermittelte sie im Jahr 2014
(Rentenbeginn nach Fallabschluss per
August 2014
) ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung
ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
61
‘
8
6
2.
--
(
Urk.
6 S.
7)
.
Dies erscheint im Hinblick auf die
vom Beschwerde
führer
in den Jahren vor dem
ersten Unfall erzielten Erwerbseinkommen
(vgl. Auszug aus dem
individuellen Konto [IK;
Urk.
8/70
S. 2 f.])
als grosszügig bemessen und blieb beschwerdeweise zu Recht unbeanstandet.
5
.3
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens sind unbestrittenermassen die
Tabellen
löhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhe
bung (LSE) heranzuziehen, da der Beschwerdeführer
keine ihm
zumutbare Er
werbstätigkeit aufgenommen hat.
Dabei erweist es sich mit der
Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 7,
Urk.
6 S. 8
) als gerechtfertigt, auf den nicht nach Branchen differenzierten standardisierten monatlichen Brutto
lohn (Zentralwert) für männlich
e
Arbeitskräfte an Arbeits
plätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus im private
n Sektor von monatlich
Fr.
4'901
.-- (LSE 2010, Tabelle TA1, Total) abzustellen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Tabelle B 9.2, Total, in: Die Volkswirtschaft 3-4/2015 S. 88) und der
geschlechterspezifi
s
chen
Nominallohnentwicklung
(vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2013; abrufbar unter http://www.bfs.admin.ch) ergibt si
ch für das massgebende Jahr 2014
ein Bet
rag von
Fr.
63'296.95
(
Fr.
4'901
.-
- : 40 x 41.7 x 12 x 1.01 x 1.008 x 1.007
x 1.007
). Hiervon brachte die Beschwerdegegnerin den maximal zulässigen Wert von 25
%
(BGE 126 V 75 E. 5b/cc) in Abzug, was ein Invalideneink
ommen von
Fr.
47'472.70
ergibt.
Ein derart hoher Abzug vom Tabellenlohn ist an der Grenze willkürlicher Ermessensausübung, was Voraussetzung für ein gerichtliches Einschreiten wäre (
BGE 137 V 71 E. 5.1).
Zu berücksichtigen ist namentlich, dass ein solcher maximaler Abzug von der Rechtsprechung unter anderem bei funktioneller
Ein
armigkeit
gewährt wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2008 vom 17. Sep
tember 2008 E. 3.3.2; vgl. zur wirtschaftlichen Verwertbarkeit Urteil des Bundes
gerichts 8C_217/2015 vom 2
8.
August 2015 E. 2.2.1). Eine solche Konstellation ist vorliegend nicht gegeben und dem Beschwerdeführer verbleibt nach wie vor eine ausreichende Palette an möglichen Arbeitstätigkeiten.
Geht man zugunsten des Beschwerdeführers vom von der Beschwerdegegnerin gewählten Abzug aus, ergibt sich a
us der Gegenüberstellung mit dem
Validen
einkommen
von
Fr.
61‘8
6
2.-- (vgl. E. 5.2
hiervor) eine unfallbedingte
Lohnein
busse
von
gerundet 23 %.
6.
6
.1
Bezüglich der strittigen Integritätsentschädigung ist der angefochtene
Ein
sprache
entscheid
(
Urk.
2 S. 8
f.) ebenfalls nicht zu beanstanden.
Denn
einerseits
ist
in Bezug auf die Knieproblematik
aufgrund der Untersuchungsbe
funde mit Erhebung der Umfangmasse der Extremitäten und der
Bewegungs
ein
schränkungen
durch
Dr.
H._
(vgl. E. 3.2.
4
,
Urk.
7/107 S. 8) genügend klar, dass die Werte gemäss SUVA Tabelle 2 nicht erfüllt sind.
Dr.
I._
führte
sodann in Bezug auf die Verletzungsfolgen am Rücken
(vgl. E.
3.2.11
) differen
ziert und nachvollziehbar aus, dass der Integritätsschaden nicht mit einem Verlust respektive mit einer vö
lligen Gebrauchsunfähigkeit des rechten Arms
im Sinne
der Tabelle UVV Anhang 3
(Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten) – entsprechend der beant
ragten Integritätseinbusse von 35
%
(
Urk.
1 S. 7
) – verglichen we
rden
kann
.
Auch die Bemessung auf
grund der
Urin
in
kon
ti
nenz
, die
aufgrund
der medizinischen Berichte
als
Drang
symptomatik
mit wenig Dranginkontinenz
umschrie
ben wurde
und den Beschw
erde
führer auch nicht veranlassen
,
Einlagen zu tragen
(vgl. E. 3.2.8)
,
ist
mit 10
%
zutreffend
bewertet, was eine
m
Drittel des Wertes bei vollständiger Urininkontinenz entspricht
.
6
.
2
Insgesamt
ist nicht er
sichtlich und wurde auch vom Beschwerdeführer
nicht
substanziiert
aufgezeigt, inwiefern die überzeu
gend begründete Einschätzung der Kreis
ärzte unzutreffend sein sollte. De
r
blosse Hinweis auf das
subjektive Unvermögen ohne Bezugnahme auf medizinische Befunde g
ibt
keine
Veranlas
sun
g, den von den SUVA-Kreisärzten gesamthaft auf 45
%
veranschlagten Int
egritätsschaden zu korrigieren
, zumal nicht einfach eine Addition der einzel
nen Werte vorzunehmen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_826/2012 vom 2
8.
Mai 2013 E. 3.2)
.
Folglich sind auch die Einschätzung der Integritätseinbusse und damit die Höhe der zugesprochenen Integritätsents
chädigung nicht zu beanstanden.
7
.
Der angefoc
htene
Einspracheentscheid
vom 1
2.
September
2014 (
Urk.
2) erweist sich nach dem Gesagten in allen Teilen als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.