Decision ID: 6fee2ea3-a7b6-419d-a177-7dd950d601bc
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974
,
war seit dem
26
.
September
20
10
als
Hortmitarbei
terin bei
Y._
angestellt und damit bei der
Unfallversicherung Stadt Zürich
obligatorisch gegen Unfälle versichert, als
sie
gemäss
Unfallmeldung vom
7.
Februar 2019
am 6
.
Februar 2019
auf einem Stuhl stehend das Gleichgewicht verloren habe und zu Boden gestürzt sei, wobei sie
sich Quetschungen am Ober
schenkel und
Fuss
zugezogen habe. Weiter
seien
Kopfschmerzen
zu beklagen
(vgl. Urk. 7/
G001
).
Ergänzend führte die Versicherte i
n der am 1
5.
Februar 2019 unterzeichneten Unfallmeldung aus, dass
sie
am ganzen Körper Beschwerden habe (
Urk.
7/G003).
Im Rahmen der Erstbehandlung
im
Stadtspital
Z._
vom
7.
Februar 2018 wurde eine
Kontusion des Rückens und gluteal links
diagnostiziert
(
Urk.
7/M001
Ziff.
9
,
Urk.
7/M011
)
.
Die
Ärzte der Klinik für Traumatologie, U
niversitätsspital
A._
,
nannten
in ihrem Bericht vom 2
0.
März 2019 (
Urk.
7/M0
04
)
als Diagnosen eine am
6.
Februar 2019
erlittene
Kontusion
der Halswirbelsäule (HWS)
, eine
Kontusion der Lendenwirbelsäule (LWS)
und
des
Sakrum
s
sowie einen Mallet-Finger
Digitus (
Dig
.
)
IV der rechten dominanten Hand (
Urk.
7/M0
04
). Die Unfall
versicherung Stadt Zürich anerkannte ihre Leistungspflicht.
Gestützt auf die
Stellungnahmen
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, vom 1
0.
Juli und vom 1
2.
Sep
tember 2019
(
Urk.
7/M014,
Urk.
7/M016)
, wonach der Status quo sine
vel
ante per Ende August 2019 erreicht gewesen sei, stellte die Unfallversicherung Stadt Zürich ihre Leistungen mit
Verfügung vom
17
.
September 2019
(Urk. 7/
G015
)
per 3
1.
August 2019 ein
. Die dagegen von
der Versicherten
am 1
9. September
2019
erhobene Einsprache (Urk. 7/
J001
/1
) wies die
Unfallversicherung Stadt Zürich
mit
Einspracheentscheid
vom
3
0.
September
2019
ab (Urk. 7/
J003
= Urk. 2).
2.
Die
Versicherte erhob am 2
9.
Oktober 2019
Beschwerde gegen den
Einspra
cheentscheid
vom
30
.
September 2019
(Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und
es seien die unfallbedingten Heilungskosten weiterhin zu über
neh
men. Even
tuell sei die vorliegende Streitsache zu weiteren Abklärungen an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen
(Urk. 1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 21
.
No
vember 2019
(Urk. 6) beantragte die
Unfallversicherung Stadt Zürich
die Abwei
sung der Beschwerde, was de
r
Beschwerdeführer
in
am
8
.
Januar
20
20
zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1
).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1
.4
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfs
person sowie durch den
Chiropraktor
und die ambulante Behandlung in einem Spital (
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abtei
lung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.5
Den gesetzlich
umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung
hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine
nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes
erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
cherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
hinterlässt (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario; BGE 116 V 41 E. 2c).
Da die Heilbehandlung gemäss Art.
10 UVG eine unfallbedingte
Behandlungsbe
dürftigkeit
,
nicht aber eine Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, vermag die trotz des Unfalles uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des Anspruchs auf
Heilbehandlung nicht zu begründen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_354/2014 vom 10.
Juli 2014 E. 3.2).
1
.
6
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist.
Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG
erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss
. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
in ihrem
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
die Einstellung der Leistungen per 3
1.
August 2019
damit,
dass
gestützt auf die Aus
führungen von
Dr.
B._
im Hinblick auf die HWS
-
, die Nacken-Schulterbe
schwerden und den Kopfschmerz der Status quo sine
vel
ante per Ende August 2019 erreicht gewesen sei. Betreffend die
Becken-
/
Sak
rumbeschwerden
sowie die Fingerproblematik an der rechten Hand habe der medizinische Endzustand spä
testens Ende August 2019 vorgelegen, da keine medizinische Behandlung zu einer namhaften Besserung hätte führen können, welche sich letztlich in der Steigerung der Arbeitsfähigkeit gezeigt hätte. Selbst ein operativer Eingriff am
Dig
.
IV der rechten Hand hätte nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer nam
haften gesundheitlichen Verbesserung führen können. Lediglich vom
7.
bis 1
5.
Februar 2019 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Daran vermöge auch das Argument der Beschwerdeführerin nichts zu
ändern, dass sie sich immer noch in handchirurgischen Therapien befinde, da auch
von
diese
n
Behandlungen
keine wesentliche, sich auf d
ie Arbeitsfähigkeit auswirkende gesundheitliche Ver
b
esserung mehr zu erwarten wäre
(S.
4 f.
lit
. d
-l).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass die Leistungseinstellung nicht rechtens sei, da noch eine namhafte Verbes
serung der Unfallproblematik erreicht werden könne.
Da si
e aufgrund des Unfal
l
e
s bloss ku
rzweilig arbeitsunfähig gewesen sei, könnten
die Heilungskosten nicht gestützt auf die seit langem bestehende Arbeitsfähigkeit eingestellt werden.
Da
die
Fingerbeschwerden nach wie vor unfallkausal
seien, habe d
ie Beschwerde
gegnerin die weiteren Behandlungen zu übernehmen
, da zu erwarten sei, dass entweder die weitere konservative oder eine allfällige operative Behandlung noch zu einer wesentlichen
Verbesserung des Gesundheitszustandes führe
(
S. 2 II.
Ziff.
3,
S. 4 f.
Ziff.
3)
.
Auf die Beurteilung
durch
Dr.
B._
könne nicht abgestellt w
erden
, so habe er wesentliche Berichte, welche einen weiteren Behandlungsbe
darf des Fingers bestätigen würden, nicht gewürdigt (S. 4
Ziff.
2).
Weiter sei auch
die HWS-Problematik von der Beschwerdegegnerin bloss ungenügend abgeklärt worden
.
So wäre eine neurologische Abklärung unabdingbar gewesen. Der Untersuchungsgrundsatz sei verletzt worden. Es sei davon auszugehen, dass auch bez
üglich der HWS-Problematik der S
tatus quo sine noch nicht eingetreten
sei
, weshalb die Beschwerdegegnerin auch hier
für leistungspflichtig sei (
S. 2 f. II.
Ziff.
3,
S. 5
f.
Ziff.
4
).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
6) machte die Beschwerdegegnerin geltend,
dass die frühen ärztlichen Berichte in Bezug auf die geltend gemachten HWS-
Beschwerden im Wesentlichen Kontusionen als echtzeitliche Befunde ent
hielten
, welche grundsätzlich spontan und folgenlos spätestens innert einigen Wochen abheilten. Im Übrigen habe aufgrund des HWS-Dokumentationsfragebogens vom
2.
August 2019 ein Schleudertrauma ausgeschlossen werden können. Entspre
chend sei die in der spät
eren Aktenlage diagnostizierte HWS-Distorsion
unbe
achtlich. Auch in der Unfallmeldung sei von einem Kopfanprall oder
einem
sonstigen Abknickmechanismus der HWS keine Rede gewesen.
Auch an der LWS und am Becken hätten relevante ossäre Läsionen ausgeschlossen werden können. Bei den myofaszial-nozizeptiven Nackenschmerzen handle
es
sich um eine
n
ätiolo
gisch unspezifischen Befund (S. 2 f.
lit
. B.
Ziff.
1).
Hinsichtlich der Fingerbe
schwerden sei von einer ausgeschöpften Therapierbarkeit auszugehen (S. 4 unten
f.). Da betreffend der HWS weder organische Korrelate noch neurologische Ausfälle dokumentiert worden seien, sei zu Recht auf weitere Abklärungen verzichtet worden (S. 5
lit
. b).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aus dem Unfallereignis vom
6.
Februar 2019 über den 3
1.
August 2019 hinaus leistungspflichtig ist.
3.
3.
1
Gemäss Unfallmeldung UVG vom
7.
Februar 2019 (
Urk.
7/G001) habe die Beschwerdeführerin am
6.
Februar 2019, als sie sich zum Erreichen des oberen Küchenregales auf einen Stuhl gestellt habe, das Gleichgewicht verloren und sei zu Boden gestürzt
, wobei sie sich Quetschungen am
Oberschenkel und dem Fuss zugezogen habe. Zudem habe sie Kopfweh. Ergänzend wurde in der Meldung vom 1
5.
Februar 2019 ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin am ganzen Körper Beschwerden habe
(
Urk.
7/G003
Ziff.
9)
.
3.2
Dr.
med.
C._
, Assistenzarzt, Notfallzentrum,
Stadtspital
Z._
,
führte in seinem Bericht über die ambulante Behandlung der Beschwerdeführerin vom
7.
Februar 2019 (
Urk.
7/M011) aus, dass die Patientin gestern bei der Arbeit gestürzt sei. Sie sei mit dem Stuhl gekippt und habe sich
dabei den Rücken angeschlagen. Es habe keine Bewusstlosigkeit,
keine
Amnesie und kein Erbrechen bestanden.
Dr.
C._
führte aus, dass sich die Beschwerdeführerin eine
Kontu
sion des Rückens und glute
al links zugezogen habe.
3.3
Im
Arztzeugnis UVG
des Stadtspitals
Z._
vom 1
8.
Februar 2019
(
Urk.
7/M001)
wurde als Diagnose eine
Kontusion des Rückens und gluteal links genannt
(
Ziff.
9). Die
Erstbehandlung der Beschwerdeführerin
habe
am
7.
Februar 2019 stattgefunden (
Ziff.
5). Laut Angaben der Patientin sei sie vom St
uhl
gekippt und habe sich den Rücken angeschlagen (
Ziff.
6). Als Befunde wurden eine
Druckdo
lenz
gluteal links und paravertebral
aufgeführt
(
Ziff.
8). Die Beschwerdeführerin sei seit dem
7.
Februar voraussichtlich bis am
8.
Februar 2019 zu 100
%
arbeits
unfähig. Ab dem
9.
Februar 2019 bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
12-13).
3.4
Die Ärzte der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
A._
, nannten in ihrem Bericht vom 1
2.
März 2019 (
Urk.
7/M003) nach Konsultation der Beschwerdeführerin vom
7.
März 2019 als Diagnose einen
Malletfinger
Dig
.
IV der rechten Hand (dominant) vom
6.
Februar 2019 (S. 1 Mitte).
Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin
, nachdem sie
am
6.
Februar 2019 vom Stuhl gefallen sei, nun seit vier Wochen das DIP-Gelenk des rechten Ringfingers nicht
strecken könne
(S. 1 Mitte).
Die Sonographie des
Dig
.
IV der rechten Hand vom
7.
März 2019 habe eine vollständige Läsion der Strecksehne des DIP-Gelenkes ergeben
, ohne
Retrahierung
der Sehne
. Die Beschwerdesymp
tomatik werde auf eine
Malletläsion
ohne ossäre Beteiligung zurückgeführt, weshalb die Durchführung der konservativen Therapie mit dem Tragen einer Streckschiene für acht Wochen empfohlen werde (S. 1 unten).
3.5
Auf dem am 1
4.
März 2014 von der Beschwerdeführerin unterzeichneten Frage
blatt zum Ereignishergang (
Urk.
7/G009) führte sie aus, dass sie den Zwieback aus dem oberen Küchengestell habe nehmen wollen und um diesen erreichen zu können, auf einem Stuhl gestanden habe. Dann habe sie das Gleichgewicht ver
loren, sei zu Boden gestürzt und habe sich Quetschungen am ganzen Körper zugezogen. Es sei ein normaler Sturz vom Stuhl zu Boden gewesen (
Ziff.
2-3).
3.6
Die Ärzte der Klinik für Traumatologie,
A._
, stellten in ihrem Bericht vom 2
0.
März 2019
(
Urk.
7/M004)
nach gleichentags erfolgter Konsultation der Beschwerdeführerin folgende Diagnosen (S. 1):
-
HWS-Kontusion vom
6.
Februar 2019
-
LWS- und
Sakrumkontusion
vom
6.
Februar 2019
-
Mallet-Finger
Dig
. IV Hand rechts (dominant) vom
6.
Februar 2019
Die Ärzte führten aus, dass die Patientin anlässlich der klinischen Verlaufskon
trolle sechs Wochen posttraumatisch über eine deutliche
Schmerzregredienz
im Bereich des
Sakrums
und tieflumbal berichtet habe. Der Mallet-Finger werde mit einer Ruhigstellung therapiert. Im Bereich der HWS seien die Schmerzen
jedoch
unverändert. Die Patientin arbeite zur Zeit zu 100
%
im Kinderhort (S. 1 unten f.).
Es zeige sich ein protrahierter Verlauf mit
persistierenden Schmerzen im Bereich der HWS
. Es
werde eine erweiterte Diagnostik mittels MRI der HWS empfohlen
(S. 2 Mitte)
.
3.7
Die Ärzte der Klinik für Traumatologie,
A._
, stellten in ihrem Bericht vom 2
5.
März 2019 (
Urk.
7/M002) nach Konsultation der Beschwerdeführerin am
6.
März 2019 folgende Diagnosen (S. 1):
-
HWS-Kontusion vom
6.
Februar 2019
-
Becken- und
Sakrumkontusion
vom
6.
Februar 2019
-
Sacrum
arcuatum, Differenzialdiagnose (DD) Fraktur
-
Mallet-Finger
Dig
. IV Hand rechts (dominant) vom
6.
Februar 2019
Die Ärzte führten aus, dass ihnen die Beschwerdeführerin zur traumatologischen Beurteilung zugewiesen worden sei. Sie habe berichtet, am
6.
Februar 2019 von einem Stuhl gestürzt zu sein und sich anschliessend im Stadtspital
Z._
vorge
stellt zu haben. Die begonnene symptomatische Therapie habe jedoch keine Besserung der Beschwerden ergeben.
Die Patientin arbeite zurzeit im Hort im gewohnten Umfang
(S. 1 unten f.). Die Ärzte führten aus, dass sich konventionell-radiologisch keine relevanten ossären Läsionen bei der Patientin zeigten. Der
Sacrumbefund
könne einer Fraktur entsprechen oder aber einem vorbestehendem
Sacrum
arcuatum, so dass sich hier kein Handlungsbedarf ergebe. In der klini
schen Untersuchung imponiere ein
paravertebraler Muskelhartspann
. Es sei daher eine Serie Physiotherapie angeordnet worden
(S. 2 unten).
3.8
Die Ärzte des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie,
A._
, führten in ihrer Beurteilung vom 2
7.
März 2019 (
Urk.
7/M007)
nach gleichentags durchgeführten MRI der HWS aus, dass sich in
der
Zusammenschau mit der konventionell-radiologischen Voruntersuchung der HWS vom
6.
März
2019
kein Nachweis einer Fraktur oder einer
diskoligamentären
Läsion e
rgeben habe. Es bestehe eine leichte
osteodiskogene
Spinalkanalstenose auf Höhe HWK4 bis 7 ohne Nachweis einer Myelopathie und ein jeweils links betonter
diskogener
Kon
takt zur Wurzel C5 beidseits sowie eine
Kompression der Wurzel C6 beidseits
(S.
1 unten f.).
3.
9
Die Ärzte der Klinik für Traumatologie
,
A._
, stellten in ihrem Bericht vom 1
1.
April 2019 (
Urk.
7/M008) nach Konsultation der Beschwerdeführerin vom 2
7.
März 2019 folgende Diagnosen (S. 1):
-
HWS-Kontusion vom
6.
Februar 2019
-
Beckenkontusion vom
6.
Februar 2019
-
Verdacht auf Mallet-Finger
Dig
.
IV Hand rechts vom
6.
Februar 2019
Die Ärzte führten aus, dass die Patientin berichtet habe, dass ihre Beschwerden seit der letzten Woche weitestgehend stationär seien. Sie habe bis jetzt zwei Sit
zungen Physiotherapie gehabt und beklage noch Schmerzen im Bereich der HWS, vor allem nach längerer Belastung. Sie sei weiterhin zu 100
%
im Kinderhort arbeitstätig (S. 1
unten f.). Die Ärzte führten aus, dass sieben Wochen posttrau
matisch immer noch
persistierende Schmerzen ohne adäquates Korrelat im MRI
bestünden. Der Patientin sei empfohlen worden, regelmässig Physiotherapie sowie eine adäquate Analgesie durchzuführen und täglich ein
Muskelrelaxan
ein
zunehmen (S. 2 Mitte).
3.
10
Die Ärzte des Instituts für Anästhesiologie, Schmerzambulatorium,
A._
, nannten in ihrem Bericht vom 1
1.
Juni 2019
(
Urk.
7/M010)
als Schmerzdiagnose
chroni
sche a
m ehesten
nozizeptiv-myofasziale Schmerzen der Schulter-Nacken-Region
. Als Fremddiagnosen nannten sie eine am
6.
Februar 2019
erlittene HWS-Distorsion,
eine Becken-
Sakrumkontusion
sowie einen Mallet-Finger
Dig
. IV der rechten Hand (S. 1).
Die Ärzte führten aus, dass sich die Beschwerdeführerin nach Zuweisung durch die Kollegen der Traumatologie vorgestellt h
abe
. Seit einem Sturz mit HWS-
Distorsion
leide
sie
unter Schmerzen im Nacken, welche in den Kopf ausstrahlten und seit zwei Wochen auch zu starken Kopfschmerzen führten. Ein im März 2019 durchgeführtes MRI der HWS
zeige
kein adäquates Korrelat der Beschwerden, allerdings habe eine Kompression der Wurzel C6 beidseits sowie ein
diskogener
Kontakt zur Wurzel C5 festgestellt werden können. In der klini
schen Untersuchung falle ein ausgeprägter Mus
kelhartspann der HWS sowie im Bereich der Schultern
auf
. Die restliche Wirbelsäule präsentiere sich unauffällig. Die Ärzte führten aus, dass sie am ehesten von einer myofa
s
zial-nozizeptiven Ursache der Nackenschmerzen ausgingen, wofür die Anamnese sowie die Unter
suchungen sprächen.
Es werde empfohlen, die intensive Physiotherapie fortzu
setzen. Zur muskulären
Detonisierung
sei ein Termin zur TENS-Instruktion vereinbart worden. Eine diagnostische Blockade der
Nervi (
Nn
.
)
occipiales
majores
, zunächst einseitig, sei besprochen worden.
Bei
den
seit zwei Wochen eher verstärkten Kopfschmerzen sei nicht ganz auszu
schliessen, dass ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz vorliege, wobei sicherlich ein Teil des Schmerzes auch durch die muskuläre Spannung im Nacken bedingt sei. Die Beschwerdeführerin sei über eine probatorische Reduktion der sehr ausgebauten analgetischen Medikation informiert worden (S. 2).
3.11
Dr.
B._
stellte in seiner Beurteilung vom
1
0.
Juli 2019 (
Urk.
7/M014)
folgende Diagnosen (S. 1
Ziff.
2)
:
-
c
hronische am ehesten nozizeptiv
-myofasziale Schmerzen der Schulter-Nacken-Region
-
HWS-Kontusion
-
Becken- und
Sakrumkontusion
-
Mallet-Finger
Dig
.
IV
Hand rechts
Dr.
B._
führte aus, dass sowohl die chronischen am ehesten nozizeptiv-myofaszialen Schmerzen in der Schulter-Nacken Region als auch die HWS Kontusion, die Beschwerden im Becken und
Sakrum
und der Mallet-Finger
D
ig
.
IV der rechten Hand überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom
6.
Februar 2019 zurückzuführen seien (S. 1 f.
Ziff.
3 Frage 1-4).
Zu den chronischen am ehesten nozizeptiv-myofaszialen Schmerzen in der Schulter-Nacken-Region führte
Dr.
B._
aus, dass sich ein prolongierter Ver
lauf zeige ohne Korrelat im MRI und ohne Commotio. Damit sei grundsätzlich von einer guten Prognose auszugehen. Der Grund für diesen schwierigen Heil
verlauf sei unklar.
Der Status quo ante sei Ende August 2019 erreicht (S. 1
Ziff.
3 Frage 1).
Gleiches gelte es hinsichtlich der HWS-Kontusion auszuführen (S. 1
Ziff.
3 Frage 2). Hinsichtlich der Beschwerden im Becken/
Sakrum
seien diese auf eine direkte Kontusion beim Sturzereignis zurückzuführen. Unfallbedingt bestünden keine Behandlungen mehr (S. 2
Ziff.
3 Frage 3). Auch hinsichtlich des Mallet-Fingers
Dig
.
IV der rechten Hand seien unfallbedingt keine Behandlungen erforderlich (S.
2
Ziff.
3 Frage 4). Es bestehe weiter kein Integritätsschaden (S. 2 f.
Ziff.
3 Frage 8).
3.12
Die Ärzte der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
A._
, nannten in ihrem Bericht vom 2
5.
Juli 2019 (
Urk.
7/M018)
nach
Konsultation der
Beschwer
deführerin am
4.
Juli 2019
als Diagnose einen subkutanen Strecksehnenausriss
Dig
.
IV Hand rechts (dominant) vom
6.
Februar 201
9.
Die Ärzte führten aus, dass die Stack-Schiene nun insgesamt während fünf Monaten konsequent getragen worden sei. Trotzdem persistiere ein
Extensionsdefizit des DIP-Gelenkes von
rund
20°, welches für die Patientin etwas störend sei
. Bei der Arbeit im Kinderhort bestehe keine Arbeitsunfähigkeit
(S. 1 Mitte)
.
Bei bereits fünfmonatiger Ruhigstellung sei eine Verlängerung der Ruhigstellung in der Stack-Schiene kaum zielführend. Der Patientin sei
erläutert
worden, dass chirurgische
Korrekturmöglichkeiten bestünden,
diese jedoch allesamt zu einem unbefriedigenden Resultat führen könnten
. Es sei daher ein abwartendes Vorge
hen besprochen worden mit Wiedervorstellung Anfang September zur
Reevalua
tion
. An operativen Möglichkeiten könnten eine
Dermotenodese
oder Fowler-Tenotomie di
skutiert werden (S. 1 unten).
3.13
Dr.
med.
D._
,
Medizinische Klinik, Stadtspital
Z._
,
führte im Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalen Beschleunigungstrauma vom
2.
August 2019 (
Urk.
7/M015)
hinsichtlich der vorläufigen Diagnose aus, dass in Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF
)-Klassifikation ein Grad O bestehe, in
dem sich klinisch keine Nackenbeschwerden und keine somatischen Befunde gezeigt hätten.
Es habe sich eine
Druckdolenz
gluteal links
gefunden
(
Ziff.
6
lit
. b).
Dr.
D._
f
ührte
aus, dass sie den Bogen anhand eines initialen Berichtes ausgefüllt habe, da anlässlich der Erstkonsultation kein Bogen ausgefüllt worden sei (
Ziff.
8).
3.14
In seine
r Stellungnahme
vom 1
2.
September 2019 (
Urk.
7/M016) verwies
Dr.
B._
auf seine Beurteilung vom 1
8.
Juni 2019
und hielt am Fallabschluss per Ende August 2019 fest
(S. 3
Ziff.
9).
3.15
Dem Krankengeschichte-Eintrag der Ärzte der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
A._
, vom 1
2.
September 2019 (
Urk.
7/M019) lässt sich entneh
men, dass die konservativen Massnahmen bis jetzt für die Patientin ohne Erfolg gewesen seien.
Sie fühle, dass die Situation langsam progredient sei und habe Angst vor einer Verschlechterung der Deformität. Die Möglichkeiten einer opera
tiven Therapie seien besprochen worden, welche jedoch zu einem unbefriedigen
den und nicht funktionellen Resultat führen könnten. Man habe sich darauf geeinigt, dass die beste Möglichkeit die Fortführung der Handtherapie und das Tragen der Stack-Schiene nur nachts sei. Dazu sei ein Rezept für Analgetika ausgestellt worden. Eine Nachkontrolle erfolge in drei Monaten
.
3
.16
Die Ärzte der Klinik für Traumatologie,
A._
,
nannten in ihrem Bericht vom
2
5.
September 2019 (
Urk.
7/M020)
als Diagnose
eine HWS-Distorsion
vom
6.
Februar 2019 (S. 1 unten). Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin
sieben Monate posttraumatisch
von persistierenden Schmerzen im Bereich der HWS
und
LWS insbesondere nach erneuter Belastung mittels sportlicher Aktivität berichte. Eine Analgesie werde täglich eingenommen. Eine physiotherapeutische Beübung erfolge aktuell nicht mehr (S. 1 unten).
Die Patientin präsentiere
sich k
linisch mit ausgeweiteten Schmerzen nach HWS-Distorsion vor sieben Monaten ohne radikuläre Symptomatik oder sonstige neurologische Ausfälle.
In der Zusammenschau aller radiologischen Befunde könne hier ebenfalls kein Korrelat entdeckt werden, weswegen eine Überweisung zu den Kollegen der Rheumatolo
g
ie
geplant sei
. Seitens der Traumatologie sei kein
e
klinisch-radiologische Verlaufskontrolle mehr geplant (S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) gestützt auf die Ei
nschätzung
durch
Dr.
B._
vom 1
0.
Ju
li und vom 1
2.
September 2019
(vorstehe
nd E. 3.11 und E. 3.14
) davon aus, dass
hinsichtlich der am
6.
Februar 2019 erlittenen Verletzungen
der S
tatus quo sine
vel
ante per
Ende August 2019 erreicht gewesen sei.
Insbesondere verneinte sie, dass
hinsichtlich der
Fingerprob
lematik an der rechten
Hand
eine weiter
e
Behandlung noch zu einer namhaften Besserung führen könnte, welche sich letztlich in der Steigerung der Arbeits
fähigkeit niederschlage
(vorstehend E. 2.1
und E. 2.3
).
Dagegen machte die Beschwerdeführerin geltend, dass die weitere Behandlung der Fingerbeschwerden zu übernehmen sei, da davon noch eine namhafte Verbesserung erwartet werden könne. Weiter
sei der Sachverhalt in Bezug auf
die HWS-Beschwerden
ungenü
gend abgeklärt
,
und es wäre
eine neurologische Untersuchung durc
hzuführen gewesen (vorstehend E.
2.2).
4.2
Vorab ist
, der Beschwerdeführerin folgend,
festzuhalten,
dass die Stellungnahmen von
Dr.
B._
vom 1
0.
Juli und vom 1
2.
September 2019
(vgl. vorstehend E. 3.
11
und E
. 3.
14
) äusserst
knapp
und
in unvollständiger Kenntnis der Aktenlage erfolgt sind
.
So gingen
der
Bericht der Ärzte der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
vom 2
5.
Juli 2019 (vorstehend E. 3.12)
sowie
deren Kranken
geschichte-Eintrag
vom 1
2.
September 2019 (vorstehend E. 3.15)
erst am 2
0.
Sep
tember 2019 und damit nach der letzten Stellungnahme von
Dr.
B._
vom 1
2.
September 2019 (vorstehend E. 3.
14
) bei der Beschwerdegegnerin
ein
.
Auch der Bericht der Ärzte der Klinik für Traumatologie
vom 2
5.
September 2019 (vorstehend E. 3.16) lag
Dr.
B._
bei seinen Einschätzungen nicht vor.
4.3
Soweit
Dr.
B._
jedoch bereits in seiner Beurteilung vom 1
0.
Juli 2019 (vorste
hend E. 3.12) ausführte, dass hinsichtlich des Mallet-Fingers unfallbedingt keine B
ehandlung mehr erforderlich sei
und die Beschwerdegegnerin diese Ausführun
gen dahingehend präzisierte, dass der medizinische Endzustand per Ende August 2019 erreicht gewesen sei und von weiteren Therapien keine namhafte Verbesse
rung mehr erwartet werden könne
(vorstehend E. 2.1 und E. 2.3)
, geht dies
e Fest
stellung
überein mit der medizinischen Aktenlage. Bereits in ihrem Bericht vom 2
5.
Juli 2019 (vorstehend E. 3.12) führten die Ärzte der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
aus, dass bei dem nach fünfmonatiger Ruhigstellung des Fingers mit der Stack-Schiene persistierenden Extensionsdefizit des DIP-Gelenkes von rund 20° eine Verlängerung der Ruhigstellung kaum zielführend sei. In Anbetracht der Gefahr, dass die operativen Möglichkeiten zu einem unbe
friedigenden Ergebnis führen könnten, wurde ein abwartendes Vorgehen verein
bart. Damit wurde schon zu diesem Zeitpunkt Ende Juli 2019
von den behan
delnden Fachärzten
klar festgehalten, dass man sich weder
vom konservativen
noch vom
operativen Vorgehen eine
wesentliche
Verbesserung des Mallet-Fingers
versprach
und somit eine durch weitere Heilbehandlung eintretende namhafte Verbesserung verneint. Gegenteiliges lässt sich auch nicht dem Kran
ken
geschichte-Eintrag vom 1
2.
September 2019 (vorstehend E. 3.15) entnehmen. Vielmehr
hielten die Ärzte fest, dass die konservativen Massnahmen bis jetzt ohne Erfolg gewesen seien und
äusserten erneut,
dass ein operatives Vorgehen zu einem unbefriedigenden und nicht funktionellen Resultat führen könnte. Auch aus ihren Ausführungen, wonach man sich auf die Fortführung der Handtherapie und das nächtliche Tragen der Stack-
Schiene geeinigt habe, lässt sich mit Blick darauf, das eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin voraussetzt, dass die zu erwartende Verbesserung ins Gewicht fallen muss und weder eine
weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung noch
ein
geringfügiger therapeutischer Fortschritt
einen
Anspruch auf deren Durchführung
vermittelt (vorstehend E. 1.6), keine
Leistungspflicht der Beschwer
degegnerin ableiten.
Bei dieser Ausgangslage erweist es sich demnach als unerheblich, dass die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Bindung des Begriffes einer «namhaften Verbesserung» an eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit nach dem Unfallereignis nur für wenige Tage niederlegte (
Urk.
7/M013), vorliegend nicht greift, da eine trotz des Unfalles uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des Anspruches auf Heilbehandlung nicht zu begründen vermag (vorstehend E. 1.5).
Zusammenfassend lässt sich aus den Berichten
der
behandelnden Fachärzte (vorstehend E. 3.12
und E. 3.15) nicht entnehmen, dass von weiteren Heilbehand
lungen noch eine namhafte Verbesserung erwartet werden kann, weshalb
weitere Heilbehandlungen über den 3
1.
August 2019 hinaus betreffend den Mallet-Finger
Dig
. IV der rechten Hand von der Beschwerdegegnerin nicht mehr geschuldet
sind
.
4.4
Was die seit dem Unfallereignis vom
6.
Februar 2019 persistiere
nden HWS-Beschwerden anbelangt,
ist festzuhalten, dass
im
Bericht des
erstbehandelnden
Arztes
Dr.
C._
vom
7.
Februar 2019
und in der
gleichentags erfolgten
Unfall
meldung von HWS-Beschwerden nicht die Rede
war
(vorstehend E. 3.1-2)
.
Erst
mals explizit erwähnt wurden HWS-Beschwerden im Bericht der Ärzte der Klinik für Traumatologie
vom 2
0.
März 2019 (vorstehend E. 3.6) im Sinne einer am
6.
Februar 2019 erlittenen HWS-Kontusion.
Von einem Distorsionsereignis der HWS
war
weder in den
vorliegenden
Unfallhergangsbeschreibungen
noch in den medizinischen Berichten
die Rede.
Damit geht einher, dass
Dr.
D._
in ihrem
nachträglich ausgestellten
Dokumentationsfragebogen
für Erst
konsultationen nach kranio-zervikalen Beschleunigungstrauma vom
2.
August 2019 (vorstehend E. 3.13)
das Vorliegen einer HWS-Distorsion
verneinte
.
Erstmals erwähnt wurde die Diagnose einer HWS-Distorsion
ohne weitere Begrün
dung
dann
im Bericht der Ärzte des Instituts für Anästhesiologie, Schmerzambu
latorium
,
vom 1
1.
Juni 201
9
(vorstehend E. 3.10)
als
übernommene
Fremddiag
nose, weshalb davon auszugehen ist, dass es sich überwiegend wahrscheinlich um einen Irrtum handelte. Gleichwohl erweist sich auch die von den Ärzten der Klinik für Traumatologie
in ihrem Bericht vom 2
5.
September 2019 (vorstehend E. 3.16) diagnostizierte HWS-Distorsion mangels Distorsionsereignis als
nicht nachvollziehbar.
Abgesehen davon ergab die am 2
7.
März 2019
erfolgte
MRI-Untersuchung keine traumatischen Läsionen an der HWS
,
sondern lediglich degenerative
Befunde (vorstehend E. 3.8), die von den Ärzten der Klinik für Traumatologie in ihrem Bericht vom 1
1.
April 2019 (vorstehend E. 3.9)
nicht als für die Beschwerden ursächlich
angesehen
wurde
n
.
Sodann fand bei nicht feststellbarem Korrelat der Beschwerden
im September 2019
eine Überweisung an die Klinik für Rheumato
logie statt
. Verneint wurden weiter eine radikuläre Symptomatik sowie sonstige neurologische Ausfälle (vorstehend E. 3.16)
.
Demnach ist der Beschwerdegegne
rin folgend
von einem einfachen Kontusionsereignis der HWS mit einem Abhei
len innert weniger Wochen auszugehen
.
Mangels dokumentierten neurologischen Beschwerden war die Beschwerdegeg
nerin
- entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin - a
uch nicht gehalten
, eine neurologische Abklärung
zu veranlassen.
4.5
Aufgrund des Gesagten war der medizinische
Endzustand
somit spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
per Ende August 2019
erreicht
. Demnach
hat die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht abgeschlossen
und einen Anspruch der Beschwerdeführerin
auf weitere Heilbehandlungen verneint.
Weiter bestand für eine neurologische Abklärung kein
en
Anlass. Der angefochtene
Einsprache
entscheid
(
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.