Decision ID: 8315f5d5-468a-4ec6-94bf-1c8d4af35358
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Am 15. November 2013 führte das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) bei der
A._ AG eine Überprüfung der in den Monaten Februar 2009 bis Februar 2013
beanspruchten Schlechtwetterentschädigungen auf ihre Rechtmässigkeit hin durch.
Daraufhin forderte das SECO mit Revisionsverfügung vom 12. Dezember 2013
unrechtmässig bezogene Versicherungsleistungen in der Höhe von Fr. 143'017.75
zurück. Aus den Stundenrapporten und Ferienabrechnungen sei ersichtlich, dass
schlechtwetterbedingte Arbeitsausfälle auch für Tage geltend gemacht worden seien,
an denen Mitarbeiter gearbeitet hätten, krankheits- oder unfallbedingt abwesend
gewesen seien, Kurse besucht hätten, in den Ferien gewesen seien oder Freitage
vorgeholt hätten. Zudem würden einige Stundenrapporte fehlen, seien ausbezahlte
bzw. geleistete Mehrstunden nicht berücksichtigt und anrechenbare Stundenverdienste
teilweise falsch ermittelt worden (act. G 3.1/A60).
A.b Mit Schreiben vom 29. Januar 2014 erhob die A._ AG Einsprache und
beantragte die Aufhebung der Revisionsverfügung bzw. die Reduktion des
Rückforderungsbetrages. Eventualiter sei die Revision gestützt auf die digitalen
Stundenrapporte neu vorzunehmen (act. G 3.1/A58). Mit Einspracheentscheid vom 7.
März 2014 hiess das SECO die Einsprache teilweise gut und reduzierte den
Rückforderungsbetrag auf Fr. 142'973.40. Eine rechtsgenügliche Arbeitszeiterfassung
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setze voraus, dass die gearbeitete Zeit täglich eingetragen werde und dass eine
nachträgliche Änderung ohne Vermerk unzulässig sei. Diese Anforderungen würden die
ins Recht gelegten digitalen Stundenrapporte nicht erfüllen, weshalb auf die
handschriftlichen Stundenrapporte habe abgestellt werden müssen (vgl. act. G 3.1/
A59, S. 3).
A.c Mit Beschwerde vom 9. April 2014 sowie Replik vom 22. September 2014
beantragte die A._ AG, die Verfügung vom 7. März 2014 sei aufzuheben und der
Rückforderungsbetrag sei auf Fr. 23'344.47, eventualiter auf Fr. 98'509.19 zu
reduzieren (vgl. act. G 3.1/A59, S. 3 ff.). Mit Urteil vom 10. Juli 2015 wies das
Bundesverwaltungsgericht diese Beschwerde ab. Die einjährige Frist zur
Rückforderung allfällig zu Unrecht bezogener Leistungen beginne erst mit der durch die
Ausgleichstelle bzw. das SECO durchgeführten Kontrolle zu laufen, weshalb die
Revisionsverfügung noch innerhalb der Frist ergangen sei. Dem Erfordernis einer
betrieblichen Arbeitszeitkontrolle sei grundsätzlich nur mit einer täglich fortlaufend
geführten Arbeitszeiterfassung über die effektiv geleisteten Arbeitsstunden Genüge
getan. Hierunter sei ein System zu verstehen, bei dem mindestens täglich die
gearbeitete Zeit eingegeben werde, wobei dies nicht zwingend elektronisch zu
geschehen habe. Eine nachträgliche Abänderbarkeit, ohne dass dies im System
vermerkt werde, genüge diesen Anforderungen nicht. Folglich entsprächen nur die
handschriftlich durch die Arbeitnehmer erfassten Stundenrapporte einer
rechtsgenüglichen Arbeitszeiterfassung, wohingegen die vorgelegten digitalen
Rapporte diesen Anforderungen nicht genügen würden, da diese erst im Nachhinein
erstellt und allfällige Änderungen nicht vermerkt worden seien (act. G 3.1/A59).
B.
B.a Mit Schreiben vom 8. und 13. Oktober 2015 ersuchte die A._ AG, vertreten
durch Rechtsanwältin MLaw Franziska Wenk, insoweit um Erlass des
Rückforderungsbetrages von Fr. 142'973.40, als dieser 20% des durchschnittlichen
Reingewinns der letzten drei Jahre übersteige. Die Schlechtwetterabrechnungen seien
jeweils vorgängig zur Kontrolle an die Arbeitslosenkasse gesandt und von dieser
akzeptiert worden, weshalb sie davon ausgegangen sei, dass diese in Ordnung seien.
Die A._ AG verfüge zudem über ein relativ aufwändiges Verfahren zur
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Arbeitszeiterfassung, weshalb ihr weder böswillige Absicht noch grobe Nachlässigkeit
vorgeworfen werden könne, sondern sie vielmehr in gutem Glauben gehandelt habe.
Die Transparenz gegenüber den Arbeitnehmenden werde von diesen bestätigt und ihr
Abrechnungssystem werde vom B._ als absolut genügend angesehen, da es dem
branchenüblichen Vorgehen entspreche. Eine Nachfrage bei anderen Betrieben habe
gezeigt, dass die Stundenerfassung ähnlich oder gleich gehandhabt werde.
Schliesslich zeige das Engagement ihres Geschäftsführers im C._, wie sehr sie sich
für eine korrekte Handhabe der Abrechnungen einsetze. Da der Rückforderungsbetrag
20% des durchschnittlichen Unternehmenserfolges der letzten Jahre von Fr. 30'285.40
um Fr. 136'916.30 übersteige, sei offensichtlich, dass die Rückzahlung der geforderten
Summe eine grosse Härte bedeuten würde (act. G 3.1/A61).
B.b Mit Verfügung vom 25. Juli 2016 lehnte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
das Gesuch um (Teil-)Erlass der Rückzahlung der Schlechtwetterentschädigungen in
der Höhe von Fr. 142'973.40 ab. Bei Gesuchen um Erlass der Rückforderung wegen
ungenügender Arbeitszeitkontrolle sei die Berufung auf den guten Glauben regelmässig
ausgeschlossen, da der Arbeitsausfall bestimmbar und die Arbeitszeit ausreichend
kontrollierbar sein müssten. Die A._ AG habe anlässlich der Kontrolle durch das
SECO am 15. November 2013 keine ausreichende Arbeitszeitkontrolle vorlegen
können. Die wiederholte und vorbehaltlose Auszahlung von
Schlechtwetterentschädigung löse keinen Vertrauensschutz aus und stehe einer
Rückforderung nicht entgegen. Das von der Arbeitgeberin verwendete mehrstufige
Kontrollsystem reiche für die geforderte detaillierte zeitgleiche Dokumentation nicht
aus. Mangels ausreichender Kontrollierbarkeit sei die Berufung auf den guten Glauben
daher ausgeschlossen. Die nicht zeitgleiche Dokumentierung der Arbeitszeit könne
nicht mehr als leichte Fahrlässigkeit bewertet werden. Die Prüfung der Voraussetzung
einer grossen Härte könne aufgrund der Verneinung des guten Glaubens unterbleiben
(act. G 3.1/A66).
B.c Mit Schreiben vom 14. September 2016 erhob die A._ AG Einsprache und
beantragte die Aufhebung der Verfügung sowie den Erlass der Rückforderung. Zur
Begründung werden im Wesentlichen die Ausführungen im Erlassgesuch wiederholt.
Ergänzend brachte die Einsprecherin vor, dass es ihr im Gegensatz zu den vom AWA
zitierten Entscheiden nicht hätte klar sein müssen, dass die Arbeitszeitkontrolle nicht
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genügend gewesen sei. Da sie sich an ein branchenübliches Vorgehen gehalten habe,
habe sie davon ausgehen dürfen und müssen, dass die durchgeführte
Arbeitszeitkontrolle ausreichend gewesen sei. Sie sei in gutem Glauben davon
ausgegangen, dass ihre damalige Arbeitszeitkontrolle genügend gewesen sei (act. G
3.1/A69).
B.d Mit Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2016 wies das AWA die Einsprache ab.
Ergänzend zur Begründung in der Verfügung bringt das AWA vor, dass eine originale
und nicht eine nachträglich erstellte oder manipulierte Arbeitszeitkontrolle vorliegen
müsse. Es würden Anforderungen an die Authentizität und Zeitgleichheit der
Arbeitszeitkontrolle gestellt. Folglich stelle die Ermittlung der Arbeitszeit in
verschiedenen Schritten, wie es die Einsprecherin vornehme, keine geeignete
betriebliche Arbeitszeitkontrolle dar (act. G 3.1/A70).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
11. November 2016 mit dem Antrag, der Einspracheentscheid sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben und die Rückforderung sei so weit zu erlassen, als
die Summe 20% des durchschnittlichen Reingewinnes der letzten drei Jahre
übersteige. Ergänzend zu den Ausführungen im Erlassgesuch und in der Einsprache
bringt die Beschwerdeführerin vor, dass sie eine genügende Arbeitszeitkontrolle in
Form von handschriftlichen Arbeitszeitprotokollen habe, welche dem Erfordernis der
täglich laufenden Aufzeichnung gerecht würden. In den Entscheiden des
Beschwerdegegners sei dagegen tatsachenwidrig von nicht ausreichenden
Arbeitszeitkontrollen die Rede. Sie habe den Rechtsmangel nicht erkennen können, da
sie eine gültige Arbeitszeitkontrolle besessen habe. Diese handschriftlichen
Stundenrapporte seien anschliessend in das digitale Erfassungssystem eingespeist
worden, wobei lediglich fehlerhafte Eintragungen korrigiert worden seien. Zudem seien
diese korrigierten digitalen Aufzeichnungen den Mitarbeitern nochmals zur Kontrolle
ausgehändigt worden. Die Beschwerdeführerin sei daher in gutem Glauben davon
ausgegangen, dass der Transparenz Genüge getan und kein weiterer administrativer
Aufwand nötig sei. Das SECO habe lediglich die Differenz zwischen der
handschriftlichen und der digitalen Stundenkontrolle zurückgefordert, da erstere als
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genügend erachtet worden sei, worauf der Beschwerdegegner nicht eingegangen sei.
Es sei nicht zu erklären, dass eine Korrektur von Fehlern in der Stundenabrechnung
unzulässig sei. Es mache keinen Unterschied, ob die handschriftlichen
Stundenrapporte in die digitalen Stundenrapporte übertragen würden oder ob man
direkt die digitalen Stundenrapporte ändere. Solange beide Versionen vorlägen, seien
die Änderungen nachvollziehbar und entsprächen sie den gesetzlichen Grundlagen. Sie
sei daher gutgläubig davon ausgegangen, dass ihre damalige Arbeitszeitkontrolle
genügend gewesen sei, und es könne ihr weder böswillige Absicht noch grobe
Nachlässigkeit vorgeworfen werden (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 5. Dezember 2016 beantragt der Beschwerdegegner
unter Verzicht auf eine einlässliche Beschwerdeantwort die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 18. Januar 2017 beantragt die Beschwerdeführerin ergänzend, es
seien bei der Arbeitslosenkasse die beanstandeten digitalen Stundenrapporte
einzufordern. Diese digitalen Stundenrapporte entsprächen dem Gesetz. Ohne sie sei
eine Beurteilung der Sachlage und damit des Erlassgesuches nicht möglich. Aus
diesen Gründen werde beantragt, das Verfahren an den Beschwerdegegner
zurückzuweisen (act. G 5).
C.d Hierzu hält der Beschwerdegegner mit Duplik vom 16. Februar 2017 fest, dass die
digitalen Stundenrapporte für die Beurteilung des guten Glaubens nicht massgeblich
gewesen seien, da diese gemäss dem rechtskräftigen Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts den Anforderungen an eine betriebliche
Arbeitszeitkontrolle nicht genügen würden. Sämtliche für die Beurteilung des
vorliegenden Verfahrens notwendigen Unterlagen seien eingereicht worden (act. G 7).

Erwägungen
1.
Streitig ist, ob dem Begehren um Erlass der Rückforderung der ausbezahlten
Schlechtwetterentschädigungen in der Höhe von Fr. 142'973.40 zu entsprechen ist.
2.
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2.1 Nach Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Wer jedoch Leistungen im guten Glauben empfangen hat, muss sie
nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt. Die Rückerstattung kann somit
nur erlassen werden, wenn die beiden Voraussetzungen des gutgläubigen Empfangs
und der grossen Härte kumulativ erfüllt sind
2.2 Die Rechtsordnung geht grundsätzlich von der Vermutung des guten Glaubens aus
(Art. 3 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs [ZGB; SR 210] analog). Ein
gutgläubiger Bezug einer Sozialversicherungsleistung liegt vor, wenn das Bewusstsein
über den unrechtmässigen Leistungsbezug fehlt, sofern dieses Fehlen in einer
objektiven Betrachtungsweise unter den konkret gegebenen Umständen entschuldbar
ist. Er besteht insbesondere dann, wenn sich die empfangende Person keiner groben
Nachlässigkeit schuldig gemacht hat (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage,
2015, Art. 25 Rz 47). Gemäss Rechtsprechung ist bei der Frage nach der
Gutgläubigkeit beim Leistungsbezug hinsichtlich der Überprüfungsbefugnis des
Gerichts zu unterscheiden zwischen dem guten Glauben als fehlendem
Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter den gegebenen Umständen
auf den guten Glauben berufen kann oder ob er bei zumutbarer Aufmerksamkeit den
bestehenden Rechtsmangel hätte erkennen sollen (Urteil des Bundesgerichts vom 19.
Juni 2012, 8C_312/2012, E. 2.2; BGE 122 V 223 E. 3 mit Hinweisen). Wer einen
Rechtsmangel kennt, gilt diesbezüglich nicht als gutgläubig. Sodann darf sich derjenige
nicht auf den guten Glauben berufen, dem der Mangel bei Anwendung zumutbarer
Aufmerksamkeit erkennbar gewesen wäre (Art. 3 Abs. 2 ZGB analog). Dabei ist
diejenige Aufmerksamkeit geboten, die nach den Umständen verlangt werden kann.
Dies lässt sich nur im Einzelfall in Würdigung aller Gegebenheiten beurteilen, wobei von
objektiven Kriterien auszugehen ist (BGE 120 V 335 E. 10a mit Hinweisen).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich im Wesentlichen darauf, dass sie gutgläubig
davon ausgegangen sei, sie könne mit den handschriftlichen Stundenrapporten eine
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genügende Arbeitszeitkontrolle vorweisen (vgl. act. G 1). Dabei lässt sie ausser Acht,
dass der Rückforderungsbetrag von insgesamt Fr. 142'973.40 nicht ausschliesslich auf
Abweichungen zwischen den handschriftlichen Stundenrapporten und der digitalen
Stundenerfassung beruht. Vielmehr liegt die Rückforderung insbesondere auch in
fehlenden Stundenrapporten, nicht berücksichtigten ausbezahlten bzw. geleisteten
Mehrstunden, falsch ermittelten Stundenverdiensten und nicht berücksichtigten Ferien-
und Krankheitsabwesenheiten sowie Vorholtagen für Freitage begründet. Im Verfahren
vor Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerdeführerin diesen Anteil an der
Rückforderung im Umfang von offenbar Fr. 98'509.19 – soweit nicht von einer
Verwirkung auszugehen sei – anerkannt (vgl. act. G 3.1/A60). Dass die
Beschwerdeführerin bei Empfang dieses Anteils an den zu viel ausbezahlten
Schlechtwetterentschädigungen gutgläubig gewesen wäre, d.h. den bestehenden
Rechtsmangel nicht hätte erkennen können, erscheint nicht plausibel und wird von ihr
auch nicht geltend gemacht. Im Umfang der im Verfahren vor
Bundesverwaltungsgericht anerkannten Rückforderung von Fr. 98'509.19 ist der gute
Glaube deshalb zu verneinen.
3.2 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin den restlichen Teil des
Rückforderungsbetrages gutgläubig bezogen hatte. Es fehlen konkrete Anhaltspunkte
dafür, dass die Beschwerdeführerin beim Empfang der Schlechtwetterentschädigung
die vom SECO beanstandeten Rechtsmängel betreffend die digitale Zeiterfassung
gekannt hat. Umstritten ist demnach, ob sie sich unter den gegebenen Umständen auf
den guten Glauben berufen kann, d.h. ob sie die Rechtsmängel bei der gebotenen
Aufmerksamkeit hätte erkennen können und müssen. Nach Ansicht des
Beschwerdegegners reicht das von der Beschwerdeführerin verwendete mehrstufige
Kontrollsystem für eine detaillierte zeitgleiche Dokumentation der effektiven Arbeitszeit
nicht aus und sei die Berufung auf den guten Glauben in einem solchen Fall
ausgeschlossen (act. G 3.1/A70). Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin vor,
dass es sich bei ihrem mehrstufigen System zur Arbeitszeiterfassung um ein
branchenübliches Vorgehen gehandelt habe. Ausserdem seien die für die Auszahlung
der Schlechtwetterentschädigungen einschlägigen digitalen Stundenrapporte auf
Grundlage der handschriftlichen – und vom SECO als genügend erachteten –
Stundenrapporte erstellt worden, wobei lediglich fehlerhafte Eintragungen der
Mitarbeiter korrigiert und anschliessend den Mitarbeitern nochmals zur Kontrolle
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ausgehändigt worden seien. Sie sei deshalb in gutem Glauben davon ausgegangen,
dass ihre damalige Arbeitszeitkontrolle genügend gewesen sei (act. G 1).
3.3 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist im Zusammenhang mit
Gesuchen um Erlass der Rückforderung von wegen ungenügender Arbeitszeitkontrolle
zu Unrecht ausgerichteter Schlechtwetterentschädigung die Berufung auf den guten
Glauben regelmässig ausgeschlossen, weil die Informationsbroschüre des SECO für
Arbeitgeber/-innen "Info-Service Schlechtwetterentschädigung" in Ziff. 7 ausdrücklich
festhält, dass Arbeitnehmende, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar oder deren
Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist, keinen Anspruch auf
Schlechtwetterentschädigung haben. In Ziff. 8 der Broschüre wird ausgeführt, dass für
die von wetterbedingten Ausfallstunden betroffenen Arbeitnehmenden eine betriebliche
Arbeitszeitkontrolle (z.B. Stempelkarten, Stundenrapporte) geführt werden muss,
welche täglich über die geleisteten Arbeitsstunden inkl. allfälliger Mehrstunden, die
wetterbedingten Ausfallstunden sowie über sämtliche übrigen Absenzen wie z.B.
Ferien-, Krankheits-, Unfall- oder Militärdienstabwesenheiten Auskunft gibt. Zudem
führt auch das vom Arbeitgeber für jede Abrechnungsperiode einzureichende Formular
"Antrag auf Schlechtwetterentschädigung" in Ziff. 2 als "Nicht anspruchsberechtigte
Arbeitnehmer" jene auf, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar oder deren Arbeitszeit
nicht ausreichend kontrollierbar ist (vgl. Urteil 8C_312/2012, E. 3.1; vgl. auch betreffend
Kurzarbeitsentschädigung: Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 11.
September 2000, C 437/99, E. 3; Urteil des Bundesgerichts vom 19. März 2008,
8C_775/2007, E. 2).
3.4 Mit inzwischen rechtskräftigem Urteil vom 10. Juli 2015 stellte das
Bundesverwaltungsgericht fest, dass dem Erfordernis einer betrieblichen
Arbeitszeitkontrolle nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur mit einer täglich
fortlaufend geführten Arbeitszeiterfassung über die effektiv geleisteten Arbeitsstunden
Genüge getan sei. Hierunter sei ein System zu verstehen, bei dem mindestens täglich
durch den Mitarbeiter selbst oder durch seinen Vorgesetzten die gearbeitete Zeit
eingegeben wird (act. G 3.1/A59, E. 6.2.1). Die von der Beschwerdeführerin
vorgelegten digitalen Stundenrapporte ve¬mögen diesen beweisrechtlichen
Anforderungen an eine betriebliche Arbeitszeitkontrolle nicht zu genügen, da sie erst im
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Nachhinein erstellt und zudem allfällige Änderungen nicht vermerkt wurden (act. G 3.1/
A59, E. 6.4). Nur die täglich geführten handschriftlichen Stundenrapporte entsprechen
daher vorliegend einer rechtsgenüglichen Arbeitszeiterfassung (act. G 3.1/A59, E.
6.2.2). Demnach ist der Beschwerdeführerin insoweit zuzustimmen, als sie vorbringt,
dass sie eine genügende Arbeitszeitkontrolle in Form von handschriftlichen
Arbeitszeitkontrollen habe (vgl. act. G 1, Rz 8) und ist die Feststellung im
Einspracheentscheid, wonach sie keine ausreichende Arbeitszeitkontrolle habe
vorlegen können (vgl. act. G 3.1/A70, Ziff. 3a), entsprechend unzutreffend.
Richtigerweise genügen lediglich die von der Beschwerdeführerin vorgelegten digitalen
Stundenrapporte den Anforderungen an eine ausreichende Arbeitszeitkontrolle nicht,
wohingegen die handschriftlichen Stundenrapporte als rechtsgenüglich zu qualifizieren
sind.
3.5 Die Angaben der Beschwerdeführerin in den Meldungen über die wetterbedingten
Arbeitsausfälle und damit die Bemessung der ausgerichteten
Schlechtwetterentschädigungen basierten jeweils auf den digitalen Stundenkarten (vgl.
G 1, Ziff. 14). Nachdem das SECO anlässlich der Kontrolle am 15. November 2013
festgestellt hatte, dass die digitalen Stundenerfassungen ungenügend sind, verfügte es
mit Revisionsverfügung vom 12. Dezember 2013 die Rückerstattung der unrechtmässig
ausbezahlten Versicherungsleistungen. Dabei wurden jene Versicherungsleistungen
zurückgefordert, welche auf einem nicht (genügend) kontrollierbaren Arbeitsausfall
beruhen. Jene Arbeitsausfälle, welche sich aus den handschriftlichen
Stundenrapporten ergaben und mit den übrigen Unterlagen übereinstimmten, wurden
hingegen anerkannt (vgl. act. G 3.1/A60). Das SECO hatte somit, wie auch die
Beschwerdeführerin zutreffend festhielt, die Differenz zwischen den handschriftlichen
und den digitalen Stundenrapporten zurückgefordert. Die entscheidende Frage ist
demnach, ob die Beschwerdeführerin beim Empfang der
Schlechtwetterentschädigungen gutgläubig davon ausgehen durfte, dass die digitalen
Stundenerfassungen den Anforderungen an eine ausreichende betriebliche
Arbeitszeitkontrolle genügen würden.
3.6 Durch eine Lektüre der Broschüre „Info-Service Schlechtwetterentschädigung“
sowie des Formulars „Antrag auf Schlechtwetterentschädigung“ hätte sich die
Beschwerdeführerin darüber informieren können, dass der geltend gemachte
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Arbeitsausfall genügend kontrollierbar sein muss. Diese geforderte Kontrollierbarkeit
des Arbeitsausfalles wird mit den digitalen Stundenrapporten indes nicht gewahrt, da
diese ausgehend von den handschriftlichen Stundenrapporten erst nachträglich erfasst
und die dabei vorgenommenen Änderungen nicht vermerkt wurden (vgl. G 3.1/A59 E.
6.4). Dementsprechend hätte die Beschwerdeführerin ohne weiteres erkennen können
und müssen, dass die digitalen Stundenerfassungen dem Erfordernis einer
ausreichenden betrieblichen Arbeitszeitkontrolle nicht gerecht werden. Indem die
Beschwerdeführerin darauf verweist, dass sie mit den handschriftlichen
Stundenrapporten eine ausreichende Arbeitszeiterfassung habe vorweisen können (vgl.
act. G 1, Ziff. 10), bestätigt sie lediglich die Unrechtmässigkeit der aufgrund der
abweichenden digitalen Stundenrapporte ausgerichteten
Schlechtwetterentschädigungen. Der Versuch der Beschwerdeführerin, aus der
Rechtsgenüglichkeit der handschriftlichen Rapporte auf die Rechtsgenüglichkeit der
digitalen Rapporte zu schliessen, geht somit fehl. Demzufolge hätte es der
Beschwerdeführerin im Hinblick auf die klaren Hinweise in der Informationsbroschüre
und in den Antragsformularen bewusst sein müssen, dass jegliche Eintragungen in den
digitalen Stundenabrechnungen, welche keine übereinstimmende Grundlage in den
handschriftlichen Stundenrapporten haben und auch sonst nicht durch echtzeitliche
Dokumente belegt werden können, den Anforderungen an eine ausreichende
Arbeitszeitkontrolle nicht genügen. Die Beschwerdeführerin ist daher dem unter den
gegebenen Umständen gebotenen Mindestmass an Sorgfalt nicht nachgekommen (vgl.
BGer 8C_312/2012 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Hieran ändert auch das von der
Beschwerdeführerin eingereichte Schreiben des D._ vom 13. Oktober 2015 nichts
(vgl. act. G 3.1/A61), da Schlechtwetterentschädigungen nur auf Grundlage eines
ausreichend kontrollierbaren Arbeitsausfalles ausgerichtet werden können und
vorliegend die Angaben in den nachträglich erstellten und veränderbaren digitalen
Stundenabrechnungen hierfür nicht taugen.
3.7 Nach dem Gesagten kann das Verhalten der Beschwerdeführerin nicht mehr als
leichte Nachlässigkeit eingestuft werden, womit es an der Erlassvoraussetzung des
guten Glaubens fehlt. Da für den Erlass der Rückforderung beide Voraussetzungen des
Art. 25 Abs. 1 ATSG kumulativ erfüllt sein müssen und der gute Glaube im konkreten
Fall zu verneinen ist, kann auf die Prüfung des Vorliegens der finanziellen Härte
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verzichtet werden. Damit bleibt der Beschwerdeführerin der Erlass der Rückforderung
verwehrt.
4.
Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).