Decision ID: f111f0f2-8361-470f-bb76-1bd616bf94d8
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969
,
arbeitete zuletzt von Mai 2010 bis Mai 2012 als Reinigungskraft in einem 50
%
-Pensum bei der
Z._
AG und
übte noch andere kleinere Reinigungs
tätigkeiten
aus (
Urk.
7/23
Ziff.
5.4,
Urk.
7/29)
.
Unter Hinweis auf eine depressive Störung und psychische Be
schwer
den seit Mai 2012 mel
dete sie sich am
2
5.
Oktober 2012 bei der Invaliden
ver
sicherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/18,
Urk.
7/23
). Die
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab (
Urk.
7/10,
Urk.
7/14-15
,
Urk.
7/29,
Urk.
7/38-39,
Urk.
7/42,
Urk.
7/48-49
,
Urk.
7/65
), zog Akten der zuständigen Taggeldversicherung (
Urk.
7/24-25
,
Urk.
7/62
)
bei
und lud die Versicherte zum Standortgespräch ein
(
Urk.
7/28). Mit Schreiben vom 2
5.
März 2013 (
Urk.
7/46) auferlegte die IV-Stelle
der Versi
cherten eine Schadenminderungspflicht.
Sodann veranlasste
sie
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 2
0.
September 2013 berichtet wurde (
Urk.
7/51).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/55
-56
,
Urk.
7/59
,
Urk.
7/64
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
November 2013 (
Urk.
7/67 =
Urk.
2) einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am
9.
Januar 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
7.
November 2013 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und e
s
sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 1). Die IV-Stelle beantragte mit
Be
schwer
deantwort
vom 2
6.
Februar 2014 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerde
führerin am
2.
Juni 2014 zur Kenntnis gebracht und sodann gleichzeitig
an
tragsgemäss (
Urk.
1 S. 1) die unentgeltliche Prozessführung be
willigt
wurde
(
Urk.
12)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen
der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbs
unfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG
die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nicht
erwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
tho
de der
Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, ge
misch
te Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
ri
gen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung
bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der ver
sicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in wel
chem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV).
Die gemischte Methode bezweckt damit eine
möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504
E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ne
r im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im
Sozialversi
che
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
der
lich (
BGE 137 V 334
E.
3.2,
130 V 393
E.
3.3,
125 V 146
E.
2c, je mit Hin
wei
sen)
.
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mens
ver
gleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Ein
zel
fall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungs
werte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungs
wer
ten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Prozent
zahlen
genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche
Erwerbsein
kommen
ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
lideneinkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus
der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (
soge
nannter
Prozentve
r
gleich
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn
Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit
unverhältnismässig
grossem
Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach
Mass
gabe
der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen be
werteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Re
sultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und
Invalidenein
kommen
die für den Umfang des Rentenanspruchs
massgebenden
Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40
%
(
Art.
28
Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder unterscheitet
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_333/2013 vom 1
1.
Dezember 2013
E. 5.3 mit Hinweisen)
.
1.6
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2
IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
ent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
spre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erw
erbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die In
validität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamtin
va
lidität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.7
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
ben
bereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invali
dität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszu
gehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der
Schadenminde
rungs
pflicht
Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der glei
chen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhal
tens
weisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im haus
wirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und
unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte
Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und
mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Li
nie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienan
gehörigen in An
spruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöh
nung
oder durch
Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiese
nermassen eine
Er
werbs
einbusse
oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im
Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu be
rücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne
Gesundheits
schä
digung
üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von
Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige
Familien
ge
meinschaft
einrichten würde, wenn keine Versi
cherungsleistungen zu erwar
ten
wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der
Schaden
min
de
rungspflicht
nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funk
tionen oder insgesamt auf die übrigen Fa
milienmitglieder überwälzt werden
mit der Folge, dass gleichsam bei jeder fest
gestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familien
mitglied finden lässt, das allenfalls
für eine ersatzweise Ausführung der ent
sprechenden Teilfunktion in Frage kommt.
Schliess
lich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde
liegen
den, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272
ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittel
bar durchsetzen lassen (d.h. weder
klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur
freiwillig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommen
tar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kom
men
tar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der
Schadenminde
rungs
pflicht
der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbs
fähigkeit auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den
Haus
haltbereich
davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumut
bar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E.
4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
ge
richts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
1.8
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach
Mass
gabe
des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkei
t in der Invalidenversicherung, KSIH
) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der ge
sund
heitlichen Einschränkung im Haushalt
dar (Urteil 9C_201/2011 vom 5.
September 2011 E.
2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S.
86). Einer ärztlichen
Fach
person
, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu
äussern
hat, bedarf es nur in Ausnahme
fällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von
Arztberichten (BGE 125 V 351 E.
3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu be
rücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
träch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E.
2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundes
gerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Haus
pflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen
Angaben zu Art und Umfang der Behin
de
rung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes
Ab
klä
rungsberichts
, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von
teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im
Gesund
heits
fall
betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai
2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung
des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren
kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es
um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S.
13
7 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die
fach
medizinischen
Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre ge
wohn
ten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellung
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die
Haushalts
abklä
rung
, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezem
be
r 2009 E. 5.1.2
, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 50
%
einer Erwerbstä
tig
keit
nachginge
und zu 50
%
im Haushalt tätig wäre. Da die Beschwerdefüh
rerin seit Jahren nicht in einem 100
%
-Pensum gearbeitet habe, obwohl dies aus finan
ziellen Gründen nötig gewesen wäre und sie dies aufgrund des Alters ihrer
Kinder auch hätte tun können, müsse an dieser Qualifikation festgehalten werden
(S. 2).
Die Abklärungen vor Ort hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin im Haus
halt nicht einges
chränkt sei. Die ärztlich
festgestellte 50%ige Einschränkung im Haushalt
berücksichtige
weder die Schadenminderungspflicht noch die
Mitwir
kungspflicht
der
Familienmitglieder im Haushalt
, so dass darauf nicht abgestellt werden könne.
Im Erwerbsbereich sei ihr
die angestammte Tätigkeit nach Ab
lauf des Wartejahres wieder zu 25
%
zumutbar, woraus sich eine Einschränkung
von 50
%
ergäbe. Zusammenfassend bestehe ein nicht rentenbegründender
In
va
liditätsgrad
von 25
%
(S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (
Urk.
1),
sie
leide
an
einer schweren Depression mit posttraumatischer Depressionsstörung, Angst
zuständen und Vernachlässigung der eigenen Person. Sie sei zurzeit
in der an
ge
stammten sowie jeglicher angepassten Tätigkeit nur zu 25
%
arbeitsf
ähig
. Es werde bestritten, dass sie bei gesundem Verlauf zu 50
%
arbeitsfähig und zu 50
%
im Haushalt tätig wäre. Wäre sie heute bei guter Gesundheit, wäre sie aus finanziellen
Gründen voll arbeitstätig
.
Sie habe die diesbezügliche Frage bei der
Haushaltsabklärung falsch verstanden. (S.
3).
Obwohl sie als voll erwerbstätig zu
qualifizieren sei, sei zu erwähnen, dass sie gemäss Angaben der Ärzte im
Haus
haltsbereich
nur
zu
50
%
arbeitsfähig sei und nicht – wie von der
Beschwer
degegnerin
angenommen -
zu
100
%
.
Zusammenfassend sei eine 100%ige Ar
beitstätigkeit zu berücksichtigen,
in welcher
sie aus gesun
dheitlichen Gründen zurzeit zu 2
5
%
arbeitsfähig sei. Dies h
abe
einen Invaliditätsgrad von 75
%
zur Folge (S.
1, S.
4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und
in diesem Zusammenhang
insbesondere
die Frage nach der Qualifikation.
3.
3.1
Die Ärzte des
A._
, Klinik für Psychiatrie und Psychothera
pie, nannten in ihrem Bericht vom 2
4.
April 2012 (
Urk.
7/39/5-7)
die folgende, hier gekürzt angeführte, Diagnose (S. 1):
mittel- bis
schwergradige
depressive Episode (ICD-10 F32.1), Differen
tial
diagnose (DD) rezidivierende depressive Störung mit/bei:
Panikatta
cken
, DD
Panikstörung mit Agoraphobie
Die Ärzte führten aus, dass eine antidepressive, antriebssteigernde Medikation sowie eine ambulante sozialpsychiatrische Therapie indiziert seien. Aktuell sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
krankzuschreiben, dies mindestens bis zur Einleitung der medikamentösen und sozialpsychiatrischen Behandlung (S. 2).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte
mit Schreiben vom 1
5.
Februar 2013 (
Urk.
7/38) eine schwere depressive Epi
sode
(ICD-10 F32.2) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Be
schwerdeführerin sei lediglich viermal durch ihn behan
delt worden, letztmals am
3.
Oktober
2012 (S.
5).
Im Zeitpunkt der
Behandlung sei die Beschwerde
füh
rerin
zu
100
%
arbeitsunfähig gewesen.
Dr.
B._
führte
schliesslich
aus, dass er aufgrund der kurzen Behandlungsepisode keine Prog
nose
abgeben
könne
(S. 6)
.
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in sei
nem Bericht vom 1
5.
Februar 2013 (
Urk.
7/39/1-4) aus, dass er die Beschwer
deführerin von Januar 2005 bis Juni 2012 behandelt habe. Die letzte Kontrolle habe am 1
8.
Juni 2012 stattgefunden (
Ziff.
1.2).
Er nannte folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
mittel- bis schwere Depression (ICD-10 F32.1)
massive psych
osoziale
B
elastungssituation (ICD-10 Z63)
Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigke
it
nann
t
e
er eine
leichte Hypertonie, eine
Hyperthyreose
und chronische Rückenschmerzen (Ziff. 1.1)
.
Dr.
C._
gab an, dass eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von
einem Psychiater beurteilt werden müsse. Es bestehe keine körperlich begrün
dete
Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6).
3.4
Dr.
med.
D._
,
p
raktischer Arzt
, gab mit Bericht vom 2
8.
Februar 2013
(
Urk.
7/42/1-4) an, dass er die Beschwerdeführerin seit dem 1
8.
September 2009 behandle (
Ziff.
1.2)
,
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
Verdacht auf posttraumatisches Belastungssyndrom
chronisches Ganzkörperschmerzsyndrom
Die Prognose sei ungünstig. Die Beschwerdeführerin sei aktuell in einer geeig
ne
ten Tätigkeit
maximal
zu
25
%
arbeitsfähig (
Ziff.
1.4)
.
3.5
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führte
mit Stellungnahme vom 1
9.
März 2013
aus
, eine postulierte schwere depressive Episode
sei
grund
sätz
lich einer Behandlung zugänglich. Deshalb solle eine psychiat
risch-pharmako
logische und psychiatrisch-psychologische Behandlung als
Schadenminderungs
pflicht
auferlegt werden (
Urk.
7/53 S.
3).
Mit erneuter Stel
lungnahme vom 1
3.
Juni
2013 erachtete
Dr.
E._
eine 25%ige Arbeitsfähig
keit für die zuletzt
ausgeführte und für eine adaptierte Tätigkeit seit dem
1.
Februar 2013 als ge
ge
ben
(
Urk.
7/53 S. 4).
3.6
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, sowie
lic
. phil.
G._
, Psychologe
,
gaben mit Bericht vom 1
3.
Mai 2013
(
Urk.
7/48/1-
6) an, dass sie die Beschwerdeführerin seit dem 1
8.
Mai 2012 be
han
delten
(
Ziff.
1.2)
,
und nannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine mittel- bis
schwergradige
depr
essive Episode (ICD-10 F32.2)
seit Herbst 2011 (
Ziff.
1.1).
Bei der Beschwerdeführerin sei eine langfris
tige und intensive Psychotherapie mit medikamentöser Behandlung indiziert (
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin sei vom
1.
September 2012 bis zum 3
1.
Januar 2013 in ihrer angestammten Tätigkeit
90 % arbeitsunfähig
gewesen. Ab dem
1.
Februar 2013
bis auf weiteres
sei sie
zu 25
%
beziehungsweise 2-3 Stunden pro Tag arbeits
fähig (
Ziff.
1.6
,
Ziff.
1.7
).
3.7
Am 1
2.
September 2013 fand eine
Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähig
keit in Beruf und Haushalt
statt
,
worüber am
2
0.
September 2013
berichtet wurde
(
Urk.
7/51).
Die Beschwerdeführerin habe dabei erklärt, dass sie bei guter Gesundheit wei
terhin zu 50
%
bei
der
Z._
AG
gearbeitet hätte
.
Sie sei finanzi
ell auf ein 50
%
-
Einkommen angewiesen. Mit den restlichen 50
%
hätte sie sich um den Haushalt und ihre Kinder gekümme
rt
.
Sie wohne mit ihren drei jüngs
ten Kindern in einer Wohnung. Die älteste Tochter wohne gleich
nebenan (S.
2).
Diejenigen Aufgaben, welche invaliditätsbedingt nicht mehr ver
richtet werden könn
t
en, würden die Kinder erledigen (S. 6
Ziff. 6.9
).
Die Ein
schrän
kung im Haushaltbereich wurde mit 0 % veranschlagt (S. 6 Ziff. 6.8).
3.
8
Dr.
F._
und
lic
. phil.
G._
(vorstehend E. 3.6
)
gab
en
mit Schreiben
vom 2
9.
Oktober 2013 (
Urk.
3/1) an, dass die Beschwerdeführerin vom
1.
Febru
ar
2013 bis auf weiteres in angepasster und angestammter Tätigkeit zu 75
%
arbeits
unfähig sei. Seit dem
1.
September 2012 sei sie im Haushaltsbereich zu 50
%
arbeitsfähig.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist
zunächst
die sozialversicherungsrechtliche Qualifika
tion der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei auf den
Haushaltsabklärungsbericht vom 2
0.
September 2013, worin die Beschwerde
füh
rerin als zu 50
%
Erwerbstätige und zu 50
%
im Aufgabenbereich Tätige quali
fiziert wurde (vorstehend E. 3.7). Demgegenüber gab die Beschwerdeführe
rin an, dass sie als
zu
100
%
Erwe
rbstätige zu qualifizieren sei
(vorstehend E. 2.2).
4.2
Massgebend für die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeit- oder
Teil
zeiterwerbstätige
ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätigkeit
ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Ver
hältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön
liche
n Neigungen und Begabungen zu be
rücksichtigen (vorstehend E. 1.4
).
4.
3
D
ie Beschwerdeführerin
ist Mutter von
fünf
-
1987,
1989, 1993, 1994 und 1995
–
geb
o
r
enen Kindern
. Von ihrem Ehemann liess sie sich im Jahr 2007 scheiden
(
Urk.
7/22,
Urk.
7/2
3
Ziff.
3.1
). Bis
im Jahr
2010 war sie mehr
heitlich
nichter
werbs
tätig
und kümmerte sich um
den
Haushalt und
die
Kinder
.
V
om
3.
Mai 2010
bis
zum
3
1.
Mai 2012
war sie
bei der
Z._
AG als Reini
gungs
kraft
in einem
50
%
-Pensum tätig.
Von
Januar 2013 bis September 2013
arbeitete sie 2.5 bis 5 Stunden pro Woche als Reinigungskraft bei der
I._
AG
(
IK-Auszug,
Urk.
7/29,
Urk.
7/51 S. 2).
4.4
D
ie
A
ussage
der Beschwerdeführerin
, dass
sie
im Gesundheitsfall zu 100
%
er
werbstätig wäre, kann anhand der Angaben der Abklärungsperson (
Urk.
7/51)
sowie der Erwerbsbiographie
der Beschwerdeführerin
nicht
nachvollzogen
wer
den.
So war der Betreuungsbed
arf der zwischen 1987
und 1995 geborenen Kin
der in den letzten Jahren
vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Mai 2012 (
Urk.
7/18
Ziff.
6.3)
aufgrund des
Alters
der Kinder
nicht mehr beziehungsweise nur noch in geringem Ausmass vorhanden
.
Dieser Umstand schlug sich aller
dings nicht in einer
Pensumserhöhung
nieder
. D
ies trotz der schlechten finanzi
ellen Lage der Familie
, erhielt die Beschwerdeführerin doch bei der Scheidung im Jahr 2007 aufgrund der mangelnden Leistungsfähigkeit des Mannes keinen Unterhalt für sich und die Kinder
zugesprochen
(vgl. Scheidungsurte
il vom 2
3.
Januar 2007,
Urk.
7/22
)
. Gegen die Annahme einer vollzeitlichen Erwerbs
tätigkeit spricht ferner, dass d
ie Beschwerdeführerin anlässlich der
Haushaltsab
klärung
selbst an
gab
, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin zu 50
%
erwerbstä
tig gewesen wäre und sich mit den restlichen 50
%
um den Haushalt und ihre
Kinder gekümmert hätte (
Urk.
7/51 S.
2). Soweit sie diesbezüglich geltend macht
, dass sie die Frage falsch verstanden habe (
Urk.
1 S. 3), so ist dem entge
genzu
hal
ten, dass die Erhebung vom 1
2.
September 2013 im Beisein der Tochter
J._
,
welche als Übersetzerin fungierte, stattfand (
Urk.
7/51 S. 1). Dem
Ab
klärungs
bericht
sind keinerlei Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass keine adäquate
Kommunikation und/oder Verständigung stattgefunden hätte. Insbe
sondere machte
die Beschwerdeführerin nicht geltend, es seien konkrete Aus
führungen im Abklärungsbericht nicht ihren Aussagen en
tsprechend dokumen
tiert worden.
4.5
Die Würdigung dieser Umstände führt insgesamt zum Schluss, dass die Be
schwer
deführerin bei guter Gesundheit
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 50
%
erwerbstätig
und zu 50
%
im Aufgabenbereich
tätig wäre
. Damit ist die von der Beschwerdegegnerin zur Anwendung gebrachte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass die Be
schwerdeführerin an einer mittel- bis
schwergradigen
depressiven Episode lei
det. Die involvierten Ärzte attestierten übereinstimmend – soweit sie diesbezüg
lich überhaupt eine Prognose abgaben – eine 25%ige Arbeitsfähigkeit in der an
gestammten Tätigkeit
ab dem
1.
Februar 201
3.
Dies erscheint glaubhaft, schlüssig
und nachvollziehbar und wurde im Übrigen von der Beschwerdefüh
rerin nicht bestritten, so dass darauf abzustellen ist.
E
in Rentenanspruch
entsteht
gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches
.
Angesichts
der Anmeldung
bei der Beschwerdegegnerin am 2
5.
Oktober 2012 (vgl.
Urk.
7/
23)
würde e
in allfälliger Rentenanspruch der Beschwerdeführerin frühestens ab dem
1.
April 2013 bestehen. Im Fol
genden ist daher nur der Einkommensvergleich aufgrund der 25%igen Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit ab dem
1.
Februar 2013 vorzunehmen.
5.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Berechnung des Validen- und
Inva
lideneinkommens
auf das
Jahrese
inkommen
2011
in der Höhe von
Fr.
12‘750.-- (
IK-Auszug,
Urk.
7/29 S. 1), wobei unter Berücksichtigung der
Nominallohn
ent
wicklung
ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
13‘006.
-- (50
%
Ar
beits
fähigkeit) beziehungsweis
e Invalideneinkommen von
Fr.
6‘5
03.-- (25
%
Arbeits
fähigkeit)
resultierte.
Der diesbezügliche Prozentvergleich
(vorstehend E.
1.5)
er
g
i
b
t
eine Einschränkung
von 50
%
, welche
nicht zu beanstanden ist und
von der
Beschwerdeführerin auch nicht bestritten
wurde
.
O
b stattdessen auf die
LSE-Ta
bellenlöhne
hätte abgestellt werden müssen,
kann demzufolge
offen
bleiben.
Bei der vorliegend
massgebenden
Gewichtung des Erwerbsbereiches mit 50
%
resul
tiert
somit ein Teilinvaliditätsgrad von 25
%
(50
%
x 0.5
).
6.
6.1
Im Weiteren ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im
Haushaltsbe
reich
zu ermitteln.
Zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Haushaltsbereich wurde
die Beschwerdeführerin am 1
2.
September 2013 zu Hause besucht
. Der
Haushalts
abklärungsbericht
vom 2
0.
September 2013 (
Urk.
7/51) enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. In Übereinstim
mung mit der Verwaltungspraxis (
KSIH,
Rz
3084 ff.
) wurden darin die
Haus
haltstätigkeiten
in sieben Aufgaben eingeteilt und
anschliessend
nach deren prozentualen Gewichtung im Vergleich zu sämt
lichen anfallenden Tätigkeiten bewertet. Die Abklärungsperson klärte für jeden der sieben Tätigkeitsbereiche die konkrete Behinderung ab. Die Berichtstexte sind nachvollziehbar begründet sowie angemessen detailliert und die Aussagen der Beschwerdeführerin wurden dabei erwähnt und berücksichtigt. Der
Abklä
rungs
bericht
erfüllt demnach die Beweiswürdig
ungskriterien (vorstehend E. 1.8
) vollumfänglich, so dass darauf abgestellt werden kann
und demzufolge keine Ein
schränkung im
Haushaltsbe
reich
vorliegt
.
6.2
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass sie gemäss den Angaben der Ärzte im Haushaltsbereich nur 50
%
arbeitsfähig sei (vorstehend E.
2.2), so ver
mag dies nichts
an der schlüssigen und nachvollziehbaren Einschätzung des
Haus
haltsabklärungsberichtes
zu ändern. Einzig
Dr.
F._
und
lic
. phil.
G._
äusserte
n
sich überhaupt zu einer allfälligen Ei
nschränkung im
Haus
halts
bereich
,
allerdings ohne
dies näher zu begründen
.
Insbesondere
berücksichtigte
n
sie
die im Rahmen der
Schadenmin
derungspflicht
angezeigte Mithilfe der Kinder
im Haushalt nicht, welche die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haus
halt
vorliegend
vollumfäng
l
ich aufzufangen verm
ag
(vor
stehend E.
1.7
).
Schliess
lich
handelt
es sich bei
Dr.
F._
sowie
lic
. phil.
G._
um die behan
delnden Ä
rzt
e
der Be
schwerdeführerin, wobei aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – be
ziehungsweise
regelmässig
behandelnde Spezialärzte (Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandeln
den Ärztinnen und Ärzte im Streitfall
daher
nur selten in Frage kommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Alles in allem vermag
der Einwand der Beschwerdeführerin
nichts an der schlüssi
gen und nachvollziehbaren Einschätzung im
Haushalts
abklärungs
be
richt
zu ändern.
6.
3
Betre
ffend den Haushaltsbereich ist demzufolge
von keiner Einschränkung aus
zugehen, so dass sich hier ein Teilinvaliditätsgrad von 0
%
ergibt.
7.
Nach Addition der Teilinvaliditätsgrad
e
im Erwerbs- und im Haushaltsbereich resultiert ein nicht rentenbegründender Gesamtinvaliditätsgrad von 25
%
(25
%
+ 0
%
)
. Bei diesem Ergebnis steht der Beschwerdeführerin somit keine Rente der Invalidenversicherung zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang d
es
Verfahrens sind sie
der unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzu
er
legen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(vgl.
Urk.
12)
je
doch einstweilen
auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16
Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).