Decision ID: 692a9902-d6a5-542a-962a-a7d1784b02f1
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer ohne Einreichung von Identitätsdokumenten
am 6. August 2019 im Bundesasylzentrum B._ um Asyl nachsuchte
und dabei angab, am (...) geboren und damit noch minderjährig zu sein,
dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-
raleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 16. Dezember
2016 in Italien ein Asylgesuch gestellt hatte,
dass er anlässlich der UMA EB (Erstbefragung eines minderjährigen unbe-
gleiteten Asylsuchenden) vom 16. August 2019 wiederholte, am (...) gebo-
ren zu sein, was er von seiner auf der Reise verstorbenen Mutter erfahren
habe,
dass seine Mutter und er Gambia aus wirtschaftlichen Gründen verlassen
hätten,
dass dem Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung das rechtliche
Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Italien gewährt wurde, wobei
er angab, in Italien nicht erhalten zu haben, was er sich erwünscht habe,
dass das SEM im Rahmen der Erstbefragung den Beschwerdeführer im
Weiteren darüber aufklärte, dass er möglicherweise zu einer medizinischen
Altersabklärung geschickt werde, ihn über den Ablauf der Untersuchung
orientierte und ihm Fragen zu seinem Gesundheitszustand stellte,
dass das vom SEM beauftragte (...), Institut für Rechtsmedizin, in seinem
Gutachten vom (...) gestützt auf eine körperliche Untersuchung, eine
Handknochenaltersanalyse, eine zahnärztliche Untersuchung sowie eine
Schlüsselbeinanalyse zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der Untersuchung das 19. Lebensjahr mit Sicherheit vollendet
habe,
dass die italienischen Behörden auf eine Informationsanfrage des SEM
vom (...) mit Schreiben vom (...) September 2019 unter anderem mitteilten,
dass der Beschwerdeführer in Italien unter den Personalien A._,
(...), C._, bekannt sei,
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dass eine Beschwerde gegen den ablehnenden italienischen Asylent-
scheid hängig sei und dem Beschwerdeführer für die Dauer des Asylver-
fahrens eine noch bis zum 31. Dezember 2019 gültige Aufenthaltsbewilli-
gung erteilt worden sei,
dass das SEM mit Schreiben vom 5. September 2019 die damalige Rechts-
vertretung des Beschwerdeführers – nach gewährter Einsicht in das Gut-
achten vom 27. August 2019 in anonymisierter Form – darüber in Kenntnis
setzte, aufgrund der Aktenlage (widersprüchliche Angaben zum Alter, Gut-
achten) zu beabsichtigen, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im
Zentralen Migrationssystem (ZEMIS) auf den 1. Januar 2000 anzupassen,
und den Beschwerdeführer für das weitere Verfahren folglich als volljährig
zu betrachten,
dass die Rechtsvertretung im Rahmen des rechtlichen Gehörs in ihrer Stel-
lungnahme vom 10. September 2019 erklärte, dass der Beschwerdeführer
– dessen Alter von den italienischen Behörden lediglich geschätzt und will-
kürlich auf den (...) bestimmt worden sei – an seinem gegenüber den
schweizerischen Behörden angegebenen Geburtsdatum festhalte,
dass das SEM die italienischen Behörden am 12. September 2019 um
Übernahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b der
Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-
staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-
trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO)
ersuchte,
dass die italienischen Behörden am 16. September 2019 das Übernahme-
ersuchen gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO guthiessen,
dass die Rechtsvertretung mit Eingabe vom 13. September 2019 an das
SEM die Einreichung einer Geburtsurkunde des Beschwerdeführers in
Aussicht stellte und darum ersuchte, nicht vor erfolgter Einreichung des
Dokumentes einen Entscheid zu fällen,
dass sie gleichzeitig auf einen ärztlichen Termin am 14. Oktober 2019 auf-
grund von Albträumen und Schlafstörungen des Beschwerdeführers hin-
wies,
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dass das SEM mit Verfügung vom 16. September 2019 (Eröffnung am
17. September 2019) in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG
(SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 6. August
2019 nicht eintrat und ihn in Anwendung der Dublin-III-VO nach Italien weg-
wies, wobei es festhielt, einer Beschwerde gegen diese Verfügung komme
keine aufschiebende Wirkung zu,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. September 2019 beim
Bundesverwaltungsgericht unter Einreichung einer Geburtsurkunde in Ko-
pie (ausgestellt am 18. September 2019) Beschwerde erhob und bean-
tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und das SEM zu
verpflichten, auf das Asylgesuch einzutreten,
dass im Weiteren sein Geburtsdatum im ZEMIS korrekt zu erfassen sei,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Erteilung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde, um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung und um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses ersuchte,
dass die Akten der Vorinstanz dem Bundesverwaltungsgericht am 24. Sep-
tember 2019 in elektronischer Form vorlagen (Art. 109 Abs. 3 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls über Be-
schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM in der Regel – so
auch vorliegend – endgültig entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – mit
nachfolgendem Vorbehalt – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und
Art. 52 VwVG),
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dass mit der vorliegenden Verfügung die Vorinstanz im Dispositiv keine An-
ordnungen zum ZEMIS-Eintrag getroffen hat, weshalb diesbezüglich kein
Anfechtungsobjekt vorliegt und auf den entsprechenden Beschwerdean-
trag bezüglich Berichtigung des ZEMIS-Eintrags nicht einzutreten ist,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich
vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb
der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a
Abs. 2 AsylG),
dass im Weiteren gestützt auf Art. 111a Abs. 2 AsylG vorliegend auf einen
Schriftenwechsel verzichtet wurde,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zu-
ständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird,
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-
keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den
eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-
rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000) mit sich
bringen, und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger
Mitgliedstaat bestimmt werden kann,
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dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat im Falle eines
Wiederaufnahmeverfahrens verpflichtet ist, unter anderem einen Antrag-
steller, der während der Prüfung seines Antrags in einem anderen Mitglied-
staat erneut einen Antrag gestellt hat, nach Massgabe der Artikel 23, 24,
25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO),
dass die italienischen Behörden am 16. September 2019 das Übernahme-
ersuchen der Vorinstanz vom 12. September 2019 guthiessen, womit das
SEM zu Recht von der grundsätzlichen Zuständigkeit Italiens für die Durch-
führung des Asylverfahrens ausging,
dass diese Zuständigkeit aufgrund der in Art. 6 und 8 Dublin-III-VO festge-
legten Garantien zugunsten Minderjähriger zurückzutreten hätte, wenn von
der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers auszugehen wäre,
dass nämlich im Falle eines unbegleiteten Minderjährigen ohne familiäre
Anknüpfungspunkte jener Staat zuständig ist, in dem er seinen Antrag stellt
(vgl. Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO),
dass grundsätzlich die asylsuchende Person die Beweislast für die von ihr
behauptete Minderjährigkeit trägt und im Rahmen einer Gesamtwürdigung
eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, welche für oder gegen die Rich-
tigkeit der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen ist (Urteil
des BVGer E-4931/2014 vom 21. Januar 2015 E. 5.1.1, mit Hinweis auf
Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asyl-
rekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30),
dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Erstbefragung angab, keine
Identitätsdokumente zu besitzen, erst im Verlauf des erstinstanzlichen Ver-
fahrens mit Eingabe seiner damaligen Rechtsvertretung die Einreichung
einer Geburtsurkunde in Aussicht stellte und eine solche in Kopie erst auf
Beschwerdeebene nachreichte,
dass die Beweiskraft einer Geburtsurkunde, auch wenn im Original einge-
reicht, aufgrund ihrer leichten Fälschbarkeit gering ist, weshalb die Nach-
reichung einer solchen nicht abzuwarten ist,
dass im Altersgutachten vom (...) gestützt auf eine körperliche Untersu-
chung, eine Handknochenaltersanalyse, eine zahnärztliche Untersuchung
sowie eine Schlüsselbeinanalyse als Ergebnis festgehalten wurde, dass
der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Untersuchung das 19. Lebensjahr
mit Sicherheit vollendet habe,
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dass die Bestimmung eines genauen Alters auch mittels der Schlüsselbein-
respektive Skelettaltersanalyse und der zahnärztlichen Untersuchung nicht
möglich ist, indessen vorliegend ein Indiz für die Volljährigkeit des Be-
schwerdeführers darstellt (vgl. Koordinationsurteil des Bundesverwal-
tungsgerichts E-891/2017 vom 8. August 2018 E. 4.2.1),
dass das Aussageverhalten des Beschwerdeführers im Rahmen der Erst-
befragung hinsichtlich seines Alters ausweichend und teils unglaubhaft
ausgefallen ist,
dass namentlich die Angabe des Beschwerdeführers, erst auf der Reise
von seiner Mutter sein Geburtsdatum erfahren zu haben, angesichts der
Tatsache, dass dieser eingeschult worden war, realitätsfremd erscheint,
dass bei dieser Sachlage nicht näherer Klärung bedarf, ob das von den
italienischen Behörden registrierte Geburtsdatum auf den Angaben des
Beschwerdeführers beruhte oder, wie von der Rechtsvertretung geltend
gemacht, lediglich aufgrund einer groben Schätzung des Alters des Be-
schwerdeführers erfolgte,
dass es somit dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, seine behauptete
Minderjährigkeit zumindest glaubhaft zu machen, weshalb die grundsätzli-
che Zuständigkeit Italiens zu bejahen ist,
dass der geäusserte Wunsch des Beschwerdeführers, nicht nach Italien
zurückkehren zu wollen, daran nichts ändert, kann dieser doch den zustän-
digen Mitgliedstaat, in welchem er das Asylverfahren durchlaufen möchte,
nicht selber wählen (vgl. BVGE 2015/41 E. 5.1 und 5.2, BVGE 2015/19 E.
4.5 und BVGE 2010/27),
dass sich das Bundesverwaltungsgericht der Einschätzung des SEM in der
angefochtenen Verfügung anschliesst, wonach es keine wesentlichen
Gründe für die Annahme gibt, Italien, bei welchem es sich um einen Signa-
tarstaat der EMRK und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die
Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) handelt, würde seine
staatsvertraglichen Verpflichtungen missachten und den Beschwerdefüh-
rer in seinen Heimatstaat zurückschaffen, dies unter Missachtung des Non-
Refoulment-Gebotes oder von Art. 3 EMRK,
dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-
nahmebedingungen für Antragsteller in Italien weise systemische
Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf,
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dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-
ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in
dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-
mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür
gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs unter an-
derem angab, in Italien nicht erhalten zu haben, was er sich erwünscht
habe, beziehungsweise auf Beschwerdeebene geltend machte, in Italien
keine Unterkunft gehabt und auf der Strasse gelebt zu haben,
dass in diesem Zusammenhang auf die von den italienischen Behörden
umgesetzte Aufnahmerichtlinie zu verweisen ist, welche zahlreiche Min-
destnormen für die Aufnahme und Betreuung von Asylsuchenden beinhal-
tet,
dass sich der Beschwerdeführer allenfalls an die zuständigen italienischen
Behörden wenden kann, um die nötige Unterstützung zu erhalten,
dass hinsichtlich der geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden
(Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Alpträume, Schlafstörungen) und der
aktuellen Behandlungsmöglichkeiten in Italien vollumfänglich auf die zu-
treffenden Erwägungen des SEM in der angefochtenen Verfügung (vgl.
dort S. 7 f.) verwiesen werden kann, zumal auf Beschwerdeebene weder
eine diesbezügliche Auseinandersetzung erfolgt noch in irgendeiner Weise
allfällige gesundheitliche Schwierigkeiten des Beschwerdeführers darge-
legt werden,
dass somit aufgrund der Aktenlage kein Grund zur Annahme besteht, der
Beschwerdeführer würde in Italien wegen fehlenden Zugangs zum Asylver-
fahren oder ungenügender Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle
Not geraten, womit die nicht näher substantiierten Einwände des Be-
schwerdeführers auch unter dem Blickwinkel humanitärer Gründe keine
Zuständigkeit der Schweiz zu begründen vermögen,
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dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung
1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) Ermessen zukommt
(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine geset-
zeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch
die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach
Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer und über die Integration (AIG, SR 142.20) nicht mehr zu prüfen
sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung
des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist
(vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, aus diesen Gründen
abgewiesen wird,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich die Anträge um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der
Beschwerde und um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses
als gegenstandslos erweisen,
dass, da die Beschwerde im Zeitpunkt ihrer Einreichung als aussichtslos
erschien, das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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