Decision ID: 2f17ffcb-f1bc-4aca-b3c1-320d9d8944e5
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1964, war seit dem 11. Juli 2005 als Servicemitarbeiter bei der Y._ AG angestellt und damit obligatorisch bei der Zürich
Ver
sicherungs
-Gesellschaft AG gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufs
un
fällen versichert. Am 17. Februar 2010 reichte seine Arbeitgeberin bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG eine Schadenmeldung ein (Urk. 11/2 und 11/5). Darin wurde ausgeführt, der Versicherte sei am 2. Mai 2009 ausgerutscht und auf eine offenstehende Schublade gefallen. Dabei habe er sich am rechten Knie eine Schwellung zugezogen. Im Juli 2009 habe er wegen erneuter Knieschmerzen den Arzt aufgesucht, der ihm vom 2. bis zum 7. Juli 2009 eine 100%ige und vom 8. bis zum 10. Juli 2009 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Eine MRI-Untersuchung im Februar (richtig: Januar) 2010 habe ergeben, dass das Knie aufgrund des Unfalls im Mai 2009 stärker in Mitleidenschaft gezogen worden sei als ursprünglich angenommen (Urk. 11/2).
Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG holte eine
Unfallhergangsschilde
-
rung
des Versicherten und ärztliche Auskünfte ein (vgl. Urk. 11/3-5, 11/7-9 und 12/1 ff.). In der Folge erbrachte sie Versicherungsleistungen (vgl. Urk. 11/36-37,
11/43, 11/63, 11/76 und 11/83). Am 5. Dezember 2011 ersuchte sie Dr.
Z._, Facharzt FMH für Chirurgie und Unfallchirurgie, um eine kon
siliarische Beurteilung (Urk. 11/84), die er am 9. Januar 2012 abgab (Urk. 12/35). Überdies gab die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG beim Zentrum A._ ein rheumato
logisches Gut
achten mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) in Auftrag (Urk. 11/105), welches am 19. November 2012 erstattet wurde (Urk. 12/50). Dazu liess sich der Versicherte am 11. Dezember 2012 und am 29. Januar 2013 ver
nehmen (Urk. 11/125 und 11/138). Hierzu äusserte sich die A._ am 5. Februar 2013 und bestätigte ihre Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (Urk. 11/142).
Mit Verfügung vom 30. Mai 2013 stellte die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG die Taggeldzahlungen per 22. Oktober 2012 ein. Ferner hielt sie fest, sie bezahle dem Versicherten für die Zeit vom 23. Oktober 2012 bis zum 30. Juni 2013 ohne Präjudiz und Anerkennung einer Rechtspflicht Taggelder aufgrund einer 25%igen Arbeitsunfähigkeit (Urk. 11/178). Dage
gen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 10. Juni 2013 Einsprache (Urk. 11/181). Am 4. September 2013 sandte die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG aktuelle MRI-Aufnahmen und weitere medizinische Unterlagen an die A._ (Urk. 11/196), wozu diese am 10. März 2014 ergänzend Stellung nahm (Urk. 12/64). Dazu äusserte sich der Versicherte am 28. April 2014 (Urk. 11/204; vgl. Urk. 11/203).
Im März 2015 gab die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG bei Dr. B._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, ein Gutachten in Auftrag (vgl. Urk. 11/225 f.), welches am 25. Februar 2016 erstattet wurde (Urk. 12/69). Dazu nahm der Versicherte am 14. März 2016 schriftlich Stellung (Urk. 11/240) und reichte ein Schreiben seines Hausarztes Dr. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom selben Datum ein (Urk. 11/239).
Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG erliess am 14. Juni 2016 eine neue Ver
fügung, mit der sie die Leistungen für Heilbehandlungen per 30. November 2015 einstellte und an der Einstellung der Taggelder per 30. Juni 2013 festhielt.
Überdies verneinte sie einen Anspruch auf Integritätsentschädigung (Urk. 11
/246). Dagegen liess der Versicherte am 29. Juni 2016 Einsprache erheben (Urk. 7/254). Am 26. August 2016 wurde eine weitere Schadenmeldung eingereicht, mit der geltend gemacht wurde, der Versicherte habe am 8. Juli 2016 einen Rückfall erlitten (Urk. 11/258). In der Folge wurde die Einsprache ergänzend begründet (Urk. 11/262, 11/264 und 11/277). Mit Entscheid vom 10. Mai 2017 wies die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG die Einsprache des Versicherten ab (Urk. 2 = 11/279).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
, mit Eingabe vom 13. Juni 2017 (Urk. 1) Be
schwerde mit dem Antrag, der ange
fochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es seien ihm die gesetz
lichen Unfallversicherungsleistungen weiterhin zu gewähren. Eventualiter sei der ange
fochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin zu ver
pflichten, eine neutrale Begutachtung in Auftrag zu geben. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Be
schwer
degegnerin (Urk. 1 S. 2). Zusammen mit der Beschwerde
schrift wurde eine Stellungnahme von Dr. D._, Facharzt FMH für Chirurgie und Unfallchirurgie, vom 31. Mai 2017 neu eingereicht (Urk. 3/6). Die Be
schwer
de
geg
nerin beantragte am 6. September 2017 die Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 9
S. 2) und reichte eine Stellungnahme Dr. B._s vom 22. August 2017 ein (Urk. 10). Mit Verfügung vom 11. September 2017 wurde ein zweiter Schriften
wechsel angeordnet und dem Beschwerdeführer Frist zur Einreichung einer Replik angesetzt (Urk. 13). Diese Frist wurde antragsgemäss bis zum 6. November 2017 erstreckt (Urk. 15) und die Replik wurde an diesem Datum erstattet (Urk. 16). Zusammen mit der
Replikschrift
wurde ein weiterer Bericht Dr. D._s vom 21. September 2017 zu den Akten gegeben (Urk. 17). Die Beschwerdegegnerin erstattete am 29. November 2017 die Duplik (Urk. 20). Davon
wurde dem Be
schwerdeführer mit Ver
fügung vom 4. Dezember 2017 Kennt
nis gegeben (Urk. 21).
Auf die Ausführungen der Parteien und die im Beschwerdeverfahren neu einge
reichten Unterlagen (Urk. 3/6, 10 und 17) wird, so
weit erforderlich, in den Erwä
gungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
che
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2. Mai 2009 ereignet
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG wer
den - soweit das Gesetz nichts anderes be
sti
mmt
die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
1.4
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als ein
getreten oder nicht als in der
gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
tre
ten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schrei
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht er
forderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund
heit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
liche oder geistige Integrität der versi
cher
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
ge
tretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Stö
rung ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
gen
den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
de
n hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Be
grün
dung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hie
r
bei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
Es ist strittig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2. Mai 2009 nach dem 30. Juni 2013 Taggeldleistungen und nach dem 30. November 2015 Heilbehandlungs
kos
ten und weitere Versicherungsleistungen schuldet. Zwischen den Parteien wurde insbesondere kontrovers diskutiert, ob auf das Gutachten von Dr. B._ vom 25. Februar 2016 abgestellt werden kann, in welchem – unter anderem – fest
ge
halten wurde, der Unfall vom 2. Mai 2009 habe die vorbe
stehende Gonarthrose
nicht richtungsgebend verschlimmert, und selbst wenn dies der Fall gewesen wäre
, so wäre der Status quo sine
vel
ante spätestens sechs Monate später wieder erreicht gewesen (Urk. 1, 2, 7, 12 und 15; vgl. Urk. 12/69).
3.
3.1
Am 23. Mai 2010 erklärte der Versicherte persönlich schriftlich, er sei am 2. Mai 2009 bei der Arbeit ausgerutscht und mit dem rechten Knie auf eine Schublade gefallen. Vorher habe er keine Knieschmerzen gehabt. Sofort nach dem Ereignis vom 2. Mai 2009 habe er Beschwerden verspürt und sich zu Dr. C._ in Behand
lung begeben, der ihn für ca. eine Woche als arbeitsunfähig beurteilt habe (Urk. 11/9-10).
3.2
Der Schadeninspektorin der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG erklärte der Versicherte am 13. Juli 2010, eigentlich hätten sich zwei Ereignisse kurz hinter
einander zugetragen. Zuerst sei er im Office ausgerutscht und auf das rechte Knie gefallen, kurze Zeit später habe er das rechte Knie auf der linken Seite gegen eine schwere Metallschublade gestossen. Beide Ereignisse hätten sich während der
Arbeit zugetragen. Zuerst habe er nicht an eine
behandlungsbedürftige
Verlet
zung
gedacht. An die genauen Daten könne er sich aktuell nicht mehr erinnern, er habe aber jeweils kurz danach seinen Hausarzt aufgesucht, weil die Schmerzen am
rechten Knie, welche sofort aufgetreten seien, nicht zurückgegangen seien (Urk. 11
/46
S. 1). Nach dem ersten Ereignis habe er am 2. Mai 2009 seinen Haus
arzt Dr. C._ aufgesucht. Das zweite Ereignis müsse Anfang Juli 2009 passiert sein, er sei sofort zu Dr. C._ gegangen, der das rechte Knie
geröngt
und wiede
rum keinen Befund erhoben habe (Urk. 11/46 S. 2).
4.
4.1
Dr. C._ hielt mit ärztlichem Zeugnis vom 26. Februar 2010 fest, er habe den Ver
sicherten am 2. Mai 2009 untersucht und eine Kontusion am rechten Knie diagnostiziert. Ab dem 2. Mai 2009 habe während ca. einer Woche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden und ab Anfang Juli 2009 sei der Versicherte während ca.
zehn Tagen zu 50 % arbeitsunfähig gewesen (Urk. 12/1). Ferner erklärte Dr. C._ am 11. Mai 2010, ein Bericht über die im Juli 2009 erfolgte Konsultation sei in der Krankengeschichte des Versicherten nicht vorhanden (Urk. 12/12).
4.2
Am 18. Januar 2010 fand eine MRI-Untersuchung des rechten Knies statt, da der Versicherte seit April 2009 Schmerzen am rechten Kniegelenk mit Blockie
rungs
erscheinungen habe (Urk. 12/3). Dr. E._, Facharzt FMH für Radio
lo
gie, führte im gleichentags verfassten Bericht die folgenden Befunde auf (Urk. 12/3)
:
Intaktes vorderes und hinteres Kreuzband. Schräg verlaufender Einriss im
Innen
meniskushinterhorn
übergehend auf die Pars intermedia auch z.T. mit defor
miertem, freien Rand, die Pars intermedia ist insgesamt auch zum Innenband
extru
iert
, wo sich ein Reizzustand zeigt mit umgebender Flüssigkeit. Im Aussen
menis
kus kein Rissnachweis. Intakte Kollateralbänder, beginnende mediale Gon
arthrose mit Knorpelausdünnung z.T.
femoral
um mehr als 50 %, ebenso Retro
patellararthrose im inferioren Pol mit Knorpelausdünnung um mehr als 50 %. Gelenkerguss, etwas Induration des
Hoffa'schen
Fettkörpers,
Plica
mediopa
tel
laris
. Keine Baker-Zyste.
Die Beurteilung durch Dr. E._, Facharzt FMH für Radiologie, lautete folgendermassen:
Schräg verlaufender Einriss im
Innenmeniskushinterhorn
übergehend auf die Pars intermedia. Extrusion der Pars intermedia zum Innenband mit begleitendem Reiz
zustand, keine dislozierten Meniskusanteile. Mediale Gonarthrose mit Knorpel
aus
dünnung z.T. um mehr als 50 %.
4.3
Der Versicherte wurde am 11. Februar 2010 erstmals durch Dr. F._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, untersucht. Dieser erstattete gleichentags dem Hausarzt Dr. C._ einen Bericht, in dem er eine traumatische mediale Meniskusläsion bei beginnender
Varusgonarthrose
diagnostizierte. Zum aktuellen Leiden vermerkte er, der Versicherte habe sich im April 2009 bei der Arbeit eine Kniedistorsion rechts zugezogen, wobei er sich auch das Knie ange
stossen habe. Seither persistierten rechts medial betonte Kniegelenksbe
schwerde
n. Diese störten den Versicherten vor allem bei belasteten Drehbewegungen. Das MRI vom 18. Januar 2010 zeige eine ausgedehnte mediale
Meniskushinter
horn
läsion
sowie eine Ausdünnung des Knorpelüberzuges im medialen Kompartiment (Urk. 12/6).
In seinem Bericht vom 2. März 2010 zuhanden der Zürich Versicherungs-Ge
sellschaft AG führte Dr. F._ eine traumatische mediale Meniskusläsion als Diagnose auf. Es hätten keine anderen Faktoren (zum Beispiel frühere Krank
heiten etc.) einen Einfluss auf das Leiden. Für den 8. März 2010 sei eine arthros
kopische
Teilmeniskektomie
geplant, nach welcher für vier bis sechs Wochen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehen werde (Urk. 12/2).
Dr. F._ führte den Eingriff wie geplant im Spital G._ durch, wo der Versicherte bis zum 9. März 2010 hospitalisiert war. Sowohl im Austritts
bericht vom 8. (richtig: 9.) März 2010 (Urk. 12/4) als auch im Operationsbericht vom 9. März 2010 (Urk. 12/5) wurde zusätzlich die beginnende
Varusgonarthrose
vermerkt. Gemäss dem Operationsbericht seien eine leichte
Synovitis
am oberen
Rezessus
suprapatellaris
und ein regelrechter Knorpelüberzug an den Patellar
flächen und am
femoropatellaren
Gleitlager feststellbar. Der mediale Meniskus zeige ausgehend vom Korpus bis ins Hinterhorn reichend mehrere horizontale Riss
bildungen, welche bis an die Basis reichten. Beim Prüfen mit dem Tasthaken lasse sich der Meniskus hier ins Gelenk einschlagen. Der Knorpelüberzug
femoral
sei in der Hauptbelastungszone deutlich degenerativ verändert, entsprechend einer
Chondromalazie
II bis III,
tibial
Grad II. Das Kreuzband sei
rissfrei
und bei der Bewegungsprüfung stabil. Das hintere Kreuzband sei, soweit beurteilbar, unauf
fällig. Der laterale Meniskus zeige keine radiären, randständigen Rissbildungen im
Korpusbereich
. Beim Prüfen mit dem Tasthaken zeigten sich stabile Ver
hält
nisse. Der Verlauf der
Popliteussehne
im Hiatus sei regelrecht und die Knorpel
überzüge
femoral
und
tibial
im lateralen Kompartiment seien weitgehend unauf
fällig. Aufgrund des intraoperativ festgestellten Knorpelschadens empfehle er ein
e
chondroprotektive
Behandlung.
Dem Bericht zur postoperativen Kontrolle vom 18. März 2010 zufolge stellte Dr. F._ einen zeitgerechten Verlauf nach arthroskopischer
Teilmeniskek
tomie
fest. Aufgrund der intraoperativ festgestellten Knorpelschädigung habe er eine Condrosulf-Kur für drei Monate eingeleitet (Urk. 12/5 = 12/7).
4.4
Dr. F._ berichtete am 22. April 2010 der Versicherung von einem günstigen Verlauf unter Physiotherapie. Die Arbeitsunfähigkeit betrage bis zum 8. März 2010 100 % und ab dem 3. Mai 2010 noch 50 % (Urk. 12/10). In einem gleichentags verfassten Schreiben an den Hausarzt hielt Dr. F._ fest, der Versicherte berichte noch über leichte Restbeschwerden am operierten Knie. Diese seien aufgetreten, nachdem in der Physiotherapie zweimal am Knie manipuliert worden sei, vorher sei es recht gut gegangen. Es bestehe ein zeitgerechter Verlauf nach arthroskopischer
Teilmeniskektomie
. Die Physiotherapeutin sollte keinerlei Manipulationen am Knie mehr vornehmen. Der Versicherte solle aber regelmässig auf dem Hometrainer trainieren. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit nach Mass
gabe der Beschwerden auf
100 % sollte innerhalb der folgenden zwei bis drei Wochen möglich sein. Dr. F._ habe die Behandlung heute abgeschlossen (Urk. 12/11).
4.5
Der Hausarzt Dr. C._ führte in einem Schreiben vom 24. Juni 2010 aus, der Versicherte arbeite 70 %, das heisst sechs Stunden pro Tag als Kellner. Er müsse den ganzen Tag gehen. Er könne aktuell nicht den ganzen Tag arbeiten, weil dann die Schmerzen zu stark seien. Klinisch bestehe eine
Druckdolenz
am rechten Knie medial (Urk. 12/13).
4.6
Am 21. September 2010 untersuchte Dr. F._ den Versicherten, der nach wie vor über belastungsabhängige Beschwerden klagte. Er habe angegeben, er arbeite aktuell 75 % und müsse dabei häufig acht Stunden und mehr gehen. Vor allem gegen den Abend komme es dann zu vermehrten Schmerzen im medialen
Kniegelenksbereich. Dr.
F._
vertrat die Auffassung, die angegebenen Res
t
beschwerden seien bedingt durch eine Überlastung bei noch fehlendem musku
lären Aufbau und starker körperlicher Belastung im Beruf als Serviceangestellter. Er empfehle ein intensives Muskelaufbautraining und eine schockabsorbierende und medial stützende Einlagenversorgung. Die Arbeitsunfähigkeit sei bei 25 %
zu belassen (Urk. 7/18). Diese Arbeitsunfähigkeit wurde in der Folge von Dr.
C._
und Dr. F._ weiter attestiert (Urk. 12/20-24).
4.7
Eine erneute MRI-Untersuchung am 26. Mai 2011 habe eine Arthrose im medi
alen
femoro-tibialen
Gelenkkompartiment bei deutlicher Ausdünnung und zum Teil fehlendem Gelenkknorpel, vor allem in den ventralen Anteilen, ein reaktives Knochenmarksödem im medialen ventralen
Tibiaplateau
, geringer ausgeprägt auch
femoral
, einen
mässiggradigen
Gelenkserguss, eine postoperative Verände
rung des medialen Meniskus mit deutlicher Ausdünnung und Signalalteration des medialen
Meniskushinterhornes
, übergehend auf die mediale Pars intermedia, ein leicht subluxiertes mediales Vorderhorn und eine leicht subluxierte mediale Pars intermedia, eine leichte Ausdünnung des Gelenkknorpels im lateralen Kompar
timent und intakte Ligamente ergeben (Urk. 12/26).
Dazu hielt Dr. H._, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 10. Juni 2011 fest, es zeige sich eine doch erhebliche
Chondropathie
/Arthrose des medialen rechten Kniegelenks. Der Meniskus sei
extruiert
, die Knorpeloberfläche sei vor allem
femoral
zentral zum Teil fehlend, zum Teil seien Reste vorhanden.
Retropatellär
und lateral sei der Knorpel passabel. Es komme beim Versicherten zu einer medialen Gonarthrose Stadium II.
Osteophyten
seien schon
vorhanden, der Knorpel in der zentralen Position sei angegriffen beziehungsweise zum Teil schon abgenutzt. Vorerst ver
suche man eine konservative Behandlung, für einen operativen Eingriff stünde Dr. H._ zur Verfügung (Urk. 12/29).
Nach diesen Beurteilungen bestätigte Dr. C._ jeweils weiterhin eine 25%ige
Arbeitsunfähigkeit (Urk. 12/28; vgl. auch Urk. 12/30-32, 12/36-41 und 12/43-45
).
4.8
Am 11. November 2011 untersuchte Dr. H._ den Versicherten erneut. Die
Varusachse
sei eklatant und er verweise auf die Möglichkeit einer operativen Therapie. Aktuell müsse man indessen nicht aktiv werden, da die Schmerz
kom
ponente eher im Hintergrund stehe. Er habe den Versicherten ermutigt, die Arbeit wieder voll aufzunehmen. Bei einer Exazerbation der Schmerzen würde er die
Hemiprothese
oder eine halb
valgisierende
Osteotomie nochmals mit dem Versi
cherten diskutieren wollen (Urk. 12/33).
4.9
Dr. Z._ erhob am 6. Januar 2012 ein leichtes Schonhinken rechts, eine fast seitengleiche aktive Beweglichkeit, stabile Bandverhältnisse, klinisch ge
rade Beinachsen und eine diffuse
Druckdolenz
über dem medialen Komparti
ment. Er diagnostizierte eine posttraumatische mediale Gonarthrose bei Status nach arthroskopischer medialer Meniskusteilresektion und vertrat in seiner Stellung
nahme vom 9. Januar 2012 die Auffassung, es lägen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit immer noch Folgen des Unfalles vom 2. Mai 2009 vor. Die atte
stierte 25%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. November 2011 erscheine ihm als gerechtfertigt. Er denke aber, dass der Versicherte mit einer
Hemiprothese
wieder zu 100 % arbeitsfähig sein werde; bislang habe sich der Versicherte noch nicht zu einem erneuten Eingriff entscheiden können (Urk. 12/34-35).
4.10
Eine Untersuchung in der Orthopädie der Uniklinik I._ am 14. August 2012 habe eine symptomatische
medialbetonte
Gonarthrose ergeben. Aktuell bestün
den hauptsächlich belastungsabhängige Anlaufschmerzen im rechten Knie. Kon
ventionell radiologisch zeige sich eine
varische
Beinachse rechts von 7° mit einer
medialbetonten
Gonarthrose. Man empfehle die Durchführung einer Infiltration und einen physiotherapeutischen Muskelaufbau. Im weiteren Verlauf müsste eine Umstellungsosteotomie beim noch jungen Versicherten in Erwägung gezogen werden (Urk. 12/46).
4.11
Im Gutachten der A._ vom 19. November 2012 wurden eine mediale
femoro-tibiale
Gonarthrose und eine beginnende Retropatellararthrose diagnostiziert (Urk. 12/50 S. 1).
Der Versicherte habe divergierende Unfallschilderungen gemacht. Davon weiche auch die Indikationsstellung zum MRI vom 18. Januar 2010 ab, gemäss welcher er seit April
2009 Schmerzen im rechten Gelenk mit Blockierungserscheinungen habe. Dr. F._ habe in seinem Bericht vom 11. Februar 2010 geschrieben, der Versicherte habe sich im April 2009 bei der Arbeit eine Kniedistorsion zugezogen, wobei er sich auch das Knie angeschlagen habe. Aufgrund der vorlie
genden differierenden Angaben und Unterlagen lasse sich nicht beurteilen, ob allenfalls bereits vor Ende April/Anfang Mai ein manifester beschwerde
verur
sachender Vorzustand vorhanden gewesen sei; aktuell habe der Versicherte Knie
beschwerden zu einem früheren Zeitpunkt klar verneint (Urk. 12/50 S. 2).
Aus dem MRI vom 18. Januar 2010, das knapp 9 1⁄2 Monate nach den ange
ge
benen Unfalldaten (April/Mai 2009) erstellt worden sei, hätten sich eine mediale
Meniskusläsion und eine beginnende mediale Gonarthrose mit Knorpelaus
dün
nung
femoral
mit mehr als 50 % sowie eine Retropatellararthrose ebenso mit einer Knorpelausdünnung um mehr als 50 % gezeigt. Zudem hätten sich im kon
ventionellen Röntgen vom 11. Februar 2010
osteophytäre
Ausziehungen an Patella-
Oberpol
und leicht im Bereich der lateralen Tibia ergeben. Im Opera
tions
bericht vom 9. März 2010 würden dann im medialen Kompartiment nebst der Meniskusläsion in der Hauptbelastungszone eine deutlich degenerativ veränderte, einer
Chondromalazie
II-III entsprechende Knorpelläsion
femoral
und eine einem Grad II entsprechende Knorpelläsion der Tibia angegeben. Lateral zeigten sich weit unauffälligere Knorpelüberzüge. Ein sparsames
Débridement
der Knorpel
überzüge am lateralen
Femurkondylus
mit dem
Shaver
sei erfolgt neben der
Teilmeniskektomie
, «unklar warum
shaving
lateral» (Urk. 12/50 S. 2).
Angesichts der doch deutlich bis eventuell weit fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen
femoral
und
tibial
, 9 1⁄2 Monate nach dem Unfallereignis, müsse von einem Vorbestehen der medialen Gonarthrose ausgegangen werden. In einem solch kurzen Zeitraum entstehe, auch bei einem erfolgten Meniskusschaden, keine derart fortgeschrittene Gonarthrose. Somit müsse hier mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einem Vorzustand ausgegangen werden. Ob er manifest ge
we
sen sei oder nicht, könne man nicht beurteilen. Sofern sich die behaupteten Unfall
ereignisse ereigneten, könne mit Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass ein eventuell schon gering degenerativ veränderter Meniskus
scha
den traumatisch symptomatisch geworden sei. Nach der Entfernung eines Menis
kus und einem leichten
Knorpelshaving
werde eine vorbestehende mediale Gon
arthrose durch die verminderte Pufferwirkung des nun teilentfernten Meniskus richtunggebend beeinflusst, das heisst ein Vorzustand sei richtunggebend ver
schlechtert worden (Urk. 12/50 S. 2).
In der angestammten Tätigkeit im Service, welche eine rein gehende und stehende Tätigkeit mit leichter bis mittelschwerer Gewichtsbelastung beinhalte, sei der Versicherte rein aufgrund der gezeigten EFL-Funktionstests für einen Arbeitstag
von 9 Stunden mit effektiver Arbeitszeit von 8,4 Stunden einsatzfähig. Unter Ein
bezug der subjektiv geklagten Beschwerden (Schwellungssensationen nach einer 6,5- bis 7-stündigen Arbeitszeit, dies inklusive einer Pause) sowie unter Einbezug der radiologischen Situation mit doch klar ausgedünntem Knorpel
femoro-tibial
und beginnender
retropatellärer
Arthrose, sei eine Kumulation von Beschwerden über den ganzen Tag, die zu einer Leistungseinbusse im Sinne von langsamerem Gehen und leichtem Hinken führe, medizinisch plausibel nachvollziehbar. Letz
teres, das Hinken und die langsamere Geschwindigkeit, werde auch von Seiten des Arbeitgebers (so gebe es der Versicherte an) als Hinderungsgrund für eine 100%ige, damit 8,4- bis 9-stündige Präsenz/effektive Arbeitszeit ausgegeben (Urk. 12/50 S. 4).
Gemäss der aktuellen Angabe des Versicherten beinhalte eine 100%ige Arbeits
fähigkeit, dass auch Einsätze mit 10-, 12- bis 15-stündiger, ununterbrochener Arbeitstätigkeit an Grossanlässen uneingeschränkt möglich sein müssten. Solche Zusatzeinsätze seien infolge der kumulativen Belastung und nachfolgenden ver
mehrten möglichen Reizsituation im Knie nicht zumutbar. Für eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit mit dem formulierten Belastbarkeitsprofil (vgl. Urk. 12/50 S. 3) bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/50 S. 4). Ein Status quo ante könne nie mehr erreicht werden (Urk. 12/50 S. 5).
4.12
Ein weiteres MRI am 29. Januar 2013 ergab eine progrediente
Varusgonarthrose
mit nunmehr umfangreichen Knorpeldefekten,
subchondralen
Resorptionszysten und
osteophytären
Ausziehungen der
Kondylen
, einen Gelenkreizerguss, eine
Ursprungstendinopathie
der Patellarsehne sowie einen Resektionseffekt des Innen
meniskus am Corpus und Hinterhorn (Urk. 12/54 = 12/63).
4.13
Der Versicherte wurde am 25. Februar 2013 in der Klinik J._ untersucht. Anamnestisch habe er erklärt, er habe im Jahr 2009 ein Kniedistorsionstrauma rechts erlitten, als er auf glattem Boden ausgerutscht sei. In der Folge sei es noch zu zwei weiteren Kniekontusionstraumen, ebenfalls rechts gekommen (Urk. 12/58 S. 1). Im Alltag bestünden keine Einschränkungen, jedoch zeige sich eine deut
liche Verstärkung der Beschwerdesymptomatik je nach körperlicher Auslastung am Arbeitsplatz. Aktuell sei der Versicherte seit dem 7. Januar 2013 zu 25 % arbeitsunfähig geschrieben. Man empfehle ihm den Ausbau der konservativen Massnahmen, gegebenenfalls eine
Viskosupplementationstherapie
. Bei
Beschwer
de
exacerbation
und deutlicher Einschränkung im Alltag empfehle sich eine mediale
Hemiprothese
(Urk. 12/50 S. 2).
Ab dem 1. März 2013 attestierte Dr. C._ dem Versicherten eine 40%ige Arbeits
unfähigkeit (Urk. 12/57 und 12/60-61).
4.14
Am 10. März 2014 nahm die A._ zu den neuen medizinischen Unterlagen Stel
lung (Urk. 12/64). Sie erklärte unter anderem, sie habe sich bereits zu den berich
teten, nicht konsistenten, verschiedenen Unfallmechanismen geäussert. Die neu erwähnten zwei weiteren Kontusionstraumen rechts seien ihr nicht bekannt gewesen und es sei offen, wann und in welcher Art diese stattgefunden hätten. Sie könne somit auch nicht beurteilen, ob der Zustand, wie er nah der ersten Kontusion (von der sie ausgegangen sei) vorgelegen habe, später durch Folge
er
eignisse nochmals manifest oder vorübergehend verschlimmert worden sei. Ebens
o wenig könne sie die aktuelle Arbeitsfähigkeit ohne eine klinische Untersuchung beurteilen. Grundsätzlich müsse im natürlichen Verlauf mit der Zunahme einer Gonarthrose gerechnet werden, die dann im weiteren Verlauf zu zunehmenden funktionellen Einschränkungen führe. Dass diese unfallbedingt seien, dürfe be
zweifelt werden. Die neuen Unterlagen änderten nichts an ihrer damaligen Beur
tei
lung (Urk. 12/64 S. 2 f.).
4.15
Ein MRI vom 13. Oktober 2014 ergab im Vergleich zur Voruntersuchung vom 29. Januar 2013 keine wesentliche Befundänderung (Urk. 12/66).
4.16
Am 25. November 2014 wurde der Versicherte in der Klinik J._ unter
sucht. Aufgrund seines noch nicht fortgeschrittenen Alters, der radiologisch
mässiggradigen
Arthrose sowie des beschriebenen Leidensdrucks werde eine ope
ra
tive Intervention aktuell nicht als indiziert beurteilt. Aufgrund des retropa
tel
laren Verschleisses wäre eine mediale Teilprothese voraussichtlich keine lang
fristige Lösung. Aus diesem Grund empfehle man zunächst die Fortführung des bereits begonnenen konservativen Therapieregimes mit intensiver Physiotherapie zum Aufbau der ventralen Oberschenkelmuskulatur rechts sowie Infiltrations
therapie mit Lokalanästhetikum, Kortison und Hyaluronsäure. Im Idealfall liesse sich die Notwendigkeit einer Prothesenversorgung verzögern. Zusätzlich zur
Chondraxtherapie
werde Vitamin D3 verschrieben (Urk. 12/67).
4.17
Nach einer weiteren Untersuchung in der Klinik
J._
am 11. Februar 2016
wurde eine
Varusgonarthrose
beidseits, rechtsbetont, diagnostiziert. Aufgrund de
s Alters und der aktuellen Befunde dürfe die Diskussion um eine (teil-)pro
thetische Versorgung nach wie vor nicht geführt werden. Die schon vor einer guten Jahres
frist definierten
zusätzlichen konservativen Massnahmen inklusive einer Infiltra
tionsbehandlung wären zwingend auszuschöpfen (Urk. 12/68).
4.18
In seinem Gutachten vom 25. Februar 2016 (Urk. 12/69) führte Dr. B._ die folgenden Diagnosen auf (Urk. 12/69 S. 19):
-
Status nach arthroskopischer Meniskusrevision und Knorpelbehandlung am 9. März 2010
-
Status nach unspezifischer Kontusion/Distorsion 2009
-
Chronifiziertes, durch die Befunde nicht vollumfänglich erklärbares Schmerz
syndrom.
Im MRI vom 18. Januar 2010 werde eine eindeutig degenerative
Begleitmenis
kopathie
(Zufallsbefund) bei ausgeprägter, medial betonter und beschwerdeverur
sachender Gonarthrose rechts nachgewiesen. Betreffend ein anamnestisch angeb
lich auslösendes Moment für die letztendlich dargestellte Meniskusläsion seien nicht nur verschiedene Daten, sondern auch verschiedene Unfallmechanis
men aktenkundig, was aus medizinisch-biophysikalischer Sicht nicht nur den Schaden am Meniskus – dessen Vorhandensein nicht zu bezweifeln sei – ausgelöst durch das inkriminierte Ereignis als unglaubwürdig erscheinen lasse, sondern konse
quen
terweise zu einer Verneinung der natürlichen Kausalität hätte führen müssen, was selbstredend auch für eine allfällig geltend gemachte richtungs
ge
bende Verschlimmerung gelte. Die nach dem MRI gemachten, medizinisch unkri
tischen und nicht näher begründeten Beurteilungen der Kausalität seien nur als
post
hoc ergo
propter
hoc-Bias erkennbar und änderten daher nichts an seiner Aussage (Urk. 12/69 S 16).
Die Operation vom 9. März 2010 könne aus orthopädischer Sicht retrospektiv auch nicht unter dem Titel der «vorzeitigen Beseitigung der vom Unfall mitver
ursachten Beschwerden» gesehen werden, da bekanntermassen unmittelbar nach einem auslösenden Moment die Schmerzintensität am höchsten sei und im Ver
lauf der immer eintretenden Heilung (
nota
bene
auch bei einem Vorzustand) rückläufig sei, bis der Status quo sine erreicht sei (Urk. 12/69 S. 16 f.).
Es sei zwar eine Erfahrungstatsache, dass bei vorbestehenden/degenerativen Ver
än
derungen die Bejahung einer unfallkausalen Veränderung nicht von vornhe
rein ausgeschlossen werden könne. Doch selbst wenn vorgängig eines Ereignisses die medizinisch-empirisch vorbestehenden, wenn auch anamnestisch asympto
ma
tischen Veränderungen nicht belegt seien (Hinweis: wenn – noch – keine Be
schwerden bestünden, würden auch keine diesbezüglichen Abklärungen durch
ge
führt und der
Nachweis erfolge nach dem Ereignis eben zufälligerweise), spreche dies nicht zwingend dafür, dass die «nun erkannten Veränderungen» durch eine schädigende Kraft bei einem inkriminierten Ereignis ausgelöst/
verur
–sacht worden seien (Urk. 12/69 S. 17).
Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand könne das Erreichen des Status quo sine bei hypothetisch-traumatischer Aktivierung eines angeblich (die damals erkannte mediale Gonarthrose mache es empirisch eher unwahrscheinlich, dass vorher, wie
anamenstisch
bekräftigt, eine völlig asymptomatische Situation be
stan
den habe) stummen Vorzustandes nach drei Monaten, spätestens aber sechs Monate nach der Aktivierung erwartet werden. Für die Annahme einer Fortdauer der «Aktivierung» gebe es keine plausible medizinische Grundlage respektive
ortho
pädisch-
traumatologisch
nachvollziehbare Begründung, wogegen eine all
fällig
geltend gemachte richtungsgebende Verschlimmerung mittels klinischen und/oder radiologischen pathologischen Befunden ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben müsse, was in
casu
nicht der Fall sei (Urk. 12/69 S. 17).
Die postoperativ eingeleitete Therapie (lege
artis
) habe denn auch unmiss
ver
ständlich und ausschliesslich darauf abgezielt, die erkannten und behandelten degenerativen Knorpelprobleme zu lindern (Urk. 12/69 S. 17).
Unter den aktenkundigen Umständen (angebliche Schmerzauslösung durch die Physiotherapie, wobei die Indikation für die offenbar als «notwendig» erachtete Physiotherapie nach einer unkomplizierten Arthroskopie wie in
casu
aus den Akten gar nicht ersichtlich sei) verwundere es retrospektiv auch nicht, dass die Arbeitsfähigkeit nur mit subjektiver Begründung über eine ungewöhnlich lange Zeit als «reduziert» beurteilt worden sei, was sich nicht mit aktenkundigen soma
tischen Befunden erklären lasse (Urk. 12/69 S. 17).
Das Argument «Restbeschwerden bedingt durch Überlastung bei noch fehlendem muskulärem Aufbau und starker körperlicher Belastung im Beruf» entbehre in orthopädisch-
traumatologischer
Hinsicht jeglicher Nachvollziehbarkeit und gebe lediglich die subjektiven Empfindungen/Äusserungen des Versicherten wieder. Durch eine Kniearthroskopie werde keine messbare Atrophie der Muskulatur mit konsekutiver Schwäche derselben ausgelöst. Die Gonarthrose sei vorbestehend gewesen und eine unübliche Belastung im Beruf ergebe sich nicht. Es dürfe erwar
tet werden, dass nach der Behandlung bessere Verhältnisse vorliegen (Urk. 12/69 S. 17 f.).
Zusammengefasst habe schon damals nicht nur ein längst chronifiziertes und unfallfremdes Krankheitsgeschehen vorgelegen, sondern es habe auch eine
ausgeprägte Verdeutlichung bestanden, die auch aktuell bestehe. Selbst die aktu
ell bestehenden eindeutig pathologischen Befunde (Gonarthrose beidseits) ver
möch
ten bei der kritischen Wertung und unter spezifischer Berücksichtigung der persönlich erhobenen Anamnese, der klinischen Befunde sowie der Auseinan
dersetzung mit den konkreten Gegebenheiten im Sinne einer vertieften Analyse eine messbar eingeschränkte Arbeitsfähigkeit/Arbeitsleistung, aber auch das ge
klagte Ausmass der Beschwerden nicht vollumfänglich zu erklären. Es seien keine
hinreichenden medizinischen Gründe dafür erkennbar, weshalb nicht ein 100%
iges Pensum erbracht werden könne, zumal diese uneingeschränkte Erwerbstätigkeit trotz der hier geltend gemachten Schmerzen mangels Evidenz medizinisch zumut
bar bleibe/sei, unter anderem auch, weil der Versicherte ganzzeitlich – also auch in der Freizeit – davon betroffen sei und mit oder ohne Arbeit damit leben müsse (Urk. 12/69 S. 18 f.).
Es möge vordergründig zwar wünschenswert erscheinen, wenn der Versicherte einen wechselbelastenden Beruf ausüben würde, habe aber letztendlich keinen Einfluss auf die Beurteilung der Arbeitsleistung und insbesondere könne die schicksalhaft-natürliche Weiterentwicklung der Gonarthrose mit einem reduzier
ten Pensum am angestammten Arbeitsplatz oder mit einer weniger körperlich belastenden Arbeit nicht gebremst werden (Urk. 12/69 S. 19).
Die aktuell geklagten Beschwerden seien nicht auf das Ereignis vom 2. Mai 2009 zurückzuführen. Selbst bei Akzeptanz einer Aktivierung der Gonarthrose durch ein mit ungenauen/unterschiedlichen Angaben begründetes Ereignis wäre der Status quo sine im Zeitpunkt der Arthroskopie am 9. März 2010 beziehungsweise sechs Monate nach dem inkriminierten Ereignis vom 2. Mai 2009 längst erreicht gewesen (Urk. 12/69 S. 20 f.).
4.19
Dr. C._ erklärte sich mit Schreiben vom 14. März 2016 mit der Beurteilung Dr. B._s nicht einverstanden. Er sei der Ansicht, dass die Beschwerden durch den Unfall verursacht worden seien. Zuvor sei der Versicherte nie krank und beim Arzt gewesen. In Ruhe bestünden keine Knieschmerzen, nur bei der Arbeit. Durch eine Überbelastung wegen der Schonung des rechten Knies sei es zu einer Ent
zündung und Arthrose im linken Knie gekommen. Der Versicherte sei in der angestammten Tätigkeit sicher nicht zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 11/239).
4.20
Mit ärztlichem Zeugnis vom 7. Juli 2016 attestierte Dr. C._ dem Versicherten ab dem 8. Juli 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, da er eine Entzündung am Kniegelenk und an der seitlichen Muskulatur des rechten Oberschenkels habe (Urk. 11/257).
4.21
Das am 26. Januar 2017 durchgeführte MRI ergab eine fortgeschrittene, deutlich
medial betonte Gonarthrose mit zum Teil vollständiger Knorpelglatze im gewicht
s
tragenden Anteil und leichtem Überlastungsödem in der medialen
Femurkondyle
und im medialen
Tibiaplateau
, einen deutlichen Gelenkserguss sowie tiefe Knor
pel
schäden auch in der
Trochlea
femoris
(Urk. 12/73-74). Die Befunde seien im Vergleich zu denjenigen 2015 weitgehend stationär (Urk. 12/74 S. 2).
4.22
In seinem Bericht vom 30. Januar 2017 vertrat Dr. D._ die Auffassung, aufgrund der Schwere der Befunde sei nicht davon auszugehen, dass der Ver
sicherte in der letzten Zeit noch arbeitsfähig gewesen sei oder dass er in seinem Beruf wieder arbeitsfähig sein werde, ohne dass das massive Problem beider Kniegelenke operativ gelöst werde. Er empfehle die rasche Evaluierung einer
Kniegelenkshemiprothese
, zunächst rechts und dann links. Dies sollte, um ein weiteres progredientes Zerstören der lateralen Facetten zu vermeiden, noch im Frühjahr dieses Jahres erfolgen (Urk. 12/77).
5.
5.1
Das Gutachten von Dr. B._ vom 25. Februar 2016 wurde in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
erstattet (vgl. Urk. 12/69 S. 1-8). Darüber hinaus stand dem Gutachter das vom Versicherten mitgebrachte Röntgendossier zur Verfü
gung, welches aktualisiert wurde (Urk. 12/69 S. 1). Am 24. November 2015 fand eine eingehende gutachterliche Untersuchung statt (Urk. 12/69 S. 1 und 10 ff.). Dr. B._ führte eine sorgfältige Anamnese- und Befunderhebung durch (Urk. 12/69 S. 8 ff.). Er berücksichtigte die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden ange
messen und beantwortete die gestellten Fragen umfassend. Ins
besondere setzte er sich in seinem Gutachten detailliert mit den anderslautenden
Kausalitätsbeurteilungen Dr.
F._
s, Dr.
Z._
s und Dr.
D._
s
auseinander. Seine eigene Ein
schätzung begründete der Gut
ach
ter schlüssig und nachvollziehbar.
5.2
Der Beschwerdeführer liess den Standpunkt vertreten, es könne nicht auf die Beur
teilung Dr. B._s abgestellt werden, da dieser auf den MRI-Bericht vom 18. Januar 2010 abgestellt habe. Der betreffende Bericht sei unzureichend und Dr. B._ habe dies nicht einmal bemerkt. Erst Dr. D._ habe erkannt, dass im Bericht vom 18. Januar 2010 die Läsion der Pars
profunda
des MCL (Innenband) und die partielle Faserdestruktion am PL-Bündel des vorderen Kreuz
bandes nicht erwähnt worden seien, obwohl es sich dabei in der Regel um Unfallfolgen handle. Zudem sei die
Meniskusläsion nicht ausreichend klassifiziert worden. Es sei daher auf die Berichte und Ausführungen Dr. D._s abzu
stellen, welche zeigten, dass kein manifester Vorzustand am rechten Knie be
standen habe und der Versicherte aufgrund der unfallbedingten Kniebeschwerden arbeitsunfähig sei (Urk. 1 S. 2 und 4 ff. mit Hinweis auf Urk. 3/6).
Im neu eingereichten Schreiben vom 31. Mai 2017 bestätigte Dr. D._, er habe aufgrund des MRI vom 18. Januar 2010 eine schräg
ver
laufende instabile Innenmeniskusruptur im Bereich des
Hinterhornes
zur Pars intermedia mit partieller Subluxation bei zudem bestehender Läsion der Pars
profunda
des MCL (Innenband) und eine partielle Faserruptur respektive –
dis
tor
sion
des PL-Bündels des vorderen Kreuzbandes als Befunde erhoben. Ein relevan
ter Erguss finde sich nicht, insbesondere auch keine
synoviale
Zottenbildung im
Rezessus
und keine
Bakerzyste
. Das laterale Kompartiment sei unauffällig. Das
femoropatellare
Kom
partiment zeige einzelne Knorpel
schädigungen im Sinne einer
Chondropathie
Grad II. Im medialen Kompartiment zeige sich auf den gelenkstragenden zen
tralen Anteilen des
Tibiaplateaus
, aber auch geringer
femoral
, eine
Chondro
pathie
, ebenfalls Grad II, die mit dem nicht mehr gedeckten Areal bei bestehender Destruktion des Innenmeniskus korreliere (Urk. 3/6 S. 1 f.).
Es könne nicht mit hinreichender medizinischer Sicherheit belegt werden, dass die in den MRI-Bildern vom 18. Januar 2010 dargestellten Kniebinnenschäden degenerativ zu werten und nicht Folge des Unfallereignisses seien respektive teilursächlich auf diesem basierten. Vielmehr liessen die Veränderungen aus
traumatologischer
Sicht den Schluss zu, dass das Unfallereignis massgeblich die Schäden bedinge oder leichtgradige degenerative Vorschäden massiv verschlim
mert habe. Gerade bezogen auf den Vergleich von zwei Gelenken, die unter
schiedlichen Verletzungen unterlegen haben könnten, sei der Rückschluss einer Veränderung im kontralateralen Gelenk medizinisch und gutachterlich so nicht zulässig. Zudem bewiesen die folgenden Untersuchungen im Verlauf eindeutig, dass nunmehr die verschleissbedingte Arthrose auf der kontralateralen Seite sehr deutlich sei und die Achserweichung im Sinne der Varus-Fehlstellung rechtsseitig um 4° höher sei als auf der kontralateralen linken Seite (Urk. 3/6 S. 2).
Dr. D._ erachte den Befund der MRI-Bilder vom 18. Januar 2010 als unzureichend, insbesondere seien die Läsion der Pars
profunda
des MCL und die partielle Faserdestruktion am PL-Bündel des vorderen Kreuzbandes nicht erwähnt worden, was in der Regel stets Unfallfolgen seien. Des Weiteren sei die Menis
kus
läsion nicht ausreichend klassifiziert worden, da es sich um eine typische dis
torsionsbedingte
schräge Rissführung mit konsekutiver Subluxation und defini
tionsgemäss einer Instabilität handle, die auch durch die Ruptur der inneren Anteile des Innenbandes bedingt sei. Des Weiteren müsse angemerkt werden, dass die Beschreibung einer Gonarthrose nicht dem Radiologen zustehe, da dies eine klinische Interpretation und eine klinische Diagnose sei. Vielmehr müsse der Radiologe objektiv und deskriptiv die Situation beschreiben, welche die Bilder wiederspiegelten, wenn keine klinische Untersuchung erfolgt sei. Somit sei hier auch nicht von einer Gonarthrose, sondern von einer
Chondromalazie
oder einem Knorpelschaden zu sprechen (Urk. 3/6 S. 2).
Da keine Spezialsequenz mit einem Knorpelimaging durchgeführt worden sei, sei eine entsprechende Zuordnung zur Zeitachse nicht möglich und somit auch keine Unterscheidung zwischen einem degenerativen oder einem traumatischen Ver
lauf. Da die MRI-Untersuchung erst über ein halbes Jahr nach dem Unfallereignis durchgeführt worden sei, könne nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrschein
lichkeit festgelegt werden, ob die beschriebenen intraartikulären Schäden primär degenerativ, direkt traumatisch oder posttraumatisch degenerativ seien, wobei Ver
letzungen des Innenbandes, Distorsionen von Fasern des vorderen Kreuz
bandes oder bestimmte
Morphologien
von Meniskusrissen üblicherweise unfall
ur
sächlich anzusehen seien und gutachterlich stets auch so gewertet würden. Somit sei nicht zu belegen, dass ein manifester Vorzustand bezogen auf einen Kniebinnenschaden am rechten Kniegelenk zum Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 2. Mai 2009 bestanden habe. Selbst bei geringen Vorschäden im Kniegelenk hätten gewisse eindeutige Unfallschädigungen sicher zu einer deutlichen Pro
gredienz der Beschwerden führen können (Urk. 3/5 S. 2).
Des Weiteren sei festzustellen, dass die Einschätzung, der Status quo sine sei sechs Monate nach dem Unfallereignis erreicht gewesen, willkürlich sei, da ein sechs
monatiges Zeitfenster nach einer Gelenksverletzung keinem normalen Heilungs
ab
lauf entspreche, insbesondere dann, wenn kombinierte Binnenschäden vorlä
gen und möglicherweise aufgrund von passageren Ruhigstellungen auch eine artifizielle Instabilität durch die muskuläre Atrophie den Gesamtverlauf deutlich
verlängern könnte, so dass Abheilungszeiten nach derartigen Verletzungen durch
aus bis zu einem Jahr als normal einzuschätzen seien und Spätschäden immer mit den Primärverletzungsmustern zu korrelieren seien, ob diesbezüglich eine Kausalkette abbildbar sei (Urk. 3/6 S. 2).
5.3
Am 22. August 2017 hielt Dr. B._ dem entgegen, der Bericht eines Facharztes für Radiologie enthalte standardmässig immer «nur» die Beschreibung der rele
vanten respektive sicher erkennbaren beziehungsweise abgebildeten Strukturen.
Unwesentliche/unsichere/mögliche «Befunde» (im Sinne einer subsumierenden Interpretation) würden, unter anderem zur Vermeidung von Unklarheiten oder dem Erwecken eines falschen Verdachts respektive dem Erwähnen einer falsch positiven Diagnose etc. bewusst nicht erwähnt. Dr. D._ habe diese Grenze zwischen «sicher erkennbaren» und «unwesentlichen/unsicheren/möglichen» Be
fun
den nicht gezogen oder hinreichend begründet das Gegenteil dargelegt. Dass es sich bei MRI-Bildern um statische Momentaufnahmen handle, sei banal/
no
to
risch. Es erstaune daher schon, dass Dr. D._ diesen Bildern eine Dyna
mik geben könne und darin «erkenne», dass die abgebildete Meniskusläsion «beweg
lich» (instabil) sei (Urk. 10 S. 3 f.).
Daraus sei erkennbar und abzuleiten, dass die Einschätzung/Beurteilung Dr. D._s, der Befund des MRI vom 18. Januar 2010 durch den Radiologen sei unzureichend, nicht gehört werden dürfe (Urk. 10 S. 4).
Immerhin werde auch von Dr. D._,
nota
bene
«in Übereinstimmung mit dem Radiologen», medial
femoral
und
tibial
eine
Chondropathie
beschrieben. Die Kritik, es stehe einem Radiologen nicht zu, eine Gonarthrose «festzustellen», da dies eine klinische Interpretation respektive eine klinische Diagnose sei, sei aber geradezu ein
hanebücherner
Unsinn, da jeder Facharzt, der sich spezialisiere oder ganz allgemein mit dem Bewegungsapparat befasse, fachspezifische Kriterien kenne und fallbezogen respektive gezielt diese evidenzbasierten, sach- und fach
spezifisch wissenschaftlichen Grundlagen anwenden dürfe, um eine Arthrose (in
casu
Gonarthrose) zu diagnostizieren/definieren (Urk. 10 S. 4).
Arthrose sei kein Synonym für Degeneration. Neben möglichen direkten oder indirekten, eindeutig einem Trauma zuzuordnenden Knorpelver
letzungen (in
casu
nicht wahrscheinlich) müsse auf das repetitive alltägliche Belastungsmuster im
Sinne von sogenannten Mikrotraumata, Überlastungs
mechanismen verschiede
ner
Ursachen sowie auf die natürliche alters- und/oder genetischbedingte Abnützung der Gelenkflächen hingewiesen werden. Die Arthrose verlaufe in Phasen,
nota
bene
ohne dass bisher eine «Umkehr der Reihenfolge» im Sinne einer «Heilung» habe belegt werden können. Es sei zudem notorisch, dass es bisher auch keine evidenzbasierten Untersuchungsmethoden gebe, welche in wissenschaftlich aner
kannter Weise den prospektiven Verlauf einer Arthrose in zeitlicher Hinsicht abbilden könnten, unabhängig davon, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Arthrose handle. Sogar eine «einheitliche» oder «verbindliche» Klassifikation zur Quantifizierung und/oder Qualifizierung eines Knorpelschadens fehle. Neben der heute meistens noch verwendeten Beschreibung und Klassifikation der Knorpel
schäden im arthroskopischen
Bild nach
Outerbridge
gebe es unzählige klinische und bildgebende Klassifikationen mit entsprechenden Kriterien für eine Knorpel
veränderung, unter anderem auch mit dem Kriterium der Knorpelmasse/-dicke, welche in
casu
vom Radiologen richtig angewendet worden sei. Konsequen
ter
weise sei auch die «Zurückdatierung» nicht exakt möglich und bedürfe der Empirie, da im Anfangsstadium (ergo der individuelle Beginn der arthroskopisch erkennbaren Arthrose Stadium I nach
Outerbridge
) selten bis nie Beschwerden empfunden würden (
nota
bene
sei die Arthrose nicht «per se» schmerzhaft) und daher keine Abklärungen erfolgten. Selbst die laut Dr. D._ angeblich
«erforderlichen Spezialsequenzen» mit einem Knorpel
imaging könnten eine Zuord
nung der Zeitachse für die Knorpelveränderung nicht möglich machen (Urk. 10 S. 4 f.).
Dass die mediale
Chondropathie
nicht mit der erkennbaren Destruktion am Innen
meniskus «korreliere», sei kein schlüssiger oder hinreichender Einwand oder eine Begründung dafür, dass die Meniskusveränderung nicht degenerativ sei, zumal so
wohl eine
Chondropathie
/Knorpelveränderung als auch eine Meniskusdege
ne
ration je eigenständig und ohne zwingend notwendige gegenseitige Beein
flus
sung
entstehen könne (Urk. 10 S. 5).
Ein Widerspruch in sich seien demnach auch die Aussagen Dr. D._s, «er stelle fest, dass nicht mit hinreichender medizinischer Sicherheit belegt werden könne, dass die Bilder vom 18. Januar 2010 als degenerativer Kniebinnenschaden zu werten seien respektive nicht ursächlich/teilursächlich auf dem Unfallereignis basierten», vs. «es lasse sich der Schluss ziehen, dass das Unfallereignis mass
geb
lich diese Schäden bedingt und/oder einen leichtgradigen degenerativen Vorscha
den massiv verschlimmert habe» (Urk. 10 S. 5).
Wenn nämlich etwas nicht «mit hinreichender medizinischer Sicherheit belegt werden könne», ergo die Ausganslage («ex ante») unklar sei, dann sei es aus fach
medizinischer Überlegung auch unmöglich, dass ein «massgeblicher» (Zu
satz-)Scha
den definiert oder gar eine Schlussfolgerung («massive» Verschlimme
rung) gezogen werden könnten (Urk. 10 S. 6).
Einerseits entspreche es einer orthopädischen Erfahrungstatsache, dass es zur natürlichen (individuellen) Reduktion der Knorpeldicke mit «zum Teil mehr als 50 %» viel länger als ein Jahr dauere (
nota
bene
unabhängig davon, dass weder der retro- noch der prospektiv zeitliche Ablauf der Knorpelveränderung möglich sei), also ein Vorschaden bestanden haben müsse, und andererseits sei das inkri
minierte Ereignis
gemäss den Akten nicht überwiegend wahrscheinlich genügend
qualifiziert, eine richtunggebende Verschlimmerung (respektive eine «massive Ver
s
chlimmerung») herbeizuführen. Nota
bene
hätte dies, wenn dies der Fall gewesen wäre, unter anderem wegen den beim Ereignis aufgetretenen Schmerzen, welche aber im Verlauf der immer eintretenden Heilung
regredient
seien, zu einem früheren Arztbesuch und entsprechenden Abklärungen geführt (Urk. 10 S. 6).
Dass der Vergleich von zwei identischen Gelenken (in
casu
also beide Knie) «medizinisch und gutachterlich so nicht zulässig sei», weil die Gelenke einer unterschiedlichen Abnutzung («und unterschiedlichen Verletzungen») unterlegen haben könnten, sei geradezu tendenziös. Es sei biomechanisch nämlich nicht zu begründen, weshalb eine signifikant «unterschiedliche» Belastung an einem der beiden Knie stattgefunden haben sollte, und dies sei in letzter Konsequenz sogar eine Unmöglichkeit (Urk. 10 S. 6).
Wenn es schon weder durch Hinken noch durch den Gebrauch von Stöcken zur Entlastung eines Beines zu einer «Mehrbelastung des anderen Beines» komme (weil bei jedem Schritt nur die selbe «natürliche» Vollbelastung, nämlich mit dem Körpergewicht stattfinde,
nota
bene
gleich wie vor einem Ereignis oder einer Operation), dann könne sich in
casu
im Verlauf seit dem inkriminierten Ereignis im Frühjahr 2009 bis zum MRI 2010 (und bis heute) nichts daran geändert haben. Also sei der Vergleich zweier Gelenke zulässig und auch üblich, sofern vorbe
stehend (oder zwischenzeitlich erfolgt) keine Fehlstatik (z.B. eine Achsende
via
tion) vorhanden gewesen sei (Urk. 10 S. 6).
Dr. B._ stimme Dr. D._ dahingehend zu, dass mit der MRI-Unter
suchung ein halbes Jahr nach dem Unfallereignis nicht mit an Sicherheit gren
zender Wahrscheinlichkeit festgelegt werden könne, ob die beschriebenen intra
arti
kulären Schäden primär degenerativ, direkt traumatisch oder posttraumatisch degenerativ seien. Genau aus diesem Grund bedürfe es einer genauen Abwägung («was respektive welche These wahrscheinlicher sei»), beruhend auf der fachspezi
fischen Empirie, gepaart mit einer unabhängigen, unparteiischen Beurteilung und unter Berücksichtigung der anerkannten orthopädisch-
traumatologischen
Usanz (Urk. 10 S. 7).
Die eingebrachten Hypothesen («selbst bei geringem Vorschaden im Knie hätten
eindeutige Unfallschädigungen sicher zu einer deutlichen Progredienz der Be
schwer
den
führen können» oder «ein sechsmonatiges Zeitfenster nach einer Gelenk
verletzung entspreche keinem normalen Heilungsverlauf») seien weder mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit evidenzbasiert wissenschaftlich belegbar noch entsprächen sie der allgemein und fachspezifisch anerkannten Usanz (Urk. 10 S. 7).
Es gebe weder einen begründeten Verdacht, weshalb eine «sichere» unfallkausale Progredienz eines offenbar anerkannten Vorschadens erfolgt sein solle, noch würden hierzu hinreichende Fakten eingebracht. Es finde sich (weil weder allge
mein noch in
casu
existent) im Bericht von Dr. D._ auch keine hinrei
chende Begründung dafür, weshalb «heilbare Unfallfolgen», also durchblutete Strukturen wie beispielsweise Kapsel-/Bandstrukturen, nicht nach 6-8 Wochen folgenlos ausgeheilt sein sollten (die im Gutachten ausgenommene 6-monatige Dauer bis zum Erreichen des Status quo sine sei demnach mehr als grosszügig), und es sei nicht erkenn- oder belegbar, weshalb hier ein abnormaler Heilverlauf angenommen werden müsste (Urk. 10 S. 7).
All diese Punkte und die unbewiesene Hypothese, dass ein unfallkausaler Knie
binnenschaden entstanden sei, sowie die in den zeitnahen Akten nicht verifizier
baren Hypothesen («möglicherweise passageren Ruhigstellungen» und «artifizielle Instabilität durch die muskuläre Atrophie») seien weitere Fakten, die den Bericht Dr. D._s als nicht schlüssig entlarvten. Zwar würden die meisten Argu
mente im Konjunktiv eingebracht, daraus aber, ohne neue Erkenntnisse, eine «sichere Kausalität» abgeleitet (Urk. 10 S. 7).
5.4
In seiner Stellungnahme vom 21. September 2017 legte Dr. D._ dar, Dr. B._ habe auf die Tatsache verwiesen, dass die Radiologen nur sicher erkennbare abgebildete Strukturen deskriptiv beschrieben. Dies entspreche nicht mehr der aktuellen Sachlage der modernen Radiologie, insbesondere der partiell auch dynamischen MRI-Untersuchungen. Es gebe durchaus MRI-Untersuchungen unter Belastung und unter Bewegung. Des Weiteren interpretierten anerkannte Radiologen regelhaft MRI-Befunde «aufgrund von Ödemen die Überbelastungen auch im dynamischen Bereich im Anschluss an ein Unfallereignis gewissen Belas
tungszonen und Überbeanspruch
ungen von einzelnen Gelenkskompartimenten zuordnen können». Hierzu sei auch das Knorpelimaging geeignet, da dieses die unterschiedlichen Konzentrationen von Flüssigkeit in den einzelnen Lamellen des Knorpels klassifiziere und somit die unterschiedliche Druckbelastung monitoren könne. Ausserdem sei die Rissbildung im Meniskus keine hypothetische Interpre
tation. Im Vorgang zu dieser Anmerkung beschreibe Dr. B._ es fast schon als anmassend, dass Dr. D._ sich selbst mit MRI-Bildern auseinandersetze. Hierzu sei zu erwähnen, dass die MRI-Diagnostik in Deutschland, anders als in der Schweiz, keine Domäne der Radiologen sei. Vielmehr unterlägen nur bild
gebende Verfahren im Bereich des erweiterten
Strahlenschutzgesetzes der primär radiologischen Kompetenz in Ausbildung und Anwendung. Da das MRI keine Diagnostik im Bereich der Strahlenanwendung darstelle, werde dieses in Deut
schland auch von Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie angewendet, wobei auch die komplette Befundung durch diese nicht radiologischen Kollegen erfolge. Auch er habe diese Ausbildung absolviert, regelhaft angewendet und wende sie nach wie vor an. Zudem sei er in der Interpretation dieser Bilder in per
manentem Kontakt mit den radiologischen Fachkollegen und es finde ein reger Austausch und eine Diskussion der oftmals nicht leicht zu interpretierenden Bilder statt. Hierbei sei insbesondere zu erwähnen, dass technisch bedingte Arte
fakte, wie zum Beispiel Pulsationsartefakte, entscheidend für die Interpretation des Bildmaterials seien und diese häufig nur in einem guten Team erfolgen könne. Somit sei seine Beurteilung nicht anmassend, sondern ein Teil der Gesamtbeur
teilung in seinem täglichen Alltag und in der direkten Diskussion mit radiolo
gi
schen Fachkollegen (Urk.17 S. 1 f.).
Es sei fachlich nicht korrekt, dass man stabile Meniskusrisse nicht von instabilen unterscheiden könne. Es gebe degenerative und traumatische Risse, die durchaus im MRI abgebildet werden könnten. Frische traumatische Risse, insbesondere in
der vaskularisierten Zone (insbesondere auch Längsrisse in diesem Bereich) würden
häufig als instabil bezeichnet, da sie auch in den Verlaufsbeurteilungen und unter entsprechendem Studiendesign sekundäre Dislokationen aufwiesen (Urk. 17 S. 2).
Im weiteren Verlauf stelle Dr. B._ fest, ein Radiologe dürfe eine Arthrose im Rahmen der Durchführung des MRI diagnostizieren und beurteilen. Die Definition der Arthrose bezeichne eine degenerative Erkrankung der Gelenke (siehe auch Primärdefinition der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, DGU). Eine
Chon
dropathie
, die insbesondere auch primär traumatisch entstehen könne im Sinne des Ausrisses von
Knorpelflakes
oder der Impression von Knorpelzonen aufgrund von direkten Kontusionsmechanismen sei hiervon abzugrenzen. Dem Radiologen obliege nicht die Einschätzung, ob es sich um eine Arthrose oder eine
Chondropathie
handle, es sei denn, er habe selbst die Untersuchung und Befragung des Patienten durchgeführt und könne eine entsprechende Zuordnung zur Anamnese und zum Beschwerdebild treffen. In letzterem Falle pflichte Dr. D._ selbstverständlich der Einschätzung Dr. B._s bei, dass dann auch ein Facharzt für Radiologie diese Diagnose im Kontext mit dem klinischen Gesamtbild stellen könne und dürfe. Die weiteren Ausführungen Dr. B._s zur Definition der
Chondropathie
und der Zuordnung von Knorpelveränderungen mit oder ohne begleitende Meniskusrisse sei unstrittig (Urk. 17 S. 2).
Der von Dr. B._ dargestellte Widerspruch sei für Dr. D._ so nicht zu
fassen. Wenn nicht mit medizinisch hinreichender Sicherheit belegt werden kön
ne, dass ein degenerativer Kniebinnenschaden sieben Monate nach einem Unfall
ereignis vorliege, welches so als Unfallereignis anerkannt worden sei, und vor
gängig keine Beschwerden bestanden hätten (im Zweifel sei dem Versicherten diesbezüglich zu glauben), sei durchaus der Schluss zulässig, dass das Unfall
ereignis zumindest beschwerdeauslösend zu werten sei und in diesem Kontext die Verschlimmerung einer vorbestehenden Situation bedinge (Urk. 17 S. 2).
Er gebe Dr. B._ recht, dass in einem Gutachten in der Regel die Gelenke beider Seiten verglichen würden, um die Regelabnutzung des nicht betroffenen asymptomatischen Gelenkes zu beurteilen und in den Vergleich miteinzube
ziehen. Diese Beurteilung sei jedoch sicherlich nicht geeignet, um aus einem leichten degenerativen Befund der anderen Seite zu schliessen, die aktuell symp
tomatische Seite sei direkt nach einem Unfallereignis in
keinster
Weise durch das Unfallereignis geschädigt oder in der Primärschädigung verschlimmert worden (Urk. 17 S. 2).
Dr. B._ teile seine Einschätzung, dass die MRI-Untersuchung ein halbes Jahr nach dem Unfallereignis nicht geeignet sei festzulegen, ob die intraartikulären Schäden primär degenerativ oder direkt traumatisch oder posttraumatisch dege
ne
rativ seien. Genau um diesen Sachverhalt gehe es letztlich bei der definitiven Einschätzung und insofern sei er diesbezüglich mit Dr. B._ vollumfänglich einig, dass offensichtlich nicht belegt werden könne, ob das vom Versicherten beschriebene Unfallereignis oder eine regelhafte Degeneration des Gelenks im Rahmen der altersgemässen Abnutzung den weiteren Gang der Beschwerde
ent
wicklung beeinflusst habe. Der Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis bestehe in Punkto der Beschwerdeentwicklung durchaus. Bezogen auf die bild
ge
bende Diagnostik könne dieser nicht geführt, jedoch auch nicht widerlegt werden (Urk. 17 S. 2 f.).
Auch gebe er Dr. B._ bezüglich der erwähnten Hypothesen recht, dass hier sicher Möglichkeiten angedacht worden seien, diese jedoch nicht zu beweisen seien, jedoch dem Alltag in der Beurteilung von Patienten durchaus entsprächen und insbesondere passagäre Ruhigstellungen und die darauffolgende muskuläre Atrophie eine sekundäre Instabilität im Kniegelenk bedingten, welche durchaus
in diesem Zusammenhang dann auch als unfallkausal anzusehen sei (Urk. 17 S. 3
).
Abschlägig einzelner gemachter Einlassungen, die nochmals auf die Punkte hinwiesen, die nicht mit medizinsicher Sicherheit 100 % belegt werden könnten, stehe er zu seinen
Beurteilungen und empfehle bei weiterführender Diskrepanz diesbezüglich die Hinzuziehung eines ausgewiesenen Fachmannes für Magnet
resonanztomographie zum Beurteilen er damaligen Bilder und der Durchführung eines Kausalgutachtens im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2. Mai 2009 (Urk. 17 S. 3).
5.5
Dr. E._, Dr. B._ und Dr. D._ waren sich einig, dass die MRI-Untersuchungen vom 18. Januar 2010 deutliche
Chondropathien
zeigten. Diesbe
züglich legte Dr. B._ nachvollziehbar und schlüssig dar, es entspreche einer
orthopädischen Erfahrungstatsache, dass es zur natürlichen (individuellen) Reduk
tion der Knorpeldicke von «zum Teil mehr als 50 %» viel länger als ein Jahr dauere, weshalb ein Vorschaden bestanden haben müsse. Diese Ausführungen stehen mit denjenigen der A._ vom 19. November 2012 im Einklang (vgl. Urk. 12/50 S. 2) und wurden weder von Dr. D._ noch von Seiten des Beschwerdeführers entkräftet.
Hinsichtlich der weiteren Befunde, die Dr. D._ – als Einziger – mithilfe der MRI-Aufnahmen vom 18. Januar 2010 erhoben haben will, machte dieser lediglich geltend, sie stellten in der Regel stets Unfallfolgen dar. Ausnahmen sind somit denkbar. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, inwiefern eine Interpretation der MRI-Bilder und eine entsprechende Befundung durch einen weiteren Facharzt aus dem Bereich Radiologie die Kausalitätsbeurteilung zu beein
flussen vermöchte. Ebenso wenig ist von der von Dr. D._ gefor
derten präziseren Klassifikation der Meniskusläsion ein zusätzlicher Erkenntnis
gewinn zu erwarten, zumal nicht aufgezeigt wurde, inwiefern sich ein solcher ergeben könnte. Darüber hinaus wurde von Dr. B._ zutreffend erkannt, dass die MRI-Aufnahmen, mithin statische Momentaufnahmen, keine Aussagen zum Bestehen oder Fehlen einer Instabilität erlauben. Schliesslich spielt es auch keine Rolle, ob der Radiologe Dr. E._ eine Gonarthrose diagnostizieren durfte, da unbestritten eine solche vorlag. Es ist folglich nicht zu beanstanden, dass Dr. B._ seiner Beurteilung – unter anderem – auch den Bericht von Dr. E._ zur MRI-Untersuchung am 18. Januar 2010 zu Grunde legte.
Der Letztgenannten kommt, wie richtig erkannt wurde, ohnehin lediglich eine untergeordnete Bedeutung zu, da sie mehr als ein halbes Jahr nach dem geltend gemachten Unfallereignis vom 2. Mai 2009 durchgeführt wurde. Vielmehr ist wesentlich, dass Dr. B._ richtig erkannte, es stünden nicht nur verschiedene weitere Unfalldaten, sondern auch verschiedene Unfallmechanismen zur Diskus
sion. Insbesondere legte er unter Einbezug der medizinischen Aktenlage sowie des gegenwärtigen medizinischen Wissensstands nachvollziehbar dar, es sei bloss ein möglicher, aber kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen
den Beschwerden, welche zum operativen Eingriff vom 9. März 2010 führten, und dem Ereignis vom 2. Mai 2009 (mehr) vorhanden. Den Ausfüh
rungen Dr. D._s lässt sich nichts entnehmen, was diese Beurteilung in Frage stellen könnte.
5.6
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass weder etwas vorgetragen wurde noch etwas ersichtlich ist, was die Kausalitätsbeurteilung Dr. B._s als nicht schlüssig erscheinen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwas Derartiges aus den Akten ersichtlich. Sämtliche von der Recht
sprechung statuierten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a) sind erfüllt. Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht auf die gutachterlichen Ausführungen abgestellt.
Mit denselben ist belegt, dass zwischen den vom Beschwerdeführer nach dem
30. Juni 2013
geklagten Beschwerden und dem geltend gemachten Unfallereignis vom 2. Mai 2009 kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang mehr bestand. Es hätte auch in der Zeit davor an einem solchen gefehlt. Dement
sprechend ist es auch nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Taggeldleistungen nach dem 30. Juni 2013, Heilbehandlungskosten nach dem 30. November 2015 und eine Integritätsentschädigung verneinte. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.