Decision ID: 3b99d1f2-7611-433f-8148-9b9452fc0c31
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Das Ehepaar A._ und H._ (geb. 1964 und 1968) wohnte seit dem Jahr 2010
zusammen mit ihren beiden Töchtern (geb. 2004 und 2007) in einem damals neu
erstellten Eigenheim in B._. A._ ist seit Juni 2011 als Selbständigerwerbender in C._/
SZ tätig. H._ war im Jahr 2018 vollzeitlich unselbständig erwerbstätig mit Arbeitsort in
D._. Die ältere Tochter besuchte seit 2018 die Kantonsschule in C._; die jüngere
Tochter besuchte im Jahr 2018 eine Privatschule in C._. Bis zur Steuerperiode 2017
war das Ehepaar A._ und H._ durch den Kanton St. Gallen veranlagt worden; mit
Bezug auf das Betriebsvermögen und das Einkommen aus selbständiger
A.a.
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Erwerbstätigkeit erfolgte eine Steuerausscheidung an den Kanton Schwyz. Per
11. April 2018 meldete sich das Ehepaar A._ und H._ von B._ in den Kanton Schwyz
an die Geschäftsadresse des Ehemannes ab und teilte der Steuerverwaltung B._ mit
Schreiben vom 30. April 2018 mit, dass sich ihr zivilrechtlicher Wohnsitz in der
Gemeinde E._/SZ befinde. Am 13. Juni 2019 erfolgte die Gründung der F._ AG in
C._. Mit Verfügung vom 20. Juli 2020 veranlagte die Steuerverwaltung Schwyz das
Ehepaar A._ und H._ für die kantonalen Steuern 2018 und die direkte Bundessteuer
2018; bezüglich der Liegenschaft in B._ wurde eine Steuerausscheidung an den
Kanton St. Gallen vorgenommen (act. G 8/2/4). Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
Nachdem das Kantonale Steueramt St. Gallen der Vertreterin des Ehepaars A._
(Aegerter + Brändle AG, Rapperswil) mit Schreiben vom 20. Januar 2020 mitgeteilt
hatte, dass der steuerliche Wohnsitz ab 2018 abgeklärt werde und um verschiedene
Auskünfte und Unterlagen ersucht hatte (act. G 8/2/5), fand am 24. August 2020 ein
Gespräch zwischen dem Ehepaar A._ und H._ und dessen Vertreterin sowie dem
zuständigen Steuerkommissär statt. Letzterer hielt im E-Mail an die Vertreterin vom
31. August 2020 unter anderem fest, der Wohnsitz der Familie A._ habe sich im Jahr
2018 in B._ befunden. Im Kanton Schwyz habe nicht einmal eine offizielle
Wohngelegenheit bestanden. Die zivilrechtliche Anmeldung sei lediglich aus Gründen
der Beschulung der Kinder vorgenommen worden (act. G 8/2/6). Am 8. September
2020 erliess die Steuerverwaltung B._ für die Kantons- und Gemeindesteuern 2018
die definitive Veranlagungsverfügung und Schlussrechnung (act. G 8/2/7). Die
hiergegen erhobene Einsprache (act. G 8/2/8) wies das kantonale Steueramt mit
Entscheid vom 2. März 2021 ab. Zur Begründung hielt es fest, die Einsprache richte
sich primär gegen die formellen Aspekte des Veranlagungsablaufs; die primäre
Steuerpflicht werde nicht generell bestritten. Das Verfahren direkte Bundessteuer 2018
wurde bis zur Rechtskraft des Entscheids betreffend Kantons- und Gemeindesteuern
sistiert (act. G 8/2/9). Die Steuerverwaltung des Kantons Schwyz trat mit Verfügung
vom 7. Dezember 2021 auf ein Revisionsgesuch des Ehepaars A._ und H._
betreffend die Steuerveranlagung 2018 (Verfügung vom 20. Juli 2020) nicht ein (act. G
3 Beilage 4). Den gegen den Einspracheentscheid vom 2. März 2021 durch die
Aegerter + Brändle AG für das Ehepaar A._ und H._ erhobenen Rekurs vom 1. April
2021 (act. G 8/1) wies die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK)
mit Entscheid vom 25. April 2022 ab (act. G 2).
A.b.
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B.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, StG). Die Beschwerdeführer sind zur Beschwerde
legitimiert, und die Eingabe vom 7. Juni 2022 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich
den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und
Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Gegen diesen Rekursentscheid erhob die Aegerter + Brändle AG für A._ und H._ mit
Eingabe vom 7. Juni 2022 Beschwerde. Sie beantragte, das Verfahren sei bis zur
Rechtskraft des bei der Steuerverwaltung Schwyz hängigen Revisionsverfahren zu
sistieren; eventualiter seien der Rekursentscheid wie auch die
Veranlagungsverfügungen aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des
Staates (act. G 1).
B.a.
Mit Vernehmlassung vom 17. Juni 2022 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid (act. G 7). Der Beschwerdegegner stellte in seiner Vernehmlassung vom
13. Juli 2022 den Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies er
auf die Ausführungen der Vorinstanz und äusserte sich ergänzend zu den Vorbringen in
der Beschwerde (act. G 12). Die Beschwerdeführer verzichteten stillschweigend auf
eine Stellungnahme (act. G 13).
B.b.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.c.
Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine Person steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton
2.1.
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St. Gallen, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn
sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen hier befindet (vgl. BGE 132 I 29 E. 4.1).
Diese Regelung entspricht den Vorgaben in Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG)
und lehnt sich weitgehend (vgl. BGE 138 II 300 E. 5.3) an den zivilrechtlichen
Wohnsitzbegriff an (Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210).
Der Wechsel von einem alten zu einem neuen Wohnsitz ist dann vollzogen, wenn die
Absicht des dauernden Verbleibs am neuen Wohnort tatsächlich gelebt und durch
diesen Aufenthalt eine Verschiebung des Lebensmittelpunktes stattfindet. Der
Lebensmittelpunkt bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren
Umstände, aus denen sich die ideellen (Angehörige, Freundes- und Bekanntenkreis)
und materiellen Lebensinteressen erkennen lassen, nicht nach bloss erklärten
Wünschen der steuerpflichtigen Person. In Bezug auf die Beweislast gilt, dass
steuerbegründende Tatsachen von der Steuerbehörde nachzuweisen sind, während
den Steuerpflichtigen die Beweislast für Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben
oder mindern. Die Steuerbehörde hat demnach den steuerrechtlichen Wohnsitz, der die
persönliche steuerrechtliche Zugehörigkeit begründet, als Voraussetzung der
Besteuerung nachzuweisen. Der Hauptbeweis gilt in der Regel dann als erbracht, wenn
der von der Steuerbehörde angenommene Wohnsitz als sehr wahrscheinlich erscheint.
Diesfalls obliegt es der steuerpflichtigen Person, den Nachweis für den von ihr
behaupteten Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbringen. Nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt eine Steuerpflicht dann als sehr
wahrscheinlich, wenn sich das Hauptsteuerdomizil bereits seit längerer Zeit
unangefochten in diesem Kanton befand. Im Zweifel, d.h. wenn der Nachweis der
Wohnsitzverlegung nicht erbracht ist, ist das bisherige Domizil als fortbestehend zu
betrachten (VerwGE B 2016/220 vom 6. Dezember 2017 E. 2.2. m.H.).
Eine gegen Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung (SR 101; BV) verstossende
interkantonale Doppelbesteuerung (sog. aktuelle Doppelbesteuerung) liegt vor, wenn
die Steuersysteme von zwei oder mehreren Kantonen kollidieren, der gleiche
Tatbestand in verschiedenen Kantonen von der gleichen oder einer ähnlichen Steuer
erfasst wird, das gleiche Steuersubjekt (oder zwei in besonderem Masse verbundene
Steuersubjekte, beispielsweise Ehemann und Ehefrau) betroffen ist, das gleiche
Steuerobjekt erfasst wird und die Besteuerung die gleiche Bemessungsperiode betrifft
(Mäusli-Allenspach/Oertli, Das schweizerische Steuerrecht, 10. Aufl. 2020, S. 566). Von
einer virtuellen Doppelbesteuerung ist auszugehen, wenn ein Kanton geltende
Kollisionsnormen verletzt, seine Steuerhoheit überschreitet und eine Steuer erhebt, die
2.2.
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einem anderen Kanton zusteht (BGer 2C_627/2017 vom 1. Februar 2019 E. 2.1; vgl.
auch Mäusli-Allenspach, in: Zweifel/Beusch/de Vries Reilingh Hrsg., Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Interkantonales Steuerrecht, 2. Aufl. 2021, N 3 und N 20
zu § 3). Auch auf dem Gebiet des Verbots der interkantonalen Doppelbesteuerung ist
der Instanzenzug in einem Kanton vollständig zu durchlaufen, ehe das Bundesgericht
angerufen werden kann. Liegt diese Voraussetzung vor, kann die steuerpflichtige
Person zusammen mit dem noch nicht rechtskräftigen letztinstanzlichen Entscheid
dieses Kantons auch die bereits rechtskräftige Veranlagungsverfügung oder den
bereits rechtskräftigen Rechtsmittelentscheid eines weiteren Kantons anfechten, falls
und soweit sie eine Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV rügen will. In Bezug auf diese
rechtskräftigen Verfügungen und Entscheide erübrigt sich die Letztinstanzlichkeit (BGer
2C_663/2019 vom 26. März 2020 E. 1.2.1 m.H.).
Eine steuerpflichtige Person verwirkt ihr Beschwerderecht (d.h. das Recht zur
Anfechtung der rechtskräftigen Veranlagungsverfügung oder des rechtskräftigen
Entscheids eines Kantons), wenn sie in diesem Kanton ihre subjektive Steuerpflicht in
voller Kenntnis des kollidierenden Steueranspruchs eines anderen
Kantons vorbehaltlos anerkannt hatte. Wenn sie in diesem Kanton trotz absehbarer
interkantonaler Doppelbesteuerung kein Rechtsmittel ergreift, fügt sie sich einen
"selbstverschuldeten Nachteil" zu, den das Bundesgericht nicht schützt. Zu denken ist
daran, dass die steuerpflichtige Person ihrer Steuererklärung in diesem Kanton keinen
Vorbehalt anfügt, dass sie die von diesem Kanton geforderten Steuerbeträge
vorbehaltlos bezahlt oder die Einsprache bzw. Beschwerde unterlässt, obwohl der
andere Kanton seinen Anspruch bereits konkret geltend gemacht hat. Vorbehaltloses
Verhalten in diesem Sinn liegt indes nur vor, wenn die steuerpflichtige Person in diesem
Zeitpunkt bereits gesicherte Kenntnis über den Steueranspruch des anderen Kantons
hat. Nur diesfalls kann von der steuerpflichtigen Person erwartet werden, den
erstveranlagenden Kanton zu informieren oder dort im hängigen Verfahren ein
Rechtsmittel zu ergreifen (BGer 2C_539/2017 vom 7. Februar 2019 E. 5.4). Unterlässt
die steuerpflichtige Person, trotz gesicherter Kenntnis über den Steueranspruch des
anderen Kantons, im ersten Kanton die von ihr zu erwartenden Schritte, so muss sie
sich auf ihre Dispositionen behaften lassen muss. Trotz interkantonaler
Doppelbesteuerung schreitet das Bundesgericht nicht ein und hat die steuerpflichtige
Person die selbstverschuldeten Folgen zu tragen (BGer 2C_663/2019 a.a.O. E. 2.2.3 f.
m.H.).
Vorliegend machen sowohl der Kanton Schwyz, in welchem die Beschwerdeführer für
2.3.
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die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 rechtskräftig veranlagt sind (act. G 8/2/4), als
auch der Kanton St. Gallen, in welchem die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 in
diesem Verfahren streitig sind, die unbeschränkte Steuerpflicht der Beschwerdeführer
geltend. Im Revisionsgesuch vom 1. April 2021 betreffend die schwyzerische
Steuerveranlagung 2018 anerkannten die Beschwerdeführer, dass sich ihr steuerlicher
Wohnsitz im Jahr 2018 in B._ befunden habe. Sie verwiesen hierzu auf die
Darlegungen des Beschwerdegegners im Einspracheentscheid vom 2. März 2021 (act.
G 8/2/9) und in den Veranlagungsverfügungen 2018 vom 8. September 2020 (act. G
8/2/10 S. 4 unten). Gestützt hierauf kam die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid
zum Schluss, dass die Beschwerdeführer mit Verfügungen vom 8. September 2020 zu
Recht als im Kanton St. Gallen unbeschränkt Steuerpflichtige veranlagt worden seien
(act. G 2 S. 7). Ihr Nichteintreten auf das Revisionsgesuch begründete die
Steuerverwaltung des Kantons Schwyz im Entscheid vom 7. Dezember 2021 damit,
dass die Beschwerdeführer die Steuerforderung des Kantons Schwyz anerkannt und
ihr Recht zur Anfechtung verwirkt hätten. Im Weiteren sei davon auszugehen, dass sie
sich treuwidrig verhalten hätten, indem sie im Kanton Schwyz ein Scheindomizil
errichtet hätten. Sie hätten deshalb den Schutz des Doppelbesteuerungsverbots
verwirkt (act. G 8/15/7). Dieser Entscheid erwuchs zufolge Anfechtung nicht in
Rechtskraft. Die Vorinstanz hielt fest, die Frage, ob die vorliegende interkantonale
Doppelbesteuerung aufzuheben sei oder ob die Beschwerdeführer aufgrund
Selbstverschuldens die Folgen der Doppelbesteuerung tragen hätten, werde bei der
Beurteilung der rechtskräftigen Veranlagungen der Steuerverwaltung Schwyz durch
das Bundesgericht zu prüfen sein. So könnten die Beschwerdeführer zusammen mit
dem noch nicht rechtskräftigen letztinstanzlichen Entscheid des Kantons St. Gallen
auch die bereits rechtskräftigen Veranlagungsverfügungen des Kantons Schwyz
anfechten, falls und soweit sie eine Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV rügen wollten. In
Bezug auf diese rechtskräftigen Verfügungen erübrige sich die Letztinstanzlichkeit.
Somit bestehe kein Grund, das vorliegende Verfahren zu sistieren, und es sei geradezu
geboten, in der Angelegenheit zu entscheiden, um den Beschwerdeführern den
weiteren Rechtsmittelweg offenzuhalten und insbesondere eine Beurteilung der
eingetretenen Doppelbesteuerung auch unter dem Gesichtspunkt einer allfälligen
Verwirkung des Rechts auf Anfechtung der Doppelbesteuerung zu ermöglichen.
Unzutreffend sei auch der Vorwurf, der Beschwerdegegner habe durch sein Vorgehen
wissentlich und willentlich einen "Verfassungsbruch" in Kauf genommen und
Verfehlungen im Bereich der Verfahrenskoordination begangen. So sei insbesondere
bei treuwidrigem und rechtsmissbräuchlichem Verhalten - trotz interkantonaler
Doppelbesteuerung - nicht einzuschreiten und hätten die Steuerpflichtigen die Folge
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3.
der Doppelbesteuerung selber zu tragen. Diese Voraussetzungen seien jedoch nicht in
diesem Verfahren zu beurteilen. Der Rekurs sei deshalb abzuweisen (act. G 2 S. 7 f.).
3.1.
Streitig ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren, ob die Vorinstanz den Entscheid des
Beschwerdegegners, wonach das Verfahren betreffend Kantons- und
Gemeindesteuern 2018 nicht bis zur Rechtskraft des im Kanton Schwyz anhängigen
Revisionsverfahrens betreffend die Steuerveranlagung 2018 (vgl. act. G 3 Beilage 4) zu
sistieren sei, zu Recht bestätigte. Die Beschwerdeführer halten fest, im Gesuch um
Revision der schwyzerischen Veranlagungsverfügung vom 20. Juli 2020 (act. G 8/2/10)
hätten sie die Verfügungsaufhebung zufolge fehlenden steuerlichen Wohnsitzes im
Kanton Schwyz beantragt. Der Vorinstanz sei insofern beizupflichten, als ein in dieser
Sache gefällter Entscheid des St. Galler Verwaltungsgerichts auch eine Anfechtung der
Schwyzer Veranlagung beim Bundesgericht ermögliche. Als Vorinstanz des
Bundesgerichts habe das Gericht dabei die Vorbringen der Beschwerdeführer zu
prüfen, auch wenn diese die Veranlagung des Kantons, in dem sie das Verfahren
führen würden, als richtig und die Veranlagung eines anderen Kantons als unzutreffend
erachten würden. Sodann habe es den massgeblichen Sachverhalt festzustellen und
die erforderliche rechtliche Würdigung vorzunehmen. Es könne sich nicht auf die
Feststellung beschränken, mangels Beschwerde im eigenen Kanton fehle es den
Beschwerdeführern an einem Rechtsschutzinteresse (act. G 1 S. 4 m.H. auf BGer
2C_243/2011 vom 1. Mai 2013 E. 1.7).
3.1.1.
Unbestritten blieb in diesem Verfahren, dass sich der steuerliche Wohnsitz der
Beschwerdeführer im Jahr 2018 im Kanton St. Gallen befand. Die Vorinstanz
begründete im angefochtenen Entscheid in Übereinstimmung mit der einschlägigen
Rechtsprechung (vgl. vorstehende E. 2.2) einlässlich und überzeugend, aus welchen
Gründen mit der Weiterführung des Verfahrens betreffend die st. gallischen Kantons-
und Gemeindesteuern 2018 nicht bis zur rechtskräftigen Erledigung des
Revisionsverfahrens betreffend die schwyzerische Veranlagung 2018 zuzuwarten ist.
Zu Recht wies sie darauf hin, dass die Beschwerdeführer gemeinsam mit der
Anfechtung des noch nicht rechtskräftigen letztinstanzlichen Entscheids des Kantons
St. Gallen vor Bundesgericht auch die rechtskräftigen Veranlagungsverfügungen des
Kantons Schwyz mit der Rüge der Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV anfechten
3.1.2.
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können, wobei vom Bundesgericht die Frage, ob die interkantonale Doppelbesteuerung
aufzuheben sei oder ob die Beschwerdeführer aufgrund Selbstverschuldens die Folgen
der Doppelbesteuerung tragen hätten, zu klären wäre (act. G 2 S. 7 f.). Somit fehlte es
an einem Anlass für eine Verfahrenssistierung. Aus den nämlichen Überlegungen
besteht auch kein Anlass, das vorliegend angehobene Beschwerdeverfahren zu
sistieren. Die Ausführungen der Beschwerdeführer in der Beschwerde sind nicht
geeignet, dies in Frage zu stellen und dem entsprechenden Verfahrensantrag ist nicht
stattzugeben.
3.2.
Die Vorinstanz auferlegte die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von CHF 1'000
entsprechend dem Verfahrensausgang den Beschwerdeführern, unter Verrechnung mit
dem von ihnen für jenes Verfahren geleisteten Kostenvorschuss (act. G 2 S. 8). Ihren
Eventualantrag, dass dem Staat die Kosten des Rekursverfahrens sowie die Pflicht zur
Leistung einer Parteientschädigung aufzuerlegen sei, begründen die Beschwerdeführer
damit, dass die Doppelbesteuerung mit geringem Aufwand zu vermeiden gewesen
wäre, wenn einerseits die Leiterin der Steuerverwaltung B._ dem Schreiben der
Beschwerdeführer vom 30. April 2018 gefolgt wäre, wie dies der zuständige
Steuerkommissär später getan habe. Anderseits hätte der Steuerkommissär zwecks
Verfahrenskoordination mit dem Kanton Schwyz in Kontakt treten können (act. G 1 S. 4
f.).
3.2.1.
In Streitigkeiten hat grundsätzlich jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Kosten, die ein
Beteiligter, sein Rechtsbeistand oder sein Vertreter durch Trölerei oder anderes
ungehöriges Verhalten oder durch Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften
veranlasst, gehen zu seinen Lasten (Art. 95 Abs. 2 Satz 1 VRP).
Fest steht, dass sich die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 30. April 2018 an die
Steuerverwaltung B._ wandten und mitteilten, dass sie sich am 11. April 2018 im
Kanton Schwyz (G._strasse xx, C._) angemeldet hätten und sich der zivilrechtliche
Wohnsitz seit diesem Zeitpunkt in E._/SZ befinde. Auf die steuerliche Situation habe
dies keinen Einfluss, da sich der Lebensmittelpunkt der Familie und das
Hauptsteuerdomizil nach wie in B._ befinde (act. G 8/2/2). Nachdem hierauf die
Leiterin der Steuerverwaltung B._ mit dem Steueramt C._ Kontakt aufgenommen
3.2.2.
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4.
hatte, teilte sie dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführer mit Mail vom 3. Juli 2018
mit, dass das Steueramt C._ mit Hinweis auf die zivilrechtliche Anmeldung im Kanton
Schwyz auf der primären Steuerpflicht bestehe (act. G 8/2/3). Die Leiterin der
Steuerverwaltung B._ trifft bei dieser Sachlage bezüglich Verursachung der
Doppelbesteuerung schon insofern kein Vorwurf, als die zivilrechtliche Anmeldung im
Kanton Schwyz wie dargelegt bereits am 11. April 2018 durch die Beschwerdeführer
erfolgt war und die Gemeinde E._ unter Berufung auf deren zivilrechtliche Anmeldung
an der primären Steuerpflicht der Beschwerdeführer festhielt. Auf diese Gegebenheiten
konnte die Leiterin der Steuerverwaltung B._ keinen Einfluss nehmen. Aus der
Feststellung im Mail vom 3. Juli 2018, wonach die Beschwerdeführer als sekundäre
Steuerpflichtige registriert und die (provisorischen) Rechnungen ausgeglichen seien
(act. G 8/2/3), lässt sich mit Bezug auf die Frage der Doppelbesteuerung keine
Vertrauensgrundlage zugunsten der Beschwerdeführer ableiten, zumal die definitive
Veranlagung durch den Kanton St. Gallen für 2018 - nach vorgängiger Abklärung des
steuerlichen Wohnsitzes durch den zuständigen Steuerkommissär (act. G 8/2/5, 8/2/6)
- erst mit Verfügungen vom 8. September 2020 erfolgt war (vgl. act. G 8/2/7). Mithin
setzten die Beschwerdeführer durch die zivilrechtliche Anmeldung der Familie an der
Schwyzer Geschäftsadresse des Beschwerdeführers im Zug der Beschulung der
beiden Kinder in C._ die Ursache für die Doppelbesteuerung im Jahr 2018. Ein Anlass,
die amtlichen und ausseramtlichen Kosten des Rekursverfahrens gestützt auf Art. 95
VRP dem Staat zu auferlegen, ist aufgrund der geschilderten Gegebenheiten nicht
ersichtlich.
Somit ist die Beschwerde unter Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids
abzuweisen. Dementsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'800 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Sie ist mit dem von den Beschwerdeführern geleistetne Kostenvorschuss von
CHF 1'800 zu verrechnen.
4.1.
Zufolge Unterliegens besteht kein Anspruch der Beschwerdeführer auf ausseramtliche
Entschädigung. Beschwerdegegner und Vorinstanz haben ebenfalls keinen Anspruch
auf ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98
VRP; A. Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die
4.2.
bis
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