Decision ID: 0e771c9f-8a70-40d8-9748-4fe4101f1743
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ wurde von seiner Mutter am 21. Juni 2011 zum Bezug von Leistungen für
Minderjährige bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen angemeldet (IV-act. 1). Der vom
3. September 2008 bis 28. Juni 2010 behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Kinder-
und Jugendpsychiatrie, berichtete am 13. Februar 2012, der Versicherte leide an einer
Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung (ICD-10: F92.0). Die
gesundheitliche Störung bestehe seit vielen Jahren und wirke sich sowohl in der Schule
als auch Zuhause stark beeinträchtigend aus. Zurzeit nehme der Versicherte bei ihm
(Dr. B._) keine Therapie wahr (IV-act. 20; zur vom 12. Juli 2010 bis 2. Januar 2011
erfolgten stationären Behandlung im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Zentrum
C._ siehe den Auszug aus dem Austrittsbericht vom 18. August 2011, IV-
act. 13-3 ff.). Am 30. Januar 2012 wies die IV-Stelle das Gesuch um Kostengutsprache
für eine Psychotherapie ab, da eine psychotherapeutische Behandlung nicht
ununterbrochen während eines ganzen Jahres durchgeführt worden sei (IV-act. 21). Mit
gleicher Begründung wies sie, nach einer neuerlichen Anmeldung vom 8. Dezember
2012 (IV-act. 25), am 16. März 2013 ein Kostengutsprachegesuch für Psychotherapie
wiederum ab (IV-act. 22). Zuvor, am 14. Januar 2013, gewährte die IV-Stelle dem
A.a.
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Versicherten Berufsberatung und Abklärung der beruflichen
Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act. 37).
Gestützt auf den Bericht der am Kinder- und Jugendambulatorium an der Klinik
D._ behandelnden Psychiaterin vom 20. Februar 2013 (IV-act. 50) hielt die RAD-
Ärztin Dr. med. E._, Fachärztin für Allgemeinmedizin, in der Stellungnahme vom
22. März 2013 fest, es bestehe beim Versicherten ein sehr komplexes Störungsbild
(sonstige kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen). Es müsse von
einer langandauernden Störung ausgegangen werden. Schulische Leistungsprobleme
hätten zu keiner Zeit bestanden. Die versicherungsmedizinischen Voraussetzungen für
die Übernahme der Kosten einer Psychotherapie seien nicht erfüllt, da von einer
«Leidensbehandlung an sich» auszugehen sei (IV-act. 53). Am 13. Mai 2013 wies die
IV-Stelle das Gesuch um Kostengutsprache ab (IV-act. 59).
A.b.
Im Rahmen der erstmaligen beruflichen Ausbildung zum Carrossier Spenglerei
übernahm die IV-Stelle die Kosten für betreutes Wohnen vom 7. August 2014 bis
6. August 2018 (Mitteilung vom 15. Januar 2014, IV-act. 71). Wegen einer akuten
Belastungsreaktion mit Suizidalität wurde der Versicherte vom 12. bis 28. August 2015
erneut stationär im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Zentrum C._ behandelt. Im
Austrittsbericht vom 7. September 2015 gaben die dort behandelnden medizinischen
Fachpersonen an, der Versicherte habe sich von seinen Mitarbeitern «gemobbt» gefühlt
und es sei erneut zu Auseinandersetzungen mit der Mutter und deren Partner
gekommen (IV-act. 76). Das Lehrverhältnis wurde per 6. Mai 2016 aufgelöst (IV-act. 85).
Im Rahmen einer im F._ vom 9. Mai bis 31. Juli 2016 durchgeführten Abklärung
entschied sich der Versicherte für eine erstmalige berufliche Ausbildung zum Kaufmann
EFZ (Schlussbericht vom 14. Juli 2016, IV-act. 87; zum Lehrvertrag vom 8. Juli 2016
mit dem F._ als Lehrbetrieb siehe IV-act. 89). Mit Mitteilungen vom 9. September
2016 hob die IV-Stelle die Mitteilung vom 15. Januar 2014 per 15. Juli 2016 auf (IV-
act. 93), erteilte eine Kostengutsprache für die vom 9. Mai bis 31. Juli 2016 erfolgte
Abklärung (IV-act. 94) sowie für die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung
zum Kaufmann EFZ Profil B und für das betreute Wohnen (IV-act. 95; zum
Taggeldanspruch des Versicherten siehe die Verfügungen vom 12. Juli 2017, IV-
act. 120, vom 13. Dezember 2017, IV-act. 124, und vom 10. August 2018, IV-act. 134).
A.c.
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Am 3. Januar 2017 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle erneut um
Kostengutsprache für eine Psychotherapie (IV-act. 99). Der behandelnde Dr. med.
G._, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, berichtete am
2. Februar 2017, der Versicherte leide seit ca. 2007 an einer einfachen Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) und seit November 2015 an einer
Adoleszentenkrise (ICD-10: F93.8) mit Selbstwert- und Identitätsproblematik,
depressiven und narzisstischen Anteilen. Durch die insgesamt erfreuliche Entwicklung
der letzten Wochen auf der Grundlage einer stabilen, positiven Übertragungsbeziehung
zum Therapeuten könne unter der Voraussetzung einer kontinuierlichen Fortsetzung
der Behandlung und durch den unterstützenden Rahmen der IV-gestützten beruflichen
Massnahme die Prognose so günstig gestellt werden, dass negative Wirkungen auf die
Berufsausbildung und Erwerbsfähigkeit verhindert werden dürften (IV-act. 107; zum
miteingereichten Austrittsbericht der Klinik C._ vom 23. Juni 2016 über die wegen
einer suizidalen Krise erfolgten stationären Behandlung vom 16. bis 19. Mai 2016 siehe
IV-act. 107-14 ff.). Die RAD-Ärztin Dr. E._ verneinte die Frage, ob die Psychotherapie
bei Dr. G._ die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht durch die
Invalidenversicherung erfülle, da es sich bei der Krankheit des Versicherten um ein
Leiden handle, das zumindest über längere Zeit hinweg einer Therapie bedürfe, ohne
dass sich hierbei eine zuverlässige Prognose stellen lasse (Stellungnahme vom
22. März 2017, IV-act. 111). Daraufhin wies die IV-Stelle das Kostengutsprachegesuch
mit Verfügung vom 1. Juni 2017 ab (IV-act. 117).
A.d.
Am 6. März 2019 berichtete Dr. G._, die mit der einfachen Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) einhergehenden und permanenten
Einschränkungen bezüglich Daueraufmerksamkeit, Ausdauer und
Strukturierungsfähigkeit würden die Leistungen des Versicherten bei repetitiven,
monotonen, abwechslungsarmen Arbeiten erheblich beeinträchtigen, so dass in einem
solchen Berufsfeld von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen werden müsse
(IV-act. 139; siehe auch den Bericht von Dr. G._ vom 19. Juni 2019, worin dieser
angab, die Arbeitsfähigkeit sei seines Erachtens auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht
gegeben; die psychotherapeutische Behandlung sei in beiderseitigem Einvernehmen
im Oktober 2018 beendet worden, IV-act. 140).
A.e.
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Im Schlussbericht des F._ vom 3. Juli 2019 wurde ausgeführt, der Versicherte
habe das praktische und schulische Qualifikationsverfahren erfolgreich bestanden. Bei
den praktischen Aufgaben sei zu beobachten gewesen, dass er die geforderten
Leistungen nicht durchwegs habe erzielen können und dass seine Aufnahme-, Merk-
und Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Der Versicherte habe während
des Lehrjahres Motivationsprobleme geäussert und trotz der engen Begleitung und
Hilfestellungen auf die praktischen Ausbildungsanforderungen mit psychischer
Instabilität reagiert. Er habe die Absenzen damit begründet, dass ihn die Arbeit und das
F._ in seiner Leistungsfähigkeit einschränken würden. Aufgrund der Defizite in der
Verlässlichkeit, der Merkfähigkeit sowie der mangelnden Arbeitsorganisation würden
seine Leistungen insgesamt als ungenügend eingestuft. Es werde eine Neuorientierung
in der Berufswahl empfohlen (IV-act. 148; zum Fähigkeitsausweis Kaufmann EFZ siehe
IV-act. 148-9). Der RAD-Arzt H._, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt in der
Stellungnahme vom 11. Juli 2019 fest, gestützt auf die vorhandene Aktenlage werde
derzeit sowohl aus berufsberaterischer als auch psychiatrischer Sicht aufgrund der
Erfahrung der letzten Jahre übereinstimmend davon ausgegangen, dass eine
Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt derzeit nicht gegeben sei (IV-act. 143).
A.f.
Am 14. Januar 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die beruflichen
Massnahmen erfolgreich abgeschlossen worden seien und er mit der absolvierten
Ausbildung im zweiten Arbeitsmarkt angemessen eingegliedert sei. Betreffend Rente
werde er später eine separate Verfügung erhalten (IV-act. 159).
A.g.
In der Stellungnahme vom 30. Januar 2020 führte der RAD-Arzt H._ aus, aus
dem Abschluss der Ausbildung, den nunmehr vorliegenden relevanten Dokumenten
und Einschätzungen würden neben den unbestreitbaren Defiziten doch Hinweise auf
eine Reihe von Ressourcen bestehen, die auf ein relevantes Eingliederungspotenzial
auf dem ersten Arbeitsmarkt schliessen lassen könnten. Zudem ergebe sich aus dem
Ausbildungsbericht, dass der Versicherte eine Reihe von Kompetenzen besitze, die er
in psychisch stabilen Phasen gut abrufen könne. In Stresssituationen verfalle er
allerdings in alte Verhaltensmuster und ziehe sich zurück. Diese Umstände würden
darauf schliessen lassen, dass mit entsprechenden therapeutischen Bemühungen
möglicherweise eine deutlichere Stabilisierung und Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
erreicht werden könne. Zur abschliessenden Einschätzung des
A.h.
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Eingliederungspotenzials auf dem ersten Arbeitsmarkt werde deshalb eine
fachpsychiatrische Begutachtung empfohlen (IV-act. 160).
Der mit der psychiatrischen Begutachtung beauftragte Prof. Dr. med. I._,
Facharzt u.a. für Psychiatrie und Psychotherapie, empfahl am 4. März 2020, den
monodisziplinären Gutachtensauftrag mit einer neuropsychologischen
Teilbegutachtung zu ergänzen. Damit zeigte sich die IV-Stelle am 5. März 2020
einverstanden (siehe zur entsprechenden E-Mailkorrespondenz IV-act. 165). Der
Versicherte wurde am 5. März 2020 psychiatrisch durch Prof. I._ und am 17. März
2020 neuropsychologisch durch lic. phil. J._, Fachpsychologe für Neuropsychologie
FSP, begutachtet. Prof. I._ stellte folgende Diagnosen: ein ADS persistierend im
Erwachsenenalter (ICD-10: F90.0), eine minimale bis leichtgradige Hirnfunktionsstörung
mit objektivierbarer Beeinträchtigung attentionaler Funktionen (ICD-10: F06.7), eine
sonstige andere spezifische Persönlichkeitsstörung (unreif; narzisstische Anteile;
ICD-10: F60.88), eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig remittiert;
ICD-10: F33.4) und Ereignisse in der Kindheit, die den Verlust des Selbstwertgefühls
zur Folge haben (ICD-10: Z61.3). Arbeitspraktisch zeige sich im Alltag, dass der
Versicherte seit Oktober 2019 unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarkts bei der
K._ arbeite. Beginnend mit einem 20%igen Pensum arbeite er seit Dezember 2019
mit einem 50%igen Pensum auf Stundenlohnbasis mit Schichtdiensten. Gleichzeitig
absolviere der Versicherte die Vorbereitungen für die X._schule (X._), die er mit
einem Pensum von gesamthaft 30 % für schulische Aktivitäten einschätze. Bei
Zulassung zur X._ werde die schulische Anspruchnahme auf ca. 16 Wochenstunden
entsprechend zwei Arbeitstagen einzuschätzen sein. Bezogen auf eine
leidensangepasste Tätigkeit sei von einer 80 bis 100%igen Arbeitsfähigkeit des
Versicherten auszugehen. Diese Beurteilung gelte seit Antragstellung im Dezember
2012. Bei der nach dem Abschluss der Berufsausbildung für kurze Zeit ausgeübten
Tätigkeit als Kaufmann sei es beim Versicherten zunehmend wegen monotoner und
langweiliger Aufgaben zu Ablenkungen und Fehlern gekommen. Psychiatrisch dürften
in Kombination mit den neuropsychologischen Handicaps die unreifen
Persönlichkeitsanteile interferiert haben. Daher werde die Arbeitsfähigkeit für die
Tätigkeit als Kaufmann entsprechend der Einschätzung des F._ auf 30 % seit der
Antragstellung eingeschätzt (psychiatrisches Gutachten vom 19. März 2020, IV-
A.i.
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B.
act. 167, insbesondere S. 71 ff.; neuropsychologisches Teilgutachten vom 19. März
2020, IV-act. 167-80 ff.). Der RAD-Arzt H._ hielt die gutachterliche Beurteilung für
überzeugend. Gestützt darauf sei bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit von
einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 80 % auszugehen (Stellungnahmen vom
26. März und 11. Mai 2020, IV-act. 168 und IV-act. 173).
Die IV-Stelle ermittelte auf der Grundlage einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten im Rahmen eines Einkommensvergleichs einen
16%igen Invaliditätsgrad und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 13. Mai
2020 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 176). Dagegen erhob der
Versicherte am 22. Mai 2020 Einwand und brachte vor, nicht mehr als 50 %
arbeitsfähig zu sein (IV-act. 177). Dr. G._ schloss sich der Selbsteinschätzung des
Versicherten in der Stellungnahme vom 8. Juni 2020 an und befürwortete die
Zusprache einer halben Rente (IV-act. 179). In der Stellungnahme vom 20. Juli 2020
empfahl der RAD-Arzt H._, es könne aus versicherungsmedizinischer Sicht weiterhin
an der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung festgehalten werden (IV-act. 180).
Am 21. Juli 2020 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs des
Versicherten (IV-act. 182).
A.j.
Gegen die Verfügung vom 21. Juli 2020 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 7. September 2020. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Ausrichtung der ihm zustehenden
gesetzlichen Leistungen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (act. G 1). Zur Begründung
bringt der Beschwerdeführer in der ergänzenden Eingabe vom 5. November 2020 im
Wesentlichen vor, die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung leide an
verschiedenen Mängeln. Des Weiteren kritisiert er die Höhe der von der
Beschwerdegegnerin ermittelten Vergleichseinkommen. Den in der Eingabe vom
7. September 2020 gestellten Antrag um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung zieht er zurück (act. G 5).
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 5. Januar
2021 die Abweisung der Beschwerde. Sie macht im Wesentlichen geltend, die Kritik
B.b.
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Erwägungen
1.
Gegenstand der angefochtenen Verfügung und im vorliegenden Verfahren
ausschliesslich umstritten ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente.
des Beschwerdeführers an der gutachterlichen Beurteilung sei nicht stichhaltig. Daraus
ergebe sich, dass der Beschwerdeführer bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten
über eine 90%ige Arbeitsfähigkeit verfügt, womit der Invaliditätsgrad lediglich 5 %
betrage (act. G 7).
Am 16. April 2021 orientiert der Beschwerdeführer das Gericht, dass die
Beschwerdegegnerin mittlerweile erneut berufliche Massnahmen prüfe (act. G 13; zur
Sistierung des Verwaltungsverfahrens bezüglich des Gesuchs des Beschwerdeführers
um eine Umschulung siehe das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 23. Dezember
2020, act. G 15.1).
B.c.
In der Replik vom 12. Mai 2021 rügt der Beschwerdeführer, die
Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz «Eingliederung vor Rente» verletzt, womit
die Rentenverfügung verfrüht ergangen sei. Zusätzlich kritisiert er, dass die
Unabhängigkeit und Objektivität von Prof. I._ aufgrund seiner überdurchschnittlichen
Tätigkeit für die Beschwerdegegnerin zu bezweifeln sei. Des Weiteren legt er seine
Sichtweise zur Bestimmung der Vergleichseinkommen dar (act. G 15).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 17).B.e.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens
40 % invalid sind (lit. c). Der Anspruch auf eine Rente entsteht nicht, solange die
versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2
IVG). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
1.1.
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2.
Zunächst zu beantworten ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage, ob der
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
1.4.
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medizinische Sachverhalt mit der gutachterlichen Beurteilung spruchreif abgeklärt
wurde.
Der Beschwerdeführer rügt, Prof. I._ stelle bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
einzig auf die Selbsteinschätzung ab. Diese sei jedoch unrealistisch. Die
Fremdbeurteilung durch das F._ sei vollkommen anders gewesen (act. G 5, Rz 14).
2.1.
Dieser Kritik kann nicht gefolgt werden. Die ausführlich begründete
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Prof. I._ beruht auf einer umfassenden persönlichen
Untersuchung des Beschwerdeführers und in Berücksichtigung der gesamten
relevanten Aktenlage (siehe etwa die Ausführungen in IV-act. 167-71 ff.). Hinzu kommt,
dass der Gutachtensauftrag auf Initiative von Prof. I._ (IV-act. 165) um eine
neuropsychologische Begutachtung ergänzt wurde und die dort gewonnenen
Erkenntnisse in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung Eingang fanden, womit keine Rede
davon sein kann, Prof. I._ habe bloss auf die Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers abgestellt (zum detaillierten negativen und positiven Leistungsprofil
aus neuropsychologischer Sicht sowie den weiteren Ausführungen zu einer
leidensangepassten Tätigkeit siehe IV-act. 167-75). Es spricht vielmehr gerade für die
Überzeugungskraft der gutachterlichen Einschätzung, dass Prof. I._ im Rahmen einer
sorgfältigen Ressourcenbeurteilung die vom Beschwerdeführer erbrachten Leistungen
auf dem ersten Arbeitsmarkt sowie seine zusätzlichen Weiterbildungsbemühungen (IV-
act. 167-73; siehe auch IV-act. 167-56 Mitte) einbezog. Zu ergänzen ist, dass der
Beschwerdeführer daneben über einen aktiven Alltag verfügt (so schaut und liest er
Nachrichten, spielt bei gutem Wetter Basketball, joggt regelmässig, macht Sport und
beschäftigt sich mit Videospielen; IV-act. 167-56 unten). Zudem bedurfte er im
Zeitpunkt der Begutachtung keiner psychopharmakologischen Therapie mehr (IV-
act. 167-57).
2.1.1.
Die Einschätzung des F._ vermag keine Zweifel an der gutachterlichen
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten zu wecken.
Vielmehr geht aus dem Schlussbericht vom 3. Juli 2019 hervor, dass der
Beschwerdeführer offenbar hauptsächlich mit dem dortigen Arbeitsplatz unzufrieden
war. So habe er über «Motivationsprobleme» berichtet und die Absenzen damit
begründet, «dass ihn die Arbeit und das F._ in seiner Leistungsfähigkeit
einschränken» (IV-act. 148-1). Die Leistungserbringung war damit – zumindest teilweise
– offenbar motivationsbedingt, zumal der Beschwerdeführer kein Interesse am
kaufmännischen Beruf bzw. der damit verbundenen im F._ verrichteten Tätigkeiten
erkennen liess (IV-act. 148-3). Auch gegenüber dem neuropsychologischen Gutachter
2.1.2.
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berichtete der Beschwerdeführer, die Ausbildung im kaufmännischen Bereich sei eher
ein Ausweg gewesen, damit er überhaupt eine Ausbildung absolvieren könne.
«Eigentliches Interesse für diesen Bereich habe er nicht» (IV-act. 167-82). Im Übrigen
ging auch Dr. G._ – und zwar bezogen auf eine kaufmännische Tätigkeit – immerhin
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 179).
Aus der Sicht des Beschwerdeführers hat sich der psychiatrische Gutachter bei
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausserdem weder mit den tatsächlichen
Anforderungen in der jetzigen Tätigkeit bei der K._ noch mit jenen der
Berufsmaturität auseinandergesetzt (act. G 5, Rz 15 f.). Dieses Vorbringen überzeugt
nicht. Wie bereits ausgeführt, beruht die gutachterliche Beurteilung auf einer
umfassenden, nachvollziehbaren Ressourcenbeurteilung unter Einbezug der
neuropsychologischen Erkenntnisse (siehe vorstehende E. 2.1.1). Der Vollständigkeit
halber bleibt anzufügen, dass der Beschwerdeführer bei der Begutachtung selbst
angab, dass seine teilzeitliche Erwerbstätigkeit zusammen mit der berufsbegleitend
besuchten X._ einem Pensum von 90 % entspreche (IV-act. 167-56 Mitte). Seine erst
im Beschwerdeverfahren davon abweichend geäusserte Einschätzung (act. G 5, Rz 16)
erscheint von versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt und beinhaltet keine
relevanten Gesichtspunkte, welche die ursprünglichen glaubwürdigen Aussagen in
Frage zu stellen vermögen. Es spricht vielmehr für eine hohe Ressourcenlage des
Beschwerdeführers, wenn er gemäss eigenen Angaben während der Nachtdienste
teilweise in der Lage war, sich den anspruchsvollen Stoff der X._ anzueignen (act.
G 5, Rz 16). Im Übrigen zeigt das mit der Beschwerdeergänzung eingereichte
Lohnjournal, dass der Beschwerdeführer nach Beendigung des Vorbereitungskurses
Ende Februar 2020 sein Arbeitspensum bei der K._ steigern konnte, und zwar im
Monat Mai 2020 mit 169 Stunden auf über 90 % (bei durchschnittlich 21.7 Tagen pro
Monat à 8.6 Stunden = 186.62 Stunden; vgl. act. G 5.2).
2.2.
Nach der Ansicht des Beschwerdeführers ist die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung auch nicht mit der Einschätzung von Dr. G._ vereinbar
(act. G 5, Rz 17). Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. G._ vom 8. Juni 2020 geht
ausdrücklich in einer unkritischen Übernahme der Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers auf. Eine objektive Ressourcenbeurteilung, insbesondere unter
Einbezug der anerkennenswerten teilzeitlichen Erwerbstätigkeit samt anspruchsvoller
schulischer Weiterbildung, ist nicht erkennbar. Zudem äusserte sich Dr. G._ über die
medizinischen Belange hinaus zum aus seiner Sicht gerechtfertigten Rentenanspruch
des Beschwerdeführers, was zusätzlich Zweifel an der Objektivität seiner Einschätzung
begründet.
2.3.
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3.
Gestützt auf eine 90%ige Restarbeitsfähigkeit ist nachfolgend der Invaliditätsgrad im
Rahmen eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a
Abs. 1 IVG).
Zusätzlich kritisiert der Beschwerdeführer, dass die Arbeitsfähigkeit bezogen auf
eine leidensangepasste Tätigkeit im Vergleich zur Arbeitsfähigkeit bezogen auf die
angestammte kaufmännische Tätigkeit nicht nachvollziehbar begründet sei (act. G 15,
S. 2). In Anbetracht der ausführlichen gutachterlichen Beschreibung von
leidensangepassten Tätigkeiten unter Einbezug des vom neuropsychologischen
Gutachter erstellten positiven sowie negativen Leistungsprofils (IV-act. 167-75 und -77
Mitte) erweist sich die Kritik des Beschwerdeführers als unberechtigt.
2.4.
Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten fällt ausserdem ins Gewicht, dass sie sämtliche
Anforderungen an beweiskräftige Gutachten erfüllt und die darin gezogenen Schlüsse
einleuchten. Gestützt darauf ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für
leidensangepasste Tätigkeiten über eine 80 bis 100%ige Arbeitsfähigkeit verfügt.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist auf den Mittelwert dieser Bandbreite
abzustellen (siehe etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2018,
8C_49/2018, E. 4 mit Hinweisen) und folglich von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen. Dabei ist das Abstellen auf den Mittelwert
von den Parteien an sich unbestritten (act. G 7, III. Rz 3 am Schluss, und act. G 15, S. 3
Mitte).
2.5.
Da gemäss vorstehenden Ausführungen nicht einmal geringe Zweifel an der
gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste
Tätigkeiten bestehen, kann die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage (act. G 15,
S. 2 f.) offenbleiben, ob dem Gutachten von Prof. I._ aufgrund seiner wirtschaftlich
engen Verflechtung mit der Beschwerdegegnerin bei der Beweiswürdigung ein mit
versicherungsinternen Gutachten vergleichbarer Stellenwert zukommt (vgl. hierzu das
Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2016, 8C_354/2016, E. 5.3, sowie den sich
darauf beziehenden Entscheid des Versicherungsgerichts vom 17. September 2019,
IV 2018/9 E. 3.2; ablehnend zu dieser Sichtweise siehe demgegenüber das Urteil des
Bundesgerichts vom 14. Januar 2020, 9C_824/2019, E. 3.2).
2.6.
Die Parteien sind sich zu Recht darin einig, dass der Beschwerdeführer wegen der
Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse zu erwerben vermochte und sich
3.1.
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das Valideneinkommen folglich nach Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) bestimmt (act. G 5, Rz 20, und act. G 7, III.
Rz 4). Für das Jahr 2019 beträgt der massgebende Jahresverdienst Fr. 83'000.-- bzw.
das Valideneinkommen angepasst an das damalige Alter des Beschwerdeführers
Fr. 58'100.-- (Fr. 83'000.-- x 0.7). Seit dem Jahr 2020 beträgt der massgebende
Jahresverdienst Fr. 83'500.-- (siehe hierzu das IV-Rundschreiben Nr. 403 des
Bundesamts für Sozialversicherung vom 17. November 2020) bzw. das
Valideneinkommen angepasst an das jeweilige Alter des Beschwerdeführers
Fr. 66'800.-- (Fr. 83'500.-- x 0.8).
Für die Bemessung des Invalideneinkommens spricht sich die
Beschwerdegegnerin dafür aus, auf den vom Bundesamt für Statistik ermittelten
Medianlohn für Hilfsarbeiter abzustellen (act. G 7, III. Rz 5). Dieser betrug im Jahr 2017
bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden Fr. 67'102.-- (siehe hierzu
Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2019). Angepasst an die bis zum Jahr 2019 bzw. bis zum Jahr 2020
eingetretene Nominallohnentwicklung resultiert ein Medianlohn von Fr. 67'997.-- bzw.
von Fr. 68'564.-- (zum Nominallohnindex für Männer im Jahr 2017 von 2249, im Jahr
2019 von 2279 und im Jahr 2020 von 2298 siehe Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39,
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2010-2020). Diese Jahreslöhne liegen über den in Art. 26 Abs. 1 IVV festgelegten
Beträgen (siehe hierzu vorstehende E. 3.1). Bei Anwendung des generellen
Lohndurchschnittes beim Invalideneinkommen im Vergleich zum Valideneinkommen
nach Art. 26 Abs. 1 IVV ergäben sich folglich statistische Verwerfungen, die zum
Ergebnis hätten, dass die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers als Gesunder
kleiner ist als die gesundheitlich beeinträchtigte Erwerbsfähigkeit. Dieses Ergebnis
würde gegen den Sinn und Zweck von Art. 26 Abs. 1 IVV verstossen, der gerade zu
verhindern beabsichtigt, dass Versicherte, die wegen der Invalidität keine zureichenden
beruflichen Kenntnisse zu erwerben vermochten, beim Valideneinkommen der tiefste
Medianlohn, nämlich der Hilfsarbeiterlohn, angerechnet wird. Die statistischen
Verwerfungen sind denn auch auf folgende invaliditätsfremde Ursache zurückzuführen:
Im Rahmen von Art. 26 Abs. 1 IVV wird nämlich dem Umstand Rechnung getragen,
dass im jugendlichen Alter im Allgemeinen noch nicht die Löhne erzielt werden, die
erfahrene Berufsleute erzielen. Dieser Aspekt wird beim vorbehaltlosen Beizug des
Medianlohns für Hilfsarbeiter ausgeblendet. Es würde mit anderen Worten auf
unterschiedliche statistische Grundlagen abgestellt, die keinen für die Bemessung des
Verlusts der Erwerbsfähigkeit bzw. des Invaliditätsgrads aussagekräftigen
Einkommensvergleich zulassen. Aus diesem Grund rechtfertigt es sich, bei der
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Schliesslich verbleibt die Prüfung der Rüge des Beschwerdeführers, die angefochtene
Rentenverfügung sei verfrüht ergangen (act. G 15, S. 1 f.).
Bestimmung des Invalideneinkommens zwar den LSE-Hilfsarbeiterlohn des Jahres
2019 bzw. 2020 heranzuziehen, allerdings – wie bei der Kürzung der für Art. 26 Abs. 1
IVV massgebenden Medianlöhne – dem jugendlichen Alter gleichermassen Rechnung
zu tragen. Für das Jahr 2019 resultiert folglich bei einer 90%igen Arbeitsfähigkeit und
einer Kürzung analog zu Art. 26 Abs. 1 IVV ein Invalideneinkommen von Fr. 42'838.--
(Fr. 67'997.-- x 0.9 x 0.7) bzw. für das Jahr 2020 von Fr. 49'366.-- (Fr. 68'564.-- x 0.9 x
0.8). Daraus resultieren jeweils Invaliditätsgrade für das Jahr 2019 von abgerundet
26 % ([Fr. 58'100.-- - Fr. 42'838.--] / Fr. 58'100.--) und für das Jahr 2020 ebenfalls von
abgerundet 26 % ([Fr. 66'800.-- - Fr. 49'366.--] / Fr. 66'800.--). In der Tätigkeit bei der
K._ könnte der Beschwerdeführer gemäss den Berechnungen seiner
Rechtsvertreterin bei einem Pensum von 90 % sogar ein leicht höheres Einkommen
von aufgerundet Fr. 50'342.-- (Fr. 55'935.-- x 0.9) erzielen, womit der Invaliditätsgrad
bei aufgerundet 25 % läge (vgl. dazu act. G 5, Rz 24). Damit wird der für einen
Rentenanspruch erforderliche Mindestinvaliditätsgrad von 40 % nicht erreicht. Ein
solcher wird auch nicht erreicht, falls der vom Beschwerdeführer geforderte – wenn
überhaupt höchstens – 15%ige Tabellenlohnabzug (act. G 15, S. 3 unten) gewährt
würde. Bei einem 15%igen Tabellenlohnabzug würden Invaliditätsgrade von
abgerundet 37 % sowohl für das Jahr 2019 ([Fr. 58'100.-- - {Fr. 42'838.--
x 0.85}] / Fr. 58'100.--) als auch das Jahr 2020 ([Fr. 66'800.-- - {Fr. 49'366.-- x 0.85}] /
Fr. 66'800.--) resultieren.
Aus dem Prinzip «Eingliederung vor Rente» (siehe hierzu Art. 7 Abs. 1 ATSG sowie
Art. 16 ATSG und Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG) kann nicht der Grundsatz abgeleitet werden,
dass über die Rentenfrage in jedem Fall nur befunden werden könne, wenn vorgängig
oder (mindestens) gleichzeitig über den Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen entschieden worden sei. Der gesetzlich vorgeschriebene
Eingliederungsgrundsatz beinhaltet lediglich das Gebot, dass eine Invalidenrente erst
und nur dann zugesprochen werden darf, wenn die beruflichen
Eingliederungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Falls bereits vor der Durchführung von
beruflichen Eingliederungsmassnahmen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
besteht, kann der Rentenentscheid unabhängig von allfälligen
Eingliederungsmassnahmen gefällt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Mai
4.1.
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