Decision ID: 8d106040-97b6-56d7-85cb-201cb3972d2f
Year: 2021
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_001
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: civil_law

Sachverhalt
A. A._, geboren 1968, und B._, geboren 1969, heirateten 2009. Aus der Ehe gingen die Töchter C._, geboren 2008, und D._, geboren 2009, hervor. B._ ist zudem Mutter der vorehelichen Kinder E._, geboren 1996, und F._, geboren 1997.
Am 4. September 2017 reichte A._ die Scheidungsklage beim Zivilgericht des  (hiernach: das Zivilgericht) ein.
Mit Entscheid vom 20. Mai 2019 schied das Zivilgericht die Ehe und regelte die Nebenfolgen. Es beliess namentlich den Parteien die elterliche Sorge gemeinsam über C._ und D._, stellte diese aber unter die Obhut der Mutter. Dem Vater wurde ein umfangreiches Besuchsrecht zugestanden. Die Erziehungsgutschriften der AHV wurden vollumfänglich B._ zugesprochen.
Gegen diesen Entscheid erhoben A._ und B._ am 12. September 2019 bzw. am 16. September 2019 jeweils Berufung. Mit Urteil vom 10. Januar 2020 trat der hiesige Gerichtshof namentlich nicht auf die Berufung von A._ betreffend die Erziehungsgutschriften der AHV ein und präzisierte betreffend die Obhut lediglich die Besuchsregelung für die Feiertage. Soweit weitergehend wurde die Berufung abgewiesen. Die Berufung von B._ wurde ebenfalls  gutgeheissen, soweit darauf einzutreten war (101 2019 268, 101 2019 278).

B. Die von A._ am 17. Februar 2020 dagegen beim Bundesgericht eingereichte Beschwerde in Zivilsachen wurde mit Urteil 5A_139/2020 vom 26. November 2020 teilweise , das Urteil des hiesigen Gerichtshofs vom 10. Januar 2020 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.
Erwägungen
1.
Gemäss Art. 107 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG) entscheidet dieses in der Sache selbst oder weist diese zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück, wenn es die Beschwerde gutheisst.
Vorliegend hat das Bundesgericht die Beschwerde teilweise gutgeheissen, das Urteil des hiesigen Gerichtshofes vom 10. Januar 2020 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen . Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.
2.
Im aufgehobenen Entscheid trat der hiesige Gerichtshof mangels Begründung nicht auf den Antrag betreffend die Teilung der Erziehungsgutschriften ein. Weiter wurde der Antrag auf Ausdehnung der Kinderbetreuung durch den Berufungskläger abgewiesen, lediglich die Feiertagsregelung wurde präzisiert. Ferner erwog der Gerichtshof namentlich, dass der Berufungskläger nicht darle-
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ge, inwiefern er ein Interesse daran habe, ob die gelebte Betreuungssituation als alternierende Obhut zu bezeichnen ist, weswegen nicht weiter auf seine Ausführungen betreffend die Anordnung einer alternierenden Obhut einzugehen sei.
Das Bundesgericht führt dazu hingegen namentlich aus, dass die alternierende Obhut im Gesetz ausdrücklich genannt wird (vgl. Art. 298 Abs. 2ter ZGB), womit der Berufungskläger für dessen Anordnung bzw. Bezeichnung nicht zusätzlich ein Interesse geltend machen muss. Daran ändert der Umstand, dass der Berufungskläger die Töchter bereits faktisch im Umfang einer  Obhut betreut, nichts. Ebenso wenig vermag das Fehlen einer exakten Definition der  Obhut deren Anordnung in Zweifel zu ziehen, da eine massgebliche Beteiligung des Vaters bei der Betreuung vorliegend offenkundig ist. Die Sache ist entsprechend an das Kantonsgericht zur Anordnung bzw. Bezeichnung der Betreuungsform als alternierende Obhut im Dispositiv zurückzuweisen. Das Kantonsgericht wird in diesem Zusammenhang auch den Wohnsitz der Töchter im Dispositiv festhalten müssen. Da es sich beim Wohnsitz des Kindes nach Art. 25 Abs. 1 ZGB um einen abgeleiteten Wohnsitz handelt, ist der Wohnsitz der beiden Töchter - entgegen des Antrags des Berufungsklägers - an jenen der Berufungsbeklagten und nicht an einen bestimmten Wohnort (G._) zu knüpfen (E. 3.2.3). Ausserdem ist nicht mehr der Ausdruck "", sondern "Betreuungsanteile" zu verwenden (E. 3.3.2). Auf die beantragte Ausdehnung der Betreuungsanteile des Berufungsklägers trat das Bundesgericht hingegen nicht ein (E. 3.3.4).
Regelt das Gericht die gemeinsame elterliche Sorge, die Obhut oder die Betreuungsanteile geschiedener Eltern, so muss es gleichzeitig die Anrechnung der Erziehungsgutschriften festlegen (Art. 52fbis Abs. 1 AHVV). Betreuen beide Eltern ihr Kind in etwa zu gleichen Teilen, so wird die Erziehungsgutschrift hälftig aufgeteilt (Art. 52fbis Abs. 2 Satz 2 AHVV). Das Bundesgericht  hierzu namentlich, dass das Gericht diesbezüglich kein freies Ermessen hat. Die Verordnung lässt grundsätzlich keine andere Lösung durch das Gericht zu, solange sich die Parteien nicht auf eine andere Aufteilung geeinigt haben. Dabei ist keine genau hälftige Aufteilung der  vorausgesetzt. Das Gericht hat allerdings auch den Zweck der Erziehungsgutschriften zu beachten, nämlich trotz der Kinderbetreuung den Aufbau einer Altersvorsorge zu ermöglichen. Vorliegend ist die Berufungsbeklagte durch die Kinderbetreuung in ihrer Erwerbstätigkeit in keiner Weise eingeschränkt. Von daher besteht mit Blick auf die in etwa gleichmässige Aufteilung der Betreuung zwischen den Parteien kein Grund, von der hälftigen Teilung der Erziehungsgutschriften abzuweichen. Die Beschwerde ist folglich in diesem Punkt gutzuheissen (E. 3.4).
3.
Entsprechend den Erwägungen des Bundesgerichts ist demnach die Berufung von A._ teilweise gutzuheissen, die Kinder unter die alternierende Obhut der Eltern zu stellen, wobei sie ihren Wohnsitz bei der Mutter haben, und die Besuchsrechtsregelung neu als Betreuungsanteile zu bezeichnen. Weiter sind die Erziehungsgutschriften der AHV hälftig zu teilen. Soweit  ist die Berufung vom 12. September 2019 abzuweisen.
Die Berufung vom 16. September 2019 von B._ ist ebenfalls teilweise gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die von A._ hiergegen erhobene Beschwerde wurde vom Bundesgericht abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.
4.
Es hat weiterhin keine der Parteien vollständig obsiegt. Es rechtfertigt sich somit, die  je hälftig zu teilen und die Parteikosten wettzuschlagen (vgl. Art. 106 Abs. 2, Art. 107 Abs. 1
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Bst. c ZPO). Die Gerichtskosten werden pauschal auf je CHF 1'200.-, insgesamt CHF 2'400.-,  (Art. 96 ZPO i.V.m. Art. 19 JR) und von den geleisteten Vorschüssen bezogen.