Decision ID: e3f68d84-6885-4531-9f69-a6c5184bd4f0
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1968 geborene
X._
, ohne abgeschlossene Berufsausbildung,
reiste
nach mehrjähriger saisonaler Tätigkeit
im Jahr
19
98
in die Schweiz ein und
arbeitete
zuletzt
bis
im Februar 2014
bei der
Y._
AG
als Lagerist
(
Urk.
8/6
,
Urk.
8/9/3-4
,
Urk.
8/17
,
Urk.
8/40
).
A
b
Februar
2014
war er wegen einer Bandscheibenproblematik
arbeitsunfähig geschrieben (Urk.
8/18/3
, Urk.
8/
89/28
)
und
meldete sich am 8.
August
2014 (Eingangsdatum) unter Hinweis
dar
auf bei der Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Züri
ch, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/6). Die IV-Stelle zog
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk.
8/17,
Urk.
8/30
) und die Akten des
Kran
ken
taggeldversicherers
(
Urk.
8/8,
Urk.
8/18
,
Urk.
8/60
) bei und holte
einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
8/40) sowie
Bericht
e
de
r
behandelnden
Ä
rzte (
Urk.
8/56
,
Urk.
8/77
) ein.
Die IV-Stelle prüfte ferner in einem persönlichen Gespräch Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
8/20
,
Urk.
8/29)
und erteilte
dem Versicherten
am 5.
November
2014
als Frühinterventionsmassnahme
Kosten
gutsprache für Arbeitsplatzerhaltungsmassnahmen (
Urk.
8/36)
, welche am
1.
September
2015 abgeschlossen wurden
(
Urk.
8/53)
.
Im Rahmen der weite
ren Abklä
rungen der medizinischen Verhältnisse liess die IV-Stelle bei der Medizinischen
Abklä
rungsstelle
(
Medas
)
Z._
,
ein
poly
disziplinäres
Gutach
ten erstellen (Gut
achten vom
11
.
Mai
2016
, Urk. 8/
89
Fachrichtungen: Allgemeine Innere Medi
zin,
Kardiologie
,
Neurologie
,
Psychiatrie,
Orthopädie
/Traumatologie
).
Am 3
0
.
Mai
2016 erging der Vorbescheid, mit welchem
X._
mit der Begründung
, es fehle an
einer invalidenversicherungsrechtlich massgebenden
gesundheitlichen Beeinträchtigung
,
die Abweisung des Leistungsbegehren
s
in Aussicht gestellt wurde (Urk. 8/91). Nachdem der Versicherte dagegen Ein
wände erhoben hatte (Einwand vom
1.
Juni
2016 [
Urk.
8/
93], begründeter Einwand vom 5.
Juli
2016 [
Urk.
8/96]) verfügte die IV-Stelle
am 1
8.
Juli 2016
in der Folge
wie vorbeschieden (Urk. 2 [= Urk. 8/99]).
2.
Dagegen erhob de
r
Versicherte mit Eingabe vom
17
.
August
2016
Be
schwer
de und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
ihm
mindestens eine halbe IV-Rente auszurichten; eventuell sei d
ie Sache zur weiteren Abklärung zurückzuweisen, insbesondere zur Einholung eines
poly
dis
zi
plinären
Gutachtens inklusive Evaluation der funktionellen Leis
tungsfähigkeit bei einer bisher nicht involvierten unabhängigen
Gutachter
stelle
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom
7
. Oktober 201
6
Abweisung der Beschwer
de
(Urk. 7). Mit Verfügung vom
11
. Oktober 201
6
wurde das Doppel der
Beschwer
de
antwort
de
m
Beschwer
deführer zugestellt (Urk. 9).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
ben
de ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise
wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungs
ge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Lei
den mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Er
werbs
einkommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. Novem
ber
2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November
2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember
20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April
2016 E. 4.1).
1.3.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
so
ma
toformen
Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosoma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungs
hin
dern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensati
ons
potenzi
alen
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leis
tungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundes
gerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die disku
tierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im
Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Frei
zeit
gestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Krite
rium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermin
dern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau so
zialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung.
Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Ar
beits
unfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
säch
lichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende
Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinan
spruch
nahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlech
te Compliance klarerweise
auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur
Krankheits
einsicht
zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versi
cherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/20
16 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.3.3
Wie in
BGE 141 V 281
festgehalten (E. 5.2.1), hat sich das Bundesgericht verschiedentlich, so auch jüngst, über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsanwendung geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten al
s auch den Organen der Rechtsan
wendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im E
inzelfall mit Blick auf die nor
mativ vorgegebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht (BGE 137 V 64 E. 5.1). Bei der Abschätzu
ng der Folgen aus den diag
nosti
zierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nimmt zuerst der Arzt
Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis
tung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2; Ulrich Meyer, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Be
deutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, Schaff
hauser/
Schlauri
[Hrsg.], 2003, S. 49).
Die Rechtsanwender überprüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die massgebenden nor
mativen Rahmenbedingun
gen gehalten haben, das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die
versiche
rungsmedizini
sche
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage er
folgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG; vgl. BGE 137 V 64 E. 1.2 in
fine
). Dies sichert die einheitliche und rechtsgleiche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (BGE 140 V 290 E. 3.3.1, 135 V 201 E. 7.1; E. 5.2.2).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den er
forderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, es sei keine Diag
nose attestiert worden, welche geeignet sei, die Arbeitsfähigkeit
invali
den
versicherungsrechtlich
massgebend einzuschränken.
Der Bericht
des be
han
delnden Psychiaters
vom
5.
Juli 2016
vermöge das
polydisziplinäre
Gut
achten nicht zu entkräften, weshalb
dar
auf
abgestellt werde (Urk.
2).
2.2
Demgegenüber wird in der Beschwerde geltend gemacht
,
das
Hauptgutachten
sei
unsorgfältig erstellt und widersprüchlich
. In kardiologischer Hinsicht werde im
Teilgutachten
ausgeführt
, dass
wahrscheinlich eine
Kardiomyopathie
vor
liege und dementsprechend
der Beschwerdeführer für mässige bis schwere körperliche Arbeiten zu 100
%
in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt
sei
.
Dennoch gingen die Gutachter in nicht nachvollziehbarer Weise von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit aus.
Auch in o
rthopädischer Hinsicht
sei das Gutachten widersprüchlich, da der Beschwer
deführer als ab Februar
2014 fortlaufend arbeitsunfähig beurteilt werde, dies bei der Konsensbeurteilung jedoch unberücksichtigt geblieben sei.
Sodann habe
der behandelnde Psychiater
in seinem Bericht vom
5.
Juli
2016
ausführ
lich begründet, weshalb eine ausgeprägte
Somatisierungsstörung
bei zusätzlich ausgewiesenen somatischen Diagnosen vorliege
, w
oraus sich ergebe, dass
selbst in einer angepassten leichten Tätigkeit nur noch e
ine Teilarbeitsfähigkeit von 60
% erreicht werden könne
. Das Gutachten setze sich
gar
nicht mit der
Somatisierungsstörung
auseinander
.
Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich
–
unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs sowie des
Minderver
dienst
es
bei Teilzeitarbeit –
ein Invaliditätsgrad von
mindestens
54
%
(
Urk.
1)
.
2.3
Die Beschwerdegegnerin ergänzte in der Vernehmlassung
, d
a der Beschwer
de
führer nur einmal monatlich psychiatrische Betreuung in An
spruch nehme, spreche dies gegen einen ausgeprägten Leidensdruck
, weshalb a
us
rechtlicher Sicht keine invalidisierende psychiatrische Beeinträchtigung angenommen
werden
könne
.
Die kardiologische Diagnose werde im
Gesamt
kontext
des Gut
achtens
schlüssig
als
sich nicht auf die
Arbeitsfähigkeit
aus
wirkend
eingeschätzt
. Die
bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers als La
gerist
werde durch die Gutachter
nicht als mässig bis schwere Arbeit beur
teilt. Selbst wenn von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
als Lagerist
ausgegangen würde, so ergäbe sich aus dem
Einkom
mensvergleich
lediglich ein IV-Grad von 16
%
(
Urk.
7).
3.
3.1
Dem polydisziplinären
Z._
-Gutachten vom 1
1.
Mai
2016 (
Urk.
8/89) kön
nen keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden
folgen
de festgehalten (
Urk.
8/89/11):
(1) sensible Störung im Bereich des rechten Beines an der Aussenseite unklarer Ätiologie, Differentialdiagnose
Meralgia
paraesthetica
, Differentialdiagnose nicht sicher zuzuordnen, funkti
onell, (2) passagere Missempfindungen an beiden Armen unklarer Ätiologie, Differentialdiagnose funktionell, (3)
chronische Schmerzstörung mit psychi
schen und somatischen Anteilen
(ICD-10 F45.4), (4) chronisch
lumboverteb
ra
les
Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulären
Ausstrahlungen mit
leichtgra
di
ger
Funktionseinschränkung der Wirbelsäule,
(5)
Gonalgie
rechtes Knie ohne Nachweis einer strukturellen Veränderung und Degeneration
, (6) un
klare
Kardiomyopathie
mit Linksschenkelblock und echokardiographisch ge
ring eingeschränkter linksventrikulärer Funktion, (7) Schilddrüsenadenom i
m lin
ken Seitenlappen, Mai
2015,
(8) Zustand nach
Hp
-Gastritis, 2014.
Der Konsensbeurteilung ist zu entnehmen, aus orthopädischer Sicht ergebe sich, dass die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten sowie einer
leidens
angepassten
Tätigkeit nicht eingeschränkt sei (
Urk.
8/89/12).
In neurologi
scher Hinsicht
seien
ausser der Angabe der Missempfindungen resp. der Hypästhesie und der
Hypalgesie
im Bereich des rechten Beines keine p
atho
logischen Befunde vorhanden
. Insbesondere seien die Beineigenreflexe sym
metrisch und die Muskelsituation unauffällig
. Diagnostisch müsse von un
kla
ren sensiblen Störungen i
m Bereich des rechten Beines ausgegangen wer
den. Auch die Beschwerden in den oberen Extremitäten seien unklar. Neuro
log
i
sch und elektrodiagnostisch hätten sich keine Pathologien ergeben, wes
halb sich keine Diagnose mit Krankheitswert stellen liesse und die Arbeitsfä
higkeit von neurologischer Seite he
r nicht eingeschränkt sei (Urk.
8/89/12).
Psychiatrisch w
e
rd
e
die Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit psy
chischen und somatischen Anteilen als Diagnose ohne Relevanz für die Ar
beitsfähigkeit
aufgeführt. Bei der aktuellen Untersuchung stell
e der Be
schwerdeführer
die Schmerzen im rechten Knie in den Vordergrund seiner Beschwerden, g
e
b
e
sich sehr fokussiert auf die Schmerzen, die ihn im Alltag beeinträchtigten und eine Ausweitungstendenz in den Lumbalbe
reich zeig
ten. Auch wenn vom Beschwerdeführer
selbst keine stressbedingte Ver
schlimmerung angegeben w
e
rd
e
,
sei
angesichts der weit
gehend unklaren or
ganischen Erkl
ärbarkeit in Verbindung mit der fehlenden Verbesserung
ü
ber die letzten zwei Jahre durchaus von einer
somatoformen
Problematik auszu
geben, die somatische, aber auc
h psychische Anteile beinhalte
. Grundsätzlich sei
davon auszugeh
en, dass aus rein psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähig
keit nicht eingeschränkt
sei
(Urk.
8/89/12-13).
Ferner führten die Gutachter aus
, in kardiologischer Hinsicht liege eine
unklare
Kardiomyopathie
mit
Links
schenkelblock
und echokardiographisch gering eingeschränkter
links
ventrikulärer
Funktion
vor
. Die körperliche Leistungsfähigkeit in der
Ergo
metrie
sei
trotz der
Kardiomyopathie
normal. Auffällig
sei
jedoch der feh
lende Blutdruckanstieg unter Belastung, der wahrs
cheinlich auf die
Kardio
myopathi
e
zurückzuführen
sei
. Aus diesem Grund sei
die körperliche Leis
tungsfähigkeit des
Beschwerdeführers
für mä
ssige und schwere körperliche Arbeiten zu 100
% eingeschränkt. Für leichtere körperliche Arbeiten
sei
er normal arbeits
fähig
(
Urk.
8/89/13).
Zusammenfassend w
e
rd
e
eingeschätzt, dass die Arbeitsf
ä
higkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagerist
/
Magaziner
bei Einhaltung des
Belastungs
profils
nicht eingeschränkt
sei
. Die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tä
tigkeit betr
age
ebenfalls 100
%
. Der
Beschwerdeführer sei
in der Lage, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 15 kg unter Vermeidung anhaltender Zwangshaltungen (Vorbeuge) zu verrichten. Die Tätigkeiten könn
t
en ständig im Gehen, Stehen oder Sitzen durchgeführt werden. Weitere qualitative Leistungseinschränkungen erg
ä
ben sich nicht (
Urk.
8/89/13).
3.2
Der Stellungahme von
Dr.
med.
A._
, FMH Neurologie, FMH Psychiat
rie und Psychotherapie, vom
5.
Juli 2016 zu Händen der
Rechtsver
tretung
des Beschwerdeführers (
Urk.
3
[=
Urk.
8/95]
) kann entnommen wer
den,
dass gemäss de
m
Belastungsprofil der letzten Tätigkeit als Lagerist es sich dabei keineswegs um eine leichte sitzende oder wechselbelastende Tätig
keit gehandelt habe
. Die Beurteilung der Gutachter sei
deshalb
nicht nach
vollziehbar (Urk.
3 S.
2).
Sodann sei der psychiatrische Konsiliarius
nicht nachvollziehbar
zum Schluss gekommen, es liege eine chronische
Schmerz
störung
mit psychischen und somatischen Anteilen vor
. Dabei werde nicht
auf die von der neurologischen Gutachterin diagnostizierten
somat
o
formen
Sensibilitätsstörungen ein
gegangen
.
Es handle sich
unter Berücksichtigung der ICD-10-Kriterien
vielmehr um ein multiples
somatoformes
Syndrom (
So
ma
tisierungssyndrom
;
Urk.
3
S.
3)
.
Z
udem
fehle
eine Auseinandersetzung mit den Ressourcen des Beschwerdeführers.
Sodann
sei nicht gewürdigt worden, dass beim Beschwerdeführer intensivste therapeutische Massnahmen trotz hoher Motivation und Therapieadhärenz versagt hätten.
Aufgrund der Schwere der
Somatisierungsstörung
bestehe aus fachärztlicher Sicht zumin
dest eine 40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten au
f dem ersten Arbeitsmarkt (Urk.
3
S.
4).
4.
4.1
Das
polydisziplinäre Gutachten (Urk. 8/89
) vom
11. Mai
2016
basiert auf fach
ärztlichen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und Ausei
nanderset
zung mit den
Vorakten
sowie insbesondere auch unter Berücksichti
gung der
geklagten Beschwerden erstattet. Die Gutachter haben die medizini
schen Zu
stände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schluss
folge
run
gen nachvollziehbar begründet. Das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
erfüllt dem
nach alle rechtsprechungsgemässen Kriterien für eine
be
weis
taugliche
medizi
nische Entscheidungsgrundlage, weshalb ihm grund
sätzlich voller Beweiswert zukommt (vgl. E.
1.4
).
4.2
Der Konsensbeurteilung ist in kardiologischer Hinsicht zu entnehmen, dass die körperliche Leistungsfähigkeit trotz der festgestellten
Kardiomyopathie
normal sei, aufgrund des fehlenden Blutdruckanstie
gs, der wahrscheinlich auf die
Kardiomyopathie
zurückzuführen sei, sei die körperliche Leistungsfä
higkeit des Beschwerdeführers für mässige und schwere körperliche Arbeiten zu 100% eingeschränkt;
bei
leichtere
n
körperliche
n
Arbeiten sei er normal arbeitsfähig (
Urk.
8/89/13).
D
er Beschwerdeführer
war
gemäss Aktenlage
zu
letzt über viele Jahre
als Lagerist bei der
Y._
AG angestellt
(
Urk.
8/17)
. Dem
Arbeitgeberbericht
vom 2
5.
November 2014 (Urk.
8/40) kann folgendes Jobprofil entnommen werden (
Urk.
8/40/6):
selten Material auf die Lieferwa
gen der Kunden verladen, oft die Wagen der Monteure von Hand palettieren, selten
Unmassplatten
mit dem Stapler in die Werkstatt bringen und Reststü
cke wieder versorgen, manchmal Lastwagen und Container entladen
und
all
gemeine Aufräumarbeiten verrichten, oft Gehen und Stehen und
selten
Ge
genstände bis zu 25
kg Heben und Tragen
, nie Gegenstände über 25
kg He
ben und Tragen
.
Vermerkt wurde im Bericht, dass das Palettieren aktuell nicht mehr von Hand, sondern mittels eines Hebewerkzeuges ausgeführt
werde. Im Gutachten wird dieser Arbeitgeberbericht wiedergegeben (
Urk.
8/89/7) und die Gutachter nahmen bei der
konsensualen
Einschätzung der Arbeits
fähig
keit darauf Bezug (
Urk.
8/89/13). Demzufolge besteht kein Anhalt, dass die kardiologische Beurteilung, wonach die körperliche Leis
tungs
fähigkeit für mässige und schwere körperliche Arbeiten
eingeschränkt ist, nicht
mitein
bezogen
wurde. Selbst wenn jedoch die zuletzt effektiv durch
geführte Tätigkeit als Lagerist – unter Beachtung der von der Arbeitge
berin genannten maschinellen Anpassung – zumindest teilweise als mässige (oder gar schwere) körperliche Arbeit qualifiziert werden müsste, ergäbe sich aus der Gegenüberstellung der massgeblichen
Erwerbseinkom
men
kein
renten
be
grün
dender
Invaliditätsgrad (vgl. E. 5.1).
In
einer Tätigkeit, welche d
em
medizinisch
festgelegte
n
Belastungsprofil
(leichtere
bis mittel
schwere
körper
liche Tätigkeit
, Heben und Tragen von Lasten bis zu 15
kg, Ver
mei
dung von Zwangshaltungen [Vorbeuge]
) entspricht
,
ist
der Beschwer
de
führer
zu 100
%
arbeitsfähig
.
4.
3
4.
3
.1
Der Beschwerdeführer machte geltend,
laut
dem Bericht des behandelnden Psychiaters
liege
eine
Somatisierungsstörung
vor, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in jeglicher Tätigkeit um 40
%
reduziere.
Die Gutach
ter hielten
demgegenüber
eine chronische Schmerzstörung mit psychische
n und somatischen Anteilen fest und gingen vom Fehlen einer
massgeblichen
Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit
aus psy
c
hiatrischer Sicht
aus.
4.
3
.2
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörung entwickelten Grundsätze gel
ten auch für die Beurteilung der inval
idisierenden Wirkung der vom
psy
chiatrischen Gutachter
diagnostizierten
chronischen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen (ICD-10 F45.
0). G
leiches g
i
lt
auch
für
Somatisierungsstörung
en
, da es sich
dabei ebenfalls
um ein
e
somatoforme
S
törung
handelt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_436/2013 vom 23. Januar 2014 E. 2.2
, vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifika
tion psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl., Bern 2014, S. 225-235
)
.
4.3.3
Zunächst
ist festzuhalten, dass für den Grad der Arbeitsunfähigkeit nicht die Diagnose oder die Zahl der erhobenen Diagnosen massgebend ist, sondern die daraus resultierende Leistungseinschränkung, welche sich auch durch eine zusätzliche Beeinträchtigung nicht
zwangsläufig erhöhen muss (vgl.
Urteil des Bundesgerichtes
9C_
804/2015
vom 21. Juni
2016 E. 3.2).
Ob die vorliegend zur Diskussion stehenden psychiatrischen Diagnosen einen in
validisieren
den Gesundheitsschaden darstellen, ist eine Rechtsfrage
(vgl. statt vieler:
Urteil
des B
un
desgerichtes 9C_848/2016
vom
12
.
Mai
2017
E. 2
.2
mit Hin
weis
en
).
Unabhängig davon, ob mit dem Gutachter von einer chronischen
Schmerzstörung auszugehen ist oder mit dem behandelnden Psychiater eine
Somatisierungsstörung
anzunehmen ist,
bleibt
zu prüfen
, ob das
polydiszip
li
näre
Z._
-Gut
achten (Urk. 8/89)
–
soweit nötig
unter Berück
sichtigung der weiteren
fach
ärztlichen Berichte
(
Urk.
3)
-
in Anwendung der
mit
BGE 141 V
281 materiell-beweisrechtlich
festgelegten
Anforderungen eine schlüssige Be
ur
tei
lung im Lichte der massgebenden Indikatoren
erlaubt und sich hieraus
eine invalidisierende Beeinträchtigung ergibt oder nicht
(E.
1.3.2
).
Die Ant
worten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zel
fall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern Indi
zien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammen
hang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (BGE 141 V 281 E. 4.1.3)
.
4.
3
.4
Der psychiatrische
Z._
-Gutachter hat
eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und soma
tischen Anteilen diagnostiziert,
im März
2016 zu den Standardindikatoren Stellung genommen und zusammenfassend darauf hin
gewiesen, dass die Schmerzstörung
unter Berücksichtigung
der Schilderungen des Beschwerdeführers sowie auch der Beobachtungen während der Begut
achtung
– unter dem Aspekt des Schweregrads –
als
leichtgradig
zu quantifi
zieren sei (Urk. 8/89/51).
Die diagnoserelevanten Befunde und Symptome erscheinen
vorliegend
nicht besonders ausgeprägt.
Der behandelnde Psychi
ater notierte in seinem Bericht vom
2.
September
2015, dass sich der Be
schwerdeführer psychisch gar nicht eingeschränkt fühle (
Urk.
8/56/7) und aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Tätigkeit in einer angepassten Tätig
keit überwiegend wahrscheinlich möglich wäre (
Urk.
8/56/14). Dies lässt sich mit der Feststellung, es liege eine schwere Schmerzsymptomatik vor, nicht vereinbaren, zumal die von ihm festgehaltenen Beschwerdeangaben und Be
funde (
Urk.
8/56/8f.) auch nicht besonders ausgeprägt erscheinen.
Von einer Behandlungsresistenz respektive von der Ausschöpfung der
Behandlungs
möglichkeiten
kann
sodann
nicht die Rede
sein.
I
m Bericht von
Dr.
A._
vom 2. September
2015
wurde
noch festgehalten, dass keine Indikation zur weiteren psychiatrischen Therapie bestanden habe und die Therapie entspre
chend abgebrochen worden sei. Der Beschwerdeführer habe sich psychisch nicht eingeschränk
t gefühlt, weshalb aus Sicht der behandelnden Psychiate
rin
ke
ine Einschränkung
bestanden habe
(Urk.
8/56/7
und
Urk.
8/56/12
). Zur aktuellen
Therapie
führte der Gutachter aus, der Beschwerdeführer sei seit einem Jahr in psy
chiatrischer Behandlung bei Dr.
A._
und sehe ihn einmal pro Monat (
Urk.
8/89/47).
Ausserdem wurde festgehalten
, dass – die
Labor
werte
des Beschwerdeführers berücksichtigend sowie auf der Basis
von des
sen
Aussage, die Medikation nütze sowieso nichts –
ein
deutlich erniedrigte
r
Spiegel von
Duloxetin
entweder für eine
Incompliance
oder aber eine schnelle
Metabolisierung
spreche, weshalb die Medikation entweder abgesetzt oder deutlic
h gesteigert werden müsse (Urk.
8/89/50).
Anlässlich der Explo
ration gab
der Beschwerdeführer an, zur Nacht
Lyric
a
125mg zu nehmen, es jedoch nicht zu vertragen und immer das Gefühl zu haben, „im Sturm zu sein“. Hinsichtlich des
Cybalta
60mg, welches er seit zwei Wochen in dieser Dosierung nehme, gab der Beschwerdeführer an, keine Wirkung bemerkt zu haben
(
Urk.
8/89/47)
.
Somit ergibt sich weder aus dem Gutachten noch de
n
Bericht
en
des behandelnden Psychiaters, dass alle Therapiem
öglichkeiten ausgeschöpft wären, was im Übrigen auch gegen einen ausgeprägten
Lei
densdruck
spricht.
Was den Indikator “
Komorbiditäten
“ betrifft, so
liegen
nach den gutachterlichen
Feststellungen keine vor.
Weder wurden in psy
chischer Hinsicht Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ge
stellt – insbesondere machte der Gutachter
keine depressiven Akzente aus
–, noch sind
in körperlicher Hinsicht
Komorbiditäten
aktenkundig
; abgesehen von den kardiologischen Beeinträchtigungen
. Daran vermag auch das Schreiben des behandelnden Psychiaters vom
5.
Juli
2016 (
Urk.
3) nichts zu ändern
; dieser stellte keine
Komorbiditäten
fest, sondern klassifiz
i
erte die
selbe Symptomatik unterschiedlich.
Den Sensibilitätsstörungen sprach der neurologische Experte pathologischen Krankheitswert ab
, da die
Angaben des Beschwerdeführers
z
u unpräzise gewesen
seien
und sich kein klares Bild ergeben
habe
(Urk.
8/89/35).
Hinsichtlich der Persönlichkeitsstruktur berich
tete de
r Gutachter von einer leistungsorientierten Grundpersönlichkeit, die schmerzbedingten Einschränkungen der Leistungsfähigkeit seien mit Schwierigkeiten im Selbstbild verbunden, welche eine Überwindung der Schmerzproblematik erschweren würden (U
rk.
8/89/51).
Ansonsten wirke der Beschwerdeführer in seiner Primärpersönlichkeit umgänglich, angepasst und einigermassen stabil (Urk.
8/89/49).
Die grundlegenden psychischen Funktio
nen sind nach den Ergebnissen der gutachterlichen Untersuchungen weitge
hend intakt
.
Bezüglich der persönlichen Resso
urcen hielt der Gutachter fest, der Beschwerdeführer sei
sozial in die Familie und den Bekanntenkreis ein
gebunden
. Die Integration in den deutschsprachigen Bereich sei
allerdings
kaum vorhanden (
Urk.
8/89/51-52). Auch der detailliert festgehaltene Tages
ablauf des Beschwerdeführers spricht
für
das Vorhandensein
persönliche
r
Ressourcen
.
Es wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer begebe sich mehr
fach täglich auf
mehrstündige
Spaziergänge und besitze ein Auto,
welches er
auch
fahre. Gelegentlich falle
ihm das Fahren etwas schwer, da sein rechtes Bein einschlafe. Sodann
macht
der Beschwerdeführer
laut seinen Aussagen auc
h Ferien; letztmals sei er über Weihnachten in
B._
gewesen, ansonsten jedoch seit zwei Jahren nicht mehr
(Urk.
8/89/46).
Des Weiteren hätten er und seine Frau
ein
en grossen
Bekannte
nkreis
.
Der Gutachter wies
sodann
auf eine schlechte finanzielle Situation hin (
Urk.
8/89/48).
Zum beweisrechtlich entscheidenden Aspekt der
Konsistenz ist zu erwähnen, dass das
Aktivitäts
niveau
zwar offenbar tiefer ist als früher. Im Vergleich zur geltend gemach
ten Einschränkung im Erwerb (mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit) er
scheinen die vom Beschwerdeführer beschriebenen Einschränkungen in den sonstigen Lebensbereichen aber als weniger ausgeprägt.
Unter Berücksichtigung der nunmehr beachtlichen Standardindikatoren, insbe
sondere
aufgrund des niedrigen Schweregrads sowie
der fehlenden Therapieresistenz des
somatoformen
Leidens, sind erhebliche funktionelle Auswirkungen der
somatoformen
Schmerzen
,
d.h.
der in diesem Zusam
me
n
hang geklagten Beschwerden
,
nicht schlüssig nachgewiesen.
Daran vermag entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers auch der Bericht von
Dr.
A._
,
zu Händen der Beschwerdegegnerin vom 2.
September
2015
(
Urk.
8/56)
nichts zu ändern. Diesem Bericht sind keine weitergehenden Angaben zu den Standardindikatoren zu entnehmen.
Die di
agnos
tizierte chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen hat so
mit
unter Berücksichtigung der
Feststellungen des
Gutachter
s
und des behandelnden Psychiaters
(noch) keine
invaliden
versicherungsrecht
lich
relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
An dieser Schlussfolge
rung würde sich auch nichts ändern, wenn
nicht von einer chronischen Schmerzstörung sondern
von einer
Somatisierungsstörung
ausgegangen würde
.
4.
4
Der Beschwerdeführer machte sodann geltend, es sei bei der
polydisziplinä
ren
Konsensbeurteilung nicht berücksichtigt worden, dass der orthopädische Gutachter in seiner Teilexpertise aufgrund der im Februar 2014 erlittenen Diskushernie L4/5 von einer f
ortlaufenden
Arbeits
un
fähigkeit ausgegangen sei
.
Von einer Widersprüchlichkeit des orthopädischen Teilgutachtens
kann je
doch nicht die Rede sein.
E
ntgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist
die Beurteilung des Orthopäden
so zu verstehen, dass
nach anfänglicher fortlau
fender
Arbeits
un
fähigkeit
,
die weitergehende neurophysiologische Abklärung und
die
bildtechnische Kontrolluntersuchung
in der Folge jedoch
zu keinem Zeitpunkt eine
radikuläre
Kompression oder neurologische
Defizitsymptoma
tik
hätten
nachweisen können, weshalb
er acht Wochen nach Auftreten der Schmerzsymptomatik von einer 100%igen
Arbeitfähigkeit
in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit
ausgehe
(
Urk.
8/89/28-29)
.
Auf diese Einschätzung wurde denn auch in
der
Konsensbeurteilung abgestellt (
Urk.
8/89/12).
4.5
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagerist
und in jeder anderen
angepassten Tätig
keit
–
zum Belastungsprofil
vgl. E. 3.1
–
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
be
steht
.
5.
5.1
Da fraglich ist, ob der letzte Arbeitsplatz als Lagerist effektiv den insbeson
dere kardiologischen Einschränkungen Rechnung trägt (E. 4.2), ist ein
Ein
kommensvergleich
durchzuführen.
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik pe
riodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen wer
den (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bun
desgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli
2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli
2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwen
dung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE
133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
In
va
li
den
einkommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegeben
heiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtspre
chung).
5.2
Die Bemessung des Inva
liditätsgrads ist für den Zeitpunkt des
frühest
mögli
chen Rentenbeginns, hier
das Jahr
2015 (Anmeldung am 8. August
2014
[
Art.
29
Abs.
4 IVG] und Ablauf des Wartejahres
im Februar
2015
[
Art.
28
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
29
ter
der Verordnung über die Invaliden
versicherung; IVV
]) vorzunehmen.
5.
3
Es ist davon auszugehen, dass der seit 1996 bei der
Y._
AG angestellte
Beschwerdeführer ohne körperliche Einschränkungen weiterhin diese Tätig
keit in gewohntem Ausmass eines 100%-Pensums ausüben würde, weshalb
für die Bemessung des
Valildeneinkommens
von diesen Einkomme
nsverhält
nissen auszugehen ist. Nach Angaben der Arbeitgeberin verdiente der Be
schwerde
führer seit April
2013 einen Monatslohn von
Fr.
6‘480.--
(
Urk.
8/40/2), was
Fr.
84‘240.
--
pro Jahr ergibt.
Unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung
bis ins Jahr 2015 (Indexstand
2
204 [2013] auf 2226 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39:
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsument
enpreise und der Reallöhne, 1976-20
15) ergibt sich ein Jahreseinkommen (
Valideneinkommen
) von
Fr. 85‘081.--
(
Fr. 84‘240.
-- :
2204 x 2226
)
.
5.4
Zur Bemessung des Invalideneinkommens
ist mit den Parteien ein statisti
scher Tabellenlohn heranzuziehen.
Auf dem hypothetischen, als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt lassen sich genügend adaptierte Tätigkeiten fin
den, welche dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des von den Gut
achtern formulierten Zumutbarkeitsprofils und seiner Begabungen
offenste
hen. Angesichts des medizinischen Belastungsprofils ist gestützt auf die LSE 201
2
vom Tabellenlohn für
einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art
im Umfang von Fr. 5‘
210
.-- (LSE 201
2
, Tabelle TA1, Wirt
schaftszweige Total, Kompetenzniveau 1
,
Männer
) auszugehen. Unter Be
rücksichtigung der betriebsü
blichen Arbeitszeit im Jahr
2015
von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008],
in Stunden pro Wo
che, TOTAL
)
sowie der
Nominallohnentwicklung für Männer bis ins massge
bliche Jahr 201
5
(Indexstand 2
188
[201
2
] auf 22
26
[201
5
], Bundesamt für Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne,
1976-2015) ergibt sich somit für ein zumutbares
Arbeitspen
sum
von 100 % ein Invalideneinkommen von Fr.
66‘309.1
0
(Fr. 5‘
210
.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2
188
x 22
26
).
5.5
Der Vergleich
des
Valideneinkommens
von Fr. 84‘240.--
mit dem
Inv
aliden
ein
kommen
von Fr. 66‘309.1
0 ergibt eine E
inkommenseinbusse von Fr. 17‘930.90
, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
gerun
det 21
%
entspricht (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2). Die Gewährung eines Leidensabzugs ist
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
vorlie
gend nicht angezeigt.
6.
Damit ist die angefochtene Verfügung
im Ergebnis
nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
7.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vo
r dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 7
00.-- fest
zusetzen und
dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.