Decision ID: e1e82b96-3c2d-5ac5-bb5a-9be1c7c8faf8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, war ab 1. März 2003 bei der
Z._
als Softwareentwickler angestellt und dadurch bei der Winterthur
Columna
(heute firmierend unter AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Win
terthur) berufsvorsorgeversichert
(
Urk.
2/2).
I
nfolge einer seit 21. April 2005 an
dauernden Arbeitsunfähigkeit
wurde
ihm
im November 2005
gekündigt
.
Das Vorsorgeve
rhältnis mit der Winterthur
Colu
mna
wurde per Ende Juli 2006 auf
gelöst
(
Urk.
2/3,
2/5, 2/16 S. 12 f.
, 7/5, 7/8
).
Ab August
2006 arbeitete
X._
als
Softwareentwick
ler
/Datenanalytiker bei der
A._
und
war
dadurch
bei der Schweizeri
schen National Sammelstiftung BVG (heute firmierend unter
Swiss Life
Sam
melstiftung
BASIS
) berufsvorsorgeversichert (
Urk.
15/45
).
I
m
Hinblick auf die bevorstehende Fusion der
A._
mit der
B._
(im März 2011,
Urk.
47) wurde
das Arbeit
sverhältnis von dieser
ab 1. Juli 2010 übernommen
(vgl.
Urk.
1 S. 4,
Urk.
34/1)
. Da die
B._
der
Y._
-Pensionsk
asse an
geschlossen war, war
X._
ab diesem Zeitpunkt bei dieser
berufsvorsorge
versichert (
Urk.
2/9).
Nachdem sich
X._
im Januar 2010 bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug angemeldet hatte, wurde ihm
mit IV-Verfügung vom 5. September 2012 eine halbe Rente ab 1. August 2010 zugesprochen (
Urk.
2/17). In der Folge wand
te er sich an die
AXA Stiftung
Berufliche Vor
sorge
respektive an die
Swiss Life Sammelstiftung BASIS
und beantragte die Ausrichtung von Leistungen der beruflichen Vorsorge. Beide
Vorsorgeeinrich
tungen
lehnten
jedoch
das E
rbringen von Leistungen
ab (
Urk.
2/18-21).
2.
Mit Eingabe vom 28. April 2014 liess
X._
gegen
die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
(Beklagte 1) und
die S
wiss Life Sammelstiftung BASIS (Beklagte 2) Klage
erheben
mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2).
Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger ab 1. August 2010 eine halbe Invali
denrente
auszurichten zuzüglich 5
%
Verzugszinsen ab Rechtshängigkeit der Klage. Die bei Einreichung der Klage noch nicht fälligen
Rentenbetreffnisse
seien zuzüg
lich 5
%
Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit nachzuzahlen.
Eventuell: Die Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger ab 1. August 2010 eine halbe Invalidenrente auszurichten zuzüglich 5
%
Verzugszinsen ab Rechtshängig
keit der Klage. Die bei Einreichung der Klage noch nicht fälligen
Rentenbetreffnisse
seien zuzüglich 5
%
Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit nachzuzahlen.
Unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.
Die
AXA Stiftung
Berufliche Vorsorge
und die Swiss Life S
ammelstiftung BASIS
schlossen in ihren jeweiligen Klageantworten vom 6. Juni 2014 respektive
1. September 2014 auf Abweisung der gegen sie gerichteten Klage (
Urk.
6, 10). Mit Verfügung vom 4. September 2014 wurden die Akten der Invaliden
-
versicherung
beizgezogen (
Urk.
12, 15/1-97)
.
Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hiel
ten die Parteien an ihren Anträgen fest
(
Urk.
19, 24, 25). Mit Verfügung vom 5. Februar 2015 wurde die
Y._
-Pensionsk
asse zum Verfahren beigeladen (
Urk.
27). Diese liess sich mit Stellungnahme vom 2
2.
Mai 2015 ver
nehmen
(
Urk.
33). Die Beklagte 1 und 2 äusserten sich zu dieser Stellungnahme, der Klä
ger verzichtete darauf (
Urk.
37, 40, 42).
Au
f die Ausführungen der Parteien
wird
- soweit für die
Entscheidfindung
erfor
derlich
- in den nachfolgenden Erwägun
gen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Z
u prüfen
ist
, ob d
er
Kläger gegenüber der Beklagten 1 respektive der Beklagten 2 Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge hat. Nicht zu prüfen ist eine allfällige Leistungspflicht der Beigeladenen (BGE 130 V 501
E. 1.2). Unbestritten ist, dass
beim Kläger
seit
Mai 2010 eine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit von 50
%
besteht. Streitig ist, ob bereits während des
Vor
sorgeverhältnisses
mit der Beklagten 1 respektive Beklagten 2 eine Arbeitsunfä
higkeit von 20
%
eingetreten war und diese gegebenenfalls in einem zeitlichen Zusammenhang mit der anerkannten Invalidität, die ab August 2010 einen Rentenanspruch begründet, steht.
Diese Frage ist, da die IV-Verfügung vom
5. September 2012 keiner der Parteien
eröffnet wurde und damit eine mögliche Bindungswirkung entfällt (vgl. BGE
130 V 270 E. 3.1
), frei zu prüfen, wovon auch die Parteien ausgehen.
2.
2.1
Der Anspruch auf Invalidenleistungen der (obligatorischen) beruflichen Vor
sorge setzt voraus, dass die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, während der Dauer des Vorsorgever
hältnisses (einschliesslich der einmonatigen
Nachdeckungsfrist
)
eingetreten ist (
Art. 23
lit
. a
des Bundesgeset
zes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Altersvorsorge, BVG)
. Unter Arbeitsunfähigkeit ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bis
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23 mit Hinweisen). Sie muss mindestens 20 Prozent betragen
(SVR 2008 BVG
Nr. 34;
Bundesgerichtsu
rteil 9C_990/2009 vom 8. Juli 2009 E. 3.1).
Nach der Rechtsprechung muss eine Einbusse an Leistungsvermögen arbeitsrecht
lich in Erscheinung treten, so etwa durch einen Abfall der Leistun
gen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsaus
fälle. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, ohne dass der frühere Arbeitgeber die Leistungseinbusse bemerkt hätte, genügt nicht. Es sind die vertraglich festgesetzte Pflicht zur Er
bringung von Arbeit und die dafür vorgesehene
Entlöhnung
sowie weitere im Rahmen des Arbeitsverhältnisses getroffene Vereinbarungen in der Regel als den realen Gegebenheiten entsprechend zu werten. Nur bei Vorliegen besonde
rer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage treten
den Situation in Wirklichkeit abwe
ichenden Lage
in Betracht gezogen werden
,
etwa in dem Sinne, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und auch entsprechend
entlöhnt
wurde, tat
sächlich aber eben doch
keine volle Arbeitsleistung
erbringen
konnte (SVR 2008 BVG Nr. 31 S. 126; Bundesgerichtsurteil 9C_394/2012 vom 18. Juli 2012
E. 3.1.1).
2.2
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorge
-
einrich
tungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Ar
beitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der In
validenversicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen
Vorsorge
einrichtung
, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Die Leistungspflicht einer Vorsorgeeinrichtung für eine erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene oder verschlimmerte Invalidität bedingt
indessen
, dass zwischen der relevanten Arbeitsunfähigkeit und der nachfolgen
den Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang be
steht (BGE 136 V 65 E. 3.1
). Letzterer setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit, d.h. in der Regel während mindestens dreier Monate (vgl. Art. 88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invali
denversicherung,
IVV), wieder (annähernd)
vollständig arbeitsfähig war (Bun
desgerichtsu
rteil 9C_656/2014 vom 16. Dezember 2015 E. 5.1.1 mit Hinweis),
was sich nach der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
in einer der gesundheitlichen Beein
trächtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit beurteilt (BGE 134 V 20 E. 5.3
S. 27;
Bundesgerichtsurteil 9C_278/2015 vom
2.
Februar 2016 E. 2.3.2).
3.
3.1
Der Kläger liess in der Klagebegründung im Wesentlichen vorbringen,
seit Au
gust 2004 leide er an einer
Colitis
ulcerosa
mit rezidivierenden Schüben
. Im April 2005 habe er eine transitorische Hirnischämie erlitten
. Die Kombination dieser
Leiden habe dazu g
eführt, dass er seither
im funktionellen Leistungsver
mögen
und damit in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sei.
Aus dem
von der Invalidenversic
herung i
n
Auftrag gegebenen
Gutachten
des
C._
vom 11.
Februar 2011
ergebe sich, dass seit dem Jahr 2005 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als Softwareentwickler bestehe.
Bereits im Mai 2006 sei ihm von der Neurologin
Dr.
med.
D._
eine
Einschränkung in die
sem Umfang
attestiert worden.
Daran ändere nichts, dass er im September 2006 wieder eine 100
%
-Stelle habe antreten könne. Dies sei
nur möglich gewesen, weil er im Betrieb eines Kollegen habe arbeiten können und er sich somit in ei
nem geschützten Umfeld befunden
habe.
Die
A._
habe am 19. Februar 2010 auf telefonische Anfrage der Invalidenversicherung bestätigt, dass die Leistungen
des
Klägers nicht einer vollen Arbeitsleistung entsprochen hätten.
Nur dank
dieser speziellen Umstände
sei er trotz Leistungseinbusse für eine ge
wisse Zeit noch in der Lage gewesen, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
Die IV-Stelle habe denn auch den Beginn der Wartezeit auf den Januar 2004 festgelegt.
Da die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit seit 2005 bestehe und der zeitliche Zusammenhang nicht unterbrochen worden sei, sei die Be
klagte 1 zu verpflichten, ihm ab 1. August 2010 eine halbe Rente auszurichten. Für den Fall, dass das Gericht den zeitlichen Zusammenhang als unterbrochen erachte, sei die Beklagte 2 zur Ausrichtung der beantragten Leistungen zu ver
pflichten (
Urk.
1 S. 12
f.
).
3.2
Die Beklagte 1
macht geltend, der Kläger habe ab September 2006 bis zur Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes im Mai 2010 den angestammten Beruf voll ausüben können und dabei ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt. Anhaltspunkte dafür, dass ihm ein Soziallohn ausbezahlt worden sei, lägen keine vor. Der zeitliche Zusammenhang zur Arbeitsunfähigkeit, welche im Jahr 2005 während des Vorsorgeverhältnisses mit ihr eingetreten sei, sei daher un
terbrochen. Erst
im Mai 2010 habe der Kläger das Arbeitspensum aus gesund
heitlichen Gründen auf 50
%
reduziert. Zu diesem Zeitpu
nkt habe
keine
Versi
cherungsdeckung
mehr
bei ihr
bestanden
(
Urk.
6, 24, 37).
3.3
Die Beklagte 2
bestreitet ihre Passivlegitimation. Die
A._
habe den
An
schlussvertrag
mit ihr per 30. Juni 2010 aufgelöst. Mit der Auflös
ung des
An
schlussvertrags
seien
sämtliche Versicherungsrisiken
auf
die
Y._
-Pensions
kasse
über
ge
gangen
. Da Leistungen ab 1. August 2010 geltend gemacht wür
den, sei f
olglich diese
passivlegitimiert. Zudem weist die Beklagte 2 darauf hin, dass sie bei der Aufnahme des Klägers einen bis 1. August 2011 geltenden
Ge
sundheitsvorbehalt
für Erwerbsunfähigkeit infolge psychischer Beschwerden oder aufgrund von entzündlichen
Darmerkrankungen angebracht gehabt habe
. In materieller Hinsicht schliesst sie sich im Wesentlichen den Ausführungen des Klägers an
. Mithin geht sie davon aus, dass seit Anfang 2004 eine ununterbro
chene Arbeitsunfähigkeit von 50
%
besteht (
Urk.
10, 25, 42).
3.4
Die Beigeladene
stellt sich auf den Standpunkt, dass kein Anschlusswechsel ei
nes Arbeitgebers erfolgt sei, sondern vielmehr seien einzelne Arbeitnehmer, darunter der Kläger, infolge Übergang der Arbeitsverhältnisse auf die
B._
neu bei der
Y._
-Pensionskasse versichert worden. Für die Abgrenzung der Leistungspflicht sei daher Art. 23 BVG massgebend. Ein Vorsorgeverhältnis zwischen ihr und dem Kläger habe erst ab Juli
2010 bestanden, also
erst nach
Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit.
Eine Leistungspflicht ihrerseits falle demnach ausser Betracht. Im Übrigen teilt d
ie Beigeladene
die Ansicht des Klägers und der Beklagten 2, wonach eine
(durchgehende)
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
seit 2005 ausgewiesen sei (
Urk.
33).
4.
4.1
Im August 2004 wurde beim Kläger die Diagnose einer
Pancolitis
ulcerosa
ge
stellt (
Urk.
2/4). Im April 2005 wurde der Kläger notfallmässig hospitalisiert we
gen einem akuten Verwirrtheitszustan
d und Status
febrilis
mit Amnes
ie unter
Pr
ednisonmedikation
aufgrund eines
akuten
Colitis
ulcerosa
-Schub
s
. Ab diesem Zeitpunkt
war er arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
2/5).
Anlässlich einer
neu
ropsychologische
n
Testung am 9. Mai 2005
wurden
pathologische Befunde in der Orientierung (zeitlich und örtlich),
Lern- und Gedächtnisstörungen für ver
bale als auch für orale Inhalte sowie ein lückenhaftes Altgedächtnis und eine leichte Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit festgestellt (
Urk.
2/6). Im Juni und August 2005 musste der Kläger wegen einer schmerzhaften Analfissur im Zusammenhang mit der chronischen Darmerkrankung erneut hospitalisiert werden (
Urk.
2/7). Ab März 2006 begab sich der Kläger aufgrund psychosozialer Belastungssituationen (Kündigung im November 2005 und Trennung von der Lebenspartnerin und dem gemeinsamen Kind) in
psychiatrische Behandlung
(
vgl.
Urk.
15/28/13). Die Arbeitsunfähigkeit dauerte nach wi
e vor an, als er am 1
2.
Mai 2006
durch
Dr.
D._
erneut neuropsychologisch abgeklärt wurde. Dabei wurden leichte modalitätsunabhängige
mnestische
Defizite, leichte quan
titative Auffälligkeiten in der lexikalischen Ideenproduktion und eine leichte Beeinträchtigung der Aufmerksamkeitsleistun
gen nachgewiesen.
Diese Befunde beurteilte
Dr.
D._
als mul
tifaktoriell bedingt
bei vorbestehende
r Legasthe
nie und psychosozialen
Belastungsfaktoren mit re
aktiv depressiver Entwicklung. Sie hielt fest, aus rein neuropsychologischer Sicht sei sicherlich von einer ca. 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
2/8).
4.2
Im August 2006 trat der Kläger die Vollzeitstelle bei der
A._
an (vgl.
Urk.
15/45).
Ab diesem Zeitpunkt wurde ihm
von seinem Hau
sarzt
Dr.
med.
E._
wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt
(
Urk.
7/10). Im De
zember 2006
erlitt der Kläger erneut einen Schub der
Colitis
ulcerosa
(
Urk.
1
5/28/2+14+81). Im März 2007 erfolgte eine
Hospitalisation
nach einem epileptischen Anfall. Diagnostiziert wurde
ei
n erstmaliger generalisierter An
fall mit prolongierter
Reorientierungsphase
unklarer Ätiologie. Zudem wurde
der Verdacht geäuss
ert, dass bereits in den
Monaten
zuvor
fokale Ausfälle aufge
treten seien (
Urk.
2/11, 2/12, 15/28/88-89).
A
m 3. Oktober 2007
fand eine Nachuntersuchung statt. Dabei
berichtete der Kläger von einem anfallsfrei
en Verlauf infolge neu eingestellter
Medikation. Darüber hinaus wurde
vermerkt, dass der Kläger sich vor 2 1/2 Monaten eine
Tibiaplateau
-Fraktur zugezogen h
abe und deshalb an Stöcken gehe.
Zur Zeit sei er 50
%
arbeitsunfähig ge
schrieben, nach der Besserung sei wieder ein 100
%
-Pensum geplant (
Urk.
2/11).
Ab Juni 2008 begab sich der Kläger
zu
Dr.
med.
F._
in eine wö
chentliche Psychotherapie (
primär wegen Beziehungsproblemen und mangeln
der Konfliktfähigkeit;
Urk.
15/28/92).
Am 27. März 2009 erfolgte eine weitere neurologisch
e Verlaufsuntersuchung. Dabei wu
rd
e
konstatiert, dass der Kläger seit der letzten Untersuchung vom 3. Oktober 2007 anfallsfrei sei. Die verord
nete Medikation werde gut vertragen. Das Leeregefühl im Kopf, die
Wortfin
dungsstörungen
und das Kribbeln in den Händen seien nicht mehr aufgetreten. Der Kläger sei weiterhin im angestammten Beruf als Informatiker arbeitstätig, aktuell in einem Pensum von 100
%
. Aufgrund des positiven Verlaufs empfah
len die Ärzte
eine niedrigere D
osierung
der Medika
tion
(
Urk.
2/12).
Der Neuro
loge
Dr.
med.
G._
führte im Bericht vom 19. Juni 2009 aus, die Reduk
tion der Medikation habe innert weniger Tagen zu
„Absenzen“
geführt, worauf
hin der Kläger ihn aufgesucht habe. Da der Kläger
über
zunehmende
Gedächt
nisprobleme
und Konzentrationsschwierigk
eiten
klagte, veranlasste
Dr.
G._
eine weitere neuropsycholo
gische Untersuchung bei
Dr.
D._
(
Urk.
2/13). Anlässlich der Abklärung vom 23. Juli 2009 stellte die Neurologin eine leichte verbale und deutlich akzentuierte visuell-räumliche Gedächtnisstö
rung fest. Sie hielt fest, aufgrund der Anamnese scheine die visuell-räumliche Gedächtnisschwäche im Verlauf neu aufgetreten zu sein
.
Diese Schwäche
er
kläre auch die subjektiv beschriebenen Schwierigkeiten des Klägers im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als Informatike
r (
Urk.
2/14).
Im März 2010 kam es zu einem weiteren Schub der
Colitis
ulcerosa
(vgl.
Urk.
15/28/15)
. Ab Mai 2010 sc
hrieb die Psychiaterin
Dr.
F._
den Kläger wegen akuter Überforderung am Arbeitsplatz zu 50
%
arbeitsunfähig (vgl.
Urk.
1 S. 16).
Im Auftrag der Invali
denversicherung wurde er im Oktober/November 2010 am
C._
int
erdisziplinär begutachtet. Dabei
wurden eine
Colitis
ulce
rosa
mit rezidivierenden Schüben, eine fokale Epilepsie mit partiell komplexen Anfällen und ein Status nach transitorischer Hirnischämie im April 2005 diag
nostiziert.
Ausgeführt wurde, dass aus
gastroenterologischer
Sicht
während den akuten Schüben eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Während der
Rekon
valeszenzphase
könne der Kläger zu 50
%
arbeiten. Aus neurologischer und
neuropsychologischer Sicht sei
eine Arbeitsfähigke
it von 60
%
möglich. Aus psychiatrischer Sicht sei
eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit zu verneinen
. Gesamthaft betrachtet
bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als
Softwareent
wickler
. Diese Einschränkung bestehe seit 2005. Zu betonen sei, dass der
Kläger einen sehr verständnisvollen Arbeitgeber habe, der eine reduzierte Leistungsfä
higkeit trotz des Anstellungsverhältnisses von 100
%
akzeptiere (
Urk.
15/28/19 ff.).
5.
5.1
Aufgrund der Akten ist eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ab
Mai 2010 ausgewiesen. Zurückzuführen ist sie unbestrittenermassen auf die
Co
litis
ulcerosa
und
die
neurologischen Defizite. Diese Pathologien bestehen seit 2004 respektive 2005. Der Kläger musste
deretwegen
regelmässig gesundheitli
che Rückschläge und damit verbunden auch Arbeitsunfähigkeiten in Kauf neh
men.
Im Gutachten des
C._
, auf welches sich d
er Kläger zur Begründung der Klage
massgeblich abstützt,
wu
rd
e
deshalb
eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit seit 2005 postuliert.
5.2
D
ieses Gutachten
vermag indes
, soweit es
sich rückwirkend zur Arbeitsfähigkeit äussert, nicht zu überzeugen.
N
icht nachvollziehbar
ist insbesondere
, dass
be
reits aufg
rund der Darmerkrankung
höchstens eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
mögl
ich sein soll
. Begründet wird die bescheinigte Einschränkung mit dem
Re
zidivrisiko
unter Stress und Überforderung
(
Urk.
15/28/24). Für die Dauer der
akuten
Schübe der
Colitis
ulcerosa
wurde dem Kläger jeweils eine
100%ige
Ar
beitsunfähigkeit attestiert, was ohne Weiteres einleuchtet. Darüber hinaus ver
mag aber
im Rahmen einer retrospektiven Beurteilung das blosse Risiko
allein
,
das heisst
ohne
dass es
sich verwirklicht
hätte
,
k
eine weitergehende Arbeitsun
fähigkeit
zu rechtfertigen.
Dass körperliche und nervliche Überlastungen ein Re
zidiv begünstigen können, bestätigte auch
der
behandelnde
Gastroentereologe
Dr.
med.
H._
.
Überdies
wies er darauf hin, dass
sich die Epilepsie und die
Coli
tis
ulcerosa
aufgrund der notwendigen Medikation gegenseitig beeinfluss
t
en
. Gleichzeitig führte er
jedoch
aus,
dass es
dem Kläger
von Seiten der
Colitis
ulcerosa
seit Oktober 2005
erstaunlich gut
gehe
. D
ie Situation
sei stabil
.
Weiter erklärte er, d
a k
örperliche un
d nervliche Überlastungen
zu vermeiden
seien,
u
nterstütze
er
die
neuropsychologisch indizierte Reduktio
n der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
(
Urk.
2/15).
Diese Einschätzung erging
, nachdem der Kläger ab Mai 2010 zu 50
%
krank ge
schrieben worden war. Auf eine
Bescheinigung
einer Ar
beitsunfähigkeit
aus
rein
gastroenterologischer
Sicht
verzichtete
Dr.
H._
mit
hin
.
5.3
Die Anmeldung bei der In
validenversicherung erfolgte nach Angaben des Klä
gers
nicht wegen der
Colitis
ulcerosa
, sondern wegen der Gedächtnisschwäche.
Bezugnehmend auf
die Beurteilung von
Dr.
D._
erklärte er
im Bericht vom 6. April 2010
, dass diese Schwäche in seinem stark gedächtnisorientierten Beruf als Informatiker und Softwareentwickler zu einer massiven Überanstrengung führe. Aufgrund dieser Einschränkung sei er nicht m
ehr in der Lage, seinen Job
zu seiner eigenen Zufriedenheit und jener seines Arbeitgebers auszuführen (
Urk.
15/20).
Bereits im Mai 2006 hatte
Dr.
D._
neuropsychologische Defizite festgestellt und deswegen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
postu
liert (
Urk.
2/8). Als erheblicher Faktor
für die kognitiven Beeinträchtigungen
mit einhergehender depressiver Entwicklung
betrachtete
sie
die
damalige
psychoso
ziale Situation. Der Kläger war damals durch den Stellenverlust sowie die Tren
nung von der Lebenspartnerin und dem gemeinsamen Kind massgeblich
belas
tet. Es ist davon auszugehen, dass
sich
der Klä
ger in der Folge in gesundheitli
cher Hinsicht davon
erholt
hat
. Jedenfalls vermochte er ab April 2007 bis etwa April 2009 ein Vollzeitpensum auszuüben
.
Während dieser Zeit war er
aufgrund optimal einges
tellter Medikation anfallsfrei.
Dass der Kläger, soweit der allge
meine Gesundheitszustand gut ist und die äusseren Umstände stimmen, normale
Leistungen auch aus neuropsycho
logischer Sicht erbringen kann, zeigen
die
Resultate der
neuropsychologische
n
Untersuchung im Rahmen der interdiszipli
nären Begutachtung am
C._
, welch
e sich im Normalbereich bewegten
(
Urk.
15/28/32
).
Dr.
D._
sprach nach ihrer neuer
lichen Untersuchung des Klägers am 23. Juli 2009 denn auch von einem
Neu
auftreten
der Gedächtnisschwäche. Mithin ging
sie
offensichtlich davon
aus, dass zwischen ihrer Untersuchung im Mai 2006 und
jener im Juli 2009
vor
übergehend
eine
gewisse
Rückbildung der neuropsychol
ogischen Defizite erfolgt
war.
5.4
Im Rahmen der
Untersuchung
am 23. Juli 2009 erklärte der Kläger
gegenüber
Dr.
D._
, dass er sich den Anforderungen am Arbeitsplatz nicht mehr ge
wachsen fühle
. Sein Arbeitgeber zeige aber viel Verständnis. Er arbeite sozusa
gen in einem geschützten Umfeld
(
Urk.
2/14
). Anlässlich
der
interdisziplinären Begutachtung Ende Oktober 2010 erläuterte er, dass
er
seit 2005 bei der Arbeit unter
Ins
uffizienzgefühle
n
leide
. Sie hätten
sich in den letzten 18 Monaten ma
nifestiert,
seit ihm bewusst geworden sei, dass er unter einem Gedächtnisdefizit leide
(
Urk.
15/28/
11).
Der vom Kläger genannte
Zeitraum von 18 Monaten be
trifft d
ie Periode ab Frühling 2009. Den medizinischen Akten ist dazu
, wie aus
geführt,
zu entnehmen, dass ab März 2009
mit der Änderung der Dosierung in der Medikation
eine Verschlechterung des Gesundh
eitszustandes eintrat
.
Da
raufhin
traten zunehmende Gedächtnisprobleme auf (
Urk.
2/
1
3
).
Die Aussagen
des Klägers sind in diesem
Kontext zu sehen. Das gleiche gilt für
die Angaben
des ehemaligen V
orgesetzten des Klägers
. Dieser führte am 19. Februar 2010
auf Nachfrage der I
nvalidenversicherung aus, die
Leistungen
des Klägers
am Ar
beitsplatz seien schwer einzuschätzen. Sie entsprächen nicht 100
%
. Beim Klä
ger handle es sich jedoch um einen sehr guten Mitarbeiter und sein Arbeitsplatz sei vorlä
ufig nicht in Gefahr (
Urk.
15/17
).
Mithin
genügte
die Arbeitsleistung des Klägers im Zuge des sich verschlechternden Gesundheitszustandes nicht mehr
vollumfänglich den Erwartungen.
Daraus kann aber
nicht geschlossen werden, dass der Kläger für die
ganze Dauer des
Arbeitsverhältnisses, welc
hes zu jenem Zeitpunkt
bereits rund 3 1⁄2 Jahre angedauert hatte, ungenügende, nicht der
Entlöhnung
entsprech
ende Leistungen erbracht hätte.
5
.5
Während des Arbeitsverhältnisses mit der
A._
verrichtete der Kläger ein Vollzeitpensum.
Dafür, dass ihm
ein Sozialloh
n bezahlt wor
den
wäre, wie vom Kläger
und von der Beklagten 2
behauptet wird
(
Urk.
1 S. 12,
Urk.
10
)
, bestehen
aufgrund der vorliegenden Akten
keine Anhaltspunkte. Dagegen spricht auch, dass der Kläger während des Arbeitsverhältnisses Lohnsteigerungen erfuhr ([unterjähriges] Einkommen 2006:
Fr.
51‘340.--, Einkommen 2007:
Fr.
105‘950.--, Einkommen 2008:
Fr.
113‘945.--, Einkommen 2009:
Fr.
113‘499.--;
Urk.
15/50). Zudem machte die Arbeitgeberin auf explizite Nachfrage der Invalidenversicherung nach dem effektiven Pensum nichts Der
artiges geltend (
Urk.
15/51).
Vor diesem Hintergrund
führt
d
er Umstand, dass der Kläger einen verständnisvollen Arbeitgeber
hatte, der um seine gesundheit
liche Beeinträchtigungen wusste und darauf Rücksicht nahm,
nicht zur
An
nahme einer eingeschränkten A
rbeitsfähigkeit.
5.6
Zwar traten die
Colitis
ulcerosa
und die neurologischen Defizite erstmals wäh
rend des Arbeitsverhältnisses mit
der
Z._
auf. Nach der Beendigung dieses Arbeitsverhältnisses im November 2005 arbeitete
d
er
Kläger
jedoch
ab
August 2006 bis Mai 2010 in einem Vollzeitpensum bei der
A._
. Zu
mindest für die Dauer von April 2007 bis April 2009 ist davon auszugehen, dass er trotz der bestehenden Grunderkrankungen eine volle Arbeitsleistung
als In
formatiker un
d Softwareentwickler
zu erbr
ingen vermochte
, da
der Gesund
heitszustand - abgesehen von der vorliegend nicht interessierenden (weil nicht invalidisierenden)
Tibiaplateau
-Fraktur - stabil war
und keine echtzeitlich ärzt
lich bescheinigte
n
Arbeitsunfähigkeiten
für diese Zeit
vorliegen
.
Konkrete
An
haltsp
unkte dafür, dass
damals
eine Einbusse an Leistungsvermögen arbeits
rechtlich in Erscheinung getreten wäre,
liegen
nicht
vor
. Insbesondere
rechtfer
tigt sich die Annahme nicht
, dass der Kläger stets lediglich zu 50
%
arbeitsfähig gewesen, aber zu 100
%
entlöhnt
worden wäre
. Da
in der Regel bereits eine volle Arbeitsfähigkeit von drei Monaten in einer leidensangepassten Tätigkeit
für den Unterbruch des zeitlichen Zusammenhangs genügt (E. 2.2
hievor
),
muss
dies
v
orliegend
erst recht
gelten und
eine Unterbrechung
des
zeitliche
n
Zusam
menhang
s
zwischen der im
2004 respektive 2005 aufgetretenen Arbeitsunfähig
keit und der nachfo
lgenden Invalidität angenommen werden
. Vielmehr ist da
von auszugehen, dass die massgebende Arbeitsunfähigkeit, welche zur Invali
dität führte, etwa im April 2009, spätestens jedoch im Mai 2010, also auf jeden Fall während des Versicherungsverhältnisses mit der Beklagten 2, auftrat.
Von Weiterungen, etwa von
der beantragten Einvernahme der
ehemaligen V
orge
setzten des Klägers (
Urk.
1 S. 12,
Urk.
19
), sind keine
entscheidrelevanten
Er
gebnisse mehr zu erwarten, so dass darauf zu verzichten ist (antizipierte
Be
weiswürdigung
; BGE 136 I 229 E. 5.3).
6.
6.1
Art. 23 BVG sieht vor, dass der Anspruch auf Invalidenleistungen gegenüber derjenigen Vorsorgeeinrichtung entsteht, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehört (vgl. E. 2.2
hievor
). Die Beklagte 2 bestreitet di
e Anwendbarkeit dieser Regel, da
der
Anschlussver
trag
mit ihr per 30. Juni 2010 aufgelöst worden sei.
M
it dem Übergang des Ar
beitsverhältnisses des Klägers auf die
B._
habe
ein Anschlusswechsel
stattgefunden, weshalb
die Zuständigkeit für eine allfällige Leistungspflicht bei der Beigeladenen
liege
(
Urk.
1
0
S. 5).
6.2
Sinngemäss beruft sich die Beklagte 2 somit auf Art. 53e BVG. Diese Bestim
mung regelt
den Anschlusswechsel eines Arbeitgebers von einer (alten)
Vorsor
geeinrichtung
zu einer neuen.
Dabei übersieht sie, dass im Falle des Klägers kein Anschlusswechsel im Sinne dieser Bestimmung statt fand. Aus ihrer
Aus
trittsmeldung
vom 7. Juli 2010 geht klar hervor, dass der Kläger individuell aus der Beklagten 2 austrat (
Urk.
2/9).
Überhaupt fehlt es in den Akten an Anhalts
punkten, die für einen (kollektiven) Anschlusswechsel der Arbeitnehmer der
A._
zur Beigeladenen sprechen würden
, etwa aufgrund der
Durchfüh
rung einer
Teilliquidation
respektive die Feststellung durch die zuständige Auf
sichtsbehörde, dass eine solche nicht zu erfolgen ha
be
(vgl. Stauffer, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zur beruflichen Vorsorge, 3. Auflage, S. 202).
Die blosse Meldung der Beklagten 2 zu
Handen
der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, dass der Anschlussvertrag mit der
A._
aufgelöst worden sei
(
Urk.
43/9)
,
begründet keinen Anschlusswechsel im Sinne
von Art. 53e BVG.
Demzufolge bleibt Art. 23 BVG für die Abgrenzung der Leistungspflicht mass
gebend, womit die Beklagte 2 leistungspflichtig ist.
6.3
An der Leistungspflicht der Beklagten
2
änderte sich selbst dann nichts,
wenn von einer Anwendbarkeit von Art. 53e
BVG
auszugehen wäre. Löst der Arbeit
geber den Anschlussvertrag mit seiner Vorsorgeeinrichtung auf, so haben sich die bisherige und die neue Vorsorgeeinrichtung über den Verbleib der
Renten
bezüger
bei der bisherigen oder den Wechsel zur neuen Vorsorgeeinrichtung zu einigen, sofern der Anschlussvertrag für diesen Fall keine Regelung vorsieht.
Fehlt eine Regelung im Anschlussvertrag oder kommt zwischen dieser bisheri
gen und der neuen Versicherung keine Vereinbarung zustande, so verbleiben die Rentenbezüger bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung (
Abs.
4). Ist im
An
schlussvertrag
vorgesehen, dass die Rentenbezüger bei der Auflösung des
An
schlussvertrages
die bisherige Vorsorgeeinrichtung verlassen, so kann der Ar
beitgeber diesen Vertrag erst auflösen, wenn eine neue Vorsorgeeinrichtung schriftlich bestätigt hat, dass sie diese Personen zu gleichen Bedingungen über
nimmt (
Abs.
4
bis
). Art. 53e
Abs.
6 BVG hält sodann ausdrücklich fest, dass der Verbleib der Rentenbezüger bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung auch bein
haltet, dass die vor Auflösung des Anschlussvertrages bereits arbeitsunfähigen, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt invalidisierten Personen ebenfalls bei der bisherigen Kasse bleiben.
Die
Beklagte 2 und die Beigeladene
schlossen unbestrittenermassen keine Verein
barung über den Wechsel der Rentenbezüger und arbeitsunf
ähigen Versi
cherten zur Beigeladenen. Eine Bestätigung der Beigeladenen im Sinne von Art. 53
Abs.
4
bis
BVG fehlt ebenfalls. Damit verbliebe auch im Falle eines
An
schlusswechsels
im Sinne von Art. 53e BVG die Leistungspflicht bei der Be
klagten 2.
7.
7.1
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klage gegen die Beklagte 2 gutzu
heissen und die Klage gegen die Beklagte 1 abzuweisen ist.
7.2
Der Rentenbeginn ist in Anwendung von Art. 26
Abs.
1 BVG, wonach diesbezüg
lich sinngemäss die Bestimmungen des IVG gelten,
auf den 1. August 2010
festzusetzen
unter
dem
Vorbehalt, dass das Reglement der Beklagten 2 keinen Leistungsaufschub aufgrund des Bezugs von Krankentaggelder
vorsieht
(vg
l. dazu
Urk.
15/67-68
)
.
Dabei ist gemäss IV
-Verfügung vom 5. September 2012
ein Invaliditätsgrad von 51
%
ausgewiesen, was unbestritten ist.
Da sich der Rentenanspruch aufgr
und der Aktenlage
nicht ge
nau beziffern lässt und kein beziffertes Klagebe
gehren vorliegt, ist die vorlie
gende Klage gegen die Beklagte 2 gemäss ständiger Praxis lediglich in dem Sinne gutzuheissen, dass
die Beklagte 2 grundsätzlich zu verpflichten ist, dem Kläger ab 1. August 2010 eine halbe Invalidenrente auszurichten. Die Bestimmung der Rentenhöhe ab
1. August 2010 und die genaue ziffernmässige Berechnung der einzelnen
Renten
betreffnisse
ist hingegen der l
eistungspflichtigen Vorsorgeein
richtung zu über
lassen (wogegen im Streitfalle wiederum eine Klage zulässig wäre; vgl. BGE 129 V 450).
Indessen beschränkt sich die Leistungspflicht der Beklagten 2 aufgrund ihres Vorbehalts, mit welchem sie eine Leistungspflicht für die
überobligatori
schen
Versicheru
ngsteile bei Erwerbsunfähigkeit
ausschl
oss, und dessen An
wendbarkeit unbestritten ist (vgl. dazu BGE 135 V 23 E. 3.1)
, auf die (obligato
rischen) Renten gemäss BVG. Da der Vorbehalt als Rechtsfolge generell einen Leistungsanspruch für den über
ob
ligatorische
n Bereich ausschliesst (
Urk.
11/1
), fällt die Leistungsverweigerung auch nach Ablauf der Vo
rbehaltsdauer per 1. August 2011
nicht dahin.
7.3
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuld
et, wobei grundsätzlich
Art. 105
Abs.
1 des Obligationenrechts (OR) anwendbar ist (BGE 119 V 131 ff.). Danach ist der Verzugszins vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Kläger liess am
28. April 2014 Klage er
he
ben (
Urk.
1), womit ihm ab diesem
Tag
Verzugszinsen von 5
%
für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
und für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum zuzusprechen sind.
8
.
8
.1
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person
Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesse
s und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
). Demzufolge ist die Beklagte 2 zu verpflicht
en, dem
obsiegenden Kläger eine Prozessentschädigung
zu bezahlen. Mit
Honorar
note
vom 1
2.
Oktober 2015 (
Urk.
45, 46)
machte dessen Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin Gabriela
Gwerder
, einen Aufwand von 21,5 Stunden geltend. Für die Redaktion der Klage und dem damit verbundenen Aktenstudium veran
schlagte sie einen Aufwand von 735 Minuten. Für das Studium der mit Verfü
gung vom 4. September 2014 beigezogenen IV-Akten machte sie nochmals ei
nen A
ufwand von 120 Minuten geltend, obschon ihr diese Akten bereits be
kannt waren
. Zudem erscheint der im Zusammenhang mit der Klage
redaktion
geltend gemachte Aufwand überhöht. Es rechtfertigt
sich daher, de
n
in Rech
nung gestellte
n
Aufwand im Zusammenhang mit der Redaktion der Klage und
dem Aktenstudium um 4
,5 Stunden respektive 270
Minuten zu kürzen. Insge
samt verbleibt somit ein
zu vergütender Aufwand von 17
Stunden. Die Berech
nung der geltend gemachten Barauslagen
von
Fr.
365.20
ist nicht nachvollzieh
bar und kann daher so nicht vergütet werden
.
Praxisgemäss können für Kopien
Fr.
--.50 pro Kopie verrechnet werden. Dies ergibt sich bei 129 Kopien, welche angefertigt wurden,
Fr.
64.50. Daneben entstanden Portokosten von
Fr.
45.20.
Damit steht dem Kläger in Anwendung des gerichtsüblichen
Stundenansatzes
von
Fr.
220.--
eine Prozessentschädigung
in der Höh
e von
Fr.
4‘
157.60
([
Fr.
17 x
Fr.
220 +
Fr.
64.50 +
Fr.
45.20
]
plus
8
%
Mehrwertsteuer) zu
.
8
.2
Art.
73
Abs.
2 BVG schliesst einen Anspruch der
obsiegenden Versicherungs-träge
rin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes w
erden den Trä
gern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG
beziehungsweise den mit
öffent
lichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisat
ionen in Anlehnung an die Recht
sprechung zu
Art.
159
Abs.
2 des bis Ende 2
006 in Kraft gestandenen Bundes
gesetzes über die Organisation der B
undesrechtspflege (
Bundesrechts
pflegege
setz
/OG) praxisgemäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht kein Grund, bei der obsiegenden Beklagten 1 anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 13
3 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E
. 8, mit Hinwei
sen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320 E. 1a und b sowie 112 V 356 E
. 6).
Der Beklagten 2 steht eine Prozessentschädigung bereits ausgangsgemäss nicht zu.