Decision ID: 5c78b7c8-5c80-4ce8-9504-ad55095fba86
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 1961 geborene M._ meldete sich am 7. November 2005 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine Rente. Sie gab an, im
ehemaligen Jugoslawien acht Jahre die Grundschule besucht, jedoch keinen Beruf
erlernt zu haben. Im Januar 1993 sei sie in die Schweiz gekommen. Sie sei Hausfrau
und Mutter von fünf, 1983, 1985, 1988, 1993 und 1997 geborenen Kindern. Seit 2003
leide sie an Nierenbeschwerden, hohem Blutdruck und Kopfschmerzen, weswegen sie
bei Dr. med. A._ in Behandlung sei. Seit dem 21. September 2004 und bis auf
Weiteres sei sie zu 100% arbeitsunfähig (act. G 4.1/1).
A.b Mit Arztbericht vom 28. November 2005 (act. G 4.1/9) teilte Dr. med. A._ mit, die
Versicherte leide an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom, einer chronischen
Nephropathie mit anhaltender Proteinurie, einem St. n. Nephrektomie links und an
arterieller Hypertonie. Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die Adipositas, die reaktive Depression
und der allgemeine Erschöpfungszustand. Vom 13. Dezember 2004 bis 6. November
2005 sei sie zu 50%, seit 7. November bis 31. Dezember 2005 zu 100% arbeitsunfähig.
Der Gesundheitszustand verschlechtere sich, durch medizinische Massnahmen könne
die Arbeitsfähigkeit nicht verbessert werden, eine ergänzende medizinische Abklärung
sei nicht angezeigt. Die Proteinurie der rechten Niere habe sich verschlechtert, ebenso
die Kreatininclearance, eine weitere nephrologische Beurteilung sei indiziert. Daneben
leide die Versicherte an chronischer Erschöpfung bei depressiver Stimmungslage und
chronischen Rückenschmerzen im Bereich der Nephrektomienarbe. Weder die
bisherige noch eine andere Tätigkeit seien der Versicherten zumutbar, sie könne auch
die Arbeit im Haushalt nicht selbständig erledigen. Zur Zeit sei sie zu 100%
arbeitsunfähig. Dr. med. A._ legte seinem Arztbericht die Berichte von Dr. med.
B._, Innere Medizin FMH, spez. Nephrologie vom 5. April 2005, des Instituts für
Radiologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 9. Juni 2004 und der Chirurgischen Klinik
des Kantonalen Spitals Flawil vom 1. Oktober 2004 bei.
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A.c Auf Anfrage hin hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz fest, eine
medizinisch begründbare Einschränkung im angestammten Beruf als Hausfrau sei nicht
nachvollziehbar und in den ärztlichen Berichten werde mit Ausnahme desjenigen von
Dr. A._ kein eingeschränkter Allgemeinzustand dokumentiert. Aufgrund der den
Unterlagen entnehmbaren Beschwerden bestehe bei der Versicherten eine geschätzte
Einschränkung von unter 20% (act. G 4.1/10).
A.d Gestützt auf diese Stellungnahme wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Januar
2006 (act. G 4.1/13) das Rentenbegehren ab.
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-Büchi für die
Beschwerdeführerin am 20. Februar 2006 (act. G 4.1/17) Einsprache mit dem Antrag,
die Verfügung vom 26. Januar 2006 sei aufzuheben und der Versicherten sei aufgrund
einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit in ihrer angestammten Tätigkeit als Hausfrau eine
angemessene IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Versicherte umfassend
medizinisch abzuklären.
B.b Mit Verfügung vom 14. März 2006 (act. G 4.1/27) widerrief die IV-Stelle die
Verfügung vom 26. Januar 2006.
B.c Vorgängig zur Haushaltabklärung gab die Versicherte im Fragebogen Haushalt vom
29. Mai 2006 (act. G 4.1/35) an, sie sei nicht erwerbstätig, ihr letzter Arbeitstag sei im
September 1998 gewesen. Der Haushalt bestehe aus fünf Personen. Seit September
2004 sei sie bei der Besorgung des Haushalts eingeschränkt. Bei den Haushaltarbeiten
würden ihr an vier Tagen pro Woche jeweils etwa eine Stunde pro Tag die verheiratete
Tochter und teilweise der invalide Ehemann helfen. Am 27. Juni 2006 wurde eine
Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle durchgeführt. Der Abklärungsbericht vom
16. Oktober 2006 (act. G 4.1/40) hält fest, die Versicherte sei in der Schweiz immer als
Hausfrau tätig gewesen, eine Arbeitsstelle habe sie nie gehabt, sie habe lediglich
kurzfristig an einem Einsatzprogramm der Arbeitslosenversicherung teilgenommen.
Ohne Behinderung wäre sie weiterhin als Hausfrau und Mutter tätig. Einschränkungen
im Haushalt bestünden in den Bereichen Ernährung (20%), Wohnungspflege (25%),
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Einkauf und weitere Besorgungen (35%), Wäsche und Kleiderpflege (60%) und
Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen (10%). Bei den
Haushaltarbeiten werde die Versicherte von ihren beiden ältesten Töchtern, die
verheiratet seien und nicht mehr zu Hause lebten, jeweils ca. zwei Stunden pro Woche
unterstützt. Insgesamt bestehe eine Einschränkung von 23.1%. Die Versicherte
bestätigte am 11. August 2006 diese Angaben mit ihrer Unterschrift.
B.d Mit Verlaufsbericht vom 12. September 2006 (act. G 4.1/38) teilte Dr. med. A._
mit, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit November 2005
verschlechtert, sie leide weiterhin an einem lumbovertebralen/cervicobrachialen
Syndrom PHS beidseits, eingeschränkter Nierenfunktion, St. n. Nephrektomie,
Hypertonie und Adipositas sowie an persistierenden Schmerzen. Eine Arbeitstätigkeit
sei ihr so nicht möglich. Der beigelegte Bericht von Dr. med. C._, FMH Physikalische
Medizin, hielt fest, es bestünden keine nennenswerten pathologischen Befunde,
welche die geklagten Beschwerden erklären könnten. Die Situation sei unbefriedigend,
weil die Versicherte selbst nicht befragt werden könne und der Ehemann arbiträr die
Fragen beantworte. Auffällig sei, dass sich die Versicherte völlig passiv, apathisch und
uninteressiert verhalte, wobei schwer zu sagen sei, ob sie depressiv sei oder aus
soziokulturellen Gründen nicht viel zu sagen habe. Dr. med. B._ teilte mit Arztbericht
vom 10. Oktober 2006 (act. G 4.1/39) mit, die Versicherte leide an einem
lumbospondylogenen und einem cervicovertebralen Syndrom sowie an einer
depressiven Entwicklung. Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die Nephrektomie links bei
Schrumpfniere im Rahmen einer chronischen Pyelonephritis 2004, die rechte Niere mit
eingeschränkter Nierenfunktion und leichter Proteinurie sowie die schwierig
einzustellende arterielle Hypertonie. Der Gesundheitszustand sei stationär. Die
Versicherte leide seit langem an Schmerzen, die von der Wirbelsäule ausgingen und
schulmedizinisch nicht beeinflussbar seien sowie an einer depressiven Entwicklung.
Aus nephrologischer Sicht gingen die Schmerzen klar vom Bewegungsapparat aus,
weshalb er zum Rentenbegehren keine Stellung beziehen könne.
B.e Der RAD führte in seiner Stellungnahme vom 17. Oktober 2006 (act. G 4.1/41) aus,
es lägen ausreichend medizinische Befunde und Unterlagen vor. Aus somatischer Sicht
habe sich eine leichte Verbesserung eingestellt, hinsichtlich der Niere bestehe eine
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stabile Situation, von Seiten des Bewegungsapparates liege keine wesentliche
Beeinträchtigung vor. Es werde auch ein Verdacht auf eine depressive Entwicklung
beschrieben, die aber nicht quantifiziert sei. Anhand der Beschreibung der
Einschränkungen im Haushalt könne jedoch davon ausgegangen werden, dass unter
der hypothetischen Annahme einer depressiven Erkrankung Symptome einer
mittelschweren Depression ausreichend gewürdigt würden. Insbesondere werde dies
in den Einschränkungen durch Antriebsstörung und vermehrte Müdigkeit deutlich.
Selbst wenn in einem entsprechenden Gutachten die psychiatrische Diagnose einer
mindestens mittelgradigen Depression gestellt würde, würde sich das Bild der
Einschränkungen nicht verändern. Eine Begutachtung sei daher nicht notwendig. Aus
medizinischer Sicht könne daher unter Berücksichtigung der psychischen
Beeinträchtigung das Ergebnis der Abklärung plausibilisiert und eine Einschränkung im
Haushalt von 23.1% angenommen werden.
B.f Gestützt auf diese Stellungnahme erliess die IV-Stelle am 24. Oktober 2006
(act. G 4.1/44) einen Vorbescheid, mit dem sie das Leistungsbegehren abwies.
B.g Mit Schreiben vom 8. November 2006 (act. G 4.1/45) erhob die Versicherte
Einwand gegen diesen Vorbescheid und beantragte eine IV-Rente und eine medizinisch
umfassende Abklärung. Dem Schreiben legte die Versicherte ein ärztliches Zeugnis von
Dr. med. A._ vom 4. November 2006, in dem dieser ihr eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit ab dem 7. November 2005 wegen verstärkter Rücken-
Weichteilschmerzen attestierte, sowie einen Bericht von Dr. med. B._ vom
5. September 2006 bei.
B.h Auf Anfrage hin führte der RAD am 14. November 2006 (act. G 4.1/46) aus, dass
ausser dem Brief von Dr. B._, der keine objektivierbare Verschlechterung ausweise,
keine neuen Akten vorgelegt worden seien. Im Übrigen sei die Einbindung der
Versicherten in den Haushalt nun auch medizinisch dokumentiert, indem das Schreiben
festhalte, dass die Versicherte einen Rehabilitationsaufenthalt in Valens nicht antreten
könne, da sonst die Kinder nicht versorgt wären. Dieses Argument wäre im Falle einer
tatsächlichen 100%igen Unfähigkeit, den Haushalt zu versorgen, wohl nie genannt
worden. Der Gesundheitszustand der Versicherten sei unverändert.
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B.i Mit Verfügung vom 15. November 2006 (act. G 4.1/47) wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren ab.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti am
2. Januar 2007 für die Betroffene erhobene Beschwerde (act. G 1) mit dem Antrag, die
Verfügung vom 15. November 2006 aufzuheben und die Angelegenheit zur erweiterten
Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung führt er im
Wesentlichen aus, die Invaliditätsbemessung sei aufgrund der gemischten Methode
vorzunehmen, da die Beschwerdeführerin an einem Einsatzprogramm der
Arbeitslosenversicherung teilgenommen habe und die Familie offenkundig bedürftig
und auf zusätzliche Einkommen angewiesen sei. Die Beschwerdeführerin würde daher
zu 50% einer Hilfstätigkeit nachgehen, wenn sie gesundheitlich dazu im Stande wäre.
Weiter sei eine umfassende medizinische Abklärung bisher nicht erfolgt, so sei
insbesondere der psychische Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin nicht
begutachtet und beurteilt worden. Zudem seien auch die von Dr. med. A._ im
ärztlichen Zeugnis vom 4. November 2006 festgestellten gesundheitlichen
Verschlechterungen bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt
worden. Im Übrigen sei der Abklärungsbericht Haushalt in wesentlichen Punkten
mangelhaft. So seien die Gewichtung des Ernährungsbereichs und der Wäsche und
Kleiderpflege sowie die ermittelten Einschränkungen bei der Wohnungspflege, dem
Einkauf und weiteren Besorgungen und der Pflege des Ehemannes nicht
nachvollziehbar.
D.
Mit Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2007 (act. G 4) beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, die
Beschwerdeführerin sei nach Lage der Akten seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr
1990 nie erwerbstätig gewesen. Bei der Abklärung an Ort und Stelle habe sie erklärt,
dass sie ohne Behinderung weiterhin als Hausfrau und Mutter tätig wäre. Die
Anmeldung beim RAV im Mai 2006 sei aufgrund einer Aufforderung der SVA St. Gallen,
Abteilung Ergänzungsleistungen, erfolgt. Eine finanzielle Notlage der Familie sei nicht
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ersichtlich, da der Ehemann der Beschwerdeführerin Ergänzungsleistungen zur IV-
Teilrente beziehe. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
eine Teilerwerbstätigkeit aufnehmen würde, wenn es ihr Gesundheitszustand zuliesse,
und es sei an der Einstufung als 100%ige Hausfrau festzuhalten. Bei der
Beschwerdeführerin stehe anamnestisch kein psychisches Leiden mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit im Vordergrund. Zudem habe der angefragte RAD-Psychiater in seinen
Stellungnahmen vom 17. Oktober und 14. November 2006 das Abklärungsergebnis aus
medizinischer Sicht als plausibel bezeichnet. Die Notwendigkeit von weitergehenden
medizinischen Abklärungen sei deshalb klar zu verneinen. Was die Kritik am
Abklärungsbericht betreffe, so sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin selbst
den Bericht am 11. August 2006 unterschriftlich bestätigt habe. Die Gewichtung der
Bereiche "Ernährung" und "Wäsche und Kleiderpflege" sei von der
Abklärungsbeauftragten gemeinsam mit der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann
ermittelt worden und liege im Rahmen der in Rz 3095 KSIH festgelegten Bandbreiten,
weshalb die vorgenommene Gewichtung nicht zu beanstanden sei. Die ermittelten
Einschränkungen in den Bereichen "Ernährung", "Wohnungspflege" und "Einkauf und
Besorgungen" seien ebenfalls nicht zu beanstanden. Was die Pflege des Ehemannes
betreffe, so habe dieser anlässlich der Abklärung vor Ort erklärt, dass er selbst keine
Pflege durch die Beschwerdeführerin benötige.
E.
Mit Replik vom 20. Februar 2007 (Poststempel 12. März 2007; act. G 6) hält
Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti an den Beschwerdeanträgen fest. Zur Begründung
führt er im Wesentlichen aus, die Verfügung vom 15. November 2006 verstosse
erheblich gegen den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör, da sich
die angefochtene Verfügung in keiner Weise mit dem Einwand des verschlechterten
Gesundheitszustandes auseinandersetze. Wenn die Beschwerdegegnerin ausführe,
dass der Ehemann der Beschwerdeführerin Ergänzungsleistungen beziehe und somit
für die Beschwerdeführerin keine Notwendigkeit bestehe, eine Teilerwerbstätigkeit
aufzunehmen, so sei darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführerin seit dem 1. Juli
2006 ein hypothetisches Einkommen von Fr. 15'360.-- angerechnet werde und sich die
Ergänzungsleistungen entsprechend reduziert hätten. Bezüglich des
Abklärungsberichts sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin keine
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Kenntnis der deutschen Sprache habe und somit Unterschriften und vom Ehemann
übersetzte Aussagen mit Vorsicht zu geniessen seien.
F.
Mit Schreiben vom 20. März 2007 (act. G 8) erklärt die Beschwerdegegnerin, an ihren
Ausführungen in der Beschwerdeantwort und an ihrem Antrag vollumfänglich
festzuhalten.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da die streitige Verfügung am 15. November 2006, also vor dem
1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1).
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Ist die versicherte Person vor dem
Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen gilt nach Art. 8
Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, als Invalidität.
2.2 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
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dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH).
3.
3.1 Vorliegend ist unter anderem strittig, wie sehr die Beschwerdeführerin in ihrem
Aufgabenbereich als Hausfrau und Mutter eingeschränkt ist. Die Beschwerdegegnerin
geht in ihrer Verfügung vom 15. November 2006 (act. G 4.1/47) von einer
Einschränkung von 23.1% aus. Sie stützt sich dabei auf den Abklärungsbericht
Haushalt vom 16. Oktober 2006 (act. G 4.1/40), in welchem unter Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht eine Einschränkung von 23.1% ermittelt wurde, und auf die
Stellungnahme des RAD vom 17. Oktober 2006 (act. G 4.1/41), in welcher die
Einschränkung von 23.1% bestätigt und festgehalten wurde, die Symptome einer
allfälligen mittelschweren Depression seien im Abklärungsbericht Haushalt ausreichend
gewürdigt worden.
3.2 Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber, insbesondere gestützt auf das
Arztzeugnis von Dr. med. A._ vom 4. November 2006 (act. G 4.1/45), eine bedeutend
grössere Einschränkung geltend. Wie dem Arztzeugnis von Dr. med. A._ zu
entnehmen sei, habe sich ihre gesundheitliche Situation stark verschlechtert. Zudem
seien verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen (psychisch, rheumatisch)
medizinisch nicht abgeklärt worden.
3.3 Dr. med. A._ attestiert der Beschwerdeführerin in den Arztberichten vom
11. November 2005, 12. September und 4. November 2006 jeweils eine
Arbeitsunfähigkeit von 100%. Diese Arbeitsunfähigkeit bezieht sich jedoch
offensichtlich auf die Aufnahme einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, nicht auf die angestammte
Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Hausfrau und Mutter. Dr. med. C._ und Dr.
med. B._ äussern sich in ihren Berichten vom 23. Juni und 11. Juli 2006 nicht zur
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Arbeitsfähigkeit. Sie halten jedoch fest, dass die geklagten Beschwerden nicht
objektiviert werden könnten. Sowohl Dr. med. A._ wie auch Dr. med. C._ und Dr.
med. B._ gehen zudem davon aus, dass eine depressive Symptomatik vorliegt,
welche sich auf die geltend gemachten Beschwerden auswirkt. Eine genaue
Beurteilung dieser depressiven Symptomatik und ihrer Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrem Aufgabenbereich bzw. in einer
allfälligen (Teil-) Erwerbstätigkeit liegt jedoch nicht vor. Die Stellungnahme des RAD
vom 17. Oktober 2006, wonach die im Abklärungsbericht Haushalt ermittelte
Einschränkung den Symptomen einer hypothetisch vorhandenen mittelschweren
Depression ausreichend Rechnung trage, kann diesem Mangel nicht abhelfen. Somit
ist festzuhalten, dass die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin
noch nicht ausreichend abgeklärt sind. Dies hat die Beschwerdegegnerin nachzuholen.
Ebenfalls hat sie, gegebenenfalls unter Beizug einer neutralen übersetzenden Person,
festzustellen, ob die Beschwerdeführerin unter den gegebenen Umständen
(Anrechnung eines hypothetischen Einkommens bei den Ergänzungsleistungen des
Ehemannes) ohne Gesundheitsschaden weiterhin nur als Hausfrau und Mutter tätig
wäre oder eine (Teil-) Erwerbstätigkeit aufnehmen würde.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Die angefochtene
Verfügung vom 15. November 2006 ist aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme der
weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr
von Fr. 600. als angemessen. Diese ist dem Verfahrensausgang gemäss der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
4.3 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Unter Berücksichtigung
bis
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von Art. 61 lit. g ATSG erscheint eine Entschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG