Decision ID: a0853093-0f7a-4ce0-9a50-aed7bfceb2ac
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1983 geborene
X._
absolvierte eine Lehre als Koch und arbeitete
für
verschiedene Arbeitgeber, zuletzt in Beschäftigungsp
rogrammen des Sozialamtes Y._
(Urk. 10/2/1
, 10/13/3
). Am 3. März 2014 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf psychische Beschwerden bei der Eid
genössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/4).
Am 1. April 2014 fand bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ein Erstgespräch mit dem Versicherten statt (Urk. 10/10, 10/13). Die IV-Stelle tätigte
erwerbliche (Urk. 10/22-23, 10/28) und
medizinische Abklärungen (Urk. 10/15
)
. Mit Vorbescheid vom 3. Juli 2015 stellte die IV-Stelle die Ab
weisung des Leistungsbegehrens
wegen Verletzung der gesetzlichen Mitwirkungspflicht
in Aussicht (Urk. 10/34). Gleichentags auferlegte sie dem Versicherten mit Schreiben vom 3. Juli 2015, sich denjenigen Behandlungen oder Massnahmen zu unter
ziehen, die zur Erhaltung oder Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen (Urk. 10/33).
Gegen den Vorbescheid vom 3. Juli 2015 liess der Versicherte am
3.
September 2015 Einwand erheben (Urk. 10/38).
Ab Oktober 2015 nahm der Versicherte die ambulante Behandlung wieder auf und befand sich von Januar bis Februar 2016 in stationärer Behandlung in der Tagesklinik
des
Sanatorium
s
Z._
(Urk. 10/55). Nachdem weitere medizinische Akten eingereicht wurden (Urk. 10/61, 10/63)
, auferlegte d
ie IV-Stelle
dem Versicherten
mit Schreiben vom 25. Januar 2017
, sich einer Steroidabstinenz über neun bis 12 Monate zu unter
ziehen. Die Abstinenz sei mittels Haaranalyse nachzuweisen (Urk. 10/65).
Nach
dem der Versicherte wiederholt mit
geteilt hatte
, er sei nicht bereit, dieser Auflage zu folgen (Urk. 10/74, 10/83-84), hielt die IV-Stelle m
it Schreiben vom 21. September 2017
auch nach weiteren Einwendungen (vgl. Urk. 10/92 und 10/94)
an
der von ihr am 2
5.
Januar 2017
auferlegten Schadenminderungspflicht fest
(Urk. 10/88)
.
Aufgrund eines weiteren Kli
n
i
kaufenthaltes des Versicherten
sistierte die IV-Stelle am 8. Januar 2018 die Frist zur Erfüllung der Schaden
minderungspflicht (Urk. 10/101).
Nach
Einreichung eines weiteren medizinischen Berichtes
(Urk. 10/116
)
,
wurde der Versicherte am
1
3.
und 16. August 2018
bidisziplinär
(Innere Medizin und Psychiatrie)
begutachte
t
(
Konsensbeurteilung
bidisziplinäres
Gutachten vom 1. Oktober 2018,
Urk. 10/1
44
)
.
Die IV-Stelle auf
erlegte dem Versicherten mit Schreiben
vom 29. Oktober 2018
, sich einer
störungsspezifischen
fachpsychiatrisch-psychotherapeuti
schen Behandlung zu unterziehen. A
ufgrund des schädlichen Gebrauchs von Anabolika
wurde
n
ihm
kardiologische Abklärungen,
ein Ultraschall der Leber sowie
r
egelmässige Kontrollen der Nierenw
erte
empfohlen. Ebenfalls s
ei
ei
ne konsequente Abstinenz des schädlichen Gebr
auchs von Anabolika zu erlangen
, wobei
der Nachweis nach
Ermessen des Internisten
mittels unregelmässigen Blut- und/oder Urinanalysen
erfolgen könne
.
Bei konsequenter Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen und Behandlungen werde innert sechs Monaten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erwartet.
Dem Versicherten wurde eine Frist bis
am
29. November 2018 angesetzt, um mitzuteilen, bei welchem Arzt oder bei welcher Ärztin er die erwähnten Massnahmen durchführen lassen werde (Urk. 10/148). In der Folge ersetzte die IV-Stelle am 25. November 2019 den Vorbescheid vom 3. Juli 2015 und stellte dem Versicherten
ab dem 1. Januar 2016 bis am 31. Oktober 2019 eine befristete halbe Invalidenrente
in Aussicht (Urk. 10/19
1
).
Dagegen liess der Versicherte am 10. Februar 2020 Einwand erheben (Urk. 10/196).
Am 1
6.
Juni 2020 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 2 [= Urk. 10/216]).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 20. August 2020 Beschwerde erheben und beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben
und
der Rentenbeginn auf den 1. September 2014 festzusetzen
. I
hm
sei
bis am 3
0.
November 2018 eine ganze und ab 1.
Dezember 2018 sowie
über den 31. Oktober 2019 hinaus eine halbe Invalidenr
ente auszurichten;
für die rückwirkenden Rentenleistungen seien Verzugszinsen von 5
% auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zwecks Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
September 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9),
worüber der
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1. Oktober 2020
in
Kenntnis
gesetzt
wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden
Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
IVV
) analog anzu
wenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dür
fen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.6
Gemäss Art. 7 Abs. l IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unter
nehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Nach Art. 7 Abs. 2 IVG muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgab
enbereich dienen, aktiv teilneh
men, worunter insbesondere auch medizinische Massnahmen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) fallen.
Nach Art. 7b Abs. l IVG können Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist.
Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbs
möglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb
das
ihr Zumutbare dazu beiträgt. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hin
gewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen.
Art. 43 Abs. 2 ATSG bestimmt, dass sich die versicherte Person ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen hat, soweit diese für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind. Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- und Mitwirkungs
pflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann nach Art. 43 Abs. 3 ATSG der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Die versicherte Person muss vorher ebenfalls schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; sodann ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen.
1.
7
Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG sind streng, wo eine erhöhte Ina
nspruchnahme der Invaliden
versi
cherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst respektive perpetuiert. Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungspflicht und Ausdruck des Prinzips «Eingliederung statt Rente» der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Mass
nahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgaben
bereich dient (BGE 145 V 2 E. 4.2.3). Die Beweislast für die Unzumutbarkeit einer Mass
nahme im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG liegt somit bei der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.3). Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip müssen das Mass der Sanktion (Leistungskürzung oder -verweigerung) und der voraussichtliche Eingliederungserfolg (Verbesserung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) einander entsprechen. Die versicherte Per
son ist grundsätzlich so zu stelle
n, wie wenn sie ihre Schadenmin
derungspflicht wahrgenommen hätte. Für die Frage nach dem mutmasslichen Eingliederungs
erfolg bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine – je nach den Umständen zu konkretisierende – gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr,
der sich die versicherte Person wider
setzt oder entzogen hat, erfolg
reich gewesen wäre (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_155/2019 vom 24. Juni 2019 E. 2.2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2), die vor
gesehenen Eingliederungsmassnahmen hätten nicht umgesetzt werden können. Der Beschwerdeführer sei mehrmals
, letztmals mit Schreiben vom 29. Oktober 2018,
auf seine Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht aufmerksam gemacht worden. Ergänzend zu den medizinischen Berichten sei ein
bidisziplinäres
Gutachten
erstattet
worden. Der Beschwerdeführer sei seit Mitte Januar 2015 (Beginn der einjährigen Wartefrist) in der Ausübung der an
gestammten Tätigkeit als Koch/Diätkoch eingeschränkt. Ohne gesundheitliche Einschränkungen würde er weiterhin
in einem
100
%
-
Pensum arbeiten. Aus medizinischer Sicht
sei
dem Beschwerdeführer die Ausübung der angestammten Tätigkeit wie auch eine
r
ange
p
asste
n
Tätigkeit seit
Januar 2015 ohne leitlinien
gerechte Behandlung zu 50
% zumutbar. Es bestehe ein Invaliditätsgrad von 50
%
. Bei konsequenter Umsetzung der im Schreiben vom 29. Oktober 2018
genannten Massnahmen
,
wäre
sechs Monate nach Auferlegung der
Schaden
minderungs
- und Mitwirkungspflicht die Erlangung einer vollständigen Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit möglich gewesen. Zu Gunsten des Beschwerdeführers sei eine Frist von einem Jahr bis Ende Oktober 2019 gewährt worden. Die Behandlungen seien dem Beschwerdeführer zumut
bar, weshalb die Nichtumsetzung
respekti
ve teilweise Nichtumsetzung d
er Massnahmen zu Lasten des Beschwerdeführers gehen würden. Es sei deshalb von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit ab November 2019 auszugehen. Die halbe Invalidenrente sei des
halb bis 31. Oktober 2019 zu befristen (Urk. 2 S. 5-6).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt,
streitig sei die Höhe und der Beginn des Rentenanspruch
s
vor dem 1. Dezember 2018 sowie die Rechtmässigkeit der auferlegten Schadenminderungsmassnahmen und der Sanktion einer Rentenbefristung. Unbestritten sei
das invalidisierende Ausmass des Gesundheitsschadens von derzeit mindestens 50 %. Der Gutachte
r
sei
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
im Begutachtungszeitpunkt im Sommer 2018 wie
auch rückwirkend ausgegangen. Bei der von ihm beschriebenen und empfohlenen Behandlung sei
eine Wiedererlangung einer 100
%igen Arbeits
fähigkeit als Koch zu erwarten. Es sei jedoch nicht nachvollziehbar, wie der Gutachte
r
du
r
chgehend auf eine 50
%ige Arbeitsunfähigkeit schliesse, obwohl
sämtliche behandelnden Fachärzte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit angegeben hätten (Urk. 1 S. 6-7). S
odann sei mit dem Gutachten einwandfrei erstellt,
dass
es
für einen Einfluss der Einnahme von Steroiden auf die Arbeitsfähigkeit
keinen Beweis gebe.
Die
Beschwerdegegnerin
sei zu keinem Zeitpunkt
berechtigt gewesen, ihm die Auflage zu machen, die Einnahme von Anabolika abzusetzen (Urk. 1 S. 7-8).
Innert der angesetzten Frist habe er die Beschwerdegegnerin über die Suche nach einem auf Zwänge sp
ezialisierten Psychiater des A._
informiert.
D
abei habe die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Korrespondenz ihr Ein
verständnis mit diesem Vorgehen signalisiert. Die Einstellung der Rente wegen fehlender Mitwirkung sei nicht gerechtfertigt. Es sei des
Weiteren so lange von einer 50
%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen, bis etwas
a
nderes ärztlicherseits fest
gestellt werde. Dies sei bis dato nicht der Fall (Urk. 1 S. 10-11).
3.
3.1
Aus dem Arztbericht vom 2
9.
September 2014 (richtig wohl: 19. September 2014) von
Dr.
med. A._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapi
e, und
lic
. phil. C._
, Psychologe,
des Sanatorium
s
Z._
geht hervor, dass der Beschwerdeführer sich auf eigene Initiative zur psychiatrisch-psycho
therapeutischen Behandlung angemeldet habe. Im Mai 2011 habe ein Erst
gespräch stattgefunden.
Der Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar, zu allen Qualitäten orientiert. Formgedanklich sei er sprunghaft und leicht abschweifend mit leicht im Re
d
edrang gesteigert. Subjektiv bestehe eine leichte Gereiztheit und eine ausgeprägte innere Unruhe. Es bestehe eine leichte bis mittlere Konzentrations- sowie eine leichte Merkfähigkeitsstörung. Der Beschwerdeführer habe von leichtem Misstrauen berichtet. Er habe Zwänge im Sinne von Zwangs
handlungen (Kontrolle, Ordnung, Reinlichkeit), diese würden seit der späten Jugend bestehen und jeweils mehrere Stunden pro Tag in Anspruch nehmen.
Sie hätten
keine Anhaltspunkte für Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen
feststellen können
.
I
m Affekt sei der Beschwerdeführer leicht deprimiert, ho
ffnungslos und leicht ängstlich,
im Antrieb jedoch leicht gesteigert
gewesen
. Es bestehe eine leichte motorische Unruhe sowie leichte Schlafstörungen. Hin
weise auf Selbst- oder Fremdgefährdung
würden
nicht
bestehen
. Im Verlauf der ambulanten Behandlung habe sich der Zustand des Beschwerdeführers nur unwesentlich verändert
(Urk. 10/15/2-3)
.
Die Behandler
diagnostizierten beim Beschwerdeführer eine Zwangsstörung, vorwiegend Zwangshandlungen
DD: zwanghaft-paranoid akzentuierter Persönlichkeitsstil (ICD-10 F42.1) sowie einen Status nach leichter bis mittlerer depressiver Episode (ICD-10 F32.1
;
Urk. 10/15/1). Im Verlauf der Behandlung sei eine ADHS-Testung durchgeführt
worden, eine mögliche Diagnose habe jedoch nicht eindeutig erhärtet werden können (Urk. 10/15/2).
Der Beschwerdeführer sei im Jahr 2014 lediglich zu einem Termin erschienen und habe auch sonst Termine nur unregelmässig wahr
genommen, weshalb es bisher nicht möglich gewesen sei, ein stabiles therapeutisches Setting aufzubauen
(Urk. 10/15/5).
3.2
Gemäss Telefonnotiz vom
1
9.
August 2016
berichtete
lic
. phil. D._
, Psychologe, der Beschwerdeführer h
abe sich nach einem Behandlungsunterbruch von April bis September 2015 seit dem 6. Oktober bis am 31. Dezember 2015 in Behandlung in der Tagesklinik
des
Sanatorium
s
Z._
befunden. Vom 4. Januar bis 26. Februar 2016 sei er
stationär
im Sanatorium
Z._
gewesen. Seither finde einmal wöchentlich eine ambulante Behandlung statt. Der Beschwerdeführer sei nun bereit
,
Eingliederungsmassnahmen an zwei Stunden pro Tag als Belastbarkeitstraining zu absolvieren (Urk. 10/55).
3.3
Mit Bericht vom
19. Oktober 2016
des Sanatorium
s
Z._
attestierten
Dr.
med. E._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
lic
. phil.
D._
weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %; auf längere Sicht sei eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit denkbar, sofern weitere Therapiefortschritte erzielt und Wiedereingliederungsmassnahmen wie ein Belastbarkeitstraining durch
geführt würden. Als Diagnosen führten sie eine kombinierte Persönlichkeits
störung mit emotional-instabilen und zwanghaften Zügen (ICD-10 F61.0; bestehend seit der Kindheit oder Jugend), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0; mindestens bestehend seit 2014)
, einen Status nach Zwangsstörung, vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1; bestehend in leichter Ausprägung seit der Kindheit) sowie einen schädlichen Gebrauch von nicht abhängigkeitserzeugenden Substanzen (ICD-10 F55.5; Steroide und Hormone) auf (Urk. 10/61/1). Die Behandlung sei im März 2015 abgebrochen worden, nachdem der Beschwerdeführer wiederholt nicht zu vereinbarten Terminen erschienen sei. Im Juni 2015 habe er die ambulante Behandlung aufgrund verstärkter Zwangshandlungen (Putzzwang bis zu sechs Stunden am Tag)
wieder aufgenommen
. Wegen der Schwere der Zwangs
symptomatik sei eine teilstationäre Behandlung fü
r zielführender erachtet worden und der Beschwerdeführer sei v
om 6. Oktober bis 31. Dezember
2015
in
teil
stationäre
r
Behandlung in der Klinik Sanatorium
Z._
gewesen
. Um die Expositionsübungen zu intensivieren, habe sich der Beschwerdeführer entschlossen
,
vom 4. Januar bis 26. Februar 2016 eine stationäre Behandlung aufzunehmen (
Urk.
10/61/2).
Mittels diagnostischem Interview sei eine narzisstische Persönlichkeitsstörung festgestellt worden. Der Beschwerdeführer sei in einem insgesamt wenig gebesserten Zustand entlassen worden. Die
Zwangshandlungen hätten sich nach der Trennung von der Freundin im Verlauf weitgehend remittiert. Gemäss Aussagen des
Beschwerdeführers sei
der für den Zwang relevante interaktionelle Kontext der Paarbeziehung nicht mehr vor
handen
gewesen
. Zudem habe
ihm die Energie
und
der Antrieb für die Zwangs
handlungen gefehlt
.
Die Behandler erachteten
weniger narzisstische, sondern eher emotional-instabile und zwanghafte Persönlichkeitszüge
als Ursache
für die psychosozialen Probleme des Beschwerdeführers
(Urk. 10/61/3).
Prognostisch hielten
sie
fest,
es
könne mit weiteren Behandlungsfortschritten im Bereich der emotional
en und inter
aktionellen Kompetenz gerechnet werden
, sofern es dem Beschwerdeführer gelinge, die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung fortzusetzen
(Urk. 10/61/4).
Der Beschwerdeführer nehme nach eigenen Angaben unterdessen zwar weniger aber dennoch weiterhin Steroide ein. Inwiefern sich die Steroid-Einnahme auf die emotionale Stabilität auswirke, sei nur schwer ein
schätzbar. Nach
Ansicht
der Ärzte dürfte es sich
jedoch
sehr wahrscheinlich um einen krankheitsbegünstigenden Faktor handeln (Urk. 10/61/5).
3.4
M
ed.
pract
.
F._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie,
berichtete am 1
8.
April 2018,
der Beschwerdeführer
werde
seit dem 15. Januar 2018 ambulant behandelt. Der Beschwerdeführer sei in seinem siebten Lebensjahr erst
mals in psychologischer Behandlung gewesen. Seit dem Jahr 2006 sei er bei wechselnden Psychiatern eher unregelmässig in ambulanter Behandlung gewesen, habe häufig wegen seiner Zwänge Termine nicht wahrnehmen können, weshalb es teilweise zu mehrmonatigen Unterbrechungen gekommen sei. In der Tagesklin
i
k sei es für ihn entlastend gewesen, an Gruppentherapien mit anderen Patienten mit ähnlichen Störungsbildern teilzunehmen und seine Probleme dort gezielt angehen zu können. Ab Januar 2016 sei er für zwei Monate in stationärer Behandlung gewesen, was für ihn eher schwierig gewesen sei. Das stationäre Setting habe ihm mit seinen Zwängen grosse Mühe gemacht und sei eher s
tressig als hilfreich gewesen. Der V
ersuch einer ambulanten Therapie nach dem stationären Aufenthalt sei für ihn schwierig gewesen und er habe
wegen den Zwängen
viele Termine wieder absagen müssen
;
inzwischen
komme
er
recht zu
verlässig zu den Terminen.
De
r
Beschwerdeführer
habe sich
dennoch
kooperativ gezeigt und sei bereit
,
an seinen Problemen therapeutisch zu arbeiten. Das Thema Steroide sei thematisiert worden und er habe grundsätzlich Einsicht gezeigt, dass längerfristig aus gesundheitlichen Gründen zumindest eine Reduktion sinnvoll
wäre
. Aktuell bestehe bei ihm jedoch keine Bereitschaft dazu, er wolle sich mit den Themen auseinandersetzen, die ihn am meisten belasten würden.
Als Diagnosen nannte med.
pract
.
F._
eine narzisstische Persönlichkeitsstörung
(ICD-10 F60.8), Zwangsgedanken und -handlungen gemischt (ICD-10 F42.2) so
wie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4).
Er
würde sodann von Auflagen bezüglich Inhalt
der
Psychotherapie ab
raten, da diese aufgrund der narzisstischen Persönlichkeitsstörung des Beschwerdeführers von ihm als kränkende Einmischung aufgefasst würde
n
und er sich entsprechend nicht darauf einlasse. S
innvol
ler und umsetzbar sei, dass vom Beschwerdeführer eine regelmässige Teilnahme am
ambulanten Setting so
wie ein erneuter Eintritt in die Tagesklinik verlangt werde (Urk. 10/116).
3.5
In der Konsensbeurteilung des
bidisziplinären
Gutachten
s
vom 1. Oktober 201
8 des Universitätsspitals A._
(Urk. 10/144)
führten Prof.
Dr.
med. G._
und
Dr.
med. H._
, Fachärzte Allgemeine Innere Medizin, sowie
Dr.
med.
I._
, Facharzt Psychiatrie und P
sychotherapie, aus, aufgrund der anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers könne die Erst
manifestation der Zwangssymptomatik in die frühe Adoleszenz datiert werden. Bis nach Ende der Erstausbildung zum Koch habe sich das Funktionsniveau des Beschwerdeführers trotz der seit Jahren bestehenden Zwangssymptomatik kompensiert gezeigt.
Eine Dekompensation im Sinne einer Vernachlässigung beruflicher, sozialer und freizeitlicher Aktivitäten zugunsten der Zwangs
handlungen habe sich nachvollziehbar während der nachträglichen Anstellung im freien Arbeitsmarkt
ein
gestellt. Die Diagnosen einer Zwangsstörung mit vor
wiegenden Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1), eines schädlichen Gebrauchs von nichtabhängigkeitserzeugenden Steroiden und Hormonen (ICD-10 F55.5), einer remittier
ten
rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.4) mit leichten bis maximal mittelgradigen früheren Episoden sowie einer zwanghaften und emotional-instabilen Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1)
seien auf
grund
der Aktenlage nachvollzieh
bar
und
hätten
anlässlich der
psychiatrischen
Untersuchung vom 1
6.
August 2018 durch Prüfung der relevanten ICD-10-Kriterien bestätigt
werden können
. Eine
reliable
Diagnose einer Persönlichkeits
störung (ICD-10 F6) habe sich nicht stellen lassen.
Die Gutachter kamen zum Schluss, d
er definitive Ausschluss dieser Diagnose oder deren Bestätigung lasse sich erst nach erreichter Teil- oder Vollremission der Zwangssymptomatik durch eine erneute Testung formulieren (Urk. 10/144/3).
Während der störungs
spezifischen stationären Behandlung im Jahr 2016
begründe
die arbeitsrelevante Zwangsstörung (ICD-10 F42.1) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Abgesehen von der dadurch erreichten Teilremission i
m
stationäre
n
Setting habe sich die Zwan
gssymptomatik seit dem Jahr 201
5 stabil dargestellt
.
Aufgrund der fehlenden leitliniengerechten, störungsspezifischen Behandlung begründe diese
damals wie auch im Zeitpunkt der Begutachtung eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
Funktionell entscheidend sei zudem der Kooperationsgrad des Beschwerdeführers, der sich hinsichtlich der verschiedenen Behandlungsmodalitäten im Längsverlauf unterschiedlich darstelle. Währendem sich der Beschwerdeführer am 16. August 2018 gegenüber einer Psychotherapie grundsätzlich offen gezeigt habe, scheine er eine Behandlung mit einem SSRI sowie auch eine Steroidabstinenz abzulehnen.
U
nter der Voraussetzung, dass der Beschwerdeführer an seiner ge
genwärtigen Behandlungsmodalitä
t
nichts ändere
und demnach keine störungsspezifische, konsequente psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
der Zwangsstörung –
einschliesslich Einnahme
eine
s
SSRI nach Wahl –
wahrnehme
,
nicht
an einer störungsspezifischen kognitiven Verhaltenstherapie
sowie
an einem
Expositions
trainig
mit Reaktionsmanagement
teilnehme –
letzteres mit Vorteil zu Hause durch eine Domizil-Ergotherapie
– sei der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht in der angestammten Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt 50 % arbeitsfähig
. Mit konsequenter Umsetzung dieser zusätzlichen Behandlungsmodalitäten sei innert einem halben Jahr von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen (Urk. 10/144/4). Die Gutachter hielten so
dann fest, die wesentlichen Elemente der lege
artis
ambulanten, psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung gemäss S3-Leitlinie für Zwangsstörungen sei gegenwärtig nicht umgesetzt. Der Beschwerdeführer nehme gegenwärtig weder eine
pharmakotherapeutische
Inter
vention mit einem SSRI der Wahl noch
eine störungsspezifische kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktions
management in Anspruch. Durch Inanspruchnahme der erwähnten Behandlungsoptionen sei eine Teil- oder Vollremission der Zwangssymptomatik zu erwarten. Weitere nicht-störungsspezifische Behandlungsoptionen seien als zusätzliche Behandlungsoptionen
ihrer Ansicht nach
ebenfalls zu empfehlen
(Urk. 10/144/5)
.
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom 1. Oktober 2018 (Urk. 10/144) erging in Kennt
nis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(10/144/9-12, 10/144/35-39), den geklagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinischen Unter
suchungen durch die begutachtenden Fachärzte. Die Gutachter haben ihre Diagnosen ausführlich und differenziert begründet (Urk.
10/144/3-4, 10/144/17-19, 10/144/59-73), zu den Beurteilungen in den
Vorakten
einlässlich Stellung bezogen und
- soweit Diskrepanzen bestanden – abweichende Einschätzungen plausibel begründet (vgl. insbesondere Urk. 10/144/57-59). Damit genügt das Gutachten den an eine beweiskräftige Beurteilungsgrundlage gestellten Anforderungen (E.
1.
5
) vollumfänglich
, weshalb darauf abgestellt werden kann
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer ab dem
1. Januar 2016
eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 2 S. 5).
Strittig ist vorliegend sowohl die Höhe als auch der Beginn des Rentenanspruchs vor dem 1. Dez
ember 2018 (Urk. 1 S. 6). D
er Beschwerdeführer machte diesbezüglich geltend, er sei seit Mai 2011 in psychiatrischer Behandlung gewesen. Eine
fachärztlich attestierte
Arbeits
unfähigkeit lag jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht vor, was er denn auch selber bestätigte (Urk. 1 S. 7). Der Beschwerdeführer nahm während längerer Zeit an Beschäftigungsprogrammen der
Sozialen Dienste
teil (Urk. 10/13
, 10/22-24, 10/32). Eine Arbeitsunfähigkeit wurde erst
mit Eintritt in die
stationäre Behandlung im Oktober 2015
attestiert
(vgl. Urk. 10/61/2).
Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2011
in psychiatrischer Behandlung stand und kein
Anstellungsverhältnis
im ersten Arbeitsmarkt
bestand, lässt sich entgegen seinem Einwand (Urk. 1 S. 7) keine
gesundheitlich begründete
Arbeits
unfähigkeit ableiten.
Zudem nahm der Beschwerdeführer zu dieser Zeit nur unregelmässig ambulante Behandlungen in Anspruch, weshalb eine Arbeits
unfähigkeit in diesem Zeitraum nicht
nachgewiesen
werden kann (vgl. E. 3.1-3.4).
Gutachter
Dr.
I._
führte nachvollziehbar aus,
dass
die Zwangs
symptomatik anamnestisch seit 2015 stabil
sei, wobei er sich dabei auf die Berichte der behandelnden Fachpersonen stützte
und begründet
e
damit wie im Gutachtenzeitpunkt eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
aufgrund der fehlenden leit
liniengerechten, störungsspezifischen Behandlung (vgl. Urk. 10/144/69). Mithin ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Beginn des Warte
jahres auf den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
im Jahr
2015 setzte
und ab diesem Zeitpunkt von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausging
(Art.
28 Abs.
1
lit
.
b IVG).
5.
5.1
Gestützt auf die Einschätzung von Dr.
I._
, wonach d
e
r
Beschwerdeführe
r
ab dem Untersuchungszeitpunkt zu 50 %
arbeitsfähig sei
und nach konsequenter Durchführung der Massnahmen zur weiteren Verbesserung des Gesundheits
zustandes innerhalb von
sechs
Monaten eine Arbeitsfähigkeit von
100
% erreichen könnte, wirft die Bes
chwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer
mit d
er angefochtenen Verfügung vom 16. Juni 2020 eine Verletzung der Schaden
min
derungspflicht vor. Mit einer konsequenten
Umsetzung
einer psychologisch-psychotherapeutischen
Behandlung
wäre
die Erlangung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wieder möglich gewesen
(Urk. 2 S.
5
f
.). Demnach ist zu prüfen, ob d
e
r Beschwerde
führer der Schadenminderungs
pflicht nachgekommen ist.
5.2
Mit Schreiben vom
29. Oktober 2018
(Urk.
10/148
) wurde
n
de
m Beschwerde
führer
folgende
Massnahmen zur
Schadenminderung
auferlegt:
«
1.
Fachpsychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung:
-
eine störungsspezifische psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung der Zwangsstörungen durch Teilnahme an einer störungsspezifischen kognitiven Verhaltenstherapie
-
einschliesslich der Einnahme eines SSRI nach Wahl mit Überprüfung der Serumkonzentration und
-
Teilnahme an einem Expositionstraining mit Reaktionsmanagement zu Hause durch eine Domizil-Ergotherapie.
2.
Aufgrund des schädlichen Gebrauchs von Anabolika werden folgende
medizinische Untersuchungen empfohlen (Internistische Behandlung):
-
Kardiologische Abklärungen (EKG; Ergometrie)
-
Ultraschall der Leber
-
Regelmässige Kontrolle der Nierenwerte
-
Es ist eine konsequente Abstinenz des schädlichen Gebrauchs von Anabolika indiziert. Der Nachweis soll nach Ermessen des Internisten durch unregel
mässige Blut- und/oder Urinanalysen erbracht werden. Diese Befunde sind uns jeweils sofort unaufgefordert zuzusenden. (...).
Bei konsequenter Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen und Behandlungen wird innert sechs Monaten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erwartet. (...).
Wenn Sie an den entsprechenden Massnahmen nicht teilnehmen, kann dies dazu führen, dass auf Ihr Leistungsgesuch entweder nicht eingetreten wird oder auf
grund der Akten entschieden werden muss und ein allfälliger Leistungsanspruch abgelehnt oder gekürzt wird. (...).»
Vorliegend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach dem Beschwerdeführer die fachärztliche
psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung in dem ihm auferlegten Rahmen nicht zumutbar gewesen wäre, was von ihm denn auch nicht geltend gemacht wurde (vgl. Urk. 1 S. 9 ff.).
Sofern der Beschwerdeführer geltend macht, die Auferlegung der Schadenminderungspflicht sei unrechtmässig erfolgt (Urk. 1 S. 8), kann ihm demnach nicht gefolgt werden. Sowohl die Gutachter als auch die behandelnden Fachpersonen kamen zum Schluss, dass die regelmässige Teilnahme an einem ambulanten Setting zur Verbesserung des Gesundheits
zustandes bezüglich der Zwangsstörungen des
Beschwerdeführers notwendig
ist
(vgl. E. 3.4). Da der Beschwerdeführer während mehreren Jahren nur unregel
mässig therapeutische Behandlungen in Anspruch nahm (vgl. E. 3.1-3.5), hat die Beschwerdegegnerin ihm zu Recht eine Schadenminderungspflicht auferlegt (E. 1.6-1.7).
Die Gutachter kamen
sodann
zum Schluss, dass durch eine fehlende St
eroidabstinenz potentiell lebens
bedrohliche Gesundheitsschäden erwachsen könnten und eine Abstinenz zur Wahrung der Gesundheit des Beschwerdeführers mit Dringlichkeit zu fordern sei (Urk. 10/144/64, vgl. auch Urk. 10/144/18).
Dennoch ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver
fügung lediglich die fachärztliche psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung als Schadenminderungspflicht auferlegte. Bei der Steroidabstinenz stützte sie sich darauf, dass es sich dabei um eine Empfehlung handelte (vgl. Urk. 2 S. 7).
Mithin hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf die gutachterliche Einschätzung die Steroidabstinenz dem Beschwerdeführer
zu Recht empfohlen, vorliegend ist jedoch zu prüfen
, ob der Beschwerdeführer seine
Schaden
minderungspflicht in Bezug auf die fachärztlich psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung erfüllt hat.
5.3
5.
3
.1
Mit E-Mail vom
4.
November 2018 teilte der Beschwerdeführer mit, er erfülle keine Auflagen.
Er habe
seit kurzem zusätzlich zur psychologischen Therapie auch zwei Mal wöchentlich für mehrere Stunden zwei
Personen von der Spitex, die
ihn
mit
«
Expos
»
unterstützen würden (Urk. 10/149).
Mit
Schreiben vom 6. November 2018 wurde der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers aufgefordert, mit dem Beschwerdeführer das Schreiben vom 29. Oktober 2018 zu besprechen und die unterschriebene Einverständniserklärung innert Frist bis am
29. November 2018 einzureichen. Im genannten Schreiben wurde er darauf hin
gewiesen
, dass ohne Bescheid davon ausgegangen werde, der Beschwerdeführer
widersetze
sich den Auflagen und
sei nicht
an einer Zusammenarbeit interessiert (Urk. 10/150).
Am 6. Dezember 2018 teilte der Beschwerdeführer per E-Mail mit, er habe beim Hausarzt Blut und Urin abgeben, um seine Werte prüfen zu lassen. Zudem habe er am 1
7.
Dezember 2018
einen Termin im Spital J._
bei einem Radiologe
n und eine Sprechstunde bei Dr.
K._
; er werde danach informieren, mit wem, wo und wann er den Abbau der Steroide beginnen werde (Urk. 10/170). Auf
telefonische
Nachfrage informierte der Beschwerdeführer, dass er im Februar 2018 einen Nabelbruch erlitten habe und
Dr.
K._
prüfe, ob dieser operiert werden müsse. Seine Nierenwerte hätten sich verbessert, die Leberwerte seien
gleich geblieben
(Urk. 10/171).
Mit E-Mail vom 31. Januar 2019 berichtete der Beschwerdeführer, er nehme als Medikament
Cipralex
ein, die Therapie speziell auf Zwänge find
e
im
A._
statt sowi
e wenn möglich bei ihm zu Hause
(«
Expos
»)
.
Das
Absetzen der Steroide oder die Einnahme
davon habe
nichts mit seiner Krankheit zu tun, weshalb eine Ab
setzung der Steroide zurzeit nicht in Frage komme und auch nicht weiter thematisiert werde (Urk. 10/174). Am 4. Februar 2019 teilte der Beschwerdeführer mit, er werde mit dem Medikament
Paroxetin
(20mg) eher hoch
dosiert starten. Er werde im A._
in der Psychiatrie eine Therapie starten
;
entweder
werde diese
bei ihm zu Hause mit
«
Expos
»
stattfinden oder in einer Klinik. Eine Zwangstherapie einmal wöchentlich im Sanatorium
Z._
sei zu einem späteren Zeitpunkt
eine weitere Möglichkeit (Urk. 10/175).
Am 29. April 2019 wurde der Rechts
vertreter des Beschwerdeführers aufgefordert, über den Stand der Umsetzung der Schadenminderungspflicht zu informieren (Urk. 10/181).
Auf Nachfrage bei
d
er Abteilung Psychiatrie des A._
wurde mitgeteilt
, dass
weder im Jahr 2019 noch im Jahr 2020
für
den Beschwerdeführer
ein Dossier eröffnet
worden sei
; eine Therapie
habe
demnach nicht statt
gefunden
(Urk. 10/201).
5.
3
.2
Aus der E-Mail-K
orrespondenz des Beschwerdeführers geht hervor, dass er längere Zeit nicht mehr in psychiatrisch-psychotherapeutischer B
ehandlung bei
lic
phil. L._
und
Dr.
med.
F._
war (Urk. 1
0/176). Die Abklärungen beim A._
ergaben sodann, dass der Beschwerdeführer entgegen seinen Angaben
dort
weder im Jahr 2019 noch im Jahr 2020 wegen seinen Zwängen in Behandlung war.
Entsprechend steht fest
, dass der Beschwerdeführer der ihm auferlegten Schadenminderungspflicht bezüglich der fachpsychiatrischen Behandlung
nicht
nachgekommen
ist.
Von weiteren Abklär
un
gen sind keine
entscheidwesentlichen
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 134 I 140 E. 5.3) davon abgesehen werden kann.
6.
6.1
Die Sanktionsnorm von Art. 7b Abs. 1 IVG sieht vor, dass die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert w
erden können, wenn die auf
erleg
ten Massnahmen nicht erfüllt wurden. Die eing
eräumte Bedenkzeit, die bis Ende Dezember 2018
dauerte (
vgl. F
ri
sterstreckungsgesuch des Rechtsvertreters,
Urk.
10/163 und 10/168
), war mehr als angemessen.
Sofern der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegegnerin hätte ein Mahn- und
Bedenkzeit
verfahren
nach Massgabe von
Art.
21 Abs. 4 ATSG durchführen müssen, ein solches sei nicht erfolgt (
Urk.
1 S. 10), vermag er damit nicht durchzudringen. Die Beschwerdegegnerin hat i
h
n mit Auferlegung der Schadenminderungspflicht am 29. Oktober 2018 auf die Rechtsfolgen der Nichtteilnahme an der Behandlung
hingewiesen (vgl. Urk. 10/148).
Sodann wurde nach Eingang der E-Mail des Beschwerdeführers vom 4. November 2018 de
ssen
Rechtsvertreter aufgefordert, innert Frist bis zum 29. November 2018 eine unterschriebene Einverstän
dnis
erklärung einzureichen. Die
vom Beschwerdeführer
am
8.
und 9.
November
2018
verfassten E-Mail-Nachrichten – deren Inhalt im
übrigen
jeden Anstand ver
missen lassen
–
wurden nicht beantwortet (Urk. 10/151-162), weshalb der Beschwerdeführer nicht davon ausgehen konnte, dass er damit seiner Mit
wirkungspflicht nachgekommen
wäre
.
A
us der Korrespondenz mit dem Beschwerdeführer selbst geht
denn
zu keinem Zeitpunkt hervor, dass die Beschwerdegegnerin auf weitere Auskünfte verzichte
t
hätte.
Zudem verlangte sie mit Schreiben vom 2
6.
April 2019 wiederum vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Bekanntgabe des Standes betreffend Umsetzung der Auf
lagen und der Bezeichnung der behandelnden Ärzte (Urk. 10/181). Aus der E-Mail-Korrespondenz des Beschwerdeführers geht sodann lediglich hervor, dass er mit seiner Psychologin sowie seinem Psychiater Kontakt au
f
genommen hatte (vgl. Urk. 10/176),
indes
längere Zeit keine
Behandlungen
mehr durchgeführt worden war
en
(vgl. insbesondere E-Mail vom 31. Januar 2019 an
seine
P
s
ychologin
, Urk. 10/176/3).
Das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
wurde
daher
entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 9 f.) rechtsgenügend durchgeführt (E. 5.2).
Damit bestand ab
April
2019 kein rentenanspruchsrelevanter Invaliditätsgrad
mehr;
zu Gunsten des Beschwerdeführers räumte ihm die Beschwerdegegnerin eine Frist bis Ende Oktober 2019, mithin ein Jahr nach Auf
erlegung der Schadenminderungspflicht ein, um den Auflagen nachzukommen,
womit die Beschwerdegegnerin den weiteren Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht verneinte und diese
per November 2019
aufhob.
6.2
Abschliessend ist bezüglich der beantragten Verzugszinsen von
5
%
für
rück
wirkende
Rentenleistungen
(
Urk
. 1 S. 2)
fest
zuhalten
,
dass
g
emäss Art. 26 Abs. 1 Satz 1 ATSG für fällige Beitragsforderungen und Beitragsrückerstattungs
ansprüche Verzugs- und Vergütungs
zinse
zu leisten
sind
. Sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, werden die Sozialversicherungen für ihre Leistungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltend
machung verzugszinspflichtig (Art. 26 Abs. 2 ATSG).
Keinen Anspruch auf Ver
zugszinsen haben gemäss
Art.
26
Abs.
4 ATSG berechtigte Personen, wenn die Nachzahlung an Dritte erfolgt (
lit
. a), Dritte, welche Vorschusszahlungen oder Vorleistungen nach
Art.
22
Abs.
2 ATSG erbracht haben und denen die Nach
zahlungen abgetreten worden sind (
lit
. b) sowie andere Sozialversicherungen, die Vorleistungen nach
Art.
70 ATSG erbracht haben (
lit
. c).
Der Rentenanspruch des Versicherten entstand am 1. Januar 2016 (Urk. 2), womit die Beschwerdegegnerin seit 1. Januar 2018 verzugszinspflichtig wäre. Gemäss Aufstellung über Nachzahlungen der Ausgleichskasse vom 16. Juni 2020, ver
rechnete sie externe Nachzahlungen im Umfang von
Fr.
27'098.-- mit dem An
spruch des Beschwerdeführers. Eine Auszahlung an den Beschwerdeführer selbst erfolgte nicht. Für
die
mit den
Leistungen der Gemeinden M._ und L._
sowie ausstehenden Beiträgen der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich verrechneten Betr
ä
g
e
ist kein Verzugszins geschuldet, mithin ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer keinen Ver
zugszins zugesprochen hat.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.
7.
7
.1
Da die Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechts
verbeiständung
gemäss
§
16
Abs.
1 und 2
Gesetz über das Sozialversicherungs
gericht (
GSVGer
)
erfüll
t sind (vgl. insbesondere
Urk.
6 und
7
/1-2), ist dem Beschwerdeführer
antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und Rechtsanwalt
Silvan Meier Rhein
als unentgeltlicher Rechts
vertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
7
.2
I
m vorliegenden Verfahren
geht es
um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen,
weshalb
das Verfahren kostenpflichtig
ist
. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr
.
8
00
.-- anzusetzen. Die de
m
Beschwerdeführer
ausgangsgemäss aufzuerlegenden Kosten sind infolge Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
7
.3
Mit Verfügung vom
1.
Oktober
202
0
(
Urk.
11) wurde Rechtsanwalt
Silvan Meier Rhein
darauf hingewiesen, es bestehe die Möglichkeit, eine Honorarnote einzu
reichen (vgl.
Urk.
11 Dispositiv-Ziffer 2). Davon mach
t
e dieser keinen G
ebrauch, weshalb die Entschädigung ermessensweise ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzu
legen ist (§ 34
Abs.
3
GSVGer
). Unter Berücksichtigung der genannten Kriterien ist die Entschädi
gung von Amtes wegen auf
Fr.
1'
8
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
und aus der Gerichtskasse zu vergüten
.
7
.4
D
e
r Beschwerdeführer
ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an Rechtsanwalt
Silvan Meier Rhein
verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.