Decision ID: c638dae3-ab40-54a0-a621-f019612fad70
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Staffelbach, Walder Wyss & Partner AG,
Seefeldstrasse 123, Postfach 1236, 8034 Zürich,
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a S._ war bei der A._ als Früchte- und Gemüsehändler tätig und dadurch bei
der AXA Winterthur (vormals: Winterthur Versicherungen) obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Am 20. August 2000 stürzte er während einer Talfahrt
auf einem Trottinett und zog sich Verletzungen an Schulter, Rippen, Kopf und Arm zu
(act. A1).
A.b Nach einer Hospitalisation vom 20. bis 22. August 2000 im Kantonsspital Glarus
wurden im Austrittsbericht vom 23. August 2000 eine Commotio cerebri und eine
Thoraxkontusion rechts diagnostiziert (act. M2). Dr. med. B._, FMH Allgemeine
Medizin, stellte im Arztzeugnis vom 28. August 2000 die Diagnosen Polytrauma, Status
nach Commotio cerebri, postcommotionelles Syndrom, multiple infizierte Hautwunden,
Riss 8. und 9. Rippe rechts und AC-Gelenks-Luxation der rechten Schulter. Er
attestierte dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. M1). Am 5.
September 2000 erfolgte ein operativer Eingriff am rechten AC-Gelenk (act. M17). Im
Bereich der rechten Schulter wurde durch das Kantonale Spital Walenstadt ein
günstiger Verlauf bescheinigt (act. M5). Ab 15. Januar 2001 attestierte Dr. B._ dem
Versicherten wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (act. M6 und 7). Nach einer
Verschlechterung des Zustands an der rechten Schulter, bestand ab 19. Juli 2001
wieder eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit (act. M8). Die anschliessend durchgeführten
bildgebenden Untersuchungen ergaben hauptsächlich eine Periarthropathia
humeroscapularis bei Läsion der Supraspinatussehne (M 10 bis 13).
A.c Mit Schreiben vom 29. Dezember 2001 wurde dem Versicherten das
Arbeitsverhältnis bei der A._ per 31. Dezember 2001 gekündigt (act. A36/4). Gemäss
Mitteilung der Arbeitgeberin sei der Austritt auf Ende Februar 2002 erfolgt. Ab 1.
September 2002 fand der Versicherte eine neue Anstellung bei der C._ (act. A39 und
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40). Am 1. September 2006 trat er eine neue Stelle als Verkaufschef bei der E._,
Zürich, an (act. A95/2).
A.d Im Bericht vom 21. August 2002 hielt Dr. med. D._, Rheumatologie FMH, fest,
dass sich der Zustand des Versicherten seit Februar 2002 deutlich gebessert habe und
er aktuell weitgehend beschwerdefrei sei (act. M15). Am 25. Mai 2004 teilte Dr. D._
hingegen mit, dass eine dauernd verminderte schmerzhafte Funktionseinschränkung
und Belastbarkeit der rechten Schulter gegeben sei. Der Endzustand sei nicht erreicht,
es sei längerfristig eine Verschlechterung - Zunahme der posttraumatischen
Veränderungen im AC-Gelenk sowie an der Supraspinatussehne - wahrscheinlich (act.
M22). Im Bericht der Schulthess Klinik, Zürich, vom 10. Februar 2006 wurde eine
posttraumatische aktivierte AC-Gelenksarthrose an der rechten Schulter diagnostiziert
(act. M26). Am 11. Oktober 2006 wurde der Versicherte in der Universitätsklinik
Balgrist, Zürich, untersucht. Dem Gutachten vom 15. Juni 2007 ist u.a. zu entnehmen,
dass es sich bei der posttraumatischen AC-Gelenksarthrose an der rechten Schulter
nach AC-Gelenksluxation sowie bei der Supraspinatussehnen-Unterflächen-läsion der
rechten Schulter nach traumatischer Rotatorenmanschetten-Partialruptur bzw. als
Folgeschaden der AC-Gelenksarthrose um Folgeschäden des Unfalls vom 20. August
2000 handle. Für die angestammte Tätigkeit bestehe eine 15%ige Arbeitsunfähigkeit.
Bei einer den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Weitere konservative Heilbehandlungen seien nicht geeignet, den
Gesundheitszustand der rechten Schulter signifikant zu verbessern. Eine
physiotherapeutische Behandlung sei notwendig, zweckmässig und auch zumutbar,
um den Gesundheitszustand der rechten Schulter zu stabilisieren bzw. zu erhalten.
Eine Schulterarthroskopie sei notwendig, zweckmässig und geeignet, um den
Gesundheitszustand namhaft zu verbessern. Ob dieser Schultereingriff zumutbar sei,
könne nicht beurteilt werden. Der Versicherte sei gegenüber einem weiteren operativen
Eingriff eher skeptisch. Es bestehe eine dauernde erhebliche Schädigung der
körperlichen Integrität. Gemäss Anhang 3 der UVV und der entsprechenden Tabellen
der medizinischen Abteilung der Suva rechtfertige sich eine Integritätsentschädigung
von 10% (act. M28).
A.e Am 9. August 2007 verfügte die AXA Winterthur, dass dem Versicherten aus dem
Unfall vom 20. August 2000 ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von 10%
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zustehe (act. A112). Mit Verfügung/Wiedererwägung vom 18. Dezember 2007 widerrief
die AXA Winterthur die Verfügung vom 9. August 2007. Neu verfügte sie, dass für die
Zeit nach dem 14. Januar 2001 kein Taggeldanspruch bestehe, der Versicherte keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente habe, eine Integritätsentschädigung in der Höhe von
Fr. 10'680.-- geschuldet sei und vorbehältlich von Rückfällen und Spätfolgen ab 1.
April 2008 kein Anspruch mehr auf die Vergütung von Heilungskosten aus der
obligatorischen Unfallversicherung, mit Ausnahme von 1 bis 3 Physiotherapieserien pro
Jahr, bestehe (act. A126). Die gegen diese Verfügung/Wiedererwägung erhobene
Einsprache vom 20. Dezember 2007 (Einsprachebegründung 1. Februar 2008) wies die
AXA Winterthur mit Einspracheentscheid vom 2. April 2009 ab (act. A128, A133, A146).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Daniel Staffelbach,
Zürich, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 19. Mai 2009 mit
den Anträgen, der Einspracheentscheid sei aufzuheben, es sei ein 15%iges Taggeld
vom 16. Januar 2001 bis 15. Juni 2007 auszurichten, es sei ab 16. Juni 2007 eine
19%ige Rente auszurichten, für die Behandlung der teilweisen oder alleinig
unfallkausalen Beschwerden seien weiterhin die Leistungen uneingeschränkt
auszurichten, es sei festzustellen, dass die Integritätsentschädigung lediglich den
Status quo entschädige und eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung ganz oder
teilweise an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter Entschädigungs- und
Kostenfolgen. Gemäss Gutachten der Uniklinik Balgrist bestehe eine 15%ige
Arbeitsunfähigkeit bei einer Stelle mit einer Stunde schwerer körperlicher Arbeit pro
Tag, weshalb der Beschwerdeführer seit der Einstellung des Taggeldes am 15. Januar
2001 bis zum Berentungszeitpunkt Anspruch auf ein 15%iges Taggeld habe. Der
mutmassliche Verdienst bei Verbleiben am Arbeitsplatz zum Zeitpunkt des Unfalls im
Jahr 2001 betrage Fr. 94'600.--. Bei einer Anpassung an die Teuerung sei für das Jahr
2007 von einem Valideneinkommen von Fr. 100'500.-- auszugehen. Bei der C._ habe
der Beschwerdeführer eine dem Leiden angepasste Tätigkeit ausgeübt und dabei einen
Jahreslohn von Fr. 81'600.-- erzielt. Eine seinem Leiden angepasste Stelle mit höherem
Lohn habe er nicht finden können. Gemäss Gutachten der Uniklinik Balgrist vom 15.
Juni 2007 stehe definitiv fest, dass der Endzustand erreicht sei. Der Beschwerdeführer
habe daher ab 15. Juni 2007 einen Rentenanspruch von 19%. Die Einschränkung zur
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Kostenübernahme von Heilbehandlungen sei ersatzlos zu streichen. Eine
Schulterluxation ergäbe gemäss Tabelle eine Integritätsentschädigung von 10%.
Vorliegend könne aber langfristig sogar eine Versteifung des Gelenks eintreten,
weshalb eine künftige voraussehbare Verschlechterung bei 10%
Integritätsentschädigung offensichtlich noch nicht berücksichtigt worden sei.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Ab 15. Januar 2001 bestehe beim
Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähigkeit und er habe ab diesem Zeitpunkt auch
wieder 100% gearbeitet. Gemäss Auskunft der A._ vom 21. Juli 2004, hätte der
Beschwerdeführer ohne das Unfallereignis zum damaligen Zeitpunkt ein jährliches
Einkommen von ca. Fr. 95'000.-- erlangt. Seit September 2006 arbeite der
Beschwerdeführer bei der E._ und erziele dort einen Bruttojahreslohn von Fr.
97'500.--, wobei noch ein Bonus von Fr. 30'000.-- vereinbart worden sei. Somit erziele
er trotz seiner unfallbedingten Beschwerden ein Einkommen, welches über dem
Valideneinkommen liege. Es bestehe daher kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
Auch in einer körperlich leichten Tätigkeit könne der Beschwerdeführer einen Verdienst
erzielen - z.B. bei der F._ - der über dem Valideneinkommen liege. Die Festlegung
der Übernahme der weiteren Heilungskosten (eine bis drei Physiotherapieserien pro
Jahr) sei nicht zu beanstanden. Bei der Einschätzung des Integritätsschadens sei eine
allfällige zukünftige Verschlechterung des Gesundheitszustands von den Gutachtern
mitberücksichtigt worden.
B.c Mit Replik vom 14. Januar 2010 teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
mit, dass er folgende Beweisanträge stelle, sollte das Gericht das von der
Beschwerdegegnerin behauptete mögliche Einkommen bei der F._ als
Invalideneinkommen annehmen: Befragung des Verwaltungsratspräsidenten der F._,
ob der Beschwerdeführer für die damals ausgeschriebene Stelle geeignet und wie hoch
das Einkommen gewesen wäre, Befragung des Beschwerdeführers, ob er persönlich
für die damals ausgeschriebene Stelle geeignet gewesen wäre, Vornahme eines
Augenscheins, ob der Arbeitsweg zumutbar sei, Befragung des Sachbearbeiters der
Beschwerdegegnerin, warum er die Stelle dem Beschwerdeführer nicht vermittelt habe
und Erstellung einer Marktexpertise hinsichtlich der Frage, wie viele Stellen in der
Schweiz existieren würden. Im Weiteren beantragte der Rechtsvertreter eine mündliche
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Verhandlung nach EMRK. Ergänzend zur Beschwerde führte er aus, dass beim
Bestimmen des Invalidenlohns nicht auf eine einzige, zufällig gefundene Stelle
abgestützt werden könne. Wenn Hinweise auf das Invalideneinkommen fehlen würden,
seien rechtsprechungsgemäss die Tabellenlöhne heranzuziehen.
B.d Mit Duplik vom 18. März 2010 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest.
B.e Mit Schreiben vom 27. April 2010 teilte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit, dass er entgegen dem Antrag in der Replik, auf die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichte. An den übrigen Anträgen werde
hingegen festgehalten.

Erwägungen:
1.
Gemäss Gutachten der Universitätsklinik Balgrist vom 15. Juni 2007, sind die
festgestellte AC-Gelenksarthrose rechts sowie die artikulärseitige
Rotatorenmanschetten-Partialruptur (Supraspinatussehnen-Unterflächenläsion) im
Bereich der rechten Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom
20. August 2000 zurückzuführen. Das Gutachten ist bezüglich Kausalität der
Beschwerden hinreichend begründet und die Schlussfolgerung ist nachvollziehbar.
Dementsprechend hat die Beschwerdegegenerin zu Recht die Kausalität der geklagten
Beschwerden im Schulterbereich nicht in Frage gestellt. Auf weitere Ausführungen
diesbezüglich kann verzichtet werden. Ebenfalls unbestritten geblieben ist, dass
spätestens ab 15. Juni 2007 der gesundheitliche Endzustand erreicht war und daher
ein Rentenanspruch ab diesem Zeitpunkt zu prüfen ist. Strittig ist hingegen die
Einstellung der Taggeldleistungen per 14. Januar 2001, die Verneinung eines
Rentenanspruchs, die Einstellung der Vergütung von Heilkosten ab 1. April 2008 (mit
Ausnahme von 1 bis 3 Physiotherapieserien) und die Vornahme der
Integritätsschätzung.
2.
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2.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der
Unfallfolgen (Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf
Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes
erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen, geht die
Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinn von Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) hinterlässt (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario; BGE 116 V 44 Erw. 2c).
2.2 Nach Festsetzung der Rente hat die versicherte Person unter anderem dann
Anspruch auf Heilbehandlung, wenn sie zur Erhaltung ihrer verbleibenden
Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf (Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG).
2.3 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig
(Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der
Anspruch auf Taggeld entsteht nach Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem
Unfalltag und erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem
Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person.
2.4 Wird die versicherte Person infolge eines Unfalls zu mindestens 10% invalid, so
hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als invalid gilt, wer
voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit ganz oder teilweise in seiner
Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre.
3.
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3.1 Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer ab 7.
November 2000 eine 50%ige,
ab 21. November 2000 eine 75%ige und ab 15. Januar 2001 wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (act. M6 und 7). Nachdem der Beschwerdeführer seine
Tätigkeit bei der A._ wieder aufgenommen hatte, bescheinigte Dr. B._ ab 19. Juli
2001 eine Arbeitsunfähigkeit für die ausgeübte Tätigkeit von 10%. Der
Beschwerdeführer leide an einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung an der
rechten Schulter (act. M8). Den vorliegenden Akten ist nicht genau zu entnehmen, in
welchem Pensum daraufhin der Beschwerdeführer bis zur Beendigung des
Arbeitsverhältnisses im Februar 2002 gearbeitet hat. Gemäss Auskunft des
Geschäftsführers der A._, sei der Einsatz des Beschwerdeführers neu ausgerichtet
und seiner Einschränkung angepasst worden (act. A 36/1). Dem Beschwerdeführer
wurde es somit ermöglicht, bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses in einem
100% Pensum zu arbeiten. Er bezog dann auch einen gegenüber der Zeit vor dem
Unfall sogar erhöhten Monatslohn. Bereits im September 2002 konnte der
Beschwerdeführer die neue Stelle als Agent/Makler bei der C._ antreten. Die Arbeit
konnte er ab Stellenantritt durchgehend in einem 100% Pensum ausführen (act. A49/5).
Ab 1. September 2006 war der Beschwerdeführer bei der E._, Zürich, als
Verkaufschef angestellt (act. A95/2). Auch diese Tätigkeit führte der Beschwerdeführer
durchgehend in einem 100% Arbeitspensum aus (act. A118/1). Im Gutachten der
Universitätsklinik Balgrist vom 15. Juni 2007 wurde nachvollziehbar dargelegt, dass der
Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit 100% arbeitsfähig sei. Für die
angestammte Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 15%, entsprechend einer
Stunde schwerer körperlicher Arbeit. Obwohl die attestierte volle Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit nicht rückwirkend festgelegt wurde, ist aufgrund der
gesundheitlichen Einschränkungen und der übrigen medizinischen Akten mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer
bereits ab 15. Januar 2001 eine angepasste Tätigkeit in vollem Umfang zumutbar
gewesen wäre. Aufgrund der Aktenlage ist auch ersichtlich, dass der Beschwerdeführer
ab 15. Januar 2001 durchgehend zu 100% gearbeitet hat. Ungeachtet einer allfälligen
attestierten Arbeitsunfähigkeit besteht bei der Ausübung einer vollen Erwerbstätigkeit
grundsätzlich kein Anspruch auf Taggeldleistungen. Sodann ist festzuhalten, dass dem
Beschwerdeführer auch während und nach der Ende Februar 2002 eingetretenen
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Arbeitslosigkeit zumutbar gewesen wäre, eine den gesundheitlichen Beschwerden
angepasste Tätigkeit auszuüben. Da er lediglich für das Abladen der Ware vom
Lastwagen eingeschränkt war, hätte er für eine adaptierte Tätigkeit nicht einmal sein
Berufsfeld wechseln müssen. Dass solche angepassten Tätigkeiten in seiner Branche
existieren, hat er durch die Annahme der Stelle bei der C._ bewiesen, handelt es sich
bei dieser doch um eine solche Tätigkeit. Da somit seit vollzeitiger Wiederaufnahme der
Arbeit eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bestand, und ihm die
Annahme einer solchen Tätigkeit auch durchwegs zumutbar im Sinn von Art. 6 ATSG
gewesen wäre, bestand ab diesem Zeitpunkt kein Anspruch mehr auf
Taggeldleistungen der Unfallversicherung. Die Beschwerdegegnerin hat die Taggelder
zu Recht per 14. Januar 2001 eingestellt. Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine
Invalidenrente.
4.
4.1 Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass - gestützt auf das Gutachten der
Universitätsklinik Balgrist - ab 15. Juni 2007 der gesundheitliche Endzustand erreicht
war und keine zumutbaren medizinischen Massnahmen mehr zu einer namhaften
Verbesserung des Gesundheitszustands führen würden. Diese Auffassung ist nicht zu
beanstanden, weshalb der Rentenanspruch ab diesem Zeitpunkt zu prüfen ist.
Ebenfalls ist - was sich schon aus der vorstehenden Erwägung ergibt - zu Recht
unbestritten geblieben, dass der Beschwerdeführer für eine an seine Einschränkungen
angepasste Tätigkeit 100% arbeitsfähig ist.
4.2 Die A._ teilte am 21. Juli 2004 mit, dass der Beschwerdeführer ab April 2001
monatlich Fr. 7'000.-- und somit jährlich Fr. 91'000.-- (inkl. 13. Monatslohn, exkl.
Kinderzulagen) verdient hätte. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
(Index 2001: 1902, 2007: 2047; Quelle: Bundesamt für Statistik, Schweizerischer
Lohnindex) ergibt sich für das Jahr 2007 ein Einkommen und somit ein
Valideneinkommen von Fr. 97'937.--.
4.3
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4.3.1 Als Einkommen, das die versicherte Person trotz gesundheitlicher
Beeinträchtigungen in zumutbarer Weise noch zu realisieren vermag
(Invalideneinkommen), ist zu berücksichtigen, was durch eine zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Marktlage erzielt werden könnte. Der von einer invaliden versicherten
Person tatsächlich erzielte Verdienst bildet, für sich alleine betrachtet, grundsätzlich
kein genügendes Kriterium für die Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit und damit des
Invaliditätsgrads. Das Mass der tatsächlichen Erwerbseinbusse stimmt mit dem
Umfang der Invalidität vielmehr nur dann überein, wenn - kumulativ - besonders stabile
Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch
erübrigen, wenn die versicherte Person eine Tätigkeit ausübt, bei der anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
wenn das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn
erscheint (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 26. September 2006, I 385/06,
E. 7.2.2.1 mit Hinweisen).
4.3.2 Die im Jahr 2007 vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit bei der E._
beinhaltete u.a. auch die Mithilfe beim Ausladen der Lastwagen und die fachgerechte
Ein- und Auslagerung der Ware. Diese Arbeit steht im Widerspruch mit der im
Gutachten der Universitätsklinik festgelegten angepassten Tätigkeit, wonach lediglich
leichte körperliche Tätigkeiten - Bürotätigkeiten - zumutbar seien. Bei der Festlegung
des Invalideneinkommens kann daher mangels Zumutbarkeit nicht auf die bei der E._
ausgeführte Tätigkeit abgestellt werden. Die Beschwerdegegnerin teilte in der
Beschwerdeantwort mit, dass ihre Abklärungen ergeben hätten, dass der
Beschwerdeführer selbst bei einer angepassten Tätigkeit ein rentenausschliessendes
Invalideneinkommen erzielen könnte und belegte diese Aussage mit einer Arbeitsstelle
bei der F._. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin, kann mangels
ausreichender Repräsentativität dieser einen Stelle, nicht der dabei erzielte Lohn als
Invalideneinkommen
herangezogen werden.
4.3.3 Rechtsprechungsgemäss ist bei fehlender konkreter Einkommensbasis, bei
der Festlegung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik abzustellen (BGE 126 V 75,
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Erw. 3b). Innerhalb der Tabelle 1 ist die vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit
den Wirtschaftszweigen Grosshandel und Detailhandel zuzuordnen. Aufgrund seiner
langjährigen Berufserfahrung und seiner spezialisierten Ausbildung (Früchte- und
Gemüsespezialist mit eidgenössischem Fachausweis) sowie Zusatzausbildungen, ist
innerhalb der Wirtschaftszweige von Tätigkeiten im Anforderungsniveau 2 (Verrichtung
selbständiger und qualifizierter Arbeiten) auszugehen. Im Jahr 2006 lag der
Durchschnittslohn bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden im Bereich
Grosshandel bei Fr. 8'583.-- und im Detailhandel bei Fr. 6'551.--. Der daraus
errechnete Durchschnitt (Fr. 7'567.--) ergibt nach der Aufrechnung an die 2007
vorherrschende durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und der
Anpassung an die Nominallohnentwicklung 2007 ein Jahreseinkommen und somit ein
Invalideneinkommen von Fr. 96'214.--.
4.3.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25%
gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit
einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau
nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit einem unterdurchschnittlichen erwerblichen
Erfolg zu verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal
zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
sogenannten Leidensabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002
S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Vorliegend ist ein Abzug vom
Tabellenlohn nicht angezeigt. Der Beschwerdeführer hat in seiner angestammten
Tätigkeit keine körperliche Schwerarbeit verrichtet, sondern lediglich während einer
Stunde Ware vom Lastwagen abgeladen. Ausserdem ist er für die angepasste
körperlich leichte Arbeit gesundheitlich nicht eingeschränkt, weshalb diesbezüglich
keine Lohneinbusse zu erwarten ist. Auch die übrigen persönlichen und beruflichen
Merkmale des Beschwerdeführers erlauben keinen Leidensabzug vom Tabellenlohn.
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4.4 Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 97'937.-- und des
Invalideneinkommes von Fr. 96'214.-- ergibt sich somit ein rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von gerundet 2%.
5.
5.1 Erleidet eine versicherte Person durch einen Unfall eine dauernde erhebliche
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie Anspruch auf
eine angemessene Entschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Als dauernd gilt ein
Integritätsschaden, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in
gleichem Umfang besteht, und als erheblich, wenn die körperliche oder geistige
Integrität unabhängig von der Erwerbsfähigkeit augenfällig oder stark beeinträchtigt ist
(Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]; vgl. RKUV
1998 Nr. U 303 S. 354). Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ausschliesslich
ärztliche Angelegenheit. Die Skala der Integritätsschäden im Anhang 3 zur UVV erlaubt
es dem Arzt, grundsätzlich jede Integritätsentschädigung annähernd vergleichbaren
Integritätsschäden der Skala zuzuordnen. Trotzdem hat sich in der Praxis ein Bedürfnis
zur differenzierten listenmässigen Erfassung der Integritätsschäden manifestiert. Der
ärztliche Dienst der Suva hat in der Folge, basierend auf der erwähnten Skala und unter
Berücksichtigung dieser absolut verbindlichen Werte, weitere Schätzungsgrundlagen in
tabellarischer Form erarbeitet (Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der Suva Nr.
57 bis 59, Tabellen 1 bis 16). Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen
stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso
mehr als Ziffer 1 der Richtlinien im Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala
angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den Regelfall gilt, welcher im
Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch
lediglich als Richtwerte angesehen werden, mit denen die Gleichbehandlung aller
versicherten Personen gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV
vereinbar (BGE 113 V 218; RKUV 1987 Nr. U 21 S. 328 und Nr. U 31 S. 438).
5.2 Dr. med. G._, Facharzt für orthopädische Chirurgie, hielt im Schreiben vom 10.
November 2003 fest, dass trotz geringer Eintretenswahrscheinlichkeit mit einer vollen
AC-Arthrose zu rechnen sei, was einer Integritätsentschädigung von 10% entspreche.
Im Gutachten der Universitätsklinik Balgrist wurde eine posttraumatische AC-
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Gelenksarthrose diagnostiziert und entsprechend ein Integritätsschaden von 10%
bestätigt. Eine weiterführende Begründung ist der Einschätzung nicht zu entnehmen.
Allerdings wurde in der Fragestellung explizit darauf hingewiesen, dass eine
voraussehbare Verschlimmerung angemessen zu berücksichtigen sei. Gestützt auf die
gesamte medizinische Aktenlage ist die Integritätsschätzung somit nicht zu
beanstanden und nachvollziehbar. Insbesondere ist zu beachten, dass gemäss Tabelle
5 (Integritätsschaden bei Arthrosen) der Suva, ein Integritätsschaden von 10% der
maximale Prozentsatz für AC-Arthrosen darstellt. Der von der Beschwerdegegnerin
gewährte Integritätsschaden von 10% ist nicht zu beanstanden.
6.
Die Einstellung der Heilbehandlungskosten per 1. April 2008 ist ebenfalls nicht zu
bemängeln. Wie bereits erwähnt, war gestützt auf das Gutachten der Universitätsklinik
Balgrist, ab 15. Juni 2007 von weiteren zumutbaren medizinischen Massnahmen keine
namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten, weshalb die
Kostenübernahme für Heilbehandlungen dahinfällt. Zur Erhaltung der Erwerbsfähigkeit
können auch nach der Rentenprüfung noch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen
gewährt werden (Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG). Nachdem die Gutachter von Balgrist eine
Weiterführung der physiotherapeutischen Behandlung empfohlen haben, um den
Gesundheitszustand der rechten Schulter zu stabilisieren bzw. zu erhalten, hat die
Beschwerdegegnerin in der Verfügung den Anspruch auf weitere Physiotherapieserien
zugesprochen. Dieses Vorgehen ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Gemäss Aktenlage
sind weitere medizinische Massnahmen nicht notwendig und wurden vom
Beschwerdeführer auch nicht konkret geltend gemacht.
7.
Abschliessend ist folgendes anzumerken: Mit Replik vom 14. Januar 2010 beantragte
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Befragung verschiedener Personen,
sollte das Einkommen bei der F._ als Invalideneinkommen verwendet werden. Wie
die obigen Erwägungen gezeigt haben, wurde das Einkommen bei der F._ nicht als
Invalideneinkommen benutzt, weshalb auch die beantragten Befragungen nicht
durchzuführen sind. Im Übrigen kann festgehalten werden, dass allgemein weitere
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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Befragungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts keine neuen
Erkenntnisse bringen dürften, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte
Beweiswürdigung).
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 2. April 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG