Decision ID: ffbce2a8-0b49-5017-a756-4102096c1151
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 7. September 1992 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 3). Er war als Kundenmaurer tätig (IV-act. 8). Dr. med. B._, berichtete am 15.
Oktober 1992 (IV-act. 9), der Versicherte sei seit dem 8. September 1992 als Maurer zu
100% arbeitsunfähig. Die Diagnose laute: Lumbago acuta bei chronischem Zustand
und Spondylolisthesis vera L5/S1 mit Stufenbildung von 7 mm. Am 11. März 1993 teilte
Dr. B._ mit (IV-act. 15), gemäss eigenen Angaben könne der Versicherte nun auch
kleinere Arbeiten nicht mehr verrichten. Der Versicherte wurde in der Folge durch die
Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen abgeklärt. Im
entsprechenden Gutachten vom 22. Oktober 1993 (IV-act. 23) wurde ausgeführt, das
geklagte Beschwerdebild finde ein radiologisches Korrelat in der Form einer
Spondylolyse mit Olisthesis. Hinzu kämen eine Skoliosierung und eine beginnende
Diskusdegeneration L4/5. Für eine angepasste, den Rücken weniger belastende
Tätigkeit sei der Versicherte zu 100% arbeitsfähig. Die IV-Kommission bewilligte am 31.
Dezember 1993 eine Umschulung zum Kranführer (IV-act. 34). Der Berufsberater hielt
am 21. April 1994 fest (IV-act. 39), der Versicherte könne nur halbtags als Kranführer
beim früheren Arbeitgeber eingesetzt werden, da ein längeres Verharren in dieser
Zwangshaltung nicht zumutbar sei. Dr. B._ berichtete der IV-Stelle am 20. Februar
1995 (IV-act. 59), der Versicherte habe angegeben, er könne höchstens 2-3 Std. täglich
mit dem Kran arbeiten. Dann bekomme er starke Rückenschmerzen. Zwischendurch
werde er als Hilfsarbeiter mit Putzarbeiten beschäftigt. Dr. B._ gab für die Arbeit als
Kranführer eine Arbeitsfähigkeit von 50% an. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen teilte am 9. Mai 1995 in einem Verlaufsgutachten mit (IV-act.
60), radiologisch sei nun eine leichte Varusstellung des rechten Hüftgelenks mit einer
Beinverkürzung um ca. 1 cm sichtbar geworden. Insgesamt sei die gesundheitliche
Situation aber trotz eines in der Zwischenzeit erlittenen Traumas gleich geblieben. Als
Kranführer sollte der Versicherte zu mindestens 50% arbeitsfähig sein. Für eine
Tätigkeit ohne dauernde starke Rückenbelastung bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
100%. Der zuständige Sachbearbeiter der IV-Stelle notierte am 21. Juni 1995 (IV-act.
67), der Versicherte sei als Maurer zu 100%, als Kranführer zu 50% und für eine
Tätigkeit ohne dauernde starke Rückenbelastung zu 0% arbeitsunfähig. Er arbeite
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aktuell 2-3 Std. täglich als Kranführer und 3-4 Std. täglich als Hilfsarbeiter. Wörtlich
hielt er fest: "Sofern aufgrund der bestätigten 50%igen AU als Kranführer der
Versicherte zusammen mit der Hilfsarbeitertätigkeit das Zumutbare erbringt, ergibt sich
folgender Antrag: Rente: 50% invalid ab 08.09.92, Anspruch auf eine halbe Rente ab
1.9.93". Mit einer Verfügung vom 3. November 1995 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten rückwirkend ab 1. September 1993 bei einem Invaliditätsgrad von 50%
eine halbe Invalidenrente zu (IV-act. 72). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in
formelle Rechtskraft.
A.b Der Versicherte stellte am 10. Juni 1996 ein Revisionsgesuch (IV-act. 75).
Dr. B._ gab am 26. Juni 1996 an (IV-act. 76), der Versicherte sei seit Dezember 1995
immer wieder wegen Rückenschmerzen zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Dabei
bezog er sich auf die vom Versicherten nach wie vor ausgeübte Tätigkeit als
Kranführer. Dr. med. C._, Orthopädie FMH, berichtete am 26. Oktober 1996 (IV-act.
80), die 50%-Rente als Kranführer sei ziemlich hoch. Der Berufsberater hielt am
13. Juni 1997 fest (IV-act. 84), der Versichert wolle nicht ganztags arbeiten und ein
Berufswechsel komme für ihn nicht in Frage. Wenn der Versicherte wirklich nur zu 50%
arbeiten könnte, müssten nochmals berufliche Eingliederungsmassnahmen geprüft
werden. Das Revisionsgesuch wurde am 5. August 1997 mit der Begründung
abgewiesen (IV-act. 87), bei einer Verwertung der verbliebenen 50%igen
Arbeitsfähigkeit als Kranführer betrage der Invaliditätsgrad 50%. Am 12. September
1997 stellte der Versicherte erneut ein Revisionsgesuch (IV-act. 90). Dr. med. D._,
FMH Allgemeine Medizin, berichtete am 16. März 1998 (IV-act. 96), der Versicherte sei
seit dem 1. September 1997 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben. Nach dem
stationären Aufenthalt in der Klinik E._ werde wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50%
bestehen. Dr. D._ wies abschliessend darauf hin, dass eine Arbeit als Kranführer
zwar die vorübergehend idealste Erwerbstätigkeit gewesen sei, dass bei dieser
Erwerbstätigkeit aber die Möglichkeit fehle, die Arbeitsposition zu wechseln. Eine
Eingliederung in einen weniger belastenden Beruf sei sinnvoll. Die Klinik E._
bestätigte am 22. Mai 1998 eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 98). Am 5. August
1998 wies die IV-Stelle das Revisionsbegehren ab. Gleichzeitig sprach sie dem
Versicherten für die Periode Dezember 1997 bis Mai 1998 eine ganze Invalidenrente zu
(IV-act. 102). In einem weiteren Revisionsverfahren gab die Klinik für Orthopädische
Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen am 4. Januar 1999 an (IV-act. 118), der
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Versicherte sei nicht mehr imstande, eine 50%ige Leistung verteilt auf einen ganzen
Tag zu erbringen. Die Präsenzzeit bei einer Leistung von 50% sollte auf 6 Std. täglich
reduziert werden. Eine körperlich leichte Tätigkeit sei bei ganztägiger Präsenz
zumutbar, entspreche aber nicht der vom Versicherten geschilderten Arbeit. Dr. D._
berichtete am 11. Mai 1999 (IV-act. 123), der Versicherte habe im Juni 1998 eine
Schulterverletzung erlitten. Anschliessend sei er als Kranführer wechselnd zwischen
50% und 100% arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 15. März 1999 bestehe eine
anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100% als Kranführer. Die Klinik für Orthopädische
Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen hielt in ihrem Gutachten vom 23. Februar 2000
fest (IV-act. 139), seit dem 15. März 1999 sei der Versicherte als Kranführer zu 100%
arbeitsunfähig. Die IV-Stelle ging von einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens zwei
Dritteln ab dem 21. Oktober 1998 aus. Sie sprach dem Versicherten am 12. Januar
2001 rückwirkend ab 1. Januar 1999 eine ganze Invalidenrente zu (IV-act. 156, 157).
A.c Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens gab die IV-
Stelle am 8. Juni 2001 eine polydisziplinäre Abklärung in Auftrag (IV-act. 16). Die
MEDAS Ostschweiz führte in ihrem Gutachten vom 30. Januar 2002 aus (IV-act. 174),
der Versicherte leide an einem chronischen Schmerzsyndrom mit Betonung
panvertebral, Schulter rechts und Hüfte rechts, an einer Bursitis subacromialis und -
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - an einem V. a. eine spinale Enge lumbal mit
intermittierender Claudicatio spinalis, an einem Pterygium am rechten Auge medial und
an einem St. n. Carpaltunnelsyndrom. Als Kranführer sei der Versicherte zu 60%
arbeitsunfähig. In einer sitzenden Tätigkeit mit der Möglichkeit von Lagewechseln, ohne
wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 5 kg und ohne Überkopfarbeit
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von maximal 30%. Dieses Revisionsverfahren wurde
nie formell abgeschlossen.
A.d In einem weiteren von Amtes wegen eröffneten Revisionsverfahren gab Dr. D._
am 25. August 2005 an (IV-act. 184), der Verlauf sei unverändert mit periodischen
Schulterschmerzen und einem dumpfen Lumbovertebralsyndrom. Sortierarbeiten ohne
körperliche Belastung seien zumutbar. Der zuständige Sachbearbeiter der IV-Stelle
hielt am 3. November 2005 fest (IV-act. 186), wegen einer Verminderung der
unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit liege ein Revisionsgrund vor. Deshalb seien die
Eingliederungsmöglichkeiten im Rahmen einer 70%igen Arbeitsfähigkeit zu prüfen. Der
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Eingliederungsberater berichtete am 25. Januar 2006 (IV-act. 190), der Versicherte
betrachte sich als zu 100% arbeitsunfähig, weshalb berufliche
Eingliederungsmassnahmen zwecklos seien. In einer internen Notiz vom 9. März 2006
(IV-act. 193) wurde festgehalten, bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad adaptiert von 70%
resultiere ein Invaliditätsgrad von 50%. Deshalb müsse die laufende ganze Rente
angepasst werden. Mit einer Verfügung vom 26. Mai 2006 setzte die IV-Stelle die
laufende ganze Rente auf eine halbe Rente herab (IV-act. 202). In der am 26. Juni 2006
dagegen erhobenen Einsprache (IV-act. 203) liess der Versicherte die
Weiterausrichtung der ganzen Rente, eventualiter die Einholung eines interdisziplinären
Gutachtens beantragen. Er begründete dies damit, dass es ihm so schlecht gehe, dass
er zu 100% arbeitsunfähig sei. Tatsächlich habe sich sein Gesundheitszustand aber
sogar verschlechtert. Die IV-Stelle sistierte dieses Einspracheverfahren am 30. Mai
2007 (IV-act. 225). Sie hatte nämlich am 23. Mai 2007 die Revisionsverfügung vom 12.
Januar 2001, mit der sie damals per 1. Januar 1999 die halbe auf eine ganze
Invalidenrente angehoben hatte (IV-act. 156, 157), wiedererwägungsweise aufgehoben
(IV-act. 224). In der Wiedererwägungsverfügung ordnete die IV-Stelle zwar wieder die
Heraufsetzung der halben auf eine ganze Invalidenrente per 1. Januar 1999 an, aber
gleichzeitig setzte sie die Rente per 1. Mai 2000 wieder auf eine halbe Rente herab. Sie
begründete dieses Vorgehen damit, dass am 12. Januar 2001 nicht auf die
Arbeitsunfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz hätte abgestellt werden dürfen. Vielmehr
hätte nach der Erwerbsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit gefragt werden
müssen. Der Versicherte erhob Beschwerde gegen diese Verfügung (IV-act. 227). Das
Versicherungsgericht hob die angefochtene Verfügung auf (IV-act. 245). Es begründete
dies damit, dass das Abstellen auf die Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Kranführer
statt auf diejenige in einer adaptierten Erwerbstätigkeit per se noch keine zweifellose
Unrichtigkeit belege und dass auch die Annahme einer Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit
in der Tätigkeit als Kranführer nicht zweifellos unrichtig gewesen sei. Mit der
ersatzlosen Aufhebung der Wiedererwägungsverfügung vom 23. Mai 2007 (IV-act. 224)
bestand keine Veranlassung mehr, das gegen die Herabsetzungsverfügung vom 26.
Mai 2006 (IV-act. 202) gerichtete Einspracheverfahren (IV-act. 203) zu sistieren. Die IV-
Stelle beauftragte die MEDAS Ostschweiz mit einer polydisziplinären
Verlaufsbegutachtung (IV-act. 275). Die Sachverständigen dieser MEDAS führten in
ihrem Gutachten vom 25. Mai 2010 aus (IV-act. 292), die folgenden Diagnosen seien
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erhoben worden: Chronisches lumbovertebrales und lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, chronisches zervikozephales Schmerzsyndrom seit 03/2005,
chronische Schulterperiarthropathie rechts seit Schulterkontusion 06/1998, ulnare
Humerus-Epikondylopathie rechts seit ca. 2008, chronische posttraumatische
Hüftschmerzen und Periarthrosis coxae rechts nach konservativ behandelten
Acetabulum- und Sitzbeinfrakturen rechts 05/1994, körperbezogene Ängste, koronare
Herzkrankheit und - ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - episodische
rechts- und ulnarbetonte Handparästhesien ungesicherter Ursache, vordiagnostiziertes
Pterygium rechtes Auge nasal, klinisch Lebervergrösserung, V. a. beginnende
subklinische Hypothyreose, St. n. Schädel-Hirn-Trauma ohne Bewusstseinsverlust
5.8.2008 ohne Hinweis auf bleibende Schäden, chronischer Alkoholabusus und
belastungsabhängige Knieschmerzen rechts medial. In ihrer Beurteilung führten die
Sachverständigen aus, die schon bei der Vorbegutachtung 2001 vorhandenen
Beschwerden seien nun als stärker angegeben worden. Seit dem Mofa-Unfall von 2008
bestünden vermehrt okzipitale Kopfschmerzen. Die diesbezüglich aktuellen
Untersuchungsbefunde seien inkonsistent gewesen. Bei der spontanen Kopfbewegung
sei das Bewegungsausmass deutlich besser gewesen als bei der gezielten
Untersuchung. Bezüglich der lumbalen Beschwerden seien 2001 fast identische
Angaben wie jetzt gemacht worden. Es sei keine degenerative Veränderung
objektivierbar gewesen. Das gelte auch für das Becken. An der rechten Schulter sei
früher eine Bursitis subacromialis diagnostiziert worden. Inzwischen sei eine
transmurale Ruptur der Supraspinatussehne nachgewiesen, welche die eingeschränkte
Beweglichkeit im Schultergelenk erklären könne. Dies sei der Grund für die Zunahme
der Arbeitsunfähigkeit als Kranführer. Diese Arbeit sei nicht mehr zumutbar, da häufig
Überkopfarbeiten notwendig seien. In einer sitzenden Tätigkeit bestehe nach wie vor
eine Arbeitsfähigkeit von 70%. Aus rein neurologischer Sicht bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei seit dem Herzinfarkt
im Juli 2009 von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% auszugehen. Aus kardialer Sicht
seien nur qualitative Einschränkungen hinzugekommen (keine körperlich schwere
Arbeit, keine Arbeit unter starkem Zeitdruck, keine Arbeit mit erhöhter
Verletzungsgefahr). Die Supraspinatussehnenläsion rechts seit im März 2007
festgestellt worden. Die entsprechenden Beschwerden hätten etwa ein halbes Jahr
vorher eingesetzt, so dass für die Arbeit als Kranführer bereits ab ca. Herbst 2006 von
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einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Polydisziplinär sei für adaptierte
Arbeiten von einer Arbeitsunfähigkeit von maximal 50% auszugehen. Dies dürfte seit
dem Myokardinfarkt 07/2009 zutreffen. Der Einspracheentscheid erging am 22.
September 2010 (IV-act. 307). Die IV-Stelle wies die Einsprache, soweit sie sich gegen
die Verfügung vom 26. Mai 2006 richtete, im Sinn der Erwägungen ab. Sie stellte
ausserdem fest, dass der Versicherte mit Wirkung ab 1. Oktober 2009 einen Anspruch
auf eine Dreiviertelsrente habe. Zur Begründung führte die IV-Stelle aus, die Praxis zur
sogenannten Begründungssubstitution (Wiedererwägung statt Revision) sei auch im
Verwaltungsverfahren anwendbar. Die ursprüngliche Rentenverfügung vom 3.
November 1995 sei zweifellos falsch gewesen, einerseits weil der Versicherte als
Kranführer/Hilfsarbeiter ein nahezu vollzeitliches Pensum erfüllt habe und trotzdem nur
eine Arbeitsfähigkeit von 50% angenommen worden sei, andererseits weil zur
Bemessung des Invalideneinkommens auf die Einkommensmöglichkeiten in einer eher
leichten und rückenschonenden Tätigkeit hätte abgestellt werden müssen, für die der
Versicherte damals zu 100% arbeitsfähig gewesen sei. Der Versicherte hätte sich
zumindest ein Invalideneinkommen auf der Höhe eines Hilfsarbeiterlohnes anrechnen
lassen müssen, ohne dass er vor der Rentenprüfung einen Anspruch auf weitere
Umschulungsmassnahmen gehabt hätte. Damit habe der Invaliditätsgrad effektiv nur
22,4% betragen. Demnach sei die Verfügung vom 3. November 1995 offensichtlich
falsch und deshalb aufzuheben. Stattdessen sei festzustellen, dass der Versicherte
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente gehabt habe. Mit der Aufhebung der
ursprünglichen Rentenverfügung vom 3. November 1995 fielen auch die
Revisionsverfügungen dahin. Daran könne auch der Umstand nichts ändern, dass die
Wiedererwägung der Revisionsverfügung vom 12. Januar 2001 Gegenstand einer
gerichtlichen Beurteilung gebildet habe, denn Streitgegenstand sei damals gewesen,
ob die Revision vom 12. Januar 2001 zweifellos unrichtig gewesen sei. Da bei der
Substitution einer Revisions- durch eine Wiedererwägungsbegründung eine Korrektur
ex nunc et pro futuro vorzunehmen sei, sei der gesundheitliche Verlauf seit 1993
irrelevant. Erst ab der angefochtenen Anpassungsverfügung vom 26. Mai 2006 sei der
Sachverhalt wieder bedeutsam. Ausgehend vom MEDAS-Gutachten vom 30. Januar
2002 sei von einem Arbeitsfähigkeitsgrad in einer adaptierten Tätigkeit von 70%
auszugehen. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 76'240.-- und einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 37'294.-- (70% von Fr. 59'197.-- abzüglich 10%) resultiere
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ein Invaliditätsgrad von 51%. Am 26. Mai 2006 habe also seit längerer Zeit ein
Anspruch auf eine halbe Rente bestanden. Vom Ergebnis her sei die Verfügung vom
26. Mai 2006 also nicht zu beanstanden. Diese Verfügung sei demnach mit der
substituierten Begründung der Wiedererwägung zu bestätigen. Gemäss dem MEDAS-
Gutachten vom 25. Mai 2010 bestehe seit Juli 2009 eine Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit von nur noch 50%. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 65%.
Gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV bestehe deshalb mit einer Verzögerung von drei
Monaten nach dem Eintritt der Veränderung im Juli 2009, also ab 1. Oktober 2009, ein
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
B.
B.a Der Versicherte liess am 15. Oktober 2010 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid erheben und beantragen, es sei ihm weiterhin eine ganze
Invalidenrente auszurichten. Sein Rechtsvertreter machte zur Begründung sinngemäss
geltend, die Verfügung vom 3. November 1995 sei mehrmals im Rahmen eines
Revisionsverfahrens überprüft und für richtig befunden worden. Eine gegen die
Revisionsverfügung vom 12. Januar 2001 gerichtete Wiedererwägung sei sogar
gerichtlich aufgehoben worden. Diese Verfügung vom 12. Januar 2001 bilde deshalb
einen "Referenzpunkt", der selbst mit der "substituierenden Wiedererwägung" einer
zeitlich noch weiter zurückliegenden Verfügung nicht umgangen werden könne. In
materieller Hinsicht treffe nicht zu, dass der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter hätte
eingestuft werden müssen. Andernfalls hätte er ja keine Umschulung zum Kranführer
erhalten. Der Umstand allein, dass bei der Invaliditätsbemessung von der
Arbeitsunfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit geschlossen werde, lasse praxisgemäss
keinen Schluss auf die zweifellose Unrichtigkeit zu. Deshalb könne die Verfügung vom
3. November 1995 gar nicht zweifellos unrichtig sein. Im Urteil vom 7. Oktober 2008 sei
rechtskräftig festgehalten worden, dass die Verfügung vom 12. Januar 2001 nicht
wiedererwägungsweise aufgehoben werden könne. Damit sei eine substituierende
Begründung der Wiedererwägung der Verfügung vom 3. November 1995 zum
vornherein ausgeschlossen. Der Gesundheitszustand habe sich zwischenzeitlich nicht
verbessert, sondern verschlechtert. Das zweite MEDAS-Gutachten habe keinen
Beweiswert, da es sich nicht mit der abweichenden Einschätzung von Dr. D._
auseinandersetze. Damit mangle es nämlich an einer zwingend notwendigen um
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fassenden Würdigung der medizinischen Aktenlage. Die Osteochondrose C4 - C6 aus
dem orthopädischen Teilgutachten fehle in der Zusammenfassung der Diagnosen im
Hauptgutachten ebenso wie die transmurale Ruptur der Supraspinatussehne rechts.
Zudem sei unerklärlicherweise keine kardiologische Untersuchung erfolgt.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Dezember 2010 die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie u.a. an, die Verfügung vom 3. November 1995
sei "nur unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten überprüft" worden, d.h. es sei nur
nach einer Veränderung im Sachverhalt geforscht worden. Der Grundsatzentscheid,
invalidenseitig auf die Erwerbsaussichten in der Tätigkeit als Kranführer abzustellen, sei
im laufenden Verfahren erstmals in Frage gestellt worden. Die Kognition des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen im Urteil vom 7. Oktober 2008 sei auf die
Frage der zweifellosen Unrichtigkeit der Verfügung vom 12. Januar 2001 beschränkt
gewesen, weshalb keine Bindungswirkung für das vorliegende Verfahren bestehe. Ein
Kranführer sei aus IV-rechtlicher Sicht ein Hilfsarbeiter. Der Beschwerdeführer habe
keinen Anspruch auf eine qualifizierte Berufsausbildung gehabt. Die Wiedererwägung
der Verfügung vom 3. November 1995 beruhe nicht auf einer anderen Würdigung des
Sachverhalts, sondern auf einem Rechtsanwendungsfehler. Dieser mache die
Verfügung vom 3. November 1995 zweifellos unrichtig. Leide eine erstmalige
Rentenzusprache an einem grundlegenden Fehler, so vermöchten spätere
Revisionsverfügungen nichts daran zu ändern. Deshalb stünden spätere Revisionen
einer Wiedererwägung der erstmaligen Rentenzusprache nicht entgegen. Die
Wiedererwägung der Verfügung vom 3. November 1995 habe deshalb ein Dahinfallen
aller Revisionsverfügungen zur Folge.
B.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hielt in seiner Replik vom 14.
Dezember 2010 fest, das Urteil, mit dem die Wiedererwägung der Verfügung vom 12.
Januar 2001 als unzulässig erklärt worden sei, könne nicht durch die Wiedererwägung
einer noch weiter zurückliegenden Verfügung ausgehebelt werden. Dass die
Beschwerdegegnerin in den verschiedenen Revisionsverfahren nie die behauptete
Mangelhaftigkeit der Verfügung vom 3. November 1995 festgestellt habe, spreche
gegen deren zweifellose Unrichtigkeit. Das Gericht habe die aktuelle Argumentation
bereits im Urteil vom 7. Oktober 2008 verworfen. Dabei müsse es bleiben.
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B.d Die Beschwerdegegnerin wandte in der Duplik vom 24. Januar 2011
insbesondere ein, die Kognition des Gerichts im Urteil vom 7. Oktober 2008 sei auf die
Frage der zweifellosen Unrichtigkeit der Verfügung vom 12. Januar 2001 beschränkt
gewesen. Diese Verfügung sei eine Revisionsverfügung gewesen, deren Kognition sich
auf eine Veränderung des Sachverhalts seit dem 5. August 1998 beschränkt habe.
Daher könne sich das Gericht nicht verbindlich zur Rechtmässigkeit der Verfügung vom
5. November 1995 geäussert haben. Die spätere Feststellung, am 5. November 1995
habe eine falsche Rechtsanwendung vorgelegen, sei Kernelement des vorliegenden
Verfahrens.
B.e Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Beschwerde am
29. März 2011 ab (IV 2010/408). Es ging davon aus, dass es zu prüfen habe, ob die
revisionsweise Herabsetzung rechtmässig sei, und wenn nicht, ob es zulässig gewesen
sei, "das Ergebnis der Anpassungsverfügung im Einspracheentscheid mit einer
Wiedererwägungsbegründung zu stützen" (Erw. 1.2 a.E.). In der Folge qualifizierte das
Gericht die Herabsetzung der laufenden ganzen auf eine halbe Rente per 1. Juli 2006
als rechtmässig. Es betrachtete auch die Wiederheraufsetzung der halben auf eine
Dreiviertelsrente per 1. Oktober 2009 als korrekt. Deshalb unterblieb eine Prüfung der
Wiedererwägung der Verfügung vom 3. November 1995 auf deren Rechtmässigkeit.
B.f Das Bundesgericht hob dieses Urteil am 19. September 2011 mit der Begründung
auf (8C_386/2011), das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen habe den
Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt, indem es die
wiedererwägungsweise verfügte Rentenherabsetzung mit der substituierten
Begründung der revisionsweisen Anpassung geschützt habe. Es wies die Sache zur
Gewährung des rechtlichen Gehörs und zur anschliessenden neuen materiellen
Beurteilung an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zurück.
B.g Die Beschwerdegegnerin führte am 21. November 2011 aus (act. G 8), ihr
Einspracheentscheid könne mit zwei gleichwertigen, sich gegenseitig nicht
ausschliessenden Begründungen geschützt werden, einerseits damit, dass die
Verfügung vom 3. November 1995 offensichtlich falsch sei, so dass sie in
Wiedererwägung gezogen werden könne, und andererseits mit dem Umstand, dass
sich der Beschwerdeführer von einer vorübergehenden Verschlechterung des
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Gesundheitszustands erholt habe. Nach der Schulterkontusion 1998 sei der
Beschwerdeführer zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Darauf habe die Verfügung vom
12. Januar 2001 abgestellt. Im MEDAS-Gutachten vom 30. Januar 2002 sei dann eine
60%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Erwerbstätigkeit angenommen
worden. Deshalb sei der Einspracheentscheid unter Bejahung der
Anpassungsvoraussetzungen zu schützen.
B.h Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte in seiner Stellungnahme vom
3. Januar 2012 geltend (act. G 9), nach dem 12. Januar 2001 sei keine Veränderung
des Gesundheitszustands eingetreten, die eine Herabsetzung der laufenden ganzen
Rente erlaubt hätte. Es sei bloss zu einer unterschiedlichen Beurteilung eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands gekommen. Deshalb
bestehe über den 1. Juli 2006 hinaus ein Anspruch auf eine ganze Rente. Sollte wider
Erwarten davon ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand erheblich
verbessert habe, so wäre zu berücksichtigen, dass eine Wiedereingliederung aufgrund
der langen Rentendauer und des fortgeschrittenen Alters ausgeschlossen sei. Da eine
Rentenherabsetzung ohne vorgängige Prüfung der Eingliederungsfrage unzulässig sei,
hätten entsprechende Abklärungen nicht unterbleiben dürfen. Das Verlaufsgutachten
der MEDAS vom 25. Mai 2010 könne nicht überzeugen, da Teil- und Hauptgutachten
nicht übereinstimmten, da ein Facharzt für Kardiologie hätte beigezogen werden
müssen und da sich die Sachverständigen nicht mit der abweichenden Beurteilung
durch Dr. D._ auseinandergesetzt hätten. Im Übrigen habe Dr. D._ am 10.
November 2011 eine erneute Verschlechterung angegeben. Abschliessend verlangte
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung der gegen den Einspracheentscheid vom 22. September 2010 erhobenen
Beschwerde.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005 (Massnahmen zur
Verfahrensstraffung) ist Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG eingeführt worden, laut der die
Verfügungen der IV-Stellen direkt mit einer Beschwerde anzufechten sind. Die
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entsprechenden Schlussbestimmungen sehen in lit. b die weitere Anwendbarkeit des
aufgehobenen Rechts (d.h. des Einspracheverfahrens) für im Zeitpunkt des
Inkrafttretens (1. Juli 2006) hängige Einsprachen vor. Der Beschwerdeführer hat am 26.
Juni 2006 Einsprache erhoben, so dass diese Schlussbestimmung auf ihn anzuwenden
ist. Es bleibt also das aufgehobene Recht anwendbar, d.h. erst der
Einspracheentscheid vom 22. September 2010 ist mit Beschwerde anzufechten
gewesen. Dieser Einspracheentscheid bildet deshalb zu Recht den
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.
1.2 Gemäss Art. 66 IVG i.V.m. Art. 97 AHVG kann eine IV-Stelle einer Beschwerde
gegen ihre Verfügung betreffend die revisionsweise Herabsetzung einer laufenden
Rente die aufschiebende Wirkung entziehen. Die Schlussbestimmung zur Änderung
des IVG vom 16. Dezember 2005 bezieht sich auch auf diese Verfahrensnorm, d.h. eine
IV-Stelle kann auch einer Beschwerde gegen einen Einspracheentscheid die
aufschiebende Wirkung entziehen. Die entsprechende Anordnung im angefochtenen
Einspracheentscheid ist deshalb rechtmässig. Ebenso wie der Entzug der
aufschiebenden Wirkung, der die noch nicht rechtskräftige
Herabsetzungsentscheidung trotz Beschwerdeerhebung vollstreckbar werden lässt
(Art. 54 Abs. 1 lit. c ATSG), könnte auch die beantragte Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung die Vollstreckbarkeit nur für die Dauer des
Beschwerdeverfahrens aufheben. Das Interesse des Beschwerdeführers an einem
Entscheid über die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung entfällt deshalb mit
dem Erlass des materiellen Urteils. Unter diesen Umständen kann das Begehren des
Beschwerdeführers mit dem vorliegenden Urteil als gegenstandslos betrachtet werden.
2.
2.1 Mit der Verfügung vom 26. Mai 2006 hat die Beschwerdegegnerin die laufende
ganze Invalidenrente revisionsweise, d.h. gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG, per 1. Juli
2006 auf eine halbe Invalidenrente herabgesetzt. Im vorliegend angefochtenen
Einspracheentscheid hat sie diese Verfügung dann mit der "substituierenden
Begründung der Wiedererwägung" bestätigt. Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen ist in seinem ursprünglichen, vom Bundesgericht aufgehobenen Urteil davon
ausgegangen, dass zunächst geprüft werden müsse, ob die Herabsetzung der ganzen
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auf eine halbe Rente revisionsrechtlich zulässig sei. Nur wenn diese Frage zu verneinen
sei, müsse geprüft werden, ob eine wiedererwägungsrechtliche Herabsetzung zu
substituieren sei (vgl. das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
29. März 2011, IV 2010/408, Erw. 3.5 a.E.). Damit hat das Versicherungsgericht die
Ausführungen des Bundesgerichts zur Zulässigkeit der Begründungssubstitution
umgesetzt. Das Bundesgericht geht nämlich praxisgemäss davon aus, dass die
Rentenherabsetzung den Streitgegenstand bilde und dass die Frage, ob es sich dabei
um eine revisionsrechtliche oder um eine wiedererwägungsweise Herabsetzung handle,
nur Begründungselement des Streitgegenstandes sei (vgl. etwa das Urteil des
Bundesgerichts vom 5. Juli 2010, 9C_303/2010 Erw. 4.2 f.). Überzeugt die
Revisionsbegründung nicht, so kann also ohne weiteres auf die
Wiedererwägungsbegründung umgeschwenkt werden. Das Versicherungsgericht hat
im genannten, aufgehobenen Urteil vom 29. März 2011 die Revisionsbegründung als
überzeugend qualifiziert. Deshalb hat es auf eine Überprüfung der
Wiedererwägungsbegründung im angefochtenen Einspracheentscheid verzichten
können. Auch vorliegend ist somit zunächst zu prüfen, ob die laufende ganze
Invalidenrente revisionsweise per 1. Juli 2006 auf eine halbe Invalidenrente
herabzusetzen ist.
2.2 Gemäss Art. 28 IVG besteht ab einem Invaliditätsgrad von 40% ein Anspruch auf
eine Invalidenrente. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG). Im Rahmen des Gutachtens der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 9. Mai 1995 (vgl. IV-act. 60) wurde eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung für zwei mögliche Invalidenkarrieren abgegeben: Für eine
Tätigkeit als Kranführer gingen die Sachverständigen von einer Arbeitsfähigkeit von
50%, für eine Tätigkeit ohne dauernde starke Rückenbelastung von einer solchen von
100% aus. Die Beschwerdegegnerin bestimmte die Tätigkeit des Kranführers als
massgebende Invalidenkarriere, so dass das zumutbare Invalideneinkommen anhand
einer Arbeitsfähigkeit von 50% zu ermitteln war. Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad
von 50%, weshalb dem Beschwerdeführer am 3. November 1995 eine halbe
Invalidenrente zugesprochen wurde. Auch im nächsten Gutachten der Klinik für
Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen (vgl. IV-act. 139) wurden wieder
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Arbeitsfähigkeitsschätzungen für beide möglichen Invalidenkarrieren abgegeben, für
die Tätigkeit des Kranführers eine Arbeitsfähigkeit von 0% und für eine
behinderungsadaptierte Tätigkeit eine hohe Arbeitsfähigkeit (kaum Einschränkungen).
Die Beschwerdegegnerin stellte wieder auf die Invalidenkarriere des Kranführers ab
und sprach dem Beschwerdeführer revisionsweise auf der Grundlage eines
Invaliditätsgrades von 100% eine ganze Invalidenrente zu. In einem 2005 eröffneten
Rentenrevisionsverfahren wechselte die Beschwerdegegnerin dann die
Invalidenkarriere aus. Sie ermittelte das zumutbare Invalideneinkommen neu nicht mehr
anhand der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als Kranführer, sondern anhand
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer der Behinderung ideal
angepassten Tätigkeit. Das hatte zur Folge, dass das zumutbare Invalideneinkommen
deutlich höher als vorher ausfiel. Dementsprechend sank der Invaliditätsgrad auf 50%,
was die Beschwerdegegnerin am 26. Mai 2006 in eine revisionsweise Herabsetzung
der laufenden ganzen auf eine halbe Invalidenrente umsetzte. Diese Herabsetzung
beruhte also nicht auf einer erheblichen Verbesserung des Gesundheitszustandes und
damit auf einem Anstieg des Arbeitsfähigkeitsgrades, sondern auf der Auswechslung
der Invalidenkarriere. Die Ursache dieser Rentenrevision lag demnach nicht im
medizinischen, sondern im erwerblichen Bereich. Dass die ursprüngliche
Rentenzusprache und die erste Revisionsverfügung auf der Invalidenkarriere des
Kranführers beruht hatten, lässt sich nachträglich angesichts der rentenspezifischen
Schadenminderungspflicht ("Eingliederung vor Rente", vgl. U. Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N. 47) nur damit erklären, dass die
Beschwerdegegnerin dem Umstand hat Rechnung tragen wollen, dass die
Arbeitgeberin dem Beschwerdeführer die Möglichkeit bot, das bestehende
Arbeitsverhältnis durch eine Umplatzierung im Betrieb zu erhalten. Bei einer
Umschulung in eine adaptierte Tätigkeit hätte der Beschwerdeführer das
Arbeitsverhältnis auflösen müssen, was ihn der Gefahr ausgesetzt hätte, nach der
erfolgreichen Umschulung keinen Arbeitsplatz mehr zu finden. Die Auflösung des
Arbeitsvertrages wurde demnach damals als unzumutbar qualifiziert, obwohl daraus
aufgrund der nicht behinderungsadaptierten Weiterbeschäftigung als Kranführer ein
Invalidenrentenanspruch resultierte, der durch eine berufliche Eingliederung und den
damit bewirkten Wandel in der Invalidenkarriere wohl hätte verhindert werden können.
Das Arbeitsverhältnis wurde per 31. Juli 2000 aufgelöst. Damit endete die
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Notwendigkeit, eine nicht behinderungsadaptierte Berufstätigkeit als Invalidenkarriere
zu qualifizieren. Zur Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens wäre also nicht
mehr auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als Kranführer, sondern auf
dessen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsadaptierten Hilfsarbeit abzustellen
gewesen. Die Beschwerdegegnerin hätte zwar immer noch rückwirkend ab 1. Januar
1999 eine ganze Invalidenrente zusprechen müssen, weil die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses ja erst per 31. Juli 2000 erfolgt war. Gleichzeitig hätte die
Beschwerdegegnerin aber auf diese Auflösung reagieren und die Invalidenrente auf
den massgebenden Zeitpunkt auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Hilfsarbeit
ausrichten müssen. Diese revisionsweise Umsetzung der erwerblichen Veränderung in
der Form der Auflösung des Arbeitsverhältnisses ist in der Verfügung vom 12. Januar
2001 unterblieben. Da die Sachverhaltsentwicklung bis zum Verfügungstag den
Gegenstand der Entscheidung bildet, hat die Beschwerdegegnerin im Ergebnis zu
Unrecht eine revisionsweise Herabsetzung/Aufhebung der laufenden ganzen Invaliden
rente unterlassen. Diese Korrektur hat also nicht mit der nächsten Revision nachgeholt
werden können, denn die erwerbliche Veränderung in der Form der Auswechslung der
Invalidenkarriere bildete dergestalt Gegenstand der formell rechtskräftigen Verfügung
vom 12. Januar 2001, dass sie - fälschlicherweise - als revisionsrechtlich irrelevant
betrachtet bzw. eigentlich übersehen worden war. Mit der Revisionsverfügung vom 26.
Mai 2006, die zur Hauptsache auf der erst jetzt vorgenommenen Auswechslung der
Invalidenkarriere beruhte, hat die Beschwerdegegnerin also zu Unrecht eine
Herabsetzung verfügt. Auch in diesem Revisionsverfahren hätte das zumutbare
Invalideneinkommen wieder anhand der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Kranführer
ermittelt werden müssen, denn diese Invalidenkarriere war ja durch die Verfügung vom
12. Januar 2001 fortgeschrieben worden. Zwischen dieser Verfügung und derjenigen
vom 26. Mai 2006 hatte sich diesbezüglich keine Veränderung des Sachverhalts mehr
ergeben. Die Beschwerdegegnerin hat zwar versucht, den mit der Verfügung vom 12.
Januar 2001 begangenen Rechtsanwendungsfehler wiedererwägungsweise zu
korrigieren (Verfügung vom 23. Mai 2007), ist aber an dem Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Oktober 2008 gescheitert, in dem
die Wiedererwägungsvoraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit der Verfügung vom
12. Januar 2001 verneint worden ist. Daraus folgt, dass sämtliche nach dem 12. Januar
2001 durchgeführten Rentenrevisionsverfahren auf ein zumutbares
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Invalideneinkommen abzustellen haben, das anhand der Invalidenkarriere des
Beschwerdeführers als Kranführer zu ermitteln ist. Da der Beschwerdeführer gemäss
den Angaben im MEDAS-Gutachten vom 25. Mai 2010 seit Herbst 2006 als Kranführer
zu 100% arbeitsunfähig ist, kann die seit der Verfügung vom 12. Januar 2001 laufende
ganze Invalidenrente nicht revisionsweise auf eine halbe oder auf eine Dreiviertelsrente
herabgesetzt werden.
2.3 Zu prüfen bleibt somit, ob die Herabsetzung der laufenden ganzen Invalidenrente
mittels einer substituierten Wiedererwägung erreicht werden kann. Diese
Wiedererwägung kann sich nur gegen die ursprüngliche Rentenzusprache vom 3.
November 1995 richten, denn die revisionsrechtlich betrachtet fehlerhafte Verfügung
vom 12. Januar 2001 ist aufgrund des Urteils des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 7. Oktober 2008 keiner Wiedererwägung mehr zugänglich. Auf formell
rechtskräftige Verfügungen kann zurückgekommen werden, wenn sie zweifellos
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2
ATSG). Da eine Invalidenrente zur Diskussion steht, ist das zweitgenannte Erfordernis
ohne weiteres als erfüllt zu betrachten. Zu prüfen ist deshalb, ob die ursprüngliche
Rentenzusprache vom 3. November 1995 zweifellos unrichtig gewesen ist. Während
bei der Revisionsverfügung vom 12. Januar 2001 die Auswechslung der
Invalidenkarriere (bis dahin Kranführer, dann adaptierte Hilfsarbeit) auf eine allfällige
zweifellose Unrichtigkeit zu prüfen war, ist im Rahmen der ursprünglichen
Rentenzusprache zu untersuchen, ob es richtig war, die Kranführertätigkeit als
Invalidenkarriere heranzuziehen, d.h. das zumutbare Invalideneinkommen anhand der
Arbeitsfähigkeit und der Verdienstmöglichkeiten des Beschwerdeführers als Kranführer
zu bemessen. Bereits im Zusammenhang mit der Beurteilung der Rentenrevision ist
darauf hingewiesen worden, dass die rentenspezifische Schadenminderungspflicht
eigentlich eine Umschulung in einen qualifizierten und behinderungsadaptierten Beruf,
wenigstens aber die Ausübung einer behinderungsadaptierten Hilfsarbeit erfordert
hätte. In einer behinderungsadaptierten Hilfsarbeit wäre die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers sehr viel höher gewesen als in seiner effektiv ausgeübten Tätigkeit
als Kranführer. Gemäss dem Gutachten der Klinik für Orthopädische Chirurgie am
Kantonsspital St. Gallen vom 9. Mai 1995 war der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit nämlich zu 100%, in der Kranführertätigkeit aber nur zu 50%
arbeitsfähig. Auch wenn Hilfsarbeiten wohl eher tiefer entlöhnt werden als die
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Kranführertätigkeit, muss doch davon ausgegangen werden, dass das Einkommen, das
der Beschwerdeführer in einer behinderungsadaptierten Hilfsarbeit mit einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 100% hätte erzielen können, erheblich mehr als 60% des
Valideneinkommens bei einer - fiktiven - Kranführertätigkeit mit einem
Beschäftigungsgrad von 100% betragen hätte, so dass der Invaliditätsgrad unter der
rentenbegründenden Invalidität von 40% (Art. 28 Abs. 2 IVG) geblieben wäre. Die
massgebende Frage in der gegen die Rentenzusprache vom 3. November 1995
gerichteten Wiedererwägung lautet also: War es für den Beschwerdeführer tatsächlich
unzumutbar, das bestehende Arbeitsverhältnis aufzulösen und eine
behinderungsadaptierte Hilfsarbeitsstelle zu suchen, um damit den Invaliditätsgrad in
Erfüllung der rentenspezifischen Schadenminderungspflicht unter der Grenze von 40%
zu halten? Die Beschwerdegegnerin hat diese Frage am 3. November 1995 gestützt auf
das Ergebnis einer Interessenabwägung beantwortet. Sie hat das Interesse des
Beschwerdeführers, den (Teilzeit-) Arbeitsplatz behalten und so das Risiko einer
Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden zu können, dem Interesse der Invalidenversicherung
gegenübergestellt, keine Invalidenrente ausrichten zu müssen, weil bei Erfüllung der
Eingliederungspflicht gar kein Rentenanspruch bestehen würde. Die
Beschwerdegegnerin hat das Interesse des Beschwerdeführers höher gewichtet als
dasjenige der Invalidenversicherung. Im Ergebnis ist sie also davon ausgegangen, dass
die Invalidenrente auch dazu da sei, jenen Erwerbsausfall - direkt oder indirekt -
abzudecken, der durch eine Arbeitslosigkeit bewirkt würde, allerdings nur falls die
Arbeitslosigkeit ihre Ursache in einer Gesundheitsbeeinträchtigung hätte. Die
Beschwerdegegnerin hat die Wahl der teilzeitlichen Kranführertätigkeit als
Invalidenkarriere im Ergebnis nämlich damit begründet, dass der Beschwerdeführer
zusätzlich zum Lohn als Kranführer eine Invalidenrente benötige, um seinen
Lebensbedarf decken zu können. Hätte sie die Ausübung einer
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit zur Invalidenkarriere bestimmt, so hätte dem
Beschwerdeführer eine Arbeitslosigkeit gedroht, die nur eine zeitlich begrenzte
Leistungspflicht der Arbeitslosenversicherung hätte auslösen können. Längerfristig
hätte die Möglichkeit bestanden, dass der Beschwerdeführer weder
Sozialversicherungsleistungen erhalten hätte noch, bedingt durch die
Langzeitarbeitslosigkeit, in der Lage gewesen wäre, den Lebensunterhalt durch ein
Erwerbseinkommen zu decken. Die von der Beschwerdegegnerin am 3. November
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1995 zugesprochene Invalidenrente diente also der Verhinderung des Eintritts einer
wirtschaftlichen Situation ohne jedes Einkommen, d.h. sie deckte indirekt das
Arbeitslosigkeitsrisiko ab, indem sie den Lohn aus der Teilzeitbeschäftigung als
Kranführer ergänzte. Was die Beschwerdegegnerin am 3. November 1995 als Ergebnis
einer Interessenabwägung angeordnet hat, ist bei genauer Betrachtung also eine vom
gesetzlichen Leistungszweck nicht gedeckte Ausdehnung des Rentenanspruchs auf
eine (befürchtete) Leistungslücke der Arbeitslosenversicherung bei
Langzeitarbeitslosigkeit. Der Verfügung vom 3. November 1995 hätte ein
Einkommensvergleich zugrunde gelegt werden müssen, der auf der Seite des
Invalideneinkommens auf einen mit einer behinderungsadaptierten Hilfsarbeit
erzielbaren Lohn abgestellt hätte. Die Abweisung des Rentenbegehrens wäre für den
Beschwerdeführer zwar ungünstig gewesen, hätte aber auf der anderen Seite die
Bereitschaft beider Parteien fördern können, eine Umschulung in eine
behinderungsadäquate qualifizierte Erwerbstätigkeit zu prüfen. Mit der Wahl der
Invalidenkarriere eines teilarbeitsfähigen Kranführers hat die Beschwerdegegnerin
demnach nicht einen falschen Ermessensentscheid im Rahmen einer
Interessenabwägung gefällt, sondern sie hat einen klaren Rechtsanwendungsfehler
begangen. Die Verfügung vom 3. November 1995 ist deshalb als zweifellos unrichtig zu
qualifizieren.
2.4 Das korrekte Vorgehen bei der erstmaligen Prüfung eines Rentenanspruchs des
Beschwerdeführers im Jahr 1995 hätte nach dem oben Ausgeführten also darin
bestanden, das zumutbare Invalideneinkommen anhand des durchschnittlichen
Einkommens eines Hilfsarbeiters zu ermitteln. Da nur der Rentenanspruch ab 1. Juli
2006 zur Diskussion steht, erübrigt sich eine Korrektur des ursprünglichen
Einkommensvergleichs sowie der früheren Revisionsverfahren. Zu prüfen sind die
Einkommensvergleiche, die der Verfügung vom 26. Mai 2006 (mit Wirkung ab 1. Juli
2006) und dem angefochtenen Einspracheentscheid (mit Wirkung per 1. Oktober 2009)
zugrunde liegen. Diese Einkommensvergleiche beruhen bereits auf der korrekten
Invalidenkarriere, nämlich der hypothetischen Ausübung einer
behinderungsangepassten Hilfsarbeit. Das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
zumutbare Invalideneinkommen 2006 beruht auf einer Arbeitsfähigkeitsschätzung im
ersten MEDAS-Gutachten vom 30. Januar 2002. Dieses Gutachten (zusammen mit der
Gutachtensergänzung vom 23. Mai 2002) hat alle Anforderungen erfüllt, die an ein
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medizinisches Gutachten zu stellen sind. Es ist zwar im Jahr 2006 bereits über vier
Jahre alt gewesen, aber dem zweiten MEDAS-Gutachten vom 25. Mai 2010 ist zu
entnehmen, dass trotz der inzwischen verlängerten Diagnosenliste (Stand des Jahres
2006) weiterhin eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit von 70%
bestanden hat. Erst mit dem Herzinfarkt im Juli 2009 ist von einer höheren
Arbeitsunfähigkeit (50%) in einer adaptierten Erwerbstätigkeit auszugehen. Die
Zusprache der halben Rente ab 1. Juli 2006 beruht deshalb auf einem mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellten Sachverhalt, erweist sich
also auch in dieser Hinsicht als rechtmässig. Bei der Heraufsetzung auf eine
Dreiviertelsrente per 1. Oktober 2010 hat die Beschwerdegegnerin auf das zweite
MEDAS-Gutachten abgestellt, in dem ein im Juli 2009 erfolgter Anstieg der
Arbeitsunfähigkeit auf 50% angegeben worden ist. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers geht davon aus, dass dieses zweite MEDAS-Gutachten keinen
Beweiswert habe, d.h. die angegebene Arbeitsunfähigkeit von 50% nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen vermöge. Er vermutet,
dass die Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit weit höher sei. Zur
Begründung seiner Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens führt er an, nicht
alle Diagnosen aus den verschiedenen Teilgutachten seien in das Hauptgutachten
übernommen worden, es sei kein Kardiologe beigezogen worden, der Anstieg der
Arbeitsunfähigkeit von 30% auf 50% sei angesichts der erheblichen Verlängerung der
Diagnosenliste offenkundig ungenügend und das Gutachten habe sich nicht mit
abweichenden Einschätzungen anderer Ärzte auseinandergesetzt. Die
Beschwerdegegnerin hat in ihrer Duplik zu Recht darauf hingewiesen, dass die Liste
der Diagnosen im Hauptgutachten alle bestehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen
abdecke. Tatsächlich fehlt jeder Hinweis darauf, dass eine bestimmte
Gesundheitsbeeinträchtigung "vergessen" gegangen wäre, so dass die
Arbeitsunfähigkeit zu tief ausgefallen wäre. Das Herzleiden des Beschwerdeführers ist
nicht so "ausgefallen", dass es nur von einem spezialisierten kardiologischen
Sachverständigen auf seine Schwere und insbesondere auf seine Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit hätte beurteilt werden können. Hätte ein Bedarf nach einer
spezialisierten kardiologischen Untersuchung bestanden, so wäre ein entsprechender
Sachverständiger beigezogen worden. Die Länge der Diagnosenliste hat offensichtlich
keinen direkten Zusammenhang mit der Höhe der Arbeitsunfähigkeit, wie der
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Rechtsvertreter des Beschwerdeführers selbst dem Grundsatz nach eingeräumt hat. Im
übrigen haben die Sachverständigen der MEDAS ja eine beträchtliche Zunahme der
Arbeitsunfähigkeit angenommen. Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers steht und fällt die Beweiskraft eines medizinischen Gutachtens
nicht mit der sorgfältig begründeten Widerlegung der abweichenden Angaben
behandelnder Ärzte zur Arbeitsfähigkeit. Das zweite MEDAS-Gutachten führt die
medizinischen Akten und damit auch der Berichte behandelnder Ärzte (samt allfälliger
Arbeitsfähigkeitsschätzung) in der Form kurzer Zusammenfassungen auf. Es ist
deshalb davon auszugehen, dass die Sachverständigen über den Inhalt dieser Berichte
und damit über die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte informiert
gewesen sind. Indem sie als Schlussfolgerung aus ihren multidisziplinären Abklärungen
einen Arbeitsfähigkeitsgrad für eine behinderungsadaptierte Erwerbstätigkeit von 50%
angegeben haben, haben sie sich de facto mit den abweichenden Einschätzungen
auseinandergesetzt: Soweit diese Einschätzungen nicht ebenfalls 50% betragen, sind
sie als unzutreffend qualifiziert worden. Die Begründung besteht in der umfassenden
und sorgfältigen Abklärung. Hinzu kommt die Erfahrungstatsache, dass behandelnde
Ärzte aufgrund ihrer therapeutischen und persönlichen Beziehung zu ihren Patienten
dazu neigen, deren häufig zu pessimistische Selbsteinschätzung in Bezug auf die
verbliebene Arbeitsfähigkeit zu übernehmen und gegenüber der Invalidenversicherung
bzw. gegenüber den Sachverständigen zu "verteidigen". Zusammenfassend ist deshalb
festzustellen, dass das zweite MEDAS-Gutachten keinen Mangel aufweist, der Zweifel
an der Überzeugungskraft bzw. am Beweiswert wecken würde. Die
Beschwerdegegnerin ist zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer ab
Juli 2009 in einer behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit noch zu 50% arbeitsfähig
gewesen sei. Damit erweist sich auch die im Rahmen des angefochtenen
Einspracheentscheides erfolgte Zusprache einer Dreiviertelsrente ab 1. Oktober 2009
als rechtmässig.
3.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer zu Recht ab 1. Juli 2006 eine halbe Invalidenrente und ab 1. Oktober
2009 eine Dreiviertelsrente zugesprochen hat. Damit erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid als rechtmässig, so dass die Beschwerde abzuweisen ist. Der
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Beschwerdeführer unterliegt vollumfänglich, deshalb hat er keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung; das entsprechende Begehren ist abzuweisen. Da die
intertemporalrechtlich angeordnete weitere Anwendbarkeit des seit dem 1. Juli 2006
aufgehobenen Verfahrensrechts auch die Kostenlosigkeit des Beschwerdeverfahrens in
IV-Sachen beinhaltet, ist keine Gerichtsgebühr zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP