Decision ID: aba3408b-2af7-432b-8f49-1928284875e2
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1981, meldete sich am
9.
Dezember 2009
unter Hinweis auf einen Bruch des linken Handgelenks
bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk.
6/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
ric
h, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom
2
7.
Juni 2011
bei einem
Invali
di
täts
grad
von
100
%
eine
befristete ganze
Rente
vom
1.
Juni 2010 bis 3
1.
Oktober 2010 zu (
Urk.
6/48
).
1.2
Im Rahmen der Abklärungen betreffend Früherfassung (
Urk.
6/50) meldete sich der Versicherte am 2
5.
April 2013 unter Hinweis auf psychische Beschwerden erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/
5
3
). Die
IV-Stelle
holte
unter anderem bei der MEDAS
Y._
ein polydiszi
plinäres Gutachten ein, das am 1
5.
Dezember 2014 erstattet wurde (
Urk.
6/117
).
Mit Schreiben vom 1
0.
Februar 2015 (
Urk.
6/123) auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten eine Schadenminderungspflicht und hielt ihn an, sich während mindestens 12 Monaten einer regelmässigen fachpsychiatrischen Therapie zu unterziehen.
N
ach
durc
hgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/
124-130) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
2.
April 2015 einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
6/131
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am 2
6.
Mai 2015
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom 2
2.
April 2015 (
Urk.
2) und beantragte, ihm sei ab
1.
November 2013 eine ganze Rente zuzusprechen (S. 2
Ziff.
1). Eventuell sei ihm ab
1.
November 2013 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (S. 2
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantr
agte mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Juni 2015 (
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom
5.
August 2015 (
Urk.
7) reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Arztbericht zu den Akten (
Urk.
8).
Mit Verfügung vom 2
4.
August 2015 (
Urk.
9) wurden die Parteien je über die Ein
gaben der Gegenpartei in Kenntnis gesetzt. Mit Eingabe vom 2
5.
September 2015 (
Urk.
10) reichte der Beschwerdeführer erneut Berichte zu den Akten (
Urk.
11/1-2). Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 2
9.
September 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wi
rd dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welch
em Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesun
dheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
lo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr
eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen
. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge
richt (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
wei
sen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die
letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
22
. April 2015
(Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass
der Beschwerdeführer seit Mai 2009 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich einge
schränkt sei. Die angestammte Tätigkeit
sei ihm nicht mehr zumutbar. Ab
Juli 2010 sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Der Be
schwerdeführer sei ab Juli 2010 in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 80
%
arbeitsfähig. Gestützt darauf ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 20
%
. Das Wartejahr sei per
3. Mai 2010 ab
gelaufen. Die Anmeldung sei am
8.
Mai 2013 eingegangen. Da der Invaliditätsgrad per
1.
November 2013 (6 Monate nach der Anmeldung) unter 40
%
liege, bestehe kein Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dem beschwerdeweise (
Urk.
1) entgegen,
dass das MEDAS-Gutachten mit schwerwiegenden Mängeln behaftet sei und ihm deshalb kein Beweiswert zukomme. So sei
im psychiatrischen Teilgutachten keine
Fremd
anamnese
eingeholt und die Persönlichkeitsstörung sei zu Unrecht ein
fach ausgeschlossen worden. Der Gutachter spreche von „wir“, ohne dass klar sei, wer das sei. Weiter sei unklar, weshalb in der interdisziplinären
Diagnose einfach von
Dysthymie
und nicht von
einer
depressive
n
Störung
gesprochen werde
(S. 6 ff.)
. Der a
ktuellste
Bericht von
Dr.
Z._
und
med
.
pract
.
A._
vom 1
3.
Februar 20
14 sei nicht berücksichtigt worden. Falls
auf das
Gutachten
abgestellt werden sollte
, wäre auch
die
Annahme einer 80%igen A
rbeitsfähig
keit falsch. Richtig
wäre
eine
60%
ige Arbeitsfähigkeit
ab Juli
20
1
0.
Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 25
%
ergäbe sich selbst dann
ein
Anspruch auf
eine
Dreiviertelsrente
(S. 13)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist
der Anspruch auf eine Invalidenrente und somit die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Der ursprünglichen, rechtskräftigen Verfügung vom 27. Juni 2011 (Urk. 6/48) lagen die nachfolgenden medizinischen Bericht zu Grunde:
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für O
rthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
und Facharzt für H
andchirurgie
, berichtete am
4.
Januar 2010 (
Urk.
6/12/6-7) und führte aus, dass beim Beschwerdeführer eine
atrophe
Scaphoidpseudoarthrose
mit beginnender Handgelenksarthrose links be
stehe. Am 1
9.
November 2009 sei eine
Scaphoidrekonstruktion
mit
Becken
kammspan
und Schraubenosteosynthese durchgeführt worden.
Es sei
von
einer Arbeitsunfähigkeit von 4-6 Monaten auszugehen. Bei einem günstigen Verlauf könne die Arbeit auf der Baustelle wieder aufgenommen werden.
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 2
4.
Juni 2010 (
Urk.
6/26/15-17)
und nannte als Diagnose posttraumatische
Residualbeschwer
den
im Bereich Handgelenk links ohne fassbare neurogene Pathologie. Er führte aus,
dass bei erheblichen Restbeschwerden nach Traumatisierung einer
Scaph
oid
pseudoarthrose
links sowie Rekonstruktionsoperation mittel
s
Knochen
span
keine Hinweise auf eine neurogene Komponente beziehungsweise eine Ver
letz
ung von peripheren Nerven bestünden.
So fänden sich insbesondere keine An
zeichen einer Läsion des
Nervus
medianus
oder
ramus
superficialis
nervi
radiali
s
. Die angegebene Sensibilitätsminderung lasse sich neurologisch-
topisch
nicht spezifisch zuordnen. Sie sei als
arthrogen
, allenfalls im Rahmen von
schmerz
bedingter
Symptomausweitung zu erachten (S. 3).
3.4
Die Ärzte der
Klinik D._
berichteten mit Austrittsbericht vom 1
5.
Juli 2010 (
Urk.
6/26/5-14) über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom
2.
Juni bis 13
.
Juli 201
0.
Sie nannten folgende Diagnosen (S. 1):
Unfall vom
3.
April 2008: eine abrutschende Formplatte sei auf di
e linke Hand gefallen,
Traumatisierung einer vorbestehenden
Scaphoid
-Pseu
do
arthrose links
Unfall vom
4.
Mai 2009: bei der Arbeit auf die linke Hand gestürzt
,
Trau
matisierung einer vorbestehenden
Scaphoid
-Pseudoarthrose links
chronische leichte Lumbalgie
vermehrter Konsum von Alkohol und
Cannabis, Reizbarkeit
Sie führten aus,
dass beim Austritt bewegungs- und belastu
ngsverstärkte
Dauer
schmerzen
und
Bewegungseinschränkung
en im linken Handgelenk sowie ein Kraftdefizit und eine Hypästhesie in der linken Hand bestanden hätten
(S. 1)
.
Der Beschwerdeführer sei psychisch labil. Obwohl im psychosomatischen
Konsil
zum Zeitpunkt des Gesprächs keine psychische Störung von Krankheitswert er
kennbar gewesen sei, sei im weiteren Verlauf eine psychotherapeutische Unter
stützung wünschenswert gewesen
(S. 2)
.
3.5
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, berichtete am 2
6.
Januar 2011 (
Urk.
6/32/4-9) über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung
vom
gleichen Tag und führte aus,
dass persistierende Unterarm-Hand-Schmer
ze
n links (
adominant
) bestünden. Klinisch finde sich eine ausgeprägte
Druck
dolenz
im Bereich des radialen Unterarmes, des radialen Handgelenkes sowie im Be
reich des ersten bis dritten Strahles. Bei oberflächlicher Palpation im Bereich der
Tabatière
würden massive Beschwerden beklagt, wobei unter Ablenkung zum Bei
spiel bei gleichzeitiger Palpation des
Proc
.
styloideus
ulnae
keine Be
schwer
den im Bereich der
Tabatière
angegeben würden. Eine minimale
Hand
be
schwie
lung
links könne festgehalten werden. Die Unterarmumfänge seien leichtgradig vermindert. Ebenfalls fände sich vor allem entlang des radialen Unterarmes so
wie der radialen Hälfte der Hand eine Sensibilitätsverminderung
(S. 5 Mitte)
.
De
r
Beschwerdeführer habe sich eine vorbestehende
Scaphoidpseu
doarthrose
trau
mat
isiert. Vor der durchgeführten
Pseudoarthrosenoperation
sei dem Beschwer
de
führer ein Eingriff von mehreren Handchirurgen empfohlen worden. Der post
ope
rative Verlauf habe sich protrahiert gestaltet. Die
Knochen
heilung
sei ver
zögert gewesen. Seit der Operation seien vor allem radialseitig betonte
Hand
gelenkbeschwerden
beklagt worden. Unter anderem habe der Be
schwerdeführer eine stationäre Rehabilitation besucht und auch eine
Stosswel
lentherapie
sei erfolgt.
Inzwischen sei die Pseudoarthrose vollständig geheilt. Minimale degene
rative Veränderungen könnten
radiocarpal
festgehalten wer
den. Es finde sich eine ausgeprägte Schmerzhaftigkeit, welche auch unabhängig des
Scaphoids
provozierbar
sei. Entsprechend seien die beklagten Beschwerden nicht vollum
fänglich erklärbar. Weitere therapeutische Massnahmen führten zu keiner zusätz
lichen Besserung, so dass von einem stabilen Zustand auszugehen sei
.
Aufgrund der nachgewiesenen minimalen degenerativen Veränderungen sei dem
Beschwerdeführer für die linke
adominante
Hand mindestens eine leichte, wenn
nicht sogar eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags zumutbar
. Hämmern
de
und vibrierende Tätigkeiten, ebenso wie repetitive
Umwendbewe
gungen
,
könnten
ihm nicht mehr zugemutet werden
(S. 5 f.).
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung
vom
Juni 2011
finden sich in den Akten die folgenden medizinischen Berichte:
4.2
Die Ärzte der
F._
berichteten am
2.
Mai 2012 (
Urk.
6/49/1-3) über die stationäre Behandlung des Beschwerdeführers vom 2
0.
bis 2
8.
März 2012 und nannten folgende Diagnosen:
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
psychische und Verhaltensstörungen durch
Cannabinoide
: schädlicher Ge
brauch (ICD-10 F12.1)
Verdacht auf Akzentuierung von Persönlichkeitszügen
Sie führten aus,
dass der Beschwerdeführer mit einem akuten depressiven Zustandsbild auf die Akutstation aufgenommen worden sei. Es sei eine
antide
pressive
Therapie begonnen worden. Der Beschwerdeführer habe sich teilweise mit der Behandlung auf der Station unzufrieden und entwertend gezeigt. Auf eine Verlegung auf eine Psychotherapiestation habe er sich nicht einlassen wollen und sich für eine ambulante Therapie entschieden, da seine Ehefrau im Falle einer stationären Weiterbehandlung eine Trennung angedroht habe
(S. 3)
.
4.3
Die Ärzte der
F._
berichteten am 1
8
.
Juli 2013 (
Urk.
6/64) und nannten folgende Diagnose (S. 1):
rezidivierende depressive Störung, seit zirka 2010
Sie führten aus, dass es dem Beschwerdeführer zirka zwei Monate nach Ab
setzen der Medikation nach Beendigung der letzten Therapie Ende September 2012 erneut schlecht gegangen sei. Er habe Mühe, sich zu konzentrieren, grüble viel und sei sehr traurig. Nichts interessiere ihn mehr. Die letzte Therapie habe er abgebrochen aus Angst, die Rechnungen nicht mehr bezahlen zu können
(S.
2)
.
Da sie den Beschwerdeführer nur einmalig gesehen hätten, sei es ihnen nicht möglich, eine Aussage bezüglich der Prognose zu treffen.
Im Gespräch vom 1
1.
Juni 2013 hätten sich erhebliche Konzentrationsstörungen, ein redu
zierter Antrieb und eine
Grübelneigung
gezeigt. Im Allgemeinen wirkten sich eine verminderte Konzentration sowie eine verminderte Ausdauer einschrän
kend auf jegliche Art von Arbeit aus (S.
3). Es werde eine regelmässige ambu
lante psychiatrische Therapie sowie eine Fortführung der Therapie mit Psycho
pharmaka empfohlen.
Unter regelmässiger Therapie und adäquat eingestellter Psychopharmaka sollte im Verlauf eine Besserung der Symptomatik und eine Stabilisierung des
Zu
standsbildes
erzielt werden
(S. 4)
.
4.4
Vom 1
4.
bis 3
1.
Oktober 2013 nahm der Beschwerdeführer an einer beruf
lichen
Abklärung der Abklärungsstelle
G._
teil (Abschlussbericht vom 22. Novem
ber
2013, Urk. 6/78). Im Abklärungsbericht wurde festgehalten,
dass der Beschwerdeführer dermassen demotiviert gewirkt habe, dass eine Wei
ter
führung der Abklärung als fragwürdig erschienen sei. Da sich auch andere Klienten wegen seines Verhaltens beklagt hätten, sei die Abklärung nach total 12 Abklärungstagen beendet worden. Eine Weiterführung hätte mit grösster Wahrscheinlichkeit keine weiteren Resultate mehr gebracht
(S. 4)
.
Die Resultate der kognitiven Tests würden auf knapp durchschnittliche kognitive Fähigkeiten hinweise
n
. Seine Stärken bei der Wortflüssigkeit und beim Kopfrechnen liessen
– zusammen mit dem Laufbahnmosaik – an eine Verkaufstätigkeit denken (S. 8
).
Zum Zeitpunkt der Abklärung finde sich ein wechselndes depressives
Zu
stands
bild
und eine Somatisierungsstörung seit den Arbeitsunfällen, dies auf dem Boden einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, welche vor dem Hinter
grund wiederholter Traumatisierungen und instabile
r
Verhältnisse
in der Kindheit und Jugend entstanden sei
(S. 9)
.
Viel wichtiger als die depressive Verstimmung und Somatisierungsstörung sei seine schwierige und vulnerable Grundpersönlichkeit im Sinne einer kombinierten Persönlichkeitss
törung mit emotional-instabilen, narzisstischen, unreifen und dissozialen Anteilen
. Diese sei auf dem Boden einer emotional deprivierten Kindheit
und Jugend entstan
den, sowie bei instabilen Verhältnissen in sämtlichen Lebenslagen – materiell, sozial, zwischen
mensch
li
chen Beziehungen etc. – auch unter dem Einfluss eines streng autoritär auftre
tenden Vaters, der wiederholt zu teils massiver tätlicher Gewalt gegenüber seinen Kindern gegriffen habe und sich noch bis weit ins Er
wachsenenalter in persönliche Angelegenheiten des Beschwerdeführers einge
mischt habe (S.
10 oben).
In der Gesamtsituation habe sich deutlich gezeigt, dass der Beschwerde
führer momentan aufgrund der Symptomatik, der Komor
biditäten und seiner Persönlichkeitsstörung die zumutbare Willensleistung nicht aufbringe
,
sich auf Integrationsbemühungen einzulassen. Eine ambulante psy
chiatrische Behand
lung wäre indiziert
. Eine sinnstiftende Arbeitstätigkeit im geschützten Rahmen,
im Sinne einer Tagesstruktur, könnte den Heilungsverlauf unterstützen (S.
10 f.
).
In dieser Abklärung sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, trotz Unter
stützung seitens der Berufsberatung eine berufliche Per
spektive für sich zu erarbeiten. Die Motivation sei sehr fragil und der verbal vorhandene
Einglie
derungs
wille
nicht tragfähig.
Eine ausreichende
Therapiead
härenz
für eine psy
chia
trische Behandlung sei bis anhin ebenfalls nicht zu
stande gekommen. Posi
tiv in der Abklärung sei gewesen, dass der Beschwerde
führer in den Gesprächen mit der Referentin auch Anzeichen einer Krankheits- und Behandlungseinsicht gezeigt habe.
Aufgrund seiner Interessen in den durchgeführten Neigungstests sowie seiner Fähigkeiten aufgrund der Ergebnisse in den kognitiven Tests
sollten dem Beschwerdeführer Verkaufstätigkeiten ent
sprechen (S.
11 f.).
Es habe
k
eine echte Motivation oder ein
Eingliederungs
willen
erk
a
nnt werden können. Es werde daher eine gewisse Begehrenshaltung vermutet (S. 12).
4.5
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am
6.
Dezember 2013 (
Urk.
6/86/6-8) und
führte aus, es sei dreimal zu einem Handgelenkstrauma links mit Fraktur des
Scaphoid
gekommen. Bei konservati
ver Behandlung mit Entwicklung einer Pseudoarthrose sei es zu einem erneuten Handgelenkstrauma gekommen. Anschliessend habe im November 2009 eine
Scaphoidrekonstruktion
ohne
Besserung der Schmerzen im Handgelenk
statt
ge
funden
.
Posttraumatisch habe sich nun eine Entwicklung einer mittelschwe
ren bis schweren Depression ergeben. Sowohl die Schmerzen wie auch die dar
aus resultierende Arbeitsunfähigkeit würden dem Beschwerdeführer ausgespro
chen Mühe machen.
Die Gesamtsituation habe sich
chronifiziert
.
Bezüglich der Ar
beits
fähigkeit seien zurzeit keine Aussagen möglich. Diesbezüglich werde die Abklärung im
G._
weiter helfen, inwieweit der Beschwerdeführer we
nig
s
tens teilzeitlich einer angepassten Tätigkeit nachgehen könne (S. 2).
4.6
Die
Ärzte der
F._
berichteten am 1
3.
Februar 2014 (
Urk.
6/90) und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, narzissti
schen Anteilen (ICD-10 F61.0)
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
persistierende Unterarm-Hand-Schmerzen links mit/bei:
Status nach traumatisierter
Scaphoidpseudoarthrose
nach Arbeits
unfällen April 2008 und Mai 2009
Status nach
Pseudoarthrosenoperation
am 1
9.
November 2009
Sie führten aus,
dass der Beschwerdeführer laut eigenen Angaben schon bei kleinsten Anforderungen überfordert sei. Es bestehe ein
chronifiziertes
psychi
a
trisches Beschwerdebild mit schlechter Prognose. Jegliche Versuche, den Be
schwerdeführer in ein strukturiertes Setting einzubinden, seien bisher geschei
tert. Grundsätzlich wäre es sinnvoll, den Beschwerdeführer in einem Teilpensum im geschützten Rahmen wieder in einen geregelten Tagesablauf zu integrieren. Dabei sei jedoch die schwankende und vulnerable
Motivationslage des Be
schwerdeführers zu beachten. Vor diesem Hintergrund werde versucht, den Beschwerdeführer in einem ersten Schritt für die hausinterne Tagesklinik zu gewinnen
(S. 3)
.
Der Beschwerdeführer sei 50
%
, entsprechend 3-4 Stunden pro Tag arbeitsfähig,
optimalerweise
im Sinne eines Belastungstrainings (S.
5
).
4.7
Die Gutachter der MEDAS
Y._
erstatteten ihr
poly
disziplinäres
Gutachten am 1
5.
Dezember 2014 (
Urk.
6/117
/1-30
) gestützt auf
die Akten, die Exploration und die Untersuchung des Beschwerdeführers. Sie nannten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 21):
beginnende Arthrose des linken Handgelenks bei Status nach
Scaphoidpseudoarthrose
-Operation mit Beckenkammspan links, seit Mai 2009
Lumbovertebralsyndrom
mit Facettengelenksreizung L5/S1 links
Dysthymie
, (ICD-10 F34), Differentialdiagnose unvollständig remittierte de
pressive Störung
d
ysfunktionale Krankheitsverarbeitung (ICD-10 F54)
Auffälligkeiten in der Persönlichkeit (ICD-10 Z73)
Sie führten aus,
dass die internistische Untersuchung unauffällig sei. Der Be
schwerdeführer trage am linken Handgelenk eine Ledermanschette und halte den Arm in eine Tuchschlinge (S. 23).
Die handchirurgische Begutachtung zeige radiologisch ein gutes Resultat nach
Scaphoidpseudoarthrosen-Rekonstrukion
. Es seien beginnende
Arthrosezeichen
auszumachen. Diese Arthrose führe zu bewegungs- und belastungsabhängigen Schmerzen, allerdings nicht nachvollziehbar in dem vom Beschwerdeführer be
schriebenen Ausmass
(S. 23)
.
Auch in der rheumatologischen Untersuchung werde der konsolidiert verheilte OP-Bereich bestätigt, bei subjektiv bereits oberflächlich stark erlebten Be
schwer
den sei ein Versuch
der klinischen Untersuchung der Handgelenksregion links zum Teil unmöglich.
Es ergäben sich keine Hinweise für ein spezifisches Leiden aus dem rheumatologischen Formenkreis. Im Bereich L5/S1 links sei eine Facettengelenksreizung eingrenzbar, Hinweise auf eine
radikuläre
Störung im Lumbalbereich ergäben sich nicht. Bei muskulärer
Dysbalance
liege ein mecha
nisches,
belastungsgetrigge
rtes
Lumbovertebralsyndrom
vor (S. 2
3 f.
).
Von neurologischer Seite sei ein klar bewegungsabhängiger Schmerz der linken Hand und des linken Armes festzustellen
ohne typisch neurologische Qualität oder eine neurologische Ausstrahlung
.
Zeichen einer Reflexdystrophie bezie
hungsweise assoziierter trophischer Störungen würden nicht auffallen. Auch die elektroneurographische
Untersuchung sei unauffällig. Somit ergebe die neuro
logische
Untersuchung
keine
sichere Hinweise
auf eine Erkrankung des peri
pheren Nervensystems beziehungsweise auf eine neurogene Verursachung der beklagten Schmerzen
(S. 24)
.
Auch bei der psychiatrischen Exploration
würden unklare und nicht konstruk
tive
Angaben auffallen, es zeigten sich auch Widersprüchlichkeiten in der Anam
nese. Eine Aggravation sei nicht auszuschliessen.
Es sei von einer depres
siven Störung im März 2012 sowie von einem Rezidiv im Juni 2013 auszuge
hen. Aktuell entspreche der Befund nicht mehr dem einer schweren oder mittel
gradigen depressiven Episode, sondern eher dem einer
Dysthymie
beziehungs
weise einer unvollständig remittierten depressiven Störung.
Es bleibe also offen, ob es sich wirklich um eine klassische rezidivierende depressive Störung handle oder um eine Anpassungsstörung oder Dekompensation sowie
depressionsähn
liche
Symptomatik im Rahmen von Konfliktsituation und
Persönlichkeitsauf
fälligkeiten
. Die Diagnose
einer Somatisierungsstörung sei wenig wahrschein
lich. So fänden sich keine multiplen wiederholt auftretenden und häufig wechseln
den körperlichen Symptome
, kein buntes Beschwerdemuster und
keine
Mul
tisomatoformität
. Das Schmerzverhalten
erscheine teilweise inadäquat, die Leistungsbereitschaft selbstlimitiert, auf psychischem Gebiet
dekondition
i
ert
, weshalb auch die Diagnose einer Verhaltensauffälligkeit in Verbindung mit körperlichen Störungen
(ICD-10 F54)
zu stellen sei. Dieser Diagnose könnten zum Beispiel auch
Misslaunigkeit
und mangelnde Motivation zugeordnet wer
den. Die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung dagegen sei nicht zu sehen. Diese hätte ja bis zum Unfallereignis vollständig kompensiert vorlie
gen müssen. Die beschriebenen Elemente (narzisstisch und emotional instabil) hätten auch viel mir der psychosozialen Situation des Beschwerdeführers zu tun.
Die beschriebenen Störungen seien durchaus willentlich beeinflussbar. Eine adäquate Pharmakotherapie und Psychotherapie wären möglich, sowie auch eine aktivere Tätigkeit zu Hause und wen
iger Verharren in der Kranken
rolle.
Aktuell sei von einer Arbeitsfähigkeit von 5 Stunden pro Tag auszugehen, aus psychiatrischer Sicht wäre diese innerhalb eines Jahres auf 100
%
zu steigern. Die Prognose sei aber auch abhängig vom Anreizsystem, von den motivatio
nalen Faktoren sowie dem Willen des Beschwerdeführers
(S. 24)
.
Interdiszi
plinär sei festzustellen
, dass eine erhebliche Diskrepanz zwi
schen den objektivierbaren Befunden und der subjektiven Einschätzung des Beschwerde
führers bestehe. Nach zwei Unfällen des linken Handgelenks und ei
ner
Scaph
oidpseudoarthrose-Operation
mit Beckenkammspan links seien grös
sere Belas
tungen für die obere linke Extremität nicht mehr möglich. Eine
lei
densange
passte
Tätigkeit sei hingegen zumutbar. Insofern habe sich seit der Verfügung von Juni 2011 in Bezug auf das Handgelenk keine Änderung erge
ben. Hinzu gekommen sei aber ein psychisches Leiden, wobei eine exakte zeitli
che Termi
nie
rung nicht möglich sei. Es liege die Dokumentation über einen sta
tionären Aufenthalt im März 2012 vor mit dann nicht kontinuierlicher psychi
atrischer
Weiterbehandlung. Aktuell liege für eine leidensangepasste Tätigkeit gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
vor, hierin sei auch die qualitative Einschrän
kung von 20
%
aus rheumatologischer Sicht enthalten.
Diese Ar
beitsfähigkeit wäre vor allem aus psychiatrischer Sicht aber zu steigern auf 100
%
im Laufe eines Jahres, dann auch mit weiterhin bestehender qualitativer Einschränkung von Seiten des Bewegungsapparates
(S. 24 f.)
.
4.8
Dipl. med.
I._
, Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
) der
Beschwerdegegne
rin
, nahm am
5.
Jan
uar 2015 Stellung (
Urk.
6/122/4-5
) und führte aus
, dass das Gutachten die formalen Qualitätskriterien erfülle und nachvollziehbar und in
seinen medizinischen Schlussfolgerungen plausibel sei.
Ab Juli 2010 bestehe aus
somatischer Sicht eine 80%ige Arbeitsfähigkeit angepasst und aus psychi
a
tri
scher Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 5 Stunden täglich. Aus psychiatrischer Sicht erscheine eine Steigerung auf 100
%
innerhalb von 12 Monaten möglich.
4.9
Die Ärzte der
F._
berichteten am
7.
Juli 2015 (
Urk.
8) und
nannten folgende Diagnosen:
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und nar
zisstischen Anteilen (ICD-10 F61.0)
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
persistierende Unterarm-Hand-Schmerzen links mit/bei:
Status nach traumatisierter
Scaphoidpseudoarthrose
nach Arbeitsun
fällen
im
April 2008 und Mai 2009
Status nach
Pseudoarthrosenoperation
am 1
9.
November 2009
Sie führten aus, dass eine schwere psychische Erkrankung vorliege und die Prog
nose schlecht sei. Aufgrund des klinischen Bildes und des
Krankheitsver
laufes
sei nicht davon auszugehen, dass eine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt kurz- oder mittelfristig möglich sein werde (S. 1).
4.10
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates und Facharzt für Handchirurgie, berichtete am 1
9.
August 2015 (
Urk.
11/1), nannte als Diagnose eine Radiocarpalarthrose Grad II bei Status nach
Scaphoidpseudoarthrose
und
Beckenkammspaninterpronat
und
Herbertschrauben
-Osteosynthese 2009 und führte aus,
dass die
Handge
lenks
beschwerden
, welche in der Zwischenzeit
chronifiziert
seien, nachvollzieh
bar seien. Es sei ein weiteres Fortschreiten der Arthrose zu erwarten und er emp
fehle deshalb eine sogenannte Rettungsoperation. Zur genaueren Bilanzie
rung werde dafür eine weiterführende Bildgebung empfohlen. Mit dem operati
ven Eingriff könne leider nicht mehr die uneingeschränkte Funktion des Hand
ge
lenks erreicht werden, jedoch könnten die Schmerzen kontrolliert und das
Be
wegungsausmass
sowie die Kraft im Vergleich zum jetzigen Zeitpunkt massiv verbessert werden. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei die linke Hand momen
tan nicht gebrauchsfähig, somit würden sämtliche Tätigkeiten entfallen, bei denen die linke Hand benötigt werde. Als ungelernter Arbeiter bestehe somit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
5.
5.1
Zur Beurteilung
einer allfälligen Veränderung
des Gesundheitszustandes und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ist auf das Gutachten
der
MEDAS (vorstehend E. 4.7
) abzustellen. Das Gutachten
umfasste die Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin,
Neurologie, Handchirurgie, Rheumatologie sowie Psychiatrie,
wo
bei
sich das Gutach
ten für die zu beurteilenden Fra
gen als umfassend er
weist.
Die
Gutachter
berück
sichtigte
n
die geklagten Beschwer
den und das Ver
halten de
s
Beschwerdeführer
s
in angemessener Weise
und er
stellte
n
das Gut
achten in Kenntnis der
sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
, wozu sie auch Stellung nahm
en
. Die Beurteilung leuch
tet in der Dar
legung der medi
zinischen Zusammenhänge ein
und die vorge
nom
menen Schlussfolge
rungen zu Gesund
heitszustand und Ar
beits
fähigkeit werden aus
führlich begründet. Das Gut
achten erfüllt damit die praxisgemäs
sen Kriterien
(vorstehend E. 1.
6
) voll
um
fänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf ab
ge
stellt werden kann.
5.2
Der somatische Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers hat sich seit der letzt
maligen Beurteilung insoweit verschlechtert, als er
aus somatischer Sicht an
eine
r
beginnende
n
A
rthrose des linken Handgelenks sowie an
ein
em
Lum
bo
vertebralsyndrom
mit Fac
ettengelenksreizung L5/S1 links
leidet
.
Die ausführ
liche handchirurgische Befundaufnahme war
ansonsten
weitestgehend unauf
fällig. R
adiologisch
konnten
die bereits intraoperativ festgestellten beginnenden
Arthrosezeichen
ausgemacht werden. Diese Veränderungen seien typisch für eine Pseudoarthrose und eine weitere Progression der Arthrose sei in Zukunft möglich (
Urk.
6/117
/1-30
S. 18).
Aus rheumatologischer Sicht gebe es kein
en
Hinweis für eine begleitende
radikuläre
Störung und auch kein
en
Hinweis für ein zugrunde liegendes Krankheitsbild aus dem rheumatologischen Formenkreis.
Die von den Gutachtern de
r
MEDAS
vorgenommene Einschätzung der verblie
be
nen Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht erscheint gestützt auf die erho
be
nen Befunde und die gestellten Diagnosen pl
ausibel und nachvollziehbar. So bestehe für eine angepasste Tätigkeit gemäss beschriebenem Belastungsprofil (
Urk.
6/117/48) eine Arbeitsfähigkeit im vollen zeitlichen Pensum mit einer 20%igen Einschränkung aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs oder eines verlangsamten Arbeitstempos (
Urk. 6/117/1-30
S. 20).
5.3
Die Minderung des Rendements in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ergibt sich gemäss der gutachterlichen Beurteilung aufgrund des psychischen Leidens, wobei eine
Dysthymie
(ICD-10 F34) mit der Differentialdiagnose einer unvollständig remittierten depressiven Störung, eine dysfunktionale
Krank
heits
verarbeitung
(ICD-10 F54) sowie Auffälligkeiten in der Persönlichkeit (ICD-10 Z73)
als
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit diagnostiziert wurde
n
.
Der
psychiatrische Gutachter der MEDAS
attestierte dem Beschwerdeführer auf
grund der diagnostizierten affektiven Störung
sowie der Verhaltensauffälligkeit in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren
eine
Restarbeitsfähig
keit
von
aktuell 6
0 %
, welche innerhalb eines Jahres auf 100
%
zu steigern sei
(
Urk.
6/117/68)
.
Hierbei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass bei Beeinträchtigungen des psychischen Gesundheitszustandes stets eine objektive Betrachtung des
Forder
baren
vorzu
nehmen ist (vorstehend E.
1.1, E.
1.3), wobei
leichte bis
mittel
schwere psychische Stö
rungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
ange
hbar
gelten
und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Urteile des Bund
esgerichtes 9C_836/2014 vom 23. März
2015 E. 3.1, 9C_474/2013 vom 20.
Februar
2014
E. 5.4, 9C_696/2012 vom 19. Juni
2013 E. 4.3.2.1, 9C_250/2012 vom 29. Novem
ber 2012 E.
5, 9C_736/2011 vom 7.
Februar 2012 E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/2012 E. 3.2 vom 14.
August 2013)
.
Nach der Rechtsprechung des Bun
desgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krank
heiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vie
ler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach ge
si
cherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeu
tisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen An
for
derungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende
Be
trachtungs
- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3).
Eine
Dysthymie
ist nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 enthaltenen Umschreibung eine chronische depressive Verstimmung, die weder
schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kri
terien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressi
ven Störung zu erfüllen. Findet sich im Psychostatus nur eine
Dysthymie
, so kann dies
rechtsprechungsgemäss
wohl eine
Einbusse
an Leistungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet nicht einem
Gesundheits
schaden
im Sinne des Gesetzes gleich.
5.4
Der Umstand, dass das Gut
achten bezüglich der Darlegung der medizinischen Situation voll beweis
kräftig ist, bedeutet nicht, dass auch die dortige Einschät
zung der
Restarbeits
fähigkeit
für die Belange der Invalidenversicherung ohne weiteres massgeblich ist. Die Beurteilung, ob ein invalidisierender
Gesundheits
schaden
vorliegt, ist eine Rechtsfrage und obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vereinbar, einem Gutachten vollen
Be
weis
wert
zuzuerkennen, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Ar
beits
fähigkeit unter Berück
sichtigung sozialversicherungsrechtlicher Aspekte abzu
wei
chen (BGE 140 V 193 E. 3.1 f., 130 V 352 E. 3; Urteil des Bundesge
richts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1).
Angesichts der Tatsache, dass vorliegend eine
Dysthymie
und lediglich
diffe
ren
tialdiagnostisch
eine affektive Störung, welche sodann bereits
, wenn auch unvoll
ständig
remittiert ist, diagnostiziert wurde und auch keine konsequente Depressionstherapie verfolgt wird, ist eine invalidisierende
Wirkung derselben zu verneinen.
So können so
wohl
die
Pharmakotherapie
wie auch die Psycho
the
rapie
noch deutlich verbes
sert werden (
vgl.
Urk.
6/117
/1-30
S. 27
)
.
Die Prog
nose wurde demzufolge auch zu
rückhaltend günstig gestellt, wobei inner
halb eines Jahres ein Rendement von bis zu 100 % erreicht werden könne (E.
4.7
).
Zu bemerken ist, dass es sich
gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei den Diagnosen aus der sogenannten Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10-Sys
tems um Faktoren handelt, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-99 sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als „Diagnosen" oder „Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2010 vom 1
5.
November
2010 E.
5.2.4 mit weiteren Hinweisen). Bei der seitens der MEDAS-Gutachter gestellten Diagnose der Auf
fälligkeiten in der Persönlichkeit handelt es sich um eine solche Z-Kodierung. Diese kann folglich nicht als invalidisierende Krankheit angesehen werden.
5.5
Die
Berichte der behandelnden Psychiater der
F._
vermögen die Beurteilung der Ärzte der MEDAS nicht in Zweifel zu ziehen.
So nahm der psy
chiatrische Gutachter zu den anderslautenden Diagnosen in ausführlicher Weise Stellung (
Urk.
6/117/63-67) und legte plausibel dar, weshalb nicht von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung auszugehen sei (
Urk.
6/117/65-66). Die Ärzte der
F._
hingegen nehmen in keiner Weise Stellung zum Gut
achten
und begründen denn auch ihre Diagnosestellung nicht weiter
.
So
attes
tierten
sie
dem Beschwerdeführer
im Mai 2012
(vgl. vorstehend E. 4.2) noch
ei
nen
Verdacht auf Akzentuierung von Persönlichkeitszügen, welcher
zu den Fakto
ren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruch
nahme von Gesundheits
diensten führen
gehört
(ICD-10 Z.00-/99), denen jedoch kein
versi
cherungsmedizini
scher
Krankheitswert zukommt (vgl. auch Urteil des B
undes
gerichts 8C_663/2010 vom 15. November 2010 E. 5.2.4)
. I
m Februar 2014 wird sodann eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-insta
bilen, narzisstischen Anteilen und eine Somatisierungsstörung aufgeführt (vgl. vo
r
stehend E. 4.6). Im Bericht vom
Juli 2015 (vgl. vorstehend E. 4.9) wird die Somatisierungsstörung
– ohne jegliche Begründung - nicht mehr erwähnt.
Im Übrigen gilt es zu be
rücksichti
gen, dass
das Gericht nach der Rechtspre
chung
Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholt wurden und den einschlägigen Anforderungen ent
sprechen, vollen Beweiswert zuerkennt, solange keine konkreten Indizien ge
gen die Zuverlässig
keit der Expertise sprechen. Demgegenüber stehen die be
handelnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre Be
richte verfolgen daher nicht den Zweck einer den ab
schliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objekti
ven Beurteilung des Ge
sundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderun
gen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und auf
grund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – bezie
h
un
gsweise regelmässig behandelnde
Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesge
richts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre
auf
trags
rechtliche
Vertrauensstel
lung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Pati
enten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf
die An
gaben der behandeln
den Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Ur
teil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Die unter
schied
liche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes
einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizi
nischen
Experten ande
rerseits lässt es nicht zu, ein Admi
nistrativ- oder
Ge
richtsgut
ach
ten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei
terer Abklärungen zu nehmen,
wenn die behandelnden Arztpersonen bezie
h
ungsweise
Therapie
kräfte
zu anders
lautenden Einschätzungen gelangen. Vor
be
halten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil
die anderslautenden Einschätz
ungen wich
tige – und nicht rein subjektiver Inter
pretation entsprin
gende – Aspekte benen
nen, die bei der Begutachtung un
er
kannt oder ungewür
digt geblieben sind (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2). Solche Ge
sichtspunkte sind vorliegend nicht ersichtlich.
Ergänzend ist darauf hinzuwei
sen, dass eine psychiatrische Explora
tion von der Natur der Sache her nicht
er
messensfrei
erfolgen kann. Sie eröffnet dem begut
ach
tenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spiel
raum, inner
halb dessen verschiedene me
dizinisch-psychiatrische Interpretatio
nen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/
2008 vom 5. März 2009 E. 5.1). A
uch ändert der Um
stand, dass
der psychiatrische Gutachter
auf das Einholen einer Fremdanamnese verzichtete, nichts an der Verwert
barkeit
seiner Expertise. So
sind bei psychi
schen Störungen eine
Fremdanam
nese
ebenso wie (schriftliche oder mündliche) Auskünfte der behandelnden Ärzte zwar häufig wünschenswert, jedoch nicht zwingend erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 9C_482/10 vom 2
1.
September
2010, E. 4.1, mit Hinweisen).
Wichtig
e Grundlage gutachtli
cher Schlussfolge
rungen
bildet
die
klinische Untersuchung mit
Anamneseerhe
bung
,
Symptomer
fassung
und
Verhal
tens
beobachtung
(Urteile
des Bundesge
richts I 192/06 vom 19. September 2006 E.
3 und
I 391/06 vom 9. August 2006 E.
3.2.2). Anhalts
punkte dafür, dass
der
psychiatrische Gutachter der
MEDAS
die entsprechenden Vorgaben nicht bzw. nur
ungenügend beachtet hat, sind nicht erkennbar.
Nach dem Gesagten ist folglich - nach wie vor - kein invalidisierender psychi
scher Gesundheitsschaden ausgewiesen.
5.6
Zusammenfassend ist
lediglich
eine
leichte
Verschlechterung des
somatischen
Gesundheits
zustan
des seit der letztmaligen Beurteilung zu verzeichnen, wobei dem Beschwerdeführer die
bisherigen Tätigkeiten
nicht mehr zumutbar sind. In einer
behinderungs
ange
passten
Tätigkeit ist der Beschwerdeführer hingegen zu
8
0 % arbeitsfähig
.
Dem psychischen Leiden kommt kein invalidisierender Charakter zu.
6.
6.1
Da
sowohl das
Valideneinkommen
wie
auch das Invalideneinkommen in ange
passter Tätigkeit anhand der
Tabellen
löhne
der
LSE
unter Einstufung des Beschw
erde
führers als Hilfsarbeiter
zu ermitteln
sind
, kann rechnerisch ein
Prozent
vergleich
vorge
nom
men werden. Eine möglichst genaue Bezifferung und Gegen
überstellung der beiden hypothetischen Erwerbseinkommen, um aus der Einkommensdifferenz den Invaliditätsgrad bestimmen zu können, erübrigt sich somit. Der
Invalidi
täts
grad
entsprä
ch
e
– ohne Berücksichtigung eines allfälligen leidensbedingten Ab
zugs – mithin der
attestierten Arbeitsunfähig
keit von
20
%.
6.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu k
ür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punk
te dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
wer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Be
tracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rah
men des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Der Beschwerdeführer ist aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen lediglich noch in
leichten
und wechselbelastenden Tätigkeiten
in verständnis
voller Arbeitsumgebung
einsatzfähig. Weiter ist der Beschwerdeführer,
da ihm
die Ausübung von behinderungsangepassten Tätigkeiten
lediglich noch
im Um
fang eines Beschäftigungsgrades von
8
0
%
zuzumuten ist, auf Teilzeitarbeit ange
wiesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass teilzeitbeschäftigte Männer im Vergleich zu Vollzeitangestellten
erfahrungsgemäss
überproportional tiefer
ent
löhnt
werden (BGE 126 V 472 E. 4.2.3). Dabei handelt es sich um einen
ein
kommensmindernden
Umstand, welcher zu berücksichtigen ist.
In Würdigung sämtlicher Um
stände erscheint vorliegend ein Abzug von 1
0
%
im Lichte der Rechtsprechung als angemessen.
Selbst
bei Gewährung dieses
Tabellenlohn
abzuges von 10 % resultiert jedoch lediglich ein Invaliditätsgrad von 28 % (0.8 x 0.9), womit
kein
Anspruch auf eine
R
ente besteht.
Die
Be
schwerde
geg
nerin
hat demnach einen Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine
Rente der Invaliden
ver
si
cherung im Ergebnis zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr.
9
00.-- anzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.