Decision ID: 83bbc155-13d2-4244-b61c-50831317297f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1971, war seit Januar 2007
bei
der
Y._
SA
als
Sicherheitsagentin a
ngestellt und damit bei der
Vaudoise
Allgemeine
Versiche
rungs
-Gesellschaft AG
(nachfolgend
Vaudoise
)
versichert, als sie sich am
2
5.
oder 2
6.
September
2012 eine Fussdistorsion beim Joggen
zuzog (vgl.
Urk.
8/6)
und am
7.
Juli 2013
sodann
beim Aussteigen aus dem Auto mit dem linken Fuss ein
knickte
(
Urk.
8/1,
Urk.
8/6
).
Nach
getätigten
Abklärungen
stellte die
Vaudoise
die bis dahin erbrachten Leis
tungen
mit Verfügung vom
1
4.
Oktober 2014
per
3
0.
Juni 2014 ein
(Urk.
8/92
).
Die vom zuständigen Krankenversic
herer erhobene Einsprache (
Urk.
8/95
) wurde
am
4.
November 2014
wieder zurückgezogen (
Urk.
8/96). Die von der
Versi
cherten am
1
3.
November
2014
erhobene Einsprache (Urk.
8/99
)
, ergänz
t
am
2
9.
Janu
ar 2015 (
Urk.
8/105),
wies die
Vaudoise
am
8.
April 2015 ab (Urk. 8/110
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
2
.
Mai 2015
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom
8.
April 2015
(Urk. 2) und beantragte,
der
Einsprache
entscheid
vom
8.
April 2015 sowie die Verfügung vom 1
4.
Oktober 2014 seien aufzuheben, und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten (S.
2
Ziff.
1 und 2).
Mit Beschwerdea
ntwort vom 1
6.
Juni 2015 (
Urk.
7
) beantragte die
Vaudoise
die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
2.
Septem
ber 2015
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Ge
sund
heit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der
äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Le
bens
bereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den mensch
lichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine
Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne unge
wöhn
liche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.4
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von Art. 9 Abs. 2
UVV
entfällt im Vergleich zu den eigent
lichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Unge
wöhn
lichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hin
gegen auch bei den unfallähnlichen
Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt na
mentlich für das Erfordernis des ein
wirkenden äusseren Faktors an sich, wo
runter ein ausserhalb des Körpers lie
gen
der, objektiv feststellbarer, sinnfälliger
–
eben unfallähnlicher
–
Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schä
digende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai
2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Fak
tors ist ein gesteigertes
Schädi
gungspotenzial
, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollier
bar
keit der Vornahme der alltäglichen
Lebensverrichtung führenden Faktors. Die phy
siologische Beanspruchung des Ske
letts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren
Faktor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 14. November 2013
E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E.
3.3.1, 129 V 466 E.
4.2.2, 4.3). Ein äusserer
Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtspre
chung vor
, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiolo
gisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, ins
be
son
dere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014
vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E.
3.3.1).
Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Ände
rungen der Körper
lage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu kör
pereigenen Trau
men führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei
heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkon
trollier
bar gewordenen Positionsände
rung (vgl. BGE 129 V 466 E.
4.2.3, Urteil des Bun
desgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung besteht nicht
darin, krankhafte oder degenerative Körperschäden von der obligatorischen Un
fall
versi
cherung auszuschliessen, sondern darin, die oft schwierige Abgren
zung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Die sozialen Unfallversicherer haben somit ein Risiko zu übernehmen, das nach der
geltenden begrifflichen Abgrenzung von Unfällen und Krankheiten den letz
te
ren
zuzuordnen wäre. Hinzu kommt, dass es für die Bejahung des natürli
chen Kau
sal
zusammen
hangs praxisgemäss genügt, wenn das schädigende Ge
schehen eine
Teilursache bildet. Ein degenerativer oder pathologischer
Vorzu
stand
schliesst da
her eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein
unfallähn
li
ches
Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder mani
fest werden lässt. Bei den in Art. 9 Abs. 2
lit
. a bis h UVV abschlies
send er
wähn
ten Verletzungen muss aber eine schädigende, äussere Einwirkung wenigs
tens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den (vor- oder überwiegend) krank
haf
ten oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine
unfallähnli
che
Kör
per
schä
digung
vorliegt (vgl. BGE 123 V 43 S.
45 E. 2b mit Hinweisen, insbes. a
uf
BGE 116 V 155 E.
6c, 117 V 360 E.
4a, 114 V 301 E.
3c; RKUV 1988 Nr. U 57 S.
373
E. 4b).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres
Mo
ment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Ab
liegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn
die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber
keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag.
Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn
das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Per
son be
schriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
1.5
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, dass bereits zum Zeitpunkt des Unfalls im September 2012 ein Vorzustand be
standen habe. Gemäss Beurteilung von
Dr.
Z._
sei aber der
status
quo noch vor dem zweiten Ereignis von Juli 2013 erreicht worden
. Die Distorsionsfolgen seien abgeklungen gewesen, was auch den üblichen ärztlichen Erfahrungen
entspreche. Eine richtunggebende Verschlimmerung könne somit ausge
schlossen
werden (S. 1). Das Aussteigen aus dem Auto am
7.
Juli 2013 hingegen erfüllte den Unfallbegriff nicht, zumal nichts Besonderes passiert sei. Laut
Dr.
Z._
habe aber eine Aktivierung des Vorzustandes stattgefunden.
Das Er
eignis hätte
somit nicht zu Lasten des UVG-Versicherers gehen müssen und sei zu Unrecht übernommen worden (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber au
f den Standpunkt (
Urk.
1), dass entgegen den Ausführungen des Gutachters
Dr.
Z._
keine wider
sprüchlichen Angaben betreffend das Ereignis vom
7.
Juli 2013 von ihr vorlie
gen wü
rden. Das Um- oder Abknicken des Fusses beim Aussteigen aus dem Auto stelle eine Programmwidrigkeit dar, für welche die Beschwerdegegnerin aufzukommen habe. Ob der Unfallbegriff erfüllt sei, könne dahingestellt bleiben. Zumindest der Tatbestand einer unfallähnlichen Körperschädigung liege vor. Eine Sehnenverletzung sei ebenfalls ausgewiesen
. Zusammenfassend sei erstellt, dass sowohl das Ereignis vom September 2012 als auch dasjenige vom
7.
Juli 2013 nach UVG versicherte Ereignisse darstellen würden (S. 5 f.).
Der Gutachter
Dr.
Z._
übersehe sodann zwei Berichte anlässlich einer Zweitmeinung der Uniklinik
A._
.
Dr.
B._
halte hier nach Sichtung des MRI fest, dass sich tatsächlich nicht nur eine Degeneration der
Tibialis
posterior
Sehne, sondern eine komplette Ruptur mit deutlicher Retraktion des Stumpfes zeige (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die über den 30. Juni 2014 hinaus bestehen
den Beschwerden der Beschwerdeführerin in einem
rechtsgenüg
lichen
Zusam
men
hang zum
E
reignis vom
2
5.
oder 2
6.
September 2012
beziehungsweise zum
Ereignis vom 7. Juli 2013 stehen
und
insbesondere
ob
Letzteres
als Unfall oder unfallähnliches Ereignis zu qualifi
zieren ist.
3.
3.1
Gemäss Akten spielte die Beschwerdeführerin am
7.
Juli 2013 ausgiebig und intensiv Tischtennis. Nach Beendigung des Spiels habe sie in beiden Beinen und
Füssen gewisse Schmerzen verspürt. Nachdem
sie
nach Hause
ge
fahren sei
, sei
sie
beim Aussteigen aus dem Auto mit dem linken Fuss abgeknickt (vgl.
Urk.
8/6 oben).
3.2
Am
8.
Juli
2013 suchte die Beschwerdeführer
in
die Notfallstation der Klinik
C._
auf. Dabei wurde der klinische Verdacht auf eine Ruptur der
Tibialis
anterior
Sehne geäussert. Es bestehe eine
Heberschwäche
des linken Fusses be
züglich der
Tibialis
anterior
Sehne, welche weniger prominent sei als auf der rechten Seite. Zudem bestünden Schmerzen im Bereich der
Tibialis
anterior
Sehne am Fuss links
(
Urk.
8/4)
.
3.3
Eine am 11. Ju
l
i 2013 in der Klinik
C._
durchgeführte
Magnetresonanz
to
mogra
phie
(MRI) des linken Fusses ergab eine
schwere
Tendinopathie
der
Tibialis
anterior
Sehne
ohne Hinweise auf eine Ruptur.
Weiter wurde
eine
Ge
fügestörung
im Bereich von Talus und
Calcaneus
mit
Valgisationsstellung
des Talus
festgestellt
.
Der laterale Bandapparat sei praktisch nicht mehr nachweis
bar. Der mediale Bandapparat sei unauffällig. Es bestünden
Arthrosezeichen
im oberen Sprunggelenk (OSG), im unteren Sprunggelenk (USG) und im
ta
lona
/
iku
laren
Gelenk
(
Urk.
8/3)
.
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am 1
9.
Juli 2013 (
Urk.
8/7) und
nannte die folgenden Diagnosen (S. 1):
p
osttraumatischer, progredienter Knicksenkfuss links bei Ruptur der
Tibia
lis
posterior
Sehne
allgemeine Band
-
L
axi
zi
tät
Er führte aus,
dass die aktive Beschwerdeführerin
am 2
5.
September 2012
beim Joggen im Wald in ein Loch im Boden getreten sei und sich dabei den Fuss um
ge
knickt
habe
, wodurch es zu einer massive
n
D
i
storsion
des linken Fusses gekommen sei. Die Beschwerdeführer
in
habe in der Folge eine zunehmende Fehlstellung des linken Fusses beobachtet. Zudem sei es am
7.
Juli 2013
beim Aussteigen aus dem Auto zu einer erneuten Distorsion des linken Fusses ge
kommen, weil die Beschwerdeführerin wieder umgeknickt sei. Schon im Stehen sehe man eine deutliche Knicksenkfuss
s
tellung
. Entlang der
Tibialis
posterior
Sehne bestehe keine wesentliche
Druckdolenz
. Die Funktion der
Tibialis
poste
rior
Sehne sei aufgehoben. Die Beschwerdeführerin könne mit diesem Muskel keinerlei Kraft gegen Widerstand entwickeln (S. 1).
Die periphere Sensomotorik und Zirkula
tion seien intakt. Der laterale Bandapparat sei in der klinischen Untersuchung instabil.
Er sei überzeugt, dass sich die Beschwerdeführerin beim
Fehltritt im September 2012 eine
Tibialis
posterior
Sehnenruptur zugezogen habe
, in deren Folge es konsekutiv zu einem posttraumatischen Knicksenkfuss ge
kom
men sei. Die zusätzliche Distorsion im Juli 2013 habe diese Situation zu
sätzlich akzen
tuiert, wobei es aufgrund der Knicksenkfussstellung sicherlich zu einer Überbe
lastung im Bereich des Sinus
tarsi
gekommen sei, so dass akt
uell von einem posttraumatischen Sinus
tarsi
Syndrom gesprochen werden müsse.
Dementspre
chend zeige sich auch im MRI durch die
Valgisierung
der
taloca
l
canearen
Achse eine Kompression im Bereiche des Sinus
tarsi
. Er sei überzeugt, dass die im MRI beschriebene massive
Tendinopathie
mit massiver
Auftreibung
und
Signalin
homogenität
einer stattgehabten Ruptur der
Tibialis
posterior
Sehne
entspreche. Dafür spreche auch die klinische Untersuchung (S. 2).
3.5
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, Oberarzt
Unik
linik
A._
, berichtete am
4.
Septem
ber 2013 (
Urk.
8/17
) und
führte aus, dass sich in den MRI Bildern ent
gegen der
Erwartung auch vom konventionellen Röntgenbild ein gut erhaltenes
Talonaviculargelenk
zeige, das mit deutlichem Erguss vor allem dorsal primär gereizt als bereits degenerativ
schwergradig
verändert imponiere. Tatsächlich zeige sich nicht nur eine Degeneration der
Tibialis
posterior
Sehne, sondern eine komplette Ruptur mit deutlicher Retraktion des Stumpfes.
Mit diesem Bild könne eine
Rückfussarthrodese
umgangen werden, so dass hier primär
gelenks
erhaltend
verfahren
werden könnte.
3.6
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates,
FussZentrum
C._
, be
rich
tete am 1
1.
September
2013 (
Urk.
8/19) und führte aus,
dass bei der Beschwer
deführerin eine schwere Knick/Senk/Plattfussdeformität links mit vollständigem Einbruch der Längswölbung und vollständig fehlender
Tibialis
posterior
Sehne mit
Impingement
Problematik zwischen seitlichem
Rückfuss
und Aussenknöchel vorliege.
3.7
Dr.
D._
berichtete
nach komplexer Fusskorrektur
vom 30. September 2013
am 1
0.
Januar 2014 (
Urk.
8/38) und führte aus, er sei mit dem Verlauf sehr zu
frieden und auch die heutige radiologische Kontrolle zeige eine weitgehende Konsolidation der Osteotomien, respektive
Arthrodesen
. Ein stockfreies Gehen sei frühestens Ende Januar, eventuell Mitte Februar zu er
warten. Dement
spre
chend sei eine Wideraufnahme der Arbeit frühestens auf den
1.
März 2014 zu erwarten.
Am
5.
Februar 2014 führte
Dr.
D._
aus (
Urk.
8/43), dass die Situation sowohl bezüglich der Schmerzen als auch bezüglich der Stellung des Fusses nicht ganz befriedigend sei. Die neuen Einlagen seien angepasst, führten jedoch zu Druck
problemen medial, wobei eine vollständige Adaptation noch nicht stattgefunden habe.
Am
3.
April 2014 führte
Dr.
D._
aus (
Urk.
8/51), dass sich die Beschwerde
füh
rerin vom komplexen Fusseingriff gut erholt habe.
Die Beschwerdeführerin habe
anlässlich der heutigen Konsultation
erstmals über Knieschmerzen links geklagt
, wobei im Befund eine deutliche
Druckdolenz
auf Höhe des medialen Gelenk
spaltes vorzufinden sei. Die in der Folge durchgeführte MRI-Untersu
chung habe ein massives Ödem des gesamten medialen
Femurkondylus
gezeigt. Mit grösster Wahrscheinlichkeit handle es sich um ein
regredientes
, das heisse transientes
Knochenmarksödem des medialen
Femurkondylus
, ohne dass man befürchten müsse
, dass sich daraus eine ausgedehnte
Osteonekrose
entwickeln würde.
3.8
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Vertrauensarzt der
Vaudoise
, nahm am 1
0.
April 2014 Stellung (
Urk.
8/53) und führte aus,
dass nach den Ereignissen vom September
2012 und Juli 2013 bis jetzt, also während mehr als sechs Monaten, nie
Knie
beschwerden
erwähnt worden seien. Das im medialen
Femurkondylus
beschrie
bene massive Knochenödem sei nicht auf eine Kontusion zurückzuführen. Nach so vielen Monaten hätte sich das Ödem zurückgebildet. Dieses Knochenödem erkläre sich am wahrscheinlichsten durch eine degenerative Überlastung.
3.9
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, erstattete sein orthopädisch-
traumatologisches
Gutachten am
5.
Oktober 2014 (
Urk.
8/91) gestützt auf
die Akten sowie die Un
tersuchung der Beschwerdeführerin
. Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin bereits in der Kindheit
deutliche Plattfüsse
,
aber keine Beschwerden gehabt habe und über viele Jahre regelmässig Sport habe treiben können. Spä
testens ab 2000/2001 seien wiederholte Sprunggelenks-Distorsionen beidseits eingetreten und hätten zu Schädigungen des Aussenbandapparates, teilweise mit
Kontinui
tätsunterbrechungen
geführt. Als eine Unterbrechung des vorderen Kreuzbandes am linken Kniegelenk diagnostiziert und operativ behandelt wor
den sei, sei dem Operateur Privatdozent
Dr.
G._
eine
Laxität
/Schädigung des Bandapparates auch im Bereich der Sprunggelenke aufgefallen. Es seien dann Operationen an
beiden Sprunggelenken zur Rekonstruktion und Raffung der Aussenbänder beid
seits durchgeführt worden. Unabhängig davon sei im Ja
nuar 2006 auch eine vordere Kreuzband-Ersatzplastik am rechten Kniegelenk erforderlich gewesen. Nach den Operationen sei die Beschwerdeführerin weitge
hend beschwerdefrei und entsprechend wieder sportfähig gewesen
(S. 45)
.
Nach der Sprunggelenksdistorsion links im September 2012 habe die Beschwer
deführerin zwar anfangs sehr intensive, danach aber geringere jedoch nicht vollständig abklingende Schmerzen im linken Sprunggelenk gehabt. Sie habe keinen Arzt aufgesucht. Erst nach dem erstmalig erneuten intensiven Tischten
nisspielen am
7.
Juli 2013 sei sie beim Verlassen des Autos vermutlich zu kräf
tig auf den vorgeschädigten und überlasteten linken Fuss aufgetreten. Sie habe sofort starke Schmerzen vorwiegend im Sprunggelenks- und Fusswurzelbereich links gehabt und habe den Fuss kaum noch belasten können. Am Folgetag sei sie im Notfall der
C._
Klinik vorstellig geworden
(S. 45 f.)
.
Festzuhalten sei, dass nicht erst wenige Tage nach dem inkriminierten Ereignis
vom
7.
Juli 2013 ausgeprägte degenerative Veränderungen im
Übergangsbe
reich
vom
Rückfuss
zur Fusswurzel mit Betonung des Fusswurzelbereichs zwi
schen Kahnbein und Sprungbein beziehungsweise zwischen Würfelbein und Fersen
bein nachzuweisen gewesen seien. In genau denselben Bereichen seien bereits in den Röntgenaufnahmen aus den Jahren 2004 und 2005 degenerative Verän
derungen zu sehen gewesen.
Während 2013 der Aussenbandapparat des linken
Sprunggelenkes so gut wie nicht habe nachgewiesen werden können, seien Schädigungen des Innenbandapparates nicht zu erkennen gewesen. Zu
sätzlich habe
PD
Dr.
H._
aber auch eine schwere Schädigung der Sehne des vorderen Schienbeinmuskels (
Tibialis
anterior
) gesehen, an der er aber keine vollständige
Kontinuitätsunterbrechung erkannt habe. Er
habe
auf eine deutliche Fehlstellung
des Rückfusses hin
gewiesen
(S. 46).
Nach telefonischer Befragung durch den Unterzeichner habe PD
Dr.
H._
im Bereich der Sehne des hinteren Schienbeinmuskels (
Tibialis
posterior
) allenfalls eine leichte Ausdünnung,
nicht aber massgebliche Signalveränderungen ge
sehen. Während
Dr.
G._
aufgrund der körperlichen Untersuchung und des MR-Ergebnisses von einem sogenannten Pronationstrauma ausgegangen sei, habe der weiterbehandelnde Arzt
Dr.
D._
den Verletzungsvorgang als
Supi
nationstrauma
interpretiert.
Im Gegensatz zur Interpretation von
Dr.
H._
habe
Dr.
D._
eine Kontinuitätsunterbrechung der Sehne des hinteren
Schienbein
muskels
angegeben und habe in diesem Zusammenhang auch auf eine allge
meine Band-
Laxität
verwiesen
(S. 47)
.
Ob und in welchem Umfang beziehungsweise an welche
n
Strukturen bereits im September 2012 eine Verletzung des linken Sprunggelenkes eingetreten sei, lasse sich im Nachhinein nicht klären, da die Beschwerdeführerin damals keinen Arzt aufgesucht habe. Im Übrigen hätte eine damalige gravierende Verletzung das Tischtennisspielen
im Juli 2013
eher unmöglich gemacht, so dass die An
nahme einer unfallbedingten massgeblichen Vorschädigung durch das angege
bene Ereignis im September 2012 nicht als wahrscheinlich anzusehen sei.
Überwiegend wahrscheinlich
sei
dagegen, dass die nachträglich behauptete In
stabilität im linken Fuss die Beschwerdeführerin am Tischtennisspielen wä
hre
nd 2 Stunden hätte hindern müssen
(S. 49 f.)
.
Die langjährige Schadensentwicklung schliesse jedoch nicht aus, dass im Laufe der Jahre ständige Überlastungen zu der Verstärkung der bereits 2004/2005 radiologisch nachgewiesenen degenerativen Veränderungen im Bereich der Füsse geführt h
ätten
, so wie sie in der MRT des linken Fusses vom 1
1.
Juli 2013 schliesslich beschrieben worden sei. Dies gelte insbesondere nach dem doku
mentierten Vorschaden an beiden Füssen mit Operationsbedarf 200
5.
Die dama
ligen Röntgenaufnahmen von 2005 würden am linken Fuss bereits deutliche degenerative Veränderungen von der Grenze zwischen Mittelfuss und Fusswur
zel bis zum
Rückfuss
zeigen, die sich bis zum Sommer 2013 fortentwickelt hätten.
Bekanntermassen w
ü
rden degenerative Veränderungen oft über Jahre durch eine gut trainierte Muskulatur kompensiert, ehe ein Fehltritt oder eine sonstige Überlastung zum
Manifestwerden
des Schadens und somit zur Ein
schränkung der Belastbarkeit und Gehfähigkeit führen würden. Die im MRI-Befund vom 1
1.
Juli 2013 beschriebenen zum Teil ausgeprägten degenerativen Veränderun
gen seien jedenfalls nachweislich nicht erst nach dem Ereignis vom
7.
Juli 2013 entstanden.
Der Fehltritt beim Aussteigen aus dem Auto sei also allenfalls nur der „i-Punkt“ für die Ruptur einer der genannten Sehnen und die Ursache für Schmerzen sowie die Einschränkung der angegebenen
Muskelleis
tung
bei
m
Fuss
heben
.
Diese zum Teil starken degenerativen Veränderungen seien anlässlich
der Operation durch
Dr.
D._
am 3
0.
September 2013, an der Prof.
Dr.
E._
und
Dr.
G._
teilgenommen hätten, bestätigt worden
(S. 50 f.)
.
Die heutigen Fussbeschwerden links seien nur möglicherweise auf die Distorsion am 2
5.
September 2012 zurückzuführen. Das am
7.
Juli
2013 ausgelöste Beschwerdebild sei ausschliesslich den degenerativen Veränderungen zu ver
dan
ken. Eine unfallbedingte richtunggebende Verschlimmerung sei bei genauer Analyse der Abläufe aus medizini
scher Sicht nicht nachzuweisen (S. 54).
Es sei davon auszugehen, dass die sportlichen Aktivitäten erheblich gewesen seien und die Beschwerdeführerin dabei und bei anderen Gelegenheiten mehrere Un
fälle erlitten habe, da in der Regel weder der Aussenbandapparat an einem Sprunggelenk noch das vordere Kreuzband ohne entsprechende Unfallereignisse oder Überlastungen in ihrer Kontinuität gestört würden. 2004, 2005 und 2006 seien aber entsprechende Operationen erfolgt. Abgesehen von den
Teilzerreis
sungen
im Aussenbandapparat beider Sprunggelenke seien auch übermässige Lockerungen der Gelenke an beiden Füssen diagnostiziert worden.
Nach den Ope
rationen habe die Beschwerdeführerin aber über mehrere Jahre wieder ihre Sportaktiv
itäten ausführen können. Wenige
Tage nach dem Greifensee-Lauf im September 2012 sei es zu einer Distorsion des linken Sprunggelenkes gekom
men. Auf genaues Befragen habe sich die Beschwerdeführerin erinnert, dass es sich im September 2012 um eine
Verkippung
des Fusses nach aussen hin (
Supi
nationsbewegung
) gehandelt habe. Bei einem derartigen Vorgang komme es zu einer starken Anspannung des Aussenband-Apparates, so dass mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass bei diesem Anlass die erneute Kontinuitätsunterbrechung eines Teils des Aussenbandes links statt
ge
fun
den habe, die anlässlich der MRI-Untersuchung am 1
1.
Juli 2013 gesehen wor
den sei (S. 55). Die Beschwerdeführerin habe nach dem Ereignis im Septem
ber 2012 zunächst keinen Sport mehr ausgeführt. In dieser Zeit hätten
Reiz
zustände
an der Aussenseite des linken Sprunggelenkes innerhalb mehrerer Monate ab
klingen können, so dass dem Grunde nach dort der Zustand erreicht worden sei, der auch bereits 2004/2005 vorgelegen habe. Eine massgebliche subjektive Be
einträchtigung an der Aussenseite des linken Sprunggelenkes sei 2012/2013 nicht zurückgeblieben. Insofern sei in diesem Bereich des Fusses die
Distorsi
onsfolge
vom 2
5.
Sep
tember 2012 spontan abgeklungen, was auch den
üblichen ärztlichen Erfahrungen entspreche. Eine richtunggebende Verschlim
me
rung sei also diesbezüglich nicht eingetreten. Ihre berufliche Tätigkeit an der Rezeption hätte die Beschwerdeführerin in Hinblick auf den äusseren
Band
appa
rat
am Sprunggelenk spätestens nach drei Monaten wieder ausführen können.
Proble
matisch sei die Innenseite des Längsgewölbes gewesen, an der sich die
vorbe
stehenden
degenerativen Veränderungen fortentwickelt hätten und zu der deut
lichen Wei
chteilschwellung geführt hätten. Dass dagegen eine Unterbre
chung der Sehn
e des hinteren Schienbeinmuskels
(
Musculus
Tibialis
posterior
) schon zu diesem Zeitpunkt bestanden habe, müsse akzentuiert bezweifelt werden.
We
der sei die Unterbrechung im Rahmen der MRI-Untersuchung vom 1
1.
Juli 2013 schon beschrieben worden, noch habe der Radiologe in einem Telefongespräch vom 2
2.
September 2014
nachträglich eine Unterbrechung am 1
1.
Juli 2013
bestätigen können.
Diese Sehne habe keine massgeblichen
Signal
veränderungen
gezeigt und sei nicht unterbrochen. Zu welchem Zeitpunkt nach dem 1
1.
Juli 2013 die Kontinuitätsunterbrechung entstanden sei, könne im Nach
hinein nicht mehr rekonstruiert werden
(S. 56 f.)
.
Nach der Teil
unterbrechung des Aussenbandapparates am linken Sprunggelenk einerseits und der vorübergehenden Aktivierung der degenerativen Veränderun
gen im Bereich des Rückfusses, der Fusswurzel und des Mittelfusses andererseits durch das Ereignis vom 2
5.
September 2012 sei insgesamt eine Beruhigung im linken Fuss eingetreten (S. 57).
Anlässlich des Auftretens mit dem linken Fuss beim Verlassen des Autos am
7.
Juli 2013 sei es zur Dekompensation des Bewe
gungsapparates im Bereich des linken Fusses/Unterschenkels auf der Basis der vorbestehenden deutlichen degenerativen Veränderungen und des angeborenen Plattfusses gekommen. Möglicherweise sei eine teilweise Unterbrechung der
Sehne des vorderen Schienbeinmuskels eine Teilursache für die akuten Beschwer
den gewesen. Es sei aber überwiegend wahrscheinlich, dass die deutli
chen dege
nerativen Veränderungen im Gelenk zwischen dem inneren Keilbein und der Basis des
1.
Mittelfussknochens sowie in ähnlicher Weise auch im Ge
lenk zwischen dem Köpfchen des Sprungbeins und dem Kahnbein und anderen Be
reichen bei eingeschränkter Belastbarkeit hauptsächlich das akute
Schmerz
bild
bestimmt hätten
(S. 58)
.
Die Behauptung von
Dr.
D._
beziehungsweise Prof.
Dr.
E._
, dass es seit etwa
Januar 2013 zum Bild einer posttraumatischen Knickfussstellung links gekommen sei, sei nicht uneingeschränkt nachvollziehbar. Einerseits habe die Beschwerdeführerin selber angegeben, dass sie schon seit der Kindheit beidseits Plattfüsse gehabt habe, andererseits habe Prof.
Dr.
E._
bei seiner ersten Konsultation am 1
1.
September
2013 selbst beschrieben, dass er auch rechts ein
Einsinken des Läng
sgewölbes habe sehen können. Bei der jetzi
gen
gut
achterlichen Überprüfung sei zwar die Weichteilschwellung am linken Mittel
fuss innenseitig stärker ausgeprägt als am rechten Fuss, die Fersenachse sei aber beidseits fast gleichartig in einer
Valgusstellung
erschienen und das
Längs
ge
wölbe
sei beidseits in sehr ähnlicher Weise erheblich abgesenkt gewesen
(S. 59)
.
Das Aussteigen aus einem Auto, selbst bei einer relativ kleinen Person und ei
nem SUV mit erhöhtem Sitz
, erfolge in der Regel nicht mit einem Sprung,
der ein Unfallereignis hätte begründen können, sondern in geordneter, geplanter Weise mit gezielter Lastverteilung. Die Beschwerdeführerin sei im Rahmen der anamnestischen Befragung nicht in der Lage
gewesen
zu sagen, ob tatsächlich eine Ver
renkung des Fusses nach aussen oder nach innen stattgefunden habe, oder ob sie den Fuss ohne ein Verrenken auf den Betonboden gesetzt habe. Sicher sei sie aber gewesen, dass sie den rechten Fuss als Beifahrerin zuerst belastet habe (S. 59).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe sich also am 2
5.
September 2012 ein Unfall entsprechend der gesetzlichen Definition ereignet, der aber spätestens bis Juli 2013 weitestgehend abgeheilt gewesen sei. Auch die Reizzustände im Bereich der vorbestehenden degenerativen Veränderungen hätten sich gröss
ten
teils zurückgebildet gehabt, andernfalls wäre die Beschwerdeführerin nicht in der Lage gewesen, während
2 Stunden mehrere Tischtennis-Matches zu absol
vieren. Die Operations-Indikation habe sich ausschliesslich aus den
vorbeste
henden
degenerativen Veränderungen ergeben, die auch die beteiligten Sehnen an der Fussinnenseite betroffen hätten (S. 60).
Der Heilverlauf nach dem Ereignis vom 2
5.
September 2012 habe sich offen
sicht
lich ohne gezielte Therapiemassnahmen erheblich bis etwa Früh
jahr/Mitte des Jahres 2013 verzögert.
Erst zu diesem Zeitpunkt habe sich die Beschwer
de
führerin wieder in der Lage gefühlt, ein Tischtennis-Match durch
zuführen. Die Verzögerung des Heilverlaufs beruhe mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf den ausgeprägten degenerativen Veränderungen im Bereich des Rückfusses, der Fusswurzel und des Übergangs von der Fusswurzel zum Mittelfuss (S. 60).
Am 2
5.
September
2012 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine rich
tung
gebende Verschlimmerung entstanden, wie sich aus der anamnestischen
Ver
laufsbeschreibung
ergebe. Die Bildgebung nach dem
7.
Juli 2013 habe keine eindeutig unfallbedingten Veränderungen gezeigt, sondern solche
,
die sä
mtlich
auf degenerativer Basis entstanden seien. Die Aktivierung der vorhandenen Ge
lenk-Degenerationen hätte durch ein alltägliches Ereignis wie beispielsweise langzeitiges Stehen oder Gehen/Wandern auf längerer, zum Beispiel unebener
Wegstrecke oder beim Aufstehen aus dem Sitzen ausgelöst werden können, ohne
dass hierfür ein Unfallereignis erforderlich gewesen
wäre
.
Insofern sei of
fen
sicht
lich anlässlich des Ereignisses vom
7.
Juli 2013 allenfalls eine vorüber
gehende Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren eingetreten (S. 61 f.).
Der Status quo sine habe nicht erreicht werden können, da die Beschwerdeführerin wegen alter degenerativer Vorschäden bei noch anhaltenden Beschwerden am 3
0.
September 2013 operiert worden sei.
Der einzige mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eingetretene unfallbedingte Schaden anlässlich des Ereignisses vom 2
5.
September 2012 sei gegebenenfalls in der Kontinuitätsunterbrechung des Aussenband-Apparates zu sehen. Diesbezüglich sei es bis zum Juli 2013 offensichtlich zu ei
ner ausreichenden Beruhigung
im Sinne einer weitgehenden Heilung gekommen (S. 62).
3.10
Dr.
D._
berichtete am
9.
Dezember 2014 (
Urk.
3) und führte aus,
dass die Be
schwerdeführerin seit Juli 2013 bei ihm in Behandlung sei. Bei der Beschwer
deführerin bestehe ein Status nach einer zweimaligen hochkomplexen Korrektur des linken Fusses mit entsprechender langer Rehabilitation und hohem
Leidens
druck
. Aktuell sei die Beschwerdeführerin nach wie vor weder leistungsmässig noch zeitlich arbeitsfähig. Aktuell bestehe nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit sowohl in leistungsmässiger als auch in zeitlicher Hinsicht von 100
%
(S.
1)
.
Auf die Frage, ob er sich der Beurteilung von
Dr.
Z._
anschliessen könne, wonach die heutigen Fussbeschwerden links nur mit möglicher Wahrscheinlich
keit auf die Unf
ä
ll
e
von September 2012 und Juli 2013 zurückzuführen seien, führte
Dr.
D._
aus, dass die Medizin keine exakte Wissenschaft sei. Tatsache sei es, dass bei der Beschwerdeführerin nach diesen Ereignissen erhebliche Beschwerden und zum Teil mas
sive Schmerzen aufgetreten seien, notabene am linken Fuss, wo die Beschwerdeführerin bis zu den erwähnten Ereignissen beschwerdefrei gewesen sei. Selbstverständlich sei es nicht zu leugnen, dass bei der Beschwerdeführerin bereits vor diesen Ereignissen eine Fussproblematik bestanden habe, indem die Beschwerdeführerin beidseits bei deutlicher
Hyper
laxi
zität
sämtlicher Kapselbandstrukturen einen Knick-/Senkfuss gehabt habe. Die Ereignisse hätten aber seiner Ansicht nach zu einer richtungsgebenden Ver
schlechterung des Zustandes des linken Fusses geführt, welche schliesslich zu den notwendigen Operationen geführt habe.
Sicherlich bestünden die von
Dr.
Z._
genannten unfallfremden Faktoren, welche bereits im MRI des linken Fusses vom 1
1.
Juli 2013 beschrieben worden seien und zwar in Form von degenerativen Veränderungen der
Rückfussge
lenke
, insbesondere im OSG und
im
Talonavikular
-Gelenk. Diese
Veränderun
gen hätten sich sicherlich im Verlaufe der letzten Jahre entwickelt, ohne dass die Beschwerdeführerin jedoch davon Beschwerden gehabt hätte. Sie sei sowohl im Privatleben in
s
portlicher Hinsicht als auch in ihrem Beruf als
Sicherheits
angestellte
voll leistungsfähig gewesen. Das Ausmass der Mitbeteiligung dieser unfallfremden Faktoren am Heilverlauf sei jedoch nicht wirklich abzuschätzen.
Er könne die Argumentation von
Dr.
Z._
nachvollziehen, dass die
Unfaller
eignisse
nicht zu eine
r
richtunggebenden, oder bloss vorübergehenden Ver
schlimmerung geführt hätten, sei jedoch dennoch der Meinung, dass die
Unfall
ereignisse
von September 2012 und Juli 2013 insgesamt zu einer richtungge
benden Verschlechterung der Situation des linken Fusses geführt hätten. Si
cher
lich liessen sich die klinischen Befunde einer ausgeprägten
Bandlaxizität
und
vorbestehenden Knick-/Senkfuss-Fehlstellung nicht leugnen, genauso we
nig wie
die im MRI vom 1
1.
Juli 2013 vorgefundenen degenerativen Verände
rungen der Rückfussgelenke.
Mit beiden Problemen habe die Beschwerdeführe
rin bis zu den besagten Unfallereignissen weitgehend schmerz- und beschwer
defrei gelebt, sei sportfähig und zu 100
%
arbeitsfähig gewesen.
Die beiden Er
eignisse hätten schliesslich zu einem massiven Leidensdruck, zu einer 100%ige Arbeitsunfähig
keit und schliesslich zu zwei komplexen Rückfusseingriffen ge
führt (S. 2).
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die ärztliche Beurteilun
g durch
Dr.
Z._
vom
5.
Oktober 2014
(vgl. vorstehend E.
3.
9
) für die Be
ant
wortung der gestellten Frage umfassend
ist
. Die Beurteilung berück
sichtig
t
die medizinischen
Vorakten
ebenso wie die geklagten Beschwer
den der
Be
schwer
deführer
in
und stütz
t
sich ausserdem auf die erho
benen Befunde (vgl. Urk.
8
/
91
).
Die Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung leuchten ein
und die Schlussfolgerungen sind nach
vollziehbar begründet. So machte
Dr.
Z._
auf die ausgeprägten degenerativen Veränderungen im
Übergangs
be
reich
vom
Rückfuss
zur Fusswurzel aufmerksam, und führte aus, dass in genau denselben Bereichen bereits in den Röntgenaufnahmen von 2004 und 2005 degenerative Veränderungen zu sehen gewesen seien
(S.
46)
.
Er legte ausserdem plausibel dar, dass die heutigen Fussbeschwerden nur möglicher
weise auf die Distorsion vom 2
5.
September 2012 zurückzuführen sei
en
und das am
7.
Juli 2013 ausgelöste Beschwerdebild ausschliesslich den degenerativen Veränderungen zu verdanken sei (S. 54). Weiter zeigte
Dr.
Z._
in nachvoll
ziehbarer Weise auf,
dass
bei genauer Analyse der Abläufe aus medizinischer Sicht eine unfallbedingte richtunggebende Verschlimmerung nicht nachzuwei
sen sei.
Beim geschilderten Vorgang des Ereignisses vom 2
5.
September 2012
sei
es zu einer starken Anspannung des Aussenband-Apparates
gekommen
, so dass bei diesem Anlass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die erneute
Kon
tinuitätsunterbrechung
eines Teils des Aussenbandes links stattgefunden habe,
die im MRI vom 1
1.
Juli 2013 gesehen worden sei (S. 55).
In diesem Bereich des Fusses seien die Distorsionsfolgen vom 2
5.
September 2012 spontan, spätestens
im Frühjahr/Mitte des Jahres 2013
abgeklungen gewesen, was auch der ärztli
chen Erfahrung entspreche
(S. 56 f.; S. 62)
.
Überdies machte
Dr.
Z._
da
rauf aufmerksam, dass
die Aktivierung der vorhandenen Gelenk-Degeneration auch durch ein alltägliches Ereignis wie langzeitiges Stehen/Gehen oder beim Auf
stehen aus dem Sitzen hätte ausgelöst werden können. Insofern sei anläss
lich des Ereignisses vom
7.
Juli 2013 allenfalls eine vorübergehende Ver
schlim
me
rung der unfallfremden F
aktoren eingetreten (S.
61
f.). Einleuchtend ist in diesem Zusammenhang auch die Argumentation, dass die Bildgebung nach dem
7.
Juli 2013 keine eindeutig unfallbedingten Veränderungen gezeigt habe, sondern lediglich solche die vollständig auf degenerativer Basis entstan
den seien (S. 61 f.).
Die
Beur
teilung
durch
Dr.
Z._
leuchtet somit in der Darlegung der medizini
schen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit werden aus
führlich begründet. So be
grün
de
te
Dr.
Z._
einlässlich und sorgfältig,
dass der Status quo sine nicht habe erreicht werden können, da die Beschwerdeführerin wegen alter degenera
tiver Vorschäden bei noch anhaltenden Beschwerden am 3
0.
September 2013 operiert
worden sei. D
er einzige mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einge
tretene unfallbedingte Schaden anlässlich des Ereignisses vom 2
5.
September 2012
sei
gegebenenfalls in der Kontinuitätsunterbrechung des
Aussenband
-
Apparates zu sehen
(S. 62)
.
Die ärztliche Beurteilung durch
Dr.
Z._
entspr
icht
somit den von der Recht
sprechung konkretisierten Anforderungen (vgl. E.
1.6) vollum
fänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.2
D
ie Beschwerdeführerin
machte
gestützt auf den eingereichten Bericht von
Dr.
D._
vom
9.
Dezember 2014 (vgl. vorstehend E. 3.10) geltend,
die beiden Unfallereignisse hätten zu einer richtunggebenden Verschl
immerung eines bis
anhin stummen
Vorzustandes geführt beziehungs
weise neue Verletzungen be
wirkt
. Hierzu
bleibt anzumerken, dass
Dr.
D._
in Übereinstimmung mit
Dr.
Z._
von einer vorbestehenden Fussproblematik ausgeht
und sodann auch
die unfallfremden Faktoren
in Form der degenerativen Veränderungen
, welche bereits im MRI des linken Fusses vom 1
1.
Juli
2013 beschrieben wurden
, be
stätigte
.
Soweit
Dr.
D._
ausführte, dass insgesamt von einer richtunggeben
den Verschlimmerung auszugehen sei,
zumal die Beschwerdeführerin bis zu den besagten Ereignissen trotz der ausgeprägten
Bandlaxizität
, der vorbestehenden Knick-/Senkfuss-Fehlstellung sowie der degenerativen Veränderungen weitest
gehend schmerz- und beschwerdefrei gewesen sei,
kann daraus kein
rechts
genüglicher
Zusammenhang abgeleitet werden.
Die
Rechts
figur
„
post
hoc ergo
propter
hoc“, bei der eine Schädigung bereits des
halb als durch einen Unfall ver
ursacht erachtet wird, weil sie nach diesem auf
ge
treten ist (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2. Auf
lage Bern 1989, S.
460, Anm. 1205), genügt
rechtsprechungsgemäss
für die
An
nahme eines Kausalzusammen
hangs
nicht
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
Aus den
diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerde
führerin kann
somit nichts
zu ihren Gunsten
abgeleitet werden.
Die Einwände der Beschwerdeführerin
in Bezug auf die medizinischen Abklä
run
gen sind nach dem Gesagten
unbehelflich
. Weitere substantiierte Ein
wände brachte
sie
nicht vor.
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die überzeugende, nachvollziehba
re
und ausführ
lich begründete Einschätzung
von
Dr.
Z._
abzu
stellen und davon
auszugehen, dass die noch bestehenden Fussbeschwerden nicht mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 2
5.
September 2012 zurückzu
füh
ren sind.
5.
5.1
Weiter ist zu prüfen,
ob es sich beim Ereignis vom
7. Juli 2013
um ein
en
Unfall im Sinne von A
rt.
4 ATSG respektive um eine unfallähnliche
Kör
per
schädigung
im Sinne von Art. 9 Abs.
2 UVV handelt.
In der
„
Schadenmeldung
UVG“ vom 1
6.
Juli 2013 wurde angegeben, dass sich die Beschwerdeführerin während des Tischtennisspieles den linken Fuss verletzt
habe. Es habe kein
en
Sturz gegeben. Ein Röntgen sei gemacht worden (
Urk.
8/1).
5.2
Die Beschwerdeführerin führte z
um besagten E
reignis in einer
Unfallbeschrei
bung
vom 1
8.
Juli 2013 zuhanden der Beschwerdegegnerin aus, dass sie in der
I._
ausgiebig und intensiv über zwei Stunden Tischtennis gespielt h
ab
e. Nach Beendigung des Spiel
s habe sie in beiden Füssen und Beinen ge
wisse Schmerzen verspürt, es habe ihr vom intensiven Spielen alles wehgetan. Zu Hause beim Aussteigen aus de
m
Auto sei sie unvorsichtig gewesen und mit dem linken Fuss abgeknickt
. Von da an habe sie nicht mehr auf den Fuss treten können
(
Urk.
8/6).
5.3
Am 1
4.
August 2013 wurde nach einem Hausbesuch bei der Beschwerdeführerin ein Bericht durch den Schadenexperten erstellt. Hierbei wurde zum Missver
ständnis betreffend den Hergang (Tischtennis/Auto) festgehalten, dass die Be
schwerdeführerin dem Arzt über das Tischtennisspielen am Nachmittag und das Einknicken beim Aussteigen aus dem Auto erzählt habe. Sie habe berichtet, dass
sie sich nicht vorstellen könne, dass ein
E
inknicken aus dem Auto so schlimm sein könne und sie eher vermute, es sei vorher beim Tischtennisspielen etwas passiert. Als der vorbestehende Riss entdeckt worden sei, habe sich die Be
schwer
deführerin wieder an das Ereignis vom 2
5.
September
2012 erinnert (
Urk.
8/10;
Urk.
8/10a).
6.
6.1
Gemäss den Aussagen der Beschwerdeführerin traten die Schmerzen im linken Fuss nach dem Aussteigen aus dem Auto auf, nachdem
sie als Beifahrerin bereits
mit dem rechten Fuss aufgetreten war.
Auf irgendwelche aussergewöhn
li
che Vorkommnisse wurde nicht hingewiesen. Namentlich wurde nicht erwähnt,
dass es zu einem Sturz, Schlag oder Ausrutschen kam, womit der natürliche Ablauf der
K
örper
bewegung
nicht durch etwas Programmwidriges oder Sinn
fälliges beeinträchtigt wurde.
Dass die Beschwerdeführerin aufgrund einer Über
belastung/Übermüdung
nach intensivem
Tischtennisspielen mit dem Fuss ein
knickte,
ändert an dieser Feststellung nichts, da kein
Stolpern, Stürzen oder
Ausrutschen erfolgte. Namentlich geht aus dem geschilderten Sa
chverhalt nicht hervor, dass die
Beschwerdeführer
in
eine unkoordinierte ruckartige Bewegung gemacht hat.
Es ergeben sich aus dem
Aussteigen aus dem Auto
grundsätzlich keine äusseren Einwirkungen auf den Körper, die in diesem Lebensbereich nich
t alltäglich oder üblich wären.
Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor, weshalb dieser nicht gegeben ist, wenn die ver
sicherte Person nur das erstmalige Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hin
sicht anzugeben vermag (vgl. vorstehend
E. 1.
2
)
.
Etwas Ungewöhnliches lässt sic
h ferner auch nicht in einem allfälligen
Kraft
aufwand erkennen, da
auch
das
Aussteigen aus einem höher gelegenen Auto (SUV)
eine übliche Anstrengung darstellt und es sich bei der fraglichen
Bewe
gung
nic
ht um einen einmaligen, sondern
oftmals vorkommenden
V
organg handelt.
Schliesslich
wurden
in der bildgebenden Untersuchung am 1
1.
Juli 2013 (vgl. vorstehend E.
3.3) rein krankheitsbedingte, degenerative V
eränderungen festge
stellt.
6
.2
Zusammenfassend mangelt es vorliegend
an der plötzlichen schädigenden Ein
wir
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Kör
per, womit kein
Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG vorliegt.
6
.3
Damit bleibt zu prüfen, ob allenfalls die Voraussetzungen der unfallähnlichen Körperschädigung erfü
llt sind (vgl. vorstehend E. 1.3
ff.):
B
eim A
ussteigen aus dem Auto
handelt es sich
um einen gewohnten Vorgang
(vgl. vorstehend E.
6
.1)
,
und
übliche Abläufe
gelten als alltägliche Verrichtun
gen.
Weder ist dadurch eine gesteigerte Gefahrenlage gegeben
,
noch wurde da
durch ein
zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen
Lebensver
rich
tung
führ
ender Faktor geschaffen.
Es ist
ausserdem
anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin auf die Höhe des Autos und die Umstände des Aussteigens
vorbereitet war,
was
einer gesteigerten Gefahrenlage
und
auch einer Unkon
trollierbarkeit der Handlung
ebenfalls
entgegensteht. Darüber hinaus reicht ein
einschiessender
Schmerz allein zur Annahme eines unfallähnlichen Ereignisses nicht aus (vgl. vorstehend E. 1.4). Es ist somit anzunehmen, dass es sich bei der
in Frage stehende
n
Lebensverrichtung
um
eine physiologisch normale und psy
chologisch beherrschte
Beanspruchung des Körpers
handelte.
Mangels
eines
äusseren
,
ausserhalb
des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen
Ereignisses liegt auch keine unfallähnliche Körperschädigung vor (BGE 129 V 466 E. 4.3).
6.4
Aufgrund des Gesagten ist das
Ereignis vom
7.
Juli 201
3
weder als Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG noch
allfällig dadurch entstandene Schädigungen
als
unfallähnlich im Sinne von Art. 9 Abs.
2 UVV zu qualifizieren, weshalb die Be
schwerdegegnerin
ihre Leistungspflicht zu Recht verneint
hat
. Der angefoch
tene
Einspracheentscheid
vom
8.
April 2015 ist nicht zu beanstanden.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.