Decision ID: 33080ce0-dd48-4102-b8d0-f4f31a864c09
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
D
ie 1960 geborene
X._
arbeitete seit Oktober 1987 als Kran
ken
schwester
in einem Pflegeheim
, als sie sich am
8.
Dezember 1993 bei einem
Arbeitsunfall
ein Torsions-Trauma der Wirbelsäule
zuzog
(vgl.
Urk.
8/3
Ziff.
5.3.1,
Urk.
8/7/2,
Urk.
8/7/6).
Unter Hinweis auf diesen Unfall meldete sie sich am
1
3.
Dezember 1994 bei der
Eidgenössischen Invalidenversi
cherung
zum
Leistungsbezug an (
Urk.
8/3
Ziff.
6).
Mit Verfügung vom
2
3.
August 1996 sprach
ihr die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Wirkung ab
1.
Dezember 1994 eine
Viertelsrente
und ab
1.
April 1995 eine halbe Rente zu
(
Urk.
8/27/1-4
)
. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hie
si
gen
Gerichts
vom 21. August 1998
gutgeheissen
und die Sache an die IV-Stelle zu
rückgewiesen
(
Urk.
8/28)
.
Zur Klärung der medizi
nischen Situation wurde die Versicherte
in der Folge
durch Gutachter der MEDAS polydisziplinär untersucht (Expertise vom
1
1.
Februar 2000;
Urk.
8/34/4-13). Mit Verfügung vom
3.
November 2000 sprach
ihr die IV-Stelle wiederum mit Wirkung ab
1.
Dezember 1994 eine
Viertelsrente
und ab
1.
April 1995 eine halbe Rente zu (
Urk.
8/47). Dagegen erhob die Ver
si
cherte abermals Beschwerde,
worauf
ihr
Anspruch
mit Urteil
des hiesigen Ge
richts
vom 1
0.
Dezember
2001 ab
1.
Dezember 1994
auf
eine halbe und ab
1.
April
1995
bei einem Invaliditätsgrad von rund 68 % auf
eine ganze Rente
fest
gelegt
wurde (
Urk.
8/55).
Der Anspruch auf
eine
ganze Rente wurde im Rahmen des im Jahr 2005 ein
ge
leiteten Revisionsverfahrens bestätigt (Mitteilung vom 2
4.
Juni 2005;
Urk.
8/74).
1.2
Im Zuge
der im Jahr 2010 anhand genommenen erneuten revisionsweisen Über
prüfung des Rentenanspruchs (vgl.
Urk.
8/90) holte die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/93) sowie diverse Arztberichte (
Urk.
8/92,
Urk.
8/101
-1
04
)
ein. Zudem liess sie die Versicherte durch Gutachter des
Zentrums Y._
polydiszip
linär
begutachten (Expertise vom
2.
Mai 2011;
Urk.
8/107/1-48). Mit Vorbe
scheid vom 2
7.
Juni 2011 stellte sie die
Aufhebung der Rente in Aussicht (
Urk.
8/113). Dagegen erhob die Versi
cher
te Ein
wände (
Urk.
8/122,
Urk.
8/124) und reichte aktuelle Arztberichte (
Urk.
8/119-121
) ein.
Die IV-Stelle holte da
raufhin
Ergänzungen zur Expertise
des Zentrums Y._
vom
2.
Mai 2011 (
Urk.
8/126,
Urk.
8/133)
ein und gewährte der Versicherten das rechtliche Gehör (
Urk.
8/128-129). Am
2
5.
April 2012
wurde Letztere erneut psy
chiatrisch
begutachtet (
Expertise
vom 2
3.
Oktober 2012;
Urk.
8/145
/1-18
).
Nach erneut durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/148 und 8/152)
ver
fügte
die IV-Stelle
am 9. April 2013
die
Herabsetzung der
bisherige
n
ganze
n
Rente auf eine halbe Rente auf Ende des der Zustellung de
r
Verfügung
folgen
den
Mo
nats (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
0.
Mai 2013 Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte, es sei ihr weiterhin mindestens eine
Dreiviertelsrente
auszurichten. Mit
Eingabe vom 1
7.
Juni 2013 verzichtete die IV-Stelle auf das Einreichen einer Be
schwerdeantwort (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 1
8.
Juni 2013 (
Urk.
9)
zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
e
inträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. Au
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
mess
ung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass die Beschwerdeführerin vom
2.
Mai 2011 bis 2
9.
August 2012 in einer
leidensange
passten
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig gewesen sei
und
sich ihr Gesundheits
zustand damals signifikant gebessert habe.
Nach der Begutachtung im Mai 2011 habe sich ihr Gesundheitszustand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder etwas verschlechtert.
Ab
dem
3
0.
August 2012
sei
eine 50%ige Arbeits
unfähig
keit in bisheriger und angepasster Tätigkeit ausgewiesen.
Sie ermittelte einen
In
validitätsgrad
von 58
%
(
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S. 2 f.)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin monierte hauptsächlich die von der
Beschwerdegegne
rin
zur Ermittlung des Invaliditätsgrades
angenommenen Vergleichseinkommen (
Urk.
1 S. 5 ff.)
.
2.3
Anlässlich de
s
im Jahre 2005 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahren
s
nahm die
Beschwerdegegnerin keine umfassenden medizinischen Abklärungen vor, son
dern
teilte lediglich gestützt auf die eingeholten Verlaufsberichte der behan
delnden Ärzte (
Urk.
8/71-72) mit, dass weiterhin Anspruch auf die bis
herige ganze Rente bestehe (
Urk.
8/74).
Vergleichszeitpunkt für die Beurteilung ei
ner
anspruchser
heblichen
Änderung bildet somit die
dem
Urteil
des hiesigen Ge
richts
vom 1
0.
Dezember 2001
zugrunde liegende Verfügung vom 3. November 2000
.
Nachfolgend fragt sich demnach, ob
es zwischen dem 3. November 2000 und de
r
nunmehr angefochtenen Verfügung vom
9.
April 2013
zu
eine
r
revisions
recht
lich
bedeutsame
n
Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen in dem Umfang
gekommen
ist,
dass die ganze Rente zu Recht auf eine halbe Rente herabgesetzt wurde.
3.
Im
Urteil vom 1
0.
Dezember 2001 (
Urk.
8/55
)
stellte
das hiesige Gericht
zur Be
antwortung der
Frage nach der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf das
polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 1
1.
Februar 2000
(
Urk.
8/34/4-13)
ab
.
Gestützt auf die Hauptdiagnosen einer mittelgradigen depressiven Störung mit so
matischen Symptomen und eines generalisierten chronischen
Schmerz
syn
droms
mit multiplen vegeta
tiven Begleitbeschwerden (S.
7)
attestierten
die Gut
achter
eine qualitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
die bisherige Tätig
keit als Krankenschwester aus rheumatologischen Gründen und erachteten
eine leichtere Tätigkeit
im Umfang
von
50
%
als zumutbar
(S. 9).
Die MEDAS-Gutachter
führten aus, die Beschwerdeführerin
habe über generali
sierte Schmerzen
geklagt
, welche klinisch und radiologisch in dieser Ausdeh
nun
g und diesem Ausmass nicht erklärbar seien
.
Psychiatrischerseits
leide
sie
an einer depressiven Störung
.
Mittlerwei
l
e sei es
zu einer
Chronifizierung
und Verstär
kung der depressiven Symptome gekommen, was sich sowohl im affekti
ven Be
reich als auch im Schmerzerlebnis äussere. Die Beschwerdeführerin halte sich für
schwer
krank un
d demzufolge leistungsunfähig
. Um die Schwere ihrer Krank
heit zu illustrieren
,
habe sie angegeben, dass sie jeden Tag einen „Kampf ums Überleben“ führe
(S.
7 f.
)
.
Dem psychiatrischen
K
onsilium
(
Urk.
8/34/1-3)
kann entnommen werden, dass
bei der Beschwerdeführerin eine
gedrückte Stimmung mit Neigung zum Tränenausbruch herrschte (S. 1)
.
Sie habe berichtet
, i
hre Stimm
ung
sei
schlecht, meistens gedrückt, mit dem Bedürfnis zu weinen, aber
auch mit der Neigung zu
einem
impulsiven, gereizten
Verhalten; in sol
chen Situa
tionen fühle sie sich unfähig
,
Gespräche zu führen
. Sie neige zum Rück
zug, weil sie sich, wenn sie allein sei, am besten fühle
(S.
2
). Die Gutachter be
fanden, dass die
Arbeitsfähigkeit vordergründig durch ein ausgedehntes
,
we
nig
objektivierbares chronisches Schmerzsyndrom bestimmt
werde
; wesentlicher seien
die psychischen Faktoren. Es liege eine Verflechtung von somatisch wenig objektivierbaren funktionellen Beschwerden und erheblichen psychischen Fak
toren vor
(
Urk.
8/34/4-13
S. 9)
.
4.
4.1
Anlässlich des im Jahr 2010 eingeleiteten Revisionsverfahrens wurde die Be
schwer
deführerin
am 1
5.
und 2
5.
Februar 2011 durch
Experten
des
Zentrums
Y._
poly
dis
ziplinär
untersucht.
Im entsprechenden Gutachten vom
2.
Mai 2011 (
Urk.
8/107/1-48)
nannten die Fachärzte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein generali
sier
tes Schmerzsyndrom mit Akzentuierung eines
lumbospondylogenen
Schmerz
syndroms
links und
zervikospondylogene
n
Schmerzsyndroms rechts
(S. 41). Den Diagnosen einer
hämodynamisch
nicht relevanten,
stenosierenden
Koronar
skle
rose, eines leichten Knick-, Senk-, Spreizfusses und
einer
Calcaneo
dynie
beid
seits sowie einer leichten depressiven Episode mit somatischem Syn
drom massen
sie keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (S. 42).
Aus rheumatologischer Sicht führten sie aus,
die erhobenen strukturellen Be
funde
seien
wenig ausgeprägt, um das angegebene Beschwerdebild erklären zu können. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leichten körperlich vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit Möglichkeit zur Wechselbelastung könne klinisch-rheumatologisch nicht begründet werden (S.
45). Aus psychiatrischer Sicht hielten sie fest, dass die vorliegende depressive Symptomatik als
leicht
gradig
einzustufen sei. Zurzeit bestehe kein psychiatrisches Leiden, welches eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit bewirke (S. 4
6 f.
).
4.2
Da bei der Beschwerdeführerin aufgrund der medizinischen Aktenlage eine seit
der Begutachtung durch das
Zentrum Y._
eingetretene erhebliche Veränderung ihres
psy
chischen
Gesundheitszustandes nicht ausgeschlossen werden konnte (vgl. Stell
ung
nahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 17./1
8.
April 2012;
Urk.
8/147 S.
5 f.)
, wurde sie am 3
0.
August 2012 durch med.
pract
.
Z._
, FMH
Psychiatrie und Psychotherapie,
ergänzend
begutachtet.
Med.
pract
.
Z._
nannte im
entsprechenden
Gutachten vom 2
3.
Oktober 2012 (
Urk.
8/145/1-
18
) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
einzig
eine mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.1; S. 14)
.
Er führte aus, dass
sich die Beschwerdeführerin wohl aufgrund ih
rer inneren Anspannung/Unruhe oft
gereizt fühle und verletzlich reagiere (S.
13). Im Affekt wirke sie gedrückt.
Teil
weise wirke sie weinerlich und verletzlich. Der Antrieb sei deutlich ver
min
dert
und es werde ein sozialer Rückzug be
schrieben.
Z
udem
habe sie Ein- und
Durch
schlafstörungen
angegeben
(S.
14). Er befand, dass bei der Beschwerde
füh
re
rin
ein depressives Zustandsbild, mittel
gradigen Ausmasses
mit Insuffizienzgefühlen, deutlichen Antriebsstörungen, Freud- und Hoffnungslosigkeit sowie latenter Sui
zidalität
im Vorder
grund stehe. Allenfalls könnte noch darüber dis
kutiert werden
,
ob zusätzlich eine an
hal
tende
somatoforme
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Fakto
ren zu diagnostizieren wäre (S.
14). Es sei anzunehmen, dass
das chronische Schmerzerleben ihre subjektive Überzeugung, nicht mehr fähig zu
sein
,
einer regelmässigen Tätigkeit nachgehen zu können, bestimme
. Für die Ar
beitsun
fähig
keit
sei
hauptsächlich die depressive Sympto
matik mit der daraus re
sul
tie
renden mangelnden Belastbarkeit und Ausdauer, der erhöhten Verletz
lich
keit und verminderten Flexibilität
verantwortlich
(S.
15). Med.
pract
.
Z._
atte
stierte der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit in jeder Tätigkeit und hielt dafür, dass aus gutachtlicher Sicht im Vergleich zum Vorgutachten der MEDAS
ein im
W
esentliche
n
unver
änderter Gesundheitszustand zu bestehen scheine
(S. 16)
.
5.
5.1
Nach Lage der Akten war der Beschwerdeführerin aufgrund eines depressiven
Geschehens (namentlich mittelgradige depressive Störung mit somatischen Symp
tomen
; ICD-10 F32.1
) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit bescheinigt und ihr mit Urteil vom
1
0.
Dezember 2001
ab Dezember 1994 eine halbe und
ab
1.
April 1995 eine unbefristete ganze Rente zugespro
chen
worden (
vgl.
E.
3
hievor
)
, dies bei einem Invaliditätsgrad von rund 68 % (Urk.
8/55)
.
5.2
Laut dem psychiatrischen Gutachten des med.
pract
.
Z._
vom 2
3.
Oktober 2012 (
Urk.
8/145/1-29) liegt bei der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hin
sicht ein seit dem MEDAS-Gutachten aus dem Jahr 20
00
un
veränderter Ge
sund
heitszustand vor
(S.
16), was schlüssig erscheint
.
Ein Ver
gleich der aktu
ellen
erhobenen Befunde und Diagnosen (E.
4.2)
mit
den Erhe
b
ung
en
der MEDAS-Gut
achter
im Jahr 2000 (E.
3
) zeigt ein nahezu unver
än
der
tes
Bild
.
So findet sich bei
der Beschwerdeführerin nach wie vor eine mittel
gradige depressive Störung
, welche
die
Arbeitsfähigkeit
in
einer ange
passten
Tätigkeit im selben
Umfang
, na
mentlich
zu 50
%
einschränkt.
Dass es
im Rah
men der mittelgradigen depressiven Störung
zu einer wesentlichen
Abschwäch
ung
der Beschwerden ge
kommen wäre, wurde von med.
pract
.
Z._
nicht aus
geführt.
So berichtete er, dass die
Beschwerdeführerin nach wie vor
Schmer
zen
erlebe
und
über
Schlaf
probleme
klage
; sie
leide unter ihrer gedrückten Stimm
ung
und reagier
e
mit gereiztem Verhalten
.
Unerheblich ist,
dass sich
med.
pract
.
Z._
in Bezug auf das
generalisierte Schmerzsyndrom
nicht abschlies
send äusserte
beziehungs
weise keine entsprechende Diagnose nannte
. Dabei handelt es sich
lediglich um eine leicht abweichende Wertung, die
indes
auf de
ckungs
gleichen
Befunden ba
siert.
Eine Verbesserung des Zustandes ist daraus jedenfalls nicht zu
ersehen.
5.3
Anzufügen bleibt, dass offenbleiben kann, ob es bei der Beschwerdeführerin im Frühjahr 2011 zu einer vorübergehenden Verbesserung im Gesundheitszu
stand gekommen war
oder – was med.
pract
.
Z._
für wahrscheinlicher hält (vgl.
Urk.
8/145/17) – die Gutachter
des Zentrums Y._
einen im Wesentlichen unveränderten Ge
sundheitszustand lediglich anders beurteilten
. Relevanter Vergleichszeitpunkt
für die Beurteilung der anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bil
det
die angefochtene Verfügung vom 9. April 2013
.
Zwischenzeitliche Ver
besse
rungen sind nicht von Relevanz.
5.4
Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit
Erlass der
de
m
Urteil vom 1
0.
Dezember 2001
zu
grun
de liegenden Verfügung vom 3. November 2010
nicht revisionsrelevant ver
ändert hat.
6.
6.1
Da auch in erwerblicher Hinsicht keine Veränderung ersichtlich ist und solches auch nicht substantiiert geltend gemacht wurde, hat es mit dem Ergebnis sein Bewenden, dass keine Änderung der Tatsachen vorliegt, die eine
Renten
herab
setzung
rechtfertigt. Bei fehlenden gesundheitlichen Veränderungen und sonst identischen Verhältnissen verbietet sich insbesondere ein neuer
Einkommens
ver
gleich
.
6.2
Allerdings bleibt festzuhalten, dass das hiesige Gericht im Urteil vom 10. Dezember 2001 für die Zeit ab 1. April 1995 mittels Einkommensvergleichs einen Invaliditätsgrad von rund 68 % ermittelt und dementsprechend ab diesem Zeitpunkt - gestützt auf Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis am 31. Dezember 2003 in Kraft gewesenen Fassung - eine ganze Rente zugesprochen hat (Urk. 8/55 S. 5).
Die Abstufung der Renten wurde per 1. Januar 2004 dahin gehend geändert, dass
bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und erst bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente besteht
(Art. 28 Abs. 2 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung). Die Schluss
be
stimmungen betreffend die Gesetzesänderung vom 21. März 2003 (4. IV-Revi
si
on
) sehen vor, dass l
aufende ganze Renten bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 66 2/3 % nach dem Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung für alle jen
e Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger weitergeführt
werden, welche zu diesem Zeitpunkt das 50. Altersjahr zurückgelegt haben. Alle anderen ganzen
Renten bei einem Invaliditätsgrad unter 70
%
werden innerhalb eines Jahres nach
dem Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung einer Revision unterzogen
.
Die Beschwerdeführerin hatte bei dieser Gesetzesänderung im Jahr 2004 das 50. Altersjahr noch nicht erreicht, weshalb sie nicht in den Genuss der
Besitz
standsgarantie
kam. In Anbetracht des Invaliditätsgrads von rund 68 % hätte ihre
bisherige ganze Rente daher bis spätestens am 31. Dezember 2004 auf eine
Drei
viertelsrente
herabgesetzt werden müssen. Dies hat die Beschwerdegegnerin wohl
übersehen, weil sie - entgegen den Erwägungen im Urteil - jeweils von einem
In
va
liditätsgrad
von 100 % ausgegangen ist (vgl. etwa Urk. 8/56, Urk. 8/57/3, Urk. 8/74).
Diese Rechtsänderung verlangt die nachträgliche Anpassung der
Rentenzu
spra
che
(BGE 135 V 215 E.
5.1.1
Satz 1 mit Hinweis auf BGE 121 V 157 E.
4a
). Dem
nach ist die Beschwerde - in Übereinstimmung mit dem Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin - gutzuheissen mit der Feststellung, dass die Beschwerde
füh
rerin ab1. Juni 2013 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat.
7.
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
Bei diesem Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführerin zudem eine
Prozess
entschädigung
Fr.
1‘3
00.-- (inkl. Baraus
lagen und Mehrwertsteuer)
zuzuspre
chen (
§
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das
So
zialversicherungsgericht
,
GSVGer
).