Decision ID: c88c9b37-bdcf-498c-8b01-1a4cfc3dc6e0
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Fahrzeugkategorie B seit dem 19. April 1963. Im
Administrativmassnahmen-Register ist er nicht verzeichnet. Am Dienstag,
22. Dezember 2015, 14.10 Uhr, war er mit einem Personenwagen auf der Autobahn
A13 in Fahrtrichtung Chur unterwegs. Auf der Höhe des Anschlusswerks Sennwald
nickte er ein. Das Fahrzeug geriet dadurch von der Normalspur auf den Pannenstreifen
und streifte die Aussenleitplanke auf einer Länge von 77 Metern, bevor es zum
Stillstand kam. Das Strassenverkehrsamt ordnete wegen dieses Vorfalls am 26. Januar
2016 eine vertrauensärztliche Begutachtung an, welche am 18. Februar 2016
durchgeführt wurde. Wegen Hinweisen auf Atemaussetzer in der Nacht liess der
Vertrauensarzt X zusätzlich im Zentrum für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen
untersuchen, wo ein bisher nicht therapiertes schwerstgradiges obstruktives
Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert wurde. Im Bericht vom 4. Juli 2016 bejahte der
Vertrauensarzt die Fahreignung. Hinsichtlich des Schlafapnoe-Syndroms empfahl er
die Verwendung einer Schlafmaske (Continuous Positive Airway Pressure-Beatmung)
und jährliche verkehrsmedizinische Kontrollen. Das Strassenverkehrsamt verfügte
entsprechende Auflagen am 4. August 2016. Dagegen wurde kein Rechtsmittel
ergriffen.
B.- Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom 14. April 2016 wurde X
wegen des Vorfalls vom 22. Dezember 2015 des Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand
schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je
Fr. 3'000.–, bedingt aufgeschoben mit einer Probezeit von zwei Jahren, und einer
Busse von Fr. 9'000.– (Ersatzfreiheitsstrafe 3 Tage) verurteilt. Nach Eintritt der
Rechtskraft des Strafbefehls entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis mit
Verfügung vom 30. August 2016 für die Dauer von drei Monaten, spätestens ab 1. März
2017.
C.- Mit Eingabe vom 15. September 2016 erhob X Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte, die Verfügung des
Strassenverkehrsamts vom 30. August 2016 sei unter angemessener Verlängerung der
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Abgabefrist insoweit aufzuheben und abzuändern, als ein Führerausweisentzug für die
Dauer von mehr als einem Monat verfügt worden sei, eventualiter sei die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, soweit

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben
vom 21. Oktober 2016 auf eine Vernehmlassung.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 15. September 2016 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45 Abs. 1, 47 Abs. 1 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Der Rekurrent macht in formeller Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
geltend. Er wirft der Vorinstanz vor, sie habe sein Vorbringen, bei der Widerhandlung
handle es sich um eine mittelschwere, weil er die Absicht gehabt habe, die Autobahn
zu verlassen, nicht ausreichend gewürdigt.
a) Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 BV leitet das
Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung auch die Pflicht der Behörde ab, ihre
Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3, 133 I 270 E.
3.1, 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht
verlangt dieser Grundsatz, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid oder
der Verfügung in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und
berücksichtigt und ihren Entscheid vor diesem Hintergrund begründet (vgl. Steinmann,
in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender, Die schweizerische Bundesverfassung,
St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, Art. 29 N 49). Er soll wissen, warum die Behörde
entgegen seinem Antrag entschieden hat; die Begründung muss deshalb so abgefasst
sein, dass er den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten
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kann (BGE 133 III 439 E. 3.3, 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage 2010, N 1706). Dies ist nur möglich, wenn
sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des
Entscheids ein Bild machen können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche
sich ihr Entscheid stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde
ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
N 1706). Umfang und Dichte der Begründung richten sich generell nach den
Umständen (Steinmann, a.a.O., Art. 29 N 49). Ist die Sachlage klar und sind die
anwendbaren Normen bestimmt, kann ein Hinweis auf diese Rechtsnormen genügen,
während ein weiter Spielraum der Behörde – aufgrund von Ermessen oder
unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von in Betracht fallenden
Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten (BGE 112 Ia 110 E. 2b,
104 Ia 213 E. 5g; Steinmann, a.a.O., Art. 29 N 49). Die Begründungspflicht, welche aus
dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV fliesst, hat der
st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP ausdrücklich
festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung unter anderem die Gründe
enthalten, auf die sie sich stützt (vgl. zum Ganzen Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons St. Gallen B 2009/211 vom 18. März 2010 E. 2.1, im Internet abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch).
b) Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, sie habe die
Stellungnahme des Rechtsvertreters vom 15. August 2016 geprüft. In
Übereinstimmung mit dem Strafrichter, welcher den Rekurrenten wegen eines
Vergehens im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01,
abgekürzt: SVG) verurteilt habe, sei sie zum Schluss gelangt, dass eine schwere
Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG vorliege. Nach einer schweren
Widerhandlung sei der Führerausweis für mindestens drei Monate zu entziehen. Es
erübrige sich, auf das vom Rekurrenten vorgebrachte Argument, er habe die Autobahn
verlassen wollen, einzugehen. Für den juristisch vertretenen Rekurrenten war damit
nachvollziehbar, dass die Vorinstanz sich auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
stützte, wonach eine schwere Widerhandlung einer groben Verkehrsregelverletzung
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gemäss Art. 90 Abs. 2 oder Art. 91 Abs. 2 SVG entspreche (vgl. Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 1C_355/2009 vom 21. Dezember 2009 E. 2.1;
Ph. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Vorbem. zu Art. 16a bis c
SVG N 4). Die Vorinstanz nahm zu den wesentlichen Vorbringen im Rekurs Stellung.
Die angefochtene Verfügung ist zudem so abgefasst, dass sich der Rekurrent über
deren Tragweite ein Bild machen und sie sachgerecht anfechten konnte. Insgesamt
genügt die Begründungsdichte den Anforderungen an das rechtliche Gehör.
3.- Umstritten ist, ob der Führerausweis des Rekurrenten zu Recht wegen einer
schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften entzogen wurde.
Das Gesetz unterscheidet zwischen der leichten, mittelschweren und schweren
Widerhandlung (Art. 16a bis c SVG). Gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG begeht eine
leichte Widerhandlung, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr
für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft.
Nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG begeht eine mittelschwere Widerhandlung, wer durch
Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in
Kauf nimmt. Gestützt auf Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG begeht eine schwere
Widerhandlung, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr
für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Die mittelschwere
Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie
liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung
gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und nicht alle qualifizierenden Elemente einer
schweren Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG gegeben sind. Die Annahme
einer schweren Widerhandlung setzt kumulativ eine qualifizierte objektive Gefährdung
und ein qualifiziertes Verschulden voraus. Ist die Gefährdung gering, aber das
Verschulden gross, oder umgekehrt die Gefährdung gross und das Verschulden gering,
liegt eine mittelschwere Widerhandlung vor (BGer 1C_327/2012 vom 27. Februar 2013
E. 2.1 mit Hinweisen zur Rechtsprechung und Lehre). Art. 16a Abs. 1 lit. a, Art. 16b
Abs. 1 lit. a und Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG stellen die allgemeinen Umschreibungen der
leichten, mittelschweren und schweren Widerhandlung gegen Strassenverkehrsregeln
dar. Die Abstufung innerhalb der einzelnen Kategorien ergibt sich aufgrund des
unterschiedlichen Ausmasses an Gefährdung und Verschulden. Zusätzlich hat der
Gesetzgeber verschiedene Verhaltensweisen gleich selbst qualifiziert und als eigene
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Tatbestände den drei Kategorien (leicht, mittelschwer und schwer) zugeordnet. So
begeht etwa eine schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG, wer
wegen Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinflusses oder aus anderen Gründen
fahrunfähig ist und in diesem Zustand ein Motorfahrzeug führt. Art. 16c Abs. 1 lit. c
SVG ist seit 1. Januar 2005 in Kraft. Dem Gesetzgeber ging es mit dieser Bestimmung
in erster Linie darum, das Fahren unter Betäubungsmitteleinfluss gleich zu behandeln
wie das Fahren in angetrunkenem Zustand (vgl. Botschaft zur Änderung des
Strassenverkehrsgesetzes, 31. März 1999, BBl 1999 IV 4462, S. 4489). Gründe für die
Fahrunfähigkeit können gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG jedoch nicht nur
Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinfluss sein; vielmehr erfasst diese Norm
sämtliche Ursachen ("aus anderen Gründen"), die zu Fahrunfähigkeit führen können. So
gilt namentlich auch eine übermüdete Person als vorübergehend fahrunfähig (vgl. BGer
6A.55/2006 vom 5. Februar 2007 E. 3; BSK SVG-Rütsche/Weber, Art. 16c N 23). Da
das Führen eines Fahrzeugs in fahrunfähigem Zustand in Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG
speziell geregelt ist, ist ein entsprechendes Verhalten nur nach dieser Norm zu ahnden.
Die allgemeine Umschreibung der schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1
lit. a SVG kommt nicht zur Anwendung. Zu berücksichtigen ist, dass sich die
Rechtslage seit 1. Januar 2005 wesentlich geändert hat. Im alten, bis 31. Dezember
2004 geltenden Massnahmerecht wurde das Fahren in übermüdetem Zustand unter
den allgemeinen Gefährdungstatbestand subsumiert. Damals wurde in aArt. 16 Abs. 3
SVG zwar die schwere Verkehrsgefährdung (lit. a) und das Fahren in angetrunkenem
Zustand (lit. b) sanktioniert, nicht aber das Fahren in fahrunfähigem Zustand als
solches (vgl. SVG in der Version vom 3. Februar 2004, unter: www.admin.ch/gov/de/
start/bundesrecht/systematische-sammlung.html). Das Bundesgericht stellte in einem
Grundsatzurteil vom 30. März 2000 fest, dass das Einnicken am Steuer (Fahren in
übermüdetem Zustand) in der Regel einen obligatorischen Entzugsgrund nach aArt. 16
Abs. 3 lit. a SVG darstelle. Es handle sich um eine Variante der fehlenden Fahrfähigkeit
(BGE 126 II 206 E. 1a; vgl. K. Frei, Übermüdung im Strassenverkehr – ein
unterschätztes Problem, in: Strassenverkehr, 1/2011, S. 42). Diese Praxis ist seit dem
Inkrafttreten von Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG ebenso überholt wie der Hinweis von Ph.
Weissenberger (a.a.O., Art. 16c SVG N 35), wonach das Fahren in übermüdetem
Zustand in der Regel eine grobe Verkehrsregelverletzung darstelle und zugleich zwei
Entzugsgründe (Art. 16c Abs. 1 lit. a und Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG) erfülle. Wenn diese
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Auffassung zutreffen sollte, müsste auch im Zusammenhang mit einer Fahrunfähigkeit
wegen Alkoholeinflusses davon ausgegangen werden, dass sowohl Art. 16c Abs. 1
lit. a als auch Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG erfüllt seien; darauf wurde, soweit ersichtlich, in
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum geltenden Recht bis jetzt aber nicht
erkannt.
Damit stellt sich vorliegend einzig die Frage, ob der Rekurrent am 22. Dezember 2015
in fahrunfähigem Zustand unterwegs war und ihm folglich eine schwere Widerhandlung
gegen Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG vorzuwerfen ist.
4.- Bei der Konzeption des Fahrens in fahrunfähigem Zustand als schwere
Widerhandlung ging der Gesetzgeber davon aus, dass das Führen eines
Motorfahrzeugs in übermüdetem Zustand oder unter Betäubungsmittel- oder
Arzneimitteleinfluss zumindest eine ähnliche Gefährdung hervorrufen kann wie das
Fahren in angetrunkenem Zustand mit einer qualifizierten Alkoholkonzentration (vgl.
BGE 130 IV 32 E. 3.1). Anders als beim Fahren in angetrunkenem Zustand gibt es bei
Fahrunfähigkeit wegen Betäubungsmittel-, Arzneimitteleinflusses oder Übermüdung
allerdings keine privilegierten Tatbestände. Dies wird damit begründet, dass eine
Untersuchung erst erfolgen kann, wenn die betroffene Person Anzeichen von
Fahrunfähigkeit aufweist, und geringe Grade der Fahrunfähigkeit in der Regel kaum
entdeckt werden. Der Tatbestand der schweren Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1
lit. c SVG setzt aber voraus, dass die Behörde die Fahrunfähigkeit nachweist (Rütsche/
Weber, a.a.O., Art. 16c N 23 f.).
a) In tatsächlicher Hinsicht ist in Übereinstimmung mit den Strafakten und dem
Strafbefehl von folgendem unbestrittenen Sachverhalt auszugehen: Am Dienstag, 22.
Dezember 2015, 14.10 Uhr, lenkte der Rekurrent in übermüdetem Zustand einen
Personenwagen auf der Autobahn A13 bei Sennwald in Fahrtrichtung Chur. Auf der
Höhe des Anschlusswerks Sennwald nickte er ein und geriet mit seinem Fahrzeug
rechts von der Normalspur ab. Er fuhr unkontrolliert auf dem Pannenstreifen und die
rechte Fahrzeugseite streifte die Aussenleitplanke über eine Länge von 77 Metern.
Infolge der Kollision erwachte der Rekurrent und konnte das Fahrzeug auf dem
Pannenstreifen zum Stillstand bringen.
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b) Nach Art. 31 Abs. 2 SVG darf kein Fahrzeug führen, wer wegen Alkohol-,
Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinfluss oder aus anderen Gründen nicht über die
erforderliche körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt. Wer wegen
Übermüdung, Einwirkung von Alkohol, Arznei- oder Betäubungsmitteln oder aus einem
anderen Grund nicht fahrfähig ist, darf kein Fahrzeug führen (Art. 2 Abs. 1 der
Verkehrsregelnverordnung [SR 741.11, abgekürzt: VRV]; BGE 130 IV 32 E. 3.1). Als
wichtige ermüdungsfördernde Faktoren gelten solche, die in der Person oder Situation
des Fahrzeugführers liegen, etwa Hunger oder ein voller Magen, solche die vom
Fahrzeug ausgehen und schliesslich solche, die strassen- oder witterungsbedingt sind,
wie Eintönigkeit der Strasse, Dauerregen, Hitze usw. Das Bundesgericht geht davon
aus, dass bei einem gesunden und nicht aus anderen Gründen fahrunfähigen
Fahrzeugführer Einschlafen am Steuer (sog. "Sekundenschlaf") ohne vorherige
subjektiv erkennbare Ermüdungserscheinungen ausgeschlossen werden könne. Eine
zunehmende Ermüdung sei erkennbar, und die Ermüdungszeichen seien den
Fahrzeuglenkern bekannt (vgl. BGE 126 II 206 E. 1a; BGer 1C_25/2016 vom 4. Juli
2016 E. 2.4).
c) Der Rekurrent lenkte sein Fahrzeug gemäss eigenen Angaben mit einer
Geschwindigkeit von rund 125 km/h, als er rund eineinhalb Kilometer vor der
Autobahnausfahrt Sennwald Müdigkeit verspürte. Später nickte er ein und verlor
dadurch die Herrschaft über sein Fahrzeug. Der Rekurrent hatte während dieser Zeit
keine Möglichkeit mehr, auf das Geschehen einzuwirken. Dieser Sachverhalt wird vom
Rekurrenten nicht bestritten und entspricht den Feststellungen im Strafbefehl. Der
Rekurrent lenkte demnach seinen Personenwagen in übermüdetem und damit in
vorübergehend fahrunfähigem Zustand. Der objektive Tatbestand der schweren
Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG ist damit erfüllt. Dass ein solches
Verhalten eine schwere Gefährdung darstellt, hat der Gesetzgeber mit der Einordnung
von Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG bei den schweren Widerhandlungen vorweggenommen.
Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich deshalb.
d) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt grobfahrlässig, wer
Übermüdungssymptome beim Lenken eines Motorfahrzeuges missachtet (vgl. BGer
1C_25/2016 vom 4. Juli 2016 E. 2.4)
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Der Rekurrent gab anlässlich der polizeilichen Einvernahme nach dem Unfall an, rund
eineinhalb Kilometer vor Sennwald Müdigkeit verspürt und deshalb beabsichtigt zu
haben, auf der Autobahnraststätte Rheintal (Buchs) eine Pause einzulegen. Es ist
unverständlich, weshalb er nicht schneller auf die ersten Ermüdungssymptome
reagierte und nicht die Ausfahrt Sennwald zur Abfahrt von der Autobahn nutzte,
sondern bis zur nächsten Autobahnraststätte weiterfahren wollte. Er hätte die
Autobahn auch deshalb früher verlassen müssen, weil er nicht davon ausgehen konnte,
dass ihn seine Frau wach halte, denn diese schlief während der ganzen Fahrt auf dem
Beifahrersitz. Dies sei auch der Grund gewesen, weshalb er das Fenster nicht habe
öffnen wollen, um frische Luft reinzulassen. Die Distanz zwischen Sennwald und Buchs
beträgt immerhin zehn Kilometer, was einer Fahrzeit von rund zwölf Minuten entspricht.
Indem der Rekurrent weiterfuhr und darauf vertraute, sich wach halten zu können,
handelte er in grober Weise pflichtwidrig, weshalb sein Verschulden nicht mehr als
gering bezeichnet werden kann (BGE 126 II 206 E. 1a). Dies ergibt sich auch aus dem
Strafbefehl. Darin wurde der Rekurrent des Fahrens in fahrunfähigem Zustand nach
Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG schuldig gesprochen. Massnahmenrechtlich entspricht Art. 91
Abs. 2 lit. b SVG dem Tatbestand der schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1
lit. c SVG. Bei der Strafzumessung berücksichtigte die Staatsanwaltschaft die vom
Rekurrenten vorgebrachte Absicht, die nächstgelegene Autobahnraststätte
aufzusuchen, strafmildernd im Sinne von Art. 48 des Schweizerischen
Strafgesetzbuches (SR 311.0). Entgegen den Ausführungen im Rekurs liegt deshalb
aber kein Ausnahmefall vor. Insbesondere ist der vom Rekurrenten erwähnte Entscheid
der Verwaltungsrekurskommission vom 25. Oktober 2007 (VRKE IV-2007/68, in:
www.gerichte.sg.ch) nicht einschlägig. Darin wurde erwogen, falls bei einem
Fahrzeuglenker die ersten Ermüdungserscheinungen aufträten, habe er sofort an der
nächstgelegenen sicheren Stelle anzuhalten (E. 4b/bb). Dies tat der Rekurrent jedoch
nicht. Er nutzte die erste Möglichkeit nicht, sondern beabsichtigte, bis zur Raststätte
Buchs weiterzufahren, obwohl er die Autobahn bei Sennwald hätte verlassen oder auf
dem Pannenstreifen anhalten können.
e) Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Vorfall vom
22. Dezember 2015 als schwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG qualifizierte.
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5.- Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind
gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen,
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Der Führerausweis
wird nach einer schweren Widerhandlung für mindestens drei Monate entzogen
(Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG). Diese Mindestentzugsdauer hat die Vorinstanz verhängt,
weshalb die angefochtene Verfügung auch hinsichtlich der Massnahmedauer zu
bestätigen ist.
6.- Die Vorinstanz ordnete in Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung an, dass der
Rekurrent den Führerausweis und allfällig vorhandene weitere Ausweise bis spätestens
am 1. März 2017 abzugeben habe. Hierbei handelt es sich um eine
vollstreckungsrechtliche Anordnung, die separat verfügt werden müsste. Darauf ist
indessen nicht weiter einzugehen, denn der Abgabetermin (1. März 2017) ist bereits
vorüber, weshalb besagte Anordnung zufolge Gegenstandslosigkeit aufzuheben ist. Die
Vorinstanz wird einen neuen Abgabetermin festlegen müssen. Allerdings hätte Ziffer 2
der angefochtenen Verfügung aufgehoben werden müssen, wenn die Abgabefrist nicht
bereits abgelaufen wäre. Dies ist bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.
7.- Somit ist der Rekurs teilweise gutzuheissen. Dem Verfahrensausgang entsprechend
sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten zu vier Fünfteln und dem Staat zu einem
Fünftel aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.–
erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Der Kostenvorschuss von Fr 1'200.– ist mit dem Kostenanteil des Rekurrenten von
Fr. 960.– zu verrechnen und im Restbetrag von Fr. 240.– zurückzuerstatten.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung (Art. 98 VRP; R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen SZ/St. Gallen 2004, S. 183).