Decision ID: 07186592-dc06-4092-8229-a76060c24c3a
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ F.G., geboren 1966, ist Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro (Kosovo).
Er weilte zwischen 1988 und 1991 als Kurzaufenthalter bzw. Saisonnier in der Schweiz.
Am 4. September 1990 wurde er wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von 30
Tagen verurteilt. Am 7. Februar 1990 verfügte das Bundesamt für Ausländerfragen eine
bis 7. Februar 1995 befristete Einreisesperre. Am 7. Dezember 1990 reiste F.G. aus der
Schweiz aus.
Am 18. Februar 1992 heiratete F.G. in Urosevac, Serbien, die Schweizer Staatsbürgerin
Y., geboren 1966. Nachdem das Bundesamt für Ausländerfragen am 11. September
1992 die gegen den Ehemann verhängte Einreisesperre aufgehoben hatte, reiste dieser
am 9. Dezember 1992 zu seiner in Wil wohnhaften Ehefrau. Das Ausländeramt erteilte
ihm in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs.
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Am 24. September 1992 gebar die Ehefrau den Sohn A.
Am 1. November 1993 wurde F.G. wegen Fälschung von Ausweisen mit vierzehn
Tagen Gefängnis bestraft. Am 23. August 1994 wurde er wegen Nichttragens der
Sicherheitsgurte und Fahrens ohne gültigen Führerausweis mit Fr. 1'000.-- gebüsst.
Am 27. April 1995 verlängerte das Ausländeramt die Aufenthaltsbewilligung von F.G.
auf Zusehen und Wohlverhalten hin und sprach eine fremdenpolizeiliche Verwarnung
aus.
Am 2. Oktober 1995 bestrafte das Obergericht Zürich F.G. wegen verschiedener SVG-
Delikte mit zwei Monaten Gefängnis und Fr. 500.-- Busse. Am 19. Februar 1996 wurde
er wegen weiterer SVG-Verstösse sowie eines ANAG-Deliktes und der Fälschung von
Ausweisen mit zwei Monaten Gefängnis bestraft.
Am 7. Juni 1996 bestrafte das Bezirksamt Münchwilen F.G. wegen verschiedener SVG-
Delikte mit 30 Tagen Gefängnis.
Am 23. April 1997 wurde F.G. wegen Widerhandlung gegen das ANAG mit Fr. 400.--
gebüsst.
Am 9. Juni 2000 wurde F.G. wegen Widerhandlung gegen das SVG mit Fr. 100.--
gebüsst.
Das Bezirksamt Münchwilen büsste F.G. am 13. Februar 2001 wegen ANAG-Delikten
mit Fr. 250.--. Das Untersuchungsamt Gossau büsste ihn am 10. Dezember 2001
wegen Tätlichkeit mit Fr. 300.--.
Das Kantonsgericht St. Gallen sprach F.G. am 22. Oktober 2002 der schweren
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der einfachen und groben
Verletzung von Verkehrsregeln schuldig und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von
22 Monaten und einer Busse von Fr. 600.--.
Mit Verfügung vom 8. November 2004 wies das Ausländeramt das Gesuch von F.G.
um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab.
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Am 25. Dezember 2004 wurde F.G. bedingt aus der Strafanstalt entlassen.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts vom 8. November 2004 erhob F.G.
Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 19. September
2005 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 30. September und 18. Oktober 2005
erhob F.G. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, es sei ihm der
weitere Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen, eventuell mit Bedingungen und
Auflagen bzw. unter Aussprechung einer Verwarnung, eventuell sei die Angelegenheit
zur ergänzenden Beweisabnahme sowie zur anschliessenden Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung
wird im wesentlichen geltend gemacht, die Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung sei aufgrund der familiären Verhältnisse unverhältnismässig. Auf

die einzelnen Vorbringen wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 7. November 2005 die
Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 30. September und
18. Oktober 2005 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2./ Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) kann ein Ausländer aus der Schweiz
ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich
bestraft wurde (lit. a) oder wenn sein Verhalten im allgemeinen und seine Handlungen
darauf schliessen lassen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die im
Gaststaat geltende Ordnung einzufügen (lit. b).
Die Ausweisung kann befristet, aber nicht für weniger als zwei Jahre, oder unbefristet
ausgesprochen werden (Art. 11 Abs. 1 ANAG). Sie soll nur verfügt werden, wenn sie
nach den gesamten Umständen angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 Satz 1 ANAG).
a) Art. 10 Abs. 1 ANAG ist eine typische "Kann-Bestimmung". Das Gesetz schreibt
beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nicht zwingend die Anordnung einer
Ausweisung vor, sondern es räumt der Verwaltung diesbezüglich einen
Ermessensspielraum ein. Das Verwaltungsgericht ist zur Ueberprüfung der
Angemessenheit einer Verfügung oder eines Entscheides nicht befugt (Art. 61 Abs. 1
und 2 VRP). Es darf daher auch bei der Prüfung der Angemessenheit im Sinne von Art.
11 Abs. 3 Satz 1 ANAG nicht sein eigenes Ermessen - im Sinne einer Prüfung der
Opportunität bzw. der Zweckmässigkeit der Massnahme - anstelle des Ermessens der
Verwaltung stellen (VerwGE vom 11. November 2003 i.S. M.B.A. mit Hinweis auf
VerwGE vom 17. August 1999 i.S. J. und S.R.; BGE 125 II 107). Es kann nur
überprüfen, ob der Entscheid der Verwaltung auf einer Ueberschreitung bzw. einem
Missbrauch des Ermessens beruht und damit rechtswidrig ist (GVP 1996 Nr. 9 mit
Hinweisen).
Für die Beurteilung der Angemessenheit der Ausweisung im Sinne von Art. 11 Abs. 3
ANAG bzw. der Verhältnismässigkeit sind namentlich die Schwere des Verschuldens
des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die ihm und seiner
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der Vollzugsverordnung
zum ANAG, SR 142.201). In der Prüfung der Angemessenheit im Sinne von Art. 11 Abs.
3 ANAG, das heisst der Verhältnismässigkeit, geht auch diejenige auf, ob die
Massnahme im Blick auf den Anspruch auf Achtung des Familienlebens im Sinne von
Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) verhältnismässig bzw.
als in einer demokratischen Gesellschaft notwendig erscheint (BGE 120 Ib 130 f.).
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b) Der Beschwerdeführer wurde rechtskräftig wegen qualifizierter Widerhandlung
gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie einfacher und grober
Verkehrsregelverletzung zu einer Gefängnisstrafe von 22 Monaten und einer Busse von
Fr. 600.-- verurteilt. Aufgrund dieser Verurteilung sind die Voraussetzungen für eine
Ausweisung gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG offensichtlich erfüllt.
c) Aufgrund der Verurteilung wegen schwerer Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz und der im Sachverhalt aufgeführten zahlreichen weiteren
Verurteilungen ist ungeachtet der relativ langen Aufenthaltsdauer des
Beschwerdeführers in der Schweiz die Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts als
rechtmässig und verhältnismässig einzustufen (vgl. statt vieler VerwGE vom 6.
Dezember 2002 i.S. S.D., bestätigt durch BGE 2A.38/2003 vom 31. Januar 2003;
VerwGE B 2003/118 vom 11. November 2003 i.S. M.A.; VerwGE B 2003/99 vom 12.
September 2003 i.S. H.R.; VerwGE B 2005/97 vom 16. August 2005 i.S. D.I. und
VerwGE B 2005/165 vom 15. November 2005 i.S. H.I., letztere beide zur Zeit publiziert
in: www.gerichte.sg.ch).
Ob aufgrund der Schulden des Beschwerdeführers - es liegen gegen ihn
Verlustscheine von Fr. 76'371.95 vor - ein Ausweisungsgrund im Sinne von Art. 10 Abs.
1 lit. b ANAG gegeben ist oder ob diese Schulden lediglich im Rahmen der
Interessenabwägung bei der Ausweisung nach Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG zu
berücksichtigen sind, kann offen bleiben. Dagegen ist eine fortgesetzte
Fürsorgeabhängigkeit im Sinne von Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG derzeit nicht
ausgewiesen, nachdem sowohl das Sozialamt .... als auch die Bewährungshilfe
ausdrücklich festhalten, dass der Beschwerdeführer und seine Familie seit Juni 2005
nicht mehr von der Sozialhilfe unterstützt werden.
d) Die Ehefrau und der Sohn des Beschwerdeführers sind Schweizer Bürger.
Ausländeramt und Vorinstanz hatten daher bei der Ausübung ihres Ermessens die in
Art. 8 EMRK verankerten Grundsätze zu beachten. Diese Bestimmung verschafft einem
Ausländer einen Anspruch auf Schutz des Familienlebens, wenn er nahe Verwandte mit
einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat. Wird ihm selber die
Anwesenheit in der Schweiz untersagt, kann dies Art. 8 EMRK verletzen. Soweit eine
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familiäre Beziehung tatsächlich gelebt wird und intakt ist, wird das der zuständigen
Behörde durch Art. 4 ANAG eingeräumte freie Ermessen eingeschränkt (BGE 122 II 5
und 293).
Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das Recht auf Schutz des Familienlebens
statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und
Ordnung und das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung
sowie Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral
sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die EMRK verlangt somit
ebenfalls ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belassen
der Bewilligung und dem öffentlichen Interesse an deren Entzug, wobei die öffentlichen
Interessen in dem Sinn überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig
erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweisen). Bei der Interessenabwägung ist zu fragen, ob den
hier anwesenheitsberechtigten Familienangehörigen zugemutet werden kann, dem
Ausländer, der ausgewiesen wird, ins Ausland zu folgen. Die Frage der Zumutbarkeit
beurteilt sich nicht nach den persönlichen Wünschen der Betroffenen, sondern ist unter
Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse und aller Umstände objektiv zu
beurteilen (BGE 122 II 6 mit Hinweis auf BGE 116 Ib 353 und 115 Ib 3). Eine allfällige
Unzumutbarkeit der Ausreise für die hier lebenden Angehörigen ist mitabzuwägen, führt
aber nicht zwingend für sich allein zur Unzulässigkeit einer Ausweisung. Wenn es den
Familienangehörigen zumutbar ist, ihr Familienleben im Ausland zu führen, ist Art. 8
Abs. 1 EMRK zum vornherein nicht verletzt (BGE 122 II 297 mit Hinweisen auf Literatur
und Judikatur).
Den öffentlichen Interessen sind somit die privaten Interessen des Beschwerdeführers
an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Je länger ein Ausländer in der
Schweiz lebt und je gewichtiger sein Interesse an der Aufrechterhaltung der familiären
Beziehung einzustufen ist, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die
Anordnung einer Ausweisung bzw. Fernhaltemassnahme zu stellen. Entscheidend
bleibt in jedem Fall die Verhältnismässigkeitsprüfung gestützt auf die gesamten
wesentlichen Umstände des Einzelfalls.
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e) Der Beschwerdeführer ist seit 1992 mit seiner Schweizer Ehefrau verheiratet. Der
gemeinsame Sohn ist etwas mehr als dreizehn Jahre alt. Die Vorinstanz liess offen, ob
eine Uebersiedlung der Familie nach Serbien und Montenegro für die Ehefrau und den
Sohn zumutbar ist. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts ist diese Frage zu
verneinen. Die Ehefrau heiratete zwar den Beschwerdeführer in dessen Heimatstaat.
Aus den Akten geht allerdings nicht hervor, dass sie sich längere Zeit in Serbien und
Montenegro aufhielt. Im weiteren bestand gegen den Ehemann im Zeitpunkt der Heirat
eine Einreisesperre, doch wurde diese aufgrund der Heirat offenbar ohne weiteres
aufgehoben. Weiter steht fest, dass der Sohn wegen eines allgemeinen
Entwicklungsrückstandes seit August 2000 die heilpädagogische Schule in .... besucht.
Die Vorinstanz hält fest, es bestünden Zweifel, ob in Serbien und Montenegro dem
Kind eine behindertengerechte Beschulung möglich wäre. Unter diesen Umständen
muss eine Uebersiedlung nach Kosovo für die Ehefrau des Beschwerdeführers und das
gemeinsame Kind als unzumutbar qualifiziert werden.
f) Selbst eine allfällige Unzumutbarkeit der Uebersiedlung in das Herkunftsland des
Beschwerdeführers führt nicht ohne weiteres zur Unzulässigkeit einer Ausweisung bzw.
zur Unverhältnismässigkeit der Verweigerung der Verlängerung einer
Aufenthaltsbewilligung (BGE 122 I 6 und 120 Ib 131).
Das öffentliche Interesse an der Fernhaltung von Ausländern, welche in erheblichem
Ausmass mit Drogen handeln, ist sehr stark zu gewichten (BGE 125 II 527). Auch die
erheblichen Schulden fallen zulasten des Beschwerdeführers ins Gewicht. Sodann
kann die relativ lange Aufenthaltsdauer in der Schweiz bei der Interessenabwägung nur
in geringfügigem Mass berücksichtigt werden, da der Beschwerdeführer bereits kurze
Zeit nach der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs
mit seinem deliktischen Verhalten begonnen hatte. Im vorliegenden Fall sind allein die
familiären Umstände zugunsten des Beschwerdeführers zu berücksichtigen.
Die Ehefrau hielt schriftlich fest, sie könne sich nicht vorstellen, ohne ihren Mann in der
Schweiz zu leben. Auch ihr Sohn könne sich nicht vorstellen, ohne seinen Vater zu
leben. Ihr Mann unternehme sehr viel mit seinem Sohn. Dieser unterhalte sich sehr viel
mit seinem Vater über Probleme. Wenn sie nachts im Altersheim arbeite, schaue ihr
Mann zum Sohn. Sie ersuche darum, der Familie noch eine Chance zu geben.
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Die Amtsvormundschaft hält in ihrem Bericht vom 12. Oktober 2005 fest, das Ehepaar
G. habe es im Gegensatz zu früheren Zeiten zusammen gut. Als Eltern könnten die
Eheleute ihrem Sohn recht viel geben. Seit der Ehemann wieder zu Hause sei, habe
sich die familiäre Situation beruhigt. Seine lange Abwesenheit sei für die Ehefrau sehr
schlimm gewesen. Sie habe Existenzprobleme gehabt, finanzielle Sorgen, sei von der
Sozialhilfe abhängig gewesen und habe noch allein die Verantwortung für das Kind
übernehmen müssen. Der Gedanke, erneut ohne ihren Mann zu leben, sei für sie
schlimm. Es gehe ihr psychisch und gesundheitlich offensichtlich besser, wenn der
Ehemann in der Familie lebe. In bezug auf den Sohn hielt der Amtsvormund fest, die
Beziehung der Eltern, insbesondere der Mutter, zu A. habe sich entspannt, seit der
Vater wieder regelmässig und recht viel zu Hause sei. Die Beziehung zwischen dem
Vater und dem Sohn sei als sehr förderlich für das Kind zu bezeichnen. Der Vater
besitze die nötige Autorität gegenüber dem Knaben. Es sei ihm auch möglich, mit ihm
zu spielen, an Fussballspiele zu gehen und über diverse Themen mit ihm zu
diskutieren. Nachdem A. erfahren habe, dass sein Vater allenfalls die Schweiz
verlassen müsse, sei es für ihn sehr schwer gewesen. Er habe sehr geweint, sei
durcheinander gewesen, und es habe viel Anstrengungen gebraucht, um ihn zu trösten.
Vater und Sohn hätten eine recht intensive Beziehung. Für die weitere Entwicklung in
den nächsten zwei bis vier Jahren sei die Anwesenheit des Vaters für A. absolut
wichtig. Der Vater habe eine sehr wichtige Rolle zur Stabilisierung der familiären
Verhältnisse. Ein Wegbleiben seiner Autorität hätte mit Bestimmtheit sehr negative
Auswirkungen auf die weitere Entwicklung des Jungen. Eine intensive professionelle
Unterstützung der Mutter und A. wäre nach dem Weggang des Vaters angezeigt, aber
nachteilig für die Entwicklung. Der Vater habe in den letzten drei Jahren sehr viele
Fortschritte erzielt; er sei besonnener geworden, weniger aufbrausend, habe sich
selber besser unter Kontrolle und sei positiv zu seiner Familie eingestellt.
Zusammenfassend hält der Amtsvormund fest, der Verbleib des Vaters sei wichtig, um
eine weitere positive Entwicklung der Familie und insbesondere des Kindes A. zu
gewährleisten. Der Vater vermittle Stabilität und klare Strukturen und sei in der Lage,
dem halbwüchsigen Sohn lebensnahe Erziehung angedeihen zu lassen.
Die Bewährungshilfe hält in ihrem Bericht vom 11. Oktober 2005 fest, der
Beschwerdeführer lebe seit der Entlassung aus dem Strafvollzug wiederum mit Frau
und Kind in .... Nachdem das Ausländeramt die Zustimmung für die vorläufige
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Arbeitsbewilligung erteilt habe, arbeite er seit 5. April 2005 bei der S. GmbH in .... Die
Familie sei seit Juni 2005 finanziell selbsttragend und werde nicht mehr vom Sozialamt
unterstützt. Die Eheleute seien nunmehr seit dreizehn Jahren verheiratet. Seit vielen
Jahren wohne die Familie in ... und sei dort gut vernetzt. Der Ehemann spreche gut
deutsch und könne sich ohne Probleme verständigen. Seit der bedingten Entlassung
sei er nicht mehr straffällig geworden. Er habe bislang sämtliche vereinbarten Termine
pünktlich wahrgenommen und habe die Hilfestellung der Bewährungshilfe gerne in
Anspruch genommen. Die Zusammenarbeit mit ihm dürfe als gefreut bezeichnet
werden.
Verschiedene Angehörige des Beschwerdeführers bzw. der Ehefrau äusserten sich
ebenfalls zum Verhältnis der Eheleute (Eltern und Schwester sowie Bruder und
Schwägerin der Ehefrau). Diese Angehörigen hielten fest, die Anwesenheit des
Ehemannes wirke sich auf das oft nicht stabile Verhältnis von Mutter und Sohn positiv
aus. Der "Friede im Haus" sei nach ihren Beobachtungen durch die Anwesenheit oder
das Wissen um eine Rückkehr des Ehemannes viel eher gewährleistet. Im weiteren
seien sie überzeugt, dass es gerade jetzt, wo A. in die Pubertät komme, sehr wichtig
für ihn sei, dass er auch weiterhin eine väterliche Bezugsperson um sich hätte. Seit
seiner Entlassung im Dezember 2004 hätten sie festgestellt, dass der Ehemann seinen
familiären und finanziellen Verpflichtungen viel gewissenhafter nachkomme als zuvor.
Auch in seiner Rolle als Vater seien grosse Veränderungen zum Positiven
wahrgenommen worden. Seine väterlichen Verpflichtungen beinhalteten eine Mehrzahl
an Aktivitäten und Gesprächen mit A., von denen dieser bei seinen Besuchen
regelmässig erzähle. Sie dächten, dass sich die Gesprächstherapie während der Haft
sehr positiv auf den Ehemann ausgewirkt habe. Eine Uebersiedlung nach Kosovo wäre
mit sehr grossen Nachteilen für A. verbunden. Dieser erhalte durch die
heilpädagogische Schule die ihm angemessene Betreuung. Sie sähen keine
Möglichkeit, dass A. im Kosovo auch nur ansatzweise eine solche Betreuung erhalten
würde.
Der Arbeitgeber stellt dem Beschwerdeführer ein positives Zeugnis aus.
Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass aufgrund der
persönlichen und familiären Verhältnisse eine Verweigerung der Verlängerung der
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Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers trotz des erheblichen öffentlichen
Interesses an dessen Fernhaltung und ungeachtet einer allfälligen Gefahr, dass die
Familie möglicherweise in Zukunft wieder Sozialhilfe beanspruchen muss,
unverhältnismässig ist und die Interessen der Ehefrau und des Sohnes an einem
Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz überwiegen. Daher ist die Beschwerde
gutzuheissen. Der Rekursentscheid vom 19. September 2005 und die Verfügung des
Ausländeramts vom 8. November 2004 sind aufzuheben. Die Angelegenheit ist zur
Verlängerung bzw. Erteilung der Bewilligung an das Ausländeramt zurückzuweisen.
Vom Beschwerdeführer wird allerdings erwartet, dass er sich inskünftig weiterhin strikte
an die geltenden Vorschriften und behördlichen Anordnungen hält. Dies gilt sowohl in
bezug auf die gemeinrechtlichen Delikte wie auch in bezug auf die Vorschriften über
den Strassenverkehr. Der Beschwerdeführer wird zudem darauf hingewiesen, dass die
Aufhebung der Bewilligungsverweigerung nicht zur Folge hat, dass die früheren
Verurteilungen im Rahmen eines allfälligen neuen Verfahrens nicht mehr berücksichtigt
werden können (vgl. BGE 2A.241/2000 vom 15. November 2000 i.S. A.L.). Das
Ausländeramt wird bei künftigen Entscheidungen über die Verlängerung der
Bewilligung prüfen, inwiefern die familiären Verhältnisse, welche zur
Unverhältnismässigkeit der Bewilligungsverweigerung führten, noch gegeben sind. Bei
einer erheblichen Aenderung dieser Verhältnisse wäre eine Verweigerung der
Bewilligung erneut in Erwägung zu ziehen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Auf ihre Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'000.--
zurückzuerstatten.
Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung für das
Rekurs- und das Beschwerdeverfahren (Art. 98 Abs. 1 und 2 und Art. 98bis VRP). Sein
Rechtsvertreter reichte keine Honorarnote ein, weshalb der Kostenersatz
ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Eine Entschädigung von Fr. 2'500.--
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zuzügl. MWSt für das Rekurs- und Beschwerdeverfahren erscheint angemessen (Art.
22 Abs. 1 lit. a und c HonO).