Decision ID: d07d100e-2214-4784-987c-66c0503c5804
Year: 2008
Language: de
Court: CH_EDÖB
Chamber: CH_EDÖB_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Firma X und ihre Dienstleistung „Auskunftservice A“
1 Die Firma X ist eine Tochtergesellschaft der Firma Y. Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Wirtschafts-
auskunftei sammelt und speichert sie Daten, um sie Dritten zur Bonitätsprüfung ihrer Kunden und Geschäftspartnern zur Verfügung zu stellen.
2 Die Firma X bietet die in ihrer Datenbank gespeicherten Daten zielgruppenspezifisch über die
Internetplattform als Dienstleistung „Auskunftservice A“ an. Der „Auskunftservice A“ ist eine , mit welcher die gespeicherten Daten automatisiert aufbereitet und ausgewertet werden können. Diese Auswertung kann über die Plattform X-Online im Abrufverfahren bezogen werden. Damit können zugangsberechtigte Personen über Suchmasken Bonitäts- und  der betroffenen Personen abfragen, um Mieterangaben zu prüfen und Mietzinsausfälle zu vermeiden. Ausserdem können ergänzende Informationen, wie Betreibungsauskünfte, - und Vermieter-Referenzen, eingeholt bzw. angefordert werden.
2. Chronologischer Ablauf der Sachverhaltsabklärung
3 Der EDÖB wurde erstmals am 01.04.2008 durch eine Mitteilung einer betroffenen Person auf die
Existenz des „Auskunftservice A“ aufmerksam gemacht, woraufhin er am 08.04.2008 zwecks Sachverhaltsabklärung mit der Firma X Kontakt aufnahm.
4 Parallel hierzu bereitete das Schweizer Fernsehen einen Beitrag zum „Auskunftservice A“ vor. In
einer Sendung wurde dann der „Auskunftservice A“ thematisiert. Auch wurde ein vorher aufge-
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zeichnetes Interview mit dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten Hanspeter Thür ausgestrahlt.
5 Am 04.06.2008 nahmen Vertreter des EDÖB die Datenbearbeitung der Firma X betreffend
„Auskunftservice A“ vor Ort in Augenschein. Die Ergebnisse der Sitzung wurden in einem  zusammengefasst, welches durch die Firma X mit einigen ErgänzungenO  wurde.
3. Umfang der Sachverhaltsabklärung
6 Zwischen der ersten Kontaktaufnahme am 08.04.2008 und der Augenscheinnahme des

„Auskunftservice A“ durch den EDÖB hat die Firma X verschiedene Anpassungen und  der Dienstleistung vorgenommen. Demzufolge wird vor diesem Hintergrund auf die , von den Medien aufgegriffene Version des „Auskunftservice A“ in den Erwägungen des EDÖB nur insoweit eingegangen, als dies notwendig ist.
7 Obwohl die Praxis der Firma X hinsichtlich der Gewährung des Auskunfts- und Löschungsrech-
tes bereits im Jahr 2006 vom EDÖB überprüft wurde, nahm der EDÖB die  zum „Auskunftservice A“ zum Anlass, diese vor dem Hintergrund des geänderten und  Dienstleistungsangebots erneut abzuklären. Dies war vorwiegend deshalb notwendig, da die Firma X im Rahmen des „Auskunftservice A“ ihren Kunden nicht nur wie bisher die von ihr gespeicherten Daten anbietet, sondern zudem speziell aufbereitete, miteinander verknüpfte und mit einem Rating versehene Daten zur Verfügung stellt.
8 Diese Sachverhaltsabklärung ist keine Bewertung der gesamten Tätigkeit der Firma X, sondern
sie bezieht sich nur auf die Beurteilung des „Auskunftservice A“.
4. „Auskunftservice A“
4.1 „Auskunftservice A“ in der ursprünglichen Form
9 In der ursprünglichen Form präsentierte sich der „Auskunftservice A“ dem EDÖB aufgrund der
von verschiedenen Personen eingereichten Unterlagen, der von der Firma X zugesandten , der vom EDÖB selbst recherchierten Unterlagen sowie der Informationen aus der  des Schweizer Fernsehens.
10 Die Firma X stellt auf ihrer Webseite ein WebinterfaceP zur Verfügung, mit welchem man über
eine Suchmaske nach bei ihr gespeicherten Personen suchen kann. Dadurch können die  Profil- bzw. Bewertungsdaten einer gespeicherten Person abgerufen werden: Entscheidung, Entscheidungsmatrix, Score, Zahlungserfahrungen, bekannte Adressen, gleicher Haushalt ( Name oder gleiche Telefonnummer), Firmenbeziehungen, Umfeld und Ähnlichkeitstreffer. Die einzelnen Profildaten werden in der nachfolgenden Tabelle 1 kurz erläutert:
11 Tabelle 1
Kategorien Beschreibung Entscheidung Aus den bei der Firma X zu einer betroffenen Person gesammelten
Daten wird ein Bonitätsrating in Form einer Ampel mit den  Ausprägungen berechnet:
N Beilage 1, Sitzungsprotokoll. O Beilage 2, Schreiben vom 17.07.2008. P Beilage 3, Factsheet vom 08.04.2008.
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rot (Handlungsanweisung: Vertrag nicht abschliessen), gelb (Handlungsanweisung: Zusatzabklärungen treffen) und grün (Handlungsanweisung: Vertrag abschliessen).
Entscheidmatrix In der Entscheidmatrix werden die einzelnen zur Berechnung des  herangezogenen Daten mit einer Ampel (rot, gelb, grün) bewertet. Im Einzelnen sind dies die Felder: Score, Trefferart, Status, Firmenbeziehung mit negativen Daten, durchschnittliche Wohndauer an einer Adresse, Blacklistenprüfung, weitere Familienmitglieder,  Familienmitglieder und Ähnlichkeitstreffer. Zusammengefasst werden die jeweiligen Einzelergebnisse unter der Kategorie . Zudem werden unter der Kategorie Entscheidungsgrund, die entscheidungsrelevanten Daten der Entscheidmatrix inklusive deren Wert aufgeführt.
Score Der Score ist ein numerischer Wert, welcher aus den Datenfeldern Zahlungserfahrungen einer Person, Umfeld, Mobilität sowie  berechnet wird und liegt zwischen 250 und 700 Punkten. Er wird graphisch auf einer dreifarbigen (rot, gelb, grün) waagrechten Achse dargestellt.
Zahlungserfahrungen Hier werden die der Firma X bekannten und gespeicherten  Ereignisse aufgeführt. Diese sind Anzahl , aktuellster Fall, Forderungssumme und offener Betrag  (Konkurs, Betreibung), Auskünfte (Betreibungsregister) sowie Inkassomeldungen.
Bekannte Adressen Aufgeführt werden die aktuelle Adresse und sämtliche der X  Adressen inklusive Wohndauer sowie die durchschnittliche .
Im gleichen Haushalt lebende Personen
In dieser Rubrik werden Daten von denjenigen Personen aufgelistet, die den gleichen Telefonanschluss nutzen (gleiche Telefonnummer) oder die den gleichen Namen an derselben Adresse tragen mit  des Jahrganges, inklusive deren Informationen über allfällige .
Firmenbeziehungen Beziehungen zwischen gesuchter Person und Firmen werden . Angezeigt werden Handelsregistereinträge zu der jeweiligen  sowie sonstige der Firma X bekannte negative Firmeneinträge.
Umfeldanalyse Hierbei wird ein prozentualer Wert im Vergleich mit dem Umfeld  des Nachnamens, des Hauses, der Strasse, des Ortes und des Landes errechnet.
Ähnlichkeitstreffer Anzeige von Personen mit ähnlichem Namen inkl. Geburtsdatum.
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Ausserdem haben die Nutzer des „Auskunftservice A“ die Möglichkeit, zusätzlich  online zu bestellen.
4.2 „Auskunftservice A“ in der angepassten bzw. aktuellen Form
12 Bis zur Sachverhaltsabklärung hat die Firma den „Auskunftservice A“ so modifiziert, dass dieser
sich wesentlich von der früheren Version unterscheidetQ. Nachfolgend werden die Eigenschaften des „Auskunftservice A“ in der angepassten Form vorgestellt:
13 Tabelle 2
Kategorien Beschreibung Entscheidung Aus den bei der Firma X zu einer betroffenen Person gesammelten
Daten wird ein Bonitätsrating in Form einer Ampel mit den  Ausprägungen berechnet: rot (hohe Risiken vorhanden), gelb (sorgfältige Prüfung empfohlen. Der Entscheid impliziert nicht, dass eine verschlechterte Bonität vorliegt) und grün (keine Risiken gefunden).
Entscheidmatrix In der Entscheidmatrix werden die einzelnen zur Berechnung des Entscheidfeldes herangezogenen Daten mit einer Ampel (rot, gelb, grün) bewertet. Im Einzelnen sind es folgende Felder: Score, , Status, Firmenbeziehung mit negativen Daten,  Wohndauer an einer Adresse, weitere Familienmitglieder,  Familienmitglieder und Ähnlichkeitstreffer. Zusammengefasst werden die jeweiligen Einzelergebnisse unter der Kategorie . Zudem werden unter der Kategorie Entscheidungsgrund, die entscheidungsrelevanten Daten der Entscheidmatrix inklusive deren Wert aufgeführt. Zudem wird bei den Bewertungen ein  eingeblendet, sofern die Ampel gelb oder rot anzeigt.
Zahlungserfahrungen Hier werden die bei der Firma X bekannten und gespeicherten  Ereignisse aufgeführt. Diese sind: Anzahl , aktuellster Fall, Forderungssumme und offener Betrag, Forderungsstatus (Konkurs, Betreibung), Auskünfte () sowie Inkassomeldungen.
Alte Adresse(n) [Bekannte Adressen]
Aufgeführt werden die aktuelle Adresse und sämtliche der Firma X alten (bekannten) Adressen inklusive Umzugsmeldung sowie die so errechnete durchschnittliche Wohndauer angezeigt.
Gleicher Haushalt (gleicher Name oder gleiche )
In dieser Rubrik werden die Daten von denjenigen Personen , welche den gleichen Telefonanschluss nutzen (gleiche ) oder den gleichen Namen an der Adresse tragen mit Angabe des Jahrganges.
Firmenbeziehungen Beziehungen zwischen gesuchter Person und Firmen werden . Angezeigt werden Handelsregistereinträge zu der jeweiligen
Q Beilage 4, Factsheet vom 04.06.2008; Beilage 5, Blatt „Infoboxen Auskunftservice A in Decisionmatrix“.
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Person sowie sonstige der Firma X bekannte negative .
Ähnlichkeitstreffer (Verwechslungsgefahr)
Anzeige von Personen mit ähnlichem Namen inkl. Geburtsdatum.
14 Insgesamt wurden die nachfolgend aufgeführten Änderungen am „Auskunftservice A“ durchge-
führt:
a Die Erklärungen zum Ampelsystem in der Kategorie Entscheidung wurden, wie in der Tabelle 2 aufgeführt, geändert. Zudem wird die Ampel nur noch dann rot, wenn über die betroffene Person negative Zahlungserfahrungen vorhanden sind oder wenn der Personenstatus (minderjährig, bevormundet, verstorben) einem rechtsgültigen  entgegensteht.
b Das Ampelsystem in der Kategorie Entscheidmatrix wurde mit Erklärungen versehen, so dass zu jeder Bewertung und deren Zustandekommen ein kleiner Erläuterungstext eingeblendet wirdR.
c Entfernt wurden die Kategorien Score und Umfeld sowie das Feld Blacklistenprüfung in der Kategorie Entscheidungsmatrix.
d Die Zahlungserfahrungen werden neu mit den Buchstaben A, B, C und D wie folgt bewertet:
i. A „nichts bekannt“; ii. B „geringfügige Fälle bekannt“; iii. C „erhebliche Fälle bekannt“ und iv. D „schwerwiegende Fälle bekannt“.
Nach Auskunft der Firma X beruhen diese Zahlungsbewertungen einzig aufgrund der vorliegenden Zahlungserfahrungen der gesuchten Person. Bei diesem Rating wird die Aktualität der Zahlungserfahrungen (aktuelle wiegen schwerer als frühere), die  des Zahlungsereignisses (ein Konkurs wiegt schwerer als ein Inkassofall) und die Anzahl der Zahlungserfahrungen (viele negative wiegen schwerer als ) berücksichtigtS.
II. Erwägungen
1. Anwendbarkeit des Datenschutzgesetzes und Zuständigkeit des EDÖB
15 Gemäss Art. 2 Abs. 1 Ziffer a des Bundesgesetzes über den Datenschutz (DSG, SR 235.1) gilt
das DSG für das Bearbeiten von Daten natürlicher oder juristischer Personen durch private . Gemäss Art. 3 lit. e DSG wird unter „Bearbeiten“ jeder Umgang mit Personendaten,  von den angewandten Mitteln und Verfahren, insbesondere das Beschaffen, , Verwenden, Umarbeiten, Bekanntgeben, Archivieren und Vernichten von Daten . Als Personendaten gelten gemäss Art. 3 lit. a DSG alle Angaben, die sich auf eine  oder bestimmbare Person beziehen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Wirtschaftsauskunftei bearbeitet die Firma X Adress- und Bonitätsdaten von natürlichen und juristischen Personen und
R Beilage 4; Beilage 5. S Beilage 1, S. 4; Beilage 2, S. 3 Schreiben Firma X vom 17.07.2008; Beilage 4; Beilage 5.
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gibt diese an Dritte bekannt (Art. 3 Ziff. f DSG). Deshalb ist das DSG auf den vorliegenden Sachverhalt anwendbar (Art. 2 in Verbindung mit Art. 3 Ziff. a, e und f DSG).
16 Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hat gemäss Art. 29
DSG die Aufsicht über die Bearbeitung von Personendaten durch Private: Er kann insbesondere nach Art. 29 Abs. 1 lit a DSG von sich aus oder auf Meldung Dritter den Sachverhalt abklären, wenn Bearbeitungsmethoden geeignet sind, die Persönlichkeit einer grösseren Anzahl von  zu verletzen (Systemfehler). Stellt er aufgrund einer Sachverhaltsabklärung fest, dass eine Datenbearbeitung gegen das Datenschutzgesetz verstösst, kann er empfehlen, die  zu ändern oder zu unterlassen (Art. 29 Abs. 3 DSG).
17 Durch Meldung verschiedener Personen wurde der EDÖB auf den „Auskunftservice A“ aufmerk-
sam gemacht. Aufgrund der Vielzahl der potenziell betroffenen Personen (zwei Drittel der  und Bewohner in der Schweiz leben zur MieteT) ist die Datenbearbeitung durch die Firma X geeignet, die Persönlichkeit einer Vielzahl von natürlichen und juristischen Personen zu verletzen. Aus diesem Grund ist der EDÖB im vorliegenden Fall berechtigt, aufgrund seiner  eine Empfehlung im Sinne von Art. 29 Abs. 3 DSG zu erlassen.
2. Datenbearbeitung im Rahmen der Dienstleistung „Auskunftservice A“
2.1 Vorbemerkungen
18 Der EDÖB geht im Rahmen seiner Erwägungen lediglich auf den „Auskunftservice A“ in seiner
angepassten Form ein. Auf ihrer Website verweist die Firma X allerdings nach wie vor auf den „Auskunftservice A“ in seiner ursprünglichen Form. So erscheinen in den Beschreibungen immer noch Hinweise auf die Elemente Score sowie BlacklistenprüfungU. Die Hinweise auf der Website „Integration der eigenen Blacklist verhindert Ausfälle“ und „Score (professionelle Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit)“ sollten entfernt werden.
2.2 Zulässigkeit der Datenbearbeitung zum Zwecke von Mietauskünften
Allgemeines
19 Wer Personendaten bearbeitet darf gemäss Art. 12 Abs. 1 DSG die Persönlichkeit der betroffe-
nen Person nicht widerrechtlich verletzen. Insbesondere darf er nach Art. 12 Abs. 2 DSG  nicht entgegen den allgemeinen Datenschutzgrundsätzen (Art. 4, 5 und 7 Abs. 1 DSG) bearbeiten, nicht ohne Rechtfertigungsgrund Daten einer Person gegen deren ausdrücklichen Willen bearbeiten und nicht ohne Rechtfertigungsgrund besonders schützenswerte  oder Persönlichkeitsprofile Dritten bekannt geben. In der Regel liegt dann keine  vor, wenn die betroffene Person ihre Daten allgemein zugänglich gemacht und eine Bearbeitung nicht ausdrücklich untersagt hat (Art. 12 Abs. 3 DSG). Keine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung ist gemäss Art. 13 Abs. 1 DSG gegeben, wenn sie durch Einwilligung, überwiegendes öffentliches und privates Interesse oder Gesetz gerechtfertigt ist. Auch wenn sich der Dateninhaber grundsätzlich auf einen Rechtfertigungsgrund berufen kann, sind die  Datenschutzgrundsätze zu beachten.
Rechtfertigungsgründe
T Bundesamt für Wohnungswesen (BWO), Briefing Mietrecht: http://www.bwo.admin.ch/dokumentation/00101/00184/index.html?lang=de U www.Firma X, besucht am 3.11.2008.
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20 Als Rechtfertigungsgrund gemäss Art. 13 Abs. 1 DSG kommt für Mietauskünfte neben der  der betroffenen Person ein überwiegendes privates Interesse der bearbeitenden Person in Frage, wenn zur Prüfung der Kreditwürdigkeit einer anderen Person weder besonders  Personendaten noch Persönlichkeitsprofile bearbeitet und Dritten nur Daten bekannt gegeben werden, die sie für den Abschluss oder die Abwicklung eines Vertrages mit der  Person benötigen (Art. 13 Abs. 2 Bst. c DSG). Unter diesen Bedingungen ist für die  durch Dritte (Auskunfteien) und die Bekanntgabe eine Speicherung der Daten auf „“ zulässig. Gemäss Zweckmässigkeitsprinzip dürfen allerdings nur die Daten bearbeitet , die zur Prüfung der Kreditwürdigkeit erforderlich sindV.
21 Ein weiterer Rechtfertigungsgrund nach Art. 13 Abs. 2 Bst. a DSG ist jener des Vertragsab-
schlusses. Demnach kann ein überwiegendes privates Interesse die Bearbeitung von Daten rechtfertigen, wenn diese die Verminderung des Risikos bei einem Vertragsabschluss bezweckt. Dieser Rechtfertigungsgrund kann bei allen Vertragsformen angerufen werdenNM. Auch wenn die Kreditauskunftei auf „Vorrat“ Daten rechtmässig bearbeiten darf, ist die Bekanntgabe an Dritten nur an bestehende oder unmittelbar werdende Vertragspartner der betroffenen Person erlaubt. Hierbei obliegt es der Person, welche Daten bekannt gibt, zu prüfen, ob der Dritte ein  Interesse an diesen Daten geltend machen kann. Die Anforderungen an den  sind nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip je nach Sensitivität der Daten anzupassen.
Grundsätze der Datenbearbeitung
22 Nach Art. 4 Abs. 2 DSG haben die Datenbearbeitungen nach Treu und Glauben zu erfolgen.
Gegen diesen Grundsatz verstösst beispielsweise derjenige, der Daten nicht offen bearbeitet, ohne dabei gegen eine Rechtsnorm zu verstossenNN. Demzufolge muss eine Datenbearbeitung transparent sein. Nach dem Erkennbarkeitsprinzip muss die Beschaffung von Personendaten und insbesondere der Zweck der Bearbeitung für die betroffene Person erkennbar sein (Art. 4 Abs. 4 DSG). Die Anforderungen, die dabei an die Erkennbarkeit gestellt werden, sind nach den Umständen sowie den Grundsätzen der Verhältnismässigkeit und von Treu und Glauben zu . Ist die Beschaffung aufgrund der Umstände für die betroffene Person weniger deutlich erkennbar, muss die betroffene Person umso eher mit angemessenen Mitteln auf die Erhebung und ihre wesentlichen Rahmenbedingungen aufmerksam gemacht werdenNP.
23 Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 4 Abs. 2 DSG) darf ein Datenbearbeiter nur diejeni-
gen Daten bearbeiten, die er für einen bestimmten Zweck tatsächlich benötigt und die im Hinblick auf den Bearbeitungszweck und die Persönlichkeitsbeeinträchtigung in einem vernünftigen  stehenNQ. Wenn die Datenbearbeitung das angestrebte Ziel erreicht (Zwecktauglichkeit) und die privaten Interessen der Betroffenen schont (geringstmöglicher Eingriff) ist das Prinzip der Verhältnismässigkeit eingehalten.
24 Nach dem Grundsatz der Zweckmässigkeit (Art. 4 Abs. 3 DSG) dürfen Daten nur für den objekti-
ven Zweck bearbeitet werden, der bei der Beschaffung angegeben worden ist oder der aus den Umständen ersichtlich oder gesetzlich vorgesehen ist. Die betroffene Person muss es nicht , dass über sie Daten ohne nähere Zweckbestimmung auf „Vorrat“ erhoben werdenNR.
V Basler Kommentar zum Datenschutzgesetz (BSK-DSG), Corrado Rampini, Art. 13 N 36. NM BSK-DSG, Corrado Rampini, Art. 13 N 30 f. NN BSK-DSG, Urs Maurer-Lambrou/Andrea Steiner, Art. 4 N 7 und BBl 1988 II 449. NO
BBl 2003 2125. NP
BBl 2003 2126. NQ BSK DSG Urs Maurer-Lambrou/Andrea Steiner, Art. 4 N 11. NR BSK DSG Urs Maurer-Lambrou/Andrea Steiner, Art. 4 N 14; BGE 125 II 473 E. 4.
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Mieterauskünfte
25 Der Zweck von Mieterauskünften, wie sie der „Auskunftservice A“ bereitstellt, ist die Verhinde-
rung von Mietzinsausfällen. Der „Auskunftservice A“ soll dem Bedürfnis der Bonitätsprüfung für die Mieterselektion dienenNS. Auf der Website wird als Zweck die Überprüfung von  erwähnt. Als Kreditauskunftei stützt sich die Firma X bei ihrer Datenbearbeitung auf ein überwiegendes privates Interesse, namentlich auf den Rechtfertigungsgrund der Bonitätsprüfung gemäss Art. 13 Abs. 2 Bst. c DSG. Diesbezüglich ist auch ein Datenaustausch entgegen dem Willen der betroffenen Person zum Zweck der Prüfung der Kreditwürdigkeit der betroffenen  möglich.
26 In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, ob die Datenbearbeitung den allgemeinen Datenschutz-
grundsätzen entspricht. Die damalige Eidgenössische Datenschutzkommission (EDSK) hat die Datenbearbeitung im Rahmen von Mietverhältnissen in zwei Entscheiden im Zusammenhang mit der Ausgestaltung von Mietformularen konkretisiertNT. Demnach dürfen nur Daten verwendet , die der Vermieter aus objektiven Gründen für die Mieterevaluation tatsächlich benötigt.  darf der Vermieter bestimmte Unterlagen und Bestätigungen von Angaben () erst dann verlangen, wenn er mit dem Interessenten definitiv einen Mietvertrag abschliessen willNU.
27 Der EDÖB kommt daher zum Schluss, dass Mieterauskünfte, wie der „Auskunftservice A“, aus
datenschutzrechtlicher Sicht grundsätzlich möglich sind, solange die Grundsätze der  (Art. 4, 5 Abs. 1 und 7 Abs. 1 DSG) eingehalten werden und diese ausschliesslich dazu verwendet werden, Bonitätsdaten auszutauschen. Werden hingegen weitere Daten (die nicht  bonitätsrelevant sind) zum Zweck der Mieterevaluation ausgetauscht, kann sich der Anbieter einer solchen Dienstleistung nicht auf ein überwiegendes privates Interesse gemäss Art. 13 Abs. 2 lit. c DSG berufen und benötigt hierfür einen anderen Rechtfertigungsgrund.
3. Datenschutzrechtliche Prüfung des „Auskunftservice A“
3.1 Informationen rund um den „Auskunftservice A“
28 Die Firma X informiert in ihrem Merkblatt „Datenschutzrechtliche Aspekte der Firma X Daten-
bank“, dass ihre Datensammlung beim EDÖB angemeldet seiNV. Zudem weist die Firma X auch in ihren Antwortschreiben an Auskunftsersuchende daraufhin, dass die Datenbank dem DSG  und beim eidgenössischen Datenschutzbeauftragten angemeldet seiOM. In den  Geschäftsbedingungen (AGB) wird weiterhin erklärt, dass die Firma X sich verpflichte, alle Datenschutzanforderungen einzuhalten. Dazu gehöre unter anderem die Registrierung in Bern als Auskunftei, die Verschlüsselung der Kommunikation über https und der Schutz der Daten vor unberechtigtem ZugriffON. Auf dem Merkblatt „Häufig gestellte Fragen“ schreibt die Firma X als Antwort, warum der Kunde nicht darüber informiert worden sei, dass er in eine Datenbank  wurde: „Datenbanken, die beim eidgenössischen Datenschutz- und  angemeldet sind, brauchen die betroffenen Personen nicht zu informieren, wenn sie  in die Datenbank aufnehmen“OO.
NS Beilage 6. NT
VPB 62.42B und VPB 68.153; diese Beurteilungen sind in das Merkblatt Mietwohnungen des EDSB (EDÖB) eingeflossen.
NU BSK DSG Urs Maurer-Lambrou/Andrea Steiner, Art. 4 N 25. NV Beilage 9, Merkblatt „ Datenschutzrechtliche Aspekte der Firma X Datenbank“. OM Beilage 7, Firma X Antwortschreiben Auskunftsbegehren. ON Beilage 8, Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), Ziff. 5.4 und 6.2. OO Beilage 10, Merkblatt „Häufig gestellte Fragen“.
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29 Nach Art. 11a DSG sind Datensammlungen von Privatpersonen beim EDÖB anzumelden, wenn
diese regelmässig besonders schützenswerte Personendaten an Dritte bekanntgeben. Nach  Datenschutzgesetz ist das auch dann der Fall, wenn die betroffene Person Kenntnis von der Datenbearbeitung hat. Allerdings muss für die betroffene Person gemäss Art. 4 Abs. 4 DSG immer erkennbar sein, dass Daten über sie bearbeitet werden.
30 Der Text der Firma X kann den Eindruck erwecken, dass ihre Tätigkeit vom EDÖB bewilligt wor-
den ist. Die Anmeldung nach Art. 11c DSG ist lediglich eine formelle Pflicht. Es bedeutet nicht, dass der EDÖB eine Bewilligung erteilt und die Tätigkeit der Firma X überprüft und genehmigt hat (ausserdem hat der EDÖB von Gesetzes wegen keine Bewilligungskompetenz). Demzufolge entsprechen die Ausführungen der Firma X in dem Merkblatt „Datenschutzrechtliche Aspekte der Firma X Datenbank“ und dem Merkblatt „Häufig gestellte Fragen“ nicht den aktuellen  Gegebenheiten.
31 Daher sind die Merkblätter „Datenschutzrechtliche Aspekte der Firma X Datenbank“ und „Häufig
gestellte Fragen“ an das geltende Recht anzupassen.
3.2 Zahlungserfahrungen (Bonitätsscoring)
32 Die Firma X bewertet die Zahlungserfahrung anhand einer Skala von A bis D, wobei betroffene
Personen in die Kategorie A eingestuft werden, wenn keine Zahlungsstörungen bekannt sind, in Kategorie B, wenn geringfügige Fälle bekannt sind, in Kategorie C, wenn erhebliche Fälle  sind und in Kategorie D, wenn schwerwiegende Fälle bekannt sind. Hierbei wissen die  Personen nicht in welche Kategorie sie eingestuft werden. Zudem wissen weder sie noch die Kunden des „Auskunftservice A“, wie die Fälle eingestuft werden und welche  für die Einteilung der Kategorien herangezogen werden. Nach Aussagen der Firma X wird die Kategorisierung mathematisch aus den nachfolgenden Daten berechnet: Schwere der  (ein Konkurs wiegt schwerer als ein Inkassofall), Alter des Ereignisses (aktuellere wiegen schwerer als frühere) und Anzahl der Zahlungsstörungen (viele wiegen schwerer als )=OP. Indem die Firma X nicht zu erkennen gibt, welche Daten sie zur Kategorisierung der Zahlungserfahrungen heranzieht und wie sie die Betroffene einstuft, verletzt sie den Grundsatz der Erkennbarkeit gemäss Art. 4 Abs. 4 DSG.
33 Demzufolge sind die Bewertung der Zahlungserfahrungen in A, B, C und D, die Kriterien der
Berechnung, die einzelnen Zahlungserfahrungen sowie die Ampelbewertung für die betroffenen Personen und die Kunden der Firma X transparent zu gestalten.
3.3 Status einer Person
34 Die Firma X führt auf, dass der Personenstatus dazu dient, eine minderjährige, bevormundete
oder verstorbene Person zu erkennenOQ.
35 Es ist nicht ersichtlich, warum es notwendig sein sollte, das Merkmal „minderjährige bzw. ver-
storbene Person“ in der Datenbank zu führen, zumal der Vermieter mit seinem  über die erforderlichen Informationen verfügt. Da dieses Merkmal eng mit der  zusammenhängt, wird auf die Erwägungen hinsichtlich der Suchfunktionalitäten ( Rz 63 ff.) verwiesen.
OP Beilage 1, S. 4; Beilage 2, S. 3; Beilage 4 (Kategorie Entscheidungsmatrix); Beilage 5. OQ Beilage 4 (Kategorie Entscheidungsmatrix).
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3.4 Firmenbeziehungen mit negativen Daten
36 Die Firma X prüft, ob die betroffene Person in einer Beziehung zu Firmen mit Zahlungsstörungen
steht. Hierbei muss, ihren Angaben zufolge, ein Status „gelb“ keine verschlechterte Bonität . Die Firma X bittet ihre Kunden daher zu prüfen, ob die Art der Zahlungsstörung im  mit der Rechtsform, der Art und Grösse der Firma geeignet ist, die Bonität der  zu beeinflussenOR.
37 Die Beziehung einer Person zu einer Firma kann nur unter ganz speziellen Umständen einen
Einfluss auf die Bonität des Mietinteressenten haben. Zu denken ist hierbei insbesondere an , in denen die betroffene Person unbeschränkt haftender Gesellschafter an einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft ist oder Inhaber einer Kapitalgesellschaft ist, deren Grundkapital noch nicht vollständig liberiert wurde. Im „Auskunftservice A“ ist jedoch nicht ersichtlich, welcher Art die Beziehung einer Person zu einer Firma ist, welche Rechtsform die betreffende Firma hat und  sich die Beziehung zwischen der Person und der Firma gegenseitig bonitätsrelevant  können. Deshalb ist der Grundsatz der Erkennbarkeit verletzt (Art. 4 Abs. 4 DSG).  steht ein solcher Bonitätshinweis nur im Einklang mit dem DSG, wenn dieser tatsächlich  ist, die Bonität der betroffenen Person zu beeinflussen. Nicht jede Verknüpfung einer  Person, mit einer Firma, welche Negativeinträge bei der Firma X aufweist, ist geeignet, Rückschlüsse auf die Bonität der betroffenen Person zu ziehen. Eine generelle Verknüpfung  betroffenen Personen und Unternehmen verstösst gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 4 Abs. 2 DSG).
38 Deshalb sind die Beziehungen einer betroffenen Person zu einer Firma und die Bewertung der
Bonität auf diejenigen Fälle zu beschränken, in welchen die durch die Verknüpfung gewonnen  tatsächlich bonitätsrelevant sind. Zudem müssen die Verknüpfungsarten für die  Personen und die Kunden der Firma X erkennbar sein.
3.5 Durchschnittlichen Wohndauer an einer Adresse
39 Die Firma X führt die durchschnittliche Wohndauer im „Auskunftservice A“, um ihren Kunden
häufige Umzüge anzuzeigen. Ihrer Meinung nach können häufige Umzüge in kurzen Abständen Hinweise darauf geben, dass Zahlungsstörungen bei Betreibungsämtern bekannt sein könnten. In einem solchen Fall rät die Firma X Betreibungsauskünfte der früheren Wohnorte zu .
40 Für einen Vermieter kann es grundsätzlich von Vorteil sein, wenn dieser weiss, wie lange ein
potentieller Mieter an einem Wohnort im Durchschnitt verweilt. Wie allerdings die EDSK im  EntscheidOT festhält, hängt die Dauer eines Mietverhältnisses von verschiedenen , wie Arbeit des Mieters inklusive der Familienmitglieder, Lebensumfeld, Geschmack des Mieters oder seiner Familie ab. Die EDSK hat die Frage nach der Länge des laufenden  als unverhältnismässig eingestuft. Neben der Tatsache, dass es sich bei der  Wohndauer nicht um ein bonitätsrelevantes Datum im Sinne von Art. 13 Abs. 2 lit. c DSG handelt, ist diese zudem völlig ungeeignet, um hieraus Rückschlüsse auf einen potentiellen „Mietnomaden“ zu ziehen.
41 Der EDÖB gibt zudem zu bedenken, dass die Aufstellung sämtlicher Wohnsitzwechsel ein Per-
sönlichkeitsprofil gemäss Art. 3 lit. d DSG darstellt. Diesbezüglich ist ein überwiegendes privates Interesse der bearbeitenden Person gemäss Art. 13 Abs. 2 lit. c DSG explizit ausgeschlossen. Ob ein Persönlichkeitsprofil vorliegt, ist im Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände zu beur-
OR Beilage 4 (Kategorie Entscheidungsmatrix); Beilage 5. OS Beilage 3 (Kategorie Entscheidungsmatrix und alte Adresse(n)); Informationen Website. OT VPB 68.153, Erw. 13.
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teilen. Angaben zu Wohnsitzwechseln über einen Zeitraum von mehreren Jahren sind als  zu wertenOU.
42 Daher sind das Feld „Durchschnittliche Wohndauer an einer Adresse“ und der Hinweis auf der
Webseite „komplette Schuldner-Historie aller uns bekannter Wohnorte“ unverhältnismässig und zu entfernen.
3.6 Bonität von Haushaltsmitgliedern
43 Im „Auskunftservice A“ erhalten die Kunden der Firma X Daten mutmassliche Haushaltsmitglie-
der der gesuchten Person angezeigt, bei denen Zahlungsstörungen vorliegen. Die Firma X führt hierzu aus, dass eine gelbe Ampel hierbei keine verschlechterte Bonität implizieren muss,  empfiehlt die Bonität dieser Haushaltsmitglieder (bei Vorliegen eines ) zu verifizierenOV.
44 Die Bonität von Haushaltsmitgliedern kann beim Abschluss eines Mietvertrages dann eine Rolle
spielen, wenn der Mietvertrag von solidarisch haftenden Personen unterschrieben werden soll. In diesem Fall kann auch jeweils ein Interessenachweis vorgelegt und die betreffende Person  separat mit Namen und Geburtsdatum im „Auskunftservice A“ abgerufen werden. Daher ist die Notwendigkeit einer solchen Verknüpfung der Daten nicht ersichtlich. Nach der  dürfen in einem Mietformular Name, Vorname, Geburtsdatum, Beruf und Arbeitgeber nur von Personen erfragt werden, die den Mietvertrag mit unterzeichnen. Da die Bonität der  nur dann eine Rolle spielt, wenn der Mietvertrag von diesen Personen  wird, ist die Verknüpfung von Bonitätsdaten der im selben Haushalt lebenden Personen als unverhältnismässig gemäss Art. 4 Abs. 2 DSG einzustufen. Zudem sind Bonitätsdaten über Haushaltsmitglieder grundsätzlich nicht dazu geeignet, Rückschlüsse auf die Kreditwürdigkeit der betroffenen Person zu ziehen, weshalb sich die Firma X hierfür nicht auf den  gemäss Art. 13 Abs. 2 Bst. c DSG berufen kann. Die Anzeige der Bonitätsdaten von Hausmitgliedern stellt daher eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung der betroffenen  gemäss Art. 12 DSG dar, weshalb das Feld „Haushaltmitglieder Bonität“ zu entfernen ist.
3.7 Datenbearbeitung zu weiteren Haushaltsmitgliedern
45 Die Firma X zeigt im „Auskunftservice A“ an, ob im gleichen Haushalt möglicherweise Ehe- oder
Konkubinatspartner wohnhaft sein könnten. Hierzu wird anhand einer gleichen Telefonnummer oder einem übereinstimmenden Namen an einer identischen Wohnadresse automatisiert auf eine solche Partnerschaft geschlossen und der Status der betroffenen Person als gelb bewertet. Die Firma X merkt zudem an, dass der Status gelb in dieser Kategorie noch keine verminderte  implizieren mussPN.
46 Die Angabe, dass mehrere Personen die gleiche Telefonnummer nutzen oder mehrere Personen
mit gleichem oder verschiedenem Namen an der gleichen Adresse wohnhaft sind, reicht nicht aus, um hieraus auf bonitätsrelevante Informationen schliessen zu können. Nach derzeitiger RechtsprechungPO dürfen in einem Mietformular Name, Vorname und Geburtsdatum nur von  erfragt werden, die den Mietvertrag mit unterzeichnen. Da die Bonität der  nur dann eine Rolle spielt, wenn sie den Mietvertrag unterzeichnen, ist die Datenbearbei-
OU BSK DSG Urs Belser, Art. 3 N 22. OV Beilage 4, Kategorie Entscheidungsmatrix ; Beilage 5. PM VPB 68.153 und VPB 62.42A. PN Beilage 4, Kategorie Entscheidungsmatrix; Beilage 5. PO
VPB 68.153 und VPB 62.42A.
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tung weiterer Personen, die den Mietvertrag nicht unterschreiben, unverhältnismässig (Art. 4 Abs. 2 DSG). Ausserdem wissen die im gleichen Haushalt lebenden Personen nicht, dass ihre Identifikationsdaten miteinander in einer Datenbank verknüpft werden. Daher verstösst eine  Datenbearbeitung zudem gegen das Erkennbarkeitsprinzip gemäss Art. 4 Abs. 4 DSG,  das Feld „Weitere Haushaltsmitglieder“ zu entfernen ist.
3.8 Ähnlichkeitstreffer
47 Von Seiten der Firma X werden bei jeder Personenauskunft Ähnlichkeitstreffer angegeben, wenn
Personen den gleichen Namen oder dasselbe Geburtsdatum haben. Ziel ist es, nach Angaben der Firma X, das Verwechslungsrisiko zu minimierenPP.
48 Grundsätzlich sollte bereits die Suchfunktionalität nach Name, Vorname, Adresse und Geburts-
datum genügen, um eine betroffene Person eindeutig zu identifizieren, so dass die Notwendigkeit von Ähnlichkeitstreffern nicht gegeben ist. Zudem sind Ähnlichkeitstreffer in keinem Fall geeignet, um Rückschlüsse auf die Bonität der betroffenen Person zu ziehen, weshalb die Firma X  kein überwiegendes privates Interesse geltend machen kann (Art. 13 Abs. 2 lit. c DSG). Daher ist diese Information als unverhältnismässig gemäss Art. 4 Abs. 2 DSG zu qualifizieren und demzufolge ist das Feld „ Ähnlichkeitstreffer“ zu entfernen.
4. Zur Gewährung des Zugangs zum „Auskunftservice A“
49 Als Bedingung für den Zugang prüft die Firma X, ob ein Antragssteller als professioneller Woh-
nungsvermieter qualifiziert werden kann und ob die vom Antragssteller genannte Firma  existiert. In den AGB verpflichten sich die Vertragpartner (auch für den Testzugang), für jede getätigte Nachfrage einen Interessennachweis aufzubewahren und der Firma X diesen auf  hin vorzulegen (Stichprobenkontrolle). Der Interessennachweis entspricht nach Auskunft der Firma X demjenigen für Betreibungsauskünfte nach SchKG (SR 281.1)PQ. Während die Firma X vor der Sitzung mit dem EDÖB grundsätzlich jedem Vermieter einen Zugang zum „ A“ gewährte, wird diese Dienstleistung nur noch Firmen (professionelle ) angebotenPR. Inzwischen ist dem EDÖB allerdings bekannt geworden, dass auch , die Mietkautionsversicherungen anbieten, den „Auskunftservice A“ nutzen können.
50 Bonitätsdaten dürfen gemäss Art. 12 Abs. 2 lit. c DSG nur zum Zweck der Prüfung der Kredit-
würdigkeit im Rahmen des Abschluss und der Abwicklung eines Vertrages mit der betroffenen Person bearbeitet werden.
51 Obwohl der „Auskunftservice A“ grundsätzlich von jedem Vermieter genutzt werden könnte, ist
die Missbrauchsgefahr gross, wenn jeder beliebige Vermieter hierauf Zugriff hätte. Daher  der EDÖB die Beschränkung des Nutzerkreises. Eine Nutzung dieses Services durch eine Mieterkautionsversicherung ist dementsprechend nur dann möglich, wenn sich die  nur auf Bonitätsdaten beschränkt. Weitergehende Informationen sind für die jeweilige  zwar für die Risikoabschätzung der betroffenen Person nützlich, werden allerdings nicht zum Abschluss oder zur Abwicklung einer solchen Versicherung benötigt.
52 Für die Überprüfung, ob die via „Auskunftservice A“ bezogene Daten tatsächlich für den Ab-
schluss eines Mietvertrages verwendet werden, ist datenschutzrechtlich einzig die Firma X , da sie den Zugang erteilt.
PP Beilage 4, Kategorie Entscheidungsmatrix; Beilage 5. PQ
Beilage 1, S, 5. PR Beilage 2, S. 3.
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53 Der Zugriff auf den „Auskunftservice A“ erfolgt, nachdem ein Vertrag mit der Firma X abge-
schlossen wird. Wenn die Firma X die Interessennachweise der Zugangsberechtigten nur stichprobenhaft herausverlangt, übernimmt sie datenschutzrechtlich das Risiko, dass die  an Kunden erfolgen kann, die im Einzelfall keinen Interessennachweis vorlegen können. Steht im Nachhinein fest, dass der betreffende Kunde keinen Interessennachweis erbringen kann, hat die Datenschutzverletzung bereits stattgefunden. Die Firma X kann in einem solchen Fall für entstandene Schäden haftbar gemacht werden.
54 Wenn die Kunden der Firma X gleichzeitig einen Betreibungsregisterauszug bestellen, der via
Tochtergesellschaft Firma A eingeholt wird, muss vorgängig ein Interessennachweis von der Firma X bzw. der Firma A eingeholt werden, denn ohne diesen Nachweis wäre die Bestellung  aktuellen Betreibungsregisterauszuges auch nicht möglich. In diesen Zusammenhang ist zu vermerken, dass gemäss EDSK Entscheid, ein Betreibungsregisterauszug im Zusammenhang eines Mietvertrages immer erst dann eingeholt werden darf, wenn mit dem Mieter definitiv ein Mietvertrag abgeschlossen werden soll. Diesbezüglich ist die Firma X datenschutzrechtlich dafür verantwortlich, dass ein Betreibungsregisterauszug erst dann verlangt und die in der Datenbank der Firma X entsprechend gespeicherten Daten erst dann abgerufen werden dürfen, wenn mit dem Mieter definitiv der Vertrag abgeschlossen werden soll.
55 Der Zugang zum „Auskunftservice A“ ist für Mietkautionsversicherungen so einzuschränken,
dass nur noch die für den Abschluss und die Abwicklung eines Vertrages relevanten  übermittelt werden. Die Firma X hat organisatorisch und technisch dafür zu sorgen, dass möglichst keine unberechtigten Abfragen im „Auskunftservice A“ vorgenommen werden können.
5. Datensicherheit
56 Der Zugang zum „Auskunftservice A“ erfolgt via Internet über einen passwortgeschützten und
verschlüsselten (128 Bit SSL) Bereich. Vertraglich lässt sich die Firma X zudem in Ziff. 6.1 der AGB zusichern, dass das Passwort nur von den berechtigten Personen genutzt werden darf und eine Weitergabe an Dritte untersagt ist. Ausserdem trägt der Benutzer die Verantwortung, dass das Passwort in regelmässigen Abständen geändert wird und jeden Monat eine  erstellt wird. Nach Aussage der Firma X wird jedoch eine Passwortänderung nach einer  Frist (30 - 60Tage) erzwungen=PS.
57 Die Firma X protokolliert sämtliche Zugriffe auf die Datenbank. Nach eigenen Angaben, deakti-
viert sie den Zugang umgehend, wenn sie einen Missbrauch feststelltPT. In einem dem EDÖB  Fall wurde in Vorbereitung einer Sendung des Schweizer Fernsehens der Zugang  genutzt. Die Firma X hat zwar zunächst den Zugang korrekterweise gesperrt, diesen aber wieder frei geschaltet und damit in Kauf genommen, dass ohne Interessennachweis  möglich wurden.
58 Nach Art. 7 DSG müssen Personendaten gegen unbefugtes Bearbeiten durch angemessene
technische und organisatorische Massnahmen geschützt werden. Insbesondere muss der  gemäss Art. 8 Abs. 1 der Verordnung zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) für die Vertraulichkeit, die Integrität und die Verfügbarkeit der Daten sorgen. Die Bekanntgabekontrolle (Art. 9 Abs. 1 Bst. d VDSG) gewährleistet die Firma X insofern, als sie die Zugriffe protokolliert und den Benutzern die Daten lediglich über einen verschlüsselten und passwortgesicherten Bereich zugänglich machtPU.
PS Beilage 1, S. 5. PT Beilage 1, S. 5. PU BSK-DSG, Kurt Pauli, Art. 7 N 13.
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59 Diesbezüglich sorgt die Firma X aus technischer Sicht in ausreichendem Masse für die . Aus organisatorischer Sicht wurde mindestens bei der Zugangserteilung an den  die Datensicherheit gemäss Art. 7 DSG nicht gewährleistet.
60 Ein Ausschluss der Haftung und eine Delegation der datenschutzrechtlichen Verantwortung an
die Benutzer betreffend der Datensicherheit sind vertraglich nicht möglich und verstossen gegen Art. 7 DSG, weshalb die AGB entsprechend anzupassen sind. Demzufolge hat die Firma X  Massnahmen zu treffen, damit ein unberechtigter Zugriff frühzeitig erkannt wird und der entsprechende Zugang zu ihrer Datenbank gesperrt wird und solange gesperrt bleibt, bis ein Missbrauch ausgeschlossen werden kann. Auch sind die AGB hinsichtlich der Pflicht des  bei der Datensicherheit gemäss Art. 7 DSG anzupassen.
6. Datenrichtigkeit
61 In Ziffer 7.1 ihrer AGB schliesst die Firma X jede Haftung hinsichtlich Vollständigkeit und Richtig-
keit der Daten ausdrücklich aus.
62 Gemäss Art. 5 Abs. 1 DSG hat derjenige, der Personendaten bearbeitet, sich über deren Richtig-
keit zu vergewissern. Indem die Firma X jede Haftung hinsichtlich Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten gemäss Ziff. 7.1 AGB ausschliesst, verstösst sie gegen Art. 5 Abs. 1 DSG. Ein solcher Ausschluss der Haftung und eine Delegation der datenschutzrechtlichen Verantwortung an die Benutzer sind vertraglich nicht möglich, weshalb die AGB hinsichtlich der Pflicht des  bei der Datenrichtigkeit gemäss Art. 5 Abs. 1 DSG anzupassen sind.
7. Suchfunktionalitäten
63 Die Suchfunktionalitäten im „Auskunftservice A“ sind so ausgestaltet, dass allein aufgrund eines
Attributmerkmals (Name, Strasse etc.) eine Suche ausgelöst werden kann, die zu Treffern führt. Die Suchergebnisse sind auf eine Liste von ca. 50 Namen begrenztPV.
64 Mit der jetzigen Ausgestaltung der Suchfunktionalität können Zugangsberechtigte mehr Daten
einsehen als notwendig. In den AGB legt die Firma X fest, dass der Zugangsberechtigte nur auf die tatsächlich benötigten Daten zugreifen darf, für die er einen Interessensnachweis erbringen kannQM.
65 Diesbezüglich hat einerseits der Kunde die datenschutzrechtliche Verantwortung, nur die Daten
von Personen abzufragen, für die ein Interessennachweis vorhanden ist. Andererseits hat aber auch die Firma X eine datenschutzrechtliche Verantwortung. Sie muss nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit gemäss Art. 4 Abs. 2 DSG und dem Grundsatz der Datensicherheit gemäss Art. 7 DSG dafür sorgen, dass nur tatsächlich benötigte Daten abgefragt werden können. Die Firma X muss also auch technische Massnahmen ergreifen, damit eine einschränkende Suche möglich ist. Demzufolge sind die Suchfunktionalitäten so auszugestalten, dass die Firma X  von den Kunden die Eingabe von Kriterien verlangt, die jeweils von der Anzahl der  Suchtreffer abhängig ist. Die Suchkriterien wären in der erweiterten Suche zunächst Name und Vorname, dann Geburtsdatum, weiter Wohnort und schliesslich Adresse. Da der  über die notwendigen Informationen verfügt, ist eine solche Suche für ihn möglich. Dadurch werden keine Ähnlichkeitstreffer mehr angezeigt, da die Suche fortlaufend mittels Aufforderung erweitert werden kann, bis schliesslich die gesuchte Person angezeigt wird.
PV Beilage 1, S. 5. QM Beilage 8, Ziff. 6.1 AGB.
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66 Mit einer solchen Lösung könnte im Einklang mit Art. 9 Abs. 1 Bst. g VDSG technisch und  besser gewährleistet werden, dass Zugangsberechtigte nur auf tatsächlich benötigte Daten zugreifen können.
67 Demzufolge sind die Suchfunktionalitäten zwingend so zu auszugestalten, dass der Kunde bei
der Suche nach einer Person stufenweise Kriterien eingeben muss, die jeweils von der Anzahl Suchtreffern abhängig sind.
8. Auskunfts- und Löschungsbegehren
68 Nach eigenen Angaben erledigt die Firma X Auskunfts- und Löschungsbegehren betreffend
„Auskunftservice A“ innerhalb von 2 bis 3 Tagen. Die Überprüfung der Identität des  erfolgt aufgrund der Kopie eines amtlichen Ausweises wie Pass, Identitätskarte oder FührerausweisQN. Die Auskunft wird in der Regel in einem StandardbriefQO und einem Auszug aus der Datenbank der Firma X erteilt, der folgende Daten enthält:
• Info über die Person (Status) mit Adresse, Telefonnummer, Faxnummer, Email, Geburtsda-
tum, Geschlecht und Geburtsort; • Publikationen; • Zahlungserfahrungen (Anzahl Zahlungserfahrungen, Aktuellster Fall, Forderungssumme, offe-
ner Betrag und Forderungsstatus); • Auskünfte und Inkassomeldungen.
69 Im Standardantwortbrief wird mitgeteilt, dass die Datenbank der Firma X Personendaten enthält,
die von den Kunden der Firma X zur Prüfung der Kreditwürdigkeit im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Vertrages benötigt werden und ob über den Kunden negative Bonitätsdaten  sind. Zudem wird auf das Merkblatt „Datenschutzrechtliche Aspekte der Firma X “ sowie das Blatt „Häufig gestellte Fragen“ verwiesen. Diese Merkblätter sowie Hinweise auf Auskunfts- und Löschungsrechte werden von der Firma X nicht auf ihrer Webseite veröffentlicht.
70 Im Rahmen des Auskunftsersuchens erhält die betroffene Person von der lediglich ihre in der
Datensammlung gespeicherten PersonendatenQP. Hingegen erhält die betroffene Person keinerlei Auskunft über Daten, welche die Firma X anhand der in ihrer Datensammlung vorhanden Daten berechnet (z.B. Scorings, Kennzahlen, etc.) oder verknüpft und welche sie Dritten bekannt gibt.
71 Nach Art. 8 DSG kann jede Person vom Inhaber einer Datensammlung Auskunft darüber verlan-
gen, ob Daten über sie bearbeitet werden und ob der Dateninhaber sich auf einen  für die Datenbearbeitung berufen kann. Die Gewährung des Auskunftsrechts ist die Voraussetzung, um zu erkennen, welche Daten über eine betroffene Person bearbeitet werden und um weitere (Datenschutz-) Rechte, wie beispielsweise das Löschungs- und , erst geltend machen zu können.
72 Das Auskunftsrecht bezieht sich hierbei auf alle Daten über eine Person in einer Datensamm-
lung, die ihr zugeordnet werden können. Es erstreckt sich auf jede Art von Information, die auf die Vermittlung oder die Aufbewahrung von Kenntnissen ausgerichtet ist, ungeachtet, ob es sich dabei um eine Tatsachenfeststellung oder um ein Werturteil handelt und ob diese Information in einer Datenbank abgespeichert oder nur zur Ansicht jeweils berechnet wird. Entscheidend für die Qualifikation als Personendaten, die vom Auskunftsrecht erfasst sind, ist, dass sich die Angaben einer oder mehreren Personen zuordnen lassen. Wie der Bezug zur betroffenen Person herge-
QN Beilage 1, S. 6. QO Beilage 11, Firma X Standardantwortbrief Auskunftsbegehren. QP Beilage 11.
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stellt wird, ist hierbei ohne Bedeutung. Wesentlich ist, dass die Zuordnung ohne  Aufwand möglich istQQ. Auskunft zu erteilen ist über alle Daten, die sich auf die  Person beziehen (Art. 3 Bst. a DSG) und die ihr zugeordnet werden können (Art. 3 Bst. g DSG). Wird die Auskunft verweigert, eingeschränkt oder aufgeschoben, muss nach Art. 9 Abs. 4 DSG hierfür ein Grund angegeben werden.
73 Gegenüber ihren Kunden bietet die Firma X neben den bei ihr gespeicherten Daten segmentspe-
zifische Ratings (z.B. in Form von Ampeln) der betroffenen Personen an. Im Rahmen der  ihres Auskunftsrechts erhalten hingegen die betroffenen Personen lediglich einen  über die von der Firma X gespeicherten Adress- und Bonitätsdaten. Die Merkblätter „Häufig gestellte Fragen“ und „Datenschutzrechtliche Aspekte der Firma X Datenbank“ erwähnen , dass diese Daten der betroffenen Person weiterbearbeitet werden (z.B. in Form von  oder dem Ampelsystem).
74 Zugangsberechtigte ersehen beim „Auskunftservice A“ einen grösseren Datensatz als der betrof-
fenen Person im Rahmen ihrer Auskunftsbegehren mitgeteilt werden. Somit ist für die  Personen nicht erkennbar, welche Daten über sie von der Firma X bearbeitet werden (Art. 4 Abs. 4 DSG). Gerade aus diesem Grund können die betroffenen Personen auch nicht  von ihrem Recht auf Datenberichtigung gemäss Art. 5 Abs. 2 DSG Gebrauch machen. Damit liegt eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung vor. Indem Firma X in  nicht alle objektiv erschliessbaren Daten den betroffenen Personen mitteilt, bzw. eine  des Auskunftsrechts begründet, verletzt sie die Pflichten nach Art. 8 und 9 DSG. Es wird darauf hingewiesen, dass betroffene Personen gemäss Art. 15 DSG eine Klage beim  einreichen können. Zudem kann bei vorsätzlicher Verletzung der Auskunftspflicht auch  Strafklage erhoben werden (Art. 34 Abs. 1 DSG).
75 Demzufolge sind den betroffenen Personen auf Auskunftsersuchen hin sämtliche Informationen
auszuhändigen, welche von der Firma X bearbeitet werden (unabhängig davon, ob diese in  Datensammlung gespeichert sind oder bei Bedarf aus dem Datenbestand berechnet werden) und die ersuchende Person betreffen (auch wenn es sich hierbei um Daten handelt, welche nicht im Datensatz der betroffenen Person gespeichert sondern nur verknüpft werden).
III. Empfehlungen