Decision ID: fa770523-274a-51ef-acc0-e95851b68149
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben am 21. Juni 2009 in einem Personenwagen unter Umgehung der Grenzkontrolle in die Schweiz einreiste und am folgenden Tag im Empfangs- und  Vallorbe um Asyl nachsuchte,
dass die Beschwerdeführerin nach der Überführung ins B._ dort am 1. Juli 2009 zu ihren Personalien, zu ihrem Reiseweg und – summarisch – zu ihren Asylgründen befragt wurde,
dass sie am 3. Juli 2009 von einem Mitarbeiter des BFM in Bern- eingehend zu ihren Asylgründen angehört wurde,
dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragungen im  geltend machte, sie sei in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba geboren und habe dort bis zu ihrer Ausreise auch gelebt,
dass ihre Eltern jedoch ethnische Tigrinya seien und zwischen den Jahren 1998 und 2000 in ihre Heimat Eritrea zurückgekehrt seien,
dass die Beschwerdeführerin von ihren Eltern bei einer Tante  in Addis Abeba zurückgelassen worden sei,
dass sie in der Folge bei dieser Tante aufgewachsen sei,
dass sie im September 2008 erfahren habe, dass ihr Vater in Eritrea verstorben sei,
dass der Ehemann ihrer Tante Mitglied der politischen Gruppierung "Genbot Sebat" sei und dieser sie – die Beschwerdeführerin –  habe, am 26. Oktober 2008 in der Schule Flugblätter zu ,
dass sie am 29. Oktober 2008 – zusammen mit ihrer Tante, ihrem  und ihrem Cousin – wegen dieser politischen Aktivitäten  worden sei,
dass sie auf dem Polizeiposten verhört, aber auch geschlagen und vergewaltigt worden sei,
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dass sie zweimal vor ein Gericht gebracht worden sei und man sie beim zweiten Mal, anfangs April 2009, gegen Bezahlung einer Kaution durch eine Bekannte ihrer Tante freigelassen habe,
dass sie in der Folge rund eine Woche bei ihrer Bürgin gewohnt habe, bevor sie zusammen mit ihrem Cousin, der ebenfalls gegen Kaution freigelassen worden sei, auf dem Landweg in den Sudan geflohen sei,
dass sie nach rund zweimonatigem Aufenthalt in Khartum auf dem Luftweg nach Frankreich gereist sei, von wo aus sie am 21. Juni 2009 in einem Personenwagen in die Schweiz gelangt sei,
dass die Beschwerdeführerin als Beweismittel die Kopie einer  ihrer Mutter gehörenden eritreischen Identitätskarte zu den Akten reichte und behauptete, sie sei mit ihr nicht zustehenden Dokumenten nach Europa gereist, welche ihr Schlepper jeweils für sie vorgewiesen habe,
dass das BFM die Beschwerdeführerin für den Aufenthalt während der Dauer des Asylverfahrens am 9. Juli 2009 dem Kanton Zürich zuwies,
dass das BFM die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 15.  2009 aufforderte, die genauen Adressen ihrer Aufenthaltsorte in Addis Abeba bekannt zu geben,
dass die Beschwerdeführerin durch ihre Vertreterin mit Schreiben 24. September 2009 diesbezüglich Stellung nahm und dabei erklärte, ihre Verwandten lebten heute nicht mehr im Haus, in dem sie zwischen 1999 und 2009 gewohnt habe,
dass das BFM der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 6. Oktober 2009 antragsgemäss Akteneinsicht gewährte,
dass das BFM mit Verfügung vom 13. Oktober 2009 – eröffnet am 14. Oktober 2009 – ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz  den Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführerin anordnete,
dass die Beschwerdeführerin durch ihre Vertreterin mit Eingabe vom 13. November 2009 gegen die Verfügung des BFM vom 13. Oktober 2009 Beschwerde einreichte und beantragte, es sei ihre  oder – eventualiter – die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzu-
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mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,
dass gleichzeitig um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde,
dass zur Untermauerung der gestellten Anträge – auf deren , soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden  eingegangen wird – nebst einer am 11. November 2009 vom C._ ausgestellten Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung ein auf den 14. Oktober 2009 datiertes, in Tigrinya und in arabischer Sprache gehaltenes Schreiben zu den Akten gegeben wurde,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 18. November 2009 – für deren ausführliche Begründung auf die Akten verwiesen wird – die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen  (Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 VwVG) abwies und der Beschwerdeführerin gleichzeitig zur Bezahlung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 600.-- eine Frist bis zum 3. Dezember 2009 ansetzte, verbunden mit der Androhung, bei  Frist werde auf die Beschwerde nicht eingetreten,
dass der verlangte Kostenvorschuss am 2. Dezember 2009 bezahlt wurde,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass die Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz am Verfahren  hat, durch die angefochtenen Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
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se Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist, weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei als Flüchtling eine ausländische Person  wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), wobei den frauenspezifischen Fluchtgründen Rechnung zu  ist (Art. 3 Abs. 2 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die  ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für  hält,
dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in  Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG),
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dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend und mit hinreichender Begründung ausgeführt hat, weshalb die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhielten,
dass zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die ausführlichen Darlegungen in der angefochtenen Verfügung vom 13. Oktober 2009 sowie auf die Ausführungen in der Zwischenverfügung des  vom 18. November 2009 verwiesen werden kann,
dass das BFM in seiner angefochtenen Verfügung zu Recht feststellte, angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nur Amharisch und wenig Englisch, nicht aber Tigrinya spreche, obwohl ihre Eltern wie auch ihre Tante, bei der sie seit der Rückkehr ihrer Eltern nach Eritrea aufgewachsen sei, angeblich ethnische Tigrinya aus Eritrea seien, und angesichts des Umstandes, dass sie bezüglich der  ihrer Angehörigen in Äthiopien und in Eritrea nur ausweichende und teilweise auch widersprüchlich Angaben habe machen können,  die geltend gemachte eritreische Staatsangehörigkeit nicht glaubhaft, vielmehr müsse davon ausgegangen werden, bei der  handle es sich um eine Äthiopierin ohne eritreische Abstammung,
dass das BFM dabei berechtigterweise darauf hinwies, die anlässlich der Befragungen abgegebenen Erklärungsversuche wirkten konstruiert und könnten deshalb nicht geglaubt werden,
dass die Beschwerdeführerin im Übrigen auch keinerlei eigene  eingereicht habe und die Kopie einer angeblich ihrer  gehörenden Identitätskarte zu keiner anderen Beurteilung führen könne, zumal Kopien aufgrund ihrer Manipulierbarkeit eine  Beweistauglichkeit aufwiesen,
dass sodann auch der Auffassung der Vorinstanz gefolgt werden kann, die Angaben der Beschwerdeführerin bezüglich der Haft seien als  einzustufen und die Beschwerdeführerin sei auch nicht in der Lage gewesen, konkrete Angaben zu den von ihr verteilten  oder zur Partei, deren Mitglied ihr Onkel angeblich gewesen sei, zu machen,
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dass die knappen Ausführungen in der Beschwerdeschrift nicht  sind, die von der Vorinstanz geäusserten Zweifel an der  der Vorbringen zu beseitigen,
dass auch das auf Beschwerdeebene eingereichte, in Tigrinya und in arabischer Sprache gehaltene Dokument nicht geeignet ist, zu einer anderen Beurteilung des Sachverhaltes zu führen, zumal derartige  ohne Weiteres gegen entsprechendes Entgelt erworben  können,
dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelingt, die  nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen,  das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton, welchem die  für den Aufenthalt während der Dauer des  zugewiesen wurde (Zürich), keine Aufenthaltsbewilligung  hat (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) und die Beschwerdeführerin zudem keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass aufgrund der Aktenlage davon ausgegangen werden kann, die Beschwerdeführerin sei äthiopischer Herkunft,
dass es im Übrigen auch nicht Sache der Asylbehörden wäre, nach allfälligen Wegeweisungshindernissen in weiteren hypothetischen  zu forschen,
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dass daher im Folgenden die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und  des Vollzugs der Wegweisung in den in erster Linie in Betracht kommenden Staat Äthiopien zu prüfen ist,
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es der Beschwerdeführerin - wie vorstehend dargelegt - nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, und auch keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die der  im Heimat- oder Herkunftsstaat drohen könnte,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass bezüglich Äthiopien – und insbesondere bezüglich der  Addis Abeba, wo die Beschwerdeführerin gemäss eigenen  ihr ganzes Leben verbracht hat – unter den heute bestehenden Verhältnissen nicht von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer Situation  Gewalt gesprochen werden kann (vgl. dazu Urteile des  D-7416/2007 vom 27. November 2009, /2007 vom 23. Oktober 2009, E-113/2008 vom 26. Mai 2008; EMARK 1998 Nr. 22),
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dass sodann auch keine anderen, individuellen Merkmale bestehen, welche den Vollzug der Wegweisung der jungen, soweit aktenkundig gesunden, über eine gute Schulbildung sowie über ein  Netz in Addis Abeba (Tante und Onkel; vgl. Vorakten A11 S. 3) verfügenden Beschwerdeführerin als unzumutbar erscheinen lassen könnten,
dass der Vollzug der Wegweisung nach Äthiopien schliesslich auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da keine praktischen Hindernisse  sind, die einer Rückkehr entgegenstehen könnten, und die Beschwerdeführerin verpflichtet ist, sich bei der heimatlichen  allenfalls benötigte Reisepapiere zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten somit keine Wegweisungshindernisse  und der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu  ist,
dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin  (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 2. Dezember 2009  Kostenvorschuss zu verrechnen sind.
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