Decision ID: 8f6bbacb-e176-4006-a7c4-965a1f2db14b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch A._,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Dienstleistungen Dritter
Sachverhalt:
A.
A.a Der am 8. August 1983 geborene B._ wurde am 24. Oktober 1984 zum Bezug
von IV-Leistungen angemeldet. Er litt an angeborenen cerebralen Lähmungen (IV-act.
4). Im Bericht des Heilpädagogischen Dienstes St. Gallen - Appenzell - Glarus wurde
am 19. Juni 1989 festgehalten, der bald sechsjährige Knabe habe einen sehr grossen
Entwicklungsrückstand in allen Bereichen. Kaum eine Beobachtung lasse auf einen
höheren Entwicklungsstand als bei einem zweijährigen Kind schliessen (IV-act. 19). Dr.
med. C._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
am 8. März 1996, der 12 1⁄2-jährige Versicherte leide an einer schweren cerebralen
Bewegungsstörung mit massiver Entwicklungsverzögerung. Wahrscheinlich bestehe
eine Schulungsunfähigkeit (IV-act. 65). Anlässlich einer Abklärung der Hilflosigkeit gab
die Mutter des Versicherten am 7. Juli 1998 an, der Versicherte verständige sich
hauptsächlich durch Gebärden oder durch einzelne Laute (IV-act. 81). Die
heilpädagogische Schule D._ berichtete über das Schuljahr 1997/98 unter anderem,
der Versicherte könne sich auf Anweisung der Lehrperson gut in eine Gruppe einfügen.
Von sich aus suche er aber selten Kontakt zu Mitschülern. Das hänge sicher zu einem
grossen Teil mit seinen eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten zusammen. Er
verständige sich nämlich mit einer einfachen Zeichensprache, Gestik und einzelnen
Wörtern. Diese Einschränkung stelle ein grosses Problem für den Versicherten dar.
Verbal kämen keine neuen Wörter hinzu, obwohl sich der Versicherte bei den
Artikulationsübungen grosse Mühe gebe. Man werde in Zukunft vermehrt auf die
Gebärdensprache zurückgreifen müssen (IV-act. 93). Im Jahr 2001 absolvierte der
Versicherte eine erstmalige berufliche Ausbildung in der geschützten Werkstätte der
E._ (IV-act. 122). Die E._ stellte ihn anschliessend fest an (IV-act. 129). Am 4.
Oktober 2001 sprach ihm die IV-Stelle eine ganze Invalidenrente zu (IV-act. 135). Dr.
C._ berichtete am 22. Februar 2002 im Zusammenhang mit der Überprüfung der
Hilflosigkeit, der Versicherte leide an einer hypotonen cerebralen Bewegungsstörung,
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an Wahrnehmungsstörungen und an einer schweren Sprachstörung mit praktischer
Bildungsunfähigkeit (IV-act. 142). In der Folge sprach die IV-Stelle eine
Hilflosenentschädigung mittleren Grades zu (IV-act. 144).
A.b Die Mutter des Versicherten stellte am 29. Mai 2002 das Gesuch, die Kosten eines
Gebärdensprachkurses zu übernehmen (IV-act. 148). Mit einer Verfügung vom 26. Juli
2002 sprach die IV-Stelle dem Versicherten Dienstleistungen Dritter in der Form des
Gebärdensprachkurses vom 15. Januar bis 26. März 2002 im Gesamtbetrag von
Fr. 350.- zu (IV-act. 150). Am 10. März 2003 ersuchte die Mutter des Versicherten um
die Vergütung der Kosten für vier weitere Lektionen in Gebärdensprache (IV-act. 151).
Die IV-Stelle erkundigte sich am 25. März 2003 bei der Lehrerin F._, wieviele
Lektionen für den Versicherten zur Erlernung der Gebärdensprache notwendig seien,
wie weit sich der Versicherte mit aktuellem Stand in der Gebärdensprache mitteilen
könne und weshalb nicht versucht worden sei, die Gebärdensprache bereits in der
Schule zu lernen (IV-act. 153). Am 2. April 2003 sprach die Lehrerin bei der IV-Stelle vor
und berichtete, die Ausbildung habe im Februar 2003 begonnen, das Ende sei nicht
absehbar, vermutlich im Herbst oder Winter 2003. Der Versicherte habe grosse
Fortschritte gemacht. Er habe sich seiner Mutter gegenüber ausdrücken können, dass
er zum Beispiel Bauchschmerzen gehabt habe. Erst im letzten Schuljahr sei sie in der
heilpädagogischen Schule gewesen, um den Lehrern einige Lektionen in
Gebärdensprache zu erteilen. In vielen Schulen sei es heute noch nicht gestattet, in
Gebärdensprache zu sprechen. Bei den Lektionen seien auch die Mutter und die
Schwester (Vormundin) dabei (IV-act. 155). Mit einer Verfügung vom 10. April 2003
erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für den Gebärdensprachkurs von
1. Februar bis 31. Dezember 2003 (IV-act. 157).
A.c Die Lehrerin für Gebärdensprache reichte der IV-Stelle am 2. Februar 2004 eine
Rechnung für Lektionen zwischen dem 3. Dezember 2003 und dem 28. Januar 2004
ein (IV-act. 161). Darauf ersuchte die IV-Stelle die Lehrerin am 6. Februar 2004 um
weitere Informationen (IV-act. 162). Diese berichtete am 11. Februar 2004, der
Versicherte besuche regelmässig und mit grossem Ehrgeiz den Unterricht. Bisher habe
er nur mit Bildern gearbeitet. Der Unterricht sei noch ein weiteres Jahr erforderlich (IV-
act. 163). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 12. Februar 2004
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die Kosten für den Gebärdensprachunterricht vom 1. Januar bis 31. Dezember 2004 zu
(IV-act. 164).
A.d In einem Bericht vom 6. Dezember 2004 führte die Gebärdensprachlehrerin aus,
die nun zwei Jahre andauernde Arbeit mit dem Versicherten mache von Zeit zu Zeit
Fortschritte. Er mache mit und er lerne auch gut. Sie wolle den Versicherten auch im
Jahr 2005 unterrichten (IV-act.173). Die IV-Stelle fragte am 10. Dezember 2004 nach,
welche Schwierigkeiten bestünden, die eine Weiterführung des Unterrichts erforderten
(IV-act. 174). In einer undatierten und nicht unterzeichneten Notiz wurde angegeben,
der Versicherte könne den Dialog noch nicht. Er verstehe gut, viel besser als vor zwei
Jahren. Er benötige noch ein Jahr eine oder zwei Lektionen pro Woche (IV-act. 175).
Mit Verfügung vom 6. Januar 2005 wies die IV-Stelle ein Gesuch um die Verlängerung
des Gebärdesprachkurses ab. Zur Begründung führte sie aus, die Verlängerung der
Leistungszusprache sei nicht möglich, denn die Leistung stehe nicht im Verhältnis zu
den erreichten Zielen. Durch einen weiteren Kurs könnten die Fähigkeiten des
Versicherten zur Aufrechterhaltung des Kontakts mit der Umwelt nicht weiter
entscheidend beeinflusst werden (IV-act. 176). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache vom 12. Januar 2005 wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 29. März 2005
ab (IV-act. 180).
A.e Die Vormundin des Versicherten erhob am 20. April 2005 Beschwerde gegen
diesen Einspracheentscheid. Sie machte insbesondere geltend, der Versicherte könne
Bilder und Gebärden gut verstehen, aber noch nicht im Dialog kommunizieren. Der
Unterricht in der Gebärdensprache sei demnach bereits teilweise erfolgreich gewesen.
Die Dialogfähigkeit müsse aber noch vermittelt werden. Wenn die IV-Stelle geltend
mache, die Weiterführung der Ausbildung stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand, so
beschränke sie den relevanten Kommunikationsbedarf auf das Verstehen und
betrachte die Fähigkeit, sich ausdrücken zu können, als überflüssig. Dies entspreche
nicht dem Ziel des Kontaktes mit der Umwelt. Gemäss den Angaben der
Gebärdensprachlehrerin genüge ein weiteres Jahr Unterricht (IV-act. 183). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess die Beschwerde am 21. November
2005 gut (IV 2005/40) und stellte fest, dass der Versicherte über den 1. Januar 2005
hinaus einen Anspruch auf die Kostengutsprache für Dienstleistungen Dritter
(Unterricht in der Gebärdensprache) habe. Zur Begründung führte es aus, die
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rudimentären Sprachkenntnisse stellten für den Versicherten ein grosses Problem dar,
weil er in seiner Kommunikation eingeschränkt sei. Es sei anzunehmen, dass das
Erlernen der Gebärdensprache eine notwendige und grundsätzlich geeignete
Massnahme zur Überwindung der Verständigungsschwierigkeiten sei. Für den
Versicherten sei das Erlernen der Gebärdensprache mit wesentlich mehr Aufwand
verbunden, als es bei einem ansonsten nicht behinderten Taubstummen der Fall sei.
Da nach den Angaben der Lehrerin ein grosser Fortschritt verzeichnet werden könne,
sei das Erfordernis der weiteren Wirksamkeit des Unterrichts in der Gebärdensprache
als erfüllt zu betrachten. Die sprachliche Kommunikation sei von so zentraler
Bedeutung, dass selbst geringfügige Potentiale eine Förderung rechtfertigten (IV-act.
203).
B.
B.a Am 15. Februar 2006 verlangte die IV-Stelle Auskunft über den Stand des
Gebärdensprachunterrichts (IV-act. 211). Die Vormundin des Versicherten berichtete
der IV-Stelle am 16. Februar 2006, auf Grund fehlender Kostengutsprache für den
Gebärdensprachkurs 2005 sei dieser nur alle zwei Wochen durchgeführt worden. Es
sei wichtig, den Kurs für weitere Jahre durchzuführen. Sie ersuchte raschmöglichst um
einen Entscheid (IV-act. 212). Die Gebärdenlehrerin gab am 1. März 2006 an, der
Versicherte sei sehr motiviert zum Lernen. Er benötige einen wöchentlichen Unterricht.
Sie beantragte eine Verlängerung des Leistungsanspruchs um mindestens vier Jahre
(IV-act. 213). Am 22. März 2006 verfügte die IV-Stelle die Übernahme der Kosten für
die Periode 1. Januar bis 31. Dezember 2005 (IV-act. 215). Die Gebärdensprachlehrerin
teilte am 22. März 2006 mit, dass sie zur Verbesserung der Kommunikation im Betrieb
die wichtigsten Gebärdensprachewörter den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen
beibringen möchte. Damit der Versicherte auch zu Hause über seinen Arbeitsalltag
erzählen könne, sei weiterhin der Besuch des Gebärdensprachkurses für mindestens
vier Jahre nötig (IV-act. 219). Am 28. März 2006 berichtete die Lehrerin, wenn der
Versicherte keinen regelmässigen Unterricht besuche, vergesse er die Zeichen immer
wieder. Für die Integration am Arbeitsplatz sei ein weiterer Unterricht jedoch
notwendig, damit sich der Versicherte nicht ausgeschlossen fühle (IV-act. 222). Die
Arbeitgeberin E._ gab der IV-Stelle am 29. März 2006 an, die
Kommunikationsfähigkeit des Versicherten habe sich in den letzten zwei Jahren nicht
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spürbar verbessert. Er wende die gelernten Zeichen in der Gebärdensprache nicht von
sich aus an. Wenn er gefragt werde, versuche er, unterstützend Zeichen zu geben.
Dabei handle es sich aber nur um einzelne Zeichen, die zudem nicht immer klar
verständlich seien. Der Versicherte könne keine ganzen Sätze bilden. Am Arbeitsplatz
habe man dem Versicherten zusätzlich die Möglichkeit gegeben, mit einer roten und
einer grünen Karte anzuzeigen, wie er sich fühle. Damit solle Gefühls- und
Gewaltausbrüchen vorgebeugt werden. Auch davon mache der Versicherte nicht
selbständig Gebrauch (IV-act. 223). Im E-Mail vom 14. Mai 2006 ergänzte die Lehrerin,
der Versicherte könne dank der Gebärdensprache einzelne Bedürfnisse bekanntgeben,
das genüge jedoch noch nicht für einen Dialog. Deshalb sei weiterer Unterricht
erforderlich (IV-act. 227). Mit Verfügung vom 13. Juni 2006 wies die IV-Stelle das
Gesuch um Kostengutsprache für weiteren Gebärdensprachunterricht ab. Sie gab an,
ein Eingliederungserfolg sei nicht absehbar (IV-act. 234). Die dagegen erhobene
Einsprache vom 3. Juli 2006 wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 5. September 2006
ab (IV-act. 241).
B.b Die Vormundin des Versicherten erhob gegen diesen Entscheid am 27. September
2006 Beschwerde. Sie gab an, der Versicherte habe sehr wohl Fortschritte gemacht.
Die E._ habe ausgeführt, der Versicherte komme besser ins Gespräch, wenn
Mitarbeiter anwesend seien. Bei der Mutter und bei der Vormundin wende der
Versicherte von sich aus die Gebärdensprache an, da er wisse, dass sie diese Sprache
beherrschten. Die Lehrerin habe nur aus administrativen Gründen die
Kostengutsprache für vier Jahre verlangt. Der Versicherte sei behindert, was sich auch
auf sein Lerntempo auswirke. Die Vermittlung der Gebärdensprache dürfe sich nicht
auf das Verstehen beschränken. Der Versicherte müsse auch reden können, damit
seinem Kommunikationsbedürfnis Rechnung getragen sei (IV-act. 245). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess die Beschwerde mit Entscheid vom
28. September 2007 teilweise gut und wies die Sache zu weiteren Abklärungen und
anschliessender neuen Entscheidung an die IV-Stelle zurück. Das Gericht verlangte,
dass die IV-Stelle prüfe, ob ein taugliches elektronisches Kommunikationsgerät
eingesetzt werden könne, welches der Versicherte bedienen könne. Sollte dies nicht
der Fall sein, sei zu klären, ob das Erlernen der Gebärdensprache, welche auch die
Bezugspersonen zu erlernen hätten, eine sinnvolle, dem
Verhältnismässigkeitsgrundsatz genügende Eingliederungsmassnahme sei.
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Schliesslich sei die Fähigkeit des Versicherten zu prüfen, ob er die Gebärdensprache in
dem für seinen Kommunikationsbedarf erforderlichen Ausmass erlernen könne (IV-act.
251).
C.
C.a Die IV-Stelle liess darauf eine Abklärung durch einen Berufsberater durchführen,
der selbst die Gebärdensprache beherrscht. Im Schlussbericht vom 19. Dezember
2007 gab der Berufsberater an, der Versicherte sei seit dem 14. Juni 2007 nicht mehr in
der E._ tätig, sondern wohne zu Hause bei seiner Mutter. Er habe immer weniger
Motivation gezeigt und habe zu Hause bleiben wollen. Gemäss Aussagen der Betreuer
habe der Versicherte mit gehäuften Sachbeschädigungen den Ausschluss
beziehungsweise die Regression in die symbiotisch anmutende Zweierbeziehung zur
Mutter provoziert. Zu Hause lebe der Versicherte bei der Mutter und den vier
Geschwistern. Er schaue fern, gehe mit der Mutter einkaufen und in Begleitung der
Mutter oder der Geschwister spazieren. Alle zwei Wochen besuche er zusammen mit
seiner Schwester die Disco. Zum Ausmass der Entwicklungsrückstände gab der
Berufsberater an, der emotionale Entwicklungsstand sei auf frühester Kindheitsstufe
einzuordnen. Der sprachliche Entwicklungsstand sei im produktiven Bereich einer
prälingualen Stufe zuzuordnen. Die visuell-motorische Intelligenz sei besser
ausgebildet. Der Versicherte könne wiederholt instruierte Arbeitsabläufe genau
nachahmen. Der Betreuerin sei es dabei nicht möglich gewesen festzustellen, ob der
Versicherte den Auftrag verstanden oder einfach imitiert habe. Die
Gebärdensprachlehrerin unterrichte den Versicherten seit 2002. Der Unterricht sei im
privaten Bereich alle zwei Wochen fortgesetzt worden. Auf Antrag der Lehrerin werde
der Unterricht ab Januar 2008 sistiert, weil keine Fortschritte mehr erzielt würden. Die
Kommunikationsfähigkeit sei unverändert seit Schulaustritt. Der Versicherte teile sich
mit Zisch- und privatlogischen Lauten und Zeichen mit, offizielle Gebärdenzeichen
würden nur provokativ - auf gezielte Fragen hin - eingesetzt. Die Kommunikation
gestalte sich einseitig, sei sehr auf Körpersignale und Sichtkontakt auf eine Eins-zu-
eins-Betreuung eingeengt. Sprache und Einzelworte würden nur im Zusammenhang
mit einfachsten Aufgaben, Sichtkontrollen und Bedürfnisbefriedigung (WC-Besuch,
Hunger) verstanden beziehungsweise umgesetzt. Eine weitergehende Verständigung
sei von der Arbeitgeberin nicht beobachtet worden. Die Kommunikationskompetenz
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werde sich aller Voraussicht nach nicht wesentlich verbessern. Die
Kommunikationskompetenz und das Verhalten werde nach vier Jahren Unterricht
gleich beschrieben, wenn auch Verbesserung von der Familie und der engagierten
Lehrerin erhofft würden. Aussenstehende und die bisherigen Betreuer und
Betreuerinnen stellten jedoch keine relevante Verbesserung fest. Der Versicherte habe
Gesten nur in Verbindung mit einem bekannten Bild, nach mehrmaligem Vorzeigen,
imitieren können. Die Umsetzung, der "kognitive" Transfer der Bedeutung in ähnlichen
Situationen sei nicht möglich und habe auch nach vier Jahren Schulung nicht erreicht
werden können. Der Rapport zwischen der Lehrerin, selbst schwerhörig, und dem
Versicherten sei gut gewesen. Der Versicherte habe die intensive Zuwendung
körperlich sichtbar genossen und emotional profitiert. Beigebracht worden sei kaum je
eine kommunikationsrelevante Kompetenz, sondern vielmehr eine emotionale, vielleicht
etwas stabilisierende Beziehung ausserhalb der symbiotisch anmutenden Mutter-Kind-
Beziehung. Technische Kommunikationsmittel würden nicht greifen, weil der
Sprachaufbau nicht hätte erfolgen können und deshalb auch keine Sprach-
Kompensation möglich sei. Der Versicherte sei bereits mit dem Herumtragen von roten
und grünen Karten überfordert, womit er seine wechselnden Stimmungen ausdrücken
sollte. Der Versicherte sei zehn Jahre lang professionell-intensiv geschult worden. Auch
das Erlernen der Gebärdensprache habe nicht soweit Fortschritte gezeigt, dass eine
spontane Kommunikationsfähigkeit im Alltag und in der Familie möglich wäre (IV-act.
254).
C.b Mit Vorbescheid vom 8. Januar 2008 stellte die IV-Stelle eine erneute Abweisung
des Leistungsbegehrens in Aussicht. Sie führte aus, ihre umfassenden Abklärungen
hätten ergeben, dass mit der Fortführung des Gebärdenunterrichts keine relevante
Veränderung der Kommunikationsfähigkeit erwartet werden könne. Auch sei bisher
keine massgebende Verbesserung erreicht worden. Auch bestehe kein Anspruch auf
ein Kommunikationsgerät, weil die dafür notwendigen intellektuellen Fähigkeiten fehlten
(IV-act. 256). Die Vormundin verzichtete am 30. Januar 2008 auf einen Einwand (IV-act.
259). Mit Verfügung vom 30. Januar 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab
(IV-act. 260).
D.
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D.a Gegen diese Verfügung reicht die Vormundin am 24. Februar 2008 Beschwerde
ein. Sie beantragt die Verpflichtung der IV-Stelle, die Kosten des
Gebärdensprachunterrichts des Versicherten bei Frau F._ auch über den
31. Dezember 2005 hinaus zu übernehmen. Sie führt aus, dass für die beantragte
Leistung weder in Art. 9 HVI noch in Rz 1039 des Kreisschreibens über die Abgabe von
Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (KHMI) eine zeitliche Begrenzung
vorgesehen sei, sondern vielmehr im betraglichen Rahmen. Es gebe beispielsweise
Gehörlose, die während ihres ganzen Berufslebens am Arbeitsplatz Gebärdensprach-
Dolmetscher bräuchten und sich auf Art. 9 HVI stützten. Der Beschwerdeführer sei sein
ganzes Leben lang auf Kontakte mit der Umwelt angewiesen, weshalb eine zeitliche
Limitierung des Gebärdensprachunterrichts nicht zulässig sei. Er habe zu Beginn des
Unterrichts gut gelernt. Weil der Unterricht nicht mehr wöchentlich hätte durchgeführt
werden können, habe der Beschwerdeführer nicht wie gewohnt lernen können.
Deshalb seien nun Rückfälle zu verzeichnen. Auf konkrete Anfrage hin antworte der
Beschwerdeführer. Dies sei gegenüber einer totalen Passivität und
Kommunikationsunfähigkeit ein Fortschritt. Schliesslich wende er die Gebärdensprache
gegenüber der Mutter und seiner Schwester von sich aus an, da er wisse, dass diese
die Gebärdensprache kennen würden. Ohne Gebärdensprache sei es früher viel
schwieriger gewesen zu erkennen, was der Beschwerdeführer mitteilen wolle. Weil er
behindert sei, benötige er viel länger zum Erlernen der Gebärdensprache, die nicht wie
eine Fremdsprache innert kürzester Zeit erlernt werden könne. Der Beschwerdeführer
verstehe die Gebärdensprache gut, könne jedoch noch nicht im Dialog kommunizieren.
Beim Erlernen einer Fremdsprache komme das Verstehen in der Regel auch vor der
Fähigkeit, fremdsprachige Dialoge zu führen. Der Lernprozess sei beim
Beschwerdeführer noch im Gang (G act. 1).
D.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2008
die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, der Anspruch auf ein
Kommunikationsgerät müsse verneint werden, da der Beschwerdeführer nicht über die
notwendigen intellektuellen Fähigkeiten zur Bedienung eines solchen Geräts verfüge.
Strittig sei, ob der Gebärdensprachkurs eine verhältnismässige
Eingliederungsmassnahme sei. Grundsätzlich sei festzuhalten, dass die
Gebärdensprache nur für Spätertaubte vorgesehen sei (Rz. 1039 KHMI). Der
Beschwerdeführer sei nicht hörbehindert, weshalb ihm bereits deshalb kein Anspruch
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zustünde. Gestützt auf den Bericht des Berufsberaters vom 19. Dezember 2007 sowie
der Gesprächsnotiz mit der Gebärdensprachlehrerin vom 28. März 2006, deren E-Mail
vom 14. Mai 2006 und den Bericht der E._ vom 29. März 2006 zeige sich, dass der
Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, die Gebärdensprache zu erlernen, noch sie
spontan anzuwenden. Es fehlten ihm schlicht die intellektuellen Ressourcen, diese
Sprache zu erlernen. Die Verhältnismässigkeit sei im vorliegenden Fall klar nicht
gegeben. Selbst die Gebärdensprachlehrerin habe erkannt, dass keine Fortschritte
erzielt würden, und habe deshalb den Unterricht sistiert. Somit könne nicht davon
ausgegangen werden, dass nach vier Jahren Unterricht eine Verbesserung der
Kommunikationsfähigkeit durch weiteren Gebärdenspracheunterricht erzielt werden
könne (G act.4).
D.c Mit Replik vom 3. Juni 2008 hält die Vormundin sinngemäss an ihrem Antrag fest.
Sie gibt an, dass der Beschwerdeführer gemäss beigelegtem Schreiben der
Gebärdensprachlehrerin Fortschritte mache und die Gebärdensprache anwende. Der
Unterricht sei nicht sistiert worden, sondern werde weiter fortgesetzt (G act. 6). Im
beigelegten Bericht vom 2. Juni 2008 gibt die Gebärdensprachlehrerin an, der
Beschwerdeführer sei seit Beginn des Unterrichts 2002/3 immer motiviert gekommen
und man spüre, dass er gerne etwas Neues lerne. Er könne gelernte Worte immer gut
repetieren. Sein Wortschatz habe sich vergrössert. Bilder erkenne er und zeige es in
der Gebärdensprache, ausser wenn es ein neues Wort sei. Er vergesse Gebärdewörter
gelegentlich, wenn er müde sei. Er habe eine kommunikationsrelevante Verbesserung
gelernt. Er könne seine Bedürfnisse zeigen wie zum Beispiel 'Auto tanken', 'Kaffee
trinken', 'Zigaretten kaufen' oder 'Haare waschen'. Nur mit den Zahlen üben sei nicht
immer einfach. Er könne nur 'eins', 'zwei', 'drei' und 'fünf' zeigen. Der Dialog mit ihm
sei nicht einfach, es brauche immer wieder Übung. Er kenne ihren Sohn und habe
diesen schon spontan gefragt, ob er Zigaretten holen dürfe. Das habe er in der
Gebärdensprache zeigen können, was sie berührt habe. Er habe kleine Fortschritte
gemacht und sie unterrichte ihn gerne (G act. 6.1).
D.d Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 17. Juni 2008 an ihrem Antrag fest
und gibt an, die von der Gebärdensprachlehrerin attestierten kleinen Fortschritte
würden nicht für eine spontane Kommunikationsfähigkeit ausreichen. Die
Verhältnismässigkeit sei weiterhin nicht gegeben (G act. 8).
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Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer leidet gemäss der hausärztlichen Beurteilung vom 22. Februar
2002 an einer hypotonen cerebralen Bewegungsstörung, einer Wahrnehmungsstörung
sowie an einer schweren Sprachstörung mit praktischer Bildungsunfähigkeit (IV-act.
142). Er kommuniziert mit Zeichen, Gebärden und einzelnen Wörtern mit seiner
Umwelt. In der Schule hat er keine neuen Worte erlernen können (IV-act. 93). Nach
Abschluss der Schule und Beginn der Tätigkeit in der E._ wurde im Januar 2002 mit
dem Unterricht der Gebärdensprache begonnen (IV-act. 161). Die Kosten für
Dienstleistungen Dritter in Form von Gebärdensprachunterricht sind von der
Beschwerdegegnerin bis Ende 2005 übernommen worden. Über den 31. Dezember
2005 hinaus hat die Beschwerdegegnerin die Übernahme von weiteren Kosten
abgelehnt. Zur Beurteilung des Hilfsmittelanspruchs hat das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen in seinem Urteil vom 28. September 2007 weitere
Sachverhaltsabklärungen verlangt. Mit Verfügung vom 30. Januar 2008 hat die
Beschwerdegegnerin gestützt auf den Abklärungsbericht eines
gebärdensprachkundigen Berufsberaters vom 19. Dezember 2007 das
Leistungsbegehren erneut abgewiesen. Strittig ist also, ob der Beschwerdeführer über
den 31. Dezember 2005 hinaus Anspruch auf die Übernahme der Kosten für
Gebärdensprachunterricht hat.
2.
Nach Art. 8 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind,
die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu verbessern, zu erhalten oder ihre
Verwertung zu fördern. Gemäss Art. 8 Abs. 2 IVG besteht der Leistungsanspruch nach
Massgabe der Artikel 13, 19, 20 und 21 (Hilfsmittel) unabhängig von der Möglichkeit
einer Eingliederung ins Erwerbsleben. Nach Art. 21 Abs. 2 IVG hat der Versicherte, der
infolge seiner Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit
der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedarf, im Rahmen einer vom
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Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf
solche Hilfsmittel. In Ausführung dieser Grundsatznorm und gestützt auf eine
Subdelegation (Art. 14 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR
831.201]) erliess das Eidgenössische Departement des Innern die Verordnung über die
Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI; SR 831.232.51).
Praxisgemäss ist unter einem Hilfsmittel im Sinn des IVG ein Gegenstand zu verstehen,
dessen Gebrauch den Ausfall gewisser Teile oder Funktionen des menschlichen
Körpers zu ersetzen vermag (vgl. BGE 115 V 194 E. 2c). Der Anspruch auf Hilfsmittel
besteht nur in einfacher und zweckmässiger Ausführung (Art. 21 Abs. 2 IVG und Art. 2.
Abs. 4 HVI). Das Kriterium der Zweckmässigkeit verlangt insbesondere, dass das
Hilfsmittel bestimmt und geeignet ist, dem gesundheitlich beeinträchtigten Versicherten
in wesentlichem Umfang zur Erreichung eines der gesetzlich anerkannten Ziele zu
verhelfen (vgl. BGE 122 V 214 E. 2.c mit Hinweis). Mit der Beschränkung auf Hilfsmittel
in einfacher Ausführung wird dem allgemeinen Grundsatz der Verhältnismässigkeit
Rechnung getragen. Danach ist die Eingliederung nur soweit sicherzustellen, als sie im
Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Die versicherte Person hat
dementsprechend in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen
Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die
nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Ferner muss der
voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in einem vernünftigen
Verhältnis zu ihren Kosten stehen (vgl. BGE 124 V 110 E. 2a mit weiteren Hinweisen
oder auch BGE 131 V 19 E. 3.6.1). Ein Leistungsanspruch besteht schliesslich auch
dort, wo anstelle eines Hilfsmittels Dienstleistungen Dritter benötigt werden (Art. 21
Abs. 2 IVG). Art. 9 lit. c HVI sieht vor, dass Dienstleistungen Dritter zu vergüten seien,
die anstelle eines Hilfsmittels notwendig seien, sofern damit besondere Fähigkeiten
erworben werden könnten, welche die Aufrechterhaltung des Kontakts mit der Umwelt
ermöglichten.
3.
Der Beschwerdeführer ist praktisch unfähig zu sprechen. Grundsätzlich liegt deshalb
eine hilfsmittelspezifische Invalidität vor. Das erforderliche Hilfsmittel wäre ein
elektronisches Kommunikationsgerät (Ziffer 15.02 der Liste im Anhang zur HVI). Der
Berufsberater verneint in seinem Bericht vom 19. Dezember 2007 die Möglichkeit des
bis
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Einsatzes von technischen Hilfsmitteln. Er hat dazu ausgeführt, der Beschwerdeführer
verfüge über keinen Sprachaufbau, weshalb auch keine Sprachkompensation möglich
sei. Bereits das Herumtragen von roten und grünen Karten, womit er seine
wechselnden Stimmungen hätte anzeigen sollen, überforderte den Beschwerdeführer
(IV-act. 254). Diese Einschätzung erscheint dem Gericht überzeugend. Der
Beschwerdeführer hat bereits während der Schulzeit keine neuen Wörter hinzugelernt
(IV-act. 93). Aus ärztlicher Sicht ist sodann eine schwere Sprachstörung mit praktischer
Bildungsunfähigkeit attestiert (IV-act. 142). Unter diesen Umständen erscheint es
überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer über keinen genügenden
Sprachaufbau verfügt, der ihm die Bedienung eines technischen Hilfsmittels zur
Kommunikation erlauben würde. Die fehlende Sprechfunktion kann der
Beschwerdeführer somit nicht durch ein Hilfsmittel ersetzten. Es ist deshalb der Ersatz
durch Dienstleistungen Dritter zu prüfen.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, der Gebärdensprachunterricht sei
notwendig für seinen Kontakt zur Umwelt und ein Grundrecht. Eine zeitliche Limitierung
des Unterrichts sei nicht zulässig und verletze das Grundrecht. Der Kontakt mit der
Umwelt stellt ein menschliches Grundbedürfnis dar. Ein Recht auf Kommunikation ist in
der Schweizerischen Bundesverfassung (BV; SR 101) nicht verankert. Der Kontakt zur
Umwelt kann jedoch im Rahmen der Menschenwürde (Art. 7 BV) als Ausprägung der
persönlichen Freiheit beziehungsweise als elementare Erscheinung der
Persönlichkeitsentfaltung betrachtet werden (vgl. BGE 131 V 9 E. 3.5.3). Der
Beschwerdeführer kann nur begrenzt mit seiner Umwelt kommunizieren. Der
Beschwerdeverführer verlangt keinen spezifischen Schutz seiner
Kommunikationsfähigkeit, sondern die Finanzierung weiteren Unterrichts zur
Verbesserung dieser Fähigkeit. Aus den Grundrechten fliesst jedoch keine generelle
Leistungspflicht des Staates (Schweizer, St. Galler Kommentar zu Art. 35 BV, Rz 8).
Spezielle Leistungspflichten ergeben sich gemäss Schweizer dagegen für ein Recht auf
Hilfe in Notlagen (Art. 12), einen Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen
Grundschulunterricht (Art. 19) sowie einen Anspruch auf unentgeltliche Prozessführung
und Rechtsbeistand (Art. 29 Abs. 3). Ein direkter Anspruch auf die Finanzierung von
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Hilfsmitteln lässt sich daraus nicht ableiten. Die Leistungsabweisung stellt deshalb
keine Verletzung des Grundrechts auf Menschenwürde dar.
4.2 Der Beschwerdeführer lässt weiter ausführen, Gehörlose hätten während ihres
ganzen Berufslebens Anspruch auf Gebärdensprach-Dolmetscher am Arbeitsplatz.
Eine zeitliche Limitierung seines Unterrichts sei deshalb nicht zulässig. Damit macht
der Beschwerdeführer sinngemäss geltend, das Recht auf Rechtsgleichheit (Art. 8 BV)
sei verletzt. Der Beschwerdeführer stützt sich dabei auf die Ausführungen im KHMI zu
den Vergütungen von Dienstleistungen Dritter. Gemäss der betreffenden Rz 1037
werden diejenigen Kosten übernommen, die insbesondere durch Dolmetschen von
speziell anspruchsvollem Gesprächs-/Lernstoff entstehen, wenn dies für die
Berufsausübung oder den Schulbesuch im Fall von Gehörlosigkeit oder schwerer
Hörbehinderung notwendig ist. Der Beschwerdeführer ist nicht hörbehindert, sodass er
von einer solchen Dolmetschertätigkeit gar nicht profitieren würde. Solange er sich
nicht selbst in einer verständlichen Art und Weise verständigen kann, kann auch seine
Kommunikation nicht übersetzt werden. Somit liegen zwei nicht vergleichbare Fälle vor,
weshalb das Rechtsgleichheitsgebot nicht verletzt ist.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer lässt weiter geltend machen, der Gebärdensprachunterricht
sei notwendig für seinen Kontakt zur Umwelt. Er habe Fortschritte gemacht. Auf direkte
Anfrage hin gebe er Antwort. Gegenüber seiner Mutter und Schwester, welche die
Gebärdensprache verstünden, wende er die Gebärden spontan an. Die
Beschwerdegegnerin dagegen verneint das Vorliegen ausreichender Fortschritte nach
vierjährigem Unterricht. Dem Beschwerdeführer würden die intellektuellen Ressourcen
zum Erlernen dieser Sprache fehlen. Die Verhältnismässigkeit sei deshalb nicht
gegeben. Wie die Hilfsmittelversorgung unterliegt auch der Anspruch auf
Dienstleistungen Dritter den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 8
Abs. 1 IVG (Erforderlichkeit, Geeignetheit, Eingliederungswirksamkeit). Den
Gebärdensprachunterricht kann man als erforderliche Massnahme zur Verbesserung
der Fähigkeit betrachten, weil der Beschwerdeführer damit trotz seiner schweren
Sprachstörung mit seiner Umwelt in Kontakt treten kann. Auf Grund der Akten kann
nämlich festgestellt werden, dass es dem Beschwerdeführer gelungen ist, dank
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Gebärdensprachunterricht Fortschritte in der Kommunikation zu erzielen, während er in
der Sonderschule kein neues Wort hinzulernen konnte. Das Erlernen der
Gebärdensprache ist somit eine erforderliche Massnahme.
5.2 Speziell an der Gebärdensprache ist, dass sie nicht gesprochen wird und deshalb
nicht allgemein verständlich ist. Um die Kommunikation des Beschwerdeführers mit
seiner Umwelt zu verbessern, ist die Gebärdensprache deshalb nur bedingt eine
geeignete Massnahme. Die betreuenden Personen müssen nämlich die
Gebärdensprache auch kennen, um den Beschwerdeführer verstehen zu können.
Hingegen ist die Gebärdensprache eine geeignete Massnahme, weil sich der
Beschwerdeführer motorisch sehr geschickt zeigt. Durch die Anwendung der
Gebärden kann er sich gegenüber seiner Betreuung besser verständlich machen, weil
er beispielsweise gelernt hat, die Art seiner Bedürfnisse gezielter auszudrücken.
5.3 Die Eingliederungswirksamkeit schliesslich beurteilt sich gemäss dem Verhältnis
zwischen Lernerfolg und Kosten für einen weiteren Lernerfolg. Diesbezüglich ist
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer trotz mehrjährigem Unterricht die
Gebärdensprache nicht soweit erlernt hat, dass er damit seinen Kommunikationsbedarf
ausreichend decken kann. Die Beschwerdegegnerin hatte deshalb gemäss Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. September 2007 abzuklären, ob
dies dem Beschwerdeführer objektiv überhaupt möglich ist.
5.3.1 Der Berufsberater hat in seinem Bericht vom 19. Dezember 2007 unter anderem
angegeben, der emotionale Entwicklungsstand des Beschwerdeführers sei auf
frühester Kindheitsstufe einzuordnen: Selbstkontrolle, Affektsteuerung,
Frustrationstoleranz sowie Eigen- und Fremdwahrnehmung (Kriterien und Fähigkeiten,
die bei berufstätigen Erwachsenen für eine minimale Kommunikation vorausgesetzt
würden) seien beim Beschwerdeführer auch nicht in den Ansätzen vorhanden. Der
sprachliche Entwicklungsstand sei im produktiven Bereich einer prälingualen Stufe
zuzuordnen: Der Beschwerdeführer formuliere keine Worte, er gebe ausschliesslich
akustisch variierende Laute von sich. Er könne jedoch rezeptiv einzelne Worte, keine
Syntagma, verstehen und in Gesten umsetzen. Die Intelligenzentwicklung sei nicht
objektiv messbar - der Beschwerdeführer könne selbst bei averbalen, gebundenen
Verfahren die Instruktionen nicht verstehen. Die visuell-motorische Intelligenz sei
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besser ausgebildet: Der Beschwerdeführer könne wiederholt instruierte Arbeitsabläufe
genau nachahmen (IV-act. 254). Die Beschwerdegegnerin geht deshalb davon aus,
dass dem Beschwerdeführer zum Erlernen der Gebärdensprache die intellektuellen
Ressourcen fehlen würden. Eine fachärztliche (neuropsychologische) Abklärung der
Intelligenz des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin nicht veranlasst. Aus
den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer vom heilpädagogischen Dienst als
Sechsjähriger beobachtet worden ist und sein Entwicklungsstand einem Zweijährigen
zugeordnet wurde (IV-act. 19). Der Hausarzt Dr. C._ hat in der Untersuchung des
später Zwölfjährigen eine massive Entwicklungsverzögerung attestiert und eine
praktische Schulungsunfähigkeit angenommen (IV-act. 65). Seine Diagnose einer
schweren Sprachstörung mit praktischer Bildungsunfähigkeit vom 22. Februar 2002 ist
unverändert geblieben (IV-act. 246). Die Gebärdensprachlehrerin hat in ihrem E-Mail
vom 14. Mai 2006 angegeben, der Beschwerdeführer könne dank der
Gebärdensprache einzelne Bedürfnisse bekanntgeben, dies genüge jedoch noch nicht
für einen Dialog (IV-act. 234). Die Beurteilung des Berufsberaters stimmt mit diesen
Angaben überein. Aus den Akten ergeben sich denn auch keine Hinweise, die auf
objektive Gesichtspunkte hinweisen würden, welche unerkannt geblieben und geeignet
wären, zu einer anderen Beurteilung der Sprachfähigkeiten des Beschwerdeführers zu
führen. Auf weitere medizinische Abklärungen kann deshalb verzichtet werden. Bei
dieser Aktenlage kann davon ausgegangen werden, dass es - objektiv betrachtet - dem
Beschwerdeführer nicht möglich sein wird, die Gebärdensprache bis zur
Dialogfähigkeit zu erlernen.
5.3.2 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer weiteren Unterricht benötigt, um das
bisher Erlernte behalten zu können. Dazu hat die Gebärdensprachlehrerin in ihrem
Bericht vom 2. Juni 2008 unter anderem angegeben, der Beschwerdeführer könne
gelernte Worte immer gut repetieren. Sein Wortschatz habe sich vergrössert. Er
vergesse Gebärdewörter gelegentlich, wenn er müde sei (G act. 6.1). In welchem
Ausmass sich der Wortschatz des Beschwerdeführers genau verbessert hat, führt die
Lehrerin nicht aus. Im Rahmen des bisher Erlernten werden es einzelne Worte sein, die
der Beschwerdeführer neu kann. Insgesamt ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer sein minimales Niveau der Kenntnisse der Gebärdensprache erlernt
hat und behalten kann. Eine regelmässige Repetition ist somit nicht mehr nötig.
Gemäss früheren Angaben war dies nicht immer so. Damals war eine Repetition nötig,
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damit der Beschwerdeführer das bisher Gelernte nicht wieder vergass (IV-act. 222). Es
ist somit nicht nötig, den Unterricht weiterzuführen, damit der Beschwerdeführer die
gelernten Worte nicht vergisst.
5.3.3 Der Beschwerdeführer lässt schliesslich geltend machen, er wende die
Gebärdensprache gegenüber der Familie spontan an, weshalb er weiteren Unterricht
bedürfe, um diese Fähigkeiten zu verbessern. Damit macht der Beschwerdeführer
sinngemäss geltend, dass er weitere Fortschritte, die sich hauptsächlich auf die
Dialogfähigkeit beziehen, erzielen könnte. Aus dem Bericht der Gebärdensprachlehrerin
vom 2. Juni 2008 ist denn auch ersichtlich, dass der Beschwerdeführer vereinzelt
Gebärden von sich aus anwendet (G act. 6.1). Dagegen hat die E._ keine Fortschritte
der Kommunikationsfähigkeit seit Schulaustritt feststellen können (IV-act. 223). Auch
der Berufsberater verneint eine Dialogfähigkeit des Beschwerdeführers. So hat er in
seinem Bericht angegeben, der Beschwerdeführer teile sich mit Zisch- und
privatlogischen Lauten und Zeichen mit, offizielle Gebärdenzeichen würden nur
provokativ - auf gezielte Fragen hin - eingesetzt. Die Kommunikation gestalte sich
einseitig, sei sehr auf Körpersignale und Sichtkontakt auf eine Eins-zu-eins-Betreuung
eingeengt. Sprache und Einzelworte würden nur im Zusammenhang mit einfachsten
Aufgaben, Sichtkontrollen und Bedürfnisbefriedigung (WC-Besuch, Hunger) verstanden
beziehungsweise umgesetzt (IV-act. 254). Damit beschreibt der Berufsberater, dass der
Beschwerdeführer gemäss der ärztlichen Diagnose nur eingeschränkt kommunizieren
kann. Weitere Fortschritte zu erwarten hat zwischendurch auch die
Gebärdensprachlehrerin verneint, indem sie gegenüber dem Berufsberater angegeben
hatte, den Unterricht mangels Fortschritte einstellen zu wollen (IV-act. 254). Sodann ist
auf Grund der schweren Sprachstörung des Beschwerdeführers zu vermuten, dass er
den Sinn eines Wortes über seine Bedürfnisse hinaus nicht wirklich verstehen kann. Die
Betreuerin in der E._ hat jeweils nicht feststellen können, ob der Beschwerdeführer
den wiederholt instruierte Arbeitsablauf verstanden oder einfach imitiert hat. Der
Berufsberater gibt betreffend die Gebärdensprache an, der Beschwerdeführer habe
Gesten nur in Verbindung mit einem bekannten Bild und nach mehrmaligem Vorzeigen
imitieren können. Die Umsetzung, der "kognitive" Transfer der Bedeutung in ähnliche
Situationen, sei nicht möglich und habe auch nach vier Jahren Schulung nicht erreicht
werden können (IV-act. 254). Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit die Gebärdensprache über ein bestimmtes
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minimales Niveau hinaus nicht verstehen kann, sondern lediglich die verlangten und
wiederholt gezeigten Gesten nachahmt. Wie bereits ausgeführt, verfügt der
Beschwerdeführer über keinen Sprachaufbau. Entsprechend kann er auch beim
Erlernen der Gebärdensprache nicht seine fehlende Sprachkompetenz überwinden.
Unter diesen Umständen kann davon ausgegangen werden, dass auch weiterer
jahrelanger Unterricht keine Dialogfähigkeit des Beschwerdeführers bewirken würde.
Mit der Bezahlung des Unterrichts von 2002 bis Ende 2005 hat die
Beschwerdegegnerin dem langsameren Lernen des Beschwerdeführers Rechnung
getragen und ihm ermöglicht, im Rahmen seiner Möglichkeit die Gebärdensprache zu
lernen und damit seine Bedürfnisse gezielter zu vermitteln. Während des Unterrichts
hat der Beschwerdeführer keine Ansätze dafür erkennen lassen, dass seine
Lernfähigkeit über dieses Mass hinausginge und tatsächlich eine Dialogfähigkeit
ermöglichen würde. Daraus folgt, dass es unverhältnismässig wäre, wenn die
Beschwerdegegnerin weiterhin die Kosten für den Gebärdensprachunterricht
übernehmen würde.
5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Übernahme weiterer Kosten für
Gebärdenspracheunterricht keine zweckmässige Massnahme ist, weil keine
wesentliche Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit des Beschwerdeführers mehr
zu erwarten ist.
6.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten
zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss im
Verfahren IV 2008/110 in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG