Decision ID: f9c156ae-867e-565e-bb57-da504fdfc126
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a Die 1982 geborene J._ war bei der A._ als Teamassistentin angestellt und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als sie am 3. Mai 2006 beim Rollerbladen stürzte (Suva-act. 1).
Die Versicherte begab sich gleichentags im Landeskrankenhaus (nachfolgend: LKH) in
ambulante ärztliche Behandlung, wo in der unfallchirurgischen Abteilung eine
Hüftkontusion rechts diagnostiziert wurde. Eine röntgenologische Untersuchung des
Beckens und der Hüfte ergab keine sicheren Verletzungszeichen. Anlässlich der
Kontrolluntersuchung im LKH vom 6. Mai 2006 gab die Versicherte keine
Hüftschmerzen mehr an, jedoch Schmerzen in der Wirbelsäule auf Höhe L5
paravertebral rechts, worauf eine röntgenologische Untersuchung der LWS
durchgeführt wurde. Die Durchsicht der Röntgenbilder ergab den Verdacht auf einen
nicht dislozierten Querfortsatzbruch rechts. Anlässlich einer weiteren
Kontrolluntersuchung vom 16. Mai 2006 klagte die Versicherte - nachdem sie bis einige
Tage zuvor relativ beschwerdefrei gewesen war und das rechte Bein voll hatte belasten
können – über Schmerzen, die am Vortag erneut zugenommen hätten, vor allem auf
Höhe L5 paravertebral rechts. Die gleichentags durchgeführte röntgenologische
Untersuchung des Beckens und der Lendenwirbelsäule (LWS) ergab jedoch
unauffällige bzw. altersgemässe Befunde (Suva-act. 5, 9). Das LKH attestierte der
Versicherten vom 3. bis 19. Mai 2006 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 1, 3).
Die Suva erbrachte für den Unfall vom 3. Mai 2006 die gesetzlichen Leistungen.
A.b Am 8. Februar 2007 meldete die Arbeitgeberin der Suva einen auf den 6.
November 2006 datierten Rückfall zum Unfall vom 3. Mai 2006 (Suva-act. 8). Laut
Bericht von Dr. B._, LKH Feldkirch, vom 10. Dezember 2006 hatte dieser bei der
Versicherten anlässlich einer gleichentags durchgeführten ambulanten Untersuchung
eine Lumbalgie sowie eine zeitweise Lumboischialgie rechts pseudoradikulär
diagnostiziert. Die Versicherte sei im Mai 2006 auf die rechte Hüfte gestürzt. Nach einer
Besserung der gesundheitlichen Situation verspüre sie nun verstärkt seit einer Woche
eine Lumboischialgie rechtsseitig. Anlässlich der in der unfallchirurgischen Abteilung
durchgeführten röntgenologischen Untersuchung der BWS und LWS sowie des
Beckens hätten sich nativradiologisch keine Auffälligkeiten gezeigt. Es hätten sich auch
keine Höhenminderung der Wirbelkörper, Intervertebralraumverschmälerung, Hyper-
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oder Hypointensitäten und Koxarthrose und keine Femurkopfnekrose gezeigt (Suva-
act. 11). Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädie, stellte im Arztzeugnis vom 22.
Februar 2007 die Verdachtsdiagnose eines posttraumatischen
Iliosakralgelenksyndroms. Das Beschwerdebild sei aber nicht völlig typisch, weshalb er
eine neurologische Abklärung veranlasst habe. Dr. C._ verwies sodann auf das
Ergebnis der von ihm im MR Institut in Auftrag gegebenen MRT
(Magnetresonanztomographie)-Untersuchung der LWS vom 13. Dezember 2006 (Suva-
act. 9, 14). Die neurologische Untersuchung war zwischenzeitlich durch Dr. med. D._,
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, durchgeführt worden. Dieser hatte laut Bericht
vom 15. Januar 2007 ein Piriformis-Syndrom rechts diagnostiziert (Suva-act. 13). Im
ärztlichen Zwischenbericht vom 22. Februar 2007 stellte Dr. D._ die Diagnose einer
neuropathischen Schmerzstörung bei Sturz auf Kreuzbein im Mai 2006 (Suva-act. 12).
A.c Nach Einholung einer kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med. E._, Facharzt für
Chirurgie (Suva-act. 16), eröffnete die Suva der Versicherten mit Verfügung vom
9. März 2007, dass zwischen den geklagten Rücken- und Hüftbeschwerden und dem
Unfall vom 3. Mai 2006 kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang
bestehe. Die Suva sei demzufolge nicht leistungspflichtig (Suva-act. 17).
B.
B.a Mit Eingabe vom 15. März 2007 erhob die Versicherte gegen die Verfügung vom
9. März 2007 Einsprache (Suva-act. 18). Die Suva holte daraufhin weitere ärztliche
Berichte zu den Akten (Suva-act. 21 - 23). Am 9. Juli 2007 nahm Dr. E._ dazu
Stellung, ob diese hinsichtlich der Frage der Leistungspflicht der Suva für die
rückfallweise geklagten Beschwerden relevante Änderungen ergeben würden (Suva-
act. 24, 25).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 13. Juli 2007 wies die Suva die Einsprache der
Versicherten ab (Suva-act. 27).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte mit Eingabe vom 20.
Juli 2007 Beschwerde. Sie beantragte sinngemäss die Sistierung des
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Beschwerdeverfahrens, um die Beibringung von Beweismitteln für die endgültige
Beurteilung ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung - ausgelöst durch und in direktem
Zusammenhang mit dem Unfall vom 3. Mai 2006 - zu ermöglichen. Am 20. August
2007 reichte sie die Beschwerdebegründung nach.
C.b Nachdem die Suva das Gericht unter Hinweis auf offensichtlich laufende
medizinische Abklärungen mit Schreiben vom 18. Spetember 2007 ebenfalls um
Sistierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ersuchte, entsprach der
verfahrensleitende Richter mit Schreiben vom 19. September 2007 dem
Sistierungsgesuch.
C.c Mit Schreiben vom 19. März 2008 räumte der verfahrensleitende Richter der
Beschwerdeführerin eine Frist zur Einreichung allfällig neuer medizinischer Berichte
sowie einer ergänzenden Beschwerdebegründung ein. Mit Schreiben vom 4. April 2008
erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie weiterhin in unfallkausalem Zusammenhang
in medizinischer Behandlung stehe und die Anamnese zu den Folgen ihres Unfalls noch
nicht abgeschlossen sei. Nachdem keine weiteren Beweismittel eingereicht oder
konkretere Ausführungen gemacht worden waren, hob der verfahrensleitende Richter
die Verfahrenssistierung mit Schreiben vom 14. April 2008 auf.
C.d Am 2. Juni 2008 verfasste Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
FMH, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, eine ärztliche Beurteilung zur Frage,
ob die ab Ende 2006 von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden im
Gesäss-, LWS- und BWS-Bereich sowie beim Musculus piriformis Folgen des Unfalls
vom 3. Mai 2006 seien (Suva-act. 28, 29).
C.e Mit Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2008 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde.
C.f Mit Replik vom 4. Juli 2008 beantragte die Beschwerdeführerin sinngemäss die
Aufhebung des Einspracheentscheids vom 13. Juli 2007 sowie die Verpflichtung der
Beschwerdegegnerin, aus dem Unfallereignis vom 3. Mai 2006 Leistungen
auszurichten. Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.
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C.g Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Im Einspracheentscheid vom 13. Juli 2007 hat die Beschwerdegegnerin die
Bestimmungen über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zutreffend dargelegt.
Gleiches gilt in Bezug auf die Ausführungen über die gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG
geltenden Voraussetzungen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen dem Unfallereignis und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 181 f. E. 3 mit
Hinweisen). Darauf ist zu verweisen. Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin
ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die
Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110
und 112 V 30).
1.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, das heisst ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 21. Juli 2003 [U 327/02] i/S K., E. 2.1, und vom
25. Januar 2002 [U 277/00] i/S F., E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
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Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten oder der Expertin begründet sind. Insofern darf das Gericht in seiner
Beweiswürdigung auch Gutachten folgen, welche der Unfallversicherer im
Administrativverfahren einholt, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc; RKUV 2000 Nr. U 377
S. 186 E. 4a). Auch eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend
von Dr. F._ am 2. Juni 2008 (Suva-act. 29) erstellt wurde, ist nicht an sich
unzuverlässig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen
von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371).
2.
Vorliegend ist streitig, ob die von der Beschwerdeführerin angeblich seit dem Unfall
anhaltenden Schmerzen im Gesäss- bzw. Hüftbereich ausstrahlend bis in die
Oberschenkelhinterseite (Suva-act. 13) sowie die seit Dezember 2006 erneut geklagten
lumbalen Rückenschmerzen (Suva-act. 11) auf das Unfallereignis vom 3. Mai 2006
zurückgeführt werden können. Die Beschwerdeführerin ist anlässlich des
Unfallereignisses vom 3. Mai 2006 offensichtlich auf die rechte Hüfte gestürzt.
Nachdem sie drei Tage nach dem Unfall über Schmerzen im Bereich der LWS auf Höhe
L5 klagte, ist es möglich, dass beim fraglichen Unfall zudem eine Traumatisierung der
LWS stattgefunden hat (vgl. Suva-act. 5).
3.
3.1 Nachfolgend an das Unfallereignis wurden zu den von der Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden im Bereich der Hüfte und der LWS von verschiedenen Ärzten
diverse Diagnosen gestellt: der Verdacht auf ein posttraumatisches
Iliosakralgelenksyndrom (Suva-act. 9), eine Lumbalgie, zeitweise Lumboischialgie
(Suva-act. 11, 23), ein Piriformissyndrom (Suva-act. 13, 22) sowie eine neuropathische
Schmerzstörung (Suva-act. 12). Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, ist jedoch
deren Kausalität zum Unfallereignis nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht
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allgemein geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. Th.
Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, S. 451 f., Rz 43)
nachgewiesen. Die massgebenden Grundlagen für diese Schlussfolgerung sind der
ärztlichen Beurteilung von Dr. F._ vom 2. Juni 2008 (Suva-act. 29) zu entnehmen. Der
Suva-Arzt verweist darin ausführlich auf die medizinische Literatur, berücksichtigt die
Anamnese der Beschwerdeführerin und setzt sich sorgfältig mit den konkreten
medizinischen Fakten auseinander. Die Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge ist einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind begründet und
nachvollziehbar. Die Einschätzung von Dr. F._ erweist sich damit als taugliches
Beweismittel, welches in die gerichtliche Beweiswürdigung einzubeziehen ist.
3.2
3.2.1 Dr. C._ stellte im Arztzeugnis vom 22. Februar 2007 die
Verdachtsdiagnose eines posttraumatischen Iliosakralgelenksyndroms (nachfolgend:
SIG-Syndrom; Suva-act. 9). Dr. D._ diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin am
15. Januar bzw. 21. Juni 2007 ein Piriformissyndrom (Suva-act. 13, 22). - Dr. F._ legt
in seiner Beurteilung zunächst ausführlich dar, dass in der medizinischen Literatur
bereits die Anerkennung bzw. Existenz dieser beiden Diagnosen an sich umstritten sei.
Insbesondere bestehe kein Konsens hinsichtlich der Aussagekraft der konkreten
diagnostischen Kriterien. Das SIG-Syndrom sei eine klinische Entität, die von
Chiropraktoren, Osteopathen und Manualmedizinern sehr gepriesen werde. Ärzte
anderer Fachdisziplinen würden diese Diagnose nicht einhellig anerkennen. Sie würden
zwar zugeben, dass das SIG-Syndrom im Rahmen spezifischer rheumatischer
Erkrankungen oder bakteriellen Infektionen schmerzhaft sein könne, liessen hingegen
verschiedene Argumente gelten, um das SIG-Syndrom in Zweifel zu ziehen. Zur
klinischen Diagnosestellung eines SIG-Syndroms seien verschiedene Tests entwickelt
worden, deren diagnostische Aussagekraft ausgesprochen divergierend beurteilt
werde. Auch das Piriformissyndrom bleibe trotz Beschreibung vieler Einzelfälle eine
kontroverse diagnostische Entität.
3.2.2 Ausgehend von der grundsätzlichen Existenz der beiden fraglichen
Syndrome stellt sich Dr. F._ sodann auf den Standpunkt, dass ein SIG- sowie
Piriformissyndrom im Fall der Beschwerdeführerin ohnehin nicht überwiegend
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wahrscheinlich nachgewiesen sei. - Bei der klinischen Diagnosestellung werden laut Dr.
F._ beispielsweise die asymmetrische Bewegung des Gelenks, die asymmetrische
Lage von Landmarken, Schmerzangaben bei der lateralen Kompression oder bei
Rotation des Beckens, Pseudoasymmetrien der Beinlängen im Sitzen, etc. erfasst.
Bestimmte Autoren seien der Auffassung, dass eine gute Konkordanz zwischen den
Untersuchern vorliege, wenn die Diagnose einer SIG-Blockierung gestellt worden sei.
Bei der Beschwerdeführerin sei das SIG-Syndrom lediglich gestützt auf den Nachweis
einer Druckempfindlichkeit diagnostiziert worden. Dieser sei jedoch nicht ausreichend,
um die Hypothese zu untermauern, weshalb die Diagnose eines SIG-Syndroms als
mögliche Ursache der von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden
ausscheide. Als typisches Merkmal des Piriformissyndroms entnimmt Dr. F._ der
medizinischen Literatur die partielle Ischialgie. Der Patient beklage einen Schmerz in
der Tiefe des Gesässes. Die Schmerzen würden vor allem bei längerem Sitzen und
längerer Gehstrecke auftreten. Die typischen Symptome seien dabei ständige
Schmerzen in einer (bzw. beiden) Gesässbacken. Keine der vorwiegend weiblichen
Patienten hätten länger als 30 Minuten an einem Stück sitzen können. Das
Hauptsymptom eines Piriformissyndroms - der ausgesprochene Sitzschmerz - sei im
Fall der Beschwerdeführerin in keinem der zur Verfügung stehenden ärztlichen
Dokumente erwähnt. Laut Ausführungen von Dr. F._ sind ausserdem viele
Piriformissyndrom-Patienten in bestimmten sportlichen Aktivitäten hyperaktiv, wie
Marathonlauf oder Velo fahren, und die atypische Ischialgie habe sich ohne
auslösendes Trauma sukzessive verschlimmert. Der Beurteilung von Dr. F._ ist
anzufügen, dass die Wahrscheinlichkeit eines bei der Beschwerdeführerin anlässlich
des Unfallereignisses vom 3. Mai 2006 eingetretenen ISG-Syndroms bereits dadurch
relativiert wird, dass die fragliche Diagnose von Dr. C._ lediglich als
Verdachtsdiagnose gestellt und das Beschwerdebild auch von ihm nicht als völlig
typisch bezeichnet wurde. Dr. C._ veranlasste deshalb eine nervenfachärztliche
Abklärung durch Dr. D._ (Suva-act. 9). Dieser diagnostizierte sodann anstatt eines
ISG-Syndroms ein Piriformissyndrom (Suva-act. 13, 22). Diese Diagnose wiederum
erscheint insofern wenig nachvollziehbar, als im Rahmen der konkret durchgeführten
neurologischen Untersuchungen normale Befunde - insbesondere auch ein normales
EMG (vgl. dazu Suva-act. 29, S. 5) - erhoben werden konnten. Auffallend war offenbar
nur eine Druckdolenz über dem Musculus piriformis rechts. Abgesehen davon, dass Dr.
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D._ nicht näher beschreibt, worauf er seine Diagnose stützt, enthalten seine Berichte
keine weiteren, der von Dr. F._ in seiner Beurteilung aufgeführten typischen
klinischen Untersuchungsbefunde. Insbesondere wird der bei der fraglichen Diagnose
vor allem imponierende Sitzschmerz nicht erwähnt. Das überwiegend wahrscheinliche
Bestehen eines Piriformissyndroms wird letztlich auch dadurch relativiert, dass Dr.
D._ - nachdem er ein solches am 15. Januar 2007 diagnostiziert hatte - in seinem
ärztlichen Zwischenbericht vom 22. Februar 2007 nur noch eine von ihm lokalisierte
neuropathische Schmerzstörung feststellte (Suva-act. 12; vgl. dazu auch Erwägung
Ziff. 3.4). Allgemein ist schliesslich in Bezug auf klinische Untersuchungsergebnisse
festzuhalten, dass es sich bei einer klinischen Untersuchung gerade bei der Prüfung
von Dolenzen - im Vergleich zu einer röntgenologischen Untersuchung oder MRI-
Untersuchung - nicht um eine uneingeschränkt exakte bzw. objektive
Untersuchungsmethode handelt. Die Beeinflussbarkeit eines klinischen
Untersuchungsergebnisses durch den Patienten kann nicht vollständig ausgeschlossen
werden werden. Dr.C._ und Dr. D._ stützen nun aber ihre Diagnosen einzig auf eine
erhobene Druckdolenz ab, ohne diese in irgendeiner Weise weitergehend zu
untermauern.
3.2.3 Den Darlegungen von Dr. F._ ist schliesslich zu entnehmen, dass
hinsichtlich der Diagnosen SIG-Syndrom und Piriformissyndrom - würde im Fall der
Beschwerdeführerin vom tatsächlichen Bestehen ausgegangen - mit der erforderlichen
überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden müsste, dass zumindest die
Kausalität zum Unfallereignis nicht gegeben wäre. – Laut seinen Ausführungen
entwickeln sich das SIG- sowie das Piriformissyndrom vorderhand ohne
Unfallanamnese bzw. sind degenerativ oder krankheitsbedingt. Während jedoch ein
Piriformissyndrom grundsätzlich Folge eines Unfalls sein kann, ist laut Dr. F._ die
Frage, ob ein SIG-Syndrom überhaupt durch ein Trauma verursacht werden kann, nicht
einmal beantwortet. Sogar G. Grieve, ein strenger Befürworter des SIG-Syndroms, sei
der Auffassung, dass es sich vor allem bei schwangeren Frauen entwickle. Dass es
durch ein direktes oder indirektes Trauma ausgelöst werden könne, sei schwer
vorstellbar. Damit ist zu prüfen, inwiefern in Bezug auf den vorliegenden Fall
massgebende Hinweise auf eine überwiegend wahrscheinliche traumatische
Verursachung vorliegen. Der Umstand allein, dass die Diagnose ISG-Syndrom von Dr.
C._ als posttraumatisch bezeichnet wird und Dr. D._ in Bezug auf das
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Piriformissyndrom von einem Zustand nach Sportverletzung spricht, vermag jedenfalls
keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität zu begründen. Die beiden
Formulierungen besagen lediglich, dass die Diagnosen erst nach dem Unfall vom 3.
Mai 2005 gestellt wurden. Sie können damit keinesfalls einer Beurteilung bzw.
Bejahung der Unfallkausalität gleichgesetzt werden. Betreffend Piriformissyndrom legt
Dr. F._ sodann unter Verweis auf die medizinische Literatur dar, dass bei mehreren
Patienten unmittelbar nach dem Unfall eine Schwellung am Ort der Prellung aufgefallen
sei, einige hätten Blutergüsse festgestellt. Bei einigen seien ischiasartige Schmerzen
unmittelbar nach der Gesässprellung aufgetreten, bei weiteren hätten sich die
Schmerzen in einem Zeitrahmen von durchschnittlich sechs Wochen gebildet, weitere
seien von der Ischialgie verschont geblieben. Die Unfallanamnese mit Sturz auf die
Hüfte bzw. das Gesäss und der als pseudoradikulär imponierende Schmerz, den
Dr. C._ (recte: Dr. B._ [Suva-act. 11]) beschrieben und wahrscheinlich auch
Dr. D._ registriert habe, würden zwar für eine posttraumatische Form des
Piriformissyndroms sprechen. Dennoch sei die Diagnose eines solchen im vorliegenden
Fall nicht zutreffend. Ein Bluterguss sei als Folge des Sturzes vom 3. Mai 2006 nicht
beschrieben worden. Ferner sei der Schmerz rasch von der Hüfte in Richtung der LWS
gewandert. Zusammenfassend ist demzufolge festzuhalten, dass keine massgebenden
Hinweise auf eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität des ISG- oder des
Piriformissyndroms vorliegen, weshalb es eine solche zu verneinen gilt.
3.3 Auch in Bezug auf die von Dr. B._ im Bericht vom 10. Dezember 2006
diagnostizierte Lumbalgie, zeitweise Lumboischialgie rechts pseudoradikulär (Suva-act.
11), muss eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität verneint werden. - Mit der
Diagnose "Lumbalgie" wird von den Ärzten im Regelfall das Beschwerdebild fassbar
gemacht. Belegt wird demzufolge lediglich, dass der Patient Schmerzen in der unteren
Lumbalregion aufweist. Die Rückenschmerzen können ganz unterschiedliche,
grundsätzlich auch traumatische Ursachen, wie Wirbel- und Beckenfrakturen, haben.
Gerade eine Lumbalgie ist jedoch eine typische Diagnose bei im Regelfall bestehenden
degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule. Für die Annahme einer spezifisch
traumatischen Schmerzursache wird demzufolge zusätzlich eine für die Lumbalgie
unfallspezifische organisch begründbare Ursache verlangt. Eine solche ist in einer
struktruellen Läsion bzw. einer schlecht verheilten strukturellen Läsion als
objektivierbares Korrelat zu sehen. Echtzeitlich diagnostzierten die erstbehandelnden
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Ärzte des LKH bei der Beschwerdeführerin eine Hüftkontusion rechts. Die am Unfalltag
durchgeführte röntgenologische Untersuchung des Beckens und der Hüfte ergab
jedoch keine sicheren Hinweise auf solche, durch den Unfall bzw. die Hüftkontusion
verursachte Läsionen. Die LWS wurde am 6. Mai 2006 röntgenologisch untersucht. Der
dabei erhobene Verdacht auf eine Querfortsatzfraktur L5 konnte durch eine am 16. Mai
2006 wiederholte Röntgenuntersuchung nicht gesichert werden. Der Befund war
altersentsprechend. Ein weiteres Röntgenbild des Beckens war ebenfalls unauffällig
(Suva-act. 5, 9). Letztlich zeigte auch die am 13. Dezember 2006 durchgeführte MRT-
Untersuchung der LWS lediglich degenerative Veränderungen - eine Chondrose L5/S1
und beginnend L4/5 - ohne Hinweis auf traumatisch bedingte Läsionen (Suva-act. 14).
Im Rahmen wiederholter medizinischer bildgebender Abklärungen liessen sich also
keine unfallkausalen strukturellen bzw. organischen Gesundheitsschäden im Bereich
der Wirbelsäule oder des Beckens nachweisen. Dies bestätigt auch der Bericht von Dr.
B._. Die von ihm erhobenen klinischen Befunde sind schliesslich mehrheitlich
regelrecht. Nicht aussagekräftig in Bezug auf eine mögliche traumatische Ursache ist
die von ihm erhobene, unspezifische pseudoradikuläre Ausstrahlung ohne Zuordnung
einer Wurzel sowie der positive Pseudo-laségue endlagig rechts. Übrig bleibt einzig der
klinische Befund eines LWS-Durchfederungsschmerzes über den gesamten LWS-
Segmenten (vgl. dazu Erwägung Ziff. 3.2.2 betreffend klinische
Untersuchungsergebnisse; vgl. auch Suva-act. 21). Durch die echtzeitlichen Diagnosen
einer Hüft- sowie LWS-Kontusion lassen sich schliesslich ebenfalls keine
fortdauernden LWS-Beschwerden erklären. Dr. F._ weist zutreffenderweise auf die
medizinische Erfahrungstatsache hin, dass harmlose Traumen mit fehlenden
strukturellen Schädigungen der Gelenke und Knochen, beispielsweise Prellungen,
normalerweise innert kurzer Zeit folgenlos abheilen und sich die damit verbundenen
Beschwerden gänzlich zurückbilden. Dr. B._ weist auf den Sturz der
Beschwerdeführerin vom 3. Mai 2006 auf die Hüfte hin. Drei Tage nach dem Unfall
traten LWS-Beschwerden auf (vgl. Suva-act. 5), die sich jedoch nach kurzer Zeit
insgesamt deutlich besserten. Ab dem 20. Mai 2006 ist in den Akten während etwas
mehr als einem halben Jahr keine Arbeitsunfähigkeit mehr vermerkt (vgl. Suva-act. 1,
9). Laut anamnestischen Ausführungen von Dr. B._ verstärkte sich die
Lumboischialgie rechtsseitig im Dezember 2007 wieder. Gerade auch diese zeitliche
Komponente entspricht der vorgenannten medizinischen Erfahrungstatsache und
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verringert die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Kausalität zwischen den jetzigen
Rückenbeschwerden und dem Unfallereignis vom 3. Mai 2006. Im Rahmen der
Kausalitätsbeurteilung ist es im Weiteren allgemein von Bedeutung, dass eine
gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht gelten
kann, wenn sie zeitlich nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 341 f.). Anhaltende
bzw. neu aufgetretene Beschwerden können - wie auch im konkreten Fall anzunehmen
ist - mit unfallfremden Beschwerden, beispielsweise degenerativer Art, erklärt werden.
Die Beschwerdeführerin wendet in der Replik ein, die früheren MRT-Aufnahmen hätten
sich auf eine negative Betrachtungsregion bezogen und hätten daher keine positiven
Befunde ergeben können. Entsprechende neue Akten wurden jedoch von ihr bis heute
nicht eingereicht. Nachdem das Becken und die LWS der Beschwerdeführerin
wiederholt bildgebend untersucht worden sind - am 6. und 16. Mai 2006 fanden
röntgenologische und am 13. Dezember 2006 eine MRT-Untersuchung statt - und die
einzelnen Untersuchungsergebnisse übereinstimmen, ist nicht ersichtlich, inwiefern das
Ergebnis der MRT-Untersuchung vom 13. Dezember 2006 (Suva-act. 14) nicht
verwendet werden könnte.
3.4 Mit der von Dr. D._ im ärztlichen Zwischenbericht vom 22. Februar 2007
gestellten Diagnose einer neuropathischen Schmerzstörung bei Sturz auf Kreuzbein
2006 liegt schliesslich ebenfalls kein Beweis für eine unfallkausale LWS- oder Hüft-,
Becken-, Gesässbeschwerden verursachende Gesundheitsschädigung vor. - Wie die
Lumbalgie stellt auch die neuropathische Schmerzstörung eine das Beschwerdebild
definierende Diagnose dar, die zusätzlich einer spezifischen organisch begründbaren
Ursache in Form einer strukturellen Läsion bedürfte, damit die Kausalität zum
Unfallereignis bejaht werden könnte. Dr. F._ weist zutreffend darauf hin, dass Dr.
D._ keine Angabe darüber machte, welche Nervenläsion die neuropathische
Schmerzstörung ausgelöst hat und wie es zur Entwicklung dieser Neuropathie
gekommen ist.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass die von der
Beschwerdeführerin geklagten Rücken- und Hüft- bzw. Becken- und
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Gesässbeschwerden mit dem Unfallereignis vom 3. Mai 2006 im Zusammenhang
stehen. Insbesondere ist nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen, dass die
nachfolgend an den Unfall gestellten Diagnosen eines ISG- und Piriformissyndroms,
einer Lumbalgie und einer neuropathischen Schmerzstörung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit bestehen bzw. Unfallfolgen darstellen. Eine überwiegend
wahrscheinliche Unfallkausalität wird nicht zuletzt auch dadurch gemindert, dass in
Bezug auf die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin mehrere, verschieden
lokalisierte Diagnosen jeweils nur einmal von einem einzelnen Arzt gestellt wurden.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 13. Juli 2007 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG