Decision ID: 7dd88712-0ff9-4ee2-b6af-dbff5994f018
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, war seit dem
1. Januar 2011
bei
d
er
Y._
als Market
Develope
Director
angestellt und in dieser Eigen
schaft bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend:
Unfallversicherung
) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 28. August 2011 erlitt der Versicherte einen Unfall
,
als er beim Gleitschirm
fliegen an einer Baumkrone anschlug, sich der Schirm überschlug und er 12 bis 15 Meter in die Tiefe auf den Rücken fiel (Urk.
11/A1-2,
Urk. 11/A11
). Die Erst
behandlung erfolgte – nach Zuw
eisung durch die
Z._
– im
A._
,
wo eine inkomplette Paraplegie
sub
L2 mit Rotationsinstabile
n
LWK1 und 2 Fraktu
ren
(Spaltungsfraktur LWK 1, komplette Berstungsfraktur LWK 2)
mit kompletter Verlegung des Spinalkanals L2,
Processus
spinosi
Frakturen LWK1 bis 3, Becken
ringverletzung Typ C mit
Vertical
shear
Verletzung links mit
transforaminaler
Sacrumfraktur
links und oberer und unterer Schambeinastfrakturen links, diag
nostiziert wurde
(Urk. 11/M2)
.
A
m 28. August und am 1. September 2011
fanden am
A._
zwei operative Eingriffe statt (Urk.
11/
M
1-
4
). Am 15. Sep
tember 2011 wurde der Versicherte
zur Rehabilitation
in das
B._
in
C._
verlegt,
wo
er am 14. März 2012 austrat (Urk.
11/M2, Urk. 11/M7,
Urk. 11/M56
).
H
ernach
wurde er
im Zentrum für Paraplegie der
D._
ambulant betreut
.
Im Rahmen des Case Managements der
Unfallversicherung
startete der Versicherte am 7. Mai 2012 einen therapeutischen Arbeitsversuch bei der bisherigen Arbeitgeberin, wobei er sein Arbeitspensum von 24 % auf 40 % zu steigern vermochte (Urk. 11/A64, Urk. 11/A66, Urk. 11/A68)
.
Am
17. Oktober 2012
erteilte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
Kosteng
utsprache zur berufsbegleitenden
Umschulung zum MBA/EM
B
A in International Business an der
E._
im Teilzeitpensum vom 10. November 2012 bis am 31. Oktober 2014 (Urk.
11/
A75). Per 1. Januar 2014 wurde ein neuer Arbeitsvertrag mit de
r
bisherigen Arbeitgeber
in
im 70%-Pensum abgeschlossen, we
lcher auf den 31. März 2015 gekündigt wurde (
Urk. 11/A134B1-B2,
Urk. 11/A186B1,
Urk.
11/
A194).
1.2
Die
Unfallversicherung
richtete die gesetzlichen Leistungen aus und kam insbe
sondere für Heilungskosten, Geldleistungen und Hilfsmittel auf. Zudem richtete sie im März 2012 eine Akontozahlung von Fr. 30'000.-- betreffend Integritäts
entschädigung aus (Urk.
11/
A57-58).
Mit Mitteilung vom 19. Februar 2015 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für die Verlängerung der Umschulung vom 1.
Januar
bis am 31. Mai 2015 und
hiess
eine Outplacement-Beratung gut (Urk. 11/A201).
Anlässlich
eines persönlichen Gesprächs vom 26. Mai 2015 informierte die
Unfallversicherung
den Versicherten über die geplante Einstellung der Taggelder und Heilungskosten per 30. Juni 2015 (Urk. 11/A220). Am 22. Juli 2015 setzte der Versicherte die
Unfallversicherung
über den erfolgreichen Abschluss der Umschulung
beziehungsweise
der Weiterbildung zum Executive MBA
E._
in Kenntnis (Urk. 11/A234).
Am 4. August 2015 nahm der behandelnde Arzt der
D._
,
Dr. med. F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, zum Gesundheitszustand
und zur Arbeitsfähigkeit
des Versicherten Stellung (Urk.
11/
M93).
Hierzu nahm der beratende Arzt,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie, am 1
2.
August 2015 Stellung (
Urk.
11/M94).
Am 14. September 2015 sicherte die
Unfallver
sicherung
dem Versicherten im Rahmen eines Rentenvorschusses eine monatliche Zahlung von Fr. 2'200.--, unter Verrechnung mit den später festgesetzten Leis
tungen, zu (Urk. 11/A248).
Am 1. September 2015 trat der Versicherte eine bis am 3
1
. Januar 2016 befristete Anstellung bei der Firma
H._
an, wo er fünf Stunden pro Tag arbeitete
(
Urk.
11/A297)
. Ab März 2016 war der Versicherte in einem 60%-Pensum
bei der
I._
als Business Developer
angestellt
(Urk. 11/A294)
.
Das Arbeitsverhältnis endete am 30. November 2016
, woraufhin der Versicherte noch drei Monate in einer Auffanggesellschaft zur Rettung des Unternehmens
im 60
%
-Pensum
tätig war
(
Urk. 11/M127 S. 3 und S. 27
).
Ab dem 5. Dezember 2016 war der Versicherte als Berater für die
J._
tätig. Dieses Arbeitsverhältnis endete Anfang März 2017 (Urk. 3/6).
1.3
Am 8. Februar 2016 verfügte die
Unfallversicherung
die Einstellung der Taggeld
leistungen per 30. Juni 2015 sowie – bei einem Invaliditätsgrad von 19 % –
einen monatlichen Rentenanspruch von Fr. 1'596.-- ab dem 1. Juli 2015, wobei die Heilbehandlungen mit dem Rentenbeginn
dahin
fielen und zum Erhalt der verbleibenden Teil-Arbeitsfähigkeit bis auf Weiteres die notwendigen Physiothe
rapien, sowie die notwendigen Kontrolluntersuchungen übernommen würden. Darüber hinaus wurde dem Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 65 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 81'900.-- sowie ein Anspruch auf eine
Hilf
losenentschädigung
leichten Grades ab März 2012
zugesprochen
(Urk. 11/A267).
Dagegen erhob der Versicherte am 8. März 2016 Einsprache (Urk. 11/A278).
Im Rahmen des
Einspracheverfahrens
veranlasste die
Unfallversicherung
eine inter
disziplinäre Begutachtung des Versicherten
im
A._
. Am 24. Juli 2017 wurde das psychiatrische Teilgutachten und am 30. Oktober 2017 das interdis
ziplinäre Gutachten erstattet (Urk. 11/M118, Urk. 11/M127).
Am
13. Dezember 2017 nahm Dr. med.
K._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie,
und am 10. August 2018 Dr.
med. L._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Stellung
zum psychiatrischen Teilgutachten (Urk. 11/M128
, Urk. 11/M135
).
Mit
Einspracheentscheid
vom 16. März 2018 hiess die
Unfallversicherung
die Einsprache in dem Sinne teilweise gut, dass
der Inva
liditätsgrad vo
n 19 % auf 30 % angehoben wurde.
In den übrigen Punkten w
urde die Einsprache abgewiesen (Urk. 2 = Urk. 11/A335).
Seit
dem 1. April 2018 ist der Versicherte bei
der
M._
angestellt
(Urk. 3/7
, Urk. 35/18).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 16. März 2018
erhob der Versicherte am 3. Mai 2018 Beschwerde und stellte folgende
s
Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
«1.
D
er
Einspracheentscheid
der
Beschwerdegegnerin
vom 16. März 2018 sei aufzuheben.
2.
Die
Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, dem
Beschwerdeführer
rück
wirkend per 1. Juli 2015 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 67 % auszurichten.
3.
Die
Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, dem
Beschwerdeführer
eine Integritätsentschädigung von 100 % auszurichten.
4.
Die
Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, dem
Beschwerdeführer
ein Invaliditätskapital von Fr. 291'162.-- (Invaliditätsgrad 100 %) auszurichten.
– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
–»
In prozessualer Hinsicht beantragte der
Beschwerdeführer
die Anordnung eines
zweiten
Schriftenwechsels (Urk. 1 S. 17).
Mit Beschwerdeantwort vom 5. Septem
ber 2018 beantragte die
Unfallversicherung
, auf Rechtsbegehren Ziffer 4 der Beschwerde vom 3. Mai 2018 sei nicht einzutreten, im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen (Urk. 10). Mit Verfügung vom 10. September 2018 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 12). Am 13. Dezember 2018 reichte der
Beschwerdeführer
eine Replik ein
, worin er
sein
en
Antrag
um Zusprechung eines Invaliditätskapitals aus einer Zusatzversicherung
(Rechtsbegehren Ziffer 4)
zurück
zog und ansonsten an seinem
Rechtsbegehren festhielt
(Urk. 16)
.
M
it
Dup
lik
vom 11. Februar 2019
schloss
die Beschwerdegegnerin auf vollumfängliche Abweisung der Beschwerde
(Urk. 20).
Mit Eingabe vom 19. März 2019 reichte der
Beschwerdeführer
zwei Schreiben seines ehemaligen Arbeitgebers
, der
Y._
,
ein und informierte darüber, dass er eine neue
Stelle als Präsident des
N._
angetreten habe
und daneben weiterhin in einem 30%-Pensum für
die
M._
tätig sei (Urk. 22-23).
Am 20. Mai 2019 reichte die
Beschwerdegegnerin
eine Stellung
nahme zur Eingabe des
Beschwerdeführer
s vom 19. März 2019 ein (Urk. 27).
Mit Eingabe vom 16. September 2019 reichte der
Beschwerdeführer
eine
weitere
Stellungnahme
unter Beilage diverser Spesenbelege
ein (Urk. 34
, vgl. Urk. 30-31
)
, woraufhin sich die
Beschwerdegegnerin
mit Eingabe vom 1. Oktober 2019 erneut zur Sache äusserte (Urk. 37).
3.
Zu ergänzen ist, dass
die
IV-Stelle das Begehren des
Beschwerdeführer
s um Aus
richtung einer Invalidenrente mit Verfügung vom 26. Juli 2018 abgewiesen hat. Die vom
Beschwerdeführer
dagegen beim Sozialversicherungsgericht erhobene Beschwerde ist Gegenstand des Verfahrens Nr. IV.2018.00787 und wurde mit Urteil heutigen Datums teilweise gutgeheissen.
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit
entscheidrelevant
, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
28. August 2011
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.4
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.5
1.5.1
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.5.2
Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsent
schädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privatrecht
lichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Im Gegensatz zur Bemes
sung der Genugtuungssumme im Zivilrecht lassen sich ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens aufstellen. Spezielle Behinderun
gen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab. Auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 133 V 224 E. 5.1, 115 V 147 E. 1 mit Hinweisen).
1.5.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des
Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
1.5.4
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.
6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Nachdem der
Beschwerdeführer
beschwerdeweise noch die Zusprechung eines Invaliditätskapitals von Fr. 291'162.-- aus einer Zusatzversicherung
beantragt hatte (Urk. 1 S. 2 Rechtsbegehren Ziffer 4),
zu dessen Beurteilung das hiesige Gericht nicht zuständig gewesen wäre,
zog er diesen Antrag in seiner Replik vom 13. Dezember 2018 zurück (Urk. 16).
Vom Rückzug dieses Begehrens ist
Vormerk
zu nehmen.
2.2
Einspracheweise
nicht
angefochten wurden der von der
Beschwerdegegnerin
verfügte Fallabschluss per 30. Juni 2015 sowie der Anspruch des
Beschwerdefüh
rer
s auf eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades ab März 2012 (vgl. Urk. 11/A2
78
).
In den
betreffenden Punkte
n
ist die Verfügung vom
8.
März 2016
somit in Rechtskraft erwachsen
.
Diese
bilden nicht Teil des vorliegend zu beu
r
teilenden Anfechtungsobjektes.
2.3
Strittig und im Nachfolgenden zu prüfen
sind
der Anspruch des
Beschwerdefüh
rer
s auf eine
Invalidenrente
und eine
Integritätsentschädigung.
3
.
3
.1
Die
Beschwerdegegnerin
stütz
t
ihren
Einspracheentscheid
insbesondere auf einen aus der Gegenüberstellung eines
Valideneinkommens
von Fr. 148'135.60 mit einem
Invalideneinkommen von Fr. 103'713.50 resultierenden Invaliditätsgrad von 30 %.
Es sei davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer
ohne Unfall
ereignis weiterhin die berufliche Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber
im 100 %-Pensum weitergeführt hätte, weshalb dieses
vor Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich erzielte
Einkommen als
Valideneinkommen
anzurechnen sei (Urk. 2 S. 6).
Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung aus dem interdisziplinären Gutachten
des
A._
könne vorliegend nicht übernommen werden, da mit der leichten bis mittelgradigen depressiven Episode keine psychische Störung mit invalidisie
render Wirkung vorliege und ohnehin fraglich sei, ob die psychiatrische Symptomatik auf das Unfallereignis zurückzuführen
sei
(Urk. 2 S. 10-12
). Es sei von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
auszugehen
.
B
ei der Festlegung des Invalideneinkommens
sei
auf Tabellenlöhne abzustellen. Anwendbar seien die Werte der TA 1
1.
Ein Abzug vom Tabellenlohn sei nicht angezeigt (Urk. 2 S. 13-15
, Urk. 10 S. 27-28
Rn
93-100
).
3
.2
Der
Beschwerdeführer
häl
t dem im Wesentlichen entgegen,
z
ur Ermittlung des Invalideneinkommens hätte vorliegend die Tabelle TA1 beigezogen und auf das Total
der Löhne im Sektor Dienstleistungen abgestellt werden müssen, woraus sich im
– von der
Beschwerdegegnerin
als zumutbar erachteten
aber bestrittenen
–
60%-Pensum ein Betrag von Fr. 68'432.20 ergebe. Das so ermittelte Einkommen entspreche auch ziemlich genau dem Einkommen, das der
Beschwerde
führer
mit
seinen seit dem Unfall ausgeübten Tätigkeiten effektiv
habe erzielen können
(zirka
Fr. 66'000.--;
Urk. 1 S. 6-9
).
D
ie
Beschwerdegegnerin
habe
, in ungerecht
fertigter Abweichung vom psychiatrischen Teilgutachten, den psychiatrischen Einschränkungen des
Beschwerdeführer
s keine Rechnung getragen. Gestützt auf das interdisziplinäre Gutachten
des
A._
sei von einer Arbeitsfähig
keit von 50 % auszugehen. Selbst ohne Berücksichtigung der psychischen Einschränkungen wäre nur schon aus somatischer Sicht von einer Arbeitsfähig
keit von 50 % auszugehen, da der
Beschwerdeführer
bei einer zumutbaren Anwesenheit von 60 % aus vorwiegend somatischen Gründen nur zu 80 % leis
tung
sfähig sei
.
Den Tatsachen, dass der
Beschwerdeführer
als Teilzeitangestellter überproportional wenig verdiene
sowie
der deutlich einge
schränkten Mobilität und damit der Reisefähigkeit sei mit einem leidensbedingten Abzug von 15 % Rechnung zu tragen. Das Invalideneinkommen des
Beschwerdeführer
s betrage somit Fr. 48'472.8
0.
In Gegenüberstellung zum
Validen
einkommen
von Fr. 148'135.60 ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 67 % (Urk. 1 S. 10-13
, Urk. 16 S. 7 ff.
).
4.
4.1
Die im Zeitpunkt der Begutachtung vorliegenden medizinischen Berichte wurden
im psychiatrischen Teilgutachten vom 24. Juli 2017 und
im
interdisziplinären Gutachten des
A._
vom 30. Oktober 2017
zusammengefasst
(
Urk. 11/M118 S. 2-7;
Urk.
11/M127 S. 4-23
)
, weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgen
den Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
Im interdisziplinären Gutachten vom 30. Oktober 2017 wurden folgende neuro
logischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 11/M127 S. 32):
-
Status nach Polytrauma im Rahmen eines Gleitschirmunfalls am 28. August 2011 mit/bei
-
r
otationsstabilen LWK1/2 Frakturen (Spaltungsfraktur LWK1, komplette Berstungsfraktur LWK2) mit kompletter Verlegung des Spinal
kanales L2 und
Processus
spinosi
Frakturen LWK1-3
-
fissuraler
Lamina-Fraktur HWK6 rechts
-
Vertical
shear
/Typ C Verletzung des Beckenringes links mit
transfora
minaler
Sacrumfraktur
links und Schambeinfraktur links
-
Intrakapsulärer
Nierenlazeration rechts
-
Status nach dorsaler
Spondylodese
BWK11 bis LWK4 und Dekompres
sion mit
Laminektomie
LWK1, 2 und 3,
Duranähte
im Bereich von L1-3 am 28. August 2011 (Orthopädie
A._
)
-
Status nach offener Reposition
sacral
mit perkutaner
Iliosakralschrau
ben
und Dekompression S1 links und Pfannenstiel-Inzision über
Stoppa
-Zugang mit Überbrückungsplatte oberer Schambeinast
-
Status nach Komplettierung der operativen Versorgung der lumbalen Wirbelsäulenverletzung via
Lumbotomie
mit
Synframe
,
Vertebrekto
mie
LWK2,
Cage-Interposition und
autolog
er
Spongiosaplastik
zur
bisegmentalen
Spondylodese
am 1. September 2011 (Orthopädie
A._
)
-
Status nach Implantation eines sakralen Neuromodulators
gluteal
links bei neurogener Blasen-, Sexual- und Darmfunktionsstörung am 21. Februar 2013 (Neuro-Urologie
D._
)
-
Aktuell (11. April 2017): Persistierende sensomotorische inkomplette rechtsbetonte Paraplegie
sub
Th12 (
ASIA
C) mit Atrophie des rechten Beines und mit neurogener Blasen-, Sexual- und Darmfunktions
störung mit Bedarf einer regelmässigen
Selbstkatheterisierung
und einer manuellen Darmausräumung; intermittierende neuropathische Schmerzen beider Oberschenkel und intermittierend
muskuloskelettale
Schmerzen
-
Ein- und Durchschlafinsomnie multifaktorieller Genese
Im psychiatrischen Teilgutachten vom 24. Juli 2017 stellten die Gutachter folgende Diagnosen (Urk. 11/
M
118 S. 20):
-
Depressive Störung, gegenwärtig leicht
-
bis mittelgradig (
ICD-10
F32) seit März 2017 mit somatischem Syndrom
-
Chronische Insomnie (
ICD-10
F51),
am ehesten
multifaktoriell
-
neuropathischer
und spastischer Schmerz,
Wirbelsäulen-/Becken-Schmerz
-
depressive Störung
Aus neurologischer Sicht bestehe zum einen eine deutlich rechtsbetonte Lähmung und Gefühlsminderung beider Beine, die durch die traumatische Schädigung der Nervenwurzeln auf Höhe der gebrochenen 1. und 2. Lendenwirbelkörper erklärt sei. Klinisch würden sich entsprechend schlaffe Lähmungen und eine verminderte Sensibilität unterhalb der Leistenregion (Niveau
Th
12)
finden
. Weiter bestehe eine neurogene Blasen-, Sexual- und Darmfunktionsstörung durch die trauma
tische Paraplegie. Deshalb sei am 21. Februar 2013 durch die Neuro-Urologi
e des Zentrums für Paraplegie im
D._
ein sakraler Neuromodulator
gluteal
links implantiert
worden
. Hierunter zeige sich eine Besserung der Sexual- und Darm
funktionsstörung, während
sich die Blasenfunktionsstörung nur minimal habe verbessern lassen. Die neurogene Darmfunktionsstörung habe sich
zwar nach Implantation des
sakralen Neuromodulators gebessert (zuvor sei die Defäkation nur alle 3 Tage möglich gewesen und sei praktisch ausschliesslich mittels manu
eller Ausräumung erfolgt), trotzdem müsse der
Beschwerdeführer
4-5 Mal pro Tag 10-15 Minuten für die Defäkation aufwenden (und weiterhin immer die Defäkation auch mittels manueller Ausräumung kontrollieren) und auf eine angepasste Diät und eine regelmässige Defäkation achten, damit keine Inkonti
nenz bestehe. Zudem leide er immer noch an Hämorrhoiden. Bezüglich der neurogenen Blasenfunktionsstörung habe der
Beschwerdeführer
durch den sakralen Neuromodulator keine Besserung bemerkt. Die
unphysiologische
Press
miktion sei auf Anraten vom Neuro-Urologen PD Dr.
O._
verlassen worden und auf eine intermittierende
Selbstkatheterisierung
4-5 Mal pro Tag umgestellt worden. Dadurch erleide der
Beschwerdeführer
seltener Harnwegsinfektionen, es bestehe aber weiterhin ein erhöhter Zeitbedarf für die Blasenentleerung. Zudem beklage der
Beschwerdeführer
seit dem Unfall rezidivierende Schmerzen. Es bestünden intermittierend auftretende, einschiessende, elektrisierende neuropa
thische Schmerzen beider Oberschenk
el (entsprechend dem
Dermatom
L2
), die er mittels Einnahme von
Pregabalin
bei Bedarf kontrollieren könne. Diese Schmer
zen störten den
Beschwerdeführer
insbesondere bei längeren Flugreisen.
Als weiteres Problem beklage der
Beschwerdeführer
seit dem Unfall bestehende Schlafstörungen, es bestünden eine intermittierende Ein- und Durchschlafinsom
nie und eine konsekutive leichte Tagesmüdigkeit und -Schläfrigkeit, weshalb der
Beschwerdeführer
auch tagsüber regelmässige Ruhepausen benötige. Als U
rsache für seine Ein
- und Durchschlafinsomnie gebe der
Beschwerdeführer
an, dass es für ihn häufig sehr schwierig sei, eine angenehme Position im Bett zu finden
,
und dass er aufgrund der Paraplegie keine unbewusste Wendung des Körpers im Schlaf vornehmen könne, so dass er hierfür immer erwache und dann teils erschwert wieder einschlafen könne. Er erwache deshalb jede Nacht und schlafe nie komplett durch. Daneben bestünden weitere mit der Paraplegie assoziierte bzw. hierdurch verursachte Probl
e
me, welche gegebenenfalls durch die ent
sprechenden Spezialisten (insbesondere Rheumatologie und Orthopädie) begut
achtet werden müssten
,
wie lumbale Rückenschmerzen, belastungsabhängige Schulterschmerzen rechts und Kontrakturen. Zudem gebe der
Beschwerdeführer
an, dass seine Beine seit dem Unfall insbesondere bei Hitze in sitzender Position teilweise stark anschwellen würden
. Nach Hochlagern der Beine seien die Schwel
lungen jeweils rasch
regredient
. Diese Beschwerden seien durch gestör
te/unterbrochene autonome Netzwerke der unteren Extremität im Rahmen der
multiplen Nervenwurzelverletzungen zu erklären (Urk. 11/M12
7
S. 33-35).
Aus somatischer Sicht sei dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Market Development
Director
5 Stunden pro Tag beziehungsweise 25 Stunden pro Woche zumutbar. Zeitliche Einschränkungen der Arbeitszeit würden durch den Bedarf an regelmäs
sigen physiotherapeutischen
Behandlungen zur Behand
lung/Verhinderung von Folgeschäden und zum Erhalt
der Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität, Schmerzen bei längerem Sitzen und durch vermehrten
Zeitbedarf bei der Verrichtung alltäglicher Verrichtungen und der eingeschränkten Mobilität bestehen. Zusätzlich zur zeitlichen Einschränkung bestehe eine leistungsmässige Einbusse von 20 %, entsprechend einer effektiven Arbeitszeit von 4 Stunden pro Tag, respektive 20 Stunden pro Woche,
erklärbar durch den erhöhten Zeitbedarf für das Blasen- und Darmmanagement, die erschwerte Mobilität und den Bedarf regelmässiger Ruhepausen. Reisetätigkeit und Kundenbesuche seien dabei stark eingeschränkt beziehungsweise nicht mehr möglich
. Die Tätigkeit des
Beschwer
deführer
s
sei bereits an die Unfallfolgen angepasst worden. Eine zusätzliche Reduktion der Arbeitsunfähigkeit sei durch eine weitere Anpassung der Arbeit beziehungsweise der Arbeitsstelle nicht erreichbar
(Urk. 11/M
127 S. 41-42).
Psychiatrisch betrachtet würden sich beim
Beschwerdeführer
sowohl klinisch als auch eigen- und fremdanamnestisch und testpsychologisch Hinweise auf das Vorliegen einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Störung ergeben. Daneben bestünden eine chronische Ein- und Durchschlafinsomnie sowie belastungsab
hängige kognitive Einschränkungen in Bezug auf die Konzentration und Aufmerksamkeitsspanne mit Einbussen in der Merkfähigkeit, die die Leistungs
fähigkeit am Arbeitsplatz und im Alltag beeinträchtigten. Sowohl die Depression und die chronische Insomnie als auch die Kognition würden stark vom Schmerz
niveau moduliert (Spastik,
neuropatische
Schmerzen, Schmerzen beim längeren Sitzen im Rollstuhl bei Status nach multiplen Rücken- und Becken-OPs infolge des Unfalls). In de
r Regel würden nach zirka 1.5 bis
2
Stunden
Sitzen im Rollstuhl erste schmerzbedingte Beschwerden am Arbeitsplatz auftreten. Dies zeige sich in kognitiven Einbussen, vermehrter
dysphorischer
Reizbarkeit, Motivationsverlust und Leistungsknick sowie Ermüdung, so dass längere Pausen eingelegt werden müss
t
en oder das Arbeitstempo und die Effizienz sehr abnehmen würden. Ideal sei es dann die Position zu wechseln, d.h. z.B. Abliegen oder Stehübungen durch
zuführen, um die Wirbelsäule zu entlasten und der Spastik entgegenzuwirken. Ausserdem liege eine ausgeprägte negative Kognition mit Grübeln, gedrückter Stimmungslage und einer zunehmenden Hoffnungslosigkeit mit Selbstwertein
bruch und Insuffizienzerleben vor, die mit starkem subjektivem
Leidensdruck vergesellschaftet seien.
Objektiv bleibe festzuhalten, dass Schmerz, Depression und Insomnie einander ungünstig beeinflussen würden. Die Depression könne einerseits die Insomnie, aber auch den Schmerz verstärken und sich negativ auf die Schmerzverarbeitung auswirken, andererse
its würden chronische
Schmerzen und Schlafdefizit häufig zu depressiven Verstimmungen führen. Chronische Schmerzen würden zudem auch strukturell-morphologische Veränderungen in den afferenten und efferenten Schmerzbahnen sowie der zentralen Schmerzver
arbeitung im Limbischen System und der
Hippocampusformation
bewirken.
Die chronische Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörung werde sowohl durch die neuropathischen als auch
spastikbedingten
Schmerzen
, aber eben auch durch die
depressiven Symptome mit Früherwachen und Morgentief ungünstig beeinflusst. Gesamthaft seien die psychiatrischen Beeinträchtigungen mit
zirka
20 % einzu
schätzen
. Aktuell bestehe keine antidepressive Behandlung. Möglicherweise könnte eine Psychotherapie auf kognitiv-verhaltenstherapeutischer Basis sowie Re-Etablierung eines geeigneten Antidepressivums zur Verbesserung der Krank
heitsakzeptanz/
verarbeitung
, Stimmungsaufhellung und Schmerzdistanzierung beitragen
(Urk. 11/M118
S. 23-25)
. Die Erfahrung habe
gezeigt
, dass ein Pensum mit 70-80 % deutlich zu hoch sei, weswegen eine Rückstufung auf 50-60 % erforderlich gewesen sei. Der Arbeitsversuch mit höheren Prozenten werde retro
spektiv als
frustran
eingeschätzt. Prognostisch sei dauerhaft eher von einem Pensum zwischen 50-60 % auszugehen
(Urk. 11/M
118
S. 30).
Aufgrund der
interdisziplinären neurologischen und psychiatrischen
Begutach
tung
bestehe beim
Beschwerdeführer
in
der angestammten Tätigkeit eine
Arbeits
fähigkeit
von
50 %.
Diese Arbeitsfähigkeit errechne
sich aus einer Präsenzzeit von 60 % mit währenddessen einer Leistungsfähigkeit von 80 %.
Zum Erreichen bzw. Beibehalten der Arbeitsfähigkeit müssten jedoch folgende Punkte beachtet werden: Der
Beschwerdeführer
benötige (voraussichtlich lebenslänglich) regel
mässige physiotherapeutische Behandlungen zur Vermeidung/Behandlung von Folgeschäden der Paraplegie und regelmässige
paraplegiologische
und neuro-urologische Kontrollen
. Auch das Schmerzmanagement und die Verbesserung der Schlafqualität sowie Therapie von
komorbiden
affektiven Störungen
seien
Teil dieses lebenslangen Behandlungskonzepts, so dass eine optimale interdisziplinäre Zusammenarbeit alle
r
beteiligten
Therapeuten unabdingbar erscheine. Im Hinblick auf die psychiatrische Begleiterkrankung seien regelmässige psychiat
risch-psychotherapeutische Interventionen im ambulanten Setting empfehlens
wert. Bezüglich des Arbeitsplatzes
müsse eine
Rollstuhlgängigkeit
vorliegen, weiter benötige der
Beschwerdeführer
während der Arbeit Zeit und die Räumlich
keiten zur Blasen- und Darmentleerung (während einer täglichen Arbeitszeit von 5 Stunden sei eine ein- bis zweimalige Blasen-bzw. Darmentleerung à je
10-15 Minuten Dauer zu erwarten), zudem benötige der
Beschwerdeführer
am Arbeitsplatz auch vermehrte Pausen mit der Möglichkeit, seine Beine aufgrund von Ödemen während einiger Zeit hochlagern zu können. Hieraus resultiere die Einschränkung der Leistungsfähigkeit auf 80 % (entsprechend 4 Stunden pro T
ag;
Urk. 11/M127 S. 38)
.
4.2
Am
13. Dezember 2017 nahm Dr.
K._
im Auftrag
der
Beschwerdegegnerin
zum psychiatrischen Teilgu
tachten Stellung (Urk. 11/M128).
Dabei kritisierte er
dieses
als nicht überzeugend
. Zum einen gehe es nicht der Frage nach, weshalb der
Beschwerdeführer
trotz seiner psychiatrischen Störung bisher keine psychiat
risch-psychotherapeutische Behandlung aufgenommen habe. Obschon der psychiatrische Gutachter schreibe, eine solche Behandlung könne dem
Beschwer
deführer
etwas helfen, bezeichne er die psychiatrische Störung als auf Dauer weiterbestehend. Die interdisziplinäre Schlussfolgerung sei aus psychiatrischer Sicht nicht schlüssig. In der neurologischen Befunderhebung heisse es, der
Beschwerdeführer
zeige eine leicht gedrückte Stimmungslage, sei jedoch schwin
gungsfähig, lache mehrmals während des Gesprächs und mache einige Scherze. Es werde von einer problemlosen Anamneseerhebung gesprochen, der
Beschwer
deführer
sei formal gedanklich unauffällig und die genauen Daten habe er meist nennen können.
Eine leichtgradige depressive Störung könne durchaus gegeben sein. Wenn es aber heisse leicht- bis mittelgradig, sei dazu ein Fragezeichen zu setzen.
Eine depressive Störung sei nicht erwiesenermassen als dauerhaft zu bezeichnen. Eine Besserung wäre durch eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, welche dringend zu empfehlen sei, durchaus zu erwarten (Urk. 11/M128 S. 2-3).
4.3
Am 10. August 2018 nahm der beratende Arzt der
Beschwerdegegnerin
, Dr.
L._
,
zum
psychiatrischen Teilgutachten
Stellung (Urk. 11/M135).
Zusam
mengefasst hielt er fest, im Rahmen einer
kriterien
geleiteten
Diagnostik könne das Vorliegen einer eigentlichen depressiven Episode von leichter
-
bis mittelgra
diger Intensität (ICD-10 F 32) durch die im Gutachten dokumentierten Befunde nicht begründet oder belegt werden, sodass aus versicherungspsychiatrischer Sicht dieser Einschätzung nicht zugestimmt werden könne. Auch die Schlaf
störung sei nicht im Rahmen einer eigenständigen Diagnose einzuordnen. Im vorliegenden Fall würden keine konkreten Anhaltspunkte für eine Beeinträchti
gung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer
Depression bestehen. Die bestehende Beeinträchtigung werde im Rahmen der Querschnittsproblematik eingeordnet. Eine eigentliche depressive Episode sei nicht ausgewiesen (Urk. 11/M135 S. 8-9).
5.
5.1
5.1.1
Die Parteien sind sich in medizinischer Hinsicht insbesondere ob der Beweiskraft des
psychiatrischen Teilgutachten
s
vom 24. Juli 2017
uneins
(vgl. E. 3
). Dement
sprechend ist vorab zu prüfen, ob das betreffende Gutachten die rechtsprechungs
gemässen Voraussetzungen
an
eine beweiskräftige
Entscheidgrundlage
erfüllt (vgl. E. 1.6)
und hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit darauf abzu
stellen ist.
5.1.2
Die
psychiatrische
n
Gutachter
begründete
n die
zusätzlich zu den somatischen Einschränkungen zu berücksichtigende
20%ige Einschränkung der Arbeitsfähig
keit
mit dem Vorliegen einer gegenwärtig leicht- bis mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10 F32) mit somatischem Syndrom sowie einer chronisch
en Insom
nie (E. 4.1). Obwohl die
psychiatrische
n
Gutachter eine
r psychotherapeutischen
Behandlung
eine potentiell positive Wirkung prognostizierte
n
, trug
en
sie
bei
ihrer
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Tatsache, dass sich der
Beschwerdeführer
bis anhin nicht in
regelmässige
psychiatrische Behandlung
begeben hatte, keine Rechnung.
Die im
psychopathologischen Befund
festgehaltene
reduzierte Konzentration und Aufmerksamkeit
beruht
auf den subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers
und nicht auf anlässlich der Exploration erhobenen
objekti
ven
Befunden
(Urk. 11/M118 S. 15)
.
Im anlässlich der neurologischen Explo
ration
im Rahmen der interdisziplinären Begutachtung
erhobenen Unter
suchungsbefund wurde der
Beschwerdeführer
als formalgedanklich unauffällig bezeichnet. Einschränkungen der Konzentration oder der Aufmerksamkeit wur
den nicht festgehalten (Urk. 11/M127 S. 29).
Vom 10. November 2012 bis Juni 2015 hat der
Beschwerdeführer
–
neben einer beruflichen Tätigkeit von mindes
tens 60 %
–
eine
Ausbildung
zum
Executive Master
of
Business Administration an der
E._
absolviert
(Urk. 11/A75,
Urk. 11/A174,
Urk. 11/A
201,
Urk. 11/A234).
Dies blieb
bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im
psychiatrischen Gutach
te
n
ebenso unberücksichtigt, wie die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer
– neben weiteren sportlichen Hobbys wie Rollstuhl-Tennis –
mit grossem Zeitaufwand
Parabob
-Sport
betreibt
und
in dieser Disziplin
gar
erfolgreich
an den P._
teilgenommen hat
.
Letzteres steht denn auch in Widerspruch zur im
psycho
pathologischen Befund festgehaltenen Angst beim Autofahren und beim Beschleunigen generell
(Urk. 11/M118 S. 15)
,
da
anzunehmen ist, dass auf den
Beschwerdeführer
im
Parabob
-Sport die höheren Beschleunigungskräfte wirken
als
beim Lenken eines Personenwagens
(vgl. Urk. 11/M135 S. 4-5)
.
Unter Berück
sichtigung des hohen
Aktivitätenn
iveaus
und insbesondere des zeitintensiv
ausgeübten
Parabob
-Sports ist auch die
gutachterlich festgehaltene
Antriebsmin
derung sowie die
Tendenz zur Selbstprotektion (Urk. 11/M118 S. 15)
zu hinter
fragen.
Ferner fehlt eine gutachterliche Abhandlung dazu,
weshalb sich im Verlauf seit dem Unfall keine Anzeichen für die Entwicklung einer – gutachterlich als unfallkausal eingestufte
n
– depressiven Symptomatik finden
(vgl. Urk. 11/M118 S. 2-7)
.
Im Rahmen der Diagnostik des MINI ICF wurden
vom psychiatrischen Gutachter
sodann
fachfremd
auch somatische
(«behinderungsbe
dingte»)
Einschränkungen
mit
berücksichtigt
(
vgl. Urk. 11/M118 S. 16-17 Ziffer 4.3
)
, womit diese doppelt zum Tragen kamen
.
5.1.3
Zusammengefasst erweist sich das psychiatrische Gutachten vom 24. Juli 2017 in seine
r Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
als
nicht nachvo
llziehbar
und es kann nicht darauf abgestellt werden.
5.2
Neben dem psychiatrischen Gutachten vom 24. Juli 2017 liegen
bis auf den
Aus
trittsbericht des
B._
vom 31. Mai 2012 (neuropsychologische Untersuchung vom 12. März 2012
Urk. 11/M56 S. 8 ff
.
)
keine weiteren
Untersuchungsberichte
in Bezug auf den
psychischen
Gesund
heitszustand des
Beschwerdeführer
s vor.
Anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung wurde eine alters- und ausbildungsadäquate mentale Leistungs
fähigkeit festgestellt, ohne Einschränkungen der Belastbarkeit, Konzentration, Aufmerksamkeit oder der kognitiven Funktionen (Urk. 11/M56 S. 12). Der
Beschwerdeführer
selbst gab an, den Eindruck zu haben, genau die gleiche Person wie vor dem Unfall zu sein (Urk. 11/M56 S. 9).
Q._
MSc
UZH
, klinischer Psychologe FSP und Psychotherapeut FSP, bestätigte in seiner Stellungnahme vom 28. Februar 2018 sodann, dass sich anlässlich
seiner
beiden stündigen therapeutischen Interventionen vom 29. Oktober und vom 8. Dezember 2014 keine Anhaltspunkte für eine psychische Störung
ergeben hätten
(Urk. 11/M129).
I
m Verlauf
finden sich
keine Hinweise dafür, dass der
Beschwer
deführer
nach dem Unfall an einer eigentlichen psychiatrischen Erkrankung mit
massgeblicher
Einschränkung
der
Arbeitsfähigkeit gelitten hat. So sind
bis auf
die beiden psychotherapeutischen
Sitzungen bei
Q._
keinerlei psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlungen dokumentiert. Infolge
dessen ist eine
psychische Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit
in keiner
Weise a
usgewiesen und die zumutbare Leistungsfähigkeit
des
Beschwerdeführer
s
ausschliesslich
anhand
der somatischen Einschränkungen zu bestimmen.
5.3
5.3.1
Im interdisziplinären Gutachten vom 30. Oktober 2017 wurde
in der angestamm
ten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
attestiert (E. 4.1)
, wobei darin eine psychiatrische Einschränkung von 20 % enthalten ist
. Da
bei der Beurteilung der
zumutbaren
Arbeitsfähigkeit im vorliegenden Fall indes
keine
zusätzlichen
psychiatrischen Einschränkungen zu berücksichtigen sind
(vgl. E. 5.2) und das neurologische Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige
Entscheidgrundlage
un
be
strittenermassen erfüllt (vgl. E. 1.6)
, können 80
% der
interdisziplinär
attestierten
Arbeitsunfähigkeit
angerechnet werden
, was
einer
aus somatischen Gründen bestehenden
Arbeitsunfähigkeit
von 40
%,
beziehungsweise
eine
r
Arbeitsfähigkeit
von 60
%
entspricht
.
Die Ein
schränkung wurde dabei
nachvollziehbar
mit dem erhöhten Zeitbedarf für das Blasen- und Darmmanagement,
der
erschwerte
n
Mobilität und
dem
Bedarf an regelmässigen Ruhepausen begründet (E. 4.1).
Eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 60 % ist auch angesichts der seit
dem Jahr
2012 gezeigten Leistungsfähigkeit und den konstanten Einschätzungen der behandelnden Ärzte ausgewiesen.
Bereits am 9. Juli 2012 wurde i
m Bericht des
B._
ein
vom
Beschwerdeführer
gut tolerier
tes
Arbeitspensum von 30-40 %
(Arbeitsversuch beim bisherigen Arbeitgeber)
, verteilt auf zwei Tage pro Woche f
estgehalten
. Es wurde die Fortsetzung des Arbeitsversuches und die schrittweise Steigerung des Arbeitspensums bis zur nächsten Kontrolle empfohlen
(Urk. 11/M32).
Der den
Beschwerdeführer
seit dem
Jahr 2012 behandelnde Arzt, Dr.
F._
,
attestierte
durchwegs
eine Arbeits
fähigkeit von
rund
60 %
oder 27 bis 28 Stunden pro Woche
(Verla
ufseintrag vom 11. Dezember 2014
[Urk. 11/M79], Bericht vom 18. Mai 2015 [Urk. 11/M85], Bericht vom 4. August 2015 [Urk. 11/M 93]
, Bericht vom 3. November 2015 [Urk. 11/M99
]
).
Die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
führte er
auf
lähmungs
bedingte
Behinderungen im Alltag und Beruf (unter anderem Reduktion der Sitz
dauer, hoher Zeitbedarf für Blasen- und Darmentleerung, Einschränkung und vermehrter
Zeitbedarf bei der Fortbewegung) zurück
(
Urk. 11/M93).
Hatte Dr.
F._
am
13. Mai 2013
noch über eine derzeitige Tätigkeit des
Beschwer
deführer
s im Pensum
zu 70-80 % in der Marktforschung
berichtet (Urk. 11/M78), führte er in
seinem Bericht vom 3. November 2015 aus, bei dieser Tätigkeit im 70-80%-Pensum habe es sich offensichtlich und nachträglich gesehen um einen kurzfristigen Arbeitsversuch
gehandelt, der vom
Beschwerdeführer
wegen Über
forderung habe abgebrochen werden müssen (Urk. 11/M99).
Im Bericht des
B._
vom 1. Juni 2016 wurde eine seit Herbst 2015 ausgeübte Tätigkeit als Manage
r einer kanadischen Firma im 60
%
-Pensum
fest
gehalten.
Der
Beschwerdeführer
sei beruflich
oft im Ausland unterwegs. Dieses Pensum werde unter Beachtung der Regenerationszeiten gut toleriert (Urk. 11/M112 S. 2 und 4). Eine
Arbeitsfähigkeit von 60 % korreliert denn auch mit der vom
Beschwerdeführer
anlässlich der neurologischen Exploration vom 11. April 2017 geäusserten Selbsteinschätzung,
wonach er sich in der Lage sehe,
pro Woche 23-25 Stunden
beziehu
ngsweise in einem Pensum von zirka
50-60 %
zu arbeiten
. A
ls nächstes
werde er sich
eine 60%-Stelle suchen. Bei diesem Pensum fühle er sich nicht überfordert und habe genügend Zeit für den durch die Paraplegie bedingten Mehraufwand (Urk. 11/M127 S. 28).
5.3.2
Die Gutachter schätzten die Arbeitsfähigkeit nicht retrospektiv ein.
A
ngesichts der Beurteilungen der
behandelnden Ärzte
(vgl. E. 5.3.1)
kann aber
von einer seit dem unangefochtenen Fallabschluss per 30. Juni 2015 bestehenden
konstanten
Arbeitsfähigkeit von 60 % in der angestammten Tätigkeit
ausgegangen werden
.
5.4
5.4
.1
Zu klären sind die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähig
keit.
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invaliden
versicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbe
dingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit
unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts
9C_492/2018 vom 24. Januar 2019 E. 4.3.2 mit Hinweis auf Urteil
8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
ent
spricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichti
gung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentver
gleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesge
richts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
5.4
.2
Die
Beschwerdegegnerin
stellt zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturer
hebungen (LSE)
, konkret
auf die
Tabelle T11, ab (Urk. 2 S. 13 ff, Urk. 10 S. 38 f., Urk. 27 S. 4). Dahingegen stützte sich der
Beschwerdeführer
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens primär auf das tatsächlich erzielte Einkommen
unter Abzug
von
behaupteter
Sozial
lohn
komponente und Spesenentschädigung
. Da auch die Ermittlung des Invalideneinkommens mittel
s der Tabelle TA1 der LSE 2014
zu keinem anderen Ergebnis führe, könne jedoch offenbleiben, ob die konkrete beruflich-erwerbliche Situation oder
die
Tabellenlöhne massgebend seien (Urk. 1 S. 13 f.).
5.4.3
Der
Beschwerdeführer
ging nach Eintritt des Gesundheitsschadens einer Vielzahl an verschiedenen Erwerbstätigkeiten in unterschiedlichen
Pensen
nach
(vgl. Sachverhalt E. 1). Mit Eingabe vom 19. März 2019 teilte
er
mit, dass er eine neue Stelle
als Präsident des
N._
angetreten habe. Diese Tätigkeit werde mit einem Jahreslohn von Fr. 38'400.-- entschädigt. Der
N._
unterstütze ihn
als Behinder
tensportler
zudem mit einem Soziallohn in der Höhe von Fr. 12
'000.--.
Da er sämtliche Spesen, die ihm im Zusammenhang mit der Teilnahme am
R._
und der
S._
im Para
Sliding
anfielen, selber tragen müsse, erhalte er im Weiteren eine Spesenentschädigung von jährlich Fr. 30'000.-
-
. Bei dieser Stelle handle es sich um einen einmaligen Glücksfall.
Es sei klar, dass er diese nur solange ausüben könne, als er ein erfolgsversprechend
er Para Bobfahrer
sei. Neben dieser Tätigkeit sei er weiterhin in einem 30%-Pensum für seinen bisheri
gen
Arbeitgeber
M._
tätig. Dieses Pensum könne er sehr flexibel ausüben (Urk. 22).
Seiner Eingabe vom 19. März 2019 legte der
Beschwerdeführer
zweierlei
Ver
tragsdokumente
bei
: Einerseits den Arbeitsvertrag mit dem
N._
, datiert vom 9. Oktober 2018 (Urk. 23/11), sowie
ein
en
Nachtrag zum betreffenden Arbeits
vertrag
vom
14. Februar 2019 (Urk. 23/12). Während im Arbeitsvertrag ein pauschales Jahressalär von Fr. 80'400.-- festgehalten wurde (Urk. 23/11 S. 4
Article
4), wurde diese Gesamtsumme im Nachtrag in folgende Positionen aufge
teilt: Fr.
38'400.-- «Wage
for
working
as
president
of
the
N._
», Fr. 12'000.-- «
Social
contribution
to
support
the
Employee
as
an
athlete
» und Fr. 30'000.-- «
Expence
allowance
to
cover
the
approximate
costs
of
participation
in
the
parabobsleigh
R._
and
S._
»
(Urk. 23/12 S. 2-3
Article
2)
.
Mit Eingabe vom 16. September 2019 reichte der
Beschwerdeführer
eine Übersicht über die bisher im Jahr 2019 a
ngefallenen Spesen sowie Belege dazu ein (Urk. 35/13)
.
Dadurch
sind Berufsspesen
in der Höhe
von Fr. 30'000.-- jedoch nicht dargetan:
Die betreffenden Kostenpositionen vermögen die Behaup
tung des
Beschwerdeführer
s nicht zu stützen, wonach diese zur Ausübung
seines
Berufes notwendig seien
, zumal sich darunter auch
Barr
echnungen für diverse alkoholische Getränke finden. Weiter sind den
eingereichten Belegen auch Rechnungen für
zumindest
nicht nur dem
Beschwerdeführer
zuzuschreibende Auslagen
wie Übernachtungskosten
für zwei Personen
, Massagen, Gesichtsbe
handlung und
F
ärben der
Wimpern
zu entnehmen
(
Urk. 35/17/64,
Urk. 35/17/93,
Urk. 35/17/119, Urk. 35/17/122,
Urk. 35/17/130, Urk. 35/17/140).
Vor
diesem Hintergrund
ist
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass dem
Beschwerdeführer
Spesen in der
geltend gemachten Höhe anfallen und es bleibt unklar, welcher Anteil der ausbezahlten Fr. 80'400.-- pro Jahr
effektiv
Spesenentschädigung
darstellt
. Daneben wäre
allenfalls
ein Bestandteil als Soziallohn zu berücksichti
gen, dessen
Höhe vorliegend aber offen
bleiben kann, zumal von einem – für das Abstellen auf das effektiv erzielte Einkommen zur Bestimmung des Invalidenein
kommens notwendige
n
(BGE 116 V 253) – besonders stabilen Arbeitsverhältnis vorliegend ohnehin keine Rede sein kann
.
So übt
der
Beschwerdeführer
seine Tätigkeit als Präsident des
N._
erst seit Oktober 2018 aus und
wird
diese gemäss eigenen Angaben nur solange ausüben können, als er den Sport erfolgreich betreibt.
Gegen das Abstellen auf die effektiven Einkommensverhältnisse spricht vorliegend auch die Tatsache, dass die
betreffende Tätigkeit
nicht nur der Erzie
lung eines Erwerbseinkommens, sondern teilweise der Ausübung eines langjäh
rigen Hobbys gewidmet ist.
Zudem erweist sich diese Tätigkeit aufgrund des damit einhergehenden Reiseaufwandes als nicht
an die körperlichen Leiden
angepasst
(vgl. E. 4.1)
.
D
ie vom
Beschwerdeführer
im Rahmen seiner Tätigkeit als Präsident des
N._
erzielte
n
Einkommen
können somit
nicht als verlässliche Grundlage
dienen
, um das Invalideneinkommen bestimmen zu können.
Dies gilt sodann auch für sämtliche anderen vom
Beschwerdeführer
seit dem 1. Juli 2015
ausge
übten Erwerbstätigkeiten, zumal – aufgrund der jeweiligen kurzen Anstellungs
dauer – keine dieser Anstellung
en
das Kriterium eines besonders stabilen Arbeits
verhältnisses im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 116 V 253) erfüllt. Ein Abstellen auf die
effektiven Einkommensverhältnisse
verbietet sich unter diesen Umständen.
5.4
.
4
Gestützt auf den medizinischen Sachverhalt und
den
bisherigen beruflichen Werdegang
des
Beschwerdeführer
s
ist anzunehmen, dass er
in einer mit der angestammten Tätigkeit vergleichbaren Tätigkeit
ohne umfangreiche Reisetätig
keit
(
im
60%-Pensum
)
bestmöglich eingegliedert wäre
. Damit
erübrigt sich ein ordentlicher Einkommensvergleich und kann für das Validen- und das Invaliden
einkommen dieselbe Bemessungsgrundlage herangezogen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_463/2012 vom 3. August 2012 E. 4.2 mit Hinweisen).
A
ufgrund der um 40 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
erweist es sich
nicht
als
überwiegend
wahrscheinlich
, dass
der im
Rahmen der Umschul
ung erlangte
Executive Master
of
Business Administration an der
E._
dem
Beschwerdeführer
in einer
mit
der angestammten Tätigkeit vergleichbaren Tätigkeit
einen
massge
blichen
einkommensrelevanten Vorteil verschafft.
Insbesondere geht es nicht an, den Fachhochschulabschluss einer universitären Ausbildung erwerbsmässig gleichzusetzen.
D
er
Beschwerdeführer
hat
andererseits
über Jahre hinweg gezeigt, dass er – selbst neben einer berufsbegleitenden Weiterbildung und in einer aufgrund des Erfordernisses der Reisetätigkeit nicht optimal angepassten Tätigkeit –
seine Restarbeitsfähigkeit erfolgreich zu verwerten vermochte
und d
ie bestehen
den Einschränkungen wurden bereits hinreichend im Rahmen des eingeschränk
ten Pensums berücksichtigt.
Damit
besteht
weder
Raum für eine über die Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 40 % hinausreichende gesundheits
bedingte Erwerbseinbusse
noch für ein dem
Beschwerdeführer
aufgrund seiner Zusatzaus
bildung anrechenbaren Mehreinkommen
und
entspricht der Grad der Arbeitsun
fähigkeit dem Invaliditätsgrad
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_364/2015 vom 18. Dezember 2015 E. 3.2)
.
Dementsprechend
hat der
Beschwerdeführer
rückwirkend per 1. Juli 2015
Anspruch auf eine Invalidenrente von 40 %
.
Insofern ist die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen.
6.
6.1
Mit Verfügung vom 8. Februar 2016 sprach die
Beschwerdegegnerin
dem
Beschwerdeführer
gestützt auf die Stellungnahme von
Dr.
G._
vom
12. August 2015
(
Urk.
11/M94)
eine Integritätsentschädigung für eine Integritäts
einbusse von
65 % zu (Urk. 11/A267 S. 5). In ihrem
Einspracheentscheid
vom 16. März 2018 stellte sich die
Beschwerdegegnerin
auf den Standpunkt,
es liege kein psychischer Integritätsschaden vor. G
estützt auf die somatisch-neurolo
gische Beurteilung im Gutachten des
A._
belaufe sich die
Integri
tätseinbusse
auf
60 %, auf eine Rückforderung der zu viel ausgerichteten Integritätsentschädigung
für eine Integritätseinbusse
von 5 % werde
aber
verzichtet (Urk. 2 S. 16
, Urk. 10 S. 41 ff.
). Dagegen
wandte
der
Beschwerdeführer
ein, aufgrund der bestehenden leichten bis mittelschweren Depression bestehe aus psychischer Sicht eine Integritätseinbusse von 20 %. Zusammen mit der Integri
tätsentschädigung für die körperlichen Unfallfolgen habe er Anspruch auf eine Integritätsentschädigung für eine Integritäts
einbusse von 100 % (Urk. 1 S. 14 ff.
, Urk. 16 S. 14
).
6.2
Dr.
G._
erachtete ein
en Integritätsschaden von 60
-70 % als gegeben, dies bei einer inkompletten Para
par
ese
sub
Th12
(
ASIA
C)
. Der Satz ei
ner kompletten Paraplegie könne
nicht angewendet werden (Urk. 11/M94 S. 7).
Im interdiszipli
nären Gutachten des
A._
wurde von einer inkompletten sensomoto
rischen rechtsbetonten Paraplegie
sub
Th12 (
ASIA
C) als dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität ausgegangen. Gemäss SUVA-Tabelle 21 (Integritätsschaden bei Rückenmarksverletzungen) betrage der Integritätsschaden bei einer inkompletten Paraplegie mit Niveau auf Höhe von L2 und oberhalb davon 80 %. Da im Falle des
Beschwerdeführer
s die Kraft der proximalen Muskeln im linken Bein teilweise erhalten sei, was ihm selbständige Transfers erleichtere und (mit Hilfe) Stehen ermögliche, werde der somatisch-neurologische Integritätsschaden auf 60 % geschätzt. Analog resultiere die Einschätzung des Integritätsschadens gemäss der SUVA-Tabelle 2 (Integritätsschaden bei Funk
tionsstörungen an den unteren Extremitäten) ebenfalls
in
60 % (Kombination aus völliger Gebrauchsunfähigkeit eines Beines (50 %) mit
Peronaeuslähmung
der Gegenseite (10 %; Urk. 11/M127 S. 42).
6.3
Gestützt auf den medizinischen Sachverhalt ist beim
Beschwerdeführer
keine
dauernde erhebliche Schädigung der
psy
c
hischen In
tegrität ausgewiesen (vgl. E. 5.2
). Der
Beschwerdeführer
bemängelt
, die Gutachter hätten den körperlichen Integritätsschaden mit 60 % deutlich zu tief
und nicht den Vorgaben der einschlägigen Suva-Tabellen entsprechend
geschätzt (Urk. 1 S. 14
f.
Art. 11).
Die Beurteilung einzelner Integritätsschäden bildet rechtsprechungsgemäss
eine
Tatfrage
, die von einem Mediziner zu beantworten ist (Urteile des Bundesgerichts
8C_76/2013 vom 2
3.
Juli 2013 E.
3.4.1 und U 344/01 vom 11. September 2002 E. 6, je mit Hinweisen).
Vorliegend
ist keine der Einschätzung des interdiszipli
nären Gutachtens
widersprechende ärztliche Einschätzung der Integritätseinbusse aktenkundig.
Vielmehr erachtete bereits
Dr.
G._
in seiner Stellungnahme vom 12. August 2015 eine Integritätseinbusse
von 60
% als
im Rahmen des A
ngemes
senen
(Urk. 11/M94 S. 7).
Ohnehin
wurde im interdisziplinären Gutachten nach
vollziehbar dargelegt,
dass aufgrund der beim
Beschwerdeführer
erhaltenen Kraft in den proximalen Muskeln im linken Bein
nicht auf
den
Grundwert für eine inkomplette Paraplegie mit Niveau auf Höhe L2 und oberhalb davon
gemäss Suva-Tabelle 21
von 80 %
(Integritätsschäden bei Rückenmarkverletzungen)
abzustellen ist
.
D
as geschätzte Ergebnis
verifizierten die Gutachter sodann
anhand eines Quervergleichs
mit der Suva-Tabelle 2 (Integritätsschäden bei Funk
tionsstörun
gen an den unteren Extremitäten;
Urk. 11/M127
S. 42).
Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
in ihrem
Einspracheentscheid
von einer Integritätseinbusse von 60 %
, effektiv infolge Bestätigung der Verfügung von 65
%
,
ausgegangen ist. Diesbezüglich ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom
16. März 2018
(Urk. 2) demnach insoweit aufzuheben, als dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem 1.
Juli 2015
basierend a
uf einem Invaliditätsgrad von 30
% eine
R
ente zugesprochen wurde, und es ist festzu
stellen, dass er ab dem 1.
Juli 2015
Anspruch auf eine a
uf einen Invaliditätsgrad von 40
% gestützte
R
ente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
8
.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese
werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Mit Beschwerde vom
3. Mai 2018
(Urk. 1 S. 2) beantragte der Beschwerdeführer eine Parteientschädigung. Eine Honorarnote wurde nicht eingereicht, womit die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist
(
§
7
Abs.
2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigung vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer)
. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist für den notwendigen Aufwand eine Entschädi
gung in Höhe von Fr.
2’3
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.
Der Beschwerdegegnerin steht als mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betraute Organisation keine Parteientschädigung zu (BGE 112 V 356 E. 6 S. 362 mit Hin
weise; vgl. auch nicht publizierte E. 5b von BGE 127 V 176, Urteil U 329/99 vom 2
5.
Juni 2001).
D
as Gericht
beschliesst
:
Vom
Teilr
ückzug der Beschwerde
(
Begehren um
Invaliditätskapital aus Zusatzversiche
rung)
wird
Vormerk
genommen,