Decision ID: ee68acd5-20b4-4b57-a469-b8f2c108fcc2
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili-
scher Ethnie, stellte erstmals am 27. Januar 2016 in der Schweiz ein Asyl-
gesuch.
A.b Er machte dabei im Wesentlichen geltend, er sei in B._ (Distrikt
C._, Nordprovinz) mit seinen Eltern und Geschwistern aufgewach-
sen. Im Jahr 2005 habe er die elfte Klasse beziehungsweise das B-Level
abgeschlossen. Aufgrund des Kriegs hätten sie im Jahr 2006 fliehen müs-
sen und seien nach D._ gekommen.
Am 10. Februar 2007 sei er gegen seinen Willen von den LTTE (Liberation
Tigers of Tamil Eelam) rekrutiert worden. Zuerst habe er ein 45 Tage dau-
erndes Training absolvieren müssen, später sei er bei den LTTE im Trai-
ningscamp für das Essen für Neurekrutierte zuständig gewesen und habe
in einem Lager mit Gütern wie ein Lagerist gearbeitet.
Im Januar 2009, als die sri-lankische Armee (SLA) immer näher gerückt
sei, sei es ihm gelungen zu fliehen. Er habe in E._, F._,
seine Familie wiedergefunden. Einige Tage später habe er zusammen mit
seiner Familie versucht, in das von der SLA kontrollierte Gebiet zu gelan-
gen. Auf der Flucht sei seine Mutter verletzt worden, weshalb sie in einem
Spital in C._ Hilfe gesucht hätten. Dort sei er unter Schlägen und
Tritten zu einer möglichen LTTE-Zugehörigkeit befragt worden. Zunächst
sei er, wie andere Personen auch, in das Flüchtlingscamp (...) gebracht
worden, ehe er ins (...) transferiert worden sei, wo er vom Roten Kreuz
registriert worden sei. Bis zur Entlassung am 4. September 2010 sei er ins-
gesamt in vier Rehabilitationszentren inhaftiert gewesen, wo er mehrere
Male befragt und auch geschlagen worden sei. Obwohl er eigentlich ein-
einhalb Jahre bei den LTTE gewesen sei, habe er jeweils angegeben, le-
diglich drei Monate bei den LTTE gewesen zu sein.
Nach seiner Entlassung habe er die Auflage bekommen, dass er sein Dorf
nicht mehr verlassen dürfe. Auch sei ihm eine wöchentliche Unterschriften-
pflicht im Armeecamp auferlegt worden sowie die Pflicht, an einigen Mee-
tings von Soldaten und vom CID (Criminal lnvestigation Department) im
Armeecamp in G._, B._, teilzunehmen. Dort sei ihm und
weiteren rehabilitierten Personen gedroht worden, dass sie Aktivitäten für
die Bewegung zu unterlassen hätten, sie würden weiterhin beobachtet. Er
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habe bis zum Jahr 2012 Unterschrift leisten müssen. Nach seiner Entlas-
sung aus dem Rehabilitierungszentrum sei ihm erlaubt worden, an einer
speziellen Schule in H._ Nachhilfeunterricht für die A-Level-Prüfung
zu besuchen, die er schliesslich im August 2011 erfolgreich absolviert
habe. Danach sei er bis Januar 2015 als Tuk-Tuk-Fahrer tätig gewesen. In
der Zeit zwischen 2012 und 2014 habe er selten ins Armeecamp gehen
müssen. Er sei lediglich manchmal auf der Strasse angehalten und gefragt
worden, ob es irgendwelche Probleme gebe.
Im Mai 2014 sei er von drei Personen erneut zu einer Befragung ins Ar-
meecamp vorgeladen worden. Dort sei ihm gesagt worden, sie hätten er-
fahren, dass er länger als drei Monate bei den LTTE gewesen sei und somit
unwahre Angaben gemacht habe. Er sei geschlagen worden, dennoch
habe er nicht zugegeben, längere Zeit bei der Bewegung gewesen zu sein.
Er sei im Jahre 2014 noch zwei weitere Male zur Befragung mitgenommen
worden und habe den Vorwurf jedes Mal bestritten. Beim letzten Mal seien
die Schläge derart stark gewesen, dass er eigentlich hätte medizinisch be-
handelt werden sollen. Dies sei ihm verwehrt worden.
Im Dezember 2014 habe er mit seinem Tuk-Tuk einen Priester vom Tempel
nach Hause fahren wollen. Für den Hin- und Rückweg habe er sich regist-
rieren müssen. Auf dem Rückweg habe er in einem Waldstück kurz ange-
halten, da er habe urinieren wollen. Es seien plötzlich Soldaten gekommen,
die ihre Gewehre auf ihn gerichtet, ihn ausgezogen und einer Leibesvisita-
tion unterzogen und seine Dokumente kontrolliert hätten. Er habe seine
Wohnadresse nennen und den Tuk-Tuk-Stand angeben müssen, dann
habe er gehen können. Er habe sich danach einige Tage nicht an den Tuk-
Tuk-Stand getraut. Später habe er seinen Freunden von dem Vorfall er-
zählt, die davon einigen Soldaten, die sich jeweils beim Tuk-Tuk-Stand auf-
gehalten hätten, weitererzählt hätten. Die Soldaten hätten den Vorfall wei-
tergeleitet, woraufhin er zum Armeecamp vorgeladen worden sei. Der Ar-
meeverantwortliche habe ihn gefragt, welche Soldaten es gewesen seien,
die ihn im Wald hätten erschiessen wollen. Er habe die Soldaten identifi-
ziert und sei vom Armeeverantwortlichen gebeten worden, keine Anzeige
gegen die Soldaten zu erstatten. Es sei ihm versprochen worden, in Zu-
kunft keine Probleme erwarten zu müssen.
Aufgrund dieses Vorfalles von Dezember 2014 und der ständigen Befra-
gungen und weil er noch ein viertes Mal vorgeladen worden sei, habe er
beschlossen, sich, statt der Vorladung nachzukommen, im Wald zu verste-
cken. Ab Anfang des Jahres 2015 habe er sich im Wald bei I._, etwa
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zwanzig, dreissig Kilometer vom Wohnort entfernt, bis November 2015 auf-
gehalten. Sein Cousin väterlicherseits (J._) habe ihn im Wald mit
Lebensmitteln versorgt. Nach ungefähr sechs Monaten habe er es nicht
mehr ausgehalten und seinen Vater gebeten, etwas zu unternehmen, da
er so nicht mehr weiterleben könne. Sein Vater habe ihm daraufhin ver-
sprochen, die Ausreise zu organisieren, was noch einige Monate gedauert
habe. Ab und zu habe er sein Versteck verlassen und sei nach Hause ge-
gangen. Als er das erste Mal aus dem Wald gekommen sei, sei er auf einen
Polizisten gestossen, der ihn nach seinem bisherigen Aufenthalt gefragt
und ihm gesagt habe, dass er zur Befragung gesucht werde. Eine befreun-
dete Person habe während dieses Gesprächs am Tuk-Tuk-Stand ein Foto
von der Begegnung aufgenommen. Er sei nach dem Gespräch dann wie-
der in den Wald zurückgegangen.
Ende November 2015 sei er nach Colombo gegangen und habe dort sei-
nen Schlepper getroffen. Er sei zum Flughafen begleitet worden. Dort habe
er auf Anweisung des Schleppers einen bestimmten Schalter benutzt. Am
27. November 2015 sei er schliesslich mit seinem eigenen Reisepass und
einem Visum nach K._ geflogen. Von L._ aus sei er auf dem
Flugweg am 26. Januar 2016 mit einem vom Schlepper beschafften Rei-
sepass nach M._ gelangt. Nach seiner Ausreise hätten ClD-Ange-
hörige in Zivilbekleidung etwa zwei bis viermal seine Eltern nach ihm ge-
fragt und die Eltern bedroht, zuletzt im Januar 2017. Seine langjährige
Freundin habe ebenfalls einige anonyme Anrufe erhalten. Einmal habe sie
einen davon entgegengenommen. Die Person am Telefon habe sich nach
ihm erkundigt.
A.c Das SEM stellte mit Verfügung vom 16. April 2020 fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch
ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Wegwei-
sungsvollzug an. In der Folge wies das Bundesverwaltungsgericht die da-
gegen erhobene Beschwerde mit Urteil D-2612/2020 vom 15. Januar 2021
ab.
B.
B.a Der Beschwerdeführer liess am 30. November 2021 durch den rubri-
zierten Rechtsvertreter beim SEM eine als "Asylgesuch respektive Mehr-
fachgesuch, eventualiter Wiedererwägungsgesuch, subeventualiter quali-
fiziertes Wiedererwägungsgesuch" bezeichnete Eingabe (nachfolgend:
Mehrfachgesuch) einreichen.
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B.b Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, der Beschwerde-
führer habe zufälligerweise seinen früheren Einheitsführer bei den LTTE,
N._ (LTTE-Deckname: O._), getroffen und ihm seine aktu-
elle Situation geschildert. Dieser habe daraufhin ein Schreiben verfasst, in
welchem er bestätige, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum 2007/2008
ihm unterstellt gewesen sei. N._ sei ein bekanntes LTTE-Mitglied
und durch die sri-lankische Regierung international ausgeschrieben. Nach
diesem Treffen habe der Beschwerdeführer erfahren, dass auch sein di-
rekter Vorgesetzter, P._ (LTTE-Deckname: Q._), in Rehabi-
litationshaft genommen, nach der Entlassung ständig von der SLA behelligt
und immer wieder unter vorgetäuschten Gründen inhaftiert worden sei. So
sei dieser von (...) 2014 bis (...) 2015 inhaftiert gewesen – genau in der
Zeit, als sich der Beschwerdeführer in der Wildnis versteckt habe.
P._ sei permanenten Verfolgungshandlungen ausgesetzt. Dies
könnte auch dem Beschwerdeführer widerfahren. Mit den neu eingereich-
ten Beweismitteln sei glaubhaft dargetan, dass er nach der Entlassung aus
der Rehabilitationshaft Verfolgungshandlungen ausgesetzt gewesen sei.
Zudem sei er bereits in der Haft mehrmals zu seinen LTTE-Vorgesetzten
befragt worden. Es bestehe die sehr grosse Gefahr, dass er bei der Ankunft
in Sri Lanka sofort von der SLA und dem CID in Haft genommen und unter
Folter zu Aussagen über N._ genötigt werde. Vor dem Hintergrund
der stetigen Verschlechterung der Sicherheits- und Menschenrechtslage
für Personen mit seinem Profil erfülle er die Flüchtlingseigenschaft. Eine
Neubeurteilung der Menschenrechtslage in Sri Lanka in Bezug auf abge-
wiesene Asylsuchende sei zwingend notwendig. Zudem sei der Wegwei-
sungsvollzug unzulässig und unzumutbar.
B.c Der Eingabe lagen – neben einer Anwaltsvollmacht – folgende Beweis-
mittel bei:
- Diverse Unterlagen N._ betreffend;
- Diverse Unterlagen P._ betreffend;
- Human Rights Watch, Sri Lanka: Unbegrenzte Haft von Tamil Tiger-Verdächtigen , 1. Februar 2010;
- Human Rights Council, Report of the Office of the High Commissioner for Human Rights, Promotion reconciliation, accountability and human rights in Sri Lanka, A/HRC/46/20, 27. Januar 2021;
- Human Rights Council, Report of the Working Group on Arbitrary Detention on its visit to Sri Lanka, A/HRC/39/45/Add.2, 23. Juli 2018.
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C.
Das SEM stellte mit Verfügung vom 27. Juni 2022 – eröffnet am 30. Juni
2022 – fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
wies das Mehrfachgesuch und das qualifizierte Wiedererwägungsgesuch
ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, ordnete den Wegweisungs-
vollzug an und erhob eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.–.
D.
Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
29. Juli 2022 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei voll-
umfänglich aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen
und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässig-
keit und/oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen
und die vorläufige Aufnahme zu verfügen, subeventualiter sei die Sache
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
E.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 2. August
2022 den Eingang der vorliegenden Beschwerde.
F.
Der Instruktionsrichter stellte mit Zwischenverfügung vom 22. August 2022
fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der
Schweiz abwarten. Im Weiteren forderte er den Beschwerdeführer auf, bis
zum 5. September 2022 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– einzuzah-
len, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde.
G.
Der Beschwerdeführer leistete den Kostenvorschuss am 1. September
2022.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 6
AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m.
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten,
nachdem der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb der Beschwer-
deentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben (Ver-
letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, Verletzung der Begrün-
dungspflicht sowie unvollständige, unrichtige und willkürliche Feststellung
und willkürliche Würdigung des rechtserheblichen Sachverhalts).
4.2 Vorab ist festzuhalten, dass in der Beschwerde – unter anderem im
Zusammenhang mit formellen Rügen – verschiedentlich von Sachverhalts-
elementen die Rede ist, welche offensichtlich nicht zum vorliegenden Ver-
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fahren passen (so beispielhaft: "Das SEM hält [...] fest, dass keine weite-
ren Untersuchungen nötig seien", "nachgeschobene Gerichtsunterlagen",
"Edition weiterer aktueller medizinischer Berichte", "beide Personen nicht
gleichzeitig in Haft" [vgl. Beschwerde BS 7]). Dem Rechtsvertreter wird na-
hegelegt, seine Beschwerden in Zukunft mit der erforderlichen redaktionel-
len Sorgfalt zu verfassen.
4.3 In der Beschwerde wird an verschiedenen Stellen die sich aus dem
Untersuchungsgrundsatz ergebende Frage der Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts mit derjenigen der rechtlichen Würdigung dieses
Sachverhalts vermengt. So spricht etwa der Umstand, dass die Vorinstanz
in ihrer Länderpraxis zu Sri Lanka einer anderen Linie folgt, als vom Be-
schwerdeführer vertreten, und sie aus sachlichen Gründen auch zu einer
anderen Würdigung der Vorbringen gelangt, als vom Beschwerdeführer
gefordert, nicht für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung. Auch hat
das SEM die neu eingereichten Beweismittel hinreichend gewürdigt, und
es erschliesst sich nicht, inwiefern es weitere Abklärungen hätte vorneh-
men müssen. Es hat in seiner Verfügung sodann rechtsgenüglich und
nachvollziehbar dargelegt, aus welchen Überlegungen heraus es zum
Schluss gekommen ist, die neuen Vorbringen und Beweismittel würden we-
der zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung noch
zur Bejahung eines Wegweisungsvollzugshindernisses führen. Die Verfü-
gung vom 27. Juni 2022 enthält eine angemessene und hinreichende Dar-
stellung des massgeblichen Sachverhalts, die es erlaubt, die Erwägungen
des SEM nachzuvollziehen und sachgerecht anzufechten. Nach Prüfung
der Akten und der angefochtenen Verfügung qualifiziert das Bundesverwal-
tungsgericht weder die Rügen der Verletzung des Anspruchs auf rechtli-
ches Gehör oder der Begründungspflicht (vgl. BVGE 2016/9 E. 5.1) noch
der unrichtigen oder unvollständigen Sachverhaltsfeststellung (vgl. BVGE
2016/2 E. 4.3) als begründet. Auch bestehen keine Anhaltspunkte für eine
Verletzung des Willkürverbotes.
4.4 Für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz besteht nach dem
Gesagten keine Veranlassung. Das entsprechende Begehren ist abzuwei-
sen.
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5.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätz-
lich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem Hei-
matstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion,
Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder we-
gen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist
oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als
ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben
oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
6.
6.1 Das SEM lehnte das Mehrfachgesuch mit der Begründung ab, das
Bundesverwaltungsgericht habe mit Urteil D-2612/2020 vom 15. Januar
2021 festgestellt, die Vorbringen des Beschwerdeführers bis zur Entlas-
sung aus der Rehabilitationshaft im September 2010 seien glaubhaft, je-
doch nicht flüchtlingsrechtlich relevant. Die zeitlich danach geltend ge-
machten Ereignisse würden hingegen den Anforderungen an die Glaub-
haftmachung nicht standhalten. Im Falle des Beschwerdeführers sei nicht
von einem Risikoprofil im Sinne des Referenzurteils E-1866/2015 auszu-
gehen. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern das Treffen mit dem ehemaligen
Vorgesetzten in der Schweiz an dieser Einschätzung etwas ändern könnte,
zumal als glaubhaft eingestuft worden sei, dass der Beschwerdeführer für
die LTTE als Lagerist tätig gewesen sei. Das Treffen und die schriftliche
Bestätigung des ehemaligen Vorgesetzten würden lediglich den bereits be-
kannten Sachverhalt bestätigen. Es handle sich nicht um ein flüchtlings-
rechtlich relevantes neues Ereignis. Insgesamt weise der Beschwerdefüh-
rer kein besonders exponiertes Profil auf. Der eingereichte Bericht der UN-
Hochkommissarin für Menschenrechte vom 27. Januar 2021 weise keinen
individuellen Bezug zum Beschwerdeführer auf. Es reiche nicht aus, pau-
schal auf politische Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit oder mög-
liche Zukunftsszenarien zu verweisen. Im Weiteren könne dem Bericht
keine explizite Aufforderung an die Schweiz zur Anpassung der Asylpraxis
entnommen werden. Das SEM verfolge die Entwicklung in Sri Lanka seit
Jahren sehr aufmerksam und passe seine Asylpraxis laufend den Gege-
benheiten vor Ort an.
Was das qualifizierte Wiedererwägungsgesuch anbelange, käme den ein-
gereichten Beweismitteln den direkten Vorgesetzten betreffend aufgrund
ihrer leichten Fälschbarkeit nur geringe Beweiskraft zu. Der Vorgesetzte
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sei gemäss Beweismittel bereits im (...) 2015 aus der Haft entlassen wor-
den. Der Beschwerdeführer habe jedoch angegeben, sich erst ab diesem
Zeitpunkt im Wald versteckt zu haben. Es sei unklar, inwiefern die kurzwei-
lige Inhaftierung des Vorgesetzten mit der Verfolgungssituation des Be-
schwerdeführers zu tun habe. Im Übrigen seien seine Vorbringen speziell
zu dieser Zeitphase im bisherigen Verfahren als widersprüchlich und nicht
glaubhaft eingestuft worden. Die weiteren Ausführungen zu den angeblich
fortdauernden Verhaftungen des Vorgesetzten seien als reine Parteibe-
hauptung zu werten, da sie weder belegt noch mit nachvollziehbaren Er-
klärungen verbunden seien. Es würden jegliche Ausführungen fehlen, wie
der Beschwerdeführer davon erfahren habe und inwiefern er dadurch be-
troffen sei. Das Bestehen einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung
in Sri Lanka zum Zeitpunkt der Ausreise sei nach wie vor nicht glaubhaft.
6.2 In der Beschwerde wird entgegnet, das SEM habe die neuen Beweis-
mittel nicht im Rahmen der bereits vorgebrachten Asylgründe des Be-
schwerdeführers beurteilt und nicht in die rechtliche Beurteilung der Flücht-
lingseigenschaft und des Wegweisungsentscheides miteinfliessen lassen.
Die neuen Beweismittel seien mit ausführlichen Darlegungen und Erklä-
rungen unterbreitet worden. Das SEM stütze sich auf pauschale Annah-
men, die für eine Abstreitung des Beweiswertes der eingereichten Doku-
mente bei weitem nicht genügen würden. Es habe ohne konkrete Indizien
darauf geschlossen, dass sämtliche in Sri Lanka ausgestellten Dokumente
als gefälscht beziehungsweise als ohne Beweiswert einzustufen seien. Die
Angaben in den eingereichten Unterlagen seien vollständig, würden keine
widersprüchlichen Informationen enthalten und es seien keine offensichtli-
chen Unglaubhaftigkeitsmerkmale ersichtlich. Die von der Vorinstanz mo-
nierte Ungereimtheit sei überhaupt nicht von Relevanz. Der Umstand, dass
der Vorgesetzte P._ im (...) 2015 aus der Haft entlassen worden
sei, als sich der Beschwerdeführer im Wald versteckt habe, stehe nicht im
Widerspruch zu den geltend gemachten Wiedererwägungsgründen. Aus-
schlaggebend sei vielmehr, dass der Beschwerdeführer unter der Feder-
führung des bekannten LTTE-Mitglieds N._ LTTE-Tätigkeiten habe
ausführen müssen, der Vorsitzende ihn persönlich kenne und seine LTTE-
Tätigkeit sowie Verfolgung bezeugen könne. Hätte der Beschwerdeführer
keine Vorsichtsmassnahmen getroffen und sich nicht in Schutz gebracht,
wäre es zu weiterer Haft und Gefängniszeit gekommen. Dass die beiden
LTTE-Führer in derselben Einheit wie der Beschwerdeführer tätig gewesen
seien, zeige, dass die bis anhin als unglaubhaft qualifizierten Aussagen
glaubhaft seien. Der Bestätigung des sri-lankischen Ministeriums sei zu
entnehmen, dass P._ aufgrund von spezifischen Tätigkeiten in der
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LTTE-Organisation eine gesuchte Persönlichkeit gewesen sei und im
Camp (...) aufgrund von angeblichen terroristischen Aktivitäten eine län-
gere Haftstrafe habe verbüssen müssen. Bei den Vorgesetzten handle es
sich um bekannte LTTE-Führer, nach welchen international gefahndet
werde. Das SEM habe die Wiedererwägungsgründe nicht ernst genommen
und lediglich eine pauschale Wertung vorgelegt, welche rechtlich mangel-
haft sei. Die falschen und lediglich demonstrativ vorgebrachten Einwände
des SEM würden nicht genügen, um eine tatsächliche Gefährdung und
Verfolgung des Beschwerdeführers auszuschliessen. Er habe auch darge-
legt, wie die neuen Beweismittel zu ihm gelangt seien. Ihm sei durch ein
persönliches Gespräch mit dem LTTE-Einheitsführer N._ die Ver-
folgungs- und Haftgeschichte seines direkten Vorgesetzten, P._, in
Erfahrung gebracht worden. Das SEM bezeichne die weiteren Ausführun-
gen zur Verhaftung seines Vorgesetzten zu Unrecht als Parteibehauptung.
Es bestünden nicht verneinbare Parallelen zwischen der LTTE-Tätigkeit
des Vorgesetzten und des Beschwerdeführers und der nachfolgenden Ver-
folgung durch die SLA und der Rehabilitationshaft. Bereits der Umstand,
dass die genannten Personen den Beschwerdeführer aus der gemeinsa-
men LTTE-Tätigkeit persönlich kennen würden, bekräftige die bis anhin
teilweise als unglaubhaft eingestuften Aussagen des Beschwerdeführers.
Die Fluchtgeschichten der ehemaligen Einheitsleiter der LTTE seien nicht
von seiner Asylgeschichte getrennt zu evaluieren. Das SEM stütze sich zur
Begründung seiner Verfügung ausschliesslich auf isolierte Sachverhalts-
elemente und führe keine gesamthafte Betrachtung durch.
Die Argumentation des SEM beruhe sodann nicht auf der aktuellen Lage
in Sri Lanka und stehe, insbesondere aufgrund der neusten Ereignisse, im
Widerspruch zur Rechtsprechung des EGMR. Das SEM habe weder eine
konkrete Länderanalyse durchgeführt noch die aktuelle Lage erwähnt, son-
dern lediglich einen anderen Entscheid zitiert. Insgesamt habe das SEM
die asylrelevanten Geschehnisse nicht im Kontext einer korrekten Würdi-
gung einer aktuellen, wahrheitsgetreuen Analyse der Ländersituation erör-
tert. Eine gebührende Begutachtung der (sozio-)politischen Lage in Sri
Lanka ergebe, dass der Beschwerdeführer zur gefährdeten beziehungs-
weise verfolgten tamilischen Personengruppe gehöre.
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7.
7.1 Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab auf die überzeu-
gende Argumentation in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden,
der sich das Bundesverwaltungsgericht anschliesst. In Ergänzung ist Fol-
gendes festzustellen:
7.2 Das SEM stellt zu Recht fest, dass die Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers bis zur Entlassung aus der Rehabilitationshaft im September 2010
glaubhaft, jedoch flüchtlingsrechtlich nicht relevant seien. Allein aus dem
Umstand, dass der Beschwerdeführer N._, der angeblich die Vor-
geschichte des Beschwerdeführers kennt und welcher auf der Liste der von
der sri-lankischen Regierung gesuchten Personen aufgeführt ist, in der
Schweiz getroffen hat, kann keine Gefährdung des Beschwerdeführers ab-
geleitet werden. Im Weiteren fehlen im Mehrfachgesuch entgegen der in
der Beschwerde vertretenen Ansicht jegliche Ausführungen, wie der Be-
schwerdeführer von der Verfolgungs- und Haftgeschichte von P._
erfahren habe und in den Besitz der entsprechenden Beweismittel gekom-
men sei. So erklärte der Beschwerdeführer in jener Eingabe, er habe nach
dem Treffen mit N._ vom Schicksal von P._ "vernommen"
(vgl. Mehrfachgesuch BS 4). Die Erklärung in der Beschwerde, er habe
durch ein persönliches Gespräch mit N._ vom Schicksal von
P._ erfahren, erscheint vor diesem Hintergrund als nachgeschoben
und unglaubhaft. Sodann weist das SEM zu Recht auf die aufgrund der
leichten Fälschbarkeit geringe Beweiskraft der Beweismittel hin. Darüber
hinaus begründet es schlüssig, weshalb sich aus den neuen Beweismitteln
P._ betreffend auch inhaltlich keine asylrelevante Verfolgung des
Beschwerdeführers ableiten lässt. In der Beschwerde wird nichts vorge-
bracht, das geeignet wäre, zu einem anderen Ergebnis zu gelangen. So
wird nicht aufgezeigt, inwiefern diese Beweismittel – selbst bei Wahrunter-
stellung – geeignet sein könnten, die mit Urteil D-2612/2020 vom 15. Ja-
nuar 2021 als unglaubhaft beurteilten Ereignisse ab Mai 2014 in einem an-
deren Lichte erscheinen zu lassen. Auch wird nicht plausibel dargetan,
weshalb von Verfolgungshandlungen gegenüber Vorgesetzten auf eine
Gefährdung des Beschwerdeführers zu schliessen sei.
7.3 Was das Risikoprofil des Beschwerdeführers anbelangt, kann ebenfalls
auf die vorinstanzliche Verfügung verwiesen werden. Es ist auch unter Be-
rücksichtigung der aktuellen politischen Lage in Sri Lanka nicht ersichtlich,
inwiefern der Beschwerdeführer das besondere Augenmerk der sri-lanki-
schen Behörden auf sich gezogen haben könnte. Die vom Rechtsvertreter
dargelegten Entwicklungen betreffen die allgemeine Situation im Land und
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es sind keine Vorkommnisse ersichtlich, die einen direkten Bezug zum Be-
schwerdeführer aufweisen würden.
7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die rechtliche Würdigung der
neuen Vorbringen und Beweismittel durch das SEM nicht zu beanstanden
und auch nicht ersichtlich ist, inwiefern diese willkürlich wäre. Der Be-
schwerdeführer hat nichts vorgebracht, was geeignet wäre, seine Flücht-
lingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz
hat zu Recht seine Flüchtlingseigenschaft verneint und das Mehrfachge-
such und das qualifizierte Wiedererwägungsgesuch abgewiesen.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
Abs. 1 AsylG; BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug der Wegweisung für
Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder
Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemei-
ner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der Vollzug
ist nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den
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Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder
dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.3 Die Vorinstanz hat den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar und möglich erkannt. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann
auch hierzu wiederum vollumfänglich auf die zu bestätigenden Ausführun-
gen des SEM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, ebenso
auf die Erwägungen im Urteil D-2612/2020 vom 15. Januar 2021. Darin
wurde einlässlich dargelegt, weshalb der Vollzug der Wegweisung in Be-
zug auf den Beschwerdeführer nach Sri Lanka zulässig, zumutbar und
möglich ist (vgl. a.a.O. E. 9). An dieser Einschätzung vermögen auch die
seither eingetretenen politischen Entwicklungen in Sri Lanka respektive die
diesbezüglichen Ausführungen im Mehrfachgesuch vom 30. November
2021 und in der Beschwerde nichts zu ändern. Eine psychische oder an-
dere Erkrankung des Beschwerdeführers ist nicht aktenkundig. Auch bringt
er nichts vor, das geeignet wäre, eine gegenüber dem genannten Urteil
eingetretene Änderung der persönlichen Situation, welche gegen die Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen würde, zu begründen. Es
gibt insbesondere mit Verweis auf das Urteil D-2612/2020 vom 15. Januar
2021 keinerlei Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer mangels rele-
vanter Arbeitserfahrung und einer seit seiner Flucht bestehenden prekären
finanziellen Lage der Familie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka vor dem
Nichts stünde (vgl. a.a.O. E. 9.3.3). Sodann stellt der Grad der Integration
grundsätzlich kein Kriterium für die Beurteilung der Zumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs dar. Schliesslich genügen blosse soziale und wirtschaft-
liche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemei-
nen betroffen ist, nicht, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83
Abs. 4 AIG darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2).
9.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-
sungsvollzug zu Recht als (weiterhin) zulässig, zumutbar und möglich be-
zeichnet hat. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser
Betracht.
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
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11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1'500.– fest-
zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Der am 1. September 2022 in gleicher Höhe geleistete
Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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