Decision ID: e62edb42-f7e1-419e-8015-a32bb993763f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, Mutter dreier Kinder (Jahrgänge 1992, 1995 und 1998),
gelernte Schneiderin, meldete sich am 4. Juli 2005 (Eingangsdatum)
wegen
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Nacken, im Rücken, in den Armen und Beinen, Kopfschmerzen sowie Gefühlsstörungen in Armen und Beinen
bei
der So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-
Stell
e, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8
/3).
Die IV-Stelle nahm
beruflich-erwerbliche und
me
dizinische
Abklärungen vor. Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2
00
5
(
Urk.
8/15) und
Einspracheentschei
d
vom 2
6.
Januar 2007 (
Urk.
8/39
)
verneinte sie einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente, da keine Erwerbseinbusse gegeben sei
. Die dagegen von der Versicherten erhobene Beschwerde
(Urk.
8/40
)
wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2007.00314 vom
3.
Oktober
2008 (
Urk.
8/48) ab.
Die dagegen eingereichte Beschwerde
(Urk.
8
/50
)
wurde vom Bundesgericht mit Urteil
8C_963/2008
vom 30. Juni 2009
(Urk. 8/53
)
teilweise gutgeheissen und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit diese ergänzende Abklärungen im Sinne einer polydisziplinären Begutachtung vor
nehme und über den Rente
nanspruch neu verfüge.
Daraufhin gab die IV-Stelle bei der MEDAS
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten
(Allge
mein
medizin, Rheumatologie und Psychiatrie)
in Auftrag, welches am 15. M
ärz 2010 erstattet wurde (Urk. 8
/69
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbesc
heid vom
8.
Juni
2010,
Urk.
8/72
, und Einwand vom
8.
Juli
2010,
Urk.
8/76
, respektive 3
0.
August
2010,
Urk.
8/79
)
wies die IV-Stelle das Renten
begehren der Versicherten m
it Verfügung vom 1
2.
Oktober 2011
(Urk. 8/90)
bei einem ermittel
ten Invaliditätsgrad von 0 %
wiederum
ab.
Die dagegen von der Versiche
rten erhobene Beschwerde (
Urk.
8/91
) wies das Sozialversicherungs
gericht mit Urteil IV.
2011.01201 vom 2
5.
April 2013 (
Urk.
8/105) ab.
1.2
Am
1
2.
Juli 2012 (Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/
98
).
Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und gab bei PD
Dr.
med.
Z._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag, das dieser am 2
2.
Februar 2015 erstattete (
Urk.
8/123).
Mit Schreiben vom 1
6.
April 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass ihr Gesundheitszustand mit einer stationären und danach teilstationären Behandlung von insgesamt sechs Monaten wesentlich verbessert werden könne. Im Rahmen der ihr obliegenden Mitwirkungspfl
icht habe sie daher bis zum 14.
Mai 2015 mitzuteilen,
bei welchem Arzt oder welcher Ärztin
respektive wo
sie die
erwähnte Massnahme durchführen werde (
Urk.
8/127
; vgl. auch
S
chre
iben
der IV-Stelle betreffen
d Fristerstreckung bis am
1.
Juni 2015, Ur
k.
8/132
).
Mit
Vorbescheid vom 1
6.
April
2015
stellte
die IV-Stelle der Versicherten
die
Zusprache
einer ganzen Rente in Aussicht (
Urk.
8/130). Mit Eingabe vom 2
7.
Mai 2015 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie weiterhin bei
Dr.
med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in ambu
lanter
Behandlung sei. Sie würden zusammen eine
Hospitalisation
veranlassen (
Urk.
8
/134).
Mit Verfügung vom 1
7.
August
2015 sprach die IV-Stelle der Ver
sicherten – wie angekündigt -
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 100
%
mit Wirkung ab dem
1.
September 2013 eine ganze Inval
idenrente zu (
Urk.
8
/143;
vgl. auch
Urk.
8/136). Vom 2
5.
Augus
t bis zum 3
0.
September 2015 wurde
die Versicherte
sodann
in der
B._
Zürich
stationär behandelt
(
vgl.
Urk.
8/1
54
).
1.3
Im Juni 2016 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahr
en ein (
Urk.
8/157) und
holte den Austrittsbericht der
B._
vom 3
0.
September 2015 (
Urk.
8/158), den Bericht von
Dr.
med.
C._
, FMH Chirurgie, vom 1
3.
Juli 2016 (
Urk.
8/161)
und den Bericht des
D._
vom 2
8.
Juli 2016 (
Urk.
8/164) ein. Am 2
6.
Januar 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende medizini
sche Untersuchung (Allgemeine/
Innere Medizin, Rheuma
to
logie und Psychiatrie) als notwendig
erachte, weshalb eine polydisziplinäre
Begutachtung
durchzuführen sei. Die Wahl der Gutachterstelle erfolge nach dem Zufallsprinzip
(
Urk.
8/166). Mit Eingabe
vom
3.
März 2017
beanstandete
die Versicherte die Notwendigkeit der geplanten Begutachtung
(
Urk.
8/
169).
Hier
zu nahm die IV-Stelle mit Schreiben vom 2
4.
März 2017 Stellung
, wobei sie an der
Notwendigkeit der geplanten Begutachtung festhielt
(
Urk.
8/170).
Mit Mit
teilung vom
5.
Mai 2017
gab die IV-Stelle
der Versicherten die Gutachterstelle, das
E._
, und die Namen der einzelnen Gutachter bekannt
(
Urk.
8/177; vgl. auch
Urk.
8/
178). Nachdem die Versicherte am
18.
Mai 2017
erneut Ein
wände gegen die geplante Begutachtung erhoben hatte
(
Urk.
8/183),
hielt die IV-Stelle an der Begutachtung beim
E._
und an den vorgesehenen Fachärzten und Fachdisziplinen
mit Zwischenverfügung vom 23.
Juni 2017
(
Urk.
2)
fest.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
5.
August 2017 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
1.
Die Zwischenverfügung vom 2
3.
Juni
2017 sei aufzuheben und die
Beschwer
de
gegnerin sei anzuweisen, von einer Begutachtung abzusehen
respektive die gesetzlichen Leistungen auch ohne
die
Begutachtung weiterhin
auszurichten.
2.
Eventualiter sei anstelle der polydisziplinären nur eine monodisziplinäre
(psychiatrische)
Begutachtung
bei
Dr.
Z._
, med.
pract
.
F._
, FMH
Psychiatrie und Psychotherapie, oder
Dr.
med.
G._
, FMH Psychiatrie
und Psychotherapie,
oder allenfalls
eine
bidisziplinäre
(psychiatrische und
rheumatologische) Begutachtung
vorzunehmen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde
gegnerin (inkl. 8
%
MWSt
).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Be
schwerdeantwort vom 2
9.
September 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
3.
Oktober 2017 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 43 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
Die Verfahrensleitung liegt dabei beim Versicherungsträger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf Not
wendigkeit, Umfang und
Zweckmässigkeit
von medizinischen Erhebungen
gross
ist (in BGE 139 V 585 nicht veröffentlichte E. 3.1 und
Urteil
des Bundesgerichts 8C
_481/2013 vom 7. November 2013
E. 3.4
).
1.2
Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
l
ichkeit entschieden werden kann.
Dies umfasst die Verpflichtung und das Recht, die Untersuchungen anzuordnen, welche zur Klärung des Sach
verhalts erforderlich sind, nicht jedoch das Recht, eine „
second
opinion
“ zu einem bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn dem Versicher
ungsträger dieser nicht gefällt.
Entscheidend dafür, ob weitere Ab
klärungen angeordnet werden können und müssen, ist, ob die bereits vor
lie
genden Gutachten die
praxisgemässen
inhaltlichen und
beweismässigen
Anfor
derungen an eine zu erstattende ärztliche Expertise erfüllen (Urteil des Bundes
gerichts U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2
f.; vgl. auch BGE 138 V 271
E. 1.1
).
1.3
Zur
allgemeingültigen Abgrenzung der Anwendungsfelder der verschiedenen Kategorien von Expertisen
existieren keine festen Kriterien
. Die
grosse
Vielfalt von Begutachtungssituationen erfordert Flexibilität. In groben Zügen jedoch lassen sich die jeweiligen Einsatzbereiche wie folgt
umreissen
: Die umfassende administrative Erstbegutachtung wird
regelmässig
polydisziplinär und damit zufallsbasiert anzulegen sein; eine direkte Auftragserteilung soll die Ausnahme bleiben. Eine polydisziplinäre Expertise ist auch dann einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden zwar
bloss
als auf eine oder zwei medizinische Disziplinen fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht vollends gesichert ist. In begründeten Fällen kann von einer polydiszi
pli
nä
ren Begutachtung abgesehen und eine mono- oder
bidisziplinäre
durchge
führt werden, sofern die medizinische Situation offenkundig
ausschliesslich
ein oder zwei Fachgebiete beschlägt; weder dürfen weitere interdisziplinäre Bezüge (z.B. internistischer Art) notwendig sein noch darf ein besonderer arbeitsmedi
zinischer bzw. eingliederungsbezogener Klärungsbedarf bestehen. Diese Voraus
setzungen werden vor allem bei Verl
aufsbegutachtungen erfüllt sein (BGE 139 V 349 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen (Art. 44 ATSG).
Gemäss
Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI)
,
Rz
. 2081.2
,
können die folgenden formellen und materiellen Einwände gegen eine sachverständige Person
geltend gemacht werden
:
-
Die begutachtende Person hat in der S
ache ein persönliches Interesse;
-
Die begutachtende Person ist mit einer Partei in gerader Linie oder in der
Seitenlinie bis zum dritten Grade verwandt oder verschwägert oder durch
Ehe, Verlobu
ng oder Kindesannahme verbunden;
-
Die begutachtende Person ist aus andere
n Gründen in der Sache befangen;
-
Der begutachtenden Person fehlt es an der nötigen Fachkompetenz.
1.5
Wird eine Begutachtung verfügungsweise angeordnet
, so kann die versicherte Person materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an
sich (etwa mit dem Einwand, es handle sich um eine unnötige
„
second
opinion
“
), gegen Art
oder Umfang der Begutachtung (beispielsweise betreffend die Auswahl der medi
zinischen Disziplinen) oder gegen bezeichnete Sachverständige (etwa betref
fen
d deren Fachkompetenz) erheben
(BGE 138 V 271 E. 1.1 mit Hinweis).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit,
dass a
ufg
rund der vorhandenen Akten
keine
rechtsgenügliche
Beurteilung des aktu
ellen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin vorgenommen werden könne.
Im
Bericht
der
B._
vom 3
0.
September 2015 würden
motivationale
Aspekte hinsichtlich der Therapie
und
im Zusammenhang mit dem
Verlust der Mutter
rolle
psychosoziale Aspekte
kritisch aufgegriffen
.
Dia
gnostisch werde
von einer Verbesserung des Schweregrades der affektiven Störung von schwer a
uf mittel
gradig berichtet
. Aus dem Bericht des
D._
vom August 2016 gehe sodann hervor, dass die Beschwerdeführerin die Thera
piefrequenz leicht reduziert habe. Wie es sich mit der Tagesstruktur aus objek
tiver Sicht heute genau verhalte, sei unklar. Hinzu komm
e, dass
Dr.
C._
im
Bericht vom 1
3.
Juli 2016 von einer deutlichen klinischen Verschlechterung
des somatischen Gesundheitszustands
berichtet habe.
An der Notwendigkeit einer fundierten Begutachtung in
den Fachdisziplinen Allgemeine/
Innere Medi
zin, Psychiatrie und Rheumatologie werde desh
alb festgehalten (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend,
dass bereits vollstän
dige, nachvollziehbare und schlüssige ärztliche Berichte zu ihrem Gesundheits
zustand vorliegen würden. Das
behandelnde
D._
weise
im Bericht vom 2
8.
Juli 2016
aufgrund
der
nach wie vor
schweren Depression eine
vollständige A
rbeitsunfähigkeit aus. Auch der behandelnde
Dr.
C._
habe am 1
3.
Juli
2016 von weiterhin bestehenden starken Ein
schrän
kungen des Achsenorganes und
aus somatischer Sicht von
einer maxi
malen Arbeitsfähigkeit für ein
fache und leichte Tätigkeiten
von 30
%
berichtet. Lediglich im Bericht der
B._
vom 3
0.
September 2015
werde im Zeitpunkt des Klinikaustrit
ts eine mittelgradige depressive Episode
diagnostiziert.
Bei dieser Beurteilung, die am weitesten zurückliege,
handle es sich jedoch einerseits nur um eine Momentaufnahme in einem insgesamt fluktuierenden Verlauf. Ande
rer
seits gehe auch aus d
em
Bericht der
B._
hervor, dass
nach wie vor
sehr schwerwiegende psychopathologische Befunde
vorhanden seien
.
Es stehe dem
nach fest, dass
keine relevante Veränderung/Verbesserung des Gesundheits
zu
stands
eingetreten sei
und kein Revisionsgrund gegeben sei
. Eine Begutachtung sei somit nicht notwendig.
Sollte
n
– entgegen der hier vertretenen Ansicht –
weitere
medizinische Abklärungen
durchgeführt werden, wäre
ein
e
psychia
trische Begutachtung ausreichend.
Somatische Beschwerden sei
en bei der
Renten
zusprache
vom
17.
August 2015
nicht berücksichtigt worden
,
und es sei nicht davon auszugehen, dass die allfällige Verschlechterung in somatischer Hinsicht rentenrelevant sein könnte.
Alsdann
wäre es naheliegend,
dass die psychiatrische Verlaufsbegutachtung wiederum beim bereits
mit dem vorlie
genden Fall vertraute
n
Dr.
Z._
erfolgen würde.
Sollte dies nicht möglich sein
,
schlage sie
med.
pract
.
F._
oder
Dr.
G._
als Gutachter vo
r
.
Sofern
– wiederum entgegen der hier vertretenen Ansicht -
auch die somatisc
hen Beschwerden abgeklärt würden,
wäre
im Übrigen
eine rheumatolog
ische Abklä
rung ausreichen
d
(
Urk.
1 S. 5 ff.
).
3.
3.1
3.1.1
Der mit Verfügung vom 1
7.
August 2015
(
Urk.
8/143) erfolgten
Rentenzu
sprache
mit Wirkung ab dem
1.
September 2013
lag
in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen das psychiatrische G
utachten von
Dr.
Z._
vom 22.
Februar 2015 (
Urk.
8/123) zugrunde.
3
.1.2
Dr.
Z._
diagnostizierte in diesem
Gutachten eine schwere Depression (ICD-10 F32.2), bestehend seit September 201
2.
Er gab an, dass
seit September 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Die
psychiatrisch-psychotherapeu
tische Behandlung
sei
adäquat, b
etreffend
Arbeitsfähigkeit aber bisher
ohne sub
stantiellen Erfolg. Es sei mit dem unbefristeten Fortbestehen der voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen. Nichtsdestoweniger solle die psychia
trisch-psychotherapeutische Behandlung fortgesetzt werden, um alle Möglich
keiten der Therapie auszu
schöpf
en (
Urk.
8/123/17).
3
.2
3
.2.1
Im Rahmen des
im Juni 2016 eingeleiteten
Revisionsverfahren
s
sind folgende ärztlichen Beurteilungen aktenkundig:
3
.2.2
Die Ärzte des
H._
der
B._
hielten im Austrittsbericht vom 3
0.
September 2015 folgende psychiatrischen Diagnosen fest (
Urk.
8/158/1):
(1)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(Erstdiagnose 2007; ICD-10 F33.1)
(2)
akustische Halluzinationen in Form einer Stimme, welche den Namen der
Beschwerdeführerin rufe, sowie
Akoasmen
(in Form von Türglockenklingeln und
Glockengeläut; ICD-10 R44.0)
(3)
Status nach (wohl am ehesten
app
ellativ
anmutendem) Suizidversuch im
September 2007, Schnittverletzung im Bereich des proximalen linken Unterarms
(ICD-10 Z91.8)
Die Ärzte der
B._
erklärten, dass
sich die Beschwerdeführerin
während ihres gesamten Aufenthaltes
in der
B._
vom 2
5.
August bis zum 3
0.
September 2015
nie so richtig ins Stationsleben
habe integrieren können
und viel Zeit für sich verbracht
habe
. Auch bezüglich psychotherapeutischer Gespräche habe sie sich nicht sehr offen gezeigt.
Die fehlende Therapiemotivation
scheine
sich eher negativ a
uf ihre Gesundung auszuwirken
(
Urk.
8/158/5
-6
).
3
.2.3
Dr.
C._
stellte im Bericht vom 1
3.
Juli 2016 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/161/1):
(1)
ein
lumbovertebrales
Syndrom mit
radikulärer
Ausstrahlung rechts bei im MRI
dargestellter Diskushernie L4/L5
mit Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5
rechtsbetont beidseits
(2)
eine
lumbosakrale
Übergangsstörung mit rechtsseitigem
Nearthros
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
C._
nic
ht. Er
erklärte, dass
der Beschwerdeführerin
noch körperlich leichte Tätigkeiten in Wirbelsäulen-adaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und Gehen
zumutbar seien
.
Das
Heben von schweren Lasten
,
nicht mehr als
5 kg kurzfristig und 2 kg länger
fristig, sei zu vermeiden. In einer solchen der Behinderung
angepassten Tätigkeit wäre sie
aus soma
tischer Sicht
höchstens
zu
30
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/161/1-2).
3
.2.4
Die medizinischen Fachpersonen des
D._
stellten im Verlaufsbericht vom 2
8.
Juli 2016 folgende psychiatrischen Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/164/5):
(1)
eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
mit/bei
-
akustischen Halluzinationen in Form von
Akoasmen
bzw. Stimmen
-
Status
nach schwerer depressiver Episode mit psychotischen Symptomen
(ICD-
10 F32.3)
(2)
Status nach Suizidversuch 2007 (ICD-10 X79) mit dem Messer
Psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten
die
medizinischen Fachpersonen des
D._
nicht
. Sie
gaben an, dass die Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt keine stabile Leistung er
bringen könne (
Urk.
8/164/5-6).
4
.
4
.1
Streitig
und zu prüfen ist die Notwendigkeit
der
angeordneten
polydisziplinären
Begutachtung.
4
.2
Was den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anbelangt, hat
te
Dr.
Z._
im Gutachten vom 2
2.
Februar 2015
eine schwere Depressio
n (ICD-10 F32.2
) festgestellt
(
Urk.
8/123/17).
Die Ärzte der
B._
berichteten nach dem stationären Aufenth
alt der Beschwerdeführerin vom 2
5.
August bis zum 3
0.
September 2015
nun
- wie die Beschwerdegegnerin zutreffend
bemerkte
-
insofern von einer Verbesserung der depressiven Symptomatik, als sie
eine
rezi
di
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
diagnostizierten. Dies, ohne dass sich
die Ärzte der
B._
auch
zur Frage der Arbeits
fä
higkeit geäussert hätten (
Urk.
8/158
).
Im Weiteren geht aus dem
Verlaufsb
ericht des
D._
vom 2
8.
Juli 2016
hervor, dass die Beschwerdeführerin aktuell von
Dr.
C._
(Chirurgie, Wirbelsäule
nleiden
),
Dr.
med.
I._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
und Arbeitsmedizin
, und vom
D._
behandelt werde. Die
Behandlungen in
ihrem
Zentrum
fänden dabei
einmal pro
Monat statt (
Urk.
8/164/3)
. Die Behandlung beim früheren Psychiater
,
Dr.
med.
A._
,
wurde infolge dessen Pensionie
rung offenbar per Ende August 2015 beendet (
Urk.
8/158/2). Mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin
Dr.
A._
im Zeitpunkt der Begutachtung bei
Dr.
Z._
im
November 2014
ca.
alle drei Wochen
aufsuchte und die Behand
lungen im
D._
damals ca. alle drei Monaten stattfanden (
Urk.
8/123/13), ist somit – wie die Beschwerdegegnerin ebenfalls zutreffend feststellte –
auch
von einer inzwischen leicht reduzierten
psychia
trischen
Therapiefrequenz
auszugehen.
Wohl wurde im – jüngeren -
Verlaufsbericht des
D._
vom 2
8.
Juli 2016
– wiederum – eine
schwere depressive Episo
de
ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2
) diagnostiziert und
sinngemäss
von
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen
(
Urk.
8/164/5-6)
.
Ange
sichts der
Erfahrungstatsache, dass behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
sowie
a
ufgrund der Diagnosestellung der
B._
und der leicht reduzierten psychiatrischen Therapie
frequenz, w
elche auf einen inzwischen
weniger ausgeprägten Leidens
druck hindeutet,
vermag diese Beurteilung aber nicht ohne weiteres zu über
zeugen.
4.3
4.3.1
In somatischer Hinsicht wurde die Beschwerdeführerin (erst- und bislang letzt
mals) im Oktober 2010 in der MEDAS
Y._
allgemein-medizinisch und rheumatologisch begutachtet.
Dies, nachdem das Bundesgericht in seinem Urteil 8C_963/2008 vom 30. Juni 2009 bemängelt hatte, dass die sich aus den damals vorliegenden Akten ergebende psychische Problematik, die Wechsel
wir
kungen zwischen somatischem und psychischem Beschwerdebild und die all
fälligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht abgeklärt worden seien. Die IV-Stelle habe eine polydisziplinäre Begutachtung in die Wege zu leiten und in der Folge über den Rentenanspruch
neu zu verfügen (Urk.
8/53 S. 6 und S. 7 E. 4.3.2).
4.3.2
Die daraufhin von der Beschwerdegegnerin mit der Begutachtung der Beschwer
de
führerin beauftragten Ärzte der MEDAS
Y._
waren in ihrem polydisziplinären (allgemein-medizinisch, rheumatologisch und psychiatrisch) Gut
ach
ten vom 15. März 2010 zum Schluss gekommen, dass ihr aufgrund der fest
gestellten chronischen
Lumboischialgie
rechts bei
breitbasiger
Bandschei
ben
pro
trusion
L4/L5 sowie L5/S1, bei
Spondylarthrosen
und „progredienter“
Osteochrondrose
L4/L5 (LWS MRI inkl. Myelografie vom 1. Februar 2008) nur noch körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten in einem 100%-Pensum zumutbar seien (Urk. 8/69/19-20 und Urk. 8/69/25).
Dem nun vorliegenden Bericht von Dr.
C._
vom 13. Juli 2016 ist zu ent
nehmen,
dass eine
deutliche klinische Verschlechterung des
lumbovertebralen
Syndroms
mit
Lumboischialgie
rechts vorlie
g
e
, welche die Arbeitsfähigkeit selb
st in einer angepassten Tätigkeit erheblich einschränke.
Di
esbezüglich wies
Dr.
C._
auch
auf die Ergebnisse eines am 11.
Dezember 2015
durchge
führten
MRI der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
hin, welche
s
den Befund einer auf Höhe Lendenwirbelkörper
L
5/S1 hochgradigen
Rezessusstenose
beidseits infolge
Spondylarthrose
und
Diskusprotrusion
bei
Osteochondrose
mit Spondylose bei
mittelgradiger
Spondylarthrose
der mi
ttleren LWS ergeben habe (
Urk.
8/161/1
-2
)
.
In den genannten Berichten von Dr.
C._
(Urk. 8/161/1) sowie der
B._
(Urk. 8/158/4) wurde sodann auf einen adipösen Ernährungszustand und im Verlaufsbericht des
D._
vom 28. Juli 2016 (Urk.
8/164/6) auf – weiterhin - bestehende Kopfschmerzen hingewiesen.
Ausser
dem wurde in diesem Bericht bemerkt, dass die Beschwerdeführerin durch
die täglich vorhandene, in der Intensität jedoch variierende Schmerzproble
matik einen starken Kontrollverlust erlebe, welcher sich dann negativ auf die Stimmung, das Denken und das Verhalten auswirke und zu einem empfun
de
nen Lebensüberdruss führe. Im Alltag zeige sich dies in Form einer redu
zierten und instabilen Belastbarkeit, so dass die Beschwerdeführerin die begonne
nen Tätigkeiten (leichtes Kochen, Staub wischen, Tochter und Ehemann erledigten die schwereren Arbeiten) abbreche und sich zurückziehe (zwei- bis dreimal 30 Minuten liegen wegen Schmerzen). Die Ärzte der
B._
hatten in ihrem Bericht vom 30. September 2015 auch schon bemerkt, dass sich die bei der Beschwer
deführerin bestehende mittelgradige depressive Episode und das vorhandene
zerviko
- und
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom negativ zu beeinflussen schienen (Urk. 8/158/6). Die behandelnden Ärzte gehen demnach davon aus, dass – weiterhin - Wechselwirkungen zwischen dem (letztmals vor rund sieben Jahren gutachterlich abgeklärten und laut Dr.
C._
klinisch deutlich ver
schlechterten) somatischen und dem (nach dem Gesagten abklärungsbedürf
tigen) psychischen Beschwerdebild bestehen.
Die gesundheitliche Situation ist somit – weiterhin (vgl. E. 4.3.2) – komplex, weshalb nicht von einer vollends gesicherten Beschaffenheit der Gesundheits
problematik, die offenkundig ausschliesslich das Fachgebiet der Psychiatrie resp. die Fachgebiete der Psychiatrie und Rheumatologie
beschlägt, die
Rede sein kann.
Überdies
ist in
diesem Zusammenhang
darauf hinzuweisen,
dass gemäss
der
Mus
tervereinbarung zwischen dem Bundesamt für Sozialver
siche
rungen
und den Gutachterstellen
ein polyd
isziplinäres Gutachten
mindestens drei
unterschiedliche Expertisen bzw. Fachdisziplinen
enthält, wobei die Allge
meine/
Innere Medizin immer vertreten
ist
(www.bsv.admin.ch)
. Dem
mit der Fallf
ührung betrauten Allgemeinmediziner würde es ausserdem obliegen, die ausgewählten Disziplinen gegebene
nfalls mit weiteren zu ergänzen.
4.4
Die angeordnete
polydisziplinäre Begutachtung
(allgemeinmedizinisch, rheuma
to
logisch und psychiatrisch)
dient damit der für den Endentscheid notwendigen S
achverhaltsabklärung
.
Konkrete Gründe, weshalb der Beschwerdeführerin die
Teilnahme an die
ser Begutachtung unzumutbar wäre
, wurden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich.
Eine Verpflich
tung der Beschwerde
gegnerin, ein
V
erlaufsgutachten bei der letztmaligen
Gutachterstelle b
zw. beim letztmaligen
Gutachter einzuholen, besteht im Übrigen nicht (vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2016.01035 vom 2
7.
März 2017 E. 6 f.)
.
4.5
Triftige Gründe
gegen die drei genannten Gutachter des
E._
,
Dr.
med.
J._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
K._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
L._
, FMH Rheumatologie,
(
Urk.
8/177-178)
h
at die Beschwerdeführerin schliesslich
nicht geltend gemacht.
5.
Die
(nach dem Zufallsprinzip)
erfolgte Vergabe des
polydisziplinären Gutach
ten
s
ans
E._
ist demnach nicht zu beanstanden.
Die Beschwerde ist deshalb abzu
weisen.
6.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versi
che
rungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenlos (
Art.
61
lit
. a ATSG in Ver
bindung mit
Art.
69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
siche
rung,
IVG).