Decision ID: ce061091-b510-49dc-b858-71a2059dfc84
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, ist Mutter von im Jahr 1999 geborenen
Zwil
lingssöhnen
und seit 2012 geschieden. Sie absolvierte in ihrem Heimatland
Y._
eine Lehre als Schneiderin und war nach ihrer Einreise in die Schweiz seit 1989 in verschiedenen Hilfsarbeiten tätig, zuletzt von 2001
bis Oktober 2010
als
Produktionsmitarbeiterin /
Crew Trainerin bei
Z._
, wo sie auch Spät
schich
ten absolvierte. Ab 17. Oktober 2010 war sie vollständig krankge
schrie
ben
(Urk. 8/1 und Urk. 8/10)
. Am 15. März 2011 meldete sie sich unter Hinweis auf eine depressive Entwicklung sowie chronische Hals- und
Lendenwirbel
schmer
zen
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbe
zug
an (Urk. 8/1). Die IV-Stelle tätigte daraufhin Abklärungen in er
werblicher Hinsicht und holte bei den behandelnden Ärzten Berichte ein.
Weiter
veran
lasste sie eine psychiatrische Begutachtung der Versicherten durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (Gutachten vom 31. August 2012; Urk. 8/34). Nach ergänzender Abklärung der beeinträch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (vom
4.
Januar 2013; Urk. 8/38) so
wie Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
8/42 ff.) sprach die IV-Stell
e
X._
mit Verfügung vom 19. März 2014 mit Wirkung ab 1. Okto
ber
2011 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu, welche sie bis zum 2
9.
Febru
ar 2012 befristete (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
, hierorts mit Eingabe vom 6. Mai 2014 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit den folgenden
Anträgen
(Urk. 1 S. 2):
„
1.
Es sei die Verfügung vom 1
9.
März 2014 insoweit aufzuheben, als der Beschwerdeführerin lediglich eine bis Ende Februar 2012 befristete Invali
denrente ausgerichtet wird, und es sei die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, der Beschwerdeführerin auch ab 1. März 2012 eine Invaliden
rente auszurichten.
2.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
3.
Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu ge
währen, und es sei die Unterzeichnende zur unentgeltlichen
Rechtsvertre
terin
zu ernennen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegne
rin
.“
Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2014 stellte die IV-Stelle Antrag auf teil
weise Gutheissung der Beschwerde in dem Sinne, dass die Sache zu weiteren Ab
klärungen an sie zurückzuweisen sei (
Urk.
7). Mit Gerichtsverfügung vom 2. Juli 2014 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und der Beschwer
de
füh
re
rin in Bewilligung ihres Gesuches vom
6.
Mai 2014 die unentgeltliche Rechts
pflege gewährt (Urk. 9). Mit Eingabe vom 3. Oktober 2014 liess sich die Versi
cherte zur Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vernehmen
(Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit lieg
t zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
da
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen
der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem
aus
geglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist
. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsun
fähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die In
validität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
ent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprech
end der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG
; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die In
validität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamt
in
va
lidität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vo
raus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E.
6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei
der
Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwend
baren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit
Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des
Invalidi
täts
grades
eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforder
liche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachver
halts im Zeitpunkt der
Rentenzuspre
chung
oder des Rentenbeginns mit demje
ni
gen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegen
stan
des des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Ren
ten
anspruch für den gesamten
verfü
gungsweise
geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.7
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozial
ver
sicherungsgericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Un
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten de
n Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zini
sche
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Un
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis
der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der me
di
zini
schen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Beschwerdeführerin, welche als
teilerwerbstätig
zu qualifizieren sei, ge
mäss dem in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachten seit Oktober 2010 voll
ständig arbeitsunfähig sei. Ab Dezember 2011 sei sodann eine 50%ige Ar
beits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgewiesen. Unter Berücksichti
gung einer Einschränkung im Haushalt von 12 % betrage der Invaliditätsgrad a
b
Oktober 2011 82.40 %, was Anspruch auf eine ganze Rente ergebe. Auf
grund der
gesundheitlichen Verbesserung betrage der Invaliditätsgrad ab De
zember 2011
nurmehr
28 %, weshalb ab
1.
März 2012 kein Rentenan
spruch mehr bestehe (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen geltend machen, dass sie als
Vollerwerbs
t
ätige
zu qualifizieren sei, weshalb der Invaliditätsgrad aufgrund des
Einkom
mens
vergleichs
zu ermitteln sei. Alsdann seien die ermittelten
Vergleichsein
kommen
unzutreffend. Schliesslich sei in medizinischer Hinsicht von einer Ar
beitsfähigkeit von höchstens 30 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Aus alledem folge, dass auch nach Februar 2012 weiterhin Anspruch auf eine ganze, mindestens aber eine halbe Invalidenrente bestehe (
Urk.
2).
3.
3.1
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin als
voll- oder teil
erwerbstätig zu gelten hat, was je zur Anwendung einer anderen Methode der
Invaliditäts
bemessung
führt (Einkommensvergleich, gemischte Methode). Dies ergibt sich au
s
der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn
keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde.
Die
Beschwerdegegne
rin
qua
li
fizierte die Beschwerdeführerin als teilerwerbstätig (
8
0
% Erwerbstätig
keit und
20 % Haushalt), was sie zur Hauptsache damit begründete, dass die Beschwer
de
f
ührerin gegenüber der Abklärungsperson angegeben hatte, bei gu
ter Gesund
he
it wäre sie unverändert an ihrem
angestammten Arbeitsplatz ver
blieben. Da
bei habe es sich jedoch nicht um eine Vollzeitstelle gehandelt (
Urk.
2 S. 4).
3.2
Gemäss Angaben im Bericht vom 2
1.
Januar 2013 über die am
4.
Januar 2012 (richtig: 2013) durchgeführte Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt gab die Versicherte, welche – unstreitig (
Urk.
1 S.
5) - zu
letzt in einem Pensum von 80 % gearbeitet hatte (vgl.
Urk.
8/38 S. 3
Ziff.
2.6; vgl. auch Angaben in der Anmeldung zum Bezug von Leistungen der In
validen
versicherung;
Urk.
8/1 S. 5
Ziff. 5
.
4
) an, bei guter Gesundheit hätte sie an ihrer Erwerbstätigkeit nichts verändert. Die Söhne würden im April 14 Jahre alt und seien alt genug, um mit der Abwesenheit der Mutter umgehen zu können. Im unteren Stockwerk wohnten zudem der Onkel und seine Frau. Da in der Regel die Spätschicht ihre Arbeitszeit gewesen sei, hätte sie wie früher morgens und mittags zuhause sein können (
Urk.
8/38 S. 3;
Ziff.
2.5).
3.3
Wie die Verwaltung zutreffend festhält, sind diese Angaben unmissverständlich und vor dem Hintergrund der familiären Situation nachvollziehbar, womit nicht ersichtlich ist, weshalb auf diese nicht abgestellt werden könnte. Dies umso we
ni
ger, als die beschwerdeweise vorgetragenen Einwände nicht überzeugen. So
weit
die Beschwerdeführerin vorbringen lässt, die „zwischenzeitlich“ vollzogene Schei
dung spreche für eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit aus finanziellen Grün
den (
Urk.
1 S.
5), ist nämlich festzu
halt
en, dass die Scheidung
bereits
im Jahr 2012
erfolgte und mithin im Zeitpunkt der Haushaltabklärung
vom 4.
Januar 2013 be
reits vollzogen war
. Die von der Beschwerdeführerin
anlässlich der
Haushalt
abklärung
gemachten Angaben erfolgten somit insbesondere im Wis
sen darum,
dass
sie
gemäss Scheidungsurteil vom 2. Mai 2012 gegenüber ihrem früheren Ehe
gatten keinen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt hat (Urk. 8/35 S.
3). Dass die Beschwerdeführerin in einem Tieflohnsegment tätig war, was ebenfalls
auf eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit schliessen lasse, wie unter Hin
weis auf den
bundesgerichtlichen Entscheid 9C_621/2013 vom 2
8.
Januar 2014 geltend ge
macht wird (
Urk.
1 S.
5), verfängt vorliegend ebenfalls nicht. Denn – anders als
im erwähnten Entscheid
(vgl. a.a.O. E.
3)
- hatte die Beschwerdefüh
rerin an
läss
lich
der Haushaltabklärung
vom 4.
Januar 2013 nicht angegeben, dass sie im
Ge
sundheitsfall
ein vollschichtiges Pensum ausgeübt hätte, falls dies zur Be
streitung des Lebensunterhalts erforderlich gewesen wäre
.
Die
s ist vor dem Hin
tergrund, dass die
Söhne d
er
– alleinerziehenden -
Beschwerdeführerin
im da
ma
li
gen Zeitpunkt
(
doch
erst) 14
Jahre alt waren
,
einleuchtend
; im
Ü
b
rigen wäre
ihr
die Aufnahme einer
vollzeitlichen
Erwerbstätigkeit
im damaligen Zeitpunkt
wohl selbst bei Sozialhilfebedürftigkeit nicht zumutbar gewe
sen (vgl. etwa Urteil
des Bundesgerichts 5A_241/2010 vom
9.
November 2010, E.
5.4.3). Schliesslich
deutet - entgegen den Vorbringen in der Beschwerde (Urk. 1 S. 5) - auch nichts da
rauf hin, dass die Beschwerdeführerin den
Bedeu
tungsgehalt
der ihr gestellten Fragen und ihrer Antworten nicht richtig erfasst haben könnte. Ihre diesbe
züg
lichen Angaben sind in sich schlüssig und nach
vollziehbar, wobei die Be
schwer
deführerin auch nach Erörterung ihres
bisheri
gen
Arbeitspensums an ihren An
gaben festhielt (vgl.
Urk.
8/38 S. 3
Ziff.
2.5 und 2.6). Dass die Versicherte ihr zu
letzt ausgeübtes Pensum anlässlich der psychi
atrischen Begutachtung (fälsch
li
cherweise)
mit
100 % beziffert hatte, kann unter
den
gegebenen Umständen nicht
entscheidend sein.
3.
4
Vermögen aber die Vorbringen der Beschwerdeführerin die von der
Beschwer
de
gegnerin
vorgenommene Qualifikation nicht in Frage zu stellen, ist davon aus
zugehen, dass sie
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
im Gesundheitsfall zu 20 % im Haushalt und zu 80 % erwerbstätig wäre.
Somit gelangt vorliegend die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung zur Anwendung.
3.
5
Die von der Beschwerdegegnerin anlässlich der Haushaltabklärung ermittelte Ein
schränkung im Haushalt von 12 % (vgl.
Urk. 8/38 S.
7) wurde von der Be
schwer
d
eführerin nicht beanstandet. Es ist daher davon auszugehen, zumal keine Hin
weise darauf bestehen, dass das Ergebnis unrichtig wäre.
4.
4.1
Die medizinische Aktenlage ergibt im Wesentlichen folgendes Bild:
4.2
Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte in seinem Bericht vom
4.
April 2011 eine chronische rezidivierende Depression seit 2003 und ein chronisches LSS (
lumbospondylogenes
Syndrom) und CSS (
z
ervi
kospondylogenes
Syndrom). Er gab an, bezüglich der
Wirbel
säulenproblematik
bestünden seit 2004 chronisch rezidivierende Beschwerden, die bisher auf Phy
sio
therapie und Analgetika gut angesprochen und wahrscheinlich im Rahmen der psy
chischen Situation
exazerbiert
hätten
. Im Vorder
grund stehe die depressive Entwicklung mit Angst-/Panikstörung; es bestehe seit dem 1
7.
Oktober 2010 bis auf
Weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Unter intensiver psychiatrischer
Behandlung sei ein Wiedereinstieg in eine be
rufliche Tätigkeit
vorstellbar.
W
ann
und in welchem Umfang sei bei der Psychi
atrischen Universitätsklinik (
C._
) in
B._
zu erfragen (Urk. 8/8/
5).
4.3
Die verantwortlich zeichnenden Ärzte der
C._
, Sozialpsychiatrisches Zentrum
D._
, wo die Versicherte
ab
1
7.
Januar 2011 in (einmal wöchentlicher) am
bu
lanter Behandlung stand, diagnostizierten in ihrem Bericht vom 1
9.
Mai 2011
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Angststörung (F41.1
; seit ca. 2003) sowie eine depressive Episode, mittelgradig (F32.1; seit ca. 1997). Sie gaben im Wesentlichen an, eine Beeinträchtigung im Arbeitsprozess bestehe vor allem auf Grund der durch die Erkrankung bestehenden
Konzentra
tions
stö
rungen
, Antriebslosigkeit und des Vermeidungsverhaltens mit starken
Rückzug
stendenzen
. Als Crew Trainerin sei sie seit Oktober 2010 bis auf weite
res zu
50 % arbeitsunfähig. Eine Fortführung der psychiatrischen Therapie mit
psycho
pharmakologischen
und psychotherapeutischen Strategien könnte die Einschrän
kung vermindern (Urk. 8/11).
4.4
Vo
m
4.
bis 1
2.
Juli 2011 war die Versicherte im Stadtspital
E._
, Klinik
für Rheumatologie und Rehabilitation, hospitalisiert. In ihrem Bericht vom 1
1.
Juli 2011 an den Hausarzt stellten die verantwortlichen Ärzte die fol
genden Diagnosen:
1.
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Fakto
ren
(F45.41) mit/bei
-
r
ezidivierenden panvertebralen Schmerzen:
radiologisch: MRI HWS/LWS 11/2010 altersentsprechend unauffällig (beginnende Segmentdegen
e
ration C5/6 und L4/5),
klinisch: leichte Skoliose BWS linkskonvex, Segmentdysfunktionen v.a. BWS, muskuläre
Dysbalancen
/Irritationen
rezidivierende
Periarthropathien
der peripheren Gelenke, Knie, Schul
tern, Handgelenke; radi
ologisch: natives Röntgen
bland
, keine hu
morale entzündliche Aktivität
2.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(F33.1), ED 1997
3.
Angststörung (F41.1), ED 2003
4.
Low-Dose
Benzodiazepinabhängigkeit
5.
Leichte
Pollinosis
6.
Vitamin D-Mangel, substituiert mit
Zyma
D 200‘000 IE (6/2001)
Sie führten aus, die
Hospitalisation
sei aufgrund von Schmer
zen am gesamten Bewegungsapparat erfolgt, ohne klinische, laborchemische oder radiologisch auffällige Befunde. Das Krankheitsbild sei als chronische Schmerzstörung zu be
werten mit somatischen und psychischen Faktoren, wes
halb im Rahmen der in
ter
disziplinären Fallbesprechung beschlossen worden sei, die Patientin zur sta
tio
nären Rehabilitation in einer auf chronische Schmerzen spezialisierten Ein
rich
tung anzumelden. Sie bezeichneten die Versicherte als während der Dauer des stationären Aufenthalts zu 100
% arbeitsunfähig und gaben an, ein ab
schliessendes Urteil über das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit sei im Ra
hmen
des stationären Aufenthalt
s nicht möglich. Die Arbeitsfähigkeit sollte auch durch
einen Facharzt für Psychiatrie beurteilt werden (
Urk.
8/29).
4.5
Infolge Verschlechterung des Gesundheitszustandes war die Versicherte
vom
27. Oktober bis zum 14. Dezember 2011
(Urk.
8/30 S.
3 Ziff. 1.4
)
in der
C._
hospitalisiert. Die für den Bericht vom
1.
Dezember 2011 verantwort
lichen Ärzte diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine an
haltende
somatoforme
Schmerz
störung
(F.45.40; seit ca. 2000) sowie eine gene
ra
lisierte Angststörung (F41.1; seit ca. 2000). Sie führten aus, die Versi
cherte sei
vor dem Aufenthalt in der Klinik nicht in der Lage gewesen sei, ihre häusliche Umgebung selbständig
zu verlassen, auch in Begleitung
ihrers
Ehemannes oder ihrer Kinder sei ihr dies nur unter Einnahme von Benzodiazepinen gelungen. Vom
Aufenthalt
in der Klinik habe sie
sehr profitieren können. Sie habe Stra
te
gien im Umgang mit Gefühlen hoher Ängstlichkeit und Anspannung erlernt, ausserdem sei es ihr gelungen, Zugang zu ihren Gefühlen, die sich in Schmerz
ausdrückten, zu fin
den. Die Benzodiazepine hätten komplett ausgeschlichen werden
können. So gelinge es ihr nun, Ausflüge in die nähere Umgebung der Klinik selbständig durchzuführen. Bei Weiterführung der Therapie sei die Prog
no
se als günstig einzuschätzen in Bezug auf eine Teilverbesserung der Arbeits
fähigkeit. Eine vollständige Remission sei unwahrscheinlich, auch wegen der bestehenden psy
chosozialen Belastungsfaktoren. Es bestehe eine verminderte Stresstoleranz und Belastbarkeit, ausserdem bestehe eine verminderte körper
li
che Belastbarkeit. Die angestammte Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht
mehr zumutbar, eine behinderungsangepasste Tätigkeit s
ei nach Austritt
zu maxi
mal 30
%
möglich
, steiger
ba
r nach klinischem Verlauf (Urk.
8/18).
4.6
In ihrem Bericht vom 2
9.
Juni 2012 diagnostizierten die
nachbehandelnden
Ärzte
der
C._
, Sozialpsychiatrisches Zentrum
D._
, mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige
Episode (F33.1), eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.40), eine ge
neralisierte Angststörung (F41.1) sowie eine
Benzodiazepinabhängigkeit
(F13.2), gegenwärtig abstinent. Sie gaben zur Hauptsache an,
es bestehe eine deutliche Angstsymptomatik wie eine
leicht
-
bis mittelgradige
depressive Symp
tomatik
.
B
ei der Arbeit sei die Versicherte nur eingeschränkt belastbar und schnell über
fordert.
Angesichts der mittlerweile langen Arbeitsunfähigkeit, der nur einge
schränkten Belastbarkeit und des ausgeprägten
Vermeidungsverhal
tens
werde von einem Arbeitseinsatz mit hohem Anforderungsprofil und unre
gelmässigen
Ar
beitszeiten, welche die Versicherte als Schichtführerin
gehabt
ha
b
e, ab
gera
ten.
Mit einer Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit könne ab Juli 2012 gerechnet werden, der Umfang sollte im Rahmen eines
Arbeitsbelastungstrai
nings
erprobt werden (
Urk.
8/30).
4.7
A
m 28. August 2012 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der IV-Stelle durch
Dr.
F._
psychiatrisch-fachärztlich untersucht. In seinem Gutachten vom
31. August 2012 diagnostizierte
Dr.
F._
ein leichtes bis knapp mittel
gradiges depressives Syndrom bei anamnestisch bestehender rezidivierender de
pressiver
Störung, eine generalisierte Angststörung sowie ein chronisches
Schmerzsyn
drom
mit somatischen und psychogenen Komponenten (Urk. 8/34 S.
10).
Dr.
F._
führte aus, die Versicherte beschreibe seit der Kind
heit bestehende ängstliche Persönlichkeitszüge. Die chronische
Schmerzent
wicklung
, die
Angst
störung
und die depressive Entwicklung seien auf dem Hintergrund der multi
plen psychosozialen Belastungen (alkoholkranker Ehe
mann, fehlende Unterstüt
z
ung durch ihn, Doppelbelastung mit Schichtarbeit, Haushaltführung und
Kin
derbetreuung
) verstehbar. Im Herbst 2010 sei es zur Dekompensation gekom
men
. Die Explorandin sei krankgeschrieben worden, eine Arbeitstätigkeit habe sie seit
her nicht mehr aufgenommen. Vorübergehend habe ein massiver sozialer Rückzug mit ausgeprägtem Vermeidungsverhalten stattgefunden. Im Anschluss
an die
Hospitalisation
sei es zu einer Verminde
rung der Symptomatik gekom
men,
die Explorandin habe ihren
Bewegungsra
dius
deutlich erweitert. Trotz adäquater Behandlung persistiere eine
Restsymp
tomatik
mit generalisierten Ängsten und leichter bis knapp mittelgradiger de
pressiver Verstimmung neben dem chroni
schen Schmerzsyndrom. Prognostisch günstig sei der bisherige Verlauf mit teil
wei
ser Stabilisierung trotz intensiven psychosozialen Belastungsfaktoren zu werten
(S. 8 ff.)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
F._
im Wesentlichen aus, die bisherige Tätig
keit als Schichtführerin bei
Z._
sei ungünstig, da sie mit hoher Wahr
scheinlichkeit in Kombination mit der aktuellen Belastung als alleinerziehende
Mutter zu erneuten depressiven Dekompensationen führen würde. Die Krank
schrei
bung ab
Oktober 2010 sei nachvollziehbar. Bezogen auf eine adaptierte
Tä
tigkeit (körperlich leichte, zeitlich regelmässig
ausübbare
Tätigkeit ohne Nacht
arbeit) sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Diesbezüglich sei der Verlauf fluktuierend gewesen. Unmittelbar im Umfeld der Dekompensa
tion im Oktober 2010 habe wahrscheinlich auch für eine adaptierte Tätigkeit eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im Mai 2011 seien die Kollegen von einer
50%igen medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit ausgegangen. In der Phas
e der stationären Behandlung vom
2
7.
Oktober bis 14. Dezember 2011 habe für sämtliche Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit be
standen. Bei Aus
tritt sei eine Verbesserung beschrieben worden, weshalb wahr
scheinlich das
aktuelle Zustandsbild mit einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit für adaptierte Tätig
keiten bereits zum damaligen Zeitpunkt medizinisch-theoretisch erreicht worden sei (S. 11 f
.
).
5.
5.1
In Würdigung der medizinischen Akten ist festzustellen und zwischen den Par
teien auch nicht streitig, dass bei der Beschwerdeführerin, bei welcher keine nennenswerten somatischen Befunde erhoben werden konnten (vgl. Bericht des
Stadtspitals
E._
,
Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation,
E.
4.
4
hievor
), die psychischen Einschränkungen in Vordergrund stehen. Dabei gehen die mit der Beschwerdeführerin befassten Fachärzte im Wesentlichen von denselben Krankheitsbildern aus
wie
Dr.
F._
und
wie dies
e
r
davon
, dass die Versicherte in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Crew Traine
rin/
Schicht
füh
rerin
, bei welcher sie häufig Nachtschichten zu leisten hatte, nicht mehr ar
beits
fähig ist. Unterschiedliche Einschätzungen bestehen hingegen be
züglich der Ar
beits
fähigkeit in einer Verweistätigkeit.
5.2
Wenn die IV-Stelle für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer
Verweis
tätigkeit
v
erfügungsweise
auf das Gutachten von
Dr.
F._
abgestellt hat, ist dies
nicht zu be
anstanden. So
entspricht dieses den praxisgemässen Anfor
de
rungen an den
Be
weiswert
einer Expertise: es ist namentlich für die streitigen
Belange umfassend, beruht auf den notwendigen Untersuchungen, berücksich
tigt
die geklagten Be
schwerden, wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abge
geben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begründet (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.3
Die Expertise wird von der Beschwerdeführerin denn auch nur insoweit in Frage gestellt, als
Dr.
F._
für die Zeit nach Austritt aus der vom 2
7.
Oktober bis 1
4.
Dezember 2011 dauernden stationären Behandlung in der
C._
– während welcher unstreitig eine vollständige
Arbeits
unfähigkeit bestand - von einer Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 50 % ausgeht
;
d
ies im Ge
gen
satz zu den behandelnden Ärzten der
C._
, welche ihr für die Zeit nach Austritt aus der Klinik eine Arbeitsfähigkeit von (höchstens) 30 % attestierten. Da auch
gestützt auf die Angaben
der behandelnden Ärzte
bezüglich der Zeit nach Aus
tritt aus der Klinik von
einer gewissen Arbeitsfähigkeit
auszugehen ist, und die Beschwerdeführerin -
in Anleh
n
ung an die behandelnden Ärzte
- die Annahme einer solchen
von höchstens 30 %
postuliert
(
Urk.
1 S. 8), steht je
denfalls nicht in Frage, dass im Rahmen der stationären Behandlung eine Ver
besserung des psy
chischen Gesundheitszustandes
erreicht worden ist
. Dies zu Recht, ergibt sich doch aus den Akten, dass unter anderem die Benzodiazepine ausgeschli
chen werden konnten und die Beschwerdeführerin
wieder
selbständig Ausflüge
in die nähere Umgebung der Klinik
vorzunehmen vermochte
(Urk. 8/18
S.
4). Seit
der
Hospitalisation
traten alsdann keine Panikattacken mehr auf bezieh
ungs
weise vermochte die Versicherte Anflüge kognitiv zu be
wältigen (
Urk.
8/34 S.
10
).
Soweit
alsdann
Dr.
F._
die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auf 50 % bemisst, erscheint diese Einschätzung mit Blick auf die anlässlich der Un
tersuchung erhobenen psychopathologischen Befunde (
Urk.
8/34
S.
7
f
.
) wie auch
vor dem Hinter
grund der
von der Beschwerdeführerin anlässlich der Be
gutach
tung geschilderten Alltagsaktivitäten (im Rahmen derer sie den Alltag als allein
erziehende Mutter von zwei Jugendlichen weitestgehend selbständig meistert; vgl.
Urk.
8/34
S.
7 sowie
Urk.
8/38) auc
h
in quanti
t
ativer Hinsicht nachvollzieh
bar. Diese Beurteilung wird auch durch die Ausführungen in der Beschwerde nicht in Frage gestellt, zumal darin
keine Aspe
kte benannt werden
, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie
ben wären
(
statt vieler:
Urteil
des Bundesgerichts
9C_964/2011 vom 2
5.
Januar 2012 E.
5.1.1; vgl. auch
BGE 137 V 210
E.
1.2.4
)
.
Bezüglich der
(allein) be
anstandete
n
Höhe der von
Dr.
F._
festgelegten Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit
(von 50 % statt höchstens 30
%)
ist
überdies
anzumerken, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und sie dem begutachtenden Psychiater praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb dessen verschiedene medizinisch psy
chiatrische Interpreta
tio
nen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Expert
e lege
artis
vorgegangen ist
.
Auch d
aher und unter Berücksichti
gung der
unter
schied
lichen Natur von Behandlungsauftrag de
r
therapeutisch tätigen (Fach-)
Ä
rzte und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten medizi
nischen Experten,
mit Blick worauf es
nicht geboten ist, ein
(
Administrativ- oder Gerichts
-)G
utachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anders lautenden Ein
schätzungen gelangen
(vgl. statt vieler etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_139/2013 vom 26. Juni 2013,
E. 2.4)
,
ist
die Beurteilung von
Dr.
F._
nicht
anzuzweifeln
.
Schliesslich ist auch die Einschätzung, wonach das aktuelle Zustandsbild mit einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten wahrscheinlich bereits bei Klinikaustritt medizinisch-theoretisch erreicht worden
sei (Urk. 8/34, S.
11
), nicht in Frage zu stellen. Die Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach Austritt aus der Klinik im Dezember 2011 und bis zur Begutachtung durch
Dr.
F._
im August 2012 wesentlich verändert, namentlich verbessert hätte. Die Beschwerdeführerin macht jedenfalls sinngemäss selber einen
im Wesentli
chen
gleichgebliebenen Gesundheitszustand geltend indem sie - ohne eine Ver
schlechterung anzuführen
- angibt, die Prognose einer Steigerung der Arbeits
fähigkeit habe sich nicht be
wahrheitet (
Urk.
1 S. 8).
5.4
Schliesslich kann aber auch der Verwaltung nicht gefolgt werden, soweit sie die Beweiskraft der Expertise von
Dr.
F._
in der Vernehmlassung nunmehr im Nachhinein in Frage stellt und die Rückweisung zu weiteren A
bklärungen be
antragt (Urk.
7). Zwar trifft zu, dass
Dr.
F._
die von ihm gestellten Diagno
sen nicht mit de
n
jeweiligen
Codes
gemäss der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (nach ICD-10 Kapitel V [F]) versah
.
Doch stimmen – wie ausgeführt (E. 5.1
hie
vor
) – die behandelnden Fachärzte und der begutachtende Experte vorliegend bezüglich der erhobenen psychiatrischen Diagnosen im Wesentlichen überein, weshalb die fehlende Klassifikation der Diagnosen allein die Beweiskraft nicht zu erschüttern vermag.
5.5
Zusammenfassend ist daher gestützt auf das Gutachten von
Dr.
F._
davon auszugehen, dass die Versicherte ihre
zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als
Schichtlei
terin
bei
Z._
seit 1
7.
Oktober 2010
gesundheitsbedingt nicht mehr aus
üben kann
,
sie
jedoch – nach einer vorübergehenden vollständigen Erwerbsun
fähigkeit in der Zeit vo
m
2
7.
Oktober 2011 bis 14. Dezember 2012
-
in einer
lei
densangepasste
n
Tätigkeit (körperlich leichte
,
zeitlich regelmässig
ausübbare
Tätigkeit ohne Nachtarbeit) zu 50
%
arbeitsfähig ist.
6.
6.1
Im Rahmen des Einkommensvergleichs ging die IV-Stelle beim
Valideneinkom
men
gestützt auf die Angaben im Arbeitgeberfragebogen vom 1
9.
April 2011 (
Urk.
8/10 S. 9)
vom Verdienst aus, welchen die Versicherte zuletzt als
Schicht
führerin
bei
Z._
erzielt hatte
. Dabei rechnete sie
den im Jahr 2010
in den Monaten
Januar bis Oktober erwirtschafteten AHV-pflichtigen Bruttolohn
auf ein Jahres
einkommen hoch
, was Fr. 38‘479.20 ergab (vgl.
Urk.
2
Ver
fü
gungs
teil
2
S.
2
).
Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, dass dieses Einkommen – vergli
chen mit dem als Bezugsgrösse heranzuziehenden
massgebenden Tabellenlohn gemäss der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE 2010, TA1, Total sämt
licher Tätigkeiten
, Anforderungsniveau 3)
- unterdurchschnittlich ausgefallen sei,
weshalb eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen vorzunehmen be
zieh
ungs
weise von einem höheren
Valideneinkommen
ausz
u
gehen
sei (
Urk.
1 S. 6). Dem ist jedoch nicht zu folgen. Die Beschwerdeführerin übte ihre letzte Tä
tigkeit ohne entsprechende Berufsausbildung, lediglich gestützt auf eine be
triebs
interne Schulung aus (vgl. Protokoll Ressourcengespräch,
Urk.
8/7 S.
2;
vgl. auch
Urk.
8/21 S.
2). Jedoch reicht nach der Rechtsprechung auch eine lang
jährige Erfahrung in einer angelernten Tätigkeit nicht aus, um die für die An
wendung des Anforderungsniveaus 3 notwendigen Berufs- und Fachkennt
nisse
zu erlangen; dafür wird in aller Regel eine abgeschlossene Berufslehre (in diesem
Bereich) verlangt (vgl. Urteil 8C_123/2012 vom 1
2.
April
2012, E.
3 mit Hinwei
sen).
Gemäss den statistischen
Durchschnittswerten der LSE
(vorliegend LSE
2010, TA1, Ziffer 56, Anforderungsniveau 4) betrug der Durchschnittslohn weib
licher Arbeitskräfte im Jahr 2010 im Bereich Gastronomie unter Berück
sich
ti
gung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro Woche
(vgl. Die Volkswirtschaft,
10-2014
, S.
84
) Fr. 4
7‘736.-- (Fr. 3‘825.--: 40 x 41.
6 x 12), was in dem von der Beschwerdeführerin ausgeübten 80 %-Pensum Fr. 38‘189.-- ergibt.
Wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü
gung zu Recht
ausgeführt hat
, liegt d
as
derart
aufgrund der Tabellenlöhne ermit
telte Einkommen mithin gar
leicht
unter dem von der Beschwerdeführerin er
zielten
Verdienst
, weshalb für eine Parallelisierung kein Anlass besteht. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von je 1 % für die Jahre 2011 und 2012 (vgl. T 39, Entwicklung der Nominallöhne, Konsumentenpreise und Reallöhne 1976 – 2012 gemäss Bundesamt für Statistik, Schweizerischer
Lohn
index
, Landesindex der Konsumentenpreise) ergeben sich demnach folgende
Va
liden
einkommen
: Fr. 38‘864.-- (2011) und Fr. 39‘253.-- (2012).
6.2
Da die Versicherte seit Oktober 2010 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht (vgl.
Angaben anlässlich der Haushaltabklärung Urk. 8/38 S. 2), bemass die IV-Stelle das Invalideneinkommen gestützt auf statistische Werte
(LSE
2010
TA1, Total aller Branchen, Anforderungsniveau 4
[
Hilfsarbeiten
]
)
,
und ermittelte so
–
ent
sprechend
dem
der
Beschwerdeführerin zumutbaren Pensum von 50
% - für das Jahr 2011 ein Invalideneinkommen von Fr.
26‘628.
--
(
vgl. Urk. 8/39). Dies ist
n
icht zu beanstanden
und
ergibt
für das Jahr 2012 unter Berücksichtigung d
er Nominallohnentwicklung
(
von 1
%
)
ein
Invalideneinkommen von Fr.
26‘894.
--
.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen (vgl. zum sog. Leidensabzug: BGE 126 V 75).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin rechtfertigt sich mit
Blick auf das
ihr
noch zumutbare
An
forderungsprofil
jedoch kein Abzug vom Tabellenlohn.
So wirkt sich
Teilzeitar
beit bei Frauen, insbesondere bei einem Pensum von 50 %, im Vergleich zu voll
z
eitbeschäftigten Frauen tendenziell gar lohnerhöhend aus (vgl. Meyer/
Reich
muth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
Art.
28a
Rz
.
107 sowie statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_268/2014 vom 29.
April 2014, E.
2.2) und
kann ohne weiteres
davon ausgegangen werden, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt e
in genügend breites Spektrum an zumutbaren
Verweisungs
t
ätig
keiten
besteht
, welche ohne Schicht-/Nachtarbeit ausgeübt werden können (vgl.
Urk.
1 S. 8).
6.3
Die Beschwerdeführerin war nach Ablauf der Wartezeit im Oktober 2011 vom 27. Oktober bis 14. Dezember 2011 in jeglicher Tätigkeit vollständig arbeitsun
fähig und danach - nach eingetretener Verbesserung des Gesundheitszustandes - in angepasster Tätigkeit zu 50 %. Während der Zeit der vollständigen Er
werbsunfähigkeit resultiert im erwerblichen Bereich ein Invaliditätsgrad von
100 % (
Valideneinkommen
: Fr. 38‘864.--, Invalideneinkommen: 0.--). Unter Berüc
k
sichtigung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV ergibt sich alsdann gestützt auf die für
das Jahr 2012 ermittelten Vergleichseinkommen (
Valideneinkommen
: Fr. 39‘253.--
, Invalideneinkommen: Fr.
26‘894.
--) im erwerblichen Bereich ein Invaliditätsgrad von 31.
5
%.
6.4
In Anwendung der gemischten Methode
(vgl. E.
3.3
hievor
)
ergibt sich
bereits
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 80 % allein im erwerblichen Bereich (100 % bei einer Gewichtung von 80 %) der Anspruch auf eine ganze Rente ab Oktober 201
1.
Nach
im Dezember 2011
eingetretener, ab
April
2012
zu berück
sichtigender Verbesserung des Gesundheitszustandes (
Art.
88a
Abs.
1 IVV) ergibt
sich bei einer Einschränkung als Erwerbstätige von 25
.2
% (31.
5
% bei einer Ge
wichtung von 80 %) und einer Einschränkung im Haushalt von 2.4 % (12 % bei einer Gewichtung von 20 %) ein Invaliditätsgrad von insgesamt 27.
6
%
und mithin gerundet -
wie auch die IV-Stelle errechnete
-
28 %
. Ab
diesem Zeit
punkt
besteht
daher
kein Rentenanspruch mehr, weshalb die IV-Stelle die seit Oktober 2011 ausgerichtete ganze Rente zu Recht
befristet hat
.
Allerdings hat
die Befristung – in Abweichung
von der angefochtenen Verfü
gung - per Ende März
2012
zu erfolgen
.
7.
7.1
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand fes
tzulegen und vorliegend auf Fr.
8
00.
--
anzusetzen
.
Die Beschwerdeführerin
unterliegt
wei
testgehend, weshalb ihr d
ie
gesamten
Kosten aufzuerlegen
sind. Z
ufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 9)
sind sie
jedoch
einstwei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Die mit Verfügung vom 2. Juli 2014 bestellte unentgeltliche
Rechtsbeiständin
Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
(Urk. 9) machte mit Eingabe vom 3. Oktober 2014 (Urk. 12) einen Arbeitsaufwand von insgesamt 9.6 Stunden und
Barausla
gen
von Fr. 86.40 geltend, was als angemessen erscheint. Unter Berücksichti
gung
des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 200.-- pro Stunde
errechnet sich mithin ein Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von
Fr. 2‘166.90 (ein
schliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
, mit welchem Betrag
Rechtsan
wältin Susanne
Friedauer
für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu ent
schädigen
ist
.