Decision ID: f2fdbbe3-ef2a-5850-8584-cae3cd6a2b63
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin, eine 1962 geborene dominikanische Staatsange-
hörige, ist seit 2004 mit dem Schweizer Bürger B._ (geb. 1940) ver-
heiratet und lebt zusammen mit ihm in der Dominikanischen Republik. Ihr
Ehemann war zwei Jahre vor dem Eheschluss in die Dominikanische Re-
publik ausgewandert.
B.
Am 8. Oktober 2011 stellte die Beschwerdeführerin in ihrer Eigenschaft als
Ehegattin eines im Ausland lebenden Schweizers gestützt auf Art. 28 des
bis zum 31. Dezember 2017 in Kraft gestandenen Bürgerrechtsgesetzes
vom 29. September 1952 (aBüG, AS 1952 1087) ein Gesuch um erleich-
terte Einbürgerung (Akten des SEM [SEM-act.] 1/21).
C.
Am 14. November 2013 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit,
dass die erleichterte Einbürgerung unter anderem eine enge Verbunden-
heit mit der Schweiz voraussetze. Diese sei bei ihr noch nicht gegeben, wie
Abklärungen (von der Beschwerdeführerin ausgefüllter Fragebogen, Be-
fragung auf der schweizerischen Vertretung, eingeholte Referenzschrei-
ben), gezeigt hätten:
In der Sache selbst wertete die Vorinstanz die regelmässigen Besuche der
Beschwerdeführerin in der Schweiz positiv. Entscheidend negativ schlug
jedoch zu Buche, dass weder die Beschwerdeführerin noch ihr Ehemann
für ein Schweizer Unternehmen arbeiteten, keine Kontakte zu Ausland-
schweizer-Organisationen oder -Kreisen pflegten und auch nicht an deren
Anlässen teilnähmen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Befra-
gung in der schweizerischen Vertretung nur sehr wenige Angaben zu
Geographie, Politik und Geschichte der Schweiz habe machen können und
vor allem, dass sie keine Landessprache spreche.
Die Vorinstanz empfahl daher der Beschwerdeführerin, das Gesuch vor-
läufig zurückzuziehen. Sie könne nach Ablauf eines Jahres ein neues Ge-
such zusammen mit Kopien von besuchten und aktuellen Sprachkursen
einer Landessprache einreichen. Des Weiteren riet ihr die Vorinstanz, ihre
Kenntnisse über die Schweiz zu vertiefen und allenfalls einer schweizeri-
schen Organisation beizutreten.
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Abschliessend wurde die Beschwerdeführerin um begründete Mitteilung
ersucht, ob sie trotz der klaren Rechtslage an einem anfechtbaren Ent-
scheid interessiert sei. Ohne ihren Gegenbericht innert gesetzter Frist gehe
man davon aus, dass sie ihr Gesuch zurückziehe. In einem solchen Fall
werde die Angelegenheit als gegenstandslos klassiert (SEM-act. 2/48).
D.
Mit Eingabe vom 12. Januar 2014 nahm die Beschwerdeführerin in der Sa-
che Stellung und teilte der Vorinstanz mit, dass sie an ihrem Gesuch fest-
halte (SEM-act. 4/56).
Die Beschwerdeführerin brachte vor, sie würde ihre eigenen Geschäfte füh-
ren, und ihr Ehemann sei seit acht Jahren AHV-Rentner. Sie hätten daher
keine Möglichkeit, zusätzlich für ein Schweizer Unternehmen tätig zu sein
und einen Sprachkurs zu besuchen. Sie hätten aber viele und gute Kon-
takte zu den Auslandschweizern an ihrem Wohnort, was diese mit eigen-
händiger Unterschrift auch bestätigten. Ihr Ehemann habe sodann mit ihr
die Schweiz bereist und ihr anlässlich eines Bundeshausbesuches die
wichtigsten politischen Aspekte und die historischen Meilensteine der
Schweiz erklärt. Obwohl sie keine Landessprache spreche, sei schliesslich
die Verständigung mit der Verwandtschaft ihres Ehemannes in der Schweiz
dennoch immer problemlos möglich gewesen.
E.
Mit Schreiben vom 12. März 2014 orientierte die Vorinstanz die Beschwer-
deführerin, dass ihre Stellungnahme keine neuen Erkenntnisse enthalte,
welche eine Abweisung des Gesuchs abwenden könnten (SEM-act. 5/59).
Der Beschwerdeführerin wurde erneut empfohlen ihr Gesuch zurückzuzie-
hen, und es wurde ihr eine neue Frist gesetzt, innert der sie einen anfecht-
baren Entscheid verlangen könne, ansonsten das Gesuch als gegen-
standslos geworden abgeschrieben werde.
F.
Am 14. April 2014 teilte die Beschwerdeführerin der Vorinstanz mit, dass
sie ihr Gesuch nicht zurückziehe und einen anfechtbaren Entscheid ver-
lange (SEM-act. 7/66).
G.
Am 16. März 2015 gelangte die Beschwerdeführerin erneut an die Vor-
instanz und beanstandete, dass sie noch keinen Entscheid erhalten habe,
obwohl sie einen solchen verlangt habe. Des Weiteren teilte sie mit, dass
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sie mit ihrem Ehemann demnächst für drei Wochen in die Schweiz reisen
wolle und schilderte die Mühsal, ein Visum zu erhalten; einer der Gründe,
warum ihr der Ehemann empfohlen habe, vom Recht auf Einbürgerung
Gebrauch zu machen (SEM-act. 6/61).
H.
Mit Schreiben vom 25. März 2015 an die Beschwerdeführerin fasste die
Vorinstanz die bisherige Verfahrensgeschichte zusammen und hielt fest,
dass sie mit ihrem Zuwarten der Beschwerdeführerin Zeit und Gelegenheit
habe geben wollen, ihre Kenntnisse der Schweiz und einer Landessprache
zu verbessern und zu vertiefen.
In Anbetracht der geplanten Reise im Mai 2015 sei sie, die Vorinstanz, be-
reit, das Gesuch einer neuen Überprüfung zu unterziehen. Sie hoffe, dass
die Beschwerdeführerin dadurch die Verbundenheit zur Schweiz und ins-
besondere ihre Grundkenntnisse der Geographie und des politischen Sys-
tems festigen werde. Gegebenenfalls bestehe für sie die Möglichkeit, wäh-
rend dieser Reise auch ihre sprachlichen Kenntnisse zu erweitern.
Nach ihrer Rückkehr werde die schweizerische Vertretung aufgefordert
werden, sie, die Beschwerdeführerin, zu einem neuen Gespräch einzula-
den und eine Stellungnahme zuhanden des Verfahrens zu verfassen. Sie,
die Beschwerdeführerin, werde gebeten, vertieften Aufschluss über die
diesjährige und eine frühere Reise in die Schweiz zu geben. Anschliessend
werde der abschliessende Entscheid gefällt werden (SEM-act. 9/73).
I.
Mit Schreiben vom 20. Juli 2015 liess die Beschwerdeführerin der Vor-
instanz nähere Informationen zu Reisen in die Schweiz in den Jahren 2013
(12. – 26. August) und 2015 (26. Mai – 15. Juni) zukommen. Dem Schrei-
ben beigelegt waren diverse Unterlagen zu den beiden Reisen (Fotos und
Visa in Kopie) (SEM-act. 13/92),
J.
In der Folge wurde bei der schweizerischen Vertretung ein Gespräch mit
der Beschwerdeführerin geführt und anschliessend ein mit Wertungen der
schweizerischen Vertretung versehener Fragenkatalog zusammen mit ei-
nem von der schweizerischen Vertretung verfassten Stellungnahme an die
Vorinstanz übermittelt (SEM-act. 15/100).
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K.
Mit Email vom 23. November 2016 liess die Vorinstanz der Beschwerde-
führerin über die schweizerische Vertretung ausrichten, man habe das Ge-
such umfassend geprüft und sei zum Schluss gekommen, dass man nach
wie vor an seiner Abweisung festhalten müsse. Die Beschwerdeführerin
wurde angefragt, ob sie zuerst das formfreie Ablehnungsschreiben oder
direkt den anfechtbaren Entscheid erhalten möchte (SEM-act. 19/107).
L.
Mit Email vom 25. November 2016 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass
sie direkt den anfechtbaren negativen Entscheid wolle (SEM-act. 19/107)
M.
Mit Verfügung vom 9. Dezember 2016 lehnte die Vorinstanz das Gesuch
der Beschwerdeführerin um erleichterte Einbürgerung ab.
N.
Gegen die vorgenannte Verfügung legte die Beschwerdeführerin am
8. Februar 2017 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und be-
antragte, ihrem Gesuch um erleichterte Einbürgerung sei zu entsprechen
(Akten des Bundesverwaltungsgerichts [Rek-act.] 1).
O.
Die Vorinstanz schloss mit Vernehmlassung vom 13. Juni 2017 auf Abwei-
sung der Beschwerde (Rek-act. 11).
P.
Am 15. August 2019 legte die Beschwerdeführerin unaufgefordert eine
Stellungnahme ins Recht (Rek-act. 19).
Q.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit erheblich, in den Erwägungen
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Bürgerrechtsgesetz vom
20. Juni 2014 (BüG, SR 141.0) wurde der gleichnamige Erlass vom
29. September 1952 aufgehoben (vgl. Art. 49 BüG i.V.m. Ziff. I seines An-
hangs). Gemäss der Übergangsbestimmung des Art. 50 Abs. 1 BüG richten
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sich Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts nach dem Recht, das
bei Eintritt des massgebenden Tatbestandes in Kraft steht. Das ist in der
vorliegenden Streitsache das bisherige Recht, weshalb diese nach dem
alten Bürgerrechtsgesetz zu beurteilen ist.
2.
2.1 Verfügungen des SEM betreffend erleichterte Einbürgerungen unterlie-
gen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 51 Abs. 1
aBüG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
2.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG, vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).
2.3 Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG)
3.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-
schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden
(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-
verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62
Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann
die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen
gutheissen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
4.
4.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 aBüG kann der ausländische Ehegatte eines
Schweizers, der im Ausland lebt oder gelebt hat, ein Gesuch um erleich-
terte Einbürgerung stellen, wenn er seit sechs Jahren in ehelicher Gemein-
schaft mit dem Schweizer Bürger lebt (Bst. a) und mit der Schweiz eng
verbunden ist (Bst. b). Zusätzlich müssen die allgemeinen Voraussetzun-
gen des Art. 26 BüG – bei Auslandwohnsitz in sinngemässer Weise – erfüllt
sein. Dieser setzt für alle in Art. 27–31b aBüG aufgeführten Tatbestände
der erleichterten Einbürgerung voraus, dass die gesuchstellende Person in
der Schweiz integriert ist (Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung be-
achtet (Bst. b) und die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht
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gefährdet (Bst. c). Sämtliche Voraussetzungen müssen sowohl im Zeit-
punkt der Gesuchseinreichung als auch der Einbürgerungsverfügung er-
füllt sein (so BGE 135 II 161 E. 2 zu Art. 27 aBüG m.H.).
4.2 Die «enge Verbundenheit» mit der Schweiz nach Art. 28 Abs. 1 Bst. b
aBüG ist ein unbestimmter Rechtsbegriff. Er tritt teilweise an die Stelle der
von Art. 26 Abs. 1 Bst. a aBüG verlangten Integration in die schweizeri-
schen Verhältnisse, die bei Auslandswohnsitz naturgemäss nicht möglich
ist. Gleich der Integration stellt die enge Verbundenheit ein Element dar,
das auf die Qualität der Beziehung der gesuchstellenden Person zur
Schweiz abzielt, jedoch nicht so weit gehen kann und muss, wie die In-
tegration (vgl. Urteil des BVGer C-1210/2006 vom 4. Dezember 2007
E. 4.1). Andererseits verbieten es bereits der Wortsinn – es ist eine enge
Verbundenheit erforderlich – und der Charakter eines vom Gesetzgeber
gewollten, eigenständigen Kriteriums, die enge Verbundenheit zur Schweiz
allzu leicht anzunehmen, namentlich auf die familiären, durch den schwei-
zerischen Ehegatten vermittelten Bindungen zu reduzieren. Es muss eine
substantielle eigene Beziehung zur Schweiz vorliegen, was seit jeher an-
hand von Kriterien wie Aufenthalte in der Schweiz, Kontakte zu in der
Schweiz lebenden Personen, Kenntnisse einer Landessprache und die
Teilnahme an Aktivitäten von Auslandschweizervereinigungen beurteilt
wird. Dabei erfolgt eine Gesamtwürdigung der Umstände, wobei beispiels-
weise grosse Distanzen zwischen der Schweiz und dem Wohnsitzland und
damit verbundene Schwierigkeiten der Kontaktnahme mit der Schweiz be-
rücksichtigt werden (vgl. Botschaft zum Bürgerrecht für junge Ausländerin-
nen und Ausländer und zur Revision des Bürgerrechtsgesetzes vom
21. November 2001, BBl 2002 1911 hier 1956).
4.3 Das SEM äussert sich im Handbuch zum Bürgerrecht ausführlich zum
Erfordernis der engen Verbundenheit mit der Schweiz. Es unterscheidet
dabei zwischen zwingenden Kriterien, die notwendigerweise erfüllt sein
müssen, Hauptkriterien, die grundsätzlich zwar auch gegeben sein müs-
sen, bei denen aber das Defizit bei einem Kriterium durch das klare Vorlie-
gen eines anderen kompensiert werden kann, sowie zusätzliche Kriterien,
die bei Zweifelsfällen eine wichtige Rolle spielen. Zu den zwingenden Kri-
terien gehören regelmässige Ferien oder Aufenthalte in der Schweiz sowie
Referenzen von in der Schweiz wohnhaften Personen, welche die gesuch-
stellende Person persönlich kennen und ihren Aufenthalt bestätigen kön-
nen. Zu den Hauptkriterien gehören die Fähigkeit, sich in einer schweizeri-
schen Landessprache oder einem schweizerischen Dialekt zu verständi-
gen, Interesse für das Geschehen in der Schweiz und Grundkenntnisse
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über Geographie und das politische System der Schweiz, Kontakte zu Aus-
landschweizerinnen und –Schweizern und Kontakte zu Auslandschweizer-
organisationen oder –kreisen. Unter zusätzliche Kriterien zählt das SEM
die Tätigkeit für ein schweizerisches Unternehmen oder eine Organisation
im In- oder Ausland, den Besuch einer Schweizer Schule im Ausland und
Anzahl Generationen zwischen der gesuchstellenden Person bzw. ihrem
Ehegatten und einem aus der Schweiz ausgewanderte Vorfahren (vgl.
dazu Handbuch Bürgerrecht für Gesuche bis 31.12.2017, Ziff. 4.7.2.4,
< www.sem.admin.ch > Publikationen & Service > Weisungen und Kreis-
schreiben > V. Bürgerrecht, abgerufen am 20.04.2020 ).
4.4 Verwaltungsweisungen sind für das Bundesverwaltungsgericht zwar
nicht verbindlich. Vorbehältlich triftiger Gründe sind sie aber als Ausdruck
einer ständigen Praxis im Interesse einer rechtsgleichen Gesetzesanwen-
dung gleichwohl zu berücksichtigen, wenn sie eine dem Einzelfall ange-
passte und gerecht werdende Auslegung einer gesetzlichen Bestimmung
zulassen (zur Massgeblichkeit von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 133 V
394 E.3.3 S. 397 f.). Das ist im Fall des Kriterienkatalogs des SEM zum
Vorliegen der gesetzlich geforderten engen Verbundenheit mit der Schweiz
grundsätzlich der Fall. Das Bundesverwaltungsgericht wendet denn auch
in seiner Rechtsprechung im Wesentlichen dieselben Kriterien an (Urteil
des BVGer C-276/2008 vom 6. Mai 2011 E. 9 m.H.).
5.
Die Einbürgerungsvoraussetzung der seit mindestens sechs Jahren beste-
henden ehelichen Gemeinschaft mit einem Schweizer Bürger ist im Fall
der Beschwerdeführerin unbestritten. Nach Ansicht der Vorinstanz erfüllt
diese jedoch die in Art. 28 Abs. 1 Bst. b aBüG genannte Voraussetzung der
engen Verbundenheit mit der Schweiz nicht.
5.1 In der angefochtenen Verfügung wird positiv davon Vermerk genom-
men, dass die Beschwerdeführerin die Schweiz in den letzten zehn Jahren
vor der Gesuchseinreichung mindestens dreimal besucht habe, was von
den von ihr bezeichneten und von der Vorinstanz angeschriebenen Refe-
renzpersonen bestätigt werde. Als positiv wird gewertet, dass sie Kontakte
zu an ihrem Wohnort lebenden Auslandschweizern unterhält. Die Vor-
instanz stellt jedoch fest, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen
sei, die bereits am 14. November 2013 festgestellten Defizite zu beheben,
wie sich im Rahmen des durch die schweizerische Vertretung unmittelbar
vor Erlass der angefochtenen Verfügung durchgeführten Interviews gezeigt
habe. Die Beschwerdeführerin verfüge nach wie vor über keine Kenntnisse
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einer Landessprache und ihre Kenntnisse der Schweiz hinsichtlich der Ge-
ographie und des politischen Lebens seien immer noch mangelhaft. Immer
noch mangelhaft sei auch das Interesse der Beschwerdeführerin am Ge-
schehen in der Schweiz. Der Erwerb des Schweizer Bürgerrechts bedeute
jedoch unter anderem die Möglichkeit politische Rechte auszuüben, was
ohne Sprachkenntnisse nicht denkbar sei. Die mangelnden Kenntnisse
über die Geografie sowie das politische System der Schweiz stelle ein zu-
sätzliches Einbürgerungshindernis dar. Alles in allem sei es der Beschwer-
deführerin nicht gelungen, eine enge Verbundenheit zur Schweiz nachzu-
weisen. Somit könne die enge Verbundenheit nicht bejaht werden und das
Gesuch um erleichterte Einbürgerung gemäss Art. 28 aBüG müsse abge-
lehnt werden.
5.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet die von der Vorinstanz aufgezeigten
Defizite nicht. Stattdessen macht sie geltend, dass die enge Verbundenheit
zur Schweiz vor allem durch die Familie ihres Ehemannes vermittelt werde.
Er habe einen Sohn und zwei Töchter, zu deren Stiefmutter sie geworden
sei. Alle drei Stiefkinder hätten ihrerseits Familie mit jeweils zwei Kindern,
sodass sie sechs Enkelkinder habe. Ihr Ehemann habe ferner zwei
Schwestern und einen Bruder mit ihren jeweiligen Familien. Alle seien sie
Schweizer Bürger und in den Kantonen Zürich beziehungsweise Solothurn
wohnhaft. In den letzten 14 Jahren sei ihr Ehemann 12 Mal in der Schweiz
gewesen, und habe sie, die Beschwerdeführerin, 5 Mal mitgenommen. Der
Besuch der Verwandtschaft sei auch der Grund, warum sie und ihr Ehe-
mann die langen Flugreisen auf sich nähmen. Die Vorinstanz scheine diese
Tatsache zu wenig zu gewichten. Denn im «Vorentscheidungsschreiben»
vom 14. November 2013 habe die Vorinstanz vor allem festgestellt, dass
sie, die Beschwerdeführerin, laut Befragung in der Botschaft nur sehr we-
nige Angaben zur Geographie, Politik und Historie der Schweiz habe ma-
chen können. Ferner sei beanstandet worden, dass sie keiner Schweizer
Organisation angehöre. Das sei ihr, der Beschwerdeführerin, dann doch zu
pauschal gewesen, weshalb sie die Fakten mit ihrem Schreiben vom
12. Januar 2014 in ein etwas anderes Licht habe rücken wollen. Mit Schrei-
ben 12. März 2014 habe man ihr mitgeteilt, dass die Vorinstanz an der ne-
gativen Entscheidung festhalte. Nun sei ihr zusammen mit den Anmelde-
formularen auch ein Dokument über die gesetzlichen Voraussetzungen
überreicht worden, das die Gewichtung in erster Linie auf Aufenthalte und
mehrere Referenzpersonen in der Schweiz lege. Das Aneignen von Kennt-
nissen in den Bereichen Geographie, Politik oder Geschichte über die
Schweiz sei von einem weit entfernten Land aus um einiges schwieriger,
als wenn man in der Schweiz wohne.
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5.3 Es wurde bereits ausgeführt, dass die das Erfordernis einer engen Ver-
bundenheit mit der Schweiz mehr verlangt, als die Pflege von durch die
Ehe begründeten verwandtschaftlichen Beziehungen zu Personen in der
Schweiz. Das Bundesverwaltungsgericht geht mit der Vorinstanz darin ei-
nig, dass neben regelmässigen Aufenthalten in der Schweiz, die durch in
der Schweiz lebende Referenzpersonen zu bestätigen sind, Grundkennt-
nisse der Schweiz im Allgemeinen und einer Landessprache im besonde-
ren sowie Kontakte zu Schweizer Bürgern ausserhalb des engen verwandt-
schaftlichen Rahmens notwendig sind. Erforderlich ist auch ein minimales
Interesse am Geschehen im Land. Über diese Grundkenntnisse der Spra-
che und des Landes verfügt die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen
nicht. Auch ihr Interesse am Geschehen in der Schweiz ist mangelhaft.
Diese Fakten wiegen umso schwerer, als die Beschwerdeführerin bereits
mit Schreiben vom 14. November 2013 eigens auf ihre Defizite aufmerk-
sam gemacht und ihr empfohlen wurde, etwas dagegen zu unternehmen.
Die Beschwerdeführerin hat diese Ratschläge offensichtlich nicht beher-
zigt. Anlässlich ihres Gesprächs bei der Schweizer Vertretung zweieinhalb
Jahre später offenbarte sie dieselben Defizite, ohne dass nachvollziehbare
Gründe ersichtlich wären, die es ihr verunmöglicht oder unzumutbar er-
schwert hätten, sich Grundkenntnisse einer Landessprache der Schweiz
anzueignen oder ihr Wissen über dieses Land zu vertiefen. Dass die Be-
schwerdeführerin wiederholt in der Schweiz weilte, gute Kontakte mit der
Verwandtschaft ihres Ehemannes pflegt und auch Kontakte zu Schweizern
an ihrem Wohnort unterhält, vermag dagegen nicht aufzukommen. Unter
den gegebenen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
die vom Gesetz verlangte «enge Verbundenheit» mit der Schweiz ver-
neinte und das Gesuch der Beschwerdeführerin um erleichterte Einbürge-
rung abwies.
6.
Aus vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü-
gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.
7.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff.
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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