Decision ID: 082ae23d-4562-4543-872d-c915930bfc84
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._ AG als Z._ in einem Pensum
von 90 % angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) unfallversichert, als am ._ 2018 auf einer Baustelle ein (...) auf ihn kippte
(Suva-act. 1 und 47 ff.). Mit verschiedenen Wirbelkörper- und Rippenfrakturen sowie
weiteren Verletzungen wurde er notfallmässig ins Kantonsspital St. Gallen (KSSG)
gebracht, wo er mehrfach operiert und bis zum ._ 2018 hospitalisiert wurde (Suva-
act. 18; vgl. ferner Suva-act. 11, 14 und 16 f.). Aufgrund der unfallbedingten
sensomotorisch kompletten Paraplegie sub Th11 (vgl. Suva-act. 64) folgte bis zum 10.
Oktober 2018 ein Aufenthalt im Y._ (vgl. Suva-act. 59). Die Suva kam für die
Heilbehandlung sowie verschiedene Hilfsmittel auf und entrichtete Taggeldleistungen
(vgl. Suva-act. 7 ff., 30, 54 und 56). Im Austrittsbericht des Y._s wurde festgehalten,
dass der Versicherte am 10. Oktober 2018 in gutem Allgemeinzustand,
schmerzkompensiert unter Opioiden und im Rollstuhl mobilisiert nach Hause entlassen
A.a.
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und im Umkreis seiner Familie weiterleben werde. Zur beruflichen Zukunft wurde
angemerkt, dass der Versicherte seine frühere Belastungsfähigkeit wohl nicht mehr
erreichen und seine Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt bleiben werde.
Seine bisherige Tätigkeit als Z._ auf dem Bau könne er nicht mehr ausüben. Er werde
zu seiner Familie nach C._ zurückkehren und sich dort eine neue Arbeitsstelle
suchen. Er stehe bereits in engem Kontakt mit seinem Bruder, der eine X._ habe und
sei zuversichtlich, dort gewisse Arbeiten, wie beispielsweise das Zuschneiden von
Stoffen, ausführen zu können (vgl. Suva-act. 59 S. 9; zum Austrittsgespräch vom
25. September 2018 vgl. Suva-act. 71-17 ff.).
Anlässlich eines Telefonats vom 6. Dezember 2018 teilte der Versicherte der Suva
mit, dass er zwischenzeitlich die medizinische Behandlung in D._ aufgegleist habe.
Die für ihn zuständige W._ habe sich bereits mit ihm in Verbindung gesetzt. In
nächster Zeit werde jemand vorbeikommen, um die berufliche Situation anzuschauen
(vgl. Suva-act. 83).
A.b.
Mit Verfügung vom 20. Dezember 2018 sprach die Suva dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 133'380.-- für eine Integritätseinbusse
von 90 % und ab dem 11. Oktober 2018 eine Hilflosenentschädigung von monatlich Fr.
812.-- für eine Hilflosigkeit leichten Grades zu (vgl. Suva-act. 90; zur entsprechenden
ärztlichen Beurteilung vgl. Suva-act. 65).
A.c.
Am 23. Januar 2019 fand die erste Nachkontrolle im Y._ statt. Im
entsprechenden Untersuchungsbericht wurde festgehalten, dass der Versicherte seit
dem Austritt über einen soweit stabilen gesundheitlichen Verlauf berichtet habe. Die
Hautproblematik stellten die Schmerzen im Übergangsbereich Th11 dar, welche schon
während der Erstrehabilitation bestanden hätten. Weiter habe der Versicherte erzählt,
dass sein Haus in C._ sich derzeit noch im Umbau befinde, weshalb er
vorübergehend in einer adaptierten Wohnung lebe. Er sei aktuell in den Aktivitäten des
täglichen Lebens sowie der Körperpflege auf die Hilfe der Ehefrau angewiesen. Zudem
habe er noch kein umgebautes Auto, weshalb er die Wohnung noch nicht selbständig
verlassen könne. Die Ärzte hielten weiter fest, dass die während der Erstrehabilitation
durchgeführten AISA-Score Untersuchungen ein unterschiedliches sensibles Niveau
(von Th5 bis Th9) gezeigt hätten. Im Rahmen der aktuellen Kontrolle habe dieses
A.d.
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Niveau, soweit beurteilbar, bei sub Th5 gelegen. Es sei weder eine anale Sensibilität
noch eine willkürliche anale Kontraktion vorhanden gewesen, was der Diagnose einer
sensomotorisch kompletten Paraplegie sub Th8 (AIS A) entspreche (vgl. Suva-act.
117). Anlässlich der urologischen Verlaufskontrolle im Y._ vom 26. Januar 2019
berichtete der Versicherte über einen unauffälligen Verlauf. Die Blasenentleerung
erfolge unproblematisch über den intermittierenden aseptischen Selbstkatheterismus 5
x tagsüber und 1 x nachts. Zur Sicherheit werde ein Tropfenfänger bei Be
lastungsharninkontinenz bei voller Blase verwendet. Seit dem Austritt habe sich kein
Harnwegsinfekt eingestellt. Die Darmentleerung erfolge durch digitales Ausräumen 1 x
täglich. Laut Untersuchungsbericht wurde mit dem Versicherten die unveränderte
Fortsetzung des bisherigen Blasenmanagements besprochen (vgl. Suva-act. 113).
In einem Bericht vom 26. Februar 2019 hielt Dr. med. E._, Facharzt für
Neurochirurgie, Unfallkrankenhaus F._, unter anderem fest, dass der Darm des
Versicherten 1 x morgendlich durch digitales Ausräumen ohne medikamentöse
Unterstützung entleert werde. Die Defäkationszeit werde mit 10-20 Minuten
angegeben. Die Blase werde alle vier Stunden durch intermittierenden
Selbstkatheterismus entleert. Der Versicherte beklage einen gürtelförmigen,
stechenden und brennenden Schmerz, vorrangig in den Morgenstunden, wobei der
Schmerz auf der visuellen Analogskala (VAS) mit 6 angegeben werde. Die Nacht sei
durch den Schmerz (VAS 2) nicht gestört. Es bestehe eine vollständige Analgesie und
Anästhesie sub Th11. Bei der Muskeleinzelprüfung finde sich eine vollständige
Lähmung der Beine. Das Aufsitzen in den Langsitz sei nur unter Zuhilfenahme der Arme
möglich. Es bestehe eine ausreichend gute Rumpfstabilität. Die perianale Sensibilität
sei vollständig aufgehoben. Demnach liege eine komplette Querschnittlähmung sub
Th11, ASI A, vor (Suva-act. 122).
A.e.
Am 15. Mai 2019 erfolgte eine weitere Nachkontrolle im Y._. Im
Untersuchungsbericht vom 22. Mai 2019 hielten die untersuchenden Arztpersonen fest,
dass der Versicherte über einen weiterhin stabilen Gesundheitsverlauf berichtet habe.
Die Schmerzen im Übergangsbereich Th11 seien soweit unverändert geblieben, jedoch
könne er damit etwas besser umgehen. Weiter berichteten die Ärzte, dass die
neurologischen Defizite stationär geblieben seien. Entsprechend bestehe eine
sensomotorisch komplette Paraplegie sub Th5 (AIS A). Hauptproblem blieben die
A.f.
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Schmerzen gemischten Charakters im Übergangsbereich Th11. Leider habe die
Reduktion von Targin zu einer Zunahme der Schmerzen geführt, weshalb der
Versicherte weiterhin morgens 20 mg und abends 30 mg genommen habe. Das
Pregabalin sollte in der gleichen Dosis, 600 mg täglich, eingenommen werden. Im
Rahmen der letzten Kontrolle sei eine lokale Schmerzbehandlung mit einem Gel mit
Ketamin und Amitriptylin empfohlen worden. Laut dem Versicherten habe dieses eine
gute Wirkung gezeigt. In den letzten Monaten habe sich eine Gewichtszunahme
eingestellt. Aufgrund der in Folge der Paraplegie bestehenden neurologischen Defizite
mit Verlust der Steh- und Gehfähigkeit, intermittierendem Selbstkatheterismus und
digitalem Ausräumen bei der Stuhlentleerung sei die Tätigkeit als Z._ nicht mehr
zumutbar. Der Versicherte habe in den letzten Monaten ausprobiert, in der X._ seines
Bruders leichte Tätigkeiten auszuüben, jedoch erachte er es zum aktuellen Zeitpunkt
noch als schwierig, eine eventuell passende Tätigkeit zu finden. Der Versicherte sei bei
der Körperpflege sowie im Haushalt teilweise auf die Hilfe seiner Ehefrau angewiesen.
Auch beim Transport sei er von ihr abhängig (Suva-act. 135).
In einem Telefonat vom 12. Juni 2019 teilte der Versicherte der Suva mit, dass er
die beruflichen Massnahmen der zuständigen W._ abgelehnt habe. Er beabsichtige,
die Arbeit bei seinem Bruder in der X._ aufzunehmen. Dazu brauche er keine
Weiterbildung. Er kenne die Arbeiten, da er bereits vor dem Unfall für ein Jahr dort
gearbeitet habe. Ein fixes Arbeitsverhältnis bestehe nicht. Bisher führe er die Arbeiten
auf Abruf (unverbindlich) aus. Seit ._ besitze er den neuen Führerschein. Ein
Fahrzeug für die Umrüstung habe er noch nicht gefunden. Aktuell benötige er das Geld
für das Haus. Der Hausbau verzögere sich. Er wohne noch immer in einer
Kleinwohnung (Suva-act. 138).
A.g.
In einer E-Mail vom 30. September 2019 orientierte die zuständige W._ die Suva
über ein gleichentags durchgeführtes Gespräch mit dem Versicherten. Bezüglich der
beruflichen Wiedereingliederung berichtete sie, dass für den Versicherten aktuell das
Begleiten und Steuern der Baumassnahmen im Vordergrund stehe, damit diese zu
einem raschen Abschluss kämen. Seine berufliche Wiedereingliederung möchte er
daher erst nach Abschluss der Bauarbeiten angehen. Er plane, im Unternehmen seines
Bruders mitzuarbeiten. Er könnte Näharbeiten und Zuschnitte übernehmen.
Voraussichtlich werde er nicht vollschichtig tätig werden können, da er nach seinen
A.h.
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Angaben nur etwa vier Stunden im Rollstuhl sitzen könne. Der Versicherte warte auch
auf die Berentung der Suva, damit er die Lage finanziell besser einschätzen könne. Der
Rentenversicherungsträger von D._ habe eine (...) festgestellt, jedoch käme eine
Rentenzahlung wegen der Leistungen aus der Schweiz nicht in Frage. Bei dieser
Sachlage seien durch die (...) keine Leistungen (...) zu erbringen (Suva-act. 155).
In einem Bericht vom 1. Oktober 2019 hielt Dr. E._ fest, der Versicherte habe
anlässlich einer Konsultation vom 13. September 2019 davon berichtet, dass er dank
der Medikation mit Novamin 3 x 500 mg, Targin 2 x 20/10 und Targin 1 x 10/5 am
Abend sowie Pregabalin 3 x 300 mg die Schmerzen auf VAS 3 reduzieren könne. Vor
der Medikamenteneinnahme werde der Schmerz mit VAS 6-7 eingestuft. Weiter hiess
es im Bericht, dass der Darm täglich ohne Inkontinenzzeichen entleert werde. Die Blase
werde 4-5 x täglich durch intermittierenden Selbstkatheterismus entleert. Die
vorhandenen Konfektionsschuhe würden Druckstellen an der linken Ferse hinterlassen.
Der Wundgrund sei nekrotisch dunkel. Anlässlich einer Vorstellung vom 27. September
2019 sei die Ferse nahezu abgeheilt gewesen. Der Versicherte habe in der
Schuhsprechstunde eine entsprechende Verordnung erhalten (Suva-act. 162).
A.i.
In einer Aktenbeurteilung vom 30. Oktober 2019 kam der versicherungsinterne Arzt
Dr. med. G._, Facharzt für Neurologie, zum Schluss, dass beim Versicherten seit
dem Unfall eine sensomotorisch komplette Paraplegie sub Th11 bzw. Th8 (AIS A) und
eine Myelopathie Höhe BWK6 und 7 bekannt seien. Bei kompletter Paraplegie mit
neurogenen Blasenentleerungsstörungen und neuropathischen Schmerzen sei eine
angepasste leichte sitzende Tätigkeit ganztägig mit einem 60%igen Rendement
(entsprechend einer effektiven Leistungsfähigkeit von 5.2 Stunden täglich bei
üblicherweise 8.4 Stunden täglicher Arbeitszeit bzw. 42 Stunden Wochenarbeitszeit)
zumutbar. Das verminderte Rendement sei dadurch bedingt, dass Pausen notwendig
würden (Liegen nach zwei Stunden als Dekubitusprophylaxe, Selbstkatheterismus).
Vornübergebeugte Arbeiten oder solche mit Kollisionsbelastung der Wirbelsäule seien
nicht ausführbar. Zu vermeiden seien auch Zug- und Druckbelastungen durch
Schieben, Stossen oder Ziehen von Lasten. Unter den genannten Voraussetzungen sei
eine Steigerung bis auf einen ganztägigen Einsatz möglich (Suva-act. 166).
A.j.
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B.
Mit Schreiben vom 14. Februar 2020 stellte die Suva die Heilkosten- und
Taggeldleistungen mit dem 29. Februar 2020 ein. Das Taggeld werde noch bis zum 28.
Februar 2020 ausgerichtet (vgl. Suva-act. 187).
A.k.
Mit Verfügung vom 9. März 2020 sprach die Suva dem Versichertenmit Verweis auf
die Aktenbeurteilung von Dr. G._ ab dem 1. März 2020 eine monatliche
Invalidenrente von Fr. 2'819.40 basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 58
% zu (Suva-act. 199).
A.l.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt T.
Wehrlin, Biel, am 22. April 2020 Einsprache und bat um die Gewährung einer Nachfrist
zur Einreichung einer ergänzenden Einsprachebegründung (Suva-act. 218; zu weiteren
Fristerstreckungsgesuchen vgl. Suva-act. 226 und 233).
B.a.
Mit Vorbescheid vom 26. Mai 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Ausrichtung einer ganzen Rente ab dem 12. April 2019 und einer halben Rente ab dem
1. Februar 2020 in Aussicht (vgl. Suva-act. 224).
B.b.
Am 13. Juli 2020 fand eine weitere Untersuchung im Y._ statt. Im
entsprechenden Untersuchungsbericht vom 27. Juli 2020 wurde festgehalten, dass die
neuropathischen Schmerzen im Vordergrund der Konsultation gestanden hätten. Diese
seien zwar mit den Medikamenten relativ gut unterdrückbar, würden gegen den
Nachmittag jedoch jeweils stark zunehmen und den Versicherten dazu zwingen, sich
hinzulegen. Bei bereits ausgedehnter Medikation mit sowohl antineuropathischen als
auch opioidhaltigen Medikamenten sei jedoch von einer weiteren Steigerung lieber
abzusehen. Es seien mit dem Versicherten alternative Massnahmen thematisiert
worden. Weiter sei auch die Wichtigkeit von Entspannungsmassnahmen und
bestmöglicher Stressreduktion im Alltag besprochen worden. Hilfreich könnten
allenfalls auch zusätzliche Entspannungsmassnahmen wie autogenes Training sein.
Ebenso wäre die Fortführung eines moderaten Ausdauertrainings zur leichten
Kreislaufaktivierung und zur positiven Schmerzbeeinflussung sinnvoll. Ein weiteres
Problem stelle die Gewichtszunahme dar, die seit dem letzten Jahr mehr als 10 kg
betrage. Um einer weiteren Gewichtszunahme entgegenzuwirken, sei dringend eine
B.c.
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leichte Kalorienrestriktion mit Erhöhung der körperlichen Aktivität angezeigt. Da es zwei
Monate zuvor zu einer Gallenkolik gekommen sei, sei eine ambulante Cholezystektomie
geplant (Suva-act. 231; zur urologischen Kontrolle vgl. ferner Suva-act. 234).
Mit Eingabe vom 15. September 2020 ergänzte der Versicherte seine
Einsprachebegründung. Er machte im Wesentlichen geltend, ein ganztägiges
Arbeitspensum, also eine Vollzeittätigkeit, sei angesichts der sensomotorisch
kompletten Paraplegie vollkommen unrealistisch. Er benötige für die alltäglichen
Lebensverrichtungen deutlich länger als gesunde Personen. Es werde eine
umfassende, versicherungsexterne Begutachtung beantragt (Suva-act. 235).
Ergänzend zu seiner Einsprache reichte der Versicherte am 26. November 2020 (vgl.
Suva-act. 237-1) einen Bericht von Dr. med. H._, Neurologie, vom 22. Juni 2020 ein,
in welchem dieser festgehalten hatte, dass nach jetzigem Stand mit posttraumatischer
Paraplegie und vegetativer Beteiligung mit Mastdarm- und
Blasenentleerungsstörungen eine Arbeitsfähigkeit für fünf Stunden unrealistisch sei,
weshalb eine Neubeurteilung erforderlich sei (Suva-act. 237-3). Weiter gab der
Versicherte einen Bericht des Unfallkrankenhauses F._ vom 11. November 2020 über
eine Konsultation vom 27. Oktober 2020 zu den Akten. Darin war unter anderem
festgehalten worden, dass der Versicherte über bestehende Schmerzen auf
Lähmungshöhe, welche sich gürtelförmig über den Oberkörper legen würden, berichtet
habe. Er nehme deswegen schon 2 x 300 mg Pregabalin ein, brauche aber morgens
etwa eine Stunde, um aufzustehen. Aufgrund der Schmerzen erreiche der Versicherte
höchstens eine Sitzbelastung von zwei Stunden und müsse sich danach liegend
ausruhen. Da der Versicherte erzählt habe, dass die Probleme mit den Schmerzen eher
tagsüber aufträten, sei besprochen worden, die Einnahme des Targins besser über den
Tag zu verteilen. Es sei ein Versuch mit der zusätzlichen Einnahme von Novaminsulfon
500 mg 3 x 2 vorzunehmen (Suva-act. 237-4 f.).
B.d.
Mit Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2020 wies die Suva die Einsprache
des Versicherten vom 22. April 2020 ab (Suva-act. 242).
B.e.
In einer E-Mail vom 4. Januar 2021 (vgl. Suva-act. 246) stellte die
Unfallversicherung von D._ der Suva einen Verlaufsbericht des Unfallkrankenhauses
F._ vom 12. Dezember 2020 über eine ambulante Kontrolle vom 11. Dezember 2020
B.f.
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zu (vgl. Suva-act. 245), mit der Frage, ob Kostengutsprache für eine stationäre
Rehabilitation erteilt werden könne. Im Untersuchungsbericht war unter anderem
festgehalten worden, dass die Schmerzen auf der Lähmungshöhe, welche sich
gürtelförmig um den Oberkörper legen würden, trotz letztmaliger Umstellung der
Medikamente weiterhin bestehen würden. Der Versicherte nehme deswegen schon 2 x
300 mg Pregabalin, brauche aber weiterhin morgens etwa eine Stunde, um
aufzustehen. Er beschreibe die Schmerzen als brennend, teilweise elektrisierend.
Weiter hatten die Ärzte festgehalten, dass der Versicherte aufgrund der Schmerzen
höchstens eine Sitzbelastung von zwei Stunden erreiche und sich danach liegend
ausruhen müsse, wobei ihm dies nicht jederzeit möglich sei. Eine Behandlung mit
trizyklischen Antidepressiva oder SSRI sei noch nicht versucht worden. Die Therapie
des nozizeptiven Schmerzes werde nun durch Duloxetin erweitert. Aufgrund der
therapieresistenten und alltagsrelevanten nozizeptiven Schmerzen zeige sich der
Versicherte an einer stationären Rehabilitation sehr interessiert. Es werde um die
Prüfung einer Kostengutsprache gebeten (Suva-act. 245). Noch gleichentags
antwortete die Suva per E-Mail, dass sie vorerst keine Kostengutsprache erteilen
könne. Sobald sie ihre Abklärungen durchgeführt habe, werde sie die deutsche
Unfallversicherung erneut informieren (Suva-act. 246)
In einer neurologischen Aktenbeurteilung vom 27. Januar 2021 kam PD Dr. med.
I._, Facharzt für Neurologie, Kompetenzzentrum Suva, zum Schluss, dass aktuell
weder eine Verschlimmerung noch eine Dekompensation des Gesundheitszustandes
ausgewiesen sei. Eine weitere ambulante Optimierung der medikamentösen
Schmerzeinstellung im Sinne einer weiteren Stabilisierung des erreichten Heilzustandes
nach Fallabschluss stehe in einem kausalen Zusammenhang zum Unfall. Die Indikation
für einen stationären Rehabilitationsaufenthalt sei jedoch nicht gegeben, zumal die
medikamentösen Anpassungen durch die Belastungen im Alltag überprüft werden
sollten (Suva-act. 251). Folglich lehnte die Suva die Kostenübernahme für einen
weiteren stationären Rehabilitationsaufenthalt mit Schreiben vom 29. Januar 2021 ab
(vgl. Suva-act. 252 ff.).
B.g.
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C.

Erwägungen
1.
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet einzig die Höhe der von
der Beschwerdegegnerin aufgrund der Unfallfolgen zugesprochenen Invalidenrente.
Gegen den Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2020 erhob der weiterhin
durch Rechtsanwalt Wehrlin vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 1. Februar 2021 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte, der Einspracheentscheid
vom 11. Dezember 2020 sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Vornahme
weiterer Abklärungen, namentlich zur Durchführung eines umfassenden, medizinischen
Gutachtens, an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 1 S. 2). Zusammen mit seiner Beschwerde
reichte er einen Bericht von Dr. med. J._, FMH médecine interne, von der Zentralen
Ausgleichsstelle in K._, vom 25. Januar 2019 ein, worin diese die Arbeitsunfähigkeit
in leidensangepassten Tätigkeiten ab dem 12. April 2018 auf 100 % und ab dem 11.
Oktober 2018 auf 70 % geschätzt hatte (vgl. act. G 1.5).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheides vom
11. Dezember 2020 (act. G 5). Sie gab eine Beurteilung von Dr. J._ vom 17. April
2020 zu den Akten, wonach in einer angepassten Tätigkeit ab dem 12. April 2018 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe und ab dem 30. Oktober 2019 noch eine
40%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege (vgl. act. G 5.1).
C.b.
In seiner Replik vom 30. August 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 11).
C.c.
Mit Eingabe vom 21. September 2021 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren
Antrag auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf die Erstattung einer
umfassenden Duplik (act. G 13).
C.d.
Mit Schreiben vom 27. September 2021 reichte Rechtsanwalt Wehrlin seine
Honorarnote über Fr. 3'290.24 ein (act. G 15 und 15.1).
C.e.
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Das Vorliegen des medizinischen Endzustandes und die zugesprochene
Integritätsentschädigung sind unbestritten geblieben (vgl. act. G 1).
2.
Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person, wenn sie infolge des
Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können,
ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen,
die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134
E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Auch Berichte und
Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren
eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können beweistauglich sein. An die
Beweiswürdigung der Beurteilungen versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen sind
indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an deren
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
135 V 469 f. E. 4.4. mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23.
November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung erachtet sodann reine
Aktengutachten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni
2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1).
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 12/17
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3.
Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Festlegung der Höhe der Invalidenrente in
medizinischer Hinsicht auf die neurologische Beurteilung des versicherungsinternen
Arztes Dr. G._ gestützt, wonach in leidensangepassten Tätigkeiten eine
Arbeitsfähigkeit von 60 % vorliege (ganztägiges Pensum mit vermindertem
Rendement). Sie betont, dass auch Dr. G._ von einer verminderten Leistungsfähigkeit
in zeitlicher Hinsicht ausgehe und lediglich eine effektive Leistungsfähigkeit von 5.2
Stunden täglich (aber auf den ganzen Tag verteilt) attestiere. Das 60%ige Rendement
sei aufgrund der notwendigen Pausen (Liegen nach zwei Stunden als
Dekubitusprophylaxe, Selbstkatheterismus) angezeigt (act. G 5 S. 3). Dr. H._ mache
in seinem Bericht geltend, dass eine Arbeitsfähigkeit für fünf Stunden unrealistisch sei.
Es sei nochmals klar hervorzuheben, dass Dr. G._ keine Erwerbsfähigkeit für fünf
Stunden bescheinigt habe, sondern eine solche von fünf Stunden verteilt über den
ganzen Tag. Die Einschätzung von Dr. G._ werde auch von Dr. J._ in ihrem Bericht
vom 17. April 2020 geteilt. Dem zeitlichen Mehraufwand für die Blasenentleerung habe
Dr. G._ Rechnung getragen. Die weiteren vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Einschränkungen, wie dass er beispielsweise erst eine halbe bis eine Stunde nach der
Einnahme von Schmerzmitteln aufstehen könne, seien erstmals mit der
Einsprachebegründung vom 15. September 2020 vorgebracht worden.
Bezeichnenderweise sei diese morgendliche Einschränkung denn auch erstmals in den
Berichten des Unfallkrankenhauses F._ vom 27. Oktober und 12. Dezember 2020
erwähnt worden. In den früheren Berichten des Unfallkrankenhauses komme dieser
Umstand nicht zur Sprache. Auch in den Berichten des Y._s sei dieser Umstand
nicht erwähnt worden. Anlässlich der Jahreskontrolle vom 13. Juli 2020 habe der
Beschwerdeführer angegeben, es gehe ihm eigentlich ganz ordentlich. Die Schmerzen
seien zwar ein grosses Problem, den Morgen hindurch gehe es jedoch ganz gut, gegen
den Nachmittag würden die Schmerzen wieder sehr stark werden. Dem aktuellsten
Bericht des Unfallkrankenhauses F._ sei sodann zu entnehmen, dass die zusätzliche
Medikation mit Duloxetin zu einer hinreichenden Verringerung der neuropathischen
Schmerzen geführt habe (vgl. act. G 5 S. 4).
3.1.
Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass die neurologische Be
urteilung von Dr. G._ nicht einleuchte und nicht nachvollziehbar begründet sei. Es sei
notorisch, dass Paraplegiker für die alltäglichen Lebensverrichtungen wesentlich mehr
Zeit benötigen würden als gesunde Personen, was sich bei ihm unter anderem in der
zugesprochenen Hilflosenentschädigung zeige. Er leide an neuropathischen
Schmerzen, die ihn einschränkten. Aufgrund der starken Schmerzen könne er erst ca.
3.2.
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eine halbe bis eine Stunde nach der Einnahme von hochdosierten Schmerzmitteln
aufstehen. Danach benötige er für die tägliche, manuelle Darmentleerung zwischen 20
Minuten und einer Stunde. Die anschliessende Körperpflege daure ca. 30 Minuten. Um
sich anzuziehen, müsse er sich erneut ins Bett begeben, da er diese Verrichtung nur
liegend vornehmen könne. Bereits sein morgendlicher Zeitaufwand für das Aufstehen,
das Verrichten der Notdurft, die Körperpflege und das Anziehen mache deutlich, dass
ihm eine ganztägige Arbeitstätigkeit nicht zuzumuten sei. Ein Arbeitsbeginn vor 9.30
Uhr oder 10.00 Uhr sei vollkommen unrealistisch. Aufgrund dieser Umstände sei eine
ganztägige Arbeitstätigkeit, die bei Paraplegikern ohnehin eine Ausnahme darstelle, bei
ihm nicht denkbar. Dr. G._ habe nicht nachvollziehbar begründet, weshalb eine
ganztätige Präsenz am Arbeitsplatz zumutbar sein solle (vgl. act. G 1 S. 4 f.). Des
Weiteren sei Dr. J._ in ihrer Stellungnahme zuhanden der IV-Stelle vom 25. Januar
2019 noch von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
ausgegangen und habe insbesondere auf die Schmerzmedikation mit Opiaten
hingewiesen, welche die Arbeitsfähigkeit einschränke (vgl. act. G 1 S. 6). In ihrer
Beurteilung vom 17. April 2020 habe sie ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit dann
zwar derjenigen von Dr. G._ angeglichen, wohl aber um auf denselben
Invaliditätsgrad wie die Beschwerdegegnerin zu gelangen. Es lägen keine objektiven
Gründe wie eine Verbesserung des Gesundheitszustandes vor, mit der sich eine
derartige Änderung ihrer Einschätzung erklären liesse. Bei ihrer eigenständigen
Beurteilung sei Dr. J._ zu einer Einschätzung gelangt, die stark von derjenigen von
Dr. G._ abweiche (vgl. act. G 11 S. 3). Schliesslich habe auch Dr. H._ in seinem
Bericht vom 22. Juni 2020 darauf hingewiesen, dass eine Arbeitsfähigkeit von fünf
Stunden pro Tag unrealistisch sei (act. G 1 S. 6). Nachdem bereits bei geringen
Zweifeln an einer versicherungsinternen Beurteilung nicht auf diese abgestellt werden
dürfe, seien weitere Abklärungen angezeigt, zumal sich die Beschwerdegegnerin
ohnehin nicht mit einer neurologischen Beurteilung hätte begnügen dürfen. Eine
Querschnittlähmung betreffe verschiedene Fachgebiete. Ausserdem bestünden
zunehmend Schulterbeschwerden. Für die Beurteilung seiner Erwerbsfähigkeit sei
daher auch eine orthopädische Beurteilung zwingend erforderlich (act. G 11 S. 3 f.).
Aus dem Austrittsbericht des Y._s vom 9. Oktober 2018 geht hervor, dass die
neuropathischen Schmerzen bereits im Rahmen der Erstrehabilitation ein grosses
Thema gewesen seien. So heisst es im Bericht, dass bei zunehmenden Schmerzen am
21. Juni 2018 eine Röntgenuntersuchung der LWS unter Funktion durchgeführt worden
sei, wobei sich identische Stellungsverhältnisse und eine identische Materiallage
gezeigt hätten. Anzeichen für eine segmentale Instabilität oder eine
Materialverschiebung hätten nicht vorgelegen. Klinisch habe der Beschwerdeführer
3.3.
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den Schmerzpunkt paravertebral rechts mehr als links beklagt. Zusätzlich sei rechts ein
Schwitzen beobachtet worden. Die Schmerzen seien einerseits als muskuloskelettal
und andererseits als nozizeptiv interpretiert worden. Arcoxia 30 mg sei verordnet
worden. Diese Medikation habe aber keine genügende Wirkung gezeigt, sodass eine
Facettengelenksinfiltration durchgeführt worden und eine TENS-Therapie an der
Übergangszone etabliert worden sei. Anlässlich einer Verlaufskontrolle betreffend
Schmerzen vom 16. Juli 2018 sei eine MRT-Untersuchung der gesamten Wirbelsäule
durchgeführt worden, wobei sich eine spindelförmige gliotische Myelopathie mit einer
Ausdehnung hinter BWK6 und 7 gezeigt habe. Ausserdem habe man eine
linksparamedian betonte Diskushernie LWK5/SWK1 mit Pelottierung des Rezessus S1
beidseits links etwas mehr als rechts mit einer möglichen Affektion der Wurzeln
beidseits entdeckt. Auch sei eine Protrusion mit Anulus fibrosus Einriss LWK4/5 ohne
komprimierenden Effekt sichtbar gewesen. Bei Abnahme der Wirkung der Infiltration sei
die Schmerzmedikation angepasst worden. Die Opioid-Therapie mittels Targin sei auf
50 mg pro Tag erhöht worden. Die subjektiv beste und eine zufriedenstellende Wirkung
habe Rivotril gezeigt, sodass der Beschwerdeführer in schmerzkompensiertem
Zustand habe entlassen werden können (vgl. Suva-act. 59-8). Im Rahmen der ersten
Nachkontrolle im Y._ vom 23. Januar 2019 hat der Beschwerdeführer die Schmerzen
im Übergangsbereich Th11, die schon während der Erstrehabilitation bestanden haben,
erneut als Hauptproblematik genannt. Dennoch ist eine Reduktion des Targin in den
Abendstunden bei Beibehalten von Pregabalin 600 mg besprochen worden (vgl. Suva-
act. 117). Anlässlich einer Verlaufskontrolle im Unfallkrankenhaus F._ vom 25.
Februar 2019 hat der Beschwerdeführer einen gürtelförmigen, stechenden und
brennenden Schmerz vorrangig in den Morgenstunden beschrieben (vgl. Suva-act.
122-3). Im Bericht zur Kontrolle im Y._ vom 15. Mai 2019 ist festgehalten worden,
dass die Reduktion von Targin leider zu einer Zunahme der Schmerzen geführt habe,
weshalb der Beschwerdeführer weiterhin morgens 20 mg und abends 30 mg
eingenommen habe. Das Pregabalin solle ebenfalls weiterhin in der Dosis von 600 mg
täglich eingenommen werden. Im Rahmen der letzten Kontrolle sei noch eine lokale
Schmerzbehandlung mit einem Gel empfohlen worden, die eine gute Wirkung gezeigt
habe (Suva-act. 135). Anlässlich einer Konsultation im Unfallkrankenhaus F._ vom 13.
September 2019 hat der Beschwerdeführer berichtet, dass er unter der Medikation mit
Novamin 3 x 500 mg, Targin 2 x 20/10 und Targin 1 x 10/5 am Abend sowie Pregabalin
3 x 300 mg die Schmerzen VAS 3 reduzieren könne, während der Schmerz vor der
Tabletteneinnahme mit VAS 6-7 eingestuft werde (Suva-act. 162). Es ist
gerichtsnotorisch, dass zwischen der Einnahme und dem Eintritt der Wirkung einer
Medikation eine gewisse Zeitspanne liegt. Folglich ist es nachvollziehbar, dass der
Beschwerdeführer, der glaubhaft auf die schmerzlindernde Wirkung der Medikation
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angewiesen ist, morgens mehr Zeit als gesunde Personen benötigt, um aufstehen zu
können (vgl. act. G 1 S. 4). Dies passt auch zu den Angaben im Bericht des
Unfallkrankenhauses vom 26. Februar 2019, wonach die Schmerzen besonders
morgens schlimm seien (vgl. Suva-act. 122-3). Die morgendlichen Schmerzprobleme
sind also entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. dazu act. G 5 S. 4) nicht
erstmals in den Berichten des Unfallkrankenhauses F._ vom Herbst bzw. Winter 2020
(Suva-act. 237-4 f. und 244-2 f.) dokumentiert worden. Zwar hat der Beschwerdeführer
anlässlich einer Kontrolle im Y._ vom 13. Juli 2020 angegeben, die Schmerzen seien
mit den Medikamenten relativ gut unterdrückbar, jedoch würden sie gegen den
Nachmittag stark zunehmen (vgl. Suva-act. 231). Eine gewisse Schmerzbelastung am
Morgen bis zum Eintritt der Wirksamkeit der Medikamente schliesst eine
Schmerzzunahme am Nachmittag aber nicht aus (vgl. dazu auch die Erklärung des
Beschwerdeführers in der Replik; act. G 11 S. 3). Dr. G._ scheint in seiner
Aktenbeurteilung vom 30. Oktober 2019 die neuropathischen Schmerzen zwar bedacht
zu haben. Auch hat er die Medikation, die der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt
eingenommen hat, detailliert aufgeführt. Gleichwohl hat Dr. G._ nicht überzeugend
erklärt, inwiefern er die Schmerzen bei der Festlegung der zeitlichen Belastbarkeit des
Beschwerdeführers berücksichtigt hat. Die Einschränkung des Rendements hat er in
erster Linie mit dem Selbstkatheterismus sowie einer Dekubitusprophylaxe, die
vermehrte Pausen erfordern würden, erklärt. Weshalb die Schmerzen zu keiner
Verlangsamung bei der Arbeit führen oder keine zusätzliche Pausen erfordern, geht aus
der Aktenbeurteilung nicht schlüssig hervor (vgl. Suva-act. 166). Auch ist dem
Beschwerdeführer darin zuzustimmen (vgl. act. G 1 S. 6), dass sich Dr. G._ mit
allfälligen Nebenwirkungen der Medikamente in seiner Aktenbeurteilung nicht fundiert
auseinandergesetzt hat (vgl. Suva-act. 166). Immerhin hat der Beschwerdeführer laut
Bericht des Y._s vom 27. Juli 2020 damals eine bereits derart ausgedehnte
Medikation eingenommen, dass man von einer Steigerung derselben hat absehen
wollen (vgl. Suva-act. 231).
Aus der Aktenbeurteilung von Dr. G._ geht auch nicht schlüssig hervor, weshalb
es dem Beschwerdeführer trotz der zusätzlichen Belastungen im Alltag und der
Hilfestellungen, auf die er angewiesen ist, möglich sein soll, den ganzen Tag bei der
Arbeit anwesend zu sein. Zwar werden dem Beschwerdeführer von Dr. G._ Pausen
zum Liegen und für den Selbstkatheterismus zugestanden, jedoch scheint Dr. G._
von einer ganztägigen Anwesenheit am bzw. um den Arbeitsplatz auszugehen (vgl.
Suva-act. 166). Die Ausführungen des Beschwerdeführers zum erhöhten Zeitaufwand
in den Morgenstunden (vgl. dazu namentlich act. G 1 S. 4 f.) mögen zwar nicht absolut
konsistent sein (vgl. dazu den Bericht von Dr. E._ vom 26. Februar 2019, worin die
3.4.
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4.
Defäkationszeit mit 10-20 Minuten angegeben worden ist; Suva-act. 122-3), lassen
aber zumindest gewisse Zweifel daran aufkommen, ob ihm die von Dr. G._
zugemutete ganztägige Präsenz am oder um den Arbeitsplatz möglich ist, zumal er
namentlich aufgrund der Transfers zwischen Rollstuhl und Auto auch für den
Arbeitsweg länger als andere Arbeitnehmende brauchen wird. Bei einer reduzierten
Anwesenheit ist auch die attestierte Leistungsfähigkeit von 5.2 Stunden pro Tag in
Frage gestellt. Dies gilt umso mehr, da auch Dr. H._ eine Arbeitsfähigkeit für fünf
Stunden aufgrund der posttraumatischen Paraplegie und der vegetativen Beteiligung
mit Mastdarm- und Blasenentleerungsstörungen als unrealistisch eingestuft hat (Suva-
act. 237-3). Dr. J._ scheint in ihrer Beurteilung vom 17. April 2020 die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ relativ unkritisch übernommen zu haben (vgl.
act. G 5.1), während sie in ihrer Beurteilung vom 25. Januar 2019 noch von einer
70%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist (vgl. act. G 1.5). Inwiefern sich die
gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers zwischen Januar 2019 und April
2020 derart verbessert haben sollte, kann aufgrund der Aktenlage nicht schlüssig
nachvollzogen werden.
Schliesslich ist im vorliegenden Fall, in dem es neben den neurologischen
Einschränkungen auch eine komplexe Schmerzproblematik sowie orthopädische
Leiden zu beurteilen gilt, eine polydisziplinäre Betrachtungsweise angezeigt. Eine rein
neurologische Beurteilung erscheint nicht als ausreichend.
3.5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zumindest gewisse Zweifel an der
Richtigkeit der von Dr. G._ vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung bestehen.
Folglich kann die Beurteilung von Dr. G._ nicht als alleinige Grundlage für die
Beurteilung des Rentenanspruchs dienen. Die übrige medizinische Aktenlage lässt
ebenfalls keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs zu. Der
angefochtene Einspracheentscheid ist nach dem Gesagten in Verletzung der
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) ergangen, weshalb er als
rechtswidrig aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung, namentlich zur
Einholung einer externen, polydisziplinären Expertise, an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist.
3.6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die
Streitsache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
4.1.
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