Decision ID: 2897af12-8753-49ed-940a-eef09194c6b2
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969
, war
seit
1.
Februar 2014
bei der
Z._
GmbH
als Sekretärin (
Urk.
8/1,
Urk.
8/52 S. 2) beziehungsweise als Assistentin der Geschäftsleitung und der Projekt- und Bauleitungen (Urk. 8/165 S. 21) tätig
und über diese bei der Suva gemäss dem Bundesgesetz über die Un
fall
versicherung (UVG) gegen Unfälle, unfallähnliche Körperschä
di
gun
gen und Be
rufs
krankheiten ver
sichert, als sie am
2
2.
August 2014 auf einer Treppe
stürzte
(Urk.
8
/1
,
Urk.
8/52 S. 1,
Urk.
8/86 S. 1
)
und sich dabei unter anderem ein mittelschweres Schädelhirntrauma zuzog (
Urk.
8/16 S. 1).
Die Suva anerkannte ihre Leis
tungspflicht und erbrachte die vorübergehenden Leistungen (Heil
behand
lung, Taggeld).
Am
1
5.
Juni 2016
beendete die
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Massnahmen beruflicher Art der Invalidenversicherung
(im Sinne von Arbeitsvermittlung
;
Urk.
8/142 S. 3)
.
Mit Verfügung vom
2.
Dezember 2016 (
Urk.
8/168) sprach die Suva der Versicherten für die
Folgen des Unfalls vom 2
2.
August 2014
eine Integritätsentschädigung
für eine
Integritätseinbusse von 50
%
im Betrag von Fr. 63'000.-- zu. Diese Ver
fügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
1.2
Mit Verfügung vom
2
1.
April 2017 (
Urk.
8/184) sprach die Suva der Versicherten
für die Folgen des Unfalls
vom 2
2.
August 2014
eine Invalidenrente
entsprechend einer Erwerbseinbusse
von 55
%
zu.
Die von der Versicherten am 2
0.
Juni 2017 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
8/190) wies die Suva mit Entscheid vom 1
5.
November 2017 (
Urk.
8/192 =
Urk.
2) ab.
2.
Gege
n den
Einspracheentscheid
vom
1
5.
November
2017
(Urk. 2) erhob
die
Ver
si
cherte am
1
3.
Dezember 2017
Be
schwerde
(Urk. 1)
und beantragte, dieser sei
insoweit
auf
zuhe
ben
, als dass
ihr
nicht eine höhere Invalidenrente
als eine solche für einen Invaliditätsgrad von 55
%
zugesprochen worden sei; eventuell seien weitere Abklärungen vorzunehmen
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2
7.
Februar
2018 (Urk. 7)
beantragte die
Suva
die Ab
wei
sung
der Beschwerde (
S. 2
)
,
wovon der Beschwerde
führ
erin am
7.
März
2018
Kenntnis gegeben wurde (Urk. 10
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus
gebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
2.
August 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlos
sen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleis
tungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1
.
3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des S
ozialversicherungsrechts, ATSG
). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.
4
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundes
gericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.
5
Gemäss der Rechtsprechung kommt
das strukturierte Beweisverfahren nach den Vorgaben von BGE 141 V 281
auch im Bereich des UVG sinngemäss zur Anwen
dung, wenn
zwischen dem Unfall und den
psychischen
Beschwerden ein natür
licher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(Urteile
des Bundesgerichts
8C_
181/2019 vom
2.
Mai 2019 E. 5.2 und
8C_261/2019 vom
8.
Juli 2019 E. 4.3.1
; BGE 141 V 574)
1.
6
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143
V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.
7
Gemäss
Art.
15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Ver
dienst bemessen (
Abs.
1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (
Abs.
2).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
1
5.
November 2017 (
Urk.
2) bei der Invaliditätsbemessung davon aus, dass
die Beschwerdeführerin, welche
nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit
zwar die Lehrabschlussprüfung nach einer absolvierten kaufmännischen
Berufslehre
nicht bestanden, jedoch anschliessend eine
einjährige
kaufmännische Ausbildung an einer
Handelsschule
erfolgreich abgeschlossen habe, und während Jahren
als Sekretärin erwerbstätig gewesen sei,
ohne das versicherte Unfallereignis
zum Zeitpunkt, an dem
von
einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr
zu erwarten
gewesen sei
,
wei
terhin im angestammten Bereich als Bürokraft beziehungsweise als Sekretärin tätig
gewesen
wäre. Da ihr
gemäss der medizinischen Aktenlage
die Ausübung einer
angepassten
Tätigkeit
im angestammten Beruf als
Bürok
raft zu diesem
Zeit
punkt weiterhin
offen gestanden sei
, sei das Invalideneinkommen auf Grundlage des Tabellenlohnes für Bürokräfte und verwandte Berufe der Tabelle T17 der LSE (Schweizerische Lohnstrukturerhebung)
zu bemessen
(S. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
hiegegen
vor, dass
ihr die Ausübung der bishe
rigen Tätigkeit bei der
Z._
GmbH
nicht mehr zuzumuten sei. Zudem habe ein nach dem Unfall aufgenommener Arbeitsversuch bei der
A._
AG gezeigt, dass sie
auf Grund des versicherten Unfalls
selbst in einer einfachen Bürotätigkeit
eingeschränkt sei. Sie
sei daher auf eine Tätigkeit ausserhalb
ihres
bisherigen Tätigkeitsbereichs angewiesen
(
Urk
1 S. 3)
, weshalb das
Invalideneinkommen nicht
anhand der
Tabelle
T17
,
sondern
der
Tabelle TA1 (Total Privater Sektor)
der LSE zu bemessen sei (
Urk.
1 S.
2).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Erwerbsunfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin und insbesondere die Frage, wie das Invalideneinkommen zu berechnen ist.
3.
3.1
Die Ärzte der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
B._
diagnos
tizierten mit Bericht vom 1
0.
Februar 2015 (
Urk.
8/44) einen benignen paro
xysmalen Lagerungsschwindel bei
Canalolithiasis
des linken
posterioren
Bogen
ganges sowie einen Verdacht auf ein
postkontusionelles
Syndrom seit dem Schädelhirntrauma (vom 2
2.
August 2014) mit geringer emotionaler Belastbar
keit, vermehrter Tagesmüdigkeit und leichter Durchschlafinsomnie (S. 1). Sie erwähnten, dass nach einem zweimaligen
Epley
-Befreiungsmanöver eine deut
liche Verbesserung der Schwindelsymptomatik eingetreten sei (S. 2). Das Beschwerdebild entspreche am ehesten einem
postkontusionellen
Syndrom. Hierzu passten die geschilderten Konzentrationsstörungen, Wesensveränderung und verminderte Belastbarkeit.
Die orientierende kognitive Prüfung sei bis auf ein verlangsamtes Arbeitstempo unauffällig gewesen, weshalb nicht von einem schweren Funktionsausfall auszugehen sei (S. 3).
3.2
Die
Ärzte der Klinik für
Neurologie
des
B._
erwähnten
in ihrem Bericht vom
6.
Mai
2015 (
Urk.
8/
60/3-4
), dass
eine
gleichentags durchgeführte neuropsycho
logische Untersuch
ung der Beschwerdeführerin leichte
attentional
-exekutive Defizite, eine erhöhte Müdigkeit sowie kognitive Defizite im Sinne einer herab
gesetzten Frustrationstoleranz und Impulskontrolle ergeben h
abe
. Diese leichten Einschränkungen seien typisch bei Patienten mit Schädelhirntrauma und fronta
len
beziehungsweise
fronto
-parietalen Minderfunktionen. Bei der Beschwerde
führerin sei diese Symptomatik indes nur zum Teil organisch zu erklären
, weshalb eine
Psychotherapie
angezeigt sei
(S. 2).
3.3
Mit Bericht vom
2.
Februar 2016 (
Urk.
8/117) stellten die
Ärzte
des i
nterdiszipli
nären Zentrums für Schwindel und neurologische Sehstörungen
des
B._
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Status nach mittelschwerem Schädelhirntrauma vom 2
2.
April 2014 mit/bei:
-
Subarachnoidalblutung
fronto-t
emporo-partetal
links und
contre
-coup
Subarachnoidalblutung
temporopolar
rechts
-
Felsenbeinlängsfraktur links
-
Status nach posttra
umatischem b
enignem paroxysmalen Lagerungs
schwind
el des
posterioren
Bogenganges links
-
aktuell: p
ersistierender, rauschend
er, kompensierter Tinnitus links
-
medikamentös behandelte arterielle
Hypertonie
-
chronische Hepatiti
s C
Sie erwähnten, dass die durchgeführte
neurootologische
Untersuchung weder
ananmnestisch
noch klinisch oder apparativ H
inweise auf eine peripher
-vestibuläre Funkt
ionss
t
örung
ergeben habe
. Auch im
Reintonaud
iogramm
sei
eine
normwertige Hörschwelle beidsei
ts
festgestellt worden. Aktuell persistiere einzig ein linksseitiger
Tinnitus. Dieser
sei gegenwärtig jedoch
gut kompensiert
(S. 4).
3.4
Dr.
C._
, Facharzt
für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, für Allergologie und klinische Immunologie
,
und für Arbeitsmedizin, Abteilung Arbeitsmedizin der Suva,
stellte
in seiner Stellungnahme
vom 1
9.
April 2016 (
Urk.
8/125) auf Grund der Akten fest, dass aus ORL-ärztlicher Sicht gegenwärtig keine weiteren diag
nostischen oder therapeutischen Massnahmen angezeigt seien, und dass ein unfallbedingter, entschädigungspflichtiger Integritätsschaden aus ORL-ärztlicher Sicht nicht ausgewiesen sei (S. 1).
3.5
Die
Psychologen
des Instituts
D._
des Zentrums
E._
erwähnten im neuropsycholo
gischen Untersuchungsbericht vom 1
3.
Mai 2016 (
Urk.
8/130/2-8), dass die Beschwerdeführerin nach der Primar
-
und
Real
schule
die Lehrabschlussprüfung nach einer kaufmännischen Berufslehre nicht erfolgreich abgeschlossen habe, dass sie jedoch anschliessend
eine einjährige
Handelsschule
erfolgreich
absolviert habe
.
Da die Beschwerdeführerin laut der Anamnese
keine schulischen Probleme
gehabt habe, und da sie nach
der Schulzeit
bis zum
Unfall vom 2
2.
August 2014
stets
als Sekretärin in
der Baubranche gearbeitet habe, sei
prätraumatisch
von einer normgerechten allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit auszugehen
(S. 5).
Eine
am 2
5.
April 2016 durchgeführte neuropsychologische Untersuchung der Beschwerdeführerin
habe
ein unterdurchschnittliches allgemeines kognitives Leistungsniveau ohne signifikante Asymmetrie zwischen sprach- und handlungs
gebundenen Funktionen
ergeben.
Im Vordergrund der neuropsychologischen Befunde
stünden
mittelgradige Minderleistungen in einzelnen
attentionalen
und exekutiven Funktionen
(S. 5)
.
Im
attentionalen
Bereich
habe sich
eine mittelgra
dig reduzierte
Verarbeitungsgeschwindigkeit
gezeigt
. In der Beobachtung
sei
die Daueraufm
erksamkeit herabgesetzt
gewesen. Sodann habe sich
eine mittelgradige Einschränkun
g im verbal-auditiven Arbeitsgedächtnis
gezeigt
.
Im Bereich der exekutiven Funktionen
habe
sich eine mittelgradige Minderleistung in der mentalen Flexibilität
gezeigt
. In der phonematischen
und
der figuralen I
deenpro
duktion
hätten
sich mittelgradig reduzierte Leistungen
gezeigt
.
Es sei
en
daher die n
europsychologische
n
Diagnose
n
einer le
ichte
n
Beeinträchtigung partieller
attentionaler
und exeku
tiver Funktionen,
einer
Wortfindungss
törung sowie
visuo
-koordinative
r
Minder
leistungen nach
dem
Unfall vom
2
2.
August
2014
zu stellen (S.
6).
3.6
Dr.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Abteilung
Versicherungsmedizin
der Suva
,
stellte
in seiner Stellungnahme vom 3
1.
Mai 2016
(
Urk.
8/131)
auf Grund der Akten
die folgende Diagnose
(S. 15)
:
-
organisches Psychosyndrom mit/bei:
-
Status nach Schädelhirntrauma am 2
2.
August 2014
-
frontalen und temporalen Hirnläsionen
-
insgesamt leichten, teilweise mittelgradigen neuropsychologischen Defiziten in
attentionalen
und exekutiven Bereichen, psycho
moto
rischer Verlangsamung und erhöhter Erschöpfbarkeit
-
sekundärer (reaktiver), höchstens leichtgradiger depressiver Sympto
matik
Der Arzt führte aus,
dass die Beschwerdeführerin vor rund 20 Jahren
Suchtmittel
missbraucht habe. Dabei habe sie sich
offensichtlich
eine chronische Hepatitis C zu
gezogen
.
Sie habe
eine Lehre zur kaufmännischen Angestellten
absolviert, sei b
ei der Abschlussprüfung
jedoch
zweimal gescheitert. Es sei möglich,
dass dabei ein Suchtmittelkonsum von Bedeutung
gewesen sei
. Sp
äter
habe sie
erfolgreich eine Handelsschule ab
geschlossen und anschliessend
während über 20 Jahren eine kaufmännische Tätigkeit im Bereich Architektur/Bauplanung aus
geübt
, zuerst im Architekturbüro ihres Vaters, danach sieben Jahre als Assistentin der Geschäftsleitung in einem Architekturbüro in
G._
, und ab
1.
Februar 2014 als Projek
tas
sistentin bei einem Bauplanungsb
üro in
H._
. Beim Antritt dieser Stelle
habe
sie ihr Pensum von den bisherigen 100
%
auf 90
%
reduziert
, um mehr Zeit für ihre Pferde zu haben.
Aus
psychiatrischer Sicht
sei
davon auszuge
h
en, dass
sie
vor dem Unfall vom
2
2.
August
2014 psychiatrisch unauffällig und nicht erheblich eingeschränkt
gewesen sei (S. 12)
.
Anlässlich des versicherten Unfallereignisses sei es
zu Verletzungen
des
Hirnge
webe
s
in frontalen und temporalen Bereichen
gekommen, welche
zu insgesamt leichten Defiziten in
attentionalen
und exekutiven Bereichen
geführt hätten
. Trotz einer hohen
Leistungsbereitschaft und Motivation
sei es der Beschwerde
führerin
seit dem Unfallereignis nie mehr in anhaltender Weise
gelungen
, eine Arbeitsleistung von über 60
%
zu erbringen. Hirnorganisch bedingte, psychische Auffälligkeiten
stünden
im Vordergrund des Störungsbildes und wirken auch in funktioneller Hinsicht
limitierend. Auch gewisse emoti
onale Beeinträchtigungen
,
wie Verminderungen
der
Frustrationstoleranz und
der
Impulskontrolle
,
seien
hirnorganisch bedingt.
Die anamnestische
d
epressive Symptomatik stelle
eine Reaktion auf hirnorganisch bed
ingte
Schwierigkeiten dar
und
sei
insgesamt höchstens leichtgradig ausgeprägt. Auch die Störungen des Antriebs
seien
den hirnorganischen Einflüssen zuzuordnen und nicht in den Rahmen einer Depres
sion zu stellen. Insgesamt
sei
nicht davon auszugeben, dass psychotherapeutische Massnahmen oder eine Behandlung mit Psychopharmaka zu einer namhaften Verbesserung des Krankheitsbildes führen würden, da dieses sehr weit
gehend hirnorganisch bedingt sei (S. 15).
Aus
psychiatrischer Sicht
sei
nachvollziehbar, dass
es der
Beschwerdeführerin
seit dem
versicherten
Unfall nie mehr in anhaltender Weise
möglich gewesen sei
, in ihrer angestam
mten Tätigkeit in einem weiteren Umfang als einem Arbeitspen
sum von
60
%
tätig zu sein
.
Dies habe
auch
zur Kündigung der bisherigen,
relativ anspruchsvolle
n
und hektische
n
Tätigkeit geführt
. Möglicherweise
liege
die Leistungsfähigkeit
in einer
mit weniger Zeit- und Leistungsdruck und mit weniger Multitasking verbunden
en Tätigkeit etwas höher
(S. 16)
.
3.7
Dr.
I._
, Fachärztin für Neurologie, Abteilung Versicherungs
me
dizin der Suva, führte in ihrer auf Grund der Akten verfassten Stellungnahme vom 3
1.
Oktober 2016 (
Urk.
8/156) aus, dass
die
strukturelle
n
Hirnläsionen
, welche sich die Beschwerdeführerin
anlässlich des Unfalls vom 2
2.
August 2014
zugezogen h
abe
,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die leichten neuropsy
chologischen Funktionseinschrän
kungen und die e
rhöhte Erschöpfbarkeit erklä
ren könnten
. Aus neurologischer Sicht könne knapp zwei Jahre nach dem Ereig
nis nicht mehr mit einer wesentlichen Besserung gerechnet werden. Therapeu
tische Massnahmen seien nicht mehr sinnvoll (S. 6). Der Beschwerdeführerin seien wegen der neuropsychologischen Funktionseinschränkungen und der schnellen Erschöpfbarkeit
indes
keine Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeiten und Aufmerksamkeitsleistung mehr zuzumu
ten. Tätigkeiten mit Verantwortung für Personen seien nicht zu empfehlen. Eben
falls sollten Tätigkeiten mit erhöhter Unfallgefahr vermieden werden.
Zudem seien auf Grund
der Wortfindungsstörung gegebenenfalls leichtere Probleme in der Gesprächsführung zu erwarten.
In
Anbetracht
der erhöhten Erschöpfbarkeit sollte die tägliche Arbeitszeit sechs Stunden nicht überschreiten. Zudem sollte zum Erhalt der Ressourcen zusätzlich eine Stunde Pause gewährleistet sein (S. 7).
4.
4.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin anläss
lich des versicherten Unfallereignisses vom 2
2.
August 2014 ein Schädelhirn
trauma erlitt und anschliessend unter einem
postkontusionellen
Syndrom (vorstehend E.
3.1
) beziehungsweise unter einem organischen Psychosyndrom mit frontalen und temporalen Hirnläsionen und mit insgesamt leichten neuropsycho
logischen Defiziten in
attentionalen
und exekutiven Bereichen, mit psycho
moto
rischer Verlangsamung und erhöhter Erschöpfbarkeit sowie unter einer sekundä
ren, leichtgradigen depressiven Symptomatik (vorstehend E.
3.6
)
l
eide
t
.
Dr.
F._
vertrat in seiner Stellungnahme vom 3
1.
Mai 2016 (vorstehend E.
3.6
) die Ansicht, es sei nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin nach
dem
ver
sicherten
Unfall nie mehr in
einem ein
Arbeitspensum von
60
%
übersteigendem Umfang eine Erwerbstätigkeit ausgeübt habe, wobei in einer im Vergleich zur bisherigen Tätigkeit weniger anspruchsvollen und hektischen Tätigkeit allenfalls eine etwas höhere Leistung
sfähigkeit erreicht werden könn
e. In ihrer im Ergebnis damit übereinstimmenden Beurteilung vom 3
1.
Oktober 2016 (vorstehend E.
3.7
) ging
Dr.
I._
davon aus, dass der
Beschwerdeführerin
wegen der neuropsycho
logischen Funktionseinschränkungen und der schnellen Erschöpfbarkeit Tätig
keiten mit erhöhten Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeiten und
an die
Aufmerksamkeitsleistung
sowie Tätigkeiten mit Verantwortung für Personen und Tätigkeiten
mit erhöhter Unfallge
fahr
nicht mehr zuzumuten seien. Die Ausübung behinderungsangepasster Tätigkeiten sei der Beschwerdeführerin indes in einem Umfang von insgesamt
sechs
Stunden
mit
zusätzlich
eine
Stunde Pause
täglich zuzumuten.
4.2
In somatischer Hinsicht erfüllt d
ie Beurteilung durch
Dr.
I._
vom 3
1.
Oktober 2016 (
vorstehend E.
3.7
)
die nach der Rechtspre
chung für eine beweiskräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grundlage vor
aus
ge
setzten
Kri
terien (vgl. vor
steh
end E.
1.
8
). Denn
als
Fachärztin
für
Neurologie verfügte sie
über
die
für die Beurtei
lung
des
streitigen
somatischen
Gesund
heitsschadens im
Sinne von
strukturelle
n
Hirnläsionen mit leichten
neuropsychologischen Funktionseinschrän
kungen und erhöhte
r
Erschöpfbarkeit
ange
zeigte medi
zinische Weiter
bildung.
Sie
setzte
sich
einge
hend mit den
me
dizi
nischen
Vorakten
und den Ergebnissen der
bildgeben
den Untersu
chungen auseinander und begrün
dete
ihre
Schluss
fol
gerungen, wonach
der
Beschwerdeführerin die Ausübung einer behinderungsangepassten Tät
igkeit ohne erhöhte
Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeiten und Aufmerksamkeitsleistung
, ohne
Verantwortung für Personen
und ohne erhöhte
Unfallgefahr
im Umfang von insgesamt 5 Stunden täglich (sechs Stunden Arbeitszeit und eine Stunde Pause) zuzumuten sei, in nachvollziehbarer Weise.
Dabei schadet nicht, dass es sich
bei
ihrer
Beurteilung
um
ein
Aktengutachten han
delt, da auch reinen Aktengutachten voller Be
weiswert zukommen kann, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesent
li
chen nur um die ärzt
liche Beurteilung eines an sich feststehenden me
dizini
schen
Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinwei
sen). Dies ist vorliegend der Fall.
Einer Ak
tenbeurteilung stand daher nichts ent
gegen.
4.3
In psychi
atri
scher Hinsicht
verfügt
Dr.
F._
als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie über die für die Be
urteilung des psychischen Gesund
heitsscha
dens angezeigte medizinische Weiter
bildung.
Seine
Beurteilung
vom 3
1.
Mai 2016 (vorstehend E.
3.6
)
erfüllt auch die übrigen
für eine beweiskräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grundlage vor
aus
ge
setzten
Kri
terien (vgl. vor
steh
end E.
1.
8
).
Insbesondere vermag zu überzeugen, dass er
bei der Diagnose eines
organische
n
Psychosyndrom
s
nach Schädelhirntrauma (ICD-10 F07.2) davon ausging, dass h
irnorganisch bedingte psychische Auffälligkeiten im Vordergrund
stünden
und in funktioneller Hinsicht limitierend
wirkten,
und dass insbesondere auch
die
leicht
gradige
depressive Symptomatik eine Reaktion
auf die hirnorganisch bedingten
Schwierigkeiten darstelle
. Denn das organische Psychosyndrom nach Schädelhirn
trauma gehört zu den organischen beziehungsweise hirnorganischen Störungen (ICD-10 F00-F09)
,
bei welchen die Diagnosestellung in den meisten Fällen die Ver
wendung zweier Kodierungen, einer Kodierung für das psychopathologische Syndrom und einer anderen
für die zugrundeliegende Störung erfordert
(
Horst
Dilling
/
Werner
Mombour
/Martin H. Schmidt
,
Hrsg.,
Internationale
Klassifikation psychischer Stör
ungen, ICD-10, Kapitel V (F), 1
0.
Auflage 2015
, F0
S.
73). Zu über
zeugen vermag auch
die Einschätzung von
Dr.
F._
,
wonach
der Beschwerde
führerin die Ausübung einer angepassten administrativen beziehungsweise kauf
männischen Tätigkeit im Umfang
eines Arbeitspensums von rund 60
%
zuzumu
ten sei
, wurde damit doch den
Einschränkungen der Beschwerdeführerin ange
messen Rechnung getragen
.
Die Zumutbarkeit eines Pensums von 60
%
wie auch das Anforderungsprofil
wurde
n
denn von der Beschwerdeführerin
auch
nicht bestritten (vgl.
Urk.
1 S. 3).
Gestützt auf die nachvollziehbare und schlüssige
Beur
tei
lung
en
durch
Dr.
I._
und
Dr.
F._
steht
daher
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit fest, dass
der Beschwerdeführerin die Ausübung einer ihrer Ausbildung und ihren beruflichen Erfahrungen entsprechenden
,
leidensangepassten
Tätigkeit
,
unter Einschluss einer angepassten Tätigkeit im administrativen Bereich,
ohne erhöhte Anforde
rungen an die Konzentrationsfähigkeiten und Aufmerksamkeitsleistung, ohne Verantwortung für Personen und ohne erhöhte Unfallgefahr
,
im Umfang von ins
gesamt 5 Stunden täglich beziehungsweise im Umfang eines Arbeitspensums von rund 60
%
zuzumuten
ist
.
6.
6.1
Im Folgenden sind die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
6
.2
Für den Einkommensvergleich
(vgl. vorstehend E.
1.2
)
sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des
hypotheti
schen
Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invali
deneinkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige renten
wirksame Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen müssen bis zum Verfügungszeit
punkt berücksichtigt werden
(BGE
129 V 222 E.
4.1 und 4.2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 4.3).
6
.3
Für die Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person ohne Invali
dität erzielen könnte (
Valideneinkommen
), ist entscheidend, was sie im massge
benden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da
gemäss
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüp
fungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst
.
Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139
V 28 E. 3.3.2,
134 V 322 E. 4.1, 129 V 222 E. 4.3.1).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt des versicherten Risikos
(unfallkausale Erwerbsunfähigkeit in der Unfallversicherung) nicht mehr ausge
übt hätte, kann der daraus erzielte Lohn nicht zur Bestimmung des
Validenein
kommens
dienen. Dies trifft etwa zu, wenn die vor Eintritt des Gesundheitsscha
dens innegehabte Arbeitsstelle im für die Invaliditätsbemessung massgebenden Zeitpunkt nicht mehr besteht (Urteile des Bundesgerichts 9C_501/2013 vom 2
8.
November 2013 E. 4.2; 9C_416/2010 vom 2
6.
Januar 2011 E. 3.2) oder bei einem auch ohne Gesundheitsschaden überwiegend wahrscheinlich eingetretenen Stellenverlust (Urteil des Bundesgerichts 9C_882/2010 vom 2
5.
Januar 2011 E. 7.2.2). Gleiches gilt bei einem vor dem Unfall erfolgten Stellenverlust aus unfall
fremden Gründen (Urteile des Bundesgerichts 8C_934/2015 vom
9.
Mai 2016 e. 2.2 und 8C_41/2015 vom 2
4.
April 2015 E. 2.3).
Gemäss Rechtsprechung ist das
Valideneinkommen
in der Unfallversicherung unabhängig davon zu bestimmen, ob die versicherte Person vor dem Unfall ihre Arbeitskraft ganz oder nur teilweise eingesetzt hat (BGE 119 V 475 E. 2b). Diesem Faktor wird nämlich bereits dadurch Rechnung getragen, dass aufgrund des geringeren versicherten Verdienstes eine bloss teilzeitlich tätige Person eine kleinere Rente erhalten wird, als eine vollzeitlich erwerbstätige. Bei der Festle
gung des hypothetischen
Valideneinkommens
ist somit von einer vollzeitlich erwerbstätigen Person auszugehen, die hinsichtlich Fähigkeiten, Ausbildung, Alter und örtlicher Verhältnisse mit der versicherten Person vergleichbar ist
(BGE
135 V 287
E. 3.2)
.
6.4
Da vorliegend die beruflichen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche
rung im Sinne von Arbeitsvermittlung am 1
5.
Juni 2016 abgeschlossen wurden (
Urk.
8/142 S. 3), und da gestützt auf die Beur
tei
lungen durch
Dr.
I._
und
Dr.
F._
davon auszu
gehen ist, dass der Endzustand, bei welchem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung der Unfallfolgen keine namhafte Besse
rung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war, im Verlaufe des Jahres 2016 erreicht wurde,
ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 2
1.
April 2017 (
Urk.
8/184) und in dem diese bestätigenden
Einspracheentscheid
vom 1
5.
November 2017 (
Urk.
2) von einem Rentenbeginn am
1.
Januar 2017 ausging. Beim
Einkommens
vergleich
sind daher
die Verhält
nisse
des Jahres 2017
mass
ge
bend.
Da die
Z._
GmbH das Arbeitsverhältnis mit der Beschwerdeführerin
auf Grund unfallkausaler Gesund
heitsbeeinträchtigungen
per 3
0.
November 2015 kündigte (
vgl. Urk.
8/67/1-3)
,
ist das
Valideneinkommen
vorliegend anhand des von der Beschwerdeführerin vor dem
versicherten
Unfallereignis vom 2
2.
August 2014
zuletzt
bei der
Z._
GmbH erzielten Verdienstes zu bemessen.
Die Beschwerdeführerin
und die
Z._
GmbH
vereinbarten
am 1
1.
November 2013
(
Urk.
8/165)
für die Zeit ab
1.
Februar 2014 einen unbefris
teten Arbeitsvertrag für eine Tätigkeit als Sekretärin beziehungsweise Assistentin der Geschäftsleitung und der Projekt- und Bauleitungen im Umfang eines Arbeitspensums von 100
%
bei einem Bruttomonatslohn von
Fr.
7'500.--
(
für 13 Monate
)
. Die Parteien vereinbarte
n
sodann, dass die Auszahlung einer freiwilli
gen Gratifikation der Arbeitgeberin vorbehalten sei
(S. 2). Ein
Rechtsanspruch auf eine Gratifikation
bestand somit nicht. Der Lohnabrechnung für den Monat Dezember 2014 ist jedoch zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin für das Jahr 2014 neben dem 1
3.
Monatslohn eine Gratifikation im Betrag von
Fr.
1'000.-- ausgerichtet wurde.
Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführe
rin ohne den unfallkausalen Gesundheitsschaden mit einer jährlichen Gratifika
tion in dieser Höhe rechnen konnte, wäre sie bei der
Z._
GmbH
geblieben.
Gemäss d
en Lohnabrechnungen
der
Z._
GmbH
(
Urk.
8/95/3-26)
war
die Beschwerdeführer lediglich in der Zeit von Februar bis Juni 2014 im Umfang eines Beschäftigungsgrades von 100
%
tätig.
Vom
1.
Juli 2014 bis zum Zeitpunkt des Unfalls vom 2
2.
August 2014 war die Beschwerde
führerin
noch
im Umfang eines Arbeitspensums von 90
%
bei
der
Z._
GmbH
tätig. Gegenüber
Dr.
F._
gab die Beschwerde
führerin an, dass sie ihr Arbeits
pensum freiwillig von
100
%
auf 90
%
reduziert habe
, um mehr Zeit für ihre Pferde zu haben
(vorstehend E.
3.6
)
.
Bei der Bemessung des
Valideneinkommens
in der Unfallversicherung
von versicherten Personen, welche vor dem Unfall in teilzeitlichem Umfang erwerbstätig waren,
ist jedoch, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
6.3.3
), das hypothetische Einkommen, welches die versicherte Per
son
in
Ausübung ihrer bisherigen teilzeitlichen Tätigkeit zu
Begi
nn
des unfall
versicherungsrechtlichen Rentenanspruchs verdient hätte
, auf ein Einkommen umzurechnen, welches sie in
dieser Tätigkeit bei einem vollzeitlichen Arbeitspen
sum
erzielt hätte
.
Gemäss d
en
Lohnabrechnungen der der
Z._
GmbH (
Urk.
8/95/3-26)
erzielte
die Beschwerdeführerin in den Jahren 2014 und 2015 bei einem Beschäftigungsgrad von 90
%
einen AHV-beitragspflichtigen Monats
verdienst von
Fr.
6'750.
--, einen dreizehnten Monatslohn und eine jährliche Gratifikation im Betrag von
Fr.
1'000.--
.
Bei Beginn des Renten
an
spruchs im
Januar 2017
resultiert unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Nominal
lohn
entwicklung im Baugewerbe im Jahre
2016
von
0.4
%
und im Jahre 201
7
von 0.
3
% (www.bfs.admin.ch; T1
.1.0 Nominallohnindex,
2011-2017
)
bei einem Arbeitspensum von 100
%
ein
Validen
einkommen
von rund Fr.
99’303
.
-- (
Fr.
6'750
.--
x 13 Monate +
Fr.
1'000.-
÷
0.9
x 1.004
x 1.00
3
).
6.
5
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können für
die Bestim
mung des Invalideneinkommens
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturer
hebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V
295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V
297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen (BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Üblich ist die Tabelle TA1 (BGE 126 V 75 E. 7a). Dieser Grundsatz gilt jedoch nicht absolut, sondern kennt Ausnahmen. Es kann sich rechtfertigen, auf die Tabelle T17 (ab der LSE 2012) abzustellen, wenn dies eine genauere Fest
setzung des Invalideneinkommens erlaubt und wenn der versicherten Person der öffentliche Sektor auch offensteht (Urteile des Bundesgerichts 8C_212/2018 vom 1
3.
Juni 2018 E. 4.4.1, 8C_704/2009 vom 2
7.
Januar 2010 E. 4.2.1.1 und 9C_599/2011 vom 1
3.
Januar 2012 E. 4.3). Ein Abstellen
auf das statistische Durchschnittseinkommen
einzelner Branchen
gemäss der
Tabelle T17 ist insbe
sondere dann gerechtfertigt, wenn die versicherte Person
vor der Gesundheits
schädigung
eine
lange Zeit in
einer bestimmten
Bereich
oder einer bestimmten Berufsgruppe
tätig gewesen
ist
und
wenn dies im Einzelfall
als sachgerecht
erscheint
, um der
zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_457/2017 vom 1
1.
Oktober 2017 E. 6.2).
6.
6
Die Beschwerdegegnerin bemass
das Invalideneinkommen ausgehend von der Tabelle T17
gemäss der LSE, Berufshauptgruppe 4 (Bürokräfte und verwandte Berufe
).
Sie
begründete dies damit, die Anwendung der Tabelle TA1 trage der Tatsache nur unzureichend Rechnung, dass der
Beschwerdeführerin
ihre
bisherige
Tätigkeit als
Sekretärin
(im Rahmen einer angepassten Tätigkeit im zumutbaren Umfang)
weiterhin möglich sei (
Urk.
2 S. 5).
Die
Beschwerdeführerin wendet dagegen ein,
die angestammte Tätigkeit als Assistentin der Geschäftsleitung und der Projekt- und Bauleitung bei der
Z._
GmbH
entspreche nicht dem Zumutbarkeitsprofil gemäss der Beurteilung durch
Dr.
I._
. Zudem habe der von ihr unternommene Arbeitsver
such bei der
A._
AG gezeigt, dass sie selbst in einfachen Bürotätigkeiten eingeschränkt sei (Urk. 1 S. 3).
Folglich könne nicht die Tabelle T17 beigezogen werden. Vielmehr sei eine leidensangepasste Tätigkeit in anderen Branchen zu suchen. Damit sei auf die Tabelle TA1 der LSE abzustellen
(Urk
.
1 S. 2)
.
6.
7
Die Beschwerdeführerin gab gegenüber
Dr.
F._
(vorstehend E.
3.6
) an, dass sie vorerst eine Berufslehre im Hinblick auf eine Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten absolviert habe, dass sie indes die Lehrabschlussprüfung nicht bestanden habe. In der Folge habe sie jedoch erfolgreich eine Handelsschule abgeschlossen
und a
nschliessend während über 20 Jahren eine kaufmännische Tätigkeit ausgeübt. Demzufolge ist davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh
rerin über eine verwertbare kaufmännische Ausbildung verfügt sowie eine lang
jährige Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich beziehungsweise im Bürobe
reich
aufweist
. Gemäss der medizinischen Aktenlage (vorstehend E.
5.1
)
war
der Beschwerdeführerin
zum Zeitpunkt bei Rentenbeginn am
1.
Januar 2017
die Aus
übung einer angepassten Bürotätigkeit, ohne erhöhte Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeiten und Aufmerksamkeitsleistung, ohne Verantwortung für Personen und ohne erhöhte Unfallgefahr, im Umfang eines Arbeitspensums von rund 60
%
zuzumuten. Solche Tätigkeiten bietet der ausgeglichene Arbeits
markt an.
Dafür spricht
insbesondere
, dass
es der
Beschwerdeführerin
auf Grund eigener
Bemühungen
gelang,
eine Arbeitsstelle
bei der
A._
AG
auf den
1.
Januar 2017 im Umfang eines Arbeitspensums von
60
%
zu erhalten
. Dabei handelte es sich
jedoch
um eine Tätigkeit als technische Liegenschaftsver
walterin (
Urk.
8/166/2)
. Dabei dürfte es sich um
eine spezialisierte und nicht gänzlich anspruchslose Bürotätigkeit
gehandelt haben
. Der Beschwerdeführerin ist daher nicht zu folgen, wenn sie geltend machen will, dass es sich
bei dieser Tätigkeit
lediglich um einfache Sekretariatsarbeiten gehandelt habe (
Urk.
1 S. 3). Dem Kündigungsschreiben vom 2
9.
März 2017 (
Urk.
8/176/2) ist
zudem
zu ent
nehmen, dass die
Kündigung des
Arbeitsverhältnis
ses
mit der Beschwerdeführerin
von der
A._
AG beziehungsweise
der
J._
AG
nicht
mit
gesund
heitlichen Gründen, son
dern mit einer unzureichenden Einarbeitung
während der Probezeit
begründet wurde
.
Auf Grund des Arbeitsverhältnisses durch die
A._
AG
beziehungsweise die
J._
AG
kann
indes
jedenfalls nicht geschlossen werden, dass
die
Beschwerdeführerin
, welcher auch der öffentliche Sektor offen stand,
die ihr
verbliebene Arbeitskraft
im Bürobereich nicht
wirt
schaftlich
hätte nutzen könn
e
n
, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nac
h
frage nach Arbeitsplätzen besta
nde
n hätte
(ausgeglichener Arbeits
markt,
Art.
16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1; Urteil
des Bundesgerichts
8C_558/2017 vom
1.
Februar 2018 E. 4.1.2).
Schliesslich spricht auch der Umstand, dass die Tabellenlöhne der Berufshaupt
gruppe 4 (Bürokräfte und verwandte Berufe) der Tabelle T17 der LSE dem Kompetenzniveau 2 entsprechen, vorliegend nicht gegen ein Abstellen auf diese Tabellenlöhne. Denn auf
Grund der langjährigen
Berufserfahrung
der Beschwer
deführerin
im kaufmännischen und administrativen Bereich von mehr als 20 Jahren
ist von einem Kompetenzniveau 2 (
praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung oder Administration) auszugehen.
Demzufolge
erscheint es
vorliegend
als
sachgerecht,
bei der Bemessung des Invalideneinkom
mens
auf die Werte der Tabelle T17
der LSE 2016 der Berufshauptgruppe 4
(Bürokräfte und verwandte Berufe)
abzustellen.
6.
8
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen.
Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene
gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
beding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V
75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bun
desgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Ein Leidensabzug ist nach der Rechtsprechung auch dann nicht gerechtfertigt,
w
enn die gesundheitlichen Einschränkungen oder die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit beziehungsweise das eingeschränkte Rendement vom medizinischen Experten in der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom 4. April 2012 E. 3.2 und
3.3). Sodann rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeits
fähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leis
tungsfähig ist, nach der Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_827/2009 vom 26. April 2010 E. 4.2.1, 9C_980/2008 vom 4. März
2009 E. 3.1.2, 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 4.3.3, 9C_344/2008 vom 5. Juni 2008 E. 4 und I 69/07 vom 2. November 2007 E.
5.1).
6.
9
V
orliegend
ist der Beschwerdeführerin gemäss den
Beurteilungen durch
Dr.
I._
und
Dr.
F._
die Ausübung einer ihrer Ausbildung und ihren beruflichen Erfahrungen entsprechenden
Tätigkeit
im Bürobereich
, ohne erhöhte Anforde
rungen an die
Konzentrationsfähigkeiten und Aufmerksamkeitsleistung, ohne Verantwortung für Personen und ohne erhöhte Unfallgefahr, im Umfang eines Arbeitspensums von rund 60
%
zuzumuten
. Die leidensbedingten Einschränkun
gen
,
insbesondere auch die vorhandenen kognitiven Defizite
,
wurden
von
Dr.
I._
und
Dr.
F._
in ihren
Arbeitsfähigkeits
beurteilung
en
bereits mitbe
rücksichtigt
, weshalb sie
im Rahmen eines allfälligen Abzugs nicht erneut berücksichtigt werden
dürfen. Denn
unter dem Titel leidensbedingter Abzug
können
grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt
als ausserordentlich zu bezeich
nen sind (Urteil
e des Bundesgerichts
8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019
E.
6.3.2 und
8C_61/2018 vom 2
3.
März 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen). Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich.
Sodann kann eine
psychisch bedingte verstärkte Rücksicht
nahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen gemäss der Rechtsprechung in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsrund anerkannt werden (vgl. Hans-Jakob Mosimann, Problemzone Invalideneinkommen, in: Ueli
Kieser
,
Hrsg.,
Sozialversicherungsrechtstagung 2018
, Zürich 2019, S. 9; Urteil des Bundesge
richts 9C_266/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.2).
Ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn
ist
vorlie
gend daher nicht gerechtfertigt.
Schliesslich ergibt sich aus der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen bei einem Beschäftigungsgrad zwischen
50
und
75
%
bei
Frauen
auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kad
erfunktion) keine Lohnminderung
(IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 2
2.
Okto
ber 2014, Anhang; vgl. dazu BGE 142 V 178 E. 2.5.1 S. 184 mit Hinweis).
Ein Abzug vom Tabellenlohn ist daher auch auf Grund der
Teilzeitarbeit
nicht gerechtfertigt
.
6.
10
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts
der Tabelle T17 der LSE 2016
der Berufshauptgruppe 4 (Bürokräfte und verwandte Berufe)
für
Frauen sämtlicher Lebensalter (Total) von
Fr.
5'894.--
,
bei einer betriebs
üblichen Wochenarbeitszeit im Jahre 2012 von ins
gesamt 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch;
b
etriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen
),
bei einer
durchschnittlichen Nominal
lohn
entwicklung im Jahre
2017
von
insgesamt
0.4 % (www.bfs.admin.ch; T1.1
5
Nominallohnindex, 201
6-2018) und
bei einem zumutbaren Beschäftigungsgrad von
60
%
resultiert im Jahre 2017
ein hypothetisches Inv
aliden
einkommen von
rund
Fr
.
44’417
.
-- (Fr.
5’894
.-- x
12 Mo
nate ÷ 40 Stun
den x 41.7
Stunden
x 1.004
x 0.6
)
.
6.
11
Der
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
99’303
.--
mit dem
Invaliden
ein
kommen von
Fr.
44’417
.
-- ergibt
eine Erwerbseinbusse
von
Fr.
54
’
886
.--
, woraus
ein
I
nvalidi
tätsgrad von
55
%
resultiert
.
7.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfü
gung vom 2
1.
April 2017 (
Urk.
8/184) und mit dem diese bestätigenden
Einspracheentscheid
vom 1
5.
November 2017 (
Urk.
2) der
Beschwerdeführerin
für die Folgen des Unfalls vom 2
2.
August 2014 für die Zeit ab
1.
Januar 2017 eine Rente für einen Invaliditätsgrad von 55
%
zuspr
ach.
Mithin ist der angefochtene Entscheid zu bestätigen und die dagegen erhobene
Beschwerde abzuweisen.