Decision ID: c8a5f7c5-41c5-476c-a7c0-967036f53d47
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Januar 2003 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 1). Dabei gab er u.a. an, er habe in seinem Herkunftsland den Beruf eines
Heizungsmonteurs erlernt. Die Arbeitgeberin, die B._ AG, teilte der IV-Stelle am 5.
Februar 2003 mit (IV-act. 5), sie beschäftige den Versicherten seit 1997 als Bauarbeiter.
Der Lohn belaufe sich auf Fr. 4'715.-- monatlich. Der praktische Arzt C._ berichtete
der IV-Stelle am 9. Dezember 2003 (IV-act. 14), der Versicherte leide an einem
persistierenden Lumbovertebralsyndrom, an einer segmentalen Instabilität L3 bis L5,
an Diskusprotrusionen auf der gleichen Höhe sowie – ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit – an einer depressiven Schmerzverarbeitung. Die IV-Stelle ordnete eine
dreimonatige berufliche Abklärung an (IV-act. 28). Am 8. Juni 2004 gab sie ausserdem
eine bidisziplinäre (rheumatologische und psychiatrische) Begutachtung durch die
Medas Ostschweiz in Auftrag (IV-act. 34, 36), worauf die berufliche Abklärung
aufgeschoben wurde. Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in seinem psychiatrischen Consiliargutachten vom 11. Januar 2006 (IV-act.
51-11 ff.) aus, falls die vom Versicherten angegebenen körperlichen Beschwerden nicht
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vollständig durch eine körperliche Störung oder durch physiologische Prozesse erklärt
werden könnten, liege eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4)
vor. Dabei handle es sich um psychogene Schmerzen als Ausdruck emotionaler
Konflikte und psychosozialer Probleme, von denen der Versicherte aber während der
Untersuchung nichts preisgegeben habe. Das übertriebene, demonstrative
Schmerzverhalten spreche für eine Symptomausweitung. Eine mitwirkende psychische
Co-Morbidität sei weder durch die Untersuchung noch durch die erhobenen
Anamnesen nachweisbar gewesen. Auch die Akten enthielten keinen entsprechenden
Hinweis. Er habe auch keine innerseelischen Verläufe eruieren können, die im
Zusammenhang mit den empfundenen Schmerzen stehen würden und therapeutisch
nicht mehr angehbar wären. Aufgrund der psychosomatischen Störung sei der
Versicherte zu 20% arbeitsunfähig. Er brauche nämlich mehr Pausen als üblich, um
sich zu erholen. Im Hauptgutachten hielten Dr. med. E._, Chefarzt, und Dr. med.
F._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, fest (IV-act. 51-1 ff.), bei der Untersuchung
habe der Versicherte über seit drei Jahren anhaltende Rückenschmerzen lumbal und
seit drei Monaten auch cervicobrachial rechts geklagt. Er habe auf einer Skala von 1
bis 10 eine Schmerzintensität von 8 bis 10 angegeben. Die Wirbelsäule sei nur
angedeutet bewegt worden mit einer sofortigen Schmerzangabe in alle Richtungen.
Neurologische Ausfälle seien weder früher noch aktuell festzustellen gewesen. Die
bildgebend festgestellten degenerativen Veränderungen an der HWS und an der LWS
überschritten nicht das altersübliche Mass. Bei der Untersuchung seien viele Zeichen
für ein nichtorganisches Krankheitsverhalten festzustellen gewesen. Die Diagnosen
lauteten: Chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit vegetativen Begleitbeschwerden
bei altersgemässen degenerativen Veränderungen der LWS und – ohne Relevanz für
die Arbeitsfähigkeit – chronisches cervicobrachiales Schmerzsyndrom rechts bei
altersgemässen, leichten degenerativen Veränderungen der HWS. Als Bauarbeiter sei
der Versicherte aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms, weniger wegen der
objektivierbaren Befunde, vollständig arbeitsunfähig. Für körperlich leichtere bis
mittelschwere, rückenadaptierte Tätigkeiten bestehe eine Einschränkung wegen des
chronischen Schmerzsyndroms. Unter Beachtung aller Aspekte bestehe hier eine
Arbeitsunfähigkeit von 20%. Der Versicherte halte sich aber subjektiv für vollständig
arbeitsunfähig. Aufgrund der vom Hausarzt C._ vertretenen Auffassung, dass der
Versicherte sich statt einer dreimonatigen beruflichen Abklärung besser einer
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stationären Therapie unterziehen sollte (IV-act. 56-2), beschloss die IV-Stelle, keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (IV-act. 58-1). Sie ermittelte aus
einem Valideneinkommen (bei der B._ AG) von Fr. 62'705.-- und einem anhand eines
statistisch erhobenen Hilfsarbeiterlohnes und eines Arbeitsfähigkeitsgrades von 80%
berechneten Invalideneinkommen von Fr. 47'452.-- einen Invaliditätsgrad von 24% (IV-
act. 60-2). Mit einer Verfügung vom 3. April 2006 verneinte sie einen Rentenanspruch
des Versicherten (IV-act. 63). Eine dagegen erhobene Einsprache (IV-act. 74) wurde
abgewiesen (IV-act. 77). Die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde
wurde vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 15. April 2008 abgewiesen
(IV-act. 93, IV 2006/264).
A.b Der Versicherte ersuchte am 16. September 2009 formlos um die Gewährung der
Arbeitsvermittlung (IV-act. 98). Er erklärte sich bereit (IV-act. 100), im Rahmen der ihm
attestierten Arbeitsfähigkeit von 80% für leichte bis mittelschwere, rückenadaptierte
Tätigkeiten aktiv an der Stellensuche mitzuwirken. Am 22. Dezember 2009 füllte er das
amtliche Anmeldeformular aus, wobei er ausdrücklich nur berufliche
Eingliederungsmassnahmen beantragte (IV-act. 109). Die IV-Stelle ordnete die bereits
früher ins Auge gefasste dreimonatige berufliche Abklärung in den G._ an (IV-
act. 125). Ausserdem bewilligte sie am 7. April 2010 die Arbeitsvermittlung (IV-act.
126). Die zuständigen Personen der G._ berichteten der IV-Stelle am 20. Mai 2010
(IV-act. 131), der Versicherte sei sehr motiviert gewesen, sofern es seine Schmerzen
zugelassen hätten. Er sei sehr an der Ausführung seiner Arbeit interessiert gewesen
und habe ein grosses Qualitätsbewusstsein aufgewiesen. Bei einer Kritik habe er
schnell eine Abwehrhaltung eingenommen und sich beschuldigt gefühlt. Bei neuen
Arbeiten sei er zunächst unsicher gewesen, habe es dann aber bald richtig gemacht.
Die medizinischen Einschränkungen hätten bei allen Gesprächen mit dem Versicherten
erste Priorität gehabt. Trotz seiner ständigen Schmerzen habe sich der Versicherte
nicht entmutigen lassen; er sei immer wieder motiviert zur Arbeit gekommen. Er sei nur
imstande gewesen, leichteste Arbeiten zu verrichten. Aber auch bei solchen Arbeiten
reiche seine Arbeitsfähigkeit höchstens für eine Beschäftigung im geschützten
Arbeitsmarkt, wobei die Leistung ca. 10% betrage. Eine Anstellung im ersten
Arbeitsmarkt sei völlig unrealistisch. Dr. med. H._ vom RAD wies am 23. Juni 2010
darauf hin, dass die Festlegung der Leistungsfähigkeit (gemeint: Arbeitsfähigkeit) durch
die G._ systemwidrig gewesen sei (IV-act. 133). Mit einem Vorbescheid vom 14.
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Oktober 2011 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten den Abschluss der
Arbeitsvermittlung an (IV-act. 173).
A.c Am 3. November 2011 füllte der Versicherten das amtliche Formular "Anmeldung
für Erwachsene: Berufliche Integration/Rente" aus (IV-act. 174). Er legte u.a. einen
Austrittsbericht der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums I._ vom 31. August
2011 bei (IV-act. 176). Laut diesem Bericht waren die folgenden Diagnosen erhoben
worden: Rezidivierende mittelgradige depressive Störung (gegenwärtig leichtgradige
depressive Episode), akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen, emotional
instabilen, impulsiven und ängstlich-vermeidenden Anteilen, anhaltende somatoforme
Schmerzstörung, chronische Lumbago bei einer kleinen medialen Protrusion ohne
Hinweise auf eine Nerven- oder Myelonkompression, chronisches Zervikalsyndrom bei
degenerativen Veränderungen C5 bis C7, Aneurysma des Pars ascendens Aortae in
Progredienz (bekannt seit 09/2006), grenzwertige arterielle Hypertonie,
asymptomatische Cholezystolithiasis und V. a. Läsion des Innenmeniskus rechts. Die
Ärzte der Tagesklinik hatten in ihrem Austrittsbericht weiter ausgeführt, der Versicherte
habe in einem zumindest leicht verbesserten psychischen Zustand wie geplant
austreten können. Sie hatten den Psychostatus beim Klinikaustritt folgendermassen
umschrieben: Meist freundlich zugewandter Patient, allseits orientiert, mnestische
Fähigkeiten, Konzentration und Aufmerksamkeit leicht reduziert, formal deutlicher
Grübelzwang, inhaltlich fixiert auf die gesundheitliche Situation, keine Zwänge oder
Ängste (ausser Zukunftsängste), Stimmung mittig bis dysphorisch gereizt, Affekt nach
unten ausgelenkt, jedoch in beiden Qualitäten gleichermassen affizierbar,
Insuffizienzgefühle, z.T. Schuldgefühle, Antrieb erscheint als reduziert,
psychomotorisch unauffällig, Schlaf mit Medikation gut, keine akute Selbst- oder
Fremdgefährdung. Am 1. Dezember 2011 stellte die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung,
wie im Vorbescheid vom 14. Oktober 2011 angekündigt, ein (IV-act. 179). Dr. H._
vom RAD notierte am 8. Dezember 2011 (IV-act. 180-2), die im genannten
Austrittsbericht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% beruhe auf einer rein
medizinischen Einschätzung, nicht auf einer versicherungsmedizinischen Beurteilung.
Eine leichte Depression könne im Zusammenhang mit chronischen Schmerzen
(anhaltende somatoforme Schmerzstörung) keine "rententangierende" Einschränkung
begründen. Somit sei keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen.
Die im Medas-Gutachten festgestellte adaptierte Arbeitsfähigkeit von 80% sei weiterhin
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gültig. Mit einer Verfügung vom 9. Dezember 2011 trat die IV-Stelle nicht auf die
Neuanmeldung zum Rentenbezug vom 3. November 2011 ein (IV-act. 182), da der
Versicherte nicht glaubhaft gemacht habe, dass die tatsächlichen Verhältnisse sich in
einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verändert hätten. Der Versicherte
erhob am 13. Januar 2012 Beschwerde gegen diese Nichteintretensverfügung (IV-act.
183-2). Diese Beschwerde wurde am 4. Dezember 2013 vom Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen abgewiesen (IV-act. 194, IV 2012/34). Dieser Entscheid wurde vom
Bundesgericht am 31. März 2014 bestätigt (IV-act. 209, 9C_64/2014).
A.d Dr. med. J._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, hatte der IV-Stelle bereits
am 9. Januar 2014 angegeben (IV-act. 196), der Versicherte sei zu 100%
arbeitsunfähig. Deshalb sollte die IV-Ablehnung nochmals fundiert untersucht werden.
Ein psychiatrisches Gutachten sollte die definitive Klärung bringen. Am 16. Januar 2014
hatte Dr. K._ mitgeteilt (IV-act. 202), der Versicherte leide an einer rezidivierenden
depressiven Störung (ggw. mittelgradige Episode mit einem somatischen Syndrom,
ICD-10 F33.11), an einer Persönlichkeitsstörung Cluster-Gruppe B (ICD-10 F60.8) und
an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Beim
Versicherten bestünden eine ängstlich-dysphorische Antriebs- und Stimmungslage mit
Todesängsten vor einer Aneurysmaruptur, eine niedrige Stresstoleranz, eine emotionale
Leere und die Unmöglichkeit, mit Verlusten umzugehen. Der Versicherte habe sich
sozial vollkommen isoliert, verarbeite seine Situation paranoid, sei nicht in die
Arbeitswelt integrierbar und potentiell fremdgefährdend. Sie ersuche um eine
ergänzende Abklärung durch einen Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie. Die IV-
Stelle interpretierte diese Eingabe von Dr. K._ als Neuanmeldung zum Bezug von IV-
Leistungen. Sie wies den Rechtsvertreter des Versicherten am 16. April 2014 darauf hin
(IV-act. 212), dass eine invaliditätsrelevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft
gemacht werden müsse. Der Versicherte füllte am 13. Juni 2014 das amtliche
Anmeldeformular aus (IV-act. 217). Er legte einen Bericht der Psychiatrischen Klinik
L._ vom 6. Juni 2014 über seinen stationären Aufenthalt vom 20. März bis 1. Mai
2014 bei (IV-act. 222-3ff.). Laut diesem Bericht waren die folgenden Diagnosen
erhoben worden: Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom,
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und V. a. eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und ängstlich unsicheren Anteilen. Da sich
die depressive Symptomatik während des stationären Klinikaufenthalts rasch aufgehellt
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hatte, war die vorbestehende Medikation unverändert beibehalten worden. Der
Versicherte war in einem leicht verbesserten Zustand entlassen worden. Immerhin war
eine gewisse Stabilisierung erreicht worden. Der psychopathologische Status beim
Klinikaustritt hatte sich folgendermassen dargeboten: Wach, in allen Qualitäten
orientiert, leichte Konzentrationsstörungen, formal auf die Themen Aneursyma und
Ablehnung des Rentengesuchs eingeengt, kein Hinweis auf Zwangsstörungen,
Misstrauen, Wahnvorstellungen, Ich-Störungen oder Sinnestäuschungen, im Affekt
leicht depressiv und ängstlich, Antrieb reduziert, verbessertes Schlafverhalten und
keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung. Med. pract. M._ teilte der IV-Stelle am
23. Juni 2014 mit (IV-act. 222-1f.), seit Beginn der hausärztlichen Behandlung im Juli
2011 hätten die Konsultationen an Häufigkeit zugenommen. Die Angst vor dem Sterben
und die zunehmende depressive Symptomatik seien immer mehr das
Behandlungsthema geworden. Der Versicherte ziehe sich mehr und mehr aus dem
Leben zurück, alles drehe sich um seine Ängste. Er sei zu 100% arbeitsunfähig.Dr.
H._ vom RAD hielt am 16. Juli 2014 fest (IV-act. 224), es sei keine Veränderung des
Gesundheitszustandes seit dem Referenzzeitpunkt (September 2011) erkennbar. Die
IV-Stelle erliess daraufhin am 22. Juli 2014 eine Nichteintretensverfügung (IV-act. 226).
Die dagegen erhobene Beschwerde (IV-act. 232) wurde vom Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen am 1. April 2015 mit der Begründung gutgeheissen (IV-act. 244,
IV 2014/412), die IV-Stelle habe ihre Vorbescheidspflicht verletzt. Die IV-Stelle kündigte
dem Versicherten mit einem Vorbescheid vom 26. Mai 2015 mit (IV-act. 245), dass sie
beabsichtige, nicht auf seine Anmeldung einzutreten. Der Versicherte liess sich nicht
vernehmen. Am 14. Juli 2015 erging eine Nichteintretensverfügung (IV-act. 247). Sie
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.
B.a Der Versicherte füllte am 17. März 2016 erneut ein Formular 'Anmeldung für
Erwachsene: Berufliche Integration/Rente' aus (IV-act. 252). Er legte ein
Arbeitsunfähigkeitszeugnis von med. pract. M._ vom 15. Februar 2016 bei (IV-act.
253), laut dem er seit Januar 2002 zu 100% arbeitsunfähig war. Er reichte ausserdem
ein an med. pract. M._ gerichtetes Schreiben von Dr. K._ vom 2. März 2016 ein (IV-
act. 254), laut dem sich seine depressive Antriebs- und Stimmungslage seit August
2015 deutlich verschlechtert hatte. Eine wesentliche Besserung des psychischen
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Zustandsbildes sei nicht mehr zu erwarten. Med. pract. M._ teilte der IV-Stelle am 2.
Mai 2016 mit (IV-act. 263-1f.), soweit sie als Hausärztin die Entwicklung in den letzten
beiden Jahren beobachte, habe sich der psychische Zustand chronifiziert. Die
mittelschwere Depression mit rezidivierenden Angstgefühlen, Todesängsten,
körperlichen Beschwerden und einer fehlenden Anpassungsfähigkeit im Alltag
bestünden nun permanent und schränkten die Arbeitsfähigkeit dauerhaft ein.
Zugenommen hätten der soziale Rückzug, die Einschränkung der Belastbarkeit, der
Konzentration und der Fähigkeit, sich an neue Situationen anzupassen. Med. pract.
M._ verwies dazu auf ein ärztliches Zeugnis von Dr. K._ vom 29. April 2016 (IV-act.
263-3f.), in dem diese u.a. ausgeführt hatte, die kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
ängstlich-unsicheren Zügen habe sich in den letzten Jahren intensiviert; sie habe einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. In einem geschützten Rahmen bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 20%. Die depressive Störung sei nun mittelgradig bis
schwer. Dr. H._ vom RAD hielt am 20. Mai 2016 fest (IV-act. 268), im Vergleich zum
Medas-Gutachten von 2006 werde ein deutlich schlechterer Zustand beschrieben
(mittelgradig bis schwer depressiv). Er empfahl eine psychiatrische und orthopädische
Abklärung. Die IV-Stelle erteilte der SMAB AG in St. Gallen am 17. Juni 2016 einen
entsprechenden Abklärungsauftrag (IV-act. 271).
B.b Die Sachverständigen der SMAB AG führten in ihrem Gutachten vom 19.
September 2016 insbesondere aus (IV-act. 273), nach dem Konsens vom 13.
September 2016 seien die folgenden Diagnosen erhoben worden: Anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei
einer kaudalen Spondylarthrose und einer skoliotischen Fehlhaltung ohne den
Nachweis einer radikulären Defizitsymptomatik sowie – ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit – sonstige affektive Störungen (F34.8) und
Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und narzisstischen Anteilen. In ihrer
gemeinsamen Beurteilung führten die Sachverständigen der SMAB AG aus, im
Vordergrund des Beschwerdeerlebens des Versicherten stünden die
Rückenschmerzen. Die Schmerzsymptomatik sei nicht vollständig organmedizinisch
erklärbar. Bereits anlässlich der Medas-Begutachtung im Jahr 2006 sei eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert worden. Diese Diagnose liege weiterhin
vor. In jenem Medas-Gutachten sei zwar eine deutliche depressiv-dysphorische
Begleitsymptomatik beschrieben worden, es sei aber keine depressionsbezogene
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Diagnose gestellt worden. Das sei nicht ICD-10-konform gewesen, da eine
entsprechende Diagnose hätte gestellt werden müssen. Aktuell liege eine depressiv-
dysphorische Verstimmung im Sinne einer sonstigen anhaltenden affektiven Störung
(ICD-10 F34.8) vor. Dass der Versicherte bis 2002 in beruflicher, familiärer und sozialer
Hinsicht sehr leistungsfähig gewesen sei, spreche klar gegen eine
Persönlichkeitsstörung. Da aber narzisstische Persönlichkeitsanteile (mit einer deutlich
vermehrten Kränkbarkeit) und selbstunsichere Persönlichkeitszüge vorlägen, sei von
einer Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73) auszugehen. Bei der orthopädischen
Untersuchung seien zwar lumbale Schmerzen, aber keine Schmerzausstrahlungen
angegeben worden. Bei der klinischen Untersuchung habe sich bei einem lotgerechten
Aufbau der Wirbelsäule eine regelrechte Schwingung dargestellt. Der Versicherte habe
keine Schmerzfehlhaltung eingenommen; er habe während der gesamten Exploration
entspannt auf dem Stuhl sitzen können. Bei der Prüfung der klinischen Funktion habe
sich keine wesentliche Einschränkung der Wirbelsäule gezeigt. Die orientierende
neurologische Übersichtsuntersuchung habe keine radikulären Defizite ergeben. Das
Nervendehnungszeichen nach Lasègue und Bragard sei – ebenso wie das umgekehrte
Zeichen nach Lasègue – negativ gewesen. Die motorischen Reflexe hätten sich
seitengleich mittellebhaft auslösen lassen. Aus orthopädischer Sicht sei der Versicherte
in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Aus der gemeinsamen Sicht
der beiden Fachgebiete bestehe für eine leidensadaptierte Tätigkeit (überwiegend
sachorientierte, gut strukturierte Tätigkeiten ohne erhöhte Anforderungen an die
emotionale Belastbarkeit, keine sehr unregelmässigen Arbeitszeiten und keine
Nachtschichten, körperlich leicht bis mittelschwer, Lasten bis 15 kg, keine ständigen
Zwangshaltungen) eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Als Bauarbeiter sei der Versicherte
zu 100% arbeitsunfähig. Seit dem Referenzzeitpunkt Januar 2006 bestehe
durchgehend eine Arbeitsfähigkeit von 80% in einer leidensadaptierten Tätigkeit. In den
Jahren 2011 und 2014 sei die Arbeitsfähigkeit jeweils kurze Zeit tiefer gewesen. Der
Citalopram-Spiegel sei sehr niedrig; das sei ein deutlicher Hinweis darauf, dass der
Versicherte dieses Medikament nicht regelmässig einnehme. Bei der beruflichen
Eingliederung im Jahr 2010 habe eine deutliche Selbstlimitierung vorgelegen.
B.c Der psychiatrische Sachverständige hatte in seinem Teilgutachten u.a. ausgeführt,
der an sich leistungsorientierte Versicherte habe die körperlich schwere Tätigkeit als
Bauarbeiter aus orthopädischen Gründen nicht mehr ausüben können. Dadurch sei er
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in eine zunehmend schwierige soziale und finanzielle Situation geraten, in der er auf
seine Kinder angewiesen gewesen sei. Dies habe er aufgrund seiner narzisstischen
Persönlichkeitsanteile nur schlecht integrieren können. Daraus habe sich eine zwar
dysfunktionale, aber intrapsychisch entlastende psychogene Schmerzüberlagerung im
Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung entwickelt. Die Untersuchung
habe keine Hinweise auf eine Aggravation ergeben. Die Ängste im Zusammenhang mit
dem Aneurysma im Bereich der Herzkranzgefässe liege in einem
normalpsychologischen Spektrum. Der Versicherte leide deshalb nicht an einer
Angsterkrankung mit einer Beeinträchtigung der sozialen Funktionsfähigkeit.
Ausschlaggebend für die Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 20% seien die
Funktionsstörungen in den Bereichen Durchhaltefähigkeit, Flexibilität,
Umstellungsfähigkeit und Selbstbehauptungsfähigkeit. Im Bericht des psychiatrischen
Zentrums I._ aus dem Jahr 2011 sei der mitgeteilte Psychostatus problematisch.
Dass beim Eintritt des Versicherten noch unsicher gewesen sei, ob der Antrieb
reduziert gewesen sei oder nicht, sei noch nachvollziehbar. Dass aber zum
Austrittszeitpunkt, nach immerhin knapp drei Monaten tagesklinischer Behandlung,
immer noch mitgeteilt worden sei, der Antrieb scheine reduziert, sei nicht
nachvollziehbar. Ob damals tatsächlich eine depressive Symptomatik im Ausmass
einer leichten depressiven Episode vorgelegen habe, sei schlecht überprüfbar, weil
viele Einschätzungen im Bericht nicht näher begründet worden seien. So sei etwa
mitgeteilt worden, dass ein starker sozialer Rückzug vorgelegen habe; was das aber
bedeutet habe, von welchen Aktivitäten, sozialen Kontakten etc. sich der Versicherte
zurückgezogen habe, sei nicht mitgeteilt worden. Beschrieben worden sei des
Weiteren nicht eine rezidivierende depressive Störung (wie diagnostiziert), sondern eine
chronische depressive Verstimmung. Gemäss dem Austrittsbericht der Psychiatrischen
Klinik L._ aus dem Jahr 2014 sei am Eintrittstag eine mittelgradige depressive
Episode diagnostiziert worden. Das erscheine angesichts des psychopathologischen
Status und angesichts der Anamnese als nachvollziehbar. Weiter sei angegeben
worden, die depressive Symptomatik habe sich rasch aufgehellt; es habe eine gewisse
Stabilisierung erreicht werden können. Gemäss dem Bericht seien eine mittelgradige
depressive Episode, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und ein Verdacht
auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden. Die letztgenannte
Diagnose treffe nicht zu. Dr. K._ habe in ihrem Bericht vom 29. April 2016 eine
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rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode,
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung angegeben. Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung könne bestätigt werden. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
sei von Dr. K._ nicht begründet oder hergeleitet worden. Angesichts des
psychopathologischen Status sei schwer zu verstehen, dass Dr. K._ keine Angaben
zur psychopathologischen Kategorie 'Antrieb' gemacht habe. Auch sei unklar, ob sie
eine Wahnsymptomatik gesehen habe oder nicht. Sie habe den Versicherten als stark
misstrauisch bis paranoid bezeichnet, was aber nicht einem Wahn entspreche.
Trotzdem habe Dr. K._ angegeben, der Versicherte sei wahnhaft davon überzeugt,
dass er bei jeglicher körperlichen Anstrengung bald sterben würde. Letzteres sei völlig
unplausibel und entspreche in keiner Weise den recht umfangreichen, auch körperliche
Belastungen enthaltenden Tagesaktivitäten des Versicherten, die dieser bei der
aktuellen Untersuchung geschildert habe. Dass der Versicherte aufgrund seiner
Selbstunsicherheit und seiner narzisstischen Persönlichkeitsanteile relativ schnell das
Gefühl habe, dass andere über ihn redeten, sei nachvollziehbar. Die Realitätsprüfung
sei aber nicht gestört, die Kriterien eines Wahns lägen eindeutig nicht vor. Nicht
nachvollziehbar sei der Bericht von Dr. K._ auch bezüglich der Selbst- oder gar
Fremdgefährdung. Weder bei der teilstationären Behandlung 2011 noch bei der
vollstationären Behandlung 2014 seien Hinweise auf eine Selbst- oder
Fremdgefährdung gesehen worden.
B.d Dr. H._ vom RAD notierte am 29. September 2016 (IV-act. 274), das Gutachten
entspreche den geltenden Qualitätskriterien, weshalb auf es abgestellt werden könne.
Somit stehe fest, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten im Vergleich zur
Referenzlage in der Form des Gutachtens vom Januar 2006 nicht verändert habe. Die
Arbeitsfähigkeit adaptiert betrage weiterhin 80%. Die IV-Stelle ermittelte ausgehend
von einem Lohn des Versicherten als Bauarbeiter im Jahr 2004 ein aktuelles
Valideneinkommen von Fr. 68'431.--. Diesem Valideneinkommen stellte sie ausgehend
von einem statistisch ermittelten durchschnittlichen Hilfsarbeitereinkommen ein
Invalideneinkommen von Fr. 47'846.-- (Fr. 66'453.-- x 0,8 x 0,9) gegenüber. Daraus
resultierte ein Invaliditätsgrad von 30% (IV-act. 275). Mit einem Vorbescheid vom 10.
Oktober 2016 kündigte sie dem Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens an
(IV-act. 277). Am 23. November 2016 erliess sie eine Verfügung, mit der sie wie
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angekündigt das Rentenbegehren abwies (IV-act. 279). Zur Begründung verwies sie auf
den Invaliditätsgrad von 30%.
C.
C.a A._ (Beschwerdeführer) liess am 9. Januar 2017 Beschwerde erheben und die
Ausrichtung einer ganzen, eventualiter einer Dreiviertelsrente beantragen (act. G 1). Zur
Begründung liess er ausführen, sein Gesundheitszustand habe sich seit dem 15. April
2008 offensichtlich verschlechtert. Im Gutachten aus dem Jahr 2016 seien lediglich die
somatoforme Schmerzstörung und das chronische Schmerzsyndrom als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt worden. Das sei falsch, denn die
Krankheitsbilder des Narzissmus und der Selbstunsicherheit seien nicht nur
Persönlichkeitsakzentuierungen, sondern Persönlichkeitsstörungen mit
"Krankheitsstatus". Damit hätten sich die "psychologischen Krankheitsbilder"
gegenüber 2008 erheblich verschlechtert. Er sei höchstens noch zu 20% arbeitsfähig,
zumal er nun auch an Asthma leide und Herzprobleme habe. Aus diesen neu
aufgetretenen körperlichen Beschwerden resultierten Schlafprobleme, die sich negativ
auf den psychischen Zustand auswirkten. Da er keinen körperlich anstrengenden
Tätigkeiten nachgehen könne, dürfe nicht der Bruttolohn aus der Ziffer 9 der LSE-
Tabelle 17 verwendet werden. Vielmehr müsse auf den niedrigsten Bruttolohn aus der
Ziffer 94 derselben Tabelle abgestellt werden. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von
20% resultiere so ein Invalideneinkommen von Fr. 9'480.-- und damit ein
Invaliditätsgrad von 76,2%. Allerdings müsse auch noch ein Tabellenlohnabzug von
25% berücksichtigt werden, da der Beschwerdeführer siebzehn Jahre im selben
Betrieb gearbeitet habe, seit fast vierzehn Jahren aus dem Berufsleben ausgeschieden
sei, 55 Jahre alt sei und völlig isoliert von der Gesellschaft lebe. Selbst bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 80% betrüge der Invaliditätsgrad 44,6%, bei einem
Tabellenlohnabzug von 25% sogar 69,6%, so dass ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente bestünde.
C.b Am 17. Januar 2017 liess der Beschwerdeführer eine Stellungnahme von Dr. K._
vom 11. Januar 2017 zum psychiatrischen Gutachten der SMAB AG einreichen (act. G
4.1.1). Dr. K._ hatte ausgeführt, sie sei einverstanden mit der Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (F45.4). Nicht bestätigen könne sie die
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Diagnose einer anhaltenden affektiven Störung (F34.8). Das sei zu mild eingeschätzt.
Effektiv bestehe eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und
ängstlich-unsicheren Anteilen (F61.0), die für die Arbeitsfähigkeit relevant sei. Der
Beschwerdeführer lebe vollkommen zurückgezogen, habe keine Kontakte zu
Menschen aus seiner Heimat, besuche keine N._-Clubs und gehe auch nicht in die
Moschee. Bei ihm bestünden eine Unzulänglichkeit/Scham und eine ausgesprochene
Kritikempfindlichkeit. Der Beschwerdeführer meide die Gesellschaft, da er Kritik
befürchte und seiner Umgebung kein Zeichen von Schwäche oder Unvollkommenheit
zeigen wolle. Fremdanamnestisch habe sie von einer der Töchter erfahren, wie tief
verzweifelt, narzisstisch gekränkt und schwer depressiv er sich der eigenen Familie
zeigen könne. Beim Beschwerdeführer bestünden die folgenden Kriterien einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung: Das abnorme Verhaltensmuster sei andauernd
und gleichförmig und nicht auf Episoden psychischer Krankheiten beschränkt; das
abnorme Verhaltensmuster sei tiefgreifend und in vielen persönlichen und sozialen
Situationen eindeutig unpassend; die Störung führe zu einem deutlichen subjektiven
Leiden (manchmal jedoch erst im späteren Verlauf); die Störung sei meistens mit
deutlichen Einschränkungen der beruflichen und der sozialen Leistungsfähigkeit
verbunden. Damit erfülle der Beschwerdeführer vier von sechs diagnostischen
"Leitlinien". Er zeige ausserdem eine durchgehend depressiv-dysphorische
Grundstimmung. Sie und auch die Hausärztin hätten immer wieder die Affektlabilität
und die Impulsivität erlebt. Der Beschwerdeführer habe beispielsweise angegeben,
dass es ihm egal wäre, wenn er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen
müsste. Das Misstrauen sei ausgeprägt; dass der Beschwerdeführer in der
gutachterlichen Situation keine Andeutungen in diese Richtung gezeigt habe, sei
selbstverständlich. Das sei aber kein Grund, ihre Angaben als nicht nachvollziehbar zu
bezeichnen. Im Februar 2016 sei sie von der Hausärztin telephonisch über das
Fremdgefährdungspotential des Beschwerdeführers informiert worden. Der
Beschwerdeführer lebe in einem sozialen Rückzug mit einer paranoiden Verarbeitung
der Umgebung. Er sei fast wahnhaft überzeugt, dass das Aneurysma plötzlich platzen
könne und er dann sterben müsse. Die daraus entwickelten Panikattacken bestünden
seit 2006. Dass der Beschwerdeführer in den letzten fünfzehn Jahren keinen Weg in die
Arbeitswelt gefunden habe und dass das mit grösster Wahrscheinlichkeit so bleiben
werde, stehe im Widerspruch zur gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung. Am 21.
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März 2017 liess der Beschwerdeführer eine Stellungnahme seiner Hausärztin
einreichen (act. G 11). Diese hatte gestützt auf einen Bericht des Röntgeninstituts
O._ vom 26. Juli 2016 (der dem Sachverständigen der SMAB AG vorgelegen hatte)
ausgeführt, der Befund zeige eine ausgeprägte Skoliose im Bereich der LWS mit einer
fortgeschrittenen Spondylosis und eine Spondylarthrose, welche die Beschwerden
erklärten.
C.c In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. März 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin dem Gericht die Abweisung der Beschwerde (act. G 13). Zur
Begründung machte sie geltend, das SMAB-Gutachten entspreche den Anforderungen
der Rechtsprechung, so dass auf es abgestellt werden könne. Der Sachverständige der
SMAB AG habe das Ergebnis der Röntgenabklärung vom 26. Juli 2016 berücksichtigt;
seine klinische Untersuchung habe keine wesentliche Einschränkung der Wirbelsäule
gezeigt. Im Übrigen verwies die Beschwerdegegnerin auf eine (der Beschwerdeantwort
beiliegende) Stellungnahme von Dr. med. P._, Psychiater beim RAD, vom 23. März
2017 zu den Ausführungen von Dr. K._. Dr. P._ hatte dort ausgeführt, eine
Persönlichkeitsstörung sei bereits im Kindes- oder im frühen Erwachsenenalter
beobachtbar. Dass bei der stationären Behandlung im Jahr 2011 keine
Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden sei, spreche dafür, dass das erforderliche
Zeitkriterium nicht erfüllt sei. Im Gutachten aus dem Jahr 2006 sei festgehalten worden,
dass der Beschwerdeführer angegeben habe, er sei bis 2002 völlig gesund gewesen.
Auch das spreche gegen eine Persönlichkeitsstörung. Die Auffassung von Dr. K._,
dass die Beurteilung, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliege oder nicht, bei einer
Untersuchungsdauer von 80 Min. gar nicht möglich sei, könne nicht geteilt werden. Der
psychiatrische Sachverständige der SMAB AG habe nämlich über umfangreiche Akten
verfügt, die es ihm erlaubt hätten, den Verlauf der Persönlichkeitsakzentuierung zu
verfolgen. Da Dr. K._ selbst nur von einem "fast" wahnhaften Verhalten ausgehe und
da im früheren Gutachten eine Wahnsymptomatik fehle, müsse davon ausgegangen
werden, dass keine Persönlichkeitsstörung vorliege. Die von Dr. K._ beobachtete
klinische Symptomatik sei mit einer zunehmenden Verbitterung des Beschwerdeführers
zu erklären. Diese werde durch die Diagnose der akzentuierten Persönlichkeitszüge
(narzisstisch, selbstunsicher) plausibel abgebildet. Von einer weiteren medizinischen
Abklärung sei kein Erkenntnisgewinn zu erwarten.
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C.d In der Replik vom 22. Juni 2017 (act. G 20) liess der Beschwerdeführer geltend
machen, das Gutachten der SMAB AG weise in seinem orthopädischen Teil einen
Widerspruch auf. Einerseits werde eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit als nicht
dem Belastungsprofil entsprechend bezeichnet, andererseits werde eine
leidensadaptierte Tätigkeit, für die eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe, als
leicht bis mittelschwer definiert. Die Asthmaerkrankung und das geweitete Herzgefäss
seien im orthopädischen Teilgutachten gar nicht berücksichtigt worden. In Bezug auf
die Frage nach dem Bestehen einer Persönlichkeitsstörung sei auf den Bericht über
den stationären Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik L._ hinzuweisen, in dem ein
Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und ängstlich-
unsicheren Anteilen geäussert worden sei. Der Kontakt zur Familie sei nicht gut und
nehme als Folge der psychischen Probleme weiter ab. Dem habe der psychiatrische
Sachverständige der SMAB AG nicht genügend Rechnung getragen. Es sei mehr als
plausibel, dass eine Persönlichkeitsstörung vorliege. Zudem müsse davon
ausgegangen werden, dass es sich bei der im Gutachten der SMAB AG angegebenen
chronischen depressiv dysphorischen Verstimmung um einen Rückfall in eine
depressive Episode handle. Der Beschwerdeführer verbringe inzwischen den ganzen
Tag im Haus, vor dem TV oder im Bett.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 29. Juni 2017 auf eine Duplik (act. G 22).

Erwägungen
1.
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn glaubhaft gemacht wird, dass sich der
Invaliditätsgrad in einer anspruchserheblichen Weise geändert habe (Art. 87 Abs. 3
i.V.m. Abs. 2 IVV). Das Versicherungsgericht hat mit seinem Entscheid vom 15. April
2008 einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint. Sowohl auf die
Neuanmeldung zum Rentenbezug vom 3. November 2011 als auch auf diejenige vom
13. Juni 2014 ist die Beschwerdegegnerin nicht eingetreten. Mit seiner dritten
Neuanmeldung, die er am 17. März 2016 eingereicht hat, hat der Beschwerdeführer
also glaubhaft machen müssen, dass sich sein Invaliditätsgrad nach dem 3. April 2006
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(der abweisende Entscheid des Versicherungsgerichts hatte sich auf die
Sachverhaltsentwicklung bis zum Erlass der damals angefochtenen
Abweisungsverfügung am 3. April 2006 beschränkt) auf wenigstens 40% erhöht habe.
Dazu hat der Beschwerdeführer ein Zeugnis von Dr. K._ vom 29. April 2016
einreichen lassen, laut dem sich eine seit Jahren bestehende Persönlichkeitsstörung so
intensiviert hatte, dass die Arbeitsfähigkeit auf 20% gesunken war und zudem nur noch
in einer geschützten Umgebung verwertet werden konnte. Dies ist vom RAD korrekt als
glaubhaft qualifiziert worden. Somit ist die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die
Neuanmeldung vom 17. März 2016 eingetreten.
2.
Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen
ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat
gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung. Laut dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16
ATSG wird für die Bemessung der Invalidität das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer
ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie
gesund geblieben wäre (Valideneinkommen).
3.
Die Grundlage der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die Art und die
Qualität der noch zumutbaren (sog. behinderungsadaptierten) Erwerbstätigkeit und die
in einer solchen Erwerbstätigkeit noch bestehenden Arbeitsfähigkeit.
3.1 Der Beschwerdeführer hat bei der orthopädisch-rheumatologischen Untersuchung
durch den Sachverständigen der SMAB AG zwar Schmerzen, aber keine
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Schmerzausstrahlungen angegeben. Der Sachverständige hat bei der klinischen
Untersuchung keine wesentliche Einschränkung der Wirbelsäule festgestellt. Der
Beschwerdeführer hatte denn auch entspannt und ohne eine Schmerzfehlhaltung
einzunehmen auf dem Stuhl sitzen können. Das hat auch der psychiatrische
Sachverständige der SMAB AG während seiner Exploration des Beschwerdeführers
beobachtet. Die neurologische Untersuchung hat keine radikulären Defizite ergeben. Es
hat also eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Schmerzangaben des
Beschwerdeführers und den klinisch erhobenen Befunden einerseits und den bei der
Untersuchung feststellbaren Schmerzzeichen andererseits bestanden. Die Frage, ob
die von der Hausärztin gestützt auf die (dem Sachverständigen vorliegende)
bildgebende Untersuchung vom 26. Juli 2017 vertretene Auffassung, dass der
entsprechende Befund die geklagten Schmerzen objektiv erkläre, richtig sei oder ob
der Sachverständige der SMAB AG mit seiner Auffassung recht habe, kann vom
Gericht nur anhand der von der Hausärztin und vom Sachverständigen gelieferten
Begründungen beantwortet werden. Bei der Würdigung der beiden Begründungen ist
Folgendes zu beachten: Es ist unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer im Verlauf
der klinischen orthopädisch-rheumatologischen Untersuchung sich dissimulierend
verhalten, d.h. körperliche Anzeichen einer Schmerzempfindung praktisch vollständig
unterdrückt haben sollte, während er doch gleichzeitig gegenüber dem
Sachverständigen generell, also nicht bezogen auf die jeweilige
Untersuchungssituation, über Schmerzen geklagt hat. Das Ergebnis der klinischen
Untersuchung ist also als Begründung für die vom Sachverständigen angegebenen
Diagnosen und damit auch für die Einschätzung der Qualität und der Stärke der
objektiv bestehenden Schmerzen deutlich überzeugender als die Begründung der
Hausärztin für deren Einschätzung. Von Seiten der medizinischen Sachverständigen
wird nämlich immer wieder darauf hingewiesen, dass ein und derselbe bildgebend
erhobene Befund bei dem einen Patienten starke Schmerzen auslöst, während er bei
einem anderen Patienten keine oder nur geringfügige Schmerzen bewirkt. Bei der
Abschätzung der Überzeugungskraft der Begründungen des Sachverständigen der
SMAB AG und der Hausärztin des Beschwerdeführers gilt es weiter zu beachten, dass
behandelnde Ärzte zu ihren Patienten in einem oft langjährigen therapeutischen
Verhältnis stehen, das sehr häufig zur Folge hat, dass die Schmerzschilderungen
geglaubt werden, zumal wenn – bei gleichzeitiger Erfolglosigkeit der Therapie – mit
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Vehemenz konsequent immer weiter über Schmerzen geklagt wird. Das immer wieder
vorgebrachte Argument, erst die langdauernde Beobachtung und Behandlung eines
Patienten durch den behandelnden Arzt erlaube eine objektive Beurteilung, ist also
nicht stichhaltig. Die Begründung des Sachverständigen, der den Beschwerdeführer
orthopädisch-rheumatologisch begutachtet hat, für die erhobenen Diagnosen und
deren Stärkegrad ist also deutlich überzeugender als diejenige der Hausärztin. Der
Beschwerdeführer hat im Zusammenhang mit der orthopädisch-rheumatologischen
Begutachtung weiter geltend machen lassen, die Angaben der Sachverständigen zur
Qualität der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit seien widersprüchlich, weil dieser
mittelschwere Tätigkeiten als zu 100% unzumutbar und gleichzeitig als zu 100%
zumutbar bezeichnet habe. Effektiv hat der Sachverständige aber ausgeführt,
mittelschwere (und schwere) Tätigkeiten entsprächen dem Belastungsprofil des
Beschwerdeführers nicht mehr. Gemeint ist damit offensichtlich, dass eine
Erwerbstätigkeit, die durchgehend aus körperlich mittelschweren Arbeiten besteht,
nicht mehr zumutbar ist. Immer noch zumutbar sind aber leichte bis mittelschwere
Erwerbstätigkeiten, d.h. Tätigkeiten, die aus einem Mix von körperlich leichten und
körperlich mittelschweren Arbeiten bestehen, wobei das Lastentragen auf 15 kg
beschränkt ist und nicht ständig Zwangshaltungen eingenommen werden müssen. In
einer solchen Erwerbstätigkeit besteht insgesamt eine erheblich geringere Belastung
als bei einer Erwerbstätigkeit, die nur mittelschwere Arbeiten beinhaltet. Bei einer
richtigen Interpretation besteht also kein Widerspruch in der Umschreibung der (aus
rein somatischer Sicht) behinderungsadaptierten Tätigkeit. Für eine solche Tätigkeit ist
der Beschwerdeführer aus rein somatischer Sicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 100% arbeitsfähig.
3.2 Der psychiatrische Sachverständige der SMAB AG hat im Gutachten vom 19.
September 2016 als einzige arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnose eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung angegeben. Er hat das Vorliegen einer
Persönlichkeitsstörung und einer depressiven Störung verneint. Stattdessen hat er als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Persönlichkeitsakzentuierung
mit selbstunsicheren und narzisstischen Anteilen und eine sonstige anhaltende
affektive Störung angegeben. Bezüglich der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung, die im Übrigen auch von der behandelnden Psychiaterin Dr. K._
diagnostiziert worden ist, hat er festgehalten, die Schmerzsymptomatik sei
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organmedizinisch nicht vollständig erklärbar. Der leistungsorientierte Beschwerdeführer
habe seine körperlich schwere Tätigkeit aus orthopädischen Gründen nicht mehr
ausüben können und sei dadurch in eine schwierige finanzielle und soziale Situation
geraten. Daraus habe sich auf der Grundlage einer dysfunktionalen, aber
intrapsychisch entlastenden psychogenen Schmerzüberlagerung die anhaltende
somatoforme Schmerzstörung entwickelt. Diese Begründung für die Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung weicht nicht von den Angaben früherer
Behandler ab. Sie entspricht auch der Einschätzung von Dr. K._. Demnach ist mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der
Beschwerdeführer an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leidet. Der
psychiatrische Sachverständige hat eine Persönlichkeitsstörung verneint bzw. das
Vorliegen einer Persönlichkeitsakzentuierung damit erklärt, dass der Beschwerdeführer
bis 2002 in beruflicher, familiärer und sozialer Hinsicht sehr leistungsfähig gewesen sei,
was klar gegen eine Persönlichkeitsstörung spreche. Tatsächlich enthalten die
diagnostischen Leitlinien für unspezifische Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F60, auf
den ICD-10 F62.0 verweist) das Kriterium, dass eine Störung immer in der Kindheit
oder Jugend beginne und sich dann auf Dauer im Erwachsenenalter manifestiere (vgl.
Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], ICD-10, Internationale Klassifikation psychischer
Störungen, 10. überarbeitete Auflage 2015, S. 276 f.). Tatsächlich fehlt jeder Hinweis
darauf, dass sich in der Kindheit oder Jugendzeit des Beschwerdeführers eine
Persönlichkeitsstörung angekündigt hätte. Dr. K._ hat sich mit diesem Argument des
psychiatrischen Sachverständigen nicht auseinandergesetzt. Sie hat gestützt
insbesondere auf die Angaben einer Tochter des Beschwerdeführers angenommen,
dass letzterer vollkommen zurückgezogen lebe und die Gesellschaft meide, weil er eine
Kritik fürchte und keine Zeichen von Schwäche oder Unvollkommenheit zeigen wolle.
Der psychiatrische Sachverständige hat nach der Meinung von Dr. K._ diesbezüglich
eine zu milde Einschätzung des Verhaltens des Beschwerdeführers vorgenommen. Die
Angaben des Beschwerdeführers im Rahmen der Anamneseerhebung durch den
psychiatrischen Sachverständigen sprechen gegen die Einschätzung von Dr. K._.
Der Beschwerdeführer hat nämlich angegeben, er mache meist zweimal am Tag einen
Spaziergang von etwa einer Stunde. Gelegentlich, wenn seine Ehefrau einmal nicht da
sei, koche er selbst ein einfaches Mittagessen. Weiter beteilige er sich nicht an der
Besorgung des Haushalts, einerseits wegen der Schmerzen und andererseits weil es in
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seiner Kultur nicht üblich sei. Er schaue fern (Nachrichten, Sport), gehe ins Internet und
lese die Zeitung. Nach dem Nachtessen unterhalte er sich mit seiner Ehefrau und
seinen Kindern. Er telephoniere ein bis zweimal im Monat mit seinen Geschwistern in
Q._. Zu den Nachbarn habe er einen oberflächlichen Kontakt. Von den Kollegen habe
er sich zurückgezogen, da er sie nur langweilen würde, so dass sie dann sowieso
weggehen würden. Er fahre Auto (kurze Strecken) und benütze öffentliche
Verkehrsmittel. Einmal im Jahr mache er mit seiner Familie eine Woche Ferien im
Q._. Er besuche dann seine Geschwister und wohne auch bei ihnen. Hinweise
darauf, dass der Beschwerdeführer sein Alltagsleben zu positiv geschildert hätte,
fehlen vollständig. Diese Selbstangaben decken sich nicht mit der Sichtweise von Dr.
K._. Die Angaben einer Tochter des Beschwerdeführers zeigen zwar einige von der
Norm abweichende Verhaltensweisen (wie etwa die fast zwangshafte Ordentlichkeit
und Sauberkeit und den Umstand, dass der Beschwerdeführer andere Personen darauf
aufmerksam macht, dass sie einen Fehler begangen hätten), aber diese Auffälligkeiten
belegen nicht, dass das Verhalten des Beschwerdeführers in vielen persönlichen und
sozialen Situationen eindeutig unpassend wäre. Hinzu kommt, dass in den Angaben
der Tochter jeder Hinweis auf die von Dr. K._ besonders herausgestrichene
Todesangst wegen des Aneurysmas und auf die behauptete Selbst- und
Fremdgefährdung fehlt. Das lässt - ebenso wie die Überschätzung der übrigen von der
Norm abweichenden Verhaltensweisen des Beschwerdeführers - darauf schliessen,
dass Dr. K._ ein Bild des Beschwerdeführers vor Augen hat, das erheblich von der
Realität abweicht. Daraus folgt, dass die Annahme von Dr. K._, vier von sechs
Kriterien der diagnostischen Leitlinien für eine Persönlichkeitsstörung seien erfüllt, nicht
zu überzeugen vermag. Die Angaben der Tochter des Beschwerdeführers lassen sich
auch durch die vom psychiatrischen Sachverständigen der SMAB AG diagnostizierte
Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und narzisstischen Anteilen
erklären. Die Persönlichkeitsstörung taucht zudem nur in einer der früheren
psychiatrischen Vorakten auf, nämlich im Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik
L._ vom 6. Juni 2014 und auch dort nur als ein Verdacht auf das Vorliegen dieser
Krankheit. Allerdings ist nicht erklärt worden, worauf sich dieser Verdacht stützte. Es
dürfte sich um eine blosse Übernahme der Angaben von Dr. K._ im
Zuweisungsschreiben gehandelt haben. Zusammenfassend vermögen die
Ausführungen von Dr. K._ die Überzeugungskraft der vom psychiatrischen
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Sachverständigen der SMAB AG gestellten Diagnose einer
Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und narzisstischen Anteilen nicht zu
erschüttern; insbesondere vermögen sie die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
nicht zu belegen. Der psychiatrische Sachverständige hat als Drittes eine sonstige
anhaltende affektive Störung diagnostiziert. Er hat zur Begründung ausgeführt, der
Beschwerdeführer habe sich in einer bedrückt-besorgten, teilweise auch
dysphorischen Grundstimmung gezeigt, seine affektive Schwingungsfähigkeit sei leicht
reduziert gewesen. Aber es hätten sich weder eine Affektlabilität oder Affektinkontinenz
noch eine Interesselosigkeit, ein ausgewiesener Rückzug oder eine Anhedonie gezeigt.
Der Beschwerdeführer habe das einzige ihm von Dr. K._ verschriebene Medikament
Citalopram nicht regelmässig eingenommen. Bereits im Gutachten der Medas
Ostschweiz aus dem Jahr 2006 sei eine deutliche depressiv-dysphorische
Begleitsymptomatik beschrieben worden, wobei aber keine depressionsbezogene
Diagnose gestellt worden sei, weil die depressiven Symptome im Zusammenhang mit
den Schmerzen gesehen worden seien. In den Jahren 2011 (teilstationäre Behandlung)
und 2014 (stationäre Behandlung) sei es jeweils vorübergehend für einige Monate zu
einer Verstärkung der depressiven Symptomatik gekommen. Davon abgesehen liege
aber wohl seit 2006 eine sonstige anhaltende affektive Störung vor. Dr. K._ hat in
ihrer Stellungnahme vom 11. Januar 2017 den Umstand, dass schon bei der
teilstationären Behandlung im Jahr 2011 eine rezidivierende depressive Störung, ggw.
leichtgradige depressive Episode, und bei der stationären Behandlung im Jahr 2014
eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert wurden, als Beleg dafür
betrachtet, dass durchgehend eine (arbeitsfähigkeitsrelevante) Depression bestanden
habe, der psychiatrische Sachverständige also auch in dieser Hinsicht den Zustand
des Beschwerdeführers falsch eingeschätzt habe. Sie hat sich dazu wieder auf die
Todesängste des Beschwerdeführers im Hinblick auf das Aneurysma (mit
Panikattacken seit 2006) und auf die Selbst- und Fremdgefährdung berufen und
ausserdem den Umstand, dass der Beschwerdeführer nicht in die Arbeitswelt
zurückgefunden habe, angeführt. Dem ist wiederum entgegen zu halten, dass die
Tochter des Beschwerdeführers in ihren Ausführungen weder auf die angeblichen
Todesängste noch auf die angebliche Selbst- und Fremdgefährdung hingewiesen hat.
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie dies unterlassen hätte, wenn die Situation so
gewesen wäre, wie sie Dr. K._ unterstellt. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/26
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wohl nicht jedes Jahr mit dem Flugzeug für eine Woche nach Q._ verreisen würde,
wenn er wegen seines Aneurysmas tatsächlich Todesängste ausstehen würde. Die
Bemerkung des Beschwerdeführers, dass es ihm egal wäre, wenn er, wie ein Kollege in
seinem Heimatdorf, den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen müsste, ist kein
"Beweis" für eine Selbstgefährdung, denn dabei kann es sich auch um einen nicht
wirklich ernst gemeinten Ausdruck der dysphorischen Stimmung gehnadelt haben.
Dass der Beschwerdeführer nicht in die Arbeitswelt zurückgefunden hat, dürfte darin
begründet sein, dass er keinem äusseren Druck ausgesetzt gewesen ist, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen und ein Einkommen zu erzielen. Seine Familie hat sein
Verhalten, wie insbesondere die Ausführungen der Tochter zeigen, als das
unvermeidbare Ergebnis einer die Arbeitsfähigkeit vollständig aufhebenden Erkrankung
akzeptiert und die Töchter (und allenfalls auch die Sozialhilfe) haben verhindert, dass
der Beschwerdeführer aus finanziellen Gründen gezwungen gewesen wäre, wieder
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, um den Lebensbedarf der Familie zu decken.
Auch im Zusammenhang mit der depressiven Komponente der Beeinträchtigung der
Psyche des Beschwerdeführers vermag die Begründung von Dr. K._ für die Diagnose
einer Depression nicht zu überzeugen. Sie ist auch nicht geeignet, Zweifel an der
Richtigkeit der Diagnose des psychiatrischen Sachverständigen der SMAB AG zu
wecken. Da auch keine anderen Indizien dafür erkennbar sind, dass die Diagnose des
psychiatrischen Sachverständigen falsch sein könnte, steht diese mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Der psychiatrische Sachverständige hat
gestützt auf die von ihm erhobenen Befunde eine Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers für jegliche Art von Erwerbstätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von
20% angegeben. Da der orthopädisch-rheumatologische Sachverständige für eine der
körperlichen Beeinträchtigung angepasste Erwerbstätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers angenommen hat, kann die bei der Konsensbeurteilung
festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 20% nur auf der Beeinträchtigung in der
psychischen Gesundheit beruht haben. Aus der Sicht eines medizinischen Laien haben
die Ursachen dieser Arbeitsunfähigkeit, die Fähigkeitsstörungen in den Bereichen
Durchhaltefähigkeit, Flexibilität/Umstellungsfähigkeit und Selbstbehauptungsfähigkeit,
mit Ausnahme wohl der Durchhaltefähigkeit, keinen ohne weiteres erkennbaren
Zusammenhang mit den durch die anhaltende somatoforme Schmerzstörung
bewirkten Schmerzempfindungen. Sie sind eher als die Folgen einer depressiven
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/26
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Erkrankung bekannt, an der es hier aber nach den überzeugenden Angaben des
psychiatrischen Sachverständigen fehlt. Trotzdem ist davon auszugehen, dass
derartige Fähigkeitsstörungen beim Beschwerdeführer vorliegen, zumal Dr. P._ vom
RAD dies ohne weiteres als medizinisch plausibel betrachtet hat. Dass diese
Fähigkeitsstörungen allerdings in einer aus psychiatrischer Sicht adaptierten Hilfsarbeit,
in der nur ein geringer Bedarf nach Flexibilität/Umstellungsfähigkeit besteht, eine
Reduktion der Arbeitsfähigkeit bewirken sollten, leuchtet nicht ein. Weil es sich um eine
gleichförmige Routinearbeit handelt, bei der die Selbstbehauptungsfähigkeit kaum
gefordert ist, und weil die zu leistende Arbeit nach Art und Umfang vorgegeben ist und
ohne übermässigen Leistungsdruck erbracht werden kann, fehlt eine überzeugende
Begründung dafür, dass die genannten Fähigkeitsstörungen eine deutliche
Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben sollen. Erst recht fehlt eine Begründung dafür, dass
sich die Arbeitsunfähigkeit gerade auf 20% (und nicht auf 10% oder sogar auf 0%)
belaufen soll. Damit fehlt eine ausreichende Begründung für den letzten Schritt bei der
Ermittlung des Arbeitsfähigkeitsgrades. Wenn man die Untersuchungspflicht
konsequent erfüllen müsste, würde das an sich eine Ergänzung der
Sachverhaltsermittlung erfordern. Natürlich kommt aber auch hier der
Verhältnismässigkeitsgrundsatz zur Anwendung, d.h. die Ergänzung der
Sachverhaltsermittlung kann unterbleiben, wenn die Invaliditätsbemessung auf der
Grundlage des bereits bekannten Teils des massgebenden Sachverhalts eine
abschliessende Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruchs des Beschwerdeführers
erlaubt. Das ist der Fall, denn es steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Arbeitsunfähigkeitsgrad maximal 20% beträgt. Liefert
das aus einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 80% resultierende zumutbare
Invalideneinkommen einen Invaliditätsgrad von weniger als 40%, so wäre es
unverhältnismässig, noch auf einer genauen Festlegung des Arbeitsfähigkeitsgrades
des Beschwerdeführers in einer in jeder Hinsicht adaptierten Hilfsarbeit zu beharren.
Der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens ist deshalb (vorläufig) ein
Arbeitsfähigkeitsgrad von 20% zugrunde zu legen.
4.
Da der Beschwerdeführer den erlernten Beruf des Heizungsmonteurs zumindest in der
Schweiz nie ausgeübt hat und da dieser Beruf unter Berücksichtigung der körperlichen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/26
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Beeinträchtigung des Beschwerdeführers nicht behinderungsadaptiert ist, so dass von
einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 100% auszugehen ist, kommt er als
Invalidenkarriere nicht in Frage. Das gilt auch für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Bauhilfsarbeiter, für welche die Sachverständigen der SMAB AG ausdrücklich eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit angegeben haben. Zur Verwertung der verbliebenen
Arbeitsfähigkeit von (wenigstens) 80% kommt also nur eine behinderungsadaptierte
Hilfsarbeit in Frage. Zur Ermittlung des in einer solchen Hilfsarbeit erzielbaren
Invalideneinkommens ist praxisgemäss auf die Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik abzustellen. Da ein Rentenanspruch ab 2016 zu prüfen ist,
ist die Lohnstrukturerhebung 2016 massgebend. Auszugehen ist vom Zentralwert der
Hilfsarbeiterlöhne aller Branchen, denn der Beschwerdeführer könnte in praktisch allen
Branchen eine behinderungsadaptierte Hilfsarbeit ausüben. Gemäss der Tabelle A1 der
Lohnstrukturerhebung 2016 hat sich dieser Zentralwert (umgerechnet von 40
Wochenstunden auf den schweizerischen Durchschnitt aller Branchen von 41,7
Wochenstunden) auf Fr. 66'803.-- jährlich belaufen. Da der Arbeitsfähigkeitsgrad
praxisgemäss dem Beschäftigungsgrad gleichzusetzen ist, muss der Zentralwert um
20% reduziert werden. Das entspricht einem Jahreslohn von Fr. 53'442.--. Der
Beschwerdeführer kann nur noch körperlich adaptierte Hilfsarbeiten ausüben, die tiefe
Anforderungen an seine Flexibilität, seine Umstellungsfähigkeit und seine
Selbstbehauptungsfähigkeit stellen, die also innerhalb des gesamten
Qualitätsspektrums der Hilfsarbeiten am unteren Rand liegen. Folglich muss davon
ausgegangen werden, dass der erzielbare Lohn zu jenen 50% gehören würde, die
unter dem Zentralwert liegen. Da die Anstellung des Beschwerdeführers aufgrund der
psychischen Probleme im Vergleich zu einem gesunden zu 80% beschäftigten
Hilfsarbeiter für den Arbeitgeber Nachteile (bzw. betriebswirtschaftlich betrachtet
höhere indirekte Lohnkosten) zur Folge hätte (insbesondere der Bedarf nach
besonderer Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten, der Arbeitskollegen und
gegebenenfalls der anderen Mitarbeitenden, und die Unfähigkeit, bei betrieblichem
Bedarf vorübergehend zu 100% oder sogar darüber hinaus tätig zu sein oder
vorübergehend an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz eingesetzt zu werden, die
Gefahr von - längerfristig betrachtet - überdurchschnittlichen Krankheitsabsenzen
usw.), so dass ein Abstellen auf den um 20% reduzierten Zentralwert
notwendigerweise einen Soziallohnanteil in das Invalideneinkommen einfliessen liesse,
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rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug von 10%. Damit beläuft sich das zumutbare
Invalideneinkommen auf Fr. 48'098.--. Da der Beschwerdeführer den erlernten Beruf
des Heizungsmonteurs gar nie bzw. seit sehr langer Zeit nicht mehr ausgeübt hat, so
dass er allein schon aufgrund des technischen Fortschritts in der entsprechenden
Branche einer Wiedereinschulung bedürfte, kann die Validenkarriere nur in der fiktiven
Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter bestehen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2016 immer noch für denselben Arbeitgeber wie bis 2003
tätig wäre. Deshalb ist auch zur Ermittlung des Valideneinkommens auf die
Lohnstrukturerhebung 2016 abzustellen, allerdings nicht auf den Zentralwert für alle
Hilfsarbeiter, sondern auf denjenigen für die Baubranche. Dieser Zentralwert beläuft
sich (umgerechnet von 40 Wochenstunden auf den Branchendurchschnitt von 41,4
Wochenstunden) auf Fr. 68'409.--. Die (maximale) behinderungsbedingte
Erwerbseinbusse beträgt also Fr. 20'311.--. Das entspricht einem Invaliditätsgrad von
(aufgerundet) 30%. Selbst bei einem maximalen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20% und
einem Tabellenlohnabzug von 10% (der bei einem tieferen Arbeitsunfähigkeitsgrad
ebenfalls tiefer ausfallen würde oder gar nicht gerechtfertigt wäre) resultiert demnach
ein Invaliditätsgrad, der den Beschwerdeführer nicht zum Bezug einer Invalidenrente
berechtigt. Damit besteht keine Notwendigkeit, in Bezug auf die Höhe des
Arbeitsunfähigkeitsgrades in einer behinderungsadaptierten Hilfsarbeit weitere
Angaben des psychiatrischen Sachverständigen der SMAB AG einzuholen.
5.
Da der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers unter 40% liegt, besteht kein Anspruch
auf eine Invalidenrente. Die Beschwerdegegnerin hat das Rentenbegehren also zu
Recht abgewiesen. Bei diesem Verfahrensausgang müsste der unterliegende
Beschwerdeführer an sich die Gerichtskosten von 600 Franken bezahlen. Zufolge der
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ist er aber von dieser Pflicht zu
befreien. Da ihm auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist,
hat der Staat seinem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten. Insgesamt ist
von einem durchschnittlichen Vertretungsaufwand auszugehen, weshalb die
Entschädigung praxisgemäss auf 80% von Fr. 3'500.--, also auf Fr. 2'800.--
festzusetzen ist. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird
der Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 26/26
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Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können
(Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).