Decision ID: c338467e-a9ac-48c0-b3c9-d754f1660b8a
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 3. April 2014 erneut bei der Invalidenversicherung (IV)
wegen eines seit 20 Jahren bestehenden Rückenleidens zum Leistungsbezug an (IV-
act. 59). Die Versicherte hatte bereits am 7. Mai 2008 ein erstes Leistungsgesuch
gestellt (IV-act. 1), welches mit Verfügung vom 14. Mai 2010 abgewiesen worden war,
da in einer adaptierten Tätigkeit eine 100%-ige Leistungsfähigkeit bestanden hatte (IV-
act. 30). Auf eine weitere Wiederanmeldung vom 7. November 2011 (IV-act. 31) war die
IV-Stelle mit Verfügung vom 24. Mai 2012 (IV-act. 58) nicht eingetreten. Der RAD hielt
am 17. Juni und 19./22. August 2014 fest, sowohl somatisch wie auch psychiatrisch
lasse sich seit Mai 2010 weiterhin keine IV-rechtlich erhebliche und anhaltende
Verschlechterung des Gesundheitszustandes objektivieren (IV-act. 77). Mit
Vorbescheid vom 22. September 2014 (IV-act. 80) stellte die IV-Stelle der Versicherten
in Aussicht, (auch) auf das Gesuch vom 3. (bzw. 7.) April 2014 nicht einzutreten (IV-act.
80).
A.b Am 1. Oktober 2016 übersah die Versicherte die unterste Stufe einer Treppe und
stürzte, wobei sie eine Prellung am rechten Ellbogen erlitt (Schadenmeldung UVG vom
6. Oktober 2016, Suva-act. 1-1). Eine MRT-Untersuchung vom 12. Oktober 2016 von
LWS und ISG ergab einen stationären Befund zur Voruntersuchung vom 11. April 2014
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mit relativer Spinalkanalstenose sowie linksbetonter neuroforaminaler Stenose L4/L5,
zudem mediane Diskusprotrusion L5/S1 mit Tangierung der Wurzel S1 beidseits, ohne
neuen Bandscheibenvorfall, ohne posttraumatisches Wirbelkörperödem und ohne
Fraktur (Suva-act. 24). Ein MRT HWS vom 14. Oktober 2016 erbrachte den Nachweis
einer paramedian rechtsseitigen Diskushernie C5/C6 mit leichter Myelonimpression,
mässiger, rechtsbetonter Spondyl-/Unkarthrosen mit Punctum maximum C5 - C7,
ohne Myelopathie (Suva-act. 23).
A.c Dr.med. B._, Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte chronische
zervikospondylogene und lumbospondylogene Schmerzen und hielt fest, es fänden
sich aktuell keine sicheren neurologischen Defizite. Auffällig seien nicht radikulär
angeordnete Sensibilitätsstörungen am rechten Arm und auch am rechten Fuss. Der
klinisch-neurologische Untersuchungsbefund sei vergleichbar mit jenem der
Voruntersuchungen. Es bestehe keine Indikation für ein operatives Vorgehen (Bericht
vom 16. Oktober 2016, Suva-act. 75). In einem MRT des BWS vom 22. November 2016
zeigten sich eine Chondrosis intervertebralis mit kleiner, medianer Diskushernie auf
Höhe Th5/6 sowie Th7/8 ohne radikuläre Kompression sowie leichtgradige
Spondylarthrosen (IV-act. 109-9).
A.d Die Versicherte füllte am 28. November 2016 wiederum ein Anmeldeformular
zuhanden der IV-Stelle aus mit Hinweis auf chronische Beschwerden und
fortgeschrittene Abnützungserscheinungen des Bewegungsapparates und
Konzentrationsstörungen, mit laufender Verschlechterung und weiterer
Verschlimmerung seit dem Sturz am 1. Oktober 2016 (IV-act. 88).
A.e Dr.med. C._, Facharzt Neurochirurgie/Schmerztherapie, diagnostizierte am 9.
Januar 2017 ein chronisches thorakales Schmerzsyndrom bei eher milden
degenerativen Veränderungen mit einer kleinen Protrusion mit Osteochondrose Th6/7,
breitbasiger mediolateral rechtsseitiger Protrusion Th8/9 ohne Kompression des
Myelons oder der Nervenwurzel, sowie einen chronischen Nackenschmerz mit einer
eher pseudoradikulären Ausstrahlung in den rechten Arm, DD Nervus ulnaris Syndrom
bei Sturz auf den rechten Ellenbogen bei beidseitiger rechtsbetonter osteodiskaler
Foraminalstenose C5/6 und weniger ausgeprägt C6/7 ohne eindeutige Kompression
neuraler Strukturen. Er führte aus, die Versicherte leide seit längerem an chronischen
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Schmerzen im Bereich der BWS. Seit dem Treppensturz am 1. Oktober 2016
bestünden daneben auch zunehmende HWS-Probleme sowie auch ein eher nicht
radikulärer Schmerz im rechten Arm, vom Ellenbogen ausgehend bis in alle Finger
ausser den Daumen ausstrahlend. Die Versicherte zeige ein chronifiziertes thorakales,
aber auch zervikales Schmerzsyndrom bei degenerativen HWS und BWS
Veränderungen. Ursächlich sei neben den Veränderungen und dem Sturz sicher auch
die vermehrte Belastung in ihrer Tätigkeit als Reinigungskraft. Seit dem 1. Oktober
2016 sei die Versicherte als Reinigungskraft zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 109-7).
A.f Dr. med. D._ berichtete am 17. Januar 2017, die Versicherte sei seit dem
Treppensturz vollends dekompensiert. Sie sei nicht mehr belastbar, erschöpft sowie
auch im Bewegungsumfang und in der (somatischen) Belastbarkeit eingeschränkt.
Gegenwärtig erfolgten eine Psychotherapie und eine medizinische Trainingstherapie.
Nur leichte, wechselnd belastende Tätigkeiten seien maximal vier Stunden täglich
zumutbar, mit Pausen zur Entlastung (IV-act. 104; vgl. auch Schreiben an die IV-Stelle
vom 2. November 2016, IV-act. 86). Am 25. Januar 2017 berichtete er der Suva, die
neu aufgetretenen Schmerzen in der Mitte des Rückens bestünden seit dem Sturz und
würden mit den neu diagnostizierten Diskushernien Th5/6 und Th7/8 korrelieren (Suva-
act. 80).
A.g Im Assessmentgespräch vom 23. Februar 2017 schilderte die Versicherte,
sämtliche Hausarbeiten müssten von der Tochter übernommen werden. Sie könne nur
kurze Zeit nach draussen gehen und fühle sich daher eingesperrt. Der
Eingliederungsverantwortliche schloss den Fall am 24. Februar 2017 formlos ab, da
aufgrund der aktuellen Situation und der erheblichen Einschränkungen
Eingliederungsmassnahmen keinen Sinn machten. Die Versicherte könne nur kurze Zeit
gehen, stehen oder sitzen, was Eingliederungsmassnahmen zum aktuellen Zeitpunkt
verunmögliche (IV-act. 112).
A.h Die Versicherte wurde vom 31. Mai bis 5. Juli 2017 stationär in der Rehaklinik
Bellikon therapiert. Dort wurden (1.) eine Kontusion der Wirbelsäule bei
vorbestehenden chronischen cervikospondylogenen und lumbospondylogenen
Schmerzen, (2.) eine Kontusion des Handgelenks rechts (Aufprall gegen Stange bei
Vollbremsung des Busses am 23. Juni 2017), (3.) eine rezidivierende depressive
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Störung, gegenwärtig leichte Episode mit deutlicher Somatisierungstendenz (ICD-10:
F33.0) und DD Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und
Somatisierungstendenz ("larvierte Depression") diagnostiziert und der Verdacht auf
leichtes sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom rechts erhoben. In somatischer
Hinsicht wurde festgehalten, das Erarbeiten von Aktivitätszielen sei auch mit namhafter
Unterstützung nicht möglich gewesen. Erarbeitete Coping-Strategien und
Selbstübungen habe die Versicherte nicht ausgeführt. Es sei kaum Bereitschaft für eine
Belastbarkeitssteigerung spürbar gewesen. Die Versicherte habe ein auffälliges
Schmerz- und Leistungsverhalten gezeigt; bei den Belastbarkeitstests habe sie z. T. die
Minimal Performance nicht erreicht. Es hätten sich Inkonsistenzen bzgl. der Handkraft
beidseits gefunden. Insgesamt zeige sich eine erhebliche Symptomausweitung (Suva-
act. 129-5). Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die
Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das
Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den
objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und
bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. Die
Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf medizinisch-theoretische
Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und
im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse
sich medizinisch-theoretisch nicht begründen (Suva-act. 129-3). Rein unfallkausal sei
die berufliche Tätigkeit als Reinigungsangestellte oder als Mitarbeiterin Hotellerie oder
Pflege ganztags zumutbar. Unfallfremd (degenerative Veränderungen) erscheine die
ganztags gehend-stehende Reinigungstätigkeit auf Dauer nicht optimal. Andere
Tätigkeiten seien unfallkausal ohne Einschränkungen ganztags zumutbar. Unfallfremd
(degenerative Veränderungen der Wirbelsäule) empfählen sich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne länger dauernde Zwangshaltungen für die
Wirbelsäule (Suva-act. 129-4). Der Bericht zum psychosomatischen Konsilium hielt
fest, die Versicherte habe über nächtliche Ängste, Antriebsreduktion, Schlafstörungen,
Müdigkeit und Erschöpfbarkeit, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust sowie somatoform
anmutende Beschwerden (Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, topographisch und
qualitativ ausgeweitete Schmerzen) geklagt. Im Anschluss an die Scheidung vor acht
Jahren sei es offensichtlich zu einer ersten depressiven Episode gekommen, die
psychiatrisch behandlungsbedürftig gewesen sei, so dass diagnostisch derzeit nicht
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nur eine Anpassungsstörung als Reaktion auf die aktuelle psychosoziale Belastung in
Betracht komme, sondern auch eine rezidivierende depressive Störung mit derzeit eher
leichtgradiger depressiver Episode, Ängsten und Somatisierungstendenz (im Sinne
einer "larvierten Depression"). Die Versicherte würde gerne angepasst arbeiten und
weise Ressourcen im kreativen Bereich auf. Sie könnte sich etwas ähnliches wie
Aktivierungstherapie vorstellen, es fehlten ihr dazu aber Ausbildung und
Sprachkenntnisse. Gegen Ende des stationären Aufenthalts sei die Versicherte bereit
gewesen, eine weitere psychotherapeutische Begleitung ambulant aufzunehmen. Die
festgestellte psychische Störung begründe aktuell keine arbeitsrelevante
Leistungsminderung (zusätzlich zu den muskuloskelettal bedingten Einschränkungen
[Suva-act. 129-12 f.]). In einem neurologischen Konsilium wurden eine zervikale
Myelopathie und eine Polyneuropathie ausgeschlossen. Die elektroneurographischen
Befunde waren mit einem leichten sensomotorischen Karpaltunnelsyndrom rechts
vereinbar (Suva-act. 129-17).
A.i RAD-Ärztin Dr.med. E._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nahm am 28.
August 2017 Stellung, der RAD könne sich der Beurteilung der Rehaklinik Bellikon
anschliessen. Weitere medizinische Unterlagen müssten nicht eingeholt werden (IV-act.
125).
A.j Die IV-Stelle wies das Gesuch der Versicherten um berufliche Massnahmen und
Rente zunächst mit Mitteilung vom 29. August 2017 (IV-act. 128) ab, welche sie nach
Aufforderung der Versicherten vom 12. September 2017, eine beschwerdefähige
Verfügung zu erlassen (IV-act. 129), am 14. September 2017 durch einen Vorbescheid
ersetzte (IV-act. 130). Am 30. Oktober 2017 erliess sie die abweisende Verfügung.
Gemäss Abklärungen bestehe eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten. Somit seien keine beruflichen Massnahmen angezeigt.
Auf aktive Arbeitsvermittlung bestehe Anspruch, wenn gesundheitsbedingte
Einschränkungen die Stellensuche beeinträchtigten. Da solche nicht vorlägen, sei für
die Unterstützung bei der Stellensuche das RAV zuständig. Es bestehe kein Anspruch
auf Rentenleistungen (IV-act. 138).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 30. Oktober 2017 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt lic.iur. K. Gemperli, am 29. November 2017 Beschwerde erheben. Sie
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
aufzuheben, und es seien ihr geeignete Eingliederungsmassnahmen, eventuell eine
Rente zuzusprechen. Die angefochtene Verfügung basiere auf einer Stellungnahme des
RAD vom 28. August 2017, welche ihrerseits lediglich auf einen kreisärztlichen Bericht
vom 19. Juli 2017 und auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 6. Juli 2017
verweise. Der kreisärztliche Bericht beziehe sich auf die Unfallkausalität der
Beschwerden und sei für die vorliegenden Belange daher nicht verwertbar. Die
Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon sei "aus unfallkausaler Sicht" erfolgt.
Sie stamme von einem Assistenzarzt, dessen fachliche Qualifizierung nicht
ausgewiesen sei. Für den Entscheid über den Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen oder Rente hätte es eines fachärztlichen, auf die finale
Zwecksetzung der IV abgestimmten Zumutbarkeitsprofils bedurft. Der medizinische
Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. Januar 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon könne
abgestellt werden, obwohl der ihn unterzeichnende Assistenzarzt über keinen FMH-
Titel verfüge, da er von einer Fachärztin für physikalische Medizin und einem Psychiater
mitunterzeichnet worden sei. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Leiden seien in der Rehabilitationsklinik Bellikon ausführlich und kompetent abgeklärt
worden. Die Beschwerdeführerin bringe keine substanziierten Einwände gegen den
Austrittsbericht vor. Es sei vollumfänglich auf diesen abzustellen. Demnach sei davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit voll
arbeitsfähig sei. Für die Beschwerdeführerin geeignet seien etwa leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere
Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung, eine Beschäftigung am Empfang
oder als Telefonistin sowie Kurier- und leichtere Lieferdienste (z.B. Pizzakurier). Die
Beschwerdeführerin könne nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen, demnach sei ein
Leidensabzug von 10% vorzunehmen. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein
Invaliditätsgrad von 5%. Sie habe (somit) keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Ihr stehe
eine grössere Anzahl von leidensangepassten Stellen offen. Da sie in einer adaptierten
Tätigkeit voll arbeitsfähig sei, habe sie von vornherein keinen Anspruch auf
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Arbeitsvermittlung. Seien demzufolge die Schwierigkeiten bei der Stellensuche nicht
auf gesundheitlich bedingte Einschränkungen zurückzuführen, falle die
Arbeitsvermittlung nicht in die Zuständigkeit der IV, sondern allenfalls in diejenige der
Arbeitslosenversicherung. Die Beschwerdeführerin habe somit keinen Anspruch auf
Arbeitsvermittlung oder andere Eingliederungsmassnahmen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 16. Februar 2018 reicht die Beschwerdeführerin die Verfügung der
Suva vom 25. Januar 2018 (act. G 6.1; Einstellung der Versicherungsleistungen per 31.
August 2017) sowie eine ärztliche Beurteilung der Suva vom 22. Januar 2018 (act. G
6.2) ein. Sie betont, die der angefochtenen Verfügung zugrunde liegende Beurteilung
berücksichtige bloss unfallkausale Beschwerden und lasse die aktenkundigen
unfallfremden Gesundheitsschäden ausser Acht. Aus kreisärztlicher Sicht habe der
Unfall vom 1. Oktober 2016 erhebliche Vorzustände nicht richtungsgebend
verschlimmert und auch neu beschriebene Diskushernien nicht verursacht. Damit dürfe
nicht alleine auf den Bericht der Rehaklinik Bellikon abgestellt werden, der sich
ausschliesslich mit unfallkausalen Beschwerden befasse und diesen keine
entscheidende Bedeutung zumesse (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).
B.e Mit Eingabe vom 26. September 2018 reicht die Beschwerdeführerin nebst bereits
in den Akten vorhandenen Berichten (vgl. Suva-act. 23 f., IV-act. 68-14, IV-act. 68-2 f.
und IV-act. 68-4 ff.) eine Diagnoseliste von Dr. D._ vom 9. Juli 2018 (act. G 9.1) sowie
einen MRT-Bericht betreffend das linke Knie vom 13. Juni 2018 (act. G 9.2) zu den
Akten (act. G 9).

Erwägungen
1.
Die Wiederanmeldung vom 3. April 2014 (IV-act. 59) wurde mit Vorbescheid vom 22.
September 2014 abgeschlossen (IV-act. 80). Eine entsprechende Verfügung erliess die
Beschwerdegegnerin nicht (vgl. auch Darstellung der rechtlichen Grundlagen vom 23.
Januar 2017, IV-act. 107-3), obwohl dies gemäss Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und Art.
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74ter der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) erforderlich
gewesen wäre. Es kann von der betroffenen Person erwartet werden, dass sie
innerhalb eines Jahres seit der unzulässiger Weise im formlosen Verfahren erfolgten
Mitteilung des Fallabschlusses an den Versicherer gelangt, wenn sich dieser seither
nicht gemeldet hat (BGE 134 V 150 f., E. 5.2 f.; vgl. vom Bundesgericht aus anderem
Grund aufgehobener Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. Januar 2016, IV
2013/595, E.1.4). Da ein Fallabschluss lediglich mittels Vorbescheids einem
unzulässigen formlosen Abschluss des Verfahrens gleichkommt, die
Beschwerdeführerin auch nach erfolgter Akteneinsicht durch das Sozialamt keinen
Einwand erhob und sich auch sonst nicht meldete, vielmehr am 1. Juli 2015 eine
rentenausschliessende Tätigkeit aufnahm (IV-act. 101-2) und schliesslich am 28.
November 2016 eine Neuanmeldung vornahm (IV-act. 88), ist davon auszugehen, dass
der Vorbescheid vom 22. September 2014 analog einer zu Unrecht im formlosen
Verfahren ergangenen Mitteilung rechtskräftig geworden ist.
2.
2.1 Vorliegend ist der Sachverhalt ab der Anmeldung vom 28. November 2016 zu
prüfen. Verfahrensgegenstand bilden die Ansprüche auf berufliche Massnahmen und
auf Rente. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht frühestens seit 1. Mai 2017 (Art. 29
Ab. 1 und 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).
Umstritten ist im Wesentlichen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht davon
ausgegangen ist, die im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren getroffene
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei auch für die Prüfung der
invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche genügend.
2.2 Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG)
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2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf Rente, wenn sie ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Soll ein Versicherungsfall
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger Begutachtung
vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4).
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2.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.6 Die unfallversicherungsrechtliche Invaliditätsbemessung ist für das invaliden-
versicherungsrechtliche Verfahren nicht bindend; die IV-Stellen haben die
Invaliditätsbemessung selbständig vorzunehmen. Die Voraussetzungen für eine Rente
in diesen Sozialversicherungszweigen sind trotz des grundsätzlich gleichen
Invaliditätsbegriffes verschieden. Insbesondere berücksichtigt die Invaliditätsschätzung
der Unfallversicherung lediglich die natürlich und adäquat kausalen gesundheitlichen
und erwerblichen Unfallfolgen. Daraus folgt insbesondere, dass der rechtskräftige
Abschluss des Unfallversicherungsverfahrens auch bei Beteiligung der IV-Stelle einen
Streit um eine Rente der Invalidenversicherung nicht ein für alle Mal ausschliesst.
Häufig bestehen denn auch nicht bloss unfallbedingte gesundheitliche
Beeinträchtigungen (BGE 133 V 553, E. 6.1 f.).
3.
3.1 Die Rehaklinik Bellikon äusserte zur Arbeitsfähigkeit, rein unfallkausal sei die
berufliche Tätigkeit als Reinigungsangestellte oder als Mitarbeiterin Hotellerie oder
Pflege ganztags zumutbar. Unfallfremd (degenerative Veränderungen) erscheine die
ganztags gehend-stehende Reinigungstätigkeit auf Dauer nicht optimal. Andere
Tätigkeiten seien unfallkausal ohne Einschränkungen ganztags zumutbar. Unfallfremd
(degenerative Veränderungen der Wirbelsäule) empfählen sich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne länger dauernde Zwangshaltungen für die
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Wirbelsäule. Psychiatrisch wurde unfallkausal und unfallfremd nicht unterschieden und
festgestellt, dass keine Einschränkungen vorliegen (IV-act. 142-6 f.). Der RAD nahm am
28. August 2017 Stellung, dieser Einschätzung könne ohne weitere medizinischen
Abklärungen gefolgt werden (IV-act. 125). Die Beschwerdegegnerin schliesst daraus
auf eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit auch für die Invalidenversicherung.
3.2 Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon machten zur Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung unfallfremder Beeinträchtigungen zwei ausdrückliche Aussagen,
nämlich dass die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft nicht (vollständig) an die
vorbestehenden Leiden adaptiert sei, und dass wechselbelastende Tätigkeiten ohne
Zwangshaltungen der Wirbelsäule adaptiert seien. Dies impliziert eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten, denn es ist nicht davon auszugehen, dass
zwar eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit genannt wurde, nicht aber eine
ebenfalls vorhandene quantitative Einschränkung. Zudem wurden in der Diagnostik die
vorbestehenden chronischen cervikospondylogenen und lumbospondylogenen
Schmerzen erwähnt (IV-act. 142-5). Dies legt nahe, dass die Ärzte der Rehaklinik
Bellikon auch aus gesamthaft betrachtender bzw. invalidenversicherungsrechtlich
relevanter Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ausgingen.
Da sie ihre Einschätzungen nicht ausdrücklich auf unfallbedingte Behinderungen
einschränkten, können diese grundsätzlich auch für die Belange der
Invalidenversicherung Geltung beanspruchen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1.
Oktober 2008, 8C_691/2008, E. 3.2).
3.3 In der somatischen Beurteilung führten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon aus, vor
dem Unfall habe die Beschwerdeführerin bereits unter chronischen cerviko- und
lumbo-spondylogenen Schmerzen gelitten, die aktuelle Bildgebung zeige einen
unveränderten Befund der degenerativen Veränderungen in HWS und LWS. Die
aufgrund von Schmerzangeben in der BWS durchgeführte Bildgebung habe ebenso
degenerative Veränderungen ohne Hinweise auf posttraumatische Veränderungen
gezeigt. Neurologisch habe sich kein Hinweis für eine neurogene Affektion der
Wirbelsäule gefunden (IV-act. 129-5). Daraus geht hervor, dass durch den Unfall keine
dauerhafte Veränderung der somatischen Befunde eingetreten war. So stellte die SUVA
ihre Versicherungsleistungen per 31. Juli 2017 ein, weil aufgrund der Beurteilung des
Kreisarztes die aktuell bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien (UV-
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act. 131-1 f.). Dies lässt sich anhand der aktenkundigen bildgebenden Befunde
nachvollziehen. Ein MRT der LWS und des ISG vom 12. Oktober 2016 zeigte einen
stationären Befund zur Voruntersuchung mit relativer Spinalkanalstenose sowie
linksbetonter neuroforaminaler Stenose L4/L5, zudem eine mediane Diskusprotrusion
L5/S1 mit Tangierung der Wurzel S1 beidseits (Suva-act. 24). Ein MRT der HWS vom
14. Oktober 2016 wies eine paramedian rechtsseitige Diskushernie C5/C6 mit leichter
Myelonimpression sowie mässige, rechtsbetonte Spondyl-/Unkarthrosen mit Punctum
maximum C5 bis C7 nach (Suva-act. 23). Kreisarzt Dr.med. F._, Facharzt für
Neurochirurgie, hielt nach einer Untersuchung der Beschwerdeführerin in seiner
Beurteilung vom 3. April 2017 fest, nach primärer Kontusion des Gesässes und der
Lendenwirbelsäule habe sich im Verlauf ein exazerbiertes, panvertebrales
Schmerzsyndrom entwickelt, dies bei vorbestehenden langjährigen, chronischen
cervico- und lumbospondylogenen Schmerzen und radiologisch dokumentierten
degenerativen Veränderungen cervico-thoraco-lumbal. Es sei (bei fehlenden
strukturellen, unfallkausalen Veränderungen) von einer vorübergehenden
Verschlimmerung der degenerativen Veränderungen auszugehen (Suva-act. 105-3).
Auch Dr.med. G._, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Beurteilung vom 22. Januar
2018 aus, die erlittene Kontusion der Wirbelsäule und des Gesässes habe zu einer
vorübergehenden, nicht richtungsgebenden Verschlimmerung von überwiegend
wahrscheinlich degenerativen, durch Abnützung und Verschleiss verursachten
krankhaften Veränderung der Wirbelsäule geführt (act. G 6.2). Ein MRT der BWS vom
22. November 2016 zeigte eine Chondrosis intervertebralis mit kleiner, medianer
Diskushernie auf Höhe TH 5/8 ohne radikuläre Kompression, sowie leichtgradige
Spondylarthrosen (IV-act. 109-9). Hierzu hielt Dr. F._ fest, eine Beteiligung der
Brustwirbelsäule respektive der Halswirbelsäule (an den Unfallfolgen) habe
überwiegend wahrscheinlich nicht stattgefunden (Suva-act. 105-3). Zusammenfassend
ergibt sich aus der Aktenlage somit keine objektivierbare Zunahme der Beschwerden
seit dem Unfallereignis vom 1. Oktober 2016. Vielmehr wurde in somatischer Hinsicht
insgesamt eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet (Austrittsbericht Rehaklinik
Bellikon vom 6. Juli 2017, IV-act. 142-8). Für den Zeitraum zwischen dem das erste
Gesuch abschliessenden Vorbescheid vom 22. September 2014 (IV-act. 80) und dem
Unfallereignis vom 1. Oktober 2016 bestehen keine medizinischen Akten, welche auf
eine Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes schliessen lassen.
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Vielmehr nahm die Beschwerdeführerin in diesem Zeitraum ihre Arbeitstätigkeiten auf
(Tätigkeit 10%-Pensum als Hauswartin ab 5. August 2015; IV-act. 89-3 ff.; Tätigkeit
70%-Pensum Reinigung ab 18. November 2015, IV-act. 89-1 f., 101). Die neu
eingereichten Berichte von Dr. D._ (Diagnoseliste vom 9. Juli 2018, act. G 9.1) und
des MRT des linken Kniegelenks vom 13. Juni 2018 (act. G 9.2) lassen nicht auf eine
zusätzliche dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung schliessen, die im
massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits vorhanden war (vgl.
BGE 131 V 243 E. 2.1; BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). In somatischer Hinsicht stellte
die Beschwerdegegnerin somit zu Recht auf den Austrittsbericht der Rehaklinik
Bellikon ab.
3.4 Gemäss ausführlichem Bericht zum psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik
Bellikon wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit
somatoformer Mitbeteiligung am Schmerzgeschehen ("larvierte Depression"; ICD-10:
F33.0), diagnostiziert und differenzialdiagnostisch eine Anpassungsstörung mit
depressiver Reaktion und Somatisierungstendenz ("larvierte Depression") festgehalten.
Der Störung wurde aktuell keine arbeitsrelevante Leistungsminderung zugemessen,
indes wurde der Beschwerdeführerin eine weiterführende Psychotherapie empfohlen
(Bericht Dr.med. H._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. Juli 2017, IV-
act. 142-15 f.). Die Diagnose wird aufgrund der Befunde nachvollziehbar als eher leicht
und die Erkrankung schlüssig als auch reaktiv betrachtet (IV-act. 129-12 f.).
3.5 Der psychosomatische Konsiliarbericht der Rehaklinik Bellikon schildert die
Beschwerdeführerin als unzufrieden und leicht dysphorisch verstimmt, hintergründig
bedrückt und unterschwellig vorwurfsvoll wirkend, kränkbar (namentlich durch die
Kündigung ihrer bisherigen Arbeitsstelle) und emotional sensibel. Die
Beschwerdeführerin beschreibe eine permanente Müdigkeit und erhöhte
Erschöpfbarkeit. Die Psychomotorik sei einigermassen lebhaft, der Antrieb sei
reduziert. Sie habe sich vor ca. acht Jahren scheiden lassen und lebe mit ihrer jüngsten
Tochter zusammen. Das Freizeitverhalten sei vorwiegend kreativ ausgerichtet (Malen,
Handarbeit, Musik) und sie gehe gerne mit ihrem Hund spazieren. Die
Beschwerdeführerin verfüge über keine Ausbildung und ihre Deutschkenntnisse seien
limitiert (IV-act. 142- 7 f., 17 f.). Zur Therapie wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin
habe Mühe gezeigt, einen besseren Umgang mit den Schmerzen zu erlernen. Sie habe
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sich sehr stark auf die Schmerzen fokussiert und sich nicht in der Lage gesehen,
einfache Übungen mit geringer Belastung durchzuführen (Austrittsbericht Rehaklinik
Bellikon vom 6. Juli 2017, IV-act. 142-9). Der Beschwerdeführerin wurde keine
somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Der funktionelle Schweregrad der
diagnostizierten leichten Depression bzw. Anpassungsstörung ist eher gering.
Schwerere somatische oder psychische Komorbiditäten liegen nicht vor. Die
Beschwerdeführerin verfügt über Ressourcen (kreative Tätigkeiten, Wohnen mit der
jüngsten Tochter), welche durch ihren Umgang mit den Beschwerden sowie das Fehlen
einer Ausbildung und guter Sprachkenntnisse eingeschränkt sind. Insgesamt lassen
der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon von 6. Juli 2017 (IV-act. 142-5 ff.) und der
Bericht über das psychosomatische Konsilium vom 7. Juli 2017 (IV-act. 142-15 ff.)
damit eine dem strukturierten Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 und 143 V 409
genügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu. Aus den Akten ergeben sich keine
Zweifel an der Beweistauglichkeit der Einschätzungen. Die auch in physisch
adaptierten Tätigkeiten von der Rehaklinik I._ attestierte Arbeitsfähigkeit von 40%
(Austrittsbericht vom 24. Januar 2014, IV-act. 73) und die von Dr.med. J._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40% von März
bis September 2013 betreffen einen Zeitraum, der vorliegend nicht relevant ist (E. 1),
und basieren nicht auf andauernden, objektivierbaren Gesundheitsschäden. Sie
vermögen die Einschätzung der Rehaklinik Bellikon nicht massgeblich in Frage zu
stellen. Somit ist auch für das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren von einer
vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen. Die
Beschwerdegegnerin durfte somit auch aus psychiatrischer Hinsicht und damit
gesamthaft auf den Bericht der Rehaklinik Bellikon abstellen und von einer 100%-igen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgehen.
4.
Die Beschwerdeführerin war bis zum Unfall als Reinigungskraft bei der Stiftung K._
tätig. Das Pensum betrug 70% (5,88 von 8,4 Std. tägl. bzw. 29,4 von 42 Std.
wöchentlich) und als Jahreslohn erhielt sie Fr. 3'040.-- x 13 = Fr. 39'520.-- (Angaben
Arbeitgeberin vom 19. Dezember 2016, IV-act. 101-4,8). Nach Angaben der
Beschwerdeführerin arbeitete sie wegen der langjährigen Rückenschmerzen im
reduzierten Pensum (psychosomatisches Konsilium Rehaklinik Bellikon vom 7. Juli
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2017, IV-act. 142-18). Daneben verrichtete sie Hauswartsarbeiten im Umfang von 10%,
wofür sie mit 13 x Fr. 550.-- = Fr. 7'150.-- entlöhnt wurde (Arbeitsvertrag, IV-act. 89-3
ff.). Insgesamt erzielte sie somit vor dem Unfall ein Jahreseinkommen von Fr. 46'670.--
bei einem Stellenumfang von insgesamt 80% und von hochgerechnet auf ein
Vollzeitpensum Fr. 58'338.--. Dieses entspricht dem Valideneinkommen. Gemäss
Lohnstrukturerhebung [LSE]/Lohnentwicklung 2016 betrug das durchschnittliche
Einkommen, Kompetenzniveau 1, Frauen Fr. 54'517.-- (Bundesamt für Statistik [BFS],
Informationsstelle AHV/IV, Invalidenversicherung, Ausgabe 2018, Bern 2018, Anhang
2). Selbst unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von maximal 10-15%
resultieren ein Invalideneinkommen von mindestens Fr. 46'339.-- (0,85 x Fr. 54'517.--)
und ein keinen Rentenanspruch begründender Invaliditätsgrad von 20,6%.
5.
5.1 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) bedrohte Versicherte Anspruch
auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a), und die Voraussetzungen für den
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Geeignet kann eine
Eingliederungsmassnahme nur sein, wenn die betroffene Person - bezogen auf die
jeweilige Massnahme - selber wenigstens teilweise objektiv eingliederungsfähig und
subjektiv eingliederungsbereit ist (objektive und subjektive Eingliederungsfähigkeit [S.
Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011, N 124, mit
Verweisen auf die Rechtsprechung]). Die Massnahme als solche muss erforderlich und
notwendig sein (Bucher, a.a.O., N 127).
5.2 Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben
Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (Art.
18 Abs. 1 lit. a IVG). Durch die mit der 5. IV-Revision erfolgte Änderung des die
Arbeitsvermittlung betreffenden Art. 18 IVG wurde der anspruchsberechtigte
Personenkreis von "eingliederungsfähigen invaliden Versicherten" auf "arbeitsunfähige
(Art. 6 IVG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind" ausgeweitet (vgl. BBl 2005
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4459, S. 4524). Nachdem der Gesetzgeber die Ausweitung des Anspruchs auf
Arbeitsvermittlung bewusst anstrebte, ist diesem Umstand durch die Rechtsprechung
Rechnung zu tragen (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 7. September 2017, IV
2016/396, E. 4.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010,
9C_839/2010, E. 2.2.3, wonach die leistungsspezifische Invalidität nach Art. 18 IVG
schon aufgrund einer relativ geringfügig erschwerten Suche nach einer Arbeitsstelle
gegeben sei, solange diese Erschwernis auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen
sei). Da für den Anspruch auf Arbeitsvermittlung kein Mindestinvaliditätsgrad
erforderlich ist und die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit nicht mehr
arbeitsfähig ist, hat sie grundsätzlich Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Im
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon wurde zwar festgehalten, die
Beschwerdeführerin würde gerne angepasst arbeiten und weise Ressourcen im
kreativen Bereich auf. Indes wurde auch ausgeführt, dass kaum eine Bereitschaft für
eine Belastbarkeitssteigerung spürbar gewesen sei und ein auffälliges Schmerz- und
Leistungsverhalten bzw. eine erhebliche Symptomausweitung bestanden habe (IV-act.
129-5). Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung fehlte es somit an einer für eine
Arbeitsvermittlung erforderlichen subjektiven Eingliederungsbereitschaft, weshalb die
Beschwerde auch diesbezüglich abzuweisen ist. Der Beschwerdeführerin ist es jedoch
unbenommen, sich jederzeit hierfür bei der IV-Stelle neu anzumelden.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Die
Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).