Decision ID: 74975828-cca0-590b-81d7-6a3e05aa14c3
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 28. November 2016 in der Schweiz um
Asyl nach.
Er machte im Wesentlichen geltend, er sei ethnisch Tamile und habe bis
im Jahr 2007 in B._ (Distrikt C._, Nordprovinz) gelebt. Er
habe die Schule im Jahr 1999 mit dem O-Level abgeschlossen. Nach dem
Tod seines Vaters habe er im Alter von fünfzehn Jahren angefangen, in
einem (...) zu arbeiten. Das habe er nach Schulabschluss noch während
drei bis vier Jahren gemacht. Er sei am 28. November 2004 den Liberation
Tigers of Tamil Eelam (LTTE) beigetreten. Nach seinem Beitritt sei er in
einem politischen Büro der LTTE in D._ registriert und dann nach
E._ geschickt worden. Dort habe er ein dreimonatiges Training er-
halten. Weil er körperlich nicht fit gewesen sei, sei er versetzt und für
Schneiderarbeiten eingesetzt worden; dafür habe er Lohn erhalten. Am
(...) 2006 sei er unterwegs bei einer Raketenexplosion verletzt worden. Er
habe für zehn Tage Urlaub erhalten und sei kurz vor Kriegsausbruch nach
C._ gegangen. Er habe nicht mehr zu den LTTE zurückkehren
wollen, weshalb er von diesen gesucht worden sei. Nachdem jedoch die
Strassenverbindung ins Vanni-Gebiet gesperrt worden sei, habe er sei-
tens der LTTE keine Probleme mehr gehabt. Dann habe aber die sri-lan-
kische Armee (SLA) begonnen, Leute der LTTE in C._ zu suchen
und zu töten. Deshalb sei er im Jahr 2007 per Schiff nach F._ und
von dort nach G._ in Katar gereist, wo er zwei Jahre lang mit einem
Visum als Gastarbeiter gelebt habe. Nach Kriegsende sei er nach Sri
Lanka zurückgekehrt und habe am (...) 2009 in H._ (Distrikt
C._) geheiratet und in der Folge dort gelebt. Ab 2010 habe er eine
eigene (...) betrieben. In den Jahren (...) und (...) seien seine Kinder zur
Welt gekommen.
Im Jahr 2016 habe das Criminal Investigation Departement (CID; Geheim-
dienst) begonnen, ihn zu suchen. Er habe seinerzeit mit Kollegen zusam-
men bei den LTTE Fotos gemacht. Ein Junge aus I._, der mit ihm
auf einem Foto gewesen sei, sei verhaftet worden; mutmasslich sei er (Be-
schwerdeführer) von ihm verraten worden. Der Beschwerdeführer führte in
diesem Zusammenhang bei der Befragung zur Person (BzP) aus, das CID
sei in seiner Abwesenheit am (...) zu seiner Mutter nach B._ ge-
gangen und am (...) zu ihm nach Hause gekommen. Die Behördenvertreter
hätten zu seiner Frau gesagt, er habe für den Geheimdienst bei den LTTE
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gearbeitet, er werde nun gesucht und sie kämen wieder. Seine Frau habe
ihn nach dem Behördenbesuch nach J._ geschickt, von wo aus er
das Land am 3. September 2016 verlassen habe. Er wisse nicht, was mit
dem erwischten Jungen oder seinen anderen Kollegen passiert sei. Er
kenne nur die Person namens K._, die erwischt worden sei. Bei der
Anhörung führte der Beschwerdeführer diesbezüglich aus, er sei von un-
bewaffneten Zivilpersonen am 22. August 2016 bei seiner Mutter in
B._ und von bewaffneten Zivilpersonen am 24. August 2016 bei sei-
ner Frau in H._ gesucht worden. Die Unbekannten hätten seine
Frau über ihn und seine Tätigkeit befragt und ihn beschuldigt, Kontakte zu
ehemaligen LTTE-Mitgliedern und eine enge Beziehung zu einem Mann
namens K._ aus I._, der in der Geheimdienstabteilung tätig
gewesen sei, zu haben. Er kenne aber keinen Mann namens K._.
Seine Frau sei mit Füssen getreten worden und man habe ihr gesagt, dass
er in ein Rehabilitationszentrum gehen müsse. Als er nach Hause gekom-
men sei, habe seine Frau ihm geraten, sich zu verstecken. Er habe seine
Frau und Kinder zur Tante seiner Frau geschickt und sei noch am gleichen
Abend nach J._ gegangen, wo er sich versteckt habe und am
3. September 2016 mit Hilfe eines Schleppers über den Flughafen von
F._ ausgereist sei. Nach seiner Ausreise sei er weiterhin gesucht
und seine Frau bedroht worden. Um weitere Probleme zu vermeiden, lebe
diese nicht mehr zu Hause, sondern abwechslungsweise bei ihrer Mutter
und ihrer Tante.
B.
Mit Verfügung vom 24. September 2019 lehnte das SEM das Asylgesuch
des Beschwerdeführers ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und
ordnete den Vollzug der Wegweisung an.
Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen an, die Vorbringen des
Beschwerdeführers seien unglaubhaft. Zwischen seinen Schilderungen in
der BzP und in der Anhörung, wonach im August 2016 Behördenvertreter
zuerst zu seiner Mutter und dann zu ihm nach Hause gekommen seien,
gebe es mehrere Widersprüche, so betreffend seine Angaben, ob er die
Person namens K._ kenne, warum das CID plötzlich angefangen
habe, ihn zu suchen, zum Inhalt der vom CID seiner Frau gegenüber geäus-
serten (an ihn gerichteten) Vorwürfe, zu seinem Entschluss nach
J._ zu gehen und zu den Daten der Suche nach ihm. Ferner wurde
auf weitere Unglaubhaftigkeitselemente in seinen Aussagen hingewiesen.
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C.
Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde vom 25. Oktober
2019 wurde vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-5616/2019 vom
11. Juni 2020 abgewiesen.
Das Gericht stellte fest, die vom Beschwerdeführer vorgebrachte angebliche
behördliche Suche nach ihm im Jahr 2016 könne ihm nicht geglaubt werden.
So habe der Beschwerdeführer an der BzP angegeben, ein Junge namens
K._, der von den sri-lankischen Behörden erwischt worden sei,
habe ihn verraten. K._ sei aus I._. Er kenne nur K._,
die anderen Kollegen kenne er nicht. Anlässlich der Anhörung habe er hin-
gegen ausgeführt, er kenne keinen K._, vermute aber, dass
K._ ein normaler Arbeiter wie er gewesen sei und gleichzeitig als
Informant gearbeitet habe. Dieses widersprüchliche Aussageverhalten sei
nicht nachvollziehbar. Weiter sei nicht plausibel, dass die Behörden ihn an-
geblich zuerst bei seiner Mutter in B._ gesucht haben sollten, ob-
wohl er gemäss eigenen Angaben seit 2009 mit seiner Frau und den zwei
Kindern in H._ gelebt habe und dort auch offiziell registriert gewe-
sen sei. Das Gericht teile im Übrigen die Auffassung der Vorinstanz, dass
er die weiteren Ereignisse an besagtem Abend, als seine Frau ihm von der
Behördensuche erzählt habe, kurz und inhaltsleer ausgeführt habe. So
wäre beispielsweise zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer die
Art und Weise und den Zeitpunkt seiner Kenntnisnahme oder eine mögli-
che Besprechung mit seiner Ehefrau beschrieben hätte. Insgesamt ent-
stehe nicht der Eindruck, dass der Beschwerdeführer die behördliche Su-
che nach ihm im Jahr 2016 tatsächlich erlebt habe. Es sei ihm demnach
nicht gelungen, eine Verfolgung durch das CID glaubhaft darzulegen.
D.
Mit als «Asylgesuch nach Art. 111c AsylG» betitelter Eingabe vom
28. Juli 2020 an das SEM ersuchte der Beschwerdeführer erneut um Asyl
oder zumindest Anordnung der vorläufigen Aufnahme. Das SEM leitete die
Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht weiter.
In dieser wurde im Wesentlichen geltend gemacht, nach dem Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni 2020 sei es zu neuen Ereignis-
sen gekommen. So sei der Beschwerdeführer 2020 bereits zwei Mal vom
CID vorgeladen worden. Dies beweise, dass der sri-lankische Staat nach
wie vor ein Interesse an ihm habe. Sein Risikoprofil sei deshalb neu einzu-
schätzen. Die Vorladung stamme aus der Zeit nach der Wahl von Gotabaya
Rajapaksa, weshalb die neue politische Situation einen Einfluss auf ihn
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habe. Ausgehend von seinem Risikoprofil müsse angenommen werden,
dass er bei einer allfälligen Rückkehr nach Sri Lanka unter den heutigen
Gegebenheiten erhebliche und konkrete Gefahr laufen würde, asylrelevan-
ter Verfolgung ausgesetzt zu sein.
Als Beweismittel wurden Kopien von zwei Vorladungen des CID in engli-
scher Übersetzung vom 9. Januar und vom 3. Februar 2020 eingereicht
und dazu ausgeführt, die Originale hätten dem Beschwerdeführer aufgrund
von Problemen mit der Post noch nicht gesendet werden können. Weiter
wurde die Kopie des Briefumschlags eingereicht, in welchem eine der Vor-
ladungen gesendet worden sei, sowie ein Schreiben des Anwalts des Be-
schwerdeführers vom 14. Februar 2020.
E.
Das Bundesverwaltungsgericht wies die als Revisionsgesuch behandelte
Eingabe vom 28. Juli 2020 mit Urteil D-3998/2020 vom 7. Oktober 2020
ab.
Im Wesentlichen stellte es fest, dass nicht ersichtlich sei, weshalb der Be-
schwerdeführer entsprechende Nachforschungen nicht schon früher in die
Wege geleitet habe. Für die Echtheit der Dokumente bestehe keine Ge-
währ, zumal diese nur in Kopien vorlägen, die nur eine geringe Beweiskraft
zu entfalten vermöchten. Es sei auch nicht ersichtlich, wer wann und wie
in den Besitz dieser Dokumente gelangt sein solle. Er habe hierzu keinerlei
Angaben gemacht. Das Schreiben des Anwalts müsse als Gefälligkeits-
schreiben beurteilt werden. Die eingereichten Dokumente seien daher
nicht geeignet, die Glaubhaftigkeit der im vorangegangenen Beschwerde-
verfahren als unglaubhaft qualifizierten Fluchtvorbringen zu bewirken. Die
Beweismittel seien nicht als beweistauglich und somit auch nicht als erheb-
lich im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG zu qualifizieren.
F.
Am 22. Juli 2021 stellte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertre-
ter beim SEM ein Mehrfachgesuch. Darin wurde im Wesentlichen geltend
gemacht, das sri-lankische Verteidigungsministerium würde das Swiss Ta-
mil Coordinating Committee (STCC) sowie die Tamil Youth Organization
(TYO) in einem Dekret öffentlich als terroristische Organisation einstufen.
Der Beschwerdeführer arbeite mit zwei grossen tamilischen Bewegungen
beziehungsweise Organisationen in Europa respektive einer Person, die in
der Schweiz lebe, zusammen, nämlich der TYO und L._. Deren
Sympathisanten würden bei einer Rückkehr nach Sri Lanka verhaftet. Er
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sei ein Kader und Akteur der STCC und treffe L._ monatlich. Es
gebe Projekte gegen die Regierung in Sri Lanka. Er würde vor jeder Kund-
gebung die Tamilen seines Wohnkantons mobilisieren und sie zu den Orten
der Demonstrationen führen. Er sei in der Schweiz politisch aktiv und Mit-
glied der politischen Plattform STCC, die von L._ geführt werde. Er
habe am (...) eine grosse Kundgebung in M._ organisiert. In der
Folge hätten am 15. März 2021 Spezialeinheiten der Armee in Sri Lanka
seine Frau auf ihn angesprochen und ihn subversiver Machenschaften be-
zichtigt. Auch sei der Nachrichtendienst bei ihm zuhause vorbeigegangen
und habe seine Angehörigen bedroht, die Namen anderer Demonstranten
preiszugeben. Seither lebe seine Verwandtschaft in Angst. Somit bestün-
den für ihn heute auch subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54
AsylG.
Der Grama Officer seines Wohnorts bestätige in einem Schreiben, dass
die Sicherheitskräfte hinsichtlich seiner exilpolitischen Aktivitäten auf dem
Laufenden seien. Seine Frau sei aufgrund der Vorkommnisse depressiv
geworden, wie ein ärztliches Schreiben belege. Ein weiteres Bestätigungs-
schreiben zeuge von der Versehrtheit seiner Schwiegermutter, die nun
gänzlich von der Unterstützung seiner Frau abhängig sei. Die Situation
ehemaliger LTTE-Mitglieder sei alarmierend, wie aus vielen öffentlichen
Quellen hervorgehe. Seine Furcht sei zusätzlich dadurch begründet, dass
der neue sri-lankische Verteidigungsminister – Kamal Gunaratne – An-
strengungen unternehme, welche die tamilische Diaspora näher in den Fo-
kus der Sicherheitsdienste rücken liessen. Er würde derzeit gesucht und
habe begründete Furcht vor erneuter Verfolgung im Heimatstaat. Das SEM
sei gehalten, seinen Fall auch mit Blick auf die aktuellen politischen Bege-
benheiten und Entwicklungen in Sri Lanka zu beurteilen. Dabei sei auch
die Rolle und Person des sri-lankischen Präsidenten Gotabaya Rajapaksa
zu berücksichtigen.
Zur Stützung der Vorbringen wurden fünf Fotos, ein Schreiben des Grama
Officer in (...) vom 6. Juli 2021, ein Schreiben des Centre (...) vom 17. April
2019, ein Schreiben der behandelnden Ärztin seiner Frau vom 15. Mai
2021, eine Kopie der Identitätskarte seiner Frau, Gazetten-Ausgabe
Nr. 2216/37 vom 25. Februar 2021, diverse Links von öffentlich zugängli-
chen Quellen und ein DHL-Versandumschlag eingereicht.
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G.
Mit Verfügung vom 12. August 2021 – eröffnet am 20. August 2021 – stellte
das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht, wies das Mehrfachgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus
der Schweiz an. Gleichzeitig forderte es den Beschwerdeführer auf, das
Staatsgebiet der Schweiz sowie den Schengen-Raum am Tag nach Eintritt
der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Das Gesuch um Erlass der
Verfahrenskosten wies es ab und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–. Die in
der Eingabe vom 22. Juli 2021 gestellten Anträge auf Durchführung einer
Anhörung und allfällig weiterer Instruktionsmassnahmen lehnte es ab.
H.
Mit Eingabe des rubrizierten Rechtsvertreters vom 17. September 2021 er-
hob der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde. In dieser wurde beantragt, der angefochtene
Entscheid sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei
die vorläufige Aufnahme zu verfügen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht
wurde beantragt, es sei festzustellen, dass die Beschwerde aufschieben-
den Wirkung zukomme, es sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge-
währen und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich-
ten.
Mit der Beschwerde wurden drei Fotos eingereicht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-
gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
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ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG i.V.m Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist
– unter nachstehendem Vorbehalt – einzutreten.
1.3 Gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG hat die Beschwerde in Verwaltungssa-
chen aufschiebende Wirkung und das SEM hat die aufschiebende Wirkung
der Beschwerde nicht entzogen (Art. 55 Abs. 2 VwVG). Der Beschwerde-
führer darf den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten (Art. 42
AsylG). Auf den Antrag, es sei festzustellen, dass der Beschwerde auf-
schiebende Wirkung zukomme, ist daher mangels Rechtsschutzinteresses
nicht einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
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Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise
aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge-
schaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im
Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen
zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch
gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob
sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen
werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder
glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl.
BVGE 2009/29 E. 5.1, 2009/28 E. 7.1 m.w.H.).
5.
5.1 Das SEM stellte zum Mehrfachgesuch des Beschwerdeführers im We-
sentlichen fest, es könne zunächst auf den Asylentscheid des SEM vom
24. September 2019 und auf das BVGer-Urteil D-5616/2019 vom 11. Juni
2020 verwiesen werden. Dabei sei festgestellt worden, dass er keiner Ri-
sikogruppe angehöre und er keine flüchtlingsrechtlich relevanten Verfol-
gungsmassnahmen vor der Ausreise habe glaubhaft machen können. Es
sei nicht davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden ein wesent-
liches Interesse an ihm beziehungsweise an Informationen zu seiner ver-
meintlichen Unterstützung der LTTE habe. Des Weiteren sei in Bezug auf
sein neues Vorbringen, wonach seine Angehörigen Mitte (...) 2021 von Si-
cherheitskräften angegangen worden seien und nach ihm und anderen
Kundgebungsteilnehmenden von M._ gefragt worden sei, festzu-
halten, dass es sich hierbei um eine blosse Parteibehauptung handle. Aus-
serdem scheine abwegig, dass die sri-lankischen Sicherheitskräfte ver-
sucht hätten, über seine Angehörigen in Sri Lanka die Namen anderer De-
monstranten von M._ in Erfahrung zu bringen. Dies gelte umso
mehr, als fraglich scheine, weshalb die sri-lankischen Behörden offensicht-
lich ihn, hingegen jedoch nicht weitere Protestler identifiziert hätten. Der
Grama Officer seines Wohnortes bestätige in dessen Schreiben vom 6. Juli
2021 denn auch nicht, dass die Sicherheitskräfte hinsichtlich der exilpoliti-
schen Aktivitäten des Beschwerdeführers auf dem Laufenden seien. Viel-
mehr schreibe dieser lediglich, dass die Frau des Beschwerdeführers ihm
Fotos von der besagten Kundgebung vom (...) 2021 abgegeben habe. Da
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es sich beim Schriftstück augenscheinlich um eine kopierte Blanko-Vorlage
mit handschriftlichen Einträgen handle, sei diesem ohnehin keine Beweis-
kraft beizumessen. Dasselbe gelte hinsichtlich des Schreibens der behan-
delnden Ärztin seiner Ehefrau vom 15. Mai 2021. Das SEM stelle zwar
nicht in Abrede, dass seine Frau an psychischen Beschwerden leide. Ein
Zusammenhang mit den von ihm ins Feld geführten Ursachen sei jedoch
nicht zu erkennen. Er bringe weiter vor, dass er sich in der Schweiz exilpo-
litisch betätige und innerhalb der hiesigen Diaspora eine wichtige Rolle ein-
nehme. Er habe indes sein Engagement nicht eingehend präzisieren kön-
nen. Seine Unterstützungstätigkeit für L._ oder dessen Jugendor-
ganisation habe er nicht näher zu erläutern vermocht. Im Übrigen werde
nicht immer klar, wovon er in Bezug auf seine eigene Rolle und Funktion
jeweils spreche, referiere er einmal doch zur STCC, für die er angeblich
tätig sei, ein anderes Mal wiederum zur TYO, die als terroristisch eingestuft
werde. Seine Rolle als vorgeblicher Organisator von Kundgebungen oder
anderweitig exilpolitisch aktive Person beschreibe er ferner überaus dürf-
tig. Seinen eingereichten Fotos könne nichts weiter entnommen werden,
als dass er vor dem Gerichtsgebäude der (...) mit einem Plakat des ver-
storbenen LTTE-Führers und mit der LTTE-Flagge stehe. Ferner seien
keine weiteren demonstrierenden Personen zu sehen. Den Fotos lasse
sich nichts entnehmen, was auf eine von ihm organisierte grosse Demonst-
ration hindeuten könnte. Seine Form des Protests sei als niederschwellig
zu bezeichnen und scheine nicht geeignet, als Individuum mit einer rele-
vanten politischen Stimme aus der breiten Gruppe einer blossen Mitläufer-
schaft herauszutragen. Seine Aussagen, wonach es sich bei ihm um eine
exilpolitisch besonders aktive Person mit Kaderposition in einer tamilischen
Organisation handle, die von den sri-lankischen Behörden als terroristisch
eingestuft werde, bleibe unbelegt. Die Tätigkeiten seien ferner unproble-
matisch, da er keine separatistische oder anderweitige Absicht verfolge,
welche für die Einheit des sri-lankischen Staates eine Gefahr darstelle. Die
sri-lankische Regierung werde ihm deshalb bei einer Rückkehr keine enge
Verbindung zu den LTTE unterstellen oder ihn zu einer Gruppe zählen, die
bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wieder aufleben zu lassen.
Dies gelte umso mehr, als dass er nach Kriegsende im Jahr 2009 noch
mehrere Jahre in Sri Lanka gelebt habe respektive habe aus- und wieder-
einreisen können, ohne flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmass-
nahmen glaubhaft machen zu können. Die zahlreichen Links und Medien-
artikel, die er im Mehrfachgesuch anführe, vermöchten ferner keinen kon-
kreten Zusammenhang zu seiner Person oder spezifische Auswirkungen
für seine Person aufzuzeigen. Auch der Umstand, dass er L._, des-
sen Name offensichtlich auf einer Suchliste fungiere, kenne, vermöge sein
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(exil-) politisches Profil nicht zu schärfen. Unter Berücksichtigung sämtli-
cher Faktoren weise er kein erhöhtes Risikoprofil auf.
Allein die Befragung am Flughafen bei einer Rückkehr und das allfällige
Eröffnen eines Strafverfahrens wegen illegaler Ausreise würden keine
flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmassnahme darstellen. Auch
Kontrollmassnahmen am Herkunftsort nähmen grundsätzlich kein flücht-
lingsrechtlich relevantes Ausmass an. Die Narbe an seinem linken Ober-
schenkel, die er mit einem Foto dokumentiere, vermöge die Risikoeinschät-
zung des SEM nicht umzustossen. Somit lägen keine (neuen) Risikofakto-
ren vor, die im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka eine Furcht vor künftigen
Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG begründen würden.
Auch die am 16. November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl vermöge
diese Einschätzung nicht umzustossen. Voraussetzung für die Annahme
einer Verfolgungsgefahr sei ein persönlicher Bezug der asylsuchenden
Person zu eben diesem Ereignis respektive dessen Folgen. Dafür reiche
es nicht aus, pauschal auf politische Entwicklungen der jüngsten Vergan-
genheit oder mögliche Zukunftsszenarien zu verweisen. Stattdessen sei
eine hinreichende Subsumption im Einzelfall notwendig, was vorliegend
nicht überzeugend dargetan worden sei. Auch die Ausführungen über die
politischen Handlungen des Verteidigungsministers Kamal Gunaratne än-
dere daran nichts, zumal im Mehrfachgesuch auch diesbezüglich kein di-
rekter Bezug zu ihm umschrieben werde.
5.2 In der Beschwerde werden vorab nochmals die Gründe des Mehrfach-
gesuches dargelegt. Alsdann wird Kritik an einzelnen Erwägungen des
SEM geübt beziehungsweise Unverständnis bezüglich derselben zum Aus-
druck gebracht und schliesslich geltend gemacht, die Begründung des
SEM sei stereotyp, nehme keinen Bezug zum konkreten Fall und sei aus
anderen Verfügungen kopiert worden. Ferner sei fraglich, wie viele De-
monstrationen es brauche, bis der Beschwerdeführer ein asylrechtlich re-
levantes Risikoprofil aufweise. Die Fotos des Beschwerdeführers seien
eindeutig. Er habe das Risiko auf sich genommen, sich alleine unmaskiert
mit Zeichen des tamilischen Separatismus vor (...) fotografieren zu lassen.
Dies sei eine Straftat nach dem neuen Gesetz gegen den Terrorismus.
Wenn er sich mit anderen Demonstrationsteilnehmenden hätte fotografie-
ren lassen, hätte das SEM festgehalten, er folge bloss den anderen, ohne
ein spezielles Profil aufzuweisen. Das Profil des Beschwerdeführers habe
sich seit dem ersten Asylverfahren derart entwickelt, dass er nun eine Per-
son mit einem Risikoprofil sei. Es sei deshalb davon auszugehen, dass der
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Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka sicherlich verhaftet
werde. Der vorliegende Sachverhalt manifestiere eindeutig, dass subjek-
tive Nachfluchtgründe vorlägen. Die Angaben des Beschwerdeführers
seien authentisch, glaubhaft und mit Beweisen belegt. Die Menschen-
rechtssituation in Sir Lanka bleibe prekär und volatil. Der neue Verteidi-
gungsminister Kamal Gunaratne bestätige, dass sich die LTTE mit Hilfe der
Diaspora neuformiere. Es sei zu Verhaftungen im Dezember 2019 gekom-
men.
Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs wird schliesslich geltend gemacht,
der Beschwerdeführer leide an Depressionen und könne nicht ohne Medi-
kamente einschlafen. Bei einer Rückkehr sei seine Lebenserwartung um
die Hälfte reduziert. Er habe alles verloren. Seine Familie sei arm und leide.
Es gebe keine Person zuhause, auf die er zählen könne. Seine Frau sei
krank, was das SEM nicht gewürdigt habe, und er habe zwei Kinder.
6.
6.1 Das SEM hat mit seinem Hinweis auf die Verfügung vom 24. Septem-
ber 2019 und auf das BVGer-Urteil D-5616/2019 vom 11. Juni 2020 darge-
legt, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise in Sri Lanka keine
asylrechtlich relevante Verfolgung hat glaubhaft machen können. Dies ist
insoweit für die Prüfung eines Mehrfachgesuchs relevant, um aufzuzeigen,
ob eine asylsuchende Person allenfalls bereits vor der Ausreise politisch
aktiv gewesen war und Verfolgungsmassnahmen, welche jedoch nicht
asylrelevant waren, ausgesetzt gewesen war. Dies trifft jedoch auf den Be-
schwerdeführer nicht zu.
6.2 Das SEM hat sodann hinsichtlich der exilpolitischen Aktivitäten umfas-
send und überzeugend dargelegt, warum der Beschwerdeführer kein ex-
poniertes Profil aufweise, auf welches die sri-lankischen Behörden auf-
merksam geworden sein könnten. Dabei ist es auf die eingereichten Be-
weismittel und den Einzelfall eingegangen. Der Vorwurf in der Beschwerde,
die Begründung des SEM sei stereotyp und aus anderen Verfügungen ko-
piert worden, trifft nicht zu. In der Beschwerde wird sodann weder belegt,
dass es sich beim Beschwerdeführer um eine Kaderperson einer exilpoliti-
schen Organisation in der Schweiz handelt, noch nähere Ausführungen zu
seiner Funktion als Organisator von Demonstrationen gemacht. Auch die
Verbindungen zu L._, der TYO und der STCC werden mit keinen
Beweismitteln belegt. Es liegen diesbezüglich lediglich Behauptungen des
Beschwerdeführers vor. Insofern in der Beschwerde die Frage aufgeworfen
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wird, an wie vielen Demonstrationen der Beschwerdeführer denn noch teil-
nehmen müsse, um ein Risikoprofil aufzuweisen, ist festzustellen, dass die
Anzahl von Teilnahmen an Demonstrationen nicht ausschlaggebend ist,
sondern vielmehr, dass die Person als tamilischer Separatist von den sri-
lankischen Behörden wahrgenommen wird. Dies ist jedoch beim Be-
schwerdeführer nicht der Fall. Die drei Fotos, auf denen er vor dem (...)
abgebildet ist, ändern an dieser Einschätzung nichts. Es ist weder aufgrund
der Kleidung noch dem Standort des Beschwerdeführers zu schliessen,
dass er eine besondere Funktion innehaben würde, und es weist auch
sonst nichts darauf hin, dass es sich bei ihm um eine Person handelt, die
sich aus der Masse von tamilischen Demonstrierenden hervorheben würde
und deshalb die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden auf sich ge-
zogen haben könnte. Angesichts seines niederschwelligen Profils ist auch
nicht davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden nach der De-
monstration vom (...) 2021 bei seiner Frau vorstellig geworden und sie
nach dem Beschwerdeführer und anderen Demonstrierenden befragt ha-
ben. Die mit der Beschwerde eingereichten Fotos aus Sri Lanka belegen
nicht, dass seine Frau von Beamten angehört worden ist. Die abgebildete
Person, welche steht, ist aufgrund ihrer Kleidung und dem Umstand, dass
sie einen Rucksack trägt, nicht als Mitglied einer Behörde zu erkennen. Die
abgebildete Person, die auf einem Stuhl sitzt und allenfalls eine Uniform
trägt, erweckt nicht den Eindruck, dass sie mit der Einvernahme einer Per-
son beschäftigt ist. Dass effektiv eine Befragung der Ehefrau des Be-
schwerdeführers durch sri-lankische Sicherheitskräfte stattfindet, lässt sich
mithin aufgrund der auf den Fotos festgehaltenen Szenerie jedenfalls nicht
feststellen. Die Fotos sind deshalb nicht geeignet zu belegen, dass sich die
sri-lankischen Behörden bei seiner Ehefrau nach dem Beschwerdeführer
erkundigten. Ungeachtet dessen, ob es sich beim Schreiben des Grama
Officer um ein Blanko-Vorlage handelt oder nicht, ist schliesslich festzuhal-
ten, dass aus dem Inhalt des Schreibens nicht hervorgeht, dass die Frau
des Beschwerdeführers von den Sicherheitskräften aufgesucht worden ist.
Vielmehr geht daraus lediglich hervor, dass die Frau des Beschwerdefüh-
rers dem Grama Officer die Fotos des Beschwerdeführers anlässlich seiner
am (...) 2021 abgehaltenen Demonstration gezeigt hat. Das SEM hat so-
dann zutreffend ausgeführt, dass die Beweismittel den Gesundheitszu-
stand seiner Frau betreffend nicht geeignet seien, eine Verfolgung des Be-
schwerdeführers zu belegen. Gemäss dem Schreiben der Ärztin sind die
gesundheitlichen Probleme der Ehefrau des Beschwerdeführers denn
auch auf ihre wirtschaftlich schwierige Situation mit zwei von ihr abhängi-
gen Kindern und alten unselbständigen Eltern zurückzuführen. Dass diese
in einem Zusammenhang mit exilpolitischen Tätigkeiten ihres Ehemannes
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in der Schweiz stehen sollen, geht aus dem Schreiben hingegen nicht her-
vor. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht
glaubhaft darzulegen vermochte, dass er als Oppositioneller ins Visier der
sri-lankischen Behörden geraten ist und deshalb bei einer Rückkehr eine
asylrelevante Gefährdung zu befürchten hat. Aus den weiteren Einwänden
in der Beschwerde geht nichts hervor, dass zu einem gegenteiligen
Schluss Anlass geben könnte.
6.3 Soweit der Beschwerdeführer eine allgemeine Gefährdungslage für
nach Sri Lanka zurückkehrende tamilische Asylsuchende nach der Macht-
ergreifung des Rajapaksa-Clans geltend macht und auf Handlungen des
Verteidigungsministers Kamal Gunaratne verweist, hat er nicht ansatz-
weise dargelegt, inwiefern er persönlich aufgrund dieser Umstände konkret
in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise betroffen sein soll.
6.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das SEM die Flüchtlingsei-
genschaft zu Recht verneint und das Mehrfachgesuch abgewiesen hat.
7.
Der Beschwerdeführer hat keine nach dem rechtskräftigen Abschluss sei-
nes ordentlichen Asylverfahrens entstandenen Gründe dargetan, die in Be-
zug die Flüchtlingseigenschaft, die Wegweisung aus der Schweiz bezie-
hungsweise den Vollzug der Wegweisungsvollzug (Art. 83 Abs. 1–4 AIG)
zu einer von derjenigen im ordentlichen Verfahren abweichenden Beurtei-
lung seines Asyl- und Wegweisungsverfahrens führen könnten. Insofern er
in der Beschwerde geltend macht, er leide an Depressionen, werden diese
durch keinen Arztbericht belegt. Hinsichtlich der psychischen Gesundheit
der Ehefrau könnte es dieser eine Hilfe sein, wenn der Beschwerdeführer
zurückkehrt, um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern, zumal er über
eine mehrjährige Arbeitserfahrung als (...) verfügt und damit eine Existenz-
grundlage für seine Familie schaffen kann (vgl. BVGer-Urteil
D-5616/2019 vom 11. Juni 2020 E. 7.3.3). Demnach erweist sich der Voll-
zug der Wegweisung nach wie vor als zulässig, zumutbar und möglich.
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8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf
diese einzutreten ist.
9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
9.2 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
erweist sich mit dem vorliegend ergehenden Entscheid in der Sache als
gegenstandslos. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da sich die in
der Beschwerde gestellten Begehren als zum vornherein aussichtslos er-
weisen.
(Dispositiv nächste Seite)
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