Decision ID: cb30892a-4fbb-4569-ba8c-bdd4404921f4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1988, war vom
1.
Mai bis 3
0.
November 2018 bei der
Y._ GmbH
als
Flachdachisoleur
angestellt und damit bei der Suva für Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert, als er sich am 2
5.
Sep
tember 2018 während der Arbeit mit der Säge am rechten Handrücken
verletzte (vgl. Schadenmeldung vom 2
9.
September 2018,
Urk.
8/1). Die Suva
erbrachte in der Folge die gesetzlichen Versicherungsleistungen
(
Urk.
8/2
-4,
Urk.
8/11/1-2 =
Urk.
8/12/1-2
,
Urk.
8/18/1-2
).
Mit Verfügung vom
8.
März 2019
verneinte die Suva gestützt auf die Beurteilung des Kreisarztes eine weitere Leistungspflicht, da die bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien (
Urk.
8/36 =
Urk.
8/37/2-4 =
Urk.
8/38/2-4 =
Urk.
8/39/2-4).
Die dagegen am
9.
März 2019 mündlich
erhobene Einsprache (
vgl.
Einspracheprotokoll
,
Urk.
3/3 =
Urk.
8
/
40 =
Urk.
8/42)
wies die
Suva
mit Entscheid vom
1
8.
April 2019
ab (
Urk.
8
/
46
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
6.
Mai 2019 Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
8.
April 2019 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, dieser sei aufzu
heben, es seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und die gesetz
lichen Leistungen weiter auszurichten (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Juni 2019 beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), wozu sich der Beschwerdeführer innert angesetzter Frist (Verfügung vom
1.
Juli 2019,
Urk.
9) nicht vernehmen liess
(
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt.
1.3
Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der rechtlichen Folgen sind Versicherungsträger und Gerichte auf Angaben ärztlicher Expertinnen und Experten angewiesen. Diese Angaben bilden die ausschlaggebenden Beweismit
tel. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 2
5.
März 2019
davon aus,
dass eine Arbeits
unfähigkeit bis vier Wochen nach dem Ereignis ausgewiesen sei, eine weitere Arbeitsunfähigkeit sei überwiegend wahrscheinlich nicht mehr unfallkausal (S.
5).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (
Urk.
6)
unter Beilage einer weiteren kreisärztlichen
Stellungnahme
(
Urk.
7)
fest.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt (
Urk.
1),
die Untersuchung durch
Dr.
Z._
sei nicht vollständig und richtig durchgeführt worden.
Dr.
Z._
habe gemeint, die Schm
erzen seien nicht vom Unfall
,
den
er gehabt habe
.
Er sei aber
vor dem Unfall kerngesund gewesen
und habe keine Schmerzen gehabt. Er sei vor dem Unfall noch nie bei seinem Hausarzt für eine Untersuchung gewesen.
Vor drei Wochen sei er arbeiten gewesen, am ersten Tag habe er sehr viele Schmerzen gehabt. Trotzdem habe er weitergearbeitet, mit dem Gedanken, dass seine Hand wieder so werde wie sie gewesen sei. Seine Hand zittere, wenn er etwas hebe und seine Finger seien be
täubt. Am dritten Tag sei seine Hand sehr geschwollen gewesen und er habe sehr viele Schmerzen gehabt. Er habe die Arbeit abgebrochen und sei zu seinem Haus
arzt gegangen. Er möchte von einem anderen Arzt untersucht werden, weil er nicht so wie vor dem Unfall
arbeiten könne
(S. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die über den
1
8.
Dezember 2018
hinaus anhaltenden Beschwerden des Beschwerdeführers noch in einem Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom
2
5.
September 2018
stehen und dementsprechend weiterhin ein Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin besteht.
3.
3.1
Med. pract.
A._
, Spital
B._
, berichtete im ambulanten Notfallbericht vom 2
5.
September 2018 (
Urk.
8/17) von der notfallmässigen Selbstvorstellung, nachdem sich der Beschwerdeführer mit einer Säge eine Schnittverletzung am rechten Handrücken zugezogen habe. Es bestehe keine sichtbare Fehlstellung, keine Schwellung und kein Hämatom.
Am Handrücken bestehe eine über Ossa
metacarpalia
II-IV quer ziehende, unscharf berandete, sau
bere, klaffende, nicht blutende Wunde.
Es seien keine Sehnen, Nerven oder Gefässe am Wundrand erkennbar. Die Extension in den Fingergelenken sei auch gegen Widerstand erhalten und die periphere Durchblutung, Motorik und
Sensi
bilität
(
pDMS
) sei intakt.
3.2
PD.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie,
D._
, nannte im Bericht vom 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
3/1 =
Urk.
8/9/1-2
=
Urk.
8/21
) als Diagnose
ein diskretes sensibles
Sulcus
-
u
lnaris
-Syndrom rechts. Dazu führte er aus, es werde angegeben, dass bei einem Arbeitsunfall eine Schnittverletzung des Handrückens rechts aufgetreten sei. Im erstversorgenden Bericht seien keine wesentlichen Auffälligkeiten, keine Nerven- oder Gefässverletzungen oder Hämatome beschrieben worden
(S. 1)
.
Die Symptomatik entspreche einem leich
ten sensiblen
Sulcus
Ulnaris
-Syndrom rechts. Vermutlich sei dieses durch Schon
haltung des rechten Arms nach dem Unfall entstanden. Elektrophysiologisch und
neurosonologisch
bestünden unauffällige Befunde. Es sei von einem funktionel
len
Sulcus
Ulnaris
-Syndrom auszugehen. Therapeutisch sei das Tragen einer Ell
bogenschiene sowie Vermeidung von Flexionshaltung des rechten Ellbogens und Druck auf den rechten Ellbogen zu empfehlen. Bei konsequenter Anwen
dung der Ellbogenpolsterung sei
von einer
restitutio
ad integrum auszugehen (S. 2).
3.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 1
0.
Dezember 2018 (
Urk.
8/16) aus,
der Beschwerdeführer habe
von Beginn weg einen protrahierten Heilungsverlauf mit initial
Krippelparästhesien
in der Hand gezeigt. Im Verlauf erstmals in der Sprechstunde vom 1
1.
Oktober habe der Beschwerdeführer leichte Dysästhesien im
Ulnarisbereich
des rechten Arms erwähnt. Aufgrund der Persistenz der Symptomatik sei nach vier Wochen
post
Trauma ein neurologisches
Konsil
bei
Dr.
C._
durchgeführt worden. In der Folge sei ein Arbeitsversuch mit Abbruch infolge starker Schmerzverstärkung und reaktiver muskulärer Dysbalance bis Schulterfixatoren rechts erfolgt.
3.4
Im UVG Zeugnis des
S
pitals
B._
vom 1
4.
Dezember 2018 (
Urk.
8/20/1) berichteten die Ärzte von einer Schnittwunde am Handrücken rechts, welche mit
tels Wunderversorgung, Spülung und Desinfektion versorgt worden sei. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht.
3.5
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Anästhesie, führte
beauftragt durch die Suva
im Bericht vom 1
5.
Januar 2019 (
Urk.
3/2 =
Urk.
8/28) aus, nach gut geheilter Schnittverletzung des rechten Handrückens habe der Beschwerdeführer ein diskretes
Ulnarissyndrom
, dass sich nicht direkt durch den Unfall erklären lasse (S. 1 unten). Die Beschwerden in der Schulter und im Rücken liessen sich nur durch eine somatoforme Komponente erklären. Die somatoforme Komponente der Beschwerden lasse auf eine lange Rehabilitations
zeit schliessen.
Es sei mit einer noch mehrere Monate dauernden vollen Arbeits
unfähigkeit zu rechnen. Es stelle sich die Frage, ob dies Krankheit oder Unfall sei (S. 2).
3.6
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.3) führte im Bericht vom 2
5.
Februar 2019 (
Urk.
8/34) aus, der Beschwerdeführer habe im November und erneut im Dezember einen Arbeitsversuch gemacht und habe diesen jeweils infolge invalidisierender Schmerze
xazerbation in der rechten Hand und Unterarm
wieder abbrechen müs
sen. Entsprechend sei die erneute Krankschreibung erfolgt. In der Physiotherapie mit MTT habe der Beschwerdeführer im Verlauf 2019 deutliche Fortschritte gemacht. Ein erneuter Arbeitsversuch zu 100
%
sei für den März 2019 geplant.
3.7
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, Versicherungsmediziner Suva, führte in seiner Beurteilung vom 2
7.
Februar 2019 (
Urk.
8/35/3) aus,
durch den Unfall sei eine Schnittverletzung der Haut am Handrücken entstanden, welche mit 5 Stichen genäht worden sei. Der Endzustand sei nach zwei bis vier Wochen erreicht gewe
sen.
Das
Sulcus
nervi
ulnaris
-Syndrom und die muskuläre Dysbalance seien über
wiegend nicht unfallkausal.
3.8
Dr.
F._
führte in einer weiteren
Stellungnahme
vom 2
5.
März 2019 (
Urk.
8/44) aus,
am 2
5.
September 2018 habe sich der Beschwerdeführer am Handrücken rechts verletzt und sich eine Schnittverletzung zugezogen, welche mit 5 Einzelknopfnähten adaptiert worden sei. Der Lokalstatus ergebe eine iso
lierte Verletzung der Haut des Handrückens, Sehnen, Nerven oder Blutgefässe seien nicht verletzt worden. Da
s im Verlauf attestierte
Sulcus
-
ulnaris
-
Syndrom rechts sei überwiegend wahrscheinlich nicht unfallkausal. Der
Sulcus
nervi
ulnaris
sei funktionell am Unfallgeschehen nicht beteiligt gewesen und könne somit auch nicht unfallkausal beeinträchtigt sein. Eine Struktur, die unfallkausal nicht beteiligt sei, könne durch einen Unfall auch nicht verletzt werden. Die weiterhin geklagten Beschwerden könnten unfallkausal nicht erklärt werden. Die gestellte Diagnose sei deskriptiv und beruhe auf den subjektiven Symptomen des Beschwerdeführers. Objektivierbare Befunde seien nicht erhoben worden. Es hät
ten keine strukturellen Läsionen im Bereich des
Sulcus
nervi
ulnaris
rechts objektiviert werden können, welche nach derzeitigem Wissensstand überwiegend wahrscheinlich unfallkausal seien.
Die Gesundheit des Beschwerdeführers sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht schon vor dem Unfall in stummer oder manifester Weise an der rechten Hand beeinträchtigt gewesen (S. 2 unten). Der Endzustand nach Schnittverletzung sei nach derzeitigem Wissensstand und kom
plikationslosem Verlauf nach zwei bis vier Wochen erreicht. Nach vier Wochen erreiche die Schnittwunde dieselbe Stabilität wie die unverletzte Haut. Unfall
kausal sei eine Arbeitsunfähigkeit bis vier Wochen nach dem Ereignis ausgewie
sen. Eine weitere Arbeitsunfähigkeit sei überwiegend wahrscheinlich nicht unfallkausal (S. 3 oben).
3.9
Dr.
F._
führte in der
Stellungnahme
vom 1
0.
Juni 2019 (
Urk.
7)
ergänzend
aus, Atrophien im Bereich der Arme seien nicht beschrieben worden, die Muskeleigenreflexe seien seitengleich auslösbar gewesen, der elektrophysiologi
sche Untersuchungsbefund habe eine regelrechte Neurographie
des
N.
ulnaris
ergeben
, die Neurosonografie ebenfalls
. Die von PD
Dr.
C._
erstellte Beur
teilung, dass das Syndrom durch Schonhaltung des rechten Armes nach dem Unfall entstanden sei, sei eine mögliche Ursache des Syndroms. Bei seiner Unter
suchung hätten sich jedoch keine objektivierbaren Zeichen einer Schonhaltung im Bereich des rechten Armes bei der Untersuchung finden lassen. Das geklagte Syndrom, bei behelfsmässiger Übersetzung durch die Begleitperson, Hypästhesie des vierten und fünften Fingers und des Handrückens sowie Ellbogenschmerzen rechts, seien nicht mit der versicherungsmedizinisch notwend
igen überwiegenden Wahrscheinlichkeit unfallkausal (S. 4). Bei der am 1
5.
Januar 2019 durchgeführ
ten ZAFAS-Untersuchung durch
Dr.
Z._
hätten erneut keine Hypotrophien oder Atrophien als Zeichen einer Schonhaltung des rechten Arms objektiviert werden können. Die ZAFAS-Untersuchung habe auf die Klagen des Beschwerde
führers abgestellt, differentialdiagnostische Kausalitätsfragen seien nicht in Erwägung gezogen worden (S. 4 Mitte).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Einschätzung ihres beratenden Arztes
Dr.
F._
(vorstehend E.
3.7-9
) davon aus, dass
es beim Ereignis am 2
5.
September 2018 zu einer isolierten Verletzung der Haut des Handrückens gekommen sei, wobei Sehnen, Nerven und Blutgefässe nicht verletzt worden seien, weshalb zum Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung per 1
8.
Dezem
ber 2018
keine Unfallfolgen mehr bestünden und für die gegenwärtigen Beschwerden keine Leistungspflicht bestehe.
Ein medizinischer Aktenbericht als
Entscheidgrundlage
ist zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhande
nen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 2
6.
Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweisen), was vorliegend der Fall ist. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kann Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil 8C_348/2016 vom
9.
Dezember 2016 E. 2.4).
Die Berichte von
Dr.
F._
erfüllen die genannten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Aktengrundlage (vgl. vorstehend E. 1.
3
). Der Umstand, dass der beratende Arzt keine eigene Untersuchung durchgeführt hat, vermag den Beweiswert seiner Beurteilung nicht zu schmälern, zumal es mit der Frage nach der Unfallkausalität einen feststehenden medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zusätzliche Untersuchungen notwendig gewesen wären. Praxisgemäss kann unter diesen Voraussetzungen auch ein reines Akten
gutachten voll beweiswertig sein (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2009 vom 2
3.
September 2009 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Aus den Ausfüh
rungen von
Dr.
F._
ergibt sich denn auch, dass er über sämtliche für die Beurteilung der Unfallkausalität erforderlichen Unterlagen verfügte.
4.2
Dr.
F._
gelangte in seiner begründeten Beurteilung unter Würdigung der medizinischen Berichte zum Schluss, dass
das
Sulcus
-
ulnaris
-Syndrom überwie
gend
wahrscheinlich nicht unfallkausal sei, da es funktionell am Unfallgeschehen nicht beteiligt gewesen sei.
Die gestellte Diagnose sei deskriptiv und beruhe auf den subjektiven Symptomen des Beschwerdeführers. Objektivierbare Befunde seien nicht erhoben worden. Strukturelle Läsionen im Bereich des
Sulcus
nervi
ulnaris
recht
s
hätten ni
cht objektiviert werden können.
Der Endzustand nach Schnittverletzung sei nach derzeitigem Wissensstand und komplikationslosem Verlauf nach zwei bis vier Wochen err
eicht (vgl. vorstehend E. 3.8).
Dr.
F._
führte weiter aus, dass
im neurologischen Bericht von PD.
Dr.
C._
keine Atrophien im Bereich der Arme beschrieben worden, die Muskeleigenreflexe seitengleich auslösbar gewesen
und
elektrophysiologisch und
neurosonologisch
unauffällige Befunde festgestellt worden seien
(vgl. vorstehend E. 3.9).
4.3
Indizien gegen die Zuverlässigkeit dieser Beurteilung bestehen
vorliegend
nicht
und werden auch nicht geltend gemacht
.
Auch ergeben sich aus den vorliegenden Berichten keine Anhaltspunkte, die der von der Beschwerdegegnerin vorgenom
menen Kausalitätsbeurteilung entgegenstehen würde. So führte auch
Dr.
Z._
in seinem Bericht vom 1
5.
Januar 2019 (vgl. vorstehend E. 3.5) aus, dass sich das diskrete
Ulnarissyndrom
nach gut geheilter Schnittverletzung des rechten Handrückens
nicht durch den Unfall erklären lasse (S. 1)
und sich die Beschwer
den in der Schulter und im Rücken nur durch eine somatoforme Komponente erklären
liessen
(S. 2).
Schliesslich sind auch d
ie Einwendungen des Beschwerde
führers nicht geeignet, zu einem abweichenden Ergebnis zu führen. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt,
dass er vor dem Unfall kerngesund gewesen sei und keine Schmerzen gehabt habe, so vermag er daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 2
5.
Juli 2013 E. 5.1).
Gesamthaft besteht kein Anlass, an der überzeugenden versicherungsinternen Beurteilung zu zweifeln. Davon ausgehend war die Beschwerdegegnerin befugt, eine Leistungspflicht über
den 1
8.
Dezember 2018
hinaus zu verneinen. Auf weitere medizinische Abklärungen kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE
122 V 157 E. 1d) verzichtet werden.
4.4
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die geltend gemachten
Handbeschwerden
des Beschwerdeführers nicht überwiegend wahrscheinlich kausal auf das Unfall
ereignis vom
2
5.
September 2018
zurückzuführen sind. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht über
den 1
8.
Dezember 2018
hinaus verneinte.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.