Decision ID: 0a00dcac-78b7-4672-8a4f-5f40d855bb0c
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1948 geborene
X._
meldete sich am 28. Oktober 2008 zum Bezug von Zusatzleistungen zu seiner Invalidenrente an (
Urk.
8/47).
Mit Verfügung
vom 5. Dezember 2008 sprach die
Gemeinde
Y._
,
Durchfüh
rungsstelle
für Zusatzleistungen zur AHV/IV
(nachfolgend:
Durchführungs
stelle
)
,
dem Versicherten Ergänzungsleistungen zur IV-Rente von monatlich
Fr.
2‘221.-- ab 1. Oktober 2008 zu (
Urk.
8/1).
Revisionsweise wurden die monatlichen Ergänzungsleistungen
folgendermassen festgesetzt:
mit Verfügung der Durchführungsstelle vom
26
.
Januar 2010
mit Wirkung
ab 1.
Januar
2009 auf
Fr.
2‘
264
.-- (
Urk.
8/4;
vgl. auch
Urk.
8/2
-3
), mit Verfügung vom
25. März 2010 ab
1. Januar 2010 auf
Fr.
2‘291.--
(
Urk.
8/5), mit Verfügung vom
23. Dezember 2010 ab 1. Juni 2010 auf
Fr.
1‘996.
-- (
Urk.
8/6)
. Im Rahmen einer periodischen Überprüfung wurden
dem Versicherten mit
Verfügung vom
16.
Mai 2011
ab 1. Januar 2011 neu Zusatzleistungen von
Fr.
2‘561.-- (bestehend aus Ergänzungsleistungen von
Fr.
2‘359.-- sowie kantonalen Beihilfen von
Fr.
202.--) zugesprochen
(
Urk.
8/7)
.
1.2
Aufgrund eines im März 2013 eingereichten sinngemässen Revisionsgesuchs des Versicherten (
Urk.
8/37) klärte die Durchführungsstelle den
Leistungsan
spruch
erneut ab (
Urk.
8/35).
In der Folge stoppte sie
die Zahlung der Zusatz
leistungen
a
m
2.
September 2013 wegen unklarem Wohnaufenthalt des Versi
cherten verfügungsweise (
Urk.
8/8
; vgl. auch
Urk.
8/28
).
Mit
fünf
Verfügungen vom 25. Oktober 2013 nahm die Durchführungsstelle rückwirkend eine
Neube
rechnung
der Zusatzleistungen vor und setzte die monatlichen Zusatzleistungen auf
Fr.
1‘720.-- (nur Ergänzungsleistun
g
en) für die Periode vom 1. August bis 31. Dezember 2010 (
Urk.
8/9),
Fr.
1‘965
.--
für das Jahr 2011 (
Ergänzungsleis
tungen
von
Fr.
1‘763.-- sowie
Beihilfen von
Fr.
202.-- [
Urk.
8/10]),
Fr.
1‘979.-- für das Jahr 2012 (Ergänzungsleistungen von
Fr.
1‘777.-- sowie Beihilfen von
Fr.
202.-- [
Urk.
8/11])
,
Fr.
1‘995.-- für
die Zeitspanne vom 1.
Januar bis
30.
April 2013 (Ergänzungsleistungen von
Fr.
1‘793.-- sowie Beihilfen von
Fr.
202.-- [
Urk.
8/12])
sowie
Fr.
1‘348.-- für die Periode vom 1. Mai
bis 31. August 2013 (Ergänzungsleistungen von
Fr.
1‘146.--, Beihilfen von
Fr.
202.-- [
Urk.
8/13])
fest
.
Gleichzeitig verpflichtete
die Durchführungsstelle
den Versicherten mit einer weiteren Verfügung vom 25. Oktober 2013, für den Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. August 2013 zu viel ausgerichtete Ergänzungsleistungen im Gesamtbetrag von
Fr.
22‘632.-- zurückzuerstatten (
Urk.
8/45).
Mit einer weiteren Verfügung vom 25. Oktober 2013 sprach die
Durchführungs
stelle
dem Versicherten ab 1. September 2013 monatliche Zusatzleistungen von
Fr.
1‘348.-- zu (Ergänzungsleistungen von
Fr.
1‘146.-- sowie Beihilfen von
Fr.
202.
-- [
Urk.
8/14]
).
Die rückwirkende Neuberechnung der Zusatzleistungen ab 1. August 2010 und die Rückerstattungsforderung begründete die Durchführungsstelle in einem den Verfügungen beigelegten Schreiben vom 25. Oktober 2013 damit,
im Rahmen der periodischen Überprüfung sei festgestellt worden, dass
zu hohe
Mietkosten angerechnet worden seien, seit er
zusammen mit seiner geschiedenen Ehefrau
in der
en
Eigentumswohnung wohne (
Urk.
8/44
; vgl. auch
Urk.
8/31 S. 1,
Urk.
8/35
).
1.3
Die vom Versicherten am
14. und
20. November 2013 erhobene Einsprache gegen sämtliche Verfügungen vom
25. Oktober 2013 (
Urk.
8/40,
Urk.
8/42;
vgl. auch
Urk.
8/41
) wurde von der Durchführungsstelle mit Einsprache
-
entscheid vom 16. Dezember 2013 abgewiesen (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 29. Januar 2014 Beschwerde
und beantragte sinngemäss, es seien
ihm höhere
Zusatzleistungen
unter Berücksichtigung von
Mietkosten von
Fr.
1‘003.
--
pro Monat zu
zusprechen
und es sei die verfügte Rückerstattungsforderung aufzuheben; zudem sei die
Durch
führungsstelle
zu verpflichten, ihm die eingereichten Rechnungen der Kranken
kasse
für
Selbstbehalt
e
zu begleichen
(
Urk.
1,
Urk.
3/5
S. 3 f.
).
In der Beschwer
deantwort vom 13. März 2014 schloss die Durchführungsstelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich - in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
- Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den
beschwerdewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Mit dem angefoch
tenen Einspracheentscheid vom 16
.
Dezember 2013
entschied die Durchführungsstelle über
die Einsprache vom 14. respektive 20. November 2013
(Urk.
8/40,
Urk.
8/42
)
gegen ihre Verfügungen vom 25. Oktober 2013, welche den Zusatzleistungsanspruch
des Beschwerdeführers
ab 1. August 2010 sowie die Rückforderung zu viel ausgezahlter Zusatzleistungen zum Gegenstand hatten
.
Weder in
diesen Verfügungen noch
im angefochtenen Einspracheent
scheid (
Urk.
2) wurde der Anspruch auf die Vergütung von Krankheitskosten beziehungsweise Rechnungen für Selbstbehalte
thematisiert.
Nach der Verwaltungspraxis werden die Krankheitskosten nicht im Rahmen der Ermitt
lung des jährlichen Ergänzungsleistungsanspruchs berücksichtigt, sondern separat vergütet, in der Regel einmal jährlich. Die separate Vergütung von Krankheitskosten führt zwangsläufig dazu, dass der Anspruch auf Vergütung der Krankheitskosten und der Anspruch auf Ausrich
tung der jährlichen
Ergän
zungsleistungen
in zwei verschiedenen, eigenständi
gen Verwaltungsverfahren beurteilt werden, was nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
gesetzes
konform
ist (
Urteil des Sozialver
s
icherungsgerichts des Kantons Zürich ZL.2008.
00088 vom 16. Februar 2010 unter Hinweis auf das
Urteil des
Bundes
gerichts
P 28/04
vom 30.
August 2004,
E
. 5.3).
Demnach
ist
auch
nicht
zu
beanstanden
,
dass
die
Durchführungsstelle
im
angefochtenen
Einspra
che
entscheid und in den
diesem
zugrunde
liegenden
Verfügungen
nicht
über
die
Vergütung
von
Krankheitskosten
befunden
hat.
E
s
fehlt
deshalb
an einem
beschwerdeweise weiterziehbaren
Anfechtungsgegen
stand
, um a
uf den
in der Beschwerde vom 29. Januar 2014 gestellten
Antrag
, die Durchführungsstelle sei zur
Vergütung von
Rechnungen der Krankenkasse für Selbstbehalte zu verpflichten (
Urk.
1 S. 2), einzutreten.
Es steht dem Beschwerdeführer frei, diesbezüglich bei der Durchführungsstelle den Erlass einer anfechtbaren Verfügung zu verlangen
, falls dies noch nicht geschehen ist
.
2.
2.1
Gemäss Art. 9
Abs.
1
des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben (Art. 10
ELG
) die anrechenbaren Einnahmen (Art. 11 ELG) übersteigen.
Als anerkannte Ausgaben gelten nach Art. 10
Abs.
1 ELG bei Personen, die nicht dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben (zu Hause
wohnende
Personen), unter anderem
der
Mietzins
einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von
Fr.
13‘200.-- bei alleinstehenden Personen sowie
Fr.
15‘000.-- bei Ehepaaren, wobei eine allfällige Schlussabrechnung für die Nebenkosten weder durch eine Nach- noch durch eine Rückzahlung zu berücksichtigen ist (Art. 10
Abs.
1
lit
. b ELG)
.
2.2
Gemäss
Art. 12 der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlas
senen- und Invalidenversicherung (ELV)
sind für die Bemessung des Mietwertes der vom Eigentümer bewohnten Wohnung sowie des Einkommens aus Untermiete die Grundsätze der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer im Wohnsitzkanton
massgebend
(
Abs.
1). Fehlen solche Grundsätze, sind diejenigen über die direkte Bundessteuer
massgebend
(
Abs.
2).
Nach Art. 16a
Abs.
1, 3 und 4 ELV wird bei Personen, die eine ihnen gehörende Liegenschaft bewohnen, für die Nebenkosten
ausschliesslich
eine Pauschale von
Fr.
1‘680.-- anerkannt, wobei die Begrenzung nach Art. 10
Abs.
1
lit
. b ELG zu beachten ist.
2.3
Werden Wohnungen auch von Personen bewohnt, welche nicht in die EL-Berech
nung eingeschlossen sind
, dann ist der Mietzins auf die einzelnen Perso
nen aufzuteilen. Die Mietzinsanteile der Personen, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, werden bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung
ausser
Betracht gelassen
(Art. 16c
Abs.
1 ELG).
Die Auftei
lung hat grundsätzlich zu gleichen Teilen zu erfolgen
(Art. 16c
Abs.
2 ELG).
2.4
Besteht zwischen dem
EL-Ansprecher einerseits und dem Haus- oder Wohnungsei
gentümer andererseits
ein Mietvertrag für die Mitbenutzung der Liegenschaft, gilt es dem Vertrag Rechnung zu tragen. Allerdings darf dabei die Missbrauchsgefahr, den Existenzbedarf eines Wohnpartners durch Vereinbarung nicht marktkonformer Wohnkosten willkürlich zu erhöhen, nicht
ausser
Acht gelassen werden. Deshalb gilt der vertraglich vereinbarte Mietzins nur dann als
massgebend
, wenn er auch tatsächlich geleistet wird und nicht als offensichtlich übersetzt erscheint. Anderenfalls ist vom Mietwert der Liegenschaft nach steuerrechtlichen Grundsätzen im Sinne von Art. 12 ELV auszugehen (vorste
hend E. 2.2)
. Der für die Berechnung der Ergänzungsleistungen
massgebende
Mietwert ist alsdann nach
Massgabe
der an der Wohn- und Hausgemeinschaft beteiligten in analoger Anwendung von Art. 16c
Abs.
2 ELV
anteilsmässig
fest
zusetzen
(Urteil des Bundesgerichts P 75/02 vom 16. Februar 2005, E. 4.2-3;
Randziffer
n
[
Rz
] 3
231.05, 3236.02 sowie
3433.02
der Wegleitung des Bundes
amtes für Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV un
d IV [WEL], Stand 1. Januar 2013
).
2.5
Für die Berechnung der
kantonalen
Beihilfen ist gemäss
§
15 ff. des kantonalen
Zusatzleis
tungsgesetzes
(ZLG) auf die Bedarfsrechnung für die jährliche
Ergän
zungsleis
tung
abzustellen.
3.
3
.1
Die Durchführungsstelle schützte die
am 25. Oktober 2013 verfügte
rückwir
kende Neuberechnung der Zusatzleistungen ab 1. August 2010 sowie die
Rück
erstattungsforderung
mit dem angefochtenen Einspracheen
t
scheid und begrün
dete dies damit, der Versicherte wohne mit seiner geschiedenen Ehefrau in einer Eigentumswohnung.
Mittels Untermietvertrag vom 1. September 2008 sei mit der geschiedenen Ehefrau ein monatlicher Mietzins von
Fr.
1‘010.--vereinbart worden, welcher mit Mietvertrag vom 15. Dezember 2010 auf
Fr.
995.-- pro Monat sowie mit einem weiteren Mietvertrag ab 1. Januar 2013 auf
Fr.
1‘003.-- festgesetzt worden sei, jeweils inklusive Nebenkosten.
Ein solcher Mietzins könne nicht akzeptiert werden, weil die geschiedene Ehefrau gemäss Steuerer
klärung 2011 weniger Hypothekarzinsen pro Jahr bezahlen müsse, als sie mit den Mieterträgen des Versicherten pro Monat verdiene.
Bei der
Zusatzleistungs
berechnung
ab 1. August 2010 sei daher der für das Jahr 2009 vom Steueramt eingesetzte Eigenmietwert von
Fr.
7‘900.
-- zu
b
erücksichtigen
, unter Hinzu
rechnung der Nebenkostenpauschale von
Fr.
1‘680.--
gemäss Art. 16a
Abs.
3 ELV.
Da der Versicherte die Wohnung gemäss Daten der Einwohnerkontrolle zusammen mit seiner geschiedenen Ehefrau bewohne
, werde der gesamte Miet
zins gemäss Art. 16c
Abs.
1 und 2 ELV aufgeteilt, was zu einem anrechenbaren
Mietzins von
Fr.
4‘788.-- pro Jahr und monatlich
Fr.
399.-- führe.
Weil die in Rechtskraft erwachsenen ursprünglichen Verfügungen über den
Zusatzleis
tungsanspruch
für die Zeit ab 1. August 2010 zweifellos unrichtig gewesen seien und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung sei, könne gestützt auf Art. 53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
(ATSG)
darauf zurückgekommen werden.
Die Rückforderung sei gestützt auf Art. 25
Abs.
1 ATSG verfügt worden, wobei die Fristen gemäss
Art. 25
Abs.
2 ATSG gewahrt worden seien
(
Urk.
2).
3
.2
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt,
seine monat
lichen Mietkosten von
Fr.
1‘003.-- seien bei der
Zusatzleistungsberech
nung
vollumfänglich als Ausgaben anzurechnen.
Er sei vertraglich zur Bezah
lung des vereinbarten Mietzinses verpflichtet. Der Mietzins sei marktkonform und günstig. Die Wohnung sei möbliert, werde von der
Vermieterin gereinigt und instand gehalten und die Vermieterin mache seine Wäsche. Er bewohne 1,5 Zimmer
inklusive Küche
und Bad
einer 2,5 Zimmer-Wohnung. Seine monatli
chen Mietkosten beliefen sich auf
Fr.
890.-- für die Miete, Nebenkosten von
Fr.
105.-- sowie
Fr.
8.-- für den Internetzugang.
Auch gehe es nicht an, den Mietzins gemäss den Verträgen jahrelang zu akzeptieren und dann plötzlich rückwirkend eine Neuberechnung vorzunehmen und eine Rückforde
rung gel
tend zu machen (
Urk.
1,
Urk.
3/5).
4.
4.1
Es kann unbestrittenermassen als erstellt gelten,
dass die ehemalige Ehefrau des Beschwerdeführers,
Z._
(
Urk.
8/14/19,
Urk.
8/35,
Urk.
8/49,
Urk.
8/52-53), seit dem 21. Juli 2010 Eigentümerin der
2,5 Zimmer-
W
ohnung
in
Y._
ist
(
Urk.
8/14/7,
Urk.
8/27,
Urk.
8/53)
,
und
dass der Beschwerdeführer
die fragliche Wohnung
in der massgeblichen Zeit ab August 2010
zusammen
mit
ihr
bewohnt
e (
Urk.
8/20,
Urk.
8/22-23,
Urk.
8/47-48)
.
Dabei kann aufgrund der Angaben des Beschwer
deführers anlässlich eines Gesprächs mit der Durchführungsstelle vom 1. Okto
ber 2013 (
Urk.
8/23)
davon ausgegangen werden, dass
er das Schlafzimmer sowie Küche, Bad und WC benutzen durfte, also faktisch ungefähr die Hälfe der Wohnung bewohnte. Nicht gefolgt werden kann ihm, soweit er
in der Einspra
che vom 20. November 2013 (
Urk.
3/5 S. 3)
ohne weitere Begründung
geltend macht,
er habe
1,5 Zimmer der 2,5
Zimmer-Wohnung
bewohnt. Es ist nämlich davon auszugehen, dass das von ihm nicht bewohnte Wohn/Esszimmer
min
destens so gross wie
das Schlafzimmer
ist und Küche, Ba
d und WC
von seiner Mitbewohnerin mitbenutzt wurden.
4.2
Gemäss
Mietvertr
ag
vom 15. Dezember 2010 sowie
einem weiteren, undatierten Mietvertrag aus dem Jahr 2013
s
chul
dete der Beschwerdeführer seiner Ex-Ehefrau als Wohnungseigentümerin zuerst eine
n
monatlichen Mietzins von
Fr.
995.-- (bestehend aus Grundmiete von
Fr.
890.--
sowie
„
Betriebskosten
“
von
Fr.
105.--)
sowie ab 1. Januar 2013
eine monatliche
Miete von
Fr.
1‘003.-- (bestehend aus der Grundmiete von
Fr.
890.
--
und
„
Betriebskosten
“
von
Fr.
113.-- [
Urk.
8/14/12]).
Davon ausgehend, dass dies, wie zuvor dargelegt,
wegen der Benutzung der Hälfte der Wohnung
dem hälftigen Anteil der Gesamtmiete entspricht
, ergibt sich ein monatlicher (Brutto-)Mietzins für die Benutzung der gesamten 2,5 Zimmer-Wohnung der Ex-Ehe
frau des
Beschwerdeführers von zunächst
Fr.
1‘990.-- und ab 1. Januar 2013 von
Fr.
2‘006.--
.
Gemäss
der im Jahr 2009 durch das Steueramt vorgenommenen Neubewertung der Eigentumswohnung wurde
das Haus in
Y._
im Jahr 1971 erbaut, mit einer Lage im mittleren Preisbereich. Der Eigenmietwert für die 2,5
Zimmer-Wohnung
wurde vom Steueramt auf
Fr.
7‘900.-- pro Jahr, entsprechend
Fr.
658.-- im
Monat, festgesetzt (
Urk.
8/14/7).
Vom
1. September 2008 bis zum Erwerb der Eigentumswohnung im 3. Obergeschoss
hatte
die Ex-Frau des Beschwerdeführers eine 2,5 Zimmer-Wohnung im
1. Obergeschoss des
gleichen Haus
es
gemietet, wobei sich der monatliche Bruttomietzins
inklusive Miete eines Auto-Abstellplatzes
g
emäss Mietvertrag
vom
16. Juli 2008
auf
Fr.
1‘350.--
belief
(
Urk.
8/14/11)
. Es kann ohne
W
eiteres
davon ausgegangen werden, dass
es sich hierbei um einen marktkonformen Mietzins handelte, wurde der
Mietvertrag doch mit einem Dritten abgeschlossen
(
Urk.
8/14/11)
.
Gemäss Erhebung des Bundesamtes für Statistik belief sich der durchschnittliche Mietpreis im Kanton Zürich im Jahr 2013 für 2 Zimmer-Wohnungen auf
Fr.
1‘243.--, für 3 Zimmer-Wohnungen auf
Fr.
1‘478.--
(Bundesamt für Statistik
, Durchschnittlicher Mietpreis in Franken nach Zimmerzahl und Kanton
2013 [T 9.3.3.1; im Internet abrufbar]).
Eine
Inter
netrecherche
der Durchführungsstelle vom 5. März 2014 nach Wohnungen mit 2 bis 2,5 Zimmern im Umkreis von 15 Kilometern von
Y._
auf der Seite
www.immoscout24.ch
ergab 10 Treffer mit Bruttomietzinsen in einem
Preis
bereich
zwischen
Fr.
1‘000.-- und
Fr.
1‘300.-- (
Urk.
8/50).
Mit Blick auf diese Vergleichswerte erscheint
der
mit der Ex-Frau
vereinbarte
Mietzins
für die
Mitbewohnung
der Eigentumswohnung
als
offensichtlich übersetzt.
Daran ändert nichts, dass die
Wohnung möbliert ist, wie der Beschwerdeführer geltend macht
(
Urk.
1 S. 2)
. Seine Behauptung, dass die Wohnung von der Vermieterin gereinigt und instand gehalten und die Vermie
terin seine Wäsche mache
(
Urk.
1 S. 2)
,
mag zutreffen;
es fehlen aber Hinweise auf eine vertraglich vereinbarte Entgeltlichkeit dieser Leistungen. Damit ist auch nicht ausgewiesen, dass diese Leistungen mit dem vereinbarten Mietzins
(
mit
)
abgegolten wurden.
Dahingestellt bleiben kann ferner, ob das Argument
der Durchführungsstelle,
die geschiedene Ehefrau
müsse
gemäss Steuererklä
rung 2011 weniger Hyp
othekarzinsen pro Jahr bezahlen
, als sie mit den Mie
terträgen des Versicherten pro Monat verdiene
(
Urk.
2 S. 2), für sich allein ebenfalls bereits auf einen übersetzten Mietzins schliessen lässt
.
4.3
Da der
vertraglich vereinbarte Mietzins offensichtlich übersetzt ist,
durfte
die Durchführungsstelle den Mietwert im Sinne von Art. 12 ELV auf Basis des vom Steueramt
ermittelten Eigenmietwerts für das Jahr
2009 von
Fr.
7‘900.
-- (
Urk.
8/
14/7
)
festsetz
e
n
, unter Hinzurechnung der Nebenkostenpauschale von
Fr.
1‘680.-- gemäss Art. 16a
Abs.
3 ELV, und die resultierende Jahresmiete von
Fr.
9‘580.-- in analoger Anwendung von Art. 1
6
c
Abs.
2 ELV zu gleichen Teilen, also je zur Hälfe, auf den Beschwerdef
ührer und seine Ex-Frau aufteil
e
n
(vgl. vorstehend E. 2.4)
.
Dies führt
zu anrechenbaren Mietzinsausgaben
ab
1. August 2010
von
Fr.
4‘790.-- pro Jahr bezie
hungsweise
Fr.
399.-- pro Monat
.
Die auf dieser Basis ergangenen Verfügungen vom
25. Oktober 2013 über den Zusatzleistungsanspruch
ab August 2010 (
Urk.
8/9-14)
beziehungsweise der diese Verfügungen bestätigende angefochtene Einspracheentscheid sind
-
unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführungen
zur Abänderung rechtskräftiger Verfügungen
-
nicht zu beanstanden
.
5.
5.1
Mit Verfügung vom 23. Dezember 2010 hatte die Durchführungsstelle bereits über den Zusatzleistungsanspruch ab 1. Juni 2010 (
Urk.
8/6) entschieden, mit der Verfügung vom 16.
Mai 2011
regelte sie den Zusatzleistungsanspruch des Beschwerdeführers im Rahmen einer periodischen Überprüfung ab 1. Januar 2011 neu (
Urk.
8/7)
.
Diese Verfügungen sind in Rechtskraft erwachsen.
Zu prüfen bleibt, ob die
Durchführungsstelle
die
mit diesen rechtskräftigen
Verfü
gungen
(auch)
für d
e
n
Zeit
raum
vom 1.
August
2010 bis 31.
August 2013
zugesprochenen
Ergänzungsleistungen
mit dem angefochtenen Einspracheent
scheid beziehungsweise
den
diesem zu
grunde liegenden
fünf Verfügungen vom 25. Oktober 2013
(
Urk.
8/9-13
) neu berechnen und
zu viel ausgerichtete
Ergän
zungsleistungen
im Gesamtbetrag von
Fr.
22‘632.--
mit der
gleichentags erlas
senen
Rückers
t
at
tungsverfügung
zurückfordern durfte
(
Urk.
8/45)
.
5.2
5.2.1
Gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG in Verbindung mit Art. 2 ATSG und Art. 1
Abs. 1 ELG sind unrechtmässig bezogene Ergänzungsleistungen zurückzuer
stat
ten. Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nach
dem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leis
tung (Art. 25 Abs. 2 ATSG).
Die Fristen sind gewahrt, wenn vor der massgeben
den Frist eine Rückerstattungsverfügung ergeht und der
rückerstattungspflichti
gen
Person zugestellt wird (
Kieser
, ATSG – Kommentar,
2.
Auflage, Zürich 2009, Art. 25
Rz
43).
Es handelt sich hierbei um Verwirkungsfristen.
Nicht das erst
malige unrichtige Handeln der Amtsstelle ist Fristauslösend. Massgebend ist vielmehr jener Tag, an dem sich die Verwaltung später unter Anwendung der ihr gebotenen Aufmerksamkeit über ihren Fehler hätte Rechenschaft geben müssen (
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Auflage, Zürich 2009, S. 100 f. mit Hinweisen).
5.2.2
Die Rückforderung rechtskräftig verfügter Leistungen durch die Verwaltung ist nur unter den für die Wiedererwägung oder die prozessuale Revision massge
benden Voraussetzungen zulässig (BGE 126 V 23 E. 4b, 46 E. 2b, je mit Hin
weisen). Mit der Wiedererwägung kann der Versicherungsträger auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG). Mittels prozessualer Revision, welche von der Wiedererwägung unterschieden werden muss, wird auf rechtskräftige Verfügungen zurückgekommen, wenn diese auf
grund neu entdeckter, seinerzeit ohne Verschulden unbekannt gebliebener
vor
bestandener
Tatsachen oder Beweismittel unrichtig sind (Urteil des Eidgenössi
schen Versicherungsgerichts vom 8. Mai 2003 in Sachen D. und T., P 63/02,
E. 5 mit weiteren Hinweisen).
Die Pflicht zur Rückerstattung unrechtmässig bezoge
ner Leistungen besteht unabhängig von einem allfälligen Verschulden. Selbst ein der Verwaltung zuzurechnender Fehler ändert nichts an der
Rücker
stattungspflicht
(Müller, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auf
lage,
Zürich 2015, S. 354 mit Hinweis).
5.3
Die Durchführungsstelle hat sich für die rückwirkende Neuberechnung und Rück
forderung zu viel ausgerichteter Ergänzungsleistungen auf den
Rückkom
menstitel
der Wiedererwägung gestützt (
Urk.
2 S. 2).
Dies ist nicht zu beanstan
den, d
a
der vom Beschwerdeführer mit seiner ehemaligen Ehefrau als
Woh
nungseigentümerin
für die Mitbenutzung der Wohnung vereinbarte Mietzins aufgrund der vorstehenden Erwägungen
offensichtlich übersetzt ist
und die darauf beruhende Berechnung der Zusatzleistungen im relevanten Zeitraum ab August 2010 deshalb zweifellos
unrichtig
im wiedererwägungsrec
htlichen Sinn
ist
.
Da damit bereits ein
Rückkommenstitel
gegeben ist, kann offen bleiben, ob
die von der Durchführungsstelle erstmals
im Rahmen
ihrer Abklärungen im März/April/Mai 2013 erlangte Erkenntnis, dass der Beschwerdeführer seine Wohnung nicht alleine, sondern zusammen mit seiner Ex-Frau
bewohnt (vgl.
Urk.
8/35,
Urk.
8/37)
, einen Grund für eine prozessuale Revision darstellt.
Da die Durchführungsstelle erst im Rahmen der
im März/April/Mai 2013 eingelei
teten Abklärungen Kenntnis
vom zu hohen Mietzins und damit vom unrechtmässigen Leistungsbezug des Beschwerdeführers erlangte
(
und nicht ihr erstmaliges unrichtiges Handeln bei Erlass ursprünglichen Verfügungen mass
geblich ist
)
, waren
die
ein- und fünfjährigen Verwirkungsfristen von Art. 25
Abs.
2 ATSG sowohl bei Erlass der Rückforderungsverfügung vom 2
5.
Oktober 2013 (
Urk.
8/45
) als auch des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom
1
6.
Dezember 2013 (
Urk.
2) gewahrt
.
In
betraglicher
Hinsicht
ist die Rückfor
derung (von
Fr.
22‘632.-- [
Urk.
8/45]; vgl. auch
Urk.
8/9-13) zu Recht nicht beanstandet worden.
5.4
Es ergibt sich, dass der angefochtene Einspracheentscheid rechtens ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
, soweit darauf einzutreten ist
.
Der Beschwerdeführer ist
nochmals
darauf hinzuweisen, dass er innert einer Frist von 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des die
Rückforderungsverfü
gung
bestätigenden angefochtenen
Einspracheentscheids
bei der
Durchfüh
rungsstelle
ein schriftliche
s Gesuch um Erlass
der Rückerstattung einreichen kann (
Urk.
8/45). Die Rückerstattung kann nur erlassen werden, wenn die Leis
tungen gutgläubig bezogen wurden und eine grosse Härte vorliegt. Das Gesuch ist zu begründen und mit den nötigen Belegen zu versehen (
Art.
4 der
Verord
nung über den Allgemeinen Teil de
s Sozialversicherungsrechts [
ATSV
]
)
.