Decision ID: 4bcfaed1-b2f8-4c2b-9979-a6946190a9b9
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich nach einem am 11. September 2002 erlittenen Autounfall im
September 2003 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie hatte
den Beruf der B._ erlernt und hernach eine Abendhandelsschule besucht (ohne
Diplomabschluss). Zuletzt war sie als Sachbearbeiterin in einem C._ tätig gewesen
(IV-act. 1). Dr. med. D._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, erklärte im Arztbericht
vom 27. September 2003 (IV-act. 7), sie sei zu 50 % arbeitsfähig. Ab April 2004 (IV-act.
23, 35 f., 46, 50) wurden ihr bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % berufliche
Massnahmen im Sinn einer Umschulung (zur Technischen Kauffrau, dann zur Planerin
E._ mit eidgenössischem Fachausweis) zugesprochen. Im April 2006 hatte sie die
Ausbildung durchlaufen (ohne Abschlussprüfung) und nahm eine Festanstellung mit
einem Pensum von 50 % auf (vgl. IV-act. 86).
A.b In einem Gutachten vom 29. Dezember 2006 zuhanden der Unfallversicherung
(vgl. UV-Akten) attestierte ihr die Academy of Swiss Insurance Medicine des
Universitätsspitals Basel (asim) für sämtliche körperlich leicht bis mittelschwer
belastenden Tätigkeiten wie in der vor dem Unfall ausgeübten Tätigkeit als
Kaufmännische Angestellte und in der derzeitigen Bürotätigkeit eine Arbeitsfähigkeit
von 70 %, entsprechend einer Arbeit an 5.75 Stunden pro Tag, und zwar seit dem
Unfall vom 11. September 2002. In einer Tätigkeit als Planerin E._ müsste allenfalls
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von einer zusätzlichen Arbeitsunfähigkeit von 10 % ausgegangen werden, weil dort
neuropsychologisch eine erhöhte Dauerleistung erforderlich wäre.
A.c Mit Verfügung vom 31. Mai 2007 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 16 %
(Valideneinkommen Fr. 54'406.--, Invalideneinkommen Fr. 45'500.--) ab (IV-act. 166).
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob die Verfügung auf und ordnete
die Weiterführung der bereits zugesprochenen beruflichen Massnahmen (Planerin
E._) bis zur Erlangung des eidgenössischen Fachausweises an (Entscheid vom 29.
Januar 2008, IV-act. 205). Mit Entscheid vom 26. August 2009 (IV-act. 282) sprach es
der Versicherten in Gutheissung einer Beschwerde andere Umschulungsmassnahmen,
nämlich Computer-Kurse im grafischen Bereich (Desktoperin), zu, welche diese im April
2008 anstelle der zugesprochenen Weiterführung beantragt hatte (IV-act. 213). -
Taggeld-Verfügungen vom 11. März 2009 und vom 29. Januar 2010 hob das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 6. Dezember 2010 (IV-
act. 389) auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung an die Verwaltung zurück. Bis
mindestens März 2007 bestehe (zufolge Schutzes des durch die bisherige
Taggeldausrichtung und die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % begründeten
Vertrauens) Anspruch auf Taggelder. Für die Zeit ab April 2007 bestehe ein
Taggeldanspruch für den Fall weiter, dass die Arbeitsfähigkeit 50 % oder weniger
ausmache, was abzuklären sei.
A.d Eine auf den 31. August 2007 hin angeordnete Einstellung der UV-
Taggeldleistungen hatte das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit UV-
Entscheid vom 16. Dezember 2009 (IV-act. 315) aufgehoben und die Sache zu
ergänzenden Abklärungen der Unfallkausalität an die Versicherung zurückgewiesen. Es
sei durch aktuelle Bildgebung zu klären, ob der Einriss des Anulus fibrosus C6/7
weiterhin dokumentiert werde. Gegebenenfalls sei durch ein biomechanisches
Gutachten beurteilen zu lassen, ob die einwirkenden Kräfte geeignet gewesen seien,
diesen Einriss zu verursachen. - Einem Bericht des Instituts für Radiologie am
Kantonsspital St. Gallen vom 4. Januar 2011 zuhanden der Unfallversicherung (IV-act.
409) war in der Folge zu entnehmen, dass der periphere Riss im Anulus fibrosus
weiterhin nachweisbar sei, jedoch weniger augenfällig als bei der Voraufnahme vom
Dezember 2002. - Gemäss einer biomechanischen Beurteilung der AGU (Arbeitsgruppe
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für Unfallmechanik) vom 19. Juli 2011 (UV-Akten), ergänzt durch eine Stellungnahme
vom 19. März 2012 (UV-Akten), waren eine Hirnverletzung beim Unfall auszuschliessen,
die Diagnose einer leichten neuropsychologischen Funktionsstörung nicht
nachvollziehbar und die von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde durch
die Kollisionseinwirkung im (vorliegenden) Normalfall nicht erklärbar.
A.e Am 2. März 2010 (IV-act. 306) hatte die Versicherte unter anderem mitteilen lassen,
verschiedene der bewilligten (grafischen) Kurse würden nicht mehr oder unter anderem
Namen angeboten. Ihr sei auf Ende April 2010 die Anstellung gekündigt worden. Am 5.
Mai 2010 (IV-act. 337) hatte sie die Beschwerdegegnerin darum ersuchen lassen, auch
noch den Kurs "Desktop Publisher" besuchen zu können. Am 7. Oktober 2010 (IV-act.
384) war ihr dieser beantragte Lehrgang zugesprochen worden, daneben hatte sie
Kostengutsprache auch für weitere Kurse erhalten, beides im Zeitraum vom 27.
September 2010 bis 28. März 2011. - Gemäss Verfügung vom 8. Juli 2011 (IV-act. 418)
waren die beruflichen Massnahmen damals abgeschlossen. Mit dem erfolgreich
erworbenen Abschluss in Desktop Publishing könne die Versicherte qualifiziert im
Multimediabereich erwerbstätig werden. Das wurde durch Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. September 2012 (IV-act. 505)
bestätigt; ausserdem wurden im Entscheid die Taggeldansprüche festgelegt. In
Nachachtung des Bundesgerichtsurteils vom 29. Mai 2013 (8C_950/12, IV-act. 515)
wurde hernach ergänzend noch ein Taggeld für eine Übergangs- bzw. Anpassungsfrist
zugesprochen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
16. Juli 2013, IV-act. 518). Das Bundesgericht hatte festgestellt, in der Zeit vom 1. April
2007 bis 28. März 2011 habe keine mindestens hälftige Arbeitsunfähigkeit der
Versicherten in der angestammten Tätigkeit bestanden (was [objektiv] den Anspruch
auf ein durchgehendes Taggeld ausgeschlossen hätte).
A.f Mit UV-Verfügung vom 22. Mai 2012 bzw. Einspracheentscheid vom 15. April 2013
stellte die Unfallversicherung die Leistung von Heilungskosten auf Ende Juli 2007 und
jene von Taggeldern auf Ende August 2007 ein und wies einen Anspruch auf eine
Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung ab. Die UV-Versicherte liess
hiergegen am 22. Mai 2013 Beschwerde (UV 2013/34) erheben.
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A.g Mit Vorbescheid vom 6. März 2014 (IV-act. 533) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Abweisung des
Rentenanspruchs in Aussicht. Die Versicherte liess am 25. April 2014 (IV-act. 537)
einwenden, es sei ihr ab Juli 2007 eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrads von
mindestens 50 % zuzusprechen, eventualiter eine solche bei einem Invaliditätsgrad von
50 % ab April 2011.
A.h Dr. D._ gab im Arztbericht vom 11. Juli 2014 (IV-act. 542) an, die Versicherte sei
aufgrund eines Panvertebralsyndroms, einer Distorsion HWS und eines
Erschöpfungszustands in der Leistungsfähigkeit zu ca. 50 % eingeschränkt (bei zeitlich
voll zumutbarer Arbeitszeit). Sie leide seit Jahren an schweren Unfallfolgen und sei
stets leicht depressiv. Die HWS-Beweglichkeit sei massiv eingeschränkt. - Der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 11. November
2014 (IV-act. 553) fest, der Hausarzt habe bereits 2003 eine solche Arbeitsunfähigkeit
ab Juni 2003 angegeben. Die gutachterlich auf 70 % beurteilte Arbeitsfähigkeit werde
dadurch nicht in Frage gestellt.
A.i Mit Verfügung vom 5. Januar 2015 (IV-act. 557) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch um eine Rente
ab. Der Invaliditätsgrad liege bei 30 % (Valideneinkommen Fr. 70'284.--,
Invalideneinkommen Fr. 49'200.--).
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf
für die Betroffene am 5. Februar 2015 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Sache sei zur weiteren Abklärung und Festsetzung der Leistungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, eventualiter seien nach ergänzenden
Abklärungen die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Rente) zuzusprechen, und zwar
ab 1. Juli 2007 bei mindestens 50 % Invaliditätsgrad, subeventualiter spätestens ab 1.
April 2011. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass je nach Ergebnis der zusätzlichen
Abklärungen zum Validen- und Invalideneinkommen von einem höheren
Invaliditätsgrad auszugehen sei und der Beschwerdeführerin auf dieser Basis
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Rentenleistungen auszurichten seien. Der medizinische Sachverhalt sei unzureichend
abgeklärt. Eine Gesamtbeurteilung liege einzig in Form des asim-Gutachtens von 2006
vor, das, wie das Versicherungsgericht am 16. Dezember 2009 festgestellt habe, an
gravierenden Mängeln leide. Das Gutachten sei unter anderem im Hinblick auf die
Kausalität in Auftrag gegeben worden, während die Beschwerdegegnerin sämtliche
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen habe. Ein aktualisiertes,
umfassendes Gutachten fehle. Ein MRI der Wirbelsäule vom 4. September 2010 (wohl:
6. September 2010) habe unter anderem das Vorhandensein von Diskushernien der
HWS aufgezeigt. Die Lendenwirbelsäule müsse bildgebend untersucht werden.
Namentlich sei bis anhin auch die ausserordentliche psychische Belastungssituation
der Beschwerdeführerin ausgeblendet worden. Der Unfall habe deren Leben auf den
Kopf gestellt und daran werde sie tagtäglich durch Auseinandersetzungen mit den
Versicherungen, Schmerzen und soziale Ausgrenzung erinnert. Ihr Alltag sei seit Jahren
mehr und mehr von Ermüdung, Konzentrationsschwierigkeiten und Burnout-
Symptomen geprägt. Es dürfte eine erhebliche depressive Überlagerung bestehen.
Einzelne Versuche, das Pensum temporär anzuheben (Überstunden zu leisten), hätten
regelmässig zu einer massiven Verstärkung der somatischen und psychischen
Krankheitssymptome geführt. Der Gesundheitszustand verschlechtere sich.
Erforderlich sei eine psychiatrische Exploration, insbesondere zur Frage der
vorhandenen Ressourcen. Die Beschwerdegegnerin habe auch unterlassen,
aktualisierte Berichte der Therapeuten und der Schmerzspezialistin einzuholen. Mängel
des asim-Gutachtens bestünden unter anderem darin, dass der Zusammenbau der
Arbeitsunfähigkeit nicht ersichtlich sei, dass bereits Bildschirmtätigkeiten mit
Standardsoftware hohe Ansprüche an die Dauerbelastbarkeit stellten, dass die für eine
posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; bzw. post-traumatic stress disorder
PTSD) typischen Symptome gemäss den Neuropsychologinnen der asim entgegen
dem Gutachten vorlägen und dass eine detaillierte Zumutbarkeitsbeurteilung ohne -
nicht vorhandene - EFL nicht möglich gewesen sei. Die medizinische
Gesamtbeurteilung der asim sei nicht nachvollziehbar. Beurteilungen von Dr. D._, Dr.
med. F._, FMH medizinische Radiologie, und Dr. med. G._, Innere Medizin/
Rheumatologie FMH, würden von den Konklusionen des Gutachtens abweichen. Die
Beschwerdegegnerin habe den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie die
Abweisung des Antrags auf Begutachtung nicht begründet habe. Die Sehstörungen
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und Schwindelbeschwerden seien bis anhin nicht spezialärztlich abgeklärt worden,
obwohl funktionsdiagnostische Untersuchungen geeignet seien, solche organischen
Unfallfolgen zu beurteilen. Es seien neuro-ophthalmologische und -otologische
Abklärungen vorzunehmen. Die biomechanischen Beurteilungen seien zudem, wie im
UV-Verfahren 2013/34 vorgebracht, formell und materiell unzulänglich. Stützte man
sich auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Neuropsychologinnen, wäre die
Arbeitsfähigkeit mit einem Pensum von 50 % - wie zurzeit oder in den zuvor
innegehabten Anstellungen ausgefüllt - sicherlich bis an die Leistungsgrenze der
Beschwerdeführerin ausgeschöpft. Zur Diskussion stünden nur Tätigkeiten mit
anspruchsvoller Bildschirmarbeit. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 70'337.--
ergäbe sich mit einem Invalideneinkommen von Fr. 36'790.-- gemäss Lohnausweis
2009 ein Invaliditätsgrad von 47.7 %. Eine Pensenerhöhung auf 60 % sei aufgrund der
arbeitgeberseitigen Anforderungsprofile nicht möglich und der Beschwerdeführerin
auch nicht zumutbar. Stellen mit einem 10 %-Pensum bestünden realistischerweise
nicht. Das Valideneinkommen sei mindestens auf der Basis der Tabellenlöhne im
Sektor Informatik festzusetzen. Könnte die Beschwerdeführerin an der gegenwärtigen
Stelle voll arbeiten, hätte sie nach der Probezeit einen Lohn von Fr. 76'700.-- pro Jahr.
Stossend wäre es, das vor dem Unfall erzielte Einkommen nur der
Nominallohnentwicklung und hypothetischen Lohnsteigerungen anzupassen. Das
zeigten die Erfolge bei der Umschulung. Ausserdem hätten schon bei der Anstellung,
welche die Beschwerdeführerin zum Unfallzeitpunkt besetzt habe, Business- und
betriebswirtschaftliche Ausbildungspläne bestanden. Für 2007 gehe die
Beschwerdeführerin von einem Valideneinkommen von Fr. 86'251.-- aus, bei
Anforderungsniveau 3 wären es Fr. 70'719.--. Der Invaliditätsgrad liege bei einem
tatsächlichen Einkommen von Fr. 32'500.-- bei 61.7 bzw. 54.04 %. Im Jahr 2008
machten das Valideneinkommen Fr. 87'360.-- bzw. Fr. 70'506.--, das
Invalideneinkommen Fr. 35'750.— und der Invaliditätsgrad 59 bzw. 49.4 % aus. Im
Jahr 2010 sei ein Valideneinkommen von Fr. 80'064.-- mit einem Invalideneinkommen
von Fr. 36'790.-- zu vergleichen. Der Invaliditätsgrad betrage 54 %. Würde man für
2014 auf das Kompetenzniveau 3 abstellen, betrage das Valideneinkommen Fr.
79'576.--. Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 40'300.-- mache der Invaliditätsgrad
49.23 % aus. Selbst wenn ein Zusatzpensum von 10 % verwertbar wäre, so jedenfalls
nur mit massiv reduziertem Lohn (Maximalabzug).
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C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. März 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Gemäss dem Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 27. September 2012 und dem Urteil des Bundesgerichts vom
29. Mai 2013 stehe fest, dass auf das asim-Gutachten abgestellt werden könne. Es
gebe keine Hinweise dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit März 2011 verändert habe. Diese lasse sich nach ihrer Aufstellung vom 30. Juni
2014 abgesehen vom Hausarzt lediglich von einer Kinesiologin und einer
Schmerztherapeutin behandeln. Der Fokus der Letzteren liege zwangsläufig bei der
Schmerztherapie, weshalb es sich nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung (I 645/05)
erübrige, bei ihr einen Verlaufsbericht einzuholen. Bei einer
Schmerzverarbeitungsstörung gehöre die Folge einer medizinischen Dauerbehandlung
zum Beschwerdebild, ohne dass daraus eine Arbeitsunfähigkeit abzuleiten wäre
(9C_871/10, 8C_195/08). Aus dem Arztbericht von Dr. D._ ergäben sich keine neuen
medizinischen Fakten. Es liege nach wie vor eine in körperlicher und psychiatrischer
Hinsicht relativ harmlose Befundlage vor, wie sie im Gutachten beschrieben worden
sei. Die beklagten erheblichen muskuloskelettalen und kognitiven Beschwerden seien
nicht objektivierbar. Ein grosser Leidensdruck sei nicht ersichtlich. Als Gesunde hätte
die Beschwerdeführerin im Jahr 2003 ein Einkommen von Fr. 51'350.-- erzielen
können. Die rund sieben Jahre dauernde berufliche Eingliederung habe ihr eine bessere
Qualifikation verschafft, doch gebe es keine Hinweise darauf, dass sie eine solche
berufliche Karriere auch sonst durchlaufen hätte. Sie hätte hierzu auch nicht die
finanziellen Mittel aufbringen können. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit betrage
das Valideneinkommen im Jahr 2010 daher rund Fr. 57'000.-- (zehn Prozent mehr als
2003). Die Beschwerdeführerin schöpfe die Restarbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer
Weise aus. Auf der Grundlage des Durchschnittslohns für Tätigkeiten von Frauen in der
Rubrik Information und Kommunikation des Anforderungsniveaus 3 von Fr. 82'954.--
berechnet, belaufe sich das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin für 2010 auf
Fr. 58'068.--. Ein Anspruch auf eine Rente bestehe nicht.
D.
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Mit Replik vom 10. September 2015 beantragt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung. Das Gericht solle
sich einen eigenen Eindruck machen können. Die Neunummerierung der Akten
erschwere die Verweisung. Im Entscheid vom 27. September 2012 habe das
Versicherungsgericht lediglich zur Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit vor Eintritt der
gesundheitlichen Beeinträchtigung Stellung genommen. Zur Schlüssigkeit der
Ergebnisse der asim-Begutachtung habe sich das Gericht widersprüchlich geäussert:
Bei der Beurteilung der Taggeldfrage habe es insofern ohne Vorbehalt darauf
abgestellt, als es eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50 % in der angestammten
Tätigkeit als Kaufmännische Angestellte verneint habe, im UV-Verfahren habe es
Unstimmigkeiten festgestellt und darauf hingewiesen, dass die Einschätzung zutreffen
dürfte, was aber nicht näher zu prüfen sei. Auch das Bundesgericht habe keine
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 70 % in Büro- und körperlich leichten bis
mittelschweren Tätigkeiten festgestellt. Die depressive Problematik sei bis anhin
ausgeblendet worden. Das psychiatrische Teilgutachten weise so gravierende Mängel
auf, dass es nicht verwertbar sei. Die Beschwerdeführerin habe sich von 2013 bis 2015
an verschiedene Ärzte gewandt, die erklärt hätten, sie müsse mit der Symptomatik
leben bzw. sich allenfalls in psychologische oder psychiatrische Behandlung begeben,
so Dr. med. H._, Endokrinologie/Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin FMH,
Dr. med. I._, Allgemeine Innere Medizin FMH, und Dr. med. J._, Allgemeine Innere
Medizin FMH. Die verlangte Einholung von Verlaufsberichten hätte der Dokumentation
der Entwicklung des Sachverhalts dienen sollen, sei das Gutachten doch bei
Verfügungserlass bereits achtjährig gewesen. Der Unfall habe dazu geführt, dass die
Beschwerdeführerin seither nicht mehr in der Lage sei, mehr als ein Pensum von 50 %
zu leisten. Der untere Rahmen der gutachterlichen Schätzung liege bei 60 %
Arbeitsfähigkeit und sei nur unter den im Gutachten definierten Bedingungen
erreichbar, die bei keiner der nach dem Unfall ausgeübten Tätigkeiten vorgelegen
hätten. Die Beschwerdegegnerin habe die erforderlichen Abklärungen bei den
Arbeitgebern unterlassen. Die Beschwerdeführerin solle sich bei der gerichtlichen
Befragung zu den Tätigkeiten, Anforderungsprofilen bezüglich Zeitdruck,
Parallelbeanspruchung, visuelle Beanspruchung, Pausenmöglichkeiten usw. äussern
können. Im Vorbescheidsverfahren und in der angefochtenen Verfügung habe die
Beschwerdegegnerin zu Recht eine vom willkürlichen Standpunkt in der
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Beschwerdeantwort abweichende Validenkarriere der Beschwerdeführerin anerkannt,
nämlich eine solche, welche die Anwendbarkeit der Tabellenlöhne im Sektor Informatik
rechtfertige. Die erreichten Qualifikationen gründeten weniger in der primären
Umschulungsphase als in den hervorragenden Leistungen der äusserst ehrgeizigen
Beschwerdeführerin. Nichts spreche für die Annahme, sie wäre auch 2007 und später
noch in dem zum Unfallzeitpunkt innegehabten Arbeitsverhältnis mit einem Lohn
geblieben, der nicht einmal den Salärempfehlungen KV Schweiz entsprochen habe.
Beim Unfall habe sie am Beginn ihrer beruflichen Aktivität bzw. am Beginn einer
völligen Neuausrichtung der beruflichen Tätigkeit gestanden, habe IT-Kurse und die
Abendhandelsschule (280 Unterrichtsstunden bis 31. März 2000) besucht und sich
damit beschäftigt, sich selbständig zu machen. Der damals vorgesehene
Geschäftspartner könne als Zeuge Auskunft geben. Das primäre Umschulungsziel
Planer E._ mit ungleich besseren Lohnperspektiven (als mit jenem als Desktop
Publisher) habe nicht erreicht werden können. Deshalb müsse die Beschwerdeführerin
nun reine PC-Arbeit mit Zeitdruck, Parallelbeanspruchungen und zeitlich ausgedehnten
visuellen Beanspruchungen leisten. Eine Verteilung der Arbeitszeit (von vier) auf fünf
Tage pro Woche sei nicht möglich. Die Dauer der Umschulung sei wesentlich durch
gerichtliche Auseinandersetzungen und das Ungenügen der Berufsberatung mitgeprägt
gewesen. In einer gewöhnlichen Validenkarriere stünden andere
Einkommensgrundlagen zur Verfügung und Arbeitgeber seien bereit, berufsbegleitende
Fort- und Weiterbildungen mitzufinanzieren. Die berufliche Neuausrichtung im Rahmen
der Umschulung habe die Beschwerdeführerin mit der Ausbildung zum Planer E._
selber mitbestimmt. Die Beschwerdeführerin hätte eine Validenkarriere realisiert, die
qualitativ über das hinausgehe, was im Rahmen der Umschulung realisiert worden sei
(nämlich über Desktop Publishing hinaus). Das mittlere Jahressalär für eine 30-jährige
Mitarbeiterin habe nach den KV-Salärempfehlungen im Jahr 2007 in der Stufe C Fr.
69'295.-- betragen, das Maximum Fr. 79'688.--, in der Stufe D seien es Fr. 79'641.--
bzw. Fr. 91'587.-- und selbst bei Stufe B wären es Fr. 60'000.-- bzw. Fr. 68'442.--
gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe auch keine Abklärungen zum
Einkommenspotential der Beschwerdeführerin bei ihrer damaligen Arbeitgeberin
getätigt. Die Beschwerdeführerin suche auch jetzt noch nach Möglichkeiten, ihre Lage
durch zusätzliche Weiterbildungen zu verbessern. Man könne die
Valideneinkommensannahmen der Beschwerdeführerin nicht besser belegen als durch
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die Annahme der Beschwerdegegnerin eines Einkommens von Fr. 82'300.-- als
[...]fachfrau und Desktop Publisherin.
E.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Beschwerde der
Beschwerdeführerin gegen den UV-Einspracheentscheid vom 15. April 2013 am 21.
Mai 2015 ab, soweit es auf sie eintrat. Die Akten aus jenem Verfahren wurden in dieses
(IV-Verfahren) beigezogen. - Auf Akteneinsicht und Stellungnahme wurde verzichtet.

Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung wies die Beschwerdegegnerin einen Anspruch
der Beschwerdeführerin auf eine Rente ab, nachdem eine erste Rentenabweisung vom
31. Mai 2007 aufgehoben worden war, weil die Verfügung damals gemäss dem
Grundsatz "Eingliederung vor Rente" verfrüht gewesen war. Die Beschwerdeführerin
ihrerseits lässt vorliegend im Hinblick auf beanspruchte Rentenleistungen in erster Linie
eine ergänzende Abklärung beantragen. Die beruflichen Massnahmen dagegen waren
mit Verfügung vom 8. Juli 2011 abgeschlossen worden. Strittig ist daher ein allfälliger
Rentenanspruch.
1.2 Die IV-Anmeldung war im September 2003 aufgrund eines Autounfalls vom
September 2002 erfolgt. Der die medizinische Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin betreffende Sachverhalt reicht damit in eine Zeit vor Inkrafttreten
der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 zurück.
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen wie der auf den 1. Januar 2008 hin geänderten Fassung) besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70
%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente
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und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. -
Der Anspruch entsteht nach Art. 29 Abs. 2 IVG nicht, solange die versicherte Person
ein Taggeld nach Art. 22 beanspruchen kann.
2.2
2.2.1 Der Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
sind in einem asim-Gutachten vom 29. Dezember 2006 zuhanden der
Unfallversicherung beschrieben worden. Als Diagnosen wurden (verkürzt
wiedergegeben) ein zervikothorako¬spondylogenes bzw. zervikozephales
Schmerzsyndrom rechts, eine leichtgradige Periarthropathia humeroscapularis rechts,
ein chronisches Zervikobrachiozephalsyndrom und eine leichte neuropsychologische
Funktionsstörung bezeichnet.
2.2.2 Rheumatologisch wurde eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 80 % für
körperlich leicht bis mittelschwer belastende, wirbelsäulenadaptierte Tätigkeiten
festgestellt. - Neurologisch wurde eine volle Arbeitsfähigkeit mit schmerzbedingtem
Abzug von 20 % befürwortet. Die Angaben der Beschwerdeführerin hätten nicht
objektiviert werden können. - Neuropsychologisch wurde - im Unterschied zu den
zurückhaltenderen Annahmen der Neurologen - von einer milden traumatischen
Hirnverletzung (aufgrund eines Kopfanpralls und einer Bewusstseinstrübung während
mehreren Minuten mit nachfolgend heftigen Schwindelbeschwerden) ausgegangen und
eine PTSD für wahrscheinlich gehalten. Es wurde eine Arbeitsfähigkeit von 60 bis 70 %
für den Fall angenommen, dass Tätigkeiten unter Zeitdruck, Parallelbeanspruchungen
und zeitlich ausgedehnter visueller Beanspruchung weitestgehend vermieden und
regelmässig Pausen eingelegt werden könnten. - Ein die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigendes psychisches Leiden wurde nicht festgestellt; auch von einer
posttraumatischen Belastungsstörung sei, hielt der Gutachter der Psychiatrie fest, nicht
auszugehen (das Unfallereignis könnte kein Auslöser hierfür gewesen sein). -
Interdisziplinär gelangten die Gutachter zum Schluss einer Arbeitsfähigkeit von 70 %
für sämtliche körperlich leicht bis mittelschwer belastenden Tätigkeiten, etwa in der vor
dem Unfall ausgeübten Tätigkeit als Kaufmännische Angestellte und in der damaligen
Bürotätigkeit. In einer Tätigkeit als Planerin E._ müsste unter Umständen von einer
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zusätzlichen Arbeitsunfähigkeit von 10 % ausgegangen werden, weil dort
neuropsychologisch eine erhöhte Dauerleistung erforderlich wäre.
2.2.3 Im UV-Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen (UV
2008/31) vom 16. Dezember 2009 (E. 4.2) war bemängelt worden, dass bei der
Begutachtung keine aktuellen Bilder angefertigt worden sind und dass im
rheumatologischen Teil entgegen dem Ergebnis der (nicht eingesehenen) MRI-
Untersuchung festgestellt wurde, abgesehen von einer Fehlhaltung der Wirbelsäule
seien keine organischen Veränderungen zu dokumentieren gewesen. Wie bereits im
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen (u.a. IV 2011/263) vom 27.
September 2012 (E. 4.1) dargelegt, haben spätere Abklärungen der Unfallversicherung,
namentlich der Bericht vom 4. Januar 2011, gezeigt, dass der periphere Riss im Anulus
fibrosus - wenn auch damals weniger augenfällig - weiterhin nachweisbar war. Auch
wenn dem rheumatologischen Gutachter die MRI-Aufnahmen nicht vorgelegen hatten,
hatte sich das Gutachten aber sowohl mit diesem Einriss des Anulus fibrosus wie einer
(möglichen) milden traumatischen Hirnverletzung auseinandergesetzt.
2.2.4 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen keine Zweifel an der
Beweiskraft des Gutachtens vom 29. Dezember 2006 zu begründen. Namentlich sind
die Erkenntnisse der neuropsychologischen Untersuchung bereits in die
abschliessende interdisziplinäre Einschätzung eingeflossen.
2.2.5 Es ist ferner nicht anzunehmen, dass die interdisziplinäre Beurteilung der
Arbeitsunfähigkeit - obwohl für die Unfallversicherung erstellt - auf Arbeitsunfähigkeit
aus Gründen gewisser Leiden beschränkt worden wäre und andere Anteile aus
Kausalitätsgründen ausgeschieden worden wären. Nach Auffassung der
Beschwerdeführerin sind denn die Beschwerden auch auf den Unfall vom 11.
September 2002 zurückzuführen. Auf das Ergebnis der asim-Begutachtung einer
Arbeitsfähigkeit von 70 % in diversen Tätigkeiten und von 60 % unter benannten
Umständen (nämlich bei Notwendigkeit, neuropsychologisch eine erhöhte
Dauerleistung zu erbringen) kann für den Zeitpunkt der Expertise deshalb (auch) für die
hier relevanten Belange der (finalen) Invalidenversicherung abgestellt werden.
Abweichende Einschätzungen vermögen dagegen im Beweiswert nicht anzukommen.
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2.3 Die Beschwerdeführerin lässt des Weiteren eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands im Zeitablauf geltend machen; vor allem die psychische
Problematik akzentuiere sich mehr und mehr. Hinweisen lässt sie auf Konsultationen im
Jahr 2014 bei Dr. med. K._, Anästhesiologie FMH, Praxis für Hypnose und
Schmerztherapie, bei Dr. H._, Dr. I._ und Dr. J._. Die Ärzte hätten erklärt, sie (die
Beschwerdeführerin) müsse mit den Beschwerden leben bzw. sich allenfalls in
psychologische oder psychiatrische Behandlung begeben. Konkrete Anhaltspunkte für
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands liegen indessen nicht vor. Gemäss
dem Arztbericht von Dr. D._ vom 11. Juli 2014 ist es offenbar unverändert bei der
von ihm schon im Jahr 2003 (abweichend vom späteren Gutachten) attestierten
Arbeitsunfähigkeit von 50 % geblieben. Die erwähnte anhaltende leicht depressive
Stimmung fällt demnach nicht ins Gewicht. Eine psychiatrische Behandlung hat nach
der Aktenlage nicht stattgefunden; nach Auffassung der Beschwerdeführerin selber
liegen denn auch somatische Beeinträchtigungen vor. Ein MRI der Wirbelsäule vom 6.
September 2010 hat multisegmentale minimale flachbogige Diskushernien (der HWS)
ohne Hinweis auf eine Kompression neuraler Strukturen aufgezeigt (UV-Akten). Anlass
zu einer Weiterung der Abklärungen ergibt sich daraus nicht. Dass die
Beschwerdegegnerin darauf verzichtet hat, ist bei den gegebenen Umständen nicht zu
beanstanden. Der Beurteilung der asim kann auch für den vorliegend zu beurteilenden
Zeitraum bis zum 5. Januar 2015 Beweiswert zugemessen werden.
2.4 Schon im IV-Entscheid vom 29. Mai 2013 (8C_950/12, IV-act. 515) zur
Taggeldfrage hat das Bundesgericht im Übrigen festgehalten, in der Zeit vom 1. April
2007 bis 28. März 2011 habe bei der Beschwerdeführerin keine mindestens hälftige
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestanden. Im UV-Entscheid vom 20.
Oktober 2015 (8C_510/15, beurteilend eine UV-Verfügung und entsprechend einen
Sachverhalt vom 15. April 2013) hat dann das Bundesgericht, wenn auch allein unter
dem Gesichtspunkt der Zusatzkriterien zur Beurteilung des dort strittigen adäquaten
Kausalzusammenhangs bei Unfällen im engeren mittleren Bereich, unter anderem
festgestellt, dass die Beschwerdeführerin gemäss ärztlicher Einschätzung nach wie vor
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zu 70 % ausüben könne. Es hat das
Gutachten somit (weiterhin) als stichhaltig betrachtet.
3.
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3.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde. Dabei ist in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn
anzuknüpfen, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sein (vgl. etwa Bundesgerichtsentscheid 9C_422/15 vom 7. Dezember 2015).
3.2 Die Beschwerdeführerin hat (bis 1996, IV-act. 10-1) eine Lehre als B._ absolviert
und bis 1998 in diesem Beruf gearbeitet (IV-act. 5-1). Danach war sie in einem
Restaurant als Serviceangestellte tätig und bezog hernach Arbeitslosenentschädigung.
Während ihrer Arbeitslosigkeit absolvierte sie - wohl über die Arbeitslosenversicherung
- zwei PC-Kurse (drei- und einwöchig) und nahm einen Kurs Abendhandelsschule
(einjährig, bis März 2000) auf. Im September 1999 trat sie als Sachbearbeiterin in das
Arbeitsverhältnis mit dem C._ ein. Im Jahr vor dem Unfall - 2001 - verdiente sie dort
ein Jahreseinkommen von rund Fr. 49'700.--. Nach Angaben in der
Arbeitgeberbescheinigung vom 25. September 2003 hätte sie ohne
Gesundheitsschaden damals (seit Juli 2002) monatlich Fr. 3'950.-- verdient, jährlich
(bei 13 Monatslöhnen) also Fr. 51'350.--.
3.3 Nach dem Unfall blieb die Beschwerdeführerin noch bis September 2003 am
bisherigen Arbeitsplatz angestellt. Ohne Kündigung (weil eine nur noch teilzeitliche
Tätigkeit aus betrieblichen Gründen nicht möglich war, IV-act. 6-4 e contrario) wäre sie
an der betreffenden Stelle geblieben (IV-act. 29-1). Nach Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung von 2003 bis 2011 (vgl. unten E. 4.4 f.) ergibt sich ein
Jahreseinkommen von Fr. 58'188.-- (Fr. 51'350.--; bis 2005: Branche 70-74, unter
anderem Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen, Informatik, 117.8/114.5,
vgl. T1.93 der Lohnentwicklung 2006 des Bundesamtes für Statistik; bis 2010:
108.3/100, vgl. T1.05 der Lohnentwicklung 2010; bis 2011: Branche Information und
Kommunikation, 101.7/100, vgl. T1.10 der Lohnentwicklung 2011).
4.
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4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist
aber kein solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte beigezogen werden (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1,
Bundesgerichtsentscheid vom 23. Januar 2012, 8C_604/11).
4.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, mit ihrem tatsächlichen
Einkommen habe sie ihre verbliebene Restarbeitsfähigkeit voll ausgeschöpft und
schöpfe sie weiterhin aus, weshalb es als Invalideneinkommen zu betrachten sei. Der
tatsächliche Verdienst der Beschwerdeführerin unterlag im Zeitverlauf - auch nach
Abschluss der IV-Eingliederung - Schwankungen:
4.3 Nach dem Verlust der bisherigen Anstellung (Ende September 2003) wurde die
Beschwerdeführerin durch die IV-Berufsberatung unterstützt und ab April 2004 - unter
der damaligen Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % - durch die IV umgeschult.
Zuerst wurde ihr eine Umschulung zur Technischen Kauffrau, dann zur Planerin E._
mit eidgenössischem Fachausweis zugesprochen. Im April 2006 hatte sie die
Ausbildung durchlaufen, nicht aber den Fachausweis erworben, und nahm eine
Festanstellung mit einem Pensum von 50 % auf (vgl. IV-act. 86, 378). Anstelle der ihr
bewilligten Fortführung bis zum Erlangen des Ausweises ersuchte sie im April 2008 um
Kostengutsprache für Computer-Grafikkurse (Umschulung zur Desktoperin). Obwohl
die Berufsberatung bei dieser Tätigkeit mit höherem Anteil an neuropsychologisch
ungeeigneterer Bildschirmarbeit rechnete, wurde ihr diese gewünschte Umschulung
gerichtlich zugesprochen, weil zum einen damit zu rechnen sei, dass sie in der
tatsächlich innegehabten Anstellung damit im Jahr 2007 statt Fr. 35'712.-- (wie ohne
weitere Umschulung zu erwarten; ausgehend von den Empfehlungen des KV Schweiz
von Fr. 51'017.--; bei 70 %) mit dem Pensum von 50 % nach Angaben der
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Arbeitgeberin vom August 2008 (IV-act. 225-1; dort wurde ferner angegeben, mit der
grafischen Arbeit reduziere sich der Anteil Bildschirmarbeit leicht) ein
Jahreseinkommen von Fr. 42'250.-- (bei 100 % entsprechend Fr. 84'500.--) werde
erzielen können, und weil zum andern die Voraussetzungen zur Erlangung des früher
vorgesehenen Fachausweises inzwischen erheblich erweitert worden waren (beides IV-
act. 282-10). Tatsächlich wurden der Beschwerdeführerin an der betreffenden Stelle
folgende Löhne ausgerichtet: für 2007 brutto Fr. 32'500.-- (act. G 1.7), für 2008 Fr.
35'750.-- (IV-act. 459-4) und für 2009 Fr. 36'790.-- (IV-act. 459-3). Im Jahr 2010
machte der Lohn aus den vier Monaten noch Fr. 12'263.-- aus (act. G 1.8; entspräche
umgerechnet Fr. 36'789.-- pro Jahr). Nach dem Verlust der Anstellung (April 2010)
bezog die Beschwerdeführerin ab Mai 2010 Arbeitslosenentschädigung (act. G 1.9 und
1.11). Durch die Beschwerdegegnerin wurde ihr ausserdem eine Fortsetzung der
Umschulung im grafischen Bereich in Form des Lehrgangs Desktop Publisher und
weiterer Kurse im Zeitraum vom 27. September 2010 bis 28. März 2011 bewilligt.
4.4 Nach Abschluss der IV-Umschulung lief noch bis zum August 2011 der
Arbeitslosenversicherungsanspruch. Von September bis Dezember 2011 war die
Beschwerdeführerin hernach bei der L._ AG angestellt und verdiente in den vier
Monaten Fr. 12'066.-- (umgerechnet Fr. 36'198.-- pro Jahr). Seit Februar 2012 ist sie
mit einem Pensum von 50 % mit einem Lohn von (nach der Probezeit) monatlich Fr.
2'950.-- (was pro Jahr Fr. 38'350.-- ausmacht) bei der M._ angestellt (IV-act. 537-84
ff.). Im Jahr 2013 hat sie von dort einen Lohn von Fr. 39'650.-- (IV-act. 537-83)
bezogen, im Jahr 2014 einen solchen von Fr. 40'300.-- (act. G 1.12).
4.5 Die einzelnen tatsächlichen Erwerbseinkommen können nicht als Ausdruck des
Invalideneinkommens betrachtet werden. Zwar schöpfte und schöpft die
Beschwerdeführerin abgesehen von der Zeit der Arbeitslosigkeit jeweils eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % aus. Zumutbar wäre ihr unter medizinischem Aspekt für eine
adaptierte Tätigkeit jedoch wie oben dargelegt eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in
diversen Tätigkeiten und eine Arbeitsfähigkeit von 60 % unter den Umständen erhöhter
neuropsychologischer Anforderungen. Dass höhere Pensen in keinem der
Arbeitsverhältnisse möglich gewesen seien, ist nicht belegt. Im Arbeitsvertrag vom 7.
Mai 2012 etwa wurde immerhin festgehalten, die Arbeitszeit könne flexibel geregelt
werden. Jedenfalls ist aber davon auszugehen, dass die vorhandene Arbeitsfähigkeit
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auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, wie er für die Invaliditätsbemessung
massgeblich ist und der Abgrenzung zur Arbeitslosenversicherung dient (vgl. Art. 16
ATSG), verwertbar wäre. Die Entlöhnungen an den drei innegehabten Arbeitsstellen
lassen darauf schliessen, dass nach den Umschulungsmassnahmen ein Lohnniveau
von rund Fr. 38'000.-- bei halbem bzw. von Fr. 76'000.-- bei vollem Pensum für die
Beschwerdeführerin erreichbar geworden ist. Liesse sie sich mit einem bei Tätigkeiten
mit erhöhten neuropsychologischen Anforderungen zumutbaren Pensum von 60 %
anstellen, wäre mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Invalideneinkommen für das
Jahr 2011 von rund Fr. 45'600.-- erreichbar.
4.6 Aus einer besonderen beruflichen Qualifizierung im Invaliditätsfall können unter
Umständen Rückschlüsse auf die hypothetische Entwicklung gezogen werden, zu der
es ohne Eintritt des Gesundheitsschadens gekommen wäre (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 16. Januar 2012, 8C_629/11). Vorliegend ist das
Erreichen eines höheren Lohnniveaus nach Eintritt des Unfalls allerdings
umfangreichen Umschulungsmassnahmen der Beschwerdegegnerin zu verdanken,
deren Zweck es gerade war, die Invalidität zu senken oder zu überwinden. - Da die
Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt erst _ Jahre alt war und als einsatzfreudig
beschrieben wird, könnte allenfalls eine gewisse, über die Nominallohnentwicklung
hinausgehende Steigerung des früheren Einkommens bei der längerfristige Verhältnisse
berücksichtigenden Bestimmung der Validenkarriere als überwiegend wahrscheinlich
angenommen werden, ermessensweise eine Erhöhung um 10 %. Diesfalls stellte sich
das Valideneinkommen 2011 auf rund Fr. 64'000.--.
4.7 Der Invaliditätsgrad macht daher maximal rund 29 % (Valideneinkommen Fr.
64'000.--, Invalideneinkommen Fr. 45'600.--) aus, weshalb die Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch zu Recht abgewiesen hat. Eine Veränderung im Zeitablauf ist
nicht zu berücksichtigen.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
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5.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden, hier also die Beschwerdeführerin. Mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.