Decision ID: fdd7a8ad-bfa8-5fdb-a83a-8c31e24ecc63
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 22. März 2011 über die Unfallversicherung Suva aufgrund
einer schweren Armverletzung links durch einen Arbeitsunfall zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 1; Fremdakten). Gemäss Arztbericht des Kantonsspitals St.
Gallen (KSSG), Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie vom 1.
März 2011, bestand folgende Diagnose: drittgradige offene Vorderarmschaftfraktur
nach Gustilo und Anderson mit/bei: langstreckige muskuläre Beugesehnenläsion aller
Beugesehnen, Durchtrennung Arteria radialis, aktuell motorische und sensible
Medianus- und Radialsparese (Fremdakten).
A.b Am 9. Mai 2011 hielt das KSSG, Klinik für Neurologie, fest, die bisherige Tätigkeit
sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar und in einer adaptierten Tätigkeit sei er nach
einer empfohlenen Umschulung zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 19). In einem weiteren
Arztbericht vom 10. Oktober 2011 wurde festgehalten, es zeige sich insbesondere eine
Verbesserung der motorischen Neurographien des Nervus medianus und Nervus
ulnaris links. Beim Versicherten zeigten sich weiterhin deutliche Paresen, welche den
Einsatz der linken Hand bei manuellen Tätigkeiten deutlich einschränkten bis
unmöglich machten. Dennoch sei von einer weiteren Besserungstendenz auszugehen
(IV-act. 30).
A.c Der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 21. November 2011 hielt fest,
klinisch zeige sich im Bereich des linken Unterarmes und der Hand ein erhebliches
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Kraftdefizit der vom Nervus medianus versorgten Muskulatur, zudem ein
Beweglichkeitsdefizit und eine Temperaturdifferenz sowie ein sensibles Defizit ab dem
mittleren Drittel des Unterarmes. Die Tätigkeit als Hilfsdachdecker sei nicht zumutbar,
die Zumutbarkeit einer adaptierten Tätigkeit könne aufgrund der medizinischen Phase
noch nicht festgelegt werden (Fremdakten).
A.d Am 9. Dezember 2011 diagnostizierte Dr. med. B._, Fachärztin für Oto-Rhino-
Laryngologie FMH, einen chronischen Tinnitus auris, bestehend seit Anfang 2011. Der
Tinnitus sei wahrscheinlich stressbedingt durch den Arbeitsunfall hervorgerufen
(Fremd-akten).
A.e In der zweiten beruflichen Standortbestimmung vom 5. März 2012 durch die
Rehaklinik Bellikon wurde betreffend die Zumutbarkeit ausgeführt, der Versicherte
werde aus jetziger Sicht als praktisch "Einhänder" wieder eingegliedert, wobei die linke
Hand als Hilfshand eingesetzt werden könne (Fremdakten).
A.f Mit kreisärztlichem Untersuchungsbericht vom 29. März 2012 wurde durch Dr.
med. C._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, Kreisarzt Suva , festgehalten, die linke Hand sei als
Zudienhand für sehr leichte bis leichte Tätigkeiten ohne repetitive
Rotationsbewegungen des linken Unterarmes und ohne Vibrations- und
Stossbelastungen einsetzbar. Tätigkeiten, welche repetitive Kontraktionsbelastungen
des linken Armes erfordern, seien dem Versicherten nicht zumutbar (Fremdakten).
A.g Vom 7. Mai 2012 bis 5. Oktober 2012 war der Versicherte im Einsatzprogramm
beim D._ in E._ (IV-act. 48). Gestartet worden sei mit einer Anwesenheit von 100%,
diese habe jedoch am 1. Juni 2012 auf 50% reduziert werden müssen (vgl. IV-act. 49).
A.h Dr. med. F._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt im Arztbericht
vom 21. September 2012 eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
(ICD-10: F43.2) fest. Psychisch einschränkend seien die vom Versicherten genannten
Konzentrationsstörungen bei der vor dem Unfall ausgeübten Arbeit, die hohe
Aufmerksamkeit verlangte (IV-act. 52).
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A.i Im Schlussbericht Abklärung/Ausbildung des D._ vom 16. Oktober 2012 wurde
ausgeführt, das zu Beginn der Massnahme definierte Tagessoll von vier Stunden (50%)
habe in der Schlussphase konstant auf sechs Stunden (75%) gehalten werden können.
Repetitive, technisch mässig anspruchsvolle Arbeitsabläufe, welche eine einseitige
manuelle Tätigkeit zuliessen, hätten dem Versicherten eine ansprechende
Leistungserbringung ermöglicht. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit erhöhe eine
konstante Leistungserbringung (IV-act. 61).
A.j In der Nachkontrolle vom 9. April 2013 des KSSG, Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie, wurde ausgeführt, die Arbeitsunfähigkeit im erlernten
Beruf als Dachdecker betrage auf Dauer 100%. Aufgrund der schweren Einschränkung
der Funktion der linken Hand vor allem aufgrund des starken Kraftverlustes, bei
welchem keine signifikante Besserung über die weitere Zeit zu erwarten sei, bestehe
eine abstrakte Arbeitsunfähigkeit von 40% (IV-act. 67).
A.k Im kreisärztlichen Abschlussbericht vom 4. September 2013 führte Dr. C._ aus,
es seien keine wesentlichen Veränderungen zur kreisärztlichen Untersuchung vom 29.
März 2012 feststellbar. Das Zumutbarkeitsprofil behalte weiterhin Gültigkeit und der
Zustand nach Quetschtrauma des linken Unterarmes sei dauerhaft und erheblich
(Fremdakten).
A.l Mit Verfügung vom 7. Mai 2014 teilte die Suva dem Versicherten mit, es werde eine
Invalidenrente auf der Grundlage einer 23%igen Erwerbsunfähigkeit ausgerichtet
(Fremdakten). Die Einsprache durch den Rechtsvertreter des Versicherten vom 10. Juni
2014 wurde mit Einspracheentscheid der Suva vom 23. Oktober 2014 abgewiesen
(Fremdakten).
A.m Mit Vorbescheid vom 28. Mai 2014 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, der
Anspruch auf eine Invalidenrente werde abgewiesen. Aus ärztlicher Sicht könnten dem
Versicherten leichte bis sehr leichte Tätigkeiten, bei welchen er die linke Hand als
Zudienhand einsetzen könne, ohne Rotationsbewegungen des linken Unterarms, ohne
Vibrations- und Stossbelastungen und ohne Tätigkeiten, welche repetitive
Kontraktionsbelastungen des linken Armes erforderten, zugemutet werden (IV-act 87
f.).
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A.n Gegen diesen Vorbescheid erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 10.
Juni 2014 bzw. am 3. Juli 2014 Einwand mit der Begründung, es bestehe lediglich eine
60%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Faktisch sei der Versicherte nicht
in der Lage, mit der linken Hand Arbeiten/Tätigkeiten zu verrichten, weshalb sich ein
Leidensabzug von 25% rechtfertige. Der Versicherte sei des Weiteren nicht in der Lage,
ein Invalideneinkommen von Fr. 46'332.-- zu erzielen. Auch das Valideneinkommen sei
nicht nachvollziehbar (IV-act. 88; IV-act. 91).
A.o Mit Verfügung vom 7. April 2015 wies die IV-Stelle das Gesuch um
Rentenleistungen mit der Begründung ab, es werde auf die Abklärungen der Suva
abgestützt, welche eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit und einen
IV-Grad von 23% ergeben hätten (IV-act. 102).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die durch den neu beigezogenen
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erhobene Beschwerde vom 7. Mai 2015 mit
den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei ab
September 2011 mindestens eine halbe Rente auszurichten. Eventualiter sei zumindest
eine spezialärztliche Begutachtung beim Handchirurgen Dr. med. F._ vorzunehmen.
Die Abklärungen in Bellikon und beim Kreisarzt seien zum Teil verfrüht gewesen und
nicht zufriedenstellend. Es sei falsch, dass die linke Hand als "Zudienhand" eingesetzt
werden könne. Die linke Hand des Beschwerdeführers sei kraftlos und könne auch
nicht mehr richtig gesteuert werden. Der gegenwärtige Stand der medizinischen
Unterlagen erlaube keine verlässliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, weshalb die
Beschwerdegegnerin die Abklärungspflicht verletzt habe. Zudem sei unter Vorbehalt
von einem Valideneinkommen gemäss Suva von Fr. 71'500.-- auszugehen, was beim
durch die IV und Suva unterstellten Invalideneinkommen und einem Leidensabzug von
25% bereits zu einem IV-Grad von 35% führen würde. Überdies wäre der
Beschwerdeführer selbst bei einer idealen Tätigkeit nur schon durch das Arbeitstempo
erheblich eingeschränkt. Diese Einschränkung könne mit dem vorgenommenen
Leidensabzug nicht aufgewogen werden (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Es gebe keine Hinweise, dass Dr. C._ den
Beschwerdeführer nicht ausführlich und kompetent untersucht hätte. Bei seiner
Beurteilung habe er sich auf zwei Röntgenbilder des linken Unterarms vom 28.
September 2011 stützen können. Die erheblichen Einschränkungen seien durch Dr.
C._ bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt worden, weshalb von einer
vollen Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit, bei welcher die linke Hand lediglich in stark
eingeschränkter Weise benutzt werde, auszugehen sei. Als Gesunder hätte der
Beschwerdeführer im Jahr 2011 ein Erwerbseinkommen von Fr. 68'900.-- erzielt, das
geltend gemachte höhere Erwerbseinkommen sei nicht ausgewiesen. Das
Invalideneinkommen sei anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) zu berechnen. Bei
einem Leidensabzug von 20% resultiere ein IV-Grad von 29% (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 7. August 2015 macht der Beschwerdeführer geltend, die
Beschwerdegegnerin müsse sich beim ursprünglich vorgenommenen Leidensabzug
von 25% behaften lassen, womit beim Einkommensvergleich nach Vorgaben der
Beschwerdegegnerin ein IV-Grad von 33% resultieren würde. Entscheidend sei aber,
wie hoch die verbleibende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers eingestuft werde.
Es gebe in den Akten neben der bestrittenen Suva-Einschätzung lediglich noch eine
weitere Angabe zur "abstrakten Arbeitsunfähigkeit", jene von 40% des KSSG vom 9.
April 2013, woraus bei einem Valideneinkommen von Fr. 68'900.--, einem
Invalideneinkommen von Fr. 61'910.-- und unter Berücksichtigung eines
Leidensabzugs von 25% ein IV-Grad von gerundet 60% resultieren würde. Zudem
habe der Bericht des D._ zweifellos gezeigt, wozu der Beschwerdeführer fähig sei.
Des Weiteren hätte der Kreisarzt bei seiner Schätzung keine Kenntnis vom konkreten
halbjährigen Abklärungsprozess beim D._ in E._ gehabt und stütze sich einzig auf
die Tatsache, dass die Knochen wieder verheilt seien. Das neurologische Problem sei
nicht abgeklärt worden. Ebenfalls sei vom KSSG am 9. April 2013 selber eine
Begutachtung postuliert worden. Aufgrund der rein orthopädischen Betrachtung der
Suva sei es unumgänglich, eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen (act. G
6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf das Einreichen einer Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen
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1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine
Viertelsrente.
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
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Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zur
ergänzenden Sachverhaltsermittlung und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz
zurückweisen.
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine verlässliche Grundlage für
die Beurteilung des umstrittenen Rentenanspruchs bildet. Die Beschwerdegegnerin
stützt die Rentenabweisung in medizinischer Hinsicht auf die Abklärungen der Suva,
insbesondere auf die kreisärztlichen Untersuchungen vom 29. März 2012 und vom 4.
September 2013. Des Weiteren stützt sich die Beschwerdegegnerin auf den Arztbericht
von Dr. F._ vom 21. September 2012 und auf die Stellungnahme des RAD vom 29.
August 2013.
2.1 Im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 29. März 2012 wurde ausgeführt, die
linke Hand sei als Zudienhand einsetzbar für sehr leichte bis leichte Tätigkeiten ohne
repetitive Rotationsbewegungen des linken Unterarmes und ohne Vibrations- und
Stossbelastungen. Tätigkeiten, welche repetitive Kontraktionsbelastungen des linken
Armes erfordern, seien nicht zumutbar. Diese Beurteilung stützte der Kreisarzt auf
diverse Arztberichte, einen eigenen Untersuch (Beweglichkeit Handgelenk, Sensibilität,
Kraftmessung im Pinchgriff, Faustschlusskraft, Umfangmessungen) und Röntgenbilder
vom 28. September 2011. Die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 4. September
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2013 stützte sich wiederum auf diverse Arztberichte und auf eigene Untersuchungen
(Beweglichkeit Handgelenk, Kraftmessung im Pinchgriff, Faustschlusskraft,
Umfangmasse). Objektiv bestünden Hypästhesien im Bereich des linken Unterarmes
sowie auf Streck- und Beugeseite der linken Hand. Die Beweglichkeit der Langfinger
sei weitgehend erhalten und die Oppositionsbewegungen des Daumens diskret
eingeschränkt. Der Grobgriff sei kraftgemindert, jedoch uneingeschränkt durchführbar,
der Spitz- und Schlüsselgriff deutlich kraftgemindert. Es bestehe eine sichtbare
Atrophie der Intrinsikmuskulatur mit Kraftminderung bei An- und Abspreizung.
Insgesamt sei keine wesentliche Veränderung zur kreisärztlichen Untersuchung vom
29. März 2012 feststellbar. Der Zustand nach Quetschtrauma des linken Unterarmes
sei dauerhaft und erheblich (Fremdakten).
2.1.1 Im Arztbericht des KSSG, Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie, vom 9. April 2013 wurde von einer dauernden 100%igen
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgegangen. Aufgrund des starken
Kraftverlustes, bei welchem keine signifikante Besserung über die weitere Zeit zu
erwarten sei, könnten wegen der schweren Einschränkungen der Funktionen der linken
Hand keine Berufe mit ausgesprochen manueller Ausprägung mehr durchgeführt
werden. Daher bestehe eine abstrakte Arbeitsunfähigkeit von 40% im Sinne einer
Minderung der Erwerbsfähigkeit (vgl. IV-act. 67). Während eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Dachdecker ohne weiteres
plausibel erscheint, ist diese "abstrakte" Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit weder
begründet noch nachvollziehbar. Insbesondere ist beim Beschwerdeführer die
dominante Hand weiterhin voll einsetzbar. Zudem konnte der Beschwerdeführer
gemäss Schlussbericht des D._ das zu Beginn der Massnahme definierte Tagessoll
von 50% in der Schlussphase konstant auf 75% (sechs Stunden) halten (vgl. IV-act. 61;
Abschlussbericht Suva vom 26. September 2012, Fremdakten). Deshalb kann auf diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht abgestellt werden, umso mehr als die Frage der
Erwerbsunfähigkeit keine medizinische, sondern eine rechtliche ist.
2.1.2 Der Kreisarzt stützte sich zudem auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon
vom 21. November 2011, welcher als arbeitsrelevantes Problem das Funktionsdefizit
des linken Armes und der linken Hand bei Status nach komplexer Unterarmverletzung
mit der deutlichen Kraftminderung und den neurologischen Ausfällen aufführte. Um die
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Belastbarkeit für eine berufliche Abklärung zu eruieren, sei die Einsatzfähigkeit langsam
auf drei Stunden gesteigert worden, was jedoch noch nicht den Anforderungen an
einen halbtägigen Einsatz in der beruflichen Abklärung entsprochen habe. Aufgrund
eigener Untersuchungen hätten sich klinisch im Bereich des linken Unterarmes und der
Hand ein erhebliches Kraftdefizit der vom Nervus medianus versorgten Muskulatur, ein
Beweglichkeitsdefizit und eine Temperaturdifferenz im Vergleich zur Gegenseite sowie
ein sensibles Defizit ab dem mittlerem Drittel des Unterarmes gezeigt (Fremdakten). Die
beruflichen Standortbestimmungen durch die Rehaklinik Bellikon vom 1. Juli 2011 und
5. März 2012 verweisen darauf, dass der Beschwerdeführer als praktisch "Einhänder"
wieder eingegliedert werden und die linke Hand als Hilfshand eingesetzt werden könne
(vgl. Fremdakten).
2.1.3 Weiter enthält der Arztbericht vom 9. Mai 2011 des KSSG, Klinik für Neurologie,
Angaben betreffend die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Auch in diesem
wurde bei gleichzeitiger Empfehlung einer Umschulung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
attestiert (vgl. IV-act 19).
2.1.4 Der Kreisarzt machte zwar keine expliziten Ausführungen betreffend die
quantitative Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, sondern hielt im
Zumutbarkeitsprofil lediglich die Kriterien für eine adaptierte Tätigkeit fest. Damit ist er -
wie sich aus den Verfügungen der Suva ergibt - von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen.
2.1.5 Insgesamt ist ersichtlich, dass sich der Kreisarzt ausführlich mit dem
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auseinandergesetzt hatte. Die Vorakten
und die Anamnese sowie die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers wurden
vom Kreisarzt berücksichtigt und im Zumutbarkeitsprofil beachtet.
2.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrer Rentenabweisung zudem auf die
Stellungnahme des RAD vom 29. August 2013. Der RAD führte darin aus, aus
versicherungsmedizinischer Sicht sei der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
stabil. Die diagnostizierte Anpassungsstörung begründe keine anhaltende
Arbeitsunfähigkeit, weshalb aus psychiatrischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit
keine Einschränkungen berücksichtigt werden müssten (IV-act. 79). Dies erscheint
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plausibel, denn eine psychiatrische Behandlung fand nur kurze Zeit vom 7. Mai bis 18.
Juni 2012 statt, wobei Dr. F._ als psychisch einschränkend die vom
Beschwerdeführer genannten Konzentrationsstörungen erachtete, selbst solche jedoch
nicht feststellte (vgl. IV-act. 52-3).
2.3 Betreffend den Tinnitus ist festzuhalten, dass dieser keinen Einfluss auf die
quantitative Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat. In den Arztberichten von Dr.
B._ sind dazu auch keine gegenteiligen Ausführungen vorhanden (vgl. Fremdakten).
Lediglich in qualitativer Hinsicht ist auf den Tinnitus in einer adaptierten Tätigkeit
Rücksicht zu nehmen, indem lärmbelastete Tätigkeiten wohl auszuschliessen sind.
2.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Sachverhalt aus medizinischer Sicht
genügend abgeklärt ist. In der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers besteht
unbestrittenermassen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und in einer adaptierten
Tätigkeit aufgrund der vorab getätigten Ausführungen eine auch durch mehrere Ärzte
bestätigte 100%ige Arbeitsfähigkeit, wobei oben genannte Kriterien (vgl. Ziff. 2.1) zu
beachten sind. Weitere medizinische Abklärungen drängen sich nicht auf.
3.
3.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und
Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige
rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu
berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung
des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG). Die Rente wird vom Beginn des Monats
an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Art. 29 Abs. 3 IVG). Vorausgesetzt
ist zudem die Erfüllung des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Der
Beschwerdeführer ist seit dem 14. Januar 2011 arbeitsunfähig und meldete sich am 18.
März 2011 bei der IV an. Ein Rentenanspruch bestünde damit frühestens ab dem 1.
Januar 2012.
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3.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird
in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 59 E. 3.1).
Gemäss Arbeitgeberfragebogen hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2011 Fr. 68'900.--
verdient (IV-act. 8-2). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2012
resultiert somit ein Valideneinkommen von gerundet Fr. 69'440.-- (Fr. 68'900.-- / 2171 x
2188).
3.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare
neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können die LSE-Tabellenlöhne herangezogen
werden (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli 2014, 8C_7/2014, E. 7.1). Dem
Beschwerdeführer verbleiben gemäss Rechtsprechung auf dem massgebenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt trotz seiner funktionellen Einschränkung noch zumutbare
Einsatzmöglichkeiten. Die faktische Einhändigkeit oder die Beschränkung der
dominanten Hand als Zudienhand stellen zwar praxisgemäss Tatbestände einer
erheblich erschwerten Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit dar. Doch hat die
Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen bestehen, die funktionell
als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten
können. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten
sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder
Produktionseinheiten, die keinen Einsatz der dominanten Hand voraussetzen (Urteil des
Bundesgerichts vom 8. Juli 2016, 8C_37/2016, E. 5.1.2, mit Hinweisen). Dies hat
vorliegend umso mehr zu gelten, als es sich bei der beeinträchtigten Hand des
Beschwerdeführers gerade nicht um seine dominante Hand handelt. Da der
Beschwerdeführer keiner Arbeit nachgeht, ist das Invalideneinkommen vorliegend
anhand der Tabellenlöhne zu ermitteln. Der Beschwerdeführer ist in einer adaptierten
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Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Auszugehen ist vom Totalwert für den gesamten
privaten Sektor gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 TA1, Kompetenzniveau
1 für Männer, von monatlich Fr. 5'210.--. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen
Arbeitszeit für das Jahr 2012 ergibt das ein jährliches Invalideneinkommen von
gerundet Fr. 65'177.-- (12 x Fr. 5'210.-- / 40 x 41.7).
3.4 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Der Abzug soll
aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht
übersteigen. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich
leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 78
E. 5a/bb). Selbst mit einem maximalen Tabellenlohnabzug von 25% resultiert bei
vorliegenden Validen- und Invalideneinkommen kein rentenbegründender IV-Grad ([Fr.
69'440.-- ./. 48'883.--] x 100 / 69'440.-- = 30%).
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (act. 69 Abs. 1bis IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.