Decision ID: 793bcff5-5674-5141-b776-2a8aeea10009
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._ Sammelstiftung für Personalvorsorge,
Klägerin,
gegen
H._,
Beklagte,
betreffend
Forderung (BVG-Beiträge)
Sachverhalt:
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A.
A.a Die H._ (nachfolgend: Arbeitgeberin) schloss sich der B._ Sammelstiftung für
Personalvorsorge (nachfolgend: Sammelstiftung) mit Anschlussvertrag vom 15. Februar
2006 rückwirkend auf den 1. Januar 2006 an (act. G 1.2/2). Am 30. Januar 2006
unterschrieb die Arbeitgeberin eine Vereinbarung, in welcher sie sich verpflichtete, für
das Jahr 2006 eine Zahlung von Fr. 60'000.-- bis spätestens 15. Februar 2006 sowie
bis zur vollständigen Tilgung der Beitragsforderungen monatliche Zahlungen von Fr.
6'400.-- ab dem 15. März 2006 sowie Fr. 6'100.-- ab 31. Januar 2007 und eine Zahlung
von Fr. 30'000.-- bis 31. Januar 2007 zu leisten (act. G 1.2/7). Diese Vereinbarung
erfüllte die Arbeitgeberin nach Zahlung von Fr. 60'000.-- und von zwei Monatsraten
nicht mehr. Eine weitere Zahlung von Fr. 40'000.-- ging erst im Nachgang zu einer
Betreibung vom 12. Oktober 2007 ein (vgl. act. G 1.1/6).
A.b Am 28. Februar 2008 unterzeichnete die Arbeitgeberin eine weitere
Abzahlungsvereinbarung, worin sie sich verpflichtete, ab dem 1. März 2008 monatlich
Fr. 10'000.-- zu zahlen (act. G 1.2/8). Dieser Verpflichtung kam sie nicht nach, weshalb
die Sammelstiftung am 9. April 2008 das Fortsetzungsbegehren und am 21. Mai 2008
das Konkursbegehren stellte. Die Arbeitgeberin erbrachte hierauf am 27. Mai 2008 eine
Zahlung von Fr. 10'000.-- und am 12. Juni 2008 eine solche von Fr. 8'000.--, worauf
die Sammelstiftung am 13. Juni 2008 ihr Konkursbegehren zurückzog. Am 17. Oktober
2008 leitete sie erneut Betreibung ein, da zwischenzeitlich keine Zahlungen registriert
werden konnten. Am 4. Dezember 2008 ging hierauf bei der Sammelstiftung eine
Zahlung von Fr. 20'000.-- ein (vgl. Verbuchungen in act. G 1.2/6). Mit Schreiben vom 7.
August 2009 kündigte die Sammelstiftung den Anschlussvertrag mit der Arbeitgeberin
auf den 31. August 2009 (act. G 1.2/3). Gegen einen Zahlungsbefehl des
Betreibungsamtes A._ vom 23. Oktober 2009, worin die Sammelstiftung eine
Forderung von Fr. 143'010.20 nebst Zins zu 5 % seit 22. Oktober 2009 und Zins vom
1. Januar bis 21. Oktober 2009 von Fr. 5'008.55 sowie Fr. 500.--
Umtriebsentschädigung geltend machte, erhob die Arbeitgeberin Rechtsvorschlag (act.
G 1.2/9).
B.
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B.a Am 11. November 2009 erhob die Sammelstiftung Klage gegen die Arbeitgeberin
mit den Begehren, die Beklagte habe ihr eine Kapitalforderung von Fr. 143'010.20, Zins
vom 1. Januar bis 21. Oktober 2009 von Fr. 5'008.55 und Zins zu 5 % seit 22. Oktober
2009 auf der Kapitalforderung, zuzüglich der Kosten des Zahlungsbefehls und einer
Umtriebsentschädigung von Fr. 500.--, zu bezahlen. Im Betreibungsverfahren
Nr. 905'558 des Betreibungsamtes A._ sei im Umfang der zugesprochenen
Forderung der Rechtsvorschlag zu beseitigen; unter Kostenfolge zulasten der
Beklagten. Zur Begründung ihres Begehrens schilderte die Klägerin den Hergang und
legte die Zusammensetzung der von ihr geltend gemachten Kapitalforderung im
Einzelnen dar.
B.b Von der ihr mit Schreiben der Gerichtsleitung vom 17. November 2009
eingeräumten Gelegenheit zur Einreichung einer Klageantwort (act. G 2) sowie von der
entsprechenden, eingeschrieben versandten Nachfristansetzung vom 4. Januar 2010
(act. G 3) machte die Beklagte keinen Gebrauch.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 7 Abs. 1 BVG in Verbindung mit Art. 5 der Verordnung über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 18. April 1984 (BVV 2,
SR 831.441.1; in der jeweils gültig gewesenen Fassung) unterstehen Arbeitnehmer, die
bei einem Arbeitgeber einen Jahreslohn von mehr als Fr. 19'350.-- (2006) bzw.
Fr. 19'890.-- (2007 und 2008) erzielen, ab 1. Januar nach Vollendung des 17.
Altersjahrs für die Risiken Tod und Invalidität, ab 1. Januar nach Vollendung des 24.
Altersjahrs auch für das Risiko Alter der obligatorischen Versicherung. Diese beginnt
mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses und endet unter anderem mit dessen
Auflösung (Art. 10 Abs. 1 und 2 BVG). Der Arbeitgeber, der obligatorisch zu
versichernde Arbeitnehmer beschäftigt, muss gemäss Art. 11 Abs. 1 BVG eine in das
Register für die berufliche Vorsorge eingetragene Vorsorgeeinrichtung errichten oder
sich einer solchen anschliessen. Schliesst er sich einer registrierten
Vorsorgeeinrichtung an, so sind alle dem Gesetz unterstellten Arbeitnehmer bei dieser
Vorsorgeeinrichtung versichert (Art. 7 Abs. 1 BVV 2). Die Vorsorgeeinrichtung legt die
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Höhe der Beiträge des Arbeitgebers und der Arbeitnehmer in den reglementarischen
Bestimmungen fest (Art. 66 Abs. 1 BVG). Der Arbeitgeber schuldet der
Vorsorgeeinrichtung die gesamten Beiträge (Art. 66 Abs. 2 erster Satz BVG).
1.2 Bei der Klägerin als Sammelstiftung handelt es sich um eine registrierte
Vorsorgeeinrichtung im Sinn von Art. 48 BVG. Die Beklagte schloss sich ihr mit
Anschlussvertrag vom 15. Februar 2006 rückwirkend auf den 1. Januar 2006 an. Die
Klägerin war somit berechtigt und verpflichtet, die bei der Beklagten beschäftigten und
dem BVG unterstellten Arbeitnehmer zu versichern und im Rahmen der
Anschlussbedingungen die durch Reglement festgelegten Beitragsforderungen zu
erheben. Gemäss Ziff. 5.3 des Anschlussvertrages (act. G 1.1/2) sind die in Rechnung
gestellten Risikoprämien jeweils zu Beginn eines Versicherungsjahres und diejenigen
für die Altersgutschriften und die Beiträge für den Sicherheitsfonds per Jahresende
fällig. Die Zahlungen werden über ein verzinsliches Vertragskonto abgewickelt. Der
Arbeitgeber verpflichtet sich, die vom Gehalt der Arbeitnehmer in Abzug gebrachten
Beiträge der Stiftung laufend (mindestens quartalsweise) zu überweisen (Ziffer 5.1 des
Anschlussvertrages). Auf verspäteten Zahlungen erfolgt ohne Mahnung eine
Zinsbelastung. Die Stiftung ist berechtigt, marktkonforme Zinssätze festzulegen. Die
Zinssätze können jederzeit den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Ein am Ende
eines Kalenderjahres bestehender Saldo zugunsten der Stiftung inklusive allfällig
aufgelaufener Zinsbelastungen wird als Kapitalforderung auf das nächste Kalenderjahr
vorgetragen. Die Stiftung erstellt auf das Ende eines Kalenderjahres einen Kontoauszug
über das Beitragskonto. Dessen Saldo gilt als anerkannt, sofern der Arbeitgeber nicht
innert 4 Wochen nach Erhalt des Kontoauszuges schriftlich Widerspruch erhebt (Ziffer
5.4 des Anschlussvertrages). Bei Beitragsausständen oder bei grober Verletzung der
Mitwirkungspflichten hat die Stiftung das Recht, den Anschlussvertrag mit sofortiger
Wirkung zu kündigen (Ziffer. 7.3 des Anschlussvertrages). Für Aufwendungen im
Zusammenhang mit Beitragsausständen erhebt die Stiftung Umtriebsentschädigungen
gemäss Kostenreglement, welches Bestandteil des Anschlussvertrages bildet (act. G
1.1/2).
1.3 Auf Kündigung der Klägerin vom 7. August 2009 hin wurde der Anschlussvertrag
mit der Beklagten auf den 31. August 2009 aufgehoben (act. G 1.2/3). Aus den von der
Klägerin ins Recht gelegten Sammelausweisen (act. G 1.2/5) sind die Personaldaten,
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die versicherten Leistungen, die jährlichen Kosten und die monatlichen
Arbeitnehmerabzüge ersichtlich. Im Weiteren legte die Klägerin die Beitragsrechnungen
2009 ins Recht (act. G 1.2/4). Die eingeklagte Kapitalforderung von Fr. 143'010.20
ergibt sich einerseits aus den in der Zeit von Januar 2006 bis Oktober 2009
verrechneten Prämien im Betrag von Fr. 284'688.40.--, wobei in diesem Betrag die
durch die Vertragsauflösung auf Ende August 2009 resultierenden Beitrags-
Rückbuchungen (zu Gunsten der Beklagten) bereits berücksichtigt sind (vgl. act. G
1.2/6 S. 4). Von diesem Betrag abzuziehen sind die von der Beklagten im erwähnten
Zeitraum geleisteten Zahlungen von insgesamt Fr. 150'800.-- (Fr. 60'000.-- + 2 x Fr.
6'400.-- + Fr. 40'000.-- + Fr. 10'000.-- + Fr. 8'000.-- + Fr. 20'000.--; vgl. act. G 1.2/6).
Zu addieren sind die jeweils auf Ende der Jahre 2006, 2007 und 2008 verbuchten
Kontokorrentzinsen von insgesamt Fr. 6'321.80. Hierbei kamen für die jeweiligen
Sollsaldi Zinssätze von 4.5 % (ab 1. Juli 2004) und 5 % (ab 1. September 2007) zur
Anwendung. Hinzu kommen im Weiteren Kosten für Mahnungen (Fr. 500.--) sowie
Betreibungs-, Fortsetzungs- und Konkursbegehren (Fr. 2'300.-- [darin enthalten sind
Vorschüsse von amtlichen Kosten von Fr. 700.--]) im Betrag von insgesamt Fr. 2'800.--.
Darin nicht enthalten sind die am 22. Oktober 2009 verbuchten Kosten für die letzte
Betreibung vor Klageeinleitung im Betrag von Fr. 700.-- (einschliesslich Vorschuss für
amtliche Kosten von Fr. 200.--; vgl. act. G 1.2/6).
2.
2.1 Die Beklagte liess sich gegenüber der Klägerin nach Lage der Akten nie schriftlich
vernehmen und beanstandete auch die zugestellten Kontoauszüge nicht. Auch in
diesem Verfahren äusserte sich die Beklagte nicht zu den geltend gemachten
Forderungen der Klägerin. Nachdem die eingeklagten Prämien nicht im Widerspruch zu
den Akten stehen, können sie ohne weiteres als ausgewiesen gelten. Die Belastung der
Mahnspesen basiert auf Ziff. 2.1 des Kostenreglements und lässt sich demnach
ebenfalls nicht beanstanden. Sodann ist der Aufwand, den die Einreichung der
Betreibungsbegehren vom Oktober 2007 sowie Juli 2009, des Fortsetzungsbegehrens
vom April 2008 und des Konkursbegehrens vom Mai 2008 verursachte, durch das
Kostenreglement, welches auf vertraglicher Grundlagedie Kostenpflicht des im
Zusammenhang mit Betreibungshandlungen entstehenden Aufwands vorsieht,
abgedeckt. Was hingegen die am 22. Oktober 2009 verbuchten Betreibungskosten von
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Fr. 500.-- betrifft, lassen sich diese nicht mehr vertraglich begründen, da der
Anschlussvertrag auf Ende August 2009 aufgelöst worden war. Letztere haben daher
bei der vorliegenden Rechtsöffnung ausser Betracht zu bleiben. Vom eingeklagten
Betrag von Fr. 143'010.20 sind sie aber nicht in Abzug zu bringen, weil sie ohnehin
nicht Teil dieser Kapitalforderung bilden (vgl. act. G 1.2/6 S. 4).
Das Kostenreglement enthält eine abschliessende Aufzählung der vertraglichen Kosten
und sieht im Zusammenhang mit Betreibungshandlungen deren pauschale Abgeltung
mit je Fr. 500.-- vor. Bei den darüberhinaus im Rahmen der erwähnten
Betreibungshandlungen entstandenen zusätzlichen Kosten von total Fr. 500.-- - d.h. je
Fr. 100.-- am 25. Oktober 2007, 22. April 2008, 31. Oktober 2008 und Fr. 200.-- am 10.
August 2009 (vgl. act. G 1.2/6) - handelt es sich soweit ersichtlich um Vorschüsse für
amtliche Kosten, welche die Klägerin von den Zahlungen der Beklagten vorab erheben
konnte (vgl. dazu Ammon/Walther, Grundriss des Schuldbetreibungs- und
Konkursrechts, 8. A., § 13 Rz 8). Folglich schuldet die Beklagte der Klägerin Fr.
143'010.20.
Die Betreibungskosten für das laufende Betreibungsverfahren (worunter die durch das
Betreibungsamt belasteten Kosten zu verstehen sind, nicht jedoch die vertraglich
abgemachten Umtriebsentschädigungen, vgl. Amonn/Walter, a.a.O., §13 Rz 1 ff.;
vorliegend Fr. 200.--, verbucht am 4. November 2009) können nicht in die
Rechtsöffnung miteinbezogen werden, da diese von der Gläubigerin vorzuschiessen
sind (Art. 68 Abs. 1 zweiter Satz SchKG) und die endgültige Belastung des Schuldners
mit Betreibungskosten vom Ausgang des Betreibungsverfahrens abhängt (vgl. Pr 73,
Nr. 195).
2.2 Nicht Bestandteil des erwähnten (vertraglichen) Zinsausstands von Fr. 6'321.80
sind die Zinsen ab 1. Januar 2009. Die Klägerin macht daher zusätzlich Zinsen vom
1. Januar bis 21. Oktober 2009 im Betrag von Fr. 5'008.55 geltend. Für die Zeit bis zum
Vertragsende (Ende August 2009) handelt es sich dabei um (vertragliche)
Kontokorrentzinsen (Zinssatz 5 %; vgl. act. G 1.2/6 S. 4). Gemäss Art. 66 Abs. 2 BVG
kann die Vorsorgeeinrichtung überdies für nicht rechtzeitig bezahlte Beiträge
Verzugszinsen verlangen. In Anwendung eines Zinssatzes von 5 % erscheint der
erwähnte Zinsbetrag von Fr. 5'008.55 für die Zeit vom 1. Januar bis 21. Oktober 2009
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mit Blick auf die in diesem Zeitraum jeweils ausstehenden Kapitalforderungen (vgl. act.
G 1.2/6) ausgewiesen.
Im Weiteren verlangt die Klägerin Zins zu 5 % auf der ausstehenden Kapitalforderung
seit 22. Oktober 2009, d.h. auf Fr. 143'010.20. Mit Blick auf Art. 66 Abs. 2 BVG müssen
die Mahn- und Betreibungskosten (soweit sie nicht durch Saldoziehung per Ende 2008
noviert wurden) von insgesamt Fr. 800.-- bei der Zinsberechnung ausser Betracht
bleiben, womit für die Verzinsung eine Forderung in der Höhe von Fr. 142'210.20
verbleibt. Dieser Betrag beinhaltet wie erwähnt unter anderem den Zins per Ende 2008.
Nach Art. 105 Abs. 3 OR dürfen von Verzugszinsen keine Verzugszinsen berechnet
werden. Diese Regelung ist aber dispositiver Natur, und es steht den Parteien frei, eine
davon abweichende Vereinbarung - zum Beispiel im Rahmen eines
Kontokorrentverhältnisses - zu treffen (Wolfgang-Wiegand, Kommentar zum
Schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht I, Art. 105 N 6, 2. Auflage, Basel 1996).
Konkret wurden die Geschäftsfälle wie erwähnt über ein verzinsliches Vertragskonto
abgewickelt, wobei mangels einer anderslautenden Regelung die Ziehung und
Anerkennung des Saldos jeweils eine Neuerung der bisherigen Schuld bewirkte (vgl.
auch Anschlussvertrag Ziffer 5.4). Es liegt damit eine Regelung im Sinn von Art. 117
Abs. 2 OR vor. Die Zinsen behalten somit nach Saldoziehung ihren Charakter als
Vertragszinsen nicht, so dass die auf Vertragszinsen zugeschnittene Regel von Art. 105
Abs. 3 OR nicht zur Anwendung kommt. Die Beklagte hat die ihr zugestellten
Kontoauszüge wie erwähnt offenbar nicht angefochten und damit die jeweiligen Saldi
anerkannt. Da die Saldoziehung novierende Wirkung hatte, sind der Klägerin auf der
gesamten Kapitalforderung von Fr. 142'210.20 Verzugszinsen von 5% seit 22. Oktober
2009 zuzusprechen.
3.
3.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beklagte zu verpflichten, der
Klägerin Fr. 143'010.20 zuzüglich Zins von Fr. 5'008.55 für die Zeit vom 1. Januar bis
21. Oktober 2009 und Zins zu 5% auf dem Betrag von Fr. 142'210.20 ab 22. Oktober
2009 zu bezahlen. In diesem Umfang ist demzufolge der von der Beklagten in der
Betreibung Nr. 905'558 des Betreibungsamtes A._ erhobene Rechtsvorschlag
aufzuheben.
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3.2 Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG ist das Verfahren in Streitigkeiten aus beruflicher
Vorsorge in der Regel kostenlos. Von der Regel der Kostenlosigkeit kann nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung entsprechend einem allgemeinen prozessualen
Grundsatz des Bundessozialversicherungsrechts auch im Bereich der beruflichen
Vorsorge abgewichen werden, wenn mutwillige oder leichtsinnige Prozessführung
vorliegt (BGE 118 V 318 Erw. 3c). Mutwillige Prozessführung kann unter anderem
angenommen werden, wenn eine Partei eine ihr in dieser Eigenschaft obliegende
Pflicht (z. B. Mitwirkungs- oder Unterlassungspflicht) verletzt, oder wenn sie ihre
Stellungnahme auf einen Sachverhalt abstützt, von dem sie weiss oder bei der ihr
zumutbaren Sorgfalt wissen müsste, dass er unrichtig ist (BGE 112 V 334 Erw. 5a). Mit
Bezug auf Forderungsstreitigkeiten aus dem Bereich der beruflichen Vorsorge erkannte
die Rechtsprechung, dass ein Verhalten, wie es die Beklagte im vorliegenden Verfahren
zeigte, indem sie ohne Begründung die Forderung der Klägerin nicht beglich,
Rechtsvorschlag erhob und im Klageverfahren auch nach Ansetzen einer Nachfrist
keine Klageantwort einreichte, als mutwillige Prozessführung zu qualifizieren ist und
eine Kostenauferlegung in Abweichung zur Regel der Kostenfreiheit von Art. 73 Abs. 2
BVG rechtfertigt (SZS 1992, 297 Erw. 3; BGE 124 V 285 Erw. 4b mit Hinweisen). Damit
sind der Beklagten aufgrund ihres Verhaltens Gerichtskosten aufzuerlegen. Die
Gerichtsgebühr wird dabei in Anwendung von Art. 13 Ziffer 522 des
Gerichtskostentarifs (sGS 941.12), der einen Rahmen von Fr. 500.-- bis Fr. 15'000.--
vorsieht, auf Fr. 1'500.-- festgesetzt.
3.3 Als Vorsorgeeinrichtung hat die nicht durch einen externen Anwalt vertretene
Klägerin praxisgemäss einen Anspruch auf eine Aufwandentschädigung, wenn die
Prozessführung der Gegenpartei - wie vorliegend - als mutwillig zu bezeichnen ist (vgl.
BGE 112 V 356, SZS 1995, 114; BGE 126 V 143, 128 V 323). Es rechtfertigt sich, die
Aufwandentschädigung - in betraglicher Anlehnung an die von der Klägerin beantragte
Umtriebsentschädigung - auf Fr. 500.-- festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 143'010.20 zuzüglich Zins von
Fr. 5'008.55 für die Zeit vom 1. Januar bis 21. Oktober 2009 und Zins zu 5% auf dem
Betrag von Fr. 142'210.20 ab 22. Oktober 2009 zu bezahlen.
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2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 905'558 des Betreibungsamtes A._
wird in diesem Umfang aufgehoben.
3. Die Beklagte hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- zu bezahlen.
4. Die Beklagte hat die Klägerin ausseramtlich mit Fr. 500.-- zu entschädigen.
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2021-09-19T18:05:41+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen