Decision ID: 5e31a0f9-4cbc-4315-9b0a-4e59062166d0
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1952, von Beruf Lager
ist
, erlitt am 2
2.
November 2003 einen Autounfall
, als er mit seinem Auto einem von rechts kommenden
Fahr
zeug auswich und mit einem Inselschutzpfosten kollidierte. Der Versicherte klag
te
nach diesem Ereignis über zunehmende Schulterschmerzen rechts, später auch links, sowie über Schmerzen in den Oberarmen mit Ausstrahlung in beide Un
terarme.
Nachdem die
Schweizerische Unfallversicherung (S
UVA
) die gesetz
li
chen Leistungen erbracht hatte, stellte sie diese mit Verfügung vom 2
6.
Juli 2005 per 3
1.
August 2005 ein, mit der Begründung, es seien keine
behand
lungsbedürftigen
Unfallfolgen mehr auszumachen (
Urk.
7/12/32-34).
Die
dage
gen
erhobene Einsprache
des Versicherten wies die
SUVA
am
2
2.
Novem
ber 2005 ab (
Urk.
7/12/2-10). Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde des Versicherten wurde vom Sozialversicherungsgericht des Kan
tons Zürich mit Urteil vom 1
6.
April 2007 abgewiesen
(Prozess Nr.
UV.2006.0073)
.
2.
2.1
Bereits
im April 2005 hatte sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet (
Urk.
7/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte die erwerblichen und medizinischen Abklä
rungen und zog
einen IK-Auszug (
Urk.
7/15),
Berichte der behandelnden Ärzte
(
Urk.
7/6
;
Urk.
7/13-14
), einen Fragebogen für
Arbeitgebende
(
Urk.
7
/9), sowie die Akten des Unfallversicherers (
Urk.
7/12) bei
. Mit Vorbescheid vom 1
6.
Okto
ber 2006 stellte sie dem Versicherten die
Zusprache
einer ganzen IV-Rente für den Zeitraum
1.
November 2004 bis 3
1.
August 2005 in Aussicht (
Urk.
7/25).
Dieser
liess
am 1
7.
November 2006
durch Rechtsanwalt Meier Rhein
Einwand
erheben
(
Urk.
7/31). Nach
Beizug
der aktuellen SUVA-Akten (
Urk.
7/45)
verfügte die IV-Stelle am
7.
März 2008
und
sprach
X._
für den Zeitraum
1.
November 2004 bis 3
0.
November 2005
eine ganze IV-Rente zu
(
Urk.
7/48;
Urk.
7/52-53).
2.2
Im Juli 2008 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/59). Nach der Durchführung von erwerblichen und medizinischen Ab
klärungen teilte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 2
1.
Oktober 2008
mit
, auf das neue Leistungsbegehren werde nicht eingetreten, da nicht glaubhaft darge
tan sei, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit dem Erlass der Verfügung vom
7.
März 2008 in massgebender Weise verändert hätten (
Urk.
7/68). Seitens des Versicherten wurde
n
dagegen keine Einwände erhoben.
Die IV-Stelle ver
fügte
daraufhin
am
3.
Dezember 2008 im Sinne des Vorbescheids und trat auf das Leistungsbegehren nicht ein (
Urk.
7/71).
2.3
Im November 2009 meldete sich der Versicherte ein weiteres Mal zum
Leis
tungs
bezug
an (
Urk.
7/73). Nach Einholung von Arztberichten (
Urk.
7/78-80;
Urk.
7/82;
Urk.
7/84;
Urk.
7/86) teilte die IV-Stelle am 1
6.
Dezember 2010 mit, es sei eine
bidisziplinäre
medizinische Abklärung notwendig (
Urk.
7/88)
. Am 1
6.
März 2011 erfolgte eine rheumatologische Untersuchung durch
Dr.
med.
Y._
,
Innere
Medizi
n FMH spez. Rheumaerkrankungen, und am 2
7.
April 2011 eine psychiatrische Begutachtung in der
Z._
durch
Dr.
A._
, Psychiatrie
und Psychothera
pie FMH. Am 4./
5.
April 2011 fand ausser
dem eine Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
beim
B._
statt. Das rheumatologisch-psychiatrische Gut
achten mit Einschluss der EFL-Testergebnisse wurde
am
7.
April/1
3.
Mai 2011 erstattet.
Darin kamen die Gutachter zum Schluss, dass
in der angestammten Tätigkeit als Lagerist bei der
C._
eine volle Arbeitsunfähigkeit, hinge
gen in einer angepassten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben
ist
(
Urk.
7/
95
-98). Mit Vorbescheid vom 2
5.
August 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/103).
Dieser liess
sodann
am
6.
September 2011 durch die Sozialen Dienste der Gemeinde
D._
Einwand erheben (
Urk.
7/105).
Nachdem die IV-Stelle zunächst aktuelle Berichte von den behandelnden Ärzten
eingeholt hatte
(
Urk.
7/109,
Urk.
7/112-114)
, gab sie am 3
1.
Januar 2012 bei
Dr.
Y._
ein rheumatologisches Verlaufsgutachten in Auftrag, welches am
5.
April 2012
er
stattet wurde. D
iese
s Gutachten ging nach wie vor von einer vollen Arbeitsun
fähigkeit in der angesta
mmten und einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus
(
Urk.
7/119)
. Die IV-Stelle verfügte
daraufhin
am 1
2.
Juni 2012 im Sinne des Vorbescheids und wies das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2
).
3.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
0.
Juni 2012 Beschwerde, wobei er sinn
gemäss beantragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1). Am 2
0.
August 2012 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Vernehmlassung ein, in welcher sie die Abweisung der Beschwerde beantragte (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 2
1.
August 2012 ersuchte das Gericht den Beschwerdeführer um Erklärung darüber, ob er an seiner Beschwerde
festhalte (
Urk.
8). Dieser erklärte daraufhin in einer Stellungnahme vom 2
1.
September 2012, er halte an seiner Beschwerde fest (
Urk.
10).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fas
sung).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das
Er
werbs
einkommen
, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
ge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
un
möglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351
E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.). In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Haus
ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
2.
2.1
Die medizinische Aktenlage nach dem Unfallereignis im November 2003 bis zur
Erstattung des rheumatologischen Gutachtens durch
Dr.
Y._
am
7
.
April 2011
wurde in eben diesem Gutachten
umfassend
zitiert (
Urk.
7/97/4
-51). Da
rauf wird verwiesen.
2.2
2.2.1
Dem rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten von
Dr
.
Y._
/
Dr.
A._
vom
7.
April/1
3.
Mai 2011 sind folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit zu entnehmen
(
Urk.
7/98/9)
:
Schmerzen beider Schultern, bei
Rechts:
transmurale
Ruptur der
Suspinatussehne
(10x12mm) mit schwe
rer
Tendinopathie
der
Bizepssehne
mit erheblicher Partialruptur (
Arthro
-MRI 12/2010)
;
Links: ausgedehnte
transmurale
Ruptur der Supra- und
Infraspinatus
sehne
mit deutlichen fettigen Muskelatrophien (M.
supraspiantus
Grad II-
III, M.
infraspinatus
Grad III) mit
Bizepstendinopathie
,
Subscapularis
oberrandläsion
und
Pulleyläsion
(im
wesentlichen
unverändert seit 10/2009 ([
Arthro
-MRI 03/2011 gegenüber
Arthro
-MRI 10/2009]).
Unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind aufgeführt:
Status nach anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4);
Status nach intermittierenden Anpassungsstörungen mit depressiven Reak
tionen, zuletzt im Herbst 2010, gegenwärtig remittiert;
Adipositas Grad I (BMI 31.7 kg/m
2
);
z
ervikale und lumbale Schmerzen, bei
unauffälligem klinische
m
Befund ohne
radikuläre
Zeichen, und
geringen
degenerativen
Veränderungen
der HWS und der LWS (Röntgen 03/2011;
Status nach Autounfall 11/2003, mit
Kontusion der rechten Schulter und der rechten Flanke;
Hypercholesterinämie
ED 08/2004, damals 7.5 mmol/l
11/2007: 8.7 mmol/l
03/2011: 6.1 mmol/l.
2.2.2
In ihrer
interdisziplinären
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/98/9-10)
führ
t
en die Gutachter aus, die angestammte
Tätigkeit in der
C._
könne der Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 2
2.
November 2003 nicht mehr ausüben. Die Tätigkeit mit Hantieren/Sortieren von Leergebinde, welche ihm von der
C._
im September 2004 angeboten worden sei, sei ihm jedoch stets zumutbar gewesen. Auch in anderen
adaptierten
Tätigkeiten sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
In Bezug auf die Frage,
welche Ar
beiten
dem
Leiden ideal angepasst seien, sei zu beachten, dass der Beschwerde
führer durch die eingeschränkte Funktion beider Schultergelenke limitiert sei. Er könne nur Lasten bis 10 kg hantieren (leichtes Belastungsniveau). Aus psychi
atrischer Sicht bestehe kein Bedarf nach adaptierten Tätigkeiten. Was die Prog
nose betreffe, sei diese hinsichtlich Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit günstig.
2.2.3
Die Rheumatologin
Dr.
Y._
hielt in ihrer Beurteilung
(
Urk.
7/97/67-71)
fest, beim Beschwerdeführer handle es sich um einen kräftigen Mann. Er
klage
über Schmerzen in beiden Schultern, rechts mehr als links, sowie im Nacken und in der LWS. In der klinischen Untersuchung sei die Adipositas Grad I der wesentlichste Befund gewesen. Die HWS und LWS hätten sich normal beweg
lich dargestellt.
Radikuläre
Zeichen seien nicht auszumachen
gewesen
. Die Untersuchung der beiden Schultern
sei wegen mangelnder Kooperation und hefti
ger Abwehr nicht möglich gewesen. Unter Ablenkung bei der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit habe der Beschwerdeführer die Schultern je
doch weitgehend normal bewegt. In den bildgebenden Untersuchungen der beiden Schultern hätten sich die oben genannten Befunde dargestellt. Die Rönt
genuntersuchungen der HWS und der LWS (03/2011) hätten geringe degenera
tive Veränderungen als wesentlichste Befunde gezeigt. In der Blutun
tersuchung habe sich die seit Jahren bekannte
Hypercholesterinämie
deutlich gebessert. Von den vier im Blut geprüften Medikamenten seien zwei im thera
peutischen Bereich nachweisbar gewesen. Die beiden anderen angegebenen Me
dikamente hätten gänzlich gefehlt.
Die vorhandenen Befunde vermöchten das Ausmass der geklagten Beschwerden nicht zu erklären. Der Beschwerdeführer sei in der Lage eine adaptierte Tätigkeit zu einem 100%-Pensum auszuüben.
Seit der stationären Rehabilitation in
E._
(August bis Oktober 2004) hätten sich die Beschwerden im Nacken und lumbal weder klinisch noch bildgebend wesentlich verändert. Die objektivierbaren vertebralen Befunde seien weiterhin gering. Im August 2005 habe
Dr.
F._
eine Ultraschalluntersuchung beider Schultern durchgeführt. Dabei habe er eine Teilruptur des M.
supraspinatus
rechts mit einer Länge von 15 mm festgestellt.
Auch links sei eine sehr inhomo
gene Textur der
Supraspinatussehne
vorhanden gewesen. Die lange
Bizepssehne
habe rechts eine unscharfe Textur gezeigt, links sei sie damals unauffällig ge
wesen. Die beiden angewendeten Untersuchungsverfahren der Schultern seien nicht gleichwertig, insbesondere beim im Juni 2005 angewandten
Ultraschall
system
ohne Doppler. Goldstandard bei der bildgebenden Untersuchung der Schulter sei das
Arthro
-MRI, eine Ultraschalluntersuchung sei dieser eindeutig unterlegen.
Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen
Untersuchungsmetho
den
habe sich der bildgebende Befund der rechten Schulter gegenüber Juni 2005 kaum verändert. In der linken Schulter seien im Juni 2005 im
Supraspi
natus-Bereich
intramurale partielle kleinste Faserrupturen mit Zeichen einer chronischen
subacromialen
Bursitis sichtbar gewesen. In der
Arthro
-MRI-Un
tersuchung des linken Schultergelenks im Oktober 2009 und kaum verändert in der Kontrolle im März 2011 habe sich eine ausgedehnte
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
und der
Infraspinatussehne
mit
Bizepstendinopathie
gefun
den. Offensichtlich habe sich der Zustand vor allem der
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehne
links seit Juni 2005 verschlechtert.
Dies habe auch Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Nach der Rehabilitation im Jahr 2004 sei
der Be
schwerdeführer
in einer mindestens leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne
überwiegende
Überkopfarbeit als ganztags arbeitsfähig eingestuft worden. Etwa ab Januar 2009 habe er über zunehmende Beschwerden in der linken Schulter geklagt. Im Oktober 2009 sei die Verschlechterung bildgebend dokumentiert worden.
Gesamthaft sei deshalb ab Januar 2009 nur noch in einer leichten Tä
tigkeit ohne wesentliche Schulterbelastung mit Hantieren von
Lasten bis 10 kg von einer ganztägigen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Was die Diagnose eines
Fibromyalgie
-Syndroms betreffe, seien die angegebenen Beschwerden zu wenig ausgedehnt, insbesondere fehle die Angabe von beidsei
tigen Schmerzen in den unteren beiden Quadranten. Die
Dolorimetrie
verlaufe normal.
Im Blut seien das
Antihypertensivum
Lisinopril
und das Medikament
Lyrica
gegen neuropathische Schmerzen im therapeutischen Bereich vorhanden gewe
sen
.
Dagegen hätten das Antidepressivum
Mianserin
und das Schmerzmittel
Dafalgan
nicht nachgewiesen werden können. Bei der langen
Eliminations
halbwertszeit
von 19 bis 61 Stunden sei davon auszugehen, dass der Beschwer
deführer das
Mianserin
– entgegen seinen eigenen Angaben – schon seit (min
destens) mehreren Tagen nicht mehr gebraucht habe.
Es sei davon auszugehen, dass, wenn der Beschwerdeführer sich wirklich derart krank ein
schätz
t
e, er ohne weiteres zumutbare medizinische Massnahmen korrekt durchführen würde.
Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
Y._
aus
, der Be
schwerdeführer sei durch die eingeschränkte Funktion beider Schultergelenke limitiert. Aus der Funktionseinschränkung eines Schultergelenks könnten sich Limitierungen in der Positionierung der Hand im Raum oder beim Einsatz der Hand über Brust-/Schulter-Kopfniveau ergeben. Oft sei die Fähigkeit, Leitern und Gerüste zu besteigen bzw. auf solchen zu arbeiten eingeschränkt. Ebenfalls könnten Behinderungen beim Manipulieren bestehen, das Heben und Tragen von Lasten sei oft nur noch körpernah möglich. Allenfalls könnten schwerere Gewichte nur bis Gürtelhöhe angehoben werden. Die zumutbaren
Maximallas
ten
seien konkret anzugeben. Der Beschwerdeführer sei in der Lage Lasten bis 10 kg zu hantieren (leichtes Belastungsniveau).
In Tätigkeiten, die dem betreffenden Profil entsprechen würden, sei der Be
schwer
deführer zu 100
%
arbeitsfähig bzw. habe für solche Tätigkeiten gar nie eine längere Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Die angestammte Tätigkeit bei der
C._
sei seit November 2003 nicht mehr
ausübbar
.
Die Arbeit mit Han
tieren/Sortieren von Leergebinde, welche dem Beschwerdeführer von der
C._
im September 2004 angeboten worden sei, sei ihm jedoch stets zumut
bar gewesen.
Die Prognose sei aus rheumatologischer Sicht günstig. Es sei da
von auszugehen, dass der Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Alters im April 2017 zu 100
%
ausüben könne.
2.2.4
Dr.
A._
führte in seiner Beurteilung aus, aufgrund der anamnestischen Anga
ben seien beim Beschwerdeführer weder eine genetische Vulnerabilität
noch Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung der psychiatrischen Erkran
kungen festzustellen. Dieser sei regelrecht eingeschult worden, habe üb
er sieben Jahre die Primarschule besucht, sei militärtauglich gewesen und damit könnten sowohl Intelligenzminderung als auch Verhaltensstörungen in der Kindheit und im frühen Erwachsenenalter ausgeschlossen werden.
Der Beschwerdeführer sei in geordneten Familienverhältnissen aufgewachsen, seine Kindheit sei ohne besondere traumatische Ereignisse verlaufen und im Erwachsenenalter habe er über Jahre eine konstante Arbeitsleistung erbracht, namentlich habe er in zwei Firmen über je 15 Jahre gearbeitet. Anhaltende Störungen der Impuls- und Affektkontrolle seien vor dem Unfall 2003 weder aktenmässig dokumentiert noch anamnestisch erhoben worden und damit könnten sowohl eine
Persön
lichkeitsstörung
als auch sonstige psychiatrische Erkrankungen ausgeschlossen
werden. Seit dem Unfall und insbesondere nach dem Verlust der Arbeitsstelle sei der Beschwerdeführer unter mehrfachen psychischen Belastungen gestanden (eigene Arbeitslosigkeit, Arbeitslosigkeit der Ehefrau, Kinder in der Ausbildung, anhaltende Schmerzen und schmerzbedingte Schlafstörungen), was bei ihm
so
wohl anamnestisch als auch aktenmässig insbesondere während des Aufenthalts in der
E._
(2
3.
August bis
1.
Oktober 2004) und unmittelbar nach dem Klinikaufenthalt zum Ausbruch einer Anpassungsstörung mit Ängsten und erheblichen depressiven Reaktionen geführt habe. Bei organisch nicht ausrei
chend erklärbaren Schmerzen und bereits erheblich belastender psychosozialer Situation sei es beim Beschwerdeführer auch zur Entwicklung einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung gekommen, die aktenmässig mehrmals doku
mentiert worden sei. Er stehe seit dem Austritt aus der
E._
in regel
mässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung
bei
Dr.
G._
. Die fachlich offenbar sehr kompetent durchgeführte ambulante psychiatrische
Behandlung habe einerseits die weitere Verschlechterung des psychischen Zu
stands verhindert
,
und andererseits zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht geführt. Dem Beschwerdeführer sei im Bericht von
Dr.
G._
vom
8.
März 2006 ab
1.
Dezember 2005 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Im Bericht vom 1
0.
September 2010 habe der behandelnde Psychiater ab diesem Datum eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit angegeben aufgrund der
Kon
zentrationsminderung
und Fixierung auf die Schmerzen.
Gestützt auf die
Anga
ben von
Dr.
G._
sei somit davon auszugehen, da
ss die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zwischen dem
1.
Dezember 2005 und 1
0.
September 2010 nicht eingeschränkt gewesen sei. Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung vom 2
7.
April 2011
habe sich der Beschwerdeführer abgesehen von leichter
Ge
dankeneinengung
auf die Schmerzen und Resignatio
n
ganz unauffällig präsen
tiert. Während der einstündigen Exploration seien keine Einschränkungen der wichtigsten psychokognitiven Funktionen erkennbar gewesen (
Gedächtnisfunk
tion
, Auffassungsvermögen, Merkfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit,
Gedanken
fluss
, geistige Flexibilität, psychische Belastbarkeit, Antrieb und Psychomoto
rik). Testpsychologisch hätten sich starke Defizite gezeigt, welche in grosser Diskrepanz zu den objektiven Befunden stünden. Die Testergebnisse könnten deshalb nicht
als
aussagekräftig gelten. Was die Familiensituation des Be
schwerdeführers betreffe, habe sich diese zumindest hinsichtlich seiner Kinder stabilisiert. Damit seien bei ihm keine schwerwiegenden psychosozialen Belas
tungen mehr festzustellen
und die Kriterien einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung deshalb nicht mehr erfüllt. Zusammenfassend sei beim Be
schwerdeführer im Rahmen der Begutachtung weder eine psychiatrische Diag
nose nach ICD-10 noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit feststellbar
gewesen. Der Beschwerdeführer habe eine Zeit lang unter einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung sowie intermittierend unter
Anpassungsstörun
gen
gelitten, die sich aber unter der fachlich kompetenten Behandlung und Sta
bilisierung der psychosozialen Situation
zumindest hinsichtlich seiner Kinder zurückgebildet hätten. Damit könne auch die von
Dr.
G._
im September
2010 angegebene 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht
mehr bestätigt werden.
Unter konsequenter Weiterführung der
erfolgreiche
n
psychiatrische
n
Behandlung
sei von der
Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit
und somit von einer günstigen Prognose auszugehen.
2.
2.5
Dem Bericht des
B._
vom
7.
April 2011 (
Urk.
7/95) betreffend die EFL-Testung vom 4./
5.
April 2011 ist zu entnehmen, dass beim Beschwerdeführer eine erhebliche Selbstlimitierung zu beobachten gewesen sei, weshalb die Testergebnisse für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nur
teilweise verwertbar seien. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Nach Angaben des Beschwerde
führers liege die Arbeit als Lagerist gemäss Klassifikation nach Belastung (DOT-Kategorie) bei einer schweren Arbeit (bis 25 – 45 kg).
Die Leistungsfähigkeit, die er im Rahmen der Testungen demonstriert habe, entspreche einer leichten Arbeit. Er habe Gewichte bis max. 10 kg hantiert, bevor er sich selbstlimitiert habe. Es sei davon auszugehen, dass er bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbringen könnte. Die Anforderungen an die Tätigkeit als Lagerist erfülle er in
des nicht.
2.3
Nach der rheumatologisch-psychiatrischen Begutachtung vom 1
6.
März/2
7.
April 2011 präsentiert sich folgende medizinische Aktenlage:
2.3.1
Am
6.
Mai 2011 wurde in
der
H._
eine Operation durch
geführt (Schulterarthroskopie,
Bizepstenotomie
,
Rotatorenmanschetten-rekon
struktion
,
subacromiales
Débridement
mit
Acromioplastik
und
AC-Gelenks
resektion
rechts). Intraoperativ wurde dabei eine kleine
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
mit einer Grös
s
e von knapp einem Zentimeter sowie eine schwere
Tendinopathie
der
Bizepssehne
diagnostiziert. Der
Infraspinat
- und
Subscapularismuskel
hätten sich unauffällig dargestellt
(
Urk.
7/119/44-45)
.
2.3.2
Am 2
0.
Juni 2011 berichtete die
H._
, der postoperative Verlauf sei normal bis auf eine leichte Schultersteife (
Urk.
7/119/48).
Eine wei
tere Verlaufskontrolle vom 1
5.
August 2011 ergab ebenso einen
zufriedestellen
den
postoperativen Verlauf (
Urk.
7/119/49).
2.3.3
Mit Arztbericht vom
6.
September 2011 hielt
Dr.
med.
I._
,
Rheumatolo
gie
FMH, fest, die Rehabilitation zur Mobilisation und Steigerung der Belastbar
keit im rechten Schultergelenk laufe, zeige aber nur geringe Fortschritte, so dass
zusammen mit der vorbestehenden
Rotatorenmanschettenläsion
links die Prog
nose bezüglich Wiedereinsatz in einem körperlich die Arme stark belastenden Beruf sehr schlecht sei. Ein Einsatz in einer körperlich nicht belastenden Tätig
keit wie im Büro sei aufgrund der Voraussetzungen (Alter, Sprachkenntnis, Ausbildung) unrealistisch. Der Beschwerdeführer bleibe voraussichtlich bis zum Erreichen des Pensionsalters arbeitsunfähig (
Urk.
7/109).
2.3.4
In ihrem Arztbericht vom
2.
Dezember 2011 gab
die
H._
an, in der Dreimonatskontrolle habe noch eine leichte Reststeifigkeit bestanden
, welche die noch vorhandenen Restbeschwerden hinreichend erklärten. Rein in Bezug auf die durchgeführte Schulteroperation sei es grundsätzlich so, dass Patienten nach 3 – 4 Monaten wieder leichte Tätigkeiten durchführen könnten (
Urk.
7/114).
2.3.5
In ihrem Arztbericht vom 1
6.
Februar 2012 führte
die
H._
aus,
der Beschwerdeführer habe im Rahmen der letzten Kontrolle am 3
0.
Januar 2012 berichtet, dass das rechte Schultergelenk bezüglich Schmerzen und Be
weglichkeit deutliche Fortschritte gemacht habe. Er besuche aktuell noch regel
mässig die Physiotherapie. In Ruhe habe er soweit keine Beschwerden mehr. Bei Kräftigungsübungen in Abduktionsstellung verspüre er noch einen stechenden
Schmerz im Schultergelenk. Ausserdem seien noch Einschränkungen in den Rotationsbewegungen vorhanden. Das Schulterrelief sei normal ohne
Druck
dolenz
über dem AC-Gelenk. Aufgrund der eingeschränkten
Schulterbeweglich
keit
sei eine Arbeitsaufnahme als Lagerist noch nicht möglich, es sei für weitere zwei Monate eine volle Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (
Urk.
7/118).
2.4
2.4.1
In ihrem Verlaufsgutachten vom
5.
April
2012 gab
Dr.
Y._
– unter Berück
sichtigung der Schulterarthroskopie rechts vom
6.
Mai 2011 - eine un
veränderte Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an. Unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte sie neu ausge
dehnte chronische Schmerzen und eine arterielle Hypertonie auf. Nicht mehr erwähnt wird die
Hypercholesterinämie
(
Urk.
7/119/33).
2.4.2
In ihrer Beurteilung hielt
Dr.
Y._
fest,
die vorhandenen Befunde würden das Ausmass der geklagten Beschwerden nach wie vor
nicht erklären.
G
leich wie im Rahmen der ersten Untersuchung vor einem Jahr habe der Beschwerde
führer die direkte Prüfung der Beweglichkeit der beiden Schultergelenke nicht zugelassen. Indirekt habe er in der rechten Schulter mindestens eine Flexion von 120° gezeigt. Die vier an seinen Armen gemessenen Umfänge seien seit der letzten Untersuchung vor einem Jahr gleich geblieben oder hätten sogar einen halben bis einen ganzen Zentimeter zugenommen. Eine langandauernde Scho
nung der
Arme habe im vergangenen Jahr daher nicht stattgefunden.
Die
Bio
impedanz-Analyse
habe eine Muskelmasse von 44
%
ergeben, welche trotz der Adipositas den Normwert von 40
%
etwas übertreffe. Eine MR-Untersuchung des Beckens im Dezember 2011 habe im Wesentlichen einen
altersentsprechen
den
Befund gezeigt. Die vor einem Jahr festgestellte
Hypercholesterinämie
habe sich deutlich gebessert. Das Cholesterin sei nun fast normal. Der diastolische Blutdruck sei nun aber höher als vor einem Jahr. Das angegebene
Antihyper
tensivum
Lisinopril
sei aktuell im Blut nur noch in Spuren nachweisbar, wäh
rend es ein Jahr
da
vor noch im therapeutischen Bereich gelegen habe. Vom angegebenen Schmerzmittel
Dafalgan
hätten sich neu Spuren im Blut gefunden, die allerdings deutlich unterhalb des therapeutischen Bereichs lägen. Von den beiden angegebenen Antidepressiva sei keines im Blut nachweisbar.
Insgesamt habe die
arthroskopische
Behandlung der rechten Schulter im Mai 2011 den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert. Unter Berücksichtigung seiner Klagen, der Anamnese, der klinischen Untersuchung, den Resultaten der bildgebenden Untersuchungen sowie den Laborabklärungen sei er in der Lage
,
eine adaptierte Tätigkeit zu 100
%
auszuüben.
Im Vergleich zur Untersuchung vor einem Jahr hätten sich die Klagen des Beschwerdeführers ausgeweitet. Er gebe nun auch Schmerzen im Hüftbereich beidseits an, bei altersentsprechendem MRI-Bild des Beckens. In der
Dolorimet
rie
seien nun 16 der 18 Tender Points pathologisch, während er ein Jahr zuvor nur
acht
pathologische Tender Points angegeben habe. Von den acht Kontroll
punkten seien
nun sechs pathologisch (null vor einem Jahr).
Eine
Fibromyalgie
bestehe definitionsgemäss nicht, wenn die Mehrheit der Kontrollpunkte patho
logisch sei. Die aktuellen Beschwerden seien im Wesentlichen im Rahmen der ausge
dehnten chronischen Schmerzen zu interpretieren.
Die Untersuchung der Medikamente in seinem Blut habe noch eine schlechtere Medikamenten-Compliance gezeigt als ein Jahr zuvor. Damals seien zwei der vier geprüften Medikamente im therapeutischen Bereich vorhanden gewesen, jetzt hingegen habe keines der vier geprüften Medikamente im therapeutischen Bereich nachgewiesen werden können. Vom Antidepressivum
Mianserin
hätten sich erneut keine Spuren im Blut gefunden.
Bei der langen
Eliminationshalb
wertszeit
von 19 bis 61 Stunden sei davon auszugehen, dass der Beschwerde
führer das
Mianserin
– entgegen seinen eigenen Angaben – schon seit (min
destens) mehreren Tagen nicht mehr gebraucht habe.
Was die Arbeitsfähigkeitsschätzung
(inkl. Adaptionskriterien)
betrifft, stellen sich die Angaben von
Dr
.
Y._
im
Vergleich zur Erstbegutachtung
grund
sätzlich
als unverändert dar.
In Bezug auf den zeitlichen Verlauf führte die Gut
achterin ausserdem aus, es sei anzunehmen, dass nach der
arthroskopischen
Be
handlung der rechten Schulter am
6.
Mai 2011 spätestens nach sechs Monaten in einer adaptierten Tätigkeit wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe, mit anderen Wort
en am
6.
November 201
1.
Die
arth
roskopische
Behand
lung habe den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert, sie habe aber seine Arbeitsfähigkeit nicht verändert.
3.
3.1
Die angefochtene Verfügung basiert einerseits auf dem psychiatrischen Gutach
ten von
Dr.
A._
vom
1
3.
Mai 201
1. Dr.
A._
führte aus, beim Beschwer
deführer bestehe keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bzw. sei ein
e 100%ige Arbeitsfähigkeit anzun
ehmen
.
Davon abweichend hatte der behandelnde Psychiater
Dr.
G._
in seinem
Bericht vom 1
0.
September 2010
, basierend auf seiner
letzte
n Untersuchung vom 1
3.
August 2010,
eine
Anpas
sungsstörung
mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle, reaktiv auf Schmerzen
,
diagnostiziert; aufgrund einer Verminderung der Konzentration so
wie der
Fixierung auf die Schmerzen sei aus psychiatrischer Sicht bis auf wei
teres eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben
(
Urk.
7/84)
.
Die
Beurteilung
von
Dr.
G._
vermag indes keine Zweifel an den gutachterlichen Einschätzungen zu erwecken.
Dr.
A._
legte nachvollziehbar dar, der Beschwerdeführer habe eine Zeit lang unter
einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung sowie intermittierend unter Anpassungsstörungen gelitten, die sich aber unter der fachlich kompetenten Behandlung und Stabilisierung seiner psychosozialen Situation zurückgebildet
hätten
. Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung vom 2
7.
April 2011 habe sich der Beschwerde
führer in psychopathologischer Hinsicht abgesehen von leichter
Gedankenein
engung
auf die Schmerzen und Resignation ganz unauffällig präsentiert.
Zu beachten ist auch, dass nach dem 1
0.
September 2010 eine psychiatrische Behandlung nicht mehr dokumentiert ist
.
Es
finden sich ab dem genannten Datum keine
anderweitigen Einschätzun
gen
, welche
gegen die Zuverlässigkeit der psychiatrischen Begutachtung sprechen. Davon abgesehen wurde selbst von Seiten des Beschwerdeführers im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht gel
tend gemacht, dass die
psychiatri
schen
Abklärungen der Beschwerdegegnerin ungenügend seien. Im Ergebnis ist mit dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
A._
davon
auszugehen, dass beim Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht.
3.2
Die angefochtene Verfügung stützt sich sodann andererseits auf das rheumato
logische Verlaufsgutachten vom
5.
April 2012, in Verbindung mit dem
Erstgut
achten
vom
7.
April 2011, wonach der Beschwerdeführer in seiner angestamm
ten Tätigkeit als Lagerist zu 100% arbeitsunfähig sei, dass hingegen in einer angepassten Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe.
Der Be
schwerdeführer hält diese Beurteilung für nicht nachvollziehbar. Er bringt vor, es sei fraglich, ob die Begutachtung in Kenntnis der ganzen medizinischen Sachlage vorgenommen worden sei.
Die Unterlagen
von
Dr.
I._
und der
H._
seien unzureichend berücksichtigt worden. Insbeson
dere sei zu beachten, dass
die behandelnden Ärzte des
H._
vom 3
0.
Januar bis 3
1.
März 2012 eine 100
%ige
Arbeitsunfähigkeit
attestiert hätten und ein weiteres A
rztzeugnis
von
Dr.
I._
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
vom 3
0.
April
bis 3
1.
Juli 2012 bescheinigt
habe
. Vor diesem Hintergrund sei der
Rentene
ntscheid der Beschwerdegegnerin
unverständlich. Z
unächst
ist
darauf hinzuweisen, dass sich keine Anhaltspunkte für eine unvollständige Begutach
tung
durch
Dr.
Y._
finden. Vielmehr
muss
aufgrund der sehr
ausführ
li
chen Anamnese im Erstgutachten vom
7.
April 2011 davon ausgegangen wer
den,
dass die medizinischen
Vorakten
von
der Gutachterin
umfassend berücksichtigt wur
den. Sodann ist festzustellen, dass
Dr.
Y._
auch für die
Verlaufsbegut
achtung
am 1
9.
März 2012 die neusten Berichte der behandelnden Ärzte zur Verfügung standen,
womit als erstellt gilt
, dass auch das Verlaufsgutachten in Kenntnis der gesamten medizinischen Sachlage
erarbeitet
worden ist.
Was die Frage der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht betrifft, ist festzuhalten, dass die beiden vom Beschwerdeführer erwähnten Arztzeugnisse, welche eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 3
0.
Januar bis 3
1.
März 2012 bzw. vom 3
0.
April bis 3
1.
Juli 2012 (
Urk.
3/1-2) ausweisen, von vornherein nicht zum Bezug
genommen
werden können, da diese einzig eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
(schweren)
Tätigkeit zu belegen vermögen. Zur zentralen Frage, inwieweit eine Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit be
steht, äussern sich die beiden Atteste nicht.
Umgekehrt ist hingegen festzustel
len, dass die Beurteilung von
Dr
.
Y._
, wonach
von einer vollen Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei, in
den
Vorakten
durchaus ihre Stütze findet. So wurde im Arztbericht der
H._
(
Dr.
J_
/
Dr.
K._
) vom
7.
März 2011
– also zeitlich
sogar noch
vor der Schulterarthroskopie vom
6.
Mai 2011, welche gemäss
Dr
.
Y._
eine
Ver
besserung des Gesundheitszustands bewirkt habe -
festgehalten,
aus
schulter
chirurgischer
Sicht sei der Beschwerdeführer für eine Bürotätigkeit bzw. für Tätigkeiten ohne Heben von schweren Lasten zu 100
%
arbeitsfähig
(
Urk.
7/97/86-87)
.
Auffallend ist sodann
der
rund
acht Monate nach dem Schultereingriff erstattete Bericht der
H._
(
Dr.
L._
/
Dr.
M._
)
vom
1
6.
Februar
2012, in welchem ausgeführt wird,
aufgrund der eingeschränkten Schulterbeweglichkeit wäre eine volle
Arbeitsaufnahme als Lagerist noch nicht möglich, entsprechend sei für weitere zwei Monate eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
zu attestieren (
Urk.
7/
118
). Mit diese
r Beurteilung zieht die Klinik offen
bar ernsthaft die Möglichkeit in Betracht
, dass die Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit wiedererlangt werden kann.
D
iese
Einschätzung
ist
als ein starkes Indiz für die Zuverlässigkeit der Beurteilung von
Dr.
Y._
zu quali
fizieren, wonach beim Beschwerdeführ
er für eine körperlich
leichte
Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit anzunehmen
ist
.
Schliesslich machte
der Beschwer
deführer
in seiner Eingabe vom 2
1.
September 2012 geltend, es stünden weitere Konsultationen in der
H._
und
bei
Dr.
I._
an und es seien des
halb die entsprechenden ärztlichen Stellungnahmen abzuwarten.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sind von solchen Konsultationsberichten, die den Verlauf der Heilbehandlung dokumentieren, keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, und es ist davon auszugehen, dass – wären die behandelnden Ärzte zu neuen medi
zinischen Erkenntnissen gelangt - der Beschwerdeführer diese Berichte von sich aus nachgereicht oder zumindest eine objektivierbare Veränderung be
hauptet hätte. A
ufgrund der vorhandenen Akten
sind
keine Anhaltspunkte für eine allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustands
auszumachen, viel
mehr ist gestützt auf das Verlaufsgutachten von
Dr.
Y._
von einer Ver
besserung des Gesundheitszustands seit der Schulteroperation auszugehen.
Selbst wenn sich
aber
aufgrund der Untersuchungen
vom
9.
Oktober
bzw.
5.
November 2012 konkrete Hinweise für eine Verschlechterung ergeben
sollten
, ist festzustellen, dass eine solche Verschlechterung den Zeitraum nach Erlass der angefochtenen Verfügung beträfe, weshalb sie nicht im Rahmen des vorlie
genden Verfahrens berücksichtigt werden könnte, sondern diesbezüglich eine Neuanmeldung bei der Invalidenversicherung erforderlich wäre
(BGE 132 V 220 E. 3.1.1 mit Hinweisen;
BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Im Ergebnis ist gestützt
auf das rheumatologische Verlaufsgutachten vom
5.
April 2012 in Ver
bindung mit dem Erstgutachten vom
7.
April 2011 davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Lagerist zu 100
%
ar
beitsunfähig ist, hingegen in einer angepassten Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht.
3.3
Zusammenfassend ist für die Beurteilung des Rentenanspruchs aus rheumatolo
gisch-psychiatrischer Sicht eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 100
%
anzunehmen.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei ein Ding der Unmöglichkeit, dass er in irgendeiner Form wieder in den Arbeitsprozess integriert werden könne. In derselben Hinsicht hatte
Dr.
I._
in
seinem Bericht vom
6.
September 2011 ausgeführt, ein Einsatz in einer körperlich nicht belastenden Tätigkeit im Büro sei aufgrund der Voraussetzungen des Beschwerdeführers (Alter, Sprachkennt
nisse, Ausbildung) unrealistisch. Der Beschwerdeführer bleibe voraussichtlich bis zum Erreichen des Rentenalters arbeitsunfähig.
4.2
Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der Inva
lidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff
umschliesst
einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Er
werbs
fähigkeit zu verwerten
,
und ob sie ein
rentenausschliessendes
Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S.
320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291).
M
angelhafte Sprachkenntnisse, fehlende
Ausbildung
oder das vergleichsweise hohe Alter
lassen
wohl die Aufnahme einer Bürotätigkeit als unrealis
tisch erscheinen
,
ste
hen jedoch keinesfalls einer körperlich leichten Arbeit entgegen, wie sie von
Dr.
Y._
als zumutbar erachtet wurde. Ein Wechsel in eine derartige Tätig
keit setzt nur eine geringe Anpassungsfähigkeit voraus.
Für den Beschwerde
führer stehen
mit anderen Worten
- trotz seiner gesundheitlichen Einschrän
kungen - auf
dem beschriebenen
hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen, sodass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutba
ren Einsatzmöglichkeiten auszugehen ist. Denn die zumutbare Tätigkeit ist vor
liegend nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem Entge
genkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (ZAK 1989 S. 322 E. 4a).
Die Ausführungen des Beschwerdeführers verkennen den
grundsätzlich rein hypothetischen Charakter des ausgeglichenen Arbeitsmarktes, an dem festzuhalten ist, weil nur so die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abgegrenzt werden können. So geht es beim als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt nicht um reale, geschweige denn offene Stellen, son
dern um (gesundheitlich zumutbare) Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von den konjunktu
rellen Verhältnissen, umfasst (unveröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts I
758/02 vom 1
6.
Juli 2003).
5.
Zusammenfassend stehen beim Beschwerdeführer weder medizinische noch
arbeitsmarktliche
Faktoren der Ausübung einer ganztägigen Arbeitstätigkeit entgegen. Unter diesen Voraussetzungen hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- fest
zusetzen und dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen.