Decision ID: 06dbbb9e-13e2-4f33-b5ff-676fac0f36ff
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) erlernte den Beruf der Verkäuferin in B._. Seit
ihrer Einreise in die Schweiz im Februar 2007 war sie zuerst als
Produktionsmitarbeiterin in einem Fleischverarbeitungsbetrieb/Metzgerei und danach
als Raumpflegerin und Gastronomieangestellte tätig (befristete Anstellungen von Mai
2008 bis März 2012). Seit März 2010 leidet die Versicherte an Rückenschmerzen,
welche seit 2011/12 zudem ins rechte Bein ausstrahlen würden (IV-act. 8, 10 f., 19 f.).
A.b Im Arztbericht vom 17. Mai 2010 diagnostizierte Dr. med. C._, Facharzt für
Innere Medizin und Rheumatologie FMH, 1. ein Panvertebralsyndrom nuchal- und
lumbal-betont, bei muskulären Dysbalancen, nuchale Myotendinosen mit
Einschlafparästhesien der Arme, leichte linkskonvexe LWS-Skoliose und beginnende
Osteochondrose und Spondylarthrosen L5/S1, 2. intermittierende Achillodynien
beidseits, verkürzte Unterschenkelmuskulatur bei Senkfüssen sowie 3. psychosoziale
Belastungssituation, chronische Schlafstörungen und generelle Anspannung (IV-act.
21-6 ff.). Gemäss Arzt¬bericht vom 12. Dezember 2013 von Dr. med. D._, Klinik
E._, besteht eine paramedian rechtsseitige Diskushernie L4/L5 mit Radikulopathie L5
und sensiblem Ausfallsyndrom rechts. Dr. D._ empfahl eine Mikrodiskektomie L4/L5
(IV-act. 5). Am 19. Dezember 2013 wurde die Versicherte in der Klinik für
Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) untersucht.
Diagnostiziert wurden ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom und
unspezifische Polyartralgien (IV-act. 6). Am 16. Februar 2014 wurde die Versicherte im
Medizinischen Zentrum des Allgemeinen Krankenhauses von F._ operiert.
Durchgeführt wurde eine rechtseitige Flavektomie L4-L5 und eine Mikrodiskektomie
des Diskus (IV-act. 3 f.).
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A.c Im Juni 2014 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung zum
Bezug von Leistungen (berufliche Integration und Rente) an (IV-act. 10).
A.d Im Arztbericht vom 9. Juli 2014 diagnostizierte Dr. med. Dr. scient. med. G._,
Facharzt für Innere Medizin FMH, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom,
EM 03/10 sowie unspezifische Polyarthralgien. Der Arzt ging davon aus, dass die
Versicherte kurz- bis mittelfristig eine wechselbelastende Tätigkeit von zunächst zwei
Stunden pro Tag mit regelmässigen kurzen Pausen bei geringem Leistungsdruck und
verminderter Produktivität zumutbar sei. Mittel- bis langfristig sollte eine weitere
Steigerung der Arbeitsleistung für leichte körperliche Arbeiten mit Wechselbelastung
auf vier Stunden täglich realisierbar sein, vorausgesetzt die aktuell bestehende
muskuläre Dekonditionierung des Rückens könne reduziert werden. Geeignet seien
Arbeiten mit langsamem Tempo ohne Fliessbandtätigkeit und ohne allzu repetitiv
eintönigem Bewegungsmuster und aufrechter Körperhaltung. Mittelschwere bis
schwere körperliche Arbeiten dürften auch langfristig nicht zumutbar sein. Gegen einen
sofortigen Beginn der Wiedereingliederung gebe es keine Gründe (IV-act. 21-2 ff.).
A.e Ab Sommer 2014 befand sich die Versicherte - neben der Behandlung der
lumbalen Rückenbeschwerden - auch in gastoenterologischer Behandlung. Ein relativ
grosser Polyp im Analbereich als auch ein Analprolaps wurden ab Oktober 2014 durch
Ligaturen abgetragen (IV-act. 21-21 f., 21-23 ff., 28-24 f., vgl. auch IV-act. 28-5 ff., 38-6
f.).
A.f Im Arztbericht vom 26. Februar 2015 erklärte Dr. D._, dass die Versicherte an
einem chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom leide. Die aktuelle
durchgeführte MRI-Untersuchung der LWS zeige eine erosive Osteochondrose L4/L5
mit medianer Rest- resp. Rezidiv-Hernie, eine Osteochondrose L5/S1 und eine
beginnende Diskopathie L3/L4. Er empfahl eine Dekompression und Spondylodese
LWS 3 bis Sakral 1 (IV-act. 39-6 f.).
A.g Mit Schreiben vom 6. März 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien, da sie sich zurzeit nicht in
der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (IV-act. 37, vgl. auch IV-
act. 35).
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A.h Im Arztbericht vom 16. Mai 2015 diagnostizierte Dr. G._, welcher die Versicherte
letztmals am 23. März 2015 untersucht hatte, ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, EM 03/10, eine Osteochondrose LWS 3 bis Sakral 1 mit
multisegmentalen Diskushernien und Wurzelaffektion LWS 3 bis Sakral 1 sowie
Angstzustände (seit Februar 2015) und depressive Verstimmungen. Im Weiteren
erklärte er, dass die Versicherte über seit Februar 2015 auftretendes Unwohlsein,
Angstzustände mit Kopfweh, Übelkeit und Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie
Herzrasen und Atemnot berichtet habe. Infolgedessen habe er sie an die Psychiaterin
Dr. H._ überwiesen. Nach drei Konsultationen habe die Versicherte die Behandlung
jedoch abgebrochen (IV-act. 39-2 ff., vgl. auch IV-act. 42).
A.i Die IV-Stelle beauftragte am 3. August 2015 die SMAB AG St. Gallen mit Sitz in St.
Gallen (nachfolgend: SMAB), mit einer bidisziplinären Begutachtung der Versicherten
(IV-act. 50). Die psychiatrische Begutachtung führte med. prakt. I._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, am 14. September 2015 und die orthopädische
Begutachtung Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, am 22. September 2015 durch (IV-act. 49 ff.). Das bidisziplinäre
Gutachten stammt vom 30. Oktober 2015 (IV-act. 53). Im psychiatrischen Teilgutachten
vom 2. Oktober 2015 (IV-act. 53-27 ff.) konnte med. prakt. I._ keine psychiatrischen
Diagnosen stellen. Erklärt wurde, dass die vorgetragenen Beschwerden und
Schmerzen nicht vollumfänglich durch körperliche Veränderungen erklärbar seien. Zur
Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mangle es am Vorliegen
eines ausreichend schweren innerseelischen Konfliktes oder einer schwerwiegenden
psychosozialen Belastungssituation in enger Verknüpfung mit der Entwicklung des
Schmerzsyndroms. Ein ausgewiesener sozialer Rückzug aus allen Lebenslagen lasse
sich nicht nachweisen, ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht zu erkennen, ein
verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer
missglückten psychischen Konfliktverarbeitung lasse sich nicht nachweisen. Auch
könnten weder eine Depression von Krankheitswert, eine Angststörung, eine
Persönlichkeitsstörung noch eine andauernde Persönlichkeitsänderung diagnostiziert
werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in
der bisherigen wie auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit. Im orthopädischen/
traumatologischen Teilgutachten vom 22. September 2015 (IV-act. 53-18 ff.)
diagnostizierte Dr. J._ ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts
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nach Mikrodiskektomie L4/L5 rechts vom 16. Februar 2014 mit medianer Resthernie.
Dieser Diagnose mass er Relevanz für die Arbeitsfähigkeit bei. Der Arzt wies auf die
Inkonsistenz der erhobenen Befunde hin. So habe die Versicherte bei der stehenden im
Gegensatz zur sitzenden Untersuchung der LWS (Inklinationsprüfung) die LWS als
ausgeprägt funktionseingeschränkt demonstriert. Anzeichen einer radikulär bedingten
Muskelkraftminderung des rechten Beins seien nicht zu finden. Die kursorisch
orthopädisch-neurologische Untersuchung habe bis auf ein bekanntes
Sensibilitätsdefizit der rechten Grosszehe und der Aussenseite des rechten
Unterschenkels keine Hinweiszeichen auf eine akute und neue radikuläre
Defizitsymptomatik gezeigt. Im Weiteren erklärte Dr. J._, dass er eine operative
Intervention für nicht indiziert erachte, zumal zuerst die konservativen Therapieoptionen
ausgeschöpft werden sollten. Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass die Versicherte
bis zirka Mitte Mai 2014 zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei. Zur Situation danach
könne er wegen dem fehlenden Tätigkeitsprofil keine Einschätzung abgeben. In
Hinblick auf eine leidensadaptierte Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit spätestens seit Juni
2014 nicht mehr eingeschränkt. Zumutbar seien körperlich leichte Tätigkeiten mit
Heben und Tragen von Lasten bis zu maximal 10 kg unter Vermeidung von
Zwangshaltungen der Wirbelsäule (besonders Vorbeugen). Die Versicherte könne
Tätigkeiten im Sitzen, Stehen oder Gehen (idealerweise im selbstbestimmten
Wechselrhythmus) durchführen. Nicht geeignet seien Tätigkeiten unter extremen
Temperaturschwankungen, Hitze, Kälte und Nässe. In der Konsensbeurteilung (IV-act.
53-10 ff.) wurde zur Eingliederungsfähigkeit erklärt, dass sich die Versicherte wegen
der Schmerzen als invalidisiert fühle und die Motivation für die Rückkehr in eine
regelmässige Arbeit gegenwärtig nicht eindeutig zu beurteilen sei. Aus medizinischer
Sicht seien berufliche Eingliederungsmassnahmen ab sofort grundsätzlich zumutbar.
A.j Der RAD stufte in der Stellungnahme vom 17. November 2015 das bidisziplinäre
Gutachten vom 30. Oktober 2015 als ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar ein.
Auf das Gutachten könne abgestellt werden (IV-act. 54).
A.k Im Vorbescheid vom 9. Dezember 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass vorgesehen sei, das Rentengesuch abzulehnen, da der Invaliditätsgrad 0%
betrage (IV-act. 57). Bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades stützte sich die IV-
Stelle, weil die Versicherte kein regelmässig konstantes Einkommen hatte, auf die
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Schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik ab, und ermittelte
für die Versicherte im Gesundheitsfall ein Einkommen von Fr. 51'444.-
(Valideneinkommen). Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ging die IV-Stelle
gleichfalls von den Durchschnittslöhnen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
aus. Da gemäss Gutachten der Versicherten die Ausübung einer ideal adaptierten
Tätigkeit (leichte körperliche Arbeit) zu 100% zumutbar sei, ging die
Beschwerdegegnerin von einem noch erzielbaren Einkommen von ebenfalls Fr.
51'444.- aus. Einen Tabellenlohn-/Leidensabzug gewährte sie nicht.
A.l Am 15. Februar 2016 erfolgte mit gleicher Begründung wie im Vorbescheid die
rentenabweisende Verfügung (IV-act. 58).
B.
B.a Am 24. Februar 2016 erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
gegen die genannte Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
Beschwerde (act. G 1). Zur Begründung brachte sie insbesondere vor, dass die
dauernden Schmerzen unerträglich sein würden, sie das Ganze belaste und eine
Besserung nicht in Sicht sei, weshalb an irgendeine Erwerbstätigkeit gar nicht zu
denken sei. Im Weiteren stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.
B.b Mit Schreiben vom 17. März 2016 teilte das Versicherungsgericht der Versicherten
mit, dass vorerst auf die Erhebung eines Gerichtskostenvorschusses verzichtet werde
(act. G 5).
B.c In der Beschwerdeantwort vom 16. März 2016 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung
wurde insbesondere ausgeführt, dass das vorliegende bidisziplinäre Gutachten vom
30. Oktober 2015 eine vollständige Anamnese enthalte, die geklagten Beschwerden
berücksichtige, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuchte und
begründete Schlussfolgerungen enthalte, weshalb auf die im Gutachten anhand
objektiver Befunde hergeleitete Arbeitsfähigkeitseinschätzung abzustellen sei. Eine
zwischenzeitliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Zeitraum bis zum
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Erlass der Verfügung am 15. Februar 2016 sei weder mit fachärztlichen Berichten noch
objektiven Befunden belegt.
B.d In der Replik vom 29. März 2016 machte die Beschwerdeführerin erneut geltend,
dass sie dauernd Schmerzen habe. Sie sei nicht arbeitsfähig bzw. als Arbeitskraft nicht
einsetzbar (act. G 8). Im beigelegten Arztbericht vom 7. März 2016 (act. G 8.1) erhob
Dr. med. K._, Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG, eine paramedian
links betonte Rezidiv-/Resthernie auf Höhe LWK4/5 mit rezessaler Einengung und
potentieller Kompression der Nervenwurzel L5 links sowie geringe, nicht komprimierte
Diskushernien auf Höhe LWK3/4 und LWK5/SWK1.
B.e In der Duplik vom 18. April 2016 (act. G 10) hielt die Beschwerdegegnerin am
gestellten Abweisungsantrag fest. Im Weiteren verwies sie auf die beigelegte
Stellungnahme des RAD vom 6. April 2016 (vgl. act. G 10.1). Gemäss RAD entspreche
der Befund der aktuellen Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule vom 7. März
2016 dem Befund der Kernspintomographie vom 26. Februar 2015. Dieser sei den
Gutachtern bekannt gewesen. Im Vergleich zum Gutachten vom 30. Oktober 2015 sei
der Gesundheitszustand stationär.
B.f Mit Entscheid vom 23. Mai 2016 wurde die Ehe der Beschwerdeführerin vom
Kreisgericht L._ geschieden (act. G 12), wodurch sich die zuvor unübersichtliche
finanzielle Situation der Beschwerdeführerin klärte.
B.g Mit Schreiben vom 4. Juli 2018 forderte das Versicherungsgericht die
Beschwerdeführerin deshalb auf, das Formular "Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege" nochmals auszufüllen und zusammen mit den aufgeführten Unterlagen
einzureichen (act. G 13). Mit Schreiben vom 10. Juli 2018 reichte die
Beschwerdeführerin die verlangten Unterlagen ein. Aus der beigelegten Bestätigung
vom 10. Juli 2018 ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin vollumfänglich von den
Sozialen Diensten der Stadt M._ unterstützt wird (act. G 14, G 14.1, G 14.2).

Erwägungen
1.
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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein allfälliger
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
2.
2.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
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2.4 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit und gestützt darauf die Erwerbsunfähigkeit
bzw. Invalidität bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
2.5 Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung hat das
Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist deshalb allein entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Je mehr ein Gutachten von diesen
Qualitätsanforderungen abweicht, desto kleiner ist sein Beweiswert (GABRIELA
RIEMER-KAFKA [Hrsg.], Versicherungsmedizinische Gutachten, 2007, S. 20). Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
betrachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten volle
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit
der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit Hinweisen).
3.
3.1 Grundlage der angefochtenen Verfügung ist das bidisziplinäre Gutachten der
SMAB vom 30. Oktober 2015. Zu prüfen ist dessen Beweistauglichkeit.
3.2 Das psychiatrische Teilgutachten vom 2. Oktober 2015 von med. prakt. I._ stellt
keine psychiatrischen Diagnosen auf. Die Ärztin führt im Teilgutachten nachvollziehbar
und schlüssig aus, weshalb auch keine somatoforme Schmerzstörung vorliege (vgl. IV-
act. 53-27 ff., siehe auch Sachverhalt A.i.).
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3.3 Das orthopädische/traumatologische Teilgutachten vom 22. September 2015 von
Dr. J._ weist mit Auswirkung für die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts nach Mikrodiskektomie L4/L5 rechts
vom 16. Februar 2014 mit medianer Resthernie aus. Zur Arbeitsfähigkeit erklärt der
Arzt, dass die Versicherte bis zirka Mitte Mai 2014 zu 100% arbeitsunfähig gewesen
sei. Für die Zeit danach, könne er zur Arbeitsfähigkeit bezogen auf die angestammte
Tätigkeit wegen dem fehlenden Tätigkeitsprofil keine Stellung beziehen. Hinsichtlich
einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe jedoch spätestens seit Juni 2014 keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr. Zumutbar seien leichte Tätigkeiten mit Heben
und Tragen von Lasten bis zu maximal 10 kg unter Vermeidung von Zwangshaltungen
der Wirbelsäule. Geeignet seien dabei Tätigkeiten überwiegend im Sitzen, Stehen oder
Gehen (idealerweise im selbstbestimmten Wechselrhythmus). Nicht geeignet seien
dagegen Tätigkeiten unter extremen Temperaturschwankungen, Hitze, Kälte und Nässe
(vgl. IV-act. 53-18 ff.; siehe auch Sachverhalt A.i.).
3.4 Gesamthaft betrachtet erweist sich das bidisziplinäre Gutachten der SMAB vom
30. Oktober 2015 (IV-act. 53) in medizinischer Hinsicht als beweistauglich. Es bestehen
keine Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen. Auch der
RAD stufte in der Stellungnahme vom 17. November 2015 das Gutachten aus
versicherungsmedizinischer Sicht für beweistauglich ein (vgl. IV-act. 54). Im Gutachten
wurde überzeugend dargelegt, dass in psychiatrischer Hinsicht keine die
Arbeitsfähigkeit einschränkende gesundheitliche Beeinträchtigung vorliegt und in
orthopädischer Sicht für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit besteht. Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht an gesundheitlichen Problemen leidet,
die erhebliche Auswirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
haben.
4.
4.1 Festzuhalten ist soweit, dass die Beschwerdeführerin gesamtmedizinisch
betrachtet in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Sie war im Zeitpunkt
der Begutachtung 51 Jahre alt. Der Verwertbarkeit der attestierten Arbeitsfähigkeit
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steht nichts entgegen (vgl. zum Ganzen MEYER / REICHMUTH, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG, Art. 28 N 12 ff.).
4.2 Hinsichtlich des Invaliditätsgrades ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin
als Vollerwerbstätige einzustufen ist. Bei der Bestimmung des Validenlohns ging die
Beschwerdegegnerin nicht wie üblich vom vor Eintritt des Gesundheitsschadens bzw.
der Arbeitsunfähigkeit erzielten durchschnittlichen Verdienst aus, sondern stützte sich
auf die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebungen (LSE 2012) des Bundesamtes für
Statistik ab und ging infolgedessen von einem Jahresgehalt von Fr. 51'440.- aus. Diese
Vorgehensweise ist vorliegend gerechtfertigt, arbeitete doch die Beschwerdeführerin in
den letzten Jahren vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit unregelmässig und teilweise
lediglich im Rahmen von befristeten Arbeitseinsätzen (vgl. IV-act. 19). Zudem erfolgten
die Einsätze in
verschiedenen Branchen. Dabei handelte es sich um Tätigkeiten für ungelernte
Mitarbeitende. Selbst wenn bei der Bestimmung des Validenlohns vom letzten erzielten
Verdienst gemäss den Abrechnungen des Arbeitgebers ausgegangen würde, ergibt
sich keine günstigere Situation hinsichtlich des IV-Grades für die Beschwerdeführerin.
So betrug im Jahr 2012 der Stundenlohn der Beschwerdeführerin wie aus den
Abrechnungen ersichtlich rund Fr. 22.90 (vgl. IV-act. 20-6). Gemäss dem Bundesamt
für Statistik betrug die durchschnittliche jährliche Arbeitszeit von vollbeschäftigten
Frauen (90 bis 100%-Pensum) im Jahr 2012 1819 Stunden (vgl. https://
www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/erwerbstaetigkeit-arbeitszeit/
arbeitszeit/tatsaechliche-arbeitsstunden.assetdetail.5
287186.html; abgerufen am 13. August 2018). Das Jahresgehalt bei einem
Vollzeitpensum hätte somit lediglich Fr. 41'655.- betragen (1819 Stunden x Fr. 22.90.-
pro Stunde).
4.3 Demgegenüber steht, da die Beschwerdeführerin ihre gutachterlich erhobene
(Rest-) Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, basierend auf der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik (LSE 2012, privater Sektor, Niveau 1; vgl. IV-act. 56) ein
erzielbares Invalideneinkommen von gleichfalls Fr. 51'444.-. Folglich besteht kein
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rentenbegründender Minderverdienst, denn selbst bei Berücksichtigung eines
Tabellenlohnabzuges (von max. 25%) würde eine Erwerbseinbusse von weniger als
40% resultieren.
4.4 Die Beschwerdeführerin war gemäss dem Gutachten vom 30. Oktober 2015 und
der RAD-Stellungnahme vom 17. November 2015 bis zirka Mitte Mai 2014 gänzlich
arbeitsunfähig und spätestens ab Juni 2014 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu
100% arbeitsfähig (vgl. IV-act. 53 f.). Die Beschwerdeführerin meldete sich erst Ende
Juni 2014 bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen an. Folglich
besteht auch kein befristeter Rentenanspruch (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
4.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin, den
Rentenanspruch zu Recht abgelehnt hat, da im vorliegend relevanten Zeitraum (sechs
Monate nach der IV-Anmeldung bis zum Erlass der rentenabweisenden Verfügung am
16. Februar 2016; IV-act. 60) keine Invalidität vorlag.
5.
Die Beschwerdeführerin hat die unentgeltliche Rechtspflege beantragt (vgl. act. G 1,
vgl. auch act. G 4, G 5) und auf Aufforderung hin (vgl. act. G 13), den Nachweis
bezüglich der aktuellen finanziellen Verhältnisse erbracht (vgl. act. G 14, G 14.1, G
14.2). Da sie vollumfänglich von den Sozialen Dienste der Stadt M._ unterstützt wird,
wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 15. Februar 2016 nicht
zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in
der Höhe von Fr. 600.- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von
der Bezahlung zu befreien.
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6.3 Rechtsprechungsgemäss steht der unterliegenden nicht anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zu.
6.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).