Decision ID: 42537ae8-4ff0-504c-b093-25543e5648ad
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 24. März 2016 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV) zur Arbeitsvermittlung an (act. G 3.1/38) und stellte ab diesem Datum bei der
kantonalen Arbeitslosenkasse Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. G 3.1/36).
A.b Mit Schreiben vom 12. April 2016 gewährte die Arbeitslosenkasse dem
Versicherten aufgrund ungenügender Beitragszeiten das rechtliche Gehör zur Frage
einer allfälligen Beitragszeitbefreiung (act. G 3.1/25). In den Stellungnahmen vom 17.
April 2016 sowie vom 9. Mai 2016 machte der Versicherte geltend, dass er aufgrund
der Vorbereitung für die Anwaltsprüfung im Kanton St. Gallen nicht erwerbstätig
gewesen sei (act. G 3.1/24, G 3.1/20).
A.c Mit Verfügung vom 30. Mai 2016 wurde der Antrag auf Arbeitslosenentschädigung
per 24. März 2016 abgelehnt, da der Versicherte in der Rahmenfrist für die Beitragszeit
keine Arbeitnehmertätigkeit und auch keinen Grund für die Befreiung von der
Beitragszeit geltend machen könne. Die Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung
könne aufgrund mangelnder Überprüfbarkeit nicht berücksichtigt werden bzw. es
könnten jedenfalls für die Prüfungswiederholung nicht sechs Monate Vorbereitungszeit
angerechnet werden (act. G 3.1/16).
A.d Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Schreiben vom 2. Juli 2016
Einsprache. Die kantonale Arbeitslosenkasse setze gemäss telefonischer Auskunft
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einen Arbeitsaufwand von mindestens 60 ECTS voraus, damit ein Befreiungsgrund von
der Beitragszeit gegeben sei. Aus einer Gegenüberstellung der Prüfungsfächer für die
Anwaltsprüfung mit dem Studienplan für das Bachelor- sowie das Master-
Monoprogramm in Rechtswissenschaften der Universität B._ ergebe sich, dass die
Vorbereitung für die Anwaltsprüfung gesamthaft einem Lernaufwand von 204.75 ECTS-
Punkten oder zumindest von 153.5 ECTS-Punkten entspreche. Folglich sei der
geforderte Vorbereitungsaufwand von 60 ECTS-Punkten vorliegend bei weitem
übertroffen worden. Ausserdem habe die kantonale Arbeitslosenkasse den
Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie sich auf die Unüberprüfbarkeit der
Vorbereitungszeit vom Februar 2015 bis September 2015 berufen habe (act. G 3.1/13).
A.e Mit Einspracheentscheid vom 31. August 2016 wies die kantonale
Arbeitslosenkasse die Einsprache ab. Die Auflistung sämtlicher Fächer und der
dazugehörenden ECTS-Punkte belege nicht, dass ein entsprechender Lernaufwand
erbracht worden sei. Die Vorbereitungszeit sei daher nicht überprüfbar. Auch lasse sich
eine Vorbereitungszeit von 13 Monaten nicht rechtfertigen, zumal viele
Prüfungskandidaten die Vorbereitung zumindest teilweise berufsbegleitend bewältigen
würden. Lediglich kurz vor den Abschlussprüfungen könne eine kurze erwerbslose
Vorbereitungszeit zugestanden werden, deren Dauer aber nicht 12 Monate betrage
(act. G 3.1/8).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
7. Oktober 2016. Der Beschwerdeführer beantragt, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen, der Einspracheentscheid vom 31. August 2016 sei aufzuheben
und es sei sein Antrag auf Arbeitslosentschädigung gutzuheissen. Eventualiter sei die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Vorbereitungszeit für die
Anwaltsprüfung gelte gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als
Befreiungsgrund von der Beitragszeit. Der Aufwand für die Prüfungsvorbereitung
entspreche zudem rund 205 ECTS-Punkten, wovon nach einem Abzug von 25%
aufgrund der Präsenzzeit eine reine Lernzeit von 164 ECTS verbleibe. Es sei
realitätsfremd anzunehmen, dass er nicht gelernt hätte, obwohl er die
Prüfungsgebühren von je CHF 2'200.00 bezahlt habe. Im Weiteren sei die gesamte
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Phase der Prüfungsvorbereitung mit der letzten Lebensphase seines – am _ Oktober
2016 verstorbenen – Vaters zusammengefallen, weshalb die Vorbereitungszeit von
einem Jahr und einem Monat gerechtfertigt gewesen sei. Ausserdem sei die
Wahrscheinlichkeit übermässig hoch, dass ein Lernaufwand von mehr als 12 Monaten
anfalle, da die Durchfallquote bei 50-60% liege und die Prüfungen nur halbjährlich
stattfänden. Es habe daher keine Möglichkeit bestanden, einer Teilzeitbeschäftigung
nachzugehen, zumal sich der Beschwerdeführer in besonderen Umständen befunden
habe. Schliesslich sei gestützt auf die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung im
Einzelfall zu klären, was als angemessener Lernaufwand gelte, wobei der Stoffumfang
für die Anwaltsprüfung in den letzten Jahren massiv gestiegen sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. November 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Ergänzend zum
Einspracheentscheid weist sie darauf hin, dass der neueren Rechtsprechung des
Bundesgerichts lediglich entnommen werden könne, dass die Vorbereitung für die
Anwaltsprüfung grundsätzlich einen Befreiungsgrund darstelle, dieses Urteil aber keine
Hinweise zu Art und Dauer der Vorbereitungszeit enthalte. Das ECTS sei für
Hochschulen konzipiert und dessen analoge Anwendung für die Anwaltsprüfung nicht
sachgerecht. Zusammenfassend sei daher festzustellen, dass die 13 Monate
Vorbereitungszeit nicht als Befreiungsgrund anerkannt werden könnten, da es sich um
eine ungewöhnlich lange Dauer handle. Der Grossteil der Prüfungsanwärter arbeite
Teilzeit und lerne anschliessend 3-4 Monate Vollzeit für die Anwaltsprüfung (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 3. Januar 2017 beruft sich der Beschwerdeführer erneut darauf,
dass vorliegend aufgrund der Vorbereitung für die Anwaltsprüfungen die
Voraussetzungen der Beitragszeitbefreiung erfüllt seien. Entgegen den Ausführungen
der Beschwerdegegnerin konkretisiere das Bundesgericht sehr wohl die Art und Dauer
der Vorbereitungszeit. Zudem seien die ECTS-Punkte durchaus geeignet, den
Lernaufwand für die Anwaltsprüfung zu bestimmen, da es unerheblich sei, ob jemand
im Rahmen der Universität oder für die Anwaltsprüfung lerne. Weiter sei der
Vorbereitungsaufwand für den Beschwerdeführer grösser gewesen als für andere
Prüfungsanwärter, da er ein Auslandsemester eingelegt und zahlreiche Fächer des
europäischen Rechts absolviert habe. Zudem sei nicht richtig, dass viele
Prüfungsanwärter Teilzeit arbeiten würden. Entsprechende Stellen seien nicht
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vorhanden bzw. äusserst selten. Auch treffe nicht zu, dass die meisten
Prüfungsanwärter höchstens vier Monate lernten, vielmehr werde üblicherweise
mindestens 5-6 Monate gelernt. Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin nie
bestritten, dass ein Befreiungsgrund dann gegeben sei, wenn der Lernaufwand
mindestens 60 ECTS entspreche. Ferner sei der Beschwerdegegnerin
widersprüchliches Verhalten sowie überspitzter Formalismus vorzuwerfen, da sie bei
Studienabgängern allein auf eine Immatrikulationsbestätigung abstelle (act. G 5).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 7).

Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Art. 8 Abs.1 lit. e des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenentschädigung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) hat
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wer unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat
oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist. Die Beitragszeit erfüllt hat, wer
innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist gemäss Art. 9 Abs. 3 AVIG während
mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13
Abs. 1 AVIG).
1.2 Für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit gelten, sofern das Gesetz nichts
anderes vorsieht, zweijährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug
beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.
Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 1
bis 3 AVIG).
1.3 Von der Erfüllung der Beitragszeit sind nach Art. 14 Abs. 1 AVIG unter anderem
versicherte Personen befreit, die innerhalb der Rahmenfrist während insgesamt mehr
als zwölf Monaten wegen Aus- oder Weiterbildung die Beitragszeit nicht erfüllen
konnten, sofern sie während mindestens zehn Jahren in der Schweiz Wohnsitz hatten
(lit. a). Unter den Befreiungsgrund der Aus- oder Weiterbildung fällt jede systematische,
auf der Grundlage eines ordnungsgemässen oder zumindest faktisch anerkannten
Lehrganges beruhende Vorbereitung auf eine künftige Erwerbstätigkeit (BARBARA
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KUPFER BUCHER, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und Insolvenzentschädigung, in: RBS, 4. Aufl., Zürich 2013, Art. 14, S. 59). Die Aus-
oder Weiterbildung, welche die versicherte Person als Grund für die Befreiung von der
Erfüllung der Beitragspflicht geltend macht, muss genügend überprüfbar sein. Die
Arbeitslosenkasse muss in der Lage sein, die von der versicherten Person
geschilderten Aktivitäten zuverlässig abzuklären (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom
17. November 2003, C 234/02 E. 3; ARV 1990 N 2 S. 23 E. 2b; KUPFER BUCHER,
a.a.O., Art. 14, S. 59).
1.4 Nach dem Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person durch
einen der in dieser Bestimmung genannten Gründe an der Ausübung einer
beitragspflichtigen Beschäftigung gehindert worden sein. Zwischen der Nichterfüllung
der Beitragszeit und dem Befreiungsgrund bedarf es folglich eines
Kausalzusammenhangs. Dabei wird kein strikter Kausalitätsnachweis im
naturwissenschaftlichen Sinne verlangt, sondern es ist ausreichend, wenn es
glaubwürdig und nachvollziehbar erscheint, dass die fehlende Erwerbstätigkeit in dem
als Befreiungsgrund in Frage kommenden Ereignis mit begründet liegt (BGE 131 V 280
E. 1.2 mit Hinweisen). Das Hindernis muss während mehr als zwölf Monaten bestanden
haben und es darf der versicherten Person nicht möglich gewesen sein, mit einer
Teilzeitbeschäftigung die Beitragszeit zu erfüllen (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 8. Mai 2006, C 238/05, E. 3; BGE 121 V 336, E. 5a). Eine
Kumulation oder Kompensation der Beitragszeiten mit Zeiten der Befreiung von der
Erfüllung der Beitragszeit ist ausgeschlossen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juli
2007, C 123/06, E. 4.1).
2.
2.1 Vorliegend ist unbestritten und geht aus den Akten hervor, dass der
Beschwerdeführer in der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 24. März 2014 bis 23.
März 2016 keine ausreichende Beitragszeit vorzuweisen vermag, da er innerhalb der
Rahmenfrist für die Beitragszeit lediglich neun Monate einer beitragspflichtigen
Beschäftigung nachgegangen ist. Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob der
Beschwerdeführer von der Erfüllung der Beitragszeit befreit werden kann. Der
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Beschwerdeführer bringt vor, er habe sich während 13 Monaten auf die
Anwaltsprüfungen im Kanton St. Gallen vorbereitet und beruft sich damit auf den
Befreiungsgrund der Aus- oder Weiterbildung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG.
2.2 Die Frage, ob die Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung als Befreiungsgrund im
Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG anerkannt werden kann, wurde vom EVG im Entscheid C
139/04 noch bezweifelt und letztlich offengelassen, da sich eine Vorbereitungszeit von
12 Monaten ohnehin nicht rechtfertigen lasse (ARV 2005 Nr. 10 S. 133 f.). Nach der
neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts bietet die Vorbereitung für die
Anwaltsprüfung Anlass zur Befreiung von der Beitragszeit, da diese auf ein konkretes
berufliches Ziel ausgerichtet ist und auf der Grundlage eines ordnungsgemässen,
rechtlich oder zumindest faktisch geordneten Ablaufs erfolgt. Hinsichtlich der
erforderlichen Überprüfbarkeit bestehen zwar gelegentlich Schwierigkeiten, doch kann
ein strikter Nachweis nicht verlangt werden, weshalb es genügen muss, wenn die
Vorbereitung glaubhaft und nachvollziehbar dargelegt wird, auch wenn sie - nicht
notwendigerweise - mit dem regelmässigen Besuch von Vorlesungen, Kursen,
Seminaren und Übungen verbunden ist. Dies gilt auch für die mit
Prüfungswiederholungen aufgewendete und die bis zum Bekanntwerden des positiven
Prüfungsergebnisses verstrichene Zeit (Urteile des Bundesgerichts vom 5. März 2012,
8C_318/2011, E. 6.1 und vom 8 April 2009, 8C_312/2008, E. 5.1, 6.1). Dabei kann die
Dauer der Vorbereitungszeit nicht pauschal festgesetzt werden, sondern sie muss in
jedem Einzelfall speziell geklärt werden, da je nach Kanton erhebliche Unterschiede bei
den Prüfungsanforderungen bestehen. Der benötigte Zeitaufwand muss sich nach
objektiv zu beurteilenden Kriterien tatsächlich rechtfertigen lassen (BGer 8C_318/2011,
E. 6.2). Unerheblich ist, wie die Prüfung ausgeht (ARV 1991 Nr. 8 S. 86 E. 3a; ARV
1996/97 Nr. 5 S. 13 E. 2a).
2.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer die Anwaltsprüfung
einmal im September 2015 sowie ein weiteres Mal im März 2016 abgelegt hatte. Dem
Beschwerdeführer ist daher grundsätzlich eine im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG
erwerbslose Vorbereitungszeit zuzugestehen, deren Dauer vorliegend zu bestimmen
ist. Nicht entscheidend ist dabei, wieviel Zeit der Beschwerdeführer tatsächlich gelernt
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hatte, zumal eine entsprechende Festlegung kaum möglich bzw. überprüfbar wäre.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist vielmehr von Bedeutung, welcher
Vorbereitungsaufwand sich nach objektiv zu beurteilenden Kriterien tatsächlich
rechtfertigen lässt. Mit anderen Worten stellt sich die Frage, wie lange der
Beschwerdeführer wegen des angestrebten Erwerbs eines Anwaltspatents an der
Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung verhindert war.
2.4 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann für die Ermittlung des
Vorbereitungsaufwandes nicht auf die ECTS-Punkte abgestellt werden. Das ECTS
(European Credit Transfer and Accumulation System / Europäisches System zur
Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen) wurde für den europäischen
Universitätsraum konzipiert und zielt darauf ab, die nationalen Universitätssysteme
aufeinander abzustimmen. Wie bereits die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte,
eignen sich die im Rahmen des ECTS vergebenen Leistungspunkte, ECTS-Punkte bzw.
ECTS-credits, nicht zur Bestimmung des konkreten Vorbereitungsaufwandes für die
Anwaltsprüfung. Hinzu kommt, dass das an der Anwaltsprüfung getestete juristische
Fachwissen – vorbehältlich des kantonalen Rechts – grundsätzlich bereits an der
Universität gelehrt und geprüft wird. Folglich ist der Lernaufwand für ein bestimmtes
Modul an der Anwaltsprüfung um einiges tiefer als jener für dasselbe Modul an der
Universität, da es sich im Wesentlichen um eine Wiederholung handelt. Die vom
Beschwerdeführer ermittelten Werte von 204.75, 153.5 oder 164 ECTS-Punkten lassen
folglich keine brauchbaren Rückschlüsse auf den konkreten Vorbereitungsaufwand zu.
2.5 Das EVG hielt im vorstehend zitierten Urteil fest, dass sich die Anerkennung einer
erwerbslosen Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung im Umfang der notwendigen 12
Monate nicht rechtfertigen lasse (Urteil C 139/04, E. 2.2). Wie der Beschwerdeführer in
Ziff. 10 seiner Beschwerde mit Verweis auf BGer 8C_318/2011 zutreffend ausführt (act.
G 1), ist diese Rechtsprechung, welche im Ergebnis auf eine fehlende Anerkennung der
Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung hinausläuft, nicht mehr einschlägig.
Dementsprechend hielt auch das Kantonsgericht Basel-Landschaft fest, dass die
Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung erfahrungsgemäss durchschnittlich sechs
Monate betrage und eine entsprechende erwerblose Vorbereitungszeit anzuerkennen
sei, wobei je nach Lebenssituation eine Überschreitung von 2-3 Wochen durchaus
noch im zumutbaren Rahmen liege (Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft,
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Abteilung Sozialver¬sicherungsrecht vom 9. Februar 2012, Nr. 715 11 378 / 45, E. 4.2.1
mit Hinweis auf unpublizierte Rechtsprechung). Der st. gallische Anwaltsverband hält
auf seiner Homepage fest, dass für die Prüfungsvorbereitung „mehrere Monate“
eingesetzt werden müssten (<https://www.anwaltsverbandsg.ch/anwalt/ausbildung-
aufsicht.html>, zuletzt abgerufen am 19. Mai 2017). Weitere offizielle Daten zur Dauer
der Vorbereitung für die Anwaltsprüfung im Kanton St. Gallen sind nicht vorhanden,
vorliegend aber auch nicht notwendig. Vielmehr ist es gerichtsnotorisch, dass im
Kanton St. Gallen bei vollzeitlichem Lernen eine Vorbereitungszeit von 3-6 Monaten
üblich und damit verhältnismässig ist. Für eine Prüfungswiederholung können maximal
weitere drei Monate Vorbereitungszeit anerkannt werden. Eine längere
Vorbereitungsdauer dafür erscheint hingegen nicht gerechtfertigt, weil eine
Prüfungswiederholung nach der allgemeinen Lebenserfahrung einen geringeren
Lernaufwand erforderlich macht. Hieran ändert nichts, dass die Anwaltsprüfungen im
Kanton St. Gallen nur halbjährlich stattfinden. Dem Beschwerdeführer wäre es
unbenommen gewesen, zur Erfüllung der Beitragszeit einer temporären Beschäftigung
oder einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen.
2.6 Im Übrigen vermögen die Einlegung eines Auslandssemesters sowie die
Absolvierung von zahlreichen europarechtlichen Fächern keine darüber hinausgehende
Verlängerung der erwerbslosen Vorbereitungszeit zu rechtfertigen. Immerhin wies der
Beschwerdeführer mit 11⁄2 Jahren Praktika im Kanton C._ (Anwaltsbüro und
Verwaltungsgericht) sowie neun Monaten Praktikum in D._ eine
überdurchschnittliche Praktikumsdauer aus. Auch die Ausführungen des
Beschwerdeführers betreffend die Krankheit und das Sterben seines Vaters ändern
hieran nichts. Auch wenn das Vorliegen ausserordentlicher Umstände bejaht würde,
welche eine Verlängerung der erwerbslosen Vorbereitungszeit rechtfertigen würden, so
könnte im Hinblick auf die geforderte Überprüfbarkeit der Aus- oder Weiterbildung eine
zusätzliche Vorbereitungszeit von maximal vier Wochen im September/Oktober 2015
anerkannt werden. Eine längere erwerbslose Zeit aufgrund der Krankheit und des
Todes seines Vaters wäre nur aber immerhin unter dem Befreiungsgrund der Krankheit
im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG denkbar und aufgrund der zulässigen Kumulation der
Befreiungstatbestände (vgl. BGE 131 V 279, E. 2.4) auch zu beachten. Den Akten sind
jedoch keine Hinweise auf eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers zu
entnehmen, und der Beschwerdeführer bringt auch nichts dergleichen vor.
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2.7 Abschliessend ist festzustellen, dass vorliegend für die Vorbereitung sowie die
Ablegung der Anwaltsprüfung samt Wiederholung im Kanton E._ ein Aufwand von
maximal 10 Monaten gerechtfertigt war und lediglich in diesem Umfang eine
ausreichende Überprüfbarkeit bejaht werden kann. Die vom Gesetz für die
Anerkennung eines Befreiungsgrundes im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG geforderten
12 Monate, während welchen der Beschwerdeführer aufgrund einer Aus- oder
Weiterbildung die Beitragszeit nicht erfüllen konnte, werden damit nicht erreicht. Der
Beschwerdeführer hat folglich innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist vor der
Anmeldung am 24. März 2016 weder die Beitragszeit erfüllt, noch liegt ein
Beitragsbefreiungsgrund im Sinne von Art. 14 AVIG vor. Damit hat die
Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung zu Recht verneint.
3.
3.1 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).