Decision ID: 10945c43-6a74-528d-9e10-4f0c340c0296
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin reiste am 13. November 2015 zusammen mit den
beiden Kindern in die Schweiz ein und suchte am gleichen Tag um Asyl
nach. Am 3. Dezember 2015 wurde sie im Empfangs- und Verfahrenszent-
rum zur Person befragt (BzP). Der Beschwerdeführer reiste am 5. Dezem-
ber 2016 in die Schweiz ein und suchte am 9. Dezember 2016 um Asyl
nach. Am 13. Dezember 2016 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszen-
trum zur Person befragt. Die Vorinstanz hörte die Beschwerdeführerin am
9. April 2018 und den Beschwerdeführer am 11. April 2018 zu ihren Asyl-
gründen an.
Die Beschwerdeführenden machen im Wesentlichen geltend, sie seien sy-
rische Staatsangehörige christlichen Glaubens. Im Zuge des Ausbruchs
des Bürgerkrieges im Jahre 2011 – beziehungsweise ein bis anderthalb
Jahre danach – seien sie von bewaffneten Gruppen aus ihrer Wohnung in
E._, F._, vertrieben worden. Sie hätten sich daraufhin in
G._ niedergelassen. Aufgrund dieser Veränderungen habe der Be-
schwerdeführer seinen Geschäftsbetrieb – er habe mit (...) gehandelt und
diese importiert – sukzessive nach H._ verlagert. Anlässlich des
Umzuges seines Geschäftes sei er an einem Kontrollposten angehalten
und entführt worden. Er sei zirka (...) Wochen in Gefangenschaft gehalten,
dabei schwer misshandelt und nur gegen Lösegeld wieder freigelassen
worden. Während seiner Gefangenschaft sei der Grossteil seines Waren-
bestandes verschwunden. Nach der Freilassung sei er weiterhin zu Geld-
zahlungen genötigt worden, und unbekannte bewaffnete Gruppen hätten
Waren aus seinem Geschäft entwendet. Es sei ihm angedroht worden,
dass seine Kinder entführt würden, sollte er den Forderungen nicht nach-
kommen. Aus Sorge um das Wohl der Kinder sei die Beschwerdeführerin
mit diesen im Jahre 2015 aus Syrien ausgereist. Der Beschwerdeführer sei
ihnen später, nachdem er sein Geschäft beziehungsweise seine Waren li-
quidiert habe, in die Schweiz gefolgt.
Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden unter anderem di-
verse Identitätsdokumente und Zivilstandsurkunden, Kopien einer Polizei-
anzeige, eines Polizeiberichts sowie einer Bestätigung betreffend Hausei-
gentum, eine staatliche Bewilligung betreffend (...), einen (...), Mitglieder-
ausweise einer Handelskammer, einen Arztbericht betreffend die Be-
schwerdeführerin sowie ein Schulzeugnis zu den Akten.
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B.
Mit Verfügung vom 19. Juni 2018 stellte die Vorinstanz fest, die Beschwer-
deführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihre Asylge-
suche ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, schob den Voll-
zug jedoch wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme
auf.
C.
Die Beschwerdeführenden erhoben mit Eingabe vom 20. Juli 2018 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen, es sei der
Asylentscheid der Vorinstanz aufzuheben und ihnen Asyl zu gewähren.
Eventualiter sei der Asylentscheid aufzuheben und zur Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei der Beschwerde aufschiebende
Wirkung zu erteilen und die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.
D.
Die Instruktionsrichterin wies die Gesuche um unentgeltliche Prozessfüh-
rung sowie um Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung mit Zwi-
schenverfügung vom 25. Juli 2018 ab und forderte die Beschwerdeführen-
den auf, innert angesetzter Frist einen Kostenvorschuss zu leisten. Ferner
stellte sie die Gegenstandslosigkeit des Antrags auf Erteilung der aufschie-
benden Wirkung der Beschwerde fest.
E.
Der Kostenvorschuss wurde am 2. August 2018 innert Frist bezahlt.
F.
Gemäss Todesanzeige der Einwohnerkontrolle I._ vom (...) ver-
starb die Beschwerdeführerin am (...).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
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und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwer-
deführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerdeführung legi-
timiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.3 In Bezug auf die Beschwerdeführerin ist das Verfahren aufgrund ihres
Versterbens in der Schweiz am (...) (nach langer schwerer Krankheit) ge-
genstandslos geworden.
2.
2.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Flüchtlingseigen-
schaft, der Asylpunkt sowie die verfügte Wegweisung. Der Wegweisungs-
vollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz die Beschwerde-
führenden zufolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig
aufgenommen hat.
2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken.
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt
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dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3
E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2).
4.
Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die
Vorbringen der Beschwerdeführenden hielten weder den Anforderungen
an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die
Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG stand.
Zur Begründung wird in der Verfügung ausgeführt, den Aussagen der Be-
schwerdeführenden könne entnommen werden, dass die Ausweisung aus
ihrer Wohnung aus kriegsstrategischen Gründen erfolgt sei und demnach
keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zu entfalten vermöge. Sodann könne
in Syrien nicht von einer Kollektivverfolgung von Personen christlichen
Glaubens gesprochen werden. Ferner seien die Vorbringen zur Entführung
und den weiteren Drohungen oberflächlich sowie widersprüchlich und im
Ergebnis unglaubhaft ausgefallen. Die eingereichten Beweismittel – wel-
che teilweise nur in Kopie vorliegen würden – vermöchten an dieser Ein-
schätzung nichts zu ändern.
5.
In der Rechtsmitteleingabe vom 20. Juli 2018 wird vorab geltend gemacht,
die Vorinstanz habe zu Unrecht festgehalten, der Vertreibung der Be-
schwerdeführenden aus ihrer Wohnung komme keine flüchtlingsrechtliche
Relevanz zu. Vielmehr sei anlässlich der Anhörung vorgebracht worden,
dass nur die christlichen Bewohner vertrieben worden seien. Hätten tat-
sächlich kriegsstrategische Überlegungen überwogen, hätten auch die
muslimischen Bewohner ihre Wohnungen verlassen müssen. Die Vorin-
stanz habe diesbezüglich ihre Pflicht zur sorgfältigen Abklärung des Sach-
verhalts verletzt. Sodann lasse sich den Protokollen entnehmen, dass der
Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung bei seinen Ausführungen zur
Entführung durch den Sachbearbeiter eher gebremst und angehalten wor-
den sei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der Beschwerdeführer
habe in der Folge die ihm gestellten Fragen beantwortet, welche ihrerseits
eine gewisse Oberflächlichkeit aufgewiesen hätten. Er habe die wesentli-
chen Punkte seiner Entführung sowie die anschliessenden Drohungen in
prägnanter und erlebnisorientierter Weise geschildert. Ferner werde der
Beschwerdeführerin zu Unrecht vorgeworfen, sie habe sich bezüglich der
Entführer widersprüchlich geäussert. Sodann habe die Vorinstanz die Be-
schwerdeführenden nie dazu aufgefordert, die Beweismittel im Original
einzureichen, weshalb ihnen dies nicht zum Vorwurf gemacht werden
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könne. Des Weiteren werde der implizite Vorhalt zurückgewiesen, die Do-
kumente seien gefälscht.
6.
6.1 Im Zusammenhang mit der Vertreibung der Beschwerdeführenden aus
ihrer Wohnung in F._ ist der Vorinstanz insofern zuzustimmen, dass
gemäss den Akten die Vermutung naheliegt, die Ausweisung sei unter an-
derem auf kriegstaktische Gründe zurückzuführen. Aufgrund der protokol-
lierten Aussagen, gemäss welchen anlässlich der Vertreibung von den
Kampfgruppen auch die politische sowie religiöse Orientierung der Be-
schwerdeführenden angesprochen wurde (vgl. SEM-Akten A27/13 Ziff.
7.01 S. 8 sowie A39/20 F54), liegt die Vermutung nahe, dieser Vertreibung
hätten auch flüchtlingsrechtlich relevante Motive, nämlich ihr christlicher
Glaube und die politische Gesinnung zugrunde gelegen. Indes handelt es
sich um ein abgeschlossenes Ereignis, welches im Zeitpunkt der Ausreise
im Jahre 2015 beziehungsweise 2016 keine Verfolgungsaktualität mehr
entfaltete, weshalb die geschilderte Vertreibung die Flüchtlingseigenschaft
der Beschwerdeführenden nicht zu begründen vermag.
6.2 In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Schilderung der Entführung des
Beschwerdeführers kann das Gericht die Auffassung der Vorinstanz nicht
teilen. In diesem Zusammenhang ist vorab festzuhalten, dass in der Be-
schwerdeschrift zutreffend darauf hingewiesen wird, der Beschwerdeführer
sei anlässlich der Anhörung angehalten worden, sich diesbezüglich auf das
Wesentliche zu beschränken. Dies, bevor er überhaupt mit seinen Schilde-
rungen zur Entführung begonnen hatte (vgl. SEM-Akten A39/20 F59 ff.).
Der Beschwerdeführer bot zu einem späteren Zeitpunkt ferner an, weitere,
detailliertere Ausführungen zur Entführung zu machen (vgl. a.a.O. F84),
wofür jedoch seitens des Befrager des SEM offensichtlich kein Bedarf mehr
bestand. Die gemachten Ausführungen zur Entführung sind sodann – nicht
zuletzt unter Berücksichtigung des anlässlich der Anhörung gesetzten Rah-
mens – nicht per se als oberflächlich beziehungsweise stereotyp zu quali-
fizieren. Neben den in der Rechtsmitteleingabe bereits erwähnten Beispie-
len erscheinen die Beschreibung der Entführungsfahrt sowie die beschrie-
bene Interaktion mit den Entführern als realitäts- beziehungsweise lebens-
nah. In diesem Zusammenhang unterlässt es die Vorinstanz ferner, die
Ausführungen der Beschwerdeführerin zu würdigen, welche die Entfüh-
rung aus ihrer Sicht (insbesondere die Verhandlungen betreffend die Löse-
geldforderung sowie die Abwicklung der Geldübergabe) und nach Ansicht
des Gerichts ausführlich und widerspruchsfrei schilderte (vgl. SEM-Akten
A38/13 F37). Sodann können die Ausführungen der Beschwerdeführerin
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betreffend die Frage, welcher Konfliktpartei die Entführer angehört hätten,
nicht eindeutig als widersprüchlich qualifiziert werden. Es ist diesbezüglich
auch nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführenden dies nicht mit Si-
cherheit wissen können.
Den Schilderungen der Beschwerdeführenden ist vieles zu entnehmen –
nicht zuletzt das im Länderkontext ausserordentlich hohe Lösegeld von
umgerechnet (...), das auf ein kriminelles Motiv der Entführer hindeutet. Es
ist jedoch weiter zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer während
der mehrwöchigen Festhaltung massiv misshandelt wurde – er beschreibt
unter anderem gezielte Schläge auf den Kopf mit Phasen der Bewusstlo-
sigkeit –, was zu einer (...) Arbeitsunfähigkeit führte (vgl. SEM-Akten
A39/20 F43 und F61 f.). Dieses Verhalten der Entführer ist nicht alleine mit
dem Interesse an der Erlangung einer hohen Lösegeldsumme beziehungs-
weise dem Herausfinden der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdefüh-
rers erklärbar beziehungsweise wären die beschriebenen Misshandlungen
als Mittel zur verlässlichen Informationsbeschaffung ungeeignet. Sodann
hätten sie auch die Übergabe des Lösegeldes gefährdet, wenn sie den Be-
schwerdeführer, quasi versehentlich, zu Tode gefoltert hätten – die Ehefrau
beschreibt, sie habe vor der Übergabe verlangt, mit ihrem Mann zu spre-
chen, um vor der Zahlung sicherzustellen, dass dieser noch lebe (vgl.
SEM-Akten A39/20 F64 sowie A38/13 F37). Der Beschwerdeführer bringt
weiter vor, die Entführer hätten ihm vorgehalten, nicht für das Regime ge-
kämpft zu haben (vgl. SEM-Akten A27/13 Ziff. 7.01 S. 8), dass sie seinen
Glauben gekannt und ihn gezielt als Entführungsopfer ausgesucht hätten
(vgl. SEM-Akten A39/20 F77 f.). Angesichts der glaubhaften Schilderungen
ist, nicht zuletzt aufgrund der massiven Misshandlungen, davon auszuge-
hen, dass der Entführung und Festhaltung in beachtlichem Masse auch
flüchtlingsrechtlich relevante Motiv zugrunde lagen.
Die Beschwerdeführenden blieben nach der Entführung noch einige Zeit in
Syrien und verliessen das Land erst, als Erpressungen einsetzten und mit
der Entführung der Kinder gedroht wurde. Unter diesen Umständen ist von
einer andauernden, mithin aktuellen Verfolgungssituation im Zeitpunkt der
Ausreise im Jahre 2015 beziehungsweise 2016 auszugehen. In diesem
Zusammenhang ist es für das Gericht ferner nachvollziehbar, dass der Be-
schwerdeführer trotz bestehender Gefahr das Land erst definitiv verlassen
wollte, nachdem er sein Geschäftsvermögen liquidieren konnte. Abschlies-
send ist festzuhalten, dass – ungeachtet der politischen Zugehörigkeit der
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Peiniger – angesichts der in Syrien herrschenden allgemeinen Gewaltsitu-
ation nicht von der Schutzfähigkeit der staatlichen Behörden auszugehen
ist.
7.
Aufgrund des vorstehend Ausgeführten ist festzuhalten, dass die Be-
schwerdeführenden die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft nach
Art. 3 AsylG erfüllen. Hinweise für das Vorliegen möglicher Asylausschluss-
gründe (vgl. Art. 53 und Art. 54 AsylG) lassen sich den Akten nicht entneh-
men. Die Vorinstanz hat demnach zu Unrecht die Flüchtlingseigenschaft
der Beschwerdeführenden verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt, mit-
hin Bundesrecht verletzt. Die Beschwerde ist gutzuheissen und die ange-
fochtene Verfügung vom 19. Juni 2018 aufzuheben, die Beschwerdefüh-
renden als Flüchtlinge zu anzuerkennen und die Vorinstanz anzuweisen,
ihnen Asyl zu gewähren.
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG) und der am 2. August 2018 geleistete Kosten-
vorschuss in der Höhe von Fr. 750.– ist zurückzuerstatten.
8.2 Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts ihres Obsiegens
in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die
ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es
wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die notwendigen
Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine
VGKE). Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung wird
in Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung
der massgeblichen Bemessungsfaktoren demnach von Amtes wegen auf
insgesamt Fr. 2'160.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) festge-
legt.
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