Decision ID: b6530505-3f5b-531c-bfa5-1cf32cf135c8
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) studierte an der ETH
Zürich Pharmazie und absolvierte nach dem dritten Studienjahr 1991 er-
folgreich das sog. Assistentenexamen für Apotheker. Gemäss Bescheini-
gung vom 15. Oktober 1991 erhielt die Beschwerdeführerin gestützt auf die
damalige Verordnung über die Apothekerprüfungen (zit. in E. 5.3) das
Recht, sich als Assistentin in einer öffentlichen Apotheke oder Spitalapo-
theke zu betätigen. Das Studium in Pharmazie beendete sie nicht. Sie hatte
die eidgenössische Schlussprüfung für Apotheker zwei Mal nicht bestan-
den (1992 und 1994). Gemäss eigenen Angaben arbeitete sie seit 1991
ununterbrochen in ihrer Funktion als Apothekerassistentin unter fremder
fachlicher Verantwortung in den Kantonen X._ und Y._.
A.b Per 1. Juli 2008 (zuzügl. Übergangsfrist) wurde im Kanton Y._
die Bewilligungspflicht für alle als Apotheker tätigen Personen eingeführt.
Der Arbeitgeber der Beschwerdeführerin ersuchte die zuständige kanto-
nale Behörde am 20. April 2012 darum, die Beschwerdeführerin als Assis-
tenzapothekerin unter seiner Aufsicht befristet bis zum 24. September
2019 beschäftigen zu dürfen. Das Gesuch wurde am 16. Mai 2012 gutge-
heissen und die befristete Bewilligung erteilt. Gleichzeitig wurde verfügt,
dass die Bewilligung jederzeit eingeschränkt, mit Auflagen versehen oder
aufgehoben werden könne.
A.c Mit Schreiben vom 24. Januar 2018 teilte die zuständige kantonale Be-
hörde der Beschwerdeführerin und ihrem Arbeitgeber mit, das Bundesrecht
schreibe seit dem 1. Januar 2018 vor, dass alle Personen, die den Apothe-
kerberuf ausübten, ab dem 1. Januar 2020 im Medizinalberuferegister
(MedReg) eingetragen sein müssten. Der Arbeitgeber der Beschwerdefüh-
rerin ersuchte am 12. Juni 2019 um unbefristete Bewilligung zur Beschäf-
tigung der Beschwerdeführerin als Assistenzapothekerin unter seiner Auf-
sicht. Mit Verfügung vom 13. September 2019 erteilte die zuständige kan-
tonale Behörde dem Arbeitgeber der Beschwerdeführerin eine befristete
Bewilligung bis zum 31. Dezember 2019 zur Beschäftigung der Beschwer-
deführerin als Assistenzapothekerin unter seiner Aufsicht. Zur Begründung
führte sie aus, dass ohne Eintragung im MedReg die Ausübung des Apo-
thekerberufs auch unter fachlicher Aufsicht spätestens ab dem 1. Januar
2020 nicht mehr zulässig sei.
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B.
B.a Mit Gesuch vom 9. Oktober 2019 beantragte die Beschwerdeführerin
bei der Medizinalberufekommission MEBEKO (nachfolgend: Vorinstanz)
die Eintragung als Apothekerassistentin ins MedReg.
B.b Mit Schreiben vom 24. Oktober 2019 stellte die Vorinstanz der Be-
schwerdeführerin die Behandlung des Gesuchs anlässlich der Sitzung vom
7. November 2019 in Aussicht. Am 8. November 2019 teilte die Vorinstanz
der Beschwerdeführerin mit, sie sei zum Ergebnis gelangt, auf das Gesuch
nicht einzutreten. Gleichzeitig kündigte sie an, der Beschwerdeführerin das
rechtliche Gehör zum Verfügungsentwurf zu gewähren. Dies erfolgte mit
Schreiben vom 5. Dezember 2019.
B.c Mit Stellungnahme vom 13. Januar 2020 äusserte sich die Beschwer-
deführerin zum Verfügungsentwurf. Sie ersuchte die Vorinstanz, das Ge-
such an eine andere Behörde zu überweisen, falls sie der Ansicht sei, nicht
für die materielle Beurteilung des Gesuchs zuständig zu sein.
C.
Mit Verfügung vom 4. Februar 2020 trat die Vorinstanz auf das Gesuch der
Beschwerdeführerin um Eintragung als Apothekerassistentin ins MedReg
nicht ein. Verfahrenskosten wurden ihr keine auferlegt.
D.
Mit Eingabe vom 6. März 2020 erhob die Beschwerdeführerin dagegen Be-
schwerde vor Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, der Nichteintre-
tensentscheid vom 4. Februar 2020 sei aufzuheben und die Sache an die
Vorinstanz zur materiellen Beurteilung zurückzuweisen. Eventualiter sei
die Beschwerdeführerin ins MedReg einzutragen.
E.
Mit Vernehmlassung vom 19. Mai 2020 schliesst die Vorinstanz auf Abwei-
sung der Beschwerde.
F.
Mit Replik vom 19. Juni 2020 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträ-
gen fest.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der Beschwerde zu-
ständig: Bei der Medizinalberufekommission handelt es sich um eine eid-
genössische, vom Bundesrat gewählte Kommission (Art. 49 Abs. 1 des
Medizinalberufegesetzes vom 23. Juni 2006 [MedBG, SR 811.11]), gegen
deren Verfügungen die Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht offen-
steht (Art. 33 Bst. f des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
[VGG, SR 173.32]). Das Verfahren für den Erlass von Verfügungen durch
die Medizinalberufekommission richtet sich nach dem Verwaltungsverfah-
rensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021; vgl. Art. 16 des
Geschäftsreglements der Medizinalberufekommission [MEBEKO] vom
19. April 2007 [SR 811.117.2]). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin
der angefochtenen Verfügung zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48
Abs. 1 VwVG). Sie hat das Vertretungsverhältnis durch schriftliche Voll-
macht ausgewiesen (Art. 11 VwVG), den Kostenvorschuss bezahlt (Art. 63
Abs. 4 VwVG) und die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist daher
einzutreten.
2.
Die angefochtene Verfügung lautet auf Nichteintreten. Streitgegenstand in
einem Beschwerdeverfahren gegen einen Nichteintretensentscheid ist an
sich einzig die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf das Gesuch der
Beschwerdeführerin eingetreten ist (BGE 135 II 38 E. 1.2). Begründet eine
Vorinstanz einen Nichteintretensentscheid indessen mit materiellen Argu-
menten, so ist praxisgemäss davon auszugehen, es handle sich um einen
materiellen Entscheid und der Streitgegenstand erweitert sich entspre-
chend (vgl. Urteil des BGer 2C_762/2010 vom 2. Februar 2011 E. 2; Urteil
des BVGer B-5405/2015 vom 1. Februar 2017 E. 1). Der vorinstanzliche
Entscheid lautet zwar auf Nichteintreten, jedoch hat die Vorinstanz materi-
ell beurteilt, dass die Beschwerdeführerin nicht ins MedReg eingetragen
werden könne, weil es sich bei der Bescheinigung über das Assistenten-
examen nicht um ein Diplom der universitären Medizinalberufe handle, und
hat das Gesuch damit abgewiesen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs.
Die Vorinstanz verhalte sich widersprüchlich, wenn sie einerseits ausführe,
für Eintragungen ins MedReg zuständig zu sein, andererseits aber wegen
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Unzuständigkeit nicht auf das Gesuch eintrete. Die Beschwerdeführerin
habe Anspruch darauf, dass sich eine Behörde materiell mit den im Gesuch
angeführten Gründen auseinandersetze. Indem die Vorinstanz dies verwei-
gere, obwohl das Gesuch alle formellen Anforderungen erfülle, verletze sie
den Anspruch auf rechtliches Gehör und durch den Erlass einer nicht be-
gründeten bzw. ungenügend begründeten Verfügung das Willkürverbot.
Die Vorinstanz äussert sich nicht dazu.
3.2 Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) gewährleistete und in
den Art. 29 ff. VwVG für das Verwaltungsverfahren des Bundes konkreti-
sierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs dient einerseits der Sachaufklä-
rung und stellt andererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs-
recht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des
Einzelnen eingreift (BGE 140 I 99 E. 3.4). Als Mitwirkungsrecht umfasst der
Anspruch alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen und auf
den Prozess der Entscheidfindung Einfluss nehmen kann (BGE 135 II 286
E. 5.1).
3.3 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt die Verpflichtung der Be-
hörde, ihren Entscheid zu begründen (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Be-
gründung einer Verfügung muss so abgefasst sein, dass sich der Be-
troffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in
voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann
(BGE 141 III 28 E. 3.2.4). Die Verfügung muss kurz die wesentlichen Über-
legungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf
die sie ihren Entscheid stützt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1). Dabei ist es nicht
erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Viel-
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-
schränken (BGE 136 I 229 E. 5.2).
3.4 Wie bereits dargelegt, hat die Vorinstanz, entgegen der Ansicht der Be-
schwerdeführerin, einen materiellen Entscheid getroffen (vgl. E. 2), wes-
halb die Rüge des widersprüchlichen Verhaltens durch die Vorinstanz fehl
geht. Die Begründung in der angefochtenen Verfügung genügt den Anfor-
derungen an die Begründungspflicht. Die Vorinstanz hat sich mit den Aus-
führungen der Beschwerdeführerin im Gesuch und in ihrer Stellungnahme
zum Verfügungsentwurf im von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
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geforderten Mass auseinandergesetzt. Anhaltspunkte für Willkür bestehen
nicht.
4.
4.1 Das EDI führt ein Register mit sämtlichen Personen, die einen univer-
sitären Medizinalberuf ausüben (Art. 51 Abs. 1 MedBG). Es handelt sich
somit um ein gesamtschweizerisches Berufsregister. Das Register dient
der Information und dem Schutz von Patientinnen und Patienten, der Qua-
litätssicherung, statistischen Zwecken, der Erstellung der medizinischen
Demografie und der Information ausländischer Stellen. Es bezweckt im Üb-
rigen, die für die Erteilung der Berufsausübungsbewilligung notwendigen
Abläufe zu vereinfachen sowie den Kantonen den Austausch von Informa-
tionen über das Vorhandensein von Disziplinarmassnahmen zu ermögli-
chen (Art. 51 Abs. 2 MedBG). Die Registerverordnung MedBG vom 5. April
2017 (SR 811.117.3) regelt gestützt auf Art. 51 Abs. 5 MedBG den Betrieb,
den Inhalt und die Nutzung des Registers über die universitären Medizinal-
berufe (Art. 1 Abs. 1 Registerverordnung MedBG).
4.2 Das BAG betreibt das MedReg (Art. 2 Abs. 1 Registerverordnung
MedBG), wofür die in Art. 3-8 Registerverordnung MedBG genannten Be-
hörden und Stellen Daten liefern (vgl. Art. 2 Abs. 2 und Anhang I Ziff. 2 Re-
gisterverordnung MedBG). Die Medizinalberufekommission trägt die in
Art. 3 Registerverordnung MedBG aufgezählten Daten zu den Medizinal-
personen ein. Die Datenlieferantinnen und -lieferanten stellen sicher, dass
die Daten im eigenen Zuständigkeitsbereich vorschriftsgemäss bearbeitet
werden. Sie stellen insbesondere sicher, dass nur richtige und vollständige
Daten ins MedReg eingetragen oder der zuständigen Stelle gemeldet wer-
den (Art. 9 Abs. 1 und 2 Registerverordnung MedBG).
4.3 Wer einen universitären Medizinalberuf ausübt, muss im MedReg ein-
getragen sein und über die notwendigen Sprachkenntnisse für die jeweilige
Berufsausübung verfügen (Art. 33a Abs. 1 MedBG). Wer einen universitä-
ren Medizinalberuf unter fachlicher Aufsicht ausüben möchte und weder
ein eidgenössisches noch ein nach diesem Gesetz anerkanntes ausländi-
sches Diplom besitzt, muss ein Diplom haben, das im Ausstellungsstaat
zur Ausübung des universitären Medizinalberufs im Sinne dieses Gesetzes
unter fachlicher Aufsicht berechtigt und bei der Medizinalberufekommission
ein Gesuch um Eintragung ins Register stellen (Art. 33a Abs. 2 i.V.m.
Art. 50 Abs. 1 Bst. dbis MedBG). Die näheren Anforderungen an die einem
Diplom i.S.v. Art. 33a Abs. 2 zugrunde liegende Ausbildung sind in Art. 11d
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der Medizinalberufeverordnung vom 27. Juni 2007 (MedBV, SR 811.112.0)
festgelegt.
4.4 Als universitäre Medizinalberufe gelten Ärztinnen und Ärzte, Zahnärz-
tinnen und Zahnärzte, Chiropraktorinnen und Chiropraktoren, Apothekerin-
nen und Apotheker, Tierärztinnen und Tierärzte (Art. 2 Abs. 1 MedBG). Der
Bundesrat kann weitere Berufe im Bereich des Gesundheitswesens als
universitäre Medizinalberufe bezeichnen und diesem Gesetz unterstellen,
wenn diese Berufe eine wissenschaftliche Ausbildung und eine berufliche
Kompetenz erfordern, die mit denen der universitären Medizinalberufe ge-
mäss Abs. 1 vergleichbar sind, und es zur Sicherung der Qualität der me-
dizinischen Versorgung erforderlich ist (Art. 2 Abs. 2 MedBG). Von dieser
Kompetenz zu Ausdehnung des Geltungsbereichs des MedBG hat der
Bundesrat bisher keinen Gebrauch gemacht.
4.5 Das Medizinalberuferegister enthält Daten zu den Personen der folgen-
den universitären Medizinalberufe (Medizinalpersonen): Ärztinnen und
Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Chiropraktorinnen und Chiroprakto-
ren, Apothekerinnen und Apotheker, Tierärztinnen und Tierärzte (Art. 1
Abs. 2 Registerverordnung MedBG). Dabei werden alle Angaben zu ihrer
Aus- und Weiterbildung, zu den kantonalen Berufsausübungsbewilligun-
gen sowie jede Einschränkung der Berufsausübung und alle Disziplinar-
massnahmen im Register verzeichnet (vgl. Art. 3-8 Registerverordnung
MedBG). Patienten sollen mit Hilfe des Registers die von ihnen gesuchten
Fachpersonen finden können, wobei sie gleichzeitig darüber informiert
werden, ob die betreffende Person über eine gültige Berufsausübungsbe-
willigung verfügt oder ob diese eingeschränkt oder gar entzogen worden
ist (vgl. BRUNO BAERISWYL, in: Ariane Ayer/Ueli Kieser/Tomas Poledna/
Dominique Sprumont [Hrsg.], Medizinalberufegesetz [MedBG], Kommen-
tar, Basel 2009, Art. 51 N 1).
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe einen Anspruch auf
Eintragung im MedReg. Es gehe um die Frage, ob sie gestützt auf die Be-
scheinigung über das Assistentenexamen ihren Beruf weiter ausüben oder
trotz ihrer Erfahrung fortan nur noch subalterne Hilfstätigkeiten ausführen
dürfe. Die zuständige kantonale Behörde habe sich auf den Standpunkt
gestellt, die Beschwerdeführerin sei als Apothekerassistentin eine univer-
sitäre Medizinalperson, weshalb sie sich im MedReg eintragen müsse, um
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ihren Beruf auszuüben. In der Folge sei verfügt worden, dass sie ihren Be-
ruf ab dem 1. Januar 2020 nicht weiter ausüben dürfe, wenn sie bis dahin
nicht im MedReg eingetragen sei. Die Vorinstanz sei dagegen der Ansicht,
dass nur Personen, die über ein universitäres Schlussdiplom verfügten,
universitäre Medizinalpersonen seien. Damit hätte sich der Schluss aufge-
drängt, dass die Beschwerdeführerin gar keiner Eintragung im MedReg be-
dürfe. Diese Feststellung spare sich die Vorinstanz allerdings. Veranlasst
sei das Problem dadurch, dass das Parlament im Rahmen der Revision
des MedBG eine Bestimmung ins Gesetz eingebaut habe, wonach alle uni-
versitären Medizinalpersonen im MedReg eingetragen sein müssten, wenn
sie in der Schweiz ihre Tätigkeit ausüben wollten. Es habe keine Möglich-
keit bestanden, im Rahmen einer Vernehmlassung auf Unklarheiten und
die Gefahr, dass gewisse kantonale Amtsstellen dies als bundesrechtliches
Berufsverbot verstehen würden, hinzuweisen. Ein Sprecher im Parlament
habe ausgeführt, Sinn und Zweck der Bestimmung sei es, zu verhindern,
dass sich Personen als für eine Tätigkeit befugt bezeichneten, die dies
nicht seien. Die Beschwerdeführerin wolle nicht eine Tätigkeit ausüben, zu
der sie nicht befugt sei. Vielmehr sei sie dannzumal ermächtigt worden, als
Apothekerassistentin tätig zu sein, und sie verlange nur die Feststellung,
dass sie das weiterhin dürfe. Das rechtlich geschützte Interesse an einer
Eintragung bestehe im Umstand, dass die zuständige kantonale Behörde
das Fehlen des Eintrags zum Anlass nehme, der Beschwerdeführerin die
weitere Ausübung ihrer Tätigkeit zu untersagen. Dieses faktische Berufs-
verbot sei unverhältnismässig. Es verstosse gegen die Wirtschaftsfreiheit
und den Anspruch auf Besitzstandswahrung (Vertrauensschutz). Darüber
hinaus sei im Gesetz vorgesehen, dass auch Personen im MedReg einge-
tragen werden könnten, die aufgrund der Bestimmungen in ihrem Her-
kunftsstaat zur Ausübung eines universitären Medizinalberufs unter frem-
der fachlicher Verantwortung berechtigt seien. Die Beschwerdeführerin sei
zur Ausübung ihrer Tätigkeit unter fremder fachlicher Verantwortung be-
rechtigt, weshalb es eine unzulässige Inländerdiskriminierung bedeute,
wenn diese Bestimmung ausschliesslich gegenüber Ausländern ange-
wandt werde.
5.2 Die Vorinstanz führt aus, die angefochtene Verfügung basiere auf der
unumstösslichen Tatsache, dass die Beschwerdeführerin weder über ein
eidgenössisches Apothekerdiplom, noch über ein anderes eidgenössi-
sches Diplom eines universitären Medizinalberufs verfüge. Dies gelte so-
wohl unter demjenigen Recht, das im Zeitpunkt der Absolvierung des As-
sistentenexamens gegolten habe, als auch unter heutigem Recht. Die Be-
schwerdeführerin sei nicht Angehörige eines universitären Medizinalberufs
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und unterliege daher nicht dem MedBG. Darüber, welche Tätigkeiten die
Beschwerdeführerin ausüben könne, hätten nicht die Bundesbehörden,
sondern allein die zuständigen kantonalen Behörden zu entscheiden. Vor-
liegend habe sich die im Kanton Y._ zuständige Behörde mit Verfü-
gung vom 13. September 2019 geäussert. Für die Eintragung ins MedReg
sei ausschliesslich die Vorinstanz zuständig, weshalb die Sache auch nicht
einer anderen Behörde überwiesen werden könne. Das Nichteintreten auf
das Registrierungsgesuch bedeute aber nicht, dass Apothekerassistentin-
nen und -assistenten aus dem Gesundheitssystem ausgeschlossen wür-
den. Sie dürften weiterhin Kunden beraten und insbesondere rezeptfreie
Medikamente abgeben sowie die Apotheker in ihren Tätigkeiten unterstüt-
zen. Sie dürften jedoch keine Tätigkeiten mehr ausüben, die der universi-
tären Medizinialperson des Apothekers aus Gründen des Patientenschut-
zes vorbehalten seien (z.B. Impfen und Abgabe von rezeptpflichtigen Me-
dikamenten).
5.3 Die Beschwerdeführerin verfügt über eine Bescheinigung über die be-
standene Assistentenprüfung nach Art. 17 der Verordnung über die Apo-
thekerprüfung vom 16. April 1980 (AS 1980 781; nachfolgend: Verordnung
Apothekerprüfung), die durch die Verordnung über die eidgenössischen
Prüfungen der universitären Medizinalberufe vom 26. November 2008
(Prüfungsverordnung MedBG, SR 811.113.3) per 1. Januar 2009 aufgeho-
ben worden ist (Anhang 1 Ziff. 25 Prüfungsverordnung MedBG). Diese Be-
scheinigung berechtigte zur Tätigkeit als Assistentin in einer öffentlichen
Apotheke oder Spitalapotheke (Art. 17 Verordnung Apothekerprüfung). Die
Assistentenprüfung wurde im Rahmen des Pharmaziestudiums nach der
naturwissenschaftlichen Prüfung und nach der pharmazeutischen Grund-
fächerprüfung absolviert (Art. 9 Bst. a und 13 Bst. a Verordnung Apothe-
kerprüfung). Sämtliche Prüfungen während des Studiums waren unter der
Geltung der Verordnung Apothekerprüfung eidgenössisch geregelt. Dies
galt auch noch während der im MedBG, das am 1. September 2007 in Kraft
getreten war, vorgesehenen Übergangsfrist bis Ende 2010 (vgl. Art. 62
Abs. 4 MedBG). Im Unterschied dazu regelt das MedBG nur noch die eid-
genössische Prüfung, die erst nach erfolgreichem Abschluss eines nach
dem MedBG akkreditierten Studiengangs absolviert werden kann.
5.4 Ins MedReg eingetragen werden Personen mit einem eidgenössischen
Diplom eines der fünf universitären Medizinalberufe, Personen mit auslän-
dischen Diplomen, die durch die Vorinstanz gestützt auf Art. 15 Abs. 1
MedBG anerkannt wurden, und Personen mit nicht anerkennbaren auslän-
dischen Diplomen, die einen Eintrag gestützt auf Art. 33a Abs. 2 MedBG
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erhalten haben (Art. 3 Abs. 1 Bst. g, h und k Registerverordnung MedBG).
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin weder ein eidgenössi-
sches Apothekerdiplom hat (Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 MedBG), noch
ein ausländisches Diplom, das durch die Vorinstanz anerkannt werden
könnte, oder ein ausländisches Diplom, das gestützt auf Art. 33a Abs. 2
MedBG ins MedReg eingetragen werden könnte. Es liegt damit kein ein-
tragungsfähiger Tatbestand vor. Die Beschwerdeführerin ist als Inhaberin
der Bescheinigung über das Assistentenexamen keine universitäre Medi-
zinalperson im Sinne des MedBG, weshalb ein Eintrag ins MedReg nicht
möglich ist (so auch die Antwort des zuständigen Departementsvorstehers
auf eine entsprechende Anfrage aus dem Nationalrat, AB 2019 N 2130).
5.5 Die Beschwerdeführerin will Art. 33a Abs. 2 MedBG dahingehend aus-
legen, dass diese Bestimmung nicht nur auf ausländische Diplominhaber,
sondern auch auf sie bzw. ihre Bescheinigung über das Assistentenexa-
men anwendbar sei. Dies widerspricht jedoch dem klaren Wortlaut der Be-
stimmung. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin findet damit auch
keine unzulässige Inländerdiskriminierung statt. Durch Art. 33a Abs. 2
MedBG sollte es Personen, die in Staaten, mit denen keine vertraglichen
Regelungen betreffend gegenseitige Anerkennung von Diplomen bestehen
(vgl. Art. 15 Abs. 1 MedBG; nicht-EU-Staaten), ein Pharmaziestudium mit
dem Apothekerdiplom abgeschlossen haben, ermöglicht werden, unter
Aufsicht in der Schweiz tätig zu werden, wobei die Überprüfung der Dip-
lome durch die Vorinstanz vorgenommen wird (Art. 50 Abs. 1 Bst. dbis
MedBG). Ein Vergleich mit Personen, die eine Zwischenprüfung im Rah-
men des eidgenössischen Pharmaziestudiums abgelegt haben, ist somit
nicht möglich. Eine Benachteiligung oder Diskriminierung ist entsprechend
nicht auszumachen.
5.6 Soweit es die Berufsausübung von universitären Medizinalberufen be-
trifft, regelt das MedBG diejenige in eigener fachlicher Verantwortung ab-
schliessend (Art. 1 Abs. 3 Bst. e MedBG; vgl. BGE 143 I 352 E. 3.1). Dem-
nach bedarf es für die Ausübung eines universitären Medizinalberufs in ei-
gener fachlicher Verantwortung einer Bewilligung des Kantons, auf dessen
Gebiet der Medizinalberuf ausgeübt wird (Art. 34 Abs. 1 MedBG). Die Be-
willigungsvoraussetzungen sind in Art. 36 MedBG festgelegt. Demgegen-
über wird die Ausübung eines universitären Medizinalberufs unter fachli-
cher Aufsicht im MedBG – mit Ausnahme von Art. 33a Abs. 2 MedBG –
nicht geregelt (vgl. Botschaft zur Änderung des Medizinalberufegesetzes
[MedBG] vom 3. Juli 2013, BBl 2013 6205, 6210 und 6230, wobei "privat-
wirtschaftliche Erwerbstätigkeit in eigener fachlicher Verantwortung" per
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1. Februar 2020 durch "in eigener fachlicher Verantwortung" ersetzt wor-
den ist, vgl. Anhang Ziff. 4 Abs. 2 des Gesundheitsberufegesetzes vom
30. September 2016 [GesBG, SR 811.21]). Somit obliegt die Regelung der
Berufsausübung von universitären Medizinalberufen ohne eigene fachliche
Verantwortung bzw. unter fachlicher Aufsicht den Kantonen (vgl. BORIS
ETTER, Stämpflis Handkommentar Medizinalberufegesetz, Bern 2006,
Art. 34 N 1). Ob eine Bewilligung für die Berufsausübung unter fachlicher
Verantwortung einer anderen Fachperson notwendig ist und unter welchen
Bedingungen diese erteilt werden kann, entscheidet alleine das kantonale
Recht (vgl. die Antwort des Bundesrates auf die Interpellation Quadri
19.3173 vom 20. März 2019). Wie bereits festgehalten, ist die Beschwer-
deführerin als Inhaberin der Bescheinigung über das Assistentenexamen
jedoch keine universitäre Medizinalperson i.S. des MedBG, weshalb auch
die Bestimmungen zur Berufsausübung im MedBG nicht greifen. Apothe-
kerassistenten ist die Tätigkeit in einer Apotheke unabhängig vom Regis-
tereintrag weiterhin möglich; über den Umfang entscheiden allerdings die
Kantone, wobei es Tätigkeiten gibt, die mit Blick auf die Patientensicherheit
nur durch eine Apothekerin oder einen Apotheker als universitäre Medizi-
nalpersonen ausgeübt werden dürfen (so die Antwort des zuständigen De-
partementsvorstehers vom 9. Dezember 2019 auf eine entsprechende An-
frage aus dem Nationalrat, AB 2019 N 2130).
5.7 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, das faktische Berufsverbot
sei unverhältnismässig, verstosse gegen die Wirtschaftsfreiheit und den
Anspruch auf Besitzstandswahrung (Vertrauensschutz). Wie dargelegt, re-
gelt das Bundesrecht die Berufsausübung von Apothekerassistenten nicht
(vgl. E. 5.6) und sieht daher auch keinen Eintrag von Apothekerassistenten
ins MedReg vor (vgl. E. 5.4). Ein allfälliges faktisches Berufsverbot von
Apothekerassistenten kann sich daher nicht aus dem Nichteintrag in das
MedReg, sondern höchstens aus dem massgeblichen kantonalen Recht,
das die Berufsausübung von derartigen Berufen ohne eigene fachliche
Verantwortung regelt, ergeben. Ob das kantonale Recht im konkreten Fall
die Berufsausübung von Apothekerassistenten ohne eigene fachliche Ver-
antwortung tatsächlich untersagt, ist eine Frage, die nicht das Bundesver-
waltungsgericht, sondern die zuständige kantonale Behörde zu beantwor-
ten hat. Selbst wenn das einschlägige kantonale Recht die Berufsaus-
übung von Apothekerassistenten ohne eigene fachliche Verantwortung un-
tersagen sollte – oder die zuständige kantonale Behörde das kantonale
Recht so auslegen sollte – könnte die Beschwerdeführerin aber nichts da-
raus ableiten, dass ihr Anspruch auf eine rechtlich nicht vorgesehene Ein-
tragung ins MedReg geben würde. Darüber hinaus ist die Verfügung der
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kantonalen Behörde vom 13. September 2019 nicht Streitgegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens, weshalb die befristete kantonale Be-
willigung zur Beschäftigung als Apothekerassistentin vorliegend nicht über-
prüft werden kann.
6.
Die angefochtene Verfügung ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Die
Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerde-
führerin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie
Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Die Kosten sind in Anwendung der gesetzlichen Bemessungsfaktoren
(Art. 63 Abs. 4bis VwVG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 VGKE) auf Fr. 1'000.– festzu-
setzen. Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1
VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE).
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