Decision ID: 89cc3489-bc11-4ab4-86cb-e3cf3e821451
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, war als Betriebsmitarbeiterin bei der
Z._
AG tätig und in dieser Eigenschaft bei der AXA Versicherungen AG
(AXA)
nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung, UVG, gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert
, als
l
etzterer
am
8.
Januar 2019 ein Nichtberufsunfall vom 2
1.
(richtig: 23.)
Dezember 2018 auf einer Autobahn in
A._
mit Heckkollision und
Stauchung der Halswirbelsäule
(HWS)
gemeldet wurde (Urk. 16/A1).
Allgemeinmediziner
Dr.
B._
diagnostizierte
nach der Erst
behandlung in
C._
zuhanden der Arbeitgeberin eine
Lumboischialgie
und attestierte eine Arbeitsverminderung bis zum 3
1.
Dezember 2018 (
Bericht vom
4.
Januar 2019;
Urk. 17/M1). Nach der Rückkehr in die Schweiz wurde die Versicherte am
8.
Januar 2019 von med.
pract
.
D._
, Facharzt Allgemein
medizin FMH, behandelt, der einen Status nach HWS-Distorsionstrauma und ein panvertebrales Schmerzsyndrom traumatischer Genese diagnostizierte
sowie
einen Verdacht auf
Zehgelenk
-Kontusion und Schulterkontusion links äusserte. Er attestierte ab
1.
Januar 2019 bis auf Weiteres eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit (Urk. 17/M3)
.
Die AXA klärte in der Folge ihre Leistungspflicht ab und verfügte am 1
1.
April 2019 gestützt auf die Stellungnahme ihres beratenden Arztes
Dr.
med.
E._
vom
5.
April 2019 (Urk. 17/M12) mangels Kausalzusammenhangs zwischen den Beschwerden und dem gemeldeten Unfallereignis die Einstellung der Leistungen per 1
3.
März 2019 (Urk. 16/A46).
Im darauffolgenden
Einspracheverfahren
holte die AXA eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes
Dr.
med.
F._
, Physika
lische Medizin und Rehabilitation, spez. Rheumaerkrankungen FMH, ein und hiess die
E
insprache vom 11.
Mai 2019 (
Urk.
16/A57)
mit Entscheid
vom
30.
November 2020 in dem Sinn teilweise gut, dass in Abänderung der angefoch
tenen Verfügung die Leistungseinstellung per 2
3.
statt per 1
2.
März 2019 erfolge. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (Urk. 2).
2.
Dagegen liess die Versicherte
, vertreten durch
Y._
,
am 25. Januar 2021 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
«
1.
Die Verfügung [
r
ichtig: der
Einspracheentscheid
]
vom 30. November 2020 sei aufzuheben.
2.
Der Anspruch auf Versicherungsleistungen der Beschwerdeführerin sei anzuerkennen und die versicherten Leistungen seien zu entrich
ten.
3.
Eventualiter sei die Angelegenheit an die AXA zurückzuweisen mit dem Auftrag, die allenfalls noch erforderlichen Sachverhalts
abklä
rungen zur sachgerechten Verifizierung der Krankengeschichte zugunsten des seitens der Beschwerdeführerin bestehenden Leistungsanspruchs vorzunehmen.
4.
Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtsvertretung zu gewähren.
5.
Der der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der vorliegen
den Beschwerde entstandene Vertretungsaufwand sowie allfällige entstandene Verfahrenskosten seien ihr von der Beschwerdegegne
rin
vollumfänglich zu
entschädigen.»
Die
Beschwerdegegnerin
schloss
am
14. April 2021 (Urk. 15) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 21. April 2021 (Urk. 18) mitgeteilt wurde. Die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 2
9.
Oktober 2021 (Urk. 21) wurde der Beschwerdegegnerin am
1.
November 2021
zur
Stellungnahme zugestellt (
Urk.
22). Deren Stellungnahme vom 23. November 2021 wurde der Beschwerdeführerin am 24. November 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 25).
Am 2
6.
Februar 2019 meldete sich die Beschwerdeführerin bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 16/A89). Am 12. Februar 2020 verneinte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (Urk. 16/A82) und am 2
0.
November 2020 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 0 % einen Anspruch auf eine Invalidenrente
(Urk. 16/A89)
.
Die dagegen am
1
0.
Mai 2021
erhobene Beschwerde
hiess
das hiesige Gericht mit heutigem Urteil (Prozessnummer
IV.2021.00312
)
gut und wies die Sache zu weiteren Abklärungen und zur neuen Verfügung an die
IV-Stelle
zurück
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten
wird
, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die z
weckmässige Behandlung ihrer
Un
fall-folgen
. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenve
rsicherung (IV) noch nicht abge
schlossen sind (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
).
Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so ha
t sie Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung (
Art.
24
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen).
Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
– ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.3.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
1.4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hi
nweis auf BGE 125 V 351 E. 3b
/
ee
). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anfor
derungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzune
hmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2;
135 V 465 E. 4.4
und E. 4.7
).
Reine Aktengutachten sind praxisgemäss beweis
kräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil
des Bundesgerichts
8C_239/2008
vom 17. Dezember 2009
E. 7.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungseinstellung per 2
3.
März 2019 damit, dass zum einen
entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin
unmittelbar nach dem Unfall
vom 2
3.
Dezember 2018
aufgetretene HWS-Beschwerden aufgrund der echtzeitlichen Dokumentation nicht erstellt seien
(Urk. 2
Ziff.
2.3.1.14
; Urk. 15
Ziff.
3.3
)
.
Weiter sei
s
elbst in Annahme einer HWS-Distorsion Grad 1 QTF drei Monate nach dem Unfall vom Status quo sine auszugehen
(Urk. 15
Ziff.
5.1-
2
.
)
Bei den angegebenen Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule (L
WS) und der linken Schulter sei, wenn überhaupt, höchs
tens
von einer vorübergehenden
unfallbedingten
Verschlimmerung eines seit 2005 dokumentierten Vorzustands auszugehen.
Mangels
posttraumatischer Läsionen seien die
Beschwerden drei Monate nach dem Unfall ebenfalls nicht mehr auf
diesen
zurückzuführen
(Urk.
15
Ziff.
4.3-4
)
. Ebenso wenig sei die psychische Symptomatik unfallbedingt erklärbar
(Urk. 2
Ziff.
2.3.1.13)
. Wollte man die Frage nach der natürlichen Kausalität offenlassen, wäre
aufgrund des erreichten Endzustands
die Adäquanz
der verbliebenen Beschwerden zum Unfall
ereignis
zu prüfen
(Urk. 15
Ziff.
6.1)
. Weil die psychische Problematik im Vergleich zur somatischen Seite klar im V
ordergrund stehe, sei
beim als mittel
schwer einzustufenden Unfallereignis die so genannte Psycho-Pr
axis anwendbar
(Urk. 15
Ziff.
6.2-4)
. Die diesbezüglichen Kriterien seien zu verneinen
(
Urk.
2
Ziff.
2.3.2.6-7)
, weitere Abklärungen seien
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
nicht erforderlich
(Urk. 15
Ziff.
7.5)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin liess dagegen vorbringen
(Urk. 1)
, dass bei ihr offensicht
lich erhebliche unfallbedingte somatische und psychische Beschwerden bestün
den (
Ziff.
9). Dass der Status quo sine bzw. ante erreicht sei, sei nicht bewiesen.
Die versicherungsinternen Ärzte seien nicht auf die geklagten Beschwerden eingegangen und ihre
Beurteilungen würden nicht auf allseitigen Untersuchun
gen und umfassenden Abklärungen basieren. Ebenso habe es die Beschwerdegeg
nerin versäumt, die Akten der Krankenversicherung einzuholen. Insbesondere die psychiatrischen Beschwerden seien nicht umfassend abgeklärt worden. Es lägen offensichtlich noch weitere unfallbedingte Diagnosen vor aufgrund der doch erheblichen Auffahrkollision mit erheblichen Beeinträchtigungen infolge stundenlangen Verbleibens an der Unfallstelle auf einer Autobahn in der Kälte und den sich daraus ergebenden Folgeerkrankungen (
Ziff.
11). So seien die Anspruchsvoraussetzungen eindeutig erfüllt (
Ziff.
1
2), weshalb sich die Verfü
gung (
r
ichtig: der
Einspracheentscheid
)
der Beschwerdegegnerin
als mangelhaft erweise und aufzuheben sei. Es seien der Beschwerdeführerin rückwirkend und bis auf Weiteres die gesetzlichen Leistungen zu entrichten (
Ziff.
18).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
ihre
Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2
3.
Dezember 2018 zu
R
echt per 23. März 2019 eingestellt hat.
3.
3.1
Zum Unfallereignis ergibt sich au
s den Akten, dass die Beschwerdeführerin am 2
3.
Dezember 2018 in
A._
in eine
Heckauffahrkollision
verwickelt worden war.
Zu den genaueren Umständen finden sich uneinheitliche Informationen.
Der Unfallmeldung vom
8.
Januar 2019 (Urk. 16/A1) ist
hierzu
zu entnehmen, dass
sie
am
2
3.
Dezember 2018
um 8.30 Uhr in
A._
auf der Autobahn
einen Unfall
erlitten hat
. Auf der Überholspur habe sich ein Fahrzeug von hinten genähert und sei auf sie aufgefahren. Nach der Kollision sei ein zweiter Autofahrer gekommen und sei auf beide aufgefahren. Am 2
6.
Januar 2019 gab sie gegenüber der Beschwerdegegnerin an, dass sie die Halterin des Fahrzeugs gewesen sei, zum Zeitpunkt des Unfalls die Sicherheitsgurte getragen habe und keine andere Person das Fahrzeug gelenkt
habe
(
Urk.
16/ A15). Am 2
8.
Januar 2019
führte
sie
aus
, sie habe das Fahrzeug bei der zweiten Kollision bereits verlassen
ge
habt
(Urk. 16/A
12)
.
Sechs Wochen nach dem Unfall berichtete
der Hausarzt der Beschwerdeführerin
am
6.
Februar 2019 (Urk. 17/M3), dass die Beschwerdeführerin ihm gegenüber geschildert habe, ein Hund sei über die Fahrbahn gelaufen, als sie mit dem Auto auf der Autobahn gewesen sei. Sie habe langsam abgebremst und angehalten; dabei sei das hintere Auto in das Heck ihres Autos gefahren.
Am 2
0.
März 2019 fand im Rahmen des Care Managements der Beschwerdegeg
nerin ein Gespräch mit der Beschwerdeführerin und deren Rechtsvertreter statt
(Urk. 16/A29)
. Dort wurde angegeben, dass diese mit ihrem
Lebenspartner
mit dem Auto auf der Autobahn unterwegs gewesen sei, wobei der
Lebenspartner
gefahren sei. Plötzlich sei ein Hund aufgetaucht und sie hätten gebremst. Die eigene Geschwindigkeit habe etwa 30 oder 40 km/h betragen
, als
sie plötzlich vom hinterherfahrenden Fahrzeug gerammt worden seien, das etwa mit 140 km/h gefah
ren sei. Durch den Aufprall sei das Auto der Beschwerdeführerin geradeaus nach vorne gestossen worden. Das von hinten kommende Auto
habe
mit dem Heck (mehr auf der Beifahrerseite) ihres Fahrzeugs kollidiert
(vgl. auch die Aufnahmen von der Unfallstelle, Urk. 17/M1 hinten)
. Die Beschwerdeführerin habe ihre Jacke nicht aus dem Kofferraum nehmen können, weil dieser völlig beschädigt
gewesen sei
. Aufgrund der langen Wartezeit und der Kälte habe sie sich eine Lungenentzündung zugezogen.
Airbags seien vorhanden gewesen, aber nicht ausgelöst worden. Die Angelegenheit mit der Polizei habe bis Mitternacht gedauert, danach sei die Beschwerdeführerin mit dem Taxi nach
G._
weitergereist
und etwa gegen zwei Uhr nachts dort angekommen
.
Der behandelnde Psychiater
führte
am 1
3.
Dezember 2019
zum Unfallgeschehen an, dass die Beschwerdeführerin angegeben habe, die Polizei sei nach drei oder vier Stunden vor Ort gewesen. Am gleichen Tag noch hätten sie sich in
A._
vor Gericht wiedergefunden. Sie sei ohne Angabe von näheren Gründen noch bis um 14 Uhr am Folgetag zurückgehalten worden und habe die ganze Zeit in unterkühlten Räumen ausgeharrt
; e
rst dann habe man sie mit dem Taxi nach
G._
fahren lassen. Am nächsten Morgen habe sich etwas verklemmt angefühlt; seither sei die ganze linke S
eite von oben ausgehend voller S
chmerzen gewesen, vom Kopf bis zu den Zehen
(Urk. 17/M28 S. 4)
.
3.2
Die medizinische Aktenlage nach dem Unfallereignis präsentiert sich wie folgt:
3.2.1
Dr.
B._
stellte in seinem Bericht vom
4.
Januar 2019
die Diagnose einer
Lumboischialgie
und verneinte die Frage, ob die Krankheit von Dritten v
e
rur
sachten worden sei. Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit bis 3
1.
Dezember 2018 (Urk. 17/M1 S. 1)
3.2.2
Anlässlich der Untersuchung in der
Permanence
am
2.
Januar 2019 habe die Beschwerdeführerin über Hals- und Ohrenschmerzen sowie Husten geklagt. Aufgrund der Verdachtsdiagnose einer Bronchitis wurde körperliche S
chonung
und
Feuchti
nhalation empfohlen und
eine
antibiotische Behandlung verordnet (Urk.
17
/M
10)
.
Am
1.
April 2019 wurde aus der
Permanence
berichtet, dass die Beschwerdeführerin am
2.
Januar 2019 nur aus Krankheitsgründen in der Praxis gewesen sei, nicht aber wegen Rückenschme
rzen (Urk. 17
/A43).
3.2.3
Med.
pract
.
D._
führte am
6.
Februar
2019
aus
(
Urk.
17/M3)
, dass die erste Behandlung nach dem Unfall vom 2
3.
Dezember 2018 bei ihm am
8.
Januar 2019 stattgefunden habe. Nach den Angaben der Beschwerdeführerin sei es zu sofor
tigen Nackenbeschwerden mit Ausstrahlung in den linken Oberarm sowie
zu
ein
em
Kribbelgefühl ebenfalls im linken Oberarm gekommen. Die Nacken
beschwerden hätten bis in den Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) ausgestrahlt; sie habe ein Gefühl von Steife im Bereich der Halswirbelsäule gespürt. In der Konsultation vom 8. Januar 2019 habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Bereich der LWS geklagt mit Ausstrahlung in den Oberschenkel links sowie in den Unterschenkel links. Die Nacken- sowie die BWS- und LWS-Schmerzen habe er in der Untersuchung auf der linken Seite lokalisiert. Die Beschwerdeführerin gebe Nackenschmerzen an, die in di
e ganze Wirbelsäule,
in das linke Bein
sowie
in
den linken Oberarm
ausstrahlen würden
. Es bestünden Druckschmerzen über die gesamte HWS und paravertebrale Muskulatur. Die Beweglichkeit der HWS sei in alle Richtungen eingeschränkt.
Es bestünden leichte Druckschmerzen über der LWS und hier auch eine leichte Einschränkung der Beweglichkeit. Ebenfalls fänden sich Druckschmerzen und eine Schwellung über dem AC-Gelenk links, wobei auch die Beweglichkeit eingeschränkt sei. Er stellte die Diagnosen eines Status nach HWS-Distorsionstrauma und eines paravertebralen Schmerzsyn
droms traumatischer Genese und äusserte einen Verdacht auf
Zehgelenkkontu
sion
und Schulterkontusion links. Bis auf Weiteres sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.2.4
Die bildgebende Untersuchung am
6.
Februar 2019
(Urk. 17/M2)
ergab betreffend HWS abgesehen von einer Streckhaltung bei erhaltenem
Alignment
, einer leichten dorsalen
Diskusprotrusion
auf der Höhe C5/6 sowie von leichtgradigen
Intervertebralarthrosen
regelrecht
e Befunde. Bezüglich LWS zeigte
n
sich eine Streckhaltung, ein
lumbosakraler
Übergangswirbel mit einem linksseitigen Assimilationsgelenk auf der Höhe L5/S1, Dehydrationszeichen der Bandscheiben auf der Höhe L1/2 und L4/5, eine leichte dorsale
Diskusprotrusion
auf Höhe L4/5 sow
ie eine
mässiggradige
Intervert
ebralarthrose
im gleichen Segment mit konsekutiv leicht eingeengtem linke
m
Recessus
.
3.2.5
Am
3.
März 2019
(Urk. 17/M9)
berichtete
Dr.
med.
H._
, FMH Rheumatologie, FMH Innere Medizin,
dass die Beschwerdeführerin
anlässlich
seiner
Untersuchung
vom
26.
Februar 2019
angegeben habe, unmittelbar nach dem Unfall beschwer
defrei gewesen zu sein. Erst einen Tag später seien die Schmerzen im Nacken
bereich aufgetreten mit Ausstrahlung in den linken Arm. Es bestehe bei ihr ein posttraumatisches
cervikovertebrales
bis
spondylogenes
Syndrom links bei vorwiegend
myofaszialen
Schmerzen im Schulter-Nackenbereich beidseits. Radiologisch und kernspintomografisch hätten im Bereich der HWS, BWS und LWS keine posttraumatischen Läsionen nachgewiesen werden können. In der Sonografie der Schulter zeige sich eine
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
, weshalb eine
subacromiale
Infiltration problemlos durchgeführt worden sei. Als Nebenbefund bestehe ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom links mit klinisch deutlichem Hinweis auf eine Symptomausweitung. Die Beschwerden bestünden seit 2006, allenfalls seit 200
3.
Er habe der Beschwerdeführerin erklärt, dass aus seiner Sicht die Unfallfolgen demnächst abzuschliessen seien, da kei
ne posttraumatische Läsion vorlie
ge.
3.2.6
Am
5.
April 2019
(
Urk.
17/M12)
hielt der beratende Arzt
Dr.
E._
in seiner Stellungnahme gegenüber der Beschwerdegegnerin fest, dass bis am 2
6.
Februar 2019 die
myofaszialen
Schmerzen im Schulter-Nackenbereich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch mit der HWS-Distorsion vom 2
3.
Dezember 2019 in natürlichem Kausalzusammenhang gestanden hätten. Aufgrund deutlicher Zeichen von Symptomausweitung bei objektiv klinisch und bildgebend umfassend ausgeschlossenen strukturellen Unfallfolgen habe der Rheumatologe
Dr.
H._
in seiner klinischen Untersuchung vom 2
6.
Februar
2019
angezeigt, dass die Unfallfolgen mangels posttraumatischer Läsionen demnächst abzu
schliessen seien. Nach der nächsten Untersuchung bei ihm am 1
2.
März 2019 habe sich eine unveränderte Situation gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe dann zu seinem Praxispartner,
Dr.
med.
I._
, FMH Rheumatologie, FMH Physika
lische Medizin
, wechseln wollen. Dieser habe am 2
5.
März 2019 ein
chronifizie
rendes
Schmerzsyndrom festgestellt.
Lumboischialgien
und zeitweise Schmerzausstrahlungen in die Beine seien bei der Beschwerdeführerin seit 2003 bekannt. Es sei zu multiplen subjektiven Befindlichkeitsstörungen und einer unangemessenen «depressiven Reaktion» im Verlauf der Nachbehandlung der HWS-Distorsion gekommen. Der Status quo ante/sine sei spätestens anlässlich der letzten Un
tersuchung von
Dr.
H._
am 12.
März 2019 erreicht gewesen. Die noch bestehenden Beschwerden im Bereich der HWS und der linken Schulter seien schon am 2
6.
Februar 2019 nur noch möglicherweise unfallkausal gewesen. Das Nichtansprechen auf mindestens zwei Serien Physiotherapie spreche für eine Fixation auf ein gemischtes
, sich subjektiv ausweitendes Beschwerdebild. Medizinisch nachvollziehbare Bezüge zu organisch-strukturellen Unfallfolgen würden fehlen, da solche aufgrund der Bildgebung klar ausgeschlossen worden seien. Die LWS- und die linksseitigen Schulterbeschwerden seien in keinem Zeitpunkt der Nachbehandlung je unfall
kausal gewesen.
3.2
.7
Am 3
0.
April 2019
(Urk. 17/M13)
ersuchte
Dr.
I._
bei der Krankenversiche
rung um Kostengutsprache für eine stationäre Rehabilitation der Beschwerdefüh
rerin und führte aus, dass diese schon seit Jahren an chronischen tieflumbalen Rückenschmerzen leide. Seit dem Unfall vom 2
3.
Dezember 2018 habe
sie
anhaltende zervikale Schmerzen, ausstrahlend in den linken Arm.
Er nannte die folgenden Diagnosen:
-
Zervikospondylogenes
Syndrom links bei/mit
-
sekundärem
myofaszialem
Syndrom der Nacken-Schulter-Muskulatur beidseits
-
degenerativen Veränderungen mit
Chondrosis
intervertebralis
C5/6 sowie leichtgradigen
Spondylarthrosen
-
anamnestisch und aktenkundig Status nach Traumatisierung mit HWS-Distorsion nach Auffahrunfall
-
Periarthropathia
humeroscapularis
tendopathica
vom
Supraspinatustyp
links
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom links bei/mit
-
leichtgradiger
Osteochondrosis
intervertebralis
L4/5 mit
Spondylarth
rose
Bildgebend fänden sich keine Hinweise auf posttraumatische Veränderungen. Es bestehe eine
Chronifizierung
mit langanhaltender Arbeitsunfähigkeit.
3.2.8
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am
5.
Mai 2019
(Urk. 17/M31)
die folgenden Diagnosen:
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Inkomplette posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, an Flashbacks zu leiden und sich ohne erkennbaren Anlass alptraumartig in die Situation nach dem Unfall zurückver
setzt zu fühlen, frierend und ohne Möglichkeit, dies zu ändern. Aber auch den Unfall selber mit dem spezifischen Lärm/Geräusch, dem heftigen Aufprall und der begleitenden Angst erlebe sie wie real. Zudem sei sie seit dem Unfall sehr schreck
haft
.
3.2.9
Dr.
med.
K._
, Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am 1
3.
Dezember 2019
(Urk. 17/M28)
die folgenden Diagnosen:
-
Schmerzsyndrom infolge eines H
W
S
-Traumas begleitet mit migräneähn
lichen Kopfschmerzen (ICD-10 F45.9)
-
Depressive Stimmungslage (ICD-10 F32.1), manchmal schweren Grades
.
Daneben würden akzentuierte Persönlichkeitszüge die individuell spezifische Vulnerabilität der Beschwerdeführerin bestimmen. Ein Krankheitswert ergebe sich infolge spezifischer Herausforderungen; die Entwicklung ende mit einer Störung des Selbstbildes. Der Psychiater führte hierzu ICD-10 Z73.6 an.
3.2.10
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte im Rahmen einer
bidisziplinären
Begutachtung zuhanden der Krankentaggeldversicherung am 2
6.
Mai 2020
(Urk. 17/M
33/22-43 S. 1-24
)
die folgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (irrtümlich unter «Diagnosen
mit
Auswir
kung auf die AF» aufgeführt
, S. 15
):
-
Maximal leichtgradige depressiv gefärbte emotionale Reaktion/
Anpassungsstörung (aktuell im subklinischen Bereich), ICD-10 F43.21
-
Deutliche Neigung zu Aggravation und verdeutlichender Symptomprä
sentation mit vielen Inkonsistenzen bezüglich körperlicher und psychischer Symptome.
-
Psychosoziale Belastungsfaktoren: Alleinsein, Scheidung, Langzeit-Arbeitsunfähigkeit
-
Somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung mit psychischen und körper
lichen Faktoren, ICD-10 F45.41, bei posttraumatischem
zervikovertebra
lem
Syndrom nach HWS-Distorsion am 2
3.
Dezember 2018
Aus psychiatrischer Sicht liege keine klinisch relevante Gesundheitsstörung
vor
, welche die Arbeitsfähigkeit
erheblich beeinträchtigen würde. Es werde eine umgehende Wiederaufnahme einer körperlich angepassten Tätigkeit empfohlen (S. 22)
.
3.2.11
Am 2
1.
Mai 2020
(Urk. 17/M29)
führte
Dr.
F._
aus, dass die Angaben zu den gesundheitlichen Einwirkungen durch das Ereignis in den Akten uneinheitlich seien und die Annahme einer überwiegend wahrscheinlichen Ursache von Nackenbeschwerden erschweren würden.
Es sei bekannt, dass die Beschwerde
führerin bereits in den Jahren 2005 und später mehrmals bis Oktober 2017 wegen lumbaler Rückenschmerzen und eines
myofaszialen
bzw. muskulären Schmerzsyndroms behandelt
worden sei
. Sie habe im Jahr 2008 deswegen an einem interdisziplinären Schmerzprogramm teilgenommen. Auch die Schulter
gürtel- und Nackenmuskulatur seien insbesondere auf der linken Seite betroffen gewesen. Damals seien bereits ungünstige psychosoziale Faktoren am Beschwer
debild beteiligt gewesen (S. 5 f.). Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien bereits aufgrund der wenig konsistenten Angaben zum Ereignis vom 23.
Dezem
ber 2019 Zweifel an der natürlichen Kausalität des Beschwerdebildes angebracht.
Auch wenn man davon ausgehe, dass das Ereignis Auswirkungen auf die Rücken
beschwerden und insbesondere die HWS genommen hat, sei klar festzustellen, dass keine traumatischen Strukturveränderungen durch jenes Ereignis nachzu
weisen seien.
Es sei demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer vorübergehen
den Verschlimmerung des nachgewiesenen Vorzustands gekommen. Eine richtunggebende Verschlimmerung sei mangels traumatischer Strukturverände
rungen nicht anzunehmen.
Auch in
Annahme eines QT
F-1-Grades der Distorsion der HWS sei der Status quo sine drei Monate später erreicht worden. Möglicherweise sei auch die linke Schulter in die Verschlimmerung einbezogen worden. Auch hier seien keine strukturellen Unfallfolgen nachzuweisen, weshalb auch hier der Status quo sine am 2
3.
März 2019 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen sei (S. 6 oben). Von einer weiteren Behandlung sei unfallbedingt keine namhafte Besse
rung des Gesundheitszustands zu erwarten
; dieser stagniere seit dem 23.
März 2019 (S. 6 unten). Überwiegend wahrscheinlich war die Beschwerdeführerin ab dem 2
3.
Dezember 2019 zu 100 % unfallkausal arbeitsunfähig.
D
anach sei weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % auszugehen, wobei der Unfall
anteil kontinuierlich abgenommen habe bis zum Erreichen des Status quo sine am 2
3.
März 201
9.
Danach sei die Unfallkausalität der Arbeitsunfähigkeit nicht mehr überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Anlässlich der Untersuchung von D
r
.
H._
am 2
6.
Februar 2019 habe sich eine zunehmende Symptomaus
weitung und ein Übergang zum Beschwerdebild gezeigt, welches bereits mindes
tens seit 2006 regelmässig festgestellt worden sei. Die Symptomausweitung könne nicht mehr als Unfallfolge angenommen werden (S. 7 oben). Der Vorzustand sei seit mehreren Jahren dokumentiert. Er betreffe die HWS wie auch die LWS. Die bildgebenden Abklärungen im Rahmen der unfallbedingten Beschwerdediagnos
tik würden die Vorzustände sowohl zervikal wie auch lumbal belegen. Die somatischen Beschwerden seien durch die Vorzustände vollumfänglich erklärbar. Das psychiatrische Krankheitsbild sei überwiegend
w
ahrscheinlich als unfallfrem
des Krankheitsgeschehen einzuordnen (S. 7 Mitte).
4.
4.1
Aus somatischer Sicht
sind bei der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin
drei Monate nach dem Unfallereignis
und darüber hinaus
zwar
Schmerzen im Bereich des Nackens, des unteren Rückens und in der linken Schulter dokumentiert
(v
gl. E. 3.2.7
)
.
Aus medizinischer Sicht besteht aber unter den involvierten Fachpersonen Einigkeit darüber, dass diese Beschwerden spätestens drei Monate nach dem Auffahrunfall nicht mehr auf diesen zurückgeführt werden können.
Der behandelnde Rheumatologe
Dr.
H._
gab n
ach seiner Untersuchung vom 26.
F
ebruar 2019 an, dass das vorliegende Beschwerdebild seit spätestens 2006 bestehe und hielt explizit fest, dass aus seiner Sicht mangels posttraumatischer Läsionen die Unfallfolgen demnächst abzuschliessen seien
(E. 3.2.5
)
.
Der neu behandelnde Rheumatologe
Dr.
I._
erachtete zur Behandlung der langjähri
gen Rückenschmerzen und des sich
chronifizierenden
Beschwerdebildes eine stationäre Rehabilitation notwendig und ging von einer krankheitsbedingten Symptomatik aus, da er hierfür am 30. April 2019 nicht bei der Beschwerdegeg
nerin, sondern bei der zuständigen Krankenversicherung um Kostengutsprache
ersuchte (E. 3.2.7
).
Die behandelnden Rheumatologen beschrieben in ihren Diagnoselisten die HWS-Beschwerden (unter anderem)
z
war als «posttrauma
tisch». Angesichts der beschriebenen Umstände ist aber ersichtlich, dass mit dem Ausdruck «
post
» in diesem Zusammenhang die zeitliche Abfolge («nach dem Unfall») - unter Ausschluss des Verhältnisses von Ursache und Wirkung - gemeint sein muss (vgl. hierzu
Urteil des Bundesgerichts 8C_855/2018 vom 1
7.
Oktober 2018 E. 4.1.1 mit Hinweisen
).
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
Dr.
E._
hielt unter Hinweis auf die Einschätzung von
Dr.
H._
, die bildgebenden Untersuchungen sowie auf den ausführlich dokumentierten Vorzustand fest, dass spätestens seit dem 1
2.
März 2019, wohl aber schon am 2
6.
Februar 2019 die Beschwerden im Bereich der HWS und der linken Schulter nicht mehr überwiegend wahrscheinlich, sondern nur noch möglicherweise auf das Unfallereignis vom 2
3.
Dezember 2018 zurückzu
führen gewesen seien. Am Schluss seines Berichtes gab er gar an, dass die Beschwerden im Bereich der LWS und der linken Schulter zu keinem Zeitpunkt je unfallkausal gewesen seien
(E. 3.2.6
)
.
Und schliesslich äusserte auch
Facharzt
Dr.
F._
aufgrund der seiner Meinung nach wenig konsistenten Angaben zum Unfallereignis Zweifel an der natürlichen Kausalität des B
eschwerdebildes. Er hielt unter Einbezug der Einschätzungen der behandelnden Ärzte und unter Berücksichtigung der übrigen medizinischen Aktenlage dafür, dass es sich in Annahme eines natürlichen Kausalzusammen
hangs um eine vorübergehende Verschlimmerung des nachgewiesenen Vorzustands handle und verwies insbesondere hinsichtlich der HWS-Beschwerden auf den diesbezüglichen mediz
inischen Wissenstand (
Urk.
3.2.11
).
4.2
Unter Würdigung der gesamten Beweislage überzeugen diese Einschätzungen. So
ist aufgrund der
vorbestehende
n langjährigen Rücken- und Schulterbeschwerden
(vgl.
Urk.
17
/M14;
Urk.
17/M18-2; Urk. 17/M26 und i
nsbesondere
zu den HWS-Beschwerden Urk.17/M18; Urk. 17/
M21)
zwar nachvollziehbar, dass es bei der Beschwerdeführerin - anders als offenbar bei ihrem Lebenspartner -
nach der Auffahrkollision zu akuten Beschwerden
gekommen ist. Ebenso plausibel ist es
angesichts des Vorzustands
, dass
es
durch das lange Warten in der K
älte
lumbal und im vorbelasteten Nackenbereich
zu Verspannungen gekommen ist. Nach dem Unfall
zeigten sich bildgebend aber keine
rlei posttraumatische
Läsionen, vielmehr dokumentiert die Bildgebung die degenerativen Vorerkrankungen.
Ebenso
wenig wurden nach dem Unfall
in der klinischen Untersuchung
Prellungen oder ähnliche
Befunde
erhoben
. Aufgrund des Zustands des Fahrzeugs der Beschwer
deführerin nach
der
(zweimaligen)
Heckauffahrkollision
sowie der Tatsache, dass sich die vorhandenen Airbags nicht ausgelöst hatten, ist auch nicht von einer Krafteinwirkung auszugehen, welche eine länger dauernde Symptomatik nahe
legen würde.
Zu den Beschwerden im Bereich der HWS ist
Folgendes festzuhalten:
I
n der ereignisnahen Erstbehandlung
war
von einer
Lumboischialgie
, nicht aber von einer Schmerzhafti
gkeit der HWS die Rede (E. 3.2.1
).
Als sich die Beschwer
deführerin nach ihrer Rückkehr in die Schweiz eine gute Woche nach dem Unfall am
2.
Januar 2019 erstmals in ärztliche Behandlung begab, erfolgte dies einzig aufgrund
einer
Erkältungssymptomatik; unfallbedingte Beschwerden im Bereich des Rückens wurden von ihr nicht thematisiert, wie von der
Permanence
auf Nachfrage ex
plizit erläutert wurde (E. 3.2.2
).
In späteren Berichten und
insbeson
dere
auch anlässlich der
hausärztlichen
Erstbehandlung der unfallbedingten Symptomatik gut zwei Wochen nach dem Unfall am
8.
Januar 2019 klagte die Beschwerdeführerin
bezüglich HWS
lediglich über Nackenschmerzen, Steifigkeit und Unbeweglichkeit. Weitere typische nach dem Ereignis auftretende Befunde nach einer HWS-Distorsion wie Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Kopfschmerzen wurden zu keinem Zeitpunkt
angegeben oder
erhoben
- weder unmittelbar nach dem Unfall noch in einem Z
eitrahmen, der es erlauben würde
, auf das Vorhandensein eines natürlichen Kausalzusammenhangs zu schliessen
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts
U 258/06
vom 1
5.
März 2007
E. 4.3
)
.
Hätten
schleudertraumaspezifische
Beschwerden vorgelegen,
wären
diese im Rahmen der ärztlichen Behandlungen nach dem Unfall
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
zur Sprache gekommen
, so dass hinsichtlich der HWS-Beschwerden davon auszugehen ist, dass keine
schleudertraumahafte
Verletzung
vorliegt
.
Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anlässlich des Unfalls vom 2
3.
Dezember 2018 keine klar ausgewiesene
n
neue
n
, bleibende
n
, allenfalls schlecht verheilte
n
Läsion
en
im Bereich der HWS, LWS oder der linken Schulter erlitten hat. Es
ist aufgrund der nachvollziehbaren Einschätzung der involvierten F
achärzte
unter Berücksichtigung der medizinischen Aktenlage sowie angesichts des dokumen
tierten Unfallhergangs
vielmehr von einer vorübergehenden Verschlimmerung des ausführlich
beschriebenen
, seit Jahren bestehenden Vorzustands und
damit
drei Monate nach dem Unfall vom Erreichen des Status quo sine auszugehen.
Diese Einschätzung steht
im Übrigen auch
im Einklang mit der bundesgericht
lichen Rechtsprechung, wonach es einer medizinischen Erfahrungstatsache entspricht, dass bei posttraumatischen Rückenschmerzen nach drei bis vier Monaten das Erreichen des Status quo sine erwartet werden kann, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen und sich von der altersüblichen Progression abheben muss (Urteil des Bundesgerichts 8C_13/2018 vom
9.
Mai 2018 E. 3.3)
, was vorliegend wie gezeigt nicht
der Fall ist
.
5.
5.1
Hinsichtlich der
über die Leistungseinstellung hinaus
geklagten Beschwerde
symptomatik stellt sich schliesslich die Frage, ob die Beschwerdeführerin allen
falls noch unter
natürlich und adäquat kausalen
psychischen Unfallrestfolgen litt.
Zwar bestand bei der Beschwerdeführerin schon in der Zeit vor dem Unfall eine psychische und psychosoziale Problematik bei der Bewältigung der seit Jahren best
ehenden Rückenschmerzen (vgl.
Urk.
17/M18-19
). Nach dem Unfall ist aber eine bleibende Schmerzsymptomatik aufgetreten, mit deren Verarbeitung sie offenkundig Mühe hat.
Jene
steht im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit und droht ihr ganzes Leben zu dominieren, weshalb ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der eingetretenen Fehlentwicklung naheliegt.
Sowohl die
diagnostische Einordnung des Beschwerdebildes
und dessen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
vgl.
die kontroversen Einschätzungen in
E
.3.2.8-10
)
wie auch insbesondere die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang
können
aber praxisgemäss offen
bleiben, wenn die rechtsprechungsgemäss verlangte Adäquanz
,
zu verneinen ist
(vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_137/2013 vom
4.
Juli
2013 E. 5
)
, was vorliegend
- wie nachfolgend gezeigt wird -
zutrifft.
5.2
5.2.1
Für die Adäquanzprüfung
, die vorliegend aufgrund des seit 2
3.
März 2019 stationären Gesundheitszustands vorzunehmen ist (vgl.
Art.
19
Abs.
1 UVG,
Urteil 8C_6
74/2019
des Bundesgerichts
vom
3.
Dezember 2019 E. 4.1),
ist an das (objektiv
erfassbare) Unfallereignis anzu
knüpfen
(BGE 115 V 133 E. 6 Ingress S.
139). Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien mit zu berücksichtigen (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.).
Das Unfallereignis vom 2
3.
Dezember 2018 ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs als mittelschwer, an der Grenze zu einem leichten Unfall zu qualifizieren
.
Einfache Auffahrunfälle werden rechtssprechungsgemäss in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_571/
2011
vom 2
3.
Dezember 2011
E. 6.1
m.w.H
.
) und die
Kasuistik zeigt, dass insbesondere die Anforderungen für einen mittel
schweren Unfall im engeren Sinn doch erheblich höher liegen (Urteil
des Bundes
gerichts
8C_595/2009 vom 1
7.
November 2009 E. 7.1).
Mit der Qualifikation des Unfallereignisses als mittelschwer an der Grenz
e
zu
einem
leichten Unfall
müss
t
en vier der Adäquanzkriterien erfüllt sein oder eines in besonders ausge
prägter Weise (Urteil des Bundesgerichts 8C_487/2009 vom
7.
Dezember 2009
E. 5).
5.2.2
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens
beziehungsweise Angstgefühls der
versicherten Person
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_124/2008
vom 1
7.
Oktober 2008 E. 10.1). Der nachfolgende Heilungsprozess ist nicht relevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_806/2007
vom
7.
August 2008 E. 11.1).
In den Akten finden sich unterschiedliche
Versionen
zum Unfallhergang und zu den Begleitumständen
(E
. 3.1
)
. Feststeht, dass sich die Airbags nicht ausgelöst hatten
, so dass die Krafteinwirkung auf das Fahrzeug der Beschwerdeführerin nicht ausserordentlich gross gewesen sein kann, was auch die polizeilichen Aufnahmen zeigen
. Weitere Unfallbeteiligte
b
lie
ben
- soweit ersichtlich -
unver
letzt
. Insgesamt kann b
eim Unfall vom
2
3.
Dezember 2018
weder aufgrund der Wartezeit in der Kälte noch aufgrund des Hundes auf der Fahrbahn
aus objektiver Warte von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls gesprochen werden.
Es handelte sich
insgesamt
vielmehr
um eine Heckauffahrkollision im üblichen Rahmen.
Unmittelbar nach dem Unfall sind bei der Beschwerdeführerin keine
äusseren
Verletzungen wie Prellungen, S
chürfungen oder
Kontusionen dokumentiert. Es
konnten
typischerweise
für den Unfallhergang bildgebend auch keine struktu
rellen Läsionen festgestellt werden; nach dem Unfall
lagen
einzig akute
Schmerzen im Rücken und in der S
chulter
vor
. Diese sind
aber
erfahrungsgemäss
nicht geeignet, eine psychische Fehlentwick
lung auszu
lösen.
Ginge man ent
sprechend den Ausführungen von
Dr.
K._
heute noch von erheblichen psychischen Problemen aus, ist anzumerken, dass selbst
Dr.
K._
die akzentu
ierten Persönlichkeitszüge der Beschwerdeführerin für ihre individuell spezifische Vulnerabilität angeführt hat (E
. 3.2.9
).
Weiter liegt hinsichtlich der allein massgebenden phys
ischen Beschwerden keine un
gewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandl
ung vor.
Dr.
H._
gab bereits
gut zwei Monate nach dem Unfall
am
3.
März 2019 an, dass die Behandlung der U
nfallfolgen abzuschlies
sen sei. Die unbe
strittenermas
sen vorliegende psychische Überlagerung der Beschwerden
und die seit Jahren vorbestehende Schmerzprob
lematik müssen
hier ausser Acht gelassen werden.
Weiter sind keine ärztlichen Fehlbehandlungen ersichtlich und es kann auch nicht von einem unfallbedingten schwierigen
Heilungsverlauf gesprochen wer
den.
H
insichtlich Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit
wurde festgestellt, dass
bereits
drei Monate nach dem Unfall
keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorlag
, die noch auf
unfallbedingte Verletzungen hätte zurückgeführt werden können.
Offenbleiben kann daher, ob das
Kriterium der erheblichen körperlichen Dauer
schmerzen
zu bejahen
ist
, denn
damit
wäre
lediglich
eines
der
verlangten vier Adäquanzkriterien
erfüllt
, weshalb das bei der Beschwerdeführerin vorliegende psychische Beschwerdebild
zweifelsfrei
in keinem adäquaten Kausalzusammen
hang zum Auffahrunfall vom 2
3.
Dezember 2018 steht.
6.
Die Leistungseinstellung per 2
3.
März 2018 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
7
.1
Die
Beschwerdeführer
in
liess
(sinngemäss)
beantrage
n, es sei ihr
ihr
Rechtsver
treter,
Y._
, Winterthur, als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
7
.2
Nach § 16 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
wird einer Partei auf Gesuch eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, den Prozess selber zu führen, ihr die nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als aussichtslos erscheint.
Nachdem das Bundesgericht für die unentgeltliche Rechtsvertretung sowohl im Verwaltungsverfahren als auch
letztinstanzlich
nur noch Anwältinnen und Anwälte zulässt (BG
E 132 V 200 E. 5.1.3), hat das Sozialversicherungsg
ericht davon Abstand genommen, Juristinnen und Juristen ohne Fähigkeitsausweis, aber mit mehrjähriger Praxis im Sozialversicherungsrecht (vgl. dazu auch Ent
scheid des
Bundesgerichts
I 664/99
vom
3.
April 2000), zur unentgeltlic
hen Rechtsvertretung zuzulassen (Madel
e
ine
Randacher
, in: Brigitte Pfiffner
Rauber
/
Christian Zünd
[Hrsg.],
Kommentar zum Gesetz über das Sozialversiche
rungsgericht
, 2. Auflage, Zürich 2009, N 11 zu § 16
GSVGer
).
7
.3
Da der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin
weder über einen juristischen Hochschulabschluss verfügt noch
als Rechtsanwalt zugelassen ist, kann er praxisgemäss nicht als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt werden. Das Gesuch ist demzufolge abzuweisen.
7
.4
Eine Prozessentschädigung steht
der
Beschwerdeführer
in
ausgangsgemäss nicht zu.