Decision ID: 8a2c3ddd-a908-478e-8333-0db988d22784
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,
Postfach, 9410 Heiden,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war bei der B._ tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 8.
Februar 2009 mit dem Snowboard in den Tiefschnee stürzte, sich mehrfach überschlug
und beim Aufstehen Rückenschmerzen verspürte (Suva-act. 1, 7). Dr. med. C._,
Facharzt für Allgemeinmedizin, bestätigte im Arztzeugnis vom 4. Juni 2009 eine
Erstbehandlung am 9. Februar 2009 und diagnostizierte gestützt auf eine
röntgenologische Untersuchung eine Diskushernie L5/S1. Eine Arbeitsunfähigkeit
wurde zunächst nicht attestiert (Suva-act. 2). Bei zunehmenden LWS-Beschwerden
stellte sich der Versicherte am 30. März 2009 im Spital Walenstadt vor. Eine von
diesem in Auftrag gegebene MRI-Untersuchung der LWS vom 3. April 2009 ergab eine
fortgeschrittene Chondrose L5/S1, eine relativ voluminöse, linksseitig laterale,
transligamentäre resp. sequestrierende Diskushernie L5/S1 mit leichter Impression des
Duralschlauchs sowie einer langstreckigen rezessalen Kompression der linksseitigen
S1-Wurzel (Suva-act. 3, 8). Ab 30. März 2009 hatte beim Versicherten eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden (Suva-act. 1, 7). Ab 28. April 2009 wurde ihm wieder eine
50%-ige Arbeitsfähigkeit bestätigt, worauf jedoch ab 19. Mai 2009 wieder eine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit eintrat (Suva-act. 2, 7). Am 8. Juni 2009 wurde beim Versicherten
in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) eine
mikrochirurgische Nukleotomie L5/S1 links durchgeführt. Nachfolgend wurde ihm eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 10, 11, 12, 16). Die Suva erbrachte für
den Unfall vom 8. Februar 2009 Taggeldleistungen und kam für die Heilungskosten auf.
A.b Am 23. September 2009 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med.
D._, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, statt. Dieser empfahl, den
Versicherten für drei Monate zu einer medizinischen Trainingstherapie anzumelden.
Anschliessend könne die unfallbedingte Behandlung voraussichtlich abgeschlossen
werden. Der Versicherte sei als Polymechaniker ab 1. November 2009 voll arbeits- und
vermittlungsfähig (Suva-act. 18). Gestützt auf diese Beurteilung teilte die Suva dem
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Versicherten mit Schreiben vom 24. September 2009 mit, dass die Taggeldleistungen
ab 1. November 2009 einstellt würden. Für die Kosten der noch notwendigen
Behandlung werde sie bis 31. Dezember 2009 weiterhin aufkommen. Ab dem 1. Januar
2010 würden die Versicherungsleistungen wegen Erreichens des Status quo sine
eingestellt (Suva-act. 21).
A.c Am 12. November 2009 berichtete der Versicherte der Suva telefonisch über
stärkere Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in die Beine und Arme sowie ein
Kribbeln in beiden Gesässhälften (Suva-act. 22 [Dort sind zwar "Gesichtshälften"
vermerkt; dabei muss es sich aber offensichtlich um einen Verschrieb handeln.]). Eine
gleichentags im KSSG durchgeführte Untersuchung ergab die Diagnose einer
Radikulopathie S1 links bei Status nach Nukleotomie L5/S1 links vom 8. Juni 2009 bei
medio lateraler Diskushernie (Suva-act. 23). Eine MRI-Untersuchung der LWS in der
Radiologie vom 18. November 2009 zeigte sodann eine Rezidivhernie mit Kompression
der linken S1-Wurzel. Im Übrigen liess sich im Vergleich zur MRI-Untersuchung vom 3.
April 2009 keine richtungsweisende Befundänderung feststellen (Suva-act. 29).
A.d Nachdem die Suva die Akten ihrem Kreisarzt Dr. med. E._ mit der Frage
unterbreitet hatte, ob die Suva für eine weitere Behandlung (voraussichtliche Operation)
zuständig sei (Suva-act. 30), teilte sie dem Versicherten mit Schreiben vom 2.
Dezember 2009 mit, dass zwischen dem Ereignis vom 8. Februar 2009 und den
gemeldeten Beschwerden an der LWS kein sicherer oder wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang bestehe. Es handle sich vielmehr um Krankheitsfolgen. Die Suva
sei demzufolge nicht leistungspflichtig (Suva-act. 31).
A.e Mit Verfügung vom 13. Januar 2010 hielt die Suva an ihrer Leistungsablehnung
fest (Suva-act. 34).
B.
Die gegen diese Verfügung vom Krankenversicherer des Versicherten (ÖKK) und von
seinem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. P. Sutter, Heiden, am 10. bzw.
11. Februar 2010 erhobenen Einsprachen (Suva-act. 38, 41) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 26. Februar 2010 ab.
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C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 8. April 2010 Beschwerde erheben. Darin wird
beantragt, der Einspracheentscheid sei aufzuheben. Es seien dem Beschwerdeführer
die gesetzlichen Leistungen aus UVG weiterhin zu erbringen. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik und Duplik vom 7. bzw. 21. September 2010 hielten die Parteien
unverändert an ihren Anträgen fest.
C.d Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Am 8. Februar 2009 erlitt der Beschwerdeführer bei einem Snowboardunfall eine
Rückenkontusion (Suva-act. 1, 3). Eine MRI-Untersuchung der LWS in der Radiologie
vom 3. April 2009 zeigte bei ihm eine fortgeschrittene Chondrose sowie eine
Diskushernie L5/S1 mit Kompression der linksseitigen S1-Wurzel (Suva-act. 8). Ab
30. März 2009 hatte beim Beschwerdeführer eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden (Suva-act. 1, 7). Ab 28. April 2009 wurde ihm wieder eine 50%-ige
Arbeitsfähigkeit bestätigt, worauf ab 19. Mai 2009 wieder eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit eintrat (Suva-act. 2, 7). Am 8. Juni 2009 wurde die Diskushernie des
Beschwerdeführers mit einer mikrochirurgischen linksseitigen Nukleotomie L5/S1
therapiert (Suva-act. 11). Postoperativ bestand eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit.
Nachdem Kreisarzt Dr. D._ in seinem Untersuchungsbericht vom 23. September
2009 die unfallbedingte Behandlung nach einer dreimonatigen medizinischen
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Trainingstherapie als voraussichtlich abgeschlossen betrachtete und dem
Beschwerdeführer ab 1. November 2009 wieder eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit als
Polymechaniker attestierte (Suva-act. 18), teilte die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 24. September 2009 mit, dass die
Taggeldleistungen per 1. November 2009 eingestellt und die Kosten der notwendigen
Behandlung bis zum 31. Dezember 2009 übernommen würden. Ab 1. Januar 2010
würden die Versicherungsleistungen infolge Erreichens des Status quo sine eingestellt
(Suva-act. 21). Am 12. November 2009 meldete der Beschwerdeführer der
Beschwerdegegnerin wieder stärkere Schmerzen im Rücken mit Ausstrahlungen in
Beine und Arme sowie ein Kribbeln in beiden Gesässhälften (Suva-act. 22). Eine
kernspintomographische Untersuchung in der Radiologie Bad Ragaz vom 18.
November 2009 zeigte eine kleine mediolateral linksseitige Rezidivhernie mit
Kompression der linken S1-Wurzel (Suva-act. 29).
1.2 Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer für die am 12. November
2009 gemeldeten Rückenbeschwerden Anspruch auf Leistungen der obligatorischen
Unfallversicherung hat bzw. ob diese in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum
Unfall vom 8. Februar 2009 stehen.
1.3 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
Bestimmungen über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zutreffend dar (BGE
129 V 181 f. E. 3 mit Hinweisen). Darauf ist zu verweisen. Zu ergänzen ist, dass der
Unfallversicherer im Rahmen von Art. 6 Abs. 3 UVG für Schäden einzustehen hat, die
durch Krankenpflegemassnahmen (Heilbehandlung) im Anschluss an versicherte
Unfälle herbeigeführt werden, ohne dass die behandlungsbedingte
Schadensverursachung den Unfallbegriff, den Tatbestand des haftpflichtrechtlichen
Kunstfehlers oder der strafrechtlich relevanten Körperschädigung erfüllen muss (BGE
118 V 286). Wie bei der erstmaligen Anmeldung eines Schadenfalls kann auch bei einer
wegen Geltendmachung eines Rückfalls gemäss Art. 11 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) erneuten Schadenmeldung eine Leistungspflicht
des (damaligen) Unfallversicherers nur dann ausgelöst werden, wenn der
Leistungsansprecher zwischen den (erneut) vorgebrachten Beschwerden und der
(seinerzeit) beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung einen
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natürlichen Kausalzusammenhang nachzuweisen vermag (BGE 129 V 181 E. 3.1, 118 V
296 f. E. 2c). Es handelt sich hierbei um eine leistungsbegründende Tatsache, bei
deren Beweislosigkeit der Entscheid zu Lasten des Versicherten ausfällt (RKUV 1994
Nr. U 206 S. 328 E. 3b). - Mit Verfügung vom 13. Januar 2010 stellte die
Beschwerdegegnerin nicht die Einstellung von Versicherungsleistungen wegen
Wegfalls der Kausalität in Bezug auf den Grundfall fest, sondern verneinte die
Kausalität zwischen gemeldetem Rückfall und dem Unfall vom 8. Februar 2009.
Nachdem der Beschwerdeführer jedoch im Zeitpunkt der Schadensmeldung vom
12. November 2009 erst seit rund zwei Wochen als 100% arbeitsfähig galt bzw. bis
dahin Taggelder der Beschwerdegegnerin bezog, diese noch bis 31. Dezember 2009
für Heilbehandlungskosten aufkam und die schriftliche Mitteilung dazu erst rund zwei
Monate vor der Schadensmeldung ergangen war, liegt jedoch verfahrensmässig
grundsätzlich kein Rückfall vor. Vielmehr ist sinngemäss davon auszugehen, dass die
Beschwerdegegnerin am Inhalt ihres Schreibens vom 24. September 2009 bzw. an der
Leistungseinstellung ab 1. November bzw. ab 31. Dezember 2009 festhielt und mithin
das Fortdauern des Grundfalls zur Diskussion steht. Ebensolches lässt sich auch aus
ihrer Argumentation betreffend Status quo sine ableiten.
1.4 Diese verfahrensmässige Ausgangslage hat zur Folge, dass die Leistungspflicht
des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
mit Hinweisen). Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder
überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn
entweder der (krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach dem schicksalsmässigen
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später
eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 1992
Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der
Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es für die Bejahung des fortbestehenden
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natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche
Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003
i/S S. [U 287/02], E. 4.4).
1.5 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts
ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311). Eine
ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. E._ am 30.
November 2009 (Suva-act. 30) erstellt wurde, ist gleichfalls nicht an sich unzuverlässig.
Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von
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persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371, E. 5b). Erachtet
das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidungsgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es
den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Beizug eines Gerichtsgutachtens
- abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.6).
2.
2.1 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des
Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien (vgl. zu diesem Begriff
Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. S. 778 ff. und 878
ff.) bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen. Ein Unfall im
Rechtssinne (Art. 4 ATSG) kann nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache in Betracht
fallen. Voraussetzung ist, dass das fragliche Ereignis von besonderer Schwere und
geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome
der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit
sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung
praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen (RKUV 2000
Nr. U 379 S. 193, E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005 i/S R. [U
163/05], E. 3.1, und vom 18. Februar 2002 i/S K. [U 459/00], E. 3b; Medizinische
Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 17). Das Gleiche gilt grundsätzlich auch für eine
richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes, wenn und
soweit also durch den Unfall eine Diskushernie früher oder beschleunigt zur
Entwicklung gebracht wurde. Eine solche ist ausserdem nur dann bewiesen, wenn die
Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die
Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufzeigt. Eine allfällige
richtunggebende Verschlimmerung muss röntgenologisch ausgewiesen sein und sich
von der altersüblichen Progression abheben. Bei einem Unfall ohne strukturelle Läsion
am Achsenskelett ist die Chronifizierung der Beschwerden zunehmend auf andere
(unfallfremde) Faktoren zurückzuführen. Allgemein kann eine Kontusion der Wirbelsäule
eine bisher stumme Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch machen, wobei es sich
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aber meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung handelt. Die ausgelösten
Beschwerden müssen innerhalb einer kurzen Zeitspanne auftreten, um als natürlich
kausale Folgen des fraglichen Ereignisses zu gelten. Für den
Lendenwirbelsäulenbereich wird eine Latenzzeit von höchstens acht bis zehn Tagen
angegeben. Für spätere Rezidive hat die Unfallversicherung nur einzustehen, wenn
eindeutige Brückensymptome gegeben sind (E. Morscher, in: Bauer/Nigst [Hrsg.],
Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 191; Medizinische Mitteilungen der Suva
Nr. 67 [1994], S. 45 ff.; Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden,
Bern 1990, S. 52; Urteile des EVG vom 18. August 2000 i/S H. [U 4/00], E. 3b, und vom
3. März 2005 i/S W. [U 218/04], E. 6.1).
2.2 Aus der Zeit vor dem Unfallereignis vom 8. Februar 2009 liegen keine
beweiskräftigen bildgebenden Unterlagen vor, welche den genauen Zeitpunkt der
tatsächlichen Entstehung der anlässlich der MRI-Untersuchung vom 3. April 2009
festgestellten - zunächst allenfalls symptomlos vorhanden gewesenen - Diskushernie
L5/S1 des Beschwerdeführers (Suva-act. 8) belegen würden. Mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit auszuschliessen ist jedoch zunächst - den in
Erwägung 2.1 dargelegten medizinischen Erfahrungstatsachen folgend - eine direkt
durch den Unfall verursachte Diskushernie bzw. ein die Bandscheiben schädigender
Unfall. Eine besondere Schwere mit einer Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule, die
geeignet gewesen wäre, eine Diskushernie zu verursachen, ist in Bezug auf das
Unfallereignis vom 8. Februar 2009 nicht erkennbar. Vielmehr erfolgte der Sturz
offenbar im Tiefschnee und der Beschwerdeführer behauptet nicht, mit dem Rücken
auf einem Stein angeschlagen zu haben, womit es an den äusseren Voraussetzungen
für eine starke Stauchung oder sonstige schwere Krafteinwirkung auf den Rücken bzw.
die LWS fehlt. Seinen Hausarzt suchte der Beschwerdeführer erst am Tag nach dem
Unfall auf. Zudem ging er nach dem Unfall während sieben Wochen weiter seiner Arbeit
nach, bis er am 30. März 2009 wegen zunehmender Beschwerden arbeitsunfähig
geschrieben wurde (Suva-act. 1, 3, 7). Nach dem Unfall bestand damit keine direkt auf
dieses Ereignis zurückführbare Arbeitsunfähigkeit. Erstmals anlässlich der
Untersuchung im Spital Walenstadt vom 30. März 2009 ist sodann in den
medizinischen Akten eine hinreichende radikuläre Symptomatik für eine Diskushernie
erwähnt (Suva-act. 3). Hinzuweisen ist schliesslich auf den Umstand, dass der
Beschwerdeführer im Segment der Diskushernie unbestrittenermassen auch eine
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vorbestehende degenerative fortgeschrittene Osteochondrose aufwies (Suva-act. 9).
Bei der Osteochondrose handelt es sich um eine häufige im Rahmen des
Degenerationsprozesses auftretende, also nicht traumatisch bedingte, Veränderung an
der Wirbelsäule, die ein Vorstadium oder eine Begleiterscheinung einer Diskushernie
bilden kann (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 848 ff., 878 ff.). Zusammen mit
der laut Untersuchungsbericht von Dr. D._ vom 23. September 2009 bestehenden
Fehlhaltung der Wirbelsäule mit Flachrücken und angedeuteter linkskonvexer thorako-
lumbaler Skoliose (Suva-act. 18) liegt damit im Bereich der LWS ein Zustand der
Wirbelsäule vor, der insgesamt auf eine degenerative sowie anderweitige unfallfremde
Problematik hinweist, die den medizinischen Erfahrungstatsachen folgend mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine durch den Unfall vom 8.
Februar 2009 verursachte Diskushernie ausschliessen lässt. Ebenso ist demnach die
richtunggebende Verschlimmerung einer vorbestandenen Diskushernie bzw. eines
vorbestandenen degenerativen Zustands zu verneinen. Die anlässlich der MRI-
Untersuchung der LWS vom 3. April 2009 in der Radiologie Bad Ragaz erhobenen
Befunde weisen nicht darauf hin, dass sich der degenerative Zustand der LWS im
Zeitpunkt des Unfalls vom 8. Februar 2009 massiv verändert hätte (vgl. Suva-act. 8).
Eine andere Schlussfolgerung wird letztlich auch in den medizinischen Akten nicht
vertreten bzw. das Vorliegen der vorgenannten Wirkungen wird nirgends diskutiert.
Insofern hält Dr. E._ in seiner Beurteilung vom 30. November 2009 überzeugend fest,
dass die primäre Diskushernie durch den Unfall lediglich aktiviert, jedoch nicht
verursacht worden sei (Suva-act. 30).
3.
3.1 Wie bereits erwähnt, kann ein Vorzustand durch einen Unfall auch ausgelöst oder
vorübergehend verschlimmert werden. In diesem Fall übernimmt die Unfallversicherung
jedoch lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (RKUV
2000 Nr. 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). Es entspricht einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule
ohne strukturelle Läsion normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis
neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr abheilen und sich die damit
verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden. Dieser medizinische Erfahrungssatz
darf, zumal er der herrschenden medizinischen Lehrmeinung entspricht, im Rahmen
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des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden. Dies hat insbesondere für
den Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen
Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil
des EVG vom 18. September 2002 i/S H. [U 60/02], E. 2.2, E. 3.2 mit Hinweisen auf die
medizinische Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007 [U 357/06] i/S
B., E. 4.5).
3.2 Auf eben dieser medizinischen Erfahrungstatsache basiert die Beurteilung von
Dr. E._ vom 30. November 2009, der den Status quo sine nach ca. sechs Monaten
als erreicht erachtete (Suva-act. 30). Gestützt auf diese Beurteilung lehnte die
Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht hinsichtlich der im November 2009 und
damit rund zehn Monate nach dem Unfall geklagten Beschwerden im Bereich der LWS
bzw. der am 18. November 2009 radiologisch festgestellten Rezidivhernie ab. - Im
vorliegenden Fall ist jedoch zu beachten, dass der Rezidivhernie eine primäre
Diskushernie vorausgegangen ist, welche von der Beschwerdegegnerin als
(teil-)kausale Unfallfolge anerkannt wurde. Die Diskushernie wurde bekanntlich am 8.
Juni 2009 operativ therapiert (Suva-act. 11). Die Beschwerdegegnerin ist nicht nur für
die von den Operationskosten unabhängigen Heilungskosten aufgekommen und hat
während der Arbeitsunfähigkeit Taggelder geleistet, sondern hat auch die
Operationskosten übernommen. In Anbetracht der höchstrichterlichen
Rechtsprechung, wonach die unmittelbar mit der Operation einer Diskushernie
verbundenen Kosten nicht unter die Leistungspflicht des Unfallversicherers fallen, da
dieser Eingriff der Behebung der Ursache selbst gedient hat (vgl. Urteil des EVG vom
20. September 2001 i/S. A. [U 379/00], E. 6c), erscheint die Kostenübernahme der
Beschwerdegegnerin grundsätzlich eher grosszügig. Angesichts dieser Ausgangslage
kann nun aber nicht mehr von einer vorbestehenden stummen
Bandscheibendegeneration ausgegangen werden. Vielmehr liegt hier ein durch die
Operation vom 8. Juni 2009 grundsätzlich sanierter Zustand im Wirbelsäulensegment
L5/S1 vor. Bei dieser Sachlage genügt die allein auf Erfahrungswerte abgestützte
Beurteilung, wonach der Status quo sine bzw. ante nach spätestens sechs Monaten
wieder erreicht worden sei, der Beweisanforderung der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nicht. Durch die Operation wurden bleibende Änderungen an der
Wirbelsäulenstruktur vorgenommen, womit die Frage nach dem Status quo sine bzw.
ante, welche den Zustand des Wirbelsäulensegments vor oder ohne den Unfall
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einbezieht, nicht mehr als beweisende Rechtsfrage für die Leistungsablehnung gelten
kann. Entscheidrelevant ist vielmehr die Rechtsfrage, in welchem Zeitpunkt die
Operationsfolgen als abgeheilt zu betrachten sind (vgl. dazu Art. 6 Abs. 3 UVG). Die
kreisärztliche Beurteilung von Dr. E._ liefert keine Hinweise, die zur Beantwortung
dieser Rechtsfrage beitragen könnten. Diesbezüglich kommt ihr keine Beweiskraft zu.
3.3 Der Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 21. Juli 2009
enthält die Aussage, dass der Beschwerdeführer bereits darüber aufgeklärt worden sei,
dass bei ihm monosegmental eine deutliche Osteochondrose L5/S1 bestehe, die ihm
im weiteren Verlauf Beschwerden verursachen könne (Suva-act. 14). Dass allfällige
solche Beschwerden - wie von Dr. Knierim im ärztlichen Zwischenbericht vom 7.
Oktober 2009 festgehalten - nicht mehr im Zusammenhang mit dem Unfall und der
Operation gesehen werden könnten, erscheint nachvollziehbar. Dennoch ist mit der
obgenannten Aussage ebenfalls nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass die Folgen der Diskushernienoperation
vollständig ausgeheilt bzw. die im November 2009 geklagten Beschwerden lediglich
auf die Osteochondrose zurückzuführen sind. Immerhin brachte die
kernspintomographische Untersuchung der LWS des Beschwerdeführers vom 18.
November 2009 eine Rezidivhernie hervor, deren Ursache sowohl im Rahmen eines
rein degenerativen Prozesses, aber auch in der allenfalls erfolglos operativ therapierten
primären Diskushernie gesehen werden könnte. Dass die Bandscheibe L5/S1 im
Zeitpunkt des Unfalls degenerative Veränderungen aufwies und damit wohl immer noch
aufweist, ist unbestritten. Ebenfalls bekannt ist, dass eine chronische
Wirbelsäulendegeneration ein laufender Prozess ist, der unmerklich schleichend, aber
auch unvermittelt und schlagartig, kompliziert werden kann (Debrunner, a.a.O., S. 875).
Allein diese Tatsachen vermögen indessen eine Kausalität der primären Diskushernie
mit den ab November 2009 geltend gemachten zunehmenden Beschwerden nicht zu
negieren. Vielmehr hätten sie im Rahmen der hier irrelevanten Beurteilung des Status
quo sine bzw. ante ohne Wirbelsäulenoperation eine massgebende Rolle gespielt. Das
Dahinfallen der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist sodann auch angesichts
des am 18. November 2009 erhobenen Seroms nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Das Serom stellt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine
Operationsfolge dar, welche für die Wurzelkompression und damit die Beschwerden
mitverantwortlich ist.
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3.4 Im Untersuchungsbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom
21. Juli 2009 wurde sodann zwar festgehalten, dass der Beschwerdeführer über einen
erfreulichen Verlauf berichtet habe. Die ausstrahlenden Schmerzen in das linke Bein
seien vollständig verschwunden und Rückenschmerzen bestünden keine (Suva-act.
14). Bereits zwei Monate später hielt der Beschwerdeführer jedoch anlässlich der
kreisärztlichen Untersuchung vom 23. September 2009 gegenüber Dr. D._ fest, dass
er zwar seit der Operation von Seiten der Beine schmerzfrei sei, ihn jedoch nach wie
vor ein tiefer Kreuzschmerz plage, der vor allem bei grösserer Belastung auftrete.
Entsprechend hielt der Kreisarzt in seinem Untersuchungsbericht fest, dass der
Beschwerdeführer in der Zwischenzeit von Seiten der Ischialgie beschwerdefrei
geworden sei (siehe auch Suva-act. 20), jedoch noch unter einem lumbo-vertebralen
Schmerzsyndrom leide. Für dieses würden zwei Ursachen vorliegen: einerseits eine
Fehlhaltung mit Überlastung und Degeneration der lumbo-sacralen Bandscheibe,
andererseits eine unvollständige Rehabilitation der paravertebralen Muskulatur vor
allem lumbal bei hochgewachsenem Patienten (Suva-act. 18). Unfallkausale Folgen
wurden mithin von Dr. D._ nicht genannt. Andererseits muss aufgrund des Gesagten
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer nach der Operation vom 8.
Juni 2009 nur für kurze Zeit beschwerdefrei war. Die von ihm "neu" geklagten tiefen
Kreuzschmerzen lassen sich sodann nicht von der ab November aufgetretenen und
letztlich durch die Rezidivhernie verursachten Symptomatik (Suva-act. 30) abgrenzen
(vgl. dazu Suva-act. 22, 23). Das Vorliegen einer Rezidivhernie war jedoch im Rahmen
der Beurteilung von Dr. D._ noch kein Thema, weshalb seine Beurteilung nicht ohne
weiteres schlüssig und umfassend erscheint. Die Frage nach der Ursächlichkeit der ab
November 2009 geklagten Beschwerden erscheint schliesslich auch dadurch nicht
abschliessend möglich, als der Kreisarzt die unfallbedingte Behandlung im Zeitpunkt
der Diagnose der Rezidivhernie, d.h. am 18. November 2009, noch nicht als
abgeschlossen erachtete und dem Beschwerdeführer erst kurz zuvor wieder eine
100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert hatte.
3.5 Für die Feststellung medizinischer Sachverhalte ist die Verwaltung bzw. das
Gericht auf Angaben ärztlicher Experten angewiesen (vgl. BGE 118 V 290 E. 1b). Wie in
Erwägung 3.2 - 3.4 dargelegt, standen jedoch der Beschwerdegegnerin keine
rechtsgenüglichen medizinischen Unterlagen zur Verfügung, mittels welcher die Frage,
ob die ab November 2009 geklagte Symptomatik im Bereich der LWS als Unfallfolge
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bzw. als Folge der Diskushernienoperation vom 8. Juni 2009 zu betrachten ist, mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beantworten wäre. Aufgrund der
Beweislastverteilung obliegt es der Beschwerdegegnerin bis zum Zeitpunkt des
Einspracheentscheids anhand fachärztlicher Unterlagen zu belegen, ab welchem
Zeitpunkt der Unfall jegliche Ursächlichkeit für die streitigen gesundheitlichen Leiden
verloren hat (Urteil des EVG vom 3. Januar 2005 i/S K. [U 332/03], E. 2). Da die
Beschwerdegegnerin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen hat,
dass dieser Gesundheitszustand im November 2009 erreicht war, ist die Sache zur
Veranlassung der nötigen medizinischen Abklärungen und zur neuen Entscheidung an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 26. Februar 2010 teilweise gutzuheissen und die
Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung
der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/
bb). Die Parteientschädigung ist angesichts des erforderlich gewesenen eher
unterdurchschnittlichen Aufwands pauschal auf Fr. 3'500.--, einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer, festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP