Decision ID: 5c1b95cb-bbb8-4056-85d0-3710bd74b3a3
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ stürzte am 11. Januar 2009 beim Skifahren und zog sich dabei einen
mehrfachen Bruch des Humerus an der linken Schulter zu (Unfallmeldung vom
28. Januar 2009, Fremdakten im Verfahren IV 2014/272; sofern nicht anders
angegeben, werden im nachfolgenden die Akten des Verfahrens IV 2014/272
referenziert). Am 20. Januar 2010 meldete sie sich zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 1). Der behandelnde Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie, führte als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit im Bericht vom 4. Februar 2010 einen Status nach proximaler
Vierfragmentfraktur des Humerus links auf. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
leide die Versicherte an einem Sharp-Syndrom. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Q._ bescheinigte er seit Januar 2009 bis laufend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Unter fortgesetzter Schmerz- und Physiotherapie, momentan eventuell auch
interventioneller Schmerztherapie in der Rehabilitation, sei in jedem Fall mit einer
Besserung zu rechnen. Eine 100%ige Arbeitstätigkeit (gemeint: Arbeitsfähigkeit) sollte
nach Abschluss der Behandlung erreicht werden, unter Umständen allerdings in einer
angepassten Tätigkeit unter Ausschluss schulterbelastender Arbeiten (IV-act. 11). Nach
der Durchführung einer sekundären, offenen Bizepsrevision mit Tenodese der linken
Schulter befand sich die Versicherte vom 1. März bis 1. April 2010 zur postoperativen
Rehabilitation im Kurhotel C._ (Bericht vom 8. April 2010, IV-act. 22).
A.b Im Juli 2010 fand eine erneute Operation an der linken Schulter statt
(Schultergelenksarthroskopie mit intraartikulärem Débridement und Resektion des
Bizepsstumpfes sowie subacriomale Bursektomie mit Adhäsiolyse links, Mobilisation;
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vgl. Gutachten der medas Ostschweiz vom 6. Juni 2012, S. 5, Fremdakten), weshalb
die IV-Stelle der Versicherten am 19. Juli 2010 mitteilte, zurzeit seien keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 28). Am 28. Juni 2011 wurde die
Versicherte durch den Vertrauensarzt des leistungspflichtigen Unfallversicherers (D._)
PD Dr. med. E._, Facharzt für Chirurgie, untersucht. Im Bericht vom 29. Juni 2011
führte dieser aus, es bestehe ein Status nach Mehrparthumeruskopffraktur links und
konservativer Behandlung mit schmerzhaft eingesteifter Schulter links für
Elevationsbewegungen über ca. 70° und für die Rotationsbewegungen namentlich
Aussenrotation. Das Unfallereignis sei die einzige Ursache der zur Zeit festgestellten
gesundheitlichen Störung. Die vorbestehenden Krankheiten (Sharp-Syndrom,
Blutkrankheit mit Dauerantikoagulation) hätten höchstens das therapeutische Vorgehen
beeinflusst, im Sinn, dass keine operative Frühbehandlung durchgeführt worden sei,
die möglicherweise ein besseres Heilungsresultat ergeben hätte. Zur Zeit sei die
Versicherte für die angestammte Tätigkeit höchstens zu 10% arbeitsfähig. Für eine
leidensangepasste Tätigkeit verfüge sie über eine höchstens 70%ige bis 80%ige
Arbeitsfähigkeit (Fremdakten).
A.c Am 20., 22. und 27. März 2012 wurde die Versicherte im Auftrag der
Unfallversicherung in der medas Ostschweiz orthopädisch-psychiatrisch begutachtet.
Mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit diagnostizierte die orthopädische
Expertin eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der linken Schulter nach
konservativ behandelter Mehrfragmentfraktur des Humeruskopfes linksseitig am
11. Januar 2009, einen Status nach Narkosemobilisation und arthroskopischem
Débridement am 5. August 2009, einen Status nach offener Bizepssehnenrevision mit
Tenodese am 8. Dezember 2009, einen Status nach arthroskopischem Débridement
und Resektion des Bizepsstumpfes, subacromialer Bursektomie und Adhäsiolyse am
13. Juli 2010, aktuell im MRT vom 27. März 2012 leichte Bursitis subacromialis ohne
Ruptur der Rotatorenmanschette; HWS-Beschwerden, ausstrahlend in den Hinterkopf,
mit geringer Bewegungseinschränkung, neurologisch unauffällig, beginnend März/April
2010 bei deutlichen radiologisch nachweisbaren degenerativen Veränderungen im
Bereich der HWS und Diskushernie C5/6. Der psychiatrische Experte stellte die
Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (ICD-10: F45.41). Diese sei ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Interdisziplinär kamen die Gutachter zum Schluss, für eine adaptierte Tätigkeit als
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Q._ bestehe eine Einschränkung von 20% durch die Verminderung des Rendements
bei vollzeitlicher Präsenz. Aufgrund des Sharp-Syndroms sei bei Auftreten von
Krankheitsschüben und bei Migräneanfällen mit vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten
zu rechnen. Für eine andere leidensangepasste Tätigkeit sei keine wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte
spätestens ab dem Begutachtungszeitpunkt (Gutachten vom 6. Juni 2012,
Fremdakten). RAD-Arzt Dr. med. F._, Facharzt für Arbeitsmedizin und Physikalische
Medizin, hielt die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für plausibel
(Stellungnahme vom 26. Juni 2012, IV-act. 53).
A.d Die IV-Stelle erteilte in der Mitteilung vom 5. Oktober 2012 eine
Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung in der G._ vom 1. Oktober bis
31. Dezember 2012. Es werde mit einem 50%igen Pensum gestartet. Die IV-Stelle
erwarte ab 1. November 2012 eine Präsenz von 100% (IV-act. 62; zur
Taggeldverfügung vom 26. Oktober 2012 siehe IV-act. 66). Die berufliche Abklärung
wurde am 31. Oktober 2012 vorzeitig beendet (zum Abbruch der beruflichen
Massnahme siehe auch die Mitteilung vom 4. Januar 2013, IV-act. 78). Die
Abklärungspersonen der G._ gaben im Bericht vom 20. November 2012 an, die
Versicherte sei bereits bei einem 50%igen Pensum an ihre körperlichen Grenzen
gekommen. Nachdem das Pensum auf 60% gesteigert worden sei, habe die
Versicherte vermehrte Pausen einlegen müssen, da ihre körperlichen Beschwerden und
die damit verbundenen Schmerzen ersichtlich zugenommen hätten. Die Versicherte
habe von Anfang an die Haltung gehabt, dass sie maximal 50% arbeiten könne. Die
geleistete Arbeitsqualität sei freiwirtschaftlich. Durch die vermehrten
Arbeitsunterbrüche und ihre Einschränkung sei ihre Tagesleistung sehr niedrig. Für die
Versicherte kämen nur leichte Büroarbeiten in Frage, die sie mehrheitlich mit der
rechten Hand ausführen könne. Das Arbeitspensum liege dabei höchstens bei 50% (IV-
act. 74).
A.e Im Schreiben vom 19. Dezember 2012 nahm Dr. med. H._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin FMH, Medizinisches Zentrum I._, Stellung zur
gutachterlichen Beurteilung. Die gestellten Fragen würden umfassend, seiner Meinung
nach aber einseitig beantwortet. In der Annahme einer chronischen Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren werde den psychischen Faktoren ein
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Übergewicht beigemessen. Seines Erachtens wäre es wünschenswert gewesen, auch
eine rheumatologische Einschätzung vorliegen zu haben. Der Zusammenhang
zwischen dem Sharp-Syndrom und den Auswirkungen auf den Schulterschaden seien
nicht genügend dargelegt worden (Fremdakten).
A.f In der Mitteilung vom 21. Februar 2013 wies die IV-Stelle das Begehren um
berufliche Massnahmen mit der Begründung ab, gemäss den zur Verfügung stehenden
Informationen fühle sich die Versicherte nicht in der Lage, einer Tätigkeit in dem ihr
medizinisch bescheinigten Pensum von 80% nachzugehen (IV-act. 86). Die Versicherte
entgegnete im Schreiben vom 28. Februar 2013, sie teile die von der IV-Stelle
vertretene Einschätzung der Arbeits-/Erwerbsfähigkeit nicht. Sie sei jederzeit bereit und
willens, aktiv an Umschulungsmassnahmen teilzunehmen, soweit ihr solche aus
medizinischer Sicht zumutbar seien. Solange ihr Gesundheitszustand nicht
abschliessend geklärt sei bzw. solange das ihr zumutbare Pensum umstritten sei,
mache ein Abschluss der beruflichen Massnahmen keinen Sinn (IV-act. 87).
A.g In den an den Unfallversicherer adressierten Schreiben vom 23. April 2013
nahmen die medas-Gutachter Stellung zum Abklärungsbericht der G._ sowie zur
Kritik von Dr. H._. Sie hielten darin an der im Gutachten geäusserten
Arbeitsfähigkeitsschätzung fest (IV-act. 92). Die Versicherte reichte am 7. August 2013
einen Arbeitsvertrag vom 21. März 2013 betreffend eine am 1. April 2013 beginnende
Anstellung als Mitarbeiterin in einem Labor mit einem 37,5%igen Pensum ein (IV-
act. 96 f.). Mit Vorbescheid vom 9. August 2013 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Begehrens um berufliche Massnahmen in Aussicht (IV-act. 99). Dagegen erhob die
Versicherte am 15. August 2013 Einwand (IV-act. 100). Am 7. Oktober 2013 verfügte
die IV-Stelle wegen fehlender Eingliederungsbereitschaft bei voller Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten die Abweisung des Gesuchs um berufliche
Massnahmen (IV-act. 106).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 7. Oktober 2013 erhob die Versicherte am
15. Oktober 2013 Beschwerde. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren
Aufhebung und es seien ihr berufliche Massnahmen zuzusprechen; unter Kosten- und
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Entschädigungsfolge. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Wesentlichen bringt sie vor, der
Sachverhalt erweise sich als medizinisch nicht spruchreif abgeklärt. Das medas-
Gutachten leide an verschiedenen Mängeln, die dessen Beweiskraft erschütterten.
Selbst wenn der gutachterlichen Beurteilung der Beweiswert nicht abgesprochen
würde, so wäre zwingend eine Verlaufsbegutachtung erforderlich, da das Gutachten
inzwischen über 1 1⁄4 Jahre alt sei. Sie habe immer wieder versichert, dass sie jederzeit
bereit und willens sei, aktiv an beruflichen Massnahmen teilzunehmen. Dies sei nach
wie vor so (act. G 1 im Verfahren IV 2013/512).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 10. Januar
2014 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung sei beweiskräftig. Die Beschwerdeführerin
sei nicht bereit gewesen, das Pensum kontinuierlich auf 80% zu steigern. Unter diesen
Umständen hätten weitere berufliche Eingliederungsmassnahmen keinen Sinn
gemacht. Erst wenn die Beschwerdeführerin bereit sei, die gutachterlich bescheinigte
Arbeitsfähigkeit zu akzeptieren, sei der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
erneut zu prüfen (act. G 4 im Verfahren IV 2013/512).
B.c In der Replik vom 1. Februar 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
der Beschwerde vom 15. Oktober 2013 fest (act. G 8 im Verfahren IV 2013/512).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10 im Verfahren
IV 2013/512).
C.
C.a Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 0% und stellte der
Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 10. März 2014 die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 124). Dagegen erhob die Versicherte am 19. März
2014 Einwand (IV-act. 125). Am 13. Mai 2014 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs (IV-act. 127).
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C.b Gegen die Verfügung vom 13. Mai 2014 hat die Beschwerdeführerin am 23. Mai
2014 Beschwerde erhoben. Sie beantragt deren Aufhebung und es sei ihr ab Januar
2010, allenfalls ab Juli 2010, eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Allenfalls seien weitere Abklärungen zu veranlassen. In
medizinischer Hinsicht lautet die Begründung im Wesentlichen gleich wie diejenige der
Beschwerde vom 15. Oktober 2013. Des Weiteren rügt sie die Bemessung des
Invalideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin (act. G 1). Am 24. Juni 2014 hat
die Beschwerdeführerin den Einspracheentscheid des Unfallversicherers vom 20. Juni
2014 eingereicht, worin dieser die am 23. Dezember 2013 verfügte Rentenabweisung
und Zusprache einer 10%igen Integritätsentschädigung bestätigte und die dagegen
erhobene Einsprache abwies (act. G 3.1; Anfechtung am 7. Juli 2014, Verfahren
UV 2014/52).
C.c Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts vereinigte am 26. Juni 2014 die
beiden Beschwerdeverfahren IV 2013/512 und IV 2014/272 (act. G 14 im Verfahren
IV 2013/512; vgl. auch act. G 12 im Verfahren IV 2013/512).
C.d In der Beschwerdeantwort vom 7. August 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (IV 2014/272). Sie bringt vor, es
bestehe kein Anlass, von der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der medas-Experten
abzuweichen. Ausgehend von deren bescheinigten Arbeitsfähigkeit resultiere kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad (act. G 5).
C.e Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 3. September 2014 unverändert
an ihrer Beschwerde vom 23. Mai 2014 fest (act. G 10).
C.f Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 12).

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen gemäss Art. 15 ff. des
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Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] und Rente gemäss
Art. 28 IVG) hat.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und
das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
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2.
Zu prüfen ist zunächst die Frage, ob das medas-Gutachten vom 6. Juni 2012 (Fremd
akten; einschliesslich der ergänzenden Stellungnahmen vom 23. April 2013, IV-act. 92)
eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt,
was diese bestreitet.
2.1 Vorab rügt die Beschwerdegegnerin, es fehle der gutachterlichen Einschätzung
an einer fachrheumatologischen Beurteilung. Eine solche sei mit Blick auf das Sharp-
Syndrom erforderlich (act. G 1, S. 5 f. und S. 8).
2.1.1 Dr. B._ mass der Diagnose Sharp-Syndrom keine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 11-1). Er hielt dieses Leiden bloss im Rahmen der
Rehabilitation „unter Umständen“ für relevant (IV-act. 11-3). Dr. J._, leitender Arzt
Orthopädie an der K._ Klinik, bezeichnete das Sharp-Syndrom als wahrscheinlichste
Ursache für die ausgeprägten Vernarbungen an der linken Schulter bzw. das
entsprechende Schmerzrezidiv. Ein Erfordernis für eine rheumatologische Abklärung
sah er nicht. Er führte hinsichtlich der Beurteilung eines Erfolgs einer Basis-Therapie für
das Sharp-Syndrom lediglich aus, über eine nochmalige Basis-Abklärung durch einen
in der Behandlung von Collagenosen erfahrenen Rheumatologen „wäre zu
diskutieren“ (Bericht vom 7. November 2011, Fremdakten). Diese Abklärung wurde
durch Dr. med. L._, Oberarzt, und Dr. med. M._, Chefin Rheumatologie und
Rehabiliation an der K._ Klinik, durchgeführt. In deren im medas-Gutachten (S. 9 f.
und 28, Fremdakten) wiedergegebenen, ansonsten nicht in den Akten liegenden
Bericht vom 24. Januar 2012 führten die Rheumatologen aus, das Sharp-Syndrom
könne bestätigt werden. Hinweise für eine aktuell hohe Krankheitsaktivität würden
fehlen. Inwieweit sich die Erkrankung negativ auf den Verlauf nach dem Unfall
ausgewirkt habe, bleibe spekulativ. Sicher sei die rheumatologische Erkrankung im
Moment wenig aktiv. Somit sei auch von einer neu begonnenen Basistherapie kaum ein
relevanter positiver Effekt hinsichtlich der schwer eingeschränkten
Schulterbeweglichkeit links zu erhoffen. Ein Einfluss des Sharp-Syndroms auf die
Arbeitsfähigkeit ist damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan. Von
weiteren Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d), zumal Mängel an der Einschätzung der
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Rheumatologen weder geltend gemacht werden noch aus den Akten, insbesondere der
Stellungnahme von Dr. H._ vom 19. Dezember 2012 (Fremdakten), hervorgehen.
2.1.2 Angesichts dieser Aktenlage und insbesondere der fachrheumatologischen
Beurteilung vom 24. Januar 2012, ist nicht zu beanstanden, wenn die medas-Experten
auf eine zusätzliche rheumatologische Begutachtung verzichteten. Denn die
orthopädische Gutachterin zog die rheumatologische Einschätzung vom 24. Januar
2012 bei ihrer Beurteilung mit ein und begründete, weshalb sie dem Sharp-Syndrom
keinen zusätzlichen Einfluss auf das Schulterleiden zumass. Sie legte im Einklang mit
den rheumatologischen Ausführungen dar, dass auch ein Krankheitsverlauf wie bei der
Beschwerdeführerin mit erheblicher Bewegungseinschränkung und der Notwendigkeit
wiederholter Operationen nach einer Mehrfragment-Humeruskopffraktur hätte gleich
sein können, ohne dass eine Begleiterkrankung wie das Sharp-Syndrom vorhanden
gewesen wäre (Gutachten S. 29, Fremdakten; vgl. auch die Ausführung der
orthopädischen medas-Gutachterin in IV-act. 92-6 sowie die RAD-Stellungnahme vom
5. Dezember 2013, IV-act. 110). Im Übrigen legte auch Dr. E._ nachvollziehbar dar,
die vorbestehenden Krankheiten (Sharp-Syndrom, Blutkrankheit mit
Dauerantikoagulation) hätten höchstens das therapeutische Vorgehen beeinflusst, im
Sinn, dass keine operative Frühbehandlung durchgeführt worden sei, welche
möglicherweise ein besseres Heilungsresultat ergeben hätte (Bericht vom 29. Juni
2011, Fremdakten). Zwar wäre es wünschenswert gewesen, dass im Rahmen der
Begutachtung auch Berichte des das Sharp-Syndrom behandelnden Dr. med. N._,
Facharzt für Rheumatologie (IV-act. 1-8), eingeholt worden wären. Die fehlende
Berücksichtigung der Einschätzung von Dr. N._ vermag das medas-Gutachten
indessen nicht in Zweifel zu ziehen. Denn entscheidend ist, dass das Sharp-Syndrom
bereits im Jahr 1996 diagnostiziert wurde und es sich vor dem Unfall trotz Schüben
nicht auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hat. Unabhängig davon, ob es die Heilung der
Schulter negativ beeinflusst hat, ist aus den Akten jedenfalls nicht ersichtlich, dass sich
das Sharp-Syndrom heute (stärker) auf die Arbeitsfähigkeit auswirken sollte als früher.
2.2 Des Weiteren bemängelt die Beschwerdeführerin, das medas-Gutachten sei
einseitig. Es nehme eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren an. Dabei werde den psychischen Faktoren ein Übergewicht
beigemessen. Überhaupt nicht einleuchtend sei, weshalb der psychiatrische Gutachter
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eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung empfehle, nachdem
er sie (die Beschwerdeführerin) als psychisch völlig unauffällig und gesund erachte (act.
G 1, S. 6).
2.2.1 Vorweg ist zu betonen, dass die orthopädische medas-Gutachterin zwei
somatische Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
diagnostizierte und die sich daraus aus ihrer Sicht ergebenden Einflüsse auf die
Arbeitsfähigkeit würdigte (Gutachten S. 26 und 30 f., Fremdakten). Mit den Diagnosen
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41) und akzentuierte ängstlich-unsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1)
erfasste der psychiatrische medas-Gutachter allein denjenigen Teil der Schmerzklagen
der Beschwerdeführerin, welche die orthopädische Gutachterin nicht mit den
somatischen Leiden zu erklären vermochte. Gestützt auf die persönliche Untersuchung
der Beschwerdeführerin legte er in nachvollziehbarer Weise dar, die
Beschwerdeführerin habe ein passiv-regressives Verhalten entwickelt und sich selbst in
eine gewisse Opferrolle hineinmanövriert. Durch die Entwicklung von unsicher-
ängstlichen Charakterzügen habe sie zunehmend weniger gewagt, aktiv an den
therapeutischen Bemühungen teilzunehmen und sich passiv auf Hilfe Dritter verlassen.
Dadurch habe sie ein eigenes, zunehmend selbstlimitierenderes Krankheitskonzept
entwickelt, für sie derart gravierend, dass sie sich dadurch nicht mehr in der Lage fühle,
ihre ursprüngliche Arbeitstätigkeit wieder aufzunehmen (Gutachten S. 21, Fremdakten,
zur Selbstlimitierung siehe auch Gutachten S. 23, Fremdakten). Vor diesem Hintergrund
kann nicht die Rede davon sein, der psychiatrische Gutachter habe einseitig und
unzutreffend den psychischen Faktoren eine überschiessende Tragweite eingeräumt.
Darüber hinaus legte der psychiatrische Gutachter begründet dar, dass die
Beschwerdeführerin über genügende emotionale und kognitive Ressourcen verfüge,
um ihr somatisches Leiden in adäquater Weise verarbeiten zu können (Gutachten
S. 22, Fremdakten, und IV-act. 92-8; zu den Ressourcen der Beschwerdeführerin etwa
bei Kochtätigkeiten oder beim An- und Ausziehen siehe ferner Gutachten S. 14, zur
Anfahrt mit dem eigenen Personenwagen zur Begutachtung siehe Gutachten S. 11
oben, und zum doch noch recht aktiven Tagesablauf siehe Gutachten S. 19,
Fremdakten). Soweit die Beschwerdeführerin einen Widerspruch in der
Behandlungsempfehlung und der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des psychiatrischen
Experten erblickt, ist ihr zu entgegnen, dass allein aus einer Behandlungsbedürftigkeit
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nicht auf eine Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden kann (Urteil des Bundesgerichts
vom 24. April 2007, I 687/06, E. 5.2). Der psychiatrische medas-Gutachter begründete
denn auch schlüssig in der Stellungnahme vom 23. April 2013 das Verhältnis der von
ihm abgegebenen Therapieempfehlung zur Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (IV-act. 92-8 f.),
ohne dass sich daraus ein Mangel ergibt.
2.2.2 Von Bedeutung und vereinbar mit der gutachterlichen Beurteilung ist ferner, dass
auch die medizinischen Fachpersonen des Muskelzentrums der Interdisziplinären
medizinischen Dienste am Kantonsspital O._ im Bericht vom 5. April 2011
ausführten, es bestehe über das Schulterleiden hinaus hier nun eine
Schmerzausbreitung im Sinne eines gelernten Schmerzes. Hinsichtlich dieses gelernten
Schmerzes empfehle sich, Massnahmen zu treffen, die zu einer Anhebung der
Schmerzschwelle führten. Erfahrungsgemäss hilfreich sei u.a. Psychotherapie.
Hinweise für eine neurogene Läsion wurden nicht gefunden (Fremdakten). Diese
Sichtweise wurde von Dr. B._ übernommen. Im Bericht vom 6. Mai 2011 sprach er
von einer inzwischen gelernten Schmerzstörung (Fremdakten). Bereits Dr. med. P._,
FMH Orthopädische Chirurgie/Traumatologie, Klinik Q._, hatte im Bericht vom
7. Dezember 2009 Inkonsistenzen angegeben: Passiv sei die Schulter primär nicht
untersuchbar. Nach einer gewissen Zeit gelinge es, die Patientin genügend
„abzulenken“. „Plötzlich findet sich passiv eine praktisch freie
Beweglichkeit!!“ (doppeltes Ausrufezeichen gemäss Original). Dr. P._ nahm an, das
Hauptproblem der Beschwerdeführerin liege in einer gestörten
Bewegungswahrnehmung (Bericht vom 7. Dezember 2009, Fremdakten).
2.3 Aus der Sicht der Beschwerdeführerin sind sodann die somatisch
objektivierbaren Beschwerden nicht gebührend berücksichtigt worden. Sie verweist in
diesem Kontext ohne weitergehende Begründung auf den Bericht von Dr. H._ vom
19. Dezember 2012 (act. G 1, S. 7). Aus dessen Stellungnahme ergeben sich indessen
keine objektiven Gesichtspunkte, welche die orthopädische medas-Gutachterin ausser
Acht gelassen hätte. Vielmehr bescheinigt er der gutachterlichen Beurteilung, die
gestellten Fragen seien umfassend beantwortet und die geklagten Beschwerden
berücksichtigt worden. Das Gutachten sei weiter in Kenntnis der und gegebenenfalls in
Auseinandersetzung mit den Vorakten - wenn auch einseitig - abgegeben worden
(Fremdakten). Soweit Dr. H._ das Fehlen einer rheumatologischen Begutachtung
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kritisiert, kann auf vorstehende E. 2.1.1 f. verwiesen werden. Anhaltspunkte, die auf
eine einseitige, voreingenommene oder sonst wie sachfremde Begutachtung
hinweisen, werden weder substantiiert geltend gemacht noch ergeben sich solche aus
den Akten. Die Stellungnahme von Dr. H._ ist damit nicht geeignet, die Beweiskraft
der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung in Zweifel zu ziehen.
2.4 Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung lasse sich nicht mit den Ergebnissen der beruflichen
Abklärungen vereinbaren (act. G 1, S. 7). Die Abklärungspersonen bescheinigten der
Beschwerdeführerin eine 50% bis 60%ige Leistung bei einer 50%igen Präsenzzeit (IV-
act. 74-8).
2.4.1 Bei der Würdigung der Ergebnisse der beruflichen Abklärung fällt zunächst ins
Gewicht, dass die Beschwerdeführerin ab der ersten Arbeitswoche an den
vorübergehenden Folgen eines Beschwerdeschubs des Sharp-Syndroms litt
(Entzündung der Hüfte und Schwellung der rechten Hand; vgl. zu diesen Symptomen
medas-Gutachten S. 14 unten und S. 26, Fremdakten). Sie sei daher zur Entlastung
ihrer entzündeten Hüfte mit einer Krücke zur Arbeit gekommen. Die Schmerzen in der
rechten Hand hätten kontinuierlich zugenommen (zum Ganzen IV-act. 74-4). Die
Abklärungsergebnisse bilden daher lediglich eine beschränkt zuverlässige Grundlage
betreffend die allein aus dem dauerhaften Schulterleiden resultierenden
Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit. Zudem hatte die Beschwerdeführerin „von
Anfang an die Haltung“, maximal 50% arbeiten zu können (IV-act. 74-7). Die berufliche
Abklärung bzw. der Abklärungsbericht erfolgte ohne Beizug einer medizinischen
Fachperson, womit die beruflichen Abklärungsergebnisse nicht auf einer medizinischen
Einordnung der Schmerzangaben bzw. eines allfälligen selbstlimitierenden Verhaltens
der Beschwerdeführerin beruhen und keine Zumutbarkeitsbeurteilung aus
medizinischer Sicht beinhalten.
2.4.2 Die Ergebnisse der beruflichen Abklärung lassen sich sodann nicht mit der
Einschätzung von Dr. E._ vereinbaren, welcher der Beschwerdeführerin eine
immerhin 70%ige bis 80%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
bescheinigt hat (Bericht vom 29. Juni 2011, Fremdakten).
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2.4.3 Im Licht dieser Umstände und unter Berücksichtigung der Stellungnahme der
medas-Experten vom 23. April 2013 (IV-act. 92) vermögen die beruflichen
Abklärungsergebnisse die Beweiskraft der gutachterlichen Beurteilung nicht zu
erschüttern.
2.5 Schliesslich hält die Beschwerdeführerin die gutachterliche Beurteilung für
inzwischen veraltet (act. G 1, S. 10). Da die Beschwerdeführerin weder substantiiert
vorbringt noch aus den Akten Hinweise hervorgehen, der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin habe sich seit der Begutachtung vom März 2012 bis zum Datum
der angefochtenen Verfügungen vom 7. Oktober 2013 bzw. 13. Mai 2014
verschlechtert, besteht kein Anlass für weitere Abklärungen des Gesundheitsverlaufs in
diesem Zeitraum.
2.6 Nach dem Gesagten besteht kein Grund, von der im Sinn der Rechtsprechung
(vgl. hierzu vorstehende E. 1.2) beweiskräftigen gutachterlichen Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit abzuweichen. Hingegen erweist sich der Sachverhalt betreffend einen
allfälligen rückwirkend befristeten Rentenanspruch insoweit als noch nicht genügend
abgeklärt, als sich die medas-Experten nicht zum Arbeitsfähigkeitsverlauf vor der
Begutachtung geäussert haben. Auch aus den übrigen medizinischen Akten lassen
sich ohne medizinische Abklärungen hierfür keine verlässlichen Schlüsse ziehen.
3
Ausgehend von der gutachterlich bescheinigten Arbeitsfähigkeit von 100% für
leidensangepasste Tätigkeiten (Gutachten S. 31, Fremdakten), an deren Verwertbarkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gestützt auf das medas-Gutachten nicht zu zweifeln
ist (Gutachten S. 31, Ziff. 7.2.2, Fremdakten), ist in einem ersten Schritt der Anspruch
der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen zu beurteilen.
3.1 Anlässlich der Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, sie sehe sich aus
gesundheitlichen Gründen zu keiner beruflichen Tätigkeit mehr fähig (Gutachten S. 26
und S. 30, Fremdakten). Ihre Selbsteinschätzung ist gemäss Einschätzung des
psychiatrischen medas-Gutachters durch ein eigenes Krankheitskonzept mit
Selbstlimitierung mitgeprägt (Gutachten S. 23, Fremdakten). Im Einwand vom
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15. August 2013 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht teile (IV-act. 100-2). Die Beschwerdeführerin brachte
damit in Bezug zur bescheinigten 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten klar eine fehlende Eingliederungsbereitschaft zum Ausdruck, weshalb die
Beschwerdegegnerin zu Recht die Abweisung des Begehrens um berufliche
Massnahmen verfügt hat.
3.2 An dieser Sichtweise ändert das im Rahmen eines 37,5%igen
Beschäftigungsgrads am 1. April 2013 von der Beschwerdeführerin angetretene
Arbeitsverhältnis nichts (IV-act. 97). Denn es ergibt sich weder daraus noch aus der
übrigen Aktenlage ein ernsthafter Wille für eine Eingliederung entsprechend der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit bzw. eine Abkehr von der bisherigen
Krankheitsüberzeugung, zumal die Beschwerdeführerin auch an der Zumutbarkeit der
neu aufgenommenen Tätigkeit zu zweifeln scheint (sie schöpfe „mit der derzeit
ausgeübten Tätigkeit das ihr - wenn überhaupt - zumutbare Arbeitspensum aus“, IV-
act. 104-6). Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin in der
Beschwerde vom 15. Oktober 2013 die Auffassung vertritt, eine „allenfalls bestehende
- und im Übrigen umstrittene - Restarbeitsfähigkeit“ lasse sich „unter Annahme einer
ausgeglichenen Arbeitsmarktlage nicht verwerten“ (act. G 1, S. 8 im Verfahren
IV 2013/512). Sollte sich die Krankheitsüberzeugung bzw. die Mitwirkungsbereitschaft
ändern, steht es der Beschwerdeführerin frei, sich bei der Beschwerdegegnerin zur
neuerlichen Prüfung eines allfälligen Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen zu
melden.
4.
Ausgehend von der gutachterlich ab März 2012 bescheinigten Arbeitsfähigkeit von
100% für leidensangepasste Tätigkeiten (Gutachten S. 31, Fremdakten) ist zweitens
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen zu beurteilen. Zwischen
den Parteien ist zu Recht unbestritten, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall
als Vollerwerbstätige zu qualifizieren ist.
4.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
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Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
4.2 Das von der Beschwerdegegnerin auf der Grundlage des Jahres 2013
berücksichtigte Valideneinkommen von Fr. 74‘100.-- (IV-act. 120) wurde von der
Beschwerdeführerin ausdrücklich nicht bestritten. Sie hält diesen Betrag für „in etwa
so“ zutreffend (act. G 1, S. 12). Die ehemalige Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin
gab an, die Beschwerdeführerin würde im Jahr 2010 einen Monatslohn von Fr. 5‘500.--
erzielen (IV- act. 19-3), womit unter Berücksichtigung eines 13. Monatslohns ein
Jahreseinkommen von Fr. 71‘500.-- im Jahr 2010 resultiert. Da sich das Unfallereignis
am 11. Januar 2009 ereignete (Fremdakten) und sich die Beschwerdeführerin am
20. Januar 2010 zum IV-Leistungsbezug meldete (IV-act. 1), ist der frühestmögliche
Rentenbeginn der 1. Juli 2010. Demnach ist rechtsprechungsgemäss zur Bestimmung
des Valideneinkommens auf die hypothetischen Verhältnisse des Jahres 2010 und
damit ein Betrag von Fr. 71‘500.-- zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.1).
4.3 Bei der Bestimmung des zwischen den Parteien umstrittenen
Invalideneinkommens kann nicht auf das von der Beschwerdeführerin im Rahmen eines
37,5%igen Beschäftigungsgrads tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden, da
sie hierbei die medizinisch bescheinigte Arbeitsfähigkeit lediglich zu einem Teil
verwertet. Welcher Lohn für die Bestimmung des Invalideneinkommens letztlich
heranzuziehen ist, kann vorliegend offen bleiben. Denn selbst wenn zugunsten der
Beschwerdeführerin der durchschnittliche Hilfsarbeiterinnenlohn des Jahres 2010 von
Fr. 52‘728.-- herangezogen (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe
der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015) und ein allfälliger Tabellenlohnabzug von
höchstens 15% gewährt würde, resultierte ein Invalideneinkommen von Fr. 44‘819.--
(Fr. 52‘728.-- x 0,85), eine Erwerbseinbusse von Fr. 26‘681.-- (Fr. 71‘500.-- -
Fr. 44‘819.--) und ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 37%
([Fr. 26‘681.-- / Fr. 71‘500.--] x 100).
5.
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5.1 Im Verfahren IV 2013/512 ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom
7. Oktober 2013 betreffend berufliche Massnahmen abzuweisen.
5.2 Im Verfahren IV 2014/272 ist die angefochtene Verfügung vom 13. Mai 2014
betreffend Rentenleistungen in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben.
Die Sache ist im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme
weiterer medizinischer Abklärungen (vorstehende E. 2.6) und zu neuem Entscheid über
einen allfälligen befristeten Rentenanspruch zurückzuweisen. Im Übrigen ist die
Beschwerde abzuweisen.
5.3 Die beiden Beschwerdeverfahren sind kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Da in beiden Beschwerdeverfahren die
gleiche Frage im Vordergrund stand (Beweiswert der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung), erscheint eine Gerichtsgebühr von je Fr. 400.--
angemessen.
5.3.1 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist die Gerichtsgebühr von
Fr. 400.-- im Verfahren IV 2013/512 vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der im Verfahren IV 2013/512 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
ist ihr daran im Umfang von Fr. 400.-- anzurechnen.
5.3.2 Die Beschwerdeführerin obsiegt im Verfahren IV 2014/272 betreffend
Rentenleistungen teilweise und es ist von einem hälftigen Obsiegen auszugehen. Dem
teilweisen Obsiegen entsprechend bezahlen die Beschwerdegegnerin und die
Beschwerdeführerin im Verfahren IV 2014/272 die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- je im
Betrag von Fr. 200.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der
Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 200.-- daran anzurechnen. Aufgrund der
Verfahrensvereinigung rechtfertigt es sich, den im Verfahren IV 2013/512 geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- im Umfang von Fr. 200.-- daran anzurechnen.
5.4 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin im Verfahren IV 2013/512
betreffend berufliche Massnahmen keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
bis
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5.5 Da die Beschwerdeführerin teilweise im Verfahren IV 2014/272 betreffend
Rentenleistungen obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Dieser ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre mit Blick darauf, dass die Beschwerde vom
13. Mai 2014 grösstenteils der im Verfahren 2013/512 zuvor eingereichten Beschwerde
vom 15. Oktober 2013 entspricht (gleiches gilt im Verhältnis zwischen den
Replikeingaben), eine Parteientschädigung von Fr. 2‘000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen. Wegen des nur hälftigen Obsiegens hat die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von
Fr. 1‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) im Verfahren IV 2014/272
betreffend Rentenleistungen zu bezahlen.