Decision ID: 077fd922-edc4-5823-81ae-b8884ee2145e
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 20. August 2007 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1), nachdem
er am 28. Juli 2004 bei einem Arbeitsunfall die rechte Hand eingeklemmt und sich eine
Abrissfraktur des Processus styloideus ulnae zugezogen hatte (vgl. IV-act. 7-135,
7-142). Der Versicherte hatte damals als Offsetdrucker bei der B._ AG gearbeitet (vgl.
IV-act. 4).
A.b Aufgrund einer Festanstellung als Kursassistent bei der C._ (IV-act. 53) wurde
dem Versicherten von der IV-Stelle im Rahmen der beruflichen Eingliederung mit
Schreiben vom 24. Juli 2009 eine Umschulung zum Erwachsenenbildner (SVEB 1)
zugesprochen (IV-act. 59; vgl. auch IV-act. 89, 91 und 97).
A.c Mit Verfügung vom 10. Dezember 2010 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab. Trotz verschiedener Arbeitsunfähigkeiten seit dem Unfall vom 28. Juli
2004 habe keine durchgehende einjährige Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40%
bestanden. Zudem liege seit dem Abschluss der beruflichen Massnahmen wieder eine
vollständige Arbeitsfähigkeit als Erwachsenenbildner vor, womit der Versicherte ein
rentenausschliessendes Jahreseinkommen erzielen könne (IV-act. 108). Gegen diese
Verfügung erhob der Versicherte am 31. Januar 2011 Beschwerde und beantragte die
Zusprache einer Invalidenrente ab August 2008 (IV-act. 113). Mit Entscheid vom 19.
November 2012 (IV 2011/30) hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
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die Beschwerde dahingehend gut, dass die Sache zur Vervollständigung des
Verwaltungsverfahrens und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinn der
Erwägungen an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde. Das Gericht führte unter anderem
aus, dass bei der Invalidenkarriere drei Möglichkeiten zur Wahl stehen würden, nämlich
eine weitere Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit als Offsetdrucker mit einem
dem Restarbeitsfähigkeitsgrad entsprechenden Beschäftigungsgrad, die Ausübung
einer neuen, behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit nach erfolgter Umschulung – im
vorliegenden Fall als Erwachsenenbildner – oder die aktuell effektiv ausgeübte Tätigkeit
als Hilfsarbeiter. Zunächst sei die Restarbeitsfähigkeit als Offsetdrucker mittels einer
interdisziplinären Begutachtung zu klären (IV-act. 148).
B.
B.a Noch vor der Beschwerdeerhebung im vorgenannten Verfahren bezüglich
Leistungen der Invalidenversicherung hatte der Versicherte am 20. Januar 2011 einen
Unfall als Lenker eines Personenwagens erlitten (vgl. IV-act. 131-148 f. und 133-140 f).
In den Berichten des Landeskrankenhauses D._, wo der Versicherte bis 21. Januar
2011 hospitalisiert gewesen war, wurden eine Thoraxprellung links mit
Schmerzhaftigkeit im Bereich der LWS bei vorbestehender Bandscheibenproblematik
mit Grosszehenheberschwäche und ein HWS-Distorsions-Trauma mit dem Bestehen
einer massiven Spondylose der HWS mit Osteophytenbildung und deutlichen
Uncarthrosen festgehalten. Weiter habe der Versicherte auch über eine psychische
Belastung nach dem Unfall berichtet (IV-act.131-121, 131-154 f.). Die Suva erbrachte
die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld; vgl. IV-act. 131-1 ff.,
131-97, 131-101, 133-1 f., 133-14).
B.b Am 16. August 2011 meldete sich der Versicherte aufgrund der Folgen des
Autounfalls erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-
Stelle an (IV-act. 125).
B.c Mit Verfügung vom 2. September 2011 stellte die Suva die
Versicherungsleistungen per 5. September 2011 ein. Aufgrund der kreisärztlichen
Untersuchung vom 30. August 2011 (vgl. IV-act. 133-6 ff.) würden keine
behandlungsbedürftigen Unfallfolgen mehr vorliegen und die noch geklagten
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Beschwerden seien organisch als Folge des erlittenen Unfalles nicht mehr erklärbar (IV-
act. 133-1 f.). Mit Einspracheentscheid vom 29. März 2012 wies die Suva die dagegen
erhobene Einsprache vom 30. September 2011 mit Einsprachebegründung vom 7.
Dezember 2011 (IV-act. IV-act.155-219 und 155-239 ff.) ab (IV-act. 139-1 ff.). Die
dagegen erhobene Beschwerde (IV-act. 175-32 ff.) wurde vom Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 20. August 2013 (UV 2012/46) dahingehend
gutgeheissen, dass die Sache zur Abklärung der Frage, ob nach dem 5. September
2011 Aussicht auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands und der
Arbeitsfähigkeit durch weitere Behandlung bestanden hatte, an die Suva
zurückgewiesen wurde (IV-act. 175-155 ff.).
B.d Vom 3. Juni bis 19. Juli 2012 war der Versicherte in stationärer Behandlung in der
Klinik E._ gewesen. Im Bericht vom 4. September 2012 hatten die Ärzte als
psychiatrische Diagnose eine posttraumatische Belastungsstörung festgehalten (IV-act.
145).
B.e An mehreren Tagen im Zeitraum vom 2. September bis 16. Oktober 2012 war der
Versicherte im Auftrag des Haftpflichtversicherers von der F._ observiert worden.
Diese hatte ihre Ergebnisse im Bericht vom 17. Oktober 2012 festgehalten (IV-act. 153).
B.f Am 4. August 2014 erhielt die IV-Stelle die Meldung, dass der Versicherte im
Rahmen der Observation seiner Ehefrau beim Reparieren eines Fahrrades gesehen
worden sei. Daraufhin wurde mündlich der Auftrag für eine sofortige Observation
mittels Videoaufzeichnung erteilt (IV-act. 186). Am 5. August 2014 erfolgte die
schriftliche Auftragserteilung zur Observation an die F._ (IV-act. 188 f.). Dr. med.
G._, Mitarbeiterin der IV-Stelle, aktualisierte dazu mit Stellungname vom gleichen Tag
das Leistungsprofil des Versicherten (IV-act. 187). Am 28. August 2014 lieferte die
F._ der IV-Stelle die Ermittlungs- und Observationsberichte (IV-act. 191). In der
Stellungnahme vom 23. September 2014 kam Dr. G._ zum Schluss, dass die geltend
gemachten Beschwerden in Form von unspezifischen Rückenschmerzen, einer
eingeschränkten Beweglichkeit der Halswirbelsäule, Schmerzen, Freudlosigkeit,
Konzentrationsstörungen, sozialem Rückzug, Angst/Schwierigkeiten beim Autofahren
sowie Einschränkungen im Bereich der rechten Hand anlässlich der Observation nicht
zu beobachten gewesen seien. Das Observationsmaterial zeige einen entspannten,
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kommunikativen, körperlich keineswegs beeinträchtigten Mann, der auch psychisch
keine medizinisch relevanten Einschränkungen im Alltag zu haben scheine (IV-act. 193).
B.g Mit Verfügung vom 21. Oktober 2014 stellte die Suva die vorübergehenden
Leistungen für den Autounfall vom 20. Januar 2011 nach weiteren medizinischen
Abklärungen zur Aussicht auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands
und der Arbeitsfähigkeit durch weitere Behandlungen per 5. September 2011 ein und
verneinte auch den Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente
oder einer Integritätsentschädigung (IV-act. 200). Die dagegen erhobene Einsprache
wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 2. Juni 2015 ab (IV-act. 222). Die
anschliessende Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit
Entscheid vom 29. Mai 2018 (UV 2015/39) ab. Dieser Entscheid wurde durch das Urteil
des Bundesgerichts vom 12. September 2018 (8C_493/2018) bestätigt.
B.h Im Auftrag der IV-Stelle war der Versicherte am 17. und 21. April 2015 von Dr.
med. H._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, sowie
Priv.-Doz. Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie FMH, bidisziplinär begutachtet
worden. Dr. H._ hatte im orthopädischen Teilgutachten vom 30. August 2015 keine
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten. Ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit hatte er eine Spondylophytenbildung an der HWS C5/6, einen
degenerativen Bandscheibenschaden in Höhe C5/6 und C6/7, eine degenerative
Forameneinengung des 3. und 4. Foramens der HWS rechts sowie eine
Forameneinengung des 2. und 3. Foramens der HWS links diagnostiziert. Der
Versicherte gebe aus orthopädischer Sicht keine Beschwerden an, sondern nur diffuse
Schmerzen. Er sei in seinem angestammten Beruf sowie auch in anderen Tätigkeiten
voll arbeitsfähig (IV-act. 228). Priv.-Doz. Dr. I._ hatte im psychiatrischen Teilgutachten
vom 14. September 2015 ausgeführt, dass sich beim Versicherten die Diagnose einer
gravierenden depressiven Episode nicht stellen lasse. Ebenfalls liege keine
posttraumatische Belastungsstörung vor. Auch eine somatoform mitbestimmte
Schmerzstörung könne nicht diagnostiziert werden. Als Diagnose ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit hatte er eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren festgehalten. Es bestehe keine wesentliche Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit, welche nicht durch zumutbare Willensanstrengung überwindbar sei
(IV-act. 227). In der Stellungnahme vom 29. Oktober 2015 hatte Dr. G._ ausgeführt,
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dass vollumfänglich auf das Gutachten abzustellen sei, dies auch unter
Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (IV-act. 229).
B.i Mit Vorbescheid vom 9. Februar 2016 hatte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht gestellt. Gestützt auf das bidisziplinäre
Gutachten H._/I._ würden keine psychiatrischen oder somatischen Diagnosen
vorliegen, welche eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach sich ziehen
würden (IV-act. 230).
B.j Mit Einwand vom 24. März 2016 hatte der Versicherte die Ausrichtung einer
Invalidenrente, eventualiter die Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen
beantragt. Ihm sei es nicht möglich als Erwachsenenbildner ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erwirtschaften, da er gar nicht als qualifizierter
Erwachsenenbildner eingesetzt werden könne. Dass entgegen der früheren Beurteilung
der IV-Stelle nun auch in der angestammten Tätigkeit als Offsetdrucker wieder eine
volle Arbeitsfähigkeit bestehen solle, sei widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. Die
im Rahmen der Observation gemachten Feststellungen seien gemäss dem Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 20. August 2013 (UV 2012/46) nicht geeignet,
Umstände zureichend zu belegen, aufgrund derer abschliessende Aussagen zu den
gesundheitlichen Einschränkungen des Versicherten möglich wären. Das Gutachten
H._/I._ sei basierend auf der alten Überwindbarkeitspraxis zum Schluss
gekommen, dass die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Gestützt auf die neue
bundesgerichtliche Rechtsprechung sei die chronische Schmerzstörung klar
invalidisierend (IV-act. 232).
B.k Mit Verfügung vom 12. April 2016 hatte die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten abgewiesen. Sie habe aufgrund des Entscheides des
Versicherungsgerichts vom 19. November 2012 die Frage der Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit nochmals prüfen müssen, weshalb hier kein widersprüchliches
Handeln zu sehen sei. Auch im Lichte der neuen Rechtsprechung sei anzunehmen,
dass aus der Schmerzstörung keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
hergeleitet werden könne. Ein unüberwindbares Leiden sei nicht nachgewiesen (IV-act.
233).
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C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 11. Mai 2016. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung dieser Verfügung und die Ausrichtung einer
Invalidenrente. Eventualiter sei die Sache zur weiteren (medizinischen) Abklärung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Mit Beschwerdebegründung vom 13. Oktober 2016 führt
er aus, dass im Gutachten H._/I._, auf welches sich die Beschwerdegegnerin
stütze, unerwähnt geblieben sei, dass er sich seit September 2012 in ambulanter
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befinde und dass bei ihm als
Hauptdiagnose eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden sei.
Das Gutachten sei damit unvollständig. Auch in anderen Punkten sei das Gutachten
unklar, gehe von falschen Annahmen aus und gebe in weiten Teilen nicht die Aussagen
des Beschwerdeführers wieder. Zudem stütze sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Gutachten auf die nicht mehr gültige Überwindbarkeitspraxis. In Nachachtung der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung habe die diagnostizierte chronische
Schmerzstörung klar als invalidisierend zu gelten. Weiter würden die
Observationsberichte keinerlei Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zulassen
(act. G 10). Dieser Beschwerdebegründung hatte der Beschwerdeführer einen aktuellen
Verlaufsbericht von Dr. med. J._, Oberarzt, Bereichsleiter Ambulatorium, und Dipl.-
Psych. K._, Fachpsychologin für Psychotherapie des Psychiatrie-Zentrums L._,
vom 11. Mai 2016 beigelegt (act. G 10.1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. November 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Aus dem Bericht des
Psychiatrie-Zentrums L._ würden sich keine wesentlich neuen Aspekte ergeben.
Abgesehen von der überraschenden neuen Diagnose vermöge auch die Auswirkung
der Persönlichkeitsstörung auf die Arbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen. Die Diagnose
der somatoformen Schmerzstörung werde ebenfalls nicht überzeugend hergeleitet (act.
G 12).
C.c Mit Replik vom 8. Mai 2017 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest. Zudem führt er aus, dass die Observation widerrechtlich erfolgt sei
und es sich somit bei den Observationsberichten um widerrechtlich erlangte
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Beweismittel handle, welche aus dem Recht zu weisen seien. Auch das Gutachten
H._/I._ sei in Kenntnis und damit auf Basis der rechtswidrig erhobenen
Observationsberichte erstellt worden. Es habe eine neutrale unbeeinflusste
Begutachtung zu erfolgen und die Observationsberichte seien aus den Akten zu
entfernen (act. G 20).
C.d Mit Duplik vom 2. Juni 2017 hält auch die Beschwerdegegnerin unverändert am
Antrag gemäss Beschwerdeantwort fest. Die Observationen seien nicht widerrechtlich,
da sie durch den Haftpflichtversicherer, welcher als Privater nicht hoheitlich handle und
somit nicht der EMRK unterstehe, und die Invalidenversicherung, welche – im
Gegensatz zur Unfallversicherung – über eine hinreichende gesetzliche Grundlage für
die Anordnung von Observationen verfüge, erfolgt seien (act. G 22).

Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein allfälliger
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die Voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
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der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweisen).
1.5 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
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Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
2.
2.1 Zu prüfen ist vorweg das Begehren des Beschwerdeführers, die
Observationsergebnisse aus dem Recht zu weisen und aus den Akten zu entfernen
sowie dem Gutachten H._/I._ aufgrund der Beeinflussung durch die Observation
die Beweiskraft abzusprechen (act. G 20, S. 4).
2.2 Im Nachgang des EGMR-Urteils Vukota-Bojic gegen die Schweiz (61838/10) vom
18. Oktober 2016 führte das Bundesgericht im Urteil vom 14. Juli 2017 (9C_806/2016)
zur Verwertbarkeit von Observationsergebnissen aus, dass es im Bereich der
Invalidenversicherung an einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage fehle, welche die
Observation klar und detailliert regle, weshalb solche Handlungen Art. 8 EMRK bzw.
den einen im Wesentlichen gleichen Gehalt aufweisenden Art. 13 BV verletzen würden.
Zur Verwertbarkeit des im Rahmen der widerrechtlichen Observation gewonnenen
Materials erklärte das Bundesgericht, dass sich diese allein nach schweizerischem
Recht richte. Die Verwertbarkeit der Observationsergebnisse (und damit auch der
gestützt darauf ergangenen weiteren Beweise) sei grundsätzlich zulässig, es sei denn,
bei einer Abwägung der tangierten öffentlichen und privaten Interessen würden letztere
überwiegen. Eine gegen Art. 8 EMRK verstossende Videoaufnahme sei verwertbar,
solange Handlungen des "Beschuldigten" aufgezeichnet würden, die er aus eigenem
Antrieb und ohne äussere Beeinflussung gemacht habe, und ihm keine Falle gestellt
worden sei. Von einem absoluten Verwertungsverbot sei zumindest dann auszugehen,
wenn es um Beweismaterial gehe, das im nicht öffentlichen, frei einsehbaren Raum
zusammengetragen worden sei (E. 4.2).
2.3 Gestützt auf die in Erwägung 2.2 dargelegte höchstrichterliche Rechtsprechung ist
festzustellen, dass die im August 2014 durchgeführte Observation des
Beschwerdeführers unzulässig war, das heisst in Verletzung von Art. 8 EMRK bzw. Art.
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13 BV erfolgt ist. Zu prüfen bleibt jedoch, ob die Voraussetzungen für eine
beweismässige Verwertung der Ergebnisse erfüllt sind. Während des
Observationszeitraums wurde der Beschwerdeführer lediglich an vier Tagen observiert,
und das Bildmaterial zeigt den Beschwerdeführer im öffentlichen, frei einsehbaren
Raum bei Handlungen, die er aus eigenem Antrieb und ohne äussere Beeinflussung
vorgenommen hat (vgl. IV-act. 191). Somit konnte das Observationsmaterial verwertet
und den Gutachtern zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist zu erwähnen, dass Dr.
I._ bezüglich des Observationsmaterials festgehalten hatte, dass dieses keine
besonderen Hinweise auf Verhaltensauffälligkeiten aufweise und somit nicht
weiterführe (IV-act. 227-69). Dr. H._ hatte dazu ausgeführt, dass die vom
Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen und Funktionseinschränkungen in keinster
Weise mit den Untersuchungen vereinbar seien und in krassem Gegensatz zum
Observationsmaterial stünden (IV-act. 228-20). Somit ziehen beide Gutachter aus dem
Observationsmaterial keine Schlüsse, welche sie nicht bereits aus den eigenen
Untersuchungen gezogen hatten.
3.
3.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung vom 12. April 2016 im Wesentlichen auf das Gutachten
H._/I._, welches dem Beschwerdeführer weder aus psychiatrischer noch
orthopädischer Sicht eine wesentliche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit attestiert
(vgl. IV-act. 227-71). Der Beschwerdeführer bringt gegen dieses Gutachten vor, dass
die seit September 2012 durchgeführte psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung am Psychiatrie-Zentrum L._ unberücksichtigt geblieben sei. Ebenfalls sei
die beim Beschwerdeführer als Hauptdiagnose festgehaltene narzisstische
Persönlichkeitsstörung unerwähnt geblieben. Das Gutachten sei damit unvollständig
und offensichtlich lückenhaft. Zum Teilgutachten von Dr. I._ merkt der
Beschwerdeführer überdies an, dass dieses in verschiedenen Punkten unklar sei bzw.
von falschen Annahmen ausgehe (act. G 10).
3.2 Im Verlaufsbericht des Psychiatrie-Zentrums L._ vom 11. Mai 2016 zuhanden
des Beschwerdeführers wurde als Hauptdiagnose eine narzisstische
Persönlichkeitsstörung und als weitere Diagnose eine anhaltende somatoforme
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Schmerzstörung festgehalten. Der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 14.
September 2012 in der ambulanten integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung nachdem er bereits von August 2007 bis Juli 2009 in Behandlung gewesen
war. Zu Beginn sei von einer posttraumatischen Belastungsstörung in Folge des
Autounfalls im Januar 2011 ausgegangen worden. Diese Diagnose habe aber im
weiteren Verlauf der Behandlung nicht verifiziert werden können. Bei der ersten
Behandlung in den Jahren 2007 bis 2009 seien eine Anpassungsstörung, der Verdacht
auf eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit histrionischen und narzisstischen
Anteilen sowie der Verdacht auf eine Somatisierungsstörung diagnostiziert worden. Der
Unfall vom Januar 2011 habe zu einer Exazerbation des Leidens geführt. Mit der
zugrundeliegenden Persönlichkeitsstruktur habe der Beschwerdeführer eine
Disposition, in Zusammenhang mit einem traumatischen Ereignis eher eine psychische
Störung zu entwickeln als Menschen ohne diese Prädisposition. Dr. J._ und Dipl.-
Psych. K._ kommen zur selben Einschätzung wie der psychiatrische Gutachter Dr.
I._, nämlich dass beim Beschwerdeführer weder eine posttraumatische
Belastungsstörung noch eine schwere Depression vorliege und auch sie die Diagnose
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung vergeben hätten. Leider sei die seit
September 2012 andauernde ambulante integrierte psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung nicht berücksichtigt worden. Eine Auswirkung der
Persönlichkeitsstörung auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht von der Hand gewiesen
werden und müsse genauer abgeklärt werden (act. G 10.1).
3.3 In den Akten der Invalidenversicherung findet sich von den Psychiatrie-Diensten
M._, zu welchen auch das Psychiatrie-Zentrum L._ gehört, als letztes der Bericht
der Klinik E._ vom 4. September 2012. Darin wird über die stationäre Behandlung
vom 3. Juni bis 19. Juli 2012 berichtet und die Diagnose einer posttraumatischen
Belastungsstörung gestellt. Zudem wurde festgehalten, dass eine weitere
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung als Ergänzung zur somatischen
Behandlung indiziert sei (IV-act. 175-183 ff.). Dieser Bericht wurde vom Gutachter Dr.
I._ berücksichtigt (vgl. IV-act. 227-12, 227-14). Der Beschwerdeführer selber
berichtete gegenüber dem Gutachter lediglich, dass er seit dreieinhalb Jahren eine
Psychotherapie bei einem Psychologen mit Gesprächen alle drei Wochen durchführe
(vgl. IV-act. 227-23). Eine Erwähnung einer weiteren Behandlung im Psychiatrie-
Zentrum L._ findet sich sodann auch nicht in der ärztlichen Beurteilung der Suva vom
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29. Januar 2013 (IV-act. 175-137 ff.). Somit hat Dr. I._ alle ihm vorliegenden
relevanten Berichte berücksichtigt. Er hat sich anhand der erhobenen Befunde
detailliert mit den möglichen Diagnosen auseinandergesetzt, wobei es keine Anzeichen
für das Vorliegen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung gab. Diesbezüglich gilt es
zudem zu berücksichtigen, dass rechtsprechungsgemäss unter Beachtung der
Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag es nicht angehen
kann, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu
stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
medizinischen Fachpersonen nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen
oder an solchen vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten.
Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen
objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu
führen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 13. März 2006, I
676/05, E. 2.4 mit Hinweisen). Weiter ist zu beachten, dass – behandelnde und
begutachtende – Psychiater, die mit der gleichen Person als Patient oder Explorand zu
verschiedenen Zeitpunkten und in verschiedenen Situationen konfrontiert sind, zu
unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigungen und –
invalidenversicherungsrechtlich entscheidend – deren Schweregrades mitsamt den
sich daraus ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gelangen können. Diese
in der Natur der Sache begründete, weitgehend fehlende Validierbarkeit ("Reliabilität")
psychiatrischer Diagnosen kann nicht automatisch zu Beweisweiterungen bei sich
widersprechenden psychiatrischen Berichten und Expertisen führen, wenn die
gutachterliche Einschätzung die Anforderungen an beweiskräftige Gutachten erfüllt
(Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009, 9C_661/09, E. 3.2). Der
Beschwerdeführer vermag vorliegend mit dem Bericht des Psychiatrie-Zentrums L._
vom 11. Mai 2016 keine Gesichtspunkte vorzubringen, die geeignet wären,
Beweisweiterungen zu begründen. Die in diesem Bericht erhobenen Befunde wurden
im Wesentlichen auch von Dr. I._ erhoben. Bis auf das Vorliegen einer narzisstischen
Persönlichkeitsstörung herrscht auch bei den Diagnosen weitgehend Einigkeit. Dr.
J._ und Dipl.-Psych. K._ des Psychiatrie-Zentrums L._ begründen nicht, weshalb
sie entgegen dem Teilgutachten von Dr. I._ zur Diagnose einer narzisstischen
Persönlichkeitsstörung gekommen sind. Des Weiteren machen sie auch keine
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konkreten Angaben zu einer damit einhergehenden Arbeitsunfähigkeit. Abweichend zu
Dr. I._, welcher eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (ICD-10: F45.41) diagnostizierte, stellten Dr. J._ und Dipl.-Psych. K._
zwar die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4),
aus dem Bericht geht aber keine unterschiedliche Beurteilung hervor (vgl. act. G 10.1,
S. 2).
3.4 Die weiteren Einwände des Beschwerdeführers (vgl. act. G 10, S. 6 f.) beziehen
sich im Wesentlichen auf Befunderhebungen, die im Zusammenhang mit der Diagnose
einer depressiven Störung stehen. Diese Diagnose wurde jedoch auch vom
Psychiatrie-Zentrum L._ übereinstimmend mit der gutachterlichen Einschätzung von
Dr. I._ verneint. Dr. I._ legte bei den einzelnen vorgenommenen Tests auch dar,
dass die auffälligen Testresultate insbesondere aufgrund fehlender entsprechender
klinischer Befunde nicht für eine klinisch relevante Depression sprechen würden (vgl.
IV-act. 227-28 ff.). Somit vermögen auch diese Einwände keine erheblichen Zweifel am
Teilgutachten von Dr. I._ zu begründen. Zusammenfassend kann damit auf das
Teilgutachten von Dr. I._ und somit auch auf das Gutachten H._/I._ abgestellt
werden.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer bringt des Weiteren vor, dass Dr. I._ sein Teilgutachten
und seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf die veraltete Rechtsprechung gestützt
habe, wonach psychosomatische Leiden in der Regel mit zumutbarer
Willensanstrengung überwindbar seien. Da sich der Beschwerdeführer schon seit mehr
als vier Jahren mit andauernder Motivation Behandlungen unterziehe, die leider nur
eine vorübergehende Wirkung erzielen würden, liege ein erheblicher Schweregrad vor.
Weiter habe er immer wieder unter schweren Depressionen gelitten und leide auch
immer noch darunter, was im Rahmen der psychiatrischen Komorbidität zu
berücksichtigen sei. Im Übrigen leide er unter einer eingeschränkten Impulskontrolle
sowie unter Antriebslosigkeit und ziehe sich sozial zurück. Die diagnostizierte
chronische Schmerzstörung habe in Nachachtung der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung klar als invalidisierend zu gelten. Von einer Überwindbarkeit könne
nicht ausgegangen werden (act. G 10, S. 7 ff.).
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4.2 Ob die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren als
invalidisierend zu berücksichtigen ist, ist nach der neuen Rechtsprechung des
Bundesgerichts gemäss BGE 141 V 281 zu beurteilen. Mit diesem Entscheid hat das
Bundesgericht das bisherige Regel-/Ausnahmemodell durch ein strukturiertes,
normatives Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Katalogs von Indikatoren erfolgt
nunmehr eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung
leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von
Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – tatsächlich erreichbaren
Leistungsvermögens (E. 3.6). Die geänderte Rechtsprechung bedeutet indes nicht,
dass während der Geltungsdauer der Rechtsprechung von BGE 130 V 352 (sog.
Überwindbarkeitspraxis) eingeholte Gutachten ihren Beweiswert per se verlieren
würden. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen
spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob das
abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht
standhält (Entscheid des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_739/2014, E.
2.2 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6).
4.3 Die gutachterliche Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren wurde sorgfältig und nachvollziehbar erhoben. Weitere
psychiatrische Diagnosen schloss Dr. I._ explizit aus, so hielt er auch fest, dass sich
beim Beschwerdeführer keine depressive Episode diagnostizieren lasse und dass keine
psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung oder Dauer vorliege
(IV-act. 227-54 f. und 227-71), was überdies auch vom Psychiatrie-Zentrum L._
bestätigt wurde (act. G 10.1). Bezüglich der Behandlung ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer in den dreieinhalb Jahren vor der Begutachtung alle drei Wochen
Gespräche im Rahmen einer Psychotherapie bei einem Psychologen durchgeführt hat
(IV-act. 227-23 f.). Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers lässt dies nicht
auf einen erheblichen Schweregrad seiner Beschwerden schliessen, handelt es sich
doch lediglich um psychologische Gesprächstherapien, welche auch nur in einem
relativ lockeren Intervall durchgeführt worden sind, was keinen erheblichen
Leidensdruck belegt. Dr. I._ verneint auch das Vorliegen eines sozialen Rückzugs
oder besonderer sozial bedeutsamer pathologischer Verhaltensweisen (IV-act. 227-27).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers substantiiert in der
Beschwerdebegründung nicht, inwiefern ein sozialer Rückzug vorliege. Auch der
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Beschwerdeführer selbst machte anlässlich der Begutachtung bei Dr. I._ keine
Angaben, die auf einen sozialen Rückzug hindeuten würden. Einzig die Aussage, er
benötige mehr Zeit der Ruhe und des Rückzugs (IV-act. 227-25), genügt diesbezüglich
nicht. Zusammenfassend vermögen somit die vom Beschwerdeführer vorgebrachten
Einwände nicht zu überzeugen.
4.4 Nach dem Gesagten besteht kein Anlass von der beweiskräftigen medizinischen
Einschätzung des Gutachtens H._/I._ abzuweichen. Es kann davon ausgegangen
werden, dass beim Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähigkeit sowohl in der
angestammten, als auch in einer adaptierten Tätigkeit vorliegt. Damit ist beim
Beschwerdeführer keine rentenbegründende Invalidität ausgewiesen.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 11. Mai 2016 abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.