Decision ID: 64d2718f-7414-523a-a046-a708c1616b78
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Müller, Toggenburgerstrasse 61, Postfach
336, 9501 Wil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Juni 2004 zum Leistungsbezug (Rente) bei der
Invalidenversicherung an (IV-act. 11). Im Bericht vom 28. Juni 2004 diagnostizierte Dr.
med. B._ beim Versicherten degenerative LWS-Veränderungen bei rezidivierendem
lumbovertebralem Syndrom. Der Versicherte könne nur noch eine Arbeit ganz ohne
Lastentragen, ohne häufiges Gehen und in abwechselnder Körperhaltung durchführen.
Allerdings sei die Ausübung einer solchen Tätigkeit nicht realistisch, weil der
Versicherte schwerhörig, kommunikationseinschränkt, gehbehindert und rückenleidend
sei und über schlechte Deutschkenntnisse verfüge (IV-act. 25). Nach Einholung eines
Gutachtens bei der ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, in dem dem
Versicherten für körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten eine
zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100 % attestiert wurde (IV-act. 49) und Durchführung
weiterer Abklärungen eröffnete die IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten
mit Verfügung vom 9. Januar 2006 die Ablehnung des Rentenanspruchs (IV-act. 56).
Die hiergegen erhobene Einsprache (IV-act. 60) wies die IV-Stelle mit
Einspracheentscheid vom 5. April 2006 ab (IV-act. 68). Dieser Entscheid erwuchs in
Rechtskraft.
A.b Im September 2006 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an
(IV-act. 76). Gestützt auf eine Stellungnahme des RAD vom 28. November 2006 (IV-
act. 88) stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 3. Januar 2007 in
Aussicht, dass auf das Leistungsgesuch nicht eingetreten werde (IV-act. 92). Nachdem
der Versicherte am 16. Februar 2007 Einwände hatte erheben lassen (IV-act. 96, 114)
und weitere Abklärungen, insbesondere eine polydisziplinäre Begutachtung im ABI (IV-
act. 116), durchgeführt worden waren, eröffnete die IV-Stelle ihm mit Vorbescheid vom
8. Juli 2008, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe. Aufgrund der
subjektiven Krankheitsüberzeugung sei eine Unterstützung durch die
Eingliederungsberatung nicht erfolgversprechend (IV-act. 126). Am 1. Oktober 2008
verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 138). Ebenfalls mit Vorbescheid
vom 8. Juli 2008 hatte die IV-Stelle die Ausrichtung einer Viertelsrente ab Juni 2007 auf
der Basis eines IV-Grads von 46 % (Valideneinkommen von Fr. 68'194.-- und
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Invalideneinkommen von Fr. 37'108.--) in Aussicht gestellt (IV-act. 128). Nachdem der
Rechtsvertreter des Versicherten am 5. September 2008 zur vorgesehenen
Rentengewährung einen Einwand sowie einen Bericht von Dr. med. D._/Dr. med.
C._ vom 3. September 2008 eingereicht hatte (IV-act. 136), verfügte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 3. April 2009 im Sinn des Vorbescheids, wobei
sie der Verfügung einen IV-Grad von 45 % zugrunde legte (IV-act. 151).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. Urs Müller, Wil, für den
Versicherten am 4. Mai 2009 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung sei
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
mit Wirkung ab 1. Juni 2007 eine ganze, eventualiter mindestens eine halbe
Invalidenrente zu entrichten. Eventualiter sei der Fall zur Vornahme weiterer
medizinischer Abklärungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar,
aufgrund der Einwanderhebung und des Berichts von Dr. C._ vom 3. September
2008 hätte die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen hinsichtlich des psychischen
Zustands des Beschwerdeführers vornehmen müssen. Die "Nachprüfung" durch die
RAD-Ärztin (act. 1 Beilage 10) sei unvollständig und ohnehin falsch. Der
Beschwerdeführer habe gegenüber dem ABI-Psychiater gesagt, dass er in der Nacht
"mehrmals", nicht nur "manchmal", aufwache. Nachdem er nunmehr seit Jahren keine
Nacht mehr durchschlafe, habe sich bei ihm eine depressive Störung gebildet, welche
der Psychiater übersehen habe. Auch aus dem Bericht von Dr. C._ vom 3.
September 2008 ergebe sich eine weitere Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustands. Das ABI-Gutachten sei betreffend den psychischen
Gesundheitszustand unvollständig bzw. falsch (insbesondere die Verneinung der
Diagnose einer depressiven Störung). Vor Erlass der angefochtenen Verfügung wäre es
erforderlich gewesen, zumindest noch eine psychiatrische Teilbegutachtung
durchzuführen. Dies sei im vorliegenden Verfahren nachzuholen. Es handle sich bei den
vom Beschwerdeführer geschilderten Symptomen nicht nur um ein gelegentliches
Stimmungstief, sondern um eine andauernde depressive Störung. Bei der Berechnung
des Invaliditätsgrads würden sich mehrere persönliche und berufliche Merkmale auf die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers und dadurch auf den auf dem Arbeitsmarkt
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zu erwartenden Lohn auswirken, weshalb ein Abzug vom Invalideneinkommen von
25 % gerechtfertigt sei. Falls tatsächlich von einer Restarbeitsfähigkeit von 70 %
ausgegangen werden müsse, habe der Beschwerdeführer damit zumindest Anspruch
auf eine halbe IV-Rente (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung hielt sie unter
anderem fest, es gebe keine Hinweise, dass die psychiatrische Untersuchung im ABI
rechtsfehlerhaft durchgeführt worden sei. Insbesondere deute nichts darauf hin, dass
der Psychiater des ABI den Beschwerdeführer falsch verstanden und dessen Angaben
nicht korrekt in das Gutachten übertragen habe. Die Nichteinnahme von
Psychopharmaka im Zeitpunkt der Begutachtung sei ein Hinweis dafür, dass der
Beschwerdeführer sich selbst nicht als besonders depressiv erlebt habe. Zudem sei er
bis heute nicht in psychotherapeutischer Behandlung. Aus dem Bericht von Dr. C._
ergäben sich keine neuen medizinischen Erkenntnisse. Dieser Arzt sei als Internist nicht
in der Lage, eine allfällige psychische Gesundheitsschädigung zu erkennen. Sein
Bericht enthalte im Übrigen keine Arbeitsfähigkeitsschätzung. Das im Bericht erwähnte
klagsame Verhalten des Beschwerdeführers sei kein Beleg dafür, dass dieser an einer
invalidisierenden Depression leide. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer
offenbar seit September 2008 Deanxit zu sich nehme, ändere nichts daran, dass eine
invalidisierende psychische Erkrankung nicht belegt sei. Es könne weiterhin auf das
ABI-Gutachten abgestellt werden. Beim Invalideneinkommen sei insgesamt lediglich
ein Abzug von 10 % vorzunehmen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 5. August 2009 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seinen Standpunkt (act. G 6).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 traten die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft. In materiell-
rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen
führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je
mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 3. April 2009, wobei auch ein
Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen
der 5. IV-Revision begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit
eine Dauerleistung betrifft, ist für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen abzustellen
(vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember
2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 7. Juni 2006 [I 428/04] Erw. 1).
Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen wiedergegeben.
1.2 Streitig ist vorliegend, in welchem Umfang beim Beschwerdeführer im
Zusammenhang mit der Neuanmeldung vom September 2006 eine rentenbegründende
Invalidität vorliegt. Ebenso wie bei einer Rentenrevision nach Art. 17 ATSG setzt auch
eine Rentenzusprechung aufgrund einer Neuanmeldung nach vorangegangener
Ablehnung eines Rentengesuchs gemäss Art. 87 Abs. 4 IVV in Verbindung mit Abs. 3
dieser Bestimmung voraus, dass seit der letzten rechtskräftigen Verfügung, die auf
einer materiellen Prüfung des Anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V
108 Erw. 5, 130 V 71 Erw. 3.2.3), eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
eingetreten ist, welche zu einem höheren Invaliditätsgrad führt, der nunmehr einen
Rentenanspruch begründet (BGE 133 V 108 Erw. 5). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
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Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Eine ABI-Begutachtung des Beschwerdeführers ergab gemäss Bericht vom
23. September 2005 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines
chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit wurden ein anamnestisch subakromiales Impingement der Schultern
beidseits, eine stark eingeschränkte Supination des rechten Vorderarms und eine
Adipositas aufgeführt. In der angestammten körperlich schweren Tätigkeit als
Wagenreiniger bestehe seit 25. September 2003 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für
körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten bestehe aus
interdisziplinärer (orthopädischer und psychiatrischer) Sicht eine zumutbare
Arbeitsfähigkeit von 100 %. Tätigkeiten mit übermässiger Lärmexposition seien zu
vermeiden. Ansonsten bestünden durch die Schwerhörigkeit bei konsequentem Tragen
zumindest eines Hörgeräts keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 49). Im
Nachgang zur Neuanmeldung vom September 2006 berichtete Dr. med. C._,
Spezialarzt für Innere Medizin FMH, am 24. März 2007, der Patient sei zu 100 %
arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand habe sich seit Anfang 2006 verschlechtert. Es
liege eine deutliche Schmerzintensitätszunahme im Bereich der mittelgrossen Gelenke
(Knie, Schulter) vor, weswegen Schmerzmittel eingenommen würden. Im Weiteren
bestehe eine Aggravation der depressiven Episode. Seit Herbst letzten Jahres sei der
ausgedehnte Befund einer hartnäckigen Psoriasis vulgaris corpis et capitis bekannt (IV-
act. 103-6/7).
2.2 Im ABI-Gutachten vom 6. Mai 2008 wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom mit zusätzlich
residuellem radikulärem Syndrom rechts L5 und/oder L4, ein Impingementsyndrom der
Schultern (Grad II-III rechts, Grad I links) sowie rechtsseitige Knieschmerzen bei
beginnender Gonarthrose vermerkt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten die
Gutachter eine Schmerzverarbeitungsstörung sowie ein metabolisches Syndrom
(Adipositas, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ II) an. Bei den objektivierbaren
Befunden am Bewegungsapparat habe sich eine Verschlechterung ergeben. Aus
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rheumatologischer sowie aus polydisziplinärer (rheumatologischer und psychiatrischer)
Sicht sei der Beschwerdeführer für eine körperlich leichte Tätigkeit zu 70 % arbeits-
und leistungsfähig. Dies könne vollschichtig umgesetzt werden mit vermindertem
Rendement. Die psychiatrischen, übrigen internistischen und anderweitigen
somatischen Befunde hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Für die
Verschlechterung der Befunde am Bewegungsapparat könne kein genauer Zeitpunkt
festgelegt werden. Die festgestellte Arbeitsfähigkeit für die angepasste Tätigkeit
bestehe mit Sicherheit ab dem Untersuchungsdatum im April 2008 und sei aufgrund
der Akten wahrscheinlich im erwähnten Ausmass seit Juni 2006 zu bestätigen. Der
Beschwerdeführer könne sich schon seit mehreren Jahren nicht mehr vorstellen, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Diese Einschätzung entstehe durch eine subjektive
Selbstlimitierung im Rahmen der Schmerzverarbeitungsstörung. Ihm könne zugemutet
werden, trotz Beschwerden die notwendige Willensanstrengung aufzubringen, um einer
körperlich leichten Erwerbstätigkeit mit gewissen Einschränkungen nachzugehen. Die
von Dr. C._ beschriebenen depressiven Verstimmungen beständen im Rahmen der
Schmerzverarbeitungsstörung. Eine eigentliche depressive Symptomatik werde nicht
beschrieben und habe auch bei der psychiatrischen Untersuchung nicht festgestellt
werden können (IV-act. 116). Dr. med. D._, Innere Medizin FMH, hielt als
Stellvertreter von Dr. C._ in der Stellungnahme vom 3. September 2008 fest, er
betreue den Beschwerdeführer seit Mai 2007. Das ABI-Gutachten 2008 könne als
schlüssig beurteilt werden. Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien
berücksichtigt und die erforderlichen Untersuchungen seien vorgenommen worden.
Das Gutachten sei in Kenntnis und unter Berücksichtigung der Vorakten erstellt
worden. Es sei aber zu erwähnen, dass die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden (Rücken, Schultern, Knie) zugenommen hätten. Die Ergebnisse des ABI-
Gutachtens würden fast zutreffen. Mit Ausnahme der vom Psychiater getroffenen
Diagnose und dem festgestellten Grad der Arbeitsunfähigkeit könne dem Ergebnis des
Gutachtens beigepflichtet werden (IV-act. 136-39/42; act. G 1 Beilage 7). Der RAD
schloss sich in der Stellungnahme vom 18. September 2008 der Beurteilung des ABI
an (IV-act. 137).
3.
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3.1 Vorliegend ist aufgrund der medizinischen Berichte, insbesondere des ABI-
Gutachtens 2008, als ausgewiesen zu erachten, dass sich die gesundheitliche Situation
des Beschwerdeführers im Bewegungsapparat seit der ABI-Begutachtung 2005
verschlechterte. Streitig ist der Umfang der Verschlechterung bzw. die Frage, in
welchem Umfang sich seit der erstmaligen Rentenablehnung (Einspracheentscheid
vom 5. April 2006) eine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit ergeben hat. Zu prüfen
sind dabei die Verhältnisse bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (3. April 2009).
Zu klären ist vorab die Aussagekraft und damit die beweismässige Verwertbarkeit des
ABI-Gutachtens 2008 als Entscheidungsgrundlage für den erwähnten Zeitraum.
Vorausgesetzt ist hier, dass die Feststellungen der Experten nachvollziehbar sind. Die
Beschreibung der medizinischen Situation muss einleuchten und die
Schlussfolgerungen müssen begründet sein (Urteil des EVG vom 30. Dezember 2003 i/
S I. [I 245/00], Erw. 4.2.1; BGE 125 V 352 Erw. 3a). Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen.
In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997,
281 Erw. 1a).
Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei
erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen
gewissen Spielraum, innerhalb welchem verschiedene medizinisch-psychiatrische
Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem
Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGE 124 I 175 Erw. 4) kann es nicht angehen,
eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen
und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte
nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig
geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen,
wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche
im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet
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sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 13.
März 2006 [I 676/05] Erw. 2.4).
3.2 Zu dem von den Neurochirurgen des Kantonsspitals St. Gallen im Bericht vom
11. Juli 2006 vertretenen Standpunkt, wonach beim damals 61jährigen Patienten
angesichts der schweren degenerativen LWS eine Wiederaufnahme der Arbeit nach
dreijähriger Arbeitsunfähigkeit nicht mehr wahrscheinlich erscheine und sie (die Ärzte)
daher eine Vollberentung unterstützen würden (IV-act. 116-25/31), ist vorab
festzuhalten, dass allein das Alter und der lange Arbeitsunterbruch noch keine
Erhöhung des IV-Grads zu begründen vermögen. Die erwähnte Einschätzung, welche
auch den ABI-Gutachtern vorlag (vgl. IV-act. 116-4/31), wurde denn auch nicht fundiert
begründet und nimmt auch nicht auf eine dem Gesundheitszustand adaptierte Tätigkeit
Bezug. Dr. C._ bzw. Dr. D._ beurteilten das ABI-Gutachten 2008 als schlüssig,
gaben jedoch eine Zunahme der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden an
(IV-act. 136-39/42). Eine Beschwerdezunahme wurde jedoch bereits im ABI-Gutachten
umfassend gewürdigt und bei der Festlegung der Arbeitsunfähigkeit aus somatischer
Sicht mit einbezogen. Der ABI-Psychiater war zum Schluss gekommen, das Ausmass
der Beschwerden und die subjektive Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können,
lasse sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektivieren. Es müsse
eine psychische Überlagerung der geklagten Schmerzen angenommen werden.
Diagnostisch handle es sich um eine Schmerzverarbeitungsstörung (IV-act. 116-13/31).
Medizinisch-psychiatrische Fakten, welche diese Beurteilung in Frage zu stellen
vermöchten, werden vom Beschwerdeführer weder vorgebracht noch belegt. Allein der
- nicht fachärztliche - Hinweis der Internisten Dr. C._ und Dr. D._, dass mit
Ausnahme der vom Psychiater getroffenen Diagnose und des festgestellten Grads der
Arbeitsunfähigkeit dem Ergebnis des Gutachtens beigepflichtet werden könne,
nachdem der Beschwerdeführer immer wieder über Traurigkeit, Niedergeschlagenheit,
ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Interesseverlust, Müdigkeit, Schwäche und
Schlafstörungen klage (IV-act. 136-39/42; act. G 1 Beilage 7), stellt keinen
zureichenden Anlass für eine weitere psychiatrische Begutachtung dar, zumal das
erwähnte Beschwerdebild bereits bei der ABI-Begutachtung besprochen und vom ABI-
Psychiater auch gewürdigt wurde (vgl. IV-act. 116-12/31-14/31). Letzteres anerkennt
auch der Beschwerdeführer (act. G 1 S. 11 unten). Wenn er in diesem Zusammenhang
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aus dem Hinweis, wonach er dem ABI-Dolmetscher gesagt habe, er wache "mehrmals"
und nicht nur "manchmal" in der Nacht auf, ableiten möchte, dass der ABI-Psychiater
den Umfang der Schlafstörungen nicht erkannt und als Folge davon eine depressive
Störung übersehen habe (vgl. act. G 1 S. 10), so erscheint dies wenig plausibel, zumal
Schlafstörungen bei Depressionen lediglich einen Aspekt unter vielen darstellen.
Immerhin ergibt sich daraus, dass anlässlich der ABI-Begutachtung Schlafstörungen
zur Diskussion standen. Die Schlussfolgerung des ABI-Psychiaters, wonach der
Beschwerdeführer nicht unter deutlichen Schlafstörungen leide und die gelegentlichen
nächtlichen Schlafschwierigkeiten auch dadurch bedingt seien, dass er den Tag wenig
strukturiert verbringe und unausgefüllt sei, lässt sich damit nicht beanstanden. Auch
der Hinweis von Dr. D._ vom 4. Mai 2009, dass der Beschwerdeführer wegen
schwerer depressiver Symptomatik seit September 2008 medikamentös mit Deanxit
behandelt werde (act. G 1 Beilage 11), vermag keine im Vergleich zum ABI-Gutachten
dauerhaft veränderte Situation glaubhaft zu machen, zumal im ABI-Gutachten die von
Dr. D._ aufgeführten Symptome im Wesentlichen in vergleichbarer Weise
beschrieben wurden. Der ABI-Psychiater vermerkte in diesem Zusammenhang eine
ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung (IV-act. 116-14/31). Bezüglich der
erwähnten Behandlung mit Deanxit wies die RAD-Ärztin am 9. Juni 2009 im Übrigen
darauf hin, dass es sich dabei um ein Antidepressivum handle, welches bei
neuropathischen Schmerzen verordnet werde und als Schmerztherapie durchaus Sinn
mache. Eine manifeste Depression lasse sich daraus nicht ableiten. Auch befinde sich
der Beschwerdeführer nicht in fachärztlicher (psychiatrischer) Behandlung (IV-act.
162-2/2). Tatsächlich lässt sich allein aus einer Verabreichung von Antidepressiva
durch den Hausarzt nicht schliessen, dass effektiv eine erhebliche und dauerhafte
Depression vorliegt. Bei dieser Aktenlage ist für die nachstehend vorzunehmende
Rentenbemessung von der durch die ABI-Gutachter festgelegten Arbeitsfähigkeit von
70 % auszugehen. Sollte sich im Nachgang zur Verfügung vom 3. April 2009 eine
manifeste Verschlechterung des (psychischen) Gesundheitszustands ergeben haben,
so wäre dies mittels eines Revisionsbegehrens (Art. 17 ATSG) geltend zu machen.
4.
4.1 Das Valideneinkommen 2008 von Fr. 68'194.-- ermittelte die
Beschwerdegegnerin gestützt auf die Angaben der Schweizerischen Südostbahn AG
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für das Jahr 2002 bzw. den entsprechenden Eintrag im individuellen Konto (Fr.
63'360.--) unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen Nominallohnanpassung (IV-
act. 23-2/3, 65-3/4, 123-1/1). Bei Anwendung der Nominallohnindex-Tabelle des
Bundesamtes für Statistik würde sich ein leicht höherer Wert von Fr. 68'572.-- (Index
Männer 2002: 1933; Index Männer 2008: 2092) ergeben. Zusätzlich stellt sich die - von
den Parteien nicht diskutierte - Frage, ob das vom Beschwerdeführer von 1986 bis
November 2003 erzielte Einkommen aus einer Tätigkeit als Hauswart ebenfalls
berücksichtigt werden muss (vgl. IV-act. 76-5/8, 121). Ein Nebenerwerb ist als
Valideneinkommen dann mit einzubeziehen, wenn er bereits im Gesundheitsfall erzielt
wurde und ohne Gesundheitsschaden weiterhin erzielt worden wäre (SZS 2008, 569
mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 9C_45/2008, Erw. 4.2). Soweit ersichtlich
übte der Beschwerdeführer selbst (und nicht Familienmitglieder) den Nebenerwerb als
Hauswart/Gebäudereiniger aus. Im Jahr 2002 erzielte er daraus ein Einkommen von Fr.
2'902.-- und im Jahr 2003 (für 11 Monate) ein solches von Fr. 2'662.--. Gemäss
Arbeitgeber-Bescheinigung hatte es sich um ein bis Ende 2003 befristetes
Arbeitsverhältnis gehandelt (IV-act. 24-4/5). Allerdings dürfte angesichts der immerhin
16jährigen Dauer nicht ein eigentlich befristetes Arbeitsverhältnis vorgelegen haben,
sondern vielmehr ein jeweils immer wieder (um ein Jahr) verlängertes Arbeitsverhältnis.
Der Umstand, dass es auf Ende November 2003 beendet wurde, hatte gemäss
Darlegungen in der Gesamtbeurteilung des ABI-Gutachtens 2008 (IV-act. 116-20/31)
gesundheitliche Gründe (andauernde Rückenschmerzen). Seit 25. September 2003
hatte denn auch in der bisherigen Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-
act. 49-20/21). Bei dieser Aktenlage ist grundsätzlich davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer das Nebenerwerbseinkommen von rund Fr. 3'000.-- pro Jahr ohne
Eintritt des Gesundheitsschadens auch nach 2003 weiterhin erzielt hätte bzw. dieses
aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr erzielen konnte.
4.2 Wie sich aus den nachstehenden Ausführungen ergeben wird, kann jedoch
offenbleiben, welcher der erwähnten Beträge als Valideneinkommen zu verwenden und
ob der erwähnte Nebenerwerb mit einzubeziehen ist, da die resultierenden Varianten
zum selben Endergebnis führen. Einig sind sich die Parteien grundsätzlich, dass das
zumutbare Invalideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen ist. Zugrunde zu legen sind - wie
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beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2008. Massgebend sind dabei die
gesamtschweizerischen Werte und nicht diejenigen der Grossregion (vgl. SVR-UV 2007
Nr. 17, 56 Erw. 8.1-8.5). Der Beschwerdeführer ist zwar auf leichte Hilfsarbeiten
beschränkt, aber er wäre in der Lage, seine Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu
verwerten, sowohl im Sektor Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen.
Auszugehen ist deshalb vom allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen
gemäss LSE 2008 TA 1 Niveau 4 von Fr. 57'672.-- (12 x Fr. 4'806.--). Unter
Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden
und einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70% resultiert ein Wert von Fr. 41'985.--.
4.3 Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt,
wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte Person, die
gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, ihre Rest
arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche
und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben. Hingegen ist zu beachten, dass nicht immer sämtliche Ausländer weniger
Einkommen als der Totalwert aller Schweizer und Ausländer erzielen; vielmehr können
sich je nach Aufenthaltskategorie und Anforderungsniveau weit gehende Unterschiede
ergeben, insbesondere bei Inhabern einer Niederlassungsbewilligung C, bei welchen
der Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten darüber liegen kann (vgl.
BGE 126 V 75 Erw. 5a mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzugs, der eine
Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75 Erw. 6).
Der Beschwerdeführer reiste 1973 in Schweiz ein und war danach bis 1990 im
Baugewerbe und in Produktionsbetrieben tätig. Er verfügt über eine
Niederlassungsbewilligung C. Ihm ist aufgrund der Befunde am Bewegungsapparat
eine körperlich leichte Tätigkeit lediglich noch zu 70 % zumutbar (IV-act. 116-21/31).
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens verrichtete der Beschwerdeführer ohne
abgeschlossene berufliche Ausbildung manuelle Arbeit und ist nun auch für leichte
Arbeiten erheblich eingeschränkt. Eine zu erwartende lohnmässige Benachteiligung
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ergibt sich dabei vorderhand aus dem Umstand, dass in ihrer Leistungsfähigkeit
beeinträchtigte Arbeitnehmer, vor allem auch auf dem Arbeitsmarkt für ungelernte
Tätigkeiten, in aller Regel nicht mit den gesunden Personen auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt üblicherweise gewährten Lohnansätzen rechnen können. Dieser Umstand
wurde in der angefochtenen Verfügung mit einem Abzug von 10 % berücksichtigt.
Hinzu kommt beim Beschwerdeführer eine - durch die Hörgeräte-Versorgung allerdings
weitgehend kompensierte - ausgeprägte Schwerhörigkeit (vgl. IV-act. 110-2/4,
116-13/31). Mit dem Leidensabzug sind sodann wie erwähnt an sich
"invaliditätsfremde" persönliche und berufliche Merkmale zu berücksichtigen, die sich
zusätzlich zur eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auf den Invalidenlohn auswirken
können, wenn dieser anhand von Durchschnittslöhnen ermittelt wird. Der
Beschwerdeführer stand bei Rentenbeginn im 63. Altersjahr. Auf dem Arbeitsmarkt für
Hilfsarbeiter dürften deswegen einige Schwierigkeiten bestanden haben, eine
Arbeitsstelle zu finden. Im Fall einer Anstellung wäre dabei auch mit einer
Lohneinbusse zu rechnen gewesen (vgl. dazu auch Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts i/S N. vom 31. Juli 2008 [IV 2007/249] Erw. 3.2.4, 3.3 und Urteil
des Bundesgerichts vom 30. September 2008 i/S N. [9C_677/2008]). Zu
berücksichtigen ist sodann auch die relativ lange Dauer der Betriebszugehörigkeit vor
Eintritt des Gesundheitsschadens; der Beschwerdeführer war seit 1990 während 13
Jahren beim gleichen Arbeitgeber tätig. Im Weiteren fällt in Betracht, dass er eher
wenig integriert ist und zwar über "gewisse" Deutschkenntnisse verfügt, das Gespräch
mit den ABI-Gutachtern jedoch mit Hilfe eines Dolmetschers stattfinden musste (vgl.
IV-act. 116-11/31f). Insgesamt erscheint damit ein Abzug vom Invalideneinkommen von
20 % den Verhältnissen angemessen. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin (act. G 4 S. 5) können die geschilderten Gesichtspunkte Alter,
tiefe Qualifikation und mangelnde Sprachkenntnisse nicht dadurch als berücksichtigt
gelten, dass das Invalideneinkommen anhand der niedrigen Qualifikationsstufe (4) der
Tabellenlöhne berechnet wurde. Ein 20 %-Abzug stand denn auch bei der
Beschwerdegegnerin zur Diskussion bzw. wurde intern ausdrücklich beantragt, wenn
auch mit der Begründung eines zusätzlichen Teilzeitabzugs (vgl. IV-act. 163-2/2). Zu
letztgenanntem Punkt bleibt ergänzend festzuhalten, dass die reduzierte
Arbeitsleistung von 70 % den Beschwerdeführer für einen möglichen Arbeitgeber
bezüglich Arbeitsplatzinfrastruktur und administrativem Aufwand in gleicher Weise wie
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Teilzeitangestellte teurer machen würde, auch wenn die Limitierung auf ein
Teilzeitpensum von 70% jedenfalls gemäss älterer Rechtsprechung des
Bundesgerichts keinen weiteren Abzug rechtfertigt, da er vollzeitlich an einem
Arbeitsplatz anwesend sein könnte (vgl. Urteile des EVG vom 18. Juli 2005 i/S A.P.-G.
[I 104/05] Erw. 3 mit Hinweisen und vom 2. November 2007 i/S S.A. [I 69/07] Erw. 5.2,
vgl. aber auch Urteile 9C_708/2009 E. 2.5.2 und 8C_548/2010 vom 23. Dezember 2010
E. 5.2.2).
4.4 Unter den geschilderten Voraussetzungen stehen einem Valideneinkommen von
mindestens Fr. 68'194.-- (ohne Berücksichtigung des Nebenerwerbs) bzw. knapp
72'000.-- (bei Berücksichtigung des Nebenerwerbs) ein Invalideneinkommen von
Fr. 33'588.-- (Leidensabzug von 20 %) gegenüber, woraus sich
Erwerbsunfähigkeitsgrade von 51 % bzw. 53 % errechnen. Der Beschwerdeführer hat
daher in beiden Varianten ab Juni 2007 Anspruch auf eine halbe Rente.
5.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 3. April 2009 in Gutheissung
der Beschwerde aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem
Beschwerdeführer ab 1. Juni 2007 eine halbe Rente auszurichten. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Mit Blick auf das Obsiegen des Beschwerdeführers hat die
Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. Gemäss
Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz
der Parteikosten. Ausgehend von einer "mittleren" Entschädigung bei vollem Obsiegen
von Fr. 3'500.-- erscheint die Zusprechung einer Parteientschädigung in dieser Höhe
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Die vom
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eingereichte Kostennote (act. G 8) enthält
keine Gesichtspunkte, aufgrund welcher von der Pauschalentschädigung abzusehen
und der in Rechnung gestellte Betrag zuzusprechen wäre.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP