Decision ID: b4ea178d-0abe-50eb-9de6-2eb834e62741
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Jau, M.A. HSG, Jau und Schäfer
Rechtsanwälte, Degersheimerstrasse 6, Postfach 136, 9230 Flawil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 16. März 2009 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, wegen einer Radikulopathie rechts
und einer Diskushernienoperation C5/6 seit dem 19. Mai 2008 zu 100 % arbeitsunfähig
zu sein. Zuletzt habe sie in einem Vollpensum bei der B._ AG gearbeitet.
A.b Anlässlich eines telefonischen Gesprächs vom 6. April 2009 mit RAD-Ärztin C._,
Fachärztin für Arbeitsmedizin FMH, erklärte Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine
Medizin FMH, dass die Versicherte an einer Diskushernie C5/6 bei ventraler
Diskektomie und Spondylodese (April 2008), an einer Parese M4 im rechten
dominanten Arm und an anhaltenden Schmerzen leide (unterzeichnetes
Gesprächsprotokoll vom 8. April 2009: IV-act. 11). Einem beigelegten Bericht der Klinik
für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 6. April 2009 (IV-act. 10-3
ff.) war zu entnehmen, dass die sensomotorischen Defizite im rechten Arm
elektrophysiologisch nicht hätten objektiviert werden können; insbesondere bestehe
kein Hinweis für das Vorliegen einer Neuropathie.
A.c Die B._ AG berichtete am 27. April 2009, dass sie die Versicherte vom 17.
September 2007 bis 29. Februar 2008 zu 100 % als Produktionsmitarbeiterin
beschäftigt habe (IV-act. 13). Die Kündigung sei wegen ungenügender Leistungen
erfolgt. Die Tätigkeit habe Arbeiten an der Maschine, diverse Handarbeiten,
Sichtkontrollen und Arbeiten am Förderband beinhaltet. Bei der Arbeit habe die
Versicherte selten gehen, manchmal sitzen und oft stehen müssen; selten habe sie
leichte Gewichte (0-10 kg) heben oder tragen müssen. Die Versicherte würde heute
ohne Gesundheitsschaden in der ursprünglichen Tätigkeit Fr. 39'000.-- pro Jahr
verdienen.
A.d Dr. med. E._, FMH Physikalische Medizin, berichtete am 27. April 2009, dass die
Versicherte an folgenden Diagnosen leide (IV-act. 14):
· Lumboischialgie links bei
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- mehrsegmentaler Dysfunktion mit Beckenkammtendinose und Periarthrosis coxae
links;
- Verdacht auf Somatisierung;
· Status nach Diskushernien-Operation mit Spondylodese C5/6 am 18. April 2008;
- Verdacht auf funktionelle Parese im rechten Arm.
Die Versicherte habe angegeben, den rechten Arm seit der Diskektomie und Spondy
lodese nicht mehr bewegen zu können. Dr. E._ erklärte, er habe die Beweglichkeit
der BWS und LWS wegen aktiver Gegenwehr, Ausweichbewegungen und Angabe
starker Schmerzen nicht prüfen können. Soweit beurteilbar sei die HWS in der
Beweglichkeit nur leicht eingeschränkt. Aufgefallen sei, dass in den Armen keine
Muskelatrophien bestanden hätten und dass der rechte Arm beim Loslassen aus der
Extensionsstellung noch ein bis zwei Sekunden am Ort geblieben und dann recht
kontrolliert heruntergefallen sei. Auch habe sich die Versicherte auf der Liege auf den
Bauch drehen und den (rechten) Arm unter dem Körper hervorziehen können. Sodann
seien alle Muskelgruppen im Bereich des rechten Armes etwa gleich betroffen. Eine
eingehende Weiterabklärung der Parese mit Myelographie und Myelo-CT habe keine
Hinweise auf eine Spinalstenose oder eine Nervenkompression ergeben. Die Lähmung
könne klinisch-radiologisch nicht erklärt werden. Es bestehe eine erhebliche
Diskrepanz zwischen den heftigen Schmerzangaben und den klinisch-radiologisch
bescheidenen Befunden, sodass von einer Symptomausweitung oder somatoformen
Störung ausgegangen werden müsse.
A.e Dr. D._ gab im Verlaufsbericht vom 2. Juni 2009 (IV-act. 16) als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein radikuläres Syndrom C5/C6 rechts bei
Spondylodese (April 2008) an. Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten ein
Lumbovertebralsyndrom sowie ein latent depressives Zustandsbild (Mai 2009). Seit
dem 9. Dezember 2008 sei die Versicherte wegen subjektiver Schmerzempfindung,
depressiver Grundstimmung und vermuteter funktioneller Parese vollständig
arbeitsunfähig. Nach erfolgreicher psychiatrischer Behandlung werde die Versicherte
zu 50 % arbeitsfähig sein.
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A.f Der Fachbereich Psychosomatik des KSSG gab im Bericht vom 19. Oktober 2009
(IV-act. 26) die folgenden Diagnosen an: Chronische Schmerzkrankheit nach ventraler
Diskektomie C5/6 und Spondylodese mit Hinweisen auf somatoforme Symptome und
Verdacht auf depressive Anpassungsstörung. Es seien lediglich zwei Konsultationen
erfolgt (Juni/August 2009). Als Putzfrau sei die Versicherte wegen der ausgeprägten
Schmerzen, die wahrscheinlich zu einer depressiven Anpassungsstörung mit
Schlafstörung geführt hätten, zu 100 % arbeitsunfähig.
A.g Am 6. November 2009 wurde die Versicherte von RAD-Ärztin C._ untersucht (IV-
act. 35). Dr. C._ gab die folgenden Diagnosen an:
· Diskushernie C5/6
- ventrale Diskektomie und Spondylodese am 18. April 2008;
- Verdacht auf funktionelle Parese M4 rechter dominanter Arm;
· Lumboischialgie links (zunehmend seit Januar 2009)
- mehrsegmentale Dysfunktion mit Beckenkammtendinose und Periarthrosis coxae
links;
- anhaltende Schmerzen: Verdacht auf Somatisierungsstörung und
Symptomausweitung;
- kein Ansprechen auf Schmerzmittel und Spritzen.
Die RAD-Ärztin befand, dass die Versicherte bei der anfänglichen kursorischen
Untersuchung den rechten Arm in der Schulter kaum habe bewegen können, die
Muskulatur des rechten Ober- und Vorderarmes jedoch identisch und kräftig wie links
gewesen sei. Die berufliche Eingliederungsfähigkeit werde vorwiegend durch IV-fremde
Faktoren (Analphabetismus, keine Deutschkenntnisse) beeinflusst. Es sei nicht
nachvollziehbar, weshalb die Versicherte den rechten Arm nicht gebrauchen könne und
wie die Sensibilitätsstörung einzustufen sei.
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A.h Am 10. November 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 33).
A.i Am 15. Dezember 2009 reichte die Neurochirurgie des KSSG weitere Berichte ein
(IV-act. 41 f.). Im Bericht vom 8. Oktober 2009 hatte sie ‒ u.a. gestützt auf neue MRT-
Befunde der HWS und LWS ‒ die folgenden Diagnosen angegeben:
- Linksseitige Lumboischialgie;
- Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung;
- Verdacht auf depressive Anpassungsstörung;
- Status nach ventraler Diskektomie C5/6 und Spondylodese am 18. April 2008.
A.j RAD-Ärztin C._ hielt in einer Stellungnahme vom 23. Dezember 2009 fest (IV-
act. 43), dass die Versicherte in der Tätigkeit als Reinigungskraft und in einer
adaptierten Tätigkeit mindestens seit dem 6. November 2009 zu 100 % arbeitsfähig
sei. Eine adaptierte Tätigkeit sei eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeit ohne übermässige Belastung des rechten Armes.
A.k Mit Vorbescheid vom 23. März 2010 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 46). Am
13. April 2010 informierte Dr. D._ die IV-Stelle (IV-act. 49), dass sich die Versicherte
in psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. F._ befinde. Dem Schreiben von Dr.
D._ waren zwei medizinische Berichte beigelegt (IV-act. 50 f.). Dr. E._ hatte in
seinem Bericht vom 26. Januar 2010 die folgenden Diagnosen angegeben:
· Lumboischialgie links bei
- degenerativen Veränderungen L4-S1 links;
- spondylogener Ischialgie;
· CVS bei
- Status nach ventraler Diskektomie und Spondylodese C5/6;
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- persistierenden myofascialen Schultergürtelschmerzen mit Triggerpunkten und
Insertionstendinosen;
· unklare Lähmung im rechten Arm
- DD: Funktionell? Rheumatische Erkrankung (Sudeck)?;
· Verdacht auf depressive Anpassungsstörung mit somatoformen Schmerzen.
Dr. E._ erklärte, dass das Hauptproblem aus rheumatologischer Sicht nach wie vor
der rechte Arm sei. Die Versicherte könne den Arm wegen der Schmerzen nicht ge
brauchen. Die Hand sei funktionell fast unbrauchbar, da die Versicherte die
Fingergelenke und das Handgelenk nicht mehr aktiv bewege. Passiv könnten die
Gelenke durchgebogen und durchgestreckt werden, allerdings mit Angabe heftiger
Schmerzen. Es könne sich allenfalls um eine schmerzbedingte Parese handeln,
eventuell bedingt durch eine Gelenk- oder Knochenerkrankung. Dr. E._ empfahl, eine
Knochenszintigraphie zu veranlassen. Wenn das Knochenszintigramm und ein kleines
Blutbild in Ordnung seien, müsse definitiv von einer funktionellen Parese ausgegangen
werden. Dr. F._, Oberärztin des Psychiatrischen Zentrums G._, hatte am 11. Mai
2010 berichtet (IV-act. 51), dass die Versicherte an einer mittelgradigen depressiven
Episode (ICD-10: F32.1) und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (F45.4)
leide. Dr. F._ hatte befunden, dass die Versicherte im Gespräch einen sehr leidenden
Eindruck gemacht habe. Die Stimmung sei durchgehend besorgt, gedrückt, eher
resigniert, gefasst wirkend, dafür ohne affektive Modulation gewesen. Das Denken sei
logisch und kohärent, aber grübelnd eingeengt auf die gesundheitlichen Probleme
sowie die Angst und die Zukunftssorgen gewesen. Die Versicherte habe
ausgesprochene Wertlosigkeitsideen und zeitweilige Todeswünsche, ohne aktive
Suizidalität, angegeben. Weiter habe sie über eine Antriebsschwäche berichtet. In der
zusammenfassenden Beurteilung hatte Dr. F._ angegeben, dass die Versicherte
neben einer chronischen Schmerzsymptomatik (Arm-, Kopf- und Rückenschmerzen)
eine depressive Symptomatik mit Angst und sozialem Rückzug entwickelt habe. Die
depressive Symptomatik sei einerseits Folge der körperlich bedingten chronischen
Schmerzen (Psychosyndrom) und andererseits Folge der erheblichen psychosozialen
Folgekomplikationen der Operation (Arbeitsunfähigkeit, Verlust der Arbeitsstelle,
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Einschränkung in Alltagsaktivitäten, massiver Einbruch des Selbstwerts, schwierige
finanzielle Situation). Die aktuelle depressive Symptomatik schränke die
Arbeitsfähigkeit auf ca. 70 % ein.
A.l Mit Verfügung vom 14. Juni 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den im
Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 53). Gegen diese Verfügung erhob die
Versicherte Beschwerde (IV-act. 61). Im Beschwerdeverfahren reichte sie einen neuen
Bericht von Dr. med. H._, Neurologie Klinik I._, vom 1. November 2010 ein (IV-act.
69). Die Diagnosen lauteten:
· Chronifiziertes zervikales und zerviko-brachiales Syndrom bei/mit
- Status nach Dekompression und Spondylodese ventral C5/6 bei rechtsseitiger
Zervikobrachialgie;
- klinisch ausgeprägter muskulärer Dekonditionierung im Nacken-Schulter-Arm
bereich;
- elektrophysiologisch Schwerpunktsneuropathie im Karpaltunnelbereich rechts, kein
Hinweis für axonale Schädigung des Neuronenpols C4-Th1 rechts, normale motorisch
evozierte Potentiale an Armen und Beinen im Seitenvergleich (1. November 2010);
· Karpaltunnelsyndrom rechts, elektrophysiologisch bestätigt;
· somatoforme Schmerzstörung;
· mittelgradige depressive Episode.
Dr. H._ erklärte, dass die Versicherte beim An- und Auskleiden den rechten Arm nicht
benutzt habe, dass aber im weiteren Verlauf eine zunehmende Spontanlösung der
initialen Hand- und Armstellung rechts erfolgt sei. Während der gesamten
Untersuchung habe die Versicherte über diffuse Schmerzangaben im gesamten Körper
und Achsenskelett, insbesondere lumbal wie auch im Bereich Nacken-Arm rechts,
geklagt. Beide Hände seien normal beschwielt gewesen. Tonus, Trophik und
Koordination der Extremitäten seien unauffällig gewesen.
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A.m Mit Entscheid vom 2. April 2012 hiess das Gericht die Beschwerde gut. Es wies
die Sache zur rheumatologischen und psychiatrischen Begutachtung an die IV-Stelle
zurück (IV-act. 73).
B.
B.a Am 20. Juni 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass eine umfassende
medizinische Untersuchung (internistisch, rheumatologisch, neurologisch und
psychiatrisch) notwendig sei (IV-act. 75). Ohne ihren schriftlich begründeten
Gegenbericht innert 10 Tagen werde eine Fachstelle mit der Untersuchung beauftragt.
Die Wahl der Fachstelle werde nach dem Zufallsprinzip erfolgen. In der Beilage
befänden sich die Fragen an die Gutachterstelle. Falls die Versicherte Zusatzfragen
habe, könne sie diese innert gleicher Frist einreichen. Die Versicherte reichte keine
Zusatzfragen ein. Am 9. Juli 2012 beauftragte die IV-Stelle das Medizinische Zentrum
J._ mit der polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 77).
B.b Mit Schreiben vom 24. Juli 2012 teilte das J._ der Versicherten Ort und Zeit der
Begutachtung sowie die Namen der Sachverständigen mit (IV-act. 80). Mit Mitteilung
vom 26. Juli 2012 informierte die IV-Stelle die Versicherte noch einmal über Ort und
Zeit der Begutachtung sowie die Namen der Sachverständigen. Sie wies die
Versicherte darauf hin, dass sie innert 10 Tagen gegen eine oder mehrere der
genannten Sachverständigen triftige Einwendungen vorbringen könne.
B.c Am 5. und 19. September 2012 wurde die Versicherte vom J._ allgemein-inter
nistisch, rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch untersucht (Gutachten vom
31. Oktober 2012, IV-act. 84). Die Begutachtung fand in Anwesenheit einer
Dolmetscherin statt. Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten wie
folgt:
1. Status nach Carpaltunnelsyndrom rechts, elektrophysiologisch gesichert am 1.
November 2010, aktuell ohne Beschwerdeangaben im Sinne eines
Carpaltunnelsyndroms sowie ohne klinische Befunde eines Carpaltunnelsyndroms;
2. Status nach Dekompression und Spondylodese ventral C5/C6 am 18. April 2008,
aktuell ohne Nachweis einer Schädigung cervikaler Nervenwurzeln.
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Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden angegeben:
3. Chronisches Cervikocephal- und Cervikobrachialsyndrom rechtsbetont bei/mit
- Status nach ventraler Diskektomie C5/C6 mit Wurzel- und Myelondekompression,
ventraler interkorporaler Spondylodese mit Beckenkammspan und ventraler Platte 18.
April 2008;
- klinisch nicht untersuchbarer HWS;
- geringer muskulärer Dysbalance;
- tendomyotischer Funktionseinschränkung des Schultergürtels;
- funktioneller Armparese rechts;
- ausgeprägt dysfunktionalem Krankheitsverhalten mit massiver
Schmerzausweitung;
- altersnormalen Röntgenaufnahmen (5. September 2012);
4. Kopfschmerzen im Rahmen eines generalisierten chronischen Schmerzsyndroms
ohne Anhalt für eine organpathologische Genese;
5. Triglyceridämie.
Die Sachverständigen führten weiter aus, die Versicherte habe anlässlich der
Begutachtung angegeben, permanente Schmerzen im Brust- und Nackenbereich zu
haben. Der Schmerz ziehe bis in den Kopf- und Schläfenbereich. Vom Halsbereich her
ziehe der Schmerz hinab in die Wirbelsäule bis ins Kreuz. Die Schmerzen strahlten vom
Kreuz und Gesäss mal in das rechte und mal in das linke Bein aus, sodass das Bein
komplett "blockiere". In den Beinen und den Oberarmen leide sie sehr häufig an
Taubheitsgefühlen und an einem Kribbeln. Die Schmerzen bestünden seit vielen
Jahren, hätten sich im Laufe der Zeit aber deutlich intensiviert; heute leide sie
ununterbrochen an Schmerzen. Es seien brennende und stechende Schmerzen, deren
Intensität (VAS 0-10) mindestens 7 VAS und maximal 9 VAS betrage. Die
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Sachverständigen hielten weiter fest, in psychischer Hinsicht leide die Versicherte
aufgrund der Schmerzen und ihrer familiären und sozialen Situation: Sie könne nicht
arbeiten gehen, weder lesen noch schreiben, ihr Ehemann sei schwer krank, die Familie
habe kein Geld und sei von der Fürsorge abhängig. Die allgemeinmedizinisch-
internistische Untersuchung hatte das Bild einer adipösen, kardiopulmonal
kompensierten Person in unauffälligem Allgemeinzustand ergeben. Die
Laboruntersuchungen hätten ‒ bis auf einen leicht erhöhten Triglycerid- und Leberwert
‒ durchwegs Normalwerte gezeigt. Der rheumatologische Sachverständige Dr. med.
K._ gab an, dass er die Versicherte insbesondere im Bereich der HWS nicht adäquat
bzw. überhaupt nicht habe untersuchen können, da diese sich aktiv dagegen gesperrt
habe. Im HWS-Bereich hätten sich besonders ausgeprägte Diskrepanzen zwischen
dem spontanen Bewegungsverhalten, den Angaben der Versicherten und den
Untersuchungsbefunden gezeigt. So habe die Versicherte den Kopf während der
Anamnese problemlos ohne pathologische Mitbewegung des Rumpfes 70 bis 80° zur
links sitzenden Dolmetscherin drehen und in Bauchlage den rotierten Kopf ablegen
können. In der Untersuchungssituation hingegen sei keine Rotation des Kopfes
möglich gewesen. Auch mit Bezug auf den rechten Arm seien Diskrepanzen
aufgefallen. So habe die Versicherte während der Beschwerdeschilderung den rechten
Arm problemlos abduzieren, den Ellbogen und die Hand unauffällig bewegen, beim
Strichgang die nach vorne gehaltenen Hände des Untersuchers fassen, beim
Kleiderwechsel mit dem rechten Arm nachhelfen und sich beim Drehen auf der
Untersuchungsliege mit dem rechten Arm abstützen können. Eine organisch bedingte
Lähmung könne aufgrund dieser klinischen Befunde ausgeschlossen werden.
Bezüglich der Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in das linke Bein seien die
klinischen und radiologischen Befunde, bis auf Tendomyosen gluteal links, bei deren
Palpation die Ausstrahlungen in das linke Bein hätten provoziert werden können, völlig
unauffällig gewesen. Hierbei dürfte es sich um eine reine "referred pain-Symptomatik"
handeln. Aufgrund der durchwegs unauffälligen radiologischen Abklärungen und des
letzten MRI-Befundes der HWS könne aus rheumatologischer Sicht keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (unklare
Arbeitsplatzverhältnisse) begründet werden. Im Vordergrund stehe ein ausgeprägtes
dysfunktionales Krankheitsverhalten mit Schmerzausweitung mit allen Zeichen eines
nichtorganischen Krankheitsverhaltens. Zum Bericht von Dr. E._ vom 26. Januar
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2010 merkte Dr. K._ an, dass aufgrund des zwischenzeitlichen Verlaufs und des
aktuellen Befundes eine Knochenstoffwechselstörung, eine Gelenkaffektion oder eine
Algodystrophie mit praktischer Sicherheit ausgeschlossen werden könnten. Der
neurologische Sachverständige Dr. L._ hielt in seinem Teilgutachten fest, dass eine
erhebliche Diskrepanz zwischen der subjektiv vorgetragenen Schmerzintensität auf der
einen Seite und den geringgradigen objektiv nachvollziehbaren Beeinträchtigungen in
der Verhaltensbeobachtung sowie den im Wesentlichen unauffälligen
Untersuchungsbefunden auf der anderen Seite aufgefallen sei: Während die
Versicherte auf dem Flur ein flüssiges Gangbild gezeigt habe, seien ihre Bewegungen
ab dem Zeitpunkt, als sie den Untersuchungsraum betreten habe, deutlich langsamer
geworden. Das An- und Auskleiden sei zügig und geschickt gelungen. Den Kopf habe
sie spontan frei in alle Richtungen gewandt. Während der gesamten Exploration habe
die Versicherte nicht schmerzgequält gewirkt. Bei der Untersuchung der HWS habe sie
in alle Bewegungsrichtungen vollständig aktiv blockiert. Das bei der Untersuchung
erreichte Bewegungsausmass der HWS sei nicht kompatibel mit den in den
Spontanbewegungen erreichten Bewegungsausmassen gewesen. Bei Ablenkung habe
sich an der HWS kein korrelierender Muskelhartspann palpieren lassen. Für die
vorgetragenen Schulter-, Nacken-, Kopf-, Arm-, Brust- und Kreuzschmerzen sei kein
sicherer Anhalt für eine organpathologische Genese auf neurologischem Gebiet
gefunden worden. Die geltend gemachte vollständige Anästhesie und Analgesie im
rechten Arm sei organpathologisch nicht nachvollziehbar. Ein Anhalt für ein
neuropathisches Schmerzsyndrom mit Allodynie oder Hyperpathie bestehe nicht. Die
Versicherte habe in der Untersuchung keine Symptome eines Carpaltunnelsyndroms
angegeben. Aufgrund des in den Akten dokumentierten leicht- bis mässiggradigen
Carpaltunnelsyndroms rechts seien Tätigkeiten mit Zwangshaltung in Überstreckung
oder Überbeugung des rechten Handgelenks prinzipiell zu vermeiden. Aufgrund der
bekannten Vorerkrankungen am Rücken seien körperlich schwere Tätigkeiten,
Tätigkeiten mit Heben schwerer Lasten und Tätigkeiten in Zwangshaltungen sicher
nicht mehr zumutbar. Aus rein neurologischer Sicht bestehe jedoch keine dauerhafte
Arbeitsunfähigkeit. Die psychiatrische Sachverständige Dr. M._ erklärte, dass sie im
Rahmen der psychiatrischen Exploration einen unauffälligen psychischen Befundstatus
festgestellt habe: So hätten sich klinisch keine Anhaltspunkte für Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen gezeigt. Auch eine Erschöpfungstendenz oder eine
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Müdigkeit sei nicht festgestellt worden. Bei der Kommunikation und den
interpersonellen Aktionen hätten zu keinem Zeitpunkt Auffälligkeiten objektiviert werden
können. Auch hätten Anhaltspunkte für Kurz- oder Langzeitgedächtnisstörungen
gefehlt. Eine Vergesslichkeit oder Hinweise auf eine Zeitgitterstörung hätten nicht
vorgelegen. Das formale Denken sei systematisch und geordnet, das inhaltliche
Denken regelrecht und situationsadäquat gewesen. Depressionstypische Denkinhalte
hätten nicht ausgemacht werden können. Die Versicherte habe Insuffizienzgefühle,
Gefühle der Wertlosigkeit, Schuldgefühle oder dergleichen verneint. Ein
Interessenverlust, der alle Belange des alltäglichen Lebens beträfe, sei nicht festgestellt
worden. Auch eine Einschränkung im sozialen und im Integrationsniveau sei nicht
festgestellt worden. Die Freudfähigkeit sei vorhanden gewesen. Die Affektivität sei
ausgeglichen gewesen; nur situativ bedingt sei sie leicht bedrückt gewesen. Die
Modulationsfähigkeit sei im Bereich der Norm gewesen. Der psychomotorische bzw.
der allgemeine Antrieb sei unauffällig gewesen. Eine depressionstyptische
Verlangsamung habe nicht vorgelegen. Die Versicherte habe über gewisse
Schlafstörungen berichtet, ein Morgentief habe jedoch nicht festgestellt werden
können. Die psychiatrische Sachverständige hielt abschliessend fest, dass die
Versicherte zum Untersuchungszeitpunkt nicht über eigenständige psychiatrische
Beschwerden, sondern mehrheitlich über bestehende Beeinträchtigungen aufgrund
körperlicher Schmerzen und Unzulänglichkeiten berichtet habe. Aus psychiatrischer
Sicht hätten sich zum aktuellen Zeitpunkt keine richtungsweisenden Aspekte für eine
krankheitswertige Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gezeigt. Vielmehr sei
‒ bei deutlich im Hintergrund einwirkenden IV-fremden Gründen wie beispielsweise
Migrationshintergründe, die finanzielle Situation und auch ein Mangel an Soft- und
Hardskills ‒ ein regressives, selbstlimitatives, demonstratives Gebaren im Vordergrund
gestanden. Für die Vergangenheit könne grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden,
dass eine gewisse gedrückte Stimmung in gewissen Zeitabschnitten vorgelegen haben
könnte. Diese könne allerdings nicht als anhaltende affektive Störung mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit interpretiert werden, sondern müsse vor allem konstellativ im
Rahmen der misslichen Lebensumstände und auch vor allem der persönlichen
Vorstellungen und der persönlichen Grundhaltung der Versicherten interpretiert
werden. Die Versicherte habe im Rahmen der Exploration eine antidepressive
Medikation mit Cymbalta angegeben. Bei der durchgeführten Blutuntersuchung habe
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sich ein nicht nachweisbarer Blutspiegel gezeigt (<30 nmol/l). Der persönliche
Leidensdruck und eine allfällige Mitwirkungspflicht seien deshalb grundsätzlich in
Frage zu stellen, ebenso eine Behandlungsbedürftigkeit. Die Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit eigenständigem Krankheitswert könne
nicht gestellt werden, denn es habe nie eine kognitive Fixierung auf die
Schmerzsymptomatologie bestanden. In erster Linie sei die Versicherte mit defizit- und
beschwerdeorientierten Angaben und Symptomschilderungen aufgefallen. Die beklagte
Symptomatologie mit massiver Schmerzqualität und einer Intensität von VAS 9/10 sei
im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung affektiv als solche jedoch nicht spürbar
gewesen. Die Schmerzen spiegelten sich auch im Ablauf des Tagesgeschehens nicht
wieder. Die Versicherte sei nämlich gemäss dem von ihr beschriebenen
Tagesaktivitätsniveau durchaus in der Lage, sich von der Schmerzsymptomatik zu
distanzieren. Sie habe sich durchaus in der Lage gezeigt, diese zu überwinden. Es sei
der Versicherten möglich, längere Reisen auf sich zu nehmen, sich im sozialen Gefüge
einzuordnen und ihren haushaltlichen Verpflichtungen nachzukommen.
Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass keine psychiatrische Störung mit
eigenständigem Krankheitswert mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege.
Regressive Krankheitsmuster mit Krankheitsgewinn oder demonstratives
Krankheitsgebaren könnten nicht als psychiatrische Störung mit Krankheitswert
interpretiert werden. Die Sachverständigen kamen zum Schluss, dass die Versicherte
aus interdisziplinärer Sicht grundsätzlich in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
sei. Allerdings sollten schwere, sehr rückenbelastende Tätigkeiten und Tätigkeiten mit
deutlicher Belastung und Überstreckung des rechten Handgelenks wegen eines
möglicherweise beginnenden CTS-Syndroms vermieden werden. In ihrer zuletzt
ausgeübten Erwerbstätigkeit als Betriebsmitarbeiterin sei die Versicherte zu 100 %
arbeitsfähig, wobei die Arbeitsplatzverhältnisse unklar seien.
B.d RAD-Ärztin C._ hielt in ihrer Stellungnahme vom 26. November 2012 fest (IV-
act. 85), dass das Gutachten des MZR umfassend, in sich widerspruchsfrei, kohärent
und schlüssig sei, weshalb vollumfänglich darauf abgestellt werden könne. Es
bestünden erhebliche Diskrepanzen zwischen der subjektiv vorgetragenen
Schmerzintensität und den geringgradig objektiv nachvollziehbaren Beeinträchtigungen
in der Verhaltensbeobachtung.
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B.e Mit Vorbescheid vom 4. Dezember 2013 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 88). Zur Begründung führte sie an, dass die
Versicherte in ihrer Arbeitsfähigkeit grundsätzlich nicht eingeschränkt sei. Es sei ihr
weiterhin zumutbar, ein Jahreseinkommen von Fr. 39'000.-- zu erzielen, weshalb der
IV-Grad 0 % betrage und folglich kein Rentenanspruch bestehe. Am 22. Januar 2013
wendete die Versicherte zusammengefasst dagegen ein (IV-act. 91), sie sei mit dem
Vorbescheid nicht einverstanden, da sie wegen ihrer körperlichen Krankheit nicht mehr
arbeiten könne. Allein die Bewältigung des Alltags sei für sie schon eine psychische
und körperliche Last. Mit Verfügung vom 1. Februar 2013 wies die IV-Stelle das
Rentengesuch aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 92).
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 25. Februar 2013 Beschwerde (act. G 1). Sie machte geltend, dass sie immer noch
starke Schmerzen habe und deshalb auch keine zumutbare Tätigkeit ausüben könne.
C.b Am 20. März 2013 liess die inzwischen rechtlich vertretene Beschwerdeführerin
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das
Beschwerdeverfahren stellen (act. G 4).
C.c Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 16. April 2013 die
Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Sie machte geltend, die Beschwerdeführerin
habe nicht dargelegt, inwiefern das massgebende Gutachten fehlerhaft sein sollte.
Gründe, weshalb nicht auf das Gutachten des J._ abgestellt werden könnte, seien
keine ersichtlich.
C.d Am 24. April 2013 bewilligte das Gericht die unentgeltliche Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche Rechtsverbeiständung) für das
Beschwerdeverfahren (act. G 7).
C.e Innert zweimal erstreckter Frist reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
am 4. Juni 2013 die Replik ein (act. G 12). Er beantragte die Zusprache einer ganzen
Rente; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zur Begründung brachte der Rechtsvertreter vor, die
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Beschwerdeführerin habe das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 20. Juni 2012
nie erhalten. Sie habe deshalb keine Ergänzungsfragen an die Sachverständigen des
J._ stellen können. Auch sei der Beschwerdeführerin direkt der Vorbescheid
zugestellt worden, ohne ihr vorher Gelegenheit zur Stellungnahme zum Gutachten
einzuräumen. Dadurch habe die Beschwerdegegnerin gegen die Minimalgarantien nach
Art. 29 Abs. 2 BV verstossen, weshalb das Gutachten des J._ aus dem Recht zu
weisen und vom Gericht ein neues Gutachten anzuordnen sei. Werde das Gutachten
nicht aus dem Recht gewiesen, müsse es als "Gutachten nach altem Standard"
qualifiziert werden, da die Beschwerdeführerin nicht im Voraus über den Fragenkatalog
sowie die Möglichkeit, Ergänzungsfragen anbringen zu können, informiert worden sei.
Dies bedeute, dass bereits bei Vorliegen relativ geringer Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit eine neue Expertise eingeholt werden müsse. Diese
Voraussetzungen seien vorliegend erfüllt: Die Beschwerdegegnerin habe es
unterlassen, die Schlafstörungen in einem Schlaflabor abzuklären. Diese Abklärung
hätte auch Hinweise auf die effektiv erlebten Schmerzen bringen können. Weiter habe
die psychiatrische Sachverständige nicht berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin
wöchentlich psychiatrische Sitzungen à 2 bis 3 Stunden absolviere. Sodann sei die
psychiatrische Sachverständige fälschlicherweise davon ausgegangen, dass ein
gewisses organisches Korrelat für die Schmerzsymptomatik vorhanden sei, weshalb
sie das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung verneint habe.
C.f Mit Duplik vom 20. Juni 2013 erklärte die Beschwerdegegnerin (act. G 14), sie
habe sich an den neuen Vergabemodus gehalten. Die Behauptung, die Mitteilung vom
20. Juni 2012 sei nicht zugestellt worden, müsse als reine Schutzbehauptung gewertet
werden. Selbst wenn dem so wäre, hätte dies nicht automatisch die Unverwertbarkeit
des Gutachtens zur Folge. Die Beschwerdeführerin habe es gänzlich unterlassen,
mitzuteilen, welche Zusatzfragen sie gerne gestellt hätte. Hinzu komme, dass die
Beschwerdeführerin auch anlässlich der Begutachtung und im Vorbescheidverfahren
noch allfällige Fragen an die Sachverständigen hätte vorbringen können. Diese Rüge
sei daher als rechtsmissbräuchlich zu werten. Des Weiteren bestehe keine
Verpflichtung, eine versicherte Person über den Eingang eines Gutachtens bei der IV-
Stelle zu informieren. Durch die direkte Zustellung des Vorbescheids sei der
Beschwerdeführerin kein Nachteil erwachsen. Und schliesslich würde eine neue
Begutachtung mit Sicherheit zu keinem anderen Ergebnis führen.
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Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 0 % abgelehnt.
Strittig ist demnach, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente
hat.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist
gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, das Gutachten der
J._ sei aus zwei Gründen nicht verwertbar: Einerseits weil die Beschwerdeführerin
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das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 20. Juni 2012 nicht erhalten und deshalb
nicht gewusst habe, dass sie den Sachverständigen Zusatzfragen stellen könne und
andererseits weil ihr das Gutachten nicht vor Erlass des Vorbescheids zugestellt
worden sei. Bezüglich des ersten Einwandes ist vorab anzumerken, dass der
Beschwerdeführerin das Schreiben vom 20. Juni 2012 (IV-act. 75) gemäss den Akten
zugestellt worden ist; auch ihr Hausarzt hat eine Kopie des Schreibens erhalten. Die
Beschwerdegegnerin hat sich somit grundsätzlich korrekt verhalten; es kann von der
Beschwerdegegnerin aus administrativen wie auch aus finanziellen Gründen nicht
verlangt werden, alle Schreiben an versicherte Personen per Einschreiben zuzustellen.
Mit Mitteilung vom 26. Juli 2012 (IV-act. 81) informierte die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerin über die Begutachtungstermine. Der erste Satz des Schreibens
lautet wie folgt: "Wir haben Sie informiert, dass eine umfassende medizinische
Untersuchung notwendig wird." Hätte die Beschwerdeführerin das Schreiben vom
20. Juni 2012 tatsächlich nicht erhalten, hätte ihr (bzw. ihrem Ehemann) bei
Aufwendung gebührender Sorgfalt spätestens nach Erhalt der Mitteilung vom 26. Juli
2012 auffallen müssen, dass sie von der Beschwerdegegnerin bisher nicht über die
polydisziplinäre Untersuchung informiert worden war, und sie bzw. ihr Ehemann hätten
dies der Beschwerdegegnerin melden können. Die Beschwerdegegnerin hat
argumentiert, die Rüge des Rechtsvertreters, das Gutachten dürfe bereits aus den
genannten formellen Gründen nicht verwertet werden, sei rechtsmissbräuchlich. Das
Vorbringen des Rechtsvertreters erscheint tatsächlich sehr formalistisch, zumal er im
Schriftenwechsel nicht vorgebracht hat, welche Zusatzfragen die Beschwerdeführerin
gestellt hätte, wenn sie um diese Möglichkeit gewusst hätte; diese Fragen hätten,
soweit sie vom Gericht als substantiiert gewertet worden wären, der Gutachterstelle im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens nachträglich noch vorgelegt werden können.
Bezüglich des zweiten Einwandes ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die von der
IV-Stelle in Auftrag gegebenen Gutachten praxisgemäss nicht automatisch den
versicherten Personen zugestellt werden. Diese Praxis ist begründet, denn den
versicherten Personen ‒ in der Regel medizinische Laien ‒ fehlt regelmässig das
notwendige Fachwissen, um den Inhalt eines Gutachtens verstehen bzw.
nachvollziehen zu können. Eine direkte Zustellung des Gutachtens an den
behandelnden Arzt wäre nicht datenschutzkonform gewesen; die Beschwerdeführerin
hatte lediglich darin eingewilligt, dass die behandelnden Ärzte auf Anfrage mit einer
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Kopie des Gutachtens bedient werden (siehe IV-act. 5). Der Beschwerdeführerin ist
durch den Umstand, dass ihr bzw. ihrem Hausarzt das Gutachten erst nach Erhalt des
Vorbescheids zugestellt worden ist, zudem kein Nachteil widerfahren, da sie ihre Kritik
am Gutachten noch im Vorbescheidsverfahren hätte anbringen können. Das Gutachten
ist somit in formeller Hinsicht nicht zu beanstanden und voll verwertbar.
3.
3.1 In somatischer Hinsicht hat die Beschwerdeführerin geltend gemacht, praktisch
an permanenten, sehr starken Schmerzen im ganzen Körper zu leiden. Zudem
bestünden sehr häufig Taubheitsgefühle und Kribbeln in den Beinen und den
Oberarmen. Den rechten Arm könne sie aufgrund einer Parese nicht mehr bewegen.
Die Sachverständigen des J._ sind zum Schluss gekommen, dass lediglich ein Status
nach Carpaltunnelsyndrom rechts und ein Status nach Dekompression und
Spondylodese ventral C5/C6 einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Ein
diagnostiziertes chronisches Cervikocephal- und Cervikobrachialsyndrom rechtsbetont
(inkl. Armparese rechts) sowie die Kopfschmerzen hätten keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit, da kein organisches Korrelat für diese Krankheiten habe gefunden
werden können. Die Diagnosen des J._ decken sich im Wesentlichen mit den
Diagnosen der behandelnden Ärzte und der RAD-Ärztin C._. Insbesondere haben alle
medizinischen Fachpersonen erhebliche Diskrepanzen zwischen den Schmerzangaben
sowie der angeblichen Lähmung des rechten Armes und den klinisch-radiologischen
Befunden angegeben. Die Sachverständigen des J._ sind zum Schluss gekommen,
dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit
grundsätzlich nicht eingeschränkt sei; einzig schwere, sehr rückenbelastende
Tätigkeiten und Tätigkeiten mit deutlicher Belastung und Überstreckung des rechten
Handgelenks sollten vermieden werden. In Anbetracht der im Wesentlichen
unauffälligen bildgebenden und klinischen Untersuchungsbefunde überzeugt diese
Einschätzung. Die Sachverständigen haben die Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin aus somatischer Sicht auf 100 % geschätzt. Sie
haben jedoch darauf hingewiesen, dass unklar sei, welche Arbeiten die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit beinhaltet habe. Bei der Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin bei
der B._ AG dürfte es sich um eine leichte Tätigkeit gehandelt haben, die Arbeiten an
der Maschine, diverse Handarbeiten, Sichtkontrollen und Arbeiten am Förderband
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beinhaltet hat. Ob diese Tätigkeit eine deutliche Belastung des rechten Handgelenks
erfordert hat, kann aufgrund der Akten nicht abschliessend beurteilt werden. Da die
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Hilfsarbeitertätigkeit aus somatischer Sicht zu
100 % arbeitsfähig ist, müssen diesbezüglich jedoch keine weiteren Abklärungen
getätigt werden. Zusammenfassend kann deshalb festgehalten werden, dass die
Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne
starke Rückenbelastung und ohne Tätigkeiten mit deutlicher Belastung und
Überstreckung des rechten Handgelenks zu 100 % arbeitsfähig ist. Die
Rückenoperation im April 2008 hat lediglich zu einer vorübergehenden
Arbeitsunfähigkeit geführt und ist daher vorliegend nicht von Relevanz.
3.2 In psychiatrischer Hinsicht liegen der Bericht der behandelnden Psychiaterin
Dr. F._ vom Mai 2010 und das psychiatrische Teilgutachten des J._ vom Oktober
2012 im Recht. Die behandelnde Psychiaterin hat eine mittelgradige depressive
Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert und der
Beschwerdeführerin aufgrund der depressiven Symptomatik aktuell eine
Arbeitsunfähigkeit von 30 % attestiert. Dr. F._ hat somit nur der depressiven
Symptomatik einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Als
depressionsspezifische Merkmale (vgl. ICD-10: F32) hat Dr. F._ lediglich eine
gedrückte Stimmung und ausgesprochene Wertlosigkeitsideen angegeben. Wie genau
diese Symptome die Arbeitsfähigkeit einschränken sollen, hat sie nicht dargelegt. Es ist
denn auch nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin lediglich aufgrund
einer gedrückten Stimmung und einer Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls zu 30 %
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein sollte. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
behandelnden Psychiaterin vermag deshalb nicht zu überzeugen. Die psychiatrische
Sachverständige des J._ hat keinen auffälligen psychischen Befundstatus erhoben
und deshalb keine psychiatrische Diagnose gestellt.Eine anhaltende affektive Störung
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat sie auch für die Vergangenheit
ausschliessen können. Sie hat einen umfassenden psychischen Befund erhoben und
diesen ausführlich über fünf Seiten hinweg diskutiert (vgl. Ziff. 5.3 des Gutachtens). Ihre
Schlussfolgerung, dass die Beschwerdeführerin nicht an eineraffektiven Störung mit
Krankheitswert leidet, ist durch die klinischen Untersuchungsbefunde, die keine bzw.
nur sehr geringfügige depressionstypische Merkmale gezeigt haben, vollumfänglich
belegt. Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass die Schlafstörungen der
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Beschwerdeführerin in einem Schlaflabor hätten abgeklärt werden müssen. Es ist nicht
einzusehen, welche weitergehenden Erkenntnisse eine Analyse im Schlaflabor im
vorliegenden Fall gebracht hätte; denn es wird von der psychiatrischen
Sachverständigen gar nicht negiert, dass die Beschwerdeführerin an gewissen
Schlafstörungen leidet; sie hat lediglich angegeben, dass sich diese nicht auf eine
psychiatrische Genese zurückführen liessen. Hinzu kommt, dass Schlafstörungen in
der Regel medikamentös behandelt werden können. Die Beschwerdeführerin nimmt
jedoch gemäss eigenen Angaben keine schlaffördernden Medikamente ein (vgl. IV-act.
84-15). Auch hat die behandelnde Psychiaterin nicht über Schlafstörungen berichtet.
Es muss daher davon ausgegangen werden, dass die geltend gemachten
Schlafstörungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit haben. Auch dem Einwand, die psychiatrische Sachverständige habe
in ihrem Gutachten die wöchentlichen psychiatrischen Sitzungen unberücksichtigt
gelassen, fehlt es an Substanz: Die psychiatrische Sachverständige hat keine
psychiatrische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen können.
Es ist nicht ersichtlich, was der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in
regelmässiger ambulanter psychiatrischer Behandlung steht, an dieser Einschätzung zu
ändern vermöchte. Nur weil sich eine versicherte Person in ambulanter psychiatrischer
Behandlung befindet, bedeutet dies nicht, dass sie an einer psychiatrischen Störung
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit leidet. Der Rechtsvertreter hat weiter geltend
gemacht, die psychiatrische Sachverständige habe keine somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert, weil sie davon ausgegangen sei, dass ein gewisses
organisches Korrelat für Schmerzsymptomatik vorhanden sei. Diese Behauptung ist
nicht richtig: Die psychiatrische Sachverständige hat erklärt, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung dürfe nicht diagnostiziert werden, da nie eine kognitive
Fixierung auf die Schmerzsymptomatologie bestanden habe und die beklagte
Symptomatologie mit massiver Schmerzqualität im Rahmen der psychiatrischen
Begutachtung affektiv als solche nicht spürbar gewesen sei. Hinzu kommt, dass die
behandelnden Ärzte wie auch die Sachverständigen des J._ mit Bezug auf die HWS
und die Armparese rechts über erhebliche Inkonsistenzen zwischen dem in
Spontanbewegungen erreichten Bewegungsausmass und jenem während den
klinischen Untersuchungen berichtet haben. Mit Bezug auf die Armparese fällt zudem
auf, dass die Untersucher verglichen mit dem linken Arm jeweils keine Muskelatrophien
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festgestellt haben. Dr. H._ hat im November 2010 zudem von einer normalen
Beschwielung beider Hände berichtet. Es ist folglich gar nicht möglich, festzustellen,
welche Schmerzen die Beschwerdeführerin tatsächlich in welcher Intensität verspürt
bzw. wie stark sie (wohl unbewusst) aggraviert. Auch vor diesem Hintergrund ist die
Schlussfolgerung der psychiatrischen Sachverständigen, dass die Beschwerdeführerin
zumindest nicht an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit
eigenständigem Krankheitswert leidet, schlüssig. Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht an einer
psychiatrischen Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit leidet.
4.
Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin kann anhand eines Prozentvergleichs
ermittelt werden: Die Beschwerdeführerin hätte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin im Jahr 2009 einen Jahreslohn von Fr. 39'000.-- erzielt (IV-
act. 13-3). Das durchschnittliche Jahreseinkommen einer Hilfsarbeiterin hat im selben
Jahr Fr. 52'457.-- betragen, d.h. die Beschwerdeführerin hat an ihrer letzten
Arbeitsstelle ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen erzielt. Wie bereits weiter
oben ausgeführt, ist unklar, ob es sich bei der angestammten Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin um eine adaptierte Tätigkeit handelt. Dies spielt jedoch keine
Rolle, da die Beschwerdeführerin in einer anderen, optimal adaptierten
Hilfsarbeitertätigkeit mindestens ein gleich hohes Einkommen erzielen könnte wie als
Produktionsmitarbeiterin bei der B._ AG. Die Beschwerdeführerin hat deshalb keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente.
5.
5.1 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- ist der unterliegenden Beschwerdeführerin
bis
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aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
5.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat auf das Einreichen einer
Kostennote verzichtet. Vorliegend hat es sich vom Aufwand her um einen
durchschnittlichen IV-Rentenfall gehandelt, welcher in der Regel pauschal mit Fr.
3'500.-- entschädigt wird. Da der Rechtsvertreter jedoch nur das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege gestellt sowie die Replik verfasst hat, erscheint eine
pauschale Entschädigung von Fr. 2'500.-- für seine Bemühungen als angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat
den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 2'000.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP