Decision ID: cfac1140-e7b1-589a-b151-3dea41037497
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Die EL-Durchführungsstelle richtete mit einer Verfügung vom 18. März 2015 für
den bei seinem Vater lebenden A._ (Jahrgang 1992) rückwirkend ab dem 1.
September 2014 eine monatliche Ergänzungsleistung von 424 Franken und für die Zeit
ab dem 1. Januar 2015 eine solche von 492 Franken zur Invalidenrente seiner Mutter
aus (act. G 3.2.10). Bei der Anspruchsberechnung hatte sie die kantonale
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, einen
Mietzinsanteil sowie die Lebensbedarfspauschale für ein Kind als Ausgaben und einen
Vermögensverzehr, Ausbildungszulagen, die Kinderrente, familienrechtliche
Unterstützungsbeiträge des Vaters sowie einen Vermögensertrag als Einnahmen
berücksichtigt (act. G 3.2.11 f.). Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache, mit
der im Wesentlichen die Berechnung der Ergänzungsleistung unter Berücksichtigung
der Lebensbedarfspauschale für einen Alleinstehenden und ohne die Anrechnung der
Ausbildungszulagen und der familienrechtlichen Unterstützungsleistungen beantragt
worden war, wies die EL-Durchführungsstelle mit einem Entscheid vom 16. Juni 2015
ab (act. G 3.2.1). Dagegen erhob A._ am 9. Juli 2015 eine Beschwerde an das
kantonale Versicherungsgericht. Dieses hob den Einspracheentscheid vom 16. Juni
2015 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung an die EL-Durchführungsstelle
zurück. In seinem Urteil EL 2015/22 vom 13. Dezember 2016 hielt es fest (vgl. act. G
3.1.22), die Anrechnung der Lebensbedarfspauschale für ein Kind sei rechtmässig. Da
es dem Vater im Sinne der familienrechtlichen Unterstützungspflicht zumutbar sei,
A._ unentgeltlich bei sich wohnen zu lassen, dürfe bei der EL-Anspruchsberechnung
keine Mietausgabe berücksichtigt werden. Im Gegenzug könne aber keine finanzielle
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familienrechtliche Unterstützungsleistung angerechnet werden, da die finanziellen
Verhältnisse des Vaters dies nicht erlaubten. Die EL-Durchführungsstelle werde für die
Zeit ab dem 1. Januar 2015 die Nichterwerbstätigenbeiträge an die AHV/IV/EO als
Ausgaben berücksichtigen müssen; den Betrag werde sie noch zu ermitteln haben.
Zudem werde sie in Erfahrung bringen müssen, wie hoch die effektiven
Vermögenserträge im massgebenden Zeitraum gewesen seien. Bei der EL-
Anspruchsberechnung werde sie anstelle der fiktiv kalkulierten die tatsächlichen
Zinserträge anzurechnen haben. Im Übrigen erweise sich die EL-Anspruchsberechnung
als rechtmässig. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.
A.b Bereits im November 2015 hatte A._ der EL-Durchführungsstelle mitgeteilt, dass
er seinem Vater (erst) ab November 2015 den Differenzbetrag zwischen dem für den
EL-Anspruch nach wie vor massgebenden Mietzinsanteil und dem für den EL-
Anspruch ebenfalls noch massgebenden familienrechtlichen Unterstützungsbeitrag
über¬weise (act. G 3.1.47). Mit einer Verfügung vom 21. Dezember 2015 hatte die EL-
Durchführungsstelle die direkt an A._ ausbezahlte Ergänzungsleistung per 1. Januar
2016 auf 499 Franken erhöht (act. G 3.1.46). Mit einer weiteren Verfügung vom 6.
Dezember 2016 hatte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung per 1. Januar
2017 auf 372 Franken herabgesetzt, nachdem die Kinderrente zur Invalidenrente der
Mutter von A._ erhöht worden war (act. G 3.1.28). Am 19. Dezember 2016 erliess die
EL-Durchführungsstelle eine weitere, mit jener vom 6. Dezember 2016 identische
Verfügung (act. G 3.1.26). Am 1. Februar 2017 gingen der EL-Durchführungsstelle die
Steuerveranlagungsverfügungen für die Jahre 2014 und 2015 zu (act. G 3.1.19 f.). Im
Februar 2017 reichte A._ die Bankkontenabschlüsse per 31. Dezember 2016 ein (act.
G 3.1.16). Mit einer Verfügung vom 14. Februar 2017 setzte die EL-Durchführungsstelle
die Ergänzungsleistung in Ausführung des Rückweisungsurteils rückwirkend ab dem 1.
September 2014 neu fest (act. G 3.1.10). Da die gesamte Ergänzungsleistung für den
Zeitraum vom 1. September 2014 bis zum 31. Dezember 2016 um 3’788 Franken tiefer
ausfiel als die bereits für jenen Zeitraum ausgerichtete Ergänzungsleistung, forderte die
EL-Durchführungsstelle diesen Betrag von A._ zurück.
A.c Am 13. März 2017 erhob A._ eine Einsprache gegen die Verfügung vom 14.
Februar 2017 (act. G 3.1.7). Er beantragte (wieder) die Neuberechnung der
Ergänzungsleistung ohne die Berücksichtigung einer Unterstützung seines Vaters
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beziehungsweise unter Berücksichtigung eines Mietzinsanteils von 794 Franken pro
Monat. Zur Begründung führte er aus, entgegen der Ansicht des
Versicherungsgerichtes befinde er sich nicht mehr in einer Erstausbildung. Jene habe
er mit dem Abschluss der Berufslehre beendet. Bei seinem Fachstudium handle es sich
um eine Weiterbildung. Sein Vater sei folglich nicht mehr unterstützungspflichtig,
weshalb der Mietzins bei der EL-Anspruchs¬berechnung berücksichtigt werden müsse.
Mit einem Entscheid vom 11. Mai 2017 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache
ab (act. G 3.1.4). Zur Begründung führte sie an, das Urteil des Versicherungsgerichtes
sei formell rechtskräftig und damit verbindlich geworden. Da das Versicherungsgericht
die EL-Durchführungsstelle darin verpflichtet habe, die Ergänzungsleistung ohne die
Berücksichtigung eines Mietzinses zu berechnen, stehe es der EL-Durchführungsstelle
nicht mehr frei, einen Mietzinsanteil zu berücksichtigen. Da A._ die übrigen
Berechnungspositionen nicht gerügt habe, sei die Einsprache ohne Weiteres
abzuweisen.
B.
B.a Am 10. Juni 2017 (Postaufgabe) erhob A._ (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 11. Mai 2017 (act. G 1). Er
beantragte die Neuberechnung der Ergänzungsleistung unter Berücksichtigung einer
Mietzinsausgabe von 794 Franken pro Monat. Zur Begründung führte er an, er habe
ursprünglich nicht studieren wollen, weshalb er eine Berufslehre abgeschlossen habe.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung habe er nach jenem Abschluss über
eine angemessene Ausbildung verfügt, die es ihm erlaubt habe, seinen Lebensunterhalt
zu verdienen und wirtschaftlich selbständig zu sein. Er befinde sich folglich nun in einer
Zweitausbildung, weshalb sein Vater nicht mehr unterstützungspflichtig sei. Bei der
Anspruchsberechnung dürfe deshalb keine Unterstützungsleistung des Vaters
berück¬sichtigt werden, weshalb ein Drittel des Mietzinses der vom Beschwerdeführer,
seinem Vater und dessen Partnerin bewohnten Wohnung als Mietausgabe
anzurechnen sei.
B.b Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte
am 26. Juni 2017 unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
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B.c Die EL-Bezügerin, die Mutter des Beschwerdeführers, beteiligte sich nicht am
Verfahren (vgl. act. G 6).

Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer bezieht selbst keine Ergänzungsleistung, sondern erhält
lediglich einen – gesondert berechneten – Teil der Ergänzungsleistung der eigentlichen
EL-Bezügerin, nämlich seiner Mutter, direkt ausbezahlt. Zur Erhebung einer
Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht ist allerdings gemäss dem Art. 59
ATSG nicht nur der Bezüger einer Sozialversicherungsleistung, sondern jede Person
legitimiert, die durch eine Verfügung oder durch einen Einspracheentscheid berührt ist
und die ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Abänderung der
Verfügung respektive des Einspracheentscheides hat. Als Empfänger eines Teils der
Ergänzungsleistung seiner Mutter ist der Beschwerdeführer durch den angefochtenen
Einspracheentscheid offensichtlich be¬rührt. Da die Höhe des ihm direkt ausbezahlten
Teils der Ergänzungsleistung seiner Mutter einen unmittelbaren Einfluss auf seine
finanzielle Lage hat, hat er ein schutzwürdiges Interesse an der Abänderung oder
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides. Er ist folglich im Sinne des Art.
59 ATSG zur Erhebung einer Beschwerde gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid legitimiert. Da auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen erfüllt
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1 Mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. Mai 2017 respektive mit der
diesem zugrunde liegenden Verfügung vom 14. Februar 2017 hat die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer erstmals rückwirkend per 1. September
2014 eine Ergänzungsleistung zugesprochen. Normalerweise würde dies bedeuten,
dass die Verfügung im Einsprache- und Rechtsmittelverfahren hinsichtlich sämtlicher
Anspruchsvoraussetzungen und Berechnungspositionen frei auf ihre Rechtmässigkeit
geprüft werden müsste. Hier liegt allerdings eine besondere Verfahrenskonstellation
vor, denn die Beschwerdegegnerin hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt (18. März
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2015) einmal eine Verfügung erlassen, mit dem sie dem Beschwerdeführer eine
Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. September 2014 zugesprochen hatte.
Diese Verfügung respektive der sie ersetzende Einspracheentscheid vom 16. Juni 2015
war allerdings vom Versicherungsgericht aufgehoben worden. In seinem Urteil EL
2015/22 vom 13. Dezember 2016 hatte das Versicherungsgericht die
Beschwerdegegnerin verpflichtet, weitere Abklärungen zu tätigen und anschliessend
erneut zu verfügen. Würde sich das Dispositiv jenes Urteils allein auf die Rückweisung
zur weiteren Abklärung beschränken, hätte die Beschwerdegegnerin im
anschliessenden Verwaltungsverfahrens nochmals sämtliche
Anspruchsvoraussetzungen und Berechnungspositionen frei prüfen müssen.
Dementsprechend hätte die jenes Verwaltungsverfahren abschliessende Verfügung im
anschliessenden Einspracheverfahren und in diesem Beschwerdeverfahren nochmals
hinsichtlich sämtlicher Anspruchsvoraussetzungen und Berechnungspositionen auf ihre
Rechtmässigkeit geprüft werden müssen. Nun hat sich das Versicherungsgericht in
seinem Urteil EL 2015/22 vom 13. Dezember 2016 aber nicht allein auf eine
Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung beschränkt, sondern es hat der
Beschwerdegegnerin zusätzlich hinsichtlich verschiedener Berechnungspositionen
Vorgaben gemacht. Diese Vorgaben haben eine Bindungswirkung entfaltet, denn
gemäss dem Art. 56 Abs. 2 VRP ist die Vorinstanz „an die Rechtsauffassung
gebunden, die dem Rückweisungsentscheid zugrunde liegt“. Mit anderen Worten
haben die im Urteil EL 2015/22 vom 13. Dezember 2016 enthaltenen verbindlichen
Vorgaben den Handlungsspielraum der Beschwerdegegnerin im anschliessenden
Verwaltungsverfahren eingeschränkt. Der Verfügung vom 14. Februar 2017 hat also
keine (erneute) umfassende Prüfung sämtlicher Anspruchsvoraussetzungen und
Berechnungspositionen zugrunde gelegen.
2.2 Das Verwaltungsverfahrensrecht kennt nur zwei Kategorien von verbindlichen
Anordnungen in einem Dispositiv (einer Verfügung, eines Einspracheentscheides oder
eines Beschwerdeurteils): Feststellungen und rechtsgestaltende Anordnungen. Bei den
verbindlichen Vorgaben in einem Rückweisungsurteil kann es sich augenscheinlich
nicht um rechtsgestaltende Anordnungen handeln, denn die Rückweisung verhindert ja
gerade eine rechtsgestaltende Wirkung, die darin bestünde, dass bereits verbindlich
Rechte und Pflichten begründet, geändert oder aufgehoben würden. Folglich kann es
sich bei den verbindlichen Vorgaben in einem Rückweisungsurteil nur um
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Feststellungen im Sinne des Art. 49 Abs. 2 ATSG beziehungsweise des Art. 5 Abs. 1 lit.
b VwVG handeln. Doch nicht nur das „Ausschlussprinzip“ muss zur Schlussfolgerung
führen, dass es sich bei den verbindlichen Vorgaben in einem Rückweisungsurteil um
Feststellungen handeln muss. Auch eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Natur
dieser verbindlichen Vorgaben und der Feststellung im Sinne des Art. 49 Abs. 2 ATSG
beziehungsweise des Art. 5 Abs. 1 lit. b VwVG zwingt zum Schluss, dass es sich bei
den verbindlichen Vorgaben in einem Rückweisungsurteil nur um Feststellungen
handeln kann: Anders als eine rechtsgestaltende Anordnung zielt eine Feststellung
nicht auf eine Begründung, Änderung oder Aufhebung von Rechten und Pflichten ab.
Sie will weder die Rechtslage gestalten noch ein Verfahren abschliessen. Sie
„interessiert“ sich nicht einmal für den gesamten gesetzlichen Tatbestand respektive
für den gesamten massgebenden Sachverhalt, sondern sie beschränkt sich auf
einzelne Tatbestandselemente und die dazugehörenden Sachverhaltselemente. Einer
Feststellung liegt mit anderen Worten kein vollständiger Syllogismus, das heisst keine
vollständige Subsumtion des Sachverhaltes unter den gesetzlichen Tatbestand
(verbunden mit der Anordnung der gesetzlich vorgesehenen Rechtsfolge) zugrunde,
sondern nur eine „Teil-Subsumtion“ betreffend einzelne Tatbestands- und
Sachverhaltselemente. Auch diese „Teil-Subsumtionen“ können aber formell
rechtskräftig und damit verbindlich werden. Die Folge davon ist, dass in einem
späteren Verfahren die entsprechende „Teil-Subsumtion“ nicht erneut durchgeführt
werden darf; stattdessen muss das bereits verbindliche Ergebnis jener „Teil-
Subsumtion“ in den Gesamt-Syllogismus eingesetzt werden (vgl. zum Ganzen TOBIAS
BOLT, Unzulässiger Feststellungsentscheid bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades?
In: SZS 2/2014, S. 164 ff.). Wenn also das Versicherungsgericht beispielsweise in
einem Rückweisungsurteil feststellt, dass bei der EL-Anspruchsberechnung keine
Ausgaben für die Befriedigung des existenziellen Wohnbedürfnisses berücksichtigt
werden dürfen, und wenn dieses Rückweisungsurteil mangels einer Anfechtung beim
Bundesgericht in formelle Rechtskraft erwächst und damit verbindlich wird, dann ist es
der EL-Durchführungsstelle im anschliessenden Verwaltungsverfahren nicht erlaubt,
nochmals zu prüfen, ob Mietausgaben zu berücksichtigen seien. Dies liefe nämlich auf
eine unzulässige Wiedererwägung (vgl. Art. 53 Abs. 2 ATSG) der verbindlichen
gerichtlichen Feststellung, dass keine Mietausgaben berücksichtigt werden dürften,
hinaus. Statt also weitere Abklärungen zu den Mietausgaben zu tätigen und den so
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ermittelten Sachverhalt (nochmals) unter den Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG zu subsumieren,
muss die EL-Durchführungsstelle direkt gestützt auf das Rückweisungsurteil eine
Mietzinsausgabe von null Franken in die Anspruchsberechnung einsetzen.
2.3 Zusammenfassend kann einer Verfügung, die nach einer mit verbindlichen
Vorgaben verbundenen gerichtlichen Rückweisung erlassen wird, keine vollständige
Subsumtion des massgebenden Sachverhaltes unter den gesetzlichen Tatbestand
zugrunde liegen. Eine solche Verfügung ist vielmehr eine Mischung aus den im
Rückweisungsurteil enthaltenen Feststellungen und – von der Verwaltung
vorgenommenen – Subsumtionen von Sachverhaltselementen unter die noch
verbleibenden Tatbestandselemente. Ein allfälliges Einsprache- und
Beschwerdeverfahren muss sich wegen der für die versicherte Person, für die
Verwaltung und für das Gericht massgebenden Verbindlichkeit der gerichtlichen
Feststellungen im Rückweisungsurteil auf die neu von der Verwaltung vorgenommenen
Subsumtionen beziehungsweise auf die entsprechenden Sachverhalts- und
Tatbestandselemente beschränken. Das sind vorliegend gemäss dem unangefochten
in formelle Rechtskraft erwachsenen und damit verbindlichen Urteil EL 2015/22 vom
13. Dezember 2016 lediglich noch die Höhe der Nichterwerbstätigenbeiträge an die
AHV/IV/EO und die Summe der effektiven Vermögenserträge ab dem 1. September
2014 gewesen.
2.4 Allerdings hat dem Urteil EL 2015/22 vom 13. Dezember 2016 in zeitlicher Hinsicht
nur der Sachverhalt bis zur Eröffnung der Verfügung vom 18. März 2015 zugrunde
gelegen. Das Bundesgericht geht zwar davon aus, dass für das Beschwerdeverfahren
in zeitlicher Hinsicht nicht nur der Sachverhalt bis zur Eröffnung der Verfügung,
sondern vielmehr jener bis zur Eröffnung des Einspracheverfahrens massgebend sei,
aber diese Auffassung beruht auf einem falschen Verständnis des
Einspracheverfahrens. Das Einspracheverfahren ist nämlich ein „echtes“
Rechtsmittelverfahren, das offensichtlich die Züge eines streitigen Verfahrens trägt und
dem folglich ein klar definierter Streitgegenstand zugrunde liegen muss. Der
Streitgegenstand kann nur eindeutig bestimmt sein, wenn er dem Inhalt der
angefochtenen Verfügung entspricht. Wenn dagegen die Sachverhaltsentwicklung bis
zum Abschluss des Einspracheverfahrens ebenfalls berücksichtigt werden müsste,
würde der Gegenstand des Einspracheverfahrens „ausfransen“. In Bezug auf die
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zwischen der Eröffnung der Verfügung und der Eröffnung des Einspracheentscheides
eingetretene Sachverhaltsentwicklung könnte der Einspracheentscheid auch gar kein
„echter“ Einspracheentscheid mehr sein. Vielmehr müsste er diesbezüglich als eine im
Gewand eines Einspracheentscheides „verkleidete“ Revisionsverfügung im Sinne des
Art. 17 ATSG qualifiziert werden. Die direkte Eröffnung dieser Revisionsverfügung als
Teil des Einspracheentscheides würde der versicherten Person die Erhebung einer
Einsprache gegen diese Verfügung verunmöglichen; sie würde also einer
Rechtsmittelinstanz beraubt. Aus diesen Gründen qualifiziert das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen in ständiger Rechtsprechung nur den Sachverhalt bis zur
Eröffnung der Verfügung (hier also: 18. März 2015, nicht 16. Juni 2015) als
massgebend (vgl. das Urteil EL 2016/19 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 15.
August 2017, E. 2.2, mit Hinweisen). Das bedeutet, dass sich das Urteil EL 2015/22
vom 13. Dezember 2016 nicht zur Sachverhaltsentwicklung nach dem 18. März 2015
äussern kann, weshalb auch allfällige Veränderungen des Sachverhaltes nach dem 18.
März 2015 und bis zur Eröffnung der neuen Verfügung vom 14. Februar 2017 zum
originären Regelungsinhalt der Verfügung vom 14. Februar 2017 gehört haben,
weshalb die Verfügung im Einspracheverfahren und in diesem Beschwerdeverfahren
auch diesbezüglich auf ihre Rechtmässigkeit zu prüfen ist.
2.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich in ihrem Einspracheentscheid nur mit der Rüge
des Beschwerdeführers befasst, die fehlende Berücksichtigung einer Mietausgabe sei
rechtswidrig. Offenbar ist sie also davon ausgegangen, dass der Verfahrensgegenstand
durch das sogenannte Rügeprinzip definiert werde, dass also nur jene Aspekte des
Tatbestandes entscheidrelevant seien, bezüglich derer die angefochtene Verfügung als
rechts¬widrig beanstandet worden sei. Im Sozialversicherungsverfahren – auch im
Einsprache- und im Beschwerdeverfahren – gilt aber die Offizialmaxime, denn das
sozialversicherungsrechtliche Rechtsmittelverfahren zielt auf einen in jedem Punkt der
gesetz¬lichen Regelung entsprechenden Entscheid (Einspracheentscheid,
Beschwerdeurteil) ab. Abgesehen von der Beschränkung des Verfahrensgegenstandes
durch verbindliche gerichtliche Feststellungen (vgl. E. 2.2 f.) darf das
Rechtsmittelverfahren deshalb nicht auf einzelne – beziehungsweise die gerügten –
Elemente beschränkt werden, denn eine solche künstliche Beschränkung des
Rechtsmittelverfahrens würde dem Ziel eines in jedem Punkt der gesetzlichen
Regelung entsprechenden Entscheides zuwiderlaufen und die Gefahr eines teilweise
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unrichtigen Entscheides schaffen. Grundsätzlich hätte sich die Beschwerdegegnerin
also nicht nur mit der Rüge betreffend die Mietausgabe befassen dürfen, sondern
vielmehr prüfen müssen, ob die Verfügung vom 14. Februar 2017 hinsichtlich der Höhe
der Nichterwerbstätigenbeiträge an die AHV/IV/EO, der Summe der effektiven
Vermögenserträge, der Anpassungen im Zeitraum zwischen dem 18. März 2015 und
dem 14. Februar 2017 und das Gesamtergebnis (Höhe des EL-Anspruchs im Zeitraum
vom 1. September 2014 bis zum 14. Februar 2017; Höhe der Rückforderung)
rechtmässig gewesen ist. Die mit dem sogenannten Rügeprinzip gerechtfertigte
unzulässige Beschränkung des Gegenstandes des Einspracheverfahrens darf nicht
dazu führen, dass auch dieses Beschwerdeverfahren in einer unzulässigen Weise
beschränkt wird. An sich müsste der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. Mai
2017 deshalb aufgehoben werden und die Sache müsste zur vollständigen Prüfung der
Einsprache gegen die Verfügung vom 14. Februar 2017 an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen werden. Aus verfahrensökonomischen Gründen ist aber von diesem
Vorgehen abzusehen. Stattdessen wird der Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens
nicht wie üblich anhand des Gegenstandes des durch den angefochtenen Entscheid
vom 11. Mai 2017 abgeschlossenen Einspracheverfahrens, sondern anhand des
Gegenstandes des durch die Verfügung vom 14. Februar 2017 abgeschlossenen
Verwaltungsverfahrens definiert. Er umfasst also die Höhe der
Nichterwerbstätigenbeiträge an die AHV/IV/EO, die Summe der effektiven
Vermögenserträge, die Anpassungen im Zeitraum zwischen dem 18. März 2015 und
dem 14. Februar 2017, die Höhe des EL-Anspruchs im Zeitraum vom 1. September
2014 bis zum 14. Februar 2017 und die Höhe der Rückforderung.
2.6 Im Sinne eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass nach dem Ausgeführten
insbesondere nicht auf die Rüge des Beschwerdeführers eingegangen werden kann,
das Versicherungsgericht habe sein Studium fälschlicherweise als Teil der
Erstausbildung qualifiziert. Sollte diese anhand einer umfassenden Würdigung
sämtlicher Umstände des Einzelfalls tatsächlich falsch gewesen sein, hätte der
Beschwerdeführer dies mit einer Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
beim Bundesgericht beanstanden müssen. Da er dies nicht getan hat und da das
(seines Erachtens falsche) Urteil des Versicherungsgerichtes deshalb unangefochten
formell rechtskräftig und verbindlich geworden ist, kann darauf nicht mehr
zurückgekommen werden. Bezüglich der Mietausgaben und der familienrechtlichen
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Unterstützungsleistung des Vaters verunmöglicht das verbindliche Urteil EL 2015/22
eine neuerliche Prüfung. Im Übrigen hätte seine Mutter mit dem Abschluss der
Berufslehre keinen Anspruch mehr auf eine Kinderrente der Invalidenversicherung mehr
gehabt, wenn dieser als Abschluss der Erstausbildung qualifiziert worden wäre. Der
Beschwerdeführer hätte folglich keinen Anspruch mehr auf die entsprechenden
Rentenleistungen und auf den gesondert berechneten und ausbezahlten Teil der
Ergänzungsleistung seiner Mutter gehabt.
3.
3.1 Die Nichterwerbstätigenbeiträge für die AHV/IV/EO haben sich im Jahr 2015 auf
504 Franken und in den Jahren 2016 und 2017 auf je 502 Franken belaufen (vgl. act. G
3.1.15). Diese Beträge hat die Beschwerdegegnerin bei der Neufestsetzung der
Ergänzungsleistung korrekt berücksichtigt. Diesbezüglich erweist sich der
angefochtene Einspracheentscheid folglich als rechtmässig.
3.2 Die Zinserträge haben sich gemäss den entsprechenden
Steuerveranlagungsverfügungen im Jahr 2014 auf 74 Franken und im Jahr 2015 auf 61
Franken belaufen. Für das Jahr 2016 liegen Abschlussbelege für die Bankkonti des
Beschwerdeführers vor, laut denen sich das Vermögen auf total 10’723 Franken und
der Vermögensertrag insgesamt auf 35.85 Franken belaufen hat. Die
Beschwerdegegnerin hat den Betrag des Vermögensertrages nicht mathematisch
(auf-), sondern abgerundet, was wohl der ständigen Praxis der Beschwerdegegnerin
entspricht und nach dem Grundsatz „de minima non curat praetor“ nicht weiter zu
beachten ist. Die übrigen Beträge, die die Beschwerdegegnerin bei der
Anspruchsberechnung für die Zeit vom 1. September 2014 bis zum 31. Dezember 2016
berücksichtigt hat, erweisen sich als korrekt. Für die Zeit ab dem 1. Januar 2017 hat
die Beschwerdegegnerin unverändert auf die Beträge per 31. Dezember 2016
abgestellt (Vermögen 10’723 Franken; Vermögensertrag 35 Franken). Das hat sie mit
dem Umstand begründet, dass nur noch ein Anspruch auf die Minimalgarantie bestehe
und dass deshalb die erwartungsgemäss geringfügigen Veränderungen bezüglich des
Vermögens ohne Auswirkung auf das Ergebnis blieben. Sie hat vor diesem Hintergrund
auf weitere Abklärungen verzichtet. Bei diesem Vorgehen hat allerdings die Gefahr
bestanden, dass für die Zeit ab dem 1. Januar 2017 ein (unerwarteter) erheblicher
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Vermögenszuwachs fälschlicherweise unberücksichtigt geblieben wäre, der zu einer
Aufhebung der Ergänzungsleistung hätte führen müssen. Ein solcher
Vermögenszuwachs hat aber vorliegend in antizipierender Beweiswürdigung als
unwahrscheinlich qualifiziert werden dürfen, denn es ist kein Anhaltspunkt für einen
möglichen Vermögenszuwachs ersichtlich gewesen; das Vermögen des
Beschwerdeführers hatte sich seit der Aufnahme des Studiums kontinuierlich
verringert; und der Beschwerdeführer hatte am 21. Dezember 2016 aus eigenem
Antrieb seine Meldepflicht bezüglich der Veränderungen seines Vermögens erfüllt (vgl.
act. G 3.1.23), weshalb davon hat ausgegangen werden dürfen, dass er auch einen
unerwarteten Vermögenszuwachs umgehend gemeldet hätte. Auch für die Zeit ab dem
1. Januar 2017 erweist sich die Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs
bezüglich des Vermögens und des Vermögensertrages damit als rechtmässig.
3.3 In der Zeit nach März 2015 hat der massgebende Sachverhalt (abgesehen von den
Veränderungen des Vermögens und der Vermögenserträge) keine nennenswerte
Veränderung mehr erfahren: Verändert haben sich nur noch die kantonale
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, die
Lebensbedarfspauschale und der Betrag der Kinderrente. Diesen Veränderungen hat
die Beschwerdegegnerin korrekt Rechnung getragen. Die Anspruchsberechnung
erweist sich folglich hinsichtlich der Nichterwerbstätigenbeiträge, hinsichtlich des
Vermögens und der Vermögenserträge sowie hinsichtlich der
Sachverhaltsveränderungen nach März 2015 als rechtmässig. Alle anderen
Berechnungspositionen sind durch das verbindliche Urteil EL 2015/22 vorgegeben
gewesen; auch diese hat die Beschwerdegegnerin korrekt berücksichtigt. Die
Neuberechnung der Ergänzungsleistung für die Zeit ab dem 1. September 2014 erweist
sich folglich als rechtmässig.
3.4 Der gesamte Ergänzungsleistungsanspruch des Beschwerdeführers für den
Zeitraum vom 1. September 2014 bis zum 14. Februar 2017 hat sich damit auf 4 × 329
+ 12 × 348 + 12 × 359 + 2 × 372 = 10’544 Franken belaufen. Tatsächlich hat der
Beschwerdeführer in jenem Zeitraum aber insgesamt Ergänzungsleistungen von 4 ×
424 + 12 × 492 + 12 × 499 + 2 × 372 = 14’332 Franken bezogen, also 3’788 Franken
mehr, als ihm rechtmässig zugestanden hätte. Die in diesem Sinne unrechtmässig
bezogenen Ergänzungsleistungen haben gemäss dem Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG
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zurückgefordert werden müssen. Die entsprechende Rückforderung der
Beschwerdegegnerin erweist sich damit sowohl grundsätzlich als auch betraglich als
rechtmässig.
4.
Im Ergebnis ist der angefochtene Einspracheentscheid zusammenfassend als
rechtmässig zu qualifizieren, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der unterliegende Beschwerdeführer hat
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.