Decision ID: f01e7348-87f1-42aa-8bdc-2b65272b8ff3
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959 und Mutter zweier 1991 und 1992 geborener Kin
der, arbeitete von 2000 bis 2005 als Reinigungsangestellte
im Hotel
Y._
und bezog daraufhin mit Ausnahme des Lohnes aus einer temporä
ren Anstel
lung
in der Chocolade
fabrik
Z._
im Jahr 2007 und aus kleinen Reini
gungstätigkeiten Arbeitslosentaggelder (
Urk. 7/3
,
Urk. 7/4 Ziff. 3.1, Urk. 7/7,
Urk. 7/11, Urk. 7/15). Unter Hinweis auf diverse Beschwerden
,
beste
hend seit 2002
,
meldete sich die Versicherte am 3. Dezember 2012 bei der Inva
liden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4). Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons
ZÜRICH
, IV-Stelle, klärte die medizinische (Urk. 7/3/6-14, Urk. 7
/16) und erwerbliche Situation (Urk. 7/15) ab und verneinte
einen An
spruch auf
beruf
li
che Eingliederungsmassnahmen (Urk. 7/17).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/21, U
rk. 7/23, Urk. 7/26, Urk. 7/28)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 20. August 2013 einen Ren
tenanspruch (Urk. 7/30 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 29. August 2013 Beschwerde gegen die Verfügung
vom 20. August 2013 (Urk. 2) und beantragte
unter Auflage eines medizini
schen
Berichts (Urk. 3)
, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente der Inva
li
den
versicherung ab Juni 2013 zuzusprechen, eventuell seien die notwendigen me
di
zinischen Abklärungen bei einer einvernehmlich bestimmten Gutachter
stelle zu veranlassen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2013 (Urk. 6)
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 17. Okto
ber 2013 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend
die Invali
ditätsbemessung (Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So
zialversicherungsrechts, ATS
G) und den Rentenanspruch (Art.
28 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG), sind im angefochtenen Entscheid
zutreffend wiedergegeben (Urk.
2). Darauf kann, mit den nachstehenden Ergän
zungen, verwiesen werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
ben
de ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmer
z
störung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht
eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit eine
r zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wie
dereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung
und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankun
gen; ein mehr
jähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progre
dien
ter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner so
zia
ler Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psy
chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krank
heitsgewinn; „Flucht
in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes Behandlungser
gebnis
trotz kon
se
quent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Be
handlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte Rehabilitations
mass
nahmen bei vorhandener Motivation und Eigenan
strengung (kooperative
Hal
tung) der versicherten Person. Je mehr dieser Krite
rien zutreffen und je ausge
prägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind
–
aus
nahms
weise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
In BGE 139 V 547 hat das Bundesgericht an dieser Rechtsprechung unter Ausei
nandersetzung mit der daran geübten Kritik festgehalten und auf die besondere Bedeutung einer fachgerechten Abklärung hingewiesen
(E. 9.1.3, E. 9.2.1). Ins
besondere erkannte das Bundesgericht,
dass sich die unklaren Beschwerden hin
sichtlich ihrer invalidisierenden Folgen von anderen (psychischen) Leiden durch die mangelnde Objektivierbarkeit unterscheiden. Dabei handelt es sich um ein sachliches Kriterium, das überprüft werden kann. Die hinreichende Objekti
vier
barkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigung wird für Ansprüche auf Sozi
alver
sicherungsleistungen seit jeher vorausgesetzt und hat im Rahmen der 5. IV-Re
vi
sion auch Eingang in die Gesetzgebung gefunden (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Von einer unbegründeten Schlechterstellung beziehungsweise einer Dis
kriminierung der betroffenen Versicherten in verfassungsmässigem Sinne bezie
hungsweise nach Massgabe der EMRK kann daher nicht gesprochen werden (Urteil des Bun
desgerichts 8C_142/2013 vom 20. November 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 5.6 in fine und E. 5.7).
Die im Bereich der somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze
werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Cha
rakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E.
4), dissoziativen Sensibilitäts- und Emp
findungsstörungen (Urteil des Bundesgerichts
9C_1
0/2014 vom 20. August 2014 E. 3.3, SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende),
und Konversi
onsstörungen/dissoziativen Bewegungsstörungen (Urteile des Bundesgerichts 8C_810/2013 vom
9.
April 2014 E. 5.2.2 mit Hinweisen, 9C
_903/2007 vom 30. April 2008 E.
3.4)
sowie bei
Chronic Fatigue Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile
des Bundesgerichts
9C_
662/2009
vom 17. August 2010 E. 2.3, 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07
vom 14. April 2008 E.
5), bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne or
ga
nisch nachweisbare Funktionsfälle (BGE 136 V 279, vgl. auch Urteil des Bun
desgerichts 8C_136/2013 vom 16. Februar 2014 E. 4.1-2) sowie bei nicht orga
ni
scher Hypersomnie (BGE 137 V 64 E.
4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog ange
wendet, nicht hingegen,
wenn sich die Frage nach der invalidisie
renden Wirkung
einer Cancer-related Fatigue stellt (
BGE
139 V 346 E. 3 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass die Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft
spätestens ab November 2011 nicht mehr
arbeitsfähig
sei, behinderungsangepasste Tätigkeiten jedoch zu 100 % zumutbar seien. In Anwendung dieser medizinischen Beurteilung e
r
rech
nete sie gestützt auf die Lohn
strukturerhebung
en
des Bundesamt
s
für Statistik
ei
nen
Invaliditätsgrad von 0
%
,
was
zu keinem Anspruch auf eine Invaliden
rente führte (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt
(Urk. 1)
,
die Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sachverhalt nicht vollständig ab
geklärt
,
indem sie nicht alle Berichte gewürdigt habe (S. 3). Ausserdem bean
standete sie die Höhe des von der Beschwerdegegnerin ermittelten Validenein
kommens in dem Sinne, dass dieses auf der Basis des Lohn
e
s als Reinigungsan
gestellte im Hotel
Y._
zu bemessen sei (S. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
einer
leidensangepasste
n
Tätigkeit sowie ob der medizinische Sachverhalt in genü
gen
der Weise abgeklärt wurde. Strittig ist zudem die Invaliditätsbemessung.
Nicht strittig und zu keinen Weiterungen Anlass gebend ist die Qualifikation als zu 100
%
Erwerbstätige.
3.
3.1
Mit Bericht vom 14. November 2002 (Urk. 7/27/6-8) nannte Dr. med.
A._
, Fachärztin für Rheumatologie, physikalische Medizin und Rehabili
tation
, als Diagnosen eine sekundäre Fibromyalgie bei lumbovertebralem Syndrom mit Fehlhaltung und
einem
zervikozephale
n
und zervikobrachiale
n
Syndrom
, einen Verdacht auf arterielle Hypertonie sowie eine Cephalacea vom Migränetyp (S. 1).
In ihrer Beurteilung hielt sie fest, die therapieresistenten seit 1996 beste
hen
den Schmerzen der Beschwerdeführerin im gesamten Achsenskelett könnten auf eine Fibromyalgie zurückgeführt werden. Ausserdem bestehe eine Neigung zu Fehlhaltung mit Hyperlordose der Lendenwirbelsäule (S. 2). Sie empfahl die Abgabe von Antidepressiv
a
(S. 2 Schluss).
3.2
Eine am 17. März 2006 durchgeführte Ultraschall-Untersuchung im
C._
(Ber
icht vom 17. März 2006, Urk. 3
) ergab eine leichte diffuse
Schilddrüsenvergrösserung mit angedeutet diffusen knotigen Alter
ationen, wobei es sich gemäss ärztlicher Einschätzung um eine diskrete Struma multinodosa
handle
.
3.
3
Dr
.
med.
B._
, Facharzt für Kardiologie, berichtete am 19. Dezember 2006
über seine kardiologische Sprechstunde mit der Beschwerdeführerin
(Urk. 7/16/15-16). Er nannte als Diagnosen eine arterielle Hypertonie, eine leichte
Mitralinsuffizienz, eine normale linksventrikuläre Auswurffraktion mit konzen
trischer Linkshypertrophie sowie einen Status nach tachykardem Vor
hofflimm
ern
am 14. Dezember 200
6.
Echokardiographisch finde sich eine kon
zentrische Links
hypertrophie mit hochnormaler systolischer und leicht einge
schrä
nkter diasto
lischer Funktion (Re
laxationsstörung). Bei bekannter Hyperto
nie würde er von einer hypertensiven Herzkrankheit sprechen.
3.4
Am 5. Oktober 2006 (Urk. 7/2
7
/10) wurd
e bei der Beschwerdeführerin aufgrund von unklaren Wirbelsäulenbeschwerden im
C._
eine bildgebende Untersuchung durchgeführt, bei welcher eine mehrsegmental überbrückende Spondylose vor allem der mittleren Brustwirbelsäule (BWS) im Sinne eines DISH mit Verkalkung des vorderen Längsbandes auch im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) bei leichter S-förmiger Skoliosierung festgestellt wurde.
3.5
Am 30. Januar (Bericht vom 5. Februar 2007, Urk. 7/27/18-19) und 9. März 2007
(Bericht vom 15. März 2007, Urk. 7/27/20-21) wurde
die Beschwerdefüh
rerin
in
der Universitätsklinik
D._
ambulant und bildgebend untersucht. Dabei wur
den
chronische Lumbalgien bei einer Spondylolyse L5/S1
ohne neu
rale Kom
pression
,
eine
Zervikobrachialgie und eine Zervikozephalgie diagnosti
ziert
.
Eine
Arbeitsunfähigkeit
wurde nicht
bescheinigt
(Urk. 7/27/19)
, hingegen
Physio
the
ra
pie zum Aufbau der Rücken- und Bauchmuskulatur verordnet (Urk. 7/27/21)
.
3.
6
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E.
3.3
) diagnostizierte
der Beschwerdeführerin
anläss
lich seines Untersuchs am 8. März 2008 (Urk. 7/27/13-14) ein intermittierendes V
orhofflimmern mit Palpitationen bei Status nach tachykardem Vorhofflim
mern
am
14. Dezember 2006, eine arterielle Hypertonie mit k
onzentrischem links
ventrikulärem
Remodelling, eine leichte Mitralinsuffizienz sowie eine Adi
positas (S. 1). Er hielt fest, die Beschwerdeführerin klage neuerdings über rezidi
vierende
tachykarde Palpitationen,
welche
im Nachhinein bei der bekannten Vorge
schich
te
wohl in erster Linie paroxysmalen Vorhofflimmer-Episoden ent
sprechen dürf
ten,
da auch im aktuellen Langzeit-
Elektrokardiogramm (
EKG
)
kein Vorhofflimmern hätte nachgewiesen werden können. Echokardiographisch könnten erfreulicher
weise stabile Verhältnisse dokumentiert werden, insbeson
dere die Mitralinsuffi
zienz habe nicht zugenommen (S. 2).
3.
7
Eine am 30. September 2010
(Urk. 7/27/15-16)
im
E._
durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRI) der HWS und der rechten Schulter ergaben keine Hinweise auf Diskushernien oder entzündliche Veränderungen des Myelons. Es wurde eine leichte Streckhaltung der HWS mit multisegmentaler Chondrose und leichter Unkarthrosenbildung C4/5 rech
ts fest
gestellt. Das MRI der rechten Schulter ergab ein subacromiales Impingement mit einer
Bursitis
subacromialis und subscapularis sowie einen Teilriss der distalen Supraspinatussehne (S. 2).
3.
8
Aufgrund der seit längerem
bestehenden Schulterschmerzen ohne Trauma wurde
die Beschwerdeführerin am 20. Oktober 2010 Dr. med.
D._
, Leitender Arzt,
Facharzt für Chirurgie, Stadtspital
F._
,
zugewiesen, welcher
in seinem Bericht
se
lben Datums (Urk. 7/27/17) eine Rotator
e
nmanschetten
l
äsion der rechten Schu
l
ter mit
einer Pulley-Läsion, eine Supraspinatus und Subscapularis-Läsion
sowie eine AC-Gelenksarthrose
(Arthrose des Akromioklavikulargelenks)
diag
nos
tizierte und die Weiterführung der Physiotherapie verordnete (S. 1).
3.
9
Dr. med.
G._
, Facharzt für Anästhesiologie und Interventionelle Schmerztherapie, stellte in seinem Bericht vom 14. März 2012 (Urk. 7/16/11-12) folgende Diagnosen (S. 1):
Fibromyalgie
Spondylolyse L5 sowie Spondylolyse L5/L1
Rotatorenmanschettenläsion mit bestehender OP-Indikation
a
rterielle Hyperton
ie
Migräne
Asthma bronchiale
Zustand nach Lungenembolie im Jahre 1991
Morcoumarisierung bei Vorhofflimmern
3.10
Dr. med.
H._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin, nannte in ihrem Bericht vom 10. April 2013 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/16/1-6)
und ge
stützt auf die ihr vorliegenden medizinischen Berichte
folgende Diagnosen (Ziff. 1.1)
Fibromyalgie seit 2002
Mitralinsuffizienz seit 2002
intermittierendes Vorhofflimmern, Status nach tachykardem Vorhofflim
mern Dezember 2006
arterielle Hypertonie 1996
Adipositas
Dyslipidämie
Cholezystolithiasis
gestieltes Uterus
m
yom
2010
Läsion der Rotatorenmanschette Schulter rechts 2010
multisegmentale degenerative Veränderungen der LWS und HWS
s
chwere Allergie auf Acetylsalicylsäure, Mefenaminsäure,
Paracetamol
, Staub und Pollen
Sie führte aus, die Beschwerdeführerin habe bis zirka 2006 als Zimmermädchen
in der Hotellerie gearbeitet, wegen zunehmenden Belastungsbeschwerden sei
tens
der Wirbelsäule, der Muskulatur und allgemeiner verminderter Belastbar
keit habe
sie die Stelle verloren. Seit 2008 stehe sie wiederholt in Behandlung wegen Tach
yarr
h
ythmien (Ziff. 1.4).
Die Beschwerdeführerin habe wechselnde Weich
teilschmerzen und Behinderungen
aufgrund von
degenerativen Wirbel
säulen
veränderungen, Schwindel, chronische
n
Kopfschmerzen. Es seien nur leichteste Haus
arbeiten kurzzeitig möglich.
Betreffend Arbeitsfähigkeit attes
tierte die Ärztin der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit seit 20. November 2011 (Ziff. 1.6) und erachtete sie in einer
behinderungsangepassten Tätigkeit für zirka 1.5 Stunden pro Tag als arbeits
fähi
g (Ziff. 1.7).
3.11
Mit Stellungnahme vom 6. Mai 2013 (Urk. 7/19 S. 3) führte Dr. med.
I._
,
Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), aus, die Be
schwerdeführerin leide gemäss dem aktuellen und ausführlichen Bericht der lang
jährigen Hausärztin im Wesentlichen schon seit zehn Jahren an Fibro
my
a
l
gie, aber auch an funktionellen Einschränkungen an der rechten Schulter und an der Wirbelsäule sowie an Hausstauballergie, weshalb ihr die ange
stammte Tätigkeit spätestens ab November 2011 unzumutbar geworden sei. In optimal leidensangepasster Tätigkeit sei jedoch weiterhin eine vollständige Restarbeits
fähigkeit ausgewiesen bei folgendem Belastungsprofil: leichte und wechsel
be
lastende Tätigkeit, ohne Gewichtheben über 5 kg, ohne Zwangshal
tungen und in sauberer Umgebung.
4.
4.1
Im Vordergrund steht bei der Beschwerdeführerin eine Schmerzproblematik im Rahmen einer seit 2002 bestehenden Fibromyalgie. Insbesondere zeigte das MRI aus dem Jahre 2007 zwar degenerative Veränderungen, jedoch keine neuronale
Kompression.
Die Ärzte empfahlen eine Physiotherapie zum Aufbau der Rü
cken-
und der Bauchmuskulatur mit Übungen zu Hause, stellten aber kein Ar
beits
unfähigkeitszeugnis aus (vgl. vorstehend E. 3.5). Das MRI der HWS im Jahr 2010
ergab ebenfalls keine Hinweise auf Diskushernien oder entzündliche Ver
ände
rungen des Myelons, jedoch eine leichte Streckhaltung mit multisegmenta
ler Chondrose und leichter Unkarthrosenbildung C4/5 (vgl. vorstehend E. 3.7). Im Jahre 2010 ist eine Rotatorenmanschettenläsion
der rechten Schulter mit ei
ne
r
Pulley-Läsion sowie eine Supraspinatus
-
und Subscapularis-Läsion dazu ge
kommen, welche
trotz bestehender Operationsindikation
ebenfalls mittels verord
neter Physiotherapie angegangen wurde (vgl. vorstehend E. 3.8
, E. 3.9
). Diese führten jedoch auch nicht zu weiteren aktuellen Abklärungen
, Operatio
nen
oder
Therapien, weshalb
nicht von einem enormen
Leidensdruck
der Be
schwerde
füh
rerin
oder erheblichen Einschränkungen auszugehen ist
.
Auch d
ie im März 2006 festgestellte leichte diffuse Schilddrüsenvergrösserung (vgl. vorstehend E. 3.2) führte weder zu weiteren Abklärungen
und
einer spezi
fischen Therapie noch zu einer Arbeitsunfähigkeit, zumal die Beschwerdeführe
rin im Jahre 2007 in der Lage war, über
mehrere Monate in der C
hocoladefabrik
Z._
und gleichzeitig auch als Raumpflegerin bis Ende 2011
zu arbeiten (vgl. Urk. 7/3
/1
, Urk. 7/
3/3,
Urk. 7/3/5, Urk. 7/15
).
Gleiches gilt im Wesentlichen für die Herzbeschwerden de
r Beschwerdeführerin. Auch hier berichtete Dr.
B._
im Dezember 2006 über
einen Status nach ta
chykardem Vorhofflimmer
n vom 14. Dezember 2006, welches
aber im aktuellen Langzeit-EKG im März 2008 nicht mehr habe nachgewiesen werden können. Auch sonst dokumentierte der Arzt aus echokardiographischer Sicht erfreuliche stabile Verhältnisse und er nannte keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (vgl. vorstehend E. 3.3, E. 3.6).
Schliesslich wurde der
von der Beschwerdeführerin geklagte
Schwindel eben
falls nicht weiter abgeklärt und es scheint ihm kein organisches Korrelat zu
grunde zu liegen, zumal
dieser
auch
bei den Diagnose
n
der Hausärztin
nicht
aufgeführt wurde (vgl. vorstehend E. 3.11).
4.2
In psychiatrischer Hinsicht ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nie von einem Facharzt untersucht wurde.
Dr.
A._
empfahl zwar
in ihrem rheu
matologischen Bericht vom 14. November 2002, in welchem sie die Diagnose
einer Fibromyalgie stellte, die Abgabe von Antidepressiva (vgl. vorstehend E. 3.1)
. Auch dem
Bericht der Schmerzklinik
J._
vom 14. März 2012 (vgl. vor
steh
end E. 3.9) lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
als Medi
kation
nur
ein
en
Kältespray benutzte u
nd
aufgrund einer
lediglich
vermutete
n
reaktive
n
Depression
auf
ein
en
allfällige
n
Behandlungsversuch angesprochen wurde (Urk. 7/16/12).
Indes folgten
auf diese Vermutung
insbesondere
weder weitere
psy
chiatrische Abklärungen noch Therapien. Ebenfalls wurde s
either
keine psy
chiatrische Diagnose gestellt und d
ie von
Dr.
H._
im Bericht vom 10. April
2013
(vgl. vorstehend E. 3.1
0
)
nunmehr
erwähnten Angstzustände
wurden eben
falls nicht bei den Diagnosen
mit Krankheitswert
aufgeführt
. Zu
dem
nannte die Hausärztin als p
sychische Einschränkungen
unter anderem
mangelnde Kennt
nisse der deutschen Sprache und Analphabetismus
(Urk. 7/16 S.
2 Ziff.
1.7)
, was nicht
invaliditätsrelevant ist
. Ausserdem verfügt
die Ärztin über kein
en Fach
arzttitel in Psychiatrie
.
Somit ist
– bei vorliegen einer Fibro
myalgie -
nicht
von
einer psychischen Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung
und Dauer
im Sinne der Rechtsprechung
(vgl. vorste
hend E. 1.3)
auszugehen
.
4.3
Damit
basiert die von Dr.
H._
attestierte Arbeitsunfähigkeit
(vgl. vorstehend E. 3.10)
im W
esentlichen auf der Fibromyalgie
. Es ist angesichts dieser Akten
lage nicht zu beanstanden, dass der RAD eine vollständige Arbeitsfähigkeit
in
den Leiden der Beschwerdeführerin angepassten Tätigkeit
en
annahm (vgl. vor
stehend E. 3.11), zumal die Fibromyalgie
mangels erforderlicher psychischer Komorbidität
für die Beschwerdeführerin überwindbar und infolgedessen
nicht invalidisierend ist
.
Dafür, dass die zusätzlichen Faktoren (vgl. E. 1.3) in ausrei
chender Anzahl und Ausprägung für die ausnahmsweise Annahme einer Un
überwindbarkeit vorliegen würden, ergeben sich aus den Akten keine Hinweise.
Die von Dr.
H._
attestierte
hohe
Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit ist
auch
aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc mit weiteren Hin
weisen)
,
zu
relativieren
.
Die Richtigkeit
der
Annahme
einer vollständigen Ar
beitsfähigkeit
wird
zudem
durch den Umstand untermauert, dass
die Beschwer
deführerin während ihre
s
Bezug
es
von Arbeitslosen
tag
geldern vom 1. Februar 2010 bis 31. Januar 2012
sich
selbst
als zu 100 % vermittlungsfähig erachtet
hatte
(Urk. 7/11).
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin unter Auflage von Arztberichte
n
aus dem Jahre
1996 (Bericht des Universitätsspitals
J._
vom 23. August 1996, Urk.
7/27/1-2
)
und 1997
(Berichte von Dr.
H._
vom
8.
[
Urk. 7/27/3
]
sowie vom
22. September 1997
[
Urk.
7/27/4-5
])
rügte, die Beschwerdegegnerin hätte diese medizinischen Akten für die Beurteilung der Arbeitsfähigke
it einbeziehen müs
sen (Urk. 1 S.
4)
beziehungsweise der medizinische Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt und es seien daher weitere Abklärungen zu treffen (
Urk.
1 S. 5)
,
kann ihr nicht gefolgt werden
. Diese
Berichte
sind
für die
hier relevante Periode
ei
nerseits
irrelevant
und
vermögen
keinen Erkenntnisgewinn für die Frage der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwe
rdeführerin zu liefern
,
und
ha
ben
andererseits
nach ihrer Relevanz
bereits
in den aktuellen medizinischen Be
richten Eingang gefun
den,
sind
mithin
entsprechend gewürdigt worden
, womit keine Veranlassung be
steht, diese explizit den medizinischen Fachpersonen vor
zulegen.
4.5
Zusammenfassend ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ge
stützt auf die RAD-Einschätzung
en
(vgl. vorstehend E. 3.11)
zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführerin
aufgrund funktioneller Einschränkungen an der rechten Schulter und an der Wirbelsäule sowie wegen einer Hausstauballergie
ihre
angestammte Tätigkeit als Raumpflegerin ab November 2011 nicht mehr zumutbar
ist
,
hingegen
in einer ihren Leiden angepassten Tätigkeit, das heisst leichte und wechselbelastende Tätigkeit
en
,
ohne Gewichtheben über 5 kg, ohne Zwangshaltungen und in sauberer staubfreier Umgebung
,
eine vollstä
ndige Ar
beitsfähigkeit
besteht.
Der medizinische Sachverhalt erweist sich als hinreichend klar und ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten. Weitere Abklärungen sind
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
somit nicht notwendig.
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wick
lung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre.
Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134
V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden aus
geg
lichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des Validenlohnes Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turer
hebung (LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E.
3.2 mit Hinweisen).
5.2
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 201
3
abzustel
len
(BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Die Beschwerdeführerin machte hinsichtlich des Valideneinkommens ein Ein
kommen von Fr. 45‘850.
--
im
Jahr 2005
gemäss IK-Auszug
geltend, welches auf das Jahr 2013 hochzurechnen sei (Urk. 1 S. 5 Ziff. 6). Die Beschwerdegeg
nerin
stellte
hingegen
auf
den Tabellenlohn Reinigung
und öffentliche Hygiene
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik 2010
(
TA 7
Ziff.
35)
im Betrag vo
n monatlich Fr.
3‘741.-- und
auf
gerechnet auf das Jahr 2013 im Betrag von
Fr. 48‘102.-- ab (Urk. 2 S. 2)
.
D
ies
ist
angesichts
der Phasen der Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin
dem
Grundsatz nach nich
t zu beanstanden
, da davon ausgegangen werden kann, dass die Be
schwer
de
führerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin im
Reinigungsbereich
ge
arbeitet hätte. Ausgehend vom Lohn für Hilfsarbeiten im Anforderungsn
i
veau 4 für das Jahr 2010 von monatlich Fr. 3‘954.-- (Tabelle T7S Ziff. 35 S. 31 der LSE 2010)
und angepasst an die Nominallohnentwicklung von
1.0 % im Jahr 2011, 0.8 % im
Jahr 2012 und 0.7 % im Jahr 2013 (vgl. Die Volkswirtschaft 10-2014, S. 85 Tabelle B 10.2, Nominal Total) ergibt
sich
bei einer durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2013 (Die Volkswirtschaft 10-2014, S. 85 Tabelle B 9.2, Total) ein Valideneinkommen von rund Fr. 50‘711.-- (Fr. 3‘954.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.010 x 1.008 x 1.007).
Stellt man auf das von der Be
schwer
deführerin beantragte IK-Einkommen aus dem Jahre 2005 von Fr. 45‘850.
--
ab und rechnet dieses
auf das
Jahr 2013 auf
, so ergibt sich ein fast deck
ungs
glei
ches Valideneinkommen von
rund
Fr. 50‘735.--
(Fr. 45‘850.-- x 1.012 x 1.016 x
1.020 x 1.021 x 1.008 x 1.010 x 1.008 x 1.007
; vgl. Die Volks
wirtschaft 1/2-2012
und 10-2014, jeweils Tabelle B 10.2, Nominal Total
)
.
Es ist demnach von einem Valideneinkommen von Fr.
50‘711
.-- im Jahr 2013 aus
zugehen.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebun
gen (LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen,
dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb
der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende be
triebsübliche Wochen
arbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, an
statt auf die Tabelle TA1 auf die Tabelle TA7 ("Monatlicher Bruttolohn [Zent
ralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Ver
sicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass
versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Ar
bei
ten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
spre
chung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Au
s
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte da
für bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Mer
k
male ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.4
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist auf den standardisierten Durch
schnittlohn für einfache und repetitive Tätigkeiten, welche für d
ie
Be
schwer
de
führer
in
aufgrund ihrer Einschränkung
en
einzig in Frage kommen, in sämt
li
chen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen. Gemäss LSE belief sich der durchschnittliche Lohn von
Frauen
für alle einfachen und r
epeti
tiven Tätigkeiten auf Fr.
4‘225
.-- im Jahr 2010 (LSE 2010, S.
26 Tabelle TA1, Total,
Niveau 4).
Dies ergibt bei einer durchschnittl
ichen Wochenarbeitszeit von 41.
7
Stunden im Jahr 201
3
(Die Volkswirtschaft 10
-2014, S. 84 Tabelle B
9.2, Total) unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 1.0
%
im Jahr 201
1
, 0.8 % im Jahr 2012 und 0.7
% im Jahr 2013
(Die Volkswirtschaft 10
-2014, S.
85 Tabelle B 10.2, Nominal Total) und des möglichen Arbeitspensums von
100
% ein In
valideneinkommen von rund Fr. 5
4
‘
187
.-- (Fr.
4‘
2
25
.-
- x 12 : 40 x 41.7 x 1.010 x
1.008 x 1.007
).
Aufgru
nd ihrer Einschränkungen und dem
Be
lastungsprofil
könnte
der Beschwerdeführerin
– wenn überhaupt -
ein
en
Ab
zug vom Tabellenlohn
(vgl. vorstehend E.
5.3
)
von maximal 10 %
gewährt wer
den,
was ein Invalideneinkommen von rund Fr.
48
‘
768
.
--
(Fr. 54'187.-- - 10 %)
er
gibt
.
5.5
Bei einem Valideneinkommen von rund
Fr.
50‘711
.--
und einem Invalidenein
kommen von rund
Fr.
48
‘
768
.--
resultiert
kein
renten
begrün
d
ender
Invaliditäts
grad
,
bei welchem
Ergebnis der
Beschwerdeführer
in
keine Rente
der Invaliden
versicherung zusteht.
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit im Ergebnis als rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
600.-- anzusetzen. Ent
spre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Be
schwer
de
führer
in
aufzuerlegen.