Decision ID: 96c4f31f-7a60-4cc9-93a5-88e66186b3bb
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit Jahren Ergänzungsleistungen zu einer Rente der
Invalidenversicherung (vgl. EL-act. A/73). Im Februar 2020 forderte die EL-
Durchführungsstelle ihn auf, ein Formular zur periodischen Überprüfung der
Ergänzungsleistung auszufüllen und zusammen mit den entsprechenden Unterlagen
einzureichen (EL-act. A/31). Der EL-Bezüger kam dieser Aufforderung am 30. März
2020 nach (EL-act. A/26 ff.). Bei den Unterlagen befand sich ein detaillierter
Kontoauszug für den Zeitraum von Januar 2019 bis und mit März 2020 (EL-act. A/28).
Dieser wies nebst verschiedenen kostenlosen Daueraufträgen, etwa für die
Mietzinszahlungen, für die Monate Januar und Februar 2019 einen kostenpflichtigen
Dauerauftrag mit dem Betreff „A._“ im Betrag von 250 Franken plus 22 Franken
Auftragsgebühr aus (EL-act. A/28–1 und A/28–3). Am 1. September 2020 wies die EL-
Durchführungsstelle den EL-Bezüger darauf hin (EL-act. A/18), dass sie „aufgrund von
Überweisungen, die Sie getätigt haben“, davon ausgehe, dass er „mindestens ein
Konto im Ausland“ besitze. Sie forderte ihn deshalb – unter der Anspruchsposition
„Vermögen“ – auf, bis spätestens am 1. Oktober 2020 die detaillierten Kontoauszüge
für die Zeit vom 1. September 2015 bis zum 31. August 2020 betreffend „sämtliche
ausländische Konti von Ihnen und Ihrer Ehefrau“ einzureichen. Betreffend die
Anspruchspositionen „Miete“ und „Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt in der
Schweiz“ forderte sie weitere Unterlagen an. Am 9. September 2020 gingen der EL-
Durchführungsstelle verschiedene, aber nicht die einverlangten Unterlagen –
insbesondere nicht jene betreffend ein allfälliges Bankkonto im Ausland – zu (EL-act. A/
A.a.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 3/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
17). Sie forderte den EL-Bezüger deshalb am 10. September 2020 nochmals auf, die
am 1. September 2020 einverlangten Unterlagen bis spätestens am 1. Oktober 2020
einzureichen (EL-act. A/16). Am 25. September 2020 gingen ihr verschiedene
Unterlagen zu (EL-act. A/14). Darunter befand sich ein handschriftliches Schreiben mit
dem folgenden Inhalt: „Vermögen: Ich habe sämtliche Konti vorgelegt. Da ich nur Konti
in der Schweiz habe, kann ich keine anderen Infos mehr geben. Ich lebe in der Schweiz
und wenn ich Ferien in B._ mache, beziehe ich das benötigte Geld von meinem Konto.
Wenn ich kein Geld mehr habe, dann habe ich eine EC-Karte, mit der ich überall Geld
abheben kann“ (EL-act. A/14–6).
Am 2. Oktober 2020 forderte die EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger auf (EL-
act. A/13), bis spätestens am 2. November 2020 unter anderem Details zu den
fraglichen Überweisungen zu liefern. Sie hielt fest, dass sie aufgrund der Gebühren von
Überweisungen ins Ausland ausgehe, wobei der Überweisungstext den Schluss
nahelege, dass die Überweisungen an ein Konto geleistet worden seien, das auf den
Namen des EL-Bezügers laute. Die vom EL-Bezüger Ende Oktober 2020 eingereichten
Unterlagen enthielten keine Angaben zu den fraglichen Überweisungen respektive zu
allfälligen Konti des EL-Bezügers im Ausland. Da der EL-Bezüger die ihm gesetzte Frist
unbenutzt verstreichen liess, ersuchte die EL-Durchführungsstelle ihn am 17.
November 2020 „ein letztes Mal“ (EL-act. A/9), die detaillierten Kontoauszüge
sämtlicher ausländischer Konti „von Ihnen und Ihrer Ehefrau“ für den Zeitraum vom 1.
Januar 2016 bis zum 31. Oktober 2020 einzureichen oder aber nachzuweisen, dass die
beiden Überweisungen vom 28. Januar 2019 und vom 27. Februar 2019 nicht auf ein
auf seinen Namen lautendes Konto im Ausland geleistet worden seien. Sie setzte dem
EL-Bezüger eine Frist bis zum 8. Dezember 2020 und sie wies ihn darauf hin, dass sie
die Ergänzungsleistungen „infolge Verletzung der Mitwirkungspflicht“ per 1. Januar
2021 einstellen werde, wenn sie die fehlenden Unterlagen nicht bis zu diesem Datum
erhalten haben sollte. Der EL-Bezüger reagierte nicht auf dieses Schreiben, weshalb
die EL-Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung mit einer Verfügung vom
21. Dezember 2020 ab 1. Januar 2021 „wie mit Schreiben vom 17. November 2020
angedroht“ einstellte (EL-act. A/4).
A.b.
Am 1. Februar 2020 liess der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die Verfügung
vom 21. Dezember 2020 erheben (EL-act. B/28). Sein Rechtsvertreter beantragte die
A.c.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 4/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B.
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung der gesetzlichen
Leistungen. Zur Begründung führte er aus, der EL-Bezüger habe seine
Mitwirkungspflicht stets vollumfänglich erfüllt. Die Sachverhaltsabklärung habe sich
zunächst darauf beschränkt, ob er sich im Ausland aufgehalten habe. Von einem
vermuteten unbekannten Vermögen sei nie die Rede gewesen. Erst am 17. November
2020 habe die EL-Durchführungsstelle plötzlich Bankunterlagen einverlangt. Die in
jenem Schreiben angesetzte Frist bis zum 8. Dezember 2020 sei viel zu kurz gewesen.
Der EL-Bezüger habe zwei mögliche internationale Postläufe sowie die Anfertigung der
einverlangten Unterlagen durch die ausländische Bank abwarten müssen. Zudem
könnten die Kontoauszüge in B._ nur persönlich abgeholt werden. Eine Bestellung
per Post sei nicht möglich. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sei es derzeit nicht
möglich, das Bankgebäude zu betreten. Am 26. Februar 2021 liess der EL-Bezüger die
Eröffnungsunterlagen eines ausländischen Kontos sowie einen Kontoauszug einreichen
(EL-act. B/22). Den Unterlagen liess sich entnehmen, dass der EL-Bezüger im Juli 2012
und im September 2013 je ein Bankkonto eröffnet hatte, von denen eines auf seine
Ehefrau und das andere auf eine Verwandte der Ehefrau lautete (EL-act. B/20–2 f.). Mit
einer Verfügung vom 8. April 2021 sprach die EL-Durchführungsstelle dem EL-Bezüger
mit Wirkung ab dem 1. März 2021 wieder eine Ergänzungsleistung zu (EL-act. B/18).
Mit einem Entscheid vom 19. August 2021 wies sie die Einsprache gegen die
Verfügung vom 21. Dezember 2020 ab (EL-act. B/3). Zur Begründung führte sie
zusammengefasst an, sie habe den EL-Bezüger mehrfach angehalten, seine
Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung zu erfüllen. Zuerst habe er
aktenkundig wahrheitswidrige Angaben gemacht. Er hätte mehr als genügend Zeit
gehabt, die einverlangten Unterlagen einzureichen. Die sanktionsweise Einstellung der
Ergänzungsleistung sei deshalb rechtmässig gewesen.
Am 20. September 2021 liess der EL-Bezüger (nachfolgend: der
Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 19. August
2021 erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheides und eventualiter die Rückweisung der Sache
zur Neubeurteilung an die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die
Beschwerdegegnerin). Zur Begründung führte er aus, der Beschwerdeführer sei seiner
B.a.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 5/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte

Erwägungen
1.
Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung des angefochtenen
Einspracheentscheides auf dessen Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem
des Einspracheverfahrens entsprechen muss. Auch beim Einspracheverfahren hat es
sich um ein („echtes“) Rechtsmittelverfahren gehandelt, was bedeutet, dass sich sein
Zweck in der Überprüfung der Verfügung vom 21. Dezember 2020 auf deren
Rechtmässigkeit erschöpft hat und dass sein Gegenstand folglich jenem des
vorangegangenen Verwaltungsverfahrens hat entsprechen müssen. Die Verfügung vom
21. Dezember 2020 ist eindeutig eine sogenannte „Sanktionsverfügung“ im Sinne des
Art. 43 Abs. 3 ATSG gewesen, also eine Reaktion der Beschwerdegegnerin auf eine
Verletzung der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers bei der
Sachverhaltsabklärung, zu deren Erfüllung die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer am 17. November 2020 letztmals unter Androhung der
„Sanktionsfolgen“ gemahnt hatte. In diesem Beschwerdeverfahren ist folglich nur zu
prüfen, ob die Einstellung der laufenden Ergänzungsleistung per 31. Dezember 2020
infolge einer Verletzung der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers bei der
Sachverhaltsabklärung rechtmässig gewesen ist.
Mitwirkungspflicht stets nachgekommen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sei eine
schnellere Beschaffung der Dokumente nicht möglich gewesen. Die
Beschwerdegegnerin habe mit ihrem Vorgehen den Grundsatz audiatur et altera pars
verletzt. Dieser formelle Mangel wiege schwer und könne deshalb nicht geheilt werden.
Die Frist, die sie dem Beschwerdeführer zur Erfüllung seiner Mitwirkungspflicht
eingeräumt habe, sei viel zu kurz gewesen.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. Oktober 2021 unter Hinweis auf die
Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 6).
B.b.
Am 9. November 2021 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren bewilligt (act. G 8).
B.c.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 6/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.
Kommt eine versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung in einer unentschuldbaren Weise nicht nach, kann der
Versicherungsträger gemäss dem Art. 43 Abs. 3 ATSG aufgrund der Akten verfügen
oder die Erhebungen einstellen und ein Nichteintreten beschliessen. Er muss die
versicherte Person aber vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen;
zudem muss er ihr eine angemessene Bedenkfrist einräumen. Die ratio legis des Art. 43
Abs. 3 ATSG besteht darin, eine Blockade des Verwaltungsverfahrens in jenen Fällen
zu beseitigen, in denen die Blockade auf eine Weigerung der versicherten Person
zurückzuführen ist, ihre Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung zu erfüllen.
Die im Art. 43 Abs. 3 ATSG genannten Möglichkeiten des Sozialversicherungsträgers,
auf eine solche Weigerung zu reagieren, sind also bei genauer Betrachtung keine
Sanktionen, sondern vielmehr Druckmittel, mit denen die versicherte Person dazu
gebracht werden soll, ihre Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung doch noch
zu erfüllen. Beide im Art. 43 Abs. 3 ATSG ausdrücklich genannten Druckmittel sind
allerdings wirkungslos, wenn die versicherte Person ihre Mitwirkungspflicht in einem
Revisionsverfahren im Sinne des Art. 17 ATSG verweigert, in dem ihr eine
Herabsetzung oder die Aufhebung der laufenden Leistung droht. Solange das
Verfahren still steht, kann sie nämlich ihre bisherigen, möglicherweise überhöhten
Leistungen weiter beziehen. Daran würden weder das „Nichteintreten“ noch ein
Entscheid aufgrund der Akten (der stets auf eine Nichtanpassung der laufenden
Leistung lauten muss, solange die relevante Sachverhaltsveränderung noch nicht mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht) etwas
ändern. Für diese Fälle enthält der Wortlaut des Art. 43 Abs. 3 ATSG also kein
geeignetes Druckmittel, was bedeutet, dass der Wortlaut ausfüllungsbedürftig
lückenhaft ist. Zur Füllung der Gesetzeslücke kommt nur ein Druckmittel in Frage, das
geeignet ist, den nötigen Druck aufzubauen, und das selbst dann problemlos und
rechtsgleich angewendet werden kann, wenn der für den Abschluss des
Revisionsverfahrens massgebende aktuelle Sachverhalt noch weitgehend unbekannt
ist, nämlich die Einstellung der Leistung (vgl. BGE 139 V 585; Tobias Bolt, Folgen einer
Mitwirkungspflichtverletzung, in: JaSo 2016, S. 169 ff.). Die Anwendung dieses
Druckmittels ist gemäss dem Art. 43 Abs. 3 ATSG an die folgenden Voraussetzungen
geknüpft: Die versicherte Person muss ihre Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung verletzt haben; ihre Weigerung, die Mitwirkungspflicht zu
erfüllen, muss unentschuldbar sein; die dadurch entstandene Verfahrensblockade
muss solange „unüberwindbar“ sein, bis die versicherte Person ihre Mitwirkungspflicht
erfüllt; die versicherte Person muss zur Erfüllung ihrer Mitwirkungspflicht gemahnt
2.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 7/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
worden sein; der versicherten Person muss die spezifische Rechtsfolge bei einer weiter
andauernden Verweigerung der Mitwirkungspflicht angedroht worden sein und der
versicherten Person muss eine angemessene Bedenk- respektive Reaktionszeit
eingeräumt worden sein.
Entgegen seiner anderslautenden Behauptung hat der Beschwerdeführer seine
Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung offenkundig verletzt, indem er die
Rückfrage der Beschwerdegegnerin betreffend allfällige Bankkonti im Ausland
zunächst wahrheitswidrig beantwortet und später überhaupt keine weiteren
Informationen mehr geliefert hat, obwohl für ihn von Beginn weg klar erkennbar
gewesen ist, was die Beschwerdegegnerin von ihm hat wissen wollen. Der Umstand,
dass die Beschwerdegegnerin nicht nur weitere Abklärungen bezüglich des
Vermögens, sondern auch noch weitere Abklärungen bezüglich der
Auslandsaufenthalte des Beschwerdeführers und der Mietkosten getätigt hat, kann
nicht als Begründung dafür angeführt werden, dass der Beschwerdeführer sich fast ein
ganzes Jahr lang geweigert hat, die klar formulierte und spezifische Rückfrage der
Beschwerdegegnerin wahrheitsgemäss zu beantworten. Die Weigerung des
Beschwerdeführers ist unentschuldbar, denn er hat ja später selbst den Tatbeweis
dafür angetreten, dass es ihm im massgebenden Zeitraum problemlos möglich
gewesen wäre, die einverlangten Unterlagen einzureichen. Augenscheinlich hat nur der
Beschwerdeführer selbst die Verfahrensblockade beseitigen können, denn die
Beschwerdegegnerin hat keine Möglichkeit gehabt, etwa mittels eines unspezifischen
„Banksuchlaufs“ im Ausland an die benötigten Informationen zu gelangen. Die
Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer am 17. November 2020 (letztmals) zur
Erfüllung seiner Mitwirkungspflicht gemahnt und sie hat ihm die Rechtsfolgen bei einer
weiter andauernden Verweigerung der Erfüllung der Mitwirkungspflicht spezifisch und
verständlich angedroht. Da dem Beschwerdeführer bereits seit dem Erhalt des
Schreibens vom 1. September 2020 offensichtlich klar gewesen ist, welche Unterlagen
er hätte einreichen müssen, kann die im Schreiben vom 17. November 2020 angesetzte
Frist bis zum 8. Dezember 2020 (der Beschwerdeführer hätte effektiv sogar bis zum 21.
Dezember 2020 Zeit gehabt, seine Weigerungshaltung aufzugeben) nicht als zu kurz
bemessen qualifiziert werden. Beim Einwand des Beschwerdeführers, er habe die
Bankauszüge nicht per Post anfordern, sondern nur persönlich vor Ort beziehen
können, was aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht möglich gewesen sei, handelt es
sich um eine unbewiesene Behauptung, die nicht richtig gewesen sein dürfte, denn nur
knapp drei Wochen nach der Erhebung der Einsprache gegen die Verfügung vom 21.
Dezember 2020 hat der Beschwerdeführer die Unterlagen eingereicht, die ihm von der
Bank per Post zugesandt worden waren. Der am 21. Dezember 2020 verfügte Einsatz
2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 8/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.
Gerichtskosten sind nicht zu erheben (Art. 61 lit. f ATSG). Der unterliegende
Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Da ihm die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat seinem
Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen
Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der erforderliche
Vertretungsaufwand ist als deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren, da sich das
Beschwerdeverfahren auf eine isolierte Rechtsfrage beschränkt hat und da der
Sachverhalt dem Rechtsvertreter bereits bestens bekannt gewesen ist, weshalb für das
Beschwerdeverfahren kaum ein Aufwand für das Aktenstudium angefallen ist. Die
Entschädigung ist deshalb auf 80 Prozent von 2’000 Franken, also auf 1’600 Franken,
festzusetzen. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der
Beschwerdeführer zur Rückerstattung dieser Entschädigung verpflichtet werden
können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).