Decision ID: 5686c5f3-9c3e-4100-af90-24bce1850da5
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, war seit Oktober 2008 als Buschauffeur bei der
Y._
angestellt und damit bei der Suva unfallversichert (vgl. Urk. 8/1).
Am 28. Juni 2015 war der Versicherte als Fahrer eines Linienbusses in einen Ver
kehrsunfall verwickelt. Die Lenkerin eines Personenwagens fuhr aus einem Parkplatz rechts in seine Fahrbahn und kollidierte mit der vorderen rechten Seite des Busses (vgl. Rapport der Kantonspolizei Zürich, Urk. 8/19). Dabei wurde dem Versicherten das Steuerrad herumgerissen, so dass es ihm einen Schlag in die linke Schulter gab (vgl. Schadenmeldung, Urk. 8/1). In der Folge wurde eine
Rota
torenmanschettenläsion
links
adominant
diagnostiziert. Am 30. Juli 2015 erfolgte im
Z._
eine Schulterarthroskopie mit
Bizepstenodese
und Rekonstruktion Supra-, Infraspinatus links (vgl. Austrittsbericht vom 31. Juli 2015, Urk. 8/10). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Mit Verfügung vom 13. Juli 2017 (Urk. 8/124) sprach die Suva dem Versicherten ab dem 1. September 2017 eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 24 % bei einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 94'133.-- und eine Inte
gritätsentschädigung von Fr. 12'600.-- aufgrund einer Integritätseinbusse von 10
% zu. Die dagegen vom Versicherten am 7.
September 2017 erhobene Ein
sprache (Urk. 8/134) mit Ergänzungen vom 12.
Oktober 2017 (Urk. 8/145) und 19. April 2018 (Urk. 8/161) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 24. April 2018 ab (Urk. 8/162 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 23. Mai 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. April 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente sowie eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 25 % zuzu
sprechen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1 und 2). Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2018 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 27. September 2018 wurde antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 4) die unent
geltliche Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerde
antwort zugestellt (Urk. 11). Mit Schreiben vom 9. Oktober 2018 (Urk. 13) zog der Beschwerdeführer seinen Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege zurück.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
che
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 28. Juni 2015 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungs
rechts, ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
glie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leis
tung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbs
einkommen gegeben,
namentlich
weil die versicherte Person nach Eintritt des Ge
sundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung ent
weder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exi
stierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Dar
stellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
struk
turerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen fest
ge
halten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem inter
nationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische
Funk
tions
- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im Einspracheverfahren zu erheben, damit sich die Suva im Einspracheentscheid damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu ge
nügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die Suva hat diesfalls im Einspracheentscheid die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des ange
rufe
nen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzuneh
men (BGE 139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E. 4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen
konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sach
gerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungsmässige Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beein
träch
tigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3, 129 V 472 E. 4.2.3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis)
.
1.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
grün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukomm
t, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.6
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von be
handelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungs
tatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begu
t
ach
tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätz
ungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundes
gerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Strittig
und zu prüfen
sind
die Höhe der Invalidenrente und die Höhe der Inte
gritätsentschädigung
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid (Urk. 2)
ins
besondere
auf die Beurteilung ihres Kreisarztes Dr.
med.
A._
. Der Beschwerdeführer sei ganztägig einsetzbar für mittelschwere körperliche Arbeiten des linken Armes unterhalb der Schulterhorizontalen, für schwere kör
per
liche Arbeiten uneingeschränkt mit dem rechten Arm. Gleichzeitig beidhändi
ges Heben und Tragen von Lasten bis 20 kg bis Brusthöhe sei erlaubt
(S. 3 unten).
Des Weiteren hielt sie fest, dass die ausgewählten DAP der ärztlichen Zumut
bar
keitsbeurteilung entsprechen würden (S. 6 Mitte).
Ausgehend von
einem
Vali
den
einkommen
von Fr.
88'828.-- und e
inem Invalideneinkommen von Fr.
67'465.--
ermittelte die Beschwerdegegnerin eine Erwerbseinbusse von 24.05 %
(S. 7 unten
). Im Rahmen der
Beschwerdeantwort (Urk. 7)
hielt sie fest, dass nicht auf die Beurteilung von Dr.
B._
abgestellt werden könne (S. 5 unten).
2.3
Der Beschwerdeführer machte in der Beschwerde (Urk. 1) geltend, dass nicht auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr.
A._
abgestellt werden könne (S. 8 unten). Es sei unverständlich und nicht nachvollziehbar, weshalb dieser die Werte des linken und rechten Arms nicht miteinander vergleiche, sondern einen Ver
gleich zwischen einzelnen Messungen ziehe. Der Vergleich der Werte rechts und links verdeutliche, wie gross die Einschränkungen seien (Kraftentwicklung im re
chten Arm 807 % respektive 900
% höher als links; S. 7). Die Beurteilung von Dr.
A._
liege bereits 1.5 Jahre zurück. Es sei davon auszugehen, dass es zu einer laufenden Verschlechterung der Schultereinschränkungen links ge
kommen sei (S. 9 oben). Das von Dr.
A._
erstellte Belastungsprofil werde vollumfänglich bestritten (S. 10 oben). Die von der Beschwerdegegnerin ausge
wählten DAP-Blätter
würd
en das Belastungsprofil nicht
erfüllen
(S. 10 ff.). Im Übrigen wäre ein leidensbedingter Abzug von 25 % vorzune
hmen (S. 12 f.). Des Weiteren
sei
entsprechend dem versicherten Jahresverdienst
von einem
Validen
lohn
von Fr.
94'133.-- auszugehen (S. 14). Schliesslich sei d
er von der Be
schwer
degegnerin ge
schätzte Integritätsschaden
zu tief und müsse auf mindes
tens 25 % korrigiert werden (S. 14 unten). Die neuen Messungen zeigten eine fast voll
stän
dige Versteifung der
linken Schulter (S. 15 Mitte).
3.
3.1
Aus dem
Verlaufsbericht
der Ärzte des
Z._
, Chi
rurgie,
vom
28. Dezember 2015 (Urk. 8/30) ergibt sich ein
leichtes Rehabilita
tions
defizit, welches durch eine
postoperative
Kapsulitis erklärt sei. Diese sei
nun in Abheilung.
3.2
Dr. med. C._
,
Chefarzt am
Z._
, hielt im Bericht
vom 18. Februar 2016 (Urk. 8/41)
fest
,
der Beschwerdeführer zeige ein persistierendes Rehabilitations
de
fizit. Die Prognose sei weiterhin gut. Im Moment komme es zu einer Symp
tomausweitung
(S. 1 unten).
3.3
Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, berichtete am 23. März 2016 (Urk. 8/47) über
die gleichentags erfolgt
e kreisärztliche Untersuchung. Er führte aus, d
er Beschwer
deführer
klage
über diffuse grossflächige Schmerzen der l
inken Schulterregion.
Klinisch finde sich neben einer Einschränkung der globalen aktiven Abduktion bei 70°,
der Innenrotation lediglich bis Gesäss und einer aktiven Aussenrotation mit anliegendem Oberarm von 10 %, eine
Ink
onsistenz zu den Aussagen des Beschwerdeführers
anlässlich einer Besprechung im Betrieb am 5. Januar 2016
(wonach der Schürzengriff fast wieder möglich sei und er mit dem Arm bereits wieder etwas über die Horizontale komme)
.
Auch die Kraftprüfungen (Pinchgriff, Faustschlus
s) mit verdeckt erhaltenen Messw
erten wiesen eine Inkonsistenz und damit eine
Symptomausweitung
aus (der
Pinchgriff
variere
links zwischen 3.6
kg
und 6.0 kg, die Faustschlusskraft links zwischen 11
kg
und 21 kg)
.
I
n der bis
herigen Tätigkeit als Busfahrer
bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 4 unten; v
gl. auch erneute Stellungnahme vom 21. April 2016, Urk. 8/58
).
3.4
Dr. m
ed. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
führte im
Bericht vom 26. April 2016 zuhanden der Rechtsvertrete
rin des Beschwerdeführers (Urk. 8/61) aus, es handle sich um eine
Bestandesaufnahme
aufgrund der heu
tigen Untersuchung, ohne
Beizug
von Akten (S. 1
Mitte
).
Er diagnostizierte eine a
nnähernd
frozen shoulder
links.
So wie sich der Beschwerdeführer heute präsen
tiere, sei an
eine Wiederaufnahme der
Tätigkeit als Buschauffeur
nicht zu denken.
Aus verkehrssicherheitstechnischen Überlegungen sei er bis auf Weiteres arbeits
unfähig als Buschauffeur. Mit dieser schlecht beweglichen l
inke
n
Schulter
seien die Anforderungen nicht gegeben (S. 2).
3.5
Im Verlaufsbericht
von Dr.
C._
,
Z._
,
vom 4. Mai 2016 (Urk. 8/71) wurde eine
persistierende posttraumatische/postoperative Kapsulitis
der linken Schulter ge
nannt
.
Am 7. Juli 2016 (Urk. 8/72) führte Dr.
C._
aus, dass der Beschwerde
führer über eine sich etwas verbessernde Schulterfunktion bei klar weniger Schmerzen berichtet habe.
Im Bericht vom
22. Septemb
er 2016 (Urk.
8/70)
gab
Dr.
C._
an
, dass der Beschwerdeführer
weiterhin
ein
Rehabilitationsdefizit
zeige
. Eine
Arbeitsfähigkeit als Buschauffeur
sei
im Moment
weiterhin nicht gegeben (S. 2).
3.6
Kreisarzt Dr.
A._
berichtete am 23. November 2016 (Urk. 8/88) über die gleichentags erfolgte kreisärztliche Untersuchung.
Bei den Befunden nannte er
eine
Abduktion
links von 90° (rechts 160°) und eine
Elevation
von
80° (
rechts
175
°;
S. 5 Mitte).
Die heutige Untersuchung könne die Vordiagnose einer
Schulter
kapsulitis
nicht bestätigen. Aufgrund des muskulären Gegenspannens bei der klinischen Untersuchung müsse bei den ermittelten Funktionswerten des linken Schultergelenkes von unteren Grenzwerten ausgegangen werden (S. 6 Mitte). Der medizinische Endzustand sei erreicht (S. 6 unten). B
ei der aktuellen Kraftprüfung seien
zwar wie im März 2016
Inkonsistenzen gemessen worden, die Werte seien insgesamt aber deutlich niedriger als noch vor acht Monaten. Es bestehe nicht mit ausreichender Sicherheit eine volle Arbeitsfähigkeit in der Tätig
keit als Bus
fahrer. Eine
Restunsicherheit bleibe heute im Sinne einer möglichen Gefährdung durch den
Beschwerdeführer
im Strassenverkehr bestehen. Zum Zumutbarkeits
profil führte Dr.
A._
aus, d
er Beschwerdeführer sei ganztägig einsetzbar für mittelschwere körperliche Arbeiten des linken Armes unterhalb der Schulter
horizontalen, für schwere körperliche Arbeiten uneingeschränkt mit dem rechten Arm. Der Umgang mit Arbeitsgeräten, die Vibrationen oder Stösse in die linke Schulter einleiten, sei ungeeignet. Gleichzeitig beidhändiges Heben und Tragen von Lasten bis 20 kg bis Bru
sthöhe sei erlaubt (S. 7 oben).
3.7
Mit Stellungnahme vom 24. November 2016 (Urk. 8/89) schätzte Kreisarzt Dr.
A._
den Integritätsschaden auf 10 %.
Unter «
Periarthrosis
humero
scapularis
» stufe er die Situation zwischen leichter und mässiger Form ein; hier liege der Mittelwert bei 5 %. Die Funktionsprüfung habe eine Abduktion von 90° mit muskulärem Gegenspannen ergeben, so dass hier ein höherer Wert als 90° angenommen werden müsse. Damit ergebe die Funktionsuntersuchung allein ge
nommen einen Integritätsschaden von 10 %. Er habe sich nicht für den Mittelwert von 7.5 % entschieden, weil das Ausmass der Beweglichkeit des Armes im Schultergelenk oberhalb der Schulterhorizontalen nicht sicher quantifizierbar gewesen sei, so dass die Bewertung eher im oberen Ermessensbereich anzusiedeln sei mit einem Integritätsschaden von 10 %.
3.8
Im
Bericht
von Dr.
C._
,
Z._
,
vom 28. November 2016 (Urk.
8/91) wurden
resi
duelle
Schulterschmerzen links mit
regredienter
posttraumatischer
/postopera
ti
ver
Kapsulitis
diagnostiziert
(S. 1).
Bei den Befunden wurden
eine
glenohume
rale
Beweglichkeit
Aussen-/Innenrotation
von
10/0/70°,
eine
Abduktion
von 70° und eine
Elevation
von
90°
genannt. Der Beschwerdeführer zeige s
icherlich nur
ein
mässiges Operationsresultat nach Sehnenrekonstruktion.
Er
s
ei nochmals arbeits
un
fähig geschrieben worden, dies bis
Ende Februar 2017 (S. 2 oben).
3.9
Dr.
D._
hielt im
Bericht vom 23. Mai 2017
(Urk. 8/109) fest, dass sich seit April 2016
absolut keine Verbesserung
ergeben habe
(S. 1 Ziff. 2). Als bleibender Nachteil bestehe eine Bewegun
gseinschränkung (S. 1 Ziff. 4).
3.10
Dr.
C._
,
Z._
,
führte im Bericht
vom 6. Juni 2017 (Urk. 8/110)
aus
,
der Be
schwerdeführer sei mit dem Rehabilitationszustand des linken Schultergelenkes ordentlich zufrieden, berichte allerdings, dass sich die Schulterfunktion nicht mehr relevant verbessert habe. Insbesondere die Bewegungen über die Schulter
höhe blieben limitiert. Aktuell im Vordergrund stünden
subacromiale
Beschwer
den auf der rechten Seite, die unfallfremd seien (S. 1 unten). Der Beschwer
de
führer zeige weiterhin eine residuelle funktionelle Einschränkung seines linken Schultergelenkes bei Status nach genannter Sehnenrekonstruktion. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit blieben die bereits definierten Einschränkungen. Er habe mit dem Beschwerdeführer vereinbart, die Phys
iotherapie zu sistieren (S. 2).
3.11
Ein MRI der linken Schulter vom 7. Juni 2017 (Urk. 8/136) zeigte einen Befund, der mit einer reaktivierten
Kapsulitis
adhäsiva
im Sinne einer frozen shoulder gut vereinbar war.
3.12
Dr. med.
B._
, Facharzt für Neurochirurgie,
nannt
e im
Berich
t
vom 16. Mai 2018 (Urk. 3/4) folgende
Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
zunehmende Schulterschmerzen bei
frozen shoulder
-Syndrom links bei Zustand nach Operation einer Rotatorenmanschetten-Läsion am 30.
Juli 2015
-
zerviko-occipitales
Schmer
zsyndrom mit Ausstrahlung in die linke
Schul
ter un
d zwischen die Schulterblätter
-
ACG-Arthrose
-
Zerv
ikobrachialgie C6 und C7 rechts
-
Spannungstypkopfschmerzen mit Depressionen, Angst- und Panik
zu
stän
den sowie Schlafstörungen
Dr.
B._
führte aus, der Beschwerdeführer
klage
über immer noch bestehende und stark zunehmende Schmerzen der linken Schulter, welche unerträglich seien. Die Schulter schmerze bei jeder kleinen Bewegung
. Es bestehe eine starke Kraft
verminderung der linken Hand, Abduktion und Adduktion seien stark vermindert und die Innen- und Aussenrotation weitgehend
nicht
möglich. Der Zustand des Beschwerdeführers habe sich stark verschlechtert
(S. 1 unten).
Zum psychischen Zustand gab Dr.
B._
an, der Beschwerdeführer wirke deprimiert, niederge
schlagen, energielos,
klagsam
mit Insuffizienzgefühlen. Der Ant
rieb sei vermin
dert
.
Aufgrund der genannten Diagnosen und Befunde sowie der zunehmenden Schmerzen und Einschränkung der Schulterbeweglichkeit sei der Beschwerde
führer zu
100
% arbeitsunfähig und könne seine vorherige
Berufstätigkeit als Buschauffeur nicht mehr ausüben. E
ine Umschulung
wäre angesichts des Alters
nicht mehr zumutbar
und fast unmöglich
. Die Integritätsschäden
der linken Schulter
lägen bei 100
%. Der Beschwerdeführer könne seine Schulter kaum bewegen und keine körperlich anstrengenden Tätigkeiten ausüben (S. 2 unten).
Die Gewichtslimite der linken Schulter liege bei maximal 2 kg (S. 2 f.). Auch könne er keine Gegenstände bis zur Brusthöhe tragen; diese Höhe könne er mit seinen Einschränkungen nicht erreichen. D
r.
B._
fügte an, dass
der Beschwer
deführer
seines Erachtens
eine 100%ige IV-Rente erhalten
sollte (S. 3 oben; v
gl. auch die früheren Berichte
von Dr.
B._
vom 22. Juni 2017, Urk. 8/135, und 30. April 2018, Urk. 8/165.)
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin nahm die Rentenprüfung per
1. September 2017
vor. Dies ist im Hinblick darauf, dass der medizinische Endzustand aus ärztlicher
Sicht als erreicht erachtet wurde
(vgl. vorstehend E. 3.
6
), nicht zu beanstanden und wurde auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten.
4.2
Beim Beschwerdeführer liegt gemäss MRI vom 7. Juni 2017 eine adhä
sive
Kapsu
litis
respektive ein
frozen
s
houlder-Syndrom vor. Dies geht auch aus den Be
richten
von Dr.
C._
,
Dr.
B._
sowie Dr.
D._
hervor. Demgegenüber hielt
Dr.
A._
im November 2016 fest, dass die Vordiagnose einer
Schulter
kapsulitis
nicht bestätigt werden könne.
Dazu ist festzuhalten, dass
nicht die genauen Diagnosen, sondern die konkreten Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit
massgebend sind.
4.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich hinsichtlich der Festsetzung des Zumutbar
keitsprofils auf die kreisärztliche Einschätzung von Dr.
A._
vom Novem
ber 2016 (vgl. vorstehend E. 3.6), wonach die angestammte Tätigkeit als Bus
chauffeur nicht mehr zumutbar sei, jedoch
mittelschwere körperliche Arbeiten des linken Armes unterhalb der Schulterhorizontalen und schwere körperliche Arbeiten uneingeschränkt mit dem rechten Arm
ganztags ausführ
bar
seien
wie auch
beidhändiges Heben und Tragen von
Lasten bis 20 kg bis Brusthöhe
(
ohne Arbeitsgeräte, die Vibrationen oder Stösse in die linke Schulter einleiten).
Dr.
C._
äusserte sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Im Bericht vom 28. November 2016 (Urk. 8/91) tönte er an, dass erfahrungs
gemäss die Frage nach der optimalen Arbeitsstelle gestellt werde, wenn die IV versicherungstechnisch federführend werde. Er werde dannzumal Stellung dazu nehmen
.
Eine entsprechende Stellungnahme ist jedoch nicht aktenkundig.
Dr.
D._
äusserte sich ebenfalls nur zur Arbeitsfähigkeit als Buschauffeur. Dem Zumutbarkeitsprofil von Dr.
A._
steht
somit einzig
die Beurteilung von Dr.
B._
gegenüber. Dr.
B._
ging von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten aus. Er hielt fest, der Beschwerdeführer könne seine Schulter kaum bewegen und keine körperlich anstrengenden
Tätigkeiten ausüben
.
Der linke Arm sei nur unterhalb der Brusthöhe einsetzbar, wobei d
ie Gewichtslimite bei maximal 2 kg
liege.
4.4
Im Hinblick auf die Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit er
weist sich die durch Kreisarzt
Dr.
A._
im November 2016 vorgenommene Beurteilung als schlüssig und nachvollziehbar, weshalb darauf abzustellen ist. So erstattete
er seine
Einschätzung in Kenntnis der entsprechenden Vorakten und nahm selbst eine ausführliche klinische Untersuchung des Beschwerdeführers vor.
Demgegenüber stützte sich der Beschwerdeführer auf die Beurteilung durch Dr.
B._
. Dieser
kam
in seinem Bericht vom Mai 2018 zum Schluss, dass
der Beschwerdeführer aufgrund der genannten Befunde, Diagnosen, Beschwerden und Schmerzen zu 100 % arbeitsunfähig sei.
Dabei
fällt auf, dass er nicht zwi
schen unfallkausalen und unfallfremden Beschwerden unterscheidet.
Dies ist inso
fern wesentlich, als gemäss Bericht von Dr.
C._
vom Juni 2017 aktuell Be
schwerden auf der rechten Seite im Vordergrund stünden, welche unfallfremd seien.
Des Weiteren
differenziert
Dr.
B._
nicht zwischen subjektiven Be
schw
er
den und objektivem Befund. Sc
hliesslich beurteilt
er
als
Facharzt für Neu
ro
chi
rurgie den psychischen Zustand des Beschwerdeführers
, welcher wohl eben
falls
in die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
eingeflossen ist
. Vor
diesem Hintergrund
vermag die
Beurteilung
durch Dr.
B._
nicht zu überzeugen.
Soweit Dr.
B._
dem Beschwerdeführer
eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
e
, vermag diese Einschätzung
die
Beurteilung durch Dr.
A._
nicht zu entkräften. Insbesondere ist
selbst
angesichts des durch Dr.
B._
formulierten Zumutbar
keitsprofils (keine körperlich anstrengenden Tätigkeiten; linker Arm nur unter
halb der Brusthöhe mit einer Gewichtslimite von maximal 2 kg einsetzbar) eine
voll
e
Arbeitsunf
ähigkeit nicht nachvollziehbar, zumal
auch
die (funktionelle
)
Einar
migkeit
eine
r
volle
n
Arbeitstätigkeit
nicht entgegenstünde.
Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass
der Beschwerdeführer
in regelmässiger Behandlung
bei Dr.
B._
steht, weshalb
zwischen ihm und dem
Beschwerdeführer
eine ver
gleichbare Vertrauenskonstellation besteht wie zwischen dem Hausarzt und seinem Patienten (vgl. E. 1.6).
Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass
sich
Dr.
B._
in allen Berichten
für
die
Zusprache einer vollen IV-Rente an den Beschwerdeführer
ausspricht
.
4.5
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, es sei davon auszugehen, dass es seit der Beurteilung durch Dr.
A._
vom November 2016 zu einer lau
fenden Verschlechterung der Schultereinschränkungen links gekommen sei, findet
dies in den Akten keine Stütze. Dr.
D._
hielt im Mai 2017 fest, dass sich seit April 2016 keine Verbesserung ergeben habe. Aus dem Bericht der Ärzte des
Z._
vom Juni 2017 ergibt sich, dass sich die Schulterfunktion nicht mehr relevant verbessert habe. In diesen Berichten wurde explizit festgehalten, dass keine wes
entlic
he Verbesserung eingetreten ist;
von einer Verschlechterung war nicht die Rede. Der aktuellste Bericht von Dr.
B._
datiert vom Mai 2018, weicht aber mit Ausnahme der Schmerzangaben nicht wesentlich von seiner früheren Beur
teilung vom Juni 2017 ab. Während im Juni 2017 über unveränderte Schmerzen in der linken Schulter und starke Berührungsschmerzen berichtet wurde (vgl. Urk.
8/135 S. 1 unten), war im Mai 2018 von stark zunehmenden Schmerzen und Schmerzen bei jeder Bewegung die Rede. Diese subjektiven Angaben zu den Schmerzen vermögen keine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation zu be
leg
en.
Nach dem Gesagten
ist
auf
das von der Beschwerdegegnerin anhand der Ein
schätzung von Dr.
A._
festgelegte Zumutbarkeitsprofil
abzustell
en.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Ein
kom
mens
vergleich.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Angaben der
Y._
(Urk. 8/100; Urk. 8/114; Urk. 8/159)
von einem Valideneinkommen von Fr.
8
8'
828.-- (
Fr. 5'
850
.--
x 13 sowie diverse AHV-pflichtige Zulagen von Fr. 12'778.--
)
für das Jahr 2017
aus.
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass die Überstundenentschädigung ein fixer Lohnbestandteil gewesen sei, weshalb – entsprechend dem versicherten Jahresverdienst – von einem Valideneinkommen von
Fr. 94'133.--
auszugehen sei
.
Die Beschwerdegegnerin berief sich auf die Angaben der
Y._
, wonach diese im Jahr 2017 allgemein keine Überstunden mehr ausbezahlt habe (Urk. 8/159). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen - ohne Berücksichtigung von Überstundenentschädigungen - auf Fr. 88'828.-- festlegte.
5.3
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise realisier
baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerb
li
chen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Da der Beschwerdeführer vorliegend noch keine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit aus
übt, können nach der Rechtsprechung entweder
die LSE-
Tabellenlöhne oder
DAP
-Zahlen herangezogen werden (
vgl. vorstehend E. 1.3). Die Beschwerdegeg
nerin entschied sich
vorliegend
zur Ermittlung des Invalideneinkommens für ein Vorgehen anhand von
DAP-Löhnen und stützte sich auf
DAP
-
Nr. 340258
(Schleifer-Hilfsarbeiter), Nr. 2692 (Hilfsmaschinist), Nr. 10558 (Versandmitar
bei
ter
), Nr. 8931387 (Kontrolleur) und Nr. 5613 (Produktionsmitarbeiter /
Abkannter
; Urk. 8/155 S. 1).
Bei den
körperlichen Anforderungsprofilen
der DAP-
Nr. 340258
(Urk. 8/155/22-25
)
,
Nr.
2692
(Urk. 8/155/26-29)
und Nr. 8931387
(Urk. 8/155/34-37)
wird
–
manch
mal oder selten -
mittelschweres (10-25 kg) Heben und Tragen bis Lenden
höhe vorausgesetzt. Der Beschwerdeführer
machte geltend, dass
gemäss
Zumut
bar
keitsprofil von Dr.
A._
die
Höchstlimite
von 20 kg beidhändig nicht überschritten werden dürfe, weshalb diese DAP-Blätter nicht verwertbar seien (Urk. 1 S. 10 f.). Entsprechend dem Zumutbarkeitsprofil von Dr.
A._
sind
mittelschwere körperliche Arbeiten des linken Armes unterhalb der Schulter
horizontalen, schwere körperliche Arbeiten uneingeschränkt mit dem rechten Arm und beidhändiges Heben und Tragen von Lasten bis 20 kg bis Brusthöhe möglich (ohne Arbeitsgeräte, die Vibrationen oder Stösse in die linke Schulter einleiten; vgl. E. 3.6).
B
etreffend Heben und Tragen bis Lendenhöhe
gab
Dr.
A._
keine Einschränkungen an. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer beidhändiges Heben und Tragen von mittel
schweren Lasten (bis 25 kg) bis Lendenhöhe zumutbar ist.
Soweit
der Be
schwer
deführer
betreffend DAP-
Nr. 340258
weiter
beanstandete
, dass ein genaues Arbeiten vorausgesetzt sei, was aufgrund der Bewegungseinschränkungen des linken Armes nicht möglich sei (Urk. 1 S. 10 unten)
, ist dies nicht nachvollziehbar
.
Zu DAP-Nr. 2692 gab der Beschwerdeführer an, dass sich Rotationsbewegun
gen aufgrund der Einschränkungen des linken Armes nicht ausführen
liessen
(Urk. 1 S.
10 f.). Bei den Rotationsbewegungen
gemäss
Anforderungsprofil
handelt es sich um Rotationen mit dem Oberkörper
(Urk. 8/155 S. 27)
.
Für solche Rotationen finden sich im Zumutbarkeitsprofil keine
Einschränkungen.
Zu DAP-Nr. 8931387 hielt der Beschwerdeführer fest, dass er
grosse
Sprachlücken aufweise und bei Besprechungen mit der Beschwerdegegnerin, Ärzten oder dem Rechtsvertreter stets von einem Freund begleitet werden müsse (Urk. 1 S. 11 Mitte). Dazu führte die Beschwerdegegnerin zu Recht an, dass er vor dem Unfall als Buschauffeur gearbeitet habe und somit davon ausgegangen werden dürfe, dass seine Sprach
kompetenzen auch für das Jobprofil DAP-Nr. 8931387 genügend seien
(vgl. Urk.
7 S. 8 oben)
.
Soweit der Beschwerdeführer betreffend DAP-Blatt Nr. 5613
(Urk. 8/155/38-41)
geltend machte, es sei wohl kaum möglich, bis 10 kg schwere Bleche zu halten, wenn praktisch nur noch der rechte Arm überhaupt belastbar sei (Urk. 1 S. 11 f.), vermag dies nicht zu überzeugen. So ist
gemäss
Zumutbar
keitsprofil
beidhändiges Heben und Tragen von
Lasten bis 20
kg bis Brusthöhe möglich.
Auch im Übrigen ergeben sich mit
Blick auf die einzelnen körperlichen Anforderungsprofile der
entspre
chenden
Stellen keinerlei Hinweise darauf, dass eine davon dem
festge
legten
Zumutbarkeitsprofil nich
t entsprechen würde
.
Insbesondere beinhalten die verwendeten DAP-Profile kein Heben über Brusthöhe und keine Arbeiten über Kopfhöhe (vgl. Urk. 8/155 S. 1 und S. 22 ff.
)
.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die
Anforderungsp
rofile der evaluierten Ar
beitsplätze dem festgelegten Zumutbarkeitsprofil entspre
chen.
5.4
Gestützt auf den Durchsch
nitt
der Lohnangaben aller
fünf
DAP
ging die Be
schwerdegegnerin von einem Invalideneinkommen von rund
Fr. 6
7‘465
.-- aus
. Dabei stellte sie auf fünf zumutbare Arbeitsplätze
(
DAP
-
Nr. 340258,
Nr.
2692
, Nr.
1
0558
, Nr.
8931387
und Nr. 561
3
) ab und gab die Gesamtzahl der mit der Behinderung des Be
schwer
deführers in Frage kommenden Arbeitsplätze, deren Höchst- und Tiefstlohn sowie den Durchschnittslohn der dem Behinderungsprofil entspr
echenden Gruppe an (vgl. Urk.
8/155
S. 1
). Damit sind sämtliche Voraus
setzungen, die das Bundesgericht an einen Einkommensvergleich gestützt auf die
DAP
-Tabellen
stellt (vgl. BGE 129 V 472), erfüllt
(vgl. vorstehend E
. 1.3
)
. Dieses Vorgehen ist nicht zu bean
standen.
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, dass ein Leidensabzug vorzunehmen sei, ist festzuhalten, dass
Abzüge
bei der Verwendung von DAP-Profilen
grundsätzlich
nicht sachgerecht sind (vgl. E. 1.3).
5.5
Bei einem Valideneinkommen von Fr.
88'828.--
und einem
Invalideneinkommen von Fr.
67‘465.-- resultiert
eine
Lohneinbusse
von Fr.
21‘363.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von ge
rundet 24
%.
Die zugesprochene Rentenleistung ist damit nicht zu bean
stan
den.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt die Höhe der Integritätsentschädigung.
6.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahres
ver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
6.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritäts
schä
den wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen An
spruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
6.4
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.5
Zur Höh
e der
Integritätseinbusse
liegen
die Beurteilung
en
durch Kreisarzt Dr.
A._
vom November 2016
und durch Dr.
B._
vom Mai 2018
vor.
Dr.
B._
gab an,
die Integritätsschäden der linken Schulter lägen bei 100 %, da
d
er
Beschwerdeführer
die Schulter kaum bewegen und keine körperlich an
strengenden Tätigkeiten ausüben könne.
Dr.
A._
schätzte den Inte
gri
täts
schaden auf 10 %.
Zur Begründung führte er aus, dass er
die Situation zwischen
einer
le
ichten
und
einer mässigen
Form
einer
Periarthrosis
hume
ros
ca
pularis
ein
stufe
(
vgl.
Tabelle 1 der Suva
, Integritätsschaden bei Funktions
störungen an den oberen Extremitäten,
wonach
eine leichte Form
mit
0 %
, eine mässige Form mit 1
0 % und eine schwere Form mit 25 %
beurteilt wird
)
.
Die
Funktionsprüfung, welche jedoch mit muskulärem Gegenspannen erfolgt sei,
ergebe
allein genommen einen In
tegritätsschaden von 10 %
.
Weil das Ausmass der Beweglichkeit des Armes im Schultergelenk oberhalb der Schulter
horizon
talen nicht sicher quantifizierbar gewesen sei, sei er nicht vom Mittelwert von 7.5 % ausgegangen, sondern von 10 %.
Insgesamt
erscheint die Einschätzung
von
Dr.
A._
nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
Der
Beschwerdeführer
beantragte
eine
Integritätsent
schädigung
von mindestens 25
%
.
Dies erscheint
im Quervergleich als zu hoch, wird
doch der Integritätsschaden sogar bei einer nur noch bis zur Horizontalen beweglichen Schulter lediglich
mit
15
% beziffert (vgl.
Tabelle 1 der
Suva
).
Soweit Dr.
B._
den Integritätsschaden
der linken Schulter
auf 100 % schätzte, ist dies nicht nachvollziehbar, zumal aufgrund der Suva-Tabelle
1
bei einer völligen Gebrauchsunfähigkeit von einer Integritätsentschädigung von 50 % auszugehen wäre.
6.6
Nach dem Gesagten ist
auch
d
ie Höhe der gestützt auf die medizinische Beur
teilung
von Dr.
A._
zugesprochenen Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden. Dies
führt zur Abweisung der
Beschwerde.