Decision ID: 191503f8-8a55-47dd-8af8-756bc4cf9ded
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, war
zuletzt
von
September 2014
bis
Ende Juni
beziehungsweise Ende August
2015
als
Servicecenter
Consultant bei der
Y._
AG
tätig (Urk.
6/3/1,
Urk.
6/3/21
, Urk. 6/4 Ziff. 5.4
)
, wobei sie
ab
dem
11. Juni 2015
krankgeschrieben war (vgl. Urk. 6/10/49
).
Un
ter Hinweis auf ein
e
psychische
Beeinträchtigung
meldete sich die Versicherte am 30. November 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische u
nd erwerbliche Situation ab, holte Akten des Krankentag
geld
versicherers (Urk. 6/10, Urk. 6/17)
sowie
insbesondere ein polydisziplinäres MEDAS-Gutachten ein, das am 12. Juli 2017 erstattet wurde (Urk. 6/58/1-22). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/101
, Urk. 6/107, Urk.
6/116
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. Oktober 2019 (Urk. 6/184 = Urk. 2
) einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung
.
2.
Die Versicherte erhob am 19. November 2019
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 15. Oktober 2019 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben, und ihr seien die
gesetzliche
n Leistungen, insbesondere eine Invalidenrente, zuzusprechen. In verfahrensrechtlicher
Hinsicht beantragte sie weitere medizinische Abkl
ärungen, insbesondere
die Anordnung eines
Gerichtsgutachten
s
bezüglich d
er
kognitiven Einschränkungen
(Urk. 1 S. 2 Mitte).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2020 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 10. Februar 2020 zur Kenntnis gebracht, mit dem Hinweis, dass der beantragte zweite Schrif
tenwechsel (vgl. Urk. 1 S. 2 Mitte) als nicht erforderlich erachtet we
rde (Urk.
7). Am 27. Juli 2020 ging eine vom 20. April 2020 datierende Eingabe der Versicher
ten (Urk. 8) samt Beilagen (Urk. 9/1-9) ein, welche der Beschwerdegegnerin sowie der Rechtsvertreterin der Versicherten am 3. August 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Am 7. Januar 2021 ging eine weitere Eingabe der Versicherten (Urk. 14) samt Beilage (Urk. 15) ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bun
desgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardi
sierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomer
fassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. M
ärz 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügen
den Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Be
weismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 111 E. 3d/
bb
; Maurer, Sozial
ver
sicherungsrecht, Bd. I, 2. unveränderte Aufl., Bern 1983, S. 438 Ziff. 7a). Im Sozial
versicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweis
last nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 133 E. 8a). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungs
grund
satzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zu
mindest die Wahrschein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon
aus, es bestünden keine gesundheitlichen Einschränkungen, welche die Beschwer
deführerin
längerfristig in der Ausübung einer
Erwerbstätigkeit einschränkten (S.
2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber (Urk. 1) geltend, die Beschwerde
gegnerin
habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie es unterlassen habe, die gemäss MEDAS-Gutachten und auch gemäss Ansicht der
Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
für die Beurteilung der Dia
gnosen und einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit
erforderlichen neurologischen und neuropsy
chiatrischen Abklärungen am
Universitätsspital
Z._
zu veranlassen
(S.
4
f. Ziff. 1)
. Die nach der Begutachtung durchgeführten Abklärungen in der
Klinik A._
und
in der Klinik für Alterspsychiatrie
der
p
sychiatrischen
Klinik B._
ersetzten die von der MEDAS vorgeschlagene
beziehungs
weise verlangte
Begutachtung nicht
(S. 5 f. Ziff. 2-3)
. Gestützt auf alle Arztbe
richte sei erstellt, dass sie im kognitiven Bereich sehr auffällige Minderleistungen erbringe, welche zwar nicht
ganz erklärbar seien, aber bei allen Tests hätten fest
gestellt werden können. Zudem leide sie
auch an einem
zervikozephalen
Syndrom mit Verdacht auf neuropsychologische Defizite und an einem
lumbovertebralen
Syndrom mit
radikulären
Ausstrahlungen rechts,
welche von der Beschwerde
geg
nerin
ebenfalls nicht mehr weiter abgeklärt worden seien
(S. 6 f. Ziff. 5-6)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung,
insbesondere
eine Invalidenrente, und
dabei di
e Frage, ob der
medizinische
Sachverhalt genügend abgeklärt wurde.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgem
eine Innere Medizin,
nannte in
einem
am 23. Dezember 2015 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen (vgl. Aktenverzeichnis) undatierten Bericht
(Urk. 6/13)
als Diagnose eine depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige
depressive Episode (ICD-10
F32.1)
,
mit Be
ginn der Besc
hwerden im Juni 2015 sowie einen
Zusammenbruch an der Arbeits
s
telle im März 2015 (Ziff. 1.1).
3.2
M
ed.
pract
.
D._
, Oberärztin,
und
lic
. phil.
E._
,
Psychologin,
Klinik F._
,
berichteten am 13. Janu
ar
2016 (
Urk. 6/14)
, di
e Beschwerdeführerin stehe seit dem 26. Juni 2015 in ihrer ambulante
n Behandlung (Ziff. 1.2). Es
sei die
Diagnose
einer depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradi
ge depressive Episode (ICD-10 F
32.1), bestehend seit Februar 2015, zu stellen (Ziff. 1.1)
. Aufgrund einer Stressbelastung an der neuen A
rbeitsstelle sei es zu einem Zu
sammenbruch mit psychosomatischen Beschwer
den gekommen.
Die Beschwerdeführerin habe berichtet,
d
ie neue Arbeitsstelle sei nicht so gewesen, wi
e man es ihr versprochen habe. Daher habe sie
viel arbeiten
müssen und sei zusätzlich von
einem
Vorgesetzten belästigt worden
(Ziff.
1.4)
.
Als Kaderangestellte im IT-Bereich sei die Beschwerdeführerin seit dem 26. Juni 2015 voll arbeitsunfähig (Ziff. 1.6).
Ob mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne, könne nicht beurteil
t
werden (Ziff. 1.9).
3.3
In ihrem Bericht vom 1. April 2016
(
Urk. 6/25/4-5) nannten Dr. med.
G._
, Leitender Arzt,
und
E._
(vorstehend E. 3.2)
,
Klinik F._
,
als Diagnose eine depressive Störung, gegenwär
tig schwere depressive Episode,
ICD-10 F32.2
(Ziff. 3
).
Sie führten aus, aufgrund von Gedächtnisproblemen und neu aufgetretenen Kopfschmerzen sei eine neurologische Untersuchung angeordnet
worden. Zudem seien
eine Magnetresonanztomographie
(MRI) sowie
eine neuro
psychologische Testung geplant
(Ziff. 1)
. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 4).
3.4
Die
im Spital
H._
durchgeführte
MRI-Untersuchung des
Ne
urokraniums
vom 21. April 2016
ergab eine grenzwertige, noch im Altersnormbereich liegende Hirnvolumenminderung frontal beidseits. Im Übrigen zeigte sich ein altersent
spr
echender Normalbefund des
Neurok
raniums
(Urk. 6/24).
3.5
Dr. med.
I._
, Oberärztin,
l
ic
. phil.
J._
, Leiter Psycho
logi
sche Diagnostik,
und
K._
, Psychologin,
Klinik F._
,
berichteten am
26. April
2016
über die am 13. April
und 4. Mai 2016
durchgeführte
n
eu
ro
psychologische Untersuchung (Urk. 6/156/1-6)
. Als
Diagnose
nannten sie
ein
en
Verdacht auf eine
fronto
temporale
Demenz mit depressiver Symptomatik
, ICD-10
F02.03
(S. 1 oben)
.
Als relevante Vorbefunde
führten sie
eine depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F32.1), sowie eine Demenzerkrankung der Mutter
der Beschwerdeführerin
im Alter von 58 Jahren mit anfänglich sprach
lichen Einschränkungen
an
(S. 1 Mitte). In der Beurteilung
führten sie aus
, im Vordergrund stehe
eine mittelschwere bis schwere
dysexekutive
Funktionsstö
rung mit erheblichen Einschränkungen im divergenten Denken und in der Hand
lungsplanung sowie schwer defizitären Aufmerksamkeitsleistungen, massgeblich gekennzeichnet durch eine Verlangsamung im
Arbeitstempo. Zusätzlich zeige
sich eine mittelschwere Beeinträchtigung im sprachlichen Bereich mit Wortfin
dungsstörungen und einem erschwerten Zugriff auf das sema
n
tisch-lexikalische Gedächtnis. Ausserdem liege eine leichte bis
mittelschwere Beeinträchtigung des verbalen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses vor (flache Lernkurve). Das vor
liegende mittelschwere bis sch
w
ere kognitive Störungsbild übersteige die im Rahmen
einer Depression zu erwartende
kognitive
Leistungseinschränkung deut
lich und lasse auf eine weit
ergehende
Beeintr
ächtigung im
fronto
temporalen
Be
reich schliessen. Die im MRI des Schädels beschriebene grenzwertige frontale
Hirnvolumenänderung könne diese zumindest teilweise erklären. Nach Aus
sch
luss anderer hirnorganischer Erkrankungen und bei weiterer Stabilisierung der de
pressiven Symptomatik müsse, auch aufgrund der familiären Vorbelastung, eine neurodegenerative Komponente in Erwägung gezogen werden. Da das aktuelle MRI des Schädels aber eine lediglich grenzwertige Atrophie frontal beschreibe, sowie aufgrund der durch
Fremdsprachigkeit
nicht ganz gesicherten Validität der Befunde
,
müsse für eine sichere Diagnose der weitere Verlauf beachtet werden (S.
5 Mitte).
Aufgrund der erheblichen Belastbarkeitsminderung und der aktuellen kognitiven Einschränkungen sei aktuell keine Arbeitsfähigkeit gegeben (S.
5 unten).
3.6
In ihrem Bericht vom 30. Juni 2016 über die Konsultation vom 27. Juni 2016 (Urk. 6/25/1-3) nannte
Dr.
L._
,
Fachärztin für
Neurologie
sowie für
Psychiatrie
und Psychotherapie
,
als Diagnose
einen dringenden
Verdacht auf
eine
be
ginnende dementielle Erkrankung. Des Weiteren
eine depressive Störung sowie eine chronische
Zervikalgie
und
Lumboischialgie
(S. 1 Mitte).
Sie führte aus, die
Ergebnisse der durchgeführten testpsy
chologischen Untersuchung (vgl.
vorstehend
E. 3.5) seien gut vereinbar mit den während der Konsultation gemachten Beo
bach
tungen. Es bestehe weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit (S. 2 unten).
3.7
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.3) und med.
pract
.
M._
,
Assistenzarzt,
Klinik F._
,
berichteten am
19. August
2016 (
Urk.
6/2
9),
diagnostisch
bestehe der
Verdacht auf eine
fr
onto
tempor
ale
Demenz mit depressiver Symp
to
matik
, ICD-10 F02.03 (Ziff. 1.2).
Derzeit bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als IT-Fachfrau als auch für angepasste Tätigkeiten (Ziff. 2.1).
E
ine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit erscheine derzeit unwahrscheinlich. Es blieben jedoch die weiteren somatischen Abklä
rungen (
Liquorpunktion
, Demenzparameter)
abzuwarten
. Von psychiatrischer Seite
werde eine neuropsychologische
Nachtestung dringend empfohlen (Ziff. 3.3).
3.8
Im
Bericht vom 3. Januar 2017 (Urk. 6/30) bestätigten
Dr.
G._
und med.
pract
.
M._
,
Klinik F._
,
die
diagnostische Einschätzung
(Ziff. 1.2)
und die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (Ziff. 2.1)
gemäss ihrem letzten Bericht (vorste
hend E. 3.7). Zum
Befund führten sie unter anderem aus, die Beschwerdeführerin sei im Erzählen inhaltlich chaotisch, teils
perservierend
, mit hektisch-schnellem Redefluss, unterbrochen durch die Suche nach Worten.
Sie unterbreche sich auch sonst häufig selber und erzähle dann ideenflüchtig-weitschweifig etwas anderes weiter und kehre meist nicht zum Ausgangspunkt zurück.
Es sei zu berück
sichtigen, dass Deutsch nicht ihre Muttersprache sei. Sie spreche keinen Satz zu Ende, verwechsle Begriffe, Namen und Funktionen, wirke getrieben, impulsiv, laut und hafte an Details. Sie könne kaum zuhören, unterbreche dann und wirke ungeduldig. Sie sei kaum regulierbar, wenig empathisch und in diesem Sinne auch wenig schwingungsfähig. Es bedürfe häufig starker Reize, um sie zu unter
brechen
. Im Affekt sei sie schwankend mit geringer Frustrationstoleranz. Die Konzentration sei fluktuierend
(Ziff. 2).
3.9
Dr.
med.
N._
, Facharzt für C
hirurgie,
berichtete am 1. Februar 2017 (Urk. 6/36), die Beschwer
deführerin stehe seit dem 17. Juli 2015 in seiner Behandlung (Ziff. 1.2). Als
Diagnosen
nannte er
ein
zervikozephales
Syndrom mit Verdacht auf
neuropsy
chologische Defizite,
ein
lumbovertebrales
Syndrom mit
radikulärer
Ausstrahlung rechts
sowie eine depressive Störung, schwere depressive Episode (Ziff. 1.1)
.
Er führte aus, bei
der Beschwerdeführerin bestehe eine verminderte Belast
barkeit des Achsenorgans.
Zumutbar seien körperlich leichte
Tätigkeiten in wirbelsäulen
adap
tierten Wechselpositionen (Sitzen, Stehen, Gehen)
ohne Heben
schwerer
Lasten. Nur kurzfristig möglich sei das Heben von Lasten
über
5 kg,
längerfristig dagegen das Heben von Lasten bis 2 kg. Für solche
Tätigkeiten bestehe aus somatischer Sichte eine Arbeitsfähigkeit von
30 %
(Ziff.
1.7
am Ende).
3.10
Am 12. Juli 2017 erstatteten die Ärzte der
MEDAS
O._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk. 6/58/1-22).
Sie stützten sich
auf die ihnen überlassenen
und
nachträglich eingegangenen
Akten
(S. 2
ff.)
, die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 9 ff.)
und
ihre
im April und Mai 2017
durchgeführten
Untersuchungen in den Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie,
Neuropsychologie und Orthopädie
(vgl. S. 1 unten,
S.
14 ff.
)
.
Die Gutachter nannte
n
folgende, die Arbeitsfähi
gkeit wesentlich einschränkende
Diagnosen (S.
20 Ziff.
4.1):
-
lum
bover
teb
rales
Syndrom mit anamnestisch
partieller
radikulärer
Aus
strahlung mit/bei
-
Spondylarthrosen
L4/5 und L5/S1,
Diskusprotrusion
L5/S1
mediola
teral
linksbetont mit fraglicher Irritation S1 links
-
zer
vikobrach
iales
Syndrom mit anamnestisch
partiel
ler Ausstrahlung rechts mit/bei
-
degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule (HWS) mit
forami
naler
Enge Halswirbelkörper (HWK) 6/7 rechts, möglicher Irritation C7 rechts, weniger ausgeprägter
foraminaler
Enge HWK5/6 links, mög
licher Irritation C6 links, mässigen
Osteochondrosen
HWK4 bis 7
.
Ferner nannten sie folgende, die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich einschrän
kende
,
aber krankheitswertige
Diagnosen (S. 20 Ziff. 4.2):
-
Verdacht auf depres
sive Störung (
ICD-10 F32.9)
-
Verdacht auf
dementielle Entwicklung (
ICD-10 F03)
-
Verdacht auf
narzisstische Persönlichkeitszüge
-
nicht authentische kognitive Störung vor dem Hintergrund einer unge
nügenden Anstrengungs- und Leistungsbereitschaf
t sowie Symptom
verdeutlichung
-
unklare Transaminasenerhöhung, Differentialdiagnose (DD) medikamen
tös, kontrollbedürftig
-
Dyslipidämie
, kontrollbedürftig
-
Hyperurikämie, kontrollbedürftig
-
latente Hypothyreose, kontrollbedürftig
-
Adipositas Body Mass Index 30
-
anamnestisch Gewichtsverlust von 10 bis 15 kg in zwei Jahren, abklä
rungs
bedürftig.
In der Zusammenfassung der Teilgutachten (S. 15 ff.) wurde ausgeführt, gemäss psychiatrischem Teilgutachten vom 26. April 2017 (
vgl.
Urk. 6/58/26-36) sei es erst 2014/2015 überwiegend wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem über
griffigen Verhalten ihres höheren Vorgesetzten zu einer Dekompensation der Beschwerdeführerin gekommen, die in einem Zusammenbruch
geendet habe. Offenbar habe s
i
e
keine Lösungen gefunden, sich dem Drängen des Vorgesetzten zu entziehen, vielleicht sei es zu einer narzisstischen Kränkung gekommen. In der Folge sei die Beschwerdeführerin nicht mehr richtig auf die Beine gekommen, habe neurologische, somatische und psychische Symptome gezeigt und sei in der kognitiven Leistungsfähigkeit eingeschränkt gewesen.
Die Berichte zusammen
fassend
sei
es also spätestens anfangs 2015 zu einer depressiven Dekompensation gekommen und in der Folge, respektive parallel
,
sei
ein Verdacht auf eine Demenz festgestellt worden (S. 15 Mitte). Diese Demenz und auch die Verhaltensauf
fällig
keiten, die
im Bericht vom
3. Januar
2017
(vorstehend E. 3.8)
beschrieben worden seien
,
könnten aus der Explorationssituation heraus jedoch in
keinster
Weise bestätigt werden. Es sei für die Beschwerdeführerin kein Problem gewesen, über die Explorationsdauer adäquat an der Exploration teilzunehmen. Sie habe detail
reich über diverse Erlebnisse ihres Lebens berichtet und sich dem Untersucher gegenüber ruhig und freundlich verhalten. Dazu komme, dass auf Basis der Ergebnisse der
im Rahmen der Begutachtung durchgeführten
n
europsycho
logi
schen Untersuchung keine aussagekräftigen Befunde hätten gesichert werden können, es hätten sich Widersprüche und ein auffälliger Symptomvalidie
rungs
test gezeigt. Insbesondere Letzterer sei noch kein Beweis dafür, dass eine starke Aggravation oder eine Simulation vorliege, aber auch im Rahmen der psychia
trischen Exploration habe sich eine starke Diskrepanz zwischen klinischem Ein
druck und den Angaben der Beschwerdeführerin bei der Erhebung des Psycho
status ergeben. Würde man nur dem Psychostatus folgen, wäre eine mittelgradige bis schwere depressive Episode zu bestätigen, aber während der sonstigen Exploration hätten sich die im Psychostatus erhobenen Symptome kaum bis gar nicht gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe kaum depressiv gewirkt, müsste dies aber gemäss Symptomangaben deutlich sein. Eher sei eine Affektstarrheit fest
zustellen gewesen. Diese reiche aber nicht für eine hochgradige Depression (S. 15 unten). Auffällig sei auch, dass die Beschwerdeführerin trotz nicht maximaler Dosierung einen Blutspiegel deutlich über dem Referenzwert zeige.
Es stelle sich die Frage, ob sie mehr als verordnet einnehme, oder ob sie vor der Exploration ein
e
zu hohe Dosis eingenommen habe, oder ob bei leicht erhöhten Leberwerten eine Leberschädigung vorliege. Grundsätzlich könnte ein zu hoher
Trazodon
spiegel
von der Beschwerdeführerin angeführte Symptome im affektiven wie auch im kognitiven Bereich veru
rsachen. Es seien offene Fragen. Festgestellt werden
könne, dass die Beschwerdeführerin am 24. April 2017
Trazodon
und
Quetiapin
eingenommen habe, nicht mehr und nicht weniger
. Es blieben viele Inkon
si
stenzen und Widersprüche in der Anamnese, den Untersuchungsergebnissen und den Laborwerten. Es erscheine möglich, dass
es bei der
Beschwerdeführerin im Rahmen der Belastungen durch das Verhalten des Vorgesetzten
zu
eine
r
depres
sive
n
Entwicklung ge
kommen sei
, schlüssig belegt werden könne dies im Rahmen der aktuellen Untersuchung jedoch nicht. Die Demenz könne weder neuropsy
chologisch noch auf Basis der psychiatrischen Untersuchung belegt werden. Theo
retisch könne natürlich auch eine schwere Depression eine Pseudodemenz verursachen. Es blieben damit aktuell nur Verda
chtsdiagnosen stehen (S.
15
f.
).
Die Arbeitsfähigkeit s
ei nicht beurteilbar, respektiv
e
es sei keine Einschränkung belegbar (S. 16 oben).
Gemäss neuropsychologischem Teilgutachten vom 27.
April
2017 (
vgl.
Urk.
6/58/
37
-
44
)
seien die erhobenen Befunde in ihrer Art und Ausprägung
fach
lich nicht nachvollziehbar. Sie
seien weder mit bekannten Mustern normaler noch pathologischer Hirnfunktionen erklärbar. Sie seien im Rahmen einer mangelnden Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie einer Symptomverdeutlichung zu interpretieren
.
Die Beschwerdeführerin habe sich nur ungenügend auf die Unter
suchung einlassen können. Dies habe sich einerseits bei der Bearbeitung der verschiedenen Aufgaben mit Werten, die domänen-, prozess- und modalitäts
unab
hängig teilweise mehr als drei Standardabweichungen von der Norm abge
wichen seien, gezeigt, andererseits in einem Symptomvalidierungsverfahren, bei dem deutlich auffällige Werte erzielt worden seien. Die Abrufleistung von nonverbaler mnestischer Information im Rahmen eines Symptomvalidie
rungs
ver
fahrens habe deutlich unter der Abrufleistung von depressiven Patienten oder Patienten mit einer Hirnverletzung/Hirnerkrankung mit einer ausreichenden Leistungsmotivation gelegen
(S. 16 Mitte). Des Weiteren hätten sich verschiedene Inkonsistenzen gefunden, die fachlich nicht nachvollziehbar seien. Es hätten sich innerhalb verschiedener Aufgaben, die derselben kognitiven Domäne zugehörig seien, inkonstante Befunde gezeigt. Zudem seien die erhobenen psychometrischen Befunde diskrepant
zum Ko
mmunikationsverhalten gewesen. D
ie Beschwerde
führerin sei im Anamnesegespräch konzentriert gewesen, habe Fragen ohne er
höhte Antwortlatenz beantwortet und mit schnellem Tempo gesprochen. Die testdiagnostisch manifeste,
schwergradige
Verlangsamung habe sich im Gespräch nicht gezeigt. Des Weiteren hätten sich auch die Minderleistungen beim verbalen Gedächtnis im Gespräch nicht gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe beispiels
weise ausführlich über die ein Jahr zuvor stattgefundene neuropsychologische Untersuchung berichtet und habe mehrere dazugehörige Details für die Anzahl
Würfel bei einer komplexen Planungsaufgabe genau erinnern können (S.
16 unten). Aufgrund der beschriebenen Auffälligkeiten und Inkonsistenzen respek
tive der nicht ausreichend gegebenen Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie der Symptomverdeutlichung besitze das im Rahmen der neuropsycholo
gischen Untersuchung ermittelte kognitive Testprofil zu wenig Aussagekraft. Ob eine bedeu
tsame kognitive Störung vorliege respektive deren Schweregrad könne unter diesen Umständen nicht beurteilt werden. Es sei davon auszugehen, dass
die tatsächliche Leistungsfähigkeit über der demonstrierten Leistung liege (S. 16 f.)
. Um sprachliche Interferenzen ausschliessen zu können, sei ein nonverbales Symptomvalidierungsverfahren eingesetzt worden
. Aufgrund der nicht validen Befunde könnten auch keine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit gemacht werden
(S.
17 Mitte).
Gemäss orthopädischem Teilgutachten vom 4. Mai 2017 (
vgl.
Urk. 6/58/45-52) erschienen die anamnestischen, klinischen und radiologischen Befunde in sich konsistent und damit glaubhaft (S. 17 unten). Aufgrund der Befundkonstellation
bestehe absoluter Einklang mit der Beurteilung der qualitativen Belastungs
fähigkeit durch Dr.
N._
(
vorstehend E. 3.9)
und sei das von ihm beschriebene Belastungsprofil aus rein orthopädischer Sicht als den Pathologien ang
epasst und der Belastungsfähigk
e
i
t sinnvoll Rechnung tragend anzusehen
.
Nicht nach
voll
ziehbar sei dagegen seine Einschätzung
einer zeitlich
en Belastbarkeit von 30 %. Dies
umso mehr, als keine Begründung für die zeitlich begrenzte Belas
tungs
fähigkeit in einer leidensangepas
sten Tätigkeit geliefert werde. Bei der Beschwer
deführerin bestünden keine derart starken Beschwerden und lägen keine derart fortgeschrittenen degenerativen Veränderung
en
vor, dass neben
einer dem Leiden adaptierten Arbeitsplatzgestaltung noch die Notwendigkeit einer zeitlichen Re
duktion der täglichen Arbeitsbelastung bestehe (S. 18 oben). In der bisherigen Tätigkeit in der Betreuung von IT-Systemen im Finanz- und
Controllingbereich
sei die Beschwerdeführerin aus rein orthopädischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig. Schwere und mittelschwere Tätigkeiten seien
ihr
nicht mehr zumutbar.
Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne die Notwendigkeit, schwere Lasten über 5 kg kurzfrist
ig und 2 kg langfristig heben oder tragen sowie lange vornübergebeugt oder nach hinten gebeugt stehen, sitzen oder gehen zu müssen, und ohne die Notwendigkeit, stereotyp/repetitiv den Rumpf oder Kopf rotieren zu müssen, seien der Beschwerdeführerin
ganztags vollumfänglich zumutbar (S. 18 Mitte).
Zur Arbeitsfähigkeit führten d
ie Gutachter
zusammenfassend aus,
a
us orthopä
discher und allgemein-internist
i
s
cher Sicht
sei die Beschwerdeführerin in der angestammten
Tätigkeit voll arbeitsfähig, wobei nur leichte körperliche Arbeiten möglich seien. Eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe auch für
andere
leichte,
wechselseitig belastende Tätigkeiten unter Berücksichtigung des aus orthopä
di
scher Sicht formulierten Belastungsprofils. Aus psychiatrischer und neuropsy
cho
logischer und damit auch aus polydisziplinärer Sicht sei weder die Arbeits
fähig
keit in der angestammten noch in einer anderen
Tätigkeit beurteilbar res
pektiv
e
es seien keine Einschränkungen belegbar (S. 21 Ziff. 5.1-2).
Zwecks Verifizierung der Verdachtsdiagnose einer dementiellen Entwicklung werde
eine ausführliche neurol
ogische und neuro
psychiatrische Abklärung am
Z._
empfohlen
, wie sie
bereits
geplant sei
(
S. 21 Z
iff. 5.2 am Ende, S. 21 unten
).
3.11
In ihrer Stellungnahme vom 19. Juli
2017 (
Urk. 6/100 S. 7 f.) führte
RAD-Ärztin
dipl.
med.
P._
, Fachärztin für Innere Medizin/Prävention und Ge
sundheitswesen
,
aus, ein Gesundheitsschaden,
welcher sich längerfristig auf die
Arbeitsfähigkeit in der – stets leichten und wechselbelastenden - angestammten Tätigkeit
auswirke, habe bisher nicht festgestellt werden können. Infolge der noch erforderlichen Untersuchung im
Z._
sei aktuell noch kein Fallabschluss möglich (S. 8 unten).
3.1
2
Am 7. und
12. September 2017
wurde die Beschwerdeführerin
in der
Klinik A._
interdisziplinär untersucht. Im diesbezüglichen Bericht vom 14.
Dezember 2017 (Urk. 6/156/7-9) wurde ausgeführt, die erhobenen Befunde sprächen für eine depressive Episode ohne Hinweise auf ein degeneratives Hirn
leiden. In der neuropsychologischen Untersuchung hätten sich ausgeprägte Ein
schränkungen der Belastbarkeit sowie Defizite in der Aufmerksamkeit einher
gehend mit Auffälligkeiten im Gedächtnis
ergeben. Die neuropsychologischen
Testresultate wiesen ebenfalls nicht auf ein degeneratives Hirnleiden hin, insbe
sondere bei entsprechender Befundlage in der Symptomvalidierung mit inkonsi
stenten Testleistungen beziehungsweise reduzierter Anstrengungsbereitschaft, jedoch spiegelten sie die auch im Alltag erlebten Leistungseinbussen vor dem Hintergrund der schon länger bestehenden depressiven Episode bei Status nach Mobbing sowie e
inen starken Leidensdruck
aufgrund der affektiven Lage wi
der (S. 1 unten).
Aufgrund des MRI-B
efundes aus dem Jahr 2016 (
vorstehend E. 3.4) sei der Verdacht auf das Vorliegen einer
frontote
mporalen
Demenz geäussert worden.
Zum Ausschluss eines degenerativen Hirnleidens sei
deshalb
zusätzlich eine
Positronenemissionsto
mographie
(PET)
veranlasst worden. Diese habe keine Hinweise auf eine bestimmte neurodegenerative Erkrankung ergeben, insbeson
dere best
ehe kein Hinweis auf ein
e
frontotemporale
Demenz (S. 2 oben).
Gemäss neuropsychologischer Beurteilung
seien die
aktuellen Befunde vergleich
bar mit den Ergebnissen der Voru
ntersuchungen vom Mai 2016 (
vorstehend E.
3.5
) und den Resultaten
des
neuropsychologischen Gutachtens
vom Mai 2017 (
vorstehend E.
3.10
;
Urk. 6/115/1 unten, vgl. auch Urk. 6/156/
14 Mitte).
3.13
Dr.
G._
(vorstehend E.
3.3) und med.
pract
.
M._
(vorstehend E.
3.7),
Klinik F._
,
nannten in ihrem Bericht vom 27. März 2018 (Urk. 6/99)
als Diagnosen eine m
i
ttel- bis
schwergradige
rezidivierende d
epressive Episode (
ICD-10
F33
.
2)
sowie
eine
fronto
temporale
Demenz (
ICD-10
F02.03).
Sie führten aus, der
Befund habe sich gegenüber
dem im letzten
Bericht vom 3. Januar
2017 (vorstehend E. 3.8) b
eschriebenen verschärft.
Unter anderem
zeige die Beschwer
de
führerin deutliche Einschränkungen der Auffassungsgabe. Sie spreche laut und schnell, lasse sich kaum Zeit, um Luft zu holen, wie ein grosses buntes Feuerwerk. Sie zeige eine ausladend untermalende Gestik. Assoziativ sei sie gelockert, ideen
flüchtig, verlasse ständig den Erzählstrang, springe thematisch, hafte an kleinen, unwichtigen Details, sei umständlich und weitschweifig. Sie spreche nicht einen Satz zu Ende. Sie ringe nach passenden Ausdrücken und suche nach Namen wie
nach Sicherungspflöcken im Treibsand. Sie lasse sich kaum auf den Punkt brin
gen
, rede zum Teil vorbei. Sie sei affektlabil, Weinen und Lachen träten manch
mal ansatzlos auf oder ineinander über. Zwischendurch gebe es kurze, etwas kon
zen
triertere Phasen von Minutendauer, in denen sie ruhig zuhören könne, nach
den
klich wirke und offenbar vor ihrer Antwort überlege. Sie äussere nachvoll
ziehbare Zukunftsängste. Bald erschöpft bemühe sie sich um Aufrechterhaltung einer
fassadär
wirkenden Normalität (Ziff. 1.3).
Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig, auch für angepasste Tätigkeiten (Ziff. 2.1). Eine inte
grierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung finde gegenwärtig regel
mässig alle ein bis vier Wochen statt und die Beschwerdeführerin werde mit
Trittico
und
Seralin
behandelt (Ziff. 3.1). Prognostisch sei eher mit einer weiteren
Verschlechterung zu rechnen. Es werde eine 100%ige Berentung empfohlen (Ziff.
3.
3).
3.14
RAD-Ärztin
dipl.
med.
P._
(vorstehend E. 3.11) führte in ihrer Stellung
nahme vom 18. April
2018 (
Urk.
6/100 S. 10 f.)
aus, t
rotz
der von den Ärzten der
Klinik F._
, diagnostizierten
s
chwergradigen
depressiven Epi
sode
seien
kein
e Intensivierung der Behandlung und
kein stationärer Aufenthalt
erfolgt und sei die
medikamentöse Therapie beibehalten
worden
.
Das
Vorliegen einer mittel- bis
schwerg
radigen
Depression sei in Anleh
nung an das
MEDAS-Gutachten
anzuzweifeln.
Eine neurologische
Untersuchung im
Z._
habe nicht stattgefunden und die durchgeführte neuropsychologische
Untersuchung habe keine Hinweise au
f eine neurodegenerative Erkran
kung ergeben.
A
ufgr
und des
Verdachts auf Aggravati
on/Symptomverdeutlichung
werde aus versicherungsme
dizi
nischer Sicht empfohlen, auf das Gutachten abzustellen (S. 10 unten)
.
Es sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt sei (S. 11 oben).
3.15
Dr.
med.
Q._
, Arzt für Neurologie
und Psychiatrie,
Zentrum
R._
,
welcher die Beschwerdeführerin ab dem 24. September 2018 behandelte (
vgl.
Urk. 6/135),
überwies die Beschwerde
führerin
mit Schreiben vom 18. Oktober 2018 (Urk. 6/136)
zu diagnostischen Zwecken an
die
B._
,
mit dem Hinweis, dass
die durch die
Klinik A._
ge
zogene Schlussfolgerung
, wonach trotz relativ eindeutiger demenzverdächtiger Befunde eine Depression und keine degenerative Hirnerkrankung vorliege, kühn erscheine
(S. 1 Mitte). Falls sich seine Verdachtsdiagnose einer
frontotemporalen
Demenz bestätige, werde die Beschwerdeführerin nie mehr einer Erwerbstätigkeit nachgehen können (Urk. 6/135)
.
3.16
V
om
1
8. Oktober bis 2. November 2018
weilte die Beschwerdeführerin
stationär in der
B._
, Zentrum für Alterspsychiatrische Versorgung
(Austrittsbericht vom 5. Dezember 2018, Urk. 6/178). Im Rahmen dieses Aufenthalts wurde
am 23.
Oktober 2018 auch eine neuropsychologische Verlaufsuntersuchung
durch
geführt (vgl. S. 4 f.).
In der Beurteilung im Rahmen der Psychodiagnostik führten die Ärzte der
B._
aus, im klinischen Eindruck habe die Beschwerdeführerin vor allem durch die auffällige Beziehungsgestaltung, nicht aber durch eine primär depressive Semio
logie imponiert. Ein hoher Leidensdruck
sei ersichtlich gewesen
(S. 3 Mitte).
In der
zusammenfassenden Beurteilung
wurde
aus
geführt
, zu sehen gewesen sei eine 50jährige, alltagsmässig im stationären Rahmen selbständige Beschwerde
führerin, die sich stark mit ihren gesundhe
itlichen Beschwerden beschäftig
t
und um Empfehlungen für medizinische Spezialisten zur weitere
n Abklärung
der ver
schiedenen gesundheitlichen B
eschwerden nachgesucht habe.
D
as Vorhandensein einer
frontotemporalen
Demenz
sei aus ihrer
(ärztlichen) Sicht
aktuell auszu
schliessen
.
Durch den stationären Aufenthalt sei eine längere Verhaltensbeobach
tung möglich gewesen. Die Beschwerdeführerin habe dabei in der Spontan
spra
che, mit Ausnahme ihres Akzents bei
Fremdsprachigkeit
, keine Auffälligkeiten gezeigt. Für die Di
agnose einer Verhaltensvariante
habe
sich ebenfalls keine beobachtbare Symptomatik dargeboten. Allenfalls lasse sich aus den Berichten der Beschwerdeführerin ein gewisses
dysexekutives
Syndrom ableiten. Dagegen spreche wiederum, dass die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen sei, auch
komplexe Handlungen wie die Bedienung eines Smartphones und die Organi
sa
tion und Durchführung von externen Arztbesuchen, auch während des Klinik
aufenthalts, selbständig
vorzunehmen
. Auch die Gedächtnisleistung müsse ge
messen an der Alltagsleistung – zum Beispiel genaue Erinnerung verschiedener medizinischer Abklärungsinhalte – als unauffällig eingeschätzt werden (S. 5 f.). Gesamthaft werde
eine grosse Diskrepanz zwischen den in der formalen Testung erhobenen
, zum Teil
schwergradig
defizitären
neuropsychologischen
Befunden und der Alltagsfähigkeit deutlich.
Derart diskrepante Befunde seien
aus ihrer (ärztlichen) Sicht nicht mit einer Demenz vereinbar, da eine solche zu einem einigermassen konsistent
en Defizitmuster führen sollte (S. 6 oben).
Als Diagnose nannten die Ärzte der
B._
eine depressive Episode, ICD-10 F32.9 (S. 1 oben).
3.17
Dipl. Arzt
S._
, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
R._
, berich
tete am 8. April 2019 (Urk. 6/150), im Dezember 2018 die Therapie der Be
schwerdeführerin übernommen zu haben. Die Termine fänden alle zwei bis drei Wochen statt, je nach Belastbarkeit der Beschwerdeführerin (S. 3 Ziff. 3.1). Die Beschwerdeführerin sei mittel- bis
schwergradig
depressiv verstimmt, getrieben von Ängsten in allen Lebensbereichen, Sorgen um die Zukunft mit Gedan
ken
kreisen, Gedankendrängen und zum Teil Ideenflucht (S. 2 oben). Zum psycho
pathologischen Befund führte
S._
unter anderem aus, bereits im kurzen Gespräch von wenigen Minuten träten intermittierend mnestische Einschrän
kungen auf, die Beschwerdeführerin verliere den Gesprächsfaden, wisse nicht, wie sie aus dem Haus gelangt sei. Die depressive Symptomatik mit unter anderem Antriebsverlust und Energielosigkeit bestehe durchgehend seit über drei Monaten (S. 2 unten). Zu stellen seien folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 1.2):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
-
Zustand nach depressiver Störung, gegenwärtig
schwergradige
depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
Verdacht auf
frontotemporale
Demenz
-
somatische Erkrankungen gemäss den Berichten der Orthopädie/Chirurgie.
Eine körperliche oder kognitive Tätigkeit sei nach wie vor nicht möglich (S.
3 Ziff. 2.1-2).
3.18
RAD
-Ärztin
dipl.
med.
P._
(vorstehend E. 3.11)
hielt
in ihrer Stellungnahme vom 2. Oktober
2019 (
Urk.
6/
183 S. 5 f.)
zusammenfassend fest,
ein dementielles Syndrom habe ausgeschlossen werden können. Das Vorliegen einer depressiven
Episode sei fraglich, die Ärzte der
B._
hätten keine objektivierbaren Krankheits
symptome beschrieben und auch der behandelnde Dr.
S._
(vorstehend E. 3.17) stütze sich
aussc
hliesslich auf Berichte der Beschwerdeführerin
, nicht auf objek
tive Untersuchungsergebnisse
. Ein Gesundheitsschaden, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auswirke, habe nicht fest
gestellt werden können. Es könne weiterhin auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden (S. 5 unten)
.
4.
4.1
Ausweislich der medizinischen Akten traten bei der Beschwerdeführerin im Verlauf der ersten Hälfte des Jahres 2015 im Zu
ge einer Belastungssituation an ihrem
damaligen
Arbeitsplatz gesundheitliche Beschwerden auf (vgl. vorstehend
E.
3.1-2). Nachdem die behandelnden Ärzte und Psychologen der
Klinik F._
eine depressive Störung mit depressiven Episoden von unterschiedlichem Schweregrad
(ICD-10 F32.1 beziehungsweise F32.2)
sowie
gestützt auf eine im April
und Mai 2016 durchgeführte neuropsychologische Untersuchung einen
Verdacht auf eine
frontotempor
ale
Demenz
mit depressiver Symptomatik
(ICD-10
F02.03)
diagnostiziert und der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit attestiert hatten (vorstehend E. 3.2-3, E. 3.5, E. 3.7)
,
und
bei einem darüber hinaus im Raum stehenden Leiden am Bewegungsapparat (vgl. vorste
hend E. 3.9)
, veranlasste die Beschwerdegegnerin
eine polydisziplinäre Abklärung der Beschwerdeführerin in der MEDAS-
O._
.
4.2
Im MEDAS-Gutachten
vom Juli 2017
(vorstehend E. 3.10) wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzig ein
lumbovertebrales
sowie ein
zervikobrachiales
Syndrom mit/bei –
jeweils
näher
beschriebenen
– degene
ra
tiven Veränderungen
genannt
. Dagegen erachteten die Gutachter weder
die Diag
nose
eine
r
depressive
n
Störung (ICD-10 F32.9) noch eine
r
dementielle
n
Ent
wicklung
(ICD-10 F03)
als
schlüssig belegbar
und führten diese lediglich im Sinne einer die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich einsch
rä
nkend
e
n
,
aber krankheits
wertigen Verdachtsdiagnose an.
Als
krankheitswertige
, die Arbeitsfähigkeit aber ebenfalls nicht wesentlich einschränkende
Diagnosen nannten sie
weiter
einen Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitszüge sowie eine nicht authentische kognitive Störung vor dem Hintergrund einer ungenügenden Anstrengungs- und Leistungsbereitsch
aft sowie Symptomverdeutlichung.
F
erner
nannten sie
diverse internistische Diagnosen.
Betreffend Arbeitsfähigkeit schlussfolgerten die Gut
ach
ter, dass
die
gestellten somatischen Diagnosen die Beschwerdeführerin weder in der angestammten noch in einer (anderen) körperlich leichten, wechselseitig
belastenden Tätigkeit einschränk
t
en, wobei
sie
ein
aus
orthopädischer Sicht
zu berücksichtigendes Belastungsprofil formulier
t
en. Aus psychiatrischer und neu
ropsychologischer Sicht konnten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit nicht
beurte
len
beziehungsweise erachteten sie Einschränkungen als nicht belegbar.
4.3
Das MEDAS-Gutachten
wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben und
basiert auf
allseitigen Untersuchungen
, im Rahmen welcher die
von der Beschwerde
führerin
geklagten Beschwerden berücksichtigt wurden.
Den
im
Bereich der HWS und der Lendenwirbelsäule
geklagten Schmerzen
(vgl. Urk. 6/58/46 unten)
Rech
nung tragend,
wurde in der orthopädischen Beurteilung bei in sich konsistenten anamnestischen, klinischen und radiologischen Befunden ein nachvollziehbar
es
Belastungsprofil formuliert, welches
– auch nach Einschätzung der Gutachter -
mit
dem
von Dr.
N._
(vorstehend E. 3.9)
formulierten Belastungsprofil im Ein
klang steht.
Sodann wurde dargelegt, dass
die geklagten Beschwerden und die degenerativen Befunde nicht derart stark beziehungsweise fortgeschritten seien, dass neben einer leidensadaptierten Arbeitsplatzgestaltung noch die Notwendig
keit einer zeitlichen Reduktion der täglichen Arbeitsbelastung
bestehe. Damit
liefern die Gutachter
eine überzeugende Begründung dafür,
weshalb der
– ihrer
seits nicht näher begründeten – Einschätzung
einer lediglich 30%igen Restar
beitsfähigkeit d
urch Dr.
N._
nicht gefolgt werden kann
.
Überzeugend begründet wurden sodann auch die sowohl aus psychiatrischer als
auch neuropsychologischer Sicht festgestellten Diskrepanzen zwischen klini
schem
Eindruck beziehung
sweise psychometrischem Befund und den Angaben der Beschwerdeführerin beziehungsweise ihrem Kommunikationsverhalten
. So etwa der Kontrast zwischen der im Psychostatus erhobenen mittelgradig bis schweren depressiven Symptomatik und
der
Präsentation
der Beschwerdeführerin
während der Exploration, an der
sie
adäquat habe teilnehmen
sowie
detailreich über diverse Erlebnisse in ihre
m
Leben berichten können und kaum depressiv gewirkt habe
.
Ferner
der
– anhand konkreter Beispiele veranschaulichte -
Umstand, dass
sich im Gespräch weder die
testdiagnostisch
manifeste
schwergradige
Verlang
samung
noch Minderleistungen beim verbalen Gedächtnis
gezeigt hätten
.
In der neuropsychologischen
Beurteilung wurde alsdann nachvollziehbar
dargelegt,
weshalb davon auszugehen sei, dass sich die Beschwerdeführerin nur unge
nü
gend auf die Untersuchung habe einlassen können, und
weshalb
die in ihrer Art und Ausprägung fachlich nicht nachvollziehbaren Befunde im Rahmen einer mangelnden Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie einer Symptom
ver
deutlichung zu interpretieren seien. Des Weiteren wurde auf die deutlich auf
fälligen Werte im Symptomvalidierungsverfa
h
ren hingewiesen,
etwa darauf, dass
die Abrufleistung von nonverbaler mnestischer Information deutlich unter der
Abrufleistung von depressiven Patienten oder Patienten mit einer Hirnver
letzung/
Hirnerkrankung mit einer ausreichenden Leistungsmotivation gelegen habe.
Vor diesem Hintergrund und b
ei Vorliegen
weiterer angeführter
Inkonsistenzen
und Widersprüche
wurde aus psychiatrischer Sicht die nachvollziehbare Schlussfo
l
gerung gezogen, dass weder eine depressive Entwicklung noch eine Demenz und damit auch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig belegbar sei
en
.
Aus n
europsychologischer Sicht wurde nachvollziehbar
schluss
g
efolgert, dass dem kognitiven Testprofil unter den gegeb
e
nen Umständen keine hinre
i
chende Aussagekraft zukomme und daher nicht beurteilt werden könne, ob
eine bedeutsame kognitive Störung vorliege, wie schwer diese gegebenenfalls sei und
wie es um
die Arbeitsfähigkeit
stehe
.
4.4
Im MEDAS-Gutachten wurde
aus interdisziplinärer Sicht
empfohlen, die Be
schwer
deführerin zwecks Verifizierung der Verdachtsdiagnose einer dementiellen Entwicklung
«wie geplant» am
Z._
neurologisch und neuropsychiatrisch
ausführlich
abzuklären
(Urk. 6/58/21 f. Ziff. 5.1 und Ziff. 5.3
,
jeweils am Ende)
. Damit scheinen die Gutachter Bezug zu nehmen auf die Angaben der Be
schwer
deführerin zur aktuellen Behandlung,
wonach
der Hausarzt Dr.
C._
(vorste
hen
d
E. 3.1)
sie auf der neurologischen Klinik des
Z._
anmelden wolle (vgl. Urk. 6/58
/13 Ziff. 1.2.6
).
Die Beschwerdeführerin stellte sich auf den Standpunkt, indem die Beschwerdegegnerin diese Untersuchungen nicht veranlasst habe, habe sie den Untersuchungsgrundsat
z verletzt (vorstehend E. 2.2).
4.5
Mit Email vom 2. August 2017 (Urk. 6/62)
teilte
Dr.
C._
der
Beschwerde
geg
nerin
auf deren Nachfrage hin mit
, dass die Beschwerdeführerin für eine neuro
logische Untersuchung
im Spit
al
T._
angemeldet sei, er jedoch keine
neuropsychiatrische Untersuchung
vorgesehen
habe
.
Die
weiteren
Abklärungen der Beschwerdegegnerin ergaben, dass im Spital
T._
keine über eine Triage hinausgehenden Abklärungen gemacht wurden und die Beschwerde
füh
rerin in der Folge offenbar ans
Spital
U._
überwiesen wurde (vgl. Urk. 6/68),
wo
sie
allerdings
nie war
(vgl. Urk. 6/70). Am 14. Dezember 2017 erging schliess
lich der Bericht der Klinik
A._
(vorstehend E. 3.12), welcher die Beschwerdeführerin am 7. August 2017
durch Dr.
C._
zugewiesen worden war
(Urk. 6/156/7 Mitte)
.
4.6
Für die Fachspezialisten der
Klinik A._
ergaben sich i
m Rahmen ihrer
interdisziplinären
ambulanten
Abklärungen
keine Hinweise auf ein dege
neratives Hirnleiden, insbesondere nicht auf eine
frontotemporale
Demenz, weder in der neuropsychologischen Testung noch in der zusätzlich durchgeführten PET-Untersuchung
. In Bezug auf die neuropsychologische Testung wurde
-
wie bereits im MEDAS-Gutachten
-
von einer Symptomvalidierung mit inkonsistenten Test
leistungen beziehungsweise reduzierter Anstrengungsbereitschaft berichtet. Die
erhobenen Befunde wurden als mit den Ergebnissen der neuropsychologischen Voruntersuchungen vergleichbar bezeichnet
(vgl. vorstehend E. 3.12)
.
4.7
Die Ärzte der
B._
schlossen in ihrem Bericht vom 5. Dezember 2018 (vorstehend E. 3.16) das Vorliegen einer
frontotemporalen
Demenz gar ausdrücklich aus, dies insbesondere auch
unter Hinweis auf die
im Rahmen des stationären Aufenthalts gemachten Verhaltensbeobachtungen. Auch die Ärzte der
B._
stellten eine grosse Diskrepanz
fest
zwischen den in der formalen Testung erhobenen, zum Teil
schwergradig
defizitären
neuropsychologischen
Befunde
n
und der Alltagsfähig
keit
u
nd bezeichneten diese als mit einer Demenz nicht vereinbar.
4.8
Gestützt auf die Berichte der
Klinik A._
und der
B._
kann fest
gehalten werden, dass sich die im MEDAS-Gutachten geäusserte Verdachtsdiag
nose einer dementiellen Entwicklung
nicht erhärten liess und damit d
as Vorliegen einer
Demenzerkrankung nicht überwie
gend wahrscheinlich
ist
.
Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten kognitiven Einschränkungen
konnten weder im Rahmen der MEDAS-Begutachtung noch im Rahmen der Abklä
rungen in der
Klinik A._
noch durch die Ärzte der
B._
in valider Weise objektiviert werden
und es wurde übereinstimmend eine ungenügende bezie
hungsweise reduzierte Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft festgestellt, im Rahmen der MEDAS-Begutachtung darüber hinaus eine Symptomverdeutlichung.
Nicht erkennbar
ist
und auch nicht dargetan
wurde
, inwiefern von
den be
schwerdeweise
unter Verweis auf das MEDAS-Gutachten
beantragten
neurolo
gischen und neuropsychiatrischen Abklärungen weitere oder andere Erkenntnisse zu erwarten sind, zumal sich im MEDAS-Gutachten keine Begründung dafür findet, weshalb Untersuchungen in diesen Fachbereichen erfolgen sollten
,
und auch die behandelnden Ärzte letztlich offenbar keine Veranlassung sahen, die
Beschwerdeführerin entsprechenden Abklärungen zuzuführen (vgl. vorstehend E.
4.5
).
Es kann damit nicht als mit dem notwendigen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit erstellt gelten, dass bei der Beschwerdeführerin sich auf die E
rwerbsfähigkeit
auswirkende kognitive Einschränkungen bestehen.
Von
weiteren Abklärungen, insbesondere der beschwerdeweise beantragten Anord
nung eines Gerichtsgutachtens, ist in antizipierter Beweiswürdigung
(
BGE 134 I 140 E. 5.3)
abzusehen.
Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durch die Beschwerdegegnerin ist ni
cht auszumachen.
4.9
Was schliesslich das im Raum stehende depressive Geschehen anbelangt,
bleibt
festzuhalten, dass sich in der MEDAS-Begutachtung
ein solches
wie dargelegt
(
vorstehend E. 4.3)
nicht schlüssig belegen liess.
Demgegenüber diagnostizierten d
ie Ärzte der
B._
in ihrem Bericht
vom 5. Dezember 2018
(vorstehend E. 3.16)
zwar
eine depressive Episode (ICD-10 F32.9)
, hielten aber gleichzeitig fest
, dass
die Beschwerdeführer
in im klinis
c
h
e
n
Eindruck
nicht durch eine primär depres
sive Semiologie imponiert habe. Diese Beobachtung war
bereits im Rahmen der MEDAS-Begutachtung
gemacht
worden (vgl. vorstehend E. 3.10).
Die von den Ärzten der
B._
gestellte Diagnose
ist
dementsprechend auch
nicht durch einen einschlägigen Befund
untermauert
(vgl.
Urk. 6/178 S. 2 f.)
,
worauf auch die RAD-
Ärztin
hinwies (vorstehend E. 3.18)
.
Vielmehr wurde etwa der Antrieb als regel
recht und die affektive Schwingungsfähigkeit als erhalten bezeichnet (Urk. 6/178 S.
3 Mitte).
Nicht nachvollziehbar ist
sodann
, wie die behandelnden Ärzte der
Klinik F._
ge
st
ützt auf die in ihrem Bericht vom 27. März 2018
(vorstehend E.
3.13)
beschriebenen Befunde auf
ein
mittel- bis
schwergradiges
depressives Geschehen sch
lossen. D
ie Feststellung von
S._
schliesslich, wonach die Beschwerdeführerin mittel- bis
schwergradig
depressiv «verstimmt» sei
(vorste
hend E. 3.17)
,
ist
bereits
an sich
widersprüchlich.
Insgesamt
liegt
kein Bericht vor,
welcher eine lege
artis
auf die Vorgaben ein
es anerkannten Klassifikations
sys
tems abgestützte Diagnose einer
Depression ausweisen würde
, womit es bei der Verdachtsdiagnose gemäss MEDAS-Gutachten bleibt. D
as Vorliegen einer depres
siven Störung
ist damit
lediglich möglich, nicht aber überwiegend wahrschein
lich.
4.10
Zusammenfassend ist bei der Beschwerdeführerin ein somatischer Gesund
heits
schaden
ausgewiesen
, welcher sie aber weder in der Ausübung ihrer angestam
mten
Tätigkeit als IT-Fachfrau noch
einer (anderen) leidensangepassten Tätigkeit einschränkt. Nicht ausgewiesen ist dagegen eine durch die
- nicht valide objek
tivierbaren -
kognitiven Einschränkungen und/oder einen
psychischen Gesund
heitsschaden bedingte
Invalidität.
Aus den von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens ein
gereichten Unterlagen (Urk. 9/1-9) ergeben sich keine neuen
entscheidwesent
lichen
Erkenntnisse.
Die Beschwerdegegnerin hat d
amit
zu Recht einen Anspruch der Beschwerde
führerin auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint. Dies führt zur Ab
weisung der Beschwerde.