Decision ID: 9be4b02d-cc87-524d-8251-15ae7f560e9d
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war als medizinisch-technischer
Radiologieassistent im B._ angestellt und dadurch bei der ÖKK Kranken- und
Unfallversicherungen AG (nachfolgend: ÖKK) gegen die Folgen von Unfällen versichert,
als die Arbeitgeberin der ÖKK einen Unfall des Versicherten vom 25. März 2019
meldete. Dieser habe einen Patienten auf den Röntgentisch verlagert. Bei der
Umlagerung habe sich der Patient so festgeklammert, dass Kratzwunden entstanden
seien, die zu einer Infektion geführt hätten. Als Verletzung wurden Schürfungen am
rechten und linken Unterarm, als erstbehandelnder Arzt wurde Dr. med. C._,
Facharzt Dermatologie FMH, und als nachbehandelndes Spital das Kantonsspital St.
Gallen (nachfolgend: KSSG) angegeben (UV-act. 4.3.3). Die ÖKK ersuchte daraufhin
das KSSG um Einreichung sämtlicher medizinischer Berichte (UV-act. 4.3.1) und Dr.
C._ um Weiterleitung des Arztzeugnisses UVG (UV-act. 4.3.3-4). Gemäss dem von
Dr. C._ am 22. Mai 2019 erstatteten Arztzeugnis UVG hatte am 13. April 2019 eine
Erstbehandlung stattgefunden. Als Diagnose nannte er ein akutes Ekzem und bezüglich
Befund verwies er auf beigelegte Fotos (UV-act. 4.3.7-4 ff.). Er verneinte zudem das
Vorliegen von Unfallfolgen und verwies auf den ebenfalls von ihm eingereichten Bericht
der Klinik D._ des KSSG vom 23. April 2019, wo der Versicherte am 17. und 18. April
2019 durch Prof. Dr. E._, Leitender Arzt, und Dr. med. F._, Assistenzärztin,
A.a.
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untersucht worden war. Die beiden Ärzte hatten eine akute ekzematöse Reaktion
unklarer Ätiologie (ICD-10: L30.2) diagnostiziert. Bei der Diagnostik hatten sie sich auf
das Ergebnis einer extern am 15. April 2019 durch Dr. med. G._, Fachärztin
Dermatologie FMH, entnommenen und histologisch bei H._ untersuchten
Hautbiopsie des linken Handrückens sowie auf die Resultate einer externen
Laboruntersuchung und mykologischen Untersuchung, beide vom 17. April 2019,
gestützt. Laut Bericht von Dr. E._ und Dr. F._ hatte der histologische Befund eine
akute ekzematöse Reaktion ohne Nachweis von Pilzhyphen oder Bakterien gezeigt, so
dass nicht von einer Impetigo contagiosa oder einer Mykose auszugehen sei (UV-act.
4.3.7-1 ff.). Gemäss Schadenmeldung UVG vom 8. Mai 2019 (UV-act. 4.3.3) und
Arztzeugnis UVG von Dr. C._ vom 22. Mai 2019 (UV-act. 4.3.6) war der Versicherte
vom 12. bis 28. April 2019 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 29. April 2019
hatte wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden.
Die ÖKK legte den Schadenfall ihrem beratenden Arzt Dr. med. I._ zur
medizinischen Prüfung vor, der am 31. Mai 2019 einen Kausalzusammenhang
zwischen den Hautbeschwerden und dem Ereignis vom 25. März 2019 als möglich
betrachtete (UV-act. 4.3.11). Gestützt auf diese Beurteilung teilte die ÖKK dem
Versicherten mit Schreiben vom 14. Juni 2019 mit, dass der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und Beschwerden mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad nachzuweisen sei und die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs nicht genüge. Die ÖKK sei demzufolge nicht
leistungspflichtig (UV-act. 4.3.10).
A.b.
Nachdem sich der Versicherte in einer E-Mail vom 23. Juni 2019 zur
Leistungsablehnung der ÖKK geäussert und insbesondere nochmals den Sachverhalt
beschrieben und eine Einschätzung abgegeben hatte, wie es zu den Hautbeschwerden
hatte kommen können (UV-act. 4.3.12), holte die ÖKK eine Beurteilung von Dr. med.
J._, Vertrauensarzt/Beratender Arzt UVG, ein. Dieser bezeichnete die Kausalität der
Hauterkrankung als unklar. Dass die infektiöse Dermatose auf einer vom Patienten
übertragenen Problematik beruhe, sei allerhöchstens "möglich" (UV-act. 4.3.13). Die
ÖKK bestätigte hierauf die Ablehnung ihrer Leistungspflicht mit Verfügung vom 5. Juli
2019 (UV-act. 4.3.15).
A.c.
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B.
C.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 28. Juli 2019
Einsprache (UV-act. 4.3.18) und legte dieser einen Untersuchungsbericht von Dr. med.
K._, Facharzt FMH Dermatologie & Venerologie, und Dr. med. L._,
Weiterbildungsassistent Dermatologie, vom 18. Juli 2019 (UV-act. 4.3.18-2 f.), inklusive
Ergebnissen von in der M._ am 4./6. und 16./17. Juli 2019 durchgeführten
Laboruntersuchungen, bei (UV-act. 4.3.18-4 f.).
B.a.
Nachdem Dr. I._ am 20. September 2019 verneint hatte, dass sich angesichts
der Einsprache inklusive der Labordaten etwas an seiner Beurteilung ändere (UV-act.
4.3.20), wies die ÖKK die Einsprache mit Entscheid vom 26. September 2019 ab (UV-
act. 4.3.19).
B.b.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 18. Oktober 2019 (act. G 1) Einsprache (richtig:
Beschwerde) und reichte bereits aktenkundige Unterlagen ein (act. G 1.1 ff.).
C.a.
Mit Schreiben vom 30. Oktober 2019 setzte die verfahrensleitende Richterin dem
Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerdeeingabe. Diese
genüge den gesetzlichen Minimalanforderungen nicht, da sie keinen Antrag und keine
Begründung enthalte und eine solche aus seinen Ausführungen auch sinngemäss nicht
abgeleitet werden könne (act.G 2).
C.b.
Am 8. November 2019 reichte der Beschwerdeführer eine rechtsgenügliche
Beschwerdeeingabe mit folgendem Antrag ein: "Ich ersuche meine Unfallversicherung
ÖKK in Landquart, die Heilungskosten bzw. die Versicherungsleistungen (Arzthonorare,
Medikamente, Laborrechnungen und Verbandsmaterialien), die ich bis anhin selbst
bezahlt habe, zu übernehmen. Gesamtkosten bis jetzt ca. SFR. 2'000.00 (+/-)
(Rechnungen der letzten wirksamen Behandlung von Herrn Dr. med. N._ sind noch
nicht bekannt)" (act. G 3).
C.c.
In der Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2019 beantragte die ÖKK
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
C.d.
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Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen der unbestrittenen, in den medizinischen Akten
belegten und ausführlich bilddokumentierten Hauterkrankung des Beschwerdeführers
an den Extremitäten, insbesondere an den Händen, sowie an beiden Mammae (vgl.
UV-act. 4.3.6 f., 4.3.13, 4.3.18) und dem am 8. Mai 2019 der Beschwerdegegnerin als
Unfall gemeldeten Ereignis vom 25. März 2019 (UV-act. 4.3.3) ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Laut Schadenmeldung UVG vom 8. Mai 2019 hatte der
Beschwerdeführer am 25. März 2019 einen Patienten auf einen Röntgentisch verlagert,
wobei sich dieser so an ihm festgeklammert habe, dass Kratzwunden entstanden
seien. Nach Auffassung des Beschwerdeführers ist die Hauterkrankung auf vom
Patienten übertragenen Krankheitserreger zurückzuführen. So ergänzte der
Beschwerdeführer in der E-Mail vom 23. Juni 2019 (UV-act. 4.3.12-1 f.), dass der
hygienische Zustand von Patienten, die mit der Ambulanz gebracht würden, oft sehr
schlecht sei. Sie würden aufgrund ihres Alters und ihrer körperlichen Schwäche
vergessen, nach dem Toilettengang die Hände zu waschen. Der konkrete Patient habe
aus Angst, aus dem Bett zu fallen, mit seinen grossen Händen seine Hände
festgehalten. Die Handinnenflächen des Patienten seien wie "Reibeisen" gewesen.
Entsprechend der vorgenannten Schilderung konkretisierte der Beschwerdeführer in
der Beschwerde vom 8. November 2019 (act. G 3), dass die Kratzer bzw. Wunden
anlässlich des Ereignisses vom 25. März 2019 auf seinem Handrücken entstanden
seien.
2.
Mit Replik vom 28. Januar 2020 (act. G 6) und Duplik vom 12. Februar 2020 (act.
G 8) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
C.e.
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG
2.1.
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hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur
insofern Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.2 ff. mit
Hinweisen; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.],
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum Schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, 2018 (nachfolgend zitiert: KOSS UVG); Irene Hofer, N 66 zu
Art. 6, in: Ghislane Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.],
Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 (nachfolgend zitiert: BSK UVG);
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung
der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der
Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen
angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber
eine Rechtsfrage, die vom Gericht von den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln
zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer,
a.a.O., N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und
3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28.
Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die
Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres
gegeben (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a, 117 V 365 E.
5c/bb mit Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).
Infektionen, die durch Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Prionen etc.) ausgelöst
werden, die in den Körper eindringen, sich dort ansiedeln und vermehren (Alfred
Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 189; KOSS
UVG-Nabold, a.a.O., N 23 zu Art. 6), berühren in der Regel die Unfallversicherung nicht,
weil es sich, wenn Symptome auftreten, zur Hauptsache um Krankheiten handelt (BGE
122 V 235 E. 3 = Pra 1997 Nr. 82 E. 3). Ein Unfall wird jedoch ausnahmsweise bejaht,
wenn die Infektion durch ein Ereignis erfolgt, das die Merkmale eines Unfalls erfüllt, und
bei der sogenannten Wundinfektion, d.h. beim Eindringen von Erregern durch eine
Wunde oder Verletzung, also durch eine anomalerweise, gewaltsam verursachte
Kontinuitätstrennung der Haut oder Schleimhaut (BGE 122 V 235 E. 3a = Pra 1997 Nr.
82 E. 3a; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 15 zu Art. 6; Maurer, a.a.O., S. 189, 191). Eine
Wundinfektion liegt aber nur dann vor, wenn entweder das Bestehen einer Wunde oder
Verletzung gerichtlich anerkannt oder im Zeitpunkt der behaupteten Infektion nach den
gegebenen Umständen zumindest notwendigerweise vorhanden und eine andere Art
2.2.
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der Infektion unwahrscheinlich ist. Dies gilt umso mehr, als die Subsumtion der
Wundinfektion unter den Unfallbegriff schon an sich eine eher weitgehende
Ausdehnung dieses Begriffs darstellt. Es genügt nicht, wenn Keime lediglich durch
kleine Hautschürfungen oder Kratzer, wie sie täglich vorkommen, in den Körper
eindringen, sondern es sind eigentliche Verletzungen erforderlich. Selbst der Nachweis
eines durch Kratzen entstandenen Hautdefekts genügt für die Annahme einer
Wundinfektion nicht, da derartigen alltäglichen Vorkommnissen das Merkmal des
Unfallmässigen nicht zukommt (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 35 f.). Es gilt also
grundsätzlich, dass der Erreger der Infektion in untypischer Weise in den Körper
gelangen muss, damit der Faktor der Ungewöhnlichkeit als erfüllt betrachtet werden
kann (Ueli Kieser/Harry Landolt, Unfall-Haftung-Versicherung, Zürich 2012, Rz. 79).
Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Sachverhalts genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen;
Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl.
2014, § 70 Rz 58 f; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4.
Aufl. 2020, N 53 und 59 zu Art. 43). Der Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit gilt also sowohl beim Nachweis eines Unfallereignisses als auch
beim Nachweis des leistungsbegründenden Kausalzusammenhangs.
2.3.
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsrecht tragen mithin die Parteien in der
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4 f., 55). Wird auf dem Weg der
Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfalls nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit
erstellt (vgl. Erwägungen 2.1 und 2.3), so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich
zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b; RKUV
1990 Nr. U 86 S. 50). Ebenso liegt bei der Frage, ob ein leistungsbegründender
Kausalzusammenhang gegeben ist, die Beweislast bei der versicherten Person (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O, S. 54 f.).
2.4.
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3.
Im vorliegenden Fall ist das Vorhandensein von Kratzwunden und deren Ausmass
im Zeitpunkt der behaupteten Infizierung in den medizinischen Unterlagen nicht mit
Befunden und Diagnosen dokumentiert bzw. konkretisiert (vgl. UV-act. 4.3.6 f.; vgl.
auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 35, und Erwägung 2.2 sowie UV-act. 4.3.7-1 f., in
dem der Befund am Handrücken in erster Linie mit einer Arthropodenstich-Reaktion als
vereinbar bezeichnet und über Pusteln am ganzen Körper berichtet worden war).
Dennoch hat die Beschwerdegegnerin offensichtlich gestützt auf die
Sachverhaltsschilderung in der Schadenmeldung UVG vom 8. Mai 2019 (UV-act. 4.3.3)
und die weiteren Angaben des Beschwerdeführers in der E-Mail vom 23. Juni 2019
(UV-act. 4.3.12) das Vorliegen eines Unfallereignisses in Sinne von Art. 4 ATSG
anerkannt. Ob das Ereignis vom 25. März 2019 den gesetzlichen Unfallbegriff
tatsächlich erfüllt, kann letztlich offengelassen werden. Wie die nachfolgenden
Erwägungen zeigen, wäre selbst bei Bejahung eines Unfallereignisses eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nicht gegeben. So ist nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die zur
Diskussion stehende Gesundheitsschädigung durch das Ereignis vom 25. März 2019
verursacht wurde. Es ist also - entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers -
nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, dass gesundheitsschädigende Bakterien
anlässlich des Vorfalls mit dem Patienten in seinen Körper gelangt sind.
3.1.
Die Beschwerdegegnerin hat offensichtlich im Zusammenhang mit der zur
Diskussion stehenden Hautkrankheit des Beschwerdeführers Versicherungsleistungen
erbracht. Allein aufgrund dieses Umstandes kann jedoch im vorliegenden Fall nicht von
der Anerkennung einer Leistungspflicht wegen Bejahung einer Unfallkausalität der
Hautkrankheit und einer Änderung der Beweislastverteilung ausgegangen werden (vgl.
dazu RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; Rumo-
Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Die Beschwerdegegnerin leitete unmittelbar nach
Eingang der Schadenmeldung UVG vom 8. Mai 2019 (UV-act. 4.3.3) die erforderlichen
Massnahmen zur Überprüfung ihrer Leistungspflicht ein (UV-act. 4.3.3-2 ff., 4.3.4). Eine
schriftliche Leistungsanerkennung ist zudem nicht aktenkundig. Auch war sich der
Beschwerdeführer offenbar selbst bewusst, dass die Beschwerdegegnerin einen
Leistungsanspruch noch nicht wirklich anerkannt hatte, sprach er doch in einer E-Mail
vom 26. Juni 2019 davon, dass die Kosten bisher aus Kulanz übernommen worden
seien (UV-act. 4.3.14-1). Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die
bisher ausgerichteten Leistungen unangetastet liess und Verfügungsgegenstand nur
die zukünftigen Leistungen waren (UV-act. 4.3.15-2). Der Unfallversicherer hat
3.2.
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4.
Nachfolgend wird dargelegt, weshalb mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nicht davon auszugehen ist, dass zwischen dem Ereignis vom 25.
März 2019 und der Hautkrankheit des Beschwerdeführers ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht (vgl. Erwägung 3.1).
praxisgemäss die Möglichkeit, sogar die durch Ausrichtung von Heilkostenleistungen
und Taggeldern anerkannte Leistungspflicht ohne Geltendmachung von
Rückforderungsansprüchen mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den
Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision (vgl. dazu Art.
53 ATSG) einzustellen, d.h. den Fall abzuschliessen, dies mit der Begründung, es habe
- bei richtiger Betrachtungsweise - gar keine Unfallkausalität vorgelegen. Dies
bedeutet, die Beschwerdegegnerin wäre ohnehin frei, für die Zukunft eine nochmalige
materiell-rechtliche Kausalitätsprüfung vorzunehmen und gestützt darauf zu einem
anderen Schluss zu gelangen. Nur im Rahmen einer allfälligen Leistungsrückerstattung
sind die Rückkommensvoraussetzungen zu beachten (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 6. Mai 2003, U 6/03, E. 4.2.1).
Die Beschwerdegegnerin liess die Kausalität medizinisch durch ihre beratenden
Ärzte Dr. I._ (UV-act. 4.3.11, 4.3.20) und Dr. J._ abklären (UV-act. 4.3.13), welche
einen natürlichen Kausalzusammenhang (aller-)höchstens als möglich betrachten. Der
Beschwerdeführer reichte demgegenüber einen Bericht seiner behandelnden
Dermatologen Dr. K._ und Dr. L._ vom 18. Juli 2019 (act. G 1.3) ein, welche einen
kausalen Zusammenhang in hohem Masse denkbar erachten.
4.1.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft
4.2.
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eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherung
während des Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten
und Ärztinnen einholt, beweistauglich (BGE 125 V 352 ff. E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S.
311 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 und 4.6; bestätigt etwa in Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Der Umstand, dass Dr.
I._ und Dr. J._ ihre Beurteilungen aufgrund der Akten abgegeben und den
Beschwerdeführer nicht selbst untersucht haben, steht ihrem Beweiswert nicht per se
entgegen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2007, U 224/06, E. 3.5 mit
Hinweisen). Die Rechtsprechung erachtet Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten
ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und
diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund,
damit der Experte oder die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen
Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts vom 24.
März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine
formell-rechtlichen Gründe gegen den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilungen von
Dr. I._ und Dr. J._. Letzterer gibt insbesondere auch die Akten an, auf denen seine
Beurteilung basiert. Ob letztlich auf die Beurteilungen der beratenden Ärzte abgestellt
werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw.
Beweiswürdigung zu prüfen. Was den Bericht der behandelnden Dermatologen Dr.
K._ und Dr. L._ vom 18. Juli 2019 (act. G 1.3) angeht, ist schliesslich zu sagen,
dass die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten und
Patientinnen aussagen, in denjenigen Fällen nicht im Vordergrund steht, in denen ein
Arzt oder eine Ärztin einen Patienten oder eine Patientin nicht als Hausarzt oder
Hausärztin, sondern als Facharzt bzw. Fachärztin behandelte. Im Übrigen sind
Anhaltspunkte, welche die medizinischen Feststellungen der versicherungsinternen
Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen, zu beachten, auch wenn sie von
behandelnden Ärzten oder Ärztinnen stammen (vgl. BGE 135 V 470 E. 4.5 f.; Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1).
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5.
Dr. K._ und Dr. L._ diagnostizieren im Untersuchungsbericht vom 18. Juli 2019
(act. G 1.3) eine Impetigo contagiosa und halten zur Diagnose in Übereinstimmung mit
der medizinischen Literatur fest, dass es sich dabei um eine hochinfektiöse, bakterielle
Infektion der Haut durch Staphylokokken, insbesondere durch das Bakterium
Staphylococcus aureus, handle (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl.
2017, S. 860; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 913). Der Staphylococcus
aureus ist laut medizinischer Literatur der häufigste Erreger von Nosokomialinfektionen,
d.h. Krankenhausinfektionen (Pschyrembel, a.a.O., S. 1709; Roche Lexikon, a.a.O., S.
1746). Von einer solchen geht der Beschwerdeführer in seinem Fall aus (UV-act.
4.3.12-1 f.). Laut Dr. K._ und Dr. L._ erfolgt die Übertragung der Staphylokokken
durch Schmierinfektion. Hautläsionen würden dabei die Hautinfektion begünstigen. Die
weitere Ausbreitung erfolge durch Autoinokulation (UV-act. 4.3.18-3).
5.1.
Dr. J._ hält in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 27. Juni 2019
(UV-act. 4.3.13) fest, dass die medizinischen Fakten die vom Beschwerdeführer
geäusserte Theorie der Ansteckung durch den Patienten nicht stützen würden. Die
Kausalität der Hauterkrankung bleibe unklar. Die Wahrscheinlichkeit, dass die
infektiöse Dermatose auf einer vom Patienten übertragenen Problematik beruhe, könne
allerhöchstens als möglich betrachtet werden. Dr. J._ stützte sich dabei
insbesondere auf den Bericht von Dr. E._ und Dr. F._ vom 23. April 2019 (UV-act.
4.3.7). Diese diagnostizierten eine akute ekzematöse Reaktion unklarer Ätiologie. Ein
Ekzem ist - im Gegensatz zu einer Infektionskrankheit - eine nichtkontagiöse, d.h. nicht
ansteckende Epidermodermitis (Roche Lexikon, a.a.O., S. 497). Bei einem Ekzem wäre
also davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer keine Ansteckung durch
Bakterien oder andere Krankheitserreger über den Patienten stattgefunden hat.
5.2.
Nachfolgend ist mithin zu prüfen, von welcher Art Hauterkrankung beim
Beschwerdeführer auszugehen ist - von einer Impetigo contagiosa (Erwägung 5.1) oder
von einem Ekzem (Erwägung 5.2).
5.3.
Dr. F._ erhob am 17. April 2019 klinisch den Hautstatus des
Beschwerdeführers, wobei sich ihr ein ausgeprägter Befund mit disseminierten,
stammbetonten, teilweise konfluierenden rötlich-bräunlichen Plaques mit randbetonter
Schuppung und Vesikelbildung sowie palmoplantarer Dyshidrosis zeigte. Angesichts
der Ereignisschilderung des Beschwerdeführers - die Hautläsionen hätten nach einem
Patientenkontakt begonnen - kam für die untersuchende Ärztin differentialdiagnostisch
eine infektiöse (bakteriell oder mykotisch), ekzematöse oder autoimmune Ursache für
5.3.1.
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die Hauterkrankung des Beschwerdeführers in Frage. Die Diagnostik von Dr. E._ und
Dr. F._ stützt sich auf die Ergebnisse verschiedener Untersuchungstests - einer
Biopsie an der Handoberfläche links, eines Labors sowie eines Direktpräparats
Mykologie - ab (UV-act. 4.3.7-1 ff.). Mit letzterem wurde das Vorliegen einer Mykose,
d.h. eine durch Pilze verursachte Infektion (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 1211; Roche
Lexikon, a.a.O., S. 1274 f.), untersucht. Damit wurden grundsätzlich die allgemein bei
einer Hauterkrankung und insbesondere bei den obgenannten Differentialdiagnosen
angezeigten Untersuchungen durchgeführt (vgl. dazu https://www.msdmanuals.com/
de/heim/hauterkrankungen/biologie-der-haut/diagnose-von-hauterkrankungen,
abgerufen am 19. August 2020). Dr. E._ und Dr. F._ stellten fest, dass die
Histologie eine akute ekzematöse Reaktion ohne Nachweis von Pilzhyphen oder
Bakterien zeige, sodass nicht von einer Impetigo contagiosa oder einer Mykose
auszugehen sei. Die externe Laboruntersuchung vom 17. April 2019 - das Blutbild und
das CRP - sei normwertig gewesen, d.h. sie habe keine Hinweise auf eine systemische
Entzündungsreaktion ergeben. Das Direktpräparat der Hautschuppen vom 17. April
2019 habe schliesslich ebenfalls keine Hinweise auf eine zugrundeliegende Mykose
gezeigt. Die beiden Ärzte stellten damit die schlüssige und überzeugende Diagnose
einer akuten ekzematösen, also nicht infektiösen Reaktion, deren Ätiologie sie jedoch,
wie bereits erwähnt, als unklar bezeichneten (UV-act. 4.3.7-1 ff.). Vor diesem
Hintergrund ist festzuhalten, dass ein Kausalzusammenhang zwischen den angeblich
vom Patienten zugefügten Kratzwunden und der Dermatitis des Beschwerdeführers
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit besteht.
Die vom Beschwerdeführer in der Replik vom 28. Januar 2020 (act. G 6)
erhobenen Einwände gegen den Beweiswert und die Art und Weise der Durchführung
der in Erwägung 5.3.1 genannten Untersuchungen vermögen an dieser Beurteilung
nichts zu ändern. Er bringt vor, die visuelle Begutachtung der Wunden sei durch das
Auftragen von Fucidinsalbe während der letzten Tage vor der Begutachtung kaum
möglich gewesen. Ausserdem sei das Abkratzen des Gewebes an einer Hautwunde
ganz sachte und vorsichtig erfolgt. Die Ärztin habe leider nur etwas Fucidinsalben-
Pulver auf das Objektträgerglas heruntergekratzt. Er habe die weisse Wolke der
ausgetrockneten Fucidinsalbe förmlich sehen können. Für die Begründetheit der
Einwände des Beschwerdeführers gibt es keine entsprechenden Hinweise. Dr. F._
zeigte sich offenbar am 17. April 2019 durchaus ein Hautstatus mit deutlichen,
auffälligen Befunden - verschiedene Plaques, hyperkeratotisch, mit randständiger
Schuppung oder vereinzelt mit Vesikeln, disseminierte Papulovesikel, Papeln sowie
eine Dyshidrosis palmoplantaris. Angesichts dieser Befunde erscheint der Einwand des
5.3.2.
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Beschwerdeführers unberechtigt. Im Übrigen ist anzufügen, dass insbesondere die
Untersuchungsergebnisse der Histologie bzw. Hautbiopsie, des Labors sowie des
Direktpräparats Mykologie wegweisend für die Diagnostik waren. Was die
Gewebeentnahme für die Histologie angeht, ist festzuhalten, dass im Regelfall davon
auszugehen ist, dass ein Arzt oder eine Ärztin eine Untersuchung fachkundig und so
durchführt, dass mit der Untersuchung ein aussagekräftiges Ergebnis erzielt wird.
Angesichts der im Untersuchungsbericht von Dr. E._ und Dr. F._ in der Diagnostik
zur Hautbiopsie des linken Handrückens aufgeführten Befunde - Spongiose der
Epidermis mit spongiotischen Vesikeln sowie eine Exozytose neutrophiler und
eosinophiler Granulozyten, perivaskulär betontes, eosinophilenreiches Infiltrat im
oberflächlichen und reifen Korium - ist davon auszugehen, dass die am 15. April 2019
durch Dr. G._ erfolgte Gewebeentnahme (vgl. UV-act. 4.3.7-2) eine zuverlässige
Untersuchung ermöglichte. Die blosse subjektive Wahrnehmung des
Beschwerdeführers vermag vor diesem Hintergrund keine Zweifel an der Untersuchung
zu begründen.
Wie bereits erwähnt, diagnostizierten Dr. K._ und Dr. L._ im
Untersuchungsbericht vom 18. Juli 2019 gegenüber Dr. E._ und Dr. F._ eine
Impetigo contagiosa (UV-act. 4.3.18-2 f.). Ihre Diagnose basiert auf dem Ergebnis der
am 4./6. und 16./17. Juli 2019 in der M._ durchgeführten Laboruntersuchungen (UV-
act. 4.3.18-4 f.). Die Blutuntersuchungen zur Diagnostik von Infektionskrankheiten
waren negativ (UV-act. 4.3.18-5). Hingegen zeigte der Wundabstrich des linken Fusses
vom 4. Juli 2019 ein reichliches Wachstum von Staphylococcus aureus. Das Wachstum
von Mischflora war wiederum gering. Ebenso liess sich im Wundabstrich der rechten
Hand vom 4. Juli 2019 wenig Wachstum vom Erreger Staphylococcus aureus
nachweisen (UV-act. 4.3.18-4). Entsprechend hielten Dr. K._ und Dr. L._ im
obgenannten Untersuchungsbericht (UV-act. 4.3.18-3) fest, dass in zwei
Wundabstrichen das Wachstum von Staphylokokken habe nachgewiesen werden
können. Insbesondere im Fussbereich habe reichlich Staphylococcus aureus als
Erreger identifiziert werden können. Beurteilend hielten Dr. K._ und Dr. L._
schliesslich fest, dass ein kausaler Zusammenhang zum Patientenereignis im Rahmen
der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers im hohen Masse denkbar erscheine,
jedoch nicht mit letzter Sicherheit bewiesen werden könne. Der Nachweis von
Staphylokokken spricht grundsätzlich für einen bakteriellen Infekt, der vom Patienten
übertragen sein könnte. Dennoch ist ein solcher Kausalzusammenhang in
Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin nicht überwiegend wahrscheinlich
nachgewiesen. Was Dr. K._ und Dr. L._ mit ihrer Formulierung "im hohen Masse
5.3.3.
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denkbar" meinen, ob sie einen Kausalzusammenhang als überwiegend wahrscheinlich
betrachten, ist unklar. Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 12. Februar
2020 (act. G 8) zutreffend fest, dass die Formulierung nicht gängig ist.
Definitionsgemäss ist jedenfalls ein denkbarer Sachverhalt nur ein möglicher
Sachverhalt, welcher den Beweisanforderungen nicht genügt (vgl. Erwägung 2.3).
Genauso wie vieles möglich ist, kann vieles denkbar sein oder als gleich wahrscheinlich
gelten. Der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist damit jedoch nicht
erfüllt. Der Zusatz "im hohen Masse" vermag daran nichts zu ändern. Der Sachverhalt
bleibt damit immer noch nur möglich, was indes den Beweisanforderungen auch nicht
genügt. So schliessen denn auch Dr. K._ und Dr. L._ eine andere Ursache nicht
explizit aus bzw. halten eine andere Ätiologie nicht ausdrücklich für
unwahrscheinlicher. Darauf verwies auch Dr. I._ in seiner Beurteilung vom 20.
September 2019. Er verneinte die Frage, ob sich aufgrund des Untersuchungsberichts
von Dr. K._ und Dr. L._ vom 18. Juli 2019 inklusive Labordaten (UV-act. 4.3.18)
etwas an seiner Beurteilung ändere, und bestätigte die Diagnose von Dr. E._ und Dr.
F._ im Untersuchungsbericht vom 23. April 2019 eines Ekzems unklarer Ätiologie
(UV-act. 4.3.20). Zum anderen fehlt eine nähere plausible Begründung von Dr. K._
und Dr. L._, wieso eine unfallkausale Infektion bestehen sollte. Die Ärzte stellen nur
allgemein und ohne auf den konkreten Fall Bezug zu nehmen fest, dass medizinisches
Personal aufgrund der beruflichen Tätigkeit einem höheren Infektionsrisiko unterliege
als die Normalbevölkerung (UV-act. 4.3.18-3). Wie in Erwägung 3.1 angesprochen, sind
bezüglich des Ereignisses vom 25. März 2019 keine Details bekannt. Abgesehen
davon, dass Dr. E._ und Dr. F._ gestützt auf die ereignisnah durchgeführten Tests
(noch) keine Infektion diagnostizierten (vgl. Erwägung 5.3.1), ist allgemein anzufügen,
dass die Anforderungen an den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs
strenger sind, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Ereignis und dem Eintritt
der Schädigung, hier der massgebenden Schädigung einer Infektion, ist (vgl. dazu
RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts vom 26. September
2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Die von Dr. K._ und Dr. L._ erst im
Untersuchungsbericht vom 18. Juli 2019 gestellte Diagnose einer Impetigo contagiosa
vermag damit jedenfalls einen Kausalzusammenhang zwischen den Staphylokokken
und dem am 8. Mai 2019 der Beschwerdegegnerin als Unfall gemeldeten Ereignis vom
25. März 2019 (UV-act. 4.3.3) nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Es besteht diesbezüglich Beweislosigkeit, deren
Folgen nach der massgebenden Beweislastverteilung der Beschwerdeführer zu tragen
hat (vgl. Erwägung 2.4). Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen
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6.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den Einsprache
entscheid vom 26. September 2019 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben
(Art. 61 lit. a ATSG).