Decision ID: 40ed31d0-956a-405b-8a19-6faa795e1c76
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
P._ meldete sich im September 2006 zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Gemäss Bericht von Dr. med. A._ vom
4. Oktober 2006 bestand bei der Versicherten wegen eines vertebralen
Schmerzsyndroms mit brachio-ischialgischer Ausweitung in der angestammten
Tätigkeit (Maschinenbedienung- und Reinigung, Werkstattreinigung; vgl. IV-act. 14) von
4. Juli bis 22. August 2005 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ab 23. August 2005
eine solche von 50 % (IV-act. 9). Nach Durchführung von medizinischen Abklärungen -
unter anderem einer Begutachtung im asim Basel (IV-act. 33) - kündigte die IV-Stelle
des Kantons St. Gallen der Versicherten im Vorbescheid vom 23. Januar 2008 mit
Hinweis auf den von ihr berechneten IV-Grad von 30 % die vorgesehene Abweisung
des Leistungsbegehrens (Rente) an (IV-act. 39). Nachdem der Rechtsvertreter der
Versicherten hierzu am 25. Februar 2008 Stellung genommen hatte (IV-act. 44),
verfügte die IV-Stelle am 28. April 2008 im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 47).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. D. Ehrenzeller, Teufen, für die
Versicherte mit Eingabe vom 2. Juni 2008 Beschwerde mit den Anträgen, die
Verfügung sei aufzuheben, und der Beschwerdeführerin sei ab August 2006
mindestens eine halbe Rente zuzusprechen. Es sei die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter
anderem dar, die Untersuchung im asim Basel sei relativ zügig absolviert worden, und
es erstaune deshalb nicht, dass Gleichgewichtsstörungen und Unsicherheiten beim
Gehen unerwähnt geblieben seien, weil das linke Bein oft im eigentlichen Sinn
einknicke. Die Beschwerdeführerin beschreibe neben den lumbalen Beschwerden vor
allem die linke Hüfte als Hauptproblem, und Verkrampfungen im linken Bein; sie
spreche von "schwarzen Füssen", welche sie quasi als Fremdkörper betrachte, da
ohne Kraft und Gefühl. Es lasse sich nicht umgehen, bei der Beschwerdeführerin ein
FMRI durchzuführen. Die Untersuchung in Basel sei wohl über drei Tage verteilt
gewesen, habe aber lediglich je eine Stunde gedauert. Es sei unerfindlich, wie z.B. ein
Psychiater sich innert einer Stunde ein umfassendes Bild von einer Person machen
wolle. Zugunsten der Beschwerdeführerin sei allerdings der vom Psychiater erwähnte
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Grad von 60 % Arbeitsfähigkeit zu übernehmen, sofern nicht die Einschätzung des
behandelnden Psychiaters Gültigkeit haben solle. Das asim habe klar die bisherige
Einschätzung durch die verschiedenen Ärzte mit 50 % in der angestammten Tätigkeit
als realistisch erachtet bis zum Zeitpunkt der Untersuchung in Basel. Der Anspruch auf
eine halbe Rente in diesem Zeitpunkt sei zweifellos gegeben. Im Umfang, wie der
Beschwerdeführerin keine Arbeitsfähigkeit mehr zugebilligt werden könne, wäre sie als
Familienfrau zu qualifizieren, und die dortige Einschränkung vorerst abzuklären. Eine
Tätigkeit ohne körperliche Belastung gebe es praktisch nicht. Es frage sich schon, wo
die vermehrte Pausenbedürftigkeit realisiert werden könnte. Realistischerweise sei im
Maximum eine halbe Tätigkeit zumutbar, verteilt auf zwei Stunden vormittags und
nachmittags; das vermehrte Erholungsbedürfnis könne nicht einfach mit 10 Minuten
Hinlegen erledigt werden, weil in dieser Zeit die Schmerzen nicht abklingen würden.
Das asim-Gutachten sei nicht vollständig und nehme eine zu optimistische
Einschätzung betreffend Arbeitsfähigkeit vor, obwohl bereits im Gutachten von der
drohenden Dekompensation die Rede sei. Es sei deshalb durch ein solches einer
anderen Institution zu ergänzen, welche sich auch vermehrt mit dem konkreten Ablauf
am Arbeitsplatz beschäftige.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 18. August 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung legte sie unter
anderem dar, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sei nicht zu beanstanden,
dass im asim kein MRI angefertigt worden sei, denn den Gutachtern hätten zum Einen
die Untersuchungsergebnisse zweier MRI aus den Jahren 2005 und 2006 vorgelegen,
und zum Anderen habe die klinische Untersuchung keinerlei Hinweise für eine
neurologische Komponente der Schmerzproblematik ergeben. Es sei im Weiteren
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin eine Schmerzüberwindung zumutbar
sei, so dass keine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen anzunehmen sei. Das
asim-Gutachten sei grundsätzlich beweiskräftig. Jedoch sei von den gutachterlichen
Schlussfolgerungen aus IV-rechtlichen Gründen abzuweichen, weil davon auszugehen
sei, dass die Beschwerdeführerin für die der diskreten somatischen Behinderung
angepassten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei. Mangels Invalidität bestehe kein
Anspruch auf eine Rente. Auch der Anspruch auf eine befristete Rente sei zu verneinen.
B.c Am 18. August 2008 bewilligte der Abteilungspräsident die unentgeltliche
Prozessführung für das vorliegende Verfahren (act. G 8).
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B.d Mit Replik vom 9. Dezember 2008 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seinen Standpunkt (act. G 15). Mit Schreiben vom 15. Dezember
2008 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag und ihren Ausführungen fest
(act. G 17). Am 19. März 2009 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein
Zeugnis von Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
21. Februar 2009 ein (act. G 20).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467
Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 28.
April 2008 ergangen, wobei im Wesentlichen ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist für die Zeit bis
31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt
auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130
V 445 ff.; Urteil des EVG [Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 1. Januar 2007:
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2006 [I 428/04] Erw. 1).
Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da
die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
brachte. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
ATSG und IVG wiedergegeben.
2.
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2.1 Streitig ist, ob bei der Beschwerdeführerin ein gesundheitliches Leiden besteht,
das sie in ihrer Arbeits- und Erwerbsfähigkeit langdauernd beeinträchtigt, so dass ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert (Art. 6 bis 8 und 16 ATSG in Verbindung
mit Art. 4 und 28 IVG). Als Gesunde wäre sie nach Lage der Akten vollzeitlich
erwerbstätig, weshalb sich die Invalidität durch Einkommensvergleich bemisst (Art. 16
ATSG). Angesichts der vollzeitlichen Tätigkeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens (IV-
act. 14-2/4) besteht kein Grund, die Invalidität der Beschwerdeführerin zusätzlich unter
dem Blickwinkel der Einschränkungen als "Familienfrau" (act. G 1 S. 6) abzuklären.
Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad
von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Von Seiten des Kantonsspitals St. Gallen wurden bei der Beschwerdeführerin im
Nachgang zu einem stationären Aufenthalt vom 21. bis 25. November 2005 am 28.
November 2005 die Diagnosen einer Somatisierungsstörung bei ausgeprägter
psychosozialer Belastungssituation sowie eines Cervikobrachial-Syndroms beidseits
gestellt (IV-act. 11-18/25). Dr. med. B._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bei
welchem die Beschwerdeführerin seit 2. Oktober 2006 in Behandlung war, berichtete
am 4. April 2007, bei der Beschwerdeführerin liege - neben der Cervicobrachialgie und
der Lumboischialgie - eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung auf dem Boden
einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion sowie eine angedeutete
histrionische Persönlichkeit vor. Es bestehe seit 22. August 2005 eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 29). Eine medizinische Abklärung im asim Basel ergab gemäss
Gutachten vom 30. November 2007 die Diagnosen eines chronischen
lumbovertebralen bis lumbospondylogenen linksseitigen Schmerzsyndroms bei
leichten degenerativen Veränderungen der LWS, von ISG-Funktionsstörungen links,
einer Beckentorsion und Verdacht auf Symptomausweitung bei psychosozialer
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Problemkonstellation, einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer
Dysthymia. Zur Begründung hielten die Gutachter unter anderem fest, aufgrund der seit
Juni 2005 bestehenden Rückenschmerzen könne die Explorandin nur noch ein 50
%iges Pensum in ihrer angestammten Tätigkeit bewältigen. In den bisherigen
somatisch orientierten Abklärungen habe kein zwingendes Korrelat der beklagten
Symptome eruiert werden können, so dass eine Schmerzverarbeitungsstörung bei
psychosozial schwierigen Verhältnissen erwogen worden sei. Im Gegensatz zu den
Voruntersuchungen zeige sich in der rheumatologischen Untersuchung neu eine ISG-
Funktionsstörung links mit konsekutiver Beckenasymmetrie und sich daraus
herleitenden tendomyotischen Verspannungen der Beckengürtelmuskulatur. Aus
psychiatrischer Sicht zeige sich eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung auf
dem Boden einer angedeuteten histrionischen Persönlichkeitsstörung, was bereits Dr.
B._ festgestellt habe. Einzig die vom Psychiater diagnostizierte Anpassungsstörung
werde aufgrund des langfristigen Verlaufs in eine Dysthymia umgewandelt. Aus rein
rheumatologischer Sicht bestehe eine mindestens 70 %ige Arbeitsfähigkeit in der
zuletzt ausgeübten leicht bis mittelschwer belastenden Tätigkeit mit ungünstiger rein
stehender Körperhaltung und repetitiv in Rumpfrotation. Im Rahmen der jetzigen
Tätigkeit sollte die Möglichkeit zu Ausgleichshaltungen oder Entlastungspositionen
gegeben sein. Ein diesbezüglich vermehrter Pausenbedarf in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit dürfte aus rein rheumatologischer Sicht 30 % schwerlich überschreiten. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe eine maximal 30 %ige Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Insgesamt sei von einer 70 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act.
33).
3.
3.1 Zum Einwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, die kurzen
Untersuchungen beim asim könnten kaum ein umfassendes Bild der Gesundheit einer
Person vermitteln (act. G 1 S. 5), ist vorweg festzuhalten, dass es für den
Aussagegehalt eines Arztberichtes nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung
ankommen kann. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im
Ergebnis schlüssig ist (Urteil des EVG vom 24. Mai 2006 i/S R. [I 954/05], Erw. 3.2.1).
Ob dies der Fall ist, ist nachfolgend zu prüfen. - Anlässlich der Begutachtung im asim
gab die Beschwerdeführerin Schmerzen lumbal und im Gesäss mit
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Schmerzausstrahlung und Schweregefühl im linken Bein, eine Unsicherheit beim
Laufen mit einer gewissen Schwäche im linken Bein mit gelegentlichem Einsinken und
Abknicken sowie Schmerzen im Nacken und Halsbereich mit Ausstrahlung in beide
Schultern an (IV-act. 33 S. 5). Der zur Begutachtung beigezogene Rheumatologe ging
auf diese Angaben ein und kam unter anderem zum klinischen Befund einer
Funktionsstörung des linken Iliosakralgelenkes mit konsekutiver Beckenasymmetrie
und sich daraus herleitenden tendomyotischen Verspannungen der
Beckengürtelmuskulatur. In den früheren Untersuchungen sei eine derartige
Veränderung nicht beschrieben, und auch die vorliegenden Röntgenaufnahmen würden
keine Beckenasymmetrie zeigen, die den aktuellen Zustand als chronifiziertes Ereignis
vermuten lasse. Zudem würden wesentliche tendomyotische Verspannungen der
paravertebralen Weichteile lumbal fehlen, die eine organische Erklärung chronifizierter
Symptome bieten könnten. Zudem bestehe eine Haltungsinsuffizienz mit erkennbarer
muskulärer Dekonditionierung, die bei ungenügender Stabilisationsfähigkeit der
Rumpfmuskulatur in belastenden Momenten Beschwerderezidive oder Rezidive
segmentaler Dysfunktionen begünstigen könne (IV-act. 33 S. 9).
Was den Einwand der Beschwerdeführerin betrifft, dass im asim kein funktionelles MRI
angefertigt worden sei, ist festzuhalten, dass der Rheumatologe des asim auf die
Röntgenaufnahmen vom 13. Juli 2005 und ein MRI der LWS vom 27. November 2006
abstellte. Ein Anlass für die Gutachter, weitere Aufnahmen zu erstellen, bestand nicht,
da sich zwischenzeitlich soweit ersichtlich keine gesundheitliche Verschlechterung
ergeben hatte. Zudem brächte auch ein funktionelles MRI für sich allein überwiegend
wahrscheinlich keine neuen Erkenntnisse bezüglich der körperlichen Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin. Im Bereich der HWS bzw. zervikothorakal zeigte sich im
Weiteren eine lediglich leichtgradige tendomyotische Verspannung des Levator
scapulae beidseits bei indolenter Palpation der übrigen Nackenmuskulatur. Der
Neurostatus war unauffällig (Rheumatologisches Fachgutachten S. 4; IV-act. 33-22/29).
Im Übrigen zeigte die Untersuchung einen etwas verhaltenen, hinkfreien Gang (IV-act.
33 S. 8). Angesichts dieser medizinischen Sachlage ist festzuhalten, dass die Gutachter
entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin die zur
Diskussion stehenden gesundheitlichen Aspekte umfassend würdigten. Eine
Unvollständigkeit ist nicht ersichtlich. Hinsichtlich des Einwandes, die angestammte
Tätigkeit sei bezüglich der sich daraus ergebenden körperlichen Belastungen nicht
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richtig eingeschätzt worden (act. G 1 S. 4), ist zu beachten, dass den Gutachtern ein
Arbeitsplatz- und Tätigkeitsbeschrieb der Arbeitgeberin vom 27. Oktober 2006 (IV-act.
14-4/4) zur Verfügung stand. Zudem machte die Beschwerdeführerin auch anlässlich
der Begutachtung Angaben über die von ihr zuletzt ausgeübte 50 %-Tätigkeit. Sie
beschrieb die Tätigkeit als vorwiegend stehend und mit der Notwendigkeit des
gelegentlichen Hebens von Gewichten bis 10 kg. Sie könne sich die Zeit selber
einteilen. Auch wies sie auf die gesundheitsbedingte Pausenbedürftigkeit hin (IV-act. 33
S. 6). Auf jene Angaben durften die Gutachter ohne weiteres abstellen. Sie kamen zum
Schluss, dass aus arbeitsmedizinischer Sicht die Belastbarkeit im Rahmen einer
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit Hebebelastungen bis 10 kg liege.
Bei Belastung mit lang dauernd stehenden Positionen und repetitiv rumpfrotierenden
Stereotypien sowie vorgeneigten Körperhaltungen müsse die Möglichkeit zu
Ausgleichshaltungen und Entlastungspositionen gegeben sein. Ein diesbezüglich
vermehrter Pausenbedarf in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit überschreite 30 % nicht.
In den Beschwerden ideal angepassten körperlich leichten Tätigkeiten, die frei von
derart wirbelsäulenbelastenden Körperhaltungen seien, bestehe keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 33 S. 9f).
3.2 Ein psychischer Gesundheitsschaden führt nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit
(Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit
(Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar
(BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung
begründet eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung - wie sie bei der
Beschwerdeführerin diagnostiziert wurde - als solche noch keine Invalidität. Vielmehr
besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit
einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche
die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg
in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht
über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein
solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener
Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere
Faktoren, wie chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger,
chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik
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ohne längerdauernde Rückbildung, ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens,
ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer
an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"), das Scheitern einer konsequent
durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem
therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130
V 352 Erw. 2.2.3). Je mehr diese Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die
entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die
Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (Ulrich Meyer-
Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der
Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77).
Anhaltspunkte für einen mehrjährigen, chronifizierten Krankheitsverlauf mit weitgehend
unveränderter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung sind zwar mit Bezug
auf die Schmerzproblematik der Beschwerdeführerin gegeben; dieser Verlauf ist jedoch
für Somatisierungsstörungen diagnosespezifisch (ICD-10: F45.0/F.45.1) und daher
nicht ausschlaggebend (Urteil des EVG vom 30. November 2007 [I 937/06] Erw. 4.3).
Zudem stand die Beschwerdeführerin im Begutachtungszeitpunkt nach wie vor in
psychiatrischer Behandlung (IV-act. 33-26/29), so dass auch von einem Scheitern der
Behandlungsbemühungen nicht gesprochen werden kann. Ein sozialer Rückzug in allen
Belangen des Lebens lässt sich den Akten ebenfalls nicht entnehmen. Der Psychiater
des asim vermerkte in seinem Bericht vom 7. August 2007, auffallend sei das
Zusammentreffen der Rückkehr der inzwischen 10jährigen Tochter der
Beschwerdeführerin aus X._ im Juni 2005 und der Schmerzausweitung, welche
somatisch nicht ausreichend begründet werden könne. Die - im
Begutachtungszeitpunkt 10- und 25jährigen, im gleichen Haushalt lebenden (IV-act.
33-27/29) - Töchter müssten die Explorandin in vielem unterstützen. Auch wenn sie
offensichtlich unter der Leistungsminderung leide, sei doch ein sekundärer
Krankheitsgewinn zu vermuten. Offenbar scheine die Explorandin mit ihrem 50 %igen
Arbeitspensum knapp kompensiert zu sein. Aus der Begutachtungssituation sei ihr
jedoch durchaus auch eine höhere Arbeitsfähigkeit zuzumuten, da der affektive Aspekt,
der die Somatisierungsstörung begleite, nicht sehr ausgeprägt sei. Letzteres könne
auch ein Erfolg der antidepressiven Behandlung sein. Die histrionische
Persönlichkeitskomponente habe keine Verminderung der Arbeitsfähigkeit zur Folge
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(IV-act. 33-28/29f). Nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10
enthaltenen Umschreibung ist die Dysthymie eine chronische depressive Verstimmung,
die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die
Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven
Störung zu erfüllen (Ziff. F34.1). Hinsichtlich der erwähnten Diagnose ist festzuhalten,
dass die Gutachter des asim von einem invalidisierenden Charakter derselben
ausgingen (vgl. IV-act. 12-/29 Mitte), auch wenn sie andernorts einen Zusammenhang
dieses Befundes mit dem Schmerzgeschehen bejahten (vgl. IV-act. 33-28/29; Urteil
des EVG vom 13. März 2007 [I 649/06] Erw. 3.3.1).
Wenn die asim-Gutachter aus den geschilderten Gegebenheiten im Konsens auf eine
30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schlossen und von einem
leistungseinschränkenden Charakter der anhaltenden Somatisierungsstörung sowie der
Dysthmia ausgingen (IV-act. 33-12/29), so fiel diese Einschätzung für den hier streitigen
Zeitraum bis 28. April 2008 (Datum der Verfügung) jedenfalls nicht zu Ungunsten der
Beschwerdeführerin aus. Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache
her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind,
sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der
Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGE 124 I 175
Erw. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001 [I 506/00]) kann es nicht angehen, eine
medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher
zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind,
zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des EVG vom 13. März 2006 [I
676/05] Erw. 2.4). Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin einen Zusammenhang
zwischen der Rückkehr der Tochter aus X._ und der Schmerzausweitung bestreiten
lässt (act. 15 S. 4), vermag dieses Ergebnis nicht in Frage zu stellen. Die weitere Frage,
ob im Sinne des Standpunktes der Beschwerdegegnerin (act. G 6 S. 5) von der
Schlussfolgerung der Gutachter abzuweichen und eine psychisch bedingte
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Arbeitsunfähigkeit gänzlich zu verneinen sei, ist mit Blick auf die klare
Gutachteraussage zu verneinen. Wie sich nachstehend jedoch ergeben wird, würde
sich am Verfahrensergebnis auch bei Verneinung einer psychisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit nichts ändern. Sollte sich nach dem Datum der angefochtenen
Verfügung eine gesundheitliche Verschlechterung ergeben haben (vgl. act. G 15
Beilagen 1 und 2; act. G 20), so bestünde die Möglichkeit, diese durch Neuanmeldung
geltend zu machen (Art. 17 ATSG).
4.
4.1 Für die Bemessung der Invalidität ging die Beschwerdegegnerin von der
Einschränkung in der von der Beschwerdeführerin bis zum 31. März 2008 teilzeitlich
ausgeübten, leicht bis mittelschwer belastenden Tätigkeit mit ungünstiger,
grösstenteils stehender Arbeitsposition mit repetitiven Rumpfrotationen aus und
verneinte mit Hinweis auf die 30%ige Einschränkung eine Invalidität. Nachdem dieses
Arbeitsverhältnis nicht mehr besteht (IV-act. 44-9/10), ist der Bemessung des
Invalideneinkommens eine beschwerdeangepasste, körperlich leichte Tätigkeit
zugrunde zu legen, für welche die Gutachter des asim aus rheumatologischer Sicht
eine volle Arbeitsfähigkeit und in der Gesamtbeurteilung mit Hinweis auf die psychische
Einschränkung eine solche von 70 % bescheinigten (IV-act. 33-12/29).
4.2 Das Valideneinkommen 2007 von Fr. 46'744.-- legte die Beschwerdegegnerin auf
der Basis des 2005 bei der Präzisionsmechanik C._ AG erzielten Jahresverdienstes
von Fr. 45'732.-- (IV-act. 8-2/3) sowie unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen
Nominallohnentwicklung fest. Bei der erwähnten Tätigkeit handelte es sich um ein
Vollpensum (vgl. IV-act. 14-2/4). Das im Sinne eines Vergleichs auf der Basis von
Tabellenlöhnen festgelegte Valideneinkommen sähe wie folgt aus: Nach Tabelle TA1
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 wurde von Frauen im privaten
Sektor im Schnitt ein Monatslohn von Fr. 4'019.-- (Niveau 4 = einfache und repetitive
Tätigkeiten) erzielt. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (1.6%) ergibt
sich für 2007 ein Betrag von Fr. 4'083.-- bzw. ein Jahresbetreffnis von Fr. 48'996.--.
Aufgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2007 von 41.6
Stunden resultiert ein solches von Fr. 50'956.--.
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4.3 Das zumutbare Invalideneinkommen ist anhand der LSE zu ermitteln und dabei auf
Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen.
Zugrunde zu legen sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2007.
Die Beschwerdeführerin ist zwar auf leichte Hilfsarbeiten beschränkt, aber sie wäre in
der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor
Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb vom
allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen gemäss LSE 2006 TA 1 Niveau 4,
aufgerechnet auf die Verhältnisse von 2007, d.h. Fr. 50'956.--. Bei einer zumutbaren
Arbeitsfähigkeit von 70% resultiert ein Wert von Fr. 35'669.--.
Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, wenn
im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte Person, die
gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, ihre
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche
und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben (vgl. BGE 126 V 75 Erw. 5a mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzuges,
der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75 Erw. 6). Die Beschwerdeführerin
verfügt über eine Niederlassungsbewilligung C (IV-act. 2-2/2). Sie ist bei leichten bis
mittelschweren Tätigkeiten mit ungünstiger Körperhaltung und repetitiven
Rumpfrotationen eingeschränkt. Leichte Arbeiten kann sie vollumfänglich ausführen,
wenn diese frei von wirbelsäulenbelastenden Körperhaltungen sind. Diesem Umstand
trägt ein Abzug von 10% zureichend Rechnung. Demgegenüber rechtfertigt die
Limitierung auf ein Teilzeitpensum von 70% bei Frauen nach der Rechtsprechung
keinen Abzug (Urteil des EVG vom 18. Juli 2005 i/S A.P.-G. [I 104/05] Erw. 3 mit
Hinweisen). Den Valideneinkommen von Fr. 46'744.-- (konkret) bzw. Fr. 50'956.--
(Tabellenwert) steht demgemäss ein Invalideneinkommen von Fr. 32'102.-- gegenüber,
woraus sich ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von höchstens 37% errechnet. Die
Beschwerdegegnerin lehnte unter diesen Umständen den Rentenanspruch für die Zeit
nach der asim-Begutachtung (vgl. IV-act. 33-13/29) zu Recht ab.
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4.4 Abzuklären bleibt das Vorliegen eines allfälligen befristeten Rentenanspruchs für
die Zeit vor der asim-Begutachtung. Nach Art. 28 Abs. 1 IVG entsteht der
Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 %
arbeitsunfähig gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 %
invalid (Art. 8 ATSG) ist. Der RAD-Arzt Dr. med. D._ legte am 18. Januar 2008 dar,
aus der Anamnese im Gutachten des asim (Erw. 4.1) ergebe sich, dass seit 2005 bis
zur Begutachtung keine wesentliche Besserung der Beschwerden eingetreten sei. Für
den fraglichen Zeitraum könne also die Beurteilung der Begutachtung vergleichend mit
den Beurteilungen von Dr. A._ und Dr. B._ herangezogen werden. In diesem
Vergleich würden die Dokumentation der Untersuchungsbefunde und die daraus
abgeleitete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten überzeugender wirken als
die in den Arztberichten dokumentierten Einschränkungen. Deshalb liege es näher, die
Einschätzung der Gutachter auch auf den fraglichen Zeitraum vor der Anmeldung zu
übernehmen. Ausgenommen seien das akute Ereignis vom 4. Juli 22. August 2005 und
die Dauer des stationären Aufenthaltes im November 2005 (IV-act. 35). Im Bericht vom
24. April 2008 hielt der RAD fest, gemäss asim-Gutachten sei es der Explorandin
durchaus zuzumuten, auch eine höhere Arbeitsfähigkeit als die von den
vorbehandelnden Ärzten attestierten 50 % zu leisten, da der affektive Aspekt, der die
Somatisierungsstörung begleite, nicht sehr ausgeprägt sei (IV-act. 33 S. 11). Vor
diesem medizinischen Hintergrund erscheine es nachvollziehbar, schon für die Zeit vor
der Begutachtung von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % auszugehen (vgl. IV-act. 46).
Mit dem Ablauf des sogenannten Wartejahres entsteht - unabhängig davon, ob eine
berufliche Eingliederung begonnen oder abgeschlossen wurde - ein Rentenanspruch.
Der für die "vorläufige" Invalidenrente massgebende Invaliditätsgrad wird durch einen
sich auf die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf (Art. 6 ATSG) stützenden
Einkommensvergleich ermittelt (vgl. VSGR vom 11. Dezember 2008 i/S C.A. [IV
2008/45]). Nach Angaben des Hausarztes war die Beschwerdeführerin in der
angestammten Tätigkeit von 4. Juli bis 21. August 2005 zu 100 % und anschliessend
zu 50 % arbeitsunfähig. Die asim-Gutachter räumten im Zusammenhang mit der
erwähnten Feststellung, wonach es der Explorandin durchaus zuzumuten sei, auch
eine höhere Arbeitsfähigkeit als die von den vorbehandelnden Ärzten attestierten 50 %
zu leisten, ein, dass dies auch ein Erfolg der inzwischen etablierten antidepressiven
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Behandlung sein könne (IV-act. 33-11/29). Den Beginn der Arbeitsfähigkeit von 70%
setzten sie auf den Begutachtungstag (17. Juli 2007) und hielten im Übrigen
ausdrücklich fest, dass gemäss Aktenlage ab dem 22. August 2007 (richtig: 2005)
nachvollziehbar durch die betreuenden Ärzte eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit attestiert
worden sei (IV-act. 33-13/29). Unter diesen Umständen ist entgegen der Auffassung
der Beschwerdegegnerin bzw. des RAD auf die von den behandelnden Ärzten
bescheinigte Einschränkung abzustellen. Dies hat zur Folge, dass das Wartejahr am 4.
Juli 2006 ablief und der Beschwerdeführerin demgemäss ab Juli 2006 eine Rente
zusteht. Den Valideneinkommen von Fr. 46'744.-- (konkret) bzw. Fr. 50'956.--
(Tabellenwert) steht ein Invalideneinkommen von Fr. 22'930.-- (50 % Leistungsfähigkeit
und 10 % Leidensabzug) gegenüber, woraus sich ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von 51
% bzw. 55 % errechnet. Der Anspruch auf eine halbe Rente ab Juli 2006 besteht unter
zusätzlicher Berücksichtigung der ab 17. Juli 2007 (Datum der asim-Begutachtung)
laufenden Anpassungsfrist nach Art. 88a Abs. 1 IVV bis Ende September 2007 (vgl. Rz
4011 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH]).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 28. April 2008 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde dahingehend abzuändern, dass die
Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, der Beschwerdeführerin vom 1. Juli 2006 bis 30.
September 2007 (Art. 88a Abs. 1 IVV) eine halbe Rente auszurichten. Die Sache wird
zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Mit Blick auf das teilweise Obsiegen der Beschwerdeführerin
hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin
zurückerstattet.
bis
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5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im
Umfang des teilweisen Obsiegens, das ermessensmässig als hälftig gewichtet werden
kann, hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Parteientschädigung gegenüber der
Beschwerdegegnerin. Ausgehend von der Pauschalentschädigung bei vollem
Obsiegen von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit Fr. 1'750.--
zu entschädigen. Für die verbleibenden Fr. 1'750.-- hat der Staat aufgrund der am 18.
August 2008 bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Umfang von 80%
(Art. 31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.75), d.h. mit einem Betrag von Fr. 1'400.--
aufzukommen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG