Decision ID: ffe6b2e8-6700-487c-88e6-ad47252a6aa7
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983, meldete sich erstmals am 2
7.
Dezember 2007 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf einen am 2
7.
Mai 2007 erlittenen Unfall bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbe
zug
an (
Urk.
8/3). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklä
rungen und
erteilte mit Schreiben vom 2
0.
Januar 2009 Kostengutsprache für eine Umschulung
(
Urk.
8/34).
Mit Verfügung vom
5.
Oktober 2010 hielt die IV
Stelle fest, dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden, da auch nach Wiederholung des zweiten Semesters die Bürofachprüfung nicht bestanden
wurde
- sie übernähmen allerdings rückwirkend die Taggeldleistun
gen für zwei Tage pro Woche, fall
s der Versicherte das Bürofachdiplom im Frühjahr 2011 bestehe (
Urk.
8/63). Da sich der Versicherte nicht mehr vernehmen liess schlossen sie
die beruflichen Massnahmen mit Schreiben vom 2
6.
Mai 2011 ab (
Urk.
8/69).
Mit Vorbescheid vom 2
7.
Juli 2011 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Renten
begehrens in Aussicht (
Urk.
8/80), wo
gegen
der Versicher
te Einwand erhob (
Urk.
8/88; vgl. auch
Urk.
8/82;
Urk.
8/84
)
.
D
ie IV-Stelle
tätigte
weitere Abklärungen und
holte
insbesondere das von der zuständigen Unfallversiche
rung in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten der
MEDAS Y._
vom 1
4.
August 2013
ein (
Urk.
8/109).
Am
1.
Juli 2015
teilte die IV
Stelle dem
Versicherten
mit
, dass die Eingliederungsmassnahmen abge
schlossen würden, da er in seiner Selbständigkeit eine Tätigkeit gefunden habe, die seiner gesundheitlichen Situation angepasst sei und er dieser in ange
messenem Rahmen anhand des Belastungsprofils na
chgehen könne (
Urk.
8/137). Mit Ver
fügung vom
2.
November 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie vorbeschieden ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
7.
Dezember 2015 Beschwerde und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm rückwir
kend ab dem
1.
Mai 2011 bis zum 2
8.
Februar 2015 eine ganze Rente auszu
richten. Für die Zeit ab dem
1.
März 2015 sei der Invaliditätsgrad nach Durchführung weiterer Abklärungen neu festzulegen. Eventualiter seien weitere Abklärungen durchzuführen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Januar 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-149), was dem Beschwerdeführer am 2
5.
Januar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür (
Urk.
2), die medizinischen Abklärungen
hätten
ergeben, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Metzger nicht mehr zumutbar sei. Nach Ablauf der
Rekonvaleszenzzeit
im Dezember 2007 bestehe für eine leidensangepasste, leichte und vorwiegend sitzende Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit.
Trotz der nicht bestandenen Abschlussprüfung sei erstellt, dass er eine
behinderungsan
gepasste
Bürotätigkeit vollumfänglich ausüben könne.
Bei der Gegenüber
stellung von
Validen- und Invalideneinkommen resultiere ein Invaliditätsgrad von 1
%
. Aufgrund der neuen medizinischen Berichte und dem Verlauf seit Erlass des Vorbescheides sei nicht von einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen. Die psychischen Einschränkungen, welche heute als remittiert gelten, seien bei der Beurteilung nicht zu berücksichtigen.
1.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor (
Urk.
1), dass er in der Zeit von Juli 2011 bis Dezember 2014 aufgrund von psychischen Gründen arbeitsunfähig gewesen sei, was auch aus zahlreichen Arztberichten hervorgehe.
So habe
die Krankentaggeldversicherung während zwei Jahren bis zum 1
7.
Mai 2013 Taggeldlei
stungen erbracht und selbst bei Abstützen auf das MEDAS-Gutachten sei von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit bis Mitte April 2013 und sodann von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit mit Steigerung auf 70
%
innert sechs Monaten auszugehen.
Die Beschwerdegegnerin habe des Weiteren zu Unrecht die auch für angepasste Arbeiten einschränkende Arthrose des oberen Sprunggelenkes (OSG) nicht b
erücksichtigt. Aus Sicht des or
t
h
opädischen Gutachters der MEDAS sei er auch für angepasste Tätigkeiten als zu 50
%
arbeitsunfähig beurteilt worden. Zu prüfen bleibe, wie sich diese orthopädisch begründete Arbeitsunfähigkeit bezo
gen auf eine angepasste Tätigkeit seit der MEDAS-Abklärung bis heute ent
wickelt habe.
Ebenfalls sei festzuhalten, dass das Gutachten über zwei Jahre vor
Verfügungs
zeitpunkt
erstellt worden sei und es sich vorab auf die Beurteilung der rein
unfall
kausalen
Problematik beschränke, so dass es keine genügende Grundlage
für die Beurteilung bilde. Des Weiteren sei es in mehrfacher Hinsicht mangel
haft, so dass es nicht beweiskräftig sei.
Der Beschwerdeführer sei auch - entgegen der Annahme der
Beschwerde
gegnerin
- nicht vollständig beruflich wieder eingegliedert, sondern arbeite in seinem eigenen Unternehmen in einem Pensum von ca. 30 - 40
%
.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE
141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzu
sehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1
Der Beschwerdeführer wurde am 17./1
8.
Januar 2008 mittels
Funktions
orient
ier
ter
Medizinischer Abklärung i
m
Z._
untersucht. Die Gutachter notierten folgende Diagnosen
(
Urk.
8/26/3):
Unfall vom 27.5.2007 (Sturz aus 2 m Höhe in
äthylisiertem
Zustand) mit
Commotio cerebri
distaler intraartikulärer
Tibiafraktur
rechts
Doppelpl
attenosteosynthese am 5.6.2007
Zahnschaden und
Rissquetschwunde (
RQW
)
am Unterkiefer
aktuell: belastungsabhängige Schmerzen und Bewegungseinschränkung
oberes Sprunggelenk (
OSG
)
rechts
konventionell radiologisch 12/07 noch keine sichere Konsolidation,
delayed
union
möglich
Kopfschmerzen vom Spannungstyp
Subklinische affektpathologische Zeichnung ohne Krankhei
tswert bei chro
ni
scher Schmerz-
Problematik
Neurokognitive Minderbelastbarkeit im Rahmen eines
chronifizierenden
Schmerzsyndroms und durch leistungslimitierende persönlichkeitsbedingte Faktoren bestimmt
Atrophie d
es
Nervus
opticus
beidseits
unklarer Ätiologie
Das arbei
tsbezogene relevante Problem sei
eine Funktionsst
örung des Sprung
ge
lenks mit ein
geschränkter Belastbarkeit und Beweglichkeit. Dies
habe
sich vor allem beim Gehen durch ein vermindertes Abrollen des Fusses in
aus
sen
gedrehter
Haltung des rechten Beines sowie durch ein konsistentes Entlasten des rechten Fusses in der EFL
gezeigt
. Zudem
sei
ein deutliches auf Schmerz und Schonung ausgerichtetes Verhalten beobachtet
worden
. Der
Beschwerde
führer
habe
dadurch nicht bei allen Tests an seine funkti
onellen körperlichen
Limite
n
her
angeführt werden
können
und
habe
sich unter Angaben von Schmerzen selbst
limitiert
. Aufgrund d
er medizinischen Problematik sei es nachvoll
ziehbar, dass Sc
hmerzen
und sicherlich auch eine gewisse Angst vor Schmerzver
stärkung unter Belastung und erneuter Wiederverletzung
bestünden
. Die Aus
prägung des Schmerzverhaltens kö
nn
e
im gezeigten Rahmen jedoch nicht vollständig nachvollzogen werden. Die Leistungsbereitschaft des
Beschwerde
führers beurteilte
n
sie
als f
raglich. Die Belastbarkeit liege
allgemein im Bereich einer vorwieg
end sitzenden, leichten Arbeit (
Urk.
8/26/5).
Aus rheumatologisch-ort
hopädischer Sicht sei
die angestammte, körperlich schwere, rein stehend und gehend ausgeübte Tätigkeit aufgrund des hohen
Ar
throserisikos
am rechten Sprung
gelenk nicht mehr zumutbar.
Sie empfählen
eine berufliche Um
stellung in eine adaptierte Tät
igkeit. Aus fachpsychiatrischer und neurologisch/ve
rhaltensneurologischer Sicht sei
die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Aufgrund der teilweisen Selbstlimitierung sowie dem noch nicht abgeschlossenen Heilprozess
sei
eine definitive medizinische
Zumutbarkeitsbe
urteilung
heute noch nicht möglich. Die in der EFL
demonstrierte Belastbarkeit sei
im körperlich leichten, vorwiegend sitzenden Bereich. Aus p
rognostischen Überlegungen empfä
hlen
sie
eine berufliche Umstellung in eine körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit. Während der Heilphas
e, d.h. falls spezi
fische Thera
piemassnahmen durchgeführt w
ü
r
den (z.
B. Physiotherapie) empfä
hlen
sie
eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 75
%. Nach Abschluss der medizinischen Massnahmen so
llte eine entspre
chende Tätigkeit längerfristig ganztags zumutbar sein
(
Urk.
8/26/6)
.
3.2
Dr.
med.
A._
, Psychotherapie und Psychotherapie FMH, attestierte dem Beschwerdeführer mit Arztzeugnis vom 1
9.
Mai 2011 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit ab dem 1
9.
Mai 2011 bis auf weiteres aufgrund von Krank
heit (
Urk.
8/75).
3.3
Die Ärzte der
Klinik für Neurologie des
B._
notier
ten in ihrem B
ericht vom
6.
September 2011 folgende Hauptdiagnosen (
Urk.
8/87):
Chronischer posttraumatischer Kopfschmerz (ICHDII 5.2.1, ICD-10 G44.30)
seit Trauma 2007
Wahrscheinlicher medikamenten
induzierter Kopfschmerz (ICHD-II 8.2.3, ICD-10 G44.410
)
seit Unfall 2007 Einnahme von
Dafalgan
an 8-12 Tagen pro Monat, aktuell täglich
im Verlauf Zunahme der Kopfschmerzen
Cervikocephales
Schmerzsyndrom seit dem Unfall 2008
Blockade untere Halswirbelsäule (HWS)
In der Zusammenschau handle es sich mit einem bis auf die
muskuloskelettalen
Veränderungen
cervikal
unauffälligen klinisch-neurologischen Status und der Anamnese mit einem Kopfschmerz, der keinem primären Kopfschmerztypen zuzuordnen sei
, dem Auftreten nach dem Trauma und
der ansonsten leeren eigenen und Familien-Anamnese für Kopfschmerzen
um einen posttraumati
schen Kopfschmerz. Zudem sei aufgrund der regelmässigen
Schmerzmittelein
nahme
10-15 Tage im Monat seit dem Unfall (aktuell täglich) und der Zunahme der Kopfschmerzen der Verdacht auf einen medikamenteninduzierten Kopf
schmerz zu stellen. Sie hätten den Beschwerdeführer über das Vorkommen eines medikamenteninduzierten Kopfschmerzes informiert und empfohlen, die Anal
getika nur in Ausnahmefällen einzunehmen. Als schmerzdistanzierendes und schlafanstossendes Basistherapeutikum sei in erster Linie
Amitriptylin
zu empfehlen; auch sollte ein Therapie-Versuch mit hochdosiertem Magnesium versucht werden. Sie empfählen zudem ein aerobes Ausdauertraining (
Urk.
8/87/2).
3.4
3.4.1
Die behandelnden Ärzte der
C._
notierten in ihrem Austrittsbericht über die
Hospitalisation
vom 2
9.
Juli bis zum
9.
September 2011
als Diagno
s
en
1) ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma (ICD-10 F07.2), 2) eine Anpassungsstörung mit depressi
ver Reaktion (ICD-10 F43.20) und 3) schädlicher Gebrauch von Alkohol, gegenwärtig abstinent (bei
aversiver
Medikation mit
Antabus
, ICD-10 F10.23) (
Urk.
8/87/3 ff.).
Der Beschwerdeführer habe
sich freiwillig bei depressiver Stimmungslage
sowie zunehmenden Impulsdurchbrü
chen
bei
Status nach Sturz mit Commoti
o cerebri (differentialdiagnostisch
contusio
cerebri, respektive SHT) 05/2007 und aktuell psychosozialer Belastungssituat
ion i. R. seiner Arbeitstätigkei
t vor
gestellt
. Initial
sei
es zu einer Exazerbation der Impulskontrollstörung mit
aggressivem Durch
bruch und hier
bei Sachbeschädigung
gekommen, so dass eine hausintern
e Ver
legung erforderlich
gewesen sei. Der von ihnen hinzugezogene Notfallpsychiater
habe
hierbei bei Fremdgefährdung einen
fürsorger
i
schen Freiheitsentzug
aus
ge
stellt
. Unter der Medikation mit
Valproat
a
l
s
Moodstabil
i
zer
sowie
Quetiapin
zur Augmentation und initial
Diazepam sei
es zu einer im Verlauf deutlichen Ver
besserung der Impulskontrolle sowie auch Ausgleich des Affektes
gekommen
und die Interaktion
habe
sich zunehmend komplikationslos
gestaltet.
In der
somatischen Diagnostik habe
sich in der zerebralen Bildgebung sowie dem EEG kein Hinweis für eine posttraumatische
Parenchyml
ä
sion
des Cerebrums
gefun
den. Andererseits habe
sich in der neuropsychologischen Testung auf kognitiver Ebene ein antriebsgeminderter, verlangsamter und ablenkbarer
Beschwerde
führer
m
it einer ausgeprägten Konzentrati
ons- und
Daueraufmerksamkeits
schwä
che
gezeigt. Dieser Befund weise aus ihrer
Sicht zusammen mit den anamnestischen Angaben auf eine Störung medialer
orbitofrontal
er
Hirnstruk
turen
hin. Ein
e motivationale Modulation der neuropsychologischen
Testergeb
nisse
sei
jedoch letztendlich ausgeschlossen. Die unauffällige zerebra
le Bildge
bung sowie das EEG seien
durchaus mit dem Ergebnis der neuropsychologi
schen T
estung gut vereinbar, posttraum
atische Funktionseinschränkungen müss
ten durch die
cerebral
e
Bildgebung und
Electroencephalo
graphie
nicht erf
asst werden. Der Beschwerdeführer habe
während des stationären Verlaufes deutlich vom inte
rdisziplinä
ren Therapieangebot
profitiert
. So
habe durch Ein
zel
-Physiotherapie zum einen die Be
weglichkeit im rechten Sprunggel
enk sowie auch die muskulär
e Kraft verbessert und letztendl
ich die Schmerzsymptomatik hierdurch positiv
beeinflusst
werden
können
. Der Beschwerdeführer
habe
sich
im Verlauf
weiterhin nach init
ial regressiven und external
isierenden Tendenzen deutlich eigenverantwort
l
icher und mit adäquatem Antrieb
gezeigt
.
Sie empfählen
eine weitere
ambulante, zunächst tagesklin
ische psychiatrische Weiterbetreuung, hierzu
habe er
einen Vorstellungstermin vereinbart. Weiterhin habe er sich um eine ambulante Psycho
therapie
bemüht
und diesbezüglich Vorstellungstermine
bei niedergelassenen Psychiatern vereinbart
.
Er werde
sich ausserdem physiotherapeutisch zur weiteren Therapie in einer Einrichtu
ng am
D._
vorstellen (
Urk.
8/87/5).
Syndromal
liege eine klinisch
apparente
I
mpulskontrollstörung vor. In der Zusammenschau der oben genannten Befunde (neurokognitive Defizite,
Ver
haltensänderung
, depressiv-amotivationales Syndrom,
chronifizierte
Schmerzen) bei fehlenden Hinweisen auf eine vorbestehende klinische rele
vante psychiatri
sche Störung sei
daher eine organische Persö
nlichkeitsstörung nach Schädel-
Hirn-
Trauma zu diagnostizieren. Aufgrund
seiner Angaben fänden sich (bei stark eingeschrän
kten fremdanamnestischen Informationen bezüglich der Zeit vor dem Traum
a 2007) keine klaren Hinweise fü
r eine vorbestehende
Persön
lichkeitsstörung
oder eine Impul
skontro
ll
störung diesen Ausmasses,
differen
tialdiagnostisch
sollte eine prätraumatische Störung jedoch noch nicht gä
nzlich verworfen werden (ICD-10
F60.3, F63.8). Der mögliche Einfluss von einem ver
mutlich deutlich erhöhten Alkoholkonsum in den letzten Jahren, evtl. auch schon vor dem Unfallereignis
,
sei
ebenso zu beachten
(
Urk.
8/87/6
)
.
3.4.2
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Verlaufsbericht vom 2
9.
Dezember 2011
hielten die Ärzte der
C._
fest, dass sich der Beschwerdeführer am 1
4.
Oktober 2011 nochmals zu einem Beratungstermin zwecks Empfehlung für einen ambulanten Therapeuten gemeldet habe. Zu diesem Zeitpunkt habe es keine Veränderung im Zustandsbild gegeben, so dass die Arbeitsunfähigkeit bis am 3
0.
November 2011 verlängert worden sei. Seither entziehe sich der Verlauf ihrer Kenntnis. Der Beschwerdeführer habe sich gemäss ihrer Empfehlung um eine ambulante Weiterbehandlung bemühen wollen. Er sei vom 2
9.
Juli bis zunächst zum 3
0.
November 2011 vollumfänglich arbeitsunfähig. Eine Ver
besserung der Leistungsfähigkeit mit Wiederherstellung einer
Teilarbeitsfähig
keit
sei bei kontinuierlicher Behandlung im zeitlichen Rah
men von einigen Monaten möglich
(
Urk.
8/94
).
3.5
Dr.
med.
E._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt in seinem zuhan
den der Beschwerdegegnerin erstellten Arztbericht vom 1
2.
März 2012 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/99):
Mittelgradige bis schwere depressive Erkrankung (ICD-10 F32.1/32.2): agitierte Depression mit massiven aggressiven Spannungszuständen
Organische Persönlichkeitsstörung mit impulsiven Anteilen nach Schä
del-Hirn-Trauma (ICD-10 F07.0)
Schädlicher Gebrauch von Alkohol, gegenwärtig abstinent (bei
aversiver
Medikation mit
Antabus
, ICD-10 F10.23)
Er behandle den Beschwerdeführer seit dem 2
2.
November 2011, die letzte Kon
trolle habe am 1
2.
März 2012 stattgefunden. In seiner aktuellen ge
sundheitli
chen Verfassung sei der Beschwerdeführer
vollumfänglich arbeitsunfähig für jede Erwerbstätigkeit und auch nicht in der Lage, eine Umschulung zu absol
vieren. Er gehe davon aus, dass sich durch die Behandlung im Laufe eines Jahres der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers soweit verbessern könne, dass eine schrittweise Steigerung der Belastbarkeit und der Leistungsfähigkeit wieder erreichbar sein sollte. Eine Umschulung wäre dann von zentraler Bedeutung, damit er wieder eine berufliche Perspektive bekomme. Der Beschwerdeführer möchte unbedingt so schnell wie möglich wieder arbeiten und eine Umschulung machen. Als Metzger sei er infolge des Unfalles nicht mehr arbeitsfähig (
Urk.
8/99).
3.6
Der Beschwerdeführer war vom 2
3.
März bis zum 2
7.
April 2012 erneut in der
C._
hospitalisiert
.
Im Bericht vom
5.
Juni 2012 notierte
Dr.
med.
F._
, Oberarzt der
C._
,
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/102/2; vgl. Austrittsbericht vom 1
4.
Mai 2012,
Urk.
8/115):
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabi
len, narzisstischen und dissozialen Zügen (ICD-10 F61.0)
Aktenanamnestisch organische Persönlichkeitsstörung bei Status nach Schädel-Hirn-Trauma
2007
(ICD-10 F07.8)
Psychische
und
Verhaltensstörungen durch Alkohol:
Abhängigkeitssyn
drom
, gegenwärtig abstinent unter
Antabus
-Therapie
(ICD-10 F10.2)
Verdacht auf rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1)
Der Beschwerdeführer sei seit dem 2
3.
März 2012 bis auf weiteres vollumfäng
lich arbeitsunfähig.
Aktuell scheine er vor allen Dingen durch ein depressives Zustandsbild deutlich belastet zu sein. Selbst kleinere Aktivitäten und Aufgaben führten zu ausgeprägten Erschöpfungszuständen. Darüber hinaus sei eine deut
liche Rückzugstendenz zu beobachten. Bei der Arbeit wäre er relativ rasch überfordert, wodurch mittelfristig erneut Konflikte mit aggressiven Durch
brüchen entstehen könnten. Grundsätzlich hielten sie es für sinnvoll, erneut Eingliederungsmassnahmen zu veranlassen. In der letzten stationären Behand
lung hätten sich keine klaren Hinweise darauf ergeben, dass eine organische Schädigung nach dem Unfall aufgetreten sei. Die beobachteten Defizite liessen sich ebenso gut im Rahmen der Persönlichkeitsstörung oder aber durch die rezidivierende depressive Störung erklären. Dies würde aber auch bedeuten, dass unter einer geeigneten Therapie möglicherweise eine berufliche Leistungsfähig
keit wiederhergestellt und so schliesslich eine Arbeitsfähigkeit erzielt werden könnte (
Urk.
8/102/4).
3.7
Der Beschwerdeführer wurde im Auftrag der zuständigen Unfallversicherung in der
MEDAS Y._
internistisch,
neurologisch, neuropsychologisch, psychiatrisch,
ophtalmologisch
und orthopädisch begutachtet
. Im Gutachten vom 1
4.
August 2013
notierten
die Gutachter
folgende Diagnosen
mit wesentli
cher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/109/35):
Residuen nach Sturz zwei Meter tief von einer Maue
r am 27.05.2007
Unfallverletzung
en:
Commotio cerebri; distale intraartikuläre
Tibiafraktur
(AO 43 B3) rechts
Tiefe RQW am Unterkiefer-Vestibulum und an der Unterlippe
enoral
Ver
l
etzungen an mehreren Zähnen
Operationen:
Doppelplattenosteosynt
hese distale Tibia rechts am 5.
6.2007
Entfernung des
Osteosynthesematerials
am 22.09.2008
Unfallfolg
en:
Mittelschwere posttrauma
t
ische Arthrose des OSG rechts
Chronische Kopfschmerzen, wahrscheinlich multifaktorieller
Art
Mögliche Unfallfolgen in Diskussion, mangels Kooperation nicht beleg
bar
:
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung/Verdacht auf organische
s Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-T
rauma
Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
(
ICD-10 F32.11
)
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(
ICD-10
F45.41
)
Auffällig
es Verhalten:
Nicht-Koop
eration, Verw
eigerung von Abklärungen
/
V
erdacht auf Ver
schleierung/Ausspielen der Gutachter
Wahrscheinliche
Opioidabhängigkeit
(Tramadol)
Verdacht auf
Alkoholabhängigkeit, eventuell andere Drogen?
Als
Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsf
ä
higkeit, aber mit Krankheitswert
hielten sie 1) eine
Schielamblyopie
bei
Esotropie
rechts
,
leichte
Hyperopie
beidseits
und 2) einen
Nikotinabusus
fest. Sie erhoben des Weiteren einen
Status nach Appendektomie im Alter von etwa 20 Jahren
und einen Sta
tus nach
Hämorr
hoidenoperation
zirka 2002
als Nebenbefunde.
Die begutachtenden Ärzte konstatierten zusammenfassend
, dass der
Beschwer
de
führer
mit seiner etablierten, doch deutlichen posttraumatischen OSG-Arthrose rechts, unfallbedin
gt, aus orthopädischer Sicht nicht mehr im stehend-gehenden Beruf des Metzgers we
rd
e
arbeiten können. Im Vordergrund der Massnahmen stehe jetzt zunächst die optimale Schuhversorgung durch ein Paar
orthopädischer Schuhe mit Sohlenvers
teifung, zurückversetzter
Abroll
ramp
e
und mit Pufferabsätzen, kombi
niert mit Schuheinlagen und mit zusätz
lich stabilisierendem, hohem Schaft. Es m
ü
ss
e
abgewartet werden, wie diese o
rtho
pädische Schuhversorgung helfe
. Vorerst sei
er
im kaufmännischen Bereich zu 50
%
arbeitsfähig, die Arbeitsfähig
keit könne dann bei gutem Ver
lauf langsam und stufenweise gesteigert werden. Falls die alleinige
Schuhver
sorgung
nach einem halben Jah
r nicht den gewünschten schmerz
lindernden Effekt bringe, müsse die
Arthrodese
des oberen Sprunggelenkes ins Auge gefasst werden. Gemäss allgemeiner Erwartung
sei
es so, dass auf lange Sicht gesehen mit einer vollen Arbeitsfähigkeit in einem kaufmännisch-admi
nistrativen Beruf zu rechnen sei (
Urk.
8/109/33 ff.)
.
Aus neurologischer Sicht kö
nn
e
keine organ-neurolog
ische Schädigung diagno
sti
ziert werden
.
Der Beschwerdeführer
habe sich
beim Unfall vom 2
5.
Juli
2007 zweifellos ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen, wobei neben einem passageren Bewusst
seinsverlust keine sicheren neu
rologischen Ausfälle
hätten festgestellt werden können
. Weder im initial vorgenommenen Schädel-CT noch bei den gemäss Akten total drei Verlaufs-MRI
habe eine morpholo
gisch fassbare
traumatologische
Veränderung nachgewiesen werden
können
. Der
Beschwer
deführer
habe ja auch offenb
ar die Aufnahmeprüfung für die H
andelsschule bestanden, so dass nicht mit einer Hirnschädigung zu rechnen sei. Au
s reiner neurologischer Optik kö
nn
e
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.
Der begutachtende Augenarzt bestätige
den stark reduzierten
Visus
des rechten Auges. Es handle sich aber um einen Vorzustand vor dem Unfall im
Sinne einer
Schielamblyopie
/
Esotropie
.
E
s sei
unklar, warum der
Beschwerdeführer
die Einschränkungen erst nach dem Unfall
realisiert habe. Dies kö
nn
e
darauf beru
hen, dass
er
früher über eine hohe
Kompensationsfähigkeit verfügt
und seine Einschränkungen
habe „überspielen" können
.
Bei der
Untersuchung durch die Neuropsychologin habe
der
Beschwerdeführer
nicht kooperiert und eine Abkl
ärung aktiv behindert. Dies werde
auch belegt durch einen Symptomv
alidierungstest (dieser Test sei so angelegt, dass g
eistig
B
ehinderte hier bei guter Koopera
tion gute Resultate erreichen,
N
icht
k
o
operierende
aber sc
hlecht abschneiden
).
Der psychiatrische Gutachter diagnostiziere eine mittel
gradig
e depressive Epi
sode mit somati
schem Syndrom, eine chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren, den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung und de
n Ver
dacht auf ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn
-T
rauma. Der
federführende Gutachter habe
mit dem Psychiater eingehende
Diskussionen geführt. Der feder
führende Gutachter
habe
attestieren
müssen: Ja, es kö
nn
e sein, dass der Beschwerdeführer depres
siv
sei; er zeige
ja diverse Symptome einer Depress
ion. Für den federführenden Gutachter seien
aber die klaren Fakten der Manipulation und Nicht-Koopera
tion eindeutig; Depressive verhie
lten sich nicht so
. Der federführende Gutachter mü
ss
e
attestieren, dass der
Beschwerdeführer
an einer Depression leiden könnte, aber
er habe
hier auc
h eine „Bring-Schuld" - es liege an ihm, zu kooperieren,
dam
it man wirklich reale Fakten habe
, auf denen man basieren k
ö
nn
e
.
Der feder
führende Gutachter habe dem Psy
chiater auch gesagt, er sei nicht bereit, beim
Beschwerdeführer
eine Arbeitsunfähigkeit zu attestieren.
Der begutachtende Psychiater habe
die Arbeitsunfähigk
eit einschätzungsweise etwas hö
h
er als 30
%
eingeschätzt - mit a
nder
en Worten, der Beschwerdeführer
wäre in den
Bereich einer Teilrente g
elangt. Dies habe
der federführende Gutachter bei diesem Verhalten nicht akzeptiert und mit dem Psychiater eine erneute Bespre
chung geführt. So
sei
die Arbeitsunfähigkeit mit 30
%
festgesetzt
worden
um ein Signal zu setzen, dass der
Beschwerdeführer
eine Depression haben könnte, dass man aber auf keinen Fall hier in Richtung einer Berentung gehen dürfe, bevor
er überhaupt kooperiere (
Urk.
8/109/34)
.
In der erlernten und vor dem Unfall vom 2
7.
Mai 2007 ausgeübten Tätigkeit als Metzger, vor allem als Akkordmetzger, sei der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit im kaufmännischen Bereich könnten sie aktuell noch nicht festlegen, teilweise wegen der Nichtkooperation des Beschwerdeführers. Der orthopädische Gutachter lege die Arbeitsfähigkeit im kaufmännischen Bereich mit 50
%
fest, während der Anpassungszeit von ortho
pädischen Schuhen. Bei guter Anpassung könne die Arbeitsfähigkeit stufen
weise um etwa 10
%
gesteigert werden, im Allgemeinen nach solchen Ver
letzungen/bei solchen Einschränkungen auf 100
%
. Der begutachtende Psych
iater attestiere aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
. Der Beschwerdeführer sei also im Sinne von Eingliederungsmassnahmen arbeitsfähig/eingliederungsfähig (
Urk.
8/109/35 f.).
In Bezug auf den zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit im kaufmännischen Bereich sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer von 2009 bis 2011 „offiziell“ in einer Eingliederungsmassnahme gewesen sei; er habe ein
Ein
gliede
rungstaggeld
bezogen und gemäss seinen Angaben voll gearbeitet, allerdings nicht im Sinne der Eingliederung, sondern als Butler und dies international; hier habe er auch als Chauffeur geamtet und Hausarbeiten/Be
treuung des Kin
des ausgeübt. Somit sei der Beschwerdeführer in dieser Zeit voll arbeitsfähig gewesen. Aktuell bestünden noch Einschränkungen aus ortho
pädischer (50
%
, rasch steigerungsfähig) und psychiatrischer Sicht (30
%
). Der Beschwerdeführer dürfte etwa in einem halben Jahr
zu
70
%
arbeits
fähig sein, wonach auch hier gemäss Beurteilung des begutachtenden Psychiaters eine Steigerungsoption bestehe (
Urk.
8/109/36).
3.8
Dr.
m
ed.
G._
, Oberarzt im
Fuss-Team der
H._
, hielt in seinem
von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 1
8.
Dezember 2013
als Diagnose
eine fortgeschrittene posttraumatische OSG-Arthrose rechts bei Status nach distaler intraartikulärer
Tibiafraktur
rechts fest (
Urk.
8/118/5 f.). Der Beschwerdeführer berichte, die orthopädischen Serienschuhe brächten eine geringe Besserung der Beschwerden beim Laufen oder längeren Stehen. Jedoch seien die Schuhe nach ca. 10 Tagen kaputt gegangen, die Sohle habe sich gelöst. Im Anschluss an die Sprechstunde werde dies behoben. Sie seien der
Meinung, dass eine OSG-
Arthrodese
, solange die Beschwerden noch einiger
massen tragbar seien und insbesondere die orthopädischen Serienschuhe eine Besserung der Beschwerden begünstigten, herausgezögert werden sollte.
3.9
Med.
pract
.
I._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, notierte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 2
7.
Januar 2014
aus psychiatrischer Sicht 1) eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), bestehend seit ca. 2010,
diffferentialdiagnostisch
eine andau
ernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastungen (ICD-10 F62.0); 2) eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11), bestehend seit ca. 2010 und 3) akzentuierte narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), bestehen
d seit der Jugend (
Urk.
8/119) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vermerkte er einen Status nach Alkohol- und Cannabismissbrauch (Alkoholmissbrauch 2009 bis 2011, Cannabis sistiert seit Sommer 2013).
Er behandle den Beschwerdeführer seit August 2012 bis auf weiteres. Als Metzger sei er seit Behandlungsaufnahme bis auf weiteres
vollumfänglich arbeits
unfähig. Es sei noch nicht absehbar, ab wann und in welchem Umfang eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei. Eventuell
sei eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft möglich. Eine Ausbildung sei erwünscht, eventuell bleibe die Leistungsfähigkeit (psychisch) reduziert. Eine Verbesserung durch eine psychische Stabilisierung sei zu erwarten
.
3.10
Dr.
med.
J._
, Leiter Schmerzambulatorium IFA des
B._
,
stellte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 1
9.
November 2014 folgende Diagnosen mit Auswi
r
kungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/127):
Gemischt
nozizeptive
neuropathische Schmerzen OSG recht mit/bei:
Status nach distaler
Tibiafraktur
2007
Chronische Kopfschmerzen
Sekundäre Gelenksprobleme bei chronischer Fehlbelastung
Knie rechts
Lumbalwirbelsäule
Halswirbelsäule
Dr.
J._
konstatierte, der Beschwerdeführer sei durch die Schmerzen einge
schränkt, äusserte sich allerdings nicht weiter zur prozentualen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und einer allenfalls angepassten Tätigkeit.
3.11
Dr.
K._
hielt in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 1
2.
Dezember 2014 fest, dass sich die posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) leicht abgeschwächt habe, indem die Flashbacks und Albträume weniger oft aufträten, während Abgestumpftheit und Gleichgültigkeit gegenüber ande
ren Menschen nach wie vor bestünden. Zu Bedrohungsgefühlen mit Aggressi
vität aufgrund erhöhter Schreckhaftigkeit sei es nicht mehr gekommen. In Bezug auf die mittelgradige Depression hätten wichtige Beobachtungen gemacht werden können: Während der Beschwerdeführer in der ersten Jahres
hälfte 2014 weiterhin eine mittelgradige depressive Episode aufgewiesen habe, sei es nach der Umstellung der Schmerzmedikation von
Tramal
auf
Targin
(ein stärkeres Opioid)
zunächst zu einer deutlichen Aufhellung der Stimmung gekommen. Dadurch sei er in der Lage gewesen, eine Arbeitstätigkeit aufzu
nehmen. Wenn er dann jeweils zu viel gearbeitet habe (d.h. z.B. mehrere Stun
den lang eine stehende Tätigkeit verrichtet habe), seien die Schmerzen wieder sehr stark
geworden
, wodurch er jeweils in ein
en
mehrere Tage dauernden schwer depressiven Zustand mit vollständiger Antriebslosigkeit geraten sei (er sei nur noch herumgesessen, habe teilweise nicht mehr gegessen und sei pha
senweise auch nich
t mehr ansprechbar gewesen), der
sich jeweils mit dem Rückgang der Schmerzen langsam wieder gebessert habe (
Urk.
8/128/2).
Gegenwärtig finde eine ambulante, stützend-begleitende psychiatrische Thera
pie inkl. Psychopharmakotherapie statt. Künftig sei er weiterhin psychiatrisch bis zum Abschluss der beruflichen Wiedereingliederung zu begleiten, wobei inzwischen die psychiatrischen Konsultationen noch alle vier Wochen erfolgten.
Zur Arbeitsfähigkeit in seinem angestammten
Beruf
als Metzger sei
an
zu
fügen, dass
ihm
vom Anwalt des
Beschwerdeführers mitgeteilt worden sei, dass er die Information erha
lt
en habe, dass
er
den Beschwerdeführer mit seinem
letzten Arztbericht vom Januar 2014 in seinem angestammten Beruf zu 100
%
aus psychiatrischen Gründen k
rankgeschrieben habe. Das stimme
so nicht. Wenn
der Beschwerdeführer
körperlich in der Lage wäre, als Metzger zu arbeiten, könnt
e
er dies aus psychischer Sich
t sofort tun (es würde ihm umgehend
psychi
sch massiv besser gehen). Er sei
demnach
aus körperlichen Gründen (OSG-
Arthrose, chron. Kopfschmerzen) auf dem angest
ammten Beruf zu 100
%
arbeitsunfähig. Es sei
diesbezüglich auf die Einschätzung von
Dr.
G._
von der
H._
zu verweisen
. In Bezug au
f angepasste Tätigkeiten seien
aber die Einschränkungen auch psychischer Natur.
In einer angepassten Tätigkeit bestehe
aufgrund der PTSD und der d
epressiven Symptomatik eine ein
geschränkte Arbeitsfähigkeit, wobei aber auch die soma
tischen Beschwerden relevant
seien.
Al
s die Schmerzen im rechten Fuss
d
urch den Medikamentenwechsel abgenommen hätten
,
habe der Beschwerdeführer in Eigeniniti
ative den beruflichen Wiedereinstieg
versucht. Er habe
für einen Bekannten Gartenarbeiten durch
geführt
, was mit Pausen recht g
ut gelu
ng
en sei
, aber auch zu einer Schmerzzunahme
geführt habe
. Aus purer Verzweiflung über
se
ine finanzielle Situation habe er dann
bei einem Security-Service in der Ver
kehrsregelung zu arbeiten
begonnen
. Bereits nach einer Stunde stehender Tätig
keit seien die Schmerzen sehr m
assiv gewesen, er habe aber wei
ter durchgehal
ten; dies
habe
zu den oben beschrieben
en tagelangen schweren depressi
ven Krisen mit
extrem starken Schmerzen im Fuss geführt
.
Aus seiner ärztlichen Sicht seien daher
nur sitzende Tätigkeiten möglich, da er dabei erst nach etwa 4
Stunden heftig Schmerzen entwick
le. In Anbetracht seines psychischen Zustan
des sei
ein Arbeitsversuch bzw. eine Abklärun
g betreffend mögliche Tätig
kei
ten (z.B. in der Einrichtung
L._
) jederzeit durchführbar. Welche Tätigkeit der
Beschwerdeführer
schliessli
ch mit welchem Pensum ausüben kö
nn
e, lasse
sich s
ein
es Erachtens nicht vorhersagen (
Urk.
8/128/3).
4.
4.1
Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 1
4.
August 2013 lässt keine genü
gende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im zeitlichen
Ver
lauf zu: Die begutach
tenden Ärzte hielten diesbezüglich zusammenfassend fest, dass die Arbeitsunfä
higkeit als Metzger seit dem Unfallereignis vom 2
7.
Mai 2007 bestehe. Zur Arbeitsfähigkeit im kaufmännischen Bereich führten sie aus, dass der Beschwerdeführer von 2009 bis 2011 „offiziell“ in einer Eingliederungsmass
nahme gestanden
und in dieser Zeit als voll arbeitsfähig einzuschätzen sei
. Aktuell bestünden noch Einschränkungen aus orthopädischer Sicht (50
%
, rasch steigerungsfähig) und Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht (30
%
). Der Beschwerdeführer dürfte in etwa einem halben Jahr 70
%
arbeitsfähig sein, wonach auch hier gemäss Beurteilung des Psychiaters eine Steigerungsoption bestehe (
Urk.
8/109/36).
Damit bleibt allerdings
,
insbesondere
aus
psychiatrischer Sicht
,
unklar
(vgl.
Urk.
8/109/
77 ff.)
, ob und allenfalls in welchem Pensum dem Beschwerdeführer
zwischen der Eingliederungsmassnahme
und der Begutachtung
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
zuzumuten gewesen wäre.
Hinzu kommt, dass
die psychiatrische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten
gemäss Angaben des federführenden Gutachters durch den Psychiater
etwas
höher als die attestierten 30
%
festgesetzt worden wären - der federführende Gutachter habe dies allerdings nicht akzeptieren können, da der Beschwerdeführer in den Bereich einer Teilrente gelangt wäre und ein Signal habe gesetzt werden müssen, dass der Beschwerdeführer zwar eine Depression haben könnte, man aber auf keinen Fall in Richtung einer Berentung gehen dürfe, bevor er überhaupt kooperiere (
Urk.
8/109/34).
4.2
Auch gestützt auf die weiteren im Recht liegenden Arztberichte
lässt sich die Arbeitsfähigkeit insbesondere aus psychiatrischer Sicht für die Jahre 2011 bis zur Begutachtung nicht abschliessend beurteilen:
4.2.1
Die erste psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit wurde - gestützt auf die im Recht liegenden Akten - von
Dr.
A._
ab dem 1
9.
Mai 2011 bis auf wei
teres attestiert (E. 3.2; vgl.
Urk.
8/75). Vom 2
9.
Juli bis zum
9.
September 2011 war der Beschwerdeführer erstmals in der
C._
hospitalisiert und die behan
delnden Ärzte attestierten damals eine über die
Hospitalisation
hinaus
gehende vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bis zum 3
0.
No
vember
2011
danach ent
zog sich der Verlauf ihrer Kenntnis (
Urk.
8/94). Anschliessend wurde der Beschwerdeführer von
Dr.
E._
behandelt, welcher in seinem Bericht vom 1
2.
März 2012 eine durchgehende, vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit seit dem 2
9.
Juli 2011 bis auf weiteres attestierte (E. 3.5, vgl.
Urk.
8/99/2). Vom 2
8.
April bis zum 3
0.
Mai 2012 befand sich der Beschwerdeführer erneut stationär in der
C._
in Behandlung (vgl. E. 3.6;
Urk.
8/102) und die behandelnden Ärzte attestierten eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit vom 2
3.
März 2012 bis auf weite
res (E. 3.6).
Dr.
A._
begründete die attestierte vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit nicht weiter, womit seine Einschätzung nicht nachvollziehbar ist (E. 3.2).
Die behandelnden Ärzte der
C._
attestierten jeweils für die Dauer der stationä
ren Aufenthalte bzw. kurz darüber hinaus eine Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.4 und E. 3.6). Nach dem zweiten stationären Aufenthalt vom 2
3.
März bis zum 2
7.
April 2012 wurde er weiterhin bis zum 3
0.
Mai 2012 ambulant in der
C._
betreut und die Ärzte attestierten ihm eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit vom 2
3.
März 2012 bis auf weiteres. Damit lässt sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gestützt auf die Berichte der
C._
jeweils nur für kurze Zeiträume beurteilen.
Auch
Dr.
E._
behandelte den Beschwerdeführer
nur während eines kurzen Zeit
raumes
. Dabei ging er noch davon aus, dass der Beschwerdeführer unter einer organischen Persönlichkeitsstörung leide, was allerdings von den behandelnden Ärzten der
C._
im Folgenden stationären Aufenthalt vom 2
3.
März bis zum 2
7.
April 2012 und dem psychiatrischen Gutachter in Frage gestellt
wurde
(vgl.
E. 3.6 und E. 3.7 sowie
Urk.
8/109/79).
4.2.2
Ab August 2012 befand sich der Beschwerdeführer bei
Dr.
I._
in psychiatri
scher Behandlung
, welcher in seinem Bericht vom 2
7.
Januar 2014 noch konstatierte, dass die Aufnahme einer behinderungsangepassten Tätigkeit noch nicht absehbar sei. Am 1
2.
Dezember 2014 führte
er aus, dass eine 50
100%ige Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer Abklärung und bei sitzender Tätigkeit bestehe
(E. 3.9 und 3.11).
Im Rahmen dieser Einschätzung berücksich
tigte
Dr.
I._
insbesondere die subjektiven Schmerzangaben des Beschwer
deführers infolge seines somatischen Gesundheitsschadens, so führte er aus, dass seines Erachtens nur sitzende Tätigkeiten möglich seien, da der Beschwer
deführer beim Sitzen erst nach etwa 4 Stunden heftige Schmerzen entwickle
(
Urk.
8/128/3; vgl. hierzu auch
Urk.
8/147
[
Urk.
3/5]
).
Entsprechend ist davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeitseinschätzungen von
Dr.
I._
insbesondere die subjektiv geklagten Beschwerden massgeblich mitberücksichtigten - inwieweit dies objektiv bzw. aus somatischer Sicht nach
vollziehbar ist, ist
in Frage zu stellen.
Im Übrigen erfolgte seit der polydisziplinären Begutachtung im August 2013 keine fachärztliche orthopädische Beurteilung mehr, so dass unklar bleibt, ob die prognostizierte Steigerung der damals aktuell 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit tatsächlich erfolgte.
4.2.3
Die Beschwerdegegnerin hielt in der
angefochtenen
Verfügung
dafür, dass
seit dem Erlass des Vorbescheids vom 2
7.
Juli 2011 (
Urk.
8/80) keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei und nach wie vor aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorliege und die psychischen Einschränkungen, welche heute als remittiert gäl
ten, nicht zu berücksichtigen seien (
Urk.
2).
Dies ist
nach dem Gesagten
insbesondere im zeitlichen Verlauf
nicht schlüssig und nachvollziehbar.
4.3
Zusammenfassend
weist
die Aktenlage für eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt
,
wesentliche Lücken auf. Die
Sache
ist daher
an die IV-Stelle zurückzuweisen, d
amit sie den Gesundheitszustand, insbesondere auch
im zeitlichen Verlauf
,
und die
entspre
chende
Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer ange
passten Tätigkeit in geeigneter Weise korrekt abklärt
- wobei der Beschwerde
führer gegebenenfalls auf seine Mitwirkungspflicht hinzuweisen ist -
und anschliessend über den Leistungsanspruch neu verfügt. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses auf Fr. 2‘000.--
(inklusive Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.