Decision ID: 0875c805-065f-508d-9cdd-3d2424e4683f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X und Y Z sind verheiratet, haben eine erwachsene Tochter und leben in A. X Z ist
unselbständig erwerbstätig, während Y Z keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Mit
öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 20. Dezember 2007 erwarb das Ehepaar Z
ein Mehrfamilienhaus in A zu hälftigem Miteigentum. Besitzesantritt war am 1. Februar
2008. In der Steuererklärung 2008 deklarierten X und Y Z für die Staats- und
Gemeindesteuern ein steuerbares Einkommen von Fr. 35'294.-- und ein steuerbares
Vermögen von Fr. 493'353.--. Da die Steuerpflichtigen keine Schulden deklarierten,
wurden sie vom kantonalen Steueramt in der Folge mehrmals aufgefordert, Angaben
zur Finanzierung des Liegenschaftenkaufs zu machen. Mit Bussenverfügungen vom 12.
Januar 2010, 23. Februar 2010 und 30. März 2010 wurde X Z wegen Verletzung von
Verfahrenspflichten gebüsst. Am 12. Mai 2010 veranlagte das kantonale Steueramt X
und Y Z für die direkte Bundessteuer 2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr.
449'600.--. Dabei wurden ermessensweise übrige Einkünfte von Fr. 397'000.--
aufgerechnet.
B.- Mit Schreiben vom 28. Mai 2010 erhoben X und Y Z Einsprache gegen die
Veranlagung mit dem sinngemässen Antrag, auf die Aufrechnung von übrigen
Einkünften in der Höhe von Fr. 397'000.-- sei zu verzichten. Die Veranlagungsbehörde
forderte die Steuerpflichtigen mit Schreiben vom 7. Juni 2010 auf, die Einsprache zu
ergänzen. Nachdem innert Frist keine Ergänzung eingegangen war, wies das kantonale
Steueramt die Einsprache mit Entscheid vom 6. Juli 2010 ab.
C.- Gegen den Einsprache-Entscheid erhoben X und Y Z mit Eingabe vom 6. August
2010 Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem sinngemässen
Antrag, die aufgerechneten übrigen Einkünfte in der Höhe von Fr. 397'000.-- seien
fallen zu lassen. Mit Vernehmlassung vom 22. Oktober 2010 beantragte die Vorinstanz
die kostenfällige Abweisung oder die kostenfällige Teilgutheissung der Beschwerde.
Die Beschwerdebeteiligte verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Die Beschwerdeführer erhielten Gelegenheit, zur Vernehmlassung der Vorinstanz
Stellung zu nehmen. Sie liessen sich nicht vernehmen.
Auf die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die mit nachträglicher Unterschrift versehene
Beschwerde vom 6. August 2010 ist rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der
Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h
Ziff. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.- Vorab ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführer zu Recht
ermessensweise veranlagt hat.
a) Gemäss Art. 130 Abs. 2 Satz 1 DBG nimmt die Veranlagungsbehörde die
Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn der Steuerpflichtige trotz
Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt hat oder Steuerfaktoren mangels
zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können. In dieser
Bestimmung werden zwei Fälle unterschieden. Einerseits berechtigt die Verletzung von
Verfahrenspflichten zur Ermessensveranlagung, anderseits ist eine solche
vorzunehmen, wenn keine zuverlässigen Unterlagen vorhanden sind.
Die Verfahrenspflichtverletzung kann darin bestehen, dass eine steuerpflichtige Person
die Steuererklärung nicht einreicht, einem Auskunftsbegehren der
Veranlagungsbehörde nicht nachkommt oder die eingeforderten Unterlagen nicht
einreicht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N
32 zu Art. 130 DBG). Für den Fall des Fehlens zuverlässiger Unterlagen ist
entscheidend, dass der Sachverhalt nicht abklärbar und daher ungewiss ist. Folglich
darf der Steuerpflichtige nicht ohne vorgängige Untersuchung durch die
Steuerbehörden ermessensweise veranlagt werden. Auch bei einer
Ermessensveranlagung müssen alle Abklärungen getroffen werden, die sich aufgrund
der Aktenlage aufdrängen und ohne grossen Aufwand durchführbar sind. Erst wenn
sich die Ungewissheit im Sachverhalt trotz dieser Untersuchungen nicht beseitigen
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lässt, ist eine Ermessensveranlagung vorzunehmen (Zweifel/Athanas, Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2. Aufl. 2008, N 43 zu Art. 130 DBG). Für das
Steuerrecht gilt der gefestigte Grundsatz, dass die Steuerbehörde die Beweislast für
steuerbegründende oder steuermehrende Tatsachen trägt, während den
Steuerpflichtigen die Beweislast trifft für Tatsachen, welche die Steuerschuld aufheben
oder mindern (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische
Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 379 f.).
b) Im Jahr 2008 erwarben die Beschwerdeführer ein Mehrfamilienhaus in A zu einem
Kaufpreis von Fr. 400'000.--. Da die Beschwerdeführer laut Steuerdeklaration 2007
über kein nennenswertes Vermögen verfügten und in der Steuererklärung per 31.
Dezember 2008 weder Schulden noch Mietzinseinnahmen deklarierten, nahm die
Veranlagungsbehörde im Rahmen der Veranlagung weitere Untersuchungen vor. Mit
Schreiben vom 20. Oktober 2009 und 16. November 2009 forderte der
Steuerkommissär die Beschwerdeführer unter anderem auf, Darlegungen zur
Finanzierung des Grundstückkaufs sowie Angaben zur Vermietung der Wohnungen zu
machen. In der zweiten Aufforderung vom 16. November 2009 wurde ihnen bei
unbenutztem Ablauf der Frist eine Ermessensveranlagung angedroht. Nachdem keine
Antwort einging, wurde der Beschwerdeführer mit Bussenverfügungen vom 12. Januar,
23. Februar und 30. März 2010 mehrmals wegen Verletzung von Verfahrenspflichten
gebüsst und jedes Mal erneut aufgefordert, die erwähnten Unterlagen einzureichen,
ansonsten eine Veranlagung nach Ermessen vorgenommen werde. Trotz diesen
Mahnungen meldeten sich die Beschwerdeführer nicht. Damit haben sie ihre
Verfahrenspflichten verletzt. Zudem war eine einwandfreie Ermittlung des Sachverhalts
trotz vorgängiger Untersuchung nicht möglich. Die Vorinstanz musste deshalb mangels
Nachweises der Herkunft der Mittel für den Grundstückkauf eine
Ermessensveranlagung vornehmen. Diese wurde den Beschwerdeführern zuvor auch
angedroht.
3.- Sodann ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführer die offensichtliche Unrichtigkeit der
Ermessensveranlagung nachzuweisen vermögen.
a) Die Beschwerdeführer machen geltend, sie hätten das fragliche Mehrfamilienhaus
am 20. Dezember 2007 für Fr. 400'000.-- erworben. Der Verkäufer habe Fr. 320'000.--
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davon als Darlehen stehen lassen. Da das Objekt renovationsbedürftig gewesen sei,
hätten sie allen Mietern kündigen müssen. Sie selber wohnten seit dem Kauf auf einer
Baustelle, da die C Bank den versprochenen Baukredit nicht ausbezahlt und der
Verkäufer den Titel nicht ausgehändigt habe. Im Jahr 2008 hätten ihnen nur die
Einkünfte des Beschwerdeführers aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zur Verfügung
gestanden.
Die Vorinstanz hält dem im Wesentlichen entgegen, die Beschwerdeführer seien im
Veranlagungsverfahren mehrmals aufgefordert worden, diverse Unterlagen
einzureichen, darunter ein ausgefülltes Schuldenverzeichnis samt Belegen sowie einen
Finanzierungsnachweis über den Erwerb der Liegenschaft. Auch nach drei
Bussenverfügungen seien die Auflagen nicht erfüllt worden. Im Einspracheverfahren
seien die Beschwerdeführer ein weiteres Mal erfolglos aufgefordert worden, die
fraglichen Unterlagen einzureichen. Erstmals im Beschwerdeverfahren sei unter Vorlage
eines entsprechenden Darlehensvertrages geltend gemacht worden, dass der
Verkäufer ihnen ein Darlehen über Fr. 320'000.-- gewährt habe. Zudem sei ein
Baukreditvertrag mit der C Bank über Fr. 535'000.-- vom 1. August 2008 eingereicht
worden. Da der Kredit gemäss Angaben der Beschwerdeführer nicht zur Auszahlung
gelangt sei, sei der Schuldbestand per 31. Dezember 2008 nach wie vor unklar. Ein
Nachweis in Form einer Schuld- und Zinsbescheinigung per 31. Dezember 2008 fehle.
Per Ende 2009 sei der Schuldbestand der Beschwerdeführer gegenüber der D AG mit
Fr. 32'000.-- deklariert worden. Falls eine Darlehensschuld per Ende 2008 in der Höhe
von Fr. 320'000.-- als erwiesen betrachtet werde, ergebe sich unter Berücksichtigung
der Vermögensentwicklung anhand des Lebensaufwandes immer noch eine nicht
nachgewiesene Mittelherkunft von Fr. 77'000.--.
b) In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist bei der Ermessensveranlagung von Bedeutung,
dass der Steuerpflichtige diese nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten
kann. Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige Beweismittel nennen
(Art. 132 Abs. 3 DBG). Erfolgte zu Recht eine Ermessensveranlagung, so hat der
Einsprecher die Unrichtigkeit der Veranlagung nachzuweisen; es kommt zu einer
Umkehr der Beweisführungspflicht zu Lasten des Steuerpflichtigen.
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Die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen
auf zwei Arten nachgewiesen werden. Zum einen kann er den wirklichen Sachverhalt
dartun und beweisen. Damit entfallen die Voraussetzungen einer
Ermessensveranlagung, weil die Steuerfaktoren im Rahmen einer ordentlichen
Veranlagung einwandfrei ermittelt werden können. Als zweite Art des
Unrichtigkeitsnachweises steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu beweisen, dass
die Schätzung an sich offensichtlich unrichtig ist. Die Veranlagungsbehörde ist
verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen (Zweifel/Athanas, a.a.O., N 39 und
51 zu Art. 132 DBG).
Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung dann, wenn sie willkürlich ist (vgl. Entscheid
des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 21. Mai 2003, in: StE 2004 B 92.3 Nr.
13, E 4c). Offensichtlich unrichtig sind jene Schätzungen, die sachlich nicht begründbar
sind, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert sind, sich auf sachwidrige
Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützen oder sonst mit den
aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls aufgrund der Lebenserfahrung
vernünftigerweise nicht vereinbart werden können (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
a.a.O., N 68 zu Art. 132 DBG; Zweifel/Athanas, a.a.O., N 52 zu Art. 132 DBG). Dabei
sind auch die Unterlagen, welche im Beschwerdeverfahren beigebracht werden, zu
berücksichtigen.
Die Veranlagungsbehörde nimmt die Ermessensveranlagung nach pflichtgemässem
Ermessen vor. Sie kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und
Lebensaufwand des Steuerpflichtigen berücksichtigen (Art. 130 Abs. 2 DBG). Ziel der
Ermessensveranlagung ist die bestmögliche Annäherung an den wirklichen
Sachverhalt. Bei der Ermessensveranlagung hat die Behörde alle Unterlagen zu
berücksichtigen, die ihr zur Verfügung stehen. Der Steuerpflichtige soll möglichst seiner
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entsprechend veranlagt werden. In aller Regel darf
sich die Schätzung nur auf die Höhe der Steuerfaktoren beziehen. Nicht geschätzt
werden darf im Allgemeinen dagegen der Grundsachverhalt, d.h. die
steuerauslösenden Tatsachen (das Steuerobjekt) selbst. Erst wenn fest steht, dass
Einkünfte vorhanden sind, von denen bloss die Höhe unbekannt ist, darf geschätzt
werden. Eine Ausnahme davon ist jedoch zu machen, wenn nicht nur ein spezifisches
Tatbestandsmerkmal, sondern das Steuerobjekt an sich ungewiss ist. In diesem Fall
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dürfen das gesamte Einkommen bzw. der gesamte Gewinn oder auch Teile davon
geschätzt werden (Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, a.a.O., N 67 ff. zu Art. 130 DBG;
vgl. auch GC 1973 Nr. 5, 1987 Nr. 22). Die Veranlagungsbehörde ist gehalten, das vom
Pflichtigen deklarierte Einkommen mit dessen Lebensaufwand zu vergleichen. Ein
solcher Vergleich lässt Schlüsse auf die Richtigkeit der Deklaration zu. Ein vom
Steuerpflichtigen nicht erklärter Widerspruch zwischen dem deklarierten Einkommen
und dem Privatverbrauch erlaubt es, die Einschätzung des Einkommens nach dem
Aufwand vorzunehmen (vgl. RB/ZH 1982 Nr. 71; KRKE SO 1983 Nr. 8). Im Fall einer
Schätzung nach Lebensaufwand ist dieser nach dem beruflichen und
gesellschaftlichen Stand des Steuerpflichtigen zu bestimmen. Soweit nicht auf
Unterlagen abgestellt werden kann, ist der Aufwand zu schätzen, wobei vorerst im
Auflageverfahren die Lebenshaltungskosten des Steuerpflichtigen festzustellen sind.
Dabei braucht nicht untersucht zu werden, aus welchen Quellen die für den
persönlichen Aufwand benötigten Einkünfte stammen. Dem Steuerpflichtigen bleibt
aber der Nachweis vorbehalten, dass der Aufwand aus steuerfreien Einkünften oder
aus Vermögensverzehr bestritten wurde (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 71
zu Art. 130 DBG m.w.H.).
c) Wie eingangs dargelegt, liessen die Beschwerdeführer die Steuerbehörde im
Veranlagungsverfahren über die Finanzierung des Kaufs der Liegenschaft in A im
Unklaren. Die Vorinstanz ermittelte daraufhin anhand der Vermögensentwicklung
zwischen dem 31. Dezember 2007 (Reinvermögen Fr. 17'773.--) und dem 31.
Dezember 2008 (Reinvermögen Fr. 393'353.--) unter Berücksichtigung von
Bewertungsdifferenzen (Fr. 40'000.--) sowie des geschätzten Privataufwands (Fr.
67'853.--) und der Einkünfte (Fr. 85'697.--) einen unerklärbaren Vermögenszuwachs
von Fr. 397'736.--.
In der Einsprache brachten die Beschwerdeführer vor, die Veranlagung mit übrigen
Einkünften von Fr. 397'000.-- sei für sie nicht nachvollziehbar. Daraufhin wurden sie
von der Vorinstanz mit Schreiben vom 7. Juni 2010 erneut erfolglos aufgefordert, die
Steuererklärung mit diversen Unterlagen, darunter auch einem Schuldenverzeichnis
samt Belegen, zu ergänzen. Im Beschwerdeverfahren machen die Steuerpflichtigen
erstmals geltend, dass der Käufer ihnen beim Erwerb des fraglichen
Mehrfamilienhauses ein Darlehen von Fr. 320'000.-- gewährt habe und sie im Jahr
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2008 über keine zusätzlichen Einkünfte verfügten. Dazu reichten sie einen
Darlehensvertrag mit dem Verkäufer vom 1. Dezember 2007 ein (act. 2/3). Demnach
gewährte ihnen dieser ein Darlehen von Fr. 320'000.-- ab 31. Januar 2008 mit einer
Laufzeit von drei Jahren zu einem Zins von 3,25%. Das eingereichte Vertragsexemplar
ist zwar vom Verkäufer nicht unterzeichnet. Das Bestehen eines entsprechenden
Darlehens ergibt sich jedoch gemäss der grundbuchamtlichen Handänderungsanzeige
auch aus dem öffentlich beurkundeten Kaufvertrag, wonach der Kaufpreis von Fr.
400'000.-- einerseits durch Überweisung eines Betrages von Fr. 80'000.-- per 1.
Februar 2008 auf das Konto des Verkäufers und andererseits durch
Schuldanerkennung der Käufer gegenüber dem Verkäufer im Umfang von
Fr. 320'000.-- getilgt wurde (act. 12/V). Beabsichtigt war offenbar die Ablösung dieser
Schuld durch die C Bank, mit welcher die Beschwerdeführer am 1. August 2008 einen
Baukreditvertrag über Fr. 535'000.-- abschlossen. Da der Pfandtitel vom Verkäufer
gemäss Darstellung der Beschwerdeführer nicht freigegeben wurde, kam es jedoch
nicht dazu. Aus einer mit der Steuererklärung 2009 eingereichten Schuldanerkennung
über Fr. 320'000.-- vom 5. Oktober 2008 geht hervor, dass diese Schuld offenbar von
der D AG übernommen wurde und folglich Ende 2008 immer noch bestand (act. 12/II.
15). Damit kann davon ausgegangen werden, dass es den Beschwerdeführern
gelungen ist, das Bestehen einer Schuld in der Höhe von Fr. 320'000.-- per 31.
Dezember 2008 und damit die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung,
in welcher keine Schulden berücksichtigt waren und der Vermögenszuwachs
dementsprechend als Einkommen aufgerechnet wurde, nachzuweisen. Die Bezahlung
bzw. Anerkennung von Schuldzinsen (gemäss Vertrag 3,25%) wird von den
Beschwerdeführern weder beantragt, noch ist sie nachgewiesen. Daher ist kein Abzug
für Schuldzinsen zu berücksichtigen.
d) Nach wie vor ungeklärt bleibt jedoch die Mittelherkunft für den verbleibenden
Vermögensvorschlag von rund Fr. 77'000.--. Die entsprechende Berechnung der
Vorinstanz (vgl. act. 12/III.14) wurde den Beschwerdeführern zusammen mit der
Ermessensveranlagung und ein zweites Mal im Rahmen des Einspracheverfahrens
bekannt gegeben. Nachdem die Beschwerdeführer keine Einwände dagegen erhoben
haben und die Schätzung des Privatverbrauchs mit Fr. 67'853.-- angemessen und
nachvollziehbar erscheint, liegt diesbezüglich keine offensichtlich unrichtige Schätzung
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vor. Die Aufrechnung des verbleibenden Differenzbetrages von Fr. 77'000.-- bleibt
somit bestehen.
e) Die Beschwerde ist folglich gemäss dem Antrag der Vorinstanz teilweise
gutzuheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid vom 6. Juli 2010
aufzuheben. Die Beschwerdeführer sind für die direkte Bundessteuer 2008 mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 129'600.-- zu veranlagen.
4.- Die Kosten des Verfahrens vor der kantonalen Steuerrekurskommission werden der
unterliegenden Partei auferlegt; wird die Beschwerde teilweise gutgeheissen, so
werden sie anteilmässig auferlegt (Art. 144 Abs. 1 DBG). Dem obsiegenden
Beschwerdeführer werden die Kosten ganz oder teilweise auferlegt, wenn er bei
pflichtgemässem Verhalten schon im Veranlagungs- oder Einspracheverfahren zu
seinem Recht gekommen wäre oder wenn er die Untersuchung der kantonalen
Steuerrekurskommission durch trölerisches Verhalten erschwert hat (Art. 144 Abs. 2
DBG).
Da die Beschwerdeführer den Nachweis des Bestehens einer Darlehensschuld trotz
vorgängiger wiederholter Aufforderung erst im Beschwerdeverfahren erbrachten, sind
ihnen trotz teilweisem Obsiegen die Verfahrenskosten unter solidarischer Haftbarkeit
aufzuerlegen. Angemessen ist eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- (Art. 144 Abs. 5
DBG in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist zu verrechnen. Die Gebühr ist gesamthaft beim
Beschwerdeführer zu erheben.