Decision ID: 3b31c035-eadf-4ba8-b993-8556d033f83a
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 25. Juni 2013 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1). Der Versicherte war zuletzt bei der B._ AG als
Verkäufer von Unterhaltungselektronik tätig gewesen und hatte die Stelle Ende 2002
verloren, da die Filialen verkauft worden waren (Protokoll Assessmentgespräch
Eingliederung vom 6. September 2013, IV-act. 24). Am 24. April 2003 hatte er einen
unklaren Bewusstseinsverlust erlitten und war auf der Treppe gestürzt. Dabei hatte er
sich Frakturen in den Wirbeln Th11/12 (Keilkompressions- bzw. Sinterungsfraktur) und
LWK 1 (Deckenplattenimpression-/Sinterungsfraktur) zugezogen (Bericht Klinik für
Orthopädische Chirurgie Kantonsspital St. Gallen [KSSG] vom 8. Mai 2003,
Fremdakten, act. 1-164). Nach erfolglosen nichtoperativen Therapien und einem
Rehaaufenthalt vom 14. Januar bis 18. Februar 2004 (Austrittsbericht Rehaklinik
Bellikon vom 16. Februar 2004, Fremdakten, act. 1-118 ff.) war am 28. Januar 2005
eine mehrteilige chirurgische Operation zur Behandlung der thorako-lumbalen
Schmerzen infolge einer posttraumatischen Kyphose vorgenommen worden (Dorsale
A.a.
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Instrumentation Th11-L1, Spongiosaentnahme rechter dorsaler Beckenkamm,
ventrales Release sowie anteriore interkorporelle Fusion Th11/12 und Th12/L1 mit
Harmscages, dorsale Spondylodese Th11-L1; Klinik für Orthopädische Chirurgie,
Austrittsbericht vom 7. Februar 2005, Fremdakten, act. 1-53 f.; Operationsberichte
Fremdakten, act. 1-59 ff.). Ein erneuter Aufenthalt vom 9. November bis 1. Dezember
2005 in der Rehaklinik Bellikon war administrativ abgeschlossen worden, nachdem der
Versicherte nicht in die Klinik zurückgekehrt war (Austrittsbericht vom 7. Dezember
2005, Fremdakten, act. 1-26 ff.). Am 15. Dezember 2009 war der Versicherte erneut auf
einer Treppe gestolpert und hatte eine Hüftluxation links und Acetabulum-Fraktur
Hinterwand links erlitten (Arztbericht Klinik für Orthopädie KSSG vom 29. Dezember
2009, IV-act. 4-1 f.). Diese war am 5. Juli 2012 durch eine Hüftprothese versorgt
worden (Bericht Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates KSSG vom 30. Januar 2013, IV-act. 11-8 f.).
Dr. med. C._, Fachärztin FMH Innere Medizin, hielt als Diagnosen ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom vertebral und linke Hüfte sowie einen Status nach
Implantation einer Hüft-Totalprothese links am 5. Juli 2012 bei posttraumatischer
Coxarthrose nach Acetabulum-Fraktur links am 15. Dezember 2009 und nach dorsaler
Spondylodese Th11-L1 und ventrales Release sowie anteriore interkorporelle Fusion
Th11/12 mit Harmscage am 28. Januar 2005 bei posttraumatischer Kyphose infolge
einer konservativ behandelten Th12/L1-Fraktur 2003 fest. Der Versicherte leide unter
Schmerzen bei grösseren Belastungen und ertrage körperliche Belastung kaum. Es
beständen eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule und des linken Beins sowie
chronische Schmerzen und Schmerzen in der linken Hüfte; der Versicherte gehe an
zwei Unterarmgehstützen. Er sei seit 27. Februar 2012 arbeitsunfähig. Körperlich
leichte Tätigkeiten im Sitzen seien zunächst während vier Stunden täglich zumutbar.
Eine Steigerung müsste ausprobiert werden ([nicht gegengezeichnetes] FI-
Gesprächsprotokoll RAD vom 20. August 2013, IV-act. 10; vgl. auch Bericht zuhanden
der Suva vom 12. August 2013, Fremdakten, act. 1-5).
A.b.
Der Versicherte wurde seit April 2013 kontinuierlich am Schmerzzentrum des
KSSG behandelt (Bericht vom 27. Februar 2015, Fremdakten, act. 9-9 f.). Es wurde ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom vertebral und der Hüfte links mit nozizeptivem
Schmerzcharakter, Chronifizierungsgrad III nach Gerbershagen, mit yellow flags
A.c.
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Arbeitsplatzverlust und Unzufriedenheit mit der bisherigen Behandlung, diagnostiziert
(Bericht vom 25. April 2013, IV-act. 11-3 ff.). In der Folge wurde der Versicherte
teilweise erfolgreich mit verschiedenen Opiaten (u.a. Buprenorphin Transtec 35 mcg/h)
behandelt und nahm an einem interdisziplinären Schmerzprogramm teil (vgl. Berichte
Schmerzzentrum KSSG vom 10. Januar 2014, vom 9. Juli 2014, vom 14. August 2014,
vom 16. Dezember 2014, vom 27. Februar 2015, vom 1. April 2015, vom 29. Mai 2015,
vom 9. Juli 2015 und vom 24. September 2015, Fremdakten, act. 5-26 ff., act. 7-6 f.,
act. 9-9 f., IV-act. 57, 71).
Die Eingliederungsverantwortliche schloss den Fall am 6. Mai 2014 wegen
subjektiver Arbeitsunfähigkeit ab (IV-act. 42-2) und die IV-Stelle beschied dem
Versicherten, zurzeit seien keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich
(Mitteilung vom 3. Juni 2014, IV-act. 47).
A.d.
Im Bericht des Schmerzzentrums KSSG vom 30. Juni 2016 (IV-act. 72) wurde
ausgeführt, der Versicherte habe sich nach letzter Konsultation im Juni 2015 neu
vorgestellt. Im Oktober 2015 habe er die Opiattherapie ausgeschlichen und nehme
seither keine regelmässige Medikation ein. Nach eigenständigem Absetzen der
Opiattherapie sei es zu einer Zunahme der Beschwerden gekommen. Von den im
Rahmen des multimodalen Konzepts angebotenen Therapien (u.a. interdisziplinäres
Schmerzprogramm, psychosomatisches Assessment) habe der Versicherte nicht
profitieren können. Es fehle das Verständnis für eine erfolgreiche Therapie gemäss dem
bio-psycho-sozialen Modell. Da keine klaren Strategien für eine ganzheitliche
Behandlung vorhanden seien, könne eine weitere Therapie mit langwirksamen Opiaten
(wieder Transtec-Pflaster) empfohlen werden. Der Versicherte zeige sich nun
aufgeschlossen und sehr motiviert, weitere Strategien im Umgang mit dem Schmerz zu
erlernen.
A.e.
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch die medexperts AG
begutachtet (Gutachten vom 29. November 2016; Orthopädie: Dr. med. D._;
Neurologie: Dr. med. E._, Dr. med. F._; Psychiatrie: Dr. med. G._; Allgemeine
Innere Medizin: Dr. med. H._; Untersuchungen 17. und 19. Oktober 2016). Die
Gutachter diagnostizierten als gesundheitliche Beeinträchtigungen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit chronische lumbovertebragene Schmerzen bei/mit Status nach
A.f.
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dorsaler Spondylodese BWK11-LWK1 mit ventralem Release und intercorporeller
Fusion Th11-L1 (Operation 28. Januar 2005 wegen posttraumatischer Kyphose nach
Unfall vom 24. April 2003), einer Keilkompressionsfraktur BWK 12, einer
Deckenplattenimpressionsfraktur LWK 1 und diskreten Sinterungsfraktur BWK 11, einer
Diskopathie L4/5 mit Osteochondrose mit Kompromittierung der Wurzel L5 und S1
links im MRI der LWS vom 24. April 2003, chronischen Hüftschmerzen links bei
Insertionstendopathie und muskulärer Dysbalance, Status nach Hüft-TP-Implantation
links wegen posttraumatischer Coxarthrose (5. Juli 2012) sowie einer osteosynthetisch
versorgten Acetabulumfraktur links bei Unfall mit Acetabulumfraktur und Hüftluxation
links nach Sturz am 15. Dezember 2009 (IV-act. 89-59). Weiter erhoben die Gutachter
unter anderem ein chronisch nozizeptives Schmerzsyndrom im Bereich des Rückens
sowie einen erheblichen Verdacht auf eine komplexe periphere arterielle
Verschlusskrankheit (rechter Arm und Beine beidseits, differenzialdiagnostisch
Gefässanomalie der rechten oberen Ausflussbahn) sowie akzentuierte
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), denen sie keine wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zumassen (IV-act. 89-59). Polydisziplinär stünden die orthopädischen
Gesundheitsstörungen im Vordergrund (IV-act. 89-63). In einer voll adaptierten Tätigkeit
werde aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 50 % angenommen. Eine Steigerung der
Arbeitsfähigkeit auf 70 % werde unter der Schmerztherapie und gegebenenfalls
Ergotherapie in drei bis sechs Monaten erwartet (IV-act. 89-64 f.). Der RAD (Dr. med.
I._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und Dr. med. J._,
Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen) nahm am 12. Dezember 2016
Stellung, auf das Gutachten könne abgestellt werden. Die Arbeitsfähigkeit adaptiert
betrage 70 % ganztags. Diese könne durch eine wieder einzuleitende Schmerztherapie
erreicht werden (IV-act. 91).
Mit Vorbescheid vom 13. Dezember 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-
act. 94). Mit Einwand vom 14. Februar 2017 liess der Versicherte vorbringen, er hätte
durch einen Facharzt für Neurochirurgie begutachtet werden müssen. Das
orthopädische Teilgutachten setze sich nicht mit den erhobenen Befunden
auseinander. Psychiatrisch wäre eine weitere Evaluation depressiver Symptome
(testpsychologisch) vorzunehmen gewesen. Trotz der möglicherweise relevanten
A.g.
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Lungenerkrankung sowie der sehr wahrscheinlichen Erkrankung der Gefässe mit
jeweils entsprechender Funktionseinschränkung und Leistungseinbusse würden von
internistischer Seite keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mitgeteilt.
Dennoch seien weitere Abklärungen empfohlen worden. In der Stellungnahme des RAD
vom 12. Dezember 2016 werde die aktuelle Arbeitsunfähigkeit von 70 % bzw. adaptiert
50 % nicht übernommen. Vielmehr werde von einer bereits erreichten und deutlich
gebesserten Arbeitsfähigkeit ausgegangen (IV-act. 101).
Die IV-Stelle holte weitere Stellungnahmen des RAD und des Rechtsdienstes ein.
RAD-Ärztin Dr. I._ hielt im Wesentlichen fest, der Gesundheitszustand sei
fachkompetent beurteilt worden; im Übrigen liege es in der Kompetenz der MEDAS, die
erforderlichen Fachdisziplinen festzulegen. Es liege in der Kompetenz des
psychiatrischen Gutachters, festzulegen, welche Abklärungsinstrumente er benötige.
Internistisch sei lediglich die Verdachtsdiagnose einer peripheren arteriellen
Verschlusskrankheit gestellt worden. Der Verdacht auf eine relevante Lungenkrankheit
sei nicht geäussert worden. Sollte eine periphere arterielle Verschlusskrankheit oder
leichte COPD vorliegen, hätte dies keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten, da der Versicherte ohnehin nur körperlich leichte Tätigkeiten,
überwiegend sitzend, ausführen dürfe. Die vorhandenen somatischen Befunde bzw.
Verdachtsdiagnosen seien in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einbezogen worden. Mit
dem Einwand würden keine neuen medizinischen Fakten aufgeführt, die Anlass dazu
geben würden, vom Gutachten abzuweichen (IV-act. 104). Seitens des Rechtsdienstes
wurde ausgeführt, laut Gutachten habe der Versicherte ein halbes Jahr vor der
Begutachtung ohne triftigen Grund die verschriebenen Schmerzmedikamente
abgesetzt, was wesentlich zur Verschlechterung des Schmerzsyndroms beigetragen
habe. Dadurch habe er seine Schadenminderungspflicht verletzt. Für die Ermittlung des
Invaliditätsgrades sei von der Fiktion einer implementierten Schmerztherapie und
demzufolge einer zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von 70 % für adaptierte Tätigkeiten
auszugehen (Stellungnahme vom 23. Juni 2017, IV-act. 105).
A.h.
Mit Verfügung vom 26. Juni 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um
Ausrichtung einer Rente ab. Unter Hinweis auf die Stellungnahmen des RAD vom
21. Juni 2017 und des Rechtsdienstes vom 23. Juni 2017 sei von der Fiktion einer
implementierten Schmerztherapie und demzufolge einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit
A.i.
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B.
von 70% auszugehen. Da der Versicherte seit längerem keiner Erwerbstätigkeit mehr
nachgegangen sei, könne sowohl für die Bemessung des Validen- als auch des
Invalideneinkommens vom selben Tabellenlohn ausgegangen werden. Aufgrund des
Einkommensvergleichs erleide er eine Erwerbseinbusse bzw. bestehe ein
Invaliditätsgrad von 30% (IV-act. 106).
Gegen die Verfügung vom 26. Juni 2017 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwältin lic. iur. G. Sturm, am 30. August 2017 Beschwerde erheben. Er
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge
aufzuheben. Es sei ihm eine ganze Rente, jedoch mindestens eine Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Eventualiter sei ein neues Gutachten unter Berücksichtigung aller
gesundheitlichen Beschwerden in Auftrag zu geben. Zur Begründung führt er im
Wesentlichen aus, das Gutachten sei bezüglich der attestierten Arbeitsfähigkeit und
Prognose in sich widersprüchlich. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtige
gesundheitliche Einschränkungen im Bereich der Lunge und der Gefässe nicht.
Psychiatrisch hätte eine testpsychologische Evaluation der geltend gemachten
depressiven Symptome erfolgen müssen. Die Verletzung der
Schadenminderungspflicht werde bestritten, zumal er eine Medikation in Form von
Pflastern (Transtec 35 Mikrogramm/h) anwende (act. G 1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten enthalte sowohl
in den einzelnen Teilgutachten als auch im interdisziplinären Konsens ausführliche
Beurteilungen mit begründeten Schlussfolgerungen zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit.
Den Gutachtern komme betreffend die Wahl der Untersuchungsmethoden und der
vorzunehmenden fachärztlichen Abklärungen ein weiter Ermessensspielraum zu. Die
beigezogene orthopädische Gutachterin sei kompetent für die Beurteilung des Rücken-
bzw. Wirbelsäulenleidens. Im psychiatrischen Kontext bilde die klinische Untersuchung
mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung die
wichtigste Grundlage gutachterlicher Feststellungen und Schlussfolgerungen. Es
obliege dem psychiatrischen Gutachter zu entscheiden, ob er zur Befunderhebung
testpsychologische Befunde beiziehen wolle. Es seien keine Mängel in der
B.b.
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psychiatrischen Begutachtung erkennbar. Ausserdem müssten nicht sämtliche
einzelnen Gesundheitsbeeinträchtigungen spezifiziert Eingang in die
Arbeitsfähigkeitsschätzung finden. Vielmehr liege die gesamthafte Würdigung der
vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen und die Stellungnahme zu deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im fachärztlichen Beurteilungsspielraum. Die
Vorbringen in der Beschwerde vermöchten die Schlüssigkeit des Gutachtens also nicht
in Frage zu stellen. Selbst wenn der Beschwerdeführer unterdessen Schmerzpflaster
verwende, habe er die in der Vergangenheit wirksame Opiattherapie ohne ärztliche
Empfehlung abgebrochen, wodurch es zu einer deutlichen Verschlechterung der
Schmerzsituation gekommen sei. Der Schluss der Gutachter, dass sich die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit im Falle einer (optimal) implementierten
Schmerztherapie auf 70 % steigern lasse, erscheine plausibel. Aus rechtlicher Sicht
habe der Beschwerdeführer seine Schadenminderungspflicht verletzt. Als Ausdruck der
allgemeinen Schadenminderungspflicht sei die Selbsteingliederungspflicht nicht erst
nach der gutachterlichen Festlegung der Arbeitsfähigkeit gegeben. Der
Beschwerdeführer sei seit Ende 2002 keiner geregelten Erwerbstätigkeit mehr
nachgegangen. Da keine repräsentativen Angaben zur hypothetischen Validenkarriere
bestünden, seien die beiden Vergleichseinkommen auf der Grundlage derselben
statistischen Durchschnittslöhne zu ermitteln. Aufgrund des medizinisch-theoretischen
Zumutbarkeitsprofils sei beim Beschwerdeführer immer noch von einem genügend
breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen, weshalb unter dem
Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden
könnten, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu
bezeichnen seien. Solche seien nicht ersichtlich und würden nicht geltend gemacht.
Ohne Gewährung eines Abzugs betrage der Invaliditätsgrad 30 %, entsprechend dem
Grad seiner Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätigkeiten (act. G 4).
Mit der Replik vom 8. Januar 2018 reicht der Beschwerdeführer den Bericht über
eine neuropsychologische Untersuchung vom 7. November 2017 (Klinik für Neurologie
KSSG, vom 9. November 2017, act. G 8.1) und einen Untersuchungsbericht der Klinik
für Angiologie KSSG vom 20. November 2017 (act. G 8.2) ein. Zweifelsfrei handle es
sich um eine deutlich fortgeschrittene Arteriosklerose und periphere arterielle
Verschlusskrankheit. Zudem erhärte sich der Verdacht auf eine chronische obstruktive
B.c.
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Erwägungen
1.
Lungenkrankheit, so dass eine entsprechende pulmologische und weiterhin
schlafmedizinische Untersuchung erforderlich erscheine, um das Ausmass der
körperlichen Funktionseinbussen beurteilen zu können. Es zeige sich eine komplizierte
gesundheitliche Beschwerdeproblematik, die zwingend in einem erneuten Gutachten
unter Einbezug sämtlicher beteiligter Fachgebiete abgeklärt werden müsse. Eine
umfassende, gesamtbetrachtende Beurteilung sei bisher nicht veranlasst worden
(act. G 8).
Mit Duplik vom 12. Januar 2018 macht die Beschwerdegegnerin geltend, die neu
eingereichten Berichte setzten sich weder mit den gutachterlichen Schlussfolgerungen
auseinander, noch äusserten sie sich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Sie
würden auch sonst keine wichtigen Aspekte, die bei der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben seien, benennen. Demnach vermöchten sie keine Zweifel an der
Schlüssigkeit des beweiskräftigen polydisziplinären Gutachtens vom 29. November
2016 zu erwecken (act. G10).
B.d.
Der Beschwerdeführer reicht mit Eingaben vom 6. Februar 2018 (act. G 12;
act. G 12.1) und 19. Februar 2018 (act. G 14; act. G 14.1) das Aufgebot und den
Untersuchungsbericht der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin vom 16. Februar
2018 betreffend die Untersuchung vom gleichen Tag zu den Akten.
B.e.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.
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Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.3.
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
1.4.
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2.
Umstritten und zu beurteilen ist die Beweistauglichkeit des Gutachtens der medexperts
AG vom 29. November 2016.
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer gab an, aktuell leide er an Beschwerden an der
Hüftaussenseite sowie an der Oberschenkelinnenseite. Die zuletzt durchgeführte
physikalische Therapie habe keine Besserung gebracht (IV-act. 89-33). Er habe
permanent vorhandene Schmerzen, die sowohl im LWS- Bereich und im unteren BWS-
Bereich lokalisiert seien als auch in der Hüfte links. Jede Art von Rumpfbewegung
verursache eine Schmerzzunahme. Sitzen könne er nur gut leicht nach vorn gebeugt
und während eineinhalb Stunden. Im Stehen habe er vor allem Probleme mit dem
Aufheben von schweren Gegenständen. Die Schmerzintensität sei variabel, zwischen 4
und 8/10 VAS. Das Gehen sei weniger durch den Rücken als viel mehr durch die
Hüftproblematik limitiert (IV-act. 89-45, 62). Er versuche, spazieren zu gehen und seit
rund einem halben Jahr bzw. ca. acht Monaten ohne Schmerzmedikamente
auszukommen (IV-act. 89-33, 40). Aktuell nehme er keine Dauermedikation und bei
Bedarf 20 Tropfen Tramal ein. Diese verursachten Übelkeit und Schwindel und seien
ohne wirklichen Effekt. Transtec sei pausiert (IV-act. 89-33, 45). Die Schmerzstärke
liege aktuell ohne Medikamente bei 4 - 8 VAS. Er sei (erneut) angemeldet in der
Schmerzklinik, da er wieder Tanstec nehmen wolle (IV-act. 89-54). Wenn er nach
draussen gehe, müsse er immer einen Gehstock benutzen (IV-act. 89-33). Bis vor
eineinhalb Jahren habe er beidseits Krücken benutzt (IV-act. 89-46, 62). Für körperlich
schwere Arbeiten habe er eine Haushaltshilfe, leichte Hausarbeiten und das Kochen
erledige er selbst (IV-act. 89-46). Vormittags trinke er auswärts Kaffee und treffe dabei
zufällig Bekannte. Nachmittags gehe er einkaufen und spazieren, wenn er genügend
Energie habe. Dabei müsse er sich nach zehn Minuten setzen. Abends koche er eine
komplette Mahlzeit. Dann lese er (Krimis, Sachbücher) oder beschäftige sich mit
Computerspielen (Schach), dem Internet oder mit Musik. Er pflege zahlreiche Skype-
Bekanntschaften, auszugehen sei zu teuer (IV-act. 89-52).
2.1.
Die orthopädische Hauptgutachterin führte aus, der Beschwerdeführer zeige ein
flüssiges Gangbild mit einem Gehstock und einem leichten Schulterüberhang nach
2.2.
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rechts. Die Halswirbelsäule sei frei beweglich. Die Kyphose im
Brustwirbelsäulenabschnitt sei nicht verstärkt. Der Entfaltungsbogen sei
schmerzbedingt eingeschränkt. Die paravertebrale Druckdolenz im Bereich BWK 11
und LWK 5 sei beidseits im Rückenstreckerverlauf lokalisiert. Die Beweglichkeit der
Lendenwirbelsäule sei endgradig in Rotation und Seitenneige eingeschränkt, wobei ein
Seitneigeschmerz nach links angegeben werde. Die Rotation sei schmerzfrei.
Radiologisch zeigten sich eine moderate Degeneration des kaudalen
Anschlusssegmentes LWK 1 sowie osteochondrotische Veränderungen im Bereich der
übrigen LWS/LWK 3-5, mit Höhenminderung des Zwischenraumes, eine Retrolisthesis
L4/5, ein Baastrup Phänomen entlang LWK 1-5, sowie leichte Spondylarthrosen LWK 4
bis SWK 1. Die Schädigung und Störung von Seiten der Brust- und Lendenwirbelsäule
seien objektivierbar. Durch die Spondylodese bestehe eine eingeschränkte Funktion
vor allem im thorakolumbalen Übergang für Vorneigehaltung. Aufgrund der
osteochondrotischen Veränderungen im unteren Lumbalabschnitt sei der
Beschwerdeführer zusätzlich für Zwangshaltungen handicapiert; schweres Heben und
Tragen von Lasten über 5 kg sei nicht möglich (IV-act. 89-62 f.). Die Druckdolenz über
dem Trochanter major deute auf eine Insertionstendopathie hin. Die
Adduktorenmuskulatur sei im Ansatz und Verlauf druckdolent und hyperton. Die
Hüftfunktion sei endgradig eingeschränkt, sowohl in Flexion als auch in Rotation, Ab-
und Adduktion. Aufgrund der eingeschränkten Hüftfunktion sei der Beschwerdeführer
für Treppen-/Leitersteigen und Gehen auf unebenem Gelände eingeschränkt (IV-
act. 89-62). Aufgrund der chronischen Schmerzen werde von einer Verlangsamung und
einem vermehrten Arbeitspausenbedarf ausgegangen (IV-act. 89-63). In leichter,
wechselbelastender, überwiegend sitzender Tätigkeit mit der Möglichkeit, die Position
zu wechseln, ohne Klettern, Gerüste-/Treppensteigen, ohne Heben und Tragen von
Lasten bis (richtig wohl: über) 5 kg, ohne einseitige Zwangshaltung der Wirbelsäule
werde aus rein orthopädischer Sicht aktuell eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50 %
angenommen (IV-act. 89-63), begründet durch die Gesundheitsstörung und Handicaps
bei der erhobenen Untersuchung (IV-act. 89-65). Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
auf 70 % werde unter Schmerztherapie und gegebenenfalls Ergotherapie in drei bis
sechs Monaten erwartet (IV-act. 89-65). Vom neurologischen Gutachter wurde ein
chronisches nozizeptives Schmerzsyndrom im Bereich des Rückens diagnostiziert. Er
führte im Wesentlichen aus, aufgrund einer früheren Nervenwurzelkompression S1
fehle der ASR links. Aktuell bestehe kein Anhaltspunkt für eine radikuläre
Schmerzausstrahlung oder klinisch relevante Radikulopathie. Klinisch-neurologisch
liege weder eine Parese noch eine Sensibilitätsstörung im Dermatom S1 vor. Der
Befund habe somit keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 89-49).
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Das orthopädische Zumutbarkeitsprofil ist durch die Rückenosteosynthese und die
Hüftprothese sowie die lumbalen Degenerationen objektiv begründet. Nachvollziehbar
ist die neurologische Ausführung, wonach die Schmerzen, soweit sie neurologisch
nozizeptiv bzw. durch die ehemalige S1-Wurzelkomprimittierung begründet sind,
aktuell keine objektivierbaren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben. Die
orthopädische Gutachterin diagnostiziert aus dem Blickwinkel ihres Fachgebiets
ebenfalls Schmerzen. Aufgrund derer geht sie von einer Verlangsamung und von einem
Pausenbedarf aus (IV-act. 89-63). Somit erachtet sie diese Schmerzkomponente als
objektivierbar. Aufgrund der diagnostizierten Diskopathie L4/5 mit Osteochondrose und
der Insertionstendopathie und muskulärer Dysbalance erscheint nachvollziehbar, dass
der Beschwerdeführer nicht nur in den noch möglichen Bewegungen und in der
Belastbarkeit, sondern auch durch insoweit objektivierte Schmerzen eingeschränkt ist.
Zudem kann angenommen werden, dass sich die durch die Rückenversteifung und die
Hüftprothese, aber auch durch die Schmerzen eingeschränkte Beweglichkeit nicht nur
auf das qualitative Zumutbarkeitsprofil, sondern auch auf die Arbeitsgeschwindigkeit
und damit auf die quantitative Leistungsfähigkeit auswirkt.
2.3.
Der internistische Gutachter prüfte die Lungenfunktion mit normalem Ergebnis,
vermerkte allerdings, dass formal kein akzeptabler Versuch vorliege (IV-act. 89-56).
Zudem erhob er einen erheblichen Verdacht auf eine komplexe arterielle
Verschlusskrankheit (rechter Arm und Beine beidseits), differenzialdiagnostisch
Gefässanomalie der rechten oberen Ausflussbahn (IV-act. 89-57). Er attestierte keine
Arbeitsunfähigkeit und empfahl die Kontrolle gewisser Laborparameter (Leukozyten,
Differentialblutbild, Hämatokrit, alkalische Phosphatase bzw. Leber- und
Knochenparameter; IV-act. 89-56 ff.). In der Klinik für Angiologie KSSG wurde am
17. November 2017 eine periphere arterielle Verschlusskrankheit, Stadium I nach
Fontaine, links und eine Verschlusskrankheit der oberen Extremitäten diagnostiziert. Es
wurde festgehalten, bezüglich einer Armclaudicatio sei der Beschwerdeführer völlig
asymptomatisch. Da er eine Oberschenkel- und Wadenclaudicatio verneine, werde an
der Beurteilung vom September festgehalten und ein asymptomatisches Stadium der
peripheren arteriellen Verschlusserkrankung der unteren Extremitäten diagnostiziert
(Bericht vom 20. November 2017, act. G 8.2). In Anbetracht der fehlenden
Symptomatik ist ohne weiteres plausibel, dass sich die Verschlusskrankheit weder in
Bezug auf den rechten Arm noch auf die Beine auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Eine
pneumologische Abklärung an der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin des KSSG
führte zur Diagnose eines Lungenemphysems; differenzialdiagnostisch lägen die
eigentlichen Kriterien für eine Respiratory bronchiolitis interstitial lung disease (RB-ILD)
nicht vor. Die Lungenfunktionsprüfung ergab normale statische und dynamische
2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/20
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Lungenvolumina und eine knapp mittelschwer eingeschränkte Diffusionskapazität
(act. G 14.1). Der pneumologische Bericht vom 16. Februar 2018 äussert sich nicht zur
Arbeitsfähigkeit. RAD-Ärztin Dr. I._ führte in der Stellungnahme vom 21. Juni 2017
unter anderem aus, eine leichte COPD hätte keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten, da der Beschwerdeführer ohnehin nur körperlich leichte
Tätigkeiten, überwiegend sitzend, ausführen könne (IV-act. 109-8). Die beim
Beschwerdeführer erhobenen Lungenfunktionswerte FEV1 (Einsekundenkapazität) von
90 % und der Quotient FEV1/VK (inspiratorische Vitalkapazität, VCMAX) von 75 %
liegen über jenen, welche bei einer leichten COPD auftreten (FEV1 gleich oder über
80 %, FEV1/VK unter 70 %; vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl., Berlin
2017, S. 355). Auch wurde (ausser der Beibehaltung des Rauchstopps) keine
medikamentöse Therapie verordnet (vgl. act. G. 14.1). Die nachträglichen
Untersuchungen ergänzen das internistische Gutachten in dem Sinne, dass keine
weiteren Erkrankungen vorliegen, welche die Arbeitsfähigkeit über das orthopädisch
begründete Ausmass hinaus einschränken. Die Ergebnisse stellen das internistische
Teilgutachten nicht in Frage.
Der psychiatrische Gutachter beschrieb im Wesentlichen einen unauffälligen
Psychostatus. Das formale Denken sei geordnet, kohärent und nicht verlangsamt.
Objektiv hätten sich keine Anhaltspunkte für Konzentrationsstörungen oder eine
reduzierte Konzentrationsleistung gezeigt. Affektiv habe der Beschwerdeführer euthym,
gut schwingungsfähig und auslenkbar imponiert. Hinsichtlich seiner sozialen Situation
habe er sich gefasst und die Situation akzeptierend, jedoch nicht resigniert geäussert.
Antrieb und Psychomotorik seien unauffällig gewesen (IV-act. 89-39). Im Rahmen der
Schmerztherapie habe der Beschwerdeführer drei psychiatrische bzw. psychologische
Konsultationen gehabt. Die beschriebene, teils depressiv anmutende Symptomatik ab
2006, für knapp zwei Jahre bestehend, sei retrospektiv diagnostisch als
Anpassungsstörung klassifizierbar (IV-act. 89-40). Hinsichtlich der Persönlichkeit
zeigten sich beim Versicherten gewisse narzisstisch anmutende Aspekte. Diese seien
für die Diagnose einer eigenständigen (narzisstischen) Persönlichkeitsstörung nicht
ausreichend. Allenfalls könne jedoch eine Diagnose von akzentuierten
Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) gestellt werden. Die geschilderten
Schmerzsymptome seien nur teilweise für die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) passend, da sich einerseits keine
ausgeprägten emotionalen Konflikte zeigten und andererseits doch eine körperliche
Ätiologie gegeben scheine, so dass von einer Diagnosestellung auch unter Einbezug
der polydisziplinären Sicht Abstand genommen werde (IV-act. 89-41). Aus
psychiatrischer Sicht sei der Versicherte in seiner bisherigen, aber auch in einer
2.5.
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adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Diese Einschätzung erfolge nicht nur diagnose-
oder symptombasiert, sondern anhand der erhaltenen Funktionen sowie Ressourcen
bzw. auch anhand vorhandener Handicaps auch unter Berücksichtigung des Mini-ICF's
(IV-act. 89-42).
Der Beschwerdeführer rügt, dass keine testpsychologische Evaluation erfolgt sei.
Grundsätzlich ist es der Gutachterperson überlassen, über Art und Umfang der
aufgrund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden
(Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juli 2014, 8C_450/2014, E. 4.2, mit Verweisen).
Beim Beschwerdeführer wurde - ausser der zeitweisen Einnahme von Antidepressiva
zur Schmerzlinderung (vgl. IV-act. IV-act. 89-42; act. G 8.1) - bisher nie eine
psychische Gesundheitsstörung diagnostiziert oder behandelt. Der Psychostatus bei
der Begutachtung war unauffällig. Insoweit ist nachvollziehbar, dass der psychiatrische
Gutachter keine testpsychologischen Untersuchungen vornahm. Diesen kommt
beweismässig im Verhältnis zur klinischen Untersuchung lediglich ergänzende
Beweisfunktion zu (Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2013, 9C_953/2012,
E. 3.2.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 9. August 2006, I
391/06 E. 3.2.2). Die neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers vom
7. November 2017 zeigte gesamthaft diskrete kognitive Funktionsstörungen in einem
Teilbereich der Exekutivfunktionen (leicht reduzierte figurale Flüssigkeit) sowie eine
leicht reduzierte psycho-physische Belastbarkeit, die sich auch in einer leichten
Verlangsamung im zeitlichen Verlauf (Reiz-Reaktions-Aufgaben) manifestiert habe. Alle
anderen Leistungen lägen im Normbereich. Die vom Beschwerdeführer empfundenen
deutlichen Konzentrationsstörungen konnten nicht objektiviert werden. Affektiv habe
der Beschwerdeführer stabil gewirkt; Antrieb, Affektmodulation und
Schwingungsfähigkeit seien jedoch leicht reduziert (Bericht Klinik für Neurologie KSSG
vom 9. November 2017, act. G 8.1). Im Wesentlichen bestätigt die
neuropsychologische Beurteilung somit diejenige des psychiatrischen Gutachters. Im
Gutachten wird weiter dargelegt, aufgrund der finanziellen Enge unternehme der
Beschwerdeführer nur noch wenig mit Freunden oder Kollegen, jedoch zeige sich ein
aktives Sozialleben via Internet. Den gewissen sozialen Rückzug erkläre er sich alleine
mit seiner finanziellen Enge. Insgesamt imponiere er als mit einer grundsätzlich guten
lebenspraktischen und kommunikativen Kompetenz ausgestattet (IV-act. 89-41). Die
sozialen Faktoren seien aus psychiatrischer Sicht aktuell psychopathologisch nicht so
ausgeprägt, dass daraus eine schwere Störung resultiere (IV-act. 89-42). Die
Tagesstruktur entspreche derjenigen eines Menschen mit chronischen Schmerzen und
Langzeitarbeitslosigkeit bei noch relativ gut erhaltenem sozialem Netzwerk (IV-
act. 89-47). Der Beschwerdeführer sei in der Lage, nach seinen Möglichkeiten für seine
2.6.
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3.
Interessen einzustehen und diese auch durchzusetzen. Realitätsprüfung, Urteilsbildung
sowie die Kontaktgestaltung seien gegeben bzw. ressourcenmässig verfügbar (IV-
act. 89-42). Es bestünden leicht ausgeprägte Beeinträchtigungen hinsichtlich der
Widerstands- und Durchhaltefähigkeit und der Fähigkeit zu engen dyadischen
Beziehungen (IV-act. 89-43). Aufgrund des langjährigen Verlaufs der
Schmerzchronifizierung seien die Ressourcen gering (IV-act. 89-63). Im
Explorationsgespräch zeige sich kein Anhalt für eine Simulation oder eine Dissimulation
bzw. für eine ausgeprägte Aggravationstendenz. Die Schmerzsymptome seien nicht
verdeutlicht dargestellt worden. Es bestünden (jedoch) Diskrepanzen in den Aussagen
des Beschwerdeführers, er könne sich an viele Dinge nicht richtig erinnern (IV-
act. 89-40, 42, 63).
Das Gutachten der medexperts AG vom 29. November 2016 berücksichtigt die
beklagten Beschwerden und vorhandenen medizinischen Akten vollständig. Die im
Verfahren eingereichten angiologischen, pneumologischen und neuropsychologischen
Berichte enthalten keine objektiven medizinischen Befunde, welche die gutachterliche
Beurteilung zu entkräften vermögen, sondern ergänzen und bestätigen diese vielmehr.
Der psychiatrische Gutachter hat sich auch zu den Ressourcen und zur Konsistenz
geäussert. Hier ist beizufügen, dass den Gutachtern die zeitweise mangelnde
Compliance des Beschwerdeführers, insbesondere die Tatsache, dass er seit längerem
keine Medikamente mehr eingenommen hatte, bekannt war und somit in die
Beurteilung mit eingeflossen ist. Auf das Gutachten als medizinische Grundlage kann
deshalb abgestellt werden.
2.7.
Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wird im Gutachten
ausgeführt, nach der Hüft-TP-Implantation am 5. Juli 2012 sei der Beschwerdeführer
bis einschliesslich 7. September 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Ab Januar
2013 bis zum aktuellen Zeitpunkt werde die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit auf 70 % eingeschätzt (IV-act. 89-65). Bei Anmeldung zum Leistungsbezug
am 25. Juni 2013 besteht ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. Dezember
2013 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Da der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit ab Juli 2012 zu 100 % und ab Januar 2013 zu 70 % arbeitsunfähig war, war
am 1. Dezember 2013 auch das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG abgelaufen,
womit gegebenenfalls der Rentenbeginn auf dieses Datum fällt.
3.1.
Die Gutachter nehmen das Vorliegen der 50 %igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten ab November 2016 (Zeitpunkt des Gutachtens) an (IV-act. 69-65). Eine
3.2.
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retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab Dezember 2013 kann dem Gutachten
nicht entnommen werden.
Die Therapie am Schmerzzentrum des KSSG begann im April 2013 (Bericht vom
27. Februar 2015, Fremdakten, act. 9-9 f.). RAD-Arzt Dr. med. J._, Facharzt für
Prävention und Gesundheitswesen, schätzte die Arbeitsfähigkeit für adaptierte
Tätigkeiten am 20. August 2013 auf 50 %, wobei eine Steigerung im Verlauf
ausprobiert werden müsste (IV-act. 29-3). Noch am 9. Juli 2014 berichtete das
Schmerzzentrum, die aktuelle Medikation mit Novalgin und Tramal sei wirkungslos. Mit
Methadon wurde subjektiv eine deutliche Besserung verspürt, der Beschwerdeführer
benötigte nur noch einen Gehstock (Berichte Schmerzzentrum KSSG vom 14. August
2014, Fremdakten, act. 5-26, und vom 16. Dezember 2014, Fremdakten, act. 7-6 f.).
Auch auf die medikamentöse Umstellung auf Buprenorphin Transtec TTS 35 mcg/h
(Pflaster) sprach der Beschwerdeführer gut an, so dass er ohne Hilfsmittel gehen
konnte (Bericht Schmerzzentrum KSSG vom 24. September 2015, IV-act. 71). Nach
eigenen Angaben sistierte der Beschwerdeführer die Therapie sechs bis acht Monate
vor der Begutachtung Ende Oktober 2016 (IV-act. 89-33, 38), somit also etwa im März
2016. Aus den Berichten des Schmerzzentrums vom 24. und 30. Juni 2016 (IV-act. 72,
74-6 ff.) geht allerdings hervor, dass die letzte Konsultation im Juni 2015 stattgefunden
habe und der Beschwerdeführer die Opiattherapie im Oktober 2015 ausgeschlichen
habe.
3.3.
Die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten von
50 % bezieht sich auf einen Zeitraum, in welchem der Beschwerdeführer nach eigenen
Angaben keine dauerhafte Schmerzmedikation einnahm. Die Annahme, dass sich unter
adäquater medikamentöser Therapie (ergänzt durch Physio-, Ergo- sowie
Wassertherapie, IV-act. 89-66) eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten
erreichen lasse, erscheint plausibel, zumal auch RAD-Arzt Dr. J._ eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % annahm, bevor die Therapie mit Opiaten zu einer deutlichen
Verbesserung der Beschwerden führte. Für die retrospektive Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit bedeutet dies, dass der Beschwerdeführer überwiegend
wahrscheinlich bis zum Eintritt der am 16. Dezember 2014 berichteten deutlichen
Verbesserung (Fremdakten, act. 7-6 f.) in adaptierten Tätigkeiten zu 50 % und
anschliessend bis zur Sistierung der Medikamente im Oktober 2015 zu 70 %
arbeitsfähig war.
3.4.
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4.
Indem die Beschwerdegegnerin nicht von der gemäss Gutachten attestierten
aktuellen Arbeitsfähigkeit von 50 %, sondern von der erreichbaren Arbeitsfähigkeit von
70 % ausgeht, nimmt sie eine teilweise Leistungsverweigerung vor. Diese begründet
sie mit einer Verletzung der Schadenminderungspflicht (act. G 4, Ziff. 10).
4.1.
Gemäss Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Die versicherte Person muss an allen
zumutbaren Massnahmen, die zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben dienen,
insbesondere auch an medizinischen Behandlungen, aktiv teilnehmen (Art. 7 Abs. 2
lit. d IVG). Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren
Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung
der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, so können ihr die
Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss
vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine
angemessene Bedenkfrist einzuräumen. Behandlungs- oder
Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind
nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG).
4.2.
Die Beschwerdegegnerin hatte bislang kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren
durchgeführt. Sie durfte deshalb nicht von der nach Abschluss einer drei- bis
sechsmonatigen Therapie prognostizierten Arbeitsfähigkeit von 70 % ausgehen, zumal
noch offen ist, welche Medikamente tatsächlich geeignet sein werden, nachdem das
Schmerzzentrum (mit Ausnahme von Transtec Pflastern) am 30. Juni 2016 keine
weitere Opiattherapie empfahl (vgl. IV-act. 72-2). Es ist daher von der gutachterlich
aktuell attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Der Beschwerdegegnerin
bleibt es unbenommen, ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren einzuleiten bzw. - zumal
der Beschwerdeführer die Therapie inzwischen offenbar wieder durchführt (vgl.
Berichte der Klinik für Angiologie KSSG vom 20. November 2017, act. G 8.2, S. 2, und
der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin KSSG vom 16. Februar 2018,
act. G 14.1) - den medizinischen Sachverhalt zu aktualisieren und die Rente danach
gegebenenfalls anzupassen.
4.3.
Somit ist für den Zeitraum vom 1. Dezember 2013 bis 16. Dezember 2014 von
einer 50 %igen, danach bis Oktober 2015 von einer 70 %igen und ab diesem Zeitpunkt
wiederum von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.4.
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5.
6.
Der Beschwerdeführer absolvierte eine Ausbildung im Verkauf und war im Verkauf
von Unterhaltungselektronik tätig (IV-act. 89-38; Fremdakten, act. 1-141 f.). Stabile
Einkommensverhältnisse sind aus dem IK-Auszug nicht ersichtlich, es wurden immer
wieder Beiträge als Nichterwerbstätiger oder über die Arbeitslosenversicherung
abgerechnet (IV-act. 67). Die letzte Erwerbstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt war
diejenige als Verkäufer bei der B._ von Januar 2000 bis Dezember 2002. Ein
zumutbares Invalideneinkommen erzielt der Beschwerdeführer nicht. Somit ist ein
Prozentvergleich vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017,
9C_804/2016, E. 2.2).
5.1.
Die Verlangsamung bzw. der vermehrte Pausenbedarf aufgrund der
Bewegungseinschränkungen und der Schmerzen sind in der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Die Einschränkung des Zumutbarkeitsprofils mit einer
Beschränkung auf im Wesentlichen sitzende Tätigkeiten und einer Gewichtslimite von 5
kg begründen einen Tabellenlohnabzug von 10 %. Somit resultiert bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % ein Invaliditätsgrad von 55 % und bei einer Arbeitsfähigkeit
von 70 % von 37 %.
5.2.
Unter Berücksichtigung von Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) hat der Beschwerdeführer somit vom
1. Dezember 2013 bis 31. März 2015 und ab 1. Februar 2016 Anspruch auf eine halbe
Rente.
5.3.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 26. Juni 2017 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführer hat
vom 1. Dezember 2013 bis 31. März 2015 und ab 1. Februar 2016 Anspruch auf eine
halbe Rente. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten
Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Hinsichtlich der
Beschwerde gegen die Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in
sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen im vorliegenden Fall von einem im
6.2.
bis
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