Decision ID: 1935537a-9f3b-544d-a527-757457bfaec8
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im August 2017 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu
seiner AHV-Rente an (EL-act. 24). Er gab an, er sei Eigentümer eines Wohnhauses und
einer Scheune mit einem Gesamtwert von Fr. 224'000.--, ohne Ertrag. Er habe im Jahr
2001 Fr. 40'000.-- und im Jahr 2010 (oder 2011) Fr. 90'000.-- aus der Zweiten Säule
bezogen. Den Betrag von Fr. 90'000.-- habe er in sein Eigenheim investiert. Früher sei
er im Nebenerwerb als selbständiger Landwirt tätig gewesen; jetzt erhalte er nur noch
eine AHV-Rente von Fr. 2'106.-- monatlich. Im Jahr 2014 habe er Grundeigentum
verkauft; der Erlös habe Fr. 15'000.-- betragen. Die Hypothek belaufe sich auf Fr.
235'000.--; der Hypothekarzins betrage Fr. 2'467.60 pro Jahr. Der Eigenmietwert
belaufe sich auf Fr. 11'144.--. Beim verkauften Grundstück hatte es sich um eine
landwirtschaftliche Fläche gehandelt. Der Versicherte hatte dieses Grundstück seiner
Tochter verkauft (EL-act. 26-1). Der amtliche Verkehrswert des Grundstückes war im
Jahr 2017 auf Fr. 12'800.-- geschätzt worden (EL-act. 26-12 f.). Das verbleibende
Grundeigentum setzte sich aus einem Blockhaus und einer Scheune mit einem
amtlichen Verkehrswert von Fr. 562'000.-- und einem Mietwert von Fr. 15'920.--
(Mietwert Blockhaus: Fr. 12'920.--, Mietwert Scheune: Fr. 3'000.--; EL-act. 26-5 und
22) und drei landwirtschaftlichen Flächen mit amtlichen Verkehrswerten von Fr.
15'200.-- (Ertragswert von Fr. 2'000.--, EL-act. 26-8 f.), Fr. 28'700.-- (Ertragswert von
Fr. 3'800.--, EL-act. 26-10 f.) und Fr. 3'900.-- (Ertragswert von Fr. 900.--, EL-act. 26-6)
zusammen. Im Jahr 2016 hatte der Versicherte Hypothekarzinsen von Fr. 4'220.--
bezahlt (EL-act. 27-5). Während der Versicherte im EL-Anmeldeformular angegeben
hatte, er habe abgesehen von einer Hypothekarschuld und Verlustscheinen keine
Schulden, hatte er in der Steuererklärung 2016 noch Schulden von Fr. 20'000.-- bei
einer Privatperson und einen Inhaberschuldbrief von Fr. 20'000.-- deklariert (EL-
act. 28-9).
A.a.
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Der zuständige Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte am 23.
November 2017 unter anderem (EL-act. 20), dass sämtliche Grundstücke nicht mehr
landwirtschaftlich genutzt würden, weshalb sie zum Verkehrswert und nicht zum
Ertragswert als Vermögen anzurechnen seien. In der Steuererklärung habe der
Versicherte zwar Schulden angegeben, im Anmeldeformular jedoch nicht. Da die
Tochter für das Grundstück, dessen amtlicher Verkehrswert im Jahr 2017 auf Fr.
12'800.-- geschätzt worden sei, im Jahr 2014 Fr. 15'000.-- bezahlt habe, könne ein
Verzicht ausgeschlossen werden. Über die Verwendung der beiden
Kapitalauszahlungen von zusammen Fr. 130'000.-- lägen keine Belege vor; da ein
Einnahmenüberschuss resultieren werde, könne eine weitere Abklärung der
Verwendung unterbleiben.
A.b.
Mit Verfügung vom 24. November 2017 eröffnete die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten, dass die Voraussetzungen für die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen
nicht erfüllt seien (EL-act. 19). Die Verfügung enthielt den Hinweis, dass aufgrund des
Einnahmenüberschusses auf eine abschliessende Prüfung der Kapitalauszahlungen
bzw. eines allfälligen Vermögensverzichts verzichtet worden sei. In der
Anspruchsberechnung ab 1. August 2017 (EL-act. 18) hatte die EL-Durchführungsstelle
auf der Ausgabenseite eine Pauschale für die Krankenkassenprämien von Fr. 4'872.--,
Hypothekarzinsen von Fr. 4'221.--, Gebäudeunterhaltskosten von Fr. 3'184.--, das
gesetzliche Mietzinsmaximum von Fr. 13'200.-- und einen allgemeinen Lebensbedarf
von Fr. 19'290.-- berücksichtigt. Daraus hatte ein Ausgabentotal von Fr. 44'767.--
resultiert. Auf der Einnahmenseite der Anspruchsberechnung hatte die EL-
Durchführungsstelle einen sogenannten Vermögensverzehr von Fr. 22'590.--
berücksichtigt; dieser hatte einem Zehntel des anrechenbaren Vermögens von
Fr. 225'903.-- entsprochen. Das anrechenbare Vermögen hatte sich aus Sparguthaben
von Fr. 1'103.--, den amtlichen Verkehrswerten des nicht selbstbewohnten
Grundeigentums von insgesamt Fr. 47'800.-- und dem amtlichen Verkehrswert des
selbstbewohnten Grundeigentums (Wohnhaus und Scheune) von Fr. 562'000.--
zusammengesetzt; davon waren der gesetzliche Freibetrag bei selbstbewohntem
Grundeigentum von Fr. 112'500.--, die Hypothek von Fr. 235'000.-- und der allgemeine
gesetzliche Freibetrag von Fr. 37'500.-- abgezogen worden. Als weitere Einnahmen
hatte die EL-Durchführungsstelle die AHV-Rente von Fr. 25'272.--, den Ertrag aus den
A.c.
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Sparguthaben von Fr. 12.-- und den Mietwert des Wohnhauses (inkl. Scheune) von Fr.
15'920.-- berücksichtigt. Bei einem Einnahmentotal von Fr. 63'794.-- hatte die
Anspruchsberechnung einen Einnahmenüberschuss von Fr. 19'027.-- ausgewiesen.
Am 20. Dezember 2017 teilte der Versicherte der EL-Durchführungsstelle per E-
Mail sinngemäss mit (EL-act. 15), die Anspruchsberechnung sei nicht korrekt, denn das
Vermögen sei ohne Ertrag und somit nutzlos. Die Berechnung müsse ohne einen Ver
mögensertrag erfolgen. Die EL-Durchführungsstelle räumte dem Versicherten eine
Nachfrist zur Verbesserung seiner Einsprache ein (EL-act. 14). Der Versicherte führte in
einem an die EL-Durchführungsstelle gerichteten Schreiben vom 6. Januar 2018
sinngemäss aus (EL-act. 12), sein monatliches Einkommen belaufe sich auf Fr.
2'100.--. Davon brauche er nur schon für die Krankenkassenprämien und die Steuern
Fr. 1'100.-- monatlich. Er wohne in einem einfachen Holzblockhaus mit zwei Zimmern.
Wegen dieses Eigenheims habe er Fr. 220'000.-- Vermögen ohne Ertrag.
A.d.
Die EL-Durchführungsstelle wies die Einsprache mit Entscheid vom 7. Juni 2018
ab (EL-act. 7). Zur Begründung führte sie an, es habe sich erwiesen, dass sie den EL-
Anspruch richtig ermittelt habe. Insbesondere habe sie das Vermögen mit Fr.
225'903.-- bzw. Fr. 22'590.-- gemäss der gesetzlichen Vorgabe (Art. 11 Abs. 1 lit. c
ELG) richtig bemessen. Der Versicherte habe nicht konkret genug dargelegt, weshalb
die Berechnungspositionen in der angefochtenen Verfügung fehlerhaft sein sollten. Der
Versicherte bat die EL-Durchführungsstelle am 12. Juni 2018 per E-Mail (EL-act. 5-4),
ihm mitzuteilen, wie viel er für seine Lebenskosten respektive für Nahrung und Kleidung
pro Monat zur Verfügung habe. Die EL-Durchführungsstelle antwortete ihm am 19. Juni
2018 (EL-act. 5-1), dass in der Anspruchsberechnung ein Pauschalbetrag für den
allgemeinen Lebensbedarf berücksichtigt werde. Das Problem liege auf der
Einnahmenseite: Einerseits werde ein Vermögensverzehr von Fr. 22'290.--
angerechnet. Andererseits liege der auf der Einnahmenseite angerechnete
Eigenmietwert um Fr. 2'720.-- über dem auf der Ausgabenseite berücksichtigten
Eigenmietwert. Insgesamt würden also Einnahmen von Fr. 25'010.-- pro Jahr
angerechnet, die in Tat und Wahrheit gar nicht vorhanden seien. Trotzdem sei die
Anspruchsberechnung gemäss Gesetz und Rechtsprechung korrekt. Er (der
Versicherte) werde über kurz oder lang gezwungen sein, sein Grundeigentum zu
verkaufen oder die Hypothek zu erhöhen.
A.e.
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B.

Erwägungen
1.
Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) erhob am 2. Juli 2018
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 7. Juni 2018 (act. G 1). Er führte
unter anderem (sinngemäss) aus, er habe Einnahmen von Fr. 2'106.-- monatlich (Rente)
und er wohne in einem 2.5 Zimmer-Stöckli. Um dieses Stöckli habe es etwas Land und
eine Scheune. Das werde ihm als Vermögen ausgelegt. Und obwohl die Liegenschaft
keinen Ertrag abwerfe, betrage der Eigenmietwert fast Fr. 16'000.--. Wenn er sein
Stöckli mit Umschwung verkaufen würde, müsste er sehr viel Gewinnsteuer bezahlen,
denn es handle sich um eine frühere Landwirtschaft. Wenn er verkaufen und in eine
teure Wohnung ziehen müsste, wäre das wenige "Gewinngeld" schnell verbraucht.
B.a.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am
16. Juli 2018 die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
B.b.
Am 18. Juli 2019 reichte der Beschwerdeführer seine Steuerveranlagung für das
Jahr 2017 ein (act. G 5).
B.c.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die
anerkannten Ausgaben sind in Art. 10 ELG geregelt, die anrechenbaren Einnahmen in
Art. 11 ELG. Da eine erstmalige Leistungszusprache strittig ist, muss – anders als
insbesondere in einem Revisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 2 ATSG – die gesamte
Anspruchsberechnung auf ihre Rechtsmässigkeit geprüft werden, um dem Prinzip der
Rechtsanwendung von Amtes wegen und dem Untersuchungsgrundsatz Rechnung zu
tragen. Die Beurteilung ist also nicht auf die vom Beschwerdeführer gerügten
Berechnungspositionen, insbesondere den sogenannten Vermögensverzehr (Art. 11
Abs. 1 lit. c ELG) und die Liegenschaftserträge, beschränkt.
1.1.
Die Beschwerdegegnerin hat auf der Ausgabenseite der Anspruchsberechnung
eine jährliche Prämienpauschale für die Krankenkasse von Fr. 4'872.-- berücksichtigt.
Der jährliche Pauschalbetrag hat der kantonalen bzw. regionalen Durchschnittsprämie
für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (inkl. Unfalldeckung) zu entsprechen
(Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG). Der Kanton St. Gallen hat drei Prämienregionen, Z._ gehört
1.2.
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zur Prämienregion 2 (Verordnung des EDI über die Prämienregionen, SR 832.106). Die
regionale Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung für
Erwachsene hat sich im Jahr 2017 im Kanton St. Gallen für die Prämienregion 2 auf Fr.
4'872.-- belaufen (Art. 2 lit. b der Verordnung des EDI über die Durchschnittsprämien
2017 der Krankenpflegeversicherung für die Berechnung der Ergänzungsleistungen, SR
831.309.1). Die Höhe der berücksichtigten Prämienpauschale erweist sich somit als
korrekt.
Hypothekarzinsen gelten bis zur Höhe des Bruttoertrages der Liegenschaft als
anerkannte Ausgaben (Art. 10 Abs. 3 lit. b ELG). Der von der Beschwerdegegnerin
angerechnete Hypothekarzins von Fr. 4'221.-- beruht auf der Zinsrechnung der Bank
für das Jahr 2016 (EL-act. 27-5). Der Hypothekarvertrag fehlt in den Akten. Die
Zinsforderung hatte sich im Jahr 2016 von Quartal zu Quartal verändert: Im 1. Quartal
hatte sie Fr. 1'230.--, im 2. Quartal Fr. 1'300.65, im 3. Quartal Fr. 1'072.75 und im 4.
Quartal Fr. 616.90 betragen (EL-act. 27-5). Deshalb ist es nicht zulässig gewesen, auf
den im Jahr 2016 bezahlten Hypothekarzins (Fr. 4'221.--) abzustellen, um den für das
Jahr 2017 massgebenden Hypothekarzins zu bemessen. Aus der vom
Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichten Veranlagungsberechnung
geht denn auch hervor, dass die Hypothekarzinsen im Jahr 2017 mit Fr. 2'468.--
wesentlich tiefer gewesen sind als im Vorjahr. Würde davon ausgegangen, dass die
Zinsbelastungen im Jahr 2017 jedes Quartal gleich hoch gewesen wären, hätte die
Zinsbelastung pro Quartal Fr. 617.-- betragen; dies entspricht der Zinsforderung des
letzten Quartals 2016. Dies spricht dafür, dass die Zinsbelastung im Jahr 2017 (im
Gegensatz zum Jahr 2016) jedes Quartal gleich hoch gewesen ist, d.h. dass sich im
Verlauf des Jahres 2017 keine Änderungen ergeben haben. In der
Anspruchsberechnung ab 1. August 2017 ist deshalb ein Hypothekarzins von Fr.
2'468.-- pro Jahr zu berücksichtigen. Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass
infolge des relativ hohen Einnahmenüberschusses (Fr. 8'870.-- pro Jahr, siehe Erw.
1.11) auch bei einer unregelmässigen Zinsbelastung für jedes Quartal 2017 ein
Einnahmenüberschuss resultieren würde.
1.3.
Als Ausgaben werden auch die Gebäudeunterhaltskosten anerkannt (Art. 10 Abs. 3
lit. b ELG). Für die Gebäudeunterhaltskosten gilt der für die direkte kantonale Steuer im
Wohnsitzkanton anwendbare Pauschalabzug (Art. 16 Abs. 1 ELV). Nach Art. 29 Abs. 1
der st. gallischen Steuerverordnung (sGS 811.11) kann für vorwiegend Wohnzwecken
dienende Liegenschaften anstelle der tatsächlichen Kosten ein Pauschalabzug von
20 % des Bruttomietertrags ohne Nebenkosten oder des angerechneten
Eigenmietwerts geltend gemacht werden. Die Beschwerdegegnerin hat eine Pauschale
1.4.
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von Fr. 3'184.-- berücksichtigt (20 % von Fr. 15'920.--). Wie in Erwägung 1.10.5
aufgezeigt wird, hat die Beschwerdegegnerin nicht abgeklärt, ob der Beschwerdeführer
die Scheune hätte vermieten können. Die Höhe der Gebäudeunterhaltskosten steht
somit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Würde für
die Scheune auf der Einnahmenseite kein (fiktiver oder realer) Vermögensertrag
angerechnet, würde sich die Pauschale für die Gebäudeunterhaltskosten auf Fr.
2'584.-- belaufen (20 % von Fr. 12'920.--).
Den vorgegebenen Pauschalbetrag der Wohnnebenkosten von Fr. 1'680.-- (Art.
16a Abs. 3 ELV) hat die Beschwerdegegnerin korrekt angerechnet.
1.5.
Die Beschwerdegegnerin hat den amtlichen Mietwert der vom Beschwerdeführer
bewohnten Liegenschaft von Fr. 12'920.-- (exklusiv der Scheune) angerechnet. Da der
Eigenmietwert zusammen mit der Nebenkostenpauschale von Fr. 1'680.-- das für
alleinstehende Personen geltende Mietzinsmaximum von Fr. 13'200.-- überschritten
hat, hat die Beschwerdegegnerin insgesamt Fr. 13'200.-- als Ausgaben berücksichtigt.
Dieses Vorgehen steht in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl.
BGE 138 V 9; siehe auch Rz. 3236 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur
AHV und IV, WEL, Stand 1. Januar 2018). Das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen ist jedoch nach wie vor der Auffassung, dass die Art. 10 f. ELG die
Berücksichtigung des Eigenmietwertes für eine selbstbewohnte Liegenschaft weder als
Ausgabenposition noch als Einnahmenposition zulassen (vgl. die vom Bundesgericht
aufgehobenen Entscheide EL 2013/23 vom 1. Juli 2014 und EL 2013/14 vom 28. April
2015; vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2015, 9C_551/2014, SVR 2015
EL Nr. 4; vgl. Urteil vom 21. Juli 2015, 9C_330/2015). Auf die Gründe wird in Erw. 1.10
näher eingegangen. Ohne die Anrechnung des Eigenmietwertes für die selbstbewohnte
Liegenschaft würden sich die Wohnkosten auf der Ausgabenseite auf die
Nebenkostenpauschale von Fr. 1'680.--, die Hypothekarzinsen von Fr. 2'468.-- und die
(noch nicht feststehenden) Gebäudeunterhaltskosten reduzieren. Zur Deckung des
allgemeinen Lebensbedarfs hat die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Betrag von Fr.
19'290.-- bei den Ausgaben berücksichtigt (Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG).
1.6.
Den Altersrentnern wird ein Zehntel des Reinvermögens, soweit es bei allein
stehenden Personen Fr. 37'500.-- übersteigt, als Einnahme (sog. Vermögensverzehr)
angerechnet. Gehört dem EL-Ansprecher oder einer Person, die in die Berechnung der
Ergänzungsleistung eingeschlossen ist, eine Liegenschaft, die mindestens von einer
dieser Personen bewohnt wird, so ist nur der Fr. 112'500.-- übersteigende Wert der
Liegenschaft beim Vermögen zu berücksichtigen (Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG). Das
Sparguthaben des Beschwerdeführers hat per 31. Dezember 2016 Fr. 1'100.--
1.7.
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betragen; die Beschwerdegegnerin hat fälschlicherweise Fr. 3.-- zu viel angerechnet
(EL-act. 28-7). Der Beschwerdeführer hat im Anmeldeformular angegeben, er habe im
Jahr 2001 ca. Fr. 40'000.-- und im Jahr 2010 (oder 2011) Fr. 90'000.-- aus der Zweiten
Säule bezogen. Als Grund für den ersten Kapitalbezug hat er die Aufnahme einer
selbständigen Erwerbstätigkeit, als Grund für den zweiten Kapitalbezug die
Finanzierung von Wohneigentum angegeben. Die Beschwerdegegnerin hat diese
Angaben mit der Begründung, dass ein Einnahmeüberschuss resultiere, nicht auf ihre
Richtigkeit hin überprüft (EL-act. 20-2). In der Anspruchsberechnung ab 1. August 2017
ist somit (vorerst) kein BVG-Freizügigkeitsguthaben zu berücksichtigen. Das
selbstbewohnte Grundeigentum hat einen Verkehrswert von Fr. 562'000.--. Zusätzlich
ist der Beschwerdeführer Eigentümer von drei landwirtschaftlichen Flächen. Offenbar
gestützt auf die Aussage des Beschwerdeführers, er sei früher als Landwirt selbständig
erwerbstätig gewesen, ist die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen, dass diese
Grundstücke nicht nach ihrem als Teil eines Landwirtschaftsbetriebes zu
bestimmenden Wert, sondern nach den amtlichen Verkehrswerten (von Fr. 15'200.--,
Fr. 28'700.-- und Fr. 3'900.--) anzurechnen seien. Dieser Betrag (Fr. 47'800.--) erweist
sich als korrekt, falls die Grundstücke tatsächlich zum amtlichen Verkehrswert und
nicht als Folge der landwirtschaftlichen Nutzung zu einem tieferen (Ertrags-) Wert und
auch nicht zu einem höheren Verkaufswert auf dem freien Markt (Art. 17 Abs. 4 ELV)
hätten angerechnet werden müssen. Abzüglich des Freibetrags für selbstbewohntes
Grundeigentum beläuft sich das Bruttovermögen auf Fr. 498'400.--. Hiervon ist die
Hypothekarschuld in der Höhe von Fr. 235'000.-- abzuziehen (EL-act. 27-5). Der
Beschwerdeführer hat im Anmeldeformular angegeben, abgesehen von den
Hypothekarschulden (und allfälligen Verlustscheinen) habe er keine Schulden (EL-act.
24-6). Aus der Steuererklärung 2016 und der Veranlagungsberechnung 2017 (act. G
5.1) geht allerdings hervor, dass der Beschwerdeführer Schulden bei einer Privatperson
von Fr. 20'000.-- hat und dass ein Inhaberschuldbrief über Fr. 20'000.-- besteht. Die
Beschwerdegegnerin hat, ohne weitere Abklärungen zu tätigen, diese Schulden beim
Vermögen nicht berücksichtigt. Unter der Voraussetzung, dass die landwirtschaftlichen
Grundstücke tatsächlich zum amtlichen Verkehrswert haben angerechnet werden
müssen, resultiert abzüglich des Freibetrages von Fr. 37'500.-- ohne Berücksichtigung
der Schulden von Fr. 40'000.-- ein anrechenbares Vermögen von Fr. 225'900.--.
Diesfalls wäre, wie es die Beschwerdegegnerin getan hat, ein Vermögensverzehr von
Fr. 22'590.-- anzurechnen (1/10 von Fr. 225'900.--). Würden vom Vermögen die
Schulden von Fr. 40'000.-- abgezogen und die landwirtschaftlichen Flächen lediglich
zum Ertragswert (insgesamt Fr. 6'700.--) berücksichtigt, würde sich der
Vermögensverzehr auf Fr. 14'480.-- belaufen.
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Die Beschwerdegegnerin hat als weitere Einnahmenposition (Art. 11 Abs. 1 lit. d
ELG) eine Altersrente der AHV von Fr. 25'272.-- jährlich angerechnet. Da die
Beschwerdegegnerin Zugang zur Rentendatenbank hat, muss davon ausgegangen
werden, dass sie die entsprechende Angabe des Beschwerdeführers im
Anmeldeformular überprüft und für richtig befunden hat. Der Betrag stimmt auch mit
der Veranlagungsberechnung 2017 überein (act. G 5.1).
1.8.
Als Vermögensertrag (Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG) hat die Beschwerdegegnerin
korrekterweise den auf den Genossenschaftsanteil der Raiffeisenbank ausgerichteten
Nettozins für das Jahr 2016 von Fr. 12.-- angerechnet (EL-act. 27-4).
1.9.
Unter dem Stichwort "Liegenschaftserträge" hat die Beschwerdegegnerin den
amtlichen Mietwert des Wohnhauses von Fr. 12'920.-- und den amtlichen Mietwert der
Scheune von Fr. 3'000.-- berücksichtigt. Wie bereits in Erw. 1.6 ausgeführt worden ist,
ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Eigenmietwert der
selbstbewohnten Liegenschaft bei den Ausgaben und bei den Einnahmen zu
berücksichtigen. Diese Rechtsprechung erweist sich bei näherer Betrachtung jedoch
als nicht gesetzeskonform, wie das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
bereits in seinem Entscheid vom 1. Juli 2014 (EL 2013/23) ausführlich begründet hat:
1.10.
Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG sind Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen
als Einnahmen anzurechnen. Einkünfte sind das, was an Geld einkommt (vgl. Wahrig,
Deutsches Wörterbuch, herausgegeben von Renate Wahrig-Burfeind, Neuausgabe
2006). Grammatikalisch betrachtet deckt Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG also die Anrechnung
eines fiktiven Einkommens in der Form des Eigenmietwerts einer Liegenschaft nicht ab.
Es fehlt der konkrete Geldfluss, der mit dem Wort Einkünfte gemeint ist. Die
Entstehungsgeschichte des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG spricht ebenfalls gegen die
Anrechnung eines Eigenmietwertes als Einnahme, denn das frühere Recht der
ausserordentlichen Altersrenten mit Einkommensgrenzen hat die Anrechnung des
Eigenmietwertes als Einnahme nur aus einer Besonderheit der Definition der
anerkannten Ausgaben heraus angeordnet, die es im Recht der Ergänzungsleistungen
nicht gibt (vgl. Ralph Jöhl/Patricia Usinger-Egger, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in:
Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale
Sicherheit, 3. Auflage, S. 1754 Fn. 65). Systematisch betrachtet kann die Frage einer
allfälligen Anrechnung eines Eigenmietwertes gestützt auf Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG nur
unter Einbezug des Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG beantwortet werden. Laut dieser
Bestimmung gehört der Mietzins einer Wohnung zu den anerkannten Ausgaben. Wie
beim Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG gilt auch hier, dass der Gesetzeswortlaut die Anrechnung
1.10.1.
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eines Eigenmietwerts nicht abdeckt: Ein Eigenmietwert ist kein Mietzins, ja er ist nicht
einmal – bei einer rein wirtschaftlichen Betrachtungsweise – ein wirtschaftlicher
Nachteil im Sinne einer Aufwandposition (während der Eigenmietwert auf der
Einnahmenseite wenigstens noch als ökonomischer Vorteil aufgefasst werden kann).
Die Anrechnung eines Eigenmietwertes als Mietzins würde also eine Auslegung gegen
den klaren Wortlaut und damit die Ausfüllung einer (unechten) Gesetzeslücke
voraussetzen. Trotzdem müsste, wenn ein Eigenmietwert als Einnahme gemäss Art. 11
Abs. 1 lit. b ELG angerechnet würde, derselbe Eigenmietwert als Mietzins auf der
Ausgabenseite der Anspruchsberechnung erscheinen, um eine Ungleichbehandlung
der Personen, die ihre eigene Liegenschaft bewohnen, gegenüber den Mietern zu
vermeiden. In Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG müsste also eine Gesetzeslücke angenommen
und ausgefüllt werden, um eine dem klaren Wortlaut und der Entstehungsgeschichte
widersprechende Interpretation des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG zu erlauben. Auch das
Ergebnis der systematischen Auslegung spricht also gegen die Anrechnung eines
Eigenmietwerts als Einnahme.
Bei der teleologischen Interpretation des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG gilt es zu
beachten, dass ein Eigenmietwert, wenn er als Einnahme angerechnet wird, so hoch
sein kann, dass er sowohl den fiktiven Mietzins (der zwar gleich hoch, aber gemäss Art.
10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 oder 2 ELG auf Fr. 13’200.-- bzw. Fr. 15’000.-- beschränkt wäre)
als auch die Summe aus den Gebäudeunterhaltskosten und den Hypothekarzinsen
gemäss Art. 10 Abs. 3 lit. b ELG abdeckt, so dass aus diesen drei Positionen (Art. 11
Abs. 1 lit. b, Art. 10 Abs. 1 lit. b und Art. 10 Abs. 3 lit. b ELG) gesamthaft betrachtet
kein Abzug bzw. allenfalls sogar ein Einnahmenüberschuss resultiert. Damit wird der
eigentliche Sinn der Anrechnung eines Eigenmietwerts als Ertrag aus unbeweglichem
Vermögen und gleichzeitig als Mietzins, nämlich die Gleichstellung von Personen, die in
der eigenen Liegenschaft wohnen, mit den Mietern, in ihr Gegenteil verkehrt. Bei einem
das gesetzliche Mietzinsmaximum und die Summe aus den Gebäudeunterhaltskosten
und den Hypothekarzinsen übersteigenden Eigenmietwert hat der EL-Ansprecher gar
keine Möglichkeit, seine für das Grundbedürfnis des Wohnens effektiv anfallenden
Kosten, nämlich die Gebäudeunterhaltskosten und die Hypothekarzinsen, in die
Anspruchsberechnung einfliessen zu lassen und damit durch die Ergänzungsleistung
(wenigstens teilweise) gedeckt zu sehen. Im Gegenteil werden ihm sogar noch im
Ausmass des das Mietzinsmaximum und die Summe aus den
Gebäudeunterhaltskosten und den Hypothekarzins übersteigenden Eigenmietwertes
fiktive Einnahmen angerechnet, d.h. es wird ihm unterstellt, dass er mit der
Befriedigung seines Grundbedürfnisses des Wohnens sogar noch Geld verdiene. Das
1.10.2.
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bedeutet, dass dieser EL-Ansprecher einen Teil des zur Deckung der übrigen
Lebenshaltungskosten bestimmten allgemeinen Lebensbedarfs (Art. 10 Abs. 1 lit. a
ELG) – entgegen dem eindeutigen Willen des Gesetzgebers – opfern muss, um
weiterhin in seiner Liegenschaft wohnen zu können. Der aus der entsprechenden
Anspruchsberechnung resultierende Betrag der Ergänzungsleistung kann deshalb nicht
ausreichen, um den Existenzbedarf des EL-Ansprechers zu decken. Das würde indirekt
auch dem mit dem Art. 11 Abs. 1 lit. c zweiter Halbsatz ELG (dem erhöhten
Vermögensfreibetrag für selbstbewohnte Liegenschaften) verfolgten Zweck
zuwiderlaufen, den EL-Bezügern ein möglichst langes Verbleiben in der eigenen
Liegenschaft zu ermöglichen. Zusammengefasst ist festzustellen, dass auch die
teleologische Auslegung gegen die Anrechnung des Eigenmietwertes als Einnahme aus
unbeweglichem Vermögen – und damit notwendigerweise auch gegen die gleichzeitige
Anrechnung als fiktive Mietzinsausgabe – spricht. Das Ergebnis einer umfassenden
Interpretation zwingt demnach dazu, den Wortlaut insbesondere des Art. 11 Abs. 1 lit.
b ELG ernst zu nehmen und einem EL-Ansprecher, der in seiner eigenen Liegenschaft
wohnt, nur die effektiv anfallenden Wohnkosten, nämlich die Hypothekarzinsen und die
Gebäudeunterhaltskosten, als Ausgaben anzurechnen, d.h. den Eigenmietwert bei der
Anspruchsberechnung weder als fiktive Einnahme noch als fiktive Ausgabe zu
berücksichtigen (vgl. Ralph Jöhl/Patricia Usinger-Egger, a.a.O., S. 1754 f. Rz. 66).
Ist die selbstbewohnte Liegenschaft nicht mit einer Hypothek belastet oder ist
die Hypothek so niedrig, dass nur bescheidene Zinsen zu entrichten sind, besteht auch
nur ein bescheidener Bedarf nach einer (anteiligen) Ergänzungsleistung zur Deckung
der Wohnkosten. Hat ein EL-Ansprecher hohe Hypothekarzinsen zu entrichten, sind
unter Umständen gestützt auf Art. 10 Abs. 3 lit. b ELG Wohnkosten in einem Betrag
abzugsfähig, der die gesetzliche Grenze für den Mietzinsabzug (Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff.
1 oder 2 ELG) überschreitet. Sollte dies (trotz des grundsätzlichen Zieles, den EL-
Bezügern ein möglichst langes Verbleiben in ihrer eigenen Liegenschaft zu
ermöglichen) als unzulässige Bevorzugung gegenüber den EL-Ansprechern, die zur
Miete wohnen, betrachtet werden, so ist es Sache des Gesetzgebers, den Art. 10 Abs.
3 lit. b ELG so zu ergänzen, dass auch die Summe aus den Gebäudeunterhaltskosten
und den Hypothekarzinsen auf einen bestimmten Maximalabzug beschränkt sind. Die
mögliche Ungleichbehandlung von EL-Bezügern in der eigenen Liegenschaft und EL-
Bezügern in einer Mietwohnung ist nämlich nicht so erheblich, dass von einer
ausfüllungsbedürftigen Lücke in Art. 10 Abs. 3 lit. b ELG auszugehen wäre.
Zusammenfassend erweist sich die in den Rz. 3433.02 und 3236.01 der Wegleitung
1.10.3.
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über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) dargelegte Praxis als
gesetzwidrig.
Die Anrechnung eines Eigenmietwertes als fiktive Einnahme aus
unbeweglichem Vermögen (und damit notwendigerweise auch als fiktive
Mietzinsausgabe) könnte sich auch auf Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG stützen. Es könnte also
argumentiert werden, wer in der eigenen Liegenschaft wohne, die einen Eigenmietwert
aufweise, der höher sei als das abzugsfähige Mietzinsmaximum, verzichte auf
Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen, wenn er seine Liegenschaft nicht mindestens
zum Eigenmietwert vermiete und selbst in eine Wohnung ziehe, deren Miete nicht über
dem abzugsfähigen Maximalbetrag liege. Objektiv betrachtet liegt in einer solchen
Situation tatsächlich ein Einnahmenverzicht vor, denn in aller Regel ist es durchaus
möglich, eine Liegenschaft zu einem Betrag zu vermieten, der wenigstens dem
Eigenmietwert entspricht. Erfahrungsgemäss liegen die amtlich geschätzten
Eigenmietwerte nämlich unter dem effektiv erzielbaren Mietertrag. Von einem Verzicht
auf Einnahmen i.S. von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG kann allerdings nur ausgegangen
werden, wenn die Erzielung der fraglichen Einnahmen nicht nur möglich, sondern auch
zumutbar ist. Diese Voraussetzung dürfte kaum je erfüllt sein, denn zum einen ist es,
wie oben bereits erwähnt, das (in der Erhöhung des Vermögensfreibetrages bei einer
selbstbewohnten Liegenschaft augenfällig gewordene) Bestreben des Gesetzgebers,
den EL-Bezügern ein möglichst langes Verbleiben in der eigenen Liegenschaft zu
ermöglichen. Zum andern entspricht es einer langjährigen Praxis, bei der Annahme
eines Verzichts im Zusammenhang mit dem Wohnen sehr zurückhaltend zu sein. Im
Normalfall kann deshalb darin, dass ein EL-Bezüger in der eigenen Liegenschaft wohnt,
deren Eigenmietwert nach Abzug der Gebäudeunterhaltskosten und der
Hypothekarzinsen so hoch ist, dass er über dem massgebenden maximalen
Mietzinsabzug liegt, kein Verzicht im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG erblickt werden
(zum Ganzen siehe EL 2013/23 E. 1). Diese Gesetzesinterpretation hätte zur Folge,
dass sich die Ausgaben des Beschwerdeführers um Fr. 11'520.-- (Fr. 13'200.-- - Fr.
1'680.--) und die Einnahmen um Fr. 15'920.-- reduzieren würden, denn der
Eigenmietwert wäre weder als (fiktive) Mietzinsausgabe noch als (fiktiver)
Vermögensertrag anzurechnen. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, resultiert im
vorliegenden Fall jedoch auch ohne die Anrechnung des Eigenmietwertes ein
Einnahmenüberschuss.
1.10.4.
Festzuhalten bleibt, dass es selbst nach der (gesetzwidrigen)
bundesgerichtlichen Praxis der Eigenmietwertanrechnung unzulässig gewesen ist, den
Eigenmietwert einer Liegenschaft anzurechnen, die nicht zu Wohnzwecken genutzt
1.10.5.
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Ausgaben Betrag CHF Totalbetrag CHF
Prämienpauschale KV 4'872 4'872
Liegenschaftsaufwände
Hypothekarzinsen 2'468 2'468
Gebäudeunterhalt 2'584 2'584
Wohneigentum
Nebenkostenpauschale 1'680 1'680
Lebensbedarf 19'290
Total Ausgaben 30'894
worden ist. Die Beschwerdegegnerin muss also davon ausgegangen sein, dass der
Beschwerdeführer auf eine mögliche Vermietung zu einem Preis von Fr. 3'000.--
jährlich verzichtet habe (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG). Sie hat es aber unterlassen
abzuklären, ob der Beschwerdeführer diese Scheune überhaupt hätte vermieten
können, wenn er sich darum bemüht hätte, und welchen Mietertrag er damit erzielte
bzw. hätte erzielen können. Das bedeutet, dass diese Einnahmenposition weder als
realer noch als fiktiver (hypothetischer) Vermögensertrag mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Des Weiteren hat die
Beschwerdegegnerin auch die aktuelle und die mögliche Nutzung der drei
landwirtschaftlichen Flächen nicht abgeklärt.
Weder auf der Einnahmen- noch auf der Ausgabenseite stehen alle
Berechnungspositionen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
fest. Trotzdem können weitere Sachverhaltsabklärungen unterbleiben. Auch wenn bei
den Ausgaben nämlich kein Eigenmietwert berücksichtigt würde und bei den
Einnahmen für die landwirtschaftlichen Flächen lediglich der Ertragswert (insgesamt Fr.
6'700.--), die den Steuerunterlagen zu entnehmenden Schulden von Fr. 40'000.-- und
keine (realen oder hypothetischen) Liegenschaftserträge angerechnet würden, würde
immer noch ein Einnahmenüberschuss von Fr. 8'870.-- pro Jahr resultieren:
1.11.
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Einnahmen Betrag CHF Totalbetrag CHF
Vermögen
Sparguthaben 1'100
Grundeigentum (nicht selbstb.) 6'700
Grundeigentum (selbstb.) 562'000
Freibetrag -112'500
Brutto-Vermögen 457'300
Hypotheken -235'000
Schulden -40'000
Netto-Vermögen 182'300
Freibetrag -37'500
Anrechenb. Vermögen 144'800 davon 1/10 14'480
Rente 25'272
Vermögenserträge
Erträge aus Sparguthaben 12
Total Einnahmen 39'764
2.
2.1. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass verschiedene Berechnungspositionen
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen, da die
Beschwerdegegnerin den Sachverhalt nicht rechtsgenügend ermittelt hat. Dadurch hat
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sie den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt. Da jedoch auch im
für den Beschwerdeführer "bestmöglichen" Fall, d.h. unter Berücksichtigung der
höchstmöglichen Ausgaben und der tiefstmöglichen Einnahmen ein
Einnahmenüberschuss resultiert, kann die Verletzung der Untersuchungspflicht im
vorliegenden Fall aus verfahrensökonomischen Gründen ignoriert werden. Die
Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf
Ergänzungsleistungen ab 1. August 2017 im Ergebnis daher zu Recht verneint. Sollte
sich der Beschwerdeführer in der Zukunft erneut bei der Beschwerdegegnerin zum
Bezug von Ergänzungsleistungen anmelden, müssten diejenigen Ein- und
Ausgabenpositionen, deren Höhe nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststeht, allerdings noch abgeklärt werden.
2.2. Somit ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art.
61 lit. a ATSG).