Title: § 8 Gesellenprüfung der Fachrichtung Verglasung und Glasbau

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Glaser/zur Glaserin (GlAusbV 2001)
§ 8 Gesellenprüfung der Fachrichtung Verglasung und Glasbau

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Glaser/zur Glaserin (GlAusbV 2001)
§ 8 Gesellenprüfung der Fachrichtung Verglasung und Glasbau

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 40 Stunden zwei Arbeitsaufgaben durchführen und
dokumentieren sowie während dieser Zeit in höchstens 15 Minuten ein
Fachgespräch über eine der Arbeitsaufgaben führen. Als Arbeitsaufgaben
kommen insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen, Ändern, Erweitern oder Instandsetzen einer
    Glaskonstruktion,

* 2. Einrahmen eines Objektes,

3.  Herstellen oder Instandsetzen einer Kunstverglasung oder

4.  Montieren eines Glasfassadenelementes.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitsabläufe unter
Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbständig und kundenorientiert planen, die Arbeitszusammenhänge
erkennen, die Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit
sowie zum Umweltschutz ergreifen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Glasbau, Kunstverglasung und Bilderrahmung sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Glasbau sowie Kunstverglasung und Bilderrahmung sind insbesondere
durch Verknüpfung informationstechnischer, technologischer und
mathematischer Sachverhalte fachliche Probleme zu analysieren, zu
bewerten und geeignete Lösungswege darzustellen. Dabei soll der
Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz-
und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung von Glas,
Glaserzeugnissen und Werkstoffen planen sowie Werkzeuge und Maschinen
zuordnen und qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann.

1.  Für den Prüfungsbereich Glasbau kommt insbesondere in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Herstellung und Instandhaltung
    von Glaskonstruktionen, Glasmobiliar, Innenausbauten oder
    Glasfassadenkonstruktionen sowie zur Ermittlung und Eingrenzung von
    Fehlern und deren Behebung, Erstellen von Planungsunterlagen, Planen
    und Steuern von Arbeitsabläufen unter Berücksichtigung der
    Produktqualität.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die für die Herstellungs-,
    Einbau-, Wartungs- und Instandsetzungsaufgaben erforderlichen
    Werkzeuge und Hilfsmittel unter Beachtung von technischen Regeln
    auswählen und die notwendigen Arbeitsschritte planen kann.

2.  Für den Prüfungsbereich Kunstverglasung und Bilderrahmung kommt
    insbesondere in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Herstellung und Instandhaltung
    von Kunstverglasungen oder von Rahmen für Bilder oder für veredelte
    Gläser sowie zur Ermittlung von Schäden und deren Behebung.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Maßnahmen zur Instandhaltung
    und Instandsetzung unter Berücksichtigung verfahrensbedingter Abläufe
    planen, Unterlagen auswerten, Schäden bewerten und dokumentieren sowie
    Bauarten und Baustile darstellen und zuordnen kann.

3.  Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
    die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Glasbau

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Kunstverglasung und Bilderrahmung

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Glasbau

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Kunstverglasung
        und Bilderrahmung

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung im Prüfungsbereich Glasbau mindestens ausreichende
Leistungen erbracht sind. Wird die Prüfungsleistung in einer
Arbeitsaufgabe mit ungenügend bewertet, ist die Prüfung nicht
bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/glausbv_2001/__8.html
Directory: glausbv_2001
Level: 2.0