Title: § 272g Abwicklung des geschlossenen Masterfonds

Description:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 2 - Publikumsinvestmentvermögen
Abschnitt 4 - Geschlossene inländische Publikums-AIF
Unterabschnitt 2 - Geschlossene Master-Feeder-Strukturen
§ 272g Abwicklung des geschlossenen Masterfonds

Paragraph: 272g

Content:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 2 - Publikumsinvestmentvermögen
Abschnitt 4 - Geschlossene inländische Publikums-AIF
Unterabschnitt 2 - Geschlossene Master-Feeder-Strukturen
§ 272g Abwicklung des geschlossenen Masterfonds

(1) Die Abwicklung eines inländischen geschlossenen Masterfonds darf
frühestens drei Monate nach dem Zeitpunkt beginnen, zu dem alle
Anleger des Masterfonds und bei einem inländischen geschlossenen
Feederfonds die Bundesanstalt über die verbindliche Entscheidung der
Abwicklung informiert worden sind.

(2) Bei der Abwicklung eines inländischen geschlossenen Masterfonds
ist auch der inländische geschlossene Feederfonds abzuwickeln, es sei
denn, die Bundesanstalt genehmigt ein Weiterbestehen als geschlossener
Feederfonds durch Anlage in einem anderen Masterfonds oder eine
Umwandlung des geschlossenen Feederfonds in ein inländisches
Investmentvermögen, das kein geschlossener Feederfonds ist. Für die
Genehmigung nach Satz 1 hat die Kapitalverwaltungsgesellschaft
folgende Angaben und Unterlagen spätestens zwei Monate nach Kenntnis
der verbindlichen Entscheidung über die Abwicklung des Masterfonds bei
der Bundesanstalt einzureichen:

1.  bei Anlage in einem anderen geschlossenen Masterfonds

    a)  den Antrag auf Genehmigung des Weiterbestehens,

    b)  den Antrag auf Genehmigung der Änderung der Anlagebedingungen mit der
        Bezeichnung des Masterfonds, in dessen Anteile mindestens 85 Prozent
        des Wertes des Investmentvermögens angelegt werden sollen,

    c)  die geänderten Stellen des Verkaufsprospekts und des
        Basisinformationsblattes gemäß Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 und

    d)  die Angaben und Unterlagen nach § 272a Absatz 3;

2.  bei Umwandlung des inländischen geschlossenen Feederfonds in ein
    inländisches Investmentvermögen, das kein geschlossener Feederfonds
    ist,

    a)  den Antrag auf Genehmigung der Änderung der Anlagebedingungen,

    b)  die vorgenommenen Änderungen des Verkaufsprospekts des
        Basisinformationsblattes gemäß Verordnung (EU) Nr. 1286/2014.

Wenn die Verwaltungsgesellschaft des geschlossenen Masterfonds die
Kapitalverwaltungsgesellschaft des geschlossenen Feederfonds mehr als
fünf Monate vor dem Beginn der Abwicklung des Masterfonds über ihre
verbindliche Entscheidung zur Abwicklung informiert hat, hat die
Kapitalverwaltungsgesellschaft des geschlossenen Feederfonds
abweichend von der Frist nach Satz 2 den Antrag auf Genehmigung und
die Angaben und Unterlagen nach Satz 2 spätestens drei Monate vor der
Abwicklung des Masterfonds bei der Bundesanstalt einzureichen.

(3) Für die Genehmigung nach Absatz 2 gilt § 267 Absatz 3
entsprechend.

(4) Die Kapitalverwaltungsgesellschaft des geschlossenen Feederfonds
hat die Verwaltungsgesellschaft des geschlossenen Masterfonds
unverzüglich über die erteilte Genehmigung zu unterrichten und alle
erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Anforderungen nach §
272a zu erfüllen.

(5) Die Kapitalverwaltungsgesellschaft des geschlossenen Feederfonds
hat eine beabsichtigte Abwicklung des geschlossenen Feederfonds der
Bundesanstalt spätestens zwei Monate nach Kenntnisnahme der geplanten
Abwicklung des geschlossenen Masterfonds mitzuteilen; die Anleger des
geschlossenen Feederfonds sind hiervon unverzüglich durch eine
Bekanntmachung im Bundesanzeiger und mittels eines dauerhaften
Datenträgers zu unterrichten. Absatz 2 Satz 3 gilt entsprechend.

(6) Sollen Abwicklungserlöse des geschlossenen Masterfonds an den
geschlossenen Feederfonds ausgezahlt werden, bevor der geschlossene
Feederfonds in einen neuen geschlossenen Masterfonds gemäß Absatz 2
Satz 2 Nummer 1 anlegt oder seine Anlagegrundsätze gemäß Absatz 2 Satz
2 Nummer 2 ändert, versieht die Bundesanstalt ihre Genehmigung mit
einer Nebenbestimmung, dass der Feederfonds die Abwicklungserlöse zu
erhalten hat entweder

1.  als Barzahlung oder

2.  ganz oder neben einer Barzahlung zumindest teilweise in Form einer
    Übertragung von Vermögensgegenständen, wenn die
    Kapitalverwaltungsgesellschaft des Feederfonds damit einverstanden ist
    und die Master-Feeder-Vereinbarung oder die internen Regelungen für
    Geschäftstätigkeiten und die verbindliche Entscheidung zur Abwicklung
    des Masterfonds dies vorsehen.

Bankguthaben, die der geschlossene Feederfonds vor Genehmigung nach
Absatz 2 als Abwicklungserlöse erhalten hat, dürfen vor einer
Wiederanlage gemäß Absatz 2 Satz 2 Nummer 1 oder Nummer 2 lediglich
für ein effizientes Liquiditätsmanagement angelegt werden. Die
Kapitalverwaltungsgesellschaft darf erhaltene Vermögensgegenstände
nach Satz 1 Nummer 2 jederzeit gegen Barzahlung veräußern.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__272g.html
Directory: kagb
Level: 5.0