Title: § 3 Zulassungsvoraussetzungen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Kraftwerker/Geprüfte Kraftwerkerin (KraftwPrV)
§ 3 Zulassungsvoraussetzungen

Paragraph: 3

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Kraftwerker/Geprüfte Kraftwerkerin (KraftwPrV)
§ 3 Zulassungsvoraussetzungen

(1) Zur Prüfung im Prüfungsteil „Kraftwerkstechnologie“ ist
zuzulassen, wer Folgendes nachweist:

1.  eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten
    Ausbildungsberuf, der den Metall- oder Elektroberufen oder den
    Produktionsberufen der Chemie zugeordnet werden kann oder

2.  eine mindestens vierjährige Berufspraxis im Fahrbetrieb und in der
    Instandhaltung eines Kraftwerks.

(2) Zur Prüfung im Prüfungsteil "Kraftwerksbetrieb" ist zuzulassen,
wer

1.  den erfolgreichen Abschluss des Prüfungsteils "Kraftwerkstechnologie"
    nachweist, der nicht länger als zwei Jahre zurückliegt,

2.  zu den in Absatz 1 Nummer 1 und 2 genannten Praxiszeiten mindestens
    ein weiteres Jahr Berufspraxis im Fahrbetrieb nachweist und

3.  eine Dokumentation nach Absatz 4 vorlegt.

(3) Bestandteil der Berufspraxis nach Absatz 2 Nummer 2 ist eine
mindestens 12-monatige strukturierte praktische Fortbildung, in der
die zu prüfende Person die Befähigung zur Erfassung, Analyse und
Lösung betrieblicher Aufgaben und Problemfälle in den folgenden
Kraftwerksbereichen erworben hat:

1.  Dampferzeuger,

2.  Turbosatz,

3.  Kraftwerkshilfs- und Nebenanlagen einschließlich Wasseraufbereitung,

4.  elektrotechnische Anlagen und Leittechnik.

Dabei sind unterschiedliche betriebliche Situationen, insbesondere
Anfahren, Geradeausbetrieb, Last- und Brennstoffwechsel, Abfahren,
Stillstand, Störungen und Vorbereitung von Wartungs- und
Instandsetzungsarbeiten, zu berücksichtigen. Es sollen insbesondere
folgende Befähigungen erworben werden:

1.  räumliche Anordnung der Anlagenteile kennen und Anlagenteile den
    technischen Unterlagen zuordnen;

2.  Betriebszustand der Anlagen beurteilen, Messungen durchführen und
    Fehler erkennen;

3.  Anlagenteile vor Ort bedienen, Wartungsarbeiten durchführen und an
    Instandsetzungsarbeiten mitwirken;

4.  Anlagen und Anlagenteile mit Voll- und Halbautomatik sowie manuell
    bedienen und Reserveaggregate in Betrieb nehmen;

5.  Messungen und Meldungen auswerten, auf Betriebszustände und Störungen
    sowie deren Ursachen schließen und entsprechende Maßnahmen ergreifen
    und veranlassen;

6.  Maßnahmen zur Betriebs- und Arbeitssicherheit, zum Umweltschutz sowie
    zur Einhaltung von Bestimmungen und Auflagen der Aufsichtsbehörde
    ergreifen;

7.  Maßnahmen nach dem Ansprechen von Schutzvorrichtungen und
    Verriegelungen ergreifen;

8.  auf Fehler in den elektrotechnischen Anlagen, der Energieversorgung
    und der Leittechnik innerhalb des Kraftwerks schließen;

9.  Arbeitsabläufe beim Freischalten von Anlagenteilen planen und mit
    Mitarbeitern, Vorgesetzten und anderen Organisationseinheiten
    abstimmen;

10. Maßnahmen bei Unfällen und Bränden ergreifen.

Die Praxiszeit gemäß Absatz 2 Nr. 2 und die Zeit der gelenkten
praktischen Fortbildung gemäß Absatz 3 können jeweils um bis zu zwölf
Monate gekürzt werden, wenn entsprechende Inhalte während einer
Berufsausbildung in einem Kraftwerk vermittelt wurden.

(4) Die Dokumentation soll sich auf das Kraftwerk beziehen, in dem die
zu prüfende Person ihre strukturierte praktische Fortbildung nach
Absatz 3 abgeleistet hat. Die Dokumentation soll folgende Teile
umfassen:

1.  Tätigkeitsnachweis über die strukturierte praktische Fortbildung;

2.  Unterlagen über den Aufbau des Kraftwerks, insbesondere Schemata;

3.  Protokolle der zu prüfenden Person über das An- und Abfahren von
    Haupt-, Hilfs- und Nebenanlagen des Kraftwerks, über das Fahren eines
    Kraftwerks auf der Grundlage der einschlägigen Vorschriften bei
    unterschiedlichen Betriebsweisen unter ökonomischen und ökologischen
    Gesichtspunkten;

4.  mindestens sechs Fachberichte, aus denen hervorgeht, dass
    kraftwerksspezifische Probleme bearbeitet wurden.

Die Protokolle nach Nummer 3 können auch beim Arbeiten an einem
Kraftwerkssimulator angefertigt werden.

(5) Abweichend von den Absätzen 1 und 2 kann zur Prüfung auch
zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere
Weise glaubhaft macht, dass er Kenntnisse, Fertigkeiten und
Erfahrungen erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kraftwprv/__3.html
Directory: kraftwprv
Level: 2.0