Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Hafenschiffer/zur Hafenschifferin (HafenSchAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Hafenschiffer/zur Hafenschifferin (HafenSchAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens fünf Stunden eine Arbeitsaufgabe, die aus mehreren Teilen
bestehen kann, durchführen und mit praxisüblichen Unterlagen
dokumentieren sowie innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 20
Minuten hierüber ein Fachgespräch führen, das aus mehreren
Gesprächsphasen bestehen kann. Für die Arbeitsaufgabe kommt
insbesondere in Betracht:
Führen von Wasserfahrzeugen.
Durch die Durchführung der Arbeitsaufgabe, deren Dokumentation und das
Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe ziel-
und kundenorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer,
logistischer und rechtlicher Vorgaben selbstständig planen und
durchführen, Arbeitsergebnisse kontrollieren sowie Maßnahmen zur
Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum
Umweltschutz ergreifen sowie seine Vorgehensweise begründen kann. Des
Weiteren soll der Prüfling zeigen, dass er Wasserfahrzeuge los-,
festmachen und manövrieren, technische Einrichtungen bedienen,
überwachen, pflegen und warten, seemännische Arbeiten ausführen sowie
mit Rettungsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung umgehen kann.
Bei der Erstellung der Arbeitsaufgabe ist der betriebliche Bereich, in
dem der Prüfling überwiegend ausgebildet wurde, zu berücksichtigen.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Nautik, Betriebstechnik sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Nautik und
Betriebstechnik sind insbesondere fachliche Probleme mit verknüpften
informationstechnischen, technologischen und mathematischen Inhalten
zu analysieren, zu bewerten und zu lösen. Dabei sollen
Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz, Einsatz, Pflege und
Wartung von technischen Einrichtungen und Anlagen sowie
Kundenorientierung und qualitätssichernde Maßnahmen berücksichtigt
werden. Den Prüfungsbereichen sind folgende Gebiete zugrunde zu legen:

1.  im Prüfungsbereich Nautik:

    a)  rechtliche Vorschriften,

    b)  wasser- und hafenbauliche Anlagen,

    c)  Verkehrsgeographie,

    d)  Navigationshilfsmittel,

    e)  logistische Prozesse,

    f)  fachspezifische Kommunikation;

2.  im Prüfungsbereich Betriebstechnik:

    a)  Antriebstechnik,

    b)  Manövriertechnik,

    c)  Betriebsstörungen,

    d)  seemännische Arbeiten,

    e)  Be- und Entladung,

    f)  Sicherheitsvorschriften;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen
    sollen.

(4) Für den schriftlichen Prüfungsteil ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Nautik

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Betriebstechnik

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind das jeweilige bisherige Ergebnis und das entsprechende Ergebnis
der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Prüfungsteils sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Nautik

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Betriebstechnik

    *   40 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im praktischen Teil der Prüfung
und im schriftlichen Teil der Prüfung jeweils mindestens ausreichende
Leistungen erbracht wurden. In zwei der Prüfungsbereiche des
schriftlichen Teils der Prüfung müssen mindestens ausreichende
Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich des schriftlichen Teils
der Prüfung dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hafenschausbv/__9.html
Directory: hafenschausbv
Level: 2.0