Title: § 28 Voraussetzungen für die Anerkennung

Description:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Zweiter Teil - Voraussetzungen für die Berufsausübung
Fünfter Abschnitt - Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
§ 28 Voraussetzungen für die Anerkennung

Paragraph: 28

Content:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Zweiter Teil - Voraussetzungen für die Berufsausübung
Fünfter Abschnitt - Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
§ 28 Voraussetzungen für die Anerkennung

(1) Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass die Mehrheit der
Mitglieder des Vorstandes, der Geschäftsführer und
Geschäftsführerinnen, der persönlich haftenden Gesellschafter und
Gesellschafterinnen, der geschäftsführenden Direktoren und
Direktorinnen oder der Partner und Partnerinnen (gesetzliche
Vertreter) Berufsangehörige oder EU- oder EWR-Abschlussprüfer sind.
Persönlich haftende Gesellschafter und Gesellschafterinnen können auch
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder EU- oder EWR-
Abschlussprüfungsgesellschaften sein. Hat die Gesellschaft nur zwei
gesetzliche Vertreter, so muss einer von ihnen Berufsangehöriger oder
EU- oder EWR-Abschlussprüfer sein. Mindestens eine in den Sätzen 1 bis
3 genannte Person oder Gesellschaft muss ihre berufliche Niederlassung
am Sitz der Gesellschaft haben.

(2) Neben Berufsangehörigen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, EU-
oder EWR-Abschlussprüfern und EU- oder EWR-
Abschlussprüfungsgesellschaften sind vereidigte Buchprüfer und
vereidigte Buchprüferinnen, Steuerberater und Steuerberaterinnen sowie
Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen berechtigt, gesetzliche Vertreter
von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu sein. Dieselbe Berechtigung
kann die Wirtschaftsprüferkammer besonders befähigten Personen, die
nicht in Satz 1 genannt werden und die einen mit dem Beruf des
Wirtschaftsprüfers und der Wirtschaftsprüferin zu vereinbarenden Beruf
ausüben, auf Antrag erteilen.

(3) Die Wirtschaftsprüferkammer kann genehmigen, dass Personen, die in
einem Drittstaat als sachverständige Prüfer oder Prüferinnen
ermächtigt oder bestellt sind, neben Berufsangehörigen und EU- oder
EWR-Abschlussprüfern gesetzliche Vertreter von
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sein können, wenn die
Voraussetzungen für ihre Ermächtigung oder Bestellung den Vorschriften
dieses Gesetzes im Wesentlichen entsprechen. Diejenigen
sachverständigen, in einem Drittstaat ermächtigten oder bestellten
Prüfer und Prüferinnen, die als persönlich haftende Gesellschafter
oder Gesellschafterinnen von der Geschäftsführung ausgeschlossen sind,
bleiben unberücksichtigt. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend für
Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen, Patentanwälte und
Patentanwältinnen sowie Steuerberater und Steuerberaterinnen anderer
Staaten, wenn diese einen nach Ausbildung und Befugnissen der
Bundesrechtsanwaltsordnung, der Patentanwaltsordnung oder des
Steuerberatungsgesetzes entsprechenden Beruf ausüben.

(4) Voraussetzung für die Anerkennung ist ferner, daß

1.  Gesellschafter ausschließlich Berufsangehörige,
    Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, welche die Voraussetzungen dieses
    Absatzes erfüllen, EU- oder EWR-Abschlussprüfer, EU- oder EWR-
    Abschlussprüfungsgesellschaften oder Personen nach Nummer 1a sind;

1a. Gesellschafter vereidigte Buchprüfer oder vereidigte Buchprüferinnen,
    Steuerberater oder Steuerberaterinnen, Steuerbevollmächtigte,
    Rechtsanwälte oder Rechtsanwältinnen, Personen, mit denen eine
    gemeinsame Berufsausübung nach § 44b Abs. 2 zulässig ist, oder
    Personen sind, deren Tätigkeit als Vorstandsmitglied, Geschäftsführer
    oder Geschäftsführerin, Partner oder Partnerin oder persönlich
    haftender Gesellschafter oder persönlich haftende Gesellschafterin
    nach Absatz 2 oder 3 genehmigt worden ist, und mindestens die Hälfte
    der Anzahl der in dieser Nummer genannten Personen in der Gesellschaft
    tätig ist;

2.  die Anteile an der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nicht für Rechnung
    eines Dritten gehalten werden;

3.  bei Kapitalgesellschaften die Mehrheit der Anteile Wirtschaftsprüfern
    oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die die Voraussetzungen dieses
    Absatzes erfüllen, EU- oder EWR-Abschlussprüfern oder EU- oder EWR-
    Abschlussprüfungsgesellschaften oder dort zugelassenen
    Prüfungsgesellschaften gehört;

3a. bei Kapitalgesellschaften, Kommanditgesellschaften und
    Kommanditgesellschaften auf Aktien denjenigen Personen nach Nummer 1a,
    die nicht in der Gesellschaft tätig sind, weniger als ein Viertel der
    Anteile am Nennkapital oder der im Handelsregister eingetragenen
    Einlagen der Kommanditisten gehören (einfache
    Minderheitenbeteiligung);

4.  bei Kommanditgesellschaften die Mehrheit der im Handelsregister
    eingetragenen Einlagen der Kommanditisten von Wirtschaftsprüfern oder
    Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die die Voraussetzungen dieses
    Absatzes erfüllen, von EU- oder EWR-Abschlussprüfern oder EU- oder
    EWR-Abschlussprüfungsgesellschaften übernommen worden ist;

5.  Wirtschaftsprüfern oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die die
    Voraussetzungen dieses Absatzes erfüllen, EU- oder EWR-
    Abschlussprüfern oder EU- oder EWR-Abschlussprüfungsgesellschaften
    zusammen die Mehrheit der Stimmrechte der Aktionäre,
    Kommanditaktionäre, Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter
    Haftung oder Kommanditisten zusteht und

6.  im Gesellschaftsvertrag bestimmt ist, daß zur Ausübung von
    Gesellschafterrechten nur Gesellschafter bevollmächtigt werden können,
    die Berufsangehörige oder EU- oder EWR-Abschlussprüfer sind.

Haben sich Berufsangehörige im Sinne von Satz 1 Nr. 1 zu einer
rechtsfähigen Personengesellschaft zusammengeschlossen, deren Zweck
ausschließlich das Halten von Anteilen an einer
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist, so werden ihnen die Anteile an
der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Verhältnis ihrer Beteiligung an
der rechtsfähigen Personengesellschaft zugerechnet. Stiftungen und
eingetragene Vereine gelten als Berufsangehörige im Sinne von Satz 1
Nr. 1, wenn

a)  sie ausschließlich der Altersversorgung von in der
    Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätigen Personen und deren
    Hinterbliebenen dienen oder ausschließlich die Berufsausbildung,
    Berufsfortbildung oder die Wissenschaft fördern und

b)  die zur gesetzlichen Vertretung berufenen Organe mehrheitlich aus
    Wirtschaftsprüfern bestehen.

(5) Bei Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien
müssen die Aktien auf Namen lauten. Die Übertragung muß an die
Zustimmung der Gesellschaft gebunden sein. Dasselbe gilt für die
Übertragung von Geschäftsanteilen an einer Gesellschaft mit
beschränkter Haftung.

(6) Bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung muß das Stammkapital
mindestens fünfundzwanzigtausend Euro betragen. Bei
Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und
Gesellschaften mit beschränkter Haftung muss bei Antragstellung
nachgewiesen werden, dass der Wert der einzelnen Vermögensgegenstände
abzüglich der Schulden mindestens dem gesetzlichen Mindestbetrag des
Grund- oder Stammkapitals entspricht.

(7) Die Anerkennung muß versagt werden, solange nicht die vorläufige
Deckungszusage auf den Antrag zum Abschluß einer
Berufshaftpflichtversicherung vorliegt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wipro/__28.html
Directory: wipro
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