Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Bauzeichner/zur Bauzeichnerin (BauZAusbV 2002)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Bauzeichner/zur Bauzeichnerin (BauZAusbV 2002)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im Teil A der Prüfung in höchstens insgesamt 14
Stunden zwei praktische Aufgaben, die sich auf ein Projekt beziehen
sollen, bearbeiten. Mindestens eine Aufgabe ist rechnergestützt zu
fertigen. Eine der Aufgaben ist zu dokumentieren sowie dem
Prüfungsausschuss in einem Fachgespräch von höchstens 15 Minuten zu
erläutern. Dem Prüfling ist vor der Prüfung Gelegenheit zu geben, das
System zur rechnergestützten Zeichnungserstellung, an dem er geprüft
wird, in einem angemessenen Zeitraum kennen zu lernen. Die praktischen
Aufgaben sind unter Berücksichtigung des Schwerpunktes nach § 5 Absatz
1 Satz 1 aus zwei der nachfolgenden Bereiche zu entnehmen. Die
Bereiche, aus denen die Aufgaben entnommen werden, sind vom Prüfling
festzulegen. Es kommen folgende Bereiche in Betracht:

1.  im Schwerpunkt Architektur:

    a)  Erstellen von Planunterlagen zur Baueingabe nach Entwurfsskizzen und

    b)  Erstellen von Ausführungsunterlagen für den Rohbau und Ausbau;

2.  im Schwerpunkt Ingenieurbau:

    a)  Erstellen einer Rohbauzeichnung für ein Tragwerk und

    b)  Erstellen einer Bewehrungszeichnung;

3.  im Schwerpunkt Tief-, Straßen- und Landschaftsbau:

    a)  Erstellen von Planunterlagen für den Straßen- und Verkehrswegebau,

    b)  Erstellen von Ausführungsunterlagen für die Ver- und Entsorgung und

    c)  Erstellen von Ausführungsunterlagen für den Landschaftsbau.

Durch die Ausführung der Aufgabe, die Dokumentation sowie das
Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe
selbständig, kunden- und zielorientiert planen, umsetzen und
präsentieren sowie qualitätssichernde Maßnahmen durchführen kann.

(3) Teil B der Prüfung besteht aus folgenden Prüfungsbereichen:

1.  im Schwerpunkt Architektur:

    a)  Baueingabe,

    b)  Rohbau,

    c)  Ausbau,

    d)  Wirtschafts- und Sozialkunde.

    In den Prüfungsbereichen Baueingabe, Rohbau sowie Ausbau sind
    fachliche Probleme mit verknüpften informationstechnischen,
    technologischen und mathematischen Sachverhalten zu analysieren, zu
    bewerten und geeignete Lösungswege schriftlich darzustellen. Für den
    Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben, die sich
    auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden
    Gebieten in Betracht:

    allgemeine, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus
    der Berufs- und Arbeitswelt;

2.  im Schwerpunkt Ingenieurbau:

    a)  Tragwerke,

    b)  Massivbau,

    c)  Stahl- und Holzbau,

    d)  Wirtschafts- und Sozialkunde.

    In den Prüfungsbereichen Tragwerke, Massivbau sowie Stahl- und Holzbau
    sind fachliche Probleme mit verknüpften informationstechnischen,
    technologischen und mathematischen Inhalten zu analysieren, zu
    bewerten und geeignete Lösungswege schriftlich darzustellen. Für den
    Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben, die sich
    auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden
    Gebieten in Betracht:

    allgemeine, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus
    der Berufs- und Arbeitswelt;

3.  im Schwerpunkt Tief-, Straßen- und Landschaftsbau:

    a)  Straßenbau,

    b)  Ver- und Entsorgung,

    c)  Landschaftsbau,

    d)  Wirtschafts- und Sozialkunde.

    In den Prüfungsbereichen Straßenbau, Ver- und Entsorgung sowie
    Landschaftsbau sind fachliche Probleme mit verknüpften
    informationstechnischen, technologischen und mathematischen Inhalten
    zu analysieren, zu bewerten und geeignete Lösungswege schriftlich
    darzustellen. Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde
    kommen Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen,
    insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus
    der Berufs- und Arbeitswelt.

Durch die Ausführung von Teil B der Prüfung soll der Prüfling zeigen,
dass er die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit, den
Umweltschutz, qualitätssichernde Maßnahmen sowie Grundsätze der
Kundenorientierung berücksichtigen, betriebliche Abläufe planen und
umsetzen, Unterlagen auswerten sowie Baustoffe, Bauelemente und
Bauarten festlegen kann.

(4) Für den Prüfungsteil B ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten
auszugehen:

*    *   1.

    *   im Schwerpunkt Architektur:

    *

*    *
    *   a)

    *   Prüfungsbereich Baueingabe

    *   90 Minuten,

*    *
    *   b)

    *   Prüfungsbereich Rohbau

    *   90 Minuten,

*    *
    *   c)

    *   Prüfungsbereich Ausbau

    *   90 Minuten,

*    *
    *   d)

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten;

*    *   2.

    *   im Schwerpunkt Ingenieurbau:

    *

*    *
    *   a)

    *   Prüfungsbereich Tragwerke

    *   90 Minuten,

*    *
    *   b)

    *   Prüfungsbereich Massivbau

    *   90 Minuten,

*    *
    *   c)

    *   Prüfungsbereich Stahl- und Holzbau

    *   90 Minuten,

*    *
    *   d)

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten;

*    *   3.

    *   im Schwerpunkt Tief-, Straßen- und Landschaftsbau:

    *

*    *
    *   a)

    *   Prüfungsbereich Straßenbau

    *   90 Minuten,

*    *
    *   b)

    *   Prüfungsbereich Ver- und Entsorgung

    *   90 Minuten,

*    *
    *   c)

    *   Prüfungsbereich Landschaftsbau

    *   90 Minuten,

*    *
    *   d)

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der Prüfungsteil B ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in den einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen
Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des Prüfungsteils B sind die Prüfungsbereiche wie folgt
zu gewichten:

*    *   1.

    *   im Schwerpunkt Architektur:

    *

*    *
    *   a)

    *   Prüfungsbereich Baueingabe

    *   30 Prozent,

*    *
    *   b)

    *   Prüfungsbereich Rohbau

    *   25 Prozent,

*    *
    *   c)

    *   Prüfungsbereich Ausbau

    *   25 Prozent,

*    *
    *   d)

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent;

*    *   2.

    *   im Schwerpunkt Ingenieurbau:

    *

*    *
    *   a)

    *   Prüfungsbereich Tragwerke

    *   25 Prozent,

*    *
    *   b)

    *   Prüfungsbereich Massivbau

    *   30 Prozent,

*    *
    *   c)

    *   Prüfungsbereich Stahl- und Holzbau

    *   25 Prozent,

*    *
    *   d)

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent;

*    *   3.

    *   im Schwerpunkt Tief-, Straßen- und Landschaftsbau:

    *

*    *
    *   a)

    *   Prüfungsbereich Straßenbau

    *   30 Prozent,

*    *
    *   b)

    *   Prüfungsbereich Ver- und Entsorgung

    *   25 Prozent,

*    *
    *   c)

    *   Prüfungsbereich Landschaftsbau

    *   25 Prozent,

*    *
    *   d)

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in den Prüfungsteilen A
und B sowie innerhalb des Prüfungsteils B in mindestens zwei der
fachbezogenen Prüfungsbereiche mindestens ausreichende Leistungen
erbracht worden sind. Werden die Prüfungsleistungen in einer der
praktischen Aufgaben oder in einem der Prüfungsbereiche mit ungenügend
bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauzausbv_2002/__9.html
Directory: bauzausbv_2002
Level: 2.0