Title: § 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Bestattungsgewerbe (BestMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Bestattungsgewerbe (BestMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
Nummer 1 bis 4 genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz
dadurch nachweisen, dass er berufsbezogene Probleme analysiert und
bewertet sowie Lösungswege aufzeigt und dokumentiert und dabei
aktuelle Entwicklungen berücksichtigt.

(2) In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine Aufgabe zu bearbeiten,
die fallorientiert sein muss.

1.  Bestattungsberatung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Beratungsaufgaben unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und
    ökologischer Aspekte sowie ethischer, religiöser und kultureller
    Anforderungen in einem Bestattungsbetrieb zu bearbeiten. Dabei soll er
    berufsbezogene Sachverhalte analysieren und bewerten. Bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a
    bis g aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Konzepte für die Durchführung von Kundengesprächen zu Bestattungen
        sowie zur Bestattungsvorsorge und deren Finanzierung entwickeln;
        Voraussetzungen für die Entgegennahme des Bestattungsauftrages prüfen,

    b)  Beratungskonzepte für trauerpsychologische Hilfestellungen entwickeln,

    c)  Ablauf von Trauerfeiern unter Berücksichtigung ethischer und
        kultureller Aspekte planen und bewerten,

    d)  Trauermedien entwerfen und beurteilen,

    e)  Produkt- und Leistungspräsentationen auch unter Einsatz von modernen
        Präsentationstechniken und -medien entwickeln,

    f)  ethische sowie hygienische Anforderungen an Planung und Durchführung
        von Bestattungen beschreiben und bewerten,

    g)  die Bedeutung religiöser Grundlagen sowie regionaler, sozialer und
        weltanschaulicher Besonderheiten der Bestattungs-, Trauer-,
        Erinnerungs- und Friedhofskultur darstellen und bewerten.

2.  Friedhofs- und Krematoriumsbetrieb

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, technische und
    organisatorische Aufgaben unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und
    ökologischer Aspekte zu bearbeiten. Dabei soll er berufsbezogene
    Sachverhalte analysieren und bewerten. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a bis e
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Anforderungen an Anlagen und Maschinen für den Friedhofs- und
        Krematoriumsbetrieb beschreiben und beurteilen,

    b)  Arbeits- und Montageverfahren, insbesondere beim Einbringen von
        Schalungen sowie beim Herrichten und Überbauen von Gräbern, darstellen
        und bewerten,

    c)  Ofen- und Filtertechniken für Krematorien darstellen und auswählen
        sowie die Auswahl begründen,

    d)  ethische Anforderungen an den Betrieb von Friedhöfen und Krematorien
        beschreiben und bewerten, insbesondere bei der Behandlung von Aschen
        Verstorbener,

    e)  den umweltgerechten und hygienischen Betrieb von Friedhöfen und
        Krematorien darstellen und bewerten.

3.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen,
    durchzuführen und zu kontrollieren. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen, Kundenwünsche
        ermitteln, Auftragsdaten erfassen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung des Bestattungsauftrages, des Einsatzes von Personal,
        Material und Geräten bewerten, dabei qualitätssichernde Aspekte
        darstellen sowie Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen
        berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Fragen der
        Haftung bei Dienstleistungen beurteilen,

    e)  Arbeitspläne erstellen, dabei auch Informations- und
        Kommunikationssysteme anwenden,

    f)  den auftragsbezogenen Einsatz von Material, Maschinen und Geräten
        bestimmen und begründen,

    g)  Angebote externer Dienstleister prüfen und bewerten sowie Leistungen
        Dritter vermitteln,

    h)  Nachkalkulation durchführen.

4.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, wahrzunehmen. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a bis i
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen, den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung darstellen,

    f)  Maßnahmen zur psychischen Verarbeitung beruflicher Eindrücke und
        Erlebnisse entwickeln und bewerten,

    g)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    h)  Betriebs- sowie Lagerausstattung und logistische Prozesse planen und
        darstellen,

    i)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation, auch unter
        Berücksichtigung von Betreibermodellen, darstellen und beurteilen.

(3) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als zwei Stunden und an einem Tag
nicht länger als sechs Stunden dauern.

(4) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder nach Absatz 2
gebildet.

(5) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(6) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bestmstrv/__8.html
Directory: bestmstrv
Level: 2.0