Title: § 10 Aufzeichnungen

Description:
Verordnung über die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis beim Düngen (DüV 2017)
§ 10 Aufzeichnungen

Paragraph: 10

Content:
Verordnung über die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis beim Düngen (DüV 2017)
§ 10 Aufzeichnungen

(1) Betriebsinhaber haben vor dem jeweiligen Aufbringen von
wesentlichen Nährstoffmengen mit Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen,
Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln aufzuzeichnen:

1.  den nach § 3 Absatz 2 oder 3 Satz 4 ermittelten Düngebedarf
    einschließlich der Berechnungen nach § 4, die der Ermittlung zugrunde
    liegen, im Fall der Überschreitung des ermittelten Düngebedarfs nach §
    3 Absatz 3 Satz 3 auch die Gründe für den höheren Düngebedarf,

2.  die Werte nach § 3 Absatz 4 einschließlich der zu ihrer Ermittlung
    angewendeten Verfahren,

3.  die ermittelten Nährstoffmengen nach § 4 Absatz 4 einschließlich der
    zu ihrer Ermittlung angewendeten Verfahren.

Der nach Satz 1 Nummer 1 jeweils für die Schläge, die
Bewirtschaftungseinheiten oder die nach § 3 Absatz 2 Satz 3
zusammengefassten Flächen aufgezeichnete Düngebedarf ist bis zum
Ablauf des 31. März des der Düngebedarfsermittlung folgenden
Kalenderjahres zu einer jährlichen betrieblichen Gesamtsumme des
Düngebedarfs zusammenzufassen; die jährliche betriebliche Gesamtsumme
des Düngebedarfs ist nach Maßgabe der Anlage 5 aufzuzeichnen.

(2) Der Betriebsinhaber hat spätestens zwei Tage nach jeder
Düngungsmaßnahme, einschließlich der Aufbringung nach § 3 Absatz 3
Satz 2 und 3 sowie § 5 Absatz 3 Satz 4, folgende Angaben über die
Düngungsmaßnahme aufzuzeichnen:

1.  eindeutige Bezeichnung des Schlages, der Bewirtschaftungseinheit oder
    der nach § 3 Absatz 2 Satz 3 zusammengefassten Fläche,

2.  Größe des Schlages, der Bewirtschaftungseinheit oder der nach § 3
    Absatz 2 Satz 3 zusammengefassten Fläche,

3.  die Art und Menge des aufgebrachten Stoffes,

4.  die aufgebrachte Menge an Gesamtstickstoff und Phosphat, bei
    organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln neben der Menge
    an Gesamtstickstoff auch die Menge an verfügbarem Stickstoff.

Bei Weidehaltung hat der Betriebsinhaber zusätzlich die Zahl der
Weidetage sowie die Art und Zahl der auf der Weide gehaltenen Tiere
nach Abschluss der Weidehaltung aufzuzeichnen. Die aufgebrachten
Mengen der Nährstoffe nach Satz 1 Nummer 4 sind bis zum Ablauf des 31.
März des der Aufbringung folgenden Kalenderjahres zu einer jährlichen
betrieblichen Gesamtsumme des Nährstoffeinsatzes zusammenzufassen; die
Gesamtsumme des Nährstoffeinsatzes ist nach Maßgabe der Anlage 5
aufzuzeichnen.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für

1.  Flächen, auf denen nur Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen
    angebaut werden, Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und
    Baumobstflächen, nicht im Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein-
    oder Obstbaus sowie Flächen, die der Erzeugung schnellwüchsiger
    Forstgehölze zur energetischen Nutzung dienen,

2.  Flächen mit ausschließlicher Weidehaltung bei einem jährlichen
    Stickstoffanfall (Stickstoffausscheidung) an Wirtschaftsdüngern
    tierischer Herkunft von bis zu 100 Kilogramm Stickstoff je Hektar,
    wenn keine zusätzliche Stickstoffdüngung erfolgt,

3.  Betriebe, die auf keinem Schlag wesentliche Nährstoffmengen an
    Stickstoff oder Phosphat mit Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen,
    Kultursubstraten, Pflanzenhilfsmitteln oder Abfällen zur Beseitigung
    nach § 28 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes aufbringen,

4.  Betriebe, die

    a)  abzüglich von Flächen nach den Nummern 1 und 2 weniger als 15 Hektar
        landwirtschaftlich genutzte Fläche bewirtschaften,

    b)  höchstens auf 2 Hektar Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren anbauen,

    c)  einen jährlichen Nährstoffanfall aus Wirtschaftsdüngern tierischer
        Herkunft von nicht mehr als 750 Kilogramm Stickstoff je Betrieb
        aufweisen und

    d)  keine außerhalb des Betriebes anfallenden Wirtschaftsdünger sowie
        organischen und organisch-mineralischen Düngemittel, bei denen es sich
        um Gärrückstände aus dem Betrieb einer Biogasanlage handelt,
        übernehmen und aufbringen.

(4) Bei einer Zufuhr von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen,
Kultursubstraten oder Pflanzenhilfsmitteln, die unter Verwendung von
Fleischmehlen, Knochenmehlen oder Fleischknochenmehlen hergestellt
wurden, auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sind vom
Betriebsinhaber ferner innerhalb eines Monats nach der jeweiligen
Düngungsmaßnahme aufzuzeichnen

1.  der Schlag, auf den die Stoffe aufgebracht wurden, einschließlich
    seiner Bezeichnung, Lage und Größe sowie der darauf angebauten Kultur,

2.  die Art und Menge des zugeführten Stoffes und das Datum des
    Aufbringens,

3.  der Inverkehrbringer des Stoffes nach Maßgabe der Kennzeichnung nach
    der Düngemittelverordnung,

4.  der enthaltene tierische Stoff nach Maßgabe der Kennzeichnung nach der
    Düngemittelverordnung,

5.  bei Düngemitteln die Typenbezeichnung nach Maßgabe der Kennzeichnung
    nach der Düngemittelverordnung.

(5) Der Betriebsinhaber hat die Aufzeichnungen nach den Absätzen 1, 2
und 4 sieben Jahre nach Ablauf des Düngejahres aufzubewahren und der
nach Landesrecht zuständigen Stelle auf Verlangen vorzulegen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/d_v_2017/__10.html
Directory: duev_2017
Level: 2.0