Title: § 87 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
13. Abschnitt - Brunnenbauer/Brunnenbauerin
§ 87 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 87

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
13. Abschnitt - Brunnenbauer/Brunnenbauerin
§ 87 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in den
Anlagen 3 und 16 aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf
den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 14 Stunden eine praktische Aufgabe ausführen. Dabei soll der
Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktische Aufgabe kommt
insbesondere in Betracht:

1.  Ausbau einer Bohrung zu einem Brunnen einschließlich Inbetriebnahme
    und Dokumentation,

2.  Herstellen eines Abschlußbauwerks,

3.  Durchführen einer Intensiventsandung einschließlich Dokumentation und
    Herstellen eines entsprechenden Werkzeuges oder

4.  Durchführen einer Brunnensanierung einschließlich Dokumentation.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Bohrungen und Brunnen, Wasserversorgungsanlagen
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den
Prüfungsbereichen Bohrungen und Brunnen sowie Wasserversorgungsanlagen
soll der Prüfling zeigen, daß er insbesondere durch Verknüpfung von
arbeitsorganisatorischen, technologischen, mathematischen und
zeichnerischen Inhalten praxisbezogene Fälle lösen kann. Dabei sollen
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es
kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Bohrungen und Brunnen:

    a)  Ausbauen von Bohrungen,

    b)  Entwickeln von Brunnen,

    c)  Abschlußbauwerke,

    d)  Regenerieren von Brunnen,

    e)  Instandhalten und Sanieren von Brunnen,

    f)  Bedienen und Instandhalten von Geräten, Maschinen und Anlagen;

2.  im Prüfungsbereich Wasserversorgungsanlagen:

    a)  Pumpensysteme,

    b)  Meß- und Regeleinrichtungen,

    c)  Wasseraufbereitungsanlagen,

    d)  Instandsetzen und Warten von Wasserversorgungsanlagen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Bohrungen und Brunnen

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Wasserversorgungsanlagen

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Bohrungen und Brunnen

    *   50 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Wasserversorgungsanlagen

    *   30 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einem der
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 22, so
hat er den Abschluß Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
erreicht. Die Anforderungen nach § 22 gelten dann als erfüllt, wenn in
dieser Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keinem der fachbezogenen Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung
erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__87.html
Directory: bauwiausbv_1999
Level: 4.0