Title: § 7 Anreize zur bestmöglichen Vermarktung

Description:
Verordnung zur Ausführung der Erneuerbare-Energien-Verordnung (AusglMechAV)
Abschnitt 1 - Ausführung des EEG-Ausgleichsmechanismus
§ 7 Anreize zur bestmöglichen Vermarktung

Paragraph: 7

Content:
Verordnung zur Ausführung der Erneuerbare-Energien-Verordnung (AusglMechAV)
Abschnitt 1 - Ausführung des EEG-Ausgleichsmechanismus
§ 7 Anreize zur bestmöglichen Vermarktung

(1) Um Anreize zu schaffen, den nach § 19 Absatz 1 Nummer 2 des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes vergüteten oder nach § 13a Absatz 1a des
Energiewirtschaftsgesetzes bilanziell ausgeglichenen Strom bestmöglich
zu vermarkten, werden je Kalenderjahr (Anreizjahr) die spezifischen
beeinflussbaren Differenzkosten eines Übertragungsnetzbetreibers mit
einem Vergleichswert verglichen.

(2) Beeinflussbare Differenzkosten bestehen aus einer Komponente,
welche die Aktivitäten an einem untertägigen Spotmarkt abbildet, und
einer Komponente, welche die Inanspruchnahme der Ausgleichsenergie
abbildet. Die Ermittlung der beeinflussbaren Differenzkosten je
Viertelstunde erfolgt, indem

1.  bei untertägiger Beschaffung je Viertelstunde die beschaffte Menge (K
    UT                   ) mit der Differenz zwischen dem tatsächlich
    gezahlten Preis (P
    UT                   ) und dem Preis des Vortagshandels (P
    VT                   ) multipliziert wird,

2.  bei untertägiger Veräußerung die veräußerte oder gelieferte Menge (VK
    UT                   ) mit der Differenz zwischen dem Preis des
    Vortageshandels (P
    VT                   ) und dem tatsächlich gezahlten Preis (P
    UT                   ) multipliziert wird,

3.  bei Bezug von positiver Ausgleichsenergie je Viertelstunde die
    bezogene Menge (K
    AE                   ) mit der Differenz zwischen dem tatsächlich
    gezahlten Preis (P
    AE                   ) und dem Preis des Vortageshandels (P
    VT                   ) multipliziert wird oder

4.  bei Bezug von negativer (gelieferter) Ausgleichsenergie die gelieferte
    Menge (VK
    AE                   ) mit der Differenz zwischen dem Preis des
    Vortageshandels (P
    VT                   ) und dem tatsächlich gezahlten Preis (P
    AE                   ) multipliziert wird.

Als Preis des Vortageshandels (P
VT             ) gilt der Spotmarktpreis nach § 3 Nummer 42a des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Als Aktivitäten an einem untertägigen
Spotmarkt gelten für die Ermittlung der beeinflussbaren
Differenzkosten die Handelsaktivitäten nach § 1 Absatz 2 und 3. Die
beeinflussbaren Differenzkosten je Viertelstunde werden nach der
folgenden Formel ermittelt:

K
UT              ∙ (P
UT              - P
VT             ) + VK
UT              ∙ (P
VT              - P
UT             ) + K
AE              ∙ (P
AE              - P
VT             ) + VK
AE              ∙ (P
VT              - P
AE             ).

(3) Für die Ermittlung der spezifischen beeinflussbaren
Differenzkosten eines Übertragungsnetzbetreibers im Sinne von Absatz 1
ist die Summe der nach Maßgabe des Absatzes 2 ermittelten
Viertelstundenwerte eines Kalenderjahres durch die innerhalb dieses
Zeitraums zu vermarktende Menge des nach § 19 Absatz 1 Nummer 2 des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes vergüteten oder nach § 13a Absatz 1a des
Energiewirtschaftsgesetzes bilanziell ausgeglichenen Stroms zu
dividieren. Unter zu vermarktender Menge ist die nach Durchführung des
unverzüglichen horizontalen Belastungsausgleichs bei einem
Übertragungsnetzbetreiber verbleibende Strommenge zu verstehen.

(4) Der Vergleichswert im Sinne von Absatz 1 ist der arithmetische
Mittelwert der jeweiligen spezifischen beeinflussbaren Differenzkosten
aller Übertragungsnetzbetreiber der beiden Vorjahre.

(5) Der Übertragungsnetzbetreiber hat Anspruch auf einen Bonus, sofern
seine spezifischen beeinflussbaren Differenzkosten den Vergleichswert
zuzüglich eines Zuschlags von 5 Cent pro Megawattstunde nicht
übersteigen. Die Höhe des Bonus beträgt 25 Prozent der Differenz
zwischen dem Vergleichswert zuzüglich des Zuschlags und den
spezifischen beeinflussbaren Differenzkosten nach Absatz 3
multipliziert mit der zu vermarktenden Menge im Sinne des Absatzes 3
Satz 2. Die Auszahlung von Boni ist für alle Übertragungsnetzbetreiber
zusammen auf 20 Millionen Euro je Kalenderjahr begrenzt. Die maximal
in einem Kalenderjahr zu erreichende Höhe des Bonus eines einzelnen
Übertragungsnetzbetreibers ergibt sich aus dem Anteil seiner nach dem
horizontalen Belastungsausgleich zu vermarktenden Strommenge an der
insgesamt zu vermarktenden Strommenge aller Übertragungsnetzbetreiber
multipliziert mit 20 Millionen Euro.

(6) In dem auf das Anreizjahr folgenden Jahr verbuchen die
Übertragungsnetzbetreiber den etwaigen Bonus im Rahmen der Ermittlung
der Umlage nach § 60 Absatz 1 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG-
Umlage) als prognostizierte Ausgabenposition nach § 3 Absatz 1 Nummer
1 der Erneuerbare-Energien-Verordnung in Verbindung mit § 6 Absatz 1
Nummer 8. Übertragungsnetzbetreiber, die eine Bonuszahlung nach Absatz
5 geltend machen, müssen dies bis zum 31. März des auf das Anreizjahr
folgenden Jahres bei der Bundesnetzagentur anzeigen und die sachliche
Richtigkeit der Berechnung nachweisen. § 4 Absatz 4 ist entsprechend
anzuwenden.

(7) Die Vereinnahmung des Bonus erfolgt in zwölf gleichmäßig
verteilten Monatsraten. Sie beginnt zum Anfang des übernächsten Jahres
bezogen auf das Anreizjahr.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ausglmechav/__7.html
Directory: ausglmechav
Level: 3.0