Title: § 82 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
12. Abschnitt - Kanalbauer/Kanalbauerin
§ 82 Abschlußprüfung

Paragraph: 82

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
12. Abschnitt - Kanalbauer/Kanalbauerin
§ 82 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in den Anlagen 3 und 15
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden eine praktische Aufgabe ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktische Aufgabe kommen
insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen eines Schachtunterteils aus Mauerwerk und Einbauen von
    Gelenkstücken sowie den dazugehörigen Entlastungsbögen, Einbauen eines
    Gerinnes sowie Herstellen der Bermen oder

2.  Einmessen einer Kanalisationsanlage nach Lage, Richtung, Gefälle und
    Anschlüssen sowie Verlegen und Einbauen von Entwässerungsrohren
    einschließlich des Herstellens eines Anschlusses mittels Abzweig und
    weiteren Formstücken.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Kanalbau, Baugruben und Wasserhaltung sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Kanalbau sowie Baugruben und Wasserhaltung soll der Prüfling zeigen,
daß er insbesondere durch Verknüpfung von arbeitsorganisatorischen,
technologischen, mathematischen und zeichnerischen Inhalten
praxisbezogene Fälle lösen kann. Dabei sollen Maßnahmen zur Sicherheit
und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und
qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es kommen Aufgaben
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Kanalbau:

    a)  Bearbeiten von Rohren aus unterschiedlichen Werkstoffen,

    b)  Abwasserleitungen als Freispiegel- und Druckrohrleitungen und
        Hausanschlüsse,

    c)  Sanieren und Instandsetzen von Kanälen,

    d)  Schachtbauwerke,

    e)  Abdichten von Bauwerken gegen Bodenfeuchtigkeit und Wasser;

2.  im Prüfungsbereich Baugruben und Wasserhaltung:

    a)  Gefährdungen und Sicherungsmaßnahmen in Baugruben und Gräben,

    b)  Bodenarten und Bodenklassen,

    c)  Verbau von Baugruben und Gräben,

    d)  Wasserhaltung,

    e)  offene und geschlossene Bauweise,

    f)  Einbauen und Verdichten von Böden,

    g)  angrenzende Arbeiten: Herstellen von Pflasterdecken, Plattenbelägen
        und Asphaltdecken;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Kanalbau

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Baugruben und Wasserhaltung

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Kanalbau

    *   40 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Baugruben und Wasserhaltung

    *   40 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einem der
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 22, so
hat er den Abschluß Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
erreicht. Die Anforderungen nach § 22 gelten dann als erfüllt, wenn in
dieser Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keinem der fachbezogenen Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung
erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__82.html
Directory: bauwiausbv_1999
Level: 4.0