Title: § 23 Private Veräußerungsgeschäfte

Description:
Einkommensteuergesetz (EStG)
II. - Einkommen
8. - Die einzelnen Einkunftsarten
g) - Sonstige Einkünfte (§ 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 7)
§ 23 Private Veräußerungsgeschäfte

Paragraph: 23

Content:
Einkommensteuergesetz (EStG)
II. - Einkommen
8. - Die einzelnen Einkunftsarten
g) - Sonstige Einkünfte (§ 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 7)
§ 23 Private Veräußerungsgeschäfte

(1)
1             Private Veräußerungsgeschäfte (§ 22 Nummer 2) sind

1.  Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken und Rechten, die den
    Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen
    (z. B. Erbbaurecht, Mineralgewinnungsrecht), bei denen der Zeitraum
    zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre
    beträgt.
    2                   Gebäude und Außenanlagen sind einzubeziehen,
    soweit sie innerhalb dieses Zeitraums errichtet, ausgebaut oder
    erweitert werden; dies gilt entsprechend für Gebäudeteile, die
    selbständige unbewegliche Wirtschaftsgüter sind, sowie für
    Eigentumswohnungen und im Teileigentum stehende Räume.
    3                   Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum
    zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung
    ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und
    in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt
    wurden;

2.  Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der
    Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr
    beträgt.
    2                   Ausgenommen sind Veräußerungen von Gegenständen
    des täglichen Gebrauchs.
    3                   Bei Anschaffung und Veräußerung mehrerer
    gleichartiger Fremdwährungsbeträge ist zu unterstellen, dass die
    zuerst angeschafften Beträge zuerst veräußert wurden.
    4                   Bei Wirtschaftsgütern im Sinne von Satz 1, aus
    deren Nutzung als Einkunftsquelle zumindest in einem Kalenderjahr
    Einkünfte erzielt werden, erhöht sich der Zeitraum auf zehn Jahre;

3.  Veräußerungsgeschäfte, bei denen die Veräußerung der Wirtschaftsgüter
    früher erfolgt als der Erwerb.

2             Als Anschaffung gilt auch die Überführung eines
Wirtschaftsguts in das Privatvermögen des Steuerpflichtigen durch
Entnahme oder Betriebsaufgabe.
3             Bei unentgeltlichem Erwerb ist dem
Einzelrechtsnachfolger für Zwecke dieser Vorschrift die Anschaffung
oder die Überführung des Wirtschaftsguts in das Privatvermögen durch
den Rechtsvorgänger zuzurechnen.
4             Die Anschaffung oder Veräußerung einer unmittelbaren
oder mittelbaren Beteiligung an einer Personengesellschaft gilt als
Anschaffung oder Veräußerung der anteiligen Wirtschaftsgüter.
5             Als Veräußerung im Sinne des Satzes 1 Nummer 1 gilt auch

1.  die Einlage eines Wirtschaftsguts in das Betriebsvermögen, wenn die
    Veräußerung aus dem Betriebsvermögen innerhalb eines Zeitraums von
    zehn Jahren seit Anschaffung des Wirtschaftsguts erfolgt, und

2.  die verdeckte Einlage in eine Kapitalgesellschaft.

(2) Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften der in Absatz 1
bezeichneten Art sind den Einkünften aus anderen Einkunftsarten
zuzurechnen, soweit sie zu diesen gehören.

(3)
1             Gewinn oder Verlust aus Veräußerungsgeschäften nach
Absatz 1 ist der Unterschied zwischen Veräußerungspreis einerseits und
den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und den Werbungskosten
andererseits.
2             In den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nummer 1 tritt an
die Stelle des Veräußerungspreises der für den Zeitpunkt der Einlage
nach § 6 Absatz 1 Nummer 5 angesetzte Wert, in den Fällen des Absatzes
1 Satz 5 Nummer 2 der gemeine Wert.
3             In den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 tritt an die Stelle
der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der nach § 6 Absatz 1 Nummer
4 oder § 16 Absatz 3 angesetzte Wert.
4             Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten mindern sich
um Absetzungen für Abnutzung, erhöhte Absetzungen und
Sonderabschreibungen, soweit sie bei der Ermittlung der Einkünfte im
Sinne des § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 bis 7 abgezogen worden sind.
5             Gewinne bleiben steuerfrei, wenn der aus den privaten
Veräußerungsgeschäften erzielte Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger
als 1 000 Euro betragen hat.
6             In den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nummer 1 sind
Gewinne oder Verluste für das Kalenderjahr, in dem der Preis für die
Veräußerung aus dem Betriebsvermögen zugeflossen ist, in den Fällen
des Absatzes 1 Satz 5 Nummer 2 für das Kalenderjahr der verdeckten
Einlage anzusetzen.
7             Verluste dürfen nur bis zur Höhe des Gewinns, den der
Steuerpflichtige im gleichen Kalenderjahr aus privaten
Veräußerungsgeschäften erzielt hat, ausgeglichen werden; sie dürfen
nicht nach § 10d abgezogen werden.
8             Die Verluste mindern jedoch nach Maßgabe des § 10d die
Einkünfte, die der Steuerpflichtige in dem unmittelbar vorangegangenen
Veranlagungszeitraum oder in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus
privaten Veräußerungsgeschäften nach Absatz 1 erzielt hat oder
erzielt; § 10d Absatz 4 gilt entsprechend.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__23.html
Directory: estg
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