Title: § 2 Straßenbenutzung durch Fahrzeuge

Description:
Straßenverkehrs-Ordnung (StVO 2013)
I. - Allgemeine Verkehrsregeln
§ 2 Straßenbenutzung durch Fahrzeuge

Paragraph: 2

Content:
Straßenverkehrs-Ordnung (StVO 2013)
I. - Allgemeine Verkehrsregeln
§ 2 Straßenbenutzung durch Fahrzeuge

(1) Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die
rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn.

(2) Es ist möglichst weit rechts zu fahren, nicht nur bei
Gegenverkehr, beim Überholtwerden, an Kuppen, in Kurven oder bei
Unübersichtlichkeit.

(3) Fahrzeuge, die in der Längsrichtung einer Schienenbahn verkehren,
müssen diese, soweit möglich, durchfahren lassen.

(3a) Der Führer eines Kraftfahrzeuges darf dies bei Glatteis,
Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn
alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die unbeschadet der
allgemeinen Anforderungen an die Bereifung den Anforderungen des § 36
Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genügen. Satz 1 gilt
nicht für

1.  Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft,

2.  einspurige Kraftfahrzeuge,

3.  Stapler im Sinne des § 2 Nummer 18 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung,

4.  motorisierte Krankenfahrstühle im Sinne des § 2 Nummer 13 der
    Fahrzeug- Zulassungsverordnung,

5.  Einsatzfahrzeuge der in § 35 Absatz 1 genannten Organisationen, soweit
    für diese Fahrzeuge bauartbedingt keine Reifen verfügbar sind, die den
    Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung
    genügen und

6.  Spezialfahrzeuge, für die bauartbedingt keine Reifen der Kategorien
    C1, C2 oder C3 verfügbar sind.

Kraftfahrzeuge der Klassen M2, M3, N2, N3 dürfen bei solchen
Wetterbedingungen auch gefahren werden, wenn mindestens die Räder

1.  der permanent angetriebenen Achsen und

2.  der vorderen Lenkachsen

mit Reifen ausgerüstet sind, die unbeschadet der allgemeinen
Anforderungen an die Bereifung den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genügen. Soweit ein Kraftfahrzeug
während einer der in Satz 1 bezeichneten Witterungslagen ohne eine den
Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung
genügende Bereifung geführt werden darf, hat der Führer des
Kraftfahrzeuges über seine allgemeinen Verpflichtungen hinaus

1.  vor Antritt jeder Fahrt zu prüfen, ob es erforderlich ist, die Fahrt
    durchzuführen, da das Ziel mit anderen Verkehrsmitteln nicht
    erreichbar ist,

2.  während der Fahrt

    a)  einen Abstand in Metern zu einem vorausfahrenden Fahrzeug von
        mindestens der Hälfte des auf dem Geschwindigkeitsmesser in
        km/h                          angezeigten Zahlenwertes der gefahrenen
        Geschwindigkeit einzuhalten,

    b)  nicht schneller als 50 km/h zu fahren, wenn nicht eine geringere
        Geschwindigkeit geboten ist.

Wer ein kennzeichnungspflichtiges Fahrzeug mit gefährlichen Gütern
führt, muss bei einer Sichtweite unter 50 m, bei Schneeglätte oder
Glatteis jede Gefährdung Anderer ausschließen und wenn nötig den
nächsten geeigneten Platz zum Parken aufsuchen.

(4) Mit Fahrrädern darf nebeneinander gefahren werden, wenn dadurch
der Verkehr nicht behindert wird; anderenfalls muss einzeln
hintereinander gefahren werden. Eine Pflicht, Radwege in der
jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht nur, wenn dies durch
Zeichen 237, 240 oder 241 angeordnet ist. Rechte Radwege ohne die
Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden. Linke Radwege ohne
die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen nur benutzt werden, wenn dies
durch das allein stehende Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ angezeigt
ist. Wer mit dem Rad fährt, darf ferner rechte Seitenstreifen
benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und zu Fuß Gehende nicht
behindert werden. Außerhalb geschlossener Ortschaften darf man mit
Mofas und E-Bikes Radwege benutzen.

(5) Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis
zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege
benutzen. Ist ein baulich von der Fahrbahn getrennter Radweg
vorhanden, so dürfen abweichend von Satz 1 Kinder bis zum vollendeten
achten Lebensjahr auch diesen Radweg benutzen. Soweit ein Kind bis zum
vollendeten achten Lebensjahr von einer geeigneten Aufsichtsperson
begleitet wird, darf diese Aufsichtsperson für die Dauer der
Begleitung den Gehweg ebenfalls mit dem Fahrrad benutzen; eine
Aufsichtsperson ist insbesondere geeignet, wenn diese mindestens 16
Jahre alt ist. Auf zu Fuß Gehende ist besondere Rücksicht zu nehmen.
Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden.
Soweit erforderlich, muss die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr
angepasst werden. Wird vor dem Überqueren einer Fahrbahn ein Gehweg
benutzt, müssen die Kinder und die diese begleitende Aufsichtsperson
absteigen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__2.html
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