Title: § 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Goldschmied/zur Goldschmiedin (GoldSchmAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Goldschmied/zur Goldschmiedin (GoldSchmAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt
höchstens 32 Stunden in den Fachrichtungen Schmuck und Juwelen jeweils
ein Prüfungsstück sowie in der Fachrichtung Ketten zwei Prüfungsstücke
anfertigen. Er soll dabei zeigen, daß er den Entwurf gestalterisch
umsetzen kann und die entsprechenden Fertigungstechniken beherrscht.
Hierfür kommen insbesondere in Betracht:

1.  in der Fachrichtung Schmuck:

    Planen, Vorbereiten und Anfertigen eines vollständigen
    selbstentworfenen Schmuckstückes oder -objektes durch Umformen, Fügen,
    Trennen, Abtragen und Oberflächenbehandlung sowie unter Einbeziehung
    von Funktionsteilen, soweit es die Art des Schmuckstückes oder
    -objektes zuläßt, sowie Erstellen eines Prüf- und Meßprotokolls;

2.  in der Fachrichtung Juwelen:

    Planen, Vorbereiten und Anfertigen eines vollständigen
    selbstentworfenen Juwelenschmuckes durch Umformen, Fügen, Trennen und
    Abtragen sowie unter Einbeziehung von Fassungen unterschiedlicher Art
    und mindestens einer Bewegung sowie Erstellen eines Prüf- und
    Meßprotokolls;

3.  in der Fachrichtung Ketten:

    Anfertigen von zwei Ketten, wobei eine der Ketten eine Mindestlänge
    von 180 mm und einen selbstgefertigten Verschluß enthalten muß, und
    zwar

    a)  Anfertigen einer Standardkette, insbesondere einer Doppelpanzer-,
        Garibaldi-, Kordel- oder Fuchsschwanzkette,

    b)  Planen, Vorbereiten und Anfertigen einer selbstentworfenen
        Fantasiekette durch Abtragen, Fügen, spanloses und spanabhebendes
        Verformen sowie Sicherstellen der Funktion sowie Erstellen eines Prüf-
        und Meßprotokolls.

Es können vorgefertigte Teile verwendet werden. Dem Prüfungsausschuß
sind vor Anfertigung des Prüfungsstückes zwei bemaßte Entwürfe
vorzulegen, die den Prüfungsanforderungen genügen müssen. Der
Prüfungsausschuß wählt einen Entwurf für das Prüfungsstück aus.

(3) Der Prüfling soll in der schriftlichen Prüfung in den
Prüfungsfächern Technologie, Gestaltung und Arbeitsplanung, Technische
Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. Im
Prüfungsfach Gestaltung und Arbeitsplanung sind durch Verknüpfung
informationstechnischer, technologischer und mathematischer
Sachverhalte fachliche Probleme zu analysieren, zu bewerten und
geeignete Lösungswege darzustellen. Es kommen Aufgaben, die sich auf
praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  in der Fachrichtung Schmuck:

    a)  im Prüfungsfach Technologie:

        aa) Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung,

        bb) Werkzeuge, Geräte und Maschinen,

        cc) Eigenschaften und Verwendung von Werk- und Hilfsstoffen,

        dd) Eigenschaften und Verarbeitung von Edelsteinen,

        ee) Trenn-, Umform- und Fügetechniken,

        ff) Legier-, Schmelz- und Gießtechnik,

        gg) Oberflächenbearbeitung und -behandlung,

        hh) flächengestaltende Techniken;

    b)  im Prüfungsfach Gestaltung und Arbeitsplanung:

        aa) zeichnerischer und plastischer Entwurf,

        bb) historische und zeitgenössische Formensprache,

        cc) gestalterische Prüfkriterien,

        dd) Festlegen von Werkstoffen und Arbeitsschritten,

        ee) Maß- und Gewichtsschätzungen;

    c)  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

        aa) Fläche, Volumen, Masse und Dichte,

        bb) Legierung, Preise, Kosten;

    d)  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

        allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
        Berufs- und Arbeitswelt;

2.  in der Fachrichtung Juwelen:

    a)  im Prüfungsfach Technologie:

        aa) Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung,

        bb) Werkzeuge, Geräte und Maschinen,

        cc) Eigenschaften und Verwendung von Werk- und Hilfsstoffen,

        dd) Eigenschaften und Verarbeitung von Edelsteinen,

        ee) Trenn-, Umform- und Fügetechniken,

        ff) Legier-, Schmelz- und Gießtechnik,

        gg) Oberflächenbearbeitung und -behandlung,

        hh) Juwelentechniken;

    b)  im Prüfungsfach Gestaltung und Arbeitsplanung:

        aa) zeichnerischer und plastischer Entwurf,

        bb) historische und zeitgenössische Formensprache,

        cc) gestalterische Prüfkriterien,

        dd) Festlegen von Werkstoffen und Arbeitsschritten,

        ee) Maß- und Gewichtsschätzungen;

    c)  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

        aa) Fläche, Volumen, Masse und Dichte,

        bb) Legierung, Preise, Kosten;

    d)  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

        allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
        Berufs- und Arbeitswelt;

3.  in der Fachrichtung Ketten:

    a)  im Prüfungsfach Technologie:

        aa) Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung,

        bb) Werkzeuge, Geräte und Maschinen,

        cc) Eigenschaften und Verwendung von Werk- und Hilfsstoffen,

        dd) Eigenschaften und Verarbeitung von Edelsteinen,

        ee) Trenn-, Umform- und Fügetechniken,

        ff) Legier-, Schmelz- und Gießtechnik,

        gg) Oberflächenbearbeitung und -behandlung,

        hh) Anfertigungs- und Verformungstechniken für Ketten, Bänder und
            Geflechte,

        ii) Anfertigung und Anbringung von Verschlüssen;

    b)  im Prüfungsfach Gestaltung und Arbeitsplanung:

        aa) zeichnerischer und plastischer Entwurf,

        bb) historische und zeitgenössische Formensprache,

        cc) gestalterische Prüfkriterien,

        dd) Festlegen von Werkstoffen und Arbeitsschritten,

        ee) Maß- und Gewichtsschätzungen;

    c)  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

        aa) Fläche, Volumen, Masse und Dichte,

        bb) Legierung, Preise, Kosten;

    d)  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

        allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
        Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Gestaltung und Arbeitsplanung

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Technische Mathematik

    *   60 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschaftsund Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht. Schriftliche Prüfung im Sinne der
Absätze 7 und 8 ist auch die durch eine mündliche Prüfung ergänzte
schriftliche Prüfung.

(7) Innerhalb der schriftlichen Prüfung hat das Prüfungsfach
Technologie gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte
Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und
schriftlichen Prüfung sowie innerhalb der schriftlichen Prüfung im
Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht
sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/goldschmausbv/__9.html
Directory: goldschmausbv
Level: 2.0