Title: § 2 Zusammenwirken mit den Agenturen für Arbeit

Description:
Sozialgesetzbuch (SGB) Drittes Buch (III) - Arbeitsförderung - (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. März 1997, BGBl. I S. 594) (SGB 3)
Erstes Kapitel - Allgemeine Vorschriften
Erster Abschnitt - Grundsätze
§ 2 Zusammenwirken mit den Agenturen für Arbeit

Paragraph: 2

Content:
Sozialgesetzbuch (SGB) Drittes Buch (III) - Arbeitsförderung - (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. März 1997, BGBl. I S. 594) (SGB 3)
Erstes Kapitel - Allgemeine Vorschriften
Erster Abschnitt - Grundsätze
§ 2 Zusammenwirken mit den Agenturen für Arbeit

(1) Die Agenturen für Arbeit erbringen insbesondere Dienstleistungen
für Arbeitgeber, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, indem sie

1.  Arbeitgeber regelmäßig über Ausbildungs- und
    Arbeitsmarktentwicklungen, Ausbildungsuchende, Fachkräfteangebot und
    berufliche Bildungsmaßnahmen informieren sowie auf den Betrieb
    zugeschnittene Arbeitsmarktberatung und Vermittlung anbieten und

2.  Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Vorbereitung der Berufswahl und
    zur Erschließung ihrer beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten beraten,
    Vermittlungsangebote zur Ausbildungs- oder Arbeitsaufnahme
    entsprechend ihren Fähigkeiten unterbreiten sowie sonstige Leistungen
    der Arbeitsförderung erbringen.

(2) Die Arbeitgeber haben bei ihren Entscheidungen verantwortungsvoll
deren Auswirkungen auf die Beschäftigung der Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer und von Arbeitslosen und damit die Inanspruchnahme von
Leistungen der Arbeitsförderung einzubeziehen. Sie sollen dabei
insbesondere

1.  im Rahmen ihrer Mitverantwortung für die Entwicklung der beruflichen
    Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur
    Anpassung an sich ändernde Anforderungen sorgen,

2.  vorrangig durch betriebliche Maßnahmen die Inanspruchnahme von
    Leistungen der Arbeitsförderung sowie Entlassungen von
    Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vermeiden,

3.  Arbeitnehmer vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses frühzeitig
    über die Notwendigkeit eigener Aktivitäten bei der Suche nach einer
    anderen Beschäftigung sowie über die Verpflichtung zur Meldung nach §
    38 Abs. 1 bei der Agentur für Arbeit informieren, sie hierzu
    freistellen und die Teilnahme an erforderlichen Maßnahmen der
    beruflichen Weiterbildung ermöglichen.

(3) Die Arbeitgeber sollen die Agenturen für Arbeit frühzeitig über
betriebliche Veränderungen, die Auswirkungen auf die Beschäftigung
haben können, unterrichten. Dazu gehören insbesondere Mitteilungen
über

1.  zu besetzende Ausbildungs- und Arbeitsstellen,

2.  geplante Betriebserweiterungen und den damit verbundenen
    Arbeitskräftebedarf,

3.  die Qualifikationsanforderungen an die einzustellenden
    Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,

4.  geplante Betriebseinschränkungen oder Betriebsverlagerungen sowie die
    damit verbundenen Auswirkungen und

5.  Planungen, wie Entlassungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
    vermieden oder Übergänge in andere Beschäftigungsverhältnisse
    organisiert werden können.

(4) Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben bei ihren
Entscheidungen verantwortungsvoll deren Auswirkungen auf ihre
beruflichen Möglichkeiten einzubeziehen. Sie sollen insbesondere ihre
berufliche Leistungsfähigkeit den sich ändernden Anforderungen
anpassen.

(5) Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben zur Vermeidung oder
zur Beendigung von Arbeitslosigkeit insbesondere

1.  ein zumutbares Beschäftigungsverhältnis fortzusetzen,

2.  eigenverantwortlich nach Beschäftigung zu suchen, bei bestehendem
    Beschäftigungsverhältnis frühzeitig vor dessen Beendigung,

3.  eine zumutbare Beschäftigung aufzunehmen und

4.  an einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme teilzunehmen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__2.html
Directory: sgb_3
Level: 4.0