Title: § 2a Aufklärung und Beratung in besonderen Fällen

Description:
Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (BeratungsG)
Abschnitt 1 - Aufklärung, Verhütung, Familienplanung und Beratung
§ 2a Aufklärung und Beratung in besonderen Fällen

Paragraph: 2a

Content:
Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (BeratungsG)
Abschnitt 1 - Aufklärung, Verhütung, Familienplanung und Beratung
§ 2a Aufklärung und Beratung in besonderen Fällen

(1) Sprechen nach den Ergebnissen von pränataldiagnostischen Maßnahmen
dringende Gründe für die Annahme, dass die körperliche oder geistige
Gesundheit des Kindes geschädigt ist, so hat die Ärztin oder der Arzt,
die oder der der Schwangeren die Diagnose mitteilt, über die
medizinischen und psychosozialen Aspekte, die sich aus dem Befund
ergeben, unter Hinzuziehung von Ärztinnen oder Ärzten, die mit dieser
Gesundheitsschädigung bei geborenen Kindern Erfahrung haben, zu
beraten. Die Beratung erfolgt in allgemein verständlicher Form und
ergebnisoffen. Sie umfasst die eingehende Erörterung der möglichen
medizinischen, psychischen und sozialen Fragen sowie der Möglichkeiten
zur Unterstützung bei physischen und psychischen Belastungen. Die
Ärztin oder der Arzt hat über den Anspruch auf weitere und vertiefende
psychosoziale Beratung nach § 2 zu informieren und im Einvernehmen mit
der Schwangeren Kontakte zu Beratungsstellen nach § 3 und zu
Selbsthilfegruppen oder Behindertenverbänden zu vermitteln.

(2) Die Ärztin oder der Arzt, die oder der gemäß § 218b Absatz 1 des
Strafgesetzbuchs die schriftliche Feststellung über die
Voraussetzungen des § 218a Absatz 2 des Strafgesetzbuchs zu treffen
hat, hat vor der schriftlichen Feststellung gemäß § 218b Absatz 1 des
Strafgesetzbuchs die Schwangere über die medizinischen und psychischen
Aspekte eines Schwangerschaftsabbruchs zu beraten, über den Anspruch
auf weitere und vertiefende psychosoziale Beratung nach § 2 zu
informieren und im Einvernehmen mit der Schwangeren Kontakte zu
Beratungsstellen nach § 3 zu vermitteln, soweit dies nicht auf Grund
des Absatzes 1 bereits geschehen ist. Die schriftliche Feststellung
darf nicht vor Ablauf von drei Tagen nach der Mitteilung der Diagnose
gemäß Absatz 1 Satz 1 oder nach der Beratung gemäß Satz 1 vorgenommen
werden. Dies gilt nicht, wenn die Schwangerschaft abgebrochen werden
muss, um eine gegenwärtige erhebliche Gefahr für Leib oder Leben der
Schwangeren abzuwenden.

(3) Die Ärztin oder der Arzt, die oder der die schriftliche
Feststellung der Indikation zu treffen hat, hat bei der schriftlichen
Feststellung eine schriftliche Bestätigung der Schwangeren über die
Beratung und Vermittlung nach den Absätzen 1 und 2 oder über den
Verzicht darauf einzuholen, nicht aber vor Ablauf der Bedenkzeit nach
Absatz 2 Satz 2.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/beratungsg/__2a.html
Directory: beratungsg
Level: 3.0