Title: § 13 Anforderungen und Handlungsfelder

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Pferdewirtschaftsmeister und Pferdewirtschaftsmeisterin (PferdewMeistPrV)
Abschnitt 4 - Prüfungsteil Berufsausbildung und Mitarbeiterführung
§ 13 Anforderungen und Handlungsfelder

Paragraph: 13

Content:
Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Pferdewirtschaftsmeister und Pferdewirtschaftsmeisterin (PferdewMeistPrV)
Abschnitt 4 - Prüfungsteil Berufsausbildung und Mitarbeiterführung
§ 13 Anforderungen und Handlungsfelder

(1) In der Prüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er Zusammenhänge
der Berufsbildung und Mitarbeiterführung erkennen, Auszubildende
ausbilden und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen führen kann sowie über
entsprechende fachliche, methodische und didaktische Fähigkeiten
verfügt.

(2) Der Nachweis der Qualifikation nach Absatz 1 ist in folgenden
Handlungsfeldern zu führen:

1.  Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen,

2.  Ausbildung vorbereiten und Auszubildende einstellen,

3.  Ausbildung durchführen,

4.  Ausbildung abschließen,

5.  Personalbedarf ermitteln, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auswählen,
    einstellen und Aufgaben auf diese übertragen sowie

6.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anleiten, führen, fördern und
    motivieren sowie deren berufliche Weiterbildung unterstützen.

(3) Das Handlungsfeld nach Absatz 2 Nummer 1 umfasst folgende
Kompetenzen:

1.  die Vorteile und den Nutzen betrieblicher Ausbildung darstellen und
    begründen,

2.  Planungen hinsichtlich des betrieblichen Ausbildungsbedarfs auf der
    Grundlage der rechtlichen, tarifvertraglichen und betrieblichen
    Rahmenbedingungen durchführen und Entscheidungen treffen,

3.  die Strukturen des Berufsbildungssystems und seine Schnittstellen
    darstellen,

4.  Ausbildungsberufe für den Betrieb auswählen und dies begründen,

5.  die Eignung des Betriebes für die Ausbildung in dem angestrebten
    Ausbildungsberuf prüfen sowie prüfen, ob und inwieweit
    Ausbildungsinhalte durch Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte,
    insbesondere durch Ausbildung im Verbund sowie durch überbetriebliche
    und außerbetriebliche Ausbildung, vermittelt werden müssen,

6.  die Möglichkeiten des Einsatzes von auf die Berufsausbildung
    vorbereitenden Maßnahmen einschätzen sowie

7.  die Aufgaben der an der Ausbildung Mitwirkenden unter Berücksichtigung
    ihrer Funktionen und Qualifikationen im Betrieb abstimmen.

(4) Das Handlungsfeld nach Absatz 2 Nummer 2 umfasst folgende
Kompetenzen:

1.  auf der Grundlage einer Ausbildungsordnung einen betrieblichen
    Ausbildungsplan erstellen, der sich insbesondere an berufstypischen
    Arbeits- und Geschäftsprozessen orientiert,

2.  die Möglichkeiten der Mitwirkung und Mitbestimmung der betrieblichen
    Interessenvertretungen in der Berufsbildung berücksichtigen,

3.  den Kooperationsbedarf ermitteln und sich inhaltlich sowie
    organisatorisch mit den Kooperationspartnern, insbesondere der
    Berufsschule, abstimmen,

4.  Kriterien und Verfahren zur Auswahl von Auszubildenden, auch unter
    Berücksichtigung ihrer Verschiedenartigkeit, anwenden,

5.  den Berufsausbildungsvertrag vorbereiten und die Eintragung des
    Vertrags bei der zuständigen Stelle veranlassen sowie

6.  die Möglichkeiten prüfen, ob Teile der Berufsausbildung im Ausland
    durchgeführt werden können.

(5) Das Handlungsfeld nach Absatz 2 Nummer 3 umfasst folgende
Kompetenzen:

1.  lernförderliche Bedingungen und eine motivierende Lernkultur schaffen,
    Rückmeldungen geben und empfangen,

2.  die Probezeit organisieren, gestalten und bewerten,

3.  aus dem betrieblichen Ausbildungsplan und den berufstypischen Arbeits-
    und Geschäftsprozessen betriebliche Lern- und Arbeitsaufgaben
    entwickeln und gestalten,

4.  Ausbildungsmethoden und -medien zielgruppengerecht auswählen und
    situationsspezifisch einsetzen,

5.  Auszubildende bei Lernschwierigkeiten durch individuelle Gestaltung
    der Ausbildung und Lernberatung unterstützen, bei Bedarf
    ausbildungsunterstützende Hilfen einsetzen und die Möglichkeit zur
    Verlängerung der Ausbildungszeit prüfen,

6.  Auszubildenden zusätzliche Ausbildungsangebote, insbesondere in Form
    von Zusatzqualifikationen, machen und die Möglichkeit der Verkürzung
    der Ausbildungsdauer und die der vorzeitigen Zulassung zur
    Abschlussprüfung prüfen,

7.  die soziale und persönliche Entwicklung von Auszubildenden fördern,
    Probleme und Konflikte rechtzeitig erkennen sowie auf Lösungen
    hinwirken,

8.  Leistungen feststellen und bewerten, Leistungsbeurteilungen Dritter
    und Prüfungsergebnisse auswerten, Beurteilungsgespräche führen,
    Rückschlüsse für den weiteren Ausbildungsverlauf ziehen sowie

9.  interkulturelle Kompetenzen fördern.

(6) Das Handlungsfeld nach Absatz 2 Nummer 4 umfasst folgende
Kompetenzen:

1.  Auszubildende auf die Abschlussprüfung unter Berücksichtigung der
    Prüfungstermine vorbereiten und die Ausbildung zu einem erfolgreichen
    Abschluss führen,

2.  für die Anmeldung der Auszubildenden zu Prüfungen bei der zuständigen
    Stelle sorgen und diese auf durchführungsrelevante Besonderheiten
    hinweisen,

3.  an der Erstellung eines schriftlichen Zeugnisses auf der Grundlage von
    Leistungsbeurteilungen mitwirken sowie

4.  Auszubildende über betriebliche Entwicklungswege und berufliche
    Weiterbildungsmöglichkeiten informieren und beraten.

(7) Das Handlungsfeld nach Absatz 2 Nummer 5 umfasst folgende
Kompetenzen:

1.  rechtliche Grundlagen des Arbeits-, Tarif- und Sozialrechts im Betrieb
    umsetzen,

2.  Konzepte der Personalplanung anwenden,

3.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auswählen, einstellen und
    einarbeiten,

4.  Leistungsfähigkeit, Qualifikation und Eignung von Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen beurteilen und Aufgaben auf diese entsprechend der
    Beurteilung übertragen,

5.  zur Krankheitsprävention anleiten und Maßnahmen organisieren sowie

6.  die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durchführen.

(8) Das Handlungsfeld nach Absatz 2 Nummer 6 umfasst folgende
Kompetenzen:

1.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anleiten, Leistungen und Verhalten
    gegebenenfalls unter Hinzuziehung von Leistungsbeurteilungen Dritter
    feststellen und bewerten,

2.  Mitarbeiter- und Beurteilungsgespräche führen und
    Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen,

3.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen motivieren und fördern,

4.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen qualifizieren und bei der
    Weiterbildung unterstützen,

5.  soziale Zusammenhänge und Konflikte erkennen,

6.  Maßnahmen zur Konfliktbewältigung anwenden, Teamarbeit organisieren
    und unterstützen sowie

7.  Führungsstile kennen und das eigene Führungsverhalten kritisch
    beurteilen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pferdewmeistprv/__13.html
Directory: pferdewmeistprv
Level: 3.0