Title: (Definition bedingt schadstoffarmer Personenkraftwagen)

Description:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
(Definition bedingt schadstoffarmer Personenkraftwagen)

Paragraph: 73

Content:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
(Definition bedingt schadstoffarmer Personenkraftwagen)

**1** **Bedingungen für die Einstufung als bedingt schadstoffarmes
    Kraftfahrzeug**

1.1 Anwendungsbereich

    Diese Anlage regelt die Anforderungen hinsichtlich der Emissionen
    luftverunreinigender Gase, die

    1.  Personenkraftwagen sowie

    2.  Wohnmobile mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 2 800
        kg

    mit Fremdzündungsmotoren (Ottomotoren) oder Selbstzündungsmotoren
    (Dieselmotoren) mit mindestens vier Rädern, höchstens neun Sitzplätzen
    einschließlich des Führersitzes, einer zulässigen Gesamtmasse von
    mindestens 400 kg und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von
    mindestens 50 km/h erfüllen müssen, um als bedingt schadstoffarm
    anerkannt zu werden. Sie gilt auch für Personenkraftwagen sowie
    Wohnmobile mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 2 800
    kg mit nachträglich eingebauten Abgasreinigungssystemen (Umrüstung)
    zur Verringerung der Emissionen luftverunreinigender Gase.

1.2 Definition

1.2.1 Bedingt schadstoffarme Personenkraftwagen der Stufe A

    Als bedingt schadstoffarme Personenkraftwagen der Stufe A gelten:

    a)  Personenkraftwagen mit Fremdzündungsmotoren, wenn sie bei reihenweiser
        Fertigung die Anforderungen nach Nummer 1.5.1.1, im Falle der
        Umrüstung zusätzlich die Anforderungen nach Nummer 1.5.1.2 erfüllen,

    b)  Personenkraftwagen mit Flüssiggasanlagen, wenn sie im
        Flüssiggasbetrieb die Anforderungen nach den Nummern 1.5.1.1 und
        1\.5.1.2 erfüllen,

    c)  Personenkraftwagen mit Selbstzündungsmotoren, wenn sie die
        Anforderungen nach Nummer 1.5.1.1 erfüllen.

1.2.2 Bedingt schadstoffarme Personenkraftwagen der Stufe B

    Als bedingt schadstoffarme Personenkraftwagen der Stufe B gelten:

    a)  Personenkraftwagen, wenn sie durch Einbau von Abgasreinigungssystemen
        die Anforderungen nach Nummer 1.5.2.1 erfüllen; bereits im Verkehr
        befindliche Fahrzeuge müssen zusätzlich den Anforderungen nach Nummer
        1\.5.2.2 genügen,

    b)  Personenkraftwagen mit Flüssiggasanlagen, wenn sie im
        Flüssiggasbetrieb die Anforderungen nach den Nummern 1.5.2.1 und
        1\.5.2.2 erfüllen.

1.2.3 Bedingt schadstoffarme Personenkraftwagen der Stufe C

    Als bedingt schadstoffarme Personenkraftwagen der Stufe C gelten
    Personenkraftwagen mit Motoren mit einem Hubraum von weniger als 1 400
    cm
    3                   ,

    a)  wenn sie die Anforderungen nach Nummer 1.5.3 erfüllen,

    b)  wenn sie als Fahrzeuge mit Flüssiggasanlagen im Flüssiggasbetrieb die
        Anforderungen nach Nummer 1.5.3 in Verbindung mit Nummer 1.5.2.2
        erfüllen.

1.3 Anforderungen

    Die Funktionsfähigkeit der emissionsmindernden und emissionsrelevanten
    Bauteile muss durch die in Nummer 1.5 näher beschriebenen Prüfungen
    nachgewiesen werden; der Antragsteller muss glaubhaft machen, dass die
    Funktionsfähigkeit dieser Bauteile über eine angemessene Lebensdauer
    bei bestimmungsgemäßem Betrieb gewährleistet ist. Die
    Abgasreinigungssysteme dürfen nicht mit Einrichtungen ausgerüstet
    sein, die diese Systeme außer Funktion setzen.

    Dies gilt nicht für Einrichtungen, die zum störungsfreien Betrieb des
    Fahrzeugs zwingend erforderlich sind. Einrichtungen zur Umschaltung
    zwischen Benzin- und Flüssiggasbetrieb sind in Fahrzeugen mit
    Flüssiggasanlagen zulässig. Bei reihenweise gefertigten
    Kraftfahrzeugen, die mit einem Abgasreinigungssystem ausgerüstet sind
    und für deren Betrieb unverbleiter Kraftstoff erforderlich ist, muss
    der Tankeinfüllstutzen so beschaffen sein, dass diese Fahrzeuge
    ausschließlich mit unverbleitem Kraftstoff betankt werden können.
    Diese Bedingung gilt als erfüllt, wenn diese Fahrzeuge mit einem
    Zapfhahn mit einem äußeren Durchmesser der Endöffnung von mehr als
    2,134 cm nicht betankt werden können.

    Bei umgerüsteten Kraftfahrzeugen, für deren Betrieb unverbleiter
    Kraftstoff erforderlich ist, muss ein entsprechender Hinweis in der
    Nähe des Tankeinfüllstutzens an gut sichtbarer Stelle angebracht sein.

1.4 Antrag auf Erteilung einer Allgemeinen Betriebserlaubnis und Nachweis
    über Schadstoffverringerungen auf der Grundlage bereits erteilter
    Allgemeiner Betriebserlaubnisse

1.4.1 Für Kraftfahrzeuge kann der Fahrzeughersteller oder sein Beauftragter
    den Antrag auf Erteilung einer Allgemeinen Betriebserlaubnis oder auf
    Erteilung eines Nachtrags zur Allgemeinen Betriebserlaubnis des
    Fahrzeugs unter Beifügung der in Nummer 2.1 aufgeführten Unterlagen
    und Erklärungen stellen.

1.4.2 Sollen durch nachträglichen Einbau von Abgasreinigungssystemen die
    Emissionen luftverunreinigender Gase von Kraftfahrzeugen verringert
    werden, so ist, soweit nicht nach Nummer 1.4.1 verfahren wird, für die
    Abgasreinigungssysteme eine Allgemeine Betriebserlaubnis für
    Fahrzeugteile nach § 22 erforderlich. Der Antrag kann entweder vom
    Fahrzeughersteller oder vom Hersteller des Abgasreinigungssystems oder
    von deren Beauftragten unter Beifügung der in Nummer 2.2 aufgeführten
    Unterlagen und Erläuterungen gestellt werden.

1.4.3 Für bereits im Verkehr befindliche Kraftfahrzeuge mit
    Fremdzündungsmotoren, die die Anforderungen nach Nummer 1.5.1.1 ohne
    Umrüstung erfüllen, kann der Fahrzeughersteller oder sein Beauftragter
    aufgrund der für den Fahrzeugtyp erteilten Allgemeinen
    Betriebserlaubnis nachweisen, dass das Kraftfahrzeug als bedingt
    schadstoffarm nach Stufe A oder C gilt. Außerdem muss er bestätigen,
    dass die reihenweise gefertigten Fahrzeuge diese Anforderungen unter
    Berücksichtigung der Nummer 1.5 einhalten.

1.4.4 Für bereits im Verkehr befindliche Kraftfahrzeuge mit
    Selbstzündungsmotor, die die Anforderungen nach Nummer 1.5.1.1
    erfüllen, kann der Fahrzeughersteller oder sein Beauftragter auf Grund
    der für den Fahrzeugtyp erteilten Allgemeinen Betriebserlaubnis und
    gegebenenfalls nachträglich durchgeführter Prüfungen nachweisen, dass
    das Kraftfahrzeug als bedingt schadstoffarm nach Stufe A oder C gilt.
    Außerdem muss er bestätigen, dass die reihenweise gefertigten
    Fahrzeuge diese Anforderungen unter Berücksichtigung der Nummer 1.5
    erfüllen.

1.4.5 Die Vorschriften der Nummern 1.4.1 bis 1.4.4 gelten für Fahrzeuge, die
    auf Grund einer Betriebserlaubnis nach § 21 erstmals in den Verkehr
    kommen oder gekommen sind und für in diese Fahrzeuge eingebaute
    Abgasreinigungssysteme entsprechend.

1.5 Prüfungen

    Die Prüfungen sind nach Nummer 3 durchzuführen.

1.5.1 Stufe A

    Für Kraftfahrzeuge mit Fremd- oder Selbstzündungsmotoren und für
    Abgasreinigungssysteme, für die nach den Nummern 1.4.1, 1.4.2 oder
    1\.4.5 eine Betriebserlaubnis für die Anerkennung nach Stufe A
    beantragt wird, gelten bei der Typprüfung folgende Anforderungen:

1.5.1.1 Grenzwerte für gasförmige Schadstoffe, gemessen nach Europa-Fahrzyklus
    des Anhangs I der Richtlinie 83/351/EWG des Rates vom 16. Juni 1983
    zur Änderung der Richtlinie 70/220/EWG über die Angleichung der
    Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Maßnahmen gegen die
    Verunreinigung der Luft durch Abgase von Kraftfahrzeugmotoren mit
    Fremdzündung (ABl. L 197 vom 20.7.1983, S. 1):

    *        *   Bezugsmasse Pr

        *   Summe
            CH + NO
            x

        *   NO
            x

    *        *   (kg)

        *   (g/Test)

        *   (g/Test)

    *        *   Pr*                              1 250

        *   12,75

        *   6

    *        *   Pr*                              1 250

        *   15

        *   6

    Bei erstmals in den Verkehr kommenden Kraftfahrzeugen müssen die CO-
    Typprüfgrenzwerte nach der Richtlinie 83/351/EWG oder der ECE-Regelung
    Nr. 15/04 bzw. nach der Richtlinie 78/665/EWG der Kommission vom 14.
    Juli 1978 zur Anpassung der Richtlinie 70/220/EWG des Rates über die
    Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Maßnahmen
    gegen die Verunreinigung der Luft durch Abgase von
    Kraftfahrzeugmotoren mit Fremdzündung an den technischen Fortschritt
    (ABl. L 223 vom 14.8.1978, S. 48) oder der ECE-Regelung Nr. 15/03 und
    bei den anderen Kraftfahrzeugen der für den jeweiligen Fahrzeugtyp auf
    Grund der Genehmigung geltende CO-Typprüfgrenzwert eingehalten werden.

    Bei Kraftfahrzeugen mit Flüssiggasanlagen, die wahlweise mit
    Flüssiggas oder Benzin betrieben werden können, müssen die
    vorgenannten Schadstoffgrenzwerte nur im Flüssiggasbetrieb eingehalten
    werden; im Benzinbetrieb müssen mindestens die für den Fahrzeugtyp
    geltenden Typprüfgrenzwerte eingehalten werden.

1.5.1.2 Kraftstoffverbrauch und Betriebsverhalten

    Für Kraftfahrzeuge mit Fremdzündungsmotoren, deren
    Schadstoffemissionen durch Umrüstung nachträglich vermindert werden,
    ist zusätzlich folgendes im Vergleich zum Prüffahrzeug ohne Umrüstung
    nachzuweisen:

1.5.1.2.1 Der nach DIN 70 030 ermittelte Kraftstoffverbrauch darf um nicht mehr
    als 5 Prozent ansteigen, wobei die arithmetischen Mittelwerte aus den
    beiden Verbrauchsmessungen verglichen werden. Dabei sind
    Verbrauchsnachteile durch geringere Oktanzahlen des unverbleiten
    Benzins (1 Prozent je Oktanzahl) vom Messergebnis abzuziehen.

1.5.1.2.2 Das Betriebsverhalten darf sich bei den üblichen Betriebstemperaturen
    des Fahrzeugs nicht verschlechtern, wobei die Beurteilung wie folgt
    auf dem Rollenprüfstand vorzunehmen ist:

1.5.1.2.2.1 Betriebsverhalten bei Normaltemperatur

    Betriebsverhalten beim Startvorgang

    Betätigung des Starters (zehn Sekunden maximal)

    Dauer der Pausen zwischen den Startversuchen 15 Sekunden

    Bei Anspringen des Motors 60 Sekunden Leerlauf unter Beachtung der
    Betriebsanleitung (Kick-down, Einstellung der Starterklappe)

    Betriebsverhalten während der Warmlaufphase

    Durchfahren eines Fahrzyklus in Anlehnung an die Prüfung Typ I des
    Anhangs I der Richtlinie
    83/351/EWG                    des Rates der Anlage XIV mit einer
    zusätzlichen Beschleunigungsphase im dritten Abschnitt des Fahrzyklus
    von 40 km/h auf 100 km/h im höchst möglichen Gang. Die Prüfung umfasst
    drei Zyklen und ist ohne Unterbrechung durchzuführen.

1.5.1.2.2.2 Betriebsverhalten bei niedriger Temperatur

    Betriebsverhalten in der Kältekammer auf dem Rollenprüfstand bei -10
    °C Luft- und Motoröltemperatur, sofern durch das Abgasreinigungssystem
    eine Verschlechterung des Betriebsverhaltens bei niedrigen
    Temperaturen zu erwarten ist.

    Das Betriebsverhalten ist beim Startvorgang und während der
    Warmlaufphase entsprechend Nummer 1.5.1.2.2.1 zu überprüfen.

1.5.1.2.3 Falls der Fahrzeughersteller schriftlich die Gewährleistung für
    einwandfreies Betriebsverhalten des Fahrzeugtyps übernimmt, kann auf
    die Prüfungen nach Nummer 1.5.1.2.2 verzichtet werden.

1.5.1.2.4 Die Nummern 1.5.1.2.1 und 1.5.1.2.2.2 sind auf Fahrzeuge mit
    Flüssiggasanlagen nicht anzuwenden.

1.5.2 Stufe B

    Für Kraftfahrzeuge mit Fremdzündungsmotoren und für
    Abgasreinigungssysteme, für die nach den Nummern 1.4.1, 1.4.2 oder
    1\.4.5 eine Betriebserlaubnis für die Anerkennung nach Stufe B
    beantragt wird, gelten bei der Typprüfung folgende Anforderungen:

1.5.2.1 Grenzwerte für gasförmige Schadstoffe, gemessen nach Europa-Fahrzyklus
    des Anhangs I der Richtlinie 83/351/EWG des Rates:

    Die NO
    x                   -Emission des Prüffahrzeugs mit eingebautem
    Abgasreinigungssystem muss um mindestens 30 Prozent geringer sein als
    die NO
    x                   -Emission des Prüffahrzeugs ohne
    Abgasreinigungssystem.

    Zusätzlich muss das Prüffahrzeug mit eingebautem Abgasreinigungssystem
    den für diesen Fahrzeugtyp nach Richtlinie 78/665/EWG bzw. 77/102/EWG
    der Kommission vom 30. November 1976 zur Anpassung der Richtlinie des
    Rates 70/220/EWG vom 20. März 1970 zur Angleichung der
    Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Maßnahmen gegen die
    Verunreinigung der Luft durch Abgase von Kraftfahrzeugmotoren mit
    Fremdzündungsmotor an den technischen Fortschritt (ABl. L 32 vom
    3\.2.1977, S. 32) oder nach ECE-Regelung Nr. 15/03 bzw. 15/02 geltenden
    NO
    x                   -Typprüfgrenzwert um mindestens 30 Prozent
    unterschreiten; gehört das Prüffahrzeug zu einem nach Richtlinie
    83/351/EWG oder nach ECE-Regelung Nr. 15/04 genehmigten Fahrzeugtyp,
    so muss die NO
    x                   -Emission des Prüffahrzeugs mit eingebautem
    Abgasreinigungssystem den für diesen Fahrzeugtyp nach der Richtlinie
    78/665/EWG oder nach ECE-Regelung Nr. 15/03 bestimmten NO
    x                   -Typprüfgrenzwert um mindestens 30 Prozent
    unterschreiten.

    Weiterhin dürfen die CH- und CO-Emissionen bei Durchführung nur je
    einer Prüfung vor und nach Einbau des Abgasreinigungssystems nach
    Einbau höchstens um 5 Prozent ansteigen, andernfalls ist anhand von je
    drei Messungen nachzuweisen, dass die CH- und CO-Emissionen nicht
    signifikant ansteigen.

    Außerdem müssen beim Prüffahrzeug vor Einbau des
    Abgasreinigungssystems die für den jeweiligen Fahrzeugtyp geltenden
    Typprüfgrenzwerte für die entsprechenden Schadstoffe eingehalten
    werden.

    Bei Kraftfahrzeugen mit Flüssiggasanlagen, die wahlweise mit
    Flüssiggas oder Benzin betrieben werden können, müssen die
    vorgenannten Anforderungen nur im Flüssiggasbetrieb eingehalten
    werden; im Benzinbetrieb müssen mindestens die für den Fahrzeugtyp
    geltenden Typprüfgrenzwerte eingehalten werden.

1.5.2.2 Kraftstoffverbrauch und Betriebsverhalten

    Für im Verkehr befindliche Kraftfahrzeuge, die die Anforderungen nach
    Nummer 1.5.2.1 nach Einbau eines Abgasreinigungssystems erfüllen, ist
    ferner im Vergleich zum Prüffahrzeug ohne Abgasreinigungssystem
    nachzuweisen, dass hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs und des
    Betriebsverhaltens die Anforderungen nach Nummer 1.5.1.2 eingehalten
    werden.

    Hierbei sind bei Fahrzeugen mit Flüssiggasanlagen die Nummern
    1\.5.1.2.1 und 1.5.1.2.2.2 nicht anzuwenden.

1.5.3 Stufe C

    Für Kraftfahrzeuge mit Fremd- oder Selbstzündungsmotoren und für
    Abgasreinigungssysteme, für die nach den Nummern 1.4.1, 1.4.2 oder
    1\.4.5 eine Betriebserlaubnis für die Anerkennung nach Stufe C
    beantragt wird, gelten bei der Typprüfung folgende Anforderungen:

1.5.3.1 Grenzwerte für gasförmige Schadstoffe, gemessen nach Europa-Fahrzyklus
    des Anhangs I der Richtlinie 83/351/EWG des Rates:

    *        *   Hubraum

        *   CO

        *   Summe
            CH + NO
            x

        *   NO
            x

    *        *   (cm
            3                             )

        *   (g/Test)

        *   (g/Test)

        *   (g/Test)

    *        *   weniger als 1 400

        *   38,25

        *   12,75

        *   6

    Im Übrigen gelten die Vorschriften der Abschnitte 1.5.1.1 bis 1.5.1.2.

1.5.4 Bestehen Anhaltspunkte, dass Kraftfahrzeuge die Anforderungen der
    Nummer 1.3 Sätze 2 und 3 nicht erfüllen, so kann der Technische Dienst
    Vergleichsmessungen durchführen, mit denen das Emissionsverhalten auch
    bei höheren Geschwindigkeiten überprüft wird.

1.5.5 Serienprüfungen durch den Technischen Dienst

1.5.5.1 Bei serienmäßig hergestellten, bedingt schadstoffarmen Fahrzeugen kann
    die Genehmigungsbehörde nach § 20 Prüfungen zur Überwachung des
    Emissionsverhaltens der Fahrzeuge aus der Produktion durch den
    Technischen Dienst durchführen lassen.

    Zur Beurteilung der Übereinstimmung der Produktion sind die für den
    betroffenen Fahrzeugtyp erforderlichen Abgasprüfungen nach Nummer 1.5
    durchzuführen, wobei die für die jeweiligen Prüfungen geltenden
    Grenzwerte um 20 Prozent überschritten werden dürfen.

1.5.5.2 Bei Abgasreinigungssystemen zum nachträglichen Einbau kann die
    Genehmigungsbehörde nach § 22 Prüfungen zur Überwachung der
    Übereinstimmung der Produktion durch den Technischen Dienst
    durchführen lassen.

    Werden von der Genehmigungsbehörde Abgasprüfungen der
    Abgasreinigungssysteme in Verbindung mit einem bestimmten Fahrzeugtyp
    gefordert, so gelten hierfür die Schadstoffgrenzwerte nach Nummer
    1\.5.5.1 entsprechend.

1.6 (weggefallen)

1.7 Genehmigungsbehörde

    Genehmigungsbehörde im Sinne dieser Anlage – ausgenommen Nummer 1.4.5
    – ist das Kraftfahrt-Bundesamt, Fördestraße 16, 24944 Flensburg.

1.8 Anerkennung von Prüfungen anderer Staaten

    Prüfungen, denen ein Fahrzeugtyp in einem EG-Mitgliedstaat oder einem
    anderen europäischen Land, mit dem ein gegenseitiges Übereinkommen
    besteht, unterzogen worden ist, werden anerkannt, wenn Prüfungen bei
    einer dortigen Genehmigungsbehörde oder einer amtlichen Prüfstelle
    durchgeführt wurden und hierbei nach den Prüfbedingungen dieser Anlage
    verfahren wurde. Die Anforderungen dieser Anlage müssen erfüllt sein.
    Der Nachweis muss durch die Vorlage des Prüfberichts und der
    vollständigen Antragsunterlagen nach Anhang I bis III bei der
    Genehmigungsbehörde erfolgen; zu fremdsprachlichen Unterlagen sind
    deutsche Übersetzungen beizufügen. Die Genehmigungsbehörde erteilt
    aufgrund der vorgelegten Antragsunterlagen und Prüfergebnisse eine
    Genehmigung unter der Auflage, dass der Antragsteller die sich aus
    dieser Anlage ergebenden Verpflichtungen einhält.

**2** **Beschreibung des Kraftfahrzeugs, Hauptmerkmale des Motors, der
    emissionsmindernden und emissionsrelevanten Bauteile des Fahrzeugtyps,
    für den die Betriebserlaubnis beantragt wird, sowie Beschreibung des
    Abgasreinigungssystems in Verbindung mit dem betreffenden Fahrzeugtyp,
    Prüfberichte**

2.1 Für die Allgemeine Betriebserlaubnis für Kraftfahrzeuge sind zusammen
    mit dem Prüfbericht des Technischen Dienstes die Fahrzeugbeschreibung,
    die Hauptmerkmale des Motors und Angaben über die Durchführung der
    Prüfungen nach den Anhängen I und II vorzulegen.

2.2 Für die Allgemeine Betriebserlaubnis für Abgasreinigungssysteme, die
    nachträglich in Kraftfahrzeuge eingebaut werden, sind die Angaben und
    der Prüfbericht nach Anhang III vorzulegen.

**3** **Durchführung der Prüfungen**

3.1 Die Prüfungen zur Ermittlung der gasförmigen Emissionen sind in
    Anlehnung an den Anhang I der Richtlinie 83/351/EWG des Rates, Prüfung
    Typ I, unter Verwendung der dort vorgeschriebenen Prüf- und
    Messeinrichtungen durchzuführen.

3.2 Die Messung des Kraftstoffverbrauchs ist nach DIN 70 030 Teil 1
    Ausgabe 78 oder nach Richtlinie 80/1268/EWG durchzuführen, und es sind
    dabei die dort vorgeschriebenen Messeinrichtungen zu verwenden.

3.3 Bei der Prüfung von im Verkehr befindlichen Kraftfahrzeugen, die
    nachträglich mit Abgasreinigungssystemen ausgerüstet werden, ist
    weiterhin zu beachten:

3.3.1 Vorbereitung der Kraftfahrzeuge

    Die Fahrzeuge und insbesondere die Motoren müssen sich in
    einwandfreiem Zustand befinden, das heißt sie müssen nach den
    Anweisungen des Fahrzeugherstellers gewartet und eingestellt sein.

3.3.2 Prüfung und Einstellung des Motors

    Vor Versuchsbeginn sind neue Zündkerzen und gegebenenfalls
    Unterbrecherkontakte einzubauen. Weiterhin sind die nachstehend
    aufgeführten Merkmale des Motors zu überprüfen und gegebenenfalls nach
    den Angaben des Fahrzeugherstellers einzustellen:

    Kompressionsdruck

    Ventilspiel

    Zündzeitpunkt

    gegebenenfalls Schließwinkel

    Leerlaufdrehzahl

    CO-Gehalt im Leerlauf

    Dichtheit der Auspuffanlage

    Startautomatik, gegebenenfalls Batterie.

3.3.3 Überprüfung der Einbau- und Einstellanweisung beim nachträglichen
    Einbau des Abgasreinigungssystems

    Der Einbau und die Einstellung des Abgasreinigungssystems sind vom
    Antragsteller in Gegenwart des Technischen Dienstes anhand der
    mitgelieferten Einbau- und Einstellanleitung am Prüffahrzeug
    vorzunehmen; gegebenenfalls sind die Einbau- und Einstellanleitungen
    zu korrigieren.

3.4 Kraftstoff

    Bei Kraftfahrzeugen mit Fremdzündungsmotoren und
    Abgasreinigungssystemen, die den Betrieb mit unverbleitem Benzin
    erfordern, ist der Prüfkraftstoff nach Anlage XXIII Nummer 5.1 zu
    verwenden.

    Bei Kraftfahrzeugen mit Fremdzündungsmotoren, die für den
    Flüssiggasbetrieb umgerüstet wurden, ist Flüssiggas nach Anlage XXIII
    Nummer 5.3 zu verwenden.

    Bei Kraftfahrzeugen mit Fremdzündungsmotoren und
    Abgasreinigungssystemen, die mit verbleitem Benzin betrieben werden
    können, ist der Prüfkraftstoff nach Anhang VI der Richtlinie
    83/351/EWG des Rates zu verwenden.

    Bei Kraftfahrzeugen mit Selbstzündungsmotoren ist der Prüfkraftstoff
    nach Anlage XXIII Nummer 5.2 zu verwenden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__73.html
Directory: stvzo_2012
Level: 2.0