Title: § 8 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Formteile

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik und zur Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik (KStoffVerfMAusbV 2012)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.1 - Fachrichtung Formteile
§ 8 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Formteile

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik und zur Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik (KStoffVerfMAusbV 2012)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.1 - Fachrichtung Formteile
§ 8 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Formteile

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Herstellen von Formteilen,

2.  Verfahrenstechnische Systeme,

3.  Produktionsplanung und -analyse,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Herstellen von Formteilen bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Produktionsaufträge nach Art und Umfang auswerten, Informationen für
        die Auftragsabwicklung beschaffen,

    b)  Arbeitsabläufe und Betriebsmitteleinsatz planen und strukturieren
        sowie die Fertigungsvoraussetzungen schaffen,

    c)  Produktionsaufträge, insbesondere unter Berücksichtigung technischer
        Dokumente, der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes, durchführen,

    d)  Sicherheitseinrichtungen auf ihre Wirksamkeit überprüfen,

    e)  Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Formteilen einrichten,
        anfahren, steuern und überwachen, Produktionsabläufe optimieren und
        Maßnahmen zur Behebung von Störungen ergreifen,

    f)  betriebliche Qualitätssicherungssysteme im eigenen Arbeitsbereich
        anwenden, Ursachen von Qualitätsmängeln systematisch suchen,
        beseitigen und dokumentieren,

    g)  Prüfverfahren und Prüfmittel auswählen und anwenden, Prüfpläne und
        Prüfvorschriften anwenden, Ergebnisse bewerten und dokumentieren sowie

    h)  die relevanten fachlichen Hintergründe seiner Arbeit aufzeigen und
        seine Vorgehensweise begründen

    kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 ist aus folgenden Gebieten auszuwählen:

    a)  Spritzgießen,

    b)  Blasformen,

    c)  Schäumen,

    d)  Pressen oder

    e)  Thermoformen;

    andere Gebiete als die in den Buchstaben a bis e genannten können
    gewählt werden, wenn sie in gleicher Breite und Tiefe die in Nummer 1
    genannten Nachweise ermöglichen;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    situatives Fachgespräch führen; bei der Aufgabenstellung ist der
    Bereich, in dem der Auszubildende überwiegend betrieblich ausgebildet
    wurde, zu berücksichtigen;

4.  die Prüfungszeit beträgt sieben Stunden, innerhalb dieser Zeit soll
    das situative Fachgespräch höchstens 20 Minuten dauern.

(4) Für den Prüfungsbereich Verfahrenstechnische Systeme bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Bearbeitungs- und Verarbeitungsverfahren unterscheiden und nach
        materialspezifischen, technischen, betriebswirtschaftlichen und
        ökologischen Gesichtspunkten bewerten, auswählen und einsetzen,

    b)  Eigenschaften polymerer Werkstoffe ermitteln und prüfen, Werk- und
        Hilfsstoffe dem Verwendungszweck zuordnen und einsetzen,

    c)  qualitätssichernde Maßnahmen durchführen; Ergebnisse überprüfen,
        optimieren und dokumentieren, Arbeitssicherheits- und
        Umweltschutzvorschriften anwenden,

    d)  Komponenten der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik unterscheiden
        und anwendungsspezifisch zuordnen, Störungen in steuerungstechnischen
        Systemen eingrenzen,

    e)  Formteile nach technischen Teil-, Gruppen- und Gesamtzeichnungen
        herstellen und prüfen, Skizzen erstellen,

    f)  verfahrensbezogene Berechnungen durchführen sowie

    g)  Maßnahmen der Wartung und Instandhaltung durchführen

    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Produktionsplanung und -analyse bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Arbeitspläne erstellen, Produktionsabläufe koordinieren und
        optimieren,

    b)  Informationen für die Auftragsabwicklung beschaffen sowie
        Fertigungsvoraussetzungen sicherstellen,

    c)  die Auftragsabwicklung auswerten und dokumentieren,

    d)  qualitätssichernde Maßnahmen systematisch anwenden, auswerten und
        dokumentieren sowie

    e)  Maßnahmen zum Umwelt- und Arbeitsschutz anwenden

    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kstoffverfmausbv_2012/__8.html
Directory: kstoffverfmausbv_2012
Level: 4.0