Title: § 2 Begriffsbestimmungen

Description:
Verordnung über die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis beim Düngen (DüV 2017)
§ 2 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis beim Düngen (DüV 2017)
§ 2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser Verordnung sind:

1.  landwirtschaftlich genutzte Flächen:

    pflanzenbaulich genutztes Ackerland, gartenbaulich genutzte Flächen,
    Grünland und Dauergrünland, Obstflächen, Flächen, die der Erzeugung
    schnellwüchsiger Forstgehölze zur energetischen Nutzung dienen,
    weinbaulich genutzte Flächen, Hopfenflächen und Baumschulflächen; zur
    landwirtschaftlich genutzten Fläche gehören auch befristet aus der
    landwirtschaftlichen Erzeugung genommene Flächen, soweit diesen
    Flächen Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate oder
    Pflanzenhilfsmittel zugeführt werden;

2.  Schlag:

    eine einheitlich bewirtschaftete, räumlich zusammenhängende und mit
    der gleichen Pflanzenart oder mit Pflanzenarten mit vergleichbaren
    Nährstoffansprüchen bewachsene oder zur Bestellung vorgesehene Fläche;

3.  Bewirtschaftungseinheit:

    zwei oder mehr Schläge, die vergleichbare Standortverhältnisse
    aufweisen, einheitlich bewirtschaftet werden und mit der gleichen
    Pflanzenart oder mit Pflanzenarten mit vergleichbaren
    Nährstoffansprüchen bewachsen oder zur Bestellung vorgesehen sind;

4.  Düngejahr:

    Zeitraum von zwölf Monaten, auf den sich die Bewirtschaftung des
    überwiegenden Teiles der landwirtschaftlich genutzten Fläche,
    insbesondere die dazugehörige Düngung, bezieht;

5.  Düngung:

    Zufuhr von Pflanzennährstoffen über Düngemittel, Bodenhilfsstoffe,
    Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmittel zur Erzeugung von
    Nutzpflanzen sowie zur Erhaltung der Fruchtbarkeit der Böden;

6.  Nährstoffzufuhr:

    Summe der über Düngung und Nährstoffeintrag außerhalb einer Düngung
    zugeführten Nährstoffmengen;

7.  Nährstoffabfuhr:

    Nährstoffmenge, die mit Haupt- und Nebenernteprodukten von der
    landwirtschaftlich genutzten Fläche abgefahren oder durch Weidehaltung
    entzogen wird;

8.  Nährstoffbedarf:

    Nährstoffmenge, die zur Erzielung eines bestimmten Ertrages oder einer
    bestimmten Qualität unter Berücksichtigung von Standort- und
    Bodenverhältnissen notwendig ist;

9.  Düngebedarf:

    Nährstoffmenge, die den Nährstoffbedarf einer Kultur nach Abzug
    sonstiger verfügbarer Nährstoffmengen und unter Berücksichtigung der
    Nährstoffversorgung des Bodens abdeckt;

10. wesentliche Nährstoffmenge:

    eine zugeführte Nährstoffmenge je Hektar und Jahr von mehr als 50
    Kilogramm Stickstoff (Gesamtstickstoff) oder 30 Kilogramm Phosphat (P
    2                   O
    5                   );

11. wesentlicher Nährstoffgehalt:

    Nährstoffgehalt in der Trockenmasse von mehr als 1,5 vom Hundert
    Gesamtstickstoff oder 0,5 vom Hundert Phosphat;

12. verfügbarer Stickstoff:

    in Wasser oder in 0,0125 molarer Calciumchloridlösung gelöster
    Stickstoff;

13. wesentlicher Gehalt an verfügbarem Stickstoff:

    der in Wasser oder in 0,0125 molarer Calciumchloridlösung gelöste
    Anteil von über 10 vom Hundert bei einem Gesamtstickstoffgehalt in der
    Trockenmasse von mehr als 1,5 vom Hundert;

14. oberirdische Gewässer:

    Gewässer im Sinne des § 3 Nummer 1 des Wasserhaushaltsgesetzes;

15. Grundwasser:

    Grundwasser im Sinne des § 3 Nummer 3 des Wasserhaushaltsgesetzes;

16. satzweiser Anbau von Gemüsekulturen:

    zeitlich gestaffelter Anbau von gleichen Gemüsekulturen während der
    Vegetationsperiode;

17. Betriebsinhaber:

    eine natürliche oder juristische Person oder eine sonstige
    Personenvereinigung, die einen Betrieb unterhält;

18. Betrieb:

    die Gesamtheit der für in dieser Verordnung geregelten Tätigkeiten
    genutzten und vom Betriebsinhaber verwalteten Einheiten, die sich im
    Gebiet der Bundesrepublik Deutschland befinden.

Nicht zur landwirtschaftlich genutzten Fläche im Sinne des Satzes 1
Nummer 1 gehören

1.  in geschlossenen oder bodenunabhängigen Kulturverfahren genutzte
    Flächen,

2.  Flächen in Gewächshäusern oder unter stationären Folientunneln, soweit
    durch eine gesteuerte Wasserzufuhr eine Auswaschung von Nährstoffen
    verhindert wird.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/d_v_2017/__2.html
Directory: duev_2017
Level: 2.0