Title: Anlage 14 Kriterien für die Bedeutsamkeit eines Vorkommnisses bei medizinischer Exposition und bei Exposition der untersuchten Person bei einer nichtmedizinischen Anwendung

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)

Anlage 12 Leitstellen des Bundes für die Emissions- und Immissionsüberwachung
Anlage 14 Kriterien für die Bedeutsamkeit eines Vorkommnisses bei medizinischer Exposition und bei Exposition der untersuchten Person bei einer nichtmedizinischen Anwendung

Paragraph: 200

Content:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)

Anlage 12 Leitstellen des Bundes für die Emissions- und Immissionsüberwachung
Anlage 14 Kriterien für die Bedeutsamkeit eines Vorkommnisses bei medizinischer Exposition und bei Exposition der untersuchten Person bei einer nichtmedizinischen Anwendung

(Fundstelle: BGBl. I 2018, 2161 - 2162
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**I.** **Untersuchungen mit ionisierender Strahlung und radioaktiven Stoffen
    – ohne Interventionen – mit Ausnahme von Untersuchungen mittels
    konventioneller Projektionsradiographie und mittels digitaler
    Volumentomographie der Zähne und des Kiefers**

    1)  Bezogen auf eine Gruppe von Personen

        Jede Überschreitung des Mittelwertes über die letzten 20
        aufeinanderfolgenden Untersuchungen gleicher Untersuchungsart am
        selben Gerät um mehr als 100 Prozent des jeweiligen diagnostischen
        Referenzwertes, sobald der diagnostische Referenzwert einer einzelnen
        Untersuchung um 200 Prozent überschritten wurde.

    2)  Bezogen auf eine einzelne Person

        a)  Jede Überschreitung des volumenbezogenen Computertomographie-
            Dosisindex einer computertomographischen Anwendung am Gehirn von 120
            Milligray und einer sonstigen computertomographischen Anwendung am
            Körper von 80 Milligray sowie jede Überschreitung des Gesamt-
            Dosisflächenproduktes einer Röntgendurchleuchtung von 20 000 Zentigray
            mal Quadratzentimeter. Für Anwendungen mit Geräten zur digitalen
            Volumentomographie gilt der zuerst überschrittene Wert von
            Computertomographie oder Durchleuchtung.

            Jede durch radioaktive Stoffe verursachte Überschreitung der
            vorgesehenen effektiven Dosis um mehr als 20 Millisievert oder einer
            Organdosis um mehr als 100 Millisievert bei einer einzelnen
            Untersuchung; zur Überprüfung der Einhaltung dieser Werte kann der
            Strahlenschutzverantwortliche die vom Bundesamt für Strahlenschutz
            veröffentlichten Aktionsschwellen für Aktivitäten in Megabecquerel für
            Untersuchungen mit radioaktiven Stoffen heranziehen.

        b)  Jede Wiederholung einer Anwendung, insbesondere auf Grund einer
            Körperteilverwechslung, eines Einstellungsfehlers oder eines
            vorausgegangenen Gerätedefekts, wenn für die daraus resultierende
            gesamte zusätzliche Exposition das Kriterium nach Buchstabe a erfüllt
            ist.

        c)  Jede Personenverwechslung, wenn für die daraus resultierende gesamte
            zusätzliche Exposition das Kriterium nach Buchstabe a erfüllt ist.

        d)  Jedes Auftreten einer deterministischen Wirkung, die für die
            festgelegte Untersuchung nicht zu erwarten war.

        e)  Jede Verwechslung des radioaktiven Stoffs, wenn für die daraus
            resultierende gesamte zusätzliche Exposition das Kriterium nach
            Buchstabe a erfüllt ist.

**II.** **Interventionen**

    1)  Bezogen auf eine Gruppe von Personen

        Jede Überschreitung des Mittelwertes über die letzten 20
        aufeinanderfolgenden Interventionen gleicher Untersuchungsart um mehr
        als 100 Prozent des jeweiligen diagnostischen Referenzwertes, sobald
        der diagnostische Referenzwert einer einzelnen Untersuchung um 200
        Prozent überschritten wurde.

    2)  Bezogen auf eine einzelne Person, wenn die Intervention zum Zweck der
        Untersuchung der Person erfolgt

        a)  Jede Überschreitung des Gesamt-Dosisflächenproduktes von 20 000
            Zentigray mal Quadratzentimeter.

        b)  Jede Wiederholung einer Anwendung, insbesondere auf Grund einer
            Körperteilverwechslung, eines Einstellungsfehlers oder eines
            vorausgegangenen Gerätedefekts, wenn für die daraus resultierende
            gesamte zusätzliche Exposition das Kriterium nach Buchstabe a erfüllt
            ist.

        c)  Jede Personenverwechslung.

        d)  Jedes Auftreten einer deterministischen Wirkung, die für die
            festgelegte Intervention nicht zu erwarten war.

    3)  bezogen auf eine einzelne Person, wenn die Intervention zum Zweck der
        Behandlung der Person erfolgt

        a)  Jede Überschreitung des Gesamt-Dosisflächenproduktes von 50 000
            Zentigray mal Quadratzentimeter, wenn akut oder innerhalb von 21 Tagen
            nach der interventionellen Untersuchung ein deterministischer
            Hautschaden zweiten oder höheren Grades auftritt.

        b)  Jede Personen- oder Körperteilverwechslung.

        c)  Jedes Auftreten einer deterministischen Wirkung, die für die
            festgelegte Intervention nicht zu erwarten war.

**III.** **Behandlungen mit ionisierender Strahlung und umschlossenen
    radioaktiven Stoffen**

    1)  Jede Abweichung der Gesamtdosis im Zielvolumen oder am Referenzpunkt
        um mehr als 10 Prozent von der im Bestrahlungsplan festgelegten Dosis,
        sofern die Abweichung mindestens 4 Gray beträgt.

    2)  Jede ungeplante Überschreitung der in der Arbeitsanweisung
        festgelegten Dosisbeschränkung für Risikoorgane, sofern die
        Überschreitung mehr als 10 Prozent beträgt.

    3)  Jede Abweichung der mittleren Gesamtdosis um mehr als 10 Prozent von
        der festgelegten mittleren Dosis im Zielvolumen oder für Risikoorgane.

    4)  Jede Abweichung von der im Bestrahlungsplan festgelegten
        Gesamtbehandlungszeit um mehr als eine Woche, sofern die Abweichung
        nicht durch die behandelte Person bedingt ist.

    5)  Jede Personen- oder Bestrahlungsplanverwechslung.

    6)  Jedes Auftreten einer deterministischen Wirkung, die für die
        festgelegte Behandlung nicht zu erwarten war.

**IV.** **Behandlungen mit offenen radioaktiven Stoffen**

    1)  Jede Abweichung der verabreichten Gesamtaktivität von der festgelegten
        Aktivität um mehr als 10 Prozent.

    2)  Jedes Auftreten einer deterministischen Wirkung, die bei der
        festgelegten Behandlung nicht zu erwarten war.

    3)  Jede Personen- oder Körperteilverwechslung oder Verwechslung des
        radioaktiven Stoffes.

    4)  Jedes Auftreten eines Paravasates nach Injektion des radioaktiven
        Stoffes, sofern mehr als 15 Prozent der vorgesehenen Aktivität
        fehlappliziert wurde.

    5)  Jede Kontamination durch einen radioaktiven Stoff, wenn es zu einer
        unbeabsichtigten Exposition der behandelten Person gekommen ist und
        die daraus resultierende effektive Dosis 20 Millisievert oder die
        Organ-Äquivalentdosis 100 Millisievert überschreitet.

**V.** **Betreuungs- und Begleitpersonen nach § 2 Absatz 8 Nummer 3 des
    Strahlenschutzgesetzes**

    Jede unbeabsichtigte Überschreitung der effektiven Dosis von 1
    Millisievert für eine Betreuungs- und Begleitperson.

**VI.** **Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe am
    Menschen zum Zweck der medizinischen Forschung**

    1)  Für nach § 31 des Strahlenschutzgesetzes genehmigte Anwendungen jedes
        nach den in den Abschnitten I bis V genannten Kriterien bedeutsame
        Vorkommnis; sofern nach § 138 Absatz 6 Satz 2 die Genehmigungsbehörde
        abweichende Werte festlegt, sind bei der Anwendung von Abschnitt I
        Nummer 1 und Abschnitt II Nummer 1 diese Werte anstelle der
        diagnostischen Referenzwerte heranzuziehen.

    2)  Für nach § 32 des Strahlenschutzgesetzes angezeigte Anwendungen jedes
        nach den in den Abschnitten I, II und V genannten Kriterien bedeutsame
        Vorkommnis.

    3)  Für Untersuchungen zum Zweck der medizinischen Forschung jede
        Überschreitung der Dosisgrenzwerte nach § 137 Absatz 2 oder 3.

**VII.** **Ereignisse mit beinahe erfolgter Exposition**

    Jedes außerhalb der qualitätssichernden Maßnahmen entdeckte Ereignis
    mit beinahe erfolgter Exposition, für das eines der Kriterien der
    Abschnitte I bis VI zutreffen würde, wenn die Exposition tatsächlich
    aufgetreten wäre.

(zu § 108)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__200.html
Directory: strlschv_2018
Level: 4.0