Title: § 11 Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation

Description:
Verordnung über die Prüfung der Jahresabschlüsse der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute sowie über die darüber zu erstellenden Berichte (PrüfbV 2015)
Abschnitt 3 - Aufsichtliche Vorgaben
Unterabschnitt 1 - Risikomanagement und Geschäftsorganisation
§ 11 Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation

Paragraph: 11

Content:
Verordnung über die Prüfung der Jahresabschlüsse der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute sowie über die darüber zu erstellenden Berichte (PrüfbV 2015)
Abschnitt 3 - Aufsichtliche Vorgaben
Unterabschnitt 1 - Risikomanagement und Geschäftsorganisation
§ 11 Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation

(1) Der Abschlussprüfer hat die Angemessenheit und Wirksamkeit des
Risikomanagements gemäß § 25a Absatz 1 Satz 3 des Kreditwesengesetzes
sowie die weiteren Anforderungen an die Ordnungsmäßigkeit der
Geschäftsorganisation gemäß § 25a Absatz 1 Satz 6 Nummer 1 des
Kreditwesengesetzes unter Berücksichtigung der Komplexität und des
Risikogehaltes der betriebenen Geschäfte zu beurteilen. Dabei ist
insbesondere auf Adressenausfallrisiken und Marktpreisrisiken
einschließlich der Zinsänderungsrisiken des Anlagebuchs, der
Liquiditätsrisiken und operationellen Risiken sowie den damit
verbundenen Risikokonzentrationen gesondert einzugehen. Betreibt das
Institut algorithmischen Handel im Sinne des BaFin-Rundschreibens
6/2013 (BA) – Anforderungen an Systeme und Kontrollen für den
Algorithmushandel von Instituten – vom 18. Dezember 2013,
veröffentlicht auf der Internetseite der Bundesanstalt, hat der
Abschlussprüfer auch darüber zu berichten, ob diese Anforderungen vom
Institut erfüllt werden.

(2) Der Abschlussprüfer hat zu beurteilen, ob

1.  die Strategien des Instituts auf dessen nachhaltige Entwicklung
    ausgerichtet sind,

2.  die eingerichteten Verfahren zur Ermittlung der Risikotragfähigkeit
    des Instituts eine vorsichtige Ermittlung der Risiken sowie der
    Risikodeckungspotenziale gewährleisten,

3.  das interne Kontrollsystem angemessen und wirksam ist und insbesondere
    über wirksame Risikocontrolling- und Compliance-Funktionen verfügt,

4.  die Interne Revision angemessen und wirksam ist,

5.  die personelle und technisch-organisatorische Ausstattung des
    Instituts angemessen ist,

6.  das Notfallkonzept für die IT-Systeme angemessen und wirksam ist.

(3) Der Abschlussprüfer hat zu beurteilen, ob die Geschäftsleiter die
Anforderungen nach § 25c Absatz 2 Satz 1 und 2 des Kreditwesengesetzes
und die Verwaltungs- oder Aufsichtsorgane die Anforderungen nach § 25d
Absatz 3 Satz 1 oder Absatz 3a Satz 1 des Kreditwesengesetzes
erfüllen.

(4) Der Abschlussprüfer hat zu beurteilen, ob die Geschäftsleiter im
Rahmen ihrer Pflichten und ihrer Gesamtverantwortung für die
ordnungsgemäße Geschäftsorganisation ihren Aufgaben nach § 25c Absatz
3, 4a und 4b des Kreditwesengesetzes nachgekommen sind.

(5) Der Abschlussprüfer hat zu beurteilen, ob die Strukturen des
Instituts es seinem Verwaltungs- oder Aufsichtsorgan ermöglichen,
seine Aufgaben ordnungsgemäß wahrzunehmen. Im Rahmen dieser
Beurteilung ist auf die Einrichtung oder Nichteinrichtung der
Ausschüsse nach § 25d Absatz 8 bis 12 des Kreditwesengesetzes
einzugehen; dabei sind die Kriterien nach § 25d Absatz 7 Satz 1 des
Kreditwesengesetzes zu berücksichtigen. Der Abschlussprüfer hat zudem
zu beurteilen, ob die jeweiligen Vorsitzenden der Ausschüsse und bei
Nichtbestellung eines Ausschusses der Vorsitzende des Verwaltungs-
oder Aufsichtsorgans unmittelbar beim Leiter der Internen Revision und
beim Leiter des Risikocontrollings oder den Leitern der für die
Ausgestaltung der Vergütungssysteme zuständigen Organisationseinheiten
Auskünfte einholen können.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pr_fbv_2015/__11.html
Directory: pruefbv_2015
Level: 4.0