Title: § 9 Voraussetzungen für die Zulassung (Prüfungstätigkeit); Verordnungsermächtigung

Description:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Zweiter Teil - Voraussetzungen für die Berufsausübung
Erster Abschnitt - Zulassung zur Prüfung
§ 9 Voraussetzungen für die Zulassung (Prüfungstätigkeit); Verordnungsermächtigung

Paragraph: 9

Content:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Zweiter Teil - Voraussetzungen für die Berufsausübung
Erster Abschnitt - Zulassung zur Prüfung
§ 9 Voraussetzungen für die Zulassung (Prüfungstätigkeit); Verordnungsermächtigung

(1) Die Zulassung setzt eine für die Ausübung des Berufes genügende
praktische Ausbildung (Tätigkeit) voraus. Bewerbende mit
abgeschlossener Hochschulausbildung haben eine wenigstens dreijährige
Tätigkeit bei einer in § 8 Abs. 2 Nr. 1 genannten Stelle nachzuweisen.
Beträgt die Regelstudienzeit der Hochschulausbildung weniger als acht
Semester, verlängert sich die Tätigkeit auf vier Jahre; eine darüber
hinausgehende Tätigkeit wird nicht gefordert. Die Tätigkeit muss nach
Erwerb des ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses erbracht
werden; Absatz 6 bleibt unberührt.

(2) Von ihrer gesamten Tätigkeit müssen die Bewerbenden wenigstens
während der Dauer zweier Jahre überwiegend an Abschlussprüfungen
teilgenommen und bei der Abfassung der Prüfungsberichte mitgewirkt
haben (Prüfungstätigkeit). Sie sollen während dieser Zeit insbesondere
an gesetzlich vorgeschriebenen Abschlussprüfungen teilgenommen und an
der Abfassung der Prüfungsberichte hierüber mitgewirkt haben. Die
Prüfungstätigkeit muss

1.  im Falle des § 8 Abs. 2 Nr. 1 nach dem fünften Jahr der Mitarbeit
    abgeleistet werden;

2.  im Falle des § 8 Abs. 2 Nr. 2 während oder nach der beruflichen
    Tätigkeit als vereidigter Buchprüfer oder vereidigte Buchprüferin oder
    als Steuerberater oder Steuerberaterin abgeleistet werden.

Das Erfordernis der Prüfungstätigkeit ist erfüllt, wenn die
Bewerbenden nachweislich in fremden Unternehmen materielle Buch- und
Bilanzprüfungen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen durchgeführt
haben. Als fremd gilt ein Unternehmen, mit dem die Bewerbenden weder
in einem Leitungs- noch in einem Anstellungsverhältnis stehen oder
gestanden haben.

(3) Die Prüfungstätigkeit muss ausgeübt worden sein in Mitarbeit bei

1.  Berufsangehörigen,

2.  Wirtschaftsprüfungsgesellschaften,

3.  vereidigten Buchprüfern oder vereidigten Buchprüferinnen,

4.  Buchprüfungsgesellschaften,

5.  genossenschaftlichen Prüfungsverbänden, in denen ein Berufsangehöriger
    tätig ist,

6.  Prüfungsstellen von Sparkassen- und Giroverbänden, in denen ein
    Berufsangehöriger tätig ist,

7.  überörtlichen Prüfungseinrichtungen für Körperschaften und Anstalten
    des öffentlichen Rechts, in denen ein Berufsangehöriger tätig ist,
    oder

8.  in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem
    anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen
    Wirtschaftsraum zugelassenen Abschlussprüfern oder
    Abschlussprüferinnen (EU- oder EWR-Abschlussprüfern) oder dort
    zugelassenen Prüfungsgesellschaften (EU- oder EWR-
    Abschlussprüfungsgesellschaften).

(4) Der Nachweis der Tätigkeit wie auch der Prüfungstätigkeit entfällt
für Bewerbende, die seit mindestens 15 Jahren den Beruf als
Steuerberater oder Steuerberaterin oder als vereidigter Buchprüfer
oder vereidigte Buchprüferin ausgeübt haben; dabei sind bis zu zehn
Jahre Berufstätigkeit als Steuerbevollmächtigter oder
Steuerbevollmächtigte anzurechnen.

(5) Eine Revisorentätigkeit in größeren Unternehmen oder eine
Tätigkeit als Steuerberater oder Steuerberaterin oder in einem
Prüfungsverband nach § 26 Abs. 2 des Kreditwesengesetzes oder eine mit
der Prüfungstätigkeit in Zusammenhang stehende Tätigkeit bei der
Wirtschaftsprüferkammer, bei der Abschlussprüferaufsichtsstelle oder
bei einer Personenvereinigung nach § 43a Absatz 1 Nummer 9 kann bis
zur Höchstdauer von einem Jahr auf die Tätigkeit nach Absatz 1
angerechnet werden. Dasselbe gilt für prüfende Personen im
öffentlichen Dienst, sofern sie nachweislich selbstständig Prüfungen
von größeren Betrieben durchgeführt haben. Eine Tätigkeit im Ausland
ist auf die Tätigkeit nach Absatz 1 anzurechnen, wenn sie bei einer
Person, die in dem ausländischen Staat als sachverständiger Prüfer
ermächtigt oder bestellt ist, abgeleistet wurde und wenn die
Voraussetzungen für die Ermächtigung oder Bestellung den Vorschriften
dieses Gesetzes im Wesentlichen entsprechen.

(6) Bewerbende, die einen nach § 8a anerkannten
Hochschulausbildungsgang abgeschlossen haben, können ohne Nachweis der
Tätigkeit nach Absatz 1 und der Prüfungstätigkeit nach Absatz 2
bereits zu einem früheren Zeitpunkt zur Prüfung zugelassen werden.

(7) Bewerbende können zur Ablegung einzelner Teile der Prüfung
zugelassen werden, wenn sie eine Tätigkeit nach Absatz 1 von
wenigstens sechs Monaten nachweisen. Das Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung, die
nicht der Zustimmung des Bundesrats bedarf, einzelne Prüfungsgebiete
von der Regelung des Satzes 1 auszunehmen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wipro/__9.html
Directory: wipro
Level: 4.0