Title: § 4 Inhalt der Prüfung

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Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Sozialversicherungsfachwirt – Fachrichtung gesetzliche Renten- und knappschaftliche Sozialversicherung und Geprüfte Sozialversicherungsfachwirtin – Fachrichtung gesetzliche Renten- und knappschaftliche Sozialversicherung (SzVersFachwPrV)
§ 4 Inhalt der Prüfung

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Sozialversicherungsfachwirt – Fachrichtung gesetzliche Renten- und knappschaftliche Sozialversicherung und Geprüfte Sozialversicherungsfachwirtin – Fachrichtung gesetzliche Renten- und knappschaftliche Sozialversicherung (SzVersFachwPrV)
§ 4 Inhalt der Prüfung

(1) Im Handlungsbereich „Versicherungsverhältnisse und
Beitragszahlungen nach dem Sozialgesetzbuch“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, Anfragen von Versicherten und Arbeitgebern klären
und Beratungen hinsichtlich möglicher Versicherungsverhältnisse
durchführen zu können. Es sollen Begründung und Beendigung von
Versicherungs- und Beitragsverhältnissen erläutert und entsprechende
Sachverhalte bearbeitet werden können. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Beraten zu versicherungs- und beitragsrechtlichen Fragestellungen,

2.  Aufzeigen von Gestaltungsoptionen zum Erwerb von Leistungsansprüchen,

3.  Ermitteln und Würdigen sowie rechtliches Bewerten und zutreffendes
    Entscheiden versicherungs- und beitragsrechtlicher Sachverhalte sowie

4.  Einfordern und Erstatten von Beiträgen.

(2) Im Handlungsbereich „System der sozialen Sicherung“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, unterschiedliche Sozialleistungen in
Leistungsprozessen zu berücksichtigen. Hierbei sollen mittels des
Verständnisses von dem Aufbau, der Entwicklung sowie von dem
Sicherungszweck dieses Systems Versicherten mögliche Ansprüche auf
sonstige Sozialleistungen, deren Voraussetzungen und Zusammenwirken
dargelegt werden können. Darüber hinaus können die
Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der ergänzenden Risikoabdeckung
aufgezeigt werden. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Klären von Leistungen der sonstigen gesetzlichen Sicherungs-,
    Entschädigungs- und Fürsorgesysteme, bei Berechnungen berücksichtigen
    und in Beziehung zueinander setzen,

2.  Aufzeigen der Arten und Leistungsvoraussetzungen der betrieblichen und
    der privaten sowie der zulagegeförderten Alterssicherung und
    entsprechend beraten und

3.  Berücksichtigen der Zweige der gesetzlichen Sozialversicherung, deren
    Leistungen und Voraussetzungen in Leistungsprozessen.

(3) Im Handlungsbereich „Sozialverwaltungsverfahren“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, dass die Handlungsformen öffentlicher
Verwaltung überblickt und die Grundsätze des Verwaltungshandelns und
-verfahrens beherrscht werden. Hierzu gehört insbesondere die
Fähigkeit, die Rechtmäßigkeit von Verwaltungsakten auch im
Widerspruchs- und Klageverfahren zu prüfen und zu beurteilen. Ferner
können die Grundzüge des Sozialgerichtsverfahrens erläutert und dessen
verschiedene Klagearten voneinander abgegrenzt werden. Die
wesentlichen Vorschriften des Sozialdatenschutzes können hierbei
angewandt werden. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Erlassen und Korrigieren von Verwaltungsakten,

2.  Aufzeigen und Bearbeiten von Folgen fehlerhafter Auskunft und
    Beratung,

3.  Prüfen und Beurteilen der Erfolgsaussichten von Widersprüchen und
    Klagen,

4.  Prüfen von Ansprüchen Dritter auf Sozialleistungen sowie
    Regressansprüche gegen Dritte und

5.  Anwenden der Vorschriften des Sozialdatenschutzes in der Praxis.

(4) Im Handlungsbereich „Leistungen in der gesetzlichen
Rentenversicherung“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
Versicherte und Antragsteller über die Leistungen aus der gesetzlichen
Rentenversicherung beraten zu können. Ferner soll dargelegt werden,
dass im Zusammenhang mit Ansprüchen auf Leistungen eigenverantwortlich
und auf der Grundlage der gesetzlichen Vorschriften Sachverhalte
ermittelt, gewürdigt, rechtlich bewertet und entschieden werden
können. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
werden:

1.  Beraten zu leistungsrechtlichen Fragestellungen,

2.  Feststellen von Maßnahmen und Leistungen zur wirtschaftlichen
    Sicherung bei Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit und den
    Versicherten entsprechende Entscheidungsoptionen aufzeigen,

3.  Beraten der Versicherten hinsichtlich der wirtschaftlichen Sicherung
    im Alter und ebenso umfassend Hinterbliebenen deren
    Sicherungsansprüche und daraus resultierende Maßnahmen aufzeigen,

4.  Erkennen des Zusammentreffens gesetzlicher Sozialleistungen und
    Darstellen der Auswirkungen weiterer Einkünfte auf die Rentenhöhe,

5.  Beurteilen und Berücksichtigen maßgebender Faktoren für die
    Rentenhöhe,

6.  Ermitteln und Bearbeiten von Ausgleichssachverhalten zwischen den
    Leistungsträgern.

(5) Im Handlungsbereich „Leistungen in der knappschaftlichen
Sozialversicherung“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
Versicherte, Antragsteller und andere Kunden über die Leistungen aus
der knappschaftlichen Sozialversicherung informieren sowie beraten zu
können. Ferner soll nachgewiesen werden, dass im Zusammenhang mit
Ansprüchen auf Leistungen, unter Beachtung der knappschaftlichen
Besonderheiten, eigenverantwortlich und auf der Grundlage der
gesetzlichen Vorschriften Sachverhalte ermittelt, gewürdigt, rechtlich
bewertet und entschieden werden können. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Beraten zu leistungsrechtlichen Fragestellungen,

2.  Feststellen von Maßnahmen und Leistungen zur wirtschaftlichen
    Sicherung bei Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit und den
    Versicherten entsprechende Entscheidungsoptionen aufzeigen,

3.  Versicherte hinsichtlich der wirtschaftlichen Sicherung im Alter
    umfassend beraten und Hinterbliebenen ihre Sicherungsansprüche und
    daraus resultierende Maßnahmen aufzeigen,

4.  Erkennen des Zusammentreffens gesetzlicher Sozialleistungen und
    Darstellen der Auswirkungen weiterer Einkünfte auf die Rentenhöhe,

5.  Beurteilen und Berücksichtigen maßgebender Faktoren für die
    Rentenhöhe,

6.  Feststellen der Leistungen zur wirtschaftlichen Sicherung bei
    Arbeitsunfähigkeit und deren Höhe ermitteln,

7.  Beraten der Kunden zu Leistungen der Krankenbehandlung und Bewerten
    entsprechender Leistungsanträge,

8.  Beraten von Pflegebedürftigen, Pflegepersonen und weiteren Kunden über
    die Leistungen bei Pflegebedürftigkeit und Aufzeigen der daraus
    resultierenden Handlungsoptionen,

9.  Ermitteln und Bearbeiten von Ausgleichssachverhalten zwischen den
    Leistungsträgern.

(6) Im Handlungsbereich „Betriebswirtschaftliches Management in der
öffentlichen Verwaltung“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
Charakteristika von Unternehmen und Verwaltungen einschließlich der
Organisation in ihren Unterschieden darstellen und beurteilen zu
können. Des Weiteren soll nachgewiesen werden, dass mit
betriebswirtschaftlichen Instrumenten im eigenen Verantwortungsbereich
umgegangen werden kann. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Beurteilen der Organisation aus Sicht des eigenen
    Verantwortungsbereiches,

2.  Begründen betrieblicher Entscheidungen mit Hilfe von Kennzahlen sowie
    der Kosten- und Leistungsrechnung,

3.  Erläutern und Abgrenzen der Grundbegriffe des Rechnungswesens sowie
    entsprechende Geschäftsvorfälle zuordnen und Verfahren der
    Wirtschaftlichkeitsrechnung durchführen,

4.  Erläutern und Begründen der Funktion und Anwendungsfelder des
    Controllings im eigenen Verantwortungsbereich sowie

5.  Einsetzen der Elemente des Projektmanagements für eigene Projekte.

(7) Im Handlungsbereich „Kundenmanagement“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, mit Kunden dienstleistungsorientiert umgehen zu
können. Dabei soll auch dargelegt werden, wie die kundenorientierte
Ausrichtung des eigenen Bereichs erkannt, bewertet und zur
Verbesserung Maßnahmen abgeleitet werden können. In diesem Rahmen
können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Vorschlagen und Begründen von Maßnahmen des Kundenmanagements,

2.  kundenzentriertes Planen der Arbeitsabläufe und der Organisation,

3.  Umsetzen von Strategien und Programmen zur Anpassung an
    Kundenanforderungen,

4.  Optimieren der Arbeitsergebnisse durch das Qualitäts- und
    Beschwerdemanagement.

(8) Im Handlungsbereich „Veränderungsmanagement“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, dass Organisationsprozesse und Strukturen
beurteilt und Veränderungen bezogen auf den eigenen
Verantwortungsbereich vorgeschlagen und weiterentwickelt werden
können. Des Weiteren soll nachgewiesen werden, wie sich an der
Umsetzung von Veränderungsprozessen beteiligt werden kann. Hierbei
sollen Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren für die Veränderung von
Organisationen und Verwaltungen definiert und berücksichtigt werden
können. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
werden:

1.  Analysieren der Rahmenbedingungen für das Change-Management
    einschließlich der Akteure und Interessengruppen,

2.  Begleiten und Unterstützen in den Phasen des Change-Managements,

3.  Entwickeln einer Vorgehensweise zur Veränderung von Prozessen und
    Strukturen,

4.  Auswählen geeigneter Methoden zur Veränderung von
    Organisationsstrukturen,

5.  Fördern der Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und
    Mitarbeiter und konstruktives Umgehen mit Widerständen durch
    Kommunikation und Information.

(9) Im Handlungsbereich „Mitarbeiterführung“ soll anhand des
Verständnisses von Kommunikations- und Führungstheorien die Fähigkeit
nachgewiesen werden, Personalführungsprozesse im direkten Kontakt mit
Mitarbeitern gestalten zu können. Im Besonderen soll dargelegt werden,
wie die Führungsrolle und die Führungsfunktionen unter
Berücksichtigung von Gleichstellung und Gender Mainstreaming
verantwortlich wahrgenommen werden können. Dabei soll
selbstreflektiertes, kooperatives und zielorientiertes Handeln in der
Beziehung zur Mitarbeiterin oder zum Mitarbeiter sichtbar werden. Des
Weiteren soll die Berufsausbildung geplant und durchgeführt werden
können. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
werden:

1.  Planen von Personalentwicklungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und
    Mitarbeiter,

2.  Auszubildende anleiten und zielorientiert führen und im Lernprozess
    unterstützen,

3.  Umsetzen von Führungsmodellen, -konzepten und -techniken und
    mitarbeiterorientiert Einfluss nehmen,

4.  Anwenden von Führungsinstrumenten,

5.  Kommunizieren und Präsentieren von Sachverhalten entsprechend den
    Adressaten und Informationen angemessen weitergeben sowie
    Besprechungen ergebnisorientiert leiten und moderieren und

6.  Entwickeln und nachhaltiges Beeinflussen der Gruppendynamik und
    Kooperation in einer Organisationseinheit durch Teamführung.

(10) Im Handlungsbereich „Personalmanagement“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, das Personal in der eigenen Organisationseinheit
vor dem Hintergrund des gesamtorganisatorischen Zusammenhangs und
unter Berücksichtigung von Gleichstellung und Gender Mainstreaming
adäquat einsetzen zu können. Es soll dargelegt werden, wie über
Managementfunktionen zielorientiert Einfluss genommen wird, und dass
die strukturellen Bedingungen der Personalauswahl, -beschaffung,
-planung und -entwicklung gekannt und genutzt werden können. In diesem
Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Einsetzen der Instrumente des Personalmanagements im Führungshandeln
    sowie die Einbeziehung von Dritten beschreiben,

2.  Planen des Personalbedarfs, der Ressourcen und der Arbeitsverteilung
    unter Berücksichtigung von Aufgaben und Strukturen und Anpassen im
    Rahmen der gesamtorganisatorischen Möglichkeiten,

3.  Ausüben personalwirtschaftlicher Kontrolle und Steuerung in der
    eigenen Arbeitseinheit.

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