Title: § 32 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
2. Abschnitt - Beton- und Stahlbetonbauer/Beton- und Stahlbetonbauerin
§ 32 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 32

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
2. Abschnitt - Beton- und Stahlbetonbauer/Beton- und Stahlbetonbauerin
§ 32 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in den Anlagen 1 und 5
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden eine praktische Aufgabe ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktische Aufgabe kommen
insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen einer Schalung mit Bewehrung für Stürze, Unterzüge, Stützen
    und Kragplatten mit Deckenanschlüssen oder

2.  Herstellen einer Schalung mit Bewehrung für eine Treppe einschließlich
    Podest.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Bauteile aus Beton und Stahlbeton, Baukörper aus
Steinen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den
Prüfungsbereichen Bauteile aus Beton und Stahlbeton sowie Baukörper
aus Steinen soll der Prüfling zeigen, daß er insbesondere durch
Verknüpfung von arbeitsorganisatorischen, technologischen,
mathematischen und zeichnerischen Inhalten praxisbezogene Fälle lösen
kann. Dabei sollen Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz
bei der Arbeit, zum Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen
einbezogen werden. Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Bauteile aus Beton und Stahlbeton:

    a)  Herstellen von Beton, Betonfestigkeitsklassen,

    b)  Verarbeiten, Nachbehandeln und Prüfen von Beton,

    c)  Betone mit besonderen Eigenschaften,

    d)  Brettschalungen, Schaltafeln, Rahmen- und Großflächenschalungen,
        Sonderschalungen,

    e)  Spannbeton,

    f)  Einbauteile,

    g)  Abdichtungen,

    h)  Instandhalten und Sanieren von Beton- und Stahlbetonbauteilen,

    i)  Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz,

    k)  Sichtbeton,

    l)  Unterfangungen;

2.  im Prüfungsbereich Baukörper aus Steinen:

    a)  Mauermörtel,

    b)  ein- und zweischaliges Mauerwerk,

    c)  Abgasanlagen,

    d)  Arbeits-, Schutz- und Traggerüste,

    e)  angrenzende Arbeiten im Tiefbau: Baugruben und Gräben, Verbau und
        offene Wasserhaltung, Pflasterdecken und Plattenbeläge, Ver- und
        Entsorgungsleitungen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Bauteile aus Beton und Stahlbeton

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Baukörper aus Steinen

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Bauteile aus Beton und Stahlbeton

    *   50 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Baukörper aus Steinen

    *   30 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einem der
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 10, so
hat er den Abschluß Hochbaufacharbeiter/Hochbaufacharbeiterin
erreicht. Die Anforderungen nach § 10 gelten dann als erfüllt, wenn in
dieser Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keinem der fachbezogenen Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung
erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__32.html
Directory: bauwiausbv_1999
Level: 4.0