Title: § 9 Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung in der Fachrichtung Fahrradtechnik

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Zweiradmechatroniker und zur Zweiradmechatronikerin (ZweiradAusbV)
§ 9 Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung in der Fachrichtung Fahrradtechnik

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Zweiradmechatroniker und zur Zweiradmechatronikerin (ZweiradAusbV)
§ 9 Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung in der Fachrichtung Fahrradtechnik

(1) Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung erstreckt sich auf

1.  die in der Anlage genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
    sowie

2.  den Lehrstoff des Berufsschulunterrichts, soweit der Lehrstoff für die
    Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) In Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung sollen Fertigkeiten,
Kenntnisse und Fähigkeiten, die bereits Gegenstand von Teil 1 der
Abschluss- oder Gesellenprüfung waren, nur insoweit einbezogen werden,
als es für die Feststellung der beruflichen Handlungsfähigkeit
erforderlich ist.

(3) Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung besteht aus folgenden
Prüfungsbereichen:

1.  Kundenauftrag,

2.  Beratung und Verkauf,

3.  Diagnose und Instandsetzungstechnik sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Kundenauftrag bestehen folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Arbeitsabläufe selbständig zu planen, fachliche Hintergründe
        aufzuzeigen sowie Lösungswege zu begründen,

    b)  Ersatzteile, Werkzeuge, Mess- und Prüfgeräte sowie Hilfsmittel unter
        Beachtung von technischen Regeln, Herstellerangaben und Kostenaufwand
        auszuwählen,

    c)  Informationssysteme zu nutzen,

    d)  Fahrräder und Systeme zu bedienen und zu erklären,

    e)  elektronische Antriebssysteme außer Betrieb und in Betrieb zu nehmen,

    f)  Systemfunktionen zu überprüfen, Diagnosesysteme einzusetzen, Fehler
        und Störungen zu diagnostizieren,

    g)  Fahrräder und deren Systeme instand zu setzen und nachzurüsten sowie

    h)  Ergebnisse zu dokumentieren;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind folgende Tätigkeiten auszuführen:

    a)  Instandhalten von Systemen und Anlagen der Fahrradtechnik,
        insbesondere durch Prüfen, Messen und Beurteilen sowie durch Ändern,
        Montieren, Demontieren und Einstellen von Fahrwerken, Antrieben oder
        Sicherheits- und Komfortsystemen, sowie

    b)  Anpassen oder Umrüsten von Fahrradsystemen oder Herstellen eines
        Fahrrades aus Baugruppen;

3.  der Prüfling soll zwei Arbeitsaufgaben bearbeiten und dokumentieren;
    zu jeder Arbeitsaufgabe soll mit dem Prüfling ein situatives
    Fachgespräch geführt werden, das jeweils aus mehreren Gesprächsphasen
    bestehen kann;

4.  die Prüfungszeit beträgt fünf Stunden; innerhalb dieser Zeit sollen
    die situativen Fachgespräche insgesamt höchstens 20 Minuten dauern.

(5) Für den Prüfungsbereich Beratung und Verkauf bestehen folgende
Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Kunden zielgruppen- und bedarfsgerecht zu beraten,

    b)  Verkaufsgespräche zu führen,

    c)  Dienstleistungsangebote des Betriebes darzustellen,

    d)  Gesprächsführungstechniken situationsbezogen und systematisch
        anzuwenden sowie

    e)  über Gewährleistung und Garantie zu informieren;

2.  der Prüfling soll in einer Gesprächssimulation ein Beratungs- und
    Verkaufsgespräch führen;

3.  die Prüfungszeit beträgt höchstens 20 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Diagnose und Instandsetzungstechnik
bestehen folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  fahrradtechnische Systeme, deren Funktionen und Vernetzung zu
        beschreiben,

    b)  Informationen aus Funktions-, Schalt- und Vernetzungsplänen,
        branchenbezogener Software sowie aus Herstelleranweisungen
        auszuwerten,

    c)  technologische und mathematische Sachverhalte und Daten zu
        analysieren, zu bewerten und Kosten zu ermitteln,

    d)  Problemanalysen durchzuführen, Störungen, Fehler und deren Ursachen
        systematisch einzugrenzen, Lösungswege darzustellen,

    e)  Ergebnisse der eingesetzten Mess-, Prüf- und Diagnosegeräte sowie
        Kundenhinweise zu nutzen, auszuwerten und zu bewerten,

    f)  Methoden der Instandsetzung unter Berücksichtigung des
        Qualitätsmanagements und der Kundenorientierung zu erläutern,
        Vorgehensweisen und Lösungswege aufzuzeigen,

    g)  Sicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen
        darzustellen sowie

    h)  elektrotechnische Arbeiten an Hochvoltkomponenten unter Anwendung der
        Sicherheitsvorschriften darzustellen;

2.  die Prüfungsaufgaben beziehen sich auf Kundenaufträge; der Prüfling
    soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 180 Minuten.

(7) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und
    Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen;

2.  der Prüfling soll die praxisbezogenen Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zweiradausbv/__9.html
Directory: zweiradausbv
Level: 2.0