Title: § 8 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Oberflächenbeschichter/zur Oberflächenbeschichterin (OberflbeschAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Oberflächenbeschichter/zur Oberflächenbeschichterin (OberflbeschAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf
den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung in höchstens zwölf Stunden
zwei Arbeitsaufgaben durchführen und dokumentieren sowie in insgesamt
höchstens 30 Minuten darüber ein Fachgespräch führen. Bei der
Aufgabenstellung ist die gewählte Alternative gemäß § 3 Nr. 17 zu
berücksichtigen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:

1.  Inbetriebnahme einer Beschichtungsanlage und Herstellen eines
    beschichteten Werkstückes unter Berücksichtigung unterschiedlicher
    Trägerwerkstoffe. Dabei soll der Prüfling insbesondere zeigen, dass er
    eine Arbeitsplanung durchführen, Produktionsprozesse regeln sowie
    Anlagen einrichten und optimieren kann;

2.  Durchführen eines Prozessschrittes, einschließlich Arbeitsplanung,
    Feststellen der Prozessfähigkeit der Anlage, Materiallogistik, Ver-
    und Entsorgen von Arbeitsstoffen, Bedienen und Beschicken der Anlage,
    prozessbegleitende Prüfungen, Qualitätsmanagement.

Die Ausführung der Aufgaben wird mit praxisbezogenen Unterlagen
dokumentiert. Durch die Ausführung der Aufgaben und deren
Dokumentation soll der Prüfling belegen, dass er Arbeitsabläufe und
Teilaufgaben zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher,
technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbstständig
planen und fertigungsgerecht umsetzen sowie Dokumentationen
fachgerecht anfertigen, zusammenstellen und modifizieren kann. Durch
das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene
Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die Aufgaben
relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweisen
bei der Ausführung der Aufgaben begründen kann. Die Ergebnisse der
Bearbeitung der Arbeitsaufgaben sollen mit 70 Prozent und das
Fachgespräch mit 30 Prozent gewichtet werden.

(3) Teil B der Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen
Verfahrenstechnik, Qualität und Umwelt sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde. In den Prüfungsbereichen Verfahrenstechnik sowie Qualität
und Umwelt sind insbesondere durch Verknüpfung
informationstechnischer, technologischer und mathematischer
Sachverhalte fachliche Probleme schriftlich zu analysieren, zu
bewerten und geeignete Lösungswege darzustellen.

(4) Für den Prüfungsbereich Verfahrenstechnik kommt insbesondere eine
der nachfolgenden Aufgaben in Betracht:

1.  Systematisches Eingrenzen eines Fehlers in einer Anlage, insbesondere
    in Nass- oder Trockenverfahren sowie in der Ver- und
    Entsorgungstechnik;

2.  Messen und Regeln von Prozessparametern einer Anlage sowie Pflegen und
    Warten von Prozessbädern. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er den
    Fertigungsprozess beherrscht, Daten systematisch ermitteln und
    interpretieren sowie die Sicherheit und den Gesundheitsschutz
    berücksichtigen kann.

(5) Für den Prüfungsbereich Qualität und Umwelt kommt insbesondere
eine der nachfolgenden Aufgaben in Betracht:

1.  Organisieren und Dokumentieren von Arbeitsvorgängen und
    Qualitätsmanagementmaßnahmen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
    Sachverhalte darstellen, Messdaten erfassen, statistisch bearbeiten
    und auswerten sowie diese zu Dokumentationen zusammenfassen kann;

2.  Planen der Ver- und Entsorgung von Beschichtungsanlagen. Dabei soll
    der Prüfling zeigen, dass er unter Beachtung von logistischen sowie
    Haltbarkeits-, Sicherheits- und Umweltkriterien Maßnahmen zur
    Lagerung, Prüfung, Bereitstellung von Medien und Werkzeugen sowie der
    Entsorgung von Reststoffen treffen sowie die entsprechenden
    Vorschriften anwenden kann.

(6) Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:
allgemeine, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus
der Berufs- und Arbeitswelt.

(7) Für den Prüfungsteil B ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten
auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Verfahrenstechnik

    *   90 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Qualität und Umwelt

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(8) Innerhalb des Prüfungsteils B haben die Prüfungsbereiche
Verfahrenstechnik sowie Qualität und Umwelt gegenüber dem
Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde jeweils das doppelte
Gewicht.

(9) Der Prüfungsteil B ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in den einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das bisherige Ergebnis und
das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(10) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in den Prüfungsteilen A
und B mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. Werden die
Prüfungsleistungen in den Arbeitsaufgaben einschließlich
Dokumentationen insgesamt, in dem Fachgespräch oder in einem der drei
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/oberflbeschausbv/__8.html
Directory: oberflbeschausbv
Level: 2.0