Title: § 4 Inhalt der Prüfung

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Personaldienstleistungsfachwirt und Geprüfte Personaldienstleistungsfachwirtin (PersDLPrV)
§ 4 Inhalt der Prüfung

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Personaldienstleistungsfachwirt und Geprüfte Personaldienstleistungsfachwirtin (PersDLPrV)
§ 4 Inhalt der Prüfung

(1) Im Handlungsbereich „Analysieren von Märkten und Chancen“ nach § 3
Absatz 2 Nummer 1 soll nachgewiesen werden, dass Märkte definiert und
analysiert werden und diese in unterschiedliche Zielgruppen- und
Marktsegmente unterschieden werden können. Es ist nachzuweisen, dass
Stärken und Schwächen eines Personaldienstleistungsunternehmens
hinsichtlich Personal, Kapital, Infrastruktur, Kunden und
Nachhaltigkeit zur Bestimmung des Unternehmensstandorts herangezogen
werden können. Hierbei werden Instrumente der Marktforschung und der
Unternehmensanalyse genutzt. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Märkte und Wettbewerber beobachten und analysieren,

2.  Personaldienstleistungsunternehmen analysieren und Marktposition
    bestimmen,

3.  Marktchancen und Risiken erkennen und bewerten.

(2) Im Handlungsbereich „Auswahl und Weiterentwicklung von
Personaldienstleistungen“ nach § 3 Absatz 2 Nummer 2 soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, die wirtschaftliche und
arbeitsmarktpolitische Rolle und Funktion sowie die Produktpalette von
Personaldienstleistungen mit ihren rechtlichen Zusammenhängen
präsentieren zu können. Es ist nachzuweisen, die Produktpalette auf
spezifische Anforderungen von Kunden anpassen und kombinieren und neue
Produkte konzeptionieren zu können. Dabei sind wirtschaftliche,
politische, rechtliche und kulturelle Rahmenbedingungen zu
berücksichtigen. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Unterscheiden und Erklären von Personaldienstleistungen,

2.  Erkennen von Trends und Innovationen,

3.  Konzeptionieren von Personaldienstleistungen.

(3) Im Handlungsbereich „Kundenbeziehungen“ nach § 3 Absatz 2 Nummer 3
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, dass der Kundenmarkt
analysiert und hinsichtlich Zielgruppen segmentiert werden und darauf
bezogene Vertriebswege zur Akquise gestaltet werden können. Es soll
nachgewiesen werden, dass Bedarfe der Kunden ermittelt und Bedürfnisse
beachtet, ein darauf zugeschnittenes Angebotsprofil gestaltet und
damit Kundeninteresse geweckt werden können. Ferner soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, die Kundengewinnung und -pflege unter Einsatz von
Marketinginstrumenten zu steuern und die Zusammenarbeit mit Kunden zur
gemeinsamen Entwicklung von Personalstrategien und Prozessoptimierung
auszubauen. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
geprüft werden:

1.  auf verschiedenen Vertriebswegen akquirieren,

2.  Angebotsprofile erstellen und Alleinstellungsmerkmale berücksichtigen,

3.  Kundenbeziehungen herstellen und festigen sowie Marketinginstrumente
    einsetzen,

4.  Zusammenarbeit ausbauen und optimieren.

(4) Im Handlungsbereich „Personal finden und binden“ nach § 3 Absatz 2
Nummer 4 soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, dass der
Personalangebotsmarkt segmentiert und Zielgruppen bestimmt werden
können. Es ist zu zeigen, dass Bedürfnisse der Bewerberinnen und
Bewerber und des Personals ermittelt und hinsichtlich individueller
Berufsperspektiven beraten werden können. Hierbei und insbesondere bei
der Vertragsgestaltung sind datenschutz-, arbeits- und tarifrechtliche
Bedingungen zu berücksichtigen, wie auch Aspekte des
Unternehmensmarketings und der Gesprächsführung. In diesem Rahmen
können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Personal auf verschiedenen Rekrutierungswegen beschaffen,

2.  persönliche und fachliche Kompetenzen und Potenziale analysieren,

3.  Bedürfnisse ermitteln, Angebote unterbreiten,

4.  arbeits- und projektbezogene Verträge gestalten.

(5) Im Handlungsbereich „Auftragsbesetzung, Auftragsbegleitung und
-nachbereitung“ nach § 3 Absatz 2 Nummer 5 soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, dass Personaldienstleistungsaufträge nach den
Anforderungen erfasst und die Auftragserfüllung sichergestellt werden
können. Es soll ferner nachgewiesen werden, dass die Einhaltung der
Arbeitsschutz-, Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften gewährleistet
werden kann. Dabei sind sowohl Kenntnisse über auftragsspezifische
Vertragsgestaltung und Kalkulation als auch
Prozessgestaltungskompetenz von der Auftragsannahme bis zur
Nachbereitung nachzuweisen. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Auftragserfassung nach detailliertem Anforderungsprofil sicherstellen,

2.  profilgerechte Auftragserfüllung sicherstellen,

3.  Verträge gestalten und Konditionsrahmen festlegen,

4.  Rahmenbedingungen für auftragsspezifische Qualifizierung festlegen,

5.  auftragsbegleitende Qualitätssicherung gewährleisten,

6.  Auftragsnachbereitung und Beschwerdemanagement sicherstellen.

(6) Im Handlungsbereich „Personalführung und -entwicklung“ nach § 3
Absatz 2 Nummer 6 soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, dass Aus-
und Weiterbildung gestaltet und gesteuert werden kann. Es soll
nachgewiesen werden, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt
werden können. Dies geschieht auf der Grundlage der Analyse
unterschiedlicher Führungsstile und der Reflexion des eigenen
Führungsverhaltens und der Unternehmensziele. Es soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, zielorientiert Mitarbeitergespräche führen und
Gruppengespräche moderieren sowie Konfliktmanagement umsetzen zu
können. Dabei sollen neben Methoden und Modellen zwischenmenschlicher
Kommunikation auch arbeits- und tarifrechtliche Regelungen sowie
betriebliche Vereinbarungen berücksichtigt und neue betriebliche
Vereinbarungen gestaltet werden können. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Planen, Organisieren, Durchführen und Kontrollieren von Aus- und
    Weiterbildung,

2.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen individuell fördern und entwickeln,

3.  eigenes Führungsverhalten reflektieren,

4.  Motivieren, Führungsstile und -techniken anwenden,

5.  Mitarbeitergespräche führen,

6.  Gruppen moderieren,

7.  Konfliktmanagement anwenden,

8.  arbeitsrechtliche Vorschriften kennen und anwenden.

(7) Im Handlungsbereich „Unternehmensführung, Prozessüberwachung,
Erfolgskontrolle“ nach § 3 Absatz 2 Nummer 7 soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, dass bei der Gestaltung, Einhaltung und Umsetzung
der Unternehmenskultur sowie der Weiterentwicklung der Werte und
Strategien mitgewirkt werden kann. Es soll die Fähigkeit zur Steuerung
der Gesamtprozesse unter Berücksichtigung der Qualitätssicherung
nachgewiesen werden. Dazu gehört auch, dass die interne und externe
Unternehmenskommunikation praktiziert werden kann. Diese Fähigkeiten
sind vor dem Hintergrund volkswirtschaftlicher und rechtlicher
Rahmenbedingungen sowie unter Berücksichtigung der ökonomischen,
ökologischen und sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit nachzuweisen. In
diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  bei der Entwicklung und Ausgestaltung von Unternehmensstrategien,
    -werten und -kultur mitwirken und diese auf das eigene Verhalten
    beziehen,

2.  Administration überwachen und Ergebnisverantwortung übernehmen,

3.  Planungsprozesse durchführen, Budgets erarbeiten und überwachen,

4.  Korrekturmaßnahmen einleiten,

5.  mit Unternehmen, Sozialpartnern, Arbeitsverwaltung und Bildungsträgern
    kooperieren,

6.  intern kommunizieren und das Unternehmen öffentlich darstellen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/persdlprv/__4.html
Directory: persdlprv
Level: 2.0