Title: § 57 Allgemeine Berufspflichten

Description:
Steuerberatungsgesetz (StBerG)
Zweiter Teil - Steuerberaterordnung
Dritter Abschnitt - Rechte und Pflichten
§ 57 Allgemeine Berufspflichten

Paragraph: 57

Content:
Steuerberatungsgesetz (StBerG)
Zweiter Teil - Steuerberaterordnung
Dritter Abschnitt - Rechte und Pflichten
§ 57 Allgemeine Berufspflichten

(1) Steuerberater und Steuerbevollmächtigte haben ihren Beruf
unabhängig, eigenverantwortlich, gewissenhaft, verschwiegen und unter
Verzicht auf berufswidrige Werbung auszuüben. Die
Verschwiegenheitspflicht bezieht sich auf alles, was in Ausübung des
Berufs bekannt geworden ist. Sie gilt nicht für Tatsachen, die
offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung
bedürfen.

(1a) Steuerberater und Steuerbevollmächtigte dürfen nicht tätig
werden, wenn eine Kollision mit eigenen Interessen gegeben ist.

(1b) Berät oder vertritt ein Steuerberater oder Steuerbevollmächtigter
mehrere Auftraggeber in derselben Sache, ist er bei
Interessenkollisionen verpflichtet, auf die widerstreitenden
Interessen der Auftraggeber ausdrücklich hinzuweisen und darf nur
vermittelnd tätig werden.

(1c) Die Absätze 1a und 1b gelten auch für Steuerberater und
Steuerbevollmächtigte, die ihren Beruf gemeinschaftlich mit einem
Steuerberater oder Steuerbevollmächtigten ausüben, der einem
Tätigkeitsverbot nach Absatz 1a unterliegt oder der nach Absatz 1b nur
vermittelnd tätig werden darf. Ein Tätigkeitsverbot nach Satz 1 bleibt
bestehen, wenn der dem Tätigkeitsverbot unterliegende Steuerberater
oder Steuerbevollmächtigte die gemeinschaftliche Berufsausübung
beendet. Die Sätze 1 und 2 sind nicht anzuwenden, wenn die betroffenen
Auftraggeber der Tätigkeit nach umfassender Information in Textform
zugestimmt haben und geeignete Vorkehrungen die Einhaltung der
Verschwiegenheit sicherstellen. Ein Tätigkeitsverbot nach Absatz 1a
oder Absatz 1b, das gegenüber einer Berufsausübungsgesellschaft
besteht, entfällt, wenn die Voraussetzungen des Satzes 3 erfüllt sind.
Soweit es für die Prüfung eines Tätigkeitsverbots oder einer
Beschränkung auf vermittelnde Tätigkeit erforderlich ist, dürfen der
Verschwiegenheitspflicht unterliegende Tatsachen einem Steuerberater
oder Steuerbevollmächtigten auch ohne Einwilligung des Auftraggebers
offenbart werden.

(2) Steuerberater und Steuerbevollmächtigte haben sich jeder Tätigkeit
zu enthalten, die mit ihrem Beruf oder mit dem Ansehen des Berufs
nicht vereinbar ist. Sie haben sich auch außerhalb der Berufstätigkeit
des Vertrauens und der Achtung würdig zu erweisen, die ihr Beruf
erfordert.

(2a) Steuerberater und Steuerbevollmächtigte sind verpflichtet, sich
fortzubilden.

(3) Mit dem Beruf eines Steuerberaters oder eines
Steuerbevollmächtigten sind insbesondere vereinbar

1.  die Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt, niedergelassener
    europäischer Rechtsanwalt oder vereidigter Buchprüfer;

2.  eine freiberufliche Tätigkeit, die die Wahrnehmung fremder Interessen
    einschließlich der Beratung zum Gegenstand hat;

3.  eine wirtschaftsberatende, gutachtliche oder treuhänderische Tätigkeit
    sowie die Erteilung von Bescheinigungen über die Beachtung
    steuerrechtlicher Vorschriften in Vermögensübersichten und
    Erfolgsrechnungen;

4.  die Tätigkeit eines Lehrers oder eines wissenschaftlichen Mitarbeiters
    an Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten, sofern der
    wissenschaftliche Mitarbeiter ihm übertragene Aufgaben in Forschung
    und Lehre überwiegend selbständig erfüllt; nicht vereinbar hingegen
    ist die Tätigkeit eines Lehrers oder eines wissenschaftlichen
    Mitarbeiters an staatlichen verwaltungsinternen Fachhochschulen mit
    Ausbildungsgängen für den öffentlichen Dienst;

5.  eine freie schriftstellerische Tätigkeit sowie eine freie Vortrags-
    und Lehrtätigkeit;

6.  die Durchführung von Lehr- und Vortragsveranstaltungen zur
    Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung sowie die Prüfung als
    Wirtschaftsprüfer und vereidigter Buchprüfer und zur Fortbildung der
    Mitglieder der Steuerberaterkammern und deren Mitarbeiter.

(4) Als Tätigkeiten, die mit dem Beruf des Steuerberaters und des
Steuerbevollmächtigten nicht vereinbar sind, gelten insbesondere

1.  eine gewerbliche Tätigkeit; die zuständige Steuerberaterkammer kann
    von diesem Verbot Ausnahmen zulassen, soweit durch die Tätigkeit eine
    Verletzung von Berufspflichten nicht zu erwarten ist;

2.  eine Tätigkeit als Arbeitnehmer mit Ausnahme der Fälle des Absatzes 3
    Nr. 4 sowie der §§ 58 und 59. Eine Tätigkeit als Angestellter der
    Finanzverwaltung ist stets mit dem Beruf des Steuerberaters oder
    Steuerbevollmächtigten unvereinbar.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__57.html
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