Title: § 62 Ermittlung und Anrechnung der Währungsgesamtposition

Description:
Verordnung über die angemessene Eigenkapitalausstattung von Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung (WuSolvV)
Teil 4 - Marktrisiken
Kapitel 1 - Währungsgesamtposition
§ 62 Ermittlung und Anrechnung der Währungsgesamtposition

Paragraph: 62

Content:
Verordnung über die angemessene Eigenkapitalausstattung von Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung (WuSolvV)
Teil 4 - Marktrisiken
Kapitel 1 - Währungsgesamtposition
§ 62 Ermittlung und Anrechnung der Währungsgesamtposition

(1) Die Währungsgesamtposition ist täglich bei Geschäftsschluss aus
den in die Währung der Rechnungslegung umgerechneten
Unterschiedsbeträgen zwischen den Aktiv- und den Passivpositionen
getrennt für jede fremde Währung (offene Einzelwährungspositionen) und
für Gold (offene Goldposition) zu ermitteln. Aktiv- und
Passivpositionen in Gold sind nach der Notierung desjenigen Marktes,
der im Hinblick auf das Umsatzvolumen als repräsentativ anzusehen ist,
in die Währung der Rechnungslegung umzurechnen. Wohnungsunternehmen
mit Spareinrichtung haben zu dokumentieren, welche Märkte sie als
repräsentativ ansehen und die hierfür wesentlichen
Entscheidungsgründe.

(2) Die offenen Einzelwährungspositionen sind getrennt für Beträge mit
aktivischer und Beträge mit passivischer Ausrichtung zusammenzufassen.
Der betragsmäßig größere der beiden Beträge (Nettowährungsposition)
bildet zusammen mit dem Betrag der offenen Goldposition die
Währungsgesamtposition des Wohnungsunternehmens mit Spareinrichtung.

(3) Wenn die Währungsgesamtposition 2 Prozent oder die größere der
beiden getrennt zu bestimmenden Summen aller in die Währung der
Rechnungslegung umgerechneten Aktiv- und Passivpositionen in allen
fremden Währungen 100 Prozent des Eigenkapitals übersteigt, ist die
Währungsgesamtposition für die Ermittlung des Anrechnungsbetrags mit 8
Prozent zu gewichten.

(4) Bei der Ermittlung des Anrechnungsbetrags für die
Währungsgesamtposition darf das Wohnungsunternehmen mit
Spareinrichtung nach einheitlicher und dauerhafter Wahl gegenläufig
ausgerichtete und nach Umrechnung in die Währung der Rechnungslegung
betragsmäßig gleiche Positionen (ausgeglichene Währungsposition) in
nachweislich eng verbundenen Währungen bei der Ermittlung der offenen
Einzelwährungspositionen nach Absatz 1 unberücksichtigt lassen und
statt dessen 50 Prozent des Betrags der ausgeglichenen
Währungsposition der Nettowährungsposition nach Absatz 2 hinzufügen.
Für die Ermittlung des Anrechnungsbetrags ist die
Währungsgesamtposition mit 8 Prozent zu gewichten. Absatz 3 ist nicht
anzuwenden. Das Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung hat bei
erstmaliger Inanspruchnahme des Wahlrechts die durchgeführte
statistische Untersuchung der Bundesanstalt und der Deutschen
Bundesbank vorzulegen. Die Bundesanstalt kann die Inanspruchnahme des
Wahlrechts untersagen, wenn die Untersuchung nach Satz 4 nicht
sachgerecht erfolgte. Davon ist insbesondere dann auszugehen, wenn die
in Absatz 5 genannten Parameter nicht beachtet wurden.

(5) Fremde Währungen gelten als nachweislich eng verbunden, wenn bei
Zugrundelegung der täglichen Wechselkurse für die letzten drei Jahre
eine Wahrscheinlichkeit von mindestens 99 Prozent oder für die letzten
fünf Jahre eine Wahrscheinlichkeit von mindestens 95 Prozent besteht,
dass aus ausgeglichenen Einzelwährungspositionen in diesen Währungen
über die nächsten zehn Arbeitstage kein Verlust entsteht, der 4
Prozent des Wertes der ausgeglichenen Währungsposition überschreitet.

(6) Investmentanteile im Sinne des § 16 Absatz 11 sind bei den Aktiv-
und Passivpositionen nach § 63 Absatz 1 und 2 entsprechend ihrer
tatsächlichen Währungszusammensetzung anteilig zu berücksichtigen.
Unter der Voraussetzung, dass die Richtigkeit der Ermittlung und die
Weitergabe an das Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung in
angemessener Weise sichergestellt werden, kann das Wohnungsunternehmen
mit Spareinrichtung für die Ermittlung der Währungszusammensetzung des
Investmentvermögens auf Dritte zurückgreifen. Ermittelt das
Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung die Währungszusammensetzung
des Investmentvermögens nicht selbst, muss ein Wirtschaftsprüfer
spätestens drei Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres des
Investmentvermögens die Richtigkeit der Berechnung nach Satz 2
bestätigen. Ist die tatsächliche Währungszusammensetzung des
Investmentvermögens dem Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung nicht
bekannt, ist davon auszugehen, dass das Investmentvermögen bis zu der
im Verkaufsprospekt oder einem gleichwertigen Dokument genannten
Höchstgrenze in Fremdwährungen investiert wurde. Die nach Satz 4
ermittelte als gehalten unterstellte Fremdwährungsposition ist bei der
Ermittlung der Währungsgesamtposition wie eine gesonderte Währung, der
Anrechnung von Gold entsprechend, zu behandeln. Sofern die Ausrichtung
der Anlagen des Investmentvermögens bekannt ist, gilt abweichend von
Satz 5, dass die Währungsposition des betreffenden Investmentvermögens
entsprechend ihrer Ausrichtung nach Absatz 2 zur Summe der offenen
Einzelwährungspositionen mit aktivischer Ausrichtung oder zur Summe
der offenen Einzelwährungspositionen mit passivischer Ausrichtung
hinzugerechnet werden darf. Eine Aufrechnung derartiger Positionen vor
der Berechnung ist nicht zulässig.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wusolvv/__62.html
Directory: wusolvv
Level: 4.0