Title: § 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Süßwaren und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Süßwaren (IMSüßFPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

Paragraph: 1

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Süßwaren und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Süßwaren (IMSüßFPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

(1) Mit der Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter
Industriemeister – Fachrichtung Süßwaren und Geprüfte
Industriemeisterin – Fachrichtung Süßwaren soll die auf einen
beruflichen Aufstieg abzielende Erweiterung der beruflichen
Handlungsfähigkeit nachgewiesen werden.

(2) Die Prüfung wird von der zuständigen Stelle durchgeführt.

(3) Durch die Erweiterung der beruflichen Handlungsfähigkeit soll der
Geprüfte Industriemeister – Fachrichtung Süßwaren oder die Geprüfte
Industriemeisterin – Fachrichtung Süßwaren in der Lage sein, in
Betrieben unterschiedlicher Größe sowie in verschiedenen Bereichen und
Tätigkeitsfeldern eines Betriebes Sach-, Organisations- und
Führungsaufgaben wahrzunehmen und sich auf Änderungen von Methoden und
Systemen in der Produktion, auf neue Strukturen der
Arbeitsorganisation und auf neue Methoden der
Organisationsentwicklung, der Personalführung und -entwicklung
einzustellen sowie den technisch-organisatorischen Wandel im Betrieb
mitzugestalten. Zur erweiterten beruflichen Handlungsfähigkeit gehören
im Einzelnen folgende Aufgaben:

1.  Sachaufgaben:

    a)  die süßwarenspezifischen Produktionsprozesse überwachen und
        optimieren,

    b)  die In- und Außerbetriebnahme von Produktionsanlagen organisieren und
        überwachen,

    c)  den Einsatz von Betriebs- und Produktionsmitteln koordinieren und
        deren Erhaltung und Betriebsbereitschaft sowie deren Werterhalt bei
        Transport und Lagerung sicherstellen,

    d)  den Werterhalt von Rohwaren, Zusatz- und Hilfsstoffen sowie von
        Halbfabrikaten und Süßwaren bei Transport und Lagerung sicherstellen,

    e)  Maßnahmen zur Vermeidung und Behebung von Betriebsstörungen einleiten
        und die Energieversorgung für die Produktionsabläufe sichern,

    f)  bei der Einrichtung von Arbeitsstätten und der Gestaltung von
        Arbeitsplätzen unter Beachtung ergonomischer Gesichtspunkte und
        entsprechender Vorschriften mitwirken,

    g)  technologische Weiterentwicklungen im Unternehmen umsetzen und

    h)  bei der Entwicklung von Vorschlägen für neue technische Konzepte und
        Spezifikationen mitarbeiten und den kontinuierlichen
        Verbesserungsprozess mitgestalten,

2.  Organisationsaufgaben:

    a)  die Arbeitsabläufe zur Herstellung von Süßwaren einschließlich des
        Einsatzes von Rohwaren sowie von Zusatz- und Hilfsstoffen planen und
        überwachen sowie sich an der Planung und Umsetzung neuer
        Produktionsprozesse beteiligen,

    b)  die Kontrollen der ein- und ausgehenden Produkte sowie die
        Dokumentationen der Produktionsprozesse sicherstellen,

    c)  Kostenpläne aufstellen sowie die Kostenentwicklung überwachen und auf
        einen wirtschaftlichen Ablauf achten,

    d)  bei der Auswahl und Beschaffung von Geräten, Maschinen und
        Produktionsanlagen mitwirken,

    e)  Qualitäts- und Quantitätsvorgaben planen und deren fristgemäße
        Einhaltung gewährleisten,

    f)  die Rückverfolgbarkeit von Produkten und Prozessen sicherstellen,

    g)  die Instandhaltung in Abstimmung mit den zuständigen Mitarbeiterinnen
        und Mitarbeitern sowie mit den beteiligten betrieblichen Bereichen
        koordinieren und überwachen,

    h)  die Einhaltung der Arbeitssicherheits-, Umwelt-, Gesundheits- und
        Hygienevorschriften sicherstellen und

    i)  Reklamationen bearbeiten,

3.  Führungsaufgaben:

    a)  die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sinne der Unternehmensziele
        führen und ihnen Aufgaben unter Berücksichtigung betrieblicher
        Vorgaben, nach betriebswirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen
        Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung ihrer individuellen
        Eignung, ihrer Kompetenzen und ihrer Interessen zuordnen, sie zu
        selbstständigem, verantwortlichem Handeln anleiten, ihre Motivation
        fördern und sie an Entscheidungsprozessen beteiligen,

    b)  bei der Planung des Personalbedarfs und bei Stellenbesetzungen
        mitwirken,

    c)  Arbeitsgruppen betreuen und moderieren,

    d)  die zielorientierte Kooperation und Kommunikation zwischen und mit den
        Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mit den Führungskräften
        fördern; Unterweisungen veranlassen,

    e)  die Innovationsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
        fördern; neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihre Arbeitsbereiche
        einführen,

    f)  die Ausbildung der zugeteilten Auszubildenden verantworten und

    g)  Qualitätsmanagementziele umsetzen sowie das qualitätsbewusste Handeln
        und die Kundenorientierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
        fördern.

(4) Die erfolgreich abgelegte Prüfung nach § 2 Absatz 1 Nummer 1 führt
zusammen mit dem erbrachten Nachweis nach § 2 Absatz 1 Nummer 2 zum
anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister –
Fachrichtung Süßwaren oder Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung
Süßwaren.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ims__fprv/__1.html
Directory: imsuessfprv
Level: 2.0