Title: § 39 Ungültige Stimmen, Zurückweisung von Wahlbriefen, Auslegungsregeln

Description:
Bundeswahlgesetz (BWahlG)
Sechster Abschnitt - Feststellung des Wahlergebnisses
§ 39 Ungültige Stimmen, Zurückweisung von Wahlbriefen, Auslegungsregeln

Paragraph: 39

Content:
Bundeswahlgesetz (BWahlG)
Sechster Abschnitt - Feststellung des Wahlergebnisses
§ 39 Ungültige Stimmen, Zurückweisung von Wahlbriefen, Auslegungsregeln

(1) Ungültig sind Stimmen, wenn der Stimmzettel

1.  nicht amtlich hergestellt ist,

2.  keine Kennzeichnung enthält,

3.  für einen anderen Wahlkreis gültig ist,

4.  den Willen des Wählers nicht zweifelsfrei erkennen läßt,

5.  einen Zusatz oder Vorbehalt enthält.

In den Fällen der Nummern 1 und 2 sind beide Stimmen ungültig; im Fall
der Nummer 3 ist nur die Erststimme ungültig, wenn der Stimmzettel für
einen anderen Wahlkreis in demselben Land gültig ist. Bei der
Briefwahl sind außerdem beide Stimmen ungültig, wenn der Stimmzettel
nicht in einem amtlichen Stimmzettelumschlag oder in einem
Stimmzettelumschlag abgegeben worden ist, der offensichtlich in einer
das Wahlgeheimnis gefährdenden Weise von den übrigen abweicht oder
einen deutlich fühlbaren Gegenstand enthält, jedoch eine Zurückweisung
gemäß Absatz 4 Nr. 7 oder 8 nicht erfolgt ist. Enthält der Stimmzettel
nur eine Stimmabgabe, so ist die nicht abgegebene Stimme ungültig.

(2) Mehrere in einem Stimmzettelumschlag enthaltene Stimmzettel gelten
als ein Stimmzettel, wenn sie gleich lauten oder nur einer von ihnen
gekennzeichnet ist; sonst zählen sie als ein Stimmzettel mit zwei
ungültigen Stimmen.

(3) Ist der Stimmzettelumschlag leer abgegeben worden, so gelten beide
Stimmen als ungültig.

(4) Bei der Briefwahl sind Wahlbriefe zurückzuweisen, wenn

1.  der Wahlbrief nicht rechtzeitig eingegangen ist,

2.  dem Wahlbriefumschlag kein oder kein gültiger Wahlschein beiliegt,

3.  dem Wahlbriefumschlag kein Stimmzettelumschlag beigefügt ist,

4.  weder der Wahlbriefumschlag noch der Stimmzettelumschlag verschlossen
    ist,

5.  der Wahlbriefumschlag mehrere Stimmzettelumschläge, aber nicht eine
    gleiche Anzahl gültiger und mit der vorgeschriebenen Versicherung an
    Eides Statt versehener Wahlscheine enthält,

6.  der Wähler oder die Hilfsperson die vorgeschriebene Versicherung an
    Eides Statt zur Briefwahl auf dem Wahlschein nicht unterschrieben hat,

7.  kein amtlicher Stimmzettelumschlag benutzt worden ist,

8.  ein Stimmzettelumschlag benutzt worden ist, der offensichtlich in
    einer das Wahlgeheimnis gefährdenden Weise von den übrigen abweicht
    oder einen deutlich fühlbaren Gegenstand enthält.

Die Einsender zurückgewiesener Wahlbriefe werden nicht als Wähler
gezählt; ihre Stimmen gelten als nicht abgegeben.

(5) Die Stimmen eines Wählers, der an der Briefwahl teilgenommen hat,
werden nicht dadurch ungültig, daß er vor dem oder am Wahltage stirbt
oder sein Wahlrecht nach § 13 verliert.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bwahlg/__39.html
Directory: bwahlg
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