Title: § 22 Sondervorschriften für den Effizienzvergleich

Description:
Verordnung über die Anreizregulierung der Energieversorgungsnetze (ARegV)
Teil 3 - Besondere Vorschriften zur Anreizregulierung
Abschnitt 1 - Betreiber von Übertragungs- und Fernleitungsnetzen
§ 22 Sondervorschriften für den Effizienzvergleich

Paragraph: 22

Content:
Verordnung über die Anreizregulierung der Energieversorgungsnetze (ARegV)
Teil 3 - Besondere Vorschriften zur Anreizregulierung
Abschnitt 1 - Betreiber von Übertragungs- und Fernleitungsnetzen
§ 22 Sondervorschriften für den Effizienzvergleich

(1) Bei Betreibern von Übertragungsnetzen ist vor Beginn der
Regulierungsperiode zur Ermittlung der Effizienzwerte ein
Effizienzvergleich unter Einbeziehung von Netzbetreibern in anderen
Mitgliedstaaten der Europäischen Union (internationaler
Effizienzvergleich) durchzuführen. Der internationale
Effizienzvergleich erfolgt mittels der in Anlage 3 genannten Methoden.
Stehen für die Durchführung einer stochastischen
Effizienzgrenzenanalyse nicht die Daten einer hinreichenden Anzahl von
Netzbetreibern zur Verfügung, findet ausschließlich die
Dateneinhüllungsanalyse Anwendung. Bei der Durchführung des
internationalen Effizienzvergleichs ist die strukturelle
Vergleichbarkeit der zum Vergleich herangezogenen Unternehmen
sicherzustellen, insbesondere auch durch Berücksichtigung nationaler
Unterschiede wie unterschiedlicher technischer und rechtlicher
Vorgaben oder von Unterschieden im Lohnniveau oder durch die
Herstellung der Vergleichbarkeit der Aufwandsparameter nach Maßgabe
des § 14. § 12 Abs. 2 bis 4 und § 13 Abs. 1 und 3 Satz 2, 3, 7 und 9
finden entsprechend Anwendung.

(2) Ist die Belastbarkeit des internationalen Effizienzvergleichs nach
Absatz 1 für einzelne oder alle Betreiber von Übertragungsnetzen nicht
gewährleistet, insbesondere dadurch, dass der Bundesnetzagentur
vergleichbare Daten von einer hinreichenden Anzahl an Netzbetreibern
in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zum unmittelbaren
Zugriff nicht vorliegen, so ist stattdessen für den oder die
betreffenden Netzbetreiber eine relative Referenznetzanalyse
durchzuführen, die dem Stand der Wissenschaft entspricht. Die relative
Referenznetzanalyse kann auch ergänzend zum internationalen
Effizienzvergleich durchgeführt werden, um die Belastbarkeit der
Ergebnisse zu verbessern. Die Referenznetzanalyse ist ein
Optimierungsverfahren zur Ermittlung von modellhaften Netzstrukturen
und Anlagenmengengerüsten, die unter den bestehenden Randbedingungen,
insbesondere der Notwendigkeit des Betriebs eines technisch sicheren
Netzes, ein optimales Verhältnis von Kosten und netzwirtschaftlichen
Leistungen aufweisen (Referenznetz). In der relativen
Referenznetzanalyse werden durch einen Vergleich mehrerer
Netzbetreiber relative Abweichungen der den tatsächlichen
Anlagenmengen entsprechenden Kosten von den Kosten eines
Referenznetzes ermittelt. Der Netzbetreiber mit den geringsten
Abweichungen vom Referenznetz bildet den Effizienzmaßstab für die
Ermittlung der Effizienzwerte; der Effizienzwert dieses Netzbetreibers
beträgt 100 Prozent.

(3) Bei Betreibern von Fernleitungsnetzen werden die Effizienzwerte
mittels eines nationalen Effizienzvergleichs mit den in Anlage 3
genannten Methoden ermittelt. Stehen für die Durchführung einer
stochastischen Effizienzgrenzenanalyse nicht die Daten einer
hinreichenden Anzahl an Netzbetreibern zur Verfügung, findet
ausschließlich die Dateneinhüllungsanalyse Anwendung. § 12 Abs. 2 bis
4, § 13 Abs. 1 und 3 und § 14 finden entsprechend Anwendung. Stehen
für die Durchführung eines nationalen Effizienzvergleichs nach den
Sätzen 1 bis 3 nicht die Daten einer hinreichenden Anzahl von
Netzbetreibern zur Verfügung, ist stattdessen ein internationaler
Effizienzvergleich nach Absatz 1 durchzuführen.

(4) Ist die Belastbarkeit des internationalen Effizienzvergleichs nach
Absatz 3 Satz 4 für einzelne oder alle Betreiber von
Fernleitungsnetzen nicht gewährleistet, insbesondere dadurch, dass der
Bundesnetzagentur vergleichbare Daten von einer hinreichenden Anzahl
an Netzbetreibern in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union
zum unmittelbaren Zugriff nicht vorliegen, so ist stattdessen für den
oder die betreffenden Netzbetreiber eine relative Referenznetzanalyse
nach Absatz 2 durchzuführen. Die relative Referenznetzanalyse kann
auch ergänzend zum internationalen Effizienzvergleich nach Absatz 3
Satz 4 durchgeführt werden, um die Belastbarkeit der Ergebnisse zu
verbessern.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aregv/__22.html
Directory: aregv
Level: 4.0