Title: Anlage 2 Einsenkungsmarken und Tiefgangsanzeiger an Binnenschiffen

Description:
Anlage A zur Donauschiffahrtspolizeiverordnung (DonauSchPVAnl 1993)
Zweiter Teil - Sonderbestimmungen für den deutschen Teil der Donau
Kapitel 14 - Fahrgastschiffahrt
Anlage 2 Einsenkungsmarken und Tiefgangsanzeiger an Binnenschiffen

Paragraph: 14

Content:
Anlage A zur Donauschiffahrtspolizeiverordnung (DonauSchPVAnl 1993)
Zweiter Teil - Sonderbestimmungen für den deutschen Teil der Donau
Kapitel 14 - Fahrgastschiffahrt
Anlage 2 Einsenkungsmarken und Tiefgangsanzeiger an Binnenschiffen

Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 1993, Anlageband S. 57 - 58

1.  **Begriffsbestimmungen**

1.1 Die Ebene der größten Einsenkung

    ist die Schwimmebene, die der größten Einsenkung entspricht, bei der
    das Fahrzeug zur Schiffahrt noch verwendet werden darf;

1.2 der Freibord

    ist der Abstand zwischen der Ebene der größten Einsenkung und dem
    tiefsten Punkt des Gangbordes oder, wenn kein Gangbord vorhanden ist,
    dem tiefsten Punkt der Oberkante der festen Schiffswand;

1.3 der Sicherheitsabstand

    ist der Abstand zwischen der Ebene der größten Einsenkung und dem
    tiefsten Punkt, über dem das Fahrzeug nicht mehr als wasserdicht
    anzusehen ist, wobei jedoch die Öffnungen zur Wasserentnahme und
    -einleitung nicht berücksichtigt werden;

1.4 Fahrtbereiche

    sind die Bereiche, die aufgrund der Art und der Ausrüstung der
    Binnenschiffe und des Freibordes und des Sicherheitsabstandes
    derselben, die nach der größten kennzeichnenden (scheinbaren)
    Wellenhöhe bei einer Wahrscheinlichkeit der Übersteigung von 5 vom
    Hundert wie folgt eingeteilt werden:

*    *   Fahrtbereich 1 ...............

    *   Höhe bis 2,0 m,

*    *   Fahrtbereich 2 ...............

    *   Höhe bis 1,2 m,

*    *   Fahrtbereich 3 ...............

    *   Höhe bis 0,6 m.

*   Die kennzeichnende Wellenhöhe ist das Mittel von 10 vom Hundert der
    Wellen, welche bei einer kurzen Beobachtungsdauer die größte Höhe
    zwischen Wellenberg und Wellental haben.

2.  **Mindestfreibord, Sicherheitsabstand und Ebene der größten
    Einsenkung**

2.1 Die Größe des Mindestfreibordes und des Mindestsicherheitsabstandes
    eines Fahrzeuges werden von der zuständigen Behörde je nach dem
    Fahrtbereich und der Fahrzeugart festgesetzt.

2.2 Die Ebene der größten Einsenkung ist die höchste Schwimmebene, die
    sich aus den Vorschriften über den Mindestfreibord und den
    Mindestsicherheitsabstand ergibt. Jedoch können die zuständigen
    Behörden aus Sicherheitsgründen entsprechend der Festigkeit des
    Rumpfes und der Stabilität des Fahrzeuges die Ebene der größten
    Einsenkung tiefer als die berechnete legen.

3.  **Einsenkungsmarken**

3.1 Jedes Fahrzeug, ausgenommen Kleinfahrzeuge, muß dauerhafte, aus der
    Entfernung sichtbare Freibordmarken tragen, um die größte Einsenkung,
    die von der Behörde festgelegt wird, anzugeben. Diese Marken werden
    durch die von der Behörde festgelegte Freibordmarke dargestellt; sie
    wird auf jeder Seite in der Mitte der Länge des Fahrzeuges angebracht.

3.2 Die Freibordmarke besteht aus einem Ring, der durch einen waagerechten
    Strich geschnitten wird; sie kann durch zusätzliche Freibordstriche
    für die anderen Fahrtbereiche ergänzt werden.

    Der Mittelpunkt des Ringes muß auf einer vertikalen Linie in der
    Schiffsmitte liegen. Die Unterkante des waagerechten Striches muß
    durch den Mittelpunkt des Ringes gehen.

    Die unteren zusätzlichen Striche der Freibordmarke müssen dem
    vorgeschriebenen Freibord in den verschiedenen Fahrtbereichen
    entsprechen.

    Die zusätzlichen Striche der Freibordmarke sind durch einen
    senkrechten Strich verbunden, der nach dem vorderen Teil des
    Fahrzeuges anzubringen ist.

    Für die Fahrzeuge, die in den Fahrtbereichen 2 und 3 oder nur im
    Fahrtbereich 3 fahren wollen, muß der Ring nicht dargestellt werden.

3.3 Die Strichstärke des Ringes und der anderen Striche der Freibordmarke
    beträgt 30 mm, der Außendurchmesser des Ringes beträgt 200 mm. Die
    Länge des waagerechten Striches, der den Ring schneidet, beträgt 300
    mm und die Länge der zusätzlichen Freibordstriche 150 mm.

    Die Abmessungen der Ziffern, die die Fahrtbereiche angeben, betragen
    60 x 40 mm.

    Die zuständige Behörde, die den Freibord festsetzt, kann ihren Stempel
    auf dem Rumpf des Fahrzeuges anbringen.

    Eine Kombination der Eichmarke mit der Freibordmarke ist möglich. In
    diesem Fall ist die Breite des horizontalen Striches, welcher den
    Freibordring schneidet (oder die Breite des obersten horizontalen
    Striches, wenn es mehrere Freiborde gibt, und der Ring nicht
    dargestellt ist) 40 mm.

    *   Skizze der Freibordmarke

        ... (Abbildung BGBl. I 1993 Anlbd. S. 58)

*
    *   Skizze der Freibordmarke für verschiedene Fahrtbereiche

        ... (Abbildungen BGBl. I 1993 Anlbd. S. 58)

4.  **Tiefgangsanzeiger**

4.1 Jedes Fahrzeug, dessen Tiefgang 1 m erreichen kann, muß auf jeder
    Seite des Hinterschiffes einen Tiefgangsanzeiger tragen; es können
    zusätzliche Tiefgangsanzeiger vorhanden sein. Ihre Anbringung, Anzahl
    und Merkmale werden von den zuständigen Behörden unter
    Berücksichtigung des Fahrtbereiches, der Art, der Länge, des
    Tiefganges und des Trimms des Fahrzeuges festgelegt.

4.2 Die Tiefgangsanzeiger müssen mindestens in Dezimeter unterteilt sein,
    von 0 bis 300 mm unter die Leerebene und von 100 bis 300 mm über die
    Ebene der größten Einsenkung. Er muß die Form eines Streifens mit
    Teilungsziffern oder nur Teilungsziffern (ohne Striche) haben, der
    abwechselnd in gut sichtbaren Farben gemalt ist. Der Nullpunkt muß in
    der Ebene des Schiffsbodens an der Anbringungsstelle der
    Tiefgangsanzeiger liegen oder, wenn das Fahrzeug einen Kiel hat, in
    der Ebene der Unterkante des Kieles an dieser Stelle.

    Die Teilung muß durch Marken bezeichnet sein, die unter Aufsicht der
    zuständigen Behörde eingekörnt oder eingemeißelt worden sind.

4.3 Trägt das Fahrzeug Eichskalen, die den Nummern 4.1 und 4.2
    entsprechen, können diese Eichskalen die Tiefgangsanzeiger ersetzen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/donauschpvanl_1993/__14.html
Directory: donauschpvanl_1993
Level: 4.0