Title: § 6 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pflanzentechnologen und zur Pflanzentechnologin (PflanzTechnAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pflanzentechnologen und zur Pflanzentechnologin (PflanzTechnAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zu
Grunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Versuchsdurchführung,

2.  Kultursteuerung,

3.  Züchtungsverfahren,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Versuchsdurchführung bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Versuchspläne umsetzen,

    b)  Pflanzenmaterial in Versuchen und Untersuchungsreihen einsetzen,

    c)  Probennahmen durchführen,

    d)  Maßnahmen zur Verhütung von Pflanzenschäden ergreifen,

    e)  Daten erheben und dokumentieren,

    f)  Ergebnisse darstellen

    und dabei Vorgaben, insbesondere zur Sicherung der statistischen
    Auswertbarkeit, beachten, fachspezifische Berechnungen durchführen,
    Arbeitsabläufe festlegen, Geräte, Maschinen und Arbeitsstoffe
    auswählen und einsetzen, Maßnahmen zur Sicherheit und zum
    Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Qualitätssicherung sowie zum
    Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit ergreifen und seine Vorgehensweise
    begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen; bei der Aufgabenstellung sind
    höchstens zwei der nach § 3 Absatz 2 Abschnitt A festgelegten
    Einsatzgebiete zu Grunde zu legen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(5) Für den Prüfungsbereich Kultursteuerung bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Pflanzenmaterial hinsichtlich des Entwicklungsstandes beurteilen,

    b)  Wachstumsfaktoren von Pflanzen entsprechend vorgegebener Kulturziele
        beeinflussen,

    c)  Pflanzenentwicklung und Pflanzenwachstum steuern,

    d)  Schaderreger erkennen und Maßnahmen ergreifen

    und dabei Kontaminationen vermeiden, Arbeitsabläufe festlegen, Geräte,
    Maschinen und Arbeitsstoffe auswählen und einsetzen, Maßnahmen zur
    Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur
    Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit sowie zum Umweltschutz und
    zur Nachhaltigkeit ergreifen und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen; bei der Aufgabenstellung sind
    höchstens zwei der nach § 3 Absatz 2 Abschnitt A festgelegten
    Einsatzgebiete zu Grunde zu legen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(6) Für den Prüfungsbereich Züchtungsverfahren bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Züchtungsmethoden unter Berücksichtigung ihrer biologischen Grundlagen
        darstellen,

    b)  Vermehrungs- und Regenerationsverfahren auswählen

    und dabei verfahrensspezifische fachliche Hintergründe und
    Zusammenhänge aufzeigen, fachspezifische Berechnungen durchführen,
    berufsspezifische Vorschriften, insbesondere zum Sorten- und
    Saatgutrecht, berücksichtigen, Arbeitsabläufe festlegen, Maßnahmen zur
    Qualitätssicherung sowie zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit
    ergreifen, die Bedeutung von genetischen Ressourcen darstellen und
    seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(7) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(8) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

1.
    *        *   Prüfungsbereich Versuchsdurchführung

        *   30 Prozent,

2.
    *        *   Prüfungsbereich Kultursteuerung

        *   30 Prozent,

3.
    *        *   Prüfungsbereich Züchtungsverfahren

        *   30 Prozent,

4.
    *        *   Prüfungsbereich Wirtschafts-
            und Sozialkunde

        *   10 Prozent.

(9) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  in mindestens drei Prüfungsbereichen mit mindestens „ausreichend“,

3.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(10) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflanztechnausbv/__6.html
Directory: pflanztechnausbv
Level: 2.0