Title: § 11 Jagdpacht

Description:
Bundesjagdgesetz (BJagdG)
III. Abschnitt - Beteiligung Dritter an der Ausübung des Jagdrechts
§ 11 Jagdpacht

Paragraph: 11

Content:
Bundesjagdgesetz (BJagdG)
III. Abschnitt - Beteiligung Dritter an der Ausübung des Jagdrechts
§ 11 Jagdpacht

(1) Die Ausübung des Jagdrechts in seiner Gesamtheit kann an Dritte
verpachtet werden. Ein Teil des Jagdausübungsrechts kann nicht
Gegenstand eines Jagdpachtvertrages sein; jedoch kann sich der
Verpächter einen Teil der Jagdnutzung, der sich auf bestimmtes Wild
bezieht, vorbehalten. Die Erteilung von Jagderlaubnisscheinen regeln,
unbeschadet des Absatzes 6 Satz 2, die Länder.

(2) Die Verpachtung eines Teils eines Jagdbezirkes ist nur zulässig,
wenn sowohl der verpachtete als auch der verbleibende Teil bei
Eigenjagdbezirken die gesetzliche Mindestgröße, bei gemeinschaftlichen
Jagdbezirken die Mindestgröße von 250 Hektar haben. Die Länder können
die Verpachtung eines Teiles von geringerer Größe an den
Jagdausübungsberechtigten eines angrenzenden Jagdbezirkes zulassen,
soweit dies einer besseren Reviergestaltung dient.

(3) Die Gesamtfläche, auf der einem Jagdpächter die Ausübung des
Jagdrechts zusteht, darf nicht mehr als 1.000 Hektar umfassen; hierauf
sind Flächen anzurechnen, für die dem Pächter auf Grund einer
entgeltlichen Jagderlaubnis die Jagdausübung zusteht. Der Inhaber
eines oder mehrerer Eigenjagdbezirke mit einer Gesamtfläche von mehr
als 1.000 Hektar darf nur zupachten, wenn er Flächen mindestens
gleicher Größenordnung verpachtet; der Inhaber eines oder mehrerer
Eigenjagdbezirke mit einer Gesamtfläche von weniger als 1.000 Hektar
darf nur zupachten, wenn die Gesamtfläche, auf der ihm das
Jagdausübungsrecht zusteht, 1.000 Hektar nicht übersteigt. Für
Mitpächter, Unterpächter oder Inhaber einer entgeltlichen
Jagderlaubnis gilt Satz 1 und 2 entsprechend mit der Maßgabe, daß auf
die Gesamtfläche nur die Fläche angerechnet wird, die auf den
einzelnen Mitpächter, Unterpächter oder auf den Inhaber einer
entgeltlichen Jagderlaubnis, ausgenommen die Erlaubnis zu
Einzelabschüssen, nach dem Jagdpachtvertrag oder der Jagderlaubnis
anteilig entfällt. Für bestimmte Gebiete, insbesondere im Hochgebirge
können die Länder eine höhere Grenze als 1.000 Hektar festsetzen.

(4) Der Jagdpachtvertrag ist schriftlich abzuschließen. Die Pachtdauer
soll mindestens neun Jahre betragen. Die Länder können die
Mindestpachtzeit höher festsetzen. Ein laufender Jagdpachtvertrag kann
auch auf kürzere Zeit verlängert werden. Beginn und Ende der Pachtzeit
soll mit Beginn und Ende des Jagdjahres (1. April bis 31. März)
zusammenfallen.

(5) Pächter darf nur sein, wer einen Jahresjagdschein besitzt und
schon vorher einen solchen während dreier Jahre in Deutschland
besessen hat. Für besondere Einzelfälle können Ausnahmen zugelassen
werden. Auf den in Satz 1 genannten Zeitraum sind die Zeiten
anzurechnen, während derer jemand vor dem Tag des Wirksamwerdens des
Beitritts eine Jagderlaubnis in der Deutschen Demokratischen Republik
besessen hat.

(6) Ein Jagdpachtvertrag, der bei seinem Abschluß den Vorschriften des
Absatzes 1 Satz 2 Halbsatz 1, des Absatzes 2, des Absatzes 3, des
Absatzes 4 Satz 1 oder des Absatzes 5 nicht entspricht, ist nichtig.
Das gleiche gilt für eine entgeltliche Jagderlaubnis, die bei ihrer
Erteilung den Vorschriften des Absatzes 3 nicht entspricht.

(7) Die Fläche, auf der einem Jagdausübungsberechtigten oder Inhaber
einer entgeltlichen Jagderlaubnis nach Absatz 3 die Ausübung des
Jagdrechts zusteht, ist von der zuständigen Behörde in den Jagdschein
einzutragen; das Nähere regeln die Länder.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__11.html
Directory: bjagdg
Level: 3.0