Title: § 6 Einteilung der Fahrerlaubnisklassen

Description:
Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (FeV 2010)
II. - Führen von Kraftfahrzeugen
1. - Allgemeine Regelungen
§ 6 Einteilung der Fahrerlaubnisklassen

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (FeV 2010)
II. - Führen von Kraftfahrzeugen
1. - Allgemeine Regelungen
§ 6 Einteilung der Fahrerlaubnisklassen

(1) Die Fahrerlaubnis wird in folgenden Klassen erteilt:

Klasse AM:
    –   leichte zweirädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L1e-B nach Artikel 4
        Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 168/2013 des Europäischen
        Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2013 über die Genehmigung und
        Marktüberwachung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen
        Fahrzeugen (ABl. L 60 vom 2.3.2013, S. 52),

    –   dreirädrige Kleinkrafträder der Klasse L2e nach Artikel 4 Absatz 2
        Buchstabe b der Verordnung (EU) Nr. 168/2013 des Europäischen
        Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2013 über die Genehmigung und
        Marktüberwachung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen
        Fahrzeugen (ABl. L 60 vom 2.3.2013, S. 52),

    –   leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L6e nach Artikel 4
        Absatz 2 Buchstabe f der Verordnung (EU) Nr. 168/2013 des Europäischen
        Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2013 über die Genehmigung und
        Marktüberwachung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen
        Fahrzeugen (ABl. L 60 vom 2.3.2013, S. 52).

Klasse A1:
    –   Krafträder (auch mit Beiwagen) mit einem Hubraum von bis zu 125 cm
        3                         , einer Motorleistung von nicht mehr als 11
        kW, bei denen das Verhältnis der Leistung zum Gewicht 0,1 kW/kg nicht
        übersteigt,

    –   dreirädrige Kraftfahrzeuge mit symmetrisch angeordneten Rädern und
        einem Hubraum von mehr als 50 cm
        3                          bei Verbrennungsmotoren oder einer
        bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h und mit
        einer Leistung von bis zu 15 kW.

Klasse A2: Krafträder (auch mit Beiwagen) mit

    a)  einer Motorleistung von nicht mehr als 35 kW und

    b)  einem Verhältnis der Leistung zum Gewicht von nicht mehr als 0,2
        kW/kg,

    die nicht von einem Kraftrad mit einer Leistung von über 70 kW
    Motorleistung abgeleitet sind.

Klasse A:
    –   Krafträder (auch mit Beiwagen) mit einem Hubraum von mehr als 50 cm
        3                          oder mit einer durch die Bauart bestimmten
        Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h und

    –   dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer Leistung von mehr als 15 kW und
        dreirädrige Kraftfahrzeuge mit symmetrisch angeordneten Rädern und
        einem Hubraum von mehr als 50 cm
        3                          bei Verbrennungsmotoren oder einer
        bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h und mit
        einer Leistung von mehr als 15 kW.

Klasse B: Kraftfahrzeuge – ausgenommen Kraftfahrzeuge der Klassen AM, A1, A2 und
    A – mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3 500 kg, die
    zur Beförderung von nicht mehr als acht Personen außer dem
    Fahrzeugführer ausgelegt und gebaut sind (auch mit Anhänger mit einer
    zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 750 kg oder mit Anhänger
    über 750 kg zulässiger Gesamtmasse, sofern 3 500 kg zulässige
    Gesamtmasse der Kombination nicht überschritten wird).

Klasse BE: Fahrzeugkombinationen, die aus einem Zugfahrzeug der Klasse B und
    einem Anhänger oder Sattelanhänger bestehen, sofern die zulässige
    Gesamtmasse des Anhängers oder Sattelanhängers 3 500 kg nicht
    übersteigt.

Klasse C1: Kraftfahrzeuge, ausgenommen Kraftfahrzeuge der Klassen AM, A1, A2, A,
    D1 und D, mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3 500 kg, aber
    nicht mehr als 7 500 kg, und die zur Beförderung von nicht mehr als
    acht Personen außer dem Fahrzeugführer ausgelegt und gebaut sind (auch
    mit Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 750
    kg).

Klasse C1E: Fahrzeugkombinationen, die aus einem Zugfahrzeug

    –   der Klasse C1 und einem Anhänger oder Sattelanhänger mit einer
        zulässigen Gesamtmasse von mehr als 750 kg bestehen, sofern die
        zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination 12 000 kg nicht
        übersteigt,

    –   der Klasse B und einem Anhänger oder Sattelanhänger mit einer
        zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3 500 kg bestehen, sofern die
        zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination 12 000 kg nicht
        übersteigt.

Klasse C: Kraftfahrzeuge, ausgenommen Kraftfahrzeuge der Klassen AM, A1, A2, A,
    D1 und D, mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3 500 kg, die
    zur Beförderung von nicht mehr als acht Personen außer dem
    Fahrzeugführer ausgelegt und gebaut sind (auch mit Anhänger mit einer
    zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 750 kg).

Klasse CE: Fahrzeugkombinationen, die aus einem Zugfahrzeug der Klasse C und
    Anhängern oder einem Sattelanhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse
    von mehr als 750 kg bestehen.

Klasse D1: Kraftfahrzeuge, ausgenommen Kraftfahrzeuge der Klassen AM, A1, A2, A,
    die zur Beförderung von nicht mehr als 16 Personen außer dem
    Fahrzeugführer ausgelegt und gebaut sind und deren Länge nicht mehr
    als 8 m beträgt (auch mit Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse
    von nicht mehr als 750 kg).

Klasse D1E: Fahrzeugkombinationen, die aus einem Zugfahrzeug der Klasse D1 und
    einem Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 750 kg
    bestehen.

Klasse D: Kraftfahrzeuge, ausgenommen Kraftfahrzeuge der Klassen AM, A1, A2, A,
    die zur Beförderung von mehr als acht Personen außer dem
    Fahrzeugführer ausgelegt und gebaut sind (auch mit Anhänger mit einer
    zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 750 kg).

Klasse DE: Fahrzeugkombinationen, die aus einem Zugfahrzeug der Klasse D und
    einem Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 750 kg
    bestehen.

Klasse T: Zugmaschinen mit einer durch die Bauart bestimmten
    Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 60 km/h und selbstfahrende
    Arbeitsmaschinen oder selbstfahrende Futtermischwagen mit einer durch
    die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 40
    km/h, die jeweils nach ihrer Bauart zur Verwendung für land- oder
    forstwirtschaftliche Zwecke bestimmt sind und für solche Zwecke
    eingesetzt werden (jeweils auch mit Anhängern).

Klasse L: Zugmaschinen, die nach ihrer Bauart zur Verwendung für land- oder
    forstwirtschaftliche Zwecke bestimmt sind und für solche Zwecke
    eingesetzt werden, mit einer durch die Bauart bestimmten
    Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 40 km/h und Kombinationen aus
    diesen Fahrzeugen und Anhängern, wenn sie mit einer Geschwindigkeit
    von nicht mehr als 25 km/h geführt werden, sowie selbstfahrende
    Arbeitsmaschinen, selbstfahrende Futtermischwagen, Stapler und andere
    Flurförderzeuge jeweils mit einer durch die Bauart bestimmten
    Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h und Kombinationen aus
    diesen Fahrzeugen und Anhängern.

Die zulässige Gesamtmasse einer Fahrzeugkombination errechnet sich aus
der Summe der zulässigen Gesamtmasse der Einzelfahrzeuge ohne
Berücksichtigung von Stütz- und Aufliegelasten. Die Erlaubnis kann auf
einzelne Fahrzeugarten dieser Klassen beschränkt werden. Beim
Abschleppen eines Kraftfahrzeugs genügt die Fahrerlaubnis für die
Klasse des abschleppenden Fahrzeugs.

(2) Zugmaschinen der Klasse T mit einer durch die Bauart bestimmten
Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h dürfen nur von Inhabern
einer Fahrerlaubnis der Klasse T geführt werden, die das 18.
Lebensjahr vollendet haben; dies gilt nicht bei der Rückfahrt von der
praktischen Befähigungsprüfung, sofern der Inhaber der Fahrerlaubnis
dabei von einem Fahrlehrer begleitet wird, sowie bei Fahrproben nach §
42 im Rahmen von Aufbauseminaren und auf Grund von Anordnungen nach §
46\.

(3) Außerdem berechtigt

1.  die Fahrerlaubnis der Klasse A zum Führen von Fahrzeugen der Klassen
    AM, A1 und A2,

2.  die Fahrerlaubnis der Klasse A2 zum Führen von Fahrzeugen der Klassen
    A1 und AM,

3.  die Fahrerlaubnis der Klasse A1 zum Führen von Fahrzeugen der Klasse
    AM

4.  die Fahrerlaubnis der Klasse B zum Führen von Fahrzeugen der Klassen
    AM und L,

5.  die Fahrerlaubnis der Klasse C zum Führen von Fahrzeugen der Klasse
    C1,

6.  die Fahrerlaubnis der Klasse CE zum Führen von Fahrzeugen der Klassen
    C1E, BE und T sowie DE, sofern er zum Führen von Fahrzeugen der Klasse
    D berechtigt ist,

7.  die Fahrerlaubnis der Klasse C1E zum Führen von Fahrzeugen der Klassen
    BE sowie D1E, sofern der Inhaber zum Führen von Fahrzeugen der Klasse
    D1 berechtigt ist,

8.  die Fahrerlaubnis der Klasse D zum Führen von Fahrzeugen der Klasse
    D1,

9.  die Fahrerlaubnis der Klasse D1E zum Führen von Fahrzeugen der Klasse
    BE,

10. die Fahrerlaubnis der Klasse DE zum Führen von Fahrzeugen der Klassen
    D1E und BE,

11. die Fahrerlaubnis der Klasse T zum Führen von Fahrzeugen der Klassen
    AM und L.

Satz 1 Nummer 1 gilt nicht für eine Fahrerlaubnis der Klasse A, die
unter Verwendung der Schlüsselzahl 79.03 oder 79.04 erteilt worden
ist.

(3a) Die Fahrerlaubnis der Klasse B berechtigt auch zum Führen von
dreirädrigen Kraftfahrzeugen im Inland, im Falle eines Kraftfahrzeugs
mit einer Motorleistung von mehr als 15 kW jedoch nur, soweit der
Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist.

(3b) Die Fahrerlaubnis der Klasse B berechtigt im Inland, sofern der
Inhaber diese seit mindestens zwei Jahren besitzt, auch zum Führen von
Fahrzeugen

–   die ganz oder teilweise mit

    a)  Strom,

    b)  Wasserstoff,

    c)  Erdgas, einschließlich Biomethan, gasförmig (komprimiertes Erdgas –
        CNG) und flüssig (Flüssigerdgas – LNG),

    d)  Flüssiggas (LPG),

    e)  mechanischer Energie aus bordeigenen Speichern/bordeigenen Quellen,
        einschließlich Abwärme,

alternativ angetrieben werden,

–   mit einer Gesamtmasse von mehr als 3 500 kg, jedoch nicht mehr als
    4 250 kg,

–   für die Güterbeförderung und

–   ohne Anhänger,

sofern

–   die 3 500 kg überschreitende Masse ausschließlich dem zusätzlichen
    Gewicht des Antriebssystems gegenüber dem Antriebssystem eines
    Fahrzeugs mit denselben Abmessungen, das mit einem herkömmlichen
    Verbrennungsmotor mit Fremd- oder Selbstzündung ausgestattet ist,
    geschuldet ist und

–   die Ladekapazität gegenüber diesem Fahrzeug nicht erhöht ist.

(4) Fahrerlaubnisse der Klassen C, C1, CE oder C1E berechtigen im
Inland auch zum Führen von Kraftomnibussen – gegebenenfalls mit
Anhänger – mit einer entsprechenden zulässigen Gesamtmasse und ohne
Fahrgäste, wenn die Fahrten lediglich zur Überprüfung des technischen
Zustands des Fahrzeugs dienen.

(4a) Eine Fahrerlaubnis der Klasse C1 berechtigt auch zum Führen von
Fahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3 500 kg,
aber nicht mehr als 7 500 kg, und die zur Beförderung von nicht mehr
als acht Personen außer dem Fahrzeugführer ausgelegt und gebaut sind
mit insbesondere folgender, für die Genehmigung der Fahrzeugtypen
maßgeblicher, besonderer Zweckbestimmung:

1.  Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr,

2.  Einsatzfahrzeuge der Polizei,

3.  Einsatzfahrzeuge der nach Landesrecht anerkannten Rettungsdienste,

4.  Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilfswerks,

5.  Einsatzfahrzeuge sonstiger Einheiten des Katastrophenschutzes,

6.  Krankenkraftwagen,

7.  Notarzteinsatz- und Sanitätsfahrzeuge,

8.  Beschussgeschützte Fahrzeuge,

9.  Post, Funk- und Fernmeldefahrzeuge,

10. Spezialisierte Verkaufswagen,

11. Rollstuhlgerechte Fahrzeuge,

12. Leichenwagen und

13. Wohnmobile.

Satz 1 gilt für die Fahrerlaubnis der Klassen C1E, C und CE
entsprechend.

(5) Unter land- oder forstwirtschaftliche Zwecke im Rahmen der
Fahrerlaubnis der Klassen T und L fallen

1.  Betrieb von Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Weinbau, Gartenbau,
    Obstbau, Gemüsebau, Baumschulen, Tierzucht, Tierhaltung, Fischzucht,
    Teichwirtschaft, Fischerei, Imkerei, Jagd sowie den Zielen des Natur-
    und Umweltschutzes dienende Landschaftspflege,

2.  Park-, Garten-, Böschungs- und Friedhofspflege,

3.  landwirtschaftliche Nebenerwerbstätigkeit und Nachbarschaftshilfe von
    Landwirten,

4.  Betrieb von land- und forstwirtschaftlichen Lohnunternehmen und andere
    überbetriebliche Maschinenverwendung,

5.  Betrieb von Unternehmen, die unmittelbar der Sicherung, Überwachung
    und Förderung der Landwirtschaft überwiegend dienen,

6.  Betrieb von Werkstätten zur Reparatur, Wartung und Prüfung von
    Fahrzeugen sowie Probefahrten der Hersteller von Fahrzeugen, die
    jeweils im Rahmen der Nummern 1 bis 5 eingesetzt werden, und

7.  Winterdienst.

(6) Fahrerlaubnisse, die bis zum Ablauf des 15. Juli 2019 erteilt
worden sind (Fahrerlaubnisse alten Rechts) bleiben im Umfang der
bisherigen Berechtigungen, wie er sich aus der Anlage 3 ergibt,
bestehen und erstrecken sich vorbehaltlich der Bestimmungen in § 76
auf den Umfang der ab dem 16. Juli 2019 geltenden Fahrerlaubnisse nach
Absatz 1. Auf Antrag wird Inhabern von Fahrerlaubnissen alten Rechts
ein neuer Führerschein mit Umstellung auf die neuen
Fahrerlaubnisklassen entsprechend Satz 1 ausgefertigt.

(7) (weggefallen)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__6.html
Directory: fev_2010
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