Title: § 9 Abschluß- und Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Thermometermacher/zur Thermometermacherin (ThermMAusbV)
§ 9 Abschluß- und Gesellenprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Thermometermacher/zur Thermometermacherin (ThermMAusbV)
§ 9 Abschluß- und Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung und die Gesellenprüfung erstrecken sich auf
die in der Anlage zu § 5 aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse
sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit
er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt
höchstens 8 Stunden 4 Prüfungsstücke anfertigen.
Als Prüfungsstücke kommen insbesondere in Betracht:

1.  in der Fachrichtung Thermometerblasen:

    a)  ein Stabthermometer ohne Hilfsteilung bis 400 mm Länge und mit einem
        Meßbereich von 0
        Grad C bis zu 400
        Grad C oder ein Stabthermometer als Kontaktthermometer mit festem
        Kontakt zwischen 0
        Grad C und 40
        Grad C, jeweils mit Quecksilber gefüllt und justierbar,

    b)  ein Stockthermometer mit einer Gesamtlänge bis zu 800 mm und einem
        Meßbereich von 0
        Grad c bis zu 400
        Grad C ohne Füllung,

    c)  ein Winkelthermometer mit Unterteil bis zu 300 mm Länge und einem
        Meßbereich von 0
        Grad C bis zu 400
        Grad C ohne Füllung,

    d)  ein Laboratoriumsthermometer bis zu 400 mm Länge und mit einem
        Meßbereich von nicht tiefer als -100
        Grad C bis zu 400
        Grad C mit oder ohne Füllung;

2.  in der Fachrichtung Thermometerjustieren:

    a)  ein Stabthermometer bis 400 mm Länge, mit einem Meßbereich von 0
        Grad C bis zu 400
        Grad C und einem Skalenwert von 1
        Grad C bis zu 0,2
        Grad C, justiert und ausgefertigt,

    b)  ein Stockthermometer mit einer Gesamtlänge bis zu 800 mm, einem
        Meßbereich von 0
        Grad C bis zu 400
        Grad C und einem Skalenwert von 2
        Grad C bis zu 0,5
        Grad C, justiert und fertiggemacht,

    c)  ein Winkelthermometer mit Unterteil bis 300 mm Länge, einem Meßbereich
        von 0
        Grad C bis zu 400
        Grad C und einem Skalenwert von 2
        Grad C bis zu 0,5
        Grad C, justiert und ausgefertigt,

    d)  ein Laboratoriumsthermometer bis 400 mm Länge, mit einem Meßbereich
        nicht tiefer als -100
        Grad C bis zu 400
        Grad C und einem Skalenwert von 1
        Grad C bis zu 0,2
        Grad C, justiert und ausgefertigt.

(3) Zum Nachweis der Kenntnisse soll der Prüfling in den
Prüfungsfächern Technologie, Technische Mathematik, Technisches
Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft
werden. Es kommen Fragen und Aufgaben insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Technologie:

    a)  Unfallverhütung, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung,

    b)  Zusammensetzung, Eigenschaften und Einsatzbereiche unterschiedlicher
        Glassorten,

    c)  Brenner, Armaturen, Betriebsanlagen für Brenngas und Luftversorgung,

    d)  Heißverformen und thermisches Stabilisieren,

    e)  Vakuum- und Fülltechnik,

    f)  Füllflüssigkeiten und Schutzgase,

    g)  Thermometerkunde;

2.  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

    a)  anwendungsbezogene Grundrechenarten einschließlich Prozent- und
        Dreisatzrechnung,

    b)  Volumenberechnung von Thermometergefäßen,

    c)  Umrechnen von Einheiten,

    d)  Berechnen von Fadenkorrekturen;

3.  im Prüfungsfach Technisches Zeichnen:

    a)  Grundbegriffe der Normung,

    b)  Handskizzen,

    c)  Lesen und Erläutern von Fertigungsunterlagen;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

Die Fragen und Aufgaben sollen auch praxisbezogene Fälle
berücksichtigen.

(4) Für die schriftliche Kenntnisprüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   120 Minuten

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Technische Mathematik

    *   90 Minuten

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Technisches Zeichnen

    *   90 Minuten

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Soweit die schriftliche Prüfung in programmierter Form
durchgeführt wird, kann die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer
unterschritten werden.

(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht.

(7) Innerhalb der Kenntnisprüfung hat das Prüfungsfach Technologie
gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der Fertigkeits- und
der Kenntnisprüfung sowie innerhalb der Kenntnisprüfung im
Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht
sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/thermmausbv/__9.html
Directory: thermmausbv
Level: 2.0