Title: § 255 Bewertungsmaßstäbe

Description:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Drittes Buch - Handelsbücher
Erster Abschnitt - Vorschriften für alle Kaufleute
Zweiter Unterabschnitt - Eröffnungsbilanz. Jahresabschluß
Dritter Titel - Bewertungsvorschriften
§ 255 Bewertungsmaßstäbe

Paragraph: 255

Content:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Drittes Buch - Handelsbücher
Erster Abschnitt - Vorschriften für alle Kaufleute
Zweiter Unterabschnitt - Eröffnungsbilanz. Jahresabschluß
Dritter Titel - Bewertungsvorschriften
§ 255 Bewertungsmaßstäbe

(1) Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um
einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen
betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem
Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den
Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die
nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen, die
dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können, sind
abzusetzen.

(2) Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch
von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung
eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über
seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung
entstehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und
die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der
Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs
des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist.
Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen angemessene Teile der
Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für
soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen
und für die betriebliche Altersversorgung einbezogen werden, soweit
diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Forschungs- und
Vertriebskosten dürfen nicht einbezogen werden.

(2a) Herstellungskosten eines selbst geschaffenen immateriellen
Vermögensgegenstands des Anlagevermögens sind die bei dessen
Entwicklung anfallenden Aufwendungen nach Absatz 2. Entwicklung ist
die Anwendung von Forschungsergebnissen oder von anderem Wissen für
die Neuentwicklung von Gütern oder Verfahren oder die
Weiterentwicklung von Gütern oder Verfahren mittels wesentlicher
Änderungen. Forschung ist die eigenständige und planmäßige Suche nach
neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen oder
Erfahrungen allgemeiner Art, über deren technische Verwertbarkeit und
wirtschaftliche Erfolgsaussichten grundsätzlich keine Aussagen gemacht
werden können. Können Forschung und Entwicklung nicht verlässlich
voneinander unterschieden werden, ist eine Aktivierung ausgeschlossen.

(3) Zinsen für Fremdkapital gehören nicht zu den Herstellungskosten.
Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung der Herstellung eines
Vermögensgegenstands verwendet wird, dürfen angesetzt werden, soweit
sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen; in diesem Falle gelten
sie als Herstellungskosten des Vermögensgegenstands.

(4) Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Marktpreis. Soweit kein
aktiver Markt besteht, anhand dessen sich der Marktpreis ermitteln
lässt, ist der beizulegende Zeitwert mit Hilfe allgemein anerkannter
Bewertungsmethoden zu bestimmen. Lässt sich der beizulegende Zeitwert
weder nach Satz 1 noch nach Satz 2 ermitteln, sind die Anschaffungs-
oder Herstellungskosten gemäß § 253 Abs. 4 fortzuführen. Der zuletzt
nach Satz 1 oder 2 ermittelte beizulegende Zeitwert gilt als
Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Sinn des Satzes 3.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__255.html
Directory: hgb
Level: 6.0