Title: Anlage I Technische Anforderungen an und Prüfvorschriften für Feuerwaffen und sonstige Gegenstände, die der Beschussprüfung nach § 5 des Gesetzes unterliegen, und technische Anforderungen an Prüfgegenstände nach den §§ 7 bis 10 des Gesetzes

Description:
Allgemeine Verordnung zum Beschussgesetz (BeschussV)
Abschnitt 10 - Ordnungswidrigkeiten und Schlussvorschriften
Anlage I Technische Anforderungen an und Prüfvorschriften für Feuerwaffen und sonstige Gegenstände, die der Beschussprüfung nach § 5 des Gesetzes unterliegen, und technische Anforderungen an Prüfgegenstände nach den §§ 7 bis 10 des Gesetzes

Paragraph: 5

Content:
Allgemeine Verordnung zum Beschussgesetz (BeschussV)
Abschnitt 10 - Ordnungswidrigkeiten und Schlussvorschriften
Anlage I Technische Anforderungen an und Prüfvorschriften für Feuerwaffen und sonstige Gegenstände, die der Beschussprüfung nach § 5 des Gesetzes unterliegen, und technische Anforderungen an Prüfgegenstände nach den §§ 7 bis 10 des Gesetzes

(Fundstelle: BGBl. I 2006, 1488 - 1499;
bezüglich der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)
**Symbole und ihre Bedeutung**

*    *   V
        i

    *   Einzelwert der Geschwindigkeit

*    *   n

    *   Gesamtzahl der Messungen

*    *   V̅
        n̅

    *   Mittelwert der Geschwindigkeit bei n Messungen

*    *   v
        e, n

    *   Obere Anteilsgrenze bei einseitiger Abgrenzung für 95 % der
        Grundgesamtheit mit einem Vertrauensniveau von 95 % bei n Messungen

*    *   k
        2, n

    *   Anteilsfaktor für die Anteilsgrenze bei einseitiger Abgrenzung für 95
        % der Grundgesamtheit bei einem Vertrauensniveau von 95 %

*    *   s
        n

    *   Standardabweichung bei n Messungen

*    *   m
        k

    *   Masse des Zwischenelementes (Kolben)

*    *   m
        p

    *   Masse des Prüfbolzens

*    *   E
        max

    *   Zulässiger Höchstwert der Energie der Gebrauchsmunition nach den
        Maßtafeln

*    *   P
        max

    *   Zulässiger Höchstwert des Gasdruckes der Gebrauchsmunition nach den
        Maßtafeln

*    *   E̅
        n̅

    *   Mittelwert der Bewegungsenergie der Geschosse bei n Messungen

*    *   E
        a, n

    *   Mittelwert der Auftreffenergie

Soweit in dieser Anlage Symbole für Abmessungen verwendet werden, wird
bezüglich der Bedeutung auf die Bekanntmachung der Maßtafeln für
Handfeuerwaffen und Munition verwiesen (Bundesanzeiger Nr. 38a vom 24.
Februar 2000).

**1** **Beschussprüfung von Feuerwaffen und höchstbeanspruchten Teilen nach
    den §§ 5, 7 und 8 des Gesetzes**

1.1 Im Zuge der Vorprüfung ist zu prüfen, ob

1.1.1 die Kennzeichnung nach § 24 des Waffengesetzes und nach § 21 der
    Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung ordnungsgemäß auf dem
    Prüfgegenstand angebracht ist;

1.1.2 der Prüfgegenstand keine Materialfehler oder Bearbeitungsfehler
    aufweist, die die Funktionssicherheit und Haltbarkeit beeinträchtigen
    können;

1.1.3 folgende Mindest- und, soweit angegeben, Höchstmaße oder Toleranzen
    der Maßtafeln, unbeschadet der Regelung des § 3 Abs. 4, eingehalten
    sind:

1.1.3.1 bei Waffen mit gezogenen Läufen für Zentralfeuerpatronenmunition und
    bei Waffen für Kartuschenmunition*                   P
    1                   , L
    3                   ,*                   H
    2                   , L
    1                   /*                   P
    2                    und L
    2                   /*                   H
    1                   , R bzw. E,*                   G
    1                   , i, G,*                   F,*                   Z
    und VA;

1.1.3.2 bei Langwaffen mit glatten Läufen für Zentralfeuerpatronenmunition*
    D, L,*                   H, T, < )*
    1                   ,*                   B und VA;

1.1.3.3 bei Waffen für Randfeuerpatronenmunition*                   P
    1                   , L
    1                   , L
    3                   ,*                   H
    2                   , R,*                   F,*                   Z
    und VA;

1.1.3.4 im Falle der Nummer 1.1.3.2 können die Waffen, die einen
    Laufdurchmesser B über dem zulässigen Höchstwert haben, zur Prüfung
    angenommen werden, wenn das Kaliber und die entsprechende Lagerlänge
    sowie der Laufdurchmesser oder das entsprechende Kaliber auf dem Lauf
    angebracht sind;

1.1.4 der Prüfgegenstand, der auf Grund einer Zulassung nach § 7 oder § 8
    des Gesetzes gefertigt oder in den Geltungsbereich des Gesetzes
    verbracht wurde, in seinen wesentlichen Merkmalen, insbesondere
    denjenigen, die für die Freistellung von ordnungsrechtlichen
    Vorschriften des Gesetzes entscheidend sind, dem zugehörigen Bescheid
    entspricht;

1.1.5 Revolver für Randfeuerpatronen in der Trommel Randeinsenkungen der
    Lager aufweisen;

1.1.6 der Prüfgegenstand keine Korrosionsschäden oder starke Verschmutzungen
    aufweist; bei gebrauchten Waffen können festgestellte Mängel
    unberücksichtigt bleiben, wenn der Beschuss mit der dreifachen der in
    Nummer 1.2 genannten Anzahl von Beschusspatronen vorgenommen wird.

1.2 Der Beschuss ist wie folgt vorzunehmen:

1.2.1 Die Haltbarkeit von Prüfgegenständen, die zum Verschießen von Munition
    bestimmt sind, ist mit Beschussmunition zu prüfen. Die
    Beschussmunition soll mit dem schwersten Geschoss der auf dem Markt
    befindlichen Gebrauchsmunition des entsprechenden Kalibers laboriert
    werden.

1.2.2 Die Haltbarkeit von Feuerwaffen, die zum Abschießen von Ladungen
    bestimmt sind, ist mit Beschussladungen zu prüfen.

1.2.3 Der Mittelwert des Gasdruckes der Beschussmunition muss den zulässigen
    Höchstwert des Gasdruckes der Gebrauchsmunition P
    max                    nach den Maßtafeln, der Mittelwert des
    Gasdruckes der Beschussladung oder des Prüfgemisches den zulässigen
    Höchstwert der Gebrauchsladung oder des Gebrauchsgemisches um
    mindestens 30 %, bei Langwaffen mit gezogenen Läufen 25 % sowie
    mindestens den Energiewert E
    Beschuss                    übersteigen. Ist anstelle des Gasdruckes
    die Bewegungsenergie der Geschosse zugrunde zu legen, so muss unter
    Verwendung eines gleichartigen Treibmittels der Mittelwert der
    Bewegungsenergie der Geschosse der Beschussmunition den zulässigen
    Höchstwert der Bewegungsenergie der Geschosse der Gebrauchsmunition E
    max                    nach den Maßtafeln, der Mittelwert der
    Bewegungsenergie der Beschussladung oder des Prüfgemisches den
    zulässigen Höchstwert der Gebrauchsladung oder des Gebrauchsgemisches
    um mindestens 10 % übersteigen. Kann mit der zur Verfügung stehenden
    Munition, der Ladung oder dem Gemisch die erforderliche Energie nicht
    erreicht werden, so ist unter Beibehaltung des Treibmittels ein
    Geschoss zu verwenden, dessen Masse um mindestens 10 % höher ist als
    die des Gebrauchsgeschosses. Bei Waffen mit glatten Läufen für
    Zentralfeuerpatronenmunition muss der Mittelwert des Gasdruckes der
    Beschussmunition 162 mm vor dem Stoßboden (Messstelle II) mindestens
    500 bar erreichen.

1.2.4 Langwaffen mit glatten Läufen für Zentralfeuerpatronenmunition sind
    dem normalen oder dem verstärkten Beschuss zu unterziehen.

1.2.4.1 Dem normalen Beschuss unterliegen Waffen mit einer Nenntiefe des
    Patronenlagers kleiner als 73 mm, die für Munition bestimmt sind,
    deren zulässiger Höchstwert des Gasdruckes der Gebrauchspatrone P
    max

    –   740 bar für Kaliber 14 und größere Durchmesser,

    –   780 bar für Kaliber zwischen 14 und 20 und

    –   830 bar für Kaliber 20 und kleinere Durchmesser

    beträgt.

1.2.4.2 Dem verstärkten Beschuss unterliegen Waffen für Munition, deren
    Gasdruck die in Nummer 1.2.4.1 genannten Werte, nicht aber 1 050 bar
    übersteigt, sowie Waffen mit einer Nenntiefe des Patronenlagers von 73
    mm und größer.

1.2.4.3 Für Beschusspatronen mit Bleischroten sollen deren Durchmesser
    zwischen 2,5 bis 3 mm liegen; die Beschussladungen sind in der Masse
    wie folgt zu begrenzen:

    *        *   Kaliberangabe

        *   Schrotmasse in g

    *        *   min.

        *   max.

    *        *   10

        *   38

        *   47

    *        *   12

        *   33

        *   42

    *        *   14

        *   30

        *   37

    *        *   16

        *   27

        *   34

    *        *   20

        *   23

        *   30

    *        *   24

        *   21

        *   28

    *        *   28

        *   19

        *   25

    *        *   32

        *   15

        *   21

    *        *   .410

        *   7

        *   13

    *        *   9 mm

        *   5

        *   10

1.2.4.4 Der Beschuss ist in der Regel mit mindestens zwei Patronen
    vorzunehmen, deren Gasdruck sowohl den Anforderungen der Nummer 5.6.4
    als auch der Nummer 5.6.5 der Anlage III genügt. Für den Fall, dass
    Patronen nicht verfügbar sind, deren Gasdruck beiden Anforderungen
    genügt, ist der Beschuss mit mindestens zwei Patronen, deren Gasdruck
    der Anforderung der Nummer 5.6.4 der Anlage III und einer Patrone,
    deren Gasdruck der Anforderung der Nummer 5.6.5 der Anlage III genügt,
    vorzunehmen. Für Patronen, die nur die Anforderung der Nummer 5.6.5
    der Anlage III erfüllen, kann die Schrotladung größer als in Nummer
    1\.2.4.3 sein.

1.2.4.5 Läufe in den Kalibern 12 und 20 für Stahlschrotmunition mit
    verstärkter Ladung sind wie folgt zu beschießen:

    –   je Lauf mit drei Beschusspatronen mit Stahlschroten einer Härte nach
        Vickers HV 1 zwischen 80 und 110 und einem Durchmesser von 4,6 mm für
        Kaliber 12 und von 3,7 mm für Kaliber 20,

    –   mit einem Gasdruck von mindestens 1 370 bar an der ersten und
        mindestens 500 bar an der zweiten Messstelle,

    –   bei einem Impuls der Schrotgabe von mindestens 17,5 Ns bei Kaliber
        12/76, 15 Ns bei Kaliber 12/70, 14,5 Ns bei Kaliber 20.

1.2.5 Der Beschuss sonstiger Waffen ist wie folgt vorzunehmen:

1.2.5.1 Bei Langwaffen, die für eine Gebrauchsmunition mit einem zulässigen
    Höchstwert des Gasdruckes P
    max                    nach den Maßtafeln von 1 800 bar oder mehr
    bestimmt sind, durch Beschuss mit mindestens zwei Beschusspatronen,

1.2.5.2 bei Langwaffen, die für eine Gebrauchsmunition mit einem zulässigen
    Höchstwert des Gasdruckes P
    max                    nach den Maßtafeln bis zu 1 800 bar bestimmt
    sind, durch Beschuss mit mindestens einer Beschusspatrone,

1.2.5.3 bei Pistolen, unabhängig vom Gasdruck der Gebrauchsmunition, durch
    Beschuss mit mindestens zwei Beschusspatronen,

1.2.5.4 bei Revolvern und bei Waffen, bei denen das Patronenlager vom Lauf
    getrennt ist, unabhängig vom Gasdruck der Gebrauchsmunition durch
    Beschuss mit mindestens einer Beschusspatrone in jedem Patronenlager,
    unbeschadet der Regelung in Nummer 1.2.5.1,

1.2.5.5 bei Waffen, für die nur die kinetische Energie des Geschosses der
    Gebrauchsmunition in den Maßtafeln angegeben ist, durch Beschuss mit
    mindestens zwei Beschusspatronen.

1.2.6 Werden beim Beschuss von Waffen für Kleinschrotmunition
    Funktionsstörungen festgestellt, so ist die Funktionssicherheit bei
    Waffen mit mehreren Lagern mit zwei derartigen Patronen je Lager zu
    prüfen. Die Waffen sind auf normale Funktion und Deformationen des
    Laufes zu untersuchen. Wenn der Lauf verstopft ist, wird er
    vollständig gereinigt und die Prüfung mit der doppelten Anzahl der in
    Satz 1 genannten Patronen wiederholt. Danach darf die Waffe keine
    Mängel aufweisen.

1.2.7 Der Beschuss von Waffen mit mehreren Läufen ist mit der in den Nummern
    1\.2.4.2 bis 1.2.5.5 vorgeschriebenen Anzahl von Beschusspatronen aus
    jedem Lauf vorzunehmen.

1.2.8 Höchstbeanspruchte Teile im Sinne des § 2 Abs. 2 des Gesetzes sind
    nach den Vorschriften, die für die Waffe gelten, für die sie bestimmt
    sind, zu beschießen. Einsteckläufe für Waffen zum Verschießen von
    Zentralfeuerpatronen sind in der Waffe zu prüfen, für die sie bestimmt
    sind.

1.3 Nach dem Beschuss sind die Prüfgegenstände auf Funktionssicherheit und
    Mängel in der Haltbarkeit zu prüfen. Bei Kipplaufwaffen ist vor dem
    Entladen der abgeschossenen Hülse festzustellen, ob die größte
    zulässige Spaltweite zwischen Lauf und Basküle von 0,10 mm nicht
    überschritten ist. Außerdem ist zu überprüfen, ob keine Risse oder die
    Sicherheit der Waffe gefährdende Dehnungen am Lauf, am Patronen- oder
    Kartuschenlager oder am Verschluss eingetreten sind, bei mehrläufigen
    Waffen, ob die Laufverbindungen noch einwandfrei sind. Weist der
    Prüfgegenstand nach dem Beschuss Fehler auf oder ergeben sich Zweifel
    hinsichtlich der Haltbarkeit oder wird ein Mangel an einer
    abgeschossenen Beschusspatronenhülse festgestellt, so führt das
    Beschussamt über die vorgeschriebene Anzahl von Patronen hinaus
    zusätzliche Prüfungen mit Beschusspatronen durch. Wird ein
    Funktionsfehler vermutet, so sind für die Funktionsprüfung
    Gebrauchspatronen zu verwenden.

**2** **Beschussprüfung von Schwarzpulverwaffen und Böllern nach § 5 des
    Gesetzes**

2.1 Schwarzpulverwaffen

2.1.1 Als Beschusspulver ist Schwarzpulver in folgender Zusammensetzung und
    mit folgender Kontrolle und Vorbehandlung zu verwenden:

    *        *   –

        *   Feuchtegehalt

        *   max. 1,3 %,

    *        *   –

        *   Dichte

        *   1,70 g/cm
            3                              bis 1,80 g/cm
            3                             ,

    *        *   –

        *   Körnung:

        *   0,63 mm

        *   Rückstand max. 5 %

    *        *
        *
        *   0,20 mm

        *   Durchsatz max. 5 %,

    *        *   –

        *   Chemische Zusammensetzung:

        *

    *        *
        *   –

        *   Gehalt an Kaliumnitrat

        *   (75 ± 1,5) %,

    *        *
        *   –

        *   Gehalt an Schwefel

        *   (10 ± 1) %,

    *        *
        *   –

        *   Gehalt an Holzkohle

        *   (15 ± 1) %,

    *        *   –

        *   Aschegehalt

        *   max. 0,8 %,

    *        *   –

        *   Wasseraufnahme (12 Stunden)

        *   max. 1,8 %,

    *        *   –

        *   Schüttdichte

        *   mind. 0,85 g/cm
            3                             .

2.1.2 Zum Vergleich und zur Kontrolle des Gasdruckes wird eine Schrotpatrone
    im Kaliber 16 unter Verwendung folgender Bestandteile geladen:

    *        *   –

        *   Hülse:

        *   Papphülse mit einer Länge von 67,5 bis 70 mm, einer Bodenkappe aus
            Metall von 8 bis 20 mm Höhe sowie einer in den Boden der Hülse
            eingearbeiteten Einlage aus Pappe oder Plastik mit einer Stärke von
            ca. 0,6 mm und einer Höhe, die das Volumen des zu benutzenden
            Schwarzpulvers berücksichtigt,

    *        *   –

        *   Zündung:

        *   Schrotpatronenzündung, dreiteilig, Durchmesser 6,15 bis 6,20 mm,

    *        *   –

        *   Schwarzpulver nach 2.1.1:

        *   3 g,

    *        *   –

        *   Pfropfen:

        *   Fettfilzpfropfen mit einer Höhe von 10 bis 12 mm,

    *        *   –

        *   Schrote:

        *   33 g Schrote mit einem Durchmesser von 2,5 mm,

    *        *   –

        *   Bördelung:

        *   rund mit Verschlussscheibe aus Pappe, Dicke 1,5 mm,

    *        *   –

        *   Länge der geladenen Patrone:

        *   etwa 64 mm.

    Vor der Ermittlung des Gasdruckes sind die Patronen mindestens 24
    Stunden bei einer Temperatur von (21 ± 1) °C mit einer relativen
    Luftfeuchte von (60 ± 5) % zu lagern. Der Mittelwert des Gasdruckes
    von 10 dieser Patronen muss in einem entsprechenden Messlauf nach den
    Nummern 5.1.1 und 5.1.2 der Anlage III an der Messstelle I, gemessen
    mit einem Druckaufnehmer nach den Nummern 5.4.2 und 5.4.3 der Anlage
    III,*
    1̅0̅                    = (275 ± 25) bar betragen. Andernfalls ist das
    Pulver für den Beschuss zu verwerfen.

2.1.2.1 Vor dem Beschuss ist das Schwarzpulver unter den in Nummer 2.1.2 Satz
    2 genannten Bedingungen zu lagern.

2.1.3 Ladetabelle für Schwarzpulverwaffen

    Der Beschuss ist bei den nachstehenden Kalibern mit den folgenden
    Beschussladungen durchzuführen:

    *        *   Kaliber

        *   zulässiger
            Gebrauchs-
            gasdruck

        *   Gebrauchsladung
            – zulässige Höchstwerte –

        *   Beschussladung

    *        *   in g

        *   in g

    *        *   Richtwert
            in bar

        *   Pulver

        *   Schrot
            bzw. Langgeschoss

        *   Pulver

        *   Schrot
            bzw. Langgeschoss

    *        *   a)

        *   10

        *   750

        *   6,5

        *   36

        *   13

        *   65

    *        *
        *   12

        *   750

        *   6,5

        *   36

        *   13

        *   65

    *        *
        *   14

        *   750

        *   6,5

        *   36

        *   13

        *   65

    *        *
        *   16

        *   800

        *   5,5

        *   32

        *   12

        *   60

    *        *
        *   20

        *   850

        *   5

        *   25

        *   10

        *   55

    *        *
        *   24

        *   850

        *   5

        *   25

        *   10

        *   55

    *        *
        *   28

        *   850

        *   4

        *   22

        *   9

        *   40

    *        *
        *   32

        *   850

        *   4

        *   22

        *   9

        *   40

    *        *
        *   36

        *   850

        *   3,5

        *   17

        *   8

        *   30

    *        *
        *   9 mm

        *   850

        *   3,5

        *   17

        *   8

        *   30

    *        *   b)

        *   .31

        *   1 200

        *   2,5

        *   6

        *   6

        *   10

    *        *
        *   .36

        *   1 200

        *   3,5

        *   8

        *   7

        *   12

    *        *
        *   .41

        *   1 200

        *   5

        *   12

        *   8

        *   16

    *        *
        *   .44

        *   1 400

        *   6

        *   15

        *   9,5

        *   19

    *        *
        *   .45

        *   1 400

        *   6

        *   16

        *   10

        *   19

    *        *
        *   .50

        *   1 400

        *   8

        *   20

        *   13

        *   24

    *        *
        *   .54

        *   1 400

        *   9

        *   28

        *   14,5

        *   28

    *        *
        *   .58

        *   1 400

        *   10

        *   31

        *   16,5

        *   31

    *        *
        *   .69

        *   1 400

        *   12

        *   40

        *   20

        *   45

    Buchstabe a = Waffen mit glatten Läufen

    Buchstabe b = Waffen mit gezogenen Läufen

2.1.4 Der Beschuss ist wie folgt durchzuführen:

    Waffen mit glatten Läufen sind in der Regel mit Schrot, sofern sie
    jedoch für den Kugelschuss bestimmt sind, mit einem Langgeschoss,
    Waffen mit gezogenen Läufen grundsätzlich mit einem Langgeschoss zu
    laden. Nach Einfüllen der vorgeschriebenen Pulverladung wird ein
    Filzpfropfen von mindestens 20 mm Höhe auf das Pulver gesetzt.
    Anschließend werden Schrote mit einem Durchmesser zwischen 2,5 mm und
    3 mm bzw. das Langgeschoss geladen. Im Falle der Schrotladung wird
    abschließend zur Fixierung der Schrote im Lauf ein Filzpfropfen von
    mindestens 10 mm Höhe gesetzt. Das Pulver darf beim Ladevorgang nicht
    gepresst werden.

2.1.5 Für die Pistolen mit einem oder mehreren Läufen, für die ein Beschuss
    nach Nummer 2.1.3 in Verbindung mit Nummer 2.1.2 nicht möglich ist,
    wird die Beschussladung unter Berücksichtigung der Länge des Laufes
    oder der Läufe nach der für diesen Waffentyp vorgesehenen maximalen
    Gebrauchsladung festgelegt. Das Pulver darf beim Ladevorgang nicht
    gepresst werden.

2.1.6 Für Revolver und Waffen, deren Pulverraum oder deren Ladehülse ohne
    Zündhütchen die Aufnahme der in Nummer 2.1.2 genannten Beschussladung
    nicht erlaubt, wird das Volumen des Pulverraumes durch die maximal
    mögliche Menge an Beschusspulver gefüllt. Das Geschoss wird eingeführt
    und bis zum glatten Abschließen eingedrückt.

2.1.7 Der Beschuss ist mit zwei Schüssen durchzuführen, bei Revolvern und
    Waffen, deren Lauf nicht mit dem Patronenlager verbunden ist, mit
    mindestens einem Schuss je Patronenlager.

2.1.8 Ladetabelle für Modellkanonen zum sportlichen Schießen

    Der Beschuss ist bei den nachstehenden Innendurchmessern mit folgenden
    Beschussladungen durchzuführen:

    *        *   Rohrinnen-
            durchmesser

        *   Gebrauchsladung
            – zulässige Höchstwerte –

        *   Beschussladung

    *        *   in mm

        *   in g

        *   in g

    *        *   min.

        *   max.

        *   Pulver

        *   Geschoss

        *   Pulver

        *   Geschoss

    *        *   7

        *   8,9

        *   2,0

        *   4,5

        *   2,0

        *   6,0

    *        *   9

        *   10,9

        *   3,0

        *   8,0

        *   3,0

        *   10,5

    *        *   11

        *   11,9

        *   6,0

        *   10,0

        *   6,0

        *   13,5

    *        *   12

        *   12,9

        *   8,0

        *   13,0

        *   8,0

        *   17,5

    *        *   13

        *   13,9

        *   9,0

        *   16,0

        *   9,0

        *   21,0

    *        *   14

        *   14,9

        *   10,0

        *   20,0

        *   10,0

        *   26,5

    *        *   15

        *   15,9

        *   12,0

        *   25,0

        *   12,0

        *   33,0

    *        *   16

        *   16,9

        *   13,0

        *   30,0

        *   13,0

        *   40,0

    *        *   17

        *   17,9

        *   15,0

        *   35,0

        *   15,0

        *   46,5

    *        *   18

        *   18,9

        *   20,0

        *   45,0

        *   20,0

        *   60,0

    *        *   19

        *   19,9

        *   25,0

        *   60,0

        *   25,0

        *   80,0

    *        *   20

        *   21,9

        *   30,0

        *   75,0

        *   30,0

        *   100,0

    *        *   22

        *   24,9

        *   35,0

        *   100,0

        *   35,0

        *   130,0

    *        *   25

        *   29,9

        *   40,0

        *   160,0

        *   40,0

        *   210,0

    *        *   30

        *   34,9

        *   45,0

        *   280,0

        *   45,0

        *   370,0

    *        *   35

        *   39,9

        *   50,0

        *   380,0

        *   50,0

        *   500,0

    *        *   40

        *   44,9

        *   60,0

        *   500,0

        *   60,0

        *   660,0

    *        *   45

        *   49,9

        *   80,0

        *   750,0

        *   80,0

        *   1 000,0

    *        *   50

        *   60,0

        *   100,0

        *   1 200,0

        *   100,0

        *   1 600,0

2.2 Böller für Schwarzpulver

2.2.1 Als Beschusspulver ist ein Schwarzpulver nach Nummer 2.1.1 zu
    verwenden.

2.2.2 Böller werden wie Schwarzpulverwaffen mit glatten Läufen beschossen.
    Die Haltbarkeit von Böllern, die zum Abschießen von Ladungen bestimmt
    sind, ist unter Zugrundelegung der in den Nummern 2.2.3 bis 2.2.7
    vorgeschriebenen Ladedaten mit Beschussladungen zu prüfen. Böller sind
    mit einem Schuss je Rohr zu beschießen. Weist der Böller nach dem
    Beschuss Fehler auf oder ergeben sich Zweifel hinsichtlich der
    Haltbarkeit, so kann das Beschussamt einen zusätzlichen Schuss
    abgeben. Das Beschussamt hat auf dem Böller eine fortlaufende
    Gerätenummer und sein Prüfzeichen anzubringen.

    Ladetabellen für Böller:

2.2.3 Handböller (auch Schaftböller)

    *        *   Rohrinnen-
            durchmesser

        *   Gebrauchsladung
            – zulässige Höchstwerte –

        *   Beschussladung

    *        *   in mm

        *   in g

        *   in g

    *        *   min.

        *   max.

        *   Böllerpulver

        *   Vorlage

        *   Pulver

        *   Schrot

    *        *   8

        *   8,9

        *   4,0

        *   3,0

        *   4,0

        *   15,0

    *        *   9

        *   9,9

        *   5,0

        *   3,0

        *   5,0

        *   20,0

    *        *   10

        *   10,9

        *   6,0

        *   4,0

        *   6,0

        *   25,0

    *        *   11

        *   11,9

        *   7,0

        *   4,0

        *   7,0

        *   30,0

    *        *   12

        *   12,9

        *   8,0

        *   5,0

        *   8,0

        *   35,0

    *        *   13

        *   13,9

        *   10,0

        *   5,0

        *   9,0

        *   40,0

    *        *   14

        *   14,9

        *   12,0

        *   6,0

        *   10,0

        *   45,0

    *        *   15

        *   15,9

        *   13,0

        *   6,0

        *   12,0

        *   50,0

    *        *   16

        *   16,9

        *   15,0

        *   7,0

        *   14,0

        *   55,0

    *        *   17

        *   17,9

        *   17,0

        *   8,0

        *   17,0

        *   60,0

    *        *   18

        *   18,9

        *   20,0

        *   8,0

        *   20,0

        *   65,0

    *        *   19

        *   19,9

        *   25,0

        *   9,0

        *   25,0

        *   70,0

    *        *   20

        *   22,9

        *   30,0

        *   10,0

        *   30,0

        *   75,0

    *        *   23

        *   24,9

        *   35,0

        *   13,0

        *   35,0

        *   90,0

    *        *   25

        *   30,0

        *   40,0

        *   15,0

        *   40,0

        *   100,0

2.2.4 Standböller

    *        *   Rohrinnen-
            durchmesser

        *   Gebrauchsladung
            – zulässige Höchstwerte –

        *   Beschussladung

    *        *   in mm

        *   in g

        *   in g

    *        *
        *   Böllerpulver

        *   Vorlage

        *   Pulver

        *   Schrot

    *        *   15,0

        *   20,0

        *   10,0

        *   25,0

        *   100,0

    *        *   23,0

        *   40,0

        *   15,0

        *   40,0

        *   190,0

    *        *   25,0

        *   50,0

        *   18,0

        *   50,0

        *   220,0

    *        *   30,0

        *   60,0

        *   20,0

        *   60,0

        *   300,0

    *        *   35,0

        *   80,0

        *   20,0

        *   80,0

        *   400,0

    *        *   40,0

        *   100,0

        *   25,0

        *   100,0

        *   500,0

    *        *   45,0

        *   120,0

        *   25,0

        *   120,0

        *   630,0

    *        *   50,0

        *   150,0

        *   30,0

        *   150,0

        *   750,0

    *        *   60,0

        *   200,0

        *   30,0

        *   200,0

        *   850,0

    *        *   70,0

        *   260,0

        *   35,0

        *   260,0

        *   950,0

    *        *   80,0

        *   330,0

        *   35,0

        *   330,0

        *   1 100,0

    *        *   90,0

        *   400,0

        *   40,0

        *   400,0

        *   1 200,0

2.2.5 Vorderlader – Böller – Kanonen

    *        *   Rohrinnen-
            durchmesser

        *   Gebrauchsladung
            – zulässige Höchstwerte –

        *   Beschussladung

    *        *   in mm

        *   in g

        *   in g

    *        *   min.

        *   max.

        *   Böllerpulver

        *   Vorlage

        *   Pulver

        *   Schrot

    *        *   7

        *   8,9

        *   3,0

        *   2,0

        *   3,0

        *   10,0

    *        *   9

        *   10,9

        *   4,0

        *   2,0

        *   4,0

        *   15,0

    *        *   11

        *   11,9

        *   6,0

        *   3,0

        *   6,0

        *   20,0

    *        *   12

        *   12,9

        *   7,0

        *   3,0

        *   7,0

        *   25,0

    *        *   13

        *   13,9

        *   8,0

        *   4,0

        *   8,0

        *   30,0

    *        *   14

        *   14,9

        *   10,0

        *   5,0

        *   10,0

        *   40,0

    *        *   15

        *   15,9

        *   11,0

        *   5,0

        *   11,0

        *   45,0

    *        *   16

        *   16,9

        *   13,0

        *   6,0

        *   13,0

        *   50,0

    *        *   17

        *   17,9

        *   14,0

        *   6,0

        *   14,0

        *   55,0

    *        *   18

        *   18,9

        *   16,0

        *   7,0

        *   16,0

        *   65,0

    *        *   19

        *   19,9

        *   18,0

        *   8,0

        *   18,0

        *   70,0

    *        *   20

        *   21,9

        *   20,0

        *   9,0

        *   20,0

        *   80,0

    *        *   22

        *   24,9

        *   24,0

        *   10,0

        *   24,0

        *   95,0

    *        *   25

        *   29,9

        *   30,0

        *   12,0

        *   30,0

        *   120,0

    *        *   30

        *   34,9

        *   45,0

        *   15,0

        *   45,0

        *   175,0

    *        *   35

        *   39,9

        *   60,0

        *   20,0

        *   60,0

        *   240,0

    *        *   40

        *   44,9

        *   80,0

        *   22,0

        *   80,0

        *   310,0

    *        *   45

        *   49,9

        *   100,0

        *   25,0

        *   100,0

        *   400,0

    *        *   50

        *   59,9

        *   125,0

        *   30,0

        *   125,0

        *   500,0

    *        *   60

        *   69,9

        *   180,0

        *   34,0

        *   180,0

        *   710,0

    *        *   70

        *   79,9

        *   240,0

        *   38,0

        *   240,0

        *   960,0

    *        *   80

        *   89,9

        *   320,0

        *   45,0

        *   320,0

        *   1 250,0

    *        *   90

        *   99,9

        *   410,0

        *   45,0

        *   410,0

        *   1 600,0

    *        *   100

        *   119,9

        *   500,0

        *   50,0

        *   500,0

        *   1 950,0

    *        *   120

        *   150,0

        *   600,0

        *   50,0

        *   600,0

        *   2 500,0

2.2.6 Salutkanonen mit Kartuschen

    *        *   Kartuschen
            Außendurchmesser

        *   Gebrauchsladung
            – zulässige Höchstwerte –

        *   Beschussladung

    *        *   in mm

        *   in g

        *   in g

    *        *
        *   Böllerpulver

        *   Vorlage

        *   Pulver

        *   Schrot

    *        *   18

        *   5,0

        *   5,0

        *   5,0

        *   50,0

    *        *   23

        *   15,0

        *   8,0

        *   15,0

        *   70,0

    *        *   26

        *   20,0

        *   10,0

        *   20,0

        *   90,0

    *        *   30

        *   30,0

        *   12,0

        *   30,0

        *   120,0

    *        *   40

        *   40,0

        *   18,0

        *   40,0

        *   200,0

    *        *   46

        *   60,0

        *   22,0

        *   60,0

        *   280,0

    *        *   50

        *   80,0

        *   24,0

        *   80,0

        *   330,0

    *        *   57

        *   100,0

        *   26,0

        *   110,0

        *   430,0

    *        *   64

        *   150,0

        *   30,0

        *   150,0

        *   550,0

    *        *   75

        *   350,0

        *   30,0

        *   350,0

        *   750,0

    *        *   81

        *   350,0

        *   30,0

        *   350,0

        *   750,0

2.2.7 Bei anderen Durchmessern sind die Ladedaten zwischen zwei angrenzenden
    Durchmessern linear zu interpolieren.

2.3 Gasböller

2.3.1 Gasböller sind mit Propan- oder Butangas oder anderen Alkanen zu
    betreiben. Sie müssen haltbar und funktionssicher sein und folgenden
    technischen Anforderungen genügen:

2.3.2 Der dem Explosionsdruck ausgesetzte Raum des Gasböllers muss nach den
    Technischen Regeln für Druckbehälter (TRB) rechnerisch für mindestens
    10 bar ausgelegt sein. Es dürfen keine mechanischen Beschädigungen des
    Gerätes auftreten.

2.3.3 Das Gerät muss über eine Dosiereinrichtung verfügen, die nach Abgabe
    einer bestimmten Gasmenge automatisch abschaltet und im Fehlerfall die
    Gaszufuhr unterbricht.

2.3.4 Das Gerät muss über eine elektrische Zündung verfügen.

2.3.5 Die zum Betrieb des Gasböllers verwendeten Zufuhrvorrichtungen und
    deren Verbindungen müssen gasdicht sein und den Anforderungen der
    Technischen Regeln Flüssiggas 1988 entsprechen.

2.3.6 Die Anforderungen nach den Nummern 2.3.2 bis 2.3.5 werden nicht
    geprüft, wenn die Physikalisch-Technische Bundesanstalt den Gerätetyp
    geprüft und die Prüfung Beanstandungen nicht ergeben hat. Die Prüfung
    der zuständigen Behörde beschränkt sich in diesem Fall auf die
    Feststellung, ob der zur Prüfung eingereichte Böller nach seiner
    Beschaffenheit und Funktionsweise mit dem geprüften Typ übereinstimmt.

**3** **Technische Anforderungen an Gegenstände nach § 7 des Gesetzes**

3.1 Feuerwaffen, Einsteckläufe, Einsätze und Schussapparate müssen im
    Sinne der Nummern 1.1 bis 1.3 haltbar, maßhaltig und funktionssicher
    sein.

3.2 Der Prüfgegenstand muss den beigefügten Unterlagen, insbesondere den
    eingereichten Zeichnungen entsprechen.

3.3

3.3.1 Die Abmessungen des Patronen- oder Kartuschenlagers und des Laufes
    müssen den in den Maßtafeln festgelegten Maßen entsprechen.

3.3.2 Sofern für Schussapparate in den Maßtafeln keine oder nicht alle Maße
    aufgeführt sind, müssen die Abmessungen den Angaben des Herstellers
    und den in den Maßtafeln festgelegten Maßen L
    1                   , L
    2                   , R,*                   R
    1                   ,*                   P
    1                   ,*                   P
    2                   ,*                   H
    1                    der vorgesehenen Munition entsprechen. Die Maße L
    3                    und*                   H
    2                    können der Faltung der Kartusche angepasst sein.

3.4 Die Festigkeitseigenschaften der verwendeten Werkstoffe, insbesondere
    der am höchsten beanspruchten Teile, müssen den zu erwartenden
    Belastungen genügen. Der Beschuss ist wie folgt vorzunehmen:

3.4.1 Bei Feuerwaffen nach § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Gesetzes,
    Einsteckläufen und Einsätzen mit Beschusspatronen, die den nach Nummer
    1\.2.3 in Verbindung mit den Maßtafeln vorgeschriebenen Gasdruck
    entwickeln oder, falls keine Beschusspatronen hergestellt werden
    können, mit fünf Gebrauchspatronen des Typs, der den höchsten Gasdruck
    entwickelt,

3.4.2 bei Feuerwaffen zum einmaligen Abschießen nach § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2
    des Gesetzes durch Abschießen von fünf Geräten gleicher Bauart,

3.4.3 bei Schussapparaten mit zehn Beschusspatronen oder -kartuschen, die
    den nach Nummer 1.2.3 in Verbindung mit den Maßtafeln vorgeschriebenen
    Gasdruck entwickeln, oder, falls keine Beschussmunition hergestellt
    werden kann, mit zehn Gebrauchspatronen oder -kartuschen mit der
    stärksten Ladung, wenn gleichzeitig Maßnahmen zur Erreichung des
    Gasdruckes im Sinne der Nummer 1.2.3 getroffen werden,

3.4.4 bei der behördlichen Kontrolle nach § 22 mit zwei Patronen oder
    Kartuschen nach Nummer 3.4.1 bzw. Nummer 3.4.3.

3.4.5 Der Prüfgegenstand darf nach dem Beschuss an den am höchsten
    beanspruchten Teilen keine Dehnungen, Risse oder andere Fehler
    aufweisen. Es dürfen keine Risse an der Hülse auftreten, ausgenommen
    kleine Längsrisse am Hülsenmund. Außerdem darf der Schlagbolzen den
    Hülsenboden nicht perforieren. Dies gilt jedoch nicht für
    Schussapparate, bei denen die Hülse in den Verbrennungsraum
    ausgestoßen wird. Bei Feuerwaffen nach § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 des
    Gesetzes sind funktionsbedingte Formveränderungen und Risse zulässig,
    soweit sie keine Gefahr für den Benutzer darstellen.

3.4.6 Für die behördliche Kontrolle nach § 22 sind die Prüfgegenstände
    wahllos aus der laufenden Produktion oder dem Lager zu entnehmen.

3.5

3.5.1 Feuerwaffen, Schussapparate, nicht tragbare Geräte, andere nicht
    tragbare Geräte, in denen zum Antrieb in Hülsen untergebrachte
    Treibladungen verwendet werden und die für technische Zwecke bestimmt
    sind, und in Feuerwaffen eingebaute Einsteckläufe und Einsätze müssen
    leicht zu laden und zu entladen sein. Hülsen abgeschossener Munition
    und Magazine, unabhängig von der Zahl abgefeuerter Patronen oder
    Kartuschen, müssen sich leicht und ohne Gefahr entfernen lassen.

    Feuerwaffen, Schussapparate und nicht tragbare Geräte, andere nicht
    tragbare Geräte, in denen zum Antrieb in Hülsen untergebrachte
    Treibladungen verwendet werden und die für technische Zwecke bestimmt
    sind, dürfen weder beim Laden noch beim Entladen unbeabsichtigt
    auslösen. Einsteckläufe müssen so beschaffen sein, dass sie nach
    Einbau in für sie vorgesehene Waffen weder beim Laden noch beim
    Entladen zu unbeabsichtigtem Auslösen führen. Schussapparate und nicht
    tragbare Geräte, andere nicht tragbare Geräte, in denen zum Antrieb in
    Hülsen untergebrachte Treibladungen verwendet werden und die für
    technische Zwecke bestimmt sind, dürfen keinen Explosionsknall oder
    Rückstoß verursachen, der nach dem Stand der Technik vermieden werden
    kann. Schussapparate müssen außerdem bei der Auslösung ohne
    Verkrampfung zu halten sein.

    Schussapparate müssen gegen ungewolltes Auslösen beim Zureichen,
    Anstoßen, Andrücken und Fallen ausreichend gesichert sein.

3.5.2 Schussapparate, die zum Verschießen fester Körper bestimmt sind –
    ausgenommen Leinenwurfgeräte –, werden nach der maximal erreichbaren
    Geschwindigkeit und Energie in die Klassen A und B eingeteilt. Als
    Geschwindigkeit gilt die mittlere Geschwindigkeit eines Prüfbolzens
    nach Durchdringen einer dünnen Prüfplatte aus Aluminiumknetlegierung
    zwischen zwei 0,5 m und 1,5 m von der Mündung entfernten Punkten der
    Flugbahn. Klasse A umfasst

3.5.2.1 Schussapparate, bei denen der Mittelwert der Geschwindigkeit 100 m/s
    und die obere Anteilsgrenze bei einseitiger Abgrenzung für 95 % der
    Grundgesamtheit bei einem Vertrauensniveau von 95 % 110 m/s nicht
    überschreitet;

3.5.2.2 andere Schussapparate, bei denen der Mittelwert der Geschwindigkeit
    100 m/s oder die obere Anteilsgrenze bei einseitiger Abgrenzung für 95
    % der Grundgesamtheit bei einem Vertrauensniveau von 95 % 110 m/s
    überschreitet, jedoch der Mittelwert der Geschwindigkeit 160 m/s und
    die obere Anteilsgrenze bei einseitiger Abgrenzung 95 % der
    Grundgesamtheit bei einem Vertrauensniveau von 95 % 176 m/s nicht
    überschreitet und der Mittelwert der Auftreffenergie kleiner als 420 J
    ist.

3.5.2.3 Klasse B umfasst sonstige Schussapparate, die zum Verschließen fester
    Körper bestimmt sind.

3.5.2.4 Bei der Klassifizierung der Schussapparate ist die höchste
    Geschwindigkeit zugrunde zu legen, die sich mit handelsüblicher
    Munition und bestimmungsgemäßem Zubehör erreichen lässt. Dabei ist
    jeweils die stärkste Ladung aller Patronen oder Kartuschen zu
    berücksichtigen, die sich ohne Gewaltanwendung laden lassen. Sofern zu
    dem Schussapparat unterschiedliche Zwischenelemente (Kolben) gehören,
    muss auch das Zwischenelement zugrunde gelegt werden, mit dem sich auf
    Grund der innerballistischen Verhältnisse die höchste Geschwindigkeit
    ergibt.

3.5.3 Schussapparate, die zum Verschießen fester Körper bestimmt sind –
    ausgenommen Leinenwurfgeräte –,

3.5.3.1 dürfen ohne die missbräuchliche Anwendung von Hilfsmitteln oder
    Vornahme von Änderungen nicht in den freien Raum auszulösen sein,

3.5.3.2 dürfen mit Ausnahme der Schussapparate, die durch einen Schlag mit dem
    Hammer ausgelöst werden, nicht auszulösen sein, ohne dass sie vor
    Betätigung des Abzuges mit einer Kraft, die mindestens das 1,5fache
    ihres Gewichts, jedoch nicht weniger als 50 N beträgt, gegen die
    Arbeitsfläche gedrückt werden.

3.5.4 Schussapparate der Klasse A nach Nummer 3.5.2.2 dürfen nicht
    auszulösen sein, wenn die Laufachse und die Senkrechte zur
    Arbeitsfläche einen Winkel von mehr als 15° bilden.

3.5.5 Schussapparate der Klasse B dürfen nicht auszulösen sein, wenn die
    Laufachse und die Senkrechte zur Arbeitsfläche einen Winkel von mehr
    als 7° bilden.

3.5.6 Schussapparate der Klasse B, die zum Eintreiben eines festen Körpers
    in einen Werkstoff dienen, müssen mit einer Schutzkappe versehen sein,
    die den Benutzer gegen Rückpraller, Splitter oder sonstige sich
    ablösende feste Körper schützt. Dies gilt auch für Sonderschutzkappen.
    Der Mindestabstand zwischen Schutzkappenrand und Laufbohrungsachse
    muss bei zentrischer Einstellung mindestens 50 mm betragen.

3.5.7 Schussapparate, die dazu bestimmt sind, feste Körper anzutreiben, die
    sich nicht vom Schussapparat trennen, müssen mit einer Vorrichtung
    versehen sein, die den festen Körper zuverlässig abfängt. Diese
    Schussapparate müssen gegen ein ungewolltes Auslösen beim Fallen auf
    die Mündung aus einer Höhe von 1,50 m gesichert sein. Für
    Schussapparate, die durch einen getrennten Vorgang vor dem Auslösen
    von Hand gespannt werden, gilt dies sowohl in gespanntem als auch
    ungespanntem Zustand.

3.5.8 Sofern diese Schussapparate vor dem Ansetzen und Auslösen durch einen
    gesonderten Vorgang von Hand gespannt werden, brauchen sie nur in
    ungespanntem Zustand gegen ungewolltes Auslösen beim Zureichen und
    Anstoßen gesichert zu sein.

3.5.9 Aus nicht tragbaren Selbstschussgeräten, in denen zum Antrieb in
    Hülsen untergebrachte Treibladungen verwendet werden und die für
    technische Zwecke bestimmt sind, darf zugelassene Patronenmunition
    ohne missbräuchliche Vornahme von Änderungen nicht zu verschießen
    sein.

3.6 Aus Leinenwurfgeräten darf bei Verwendung zugelassener Treibsätze kein
    Feuerstrahl entstehen, der bei sachgemäßer Bedienung zu
    Brandverletzungen führen kann. Die Befestigungselemente für die Leine
    müssen im Gerät so geführt sein, dass sie bei sachgemäßer Bedienung
    nicht zu Handverletzungen des Benutzers führen können.

**4** **Technische Anforderungen an Schreckschuss-, Reizstoff- und
    Signalwaffen nach § 8 des Gesetzes**

4.1 Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit einem Durchmesser (P
    1                   ) des Kartuschenlagers kleiner als 6 mm, aus denen
    nur Kartuschen mit einer Länge (L
    6                   ) kleiner als 7 mm verschossen werden können,
    müssen haltbar, maßhaltig und funktionssicher sein.

4.2 An die Bauart der Schusswaffe sind folgende technische Anforderungen
    nach § 8 Abs. 2 Nr. 4 und 5 des Gesetzes zu stellen:

4.2.1 Über die gesamte Länge des dem Lauf entsprechenden Rohres, abgesehen
    von einer dem Innendurchmesser des Rohres entsprechenden Länge an der
    Mündung, müssen Sperren eingebaut sein, die mit allgemein
    gebräuchlichen Werkzeugen nicht zu entfernen sind. Die Sperren müssen
    eine Härte von mindestens 610 HV30 aufweisen.

4.2.2 In Kartuschenlagern darf Patronenmunition nach den Maßtafeln nicht
    abzufeuern sein. In Magazinen von Pistolen und in Trommelbohrungen von
    Revolvern darf keine handelsübliche Patronenmunition nach den
    Maßtafeln zu laden sein, die im Kartuschenlager gezündet werden kann.
    Entsprechend dürfen die Magazinschächte nur für Kartuschenmunition
    eingerichtete Magazine aufnehmen können.

4.2.3 Kartuschenlager und Rohr müssen mindestens 30° gegeneinander geneigt
    oder so gegeneinander versetzt sein, dass der Schlagbolzen zentrisch
    zum Rohr eingesetzte handelsübliche Munition mit einem größeren
    Durchmesser (*                   H
    2                   ) als 5 mm nicht zünden kann.

4.2.4 Bei Waffen nach Nummer 4.1 mit geneigtem Kartuschenlager kann auf den
    Einbau von Sperren verzichtet werden, sofern zu verschießende feste
    Körper keine höhere Energie als 7,5 J erreichen.

4.2.5 Bei Revolvern müssen die Ausströmungsöffnungen der Trommel gegenüber
    den Kartuschenlagern verengt und versetzt sein.

4.2.6 Bei Waffen mit versetzten Kartuschenlagern muss die Befestigung des
    Rohres bei dem Versuch, dieses zu entfernen, um einen zentrischen Lauf
    einschließlich Patronenlager einzusetzen, aufbrechen.

4.2.7 Bei Geräten und Zusatzteilen, die der Signalgebung mittels
    pyrotechnischer Munition dienen, darf das Geschoss über keine größere
    Länge als das 1,75fache seines Durchmessers oder das 1,2fache seiner
    Länge geführt werden. Der für den Antrieb erforderliche mittlere
    Mündungsgasdruck, gemessen direkt vor der Antriebseite der
    pyrotechnischen Munition, darf den kritischen Gasdruckwert von 50 bar
    nicht überschreiten. Ein aufgeschraubter Zusatzlauf (Schießbecher) für
    pyrotechnische Munition muss in Verbindung mit einer Waffe
    gewährleisten, dass pyrotechnische Munition ohne Eigenantrieb eine
    Anfangsgeschwindigkeit von mindestens 20 m/s erhält und die Zuordnung
    zur Waffe auf Grund entsprechender Kennzeichnung eindeutig ist.

4.2.8 Bei Schreckschusswaffen, die ausschließlich zum Abfeuern von
    Kartuschenmunition zur akustischen Signalgebung dienen, müssen die
    unter Nummer 4.2.1 genannten Sperren das dem Lauf entsprechende Rohr
    vollständig blockieren, mit Ausnahme eines oder mehrerer
    Austrittsöffnungen für den Gasdruck. Die Waffe muss so beschaffen
    sein, dass der Gasdruck nicht an der Vorderseite der Waffe entweichen
    kann. Abweichend von Nummer 4.2.1 müssen die Sperren eine Härte von
    mindestens 700 HV30 aufweisen.

4.3 Bei Schusswaffen, die aus mehreren Teilen bestehen und auseinander
    genommen werden können, muss sichergestellt sein, dass mit den
    einzelnen Teilen nicht geschossen werden kann. Die wesentlichen Teile
    müssen konstruktiv durch ihr Material und ihre Formgebung so
    beschaffen sein, dass sie nicht bestimmungsgemäß als wesentliche
    Bestandteile von Schusswaffen gemäß § 1 Absatz 2 Nummer 1 in
    Verbindung mit Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.1 des
    Waffengesetzes verwendet werden können.

4.4 Ein Versagungsgrund nach § 8 Abs. 2 Nr. 4 des Gesetzes ist nicht
    gegeben, wenn bei der Umarbeitung der Schusswaffe

4.4.1 mit gebräuchlichen Werkzeugen nur die Wirkung erreicht werden kann,
    dass zu verschießende feste Körper keine höhere Energie als 7,5 J
    erreichen,

4.4.2 die Waffe oder wesentliche Teile der Waffe auseinander fallen oder
    zerstört werden.

**5** **Technische Anforderungen an pyrotechnische Munition nach § 10 des
    Gesetzes**

5.1 Die pyrotechnische Munition einschließlich der mit ihr verbundenen
    Antriebsvorrichtung muss folgenden Anforderungen entsprechen:

5.1.1 Pyrotechnische Munition muss so beschaffen sein, dass sie bei
    bestimmungsgemäßer Verwendung handhabungssicher ist; ihre Sätze dürfen
    weder herausfallen noch sich ablösen.

5.1.2 Pyrotechnische Munition muss gegen mechanische Beanspruchungen, denen
    sie üblicherweise beim Umgang oder bei der Beförderung ausgesetzt ist,
    durch die Art ihrer Verpackung gesichert sein.

5.1.3 Der Satzinhalt pyrotechnischer Munition muss so beschaffen, angeordnet
    und verteilt sein, dass die üblicherweise beim Transport oder beim
    Umgang auftretenden Beanspruchungen bei ihr keine Gefahrenerhöhung
    hervorrufen.

5.1.4 Die Zündvorrichtungen pyrotechnischer Munition müssen deutlich
    erkennbar und gegen unbeabsichtigtes Entzünden zuverlässig gesichert
    sein, insbesondere durch Schutzkappen oder gleichwertige Vorrichtungen
    oder durch die Art ihrer Verpackung.

5.1.5 Die pyrotechnischen Sätze in pyrotechnischer Munition dürfen nicht
    selbstentzündlich sein; eine vierwöchige Lagerung bei + 55 °C und*
    20 % relativer Luftfeuchte (Klima 55/20 DIN 50015, Ausgabe August
    1975) darf an den Sätzen und am Gegenstand keine Veränderungen
    hervorrufen, die eine Gefahrenerhöhung bedeuten. Enthält die
    pyrotechnische Munition verschiedene Sätze, so dürfen die Bestandteile
    dieser Sätze nicht in eine Reaktion untereinander treten können, die
    zur Selbstentzündung führt.

5.1.6 Die pyrotechnischen Sätze in pyrotechnischer Munition dürfen folgende
    Stoffe nicht enthalten:

    –   Chlorate zusammen mit Metallen, Antimonsulfiden oder
        Kaliumhexacyanoferrat (II),

    –   Ammoniumsalze oder Amine zusammen mit Chloraten, außer in
        raucherzeugenden Gemischen, wenn durch deren Zusammensetzung eine
        hinreichende Beständigkeit gewährleistet ist.

5.1.7 Enthält die pyrotechnische Munition mehrere zulässige Sätze, so sind
    diese so anzuordnen, dass keine Mischungen der in Nummer 5.1.6
    genannten Art entstehen können.

5.1.8 In den Sätzen der pyrotechnischen Munition, die Chlorate enthalten,
    darf der Anteil an Chloraten 70 % nicht übersteigen. In Leuchtsätzen
    auf Bariumchloratgrundlage sowie in Pfeifsätzen darf der Chloratanteil
    bis auf 80 % erhöht werden.

5.1.9 Geschosse oder Geschossreste von senkrecht nach oben abgeschossener
    pyrotechnischer Munition dürfen nicht brennend oder glühend auf den
    Erdboden fallen; sie sollen spätestens fünf Meter über dem Erdboden
    erloschen sein. Bei pyrotechnischen Geschossen ohne Eigenantrieb, die
    zum Verschießen aus dem Rohr oder aufgeschraubten Zusatzlauf
    (Schießbecher) von Schreckschuss- und Signalwaffen bestimmt sind,
    bezieht sich diese Anforderung auf eine Anfangsgeschwindigkeit von 20
    m/s.

5.1.10 Pyrotechnische Munition muss so beschaffen sein, dass sie einem
    Mindestgasdruck von 65 bar am Munitionsboden standhält.

5.2 Klasseneinteilung von pyrotechnischer Munition in PM I oder PM II

5.2.1 Pyrotechnische Munition ist der Klasse PM I zuzuordnen, wenn

5.2.1.1 sie keinen Knallsatz enthält,

5.2.1.2 die Masse ihrer pyrotechnischen Sätze und ihrer Treibladung zusammen
    nicht mehr als 10 g beträgt,

5.2.1.3 ihre Steighöhe 100 m nicht überschreitet,

5.2.1.4 sie auch bei einer unbeabsichtigten Zündung nicht in scharfkantige
    Wurfstücke zerlegt wird,

5.2.1.5 sie durch Brand nicht zur Explosion gebracht werden kann und

5.2.1.6 sie durch Schlag nicht zur Explosion gebracht werden kann.

5.2.2 Sofern eine der Forderungen nach Nummer 5.2.1 nicht erfüllt wird, ist
    die pyrotechnische Munition der Klasse PM II zuzuordnen.

5.3 Kaliberanforderungen an pyrotechnische Munition

5.3.1 Der Durchmesser der pyrotechnischen Munition muss dem Durchmesser des
    Laufes oder Rohres der Schusswaffe, aus der diese verschossen werden
    soll, entsprechen.

5.3.2 Bei Geschossen, die zum Verschießen aus dem Rohr oder aufgeschraubten
    Zusatzlauf (Schießbecher) von Schreckschuss-, Reizstoff- oder
    Signalwaffen bestimmt sind, muss der Durchmesser der Geschosse dem
    Innendurchmesser des dazugehörigen Rohres oder aufgeschraubten
    Zusatzlaufes (Schießbechers) entsprechen.

5.4 Gasdruckanforderungen an pyrotechnische Munition

5.4.1 Der Gasdruck muss bei pyrotechnischer Patronenmunition so bemessen
    sein, dass Fehlreaktionen im pyrotechnischen System des Geschosses
    ausgeschlossen sind.

5.4.2 Der von der Patronenmunition entwickelte Gasdruck darf den zulässigen
    Maximaldruck nicht überschreiten.

**6** **Technische Anforderungen an umgebaute Schusswaffen nach § 9 Absatz 1
    des Gesetzes**

6.1 Definition

*   Schusswaffen im Sinne von § 9 Absatz 1 des Gesetzes in Verbindung mit
    Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.5.1 des Waffengesetzes
    sind veränderte Langwaffen für Zier- oder Sammlerzwecke, zu
    Theateraufführungen, Film- oder Fernsehaufnahmen, die nur
    Kartuschenmunition verschießen können.

6.2 Umbau-/Abänderungs- und Prüfvorschriften für Schusswaffen nach Nummer
    6\.1

6.2.1 Schusswaffen sind so abzuändern oder auszuführen, dass

    –   das Patronenlager dauerhaft so verändert ist, damit sich außer
        Kartuschenmunition nach der Tabelle 5 der Maßtafeln keine sonstige
        Patronen-, pyrotechnische Munition oder Treibladungen laden und
        abfeuern lassen,

    –   der Lauf in dem dem Patronenlager zugekehrten Drittel mindestens sechs
        kalibergroße, nach vorn gerichtete unverdeckte Bohrungen oder andere
        gleichwertige Laufveränderungen aufweist und vor diesen in Richtung
        Laufmündung mit einem kalibergroßen gehärteten Stahlstift dauerhaft
        durch Verschweißen im Abstand des halben Kaliberdurchmessers vor der
        Mündung verschlossen ist, damit sich keine Geschosse vorladen lassen,

    –   der Lauf mit dem Gehäuse fest verbunden ist, sofern es sich um eine
        Waffe handelt, bei der der Lauf ohne Anwendung von Werkzeugen
        ausgetauscht werden kann.

6.2.2 Die Änderungen müssen so vorgenommen sein, dass sie nicht mit
    allgemein gebräuchlichen Werkzeugen rückgängig gemacht und die
    Gegenstände nicht so geändert werden können, dass aus ihnen Geschosse,
    Patronen- oder pyrotechnische Munition verschossen werden kann.

6.2.3 Dem schriftlichen Antrag zur Zulassung sind ein Muster sowie
    Zeichnungen, aus denen die Art und Weise der Umbaumaßnahme mit Angabe
    der verwendeten Materialien ersichtlich ist, beizufügen. Dieses Muster
    ist bei der zulassenden Stelle zu hinterlegen.

6.2.4 Der Antragsteller erhält einen Zulassungsbescheid für das geprüfte
    Waffenmodell mit der Auflage, das Zulassungszeichen nach Anlage II
    Abbildung 11 mit der erteilten Kennziffer auf jeder Waffe
    aufzubringen.

6.2.5 Sofern es sich um Einzelstücke handelt, ist bei jeder Waffe die
    Umbaumaßnahme entsprechend den Nummern 6.2.1 und 6.2.2 zu prüfen. Die
    jeweilige Kennziffer ist unterhalb des Kennzeichens nach Anlage II
    Abbildung 11 aufzubringen.

6.2.6 Außerdem sind umgebaute Schusswaffen einer Beschussprüfung nach § 3
    des Gesetzes zu unterziehen, mit Ausnahme der Schusswaffen nach § 4
    Abs. 1 Nr. 2.

**7.** **Technische Anforderungen an die Unbrauchbarmachung von
    Schusswaffen**

    Die technischen Anforderungen an die Unbrauchbarmachung von
    Schusswaffen richten sich nach Anhang I der Durchführungsverordnung
    (EU) 2015/2403.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/beschussv/__5.html
Directory: beschussv
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