Title: § 4 Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk (KStoffIndMeistPrV 2014)
§ 4 Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk (KStoffIndMeistPrV 2014)
§ 4 Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

(1) Im Prüfungsteil „Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen“
ist in folgenden Prüfungsbereichen zu prüfen:

1.  Rechtsbewusstes Handeln,

2.  Betriebswirtschaftliches Handeln,

3.  Anwenden von Methoden der Information, Kommunikation und Planung,

4.  Zusammenarbeit im Betrieb,

5.  Berücksichtigung naturwissenschaftlicher und technischer
    Gesetzmäßigkeiten.

(2) Im Prüfungsbereich „Rechtsbewusstes Handeln“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, einschlägige Rechtsvorschriften berücksichtigen
zu können. Dazu gehört, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen unter arbeitsrechtlichen Aspekten zu gestalten sowie
die Arbeitssicherheit, den Gesundheitsschutz und den Umweltschutz nach
rechtlichen Grundlagen zu gewährleisten und die Zusammenarbeit mit den
entsprechenden Institutionen sicherzustellen. ln diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen arbeitsrechtlicher Vorschriften und Bestimmungen bei
    der Gestaltung individueller Arbeitsverhältnisse und bei Fehlverhalten
    von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, insbesondere unter
    Berücksichtigung des Arbeitsvertragsrechts, des Tarifvertragsrechts
    und betrieblicher Vereinbarungen,

2.  Berücksichtigen der Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes,
    insbesondere der Beteiligungsrechte betriebsverfassungsrechtlicher
    Organe,

3.  Berücksichtigen rechtlicher Bestimmungen hinsichtlich der
    Sozialversicherung, der Entgeltfindung sowie der Arbeitsförderung,

4.  Berücksichtigen arbeitsschutz- und arbeitssicherheitsrechtlicher
    Vorschriften und Bestimmungen in Abstimmung mit betrieblichen und
    außerbetrieblichen Institutionen,

5.  Berücksichtigen der Vorschriften des Umweltrechts, insbesondere
    hinsichtlich des Gewässer- und Bodenschutzes, der Kreislaufwirtschaft,
    der Luftreinhaltung, der Lärmvermeidung und des Lärmschutzes, des
    Strahlenschutzes und des Schutzes vor gefährlichen Stoffen,

6.  Berücksichtigen einschlägiger wirtschaftsrechtlicher Vorschriften und
    Bestimmungen, insbesondere hinsichtlich der Produktverantwortung, der
    Produkthaftung sowie des Datenschutzes.

(3) Im Prüfungsbereich „Betriebswirtschaftliches Handeln“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte
im Rahmen praxisbezogener Handlungen berücksichtigen und
volkswirtschaftliche Zusammenhänge aufzeigen sowie Unternehmensformen
darstellen zu können. Weiterhin soll die Fähigkeit nachgewiesen
werden, betriebliche Abläufe nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten
planen, beurteilen und beeinflussen zu können. ln diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen der ökonomischen Handlungsprinzipien von Unternehmen
    unter Einbeziehung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge und sozialer
    Wirkungen,

2.  Berücksichtigen der Grundsätze betrieblicher Aufbau- und
    Ablauforganisation,

3.  Anwenden von Methoden der Organisationsentwicklung,

4.  Berücksichtigen von Methoden der Entgeltfindung und der
    kontinuierlichen betrieblichen Verbesserung,

5.  Unterscheiden von Kostenarten-, Kostenstellen- und
    Kostenträgerrechnung sowie Durchführen von Kalkulationsverfahren.

(4) Im Prüfungsbereich „Anwendung von Methoden der Information,
Kommunikation und Planung“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
Projekte und Prozesse analysieren, planen und transparent machen zu
können. Dazu gehört, Daten aufbereiten, technische Unterlagen
erstellen sowie entsprechende Planungstechniken einsetzen zu können.
Weiterhin soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, angemessene
Präsentationstechniken anwenden zu können. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Erfassen, Analysieren und Aufbereiten von Prozess- und
    Produktionsdaten mittels EDV-Systemen und Bewerten visualisierter
    Daten,

2.  Bewerten von Planungstechniken und Analysemethoden sowie deren
    Anwendungsmöglichkeiten,

3.  Anwenden von Präsentationstechniken,

4.  Erstellen von technischen Unterlagen, Entwürfen, Statistiken, Tabellen
    und Diagrammen,

5.  Anwenden von Projektmanagementmethoden,

6.  Auswählen und Anwenden von Informations- und Kommunikationsformen und
    mitteln.

(5) Im Prüfungsbereich „Zusammenarbeit im Betrieb“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, Zusammenhänge des Sozialverhaltens erkennen, ihre
Auswirkungen auf die Zusammenarbeit beurteilen und durch angemessene
Maßnahmen auf eine zielorientierte, effiziente und vertrauensvolle
Zusammenarbeit hinwirken zu können. Dazu gehört, die
Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fördern
sowie betriebliche Probleme und soziale Konflikte lösen zu können. Es
soll ferner die Fähigkeit nachgewiesen werden, Führungsgrundsätze
berücksichtigen und angemessene Führungstechniken anwenden zu können.
ln diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Beurteilen und Fördern der beruflichen Entwicklung des Einzelnen unter
    Beachtung des bisherigen Berufsweges und unter Berücksichtigung
    persönlicher und sozialer Gegebenheiten,

2.  Beurteilen und Berücksichtigen des Einflusses der Arbeitsorganisation
    und des Arbeitsplatzes auf das Sozialverhalten des Einzelnen und das
    Betriebsklima sowie Ergreifen von Maßnahmen zur Verbesserung,

3.  Beurteilen von Einflüssen der Gruppenstruktur auf das Gruppenverhalten
    und die Zusammenarbeit sowie Entwickeln und Umsetzen von Alternativen,

4.  Auseinandersetzen mit eigenem und fremdem Führungsverhalten, Umsetzen
    von Führungsgrundsätzen,

5.  Anwenden von Führungsmethoden und -techniken einschließlich
    Vereinbarungen entsprechender Handlungsspielräume, um
    Leistungsbereitschaft und Zusammenarbeit der Mitarbeiter und
    Mitarbeiterinnen zu fördern,

6.  Fördern der Kommunikation und Kooperation durch Anwenden von Methoden
    zur Lösung betrieblicher Probleme und sozialer Konflikte.

(6) Im Prüfungsbereich „Berücksichtigung naturwissenschaftlicher und
technischer Gesetzmäßigkeiten“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
einschlägige naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten
zur Lösung technischer Probleme einbeziehen sowie mathematische,
physikalische, chemische und technische Kenntnisse und Fertigkeiten
zur Lösung von Aufgaben aus der betrieblichen Praxis anwenden zu
können. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
werden:

1.  Berücksichtigen der Auswirkungen naturwissenschaftlicher und
    technischer Gesetzmäßigkeiten auf Materialien, Maschinen und Prozesse
    sowie auf Mensch und Umwelt,

2.  Verwenden unterschiedlicher Energieformen im Betrieb sowie Beachten
    der damit zusammenhängenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt,

3.  Berechnen betriebs- und fertigungstechnischer Größen bei Belastungen
    und Bewegungen,

4.  Anwenden von statistischen Verfahren und Durchführen von einfachen
    statistischen Berechnungen sowie ihre graphische Darstellung.

(7) Die Bearbeitungsdauer für die schriftlichen Aufgaben in den in
Absatz 1 Nummer 1 bis 5 genannten Prüfungsbereichen soll insgesamt
höchstens acht Stunden betragen, je Prüfungsbereich nach Absatz 1
Nummer 1 bis 5 mindestens 90 Minuten.

(8) Wurden in nicht mehr als zwei schriftlichen Prüfungsleistungen in
den in Absatz 1 Nummer 1 bis 5 genannten Prüfungsbereichen mangelhafte
Leistungen erbracht, ist in diesen Prüfungsbereichen eine mündliche
Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer oder mehreren ungenügenden
Prüfungsleistungen besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll anwendungsbezogen durchgeführt werden und je
Prüfungsbereich und für die zu prüfende Person in der Regel nicht
länger als 20 Minuten dauern. Die Bewertung der schriftlichen
Prüfungsleistung und die der mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu
einer Prüfungsleistung zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der
schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kstoffindmeistprv_2014/__4.html
Directory: kstoffindmeistprv_2014
Level: 2.0