Title: § 7 Handlungsbereiche

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Bilanzbuchhalter und Geprüfte Bilanzbuchhalterin-Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung (BibuBAProFPrV)
§ 7 Handlungsbereiche

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Bilanzbuchhalter und Geprüfte Bilanzbuchhalterin-Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung (BibuBAProFPrV)
§ 7 Handlungsbereiche

(1) Im Handlungsbereich „Geschäftsvorfälle erfassen und nach
Rechnungslegungsvorschriften zu Abschlüssen führen“ soll die zu
prüfende Person nachweisen, dass sie in der Lage ist, nach deutschem
Recht eine ordnungsgemäße Buchführung durchzuführen, den
Jahresabschluss zu erstellen und die wesentlichen Regelungen des
internationalen Bilanzrechts nach den International Financial
Reporting Standards darzustellen. In diesem Handlungsbereich können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Geschäftsvorfälle vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet nach
    nationalen handels- und steuerrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften
    erfassen und daraus Buchungen ableiten,

2.  die Buchführung so organisieren, dass sie einem sachverständigen
    Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die
    Geschäftsvorfälle und die Lage des Unternehmens vermitteln kann,

3.  Bilanzierung dem Grunde und der Höhe nach von Vermögensgegenständen,
    Schulden, Eigenkapital und Rechnungsabgrenzungsposten nach nationalen
    handels- und steuerrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften
    durchführen,

4.  die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen
    nationalem und internationalem Recht gegenüberstellen; das umfasst den
    jeweiligen Geltungsbereich sowie die Unterschiede zwischen den Zielen
    und Grundprinzipien in der Erst- und Folgebewertung von Sachanlagen,
    immateriellen Vermögenswerten und Finanzinstrumenten, in der Bewertung
    von Vorräten, in der Behandlung von Fertigungsaufträgen, latenten
    Steuern, Eigenkapital, Rückstellungen und Verbindlichkeiten,

5.  Aufwendungen und Erträge in der Gewinn- und Verlustrechnung nach
    nationalen handels- und steuerrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften
    sowie die Ergebnisauswirkungen der Bewertungsmaßnahmen darstellen,

6.  Bestandteile des Jahresabschlusses, Inhalte und Aussagen der Bilanz,
    der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kapitalflussrechnung, des
    Eigenkapitalspiegels und des Anhanges beherrschen und den Lagebericht
    erstellen sowie hierzu die Regelungen nach den International Financial
    Reporting Standards und den International Accounting Standards
    zuordnen und den Segmentbericht im Überblick erläutern,

7.  Grundzüge der Konzernrechnungslegung nach nationalen und
    internationalen Rechnungslegungsvorschriften erkennen und die
    Buchungen für die Kapitalkonsolidierung nach nationalem Bilanzrecht
    durchführen und

8.  bilanzielle Auswirkungen unterschiedlicher Gesellschaftsformen im
    Handels- und Steuerrecht berücksichtigen.

(2) Im Handlungsbereich „Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten“
soll die zu prüfende Person nachweisen, dass sie in der Lage ist, die
Zusammenhänge in der Rechnungslegung zu erkennen sowie
Jahresabschlüsse für unternehmerische Zwecke zu analysieren und zu
interpretieren. In diesem Handlungsbereich können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Jahresabschlüsse aufbereiten,

2.  Jahresabschlüsse mit Hilfe von Kennzahlen und Cashflow-Rechnungen
    analysieren und interpretieren,

3.  zeitliche und betriebliche Vergleiche von Jahresabschlüssen
    durchführen und die Einhaltung von Plan- und Normwerten überprüfen und

4.  Bedeutung von Ratings erkennen und Maßnahmen zur Verbesserung für das
    Unternehmen vorschlagen.

(3) Im Handlungsbereich „Betriebliche Sachverhalte steuerlich
darstellen“ soll die zu prüfende Person nachweisen, dass sie in der
Lage ist, betriebliche Sachverhalte steuerlich zu bearbeiten. In
diesem Handlungsbereich können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
werden:

1.  steuerliches Ergebnis aus dem handelsrechtlichen Ergebnis ableiten,

2.  Datensätze für das Verfahren zur elektronischen Übermittlung von
    Jahresabschlüssen nach dem Einkommensteuergesetz ableiten,

3.  den zu versteuernden Gewinn nach den einzelnen Gewinnermittlungsarten
    bestimmen,

4.  das körperschaftsteuerlich zu versteuernde Einkommen, die
    festzusetzende Körperschaftsteuer sowie die Abschlusszahlung und
    Erstattung der Körperschaftsteuer berechnen,

5.  Regelungen des Körperschaftsteuerrechts und des Einkommensteuerrechts
    in Abhängigkeit von der Rechtsform eines Unternehmens erläutern,

6.  die gewerbesteuerliche Bemessungsgrundlage entwickeln und für die
    Gewerbesteuererklärung aufbereiten sowie die Gewerbesteuer und die
    Gewerbesteuerrückstellung berechnen,

7.  Geschäftsvorfälle auf ihre umsatzsteuerliche Relevanz und auf ihre
    Vorsteuer prüfen sowie die Umsatzsteuervoranmeldungen und
    Umsatzsteuererklärungen vorbereiten,

8.  Vorschriften zum Verfahrensrecht anwenden und notwendige Anträge
    stellen,

9.  grundlegende nationale und binationale Verfahren zur Vermeidung einer
    Doppelbesteuerung im Ertragsteuerrecht gegenüberstellen sowie
    Verfahren zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung im Ertragsteuerrecht
    beschreiben und

10. Lohnsteuer, Grunderwerbsteuer und Grundsteuer in das betriebliche
    Geschehen einordnen.

(4) Im Handlungsbereich „Finanzmanagement des Unternehmens wahrnehmen,
gestalten und überwachen“ soll die zu prüfende Person nachweisen, dass
sie in der Lage ist, die Methoden und Instrumente der Finanzierung und
der Investitionsrechnungen anzuwenden. Dabei soll sie zeigen, dass sie
die Bedeutung der betrieblichen Finanzwirtschaft als Erfolgsfaktor der
Unternehmensführung in nationalen und internationalen Märkten erkennt.
Des Weiteren soll sie Planungsrechnungen im Rahmen der Finanz- und
Investitionsplanung erstellen und einsetzen. In diesem
Handlungsbereich können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Ziele, Aufgaben und Instrumente des Finanzmanagements beschreiben und
    deren Einhaltung anhand ausgewählter Kennzahlen und
    Finanzierungsregeln beurteilen,

2.  Finanz- und Liquiditätsplanungen erstellen und Finanzkontrollen zur
    Sicherung der Zahlungsbereitschaft durchführen,

3.  Finanzierungsarten beherrschen sowie die Möglichkeiten und Methoden
    zur Kapitalbeschaffung unter Berücksichtigung der Rechtsform des
    Unternehmens auswählen und einsetzen,

4.  Investitionsbedarf feststellen und die optimale Investition mit Hilfe
    von Investitionsrechnungen ermitteln,

5.  Kreditrisiken erkennen sowie Instrumente zur Risikobegrenzung bewerten
    und einsetzen,

6.  Kredit- und Kreditsicherungsmöglichkeiten unter Einbeziehung einer
    Kreditwürdigkeitsprüfung und einer Tilgungsfähigkeitsberechnung
    darstellen sowie Kreditkonditionen verhandeln und

7.  die Formen des in- und ausländischen Zahlungsverkehrs auswählen und
    geschäftsvorgangsbezogen festlegen.

(5) Im Handlungsbereich „Kosten- und Leistungsrechnung zielorientiert
anwenden“ soll die zu prüfende Person nachweisen, dass sie in der Lage
ist, die Kosten- und Leistungsrechnung zur Steuerung betrieblicher
Prozesse, zur Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen sowie zu
Bilanzierungszwecken einzusetzen. Dabei soll sie besonders den
Zusammenhang zwischen Buchführung, Bilanzierung, Kosten- und
Leistungsrechnung und Controlling darstellen. In diesem
Handlungsbereich können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Methoden und Instrumente zur Erfassung von Kosten und Leistungen
    auswählen und anwenden,

2.  Verfahren zur Verrechnung der Kosten auf betriebliche
    Funktionsbereiche und auf Leistungen auswählen und anwenden,

3.  Methoden der kurzfristigen Erfolgsrechnung für betriebliche Analyse-
    und Steuerungszwecke auswählen und anwenden,

4.  Verfahren der Kosten- und Leistungsrechnung zur Lösung
    unterschiedlicher Problemstellungen und zur Entscheidungsvorbereitung
    zielorientiert anwenden und

5.  Grundzüge des Kostencontrollings und des Kostenmanagements für die
    Zusammenarbeit im betrieblichen Controlling erläutern.

(6) Im Handlungsbereich „Ein internes Kontrollsystem sicherstellen“
soll die zu prüfende Person nachweisen, dass sie in der Lage ist,
Risiken in der Unternehmung zu identifizieren, zu bewerten und
Maßnahmen zur Risikominderung aufzuzeigen. In diesem Handlungsbereich
können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Arten von Risiken identifizieren und dokumentieren,

2.  ein internes Kontrollsystem aufbauen,

3.  Methoden zur Beurteilung von Risiken einsetzen und

4.  Maßnahmen zur Vermeidung von Risiken ableiten.

(7) Im Handlungsbereich „Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit mit
internen und externen Partnern sicherstellen“ soll die zu prüfende
Person nachweisen, dass sie in der Lage ist, zielorientiert mit
Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, Auszubildenden, Geschäftspartnern
sowie Kunden zu kommunizieren und zu kooperieren, Methoden der
Kommunikation und des Konfliktmanagements situationsgerecht
einzusetzen, ethische Grundsätze zu berücksichtigen und Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen, Auszubildende und Projektgruppen unter Beachtung
der rechtlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen und der
Unternehmensziele zu führen und zu motivieren. In diesem
Handlungsbereich können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  mit internen und externen Partnern situationsgerecht kommunizieren
    sowie Präsentationstechniken zielgerichtet einsetzen,

2.  Kriterien für die Personalauswahl festlegen und begründen sowie bei
    der Personalrekrutierung mitwirken,

3.  den Personaleinsatz planen und steuern,

4.  Führungsmethoden situationsgerecht anwenden,

5.  Berufsausbildung planen und durchführen,

6.  die berufliche Entwicklung und Weiterbildung von Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen fördern und

7.  den Arbeits- und Gesundheitsschutz gestalten.

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