Title: **Nr. 7: Anmerkungen zur Nachweisung 202**

Description:
Verordnung über die Berichterstattung von Versicherungsunternehmen gegenüber der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BerVersV 2017)
**Nr. 7: Anmerkungen zur Nachweisung 202**

Paragraph: 27

Content:
Verordnung über die Berichterstattung von Versicherungsunternehmen gegenüber der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BerVersV 2017)
**Nr. 7: Anmerkungen zur Nachweisung 202**

1.  Die Summe der folgenden in der Gewinn- und Verlust-Rechnung
    ausgewiesenen funktionalen Aufwendungen (versicherungstechnische
    Rechnung) sowie sonstiger Aufwendungen im Rahmen der gewöhnlichen
    Geschäftstätigkeit ist auf die Posten des Personal- und Sachaufwands
    der Nachweisung 202 aufzugliedern:

    a)  Regulierungsaufwendungen für Versicherungsfälle ohne Zahlungen für
        Versicherungsfälle an die Bezugsberechtigten und ohne Berücksichtigung
        von erhaltenen Zahlungen und Forderungen aus Regressen, Provenues und
        Teilungsabkommen (RPT);

    b)  Abschlussaufwendungen für Versicherungsverträge;

    c)  Verwaltungsaufwendungen für Versicherungsverträge;

    d)  Verwaltungsaufwendungen für Kapitalanlagen;

    e)  sonstige versicherungstechnische Aufwendungen, die keinem dieser
        Funktionsbereiche zugeordnet werden können;

    f)  sonstige nicht versicherungstechnische Aufwendungen im Rahmen der
        gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

2.  Bruttozahlungen in Form von Bar- und Sachbezügen an die Beschäftigten
    (siehe Unternummer 9) ohne jeden Abzug. Die Beträge verstehen sich
    einschließlich Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen
    Sozialversicherung, jedoch ohne Arbeitgeberanteile. Einzubeziehen sind
    sämtliche Zuschläge, wie Superprovisionen an Angestellte, Tantiemen,
    Mietbeihilfen und Wohnungszuschüsse, Vergütungen für Feiertage, Urlaub
    und dgl., Entgeltfortzahlungen bei Krankheit sowie Zuschüsse zum
    Krankengeld, Fahrtkostenzuschüsse, Urlaubsbeihilfen, Entschädigungen,
    vermögenswirksame Leistungen, Auslösungen (sofern Lohnsteuer
    entrichtet wurde), familienbezogene Entgeltbestandteile und
    Abfindungen. Bezüge von Vorstandsmitgliedern und anderen
    Führungskräften, die steuerrechtlich als Einkünfte aus
    nichtselbständiger Arbeit zu behandeln sind, sind ebenfalls
    einzubeziehen. Nicht zu den Bruttoentgelten gehört die freiwillige
    Beteiligung des Arbeitgebers an den sozialen Abgaben des
    Arbeitnehmers. Ebenfalls nicht einzubeziehen sind Aufwendungen für
    Leiharbeitnehmer und freie Versicherungsvertreter sowie Mitglieder des
    Aufsichtsrats (vgl. Unternummern 4, 7 und 8).

3.  Gesetzliche und übrige Sozialaufwendungen: Arbeitgeberanteile zur
    Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung; Beiträge zur
    Berufsgenossenschaft; gesetzlich vorgeschriebene Beiträge zur
    Krankenversicherung nicht versicherungspflichtiger Angestellter; auf
    tariflicher oder vertraglicher Grundlage beruhende bzw. freiwillig
    gewährte Leistungen des Arbeitgebers, soweit sie nicht der
    Lohnsteuerpflicht unterliegen (z. B. Aufwendungen für die betriebliche
    Altersversorgung, Beiträge zur Aus- und Fortbildung, Beihilfen und
    Zuschüsse im Krankheitsfall, laufende Zuschüsse für Verpflegung bei
    Praktika, Entschädigungen für doppelte Haushaltsführung und
    Umzugskostenvergütungen). Nicht hierzu gehören Entgeltzahlung bei
    Krankheit, Urlaub oder Mutterschaft sowie den Versicherungsvertretern
    gewährte Altersversorgungs- und andere Sozialleistungen.

4.  Hierunter sind auch die an Makler gezahlten Courtagen, die von den
    Pensions- und Sterbekassen an die Mitglieds- oder Trägerunternehmen
    gezahlten proportionalen Vergütungen für den Beitragseinzug
    (Inkassoprovisionen) sowie Provisionen für das an andere Unternehmen
    vermittelte Bauspargeschäft und sonstige
    Finanzdienstleistungsgeschäfte auszuweisen. Aufwendungen für die
    Altersversorgung der freien Versicherungsvertreter einschließlich der
    sogenannten Provisionsrenten sind ebenfalls einzubeziehen.

5.  Hierzu gehören auch die für das übernommene Versicherungsgeschäft
    anteilig erstatteten Originalkosten sowie die gezahlten
    Gewinnbeteiligungen.

6.  Als sonstiger Sachaufwand sind alle weiteren Aufwendungen für bezogene
    Dienstleistungen und Waren auszuweisen, die für betriebliche Zwecke
    verbraucht werden. Hierzu gehören auch die gesamten Vergütungen an den
    Aufsichtsrat und den Beirat sowie die dem Versicherungsunternehmen
    innerhalb der Unternehmensgruppe angelasteten
    Zentralverwaltungsaufwendungen. Ferner gehören hierzu die externen
    Aufwendungen für die Regulierung von Versicherungsfällen, Rückkäufen,
    Rückgewährbeträgen und Austrittsvergütungen. Anzugeben sind weiterhin
    Aufwendungen für Leiharbeitnehmer, für Mieten, Pachten und Leasing,
    für Bürobedarf und
    IT-Dienstleistungen                    sowie Reise- und Werbeaufwand.
    Nicht anzugeben sind Investitionen in Sachanlagen und in immaterielle
    Vermögensgegenstände sowie die kalkulatorischen Mietaufwendungen für
    die eigengenutzten Grundstücke und Gebäude (vgl. Unternummer 8
    hinsichtlich der Abschreibungen auf Gebäude).

7.  Aufwendungen an Zeitarbeitsfirmen und ähnliche Einrichtungen für die
    Überlassung von Arbeitskräften, wobei die überlassenen Arbeitskräfte
    bei den jeweiligen Unternehmen, die die Personaldienstleistungen
    erbringen, beschäftigt bleiben und von ihnen vergütet werden. Für
    statistische Zwecke ist hierunter auch das innerhalb der
    Unternehmensgruppe im Rahmen von Dienstleistungsverträgen
    ausgetauschte Personal zu erfassen, sofern es von dem überlassenden
    Unternehmen keine fachlichen Weisungen erhält, d. h. das überlassende
    Unternehmen sich auf personalwirtschaftliche Tätigkeiten beschränkt.
    Überlässt hingegen eine Führungsholding Arbeitskräfte an
    Tochtergesellschaften, um Führungsfunktionen der Holding umzusetzen
    oder zu unterstützen, sind diese Aufwendungen nicht hier, sondern
    lediglich als sonstiger Sachaufwand anzugeben. Aufwendungen für alle
    weiteren überlassenen Arbeitskräfte sind hingegen hier anzugeben.
    Nicht anzugeben sind bezogene Dienstleistungen auf Basis von
    Werkverträgen.

8.  Hierunter fallen

    a)  Abschreibungen auf erworbene oder selbst erstellte Sachanlagen für
        betriebliche Zwecke, einschließlich auf Gebäude,

    b)  Abschreibungen auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und
        Erweiterung des Geschäftsbetriebs,

    c)  Abschreibungen auf die unter den sonstigen immateriellen
        Vermögensgegenständen ausgewiesenen Kaufpreise für den Erwerb von
        Gesamt- oder Teil-Versicherungsbeständen sowie auf erworbene oder
        selbst geschaffene EDV-Software,

    d)  sonstige Abschreibungen, soweit sie nicht zu den Abschreibungen auf
        Kapitalanlagen gehören und unter den sonstigen Aufwendungen
        auszuweisen sind oder bei den gebuchten Bruttobeiträgen als
        Abzugsposten zu behandeln sind,

    e)  Abschreibungen auf selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und auf
        entgeltlich erworbene Konzessionen und Schutzrechte sowie Lizenzen
        daran.

9.  Als Beschäftigte sind alle Personen zu erfassen, die im Laufe des
    Geschäftsjahres in einem Arbeits- oder vergleichbaren Dienstverhältnis
    mit dem Versicherungsunternehmen gestanden und Bezüge erhalten haben,
    die steuerrechtlich als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zu
    behandeln sind. Dazu gehören Arbeitnehmer im Innen- und Außendienst,
    Beamte, Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und andere leitende
    Kräfte, Auszubildende und Praktikanten. Ruhende Dienstverhältnisse
    sind nicht zu erfassen. Beschäftigte, die Arbeits- bzw. Dienstverträge
    mit mehreren Unternehmen haben und von diesen Bezüge erhalten, sind
    bei dem jeweiligen Unternehmen als Teilzeitbeschäftigte zu erfassen.
    Die Zahl der Beschäftigten ist im Jahresdurchschnitt auszuweisen.
    Liegen diese Angaben nicht vor, kann die Zahl am Ende des
    Geschäftsjahres angegeben werden.

10. Berechnung der Vollzeiteinheiten (VZE) in Spalte 4: Summe der
    vertraglich vereinbarten Wochenarbeitsstunden aller
    Teilzeitbeschäftigten dividiert durch die geltende reguläre
    Wochenarbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten. Das Ergebnis ist
    kaufmännisch zu runden. Beispiel: Fünf Teilzeitbeschäftigte à 20
    Stunden ergeben bei einer regulären Wochenarbeitszeit eines
    Vollzeitbeschäftigten im Unternehmen von 40 Stunden zusammen 2,5 VZE.
    Einzutragen sind 3 VZE. Liegt ein Arbeits- bzw. Dienstvertrag mit
    mehreren Unternehmen vor, sind die Teilzeitbeschäftigten bei jedem
    Unternehmen in der Personenzahl zu berücksichtigen. In die Berechnung
    der VZE sind nur die bei dem jeweiligen Unternehmen geleisteten
    Wochenarbeitsstunden in die Berechnung einzubeziehen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/berversv_2017/__27.html
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