Title: § 6 Kosten des Baugrundstücks

Description:
Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz (BVO 2)
Teil II - Wirtschaftlichkeitsberechnung
Zweiter Abschnitt - Berechnung der Gesamtkosten
§ 6 Kosten des Baugrundstücks

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz (BVO 2)
Teil II - Wirtschaftlichkeitsberechnung
Zweiter Abschnitt - Berechnung der Gesamtkosten
§ 6 Kosten des Baugrundstücks

(1) Als Wert des Baugrundstücks darf höchstens angesetzt werden,

1.  wenn das Baugrundstück dem Bauherrn zur Förderung des Wohnungsbaues
    unter dem Verkehrswert überlassen worden ist, der Kaufpreis,

2.  wenn das Baugrundstück durch Enteignung zur Durchführung des
    Bauvorhabens vom Bauherrn erworben worden ist, die Entschädigung,

3.  in anderen Fällen der Verkehrswert in dem nach § 4 maßgebenden
    Zeitpunkt oder der Kaufpreis, es sei denn, daß er unangemessen hoch
    gewesen ist.

Für den Begriff des Verkehrswertes gilt § 194 des Baugesetzbuchs. Im
steuerbegünstigten Wohnungsbau dürfen neben dem Verkehrswert Kosten
der Zwischenfinanzierung, Kapitalkosten und Steuerbelastungen des
Baugrundstücks, die auf die Bauzeit fallen, nicht angesetzt werden.
Ist die Wirtschaftlichkeitsberechnung nach § 87a des Zweiten
Wohnungsbaugesetzes aufzustellen, so darf der Bauherr den Wert des
Baugrundstücks nach Satz 1 ansetzen, soweit nicht mit dem Darlehens-
oder Zuschußgeber vertraglich ein anderer Ansatz vereinbart ist.

(2) Bei Ausbau durch Umwandlung oder Umbau darf als Wert des
Baugrundstücks höchstens der Verkehrswert vergleichbarer unbebauter
Grundstücke für Wohngebäude in dem nach § 4 maßgebenden Zeitpunkt
angesetzt werden. Der Wert des Baugrundstücks darf nicht angesetzt
werden beim Ausbau durch Umbau einer Wohnung, deren Bau bereits mit
öffentlichen Mitteln oder mit Wohnungsfürsorgemitteln gefördert worden
ist.

(3) Soweit Preisvorschriften in dem nach § 4 maßgebenden Zeitpunkt
bestanden haben, dürfen höchstens die danach zulässigen Preise
zugrunde gelegt werden.

(4) Erwerbskosten und Erschließungskosten dürfen, vorbehaltlich der §§
9 und 10, nur angesetzt werden, soweit sie tatsächlich entstehen oder
mit ihrem Entstehen sicher gerechnet werden kann.

(5) Wird die Erschließung im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben
durchgeführt, so darf außer den Erschließungskosten nur der Wert des
nicht erschlossenen Baugrundstücks nach Absatz 1 angesetzt werden. Ist
die Erschließung bereits vorher ganz oder teilweise durchgeführt
worden, so kann der Wert des ganz oder teilweise erschlossenen
Baugrundstücks nach Absatz 1 angesetzt werden, wenn ein Ansatz von
Erschließungskosten insoweit unterbleibt.

(6) Liegt das Baugrundstück in dem nach § 4 maßgebenden Zeitpunkt in
einem nach dem Städtebauförderungsgesetz oder dem Baugesetzbuch
förmlich festgelegten Sanierungsgebiet, Ersatzgebiet, Ergänzungsgebiet
oder Entwicklungsbereich und wird die Maßnahme nicht im vereinfachten
Verfahren durchgeführt, dürfen abweichend von Absatz 1 Satz 1 und den
Absätzen 2, 4 und 5 als Wert des Baugrundstücks und an Stelle der
Erschließungskosten höchstens angesetzt werden

1.  der Wert, der sich für das unbebaute Grundstück ergeben würde, wenn
    eine Sanierung oder Entwicklung weder beabsichtigt noch durchgeführt
    worden wäre, der Kaufpreis für ein nach der förmlichen Festlegung
    erworbenes Grundstück, soweit er zulässig gewesen ist, oder, wenn eine
    Umlegung nach Maßgabe des § 16 des Städtebauförderungsgesetzes oder
    des § 153 Abs. 5 des Baugesetzbuches durchgeführt worden ist, der
    Verkehrswert, der der Zuteilung des Grundstücks zugrunde gelegt worden
    ist,

2.  der Ausgleichsbetrag, der für das Grundstück zu entrichten ist,

3.  der Betrag, der auf den Ausgleichsbetrag angerechnet wird, soweit die
    Anrechnung nicht auf Umständen beruht, die in dem nach Nummer 1
    angesetzten Wert des Grundstücks berücksichtigt sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bvo_2/__6.html
Directory: bvo_2
Level: 4.0