Title: § 15 Vorgeburtliche genetische Untersuchungen

Description:
Gesetz über genetische Untersuchungen bei Menschen (GenDG)
Abschnitt 2 - Genetische Untersuchungen zu medizinischen Zwecken
§ 15 Vorgeburtliche genetische Untersuchungen

Paragraph: 15

Content:
Gesetz über genetische Untersuchungen bei Menschen (GenDG)
Abschnitt 2 - Genetische Untersuchungen zu medizinischen Zwecken
§ 15 Vorgeburtliche genetische Untersuchungen

(1) Eine genetische Untersuchung darf vorgeburtlich nur zu
medizinischen Zwecken und nur vorgenommen werden, soweit die
Untersuchung auf bestimmte genetische Eigenschaften des Embryos oder
Fötus abzielt, die nach dem allgemein anerkannten Stand der
Wissenschaft und Technik seine Gesundheit während der Schwangerschaft
oder nach der Geburt beeinträchtigen, oder wenn eine Behandlung des
Embryos oder Fötus mit einem Arzneimittel vorgesehen ist, dessen
Wirkung durch bestimmte genetische Eigenschaften beeinflusst wird und
die Schwangere nach § 9 aufgeklärt worden ist und diese nach § 8 Abs.
1 eingewilligt hat. Wird anlässlich einer Untersuchung nach Satz 1
oder einer sonstigen vorgeburtlichen Untersuchung das Geschlecht eines
Embryos oder Fötus festgestellt, kann dies der Schwangeren mit ihrer
Einwilligung nach Ablauf der zwölften Schwangerschaftswoche mitgeteilt
werden.

(2) Eine vorgeburtliche genetische Untersuchung, die darauf abzielt,
genetische Eigenschaften des Embryos oder des Fötus für eine
Erkrankung festzustellen, die nach dem allgemein anerkannten Stand der
medizinischen Wissenschaft und Technik erst nach Vollendung des 18.
Lebensjahres ausbricht, darf nicht vorgenommen werden.

(3) Vor einer vorgeburtlichen genetischen Untersuchung und nach
Vorliegen des Untersuchungsergebnisses ist die Schwangere entsprechend
§ 10 Abs. 2 und 3 genetisch zu beraten und ergänzend auf den
Beratungsanspruch nach § 2 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes
hinzuweisen; der Inhalt der Beratung ist zu dokumentieren.

(4) Wird die vorgeburtliche genetische Untersuchung bei einer
Schwangeren vorgenommen, die nicht in der Lage ist, Wesen, Bedeutung
und Tragweite der vorgeburtlichen genetischen Untersuchung zu erkennen
und ihren Willen hiernach auszurichten, findet § 14 Abs. 1 Nr. 2 und 3
Anwendung. Die genetische Untersuchung darf nur vorgenommen werden,
wenn zuvor

1.  der Vertreter der Schwangeren nach § 9 aufgeklärt worden ist,

2.  eine Ärztin oder ein Arzt, die oder der die Voraussetzungen nach § 7
    Abs. 1 und 3 erfüllt, den Vertreter entsprechend Absatz 2 genetisch
    beraten und

3.  der Vertreter nach § 8 Abs. 1 eingewilligt hat.

Die §§ 1627 und 1821 Absatz 2 bis 4 des Bürgerlichen Gesetzbuchs
finden Anwendung.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gendg/__15.html
Directory: gendg
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