Title: § 2 Verpflegung, Unterkunft und Wohnung als Sachbezug

Description:
Verordnung über die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Zuwendungen des Arbeitgebers als Arbeitsentgelt (SvEV)
§ 2 Verpflegung, Unterkunft und Wohnung als Sachbezug

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Zuwendungen des Arbeitgebers als Arbeitsentgelt (SvEV)
§ 2 Verpflegung, Unterkunft und Wohnung als Sachbezug

(1) Der Wert der als Sachbezug zur Verfügung gestellten Verpflegung
wird auf monatlich 313 Euro festgesetzt. Dieser Wert setzt sich
zusammen aus dem Wert für

1.  Frühstück von 65 Euro,

2.  Mittagessen von 124 Euro und

3.  Abendessen von 124 Euro.

(2) Für Verpflegung, die nicht nur dem Beschäftigten, sondern auch
seinen nicht bei demselben Arbeitgeber beschäftigten
Familienangehörigen zur Verfügung gestellt wird, erhöhen sich die nach
Absatz 1 anzusetzenden Werte je Familienangehörigen,

1.  der das 18. Lebensjahr vollendet hat, um 100 Prozent,

2.  der das 14., aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hat, um 80
    Prozent,

3.  der das 7., aber noch nicht das 14. Lebensjahr vollendet hat, um 40
    Prozent und

4.  der das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, um 30 Prozent.

Bei der Berechnung des Wertes ist das Lebensalter des
Familienangehörigen im ersten Entgeltabrechnungszeitraum des
Kalenderjahres maßgebend. Sind Ehegatten bei demselben Arbeitgeber
beschäftigt, sind die Erhöhungswerte nach Satz 1 für Verpflegung der
Kinder beiden Ehegatten je zur Hälfte zuzurechnen.

(3) Der Wert einer als Sachbezug zur Verfügung gestellten Unterkunft
wird auf monatlich 278 Euro festgesetzt. Der Wert der Unterkunft nach
Satz 1 vermindert sich

1.  bei Aufnahme des Beschäftigten in den Haushalt des Arbeitgebers oder
    bei Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft um 15 Prozent,

2.  für Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und
    Auszubildende um 15 Prozent und

3.  bei der Belegung

    a)  mit zwei Beschäftigten um 40 Prozent,

    b)  mit drei Beschäftigten um 50 Prozent und

    c)  mit mehr als drei Beschäftigten um 60 Prozent.

Ist es nach Lage des einzelnen Falles unbillig, den Wert einer
Unterkunft nach Satz 1 zu bestimmen, kann die Unterkunft mit dem
ortsüblichen Mietpreis bewertet werden; Absatz 4 Satz 2 gilt
entsprechend.

(4) Für eine als Sachbezug zur Verfügung gestellte Wohnung ist als
Wert der ortsübliche Mietpreis unter Berücksichtigung der sich aus der
Lage der Wohnung zum Betrieb ergebenden Beeinträchtigungen sowie unter
entsprechender Anwendung des § 8 Absatz 2 Satz 12 des
Einkommensteuergesetzes anzusetzen. Ist im Einzelfall die Feststellung
des ortsüblichen Mietpreises mit außergewöhnlichen Schwierigkeiten
verbunden, kann die Wohnung mit 4,89 Euro je Quadratmeter monatlich,
bei einfacher Ausstattung (ohne Sammelheizung oder ohne Bad oder
Dusche) mit 4,00 Euro je Quadratmeter monatlich bewertet werden.
Bestehen gesetzliche Mietpreisbeschränkungen, sind die durch diese
Beschränkungen festgelegten Mietpreise als Werte anzusetzen. Dies gilt
auch für die vertraglichen Mietpreisbeschränkungen im sozialen
Wohnungsbau, die nach den jeweiligen Förderrichtlinien des Landes für
den betreffenden Förderjahrgang sowie für die mit
Wohnungsfürsorgemitteln aus öffentlichen Haushalten geförderten
Wohnungen vorgesehen sind. Für Energie, Wasser und sonstige
Nebenkosten ist der übliche Preis am Abgabeort anzusetzen.

(5) Werden Verpflegung, Unterkunft oder Wohnung verbilligt als
Sachbezug zur Verfügung gestellt, ist der Unterschiedsbetrag zwischen
dem vereinbarten Preis und dem Wert, der sich bei freiem Bezug nach
den Absätzen 1 bis 4 ergeben würde, dem Arbeitsentgelt zuzurechnen.

(6) Bei der Berechnung des Wertes für kürzere Zeiträume als einen
Monat ist für jeden Tag ein Dreißigstel der Werte nach den Absätzen 1
bis 5 zugrunde zu legen. Die Prozentsätze der Absätze 2 und 3 sind auf
den Tageswert nach Satz 1 anzuwenden. Die Berechnungen werden jeweils
auf 2 Dezimalstellen durchgeführt; die zweite Dezimalstelle wird um 1
erhöht, wenn sich in der dritten Dezimalstelle eine der Zahlen 5 bis 9
ergibt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/svev/__2.html
Directory: svev
Level: 2.0