Title: § 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Uhrmacher-Handwerk (UhrmMstrV 2005)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Uhrmacher-Handwerk (UhrmMstrV 2005)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz dadurch
nachweisen, dass er berufsbezogene Probleme analysieren und bewerten
sowie Lösungswege aufzeigen und dokumentieren und dabei aktuelle
Entwicklungen berücksichtigen kann.

(2) Handlungsfelder sind:

1.  Instandhaltungstechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine Aufgabe zu bearbeiten,
die fallorientiert sein muss:

1.  Instandhaltungstechnik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, im Rahmen der
    Instandhaltung konstruktions- und fertigungstechnische Aufgaben unter
    Berücksichtigung wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in einem
    Uhrmacherbetrieb zu bearbeiten. Dabei soll er berufsbezogene
    Sachverhalte analysieren und bewerten. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis f
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Lösungen für Problemstellungen im Bereich der Uhrentechnik erarbeiten,
        bewerten und korrigieren,

    b)  Diagnosen und Fehleranalysen erstellen und beurteilen; Vorschläge für
        Serviceleistungen erarbeiten, Instandsetzungswege festlegen,
        Instandhaltungsumfang bestimmen,

    c)  Prüf- und Messtechniken sowie Verfahren der Funktionsprüfungen und
        Fehlersuche, insbesondere an mechanischen und elektronischen Uhren,
        unterscheiden und dem jeweiligen Anwendungszweck zuordnen;
        Prüfergebnisse dokumentieren und bewerten,

    d)  Verbindungstechniken sowie Verfahren der Instandsetzung, der
        Oberflächenbearbeitung und der Oberflächenbehandlung an Uhren,
        Uhrengehäusen und Zubehör unter Beachtung der Werkstoffeigenschaften
        beschreiben und beurteilen,

    e)  Instandsetzungsmaßnahmen an historischen Uhren darstellen, bewerten
        und dokumentieren,

    f)  Werkstücke und Werkstoffe entsprechend ihren Arten und Eigenschaften
        beurteilen und Verwendungszwecken zuordnen;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen, deren
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen. Bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    b)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Fertigungs-, Konstruktions- und
        Instandsetzungstechnik sowie gestalterischer Aspekte, des Einsatzes
        von Material, Geräten und Personal bewerten, dabei qualitätssichernde
        Aspekte darstellen sowie Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen
        berücksichtigen,

    c)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Haftung bei der
        Herstellung, der Instandhaltung, der Restaurierung und bei
        Serviceleistungen beurteilen,

    d)  technische Arbeitspläne, Skizzen und Zeichnungen erarbeiten sowie
        vorgegebene Arbeitspläne, Skizzen und Zeichnungen bewerten und
        korrigieren,

    e)  auftragsbezogenen Einsatz von Material, Werkstoffen, Maschinen und
        Geräten bestimmen und begründen,

    f)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    g)  Schadensaufnahme an Uhren und Zubehör darstellen,
        Instandsetzungsmethoden vorschlagen und die erforderliche Abwicklung
        festlegen,

    h)  Vor- und Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, wahrzunehmen. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung darstellen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische Prozesse planen und
        darstellen,

    h)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und
        beurteilen.

(4) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern. Eine
Prüfungsdauer von sechs Stunden täglich darf nicht überschritten
werden.

(5) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder gemäß Absatz 2
gebildet.

(6) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(7) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/uhrmmstrv_2005/__7.html
Directory: uhrmmstrv_2005
Level: 2.0