Title: § 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk (KStoffIndMeistPrV 2014)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk (KStoffIndMeistPrV 2014)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

(1) Der Prüfungsteil „Handlungsspezifische Qualifikationen“ umfasst
die folgenden Handlungsbereiche:

1.  Technik,

2.  Organisation und

3.  Führung und Personal.

(2) Der Handlungsbereich „Technik“ enthält:

1.  die Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkte:

    a)  Bearbeitungstechnik,

    b)  Verarbeitungstechnik,

    c)  Kautschuktechnik oder

    d)  Faserverbundtechnik,

    wobei die zu prüfende Person einen der genannten
    Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkte bestimmt, in dem geprüft werden
    soll;

2.  die Qualifikationsschwerpunkte:

    a)  Betriebstechnik,

    b)  Werkstoffe und

    c)  Produktionsprozesse.

(3) Der Handlungsbereich „Organisation“ enthält die
Qualifikationsschwerpunkte:

1.  Betriebliches Kostenwesen,

2.  Planungs-, Steuerungs- und Kommunikationssysteme und

3.  Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz.

(4) Der Handlungsbereich „Führung und Personal“ enthält die
Qualifikationsschwerpunkte:

1.  Personalführung,

2.  Personalentwicklung und

3.  Qualitätsmanagement.

(5) Es werden drei die Handlungsbereiche „Technik“, „Organisation“
sowie „Führung und Personal“ integrierende Situationsaufgaben nach den
Absätzen 6 bis 8 unter Berücksichtigung der
fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen gestellt. Zwei der
Situationsaufgaben sind schriftlich zu lösen, die Situationsaufgabe
aus dem Handlungsbereich „Führung und Personal“ ist Gegenstand des
situationsbezogenen Fachgesprächs nach Absatz 9. Die
Situationsaufgaben sind so zu gestalten, dass alle
Qualifikationsschwerpunkte der Handlungsbereiche mindestens einmal
thematisiert werden. Die Prüfungsdauer der schriftlichen
Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Technik“ beträgt
mindestens 270 Minuten, die Prüfungsdauer der schriftlichen
Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Organisation“ mindestens
240 Minuten. Die Prüfungsdauer der schriftlichen Situationsaufgaben
soll insgesamt jedoch nicht mehr als 10 Stunden betragen. Das
situationsbezogene Fachgespräch aus dem Handlungsbereich „Führung und
Personal“ soll für die zu prüfende Person mindestens 30 Minuten und
höchstens 45 Minuten betragen. Es sind höchstens 30 Minuten
Vorbereitungszeit einzuräumen.

(6) In der Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Technik“ soll
einer der vier Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkte
„Bearbeitungstechnik“, „Verarbeitungstechnik“, „Kautschuktechnik“ oder
„Faserverbundtechnik“ den Kern bilden. Weiterhin ist der
Qualifikationsschwerpunkt „Betriebstechnik“ einzubeziehen. Die
Situationsaufgabe soll darüber hinaus Qualifikationsinhalte aus den
Qualifikationsschwerpunkten der Handlungsbereiche „Organisation“ sowie
„Führung und Personal“ integrativ mitberücksichtigen. Die
Qualifikationsschwerpunkte „Werkstoffe“ und „Produktionsprozesse“
sollen in die Situationsaufgaben aus den Handlungsbereichen
„Organisation“ sowie „Führung und Personal“ integriert werden. Für die
Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkte und die
Qualifikationsschwerpunkte des Handlungsbereichs „Technik“ bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Im Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkt „Bearbeitungstechnik“ soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, Bearbeitungsverfahren und -prozesse zur
    Herstellung von Bauteilen oder Fenster-, Tür- und Fassadenelementen
    bewerten und optimieren zu können; hierzu gehört, die Einhaltung der
    einschlägigen Normen sicherzustellen; in diesem Rahmen können folgende
    Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Auswählen, Beurteilen und Optimieren von Bearbeitungsverfahren,
        insbesondere Schweißen, Kleben, Umformen, spanende Bearbeitung,
        Verstärken von Bauteilen, Auskleiden, Montieren, Demontieren und
        Nachbearbeiten,

    b)  Optimieren der Bearbeitungsprozesse unter Einhaltung qualitativer und
        quantitativer Vorgaben,

    c)  Optimieren von Maschinen- und Prozessparametern unter Berücksichtigung
        der Zusammenhänge zwischen Werkstoff und Bearbeitungsverfahren,

    d)  Mitwirken bei der Auswahl zur Beschaffung von neuen Maschinen,
        Apparaten, technischen Hilfseinrichtungen, Werkzeugen und Werkstoffen
        unter Beachtung von technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten,

    e)  Beurteilen von Auswirkungen auf den Bearbeitungsprozess beim Einsatz
        neuer Werkstoffe, Verfahren und Betriebsmittel,

    f)  Ermitteln von Ursachen im Störungsfall und Einleiten von Maßnahmen,

    g)  Beurteilen von Vor- und Nachbehandlungsarbeitsgängen sowie von
        Verfahren zur Veredelung der Bauteile,

    h)  Planen, Optimieren und Überwachen verfahrensspezifischer,
        fertigungsbegleitender qualitätssichernder Mess- und Prüfsysteme;

2.  im Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkt „Verarbeitungstechnik“ soll
    die Fähigkeit nachgewiesen werden, kontinuierliche und
    diskontinuierliche Verarbeitungsverfahren für Thermoplaste und
    Duromere, deren Vor- und Nachbehandlung sowie verfahrensspezifische
    Prüfsysteme bewerten und optimieren zu können; in diesem Rahmen können
    folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Auswählen und Beurteilen diskontinuierlicher Verarbeitungsverfahren
        wie Spritzgießen und -blasen, Pressen, Schäumen und Thermoformen,

    b)  Auswählen und Beurteilen kontinuierlicher Verarbeitungsverfahren wie
        Extrudieren, Kalandrieren, Schäumen und Extrusionsblasformen,

    c)  Optimieren von Produktionsprozessen unter Einhaltung qualitativer und
        quantitativer Vorgaben,

    d)  Optimieren von Maschinen- und Prozessparametern unter Berücksichtigung
        der Zusammenhänge zwischen Polymer und Verarbeitungsverfahren,

    e)  Mitwirken bei der Auswahl zur Beschaffung von neuen Maschinen,
        Apparaten, technischen Hilfseinrichtungen, Werkzeugen und Werkstoffen
        unter Beachtung von technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten,

    f)  Zuordnen von Werkzeugen für Ein- und Mehrkomponentenverfahren sowie
        Sonderverfahren unter Berücksichtigung von Funktion, Aufbau und
        Kopplung von Werkzeugen,

    g)  Beurteilen von Auswirkungen auf den Produktionsprozess beim Einsatz
        neuer Werkstoffe, Verfahren und Betriebsmittel,

    h)  Ermitteln der Ursachen im Störungsfall und Einleiten von Maßnahmen,

    i)  Beurteilen von Vor- und Nachbehandlungsarbeitsgängen für
        kontinuierliche und diskontinuierliche Verfahren sowie von
        Sonderverfahren zur weiteren Veredlung der Produkte,

    j)  Planen, Optimieren und Überwachen verfahrensspezifischer,
        fertigungsbegleitender qualitätssichernder Mess- und Prüfsysteme;

3.  im Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkt „Kautschuktechnik“ soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, den Aufbau von Kautschukmischungen und
    deren Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren einschließlich der
    Werkzeuge bewerten und optimieren zu können; dazu gehört, den Einsatz
    von Kautschukmischungen in Elastomerartikeln und in Verbundbauteilen,
    deren Vor- und Nachbehandlung sowie verfahrensspezifische Prüfsysteme
    beurteilen und optimieren zu können; weiterhin soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, an der Auslegung von Fertigungsanlagen mitwirken
    zu können; in diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
    geprüft werden:

    a)  Auswählen und Beurteilen von Mischverfahren unter Einsatz von Walzen,
        Innenmischern und Knetern, Extrudern und Rührern,

    b)  Auswählen und Beurteilen von maschinellen und manuellen
        Formgebungsverfahren für Kautschukmischungen, wie Kalandrieren,
        Pressen, Extrudieren, Gießen, Tauchen und Wickeln sowie ihrer
        Verwendung für Verbundwerkstoffe, insbesondere mit Fasern, Geweben,
        Metallen und Thermoplasten,

    c)  Auswählen und Beurteilen von kontinuierlichen und diskontinuierlichen
        Vulkanisationsverfahren für Kautschukmischungen,

    d)  Optimieren der Produktionsprozesse unter Einhaltung qualitativer und
        quantitativer Vorgaben,

    e)  Optimieren von Maschinen- und Prozessparametern unter Berücksichtigung
        der Zusammenhänge zwischen Elastomer und Verarbeitungsverfahren,

    f)  Mitwirken bei der Auswahl zur Beschaffung von neuen Maschinen,
        Apparaten, technischen Hilfseinrichtungen, Werkzeugen und Werkstoffen
        unter Beachtung von technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten,

    g)  Zuordnen von Werkzeugen für Verfahren und Produkte aus einer oder
        mehreren Komponenten unter Berücksichtigung von Funktion, Aufbau und
        Kopplung von Werkzeugen,

    h)  Beurteilen von Auswirkungen auf den Produktionsprozess beim Einsatz
        neuer Werkstoffe, Verfahren und Betriebsmittel,

    i)  Ermitteln von Ursachen im Störungsfall und Einleiten von Maßnahmen,

    j)  Beurteilen von Vor- und Nachbehandlungsarbeitsgängen für
        Elastomerartikel sowie von Verfahren zur Veredlung der Produkte,

    k)  Planen, Optimieren und Überwachen verfahrensspezifischer,
        fertigungsbegleitender qualitätssichernder Mess- und Prüfsysteme;

4.  im Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkt „Faserverbundtechnik“ soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, die verschiedenen Faser- und
    Matrixwerkstoffe sowie die Verarbeitungsverfahren auswählen und
    beurteilen zu können; dazu gehört, die Produktionsprozesse optimieren,
    die Vor- und Nachbehandlung beurteilen sowie verfahrensspezifische
    Prüfsysteme optimieren und überwachen zu können; in diesem Rahmen
    können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Auswählen und Beurteilen unterschiedlicher Faser- und
        Matrixwerkstoffe, einschließlich solcher biogener Herkunft, auf Basis
        des Lege- oder Laminierplans unter Berücksichtigung der
        Aushärtungsreaktionen, der Verfahrensführung und des Umgangs mit
        reaktiven Arbeitsstoffen,

    b)  Auswählen und Beurteilen von kontinuierlichen und diskontinuierlichen
        Formgebungsverfahren, insbesondere Extrudieren, Spritzgießen,
        Faserspritzen, Faserwickeln, Strangziehen, Schleudergießen, Sheet
        Moulding, Bulk Moulding, Handlaminieren, Pressen, Spritzpressen und
        Vakuuminjektion,

    c)  Durchführen, Überwachen und Optimieren von Aushärtungsvorgängen und
        thermischen Nachbehandlungen,

    d)  Optimieren der Produktionsprozesse unter Einhaltung qualitativer und
        quantitativer Vorgaben, insbesondere unter Berücksichtigung der
        Reduzierung des Abfalls,

    e)  Optimieren von Maschinen- und Prozessparametern unter Berücksichtigung
        der Zusammenhänge zwischen Polymer und Verarbeitungsverfahren,

    f)  Mitwirken bei der Auswahl zur Beschaffung von neuen Maschinen,
        Apparaten, technischen Hilfseinrichtungen, Werkzeugen und Werkstoffen
        unter Beachtung von technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten,

    g)  Ermitteln der Ursachen im Störungsfall und Einleiten von Maßnahmen,

    h)  Beurteilen von Auswirkungen auf den Produktionsprozess beim Einsatz
        neuer Werkstoffe, Verfahren und Betriebsmittel,

    i)  Beurteilen von Vor- und Nachbehandlungsarbeitsgängen für
        Faserverbundbauteile sowie von Verfahren zur weiteren Veredelung und
        Reparatur der Produkte,

    j)  Planen, Optimieren und Überwachen verfahrensspezifischer,
        fertigungsbegleitender qualitätssichernder Mess- und Prüfsysteme;

5.  im Qualifikationsschwerpunkt „Betriebstechnik“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, die technischen Anlagen und Einrichtungen
    funktionsgerecht einsetzen, sowie die Energieversorgung unter
    Berücksichtigung der Energieeffizienz im Betrieb sicherstellen zu
    können; dazu gehört, Aufträge zur Installation von Maschinen,
    Produktionsanlagen, Anlagen der Ver- und Entsorgung sowie von Systemen
    zum Transport und zur Lagerung zu veranlassen; in diesem Rahmen können
    folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Auswählen, Festlegen und Erhalten der Funktion von Kraft- und
        Arbeitsmaschinen, Aggregaten sowie Hebe-, Transport- und
        Fördermitteln,

    b)  Mitwirken bei der Sicherstellung der Energieversorgung,

    c)  Mitwirken bei der kontinuierlichen Steigerung der Energieeffizienz von
        Maschinen, Geräten und Anlagen,

    d)  Mitwirken bei Aufstellung und Inbetriebnahme von Maschinen und
        Anlagen, insbesondere unter Beachtung von sicherheitstechnischen und
        anlagenspezifischen Vorschriften,

    e)  Erhalten der Funktionsfähigkeit und Überwachen von Steuerungs- und
        Regelungssystemen,

    f)  Veranlassen von Maßnahmen zur Lagerung von Werk- und Hilfsstoffen
        sowie von Produkten;

6.  im Qualifikationsschwerpunkt „Werkstoffe“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, die Mischung sowie die Vor- und Nachbehandlung
    von Werk- und Hilfsstoffen planen, organisieren und überwachen zu
    können; in diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
    werden:

    a)  Erkennen und Einleiten materialspezifischer Vor- und
        Nachbehandlungsmaßnahmen von Werk- und Hilfsstoffen,

    b)  Beurteilen von Auswirkungen der Werk- und Hilfsstoffe auf Be- und
        Verarbeitungsprozesse,

    c)  Beachten von spezifischen Eigenschaften und Anforderungen bei
        Werkstoffpaarungen,

    d)  Beachten von spezifischen Eigenschaften und Anforderungen an
        Festigkeitsträger,

    e)  Auswählen und Nutzen von Möglichkeiten des Recyclings für Werk- und
        Hilfsstoffe unter Berücksichtigung der qualitätsrelevanten
        Eigenschaften sowie wirtschaftlicher Aspekte;

7.  im Qualifikationsschwerpunkt „Produktionsprozesse“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, fertigungs- und verfahrenstechnische Prozesse zur
    Herstellung und Veränderung von Produkten planen, organisieren und
    überwachen sowie Instandhaltungsvorgaben umsetzen zu können; in diesem
    Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Analysieren und Planen von Fertigungsaufträgen und Festlegen der
        Betriebsmittel sowie Werk- und Hilfsstoffe,

    b)  Auswählen von werkstoffspezifischen Be- und Verarbeitungsverfahren,

    c)  Einleiten, Steuern und Überwachen von Produktionsprozessen unter
        Einhaltung qualitativer und quantitativer Anforderungen,

    d)  Umsetzen von Instandhaltungsvorgaben,

    e)  Planen und Überwachen des Einsatzes von Automatisierungssystemen
        einschließlich der Handhabungs- und Fördersysteme,

    f)  Einsetzen von Steuerungs- und Regelungssystemen zur
        Prozessoptimierung,

    g)  Bewerten des Einsatzes von Mess- und Prüfmitteln.

(7) In der Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Organisation“
sollen mindestens zwei seiner Qualifikationsschwerpunkte den Kern
bilden. Die Situationsaufgabe soll darüber hinaus
Qualifikationsinhalte aus den Qualifikationsschwerpunkten
„Betriebstechnik“, „Werkstoffe“ und „Produktionsprozesse“ des
Handlungsbereichs „Technik“ sowie Qualifikationsinhalte der
Qualifikationsschwerpunkte des Handlungsbereichs „Führung und
Personal“ integrativ mitberücksichtigen. Im Einzelnen kann die
Situationsaufgabe Qualifikationsinhalte aus dem Handlungsbereich
„Organisation“ mit den Qualifikationsschwerpunkten nach den folgenden
Nummern 1 bis 3 umfassen:

1.  Im Qualifikationsschwerpunkt „Betriebliches Kostenwesen“ soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge
    und kostenrelevante Einflussfaktoren erfassen und beurteilen zu
    können; dazu gehört, Möglichkeiten der Kostenbeeinflussung aufzeigen
    und Maßnahmen zum kostenbewussten Handeln planen, organisieren,
    einleiten und überwachen zu können; ferner soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, Kalkulationsverfahren und Methoden der
    Zeitwirtschaft anwenden und organisatorische sowie personelle
    Maßnahmen auch in ihrer Bedeutung als Kostenfaktoren beurteilen und
    berücksichtigen zu können; in diesem Rahmen können folgende
    Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Planen, Erfassen, Analysieren und Bewerten der Kosten nach
        vorgegebenen Plandaten,

    b)  Überwachen und Einhalten des zugeteilten Budgets,

    c)  Beeinflussen der Kosten, insbesondere unter Berücksichtigung
        alternativer Fertigungskonzepte und bedarfsgerechter Lagerwirtschaft,

    d)  Beeinflussen des Kostenbewusstseins der Mitarbeiter bei
        unterschiedlichen Formen der Arbeitsorganisation,

    e)  Erstellen und Auswerten der Betriebsabrechnung durch die Kostenarten-,
        Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung,

    f)  Anwenden der Kalkulationsverfahren einschließlich der
        Deckungsbeitragsrechnung,

    g)  Anwenden von Methoden der Zeitwirtschaft;

2.  im Qualifikationsschwerpunkt „Planungs-, Steuerungs- und
    Kommunikationssysteme“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, die
    Bedeutung von Planungs-, Steuerungs- und Kommunikationssystemen
    erkennen und anforderungsgerecht auswählen sowie entsprechende Systeme
    zur Überwachung von Planungszielen und Prozessen anwenden zu können;
    in diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Optimieren von Aufbau- und Ablaufstrukturen und Aktualisieren der
        Stammdaten für diese Systeme,

    b)  Erstellen, Anpassen und Umsetzen von Produktions-, Mengen-, Termin-
        und Kapazitätsplanungen,

    c)  Anwenden der Systeme für die Arbeitsablaufplanung,
        Materialflussgestaltung, Produktionsprogrammplanung und
        Auftragsdisposition einschließlich der dazugehörenden Zeit- und
        Datenermittlung,

    d)  Anwenden von Informations- und Kommunikationssystemen,

    e)  Anwenden von Logistiksystemen, insbesondere im Rahmen der Produkt- und
        Materialdisposition;

3.  im Qualifikationsschwerpunkt „Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz“
    soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, einschlägige Gesetze,
    Vorschriften und Bestimmungen in ihrer Bedeutung erkennen und ihre
    Einhaltung sicherstellen zu können; dazu gehört in der Lage zu sein,
    Gefahren vorbeugen, Störungen erkennen und analysieren sowie Maßnahmen
    zu ihrer Vermeidung oder Beseitigung einleiten zu können; weiterhin
    soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, sicherstellen zu können, dass
    sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeits-, umwelt- und
    gesundheitsschutzbewusst verhalten und entsprechend handeln können; in
    diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Überprüfen und Gewährleisten der Arbeitssicherheit, des Arbeits-,
        Gesundheits- und Umweltschutzes im Betrieb,

    b)  Fördern des Mitarbeiterbewusstseins bezüglich der Arbeitssicherheit
        und des betrieblichen Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes,

    c)  Planen und Durchführen von Unterweisungen in der Arbeitssicherheit,
        des Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes,

    d)  Überwachen der Lagerung von und des Umgangs mit umweltbelastenden und
        gesundheitsgefährdenden Betriebsmitteln, Einrichtungen, Werk- und
        Hilfsstoffen,

    e)  Planen, Vorschlagen, Einleiten und Überprüfen von Maßnahmen zur
        Verbesserung der Arbeitssicherheit sowie zur Reduzierung und
        Vermeidung von Unfällen und von Umwelt- und Gesundheitsbelastungen.

(8) In der Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Führung und
Personal“ soll mindestens einer seiner Qualifikationsschwerpunkte den
Kern bilden. Die Situationsaufgabe soll darüber hinaus
Qualifikationsinhalte aus den Qualifikationsschwerpunkten
„Betriebstechnik“, „Werkstoffe“ und „Produktionsprozesse“ des
Handlungsbereichs „Technik“ sowie Qualifikationsinhalte der
Qualifikationsschwerpunkte des Handlungsbereichs „Organisation“
integrativ mitberücksichtigen. Im Einzelnen kann die Situationsaufgabe
Qualifikationsinhalte aus dem Handlungsbereich „Führung und Personal“
mit den Qualifikationsschwerpunkten nach den folgenden Nummern 1 bis 3
umfassen:

1.  Im Qualifikationsschwerpunkt „Personalführung“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, den Personalbedarf ermitteln und den
    Personaleinsatz entsprechend den Anforderungen sicherstellen zu
    können; dazu gehört, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach
    zielgerichteten Erfordernissen durch die Anwendung geeigneter Methoden
    zu verantwortlichem Handeln hinführen zu können; in diesem Rahmen
    können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Ermitteln und Bestimmen des qualitativen und quantitativen
        Personalbedarfs unter Berücksichtigung technischer und
        organisatorischer Veränderungen,

    b)  Auswahl und Einsatz der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter
        Berücksichtigung ihrer persönlichen Daten, ihrer Eignung und
        Interessen sowie der betrieblichen Anforderungen,

    c)  Erstellen von Anforderungsprofilen, Stellenplanungen und
        -beschreibungen sowie von Funktionsbeschreibungen,

    d)  Delegieren von Aufgaben und der damit verbundenen Verantwortung,

    e)  Fördern der Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft,

    f)  Anwenden von Führungsmethoden und -mitteln zur Bewältigung
        betrieblicher Aufgaben und zum Lösen von Problemen und Konflikten,

    g)  Beteiligen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am kontinuierlichen
        Verbesserungsprozess,

    h)  Einrichten, Moderieren und Steuern von Arbeits- und Projektgruppen;

2.  im Qualifikationsschwerpunkt „Personalentwicklung“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, auf der Grundlage einer qualitativen und
    quantitativen Personalplanung eine systematische Personalentwicklung
    durchführen zu können; dazu gehört, Personalentwicklungspotentiale
    einschätzen und Personalentwicklungs- und Qualifizierungsziele
    festlegen zu können; weiterhin soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
    entsprechende Maßnahmen planen, realisieren, hinsichtlich ihrer
    Ergebnisse überprüfen und die Umsetzung im Betrieb fördern zu können;
    in diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Ermitteln des quantitativen und qualitativen
        Personalentwicklungsbedarfs,

    b)  Festlegen von Personalentwicklungszielen,

    c)  Durchführung von Potentialeinschätzungen nach vorgegebenen Kriterien,

    d)  Planen, Durchführen und Veranlassen von Maßnahmen der
        Personalentwicklung unter Berücksichtigung des betrieblichen Bedarfs
        und der Mitarbeiterinteressen,

    e)  Überprüfen der Ergebnisse aus Maßnahmen der Personalentwicklung,

    f)  Beraten, Fördern und Unterstützen von Mitarbeitern und
        Mitarbeiterinnen hinsichtlich ihrer beruflichen Entwicklung;

3.  im Qualifikationsschwerpunkt „Qualitätsmanagement“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, die Qualitätsziele durch Anwendung entsprechender
    Methoden und Beeinflussung des Qualitätsbewusstseins der Mitarbeiter
    und Mitarbeiterinnen sichern zu können; dazu gehört, bei der
    Realisierung eines Qualitätsmanagementsystems mitwirken und zu dessen
    Verbesserung und Weiterentwicklung beitragen zu können; in diesem
    Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Berücksichtigen des Einflusses des Qualitätsmanagementsystems auf das
        Unternehmen,

    b)  Fördern des Qualitätsbewusstseins der Mitarbeiter und
        Mitarbeiterinnen,

    c)  Anwenden von Methoden zur Sicherung und Verbesserung der Qualität,
        insbesondere der Produktqualität und Kundenzufriedenheit,

    d)  Umsetzen der Qualitätsmanagementziele.

(9) Im situationsbezogenen Fachgespräch soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, betriebliche Aufgabenstellungen analysieren,
strukturieren und einer begründeten Lösung zuführen zu können. Dazu
gehört, Lösungsvorschläge unter Einbeziehung von
Präsentationstechniken erläutern und erörtern zu können. Das
situationsbezogene Fachgespräch hat die gleiche Struktur wie eine
schriftliche Situationsaufgabe. Es stellt den Handlungsbereich
„Führung und Personal“ in den Mittelpunkt und integriert insbesondere
die Qualifikationsschwerpunkte, die nicht schriftlich geprüft werden.

(10) Wurde in nicht mehr als einer schriftlichen Situationsaufgabe
eine mangelhafte Prüfungsleistung erbracht, ist eine mündliche
Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer oder mehreren ungenügenden
Prüfungsleistungen besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll situationsbezogen durchgeführt werden und für
die zu prüfende Person in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Bewertung der
Prüfungsleistung zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der
schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kstoffindmeistprv_2014/__5.html
Directory: kstoffindmeistprv_2014
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