Title: § 14 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Staudengärtnerei

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin (GärtnAusbV)
§ 14 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Staudengärtnerei

Paragraph: 14

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin (GärtnAusbV)
§ 14 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Staudengärtnerei

(1) Die Abschlußprüfung in der Fachrichtung Staudengärtnerei erstreckt
sich auf die in der Anlage 6a aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse
sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit
er für die Berufsausbildung wesentlich ist. Sie wird praktisch,
schriftlich und mündlich durchgeführt.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt
höchstens fünf Stunden fünf komplexe Prüfungsaufgaben durchführen und
jeweils in einem Prüfungsgespräch erläutern. Der Bereich
Pflanzenproduktion soll dabei mit mindestens drei Aufgaben und der
Bereich Aufbereitung und Vermarktung mit mindestens einer Aufgabe
vertreten sein. Der Prüfling soll zeigen, daß er die erworbenen
Fertigkeiten und Kenntnisse praxisbezogen unter Verwendung geeigneter
Maschinen, Geräte und technischer Einrichtungen anwenden kann. Dem
Prüfling soll Gelegenheit gegeben werden, diese Maschinen, Geräte und
technischen Einrichtungen vor der Prüfung kennenzulernen. Bei der
praktischen Prüfung sollen die betrieblichen Ausbildungsschwerpunkte
angemessen berücksichtigt werden. Für die Prüfungsaufgaben kommen
insbesondere in Betracht:

1.  aus dem Bereich Pflanzenproduktion:

    a)  Vermehren von Stauden,

    b)  Anlegen von Staudenquartieren,

    c)  Durchführen von Arbeiten an der Pflanze,

    d)  Durchführen von Pflanzenschutzmaßnahmen,

    e)  Durchführen von Düngungs- und Bewässerungsmaßnahmen;

    dabei sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Natur- und
    Umweltschutz, rationelle Energie- und Materialverwendung, Wahrnehmen
    und Beurteilen von Vorgängen sowie Beschaffen und Auswerten von
    Informationen einzubeziehen;

2.  aus dem Bereich Aufbereitung und Vermarktung:

    a)  Stauden auswählen und kennzeichnen,

    b)  Stauden verpacken und verkaufsfertig machen,

    c)  Staudenpflanzungen anlegen;

    dabei sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Natur- und
    Umweltschutz, rationelle Energie- und Materialverwendung, Wahrnehmen
    und Beurteilen von Vorgängen, Beschaffen und Auswerten von
    Informationen sowie Verkaufen und Beraten einzubeziehen.

(3) Der Prüfling soll in dem Prüfungsfach Kulturführung mündlich, in
den Prüfungsfächern Pflanzenkenntnisse, Betriebliche Zusammenhänge
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. Im
Prüfungsfach Kulturführung soll der Produktionsablauf verschiedener
Kulturen im Mittelpunkt stehen. Es kommen Fragen und Aufgaben, die
sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Kulturführung:

    a)  Bau und Leben der Pflanze,

    b)  Grundlagen der Züchtung,

    c)  Vermehrung und Jungpflanzenanzucht,

    d)  Arbeiten an der Pflanze,

    e)  kultursteuernde Maßnahmen,

    f)  Böden, Erden und Substrate,

    g)  Düngung und Bewässerung,

    h)  Pflanzenschutz,

    i)  Aufbereitung und Lagerung,

    k)  Planen, Vorbereiten und Kontrollieren von Produktion, Dienstleistungen
        und Arbeit;

2.  im Prüfungsfach Pflanzenkenntnisse:

    a)  Erkennen und Benennen von Pflanzen,

    b)  Arten und Sorten marktwichtiger Stauden und ihre Verwendung,

    c)  typische Absatz- und Blühtermine,

    d)  Wildkräuter und Unkräuter,

    e)  Artenschutz;

3.  im Prüfungsfach Betriebliche Zusammenhänge:

    a)  natürliche und wirtschaftliche Standortfaktoren,

    b)  Kulturräume und andere bauliche Anlagen,

    c)  Maschinen, Geräte und technische Einrichtungen,

    d)  Materialien und Betriebsmittel,

    e)  anwendungsbezogene Berechnungen,

    f)  Vermarktung,

    g)  Natur- und Umweltschutz,

    h)  rationelle Energie- und Materialverwendung,

    i)  einschlägige Rechtsvorschriften,

    k)  Einflußfaktoren auf die menschliche Arbeit,

    l)  Informationsbeschaffung und -auswertung,

    m)  Aufwendungen und Erträge;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die Prüfung nach Absatz 3 ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Kulturführung

    *   60 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Pflanzenkenntnisse

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Betriebliche
        Zusammenhänge

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Sind in der schriftlichen Prüfung nach Absatz 3 die
Prüfungsleistungen in bis zu zwei Fächern mit mangelhaft und in den
übrigen Fächern mit mindestens ausreichend bewertet worden, so ist auf
Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit mangelhaft bewerteten Fächer die schriftliche Prüfung
durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Das Fach
ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für
dieses Fach hat die schriftliche Prüfung gegenüber der mündlichen
Prüfung das doppelte Gewicht.

(6) Innerhalb der Prüfung nach Absatz 2 hat jede Prüfungsaufgabe und
innerhalb der Prüfung nach Absatz 3 hat jedes Prüfungsfach das gleiche
Gewicht. Für die Ermittlung des Gesamtergebnisses sind die
Prüfungsleistungen wie folgt zu gewichten:

*    *   - Prüfung nach Absatz 2

    *   60 Prozent,

*    *   - Prüfung nach Absatz 3

    *   40 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Gesamtergebnis und jeweils in
den Prüfungen nach den Absätzen 2 und 3 mindestens ausreichende
Leistungen erbracht worden sind. Sie ist nicht bestanden, wenn eine
der Prüfungsaufgaben nach Absatz 2 oder eines der Prüfungsfächer nach
Absatz 3 mit ungenügend oder zwei der vorgenannten
Prüfungsbestandteile mit mangelhaft bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/g_rtnausbv/__14.html
Directory: gaertnausbv
Level: 2.0