Title: § 2 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils III

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen III und IV im Handwerk und in handwerksähnlichen Gewerben (AMstPrV)
§ 2 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils III

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen III und IV im Handwerk und in handwerksähnlichen Gewerben (AMstPrV)
§ 2 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils III

(1) Durch die Prüfung in Teil III hat der Prüfling in den in Absatz 2
Nummer 1 bis 3 genannten Handlungsfeldern seine berufliche
Handlungskompetenz dadurch nachzuweisen, dass er als Betriebsinhaber,
Betriebsinhaberin oder Führungskraft betriebswirtschaftliche,
kaufmännische und rechtliche Probleme analysieren und bewerten sowie
Lösungswege aufzeigen und dokumentieren und dabei aktuelle
Entwicklungen berücksichtigen kann.

(2) In jedem der nachfolgend aufgeführten Handlungsfelder ist
mindestens eine komplexe fallbezogene Aufgabe zu bearbeiten.

1.  Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beurteilen

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er betriebswirtschaftliche,
    kaufmännische und rechtliche Voraussetzungen für die
    Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens und berufliche
    Entwicklungspotenziale im Handwerk bewerten sowie
    Entscheidungsnotwendigkeiten darstellen kann. Bei der Aufgabenstellung
    sollen mehrere der unter den Buchstaben a bis f aufgeführten
    Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Unternehmensziele analysieren und in ein Unternehmenszielsystem
        einordnen,

    b)  Bedeutung der Unternehmenskultur und des Unternehmensimages für die
        betriebliche Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit begründen,

    c)  Situation eines Unternehmens am Markt analysieren und
        Erfolgspotenziale begründen,

    d)  Informationen aus dem Rechnungswesen, insbesondere aus Bilanz sowie
        Gewinn- und Verlustrechnung zur Analyse von Stärken und Schwächen
        eines Unternehmens nutzen,

    e)  Informationen aus dem internen und externen Rechnungswesen zur
        Entscheidungsvorbereitung nutzen,

    f)  Rechtsvorschriften, insbesondere des Gewerbe- und Handwerksrechts
        sowie des Handels- und Wettbewerbsrechts bei der Analyse von
        Unternehmenszielen und -konzepten anwenden;

2.  Gründungs- und Übernahmeaktivitäten vorbereiten, durchführen und
    bewerten

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben im
    Rahmen der Gründung und Übernahme eines Unternehmens unter
    Berücksichtigung persönlicher, rechtlicher und
    betriebswirtschaftlicher Rahmenbedingungen und Ziele vorzubereiten,
    durchzuführen und zu bewerten sowie ihre Bedeutung für ein
    Unternehmenskonzept zu begründen. Bei der Aufgabenstellung sollen
    mehrere der unter den Buchstaben a bis j aufgeführten Qualifikationen
    verknüpft werden:

    a)  Bedeutung persönlicher Voraussetzungen für den Erfolg beruflicher
        Selbstständigkeit begründen,

    b)  wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung des
        Handwerks sowie Nutzen von Mitgliedschaften in den
        Handwerksorganisationen darstellen und bewerten,

    c)  Möglichkeiten der Inanspruchnahme von Beratungsdienstleistungen sowie
        von Förder- und Unterstützungsleistungen bei Gründung und Übernahme
        eines Unternehmens aufzeigen und bewerten,

    d)  Entscheidungen zu Standort, Betriebsgröße, Personalbedarf sowie zur
        Einrichtung und Ausstattung eines Unternehmens treffen und begründen,

    e)  Marketingkonzept zur Markteinführung entwickeln und bewerten,

    f)  Investitionsplan und Finanzierungskonzept aufstellen und begründen;
        Rentabilitätsvorschau erstellen und Liquiditätsplanung durchführen,

    g)  Rechtsform aus einem Unternehmenskonzept ableiten und begründen,

    h)  Rechtsvorschriften, insbesondere des bürgerlichen Rechts sowie des
        Gesellschafts- und Steuerrechts, im Zusammenhang mit Gründung oder
        Übernahme von Handwerksbetrieben anwenden,

    i)  Notwendigkeit privater Risiko- und Altersvorsorge begründen,
        Möglichkeiten aufzeigen,

    j)  Bedeutung persönlicher Aspekte sowie betriebswirtschaftlicher und
        rechtlicher Bestandteile eines Unternehmenskonzeptes im Zusammenhang
        darstellen und begründen;

3.  Unternehmensführungsstrategien entwickeln

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist, unter
    Berücksichtigung unternehmensbezogener Stärken und Schwächen sowie
    marktbezogener Chancen und Risiken, ein Unternehmen zu führen,
    betriebliche Wachstumspotenziale zu identifizieren und
    Unternehmensstrategien zu entwickeln. Bei der Aufgabenstellung sollen
    mehrere der unter den Buchstaben a bis k aufgeführten Qualifikationen
    verknüpft werden:

    a)  Bedeutung der Aufbau- und Ablauforganisation für die Entwicklung eines
        Unternehmens beurteilen; Anpassungen vornehmen,

    b)  Entwicklungen bei Produkt- und Dienstleistungsinnovationen sowie
        Marktbedingungen, auch im internationalen Zusammenhang, bewerten und
        daraus Wachstumsstrategien ableiten,

    c)  Einsatzmöglichkeiten von Marketinginstrumenten für Absatz und
        Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen begründen,

    d)  Veränderungen des Kapitalbedarfs aus Investitions-, Finanz- und
        Liquiditätsplanung ableiten; Alternativen der Kapitalbeschaffung
        darstellen,

    e)  Konzepte für Personalplanung, -beschaffung und -qualifizierung
        erarbeiten und bewerten sowie Instrumente der Personalführung und
        -entwicklung darstellen,

    f)  Bestimmungen des Arbeits- und Sozialversicherungsrechts bei der
        Entwicklung einer Unternehmensstrategie berücksichtigen,

    g)  Chancen und Risiken zwischenbetrieblicher Kooperationen darstellen,

    h)  Controlling zur Entwicklung, Verfolgung, Durchsetzung und
        Modifizierung von Unternehmenszielen nutzen,

    i)  Instrumente zur Durchsetzung von Forderungen darstellen und Einsatz
        begründen,

    j)  Notwendigkeit der Planung einer Unternehmensnachfolge, auch unter
        Berücksichtigung von Erb- und Familienrecht sowie steuerrechtlicher
        Bestimmungen, darstellen und begründen,

    k)  Notwendigkeit der Einleitung eines Insolvenzverfahrens anhand von
        Unternehmensdaten prüfen; insolvenzrechtliche Konsequenzen für die
        Weiterführung oder Liquidation eines Unternehmens aufzeigen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/amstprv/__2.html
Directory: amstprv
Level: 2.0