Title: § 18 Prüfung

Description:
Verordnung über den Beschlag von Hufen und Klauen (HufBeschlV)
Abschnitt 3 - Prüfung zum Hufbeschlaglehrschmied/zur Hufbeschlaglehrschmiedin
§ 18 Prüfung

Paragraph: 18

Content:
Verordnung über den Beschlag von Hufen und Klauen (HufBeschlV)
Abschnitt 3 - Prüfung zum Hufbeschlaglehrschmied/zur Hufbeschlaglehrschmiedin
§ 18 Prüfung

(1) Die Hufbeschlaglehrschmiedprüfung besteht aus den Prüfungsteilen:

1.  Anfertigung und Erörterung von Fallstudien nach Maßgabe des Absatzes
    2,

2.  Durchführung einer orthopädischen Maßnahme nach Maßgabe des Absatzes
    3,

3.  Nachweis der schmiedetechnischen Fertigkeiten nach Maßgabe des
    Absatzes 4 und

4.  Vorbereitung und Durchführung von praktischen und theoretischen
    Unterweisungen nach Maßgabe des Absatzes 5.

(2) Innerhalb von zehn Tagen nach Erhalt der Zulassung zur Prüfung hat
der Prüfling mindestens zwei Fallstudien über von ihm in
Zusammenarbeit mit einem Tierarzt durchgeführte herausgehobene
Behandlungsmaßnahmen an Huftieren - vorrangig Pferden - beim
Prüfungsausschuss einzureichen. Eine der Fallstudien kann sich auch
auf ein Klauentier - vorrangig Rind - beziehen. In den Fallstudien ist

1.  das Erkennen der Beeinträchtigung oder Erkrankung des Hufs oder der
    Klaue und

2.  die daraus folgenden erforderlichen Maßnahmen, deren Durchführung und
    Ergebnis

schriftlich und bildlich zu dokumentieren. In ihnen ist auch auf
Einsatzmöglichkeiten, Auswahl sowie Verwendung verschiedener
praxisüblicher Hufschutzmaterialien einzugehen. Eine Stellungnahme des
beteiligten Tierarztes ist der jeweiligen Fallstudie beizufügen. Die
Fallstudien sind dem Prüfungsausschuss in einem Fachgespräch
vorzustellen und mit ihm zu erörtern. Für das Fachgespräch stehen bis
zu 30 Minuten zur Verfügung.

(3) Bei der Durchführung der orthopädischen Maßnahme hat der Prüfling
ein Tier - vorrangig ein Pferd - unter Berücksichtigung des
tierärztlichen Vorberichts und der Diagnose durch eine herausgehobene
fachliche Arbeit zu versorgen. Für die Durchführung dieser Aufgabe
stehen bis zu 360 Minuten zur Verfügung. Die Prüfung kann durch den
Prüfungsausschuss aus Gründen des Tierschutzes abgebrochen werden. Der
Prüfungsteil ist mit ungenügend zu bewerten, soweit der Abbruch durch
den Prüfling zu vertreten ist.

(4) Beim Nachweis der schmiedetechnischen Fertigkeiten hat der
Prüfling dem Prüfungsausschuss eine Sammlung von mindestens zehn
unterschiedlichen selbst gefertigten Spezialeisen vorzulegen und nach
Vorgabe des Prüfungsausschusses die Herstellung eines dieser Eisen vor
diesem durchzuführen und dabei den Arbeitsprozess zu erläutern. Für
die Herstellung des ausgewählten Spezialeisens, einschließlich der
Erläuterung des Arbeitsprozesses, stehen bis zu 120 Minuten zur
Verfügung.

(5) Bei der Vorbereitung und Durchführung von praktischen und
theoretischen Unterweisungen hat der Prüfling jeweils eine praktische
und theoretische Unterweisung zu Inhalten aus dem
Vorbereitungslehrgang an einer Hufbeschlagschule im Rahmen eines
laufenden Lehrgangs nach den Vorgaben des Prüfungsausschusses
vorzubereiten und durchzuführen. In unmittelbarem Anschluss an die
jeweilige Unterweisung hat der Prüfling die Vorbereitung und
Durchführung unter fachlichen und pädagogischen Gesichtspunkten in
einem Prüfungsgespräch zu erläutern. Die Dauer der einzelnen
Unterweisung soll 45 Minuten betragen. Für das jeweilige
Prüfungsgespräch stehen bis zu 15 Minuten zur Verfügung.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hufbeschlv/__18.html
Directory: hufbeschlv
Level: 3.0