Title: § 3.14 Ausrüstung der Schiffe

Description:
Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein (RheinSchPersV)
Teil II - Besatzungsvorschriften
Kapitel 3 - Bestimmungen für alle Fahrzeugarten
Abschnitt 3 - Mindestbesatzung an Bord
§ 3.14 Ausrüstung der Schiffe

Paragraph: 3

Content:
Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein (RheinSchPersV)
Teil II - Besatzungsvorschriften
Kapitel 3 - Bestimmungen für alle Fahrzeugarten
Abschnitt 3 - Mindestbesatzung an Bord
§ 3.14 Ausrüstung der Schiffe

1.  Unbeschadet der Bestimmungen des ES-TRIN müssen Motorschiffe,
    Schubboote, Schubverbände und Fahrgastschiffe, die mit der nach diesem
    Abschnitt vorgeschriebenen Mindestbesatzung gefahren werden sollen,
    einem der nachfolgenden Ausrüstungsstandards genügen:

1.1 Standard S1

    a)  Die Antriebsanlagen müssen so eingerichtet sein, dass die Veränderung
        der Fahrgeschwindigkeit und die Umkehrung der Propellerschubrichtung
        vom Steuerstand aus erfolgen kann.
        Die für den Fahrbetrieb erforderlichen Hilfsmaschinen müssen vom
        Steuerstand aus ein- und ausgeschaltet werden können, es sei denn,
        dies geschieht automatisch oder diese Maschinen laufen während jeder
        Fahrt ununterbrochen mit;

    b)  In den Gefahrenbereichen
        der Temperatur des Kühlwassers der Hauptmotoren,
        des Drucks des Schmieröls von Hauptmotoren und Getrieben,
        des Öl- und Luftdrucks der Umsteueranlage der Hauptmotoren, der
        Wendegetriebe oder der Propeller,
        des Füllstandes der Bilgen des Hauptmaschinenraumes
        muss eine Überwachung durch Geräte gewährleistet sein, die bei
        Funktionsstörungen akustische und optische Alarmsignale im Steuerhaus
        auslösen. Die akustischen Alarmsignale können in einem Schallgerät
        zusammengefasst werden. Sie dürfen erlöschen, sobald die Störung
        erkannt ist. Die optischen Alarmsignale dürfen erst erlöschen, wenn
        die ihnen zugeordneten Funktionsstörungen beseitigt sind;

    c)  Die Brennstoffzufuhr und die Kühlung der Hauptmotoren müssen
        selbsttätig erfolgen;

    d)  Die Steuereinrichtung muss auch bei höchstzulässiger Einsenkung von
        einer Person ohne besonderen Kraftaufwand gehandhabt werden können;

    e)  Die nach der Rheinschifffahrtspolizeiverordnung bei der Fahrt
        erforderlichen Sicht- und Schallzeichen müssen vom Steuerstand aus
        gegeben werden können;

    f)  Besteht keine direkte Verständigung vom Steuerstand zum Vorschiff, zum
        Achterschiff, zu den Wohnungen und zu den Maschinenräumen, müssen
        Sprechverbindungen vorgesehen sein. Zu den Maschinenräumen kann die
        Sprechverbindung durch eine optische und akustische Signalgebung
        ersetzt werden;

    g)  (Ohne Inhalt);

    h)  (Ohne Inhalt);

    i)  Kurbeln und ähnliche drehbare Bedienungsteile von Hebezeugen dürfen zu
        ihrer Betätigung keinen Kraftaufwand von mehr als 160 N erfordern;

    j)  Die im Binnenschiffszeugnis eingetragenen Schleppwinden müssen
        motorisiert sein.

    k)  Die Lenz- und Deckwaschpumpen müssen motorisiert sein;

    l)  Die wesentlichen Bedienungsgeräte und Überwachungsinstrumente müssen
        ergonomisch angeordnet sein;

    m)  Die nach Artikel 6.01 Nr. 1 des ES-TRIN erforderlichen Einrichtungen
        müssen aus dem Steuerstand fernbedient werden können.

1.2 Standard S2

    a)  für einzeln fahrende Motorschiffe:
        Standard S1 sowie zusätzlich eine Ausrüstung mit einer vom Steuerstand
        aus bedienbaren Bugstrahlanlage;

    b)  für Motorschiffe, die gekuppelte Fahrzeuge fortbewegen:
        Standard S1 sowie zusätzlich eine Ausrüstung mit einer vom Steuerstand
        aus bedienbaren Bugstrahlanlage;

    c)  für Motorschiffe, die einen Schubverband, bestehend aus dem
        Motorschiff selbst und einem Fahrzeug davor, fortbewegen:
        Standard S1 sowie zusätzlich eine Ausrüstung mit hydraulisch oder
        elektrisch angetriebenen Kupplungswinden. Diese Ausrüstung ist jedoch
        nicht erforderlich, wenn das Fahrzeug an der Spitze des Schubverbandes
        mit einer Bugstrahlanlage ausgerüstet ist, die vom Steuerstand des
        schiebenden Motorschiffes aus bedienbar ist;

    d)  für Schubboote, die einen Schubverband fortbewegen:
        Standard S1 sowie zusätzlich eine Ausrüstung mit hydraulisch oder
        elektrisch angetriebenen Kupplungswinden. Diese Ausrüstung ist jedoch
        nicht erforderlich, wenn ein Fahrzeug an der Spitze des Schubverbandes
        mit einer Bugstrahlanlage ausgerüstet ist, die vom Steuerstand des
        schiebenden Schubbootes aus bedienbar ist;

    e)  für Fahrgastschiffe:
        Standard S1 sowie zusätzlich eine Ausrüstung mit einer vom Steuerstand
        aus bedienbaren Bugstrahlanlage. Diese Ausrüstung ist jedoch nicht
        erforderlich, wenn die Antriebsanlage und die Steuereinrichtung des
        Fahrgastschiffes gleichwertige Manövriereigenschaften gewährleisten.

2.  Die Erfüllung oder Nichterfüllung der Vorschriften nach Nummer 1.1
    oder 1.2 wird von der Untersuchungskommission in dem
    Binnenschiffszeugnis durch einen Vermerk in Ziffer 47 bescheinigt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/rheinschpersv/__3.html
Directory: rheinschpersv
Level: 5.0