Title: § 1816 Eignung und Auswahl des Betreuers; Berücksichtigung der Wünsche des Volljährigen

Description:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 4 - Familienrecht
Abschnitt 3 - Vormundschaft, Pflegschaft für Minderjährige, rechtliche Betreuung, sonstige Pflegschaft
Titel 3 - Rechtliche Betreuung
Untertitel 1 - Betreuerbestellung
§ 1816 Eignung und Auswahl des Betreuers; Berücksichtigung der Wünsche des Volljährigen

Paragraph: 1816

Content:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 4 - Familienrecht
Abschnitt 3 - Vormundschaft, Pflegschaft für Minderjährige, rechtliche Betreuung, sonstige Pflegschaft
Titel 3 - Rechtliche Betreuung
Untertitel 1 - Betreuerbestellung
§ 1816 Eignung und Auswahl des Betreuers; Berücksichtigung der Wünsche des Volljährigen

(1) Das Betreuungsgericht bestellt einen Betreuer, der geeignet ist,
in dem gerichtlich angeordneten Aufgabenkreis die Angelegenheiten des
Betreuten nach Maßgabe des § 1821 rechtlich zu besorgen und
insbesondere in dem hierfür erforderlichen Umfang persönlichen Kontakt
mit dem Betreuten zu halten.

(2) Wünscht der Volljährige eine Person als Betreuer, so ist diesem
Wunsch zu entsprechen, es sei denn, die gewünschte Person ist zur
Führung der Betreuung nach Absatz 1 nicht geeignet. Lehnt der
Volljährige eine bestimmte Person als Betreuer ab, so ist diesem
Wunsch zu entsprechen, es sei denn, die Ablehnung bezieht sich nicht
auf die Person des Betreuers, sondern auf die Bestellung eines
Betreuers als solche. Die Sätze 1 und 2 gelten auch für Wünsche, die
der Volljährige vor Einleitung des Betreuungsverfahrens geäußert hat,
es sei denn, dass er an diesen erkennbar nicht festhalten will. Wer
von der Einleitung eines Verfahrens über die Bestellung eines
Betreuers für einen Volljährigen Kenntnis erlangt und ein Dokument
besitzt, in dem der Volljährige für den Fall, dass für ihn ein
Betreuer bestellt werden muss, Wünsche zur Auswahl des Betreuers oder
zur Wahrnehmung der Betreuung geäußert hat (Betreuungsverfügung), hat
die Betreuungsverfügung dem Betreuungsgericht zu übermitteln.

(3) Schlägt der Volljährige niemanden vor, der zum Betreuer bestellt
werden kann oder ist die gewünschte Person nicht geeignet, so sind bei
der Auswahl des Betreuers die familiären Beziehungen des Volljährigen,
insbesondere zum Ehegatten, zu Eltern und zu Kindern, seine
persönlichen Bindungen sowie die Gefahr von Interessenkonflikten zu
berücksichtigen.

(4) Eine Person, die keine familiäre Beziehung oder persönliche
Bindung zu dem Volljährigen hat, soll nur dann zum ehrenamtlichen
Betreuer bestellt werden, wenn sie mit einem nach § 14 des
Betreuungsorganisationsgesetzes anerkannten Betreuungsverein oder mit
der zuständigen Behörde eine Vereinbarung über eine Begleitung und
Unterstützung gemäß § 15 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 oder § 5 Absatz 2
Satz 3 des Betreuungsorganisationsgesetzes geschlossen hat.

(5) Ein beruflicher Betreuer nach § 19 Absatz 2 des
Betreuungsorganisationsgesetzes soll nur dann zum Betreuer bestellt
werden, wenn keine geeignete Person für die ehrenamtliche Führung der
Betreuung zur Verfügung steht. Bei der Entscheidung, ob ein bestimmter
beruflicher Betreuer bestellt wird, sind die Anzahl und der Umfang der
bereits von diesem zu führenden Betreuungen zu berücksichtigen.

(6) Eine Person, die zu einem Träger von Einrichtungen oder Diensten,
der in der Versorgung des Volljährigen tätig ist, in einem
Abhängigkeitsverhältnis oder in einer anderen engen Beziehung steht,
darf nicht zum Betreuer bestellt werden. Dies gilt nicht, wenn im
Einzelfall die konkrete Gefahr einer Interessenkollision nicht
besteht.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1816.html
Directory: bgb
Level: 6.0