Title: § 5 Besondere Vorgaben für die Anwendung von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln

Description:
Verordnung über die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis beim Düngen (DüV 2017)
§ 5 Besondere Vorgaben für die Anwendung von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis beim Düngen (DüV 2017)
§ 5 Besondere Vorgaben für die Anwendung von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln

(1) Das Aufbringen von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln,
Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln darf
nicht erfolgen, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren
oder schneebedeckt ist. Abweichend von Satz 1 dürfen Kalkdünger mit
einem Gehalt von weniger als zwei vom Hundert Phosphat auf gefrorenen
Boden aufgebracht werden, soweit ein Abschwemmen in oberirdische
Gewässer oder auf benachbarte Flächen nicht zu besorgen ist.

(2) Beim Aufbringen von stickstoff- oder phosphathaltigen
Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und
Pflanzenhilfsmitteln ist

1.  ein direkter Eintrag und ein Abschwemmen von Nährstoffen in
    oberirdische Gewässer zu vermeiden und

2.  dafür zu sorgen, dass kein direkter Eintrag und kein Abschwemmen von
    Nährstoffen auf benachbarte Flächen, insbesondere in schützenswerte
    natürliche Lebensräume, erfolgt.

Im Falle des Satzes 1 Nummer 1 ist zur Erfüllung der Verpflichtung ein
Abstand von mindestens vier Metern in Abhängigkeit von der
Ausbringungstechnik zwischen dem Rand der durch die Streubreite
bestimmten Aufbringungsfläche und der Böschungsoberkante des
jeweiligen oberirdischen Gewässers einzuhalten. Abweichend von Satz 1
Nummer 1 in Verbindung mit Satz 2 beträgt der Abstand mindestens einen
Meter, soweit für das Ausbringen der in Satz 1 genannten Stoffe
Geräte, bei denen die Streubreite der Arbeitsbreite entspricht oder
die über eine Grenzstreueinrichtung verfügen, verwendet werden.
Innerhalb eines Abstandes von einem Meter zur Böschungsoberkante eines
oberirdischen Gewässers ist das Aufbringen der in Satz 1 genannten
Stoffe verboten.

(3) Zur Vermeidung von Abschwemmungen in oberirdische Gewässer dürfen
stickstoff- oder phosphathaltige Düngemittel, Bodenhilfsstoffe,
Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel nicht aufgebracht werden

1.  innerhalb eines Abstandes von 3 Metern zur Böschungsoberkante eines
    oberirdischen Gewässers auf Flächen, die innerhalb eines Abstandes von
    20 Metern zur Böschungsoberkante eine Hangneigung von durchschnittlich
    mindestens 5 Prozent aufweisen,

2.  innerhalb eines Abstandes von 5 Metern zur Böschungsoberkante eines
    oberirdischen Gewässers auf Flächen, die innerhalb eines Abstandes von
    20 Metern zur Böschungsoberkante eine Hangneigung von durchschnittlich
    mindestens 10 Prozent aufweisen, und

3.  innerhalb eines Abstandes von 10 Metern zur Böschungsoberkante eines
    oberirdischen Gewässers auf Flächen, die innerhalb eines Abstandes von
    30 Metern zur Böschungsoberkante eine Hangneigung von durchschnittlich
    mindestens 15 Prozent aufweisen.

Auf Ackerflächen dürfen die in Satz 1 genannten Stoffe bei einer
Hangneigung nach Satz 1 Nummer 1 innerhalb eines Abstandes von 3 bis
20 Metern zur Böschungsoberkante, bei einer Hangneigung nach Satz 1
Nummer 2 innerhalb eines Abstandes von 5 bis 20 Metern zur
Böschungsoberkante und bei einer Hangneigung nach
Satz 1              Nummer 3 innerhalb eines Abstandes von 10 bis 30
Metern zur Böschungsoberkante nur wie folgt aufgebracht werden:

1.  auf unbestellten Ackerflächen vor der Aussaat oder Pflanzung nur bei
    sofortiger Einarbeitung,

2.  auf bestellten Ackerflächen

    a)  mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr
        nur bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung,

    b)  ohne Reihenkultur nach Buchstabe a nur bei hinreichender
        Bestandsentwicklung oder

    c)  nach Anwendung von Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren.

Auf Ackerflächen mit einer Hangneigung nach Satz 1 Nummer 3, die
unbestellt sind oder nicht über einen hinreichend entwickelten
Pflanzenbestand verfügen, dürfen die in Satz 1 genannten Stoffe ferner
nur bei sofortiger Einarbeitung auf der gesamten Ackerfläche des
Schlages aufgebracht werden. Beträgt bei Flächen, die eine Hangneigung
nach Satz 1 Nummer 2 oder 3 aufweisen, der nach § 3 Absatz 2 Satz 1
ermittelte Düngebedarf mehr als 80 Kilogramm Gesamtstickstoff je
Hektar, so dürfen die in Satz 1 genannten Stoffe nur in Teilgaben
aufgebracht werden, die jeweils 80 Kilogramm Gesamtstickstoff je
Hektar nicht überschreiten dürfen. Die Absätze 1 und 2 bleiben
unberührt.

(4) Die Absätze 2 und 3 gelten nicht für Gewässer, soweit diese nach §
2 Absatz 2 des Wasserhaushaltsgesetzes von dessen Anwendung
ausgenommen sind.

(5) Wasserrechtliche Abstands- und Bewirtschaftungsregelungen, die
über die Regelungen der Absätze 2 und 3 hinausgehen, bleiben
unberührt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/d_v_2017/__5.html
Directory: duev_2017
Level: 2.0