Title: § 3 Flugsicherungsausrüstung für Flüge nach Instrumentenflugregeln

Description:
Verordnung über die Flugsicherungsausrüstung der Luftfahrzeuge (FSAV 2004)
§ 3 Flugsicherungsausrüstung für Flüge nach Instrumentenflugregeln

Paragraph: 3

Content:
Verordnung über die Flugsicherungsausrüstung der Luftfahrzeuge (FSAV 2004)
§ 3 Flugsicherungsausrüstung für Flüge nach Instrumentenflugregeln

(1) Für Flüge nach Instrumentenflugregeln müssen Luftfahrzeuge
ausgerüstet sein mit:

1.  zwei UKW-(VHF-)Sende-/Empfangsgeräten (einstellbarer Frequenzbereich:
    118,000-136,975 MHz) für den Sprechfunkverkehr im beweglichen
    Flugfunkdienst mit den Flugverkehrskontrollstellen, wobei für Flüge im
    oberen Luftraum (oberhalb Flugfläche 245) diese Geräte für den Betrieb
    im 8,33 kHz-Kanalraster geeignet sein müssen;

2.  zwei Empfangsgeräten für die Signale von UKW-Drehfunkfeuern (VOR-
    Navigations-Empfangsanlagen), die die nach gültigem internationalen
    Standard geforderte Störfestigkeit gegenüber UKW-Rundfunksendern (FM-
    Immunity) aufweisen, wobei eines dieser Empfangsgeräte entfallen kann,
    wenn eine von der VOR-Navigations-Empfangsanlage unabhängige
    funktionsfähige Flächennavigationsausrüstung nach Absatz 1 Nr. 6
    vorhanden ist;

3.  einem automatischen Funkpeilgerät (ADF), das den Frequenzbereich 200,0
    kHz bis 526,5 kHz umfasst und eine Richtungsanzeige und eine
    Abhörmöglichkeit besitzt, soweit dieses für die Nutzung von An-/
    Abflugverfahren vorgeschrieben ist;

4.  einem Sekundärradar-Antwortgerät (Transponder), das für den
    Abfragemodus A mit 4 096 Antwortcodes und für den Abfragemodus C mit
    automatischer Höhenübermittlung ausgestattet ist. Spätestens ab dem
    31\. März 2004 für neue Luftfahrzeuge und ab dem 31. März 2005 für alle
    Luftfahrzeuge ist die Mode-S-Technik gemäß dem gültigen
    internationalen Standard (mindestens Level 2 mit SI Code und
    Elementary Surveillance ELS Funktionalität) erforderlich. Für alle
    Luftfahrzeuge, die  eine höchstzulässige Startmasse von mehr als 5.700
    Kilogramm aufweisen oder mit einer wahren Eigengeschwindigkeit (True
    Airspeed, TAS) von mehr als 250 Knoten betrieben werden, ist ab dem
    31\. März 2007 zusätzlich die Funktionalität Enhanced Surveillance
    (EHS) gefordert;

5.  einem Funkentfernungsmessgerät (DME-Interrogator);

6.  einer Basisflächennavigationsausrüstung (B-RNAV) mit einer
    erforderlichen Navigationsgenauigkeit von mindestens +/- fünf
    Nautischen Meilen, soweit die jeweilige Navigationsgenauigkeit für den
    jeweiligen Luftraum, die jeweilige Streckenführung oder das jeweilige
    Flugverfahren durch das Luftfahrt-Bundesamt vorgeschrieben und in den
    Nachrichten für Luftfahrer veröffentlicht ist. Sofern durch das
    Luftfahrt-Bundesamt für den jeweiligen Luftraum, die jeweilige
    Streckenführung oder das jeweilige Flugverfahren eine
    Navigationsgenauigkeit von mindestens +/- einer Nautischen Meile
    vorgeschrieben und in den Nachrichten für Luftfahrer veröffentlicht
    ist, muss eine Präzisionsflächennavigationsausrüstung (P-RNAV)
    vorhanden sein, deren Datenbank die gültigen Navigationsdaten enthält;

7.  einem Kollisionsschutzsystem (Airborne Collision Avoidance System -
    ACAS II) gemäß dem gültigen internationalen Standard (mindestens TCAS
    II mit Software Change 7), soweit es sich um turbinengetriebene
    Flugzeuge mit mehr als 30 Sitzplätzen oder mit einer höchstzulässigen
    Startmasse von mehr als 15.000 Kilogramm handelt. Ab 1. Januar 2005
    gilt dies auch für turbinengetriebene Flugzeuge mit mehr als 19
    Sitzplätzen oder mit einer höchstzulässigen Startmasse von mehr als
    5\.700 Kilogramm.

(2) Für Anflüge nach dem Instrumenten-Landesystem (ILS) müssen
Luftfahrzeuge ausgerüstet sein mit:

1.  einem Empfangsgerät für die Signale von ILS-Landekurssendern (ILS-
    Landekursempfangsanlage), das die nach gültigem internationalen
    Standard geforderte Störfestigkeit gegenüber UKW-Rundfunksendern (FM-
    Immunity) aufweist;

2.  einem Empfangsgerät für die Signale von ILS-Gleitwegsendern (ILS-
    Gleitwegempfangsanlage);

3.  einem UKW-Empfangsgerät mit einer Anzeigeeinrichtung für die Signale
    der Markierungsfunkfeuer;

4.  einem Gerät für die gemeinsame Anzeige der Signale der ILS-Landekurs-
    und -Gleitwegsender.

(3) Für Flüge nach Instrumentenflugregeln im Luftraum mit reduzierter
Höhenmindeststaffelung (RVSM-Luftraum) müssen Luftfahrzeuge zusätzlich
ausgerüstet sein mit:

1.  zwei voneinander unabhängigen barometrischen Höhenmesseranlagen,

2.  einer Höhenwarnanlage und

3.  einem Flugregler mit Höhenhaltung.

Die Luftfahrzeuge müssen als Luftfahrzeuggruppe (group aircraft) oder
als einzelnes Luftfahrzeug (non-group aircraft) hierfür zugelassen
sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fsav_2004/__3.html
Directory: fsav_2004
Level: 2.0