Title: Anlage 1 Voraussetzungen, unter denen ein Rinderbestand als frei von einer BHV1-Infektion gilt

Description:
Verordnung zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1V)
Abschnitt 4 - Ordnungswidrigkeiten, Übergangsvorschriften
Anlage 1 Voraussetzungen, unter denen ein Rinderbestand als frei von einer BHV1-Infektion gilt

Paragraph: 14

Content:
Verordnung zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1V)
Abschnitt 4 - Ordnungswidrigkeiten, Übergangsvorschriften
Anlage 1 Voraussetzungen, unter denen ein Rinderbestand als frei von einer BHV1-Infektion gilt

(Fundstelle: BGBl. I 2015, 775 - 777)

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            *   Abschnitt I

        Von einer BHV1-Infektion freier Rinderbestand (Basisuntersuchung)

1.  In einem Rinderbestand, der mindestens zu 30 vom Hundert aus Kühen
    besteht, müssen

    a)  alle Rinder des Bestandes frei sein von klinischen Erscheinungen, die
        auf eine BHV1-Infektion hindeuten, und

    b)  bei einer zweimaligen Untersuchung aller über neun Monate alten
        weiblichen Rinder und der zur Zucht vorgesehenen männlichen Rinder im
        Abstand von fünf bis sieben Monaten oder bei einer serologischen
        Untersuchung aller weiblichen Rinder und der zur Zucht vorgesehenen
        männlichen Rinder frühestens 30 Tage nach Entfernen des letzten
        Reagenten,

        aa)[^F789649_01_BJNR275800997BJNE001811118]
 sofern die Rinder nicht gegen eine BHV1-Infektion geimpft worden sind,
            blut- oder milchserologisch
            keine Antikörper gegen das Virus der BHV1-Infektion oder,

        bb) sofern die Rinder mit Impfstoffen im Sinne des § 2 Absatz 1 geimpft
            worden sind, blutserologisch keine Antikörper gegen das gE-
            Glykoprotein des Virus der BHV1-Infektion

        festgestellt worden sein oder der Bestand nur mit BHV1-freien Rindern
        aufgebaut worden sein und

    c)  in den letzten drei Monaten der Verdacht des Ausbruchs der
        BHV1-Infektion oder der Ausbruch der BHV1-Infektion nicht zur
        amtlichen Kenntnis gelangt sein und in diesem Zeitraum nur BHV1-freie
        Rinder in den Bestand eingestellt worden sein.

    Die serologische Untersuchung nach Satz 1 Buchstabe b muss jeweils in
    einem Untersuchungsgang durchgeführt werden. Die zuständige Behörde
    kann in Abhängigkeit von der epidemiologischen Situation den in Satz 1
    Buchstabe b vorgesehenen Abstand für die Untersuchung von fünf bis
    sieben Monaten bis auf maximal zwölf Monate verlängern. Die zuständige
    Behörde kann ferner, soweit bei der Untersuchung nach Satz 1 Buchstabe
    b Reagenten festgestellt werden, genehmigen, dass 30 Tage nach
    Entfernen des letzten Reagenten die im Bestand verbliebenen Rinder
    nach Satz 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe aa oder Doppelbuchstabe bb
    untersucht werden. Im Rahmen der Genehmigung nach Satz 4 kann die
    zuständige Behörde die Untersuchung auf eine von ihr festzulegende
    Kontaktgruppe begrenzen. Soweit die Untersuchung der Rinder nach Satz
    4 mit negativem Ergebnis auf Antikörper gegen das gE-Glykoprotein des
    Virus der BHV1-Infektion durchgeführt worden ist, gelten die
    Anforderungen des Abschnitts I als erfüllt.

1a. In einem Rinderbestand, der zu weniger als 30 vom Hundert aus Kühen
    besteht, müssen bei einer serologischen Untersuchung aller weiblichen
    Rinder und der bis zu neun Monate alten männlichen Rinder frühestens
    30 Tage nach Entfernen des letzten Reagenten,

    a)  sofern die Rinder nicht gegen eine BHV1-Infektion geimpft worden sind,
        blut- oder milchserologisch
        1                          keine Antikörper gegen das Virus der
        BHV1-Infektion oder,

    b)  sofern die Rinder mit Impfstoffen im Sinne des § 2 Absatz 1 geimpft
        worden sind, blutserologisch keine Antikörper gegen das gE-
        Glykoprotein des Virus der BHV1-Infektion

    festgestellt worden sein oder der Bestand nur mit BHV1-freien Rindern
    aufgebaut worden sein. Die zuständige Behörde kann, soweit bei der
    Untersuchung nach Satz 1 Reagenten festgestellt werden, genehmigen,
    dass 30 Tage nach Entfernen des letzten Reagenten die im Bestand
    verbliebenen Rinder nach Satz 1 Buchstabe a oder b untersucht werden.
    Im Rahmen der Genehmigung nach Satz 2 kann die zuständige Behörde die
    Untersuchung auf eine von ihr festzulegende Kontaktgruppe begrenzen.
    Soweit die Untersuchung der Rinder nach Satz 2 mit negativem Ergebnis
    auf Antikörper gegen das gE-Glykoprotein des Virus der BHV1-Infektion
    durchgeführt worden ist, gelten die Anforderungen der Nummer 1a als
    erfüllt. Nummer 1 Satz 1 Buchstabe a und c gilt entsprechend.

1b. In einem Rinderbestand, der zu mehr als 50 vom Hundert aus bis zu neun
    Monate alten Rindern besteht, müssen, vorbehaltlich des Satzes 4, bei
    einer Stichprobenuntersuchung der Rinder, die frühestens 30 Tage nach
    Entfernen des letzten Reagenten erfolgt,

    a)  sofern die Rinder nicht gegen eine BHV1-Infektion geimpft worden sind,
        blut- oder milchserologisch
        1                          keine Antikörper gegen das Virus der
        BHV1-Infektion oder,

    b)  sofern die Rinder mit Impfstoffen im Sinne des § 2 Absatz 1 geimpft
        worden sind, blutserologisch keine Antikörper gegen das gE-
        Glykoprotein des Virus der BHV1-Infektion

    festgestellt worden sein oder der Bestand nur mit BHV1-freien Rindern
    aufgebaut worden sein. In die Untersuchung nach Satz 1 sind so viele
    Rinder einzubeziehen, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 vom
    Hundert und einer Prävalenzschwelle von 5 vom Hundert eine
    BHV1-Infektion festgestellt werden kann. Nummer 1 Satz 1 Buchstabe a
    und c gilt entsprechend. In den Fällen der Nummer 1a finden die Sätze
    1 bis 3 keine Anwendung.

2.  Die Rinder des Bestandes dürfen keinen Kontakt zu Rindern außerhalb
    des Bestandes, die nicht frei von einer BHV1-Infektion sind, haben.
    Dies gilt auch für die Teilnahme der Rinder des Bestandes an Märkten,
    Tierschauen oder ähnlichen Veranstaltungen sowie für deren Transport
    und die Beschickung von Gemeinschaftsweiden oder zum Verbringen in
    eine Tierklinik.

3.  Die Rinder des Bestandes dürfen nur

    a)  von Bullen, die frei von einer BHV1-Infektion sind, gedeckt werden
        oder

    b)  mit Samen von Bullen besamt werden, der aus einer zum Zeitpunkt der
        Samengewinnung BHV1-freien Besamungsstation stammt oder, im Falle des
        Ruhens des BHV1-Status nach Abschnitt II Nummer 3, vor der Probenahme
        für die letzte mit negativem Ergebnis abgeschlossene Untersuchung nach
        Abschnitt II Nummer 2 gewonnen worden ist.

    In Bestände, die frei von einer BHV1-Infektion sind, dürfen nur
    Bullen, die frei von einer BHV1-Infektion sind, eingestellt werden.

    Zur künstlichen Besamung darf nur Samen von Bullen verwendet werden,
    die,

    a)  sofern die Bullen nicht gegen eine BHV1-Infektion geimpft worden sind,
        blutserologisch mit negativem Ergebnis auf Antikörper gegen das Virus
        der BHV1-Infektion,

    b)  sofern die Bullen mit Impfstoffen im Sinne des § 2 Absatz 1 geimpft
        worden sind, blutserologisch mit negativem Ergebnis auf Antikörper
        gegen das gE-Glykoprotein des Virus der BHV1-Infektion

    untersucht worden sind.

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            *   Abschnitt II

        Aufrechterhaltung der BHV1-Freiheit eines Rinderbestandes
        (Kontrolluntersuchungen)

Die BHV1-Freiheit eines Bestandes wird aufrechterhalten, wenn die
nachfolgenden Anforderungen erfüllt sind:

1.  Alle Rinder des Bestandes sind frei von klinischen Erscheinungen, die
    auf eine BHV1-Infektion hindeuten.

2.[^F789649_02_BJNR275800997BJNE001811118]
  In Abhängigkeit von der epidemiologischen Situation müssen bei allen
    über 24 Monate alten Rindern blutserologische Kontrolluntersuchungen
    ,

    a)  sofern die Rinder nicht gegen eine BHV1-Infektion geimpft worden sind,
        mit negativem Ergebnis auf Antikörper gegen das Virus der
        BHV1-Infektion,

    b)  sofern die Rinder mit Impfstoffen im Sinne des § 2 Absatz 1 geimpft
        worden sind, mit negativem Ergebnis auf Antikörper gegen das gE-
        Glykoprotein des Virus der BHV1-Infektion

    im Abstand von maximal zwölf Monaten durchgeführt worden sein. Satz 1
    gilt für Rinder in Beständen nach

    a)  Abschnitt I Nummer 1a mit der Maßgabe, dass die blutserologischen
        Kontrolluntersuchungen
        2                          bei allen weiblichen Rindern und den bis zu
        neun Monate alten männlichen Rindern durchzuführen sind, sofern nicht
        der Rinderbestand aus Rindern besteht, die ausschließlich in
        Stallhaltung gemästet und unmittelbar zur Schlachtung abgegeben
        werden,

    b)  Abschnitt I Nummer 1b mit der Maßgabe, dass die blutserologischen
        Kontrolluntersuchungen so durchzuführen sind, dass mit einer
        Wahrscheinlichkeit von 95 vom Hundert und einer Prävalenzschwelle von
        5 vom Hundert eine BHV1-Infektion festgestellt werden kann.

    Für den Fall, dass der maximale Untersuchungsabstand nach Satz 1 oder
    2 um bis zu drei Monate überschritten wird, ruht der Status für die
    Dauer von höchstens drei Monaten, bis durch eine einmalige
    blutserologische Untersuchung
    2

    a)  im Falle des Satzes 1 aller über 24 Monate alten Rinder,

    b)  im Falle des Satzes 2

        aa) Buchstabe a aller weiblichen Rinder und der bis zu neun Monate alten
            männlichen Rinder,

        bb) Buchstabe b mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 vom Hundert und einer
            Prävalenzschwelle von 5 vom Hundert bei unter neun Monate alten
            Rindern

    des Bestandes keine Reagenten festgestellt worden sind.

2a. (weggefallen)

3.  Für den Fall, dass bei einer Untersuchung

    a)  nach Nummer 2 Satz 1 und Satz 2 Buchstabe a Reagenten festgestellt
        werden, ruht der Status, bis durch eine frühestens 30 Tage nach
        Entfernen des letzten Reagenten durchgeführte blutserologische
        Untersuchung
        2

        aa) aller weiblichen Rinder und der zur Zucht vorgesehenen männlichen
            Rinder keine Reagenten festgestellt worden sind oder,

        bb) sofern die zuständige Behörde dies genehmigt, bei den Rindern einer
            von ihr festzulegenden Kontaktgruppe keine Reagenten festgestellt
            worden sind und sichergestellt ist, dass alle Rinder, die innerhalb
            von sechs Monaten nach Entfernen des letzten Reagenten aus dem
            Bestand, ausgenommen unmittelbar zur Schlachtung, verbracht werden,
            frühestens 14 Tage vor dem Verbringen blutserologisch
            2                                mit negativem Ergebnis auf Antikörper
            gegen das gE-Glykoprotein des Virus der BHV1-Infektion untersucht
            worden sind,

    b)  nach Nummer 2 Satz 2 Buchstabe b Reagenten festgestellt werden, ruht
        der Status, bis durch eine frühestens 30 Tage nach Entfernen des
        letzten Reagenten durchgeführte blutserologische Untersuchung
        2                          bei den Rindern einer von der zuständigen
        Behörde festzulegenden Kontaktgruppe keine Reagenten festgestellt
        worden sind und sichergestellt ist, dass alle Rinder, die innerhalb
        von sechs Monaten nach Entfernen des letzten Reagenten aus dem
        Bestand, ausgenommen unmittelbar zur Schlachtung, verbracht werden,
        frühestens 14 Tage vor dem Verbringen blutserologisch
        2                          mit negativem Ergebnis auf Antikörper gegen
        das gE-Glykoprotein des Virus der BHV1-Infektion untersucht worden
        sind.

    Soweit die Untersuchung der Rinder nach Satz 1 mit negativem Ergebnis
    auf Antikörper gegen das gE-Glykoprotein des Virus der BHV1-Infektion
    durchgeführt worden ist, gelten die Anforderungen des Abschnitts II
    als erfüllt. Im Falle einer nach Artikel 5 in Verbindung mit Anhang A
    der Richtlinie 88/407/EWG des Rates vom 14. Juni 1988 zur Festlegung
    der tierseuchenrechtlichen Anforderungen an den
    innergemeinschaftlichen Handelsverkehr mit Samen von Rindern und an
    dessen Einfuhr (ABl. EG Nr. L 194 S. 10) in der jeweils geltenden
    Fassung zugelassenen Besamungsstation ruht der Status, bis durch eine
    frühestens 21 Tage nach Entfernung der Reagenten durchgeführte
    blutserologische Untersuchung aller Rinder keine Reagenten
    festgestellt worden sind.

4.  In den Bestand dürfen nur Rinder eingestellt werden, die frei von
    einer BHV1-Infektion sind.

5.  Abweichend von Nummer 2 kann die zuständige Behörde genehmigen, dass
    zur Aufrechterhaltung der BHV1-Freiheit eines Bestandes, der in einem
    Teil des Inlands gelegen ist, der auf Grund einer im Bundesanzeiger
    bekannt gemachten Entscheidung der Europäischen Gemeinschaft nach
    Artikel 10 der Richtlinie 64/432/EWG in der jeweils geltenden Fassung
    als frei von einer BHV1-Infektion gilt, die Kontrolluntersuchungen
    2                    der über 24 Monate alten Rinder

    a)  im Abstand von längstens drei Jahren durchgeführt werden oder

    b)  in Form einer Stichprobenuntersuchung durchgeführt werden, bei der mit
        einer Wahrscheinlichkeit von 99 vom Hundert und einer
        Prävalenzschwelle von 0,2 vom Hundert eine BHV1-Infektion festgestellt
        werden kann.

    Die Entnahme der Blutproben für die Kontrolluntersuchungen nach Satz 1
    Buchstabe a kann auch in einer Schlachtstätte erfolgen.

6.  Abschnitt I Nummer 2 und 3 gilt entsprechend.

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[^F789649_01_BJNR275800997BJNE001811118]:     Die milchserologische Untersuchung kann vorgenommen werden durch
    –                                zwei Einzelmilchproben aller
    laktierenden Kühe im Abstand von fünf bis sieben Monaten, die
    Einzelmilchproben können von bis zu 50 Tieren zusammen (gepoolt)
    untersucht werden, oder

    –                                drei Bestandsmilchproben im Abstand
    von mindestens drei Monaten, sofern zumindest 30 v. H. des Bestandes
    aus Kühen besteht, von denen regelmäßig Milch abgegeben wird, und
    durch eine einmalige blutserologische Untersuchung aller über neun
    Monate alten weiblichen nicht milchgebenden Rinder sowie aller
    Zuchtbullen und der zur Zucht vorgesehenen männlichen Rinder. Die
    Bestandsmilchprobe ist auf Bestände mit maximal 50 laktierenden Kühen
    beschränkt; größere Bestände müssen hinsichtlich dieser Untersuchung
    geteilt werden.

[^F789649_02_BJNR275800997BJNE001811118]: Die blutserologische Untersuchung kann in Beständen
1\.                                                   mit
ausschließlich nicht geimpften Kühen ersetzt werden durch
–                                            Einzelmilchproben, die
von bis zu 50 Tieren zusammen (gepoolt) untersucht werden können, oder

–                                            zwei Bestandsmilchproben
im Abstand von mindestens drei Monaten, soweit zumindest 30 vom
Hundert des Bestandes aus Kühen besteht, von denen regelmäßig Milch
abgegeben wird. Die Bestandsmilchprobe ist auf Bestände mit höchstens
50 laktierenden Kühen beschränkt; größere Bestände müssen hinsichtlich
dieser Untersuchung geteilt werden. In Beständen, die in einem Teil
des Inlands gelegen sind, der auf Grund einer im Bundesanzeiger
bekannt gemachten Entscheidung der Europäischen Gemeinschaft nach
Artikel 10 der Richtlinie 64/432/EWG in der jeweils geltenden Fassung
als frei von BHV1 gilt, können Einzelmilchproben von bis zu 100 Tieren
zusammen (gepoolt) untersucht werden. Die Bestandsmilchprobe ist auf
Bestände mit höchstens 100 laktierenden Kühen beschränkt; größere
Bestände müssen hinsichtlich dieser Untersuchung geteilt werden;

2\.                                mit geimpften Kühen und nicht
geimpften Kühen durch zwei im Abstand von drei Monaten von den nicht
geimpften Kühen entnommenen Einzelmilchproben ersetzt werden, wobei
die Einzelmilchproben von bis zu 50 Tieren zusammen (gepoolt)
untersucht werden können.

(zu § 3 Absatz 1 Satz 1)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bhv1v/__14.html
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