Title: § 206 Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses

Description:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Fünfzehnter Abschnitt - Verletzung des persönlichen Lebens- und Geheimbereichs
§ 206 Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses

Paragraph: 206

Content:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Fünfzehnter Abschnitt - Verletzung des persönlichen Lebens- und Geheimbereichs
§ 206 Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses

(1) Wer unbefugt einer anderen Person eine Mitteilung über Tatsachen
macht, die dem Post- oder Fernmeldegeheimnis unterliegen und die ihm
als Inhaber oder Beschäftigtem eines Unternehmens bekanntgeworden
sind, das geschäftsmäßig Post- oder Telekommunikationsdienste
erbringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit
Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer als Inhaber oder Beschäftigter eines in
Absatz 1 bezeichneten Unternehmens unbefugt

1.  eine Sendung, die einem solchen Unternehmen zur Übermittlung
    anvertraut worden und verschlossen ist, öffnet oder sich von ihrem
    Inhalt ohne Öffnung des Verschlusses unter Anwendung technischer
    Mittel Kenntnis verschafft,

2.  eine einem solchen Unternehmen zur Übermittlung anvertraute Sendung
    unterdrückt oder

3.  eine der in Absatz 1 oder in Nummer 1 oder 2 bezeichneten Handlungen
    gestattet oder fördert.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Personen, die

1.  Aufgaben der Aufsicht über ein in Absatz 1 bezeichnetes Unternehmen
    wahrnehmen,

2.  von einem solchen Unternehmen oder mit dessen Ermächtigung mit dem
    Erbringen von Post- oder Telekommunikationsdiensten betraut sind oder

3.  mit der Herstellung einer dem Betrieb eines solchen Unternehmens
    dienenden Anlage oder mit Arbeiten daran betraut sind.

(4) Wer unbefugt einer anderen Person eine Mitteilung über Tatsachen
macht, die ihm als außerhalb des Post- oder Telekommunikationsbereichs
tätigem Amtsträger auf Grund eines befugten oder unbefugten Eingriffs
in das Post- oder Fernmeldegeheimnis bekanntgeworden sind, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(5) Dem Postgeheimnis unterliegen die näheren Umstände des
Postverkehrs bestimmter Personen sowie der Inhalt von Postsendungen.
Dem Fernmeldegeheimnis unterliegen der Inhalt der Telekommunikation
und ihre näheren Umstände, insbesondere die Tatsache, ob jemand an
einem Telekommunikationsvorgang beteiligt ist oder war. Das
Fernmeldegeheimnis erstreckt sich auch auf die näheren Umstände
erfolgloser Verbindungsversuche.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__206.html
Directory: stgb
Level: 4.0