Title: § 5 Praktischer Unterricht

Description:
Fahrschüler-Ausbildungsordnung (FahrschAusbO 2012)
§ 5 Praktischer Unterricht

Paragraph: 5

Content:
Fahrschüler-Ausbildungsordnung (FahrschAusbO 2012)
§ 5 Praktischer Unterricht

(1) Der praktische Unterricht ist auf die theoretische Ausbildung zu
beziehen und inhaltlich mit dieser zu verzahnen. Er hat sich an den in
den Anlagen 3 bis 6 aufgeführten Inhalten zu orientieren und die
praktische Anwendung der Kenntnisse einzubeziehen, die zur Beurteilung
der Verkehrs- und Betriebssicherheit des Fahrzeuges erforderlich sind.
Er ist systematisch aufzubauen. Der praktische Unterricht besteht aus
einer Grundausbildung und besonderen Ausbildungsfahrten. Zum
praktischen Unterricht gehören auch

1.  die Unterweisung nach Absatz 5,

2.  Anleitung und Hinweise vor, während und nach der Durchführung der
    Fahraufgaben sowie

3.  Nachbesprechung und Erörterung des jeweiligen Ausbildungsstandes.

Der Fahrlehrer hat den jeweiligen Ausbildungsstand durch
Aufzeichnungen zu dokumentieren. Diese sollen erkennen lassen, welche
Inhalte behandelt wurden.

(2) Die Grundausbildung soll beim jeweiligen Ersterwerb der Klassen A1
und B möglichst abgeschlossen sein, bevor mit den besonderen
Ausbildungsfahrten begonnen wird. Dies gilt auch für den Ersterwerb
der Klasse A ohne Vorbesitz der Klasse A2 sowie der Klasse A2 ohne
Vorbesitz der Klasse A1. Bei den übrigen Klassen dürfen die besonderen
Ausbildungsfahrten erst gegen Ende der praktischen Ausbildung
durchgeführt werden.

(3) Die besonderen Ausbildungsfahrten zu je 45 Minuten sind –
ausgenommen für die Klassen D, D1, DE und D1E – nach Anlage 4
durchzuführen.

(4) Die Grundausbildung und die besonderen Ausbildungsfahrten für die
Klassen D, D1, DE und D1E sind nach Anlage 5 durchzuführen.

(5) Die Ausbildung für die Fahrerlaubnis der Klassen BE, C1, C1E, C,
CE, D1, D1E, D, DE und T umfasst ferner eine am Ausbildungsfahrzeug
durchzuführende praktische Unterweisung in der Erkennung und Behebung
technischer Mängel nach Anlage 6.

(6) Die in den Absätzen 3 bis 5 vorgeschriebenen Ausbildungseinheiten
sind Mindestanforderungen, welche die besondere Verantwortung des
Fahrlehrers nach § 6 unberührt lassen.

(7) Die Ausbildung für die Fahrerlaubnis der Klassen C1, C, D1 oder D
darf erst beginnen, wenn der Fahrschüler die Fahrerlaubnis der Klasse
B bereits erworben oder die Voraussetzungen für die Prüfung im
Wesentlichen erfüllt, zum Beispiel nahezu alle Ausbildungsfahrten
absolviert hat.

(8) Die gleichzeitige Erteilung von praktischem Fahrunterricht für
mehrere Fahrschüler ist unzulässig. Dies gilt auch dann, wenn er durch
mehrere im gleichen Fahrzeug sitzende Fahrlehrer erteilt wird.

(9) Bei der Ausbildung auf motorisierten Zweirädern hat der Fahrlehrer
den Fahrschüler zumindest in der letzten Phase der Grundausbildung und
bei den Ausbildungsfahrten nach Anlage 4 überwiegend vorausfahren zu
lassen. Dabei ist eine Funkanlage nach § 5 Absatz 2 Satz 1 der
Durchführungsverordnung zum Fahrlehrergesetz zu benutzen. Bei
Ausbildungen in der Klasse T ist bei Fahrten auf öffentlichen Straßen
eine Funkanlage nach Satz 2 zu benutzen.

(10) Bei den Ausbildungsfahrten auf Fahrzeugen der Klassen C1, C, D1
und D ist der nach § 5 Absatz 3 der Durchführungsverordnung zum
Fahrlehrergesetz vorgeschriebene Fahrtenschreiber zu benutzen. Für
jeden Tag der praktischen Ausbildung ist je Fahrschüler ein neues
Schaublatt zu verwenden, auf dem auch der Name des Fahrlehrers und der
Name des Fahrschülers vermerkt werden müssen.

(11) Für den praktischen Unterricht ist ein gegliederter
Ausbildungsplan aufzustellen. Der Unterricht hat sich nach dem
Ausbildungsplan zu richten. Er ist durch Aushang oder Auslegen in den
Geschäftsräumen der Fahrschule bekannt zu geben.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fahrschausbo_2012/__5.html
Directory: fahrschausbo_2012
Level: 2.0