Title: § 20 Befähigungszeugnisse und Befähigungsnachweise anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

Description:
Verordnung über die Befähigungen der Seeleute in der Seeschifffahrt (See-BV)
Teil 1 - Allgemeine Bestimmungen
Abschnitt 4 - Ausländische Zeugnisse und Nachweise
§ 20 Befähigungszeugnisse und Befähigungsnachweise anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

Paragraph: 20

Content:
Verordnung über die Befähigungen der Seeleute in der Seeschifffahrt (See-BV)
Teil 1 - Allgemeine Bestimmungen
Abschnitt 4 - Ausländische Zeugnisse und Nachweise
§ 20 Befähigungszeugnisse und Befähigungsnachweise anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

(1) Ein Befähigungszeugnis im Sinne des Artikels 4 der Richtlinie (EU)
2022/993 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2022
über Mindestanforderungen für die Ausbildung von Seeleuten (ABl. L 169
vom 27.6.2022, S. 45) eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen
Union oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum wird auf Antrag vom Bundesamt anerkannt. Satz 1 gilt
auch für Befähigungsnachweise zum Kapitän oder Schiffsoffizier auf
Tankschiffen nach den Abschnitten A-V/1-1 und A-V/1-2 des STCW-Codes.

(2) Die Anerkennung erfolgt unverzüglich nach Antragstellung durch das
Erteilen eines Vermerkes entsprechend den Anforderungen des
Abschnittes A-I/2 Absatz 3 des STCW-Codes. Die Anerkennung beschränkt
sich auf die im zur Anerkennung vorgelegten Befähigungszeugnis
ausgewiesenen Funktionen, Dienststellungen und Verantwortungsebenen.
Einschränkungen, die im vorgelegten Befähigungszeugnis enthalten sind,
sind nach Maßgabe des STCW-Übereinkommens beizubehalten.

(3) Handelt es sich um ein Befähigungszeugnis mit Funktionen auf der
Führungsebene, muss der Bewerber um den Vermerk angemessene Kenntnisse
des deutschen Seeschifffahrtsrechts durch die erfolgreiche Teilnahme
an einem zugelassenen Lehrgang nachweisen. Liegt der geforderte
Kenntnisnachweis bei Antragstellung noch nicht vor, kann einmalig ein
auf längstens drei Monate befristeter Anerkennungsvermerk erteilt
werden.

(4) Der Vermerk ist entsprechend § 8 zu befristen. Die
Gültigkeitsdauer darf jedoch die Dauer der Gültigkeit des zur
Anerkennung vorgelegten Befähigungszeugnisses nicht überschreiten.

(5) Das Bundesamt kann andere als die in Absatz 1 bezeichneten
Befähigungszeugnisse und berufliche Bescheinigungen für den
Schiffsdienst eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union
oder Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum auf Antrag anerkennen oder
Gleichwertigkeitsbescheinigungen ausstellen, wenn nachgewiesen wird,
dass der Inhaber des Befähigungszeugnisses über gleichwertige
Kenntnisse verfügt, wie sie von dem Inhaber einer vergleichbaren
deutschen seemännischen Qualifikation verlangt werden. Ein
Anpassungslehrgang oder angemessene berufliche Erfahrungen können im
Einzelfall verlangt werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/see-bv/__20.html
Directory: see-bv
Level: 4.0