Title: § 194 Bewertung des Erbbaugrundstücks

Description:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
C. - Grundvermögen
IV. - Sonderfälle
§ 194 Bewertung des Erbbaugrundstücks

Paragraph: 194

Content:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
C. - Grundvermögen
IV. - Sonderfälle
§ 194 Bewertung des Erbbaugrundstücks

(1) Der Wert des Erbbaugrundstücks ist durch Multiplikation des
Bodenwerts des unbelasteten Grundstücks mit einem
Erbbaugrundstückskoeffizienten zu ermitteln. Anzuwenden sind die von
den Gutachterausschüssen im Sinne der §§ 192 ff. des Baugesetzbuchs
ermittelten Erbbaugrundstückskoeffizienten nach Maßgabe des § 177
Absatz 2 und 3. Der Bodenwert des unbelasteten Grundstücks ist der
Wert des Grundstücks, der nach § 179 festzustellen wäre, wenn die
Belastung mit dem Erbbaurecht nicht bestünde.

(2) Der Wert des Erbbaugrundstücks ist durch Multiplikation des Werts
des Erbbaugrundstücks nach den Absätzen 3 bis 5 mit einem
Erbbaugrundstücksfaktor zu ermitteln, wenn für das zu bewertende
Erbbaugrundstück kein Erbbaugrundstückskoeffizient nach Absatz 1
vorliegt. Anzuwenden sind die von den Gutachterausschüssen ermittelten
Erbbaugrundstücksfaktoren nach Maßgabe des § 177 Absatz 2 und 3.
Soweit derartige Erbbaugrundstücksfaktoren nicht zur Verfügung stehen,
gilt der Erbbaugrundstücksfaktor 1,0.

(3) Zur Ermittlung des Werts des Erbbaugrundstücks wird zunächst die
Summe aus

1.  dem nach Absatz 4 über die Restlaufzeit des Erbbaurechts abgezinsten
    Bodenwert des unbelasteten Grundstücks im Sinne des Absatzes 1 Satz 3
    und

2.  dem nach Absatz 5 über die Restlaufzeit des Erbbaurechts
    kapitalisierten vertraglich vereinbarten jährlichen Erbbauzins

gebildet. Ein bei Ablauf des Erbbaurechts nicht zu entschädigender
Wertanteil der Gebäude oder des Gebäudes nach § 193 Absatz 5 ist
hinzuzurechnen.

(4) Der Bodenwert des unbelasteten Grundstücks im Sinne des Absatzes 1
Satz 3 ist über die Restlaufzeit des Erbbaurechts mit dem sich aus der
Anlage 26 ergebenden Abzinsungsfaktor abzuzinsen. Für die Abzinsung
sind die Zinssätze zu verwenden, die der Ermittlung des
Erbbaugrundstücksfaktors im Sinne des Absatzes 2 Satz 2 zugrunde
gelegt wurden. Soweit von den Gutachterausschüssen keine derartigen
Zinssätze zur Verfügung stehen, gelten die Zinssätze nach § 193 Absatz
4 Satz 3. Liegt ein immerwährendes Erbbaurecht vor, ist der
Abzinsungsfaktor 0.

(5) Der vertraglich vereinbarte jährliche Erbbauzins ist über die
Restlaufzeit des Erbbaurechts mit dem sich aus Anlage 21 ergebenden
Vervielfältiger zu kapitalisieren. Für die Kapitalisierung sind die
Zinssätze zu verwenden, die der Ermittlung des
Erbbaugrundstücksfaktors im Sinne des Absatzes 2 Satz 2 zugrunde
gelegt wurden. Soweit von den Gutachterausschüssen keine derartigen
Zinssätze zur Verfügung stehen, gelten die Zinssätze nach § 193 Absatz
4 Satz 3. Liegt ein immerwährendes Erbbaurecht vor, entspricht der
Vervielfältiger dem Kehrwert des nach Satz 2 oder 3 anzuwendenden
Zinssatzes.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__194.html
Directory: bewg
Level: 6.0