Title: § 5 Ausbildungsordnung

Description:
Berufsbildungsgesetz (BBiG 2005)
Teil 2 - Berufsbildung
Kapitel 1 - Berufsausbildung
Abschnitt 1 - Ordnung der Berufsausbildung; Anerkennung von Ausbildungsberufen
§ 5 Ausbildungsordnung

Paragraph: 5

Content:
Berufsbildungsgesetz (BBiG 2005)
Teil 2 - Berufsbildung
Kapitel 1 - Berufsausbildung
Abschnitt 1 - Ordnung der Berufsausbildung; Anerkennung von Ausbildungsberufen
§ 5 Ausbildungsordnung

(1) Die Ausbildungsordnung hat festzulegen

1.  die Bezeichnung des Ausbildungsberufes, der anerkannt wird,

2.  die Ausbildungsdauer; sie soll nicht mehr als drei und nicht weniger
    als zwei Jahre betragen,

3.  die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die
    mindestens Gegenstand der Berufsausbildung sind
    (Ausbildungsberufsbild),

4.  eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der
    Vermittlung der beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
    (Ausbildungsrahmenplan),

5.  die Prüfungsanforderungen.

Bei der Festlegung der Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach
Satz 1 Nummer 3 ist insbesondere die technologische und digitale
Entwicklung zu beachten.

(2) Die Ausbildungsordnung kann vorsehen,

1.  dass die Berufsausbildung in sachlich und zeitlich besonders
    gegliederten, aufeinander aufbauenden Stufen erfolgt; nach den
    einzelnen Stufen soll ein Ausbildungsabschluss vorgesehen werden, der
    sowohl zu einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne des § 1
    Absatz 3 befähigt als auch die Fortsetzung der Berufsausbildung in
    weiteren Stufen ermöglicht (Stufenausbildung),

2.  dass die Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinanderfallenden Teilen
    durchgeführt wird,

2a. dass im Fall einer Regelung nach Nummer 2 bei nicht bestandener
    Abschlussprüfung in einem drei- oder dreieinhalbjährigen
    Ausbildungsberuf, der auf einem zweijährigen Ausbildungsberuf aufbaut,
    der Abschluss des zweijährigen Ausbildungsberufs erworben wird, sofern
    im ersten Teil der Abschlussprüfung mindestens ausreichende
    Prüfungsleistungen erbracht worden sind,

2b. dass Auszubildende bei erfolgreichem Abschluss eines zweijährigen
    Ausbildungsberufs vom ersten Teil der Abschlussprüfung oder einer
    Zwischenprüfung eines darauf aufbauenden drei- oder
    dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufs befreit sind,

3.  dass abweichend von § 4 Absatz 4 die Berufsausbildung in diesem
    Ausbildungsberuf unter Anrechnung der bereits zurückgelegten
    Ausbildungszeit fortgesetzt werden kann, wenn die Vertragsparteien
    dies vereinbaren,

4.  dass auf die Dauer der durch die Ausbildungsordnung geregelten
    Berufsausbildung die Dauer einer anderen abgeschlossenen
    Berufsausbildung ganz oder teilweise anzurechnen ist,

5.  dass über das in Absatz 1 Nummer 3 beschriebene Ausbildungsberufsbild
    hinaus zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
    vermittelt werden können, die die berufliche Handlungsfähigkeit
    ergänzen oder erweitern,

6.  dass Teile der Berufsausbildung in geeigneten Einrichtungen außerhalb
    der Ausbildungsstätte durchgeführt werden, wenn und soweit es die
    Berufsausbildung erfordert (überbetriebliche Berufsausbildung).

Im Fall des Satzes 1 Nummer 2a bedarf es eines Antrags der
Auszubildenden. Im Fall des Satzes 1 Nummer 4 bedarf es der
Vereinbarung der Vertragsparteien. Im Rahmen der Ordnungsverfahren
soll stets geprüft werden, ob Regelungen nach Nummer 1, 2, 2a, 2b und
4 sinnvoll und möglich sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__5.html
Directory: bbig_2005
Level: 5.0