Title: § 70 Bestellung eines Praxisabwicklers

Description:
Steuerberatungsgesetz (StBerG)
Zweiter Teil - Steuerberaterordnung
Dritter Abschnitt - Rechte und Pflichten
§ 70 Bestellung eines Praxisabwicklers

Paragraph: 70

Content:
Steuerberatungsgesetz (StBerG)
Zweiter Teil - Steuerberaterordnung
Dritter Abschnitt - Rechte und Pflichten
§ 70 Bestellung eines Praxisabwicklers

(1) Ist ein Steuerberater oder Steuerbevollmächtigter gestorben, kann
die zuständige Steuerberaterkammer einen anderen Steuerberater oder
Steuerbevollmächtigten zum Abwickler der Praxis bestellen. Ein
Abwickler kann auch für die Praxis eines früheren Steuerberaters oder
Steuerbevollmächtigten bestellt werden, dessen Bestellung erloschen,
zurückgenommen oder widerrufen worden ist.

(2) Der Abwickler ist in der Regel nicht länger als für die Dauer
eines Jahres zu bestellen. Auf Antrag des Abwicklers ist die
Bestellung jeweils höchstens um ein Jahr zu verlängern, wenn er
glaubhaft macht, dass schwebende Angelegenheiten noch nicht zu Ende
geführt werden konnten.

(3) Dem Abwickler obliegt es, die schwebenden Angelegenheiten
abzuwickeln. Er führt die laufenden Aufträge fort; innerhalb der
ersten sechs Monate ist er auch berechtigt, neue Aufträge anzunehmen.
Ihm stehen die gleichen Befugnisse zu, die der verstorbene oder
frühere Steuerberater oder Steuerbevollmächtigte hatte. Der Abwickler
gilt für die schwebenden Angelegenheiten als von der Partei
bevollmächtigt, sofern diese nicht für die Wahrnehmung ihrer Rechte in
anderer Weise gesorgt hat.

(4) Der Steuerberater oder Steuerbevollmächtigte, der von Amts wegen
zum Abwickler bestellt worden ist, kann die Abwicklung nur aus einem
wichtigen Grund ablehnen. Über die Zulässigkeit der Ablehnung
entscheidet die zuständige Steuerberaterkammer.

(5) § 69 Abs. 2 und 4 gilt entsprechend.

(6) Der Abwickler ist berechtigt, jedoch außer im Rahmen eines
Kostenfestsetzungsverfahrens nicht verpflichtet, Gebührenansprüche und
Kostenforderungen des verstorbenen oder früheren Steuerberaters oder
Steuerbevollmächtigten im eigenen Namen geltend zu machen, im Falle
des verstorbenen Steuerberaters oder Steuerbevollmächtigten allerdings
nur für Rechnung der Erben.

(7) Die Bestellung kann widerrufen werden.

(8) § 69 Abs. 6 gilt entsprechend, es sei denn, es liegt eine
schriftliche Einwilligung der Erben oder des früheren Steuerberaters
oder Steuerbevollmächtigten vor.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__70.html
Directory: stberg
Level: 4.0