Title: § 18 Pflichten des Absenders

Description:
Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (GGVSEB)
§ 18 Pflichten des Absenders

Paragraph: 18

Content:
Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (GGVSEB)
§ 18 Pflichten des Absenders

(1) Der Absender im Straßen- und Eisenbahnverkehr sowie in der
Binnenschifffahrt hat

1.  den Beförderer und, wenn die gefährlichen Güter über deutsche See-,
    Binnen- oder Flughäfen eingeführt worden sind, den Verlader, der als
    erster die gefährlichen Güter zur Beförderung mit Straßenfahrzeugen,
    mit der Eisenbahn oder mit Binnenschiffen übergibt oder im
    Straßenverkehr oder im Binnenschiffsverkehr selbst befördert, mit
    Erteilung des Beförderungsauftrags

    a)  auf das gefährliche Gut durch die Angaben nach Absatz 5.4.1.1.1
        Buchstabe a bis d ADR/RID/ADN oder Absatz 5.4.1.1.2 Buchstabe a bis d
        ADN

    b)  und, wenn Güter auf der Straße befördert werden, die den §§ 35 und 35a
        unterliegen, auf deren Beachtung

    schriftlich oder elektronisch hinzuweisen;

2.  den Beförderer vor der Beförderung nach Abschnitt 3.4.12 ADR/RID/ADN
    in nachweisbarer Form über die Bruttomasse der in begrenzten Mengen zu
    versendenden gefährlichen Güter zu informieren;

3.  sich vor Erteilung des Beförderungsauftrags und vor Übergabe
    gefährlicher Güter zur Beförderung zu vergewissern, ob die
    gefährlichen Güter nach Teil 2 ADR/RID/ADN klassifiziert sind und nach
    § 3 befördert werden dürfen;

4.  dafür zu sorgen, dass die in einer Ausnahmezulassung, einer
    Vereinbarung nach § 5 oder einer Ausnahmeverordnung nach § 6 des
    Gefahrgutbeförderungsgesetzes festgelegten Angaben in das
    Beförderungspapier eingetragen werden;

5.  dafür zu sorgen, dass nur Verpackungen, Großverpackungen, IBC, Tanks,
    MEMU oder Schiffe verwendet werden, die für die Beförderung der
    betreffenden Güter nach Kapitel 3.2 Tabelle A ADR/RID, Unterabschnitt
    1\.1.4.3 ADR/RID oder Kapitel 3.2 Tabelle A und zusätzlich bei
    Tankschiffbeförderung nach Tabelle C ADN zugelassen und geeignet sind;

6.  dafür zu sorgen, dass die zuständige Behörde nach Absatz 5.1.5.1.4
    ADR/RID/ADN benachrichtigt wird;

7.  im Besitz einer Kopie der Anweisungen nach Absatz 4.1.9.1.9 und einer
    Kopie der erforderlichen Zeugnisse nach Absatz 5.1.5.2.2 zu sein und
    auf Anfrage der zuständigen Behörde nach Absatz 5.1.5.2.3 ADR/RID/ADN
    Aufzeichnungen zur Verfügung zu stellen;

8.  dafür zu sorgen, dass ein Beförderungspapier nach Abschnitt 5.4.1
    mitgegeben wird, das die nach Abschnitt 5.4.1, die nach den
    anwendbaren Sondervorschriften in Kapitel 3.3 sowie die nach den
    Absätzen 5.5.2.4.1, 5.5.2.4.3 und 5.5.3.7.1 ADR/RID/ADN,
    Unterabschnitt 6.7.1.3 ADR/RID und nach den erläuternden Bemerkungen
    in Unterabschnitt 3.2.3.2 Tabelle C Spalte 20 ADN geforderten Angaben,
    Anweisungen und Hinweise enthält;

9.  dafür zu sorgen, dass dem Beförderer die Zeugnisse nach Absatz
    5\.4.1.2.5.4 ADR/RID/ADN vor dem Be- und Entladen zugänglich gemacht
    werden;

10. dafür zu sorgen, dass dem Beförderungspapier die erforderlichen
    Begleitpapiere nach den anwendbaren Sondervorschriften in Kapitel 3.3
    ADR/RID/ADN, nach Absatz 4.1.3.8.2 ADR/RID und Unterabschnitt 5.4.1.2
    ADR/RID/ADN beigefügt werden;

11. den Verlader auf die Begasung von Einheiten schriftlich oder
    elektronisch hinzuweisen und

12. eine Kopie des Beförderungspapiers für gefährliche Güter und der im
    ADR/RID/ADN festgelegten zusätzlichen Informationen und Dokumentation
    für einen Mindestzeitraum von drei Monaten ab Ende der Beförderung
    nach Unterabschnitt 5.4.4.1 ADR/RID/ADN aufzubewahren.

(2) Der Absender im Straßenverkehr hat dafür zu sorgen,

1.  dass dem Beförderer vor Beförderungsbeginn die Ausnahmezulassung nach
    § 5 Absatz 1 Nummer 1, Absatz 6 oder 7 übergeben wird und

2.  dass dem Beförderer vor Beförderungsbeginn die erforderlichen
    Informationen für die Temperaturkontrolle nach Unterabschnitt 7.1.7.3
    ADR zur Verfügung gestellt werden.

(3) Der Absender im Eisenbahnverkehr hat

1.  die Vorschriften für den Versand als Expressgut nach Kapitel 7.6 RID
    zu beachten;

2.  dafür zu sorgen, dass auch an ungereinigten leeren Wagen,
    Großcontainern und Kleincontainern für die Beförderung in loser
    Schüttung sowie Schüttgut-Containern

    a)  Großzettel (Placards) nach Unterabschnitt 5.3.1.6 RID,

    b)  die orangefarbene Tafel nach Absatz 5.3.2.1.7 mit Ausnahme von Absatz
        5\.3.2.1.5 RID,

    c)  Kennzeichen nach Abschnitt 5.3.6 RID und

    d)  Rangierzettel nach Abschnitt 5.3.4 RID

    angebracht werden und

3.  dafür zu sorgen, dass das Beförderungspapier die Angaben nach Absatz
    1\.1.4.4.5 RID enthält.

(4) Der Absender in der Binnenschifffahrt hat dafür zu sorgen,

1.  dass dem Beförderer oder Schiffsführer vor Beförderungsbeginn die
    Ausnahmezulassung nach § 5 Absatz 1 Nummer 3 oder Absatz 3 übergeben
    wird;

2.  dass auch an ungereinigten und nicht entgasten leeren Tankfahrzeugen,
    Kesselwagen, Fahrzeugen mit Aufsetztanks, Wagen mit abnehmbaren Tanks,
    Batterie-Fahrzeugen, Batteriewagen, MEGC, MEMU, Tankcontainern und
    ortsbeweglichen Tanks sowie an ungereinigten leeren Fahrzeugen, Wagen
    und Containern für die Beförderung in loser Schüttung

    a)  Großzettel (Placards) nach Absatz 5.3.1.6.1 ADN und

    b)  die orangefarbenen Tafeln nach Absatz 5.3.2.1.7 ADN

    angebracht werden und

3.  dass dem Beförderer vor Beförderungsbeginn die erforderlichen
    Informationen für die Temperaturkontrolle nach Unterabschnitt 7.1.7.3
    ADN zur Verfügung gestellt werden.

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