Title: § 10 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Pferderennen

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 10 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Pferderennen

Paragraph: 10

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 10 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Pferderennen

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zu
Grunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den
Abschnitten A, E und G aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und
Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden
Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Gesundheit von Rennpferden,

2.  Training von Rennpferden,

3.  Leistungsvermögen von Rennpferden,

4.  Planung von Renneinsätzen,

5.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Gesundheit von Rennpferden bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er Rennpferde halten sowie
    gesunderhalten und dabei fachliche Regelwerke umsetzen, betriebliche
    Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit, des
    Tierschutzes, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit beachten, Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit ergreifen, die
    wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine
    Vorgehensweise begründen kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind zwei der folgenden Gebiete
    auszuwählen:

    a)  Beurteilung von Haltungsbedingungen in Trainingsställen,

    b)  Beurteilung des Gesundheitszustandes von Pferden und Einleitung von
        Maßnahmen,

    c)  Beurteilung von Futtermitteln, Zusammenstellung leistungsgerechter
        Futterrationen und Durchführung der Fütterung,

    d)  Beurteilung des Hufbeschlags von Rennpferden für Training und Rennen
        sowie Einleitung von Maßnahmen,

    e)  Beurteilung der Eignung von Ausrüstungsgegenständen für Pferde;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen; bei der Aufgabenstellung ist
    das nach § 4 Absatz 2 Abschnitt E festgelegte Einsatzgebiet zu Grunde
    zu legen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten, innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(5) Für den Prüfungsbereich Training von Rennpferden bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Ausrüstung entsprechend der Trainingsorder zusammenstellen und
        einsetzen,

    b)  zu trainierende Pferde entsprechend der Trainingsorder reiten oder
        fahren,

    c)  Trainingsverläufe und -methoden analysieren und Leistungsfähigkeit von
        Rennpferden beurteilen

    und dabei Gesichtspunkte der Gesundheitsvorsorge bei Pferden, des
    Tierschutzes, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit beachten, die wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen
    und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen; bei der Aufgabenstellung ist
    das nach § 4 Absatz 2 Abschnitt E festgelegte Einsatzgebiet zu Grunde
    zu legen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(6) Für den Prüfungsbereich Leistungsvermögen von Rennpferden bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Pferderassen im Hinblick auf ihre Eignung für Renneinsätze,

    b)  die Leistungsfähigkeit von Rennpferden anhand von Pedigrees,

    c)  die Leistungsfähigkeit anhand von Trainingsverläufen und

    d)  die Leistungsfähigkeit anhand von Rennergebnissen

    beurteilen und dieses darstellen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen; bei der Aufgabenstellung ist
    das nach § 4 Absatz 2 Abschnitt E festgelegte Einsatzgebiet zu Grunde
    zu legen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(7) Für den Prüfungsbereich Planung von Renneinsätzen bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  die einschlägigen Regelwerke anwenden,

    b)  Rennen für Pferde auswählen,

    c)  Impf- und Entwurmungspläne unter Berücksichtigung von Renneinsätzen
        aufstellen,

    d)  Startberechtigungen und Zulassung unter Zugrundelegung von
        Ausschreibungen prüfen,

    e)  Renneinsätze und Transport von Pferden planen und beurteilen,

    f)  Ernährungs- und Trainingspläne für Rennreiter und Rennreiterinnen
        sowie Rennfahrer und Rennfahrerinnen aufstellen und begründen sowie
        Maßnahmen zur gesunden Ernährung und Erhaltung der körperlichen
        Fitness erläutern

    kann;

2.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(8) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten.

(9) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Gesundheit von
        Rennpferden

    *   20 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Training von
        Rennpferden

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Leistungsvermögen
        von Rennpferden

    *   20 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Planung von
        Renneinsätzen

    *   30 Prozent,

*    *   5.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und
        Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(10) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich Training von Rennpferden mit mindestens
    „ausreichend“,

3.  in mindestens drei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    „ausreichend“ und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(11) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pfwirtausbv_2010/__10.html
Directory: pfwirtausbv_2010
Level: 2.0