Title: Anlage 1 Voraussetzungen, unter denen ein Schweinebestand als frei von Aujeszkyscher Krankheit gilt

Description:
Verordnung zum Schutz gegen die Aujeszkysche Krankheit (AujeszkKrV)
V. - Schlussvorschriften
Anlage 1 Voraussetzungen, unter denen ein Schweinebestand als frei von Aujeszkyscher Krankheit gilt

Paragraph: 17

Content:
Verordnung zum Schutz gegen die Aujeszkysche Krankheit (AujeszkKrV)
V. - Schlussvorschriften
Anlage 1 Voraussetzungen, unter denen ein Schweinebestand als frei von Aujeszkyscher Krankheit gilt

Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2005, 3615 - 3616;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote

*    *   Abschnitt I

*    *   Von Aujeszkyscher Krankheit freier Schweinebestand (Basisuntersuchung)

1.  Ein Bestand gilt als frei von Aujeszkyscher Krankheit, wenn

    a)  alle Schweine des Bestandes frei sind von klinischen Erscheinungen,
        die auf Aujeszkysche Krankheit hindeuten und

    b)  eine serologische Untersuchung

        aa) im Falle von Zuchtbeständen bei allen Sauen, deckfähigen Jungsauen,
            allen Ebern und allen mindestens fünf Monate alten Jungebern,

        bb) im Falle gemischter Bestände bei allen Zuchtsauen, deckfähigen
            Jungsauen, allen Zuchtebern, allen mindestens fünf Monate alten
            Jungebern sowie bei den Mastschweinen entsprechend dem
            Stichprobenschlüssel nach Abschnitt II Nr. 4,

        cc) im Falle von Aufzuchtbeständen bei den Schweinen entsprechend dem
            Stichprobenschlüssel nach Abschnitt II Nr. 2,

        dd) im Falle von Mastbeständen bei den Schweinen nach dem
            Stichprobenschlüssel nach Abschnitt II Nr. 4

        mit negativem Ergebnis gegen das Glykoprotein-I-Gen (gl-Glykoprotein)
        des Virus der Aujeszkyschen Krankheit durchgeführt worden ist oder

    c)  alle Schweine des Bestandes aus von Aujeszkyscher Krankheit freien
        Beständen stammen und, je nach der Art der Schweinehaltung, eine
        Stichprobenuntersuchung entsprechend Abschnitt II Nr. 2, 3 oder 4 mit
        negativem Ergebnis gegen das Glykoprotein-I-Gen (gl-Glykoprotein) des
        Virus der Aujeszkyschen Krankheit durchgeführt worden ist.

2.  (weggefallen)

3.  Die serologische Untersuchung nach Nummer 1 Buchstabe b muss in einem
    Untersuchungsgang durchgeführt werden. Bei ferkelführenden Sauen kann
    die Untersuchung der Sau durch die Untersuchung eines gesunden, bis zu
    drei Wochen alten Ferkels ihres Wurfes ersetzt werden; der
    Untersuchungszeitraum verlängert sich in diesem Falle auf bis zu neun
    Monate. Während des Untersuchungszeitraumes dürfen nur von der
    Aujeszkyschen Krankheit freie Schweine in den Bestand eingestellt
    werden.

4.  Die Schweine des Bestandes dürfen keinen Kontakt zu Schweinen
    außerhalb des Bestandes haben, die nicht frei von der Aujeszkyschen
    Krankheit sind. Das gilt auch für die Teilnahme der Schweine des
    Bestandes an Märkten, Tierschauen oder ähnlichen Veranstaltungen sowie
    für deren Transport.

5.  Die Sauen des Bestandes dürfen nur von einem bestandseigenen Eber oder
    von einem Eber aus einem von der Aujeszkyschen Krankheit freien
    Bestand gedeckt werden oder es dürfen einem Eber des Bestandes nur
    Sauen des eigenen Bestandes oder Sauen aus einem von der Aujeszkyschen
    Krankheit freien Bestand zugeführt werden. Soll künstlich besamt
    werden, darf nur Sperma von Ebern einer Besamungsstation verwendet
    werden, die frei von Aujeszkyscher Krankheit ist.

6.  Bei Schweinebeständen, die vor Inkrafttreten dieser Verordnung
    landesrechtlich im Hinblick auf Aujeszkysche Krankheit als
    unverdächtig anerkannt worden sind, gelten die Bestimmungen der
    Nummern 1 bis 5 als erfüllt.

*    *   Abschnitt II

*    *   Aufrechterhaltung des Status eines von Aujeszkyscher Krankheit freien
        Schweinebestandes (Kontrolluntersuchungen)

Der Status eines Bestandes als frei von Aujeszkyscher Krankheit wird
aufrechterhalten, wenn die nachfolgenden Anforderungen erfüllt sind:

1.  Alle Schweine sind frei von klinischen Erscheinungen, die auf die
    Aujeszkysche Krankheit hindeuten.

2.  Im Abstand von sechs Monaten müssen bei Zuchtsauen und -ebern
    blutserologische Kontrolluntersuchungen mit negativem Ergebnis auf
    Antikörper gegen das gI-Glykoprotein des Virus der Aujeszkyschen
    Krankheit durchgeführt worden sein. Die zuständige Behörde kann in
    Abhängigkeit von der epidemiologischen Situation den Abstand für die
    Kontrolluntersuchung auf drei Monate verkürzen oder bis auf maximal
    zwölf Monate verlängern. Die blutserologische Untersuchung nach Satz 1
    muss grundsätzlich in einem Untersuchungsgang durchgeführt werden. Die
    Untersuchung ist nach folgendem Schlüssel vorzunehmen:

*    *   Anzahl der Zuchtsauen und -eber

    *   Anzahl der zu untersuchenden Tiere

*    *   1 bis 20 Tiere

    *   alle Tiere

*    *   21 bis 25 Tiere

    *   20 Tiere

*    *   26 bis 100 Tiere

    *   25 Tiere

*    *   101 und mehr Tiere

    *   30 Tiere

*   Hierbei sind, soweit möglich, jeweils andere Zuchtsauen und -eber aus
    verschiedenen Buchten oder Stallabteilungen zu untersuchen. Bei
    ferkelführenden Sauen kann die Untersuchung der Sau durch die
    Untersuchung mindestens eines gesunden, bis zu drei Wochen alten
    Ferkels ihres Wurfes ersetzt werden; in Kleinbeständen (bis zu 10
    Zuchtsauen und -eber) kann die Untersuchung der Sauen auch durch die
    Untersuchung anderer Nachzuchttiere ersetzt werden. Bei
    Kontrolluntersuchungen können auf die Zahl zu untersuchender Sauen
    Untersuchungen von Zuchtsauen und -eber oder von deckfähigen Jungsauen
    oder von Jungebern auf Aujeszkysche Krankheit angerechnet werden, die
    aus anderen Gründen im Untersuchungszeitraum durchgeführt werden.

3.  Nummer 2 gilt entsprechend für Zuchtschweine in Aufzuchtbetrieben und
    Besamungsstationen.

4.  In gemischten Beständen oder in Mastbeständen sind die Mastschweine
    nach folgendem Schlüssel serologisch mit negativem Ergebnis auf
    Antikörper gegen das gl-Glykoprotein des Virus der Aujeszkyschen
    Krankheit zu untersuchen:

*    *   Anzahl der Mastschweine pro Bestand

    *   Anzahl zu untersuchender Mastschweine pro Bestand

*    *
    *   alle Tiere, jedoch

*    *   1 bis 10 Mastschweine

    *   maximal 8 Tiere

*    *   11 bis 20 Mastschweine

    *   10 Tiere

*    *   21 bis 30 Mastschweine

    *   11 Tiere

*    *   31 bis 60 Mastschweine

    *   12 Tiere

*    *   61 bis 200 Mastschweine

    *   13 Tiere

*    *   201 und mehr Mastschweine

    *   14 Tiere

*   Auf die Anzahl zu untersuchender Tiere können Untersuchungen der
    Mastschweine, die aus anderen Gründen im Untersuchungszeitraum
    durchgeführt werden, angerechnet werden. Die Blutprobenentnahmen
    können auch am Schlachthof erfolgen. Hinsichtlich des
    Untersuchungsintervalls gilt Nummer 2 Satz 1 und 2 entsprechend.

5.  Für den Fall, dass bei einer Untersuchung nach Nummer 2, 3 oder 4
    einzelne Reagenten festgestellt werden, ruht der Status bis zur
    Beseitigung des Verdachts nach § 14 Abs. 3.

6.  In den Bestand dürfen nur Schweine aus einem von Aujeszkyscher
    Krankheit freien Schweinebestand eingestellt werden.

7.  Abschnitt I Nr. 4 und 5 gilt entsprechend.

(zu § 2)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aujeszkkrv/__17.html
Directory: aujeszkkrv
Level: 3.0