Title: § 9 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 9 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 9 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zu
Grunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den
Abschnitten A, D und G aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und
Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden
Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Dressurausbildung,

2.  Springausbildung,

3.  Ausbildung von Reitern und Reiterinnen,

4.  Pferdegesundheit, Reit- und Sportlehre,

5.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Dressurausbildung bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Pferde in ihrer Eignung als Reitpferd beurteilen,

    b)  Ausrüstung von Reitpferden beurteilen,

    c)  verschiedene Pferde dressurmäßig entsprechend der Skala der Ausbildung
        gymnastizieren und deren Ausbildungsstand beurteilen,

    d)  Pferde in Dressuraufgaben bis zum Schwierigkeitsgrad der beginnenden
        Versammlung nach den Kriterien einer Dressurreiterprüfung auf Kandare
        vorstellen

    und dabei Gesichtspunkte der Gesundheitsvorsorge bei Pferden, des
    Tierschutzes, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit beachten, die wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen
    und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(5) Für den Prüfungsbereich Springausbildung bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Pferde in ihrer Eignung als Springpferd beurteilen,

    b)  Ausrüstung von Springpferden beurteilen,

    c)  Pferde über Sprünge und Hindernisreihen nach der Skala der Ausbildung
        gymnastizieren und deren Ausbildungsstand beurteilen,

    d)  Pferde in Springparcours bis zum Schwierigkeitsgrad von 1,20 Meter
        Höhe nach den Kriterien einer Standardstilspringprüfung vorstellen

    und dabei Gesichtspunkte der Gesundheitsvorsorge bei Pferden, des
    Tierschutzes, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit beachten, die wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen
    und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(6) Für den Prüfungsbereich Ausbildung von Reitern und Reiterinnen
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  den Ausbildungsstand von Reitern und Reiterinnen analysieren sowie
        deren Ausbildungswege planen und korrigieren,

    b)  Reiter und Reiterinnen in dressurmäßigen Trainingseinheiten bis zum
        Schwierigkeitsgrad der beginnenden Versammlung unterrichten,

    c)  Reiter und Reiterinnen in springgymnastischen Trainingseinheiten bis
        zum Schwierigkeitsgrad von 1,20 Meter Höhe unterrichten

    und dabei fachliche Regelwerke umsetzen, Trainingsmittel und -abläufe
    festlegen, Arbeiten kontrollieren und dokumentieren, betriebliche
    Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der Qualitätssicherung, des
    Tierschutzes, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit beachten, Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit ergreifen, die
    wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine
    Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten, innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(7) Für den Prüfungsbereich Pferdegesundheit, Reit- und Sportlehre
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Pferde betreuen und gesunderhalten,

    b)  Pferde, Reiter und Reiterinnen ausbilden sowie trainieren

    und dabei den Tierschutz, wirtschaftliche, technische und
    organisatorische Aspekte sowie rechtliche Vorgaben beachten kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind zwei der folgenden Gebiete
    auszuwählen, wobei eines der Gebiete nach den Buchstaben a bis c sowie
    eines nach den Buchstaben d bis f auszuwählen ist:

    a)  Planung und Beurteilung leistungsgerechter Haltung von Pferden,

    b)  Darstellung von Kriterien der Pferdefütterung, Auswahl von
        Futtermitteln sowie Berechnung und Beurteilung leistungsgerechter
        Futterrationen,

    c)  Planung und Beurteilung von Maßnahmen zur gesundheitlichen Betreuung
        von Pferden,

    d)  Planung und Beurteilung der Ausbildung, des Trainings und des
        Einsatzes von Pferden,

    e)  Planung und Beurteilung der Ausbildung und des Trainings von Reitern
        und Reiterinnen unter Berücksichtigung von Bewegungs- und
        Trainingslehre,

    f)  Planung und Beurteilung von Wettkampfvorbereitung und Transport von
        Pferden;

3.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(8) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten.

(9) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Dressurausbildung

    *   20 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Springausbildung

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Ausbildung von
        Reitern und Reiterinnen

    *   20 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Pferdegesundheit,
        Reit- und Sportlehre

    *   30 Prozent,

*    *   5.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und
        Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(10) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich Dressurausbildung mit mindestens „ausreichend“,

3.  in mindestens drei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    „ausreichend“ und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(11) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pfwirtausbv_2010/__9.html
Directory: pfwirtausbv_2010
Level: 2.0