Title: § 215 Begrenzung von Leverage durch die Bundesanstalt

Description:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 2 - Publikumsinvestmentvermögen
Abschnitt 3 - Offene inländische Publikums-AIF
Unterabschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften für offene inländische Publikums-AIF
§ 215 Begrenzung von Leverage durch die Bundesanstalt

Paragraph: 215

Content:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 2 - Publikumsinvestmentvermögen
Abschnitt 3 - Offene inländische Publikums-AIF
Unterabschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften für offene inländische Publikums-AIF
§ 215 Begrenzung von Leverage durch die Bundesanstalt

(1) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft hat der Bundesanstalt zu
zeigen, dass die von der AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft angesetzte
Begrenzung des Umfangs des eingesetzten Leverage angemessen ist und
dass sie diese Begrenzung stets einhält.

(2) Die Bundesanstalt bewertet die Risiken, die aus dem Einsatz von
Leverage durch die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft erwachsen
könnten; sie beschränkt nach Information der Europäischen Wertpapier-
und Marktaufsichtsbehörde, des Europäischen Ausschusses für
Systemrisiken und der zuständigen Stellen des Herkunftsmitgliedstaates
des AIF den Umfang des Leverage, den die AIF-
Kapitalverwaltungsgesellschaft einsetzen darf, wenn sie dies zur
Gewährleistung der Stabilität und Integrität des Finanzsystems als
nötig erachtet. Alternativ ordnet die Bundesanstalt sonstige
Beschränkungen in Bezug auf die Verwaltung des AIF an, sodass das
Ausmaß begrenzt wird, in dem der Einsatz von Leverage zur Entstehung
von Systemrisiken im Finanzsystem oder des Risikos von Marktstörungen
beiträgt. Die Bundesanstalt informiert die Europäische Wertpapier- und
Marktaufsichtsbehörde, den Europäischen Ausschuss für Systemrisiken
und die zuständigen Stellen des Herkunftsmitgliedstaates des AIF
ordnungsgemäß über die diesbezüglich eingeleiteten Maßnahmen.

(3) Die Information gemäß Absatz 2 erfolgt spätestens zehn Arbeitstage
vor dem geplanten Wirksamwerden oder der Erneuerung der eingeleiteten
Maßnahme. Die Mitteilung enthält Einzelheiten der vorgeschlagenen
Maßnahme, die Gründe für diesen Vorschlag und den Zeitpunkt, zu dem
die Maßnahme wirksam werden soll. Unter besonderen Umständen kann die
Bundesanstalt verfügen, dass die vorgeschlagene Maßnahme innerhalb des
in Satz 1 genannten Zeitraums wirksam wird.

(4) Die Bundesanstalt berücksichtigt bei ihrer Entscheidung über
Maßnahmen die Empfehlung der Europäischen Wertpapier- und
Marktaufsichtsbehörde, die diese nach der Information gemäß Absatz 2
Satz 3 oder auf Grundlage der Information nach Absatz 2 Satz 1
ausspricht. Sieht die Bundesanstalt eine Maßnahme vor, die dieser
Empfehlung nicht entspricht, unterrichtet sie die Europäische
Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde hiervon unter Angabe der Gründe.

(5) Für die Bedingungen, unter welchen die Maßnahmen nach Absatz 2
angewendet werden, gilt Artikel 112 der Delegierten Verordnung (EU)
Nr. 231/2013 entsprechend.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__215.html
Directory: kagb
Level: 5.0