Title: § 102 Leistungen bei Gewalttaten im Ausland

Description:
Sozialgesetzbuch Vierzehntes Buch – Soziale Entschädigung – (SGB 14)
Kapitel 15 - Besonderheiten der Leistungserbringung für einzelne Entschädigungstatbestände
§ 102 Leistungen bei Gewalttaten im Ausland

Paragraph: 102

Content:
Sozialgesetzbuch Vierzehntes Buch – Soziale Entschädigung – (SGB 14)
Kapitel 15 - Besonderheiten der Leistungserbringung für einzelne Entschädigungstatbestände
§ 102 Leistungen bei Gewalttaten im Ausland

(1) Berechtigte nach § 15 erhalten Leistungen nach Maßgabe der
folgenden Absätze.

(2) Geschädigte erhalten Leistungen der Schnellen Hilfen
ausschließlich im Inland. Fahrkosten zu Traumaambulanzen werden für
Fahrten im Inland übernommen. § 101 Absatz 2 Satz 2 gilt entsprechend.

(3) Geschädigte erhalten Leistungen der Krankenbehandlung der Sozialen
Entschädigung grundsätzlich im Inland. Besteht unmittelbar nach dem
schädigenden Ereignis ein akuter Behandlungsbedarf im Ausland, so
können Kosten, die anderweitig nicht gedeckt sind, nach § 51
übernommen werden.

(4) Geschädigte erhalten Einmalzahlungen in Höhe von

1.  2 600 Euro bei einem Grad der Schädigungsfolgen von mindestens 30,
    aber weniger als 50,

2.  7 800 Euro bei einem Grad der Schädigungsfolgen von 50 und 60,

3.  13 000 Euro bei einem Grad der Schädigungsfolgen von 70 und 80,

4.  20 800 Euro bei einem Grad der Schädigungsfolgen von 90,

5.  28 600 Euro bei einem Grad der Schädigungsfolgen von 100.

(5) Ist eine Person, bei der die Voraussetzungen nach Absatz 1
vorliegen, an den Folgen der Schädigung gestorben, erhalten
Hinterbliebene eine Einmalzahlung. Die Einmalzahlung beträgt bei
Halbwaisen
2 600 Euro,              bei Vollwaisen 3 500 Euro und bei weiteren
Hinterbliebenen 7 800 Euro.

(6) Angehörige und Hinterbliebene haben Anspruch auf Leistungen der
Schnellen Hilfen. Diese werden im Inland erbracht. Überführungs- und
Bestattungskosten werden nach § 99 erstattet.

(7) Leistungen aus anderen öffentlichen oder privaten Sicherungs- oder
Versorgungssystemen sind auf die Leistungen nach den Absätzen 3 bis 6
anzurechnen. Hierzu zählen auch Leistungen aus Sicherungs- oder
Versorgungssystemen, insbesondere Systemen der Opferentschädigung des
Staates, in dem sich die Gewalttat ereignet hat.

(8) Leistungen nach den Absätzen 2 bis 6 sind zügig zu erbringen, auch
wenn im Ausland noch Verfahren anhängig sind. Sieht der ausländische
Staat Leistungen für Opfer von Gewalttaten vor und hat eine
berechtigte Person einen Antrag auf solche Leistungen nicht gestellt,
so können Leistungen nach den Absätzen 3 bis 5 in entsprechender
Anwendung der §§ 66 und 67 des Ersten Buches ganz oder teilweise
versagt werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_14/__102.html
Directory: sgb_14
Level: 3.0