Title: Anlage 2B (zu §§ 5 und 9)

Description:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 2B (zu §§ 5 und 9)

Paragraph: 5

Content:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 2B (zu §§ 5 und 9)

Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a, 46
- 50

1.  Die Abnahme der praktischen Prüfung ist durch den Ausbildungsleiter/
    ausbildenden Fluglehrer für den Bewerber bei der zuständigen Stelle zu
    beantragen.

2.  Der Bewerber hat die praktische Prüfung auf einem Reisemotorsegler des
    in der Ausbildung verwendeten Reisemotorseglermusters abzulegen. Der
    in der praktischen Prüfung verwendete Reisemotorsegler muss den
    Anforderungen für die praktische Prüfung genügen. Die Dauer des Fluges
    soll für Inhaber einer Lizenz für Privatflugzeugführer etwa 30 bis 45
    Minuten, für Inhaber einer Lizenz für Segelflugzeugführer etwa 60
    Minuten betragen.

3.  Der Prüfer hat vor dem Flug das Prüfungsprogramm in den Grundzügen mit
    dem Bewerber zu besprechen.

4.  Der Bewerber muss den Reisemotorsegler von dem Sitz aus führen, von
    dem er die Tätigkeit des Verantwortlichen Piloten ausführen kann. Der
    Prüfungsflug ist so durchzuführen, als sei der Bewerber der einzige
    Pilot an Bord. Die Verantwortung für die Flugdurchführung richtet sich
    nach § 4 Abs. 4 LuftVG.

5.  Der Prüfer soll sich an der Durchführung des Fluges nicht beteiligen,
    es sei denn, dass ein Eingreifen aus Sicherheitsgründen oder zur
    Vermeidung von unannehmbaren Verzögerungen für andere
    Luftverkehrsteilnehmer erforderlich wird.

6.  Der Flug kann auf dem Startflugplatz oder einem anderen Flugplatz
    enden. Der Bewerber ist für die Planung des Fluges verantwortlich und
    hat sicherzustellen, dass sich alle Ausrüstungsgegenstände und
    Unterlagen für die Durchführung des Fluges an Bord befinden.

7.  Sollte der Bewerber die praktische Prüfung aus für den Prüfer nicht
    gerechtfertigten Gründen abbrechen, ist die gesamte Prüfung zu
    wiederholen. Wird die Prüfung aus für den Prüfer gerechtfertigten
    Gründen abgebrochen, sind in einem weiteren Flug nur die nicht
    durchgeführten Abschnitte zu prüfen.

8.  Der Bewerber kann jede Übung und jedes Verfahren einmal wiederholen.
    Der Prüfer kann die Prüfung jederzeit abbrechen, wenn die
    fliegerischen Fähigkeiten des Bewerbers erkennen lassen, dass die
    gesamte Prüfung wiederholt werden muss.

9.  Der Bewerber hat folgende Fähigkeiten nachzuweisen:

    –   Führen des Reisemotorseglers innerhalb der Betriebsgrenzen

    –   ruhige und exakte Durchführung sämtlicher Übungen

    –   gutes Urteilsvermögen und Verhalten als Luftfahrer (airmanship)

    –   Anwendung von Kenntnissen aus der Luftfahrt und Kontrolle über den
        Reisemotorsegler zu jedem Zeitpunkt des Fluges, so dass die
        erfolgreiche Durchführung eines Verfahrens oder einer Übung zu keiner
        Zeit ernsthaft gefährdet ist.

10. Die einzelnen Übungen der praktischen Prüfung werden mit " bestanden "
    (b) oder " nicht bestanden " (nb) bewertet. Wird in einem
    Prüfungsabschnitt eine Übung nicht bestanden, so gilt dieser Abschnitt
    als nicht bestanden. Wird mehr als ein Prüfungsabschnitt nicht
    bestanden, muss der Bewerber die gesamte Prüfung wiederholen. Ein
    Bewerber, der nur einen Prüfungsabschnitt nicht besteht, muss nur den
    nicht bestandenen Abschnitt wiederholen. Wird in der
    Wiederholungsprüfung ein Abschnitt nicht bestanden, ist die gesamte
    Prüfung zu wiederholen. Dies gilt auch für Abschnitte, die bei einem
    vorherigen Versuch bestanden wurden.

11. Die folgenden Toleranzen stellen allgemeine Richtwerte dar.
    Turbulenzen, Flugeigenschaften und Flugleistungen des verwendeten
    Reisemotorseglers werden vom beauftragten Prüfer berücksichtigt.

a)  Steuerkurs:
- normaler Flug
+- 10 Grad
b)  Flughöhe
- normaler Flug
+- 150 ft
c)  Geschwindigkeiten:
- Start und Anflug                        + 15 kt/- 5 kt
- alle anderen Flugzustände
+- 15 kt
**Prüfungsnachweis**
Praktische Prüfung zum Erwerb der Klassenberechtigung für
Reisemotorsegler
gem. §§ 3a und 40a LuftPersV
Name und Vorname des Bewerbers:
..............................................
Anschrift:
...................................................................
Lizenz für .....................................
Nr...........................
**Prüfungsflug**
Reisemotorseglermuster: ........................ Kennzeichen:
................
Abflugort: ..................................... Startzeit:
..................
Zielort: ....................................... Landezeit:
..................
Flugzeit: ......................................
**Ergebnis der Prüfung**
...............................
. Bestanden/Nicht bestanden \* .
...............................
**Bemerkungen**
...........................         ................................
Ort und Datum                       Unterschrift des Prüfers
...........................         ................................
Prüfer-Nr.                          Name in Druckbuchstaben
\* Nichtzutreffendes ist zu streichen
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Abschnitt 1                       I  Bewertung
**Flugvorbereitung und Abflug                I    B/NB**
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--------
Gebrauch der Klarliste, Verhalten als Luftfahrer (Führen des   I
Reisemotorseglers mit Sicht nach außen, Eisverhütung-/Enteisungs-
verfahren etc.) gelten für alle Abschnitte                     I
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--------
a  I Flugvorbereitung und Flugwetterberatung                   I
----------------------------------------------------------------------
--------
b  I Berechnung von Masse, Schwerpunktlage und Flugleistung    I
----------------------------------------------------------------------
--------
c  I Kontrolle und Bereitstellung des Flugzeuges               I
----------------------------------------------------------------------
--------
d  I Anlassen des Triebwerks und Verfahren nach dem Anlassen   I
----------------------------------------------------------------------
--------
e  I Rollen, Flugplatzverfahren, Verfahren vor dem Start       I
----------------------------------------------------------------------
--------
f  I Start und Kontrollen nach dem Start                       I
----------------------------------------------------------------------
--------
g  I Abflugverfahren                                           I
----------------------------------------------------------------------
--------
I Verbindung zur Flugverkehrskontrollstelle - Einhaltung der
h  I Flugverkehrsverfahren,                                    I
I Sprechfunkverfahren                                       I
----------------------------------------------------------------------
--------
Abschnitt 2                       I  Bewertung
**Allgemeine Flugübungen                  I    B/NB**
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I Verbindung zur Flugverkehrskontrollstelle - Einhaltung der
a  I Flugverkehrsverfahren,                                    I
I Sprechfunkverfahren                                       I
----------------------------------------------------------------------
--------
b  I Geradeaus- und Horizontalflug bei verschiedenen           I
I Geschwindigkeiten                                         I
----------------------------------------------------------------------
--------
c  I Steigflug:                                                I
I i.   Beste Steiggeschwindigkeit                           I
I ii.  Steigflugkurven                                      I
I iii. Übergang zum Horizontalflug                          I
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--------
d  I Kurven (mit 30
Grad Querneigung)                          I
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--------
e  I Steilkurven (mit 45
Grad Querneigung) (einschließlich     I
I Erkennen und Beenden eines kritischen Flugzustandes)      I
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--------
f  I Grenzflugzustände im unteren Geschwindigkeitsbereich      I
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--------
g  I Überzogener Flugzustand in Reisekonfiguration und         I
I Beenden mit und ohne Motorhilfe                           I
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--------
Abschnitt 3                        I  Bewertung
**Überlandflug                        I    B/NB**
Nur zu prüfen, bei Erwerb der Klassenberichtigung gemäß   I
§ 40a LuftPersV.                      I
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a  I Flugdurchführungsplan, Koppelnavigation, Gebrauch der     I
I Navigationskarten                                         I
----------------------------------------------------------------------
--------
b  I Einhalten von Flughöhe, Steuerkurs und Fluggeschwindigkeit
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--------
I Orientierung, Berechnung und Korrektur von                I
c  I voraussichtlichen Ankunftszeiten                          I
I (Estimated Time of Arrival/ETA), Führen des Flug-         I
I durchführungsplanes                                       I
----------------------------------------------------------------------
--------
I Flugmanagement (Kontrollen, Kraftstoffversorgung und      I
I Prüfung auf Vergaservereisung etc.), Verbindung zur       I
d  I Flugverkehrskontrollstelle - Einhaltung der               I
I Flugverkehrs- und Sprechfunkverfahren                     I
----------------------------------------------------------------------
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Abschnitt 4                        I  Bewertung
**Anflug- und Landeverfahren                 I    B/NB**
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a  I Anflugverfahren                                           I
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b  I \* Ziellandung (Landung auf kurzen Pisten),                I
I Seitenwindlandung, wenn entsprechende Bedingungen vorliegen
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c  I \* Landeanflug ohne Motorhilfe                             I
----------------------------------------------------------------------
--------
d  I Durchstarten aus geringer Höhe                            I
----------------------------------------------------------------------
--------
I Verbindung zur Flugverkehrskontrollstelle - Einhaltung der
e  I Flugverkehrsverfahren,                                    I
I Sprechfunkverfahren                                       I
----------------------------------------------------------------------
--------
f  I Tätigkeiten nach Beendigung des Fluges                    I
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--------
Abschnitt 5                        I  Bewertung
**Außergewöhnliche- und Notverfahren**                             I
B/NB
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a  I \* Simulierte Notlandeübung                                I
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b  I Simulierte Notfälle                                       I
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\*) Einige dieser Übungen können nach Ermessen des Flugprüfers
kombiniert
werden.

Lehrplan für die praktische Einweisung zum Erwerb der
Klassenberechtigung für einmotorige Landflugzeuge mit Kolbentriebwerk
mit  einer Höchstabflugmasse von mehr als 750 Kilogramm

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/luftpersvdv_2/__5.html
Directory: luftpersvdv_2
Level: 3.0