Title: Anlage 6B (zu § 9)

Description:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 6B (zu § 9)

Paragraph: 9

Content:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 6B (zu § 9)

Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a, 95
- 100

**Allgemeines**
Der nachfolgende Lehrplan ist eine Richtlinie für den Ablauf und die
Inhalte der praktischen Ausbildung. Der in der praktischen Ausbildung
verwendete Reisemotorsegler muss mit einem Doppelsteuer ausgerüstet
und für die Ausbildung geeignet sein. Da nicht alle musterspezifischen
Eigenarten verschiedener Reisemotorseglermuster berücksichtigt werden
können, sind alle Übungen gemäß der im Flughandbuch des in der
Ausbildung verwendeten Reisemotorseglers aufgeführten
Verfahrensanweisungen durchzuführen.
Bei allen Übungen sind Einstellung und Betrieb des Triebwerks zu
überwachen.
Unnötiger Fluglärm ist zu vermeiden.
Alle Kontrollen sind anhand der Klarlisten durchzuführen.
**Flugausbildung bis zum Alleinflug**
**Bodeneinweisung**

-   Erklärung des Reisemotorseglermusters

    –   Bauweise

    –   Instrumentierung

    –   Steuerbedienungsorgane

-   Klarlisten

-   Flug- und Betriebshandbuch

-   Flugklarheit des Reisemotorseglers

**Anlassen**

-   Vorflugkontrolle gemäß Klarliste

-   Anlassen gemäß Klarliste

**Rollen**

-   Beobachtung des übrigen Flugplatzverkehrs

-   Funktionsüberprüfungen (auswendige Anwendung der Klarliste)

**Kontrollen vor dem Start**

-   Durchführung der Kontrollen vor dem Start gemäß Klarliste

-   Abflugbriefing

-   Ansprechen der Notverfahren beim Start

**Start**

-   Beobachten des Anflugluftraums

-   Aufstellen des Reisemotorseglers

    –   Windberücksichtigung

-   Ausrichten auf der Startbahn

-   Kompasskontrolle in Startrichtung

-   Setzen der Triebwerksleistung

-   Ruderbetätigung beim Startvorgang

-   Halten der Startrichtung

-   Abheben bei empfohlener Geschwindigkeit

-   Steigflug nach dem Abheben und Übergang zur festgelegten
    Steigfluggeschwindigkeit

-   Ggf. Einziehen des Fahrwerks

-   Drosselung der Triebwerksleistung auf Steigflugleistung unter
    Einhaltung der festgelegten Geschwindigkeit

-   Startabbruch

-   simulierter Triebwerksausfall nach dem Start

**Anmerkung:**              Ein simulierter Triebwerksausfall nach dem
Start darf nur bei Ausbildungsflügen mit Fluglehrer durchgeführt
werden.
**Steigflug**

-   Einhalten von Kurs und Steigfluggeschwindigkeit

-   Trimmen

-   Triebwerkseinstellen für die beste Steigrate oder den besten
    Steigwinkel

-   Steigflugkurven auf vorgegebene Kurse mit

    –   15 - 20
        Grad Querneigung

    –   20 - 30
        Grad Querneigung

-   Übergang in den Horizontalflug

**Horizontal- und Kurvenflug**

-   Geradeaus-Horizontalflug

-   koordinierte Kontrolle der Bewegungen um Quer-, Längs- und Hochachse

-   Demonstration der statischen und dynamischen Stabilität

-   Veränderung der Triebwerksleistung im Geradeaus-Horizontalflug

-   Erhöhen und Herabsetzen der Fluggeschwindigkeit unter Beibehalten der
    Höhe und des Kurses

-   Einhalten von Höhe, Kurs und einer vorgegebenen Fluggeschwindigkeit

-   Trimmen

    –   Gefahren

-   Erhöhen und Verringern von Auftrieb und/oder Widerstand

**Langsamflug**

-   bei
    V(tief)s + 5 bis + 10 kt (Überziehgeschwindigkeit des
    Reisemotorseglers im jeweiligen Flugzustand + 5 bis + 10 kt
    Sicherheit)

    –   im Reiseflugzustand

    –   in Anflugkonfiguration

-   Verringerte Wirksamkeit der Steuerorgane beim Langsamflug

-   Einhalten von Höhe, Fluggeschwindigkeit und Richtung sowie Korrektur
    der Triebwerksleistung

**Kurvenflug**

-   Kurven mit 30
    Grad und 45
    Grad Querneigung, links und rechts, um 90
    Grad, 180
    Grad, 360
    Grad

-   Einhalten von Höhe

-   sicherer Fluggeschwindigkeit bei Erhöhung der Drehgeschwindigkeit
    unter Beachtung des Lastvielfachen

-   gleichbleibender Querlage und Drehgeschwindigkeit

-   Drehfehler des Magnetkompasses

    –   Beenden auf vorgegebenen Kursen

-   unmittelbarer Übergang von Links- zur Rechtskurve und umgekehrt

**Sinkflug**

-   Einleiten

    –   Einhalten von Kurs- und Sinkfluggeschwindigkeit

    –   Trimmen

    –   Vergaservorwärmung

-   beste Sinkrate

-   bester Gleitwinkel

-   Sinkflug mit und ohne Motorkraft im Geradeaus- und im Kurvenflug

-   Übergang vom Sink- in den Horizontalflug

**Platzrunde**
... (nicht darstellbare Graphik,
Fundstelle: BAnz. 2006, Beilage Nr. 60a, Seite 97)

1   Start

2   Steigflug auf mindestens 200 ft GND bevor die erste Richtungsänderung
    aufgrund örtlicher Vorgaben durchgeführt wird

3   Steigflugkurve bis 20
    Grad Querneigung, 90
    Grad Richtungsänderung zum Querabflug unter Windberücksichtigung 4
    Steigflug bis mindestens 600 ft GND

4   Am Wendepunkt; 90
    Grad-Kurve bis maximal 30
    Grad Querneigung zum Gegenanflug parallel zu der Start- und
    Landerichtung

5   Reiseflugbedingungen

6   Vergaservorwärmung bedienen

7   Fahrwerk ausfahren (falls vorhanden)

8   Am Wendepunkt: 90
    Grad-Kurve bis max. 30
    Grad Querneigung zum Queranflug unter Windberücksichtigung

9   Sinkflug einleiten

10  Am Wendepunkt: 90
    Grad-Kurve bis max. 30
    Grad Querneigung zum Endanflug Abweichungen in der Reihenfolge der
    Übungen 7-11 aufgrund örtlicher Gegebenheiten oder der Besonderheiten
    des Reisemotorseglermusters sind zulässig.

11  Landekontrolle laut Klarliste

12  Landeanflug: Steuerung des Gleitwinkels mittels Brems-/Störklappen

13  Landung

**Durchstarten und Landen**

-   Brems-/Störklappen einfahren

-   Setzen voller Triebwerksleistung

-   Korrektur der Fluglage

-   Steigflug

-   Trimmen

**Beenden des Fluges**

-   Zurückrollen zum Abstellplatz

-   Kontrolle nach der Landung (auswendige Anwendung der Klarliste)

-   Abstellen des Triebwerkes gemäß Klarliste

-   Sichern des Reisemotorseglers gemäß Klarliste

**Besondere Flugzustände**

-   Überziehen und Geradeaushalten mit dem Seitenruder bis zum Abkippen
    mit und ohne Motorkraft mit einem Minimum an Höhenverlust

    –   im Reiseflugzustand

    –   mit/ohne Brems-/Störklappen in Anflugstellung und ausgefahrenem
        Fahrwerk

    –   rechtzeitiges Erkennen und Beenden des Abkippens und Verhindern einer
        Weiterentwicklung zum Trudeln

-   Flugübung im Bereich des Überziehens im

-   Steigflugkurve mit 10-30
    Grad Querneigung (simulierter Start) bis zu den ersten Anzeichen des
    Strömungsabrisses

    −   Beenden der Übung, ohne abzukippen oder Höhe zu verlieren

-   Sinkflugkurve mit 10-30
    Grad Querneigung, Brems-/Störklappenklappen und Fahrwerk ausgefahren
    (simulierter Anflug) bis zu den ersten Anzeichen des Strömungsabrisses

    −   Beenden der Übung, ohne abzukippen oder die Sinkrate zu erhöhen

-   Aufrichten aus Querneigungen von mindestens 45
    Grad und aus Steig/Sinkfluglagen

-   Grenzflugzustände im oberen Geschwindigkeitsbereich

    −   Erkennen und Beenden von beginnenden Spiralsturzflügen

    −   Motorleistung reduzieren (Leerlauf)

    −   Querlage korrigieren (neutral) und weich abfangen

**Verhalten bei Notlagen**

-   Verhalten bei Notlagen unter Beachtung des Betriebshandbuches

-   Kontrolle der elektrischen Sicherungen bzw. Einschalten von
    Sicherungsautomaten

-   Notausfahren des Fahrwerks (falls vorhanden)

-   Störungen an Triebwerk und Ausrüstung

-   unerwartete Wetterverschlechterung

-   Feuerausbruch

**Alleinflug**
Alleinflüge in der Sichtweite des Startflugplatzes
**Erlangen der fliegerischen Fertigkeiten**
**Starten und Landen**

-   bei Seitenwind

-   mit unterschiedlichen Gewichtszuständen (max. Zuladung)

-   mit Seitengleitflug

-   Landeanflug ohne Zuhilfenahme der Brems-/Störklappen

-   Landung auf angenommenen begrenztem Raum

**Ziellandungen**

-   Landungen aus der Platzrunde mit und ohne Motorhilfe

    –   Aufsetzen innerhalb von 100 m nach dem Landezeichen

-   Ziellandung aus mindestens 600 m (2000 ft) über Grund ohne Motorhilfe

    –   Aufsetzen innerhalb von 150 m nach dem Landezeichen

**Außenlandeübungen mit Fluglehrer aus verschiedenen Höhen**

-   mit Motorhilfe

    –   Auswahl eines geeigneten Geländes aus sicherer Höhe

    –   Überflug des Geländes zur Feststellung von Einzelheiten, anschließend

    –   Platzrunde und Endanflug

-   ohne Motorhilfe

    Die Durchführung der Notverfahren (Sofortmaßnahmen, Ursachensuche,
    Maßnahmen kurz vor der Landung) erfolgen gemäß Flughandbuch. Die
    Sofortmaßnahmen müssen auswendig beherrscht werden. Die Benutzung der
    Notfall-Klarliste ist in sinnvoller Weise in den Flugablauf zu
    integrieren.

    –   Geschwindigkeit für bestes Gleiten (Trimmen)

    –   Auswahl eines geeigneten Geländes unter Berücksichtigung des Windes

    –   Einteilung des Anfluges

    –   Anwendung der Notfall-Klarliste

    –   Simuliertes Absetzen eines Not- oder Dringlichkeitsrufes

    –   Verfahren kurz vor der Landung

**Anmerkung:**              Außenlandeübungen dürfen nur mit
Fluglehrer unter strenger Beachtung der Vermeidung einer Gefährdung
von Mensch und Tier geübt werden. Sie sind in einem
Durchstartverfahren ohne aufzusetzen durchzuführen. Für das
Unterschreiten der Sicherheitsmindesthöhe ist eine besondere
Genehmigung durch die zuständige Landesluftfahrtbehörde erforderlich.
**Navigationseinweisung**

-   Kleinorientierung

-   Flug nach vorgegebenen Kursen

-   Orientierung bei ungünstigen Sichtbedingungen

-   voraussichtliche und tatsächliche Ankunftszeit

-   Einflug in die Platzrunde

-   Möglichkeiten zur Vermeidung von Fluglärm

**An- und Abflüge mit Zwischenlandung auf einem Flugplatz mit
Flugverkehrskontrolle**
Es sind mindestens zwei vollständige An- und Abflüge mit
Zwischenlandung durchzuführen.

-   Orientierung und Anflugverfahren in der Kontrollzone

-   Befolgen von Flugsicherungsanweisungen

-   Höhenmessereinstellung

-   Beobachten des Luftraums, ggf. rechtzeitiges Ausweichen

-   Abstandhalten von anderem Luftverkehr

-   ausgelegte Zeichen und ggf. Lichtsignale

-   Sprechfunkverkehr entsprechend der vorgeschriebenen Verfahren

-   Anflüge mindestens bis zum Einflug in die Platzrunde

-   Abflüge auf der von der Flugsicherung angewiesenen Abflugstrecke

-   Bei Landung auf einem Flugplatz

    –   Orientieren auf dem Flugplatz

    –   Zeichen und Flugsicherungsanweisungen

    –   evtl. Lichtsignale

    –   Abstellen des Reisemotorseglers

-   Flugabfertigungsverfahren

**Navigationsdreiecksflug**

-   Selbständige Vorbereitung und Durchführung von mindestens zwei
    Navigationsdreiecksflügen, davon einer in Begleitung eines Fluglehrers
    und einer als Alleinflug über eine Strecke von jeweils mindestens 270
    km, bei dem auf zwei vom Startplatz verschiedenen Flugplätzen
    Landungen bis zum vollständigen Stillstand durchzuführen sind.

**Übungen bis zur Prüfungsreife mit und ohne Fluglehrer bis zur
sicheren Beherrschung**
**Anmerkung:**              Simulierter Triebwerkausfall nach dem
Start und Außenlandeübungen dürfen nur mit Fluglehrer durchgeführt
werden.
**Anmerkung:**              Aufsetzen und Durchstarten des
Flugschülers im Alleinflug ist nur zulässig, wenn der Fluglehrer dafür
einen Flugauftrag erteilt hat und am Flugplatz anwesend ist.

Theoretische Prüfung zum Erwerb der Klassenberechtigung für
Reisemotorsegler für Inhaber der Lizenz für Segelflugzeugführer

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/luftpersvdv_2/__9.html
Directory: luftpersvdv_2
Level: 3.0