Title: § 21b Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV)
Abschnitt 5a - Sonderregelungen für Inhaber von Ausbildungsnachweisen aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder einem Drittstaat
§ 21b Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

Paragraph: 21b

Content:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV)
Abschnitt 5a - Sonderregelungen für Inhaber von Ausbildungsnachweisen aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder einem Drittstaat
§ 21b Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

(1) Antragsteller, die eine Erlaubnis nach § 1 Absatz 1 Nummer 2 des
Masseur- und Physiotherapeutengesetzes beantragen, haben einen
Anpassungslehrgang nach Absatz 2 zu absolvieren, der mit einer Prüfung
über den Inhalt des Anpassungslehrgangs abschließt, oder eine
Kenntnisprüfung nach Absatz 3 abzulegen, wenn sie über einen
Ausbildungsnachweis verfügen, der in einem Drittstaat erworben worden
ist und ihre Ausbildung wesentliche Unterschiede zu der deutschen
Ausbildung aufweist, die von der zuständigen Behörde im Rahmen der
Prüfung ihres Antrags auf Erteilung der Erlaubnis zur Führung der
Berufsbezeichnung festgestellt worden sind und nicht durch Kenntnisse
und Fähigkeiten ausgeglichen werden konnten, die die Antragsteller im
Rahmen ihrer nachgewiesenen Berufspraxis erworben haben. Satz 1 gilt
entsprechend für Fälle, in denen eine Prüfung der Gleichwertigkeit des
Ausbildungsstandes auf Grund der in § 2 Absatz 2 Satz 5 des Masseur-
und Physiotherapeutengesetzes vorliegenden Umstände nicht durchgeführt
wird.

(2) Der Anpassungslehrgang dient zusammen mit dem Abschlussgespräch
der Feststellung, dass die Antragsteller über die zur Ausübung des
Berufs des Physiotherapeuten erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten
verfügen (Lehrgangsziel). Er wird entsprechend dem Lehrgangsziel in
Form von theoretischem und praktischem Unterricht, einer praktischen
Ausbildung mit theoretischer Unterweisung oder beidem an Einrichtungen
nach § 9 Absatz 1 Satz 2 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes
oder an von der zuständigen Behörde als vergleichbar anerkannten
Einrichtungen durchgeführt und schließt mit einer Prüfung über den
Inhalt des Anpassungslehrgangs ab. An der theoretischen Unterweisung
sollen Personen nach § 3 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe b in angemessenem
Umfang beteiligt werden. Die zuständige Behörde legt die Dauer und die
Inhalte des Anpassungslehrgangs so fest, dass das Lehrgangsziel
erreicht werden kann. Die erfolgreiche Ableistung des
Anpassungslehrgangs ist durch eine Bescheinigung nach dem Muster der
Anlage 7 nachzuweisen. Die Bescheinigung wird erteilt, wenn in der
Prüfung, die in Form eines Abschlussgesprächs durchgeführt wird,
festgestellt worden ist, dass die Antragsteller das Lehrgangsziel
erreicht haben. Das Abschlussgespräch wird von einem Fachprüfer nach §
3 Absatz 1 Nummer 3 gemeinsam mit der Person nach Satz 3, die die
Antragsteller während des Lehrgangs mit betreut hat, geführt. Ergibt
sich in dem Abschlussgespräch, dass die Antragsteller den
Anpassungslehrgang nicht erfolgreich abgeleistet haben, entscheidet
der Fachprüfer nach § 3 Absatz 1 Nummer 3 im Benehmen mit der an dem
Gespräch teilnehmenden Person nach Satz 3 über eine angemessene
Verlängerung des Anpassungslehrgangs. Eine Verlängerung ist nur einmal
zulässig. Der Verlängerung folgt ein weiteres Abschlussgespräch. Kann
auch nach dem Ergebnis dieses Gesprächs die Bescheinigung nach Satz 5
nicht erteilt werden, darf der Anpassungslehrgang nur einmal
wiederholt werden.

(3) Bei der Kenntnisprüfung haben die Antragsteller nachzuweisen, dass
sie über die zur Ausübung des Berufs des Physiotherapeuten
erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Die
Kenntnisprüfung umfasst jeweils einen mündlichen und praktischen Teil.
Sie ist bestanden, wenn jeder der beiden Prüfungsteile bestanden ist.

(4) Der mündliche Teil der Kenntnisprüfung erstreckt sich auf folgende
Fächer und Fächergruppen:

1.  Berufs- und Gesetzeskunde,

2.  Physiotherapeutische Befund- und Untersuchungstechniken,

3.  Massagetherapie; Elektro-, Licht-, Strahlentherapie; Hydro-, Balneo-,
    Thermo- und Inhalationstherapie,

4.  Anatomie, Physiologie und spezielle Krankheitslehre.

Der mündliche Teil der Prüfung soll für den einzelnen Prüfling
mindestens 15 und nicht länger als 60 Minuten dauern. Er wird von zwei
Fachprüfern nach § 3 Absatz 1 Nummer 3 abgenommen und bewertet. Der
mündliche Teil der Kenntnisprüfung ist erfolgreich abgeschlossen, wenn
die Fachprüfer in einer Gesamtbetrachtung die Fächer nach Satz 1
Nummer 1 bis 3 sowie die Fächergruppe nach Satz 1 Nummer 4
übereinstimmend mit „bestanden“ bewerten. Das Bestehen setzt
mindestens voraus, dass die Leistung des Prüflings im Ganzen trotz
ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt. Kommen die Fachprüfer zu
einer unterschiedlichen Bewertung, entscheidet der Vorsitzende des
Prüfungsausschusses nach Rücksprache mit den Fachprüfern über das
Bestehen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses muss zu diesem Zweck
während der Prüfung anwesend sein; ihm steht ein Fragerecht zu.

(5) Für den praktischen Teil der Kenntnisprüfung gilt § 21a Absatz 3
Satz 2 bis 11 entsprechend.

(6) Die Kenntnisprüfung soll mindestens zweimal jährlich angeboten
werden und darf im mündlichen Teil sowie jedem medizinischen
Fachgebiet, das Gegenstand der Prüfung war und nicht bestanden wurde,
einmal wiederholt werden.

(7) Über die bestandene Kenntnisprüfung wird eine Bescheinigung nach
dem Muster der Anlage 8 erteilt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/physth-aprv/__21b.html
Directory: physth-aprv
Level: 3.0