Title: Anlage 1 Spezialistenprofile in der Produktionstechnologie

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Prozessmanager – Produktionstechnologie/Geprüfte Prozessmanagerin – Produktionstechnologie (ProTechPrV)
Anlage 1 Spezialistenprofile in der Produktionstechnologie

Paragraph: 12

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Prozessmanager – Produktionstechnologie/Geprüfte Prozessmanagerin – Produktionstechnologie (ProTechPrV)
Anlage 1 Spezialistenprofile in der Produktionstechnologie

(Fundstelle: BGBl. I 2008, 1056 - 1057; bzgl. einzelner Änderungen
vgl. Fußnote)

Die Spezialistenprofile beschreiben die inhaltlichen Standards, die
für eine Zulassung zur Prüfung zum Geprüften Prozessmanager –
Produktionstechnologie/zur Geprüften Prozessmanagerin –
Produktionstechnologie erforderlich sind. Sie bilden das im Bereich
der beruflichen Fortbildung angesiedelte Verbindungsglied zwischen der
Ebene der beruflichen Ausbildung und der Ebene der in der beruflichen
Fortbildung geregelten operativen Professionals. Grundlage für die
Spezialistenqualifikation ist die Qualifizierung in den nachfolgend
beschriebenen Arbeitsgebieten und Arbeitsprozessen. Im Rahmen dieser
Qualifizierung sind die aufgeführten Arbeitsprozesse eigenständig in
betrieblichen Projekten durchzuführen, eine prozessbegleitende
Dokumentation anzufertigen, in einer Präsentation eine
zusammenhängende Darstellung der Tätigkeiten und des Kompetenzerwerbs
zu geben und darüber ein Fachgespräch zu führen.

**1** **Prozessexperte/Prozessexpertin**

1.1 Arbeitsgebiet:

    Prozessexperten/Prozessexpertinnen arbeiten in der Produktion. Sie
    erarbeiten in Projektteams mit Entwicklern, Applikationslieferanten
    und Zulieferern Lösungen für produktions- und prozesstechnische
    Aufgabenstellungen.

1.2 Profiltypische Arbeitsprozesse:

    Prozessexperten/Prozessexpertinnen

    –   analysieren Prozessanforderungen, vergleichen Fertigungs- und
        Montageverfahren hinsichtlich Produktqualität, Prozesssicherheit und
        Wirtschaftlichkeit,

    –   erarbeiten technische Lösungen, kalkulieren Kosten,
        Stückzahlausbringungen und schätzen Bearbeitungszeiten ab,

    –   wirken bei der Gestaltung von Produktionsanlagen mit, führen
        Gefährdungsbeurteilungen durch, arbeiten bei der Erstellung von
        Lastenheften mit,

    –   arbeiten mit Systemherstellern, Zulieferern und Logistikpartnern
        zusammen,

    –   wirken bei der Gestaltung von Logistikprozessen mit,

    –   erstellen Arbeitsanweisungen und Prozessbeschreibungen, arbeiten
        Produktionspersonal ein,

    –   wirken bei der Planung und Steuerung der Produktion mit,

    –   nehmen Fehlermeldungen auf und priorisieren diese, erarbeiten Lösungen
        zur Verbesserung der Anlagenverfügbarkeit,

    –   pflegen neue Produkte und Programme ein, überwachen das
        Konfigurations- und Änderungsmanagement,

    –   optimieren Prozesse.

1.3 Berufliche Befähigungen:

    Die Beherrschung der profiltypischen Arbeitsprozesse setzt folgende
    berufliche Befähigungen voraus:

    –   analytische Fähigkeiten,

    –   ergebnisorientiertes Handeln,

    –   Kommunikationsfähigkeit,

    –   Problemlösefähigkeit,

    –   Prozess-/Projektkoordinierung,

    –   systematisch-methodisches Vorgehen,

    –   Teamfähigkeit.

1.4 Nachweis der Qualifikation:

    Die Qualifikation ist durch ein Zeugnis einer zuständigen Stelle,
    durch ein Personalzertifikat, durch ein Lehrgangszertifikat oder durch
    eine Bescheinigung insbesondere von Arbeitgebern, die die Breite, die
    Tiefe und das Verfahren der Spezialistenqualifizierung abbildet,
    nachzuweisen.

**2** **Applikationsexperte/Applikationsexpertin**

2.1 Arbeitsgebiet:

    Applikationsexperten/Applikationsexpertinnen arbeiten an der
    Schnittstelle zwischen Kunden und Produktion. Sie erarbeiten in
    Projektteams mit Entwicklern und Kunden Lösungen für produktions- und
    prozesstechnische Aufgabenstellungen.

2.2 Profiltypische Arbeitsprozesse:

    Applikationsexperten/Applikationsexpertinnen

    –   bearbeiten Kundenanfragen, klären technische Anforderungen, Kosten und
        Termine,

    –   erarbeiten Problemlösungen, klären technische Voraussetzungen,

    –   arbeiten an der Entwicklung von Kundenlösungen mit,

    –   erläutern Kunden Prozessdaten und Rahmenbedingungen und beschreiben
        Vorgaben für die Einbindung von Komponenten oder Anlagen in den
        Gesamtprozess,

    –   setzen Kundenaufträge in Konstruktions-, Produktions- oder
        Auslieferungsaufträge um,

    –   überwachen die Leistungserstellung und Termine, setzen Prioritäten bei
        der Abwicklung der Aufträge,

    –   erstellen vereinbarte Referenzprodukte, prüfen und dokumentieren im
        Rahmen der Abnahme die den Kunden vertraglich zugesicherten
        Leistungen,

    –   erstellen Daten für die Systemdokumentation zur Sicherung von Support
        und Service zusammen,

    –   bearbeiten Reklamationen, Änderungsanforderungen und
        Gewährleistungsfälle,

    –   betreuen Kunden beim Einsatz der Anlagen oder Komponenten, optimieren
        Applikationen und Prozesse.

2.3 Berufliche Befähigungen:

    Die Beherrschung der profiltypischen Arbeitsprozesse setzt folgende
    berufliche Befähigungen voraus:

    –   Akquisitionsstärke,

    –   Dialogfähigkeit,

    –   Kundenorientierung,

    –   ergebnisorientiertes Handeln,

    –   Kooperationsfähigkeit,

    –   Markteinschätzung,

    –   Auftrags-/Projektkoordinierung,

    –   systematisch-methodisches Vorgehen.

2.4 Nachweis der Qualifikation:

    Die Qualifikation ist durch ein Zeugnis einer zuständigen Stelle,
    durch ein Personalzertifikat, durch ein Lehrgangszertifikat oder durch
    eine Bescheinigung insbesondere von Arbeitgebern, die die Breite, die
    Tiefe und das Verfahren der Spezialistenqualifizierung abbildet,
    nachzuweisen.

(zu den §§ 8 und 9)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/protechprv/__12.html
Directory: protechprv
Level: 2.0