Title: § 4 Fachrichtungsübergreifender Teil

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Konstrukteur/Geprüfte Konstrukteurin (KonstPrV)
§ 4 Fachrichtungsübergreifender Teil

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Konstrukteur/Geprüfte Konstrukteurin (KonstPrV)
§ 4 Fachrichtungsübergreifender Teil

(1) Im fachrichtungsübergreifenden Teil ist in folgenden Fächern zu
prüfen:

1.  Konstruktion,

2.  Rechnergestützte Konstruktion,

3.  Arbeitsorganisation.

(2) Im Prüfungsfach "Konstruktion" soll die zu prüfende Person
nachweisen, daß sie die Abläufe beim Konstruieren versteht und die
Kenntnisse besitzt, sie auf neue Aufgabenstellungen anzuwenden. Sie
soll nachweisen, daß sie in der Lage ist, die einzelnen Phasen des
Konstruktionsprozesses durch die Anwendung geeigneter Hilfsmittel
systematisch, nachvollziehbar und dokumentierbar durchzuführen. Sie
soll ferner nachweisen, daß sie fertigungsgerecht konstruieren kann
und im Rahmen einer Konstruktion die richtige Dimensionierung sowie
die Auswahl der Werkstoffe und Bauelemente unter Beachtung der
einschlägigen Normen beherrscht. In diesem Rahmen können geprüft
werden:

1.  Konstruktionsmethodik:

    a)  Konstruktionsrichtlinien,

    b)  Konstruktionsarten,

    c)  Konstruktionsprozeß,

    d)  technische Dokumentation;

2.  Grundsätze des fertigungsgerechten Konstruierens:

    a)  Zusammenhang zwischen Konstruktion und Fertigung,

    b)  fertigungsgerechte Konstruktionsunterlagen,

    c)  Montagebedingungen,

    d)  Kontrolle und Qualitätssicherung,

    e)  Anschlüsse,

    f)  Ver- und Entsorgung;

3.  Dimensionierung und Werkstoffe:

    a)  Berechnungen,

    b)  Beanspruchungsarten,

    c)  Werk- und Hilfsstoffe,

    d)  Umweltverträglichkeit,

    e)  rationelle Energie- und Materialverwendung,

    f)  Wirtschaftlichkeit;

4.  Bauelemente und Normung:

    a)  Bauelemente,

    b)  Prüfmethoden für Bauelemente,

    c)  Grundlagen und Funktion der Normung,

    d)  Normarten.

(3) Im Prüfungsfach "Rechnergestützte Konstruktion" soll die zu
prüfende Person nachweisen, daß sie die wesentlichen Einsatzbereiche
unterschiedlicher Hard- und Software beurteilen kann. Die zu prüfende
Person soll vor dem Hintergrund der Rechnerintegration und in Kenntnis
der einzelnen Komponenten und Einsatzgebiete nachweisen, daß sie den
Einsatz von Informations- und Computer-Techniken in der Praxis
beurteilen kann. Sie soll den Stand der CAD-Technik kennen, die
Anwendungsmöglichkeiten von CAD-Systemen beurteilen können und die
Kenntnisse besitzen, mit der entsprechenden CAD-Hard- und -Software
zwei- und dreidimensionale Datenmodelle von Konstruktionen erstellen
zu können. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Integrierte Datenverarbeitung:

    a)  Hardware, Software, Programmierung,

    b)  Betriebssysteme,

    c)  Ziele und Organisation der integrierten Datenverarbeitung,

    d)  Bausteine integrierter Datenverarbeitung und deren Einsatzgebiete,

    e)  Datentransfer,

    f)  Datenschutz und Datensicherheit,

    g)  Fachbegriffe in Deutsch und Englisch;

2.  CAD-Technik:

    a)  CAD-Systeme,

    b)  zwei- und dreidimensionale Datenstrukturen,

    c)  Funktionen von CAD-Systemen,

    d)  Berechnungen und deren Interpretation mit geeigneter Anwendersoftware,

    e)  technische Dokumentation,

    f)  Datenorganisation;

3.  CAD-Arbeitstechnik/-Anwendung:

    a)  Anforderungen aus der Prozeßkette an Datenmodell, Datenstruktur und
        Datenqualität,

    b)  Entscheidung der alternativen Möglichkeiten der Auftragsbearbeitung,

    c)  Prüfung des Einsatzes von vorhandenen Programmen und Bibliotheken,

    d)  Methoden zur Kontrolle von betriebseigenen und externen Daten,

    e)  Kriterien zu Auswahl, Einführung, Betrieb und Erweiterung von CAD-
        Systemen.

(4) Im Prüfungsfach "Arbeitsorganisation" soll die zu prüfende Person
nachweisen, daß sie die wesentlichen rechnergestützten Anwendungen in
der Produktion kennt und die Kenntnisse besitzt, die Auswirkungen
konstruktiver Vorgaben auf die angrenzenden Bereiche, insbesondere die
Produktion, zu beurteilen. Sie soll nachweisen, daß sie bei der
Arbeitsgestaltung in ihrem Bereich mitwirken kann und die
entsprechenden Anforderungen der Ergonomie und des Arbeitsschutzes
kennt. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  integrierte Fertigung:

    a)  rechnergestützte Anwendungen in der Produktionsplanung,

    b)  rechnergestützte Anwendungen im Modell-, Werkzeug- und
        Betriebsmittelbau,

    c)  rechnergestützte Anwendungen in der Produktionssteuerung,
        Kapazitätsplanung und Logistik,

    d)  rechnergestützte Anwendungen in der Qualitätssicherung und
        Werkinstandhaltung,

    e)  rechnergestützte Anwendungen in Montage und Versand,

    f)  numerisch gesteuerte Fertigung (CNC),

    g)  Automatisierungstechnik;

2.  Ergonomie und Arbeitsschutz:

    a)  ergonomische Anforderungen,

    b)  Benutzerfreundlichkeit von Datenverarbeitungs-Anwendersystemen,

    c)  physische und psychische Belastungen,

    d)  Sicherheitsvorschriften;

3.  Arbeitsgestaltung:

    a)  Formen der Gestaltung und Organisation der Arbeit,

    b)  Planung und Beteiligung bei der Arbeitsgestaltung,

    c)  Regeln, Bestimmungen, Vereinbarungen,

    d)  betriebliche Kommunikation und Organisation,

    e)  Zusammenarbeit im Betrieb,

    f)  Weiterbildungsmöglichkeiten.

(5) Die Prüfung in den in Absatz 1 genannten Prüfungsfächern ist
schriftlich durchzuführen.

(6) Die schriftliche Prüfung soll nicht länger als sieben Stunden
dauern. Sie besteht je Prüfungsfach aus einer unter Aufsicht
anzufertigenden Arbeit. Die Mindestzeiten betragen je Prüfungsfach:

*    *   1.

    *   Konstruktion

    *   3 Stunden,

*    *   2.

    *   Rechnergestützte Konstruktion

    *   2 Stunden,

*    *   3.

    *   Arbeitsorganisation

    *   1 Stunde.

(7) Die schriftliche Prüfung ist in den in Absatz 1 genannten
Prüfungsfächern auf Antrag der zu prüfenden Person oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn
die mündliche Prüfung für das Bestehen der Prüfung oder die eindeutige
Beurteilung der Prüfungsleistung von wesentlicher Bedeutung ist. Die
Ergänzungsprüfung soll je Prüfungsfach und für die zu prüfende Person
nicht länger als 15 Minuten dauern und insgesamt nicht länger als 30
Minuten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/konstprv/__4.html
Directory: konstprv
Level: 2.0