Title: § 9 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung in der Fachrichtung Kanten- und Flächenveredelung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Glasveredler/zur Glasveredlerin (GlasVAusbV)
§ 9 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung in der Fachrichtung Kanten- und Flächenveredelung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Glasveredler/zur Glasveredlerin (GlasVAusbV)
§ 9 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung in der Fachrichtung Kanten- und Flächenveredelung

(1) Die Gesellenprüfung/Abschlussprüfung in der Fachrichtung Kanten-
und Flächenveredelung erstreckt sich auf die in der Anlage Teil I
sowie Teil II A aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den
im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 40 Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag
entsprechen soll, durchführen und mit betriebsüblichen Unterlagen
dokumentieren sowie innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 30
Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Das Fachgespräch kann aus
mehreren Gesprächsphasen bestehen. Für die Arbeitsaufgabe kommt
insbesondere in Betracht:
Herstellen einer Glasgestaltung unter Berücksichtigung von Zuschnitt,
Kanten- und Oberflächenveredelung sowie Zusammenfügen und Montieren.
Der Entwurf der Arbeitsaufgabe ist dem Prüfungsausschuss zur
Genehmigung vorzulegen. Durch die Ausführung der Arbeitsaufgabe und
deren Dokumentation soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe
unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer
Vorgaben selbständig und kundenorientiert planen und durchführen kann,
dabei den Zusammenhang zwischen Gestaltung, Konstruktion sowie
Verarbeitung und den Einsatz unterschiedlicher Werk- und Hilfsstoffe
berücksichtigen, Arbeitsergebnisse kontrollieren und beurteilen sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheits- und Umweltschutz
durchführen kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen,
dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für
die Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen und
die Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe begründen
kann. Die Ausführung der Arbeitsaufgabe ist mit 80 Prozent und das
Fachgespräch mit 20 Prozent zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Planung und Entwurf, Bearbeitung und Herstellung
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den
Prüfungsbereichen Planung und Entwurf sowie Bearbeitung und
Herstellung sind insbesondere fachliche Probleme mit verknüpften
informationstechnischen, technologischen, mathematischen und
zeichnerischen Inhalten zu analysieren, zu bewerten und zu lösen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-,
Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die
Verwendung der Materialien planen, Werkzeuge und Maschinen zuordnen
sowie qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann. Es kommen
praxisbezogene Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in
Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Planung und Entwurf:

    Beschreiben der Vorgehensweise beim Planen und Entwerfen von
    Glasgestaltungen; dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
    Planungsunterlagen verwenden, Entwurfszeichnungen unter historischen,
    funktionalen und technologischen Gesichtspunkten erstellen sowie
    Kundenwünsche berücksichtigen kann;

2.  im Prüfungsbereich Bearbeitung und Herstellung:

    Beschreiben der Vorgehensweise beim Bearbeiten von Glas und
    glasähnlichen Stoffen in verschiedenen Schliff- und
    Flächenveredelungstechniken einschließlich Montage und Instandsetzung
    von Glasgestaltungen; dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
    Arbeitsschritte planen, Gestaltungstechniken auswählen,
    Materialbeschaffenheiten berücksichtigen sowie Bearbeitungstechniken
    unterscheiden kann;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den schriftlichen Prüfungsteil ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Planung und Entwurf

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Bearbeitung und Herstellung

    *   180 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des schriftlichen Prüfungsteils sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Planung und Entwurf

    *   30 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Bearbeitung und Herstellung

    *   50 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Der schriftliche Prüfungsteil ist auf Antrag des Prüflings oder
nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im praktischen Prüfungsteil und im
schriftlichen Prüfungsteil jeweils mindestens ausreichende Leistungen
erbracht wurden. In zwei der Prüfungsbereiche des schriftlichen
Prüfungsteils müssen mindestens ausreichende Leistungen, in dem
weiteren Prüfungsbereich dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht
worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/glasvausbv/__9.html
Directory: glasvausbv
Level: 2.0