Title: § 10a Auswahlverfahren für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst

Description:
Verordnung über die Laufbahnen der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten (BLV 2009)
Abschnitt 2 - Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern
Unterabschnitt 2 - Vorbereitungsdienste
§ 10a Auswahlverfahren für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst

Paragraph: 10a

Content:
Verordnung über die Laufbahnen der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten (BLV 2009)
Abschnitt 2 - Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern
Unterabschnitt 2 - Vorbereitungsdienste
§ 10a Auswahlverfahren für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst

(1) Voraussetzung für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst ist
die erfolgreiche Teilnahme an einem Auswahlverfahren. In dem
Auswahlverfahren wird die Eignung und Befähigung der Bewerberinnen und
Bewerber festgestellt. Dafür können Allgemeinwissen, kognitive,
methodische und soziale Fähigkeiten, Intelligenz,
Persönlichkeitsmerkmale, Motivation sowie Fachwissen,
Sprachkenntnisse, körperliche Fähigkeiten und praktische Fertigkeiten
geprüft werden. Die Anforderungen an die Eignung und Befähigung der
Bewerberinnen und Bewerber sowie die Auswahlkriterien richten sich
nach den Anforderungen des Vorbereitungsdienstes.

(2) Zum Auswahlverfahren wird zugelassen, wer die Voraussetzungen
erfüllt, die in der Ausschreibung für die Einstellung in den
Vorbereitungsdienst bestimmt sind. Ob diese Voraussetzungen erfüllt
werden, wird durch eine Auswertung der Bewerbungsunterlagen
festgestellt, insbesondere von Zeugnisnoten, Studienleistungen oder
Arbeitszeugnissen. Ferner können Tests zur Erfassung von kognitiver
Leistungsfähigkeit, sozialen Fähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmalen,
Motivation oder Sprachkenntnissen durchgeführt werden. Die Tests
können unterstützt durch Informationstechnologie durchgeführt werden.

(3) Übersteigt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die die in der
Ausschreibung bestimmten Voraussetzungen erfüllen, das Dreifache der
für den Vorbereitungsdienst angebotenen Plätze, so kann die Zahl der
am Auswahlverfahren Teilnehmenden beschränkt werden. Dabei sind jedoch
mindestens dreimal so viele Bewerberinnen und Bewerber zuzulassen, wie
Plätze für den Vorbereitungsdienst angeboten werden. Zum
Auswahlverfahren wird in diesem Fall zugelassen, wer nach den
Bewerbungsunterlagen und etwaigen Tests nach Absatz 2 Satz 3 am besten
geeignet ist.

(4) Das Auswahlverfahren besteht aus einem schriftlichen Teil und
einem mündlichen Teil, die jeweils aus mehreren Abschnitten bestehen
können. Wenn es für die Laufbahn erforderlich ist, können in einem
weiteren Teil die körperliche Tauglichkeit oder praktische
Fertigkeiten geprüft werden. Ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium
Voraussetzung für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst, kann das
Auswahlverfahren nur aus einem mündlichen Teil bestehen. Von den in
einem Teil oder in einem Abschnitt erbrachten Leistungen kann die
Teilnahme am weiteren Auswahlverfahren abhängig gemacht werden.

(5) Für den schriftlichen Teil ist eines oder eine Kombination der
folgenden Auswahlinstrumente anzuwenden:

1.  Aufsatz,

2.  Leistungstest,

3.  Persönlichkeitstest,

4.  Simulationsaufgaben,

5.  biographischer Fragebogen.

Bei besonderen Anforderungen einer Laufbahn kann der schriftliche Teil
durch weitere Auswahlinstrumente ergänzt werden. Der schriftliche Teil
kann unterstützt durch Informationstechnologie durchgeführt werden.
Bei Unterstützung durch Informationstechnologie ist für den Zeitraum
bis zum Ablauf der Aufbewahrungsfrist sicherzustellen, dass die dabei
anfallenden Daten unverwechselbar und dauerhaft der Bewerberin oder
dem Bewerber zugeordnet werden können.

(6) Für den mündlichen Teil ist eines oder eine Kombination der
folgenden Auswahlinstrumente anzuwenden:

1.  strukturiertes oder halbstrukturiertes Interview,

2.  Referat,

3.  Präsentation,

4.  Simulationsaufgaben,

5.  Gruppenaufgaben,

6.  Gruppendiskussion,

7.  Fachkolloquium.

Bei besonderen Anforderungen einer Laufbahn kann der mündliche Teil
durch weitere Auswahlinstrumente ergänzt werden. Der mündliche Teil
kann in einer Fremdsprache durchgeführt werden.

(6a) Bis zum 31. Dezember 2024 kann der mündliche Teil des
Auswahlverfahrens unter Nutzung von Videokonferenztechnik durchgeführt
werden, wenn dies wegen der zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie
getroffenen Maßnahmen geboten ist und wenn geeignete technische
Einrichtungen zur Verfügung stehen.

(7) Die im Auswahlverfahren erbrachten Leistungen sind mit Punkten
oder Noten zu bewerten. Es ist eine Rangfolge der geeigneten
Bewerberinnen und Bewerber festzulegen. Die Rangfolge ist für die
Einstellung in den Vorbereitungsdienst maßgeblich.

(8) In den Rechtsverordnungen nach § 26 Absatz 2 Satz 1 des
Bundesbeamtengesetzes ist zu regeln,

1.  welche wesentlichen Anforderungen an die Eignung und Befähigung der
    Bewerberinnen und Bewerber dem Auswahlverfahren zu Grunde liegen,

2.  aus welchen Teilen und Abschnitten das Auswahlverfahren besteht,

3.  welche Auswahlinstrumente angewendet werden können,

4.  wie die Teile und Abschnitte bei der Gesamtbewertung der im
    Auswahlverfahren erbrachten Leistungen gewichtet werden,

5.  wenn von der Möglichkeit nach Absatz 4 Satz 4 Gebrauch gemacht wird:
    wovon die weitere Teilnahme abhängig gemacht werden soll,

6.  wenn von der Möglichkeit nach Absatz 6 Satz 3 Gebrauch gemacht wird:
    in welcher Fremdsprache der mündliche Teil durchgeführt werden kann.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2009/__10a.html
Directory: blv_2009
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