Title: § 2 Verwirklichung der Ziele

Description:
Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG 2009)
Kapitel 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 2 Verwirklichung der Ziele

Paragraph: 2

Content:
Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG 2009)
Kapitel 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 2 Verwirklichung der Ziele

(1) Jeder soll nach seinen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele
des Naturschutzes und der Landschaftspflege beitragen und sich so
verhalten, dass Natur und Landschaft nicht mehr als nach den Umständen
unvermeidbar beeinträchtigt werden.

(2) Die Behörden des Bundes und der Länder haben im Rahmen ihrer
Zuständigkeit die Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der
Landschaftspflege zu unterstützen.

(3) Die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege sind zu
verwirklichen, soweit es im Einzelfall möglich, erforderlich und unter
Abwägung aller sich aus § 1 Absatz 1 ergebenden Anforderungen
untereinander und gegen die sonstigen Anforderungen der Allgemeinheit
an Natur und Landschaft angemessen ist.

(4) Bei der Bewirtschaftung von Grundflächen im Eigentum oder Besitz
der öffentlichen Hand sollen die Ziele des Naturschutzes und der
Landschaftspflege in besonderer Weise berücksichtigt werden.

(5) Die europäischen Bemühungen auf dem Gebiet des Naturschutzes und
der Landschaftspflege werden insbesondere durch Aufbau und Schutz des
Netzes „Natura 2000“ unterstützt. Die internationalen Bemühungen auf
dem Gebiet des Naturschutzes und der Landschaftspflege werden
insbesondere durch den Schutz des Kultur- und Naturerbes im Sinne des
Übereinkommens vom 16. November 1972 zum Schutz des Kultur- und
Naturerbes der Welt (BGBl. 1977 II S. 213, 215) unterstützt.

(6) Das allgemeine Verständnis für die Ziele des Naturschutzes und der
Landschaftspflege ist mit geeigneten Mitteln zu fördern. Erziehungs-,
Bildungs- und Informationsträger klären auf allen Ebenen über die
Bedeutung von Natur und Landschaft, über deren Bewirtschaftung und
Nutzung sowie über die Aufgaben des Naturschutzes und der
Landschaftspflege auf und wecken das Bewusstsein für einen
verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Landschaft.

(7) Der Bereitschaft privater Personen, Unternehmen und Einrichtungen
der öffentlichen Hand zur Mitwirkung und Zusammenarbeit kommt bei der
Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege
eine besondere Bedeutung zu. Soweit sich der Zustand von Biotopen und
Arten aufgrund freiwilliger Maßnahmen wie vertraglicher Vereinbarungen
oder der Teilnahme an öffentlichen Programmen zur
Bewirtschaftungsbeschränkung auf einer Fläche verbessert, ist dieser
Beitrag bei behördlichen Entscheidungen nach diesem Gesetz oder nach
dem Naturschutzrecht der Länder im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme
einer Nutzung oder einer sonstigen Änderung des Zustandes dieser
Fläche, auch zur Förderung der allgemeinen Kooperationsbereitschaft,
begünstigend zu berücksichtigen.

(8) Für Naturschutzgebiete, Nationalparke, Nationale Naturmonumente,
Naturdenkmäler, Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung im Sinne des
§ 7 Absatz 1 Nummer 6 und gesetzlich geschützte Biotope im Sinne des §
30 können die Länder freiwillige Vereinbarungen zur Förderung der
Biodiversität und zu einer nachhaltigen Bewirtschaftungsweise
anbieten. Als freiwillige Vereinbarung nach Satz 1 gelten insbesondere
von den Landesregierungen mit den Verbänden der Landwirtschaft und des
Naturschutzes geschlossene Grundsatzvereinbarungen und Maßnahmenpakete
für den Naturschutz. Bestandteil freiwilliger Vereinbarungen nach Satz
1 können auch finanzielle Anreize durch Förderung oder Ausgleich sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__2.html
Directory: bnatschg_2009
Level: 3.0