Title: § 64 Praktisches Prüfungselement

Description:
Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen (ZApprO)
Abschnitt 2 - Zahnärztliche Prüfung
Unterabschnitt 4 - Dritter Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung
§ 64 Praktisches Prüfungselement

Paragraph: 64

Content:
Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen (ZApprO)
Abschnitt 2 - Zahnärztliche Prüfung
Unterabschnitt 4 - Dritter Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung
§ 64 Praktisches Prüfungselement

(1) Im praktischen Prüfungselement wird der oder die Studierende
patientenbezogen in jedem Fach des Dritten Abschnitts der
Zahnärztlichen Prüfung mit Ausnahme im Fach Zahnärztliche Radiologie
geprüft.

(2) Im Fach Zahnärztliche Prothetik hat der oder die Studierende die
Behandlung mit Eingliederung verschiedener Formen des Zahnersatzes, in
der Regel eine festsitzende und eine abnehmbare Versorgung, an dem
Patienten oder der Patientin selbst durchzuführen.

(3) Im Fach Kieferorthopädie hat der oder die Studierende eine
kieferorthopädische Behandlungsapparatur zu planen und selbständig an
dem Patienten oder an der Patientin einzugliedern.

(4) Im Fach Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten hat der oder die
Studierende

1.  eine vollständige Krankengeschichte eines Patienten oder einer
    Patientin zu erstellen und eine epikritische Bewertung vorzunehmen
    sowie

2.  grundlegende Kenntnisse in der Diagnostik, Differenzialdiagnostik und
    Therapie von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten nachzuweisen.

(5) Im Fach Oralchirurgie hat der oder die Studierende

1.  seine oder ihre Vertrautheit mit den verschiedenen zahnärztlichen
    operativen Methoden nachzuweisen sowie

2.  seine oder ihre Fähigkeiten in der Durchführung mindestens einer
    Extraktion oder eines anderen operativen Eingriffs selbständig an dem
    Patienten oder an der Patientin nachzuweisen.

(6) Im Fach Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hat der oder die
Studierende seine oder ihre Vertrautheit mit den fachspezifischen
Untersuchungstechniken und den verschiedenen Mund-, Kiefer- und
Gesichtsoperationen durch selbständige Untersuchung eines Patienten
oder einer Patientin und Erstellung einer Krankengeschichte
nachzuweisen.

(7) In der Fächergruppe Zahnerhaltung hat der oder die Studierende

1.  im Fach Endodontologie eine endodontische Behandlung, in der Regel
    eine Wurzelkanalbehandlung, selbständig an dem Patienten oder an der
    Patientin durchzuführen,

2.  im Fach Kinderzahnheilkunde mindestens eine präventive Leistung und
    eine therapeutische Maßnahme in der ersten Dentition oder in der
    jugendlichen bleibenden Dentition selbständig an dem Patienten oder an
    der Patientin durchzuführen,

3.  im Fach Parodontologie

    a)  einen Patienten oder eine Patientin über die Vermeidung von
        Risikofaktoren zu informieren und entsprechende Instruktionen zu geben
        und

    b)  an mindestens einem parodontal erkrankten Patienten oder einer
        parodontal erkrankten Patientin selbständig eine komplette
        Zahnreinigung sowie eine subgingivale Wurzelreinigung an mindestens
        fünf Zähnen durchzuführen und

4.  im Fach Zahnhartsubstanzlehre, Prävention und Restauration eine
    präventive Maßnahme und mindestens vier verschiedene restaurative
    Maßnahmen unterschiedlicher Invasivität, die sich auf den Front- und
    Seitenzahnbereich verteilen, selbständig an dem Patienten oder an der
    Patientin durchzuführen.

Sofern im Fach Kinderzahnheilkunde und Kieferorthopädie für die
Durchführung einer therapeutischen Maßnahme nicht genügend Patienten
oder Patientinnen zur Verfügung stehen, kann die Durchführung einer
therapeutischen Maßnahme durch eine vergleichbare Leistung am
Patientensimulator (Phantom) ersetzt werden.

(8) In allen Fächern muss der oder die Studierende Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkeiten nachweisen

1.  bei der Anamnese,

2.  bei der fachspezifischen Befunderhebung einschließlich Röntgen,

3.  bei der Diagnostik und Differentialdiagnostik,

4.  bei der synoptischen Behandlungsplanung,

5.  bei der schriftlichen epikritischen Bewertung des Krankheitsfalles und

6.  in der zahnärztlichen Gesprächsführung.

(9) Das praktische Prüfungselement dauert

1.  im Fach Zahnärztliche Prothetik zehn Tage,

2.  im Fach Kieferorthopädie vier Tage,

3.  im Fach Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten zwei Tage,

4.  im Fach Oralchirurgie zwei Tage,

5.  im Fach Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie zwei Tage,

6.  in der Fächergruppe Zahnerhaltung in der Regel fünf Tage.

Ein Prüfungstag dauert in der Regel acht Stunden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zappro/__64.html
Directory: zappro
Level: 4.0