Title: § 8 Baunebenkosten

Description:
Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz (BVO 2)
Teil II - Wirtschaftlichkeitsberechnung
Zweiter Abschnitt - Berechnung der Gesamtkosten
§ 8 Baunebenkosten

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz (BVO 2)
Teil II - Wirtschaftlichkeitsberechnung
Zweiter Abschnitt - Berechnung der Gesamtkosten
§ 8 Baunebenkosten

(1) Auf die Ansätze für die Kosten der Architekten, Ingenieure und
anderer Sonderfachleute, die Kosten der Verwaltungsleistungen bei
Vorbereitung und Durchführung des Bauvorhabens und die damit
zusammenhängenden Nebenkosten ist § 7 Abs. 1 anzuwenden. Als Kosten
der Architekten- und Ingenieurleistungen dürfen höchstens die Beträge
angesetzt werden, die sich nach Absatz 2 ergeben. Als Kosten der
Verwaltungsleistungen dürfen höchstens die Beträge angesetzt werden,
die sich nach den Absätzen 3 bis 5 ergeben.

(2) Der Berechnung des Höchstbetrages für die Kosten der Architekten-
und Ingenieurleistungen sind die Teile I bis III und VII bis XII der
Honorarordnung für Architekten und Ingenieure vom 17. September 1976
(BGBl. I S. 2805, 3616) in der jeweils geltenden Fassung zugrunde zu
legen. Dabei dürfen

1.  das Entgelt für Grundleistungen nach den Mindestsätzen der
    Honorartafeln in den Honorarzonen der Teile II, VIII, X und XII bis
    einschließlich Honorarzone III und der Teile IX und XI bis
    einschließlich Honorarzone II,

2.  die nachgewiesenen Nebenkosten und

3.  die auf das ansetzbare Entgelt und die nachgewiesenen Nebenkosten
    fallende Umsatzsteuer

angesetzt werden. Höhere Entgelte und Entgelte für andere Leistungen
dürfen nur angesetzt werden, soweit die nach Satz 2 Nr. 1 zulässigen
Ansätze den erforderlichen Leistungen nicht gerecht werden. Die in
Satz 3 bezeichneten Entgelte dürfen nur angesetzt werden, soweit

1.  im öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbau die Bewilligungsstelle,

2.  im steuerbegünstigten oder freifinanzierten Wohnungsbau, der mit
    Wohnungsfürsorgemitteln gefördert worden ist, der Darlehns- oder
    Zuschußgeber

ihnen zugestimmt hat.

(3) Der Berechnung des Höchstbetrages für die Kosten der
Verwaltungsleistungen ist ein Vomhundertsatz der Baukosten ohne
Baunebenkosten und, soweit der Bauherr die Erschließung auf eigene
Rechnung durchführt, auch der Erschließungskosten zugrunde zu legen,
und zwar bei Kosten in der Stufe

*    *   1.

    *   bis 127.822,97 Euro einschließlich 3,40 vom Hundert,

*    *   2.

    *   bis 255.645,94 Euro einschließlich 3,10 vom Hundert,

*    *   3.

    *   bis 511.291,88 Euro einschließlich 2,80 vom Hundert,

*    *   4.

    *   bis 818.067,01 Euro einschließlich 2,50 vom Hundert,

*    *   5.

    *   bis 1.278.229,70 Euro einschließlich 2,20 vom Hundert,

*    *   6.

    *   bis 1.789.521,58 Euro einschließlich 1,90 vom Hundert,

*    *   7.

    *   bis 2.556.459,41 Euro einschließlich 1,60 vom Hundert,

*    *   8.

    *   bis 3.579.043,17 Euro einschließlich 1,30 vom Hundert,

*    *   9.

    *   über 3.579.043,17 Euro 1,00 vom Hundert.

Die Vomhundertsätze erhöhen sich

1.  um 0,5 im Falle der Betreuung des Baues von Eigenheimen,
    Eigensiedlungen und Eigentumswohnungen sowie im Falle des Baues von
    Kaufeigenheimen, Trägerkleinsiedlungen und Kaufeigentumswohnungen,

2.  um 0,5, wenn besondere Maßnahmen zur Bodenordnung (§ 5 Abs. 2 Satz 2)
    notwendig sind,

3.  um 0,5, wenn die Vorbereitung oder Durchführung des Bauvorhabens mit
    sonstigen besonderen Verwaltungsschwierigkeiten verbunden ist,

4.  um 1,5, wenn für den Bau eines Familienheims oder einer eigengenutzten
    Eigentumswohnung Selbsthilfe in Höhe von mehr als 10 vom Hundert der
    Baukosten geleistet wird.

Erhöhungen nach den Nummern 1, 2 und 3 sowie nach den Nummern 2 und 4
dürfen nebeneinander angesetzt werden. Bei der Berechnung des
Höchstbetrages für die Kosten von Verwaltungsleistungen, die bei
baulichen Änderungen nach § 11 Abs. 4 bis 6 erbracht werden, sind Satz
1 und Satz 2 Nr. 3 entsprechend anzuwenden. Neben dem Höchstbetrag
darf die Umsatzsteuer angesetzt werden.

(4) Statt des Höchstbetrages, der sich aus den nach Absatz 3 Satz 1
oder 4 maßgebenden Kosten und dem Vomhundertsatz der entsprechenden
Kostenstufe ergibt, darf der Höchstbetrag der vorangehenden
Kostenstufe gewählt werden. Die aus Absatz 3 Satz 2 und 3 folgenden
Erhöhungen werden in den Fällen des Absatzes 3 Satz 1 hinzugerechnet.
Absatz 3 Satz 5 gilt entsprechend.

(5) Wird der angemessene Kaufpreis nach § 4c für Teile einer
Wirtschaftseinheit aus den Gesamtkosten ermittelt, so sind für die
Berechnung des Höchstbetrages nach den Absätzen 3 und 4 die Kosten für
das einzelne Gebäude zugrunde zu legen; der Kostenansatz dient auch
zur Deckung der Kosten der dem Bauherrn im Zusammenhang mit der
Eigentumsübertragung obliegenden Verwaltungsleistungen. Bei
Eigentumswohnungen und Kaufeigentumswohnungen sind für die Berechnung
der Kosten der Verwaltungsleistungen die Kosten für die einzelnen
Wohnungen zugrunde zu legen.

(6) Der Kostenansatz nach den Absätzen 3 bis 5 dient auch zur Deckung
der Kosten der Verwaltungsleistungen, die der Bauherr oder der
Betreuer zur Beschaffung von Finanzierungsmitteln erbringt.

(7) Kosten der Beschaffung der Finanzierungsmittel dürfen nicht für
den Nachweis oder die Vermittlung von Mitteln aus öffentlichen
Haushalten angesetzt werden.

(8) Als Kosten der Zwischenfinanzierung dürfen nur Kosten für Darlehen
oder für eigene Mittel des Bauherrn angesetzt werden, deren Ersetzung
durch zugesagte oder sicher in Aussicht stehende endgültige
Finanzierungsmittel bereits bei dem Einsatz der
Zwischenfinanzierungsmittel gewährleistet ist. Eine Verzinsung der vom
Bauherrn zur Zwischenfinanzierung eingesetzten eigenen Mittel darf
höchstens mit dem marktüblichen Zinssatz für erste Hypotheken
angesetzt werden. Kosten der Zwischenfinanzierung dürfen,
vorbehaltlich des § 11, nur angesetzt werden, soweit sie auf die
Bauzeit bis zur Bezugsfertigkeit entfallen.

(9) Auf die Eigenkapitalkosten in der Bauzeit ist § 20 entsprechend
anzuwenden. § 6 Abs. 1 Satz 3 bleibt unberührt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bvo_2/__8.html
Directory: bvo_2
Level: 4.0