Title: § 5 Ausbildung im Ausland

Description:
Bundesgesetz über individuelle Förderung der Ausbildung (BAföG)
Abschnitt I - Förderungsfähige Ausbildung
§ 5 Ausbildung im Ausland

Paragraph: 5

Content:
Bundesgesetz über individuelle Förderung der Ausbildung (BAföG)
Abschnitt I - Förderungsfähige Ausbildung
§ 5 Ausbildung im Ausland

(1) Der ständige Wohnsitz im Sinne dieses Gesetzes ist an dem Ort
begründet, der nicht nur vorübergehend Mittelpunkt der
Lebensbeziehungen ist, ohne dass es auf den Willen zur ständigen
Niederlassung ankommt; wer sich lediglich zum Zwecke der Ausbildung an
einem Ort aufhält, hat dort nicht seinen ständigen Wohnsitz begründet.

(2) Auszubildenden, die ihren ständigen Wohnsitz im Inland haben, wird
Ausbildungsförderung geleistet für den Besuch einer im Ausland
gelegenen Ausbildungsstätte, wenn

1.  er der Ausbildung nach dem Ausbildungsstand förderlich ist und außer
    bei Schulen mit gymnasialer Oberstufe und bei Fachoberschulen
    zumindest ein Teil dieser Ausbildung auf die vorgeschriebene oder
    übliche Ausbildungszeit angerechnet werden kann oder

2.  im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit einer deutschen und
    mindestens einer ausländischen Ausbildungsstätte die aufeinander
    aufbauenden Lehrveranstaltungen einer einheitlichen Ausbildung
    abwechselnd von den beteiligten deutschen und ausländischen
    Ausbildungsstätten angeboten werden oder

3.  eine Ausbildung an einer Ausbildungsstätte in einem Mitgliedstaat der
    Europäischen Union oder in der Schweiz aufgenommen oder fortgesetzt
    wird oder

4.  die Ausbildung nach einer der Regelstudienzeit nach § 10 Absatz 2 des
    Hochschulrahmengesetzes vergleichbaren Festsetzung regelmäßig
    innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden kann.

Die Ausbildung muss mindestens sechs Monate oder ein Semester dauern;
findet sie im Rahmen einer mit der besuchten Ausbildungsstätte
vereinbarten Kooperation statt, muss sie mindestens zwölf Wochen
dauern. Satz 2 gilt nicht für die in § 8 Absatz 1 Nummer 1 bis 5
bezeichneten Auszubildenden beim Besuch einer Ausbildungsstätte in
Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sofern eine vergleichbare
Ausbildung im Inland förderungsfähig wäre. Satz 1 ist auf die in § 8
Absatz 1 Nummer 1 bis 5 bezeichneten Auszubildenden auch dann
anzuwenden, wenn sie ihren ständigen Wohnsitz nicht im Inland haben,
aber nach den besonderen Umständen des Einzelfalls ihre hinreichende
Verbundenheit zum Inland anderweitig nachweisen. Satz 1 Nummer 3 gilt
für die in § 8 Absatz 1 Nummer 6 und 7, Absatz 2 und 3 bezeichneten
Auszubildenden nur, wenn sie die Zugangsvoraussetzungen für die
geförderte Ausbildung im Inland erworben haben oder eine
Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 1 und 2 des Aufenthaltsgesetzes
besitzen.

(3) (weggefallen)

(4) Absatz 2 Nummer 1 und 2 gilt nur für den Besuch von
Ausbildungsstätten, der dem Besuch von folgenden im Inland gelegenen
Ausbildungsstätten nach § 2 gleichwertig ist:

1.  Schulen mit gymnasialer Oberstufe ab Klasse 11,

2.  Schulen mit gymnasialer Oberstufe ab Klasse 10, soweit die
    Hochschulzugangsberechtigung nach 12 Schuljahren erworben werden kann,

3.  Berufsfachschulen,

4.  Fach- und Fachoberschulklassen,

5.  Höheren Fachschulen, Akademien oder Hochschulen;

Absatz 2 Nummer 3 gilt nur für den Besuch von Ausbildungsstätten, der
dem Besuch der Ausbildungsstätten in den Nummern 3 bis 5 gleichwertig
ist, wobei die Fachoberschulklassen ausgenommen sind. Die Prüfung der
Gleichwertigkeit erfolgt von Amts wegen im Rahmen des
Bewilligungsverfahrens.

(5) Wird im Zusammenhang mit dem Besuch einer im Inland gelegenen
Berufsfachschule, einer Fachschulklasse, einer Höheren Fachschule,
Akademie oder Hochschule oder mit dem nach Absatz 2 Satz 1 Nummer 3
geförderten Besuch einer in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union
gelegenen vergleichbaren Ausbildungsstätte ein Praktikum gefordert, so
wird für die Teilnahme an einem Praktikum im Ausland
Ausbildungsförderung nur geleistet, wenn die Ausbildungsstätte oder
die zuständige Prüfungsstelle anerkennt, das diese fachpraktische
Ausbildung den Anforderungen der Prüfungsordnung an die
Praktikantenstelle genügt. Das Praktikum im Ausland muss der
Ausbildung nach dem Ausbildungsstand förderlich sein und mindestens
zwölf Wochen dauern. Satz 2 gilt nicht für die in § 8 Absatz 1 Nummer
1 bis 5 bezeichneten Auszubildenden bei einem Praktikum in
Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sofern ein vergleichbares
Praktikum im Inland förderungsfähig wäre.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/baf_g/__5.html
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