Title: § 37 Praktischer Teil der Prüfung

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 3 - Hochschulische Pflegeausbildung
§ 37 Praktischer Teil der Prüfung

Paragraph: 37

Content:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 3 - Hochschulische Pflegeausbildung
§ 37 Praktischer Teil der Prüfung

(1) Für den praktischen Teil der Prüfung ist ein eigenständiges Modul
zu den Kompetenzbereichen I bis V der Anlage 5 festzulegen.

(2) Der praktische Teil der Prüfung besteht aus einer Aufgabe der
selbständigen, umfassenden und prozessorientierten Pflege und bezieht
sich insbesondere auf die vorbehaltenen Tätigkeiten nach § 4 des
Pflegeberufegesetzes. Die zu prüfende Person zeigt die erworbenen
Kompetenzen im Bereich einer umfassenden personenbezogenen Erhebung
und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs, der Planung und
Gestaltung der Pflege, der Durchführung der erforderlichen Pflege und
der Evaluation des Pflegeprozesses einschließlich der Kommunikation
und Beratung sowie in der Qualitätssicherung und in der intra- und
interprofessionellen Zusammenarbeit und übernimmt in diesem Rahmen
alle anfallenden Aufgaben einer prozessorientierten Pflege. Dabei
stellt sie auch die Kompetenz unter Beweis, ihr Pflegehandeln
wissenschaftsbasiert oder -orientiert zu begründen und zu
reflektieren. Der praktische Teil der Prüfung schließt das Modul nach
Absatz 1 ab.

(3) Die Prüfungsaufgabe soll insbesondere den Versorgungsbereich
berücksichtigen, in dem die zu prüfende Person im Rahmen der
Praxiseinsätze den Vertiefungseinsatz nach § 38 Absatz 3 Satz 1 des
Pflegeberufegesetzes absolviert hat. Sie wird auf Vorschlag mindestens
einer Prüferin oder eines Prüfers nach § 33 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4
durch die Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestimmt.

(4) Die Prüfung findet in realen und hochkomplexen Pflegesituationen
statt. Sie erstreckt sich auf die Pflege von mindestens zwei Menschen,
von denen einer einen erhöhten Pflegebedarf und eine hochkomplexe
Pflegesituation aufweist. Die zu prüfenden Personen werden einzeln
geprüft.

(5) Die Prüfung besteht aus der vorab zu erstellenden schriftlichen
oder elektronischen Ausarbeitung des Pflegeplans (Vorbereitungsteil),
einer Fallvorstellung mit einer Dauer von maximal 20 Minuten, der
Durchführung der geplanten und situativ erforderlichen Pflegemaßnahmen
und einem Reflexionsgespräch mit einer Dauer von maximal 20 Minuten.
Mit der schriftlichen oder elektronischen Ausarbeitung des Pflegeplans
stellt die zu prüfende Person unter Beweis, dass sie in der Lage ist,
das Pflegehandeln fall-, situations- und zielorientiert sowie
wissenschaftsbasiert oder -orientiert zu strukturieren und zu
begründen. Die Prüfung ohne den Vorbereitungsteil soll einschließlich
des Reflexionsgesprächs die Dauer von 240 Minuten nicht überschreiten
und kann durch eine organisatorische Pause von maximal einem Werktag
unterbrochen werden. Für den Vorbereitungsteil ist eine angemessene
Vorbereitungszeit unter Aufsicht zu gewähren.

(6) Die Prüfung wird von einer Prüferin oder einem Prüfer nach § 33
Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 und einer Prüferin oder einem Prüfer nach §
33 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 abgenommen und benotet.

(7) Aus den Noten der Prüferinnen oder Prüfer für die in der Prüfung
erbrachte Leistung bilden die Vorsitzenden des Prüfungsausschusses die
Prüfungsnote für den praktischen Teil der staatlichen Prüfung als das
arithmetische Mittel. Die Berechnung der Prüfungsnote erfolgt auf zwei
Stellen nach dem Komma ohne Rundung. Dem berechneten Zahlenwert ist
die entsprechende Note nach § 17 zuzuordnen.

(8) Der praktische Teil der Prüfung ist bestanden, wenn die
Prüfungsleistung mindestens mit „ausreichend“ benotet wird.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__37.html
Directory: pflaprv
Level: 3.0