Title: § 6 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Elektromaschinenbauer-Handwerk (ElektroMbMstrV)
§ 6 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Elektromaschinenbauer-Handwerk (ElektroMbMstrV)
§ 6 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling durch Verknüpfung
technologischer, sicherheitstechnischer, ablauf- und
verfahrenstechnischer, werkstofftechnischer, mathematischer und
wirtschaftlicher Kenntnisse nachweisen, dass er Probleme analysieren
und bewerten sowie geeignete Lösungswege aufzeigen und dokumentieren
kann.

(2) Prüfungsfächer sind:

1.  Antriebs- und Sicherheitstechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem der Prüfungsfächer ist mindestens eine Aufgabe zu
bearbeiten, die fallorientiert sein muss.

1.  Antriebs- und Sicherheitstechnik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben und
    Probleme der Antriebstechnik unter Beachtung technischer,
    sicherheitstechnischer, wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in
    einem Elektromaschinenbauerbetrieb zu bearbeiten. Er soll fachliche
    Sachverhalte beurteilen und beschreiben. Bei der Aufgabenstellung
    sollen jeweils mehrere der nachfolgend aufgeführten Qualifikationen
    verknüpft werden:

    a)  Kundenanforderungen analysieren,

    b)  Aufbau, Wirkungsweise und Funktion von Anlagen der Antriebstechnik,
        insbesondere der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik beschreiben
        und beurteilen,

    c)  Methoden der Diagnose, Wartung, Instandsetzung und Messtechnik
        beschreiben und bewerten,

    d)  technische Daten bewerten und Verwendungszwecken zuordnen,

    e)  Arten, Eigenschaften und Verarbeitung von Werkstoffen und
        Werkstoffverbindungen beurteilen und Verwendungszwecken zuordnen,

    f)  technische Lösungen, insbesondere unter Berücksichtigung sicherheits-
        und gesundheitsrelevanter Vorsorgemaßnahmen erarbeiten, bewerten und
        korrigieren;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, bei der
    Auftragsabwicklung die ablaufbezogenen Maßnahmen, die für den
    technischen und wirtschaftlichen Erfolg eines
    Elektromaschinenbauerbetriebs notwendig sind, kundenorientiert
    einzuleiten und abzuschließen. Bei der Aufgabenstellung sollen jeweils
    mehrere der nachfolgend aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Auftragsunterlagen auswerten und Auftragsabwicklungsprozesse planen,

    b)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Fertigungs- und Instandsetzungsmethoden sowie des
        Einsatzes von Material, Geräten und Personal bewerten, dabei
        qualitätssichernde Aspekte darstellen,

    c)  technische Arbeitspläne, insbesondere Skizzen, technische Zeichnungen,
        Wicklungsdarstellungen und Schaltpläne erarbeiten, bewerten und
        korrigieren, auch unter Anwendung von elektronischen
        Datenverarbeitungssystemen,

    d)  Analyse von Genehmigungserfordernissen vornehmen und bewerten,

    e)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    f)  Daten erfassen und bewerten sowie Prüfergebnisse dokumentieren,

    g)  Vor- und Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation in einem
    Elektromaschinenbauerbetrieb wahrzunehmen. Bei der Aufgabenstellung
    sollen jeweils mehrere der nachfolgend aufgeführten Qualifikationen
    verknüpft werden:

a)  Arbeitspositionen zu Angebotspaketen zusammenfassen und Preise
    kalkulieren,

    b)  Stundenverrechnungssätze anhand einer vorgegebenen Kostenstruktur
        berechnen,

    c)  betriebliche Kennzahlen anhand vorgegebener Schemata ermitteln und
        nutzen,

    d)  auf der Grundlage der technischen Entwicklung und des Marktes die
        Geschäftsfeldentwicklung planen,

    e)  Personalentwicklungs- und -führungskonzepte entwerfen und umsetzen,

    f)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    g)  Mitarbeiter in Aufgabenstellungen einweisen und schulen,

    h)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden
        entwickeln,

    i)  Informations- und Kommunikationssysteme in Bezug auf ihre
        betrieblichen Einsatzmöglichkeiten beschreiben und beurteilen,

    k)  berufsbezogene Gesetze, Normen, Regeln und Vorschriften anwenden,

    l)  die Haftung bei der Herstellung, der Instandhaltung und bei
        Serviceleistungen beurteilen,

    m)  Erfordernisse der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes, des
        Datenschutzes und des Umweltschutzes darstellen; Gefahren beurteilen
        und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr festlegen,

    n)  Betriebs-, Lager- und Baustellenausstattung sowie Logistik planen und
        darstellen.

(4) Die Prüfung im Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll
insgesamt nicht länger als neun Stunden dauern. Eine Prüfungsdauer von
sechs Stunden täglich darf nicht überschritten werden.

(5) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Prüfungsfächer
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Prüfungsfächer eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(6) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Über
das Ergebnis der Prüfung im Prüfungsfach nach Absatz 2 Nummer 1 stellt
der Meisterprüfungsausschuss dem Prüfling nach Bestehen des Teils II
der Meisterprüfung eine Bescheinigung aus. Die Prüfung des Teils II
ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Prüfungsfach mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Prüfungsfächer jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/elektrombmstrv/__6.html
Directory: elektrombmstrv
Level: 2.0