Title: § 8d Fortführungsgebundener Verlustvortrag

Description:
Körperschaftsteuergesetz (KStG 1977)
Zweiter Teil - Einkommen
Erstes Kapitel - Allgemeine Vorschriften
§ 8d Fortführungsgebundener Verlustvortrag

Paragraph: 8d

Content:
Körperschaftsteuergesetz (KStG 1977)
Zweiter Teil - Einkommen
Erstes Kapitel - Allgemeine Vorschriften
§ 8d Fortführungsgebundener Verlustvortrag

(1)
1             § 8c ist nach einem schädlichen Beteiligungserwerb auf
Antrag nicht anzuwenden, wenn die Körperschaft seit ihrer Gründung
oder zumindest seit dem Beginn des dritten Veranlagungszeitraums, der
dem Veranlagungszeitraum nach Satz 5 vorausgeht, ausschließlich
denselben Geschäftsbetrieb unterhält und in diesem Zeitraum bis zum
Schluss des Veranlagungszeitraums des schädlichen Beteiligungserwerbs
kein Ereignis im Sinne von Absatz 2 stattgefunden hat.
2             Satz 1 gilt nicht:

1.  für Verluste aus der Zeit vor einer Einstellung oder Ruhendstellung
    des Geschäftsbetriebs oder

2.  wenn die Körperschaft zu Beginn des dritten Veranlagungszeitraums, der
    dem Veranlagungszeitraum nach Satz 5 vorausgeht, Organträger oder an
    einer Mitunternehmerschaft beteiligt ist.

3             Ein Geschäftsbetrieb umfasst die von einer einheitlichen
Gewinnerzielungsabsicht getragenen, nachhaltigen, sich gegenseitig
ergänzenden und fördernden Betätigungen der Körperschaft und bestimmt
sich nach qualitativen Merkmalen in einer Gesamtbetrachtung.
4             Qualitative Merkmale sind insbesondere die angebotenen
Dienstleistungen oder Produkte, der Kunden- und Lieferantenkreis, die
bedienten Märkte und die Qualifikation der Arbeitnehmer.
5             Der Antrag ist in der Steuererklärung für die
Veranlagung des Veranlagungszeitraums zu stellen, in den der
schädliche Beteiligungserwerb fällt.
6             Der Verlustvortrag, der zum Schluss des
Veranlagungszeitraums verbleibt, in den der schädliche
Beteiligungserwerb fällt, wird zum fortführungsgebundenen Verlust
(fortführungsgebundener Verlustvortrag).
7             Dieser ist gesondert auszuweisen und festzustellen; §
10d Absatz 4 des Einkommensteuergesetzes gilt entsprechend.
8             Der fortführungsgebundene Verlustvortrag ist vor dem
nach § 10d Absatz 4 des Einkommensteuergesetzes festgestellten
Verlustvortrag abzuziehen.
9             Satz 8 gilt bei Anwendung des § 3a Absatz 3 des
Einkommensteuergesetzes entsprechend.

(2)
1             Wird der Geschäftsbetrieb im Sinne des Absatzes 1
eingestellt, geht der nach Absatz 1 zuletzt festgestellte
fortführungsgebundene Verlustvortrag unter; § 8c Absatz 1 Satz 5 bis 8
gilt bezogen auf die zum Schluss des vorangegangenen
Veranlagungszeitraums vorhandenen stillen Reserven entsprechend.
2             Gleiches gilt, wenn

1.  der Geschäftsbetrieb ruhend gestellt wird,

2.  der Geschäftsbetrieb einer andersartigen Zweckbestimmung zugeführt
    wird,

3.  die Körperschaft einen zusätzlichen Geschäftsbetrieb aufnimmt,

4.  die Körperschaft sich an einer Mitunternehmerschaft beteiligt,

5.  die Körperschaft die Stellung eines Organträgers im Sinne des § 14
    Absatz 1 einnimmt oder

6.  auf die Körperschaft Wirtschaftsgüter übertragen werden, die sie zu
    einem geringeren als dem gemeinen Wert ansetzt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8d.html
Directory: kstg_1977
Level: 4.0