Title: Anlage 1 (zu § 15 Absatz 3a Weinverordnung)

Description:
Weinverordnung (WeinV 1995)
Abschnitt 7 - Schlussbestimmungen
Anlage 1 (zu § 15 Absatz 3a Weinverordnung)

Paragraph: 15

Content:
Weinverordnung (WeinV 1995)
Abschnitt 7 - Schlussbestimmungen
Anlage 1 (zu § 15 Absatz 3a Weinverordnung)

(Fundstelle: BGBl. I 2018, 2481)

Den Weinanbau betreffend werden Witterungsverhältnisse als
außergewöhnlich ungünstig angesehen, wenn entweder die unter Nummer 1
oder Nummer 2 dargestellten Bedingungen anhand der Berechnungen des
Deutschen Wetterdienstes (DWD) erfüllt sind:

1.  Niederschlag, Temperatur, Sonnenscheindauer/Globalstrahlung

    –   Für die Monate Mai bis September werden die Niederschlags-,
        Temperatur- und Sonnenschein-/Globalstrahlungswerte erfasst.

    –   Die monatlichen Abweichungen von Niederschlägen, Temperatur und
        Sonnenscheindauer/Globalstrahlung vom langjährigen Mittel der Monate
        Mai bis September werden mit den langjährigen Standardabweichungen
        dieser Monate normiert.

    –   Die normierten Monatswerte werden folgend gewichtet:

        o 0,50: Mai, Juni

        o 0,75: Juli

        o 1,00: August, September.

    –   Die normierten, gewichteten Werte der Monate, die
        überdurchschnittliche Niederschläge, unterdurchschnittliche
        Temperaturen und unterdurchschnittliche
        Sonnenscheindauer/Globalstrahlung hatten, erhalten ein negatives
        Vorzeichen.

    –   Für jedes der drei Elemente werden die normierten, gewichteten Werte
        über die Monate Mai bis September zu einer Gesamtsumme aufaddiert.

    –   Bei einer mittleren Monatsverteilung wird eine Gesamtsumme von 0
        erzielt. Wenn ungünstige Bedingungen im Jahr geherrscht haben, wird
        die Gesamtsumme negativ sein. Wird eine Gesamtsumme von –4
        unterschritten, ist von ungünstigen Witterungsbedingungen auszugehen.

2.  Niederschläge, relative Feuchte, Benetzungsstunden, die in der
    Reifephase zu Fäulnis an den Trauben führen können

    –   Für die Monate August und September werden die Niederschläge, die
        relative Feuchte und die Benetzungsstunden erfasst.

    –   Die monatlichen Abweichungen von Niederschlägen, relativer Feuchte und
        von Benetzungsstunden vom langjährigen Mittel der Monate August und
        September werden mit den jeweiligen langjährigen Standardabweichungen
        dieser Monate normiert.

    –   Die normierten Werte der Monate August und September, die
        überdurchschnittliche Niederschläge, relative Feuchte und
        überdurchschnittliche Benetzungsstunden hatten, erhalten ein negatives
        Vorzeichen.

    –   Für jedes der drei Elemente (überdurchschnittliche Niederschläge,
        relative Feuchte und überdurchschnittliche Benetzungsstunden) werden
        die normierten Werte für die Monate August und September zu einer
        Gesamtsumme aufaddiert.

    –   Bei der mittleren Monatsverteilung wird eine Gesamtsumme von 0
        erzielt. Wenn ungünstige Bedingungen im Jahr geherrscht haben, wird
        die Gesamtsumme negativ sein. Wird eine Gesamtsumme von –3
        unterschritten, ist von ungünstigen Witterungsbedingungen auszugehen.

Als außergewöhnlich ungünstige Witterungsverhältnisse werden ebenfalls
anerkannt, Witterungsverhältnisse, die eine Anhebung des natürlichen
Alkoholgehaltes um 0,5 Volumenprozent im Weinbau erforderlich machen
und durch das Verfahren nach Nummer 1 und Nummer 2 nicht erfasst
werden, insbesondere Extremwetterereignisse wie Hagel, Dürre/extreme
Trockenheit und Frostereignisse.

Das massenweise witterungsbedingte Auftreten von Schadinsekten, wie z.
B. der Kirschessigfliege, wird einer außergewöhnlich ungünstigen
Witterung gleichgestellt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/weinv_1995/__15.html
Directory: weinv_1995
Level: 3.0