Title: § 2 Verwiegung, Schnittführung

Description:
Verordnung über die Preismeldung bei Schlachtkörpern und deren Kennzeichnung (FlGDV 1)
Abschnitt 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 2 Verwiegung, Schnittführung

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über die Preismeldung bei Schlachtkörpern und deren Kennzeichnung (FlGDV 1)
Abschnitt 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 2 Verwiegung, Schnittführung

(1) Schlachtbetriebe, die unter Berücksichtigung des Schlachtgewichts
abrechnen, sind verpflichtet, das Schlachtgewicht von ganzen, halben
und viertel Schlachtkörpern von Rindern, Schweinen und Schafen
unmittelbar nach der Schlachtung im Anschluss an die
Fleischuntersuchung vor Beginn des Kühlprozesses nach Maßgabe der
Absätze 2 und 3 feststellen zu lassen. Bei Schweinen muss die
Verwiegung spätestens 45 Minuten, bei den übrigen Tierarten spätestens
eine Stunde nach dem Stechen erfolgen.

(2) Schlachtgewicht ist das Warmgewicht des geschlachteten
ausgeweideten Tieres

1.  bei Rinder, die bei der Schlachtung mindestens acht Monate alt waren,
    ausschließlich der Haut, des zwischen Hinterhauptbein und erstem
    Halswirbel abgetrennten Kopfes, der im Karpal- und Tarsalgelenk
    abgetrennten Gliedmaßen, der Organe in der Brust- und Bauchhöhle, der
    Nieren, des Nierenfettgewebes sowie des Beckenfettgewebes, der
    Geschlechtsorgane und der dazugehörigen Muskeln, des Saumfleisches,
    der Nierenzapfen, des zwischen dem letzten Kreuzbein und dem ersten
    Schwanzwirbel rechtwinklig zum Wirbel abgetrennten Schwanzes, des
    Rückenmarks, des Sackfettes, des Euters, des Euterfettes, des
    Oberschalenkranzfettes sowie der Halsvene und des daran anhaftenden
    Fettgewebes,

2.  bei Rinder, die bei der Schlachtung jünger als acht Monate waren,
    ausschließlich der Haut, des zwischen Hinterhauptbein und erstem
    Halswirbel abgetrennten Kopfes, der im Karpal- und Tarsalgelenk
    abgetrennten Gliedmaßen, der Organe in der Brust- und Bauchhöhle, der
    Nieren, des Nierenfettgewebes sowie des Beckenfettgewebes, der
    Geschlechtsorgane und der dazugehörigen Muskeln, des Saumfleisches,
    der Nierenzapfen und des Euterfettes,

3.  bei Schweinen ausschließlich der Zunge, der Geschlechtsorgane, des
    Rückenmarks, der Organe in der Brust- und Bauchhöhle, der Flomen, der
    Nieren, des Zwerchfells, des Zwerchfellpfeilers, des Gehirns; bei
    Sauen, die mindestens einmal geferkelt haben, zur Zucht benutzten
    Ebern und Altschneidern zusätzlich ohne die im Karpal- und
    Tarsalgelenk abgetrennten Spitzbeine sowie bei Sauen, die mindestens
    einmal geferkelt haben, ohne die Gesäugeleiste und

4.  bei Schafen ausschließlich der Haut, des zwischen Hinterhauptbein und
    erstem Halswirbel abgetrennten Kopfes, der im Karpal- und Tarsalgelenk
    abgetrennten Gliedmaßen, des zwischen dem sechsten und siebten
    Schwanzwirbel abgetrennten Schwanzes sowie der Organe in der Brust-
    und Bauchhöhle, jedoch einschließlich der Nieren und des
    Nierenfettgewebes.

(3) Andere als die nach Absatz 2 Nr. 1 bis 4 bei der Feststellung des
Schlachtgewichts nicht zu berücksichtigenden Teile dürfen vor der
Feststellung des Schlachtgewichts nicht vom Schlachtkörper abgetrennt
werden. Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann eine Abweichung
von der Schnittführung nach Absatz 2 Nr. 1 bis 4 genehmigen oder
anordnen, soweit technische Erfordernisse dies rechtfertigen. In die
Genehmigung oder Anordnung ist der Korrekturfaktor aufzunehmen, der
bei der Feststellung des Schlachtgewichts zu berücksichtigen ist. Bei
Schlachtkörpern von mindestens 8 Monate alten Rindern ist eine
Genehmigung oder Anordnung nach Satz 2 nur für die Schlachtkörperteile
zulässig, die im Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1184 der
Kommission vom 20. April 2017 mit Durchführungsbestimmungen zur
Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des
Rates in Bezug auf die Handelsklassenschemata der Union für
Schlachtkörper von Rindern, Schweinen und Schafen und auf die Meldung
der Marktpreise für bestimmte Kategorien von Schlachtkörpern und
lebenden Tieren (ABl. L 171 vom 4.7.2017, S. 103) enthalten sind.
Dabei sind die dort genannten Korrekturfaktoren zu verwenden. Die
Bestimmungen des Lebensmittelhygienerechts und des Tierseuchenrechts
bleiben unberührt.

(4) In Schlachtbetrieben, in denen Schlachtkörper nach den
Bestimmungen des Handelsklassenrechts zu klassifizieren sind oder
freiwillig klassifiziert werden, ist die Verwiegung durch als
Klassifizierer zugelassene Mitarbeiter eines nach § 3 des
Fleischgesetzes zugelassenen Klassifizierungsunternehmens vorzunehmen.
In anderen Schlachtbetrieben darf auch der Schlachtbetrieb die
Verwiegung vornehmen.

(5) Die Landesregierungen können durch Rechtsverordnung bestimmen,
dass die Verwiegung auch in Schlachtbetrieben, in denen Schlachtkörper
weder zu klassifizieren sind noch freiwillig klassifiziert werden, nur
von als Klassifizierer zugelassenen Mitarbeitern eines nach § 3 des
Fleischgesetzes zugelassenen Klassifizierungsunternehmens vorgenommen
werden darf.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/flgdv_1/__2.html
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