Title: § 7 Ziel des Studiums, das Voraussetzung für die Erteilung einer Approbation als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut ist

Description:
(PsychThG 2020)
Abschnitt 2 - Studium, das Voraussetzung für die Erteilung einer Approbation als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut ist, psychotherapeutische Prüfung
§ 7 Ziel des Studiums, das Voraussetzung für die Erteilung einer Approbation als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut ist

Paragraph: 7

Content:
(PsychThG 2020)
Abschnitt 2 - Studium, das Voraussetzung für die Erteilung einer Approbation als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut ist, psychotherapeutische Prüfung
§ 7 Ziel des Studiums, das Voraussetzung für die Erteilung einer Approbation als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut ist

(1) Das Studium, das Voraussetzung für die Erteilung einer Approbation
als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut ist, vermittelt
entsprechend dem allgemein anerkannten Stand
psychotherapiewissenschaftlicher, psychologischer, pädagogischer,
medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse die
grundlegenden personalen, fachlich-methodischen, sozialen und
umsetzungsorientierten Kompetenzen, die für eine eigenverantwortliche,
selbständige und umfassende psychotherapeutische Versorgung von
Patientinnen und Patienten aller Altersstufen und unter
Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Behinderungen mittels
der wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren und
Methoden erforderlich sind. Zugleich befähigt es die
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, an der Weiterentwicklung
von psychotherapeutischen Verfahren oder von psychotherapeutischen
Methoden mitzuwirken sowie sich eigenverantwortlich und selbständig
fort- und weiterzubilden und dabei auf der Basis von Kenntnissen über
psychotherapeutische Versorgungssysteme auch Organisations- und
Leitungskompetenzen zu entwickeln.

(2) Psychotherapeutische Versorgung im Sinne des Absatzes 1 umfasst
insbesondere die individuellen und patientenbezogenen
psychotherapeutischen, präventiven und rehabilitativen Maßnahmen zur
Gesundheitsförderung, die der Feststellung, Erhaltung, Förderung oder
Wiedererlangung der psychischen und physischen Gesundheit von
Patientinnen und Patienten aller Altersstufen dienen. Sie findet im
Einzel- und Gruppensetting sowie mit anderen zu beteiligenden Personen
statt und bezieht Risiken und Ressourcen, die konkrete
Lebenssituation, den sozialen, kulturellen oder religiösen
Hintergrund, die sexuelle Orientierung, die jeweilige Lebensphase der
Patientinnen und Patienten sowie Kompetenzen zum Erkennen von
Anzeichen für sexuelle Gewalt und deren Folgen mit ein. Dabei werden
die institutionellen, rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen
berücksichtigt, die Selbständigkeit der Patientinnen und Patienten
unterstützt sowie deren Recht auf Selbstbestimmung geachtet.

(3) Das Studium befähigt insbesondere dazu,

1.  Störungen mit Krankheitswert, bei denen psychotherapeutische
    Versorgung indiziert ist, festzustellen und entweder zu behandeln oder
    notwendige weitere Behandlungsmaßnahmen durch Dritte zu veranlassen,

2.  das eigene psychotherapeutische Handeln im Hinblick auf die
    Entwicklung von Fähigkeiten zur Selbstregulation zu reflektieren und
    Therapieprozesse unter Berücksichtigung der dabei gewonnenen
    Erkenntnisse sowie des aktuellen Forschungsstandes weiterzuentwickeln,

3.  Maßnahmen zur Prüfung, Sicherung und weiteren Verbesserung der
    Versorgungsqualität umzusetzen und dabei eigene oder von anderen
    angewandte Maßnahmen der psychotherapeutischen Versorgung zu
    dokumentieren und zu evaluieren,

4.  Patientinnen und Patienten, andere beteiligte oder andere noch zu
    beteiligende Personen, Institutionen oder Behörden über
    behandlungsrelevante Erkenntnisse zu unterrichten, und dabei
    indizierte psychotherapeutische und unterstützende
    Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen sowie über die aus einer
    Behandlung resultierenden Folgen aufzuklären,

5.  gutachterliche Fragestellungen, die insbesondere die
    psychotherapeutische Versorgung betreffen, einschließlich von
    Fragestellungen zu Arbeits-, Berufs- oder Erwerbsfähigkeit sowie zum
    Grad der Behinderung oder der Schädigung auf der Basis einer eigenen
    Anamnese, umfassender diagnostischer Befunde und weiterer relevanter
    Informationen zu bearbeiten,

6.  auf der Basis von wissenschaftstheoretischen Grundlagen
    wissenschaftliche Arbeiten anzufertigen, zu bewerten und deren
    Ergebnisse in die eigene psychotherapeutische Tätigkeit zu
    integrieren,

7.  berufsethische Prinzipien im psychotherapeutischen Handeln zu
    berücksichtigen,

8.  aktiv und interdisziplinär mit den verschiedenen im Gesundheitssystem
    tätigen Berufsgruppen zu kommunizieren und patientenorientiert
    zusammenzuarbeiten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de//__7.html
Directory: psychthg_2020
Level: 3.0