Title: § 3 Inventur

Description:
Gesetz über die Eröffnungsbilanz in Deutscher Mark und die Kapitalneufestsetzung (DMBilG)
Abschnitt 1 - Inventar. Eröffnungsbilanz. Anhang
Unterabschnitt 1 - Inventar. Eröffnungsbilanz
§ 3 Inventur

Paragraph: 3

Content:
Gesetz über die Eröffnungsbilanz in Deutscher Mark und die Kapitalneufestsetzung (DMBilG)
Abschnitt 1 - Inventar. Eröffnungsbilanz. Anhang
Unterabschnitt 1 - Inventar. Eröffnungsbilanz
§ 3 Inventur

(1) Für die Aufstellung des Inventars braucht eine Inventur zur
mengenmäßigen Erfassung der Vermögensgegenstände und Schulden nicht
durchgeführt zu werden, wenn bei der Inventur zum 30. Juni 1990 die
Vermögensgegenstände und Schulden vollständig aufgenommen und die in
den Absätzen 2 bis 6 enthaltenen Grundsätze beachtet worden sind. Die
erst nach dem 30. Juni 1990 erworbenen Vermögensgegenstände und
Schulden, die nach § 2 Satz 2 oder nach § 4 Abs. 3 in das Inventar
aufzunehmen sind, sind in die Inventur einzubeziehen oder gesondert
aufzunehmen. War der Prüfer bei prüfungspflichtigen Unternehmen (§ 33
Abs. 1) bei der Inventur nicht anwesend, kann auf eine neue Inventur
nur verzichtet werden, wenn der Prüfer die Ordnungsmäßigkeit der
Inventur zum 30. Juni 1990 anerkennt.

(2) Die Vermögensgegenstände sind grundsätzlich körperlich zu
erfassen. § 241 des Handelsgesetzbuchs darf angewandt werden, Absatz 3
Nr. 1 mit der Maßgabe, daß das Inventar in den ersten vier Monaten des
Geschäftsjahrs aufgestellt werden kann. Die körperliche
Bestandsaufnahme kann bei den Vermögensgegenständen des
Anlagevermögens unterbleiben, wenn diese in einer den Grundsätzen
ordnungsmäßiger Buchführung entsprechenden Weise verzeichnet sind und
in den letzten zwölf Monaten eine körperliche Aufnahme stattgefunden
hat.

(3) Bei Grundstücken und Gebäuden sind alle gesetzlichen oder
vertraglichen Einschränkungen zu erfassen, die sich auf deren Nutzung,
Verfügbarkeit oder Verwertung beziehen; es sind außerdem alle
bekannten Sachverhalte festzuhalten, aus denen sich finanzielle
Verpflichtungen ergeben können.

(4) Forderungen und Verbindlichkeiten sind in besonderen Listen zu
erfassen und in einer den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung
entsprechenden Art und Weise nachzuweisen. Forderungen und
Verbindlichkeiten gegenüber dem Staat, der Treuhandanstalt,
Gesellschaftern und Tochterunternehmen (§ 21 Abs. 1 Satz 1) sind
gesondert zu erfassen; der Rechtsgrund ist jeweils anzugeben. Bei
Verbindlichkeiten gegenüber Geldinstituten und Außenhandelsbetrieben
ist der Grund für die Kreditgewährung anzugeben.

(5) In besonderen Listen sind alle Sachverhalte zu erfassen, die zu
einer Rückstellung nach § 249 Abs. 1 Satz 1 des Handelsgesetzbuchs für
ungewisse Verbindlichkeiten oder für drohende Verluste aus schwebenden
Geschäften führen können oder für die Rückstellungen nach § 249 Abs. 1
Satz 2 des Handelsgesetzbuchs zu bilden sind.

(6) In besonderen Listen sind alle Haftungsverhältnisse, die nach §
251 des Handelsgesetzbuchs zu vermerken sind, und alle sonstigen
finanziellen Verpflichtungen zu erfassen, über die nach § 19 Abs. 3
Nr. 6 im Anhang zu berichten ist, soweit sie nicht nach den Absätzen 2
bis 5 berücksichtigt sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/dmbilg/__3.html
Directory: dmbilg
Level: 4.0