Title: § 2 Beginn und Dauer der Pflicht zur Rechnungslegung

Description:
Gesetz über die Rechnungslegung von bestimmten Unternehmen und Konzernen (PublG)
Erster Abschnitt - Rechnungslegung von Unternehmen
§ 2 Beginn und Dauer der Pflicht zur Rechnungslegung

Paragraph: 2

Content:
Gesetz über die Rechnungslegung von bestimmten Unternehmen und Konzernen (PublG)
Erster Abschnitt - Rechnungslegung von Unternehmen
§ 2 Beginn und Dauer der Pflicht zur Rechnungslegung

(1) Das Unternehmen hat erstmals für den dritten der aufeinander
folgenden Abschlußstichtage, für die mindestens zwei der drei Merkmale
des § 1 Abs. 1 zutreffen, Rechnung zu legen. Es hat jedoch bereits für
den ersten Abschlußstichtag Rechnung zu legen, für den mindestens zwei
der drei Merkmale des § 1 Abs. 1 zutreffen, wenn auf das Unternehmen
während des Geschäftsjahrs das Vermögen eines anderen Unternehmens
durch Umwandlung oder in anderer Weise als Ganzes übergegangen ist und
auf das andere Unternehmen an den beiden letzten Abschlußstichtagen
mindestens zwei der drei Merkmale des § 1 Abs. 1 zutrafen; dies gilt
auch, wenn das andere Unternehmen nicht nach diesem Abschnitt Rechnung
zu legen brauchte. Ein Unternehmen braucht nicht mehr nach diesem
Abschnitt Rechnung zu legen, wenn für drei aufeinander folgende
Abschlußstichtage mindestens zwei der drei Merkmale des § 1 Abs. 1
nicht mehr zutreffen.

(2) Die gesetzlichen Vertreter eines Unternehmens, auf das erstmals
für einen Abschlussstichtag mindestens zwei der drei Merkmale des § 1
Abs. 1 zutreffen, haben unverzüglich der das Unternehmensregister
führenden Stelle elektronisch (§ 12 Abs. 2 des Handelsgesetzbuchs) die
Erklärung zur Einstellung in das Unternehmensregister zu übermitteln,
dass für diesen Abschlussstichtag zwei der drei Merkmale des § 1 Abs.
1 zutreffen. Eine entsprechende Erklärung haben die gesetzlichen
Vertreter auch für jeden der beiden folgenden Abschlussstichtage
unverzüglich der das Unternehmensregister führenden Stelle
elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister zu
übermitteln, wenn die Merkmale auch für diesen Abschlussstichtag
zutreffen.

(3) Das Gericht hat zur Prüfung der Frage, ob ein Unternehmen nach
diesem Abschnitt Rechnung zu legen hat, Prüfer zu bestellen, wenn
Anlaß für die Annahme besteht, daß das Unternehmen zur Rechnungslegung
nach diesem Abschnitt verpflichtet ist. Hat das Unternehmen einen
Aufsichtsrat, ist vor der Bestellung außer den gesetzlichen Vertretern
auch dieser zu hören. Gegen die Entscheidung ist die Beschwerde
zulässig. Für die Auswahl der Prüfer, den Ersatz angemessener barer
Auslagen und die Vergütung der Prüfer, die Verantwortlichkeit und die
Rechte der Prüfer und die Kosten gelten § 142 Abs. 6, §§ 143, 145 Abs.
1 bis 3, § 146 des Aktiengesetzes und § 323 des Handelsgesetzbuchs
sinngemäß; die Kosten trägt jedoch die Staatskasse, wenn eine
Verpflichtung zur Rechnungslegung nach diesem Abschnitt nicht besteht.
Die Prüfer haben über das Ergebnis der Prüfung schriftlich zu
berichten und den Bericht zu unterzeichnen. Sie haben ihn unverzüglich
dem Gericht und den gesetzlichen Vertretern einzureichen; kommt der
Bericht zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen zur Rechnungslegung nach
diesem Abschnitt verpflichtet ist, ist der Bericht auch der das
Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in
das Unternehmensregister zu übermitteln. Auf Verlangen haben die
gesetzlichen Vertreter jedem Gesellschafter eine Abschrift des
Berichts zu erteilen.

(4) Die Absätze 1 bis 3 finden im Fall des § 1 Absatz 3 keine
Anwendung.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/publg/__2.html
Directory: publg
Level: 3.0