Title: § 1835 Vermögensverzeichnis

Description:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 4 - Familienrecht
Abschnitt 3 - Vormundschaft, Pflegschaft für Minderjährige, rechtliche Betreuung, sonstige Pflegschaft
Titel 3 - Rechtliche Betreuung
Untertitel 2 - Führung der Betreuung
§ 1835 Vermögensverzeichnis

Paragraph: 1835

Content:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 4 - Familienrecht
Abschnitt 3 - Vormundschaft, Pflegschaft für Minderjährige, rechtliche Betreuung, sonstige Pflegschaft
Titel 3 - Rechtliche Betreuung
Untertitel 2 - Führung der Betreuung
§ 1835 Vermögensverzeichnis

(1) Soweit die Verwaltung des Vermögens des Betreuten zum
Aufgabenkreis des Betreuers gehört, hat er zum Zeitpunkt seiner
Bestellung ein Verzeichnis über das Vermögen des Betreuten zu
erstellen und dieses dem Betreuungsgericht mit der Versicherung der
Richtigkeit und Vollständigkeit einzureichen. Das Vermögensverzeichnis
soll auch Angaben zu den regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben des
Betreuten enthalten. Der Betreuer hat das Vermögensverzeichnis um
dasjenige Vermögen zu ergänzen, das der Betreute später hinzuerwirbt.
Mehrere Betreuer haben das Vermögensverzeichnis gemeinsam zu
erstellen, soweit sie das Vermögen gemeinsam verwalten.

(2) Der Betreuer hat seine Angaben im Vermögensverzeichnis in
geeigneter Weise zu belegen.

(3) Soweit es für die ordnungsgemäße Erstellung des
Vermögensverzeichnisses erforderlich und mit Rücksicht auf das
Vermögen des Betreuten angemessen ist, kann der Betreuer die
zuständige Betreuungsbehörde, einen zuständigen Beamten, einen Notar
oder einen Sachverständigen zur Erstellung des Verzeichnisses
hinzuziehen.

(4) Bestehen nach den Umständen des Einzelfalls konkrete Anhaltspunkte
dafür, dass die Kontrolle der Richtigkeit und Vollständigkeit des
Vermögensverzeichnisses durch eine dritte Person zum Schutz des
Vermögens des Betreuten oder zur Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten
erforderlich ist, kann das Betreuungsgericht eine dritte Person als
Zeuge bei der Erstellung des Vermögensverzeichnisses, insbesondere bei
einer Inaugenscheinnahme von Vermögensgegenständen, hinzuziehen. Für
die Erstattung der Aufwendungen der dritten Person sind die
Vorschriften über die Entschädigung von Zeugen nach dem
Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz anzuwenden. Der Betreuer
hat der dritten Person die Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu ermöglichen.
Die dritte Person hat dem Betreuungsgericht über die Erstellung des
Vermögensverzeichnisses und insbesondere das Ergebnis der
Inaugenscheinnahme zu berichten.

(5) Ist das eingereichte Vermögensverzeichnis ungenügend, so kann das
Betreuungsgericht anordnen, dass das Vermögensverzeichnis durch die
zuständige Betreuungsbehörde oder einen Notar aufgenommen wird.

(6) Das Betreuungsgericht hat das Vermögensverzeichnis dem Betreuten
zur Kenntnis zu geben, es sei denn, dadurch sind erhebliche Nachteile
für dessen Gesundheit zu besorgen oder er ist offensichtlich nicht in
der Lage, das Vermögensverzeichnis zur Kenntnis zu nehmen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1835.html
Directory: bgb
Level: 6.0