Title: § 2 Meisterprüfungsberufsbild

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Gold- und Silberschmiede-Handwerk (GoldSilberschmiedMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Gold- und Silberschmiede-Handwerk (GoldSilberschmiedMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

(1) Durch die Meisterprüfung im Gold- und Silberschmiede-Handwerk wird
festgestellt, dass der Prüfling befähigt ist, einen Handwerksbetrieb
selbständig zu führen, Leitungsaufgaben in den Bereichen Technik,
Betriebswirtschaft, Personalführung und -entwicklung wahrzunehmen, die
Ausbildung durchzuführen und seine berufliche Handlungskompetenz
selbständig umzusetzen und an neue Bedarfslagen in diesen Bereichen
anzupassen.

(2) Dem Gold- und Silberschmiede-Handwerk werden zum Zwecke der
Meisterprüfung folgende Tätigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten als
ganzheitliche Qualifikationen zugerechnet:

1.  Kundenwünsche ermitteln, Kunden beraten, Auftragsverhandlungen führen
    und Auftragsziele festlegen, Leistungen kalkulieren und Angebote
    erstellen,

2.  Aufgaben der technischen und kaufmännischen Betriebsführung, der
    Betriebsorganisation, der Personalplanung und des Personaleinsatzes
    wahrnehmen, insbesondere unter Berücksichtigung der betrieblichen Aus-
    und Weiterbildung, des Qualitätsmanagements, der Haftung sowie des
    Arbeitsschutzes, der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes,
    einschließlich der Verwendung lösemittelarmer oder wasserbasierender,
    lösemittelfreier Produkte; Informationssysteme nutzen,

3.  Aufträge durchführen unter Berücksichtigung von Fertigungsverfahren,
    Instandhaltungsalternativen, berufsbezogenen Gesetzen, Normen, Regeln
    und Vorschriften sowie des Personalbedarfs und der Ausbildung;
    Auftragsbearbeitung und Auftragsabwicklung organisieren, planen und
    überwachen,

4.  technische Arbeitspläne, technische Zeichnungen, Skizzen, Entwürfe und
    Modelle unter Berücksichtigung kreativer Gestaltungsaspekte auch unter
    Einsatz von rechnergestützten Systemen erstellen,

5.  Gold- und Silberschmiedearbeiten planen, entwerfen, herstellen,
    montieren und instand halten, dabei insbesondere die Bedeutung der
    Stilkunde, der sakralen Symbolik, der Heraldik, der Kunstgeschichte
    sowie der historischen und zeitgemäßen Entwicklung der Gold- und
    Silberschmiedekunst berücksichtigen,

6.  Arten und Eigenschaften zu verarbeitender Werkstoffe, einschließlich
    der Verfahren zur Oberflächenbehandlung bei der Planung und Fertigung
    von Gold- und Silberschmiedearbeiten berücksichtigen,

7.  Edelsteine, Perlen, Natur- und Kunststoffe sowie deren Synthesen,
    Dubletten und Imitationen prüfen, unterscheiden und bewerten,

8.  mechanische, chemische und elektrochemische Be- und
    Verarbeitungsverfahren zur Fertigung von Gold- und
    Silberschmiedearbeiten beherrschen, insbesondere Spanen, Umformen und
    Fügen,

9.  Legieren, Schmelzen und Gießen von Edelmetallen beherrschen, Guss- und
    Formteile gestaltend bearbeiten,

10. Oberflächen unter Berücksichtigung kreativer Gestaltungsaspekte
    bearbeiten und veredeln,

11. Fehler und Schäden an Gold- und Silberschmiedearbeiten feststellen,
    Maßnahmen zur Beseitigung von Fehlern und Schäden beherrschen,
    Ergebnisse bewerten und dokumentieren,

12. Leistungen abnehmen und protokollieren, Nachkalkulation durchführen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/goldsilberschmiedmstrv/__2.html
Directory: goldsilberschmiedmstrv
Level: 2.0