Title: Anlage 1 Ackerschätzungsrahmen

Description:
Gesetz zur Schätzung des landwirtschaftlichen Kulturbodens (BodSchätzG 2008)
Abschnitt 5 - Schlussvorschriften
Anlage 1 Ackerschätzungsrahmen

Paragraph: 20

Content:
Gesetz zur Schätzung des landwirtschaftlichen Kulturbodens (BodSchätzG 2008)
Abschnitt 5 - Schlussvorschriften
Anlage 1 Ackerschätzungsrahmen

(Fundstelle: BGBl. I 2007, 3180 - 3181)

Die Bewertung des Ackerlandes erfolgt nach der Bodenart, der
Entstehung und der Zustandsstufe.

*    *   Bodenart

    *   Entstehung

    *   Zustandsstufe

*    *   1

    *   2

    *   3

    *   4

    *   5

    *   6

    *   7

*    *   S

    *   D

    *
    *   41 – 34

    *   33 – 27

    *   26 – 21

    *   20 – 16

    *   15 – 12

    *   11 –  7

*    *   Sand

    *   Al

    *
    *   44 – 37

    *   36 – 30

    *   29 – 24

    *   23 – 19

    *   18 – 14

    *   13 –  9

*    *
    *   V

    *
    *   41 – 34

    *   33 – 27

    *   26 – 21

    *   20 – 16

    *   15 – 12

    *   11 –  7

*    *   Sl (S/lS)

    *   D

    *
    *   51 – 43

    *   42 – 35

    *   34 – 28

    *   27 – 22

    *   21 – 17

    *   16 – 11

*    *   anlehmiger

    *   Al

    *
    *   53 – 46

    *   45 – 38

    *   37 – 31

    *   30 – 24

    *   23 – 19

    *   18 – 13

*    *   Sand

    *   V

    *
    *   49 – 43

    *   42 – 36

    *   35 – 29

    *   28 – 23

    *   22 – 18

    *   17 – 12

*    *
    *   D

    *   68 – 60

    *   59 – 51

    *   50 – 44

    *   43 – 37

    *   36 – 30

    *   29 – 23

    *   22 – 16

*    *   lS

    *   Lö

    *   71 – 63

    *   62 – 54

    *   53 – 46

    *   45 – 39

    *   38 – 32

    *   31 – 25

    *   24 – 18

*    *   lehmiger

    *   Al

    *   71 – 63

    *   62 – 54

    *   53 – 46

    *   45 – 39

    *   38 – 32

    *   31 – 25

    *   24 – 18

*    *   Sand

    *   V

    *
    *   57 – 51

    *   50 – 44

    *   43 – 37

    *   36 – 30

    *   29 – 24

    *   23 – 17

*    *
    *   Vg

    *
    *
    *   47 – 41

    *   40 – 34

    *   33 – 27

    *   26 – 20

    *   19 – 12

*    *   SL

    *   D

    *   75 – 68

    *   67 – 60

    *   59 – 52

    *   51 – 45

    *   44 – 38

    *   37 – 31

    *   30 – 23

*    *   (lS/sL)

    *   Lö

    *   81 – 73

    *   72 – 64

    *   63 – 55

    *   54 – 47

    *   46 – 40

    *   39 – 33

    *   32 – 25

*    *   stark

    *   Al

    *   80 – 72

    *   71 – 63

    *   62 – 55

    *   54 – 47

    *   46 – 40

    *   39 – 33

    *   32 – 25

*    *   lehmiger

    *   V

    *   75 – 68

    *   67 – 60

    *   59 – 52

    *   51 – 44

    *   43 – 37

    *   36 – 30

    *   29 – 22

*    *   Sand

    *   Vg

    *
    *
    *   55 – 48

    *   47 – 40

    *   39 – 32

    *   31 – 24

    *   23 – 16

*    *
    *   D

    *   84 – 76

    *   75 – 68

    *   67 – 60

    *   59 – 53

    *   52 – 46

    *   45 – 39

    *   38 – 30

*    *   sL

    *   Lö

    *   92 – 83

    *   82 – 74

    *   73 – 65

    *   64 – 56

    *   55 – 48

    *   47 – 41

    *   40 – 32

*    *   sandiger

    *   Al

    *   90 – 81

    *   80 – 72

    *   71 – 64

    *   63 – 56

    *   55 – 48

    *   47 – 41

    *   40 – 32

*    *   Lehm

    *   V

    *   85 – 77

    *   76 – 68

    *   67 – 59

    *   58 – 51

    *   50 – 44

    *   43 – 36

    *   35 – 27

*    *
    *   Vg

    *
    *
    *   64 – 55

    *   54 – 45

    *   44 – 36

    *   35 – 27

    *   26 – 18

*    *
    *   D

    *   90 – 82

    *   81 – 74

    *   73 – 66

    *   65 – 58

    *   57 – 50

    *   49 – 43

    *   42 – 34

*    *
    *   Lö

    *   100 – 92

    *   91 – 83

    *   82 – 74

    *   73 – 65

    *   64 – 56

    *   55 – 46

    *   45 – 36

*    *   L

    *   Al

    *   100 – 90

    *   89 – 80

    *   79 – 71

    *   70 – 62

    *   61 – 54

    *   53 – 45

    *   44 – 35

*    *   Lehm

    *   V

    *   91 – 83

    *   82 – 74

    *   73 – 65

    *   64 – 56

    *   55 – 47

    *   46 – 39

    *   38 – 30

*    *
    *   Vg

    *
    *
    *   70 – 61

    *   60 – 51

    *   50 – 41

    *   40 – 30

    *   29 – 19

*    *   LT

    *   D

    *   87 – 79

    *   78 – 70

    *   69 – 62

    *   61 – 54

    *   53 – 46

    *   45 – 38

    *   37 – 28

*    *   schwerer

    *   Al

    *   91 – 83

    *   82 – 74

    *   73 – 65

    *   64 – 57

    *   56 – 49

    *   48 – 40

    *   39 – 29

*    *   Lehm

    *   V

    *   87 – 79

    *   78 – 70

    *   69 – 61

    *   60 – 52

    *   51 – 43

    *   42 – 34

    *   33 – 24

*    *
    *   Vg

    *
    *
    *   67 – 58

    *   57 – 48

    *   47 – 38

    *   37 – 28

    *   27 – 17

*    *
    *   D

    *
    *   71 – 64

    *   63 – 56

    *   55 – 48

    *   47 – 40

    *   39 – 30

    *   29 – 18

*    *   T

    *   Al

    *
    *   74 – 66

    *   65 – 58

    *   57 – 50

    *   49 – 41

    *   40 – 31

    *   30 – 18

*    *   Ton

    *   V

    *
    *   71 – 63

    *   62 – 54

    *   53 – 45

    *   44 – 36

    *   35 – 26

    *   25 – 14

*    *
    *   Vg

    *
    *
    *   59 – 51

    *   50 – 42

    *   41 – 33

    *   32 – 24

    *   23 – 14

*    *   Mo

    *
    *
    *
    *
    *
    *
    *
    *

*    *   Moor

    *
    *
    *   54 – 46

    *   45 – 37

    *   36 – 29

    *   28 – 22

    *   21 – 16

    *   15 – 10

**Bodenart**
Für die Bestimmung der Bodenart ist die Korngrößenzusammensetzung des
Profils von der Ackerkrume bis zu einer Tiefe maßgebend, die für das
Pflanzenwachstum von Bedeutung ist. Die Einordnung der Böden nach der
Bodenart erfolgt bei der Bodenschätzung nach dem Anteil der
abschlämmbaren Teilchen (< 0,01 mm), wobei in der Regel bei
wechselnden Bodenarten im Gesamtprofil eine mittlere Bodenart
angegeben wird.
Es werden acht mineralische Bodenarten und eine Moorgruppe
unterschieden:
Sand (S), anlehmiger Sand (Sl), lehmiger Sand (lS), stark lehmiger
Sand (SL), sandiger Lehm (sL), Lehm (L), schwerer Lehm (LT), Ton (T)
und Moor (Mo).
**Zustandsstufe**
Bei der Definition der Zustandsstufe ist von der Vorstellung
ausgegangen worden, dass sich der Boden entwickelt und verschiedene
Stadien durchläuft. Von einem Zustand niedrigster Ertragsfähigkeit
wird über eine zunehmende Bodenbildung und eine daraus resultierende
zunehmende Durchwurzelungstiefe schließlich eine Stufe höchster
Ertragsfähigkeit erreicht.
Dieser optimale Entwicklungsgrad des Bodens erfährt jedoch durch
Entkalkung, Bleichung, Versauerung und Verdichtung sowie abnehmende
Durchwurzelungstiefe eine Alterung oder Degradierung. Bei der
Einordnung in die Zustandsstufe sind die Mächtigkeit und
Beschaffenheit der Ackerkrume sowie die Gründigkeit, das heißt die
Durchwurzelbarkeit des Bodens, entscheidend.
Es werden sieben Zustandsstufen unterschieden, wobei die Stufe 1 den
günstigsten Zustand, Stufe 7 den ungünstigsten Zustand, also die
geringste Entwicklung oder stärkste Verarmung kennzeichnet. Der
Bewertung der Moorböden liegen nur fünf Stufen zugrunde, wichtig für
die Einstufung sind hier in erster Linie der Grad der Zersetzung der
organischen Substanz, der Umfang der mineralischen Beimischung sowie
der Grundwasserstand.
**Entstehung**
Die Entstehungsart als weiteres Kriterium bei der Einstufung der
Ackerböden durch die Bodenschätzung ist eine stark vereinfachte
geologische Differenzierung des Ausgangsgesteins. Je nach Alter und
Lagerung des Ausgangsgesteins werden folgende Entstehungsarten
unterschieden:

Al  Alluvium (nacheiszeitliche Lockersedimente aus Abschwemmmassen und
    Ablagerungen von Fließgewässern),

Lö  Löß (Lockersediment aus Windablagerung),

D   Diluvium (Lockersediment und -gestein eiszeitlichen und tertiären
    Ausgangsmaterials),

V   Verwitterung (Bodenentwicklung aus anstehendem Festgestein),

Vg  stark steinige Verwitterungs- und Gesteinsböden,

g   Zusatz bei hohem Grobbodenanteil von D- und Al-Böden (führt zur
    Wertminderung).

Treten in einem Bodenprofil zwei Entstehungsarten auf
(Mischentstehung), so werden bei entsprechend starker Ausprägung beide
Symbole angegeben, zum Beispiel LöD oder DV.
**Bodenzahl**
Je nach Bodenart, Zustandsstufe und Entstehungsart erhalten die Böden
im Ackerschätzungsrahmen bestimmte Wertzahlen (Bodenzahlen) mit mehr
oder weniger großen Spannen. Diese Bodenzahlen sind Verhältniszahlen;
sie bringen die Reinertragsunterschiede zum Ausdruck, die unter sonst
gleichen Verhältnissen bei gemeinüblicher und ordnungsgemäßer
Bewirtschaftung allein durch die Bodenbeschaffenheit bedingt sind. Der
beste Boden erhält die Bodenzahl 100.
Als Bezugsgrößen bei der Aufstellung des Schätzungsrahmens wurden die
folgenden Klima- und Geländeverhältnisse sowie
betriebswirtschaftlichen Bedingungen festgelegt:
8 °C mittlere Jahrestemperatur, 600 mm Jahresniederschlag, ebene bis
schwach geneigte Lage, annähernd optimaler Grundwasserstand und die
betriebswirtschaftlichen Verhältnisse mittelbäuerlicher Betriebe
Mitteldeutschlands.
**Ackerzahl**
Durch Zu- oder Abschläge bei günstigeren oder weniger günstigen
natürlichen Ertragsbedingungen, wie Klima, Geländegestaltung und
anderem, ergibt sich die Ackerzahl. Die Ackerzahl ist somit Maßstab
für die natürliche Ertragsfähigkeit des Bodens am jeweiligen Standort.
Die Höhe der Zu- und Abschläge ist auch abhängig von der Bodenart. So
wirken sich starke Niederschläge auf schwere Böden negativ, auf
leichtere Böden eher positiv aus.
Das gesamte Schätzungsergebnis eines Ackerbodens lautet zum Beispiel L
4 Al 65/70, das heißt, es handelt sich um einen Lehmboden,
Zustandsstufe 4, Entstehungsart Alluvium, Bodenzahl 65, Ackerzahl 70.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bodsch_tzg_2008/__20.html
Directory: bodschaetzg_2008
Level: 3.0