Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Tiermedizinischen Fachangestellten/zur Tiermedizinischen Fachangestellten (TiermedFAngAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Tiermedizinischen Fachangestellten/zur Tiermedizinischen Fachangestellten (TiermedFAngAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden
Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Im praktischen Teil der Prüfung soll der Prüfling in höchstens 75
Minuten eine komplexe Prüfungsaufgabe bearbeiten sowie während dieser
Zeit in höchstens 15 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Dem
Prüfling ist eine angemessene Vorbereitungszeit einzuräumen. Bei der
Prüfungsaufgabe soll er praxisbezogene Arbeitsabläufe simulieren,
demonstrieren, dokumentieren und präsentieren. Für die Prüfungsaufgabe
kommen insbesondere in Betracht:

1.  Assistieren bei Untersuchungs- und Behandlungsmaßnahmen einschließlich
    tierartgerechter Betreuung des Patienten vor, während und nach der
    Behandlung, Pflegen, Warten und Handhaben von Geräten und
    Instrumenten, Durchführen von Hygienemaßnahmen, Abrechnen und
    Dokumentieren von Leistungen sowie Aufklären über Möglichkeiten und
    Ziele der Prävention

    oder

2.  Assistieren bei Untersuchungs- und Behandlungsmaßnahmen einschließlich
    tierartgerechter Betreuung des Patienten vor, während und nach der
    Behandlung, Pflegen, Warten und Handhaben von Geräten und
    Instrumenten, Durchführen von Hygienemaßnahmen, Abrechnen und
    Dokumentieren von Leistungen sowie Durchführen von Laborarbeiten.

Durch die Durchführung der Prüfungsaufgabe und das Fachgespräch soll
der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe planen, Betriebsabläufe
organisieren, Mittel der technischen Kommunikation nutzen, sachgerecht
informieren und adressatengerecht kommunizieren, Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei der Arbeit und Belange des Umweltschutzes
berücksichtigen sowie die für die Prüfungsaufgabe relevanten
fachlichen Hintergründe aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen
kann. Darüber hinaus soll er nachweisen, dass er bei Notfällen am Tier
erste Maßnahmen durchführen, Tierhalter und Tierhalterinnen zur
Kooperation motivieren sowie tierpsychologische Aspekte
berücksichtigen kann.

(3) Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus den
Prüfungsbereichen Behandlungsassistenz, Betriebsorganisation und
-verwaltung, Infektionskrankheiten und Seuchenschutz, Strahlenschutz
in der Tierheilkunde sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die
Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  Prüfungsbereich Behandlungsassistenz:

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Er soll in der
    Prüfung zeigen, dass er bei der Diagnostik und Therapie Arbeitsabläufe
    planen und die Durchführung der Behandlungsassistenz beschreiben kann.
    Dabei soll er gesetzliche und vertragliche Regelungen der
    tiermedizinischen Versorgung, tierphysiologische und
    tierpsychologische Aspekte, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der
    Arbeit, Umweltschutz sowie Maßnahmen der Praxishygiene
    berücksichtigen. Der Prüfling soll nachweisen, dass er fachliche und
    wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, Sachverhalte analysieren
    sowie Lösungsmöglichkeiten entwickeln und darstellen kann. Hierfür
    kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Betriebsorganisation und Qualitätsmanagement,

    b)  Zeitmanagement,

    c)  Kommunikation; Beratung und Betreuung von Tierhaltern und
        Tierhalterinnen,

    d)  Prävention und Rehabilitation,

    e)  Tierschutz und Patientenbetreuung,

    f)  Diagnose- und Therapiegeräte,

    g)  Information und Datenschutz,

    h)  Notfallmanagement,

    i)  Betriebsverwaltung, Abrechnungswesen und Dokumentation;

2.  Prüfungsbereich Betriebsorganisation und -verwaltung:

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Er soll in der
    Prüfung zeigen, dass er Betriebsabläufe beschreiben, Arbeitsabläufe
    systematisch planen und im Zusammenhang mit anderen Arbeitsbereichen
    darstellen kann. Dabei soll er Sicherheit und Gesundheitsschutz bei
    der Arbeit, Umweltschutz, Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie
    Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten berücksichtigen. Hierfür
    kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Gesetzliche und vertragliche Regelungen der tiermedizinischen
        Versorgung,

    b)  Arbeiten im Team,

    c)  Verwaltungsarbeiten und Dokumentation,

    d)  Marketing,

    e)  Zeitmanagement,

    f)  Tierärztliche Hausapotheke,

    g)  Datenschutz,

    h)  Abrechnung,

    i)  Materialbeschaffung und -verwaltung;

3.  Prüfungsbereich Infektionskrankheiten und Seuchenschutz:

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Dabei soll er
    zeigen, dass er bei Schutzmaßnahmen und Maßnahmen zur Vermeidung von
    Infektionskrankheiten, insbesondere von Tierseuchen unter Einhaltung
    rechtlicher Vorschriften Arbeitsabläufe planen und im Zusammenhang mit
    anderen Arbeitsbereichen darstellen kann. Hierfür kommen insbesondere
    folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Zoonosen und andere Tierseuchen,

    b)  Immunisierung,

    c)  Schutzmaßnahmen für sich und andere,

    d)  Laborarbeiten,

    e)  Arbeits- und Praxishygiene,

    f)  Assistenz bei Diagnostik und Therapie,

    g)  Kommunikation, Beratung und Betreuung von Tierhaltern und
        Tierhalterinnen,

    h)  Prävention und Rehabilitation,

    i)  Notfallmanagement;

4.  Prüfungsbereich Strahlenschutz in der Tierheilkunde:

    Der Prüfling soll zeigen, dass er Maßnahmen des Strahlenschutzes in
    der Tierheilkunde unter Berücksichtigung der rechtlichen Regelungen
    beschreiben kann. Hierbei sind insbesondere zu berücksichtigen:

    a)  Strahlenbiologische Grundlagen,

    b)  Physikalische Eigenschaften von ionisierender Strahlung und
        radioaktiven Stoffen,

    c)  Grundlagen des Strahlenschutzes in der Röntgendiagnostik und bei der
        Anwendung offener radioaktiver Stoffe in der Tierheilkunde,

    d)  Biologische Risiken,

    e)  Strahlenschutz des Personals, der Tierhalter und Tierhalterinnen sowie
        der Umgebung,

    f)  Strahlenschutz bei den Untersuchungsmethoden in der Tierheilkunde,

    g)  Dosisgrößen, Einheiten und Messverfahren,

    h)  Methoden der Qualitätssicherung,

    i)  Verhalten bei Stör- und Unfällen,

    j)  Dokumentation und Aufzeichnung,

    k)  Rechtsvorschriften, Richtlinien;

5.  Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben aus der Berufs- und
    Arbeitswelt bearbeiten und dabei zeigen, dass er allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge darstellen kann.

(4) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Behandlungsassistenz

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Betriebsorganisation und -verwaltung

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Infektionskrankheiten und Seuchenschutz

    *   45 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsbereich Strahlenschutz in der Tierheilkunde

    *   45 Minuten,

*    *   5.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Behandlungsassistenz

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Betriebsorganisation und -verwaltung

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Infektionskrankheiten und Seuchenschutz

    *   10 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Strahlenschutz in der Tierheilkunde

    *   10 Prozent,

*    *   5.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(6) Sind im schriftlichen Teil der Prüfung die Prüfungsleistungen in
bis zu zwei Prüfungsbereichen mit mangelhaft und in den übrigen
Prüfungsbereichen mit mindestens ausreichend bewertet worden, so ist
auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit mangelhaft bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche
Prüfung durch eine mündliche Prüfung von höchstens 15 Minuten zu
ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung im Prüfungsbereich Strahlenschutz in der Tierheilkunde und
in mindestens drei weiteren Prüfungsbereichen mindestens ausreichende
Prüfungsleistungen erbracht sind. Werden die Prüfungsleistungen in
einem Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet, ist die Prüfung nicht
bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tiermedfangausbv/__9.html
Directory: tiermedfangausbv
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