Title: § 10 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Tierheim und Tierpension

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Tierpfleger/zur Tierpflegerin (TierpflAusbV 2003)
§ 10 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Tierheim und Tierpension

Paragraph: 10

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Tierpfleger/zur Tierpflegerin (TierpflAusbV 2003)
§ 10 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Tierheim und Tierpension

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Im praktischen Teil der Prüfung soll der Prüfling in insgesamt
höchstens fünf Stunden drei bis vier einem betrieblichen Auftrag
entsprechende Arbeitsaufgaben durchführen sowie innerhalb dieser Zeit
in höchstens 20 Minuten ein Kundengespräch führen. Für die
Arbeitsaufgaben kommen insbesondere in Betracht:

1.  Zusammenstellen und Bemessen von Futter sowie Bewerten der
    Bestandteile,

2.  Vorbereiten sowie Einfangen oder Ergreifen eines Tieres für den
    Transport, Auswählen und Einrichten des Transportbehälters sowie
    Vorbereiten der Transportdokumente,

3.  Einrichten eines Kranken- oder Quarantänebereiches,

4.  Ergreifen, Positionieren und Fixieren eines Tieres und Mitwirken bei
    seiner Behandlung oder Untersuchung,

5.  Pflegen, Versorgen und Beschäftigen eines Tieres,

6.  Tiere zu Gruppen zusammenstellen,

7.  Umgang mit einem Hund und Dokumentieren seines Verhaltens.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter
Berücksichtigung gesetzlicher, wirtschaftlicher, betrieblicher und
ökologischer Vorgaben selbständig team- und kundenorientiert planen,
die Arbeitsmittel festlegen, Informationen beschaffen und auswerten,
Arbeitszusammenhänge erkennen, die Arbeiten kontrollieren und
dokumentieren, Gesichtspunkte der Sicherheit und des
Gesundheitsschutzes bei der Arbeit sowie Hygiene und die Systematik,
Anatomie, Physiologie und das Verhalten von Tieren berücksichtigen
kann. Durch das Kundengespräch soll der Prüfling zeigen, dass er in
der Lage ist, Gespräche mit Kunden ergebnisorientiert und
situationsbezogen zu führen.

(3) Im schriftlichen Teil der Prüfung soll der Prüfling in den
Prüfungsbereichen

1.  Pflegen, Halten und Versorgen von Tieren in Tierheimen und
    Tierpensionen,

2.  Erziehen von Hunden,

3.  Verwaltung und kaufmännische Grundlagen, Öffentlichkeitsarbeit sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde

geprüft werden.
In den Prüfungsbereichen Pflegen, Halten und Versorgen von Tieren in
Tierheimen und Tierpensionen, Erziehung von Hunden sowie Verwaltung
und kaufmännische Grundlagen, Öffentlichkeitsarbeit soll der Prüfling
zeigen, dass er praxisbezogene Aufgaben mit verknüpften
arbeitsorganisatorischen, naturwissenschaftlichen und
betriebswirtschaftlichen Sachverhalten lösen kann. Dabei sollen
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, des
Tier- und Umweltschutzes, der Hygiene sowie qualitätssichernde
Maßnahmen dargestellt werden. Es kommen Aufgaben insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:

1.  Im Prüfungsbereich Pflegen, Halten und Versorgen von Tieren in
    Tierheimen und Tierpensionen:

    a)  berufsspezifische Regelungen,

    b)  Tierbeobachtung,

    c)  Füttern und Tränken,

    d)  Körperpflege,

    e)  Tierbeschäftigung,

    f)  Tierkennzeichnung,

    g)  Gruppenzusammenstellung,

    h)  Tiergesundheit,

    i)  Fortpflanzung;

2.  im Prüfungsbereich Erziehen von Hunden:

    a)  Sozialisierung zwischen Mensch und Hund sowie zwischen Hunden,

    b)  Ausdrucksverhalten und Wesen eines Hundes,

    c)  Verhaltensentwicklung, Verhaltensauffälligkeit und geeignete
        Maßnahmen,

    d)  tierschutzgerechte Trainings- und Erziehungsmethoden,

    e)  Schutzmaßnahmen;

3.  im Prüfungsbereich Verwaltung und kaufmännische Grundlagen,
    Öffentlichkeitsarbeit:

    a)  Verträge,

    b)  Informationsbeschaffung und -auswertung,

    c)  Angebote,

    d)  Betriebsmittelbeschaffung, -annahme und -lagerung,

    e)  Reklamationen,

    f)  Zahlungsverkehr, Rechnungen und Mahnungen,

    g)  Dokumentation und Datenverwaltung,

    h)  Öffentlichkeitsarbeit;

4.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    Allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   Im Prüfungsbereich Pflegen, Halten und Versorgen von Tieren in
        Tierheimen und Tierpensionen

    *   90 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Erziehen von Hunden

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Verwaltung und kaufmännische Grundlagen,
        Öffentlichkeitsarbeit

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Pflegen, Halten und Versorgen von Tieren in Tierheimen und
        Tierpensionen

    *   30 Prozent,

*    *   2.

    *   Erziehen von Hunden

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Verwaltung und kaufmännische Grundlagen, Öffentlichkeitsarbeit

    *   30 Prozent,

*    *   4.

    *   Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind das jeweilige bisherige Ergebnis und das entsprechende Ergebnis
der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung im Prüfungsbereich Pflegen, Halten und Versorgen von
Tieren in Tierheimen und Tierpensionen mindestens ausreichende
Leistungen erbracht sind. Werden die Prüfungsleistungen in einem
Prüfungsbereich mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tierpflausbv_2003/__10.html
Directory: tierpflausbv_2003
Level: 2.0