Title: Anlage 14D (zu § 17)

Description:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 14D (zu § 17)

Paragraph: 17

Content:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 14D (zu § 17)

Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a,
193 - 197

Das in der praktischen Ausbildung zum Erwerb der Berechtigung zur
praktischen Ausbildung von Privatflugzeugführern verwendete
Luftfahrzeug muss für die Ausbildung geeignet sein.
In der praktischen Ausbildung sind dem Bewerber die erforderlichen
praktischen Fähigkeiten zum

-   Sicheren und verantwortlichen Führen des Luftfahrzeuges vom Sitz des
    Fluglehrers

-   Anleiten eines Flugschülers zum Ausführen der für die ordnungsgemäße
    und sichere Durchführung eines Fluges erforderlichen Handlungen

-   Erkennen des notwendigen aktiven Eingreifens in die Fortsetzung des
    Fluges bei Fehlreaktionen des Flugschülers

zu vermitteln.
Die Flugausbildung auf dem Sitz des Fluglehrers muss mindestens 10
Stunden umfassen, davon mindestens 5 Stunden mit dem dafür von der
zuständigen Stelle anerkannten Lehrberechtigtem. Die verbleibenden
fünf Stunden können als gemeinsame Flugausbildung durchgeführt werden
(d.h. zwei Bewerber fliegen gemeinsam und führen Flugübungen vor). In
der Flugausbildung müssen folgende Übungen enthalten sein:
Bei sämtlichen Übungen ist der Bewegungsablauf so zu erklären, dass
das gesprochene Wort mit der Bewegung des Flugzeugs übereinstimmt. Auf
die häufigsten Fehlerquellen ist dabei besonders hinzuweisen.
Um eine methodische Einheitlichkeit des Ausbildungslehrgangs
sicherzustellen, sind die nachfolgenden Lehrübungen nur in ihrer Form
und Reihenfolge erklärt, ohne auf jedes zur Schulung verwendete
Flugzeugmuster einzugehen. Die technischen Daten, wie die
Geschwindigkeit, Motordrehzahl usw., sind dem jeweiligen Flughandbuch
zu entnehmen.
**Allgemeines**
Der nachfolgende Lehrplan ist eine Richtlinie für den Ablauf und die
Inhalte der praktischen Ausbildung. Da nicht alle musterspezifischen
Eigenarten verschiedener Flugzeugmuster berücksichtigt werden können,
sind alle Übungen gemäß der im Flughandbuch des in der Ausbildung
verwendeten Flugzeuges aufgeführten Verfahrensanweisungen
durchzuführen. Bei allen Übungen sind Einstellung und Betrieb des
Triebwerks zu überwachen. Unnötiger Fluglärm ist zu vermeiden. Alle
Kontrollen sind anhand der Klarlisten durchzuführen.
**Allgemeine Einführung**
Sie umfasst die Erklärung des gesamten Flugzeugs sowohl von innen als
auch von außen. Sie vermittelt Kenntnisse über die Anordnung von
Bedienungshebeln, Steuer- und Trimmbestätigung und Sitz der
Instrumente, Kraftstoff-, Öl- und Bremssysteme sowie der
Notausrüstung. Anweisung über das Ein- und Aussteigen, Anschnallgurte,
Bedienen der Steuerorgane und richte Benutzung des Notausstiegs und
der Notausrüstung.
**Vorbereitung und Beenden eines Fluges**

-   Befinden des Schülers und Zweckmäßigkeit seiner Bekleidung

-   Übernahme des Flugzeugs, Vergewisserung über den technischen Klarstand
    anhand der Bordunterlagen

-   Erteilung und Entgegennahme eines fest umrissenen Flugauftrags

-   Außenkontrolle, Innenkontrolle, Anlassen und Warmlaufen des Motors,
    ggf. Anfordern der Roll- und Flugfreigabe durch Sprechfunk, Abbremsen
    des Motors unter Beachtung der zu überprüfenden Betriebswerte;
    Kontrolle vor dem Start

-   Abkühlungslauf und Abstellen des Motors, Kontrolle vor dem Verlassen
    des Flugzeuges, Ausfüllen der Borddokumente, Meldung von
    Beanstandungen

**Einweisungsflug**

-   Für den Anfangsschüler dient der Flug dazu, ihn an das Fliegen
    heranzuführen und ihn mit der Umgebung des Flugplatzes aus der Flut
    vertraut zu machen. Kunstflug oder Besondere Flugzustände sind bei
    diesem Flug zu unterlassen.

-   Für den Flugschüler, der bereits geflogen ist, dient dieser Flug
    lediglich zur Eingewöhnung auf ein neues Flugzeugmuster.

**Wirkung der Steuerorgane**

-   Erklärung der Bewegungen um die Querachse durch Vor- und Zurückbewegen
    des Steuerknüppels, um die Längsachse seitliches Bewegen des
    Steuerknüppels und um die Hochachse durch Betätigung des Seitenruders.
    Hinweise darauf, dass alle Bewegungen relativ zum Flugzeug immer
    gleich sind, unabhängig davon, in welcher Lage es sich befindet.

-   Wirkungsweise und Empfindlichkeit der einzelnen Ruder bei

    −   unterschiedlichen Geschwindigkeiten

    −   unterschiedlichen Triebwerksleistungen

    −   unterschiedlichen Fluglagen

    −   gedrosselten oder mit Leistung laufenden Triebwerken bis gleicher
        Geschwindigkeit ( Sinkflug, Steigflug)

-   Folgewirkung bei Betätigung des Seitenruders oder des Querruders

    −   Seitenruder

        −   Drehen um die Hochachse

        −   Rollen um die Längsachse

        −   Gefahr der Entwicklung zur Steilspirale als Folge der Einzelbetätigung
            des Seitenruders

    −   Querruder

        −   Rollen um die Längsachse

        −   Rutschen

        −   Drehen um die Hochachse

        −   Neigen um die Querachse

        −   Entwicklung zur Steilspirale als Folge des seitlichen angeblasenen
            Rumpfes und des Seitenleitwerks

    −   Hinweise auf die gleichen Endwirkung, daher notwendiger Ausgleich zum
        Gebrauch beider Ruder

-   Auswirkung der Massenträgheit

-   Auswirkung des negativen Wendemoments

-   Aerodynamische Auswirkung bei

    −   Bestätigung der Trimmung

    −   Bestätigung der Landehilfen

    −   Bestätigung des Einziehfahrwerks

-   Auswirkung des Wechsels der Triebwerksleistung auf die Lage und
    Richtung des Flugzeugs im Fluge (Verschiebung des Gleichgewichts der
    Kräfte, Propellerdrall und Propellerstrahl)

**Rollen am Boden**

-   Richtige Wahl der Triebwerksleistung

-   Wirkungsweise der Steuerorgane und Bremsen

-   Richtung halten mit dem Seitenruder zum Ausgleich von Propellerdrall,
    asymmetrischer Propellerwirkung und Windeinfluss

**Horizontalflug**
(Beibehaltung der Flugebene, Flugrichtung und Fluglage)

-   Übergang in den Horizontalflug aus dem Steig- und Sinkflug

-   Einhalten der richtigen Fluglage in Bezug auf den Horizont und der
    Richtung, Gebrauch der Trimmung, Wahl der Triebwerksleistung,
    Auswertung der Instrumente, Anzeige als Mittel für die Beibehaltung
    des Horizontalfluges

-   Einhalten einer Flugebene bei verschiedenen Geschwindigkeiten

-   Ablesen der Flugüberwachungsinstrumente

**Steig-, Sink- und Gleitflug**

-   Einnehmen der Steig- bzw. Singfluglage, Wahl der Triebwerksleistung

-   Instrumentenbeobachtung

-   Wirkung des Ein- und Ausfahrens der Landeklappen

-   Trimmung

-   Beachten der Betriebsgrenzwerte laut Flughandbuch. Einhalten
    geforderter Steig- und Sinkgeschwindigkeiten

-   Überwachen des umgebenden Luftraums

**Überziehen und Abkippen**

-   Verhalten bei Überziehen und Abkippen

-   Richtung halten während des Abkippvorgangs

-   Beendigung des Überzogenen Flugzustandes bzw. Abkippens durch
    Nachdrücken und anschließendes Gasgeben (geringster Höhenverlust)

-   Hinweis auf die Gefahr nochmaligen Abkippens durch zu schnelles
    Abfangen

-   Einwirkung der Landeklappen und des Fahrwerks auf dem Überziehvorgang

**Kurven**
Einteilung der Kurven in flache, mittlere und steile Kurven

-   Einleiten der Kurve aus dem Horizontalflug unter richtiger Anwendung
    der Ruder

-   Beibehaltung der Schräglage und der Drehgeschwindigkeit

-   Herausnehmen aus der Kurve

-   Steig und Sinkflugkurven

-   Steilkurven

-   Mögliche Kurvenfehler, Abkippen in der Kurve

**Steilspirale**
Ursachen

-   Einleiten der Steilspirale

-   Erkennen der Steilspiralen

-   Beenden der Steilspirale

-   Richtige Anwendung der Ruder beim Beenden

**Anmerkung:**              Auf die Unterschiede zwischen Steilspirale
und Trudeln ist hinzuweisen.
**Platzrunde**

-   Start, Querabflug, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug, Landung

    −   Start

    −   Ausrichtung des Flugzeugs in Startrichtung

    −   Setzen der Triebwerksleistung

    −   Richtung halten

    −   Einfluss durch Wind, Propellerdrall, Kreiseleffekt und asymmetrische
        Propellerwirkung, richtiger Gebrauch des Höhenruders, Beachten der
        Abhebegeschwindigkeit

-   Steigflug

    −   Übergang in den Steigflug und Beibehalten der Fluglage

    −   Einhalten der Geschwindigkeit

    −   Einfahren der Landeklappen, Lastigkeitsänderung, Triebwerksleistung

-   Steigflugkurven in den Querabflug

-   Fortsetzung des Steigflugs bis zur vorgeschriebenen Platzrundenhöhe;
    Übergang in den Horizontalflug; Beibehaltung der Fluglage; Einhalten
    der Geschwindigkeit

-   Horizontalflugkurve in den Gegenanflug

-   Gegenanflugteil, Abstand zur Landebahn

-   Reduzieren der Geschwindigkeit und Setzen der Landeklappen, Fahrwerk
    ausfahren, Setzen der korrigierten Triebwerksleistung

-   Horizontalflugkurve in den Queranflug

-   Sinkflug in die Endanflughöhe, richtiges Sinkverhältnis in Bezug zum
    räumlichen Abstand zur Anflugrundlinie unter Berücksichtigung des
    Windes

-   Einkurven zum Endanflug, Beenden der Kurve in Startbahnverlängerung
    ggf. Berücksichtigung des Seitenwindes.

-   Richtige Sink bzw. Gleitfluggeschwindigkeit, Betätigung der
    Landeklappen bei entsprechender Fluglage, Überprüfung aller
    Instrumente und Bedienungshebel laut Klarliste

-   Abfangen und Ausschweben

-   Durchziehen zur Landung, Landetechnik, Richtung halten beim Ausrollen

-   Zusätzlich sind zu üben:

    −   Landeanflug und Landung ohne Landeklappen

    −   Gleitflug und Landung ohne Triebwerkshilfe

    −   Landeanflug mit anschließender Kurz- (Schleppgas-) Landung

    −   Radlandung (bei Flugzeugen mit Spornrad)

    −   Verhalten bei zu niedrigem und zu hohem Anflug

    −   Durchstarten in Horizontalflug

    −   Durchstarten nach vorherigem Aufsetzen

-   Technik und Gefahren von Rücken- und Seitenwindlandungen, zulässige
    und demonstrierte Seitenwindkomponente

**Seitengleitflug**

-   Seitengleitflug im geraden Anflug

    −   Einleiten aus der Gleitfluggeschwindigkeit, Reihenfolge der
        Steuermaßnahmen, Richtung halten, Sinkrate, Geschwindigkeit

    −   Beenden, Reihenfolge der Steuermaßnahmen, Richtung halten, Beibehalten
        der Gleitfluggeschwindigkeit

-   Seitengleitflug aus dem Kurvenflug

**Ziellandung**

-   Ziellandeübung ohne Triebwerkshilfe aus verschiedenen Höhen mit
    Aufsetzen innerhalb von 100m nach dem Landezeichen

-   Ziellandeübung mit Triebwerkshilfe aus verschiedenen Höhen mit
    Aufsetzen innerhalb von 50m nach dem Landezeichen

**Notlandungen**

-   Simulierter Triebwerksausfall nach dem Start

    −   Nachdrücken und Richtung halten

    −   Beachten der Geschwindigkeit

    −   Gebrauch der Landeklappen

    −   Entscheidung, ob Fahrwerk ein- oder auszufahren ist

    −   Entscheidung zum Beibehalten des Gradeausfluges oder leichter
        Richtungsänderungen

-   Notlandeübungen mit Triebwerkshilfe aus dem Normalflug

    −   Auswahl der Landeflächen, Beachtung von Windrichtung und
        Geschwindigkeit, Überprüfung der Landefläche durch niedriges
        Überfliegen, Festlegung der Wendepunkte in der Nähe des vorgesehenen
        Feldes

    −   Platzrunde, Anflug und Landung (ggf. Kurzlandung)

-   Notlandeübung mit simuliertem Triebwerksausfall aus dem Normalflug Die
    Durchführung der Notverfahren (Sofortmaßnahmen, Ursachensuche,
    Maßnahmen kurz vor der Landung) erfolgen gemäß Flughandbuch. Die
    Sofortmaßnahmen müssen auswendig beherrscht werden. Die Benutzung der
    Notfall-Klarliste ist in sinnvoller Weise in den Flugablauf zu
    integrieren.

    −   Einleiten und Planen der Notlandung, simulierte Notmeldung,
        Anflugcheck (1000 ft bzw. Bezugspunkt)

    −   Hinweis auf Maßnahmen kurz vor der Landung bei tatsächlichem
        Triebwerksausfall; Gashebel voll zurücknehmen; Kraftstoffhahn
        schließen, Zündung und Hauptschalter ausschalten

**Überlandflüge**

-   Überlandflugeinweisung

    –   Flugvorbereitung einschließlich Berechnung der Beladung und Ermittlung
        des Schwerpunktes, Flugdurchführungsplan, FS-Freigabe

    –   Abflugzeit, Abflugkurs, Kartenlesen, Kurs und Höhe halten

    –   Flugzeitberechnung, Kontrollpunkte, Auffanglinien

    –   Standortbestimmung und Führen des Flugdurchführungsplanes

    –   Maßnahmen bei Verlust der Orientierung, Eigen- und Fremdpeilung

-   Kompassdrehfehler, Kleinorientierung, Abfliegen vorgewählter Karten-
    und Kompasskurse

-   Schlechtwetterwege

Theoretische Prüfung zum Erwerb der Berechtigung zur praktischen
Ausbildung von Privatflugzeugführern

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/luftpersvdv_2/__17.html
Directory: luftpersvdv_2
Level: 3.0