Title: § 50a Inanspruchnahme von Dienstleistungen

Description:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Dritter Teil - Rechte und Pflichten der Wirtschaftsprüfer
§ 50a Inanspruchnahme von Dienstleistungen

Paragraph: 50a

Content:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Dritter Teil - Rechte und Pflichten der Wirtschaftsprüfer
§ 50a Inanspruchnahme von Dienstleistungen

(1) Der Wirtschaftsprüfer darf Dienstleistern den Zugang zu Tatsachen
eröffnen, auf die sich die Verpflichtung zur Verschwiegenheit gemäß §
43 bezieht, soweit dies für die Inanspruchnahme der Dienstleistung
erforderlich ist. Dienstleister ist eine andere Person oder Stelle,
die vom Wirtschaftsprüfer im Rahmen seiner Berufsausübung mit
Dienstleistungen beauftragt wird.

(2) Der Wirtschaftsprüfer ist verpflichtet, den Dienstleister
sorgfältig auszuwählen. Die Zusammenarbeit muss unverzüglich beendet
werden, wenn die Einhaltung der dem Dienstleister gemäß Absatz 3 zu
machenden Vorgaben nicht gewährleistet ist.

(3) Der Vertrag mit dem Dienstleister bedarf der Textform. In ihm ist

1.  der Dienstleister unter Belehrung über die strafrechtlichen Folgen
    einer Pflichtverletzung zur Verschwiegenheit zu verpflichten,

2.  der Dienstleister zu verpflichten, sich nur insoweit Kenntnis von
    fremden Geheimnissen zu verschaffen, als dies zur Vertragserfüllung
    erforderlich ist, und

3.  festzulegen, ob der Dienstleister befugt ist, weitere Personen zur
    Erfüllung des Vertrags heranzuziehen; für diesen Fall ist dem
    Dienstleister aufzuerlegen, diese Personen in Textform zur
    Verschwiegenheit zu verpflichten.

(4) Bei der Inanspruchnahme von Dienstleistungen, die im Ausland
erbracht werden, darf der Wirtschaftsprüfer dem Dienstleister den
Zugang zu fremden Geheimnissen unbeschadet der übrigen Voraussetzungen
dieser Vorschrift nur dann eröffnen, wenn der dort bestehende Schutz
der Geheimnisse dem Schutz im Inland vergleichbar ist, es sei denn,
dass der Schutz der Geheimnisse dies nicht gebietet.

(5) Bei der Inanspruchnahme von Dienstleistungen, die unmittelbar
einem einzelnen Mandat dienen, darf der Wirtschaftsprüfer dem
Dienstleister den Zugang zu fremden Geheimnissen nur dann eröffnen,
wenn der Mandant darin eingewilligt hat.

(6) Die Absätze 2 und 3 gelten auch im Fall der Inanspruchnahme von
Dienstleistungen, in die der Mandant eingewilligt hat, sofern der
Mandant nicht ausdrücklich auf die Einhaltung der in den Absätzen 2
und 3 genannten Anforderungen verzichtet hat.

(7) Die Absätze 1 bis 6 gelten nicht, soweit Dienstleistungen aufgrund
besonderer gesetzlicher Vorschriften in Anspruch genommen werden.
Absatz 3 Satz 2 gilt nicht, soweit der Dienstleister hinsichtlich der
zu erbringenden Dienstleistung gesetzlich zur Verschwiegenheit
verpflichtet ist.

(8) Die Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten bleiben
unberührt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wipro/__50a.html
Directory: wipro
Level: 3.0