Title: § 18 Grundsatz der Fachkräfteeinwanderung; allgemeine Bestimmungen

Description:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 4 - Aufenthalt zum Zweck der Erwerbstätigkeit
§ 18 Grundsatz der Fachkräfteeinwanderung; allgemeine Bestimmungen

Paragraph: 18

Content:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 4 - Aufenthalt zum Zweck der Erwerbstätigkeit
§ 18 Grundsatz der Fachkräfteeinwanderung; allgemeine Bestimmungen

(1) Die Zulassung ausländischer Beschäftigter orientiert sich an den
Erfordernissen des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes
Deutschland unter Berücksichtigung der Verhältnisse auf dem
Arbeitsmarkt. Die besonderen Möglichkeiten für ausländische Fach- und
Arbeitskräfte dienen der Sicherung der Fach- und Arbeitskräftebasis
und der Stärkung der sozialen Sicherungssysteme. Sie sind ausgerichtet
auf die nachhaltige Integration von Fachkräften sowie Arbeitskräften
mit ausgeprägter Berufserfahrung in den Arbeitsmarkt und die
Gesellschaft unter Beachtung der Interessen der öffentlichen
Sicherheit.

(2) Die Erteilung eines Aufenthaltstitels zur Ausübung einer
Beschäftigung nach diesem Abschnitt setzt voraus, dass

1.  ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegt,

2.  die Bundesagentur für Arbeit nach § 39 zugestimmt hat; dies gilt
    nicht, wenn durch Gesetz, zwischenstaatliche Vereinbarung oder durch
    die Beschäftigungsverordnung bestimmt ist, dass die Ausübung der
    Beschäftigung ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zulässig
    ist; in diesem Fall kann die Erteilung des Aufenthaltstitels auch
    versagt werden, wenn einer der Tatbestände des § 40 Absatz 2 oder 3
    vorliegt,

3.  eine Berufsausübungserlaubnis erteilt wurde oder zugesagt ist, soweit
    diese erforderlich ist,

4.  die Gleichwertigkeit der Qualifikation festgestellt wurde oder ein
    anerkannter ausländischer oder ein einem deutschen Hochschulabschluss
    vergleichbarer ausländischer Hochschulabschluss vorliegt, soweit dies
    eine Voraussetzung für die Erteilung des Aufenthaltstitels ist,

4a. der Ausländer und der Arbeitgeber versichern, dass die Beschäftigung
    tatsächlich ausgeübt werden soll, und

5.  in den Fällen der erstmaligen Erteilung eines Aufenthaltstitels nach §
    18a oder § 18b nach Vollendung des 45. Lebensjahres des Ausländers die
    Höhe des Gehalts mindestens 55 Prozent der jährlichen
    Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung
    entspricht, es sei denn, der Ausländer kann den Nachweis über eine
    angemessene Altersversorgung erbringen. Von den Voraussetzungen nach
    Satz 1 kann abgesehen werden, wenn ein öffentliches, insbesondere ein
    regionales, wirtschaftliches oder arbeitsmarktpolitisches Interesse an
    der Beschäftigung des Ausländers besteht, insbesondere, wenn die
    Gehaltsschwelle nur geringfügig unterschritten oder die Altersgrenze
    nur geringfügig überschritten wird. Das Bundesministerium des Innern,
    für Bau und Heimat gibt das Mindestgehalt für jedes Kalenderjahr
    jeweils bis zum 31. Dezember des Vorjahres im Bundesanzeiger bekannt.

(3) Fachkraft im Sinne dieses Gesetzes ist ein Ausländer, der

1.  eine inländische qualifizierte Berufsausbildung oder eine mit einer
    inländischen qualifizierten Berufsausbildung gleichwertige
    ausländische Berufsqualifikation besitzt (Fachkraft mit
    Berufsausbildung) oder

2.  einen deutschen, einen anerkannten ausländischen oder einen einem
    deutschen Hochschulabschluss vergleichbaren ausländischen
    Hochschulabschluss besitzt (Fachkraft mit akademischer Ausbildung).

(4) Aufenthaltstitel gemäß den §§ 18a, 18b, 18g und 19c werden für die
Dauer von vier Jahren oder, wenn das Arbeitsverhältnis oder die
Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit auf einen kürzeren Zeitraum
befristet sind, für diesen kürzeren Zeitraum zuzüglich dreier Monate,
nicht jedoch für länger als vier Jahre, erteilt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__18.html
Directory: aufenthg_2004
Level: 4.0