Title: § 5 Grundbewertung des Schutzguts Biotope

Description:
Verordnung über die Vermeidung und die Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft im Zuständigkeitsbereich der Bundesverwaltung (BKompV)
§ 5 Grundbewertung des Schutzguts Biotope

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Vermeidung und die Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft im Zuständigkeitsbereich der Bundesverwaltung (BKompV)
§ 5 Grundbewertung des Schutzguts Biotope

(1) Zur Erfassung und Bewertung des vorhandenen Zustands ist jedes
Biotop im Einwirkungsbereich des Vorhabens zunächst einem der in der
Anlage 2 Spalte 2 aufgeführten Biotoptypen und anschließend dem
zugehörigen Biotoptypenwert nach Anlage 2 Spalte 3 zuzuordnen. Im
Einzelfall kann der Biotoptypenwert nach Anlage 2 Spalte 3 um bis zu
drei Wertpunkte erhöht werden, wenn das Biotop überdurchschnittlich
gut ausgeprägt ist, oder um bis zu drei Wertpunkte verringert werden,
wenn das Biotop unterdurchschnittlich gut ausgeprägt ist. Dafür sind
als Kriterien zugrunde zu legen:

1.  die Flächengröße,

2.  die abiotische und die biotische Ausstattung und

3.  die Lage zu anderen Biotopen.

Die nach den Sätzen 1 bis 3 ermittelte Summe ergibt den Biotopwert.
Bei einem Ersatzneubau im Sinne des § 3 Nummer 4 des
Netzausbaubeschleunigungsgesetzes Übertragungsnetz vom 28. Juli 2011
(BGBl. I S. 1690), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 13.
Mai 2019 (BGBl. I S. 706) geändert worden ist, ist die bereits
vorhandene Beeinträchtigung der Biotope durch die zu ersetzende Anlage
bei der Wirkungsbewertung auf die Biotope angemessen zu
berücksichtigen.

(2) Der ermittelte Biotopwert jedes Biotops ist anschließend den
folgenden Wertstufen zuzuordnen, aus denen sich die Bedeutung des
Biotops ergibt:

1.  Biotopwerte 0 bis 4: sehr gering,

2.  Biotopwerte 5 bis 9: gering,

3.  Biotopwerte 10 bis 15: mittel,

4.  Biotopwerte 16 bis 18: hoch,

5.  Biotopwerte 19 bis 21: sehr hoch,

6.  Biotopwerte 22 bis 24: hervorragend.

(3) Zur Bewertung der zu erwartenden unvermeidbaren Beeinträchtigungen
sind die Wirkungen des Vorhabens auf die erfassten und bewerteten
Biotope zu ermitteln und im Hinblick auf ihre Stärke, Dauer und
Reichweite den Stufen „gering“, „mittel“ und „hoch“ zuzuordnen.
Anschließend ist anhand der Anlage 3 festzustellen, ob die einzelnen
zu erwartenden Beeinträchtigungen für das jeweilige Biotop als nicht
erheblich, erheblich oder erheblich mit besonderer Schwere einzustufen
sind.

(4) Den mittelbaren Wirkungen des Vorhabens auf Biotope ist bei der
Bestimmung ihrer Stärke, Dauer und Reichweite nach Absatz 3 Satz 1
entsprechend jeweils ein Faktor zwischen 0,1 und 1 zuzuordnen. Dabei
entsprechen die Faktoren 0,1 bis 0,3 der Stufe „gering“, die Faktoren
0,4 bis 0,6 der Stufe „mittel“ und die Faktoren 0,7 bis 1 der Stufe
„hoch“. Der Zuordnung können unterschiedliche Wirkzonen zugrunde
gelegt werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bkompv/__5.html
Directory: bkompv
Level: 2.0