Title: § 6 Abschluss- oder Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Weintechnologen und zur Weintechnologin (WeinTechAusbV)
§ 6 Abschluss- oder Gesellenprüfung

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Weintechnologen und zur Weintechnologin (WeinTechAusbV)
§ 6 Abschluss- oder Gesellenprüfung

(1) Durch die Abschluss- oder Gesellenprüfung ist festzustellen, ob
der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. Der
Prüfling soll nachweisen, dass er

1.  die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht,

2.  die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und

3.  mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die
    Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist.

Der Abschluss- oder Gesellenprüfung ist die Ausbildungsordnung
zugrunde zu legen.

(2) Die Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Herstellen eines Weinerzeugnisses,

2.  Verkostung und Vermarktung,

3.  Kellerwirtschaft sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Herstellen eines Weinerzeugnisses bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Erzeugnisse unter Anwendung önologischer Verfahren zu behandeln,

    b)  Süßreservemengen zu ermitteln und analytische Verfahren anzuwenden,

    c)  Sterilabfüllungen vorzubereiten und

    d)  Erzeugnisse aus Trauben nach gesetzlichen Vorschriften auszustatten;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und währenddessen in
    einem situativen Fachgespräch Fragen beantworten und Arbeitsabläufe
    erklären; das Fachgespräch kann aus mehreren Gesprächsphasen bestehen;

3.  die Prüfungszeit beträgt insgesamt 180 Minuten, das situative
    Fachgespräch soll höchstens 20 Minuten dauern.

(4) Für den Prüfungsbereich Verkostung und Vermarktung bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Wein sensorisch zu prüfen und zu beschreiben sowie

    b)  Kunden zu beraten und Erzeugnisse zu präsentieren;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsprobe anfertigen und eine
    Gesprächssimulation durchführen;

3.  die Prüfungszeit beträgt insgesamt 45 Minuten, die Gesprächssimulation
    soll höchstens 20 Minuten dauern.

(5) Für den Prüfungsbereich Kellerwirtschaft bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Arbeitsabläufe zu planen,

    b)  Trauben, Maische und Most zu verarbeiten,

    c)  Wein auszubauen,

    d)  Klärverfahren anzuwenden,

    e)  Erzeugnisse abzufüllen,

    f)  Erzeugnisse zu lagern und zu verpacken,

    g)  Verkostungen vorzubereiten,

    h)  nach seiner Wahl Wein entweder zu Schaum- und Perlwein oder zu einem
        sonstigen Weinerzeugnis zu verarbeiten;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und
    Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(7) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

1.
    *        *   Herstellen eines Weinerzeugnisses

        *   mit 30 Prozent,

2.
    *        *   Verkostung und Vermarktung

        *   mit 30 Prozent,

3.
    *        *   Kellerwirtschaft

        *   mit 30 Prozent,

4.
    *        *   Wirtschafts- und Sozialkunde

        *   mit 10 Prozent.

(8) Die Abschluss- oder Gesellenprüfung ist bestanden, wenn die
Leistungen wie folgt bewertet worden sind:

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  in mindestens drei Prüfungsbereichen mit mindestens „ausreichend“ und

3.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“.

(9) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der
Prüfungsbereiche Kellerwirtschaft oder Wirtschafts- und Sozialkunde
durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn

1.  der Prüfungsbereich schlechter als „ausreichend“ bewertet worden ist
    und

2.  die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschlussprüfung
    den Ausschlag geben kann.

Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/weintechausbv/__6.html
Directory: weintechausbv
Level: 2.0