Title: § 23 Besondere Qualifikationen und Zeiten

Description:
Verordnung über die Laufbahnen der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten (BLV 2009)
Abschnitt 2 - Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern
Unterabschnitt 4 - Sonderregelungen
§ 23 Besondere Qualifikationen und Zeiten

Paragraph: 23

Content:
Verordnung über die Laufbahnen der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten (BLV 2009)
Abschnitt 2 - Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern
Unterabschnitt 4 - Sonderregelungen
§ 23 Besondere Qualifikationen und Zeiten

(1) Abweichend von § 17 Absatz 3 Nummer 1 Buchstabe a des
Bundesbeamtengesetzes können Beamtinnen und Beamte, die einen
Hauptschulabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten
Bildungsstand besitzen, für eine Laufbahn des mittleren Dienstes
zugelassen werden, wenn die abgeschlossene Berufsausbildung und
hauptberufliche Tätigkeit geeignet sind, die Befähigung für die
Laufbahn des mittleren Dienstes zu vermitteln.

(2) Bei Personen, die ein Hochschulstudium und eine hauptberufliche
Tätigkeit, die für Beamtinnen und Beamte als Aufstiegsverfahren nach §
39 mit Hochschulstudium und berufspraktischer Einführung eingerichtet
sind, absolviert haben, kann

1.  bei der Zulassung zu einer Laufbahn des gehobenen Dienstes abgesehen
    werden von der Voraussetzung der hauptberuflichen Tätigkeit nach § 17
    Absatz 4 Nummer 2 Buchstabe c des Bundesbeamtengesetzes und

2.  bei der Zulassung zu einer Laufbahn des höheren Dienstes abgesehen
    werden von der Voraussetzung der hauptberuflichen Tätigkeit nach § 17
    Absatz 5 Nummer 2 Buchstabe c des Bundesbeamtengesetzes.

(3) Abweichend von § 17 Absatz 4 Nummer 2 Buchstabe c des
Bundesbeamtengesetzes kann für die Zulassung zur Laufbahn des
gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienstes für eine Verwendung in
der Aufsicht über die Flugsicherung anstelle eines mit einem Bachelor
abgeschlossenen Hochschulstudiums auch eine abgeschlossene Ausbildung
zur Fluglotsin oder zum Fluglotsen an der Flugsicherungsakademie der
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH berücksichtigt werden.

(4) Abweichend von § 17 Absatz 4 Nummer 1 und 2 Buchstabe c des
Bundesbeamtengesetzes kann für die Zulassung zur Laufbahn des
gehobenen technischen Verwaltungsdienstes für eine Verwendung

1.  in der Überwachung der Flugtüchtigkeit von Luftfahrzeugen,

2.  in der Überwachung von Luftfahrtunternehmen, Organisationen, die
    fliegendes Personal ausbilden, und Unternehmen, die Luftfahrtgerät
    entwickeln, herstellen, instand halten oder ändern, sowie

3.  in der Flugunfalluntersuchung

anstelle eines mit einem Bachelor abgeschlossenen Hochschulstudiums
auch der Erwerb einer Lizenz für Berufspilotinnen oder -piloten nach
der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 der Kommission vom 3. November 2011
zur Festlegung technischer Vorschriften und von Verwaltungsverfahren
in Bezug auf das fliegende Personal in der Zivilluftfahrt gemäß der
Verordnung (EG) Nr. 216/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
(ABl. L 311 vom 25.11.2011, S. 1) in der jeweils geltenden Fassung
berücksichtigt werden.

(5) Abweichend von § 17 Absatz 5 Nummer 1 Buchstabe a des
Bundesbeamtengesetzes kann für die Zulassung zu den Laufbahnen

1.  des höheren technischen Verwaltungsdienstes,

2.  des höheren sprach- und kulturwissenschaftlichen Dienstes,

3.  des höheren naturwissenschaftlichen Dienstes sowie

4.  des höheren ärztlichen und gesundheitswissenschaftlichen Dienstes

anstelle eines an einer Hochschule erworbenen Masters ein an einer
Hochschule erworbener Bachelor oder ein gleichwertiger Abschluss,
jeweils in Verbindung mit einer Promotion oder einer hauptberuflichen
Tätigkeit von mindestens zwei Jahren und sechs Monaten, berücksichtigt
werden. Die hauptberufliche Tätigkeit muss nach Fachrichtung und
Schwierigkeit der Tätigkeit einer Beamtin oder eines Beamten derselben
Laufbahn entsprechen. Bei einer hauptberuflichen Tätigkeit, die im
öffentlichen Dienst ausgeübt worden ist, richtet sich die Bewertung
der Schwierigkeit nach der besoldungsrechtlichen oder tarifrechtlichen
Bewertung dieser Tätigkeit.

(6) Abweichend von § 17 Absatz 5 Nummer 1 Buchstabe a des
Bundesbeamtengesetzes kann für die Zulassung zur Laufbahn des höheren
technischen Verwaltungsdienstes für eine Verwendung

1.  in der Überwachung der Flugtüchtigkeit von Luftfahrzeugen,

2.  in der Überwachung von Luftfahrtunternehmen, Organisationen, die
    fliegendes Personal ausbilden, und Unternehmen, die Luftfahrtgerät
    entwickeln, herstellen, instand halten oder ändern, sowie

3.  in der Flugunfalluntersuchung

anstelle eines mit einem Master abgeschlossenen Hochschulstudiums auch
der Erwerb einer Lizenz für Verkehrspilotinnen oder -piloten nach der
Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 der Kommission vom 3. November 2011 zur
Festlegung technischer Vorschriften und von Verwaltungsverfahren in
Bezug auf das fliegende Personal in der Zivilluftfahrt gemäß der
Verordnung (EG) Nr. 216/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
(ABl. L 311 vom 25.11.2011, S. 1) in der jeweils geltenden Fassung
berücksichtigt werden.

(7) Abweichend von § 17 Absatz 4 Nummer 2 Buchstabe c und Absatz 5
Nummer 2 Buchstabe c des Bundesbeamtengesetzes können anstelle von
Zeiten einer hauptberuflichen Tätigkeit folgende Zeiten anerkannt
werden:

1.  bei Ärztinnen und Ärzten:

    a)  Zeiten einer als Pflicht- oder Medizinalassistentin oder als Pflicht-
        oder Medizinalassistent und als Ärztin oder Arzt im Praktikum
        ausgeübten Tätigkeit oder

    b)  Zeiten einer Weiterbildung zur Tropenmedizinerin oder zum
        Tropenmediziner,

2.  bei Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemikern: Zeiten der
    zusätzlich vorgeschriebenen Ausbildung und

3.  bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern: Zeiten einer
    Habilitation.

(8) Abweichend von § 17 Absatz 5 des Bundesbeamtengesetzes können
Beamtinnen und Beamte, die die Voraussetzungen des § 17 Absatz 4 des
Bundesbeamtengesetzes erfüllen,

1.  im Schulaufsichtsdienst der Bundeswehrfachschulen bis zur
    Besoldungsgruppe A 15 der Bundesbesoldungsordnung A und

2.  als Lehrerinnen und Lehrer an Bundeswehrfachschulen bis zur
    Besoldungsgruppe A 14 der Bundesbesoldungsordnung A

für Laufbahnen des höheren Dienstes zugelassen werden.

(9) Abweichend von § 17 des Bundesbeamtengesetzes können bei Personen,
die berufsmäßigen Wehrdienst geleistet haben, anstelle des
Vorbereitungsdienstes inhaltlich den Anforderungen eines
Vorbereitungsdienstes entsprechende Qualifizierungen berücksichtigt
werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2009/__23.html
Directory: blv_2009
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