Title: § 7 Einstufung des chemischen Grundwasserzustands

Description:
Verordnung zum Schutz des Grundwassers (GrwV 2010)
§ 7 Einstufung des chemischen Grundwasserzustands

Paragraph: 7

Content:
Verordnung zum Schutz des Grundwassers (GrwV 2010)
§ 7 Einstufung des chemischen Grundwasserzustands

(1) Die zuständige Behörde stuft den chemischen Grundwasserzustand als
gut oder schlecht ein.

(2) Der chemische Grundwasserzustand ist gut, wenn

1.  die in Anlage 2 enthaltenen oder die nach § 5 Absatz 1 Satz 2 oder
    Absatz 3 festgelegten Schwellenwerte an keiner Messstelle nach § 9
    Absatz 1 im Grundwasserkörper überschritten werden oder,

2.  durch die Überwachung nach § 9 festgestellt wird, dass

    a)  es keine Anzeichen für Einträge von Schadstoffen auf Grund
        menschlicher Tätigkeiten gibt, wobei Änderungen der elektrischen
        Leitfähigkeit bei Salzen allein keinen ausreichenden Hinweis auf
        derartige Einträge geben,

    b)  die Grundwasserbeschaffenheit keine signifikante Verschlechterung des
        ökologischen oder chemischen Zustands der Oberflächengewässer zur
        Folge hat und dementsprechend nicht zu einem Verfehlen der
        Bewirtschaftungsziele in den mit dem Grundwasser in hydraulischer
        Verbindung stehender Oberflächengewässern führt und

    c)  die Grundwasserbeschaffenheit nicht zu einer signifikanten Schädigung
        unmittelbar von dem Grundwasserkörper abhängender Landökosysteme
        führt.

(3) Wird ein Schwellenwert an Messstellen nach § 9 Absatz 1
überschritten, kann der chemische Grundwasserzustand auch dann noch
als gut eingestuft werden, wenn

1.  eine der nachfolgenden flächenbezogenen Voraussetzungen erfüllt ist:

    a)  die nach § 6 Absatz 2 für jeden relevanten Stoff oder jede relevante
        Stoffgruppe ermittelte Flächensumme beträgt weniger als ein Fünftel
        der Fläche des Grundwasserkörpers oder

    b)  bei nachteiligen Veränderungen des Grundwassers durch schädliche
        Bodenveränderungen oder Altlasten ist die festgestellte oder die in
        absehbarer Zeit zu erwartende Ausdehnung der Überschreitung für jeden
        relevanten Stoff oder jede relevante Stoffgruppe auf insgesamt weniger
        als 25 Quadratkilometer pro Grundwasserkörper und bei
        Grundwasserkörpern, die kleiner als 250 Quadratkilometer sind, auf
        weniger als ein Zehntel der Fläche des Grundwasserkörpers begrenzt,

2.  das im Einzugsgebiet einer Trinkwassergewinnungsanlage mit einer
    Wasserentnahme von mehr als 100 Kubikmeter am Tag gewonnene Wasser
    unter Berücksichtigung des angewandten Aufbereitungsverfahrens nicht
    den dem Schwellenwert entsprechenden Grenzwert der
    Trinkwasserverordnung überschreitet, und

3.  die Nutzungsmöglichkeiten des Grundwassers nicht signifikant
    beeinträchtigt werden.

Messstellen, an denen die Überschreitung eines Schwellenwertes auf
natürliche, nicht durch menschliche Tätigkeiten verursachte Gründe
zurückzuführen ist, werden wie Messstellen behandelt, an denen die
Schwellenwerte eingehalten werden.

(4) Wird ein Grundwasserkörper nach Maßgabe des Absatzes 3 in den
guten chemischen Zustand eingestuft, veranlasst die zuständige Behörde
in den von Überschreitungen der Schwellenwerte betroffenen
Teilbereichen die nach § 82 des Wasserhaushaltsgesetzes erforderlichen
Maßnahmen, wenn dies zum Schutz von Gewässerökosystemen,
Landökosystemen oder Grundwassernutzungen notwendig ist.

(5) Die zuständige Behörde veröffentlicht im Bewirtschaftungsplan nach
§ 83 des Wasserhaushaltsgesetzes eine Zusammenfassung der Einstufung
des chemischen Grundwasserzustands auf der Ebene der
Flussgebietseinheiten. Die Zusammenfassung enthält auch eine
Darstellung, wie Überschreitungen von Schwellenwerten bei der
Einstufung berücksichtigt worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/grwv_2010/__7.html
Directory: grwv_2010
Level: 2.0