Title: Anlage 1 Profil des Werkpoliers und der Werkpolierin

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Polier und Geprüfte Polierin (PolierPrV 2012)
Anlage 1 Profil des Werkpoliers und der Werkpolierin

Paragraph: 13

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Polier und Geprüfte Polierin (PolierPrV 2012)
Anlage 1 Profil des Werkpoliers und der Werkpolierin

(Fundstelle: BGBl. I 2012, 1931)

Das Profil beschreibt die inhaltlichen Standards, die für eine
Zulassung zur Prüfung zum Geprüften Polier oder zur Geprüften Polierin
erforderlich sind. Der Werkpolier oder die Werkpolierin ist eine erste
Ebene der Fortbildung für die gewerblichen Arbeitnehmer und
Arbeitnehmerinnen der Bauwirtschaft, sie baut auf der Tätigkeit eines
Vorarbeiters oder einer Vorarbeiterin auf und verbindet die Ebene der
beruflichen Ausbildung mit der Ebene der Aufstiegsfortbildung, dem
Geprüften Polier oder der Geprüften Polierin.

Die Tätigkeiten eines Werkpoliers oder einer Werkpolierin sind die
Führung und Anleitung einer Gruppe beziehungsweise mehrerer kleinerer
Gruppen von Arbeitnehmern in Teilbereichen der Bauausführung, auch
unter eigener Mitarbeit.

Grundlage für die Qualifikation ist die Qualifizierung in den
nachfolgend beschriebenen Arbeitsgebieten und Aufgaben:

1.  Arbeitsgebiete und Aufgaben

    Der Werkpolier oder die Werkpolierin hat in verschiedenen
    Spezialqualifikationen des Hoch- und Tiefbaus insbesondere auf
    Baustellen oder in Fertigungseinrichtungen die folgenden Aufgaben als
    Führungskraft unter der Anleitung einer übergeordneten Führungskraft
    unter Berücksichtigung insbesondere betriebswirtschaftlicher und
    rechtlicher Rahmenbedingungen wahrzunehmen:

    a)  Planen, Einrichten, Vorhalten und Auflösen der Baustelle oder von
        Teilen der Baustelle,

    b)  Mitwirken beim Planen, Organisieren, Überwachen und Dokumentieren des
        Bauprozesses durch Einsatz von Arbeitskräften, Betriebsmitteln und
        Materialien zur Erstellung einer vertraglich vereinbarten Bauleistung;
        Zusammenarbeit mit den am Bau Beteiligten,

    c)  Umsetzen des betrieblichen Qualitätsmanagementsystems; Kontrollieren
        der Qualität von Bauleistungen,

    d)  Durchführen und Sicherstellen der erforderlichen Maßnahmen des
        Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes,

    e)  Führen von Mitarbeitern und Mitwirken bei Maßnahmen zur
        Personalentwicklung,

    f)  Mitwirken bei der Berufsausbildung;

2.  Berufliche Qualifikationen

    Die Beherrschung der Arbeitsgebiete und Aufgaben unter Anleitung einer
    übergeordneten Führungskraft setzt folgende berufliche Qualifikationen
    voraus:

    a)  Anwenden von Mess- und Prüfverfahren,

    b)  Ergebnisorientiertes Handeln,

    c)  Effektives Einsetzen von Personal,

    d)  Kommunikationsfähigkeit,

    e)  Erkennen von Planungs-, Prozess- und Systemzusammenhängen,

    f)  Kundenorientierung,

    g)  Befähigung zur Dokumentation,

    h)  Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung,

    i)  Fähigkeit zur Problemlösung und zur Konfliktbewältigung,

    j)  Eigeninitiative und Entscheidungsfähigkeit,

    k)  Mitarbeitermotivation,

    l)  Kritik- und Urteilsfähigkeit,

    m)  Fähigkeit zum selbstständigen Lernen,

    n)  Erkennen von betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen;

3.  Nachweis der Qualifikationen

    Die Qualifikationen sind durch ein Zeugnis eines Prüfungsausschusses
    auf der Grundlage des Regelwerkes der Tarifvertragsparteien des
    Baugewerbes, durch ein Zeugnis der zuständigen Stellen oder durch eine
    Bescheinigung insbesondere von Arbeitgebern nachzuweisen. Dabei müssen
    diese Nachweise die Breite und Tiefe der Qualifikation abbilden.

(zu den §§ 8 und 9)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/polierprv_2012/__13.html
Directory: polierprv_2012
Level: 2.0