Title: § 9

Description:
Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie (MPhG)
Abschnitt 3 - Ausbildung als Physiotherapeut
§ 9

Paragraph: 9

Content:
Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie (MPhG)
Abschnitt 3 - Ausbildung als Physiotherapeut
§ 9

(1) Die Ausbildung dauert drei Jahre und besteht aus theoretischem und
praktischem Unterricht und einer praktischen Ausbildung. Sie wird
durch staatlich anerkannte Schulen vermittelt und schließt mit der
staatlichen Prüfung ab. Schulen, die nicht an einem Krankenhaus
eingerichtet sind, haben die praktische Ausbildung im Rahmen einer
Regelung mit Krankenhäusern oder anderen geeigneten medizinischen
Einrichtungen sicherzustellen.

(2) Zur Erprobung von Ausbildungsangeboten, die der Weiterentwicklung
des Physiotherapeutenberufs unter Berücksichtigung der
berufsfeldspezifischen Anforderungen sowie moderner
berufspädagogischer Erkenntnisse dienen sollen, können die Länder von
Absatz 1 Satz 2 erster Halbsatz abweichen. Abweichungen von der
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten sind nur
zulässig, soweit sie den theoretischen und praktischen Unterricht in §
1 Absatz 1 sowie die Anlage 1 Buchstabe A der Verordnung betreffen. Es
ist dabei zulässig, den Unterricht modularisiert und
kompetenzorientiert zu gestalten. Wird von der Möglichkeit des Satzes
3 Gebrauch gemacht, kann die zuständige Behörde abweichend von § 12
Absatz 1 Satz 1 und § 13 Absatz 1 Satz 1 der Ausbildungs- und
Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten eine der Unterrichtsform
entsprechende modularisierte und kompetenzorientierte Gestaltung des
schriftlichen und mündlichen Teils der staatlichen Prüfung zulassen.
Dabei können Modulprüfungen, die nicht früher als zwei Monate vor dem
Ende der Studienzeit durchgeführt werden, mit Zustimmung der
zuständigen Behörde den schriftlichen oder mündlichen Teil der
staatlichen Prüfung ganz oder teilweise ersetzen, sofern sie den
inhaltlichen Anforderungen der §§ 12 und 13 der Ausbildungs- und
Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten entsprechen. Im Übrigen gilt
die Verordnung unverändert mit der Maßgabe, dass an die Stelle der
Schule die Hochschule tritt. Durch die Erprobung darf das Erreichen
des Ausbildungsziels nicht gefährdet werden. Die Vereinbarkeit der
Ausbildung mit der Richtlinie 2005/36/EG ist zu gewährleisten.

(3) Ziele, Dauer, Art und allgemeine Vorgaben zur Ausgestaltung der
Modellvorhaben sowie die Bedingungen für die Teilnahme sind jeweils
von den Ländern festzulegen. Die Länder stellen jeweils eine
wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Modellvorhaben im
Hinblick auf die Erreichung der Ziele sicher. Diese erfolgt auf der
Grundlage von Richtlinien, die das Bundesministerium für Gesundheit
bis zum 30. November 2009 im Bundesanzeiger bekannt macht. Ergänzend
hat die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Modellvorhaben
valide Aussagen zur Nachhaltigkeit der Modellvorhaben, die
insbesondere den dauerhaften Nutzen einer akademischen Qualifikation,
die Kostenfolgen im Gesundheitswesen oder die Auswirkungen des
Ausschlusses von Schülerinnen und Schülern mit mittlerem
Schulabschluss betreffen, zu enthalten. Duale Studiengänge, die nicht
unter Absatz 2 fallen, weil das Studium parallel zur grundständigen,
fachschulischen Ausbildung abgeleistet wird, können in die
wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Modellvorhaben
einbezogen werden.

(4) Das Bundesministerium für Gesundheit erstattet dem Deutschen
Bundestag über die Ergebnisse der Modellvorhaben nach Absatz 2
Bericht. Absatz 3 Satz 3 bis 5 gilt entsprechend. Die Länder
übermitteln dem Bundesministerium für Gesundheit auf Anforderung die
für die Erstellung des Berichts erforderlichen Ergebnisse ihrer
Auswertungen nach Absatz 3.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/mphg/__9.html
Directory: mphg
Level: 3.0