Title: § 10 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Reitsportsattlerei

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Sattler/zur Sattlerin (SaAusbV 2005)
§ 10 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Reitsportsattlerei

Paragraph: 10

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Sattler/zur Sattlerin (SaAusbV 2005)
§ 10 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Reitsportsattlerei

(1) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 16 Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag
entspricht, durchführen und mit praxisüblichen Unterlagen
dokumentieren sowie hierüber während dieser Zeit in insgesamt
höchstens 20 Minuten ein Fachgespräch führen, das aus mehreren
Gesprächsphasen bestehen kann. Für die Arbeitsaufgabe und das
Fachgespräch kommen insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen und Anpassen eines Werkstücks aus dem Bereich
    Reitsportzubehör oder Fahrsport, einschließlich Zuschneiden von Werk-
    und Hilfsstoffen nach Maßangaben, Bearbeiten mit verschiedenen
    Techniken sowie Einnähen von Beschlägen oder

2.  Anpassen, Polstern und Fertigstellen eines Sattels oder

3.  Herstellen eines Sportartikels mit Leder, einschließlich Zuschneiden
    von Werk- und Hilfsstoffen, Nähen mit verschiedenen Techniken sowie
    Polstern.

Bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe, der Dokumentation und des
Fachgesprächs soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter
Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbstständig und kundenorientiert planen und durchführen kann, dabei
Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren, Maßnahmen zur
Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum
Umweltschutz ergreifen und die für die Arbeitsaufgabe relevanten
fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der
Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Planung und Fertigung, anatomisches Anpassen sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Planung und Fertigung sowie anatomisches Anpassen soll der Prüfling
praxisbezogene Fälle mit verknüpften technologischen, mathematischen
und gestalterischen Inhalten lösen können. Dabei sollen Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, qualitätssichernde
Maßnahmen sowie kundenorientiertes Handeln einbezogen werden. Es
kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Planung und Fertigung:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Planung von Arbeitsabläufen,
    beim Herstellen von Reitsportzubehör, Fahrsportartikeln, Sätteln und
    Sportartikeln mit Leder. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
    Materialien auswählen, Polstertechniken unterscheiden, funktionelle
    Gesichtspunkte berücksichtigen und Arbeitsergebnisse kontrollieren
    kann;

2.  im Prüfungsbereich anatomisches Anpassen:

    Beschreibung der Vorgehensweise bei der Anpassung von
    Reitsportzubehör, Fahrsportartikeln und Sätteln. Dabei soll der
    Prüfling zeigen, dass er Form und Funktion von Sätteln unterscheiden
    sowie anatomische Merkmale und Bewegungsabläufe beim Polstern
    berücksichtigen kann;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Planung und Fertigung

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich anatomisches Anpassen

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Planung und Fertigung

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich anatomisches Anpassen

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht wurden. Innerhalb der schriftlichen Prüfung müssen in zwei
der Prüfungsbereiche nach Absatz 3 mindestens ausreichende Leistungen,
in dem weiteren Prüfungsbereich dürfen keine ungenügenden Leistungen
erbracht werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/saausbv_2005/__10.html
Directory: saausbv_2005
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