Title: § 7 Feldbestandsprüfung

Description:
Verordnung über den Verkehr mit Saatgut landwirtschaftlicher Arten und von Gemüsearten (SaatV)
Abschnitt 2 - Anerkennung von Saatgut
§ 7 Feldbestandsprüfung

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über den Verkehr mit Saatgut landwirtschaftlicher Arten und von Gemüsearten (SaatV)
Abschnitt 2 - Anerkennung von Saatgut
§ 7 Feldbestandsprüfung

(1) Jede Vermehrungsfläche ist im Jahr der Saatguterzeugung mindestens
einmal vor der Ernte des Saatgutes durch Feldbesichtigung auf das
Vorliegen der Anforderungen an den Feldbestand zu prüfen.

(1a) Jede Vermehrungsfläche zur Erzeugung von Vorstufen- und
Basissaatgut bei Getreide ist zusätzlich mindestens ein weiteres Mal
durch Feldbesichtigung auf das Vorliegen der Anforderungen an den
Feldbestand zu prüfen, soweit nicht mindestens eine oder mehrere
zusätzliche Feldbesichtigungen nach Absatz 2, 2a oder 3 vorgeschrieben
sind.

(2) Jede Vermehrungsfläche von Hybridsorten von Roggen ist zusätzlich

1.  bei der Erzeugung von Basissaatgut der mütterlichen Erbkomponente
    hinsichtlich der männlich sterilen Erbkomponente mindestens zweimal,

2.  bei der Erzeugung von Basissaatgut der mütterlichen Erbkomponente
    hinsichtlich der fertilen Erbkomponente und bei der Erzeugung von
    Zertifiziertem Saatgut mindestens einmal

durch Feldbesichtigung auf das Vorliegen der Anforderungen an den
Feldbestand zu prüfen; dies gilt nicht bei der Erzeugung von
Basissaatgut der väterlichen Erbkomponente.

(2a) Jede Vermehrungsfläche von Hybridsorten von Gerste zur Erzeugung
von Zertifiziertem Saatgut ist zusätzlich mindestens ein weiteres Mal
durch Feldbesichtigung auf das Vorliegen der Anforderungen an den
Feldbestand zu prüfen.

(3) Jede Vermehrungsfläche mit Hybridsorten oder Inzuchtlinien von
Mais ist zusätzlich bei der Erzeugung von Basissaatgut mindestens
dreimal und bei der Erzeugung von Zertifiziertem Saatgut mindestens
zweimal durch Feldbesichtigung auf das Vorliegen der Anforderungen an
den Feldbestand zu prüfen. Die erste Feldbesichtigung erfolgt
unmittelbar vor Erscheinen der Narbenfäden des mütterlichen
Elternteils. Ist auf der Vermehrungsfläche in einem der beiden
vorangegangenen Jahre Mais angebaut worden, so ist festzustellen, ob
der Vermehrungsbestand frei von Durchwuchs ist. Ist zur Prüfung des
zulässigen Fremdbesatzes eine Prüfung der Kolben erforderlich, so kann
nach der Ernte oder auf Antrag des Vermehrers unmittelbar vor der
Ernte eine zusätzliche Besichtigung der Kolben vorgenommen werden.

(3a) Jede Vermehrungsfläche mit Hybridsorten oder Inzuchtlinien von
Sorghum ist zusätzlich mindestens zweimal durch Feldbesichtigung auf
das Vorliegen der Anforderungen an den Feldbestand zu prüfen. Die
Feldbesichtigungen erfolgen zur Blütezeit. Ist auf der
Vermehrungsfläche in einem der beiden vorangegangenen Jahre Sorghum
angebaut worden, so ist festzustellen, ob der Vermehrungsbestand frei
von Durchwuchs ist.

(3b) Jede Vermehrungsfläche von Hybridsorten von Raps ist zusätzlich
mindestens zweimal durch Feldbesichtigung auf das Vorliegen der
Anforderungen an den Feldbestand zu prüfen. Die erste Feldbesichtigung
erfolgt unmittelbar vor der Blüte, die zweite zu Beginn der Blüte und
die dritte am Ende der Blüte.

(4) Jede Vermehrungsfläche

1.  im Überwinterungsanbau mit Kohlrübe, Futterkohl, Runkelrübe,
    Zuckerrübe und Arten von Öl- und Faserpflanzen ist zusätzlich im
    Herbst des Aussaatjahres,

2.  von Hybridsorten von Sonnenblume ist zusätzlich mindestens einmal zur
    Zeit der Blüte

durch Feldbesichtigung auf das Vorliegen der Anforderungen an den
Feldbestand zu prüfen.

(5) Bei Vermehrungsflächen mit Samenträgern aus Stecklingen setzt die
Feldbestandsprüfung voraus, dass auch der Bestand der Stecklinge im
Aussaatjahr mindestens einmal durch Feldbesichtigung auf das Vorliegen
der Anforderungen an den Feldbestand geprüft worden ist.

(6) Erweist sich der Feldbestand auf einem Teil einer
zusammenhängenden Vermehrungsfläche als für die Anerkennung nicht
geeignet, so wird der Feldbestand der restlichen Vermehrungsfläche nur
berücksichtigt, wenn er deutlich abgegrenzt worden ist.

(7) Die Anerkennungsstelle kann einen privaten Feldbestandsprüfer zur
Mitwirkung bei der Durchführung der Feldbestandsprüfung bei
Vermehrungsflächen zur Erzeugung Zertifizierten Saatgutes von
Betarüben, Futterpflanzen, Getreide sowie Öl- und Faserpflanzen
zulassen, wenn sichergestellt ist, dass

1.  der Feldbestandsprüfer über die für die Durchführung der
    Feldbestandsprüfung erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt
    und

2.  der Feldbestandsprüfer kein wirtschaftliches Interesse am Ergebnis der
    Feldbestandsprüfung hat.

Die Anerkennungsstelle hat den privaten Feldbestandsprüfer zur
gewissenhaften und unparteiischen Durchführung der Feldbestandsprüfung
unter Beachtung der Vorschriften dieser Verordnung besonders zu
verpflichten und die Verpflichtung aktenkundig zu machen.

(8) Die Anerkennungsstelle hat die Zulassung des privaten
Feldbestandsprüfers zu widerrufen, wenn dieser die Prüfungen
wiederholt oder in nicht unerheblicher Weise mangelhaft durchführt. Im
Übrigen bleiben die den §§ 48 und 49 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
entsprechenden landesrechtlichen Vorschriften unberührt.

(9) Die Anerkennungsstelle hat bei mindestens 5 vom Hundert der
Vermehrungsflächen, die durch einen privaten Feldbestandsprüfer
geprüft werden, selbst eine zusätzliche Feldbestandsprüfung
durchzuführen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/saatv/__7.html
Directory: saatv
Level: 3.0