Title: § 4 Prüfungsteil „Betriebsmanagement“

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Meister Medienproduktion Bild und Ton und Geprüfte Meisterin Medienproduktion Bild und Ton (MedienBTMstrPrV)
§ 4 Prüfungsteil „Betriebsmanagement“

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Meister Medienproduktion Bild und Ton und Geprüfte Meisterin Medienproduktion Bild und Ton (MedienBTMstrPrV)
§ 4 Prüfungsteil „Betriebsmanagement“

(1) Der Prüfungsteil „Betriebsmanagement“ umfasst die
Handlungsbereiche

1.  Führung,

2.  Organisation.

(2) Im Handlungsbereich „Führung“ soll die Fähigkeit nachgewiesen
werden, den Personalbedarf ermitteln, den Personaleinsatz entsprechend
den betrieblichen und rechtlichen Anforderungen sicherstellen und eine
systematische Personalentwicklung durchführen zu können. Dazu gehört
die Fähigkeit, Führungsaufgaben wahrzunehmen und feste wie freie
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu verantwortlichem Handeln
hinzuführen, ihre Entwicklungspotenziale einzuschätzen,
Qualifizierungsziele festzulegen sowie deren Erreichen durch
zielgerichtete Maßnahmen sicherzustellen. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Ermitteln und Bestimmen des qualitativen und quantitativen
    Personalbedarfs unter Berücksichtigung gegenwärtiger und zukünftiger
    Anforderungen,

2.  Erstellen von Anforderungsprofilen, Stellenplanungen und
    -beschreibungen sowie von Funktionsbeschreibungen, auch unter
    Beachtung des Arbeits- und Tarifrechts,

3.  Planen der Personalgewinnung, der Auswahl und des Einsatzes der
    Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter Berücksichtigung ihrer Eignung
    und Interessen sowie der betrieblichen Anforderungen,

4.  Planen, Führen und Moderieren interdisziplinärer Teams, Arbeits- und
    Projektgruppen,

5.  Anwenden von Führungs- und Kommunikationsmethoden und -mitteln zur
    Bewältigung betrieblicher Aufgaben und zum Lösen von Konflikten,

6.  Ermitteln und Bestimmen des Personalentwicklungsbedarfs sowie
    Auswählen und Anwenden der daraus folgenden Maßnahmen,

7.  Delegieren von Aufgaben und Verantwortung,

8.  Berücksichtigen der rechtlichen und organisatorischen
    Rahmenbedingungen beim Einsatz von Fremdpersonal und Fremdfirmen,

9.  Beurteilen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

(3) Im Handlungsbereich „Organisation“ soll die Fähigkeit nachgewiesen
werden, betriebliche Prozesse unter wirtschaftlichen und rechtlichen
Aspekten zu organisieren, die Betriebsfähigkeit der technischen
Systeme zu gewährleisten, den Betrieb nachhaltig zu steuern und zu
entwickeln sowie geeignete Marketingstrategien einzusetzen. In diesem
Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Analysieren des Marktes, Berücksichtigen der Rahmenbedingungen,
    Erarbeiten und Anbieten sachgerechter und wirtschaftlicher Lösungen
    sowie Umsetzen eines passenden Geschäftsmodells,

2.  Entwickeln und Einsetzen von Marketingstrategien zur Kundengewinnung,

3.  Organisieren und Optimieren betrieblicher Prozesse,

4.  Planen und optimales Einsetzen von Personal, Betriebsmitteln und
    Finanzen,

5.  Sichern der Betriebsfähigkeit technischer Systeme, Organisieren
    regelmäßiger Wartungen sowie Gewährleisten der IT- und
    Datensicherheit,

6.  Planen, Vorbereiten und Realisieren von Beschaffungen und
    Investitionen,

7.  Gewährleisten des Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes,

8.  Einhalten der für den Medienbereich geltenden Rechtsvorschriften.

(4) In den Handlungsbereichen „Führung“ und „Organisation“ ist jeweils
eine schriftliche Situationsaufgabe zu stellen und zu bearbeiten.
Qualifikationsinhalte des jeweils anderen Handlungsbereichs sollen
dabei berücksichtigt werden. Die Bearbeitungsdauer der
Situationsaufgaben soll jeweils mindestens drei Stunden, insgesamt
nicht mehr als sieben Stunden betragen.

(5) Im Handlungsbereich „Führung“ ist eine weitere Situationsaufgabe
Gegenstand eines Rollenspiels mit anschließender Reflektion. In der
Situationsaufgabe soll nachgewiesen werden, betriebsbezogen und
situationsgerecht mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen kommunizieren
und diese führen zu können. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Erfassen und Analysieren von komplexen Situationen,

2.  Vorbereiten und Führen zielgerichteter Gespräche,

3.  Erfassen weiterer Informationen im Gesprächsverlauf,

4.  Eingehen auf Gesprächspartner,

5.  Entwickeln und Einbringen von Lösungsansätzen,

6.  Zusammenfassen der Gesprächsergebnisse,

7.  Reflektieren des eigenen Gesprächsverhaltens und Ableiten von
    Schlussfolgerungen.

Das Rollenspiel mit anschließender Reflektion soll höchstens 30
Minuten dauern. Der zu prüfenden Person ist nach Übergabe einer
dokumentierten Aufgabenstellung eine Vorbereitungszeit von 30 Minuten
einzuräumen.

(6) Wurde in nicht mehr als einer der beiden schriftlichen
Situationsaufgaben eine mangelhafte Prüfungsleistung erbracht, ist
eine mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer ungenügenden
Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Bewertung der
Prüfungsleistung zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der
schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/medienbtmstrprv/__4.html
Directory: medienbtmstrprv
Level: 2.0