Title: § 22b

Description:
Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO)
Zweiter Teil - Berufsbildung im Handwerk
Erster Abschnitt - Berechtigung zum Einstellen und Ausbilden
§ 22b

Paragraph: 22b

Content:
Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO)
Zweiter Teil - Berufsbildung im Handwerk
Erster Abschnitt - Berechtigung zum Einstellen und Ausbilden
§ 22b

(1) Fachlich geeignet ist, wer die beruflichen sowie die berufs- und
arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt,
die für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte erforderlich sind.

(2) In einem zulassungspflichtigen Handwerk besitzt die fachliche
Eignung, wer

1.  die Meisterprüfung in dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem
    ausgebildet werden soll, oder in einem mit diesem verwandten Handwerk
    bestanden hat oder

2.  in dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem ausgebildet werden soll,
    oder in einem mit diesem verwandten Handwerk

    a)  die Voraussetzungen zur Eintragung in die Handwerksrolle nach § 7
        erfüllt oder

    b)  eine Ausübungsberechtigung nach § 7a oder § 7b erhalten hat oder

    c)  eine Ausnahmebewilligung nach § 8 oder nach § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1
        erhalten hat

und den Teil IV der Meisterprüfung oder eine gleichwertige andere
Prüfung, insbesondere eine Ausbildereignungsprüfung auf der Grundlage
einer nach § 30 Abs. 5 des Berufsbildungsgesetzes erlassenen
Rechtsverordnung, bestanden hat.

(3) In einem zulassungsfreien Handwerk oder einem handwerksähnlichen
Gewerbe besitzt die für die fachliche Eignung erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, wer

1.  die Meisterprüfung in dem zulassungsfreien Handwerk oder in dem
    handwerksähnlichen Gewerbe, in dem ausgebildet werden soll, bestanden
    hat,

2.  die Gesellen- oder Abschlussprüfung in einer dem Ausbildungsberuf
    entsprechenden Fachrichtung bestanden hat,

3.  eine anerkannte Prüfung an einer Ausbildungsstätte oder vor einer
    Prüfungsbehörde oder eine Abschlussprüfung an einer staatlichen oder
    staatlich anerkannten Schule in einer dem Ausbildungsberuf
    entsprechenden Fachrichtung bestanden hat,

4.  eine Abschlussprüfung an einer deutschen Hochschule in einer dem
    Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung bestanden hat oder

5.  eine Gleichwertigkeitsfeststellung nach § 51g oder einen
    Bildungsabschluss besitzt, dessen Gleichwertigkeit nach anderen
    rechtlichen Regelungen festgestellt worden ist

und im Falle der Nummern 2 bis 5 eine angemessene Zeit in seinem Beruf
praktisch tätig gewesen ist. Der Abschlussprüfung an einer deutschen
Hochschule gemäß Satz 1 Nr. 4 gleichgestellt sind Diplome nach § 7
Abs. 2 Satz 4. Für den Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten finden die auf der Grundlage
des § 30 Abs. 5 des Berufsbildungsgesetzes erlassenen
Rechtsverordnungen Anwendung.

(4) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz kann nach
Anhörung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung
durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates
bedarf, bestimmen, dass der Erwerb berufs- und arbeitspädagogischer
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten gesondert nachzuweisen ist.
Dabei können Inhalt, Umfang und Abschluss der Maßnahmen für den
Nachweis geregelt werden. Das Bestehen des Teils IV der Meisterprüfung
gilt als Nachweis.

(5) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann Personen, die die
Voraussetzungen der Absätze 2, 3 und 4 nicht erfüllen, die fachliche
Eignung nach Anhören der Handwerkskammer widerruflich zuerkennen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/__22b.html
Directory: hwo
Level: 4.0