Title: § 32b (zu § 24 Absatz 2 Nummer 1 bis 3 des Weingesetzes)

Description:
Weinverordnung (WeinV 1995)
Abschnitt 5 - Bezeichnung und Aufmachung
§ 32b (zu § 24 Absatz 2 Nummer 1 bis 3 des Weingesetzes)

Paragraph: 32b

Content:
Weinverordnung (WeinV 1995)
Abschnitt 5 - Bezeichnung und Aufmachung
§ 32b (zu § 24 Absatz 2 Nummer 1 bis 3 des Weingesetzes)

(1) Die Bezeichnung „Erstes Gewächs“ darf nur verwendet werden, wenn
es sich um Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung der Weinart
Weißwein oder Rotwein handelt und

1.  eine einzige Rebsorte angegeben wird,

2.  er ausschließlich aus Weintrauben von zum Gebietsprofil passenden und
    in der jeweiligen Produktspezifikation festgelegten Rebsorten
    hergestellt worden ist, ausgenommen die zur Süßung verwendeten
    Erzeugnisse,

3.  die zur Herstellung verwendeten Weintrauben von Flächen stammen, deren
    Ertrag

    a)  60 Hektoliter je Hektar oder

    b)  70 Hektoliter je Hektar, soweit die verwendeten Weintrauben von
        Steillagenflächen im Sinne des § 34b Absatz 1 stammen,

    an Traubenmost nicht überschritten hat,

4.  die zur Herstellung verwendeten Weintrauben unter Berücksichtigung
    ihres Gesundheits- und Reifezustands selektiv gelesen worden sind,

5.  der zur Herstellung verwendete Traubenmost in den Anbaugebieten Mosel,
    Saale-Unstrut und Sachsen einen natürlichen Mindestalkoholgehalt von
    mindestens 10,5 Volumenprozent sowie in allen übrigen Anbaugebieten
    von mindestens 11,0 Volumenprozent aufweist,

6.  eine Einzellage oder eine kleinere geografische Einheit nach § 23
    Absatz 1 Nummer 2 des Weingesetzes angegeben wird,

7.  der Jahrgang angegeben wird,

8.  er die nach den Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft oder der
    Europäischen Union bei Wein geltenden Anforderungen für die Verwendung
    der Geschmacksangabe „trocken“ einhält,

9.  eine Geschmacksangabe nicht verwendet wird,

10. er nicht vor dem 1. März des auf das Erntejahr der verwendeten Trauben
    folgenden Jahres an Endverbraucher abgegeben wird,

11. eine Prädikatsangabe in der Kennzeichnung nicht verwendet wird.

In der jeweiligen Produktspezifikation kann festgelegt werden, dass
der Wein besondere gebiets- und rebsortentypische Merkmale aufweisen
muss und einer nach Zeitpunkt, Bedingungen und Verfahren festgelegten
gesonderten sensorischen Prüfung unterliegt.

(2) Die Bezeichnung „Großes Gewächs“ darf nur verwendet werden, wenn
es sich um Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung der Weinart
Weißwein oder Rotwein handelt und

1.  die Anforderungen nach Absatz 1 Nummer 1, 2, 5 bis 9 und 11 erfüllt
    sind,

2.  die zur Herstellung verwendeten Weintrauben von Flächen stammen, deren
    Ertrag

    a)  50 Hektoliter je Hektar oder

    b)  60 Hektoliter je Hektar, soweit die verwendeten Weintrauben von
        Steillagenflächen im Sinne des § 34b Absatz 1 stammen,

    an Traubenmost nicht überschritten hat,

3.  die zur Herstellung verwendeten Weintrauben von Hand gelesen worden
    sind,

4.  er zum Zeitpunkt einer in der jeweiligen Produktspezifikation
    festgelegten gesonderten Prüfung, die nicht später als sechs Monate
    nach Zuteilung einer amtlichen Prüfungsnummer erfolgen darf, die
    besonderen gebiets- und rebsortentypischen sensorischen Merkmale
    aufweist und

5.  er nicht vor dem 1. September des auf das Erntejahr der verwendeten
    Trauben folgenden Jahres an Endverbraucher abgegeben wird. Für
    Rotweine verlängert sich diese Frist um neun Monate.

(3) In der jeweiligen Produktspezifikation können zusätzliche und
strengere Anforderungen für die Verwendung der Bezeichnung „Erstes
Gewächs“ und „Großes Gewächs“ festgelegt werden, soweit dies
erforderlich ist, um regionalen Gegebenheiten Rechnung zu tragen,
insbesondere hinsichtlich

1.  der erforderlichen natürlichen Mindestalkoholgehalte der verwendeten
    Traubenmoste,

2.  der maximalen Erträge je Hektar,

3.  der Abgrenzung oder Anmeldung besonderer Anbauflächen.

(4) Bestehende Bezeichnungen, die die Begriffe „Erstes Gewächs“ oder
„Großes Gewächs“ enthalten, dürfen weiterverwendet werden, wenn sie
die in den Absätzen 1 bis 3 genannten Mindestanforderungen erfüllen.
Soweit die nach Absatz 1 Nummer 2 und Absatz 2 Nummer 4 vorgesehenen
Festlegungen in den Produktspezifikationen noch nicht getroffen sind,
sind die entsprechenden verbandsinternen oder betrieblich festgelegten
Anforderungen an die bestehenden Bezeichnungen weiter anzuwenden.

Weitere Bestimmungen für Classic

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/weinv_1995/__32b.html
Directory: weinv_1995
Level: 3.0