Title: § 2 Erhebungseinheiten und Begriffsbestimmungen

Description:
Gesetz über den registergestützten Zensus im Jahre 2011 (ZensG 2011)
Abschnitt 1 - Allgemeine Regelungen
§ 2 Erhebungseinheiten und Begriffsbestimmungen

Paragraph: 2

Content:
Gesetz über den registergestützten Zensus im Jahre 2011 (ZensG 2011)
Abschnitt 1 - Allgemeine Regelungen
§ 2 Erhebungseinheiten und Begriffsbestimmungen

(1) Erhebungseinheiten der Bevölkerungszählung sind Personen und
Haushalte. Zur Bevölkerung zählen

1.  die nach den melderechtlichen Vorschriften zum Berichtszeitpunkt
    meldepflichtigen Personen,

2.  die im Ausland tätigen Angehörigen der Bundeswehr, der Polizeibehörden
    und des Auswärtigen Dienstes (§ 2 des Gesetzes über den Auswärtigen
    Dienst) sowie ihre dort ansässigen Familien.

Nicht zur Bevölkerung zählen Angehörige ausländischer Streitkräfte,
diplomatischer und berufskonsularischer Vertretungen. Einen Haushalt
bilden alle Personen, die gemeinsam wohnen. Wer allein wohnt, bildet
einen eigenen Haushalt. Personen mit mehreren Wohnungen werden an
jedem Wohnort erfasst und einem Haushalt zugeordnet.

(2) Die amtliche Einwohnerzahl einer Gemeinde ist die Gesamtzahl der
Personen, die ihren üblichen Aufenthaltsort in der Gemeinde haben. Der
übliche Aufenthaltsort einer Person ist der Ort, an dem sie nach den
melderechtlichen Vorschriften mit nur einer alleinigen Wohnung oder
mit ihrer Hauptwohnung gemeldet sein sollte. Bei den im Ausland
tätigen Angehörigen der Bundeswehr, der Polizeibehörden und des
Auswärtigen Dienstes sowie ihrer dort ansässigen Familien ist anstelle
des Aufenthaltsortes der Staat des Aufenthaltes anzugeben.

(3) Erhebungseinheiten der Gebäude- und Wohnungszählung sind Gebäude
mit Wohnraum, bewohnte Unterkünfte und Wohnungen. Ausgenommen sind
Gebäude, Unterkünfte und Wohnungen, die von ausländischen Staaten oder
Angehörigen ausländischer Streitkräfte, diplomatischer oder
berufskonsularischer Vertretungen genutzt werden und auf Grund
internationaler Vereinbarungen unverletzlich sind.

(4) Unter „Wohnung“ sind nach außen abgeschlossene, zu Wohnzwecken
bestimmte, in der Regel zusammenliegende Räume zu verstehen, die die
Führung eines eigenen Haushalts ermöglichen und zum Berichtszeitpunkt
nicht vollständig für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Zur Wohnung
gehören auch gesondert liegende zu Wohnzwecken ausgebaute Keller- oder
Bodenräume (zum Beispiel Mansarden). Eine Wohnung muss nicht
notwendigerweise eine Küche oder Kochnische enthalten. Wohnungen haben
einen eigenen Eingang unmittelbar vom Treppenhaus, von einem Vorraum
oder von außen, das heißt, dass die Bewohner ihre Wohnung betreten und
verlassen können, ohne durch die Wohnung eines anderen Haushalts gehen
zu müssen.

(5) Sonderbereiche sind Gemeinschafts-, Anstalts- und Notunterkünfte,
Wohnheime und ähnliche Unterkünfte. Unter Gemeinschafts- und
Anstaltsunterkünften sind Einrichtungen zu verstehen, die der in der
Regel längerfristigen Unterbringung und Versorgung von Personen mit
einem spezifischen Unterbringungsbedarf dienen. Anschriften, unter
denen Wohnungslose gemeldet sind, werden als Notunterkünfte gezählt.
Sensible Sonderbereiche sind Bereiche, bei denen die Information über
die Zugehörigkeit für Betroffene die Gefahr einer sozialen
Benachteiligung hervorrufen könnte. Anschriften, unter denen Personen
auf Grund der Meldepflichten für Personen in Krankenhäusern, Heimen
und ähnlichen Einrichtungen gemeldet sind, werden den Sonderbereichen
zugeordnet.

(6) Soweit Erhebungen auf Kreise, Gemeindeverbände unterhalb der
Kreisebene und Gemeinden sowie Teile von Städten Bezug nehmen, werden
der Gebietsstand und die in § 5 des Bevölkerungsstatistikgesetzes
geregelte Bevölkerungsfortschreibung mit Stand vom 31. Dezember 2009
zugrunde gelegt. Davon kann abgewichen werden, wenn und soweit es
innerhalb der Länder bis zur Stichprobenziehung zu Gebietsreformen
kommt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zensg_2011/__2.html
Directory: zensg_2011
Level: 3.0