Title: § 25 Flugkorridore

Description:
Zweite Verordnung zur Durchführung des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeV 2)
Teil 2 - Feststellung der Eignung
Kapitel 2 - Vorgaben für das spätere Vorhaben
Abschnitt 1 - Allgemeines
Unterabschnitt 4 - Besondere Vorschriften für die Sicherheit und Leichtigkeit des Luftverkehrs
§ 25 Flugkorridore

Paragraph: 25

Content:
Zweite Verordnung zur Durchführung des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeV 2)
Teil 2 - Feststellung der Eignung
Kapitel 2 - Vorgaben für das spätere Vorhaben
Abschnitt 1 - Allgemeines
Unterabschnitt 4 - Besondere Vorschriften für die Sicherheit und Leichtigkeit des Luftverkehrs
§ 25 Flugkorridore

(1) Der Träger des Vorhabens hat für ein Hubschrauberlandedeck nach §
24 in der jeweiligen Fläche Flugkorridore nach Absatz 2 und den
Absätzen 5 bis 11 vorzusehen, wenn die nach Kapitel 4 Anhang 14 Band
II zum Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt jeweils
erforderliche Hindernisfreiheit in der Fläche nicht gewährleistet
werden kann.

(2) Flugkorridore sind so zu planen, dass die im
Flächenentwicklungsplan festgelegten benachbarten Flächen möglichst
wenig beeinträchtigt werden. Die Anzahl der Flugkorridore ist so zu
bemessen, dass jeweils ein sicherer Betrieb des Hubschrauberlandedecks
gewährleistet ist.

(3) Der Träger des Vorhabens hat sicherzustellen, dass dem Dritten
entsprechend dem Absatz 1 die Einrichtung von Flugkorridoren auf der
Fläche möglich ist, wenn durch die mit dem Offshore-Windpark des
Trägers des Vorhabens geschaffenen Hindernisse

1.  Hindernisbegrenzungsflächen eines Hubschrauberlandedecks einer im
    Flächenentwicklungsplan festgelegten Konverter- oder Umspannplattform
    eines Dritten beeinträchtigt werden können oder

2.  Hindernisbegrenzungsflächen eines in den Planunterlagen eines
    Planfeststellungsverfahrens zum Stand der ortsüblichen Bekanntmachung
    der Planauslegung nach § 73 Absatz 5 Satz 1 des
    Verwaltungsverfahrensgesetzes festgelegten Hubschrauberlandedecks
    eines Dritten beeinträchtigt werden können.

Der Träger des Vorhabens hat sich hinsichtlich der Ausrichtung und
Dimensionierung der Flugkorridore des Dritten mit diesem abzustimmen.

(4) Befinden sich bereits Flugkorridore des Hubschrauberlandedecks
eines Dritten auf der jeweiligen Fläche oder sind entsprechende
Vorhaben bereits planfestgestellt, hat der Träger des Vorhabens für
die betreffenden Bereiche die Hindernisfreiheit nach Absatz 5 und nach
den Absätzen 8 bis 11 sicherzustellen.

(5) Für die Einrichtung der Flugkorridore sind die folgenden
Vorschriften einzuhalten:

1.[^F820004_20_BJNR005800022BJNE002700000]
  bis zum Inkrafttreten des „Standard Offshore-Luftfahrt für die
    deutsche ausschließliche Wirtschaftszone“
    des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr die Regelungen der
    Sätze 2 bis 5 sowie der Absätze 6 bis 11,

2.[^F820004_21_BJNR005800022BJNE002700000]
  nach dem Inkrafttreten des „Standard Offshore-Luftfahrt für die
    deutsche ausschließliche Wirtschaftszone“
    des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr dessen Bestimmungen.

Die Flugkorridore sind grundsätzlich von jeglicher Bebauung oberhalb
der Wasseroberfläche freizuhalten. In die Flugkorridore dürfen
grundsätzlich keine Teile von Bauwerken hineinragen. In begründeten
Ausnahmefällen kann die Errichtung von Hindernissen im Flugkorridor
oder die Einrichtung eines Flugkorridors trotz vorhandener Hindernisse
durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mit Zustimmung
des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr zugelassen werden.
Flugkorridore dürfen nicht über die Grenzen der deutschen
ausschließlichen Wirtschaftszone hinaus angelegt werden.

(6) Die Korridorachse eines Flugkorridors zu oder von einer Offshore-
Plattform soll derart ausgerichtet werden, dass An- und Abflüge mit
Rückenwind vermieden und Querwindbedingungen minimiert werden können
sowie ein sicheres Durchstarten möglich ist. Ein Flugkorridor ist auf
seiner gesamten Länge geradlinig zu planen; dabei sind
Überschneidungen mit benachbarten Flugkorridoren grundsätzlich nicht
zulässig. Die jeweilige Korridorachse beginnt im Mittelpunkt der FATO.

(7) Die An- und Abfluggrundlinien entsprechen dem Verlauf der
jeweiligen Korridorachse.

(8) Die Länge des Flugkorridors ist entlang der jeweiligen
Korridorachse auf Höhe der FATO zu bestimmen. Diese Strecke beginnt am
Innenrand nach Absatz 10 Nummer 1 und endet an dem Punkt, an dem eine
ebenfalls an dieser Stelle beginnende und mit einer konstanten Neigung
von 4,5 Prozent ansteigende Gerade einen der folgenden
Vertikalabstände von der Korridorachse aufweist, der größere der
beiden Überhöhungswerte ist maßgeblich:

1.  eine Überhöhung von 152 Metern oder

2.  eine Überhöhung, die der Summe aus dem höchsten Hindernis in dem für
    den An- oder Abflug relevanten Bereich und einem Sicherheitszuschlag
    von mindestens 61 Metern entspricht.

(9) Flugkorridore bestehen aus jeweils einem Innenkorridor und zwei
diesen flankierenden Außenkorridoren.

(10) Die Begrenzungen des Innenkorridors bestehen aus

1.  einem horizontalen Innenrand in der Breite der FATO, der am Außenrand
    der FATO beginnt und rechtwinklig zur Korridorachse verläuft,

2.  zwei Seitenrändern, die mit einer Divergenz von 15 Prozent bis zu
    einer Breite von 200 Metern auseinanderlaufen,

3.  einem horizontalen Außenrand, der in einer festgelegten Höhe relativ
    zur FATO rechtwinklig zur Korridorachse verläuft.

(11) Die Breite der Außenkorridore beträgt jeweils mindestens 200
Meter. Besteht die Hinderniskulisse entlang der Flugkorridore aus
Windenergieanlagen, so beträgt die Breite der beiden Außenkorridore
jeweils drei Rotorradien der größten an den Flugkorridor angrenzenden
Windenergieanlage, unabhängig davon, an welcher Flanke des
Flugkorridors diese steht.

    Amtlicher Hinweis: Nach Veröffentlichung zu beziehen beim Bundesamt
    für Seeschifffahrt und Hydrographie, Bernhard-Nocht-Straße 78, 20359
    Hamburg.
[^F820004_20_BJNR005800022BJNE002700000]:     Amtlicher Hinweis: Nach Veröffentlichung zu beziehen beim Bundesamt
    für Seeschifffahrt und Hydrographie, Bernhard-Nocht-Straße 78, 20359
    Hamburg.
[^F820004_21_BJNR005800022BJNE002700000]:

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/windseev_2/__25.html
Directory: windseev_2
Level: 6.0