Title: § 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Mechatronik (IndMechaAusbV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Paragraph: 1

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Mechatronik (IndMechaAusbV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

(1) Die zuständige Stelle kann berufliche Fortbildungsprüfungen zum
Geprüften Industriemeister/zur Geprüften Industriemeisterin -
Fachrichtung Mechatronik nach den §§ 2 bis 9 durchführen, in denen die
auf einen beruflichen Aufstieg abzielende Erweiterung der beruflichen
Handlungsfähigkeit nachzuweisen ist.

(2) Ziel der Prüfung ist der Nachweis der Qualifikation zum Geprüften
Industriemeister/zur Geprüften Industriemeisterin - Fachrichtung
Mechatronik und damit die Befähigung:

1.  in Betrieben unterschiedlicher Größe und Branchenzugehörigkeit sowie
    in unterschiedlichen Bereichen und Tätigkeitsfeldern eines Betriebes
    Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben wahrzunehmen und

2.  sich auf verändernde mechatronische Systeme, auf sich verändernde
    Strukturen der Arbeitsorganisation und auf neue Methoden der
    Organisationsentwicklung, der Personalführung und -entwicklung
    flexibel einzustellen sowie den technisch-organisatorischen Wandel im
    Betrieb mitzugestalten.

3) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob die Qualifikation vorhanden
ist, in den betrieblichen Funktionsfeldern "Maschinen-/Anlagenbau und
-betrieb", "Montage und Inbetriebnahme" sowie "Betriebserhaltung und
Service" insbesondere folgende in Zusammenhang stehende Aufgaben eines
Geprüften Industriemeisters/einer Geprüften Industriemeisterin -
Fachrichtung Mechatronik wahrnehmen zu können:

1.  Produktions- und Prozessabläufe mechatronischer Produkte und Systeme
    überwachen; über den Einsatz von Ressourcen bei der Integration und
    dem Betrieb mechatronischer Produkte und Systeme entscheiden;
    technische Schnittstellenprobleme bei heterogenen Komponenten und
    komplexen Aufgaben lösen; Systeme konfigurieren und parametrieren
    sowie deren Funktionalität auch als Elektrofachkraft in Betrieb nehmen
    und sicherstellen; Kundenanfragen, Fehlermeldungen und
    Kundenreklamationen aufnehmen und bewerten; technische Voraussetzungen
    und Realisierbarkeit mechatronischer Problemlösungen klären; Lösungen
    erarbeiten und implementieren; das Konfigurations- und
    Änderungsmanagement überwachen; Service- und
    Kundenunterstützungsleistungen intern und vor Ort bei Kunden
    konzipieren und durchführen einschließlich Teleservice; Systemtests
    bei und mit Kunden betreuen und begleiten; Audits und
    Qualitätssicherungsmaßnahmen betreuen und durchführen; technische
    Störungen und Qualitätssicherungsaktivitäten dokumentieren;
    Wirtschaftlichkeit und Kundenorientierung sicherstellen; Arbeitsplätze
    nach ergonomischen Gesichtspunkten gestalten und die Arbeitsstätten
    unter Beachtung entsprechender Vorschriften, Verordnungen und Normen
    einrichten; technische Weiterentwicklungen im Unternehmen umsetzen,
    Neuanläufe organisieren und überwachen; für den Werterhalt von
    Materialien und Produkten bei Transport und Lagerung Verantwortung
    tragen; Material, Bau- und Ersatzteile disponieren; bei der
    Entwicklung von Vorschlägen für neue technische Konzepte mitarbeiten
    und den ständigen Arbeits- und Produktionsverbesserungsprozess
    mitgestalten; bei der Festlegung von Qualitätszielen und
    -anforderungen für Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse
    und ihrer Umsetzung mitwirken;

2.  Arbeitsabläufe einschließlich des Einsatzes von Material und
    Betriebsmitteln planen und sich an der Planung und Umsetzung neuer
    Arbeitstechniken beteiligen; das Projektmanagement durchführen,
    Kostenpläne aufstellen, die Kostenentwicklung überwachen und auf einen
    wirtschaftlichen Ablauf achten; bei der Auswahl und Beschaffung von
    Maschinen, Anlagen und Einrichtungen mitwirken; Qualitäts- und
    Quantitätsvorgaben planen und für die Einhaltung der Termine sorgen;
    die Instandhaltung in Abstimmung mit den zuständigen Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen sowie den beteiligten betrieblichen Bereichen
    koordinieren und überwachen; Gefährdungsbeurteilungen durchführen, in
    enger Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Vorgesetzten und der
    Sicherheitsfachkraft die Einhaltung der Arbeitssicherheits-, Umwelt-
    und Gesundheitsvorschriften gewährleisten, rechtzeitig und angemessen
    Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie beteiligte betriebliche
    Bereiche informieren und unterweisen sowie die Maßnahmen
    dokumentieren; in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen übergeordnete Planungsgruppen beraten sowie Daten und
    Ergebnisse aus dem Verantwortungsbereich in die Planungsprozesse
    einbringen;

3.  die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Sinne der Unternehmensziele
    führen und ihnen Aufgaben unter Berücksichtigung der Vorgaben, nach
    betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und unter Abwägung ihrer
    individuellen Eignung, Kompetenzen und Interessen zuordnen; die
    Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu selbstständigem, verantwortlichem
    Handeln anleiten, deren Motivation fördern und sie an
    Entscheidungsprozessen beteiligen; bei der Planung des Personalbedarfs
    und bei Stellenbesetzungen mitwirken; den Personalbedarf im externen
    Serviceeinsatz feststellen und Personal befristet einstellen;
    Arbeitsgruppen betreuen und moderieren; die zielorientierte
    Kooperation und Kommunikation zwischen und mit den Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen sowie mit Kunden, Führungskräften und dem Betriebsrat
    fördern; Einzelne und Gruppen beurteilen sowie die
    Personalentwicklung, eine systematische Weiterbildung und die
    Innovationsbereitschaft fördern; neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
    in ihre Arbeitsbereiche einführen; die Ausbildung der zugeteilten
    Auszubildenden verantworten; die Qualitätsmanagementziele im
    zuständigen Bereich kontinuierlich umsetzen und das
    Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fördern;
    Kunden schulen, beraten und unterstützen; die Kundenzufriedenheit
    fördern; die technische Einweisung und Sicherheitsunterweisung beim
    Kunden durchführen und dokumentieren; den Übergabe- und Abnahmeprozess
    gemeinsam mit dem Kunden planen und durchführen.

(4) Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten Abschluss
Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung
Mechatronik.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indmechaausbv/__1.html
Directory: indmechaausbv
Level: 2.0