Title: § 80 Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen

Description:
Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (GEG)
Teil 5 - Energieausweise
§ 80 Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen

Paragraph: 80

Content:
Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (GEG)
Teil 5 - Energieausweise
§ 80 Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen

(1) Wird ein Gebäude errichtet, ist ein Energiebedarfsausweis unter
Zugrundelegung der energetischen Eigenschaften des fertiggestellten
Gebäudes auszustellen. Der Eigentümer hat sicherzustellen, dass der
Energieausweis unverzüglich nach Fertigstellung des Gebäudes
ausgestellt und ihm der Energieausweis oder eine Kopie hiervon
übergeben wird. Die Sätze 1 und 2 sind für den Bauherren entsprechend
anzuwenden, wenn der Eigentümer nicht zugleich Bauherr des Gebäudes
ist. Der Eigentümer hat den Energieausweis der nach Landesrecht
zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen.

(2) Werden bei einem bestehenden Gebäude Änderungen im Sinne des § 48
ausgeführt, ist ein Energiebedarfsausweis unter Zugrundelegung der
energetischen Eigenschaften des geänderten Gebäudes auszustellen, wenn
unter Anwendung des § 50 Absatz 1 und 2 für das gesamte Gebäude
Berechnungen nach § 50 Absatz 3 durchgeführt werden. Absatz 1 Satz 2
bis 4 ist entsprechend anzuwenden.

(3) Soll ein mit einem Gebäude bebautes Grundstück oder Wohnungs- oder
Teileigentum verkauft, ein Erbbaurecht an einem bebauten Grundstück
begründet oder übertragen oder ein Gebäude, eine Wohnung oder eine
sonstige selbständige Nutzungseinheit vermietet, verpachtet oder
verleast werden, ist ein Energieausweis auszustellen, wenn nicht
bereits ein gültiger Energieausweis für das Gebäude vorliegt. In den
Fällen des Satzes 1 ist für Wohngebäude, die weniger als fünf
Wohnungen haben und für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977
gestellt worden ist, ein Energiebedarfsausweis auszustellen. Satz 2
ist nicht anzuwenden, wenn das Wohngebäude

1.  schon bei der Baufertigstellung das Anforderungsniveau der
    Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 (BGBl. I S. 1554) erfüllt
    hat oder

2.  durch spätere Änderungen mindestens auf das in Nummer 1 bezeichnete
    Anforderungsniveau gebracht worden ist.

Bei der Ermittlung der energetischen Eigenschaften des Wohngebäudes
nach Satz 3 können die Bestimmungen über die vereinfachte
Datenerhebung nach § 50 Absatz 4 angewendet werden.

(4) Im Falle eines Verkaufs oder der Bestellung eines Rechts im Sinne
des Absatzes 3 Satz 1 hat der Verkäufer oder der Immobilienmakler dem
potenziellen Käufer spätestens bei der Besichtigung einen
Energieausweis oder eine Kopie hiervon vorzulegen. Die Vorlagepflicht
wird auch durch einen deutlich sichtbaren Aushang oder ein deutlich
sichtbares Auslegen während der Besichtigung erfüllt. Findet keine
Besichtigung statt, haben der Verkäufer oder der Immobilienmakler den
Energieausweis oder eine Kopie hiervon dem potenziellen Käufer
unverzüglich vorzulegen. Der Energieausweis oder eine Kopie hiervon
ist spätestens dann unverzüglich vorzulegen, wenn der potenzielle
Käufer zur Vorlage auffordert. Unverzüglich nach Abschluss des
Kaufvertrages hat der Verkäufer oder der Immobilienmakler dem Käufer
den Energieausweis oder eine Kopie hiervon zu übergeben. Im Falle des
Verkaufs eines Wohngebäudes mit nicht mehr als zwei Wohnungen hat der
Käufer nach Übergabe des Energieausweises ein informatorisches
Beratungsgespräch zum Energieausweis mit einer nach § 88 zur
Ausstellung von Energieausweisen berechtigten Person zu führen, wenn
ein solches Beratungsgespräch als einzelne Leistung unentgeltlich
angeboten wird.

(5) Im Falle einer Vermietung, Verpachtung oder eines Leasings im
Sinne des Absatzes 3 Satz 1 ist für den Vermieter, den Verpächter, den
Leasinggeber oder den Immobilienmakler Absatz 4 Satz 1 bis 5
entsprechend anzuwenden.

(6) Der Eigentümer eines Gebäudes, in dem sich mehr als 250
Quadratmeter Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr befinden, der auf
behördlicher Nutzung beruht, hat sicherzustellen, dass für das Gebäude
ein Energieausweis ausgestellt wird. Der Eigentümer hat den nach Satz
1 ausgestellten Energieausweis an einer für die Öffentlichkeit gut
sichtbaren Stelle auszuhängen. Wird die in Satz 1 genannte Nutzfläche
nicht oder nicht überwiegend vom Eigentümer selbst genutzt, so trifft
die Pflicht zum Aushang des Energieausweises den Nutzer. Der
Eigentümer hat ihm zu diesem Zweck den Energieausweis oder eine Kopie
hiervon zu übergeben. Zur Erfüllung der Pflicht nach Satz 2 ist es
ausreichend, von einem Energieausweis nur einen Auszug nach dem Muster
gemäß § 85 Absatz 8 auszuhängen.

(7) Der Eigentümer eines Gebäudes, in dem sich mehr als 500
Quadratmeter Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr befinden, der
nicht auf behördlicher Nutzung beruht, hat einen Energieausweis an
einer für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Stelle auszuhängen, sobald
für das Gebäude ein Energieausweis vorliegt. Absatz 6 Satz 3 bis 5 ist
entsprechend anzuwenden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__80.html
Directory: geg
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