Title: § 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Wasserbaumeister/Geprüfte Wasserbaumeisterin (WasBauPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Paragraph: 1

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Wasserbaumeister/Geprüfte Wasserbaumeisterin (WasBauPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

(1) Die zuständige Stelle kann berufliche Fortbildungsprüfungen zum
Geprüften Wasserbaumeister/zur Geprüften Wasserbaumeisterin nach den
§§ 2 bis 9 durchführen, in denen die auf einen beruflichen Aufstieg
abzielende Erweiterung der beruflichen Handlungsfähigkeit nachzuweisen
ist.

(2) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob die notwendigen
Qualifikationen und Erfahrungen vorhanden sind, um die Aufgaben der
Planung und des Baus sowie des Betriebs und der Unterhaltung
schiffbarer und nicht schiffbarer Gewässer, im Insel- und
Küstenschutz, an Talsperren, Speichern und Rückhaltebecken sowie im
Hochwasserschutz und der Eisabwehr verantwortlich wahrzunehmen. Ziel
der Prüfung ist der Nachweis der Qualifikation zum Geprüften
Wasserbaumeister/zur Geprüften Wasserbaumeisterin und damit die
Befähigung:

1.  in Verwaltungen, Verbänden und Unternehmen unterschiedlicher
    Branchenzugehörigkeit mit wasserbaulichen oder wasserwirtschaftlichen
    Aufgabenstellungen komplexe Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben
    unter Anwendung von Rechtsvorschriften verantwortungsvoll
    wahrzunehmen,

2.  die Schnittstellenfunktion zwischen den technischen,
    betriebswirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen wahrzunehmen,

3.  ökonomische, ökologische und sozialverträgliche Aspekte der
    Nachhaltigkeit zu berücksichtigen,

4.  sich auf wandelnde Arbeitsmethoden, Anforderungen und Techniken in den
    unterschiedlichen Arbeitsgebieten einzustellen,

5.  die technische und ökologische Weiterentwicklung im Wasserbau und in
    der Wasserwirtschaft mitzugestalten,

6.  Entwicklungen in der Aufbau- und Arbeitsorganisation zu
    berücksichtigen und umzusetzen,

7.  Maßnahmen zur Personalentwicklung zu fördern sowie die Mitarbeiter zu
    führen,

8.  berufs- und arbeitspädagogische Qualifikationen im Rahmen der
    Berufsausbildung anzuwenden.

(3) Durch die Prüfung sind die Qualifikationen in den
Handlungsbereichen „Planung und Bau“, „Betrieb und Unterhaltung“ sowie
„Führung und Organisation“ festzustellen. Dabei soll unter
Berücksichtigung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte
eines nachhaltigen Handelns nachgewiesen werden, die folgenden
Aufgaben eines Wasserbaumeisters/einer Wasserbaumeisterin eigenständig
und verantwortlich wahrnehmen zu können:

1.  Überwachen, Prüfen und Dokumentieren des Zustandes der Gewässer und
    wasserbaulichen Anlagen sowie Erkennen von Störungen und Schäden an
    diesen und Einleiten von Maßnahmen zu deren Beseitigung,

2.  Durchführen und Überwachen von Verkehrssicherungsmaßnahmen,

3.  Erstellen und Umsetzen von Programmplanungen und Unterhaltungsplänen,

4.  Berücksichtigen und Umsetzen von Gewässerentwicklungskonzepten und
    Maßnahmeplänen,

5.  Planen, Organisieren, Überwachen und Dokumentieren von Personal-,
    Fahrzeug- und Geräteeinsätzen sowie Gewährleisten von Einsatz- und
    Betriebsbereitschaft,

6.  Planen, Vorbereiten, Ausschreiben und Vergeben von Aufträgen an
    Dritte,

7.  Überwachen, Dokumentieren und Abnehmen von Leistungen Dritter,

8.  Planen und Durchführen von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und
    Qualitätsverbesserung,

9.  Anwenden von Arbeits-, Umwelt-, Gesundheitsschutz- und
    Ergonomievorschriften,

10. Führen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

(4) Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten Abschluss
„Geprüfter Wasserbaumeister/Geprüfte Wasserbaumeisterin“.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wasbauprv/__1.html
Directory: wasbauprv
Level: 2.0