Title: § 9 Abschlußprüfung und Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Glasapparatebauer/zur Glasapparatebauerin (GlasappAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung und Gesellenprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Glasapparatebauer/zur Glasapparatebauerin (GlasappAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung und Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung und die Gesellenprüfung erstrecken sich auf
die in der Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf
den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt
höchstens 8 Stunden 4 Arbeitsproben anfertigen.
Hierfür kommen insbesondere in Betracht:

1.  zentrisches Zusammensetzen von Glasrohren unterschiedlichen
    Durchmessers,

2.  zentrisches und seitliches Zusammensetzen von Kapillarrohren ab 1 mm
    Innendurchmesser,

3.  seitliches Zusammensetzen von Glasrohren bis 20 mm Durchmesser mit
    Glaskörpern,

4.  doppelseitiges Zusammensetzen von Glasrohren mit Glaskörpern,

5.  Biegen von Glasrohren bis 25 mm Durchmesser,

6.  Einblasen eines Glaskörpers in eine Form,

7.  Einschmelzen von Glasfritten von 10 bis 40 mm Durchmesser in Glasrohre
    bis 80 mm Durchmesser,

8.  Einschmelzen von Wolframdraht bis 1,5 mm Durchmesser in
    Borosilicatglas,

9.  Wendeln von Glasrohren bis 10 mm Durchmesser von Hand auf Dorn,

10. Herstellen von Kegelhülsen und -kernen bis NS 45 mit Formwerkzeugen,

11. Anfertigen von Einweg-Kegelhähnen mit Hohlküken bis NS 21,5,

12. Fertigen von Kegelhülsen bis NS 29,2,

13. Einmessen und Markieren von Volumenmeßgeräten mit Wasser oder
    Quecksilber,

14. Einstellen des selbsttätigen Nullpunktes an Meßgeräten,

15. Justieren von Auslauföffnungen an Volumenmeßgeräten.

(3) Zum Nachweis der Kenntnisse soll der Prüfling in den
Prüfungsfächern Technologie, Technische Mathematik, Technisches
Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich und in dem
Prüfungsfach Technologie auch mündlich geprüft werden. Es kommen
Fragen und Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Technologie:

    a)  Zusammensetzung, Eigenschaften und Arten des Glases,

    b)  Tischbrenner, Handgebläse, Armaturen, Betriebsanlagen für Brenngas und
        für Luftversorgung,

    c)  Glasblasdreh-, Trenn-, Bohr-, Schleif- und Teilmaschinen,

    d)  Heißverformung,

    e)  Vakuumtechnik,

    f)  thermisches Stabilisieren,

    g)  Glasapparatekunde,

    h)  Glas- und Metallverschmelzung,

    i)  Eich- und Normvorschriften für Glasapparate,

    k)  Meßverfahren für die Volumen- und Querschnittsbestimmung von
        Glasrohren und -körpern,

    l)  Justieren und Skalieren,

    m)  Glasreinigungs-, Wachs- und Ätzmittel, Einbrennfarben und Hilfsstoffe,

    n)  Kaltbearbeiten von Glas durch Bohren, Schleifen und Polieren,

    o)  Arbeitsschutz, Unfallverhütung, Umweltschutz und rationelle
        Energieverwendung;

2.  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

    a)  Berechnen der Oberflächen, Volumen und Gewichte von Glasapparaturen
        und Volumenmeßgeräten,

    b)  Luftdruckberechnungen,

    c)  Berechnen der Flächen von Kühlern,

    d)  Berechnen der Durchlaufgeschwindigkeiten, Apparatequerschnitte und
        Strömungswiderstände;

3.  im Prüfungsfach Technisches Zeichnen:

    a)  Grundbegriffe der Normung,

    b)  Lesen und Ergänzen schwieriger Zeichnungen,

    c)  Zeichnen von Ausschnitten aus einer Vorlage,

    d)  Erläutern von Fertigungsvorschriften und Werkstückzeichnungen;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    Wirtschafts- und Sozialkunde.

    Die Fragen und Aufgaben sollen auch praxisbezogene Fälle
    berücksichtigen.

(4) Für die schriftliche Kenntnisprüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Technische Mathematik

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Technisches Zeichnen

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Die mündliche Prüfung soll nicht länger als 30 Minuten je Prüfling
dauern.

(7) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht.

(8) Innerhalb der Kenntnisprüfung hat das Prüfungsfach Technologie
gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte Gewicht.

(9) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der Fertigkeits- und
der Kenntnisprüfung sowie innerhalb der Kenntnisprüfung im
Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht
sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/glasappausbv/__9.html
Directory: glasappausbv
Level: 2.0