Title: **Biopersistente Fasern**

Description:
Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (GefStoffV 2010)
**Biopersistente Fasern**

Paragraph: 25

Content:
Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (GefStoffV 2010)
**Biopersistente Fasern**

(1) Folgende mineralfaserhaltige Gefahrstoffe dürfen weder für die
Wärme- und Schalldämmung im Hochbau, einschließlich technischer
Isolierungen, noch für Lüftungsanlagen hergestellt oder verwendet
werden:

1.  künstliche Mineralfasern (künstlich hergestellte ungerichtete glasige
    [Silikat-]Fasern mit einem Massengehalt von in der Summe über 18
    Prozent der Oxide von Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Barium),

2.  Gemische und Erzeugnisse, die künstliche Mineralfasern mit einem
    Massengehalt von insgesamt mehr als 0,1 Prozent enthalten.

(2) Absatz 1 gilt nicht, wenn die künstlichen Mineralfasern eines der
folgenden Kriterien erfüllen:

1.  ein geeigneter Intraperitonealtest hat keine Anzeichen von übermäßiger
    Kanzerogenität ergeben,

2.  die Halbwertzeit nach intratrachealer Instillation von 2 Milligramm
    einer Fasersuspension für Fasern mit einer Länge von mehr als 5
    Mikrometer, einem Durchmesser von weniger als 3 Mikrometer und einem
    Länge-zu-Durchmesser-Verhältnis von größer als 3 zu 1 (WHO-Fasern)
    beträgt höchstens 40 Tage,

3.  der Kanzerogenitätsindex KI, der sich aus der Differenz zwischen der
    Summe der Massengehalte (in Prozent) der Oxide von Natrium, Kalium,
    Bor, Calcium, Magnesium, Barium und dem doppelten Massengehalt (in
    Prozent) von Aluminiumoxid ergibt, ist bei künstlichen Mineralfasern
    mindestens 40,

4.  Glasfasern, die für Hochtemperaturanwendungen bestimmt sind, die

    a)  eine Klassifikationstemperatur von 1 000 Grad Celsius bis zu 1 200
        Grad Celsius erfordern, besitzen eine Halbwertzeit nach den unter
        Ziffer 2 genannten Kriterien von höchstens 65 Tagen oder

    b)  eine Klassifikationstemperatur von über 1 200 Grad Celsius erfordern,
        besitzen eine Halbwertzeit nach den unter Ziffer 2 genannten Kriterien
        von höchstens 100 Tagen.

(3) Spritzverfahren, bei denen krebserzeugende Mineralfasern verwendet
werden, sind verboten.

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten auch für private Haushalte.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gefstoffv_2010/__25.html
Directory: gefstoffv_2010
Level: 2.0