Title: § 63 Aktiv- und Passivpositionen

Description:
Verordnung über die angemessene Eigenkapitalausstattung von Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung (WuSolvV)
Teil 4 - Marktrisiken
Kapitel 1 - Währungsgesamtposition
§ 63 Aktiv- und Passivpositionen

Paragraph: 63

Content:
Verordnung über die angemessene Eigenkapitalausstattung von Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung (WuSolvV)
Teil 4 - Marktrisiken
Kapitel 1 - Währungsgesamtposition
§ 63 Aktiv- und Passivpositionen

(1) Aktivpositionen sind

1.  unter Aktiva der Bilanz auszuweisende Vermögensgegenstände
    einschließlich zeitanteiliger Erträge, selbst wenn diese noch nicht
    den zugehörigen bilanziellen Posten zugeordnet worden sind und die
    Vermögensgegenstände nicht von den Aktivpositionen Nummer 4 oder 5
    erfasst sind,

2.  Ansprüche auf die Zahlung von Kapitalbeträgen aus Finanz-Swaps,
    Liefer- und Zahlungsansprüche aus Kassageschäften und sonstigen
    Derivaten ohne Optionsrechte nach den Nummern 4 und 5, wenn die
    Ansprüche nicht in der Aktivposition Nummer 1 erfasst sind,

3.  Eventualansprüche auf Rückgabe von in Pension gegebenen Gegenständen
    der Aktivposition Nummer 1,

4.  dem Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung im Falle der Ausübung
    eigener oder fremder Optionsrechte zustehende Liefer- oder
    Zahlungsansprüche aus Devisen- oder Goldoptionen nach den Regeln von §
    64,

5.  nicht unter Nummer 4 erfasste eigene Optionsrechte nach den Regeln von
    § 64,

6.  unwiderrufliche Garantien und Gewährleistungen und vergleichbare
    Instrumente, die mit Sicherheit in Anspruch genommen werden, soweit
    ihre Inanspruchnahme zu einer Zunahme der Aktivpositionen Nummer 1 bis
    5 führen wird.

Erwartete Einnahmen, die nicht zeitanteilige Erträge sind, dürfen,
soweit sie nachweislich durch eine oder mehrere der Passivpositionen
nach Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 bis 5 gesichert sind, nach einheitlicher
und dauerhafter Wahl des Wohnungsunternehmens mit Spareinrichtung den
Aktivpositionen zugerechnet werden.

(2) Passivpositionen sind

1.  unter Passiva der Bilanz auszuweisende Schulden einschließlich
    zeitanteiliger Aufwendungen, selbst wenn diese noch nicht den
    zugehörigen bilanziellen Posten zugeordnet worden sind,

2.  Verpflichtungen zur Zahlung von Kapitalbeträgen aus Finanz-Swaps,
    Liefer- und Zahlungsverpflichtungen aus Kassageschäften und sonstigen
    Derivaten ohne Optionsrechte nach den Nummern 4 und 5, wenn die
    Verpflichtungen nicht in der Passivposition Nummer 1 erfasst sind,

3.  Eventualverbindlichkeiten auf Rückgabe von in Pension genommenen
    Gegenständen der Aktivposition Nummer 1,

4.  vom Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung im Falle der Ausübung
    eigener oder fremder Optionsrechte zu erfüllende Liefer- oder
    Zahlungsverpflichtungen aus Devisen oder Goldoptionen nach den Regeln
    von § 64,

5.  nicht unter Nummer 4 erfasste fremde Optionsrechte nach den Regeln von
    § 64,

6.  unwiderrufliche Garantien und Gewährleistungen und vergleichbare
    Instrumente, die mit Sicherheit in Anspruch genommen werden, soweit
    ihre Inanspruchnahme zu einer Zunahme der Passivpositionen Nummer 1
    bis 5 führen wird.

Erwartete Ausgaben, die nicht zeitanteilige Aufwendungen sind, dürfen,
soweit sie nachweislich durch eine oder mehrere Aktivpositionen nach
Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 5 gesichert sind, nach einheitlicher und
dauerhafter Wahl des Wohnungsunternehmens mit Spareinrichtung den
Passivpositionen zugerechnet werden.

(3) Die Aktiv- und Passivpositionen nach Absatz 1 und 2 Nummer 1, 3
und 6 sind jeweils in Höhe ihrer Buchwerte, die Aktiv- und
Passivpositionen nach den Absätzen 1 und 2 Nummer 5 sind jeweils in
Höhe ihrer Marktwerte, die übrigen Aktiv- und Passivpositionen mit
ihren Nominalbeträgen zu berücksichtigen. Die unter den Aktiv- und
Passivpositionen nach den Absätzen 1 und 2 Nummer 2 jeweils zu
berücksichtigenden Liefer- und Zahlungsverpflichtungen aus Devisen-
und Goldtermingeschäften können nach einheitlicher und dauerhafter
Wahl des Wohnungsunternehmens mit Spareinrichtung mit ihren
Gegenwartswerten berücksichtigt werden. Unabhängig von der Art ihres
Bilanzausweises sind die gebildeten Einzelwertberichtigungen zu
Aktivpositionen von diesen abzuziehen.

(4) Aktiv- oder Passivpositionen in Verrechnungseinheiten, deren Kurs
aus den Kursen anderer Währungen rechnerisch bestimmt wird, dürfen
nach einheitlicher und dauerhafter Wahl des Wohnungsunternehmens mit
Spareinrichtung wie eine fremde Währung behandelt oder in die ihrer
Kursfeststellung zugrunde liegenden Währungen aufgeschlüsselt werden.

(5) Die Berechnung des Zinsabgrenzungsbetrags kann bei den Aktiv- und
Passivpositionen nach einem vereinfachten Verfahren erfolgen. Danach
darf ein Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung den Betrag der
zuletzt vorgenommenen Zinsabgrenzung heranziehen. Dieser Betrag ist
mittels linearer Extrapolation fortzuschreiben, wobei der regelmäßige
von dem Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung gewählte
Berechnungszeitraum für die Zinsabgrenzung zugrunde zu legen ist.
Nimmt ein Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung das Verfahren nach
Satz 1 in Anspruch, ist dies bei erstmaliger Anwendung der
Bundesanstalt und der Deutschen Bundesbank anzuzeigen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wusolvv/__63.html
Directory: wusolvv
Level: 4.0