Title: § 35 Schriftlicher Teil der Prüfung

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 3 - Hochschulische Pflegeausbildung
§ 35 Schriftlicher Teil der Prüfung

Paragraph: 35

Content:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 3 - Hochschulische Pflegeausbildung
§ 35 Schriftlicher Teil der Prüfung

(1) Der schriftliche Teil der Prüfung umfasst drei Aufsichtsarbeiten.

(2) Für die drei Aufsichtsarbeiten sind Module zu folgenden
Prüfungsbereichen aus den Kompetenzbereichen I bis V der Anlage 5
festzulegen:

1.  die Planung, Organisation, Gestaltung, Steuerung und Durchführung von
    Pflegeprozessen bei komplexen und hochkomplexen Pflegebedarfen,
    spezifischen Klientengruppen in Pflegesituationen mit besonderen
    gesundheitlichen Problemlagen sowie in hoch belasteten und kritischen
    Lebenssituationen auf der Grundlage wissenschaftlicher Theorien,
    Modelle und Forschungsergebnisse übernehmen,

2.  die Entwicklung und Autonomie in der Lebensspanne und unterstützen
    Menschen aller Altersgruppen bei der Lebensgestaltung auf der
    Grundlage pflege- und bezugswissenschaftlicher Methoden und
    Forschungsergebnisse fördern,

3.  Beratungs- und Schulungskonzepte auf der Basis gesicherter
    Forschungsergebnisse konzipieren, gestalten, reflektieren und
    evaluieren,

4.  Kommunikations-, Interaktions- und Beratungsprozesse in der
    Pflegepraxis auf der Grundlage pflege- und bezugswissenschaftlicher
    Methoden und unter ethischen Gesichtspunkten analysieren, reflektieren
    und evaluieren,

5.  die pflegerischen und gesundheitlichen Versorgungsstrukturen, die
    Steuerung von Versorgungsprozessen sowie die Formen von intra- und
    interprofessioneller Zusammenarbeit analysieren und reflektieren und
    an der Gestaltung von Strukturen und Versorgungsprozessen auf der
    Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse mitwirken,

6.  ärztliche Anordnungen und Maßnahmen der Diagnostik, Therapie oder
    Rehabilitation unter Berücksichtigung vertieften forschungsbasierten
    Wissens begründen,

7.  Forschungsergebnisse bewerten und forschungsgestützte Problemlösungen
    sowie neue Technologien für die Gestaltung von Pflegeprozessen nutzen.

(3) Soweit Module prüfungsbereichsübergreifend konzipiert sind, müssen
die genannten Prüfungsbereiche in den gewählten Modulen jeweils
zumindest einen Schwerpunkt bilden. Die zu prüfende Person hat in den
Aufsichtsarbeiten schriftlich gestellte fallbezogene Aufgaben zu
bearbeiten. Die Fallsituationen für die drei Aufsichtsarbeiten sollen
insgesamt variiert werden in Bezug auf

1.  die Altersstufe, der die zu pflegenden Menschen angehören,

2.  das soziale und kulturelle Umfeld der oder des zu pflegenden Menschen,

3.  die Versorgungsbereiche, in denen die Fallsituationen verortet sind.

In allen drei Aufsichtsarbeiten werden die Reflexion und Begründung
des eigenen Handelns auf der Grundlage von wissenschaftlichen
Erkenntnissen geprüft. Die Aufsichtsarbeiten schließen jeweils das
nach Absatz 2 zugeordnete Modul ab.

(4) Die Aufsichtsarbeiten dauern jeweils mindestens 120 Minuten. Sie
sind in der Regel an drei aufeinanderfolgenden Werktagen
durchzuführen. Die Aufsichtsführenden werden von der Hochschule
bestellt.

(5) Die Aufgaben für die Aufsichtsarbeiten werden auf Vorschlag der
Hochschule durch die Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestimmt.

(6) Jede Aufsichtsarbeit ist von zwei Prüferinnen oder Prüfern zu
benoten. Aus den Noten der Prüferinnen oder Prüfer für jede
Aufsichtsarbeit bilden die Vorsitzenden des Prüfungsausschusses die
Note für die einzelne Aufsichtsarbeit als das arithmetische Mittel.
Aus den Noten der drei Aufsichtsarbeiten bilden die Vorsitzenden des
Prüfungsausschusses die Prüfungsnote für den schriftlichen Teil der
staatlichen Prüfung als das arithmetische Mittel. Die Berechnung der
Noten nach den Sätzen 2 und 3 erfolgt auf zwei Stellen nach dem Komma
ohne Rundung. Dem berechneten Zahlenwert ist die entsprechende Note
nach § 17 zuzuordnen.

(7) Der schriftliche Teil der staatlichen Prüfung ist bestanden, wenn
jede der drei Aufsichtsarbeiten mindestens mit „ausreichend“ benotet
wird.

(8) Soweit die Module im Curriculum hinsichtlich des Arbeitsaufwandes
unterschiedlich gewichtet sind, ist dies abweichend von Absatz 6 im
Hinblick auf die Bildung des arithmetischen Mittels bei der Ermittlung
der Prüfungsnote für den schriftlichen Teil der staatlichen Prüfung
nach Absatz 6 zu berücksichtigen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__35.html
Directory: pflaprv
Level: 3.0