Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Straßenwärter/zur Straßenwärterin (StrWAusbV 2002)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Straßenwärter/zur Straßenwärterin (StrWAusbV 2002)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden drei praktische Aufgaben bearbeiten und während
dieser Zeit in höchstens 15 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen.
Für die praktischen Aufgaben kommen insbesondere in Betracht:

1.  Durchführen von Bau- und Instandhaltungsarbeiten an Straßen oder
    Bauwerken,

2.  Durchführen von Maßnahmen der Grünpflege,

3.  Warten und Instandhalten der Straßenausstattung,

4.  Durchführen von Maßnahmen des Winterdienstes.

Bei mindestens einer der praktischen Aufgaben ist das verkehrssichere
Führen eines Fahrzeuges der Klasse CE auf öffentlichen Straßen
nachzuweisen. Durch die Ausführung der Aufgaben sowie das Fachgespräch
soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe und Teilaufgaben
kunden- und zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher Vorgaben
selbstständig planen und umsetzen, qualitätssichernde Maßnahmen
durchführen, Arbeitsstellen einrichten und sichern, mit Baumaterialien
umgehen, technische Unterlagen anfertigen und anwenden, Messungen
durchführen, Werk- und Hilfsstoffe bearbeiten sowie Werkzeuge, Geräte,
Maschinen und technische Einrichtungen handhaben und warten kann.

(3) Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus den
Prüfungsbereichen Straßeninstandhaltung, Sicherheit und Straßenbetrieb
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. In den Prüfungsbereichen
Straßeninstandhaltung sowie Sicherheit und Straßenbetrieb sind
fachliche Probleme mit verknüpften informationstechnischen,
technologischen und mathematischen Inhalten zu analysieren, zu
bewerten und geeignete Lösungswege schriftlich darzustellen. Hierfür
kommt insbesondere in Betracht:

1.  Für den Prüfungsbereich Straßeninstandhaltung:

    a)  Skizzen und Zeichnungen,

    b)  Bau- und Instandhaltungsarbeiten an Straßen,

    c)  Bau- und Instandhaltungsarbeiten an Bauwerken.

2.  Für den Prüfungsbereich Sicherheit und Straßenbetrieb:

    a)  Einrichten, Sichern und Räumen von Arbeitsstellen,

    b)  Sichern und Räumen von Unfallstellen,

    c)  Grünpflege,

    d)  Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen,

    e)  Winterdienst.

3.  Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus
    der Berufs- und Arbeitswelt.

Durch die Ausführung des schriftlichen Teils der Prüfung soll der
Prüfling zeigen, dass er Aufträge übernehmen, betriebliche Abläufe
umsetzen, Unterlagen auswerten, Grundsätze des
betriebswirtschaftlichen Handelns sowie rechtliche Bestimmungen
anwenden kann. Dabei soll er die Sicherheit und den Gesundheitsschutz
bei der Arbeit, den Umweltschutz, qualitätssichernde Maßnahmen,
Maßnahmen der Kundenorientierung sowie Aufgaben der
Straßenbaulastträger berücksichtigen.

(4) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Straßeninstandhaltung

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Sicherheit und Straßenbetrieb

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in den einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Straßeninstandhaltung

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Sicherheit und Straßenbetrieb

    *   40 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei der Prüfungsbereiche mindestens
ausreichende Leistungen erbracht worden sind. Werden die
Prüfungsleistungen in einer der praktischen Aufgaben oder in einem der
fachbezogenen Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die
Prüfung nicht bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strwausbv_2002/__9.html
Directory: strwausbv_2002
Level: 2.0