Title: § 7 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen) und zur Tourismuskauffrau (Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen) (ReiseKfmAusbV 2011)
§ 7 Abschlussprüfung

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen) und zur Tourismuskauffrau (Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen) (ReiseKfmAusbV 2011)
§ 7 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Geschäftsprozesse im Tourismus,

2.  Kaufmännische Steuerung und Dienstleistungen in der touristischen
    Wertschöpfungskette,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde,

4.  Fallbezogenes Fachgespräch.

(3) Für den Prüfungsbereich Geschäftsprozesse im Tourismus bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Produkte und Leistungen gestalten, organisieren und abwickeln,

    b)  Marketingstrategien entwickeln und umsetzen,

    c)  Betriebsabläufe organisieren

    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(4) Für den Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung und
Dienstleistungen in der touristischen Wertschöpfungskette bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Steuerung und Kontrolle der touristischen Dienstleistungen sowie der
        innerbetrieblichen Prozesse durchführen und hierauf bezogene
        Rechenvorgänge bearbeiten,

    b)  betriebliche Kennzahlen ermitteln und zur Entscheidungsvorbereitung
        auswerten,

    c)  kaufmännische Schlussfolgerungen aus betrieblichen Kennzahlen für den
        Betriebserfolg ableiten und Lösungsmöglichkeiten entwickeln sowie
        Kalkulationen durchführen

    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Aufgabenstellungen analysieren und Lösungswege entwickeln und
        begründen,

    b)  Geografiekenntnisse anwenden, service-, kunden- und ergebnisorientiert
        sowie situationsbezogen kommunizieren,

    c)  wirtschaftliche, rechtliche und ökologische Zusammenhänge beachten

    kann;

2.  der Prüfling soll ein fallbezogenes Fachgespräch durchführen, dabei
    soll er eine von zwei ihm zur Wahl gestellten Aufgaben lösen; den
    Aufgabenstellungen ist die gewählte Wahlqualifikationseinheit nach § 4
    Absatz 2 Abschnitt B zugrunde zu legen; dem Prüfling ist eine
    Vorbereitungszeit von 15 Minuten einzuräumen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 20 Minuten.

(7) Die Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Geschäftsprozesse im Tourismus

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Kaufmännische Steuerung und Dienstleistungen in der touristischen
        Wertschöpfungskette

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   10 Prozent,

*    *   4.

    *   Fallbezogenes Fachgespräch

    *   30 Prozent.

(8) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  in den Prüfungsbereichen Geschäftsprozesse im Tourismus und
    Fallbezogenes Fachgespräch mit mindestens „ausreichend“,

3.  in mindestens einem der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    „ausreichend“ und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(9) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/reisekfmausbv_2011/__7.html
Directory: reisekfmausbv_2011
Level: 2.0