Title: § 6.32 Mit Radar fahrende Fahrzeuge

Description:
Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO 2012)
Erster Teil - Gemeinsame Bestimmungen für alle Binnenschifffahrtsstraßen
Kapitel 6 - Fahrregeln
Abschnitt VI. - Unsichtiges Wetter; Benutzung von Radar
§ 6.32 Mit Radar fahrende Fahrzeuge

Paragraph: 6

Content:
Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO 2012)
Erster Teil - Gemeinsame Bestimmungen für alle Binnenschifffahrtsstraßen
Kapitel 6 - Fahrregeln
Abschnitt VI. - Unsichtiges Wetter; Benutzung von Radar
§ 6.32 Mit Radar fahrende Fahrzeuge

1.  Ein Fahrzeug darf nur mit Radar fahren, wenn sich eine Person, die
    neben dem für die geführte Fahrzeugart und die zu befahrende Strecke
    erforderlichen Befähigungszeugnis eine besondere Berechtigung für
    Radar nach der Binnenschiffspersonalverordnung oder ein nach
    Binnenschiffspersonalverordnung weitergeltendes Radarpatent besitzt
    und eine zweite Person, die mit der Verwendung von Radar in der
    Schifffahrt hinreichend vertraut ist, ständig im Steuerhaus aufhalten.
    Wenn in der Fahrtauglichkeitsbescheinigung vermerkt ist, dass das
    Fahrzeug über einen Radareinmannsteuerstand verfügt, muss sich die
    zweite Person nicht ständig im Steuerhaus aufhalten.

2.  Bei der Begegnung und der Vorbeifahrt ist folgendes zu beachten:

    a)  Bemerkt ein Fahrzeug in der Radarfahrt zu Berg auf dem Radarbildschirm
        ein entgegenkommendes Fahrzeug oder nähert es sich einer Strecke, in
        der sich ein Fahrzeug befinden kann, das das Radarbild noch nicht
        erfasst, muss es dem entgegenkommenden Fahrzeug über Sprechfunk seine
        Fahrzeugart, seinen Namen, seine Fahrtrichtung und seinen Standort
        mitteilen und die Vorbeifahrt absprechen.

    b)  Bemerkt jedoch ein Fahrzeug in der Radarfahrt zu Tal auf dem
        Radarbildschirm ein Fahrzeug, dessen Standort oder Kurs eine
        Gefahrenlage verursachen kann und das sich über Funk nicht gemeldet
        hat, muss es über Sprechfunk dieses Fahrzeug auf die gefährliche
        Situation hinweisen und die Vorbeifahrt absprechen.

    c)  Ein Fahrzeug in der Radarfahrt, das über Sprechfunk angerufen wird,
        muss über Sprechfunk antworten, indem es seine Fahrzeugart, seinen
        Namen, seine Fahrtrichtung und seinen Standort mitteilt. Es muss dann
        mit einem entgegenkommenden Fahrzeug die Vorbeifahrt absprechen; ein
        Kleinfahrzeug darf jedoch lediglich ansagen, nach welcher Seite es
        ausweicht.

    d)  Wenn mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kein Sprechfunkkontakt
        zustande kommt, muss das Fahrzeug in der Radarfahrt

        aa) einen „langen Ton“ geben, der so oft wie notwendig zu wiederholen ist,
            sowie

        bb) seine Geschwindigkeit vermindern und, sofern nötig, anhalten.

    *   Dies gilt auch für ein Fahrzeug, das mit Radar fährt, gegenüber einem
        Fahrzeug, das in der Nähe der Fahrrinne stillliegt und mit dem kein
        Sprechfunkkontakt zustande kommt.

3.  Bei einem Schubverband und gekuppelten Fahrzeugen gelten die Nummern 1
    und 2 nur für das Fahrzeug, auf dem sich der Schiffsführer des
    Verbandes oder der gekuppelten Fahrzeuge befindet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/binschstro_2012/__6.html
Directory: binschstro_2012
Level: 5.0