Title: § 3 Besondere Bestimmungen für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Description:
Verordnung über die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in bestimmten Gebieten von Hamburg und Niedersachsen (AltLandPflSchV 2015)
§ 3 Besondere Bestimmungen für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Paragraph: 3

Content:
Verordnung über die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in bestimmten Gebieten von Hamburg und Niedersachsen (AltLandPflSchV 2015)
§ 3 Besondere Bestimmungen für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

(1) Auf der gesamten Anbaufläche sind bei der Anwendung eines
Pflanzenschutzmittels im Sinne des § 2 Pflanzenschutzgeräte zu
verwenden, die mindestens in der Abdriftminderungsklasse 75 vom
Hundert in den Abschnitt „Verzeichnis Verlustmindernde Geräte –
Abdriftminderung“ der Beschreibenden Liste des Julius Kühn-Instituts
vom 10. September 2013 (BAnz AT 23.10.2013 B4) in der jeweils
geltenden Fassung (Verzeichnis Verlustmindernde Geräte) mit dem
Verwendungsbereich Obstbau eingetragen sind.

(2) Für die Behandlung der an Gewässer angrenzenden Baumreihen sind,
unter Einhaltung der jeweiligen Gebrauchs- und Bedienungsanleitung,
die in dem Verzeichnis Verlustmindernde Geräte beschrieben sind, die
zusätzlichen Anforderungen der Absätze 3 bis 7 zu beachten.

(3) Bei Gewässern, die ständig Wasser führen, darf die erste Baumreihe
nur dann mit den in § 2 bezeichneten Pflanzenschutzmitteln behandelt
werden, wenn die Baumreihe einen Abstand zum Gewässer von mindestens
fünf Metern, gemessen von der Böschungsoberkante bis zur Baummitte,
hat. Für die Behandlung der ersten zwei Baumreihen ist außerdem die
Luftunterstützung des Pflanzenschutzgeräts in Richtung Gewässer
wirkungslos zu machen.

(4) Bei Gewässern, die überwiegend von Juni bis September
trockenfallen (periodisch wasserführend), darf die erste Baumreihe nur
dann mit den in § 2 bezeichneten Pflanzenschutzmitteln behandelt
werden, wenn die Baumreihe einen Abstand zum Gewässer von mindestens
der Breite einer Fahrgasse, mindestens jedoch eine Breite von 3,50
Metern, gemessen von der Böschungsoberkante bis zur Baummitte hat. Für
die Behandlung der ersten Baumreihe ist außerdem die Luftunterstützung
des Pflanzenschutzgeräts in Richtung Gewässer wirkungslos zu machen.

(5) Bei Gewässern, die nur gelegentlich und weniger als drei Monate im
Jahr Wasser führen, darf die erste Baumreihe nur dann mit den in § 2
genannten Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, wenn die Baumreihe
einen Abstand zum Gewässer von mindestens der Breite einer Fahrgasse,
mindestens aber 3,50 Meter, gemessen von der Böschungsoberkante bis
zur Baummitte hat. Führt das Gewässer zum Zeitpunkt der Anwendung
Wasser, ist außerdem für die Behandlung der ersten Baumreihe die
Luftunterstützung des Pflanzenschutzgeräts in Richtung Gewässer
wirkungslos zu machen.

(6) In den Fällen der Absätze 3 bis 5 ist es nicht erforderlich, die
Luftunterstützung in Richtung Gewässer wirkungslos zu machen bei
Verwendung von Tunnelsprühgeräten oder vergleichbaren,
abdriftmindernden Geräten mit einer Abdriftminderungsklasse von 90 vom
Hundert, die in dem Verzeichnis Verlustmindernde Geräte mit dem
Verwendungsbereich Obstbau eingetragen sind. Im Falle des Absatzes 5
gilt die Ausnahme für den Gerätetyp auch für den erforderlichen
Mindestabstand zwischen Böschungsoberkante und erster Baumreihe.

(7) Im Übrigen sind die Vorschriften des Pflanzenschutzgesetzes über
die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu beachten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/altlandpflschv_2015/__3.html
Directory: altlandpflschv_2015
Level: 2.0