Title: § 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Land- und Baumaschinenmechatroniker-Handwerk (LandmMechMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Land- und Baumaschinenmechatroniker-Handwerk (LandmMechMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling durch Verknüpfung
technologischer, ablauf- und verfahrenstechnischer,
werkstofftechnischer und mathematischer Kenntnisse nachweisen, dass er
Probleme analysieren und bewerten sowie geeignete Lösungswege
aufzeigen und dokumentieren kann.

(2) Prüfungsfächer sind:

1.  Maschinentechnik,

2.  Instandhaltungs- und Instandsetzungstechnik,

3.  Auftragsabwicklung,

4.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem der Prüfungsfächer ist mindestens eine Aufgabe zu
bearbeiten, die fallorientiert sein muss.

1.  Maschinentechnik:

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    maschinentechnische Aufgaben und Probleme unter Beachtung
    wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in einem Land- und
    Baumaschinenmechatronikerbetrieb zu bearbeiten. Er soll
    maschinentechnische Sachverhalte beurteilen und beschreiben. Bei der
    Aufgabenstellung sollen jeweils mehrere der nachfolgend aufgeführten
    Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Lösungen für Problemstellungen aus den Bereichen Aufbau, Funktion und
        Einsatz von Landmaschinen, Baumaschinen oder Motorgeräten sowie deren
        Bauteile und Baugruppen, insbesondere aus den Bereichen Motoren- und
        Antriebstechnik, Lenkung, Reifen und Laufwerke, Bremsanlagen sowie
        Lastaufnahmeeinrichtungen, erarbeiten, bewerten oder korrigieren,

    b)  Lösungen für Aufgabenstellungen im Bereich der Steuerungs- und
        Regelungstechnik erarbeiten, bewerten oder korrigieren,

    c)  Arten und Eigenschaften von Werk-, Hilfs- und Betriebsstoffen
        beurteilen und Verwendungszwecken zuordnen,

    d)  Probleme der Materialbe- und -verarbeitung sowie des Fügens und
        Umformens beschreiben, Lösungen erarbeiten, bewerten oder korrigieren,

    e)  Lösungen für Aufgabenstellungen zum Berechnen von technischen und
        physikalischen Größen sowie von Maschinenteilen erarbeiten.

2.  Instandhaltungs- und Instandsetzungstechnik:

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    instandhaltungs- und instandsetzungstechnische Aufgaben und Probleme
    für Landmaschinen, für Baumaschinen oder für Motorgeräte sowie deren
    Bauteile und Baugruppen zu bearbeiten. Bei der Aufgabenstellung sollen
    jeweils mehrere der nachfolgend aufgeführten Qualifikationen verknüpft
    werden:

    a)  Lösungen für Problemstellungen, insbesondere in den Bereichen
        Motorentechnik, Fahrwerks- und Getriebetechnik erarbeiten, bewerten
        oder korrigieren,

    b)  Lösungen für Aufgabenstellungen in den Bereichen der Steuerungs- und
        Regelungstechnik sowie Elektrik und Elektronik erarbeiten, bewerten
        oder korrigieren,

    c)  Verfahren der Diagnose-, Prüf- und Messtechniken, der
        Funktionsprüfungen und der Fehlersuche auswählen und beurteilen,

    d)  Lösungen für Aufgabenstellungen beim Vermessen und Richten von
        Aufbauten, Rahmen, Fahrwerken und deren Bauteile erarbeiten, bewerten
        oder korrigieren.

3.  Auftragsabwicklung:

    Der Prüfling soll nachweisen, das er in der Lage ist, bei der
    Auftragsabwicklung die ablauftechnischen Maßnahmen, die für den
    technischen und wirtschaftlichen Erfolg in einem Land- und
    Baumaschinenmechatronikerbetrieb notwendig sind, kundenorientiert
    einzuleiten und abzuschließen. Bei der Aufgabenstellung sollen jeweils
    mehrere der nachfolgend aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Auftragsabwicklungsprozesse planen,

    b)  unter Berücksichtigung der Fertigungstechnik, der Montage, des
        Einsatzes von Material, Geräten und Personal Methoden und Verfahren
        der Arbeitsplanung und -organisation bewerten,

    c)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    d)  Schadensaufnahme an unfallbeschädigten Fahrzeugen und Maschinen
        darstellen, Instandsetzungsmethoden vorschlagen und die erforderliche
        Abwicklung festlegen; die Vor- und Nachkalkulation durchführen,

    e)  qualitätssichernde Aspekte bei der Auftragsannahme und bei der
        Einsteuerung von Aufträgen in das innerbetriebliche Informationssystem
        beschreiben,

    f)  technische Arbeitspläne, insbesondere unter Anwendung von
        elektronischen Datenverarbeitungssystemen erarbeiten, bewerten und
        korrigieren.

4.  Betriebsführung und Betriebsorganisation:

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation in einem Land- und
    Baumaschinenmechatronikerbetrieb wahrzunehmen. Bei der
    Aufgabenstellung sollen jeweils mehrere der nachfolgend aufgeführten
    Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  Informations- und Kommunikationssysteme in Bezug auf ihre
        betrieblichen Einsatzmöglichkeiten beurteilen,

    c)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    d)  berufsbezogene Gesetze, Normen, Regeln und Vorschriften anwenden,

    e)  Haftung bei der Herstellung, der Instandhaltung und bei
        Dienstleistungen beurteilen,

    f)  Erfordernisse der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und des
        Umweltschutzes darstellen; Gefährdung beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefährdungsabwehr festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung sowie Logistik planen und darstellen,

    h)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden
        beschreiben.

(4) Die Prüfung im Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll
insgesamt nicht länger als acht Stunden dauern. Eine Prüfungsdauer von
sechs Stunden täglich darf nicht überschritten werden.

(5) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Prüfungsfächer
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Prüfungsfächer eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(6) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Prüfungsfach mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Prüfungsfächer jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/landmmechmstrv/__7.html
Directory: landmmechmstrv
Level: 2.0