Title: § 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Tierpflegemeister/Geprüfte Tierpflegemeisterin (TierpflMstrV 2009)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Tierpflegemeister/Geprüfte Tierpflegemeisterin (TierpflMstrV 2009)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

(1) Der Prüfungsteil „Handlungsspezifische Qualifikationen“ ist in
folgenden Handlungsfeldern zu prüfen:

1.  Betriebstechnik,

2.  Betriebsorganisation,

3.  Führung und Personal.

(2) Die Handlungsfelder enthalten folgende Handlungsbereiche:

1.  Handlungsfeld „Betriebstechnik“:

    a)  Planung, Beschaffung und Bau,

    b)  Betrieb, Einsatz und Instandhaltung;

2.  Handlungsfeld „Betriebsorganisation“:

    a)  Kostenwesen,

    b)  Anwenden von Methoden der Planung und Kommunikation,

    c)  Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz,

    d)  Recht;

3.  Handlungsfeld „Führung und Personal“:

    a)  Personalführung,

    b)  Qualitätsmanagement,

    c)  Mitarbeiterunterweisung.

(3) Das Handlungsfeld „Betriebstechnik“ umfasst folgende
Qualifikationen:

1.  Im Handlungsbereich „Planung, Beschaffung und Bau“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, beim Planen und Errichten von
    Tierhaltungsbereichen beratend mitwirken, diese einrichten, in Betrieb
    nehmen und dabei betriebswirtschaftliche Grundsätze berücksichtigen zu
    können; in diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
    werden:

    a)  Mitwirken bei der Bedarfsermittlung,

    b)  Abstimmen mit anderen Betriebsbereichen sowie Institutionen und
        Geschäftspartnern,

    c)  Mitwirken bei der Auswahl von Betriebsmitteln,

    d)  Planen und Einrichten von Tierhaltungsbereichen,

    e)  Einrichten von Arbeitsstätten,

    f)  Mitwirken bei der Planung und Überwachen von Baumaßnahmen,

    g)  Durchführen von Funktionsprüfungen, Bewerten der Funktionsfähigkeit,

    h)  Erstellen von Dokumentationen und Bestandsplänen;

2.  im Handlungsbereich „Betrieb, Einsatz und Instandhaltung“ soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, dass der ordnungsgemäße Betrieb von
    Tierhaltungsbereichen gewährleistet werden kann; dazu sollen die
    zweckentsprechende und sichere Verwendung von technischen Geräten und
    Anlagen beurteilt, Störungen, Schäden und Gefährdungspotenziale
    festgestellt und deren Beseitigung veranlasst werden können; in diesem
    Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Vorbereiten, Beurteilen und Kontrollieren von Tierhaltungsbereichen,

    b)  Einleiten und Kontrollieren von regelmäßigen und ereignisorientierten
        Inspektionen, Dokumentieren von Ergebnissen und Beurteilen von
        Betriebszuständen,

    c)  Kontrollieren der Aufbewahrung, Einsatzbereitschaft und Verfügbarkeit
        von technischen Geräten,

    d)  Erstellen von Wartungsplänen sowie Einleiten, Kontrollieren und
        Dokumentieren von Wartungsarbeiten und Sicherstellen der Pflege von
        technischen Geräten,

    e)  Vorbereiten, Beurteilen und Kontrollieren von Arbeitsstätten,

    f)  Gewährleisten des situationsgerechten Einsatzes von Betriebsmitteln,

    g)  Erfassen von Störungen, Schäden und Gefährdungspotenzialen und
        Einleiten von Maßnahmen zu deren Behebung,

    h)  Durchführen von In- und Außerbetriebnahmen sowie Einleiten und
        Kontrollieren von Sanierungsmaßnahmen.

(4) Das Handlungsfeld „Betriebsorganisation“ umfasst folgende
Qualifikationen:

1.  Im Handlungsbereich „Kostenwesen“ soll die Fähigkeit nachgewiesen
    werden, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und kostenrelevante
    Einflussfaktoren erfassen und beurteilen zu können; die Fähigkeit
    umfasst, Möglichkeiten der Kostenbeeinflussung im organisatorischen
    und personellen Bereich aufzuzeigen und Maßnahmen zum kostenbewussten
    Handeln zu planen, zu organisieren, einzuleiten und zu überwachen; in
    diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Planen, Erfassen, Analysieren, Bewerten und Beeinflussen von Kosten,

    b)  Überwachen und Einhalten von Budgets,

    c)  Beeinflussen des Kostenbewusstseins der Mitarbeiter und
        Mitarbeiterinnen,

    d)  Anwenden von Instrumenten der Zeitwirtschaft;

2.  im Handlungsbereich „Anwenden von Methoden der Planung und
    Kommunikation“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, Projekte und
    Prozesse analysieren, planen und transparent machen zu können; es
    sollen Daten aufbereitet und entsprechende Planungstechniken
    eingesetzt sowie angemessene Präsentationstechniken angewendet werden
    können; in diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
    werden:

    a)  Bewerten von Planungstechniken und Analysemethoden sowie deren
        Anwendung,

    b)  Anwenden von Präsentationstechniken,

    c)  Auswählen und Anwenden von Informations- und Kommunikationsformen
        einschließlich des Einsatzes entsprechender Informations- und
        Kommunikationsmittel,

    d)  Anwenden von Informations- und Kommunikationssystemen,

    e)  Organisieren und Optimieren von Kontakten mit Kunden,

    f)  Mitarbeiten bei der Optimierung von Ablaufstrukturen;

3.  im Handlungsbereich „Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz“ soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, einschlägige rechtliche Regelungen,
    Richtlinien und Erlasse in ihrer Bedeutung erkennen und ihre
    Einhaltung sicherstellen zu können; die Fähigkeit umfasst, Gefahren
    vorzubeugen, Störungen zu erkennen und zu analysieren sowie Maßnahmen
    zu ihrer Vermeidung und Beseitigung einzuleiten sowie sicherzustellen,
    dass sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeits-, umwelt- und
    gesundheitsschutzbewusst verhalten und entsprechend handeln; in diesem
    Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Überprüfen und Gewährleisten der Arbeitssicherheit sowie der
        Einhaltung von rechtlichen Regelungen, Richtlinien und Erlassen zum
        Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz im Betrieb,

    b)  Fördern des Bewusstseins der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
        bezüglich der Arbeitssicherheit und des betrieblichen Arbeits-,
        Umwelt- und Gesundheitsschutzes,

    c)  Planen und Durchführen von Unterweisungen in der Arbeitssicherheit,
        des Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes,

    d)  Planen, Vorschlagen, Einleiten und Überprüfen von Maßnahmen zur
        Verbesserung der Arbeitssicherheit sowie zur Reduzierung und
        Vermeidung von Unfällen und von Umwelt- und Gesundheitsbelastungen;

4.  im Handlungsbereich „Recht“ soll das Vertrautsein mit den für Umgang
    und Haltung von Tieren relevanten rechtlichen Regelungen, Richtlinien
    und Erlassen und die Fähigkeit, diese bei Ausübung der Tätigkeit
    berücksichtigen zu können, nachgewiesen werden; in diesem Rahmen
    können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Berücksichtigen von rechtlichen Regelungen, Richtlinien und Erlassen
        zum Tierschutz sowie Natur- und Artenschutz,

    b)  Berücksichtigen von rechtlichen Regelungen, Richtlinien und Erlassen
        zum Gesundheitsrecht,

    c)  Berücksichtigen von rechtlichen Regelungen, Richtlinien und Erlassen
        zum Umweltschutz,

    d)  Berücksichtigen von rechtlichen Regelungen, Richtlinien und Erlassen
        zum Futtermittelrecht,

    e)  Berücksichtigen von rechtlichen Regelungen, Richtlinien und Erlassen
        zum Tierkaufsrecht.

(5) Das Handlungsfeld „Führung und Personal“ umfasst folgende
Qualifikationen:

1.  Im Handlungsbereich „Personalführung“ soll die Fähigkeit nachgewiesen
    werden, den Personalbedarf ermitteln und den Personaleinsatz
    entsprechend den Anforderungen sicherstellen zu können; dazu gehört
    die Fähigkeit, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach
    zielgerichteten Erfordernissen durch die Anwendung geeigneter Methoden
    ergebnisorientiert zu verantwortlichem Handeln hinzuführen; in diesem
    Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Ermitteln und Bestimmen des qualitativen und quantitativen
        Personalbedarfs unter Berücksichtigung technischer und
        organisatorischer Veränderungen,

    b)  Auswahl und Einsatz der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter
        Berücksichtigung ihrer persönlichen Eignung und Befähigung sowie der
        betrieblichen Anforderungen,

    c)  Koordinieren des Einsatzes von Fremdpersonal und Fremdfirmen,

    d)  Mitwirken bei der Erstellung von Anforderungsprofilen,
        Stellenplanungen sowie Funktions- und Stellenbeschreibungen,

    e)  Delegieren von Aufgaben und der damit verbundenen Verantwortung,

    f)  Fördern von Motivation sowie der Kommunikations- und
        Kooperationsbereitschaft,

    g)  Anwenden von Führungsmethoden und -mitteln zur Bewältigung
        betrieblicher Aufgaben und zum Lösen von Problemen und Konflikten,

    h)  Beteiligen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am betrieblichen
        Verbesserungsprozess,

    i)  Beraten, Fördern und Unterstützen von Mitarbeitern und
        Mitarbeiterinnen hinsichtlich ihrer beruflichen Entwicklung;

2.  im Handlungsbereich „Qualitätsmanagement“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, die Qualitätsziele durch Anwendung entsprechender
    Methoden und Beeinflussung des Qualitätsbewusstseins der Mitarbeiter
    und Mitarbeiterinnen sichern zu können; die Fähigkeit umfasst, bei der
    Realisierung eines Qualitätsmanagementsystems mitwirken und zu dessen
    Verbesserung und Weiterentwicklung beitragen zu können; in diesem
    Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Fördern des Qualitätsbewusstseins der Mitarbeiter und
        Mitarbeiterinnen,

    b)  Anwenden von Methoden zur Sicherung und Verbesserung der Qualität,

    c)  Kontinuierliches Umsetzen der betrieblichen Qualitätsmanagementziele;

3.  im Handlungsbereich „Mitarbeiterunterweisung“ soll nachgewiesen
    werden, dass die zu prüfende Person Qualifizierungsinhalte auswählen
    und gestalten, Methoden der Anleitung und Medien auswählen und
    einsetzen, Lernprozesse gestalten, auf Lernschwierigkeiten reagieren
    sowie Lernerfolge kontrollieren kann; in diesem Rahmen können folgende
    Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Vermitteln von Kenntnissen über die Biologie der Tiere, insbesondere
        bezogen auf Systematik, Anatomie und Physiologie sowie Ethologie,

    b)  Erläutern von Anforderungen an die Tierhaltung und deren Umsetzung,
        insbesondere bei Unterbringung, Umweltgestaltung, Ernährung, Pflege
        und Zucht sowie Kennzeichnung und Transport,

    c)  Vermitteln von Kenntnissen über Tiergesundheit, Hygiene und
        Krankheiten sowie Fördern von Fertigkeiten und Fähigkeiten bei
        Hygiene-, Prophylaxemaßnahmen und der Mithilfe bei tierärztlichen
        Maßnahmen,

    d)  Erläutern von Dokumentationsvorschriften und -formen, insbesondere
        über das Führen von Bestandsbüchern, Anfertigen von Berichten sowie
        Vorbereiten von und Umgehen mit Transportunterlagen,

    e)  Vermitteln von Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten im Bereich
        Arbeitssicherheit und Umweltschutz, insbesondere beim Umgang mit
        gefährlichen Tieren und Gefahrstoffen sowie Anwenden von
        Schutzmaßnahmen.

(6) Das Handlungsfeld „Betriebstechnik“ ist in Form einer integrativen
schriftlichen Situationsaufgabe unter Berücksichtigung der
handlungsübergreifenden Qualifikationen zu prüfen. In der
Situationsaufgabe sollen die Handlungsbereiche nach Absatz 3 den Kern
bilden. Die Situationsaufgabe soll darüber hinaus
Qualifikationsinhalte aus den Handlungsfeldern „Betriebsorganisation“
sowie „Führung und Personal“ mit berücksichtigen. Die Prüfungsdauer
für die Bearbeitung beträgt mindestens 120 Minuten und höchstens 150
Minuten. Zusätzlich ist das Handlungsfeld „Betriebstechnik“ in Form
einer praktischen Aufgabe zu prüfen. Die praktische Aufgabe besteht
aus je einer Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Planung,
Beschaffung und Bau“ sowie dem Handlungsbereich „Betrieb, Einsatz und
Instandhaltung“ und beinhaltet vollständige Handlungen, wie sie für
die betriebliche Praxis des Geprüften Tierpflegemeisters oder der
Geprüften Tierpflegemeisterin typisch sind. Die Prüfungsdauer für die
praktische Aufgabe beträgt mindestens 60 Minuten und höchstens 75
Minuten.

(7) Das Handlungsfeld „Betriebsorganisation“ ist in Form einer
integrativen schriftlichen Situationsaufgabe unter Berücksichtigung
der handlungsübergreifenden Qualifikationen zu prüfen. In der
Situationsaufgabe sollen die Handlungsbereiche nach Absatz 4 den Kern
bilden. Die Situationsaufgabe soll darüber hinaus
Qualifikationsinhalte aus den Handlungsfeldern „Betriebstechnik“ sowie
„Führung und Personal“ mit berücksichtigen. Die Prüfungsdauer für die
Bearbeitung beträgt mindestens 150 Minuten und höchstens 180 Minuten.

(8) Das Handlungsfeld „Führung und Personal“ ist in Form eines
situationsbezogenen Fachgespräches und einer situationsbezogenen
Gesprächssimulation unter Berücksichtigung der handlungsübergreifenden
Qualifikationen zu prüfen. Im situationsbezogenen Fachgespräch sollen
die Handlungsbereiche nach Absatz 5 Nummer 1 und 2 den Kern bilden und
darüber hinaus Qualifikationsinhalte aus den Handlungsfeldern
„Betriebstechnik“ sowie „Betriebsorganisation“ mit berücksichtigen. Im
Fachgespräch soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
Aufgabenstellungen analysieren, strukturieren und einer begründeten
Lösung zuführen zu können. Der Lösungsvorschlag soll möglichst unter
Einbeziehung von Präsentationstechniken erläutert und erörtert werden.
Die Prüfungsdauer für das Fachgespräch beträgt mindestens 45 Minuten
und höchstens 60 Minuten. Davon entfallen 15 Minuten auf die
Gesprächsvorbereitung durch die zu prüfende Person. In der
situationsbezogenen Gesprächssimulation soll der Handlungsbereich nach
Absatz 5 Nummer 3 den Kern bilden und darüber hinaus
Qualifikationsinhalte aus den Handlungsfeldern „Betriebstechnik“ sowie
„Betriebsorganisation“ mit berücksichtigen. In der Gesprächssimulation
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, Unterweisungsgespräche mit
Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vorbereiten, strukturieren und
durchführen zu können. Die Prüfungsdauer für die Gesprächssimulation
beträgt mindestens 60 Minuten und höchstens 75 Minuten. Davon
entfallen 30 Minuten auf die Gesprächsvorbereitung durch die zu
prüfende Person.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tierpflmstrv_2009/__5.html
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