Title: Anhang 1

Description:
Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)
Achter Teil - Schlußbestimmungen
Anhang 1

Paragraph: 14

Content:
Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)
Achter Teil - Schlußbestimmungen
Anhang 1

(Fundstelle: BGBl. I 1999, 1561 - 1574;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

*
    *
        *
            *   Anforderungen an die Probennahme, Analytik und Qualitätssicherung bei
                der Untersuchung

Dieser Anhang findet Anwendung bei der Untersuchung von Böden,
Bodenmaterialien und sonstigen Materialien, die im Boden oder auf den
Böden von Verdachtsflächen oder altlastverdächtigen Flächen vorkommen,
oder zum Auf- und Einbringen vorgesehen sind, sowie von Bodenluft.
Bei altlastverdächtigen Altablagerungen richten sich der
Untersuchungsumfang und die Probennahme, insbesondere hinsichtlich der
Untersuchungen auf Deponiegas, leichtflüchtige Schadstoffe,
abgelagerte Abfälle und des Übergangs von Schadstoffen in das
Grundwasser, nach den Erfordernissen des Einzelfalles.
Im Sinne dieses Anhangs ist der Stand von Verfahren und Methoden der
Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren und Methoden, der ihre
praktische Eignung zu den vorstehend genannten Untersuchungen
gesichert erscheinen läßt. Erkenntnisse über solche Verfahren und
Methoden und über ihre Anwendung werden durch einen ausgewählten Kreis
von Fachleuten aus Bund und Ländern sowie der Betroffenen im Benehmen
mit den Ländern zusammengestellt, der vom Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit einberufen wird.

**1.** **Untersuchungsumfang und erforderlicher Kenntnisstand**

Die Untersuchungen nach § 3 dieser Verordnung beziehen sich auf die
Wirkungspfade, für die sich auf Grund der im Einzelfall vorliegenden
Informationen der Verdacht einer Gefahr ergibt. Bei der Festlegung des
Untersuchungsumfangs sind die Ergebnisse der Erfassung, insbesondere
die Kenntnisse oder begründeten Vermutungen über das Vorkommen
bestimmter Schadstoffe und deren Verteilung, die gegenwärtige Nutzung
und die Nutzung gemäß § 4 Abs. 4 des Bundes-Bodenschutzgesetzes und
die sich daraus ergebenden Schutzbedürfnisse sowie die sonstigen
beurteilungserheblichen örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen.
Die E DIN ISO 10381-3: 02.96 ist zu beachten. Zum Arbeitsschutz wird
auf die ZH 1/183: 04.97 hingewiesen.
Bei der Untersuchung zum Wirkungspfad Boden - Mensch sind als
Nutzungen

-   Kinderspielflächen

-   Wohngebiete

-   Park- und Freizeitanlagen

-   Industrie- und Gewerbegrundstücke

und bei der Untersuchung zum Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze die
Nutzungen

-   Ackerbau, Nutzgarten

-   Grünland

zu unterscheiden.
Bei Untersuchungen zum Wirkungspfad Boden - Grundwasser ist nicht nach
der Art der Bodennutzung zu unterscheiden.

*
    1.1 Orientierende Untersuchung

Orientierende Untersuchungen von Verdachtsflächen und
altlastverdächtigen Altstandorten sollen insbesondere auch auf die
Feststellung und die Einschätzung des Umfangs von Teilbereichen mit
unterschiedlich hohen Schadstoffgehalten ausgerichtet werden.
Bei altlastverdächtigen Altablagerungen sind in der Regel
Untersuchungen von Deponiegas und auf leichtflüchtige Schadstoffe
sowie Untersuchungen insbesondere auch hinsichtlich des Übergangs von
Schadstoffen in das Grundwasser durchzuführen.
Sind bei Verdachtsflächen oder altlastverdächtigen Flächen auf
Verlangen der dafür zuständigen Behörde Untersuchungen des Grund- oder
Oberflächenwassers durchzuführen, ist dies bei der Festlegung von
Umfang und Ablauf der orientierenden Untersuchung für Boden- oder
Sickerwasseruntersuchungen zu berücksichtigen.
Kann bei Verdachtsflächen nicht auf vorhandene Bodenkartierungen
zurückgegriffen werden oder liegen keine geeigneten bodenbezogenen
Informationen vor, soll im Rahmen der orientierenden Untersuchung eine
bodenkundliche Kartierung oder Bodenansprache am Ort der Probennahme
auf der Grundlage der Bodenkundlichen Kartieranleitung, 4. Auflage,
berichtigter Nachdruck 1996, in dem Umfange durchgeführt werden, der
für die Gefahrenbeurteilung erforderlich ist.
Die Untersuchungsvorschriften für Böden und Bodenmaterialien gelten
für die §§ 9, 10 und 12 entsprechend.

*
    1.2 Detailuntersuchung

Bei der Detailuntersuchung sollen neben den unter § 3 Abs. 5 und 6
dieser Verordnung genannten Sachverhalten auch die für die
Wirkungspfade maßgeblichen Expositionsbedingungen, insbesondere die
für die verschiedenen Wirkungspfade bedeutsamen mobilen oder
mobilisierbaren Anteile der Schadstoffgehalte, geklärt werden. Es soll
auch festgestellt werden, ob sich aus räumlich begrenzten
Anreicherungen von Schadstoffen innerhalb einer Verdachtsfläche oder
altlastverdächtigen Fläche Gefahren ergeben und ob und wie eine
Abgrenzung von nicht belasteten Flächen geboten ist.

**2.** **Probennahme**

Das Vorgehen bei der Probennahme richtet sich insbesondere nach den im
Einzelfall berührten Wirkungspfaden, der Flächengröße, der auf Grund
der Erfassungsergebnisse vermuteten vertikalen und horizontalen
Schadstoffverteilung sowie der gegenwärtigen, der planungsrechtlich
zulässigen und der früheren Nutzung. Dabei sind die unter den Nummern
2\.1 bis 2.3 genannten Anforderungen zu beachten. Das Vorgehen bei der
Probennahme ist zu begründen und zu dokumentieren. Die Anforderungen
des Arbeitsschutzes sind zu beachten.
Untersuchungsflächen sollen für die Probennahme in geeignete
Teilflächen gegliedert werden. Die Teilung soll auf Grund eines
unterschiedlichen Gefahrenverdachts, einer unterschiedlichen
Bodennutzung, der Geländeform oder der Bodenbeschaffenheit sowie von
Auffälligkeiten, wie z.B. einer unterschiedlichen
Vegetationsentwicklung, oder anhand von Erkenntnissen aus der
Erfassung erfolgen.

*
    2.1 Probennahmeplanung für Bodenuntersuchungen - Festlegung der
        Probennahmestellen und Beprobungstiefen

Soll die räumliche Verteilung der Schadstoffe ermittelt werden, ist
die zu untersuchende Fläche oder Teilfläche grundsätzlich unter
Zuhilfenahme eines Rasters repräsentativ zu beproben. Soweit aus
Vorkenntnissen, bei altlastverdächtigen Altstandorten insbesondere
nach den Ergebnissen der Erfassung, eine Hypothese über die räumliche
Verteilung der Schadstoffe abgeleitet werden kann, ist diese bei der
Festlegung der Probennahmestellen und des Rasters zu berücksichtigen.
Für die Festlegung von Probennahmestellen können auch Ergebnisse aus
einer geeigneten Vor-Ort-Analytik herangezogen werden.
Vermutete Schadstoffanreicherungen sind gezielt zu beproben. Die
Beprobung ist, insbesondere hinsichtlich Zahl und räumlicher Anordnung
der Probennahmestellen, so vorzunehmen, daß der Gefahrenverdacht
geklärt, eine mögliche Gefahr bewertet werden und eine räumliche
Abgrenzung von Schadstoffanreicherungen erfolgen kann.
Bei der Festlegung der Beprobungstiefen für die Wirkungspfade Boden -
Mensch und Boden - Nutzpflanze sollen für die Untersuchung auf
anorganische und schwerflüchtige organische Schadstoffe die in Tabelle
1 genannten Beprobungstiefen zugrundegelegt werden.

*    *   Tabelle 1
        Nutzungsorientierte Beprobungstiefe bei Untersuchungen
        **zu den Wirkungspfaden Boden - Mensch und Boden - Nutzpflanze**

*    *   Wirkungspfad

    *   Nutzung

    *   Beprobungstiefe

*    *   Boden - Mensch

    *   Kinderspielfläche, Wohngebiet

    *   0-10 cm 1)
        10-35 cm 2)

*    *   Park- und Freizeitanlage

    *   0-10 cm 1)

*    *   Industrie- und Gewerbegrundstücke

    *   0-10 cm 1)

*    *   Boden - Nutzpflanze

    *   Ackerbau, Nutzgarten

    *   0-30 cm 3)
        30-60 cm

*    *   Grünland

    *   0-10 cm 4)
        10-30 cm

*    *
        1)  Kontaktbereich für orale und dermale Schadstoffaufnahme, zusätzlich
            0-2 cm bei Relevanz des inhalativen Aufnahmepfades.

        2)  0-35 cm: durchschnittliche Mächtigkeit aufgebrachter Bodenschichten;
            zugleich max. von Kindern erreichbare Tiefe.

        3)  Bearbeitungshorizont.

        4)  Hauptwurzelbereich.

Böden sind möglichst horizontweise zu beproben. Grundlage für die
Ermittlung der Horizontabfolge ist die Bodenkundliche Kartieranleitung
der Geologischen Landesämter (AG Bodenkunde, 4. Auflage, 1994). Bis in
den Unterboden gestörte Böden sind lagenweise zu beproben (siehe
Tabelle 1). Die Lagen- oder Horizontmächtigkeit, die durch Entnahme
einer Probe repräsentiert werden kann, beträgt in der Regel 30 cm.
Mächtigere Horizonte oder Lagen sind gegebenenfalls zu unterteilen.
Ergänzend zur Tabelle 1 ist die Beprobungstiefe zu berücksichtigen,
für die bei der nach § 4 Abs. 4 des Bundes-Bodenschutzgesetzes zu
berücksichtigenden Nutzung besondere Vorkehrungen getroffen werden
müssen. Die Gründe für abweichende Beprobungstiefen sind zu
dokumentieren.
Bei der Probennahme ist hinsichtlich der Wirkungspfade folgendes zu
beachten:

*
    2.1.1 Wirkungspfad Boden - Mensch

Im Rahmen der Festlegung der Probennahmestellen und der
Beprobungstiefe sollen auch Ermittlungen zu den im Einzelfall
vorliegenden Expositionsbedingungen vorgenommen werden, insbesondere
über

-   die tatsächliche Nutzung der Fläche (Art, Häufigkeit, Dauer),

-   die Zugänglichkeit der Fläche,

-   die Versiegelung der Fläche und über den Aufwuchs,

-   die Möglichkeit der inhalativen Aufnahme von Bodenpartikeln,

-   die Relevanz weiterer Wirkungspfade.

Für die Beurteilung der Gefahren durch die inhalative Aufnahme von
Bodenpartikeln sind die obersten zwei Zentimeter des Bodens maßgebend.
Inhalativ bedeutsam sind solche Schadstoffe, für die sich der
inhalative Pfad nach den Ableitungsmaßstäben gemäß § 4 Abs. 5 dieser
Verordnung als ausschlaggebend für die Festlegung des Prüfwertes
erwiesen hat. Durch Rückstellproben ist sicherzustellen, daß der
Schadstoffgehalt in der für die Staubbildung relevanten
Feinkornfraktion bis 63
mym gegebenenfalls getrennt analysiert werden kann.
Ist auf Grund vorliegender Erkenntnisse davon auszugehen, daß die
Schadstoffe in der beurteilungsrelevanten Bodenschicht annähernd
gleichmäßig über eine Fläche verteilt sind, kann auf Flächen bis
10 000
qm für jeweils 1 000
qm, mindestens aber von 3 Teilflächen, eine Mischprobe entnommen
werden. Die Mischprobe soll aus 15 bis 25 Einzelproben einer
Beprobungstiefe gewonnen werden. Bei Flächen unter 500
qm sowie in Hausgärten oder sonstigen Gärten entsprechender Nutzung
kann auf eine Teilung verzichtet werden. Für Flächen über 10 000
qm sollen mindestens jedoch 10 Teilflächen beprobt werden.

*
    2.1.2 Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze

Bei landwirtschaftlich einschließlich gartenbaulich genutzten Böden
mit annähernd gleichmäßiger Bodenbeschaffenheit und
Schadstoffverteilung soll auf Flächen bis 10 Hektar in der Regel für
jeweils 1 Hektar, mindestens aber von 3 Teilflächen eine Mischprobe
entsprechend den Beprobungstiefen entnommen werden. Bei Flächen unter
5 000
qm kann auf eine Teilung verzichtet werden. Für Flächen größer 10
Hektar sollen mindestens jedoch 10 Teilflächen beprobt werden. Die
Probennahme erfolgt nach den Regeln der Probennahme auf
landwirtschaftlich genutzten Böden (E DIN ISO 10381-1: 02.96, E DIN
ISO 10381-4: 02.96) durch 15 bis 25 Einzeleinstiche je Teilfläche, die
zu jeweils einer Mischprobe vereinigt werden.
In Nutzgärten erfolgt die Probennahme in der Regel durch Entnahme
einer grundstücksbezogenen Mischprobe für jede Beprobungstiefe und im
übrigen in Anlehnung an die Regeln der Probennahme auf Ackerflächen.
Für die Eignung von Geräten zur Probennahme ist E DIN ISO 10381-2:
02\.96 maßgebend.

*
    2.1.3 Wirkungspfad Boden - Grundwasser

Beim Wirkungspfad Boden - Grundwasser ist zur Feststellung der
vertikalen Schadstoffverteilung die ungesättigte Bodenzone bis
unterhalb einer mutmaßlichen Schadstoffanreicherung oder eines
auffälligen Bodenkörpers zu beproben. Die Beprobung erfolgt horizont-
oder schichtspezifisch. Im Untergrund dürfen Proben aus
Tiefenintervallen bis max. 1 m entnommen werden. In begründeten Fällen
ist die Zusammenfassung engräumiger Bodenhorizonte bzw. -schichten bis
max. 1 m Tiefenintervall zulässig. Auffälligkeiten sind zu beurteilen
und gegebenenfalls gesondert zu beproben. Die Beprobungstiefe soll
reduziert werden, wenn erkennbar wird, daß bei Durchbohrung von
wasserstauenden Schichten im Untergrund eine hierdurch entstehende
Verunreinigung des Grundwassers zu besorgen ist. Ist das Durchbohren
von wasserstauenden Schichten erforderlich, sind besondere
Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Für die Eignung von Geräten zur
Probennahme ist DIN 4021: 10.90 maßgebend.

*
    2.2 Probennahmeplanung Bodenluft

Die Probennahme erfolgt nach VDI-Richtlinie 3865, Blatt 1 und 2.

*
    2.3 Probennahmeplanung bei abgeschobenem und ausgehobenem Bodenmaterial

Die Probennahme erfolgt in Anlehnung an DIN 52101: 03.88 oder nach DIN
EN 932-1: 11.96.

*
    2.4 Probengewinnung

    2.4.1 Böden, Bodenmaterial und sonstige Materialien

Die notwendige Probemenge richtet sich gemäß DIN 18123: 11.96 nach dem
Größtkorn und muß ausreichen, um nach sachgerechter
Probenvorbehandlung die Laboruntersuchung sowie gegebenenfalls die
Bereitstellung von Rückstellproben zu gewährleisten. Eine Abstimmung
mit der Untersuchungsstelle sollte erfolgen.
Grobmaterialien (Materialien > 2 mm) und Fremdmaterialien, die
möglicherweise Schadstoffe enthalten oder denen diese anhaften können,
sind aus der gesamten Probemenge zu entnehmen und gesondert der
Laboruntersuchung zuzuführen. Ihr Massenanteil an dem beprobten
Bodenhorizont bzw. der Schichteinheit ist zu ermitteln und zu
dokumentieren.
Zur Entnahme von Boden, Bodenmaterial und sonstigen Materialien sind
Verfahren anzuwenden, die in der DIN 4021: 10.90 und E DIN ISO
10381-2: 02.96 aufgeführt sind. Bei der Verfahrensauswahl sind über
die in der Norm enthaltenen Angaben hinaus die erforderliche
Probenmenge und der Aufbau des Untergrundes zu berücksichtigen.

*
    2.4.2 Bodenluft

Für die Entnahme von Bodenluftproben gilt VDI-Richtlinie 3865, Blatt
2\.

*
    2.5 Probenkonservierung, -transport und -lagerung

Für die Auswahl von Probengefäßen sowie für Probenkonservierung,
-transport und -lagerung sind die entsprechenden Regelungen in den
Untersuchungsvorschriften nach Nummer 3.1.3, Tabellen 3 bis 7
einzuhalten. Fehlen derartige Regelungen, sind E DIN ISO 10381-1:
02\.96 und DIN EN ISO 5667-3: 04.96 zu beachten.
Der Transport der Bodenproben für die Untersuchung organischer
Schadstoffe sowie ihre Lagerung erfolgt gemäß E DIN ISO 14507: 02.96.

*
    **3.** **Untersuchungsverfahren**

    3.1 Untersuchungsverfahren für Böden, Bodenmaterial und sonstige
        Materialien

    3.1.1 Probenauswahl und -vorbehandlung

Im Falle gestufter Untersuchungen ist für den Einzelfall zu
entscheiden, in welcher Abfolge im Feld gewonnene Proben zu
analysieren sind, und ob ggf. auch eine Zusammenfassung mehrerer
Proben zweckmäßig ist. Die Entscheidung und ihre Gründe sind zu
dokumentieren.
Die Probenvorbehandlung, einschließlich der Trocknung des
Probenmaterials, erfolgt für die Bestimmung physikalisch-chemischer
Eigenschaften (Nummer 3.1.3, Tabelle 3) und die Bestimmung
anorganischer Schadstoffe (Nummer 3.1.3, Tabelle 4) nach DIN ISO
11464: 12.96. Für organische Schadstoffe ist E DIN ISO 14507: 02.96
anzuwenden.
Ist bei Böden, Bodenmaterial und sonstigen Materialien (insbesondere
Schlacken und Bauschutt) eine Auftrennung in Grob- und Feinanteil
erforderlich, hat dies über ein Sieb mit einer Maschenweite von 2 mm
in die Fraktionen
<= 2 mm (Feinanteil) und > 2 mm (Grobanteil) Korndurchmesser zu
erfolgen. Verklumpungen sind zu zerkleinern, wobei aber geringstabile
Aggregate (z.B. Carbonat-, Eisen-Konkretionen, Bims) möglichst nicht
zerbrochen werden sollten. Beide Fraktionen sind zu wägen, zu
beschreiben und zu dokumentieren, und deren Trockenmasseanteil ist zu
bestimmen. Der Feinanteil ist zu homogenisieren und zu untersuchen.
Bestehen Anhaltspunkte für einen erhöhten Schadstoffgehalt der
Fraktion > 2 mm, ist diese Fraktion zu gewinnen und nach
Vorzerkleinerung und Homogenisierung ebenfalls zu untersuchen. Im
Probenmaterial enthaltene Fremdmaterialien sind erforderlichenfalls
getrennt zu untersuchen und bei der Bewertung zu berücksichtigen.
Repräsentative Teile der im Feld entnommenen Proben sind als
Rückstellproben aufzubewahren. Art und Umfang der Rückstellung sind
nach den Erfordernissen des Einzelfalls zu vereinbaren.

*
    3.1.2 Extraktion, Elution

Königswasserextrakt
Die Bestimmung des Gehaltes an anorganischen Schadstoffen zum
Vergleich der Schadstoffaufnahme auf dem Wirkungspfad Boden - Mensch
mit den Werten nach Anhang 2 Nummer 1 mit Ausnahme der Cyanide, für
den Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze auf Ackerbauflächen und in
Nutzgärten bezüglich Arsen und Quecksilber nach Anhang 2 Nummer 2.2
und für den Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze auf Grünland nach Anhang
2 Nummer 2.3 sowie hinsichtlich der Vorsorgewerte nach Anhang 2 Nummer
4\.1 erfolgt aus dem Königswasserextrakt nach DIN ISO 11466: 06.97 aus
aufgemahlenen Proben (Korngröße < 150
mym).
Ammoniumnitratextraktion
Der Ammoniumnitratextrakt nach DIN 19730: 06.97 ist zur Ermittlung der
Gehalte anorganischer Schadstoffe für die Bewertung der Schadstoffe im
Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze auf Ackerbauflächen und in Nutzgärten
im Hinblick auf die Pflanzenqualität bezüglich Cadmium, Blei und
Thallium nach Anhang 2 Nummer 2.2 sowie auf Ackerbauflächen im
Hinblick auf Wachstumsbeeinträchtigungen bei Kulturpflanzen nach
Anhang 2 Nummer 2.4 anzuwenden und kann zur Abschätzung von
anorganischen Schadstoffkonzentrationen im Sickerwasser nach Nummer
3\.3 dieses Anhangs eingesetzt werden.
Extraktion organischer Schadstoffe
Die Bestimmung des Gehaltes an organischen Schadstoffen zum Vergleich
der Schadstoffaufnahme auf dem Wirkungspfad Boden - Mensch mit den
Werten nach Anhang 2 Nummer 1.2 sowie hinsichtlich der Vorsorgewerte
nach Anhang 2 nummer 4.2 erfolgt aus den in Nummer 3.1.3, Tabelle 5
angegebenen Bodenextrakten. Sollen andere Verfahren angewendet werden,
ist dies zu begründen und nachzuweisen, daß deren Ergebnisse mit den
Ergebnissen der oben angegebenen Verfahren gleichwertig oder
vergleichbar sind.
Elution mit Wasser
Für die Herstellung von Eluaten mit Wasser zur Abschätzung von
Schadstoffkonzentrationen im Sickerwasser nach Nummer 3.3 dieses
Anhangs sind die in Tabelle 2 angegebenen Verfahren anzuwenden.

*    *   Tabelle 2
        **Verfahren zur Herstellung von Eluaten mit Wasser**

*    *   Verfahren

    *   Verfahrenshinweise

    *   Methode

*    *   anorganische Stoffe

*    *   Bodensättigungsextrakt

    *   Verfahren siehe (1)

    *

*    *   Elution mit Wasser

    *
        -   Probenmasse unter Berücksichtigung der Trockenmasse nach DIN 38414-2:
            11\.85 bzw. nach DIN ISO 11465: 12.96

        -   Filtration siehe (2)

    *   DIN 38414-4: 10.84

*    *   organische Stoffe

*    *   Säulen- oder Lysimeterversuch

    *   Die zu erwartende Geschwindigkeit, mit der sich stoffspezifisch die
        Gleichgewichtskonzentration einstellt, ist zu beachten.

    *

(1) **Gewinnung des Bodensättigungsextraktes:**

    Zur Vorbereitung wird der Bodenprobe in einem Polyethylen-Gefäß
    langsam soviel bidestilliertes Wasser zugegeben, daß sie vollständig
    durchfeuchtet ist. Die benötigte Menge an Wasser zur Vorbefeuchtung
    ist bodenartabhängig und sollte ungefähr der Feldkapazität
    entsprechen. Bei sandigen Proben wird von ca. 25%, bei
    lehmig/schluffigen Proben von ca. 35% und bei tonigen Proben von ca.
    40% der Einwaage lufttrockenen Bodens ausgegangen. Die zugegebene
    Wassermenge ist gravimetrisch zu erfassen und zu notieren. Die Probe
    wird gut vermischt und unter Verdunstungsschutz 24 h bei
    5 Grad C stehengelassen.

    Zur Herstellung des Bodensättigungsextrakts wird das vorbefeuchtete
    Bodenmaterial in Zentrifugenbecher überführt. Bidestilliertes Wasser
    wird unter ständigem Rühren langsam zugegeben, bis die Fließgrenze
    erreicht ist (Bildung einer glänzenden Oberfläche und Zerfließen einer
    Spachtelkerbe). Bei tonigen Proben muß 15 min bis zum Abschluß der
    Quellung gewartet und gegebenenfalls Wasser nachgegeben werden. Die
    zugegebene Wassermenge wird gravimetrisch erfaßt und die Bodenpaste
    mit einem Glasstab verrührt. Die Bodenpaste ist zur
    Gleichgewichtseinstellung 24 h im Kühlschrank oder -raum bei
    5 Grad C unter Verdunstungsschutz aufzubewahren.

    Aus der Einwaage lufttrockenen Bodens und zweimaliger Wasserzugabe
    wird das Boden/Wasser-Verhältnis berechnet. Dabei ist der Wassergehalt
    der lufttrockenen Probe an einem Aliquot separat zu erfassen
    (Trocknung bei
    105 Grad C bis zur Gewichtskonstanz) und rechnerisch zu
    berücksichtigen.

    Zur Gewinnung der Gleichgewichtsbodenlösung erfolgt die Zentrifugation
    in einer Kühlzentrifuge für 30 min. Die überstehende Lösung wird
    dekantiert und zur Abtrennung suspendierter Partikel in zuvor gewogene
    Polyethylen-Weithalsflaschen mittels Unterdruck membranfiltriert. Die
    Filtratmenge ist gravimetrisch zu bestimmen. Die Lösungen sind durch
    Zugabe von 10 Volumenanteilen Salpetersäure (c = 5 mol/l) zu
    stabilisieren, wobei die Säurezugabe bei der Auswertung von
    Meßergebnissen und der Erstellung von Kalibrierlösungen zu
    berücksichtigen ist.

(2) **Filtrationsschritt:**

    Verwendet wird eine Druckfiltrationseinheit für Membranfilter (142 mm
    Durchmesser, medienführende Teile aus PTFE) mit einem Membranfilter
    mit 0,45
    mym Porenweite. Bei Nutzung abweichender Geräte ist das zu
    filtrierende Volumen entsprechend der Filterfläche zu verändern; das
    Verhältnis von filtrierendem Volumen und Filterfläche ist einzuhalten.

    Nach dem Schütteln ist die Suspension ca. 15 min zur Sedimentation der
    gröberen Partikel stehenzulassen. Die überstehende Flüssigkeit ist im
    Zentrifugenbecher weitestgehend zu dekantieren. Die Zentrifugation
    erfolgt für 30 min mit 2 000 g. Danach erfolgt das weitestgehend
    vollständige Dekantieren der überstehenden Flüssigkeit in die
    Membrandruckfiltrationsapparatur. Nach 5 min druckloser Filtration
    wird zur Beschleunigung der Filtration ein Druck von 1 bar angelegt.
    Haben nach 15 min weniger als zwei Drittel des Eluats das Filter
    passiert, wird der Druck auf 2 bar erhöht. Falls erforderlich, wird
    der Druck nach weiteren 30 min auf 3,5 bar erhöht. Die Filtration wird
    solange fortgesetzt, bis der gesamte Überstand der Zentrifugation das
    Filter passiert hat. Ist die Filtration nach 120 min noch
    unvollständig, wird sie abgebrochen und mit dem unvollständigen
    Filtrat weitergearbeitet.

    3.1.3 Analysenverfahren

Böden, Bodenmaterial und sonstige Materialen
Die Analyse von Böden, Bodenmaterial und gegebenenfalls von sonstigen
Materialien ist nach den in den Tabellen 3 bis 5 aufgeführten
Untersuchungsverfahren auszuführen.
Sollen unter Nennung der Gründe andere Verfahren angewendet werden,
ist nachzuweisen und zu dokumentieren, daß deren Ergebnisse mit den
Ergebnissen der in den Tabellen 3 bis 5 angegebenen Verfahren
gleichwertig oder vergleichbar sind. Inwieweit einzelne Verfahren
insbesondere auch unter den unter Nummer 4.2 genannten Gesichtspunkten
anwendbar sind, ist im Einzelfall zu prüfen. Die Schadstoffgehalte
sind auf Trockenmasse
(105 Grad C) zu beziehen. Sie müssen in der gleichen Einheit wie die
entsprechenden Prüf-, Maßnahmen- und Vorsorgewerte in Anhang 2
angegeben werden.

*    *   Tabelle 3
        **Analyse physikalisch-chemischer Eigenschaften**

*    *   Untersuchungsparameter

    *   Verfahrenshinweise

    *   Methode

*    *   Bestimmung der Trockenmasse

    *   feldfrische oder luftgetrocknete Bodenproben

    *   DIN ISO 11465: 12.96

*    *   Organischer Kohlenstoff und Gesamtkohlenstoff nach trockener
        Verbrennung

    *   luftgetrocknete Bodenproben

    *   DIN ISO 10694: 08.96

*    *   pH-Wert (CaCl(tief)2)

    *   Suspension der feldfrischen oder luftgetrockneten Bodenprobe in
        CaCl(tief)2-Lösung; c(CaCl(tief)2): 0,01 mol/l

    *   DIN ISO 10390: 05.97

*    *   Korngrößenverteilung

    *
        1)  "Fingerprobe" im Gelände \*)

    *   Bodenkundliche Kartieranleitung, 4. Auflage, 1994; DIN 19682-2: 04.97

*    *
        2)  Siebung, Dispergierung, Pipette-Analyse \*)

    *   E DIN ISO 11277: 06.94 DIN 19683-2: 04.97

*    *
        3)  Siebung, Dispergierung, Aräometermethode

    *   DIN 18123: 11.96 E DIN ISO 11277: 06.94

*    *   Rohdichte

    *   Trocknung einer volumengerecht entnommenen Bodenprobe bei 105 Grad C,
        rückwiegen

    *   E DIN ISO 11272: 01.94 DIN 19683-12: 04.73

*    *
        \*) Empfohlene Methode.

*    *

*    *   Tabelle 4
        **Analyse anorganischer Schadstoffgehalte**

*    *   Untersuchungsparameter

    *   Verfahrenshinweise

    *   Methode

*    *   Cd, Cr, Cu, Ni, Pb, Tl, Zn

    *   AAS

    *   E DIN ISO 11047: 06.95

*    *   As, Cd, Cr, Cu, Ni, Pb, Tl, Zn

    *   ICP-AES (ICP-MS möglich) Berücksichtigung von spektralen Störungen bei
        hohen Matrixkonzentrationen erforderlich

    *   DIN EN ISO 11885: 04.98

*    *   Arsen (As)

    *   ET-AAS

    *   In Analogie zu E DIN ISO 11047: 06.95

*    *   Hydrid-AAS

    *   DIN EN ISO 11969: 11.96

*    *   Quecksilber (Hg)

    *   AAS-Kaltdampftechnik Bei der Probenvorbehandlung darf die
        Trocknungstemperatur 40 Grad C nicht überschreiten

    *   DIN EN 1483: 08.97 Reduktion mit Zinn(II)-chlorid oder NaBH4

*    *   Chrom (VI)

    *
        1)  Extraktion mit phosphatgepufferter Aluminiumsulfatlösung

    *   Spektralphotometrie DIN 19734: 01.99

*    *
        2)  Elution mit Wasser, Abtrennung von Cr(III), Bestimmung von löslichem
            Cr(VI) in Böden

    *   DIN 38405-24: 05.87

*    *   Cyanide

    *
    *   E DIN ISO 11262: 06.94

*    *

*    *   Tabelle 5
        **Analyse organischer Schadstoffgehalte**

*    *   Untersuchungsparameter

    *   Verfahrenshinweise

    *   Methode

*    *   Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): 16 PAK (EPA)
        Benzo(a)pyren

    *
        1)  Soxhlet-Extraktion mit Toluol, chromatographisches Clean-up;
            Quantifizierung mittels GC-MS \*)

    *   Merkblatt Nr. 1 des LUA-NRW, 1994 \*)

*    *
        2)  Extraktion mit Tetrahydrofuran oder Acetonitril; Quantifizierung
            mittels HPLC-UV/DAD/F \*)

    *   Merkblatt Nr. 1 des LUA-NRW, 1994 \*)

*    *
        3)  Extraktion mit Aceton, Zugeben von Petrolether, Entfernung des
            Acetons, chromatographische Reinigung des Petroletherextraktes,
            Aufnahme in Acetonitril; Quantifizierung mittels HPLC-UV/DAD/F

    *   E DIN ISO 13877: 06.95

*    *
        4)  Extraktion mit einem Wasser/Aceton/
            Petrolether-Gemisch in Gegenwart von NaCl; Quantifizierung mittels GC-
            MS oder HPLC-UV/DAD/F

    *   VDLUFA-Methodenbuch, Band VII; Handbuch Altlasten Bd. 7, LfU HE

*    *   Hexachlorbenzol

    *   Extraktion mit Aceton/ Cyclohexan-Gemisch oder Aceton/Petrolether,
        ggf. Chromatographische Reinigung nach Entfernen des Acetons;
        Quantifizierung mittels GC-ECD oder GC-MS

    *   E DIN ISO 10382: 02.98

*    *   Pentachlorphenol

    *   Soxhlet-Extraktion mit Heptan oder Aceton/ Heptan (50:50);
        Derivatisierung mit Essigsäureanhydrid; Quantifizierung mittels GC-ECD
        oder GC-MS

    *   E DIN ISO 14154: 10.97

*    *   Aldrin, DDT, HCH-Gemisch

    *
        1)  Extraktion mit Petrolether oder Aceton/Petrolether-Gemisch,
            chromatographische Reinigung; Quantifizierung mittels GC-ECD oder GC-
            MS \*)

    *   E DIN ISO 10382: 02.98 \*)

*    *
        2)  Extraktion mit Wasser/Aceton/
            Petrolether-Gemisch; Quantifizierung mittels GC-ECD oder GC-MS

    *   VDLUFA-Methodenbuch, Band VII

*    *   Polychlorierte Biphenyle (PCB): 6 PCB-Kongenere (Nr. 28, 52, 101, 138,
        153, 180 nach Ballschmiter)

    *
        1)  Extraktion mit Heptan oder Aceton/Petrolether, chromatographische
            Reinigung; Quantifizierung mittels GC-ECD (GC-MS möglich)

    *   E DIN ISO 10382: 02.98

*    *
        2)  Soxhlet-Extraktion mit Heptan, Hexan oder Pentan, chromatographische
            Reinigung an AgNO(tief)3/Kieselgelsäure; Quantifizierung mittels GC-
            ECD (GC-MS möglich)

    *   DIN 38414-20: 01.96

*    *
        3)  Extraktion mit einem Wasser/Aceton/
            Petrolether-Gemisch in Gegenwart von NaCl; Quantifizierung mittels GC-
            ECD (GC-MS möglich)

    *   VDLUFA-Methodenbuch, Band VII

*    *   Polychlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane

    *   Soxhlet-Extraktion gefriergetrockneter Proben mit Toluol,
        chromatographische Reinigung; Quantifizierung mittels GC-MS

    *   nach Klärschlammverordnung unter Beachtung von DIN 38414-24: 2000-10

*    *
        \*) empfohlene Methode.

Eluate und Sickerwasser
Die analytische Bestimmung der anorganischen Stoffkonzentrationen in
Eluaten und Sickerwasser ist nach den in Tabelle 6 aufgeführten
Analyseverfahren durchzuführen, die Bestimmung der organischen
Stoffkonzentrationen im Sickerwasser erfolgt nach den in Tabelle 7
genannten Methoden.
Sollen unter Nennung der Gründe andere Verfahren angewendet werden,
ist nachzuweisen, daß deren Ergebnisse mit den Ergebnissen der in
Tabelle 6 und 7 angegebenen Verfahren gleichwertig oder vergleichbar
sind.

Tabelle 6

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bbodschv/__14.html
Directory: bbodschv
Level: 3.0