Title: § 19 Vergütung

Description:
Verordnung zur Regelung des Verfahrens der Beschaffung, des Einsatzes und der Abrechnung einer Kapazitätsreserve (KapResV)
Teil 2 - Beschaffungsverfahren Kapazitätsreserve
§ 19 Vergütung

Paragraph: 19

Content:
Verordnung zur Regelung des Verfahrens der Beschaffung, des Einsatzes und der Abrechnung einer Kapazitätsreserve (KapResV)
Teil 2 - Beschaffungsverfahren Kapazitätsreserve
§ 19 Vergütung

(1) Die Betreiber der Kapazitätsreserveanlagen erhalten im
Erbringungszeitraum eine jährliche Vergütung in Höhe des Produkts aus
Zuschlagswert und Gebotsmenge. Zusätzlich erhalten sie im
Erbringungszeitraum die nach Absatz 4 zu erstattenden Kosten.

(2) Der Zuschlagswert für alle Kapazitätsreserveanlagen entspricht

1.  bei einem Zuschlag nach § 18 Absatz 3 dem Gebotswert desjenigen
    Gebots, das den höchsten Gebotswert aufweist und

2.  bei einem Zuschlag nach § 18 Absatz 4 bis 6 dem Gebotswert desjenigen
    Gebots, mit dessen Bezuschlagung die Zuschlagsgrenze erreicht oder
    überschritten wird.

(3) Die jährliche Vergütung umfasst

1.  bis zu 16 Einsätze in der Kapazitätsreserve pro Vertragsjahr mit einer
    Dauer des Abrufs von jeweils bis zu 12 Stunden,

2.  den oder die Funktionstests nach § 28,

3.  den oder die Probeabrufe nach § 29 und

4.  erforderliche Nachbesserungen nach § 30.

(4) Gegen Nachweis gesondert zu erstatten sind

1.  zusätzlich anfallende Kosten für die Erfüllung besonderer technischer
    Anforderungen aus der Netzreserve, für Einsätze in der Netzreserve
    sowie für Einsätze in der Kapazitätsreserve, die über die nach Absatz
    3 Nummer 1 abgegoltene Anzahl von Einsätzen hinausgehen,

2.  Kosten, die dafür entstehen, dass auf Anforderung der
    Übertragungsnetzbetreiber die Schwarzstartfähigkeit einer Anlage
    hergestellt oder aufrechterhalten wird,

3.  Kosten, die dafür entstehen, dass auf Anforderung der
    Übertragungsnetzbetreiber die Fähigkeit zur Blindleistungseinspeisung
    ohne Wirkleistungseinspeisung hergestellt oder aufrechterhalten wird,
    und

4.  Kosten für die Ausgleichsenergie, die während Einspeisungen oder
    Reduktionen des Wirkleistungsbezugs auf Anforderung der
    Übertragungsnetzbetreiber im Rahmen der Bewirtschaftung des
    Bilanzkreises nach § 24 Absatz 5 Satz 1 entstehen, soweit sie nicht
    ausdrücklich vom Anlagenbetreiber zu tragen sind; Erlöse aus dieser
    Bewirtschaftung sind von den Kosten abzuziehen und im Falle von
    Überschüssen an die Übertragungsnetzbetreiber zu erstatten.

(5) Gesondert erstattungsfähig nach Absatz 4 Nummer 1 sind
insbesondere Kosten für die für Anpassungen der Einspeisung von
Wirkleistung oder Blindleistung oder für die Reduktion des
Wirkleistungsbezugs benötigten Brennstoffe, Emissionszertifikate und
sonstigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, start- oder
betriebsstundenabhängige Instandhaltungskosten sowie im Falle
regelbarer Lasten Opportunitätskosten. Diese Kosten werden erstattet,
wenn und soweit sie aufgrund einer Anforderung der
Übertragungsnetzbetreibers entstanden sind. § 21 Absatz 2 Satz 2 des
Energiewirtschaftsgesetzes ist entsprechend anzuwenden.

(6) Für die Abgrenzung der start- oder betriebsstundenabhängigen
Instandhaltungskosten nach Absatz 4 Nummer 1 gegenüber den Kosten nach
Absatz 3 können die Übertragungsnetzbetreiber eine Schlüsselung
vorsehen. Als Schlüssel können die Anzahl der Starts und
Betriebsstunden der Anlage für die jeweilige Art des Einsatzes im
Verhältnis zur Gesamtanzahl der Starts und Betriebsstunden pro
Vertragsjahr oder pro Erbringungszeitraum angesetzt werden.

(7) Nicht gesondert erstattungsfähig sind Personalkosten, start- und
betriebsstundenunabhängige Instandhaltungskosten, Kosten für die
Brennstofflagerungsinfrastruktur sowie Kosten für die
Gastransportkapazität.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kapresv/__19.html
Directory: kapresv
Level: 3.0