Title: § 6 Verbote

Description:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung "Biosphärenreservat Südost-Rügen" (NatSGSORügenV)
§ 6 Verbote

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung "Biosphärenreservat Südost-Rügen" (NatSGSORügenV)
§ 6 Verbote

(1) Im Biosphärenreservat sind alle Handlungen verboten, die dem
Schutzzweck nach § 3 zuwiderlaufen.

(2) Alle Maßnahmen, die zu einer Zerstörung oder sonstigen erheblichen
oder nachhaltigen Beeinträchtigung folgender Biotope führen können,
sind verboten:

1.  Bruchwälder, Moore, Sümpfe, Röhrichte, Naßwiesen, Feuchtwiesen,
    Salzwiesen, Quellbereiche, naturnahe und unverbaute Bachabschnitte,
    Bodden und andere stehende Gewässer,

2.  Zwergstrauch- und Ginsterheiden, Borstgrasrasen, Trocken- und
    Magerrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,

3.  Buchenwälder, Ahorn-Hangwälder, Dünen-Kiefernwälder,

4.  Steilküsten, Blockstrände, Strandwälle, Sandstrände, Dünen.

(3) Es ist verboten, im Biosphärenreservat mit Luftfahrzeugen aller
Art zu starten oder zu landen.

(4) In den Schutzzonen I und II sind darüber hinaus alle Handlungen
verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung der
Naturschutzgebiete oder ihrer Bestandteile oder zu einer nachhaltigen
Beeinträchtigung oder Störung führen können. Insbesondere ist es
verboten,

1.  bauliche Anlagen und Werbeträger zu errichten und zu ändern, auch wenn
    hierfür keine Baugenehmigung erforderlich ist, das gilt auch für das
    Aufstellen von Buden sowie mobilen oder festen Verkaufsständen,

2.  Straßen neu zu bauen oder zu verbreitern, neue Forstwege anzulegen,
    vorhandene Pflasterstraßen mit Schwarz- oder Betondecken zu
    überziehen,

3.  Küstenschutzmaßnahmen zu ergreifen,

4.  Bodenbestandteile zu entnehmen, Sprengungen, Bohrungen und Grabungen
    vorzunehmen, Stoffe aller Art aufzuschütten oder einzubringen oder das
    Bodenrelief zu verändern,

5.  außerhalb der Fahrbahnen der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten
    Straßen und Wege und beschilderten Park- und Rastplätze mit
    Kraftfahrzeugen aller Art oder mit Wohnmobilen zu fahren oder diese
    dort abzustellen, außerhalb der ausdrücklich hierfür zugelassenen Wege
    zu reiten oder mit bespannten Fahrzeugen zu fahren sowie auf
    markierten Wanderwegen und außerhalb der dafür ausgewiesenen Wege und
    Straßen Fahrrad zu fahren,

6.  Wege zu verlassen mit Ausnahme der Strände, sofern nicht vor Ort durch
    besondere Kennzeichnung eingeschränkt,

7.  Pflanzen oder Teile von ihnen einzubringen, zu entnehmen, zu
    beschädigen oder in ihrem Weiterbestand zu beeinträchtigen,

8.  Tiere auszusetzen, oder wildlebenden Tieren nachzustellen, sie zu
    füttern, mutwillig zu beunruhigen, zu fangen oder zu töten oder ihre
    Entwicklungsformen, ihre Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten zu
    entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,

9.  natürliche Wasserläufe und Wasserflächen, deren Ufer sowie den
    Wasserablauf zu verändern oder über den wasserrechtlichen
    Gemeingebrauch hinaus Wasser zu entnehmen oder das Grundwasser
    abzusenken,

10. Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, sonstige Chemikalien sowie Gülle,
    Klärschlamm oder Abwasser auszubringen,

11. außerhalb fester Gebäude zu nächtigen oder zu zelten, Wohnwagen oder
    Wohnmobile aufzustellen,

12. Modellfluggeräte zu betreiben, zu surfen, Wasserfahrzeuge außerhalb
    betonnter Fahrrinnen zu betreiben mit Ausnahme des Befahrens der
    Having, der Kaming und des Zicker Sees mit Segel-, Paddel- und
    Ruderbooten bei Einhaltung eines Mindestabstandes von 100 m zum Ufer,

13. Bild- und Schrifttafeln, Gedenksteine und Wegemarkierungen ohne
    Genehmigung der Reservatsverwaltung anzubringen, zu entfernen oder zu
    verändern,

14. Abfälle aller Art wegzuwerfen, abzulagern, Fahrzeuge zu waschen, zu
    pflegen oder die Landschaft einschließlich der Gewässer auf andere
    Weise zu verunreinigen,

15. Hunde frei laufen zu lassen,

16. zu lärmen sowie außerhalb von Gebäuden oder Fahrzeugen Ton- und
    Bildübertragungsgeräte, Ton- und Bildwiedergabegeräte oder Funkgeräte
    zu benutzen,

17. Feuer zu entzünden,

18. organisierte Veranstaltungen aller Art, ausgenommen Veranstaltungen
    unter Leitung oder mit Genehmigung der Reservatsverwaltung,
    durchzuführen,

19. natürlich anfallende Tothölzer zu entnehmen sowie gebietsfremde
    Gehölze anzupflanzen,

20. vom 1. Februar bis zum 31. Juli eines jeden Jahres im Umkreis von
    mindestens 300 m um die Brutplätze von Adlern, Kranichen,
    Schwarzstörchen, Großfalken und Uhus sowie im Umkreis von 150 m um die
    Fortpflanzungs- und Vermehrungsstätten anderer vom Aussterben
    bedrohter Tierarten ohne Genehmigung der Reservatsverwaltung
    Wirtschafts- oder Pflegemaßnahmen durchzuführen.

(5) In Schutzzone I ist darüber hinaus jegliche wirtschaftliche
Nutzung verboten.

(6) Weiter ist es verboten, Geräte mitzuführen, die ausschließlich
oder überwiegend für Handlungen benutzt werden können, die gemäß
Absatz 4 verboten sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/natsgsor_genv/__6.html
Directory: natsgsoruegenv
Level: 2.0