Title: § 55a Erfolgshonorar für Hilfeleistung in Steuersachen

Description:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Dritter Teil - Rechte und Pflichten der Wirtschaftsprüfer
§ 55a Erfolgshonorar für Hilfeleistung in Steuersachen

Paragraph: 55a

Content:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Dritter Teil - Rechte und Pflichten der Wirtschaftsprüfer
§ 55a Erfolgshonorar für Hilfeleistung in Steuersachen

(1) Vereinbarungen, durch die eine Vergütung für eine Hilfeleistung in
Steuersachen oder ihre Höhe vom Ausgang der Sache oder vom Erfolg der
Tätigkeit des Wirtschaftsprüfers abhängig gemacht wird oder nach denen
der Wirtschaftsprüfer einen Teil der zu erzielenden Steuerermäßigung,
Steuerersparnis oder Steuervergütung als Honorar erhält
(Erfolgshonorar), sind unzulässig, soweit nachfolgend nichts anderes
bestimmt ist. Vereinbarungen, durch die der Wirtschaftsprüfer sich
verpflichtet, Gerichtskosten, Verwaltungskosten oder Kosten anderer
Beteiligter zu tragen, sind unzulässig.

(2) Ein Erfolgshonorar darf nur für den Einzelfall und nur dann
vereinbart werden, wenn der Auftraggeber bei verständiger Betrachtung
ohne die Vereinbarung eines Erfolgshonorars von der Rechtsverfolgung
abgehalten würde.

(3) Die Vereinbarung bedarf der Textform. Sie muss als
Vergütungsvereinbarung oder in vergleichbarer Weise bezeichnet werden,
von anderen Vereinbarungen mit Ausnahme der Auftragserteilung deutlich
abgesetzt sein und darf nicht in der Vollmacht enthalten sein. Die
Vereinbarung muss enthalten:

1.  die erfolgsunabhängige Vergütung, zu der der Wirtschaftsprüfer bereit
    wäre, den Auftrag zu übernehmen, sowie

2.  die Angabe, welche Vergütung bei Eintritt welcher Bedingungen verdient
    sein soll.

(4) In der Vereinbarung sind außerdem die wesentlichen Gründe
anzugeben, die für die Bemessung des Erfolgshonorars bestimmend sind.
Ferner ist ein Hinweis aufzunehmen, dass die Vereinbarung keinen
Einfluss auf die gegebenenfalls vom Auftraggeber zu zahlenden
Gerichtskosten, Verwaltungskosten und die von ihm zu erstattenden
Kosten anderer Beteiligter hat.

(5) Aus einer Vergütungsvereinbarung, die nicht den Anforderungen der
Absätze 2 und 3 entspricht, erhält der Wirtschaftsprüfer keine höhere
als eine nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts bemessene
Vergütung. Die Vorschriften des bürgerlichen Rechts über die
ungerechtfertigte Bereicherung bleiben unberührt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wipro/__55a.html
Directory: wipro
Level: 3.0