Title: § 3 Handlungsfelder

Description:
Ausbilder-Eignungsverordnung (AusbEignV 2009)
§ 3 Handlungsfelder

Paragraph: 3

Content:
Ausbilder-Eignungsverordnung (AusbEignV 2009)
§ 3 Handlungsfelder

(1) Das Handlungsfeld nach § 2 Nummer 1 umfasst die berufs- und
arbeitspädagogische Eignung, Ausbildungsvoraussetzungen zu prüfen und
Ausbildung zu planen. Die Ausbilder und Ausbilderinnen sind dabei in
der Lage,

1.  die Vorteile und den Nutzen betrieblicher Ausbildung darstellen und
    begründen zu können,

2.  bei den Planungen und Entscheidungen hinsichtlich des betrieblichen
    Ausbildungsbedarfs auf der Grundlage der rechtlichen,
    tarifvertraglichen und betrieblichen Rahmenbedingungen mitzuwirken,

3.  die Strukturen des Berufsbildungssystems und seine Schnittstellen
    darzustellen,

4.  Ausbildungsberufe für den Betrieb auszuwählen und dies zu begründen,

5.  die Eignung des Betriebes für die Ausbildung in dem angestrebten
    Ausbildungsberuf zu prüfen sowie, ob und inwieweit Ausbildungsinhalte
    durch Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte, insbesondere
    Ausbildung im Verbund, überbetriebliche und außerbetriebliche
    Ausbildung, vermittelt werden können,

6.  die Möglichkeiten des Einsatzes von auf die Berufsausbildung
    vorbereitenden Maßnahmen einzuschätzen sowie

7.  im Betrieb die Aufgaben der an der Ausbildung Mitwirkenden unter
    Berücksichtigung ihrer Funktionen und Qualifikationen abzustimmen.

(2) Das Handlungsfeld nach § 2 Nummer 2 umfasst die berufs- und
arbeitspädagogische Eignung, die Ausbildung unter Berücksichtigung
organisatorischer sowie rechtlicher Aspekte vorzubereiten. Die
Ausbilder und Ausbilderinnen sind dabei in der Lage,

1.  auf der Grundlage einer Ausbildungsordnung einen betrieblichen
    Ausbildungsplan zu erstellen, der sich insbesondere an berufstypischen
    Arbeits- und Geschäftsprozessen orientiert,

2.  die Möglichkeiten der Mitwirkung und Mitbestimmung der betrieblichen
    Interessenvertretungen in der Berufsbildung zu berücksichtigen,

3.  den Kooperationsbedarf zu ermitteln und sich inhaltlich sowie
    organisatorisch mit den Kooperationspartnern, insbesondere der
    Berufsschule, abzustimmen,

4.  Kriterien und Verfahren zur Auswahl von Auszubildenden auch unter
    Berücksichtigung ihrer Verschiedenartigkeit anzuwenden,

5.  den Berufsausbildungsvertrag vorzubereiten und die Eintragung des
    Vertrages bei der zuständigen Stelle zu veranlassen sowie

6.  die Möglichkeiten zu prüfen, ob Teile der Berufsausbildung im Ausland
    durchgeführt werden können.

(3) Das Handlungsfeld nach § 2 Nummer 3 umfasst die berufs- und
arbeitspädagogische Eignung, selbstständiges Lernen in berufstypischen
Arbeits- und Geschäftprozessen handlungsorientiert zu fördern. Die
Ausbilder und Ausbilderinnen sind dabei in der Lage,

1.  lernförderliche Bedingungen und eine motivierende Lernkultur zu
    schaffen, Rückmeldungen zu geben und zu empfangen,

2.  die Probezeit zu organisieren, zu gestalten und zu bewerten,

3.  aus dem betrieblichen Ausbildungsplan und den berufstypischen Arbeits-
    und Geschäftsprozessen betriebliche Lern- und Arbeitsaufgaben zu
    entwickeln und zu gestalten,

4.  Ausbildungsmethoden und -medien zielgruppengerecht auszuwählen und
    situationsspezifisch einzusetzen,

5.  Auszubildende bei Lernschwierigkeiten durch individuelle Gestaltung
    der Ausbildung und Lernberatung zu unterstützen, bei Bedarf
    ausbildungsunterstützende Hilfen einzusetzen und die Möglichkeit zur
    Verlängerung der Ausbildungszeit zu prüfen,

6.  Auszubildenden zusätzliche Ausbildungsangebote, insbesondere in Form
    von Zusatzqualifikationen, zu machen und die Möglichkeit der
    Verkürzung der Ausbildungsdauer und die der vorzeitigen Zulassung zur
    Abschlussprüfung zu prüfen,

7.  die soziale und persönliche Entwicklung von Auszubildenden zu fördern,
    Probleme und Konflikte rechtzeitig zu erkennen sowie auf eine Lösung
    hinzuwirken,

8.  Leistungen festzustellen und zu bewerten, Leistungsbeurteilungen
    Dritter und Prüfungsergebnisse auszuwerten, Beurteilungsgespräche zu
    führen, Rückschlüsse für den weiteren Ausbildungsverlauf zu ziehen
    sowie

9.  interkulturelle Kompetenzen zu fördern.

(4) Das Handlungsfeld nach § 2 Nummer 4 umfasst die berufs- und
arbeitspädagogische Eignung, die Ausbildung zu einem erfolgreichen
Abschluss zu führen und dem Auszubildenden Perspektiven für seine
berufliche Weiterentwicklung aufzuzeigen. Die Ausbilder und
Ausbilderinnen sind dabei in der Lage,

1.  Auszubildende auf die Abschluss- oder Gesellenprüfung unter
    Berücksichtigung der Prüfungstermine vorzubereiten und die Ausbildung
    zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen,

2.  für die Anmeldung der Auszubildenden zu Prüfungen bei der zuständigen
    Stelle zu sorgen und diese auf durchführungsrelevante Besonderheiten
    hinzuweisen,

3.  an der Erstellung eines schriftlichen Zeugnisses auf der Grundlage von
    Leistungsbeurteilungen mitzuwirken sowie

4.  Auszubildende über betriebliche Entwicklungswege und berufliche
    Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren und zu beraten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ausbeignv_2009/__3.html
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