Title: § 74a

Description:
Gesetz über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung (ZVG)
Erster Abschnitt - Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung von Grundstücken im Wege der Zwangsvollstreckung
Zweiter Titel - Zwangsversteigerung
V. - Versteigerung
§ 74a

Paragraph: 74a

Content:
Gesetz über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung (ZVG)
Erster Abschnitt - Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung von Grundstücken im Wege der Zwangsvollstreckung
Zweiter Titel - Zwangsversteigerung
V. - Versteigerung
§ 74a

(1) Bleibt das abgegebene Meistgebot einschließlich des Kapitalwertes
der nach den Versteigerungsbedingungen bestehenbleibenden Rechte unter
sieben Zehnteilen des Grundstückswertes, so kann ein Berechtigter,
dessen Anspruch ganz oder teilweise durch das Meistgebot nicht gedeckt
ist, aber bei einem Gebot in der genannten Höhe voraussichtlich
gedeckt sein würde, die Versagung des Zuschlags beantragen. Der Antrag
ist abzulehnen, wenn der betreibende Gläubiger widerspricht und
glaubhaft macht, daß ihm durch die Versagung des Zuschlags ein
unverhältnismäßiger Nachteil erwachsen würde.

(2) Der Antrag auf Versagung des Zuschlags kann nur bis zum Schluß der
Verhandlung über den Zuschlag gestellt werden; das gleiche gilt von
der Erklärung des Widerspruchs.

(3) Wird der Zuschlag gemäß Absatz 1 versagt, so ist von Amts wegen
ein neuer Versteigerungstermin zu bestimmen. Der Zeitraum zwischen den
beiden Terminen soll, sofern nicht nach den besonderen Verhältnissen
des Einzelfalles etwas anderes geboten ist, mindestens drei Monate
betragen, darf aber sechs Monate nicht übersteigen.

(4) In dem neuen Versteigerungstermin darf der Zuschlag weder aus den
Gründen des Absatzes 1 noch aus denen des § 85a Abs. 1 versagt werden.

(5) Der Grundstückswert (Verkehrswert) wird vom Vollstreckungsgericht,
nötigenfalls nach Anhörung von Sachverständigen, festgesetzt. Der Wert
der beweglichen Gegenstände, auf die sich die Versteigerung erstreckt,
ist unter Würdigung aller Verhältnisse frei zu schätzen. Der Beschluß
über die Festsetzung des Grundstückswertes ist mit der sofortigen
Beschwerde anfechtbar. Der Zuschlag oder die Versagung des Zuschlags
können mit der Begründung, daß der Grundstückswert unrichtig
festgesetzt sei, nicht angefochten werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zvg/__74a.html
Directory: zvg
Level: 5.0