Title: § 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Klempner-Handwerk (KlempnerMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Klempner-Handwerk (KlempnerMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz dadurch
nachweisen, dass er berufsbezogene Probleme analysieren und bewerten
sowie Lösungswege aufzeigen und dokumentieren und dabei aktuelle
Entwicklungen berücksichtigen kann.

(2) Handlungsfelder sind:

1.  Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine Aufgabe zu bearbeiten,
die fallorientiert sein muss:

1.  Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik unter
    Berücksichtigung wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in einem
    Klempnerbetrieb zu bearbeiten. Dabei soll er berufsbezogene
    Sachverhalte analysieren und bewerten. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis j
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Aufbau, Wirkungsweise und Funktionen von Dach- und Fassadensystemen
        beschreiben und bewerten,

    b)  Maßnahmen, Methoden und Alternativen der Fertigung und Montage sowie
        der Instandhaltung darstellen und auswählen, Lösungen erarbeiten,
        korrigieren und begründen,

    c)  Konstruktionen und Abwicklungen für Dachdeckungen und
        Fassadenbekleidungen sowie Systeme zur Ableitung von
        Niederschlagswasser und von Lüftungskanälen auswählen, entwerfen und
        berechnen,

    d)  Material bestimmen und Materialbedarf berechnen sowie
        Materialzuschnitte zeichnerisch darstellen und rechnerisch ermitteln,
        insbesondere für Dach- und Fassadenflächen und deren Ausdehnungen,
        Rinnen- und Fallrohre und deren Querschnitte, Lüftungskanäle sowie für
        Verkleidungen von Behältern und Rohrleitungen,

    e)  Funktionspläne skizzieren, Skizzen und Zeichnungen von Systemen,
        Baugruppen und Bauteilen analysieren, bewerten und korrigieren,

    f)  Arten, Eigenschaften und Verhalten zu verarbeitender Werk-, Hilfs- und
        Baustoffe beurteilen und Verwendungszwecken zuordnen,

    g)  Materialbe- und -verarbeitung beschreiben, Lösungen erarbeiten,
        bewerten und korrigieren,

    h)  Arten von Bauwerksabdichtungen unter Berücksichtigung des Wärme-,
        Schall- und Brandschutzes beschreiben, Verwendungszwecken zuordnen und
        begründen,

    i)  Füge- und Umformtechniken zur Verbindung von Metallen, Metall-
        Verbundstoffen und Kunststoffen, insbesondere Falzen, Löten, Nieten,
        Kleben, Gas- und Lichtbogenschweißen sowie Schutzgasschweißen,
        beschreiben und Verwendungszwecken zuordnen,

    j)  Verfahren der Oberflächen- und Wärmebehandlung sowie des
        Korrosionsschutzes beschreiben und dem jeweiligen Verwendungszweck
        zuordnen;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen, deren
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen. Bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis i
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Fertigungs-, Verarbeitungs-, Montage- und
        Instandsetzungstechnik, des Einsatzes von Material, Geräten und
        Personal bewerten, dabei qualitätssichernde Aspekte darstellen sowie
        Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Haftung bei der
        Herstellung, der Instandsetzung und bei Dienstleistungen beurteilen,

    e)  technische Arbeitspläne, Skizzen und Zeichnungen erarbeiten, bewerten
        und korrigieren,

    f)  auftragsbezogenen Einsatz von Material, Werkstoffen, Maschinen und
        Geräten bestimmen und begründen,

    g)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    h)  Mängel- und Schadensaufnahme an Gebäuden und Gebäudeteilen,
        insbesondere an Dacheindeckungen und -abdichtungen sowie an
        Fassadenbekleidungen aus Metall, Metall-Verbundstoffen und
        Kunststoffen, darstellen, Instandsetzungsalternativen aufzeigen sowie
        die erforderliche Abwicklung festlegen und begründen,

    i)  Vor- und Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, wahrzunehmen. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung darstellen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische Prozesse planen und
        darstellen,

    h)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und
        beurteilen.

(4) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern. Eine
Prüfungsdauer von sechs Stunden täglich darf nicht überschritten
werden.

(5) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder gemäß Absatz 2
gebildet.

(6) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(7) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/klempnermstrv/__8.html
Directory: klempnermstrv
Level: 2.0