Title: § 28 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Faserverbundtechnologie

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik und zur Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik (KStoffVerfMAusbV 2012)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.6 - Fachrichtung Faserverbundtechnologie
§ 28 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Faserverbundtechnologie

Paragraph: 28

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik und zur Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik (KStoffVerfMAusbV 2012)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.6 - Fachrichtung Faserverbundtechnologie
§ 28 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Faserverbundtechnologie

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Herstellen von Faserverbundbauteilen,

2.  Verfahrenstechnische Systeme,

3.  Produktionsplanung und -analyse,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Herstellen von Faserverbundbauteilen
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Produktionsaufträge nach Art und Umfang auswerten, Informationen für
        die Auftragsabwicklung beschaffen,

    b)  Arbeitsabläufe und Betriebsmitteleinsatz planen und strukturieren
        sowie die Fertigungsvoraussetzungen schaffen,

    c)  Produktionsaufträge, insbesondere unter Berücksichtigung technischer
        Dokumente, der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes, durchführen,

    d)  Sicherheitseinrichtungen auf ihre Wirksamkeit überprüfen,

    e)  Fertigungseinrichtungen zur Herstellung von Faserverbundbauteilen
        einrichten, Fertigungsabläufe steuern, überwachen und optimieren sowie
        Maßnahmen zur Behebung von Störungen ergreifen,

    f)  betriebliche Qualitätssicherungssysteme im eigenen Arbeitsbereich
        anwenden, Ursachen von Qualitätsmängeln systematisch suchen,
        beseitigen und dokumentieren,

    g)  Prüfverfahren und Prüfmittel auswählen und anwenden, Prüfpläne und
        Prüfvorschriften anwenden, Ergebnisse bewerten und dokumentieren sowie

    h)  die relevanten fachlichen Hintergründe seiner Arbeit aufzeigen und
        seine Vorgehensweise begründen

    kann;

2.  Prüfvariante 1:

    a)  der Prüfling soll einen betrieblichen Auftrag durchführen und mit
        praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein
        auftragsbezogenes Fachgespräch führen; das Fachgespräch wird auf der
        Grundlage der praxisbezogenen Unterlagen geführt; unter
        Berücksichtigung der praxisbezogenen Unterlagen sollen durch das
        Fachgespräch die prozessrelevanten Qualifikationen in Bezug zur
        Auftragsdurchführung bewertet werden; dem Prüfungsausschuss ist vor
        der Durchführung des betrieblichen Auftrags die Aufgabenstellung
        einschließlich des geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung
        vorzulegen,

    b)  die Prüfungszeit beträgt 19 Stunden für die Durchführung des
        betrieblichen Auftrags einschließlich höchstens 30 Minuten für das
        auftragsbezogene Fachgespräch;

3.  Prüfvariante 2:

    a)  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen sowie hierüber ein
        situatives Fachgespräch führen und mit praxisbezogenen Unterlagen
        dokumentieren,

    b)  die Prüfungszeit beträgt sieben Stunden einschließlich höchstens 20
        Minuten für das situative Fachgespräch;

4.  der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfungsvariante nach Nummer 2 oder 3
    aus und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der
    Anmeldung zur Prüfung mit;

5.  bei der Aufgabenstellung ist der Bereich, in dem der Auszubildende
    überwiegend betrieblich ausgebildete wurde, zu berücksichtigen.

(4) Für den Prüfungsbereich Verfahrenstechnische Systeme bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Verarbeitungsverfahren unterscheiden und nach materialspezifischen,
        technischen, betriebswirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten
        bewerten, auswählen und einsetzen,

    b)  Be-, Nachbearbeitungs- und Montageverfahren unterscheiden und nach
        technischen, betriebswirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten
        bewerten, auswählen und einsetzen,

    c)  Eigenschaften von Faserverbundwerkstoffen ermitteln und prüfen, Werk-
        und Hilfsstoffe dem Verwendungszweck zuordnen und einsetzen,

    d)  qualitätssichernde Maßnahmen durchführen; Ergebnisse überprüfen,
        optimieren und dokumentieren, Arbeitssicherheits- und
        Umweltschutzvorschriften anwenden,

    e)  Komponenten der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik unterscheiden
        und anwendungsspezifisch zuordnen, Störungen in steuerungstechnischen
        Systemen eingrenzen,

    f)  Faserverbundbauteile nach technischen Teil-, Gruppen- und
        Gesamtzeichnungen herstellen und prüfen,

    g)  verfahrensbezogene Berechnungen durchführen sowie

    h)  Maßnahmen der Wartung und Instandhaltung durchführen

    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Produktionsplanung und -analyse bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Arbeitspläne erstellen, Produktionsabläufe koordinieren und
        optimieren,

    b)  Informationen für die Auftragsabwicklung beschaffen sowie
        Fertigungsvoraussetzungen sicherstellen,

    c)  die Auftragsabwicklung auswerten und dokumentieren,

    d)  qualitätssichernde Maßnahmen systematisch anwenden, auswerten und
        dokumentieren sowie

    e)  Maßnahmen zum Umwelt- und Arbeitsschutz anwenden

    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kstoffverfmausbv_2012/__28.html
Directory: kstoffverfmausbv_2012
Level: 4.0