Title: § 15 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik und zur Fachkraft für Wasserwirtschaft (StV/WasAusbV)
Dritter Teil - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Fachkraft für Wasserwirtschaft
§ 15 Abschlussprüfung

Paragraph: 15

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik und zur Fachkraft für Wasserwirtschaft (StV/WasAusbV)
Dritter Teil - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Fachkraft für Wasserwirtschaft
§ 15 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 2
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung in höchstens 28 Stunden
eine projektorientierte praktische Aufgabe bearbeiten und schriftlich
dokumentieren. Hierfür kommt insbesondere in Betracht:
Planen, Entwerfen und Konstruieren wasserwirtschaftlicher Anlagen
unter Einbeziehung des Erstellens wasserrechtlicher Unterlagen.
Die Ausführung der Aufgabe wird mit praxisbezogenen Unterlagen
dokumentiert. Das Ergebnis ist in einem Gespräch mit dem
Prüfungsausschuss zu erläutern. Das Gespräch soll nicht länger als 30
Minuten dauern. Durch die Ausführung der Aufgabe, deren Dokumentation
sowie durch das Gespräch soll der Prüfling zeigen, dass er
Arbeitsabläufe und Teilaufgaben kunden- und zielorientiert unter
Beachtung wirtschaftlicher Vorgaben selbständig planen und umsetzen
sowie Dokumentationen fachgerecht anfertigen und dabei
qualitätssichernde Maßnahmen anwenden kann.

(3) Teil B der Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen

-   Abwicklung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen,

-   Überwachung von Gewässern, Anlagen und Gebieten,

-   Wirtschafts- und Sozialkunde.

In den Prüfungsbereichen Abwicklung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen
sowie Überwachung von Gewässern, Anlagen und Gebieten sind
insbesondere durch Verknüpfung informationstechnischer,
technologischer und mathematischer Sachverhalte fachliche Probleme zu
analysieren, zu bewerten und geeignete Lösungswege schriftlich
darzustellen.
Für den Prüfungsbereich Abwicklung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen
kommt insbesondere eine der nachfolgenden Aufgaben in Betracht:

a)  Festlegen von Bauweisen, Entscheidung über den Einsatz von Maschinen
    und Geräten,

b)  Ermitteln von Mengen für Bauleistungen und Erstellen von
    Leistungsverzeichnissen,

c)  Bearbeiten und Zusammenstellen von Unterlagen für Ausschreibung und
    Vergabe,

d)  Prüfen und Auswerten von Angeboten,

e)  Bearbeiten von Aufgaben der Bauleitung.

Für den Prüfungsbereich Überwachung von Gewässern, Anlagen und
Gebieten kommen insbesondere in Betracht:

a)  Darstellen der Anforderungen an Wasserversorgungsanlagen sowie an
    Trinkwasser- und Heilquellengebiete und deren Überwachung,

b)  Darstellen der Anforderungen an kommunale Abwässerkanäle, -anlagen und
    -einleitungen und deren Überwachung,

c)  Darstellen der Anforderungen an Hochwasserschutzanlagen und deren
    Überwachung, Beschreiben des Hochwasserwarn- und -meldedienstes,

d)  Darstellen der Gewässerbenutzungen und deren Überwachung durch
    Gewässerschauen,

e)  Darstellen der Anforderungen an Anlagen und Betriebe zum Umgang mit
    wassergefährdenden Stoffen sowie an gewerbliche Abwasseranlagen und
    deren Überwachung.

Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:
allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den Prüfungsteil B ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten
auszugehen:

*    *   im Prüfungsbereich Abwicklung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen

    *   120 Minuten,

*    *   im Prüfungsbereich Überwachung von Gewässern, Anlagen und Gebieten

    *   120 Minuten,

*    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der Prüfungsteil B ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in den einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen
Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des Prüfungsteils B sind die Prüfungsbereiche wie folgt
zu gewichten:

*    *   Prüfungsbereich Abwicklung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen

    *   40 Prozent,

*    *   Prüfungsbereich Überwachung von Gewässern, Anlagen und Gebieten

    *   40 Prozent,

*    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in den Prüfungsteilen A
und B sowie innerhalb des Prüfungsteiles B in mindestens zwei der
Prüfungsbereiche mindestens ausreichende Leistungen erbracht worden
sind. Werden die Prüfungsleistungen in einem der Prüfungsbereiche mit
ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stv_wasausbv/__15.html
Directory: stv_wasausbv
Level: 3.0