Title: § 10 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie (ChemFachAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung

Paragraph: 10

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie (ChemFachAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in höchstens
sieben Stunden eine praktische Aufgabe durchführen. Hierfür kommt
insbesondere in Betracht:
Durchführen eines Herstellungs- oder Verarbeitungsprozesses unter
Berücksichtigung

1.  der Produktionstechnik mit höchstens zwei verfahrenstechnischen
    Grundoperationen und

2.  der Anlagentechnik mit einer Montage-, einer Instandhaltungs- oder
    einer Wartungsarbeit.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Teilprozesse nach Arbeitsplan
selbständig durchführen, Arbeitszusammenhänge erkennen,
Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren, Maßnahmen zur
Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz
sowie qualitätssichernde Maßnahmen ergreifen kann. Bei der Bewertung
der praktischen Aufgabe ist die Produktionstechnik mit 70 Prozent, die
Anlagentechnik mit 30 Prozent zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen

1.  Verfahrens- und Produktionstechnik,

2.  Anlagentechnik,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde

geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Verfahrens- und
Produktionstechnik sowie Anlagentechnik soll der Prüfling zeigen, dass
er praxisbezogene Aufgaben lösen kann. Dabei sollen berufsbezogene
Berechnungen, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei
der Arbeit, zum Umweltschutz sowie qualitätssichernde Maßnahmen
einbezogen werden. Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Verfahrens- und Produktionstechnik:

    a)  Umgehen mit Arbeitsstoffen und Bestimmen von Stoffkonstanten,

    b)  verfahrenstechnische Grundoperationen,

    c)  Bedienen von Anlagen;

2.  im Prüfungsbereich Anlagentechnik:

    a)  installationstechnische Arbeiten,

    b)  Wartung und Instandhaltung,

    c)  Messtechnik;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Verfahrens- und Produktionstechnik

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Anlagentechnik

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   30 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Verfahrens- und Produktionstechnik

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Anlagentechnik

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht sind. In zwei der Prüfungsbereiche des schriftlichen Teils
müssen mindestens ausreichende Leistungen, in dem weiteren
Prüfungsbereich dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht worden
sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/chemfachausbv/__10.html
Directory: chemfachausbv
Level: 2.0