Title: Inhaltsverzeichnis

Description:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
Inhaltsverzeichnis

Paragraph: 22

Content:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
Inhaltsverzeichnis

*    *   **1**

    *   **Allgemeines**

*    *   1.1

    *   Anwendungsbereich

*    *   1.2

    *   Begriffsbestimmungen und Abkürzungen

*    *   **2**

    *   **Definitionen der Partikelminderungsklassen**

*    *   **3**

    *   **Anforderungen an Partikelminderungssysteme**

*    *   3.1

    *   Übereinstimmungskriterien

*    *   3.2

    *   Aktive Einrichtungen

*    *   3.3

    *   Kraftstoff

*    *   3.3.1

    *   Kraftstoffqualität

*    *   3.3.2

    *   Kraftstoffverbrauch

*    *   **4**

    *   **Prüfung eines Partikelminderungssystems**

*    *   4.1

    *   Nachweis der kontinuierlichen Regeneration

*    *   4.2

    *   Auswahl des Familien-Prüfmotors

*    *   4.3

    *   Prüfung des Regenerationsverhaltens bei ungeregelten Systemen

*    *   4.4

    *   Prüfung der Rauchgastrübung im ELR-Prüfzyklus

*    *   **5**

    *   **Bewertungskriterien für kontinuierlich regenerierende
        Partikelminderungssysteme**

*    *   5.1

    *   Rückhaltegrad

*    *   5.2

    *   Limitierte Schadstoffe

*    *   5.3

    *   Rauchgastrübung

*    *   **6**

    *   **Bewertungskriterien für periodisch regenerierende
        Partikelminderungssysteme**

*    *   6.1

    *   Rückhaltegrad

*    *   6.2

    *   Limitierte Schadstoffe

*    *   6.2.1

    *   Gewichtete gasförmige Emissionen

*    *   6.3

    *   Rauchgastrübung

*    *   **7**

    *   **Anforderungen an Partikelminderungssysteme zur Bildung einer
        Systemfamilie**

*    *   7.1

    *   Übereinstimmungskriterien für Systemfamilien

*    *   7.2

    *   Anforderungen an den Prüfmotor

*    *   7.3

    *   Prüf- und Messablauf auf dem Motorenprüfstand

*    *   7.4

    *   Bewertung der Partikelminderungssysteme für den Verwendungsbereich
        innerhalb einer Motoren-/
        Fahrzeugfamilie

*    *   7.4.1

    *   Partikelemission

*    *   7.4.2

    *   Rückhaltegrad

*    *   7.4.3

    *   Rauchgastrübung

*    *   7.4.4

    *   Limitierte gasförmige Komponenten

*    *   **8**

    *   **Genehmigung**

*    *   **9**

    *   **Genehmigungsbehörde**

*    *   **10**

    *   **Rücknahme der Genehmigung**

*    *   **11**

    *   **Zusätzliche Anforderungen**

*    *   11.1

    *   Betriebsverhalten

*    *   11.2

    *   Geräuschverhalten

*    *   11.3

    *   Additivierung

*    *   11.4

    *   Elektromagnetische Verträglichkeit

*    *   **12**

    *   **Einbau und Abnahme der Nachrüstung mit einem genehmigten
        Partikelminderungssystem**

*    *   12.1

    *   Einbau

*    *   12.2

    *   Abnahme

*    *
    *

*    *   **Anhang I**

    *   **Übersicht über Prüfabläufe**

*    *
    *

*    *   **Anhang II**

    *   **Bescheinigung zu § 21 Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge nach
        Anlage XXVII**

*    *
    *

*    *   **Anhang III**

    *   **Antrag auf Erteilung einer Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile nach
        § 22 für Partikelminderungssysteme und erforderliche Unterlagen**

*    *
    *

*    *   **Anhang IV**

    *   **Abnahmebescheinigung über den ordnungsgemäßen Einbau eines
        genehmigten Partikelminderungssystems zur Vorlage bei der
        Zulassungsbehörde**

*    *
    *

*    *   **Anhang V**

    *   **Angepasster ESC-Zyklus**

**1** Allgemeines ****

**1.1** **Anwendungsbereich**

    Diese Anlage regelt die Anforderungen an Partikelminderungssysteme,
    die für eine Nachrüstung von mit Selbstzündungsmotor angetriebenen
    Nutzfahrzeugen oder mobilen Maschinen und Geräten, für die oder deren
    Motor § 47 Absatz 6 oder Absatz 8b gilt, vorgesehen sind. Im Sinne
    dieser Vorschrift gelten als Nutzfahrzeuge

    a)  Kraftfahrzeuge der Klasse M, ausgenommen Personenkraftwagen (M
        1                         )

    b)  Kraftfahrzeuge der Klasse N

    nach Anhang II Abschnitt A und Abschnitt C der Richtlinie 70/156/EWG
    die mit Selbstzündungsmotor angetrieben und mit Dieselkraftstoff nach
    der Richtlinie 98/70/EG betrieben werden.

**1.2** **Begriffsbestimmungen und Abkürzungen**

    Beladungszustand:

    Konstanter Partikelbeladungszustand des Partikelminderungssystems
    unter bestimmten Fahrzuständen ohne externe Regenerationsmaßnahmen.

    ESC-Prüfzyklus:

    Prüfzyklus – bestehend aus 13 stationären Prüfphasen – nach Anhang III
    Anlage 1 der Richtlinie 2005/55/EG in der Fassung der Richtlinie
    2006/51/EG (ABl. L 152 vom 7.6.2006, S. 11).

    ELR-Prüfzyklus:

    Prüfzyklus – bestehend aus einer Folge von Belastungsschritten bei
    gleich bleibenden Drehzahlen – nach Anhang III Anlage 1 der Richtlinie
    2005/55/EG in der Fassung der Richtlinie 2006/51/EG.

    ETC-Prüfzyklus:

    Prüfzyklus – bestehend aus instationären, wechselnden Phasen – nach
    Anhang III Anlage 2 der Richtlinie 2005/55/EG in der Fassung der
    Richtlinie 2006/51/EG.

    NRSC-Zyklus:

    Stationärer Test für mobile Maschinen und Geräte nach Anhang III
    Nummer 3 der Richtlinie 97/68/EG in der Fassung der Richtlinie
    2004/26/EG.

    NRTC:

    Dynamischer Test für mobile Maschinen und Geräte nach Anhang III
    Nummer 4 der Richtlinie 97/68/EG in der Fassung der Richtlinie
    2004/26/EG.

    Partikelminderungssystem (PMS):

    Eine Abgasnachbehandlung zur Verringerung der Partikelemission durch
    mechanische und/oder aerodynamische Separation sowie durch Diffusions-
    und/oder Trägheitseffekte. Motorspezifische Änderungen an Bauteilen
    und elektronischen Bauteilen und elektronischen Komponenten zählen
    nicht zu den Partikelminderungssystemen. Sind jedoch für die
    Nachrüstung mit dem PMS zusätzliche Maßnahmen an emissionsrelevanten
    Bauteilen und/oder Systemkomponenten wie beispielsweise eine Änderung
    der Abgasrückführungs(AGR)-Regelung zur weiteren einwandfreien
    Funktion notwendig, muss hierfür eine Freigabe durch den
    Motorenhersteller vorliegen.

    Geregeltes Partikelminderungssystem:

    Partikelminderungssystem, das einen nach Nummer 5 oder Nummer 6
    ermittelten gravimetrischen Partikelrückhaltegrad von mindestens 90
    Prozent besitzt.

    Kontinuierliche Regeneration:

    Regenerationsprozess eines Nachbehandlungssystems, der dauerhaft oder
    wenigstens einmal pro Prüfzyklus abläuft.

    Ungeregeltes Partikelminderungssystem:

    Partikelminderungssystem, welches einen nach Nummer 5 oder Nummer 6
    ermittelten gravimetrischen Partikelrückhaltegrad von mindestens 50
    Prozent besitzt. Für Motoren mit einem Hubraum von unter 0,75 dm
    3                    je Zylinder und einer Nennleistungsdrehzahl von
    über 3 000 min
    -1                    gilt ein Partikelrückhaltegrad von mindestens 30
    Prozent.

    Partikelminderungssystemfamilie:

    Familie aller Partikelminderungssysteme, die in ihrer Funktion als
    technisch identisch nach den Übereinstimmungskriterien für
    Systemfamilien in Nummer 7.1 angesehen werden.

    Periodisch regenerierendes Partikelminderungssystem:

    Partikelminderungssystem, bei dem eine periodische Regeneration
    wiederkehrend in weniger als 100 Stunden Motorbetrieb abläuft.

    Rückhaltegrad:

    Verhältnis von zurückgehaltener Partikelmasse durch das
    Partikelminderungssystem zu der Partikelmasse im Ausgangszustand des
    Fahrzeugs, gemessen im ESC-Prüfzyklus für PMK 0 und PMK 1 und im
    ETC-Prüfzyklus                    für PMK 2 bzw. im NRSC-Zyklus für
    PMK 0, PMK 1 und NRTC-Zyklus für PMK 2 und berechnet nach der Formel
    in Nummer 5.1 oder Nummer 6.1.

    Abkürzungen:

    *        *   η:

        *   Rückhaltegrad

    *        *   M
            pi                             :

        *   gewichtete Gesamtemission (g/kWh) bei geregelten
            Partikelminderungssystemen

    *        *   M
            ri                             :

        *   Emission während der Regeneration

    *        *   M
            si                             :

        *   über mehrere Zyklen gemessene gemittelte Emission ohne Regeneration
            (g/kWh)

    *        *   MGas:

        *   Emission der gasförmigen Komponenten

    *        *   PT:

        *   Partikelemission

    *        *   PT
            Ng                             :

        *   arithmetisch gemittelte Partikelemission im nachgerüsteten Zustand
            nach Nummer 4.1 oder Nummer 6

    *        *   PT
            S                             :

        *   arithmetisch gemittelte Partikelemission des Motors ohne
            Partikelminderungssystem aus mindestens zwei Zykluswerten des jeweils
            anzuwendenden Zyklus

    *        *   V
            F                             :

        *   Volumen des Partikelminderungssystems

    *        *   V
            H                             :

        *   Hubvolumen des Motors

**2** Definitionen der Partikelminderungsklassen ****

    Mit einem Partikelminderungssystem nachgerüstete Nutzfahrzeuge gehören
    zur Partikelminderungsklasse

    a)  PMK 01, wenn sie die in Nummer 3.4.1,

    b)  PMK 0, wenn sie die in Nummer 3.4.2 unter Abschnitt 1, 2 oder 3,

    c)  PMK 1, wenn sie die in Nummer 3.4.3 unter Abschnitt 1, 2 oder 3,

    d)  PMK 2, wenn sie die in Nummer 3.4.4 unter Abschnitt 1, 2 oder 3,

    e)  PMK 3, wenn sie die in Nummer 3.4.5 unter Abschnitt 1,

    f)  PMK 4, wenn sie die in Nummer 3.4.6

    der Anlage XIV beschriebenen Anforderungen einhalten.

**3** Anforderungen an Partikelminderungssysteme ****

    Der Antragsteller muss durch die in den Nummern 4 und 5 oder 6
    beschriebenen Prüfungen belegen und bestätigen, dass die
    Funktionsfähigkeit des Systems bei bestimmungsgemäßem Betrieb in

    a)  Nutzfahrzeugen über eine Kilometerleistung von 80 000 km bei Motoren
        mit einem Hubraum von unter 0,75 dm
        3                          je Zylinder und einer Nennleistungsdrehzahl
        von über 3 000 min
        -1                         , ansonsten von 200 000 km oder über eine
        Lebensdauer von bis zu sechs Jahren – je nachdem, welches Kriterium
        zuerst erreicht wird –,

    b)  mobilen Maschinen oder Geräten über 4 000 Betriebsstunden oder über
        eine Lebensdauer von bis zu sechs Jahren – je nachdem, welches
        Kriterium zuerst erreicht wird –

    gewährleistet ist. Die Partikelminderungssysteme dürfen nicht mit
    Einrichtungen ausgerüstet sein, die diese Systeme außer Funktion
    setzen; ansonsten gelten die Anforderungen nach Nummer 3.2.

**3.1** **Übereinstimmungskriterien**

    Das Partikelminderungssystem darf in folgenden Merkmalen nicht
    abweichen:

    a)  Rückhalteart und Arbeitsweise Minderungsmaterial (Metall, Keramik),

    b)  Minderungskonstruktion des Filtermaterials (Platten, Geflecht,
        gewickelt, Zellen-/Material-/Vliesdichte, Porosität, Porendurchmesser,
        Taschen-/Schaufel-/Kugelanzahl, Oberflächenrauigkeit, Draht-/Kugel-/
        Faserdurchmesser),

    c)  Mindestbeschichtung des Partikelminderungssystems bzw. vorgeschalteter
        Katalysatoren (g/ft
        3                         ),

    d)  Canning/Verpackung (Lagerung/Halterung des Trägers),

    e)  Volumen ± 30 Prozent,

    f)  Regenerationstyp (periodisch oder kontinuierlich),

    g)  Regenerationsstrategie (katalytische, thermische, elektrothermische
        Regeneration),

    h)  Art der Additivierung/des Dosiersystems (falls vorhanden),

    i)  Typ des Additivs (falls vorhanden),

    j)  Anbringungsgegebenheiten (max. + 0,5 m Anbringungsdifferenz zwischen
        Turboladerausgang (Turbine) und Einlass Partikelminderungssystem),

    k)  mit oder ohne vorgeschaltetem Oxidationskatalysator.

    Weiterverwendung des oder der vorhandenen Oxidationskatalysator(en):

    Dem Minderungssystem vorgeschaltete Oxidationskatalysatoren können bei
    der Nachrüstung im Einzelfall weiter verwendet werden, wenn diese
    nachweislich:

    a)  nicht älter als fünf Jahre sind,

    b)  bei Motoren mit einem Hubraum von unter 0,75 dm
        3                          je Zylinder und einer Nennleistungsdrehzahl
        von über 3 000 min
        -1                          nicht länger als 80 000 km, ansonsten
        150 000 km im Fahrzeug verbaut waren (Nachweis der Laufleistung über
        Serviceheft und Wegstreckenzähler) und

    c)  nicht mit sichtbaren Mängeln behaftet sind oder

    d)  der Hersteller des Partikelminderungssystems im Rahmen der unter
        Nummer 8 geforderten Betriebserlaubnis nachweist, dass die
        entsprechend geforderten Grenzwerte auch ohne den/die serienmäßigen
        Oxidationskatalysator(en) eingehalten werden (Betriebserlaubnis muss
        Nachweis enthalten).

    Wird keiner der vorgenannten Nachweise erbracht, sind die
    Oxidationskatalysatoren vor der Nachrüstung mit dem
    Partikelminderungssystem zu erneuern.

    Zur Prüfung des Partikelminderungssystems auf dem Motorenprüfstand
    muss das System mindestens in einem Abstand von 2 m zum Ausgang des
    Turboladers (Turbine) angebracht werden. Kann der Antragsteller
    nachweisen, dass innerhalb seines späteren Verwendungsbereichs ein
    kürzerer Abstand als maximaler Abstand zu betrachten ist, kann die
    Leitungslänge entsprechend gekürzt werden. Isolationen oder Ähnliches
    sind nur zulässig, wenn diese auch im späteren Fahrzeugeinsatz
    Verwendung finden.

**3.2** **Aktive Einrichtungen**

    Sind im oder mit dem PMS Einrichtungen vorhanden und verbaut, die dazu
    führen, dass unter bestimmten Voraussetzungen die für das System nach
    Nummer 2 bestimmten Grenzwerte nicht mehr eingehalten werden, so muss
    der Antragsteller nachweisen,

    a)  unter welchen Bedingungen solche Einrichtungen aktiviert/deaktiviert
        werden,

    b)  dass sie lediglich zum Schutze des PMS oder des Motors und/oder der
        Regeneration des PMS dienen und nicht dauerhaft aktiviert werden,

    c)  dass nach einer Aktivierung die Einrichtung nach spätestens zwei für
        das System nach Nummer 2 bestimmten Prüfzyklen derart deaktiviert
        wird, dass der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt ist. Der
        Nachweis muss in einem Dauerlauf, der mindestens fünf
        Aktivierungen/Deaktivierungen beinhaltet, erbracht werden,

    d)  dass die vorgegebenen Dauerhaltbarkeitskriterien eingehalten werden
        und

    e)  dass der Fahrer über die Aktivierung einer solchen Einrichtung
        informiert wird.

**3.3** **Kraftstoff**

3.3.1 Kraftstoffqualität

    Die zur Prüfung der Partikelminderungssysteme heranzuziehenden
    Messungen erfolgen mit handelsüblichen Kraftstoffen nach Nummer 1.1.

3.3.2 Kraftstoffverbrauch

    Der auf den jeweilig anzuwendenden Prüfzyklus bezogene spezifische
    Kraftstoffverbrauch darf im nachgerüsteten Zustand maximal 4 Prozent
    über dem spezifischen Verbrauch im nicht nachgerüsteten Zustand
    liegen. Die Messungen zur Bestimmung des Kraftstoffverbrauchs erfolgen
    parallel zu den Messungen nach Nummer 4.1 für kontinuierlich
    regenerierende Systeme oder nach Nummer 6.2.1 für periodisch
    regenerierende Systeme.

**4** Prüfung eines Partikelminderungssystems ****

    Der Ablauf der Prüfung erfolgt nach den Vorgaben von Anhang I.

    Für die Begutachtung des Partikelminderungssystems muss zum Beweis der
    Funktionstüchtigkeit im späteren Feldeinsatz ein Dauerlauf von
    mindestens 100 ETC-Prüfzyklen bzw. 50 NRTC-Zyklen durchgeführt werden.
    Der Dauerlauf dient dem Nachweis der Funktionstüchtigkeit und der
    Stabilität des Systems sowie dessen Wirkungsgrad. Die Messung der
    gasförmigen Emissionen sowie die der Partikel sollte mindestens in
    jedem fünften Prüfzyklus durchgeführt werden. Die Prüfung des
    Partikelminderungssystems erfolgt system- oder familiengebunden für
    den jeweiligen Verwendungsbereich, das heißt je Verwendungsbereich
    erfolgt eine Systemprüfung.

    Darüber hinaus wird durch den Dauerlauf der Nachweis erbracht, ob es
    sich um ein kontinuierlich oder periodisch regenerierendes
    Partikelminderungssystem handelt.

    Kann der Antragsteller nachweisen, dass ein für Fahrzeuge der Klasse
    M, ausgenommen M
    1                   , oder der Klasse N geprüftes
    Partikelminderungssystem baugleich Verwendung an Selbstzündungsmotoren
    zum Einsatz in mobilen Maschinen und Geräten Verwendung findet und der
    Familien-Prüfmotor nach Nummer 4.2 sowie die Übereinstimmungskriterien
    nach Nummer 7.1.2 ebenso für solche Anwendungen repräsentativ sind,
    kann der Anwendungsbereich auch auf Selbstzündungsmotoren zum Einsatz
    in mobilen Maschinen und Geräten erweitert werden. Eine umgekehrte
    Erweiterung ist nicht möglich.

**4.1** **Nachweis der kontinuierlichen Regeneration**

    Der Nachweis für einen kontinuierlich ablaufenden Regenerationsprozess
    gilt als erbracht, wenn über einen Zeitraum von mindestens 25
    Prüfzyklen eine geeignete Bewertungsgröße am Partikelminderungssystem
    als konstant betrachtet werden kann. Als geeignete Bewertungsgrößen
    sind die Partikelemission sowie der Abgasgegendruck anzusehen. Diese
    Größen gelten bei einer Varianz unter 15 Prozent über 25 Prüfzyklen
    als konstant im Sinne dieser Prüfvorschrift. Die Messung des
    Abgasgegendrucks erfolgt hierbei kontinuierlich, die Messung der
    Partikelemission mindestens in jedem fünften Prüfzyklus.

    Die Varianz berechnet sich wie folgt:

    ![bgbl1_2012_j0679-1_0770.jpg](bgbl1_2012_j0679-1_0770.jpg)
    mit:

    ![bgbl1_2012_j0679-1_0780.jpg](bgbl1_2012_j0679-1_0780.jpg)
    und:

    Mittelwert = (x
    1                    + x
    2                    + ... + x
    n                   )/n

    mit

    n = Anzahl der Messwerte

    x = jeweiliger Einzelmesswert

**4.2** **Auswahl des Familien-Prüfmotors**

    Der für die Prüfungen ausgewählte Motor sollte aus einer dem späteren
    Verwendungsbereich entsprechenden Motorenfamilie stammen.

    Der Prüfmotor für den gewählten Verwendungsbereich muss folgende
    Kriterien erfüllen:

    –   100 Prozent bis 60 Prozent Leistung des Stamm-Motors im
        Verwendungsbereich (Stamm-Motor einer Motorenfamilie nach Anhang I
        Nummer 8.2 bzw. Anhang I Nummer 7 der in Nummer 7.1.2 genannten
        Richtlinien),

    –   kleinstes angewendetes Filtervolumen (VFI) für den gewählten Prüfmotor
        entsprechend der späteren Verwendung.

    Als Prüfzyklus für die Abgasmessungen von Motoren für Nutzfahrzeuge
    auf dem Motorenprüfstand ist in allen Fällen der angepasste ESC-
    Prüfzyklus nach Anhang V und für PMK 2 auch der ETC-Prüfzyklus
    anzuwenden. Für Motoren für mobile Maschinen und Geräte ist für PMK 0
    und PMK 1 der NRSC-Zyklus und für PMK 2 der NRTC-Zyklus anzuwenden.
    Die Messung der gasförmigen Emissionen sowie die der Partikel soll
    mindestens in jedem fünften Prüfzyklus innerhalb der Messungen zum
    Nachweis des Regenerationsverhaltens erfolgen.

**4.3** **Prüfung des Regenerationsverhaltens bei ungeregelten Systemen**

    Ungeregelte Partikelminderungssysteme nach Nummer 1.2 sind einer
    weiteren Prüfung zum Nachweis des Regenerationsverhaltens zu
    unterziehen.

    Diese Prüfung erfolgt über eine Systembeladung bis zum Erreichen eines
    konstanten Abgasgegendrucks oder über eine Zeitdauer von höchstens 100
    Stunden. Der Abgasgegendruck gilt als konstant, wenn frühestens nach
    50 Stunden innerhalb eines Zeitraums von 30 Minuten der
    Abgasgegendruck innerhalb eines Bereichs von 4 mbar liegt. Die
    Prüfpunkte des Beladungs-Zyklus sind so zu wählen, dass eine maximale
    Abgastemperatur von 180 °C vor dem Partikelminderungssystem nicht
    überschritten wird. Die Beladung erfolgt vorzugsweise durch Anfahren
    einer konstanten Drehzahl im Bereich zwischen 50 Prozent bis 75
    Prozent der Nenndrehzahl des Prüfmotors.

    Nach Erreichung der Systembeladung oder nach höchstens 100 Stunden
    wird eine Regeneration eingeleitet. Diese kann beispielsweise durch
    das Anfahren der Prüfphase 8 im angepassten ESC-Prüfzyklus nach Anhang
    V veranlasst werden. Nach Abschluss der Regeneration sind
    Abgasmessungen in mindestens drei ESC-Prüfzyklen nach Anhang V
    und/oder drei ETC-Prüfzyklen bzw. drei NRSC- oder NRTC-
    Zyklen                    durchzuführen. Die dabei gemessenen
    Abgaswerte dürfen um nicht mehr als 15 Prozent für die gasförmigen
    Emissionen und 20 Prozent für die Emissionen der Partikelmasse von den
    gemessenen Abgaswerten vor dem Beladungs-Dauerlauf abweichen.

    Der Hersteller muss bestätigen, dass die bei der Regeneration
    eintretenden Temperaturen maximal als unkritisch einzustufen sind.

    Alternativ zum Beladungs-Dauerlauf kann der Hersteller ein bereits
    grenzbeladenes Partikelminderungssystem zur Regenerations-Prüfung
    vorstellen.

**4.4** **Prüfung der Rauchgastrübung im ELR-Prüfzyklus**

    Die Prüfung der Rauchgastrübung ist nach den Bestimmungen von Anhang
    III Anlage 1 Nummer 3 in Verbindung mit Nummer 6 der Richtlinie
    2005/55/EG in der Fassung der Richtlinie 2006/51/EG (ABl. L 152 vom
    7\.6.2006, S. 11) durchzuführen. Im Anhang I ist festgelegt, wann diese
    Prüfung erfolgen muss.

**5** Bewertungskriterien für kontinuierlich regenerierende
    Partikelminderungssysteme ****

    Der Ablauf der Prüfung erfolgt nach den Vorgaben von Anhang I. Die
    Systemprüfung des Partikelminderungssystems gilt als bestanden, wenn
    folgende Kriterien erfüllt sind:

**5.1** **Rückhaltegrad**

    Der Rückhaltegrad η muss im nachgerüsteten Zustand

    a)  bei ungeregelten Systemen für Motoren mit einem Hubraum von unter 0,75
        dm
        3                          je Zylinder und einer Nennleistungsdrehzahl
        von über 3 000 min
        -1                          mindestens 0,3 (= 30 Prozent), ansonsten
        mindestens 0,5 (= 50 Prozent),

    b)  bei geregelten Systemen mindestens 0,9 (= 90 Prozent)

    erreichen.

    Der Rückhaltegrad*                    berechnet sich wie folgt:*
    = 1 – (PT
    Ng                   /PT
    S                   ).

**5.2** **Limitierte Schadstoffe**

    Die limitierten Schadstoffe (CO, HC, NO
    x                   ) müssen im Ausgangszustand und im nachgerüsteten
    Zustand die Grenzwerte der ursprünglich homologierten Schadstoffklasse
    einhalten. Das NO
    2                   /NO
    x                   -Verhältnis ist für den Ausgangs- und
    Nachrüstzustand zu dokumentieren und im Prüfbericht anzugeben.

    Die Bestimmung der NO
    2                   - und NO
    x                   -Massenemissionen ist durch simultane Messung zu
    bestimmen. Die Messung kann durch jeweils einen NO
    2                   - und NO
    x                   -Analysator oder durch einen kombinierten NO
    2                   -/NO
    x                   -Analysator erfolgen.

**5.3** **Rauchgastrübung**

    Die nach Anhang III Anlage 1 Nummer 3 in Verbindung mit Nummer 6 der
    Richtlinie 2005/55/EG ermittelte Rauchgastrübung darf im
    Ausgangszustand und im nachgerüsteten Zustand den Wert von 0,8 m
    -1                    nicht überschreiten.

**6** Bewertungskriterien für periodisch regenerierende
    Partikelminderungssysteme ****

    Der Ablauf der Prüfung erfolgt nach den Vorgaben von Anhang I.

    Die Systemprüfung des Partikelminderungssystems gilt als bestanden,
    wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

    Für periodisch regenerierende Systeme wird die Partikelemission wie
    folgt bestimmt:

    PT = (n1 × PT,n1 + n2 × PT,n2)/(n1 + n2)

    mit:

    *        *   n1 =

        *   Anzahl der angepassten ESC-Prüfzyklen nach Anhang V (PMK 0, PMK
            1)/ETC-Prüfzyklus (PMK 2) zwischen zwei Regenerationen

    *        *   n2 =

        *   Anzahl der angepassten ESC-Prüfzyklen nach Anhang V (PMK 0, PMK
            1)/ETC-Prüfzyklus (PMK 2) während der Regeneration (Minimum jeweils 1
            Prüfzyklus)

    *        *   PT,n1 =

        *   Emission während der Beladung (arithmetischer Mittelwert aus der
            Messung zu Beginn der Beladung und aus der Messung zum Ende der
            Beladung; es sind auch mehr Messungen zulässig)

    *        *   PT,n2 =

        *   Emission während der Regeneration

    Für eine periodisch regenerierende Abgasnachbehandlung müssen die
    Emissionen mindestens in drei angepasste ESC-Prüfzyklen nach Anhang V
    (einmal zu Beginn, einmal zu Ende der Beladung und einmal während der
    Regeneration) bestimmt werden. Der Regenerationsprozess muss
    wenigstens einmal während eines angepassten ESC-Prüfzyklus nach Anhang
    V auftreten. Die Messungen können innerhalb des Dauerlaufs nach Nummer
    4\.1 erfolgen.

    Werden mehr als zwei Messungen zwischen den Regenerationsphasen zur
    Emissionsbestimmung herangezogen, müssen diese weiteren Messungen in
    äquidistanten Abständen erfolgen und per arithmetischer
    Mittelwertbildung zusammengefasst werden.

    Der Hersteller muss angeben, unter welchen Bedingungen (Beladung,
    Temperatur, Gegendruck, Zeitdauer usw.) die Regeneration im Normalfall
    auftritt. Für die Messungen während der Regeneration kann der
    Antragsteller ein grenzbeladenes System zur Messung beistellen.

    Während der Regenerationsphasen dürfen die jeweiligen heranzuziehenden
    Grenzwerte überschritten werden.

**6.1** **Rückhaltegrad**

    Der Rückhaltegrad η muss im nachgerüsteten Zustand

    a)  bei ungeregelten Systemen für Motoren mit einem Hubraum von unter 0,75
        dm
        3                          je Zylinder und einer Nennleistungsdrehzahl
        von über 3 000 min
        -1                          mindestens 0,3 (= 30 Prozent), ansonsten
        mindestens 0,5 (= 50 Prozent),

    b)  bei geregelten Systemen mindestens 0,9 (= 90 Prozent)

    erreichen.

    Der Rückhaltegrad η berechnet sich wie folgt: η = 1 – (PT/PT
    S                   ).

**6.2** **Limitierte Schadstoffe**

    Die limitierten Schadstoffe (CO, HC, NO
    x                   ) müssen unter Berücksichtigung der Berechnung in
    Nummer 6.2.1 im Ausgangszustand und im nachgerüsteten Zustand die
    Grenzwerte der ursprünglich homologierten Schadstoffklasse einhalten.
    Das NO
    2                   -/NO
    x                   -Verhältnis ist entsprechend Nummer 5.2 für den
    Ausgangs- und Nachrüstzustand zu dokumentieren und im Prüfbericht
    anzugeben.

6.2.1 Gewichtete gasförmige Emissionen

    Für periodisch regenerierende Systeme wird die Emission der
    gasförmigen Komponenten wie folgt bestimmt:

    MGas = (n1 × MGas,n1 + n2 × MGas,n2)/(n1 + n2)

    mit:

    *        *   n1 =

        *   Anzahl der angepassten ESC-Prüfzyklen nach Anhang V (PMK 0, PMK
            1)/ETC-Prüfzyklus (PMK 2) zwischen zwei Regenerationen

    *        *   n2 =

        *   Anzahl der angepassten ESC-Prüfzyklen nach Anhang V (PMK 0, PMK
            1)/ETC-Prüfzyklus (PMK 2) während der Regeneration (Minimum jeweils 1
            Prüfzyklus)

    *        *   MGas,n1 =

        *   Emission während der Beladung (arithmetischer Mittelwert aus der
            Messung zu Beginn der Beladung und aus der Messung zum Ende der
            Beladung; es sind auch mehr Messungen zulässig)

    *        *   MGas,n2 =

        *   Emission während der Regeneration

**6.3** **Rauchgastrübung**

    Die nach Anhang III Anlage 1 Nummer 3 in Verbindung mit Nummer 6 der
    Richtlinie 2005/55/EG ermittelte Rauchgastrübung darf im
    Ausgangszustand und im nachgerüsteten Zustand den Wert von 0,8 m
    -1                    nicht überschreiten.

**7** Anforderungen an Partikelminderungssysteme zur Bildung einer
    Systemfamilie ****

    Systemfamilien können mit Partikelminderungssystemen unterschiedlicher
    Größe (Volumen) unter Einhaltung der Übereinstimmungskriterien nach
    Nummer 7.1 gebildet werden.

**7.1** **Übereinstimmungskriterien für Systemfamilien**

7.1.1 Für die Festlegung des Verwendungsbereichs eines baugleichen
    Partikelminderungssystems, mit unterschiedlichen Volumina, für
    verschiedene Motoren oder Fahrzeugtypen, dürfen sich die
    Versuchsträger in den Merkmalen nach Nummer 3 nicht unterscheiden. Die
    Grenze des Verwendungsbereichs eines Systems wird je Motoren- bzw.
    Fahrzeughersteller durch Vermessen eines Prüfmotors nach Nummer 4.2
    auf dem Motorenprüfstand bestimmt.

7.1.2 Der Verwendungsbereich einer PMS-Systemfamilie erstreckt sich über die
    mit dem jeweiligen Prüfmotor nach Nummer 4.2 abgedeckte Motorenfamilie
    nach der Richtlinie 2005/55/EG oder der Richtlinie
    97/68/EG                    in der Fassung der Richtlinie 2004/26/EG
    (ABl. L 225 vom 25.6.2004, S. 3) eines Motorenherstellers. Kann der
    Antragsteller nachweisen, dass weitere Motorenfamilien des durch den
    Prüfmotor abgedeckten Verwendungsbereichs eines Herstellers oder
    Motorenfamilien weiterer Hersteller hinsichtlich der
    Familienbildungskriterien identisch sind, kann der Verwendungsbereich
    auf diese Motorenfamilien ausgeweitet werden. Für die Ausweitung des
    Verwendungsbereichs gelten als Familienbildungskriterien ± 15 Prozent
    des Einzelzylinderhubvolumens sowie das Ansaugverfahren
    (Turbo-/Saugmotor).

**7.2** **Anforderungen an den Prüfmotor**

    Der Prüfmotor muss im Serienzustand und im nachgerüsteten Zustand bei
    allen limitierten Emissionen die Werte der ursprünglich homologierten
    Grenzwertstufe einhalten.

    Der Umbau am Prüfmotor muss dem beantragten späteren Serienstand der
    Umrüstung entsprechen.

    Fahrzeuge mit „On-Board-Diagnose“ dürfen durch den Einbau des
    Nachrüstsystems in ihrer Überwachungsfunktion nicht eingeschränkt
    werden. Das elektronische Motorsteuergerät (z. B. für Einspritzung,
    Luftmassenmesser, Abgasminderung) darf durch die Nachrüstung nicht
    verändert werden.

    Hat der Prüfmotor keine Abgasrückführung (AGR), darf der
    Verwendungsbereich auf Motoren mit AGR nur dann ausgeweitet werden,
    wenn der Antragsteller nachweisen kann, dass das
    Partikelminderungssystem keinen negativen Einfluss auf die limitierten
    gasförmigen Schadstoffkomponenten nimmt. Liegt eine entsprechende
    Freigabe des Motorenherstellers vor, ist kein Nachweis erforderlich.

**7.3** **Prüf- und Messablauf auf dem Motorenprüfstand**

    Im Anhang I ist der Prüfablauf für ungeregelte und geregelte
    Partikelminderungssysteme dargestellt.

**7.4** **Bewertung der Partikelminderungssysteme für den Verwendungsbereich
    innerhalb einer Motoren-/Fahrzeugfamilie**

    Die Prüfung eines Partikelminderungssystems für den Verwendungsbereich
    gilt als bestanden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

7.4.1 Partikelemission

    Die Partikelemission im nachgerüsteten Zustand muss unter dem
    Grenzwert der entsprechenden Minderungsstufe PMK 0, PMK 1 oder PMK 2
    liegen.

7.4.2 Rückhaltegrad

    Der Rückhaltegrad η muss im nachgerüsteten Zustand

    a)  bei ungeregelten Systemen für Motoren mit einem Hubraum von unter 0,75
        dm
        3                          je Zylinder und einer Nennleistungsdrehzahl
        von über 3 000 min
        –1                          mindestens 0,3 (= 30 Prozent), ansonsten
        mindestens 0,5 (= 50 Prozent),

    b)  bei geregelten Systemen mindestens 0,9 (= 90 Prozent)

    erreichen.

7.4.3 Rauchgastrübung

    Die nach Anhang III Anlage 1 Nummer 3 in Verbindung mit Nummer 6 der
    Richtlinie 2005/55/EG ermittelte Rauchgastrübung darf im
    Ausgangszustand und im nachgerüsteten Zustand den Wert von 0,8 m
    –1                    nicht überschreiten.

7.4.4 Limitierte gasförmige Komponenten

    Die limitierten gasförmigen Komponenten müssen im Serienzustand und im
    nachgerüsteten Zustand die Grenzwerte der ursprünglich homologierten
    Schadstoffklasse unterschreiten.

**8** Genehmigung ****

    Sollen durch Einbau von Partikelminderungssystemen die Emissionen
    luftverunreinigender Partikel von bereits für den Verkehr zugelassenen
    Kraftfahrzeugen verringert werden, so ist für das
    Partikelminderungssystem eine

    a)  Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile nach § 22 oder

    b)  Genehmigung im Rahmen einer Betriebserlaubnis für das Fahrzeug nach §
        21

    erforderlich.

    Im Falle von Buchstabe a muss die Betriebserlaubnis für das
    Partikelminderungssystem die Einhaltung einer der
    Partikelminderungsklassen PMK 0, PMK 1 oder PMK 2 nach den
    Bestimmungen dieser Anlage nachweisen. Einzelheiten über die
    Verwendung des Partikelminderungssystems und des Einbaus ergeben sich
    aus der Betriebserlaubnis.

    Im Falle von Buchstabe b hat der mit der Begutachtung beauftragte
    amtlich anerkannte Sachverständige festzustellen, ob das Kraftfahrzeug
    den Anforderungen der Partikelminderungsklasse PMK 0, PMK 1 oder PMK 2
    genügt. Er hat zudem nach pflichtgemäßem Ermessen zu beurteilen und
    gegebenenfalls mit einer Bescheinigung entsprechend Anhang II zu
    bestätigen, dass nicht zu erwarten ist, dass sich das Abgasverhalten
    des Kraftfahrzeugs bei bestimmungsgemäßem Betrieb in der
    entsprechenden, in Nummer 3 vorgegebenen Laufleistungszeit nicht
    wesentlich verschlechtern wird.

**9** Genehmigungsbehörde ****

9.1 Genehmigungsbehörde im Sinne dieser Anlage ist das Kraftfahrt-
    Bundesamt, Fördestraße 16, 24944 Flensburg. Dies gilt nicht für das
    Verfahren nach § 21.

9.2 Partikelminderungssysteme aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen
    Gemeinschaft oder der Türkei oder einem EFTA-Staat, der Vertragspartei
    des EWR-Abkommens ist, für die Nachrüstung von Kraftfahrzeugen mit
    Dieselmotor werden anerkannt, wenn dieselbe Ebene für die
    Partikelminderung gewährleistet wird, den diese Anlage beinhaltet.

**10** Rücknahme der Genehmigung ****

    Eine Genehmigung ist zurückzunehmen, wenn festgestellt wird, dass die
    Voraussetzungen für die Genehmigung nicht mehr gegeben sind oder
    erfüllt werden oder der Inhaber der Genehmigung gegen die Pflichten
    aus der Genehmigung grob verstoßen hat.

**11** Zusätzliche Anforderungen ****

**11.1** **Betriebsverhalten**

    Durch den Einbau des Partikelminderungssystems dürfen keine
    Beeinträchtigungen des Betriebsverhaltens und keine zusätzlichen
    Gefährdungen der Fahrzeugsicherheit eintreten.

**11.2** **Geräuschverhalten**

    Der Antragsteller muss nachweisen, dass durch die Nachrüstung eines
    Partikelminderungssystems keine Verschlechterung des
    Geräuschverhaltens zu erwarten ist. Bei zusätzlich zu der
    serienmäßigen Schalldämpfungsanlage angebrachten
    Partikelminderungssystemen kann auf eine Geräuschmessung verzichtet
    werden.

**11.3** **Additivierung**

    Handelt es sich um ein additiv unterstütztes Partikelminderungssystem,
    so ist eine Unbedenklichkeitserklärung des Umweltbundesamtes bezüglich
    des Systems in Verbindung mit dem verwendeten Additiv der mit der
    Begutachtung beauftragten Stelle vorzulegen.

**11.4** **Elektromagnetische Verträglichkeit**

    Werden elektronische Bauteile und/oder Steuergeräte verwendet, so
    müssen diese den Bestimmungen des § 55a entsprechen.

**12** Einbau und Abnahme der Nachrüstung mit einem genehmigten
    Partikelminderungssystem ****

**12.1** **Einbau**

12.1.1 Die Nachrüstung mit einem genehmigten Partikelminderungssystem ist von
    einer für die Durchführung der Abgasuntersuchung an Kraftfahrzeugen
    mit Kompressionszündungsmotor nach Anlage VIIIc Nummer 1 in Verbindung
    mit Anlage VIIIa Nummer 3.1.1.1 anerkannten AU-Kraftfahrzeugwerkstatt
    durchzuführen. Abweichend von Satz 1 kann die Nachrüstung auch von
    einer anderen Stelle durchgeführt werden. In diesem Falle gilt Nummer
    12\.2 Buchstabe b.

12.1.2 Das nachzurüstende Kraftfahrzeug muss sich in einem technisch
    einwandfreien Zustand befinden. Sofern erforderlich sind vor der
    Nachrüstung Mängel zu beseitigen, die das Erreichen des durch die
    Betriebserlaubnis des Partikelminderungssystems nachgewiesene
    Partikelminderung oder die Dauerhaltbarkeit in Frage stellen.

**12.2** **Abnahme**

    Der ordnungsgemäße Einbau aller Teile und die einwandfreie Funktion
    des Partikelminderungssystems sind

    a)  von der anerkannten AU-Kraftfahrzeugwerkstatt, sofern diese die
        Nachrüstung selbst vorgenommen hat, auf einer dem Anhang IV
        entsprechenden Abnahmebescheinigung für Partikelminderungssysteme zur
        Vorlage bei der Zulassungsbehörde oder

    b)  durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer für den
        Kraftfahrzeugverkehr oder durch einen Kraftfahrzeugsachverständigen
        oder Angestellten nach den Bestimmungen der Anlage VIIIb auf einer
        Abnahmebescheinigung im Sinne von Anhang IV

    zu bestätigen.

**Anhang I**

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__22.html
Directory: stvzo_2012
Level: 2.0