Title: § 10 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Friedhofsgärtnerei

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin (GärtnAusbV)
§ 10 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Friedhofsgärtnerei

Paragraph: 10

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin (GärtnAusbV)
§ 10 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Friedhofsgärtnerei

(1) Die Abschlußprüfung in der Fachrichtung Friedhofsgärtnerei
erstreckt sich auf die in der Anlage 2a aufgeführten Fertigkeiten und
Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten
Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist. Sie wird
praktisch, schriftlich und mündlich durchgeführt.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt
höchstens fünf Stunden fünf komplexe Prüfungsaufgaben durchführen und
jeweils in einem Prüfungsgespräch erläutern. Die Bereiche Grabanlage
sowie Pflanzenproduktion, Trauerbinderei und Dekoration sollen dabei
mit je mindestens zwei Aufgaben vertreten sein. Der Prüfling soll
zeigen, daß er die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse
praxisbezogen unter Verwendung geeigneter Maschinen, Geräte und
technischer Einrichtungen anwenden kann. Dem Prüfling soll Gelegenheit
gegeben werden, diese Maschinen, Geräte und technischen Einrichtungen
vor der Prüfung kennenzulernen. Bei der praktischen Prüfung sollen die
betrieblichen Ausbildungsschwerpunkte angemessen berücksichtigt
werden. Für die Prüfungsaufgaben kommen insbesondere in Betracht:

1.  aus dem Bereich Grabanlage:

    a)  Grabstätte planen, Flächen aufteilen und vermessen,

    b)  Boden bearbeiten und Grab bepflanzen;

    dabei sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Natur- und
    Umweltschutz, rationelle Energie- und Materialverwendung, Wahrnehmen
    und Beurteilen von Vorgängen, Beschaffen und Auswerten von
    Informationen sowie Verkauf und Beratung einzubeziehen;

2.  aus dem Bereich Pflanzenproduktion, Trauerbinderei und Dekoration:

    a)  Vermehren von Pflanzen,

    b)  Durchführen von Arbeiten an der Pflanze,

    c)  Durchführen von Bewässerungs-, Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen,

    d)  Herstellen von Trauerbinderei,

    e)  Durchführen von Dekorationen;

    dabei sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Natur- und
    Umweltschutz, rationelle Energie- und Materialverwendung, Wahrnehmen
    und Beurteilen von Vorgängen, Beschaffen und Auswerten von
    Informationen sowie Verkauf und Beratung einzubeziehen.

(3) Der Prüfling soll in dem Prüfungsfach Grabanlage und Kulturführung
mündlich, in den Prüfungsfächern Pflanzenkenntnisse, Betriebliche
Zusammenhänge sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft
werden. Im Prüfungsfach Grabanlage und Kulturführung soll die Anlage
von Gräbern im Mittelpunkt stehen. Es kommen Fragen und Aufgaben, die
sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Grabanlage und Kulturführung:

    a)  Bau und Leben der Pflanze,

    b)  Grundlagen der Züchtung; Vermehrung und Weiterkultur,

    c)  Arbeiten an der Pflanze,

    d)  Böden, Erden und Substrate,

    e)  Bewässerung, Düngung, Pflanzenschutz,

    f)  Grabstätten anlegen, pflegen und erneuern,

    g)  einschlägige Gestaltungsrichtlinien und Friedhofsrecht,

    h)  Planen, Vorbereiten und Kontrollieren von Produktion, Dienstleistungen
        und Arbeit;

2.  im Prüfungsfach Pflanzenkenntnisse:

    a)  Erkennen und Benennen von Pflanzen,

    b)  Arten und Sorten marktwichtiger Pflanzen und ihre Verwendung,

    c)  typische Absatz- und Pflanztermine,

    d)  Wildkräuter und Unkräuter,

    e)  Artenschutz;

3.  im Prüfungsfach Betriebliche Zusammenhänge:

    a)  natürliche und wirtschaftliche Standortfaktoren,

    b)  Kulturräume und andere bauliche Anlagen,

    c)  Maschinen, Geräte und technische Einrichtungen,

    d)  Materialien, Werkstoffe und Betriebsmittel,

    e)  anwendungsbezogene Berechnungen,

    f)  Auftragsabwicklung und Verkauf,

    g)  Natur- und Umweltschutz,

    h)  rationelle Energie- und Materialverwendung,

    i)  einschlägige Rechtsvorschriften,

    k)  Einflußfaktoren auf die menschliche Arbeit,

    l)  Informationsbeschaffung und -auswertung,

    m)  Grundlagen der Kalkulation;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die Prüfung nach Absatz 3 ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Grabanlage und Kulturführung

    *   60 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Pflanzenkenntnisse

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Betriebliche Zusammenhänge

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Sind in der schriftlichen Prüfung nach Absatz 3 die
Prüfungsleistungen in bis zu zwei Fächern mit mangelhaft und in den
übrigen Fächern mit mindestens ausreichend bewertet worden, so ist auf
Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit mangelhaft bewerteten Fächer die schriftliche Prüfung
durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Das Fach
ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für
dieses Fach hat die schriftliche Prüfung gegenüber der mündlichen
Prüfung das doppelte Gewicht.

(6) Innerhalb der Prüfung nach Absatz 2 hat jede Prüfungsaufgabe und
innerhalb der Prüfung nach Absatz 3 hat jedes Prüfungsfach das gleiche
Gewicht. Für die Ermittlung des Gesamtergebnisses sind die
Prüfungsleistungen wie folgt zu gewichten:

*    *   - Prüfung nach Absatz 2

    *   60 Prozent,

*    *   - Prüfung nach Absatz 3

    *   40 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Gesamtergebnis und jeweils in
den Prüfungen nach den Absätzen 2 und 3 mindestens ausreichende
Leistungen erbracht worden sind. Sie ist nicht bestanden, wenn eine
der Prüfungsaufgaben nach Absatz 2 oder eines der Prüfungsfächer nach
Absatz 3 mit ungenügend oder zwei der vorgenannten
Prüfungsbestandteile mit mangelhaft bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/g_rtnausbv/__10.html
Directory: gaertnausbv
Level: 2.0