Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der keramischen Industrie (KerIndAusbV)
Teil 2 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Industriekeramiker Anlagentechnik/Industriekeramikerin Anlagentechnik
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in der keramischen Industrie (KerIndAusbV)
Teil 2 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Industriekeramiker Anlagentechnik/Industriekeramikerin Anlagentechnik
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden eine praktische Arbeitsaufgabe durchführen und
mit betriebsüblichen Unterlagen dokumentieren sowie innerhalb dieser
Zeit in insgesamt höchstens 20 Minuten hierüber ein Fachgespräch
führen. Für die praktische Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in
Betracht:
Einrichten, Umrüsten und Instandhalten von Anlagen zur Formgebung oder
zur Endbearbeitung sowie Bedienen und Überwachen von Trocknungs- oder
Brennanlagen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter Beachtung
wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbstständig und kundenorientiert planen und durchführen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, keramische Roh-, Hilfs- und Werkstoffe
einsetzen, keramische Berechnungen durchführen, technische Unterlagen
anwenden, Prüfverfahren anwenden, Arbeitsergebnisse kontrollieren und
beurteilen, Fertigungsfehler feststellen, Störungen erkennen,
beseitigen und dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum
Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und zur
Qualitätssicherung durchführen kann. Durch das Fachgespräch soll der
Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Sachverhalte darstellen, die für
die Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen und
die Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe begründen
kann. Die Ausführung der Arbeitsaufgabe ist mit 80 Prozent und das
Fachgespräch mit 20 Prozent zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Anlagentechnik, Technische Kommunikation und
Qualitätssicherung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden.
In den Prüfungsbereichen Anlagentechnik sowie Technische Kommunikation
und Qualitätssicherung soll der Prüfling zeigen, dass er
praxisbezogene Aufgaben mit verknüpften arbeitsorganisatorischen,
technologischen, mathematisch-naturwissenschaftlichen Sachverhalten
lösen kann. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen
berücksichtigen kann.

1.  Für den Prüfungsbereich Anlagentechnik kommt insbesondere in Betracht:

    a)  Messen, Steuern, Regeln,

    b)  Aufbereitungsanlagen,

    c)  Formanlagen,

    d)  Trocknungs- und Brennanlagen,

    e)  Endbearbeitung und Veredlung;

2.  für den Prüfungsbereich Technische Kommunikation und
    Qualitätssicherung kommt insbesondere in Betracht:

    a)  Anfertigen und Auswerten technischer Unterlagen und technischer
        Zeichnungen,

    b)  Bewerten und Anwenden von Informationen,

    c)  Keramisches Rechnen,

    d)  Prüfmittel und Prüfverfahren,

    e)  Dokumentieren und Auswerten von Qualitätsparametern;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben, die
    sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den schriftlichen Prüfungsteil ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Anlagentechnik

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Technische Kommunikation und Qualitätssicherung

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des schriftlichen Prüfungsteils sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Anlagentechnik

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Technische Kommunikation und Qualitätssicherung

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Der schriftliche Prüfungsteil ist auf Antrag des Prüflings oder
nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die
jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der
mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht sind. Dabei müssen innerhalb des schriftlichen Teils der
Prüfung im Prüfungsbereich Anlagentechnik mindestens ausreichende
Leistungen, in den weiteren Prüfungsbereichen dürfen keine
ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kerindausbv/__9.html
Directory: kerindausbv
Level: 3.0