Title: Anlage 7 Voraussetzungen für die Entlassung aus der Überwachung bei gemeinsamer Deponierung von überwachungsbedürftigen Rückständen mit anderen Rückständen und Abfällen

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Liste der Radionuklide und der bei der Berechnung berücksichtigten
Anlage 5 Überwachungsgrenzen sowie Verwertungs- und Beseitigungswege für die Bestimmung der Überwachungsbedürftigkeit von Rückständen
Anlage 7 Voraussetzungen für die Entlassung aus der Überwachung bei gemeinsamer Deponierung von überwachungsbedürftigen Rückständen mit anderen Rückständen und Abfällen

Paragraph: 200

Content:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Liste der Radionuklide und der bei der Berechnung berücksichtigten
Anlage 5 Überwachungsgrenzen sowie Verwertungs- und Beseitigungswege für die Bestimmung der Überwachungsbedürftigkeit von Rückständen
Anlage 7 Voraussetzungen für die Entlassung aus der Überwachung bei gemeinsamer Deponierung von überwachungsbedürftigen Rückständen mit anderen Rückständen und Abfällen

(Fundstelle: BGBl. I 2018, 2127
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

Bei der Entlassung von Rückständen aus der Überwachung zum Zwecke
einer gemeinsamen Deponierung mit anderen Rückständen und Abfällen
kann die zuständige Behörde unter den folgenden Voraussetzungen davon
ausgehen, dass Expositionen, die infolge dieser gemeinsamen
Deponierung auftreten können, auch ohne weitere Maßnahmen für
Einzelpersonen der Bevölkerung den Richtwert einer effektiven Dosis
von 1 Millisievert im Kalenderjahr nicht überschreiten werden:

1.  Für die Mittelwerte C
    M
    U238max                    und C
    M
    Th232max                    der spezifischen Aktivitäten der
    Radionuklide der U-238-Zerfallsreihe und der Th-232-Zerfallsreihe in
    Becquerel durch Gramm (Bq/g) gilt nachfolgende Summenformel: C
    M
    U238max                    + C
    M
    Th232max                    ≤ C
    M                   . Die Mittelwerte C
    M
    U238max                    und C
    M
    Th232max                    der spezifischen Aktivitäten dürfen als
    Gesamtaktivität der innerhalb von 12 Monaten auf der Deponie
    beseitigten überwachungsbedürftigen Rückstände nach Anlage 1 des
    Strahlenschutzgesetzes und Anlage 5 dieser Verordnung geteilt durch
    die Gesamtmasse aller innerhalb dieses Zeitraums auf der Deponie
    beseitigten Rückstände und Abfälle bestimmt werden. Bei der Ermittlung
    der Gesamtaktivität ist jeweils die größte Aktivität der Radionuklide
    der U-238-Zerfallsreihe und der Th-232-Zerfallsreihe zugrunde zu
    legen. C
    M                    nimmt folgende Werte an:

    a)  C
        M                          = 0,05 Bq/g für Deponien mit einer Fläche
        von mehr als 15 Hektar,

    b)  C
        M                          = 0,1 Bq/g für Deponien mit einer Fläche
        bis zu 15 Hektar,

    c)  C
        M                          = 1 Bq/g unabhängig von der Deponiefläche
        für Deponien, bei denen auf Grund der spezifischen Standortbedingungen
        Grundwasserbelastungen ausgeschlossen werden können, und

    d)  C
        M                          = 5 Bq/g bei der untertägigen Beseitigung.

    Dabei darf die spezifische Aktivität keines Radionuklids der
    U-238-Zerfallsreihe und der Th-232-Zerfallsreihe 10 Bq/g bzw. bei der
    Deponierung auf Deponien für gefährliche Abfälle 50 Bq/g
    überschreiten.

2.  Ist in einer Rückstandscharge die größte spezifische Aktivität der
    Radionuklide des Pb-210 und seiner relevanten Folgeprodukte Bi-210 und
    Po-210 gegenüber der spezifischen Aktivität der übrigen Radionuklide
    der U-238-Zerfallsreihe um einen Faktor A größer 5 erhöht, darf bei
    der Ermittlung der Gesamtaktivität entsprechend Nummer 1 die Aktivität
    der Radionuklide der U-238-Zerfallsreihe für diese Charge mit einem
    Faktor R multipliziert werden. Bei der Beseitigung auf Deponien nimmt
    der Faktor R den Wert 0,3 an. Bei der untertägigen Beseitigung ist der
    Faktor R aus der Tabelle in Anlage 5 Nummer 4 zu entnehmen.

Expositionen durch Radionuklide der U-235-Zerfallsreihe sind in der
U-238-Zerfallsreihe berücksichtigt und müssen nicht gesondert
betrachtet werden. Liegt zudem die spezifische Aktivität für jedes
Radionuklid der U-238-Zerfallsreihe oder der Th-232-Zerfallsreihe in
einzelnen Rückstandschargen unter 0,2 Bq/g, bleibt die jeweilige
Nuklidkette für diese Charge bei der Berechnung der Gesamtaktivität
nach Nummer 1 unberücksichtigt.

(zu den §§ 35, 36, 37, 39 sowie Anlage 4)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__200.html
Directory: strlschv_2018
Level: 4.0