Title: § 13 Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft

Description:
Einkommensteuergesetz (EStG)
II. - Einkommen
8. - Die einzelnen Einkunftsarten
a) - Land- und Forstwirtschaft (§ 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1)
§ 13 Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft

Paragraph: 13

Content:
Einkommensteuergesetz (EStG)
II. - Einkommen
8. - Die einzelnen Einkunftsarten
a) - Land- und Forstwirtschaft (§ 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1)
§ 13 Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft

(1) Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft sind

1.  Einkünfte aus dem Betrieb von Landwirtschaft, Forstwirtschaft,
    Weinbau, Gartenbau und aus allen Betrieben, die Pflanzen und
    Pflanzenteile mit Hilfe der Naturkräfte gewinnen.
    2                   Zu diesen Einkünften gehören auch die Einkünfte
    aus der Tierzucht und Tierhaltung, wenn im Wirtschaftsjahr

    *        *   für die ersten
            20 Hektar

        *   nicht mehr als 10 Vieheinheiten,

    *        *   für die nächsten
            10 Hektar

        *   nicht mehr als 7 Vieheinheiten,

    *        *   für die nächsten
            20 Hektar

        *   nicht mehr als 6 Vieheinheiten,

    *        *   für die nächsten
            50 Hektar

        *   nicht mehr als 3 Vieheinheiten

    *        *   und für die weitere
            Fläche

        *   nicht mehr als 1,5 Vieheinheiten

    je Hektar der vom Inhaber des Betriebs regelmäßig landwirtschaftlich
    genutzten Fläche erzeugt oder gehalten werden.
    3                   Die Tierbestände sind nach dem Futterbedarf in
    Vieheinheiten umzurechnen.
    4                   § 51 Absatz 2 bis 5 des Bewertungsgesetzes ist
    anzuwenden.
    5                   Die Einkünfte aus Tierzucht und Tierhaltung einer
    Gesellschaft, bei der die Gesellschafter als Unternehmer
    (Mitunternehmer) anzusehen sind, gehören zu den Einkünften im Sinne
    des Satzes 1, wenn die Voraussetzungen des § 51a des
    Bewertungsgesetzes erfüllt sind und andere Einkünfte der
    Gesellschafter aus dieser Gesellschaft zu den Einkünften aus Land- und
    Forstwirtschaft gehören;

2.  Einkünfte aus sonstiger land- und forstwirtschaftlicher Nutzung (§ 62
    Bewertungsgesetz);

3.  Einkünfte aus Jagd, wenn diese mit dem Betrieb einer Landwirtschaft
    oder einer Forstwirtschaft im Zusammenhang steht;

4.  Einkünfte von Hauberg-, Wald-, Forst- und Laubgenossenschaften und
    ähnlichen Realgemeinden im Sinne des § 3 Absatz 2 des
    Körperschaftsteuergesetzes.

(2) Zu den Einkünften im Sinne des Absatzes 1 gehören auch

1.  Einkünfte aus einem land- und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieb.
    2                   Als Nebenbetrieb gilt ein Betrieb, der dem land-
    und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb zu dienen bestimmt ist;

2.  der Nutzungswert der Wohnung des Steuerpflichtigen, wenn die Wohnung
    die bei Betrieben gleicher Art übliche Größe nicht überschreitet und
    das Gebäude oder der Gebäudeteil nach den jeweiligen landesrechtlichen
    Vorschriften ein Baudenkmal ist;

3.  die Produktionsaufgaberente nach dem Gesetz zur Förderung der
    Einstellung der landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit.

(3)
1             Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft werden bei
der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nur berücksichtigt,
soweit sie den Betrag von 900 Euro übersteigen.
2             Satz 1 ist nur anzuwenden, wenn die Summe der Einkünfte
30 700 Euro nicht übersteigt.
3             Im Fall der Zusammenveranlagung von Ehegatten verdoppeln
sich die Beträge der Sätze 1 und 2.

(4)
1             Absatz 2 Nummer 2 findet nur Anwendung, sofern im
Veranlagungszeitraum 1986 bei einem Steuerpflichtigen für die von ihm
zu eigenen Wohnzwecken oder zu Wohnzwecken des Altenteilers genutzte
Wohnung die Voraussetzungen für die Anwendung des § 13 Absatz 2 Nummer
2 des Einkommensteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom
16\. April 1997 (BGBl. I S. 821) vorlagen.
2             Der Steuerpflichtige kann für einen Veranlagungszeitraum
nach dem Veranlagungszeitraum 1998 unwiderruflich beantragen, dass
Absatz 2 Nummer 2 ab diesem Veranlagungszeitraum nicht mehr angewendet
wird.
3             § 52 Absatz 21 Satz 4 und 6 des Einkommensteuergesetzes
in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. April 1997 (BGBl. I S. 821)
ist entsprechend anzuwenden.
4             Im Fall des Satzes 2 gelten die Wohnung des
Steuerpflichtigen und die Altenteilerwohnung sowie der dazugehörende
Grund und Boden zu dem Zeitpunkt als entnommen, bis zu dem Absatz 2
Nummer 2 letztmals angewendet wird.
5             Der Entnahmegewinn bleibt außer Ansatz.
6             Werden

1.  die Wohnung und der dazugehörende Grund und Boden entnommen oder
    veräußert, bevor sie nach Satz 4 als entnommen gelten, oder

2.  eine vor dem 1. Januar 1987 einem Dritten entgeltlich zur Nutzung
    überlassene Wohnung und der dazugehörende Grund und Boden für eigene
    Wohnzwecke oder für Wohnzwecke eines Altenteilers entnommen,

bleibt der Entnahme- oder Veräußerungsgewinn ebenfalls außer Ansatz;
Nummer 2 ist nur anzuwenden, soweit nicht Wohnungen vorhanden sind,
die Wohnzwecken des Eigentümers des Betriebs oder Wohnzwecken eines
Altenteilers dienen und die unter Satz 4 oder unter Nummer 1 fallen.

(5) Wird Grund und Boden dadurch entnommen, dass auf diesem Grund und
Boden die Wohnung des Steuerpflichtigen oder eine Altenteilerwohnung
errichtet wird, bleibt der Entnahmegewinn außer Ansatz; der
Steuerpflichtige kann die Regelung nur für eine zu eigenen Wohnzwecken
genutzte Wohnung und für eine Altenteilerwohnung in Anspruch nehmen.

(6)
1             Werden einzelne Wirtschaftsgüter eines land- und
forstwirtschaftlichen Betriebs auf einen der gemeinschaftlichen
Tierhaltung dienenden Betrieb im Sinne des § 34 Absatz 6a des
Bewertungsgesetzes einer Genossenschaft oder eines Vereins gegen
Gewährung von Mitgliedsrechten übertragen, so ist die auf den dabei
entstehenden Gewinn entfallende Einkommensteuer auf Antrag in
jährlichen Teilbeträgen zu entrichten.
2             Der einzelne Teilbetrag muss mindestens ein Fünftel
dieser Steuer betragen.

(7) § 15 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2, Absatz 1a, Absatz 2 Satz 2 und 3,
§§ 15a und 15b sind entsprechend anzuwenden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__13.html
Directory: estg
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