Title: § 19 Prüfungsbereich Herstellen von Schäften

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Maßschuhmacher und zur Maßschuhmacherin (MaßschuhmAusbV)
Abschnitt 2 - Gesellenprüfung
Unterabschnitt 4 - Teil 2 der Gesellenprüfung in der Fachrichtung Schaftbau
§ 19 Prüfungsbereich Herstellen von Schäften

Paragraph: 19

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Maßschuhmacher und zur Maßschuhmacherin (MaßschuhmAusbV)
Abschnitt 2 - Gesellenprüfung
Unterabschnitt 4 - Teil 2 der Gesellenprüfung in der Fachrichtung Schaftbau
§ 19 Prüfungsbereich Herstellen von Schäften

(1) Im Prüfungsbereich Herstellen von Schäften besteht die Prüfung aus
zwei Teilen.

(2) Im ersten Teil soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage
ist,

1.  Arbeitsabläufe unter Beachtung gestalterischer, wirtschaftlicher,
    ökologischer und zeitlicher Vorgaben zu planen und die Planung zu
    dokumentieren,

2.  Qualitätsvorgaben einzuhalten, Kundenanforderungen zu beachten,
    Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz
    einzuhalten, Umweltschutz und Aspekte der Nachhaltigkeit zu beachten,

3.  Modellentwürfe nach modischen, funktionalen und technologischen
    Gesichtspunkten auszuarbeiten,

4.  Leistenkopien und Grundmodelle herzustellen und zu überprüfen,

5.  Schablonen und Schnittmuster von Obermaterial und Futter herzustellen,
    aufzulegen und Schaftteile auszuschneiden,

6.  Schaftteile vorzurichten und Schaftflächen zu gestalten,

7.  Schaft- und Futterteile zusammenzufügen sowie funktionale und
    schmückende Elemente anzufertigen und anzubringen,

8.  Abschlussarbeiten auszuführen und Qualität der Schäfte zu prüfen und

9.  fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und die Vorgehensweise zu
    begründen.

(3) Für den Nachweis hat der Prüfling ein Paar Schäfte unter
Verwendung der dazugehörigen Maßleisten und von Materialien zu planen
und anzufertigen. Die Materialien wählt der Prüfling aus.

(4) Der Prüfling soll ein Prüfungsstück anfertigen und mit
praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren. Vor Prüfungsbeginn hat der
Prüfling dem Prüfungsausschuss einen Modellentwurf des Prüfungsstücks
und eine Arbeitsbeschreibung zur Genehmigung vorzulegen. Nach der
Anfertigung des Prüfungsstücks wird mit dem Prüfling ein
auftragsbezogenes Fachgespräch über das Prüfungsstück geführt.

(5) Die Prüfungszeit für die Anfertigung des Prüfungsstücks und für
die Dokumentation beträgt 10 Stunden. Innerhalb dieser Zeit entfallen
auf das auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 20 Minuten.

(6) Im zweiten Teil soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage
ist,

1.  Arbeitsabläufe unter Beachtung gestalterischer, wirtschaftlicher,
    ökologischer und zeitlicher Vorgaben zu planen,

2.  Qualitätsvorgaben einzuhalten, Kundenanforderungen zu beachten,
    Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz
    einzuhalten, Umweltschutz und Aspekte der Nachhaltigkeit zu beachten
    und

3.  Schablonen und Schnittmuster von Obermaterial und Futter herzustellen,
    aufzulegen und Schaftteile auszuschneiden sowie

4.  Schaftteile vorzurichten und Schaftflächen zu gestalten.

(7) Für den Nachweis der Anforderungen nach Absatz 6 hat der Prüfling
mindestens zwei Schaftteile unter Anwendung von unterschiedlichen
Techniken herzustellen.

(8) Der Prüfling soll zum Nachweis der Anforderungen nach Absatz 6
eine Arbeitsaufgabe durchführen. Die Prüfungszeit dafür beträgt vier
Stunden.

(9) Bei der Ermittlung des Ergebnisses für den Prüfungsbereich sind
die Bewertungen wie folgt zu gewichten:

1.
    *        *   die Bewertung für den ersten Teil mit

        *   70 Prozent,

2.
    *        *   die Bewertung für den zweiten Teil mit

        *   30 Prozent.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ma_schuhmausbv/__19.html
Directory: massschuhmausbv
Level: 4.0