Title: § 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung (GFABPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

Paragraph: 1

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung (GFABPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

(1) Mit der Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfte
Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung soll die auf einen
beruflichen Aufstieg abzielende Erweiterung der beruflichen
Handlungsfähigkeit nachgewiesen werden.

(2) Die Prüfung wird von der zuständigen Stelle durchgeführt.

(3) Durch die Erweiterung der beruflichen Handlungsfähigkeit soll die
Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung in der Lage sein,
personenzentrierte berufliche Bildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen
sowie arbeitsbegleitende Maßnahmen für behinderte Menschen
durchzuführen, um ihnen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.
Diese Maßnahmen sollen von der Fachkraft insbesondere in Werkstätten
für behinderte Menschen und in anderen Bereichen der Arbeits- und
Berufsförderung mit inhaltlich vergleichbarem Leistungsspektrum
durchgeführt werden. Die Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und
Berufsförderung soll die Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit behinderter
Menschen wiedergewinnen, erhalten, entwickeln und erhöhen und die
behinderten Menschen dabei unterstützen, ihre Persönlichkeit
weiterzuentwickeln. Darüber hinaus soll sie in der Lage sein, den
Übergang behinderter Menschen in Ausbildung und Beschäftigung auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern und behinderte Menschen bei diesem
Übergang zu begleiten. Dabei hat die Geprüfte Fachkraft zur Arbeits-
und Berufsförderung behinderungsspezifische, ethische,
interkulturelle, therapeutische, rehabilitative, habilitative,
medizinische, soziale und rechtliche, aber auch organisatorische,
betriebswirtschaftliche und betriebliche Zusammenhänge zu beachten.
Sie hat das Wunsch- und Wahlrecht der behinderten Menschen zu
berücksichtigen und deren Selbstbestimmung zu fördern. Zur erweiterten
beruflichen Handlungsfähigkeit gehören im Einzelnen folgende Aufgaben:

1.  Beurteilen der persönlichen Voraussetzungen behinderter Menschen,
    insbesondere

    a)  Erkennen, Analysieren und Beurteilen von individuellen Wünschen,
        Neigungen, Kompetenzen und Förder- und Entwicklungsbedarfen
        behinderter Menschen,

    b)  Erstellen und Fortentwickeln von personenzentrierten Leistungs- und
        Kompetenzprofilen für behinderte Menschen und Ableiten individueller
        Ziele aus diesen Profilen,

    c)  Ausarbeiten individueller Bildungs- und Teilhabepläne für behinderte
        Menschen und

    d)  Dokumentieren von Arbeits- und Entwicklungsprozessen behinderter
        Menschen,

2.  Planen, Organisieren, Fördern, Koordinieren und Bewerten der Bildungs-
    und Arbeitsprozesse sowie des Rehabilitations- und
    Habilitationsverlaufs behinderter Menschen,

3.  Gestalten von lern- und persönlichkeitsförderlichen sowie von
    barrierefreien Arbeitsplätzen,

4.  Durchführen arbeitsbegleitender Maßnahmen zur
    Persönlichkeitsentwicklung behinderter Menschen, abgestimmt auf Art,
    Schwere und Vielfalt der Behinderungen sowie auf sich verändernde
    Förder- und Entwicklungsbedarfe,

5.  Initiieren, Begleiten und Fördern von beruflichen Bildungs-, Arbeits-
    und Beschäftigungsprozessen sowie Qualifizieren behinderter Menschen
    bei Übergängen in andere berufliche Bildungs-, Arbeits- oder
    Beschäftigungsverhältnisse,

6.  Steuern und Gestalten von Kommunikations- und Kooperationsprozessen
    sowie

7.  Führen von Gruppen und Moderieren von Gruppenbildungs- und
    Teambildungsprozessen unter Beachtung des Gleichheitsgrundsatzes.

Die Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung soll die
Aufgaben eigenständig, verantwortlich, sozialkompetent und
selbstreflektiert wahrnehmen. Sie hat die behinderten Menschen bei der
Durchführung der Aufgaben einzubeziehen.

(4) Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten
Fortbildungsabschluss „Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und
Berufsförderung“.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gfabprv/__1.html
Directory: gfabprv
Level: 2.0