Title: § 6 Nacht- und Schichtarbeit

Description:
Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
Zweiter Abschnitt - Werktägliche Arbeitszeit und arbeitsfreie Zeiten
§ 6 Nacht- und Schichtarbeit

Paragraph: 6

Content:
Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
Zweiter Abschnitt - Werktägliche Arbeitszeit und arbeitsfreie Zeiten
§ 6 Nacht- und Schichtarbeit

(1) Die Arbeitszeit der Nacht- und Schichtarbeitnehmer ist nach den
gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die
menschengerechte Gestaltung der Arbeit festzulegen.

(2) Die werktägliche Arbeitszeit der Nachtarbeitnehmer darf acht
Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur
verlängert werden, wenn abweichend von § 3 innerhalb von einem
Kalendermonat oder innerhalb von vier Wochen im Durchschnitt acht
Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Für Zeiträume, in
denen Nachtarbeitnehmer im Sinne des § 2 Abs. 5 Nr. 2 nicht zur
Nachtarbeit herangezogen werden, findet § 3 Satz 2 Anwendung.

(3) Nachtarbeitnehmer sind berechtigt, sich vor Beginn der
Beschäftigung und danach in regelmäßigen Zeitabständen von nicht
weniger als drei Jahren arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen. Nach
Vollendung des 50. Lebensjahres steht Nachtarbeitnehmern dieses Recht
in Zeitabständen von einem Jahr zu. Die Kosten der Untersuchungen hat
der Arbeitgeber zu tragen, sofern er die Untersuchungen den
Nachtarbeitnehmern nicht kostenlos durch einen Betriebsarzt oder einen
überbetrieblichen Dienst von Betriebsärzten anbietet.

(4) Der Arbeitgeber hat den Nachtarbeitnehmer auf dessen Verlangen auf
einen für ihn geeigneten Tagesarbeitsplatz umzusetzen, wenn

a)  nach arbeitsmedizinischer Feststellung die weitere Verrichtung von
    Nachtarbeit den Arbeitnehmer in seiner Gesundheit gefährdet oder

b)  im Haushalt des Arbeitnehmers ein Kind unter zwölf Jahren lebt, das
    nicht von einer anderen im Haushalt lebenden Person betreut werden
    kann, oder

c)  der Arbeitnehmer einen schwerpflegebedürftigen Angehörigen zu
    versorgen hat, der nicht von einem anderen im Haushalt lebenden
    Angehörigen versorgt werden kann,

sofern dem nicht dringende betriebliche Erfordernisse entgegenstehen.
Stehen der Umsetzung des Nachtarbeitnehmers auf einen für ihn
geeigneten Tagesarbeitsplatz nach Auffassung des Arbeitgebers
dringende betriebliche Erfordernisse entgegen, so ist der Betriebs-
oder Personalrat zu hören. Der Betriebs- oder Personalrat kann dem
Arbeitgeber Vorschläge für eine Umsetzung unterbreiten.

(5) Soweit keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen bestehen, hat
der Arbeitgeber dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit
geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage
oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende
Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren.

(6) Es ist sicherzustellen, daß Nachtarbeitnehmer den gleichen Zugang
zur betrieblichen Weiterbildung und zu aufstiegsfördernden Maßnahmen
haben wie die übrigen Arbeitnehmer.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__6.html
Directory: arbzg
Level: 3.0