Title: § 19 Psychoanalytisch begründete Verfahren

Description:
Verordnung über Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen (BBhV)
Kapitel 2 - Aufwendungen in Krankheitsfällen
Abschnitt 1 - Ambulante Leistungen
§ 19 Psychoanalytisch begründete Verfahren

Paragraph: 19

Content:
Verordnung über Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen (BBhV)
Kapitel 2 - Aufwendungen in Krankheitsfällen
Abschnitt 1 - Ambulante Leistungen
§ 19 Psychoanalytisch begründete Verfahren

(1) Aufwendungen für psychoanalytisch begründete Verfahren mit ihren
beiden Behandlungsformen, der tiefenpsychologisch fundierten
Psychotherapie und der analytischen Psychotherapie, sind je
Krankheitsfall in folgendem Umfang beihilfefähig:

1.  tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie von Personen, die das 21.
    Lebensjahr vollendet haben:

    *        *
        *   Einzel-
            behandlung

        *   Gruppen-
            behandlung

    *        *   im Regelfall

        *   60 Sitzungen

        *   60 Sitzungen

    *        *   in Ausnahmefällen

        *   weitere
            40 Sitzungen

        *   weitere
            20 Sitzungen

2.  analytische Psychotherapie von Personen, die das 21. Lebensjahr
    vollendet haben:

    *        *
        *   Einzel-
            behandlung

        *   Gruppen-
            behandlung

    *        *   im Regelfall

        *   160 Sitzungen

        *   80 Sitzungen

    *        *   in Ausnahmefällen

        *   weitere
            140 Sitzungen

        *   weitere
            70 Sitzungen

3.  tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Psychotherapie von
    Personen, die das 14. Lebensjahr, aber noch nicht das 21. Lebensjahr
    vollendet haben:

    *        *
        *   Einzel-
            behandlung

        *   Gruppen-
            behandlung

    *        *   im Regelfall

        *   90 Sitzungen

        *   60 Sitzungen

    *        *   in Ausnahmefällen

        *   weitere
            90 Sitzungen

        *   weitere
            30 Sitzungen

4.  tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Psychotherapie von
    Personen, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben:

    *        *
        *   Einzel-
            behandlung

        *   Gruppen-
            behandlung

    *        *   im Regelfall

        *   70 Sitzungen

        *   60 Sitzungen

    *        *   in Ausnahmefällen

        *   weitere
            80 Sitzungen

        *   weitere
            30 Sitzungen

Bei einer Kombination von Einzel- und Gruppenbehandlung richtet sich
die Beihilfefähigkeit der Aufwendungen nach der überwiegend
durchgeführten Behandlung. Überwiegt die Einzelbehandlung, so werden
zwei als Gruppenbehandlung durchgeführte Sitzungen als eine Sitzung
der Einzelbehandlung gewertet. Überwiegt die Gruppenbehandlung, so
wird eine als Einzelbehandlung durchgeführte Sitzung als zwei
Sitzungen der Gruppenbehandlung gewertet.

(2) In den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 3 sind Aufwendungen für
eine Psychotherapie, die vor Vollendung des 21. Lebensjahres begonnen
wurde, zur Sicherung des Therapieerfolges auch nach Vollendung des 21.
Lebensjahres beihilfefähig.

(3) In Ausnahmefällen kann die oberste Dienstbehörde die
Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für die Behandlung auch für eine
über die in Absatz 1 Satz 1 festgelegte Höchstzahl von Sitzungen
hinaus anerkennen, wenn die medizinische Notwendigkeit durch ein
Gutachten belegt wird.

(4) Aufwendungen für Sitzungen, in die auf Grund einer durch Gutachten
belegten medizinischen Notwendigkeit Bezugspersonen einbezogen werden,
sind bei Einzelbehandlung bis zu einem Viertel und bei
Gruppenbehandlung bis zur Hälfte der bewilligten Zahl von Sitzungen
zusätzlich beihilfefähig, wenn die zu therapierende Person das 21.
Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Bei Personen, die das 21.
Lebensjahr vollendet haben, werden die Sitzungen, in die
Bezugspersonen einbezogen werden, in voller Höhe auf die bewilligte
Zahl der Sitzungen angerechnet.

(5) Im Rahmen psychoanalytisch begründeter Verfahren ist die simultane
Kombination von Einzel- und Gruppentherapie grundsätzlich
ausgeschlossen. Aufwendungen für Leistungen einer solchen Kombination
sind nur beihilfefähig, wenn sie auf dem Gebiet der
tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie bei niederfrequenten
Therapien auf Grund eines besonders begründeten Erstantrags erbracht
werden.

(6) Aufwendungen für katathymes Bilderleben sind nur im Rahmen eines
übergeordneten tiefenpsychologischen Therapiekonzepts beihilfefähig.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__19.html
Directory: bbhv
Level: 4.0