Title: Ausrüstung für Anlagen mit Heißwassererzeugern

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Ausrüstung für Anlagen mit Heißwassererzeugern

Paragraph: 9

Content:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Ausrüstung für Anlagen mit Heißwassererzeugern

**1.** Geltungsbereich ****

    Dieses Kapitel gilt für die Ausrüstung von Schiffsdampfkesselanlagen
    mit Heißwassererzeugern. Dieses sind solche Anlagen, in denen
    Heißwasser von einer höheren Temperatur als der dem atmosphärischen
    Druck entsprechenden Siedetemperatur zum Zwecke der Verwendung des
    Heißwassers außerhalb dieser Anlagen erzeugt wird. Für die Ausrüstung
    von Dampferzeugern gilt Kapitel 2 – Ausrüstung für Anlagen mit
    Dampferzeugern. Bei Entnahme von Dampf aus Heißwassererzeugern gilt
    Kapitel 2 zusätzlich. Für die Aufstellung gilt das Kapitel 4 –
    Aufstellung von Schiffsdampfkesselanlagen.

**2.** Begriffsbestimmungen ****

2.1 Dampfkesselanlagen mit Heißwassererzeugern werden im Folgenden
    Heißwassererzeugungsanlagen genannt.

2.2 Die Heißwassererzeugungsanlage umfasst Heißwassererzeuger,
    Druckausdehnungsgefäße, Druckhalteeinrichtungen, Hauptverteiler und
    -sammler, Vorwärmer (auch wenn sie nicht im Rauchgasstrom liegen),
    Mischeinrichtungen, Umwälzpumpen, einschließlich der diese Anlageteile
    verbindenden Rohrleitungen, und den an diesen und zwischen diesen
    Teilen angeordneten Armaturen. Alle vorstehend aufgeführten Teile
    gehören zur Heißwassererzeugungsanlage, auch wenn sie außerhalb des
    Kesselaufstellungsraumes liegen.

2.3 Zwangslauf-Heißwassererzeuger sind Heißwassererzeuger, bei denen der
    Wasserumlauf im Erhitzer bei Stillstand der Umwälzpumpen nicht
    ausreicht, um ein erhebliches Überschreiten der zulässigen
    Betriebstemperatur zu verhindern.

2.4 Ausdehnungstrommeln, Druckausdehnungsgefäße und Auffangbehälter sind
    Behälter, welche die temperaturbedingten Volumenänderungen des Wassers
    aufnehmen.

2.4.1 Ausdehnungstrommeln sind Bestandteil des Heißwassererzeugers und daher
    von diesem nicht absperrbar.

2.4.2 Druckausdehnungsgefäße sind vom Heißwassererzeuger absperrbar. In
    ihrem Innern herrscht während des Betriebes ein Druck, der mindestens
    dem der Heißwassertemperatur zugeordneten Sättigungsdruck entspricht.

2.4.3 Auffangbehälter sind vom Heißwassererzeuger absperrbar. Sie können
    drucklos oder mit geringerem Druck als dem der Heißwassertemperatur
    zugeordneten Sättigungsdruck betrieben werden. Liegt der
    Betriebsüberdruck über 1 bar und ist das Druckliterprodukt größer als
    2 000 bar l, sind sie wie Druckausdehnungsgefäße zu behandeln.

2.5 Druckhalteeinrichtung ist der Teil der Heißwassererzeugungsanlage, mit
    dem der erforderliche Druck erzeugt wird. Bei der Eigendruckhaltung
    entsteht der Druck im Dampf- und Wasserraum des Heißwassererzeugers
    oder Ausdehnungsgefäßes. Er entspricht dem der Vorlauftemperatur
    zugeordneten Sättigungsdruck. Bei der Fremddruckhaltung wird der
    erforderliche Druck unabhängig von der Temperatur des Heißwassers
    erzeugt.

2.6 Zulässiger Betriebsüberdruck ist der höchste Druck, mit dem der
    Heißwassererzeuger betrieben werden darf. Der zulässige
    Betriebsüberdruck wird am höchsten Punkt des Heißwassererzeugers
    gemessen. Bei Ermittlung des Produktes aus Wasserinhalt und zulässigem
    Betriebsüberdruck kann statt des zulässigen Betriebsüberdruckes der
    der zulässigen Vorlauftemperatur entsprechende Sättigungsdruck
    eingesetzt werden.

2.7 Zulässige Vorlauftemperatur ist die höchste Temperatur, mit der der
    Heißwassererzeuger betrieben werden darf. Die zulässige
    Vorlauftemperatur wird am Vorlaufabgang des Heißwassererzeugers
    gemessen.

2.8 Wandungen von Heißwassererzeugern sind die Wandungen der Dampf- und
    Wasserräume, die zwischen den Absperreinrichtungen des
    Heißwassererzeugers in den Eintritts-, Austritts-, Druckhalte-,
    Überström- und Ablassleitungen liegen. Die Gehäuse der
    Absperreinrichtungen gehören zu den Wandungen.

2.9 Zulässige Wärmeleistung ist die höchste im Dauerbetrieb erzeugbare
    Wärmeleistung, mit der der Heißwassererzeuger nach der Genehmigung
    oder der Bauartzulassung betrieben werden darf.

2.10 Für Fahrtüchtigkeit und Sicherheit des Schiffes erforderliche
    Heißwassererzeugungsanlagen gewährleisten mittelbar oder unmittelbar
    Vortrieb und Manövrierfähigkeit des Schiffes. Für Fahrtüchtigkeit und
    Sicherheit nicht erforderliche Heißwassererzeuger dienen z. B. der
    Beheizung von Ladung, dem Betrieb von Küchen und Wäschereien oder der
    Beheizung und Klimatisierung von Wohnräumen.

2.11 Regler sind Einrichtungen, die den Angleich der zu regelnden Größe,
    insbesondere Temperatur, Druck, Wasserstand, an einen vorgegebenen
    Sollwert bewirken.

2.12 Begrenzer sind Einrichtungen, die bei Über- oder Unterschreiten eines
    festgesetzten Grenzwertes die Beheizung des Heißwassererzeugers und
    ggf. die Umwälzpumpen abschalten und verriegeln.

2.13 Der höchste Feuerzug (HF) ist der Punkt auf der wasserberührten Seite
    der Heizfläche, die der Flammenstrahlung ausgesetzt ist oder die durch
    Gase, deren Temperatur bei höchster Dauerleistung 400 °C übersteigt,
    beheizt wird. Der höchste Feuerzug von Wasserrohrkesseln mit oberer
    Dampftrommel ist die Oberkante der höchstgelegenen Fallrohre. Die
    Bestimmungen über den höchsten Feuerzug finden keine Anwendung auf
    Steigrohre von Wasserrohrkesseln bis 102 mm äußeren Durchmesser,
    Zwangsdurchlauf-Heißwassererzeuger, Überhitzer sowie Feuerzüge und
    abgasbeheizte Kesselteile, in denen eine Rauch- bzw. Abgastemperatur
    von 400 °C bei höchster Dauerleistung nicht überschritten wird.

**3.** Allgemeine Anforderungen ****

3.1 Das erhitzte Wasser ist in einem geschlossenen Kreislauf zu verwenden.
    Falls eine Dampfentnahme vorgesehen ist, sind die notwendigen
    Sicherheitsmaßnahmen im Einzelfall mit dem Sachverständigen zu
    vereinbaren. Auch im Falle einer Dampfentnahme muss die Druckhaltung
    bei jedem Betriebszustand gewährleistet sein.

3.2 Werden mehrere Heißwassererzeuger mit unterschiedlichen zulässigen
    Betriebsüberdrücken und/oder zulässigen Vorlauftemperaturen in einer
    gemeinsamen Anlage zusammengeschaltet, so muss durch geeignete
    Maßnahmen sichergestellt sein, dass alle Heißwassererzeuger mit dem
    geringsten zulässigen Druck oder der geringsten zulässigen Temperatur
    betrieben werden.

3.3 Wasserrohrkessel mit hochliegender Ausdehnungstrommel dürfen nicht mit
    Naturumlauf über Sicherheitsvor- und Sicherheitsrücklaufleitungen
    verwendet werden, es sei denn, Rückströmen von Rücklaufwasser über die
    Sicherheitsrücklaufleitung in die Ausdehnungstrommel ist
    ausgeschlossen. Das Rückströmen darf weder durch
    Querschnittsverengungen noch durch mechanische Hilfsmittel, wie
    Sicherungen gegen Rückströmen, verhindert werden.

3.4 Werden Wärmeverbraucher höher als der betrieblich im
    Heißwassererzeuger einzuhaltende Wasserstand angeordnet, müssen durch
    geeignete Maßnahmen während des Betriebes Verdampfung und im Störfall
    gefährliche Zustände, die Rückwirkungen auf die Sicherheit der
    Dampfkesselanlage haben können, in diesem Netzteil verhindert werden,
    insbesondere durch Vorlauftemperaturregelung.

3.5 Es muss nachgewiesen sein, dass der Dampfdruck in der
    Ausdehnungstrommel dazu ausreicht, gefährliche Dampfbildung in der
    Heißwassererzeugungsanlage und im Netz zu vermeiden.

3.6 Schwerkraft-Heißwassererzeugungsanlagen sind für die Installation an
    Bord von Seeschiffen nicht zulässig.

**4.** Druckhalteeinrichtungen und Ausdehnungsraum ****

4.1 Druckhalteeinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass eine
    sicherheitstechnisch bedenkliche Dampfentwicklung in der
    Heißwassererzeugungsanlage vermieden wird.

4.2 Jede Heißwassererzeugungsanlage muss einen ausreichenden
    Ausdehnungsraum haben, um die temperaturbedingten Änderungen im
    Wasservolumen der Heißwassererzeugungsanlage und der
    Wärmeverbraucheranlage aufnehmen zu können. Sofern nicht die
    Ausdehnungstrommel im Heißwassererzeuger als Ausdehnungsraum dient,
    muss ein besonderes Druckausdehnungsgefäß oder ein besonderer
    Auffangbehälter verwendet werden. Sie müssen einschließlich ihrer
    Anschlussleitungen gegen Einfrieren geschützt sein.

4.3[^F799100_19_BJNR302300998BJNE002503124]
 Sind bei Eigendruckhaltung Wärmeverbraucher so hoch angeordnet oder so
    beschaffen
    , dass durch ihren Betrieb gefährliche Rückwirkungen auf die
    Heißwassererzeugungsanlage nicht ausgeschlossen werden können, so sind
    die erforderlichen Maßnahmen, z. B. Ergänzung der
    Betriebsvorschriften, mit dem Sachverständigen zu vereinbaren.

4.4 Auffangbehälter – auch offene – sind für den auftretenden
    Betriebsüberdruck, mindestens jedoch für einen Überdruck von 2 bar, zu
    bemessen.

**5.** Speiseeinrichtungen, Speiseleitungen und Sicherungen gegen
    rückströmendes Speisewasser ****

5.1 Jede Heißwassererzeugungsanlage muss mit mindestens einer
    Speiseeinrichtung ausgerüstet sein.

5.2 Auf die Speiseeinrichtung kann verzichtet werden, wenn die
    Druckhaltepumpe den Anforderungen des Abschnitts 5.4 entspricht.

5.3 Handpumpen sind als Speiseeinrichtung im Fall 5.4 zulässig, wenn der
    zulässige Betriebsüberdruck des Heißwassererzeugers 10 bar nicht
    übersteigt und die Wärmeleistung nicht mehr als 500 kW beträgt.

5.4 Der Förderstrom der Speiseeinrichtung in kg/h muss mindestens das
    0,2-fache der der Wärmeleistung entsprechenden Dampferzeugung
    betragen.

5.5 Die Speiseeinrichtungen müssen imstande sein, die geforderte
    Speisewassermenge beim 1,1-fachen des zulässigen Betriebsüberdruckes
    in den Heißwassererzeuger zu fördern.

5.6 In jeder zum Heißwassererzeuger führenden Speiseleitung müssen eine
    Sicherung gegen Rückströmen und eine Absperreinrichtung eingebaut
    sein. Werden Absperreinrichtung und Sicherung gegen Rückströmen nicht
    in unmittelbarer Verbindung eingebaut, so muss für das dazwischen
    liegende Rohrleitungsstück die Möglichkeit einer Druckentlastung
    gegeben sein.

5.7 Die Speiseleitung muss an den Heißwassererzeuger, ausgenommen bei
    Zwangsdurchlauf-Heißwassererzeugern, so angeschlossen werden, dass
    dieser sich bei undichter Rückströmsicherung nicht tiefer als 50 mm
    über den höchsten Feuerzug (HF) entleeren kann.

5.8 Speiseeinrichtungen müssen von gemeinschaftlichen Saug- oder
    Druckleitungen absperrbar sein.

5.9 Sind bei einer Speisepumpe die Saugseite und die Druckseite
    einschließlich der Absperrung für einen unterschiedlichen Druck
    ausgelegt oder befinden sich auf der Druckseite keine zwei
    Absperrarmaturen mit Zwischenentlüftung, so muss zwischen der
    saugseitigen und druckseitigen Absperrung der Speisepumpe ein
    Manometer angeschlossen sein. Beim Schließvorgang der saugseitigen
    Absperrarmatur muss der Druckverlauf innerhalb des Pumpenraumes für
    das Bedienungspersonal am Bedienungsort der saugseitigen
    Absperrarmatur eindeutig erkennbar sein. Es muss zusätzlich zu dem
    Manometer ein Entlastungsventil mit einer Nennweite*
    DN 25 angeschlossen sein.

**6.** Umwälzpumpen ****

6.1 Heißwassererzeugungsanlagen müssen mit mindestens zwei Umwälzpumpen
    ausgerüstet sein. Für mehrere Heißwassererzeuger einer
    Heißwassererzeugungsanlage genügt eine gemeinsame Reserveumwälzpumpe,
    wenn sie auf jeden Heißwassererzeuger geschaltet werden kann.

6.2 Für nicht schiffsbetriebswichtige Heißwassererzeuger genügt eine
    Umwälzpumpe, wenn

    a)  bei Ausfall der Energiequelle für die Umwälzpumpe auch die Beheizung
        ausfällt und keine gefährlichen Betriebszustände eintreten können oder

    b)  der Heißwassererzeuger nur mit Gasen beheizt wird, deren Temperatur
        400 °C nicht übersteigt, oder

    c)  wenn die Brenner bei Verminderung der Strömung unter das vorgesehene
        Maß durch eine zuverlässige Einrichtung selbsttätig abgestellt werden,
        oder

    d)  mehrere Heißwassererzeuger einer Heißwassererzeugungsanlage eine oder
        mehrere gemeinsame Reserveumwälzpumpen haben. In diesem Falle muss
        jedoch bei Ausfall der für den Normalbetrieb vorgesehenen
        Antriebsquelle gewährleistet sein, dass durch eine zweite
        Antriebsquelle eine für die Kühlung der Heißwassererzeuger
        ausreichende Anzahl von Umwälzpumpen in Betrieb gehalten werden kann.

6.3 Bei Ausfall einer Umwälzpumpe und bei Unterschreiten der
    erforderlichen Mindestdurchflussmenge muss eine Alarmierung erfolgen.

6.4 Umwälzpumpen, die nicht absperrbar oder die für den Betrieb
    erforderlich sind, sind Teil des Heißwassererzeugers. Die Gehäuse der
    Umwälzpumpen sind aus zähen Werkstoffen zu fertigen. Die Verwendung
    von Grauguss ist nicht zulässig.

**7.** Absperr- und Entleerungseinrichtungen ****

7.1 Jeder Heißwassererzeuger muss Einrichtungen haben, durch die er von
    allen angeschlossenen Leitungen abgesperrt werden kann. Die
    Einrichtungen sollen möglichst nahe am Heißwassererzeuger angebracht
    sein.

7.2 Heißwassererzeuger, bei Wasserrohr-Heißwassererzeugern mindestens
    Trommeln und Sammler, müssen mit Einrichtungen versehen sein, durch
    die sie entleert werden können. Sofern Wasserrohr-Heißwassererzeuger
    über einen unteren Sammler entleert werden können, genügt eine
    Einrichtung an diesem Sammler. Die Entleerungseinrichtungen und deren
    Stutzen müssen gegen die Einwirkung der Heizgase geschützt sein.
    Selbstschließende Abschlämmeinrichtungen müssen in der geschlossenen
    Stellung verriegelbar sein, sofern nicht eine weitere
    Absperreinrichtung in die Leitung eingebaut ist. Entleerungsleitungen
    müssen gefahrlos ausmünden. Die Entleerungsleitungen, ggf. die
    Sammelleitung, müssen für jeden Heißwassererzeuger getrennt bis zum
    Entspannungsraum geführt werden.

7.3 Automatische Einrichtungen, durch die der Wasserstand unter LW
    abgesenkt werden könnte, dürfen nicht verwendet werden.

7.4 Bleiben bei einer Heißwassererzeugungsanlage mit mehreren durch
    gemeinsame Leitungen verbundenen Heißwassererzeugern beim Befahren der
    Heißwassererzeuger die Absperreinrichtungen in den Heißwasser- und
    Speiseleitungen mit diesen Leitungen unlösbar verbunden, so müssen zur
    Sicherung jeweils zwei in der geschlossenen Stellung verriegelbare und
    gegen unzulässige Betätigung absicherbare Absperreinrichtungen mit
    einer dazwischen liegenden Entlüftungseinrichtung eingebaut sein.

7.5 Die Ausblaseleitungen von Wasserstandanzeigeeinrichtungen,
    Wasserstandreglern, Wasserstandbegrenzern und Füllprobiereinrichtungen
    müssen unfallsicher ausmünden. Der Ausblasevorgang muss eindeutig
    erkennbar sein.

**8.** Niedrigster Wasserstand und Einführung der Vor- und Rücklaufleitung
    ****

8.1 Für jede Heißwassererzeugungsanlage, ausgenommen Anlagen mit
    Membranausdehnungsgefäß, muss ein niedrigster Wasserstand festgelegt
    sein, der am Heißwassererzeuger, Ausdehnungsgefäß oder Auffangbehälter
    durch eine an der Wandung angebrachte Strichmarke mit den Buchstaben
    LW (Low Water) kenntlich gemacht wird.

8.2 Der niedrigste Wasserstand (LW) muss bei Heißwassererzeugern
    mindestens 150 mm über dem höchsten Feuerzug (HF) festgesetzt sein.

8.3 Die vorgeschriebenen Mindestabstände für die Höhenlage der
    Wasserstandmarke müssen auch dann noch gewahrt sein, wenn sich der
    Schiffskörper um 4° nach jeder Seite neigt.

8.4 Der niedrigste Wasserstand (LW) in Druckausdehnungsgefäßen und
    Auffangbehältern muss mindestens 50 mm über der Mündung des
    Entnahmerohres, gemessen über dem höchsten Punkt, von dem aus eine
    Entnahme stattfinden kann, liegen.

8.5 Vorlaufleitungen im Inneren von Heißwassererzeugern, die mit einem
    Dampfraum betrieben werden, sind so einzurichten, dass sie mindestens
    50 mm über dem höchsten Feuerzug und mindestens 50 mm unter dem
    niedrigsten Wasserstand ausmünden. Bei waagerecht in den
    Heißwassererzeugern geführten Heißwasserleitungen sind die genannten
    Abstände vom höchsten und tiefsten Punkt der Einströmöffnung aus zu
    messen.

8.6 Bei Heißwassererzeugern, die ohne Dampfraum betrieben werden, muss die
    Vorlaufleitung von der höchsten Stelle des Heißwassererzeugers
    abgehen.

8.7 In die zum Heißwassererzeuger führende Heißwasserrücklaufleitung ist
    eine Rückströmsicherung, insbesondere ein Rückschlagventil oder eine
    Rückschlagklappe, einzubauen. Hiervon kann abgesehen werden, wenn die
    Rücklaufleitung mindestens 50 mm über dem höchsten Feuerzug mündet.

8.8 Bei Feuerzügen, in denen die Rauchgastemperatur bei größter
    Wärmeleistung 400 °C nicht übersteigt, entfallen die Festlegungen der
    Abschnitte 8.2, 8.5 und 8.7 bezüglich des Abstandes zwischen dem
    höchsten Feuerzug und dem niedrigsten Wasserstand.

**9.** Wasserstandanzeigeeinrichtungen und Strömungsbegrenzer ****

9.1 Jeder Heißwassererzeuger mit eigenem Dampfraum ist mit zwei
    Wasserstandanzeigern auszurüsten, an denen der Wasserstand unmittelbar
    erkennbar ist. Die zusätzliche Anordnung von Fernwasserstandanzeigen
    oder indirekt anzeigenden Geräten ist zulässig. Die Lage des
    Wasserstands muss vom Bedienstand des Dampferzeugers aus erkennbar
    sein. Die Wasserstandanzeiger sind so anzuordnen, dass der Wasserstand
    auch bei den im Schiffsbetrieb vorkommenden Bewegungen und Schräglagen
    erkennbar bleibt.

9.2 Jeder Heißwassererzeuger, der nicht mit einem Dampfraum betrieben
    wird, muss an oder in unmittelbarer Nähe seiner höchsten Stelle mit
    einer Füllprobiereinrichtung ausgerüstet sein. Zusätzlich muss eine
    Wasserstandanzeigeeinrichtung vorhanden sein. Bezüglich der
    Erkennbarkeit gilt Abschnitt 9.1.

9.3 Jedes Druckausdehnungsgefäß und jeder Auffangbehälter muss mit
    mindestens einer Wasserstandanzeigeeinrichtung versehen sein. Das
    Unterschreiten des im Betrieb einzuhaltenden Wasserstandes muss durch
    eine Alarmierung angezeigt werden.

9.4 Wasserstandanzeigeeinrichtungen müssen vom Heißwassererzeuger
    absperrbar und ausblasbar sein. Bei Verwendung von Hähnen muss die
    Durchgangsrichtung zu erkennen sein.

9.5 Die untere Grenze des Anzeigebereiches einer
    Wasserstandanzeigeeinrichtung muss mindestens 30 mm über dem höchsten
    Feuerzug (HF) und mindestens 30 mm unter dem niedrigsten Wasserstand
    (LW) festgelegt sein. Dabei darf der niedrigste Wasserstand nicht über
    der Mitte des Anzeigebereiches liegen.

9.6 An jeder Wasserstandanzeigeeinrichtung muss der niedrigste Wasserstand
    (LW) entsprechend der Höhe der Strichmarke nach Abschnitt 8.1 mit den
    Buchstaben LW dauerhaft und deutlich gekennzeichnet sein.

9.7 Zylindrische Wasserstandgläser sind nicht zulässig.

9.8 An Zwangsdurchlauf-Heißwassererzeugern muss anstelle der
    Wasserstandanzeigeeinrichtungen ein Strömungsbegrenzer vorhanden sein.
    Zusätzlich ist eine Füllprobiereinrichtung an der höchsten Stelle des
    Heißwassererzeugers vorzusehen.

9.9 Die Verbindungsrohre zwischen Heißwassererzeuger und
    Wasserstandanzeigeeinrichtungen müssen mindestens 20 mm lichte Weite
    haben. Werden Wasserstandanzeigeeinrichtungen über gemeinsame
    Verbindungsleitungen angeschlossen oder sind die wasserseitigen
    Verbindungsrohre länger als 750 mm, so müssen die wasserseitigen
    Verbindungsrohre mindestens 40 mm lichte Weite haben. Dampfführende
    Verbindungsrohre müssen so ausgeführt sein, dass sich kein Kondensat
    ansammeln kann. Wasserseitige Verbindungsrohre dürfen kein Gefälle zu
    Wasserstandanzeigeeinrichtungen haben. Wasserstandanzeigeeinrichtungen
    müssen entweder am Heißwassererzeuger oder am Vorlauf angeordnet sein.

**10.** Druck- und Temperaturanzeigegeräte ****

10.1 Jeder Heißwassererzeuger muss mindestens ein Manometer mit
    unmittelbarer Verbindung zum Dampf- oder Wasserraum haben. Die
    Verbindungsleitung muss mindestens 8 mm lichte Weite haben, zum
    Ausblasen eingerichtet sein und ist so zu verlegen, dass das Manometer
    gegen das Eindringen von Wasser geschützt ist.

10.2 Zusätzlich ist an mindestens einer weiteren geeigneten Stelle eine
    Druckanzeige vorzusehen, deren Geber unabhängig von dem unter 10.1
    genannten Manometer ist.

10.3 Das Manometer muss den Überdruck in bar anzeigen. Der Anzeigebereich
    muss den Prüfdruck mit erfassen. Der zulässige Betriebsüberdruck ist
    am Manometer und am Anzeigegerät durch eine unveränderliche, gut
    sichtbare rote Strichmarke zu kennzeichnen. Das Manometer muss gegen
    Hitze geschützt angebracht sein. Der Dampfdruck muss vom Bedienstand
    des Heißwassererzeugers aus gut ablesbar sein.

10.4 An der Manometerverbindungsleitung muss ein Prüfmanometer anschließbar
    sein.

10.5 In die Vor- und in die Rücklaufleitung eines jeden Heißwassererzeugers
    ist je eine Temperaturanzeigeeinrichtung so einzubauen, dass sie die
    tatsächliche Aus- und Eintrittstemperatur erfasst. Außerdem ist in
    jede von einem Druckausdehnungsgefäß abgehende Vorlaufleitung oder in
    eine ggf. vorhandene Sammelvorlaufleitung je eine weitere
    Temperaturanzeigeeinrichtung einzubauen. Die zulässige Temperatur ist
    auf den Anzeigegeräten zu kennzeichnen. Falls dem Vorlaufwasser
    Rücklaufwasser beigemischt wird, ist nach der Mischstelle eine
    Temperaturanzeigeeinrichtung vorzusehen. In die zu einem
    Druckausdehnungsgefäß führende Sicherheitsleitung ist ein Thermometer
    einzubauen, wenn die Temperatur im Druckausdehnungsgefäß einen
    festgelegten Wert, der niedriger ist als der Wert der zulässigen
    Vorlauftemperatur, nicht übersteigen darf. Sofern der
    heißwassererzeugende Teil mit der Ausdehnungstrommel über eine oder
    mehrere Leitungen so verbunden ist, dass ein ausreichender
    Wasserumlauf nicht stattfinden kann, muss die zulässige
    Vorlauftemperatur im heißwassererzeugenden Teil nahe seiner höchsten
    Stelle gemessen werden.

**11.** Anforderungen an Begrenzungseinrichtungen ****

    Begrenzer müssen die Anforderungen der DIN EN 12952-11 oder DIN EN
    12953-9 erfüllen. Die Eignung für den Schiffseinsatz ist durch die
    Erfüllung der Prüfanforderungen einer anerkannten
    Klassifikationsgesellschaft nachzuweisen. Die Bauart der Begrenzer
    muss eine Funktionsprüfung jederzeit ermöglichen. Alarme und Begrenzer
    müssen voneinander und von den Regeleinrichtungen unabhängig
    arbeitende Geräte sein. Sicherheitsstromkreise und ggf. diesen
    zugeordnete Hilfsstromkreise müssen der DIN EN 50156-1 entsprechen.

**12.** Regelung der Wasserzufuhr und Sicherheitseinrichtung gegen
    Wassermangel und zu hohen Wasserstand ****

12.1 Wenn wegen der Änderung des Wasservolumens der Anlage ein zeitweises
    Ablassen oder Einspeisen von Wasser notwendig ist, muss der
    Wasserstand durch einen zuverlässigen Regler geregelt werden
    (Wasserstandregler).

12.2 Wenn wegen der Änderung des Wasservolumens der Anlage ein zeitweises
    Ablassen oder Einspeisen von Wasser notwendig ist, muss bei Über- oder
    Unterschreiten des betrieblich einzuhaltenden Wasserstandbereiches
    eine Alarmierung erfolgen.

12.3 Die Verbindungsleitungen außenliegender Wasserstandregler und
    Wasserstandbegrenzer müssen dem Abschnitt 9.9 entsprechen.
    Absperreinrichtungen in den Verbindungsleitungen von Begrenzern dürfen
    nur in der geöffneten Stellung einen Betrieb der Beheizung ermöglichen
    (Verblockung). Die Bauart der Einrichtungen muss ihre
    Funktionsprüfungen bei allen Betriebszuständen ermöglichen. Ein
    gemeinsamer Anschluss mit Wasserstandanzeigeeinrichtungen ist
    zulässig, wenn die Verbindung den Anforderungen für den gemeinsamen
    Anschluss von zwei Wasserstandanzeigeeinrichtungen entspricht. Das
    Unterbrechen (Verblocken) der Beheizung durch das Betätigen der
    Absperrvorrichtungen in den Verbindungsleitungen darf durch ein
    Zeitglied um längstens 5 min verzögert werden. Bei Zwangsdurchlauf-
    Heißwassererzeugern sind die Wasserstandbegrenzer durch die
    Einrichtungen nach Abschnitt 9.8 zu ersetzen.

12.4 Bei Heißwassererzeugern mit Dampfraum ohne Ausdehnungstrommel müssen
    zwei zuverlässige Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein, die
    spätestens bei Unterschreiten des festgelegten niedrigsten
    Wasserstandes die Beheizung und die Umwälzpumpen abschalten und
    verriegeln (Wasserstandbegrenzer).

12.5 Bei Heißwassererzeugern mit Dampfraum in der Ausdehnungstrommel müssen
    zwei zuverlässige Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein, die
    spätestens bei Unterschreiten des festgelegten niedrigsten
    Wasserstandes die Beheizung und die Umwälzpumpen abschalten und
    verriegeln (Wasserstandbegrenzer). Ist nur eine Verbindungsleitung zur
    Ausdehnungstrommel vorhanden, so ist eine weitere zuverlässige
    Sicherheitseinrichtung so anzuordnen, dass sie spätestens beim
    Absinken des Wasserstandes auf 100 mm über dem höchsten Feuerzug (HF)
    anspricht.

12.6 Bei Heißwassererzeugern ohne Dampfraum mit Druckausdehnungsgefäß
    (Eigendruckhaltung) müssen am Druckausdehnungsgefäß zwei zuverlässige
    Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein, die spätestens bei
    Unterschreiten des festgelegten niedrigsten Wasserstandes die
    Beheizung und die Umwälzpumpen abschalten und verriegeln
    (Wasserstandbegrenzer).

12.7 Bei Heißwassererzeugern mit Fremddruckhaltung ist an den
    Heißwassererzeugern, den Ausdehnungsgefäßen und an drucklos oder mit
    Überdruck betriebenen Auffangbehältern, aus denen die
    Druckhalteeinrichtungen das notwendige Wasser zum Nachspeisen bzw. zur
    Druckhaltung entnehmen, jeweils eine zuverlässige
    Sicherheitseinrichtung vorzusehen, die bei Unterschreiten eines
    festgelegten niedrigsten Wasserstandes die Beheizung und die
    Umwälzpumpen abschaltet und verriegelt (Wasserstandbegrenzer). Bei
    Membran-Ausdehnungsgefäßen kann auf den Einbau eines
    Wasserstandbegrenzers und der nach Abschnitt 9.1 geforderten
    Wasserstandanzeigeeinrichtung verzichtet werden, wenn ein
    Mindestdruckbegrenzer am Membran-Ausdehnungsgefäß oder ein
    Mindestdruckbegrenzer nach Abschnitt 14.3.1 so eingestellt werden
    kann, dass dieser bei Unterschreiten des niedrigsten Wasserstandes im
    Membran-Ausdehnungsgefäß anspricht. Außerdem muss eine Prüfmöglichkeit
    vorhanden sein, mit der die bestimmungsgemäße Gasfüllung im Membran-
    Ausdehnungsgefäß überprüft werden kann.

12.8 Bei Heißwassererzeugern mit Naturumlauf, bei denen – bei Abstellen
    oder Ausfall der Umwälzpumpe und voller Beheizung – durch
    Sicherheitstemperaturbegrenzer und durch Wasserstandbegrenzer die
    Beheizung nicht so rechtzeitig abgeschaltet wird, dass ein
    unzulässiges Ausdampfen verhindert werden kann, ist ein
    Wasserstandbegrenzer durch einen Strömungsbegrenzer zu ersetzen.

12.9 Bei Zwangslauf-Heißwassererzeugern muss ein Wasserstandbegrenzer durch
    eine zuverlässige Sicherheitseinrichtung ersetzt werden, die die
    Beheizung bei Verringerung der Wasserströmung unter einen
    festzulegenden Mindestwert abschaltet und verriegelt.

12.10 Bei Überschreiten eines anlagenbezogenen festzulegenden höchsten
    Wasserstandes muss bei Anlagen mit selbsttätiger Wasserstandregelung
    die Beheizung abgeschaltet und verriegelt, außerdem auch die Speisung
    abgeschaltet werden. Diese Einrichtung braucht kein zusätzliches Gerät
    zu sein.

**13.** Regelung der Temperatur und Sicherheitseinrichtungen gegen
    Temperaturüberschreitung ****

13.1 Die Vorlauftemperatur muss an jedem Heißwassererzeuger selbsttätig
    durch Beeinflussung der Beheizung geregelt werden. Bei Anlagen, bei
    denen die Vorlauftemperatur gleich der dem Betriebsdruck zugeordneten
    Sattdampftemperatur des Heißwassererzeugers ist, kann statt der
    Temperatur der Dampfdruck selbsttätig geregelt werden. Kann der
    Temperaturregler durch einen Druckregler ersetzt werden, so können die
    beiden Temperaturbegrenzer durch einen Druckbegrenzer ersetzt werden.

13.2 Jeder Heißwassererzeuger muss mit mindestens einer
    Sicherheitseinrichtung gegen Temperaturüberschreitung ausgerüstet
    sein.

13.3 Der Einbauort der Fühler für die Sicherheitseinrichtungen gegen
    Temperaturüberschreitungen ist so zu wählen, dass die höchste
    Temperatur im Wärmeerzeuger bei allen Betriebsverhältnissen, auch bei
    Ausfall der Umwälzpumpen, sicher erfasst wird.

13.4 Es ist sicherzustellen, dass die Temperatur des jedem
    Heißwassererzeuger zugeführten Rücklaufwassers einen jeweils
    anlagebezogenen festzulegenden zulässigen Wert nicht unterschreitet.

13.5 Sofern das Beimischen von Rücklaufwasser niedriger Temperatur zum
    Vorlaufwasser zu gefährlichen Betriebszuständen führen kann, sind die
    dafür erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen, z. B. Ergänzung der
    Betriebsvorschriften, mit dem Sachverständigen zu vereinbaren.

**14.** Sicherheitseinrichtungen gegen Drucküber- und Druckunterschreitung
    ****

14.1[^F799100_20_BJNR302300998BJNE002503124]
 Sicherheitsventile

14.1.1 Jeder Heißwassererzeuger muss mit mindestens zwei Sicherheitsventilen
    gegen Drucküberschreitung ausgerüstet sein.

14.1.2 Die Sicherheitsventile müssen hinsichtlich Beschaffenheit und Einbau
    für den Schiffseinsatz geeignet sein. Die Eignung ist durch die
    Erfüllung der Prüfanforderungen einer anerkannten
    Klassifikationsgesellschaft nachzuweisen. Sicherheitseinrichtungen mit
    gewichtsbelasteten Sicherheitsventilen sind nicht zulässig.

14.1.3 Die Sicherheitsventile sind am höchsten Punkt bzw. in seiner
    unmittelbaren Nähe oder in unmittelbarer Nähe des Heißwassererzeugers
    an der Vorlaufleitung anzubringen.

14.1.4 Bei Zwangsdurchlauf-Heißwassererzeugern sind die Sicherheitsventile in
    unmittelbarer Nähe des Anschlusses der Vorlaufleitung an den
    Wärmeerzeuger anzuordnen.

14.1.5 Bei der Bemessung der Sicherheitsventile ist auch bei betriebsmäßig
    unter Wasserdruck stehenden Ventilen Dampfausströmung bei dem
    Sattdampfzustand anzunehmen, der der Einstellung des
    Sicherheitsventils entspricht. Die Sicherheitsventile müssen so
    bemessen sein, dass der der zulässigen Wärmeleistung entsprechende
    Dampfstrom abgeführt werden kann, ohne dass dabei der zulässige
    Betriebsüberdruck des Heißwassererzeugers um mehr als 10 %
    überschritten wird.

14.1.6 Jedes hochliegende Druckausdehnungsgefäß, das mit Dampfraum betrieben
    wird, muss zusätzlich mit einem Sicherheitsventil ausgerüstet sein,
    das so eingestellt ist, dass es früher als die Sicherheitsventile des
    Heißwassererzeugers abbläst. Für seine Größenbemessung genügt es, die
    Leistung des größten aller angeschlossenen Heißwassererzeuger
    einzusetzen, wenn das Druckausdehnungsgefäß für den Druck gebaut ist,
    der in ihm bei der zulässigen Vorlauftemperatur entstehen kann. Bei
    der Größenbemessung sind ggf. Zusatzheizungen und Fremddampfzufuhr zu
    berücksichtigen.

14.1.7 Jeder geschlossene Auffangbehälter muss mit mindestens einem
    Sicherheitsventil ausgerüstet sein. Die Sicherheitseinrichtung muss so
    bemessen sein, dass der zulässige Betriebsüberdruck bei keinem
    Betriebszustand überschritten wird. Bei der Größenbemessung sind alle
    Mengen, die in den Behälter einströmen, und ggf. vorhandene
    Zusatzheizungen und Fremddampfzufuhr zu berücksichtigen.

14.2 Druckbegrenzer gegen Drucküberschreitung

14.2.1 Bei Anlagen mit Eigendruckhaltung muss unabhängig von Abschnitt 14.1
    ein Druckbegrenzer vorhanden sein, der rechtzeitig vor Überschreiten
    des zulässigen Betriebsüberdruckes die Beheizung abschaltet und
    verriegelt.

14.2.2 Bei Anlagen mit Fremddruckhaltung müssen an jedem Heißwassererzeuger
    zwei Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein, die bei Überschreiten
    des zulässigen Betriebsüberdruckes die Beheizung abschalten und
    verriegeln (Druckbegrenzer). Es genügt an jedem Heißwassererzeuger ein
    Druckbegrenzer, wenn die Anlage, insbesondere beim Vorlaufverteiler,
    mit einem weiteren Druckbegrenzer ausgerüstet ist. Es ist
    anlagenbezogen festzulegen, ob hierbei außer der Beheizung auch die
    Umwälzpumpen abzuschalten sind.

14.3 Druckbegrenzer gegen Druckunterschreitung in Anlagen mit
    Fremddruckhaltung

14.3.1 Es müssen zwei zuverlässige Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein,
    die bei Unterschreiten eines anlagebezogenen festzulegenden
    Mindestüberdruckes die Beheizung und die Umwälzpumpen
    (Netzumwälzpumpen, Beimischpumpen, Rücklaufanhebepumpen usw.)
    abschalten und verriegeln (Mindestdruckbegrenzer).

14.3.2 Bei Verwendung von Überströmventilen muss beim Ansprechen eines der
    Mindestdruckbegrenzer nach Abschnitt 14.3.1 durch eine zusätzliche
    Einrichtung die Überströmleitung selbsttätig geschlossen werden.

**15.** Überwachung des Kreislaufwassers ****

15.1 Sofern die Möglichkeit eines den Heißwassererzeuger gefährdenden
    Einbruchs von Fremdstoffen in den Wasserkreislauf, insbesondere Öl,
    Fett, Laugen, Seewasser besteht, ist eine selbsttätige Überwachung der
    Beschaffenheit des Rücklaufwassers erforderlich. Die Beheizung und die
    Umwälzpumpen müssen in diesen Fällen spätestens dann abgeschaltet und
    verriegelt werden, wenn die zulässigen Grenzwerte überschritten
    werden.

**16.** Kennzeichnung ****

16.1 An jedem Heißwassererzeuger müssen auf einem Schild dauerhaft
    angegeben sein:

16.1.1 Name und Firmensitz des Herstellers,

16.1.2 zulässiger Betriebsüberdruck in bar,

16.1.3 zulässige Vorlauftemperatur in °C,

16.1.4 zulässige Wärmeleistung in kW oder MW,

16.1.5[^F799100_21_BJNR302300998BJNE002503124]
 Herstellnummer und Herstelljahr
    .

16.2 An jedem Ausdehnungsgefäß müssen auf einem Schild dauerhaft angegeben
    sein:

16.2.1 Name und Firmensitz des Herstellers,

16.2.2 zulässiger Betriebsüberdruck in bar,

16.2.3 zulässige Vorlauftemperatur in °C,

16.2.4 Volumen in m
    3                    oder l,

16.2.5 Herstellnummer und Herstelljahr.

16.3 Die Schilder müssen dauerhaft so befestigt sein, dass sie auch nach
    der Ummantelung sichtbar bleiben.

16.4 Für vorgeschriebene Stempelungen müssen im Bereich des Schildes die
    erforderlichen Flächen vorhanden sein.

**17.** Reinigungs- und Besichtigungsöffnungen ****

17.1 Heißwassererzeuger sind mit Öffnungen zu versehen, durch die der
    Innenraum gereinigt und besichtigt werden kann. Kesselkörper mit einem
    lichten Durchmesser von mehr als 1 200 mm und solche von mehr als 800
    mm Durchmesser und 2 000 mm Länge sind so einzurichten, dass sie
    befahren werden können. Einbauten müssen so gestaltet werden, dass sie
    die Besichtigung der Kesselwandungen nicht verhindern; sie müssen
    ausgebaut werden können. Die Feuerzüge müssen zur Besichtigung und
    Reinigung ausreichend zugänglich sein oder leicht zugänglich gemacht
    werden können.

17.2 Für die Größe der Öffnungen an wasser- oder dampfführenden Räumen von
    Heißwassererzeugern gilt Folgendes:

17.2.1 Mannlöcher sollen 320 x 420 mm weit oder 420 mm im lichten Durchmesser
    sein. Die Stutzen- oder Ringhöhe darf 300 mm, bei konischer Ausführung
    350 mm nicht übersteigen. Die Öffnungen von Mannlöchern dürfen aus
    konstruktiven Gründen bis auf 300 x 400 mm lichte Weite oder 400 mm
    lichten Durchmesser ermäßigt werden. Für die Stutzen- oder Ringhöhe
    dürfen in diesen Fällen Höchstmaße von 150 mm, bei konischer
    Ausführung 175 mm nicht überschritten werden.

17.2.2 Kopflöcher müssen mindestens 220 x 320 mm weit oder 320 mm im lichten
    Durchmesser sein. Die Stutzen- oder Ringhöhe darf 100 mm, bei
    konischer Ausführung 120 mm nicht übersteigen.

17.2.3 Handlöcher müssen 100 x 150 mm weit oder 120 mm im lichten Durchmesser
    sein. Die Stutzen- oder Ringhöhe darf 65 mm, bei konischer Ausführung
    95 mm nicht übersteigen.

17.3 Für die Größe der Öffnungen an nicht wasser- oder nicht dampfführenden
    Räumen von Heißwassererzeugungsanlagen, die befahren werden müssen,
    gilt Folgendes:

17.3.1 Einsteigöffnungen für das Befahren unter Verwendung von Hilfsgeräten
    und persönlicher Schutzausrüstung müssen mindestens einen lichten
    Durchmesser von 600 mm haben. Die Mindestabmessung der
    Einsteigöffnungen darf aus konstruktiven Gründen bis auf einen lichten
    Durchmesser von 500 mm ermäßigt werden. Für die Stutzart- oder
    Ringhöhe darf in diesen Fällen das Höchstmaß von 250 mm nicht
    überschritten werden.

17.3.2 Befahröffnungen für das Befahren ohne Verwendung von Hilfsgeräten und
    persönlicher Schutzausrüstung müssen mindestens eine lichte Weite von
    320 x 420 mm haben. Die Mindestabmessung der Befahröffnungen darf aus
    konstruktiven Gründen bis auf 300 x 400 mm lichte Weite ermäßigt
    werden. Für die Stutzen- oder Ringhöhe darf in diesen Fällen das
    Höchstmaß von 150 mm, bei konischer Ausführung 175 mm, nicht
    überschritten werden.

17.4 Verschlussdeckel und Bügel müssen aus zähem Werkstoff hergestellt
    sein. Sofern nicht Metalldichtungen verwendet sind, müssen die
    Verschlussdeckel so ausgeführt sein, dass die Dichtung nicht
    herausgedrückt werden kann. Bei Einsatz von Weichstoffdichtungen sowie
    kombinierten Weichstoff-Metall-Dichtungen muss das Verschlusssystem,
    bestehend aus Verschlussteilen und Dichtung, für den Verwendungszweck
    geeignet sein. Geprüfte Dichtungen dürfen auch in betriebsbewährte
    Verschlussteile eingesetzt werden.

17.5 Für Packungen und Dichtungen dürfen nur für den Verwendungszweck
    zugelassene Materialien verwendet werden.

**18.** Parallelbetrieb ****

18.1 Parallelbetrieb von höchstens zwei Heißwassererzeugern mit Dampfraum
    ohne Ausdehnungstrommel ist zulässig, wenn in beiden parallel
    betriebenen Heißwassererzeugern stets zugeordnete Druck- und
    Temperaturverhältnisse herrschen. Unzulässige Abweichungen,
    insbesondere durch Ausfall einer Beheizung, müssen zum Ausschalten und
    Verriegeln beider Beheizungen führen. Einzelheiten sind mit dem
    Sachverständigen zu vereinbaren.

18.2 Parallelbetrieb von Heißwassererzeugern mit Dampfraum in der
    Ausdehnungstrommel ist nicht zulässig.

18.3 Parallelbetrieb von Heißwassererzeugern ohne Dampfraum mit eigenen
    Druckausdehnungsgefäßen (Eigendruckhaltung) ist nicht zulässig. Bei
    Parallelbetrieb auf ein gemeinsames Druckausdehnungsgefäß muss
    sichergestellt sein, dass bei einer Regel- oder Störabschaltung oder
    bei Nichterreichen der vorgesehenen Vorlauftemperatur eines einzelnen
    Heißwassererzeugers ein unzulässiges Absinken des Dampfdruckes im
    Druckausdehnungsgefäß nicht eintritt. Bei Temperaturabweichungen, die
    eine Gefährdung des Heißwassererzeugers oder der
    Heißwassererzeugungsanlage zur Folge haben, müssen die Beheizung und
    die Wasserzufuhr dieses Heißwassererzeugers selbsttätig abgesperrt und
    verriegelt werden.

18.4 Heißwassererzeuger mit Fremddruckhaltung dürfen parallel betrieben
    werden.

18.5 Zweikreiskessel ohne Verbindung der Primärteile dürfen parallel
    betrieben werden. Dabei gelten für den Parallelbetrieb der
    Heißwasserseite die Festlegungen für die jeweiligen Schaltungen
    sinngemäß.

**19.** Sonderbestimmungen ****

19.1 Erfolgt der Anschluss einer Ausdehnungstrommel so, dass ein
    ausreichender natürlicher Wasserumlauf gegeben ist, der es ermöglicht,
    die Druck- und Temperaturabsicherung allein am Dampfraum der
    Ausdehnungstrommel vorzunehmen, dann können die erforderlichen
    Ausrüstungsteile an der Ausdehnungstrommel angebracht werden.

19.2 Bei Heißwassererzeugung in Zweikreiskesseln gelten für den
    Dampferzeuger (Primärteil), soweit zutreffend, die Festlegungen in
    Kapitel 2. Für den Heißwasserteil sind die Anforderungen dieses
    Kapitels zu beachten. Bei Parallelbetrieb von Zweikreiskesseln im
    Primärteil sind die Anforderungen im Einzelfall mit dem
    Sachverständigen zu vereinbaren.

19.3 Gusseisen mit Lamellengraphit darf nicht verwendet werden für
    Absperr-, Rückschlag- und Mischeinrichtungen in heißwasserführenden
    Leitungen über NW 50 und für Sicherheitsventile, die am Wasserraum von
    Heißwassererzeugern angebracht werden.

19.4 Die Gehäuse von Druckhaltepumpen und Umwälzpumpen dürfen bis zu einem
    zulässigen Betriebsüberdruck des Heißwassererzeugers von 10 bar oder
    bis zu einer zulässigen Vorlauftemperatur von 183 °C und bis zu einem
    größten Anschlussdurchmesser von 200 mm am Saugstutzen aus Gusseisen
    mit einer Mindestgüte GG 20 hergestellt sein. Außerhalb dieser Grenzen
    sind ausreichend zähe Werkstoffe zu verwenden.

19.5 Bei Druckausdehnungsgefäßen und Auffangbehältern kann als
    Berechnungstemperatur die tatsächlich auftretende Betriebstemperatur
    eingesetzt werden. In Zweifelsfällen, die insbesondere bei
    tiefliegenden, mit Gaspolster belasteten Druckausdehnungsgefäßen
    auftreten können, muss nachgewiesen werden, dass die für das Gefäß
    zulässige Temperatur nicht überschritten werden kann.

19.6 Heißwassererzeuger mit elektrischer Widerstandsheizung

19.6.1 Abweichend von Abschnitt 5.7 muss das Speisewasser so eingeführt
    werden, dass sich der Heißwassererzeuger bei undichter
    Rückströmsicherung über die Speiseleitung nicht tiefer als bis zum
    Scheitel des Tauchheizkörpers entleeren kann.

19.6.2 Sofern die zulässige Wärmeleistung nicht mehr als 100 kW beträgt,
    dürfen abweichend von Abschnitt 8.5 die Vorlaufleitungen mindestens 30
    mm über dem Scheitel der Tauchheizkörper und mindestens 30 mm unter
    dem niedrigsten Wasserstand ausmünden.

19.6.3 Abweichend von Abschnitt 8.7 genügt es, wenn die Rücklaufleitungen
    mindestens 30 mm über dem Scheitel der Tauchheizkörper einmünden.

19.6.4 Abweichend von Abschnitt 8.2 braucht der Abstand zwischen dem
    festgesetzten niedrigsten Wasserstand (LW) und dem höchsten Punkt der
    Tauchheizkörper nur 60 mm zu betragen.

19.6.5 Abweichend von Abschnitt 9.5 muss die Höhenlage des Wasserstandglases
    so gewählt sein, dass der höchste Punkt der Tauchheizkörper mindestens
    15 mm unterhalb der unteren Anzeigegrenze des Wasserstandglases liegt.

Kapitel 4

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__9.html
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