Title: Ölfeuerungsanlagen für Schiffsdampfkessel

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Ölfeuerungsanlagen für Schiffsdampfkessel

Paragraph: 9

Content:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Ölfeuerungsanlagen für Schiffsdampfkessel

**1.** Geltungsbereich ****

    Dieses Kapitel gilt für Ölfeuerungsanlagen an Schiffsdampfkesseln.

**2.** Begriffsbestimmungen ****

2.1 Ölfeuerungsanlage

    Unter Ölfeuerungsanlage sind die gesamten Einrichtungen für die
    Verfeuerung flüssiger Brennstoffe zu verstehen, einschließlich der
    Einrichtungen zur Lagerung, Aufbereitung und Zuleitung der flüssigen
    Brennstoffe, der Verbrennungsluftversorgung, der Rauchgasabführung und
    aller zugehörigen Regel-, Steuer- und Überwachungseinrichtungen.

2.2 Ölbrenner

2.2.1 Automatische Brenner

    Dies sind Brenner, die mit selbsttätig wirkenden Zünd-,
    Flammenüberwachungs- und Steuereinrichtungen ausgerüstet sind. Das
    Zünden, die Flammenüberwachung sowie das Ein- und Ausschalten des
    Brenners erfolgen ohne Einwirkung durch das Bedienungspersonal. Die
    Feuerungswärmeleistung der Brenner kann während des Betriebes
    selbsttätig geregelt oder von Hand gesteuert werden.

2.2.2 Teilautomatische Brenner

    Dies sind Brenner, die sich von automatischen Brennern dadurch
    unterscheiden, dass die Inbetriebnahme der Brenner von Hand durch das
    Bedienungspersonal eingeleitet wird und dass nach einer betrieblichen
    Brennerabschaltung keine automatische Wiederinbetriebnahme erfolgt.

2.3 Brenner als Baueinheit

    Brenner, die für sich als Einzelbrenner funktionsfähig sind und alle
    für den Betrieb erforderlichen Einrichtungen wie Ölzerstäubungs-,
    Luftmisch- und Regelteil, einschließlich Öldruckpumpe bei
    Öldruckzerstäubern, Verbrennungsluftgebläse sowie Feuerungsautomat,
    Flammenwächter, Zündeinrichtung und die erforderlichen Armaturen für
    Regelung und Sicherheitsabsperrung des Brenners umfassen.

2.4 Brennerentleerung

    Abhängig von Bauart und Anordnung kann es erforderlich sein,
    Ölbrennerlanzen selbsttätig zu entleeren. Dies kann z. B. erfolgen

2.4.1 durch Ausblasen des Brennstoffrestes hinter den
    Sicherheitsabsperreinrichtungen in den Feuerraum, z. B. durch Dampf
    oder Pressluft

2.4.2 oder Absaugen des Brennstoffrestes hinter den
    Sicherheitsabsperreinrichtungen mit Hilfe einer Rücksaugeinrichtung.

2.5 Sicherheitsabsperreinrichtung

    Einrichtung zur selbsttätigen Absperrung des Brennstoffstromes.

2.6 Schnellschlussvorrichtung

    Sicherheitsabsperreinrichtung, die innerhalb einer Sekunde schließt.

2.7 Sicherheitszeit

    Die Sicherheitszeit beginnt beim Start des Brenners mit dem Eintritt
    des Brennstoffs in den Feuerraum und während des Betriebes mit dem
    Erlöschen der Flamme. Die Sicherheitszeit endet mit der Einleitung des
    Schließvorgangs der Schnellschlussvorrichtung.

2.8 Feuerungswärmeleistung

    Die Feuerungswärmeleistung ist die Wärmeleistung, die im Dampfkessel
    vom zugeführten Brennstoffmassenstrom freigesetzt wird.

2.9 Maximale Feuerungswärmeleistung

    Die maximale Feuerungswärmeleistung ist die größte
    Feuerungswärmeleistung einschließlich der benötigten Regelreserve, mit
    der der Dampfkessel sicher betrieben werden kann.

2.10 Maximale Feuerungswärmeleistung des Brenners

    Maximale Feuerungswärmeleistung, mit der der Brenner betrieben werden
    darf.

2.11 Startleistung

    Feuerungswärmeleistung des Hauptbrenners beim Anfahren.

2.12 Flammenwächter

    Einrichtungen, die dem Steuergerät das Vorhandensein oder das
    Ausbleiben bzw. Abreißen der Flamme melden. Sie bestehen im
    allgemeinen aus Fühler (ggf. mit Verstärker) und Schaltgerät.

**3.** Ölfeuerungsanlagen ****

3.1 Allgemeines

3.1.1 Die Ölfeuerungen müssen mit automatischen oder teilautomatischen
    Brennern ausgestattet sein. Die Feuerungswärmeleistung muss
    selbsttätig geregelt werden und ist so zu begrenzen, dass die maximale
    Feuerungswärmeleistung nicht überschritten wird.

3.1.2 Die Feuerungen müssen für die jeweiligen Schiffsdampfkessel geeignet
    sein. Als geeignet gelten:

3.1.2.1 Brenner, die den Anforderungen dieses Teils entsprechen und einer
    Prüfung nach Abschnitt 4 unterzogen worden sind;

3.1.2.2 Brenner, die als Einzelbrenner je Feuerraum eingesetzt sind und
    entweder der EN 267 oder einer gleichwertigen Norm entsprechen,
    baumustergeprüft und zugelassen sind. Die Baumusterprüfung muss die
    sicherheitstechnischen Auswirkungen emissionsmindernder Maßnahmen
    berücksichtigen. Die Brenner müssen die Anforderungen der Abschnitte
    3\.6.6 und 5 erfüllen;

3.1.2.3 Feuerungen mit mehreren Brennern an einem Feuerraum, die nach den
    Anforderungen dieses Teils erstellt und insbesondere auf Erfüllung der
    Forderungen nach den Abschnitten 3.6 und 3.7 durch den
    Sachverständigen geprüft worden sind.

3.1.3 An Brennern, die betriebsmäßig oder ohne Zuhilfenahme von Werkzeug
    ausgewechselt, ausgefahren oder ausgeschwenkt werden können, ist eine
    Verriegelung anzuordnen, die beim Auswechseln, Ausfahren oder
    Ausschwenken das Absperren der Ölzufuhr und des Zerstäubermediums
    sicherstellt.

3.2 Steuer- und Überwachungsgeräte, Flammenwächter

3.2.1 Die Eignung der sicherheitstechnisch erforderlichen Steuerungs- und
    Überwachungsgeräte muss nachgewiesen sein. Der Nachweis erfolgt bei
    Feuerungsautomaten durch Typprüfung nach den einschlägigen Normen, bei
    Geräten der Flammenüberwachung durch Typprüfung nach den einschlägigen
    Normen oder durch Einzelprüfung.

3.2.2 Für Feuerungen für Schiffsdampfkessel ist der Nachweis über die
    Zuverlässigkeit unter Berücksichtigung der besonderen
    Betriebsverhältnisse zu erbringen. Die schiffsspezifischen
    Anforderungen sind zu berücksichtigen.

3.2.3 Einzelbauteile von Steuerungen, die sicherheitstechnische Funktionen
    ausüben, müssen den Anforderungen nach DIN EN 50156 entsprechen.

3.3 Sicherheitszeiten

3.3.1 Es muss sichergestellt sein, dass die Sicherheitszeit für die
    Hauptflamme durch Einwirkung der Zündeinrichtung nicht verlängert
    wird.

3.3.2 Die Geräte für die Flammenüberwachung müssen für alle Brennerbauarten
    beim Anlauf bzw. beim Erlöschen der Flamme in Betrieb die in
    nachfolgender Tafel genannten Sicherheitszeiten einhalten.

    Zulässige Sicherheitszeiten

    *        *   Öldurchsatz [kg/h]

        *   größte Sicherheitszeit [s]

    *        *   beim Anlauf

        *   im Betrieb

    *        *   bis 30

        *   10

        *   10

    *        *   über 30

        *   5

        *   1

3.3.3 Beim Zünden ist die Startleistung des Hauptbrenners so zu begrenzen,
    dass innerhalb der Sicherheitszeit beim Anlauf keine unzulässig hohen
    Druckstöße im Feuerraum auftreten können. Dies kann z. B. durch
    Begrenzen der beim Zünden eingebrachten Energiemenge erreicht werden.

3.4 Flammenüberwachung

3.4.1 An einem Dampfkessel muss jeder Brenner mit einem Gerät zur
    Flammenüberwachung (Flammenwächter) ausgerüstet sein.

3.4.2 Flammenwächter müssen sich während des Betriebes selbst überwachen.
    Die Selbstüberwachung muss nachgewiesen sein. Der Nachweis der
    selbstüberwachenden Ausführung gilt durch die Typprüfung nach DIN EN
    50156 als erbracht. Bei Feuerungen mit nur einem Brenner kann auch
    durch besondere Maßnahmen für eine erhöhte Betriebssicherheit gesorgt
    sein (z. B. periodische Prüfung, doppelte Flammenwächter mit
    Valenzüberwachung, Prüfung in einem Zeitraum*                    24 h
    gegen Vortäuschen einer Flamme beim Brennerstart). Die Flammenwächter
    müssen so angeordnet und ausgeführt sein, dass eine Überprüfung
    jederzeit leicht möglich ist. Sie müssen ohne Eingriff in die
    elektrische Steuerung auf ihre Wirksamkeit geprüft werden können. In
    der Betriebsanweisung ist anzugeben, auf welche Weise die Prüfung
    durchgeführt werden kann.

3.5 Ein- und Abschaltfolge

    Bei der Inbetriebnahme der Feuerung und bei ihrer Außerbetriebnahme
    muss für die erforderlichen sicherheitstechnischen Funktionen die
    richtige Reihenfolge eingehalten werden. Bei Brennern, die nach einer
    Abschaltung ausgeblasen werden, muss die sichere Zündung des
    ausgeblasenen Brennstoffrestes sichergestellt sein. Nach einer
    Störabschaltung der Gesamtfeuerungsanlage ist das Ausblasen nach
    Durchlüftung der Feuerzüge in jedem Fall mit Unterstützung der
    Zündeinrichtung vorzunehmen.

3.6 Sicherheitsabsperreinrichtungen

3.6.1 Die Brennstoffzuleitung muss unmittelbar vor jedem Brenner (ggf. vor
    dem Düsenaustritt) oder jeder Brennergruppe mit zwei hintereinander
    geschalteten Sicherheitsabsperreinrichtungen ausgerüstet sein. Eine
    der Sicherheitsabsperreinrichtungen muss eine
    Schnellschlussvorrichtung sein. Zum Schließen der
    Sicherheitsabsperreinrichtungen muss eine ausreichende, ständig
    verfügbare Hilfsenergie vorhanden sein.
    Sicherheitsabsperreinrichtungen müssen zuverlässig die
    Brennstoffzufuhr zum Brenner absperren. Die Zuverlässigkeit der
    Sicherheitsabsperreinrichtungen ist nachzuweisen. Der Nachweis ist im
    Regelfall durch eine Bauteilprüfung nach EN 264 zu erbringen. Die
    Eignung der Sicherheitsabsperreinrichtungen für den Schiffseinsatz ist
    durch die Erfüllung der Prüfanforderungen einer anerkannten
    Klassifikationsgesellschaft nachzuweisen. Eine Überprüfung der
    Dichtheit jeder einzelnen Sicherheitsabsperreinrichtung muss im
    eingebauten Zustand möglich sein.

3.6.2 In die Brennstoffzuleitungen sind Vorrichtungen einzubauen, durch die
    Verunreinigungen im Brennstoff beseitigt werden, welche die Funktion
    der Sicherheitsabsperreinrichtungen beeinträchtigen können. Die
    Maschenweite der Schmutzfänger sollte 0,5 mm nicht überschreiten.

3.6.3 Im Rücklauf der Brenner, sofern vorhanden, sind zwei hintereinander
    geschaltete Sicherheitsabsperreinrichtungen vorzusehen. Eine der
    Sicherheitsabsperreinrichtungen muss eine Schnellschlussvorrichtung
    sein. Kann der Überdruck in der Rücklaufleitung bei abgeschaltetem
    Brenner 1 bar nicht überschreiten, so genügt eine
    Sicherheitsabsperreinrichtung als Schnellschlussvorrichtung in der
    Rücklaufleitung. Sicherheitsabsperreinrichtungen im Rücklauf sind
    nicht erforderlich, wenn bei abgeschaltetem Brenner die
    Rücklaufleitung drucklos ist und kein Brennstoff zurückfließen kann.

3.6.4 Die Sicherheitsabsperreinrichtungen im Vor- und Rücklauf sind so zu
    verriegeln, dass bei geöffnetem Vorlauf der Rücklauf nicht geschlossen
    ist. Dies kann z. B. erreicht werden

3.6.4.1 durch eine mechanische Verbindung von in Vor- und Rücklauf
    angeordneten Sicherheitsabsperreinrichtungen über eine gemeinsame
    Betätigung,

3.6.4.2 oder durch elektrische oder pneumatische Verriegelung der
    Sicherheitsabsperreinrichtungen im Vor- und Rücklauf.

3.6.5 Bei Brennern mit Düsenabsperrventil kann das Düsenabsperrventil je
    eine der Sicherheitsabsperreinrichtungen im Vorlauf sowie im Rücklauf
    ersetzen, wenn das Düsenabsperrventil als
    Sicherheitsabsperreinrichtung nach Abschnitt 3.6.1 ausgeführt ist. Bei
    einem Brenner mit Düsenabsperrventil müssen während der
    Durchlüftungszeit die Sicherheitsabsperreinrichtungen im Vor- und
    Rücklauf geschlossen sein. Nach erfolgter Durchlüftung und Rückstellen
    der Regeleinrichtung in die Startstellung genügt für die Dauer der
    nachfolgenden Brennstoffumspülung von maximal 45 s das
    Düsenabsperrventil als ausreichende Absperreinrichtung, um die
    Brennstoffumspülung im Düsenkopf zu ermöglichen. Hierbei müssen der
    Zündluftstrom sichergestellt und die Zündeinrichtung in Betrieb sein.
    Es muss sichergestellt sein, dass das Düsenabsperrventil durch den
    Rücklaufdruck nicht geöffnet werden kann. Brenner mit
    Düsenabsperrventil dürfen nur verwendet werden, wenn an einem
    Feuerraum nur ein Brenner eingesetzt wird, es sei denn, es ist
    sichergestellt, dass die Brenner nur im Parallelbetrieb betrieben
    werden können.

3.6.6 Die Sicherheitsabsperreinrichtungen sind so anzusteuern, dass sie die
    Brennstoffzufuhr zum Feuerraum beim Anfahren nicht freigeben und
    während des Betriebes unterbrechen:

3.6.6.1 beim Unterschreiten des erforderlichen Zerstäubungsmitteldruckes (bei
    Dampf- und Druckluftzerstäubern), beim Unterschreiten des zum
    Zerstäuben erforderlichen Brennstoffdruckes bei Druckzerstäubern, beim
    Überschreiten des maximalen Brennstoffrücklaufdruckes bei
    Rücklaufzerstäubern, bei ungenügender Drehzahl des Zerstäuberbechers
    bei Rotationszerstäubern. Bei nicht lösbarer Kupplung des
    Zerstäuberbechers mit dem Gebläse genügt die Überwachung des
    Luftdruckes des Gebläses;

3.6.6.2 beim Ausfall der Steuerenergie;

3.6.6.3 beim Ausfall der Verbrennungsluft;

3.6.6.4 bei nicht hinreichend freiem Abgasweg oder beim Ausfall des
    Saugzuggebläses;

3.6.6.5 beim Überschreiten des zulässigen Verhältnisses der
    Rauchgasrezirkulationsmenge/Brennerleistung;

3.6.6.6 beim Ansprechen des Flammenwächters infolge Nichtentstehens oder
    Erlöschens der Flamme;

3.6.6.7 beim Ausschwenken oder Ausfahren von Brennern (auch Brennerlanzen),
    die ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen ausgeschwenkt oder ausgefahren
    werden können;

3.6.6.8 beim Ansprechen von Begrenzern (z. B. für Wasserstand, Temperatur und
    Druck);

3.6.6.9 bei Not-Aus Betätigung. Darüber hinaus darf die Brennstoffzufuhr beim
    Anfahren erst freigegeben werden, wenn

3.6.6.10 die Zündeinrichtung wirksam ist;

3.6.6.11 die erforderliche Mindest-Vorwärmung gegeben ist.

    Die Brenner dürfen, sobald die Ursachen nach den Abschnitten 3.6.6.1
    bis 3.6.6.5 sowie 3.6.6.10 und 3.6.6.11 nicht mehr vorhanden sind,
    selbsttätig unter Einhaltung des Anlaufprogrammes wieder anlaufen,
    wenn dies für die Anlage zulässig ist. Bei Ursachen nach den
    Abschnitten 3.6.6.6 bis 3.6.6.9 darf ein Wiederanlaufen nur nach
    Entriegelung von Hand möglich sein. Treten bei Anlagen mit mehreren
    Brennern die unter den Abschnitten 3.6.6.1, 3.6.6.2, 3.6.6.3, 3.6.6.5
    und 3.6.6.6 aufgeführten Ursachen nur an einem Brenner bzw. einer
    Brennergruppe auf, so genügt es, wenn die Brennstoffzufuhr zum
    jeweiligen Brenner bzw. zur Brennergruppe beim Anfahren nicht
    freigegeben und während des Betriebes unterbrochen wird. Dies gilt
    auch für Abschnitt 3.6.6.7, wenn gefährliches Austreten von Flammen
    und Rauchgasen nicht zu befürchten ist.

3.7 Ausrüstung in der Luftzufuhr

3.7.1 Brennstoffmenge und Verbrennungsluftstrom müssen in zwangsläufiger,
    gegenseitiger Abhängigkeit verhältnisgleich gesteuert oder geregelt
    sein.

3.7.2 Absperrvorrichtungen in der Luftleitung zum Brenner müssen gegen
    unbeabsichtigtes Verstellen gesichert sein.

3.7.3 Mehrere Brenner mit gemeinsamen Gebläsen müssen mit je einem Messgerät
    für Druck oder Menge in der Luftzuleitung ausgerüstet sein.

3.7.4 Bei Dampfkesseln mit mehreren Brennern, denen die Verbrennungsluft
    durch ein gemeinsames Regelorgan zugeführt wird, muss jeder Brenner
    mit einer Absperrvorrichtung (z. B. Klappe) ausgerüstet sein. Diese
    Absperrvorrichtung muss bei Ausfall der Brennstoffzufuhr zum Brenner
    die Luftzufuhr, bis auf eine Mindestöffnung, selbsttätig absperren,
    damit auch bei Ausfall und Abschaltung eines Brenners oder einer
    Brennergruppe die ausreichende Luftversorgung für die noch in Betrieb
    befindlichen Brenner gesichert ist. Die Stellung der
    Absperrvorrichtung muss erkennbar sein.

3.8 Durchlüftung der Rauchgaszüge

3.8.1 Der Feuerraum und die Rauchgaswege müssen konstruktiv so gestaltet
    sein, dass eine wirksame Durchlüftung sichergestellt ist.

3.8.2 Vor jeder Inbetriebnahme der Feuerung müssen die Rauchgaszüge des
    Schiffsdampfkessels ausreichend durchlüftet werden. Die
    Betriebsanleitung des Kesselherstellers ist zu beachten.

3.9 Zündung

3.9.1 Jeder überwachte Brenner ist mit einer Zündeinrichtung auszurüsten.
    Als Zündeinrichtungen sind zulässig:

3.9.1.1 elektrische und

3.9.1.2 öl-elektrische Einrichtungen.

3.9.2 Der Zündvorgang des ersten Brenners ist nach beendeter Durchlüftung
    innerhalb von 10 min einzuleiten. Die Zündeinrichtung muss den Brenner
    innerhalb der Sicherheitszeit zünden.

3.9.3 Die Zündeinrichtung muss entweder in die Überwachung der Hauptflamme
    einbezogen oder unabhängig von der Hauptflamme überwacht werden.

3.9.4 Bei öl-elektrischen Zündeinrichtungen mit einer Leistung*
    50 kW ist eine Überwachung der Zündflamme nicht erforderlich, wenn die
    Zeit zwischen der Brennstoffzufuhr zum Zündbrenner und der Zündung des
    Brenners nicht mehr als 5 s beträgt. Außerdem muss sichergestellt
    sein, dass beim Nichtzünden des Brenners die Brennstoffzufuhr zum
    Brenner und die Brennstoffzufuhr zum Zündbrenner innerhalb der
    Sicherheitszeit des Brenners abgesperrt werden.

3.10 Elektrische Ausrüstung der Feuerungsanlage

3.10.1 Die elektrische Ausrüstung von Feuerungsanlagen ist unter Beachtung
    der DIN EN 50156 auszuführen.

3.10.2 Die Unterbrechung einer Leitung muss eine Schaltung zur sicheren Seite
    hin bewirken. Dies gilt sinngemäß auch für nicht elektrisch betriebene
    Sicherheitseinrichtungen.

3.11 Sonstige Ausrüstung der Feuerungsanlage

3.11.1 An geeigneten Stellen des Schiffsdampfkessels oder des Brenners müssen
    Schauöffnungen angebracht sein, durch welche die Zünd- und die
    Hauptflamme beobachtet werden können.

**4.** Brenner-Einzelprüfung ****

    Die Brenner-Einzelprüfung wird wie folgt durchgeführt:

4.1 Feststellen der geforderten Ausrüstungsteile.

4.2 Funktionsprüfung aller sicherheitstechnisch erforderlichen
    Ausrüstungsteile.

4.3 Prüfen der Brennersteuerung nach DIN EN 50156. Diese Prüfung entfällt
    für Teile, die bereits nach EN 230 geprüft und zugelassen sind.

4.4 Feststellen der größten und kleinsten Leistung des Brenners.

4.5 Feststellen der Stabilität der Flamme beim Start des Brenners, bei
    größter und kleinster Leistung des Brenners und bei Änderung der
    Leistung unter Berücksichtigung des zugehörigen Feuerraumdruckes.
    Hierbei dürfen keine unzulässigen Druckschwankungen auftreten.

4.6 Nachweis der Einhaltung der erforderlichen Durchlüftung der
    Rauchgaszüge und der Sicherheitszeiten.

4.7 Nachweis der verbrennungstechnischen Kennwerte wie CO
    2                   -, eventuell O
    2                   -, CO-Volumengehalt, Rußzahl und Ölderivate bei
    kleinster, mittlerer und größter Leistung.

**5.** Ausrüstung für Ölfeuerungsanlagen an Schiffsdampfkesseln ****

5.1 Handbedienbare Not-Absperreinrichtung der Brennstoffzufuhr

    Unmittelbar vor jedem Brenner, mindestens vor jeder Brennergruppe,
    muss eine handbedienbare Not-Absperreinrichtung angeordnet sein. Als
    handbedienbare Not-Absperreinrichtung gilt z. B.:

5.1.1 ein Absperrhahn,

5.1.2 ein Absperrventil, sofern mit höchstens zwei Drehungen des Handrades
    der Öffnungsquerschnitt vollkommen geschlossen wird oder

5.1.3 eine Sicherheitsabsperreinrichtung nach Abschnitt 3.6.1, wenn diese
    zusätzlich von Hand vor Ort bedienbar ist.

5.2 Brennstoff-Vorwärmung

5.2.1 Temperaturkontrolle der Vorwärmung

5.2.2 Bei vorzuwärmendem Brennstoff muss die Brennstofftemperatur
    selbsttätig geregelt werden (Temperaturregler). Eine selbsttätige
    Regelung ist nicht erforderlich bei Wärmequellen, die eine unzulässige
    Erwärmung des Brennstoffes ausschließen. Hinter jeder Vorwärmung ist
    eine Temperaturanzeige erforderlich.

5.2.3 Zusätzlich zu der Regeleinrichtung muss eine Warneinrichtung vorhanden
    sein, die bei einem Über- oder Unterschreiten der zulässigen
    Brennstofftemperatur einen Alarm (Dauersignal) auslöst. Auf eine
    Warneinrichtung für das Überschreiten der zulässigen
    Brennstofftemperatur kann verzichtet werden, wenn vom Heizmedium her
    eine unzulässige Erwärmung des Brennstoffes ausgeschlossen ist.

5.3 Notbetrieb

    Ein Notbetrieb, bei dem Funktionen von sicherheitstechnischen
    Einrichtungen überbrückt werden können, ist nur unter folgenden
    Bedingungen statthaft:

5.3.1 Die Umstellung auf den Notbetrieb darf nur unter Verwendung eines
    Schlüsselschalters möglich sein.

5.3.2 Für die Zeitdauer des Notbetriebes müssen die außer Betrieb
    befindlichen sicherheitstechnischen Funktionen durch ständige
    unmittelbare fachkundige Beaufsichtigung ersetzt werden.

5.3.3 Bei Anlagen mit nur einem Brenner je Feuerraum müssen folgende
    sicherheitstechnischen Funktionen erhalten bleiben:

    a)  die Flammenüberwachung,

    b)  der erforderliche Begrenzer des Wasser- und des Dampfsystems durch
        Wasserstandbegrenzer,

    c)  die Offenhaltung des Rauchgasweges.

    Davon abweichende Bedingungen sind im Einzelfall mit dem
    Sachverständigen festzulegen.

5.3.4 An Anlagen mit mehreren überwachten Brennern in einem Feuerraum sind
    keine über Abschnitt 5.3.1 und 5.3.2 hinausgehenden Maßnahmen
    erforderlich, solange noch andere überwachte Brenner in Betrieb sind
    und stabile Verbrennungsverhältnisse vorhanden sind.

Anhang

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__9.html
Directory: schsv_1998
Level: 2.0