Title: § 8 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Aufbereitungsmechaniker/zur Aufbereitungsmechanikerin (AMAusbV 2004)
§ 8 Abschlussprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Aufbereitungsmechaniker/zur Aufbereitungsmechanikerin (AMAusbV 2004)
§ 8 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung unter Beachtung
fachrichtungsspezifischer Besonderheiten in höchstens sechs Stunden
ein Prüfungsstück anfertigen und in insgesamt höchstens vier Stunden
vier Arbeitsproben durchführen. Hierfür kommen insbesondere in
Betracht:

1.  als Prüfungsstück:

    Herstellen einer Baugruppe mit elektropneumatischen oder
    elektrohydraulischen und elektrotechnischen Steuerungselementen
    einschließlich Funktionsprüfung oder Herstellen eines
    fachrichtungsspezifischen Produktes nach Vorgabe;

2.  als Arbeitsproben:

    a)  Einstellen oder Inbetriebnehmen einer automatisierten oder
        teilautomatisierten Aufbereitungsanlage oder eines Anlagenteils,

    b)  Instandsetzen einer mechanischen Baugruppe,

    c)  Probenehmen, Prüfen und Analysieren einschließlich Dokumentieren,

    d)  Fehlersuche.

Dabei sollen das Prüfungsstück mit 40 und die Arbeitsproben zusammen
mit 60 vom Hundert gewichtet werden.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsfächern Technologie, Arbeitsplanung, Technische Mathematik
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. Es kommen Fragen
und Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen,
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Technologie:

    a)  in der Fachrichtung Naturstein:

        aa) Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie rationelle Energieverwendung,

        bb) Einteilung, Eigenschaften und Verwendung von Natursteinprodukten,

        cc) Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Prozessleittechnik für den Betrieb
            von Produktionsanlagen,

        dd) Gewinnungs- und Aufbereitungstechnik,

        ee) Aufbau und Wirkungsweise von Maschinen und Anlagen zur Gewinnung und
            Verarbeitung von Natursteinen,

        ff) Prüftechniken und Analyseverfahren von Natursteinen,

        gg) Verladen, Wiegen und Versandvorbereiten;

    b)  in der Fachrichtung feuerfeste und keramische Rohstoffe:

        aa) Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie rationelle Energieverwendung,

        bb) Einteilung, Eigenschaften und Verwendung feuerfester und keramischer
            Rohstoffe,

        cc) Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Prozessleittechnik für den Betrieb
            von Produktionsanlagen,

        dd) Aufbereitungstechnik und Aufbereitungsverfahren,

        ee) Aufbau und Wirkungsweise von Maschinen und Anlagen zur Gewinnung und
            Aufbereitung feuerfester und keramischer Rohstoffe,

        ff) Prüftechniken und Analyseverfahren feuerfester und keramischer
            Rohstoffe,

        gg) Füllen, Wiegen und Versandvorbereiten;

    c)  in der Fachrichtung Sand und Kies:

        aa) Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie rationelle Energieverwendung,

        bb) Einteilung, Eigenschaften und Verwendung von Sand und Kies,

        cc) Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Prozessleittechnik für den
            fertigungstechnischen Betrieb von Produktionsanlagen,

        dd) Gewinnungs- und Aufbereitungstechnik,

        ee) Aufbau und Wirkungsweise von Maschinen und Anlagen zur Gewinnung und
            Aufbereitung von Sand und Kies,

        ff) Prüftechniken und Analyseverfahren,

        gg) Verladen, Wiegen und Versandvorbereiten;

    d)  in der Fachrichtung Steinkohle:

        aa) Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie rationelle Energieverwendung,

        bb) Einteilung, Eigenschaften und Verwendung von Steinkohle,

        cc) Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Prozessleittechnik in der
            Steinkohleaufbereitung,

        dd) Aufbereitungstechnik und Aufbereitungsverfahren von Steinkohle,

        ee) Aufbau und Wirkungsweise von Maschinen und Anlagen zur
            Steinkohleaufbereitung,

        ff) Prüftechniken und Analyseverfahren von Steinkohle,

        gg) Verladen, Wiegen und Versandvorbereiten;

    e)  in der Fachrichtung Braunkohle:

        aa) Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie rationelle Energieverwendung,

        bb) Einteilung, Eigenschaften und Verwendung von Braunkohle,

        cc) Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Prozessleittechnik in der
            Braunkohlegewinnung und -aufbereitung,

        dd) Gewinnungs- und Aufbereitungstechnik sowie -verfahren von Braunkohle,

        ee) Aufbau und Wirkungsweise von Maschinen und Anlagen zur
            Braunkohlegewinnung und -aufbereitung,

        ff) Prüftechniken und Analyseverfahren für Braunkohle,

        gg) Verladen, Wiegen und Versandvorbereiten;

2.  im Prüfungsfach Arbeitsplanung:

    a)  Handhaben von Skizzen und Technischen Zeichnungen, Tabellen,
        Statistiken, Diagrammen, Montage-, Schalt- und Arbeitsplänen,
        Materialfluss- und Funktionsablaufplänen sowie von
        Betriebsablaufplänen,

    b)  Interpretation technischer Daten,

    c)  anwendungsbezogene Datenverarbeitung;

3.  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

    a)  Ermitteln von Mischungen und Dosierungen,

    b)  Rechnen mit physikalischen und technischen Größen,

    c)  Ermitteln und Auswerten von Produktionsdaten;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die schriftliche Kenntnisprüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

1.  im Prüfungsfach Technologie 120 Minuten,

2.  im Prüfungsfach Arbeitsplanung 90 Minuten,

3.  im Prüfungsfach Technische Mathematik 90 Minuten,

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch
eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der
Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses
für die mündlich geprüften Prüfbereiche sind das bisherige Ergebnis
und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1
zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung hat das Prüfungsfach
Technologie gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte
Gewicht.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung im Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende
Leistungen erbracht werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/amausbv_2004/__8.html
Directory: amausbv_2004
Level: 2.0