Title: § 11 Emissionsgrenzwerte bei Einsatz von flüssigen Brennstoffen in nicht genehmigungsbedürftigen mittelgroßen Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von 10 Megawatt oder mehr oder in genehmigungsbedürftigen mittelgroßen Feuerungsanlagen

Description:
Vierundvierzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 44)
Abschnitt 2 - Anforderungen an die Errichtung und den Betrieb
§ 11 Emissionsgrenzwerte bei Einsatz von flüssigen Brennstoffen in nicht genehmigungsbedürftigen mittelgroßen Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von 10 Megawatt oder mehr oder in genehmigungsbedürftigen mittelgroßen Feuerungsanlagen

Paragraph: 11

Content:
Vierundvierzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 44)
Abschnitt 2 - Anforderungen an die Errichtung und den Betrieb
§ 11 Emissionsgrenzwerte bei Einsatz von flüssigen Brennstoffen in nicht genehmigungsbedürftigen mittelgroßen Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von 10 Megawatt oder mehr oder in genehmigungsbedürftigen mittelgroßen Feuerungsanlagen

(1) Nicht genehmigungsbedürftige mittelgroße Feuerungsanlagen mit
einer Feuerungswärmeleistung von 10 Megawatt oder mehr und
genehmigungsbedürftige mittelgroße Feuerungsanlagen, die flüssige
Brennstoffe einsetzen, sind so zu errichten und zu betreiben, dass die
Anforderungen der Absätze 2 bis 9 eingehalten werden.

(2) Der Betreiber hat sicherzustellen, dass bei Einsatz von Heizölen
nach DIN 51603 Teil 1, Ausgabe März 2017, von Heizölen nach DIN SPEC
51603 Teil 6, Ausgabe März 2017, von Methanol, Ethanol,
naturbelassenen Pflanzenölen oder Pflanzenölmethylestern die Rußzahl
den Wert 1 nicht überschreitet.

(3) Der Betreiber hat sicherzustellen, dass die Abgase so weit frei
von Ölderivaten sind, dass das für die Rußmessung verwendete
Filterpapier keine sichtbaren Spuren von Ölderivaten aufweist.

(4) Bei Einsatz von sonstigen flüssigen Brennstoffen dürfen die
Gesamtstaubemissionen folgende Massenkonzentrationen nicht
überschreiten:

*    *   1.

    *   bei Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von 20 Megawatt
        oder mehr

    *   10 mg/m
        3                       ;

*    *   2.

    *   bei Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von weniger als
        20 Megawatt

    *   20 mg/m
        3                       .

(5) Die Emissionen an Kohlenmonoxid im Abgas dürfen eine
Massenkonzentration von 80 mg/m
3              nicht überschreiten.

(6) Die Emissionen an Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid im Abgas
dürfen folgende Massenkonzentrationen, angegeben als Stickstoffdioxid,
nicht überschreiten:

1.  bei Einsatz von Heizölen nach DIN 51603 Teil 1, Ausgabe März 2017, und
    von Heizölen nach DIN SPEC 51603 Teil 6, Ausgabe März 2017, bei
    Kesseln mit einem Einstellwert der Sicherheitseinrichtung,
    insbesondere durch einen Sicherheitstemperaturbegrenzer oder ein
    Sicherheitsdruckventil, gegen Überschreitung

    *        *   a)

        *   einer Temperatur von weniger als 110 °C oder eines Überdrucks von
            weniger als 0,05 MPa

        *   0,15 g/m
            3                             ;

    *        *   b)

        *   einer Temperatur von 110 °C bis 210 °C oder eines Überdrucks von 0,05
            MPa bis 1,8 MPa

        *   0,17 g/m
            3                             ;

    *        *   c)

        *   einer Temperatur von mehr als
            210 °C                              oder eines Überdrucks von mehr als
            1,8 MPa

        *   0,20 g/m
            3                             ;

2.
    *        *   bei Einsatz von sonstigen flüssigen
            Brennstoffen

        *   0,20 g/m
            3                             .

(7) Andere flüssige Brennstoffe als Heizöle mit einem Massengehalt an
Schwefel für leichtes Heizöl nach der Verordnung über die
Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und
Brennstoffen vom 8. Dezember 2010 (BGBl. I S. 1849), die zuletzt durch
Artikel 1 der Verordnung vom 1. Dezember 2014 (BGBl. I S. 1890)
geändert worden ist, dürfen nur eingesetzt werden, wenn sichergestellt
wird, insbesondere durch den Schwefelgehalt im Brennstoff oder durch
Entschwefelungseinrichtungen, dass keine höheren Emissionen an
Schwefeloxiden als bei Einsatz von leichtem Heizöl mit einem
Massengehalt an Schwefel nach der genannten Verordnung entstehen.

(8) Abweichend von Absatz 6 dürfen bei Einsatz von leichten Heizölen
in bestehenden Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von 10
Megawatt bis weniger als 20 Megawatt, die im gleitenden Durchschnitt
über einen Zeitraum von fünf Jahren höchstens 300 Betriebsstunden
jährlich in Betrieb sind, die Emissionen an Stickstoffmonoxid und
Stickstoffdioxid, angegeben als Stickstoffdioxid, im Abgas bei allen
Betriebstemperaturen die Massenkonzentration von 0,25 mg/m
3              nicht überschreiten.

(9) Abweichend von Absatz 7 dürfen bei Einsatz von flüssigen
Brennstoffen mit einem höheren Massengehalt an Schwefel als leichtes
Heizöl nach der Verordnung über die Beschaffenheit und die
Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und Brennstoffen in der jeweils
geltenden Fassung, in bestehenden Anlagen mit einer
Feuerungswärmeleistung von 5 Megawatt oder mehr die Emissionen an
Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid im Abgas eine Massenkonzentration
von 0,35 g/m
3             , angegeben als Schwefeldioxid, nicht überschreiten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_44/__11.html
Directory: bimschv_44
Level: 3.0