Title: § 2 Meisterprüfungsberufsbild

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Gebäudereiniger-Handwerk (GebrMstrV 2021)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Gebäudereiniger-Handwerk (GebrMstrV 2021)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

In den Teilen I und II der Meisterprüfung im Gebäudereiniger-Handwerk
hat der Prüfling den Teil seiner beruflichen Handlungskompetenz
nachzuweisen, der sich auf Tätigkeiten seines Gewerbes und die
erforderlichen fachtheoretischen Kenntnisse bezieht. Grundlage dafür
sind folgende Fertigkeiten und Kenntnisse:

1.  einen Gebäudereiniger-Betrieb führen und organisieren und dabei
    technische, kaufmännische und personalwirtschaftliche Entscheidungen
    treffen und begründen, insbesondere unter Berücksichtigung

    a)  der Kostenstrukturen,

    b)  der Wettbewerbssituation,

    c)  der betrieblichen Aus- und Weiterbildung,

    d)  der Betriebsorganisation,

    e)  des Qualitätsmanagements,

    f)  des Arbeitsschutzrechtes,

    g)  des Datenschutzes,

    h)  der Datenverarbeitung,

    i)  des Umweltschutzes,

    j)  der Ressourceneffizienz und

    k)  technologischer sowie gesellschaftlicher Entwicklungen, insbesondere
        digitaler Technologien,

2.  Konzepte für Betriebsstätten einschließlich Betriebs- und
    Lagerausstattung sowie für logistische Geschäfts- und Arbeitsprozesse
    entwickeln und umsetzen,

3.  Kundenwünsche und jeweilige Rahmenbedingungen ermitteln, Anforderungen
    ableiten, Kunden beraten, Dienstleistungen anbieten, Lösungen
    entwickeln, Verhandlungen führen und Ziele festlegen, Leistungen
    kalkulieren und Angebote erstellen sowie Verträge schließen,

4.  Geschäfts- und Arbeitsprozesse zur Leistungserbringung planen,
    organisieren und überwachen,

5.  Leistungen erbringen, insbesondere

    a)  Reinigungs-, Pflege-, Hygiene- und Wiederaufbereitungsmaßnahmen an
        Außenanlagen, Denkmälern sowie an und in Gebäuden, Gebäudeteilen,
        Verkehrsmitteln und Gegenständen objektbezogen planen, durchführen
        sowie die Ausführung der Arbeiten bewerten,

    b)  den Einsatz von Oberflächenbehandlungsmitteln zur Reinigung, Pflege,
        Konservierung und Aufbereitung von Oberflächen planen und überwachen
        sowie

    c)  Maßnahmen vor und nach einer Schädlingsbekämpfung durchführen sowie
        die Ausführung der Arbeiten bewerten,

6.  technische, organisatorische und rechtliche Gesichtspunkte bei der
    Leistungserbringung berücksichtigen, insbesondere

    a)  die unterschiedlichen Reinigungsarten, -verfahren und -methoden,

    b)  die Beschaffenheit der Oberflächen, der Untergründe sowie die Art und
        den Grad der Verschmutzung sowie

    c)  die objektspezifischen Eigenschaften und die Voraussetzungen für den
        Einsatz von Höhenzugangstechniken,

    d)  die objektspezifischen Vorgaben des Auftraggebers sowie allgemeine und
        spezifische Hygieneanforderungen,

    e)  außergewöhnliche Anforderungen, insbesondere im Rahmen von Umwelt-,
        Natur- und Gesundheitsnotlagen,

    f)  die berufsbezogenen Rechtsvorschriften und technischen Normen sowie
        die Vorschriften des Denkmalschutzes,

    g)  die allgemein anerkannten Regeln der Technik,

    h)  das benötigte Personal, die Reinigungsgeräte, -maschinen und -anlagen
        sowie Materialien und

    i)  die Möglichkeiten zum Einsatz von Auszubildenden,

7.  Schädlingsbefall erkennen, Maßnahmen zum Feststellen eines
    Schädlingsbefalls nach Art und Menge der Schädlinge durch Begehungen
    oder durch digitale Überwachung (Schädlingsmonitoring) vor einer
    Schädlingsbekämpfung festlegen und planen sowie dem Kunden
    Möglichkeiten zur Prophylaxe vorschlagen,

8.  Maßnahmen zum Beseitigen der Hinterlassenschaften und Kadaver von
    Schädlingen, zum Reinigen von Oberflächen nach einer Ausgasung sowie
    die Beseitigung von Reststoffen (Dekontamination) nach einer
    Schädlingsbekämpfung festlegen und planen,

9.  Leistungsbeschreibungen, -verzeichnisse, Raumbücher und Aufmaßskizzen,
    auch unter Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien,
    anfertigen, bewerten und korrigieren,

10. Arten und Eigenschaften von zu bearbeitenden Oberflächen und zu
    verwendenden Materialien berücksichtigen,

11. Unteraufträge, insbesondere unter Berücksichtigung von Qualität und
    Rechtsvorschriften, vergeben und deren Ausführung kontrollieren,

12. Qualitätskontrollen durchführen, Fehler, Mängel und Störungen
    analysieren und beseitigen, Ergebnisse bewerten und dokumentieren
    sowie Maßnahmen zur Fehlervermeidung entwickeln und dokumentieren,

13. erbrachte Leistungen kontrollieren, dokumentieren und übergeben sowie
    Nachkalkulationen durchführen, Auftragsabwicklung auswerten und
    Abnahmeprotokolle erstellen sowie

14. Leistungsspektrum des Betriebs konzeptionieren und anpassen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gebrmstrv_2021/__2.html
Directory: gebrmstrv_2021
Level: 2.0