Title: Anlage 2 Waffenliste

Description:
Waffengesetz (WaffG 2002)
Abschnitt 6 - Übergangsvorschriften, Verwaltungsvorschriften
Anlage 2 Waffenliste

Paragraph: 60a

Content:
Waffengesetz (WaffG 2002)
Abschnitt 6 - Übergangsvorschriften, Verwaltungsvorschriften
Anlage 2 Waffenliste

(Fundstelle: BGBl. I 2002, 3999 - 4002;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

Abschnitt 1:
Verbotene Waffen
Der Umgang, mit Ausnahme der Unbrauchbarmachung, mit folgenden Waffen
und Munition ist verboten:
1\.1
Waffen (§ 1 Abs. 2), mit Ausnahme halbautomatischer tragbarer
Schusswaffen, die in der Anlage zum Gesetz über die Kontrolle von
Kriegswaffen (Kriegswaffenliste) in der Fassung der Bekanntmachung vom
22\. November 1990 (BGBl. I S. 2506) oder deren Änderungen aufgeführt
sind, nach Verlust der Kriegswaffeneigenschaft;
1\.2
Schusswaffen im Sinne des § 1 Absatz 2 Nummer 1 nach den Nummern 1.2.1
bis 1.2.3 sowie 1.2.5 bis 1.2.8 und Zubehör für Schusswaffen nach
Nummer 1.2.4, die
1\.2.1.1
Vollautomaten im Sinne der Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nr.
2\.2 sind oder
1\.2.1.2
Vorderschaftrepetierflinten, bei denen anstelle des Hinterschaftes ein
Kurzwaffengriff vorhanden ist oder die Waffengesamtlänge in der
kürzest möglichen Verwendungsform weniger als 95 cm oder die Lauflänge
weniger als 45 cm beträgt, sind;
1\.2.2
ihrer Form nach geeignet sind, einen anderen Gegenstand vorzutäuschen
oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind (z.
B. Koppelschlosspistolen, Schießkugelschreiber, Stockgewehre,
Taschenlampenpistolen);
1\.2.3
über den für Jagd- und Sportzwecke allgemein üblichen Umfang hinaus
zusammengeklappt, zusammengeschoben, verkürzt oder schnell zerlegt
werden können;
1\.2.4
für Schusswaffen bestimmte
1\.2.4.1
Vorrichtungen sind, die das Ziel beleuchten (z. B. Zielscheinwerfer)
oder markieren (z. B. Laser oder Zielpunktprojektoren);
1\.2.4.2
Nachtsichtgeräte und Nachtzielgeräte mit Montagevorrichtung für
Schusswaffen sowie Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für
Zielhilfsmittel (z. B. Zielfernrohre) sind, sofern die Gegenstände
einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen;
1\.2.4.3
Wechselmagazine für Kurzwaffen für Zentralfeuermunition sind, die mehr
als 20 Patronen des kleinsten nach Herstellerangabe bestimmungsgemäß
verwendbaren Kalibers aufnehmen können;
1\.2.4.4
Wechselmagazine für Langwaffen für Zentralfeuermunition sind, die mehr
als zehn Patronen des kleinsten nach Herstellerangabe bestimmungsgemäß
verwendbaren Kalibers aufnehmen können; ein Wechselmagazin, das sowohl
in Kurz- als auch in Langwaffen verwendbar ist, gilt als Magazin für
Kurzwaffen, wenn nicht der Besitzer gleichzeitig über eine Erlaubnis
zum Besitz einer Langwaffe verfügt, in der das Magazin verwendet
werden kann;
1\.2.4.5
Magazingehäuse für Wechselmagazine nach den Nummern 1.2.4.3 und
1\.2.4.4 sind;
1\.2.5
mehrschüssige Kurzwaffen sind, deren Baujahr nach dem 1. Januar 1970
liegt, für Zentralfeuermunition in Kalibern unter 6,3 mm, wenn der
Antrieb der Geschosse nicht ausschließlich durch den Zündsatz erfolgt;
1\.2.6
halbautomatische Kurzwaffen für Zentralfeuermunition sind, die über
ein eingebautes Magazin mit einer Kapazität von mehr als 20 Patronen
des kleinsten nach Herstellerangabe bestimmungsgemäß verwendbaren
Kalibers verfügen;
1\.2.7
halbautomatische Langwaffen für Zentralfeuermunition sind, die über
ein eingebautes Magazin mit einer Kapazität von mehr als zehn Patronen
des kleinsten nach Herstellerangabe bestimmungsgemäß verwendbaren
Kalibers verfügen;
1\.2.8
nach diesem Abschnitt verbotene Schusswaffen sind, die zu Salutwaffen
im Sinne von Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.5 umgebaut
worden sind;
1\.3
Tragbare Gegenstände im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe a nach
den Nummern 1.3.1 bis 1.3.8
1\.3.1
Hieb- oder Stoßwaffen, die ihrer Form nach geeignet sind, einen
anderen Gegenstand vorzutäuschen, oder die mit Gegenständen des
täglichen Gebrauchs verkleidet sind;
1\.3.2
Stahlruten, Totschläger oder Schlagringe;
1\.3.3
sternförmige Scheiben, die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung
zum Wurf auf ein Ziel bestimmt und geeignet sind, die Gesundheit zu
beschädigen (Wurfsterne);
1\.3.4
Gegenstände, bei denen leicht entflammbare Stoffe so verteilt und
entzündet werden, dass schlagartig ein Brand entstehen kann; oder in
denen unter Verwendung explosionsgefährlicher oder explosionsfähiger
Stoffe eine Explosion ausgelöst werden kann
1\.3.5
Gegenstände mit Reiz- oder anderen Wirkstoffen, es sei denn, dass die
Stoffe als gesundheitlich unbedenklich amtlich zugelassen sind und die
Gegenstände

-   in der Reichweite und Sprühdauer begrenzt sind und

-   zum Nachweis der gesundheitlichen Unbedenklichkeit, der Reichweiten-
    und der Sprühdauerbegrenzung ein amtliches Prüfzeichen tragen;

1\.3.6
Gegenstände, die unter Ausnutzung einer anderen als mechanischen
Energie Verletzungen beibringen (z. B. Elektroimpulsgeräte), sofern
sie nicht als gesundheitlich unbedenklich amtlich zugelassen sind und
ein amtliches Prüfzeichen tragen zum Nachweis der gesundheitlichen
Unbedenklichkeit; sowie Distanz-Elektroimpulsgeräte, die mit dem
Abschuss- oder Auslösegerät durch einen leitungsfähigen
Flüssigkeitsstrahl einen Elektroimpuls übertragen oder durch Leitung
verbundene Elektroden zur Übertragung eines Elektroimpulses am Körper
aufbringen
1\.3.7
Präzisionsschleudern nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr.
1\.3 sowie Armstützen und vergleichbare Vorrichtungen für die
vorbezeichneten Gegenstände;
1\.3.8
Gegenstände, die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung dazu
bestimmt sind, durch Drosseln die Gesundheit zu schädigen (z. B. Nun-
Chakus);
1\.4
Tragbare Gegenstände im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b nach
den Nummern 1.4.1 bis 1.4.4
1\.4.1
Spring- und Fallmesser nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr.
2\.1.1 und 2.1.2. Hiervon ausgenommen sind Springmesser, wenn die
Klinge seitlich aus dem Griff herausspringt und der aus dem Griff
herausragende Teil der Klinge

-   höchstens 8,5 cm lang ist und

-   nicht zweiseitig geschliffen ist;

1\.4.2
Faustmesser nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 2.1.3,
1\.4.3
Butterflymesser nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 2.1.4,
1\.4.4
Gegenstände, die unter Ausnutzung einer anderen als mechanischen
Energie Tieren Verletzungen beibringen (z. B. Elektroimpulsgeräte),
sofern sie nicht als gesundheitlich unbedenklich amtlich zugelassen
sind und ein amtliches Prüfzeichen tragen zum Nachweis der
gesundheitlichen Unbedenklichkeit oder bestimmungsgemäß in der
Tierhaltung Verwendung finden;
1\.5
Munition und Geschosse nach den Nummern 1.5.1 bis 1.5.7
1\.5.1
Geschosse mit Betäubungsstoffen, die zu Angriffs- oder
Verteidigungszwecken bestimmt sind;
1\.5.2
Geschosse oder Kartuschenmunition mit Reizstoffen, die zu Angriffs-
oder Verteidigungszwecken bestimmt sind ohne amtliches Prüfzeichen zum
Nachweis der gesundheitlichen Unbedenklichkeit;
1\.5.3
Patronenmunition für Schusswaffen mit gezogenen Läufen, deren
Geschosse im Durchmesser kleiner sind als die Felddurchmesser der
dazugehörigen Schusswaffen und die mit einer Treib- und Führungshülse
umgeben sind, die sich nach Verlassen des Laufes vom Geschoss trennt;
1\.5.4
Munition und Geschosse nach Anlage 1 Abschnitt 3 Nummer 1.5 sowie
Munition mit Geschossen, die einen Hartkern (mindestens 400 HB 25 –
Brinellhärte – bzw. 421 HV – Vickershärte –) enthalten, sowie
entsprechende Geschosse, ausgenommen pyrotechnische Munition, die
bestimmungsgemäß zur Signalgebung bei der Gefahrenabwehr dient;
1\.5.5
Knallkartuschen, Reiz- und sonstige Wirkstoffmunition nach Tabelle 5
der Maßtafeln nach § 1 Abs. 3 Satz 3 der Dritten Verordnung zum
Waffengesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. September 1991
(BGBl. I S. 1872), die zuletzt durch die Zweite Verordnung zur
Änderung von waffenrechtlichen Verordnungen vom 24. Januar 2000 (BGBl.
I S. 38) geändert wurde, in der jeweils geltenden Fassung (Maßtafeln),
bei deren Verschießen in Entfernungen von mehr als 1,5 m vor der
Mündung Verletzungen durch feste Bestandteile hervorgerufen werden
können, ausgenommen Kartuschenmunition der Kaliber 16 und 12 mit einer
Hülsenlänge von nicht mehr als 47 oder 49 mm;
1\.5.6
Kleinschrotmunition, die in Lagern nach Tabelle 5 der Maßtafeln mit
einem Durchmesser
P(tief)1 bis 12,5 mm geladen werden kann;
1\.5.7
Munition, die zur ausschließlichen Verwendung in Kriegswaffen oder
durch die in § 55 Abs. 1 Satz 1 bezeichneten Stellen bestimmt ist,
soweit die Munition nicht unter die Vorschriften des Gesetzes über die
Kontrolle von Kriegswaffen oder des Sprengstoffgesetzes fällt.

Abschnitt 2:
Erlaubnispflichtige Waffen
Unterabschnitt 1:
Erlaubnispflicht
Der Umgang, ausgenommen das Überlassen, mit Waffen im Sinne des § 1
Absatz 2 Nummer 1 (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1 bis
4\.3) und der dafür bestimmten Munition bedarf der Erlaubnis, soweit
solche Waffen oder Munition nicht nach Unterabschnitt 2 für die dort
bezeichneten Arten des Umgangs von der Erlaubnispflicht freigestellt
sind. In Unterabschnitt 3 sind die Schusswaffen oder Munition
aufgeführt, bei denen die Erlaubnis unter erleichterten
Voraussetzungen erteilt wird. Ist eine erlaubnispflichtige Feuerwaffe
in eine Waffe umgearbeitet worden, deren Erwerb und Besitz unter
erleichterten und wegfallenden Erlaubnisvoraussetzungen möglich wäre,
so richtet sich die Erlaubnispflicht nach derjenigen für die
ursprüngliche Waffe, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.
Unterabschnitt 2:
Erlaubnisfreie Arten des Umgangs
1\.
Erlaubnisfreier Erwerb und Besitz
1\.1
Druckluft-, Federdruckwaffen und Waffen, bei denen zum Antrieb der
Geschosse kalte Treibgase Verwendung finden, wenn den Geschossen eine
Bewegungsenergie von nicht mehr als 7,5 Joule erteilt wird und die das
Kennzeichen nach Anlage 1 Abbildung 1 zur Ersten Verordnung zum
Waffengesetz vom 24. Mai 1976 (BGBl. I S. 1285) in der zum Zeitpunkt
des Inkrafttretens dieses Gesetzes geltenden Fassung oder ein durch
Rechtsverordnung nach § 25 Nummer 1 bestimmtes Zeichen tragen;
1\.2
Druckluft-, Federdruckwaffen und Waffen, bei denen zum Antrieb der
Geschosse kalte Treibgase Verwendung finden, die vor dem 1. Januar
1970 oder in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet
vor dem 2. April 1991 hergestellt und entsprechend den zu diesem
Zeitpunkt geltenden Bestimmungen in den Handel gebracht worden sind;
1\.3
Schreckschuss-, Reizstoff- und
Signalwaffen,

a)  die der zugelassenen Bauart nach § 8 des Beschussgesetzes entsprechen
    und das Zulassungszeichen nach Anlage 1 Abbildung 2 zur Ersten
    Verordnung zum Waffengesetz vom 24. Mai 1976 (BGBl. I S. 1285) in der
    zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes geltenden Fassung
    oder ein durch Rechtsverordnung nach § 25 Nummer 1 bestimmtes Zeichen
    tragen oder

b)  die den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaates entsprechen,
    die dieser der Europäischen Kommission nach Artikel 4 Absatz 2 der
    Durchführungsrichtlinie (EU) 2019/69 der Kommission vom 16. Januar
    2019 zur Festlegung technischer Spezifikationen für Schreckschuss- und
    Signalwaffen gemäß der Richtlinie
    91/477/EWG                    des Rates über die Kontrolle des Erwerbs
    und des Besitzes von Waffen als Maßnahme zur Umsetzung dieser
    Durchführungsrichtlinie mitgeteilt hat;

1\.4
Kartuschenmunition für die in Nummer 1.3 bezeichneten Schusswaffen;
1\.5
einläufige Einzelladerwaffen mit Zündhütchenzündung
(Perkussionswaffen), deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt
worden ist;
1\.6
Schusswaffen mit Lunten- oder Funkenzündung, deren Modell vor dem 1.
Januar 1871 entwickelt worden ist;
1\.7
Schusswaffen mit Zündnadelzündung, deren Modell vor dem 1. Januar 1871
entwickelt worden ist;
1\.8
Armbrüste;
1\.9
Kartuschenmunition für die nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1
Nummer 1.5 abgeänderten Schusswaffen sowie für Schussapparate nach § 7
des Beschussgesetzes;
1\.10
pyrotechnische Munition, die das Zulassungszeichen nach Anlage II
Abbildung 5 zur Dritten Verordnung zum Waffengesetz in der Fassung der
Bekanntmachung vom 2. September 1991 (BGBl. I S. 1872) mit der
Klassenbezeichnung PM I trägt.
2\.
Erlaubnisfreier Erwerb durch Inhaber einer Waffenbesitzkarte
(unbeschadet der Anzeige- und Eintragungspflichten nach den §§ 37a und
37g)
2\.1
Wechsel- und Austauschläufe gleichen oder geringeren Kalibers
einschließlich der für diese Läufe erforderlichen auswechselbaren
Verschlüsse (Wechselsysteme);
2\.2
Wechseltrommeln, aus denen nur Munition verschossen werden kann, bei
der gegenüber der für die Waffe bestimmten Munition
Geschossdurchmesser und höchstzulässiger Gebrauchsgasdruck gleich oder
geringer sind;
für Schusswaffen, die bereits in der Waffenbesitzkarte des Inhabers
einer Erlaubnis eingetragen sind.
2a.
Erlaubnisfreier Erwerb und Besitz durch Inhaber einer
Waffenbesitzkarte
Einsteckläufe und dazugehörige Verschlüsse (Einstecksysteme) sowie
Einsätze, die dazu bestimmt sind, Munition mit kleinerer Abmessung zu
verschießen, und die keine Einsteckläufe sind;
für Schusswaffen, die bereits in der Waffenbesitzkarte des Inhabers
einer Erlaubnis eingetragen sind.
2b.
Erlaubnisfreier Erwerb und Besitz und erlaubnisfreies Überlassen
unbeschadet der Anzeigepflicht nach § 37d von unbrauchbar gemachten
Schusswaffen.
3\.
Erlaubnisfreies Führen
3\.1
Schusswaffen mit Lunten- oder Funkenzündung, deren Modell vor dem 1.
Januar 1871 entwickelt worden ist;
3\.2
Armbrüste;
3\.3
unbrauchbar gemachte Schusswaffen.
4\.
Erlaubnisfreier Handel und erlaubnisfreie Herstellung
4\.1
Schusswaffen mit Lunten- oder Funkenzündung, deren Modell vor dem 1.
Januar 1871 entwickelt worden ist;
4\.2
Armbrüste.
5\.
Erlaubnisfreier Handel
5\.1
Einläufige Einzelladerwaffen mit Zündhütchenzündung
(Perkussionswaffen), deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt
worden ist;
5\.2
Schusswaffen mit Zündnadelzündung, deren Modell vor dem 1. Januar 1871
entwickelt worden ist;
5\.3
unbrauchbar gemachte Schusswaffen.
6\.
Erlaubnisfreie nichtgewerbsmäßige Herstellung
6\.1
Munition.
7\.
Erlaubnisfreies Verbringen und erlaubnisfreie Mitnahme in den, durch
den oder aus dem Geltungsbereich des Gesetzes
7\.1
Druckluft-, Federdruckwaffen und Waffen, bei denen zum Antrieb der
Geschosse kalte Treibgase Verwendung finden, sofern sie den
Voraussetzungen der Nummer 1.1 oder 1.2 entsprechen;
7\.2
Schreckschuss-,Reizstoff- und Signalwaffen,

a)  die der zugelassenen Bauart nach § 8 des Beschussgesetzes entsprechen
    und das Zulassungszeichen nach Anlage 1 Abbildung 2 zur Ersten
    Verordnung zum Waffengesetz vom 24. Mai 1976 (BGBl. I S. 1285) in der
    zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes geltenden Fassung
    oder ein durch Rechtsverordnung nach § 25 Nummer 1 bestimmtes Zeichen
    tragen oder

b)  die den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaates entsprechen,
    die dieser der Europäischen Kommission nach Artikel 4 Absatz 2 der
    Durchführungsrichtlinie (EU) 2019/69 der Kommission vom 16. Januar
    2019 zur Festlegung technischer Spezifikationen für Schreckschuss- und
    Signalwaffen gemäß der Richtlinie 91/477/EWG des Rates über die
    Kontrolle des Erwerbs und des Besitzes von Waffen als Maßnahme zur
    Umsetzung dieser Durchführungsrichtlinie mitgeteilt hat;

7\.3
unbrauchbar gemachte Schusswaffen;
7\.4
Munition für die in Nummer 7.2 bezeichneten Waffen;
7\.5
einläufige Einzelladerwaffen mit Zündhütchenzündung
(Perkussionswaffen), deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt
worden ist;
7\.6
Schusswaffen mit Lunten- oder Funkenzündung oder mit Zündnadelzündung,
deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt worden ist;
7\.7
Armbrüste;
7\.8
pyrotechnische Munition, die das Zulassungszeichen nach Anlage II
Abbildung 5 zur Dritten Verordnung zum Waffengesetz in der Fassung der
Bekanntmachung vom 2. September 1991 (BGBl. I S. 1872) mit der
Klassenbezeichnung PM I trägt;
7\.9
Kartuschenmunition für Salutwaffen nach Anlage 1 Abschnitt 1
Unterabschnitt 1 Nummer 1.5.1 sowie für Schussapparate nach § 7 des
Beschussgesetzes.
8\.
Erlaubnisfreies Verbringen und erlaubnisfreie Mitnahme aus dem
Geltungsbereich dieses Gesetzes in einen Staat, der nicht
Mitgliedstaat ist (Drittstaat)
8\.1
Sämtliche Waffen im Sinne des § 1 Absatz 2 und die hierfür bestimmte
Munition. Außenwirtschaftsrechtliche Genehmigungspflichten,
insbesondere nach der in § 48 Absatz 3a genannten Verordnung (EU) Nr.
258/2012, bleiben hiervon unberührt.
9\.
Erlaubnisfreies Verbringen aus dem Geltungsbereich des Gesetzes in
andere Mitgliedstaaten
Sämtliche Waffen im Sinne des § 1 Absatz 2 Nummer 1 und der dafür
bestimmten Munition mit Ausnahme von Waffen oder Munition gemäß Anlage
1 Abschnitt 3.
10\.
Erlaubnisfreie Unbrauchbarmachung unbeschadet der Anzeigepflicht nach
§ 37b Absatz 2
Sämtliche Schusswaffen im Sinne des § 1 Absatz 2 Nummer 1.
Unterabschnitt 3:
Entbehrlichkeit einzelner Erlaubnisvoraussetzungen
1\.
Erwerb und Besitz ohne Bedürfnisnachweis (§ 4 Abs. 1 Nr. 4)
1\.1
Feuerwaffen, deren Geschossen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als
7,5 Joule erteilt wird und die das Kennzeichen nach Anlage 1 Abbildung
1 der Ersten Verordnung zum Waffengesetz vom 24. Mai 1976 (BGBl. I S.
1285) in der zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes
geltenden Fassung oder ein durch Rechtsverordnung nach § 25 Nummer 1
bestimmtes Zeichen tragen;
1\.2
für Waffen nach Nummer 1.1 bestimmte Munition.
2\.
Führen ohne Sachkunde-, Bedürfnis- und
Haftpflichtversicherungsnachweis (§ 4 Abs. 1 Nr. 3 bis 5) - Kleiner
Waffenschein
2\.1
Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen nach Unterabschnitt 2 Nr.
1\.3.

Abschnitt 3:
Vom Gesetz ganz oder teilweise ausgenommene Waffen
Unterabschnitt 1:
Vom Gesetz mit Ausnahme von § 2 Abs. 1 und § 41 ausgenommene Waffen
Unterwassersportgeräte, bei denen zum Antrieb der Geschosse keine
Munition verwendet wird (Harpunengeräte).
Unterabschnitt 2:
Vom Gesetz mit Ausnahme des § 42a ausgenommene Waffen
1\.
Schusswaffen (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.1,
ausgenommen Blasrohre),

a)  die zum Spiel bestimmt sind, wenn aus ihnen nur Geschosse verschossen
    werden können, denen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 0,5
    Joule (J) erteilt wird, es sei denn, sie können mit allgemein
    gebräuchlichen Werkzeugen so geändert werden, dass die
    Bewegungsenergie der Geschosse über 0,5 Joule (J) steigt, oder

b)  die Spielzeuge im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie
    2009/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2009
    über die Sicherheit von Spielzeug (ABI. L 170 vom 30.6.2009, S. 1)
    sind, wenn sie

    aa) die Anforderungen nach Artikel 10 in Verbindung mit Anhang II
        Abschnitt 1 Nummer 8 der Richtlinie 2009/48/EG in der jeweils
        geltenden Fassung erfüllen und

    bb) die nach Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 2009/48/EG erforderliche
        Kennzeichnung aufweisen.

2\.
Schusswaffen (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nr. 1.1), bei
denen feste Körper durch Muskelkraft ohne Möglichkeit der Speicherung
der so eingebrachten Antriebsenergie durch eine Sperrvorrichtung
angetrieben werden (z. B. Blasrohre).
3\.
Gegenstände, die zum Spiel bestimmt sind, wenn mit ihnen nur
Zündblättchen, -bänder, -ringe (Amorces) oder Knallkorken abgeschossen
werden können, es sei denn, sie können mit allgemein gebräuchlichen
Werkzeugen in eine Schusswaffe oder einen anderen einer Schusswaffe
gleichstehenden Gegenstand umgearbeitet werden.
4\.
Nachbildungen von Schusswaffen nach Anlage 1 Abschnitt 1
Unterabschnitt 1 Nr. 6.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__60a.html
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