Title: § 10 Übermenge

Description:
Weingesetz (WeinG 1994)
2. Abschnitt - Anbauregeln
§ 10 Übermenge

Paragraph: 10

Content:
Weingesetz (WeinG 1994)
2. Abschnitt - Anbauregeln
§ 10 Übermenge

(1) Übersteigt in einem Weinbaubetrieb die Erntemenge den
Gesamthektarertrag im Sinne des § 9 Abs. 1 Satz 1 oder 2 um nicht mehr
als 20 vom Hundert, so darf die übersteigende Menge (Übermenge) nur

1.  im eigenen Betrieb zur Weinerzeugung verwendet und über das Erntejahr
    hinaus gelagert,

2.  im eigenen Betrieb zur Herstellung von Sekt b.A. verwendet und über
    das Erntejahr hinaus gelagert,

3.  destilliert oder

4.  im eigenen Betrieb zur Herstellung von Traubensaft verwendet und
    dieser an andere abgegeben sowie zur Herstellung von Traubensaft an
    andere abgegeben

werden. Für Mitglieder einer Winzergenossenschaft oder einer
Erzeugergemeinschaft anderer Rechtsform können die Weinerzeugung und
die Lagerung nach Satz 1 Nr. 1, die Herstellung und die Lagerung von
Sekt b.A. nach Satz 1 Nr. 2, die Destillation nach Satz 1 Nr. 3 oder
die Herstellung und die Abgabe nach Satz 1 Nr. 4 durch den
Erzeugerzusammenschluss vorgenommen werden, soweit die Mitglieder zur
Ablieferung der gesamten Ernte einer Rebfläche an den
Erzeugerzusammenschluss verpflichtet sind.

(2) Ist in einem der folgenden Erntejahre die Erntemenge des
Weinbaubetriebes geringer als der Gesamthektarertrag, so darf
abweichend von Absatz 1 eine der Differenz entsprechende Menge aus der
gelagerten Übermenge an andere abgegeben, verwendet oder verwertet
werden. Eine Übermenge darf auch ganz oder teilweise anstelle des
Gesamthektarertrages eines Jahrganges an andere abgegeben, verwendet
oder verwertet werden.

(3) Werden Übermengen mit Mengen aus Gesamthektarerträgen vermischt,
so darf nach dem Vermischen der den Gesamthektarerträgen entsprechende
Teil der Mischung an andere abgegeben, verwendet oder verwertet
werden.

(4) Ist nach § 9 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 ein Hektarertrag für
Grundwein gesondert festgesetzt worden, ist abweichend von Absatz 1, 2
Satz 1 und Absatz 3 die Erntemenge, die den Gesamthektarertrag im
Sinne des § 9 Absatz 1 Satz 1 oder 2 übersteigt, nach § 11 zu
destillieren.

(5) Übersteigt in einem Betrieb der erzeugte Traubenmost, teilweise
gegorene Traubenmost, Jungwein oder Wein die Menge, die nach § 9a
Absatz 1, auch in Verbindung mit Absatz 2, an andere abgegeben,
verwendet oder verwertet werden darf, um nicht mehr als 20 vom
Hundert, darf die Übermenge über das Jahr der Erzeugung hinaus
gelagert werden. Absatz 2 gilt entsprechend. Soweit die Weintrauben,
der Traubenmost, der teilweise gegorene Traubenmost oder der Jungwein
in einem Anbaugebiet erzeugt worden sind, für das nach § 9 Absatz 1
Satz 2 Nummer 2 Buchstabe e ein Hektarertrag für Grundwein gesondert
festgesetzt worden ist, ist die Übermenge zu destillieren.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/weing_1994/__10.html
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