Title: § 92 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
14. Abschnitt - Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin
§ 92 Abschlußprüfung

Paragraph: 92

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
14. Abschnitt - Spezialtiefbauer/Spezialtiefbauerin
§ 92 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in den Anlagen 3 und 17
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 14 Stunden eine praktische Aufgabe ausführen. Dabei soll der
Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktische Aufgabe kommt
insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen eines Kleinbohrpfahls einschließlich Dokumentation,

2.  Herstellen eines suspensionsgestützten Hohlraums einschließlich
    Greifern sowie Anmischen und Verpumpen der Stützsuspension,

3.  Herstellen einer Rückverankerung einer Baugrubenwand einschließlich
    Bohrung, Einbauen des Verankerungselements und Spannen sowie
    Dokumentation oder

4.  Herstellen einer Bohrreihe mit Ausbau für Injektionsverfahren und
    Durchführen einer Poreninjektion, Anmischen und Verpressen eines
    Injektionsmittels.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Gründungen und Verbau, Spezialtiefbaugeräte sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Gründungen und Verbau sowie Spezialtiefbaugeräte soll der Prüfling
zeigen, daß er insbesondere durch Verknüpfung von
arbeitsorganisatorischen, technologischen, mathematischen und
zeichnerischen Inhalten praxisbezogene Fälle lösen kann. Dabei sollen
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es
kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Gründungen und Verbau:

    a)  Herstellen von Bohrungen,

    b)  Herstellen von Pfählen,

    c)  Herstellen von Ankersystemen,

    d)  Herstellen von Schlitz- und Dichtwänden,

    e)  Einpreßverfahren,

    f)  Wasserhaltung,

    g)  Baugrundverbesserungen;

2.  im Prüfungsbereich Spezialtiefbaugeräte:

    a)  Aufstellen von Geräten, Maschinen und Anlagen,

    b)  Funktion von Bohrgeräten und Injektionskomponenten,

    c)  Funktion von Ramm-, Rüttel- und Vibrationsgeräten,

    d)  Bedienen und Instandhalten von Geräten, Maschinen und Anlagen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Gründungen und Verbau

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Spezialtiefbaugeräte

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Gründungen und Verbau

    *   50 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Spezialtiefbaugeräte

    *   30 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einem der
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 22, so
hat er den Abschluß Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
erreicht. Die Anforderungen nach § 22 gelten dann als erfüllt, wenn in
dieser Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keinem der fachbezogenen Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung
erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__92.html
Directory: bauwiausbv_1999
Level: 4.0