Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Hafenlogistik (HafenlogAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Hafenlogistik (HafenlogAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens vier Stunden drei Arbeitsaufgaben, die aus mehreren Teilen
bestehen können, durchführen und mit praxisüblichen Unterlagen
dokumentieren sowie innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 15
Minuten hierüber ein Fachgespräch führen, das aus mehreren
Gesprächsphasen bestehen kann. Für die Arbeitsaufgaben kommen
insbesondere in Betracht:

1.  Erstellen einer Ladungsplanung,

2.  Umschlagen von Gütern,

3.  Lagern von Gütern oder

4.  Behandeln von Gütern.

Durch die Durchführung der Arbeitsaufgaben, deren Dokumentation sowie
das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe
ziel- und kundenorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher,
technischer, organisatorischer, rechtlicher und zeitlicher Vorgaben
selbstständig planen und durchführen, Arbeitsmittel einsetzen,
Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren sowie Maßnahmen zur
Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz
und zur Qualitätssicherung ergreifen sowie seine Vorgehensweise
begründen kann. Des Weiteren soll der Prüfling zeigen, dass er
logistische Prozesse berücksichtigen, Maßnahmen zur Werterhaltung und
Mängelbeseitigung veranlassen und durchführen, Dokumente und Papiere
bearbeiten sowie mit Gefahrgut umgehen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Güterumschlag, Lagerung und Güterkontrolle sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Güterumschlag sowie Lagerung und Güterkontrolle sind insbesondere
logistische Abläufe und fachliche Probleme mit verknüpften
informationstechnischen, technologischen und mathematischen Inhalten
zu analysieren, zu bewerten und zu lösen. Dabei sollen
Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz, Einsatz von
Arbeitsmitteln sowie von Informations- und Kommunikationssystemen,
Anwendung einer Fremdsprache bei Fachaufgaben, Kundenorientierung und
qualitätssichernde Maßnahmen berücksichtigt werden. Hierfür ist aus
folgenden Gebieten auszuwählen:

1.  im Prüfungsbereich Güterumschlag:

    a)  Ladungsplanung,

    b)  Be- und Entladen von Transportmitteln,

    c)  Umgang mit Containern,

    d)  Ladungssicherung,

    e)  Umschlags- und Versandpapiere,

    f)  Umgang mit Gefahrgut;

2.  im Prüfungsbereich Lagerung und Güterkontrolle:

    a)  Ein- und Auslagerung,

    b)  Kontrolle und Dokumentation,

    c)  Güterbearbeitung und werterhaltende Maßnahmen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen
    sollen.

(4) Für den schriftlichen Prüfungsteil ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich
        Güterumschlag

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich
        Lagerung und Güterkontrolle

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Prüfungsteils sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich
        Güterumschlag

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich
        Lagerung und Güterkontrolle

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im praktischen und schriftlichen
Teil der Prüfung jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht
wurden. In zwei der schriftlichen Prüfungsbereiche müssen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht worden sein. Des Weiteren darf weder
in einer der Arbeitsaufgaben des praktischen Teils noch in dem
weiteren schriftlichen Prüfungsbereich eine ungenügende Leistung
erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hafenlogausbv/__9.html
Directory: hafenlogausbv
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