Title: § 9 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Änderungsschneider/zur Änderungsschneiderin (ÄndSchnAusbV)
§ 9 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Änderungsschneider/zur Änderungsschneiderin (ÄndSchnAusbV)
§ 9 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung

(1) Die Gesellenprüfung/Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf
den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens sieben Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag
entspricht, durchführen, mit betriebsüblichen Unterlagen dokumentieren
sowie hierüber während dieser Zeit in insgesamt höchstens 15 Minuten
ein Fachgespräch führen, das aus mehreren Gesprächsphasen bestehen
kann. Für die Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in Betracht:
Durchführen von Änderungsarbeiten an einem oder mehreren gefütterten
Großstücken mit Schlitzen und Knöpfen unter Berücksichtigung folgender
Einzelarbeiten:
Änderung der Länge, Änderung der Ärmellänge vor der Hand, Änderung der
Weite von Seitennähten, Austauschen eines aushakbaren Reißverschlusses
sowie Durchführen der erforderlichen Bügelarbeiten.
Bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe, der Dokumentation und des
Fachgesprächs soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter
Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbstständig und kundenorientiert planen und durchführen, dabei
Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren, Maßnahmen zur
Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum
Umweltschutz ergreifen und die für die Arbeitsaufgabe relevanten
fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der
Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Änderungen, Auftragsbearbeitung sowie Wirtschafts-
und Sozialkunde praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Es kommen Aufgaben
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Änderungen:

    a)  Werk-, Hilfsstoffe und Zubehör sowie Materialeigenschaften,

    b)  Näh- und Bügeltechniken,

    c)  leistungs- und materialbezogene Berechnungen,

    d)  Geräte, Maschinen und Zusatzeinrichtungen,

    e)  Qualitätssicherung;

2.  im Prüfungsbereich Auftragsbearbeitung:

    a)  Kundenberatung,

    b)  Änderungsmöglichkeiten,

    c)  Arbeitsplanung,

    d)  Kalkulation und Abrechnung;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Änderungen

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Auftragsbearbeitung

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Änderungen

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Auftragsbearbeitung

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn

1.  im praktischen Teil der Prüfung und

2.  im schriftlichen Teil der Prüfung

jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. In zwei
der Prüfungsbereiche des schriftlichen Teils der Prüfung müssen
mindestens ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich
des schriftlichen Teils der Prüfung dürfen keine ungenügenden
Leistungen erbracht worden sein.

(zu § 5)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/_ndschnausbv/__9.html
Directory: aendschnausbv
Level: 2.0