Title: Anhang Arbeitsmedizinische Pflicht- und Angebotsvorsorge

Description:
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
Anhang Arbeitsmedizinische Pflicht- und Angebotsvorsorge

Paragraph: 10

Content:
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
Anhang Arbeitsmedizinische Pflicht- und Angebotsvorsorge

(Fundstelle: BGBl. I 2008, 2771 - 2775;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**Teil 1**
**Tätigkeiten mit Gefahrstoffen**
**(1) Pflichtvorsorge bei:**

1.  Tätigkeiten mit den Gefahrstoffen:

    –   Acrylnitril,

    –   Alkylquecksilberverbindungen,

    –   Alveolengängiger Staub (A-Staub),

    –   Aromatische Nitro- und Aminoverbindungen,

    –   Arsen und Arsenverbindungen,

    –   Asbest,

    –   Benzol,

    –   Beryllium,

    –   Bleitetraethyl und Bleitetramethyl,

    –   Cadmium und Cadmiumverbindungen,

    –   Chrom-VI-Verbindungen,

    –   Dimethylformamid,

    –   Einatembarer Staub (E-Staub),

    –   Fluor und anorganische Fluorverbindungen,

    –   Glycerintrinitrat und Glykoldinitrat (Nitroglycerin/Nitroglykol),

    –   Hartholzstaub,

    –   Kohlenstoffdisulfid,

    –   Kohlenmonoxid,

    –   Methanol,

    –   Nickel und Nickelverbindungen,

    –   Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (Pyrolyseprodukte aus
        organischem Material),

    –   weißer Phosphor (Tetraphosphor),

    –   Platinverbindungen,

    –   Quecksilber und anorganische Quecksilberverbindungen,

    –   Schwefelwasserstoff,

    –   Silikogener Staub,

    –   Styrol,

    –   Tetrachlorethen,

    –   Toluol,

    –   Trichlorethen,

    –   Vinylchlorid,

    –   Xylol (alle Isomeren),

*   wenn

    a)  der Arbeitsplatzgrenzwert für den Gefahrstoff nach der
        Gefahrstoffverordnung nicht eingehalten wird,

    b)  eine wiederholte Exposition nicht ausgeschlossen werden kann und der
        Gefahrstoff ein krebserzeugender oder keimzellmutagener Stoff der
        Kategorie 1A oder 1B oder ein krebserzeugendes oder keimzellmutagenes
        Gemisch der Kategorie 1A oder 1B im Sinne der Gefahrstoffverordnung
        ist oder die Tätigkeiten mit dem Gefahrstoff als krebserzeugende
        Tätigkeiten oder Verfahren Kategorie 1A oder 1B im Sinne der
        Gefahrstoffverordnung bezeichnet werden oder

    c)  der Gefahrstoff hautresorptiv ist und eine Gesundheitsgefährdung durch
        Hautkontakt nicht ausgeschlossen werden kann;

2.  Sonstige Tätigkeiten mit Gefahrstoffen:

    a)  Feuchtarbeit von regelmäßig vier Stunden oder mehr je Tag,

    b)  Schweißen und Trennen von Metallen bei Überschreitung einer
        Luftkonzentration von 3 Milligramm pro Kubikmeter Schweißrauch,

    c)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Getreide- und Futtermittelstäuben
        bei Überschreitung einer Luftkonzentration von 4 Milligramm pro
        Kubikmeter einatembarem Staub,

    d)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Isocyanaten, bei denen ein
        regelmäßiger Hautkontakt nicht ausgeschlossen werden kann oder eine
        Luftkonzentration von 0,05 Milligramm pro Kubikmeter überschritten
        wird,

    e)  Tätigkeiten mit einer Exposition mit Gesundheitsgefährdung durch
        Labortierstaub in Tierhaltungsräumen und -anlagen,

    f)  Tätigkeiten mit Benutzung von Naturgummilatexhandschuhen mit mehr als
        30 Mikrogramm Protein je Gramm im Handschuhmaterial,

    g)  Tätigkeiten mit dermaler Gefährdung oder inhalativer Exposition mit
        Gesundheitsgefährdung, verursacht durch Bestandteile unausgehärteter
        Epoxidharze, insbesondere durch Versprühen von Epoxidharzen,

    h)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Blei und anorganischen
        Bleiverbindungen bei Überschreitung einer Luftkonzentration von 0,075
        Milligramm pro Kubikmeter,

    i)  Tätigkeiten mit Hochtemperaturwollen, soweit dabei als krebserzeugend
        Kategorie 1A oder 1B im Sinne der Gefahrstoffverordnung eingestufte
        Faserstäube freigesetzt werden können,

    j)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Mehlstaub bei Überschreitung
        einer Mehlstaubkonzentration von 4 Milligramm pro Kubikmeter Luft.

**(2) Angebotsvorsorge bei:**

1.  Tätigkeiten mit den in Absatz 1 Nr. 1 genannten Gefahrstoffen, wenn
    eine Exposition nicht ausgeschlossen werden kann und der Arbeitgeber
    keine Pflichtvorsorge zu veranlassen hat;

2.  Sonstige Tätigkeiten mit Gefahrstoffen:

    a)  Schädlingsbekämpfung nach der Gefahrstoffverordnung,

    b)  Begasungen nach der Gefahrstoffverordnung,

    c)  Tätigkeiten mit folgenden Stoffen oder deren Gemischen: n-Hexan,
        n-Heptan, 2-Butanon, 2-Hexanon, Methanol, Ethanol, 2-Methoxyethanol,
        Benzol, Toluol, Xylol, Styrol, Dichlormethan, 1,1,1-Trichlorethan,
        Trichlorethen, Tetrachlorethen,

    d)  Tätigkeiten mit einem Gefahrstoff, sofern der Gefahrstoff nicht in
        Absatz 1 Nummer 1 genannt ist, eine wiederholte Exposition nicht
        ausgeschlossen werden kann und

        aa) der Gefahrstoff ein krebserzeugender oder keimzellmutagener Stoff der
            Kategorie 1A oder 1B oder ein krebserzeugendes oder keimzellmutagenes
            Gemisch der Kategorie 1A oder 1B im Sinne der Gefahrstoffverordnung
            ist oder

        bb) die Tätigkeiten mit dem Gefahrstoff als krebserzeugende Tätigkeiten
            oder Verfahren Kategorie 1A oder 1B im Sinne der Gefahrstoffverordnung
            bezeichnet werden,

    e)  Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als zwei Stunden je Tag,

    f)  Schweißen und Trennen von Metallen bei Einhaltung einer
        Luftkonzentration von 3 Milligramm pro Kubikmeter Schweißrauch,

    g)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Getreide- und Futtermittelstäuben
        bei Überschreitung einer Luftkonzentration von 1 Milligramm je
        Kubikmeter einatembarem Staub,

    h)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Isocyanaten, bei denen ein
        Hautkontakt nicht ausgeschlossen werden kann oder eine
        Luftkonzentration von 0,05 Milligramm pro Kubikmeter eingehalten wird,

    i)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Blei und anorganischen
        Bleiverbindungen bei Einhaltung einer Luftkonzentration von 0,075
        Milligramm pro Kubikmeter,

    j)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Mehlstaub bei Einhaltung einer
        Mehlstaubkonzentration von 4 Milligramm pro Kubikmeter Luft,

    k)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber sonstigen
        atemwegssensibilisierend oder hautsensibilisierend wirkenden Stoffen,
        für die nach Absatz 1, Nummer 1 oder Buchstabe a bis j keine
        arbeitsmedizinische Vorsorge vorgesehen ist.

3.  (weggefallen)

**(3) Anlässe für nachgehende Vorsorge:**

1.  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber einem Gefahrstoff, sofern

    a)  der Gefahrstoff ein krebserzeugender oder keimzellmutagener Stoff der
        Kategorie 1A oder 1B oder ein krebserzeugendes oder keimzellmutagenes
        Gemisch der Kategorie 1A oder 1B im Sinne der Gefahrstoffverordnung
        ist oder

    b)  die Tätigkeiten mit dem Gefahrstoff als krebserzeugende Tätigkeiten
        oder Verfahren Kategorie 1A oder 1B im Sinne der Gefahrstoffverordnung
        bezeichnet werden;

2.  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Blei oder anorganischen
    Bleiverbindungen;

3.  Tätigkeiten mit Hochtemperaturwollen nach Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe
    i.

**(4) Abweichungen:**
Vorsorge nach den Absätzen 1 bis 3 muss nicht veranlasst oder
angeboten werden, wenn und soweit die auf der Grundlage von § 9 Absatz
3 Satz 1 Nummer 1 ermittelten und nach § 9 Absatz 4 bekannt gegebenen
Regeln etwas anderes bestimmen.

**Teil 2**
**Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen einschließlich
gentechnischen Arbeiten mit humanpathogenen Organismen**

**(1) Pflichtvorsorge bei:**

1.  gezielten Tätigkeiten mit einem biologischen Arbeitsstoff der
    Risikogruppe 4 oder mit

    –   Bacillus anthracis,

    –   Bartonella bacilliformis,

    –   Bartonella henselae,

    –   Bartonella quintana,

    –   Bordetella pertussis,

    –   Borelia burgdorferi,

    –   Borelia burgdorferi sensu lato,

    –   Brucella melitensis,

    –   Burkholderia pseudomallei (Pseudomonas pseudomallei),

    –   Chlamydophila pneumoniae,

    –   Chlamydophila psittaci (aviäre Stämme),

    –   Coxiella burnetii,

    –   Francisella tularensis,

    –   Frühsommermeningoenzephalitis-(FSME)-Virus,

    –   Gelbfieber-Virus,

    –   Helicobacter pylori,

    –   Hepatitis-A-Virus (HAV),

    –   Hepatitis-B-Virus (HBV),

    –   Hepatitis-C-Virus (HCV),

    –   Influenzavirus A oder B,

    –   Japanenzephalitisvirus,

    –   Leptospira spp.,

    –   Masernvirus,

    –   Mumpsvirus,

    –   Mycobacterium bovis,

    –   Mycobacterium tuberculosis,

    –   Neisseria meningitidis,

    –   Poliomyelitisvirus,

    –   Rubivirus,

    –   Salmonella typhi,

    –   Schistosoma mansoni,

    –   Streptococcus pneumoniae,

    –   Tollwutvirus,

    –   Treponema pallidum (Lues),

    –   Tropheryma whipplei,

    –   Trypanosoma cruzi,

    –   Yersinia pestis,

    –   Varizelle-Zoster-Virus (VZV) oder

    –   Vibrio cholerae;

2.  nicht gezielten Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der
    Risikogruppe 4 bei Kontaktmöglichkeit zu infizierten Proben oder
    Verdachtsproben oder erkrankten oder krankheitsverdächtigen Personen
    oder Tieren einschließlich deren Transport sowie

3.  nachfolgend aufgeführten nicht gezielten Tätigkeiten

    a)  in Forschungseinrichtungen oder Laboratorien: regelmäßige Tätigkeiten
        mit Kontaktmöglichkeit zu infizierten Proben oder Verdachtsproben, zu
        infizierten Tieren oder krankheitsverdächtigen Tieren beziehungsweise
        zu erregerhaltigen oder kontaminierten Gegenständen oder Materialien
        hinsichtlich eines biologischen Arbeitsstoffes nach Nummer 1;

    b)  in Tuberkuloseabteilungen und anderen pulmologischen Einrichtungen:
        Tätigkeiten mit regelmäßigem Kontakt zu erkrankten oder
        krankheitsverdächtigen Personen hinsichtlich Mycobacterium bovis oder
        Mycobacterium tuberculosis;

    c)  in Einrichtungen zur medizinischen Untersuchung, Behandlung und Pflege
        von Menschen:

        aa) Tätigkeiten mit regelmäßigem direkten Kontakt zu erkrankten oder
            krankheitsverdächtigen Personen hinsichtlich

            –   Bordetella pertussis,

            –   Hepatitis-A-Virus (HAV),

            –   Masernvirus,

            –   Mumpsvirus oder

            –   Rubivirus,

        bb) Tätigkeiten, bei denen es regelmäßig und in größerem Umfang zu Kontakt
            mit Körperflüssigkeiten, Körperausscheidungen oder Körpergewebe kommen
            kann, insbesondere Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr oder
            Gefahr von Verspritzen und Aerosolbildung, hinsichtlich

            –   Hepatitis-B-Virus (HBV) oder

            –   Hepatitis-C-Virus (HCV);

            dies gilt auch für Bereiche, die der Versorgung oder der
            Aufrechterhaltung dieser Einrichtungen dienen;

    d)  in Einrichtungen zur medizinischen Untersuchung, Behandlung und Pflege
        von Kindern, ausgenommen Einrichtungen ausschließlich zur Betreuung
        von Kindern: Tätigkeiten mit regelmäßigem direkten Kontakt zu
        erkrankten oder krankheitsverdächtigen Kindern hinsichtlich Varizella-
        Zoster-Virus (VZV); Buchstabe c bleibt unberührt;

    e)  in Einrichtungen ausschließlich zur Betreuung von Menschen:
        Tätigkeiten, bei denen es regelmäßig und in größerem Umfang zu Kontakt
        mit Körperflüssigkeiten, Körperausscheidungen oder Körpergewebe kommen
        kann, insbesondere Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr oder
        Gefahr von Verspritzen und Aerosolbildung, hinsichtlich

        –   Hepatitis-A-Virus (HAV),

        –   Hepatitis-B-Virus (HBV) oder

        –   Hepatitis-C-Virus (HCV);

    f)  in Einrichtungen zur vorschulischen Betreuung von Kindern: Tätigkeiten
        mit regelmäßigem direkten Kontakt zu Kindern hinsichtlich

        –   Bordetella pertussis,

        –   Masernvirus,

        –   Mumpsvirus,

        –   Rubivirus oder

        –   Varizella-Zoster-Virus (VZV); Buchstabe e bleibt unberührt;

    g)  in Notfall- und Rettungsdiensten: Tätigkeiten, bei denen es regelmäßig
        und in größerem Umfang zu Kontakt mit Körperflüssigkeiten,
        Körperausscheidungen oder Körpergewebe kommen kann, insbesondere
        Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr oder Gefahr von Verspritzen
        und Aerosolbildung, hinsichtlich Hepatitis-B-Virus (HBV) oder
        Hepatitis-C-Virus (HCV);

    h)  in der Pathologie: Tätigkeiten, bei denen es regelmäßig und in
        größerem Umfang zu Kontakt mit Körperflüssigkeiten,
        Körperausscheidungen oder Körpergewebe kommen kann, insbesondere
        Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr oder Gefahr von Verspritzen
        und Aerosolbildung, hinsichtlich Hepatitis-B-Virus (HBV) oder
        Hepatitis-C-Virus (HCV);

    i)  in Kläranlagen oder in der Kanalisation: Tätigkeiten mit regelmäßigem
        Kontakt zu fäkalienhaltigen Abwässern oder mit fäkalienkontaminierten
        Gegenständen hinsichtlich Hepatitis-A-Virus (HAV);

    j)  in Einrichtungen zur Aufzucht und Haltung von Vögeln oder zur
        Geflügelschlachtung: regelmäßige Tätigkeiten mit Kontaktmöglichkeit zu
        infizierten Proben oder Verdachtsproben, zu infizierten Tieren oder
        krankheitsverdächtigen Tieren beziehungsweise zu erregerhaltigen oder
        kontaminierten Gegenständen oder Materialien, wenn dabei der
        Übertragungsweg gegeben ist, hinsichtlich Chlamydophila psittaci
        (aviäre Stämme);

    k)  in einem Tollwut gefährdeten Bezirk: Tätigkeiten mit regelmäßigem
        Kontakt zu frei lebenden Tieren hinsichtlich Tollwutvirus;

    l)  in oder in der Nähe von Fledermausunterschlupfen: Tätigkeiten mit
        engem Kontakt zu Fledermäusen hinsichtlich Europäischem Fledermaus-
        Lyssavirus (EBLV 1 und 2);

    m)  auf Freiflächen, in Wäldern, Parks und Gartenanlagen, Tiergärten und
        Zoos: regelmäßige Tätigkeiten in niederer Vegetation oder direkter
        Kontakt zu frei lebenden Tieren hinsichtlich

        aa) Borrellia burgdorferi oder

        bb) in Endemiegebieten Frühsommermeningoenzephalitis-(FSME)-Virus.

**(2) Angebotsvorsorge**

1.  Hat der Arbeitgeber keine Pflichtvorsorge nach Absatz 1 zu
    veranlassen, muss er den Beschäftigten Angebotsvorsorge anbieten bei

    a)  gezielten Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe
        3 der Biostoffverordnung und nicht gezielten Tätigkeiten, die der
        Schutzstufe 3 der Biostoffverordnung zuzuordnen sind oder für die eine
        vergleichbare Gefährdung besteht,

    b)  gezielten Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe
        2 der Biostoffverordnung und nicht gezielten Tätigkeiten, die der
        Schutzstufe 2 der Biostoffverordnung zuzuordnen sind oder für die eine
        vergleichbare Gefährdung besteht, es sei denn, nach der
        Gefährdungsbeurteilung und auf Grund der getroffenen Schutzmaßnahmen
        ist nicht von einer Infektionsgefährdung auszugehen;

    c)  Tätigkeiten mit Exposition gegenüber sensibilisierend oder toxisch
        wirkenden biologischen Arbeitsstoffen, für die nach Absatz 1,
        Buchstabe a oder b keine arbeitsmedizinische Vorsorge vorgesehen ist;

2.  § 5 Abs. 2 gilt entsprechend, wenn als Folge einer Exposition
    gegenüber biologischen Arbeitsstoffen

    a)  mit einer schweren Infektionskrankheit gerechnet werden muss und
        Maßnahmen der postexpositionellen Prophylaxe möglich sind oder

    b)  eine Infektion erfolgt ist;

3.  Am Ende einer Tätigkeit, bei der eine Pflichtvorsorge nach Absatz 1 zu
    veranlassen war, hat der Arbeitgeber eine Angebotsvorsorge anzubieten.

**(3) Gentechnische Arbeiten mit humanpathogenen Organismen:**
Die Absätze 1 und 2 zu Pflicht- und Angebotsvorsorge gelten
entsprechend bei gentechnischen Arbeiten mit humanpathogenen
Organismen.
**Teil 3**
**Tätigkeiten mit physikalischen Einwirkungen**
**(1) Pflichtvorsorge bei:**

1.  Tätigkeiten mit extremer Hitzebelastung, die zu einer besonderen
    Gefährdung führen können;

2.  Tätigkeiten mit extremer Kältebelastung (– 25° Celsius und kälter);

3.  Tätigkeiten mit Lärmexposition, wenn die oberen Auslösewerte von L
    ex,8h                    = 85 dB(A) beziehungsweise
    L
    pC,peak                    = 137 dB(C) erreicht oder überschritten
    werden.

    Bei der Anwendung der Auslösewerte nach Satz 1 wird die dämmende
    Wirkung eines persönlichen Gehörschutzes der Beschäftigten nicht
    berücksichtigt;

4.  Tätigkeiten mit Exposition durch Vibrationen, wenn die
    Expositionsgrenzwerte

    a)  A(8) = 5 m/s
        2                          für Tätigkeiten mit Hand-Arm-Vibrationen
        oder

    b)  A(8) = 1,15 m/s
        2                          in X- oder Y-Richtung oder A(8) = 0,8 m/s
        2                          in Z-Richtung für Tätigkeiten mit
        Ganzkörper-Vibrationen

    erreicht oder überschritten werden;

5.  Tätigkeiten unter Wasser, bei denen der oder die Beschäftigte über ein
    Tauchgerät mit Atemgas versorgt wird (Taucherarbeiten);

6.  Tätigkeiten mit Exposition durch inkohärente künstliche optische
    Strahlung, wenn am Arbeitsplatz die Expositionsgrenzwerte nach § 6 der
    Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung vom 19.
    Juli 2010 (BGBl. I S. 960) in der jeweils geltenden Fassung
    überschritten werden.

**(2) Angebotsvorsorge bei:**

1.  Tätigkeiten mit Lärmexposition, wenn die unteren Auslösewerte von L
    ex,8h                    = 80 dB(A) beziehungsweise L
    pC,peak                    = 135 dB(C) überschritten werden.

    Bei der Anwendung der Auslösewerte nach Satz 1 wird die dämmende
    Wirkung eines persönlichen Gehörschutzes der Beschäftigten nicht
    berücksichtigt;

2.  Tätigkeiten mit Exposition durch Vibrationen, wenn die Auslösewerte
    von

    a)  A(8) = 2,5 m/s
        2                          für Tätigkeiten mit Hand-Arm-Vibrationen
        oder

    b)  A(8) = 0,5 m/s
        2                          für Tätigkeiten mit Ganzkörper-Vibrationen

    überschritten werden;

3.  Tätigkeiten mit Exposition durch inkohärente künstliche optische
    Strahlung, wenn am Arbeitsplatz die Expositionsgrenzwerte nach § 6 der
    Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung vom 19.
    Juli 2010 (BGBl. I S. 960) in der jeweils geltenden Fassung
    überschritten werden können;

4.  Tätigkeiten mit wesentlich erhöhten körperlichen Belastungen, die mit
    Gesundheitsgefährdungen für das Muskel-Skelett-System verbunden sind
    durch

    a)  Lastenhandhabung beim Heben, Halten, Tragen, Ziehen oder Schieben von
        Lasten,

    b)  repetitive manuelle Tätigkeiten oder

    c)  Arbeiten in erzwungenen Körperhaltungen im Knien, in langdauerndem
        Rumpfbeugen oder -drehen oder in vergleichbaren Zwangshaltungen;

5.  Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche
    UV-Strahlung                    von regelmäßig einer Stunde oder mehr
    je Tag. Der Arbeitgeber hat Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen,
    durch die die Belastung durch natürliche UV-Strahlung möglichst gering
    gehalten wird.

**Teil 4**
**Sonstige Tätigkeiten**
**(1) Pflichtvorsorge bei:**

1.  Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppen 2 und 3
    erfordern;

2.  Tätigkeiten in Tropen, Subtropen und sonstige Auslandsaufenthalte mit
    besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen.
    Abweichend von § 3 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 7 dürfen auch
    Ärzte oder Ärztinnen beauftragt werden, die zur Führung der
    Zusatzbezeichnung Tropenmedizin berechtigt sind.

**(2) Angebotsvorsorge bei:**

1.  Tätigkeiten an Bildschirmgeräten

    Die Angebotsvorsorge enthält das Angebot auf eine angemessene
    Untersuchung der Augen und des Sehvermögens. Erweist sich auf Grund
    der Angebotsvorsorge eine augenärztliche Untersuchung als
    erforderlich, so ist diese zu ermöglichen. § 5 Abs. 2 gilt
    entsprechend für Sehbeschwerden. Den Beschäftigten sind im
    erforderlichen Umfang spezielle Sehhilfen für ihre Arbeit an
    Bildschirmgeräten zur Verfügung zu stellen, wenn Ergebnis der
    Angebotsvorsorge ist, dass spezielle Sehhilfen notwendig und normale
    Sehhilfen nicht geeignet sind;

2.  Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1
    erfordern;

3.  Am Ende einer Tätigkeit, bei der nach Absatz 1 Nummer 2 eine
    Pflichtvorsorge zu veranlassen war, hat der Arbeitgeber eine
    Angebotsvorsorge anzubieten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/arbmedvv/__10.html
Directory: arbmedvv
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