Title: § 8 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten/zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZahnmedAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten/zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZahnmedAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen
Teil.

(3) Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus den Bereichen
Behandlungsassistenz, Praxisorganisation und -verwaltung,
Abrechnungswesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Anforderungen
in den Bereichen sind:

1.  Bereich Behandlungsassistenz

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Er soll in der
    Prüfung zeigen, dass er bei der Diagnostik und Therapie Arbeitsabläufe
    planen und die Durchführung der Behandlungsassistenz beschreiben kann.
    Dabei soll er gesetzliche und vertragliche Regelungen der
    zahnmedizinischen Versorgung, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der
    Arbeit, Umweltschutz sowie Maßnahmen der Praxishygiene
    berücksichtigen. Der Prüfling soll nachweisen, dass er fachliche und
    wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, Sachverhalte analysieren
    sowie Lösungsmöglichkeiten entwickeln und darstellen kann. Hierfür
    kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Arbeitsorganisation, qualitätssichernde Maßnahmen,

    b)  Kommunikation, Information und Patientenbetreuung,

    c)  Grundlagen der Prophylaxe,

    d)  Arzneimittel, Werkstoffe, Materialien, Instrumente,

    e)  Dokumentation,

    f)  Diagnose- und Therapiegeräte,

    g)  Röntgen und Strahlenschutz,

    h)  Hilfeleistungen bei Zwischenfällen und Unfällen;

2.  Bereich Praxisorganisation und -verwaltung

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Er soll in der
    Prüfung zeigen, dass er Praxisabläufe gestalten, den Arbeitsablauf
    systematisch planen und im Zusammenhang mit anderen Arbeitsbereichen
    darstellen kann. Dabei soll er Sicherheit und Gesundheitsschutz bei
    der Arbeit, Umweltschutz, Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie
    Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten berücksichtigen. Hierfür
    kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Gesetzliche und vertragliche Regelungen der zahnmedizinischen
        Versorgung,

    b)  Arbeiten im Team,

    c)  Kommunikation, Information und Datenschutz,

    d)  Patientenbetreuung,

    e)  Verwaltungsarbeiten,

    f)  Zahlungsverkehr,

    g)  Materialbeschaffung und -verwaltung,

    h)  Dokumentation,

    i)  Abrechnung von Leistungen;

3.  Bereich Abrechnungswesen

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Er soll in der
    Prüfung zeigen, dass er Leistungen unter Berücksichtigung von
    abrechnungsbezogenen Vorschriften für privat und gesetzlich
    versicherte Patienten abrechnen kann und dabei fachliche Zusammenhänge
    zwischen Verwaltungsarbeiten, Arbeitsorganisation und
    Behandlungsassistenz versteht. Hierfür kommen insbesondere folgende
    Gebiete in Betracht:

    a)  Gebührenordnungen und Vertragsbestimmungen,

    b)  Heil- und Kostenpläne,

    c)  Vorschriften der Sozialgesetzgebung,

    d)  Anwendung von Informations- und Kommunikationssystemen,

    e)  Datenschutz und Datensicherheit,

    f)  Patientenbetreuung,

    g)  Behandlungsdokumentation;

4.  Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben aus der Berufs- und
    Arbeitswelt bearbeiten und dabei zeigen, dass er allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge darstellen kann.

(4) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Bereich Behandlungsassistenz

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Bereich Praxisorganisation und -verwaltung

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Bereich Abrechnungswesen

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Bereich Wirtschafts-Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Bei der Ermittlung des Ergebnisses des schriftlichen Teils der
Prüfung hat der Bereich Behandlungsassistenz gegenüber jedem der
übrigen Bereiche das doppelte Gewicht.

(6) Im praktischen Teil der Prüfung soll der Prüfling zeigen, dass er
Patienten vor, während und auch nach der Behandlung betreuen,
Patienten über Behandlungsabläufe und über Möglichkeiten der
Prophylaxe informieren und zur Kooperation motivieren kann. Er soll
nachweisen, dass er Behandlungsabläufe organisieren,
Verwaltungsarbeiten durchführen sowie bei der Behandlung assistieren
kann. Dabei soll der Prüfling Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der
Arbeit, Belange des Umweltschutzes und Hygienevorschriften
berücksichtigen. Der Prüfling soll in höchstens 60 Minuten eine
komplexe Prüfungsaufgabe bearbeiten und in einem Prüfungsgespräch
erläutern. Dabei soll er praxisbezogene Arbeitsabläufe simulieren,
demonstrieren, dokumentieren und präsentieren. Innerhalb der
Prüfungsaufgabe sollen höchstens 30 Minuten auf das Gespräch
entfallen. Dem Prüfling ist eine angemessene Vorbereitungszeit
einzuräumen. Für die praktische Aufgabe kommen insbesondere in
Betracht:

1.  Patientengespräche personenorientiert und situationsgerecht führen,

2.  Prophylaxemaßnahmen demonstrieren oder

3.  Materialien, Werkstoffe und Arzneimittel vorbereiten und verarbeiten;
    den Einsatz von Geräten und Instrumenten demonstrieren.

(7) Sind im schriftlichen Teil der Prüfung die Prüfungsleistungen in
bis zu zwei Bereichen mit mangelhaft und in den übrigen Bereichen mit
mindestens ausreichend bewertet worden, so ist auf Antrag des
Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit
mangelhaft bewerteten Bereiche die schriftliche durch eine mündliche
Prüfung von höchstens 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das
Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Bereich ist vom
Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen
Bereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens drei Bereichen mindestens ausreichende
Prüfungsleistungen erbracht sind. Werden die Prüfungsleistungen in
einem Bereich mit "ungenügend" bewertet, ist die Prüfung nicht
bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zahnmedausbv/__8.html
Directory: zahnmedausbv
Level: 2.0