Title: § 11

Description:
Bundes-Tierärzteordnung (BTÄO)
§ 11

Paragraph: 11

Content:
Bundes-Tierärzteordnung (BTÄO)
§ 11

(1) Eine Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des tierärztlichen
Berufs nach § 2 Abs. 2 kann auf Antrag Personen erteilt werden, die
eine abgeschlossene Ausbildung für den tierärztlichen Beruf
nachweisen. Satz 1 gilt nicht für Staatsangehörige eines
Mitgliedstaates der Europäischen Union, eines anderen Vertragsstaates
des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder eines
Vertragsstaates, dem Deutschland und die Europäische Gemeinschaft oder
Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden
Rechtsanspruch eingeräumt haben, die einen Ausbildungsnachweis in
einem dieser Staaten erworben haben oder einen gleichwertigen
Ausbildungsnachweis im Sinne des § 4 Absatz 1a Satz 3 vorlegen. § 9a
bleibt unberührt.

(1a) Abweichend von Absatz 1 Satz 2 kann auf Antrag eine Erlaubnis zur
vorübergehenden Ausübung des tierärztlichen Berufs erteilt werden,
wenn mit dem Antrag dargelegt wird, dass im Hinblick auf die
beabsichtigte tierärztliche Tätigkeit ein besonderes Interesse an der
Erteilung der Erlaubnis besteht. Die Erlaubnis steht der Erteilung
einer Approbation nicht entgegen.

(2) Die Erlaubnis kann auf bestimmte Tätigkeiten und
Beschäftigungsstellen beschränkt werden. Sie darf nur widerruflich und
nur bis zu einer Gesamtdauer der tierärztlichen Tätigkeit von
höchstens vier Jahren im Geltungsbereich dieses Gesetzes erteilt oder
verlängert werden. Eine weitere Erteilung oder Verlängerung der
Erlaubnis ist für den Zeitraum möglich, der erforderlich ist, damit
der Antragsteller eine unverzüglich nach Erteilung der Erlaubnis
begonnene Weiterbildung zum Fachtierarzt abschließen kann, die
innerhalb von vier Jahren aus von ihm nicht zu vertretenden Gründe
nicht beendet werden konnte. Die weitere Erteilung oder Verlängerung
ist nur zulässig, wenn die Gewähr dafür gegeben ist, daß die
Weiterbildung innerhalb dieses Zeitraums abgeschlossen wird; sie darf
den Zeitraum von drei Jahren nicht überschreiten.

(3) Eine Erlaubnis darf ausnahmsweise über die in Absatz 2 genannten
Zeiträume hinaus erteilt oder verlängert werden, wenn

1.  es im Interesse der tierärztlichen Versorgung liegt oder

2.  im begründeten Einzelfall, insbesondere wenn die Antragstellerin oder
    der Antragsteller

    a)  unanfechtbar als Asylberechtigte oder Asylberechtigter anerkannt ist,

    b)  eine Niederlassungserlaubnis nach § 23 Absatz 2 des
        Aufenthaltsgesetzes besitzt oder

    c)  im Besitz einer Einbürgerungszusicherung ist, der Einbürgerung jedoch
        Hindernisse entgegenstehen, die die Antragstellerin oder der
        Antragsteller nicht selbst beseitigen kann.

(4) Personen, denen eine Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des
tierärztlichen Berufs erteilt worden ist, haben im übrigen die Rechte
und Pflichten eines Tierarztes

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bt_o/__11.html
Directory: btaeo
Level: 2.0