Title: § 13 Qualitative Anforderungen; Risikocontrolling

Description:
Verordnung über Risikomanagement und Risikomessung beim Einsatz von Derivaten, Wertpapier-Darlehen und Pensionsgeschäften in Investmentvermögen nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (DerivateV 2013)
Abschnitt 2 - Marktrisiko
Unterabschnitt 2 - Qualifizierter Ansatz
§ 13 Qualitative Anforderungen; Risikocontrolling

Paragraph: 13

Content:
Verordnung über Risikomanagement und Risikomessung beim Einsatz von Derivaten, Wertpapier-Darlehen und Pensionsgeschäften in Investmentvermögen nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (DerivateV 2013)
Abschnitt 2 - Marktrisiko
Unterabschnitt 2 - Qualifizierter Ansatz
§ 13 Qualitative Anforderungen; Risikocontrolling

(1) Die Arbeits- und Ablauforganisation der
Kapitalverwaltungsgesellschaft ist so zu gestalten, dass eine zeitnahe
Ermittlung des potenziellen Risikobetrags für das Marktrisiko,
insbesondere durch eine vollständige Erfassung aller Positionen des
Investmentvermögens, gewährleistet ist; diese ist ausführlich zu
dokumentieren.

(2) Die Risikocontrollingfunktion nach § 29 Absatz 1 des
Kapitalanlagegesetzbuches ist zuständig und verantwortlich für

1.  die Erstellung, Überprüfung, Pflege und Weiterentwicklung der
    Risikomodelle,

2.  die Überwachung des Prozesses zur Bestimmung und Zusammensetzung des
    Vergleichsvermögens nach § 9,

3.  die Sicherstellung der Eignung des Risikomodells für das jeweilige
    Investmentvermögen,

4.  die laufende Validierung des Risikomodells,

5.  die Validierung und Implementierung eines dokumentierten und durch die
    Geschäftsleiter genehmigten Systems von Obergrenzen (Limite) von
    potenziellen Risikobeträgen für jedes Investmentvermögen in
    Übereinstimmung mit dessen Risikoprofil,

6.  die tägliche Ermittlung, Analyse und Kommentierung der potenziellen
    Risikobeträge und die Überwachung der Obergrenzen nach Nummer 5,

7.  die regelmäßige Überwachung des Leverage des Investmentvermögens sowie

8.  die regelmäßige Berichterstattung an die Geschäftsleiter bezüglich der
    aktuellen potenziellen Risikobeträge, der Prognosegüte nach § 14 und
    der Ergebnisse der Stresstests nach den §§ 28 bis 32.

(3) Die mathematisch-statistischen Verfahren zur Ermittlung des
potenziellen Risikobetrags für das Marktrisiko müssen eine hohe
Präzision aufweisen. Sie müssen mit den für die aktuelle
Risikosteuerung angewendeten Verfahren übereinstimmen; zulässig sind
nur Abweichungen von den in den §§ 11 und 12 Absatz 3 Satz 2
vorgeschriebenen quantitativen Vorgaben.

(4) Die Kapitalverwaltungsgesellschaft muss über geeignete Verfahren
zur Validierung des Risikomodells verfügen. Die Angemessenheit muss in
folgenden Fällen validiert und überprüft werden:

1.  bei der Entwicklung des Risikomodells,

2.  in regelmäßigen zeitlichen Abständen (laufende Validierung) und

3.  bei jeder wesentlichen Änderung, die dazu führen könnte, dass das
    Risikomodell nicht mehr angemessen ist.

Personen, die direkt in den Entwicklungsprozess des Risikomodells
eingebunden sind, dürfen nicht in die Validierung bei der Entwicklung
und bei wesentlichen Änderungen einbezogen sein. Die laufende
Validierung ist durch die Risikocontrollingfunktion entsprechend
Absatz 2 Nummer 4 durchzuführen. Validierung und Überprüfung der
Angemessenheit sind angemessen zu dokumentieren und das Risikomodell
ist bei Bedarf anzupassen.

(5) Die für die Zeitreihenanalysen verwendeten empirischen Daten der
Entwicklung von Preisen, Kursen und Zinssätzen sowie deren
Zusammenhänge sind regelmäßig, mindestens aber dreimonatlich zu
aktualisieren; bei Bedarf sind sie unverzüglich zu aktualisieren.

(6) Das Risikomodell einschließlich der zugehörigen Prozesse und der
mathematisch-statistischen Verfahren ist zu dokumentieren. Die
Dokumentation beinhaltet zumindest die durch das Risikomodell
erfassten Risiken, die mathematisch-statistischen Verfahren, Annahmen
und Grundlagen, die Daten, die Angemessenheit der Risikobewertung, die
Verfahren zur Validierung des Risikomodells, die Verfahren zur
Ermittlung der Prognosegüte nach § 14, die Verfahren bezüglich der
Stresstests nach den §§ 28 bis 34, den Gültigkeitsrahmen des
Risikomodells sowie die operationelle Implementierung.

(7) Die Einhaltung der Anforderungen nach den Absätzen 1 bis 6 sowie
des § 14 ist regelmäßig, mindestens aber einmal jährlich, von der
Internen Revision zu überprüfen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/derivatev_2013/__13.html
Directory: derivatev_2013
Level: 4.0