Title: § 4 Flugsicherungsausrüstung für Flüge nach Sichtflugregeln

Description:
Verordnung über die Flugsicherungsausrüstung der Luftfahrzeuge (FSAV 2004)
§ 4 Flugsicherungsausrüstung für Flüge nach Sichtflugregeln

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Flugsicherungsausrüstung der Luftfahrzeuge (FSAV 2004)
§ 4 Flugsicherungsausrüstung für Flüge nach Sichtflugregeln

(1) Für Flüge nach Sichtflugregeln müssen Flugzeuge, Drehflügler,
Motorsegler, Segelflugzeuge, aerodynamisch gesteuerte
Ultraleichtflugzeuge, Ultraleichthubschrauber und Tragschrauber,
Luftschiffe und Freiballone ausgerüstet sein mit einem UKW-
Sende-/Empfangsgerät, das mindestens die für den vorgesehenen Flug
erforderlichen Frequenzen aus dem Bereich von 118,000 bis 136,975 MHz
umfasst; die Sendeleistung und die Empfängerempfindlichkeit müssen
mindestens so groß sein, dass unter Berücksichtigung der
flugbetrieblichen Eigenschaften des Luftfahrzeugs und der beflogenen
Strecke ein einwandfreier Sprechfunkverkehr mit den
Flugverkehrskontroll- oder Informationsstellen durchgeführt werden
kann.

(2) Ausgenommen von Absatz 1 sind aerodynamisch gesteuerte
Ultraleichtflugzeuge, Ultraleichthubschrauber und Tragschrauber, bei
denen der Einbau eines nach luftrechtlichen Vorschriften zugelassenen
UKW-Sende-/Empfangsgerätes aus technischen Gründen nicht möglich ist
und die sich in Lufträumen bewegen, in denen keine Hörbereitschaft
vorgeschrieben ist, wenn dafür Funkgeräte kleiner Leistung, die vom
Flugsicherungsunternehmen zugelassen sind, benutzt werden.

(3) Absatz 1 gilt nicht für Flüge an Flugplätzen ohne
Flugverkehrskontrollstelle, die bei Tage durchgeführt werden und nicht
über die Umgebung des Startflugplatzes nach Artikel 2 Nummer 9 der
Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012 der Kommission vom 26.
September 2012 zur Festlegung gemeinsamer Luftverkehrsregeln und
Betriebsvorschriften für Dienste und Verfahren der Flugsicherung und
zur Änderung der Durchführungsverordnung (EG) Nr. 1035/2011 sowie der
Verordnungen (EG) Nr. 1265/2007, (EG) Nr. 1794/2006, (EG) Nr.
730/2006, (EG) Nr. 1033/2006 und (EU) Nr. 255/2010 (ABl. L 281 vom
13\.10.2012, S. 1, L 145 vom 31.5.2013, S. 38) in der jeweils geltenden
Fassung hinausführen. Örtliche Regelungen der zuständigen
Luftfahrtbehörde eines Landes (§ 22 der Luftverkehrs-Ordnung) bleiben
unberührt.

(4) Die Flugverkehrskontrollstellen können im Einzelfall in
Kontrollzonen, von und zu Flugplätzen mit Flugverkehrskontrollstellen
und für Kunstflüge im kontrollierten Luftraum Flüge mit Luftfahrzeugen
ohne UKW-Sende-/ Empfangsgerät oder mit einem vom
Flugsicherungsunternehmen zugelassenen Funkgerät kleiner Leistung
zulassen, soweit dadurch die öffentliche Sicherheit oder Ordnung,
insbesondere die Sicherheit des Luftverkehrs, nicht beeinträchtigt
wird.

(5) Für folgende Flüge nach Sichtflugregeln müssen Luftfahrzeuge mit
einem Sekundärradar-Antwortgerät (Transponder) ausgerüstet sein:

1.  Flüge in Lufträumen der Klassen C sowie D (nicht Kontrollzone),

2.  Flüge in Lufträumen mit vorgeschriebener Transponderschaltung
    (Transponder Mandatory Zone - TMZ),

3.  Flüge bei Nacht im nicht kontrollierten und kontrollierten Luftraum,

4.  Flüge mit motorgetriebenen Luftfahrzeugen, ausgenommen in der
    Betriebsart Segelflug, oberhalb 5 000 Fuß über NN oder oberhalb einer
    Höhe von 3 500 Fuß über Grund, wobei jeweils der höhere Wert maßgebend
    ist.

Der Transponder muss über den Abfragemodus A mit 4 096 Antwortcodes
und den Abfragemodus C mit automatischer Höhenübermittlung verfügen.
Spätestens ab dem 31. März 2005 für neue Luftfahrzeuge und ab dem 31.
März 2008 für alle Luftfahrzeuge ist für den Transponder die Mode-S-
Technik gemäß gültigem internationalen Standard (mindestens Level 2
mit SI-Code und Elementary Surveillance (ELS) Funktionalität)
erforderlich. Ausnahmen zu den Nummern 1 und 2 werden vom
Flugsicherungsunternehmen in den Nachrichten für Luftfahrer bekannt
gemacht.

(6) Flugzeuge, Drehflügler, Motorsegler und motorgetriebene
aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge, Ultraleichthubschrauber
und Tragschrauber müssen außerdem ausgerüstet sein mit einem VOR-
Navigationsempfänger, der die nach gültigem internationalen Standard
geforderte Störfestigkeit gegenüber UKW-Rundfunksendern (FM-Immunity)
aufweist, oder einem Flächennavigationsgerät für:

1.  Flüge in Lufträumen der Klasse C,

2.  Flüge bei Nacht im kontrollierten Luftraum außerhalb der Sichtweite
    eines für den Nachtflugbetrieb genehmigten und befeuerten Flugplatzes,

3.  Flüge über Wolkendecken.

Für Flüge bei Nacht im unkontrollierten Luftraum außerhalb der
Sichtweite eines für den Nachtflugbetrieb genehmigten und befeuerten
Flugplatzes ist alternativ ein automatisches Funkpeilgerät (ADF)
ausreichend.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fsav_2004/__4.html
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