Title: § 10 Anforderungen an den Betrieb von Personenstandsregistern und Sicherungsregistern

Description:
Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes (PStV)
Kapitel 2 - Personenstandsregister
Abschnitt 1 - Betrieb elektronischer Personenstandsregister
§ 10 Anforderungen an den Betrieb von Personenstandsregistern und Sicherungsregistern

Paragraph: 10

Content:
Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes (PStV)
Kapitel 2 - Personenstandsregister
Abschnitt 1 - Betrieb elektronischer Personenstandsregister
§ 10 Anforderungen an den Betrieb von Personenstandsregistern und Sicherungsregistern

(1) Für den Betrieb von Personenstandsregistern und
Sicherungsregistern sind die erforderlichen und angemessenen
technischen und organisatorischen Maßnahmen zu treffen, um die
Verfügbarkeit, Integrität, Authentizität und Vertraulichkeit der
gespeicherten Daten entsprechend dem jeweiligen Stand der Technik
sicherzustellen. Es dürfen nur Anlagen und Programme verwendet werden,
die den anerkannten technischen Anforderungen an die maschinell
geführte Verarbeitung von Daten mit hohem Schutzbedarf entsprechen;
sämtliche technischen und organisatorischen Maßnahmen müssen dem mit
der dauerhaften Speicherung der Registerdaten verfolgten Zweck
angemessen Rechnung tragen. Die zu treffenden Maßnahmen sind im
Betriebs- und Sicherheitskonzept (§ 13) zu dokumentieren.

(2) Insbesondere ist sicherzustellen, dass

1.  Unbefugten der Zutritt zu Datenverarbeitungsanlagen, mit denen die
    Personenstandsdaten verarbeitet oder genutzt werden können, verwehrt
    wird (Zutrittskontrolle),

2.  die unbefugte Nutzung der für die Personenstandsbeurkundung
    eingesetzten Datenverarbeitungssysteme verhindert wird
    (Zugangskontrolle),

3.  die eingeräumten Zugriffsbefugnisse im Datenverarbeitungssystem
    verwaltet werden und der Zugriff auf die Daten oder Systemfunktionen
    nur innerhalb der jeweils eingeräumten Zugriffsbefugnis möglich ist,
    nachdem sich der Benutzer dem System gegenüber in einer
    automatisierten Prüfung als zugriffsbefugt erwiesen hat
    (Zugriffskontrolle),

4.  die beurkundeten Daten nachvollziehbar und unveränderbar gespeichert
    werden und die chronologische Dokumentation von Veränderungen der
    Einträge im Personenstandsregister und im Sicherungsregister
    gewährleistet wird (Revisionssicherheit),

5.  die Vornahme von Veränderungen und Ergänzungen der Einträge im
    Personenstandsregister und im Sicherungsregister im
    Datenverarbeitungssystem protokolliert wird (Beweissicherung),

6.  eingesetzte Systemkomponenten ohne Sicherheitsrisiken
    wiederhergestellt werden können (Wiederaufbereitung),

7.  etwaige Verfälschungen der gespeicherten Daten durch geeignete
    technische Prüfmechanismen rechtzeitig bemerkt werden können
    (Unverfälschtheit),

8.  die Funktionen des Datenverarbeitungssystems fehlerfrei ablaufen und
    auftretende Fehlfunktionen unverzüglich gemeldet werden
    (Verlässlichkeit),

9.  bei Verarbeitung der Daten im System und im Falle der Nutzung
    allgemein zugänglicher Netze Verschlüsselungsverfahren angewendet
    werden, die dem jeweiligen Stand der Technik entsprechen
    (Übertragungssicherheit).

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pstv/__10.html
Directory: pstv
Level: 4.0