Title: § 8 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verwaltungsfachangestellten/zur Verwaltungsfachangestellten (VwFAngAusbV 1999)
§ 8 Abschlußprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verwaltungsfachangestellten/zur Verwaltungsfachangestellten (VwFAngAusbV 1999)
§ 8 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in Anlage 1 Abschnitt I
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse und für die Fachrichtung
Bundesverwaltung auf die in Abschnitt II aufgeführten Fertigkeiten und
Kenntnisse sowie für die übrigen Fachrichtungen auf die in den
jeweiligen Vorschriften der Länder oder Kirchen nach § 4 Abs. 2
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Abschlußprüfung ist schriftlich in den Prüfungsbereichen
Verwaltungsbetriebswirtschaft,
Personalwesen,
Verwaltungsrecht und Verwaltungsverfahren,
Wirtschafts- und Sozialkunde
und praktisch im Prüfungsbereich
Fallbezogene Rechtsanwendung
durchzuführen.

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  Prüfungsbereich Verwaltungsbetriebswirtschaft:

    In höchstens 135 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle bearbeiten. Er soll dabei zeigen, daß er
    haushaltsrechtliche, betriebswirtschaftliche und organisatorische
    Zusammenhänge versteht und Fertigkeiten und Kenntnisse dieser Gebiete
    im Rahmen der betrieblichen Leistungserstellung praktisch anwenden
    kann;

2.  Prüfungsbereich Personalwesen:

    In höchstens 120 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle bearbeiten. Er soll dabei zeigen, daß er rechtliche
    Zusammenhänge versteht und Personalangelegenheiten bearbeiten kann;

3.  Prüfungsbereich Verwaltungsrecht und Verwaltungsverfahren:

    In höchstens 120 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle bearbeiten. Er soll dabei zeigen, daß er Sachverhalte
    rechtlich beurteilen und verfahrensmäßig bearbeiten kann. Die
    jeweilige Fachrichtung ist dabei zu berücksichtigen;

4.  Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle, insbesondere aus folgenden Gebieten

    a)  staats- und verfassungsrechtliche Zusammenhänge,

    b)  Vertragsrecht,

    c)  Wirtschaftskreislauf und Wirtschaftspolitik

    bearbeiten.

    Er soll dabei zeigen, daß er wirtschaftliche, rechtliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

5.  Prüfungsbereich Fallbezogene Rechtsanwendung:

    Der Prüfling soll eine praktische Aufgabe bearbeiten und dabei
    Sachverhalte aus seiner Fachrichtung beurteilen und Lösungen
    aufzeigen. Die Aufgabe soll Ausgangspunkt für das folgende
    Prüfungsgespräch sein. Hierbei soll der Prüfling zeigen, daß er
    Arbeitsergebnisse bürgerorientiert darstellen sowie in berufstypischen
    Situationen kommunizieren und kooperieren kann. Das Prüfungsgespräch
    einschließlich der Bearbeitungszeit für die Aufgabe soll für den
    einzelnen Prüfling nicht länger als 45 Minuten dauern.

(4) Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu
zwei Prüfungsbereichen mit mangelhaft und in den übrigen
Prüfungsbereichen mit mindestens ausreichend bewertet worden, so ist
auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit mangelhaft bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche
Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen,
wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der
Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der
schriftlichen Arbeit und der mündlichen Ergänzungsprüfung im
Verhältnis zwei zu eins zu gewichten.

(5) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses haben alle
Prüfungsbereiche das gleiche Gewicht.

(6) Zum Bestehen der Abschlußprüfung müssen in mindestens drei der in
Absatz 2 genannten schriftlichen Prüfungsbereiche sowie im
Gesamtergebnis mindestens ausreichende Leistungen erbracht werden.
Wird ein Prüfungsbereich mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung
nicht bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/vwfangausbv_1999/__8.html
Directory: vwfangausbv_1999
Level: 2.0