Title: § 237 Bewertung des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft

Description:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Siebenter Abschnitt - Bewertung des Grundbesitzes für die Grundsteuer ab 1. Januar 2022
B. - Land- und forstwirtschaftliches Vermögen
I. - Allgemeines
§ 237 Bewertung des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft

Paragraph: 237

Content:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Siebenter Abschnitt - Bewertung des Grundbesitzes für die Grundsteuer ab 1. Januar 2022
B. - Land- und forstwirtschaftliches Vermögen
I. - Allgemeines
§ 237 Bewertung des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft

(1) Bei der Ermittlung des Ertragswerts für einen Betrieb der Land-
und Forstwirtschaft sind die land- und forstwirtschaftlichen
Nutzungen, Nutzungsarten und die Nebenbetriebe (§ 234 Absatz 1) mit
ihrem jeweiligen Reinertrag nach den Absätzen 2 bis 8 zu bewerten. Mit
dem Ansatz des jeweiligen Reinertrags sind auch dem Eigentümer des
Grund und Bodens nicht gehörende stehende und umlaufende
Betriebsmittel, die der Bewirtschaftung des Betriebs dienen,
abgegolten.

(2) Der Reinertrag der landwirtschaftlichen Nutzung ermittelt sich aus
der Summe der Flächenwerte. Der jeweilige Flächenwert ist das Produkt
aus der Größe der gesetzlich klassifizierten Eigentumsfläche des
Betriebs und den Bewertungsfaktoren der Anlage 27. Die
Bewertungsfaktoren Grundbetrag und Ertragsmesszahl nach § 9 des
Bodenschätzungsgesetzes sind für jede Eigentumsfläche gesondert zu
ermitteln.

(3) Der Reinertrag der forstwirtschaftlichen Nutzung ermittelt sich
aus der Summe der Flächenwerte. Der jeweilige Flächenwert ist das
Produkt aus der Größe der gesetzlich klassifizierten Eigentumsfläche
des Betriebs und dem jeweiligen gegendüblichen Bewertungsfaktor gemäß
Anlage 28. Die gegendüblichen Bewertungsfaktoren bestimmen sich nach
den forstwirtschaftlichen Wuchsgebieten und deren Baumartenanteilen
nach der zuletzt vor dem Hauptfeststellungszeitpunkt durchgeführten
Bundeswaldinventur (§ 41a des Bundeswaldgesetzes). Abweichend hiervon
werden klassifizierte Eigentumsflächen mit katastermäßig
nachgewiesenen Bewirtschaftungsbeschränkungen als Geringstland
bewertet, wenn infolge der Bewirtschaftungsbeschränkungen eine
nachhaltige forstwirtschaftliche Nutzung unterbleibt.

(4) Der Reinertrag der weinbaulichen Nutzung ermittelt sich aus der
Summe der Flächenwerte. Der jeweilige Flächenwert ist das Produkt aus
der Größe der gesetzlich klassifizierten Eigentumsfläche des Betriebs
und dem Bewertungsfaktor für die Verwertungsform Traubenerzeugung
gemäß Anlage 29.

(5) Der Reinertrag der gärtnerischen Nutzung ist gegliedert nach den
Nutzungsteilen zu ermitteln. Der Reinertrag eines Nutzungsteils
ermittelt sich aus der Summe der Flächenwerte. Der jeweilige
Flächenwert ist das Produkt aus der gesetzlich klassifizierten
Eigentumsfläche des Betriebs und dem jeweiligen Bewertungsfaktor gemäß
Anlage 30. Abweichend hiervon wird der Nutzungsteil Gemüsebau wie eine
landwirtschaftliche Nutzung bewertet, wenn im Wechsel
landwirtschaftliche und gärtnerische Erzeugnisse gewonnen werden und
keine Bewässerungsmöglichkeiten bestehen.

(6) Der Reinertrag für die übrigen land- und forstwirtschaftlichen
Nutzungen ist für jede Nutzung nach § 242 gesondert zu ermitteln. Der
Reinertrag einer übrigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung
ermittelt sich aus der Summe der Flächenwerte. Der jeweilige
Flächenwert ist das Produkt aus der Größe der gesetzlich
klassifizierten Eigentumsfläche des Betriebs und dem jeweiligen
Bewertungsfaktor einschließlich des Zuschlags gemäß Anlage 31. Für die
sonstigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen, für die kein
Bewertungsfaktor festgelegt wurde, ist der Reinertrag der jeweiligen
Nutzung durch Multiplikation der Bruttogrundflächen der nachhaltig
genutzten Wirtschaftsgebäude mit dem Zwölffachen des Werts gemäß
Anlage 31 und für den dazu gehörenden Grund und Boden nach Absatz 8 zu
ermitteln; dies gilt unabhängig von einer gesetzlichen Klassifizierung
als Hofstelle.

(7) Der Reinertrag für die Nutzungsarten Abbauland, Geringstland und
Unland ermittelt sich aus der Summe der Flächenwerte der jeweiligen
Nutzungsart. Der jeweilige Flächenwert ist das Produkt aus der Größe
der gesetzlich klassifizierten Eigentumsfläche des Betriebs und dem
jeweiligen Bewertungsfaktor gemäß Anlage 31.

(8) Der Reinertrag für die Hofflächen und die Nebenbetriebe ermittelt
sich aus der Summe der Flächenwerte. Der Flächenwert ist das Produkt
aus der jeweils als Hofstelle gesetzlich klassifizierten
Eigentumsfläche des Betriebs und dem dreifachen Bewertungsfaktor gemäß
Anlage 32.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__237.html
Directory: bewg
Level: 6.0