Title: § 504a Beratungspflicht bei Inanspruchnahme der Überziehungsmöglichkeit

Description:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 2 - Recht der Schuldverhältnisse
Abschnitt 8 - Einzelne Schuldverhältnisse
Titel 3 - Darlehensvertrag; Finanzierungshilfen und Ratenlieferungsverträge zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher
Untertitel 1 - Darlehensvertrag
§ 504a Beratungspflicht bei Inanspruchnahme der Überziehungsmöglichkeit

Paragraph: 504a

Content:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 2 - Recht der Schuldverhältnisse
Abschnitt 8 - Einzelne Schuldverhältnisse
Titel 3 - Darlehensvertrag; Finanzierungshilfen und Ratenlieferungsverträge zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher
Untertitel 1 - Darlehensvertrag
§ 504a Beratungspflicht bei Inanspruchnahme der Überziehungsmöglichkeit

(1) Der Darlehensgeber hat dem Darlehensnehmer eine Beratung gemäß
Absatz 2 anzubieten, wenn der Darlehensnehmer eine ihm eingeräumte
Überziehungsmöglichkeit ununterbrochen über einen Zeitraum von sechs
Monaten und durchschnittlich in Höhe eines Betrags in Anspruch
genommen hat, der 75 Prozent des vereinbarten Höchstbetrags
übersteigt. Wenn der Rechnungsabschluss für das laufende Konto
vierteljährlich erfolgt, ist der maßgebliche Zeitpunkt für das
Vorliegen der Voraussetzungen nach Satz 1 der jeweilige
Rechnungsabschluss. Das Beratungsangebot ist dem Darlehensnehmer in
Textform auf dem Kommunikationsweg zu unterbreiten, der für den
Kontakt mit dem Darlehensnehmer üblicherweise genutzt wird. Das
Beratungsangebot ist zu dokumentieren.

(2) Nimmt der Darlehensnehmer das Angebot an, ist eine Beratung zu
möglichen kostengünstigen Alternativen zur Inanspruchnahme der
Überziehungsmöglichkeit und zu möglichen Konsequenzen einer weiteren
Überziehung des laufenden Kontos durchzuführen sowie gegebenenfalls
auf geeignete Beratungseinrichtungen hinzuweisen. Die Beratung hat in
Form eines persönlichen Gesprächs zu erfolgen. Für dieses können auch
Fernkommunikationsmittel genutzt werden. Der Ort und die Zeit des
Beratungsgesprächs sind zu dokumentieren.

(3) Nimmt der Darlehensnehmer das Beratungsangebot nicht an oder wird
ein Vertrag über ein geeignetes kostengünstigeres Finanzprodukt nicht
geschlossen, hat der Darlehensgeber das Beratungsangebot bei erneutem
Vorliegen der Voraussetzungen nach Absatz 1 zu wiederholen. Dies gilt
nicht, wenn der Darlehensnehmer ausdrücklich erklärt, keine weiteren
entsprechenden Beratungsangebote erhalten zu wollen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__504a.html
Directory: bgb
Level: 6.0