Title: Anlage 6 Ermittlung steigender Trends, Ermittlung der Trendumkehr

Description:
Verordnung zum Schutz des Grundwassers (GrwV 2010)
Anlage 6 Ermittlung steigender Trends, Ermittlung der Trendumkehr

Paragraph: 15

Content:
Verordnung zum Schutz des Grundwassers (GrwV 2010)
Anlage 6 Ermittlung steigender Trends, Ermittlung der Trendumkehr

(Fundstelle: BGBl. I 2010, 1527)

1.  Ermittlung steigender Trends

    1.1 Für eine Messstelle erfolgt die Ermittlung eines signifikanten und
        anhaltenden steigenden Trends im Sinne des § 1 Nummer 3 mit Hilfe

        1.1.1 einer linearen Regression nach dem Gauß´schen Prinzip der kleinsten
            quadratischen Abweichung, die mit einem Ausreißertest zu koppeln ist,
            oder alternativ

        1.1.2 eines Mann-Kendall-Trendtests.

            Ein Trend ist signifikant, wenn die statistische Wahrscheinlichkeit
            mindestens 95 Prozent beträgt (Signifikanzniveau α = 0,05).

            Bei weniger als fünf Messwerten ist eine Trendanalyse nicht zulässig.
            Bei der Trendbetrachtung ist an den einzelnen Messstellen stets mit
            den Einzelwerten zu rechnen. Bei mehr als einem Messwert pro Jahr
            dürfen vor der Trendbetrachtung für die Einzelmessstelle keine
            Jahresmittelwerte gebildet werden.

            Messwerte unterhalb der Bestimmungsgrenze werden mit dem Wert der
            halben Bestimmungsgrenze bei der Trendanalyse berücksichtigt. Dies
            gilt nicht für Messgrößen, die Summen einer bestimmten Gruppe
            physikalisch-chemischer Parameter oder chemischer Messgrößen
            einschließlich ihrer relevanten Metaboliten, Abbau- sowie
            Reaktionsprodukte sind. In diesen Fällen werden die Ergebnisse, die
            unter der Bestimmungsgrenze der einzelnen Stoffe liegen, gleich null
            gesetzt.

    1.2 Für einen Grundwasserkörper oder eine Gruppe von Grundwasserkörpern
        liegt ein signifikanter und anhaltender Trend im Sinne des § 1 Nummer
        3, § 10 Absatz 2 und § 11 vor, wenn an Messstellen ein Trend nach
        Nummer 1.1 festgestellt wird.

2.  Ermittlung der Trendumkehr

    Die Trendumkehr wird durch die Bildung von gleitenden Sechs-Jahres-
    Intervallen über mindestens drei Sechs-Jahres-Intervalle ermittelt,
    also vom ersten bis zum sechsten Jahr, dann vom zweiten bis zum
    siebten Jahr, vom dritten bis zum achten Jahr und so weiter.

    Für jedes Intervall wird über eine lineare Regression die Steigung
    entsprechend Nummer 1 bestimmt und als Zeitreihe eingetragen. Geht ein
    Trend von einem steigenden in einen fallenden oder von einem fallenden
    in einen steigenden Trend über (Nulldurchgang), bedeutet dies eine
    Trendumkehr.

(zu § 13 Absatz 1)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/grwv_2010/__15.html
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