Title: § 4 Grundlegende Qualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Meister/Geprüfte Meisterin für Schutz und Sicherheit (SchSiMeistPrV)
§ 4 Grundlegende Qualifikationen

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Meister/Geprüfte Meisterin für Schutz und Sicherheit (SchSiMeistPrV)
§ 4 Grundlegende Qualifikationen

(1) Im Prüfungsteil "Grundlegende Qualifikationen" ist in folgenden
Prüfungsbereichen zu prüfen:

1.  Rechtsbewusstes Handeln,

2.  Betriebswirtschaftliches Handeln,

3.  Zusammenarbeit im Betrieb.

(2) Im Prüfungsbereich "Rechtsbewusstes Handeln" soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, im Rahmen praxisbezogener Handlungen einschlägige
Rechtsvorschriften berücksichtigen zu können. Dazu gehört, die
Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter
arbeitsrechtlichen Aspekten zu gestalten sowie die Arbeitssicherheit,
den Gesundheitsschutz und den Umweltschutz nach rechtlichen Grundlagen
zu gewährleisten und die Zusammenarbeit mit den entsprechenden
Institutionen sicherzustellen. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen arbeitsrechtlicher Vorschriften und Bestimmungen bei
    der Gestaltung individueller Arbeitsverhältnisse und bei Fehlverhalten
    von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, insbesondere unter
    Berücksichtigung des Arbeitsvertragsrechts, des Tarifvertragsrechts
    und betrieblicher Vereinbarungen;

2.  Berücksichtigen der Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes und
    des Personalvertretungsrechts;

3.  Berücksichtigen rechtlicher Bestimmungen hinsichtlich der
    Sozialversicherungen, der Entgeltfindung sowie der Arbeitsförderung;

4.  Berücksichtigen arbeitsschutz- und arbeitssicherheitsrechtlicher
    Vorschriften und Bestimmungen in Abstimmung mit betrieblichen und
    außerbetrieblichen Institutionen;

5.  Berücksichtigen der Vorschriften des Umweltrechts, insbesondere
    hinsichtlich des Gewässer- und Bodenschutzes, der Abfallbeseitigung,
    der Luftreinhaltung und Lärmbekämpfung, des Strahlenschutzes und des
    Schutzes vor gefährlichen Stoffen;

6.  Berücksichtigen einschlägiger wirtschaftsrechtlicher Vorschriften und
    Bestimmungen sowie des Datenschutzes.

(3) Im Prüfungsbereich "Betriebswirtschaftliches Handeln" soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte
im Rahmen praxisbezogener Handlungen berücksichtigen und
volkswirtschaftliche Zusammenhänge aufzeigen zu können. Es sollen
Unternehmensformen dargestellt sowie deren Auswirkungen auf die eigene
Aufgabenwahrnehmung analysiert und beurteilt werden können. Weiterhin
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, betriebliche Abläufe nach
wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen, beurteilen und beeinflussen
zu können. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
geprüft werden:

1.  Berücksichtigen von ökonomischen Handlungsprinzipien unter
    Einbeziehung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge und sozialer
    Wirkungen;

2.  Berücksichtigen der Grundsätze betrieblicher Aufbau- und
    Ablauforganisation;

3.  Nutzen und Möglichkeiten der Organisationsentwicklung;

4.  Anwenden von Methoden der Entgeltfindung und der kontinuierlichen
    betrieblichen Verbesserung;

5.  Durchführung von Kostenarten-, Kostenstellen- und
    Kostenträgerrechnungen sowie von Kalkulationsverfahren.

(4) Im Prüfungsbereich "Zusammenarbeit im Betrieb" soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, Zusammenhänge des Sozialverhaltens erkennen, ihre
Auswirkungen auf die Zusammenarbeit beurteilen und durch angemessene
Maßnahmen auf eine zielorientierte und effiziente Zusammenarbeit
hinwirken zu können. Die Fähigkeit umfasst, die Leistungsbereitschaft
der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern, betriebliche Probleme
und soziale Konflikte zu lösen sowie Führungsgrundsätze
berücksichtigen und angemessene Führungstechniken anwenden zu können.
In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Beurteilen und Fördern der beruflichen Entwicklung Einzelner unter
    Beachtung des bisherigen Berufsweges und unter Berücksichtigung
    persönlicher und sozialer Gegebenheiten;

2.  Beurteilen und Berücksichtigen des Einflusses von Arbeitsorganisation
    und Arbeitsplatz auf das Sozialverhalten und das Betriebsklima sowie
    Ergreifen von Maßnahmen zur Verbesserung;

3.  Beurteilen von Einflüssen der Gruppenstruktur auf das Gruppenverhalten
    und die Zusammenarbeit sowie Entwickeln und Umsetzen von Alternativen;

4.  Auseinandersetzen mit eigenem und fremdem Führungsverhalten, Umsetzen
    von Führungsgrundsätzen;

5.  Anwenden von Führungsmethoden und -techniken einschließlich
    Vereinbarungen entsprechender Handlungsspielräume, um
    Leistungsbereitschaft und Zusammenarbeit der Mitarbeiter und
    Mitarbeiterinnen zu fördern;

6.  Fördern der Kommunikation und Kooperation durch Anwenden von Methoden
    zur Lösung betrieblicher Probleme und sozialer Konflikte.

(5) Die Bearbeitungsdauer für die schriftlichen Aufgaben in den in
Absatz 1 Nr. 1 bis 3 genannten Prüfungsbereichen soll insgesamt
höchstens fünf Stunden betragen, für jeden Prüfungsbereich mindestens
90 Minuten.

(6) Wurde in nicht mehr als einem der in Absatz 1 Nr. 1 bis 3
genannten Prüfungsbereichen eine mangelhafte Prüfungsleistung
erbracht, ist darin eine mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei
einer ungenügenden Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht.
Die Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Note zusammengefasst.
Dabei wird die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung doppelt
gewichtet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsimeistprv/__4.html
Directory: schsimeistprv
Level: 2.0