Title: § 12 Standardisierte Lastprofile; Zählerstandsgangmessung

Description:
Verordnung über den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (StromNZV)
Teil 3 - Zugang zu Elektrizitätsverteilernetzen
§ 12 Standardisierte Lastprofile; Zählerstandsgangmessung

Paragraph: 12

Content:
Verordnung über den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (StromNZV)
Teil 3 - Zugang zu Elektrizitätsverteilernetzen
§ 12 Standardisierte Lastprofile; Zählerstandsgangmessung

(1) Die Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen haben im
Niederspannungsnetz für die Abwicklung der Stromlieferung an
Letztverbraucher mit einer jährlichen Entnahme von bis zu 100 000
Kilowattstunden vereinfachte Methoden (standardisierte Lastprofile)
anzuwenden, soweit nicht nach Maßgabe des Messstellenbetriebsgesetzes
eine Übermittlung von Last- oder Zählerstandsgängen erfolgt.

(2) Standardisierte Lastprofile müssen sich am typischen Abnahmeprofil
jeweils folgender Gruppen von Letztverbrauchern orientieren:

1.  Gewerbe;

2.  Haushalte;

3.  Landwirtschaft;

4.  Bandlastkunden;

5.  unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen;

6.  Heizwärmespeicher.

Die Verbrauchsgrenzen für die Anwendung von standardisierten
Lastprofilen sind auf alle Letztverbraucher einer Lastprofilgruppe
gleichermaßen anzuwenden. Der Netznutzer ist berechtigt, mit dem
Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen im Einzelfall eine
niedrigere Grenze zu vereinbaren, soweit dem nicht eine Bestimmung des
Messstellenbetriebsgesetzes entgegensteht.

(3) Die Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen sind verpflichtet,
einen Differenzbilanzkreis zu führen, der ausschließlich die
Abweichungen der Gesamtheit der Letztverbraucher erfasst, die mit
standardisierten Lastprofilen bilanziert werden. In dem
Differenzbilanzkreis dürfen keine Letztverbraucher bilanziert werden.
Die Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen sind verpflichtet,
die Ergebnisse der Differenzbilanzierung jährlich auf ihrer
Internetseite zu veröffentlichen. Von der Verpflichtung nach Satz 1
sind Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen ausgenommen, an deren
Verteilernetz weniger als 100 000 Kunden unmittelbar oder mittelbar
angeschlossen sind.

(4) Soweit es für die Umsetzung eines variablen Tarifs im Sinne von §
40 Absatz 5 Satz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes erforderlich ist,
haben Netzbetreiber Netznutzern eine Bilanzierung und Abrechnung auf
Basis von Zählerstandsgängen für diejenigen Einspeise- und
Entnahmestellen zu ermöglichen, deren Einspeise- und Entnahmeverhalten
mit intelligenten Messsystemen im Sinne des
Messstellenbetriebsgesetzes ermittelt wird.

(5) Die Anwendung standardisierter Lastprofile an einem
Netzanschlusspunkt ist nicht zulässig, wenn hinter dem
Netzanschlusspunkt sowohl Verbrauch als auch Erzeugung stattfinden,
dabei der erzeugte Strom nicht vollständig in das Netz eingespeist
wird und die zugehörige Messstelle mit einem intelligenten Messsystem
nach dem Messstellenbetriebsgesetz ausgestattet ist.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stromnzv/__12.html
Directory: stromnzv
Level: 3.0