Title: Anlage 15D (zu § 18)

Description:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 15D (zu § 18)

Paragraph: 18

Content:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 15D (zu § 18)

Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a,
209 - 212

Das in der praktischen Ausbildung zum Erwerb der Berechtigung zur
praktischen Ausbildung von Segelflugzeugführern verwendete
Segelflugzeug muss für die Ausbildung geeignet sein.
In der praktischen Ausbildung sind dem Bewerber die erforderlichen
praktischen Fähigkeiten zum

-   sicheren und verantwortlichen Führen des Segelflugzeuges vom Sitz des
    Fluglehrers

-   Anleiten eines Flugschülers zum Ausführen der für die ordnungsgemäße
    und sichere Durchführung eines Fluges erforderlichen Handlungen,
    insbesondere

    –   Steuerung der Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeitsverteilung

    –   Üben des Blickverhaltens

-   Erkennen des notwendigen aktiven Eingreifens in die Fortsetzung des
    Fluges bei Fehlreaktionen des Flugschülers

zu vermitteln.
Die Flüge sind so anzulegen, dass alle Bereiche der
Segelflugausbildung dargestellt werden.
Die Flugausbildung auf dem Sitz des Fluglehrers muss mindestens 15
Starts, darin enthalten die Startarten Schleppstart hinter
Luftfahrzeugen und Windenstart, mit dafür von der zuständigen
Luftfahrtbehörde anerkanntem Lehrberechtigtem umfassen. Darüber hinaus
können Übungen zur Wiederholung und Vertiefung auch mit einem anderen
Bewerber geflogen werden. In der Flugausbildung müssen folgende
Übungen enthalten sein:
Bei sämtlichen Übungen ist der Bewegungsablauf so zu erklären, dass
das gesprochene Wort mit der Bewegung des Flugzeugs übereinstimmt.
Die häufigsten Steuerfehler sind vom Lehrberechtigten zu demonstrieren
und müssen vom Bewerber erkannt und angesprochen werden.
Um eine methodische Einheitlichkeit des Ausbildungslehrgangs
sicherzustellen, sind nachfolgend die Lehrübungen nur in ihrer Form
und Reihenfolge erklärt, ohne auf jedes zur Schulung verwendete
Segelzeugmuster einzugehen.
**Allgemeine Einführung**
Sie umfasst die Erklärung des gesamten Flugzeugs sowohl von innen als
auch von außen. Sie vermittelt Kenntnisse über die Anordnung von
Bedienungshebeln, Steuer- und Trimmbetätigung, der Instrumente sowie
der Notausrüstung. Anweisung über das Ein- und Aussteigen,
Anschnallgurte, Bedienen der Steuerorgane und richtige Benutzung des
Notausstiegs und der Notausrüstung.
**Vorbereitung und Beenden eines Fluges**

-   Befinden des Schülers und Zweckmäßigkeit seiner Bekleidung

-   Übernahme des Flugzeugs, Vergewisserung über den technischen Klarstand
    anhand der Bordunterlagen, des Betriebshandbuches und der Klarlisten

-   Erteilung und Annahme eines fest umrissenen Flugauftrags

-   Außenkontrolle, Innenkontrolle, Kontrolle vor dem Start, ggf.
    Anfordern der Start- und Flugfreigabe durch Sprechfunk

-   Überprüfung vor dem Verlassen des Flugzeugs, Ausfüllen der
    Borddokumente, Meldung von Beanstandungen

-   Nachbesprechung

**Gewöhnungsflug**

-   Für den Bewerber dient der Flug dazu, ihn an das Fliegen vom Sitz des
    Lehrberechtigten heranzuführen und ihn mit der Umgebung des
    Flugplatzes aus der Luft vertraut zu machen.

-   Flugschüler sollen an das Fliegen herangeführt und zur Fortsetzung der
    Ausbildung motiviert werden. Kunstflug oder Besondere Flugzustände
    sind bei diesem Flug zu unterlassen.

-   Für den Flugschüler, der bereits geflogen ist, dient dieser Flug
    lediglich zur Eingewöhnung auf ein neues Segelflugzeugmuster

**Wirkung der Steuerorgane**

-   Erklärung der Bewegungen um die Querachse durch Vor- und Zurückbewegen
    des Steuerknüppels, um die Längsachse seitliches Bewegen des
    Steuerknüppels und um die Hochachse durch Betätigung des Seitenruders.
    Hinweise darauf, dass alle Bewegungen relativ zum Flugzeug immer
    gleich sind, unabhängig davon, in welcher Lage es sich befindet.

-   Wirkungsweise und Empfindlichkeit der einzelnen Ruder bei

    −   unterschiedlichen Geschwindigkeiten

    −   unterschiedlichen Fluglagen

-   Folgewirkung bei Betätigung des Seitenruders oder des Querruders

    −   Seitenruder

        −   Drehen um die Hochachse

        −   Rollen um die Längsachse

        −   Gefahr der Entwicklung zur Steilspirale als Folge der Einzelbetätigung
            des Seitenruders

    −   Querruder

        −   Rollen um die Längsachse

        −   Drehen um die Hochachse

        −   Neigen um die Querachse

        −   Entwicklung zur Steilspirale als Folge des seitlich angeblasenen
            Rumpfes und des Seitenleitwerks durch das Rutschen

    -   Hinweise auf die gleiche Endwirkung, daher notwendiger Ausgleich zum
        Gebrauch beider Ruder

-   Auswirkung der Massenträgheit

-   Auswirkung des negativen Wendemoments

-   Aerodynamische Auswirkung bei

    −   Betätigung der Trimmung

    −   Betätigung der Landehilfen

    −   Betätigung der Störklappen

**Rollen am Boden**

-   Wirkungsweise der Steuerorgane und Bremsen

**Geradeausflug**

-   Beibehaltung der Flugrichtung und Fluglage

-   Einhalten der richtigen Fluglage in Bezug auf den Horizont und der
    Richtung, Gebrauch der Trimmung, Auswertung der Instrumente

-   Ablesen der Flugüberwachungsinstrumente

-   Überwachen des umgebenden Luftraums

**Kurven**
Einteilung der Kurven in flache, mittlere und steile Kurven

-   Einleiten der Kurve aus dem Horizontalflug unter richtiger Anwendung
    der Ruder

-   Beibehaltung der Schräglage und der Drehgeschwindigkeit (Rate of Turn)

-   Ausleiten aus der Kurve

-   Steig und Sinkflugkurven

-   Steilkurven

-   Mögliche Kurvenfehler, Abkippen in der Kurve

-   Thermikflug

    −   Kreisen in der Thermik, zentrieren, gemeinsamer Kreisflug

    −   Überwachen des umgebenden Luftraums

**Überziehen, Abkippen und Trudeln im Geradeaus- und Kurvenflug**

-   Verhalten bei Überziehen, Abkippen und Trudeln

-   Richtung halten während des Abkippvorgangs

-   Beendigung des Überzogenen Flugzustandes bzw. Abkippens durch
    Nachdrücken (geringster Höhenverlust)

-   Hinweise auf die Gefahr nochmaligen Abkippens durch zu schnelles
    Abfangen

-   Einleiten und Beenden des Trudelns

**Steilspirale**
Ursachen

-   Einleiten der Steilspirale

-   Erkennen der Steilspirale

-   Beendigung der Steilspirale

-   Richtige Anwendung der Ruder beim Beenden

Anmerkung: Unterschiede zwischen Steilspirale und Trudeln sind zu
demonstrieren.
**Platzrunde**

-   Start, Querabflug, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug, Landung

-   Windenstart

    −   Ausrichtung des Segelflugzeuges in Startrichtung

    −   Richtung halten

    −   Einfluss durch Wind, richtiger Gebrauch des Höhenruders, Beachten der
        Geschwindigkeit

-   Schleppstart hinter Luftfahrzeugen

    −   Ausrichtung des Segelflugzeuges

    −   Richtung halten

    −   Einfluss durch Wind, richtiger Gebrauch des Höhenruders, Beachten der
        Geschwindigkeit

    −   Beibehalten der Fluglage hinter dem Schleppflugzeug

    −   Übergang in den Horizontalflug; Beibehaltung der Fluglage

-   Kurve in den Gegenanflug

-   Gegenanflug, Anflug der Position, Überprüfung aller Instrumente und
    Bedienungshebel laut Klarliste, Abstand zur Landebahn

-   Einnehmen der Landeanfluggeschwindigkeit

-   Kurve in den Queranflug

-   Sinkflug in die Endanflughöhe, richtiges Sinkverhältnis in Bezug zum
    räumlichen Abstand zur Anflugrundlinie unter Berücksichtigung des
    Windes

-   Landekurve, Beenden der Kurve in Startbahnverlängerung, ggf.
    Berücksichtigung des Seitenwindes

-   Richtige Sink- bzw. Gleitfluggeschwindigkeit, Betätigung der
    Bremsklappen bei entsprechender Fluglage

-   Abfangen und Ausschweben

-   Durchziehen zur Landung, Landetechnik, Richtung halten beim Ausrollen

-   Zusätzlich sind zu üben:

    −   Langer Anflug und Landung ohne Bremsklappen

    −   Landeanflug mit anschließender kurzer Landung

    −   Verhalten bei zu niedrigem und zu hohem Anflug

    −   Landung aus einer Position außerhalb der Platzrunde

-   Technik und Gefahren von Rücken- und Seitenwindlandungen, zulässige
    und demonstrierte Seitenwindkomponente

**Seitengleitflug**

-   Seitengleitflug im geraden Anflug

    −   Einleiten aus der Gleitfluggeschwindigkeit, Reihenfolge der
        Steuermaßnahmen, Richtung halten, Sinkrate, Geschwindigkeit

    −   Beenden, Reihenfolge der Steuermaßnahmen, Richtung halten, Beibehalten
        der Gleitfluggeschwindigkeit

**Ziellandung**

-   Ziellandeübung mit Aufsetzen innerhalb von 100m nach dem Landezeichen

**Notlandungen**

-   Startunterbrechung

    −   Nachdrücken und Richtung halten

    −   Beachten der Geschwindigkeit

    −   Gebrauch der Bremsklappen

    −   Entscheidung zum weiteren Verfahren

-   Außenlandeübungen

    −   Auswahl der Landeflächen, Beachtung von Windrichtung und
        Geschwindigkeit

**Anmerkung:**              Diese Übung ist mit einem Reisemotorsegler
mit Motor im Leerlauf durchzuführen. Das Aufsetzen ist nur zulässig,
wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Theoretische Prüfung zum Erwerb der Berechtigung zur praktischen
Ausbildung von Segelflugzeugführern

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/luftpersvdv_2/__18.html
Directory: luftpersvdv_2
Level: 3.0