Title: § 30 Liquiditätsmanagement; Verordnungsermächtigung

Description:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 1 - Allgemeine Bestimmungen für Investmentvermögen und Verwaltungsgesellschaften
Abschnitt 2 - Verwaltungsgesellschaften
Unterabschnitt 2 - Allgemeine Verhaltens- und Organisationspflichten
§ 30 Liquiditätsmanagement; Verordnungsermächtigung

Paragraph: 30

Content:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 1 - Allgemeine Bestimmungen für Investmentvermögen und Verwaltungsgesellschaften
Abschnitt 2 - Verwaltungsgesellschaften
Unterabschnitt 2 - Allgemeine Verhaltens- und Organisationspflichten
§ 30 Liquiditätsmanagement; Verordnungsermächtigung

(1) Die Kapitalverwaltungsgesellschaft muss über ein angemessenes
Liquiditätsmanagementsystem für jedes von ihr verwaltete
Investmentvermögen verfügen, es sei denn, es handelt sich um ein
geschlossenes Investmentvermögen, für das kein Leverage eingesetzt
wird. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft hat Verfahren festzulegen,
die es ihr ermöglichen, die Liquiditätsrisiken der Investmentvermögen
zu überwachen und hat zu gewährleisten, dass sich das
Liquiditätsprofil der Anlagen des Investmentvermögens mit den zugrunde
liegenden Verbindlichkeiten des Investmentvermögens deckt.

(2) Die Kapitalverwaltungsgesellschaft hat regelmäßig Stresstests
durchzuführen und dabei sowohl normale als auch außergewöhnliche
Liquiditätsbedingungen zugrunde zu legen, die die Bewertung und
Überwachung der Liquiditätsrisiken der Investmentvermögen ermöglichen.

(3) Die Kapitalverwaltungsgesellschaft hat zu gewährleisten, dass die
Anlagestrategie, das Liquiditätsprofil und die Rücknahmegrundsätze
eines jeden von ihr verwalteten Investmentvermögens übereinstimmen.

(4) Für AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaften bestimmen sich für die
von ihnen verwalteten AIF die Kriterien für die
Liquiditätsmanagementsysteme und -verfahren und die Übereinstimmung
von Anlagestrategie, Liquiditätsprofil und Rücknahmegrundsätzen nach
Absatz 3 nach den Artikeln 46 bis 49 der Delegierten Verordnung (EU)
Nr. 231/2013.

(5) Das Bundesministerium der Finanzen wird ermächtigt, durch
Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, für
Kapitalverwaltungsgesellschaften in Bezug auf Publikums-AIF
zusätzliche Bestimmungen zu den in den Artikeln 46 bis 49 der
Delegierten Verordnung (EU) Nr. 231/2013 aufgeführten Kriterien nach
Absatz 4 und in Bezug auf OGAW nähere Bestimmungen zu den
Liquiditätsmanagementsystemen und -verfahren zu erlassen. Das
Bundesministerium der Finanzen kann die Ermächtigung durch
Rechtsverordnung auf die Bundesanstalt übertragen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__30.html
Directory: kagb
Level: 5.0