Title: § 3 Praxisanleitung; Praxisbegleitung

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV)
Abschnitt 1 - Ausbildung und allgemeine Prüfungsbestimmungen
§ 3 Praxisanleitung; Praxisbegleitung

Paragraph: 3

Content:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV)
Abschnitt 1 - Ausbildung und allgemeine Prüfungsbestimmungen
§ 3 Praxisanleitung; Praxisbegleitung

(1) Die Einrichtungen der praktischen Ausbildung stellen die
Praxisanleitung der Schülerinnen und Schüler nach § 5 Absatz 3 Satz 3
des Notfallsanitätergesetzes durch geeignete Fachkräfte gemäß Satz 2
sicher. Zur Praxisanleitung geeignet sind Personen, die

1.  im Falle der praktischen Ausbildung nach Anlage 2

    a)  eine Erlaubnis nach § 1 des Notfallsanitätergesetzes besitzen oder
        nach § 30 des Notfallsanitätergesetzes zur Weiterführung der
        Berufsbezeichnung „Rettungsassistentin“ oder „Rettungsassistent“
        berechtigt sind,

    b)  über eine Berufserfahrung als Notfallsanitäterin oder Notfallsanitäter
        von mindestens zwei Jahren verfügen sowie

    c)  über eine berufspädagogische Zusatzqualifikation im Umfang von
        mindestens 300 Stunden verfügen und kontinuierlich berufspädagogische
        Fortbildungen im Umfang von 24 Stunden jährlich absolvieren,

2.  im Falle der praktischen Ausbildung nach Anlage 3 gemäß § 4 Absatz 3
    der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung als zur
    Praxisanleitung geeignet anerkannt sind, soweit die Inhalte der
    praktischen Ausbildung nicht eine ärztliche Anleitung erfordern; in
    diesen Fällen erfolgt die Praxisanleitung durch qualifizierte
    Ärztinnen und Ärzte.

Die Voraussetzungen von Satz 2 Nummer 1 Buchstabe c gelten als
erfüllt, wenn als Praxisanleitung Personen eingesetzt werden, die zum
31\. Dezember 2020 über die Qualifikation zur Praxisanleitung verfügen
und kontinuierlich berufspädagogische Fortbildungen im Umfang von 24
Stunden jährlich absolvieren. Die zuständige Behörde kann bis zu zehn
Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung Ausnahmen vom Umfang der
berufspädagogischen Zusatzqualifikation nach Satz 2 Nummer 1 Buchstabe
c zulassen. Bis zum Ablauf von sieben Jahren nach Inkrafttreten dieser
Verordnung ist zur Erfüllung der Voraussetzung nach Satz 2 Nummer 1
Buchstabe b auch eine zweijährige Berufserfahrung als
Rettungsassistentin oder Rettungsassistent ausreichend.

(2) Aufgabe der praxisanleitenden Personen ist es, die Schülerinnen
und Schüler schrittweise an die eigenständige Wahrnehmung der
beruflichen Aufgaben heranzuführen und die Verbindung zwischen dem
theoretischen und praktischen Unterricht an der Schule mit der
praktischen Ausbildung zu gewährleisten. Hierbei haben sie den
Schülerinnen und Schülern Gelegenheit zu geben, die im Unterricht
erworbenen Kenntnisse zu vertiefen und zu lernen, diese Kenntnisse bei
der späteren beruflichen Tätigkeit anzuwenden. Praxisanleitende
Personen nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 haben zudem
Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter oder Rettungsassistentinnen
und Rettungsassistenten vorzuschlagen, die die Schülerinnen und
Schüler während ihrer Teilnahme an regulären, dienstplanmäßigen
Einsatzdiensten im Sinne des § 13 Absatz 2 Satz 2 des
Notfallsanitätergesetzes betreuen. Nach Ablauf von fünf Jahren nach
Inkrafttreten dieser Verordnung dürfen praktische Einsätze im Sinne
des Satzes 2 nur noch von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern
betreut werden.

(3) Zur Erfüllung der Aufgaben nach Absatz 2 Satz 1 und 2 ist ein für
das jeweilige Einsatzgebiet angemessenes Verhältnis zwischen der Zahl
der Schülerinnen und Schüler und der Zahl der praxisanleitenden
Personen in dem jeweiligen Aufgaben- und Funktionsbereich der Anlagen
2 und 3 sicherzustellen.

(4) Die Schulen stellen die Praxisbegleitung der Schülerinnen und
Schüler in den Einrichtungen der praktischen Ausbildung nach § 5
Absatz 2 Satz 3 des Notfallsanitätergesetzes durch Lehrkräfte der
Schulen sicher. Hierzu ist eine regelmäßige persönliche Anwesenheit
der praxisbegleitenden Personen in den Einrichtungen zu gewährleisten.
Aufgabe der Praxisbegleitung ist es,

1.  die Schülerinnen und Schüler in den Einrichtungen der praktischen
    Ausbildung zu betreuen und

2.  die praxisanleitenden Personen zu beraten sowie sie bei der Erfüllung
    ihrer Aufgaben nach Absatz 2 Satz 1 und 2 zu unterstützen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/notsan-aprv/__3.html
Directory: notsan-aprv
Level: 3.0