Title: § 4 Anforderungen im Prüfungsteil „Pflanzenproduktion, Verfahrens- und Agrartechnik, Dienstleistungen“

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Agrarservicemeister und Agrarservicemeisterin (AgrarservMeistPrV)
§ 4 Anforderungen im Prüfungsteil „Pflanzenproduktion, Verfahrens- und Agrartechnik, Dienstleistungen“

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Agrarservicemeister und Agrarservicemeisterin (AgrarservMeistPrV)
§ 4 Anforderungen im Prüfungsteil „Pflanzenproduktion, Verfahrens- und Agrartechnik, Dienstleistungen“

(1) Der Prüfling soll nachweisen, dass er die pflanzliche Produktion
und Maßnahmen der Landschaftspflege einschließlich des jeweils damit
verbundenen Einsatzes von Arbeitskräften, Maschinen, Geräten,
Betriebseinrichtungen und Betriebsstoffen planen, durchführen und
beurteilen kann. Hierbei soll gezeigt werden, dass die entsprechenden
Maßnahmen qualitätsorientiert und wirtschaftlich unter Beachtung von
Kundenanforderungen, berufsbezogener Rechtsvorschriften, des Umwelt-,
Boden- und Naturschutzes, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie
der Erfordernisse des Marktes durchgeführt werden können.

(2) Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Inhalte:

1.  Planungen der Pflanzenproduktion und anderer agrarischer
    Dienstleistungen einschließlich der Landschaftspflege entsprechend den
    Standortverhältnissen unter Berücksichtigung der Erfordernisse einer
    nachhaltigen Sicherung der Bodenfruchtbarkeit sowie der betrieblichen
    und regionalen Erzeugungs- und Vermarktungsstrukturen,

2.  Auswählen und Festlegen der Produktionsverfahren,

3.  Durchführen der Produktion unter Anwendung von Maßnahmen der
    Qualitätssicherung,

4.  Organisieren der Arbeit sowie des Arbeitskräfte- und Technikeinsatzes,

5.  Organisieren der Wartung und Reparatur einschließlich des
    Werkstattbetriebes,

6.  Kontrollieren und Bewerten von Arbeitsergebnissen,

7.  Entwickeln von Qualitätsstandards; Betriebskontrolle und
    Qualitätssicherung,

8.  Durchführen von Präsentationen, Kundenberatung und Marketing,

9.  Vermarkten von Produkten und Dienstleistungen im Agrarservicebereich,

10. Sicherstellen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes,

11. Kontrollieren, Beurteilen und Optimieren der Produktionsverfahren und
    der betrieblichen Abläufe,

12. Berücksichtigen der Wechselbeziehungen zwischen Betrieb und Umwelt;
    Anwenden umweltschonender Maßnahmen bei Beschaffung, Produktion,
    Vermarktung und Entsorgung,

13. Berücksichtigen der rechtlichen Bestimmungen für Produktion,
    Umweltschutz, Verbraucherschutz und Vermarktung.

(3) Die Prüfung besteht aus einem Arbeitsprojekt nach Absatz 4 und
einer schriftlichen Prüfung nach Absatz 5.

(4) Bei dem Arbeitsprojekt soll nachgewiesen werden, dass ausgehend
von konkreten betrieblichen Situationen, Zusammenhänge der Bereiche
Pflanzenbau, Agrarservice, Vermarktung und Marketing in einem
komplexen Sinne erfasst, analysiert, entsprechende Lösungsvorschläge
erstellt und diese umgesetzt werden können. Die Aufgabe für das
Arbeitsprojekt soll sich auf die laufende Bewirtschaftung eines
Unternehmens des Agrarservice, des Pflanzenbaus mit Serviceangeboten
oder eines vergleichbaren landwirtschaftlichen Unternehmens beziehen
und für dessen weitere Entwicklung von Bedeutung sein. Das
Arbeitsprojekt ist schriftlich zu planen. Der Verlauf der Bearbeitung
und die Ergebnisse sind zu dokumentieren und in einem Fachgespräch zu
erläutern. Das Fachgespräch erstreckt sich auf den Verlauf und die
Ergebnisse des Arbeitsprojekts sowie auf die Inhalte des Absatzes 2.
Bei der Auswahl der Aufgabe sollen Vorschläge des Prüflings
berücksichtigt werden. Stellt der Prüfungsausschuss fest, dass das
ursprünglich geplante Arbeitsprojekt in dem Unternehmen nicht
durchgeführt werden kann, so hat er in Abstimmung mit dem Prüfling
eine gleichwertige Aufgabe für ein Arbeitsprojekt in einem geeigneten
Unternehmen zu stellen. Für die Durchführung des Arbeitsprojekts steht
ein Zeitraum von zwölf Monaten zur Verfügung. Das Fachgespräch selbst
soll nicht länger als 60 Minuten dauern.

(5) Die schriftliche Prüfung besteht aus einer unter Aufsicht
anzufertigenden Arbeit zu komplexen Fragestellungen aus den in Absatz
2 aufgeführten Inhalten. Für die schriftliche Prüfung stehen 180
Minuten zur Verfügung.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/agrarservmeistprv/__4.html
Directory: agrarservmeistprv
Level: 2.0