Title: § 190 Ermittlung des Gebäudesachwerts

Description:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
C. - Grundvermögen
III. - Bebaute Grundstücke
§ 190 Ermittlung des Gebäudesachwerts

Paragraph: 190

Content:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
C. - Grundvermögen
III. - Bebaute Grundstücke
§ 190 Ermittlung des Gebäudesachwerts

(1) Bei der Ermittlung des Gebäudesachwerts ist von den
Regelherstellungskosten des Gebäudes auszugehen.
Regelherstellungskosten sind die durchschnittlichen Herstellungskosten
je Flächeneinheit. Die Regelherstellungskosten sind in der Anlage 24
enthalten.

(2) Das Bundesministerium der Finanzen wird ermächtigt, durch
Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Anlage 24 zu
diesem Gesetz dadurch zu ändern, dass es die darin aufgeführten
Regelherstellungskosten nach Maßgabe marktüblicher durchschnittlicher
Herstellungskosten aktualisiert, soweit dies zur Ermittlung des
gemeinen Werts erforderlich ist.

(3) Zur Ermittlung des Gebäudesachwerts sind die durchschnittlichen
Herstellungskosten des Gebäudes mit dem Regionalfaktor nach Absatz 5
sowie dem Alterswertminderungsfaktor nach Absatz 6 zu multiplizieren.
Die durchschnittlichen Herstellungskosten des Gebäudes ergeben sich
durch Multiplikation der Regelherstellungskosten nach den Absätzen 1
und 2 mit der jeweiligen Brutto-Grundfläche des Gebäudes und dem
Baupreisindex nach Absatz 4.

(4) Die Anpassung der Regelherstellungskosten an den
Bewertungsstichtag erfolgt anhand der vom Statistischen Bundesamt
veröffentlichten Baupreisindizes. Dabei ist auf die Preisindizes für
die Bauwirtschaft abzustellen, die das Statistische Bundesamt für den
Neubau in konventioneller Bauart von Wohn- und Nichtwohngebäuden
jeweils als Jahresdurchschnitt ermittelt. Diese Preisindizes sind für
alle Bewertungsstichtage des folgenden Kalenderjahres anzuwenden. Das
Bundesministerium der Finanzen veröffentlicht die maßgebenden
Baupreisindizes im Bundessteuerblatt.

(5) Durch Regionalfaktoren wird der Unterschied zwischen dem
bundesdurchschnittlichen und dem regionalen Baukostenniveau
berücksichtigt. Anzuwenden sind die Regionalfaktoren, die von den
Gutachterausschüssen bei der Ableitung der Sachwertfaktoren nach § 191
Satz 1 zugrunde gelegt worden sind. Soweit von den
Gutachterausschüssen keine geeigneten Regionalfaktoren zur Verfügung
stehen, gilt der Regionalfaktor 1,0.

(6) Der Alterswertminderungsfaktor entspricht dem Verhältnis der
Restnutzungsdauer des Gebäudes am Bewertungsstichtag zur
Gesamtnutzungsdauer nach Anlage 22. Die Restnutzungsdauer wird
grundsätzlich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen der
Gesamtnutzungsdauer, die sich aus der Anlage 22 ergibt, und dem Alter
des Gebäudes am Bewertungsstichtag ermittelt. Das Alter des Gebäudes
ist durch Abzug des Jahres der Bezugsfertigkeit des Gebäudes vom Jahr
des Bewertungsstichtags zu bestimmen. Sind nach Bezugsfertigkeit des
Gebäudes Veränderungen eingetreten, die die Restnutzungsdauer des
Gebäudes wesentlich verlängert haben, ist von der entsprechend
verlängerten Restnutzungsdauer auszugehen. Die Restnutzungsdauer eines
noch nutzbaren Gebäudes beträgt vorbehaltlich des Satzes 6 mindestens
30 Prozent der Gesamtnutzungsdauer. Bei einer bestehenden
Abbruchverpflichtung für das Gebäude ist die nach den Sätzen 2 bis 5
ermittelte Restnutzungsdauer auf den Unterschiedsbetrag zwischen der
tatsächlichen Gesamtnutzungsdauer und dem Alter des Gebäudes am
Bewertungsstichtag begrenzt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__190.html
Directory: bewg
Level: 6.0