Title: Anhang 27 Behandlung von Abfällen durch chemische und physikalische Verfahren (CP-Anlagen) sowie Altölaufarbeitung

Description:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
Anhang 27 Behandlung von Abfällen durch chemische und physikalische Verfahren (CP-Anlagen) sowie Altölaufarbeitung

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
Anhang 27 Behandlung von Abfällen durch chemische und physikalische Verfahren (CP-Anlagen) sowie Altölaufarbeitung

(Fundstelle: BGBl. I 2004, 1142 - 1144;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**A** **Anwendungsbereich**

(1) Dieser Anhang gilt für Abwasser, dessen Schadstofffracht im
Wesentlichen aus Anlagen folgender Herkunftsbereiche stammt:

1.  Altölvorbehandlung und -aufarbeitung,

2.  Behandlung von Abfällen,

3.  Regeneration von beladenen Ionenaustauschern und
    Adsorptionsmaterialien sowie

4.  Innenreinigung von Behältern und Behältnissen nach Lagerung und
    Transport.

Er gilt ferner für betriebsspezifisch verunreinigtes
Niederschlagswasser, das in den genannten Bereichen anfällt.
(2) Dieser Anhang gilt nicht für Abwasser, das aus indirekten
Kühlsystemen und aus der Betriebswasseraufbereitung, aus der
biologischen Behandlung von Abfällen, aus der getrennten Behandlung
von flüssigen Abfällen aus fotografischen Prozessen der
Silberhalogenidfotografie sowie aus der Abfallverbrennung stammt. Er
gilt ferner nicht für Abwasser aus Anlagen nach Absatz 1 Nr. 2, 3 und
4, die in Verbindung mit Produktionen von Herkunftsbereichen betrieben
werden, für die Anforderungen in einem anderen Anhang dieser
Verordnung festgelegt sind und dessen Beschaffenheit derjenigen des
Abwassers aus diesen Herkunftsbereichen entspricht.

**B** **Allgemeine Anforderungen**

Die Schadstofffracht ist so gering zu halten, wie dies durch
Verringerung des Anfalls von Abwasser aus der Behälterreinigung nach
Lagerung und Transport durch Mehrfachnutzung und weitgehende
Kreislaufführung des Reinigungswassers sowie Rückhaltung und
Rückgewinnung von Produkten möglich ist.

**C** **Anforderungen an das Abwasser für die Einleitungsstelle**

(1) An das Abwasser werden für die Einleitungsstelle in das Gewässer
folgende Anforderungen gestellt:

*    *
    *   Qualifizierte Stichprobe oder
        2-Stunden-Mischprobe

*    *   Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

    *   mg/l

    *   200

*    *   Nitritstickstoff (NO
        2                       -N)

    *   mg/l

    *   2

*    *   Stickstoff, gesamt, als Summe aus Ammonium-, Nitrit- und
        Nitratstickstoff (N
        ges                       )

    *   mg/l

    *   30

*    *   Aluminium

    *   mg/l

    *   3

*    *   Eisen

    *   mg/l

    *   3

*    *   Fluorid, gesamt

    *   mg/l

    *   30

*    *   Phosphor, gesamt

    *   mg/l

    *   2

*    *   Phenolindex nach Destillation und Farbstoffextraktion

    *   mg/l

    *   0,15

*    *   Giftigkeit gegenüber Fischeiern (G
        Ei                       )

    *
    *   2

*    *   Giftigkeit gegenüber Leuchtbakterien (G
        L                       )

    *
    *   4

*    *   Giftigkeit gegenüber Daphnien (G
        D                       )

    *
    *   4

(2) Ein für den Stickstoff, gesamt, festgesetzter Wert gilt auch als
eingehalten, wenn er als "gesamter gebundener Stickstoff (TN
b             )" bestimmt und eingehalten wird.

**D** **Anforderungen an das Abwasser vor Vermischung**

(1) An das Abwasser werden vor der Vermischung mit anderem Abwasser
folgende Anforderungen gestellt:

*    *
    *   Stichprobe

    *   Qualifizierte Stichprobe oder
        2-Stunden-Mischprobe

*    *
    *   mg/l

    *   mg/l

*    *   Adsorbierbare organisch gebundene Halogene (AOX)

    *   1

    *   -

*    *   Arsen

    *   -

    *   0,1

*    *   Blei

    *   -

    *   0,5

*    *   Cadmium

    *   -

    *   0,2

*    *   Chrom, gesamt

    *   -

    *   0,5

*    *   Chrom VI

    *   0,1

    *   -

*    *   Kupfer

    *   -

    *   0,5

*    *   Nickel

    *   -

    *   1

*    *   Quecksilber

    *   -

    *   0,05

*    *   Zink

    *   -

    *   2

*    *   Cyanid, leicht freisetzbar

    *   0,1

    *   -

*    *   Sulfid, leicht freisetzbar

    *   1

    *   -

*    *   Chlor, freies

    *   0,5

    *   -

*    *   Benzol und Derivate

    *   -

    *   1

*    *   Kohlenwasserstoffe, gesamt

    *   20

    *   -

(2) Das Abwasser darf mit anderem Abwasser zum Zweck der gemeinsamen
biologischen Behandlung nur vermischt werden, wenn zu erwarten ist,
dass mindestens eine der beiden folgenden Voraussetzungen erfüllt
wird:

1.  Bei der Giftigkeit gegenüber Fischeiern, Leuchtbakterien und Daphnien
    einer repräsentativen Abwasserprobe werden nach Durchführung eines
    Eliminationstestes mit Hilfe einer biologischen Labor-
    Durchlaufkläranlage (Anlage z. B. entsprechend DIN 38412-L 26)
    folgende Anforderungen nicht überschritten:

    *        *   Giftigkeit gegenüber Fischeiern

        *   G
            Ei                              = 2,

    *        *   Giftigkeit gegenüber Daphnien

        *   G
            D                              = 4 und

    *        *   Giftigkeit gegenüber Leuchtbakterien

        *   G
            L                              = 4.

*   Durch Maßnahmen wie Nitrifikation in der biologischen Laborkläranlage
    oder pH-Wert-Konstanthaltung ist sicherzustellen, dass eine
    Überschreitung des G
    Ei                   -Wertes nicht durch Ammoniak (NH
    3                   ) verursacht wird. Das Abwasser darf zum Einfahren
    der biologischen Laborkläranlage beliebig verdünnt werden. Bei
    Nährstoffmangel können Nährstoffe zudosiert werden. Während der
    Testphase darf kein Verdünnungswasser zugegeben werden.

2.  Es wird ein DOC-Eliminationsgrad von 75 Prozent entsprechend dem
    Verfahren nach Anlage 1 Nummer 408 erreicht.

Bei wesentlichen Änderungen, sonst mindestens alle 2 Jahre ist der
Nachweis der Einhaltung der Voraussetzungen zu führen.

**E** **Anforderungen an das Abwasser für den Ort des Anfalls**

In CP-Anlagen anfallendes Abwasser darf nicht in Gewässer eingeleitet
werden, soweit es aus der gemeinsamen Behandlung von flüssigen
Abfällen aus fotografischen Prozessen der Silberhalogenidfotografie
und anderen Herkunftsbereichen stammt und organische Komplexbildner
enthält, die einen DOC-Abbaugrad nach 28 Tagen von 80 Prozent
entsprechend dem Verfahren nach Anlage 1 Nummer 406 nicht erreichen.
Die Anforderung nach Satz 1 gilt als eingehalten, wenn der Nachweis
erbracht wird, dass von den Erzeugern und Anlieferern der
angelieferten Abfälle Angaben vorliegen, nach denen keine der in Satz
1 genannten Komplexbildner aus Einsatz- oder Hilfsstoffen verwendet
wurden oder sichergestellt ist, dass der aus fotografischen Prozessen
stammende wässrige Abfall einer Verbrennung zugeführt wird.

**F** **Anforderungen für vorhandene Einleitungen**

Für vorhandene Einleitungen von Abwasser aus Anlagen, die vor dem 1.
August 2002 rechtmäßig in Betrieb waren oder deren Bau zu diesem
Zeitpunkt rechtmäßig begonnen worden ist, gelten die Anforderungen für
den CSB nicht für das Abwasser aus der Behandlung von Bilgen-, Slop-
und Ballastwasser auf Bilgenölannahme- und -behandlungsschiffen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/abwv/__7.html
Directory: abwv
Level: 2.0