Title: Anlage 3 Theoretische Prüfung zum Erwerb des Sportbootführerscheins

Description:
Verordnung über das Führen von Sportbooten (SpFV)
Anlage 3 Theoretische Prüfung zum Erwerb des Sportbootführerscheins

Paragraph: 18

Content:
Verordnung über das Führen von Sportbooten (SpFV)
Anlage 3 Theoretische Prüfung zum Erwerb des Sportbootführerscheins

(Fundstelle: BGBl. I 2017, 1029 - 1030)

1\. Allgemeines ****

Im theoretischen Prüfungsteil soll der Bewerber nachweisen, dass er
mindestens ausreichende Kenntnisse der für das Führen eines
Sportbootes maßgebenden schifffahrtspolizeilichen Vorschriften und die
zur sicheren Führung eines Sportbootes erforderlichen nautischen und
technischen Kenntnisse für den jeweiligen Geltungsbereich besitzt.

Im theoretischen Prüfungsteil werden Basisfragen und spezifische
Fragen gestellt, die im Antwort-Auswahl-Verfahren zu beantworten sind.
Die Basisfragen beinhalten in einem allgemeinen Teil Regelungen zum
Verkehrsrecht, zur Schiffsführung, zum Umweltrecht, zur Schiffstechnik
und zum Wetter sowie besondere Regelungen für die Antriebsarten mit
Antriebsmaschine und unter Segel. Die spezifischen Fragen beinhalten
Besonderheiten des Binnenschifffahrtsrechts bzw. des
Seeschifffahrtsrechts. Zur Beantwortung der Fragen muss der Bewerber
aus jeweils vier Antwortvorschlägen eine Antwort durch Ankreuzen
auswählen. Von den vier Antwortvorschlägen ist jeweils nur ein
Antwortvorschlag richtig. Für jede richtig ausgewählte Antwort erhält
der Bewerber einen Punkt.

Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich schriftlich durchzuführen.

**1.1 Navigationsaufgabe Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen**

Für den Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen ist außer dem
Fragebogen eine Navigationsaufgabe zu bearbeiten, bei der die
Antworten zu den Aufgaben frei formuliert oder Eintragungen in der
Seekarte vorgenommen werden müssen. Für jede richtige Antwort oder
Eintragung erhält der Bewerber einen Punkt je Aufgabe. Dies gilt auch
für Antworten, die lediglich aufgrund eines Folgefehlers unrichtig
sind. Ein Folgefehler liegt vor, wenn ein unrichtiger Ansatz
folgerichtig weitergeführt wird, sei es, dass bei einer Rechenaufgabe
ein unrichtiges Ergebnis bei der Lösung weiterer Rechenaufgaben
eingesetzt und dadurch trotz des richtigen Rechenwegs auch die
weiteren Aufgaben unrichtig gelöst werden, oder sei es, dass bei einer
unrichtigen Weichenstellung in einer sonstigen Arbeit danach ein
folgerichtiger Lösungsweg beschritten wird.

**1.2 Anerkennung von Prüfungsteilen**

Fähigkeiten, die beim Erwerb des Sportbootführerscheins für einen
Geltungsbereich oder eine Antriebsart bereits geprüft wurden, werden
beim Erwerb des Sportbootführerscheins für den anderen Geltungsbereich
oder die andere Antriebsart grundsätzlich nicht erneut geprüft.
Erfolgt die Prüfung für den anderen Geltungsbereich oder die andere
Antriebsart nicht bei demselben Prüfungsausschuss für den zuerst
erworbenen Geltungsbereich oder die zuerst erworbene Antriebsart, ist
zum Nachweis der geprüften Fähigkeiten die Vorlage des
Sportbootführerscheins erforderlich.

**1.3 Hilfsmittel**

Bei der Navigationsaufgabe sind als Hilfsmittel ein
Navigationsdreieck, ein Anlegedreieck, ein Doppellineal, ein Portland
Plotter und ein Zirkel erlaubt. Andere Hilfsmittel, wie zum Beispiel
Nachschlagewerke, auch elektronischer Art, dürfen bei der Beantwortung
der Fragen nicht benutzt werden. Bei einem Täuschungsversuch gilt die
Prüfung als nicht bestanden. Das gilt auch für bereits erfolgreich
durchgeführte Prüfungsteile. Der Vorsitzende der Prüfungskommission
hat vor Beginn der Prüfung die Bewerber über die Folgen eines
Täuschungversuchs zu belehren. Die Prüfung ist von einem Mitglied der
Prüfungskommission zu beaufsichtigen.

2\. Nachzuweisende Kenntnisse ****

Durch die Prüfung ist der Nachweis über die folgenden Kenntnisse
entsprechend dem zu prüfenden Geltungsbereich und der zu prüfenden
Antriebsart zu erbringen:

**2.1 Basiskenntnisse**

2\.1.1 Allgemeine Kenntnisse (für beide Geltungsbereiche)

–   Grundbegriffe

–   allgemeine Ausweichregeln, Schallsignale und Lichterführung

–   allgemeine Gebots-, Verbots- und Schifffahrtszeichen

–   Naturschutz

–   allgemeine Verhaltenspflichten

–   Flüssiggasanlagen

–   Wartung aufblasbarer Rettungsmittel

–   Feuerlöscher, Brandbekämpfung

–   Verhalten nach einem Zusammenstoß

–   Technik von Motorbooten:

    Antriebsmotoren, Antriebswelle, Kraftstoffanlage, Ruderanlage,
    Fahrmanöver, Wirkung der Propellerdrehrichtung, Maschinenanlage,
    Betrieb von Außenbordmotoren, Schadstoffausstoß bei Bootsmotoren

**2.2 Kenntnisse im Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen**

2\.2.1 Kenntnisse der maßgebenden Vorschriften

–   Verkehrsregeln auf Binnenschifffahrtsstraßen, Rhein, Mosel und Donau

–   Signale, Gebots- und Verbotszeichen, Ausweichregeln, Lichterführung
    nach der Binnenschifffahrtsstraßen-
    Ordnung

–   Fahrerlaubnispflicht

–   spezifische Kenntnisse der Fahrzeugführung auf dem Rhein

–   Verhaltenspflichten

–   Wetterkunde

–   allgemeine Sorgfaltspflicht

–   Fahrwasser, Fahrrinne und Verhalten bei Hochwasser

–   Ankerverbot in Kanälen, Brückendurchfahrt

–   Schleusendurchfahrt, Sichtzeichen der Fahrzeuge, Ausweichpflichten

–   Schallsignale, Begegnen, Überholen, Ausweichen

–   Wasserski- und Wassermotorradfahren, Kennzeichnung des Sportbootes

–   Nutzung von Funk- und Radaranlagen

2\.2.2 Kenntnisse unter Segel

–   Rumpfformen, Stabilität

–   Behandlung von Tauwerk, Segel und ihre Behandlung

–   Wind, optimaler Anstellwinkel, Abdrift und Krängung

–   Trimmen der Segel und des Bootes, Segelmanöver

–   gesperrte Wasserflächen

**2.3 Kenntnisse im Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen**

2\.3.1 Kenntnisse der maßgebenden Vorschriften:

–   Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung und Schifffahrtsordnung Emsmündung

–   nautischen Veröffentlichungen

–   Signale, Gebots- und Verbotszeichen, Ausweichregeln, Lichterführung

–   Kollisionsverhütungsregeln

–   Verhaltenspflichten

–   Fahrerlaubnispflicht

–   Verhalten bei Seegang und Überbordgehen

–   Befahren von Warngebieten, NOK, Naturschutzgebieten und Nationalparks

–   Wetterkunde

–   Navigation:

    Umgang mit Seekarten, Standortbestimmung durch Peilen und Koppeln,
    Kursabweichung und Besteckversetzung, Missweisung, Deviation, Strom-
    und Windversatz, Gezeiten, Leuchtfeuerverzeichnis

(zu § 8 Absatz 1 Satz 4)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/spfv/__18.html
Directory: spfv
Level: 2.0