Title: § 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Chemie (ChemIndMeistPrV 2004)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Paragraph: 1

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Chemie (ChemIndMeistPrV 2004)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

(1) Zum Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die
durch die berufliche Fortbildung zum Geprüften Industriemeister/zur
Geprüften Industriemeisterin - Fachrichtung Chemie erworben worden
sind, kann die zuständige Stelle Prüfungen nach den §§ 2 bis 9
durchführen.

(2) Ziel der Prüfung ist der Nachweis der Qualifikation zum Geprüften
Industriemeister/zur Geprüften Industriemeisterin - Fachrichtung
Chemie und damit die Befähigung:

1.  in Betrieben unterschiedlicher Größe und Branchenzugehörigkeit sowie
    in verschiedenen Bereichen und Tätigkeitsfeldern eines Betriebes
    Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben wahrzunehmen;

2.  sich auf verändernde Methoden und Systeme in der Produktion, auf sich
    verändernde Strukturen der Arbeitsorganisation und auf neue Methoden
    der Organisationsentwicklung, der Personalführung und -entwicklung
    flexibel einzustellen sowie den technisch-organisatorischen Wandel im
    Betrieb mitzugestalten.

(3) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob die Qualifikation
vorhanden ist, folgende im Zusammenhang stehende Aufgaben eines
Geprüften Industriemeisters/einer Geprüften Industriemeisterin -
Fachrichtung Chemie wahrnehmen zu können:

1.  den Produktionsablauf überwachen; über den Einsatz der Betriebs- und
    Produktionsmittel entscheiden und deren Erhaltung und
    Betriebsbereitschaft gewährleisten; für die Einhaltung der Qualitäts-
    und Quantitätsvorgaben sorgen; Maßnahmen zur Vermeidung und Behebung
    von Betriebsstörungen einleiten und die notwendige Energieversorgung
    im Betrieb sichern; die Arbeitsplätze nach ergonomischen
    Gesichtspunkten gestalten und bei der Einrichtung von Arbeitsstätten
    unter Beachtung entsprechender Vorschriften mitwirken; technologische
    Weiterentwicklungen im Unternehmen umsetzen, das An- und Abfahren von
    Anlagen organisieren und überwachen; den Werterhalt von Materialien
    und Produkten bei Transport und Lagerung sicherstellen sowie Roh-,
    Hilfs- und Betriebsstoffe disponieren; bei der Entwicklung von
    Vorschlägen für neue technische Konzepte mitarbeiten und den
    kontinuierlichen Verbesserungsprozess mitgestalten;

2.  die Arbeitsabläufe einschließlich des Einsatzes von Roh-, Hilfs- und
    Betriebsstoffen planen und sich an der Planung und Umsetzung neuer
    Produktionsprozesse beteiligen; Kostenpläne aufstellen sowie die
    Kostenentwicklung und den wirtschaftlichen Ablauf steuern; bei der
    Auswahl und Beschaffung von Apparaten, Anlagen und Einrichtungen
    mitwirken; Qualitäts- und Quantitätsvorgaben planen und für die
    Einhaltung der Termine sorgen; die Instandhaltung in Abstimmung mit
    den zuständigen Mitarbeitern sowie den beteiligten betrieblichen
    Bereichen koordinieren und überwachen; die Einhaltung der
    Arbeitssicherheits-, Umwelt- und Gesundheitsvorschriften
    gewährleisten;

3.  die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Sinne der Unternehmensziele
    führen und ihnen Aufgaben unter Berücksichtigung betrieblicher
    Vorgaben, nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und unter
    Abwägung ihrer individuellen Eignung, Kompetenz und Interessen
    zuordnen; sie zu selbständigem, verantwortlichem Handeln anleiten,
    motivieren und an Entscheidungsprozessen beteiligen; bei der Planung
    des Personalbedarfs und bei Stellenbesetzungen mitwirken;
    Arbeitsgruppen betreuen und moderieren; die zielorientierte
    Kooperation und Kommunikation zwischen und mit den Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen, mit den Führungskräften sowie mit dem Betriebsrat
    fördern; die Beurteilung Einzelner und einer Gruppe durchführen und
    entsprechende Personalentwicklungsmaßnahmen veranlassen; die
    Innovationsbereitschaft der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fördern;
    neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ihre Arbeitsbereiche
    einführen; die Ausbildung der zugeteilten Auszubildenden verantworten;
    die Qualitätsmanagementziele kontinuierlich umsetzen sowie
    Qualitätsbewusstsein und Kundenorientierung der Mitarbeiter und
    Mitarbeiterinnen fördern.

(4) Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten Abschluss
Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung
Chemie.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/chemindmeistprv_2004/__1.html
Directory: chemindmeistprv_2004
Level: 2.0