Title: § 83 Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe am Menschen

Description:
Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchG)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 5 - Anforderungen an die Ausübung von Tätigkeiten
§ 83 Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe am Menschen

Paragraph: 83

Content:
Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchG)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 5 - Anforderungen an die Ausübung von Tätigkeiten
§ 83 Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe am Menschen

(1) Ionisierende Strahlung und radioaktive Stoffe dürfen am Menschen
nur angewendet werden

1.  im Rahmen einer medizinischen Exposition oder

2.  im Rahmen der Exposition der Bevölkerung zur Untersuchung einer Person
    in durch Gesetz vorgesehenen oder zugelassenen Fällen oder nach
    Vorschriften des allgemeinen Arbeitsschutzes oder nach
    Einwanderungsbestimmungen anderer Staaten (nichtmedizinische
    Anwendung).

(2) Die Anwendung muss einen hinreichenden Nutzen erbringen. Bei der
Bewertung, ob die Anwendung einen hinreichenden Nutzen erbringt, ist
ihr Gesamtpotential an diagnostischem oder therapeutischem Nutzen,
einschließlich des unmittelbaren gesundheitlichen Nutzens für den
Einzelnen und des Nutzens für die Gesellschaft, gegen die von der
Exposition möglicherweise verursachte Schädigung des Einzelnen
abzuwägen.

(3) Die Anwendung darf erst durchgeführt werden, nachdem ein Arzt oder
Zahnarzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz
entschieden hat, dass und auf welche Weise die Anwendung durchzuführen
ist (rechtfertigende Indikation). Die rechtfertigende Indikation
erfordert bei Anwendungen im Rahmen einer medizinischen Exposition die
Feststellung, dass der gesundheitliche Nutzen der einzelnen Anwendung
gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt. Die rechtfertigende Indikation
erfordert bei nichtmedizinischen Anwendungen die Feststellung, dass
der mit der jeweiligen Untersuchung verbundene Nutzen gegenüber dem
Strahlenrisiko überwiegt. Die rechtfertigende Indikation darf nur
gestellt werden, wenn der Arzt oder Zahnarzt, der die Indikation
stellt, die Person, an der ionisierende Strahlung oder radioaktive
Stoffe angewendet werden, vor Ort persönlich untersuchen kann, es sei
denn, es liegt ein Fall der Teleradiologie nach § 14 Absatz 2 vor.

(4) Absatz 3 gilt nicht für Untersuchungen mit Röntgenstrahlung nach
dem Infektionsschutzgesetz und für Anwendungen am Menschen zum Zweck
der medizinischen Forschung nach § 31 Absatz 1 oder § 32 Absatz 1.

(5) Die Exposition durch eine Untersuchung mit ionisierender Strahlung
oder radioaktiven Stoffen ist so weit einzuschränken, wie dies mit den
Erfordernissen der medizinischen Wissenschaft zu vereinbaren ist. Bei
der Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe zur
Behandlung von Menschen ist die Dosis außerhalb des Zielvolumens so
niedrig zu halten, wie dies unter Berücksichtigung des
Behandlungsziels möglich ist. Satz 1 gilt entsprechend für
nichtmedizinische Anwendungen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschg/__83.html
Directory: strlschg
Level: 4.0