Title: § 50c

Description:
Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO)
Dritter Teil - Meisterprüfung, Meistertitel
Erster Abschnitt - Meisterprüfung in einem zulassungspflichtigen Handwerk
§ 50c

Paragraph: 50c

Content:
Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO)
Dritter Teil - Meisterprüfung, Meistertitel
Erster Abschnitt - Meisterprüfung in einem zulassungspflichtigen Handwerk
§ 50c

(1) Die Gleichwertigkeit ist festzustellen,

1.  wenn die Antragstellerin oder der Antragsteller einen
    Ausbildungsnachweis besitzt, der im Ausland erworben wurde, und

2.  dieser Ausbildungsnachweis – soweit erforderlich – unter
    Berücksichtigung sonstiger Befähigungsnachweise der Meisterprüfung in
    dem zu betreibenden zulassungspflichtigen Handwerk gleichwertig ist.

Ausbildungsnachweise sind Prüfungszeugnisse und sonstige
Befähigungsnachweise, die von verantwortlichen Stellen für den
Abschluss einer erfolgreich absolvierten Berufsbildung ausgestellt
werden.

(2) Ein Ausbildungsnachweis – soweit erforderlich – unter
Berücksichtigung sonstiger Befähigungsnachweise ist als gleichwertig
anzusehen, sofern

1.  der im Ausland erworbene Ausbildungsnachweis, bezogen auf die
    Meisterprüfung, in dem zu betreibenden zulassungspflichtigen Handwerk
    die Befähigung zu vergleichbaren beruflichen Tätigkeiten belegt,

2.  die Antragstellerin oder der Antragsteller im Ausbildungsstaat zur
    Ausübung des zu betreibenden zulassungspflichtigen Handwerks
    berechtigt ist oder die Berechtigung zur Ausübung des zu betreibenden
    Handwerks aus Gründen verwehrt wurde, die der Ausübung im Inland nicht
    entgegenstehen, und

3.  zwischen der nachgewiesenen Befähigung und der Meisterprüfung in dem
    zu betreibenden zulassungspflichtigen Handwerk keine wesentlichen
    Unterschiede bestehen.

(3) Wesentliche Unterschiede zwischen der nachgewiesenen Befähigung
und der entsprechenden Meisterprüfung liegen vor, sofern

1.  sich der im Ausland erworbene Ausbildungsnachweis auf Fertigkeiten und
    Kenntnisse bezieht, die sich wesentlich von den Fertigkeiten und
    Kenntnissen der entsprechenden Meisterprüfung unterscheiden; dabei
    sind Inhalt und Dauer der Ausbildung zu berücksichtigen,

2.  die entsprechenden Fertigkeiten und Kenntnisse maßgeblich für die
    Ausübung zumindest einer wesentlichen Tätigkeit des
    zulassungspflichtigen Handwerks sind und

3.  die Antragstellerin oder der Antragsteller diese Unterschiede nicht
    durch sonstige Befähigungsnachweise oder nachgewiesene einschlägige
    Berufserfahrung ausgeglichen hat.

(4) Kann die Antragstellerin oder der Antragsteller die für die
Feststellung der Gleichwertigkeit erforderlichen Nachweise nicht oder
nur teilweise vorlegen, bestehen Zweifel an der Echtheit oder
Richtigkeit der Nachweise oder sind diese inhaltlich nicht
ausreichend, kann die Handwerkskammer, insbesondere in Fällen, in
denen bei der Gleichwertigkeitsfeststellung Berufserfahrung
herangezogen wird, die für einen Vergleich mit der Meisterprüfung in
dem zu betreibenden zulassungspflichtigen Handwerk relevanten
beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der
Antragstellerin oder des Antragstellers im Rahmen geeigneter Verfahren
feststellen. Geeignete Verfahren sind insbesondere Arbeitsproben,
Fachgespräche sowie praktische und theoretische Prüfungen.

(5) Sofern die Gleichwertigkeit wegen wesentlicher Unterschiede zu der
entsprechenden Meisterprüfung nicht festgestellt werden kann, kann die
Handwerkskammer zur Feststellung der Gleichwertigkeit die Teilnahme an
einem Anpassungslehrgang, der Gegenstand einer Bewertung ist, oder das
Ablegen einer Eignungsprüfung verlangen. Verlangt die Handwerkskammer
eine Eignungsprüfung, soll sie ermöglichen, dass diese innerhalb von
sechs Monaten abgelegt werden kann.

(6) § 8 Absatz 2 und 3 Satz 2 und 3 gilt entsprechend. Im Übrigen sind
die Vorschriften des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes über
reglementierte Berufe sowie § 17 anzuwenden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/__50c.html
Directory: hwo
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