Title: § 22 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Zweiter Teil - Vorschriften für die Ausbildungsberufe Hochbaufacharbeiter/Hochbaufacharbeiterin, Ausbaufacharbeiter/Ausbaufacharbeiterin und Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
3. Abschnitt - Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
§ 22 Abschlußprüfung

Paragraph: 22

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Zweiter Teil - Vorschriften für die Ausbildungsberufe Hochbaufacharbeiter/Hochbaufacharbeiterin, Ausbaufacharbeiter/Ausbaufacharbeiterin und Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
3. Abschnitt - Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
§ 22 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 3
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden eine praktische Aufgabe ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, daß er die Arbeitsschritte selbständig festlegen,
das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und
zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum Umweltschutz ergreifen
kann. Für die praktische Aufgabe kommen insbesondere in Betracht:

1.  im Schwerpunkt Straßenbauarbeiten:

    Herstellen einer Pflasterdecke und eines Plattenbelages mit Längs- und
    Querneigung und Einfassung;

2.  im Schwerpunkt Rohrleitungsbauarbeiten:

    Herstellen einer Druckrohrleitung unter Verwendung unterschiedlicher
    Materialien, Zuordnen verschiedener Formstücke und Durchführen einer
    Druckprüfung;

3.  im Schwerpunkt Kanalbauarbeiten:

    a)  Herstellen eines Schachtunterteils aus Mauerwerk, Einbau von
        Gelenkstücken und Herstellen von Bermen und Gerinnen oder

    b)  Herstellen einer Freispiegelleitung unter Verwendung unterschiedlicher
        Materialien sowie Einbau von Abzweigungen und Formstücken;

4.  im Schwerpunkt Brunnenbau- und Spezialtiefbauarbeiten:

    a)  Herstellen einer Bohrung und Führen eines Schichtenverzeichnisses,

    b)  Herstellen eines Verbauabschnittes einschließlich Einbauen einer
        Rohrleitung oder

    c)  Installieren einer Druckkesselanlage einschließlich Herstellen einer
        Werkstückkomponente;

5.  im Schwerpunkt Gleisbauarbeiten:

    a)  Herstellen eines Gleisjoches einschließlich einer Notlaschenverbindung
        oder

    b)  Herstellen eines Bahndammes.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Schwerpunktbezogene Aufgaben, Bauwerke im Tiefbau
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den
Prüfungsbereichen Schwerpunktbezogene Aufgaben und Bauwerke im Tiefbau
soll der Prüfling zeigen, daß er insbesondere durch Verknüpfung von
arbeitsorganisatorischen, technologischen, mathematischen und
zeichnerischen Inhalten praxisbezogene Fälle lösen kann. Dabei sollen
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es
kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Schwerpunktbezogene Aufgaben:

    a)  im Schwerpunkt Straßenbauarbeiten:

        aa) Vermessungen im Straßenbau,

        bb) Entwässerung,

        cc) Unterlage für Decken und Beläge,

        dd) Pflasterdecken und Plattenbeläge,

        ee) Asphaltdecken;

    b)  im Schwerpunkt Rohrleitungsbauarbeiten:

        aa) Messungen im Rohrleitungsbau,

        bb) Rohre, Armaturen und Formstücke,

        cc) Einbauen von Druckrohrleitungen,

        dd) Auslegen und Sichern von Kabeln,

        ee) Schachtbauwerke;

    c)  im Schwerpunkt Kanalbauarbeiten:

        aa) Messungen im Kanalbau,

        bb) Rohre, Formstücke und Schachtbauteile,

        cc) Einbauen von Abwasserleitungen als Freispiegelleitung,

        dd) Auslegen und Sichern von Kabeln,

        ee) Schachtbauwerke;

    d)  im Schwerpunkt Brunnenbau- und Spezialtiefbauarbeiten:

        aa) Messungen im Brunnenbau und Spezialtiefbau,

        bb) Bearbeiten von Werkstücken,

        cc) Einbauen von Rohrleitungen,

        dd) Baugrundaufschlußbohrungen,

        ee) Herstellen und Ausbauen von Bohrungen zu Grundwassermeldestellen,

        ff) Abschlußbauwerke und Wasserförderungsanlagen;

    e)  im Schwerpunkt Gleisbauarbeiten:

        aa) Verkehrssichernde Maßnahmen,

        bb) Messungen im Gleisbau,

        cc) Entwässerung eines Bahnkörpers,

        dd) Unterbau,

        ee) Oberbau,

        ff) Werkzeuge und Maschinen zum Verlegen von Gleisen;

2.  im Prüfungsbereich Bauwerke im Tiefbau:

    a)  Gefährdungen und Sicherungsmaßnahmen in Baugruben und Gräben,

    b)  Bau- und Bauhilfsstoffe sowie Fertigteile,

    c)  Bodenarten und Bodenklassen,

    d)  Verbau von Baugruben und Gräben,

    e)  Geräte und Maschinen,

    f)  offene Wasserhaltung,

    g)  Verkehrswege und Verkehrsflächen,

    h)  Ver- und Entsorgungssysteme,

    i)  angrenzende Arbeiten im Hochbau;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Schwerpunktbezogene Aufgaben

    *   100 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Bauwerke im Tiefbau

    *   100 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   40 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Schwerpunktbezogene Aufgaben

    *   40 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Bauwerke im Tiefbau

    *   40 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einem der
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

(8) Die Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf
Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin gilt bei Fortsetzung der
Berufsausbildung in einem der aufbauenden Berufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 4
oder Abs. 2 Nr. 3 als Zwischenprüfung nach § 42 des
Berufsbildungsgesetzes.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__22.html
Directory: bauwiausbv_1999
Level: 4.0