Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Immobilienkaufmann/zur Immobilienkauffrau (ImmobKfmAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Immobilienkaufmann/zur Immobilienkauffrau (ImmobKfmAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen:

1.  Immobilienwirtschaft,

2.  Kaufmännische Steuerung, Dokumentation,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde,

4.  Kundengespräch, Teambesprechung.

Die Prüfung ist in den Prüfungsbereichen nach den Nummern 1 bis 3
schriftlich und im Prüfungsbereich nach Nummer 4 mündlich
durchzuführen.

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  im Prüfungsbereich Immobilienwirtschaft:

    In höchstens 180 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle bearbeiten und dabei zeigen, dass er Arbeitsabläufe planen
    und organisieren, Immobilienmärkte und Zielgruppen analysieren,
    immobilienbezogene und kundengerechte Dienstleistungen entwickeln,
    Kunden informieren, Immobilien erwerben, veräußern und vermitteln
    sowie Objekte bewirtschaften kann. Ferner soll er zeigen, dass er
    rechtliche Vorschriften beachten sowie Aspekte der Wirtschaftlichkeit,
    der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes berücksichtigen kann. Dafür
    kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Immobilienmärkte,

    b)  Immobilienbestand,

    c)  Immobiliengeschäfte,

    d)  Bauen und Finanzieren;

2.  im Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung, Dokumentation:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle bearbeiten und dabei zeigen, dass er zur Vorbereitung von
    Entscheidungen Problemstellungen analysieren, Daten ermitteln,
    Kalkulationen durchführen, Kennziffern und Statistiken auswerten sowie
    Lösungsmöglichkeiten entwickeln und dokumentieren kann. Dafür kommen
    insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Investitions- und Wirtschaftlichkeitsberechnung,

    b)  Berichtswesen,

    c)  Budgetplanung und -überwachung,

    d)  Steuern und Versicherungen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle bearbeiten und dabei zeigen, dass er wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    kann;

4.  im Prüfungsbereich Kundengespräch, Teambesprechung soll der Prüfling
    eine praxisbezogene Aufgabe bearbeiten. Gegenstand der
    Aufgabenstellung sind Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten gemäß §
    4 Abs. 1 in Verbindung mit einer der gewählten
    Wahlqualifikationseinheiten gemäß § 4 Abs. 2. Der Prüfling wählt eine
    von zwei ihm zur Wahl gestellten Aufgaben aus. Die zur Wahl gestellten
    Aufgaben müssen dieselbe Wahlqualifikationseinheit berücksichtigen. Im
    Rahmen eines Kundengesprächs oder einer Teambesprechung soll der
    Prüfling zeigen, dass er Aufgabenstellungen erfassen und Lösungswege
    entwickeln und begründen kann. Ferner soll er zeigen, dass er
    insbesondere wirtschaftliche, rechtliche, technische und ökologische
    Zusammenhänge beachten sowie service-, ziel-, adressaten- und
    situationsbezogen kommunizieren kann. Dem Prüfling ist eine
    Vorbereitungszeit von höchstens 20 Minuten einzuräumen. Das
    Kundengespräch oder die Teambesprechung soll die Dauer von 30 Minuten
    nicht überschreiten.

(4) Sind die Prüfungsleistungen in bis zu zwei schriftlichen
Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" und in den übrigen schriftlichen
Prüfungsbereichen mit mindestens "ausreichend" bewertet worden, so ist
auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit "mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die
schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten
zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag
geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die
Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(5) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses hat der Prüfungsbereich
Immobilienwirtschaft gegenüber jedem der übrigen Prüfungsbereiche das
doppelte Gewicht.

(6) Zum Bestehen der Abschlussprüfung müssen im Gesamtergebnis und in
mindestens zwei der in Absatz 2 Nr. 1 bis 3 genannten Prüfungsbereiche
sowie im Prüfungsbereich Kundengespräch, Teambesprechung mindestens
ausreichende Prüfungsleistungen erbracht werden. Werden die
Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet,
so ist die Prüfung nicht bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/immobkfmausbv/__9.html
Directory: immobkfmausbv
Level: 2.0