Title: § 10 Hinzurechnungsbetrag

Description:
Gesetz über die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (AStG)
Vierter Teil - Hinzurechnungsbesteuerung
§ 10 Hinzurechnungsbetrag

Paragraph: 10

Content:
Gesetz über die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (AStG)
Vierter Teil - Hinzurechnungsbesteuerung
§ 10 Hinzurechnungsbetrag

(1) Die nach § 7 Absatz 1 steuerpflichtigen Einkünfte sind bei dem
Steuerpflichtigen als Hinzurechnungsbetrag anzusetzen. Ergibt sich ein
negativer Betrag, so entfällt die Hinzurechnung.

(2) Der Hinzurechnungsbetrag gehört zu den Einkünften im Sinne des §
20 Absatz 1 Nummer 1 des Einkommensteuergesetzes und gilt in dem
Veranlagungszeitraum als zugeflossen, in dem das maßgebende
Wirtschaftsjahr der ausländischen Gesellschaft endet. Gehören Anteile
an der ausländischen Gesellschaft zu einem Betriebsvermögen, so gehört
der Hinzurechnungsbetrag zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb, aus
Land- und Forstwirtschaft oder aus selbständiger Arbeit und erhöht den
nach dem Einkommen- oder Körperschaftsteuergesetz ermittelten Gewinn
des Betriebs für das Wirtschaftsjahr, in dem das Wirtschaftsjahr der
ausländischen Gesellschaft endet. Sind dem Steuerpflichtigen die
Anteile an der ausländischen Gesellschaft mittelbar zuzurechnen, gilt
Satz 2 nur, soweit die Anteile an der unmittelbar gehaltenen
vermittelnden Beteiligung zu einem Betriebsvermögen gehören. Auf den
Hinzurechnungsbetrag sind § 3 Nummer 40 Satz 1 Buchstabe d, § 32d des
Einkommensteuergesetzes, § 8b Absatz 1 des Körperschaftsteuergesetzes
und § 9 Nummer 7 des Gewerbesteuergesetzes nicht anzuwenden.

(3) Die dem Hinzurechnungsbetrag zugrunde liegenden Einkünfte sind in
entsprechender Anwendung der Vorschriften des deutschen Steuerrechts
zu ermitteln. Alle Einkünfte, für die die ausländische Gesellschaft
Zwischengesellschaft ist, sind als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu
behandeln; ihre Ermittlung hat gemäß § 4 Absatz 1 des
Einkommensteuergesetzes zu erfolgen. § 10 Nummer 2 des
Körperschaftsteuergesetzes ist auf eine von der ausländischen
Gesellschaft zu entrichtende Vermögensteuer nicht anzuwenden.
Steuerliche Vergünstigungen, die an die unbeschränkte Steuerpflicht
oder an das Bestehen eines inländischen Betriebs oder einer
inländischen Betriebsstätte anknüpfen, und die Vorschriften des
Umwandlungssteuergesetzes bleiben unberücksichtigt. Verluste, die bei
Einkünften entstanden sind, für die die ausländische Gesellschaft
Zwischengesellschaft ist, können in entsprechender Anwendung des § 10d
des Einkommensteuergesetzes, soweit sie die nach § 9 außer Ansatz zu
lassenden Einkünfte übersteigen, abgezogen werden. Ein Verlustrücktrag
ist nicht zulässig.

(4) Bei der Ermittlung der Einkünfte, für die die ausländische
Gesellschaft Zwischengesellschaft ist, dürfen nur solche
Betriebsausgaben abgezogen werden, die mit diesen Einkünften in
wirtschaftlichem Zusammenhang stehen.

(5) Soweit in Anwendung des Absatzes 3 Wirtschaftsgüter erstmals zu
bewerten sind, sind sie mit den Werten anzusetzen, die sich ergeben
würden, wenn seit Übernahme der Wirtschaftsgüter durch die
ausländische Gesellschaft die Vorschriften des deutschen Steuerrechts
angewendet worden wären. In den Fällen des § 8 Absatz 1 Nummer 9 sind
bei der übernehmenden Gesellschaft die auf sie übergegangenen
Wirtschaftsgüter mit dem von der übertragenden Gesellschaft
angesetzten Wert zu übernehmen.

(6) Soweit die dem Hinzurechnungsbetrag zugrunde liegenden Einkünfte
oder Einkunftsquellen zu Erträgen des Steuerpflichtigen im Sinne des §
20 Absatz 1 Nummer 3 des Einkommensteuergesetzes in Verbindung mit §
16 Absatz 1 Nummer 2 des Investmentsteuergesetzes oder im Sinne des §
20 Absatz 1 Nummer 3a des Einkommensteuergesetzes in Verbindung mit §
34 Absatz 1 Nummer 2 des Investmentsteuergesetzes führen, ist der
Hinzurechnungsbetrag in Höhe dieser Erträge zu mindern.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/astg/__10.html
Directory: astg
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