Title: § 26 Schriftliche Arbeiten unter Aufsicht

Description:
Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den höheren technischen Verwaltungsdienst des Bundes (LAP-htVerwDV)
Teil 1 - Allgemeiner Teil
Kapitel 3 - Prüfungen
§ 26 Schriftliche Arbeiten unter Aufsicht

Paragraph: 26

Content:
Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den höheren technischen Verwaltungsdienst des Bundes (LAP-htVerwDV)
Teil 1 - Allgemeiner Teil
Kapitel 3 - Prüfungen
§ 26 Schriftliche Arbeiten unter Aufsicht

(1) Die schriftliche Prüfung soll die Fähigkeit erkennen lassen,
Aufgaben aus dem Bereich der Verwaltung schnell und sicher zu
erfassen, in kurzer Frist mit den zugelassenen Hilfsmitteln zu lösen
und das Ergebnis knapp und übersichtlich darzustellen. Die
Prüfungsaufgaben bestimmt das Oberprüfungsamt.

(2) Ist die häusliche Prüfungsarbeit mindestens mit der Note
"ausreichend" (Punktzahl 4,0) bewertet worden und wurden die nach dem
Ausbildungsplan vorgesehenen Lehrgänge und sonstigen Teile des
Vorbereitungsdienstes erfolgreich abgeleistet, teilt das
Oberprüfungsamt den Baureferendarinnen und Baureferendaren rechtzeitig
unter Angabe von Zeit und Ort die Zulassung zu den schriftlichen
Arbeiten unter Aufsicht mit.

(3) An vier aufeinander folgenden Arbeitstagen sind vier schriftliche
Arbeiten unter Aufsicht zu fertigen. Die Aufgaben sind aus den in den
§§ 38, 42, 46, 50 und 54 für die einzelnen Fachrichtungen festgelegten
Prüfungsfächern auszuwählen. Den verwaltungs- und rechtsbezogenen
Bereichen der Ausbildung ist mit mindestens einer Arbeit Rechnung zu
tragen. Wenn die Ausbildung ein Vertiefungsfach aufweist, soll eine
der Arbeiten aus diesem Fach gefertigt werden.

(4) Für die Bearbeitung stehen jeweils sechs Zeitstunden zur
Verfügung. Bei jeder Aufgabe werden die Hilfsmittel, die benutzt
werden dürfen, angegeben; die Hilfsmittel werden zur Verfügung
gestellt. Sollen Baureferendarinnen und Baureferendare eigene
Hilfsmittel zur Prüfung mitbringen, wird dies mit der Einladung zur
Prüfung ausdrücklich bekannt gegeben. Weitere mitgeführte Hilfsmittel
sind vor Aushändigung der Aufgabe bei der oder dem Aufsichtsführenden
zu hinterlegen.

(5) Die Prüfungsvorschläge und -aufgaben sind geheim zu halten.

(6) Werden die schriftlichen Aufgaben unter Aufsicht nicht am Sitz des
Oberprüfungsamtes geschrieben, leitet das Oberprüfungsamt die Aufgaben
in verschlossenem Umschlag der Leitung der Ausbildungsbehörde zu.
Diese gibt den verschlossenen Umschlag an die aufsichtsführende
Person, die dem höheren Dienst angehören muss. Die Aufgaben werden den
Baureferendarinnen und Baureferendaren zu Beginn der Prüfung
ausgehändigt. Spätestens mit Ablauf der Bearbeitungszeit sind alle
Arbeiten unterschrieben und mit allen Zwischenrechnungen und Konzepten
an die aufsichtsführende Person zu geben. Die oder der
Aufsichtsführende fertigt eine Niederschrift und vermerkt darin die
Zeitpunkte des Beginns, der Unterbrechung und der Abgabe der Arbeit,
in Anspruch genommene Prüfungserleichterungen im Sinne des § 13 sowie
etwaige besondere Vorkommnisse. Die Niederschriften der vier
schriftlichen Arbeiten unter Aufsicht sind zu sammeln und am letzten
Fertigungstag dem Oberprüfungsamt zu übersenden. Die gefertigten
Arbeiten sind noch am jeweiligen Prüfungstag zusammen mit den
Aufgabentexten mit Einlieferungsnachweis den vom Oberprüfungsamt
benannten Erstprüfenden zur Bewertung zuzuleiten.

(7) § 25 Abs. 5 und 6 Satz 1 ist entsprechend anzuwenden.

(8) Erscheinen Baureferendarinnen oder Baureferendare verspätet zu
einer Arbeit unter Aufsicht und wird nicht nach § 28 verfahren, gilt
die versäumte Zeit als Bearbeitungszeit.

(9) Die schriftliche Prüfung ist bestanden, wenn jede der vier
schriftlichen Arbeiten unter Aufsicht mindestens mit der Note
"ausreichend" (Punktzahl 4,0) bewertet worden ist. Sie ist auch
bestanden, wenn der Durchschnitt aller schriftlichen Aufsichtsarbeiten
mindestens die Punktzahl 4,0 erreicht, wobei höchstens eine Arbeit
schlechtestens mit der Note "mangelhaft" (Punktzahl 5,0) bewertet sein
darf. Ansonsten ist die Große Staatsprüfung nicht bestanden. Hierüber
erhält die Baureferendarin oder der Baureferendar vom Oberprüfungsamt
einen Bescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/lap-htverwdv/__26.html
Directory: lap-htverwdv
Level: 4.0