Title: § 15 Mündlich-praktische Prüfung

Description:
Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO 2002)
Zweiter Abschnitt - Allgemeine Prüfungsbestimmungen
§ 15 Mündlich-praktische Prüfung

Paragraph: 15

Content:
Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO 2002)
Zweiter Abschnitt - Allgemeine Prüfungsbestimmungen
§ 15 Mündlich-praktische Prüfung

(1) Der mündlich-praktische Teil des Ersten Abschnitts der Ärztlichen
Prüfung und der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung werden jeweils
vor einer Prüfungskommission abgelegt. Die Prüfungskommissionen werden
von der nach Landesrecht zuständigen Stelle bestellt. Jede
Prüfungskommission besteht aus dem Vorsitzenden und

1.  beim Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung aus zwei weiteren
    Mitgliedern,

2.  beim Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung aus drei weiteren
    Mitgliedern.

Für den Vorsitzenden und die weiteren Mitglieder sind Stellvertreter
zu bestellen. Als Vorsitzende, weitere Mitglieder und Stellvertreter
werden Professoren oder andere Lehrkräfte der Fächer, die Gegenstand
der Prüfung sind, bestellt. Als Mitglieder der Prüfungskommission für
den Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung können stattdessen auch
dem Lehrkörper einer Universität nicht angehörende Ärzte, wie
Fachärzte für Allgemeinmedizin oder anderer Fachgebiete, bestellt
werden.

(2) Der Vorsitzende der Prüfungskommission leitet die Prüfung, muss
Hochschullehrer sein und selbst prüfen. Er hat darauf zu achten, dass
die Prüflinge in geeigneter Weise befragt werden. Ihm obliegt die
Aufrechterhaltung der Ordnung.

(3) Die Prüfungskommission hat vorbehaltlich des Satzes 2 während der
gesamten Prüfung anwesend zu sein. Der Vorsitzende kann gestatten,
dass die Prüfung zeitweise nur vom Vorsitzenden und einem weiteren
Mitglied der Prüfungskommission abgenommen wird, solange der Prüfling
unmittelbar am Patienten tätig werden muss und der Patient es ablehnt,
dass dies vor der gesamten Prüfungskommission geschieht oder es aus
Gründen eines wohlverstandenen Patienteninteresses tunlich erscheint,
dass dies nur vor dem Vorsitzenden und dem weiteren Prüfer geschieht.
In einem solchen Fall nehmen auch die übrigen Prüflinge an diesem Teil
der Prüfung nicht teil.

(4) In einem Termin dürfen nicht mehr als vier Prüflinge geprüft
werden.

(5) Die nach Landesrecht zuständige Stelle kann zum mündlich-
praktischen Termin Beobachter entsenden. Der Vorsitzende der
Prüfungskommission hat jeweils bis zu fünf bereits zur gleichen
Prüfung zugelassenen Studierenden der Medizin, einem Mitglied des
Lehrkörpers einer Universität des Landes und einem Vertreter der
zuständigen Ärztekammer zu gestatten, bei der Prüfung anwesend zu
sein. Dabei hat er auf eine gleichmäßige Berücksichtigung der
Studierenden zu achten. In den Fällen des Absatzes 3 Satz 3 und bei
der Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses dürfen die in Satz 2 genannten
Personen nicht anwesend sein. Darüber hinaus kann der Vorsitzende ihre
Anwesenheit zeitweise ausschließen, wenn dies zur Wahrung
wohlverstandener Patienteninteressen tunlich erscheint.

(6) Über die Folgen von Ordnungsverstößen und Täuschungsversuchen
entscheidet die nach Landesrecht zuständige Stelle. § 14 Abs. 5 gilt
entsprechend.

(7) Die Leistungen in der mündlich-praktischen Prüfung sind nach
Maßgabe des § 13 Abs. 2 zu bewerten. Die mündlich-praktische Prüfung
ist bestanden, wenn der Prüfling mindestens die Note "ausreichend"
erhalten hat.

(8) Über den Verlauf der Prüfung jedes Prüflings ist eine von allen
Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterzeichnende Niederschrift
nach dem Muster der Anlage 7 oder 8 zu dieser Verordnung anzufertigen,
aus der der Gegenstand der Prüfung, das Prüfungsergebnis, die es
tragenden Gründe sowie etwa vorkommende schwere Unregelmäßigkeiten
ersichtlich sind.

(9) Die Prüfungskommission trifft ihre Entscheidung mit
Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des
Vorsitzenden den Ausschlag. Der Vorsitzende teilt dem Prüfling das
Ergebnis der mündlich-praktischen Prüfung mit und begründet dies auf
Wunsch des Prüflings.

(10) Die nach Landesrecht zuständige Stelle kann Aufgaben, die ihr
nach dieser Verordnung bei der Durchführung mündlich-praktischer
Prüfungen obliegen, einem oder mehreren von ihr zu bestellenden
Beauftragten an der Universität übertragen. Die Beauftragten der nach
Landesrecht zuständigen Stelle und die für sie zu bestellenden
Vertreter sollen Hochschullehrer sein. Die Universitäten stellen
sicher, dass die mündlich-praktischen Prüfungen den Anforderungen nach
dieser Verordnung entsprechen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/__15.html
Directory: aeappro_2002
Level: 3.0