Title: § 19 Aufmaß und Berechnung

Description:
Verordnung über die Eichung von Binnenschiffen (BinSchEO)
Zweiter Abschnitt - Schiffe, die zur Beförderung von Gütern bestimmt sind
§ 19 Aufmaß und Berechnung

Paragraph: 19

Content:
Verordnung über die Eichung von Binnenschiffen (BinSchEO)
Zweiter Abschnitt - Schiffe, die zur Beförderung von Gütern bestimmt sind
§ 19 Aufmaß und Berechnung

(1) Der Eichraum wird bei Schiffen, die in der Leerebene unvertrimmt
schwimmen, durch waagerechte Flächen, die parallel verlaufen, oder –
bei im leeren Zustand vertrimmten Schiffen – durch Flächen, die sich
in einer Geraden schneiden, in Eichschichten geteilt.

(2) Die Dicke der Eichschichten ist so zu wählen, dass die Berechnung
ihres Rauminhaltes mit der in § 14 geforderten Genauigkeit erfolgen
kann und dass die Arealkurve nach Absatz 7 einen gleichmäßigen Verlauf
erhält.

(3) Für das Aufmaß der Flächen nach Absatz 1 (Schnittflächen) und zur
Berechnung ihrer Inhalte wird der Eichraum durch Querschnitte, deren
Lage sich nach der Schiffsform richtet, geteilt: in einen Mittelteil,
einen vorderen und einen hinteren Endteil und – wenn notwendig – in
einen vorderen und einen hinteren Überhang.

(4) Der Mittelteil erstreckt sich über die Länge, in der die
Außenwände über die ganze Höhe des Eichraums parallel oder annähernd
parallel zur Längsachse des Schiffes verlaufen. Daran schließen sich
die Endteile an, die bis zu den Schnittpunkten der unteren Eichebene
mit den Steven reichen. Die so erhaltenen Flächenabschnitte werden,
sofern ihre seitlichen Begrenzungen gleichmäßig gekrümmt verlaufen,
durch Ordinaten senkrecht zur Längsachse in mindestens vier Teile
gleicher Länge unterteilt. Die Flächeninhalte der Überhänge werden –
wenn erforderlich – gesondert berechnet.

(5) Flächenabschnitte mit Knick in der Begrenzungskurve sind an der
Stelle des Knicks zu teilen. Der Inhalt jeder Teilfläche ist gesondert
zu berechnen.

(6) Für die Berechnung der Flächeninhalte der von Kurven begrenzten
Schnittflächen nach den Absätzen 3, 4 und 5 ist die I. Simpsonregel
anzuwenden.

(7) Zur Vorbereitung der Berechnung der Rauminhalte sind die nach den
Absätzen 3 bis 6 errechneten Flächeninhalte der Schnittflächen als
Kurve (Arealkurve) in Abhängigkeit von den jeweiligen gemittelten
Eintauchungen aufzutragen. Die gemittelten Eintauchungen der
Schnittflächen ergeben sich

1.  bei parallelen Flächen nach Absatz 1 aus der Aufteilung nach Absatz 2,

2.  bei sich schneidenden Flächen nach Absatz 1 aus dem senkrechten
    Abstand der jeweiligen Schnittfläche von der gemittelten unteren
    Eichebene bis zum Schnittpunkt dieser Schnittfläche mit der
    Senkrechten, die durch den aus oberer und unterer Eichebene
    gemittelten Schwerpunkt verläuft.

(8) Für die Berechnung der Rauminhalte der Eichschichten wird zunächst
die Gesamthöhe der Arealkurve, ausgehend von der Leerebene, in neue
Eichschichten mit 10 cm Schichthöhe aufgeteilt. Der Rauminhalt dieser
Eichschichten wird jeweils durch Multiplikation der halben Summe der
Flächeninhalte ihrer oberen und unteren Begrenzungsflächen mit der
Schichtdicke von 0,1 m bestimmt.

(9) Teilt man den Rauminhalt einer Eichschicht durch ihre mittlere
Dicke in Zentimetern, so erhält man die mittlere Zunahme der
Wasserverdrängung für jeden Zentimeter der Eichschicht.

(10) Je nach Antrag ist die Wasserverdrängung je Zentimeter und die
Zunahme der Wasserverdrängung von Zentimeter zu Zentimeter – von der
Leerebene beginnend – in der Tabelle der Rubrik 33 im Eichschein
einzutragen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/binscheo/__19.html
Directory: binscheo
Level: 3.0