Title: § 5 Baumaschinentechnischer Teil

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Baumaschinenmeister (BauMaschMeistPrV)
§ 5 Baumaschinentechnischer Teil

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Baumaschinenmeister (BauMaschMeistPrV)
§ 5 Baumaschinentechnischer Teil

(1) Im baumaschinentechnischen Teil ist in folgenden Fächern zu
prüfen:

1.  Maschinentechnische Grundlagen,

2.  Baumaschinen und Baugeräte,

3.  Instandhaltungs- und Instandsetzungstechnik,

4.  Baubetriebstechnik.

(2) Im Prüfungsfach "Maschinentechnische Grundlagen" soll die zu
prüfende Person nachweisen, daß sie mathematische und
naturwissenschaftliche Kenntnisse zur Lösung technischer
Aufgabenstellungen auch mit Hilfe von Rechengeräten und
Tabellenbüchern anwenden kann. Darüber hinaus soll sie nachweisen, daß
sie technische Zeichnungen und Skizzen als Grundlagen für
Arbeitsanweisungen benutzen sowie die im Baumaschinenbereich üblichen
Werkstoffe hinsichtlich der technologischen Eigenschaften und
Verwendungsmöglichkeiten beschreiben kann. In diesem Rahmen können
geprüft werden:

1.  Rechnen mit Größengleichungen, Zahlenwertgleichungen und
    Einheitengleichungen;

2.  Berechnen technischer Größen, insbesondere:

    a)  Kräfte und Momente,

    b)  Arbeit, Leistung und Wirkungsgrad,

    c)  gleichförmige und gleichmäßig beschleunigte Bewegung,

    d)  einfache Festigkeitsberechnungen,

    e)  Strom, Spannung und Widerstand;

3.  Anfertigen von fertigungstechnischen Skizzen unter Beachtung der
    Zeichnungsnormen;

4.  Eigenschaften und Verwendung metallischer Werkstoffe sowie Änderung
    von Werkstoffeigenschaften durch Wärmebehandlung;

5.  Eigenschaften und Anforderungen an Kunststoffe bei Verwendung in
    Baumaschinen;

6.  Eigenschaften und Anforderungen an Otto- und Dieselkraftstoffe sowie
    ihre Lagerung;

7.  Eigenschaften und Anwendungsbereiche von Schmierstoffen.

(3) Im Prüfungsfach "Baumaschinen und Baugeräte" soll die zu prüfende
Person nachweisen, daß sie Aufbau, Funktion und Einsatzbedingungen der
in den verschiedenen Baubereichen einzusetzenden Maschinen und Geräte
kennt und aus ihren Kenngrößen Zuordnungen der Maschinen und Geräte
zueinander ableiten kann. Darüber hinaus soll sie nachweisen, daß sie
die Grundlagen der Steuerungs- und Regelungstechnik kennt und ihre
Bedeutung bei Baumaschinen und Baugeräten erläutern kann. In diesem
Rahmen können geprüft werden:

1.  Maschinen und Geräte zur Betonherstellung und -verarbeitung,
    insbesondere Betonmischer, Betonmischanlagen, Dosier- und
    Zuteilanlagen, Waagensysteme für Bindemittel und Zuschläge,
    Betonpumpen und Zusatzgeräte, Betonförderleitungen mit Rohrbögen und
    Schläuchen, Betoninnen- und -außenrüttler;

2.  Transport- und Fördereinrichtungen, insbesondere Bauaufzüge, Serien-
    und Kleinhebezeuge, Turmkrane, Mobil- und Autokrane,
    Lastaufnahmeeinrichtungen, Personenaufnahmemittel;

3.  Erdbaumaschinen, insbesondere Seil- und Hydraulikbagger, Planier- und
    Ladegeräte auf Rädern und Ketten, Ramm- und Ziehgeräte, Stampfer,
    Vibrationsplatten und Walzen;

4.  Maschinen und Geräte für Grundwasserabsenkung und Wasserversorgung,
    insbesondere Wasserpumpen auf Baustellen, Wasserförderung mit Pumpen,
    Pumpen und ihr Zubehör für offene und geschlossene
    Grundwasserabsenkung;

5.  Maschinen und Geräte für den Grundbau, insbesondere Bohrverfahren beim
    Dreh- und Drehschlagbohren, Ein- und Mehrseilgreifer, Bohrgreifer,
    Schlitzwandgreifer;

6.  Maschinen und Geräte für den Straßenbau, insbesondere Deckenfertiger
    auf Raupen und Rädern, Einbaubohle und deren Bauteile,
    Beheizungsmöglichkeiten der Einbaubohle, manuelle und automatische
    Nivelliereinrichtungen, Maschinen zur Bodenstabilisierung;

7.  Druckluft- und Tunnelbaugeräte, insbesondere druckluftbetriebene
    Handwerkzeuge und Maschinen, Bewetterungsanlagen und deren
    Leitungssysteme, Drucklufterzeuger.

(4) Im Prüfungsfach "Instandhaltungs- und Instandsetzungstechnik" soll
die zu prüfende Person nachweisen, daß sie durch Messen und Prüfen auf
den Zustand und den Verschleiß der Maschinen und Geräte schließen,
Störungen feststellen und bei der Instandsetzung die zur
Schadensbeseitigung notwendigen Auswechselteile bestimmen sowie die
erforderlichen Bearbeitungs- und Verbindungstechniken beurteilen und
auswählen kann. Sie soll ferner nachweisen, daß sie den Aufbau und die
Funktion von Verbrennungsmotoren kennt und geeignete Maßnahmen zu
ihrer Wartung und Instandsetzung in Baumaschinen beurteilen und
auswählen kann. Außerdem soll sie nachweisen, daß sie die Wirkungen
und Gefahren des elektrischen Stroms kennt und bei der Feststellung
von Mängeln deren Beseitigung veranlassen kann. In diesem Rahmen
können geprüft werden:

1.  Verfahren zum Messen und Bearbeiten, insbesondere Meßzeuge und
    Meßverfahren, Toleranzen nach DIN, Verfahren der spanlosen und
    spangebenden Fertigung einschließlich der zugehörigen
    Bearbeitungsmaschinen und Werkzeuge;

2.  Verbindungstechniken, insbesondere Schrauben, Stiften, Splinten,
    Keilen, Pressen, Schweißen und Löten;

3.  Maschinenelemente und Baugruppen, insbesondere Achsen, Wellen, Zapfen,
    Lager, Zahnräder, Dichtungen, Ketten und Seile, Kupplungen, Getriebe
    und Bremsen;

4.  Grundlagen der Hydraulik und Pneumatik, insbesondere Grundelemente für
    Hydraulik- und Pneumatik-Systeme sowie Schaltbildzeichen,
    Anwendungsbereiche von Hydraulik- und Pneumatik-Systemen,
    Eigenschaften und Einsatzbedingungen für Hydraulik-Flüssigkeiten,
    Beseitigung von Störungen in Hydraulik- und Pneumatik-Kreisläufen;

5.  Grundlagen der Elektrotechnik, insbesondere Baumaschinen- und Kfz-
    Elektrik, elektrische Antriebs-, Versorgungs-, Schutz- und
    Sicherungssysteme, Vorschriften und Anweisungen beim Eingriff in
    elektrische Anlagen, elektronische Grundbegriffe;

6.  Energieumsetzung und wirtschaftlicher Energieeinsatz bei
    Verbrennungskraftmaschinen;

7.  Wartungs- und Einstellungsarbeiten an Verbrennungskraftmaschinen.

(5) Im Prüfungsfach "Baubetriebstechnik" soll die zu prüfende Person
nachweisen, daß sie an Hand von Situationsbeschreibungen und
zeichnerischen Darstellungen mit Hilfe einschlägiger Unterlagen eine
baubetriebstechnische Aufgabe lösen und die Lösungsschritte begründen
kann. In dieser baubetriebstechnischen Aufgabe soll das Einrichten,
Führen und Auflösen einer Arbeitsstätte in baumaschinentechnischer
Hinsicht einschließlich technischer und personeller Ausstattung unter
Berücksichtigung der Arbeitsvorbereitung, der Zeitplanung sowie der
Arbeitssicherheits- und Umweltschutzbestimmungen erarbeitet und
dargestellt werden. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Einrichten einer Arbeitsstätte:

    a)  Geräte und Maschinen,

    b)  Energie- und Wasserversorgung,

    c)  Personaleinsatz,

    d)  Betriebsstoffe und Ersatzteile;

2.  Führen einer Arbeitsstätte:

    a)  Überwachen und Kontrollieren des Gerätezustandes,

    b)  Erkennen von Betriebsstörungen,

    c)  Instandhalten von Baugeräten und Bauanlagen;

3.  Auflösen einer Arbeitsstätte:

    a)  Auflösen und Abtransportieren der maschinentechnischen Einrichtungen
        sowie Wiederherstellen des ursprünglichen Zustandes der
        Versorgungseinrichtungen,

    b)  Erstellen von Gerätezustandsberichten,

    c)  Erfassen von Betriebsstoffen und Ersatzteilen.

(6) Die schriftliche Prüfung besteht je Prüfungsfach aus einer unter
Aufsicht anzufertigenden Arbeit und soll insgesamt nicht länger als 12
Stunden dauern. Die Mindestzeiten betragen im Prüfungsfach:

*    *   1.

    *   Maschinentechnische Grundlagen:

    *   2 Stunden,

*    *   2.

    *   Baumaschinen und Baugeräte:

    *   2 Stunden,

*    *   3.

    *   Instandhaltungs- und Instandsetzungstechnik:

    *   3 Stunden,

*    *   4.

    *   Baubetriebstechnik:

    *   3 Stunden.

(7) Wurde in nicht mehr als einem der in Absatz 1 genannten Fächer
eine mangelhafte Prüfungsleistung erbracht, ist in diesem eine
mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer ungenügenden
Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Note zusammengefasst.
Dabei wird die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung doppelt
gewichtet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/baumaschmeistprv/__5.html
Directory: baumaschmeistprv
Level: 2.0