Title: § 12 Anforderungen und Handlungsfelder

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Revierjagdmeister und Revierjagdmeisterin (RevierjagdMeisterPrV)
Abschnitt 4 - Prüfungsteil Berufsausbildung und Mitarbeiterführung
§ 12 Anforderungen und Handlungsfelder

Paragraph: 12

Content:
Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Revierjagdmeister und Revierjagdmeisterin (RevierjagdMeisterPrV)
Abschnitt 4 - Prüfungsteil Berufsausbildung und Mitarbeiterführung
§ 12 Anforderungen und Handlungsfelder

(1) Im Prüfungsteil Berufsausbildung und Mitarbeiterführung soll der
Prüfling nachweisen, dass er Zusammenhänge der Berufsbildung und
Mitarbeiterführung erkennen, Auszubildende ausbilden und Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen führen kann sowie dass er über entsprechende
fachliche, methodische und didaktische Fähigkeiten verfügt.

(2) Der Nachweis der Qualifikation nach Absatz 1 ist in folgenden
Handlungsfeldern zu führen:

1.  Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen,

2.  Ausbildung vorbereiten und Auszubildende einstellen,

3.  Ausbildung durchführen,

4.  Ausbildung abschließen,

5.  Personalbedarf ermitteln, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auswählen,
    einstellen und Aufgaben auf diese übertragen sowie

6.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anleiten, führen, fördern und
    motivieren sowie deren berufliche Weiterbildung unterstützen.

(3) Das Handlungsfeld „Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und
Ausbildung planen“ nach Absatz 2 Nummer 1 umfasst folgende
Kompetenzen:

1.  die Vorteile und den Nutzen betrieblicher Ausbildung darstellen und
    begründen,

2.  Planungen hinsichtlich des betrieblichen Ausbildungsbedarfs auf der
    Grundlage der rechtlichen, tarifvertraglichen und betrieblichen
    Rahmenbedingungen durchführen und Entscheidungen treffen,

3.  die Strukturen des Berufsbildungssystems und seine Schnittstellen
    darstellen,

4.  Ausbildungsberufe für den Betrieb auswählen und die Auswahl begründen,

5.  die Eignung des Betriebes für die ausgewählten Ausbildungsberufe
    prüfen sowie prüfen, ob und inwieweit Ausbildungsinhalte durch
    Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte, insbesondere durch
    Ausbildung im Verbund sowie durch überbetriebliche und
    außerbetriebliche Ausbildung, vermittelt werden müssen,

6.  die Möglichkeiten des Einsatzes von auf die Berufsausbildung
    vorbereitenden Maßnahmen einschätzen sowie

7.  die Aufgaben der an der Ausbildung Mitwirkenden unter Berücksichtigung
    ihrer Funktionen und Qualifikationen im Betrieb abstimmen.

(4) Das Handlungsfeld „Ausbildung vorbereiten und Auszubildende
einstellen“ nach Absatz 2 Nummer 2 umfasst folgende Kompetenzen:

1.  auf der Grundlage einer Ausbildungsordnung einen betrieblichen
    Ausbildungsplan erstellen, der sich insbesondere an berufstypischen
    Arbeits- und Geschäftsprozessen orientiert,

2.  die Möglichkeiten der Mitwirkung und Mitbestimmung der betrieblichen
    Interessenvertretungen in der Berufsbildung berücksichtigen,

3.  den Kooperationsbedarf ermitteln und sich inhaltlich sowie
    organisatorisch mit den Kooperationspartnern, insbesondere mit der
    Berufsschule, abstimmen,

4.  Kriterien und Verfahren zur Auswahl von Auszubildenden, auch unter
    Berücksichtigung ihrer Verschiedenartigkeit, anwenden,

5.  den Berufsausbildungsvertrag vorbereiten und die Eintragung des
    Vertrags bei der zuständigen Stelle veranlassen sowie

6.  die Möglichkeit prüfen, ob Teile der Berufsausbildung im Ausland
    durchgeführt werden können.

(5) Das Handlungsfeld „Ausbildung durchführen“ nach Absatz 2 Nummer 3
umfasst folgende Kompetenzen:

1.  lernförderliche Bedingungen und eine motivierende Lernkultur schaffen,
    Rückmeldungen geben und empfangen,

2.  die Probezeit organisieren, gestalten und bewerten,

3.  aus dem betrieblichen Ausbildungsplan und den berufstypischen Arbeits-
    und Geschäftsprozessen betriebliche Lern- und Arbeitsaufgaben
    entwickeln und gestalten,

4.  Ausbildungsmethoden und -medien zielgruppengerecht auswählen und
    situationsspezifisch einsetzen,

5.  Auszubildende bei Lernschwierigkeiten durch individuelle Gestaltung
    der Ausbildung und Lernberatung unterstützen, bei Bedarf
    ausbildungsunterstützende Hilfen einsetzen und die Möglichkeit zur
    Verlängerung der Ausbildungszeit prüfen,

6.  Auszubildenden zusätzliche Ausbildungsangebote, insbesondere in Form
    von Zusatzqualifikationen, machen und die Möglichkeit der Verkürzung
    der Ausbildungsdauer und die der vorzeitigen Zulassung zur
    Abschlussprüfung prüfen,

7.  die soziale und persönliche Entwicklung von Auszubildenden fördern,
    Probleme und Konflikte rechtzeitig erkennen und gegebenenfalls auf
    Lösungen hinwirken,

8.  Leistungen feststellen und bewerten, Leistungsbeurteilungen Dritter
    und Prüfungsergebnisse auswerten, Beurteilungsgespräche führen und
    Rückschlüsse für den weiteren Ausbildungsverlauf ziehen sowie

9.  interkulturelle Kompetenzen fördern.

(6) Das Handlungsfeld „Ausbildung abschließen“ nach Absatz 2 Nummer 4
umfasst folgende Kompetenzen:

1.  Auszubildende auf die Abschlussprüfung unter Berücksichtigung der
    Prüfungstermine vorbereiten und die Ausbildung zu einem erfolgreichen
    Abschluss führen,

2.  für die Anmeldung der Auszubildenden zu Prüfungen bei der zuständigen
    Stelle sorgen und die zuständige Stelle auf Besonderheiten hinweisen,
    die für die Durchführung der Prüfung relevant sind,

3.  an der Erstellung eines schriftlichen Zeugnisses auf der Grundlage von
    Leistungsbeurteilungen mitwirken sowie

4.  Auszubildende über betriebliche Entwicklungswege und berufliche
    Weiterbildungsmöglichkeiten informieren und beraten.

(7) Das Handlungsfeld „Personalbedarf ermitteln, Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen auswählen, einstellen und Aufgaben auf diese
übertragen“ nach Absatz 2 Nummer 5 umfasst folgende Kompetenzen:

1.  rechtliche Grundlagen des Arbeits-, Tarif- und Sozialrechts im Betrieb
    umsetzen,

2.  Vorschriften zum Datenschutz und zur Datensicherheit beachten,

3.  Konzepte der Personalplanung anwenden,

4.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auswählen, einstellen und
    einarbeiten,

5.  Leistungsfähigkeit, Qualifikation und Eignung von Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen beurteilen und Aufgaben auf diese entsprechend der
    Beurteilung übertragen,

6.  zur Krankheitsprävention anleiten und Maßnahmen der
    Krankheitsprävention organisieren sowie

7.  die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durchführen.

(8) Das Handlungsfeld „Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anleiten,
führen, fördern und motivieren sowie deren berufliche Weiterbildung
unterstützen“ nach Absatz 2 Nummer 6 umfasst folgende Kompetenzen:

1.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anleiten, Leistungen und Verhalten
    gegebenenfalls unter Hinzuziehung von Leistungsbeurteilungen Dritter
    feststellen und bewerten,

2.  Mitarbeiter- und Beurteilungsgespräche führen und
    Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen,

3.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen motivieren und fördern,

4.  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen qualifizieren und bei der
    Weiterbildung unterstützen,

5.  soziale Zusammenhänge und Konflikte erkennen,

6.  Maßnahmen zur Konfliktbewältigung anwenden, Teamarbeit organisieren
    und unterstützen sowie

7.  Führungsstile kennen und das eigene Führungsverhalten kritisch
    beurteilen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/revierjagdmeisterprv/__12.html
Directory: revierjagdmeisterprv
Level: 3.0