Title: § 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Elektrotechnik (ElekMeistPrV 2004)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Paragraph: 1

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Elektrotechnik (ElekMeistPrV 2004)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

(1) Zum Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die
durch berufliche Fortbildung zum Geprüften Industriemeister/zur
Geprüften Industriemeisterin - Fachrichtung Elektrotechnik erworben
worden sind, kann die zuständige Stelle Prüfungen nach den §§ 2 bis 9
durchführen.

(2) Ziel der Prüfung ist der Nachweis der Qualifikation zum Geprüften
Industriemeister/zur Geprüften Industriemeisterin - Fachrichtung
Elektrotechnik und damit die Befähigung:

1.  in Betrieben unterschiedlicher Größe und Branchenzugehörigkeit sowie
    in unterschiedlichen Bereichen und Tätigkeitsfeldern eines Betriebes
    Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben wahrzunehmen und

2.  sich auf verändernde Methoden und Systeme in der Produktion, auf sich
    verändernde Strukturen der Arbeitsorganisation und auf neue Methoden
    der Organisationsentwicklung, der Personalführung und -entwicklung
    flexibel einzustellen sowie den technisch-organisatorischen Wandel im
    Betrieb mitzugestalten.

(3) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob die Qualifikation
vorhanden ist, in den betrieblichen Funktionsfeldern
"Betriebserhaltung Produktion", "Betriebserhaltung Infrastruktur"
sowie "Fertigung und Montage" insbesondere folgende in Zusammenhang
stehende Aufgaben eines Geprüften Industriemeisters/einer Geprüften
Industriemeisterin - Fachrichtung Elektrotechnik wahrnehmen zu können:

1.  Produktionsabläufe überwachen; über den Einsatz der Betriebs- und
    Produktionsmittel entscheiden und deren Erhaltung und
    Betriebsbereitschaft gewährleisten; für die Einhaltung der Qualitäts-
    und Quantitätsvorgaben sorgen; Maßnahmen zur Vermeidung und Behebung
    von Betriebsstörungen einleiten und die Energieversorgung im Betrieb
    sichern; Arbeitsplätze nach ergonomischen Gesichtspunkten gestalten
    und die Arbeitsstätten unter Beachtung entsprechender Vorschriften,
    Verordnungen und Normen einrichten; technische Weiterentwicklungen im
    Unternehmen umsetzen und die Neuanläufe organisieren und überwachen;
    für den Werterhalt von Materialien und Produkten bei Transport und
    Lagerung zuständig sein; Material, Bau- und Ersatzteile disponieren;
    bei der Entwicklung von Vorschlägen für neue technische Konzepte
    mitarbeiten und den ständigen Arbeits- und
    Produktionsverbesserungsprozess mitgestalten;

2.  Arbeitsabläufe einschließlich des Einsatzes von Material und
    Betriebsmitteln planen und sich an der Planung und Umsetzung neuer
    Arbeitstechniken und Fertigungsprozesse beteiligen; Kostenpläne
    aufstellen, die Kostenentwicklung überwachen und auf einen
    wirtschaftlichen Ablauf achten; bei der Auswahl und Beschaffung von
    Maschinen, Anlagen und Einrichtungen mitwirken; Qualitäts- und
    Quantitätsvorgaben planen und für die Einhaltung der Termine sorgen;
    die Instandhaltung in Abstimmung mit den zuständigen Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen sowie den beteiligten betrieblichen Bereichen
    koordinieren und überwachen; in enger Zusammenarbeit mit dem
    Sicherheitsbeauftragten die Einhaltung der Arbeitssicherheits-,
    Umwelt- und Gesundheitsvorschriften gewährleisten; rechtzeitig und
    angemessen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und beteiligte
    betriebliche Bereiche informieren; in Zusammenarbeit mit den
    Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen übergeordnete Planungsgruppen
    beraten sowie Werkstattdaten und Produktionsergebnisse in die
    Planungsprozesse einbringen;

3.  die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Sinne der Unternehmensziele
    führen und ihnen Aufgaben unter Berücksichtigung der Vorgaben, nach
    betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und unter Abwägung ihrer
    persönlichen Daten, Qualifikationen und Interessen zuordnen; die
    Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu selbstständigem, verantwortlichem
    Handeln anleiten, motivieren und an Entscheidungsprozessen beteiligen;
    bei der Planung des Personalbedarfs und bei Stellenbesetzungen
    mitwirken; Gruppen betreuen und moderieren; die zielorientierte
    Kooperation und Kommunikation zwischen und mit den Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen, mit den Führungskräften sowie mit dem Betriebsrat
    fördern; Beurteilungen von Einzelnen und Gruppen durchführen und eine
    den Befähigungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angemessene
    Personalentwicklung anstreben; ihre Innovationsbereitschaft fördern
    und auf ihre systematische Weiterbildung innerhalb und außerhalb des
    Betriebes hinwirken; neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ihre
    Arbeitsbereiche einführen; die Ausbildung der ihm zugeteilten
    Auszubildenden verantworten; die Qualitätsmanagementziele im
    zuständigen Bereich kontinuierlich umsetzen und das
    Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fördern; bei
    der Kunden- und Lieferantenbetreuung mitwirken, Kunden beraten und die
    Kundenzufriedenheit fördern.

(4) Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten Abschluss
Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung
Elektrotechnik.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/elekmeistprv_2004/__1.html
Directory: elekmeistprv_2004
Level: 2.0