Title: § 9 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Fleischer/zur Fleischerin (FleiAusbV 2005)
§ 9 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Fleischer/zur Fleischerin (FleiAusbV 2005)
§ 9 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung

(1) Die Gesellenprüfung/Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Im praktischen Teil der Prüfung soll der Prüfling in insgesamt
höchstens acht Stunden fünf Aufgaben aus allen folgenden
Prüfungsgebieten durchführen sowie innerhalb dieser Zeit in höchstens
15 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen:

1.  Herstellen von Brüh-, Roh- oder Kochwurst,

2.  Herstellen von zwei küchenfertigen Erzeugnissen,

3.  Ausbeinen und Zerlegen eines Rinderhinterviertels ohne Dünnung,

4.  je eine Aufgabe aus den beiden vermittelten
    Wahlqualifikationseinheiten gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 18; hierfür kommen
    insbesondere in Betracht:

    a)  Schlachten eines Schlachttieres,

    b)  Herstellen einer regionalen Spezialität,

    c)  Herstellen eines vollständigen Gerichtes,

    d)  Herstellen von zwei Buffetplatten und Präsentieren eines
        Buffetabschnittes,

    e)  Durchführen einer Verkaufshandlung mit Verkaufs- und
        Beratungsgespräch, Herstellen von Präsenten, Fleisch- oder
        Aufschnittplatten, Herstellen von Werbeträgern,

    f)  Umrüsten, Inbetriebnehmen und Bedienen einer Verpackungsmaschine
        einschließlich Überwachen und Durchführen einer Qualitätskontrolle.

Bei der Durchführung der Aufgaben soll der Prüfling zeigen, dass er
Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer,
ökologischer und zeitlicher Vorgaben im Hinblick auf Kundenerwartungen
selbständig planen, dokumentieren und umsetzen sowie Sicherheit,
Gesundheitsschutz und Hygiene bei der Arbeit berücksichtigen kann.
Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er die für die
Aufgaben relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die
Vorgehensweise bei der Durchführung der Aufgaben begründen kann. Bei
der Aufgabe nach Satz 1 Nummer 4 Buchstabe a ist die Kenntnis der in
der Anlage 2 enthaltenen tierschutzrechtlichen Vorgaben und deren
Einhaltung nachzuweisen.

(3) Im schriftlichen Teil der Prüfung soll der Prüfling Aufgaben aus
folgenden Prüfungsbereichen schriftlich bearbeiten:

1.  Warenwirtschaft und Produktion von Fleisch- und Wurstwaren sowie
    küchenfertigen Erzeugnissen,

2.  Betriebswirtschaftliches Handeln,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

In den Prüfungsbereichen „Warenwirtschaft und Produktion von Fleisch-
und Wurstwaren sowie küchenfertigen Erzeugnissen“ und
„Betriebswirtschaftliches Handeln“ sind insbesondere produktbezogene
Problemstellungen mit verknüpften

1.  hygienebezogenen sowie

2.  planerischen, technologischen und mathematischen und

3.  tierschutzrechtlichen

Sachverhalten zu analysieren, zu bewerten und Lösungswege
darzustellen. Bei der Aufgabenstellung sind die nach § 4 Absatz 1
Nummer 18 gewählten Wahlqualifikationseinheiten zu berücksichtigen.
Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgendem Gebiet „Allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche
Zusammenhänge aus der Berufs- und Arbeitswelt“ in Betracht.

(4) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Warenwirtschaft und Produktion von Fleisch- und
        Wurstwaren sowie küchenfertigen Erzeugnissen

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Betriebswirtschaftliches Handeln

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Warenwirtschaft und Produktion von Fleisch- und
        Wurstwaren sowie küchenfertigen Erzeugnissen

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Betriebswirtschaftliches Handeln

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in den einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu
gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im praktischen Teil der Prüfung
und im schriftlichen Teil der Prüfung jeweils mindestens ausreichende
Leistungen erbracht wurden. In keiner der Aufgaben der Prüfungsteile
dürfen ungenügende Leistungen erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fleiausbv_2005/__9.html
Directory: fleiausbv_2005
Level: 2.0