Title: Anlage 8 Anforderungen an die Wärmedämmung von Rohrleitungen und Armaturen

Description:
Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (GEG)
Teil 9 - Übergangsvorschriften
Anlage 8 Anforderungen an die Wärmedämmung von Rohrleitungen und Armaturen

Paragraph: 115

Content:
Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (GEG)
Teil 9 - Übergangsvorschriften
Anlage 8 Anforderungen an die Wärmedämmung von Rohrleitungen und Armaturen

(Fundstelle: BGBl. I 2020, 1787;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**1.** **Wärmedämmung von Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie
    Armaturen**

    a)  Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen sind wie
        folgt zu dämmen:

        aa) Bei Leitungen und Armaturen mit einem Innendurchmesser von bis zu 22
            Millimetern beträgt die Mindestdicke der Dämmschicht, bezogen auf eine
            Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Meter und Kelvin, 20 Millimeter.

        bb) Bei Leitungen und Armaturen mit einem Innendurchmesser von mehr als 22
            Millimetern und bis zu 35 Millimetern beträgt die Mindestdicke der
            Dämmschicht, bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro
            Meter und Kelvin, 30 Millimeter.

        cc) Bei Leitungen und Armaturen mit einem Innendurchmesser von mehr als 35
            Millimetern und bis zu 100 Millimetern ist die Mindestdicke der
            Dämmschicht, bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro
            Meter und Kelvin, gleich dem Innendurchmesser.

        dd) Bei Leitungen und Armaturen mit einem Innendurchmesser von mehr als
            100 Millimetern beträgt die Mindestdicke der Dämmschicht, bezogen auf
            eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Meter und Kelvin, 100
            Millimeter.

        ee) Bei Leitungen und Armaturen nach den Doppelbuchstaben aa bis dd, die
            sich in Wand- und Deckendurchbrüchen, im Kreuzungsbereich von
            Leitungen, an Leitungsverbindungsstellen oder bei zentralen
            Leitungsnetzverteilern befinden, beträgt die Mindestdicke der
            Dämmschicht, bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro
            Meter und Kelvin, die Hälfte des jeweiligen Wertes nach den
            Doppelbuchstaben aa bis dd.

        ff) Bei Wärmeverteilungsleitungen nach den Doppelbuchstaben aa bis dd, die
            nach dem 31. Januar 2002 in Bauteilen zwischen beheizten Räumen
            verschiedener Nutzer verlegt werden, beträgt die Mindestdicke der
            Dämmschicht, bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro
            Meter und Kelvin, die Hälfte des jeweiligen Wertes nach den
            Doppelbuchstaben aa bis dd.

        gg) Bei Leitungen und Armaturen nach Doppelbuchstabe ff, die sich in einem
            Fußbodenaufbau befinden, beträgt die Mindestdicke der Dämmschicht,
            bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Meter und
            Kelvin, 6 Millimeter.

        hh) Soweit in den Fällen des § 69 Absatz 1 Wärmeverteilungs- und
            Warmwasserleitungen an Außenluft grenzen, beträgt die Mindestdicke der
            Dämmschicht, bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro
            Meter und Kelvin, das Zweifache des jeweiligen Wertes nach den
            Doppelbuchstaben aa bis dd.

        Die Wärmeleitfähigkeiten der Wärmedämmung sind jeweils auf eine
        Mitteltemperatur von 40 Grad Celsius zu beziehen.

    b)  In den Fällen des § 69 Absatz 1 ist Buchstabe a nicht anzuwenden,
        soweit sich Wärmeverteilungsleitungen nach Buchstabe a Doppelbuchstabe
        aa bis dd in beheizten Räumen oder in Bauteilen zwischen beheizten
        Räumen eines Nutzers befinden und ihre Wärmeabgabe durch frei liegende
        Absperreinrichtungen beeinflusst werden kann.

    c)  In Fällen des § 69 Absatz 1 ist Buchstabe a nicht anzuwenden auf
        Warmwasserleitungen bis zu einem Wasserinhalt von 3 Litern, die weder
        in den Zirkulationskreislauf einbezogen noch mit elektrischer
        Begleitheizung ausgestattet sind (Stichleitungen) und sich in
        beheizten Räumen befinden.

**2.** **Wärmedämmung von Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen sowie
    Armaturen in den Fällen des § 70**

    Bei Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen sowie Armaturen von
    Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen mit einem Innendurchmesser

    a)  von bis zu 22 Millimetern beträgt die Mindestdicke der Dämmschicht 9
        Millimeter, bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit der Dämmschicht von
        0,035 Watt pro Meter und Kelvin,

    b)  von mehr als 22 Millimetern beträgt die Mindestdicke der Dämmschicht
        19 Millimeter, bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit der Dämmschicht von
        0,035 Watt pro Meter und Kelvin.

    Die Wärmeleitfähigkeit der Kältedämmung ist jeweils auf eine
    Mitteltemperatur von 10 Grad Celsius zu beziehen.

**3.** **Materialien mit anderen Wärmeleitfähigkeiten**

    Bei Materialien mit anderen Wärmeleitfähigkeiten als 0,035 Watt pro
    Meter und Kelvin sind die Mindestdicken der Dämmschichten entsprechend
    umzurechnen. Für die Umrechnung und die Wärmeleitfähigkeit des
    Dämmmaterials sind die in anerkannten Regeln der Technik enthaltenen
    Berechnungsverfahren und Rechenwerte zu verwenden.

**4.** **Gleichwertige Begrenzung**

    Bei Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Kälteverteilungs-
    und Kaltwasserleitungen dürfen die Mindestdicken der Dämmschichten
    nach den Nummern 1 und 2 insoweit vermindert werden, als eine
    gleichwertige Begrenzung der Wärmeabgabe oder der Wärmeaufnahme auch
    bei anderen Rohrdämmstoffanordnungen und unter Berücksichtigung der
    Dämmwirkung der Leitungswände sichergestellt ist.

(zu § 85 Absatz 6)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__115.html
Directory: geg
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