Title: § 5 Prüfungsteil B nach § 3 Abs. 3

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Fachwirt für Versicherungen und Finanzen/Geprüfte Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen (VersFachwPrV 2008)
§ 5 Prüfungsteil B nach § 3 Abs. 3

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Fachwirt für Versicherungen und Finanzen/Geprüfte Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen (VersFachwPrV 2008)
§ 5 Prüfungsteil B nach § 3 Abs. 3

(1) Im Handlungsbereich „Personalführung, Qualifizierung und
Kommunikation“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, zielgerichtet
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus- und weiterzubilden und
Instrumente der Personalentwicklung anzuwenden sowie Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter zu führen. In diesem Rahmen können folgende
Befähigungen geprüft werden:

1.  Mitarbeiterbesprechungen, Personalauswahl-, Beurteilungs-, Förder-,
    Zielvereinbarungs- und Kritikgespräche planen, durchführen und
    nachbereiten,

2.  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter individuell fördern und entwickeln,

3.  planen und organisieren der beruflichen Erstausbildung am
    Arbeitsplatz,

4.  Lernprozesse unter methodischen und didaktischen Aspekten anleiten,

5.  Führungsstile und -techniken anwenden,

6.  Gruppen anleiten, Moderationstechniken anwenden,

7.  Sachverhalte adressatenorientiert kommunizieren und präsentieren.

(2) Im Handlungsbereich „Produktmanagement für Versicherungs- und
Finanzprodukte“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, den Prozess
der Produktentwicklung im Gesamtzusammenhang darlegen, Anstöße für die
Produktentwicklung geben, Auswirkungen von Produktentwicklungen für
den Unternehmenserfolg aufzeigen und in Produktentwicklungsprojekten
mitwirken zu können. Dabei sind die rechtlichen Rahmenbedingungen zu
berücksichtigen und die vertraglichen Bestimmungen zu beurteilen.
Unter Bezugnahme auf einen in der Anlage 1 Nr. 1 bis 6 zu wählenden
produktbezogenen Qualifikationsschwerpunkt können folgende
Befähigungen geprüft werden:

1.  die Ergebnisse von Marketingmaßnahmen im Prozess der
    Produktentwicklung berücksichtigen,

2.  Kriterien der Produktgestaltung unter Berücksichtigung von rechtlichen
    und kalkulatorischen Rahmenbedingungen darstellen und beispielhaft
    anwenden,

3.  Regeln zur Annahmepolitik im Hinblick auf die betriebswirtschaftlichen
    sowie vertrieblichen Auswirkungen erläutern und begründen,

4.  die Auswirkungen der Entwicklung neuer Produkte auf die betrieblichen
    Kernprozesse beschreiben,

5.  beim Prozess der Markteinführung von neuen Produkten mitwirken, die
    Mechanismen der Steuerung und des Controllings bei der Einführung
    neuer Produkte darstellen.

(3) Im Handlungsbereich „Vertriebsmanagement“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, unter Anwendung betriebswirtschaftlicher
Steuerungsinstrumente und der Berücksichtigung der rechtlichen
Rahmenbedingungen, insbesondere der arbeits- und vermittlerrechtlichen
Vorschriften, Geschäftsprozesse im Vertrieb organisieren und
optimieren zu können. In diesem Rahmen können folgende Befähigungen
geprüft werden:

1.  Vertriebsplanung, -steuerung und -controlling durchführen,

2.  Ziele vereinbaren und Anreizsysteme einsetzen,

3.  eine Vertriebseinheit kaufmännisch steuern,

4.  Marketingmaßnahmen in der Vertriebseinheit planen, durchführen und
    auswerten.

(4) Im Handlungsbereich „Risikomanagement“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, über die Versicherbarkeit von komplexen Risiken
entscheiden und die Entscheidung begründen zu können. Dabei sollen
rechtliche Vorschriften angewendet und betriebliche Abläufe
berücksichtigt werden. Unter Bezugnahme auf einen in der Anlage 1 Nr.
1 bis 5 zu wählenden produktbezogenen Qualifikationsschwerpunkt können
folgende Befähigungen geprüft werden:

1.  Risiken analysieren und das Ergebnis begründen,

2.  Maßnahmen zum Risikomanagement und zur Schadenverhütung entwickeln und
    darstellen,

3.  für ausgewählte Risiken die gewünschte Versicherungslösung vertraglich
    gestalten, wobei die Mit- und Rückversicherung berücksichtigt wird,

4.  Vorschläge zur Optimierung von Geschäftsprozessen entwickeln.

(5) Im Handlungsbereich „Schaden- und Leistungsmanagement“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, komplexe Schaden- und Leistungsfälle
dem Grunde und dem Umfang nach prüfen und die Regulierung oder die
Ablehnung vornehmen zu können. Dabei sollen rechtliche Vorschriften
angewendet, betriebliche Abläufe berücksichtigt und die Interessen von
Kunden und Versicherern abgewogen werden. Unter Bezugnahme auf einen
in der Anlage 1 Nr. 1 bis 5 zu wählenden produktbezogenen
Qualifikationsschwerpunkt können folgende Befähigungen geprüft werden:

1.  komplexe Schaden- und Leistungsfälle unter Berücksichtigung von
    Regressmöglichkeiten sowie Mit- und Rückversicherung bearbeiten,

2.  Geschäftsprozesse im Schaden- und Leistungsmanagement auch unter
    Berücksichtigung von Assistance-Leistungen gestalten,

3.  Controllingmaßnahmen im Schaden- und Leistungsbereich durchführen,

4.  Empfehlungen zur Schadenverhütung und Schadenminderung entwickeln.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/versfachwprv_2008/__5.html
Directory: versfachwprv_2008
Level: 2.0