Title: § 4 Meisterprüfungsprojekt

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Boots- und Schiffbauer-Handwerk (BootsbMstrV)
§ 4 Meisterprüfungsprojekt

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Boots- und Schiffbauer-Handwerk (BootsbMstrV)
§ 4 Meisterprüfungsprojekt

(1) Der Prüfling hat ein Meisterprüfungsprojekt durchzuführen, das
einem Kundenauftrag entspricht. Die auftragsbezogenen Anforderungen an
das Meisterprüfungsprojekt werden vom Meisterprüfungsausschuss
festgelegt. Hierzu sollen Vorschläge des Prüflings berücksichtigt
werden. Auf dieser Grundlage erarbeitet der Prüfling ein
Umsetzungskonzept einschließlich einer Zeit-und
Materialbedarfsplanung. Das Konzept hat er vor der Durchführung des
Meisterprüfungsprojekts dem Meisterprüfungsausschuss zur Genehmigung
vorzulegen. Der Meisterprüfungsausschuss prüft, ob das
Umsetzungskonzept den auftragsbezogenen Anforderungen entspricht.

(2) Das Meisterprüfungsprojekt besteht aus Planungs-, Durchführungs-,
Kontroll- und Dokumentationsarbeiten. Die Planungsarbeiten umfassen
ein Konzept, einen Umsetzungsplan sowie eine Angebotskalkulation.

(3) Als Meisterprüfungsprojekt ist eine der nachfolgenden Aufgaben
durchzuführen:

1.  ein Konzept für den Neu- oder Umbau eines Rundspantbootes von
    mindestens 2,50 Metern Länge oder eines Knickspantbootes von
    mindestens 5 Metern Länge erstellen und daraus ein strukturgebendes
    und statisch relevantes Bauteil des Rumpfes, des Decks oder des
    Aufbaus planen, kalkulieren und fertigen,

2.  ein Konzept für die Instandsetzung eines Bootes erstellen, wobei sich
    die Instandsetzung auf einen Schaden mit einem Schadensausmaß von
    mindestens 0,8 Quadratmetern und einen vollständigen oder teilweisen
    Austausch von tragenden Verbänden im Bereich der Verbindung von Rumpf
    und Deck oder im Bereich der Verbindung von Rumpf und Kiel bezieht;
    auf der Grundlage des Konzeptes ist die Instandsetzung zu planen, zu
    kalkulieren und durchzuführen,

3.  ein Konzept für den Einbau einer Antriebs-, Vortriebs-, Steuerungs-
    oder Ruderanlage für ein Boot von mindestens 10 Metern Länge
    einschließlich des Fundaments erstellen und auf dieser Grundlage den
    Einbau planen, kalkulieren und durchführen; die Vernetzung mit der
    Bordelektrik und Bordelektronik im Sicherheitskleinspannungsbereich
    herstellen und die Anlage in Betrieb nehmen,

4.  ein Konzept für den Einbau einer technischen Bordeinrichtung,
    einschließlich der Ver- und Entsorgungsleitungen, insbesondere für
    Wasser und Abwasser oder Heizung und Klima, erstellen und auf dieser
    Grundlage den Einbau planen, kalkulieren und durchführen; die
    Vernetzung mit der Bordelektrik und Bordelektronik im
    Sicherheitskleinspannungsbereich herstellen und die Einrichtung in
    Betrieb nehmen oder

5.  ein Konzept für den Einbau eines bordelektrischen und
    bordelektronischen Systems im Sicherheitskleinspannungsbereich
    einschließlich der Leitungen erstellen und auf dieser Grundlage den
    Einbau planen, kalkulieren und durchführen; die Vernetzung mit der
    technischen Bordeinrichtung, der Antriebs-, der Vortriebs-, der
    Steuerungs- und der Ruderanlage herstellen und das System in Betrieb
    nehmen.

Die durchgeführten Arbeiten sind zu kontrollieren und zu
dokumentieren.

(4) Für die Bewertung des Meisterprüfungsprojekts werden die einzelnen
Arbeiten wie folgt gewichtet:

1.  die Bewertung der Planungsunterlagen mit 40 Prozent,

2.  die Bewertung der durchgeführten Arbeiten mit 50 Prozent und

3.  die Bewertung der Dokumentationsunterlagen, bestehend aus Protokollen
    und Prüfberichten, mit 10 Prozent.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bootsbmstrv/__4.html
Directory: bootsbmstrv
Level: 2.0