Title: § 39 Verlängerung eines Aufenthalts im Bundesgebiet für längerfristige Zwecke

Description:
Aufenthaltsverordnung (AufenthV)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 4 - Einholung des Aufenthaltstitels im Bundesgebiet
§ 39 Verlängerung eines Aufenthalts im Bundesgebiet für längerfristige Zwecke

Paragraph: 39

Content:
Aufenthaltsverordnung (AufenthV)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 4 - Einholung des Aufenthaltstitels im Bundesgebiet
§ 39 Verlängerung eines Aufenthalts im Bundesgebiet für längerfristige Zwecke

Über die im Aufenthaltsgesetz geregelten Fälle hinaus kann ein
Ausländer einen Aufenthaltstitel im Bundesgebiet einholen oder
verlängern lassen, wenn

1.  er ein nationales Visum (§ 6 Absatz 3 des Aufenthaltsgesetzes) oder
    eine Aufenthaltserlaubnis besitzt,

2.  er vom Erfordernis des Aufenthaltstitels befreit ist und die Befreiung
    nicht auf einen Teil des Bundesgebiets oder auf einen Aufenthalt bis
    zu längstens sechs Monaten beschränkt ist,

3.  er Staatsangehöriger eines in Anhang II der Verordnung (EU) 2018/1806
    aufgeführten Staates ist und sich rechtmäßig im Bundesgebiet aufhält
    oder ein gültiges Schengen-Visum für kurzfristige Aufenthalte (§ 6
    Absatz 1 Nummer 1 des Aufenthaltsgesetzes) besitzt, sofern die
    Voraussetzungen eines Anspruchs auf Erteilung eines Aufenthaltstitels
    nach der Einreise entstanden sind, es sei denn, es handelt sich um
    einen Anspruch nach den §§ 16b, 16e oder 19e des Aufenthaltsgesetzes,

4.  er eine Aufenthaltsgestattung nach dem Asylgesetz besitzt und die
    Voraussetzungen des § 10 Abs. 1 oder 2 des Aufenthaltsgesetzes
    vorliegen,

5.  seine Abschiebung nach § 60a des Aufenthaltsgesetzes ausgesetzt ist
    und er auf Grund einer Eheschließung oder der Begründung einer
    Lebenspartnerschaft im Bundesgebiet oder der Geburt eines Kindes
    während seines Aufenthalts im Bundesgebiet einen Anspruch auf
    Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis erworben hat,

6.  er einen von einem anderen Schengen-Staat ausgestellten
    Aufenthaltstitel besitzt und auf Grund dieses Aufenthaltstitels
    berechtigt ist, sich im Bundesgebiet aufzuhalten, sofern die
    Voraussetzungen eines Anspruchs auf Erteilung eines Aufenthaltstitels
    erfüllt sind; § 41 Abs. 3 findet Anwendung,

7.  er seit mindestens zwölf Monaten eine Blaue Karte EU besitzt, die von
    einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union ausgestellt wurde,
    und er für die Ausübung einer hochqualifizierten Beschäftigung eine
    Blaue Karte EU beantragt. Gleiches gilt für seine Familienangehörigen,
    die im Besitz eines Aufenthaltstitels zum Familiennachzug sind, der
    von demselben Staat ausgestellt wurde wie die Blaue Karte EU des
    Ausländers. Die Anträge auf die Blaue Karte EU sowie auf die
    Aufenthaltserlaubnisse zum Familiennachzug sind innerhalb eines Monats
    nach Einreise in das Bundesgebiet zu stellen,

7a. er seit mindestens sechs Monaten eine Blaue Karte EU besitzt, die von
    einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union ausgestellt wurde,
    wenn er unmittelbar vor der Erteilung dieser Blauen Karte EU Inhaber
    einen Blauen Karte EU war, die ein Mitgliedstaat der Europäischen
    Union ausgestellt hatte, der nicht derjenige Mitgliedstaat der
    Europäischen Union ist, der die Blaue Karte EU ausgestellt hat, die
    der Ausländer besitzt. Gleiches gilt für seine Familienangehörigen,
    die im Besitz eines Aufenthaltstitels zum Familiennachzug sind, der
    von demselben Staat ausgestellt wurde wie die Blaue Karte EU des
    Ausländers. Die Anträge auf die Blaue Karte EU sowie auf die
    Aufenthaltserlaubnisse zum Familiennachzug sind innerhalb eines Monats
    nach Einreise in das Bundesgebiet zu stellen,

7b. die Voraussetzungen nach § 30a für die Wiedereinreise in das
    Bundesgebiet vorliegen. Die Anträge auf die Blaue Karte EU sowie auf
    die Aufenthaltserlaubnisse zum Familiennachzug sind innerhalb eines
    Monats nach Einreise in das Bundesgebiet zu stellen,

8.  er die Verlängerung einer ICT-Karte nach § 19 des Aufenthaltsgesetzes
    beantragt,

9.  er

    a)  einen gültigen Aufenthaltstitel eines anderen Mitgliedstaates besitzt,
        der ausgestellt worden ist nach der Richtlinie 2014/66/EU des
        Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 über die
        Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von
        Drittstaatsangehörigen im Rahmen eines unternehmensinternen Transfers
        (ABl. L 157 vom 27.5.2014, S. 1), und

    b)  eine Mobiler-ICT-Karte nach § 19b des Aufenthaltsgesetzes beantragt
        oder eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Familiennachzugs zu einem
        Inhaber einer Mobiler-ICT-Karte nach § 19b des Aufenthaltsgesetzes
        beantragt,

10. er

    a)  einen gültigen Aufenthaltstitel eines anderen Mitgliedstaates besitzt,
        der ausgestellt worden ist nach der Richtlinie (EU) 2016/801 des
        Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Mai 2016 über die
        Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von
        Drittstaatsangehörigen zu Forschungs- oder Studienzwecken, zur
        Absolvierung eines Praktikums, zur Teilnahme an einem
        Freiwilligendienst, Schüleraustauschprogrammen oder Bildungsvorhaben
        und zur Ausübung einer Au-pair-Tätigkeit (ABl. L 132 vom 21.5.2016, S.
        21), und

    b)  eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18f des Aufenthaltsgesetzes beantragt
        oder eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Familiennachzugs zu einem
        Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach § 18f des Aufenthaltsgesetzes
        beantragt oder

11. er vor Ablauf der Arbeitserlaubnis oder der Arbeitserlaubnisse, die
    ihm nach § 15a Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 oder § 15d Absatz 1 Satz 1
    Nummer 1 der Beschäftigungsverordnung erteilt wurde oder wurden, einen
    Aufenthaltstitel zum Zweck der Beschäftigung bei demselben oder einem
    anderen Arbeitgeber oder zum Zweck der Ausbildung beantragt; wird der
    Aufenthaltstitel nach § 19c Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes in
    Verbindung mit § 15a oder § 15d der Beschäftigungsverordnung
    beantragt, gilt dieser bis zur Entscheidung der Ausländerbehörde als
    erteilt.

Satz 1 gilt nicht, wenn eine ICT-Karte nach § 19 des
Aufenthaltsgesetzes beantragt wird.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthv/__39.html
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