Title: § 185 Ermittlung des Gebäudeertragswerts

Description:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
C. - Grundvermögen
III. - Bebaute Grundstücke
§ 185 Ermittlung des Gebäudeertragswerts

Paragraph: 185

Content:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
C. - Grundvermögen
III. - Bebaute Grundstücke
§ 185 Ermittlung des Gebäudeertragswerts

(1) Bei der Ermittlung des Gebäudeertragswerts ist von dem Reinertrag
des Grundstücks auszugehen. Dieser ergibt sich aus dem Rohertrag des
Grundstücks (§ 186) abzüglich der Bewirtschaftungskosten (§ 187).

(2) Der Reinertrag des Grundstücks ist um den Betrag zu vermindern,
der sich durch eine angemessene Verzinsung des Bodenwerts ergibt; dies
ergibt den Gebäudereinertrag. Der Verzinsung des Bodenwerts ist der
Liegenschaftszinssatz (§ 188) zu Grunde zu legen. Ist das Grundstück
wesentlich größer, als es einer den Gebäuden angemessenen Nutzung
entspricht, und ist eine zusätzliche Nutzung oder Verwertung einer
Teilfläche zulässig und möglich, ist bei der Berechnung des
Verzinsungsbetrags der Bodenwert dieser Teilfläche nicht zu
berücksichtigen.

(3) Der Gebäudereinertrag ist mit dem sich aus der Anlage 21
ergebenden Vervielfältiger zu kapitalisieren. Maßgebend für den
Vervielfältiger sind der Liegenschaftszinssatz und die
Restnutzungsdauer des Gebäudes. Die Restnutzungsdauer wird
grundsätzlich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen der wirtschaftlichen
Gesamtnutzungsdauer, die sich aus der Anlage 22 ergibt, und dem Alter
des Gebäudes am Bewertungsstichtag ermittelt. Das Alter des Gebäudes
ist durch Abzug des Jahres der Bezugsfertigkeit des Gebäudes vom Jahr
des Bewertungsstichtags zu bestimmen. Sind nach Bezugsfertigkeit des
Gebäudes Veränderungen eingetreten, die die Restnutzungsdauer des
Gebäudes wesentlich verlängert haben, ist von der entsprechend
verlängerten Restnutzungsdauer auszugehen. Die Restnutzungsdauer eines
noch nutzbaren Gebäudes beträgt vorbehaltlich des Satzes 7 mindestens
30 Prozent der Gesamtnutzungsdauer. Bei einer bestehenden
Abbruchverpflichtung für das Gebäude ist die nach den Sätzen 3 bis 6
ermittelte Restnutzungsdauer auf den Unterschiedsbetrag zwischen der
tatsächlichen Gesamtnutzungsdauer und dem Alter des Gebäudes am
Bewertungsstichtag begrenzt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__185.html
Directory: bewg
Level: 6.0