Title: § 2 Meisterprüfungsberufsbild

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerk (ElektroTechMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerk (ElektroTechMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

(1) Durch die Meisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerk wird
festgestellt, dass der Prüfling befähigt ist, einen Handwerksbetrieb
selbständig zu führen, Leitungsaufgaben in den Bereichen Technik,
Betriebswirtschaft, Personalführung und -entwicklung wahrzunehmen, die
Ausbildung durchzuführen und seine berufliche Handlungskompetenz
selbständig umzusetzen und an neue Bedarfslagen in diesen Bereichen
anzupassen.

(2) Allen Schwerpunkten im Elektrotechniker-Handwerk werden zum Zwecke
der Meisterprüfung folgende gemeinsame Tätigkeiten, Kenntnisse und
Fertigkeiten als ganzheitliche Qualifikationen zugerechnet:

1.  Kundenwünsche ermitteln, Kunden beraten, Leistungen kalkulieren und
    Angebote erstellen, Auftragsverhandlungen führen und Auftragsziele
    festlegen,

2.  Aufgaben der technischen und kaufmännischen Betriebsführung, der
    Betriebsorganisation, der Personalplanung und des Personaleinsatzes
    wahrnehmen, insbesondere unter Berücksichtigung der betrieblichen Aus-
    und Weiterbildung, des Qualitätsmanagements, der Haftung sowie des
    Arbeitsschutzes, der Arbeitssicherheit, des Datenschutzes und des
    Umweltschutzes; Informationssysteme nutzen,

3.  Aufträge durchführen unter Berücksichtigung von Systemtechnik,
    Instandhaltungsalternativen, topografischen Bedingungen,
    berufsbezogenen Gesetzen, Normen, Regeln und Vorschriften,
    Personalbedarf und Ausbildung; Auftragsbearbeitung und
    Auftragsabwicklung organisieren, planen und überwachen,

4.  Dokumentationen, insbesondere unter Einsatz von rechnergestützten
    Systemen erstellen,

5.  Werkstoffeigenschaften bei Planung, Konstruktion und Ausführung
    berücksichtigen,

6.  elektrotechnische Anlagen, insbesondere unter Berücksichtigung
    sicherheits- und gesundheitsrelevanter Vorsorgemaßnahmen entwickeln,
    planen, herstellen, programmieren, parametrieren, errichten und
    instand halten; Techniken zur rationellen Energieanwendung
    berücksichtigen und anwenden,

7.  Mess- und Prüftechniken anwenden, Ergebnisse beurteilen und
    dokumentieren,

8.  Verträge konzipieren; Standardverträge, insbesondere Serviceverträge
    entwickeln und pflegen,

9.  Fehler- und Störungssuche durchführen, Maßnahmen zur Beseitigung von
    Fehlern und Störungen beherrschen, Ergebnisse bewerten und
    dokumentieren,

10. Leistungen abnehmen und protokollieren, dem Kunden übergeben,
    abrechnen und Nachkalkulation durchführen.

(3) Den einzelnen Schwerpunkten im Elektrotechniker-Handwerk werden
zum Zwecke der Meisterprüfung folgende spezifische Tätigkeiten,
Kenntnisse und Fertigkeiten als ganzheitliche Qualifikationen
zugerechnet:

1.  Schwerpunkt Energie- und Gebäudetechnik

    Anlagen und Anlagenkomponenten der Energie- und Gebäudetechnik,
    insbesondere zur Erzeugung, Fortleitung, Umwandlung und Abgabe der
    elektrischen Energie, Erdungs-, Blitzschutz-, Überspannungsschutz- und
    Antennenanlagen, Beleuchtungs-, Wärme-, Kälte- und Klimaanlagen,
    Gebäudeautomatisierung, Bustechnologie, Signalübertragungstechnik,
    Techniken zur rationellen Energieanwendung sowie deren elektrische und
    elektronische Betriebsmittel planen, berechnen, bauen, programmieren,
    parametrieren, errichten, prüfen, in Betrieb nehmen und instand
    halten;

2.  Schwerpunkt Kommunikations- und Sicherheitstechnik

    Anlagen und Anlagenkomponenten der Kommunikations- und
    Sicherheitstechnik, insbesondere der Telekommunikationstechnik, der
    Elektro-Akustik, der Datenübertragungs- und Verarbeitungstechnik, der
    Fernwirktechnik, der Ruf- und Signaltechnik, der Gefahrenmeldetechnik,
    der Notfallwarnsystemtechnik, der Videotechnik, der
    Krankenhauskommunikationstechnik, der Zutrittskontrolltechnik sowie
    Zeitdienstsysteme planen, berechnen, bauen, programmieren,
    parametrieren, errichten, prüfen, in Betrieb nehmen und instand
    halten;

3.  Schwerpunkt Systemelektronik

    Anlagen und Anlagenkomponenten der Systemelektronik, insbesondere der
    Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Antriebstechnik, der Prüf- und
    Zähltechnik, der Medizin- und Labortechnik sowie Verfahren der
    Systemintegration und Softwareintegration entwickeln, planen,
    berechnen, bauen, programmieren, parametrieren, errichten, prüfen, in
    Betrieb nehmen und instand halten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/elektrotechmstrv/__2.html
Directory: elektrotechmstrv
Level: 2.0