Title: § 81a Beschleunigtes Fachkräfteverfahren

Description:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 7 - Verfahrensvorschriften
Abschnitt 3 - Verwaltungsverfahren
§ 81a Beschleunigtes Fachkräfteverfahren

Paragraph: 81a

Content:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 7 - Verfahrensvorschriften
Abschnitt 3 - Verwaltungsverfahren
§ 81a Beschleunigtes Fachkräfteverfahren

(1) Arbeitgeber können bei der zuständigen Ausländerbehörde in
Vollmacht des Ausländers, der zu einem Aufenthaltszweck nach den §§
16a, 16d, 18a, 18b, 18c Absatz 3 und nach § 18g einreisen will, ein
beschleunigtes Fachkräfteverfahren beantragen. Arbeitgeber können zur
Durchführung des Verfahrens Dritte bevollmächtigen.

(2) Arbeitgeber und zuständige Ausländerbehörde schließen dazu eine
Vereinbarung, die insbesondere umfasst

1.  Kontaktdaten des Ausländers, des Arbeitgebers und der Behörde,

2.  Bevollmächtigung des Arbeitgebers durch den Ausländer,

3.  Bevollmächtigung der zuständigen Ausländerbehörde durch den
    Arbeitgeber, das Verfahren zur Feststellung der Gleichwertigkeit der
    im Ausland erworbenen Berufsqualifikation einleiten und betreiben zu
    können,

4.  Verpflichtung des Arbeitgebers, auf die Einhaltung der
    Mitwirkungspflicht des Ausländers nach § 82 Absatz 1 Satz 1 durch
    diesen hinzuwirken,

5.  vorzulegende Nachweise,

6.  Beschreibung der Abläufe einschließlich Beteiligter und
    Erledigungsfristen,

7.  Mitwirkungspflicht des Arbeitgebers nach § 4a Absatz 5 Satz 3 Nummer 3
    und

8.  Folgen bei Nichteinhalten der Vereinbarung.

(3) Im Rahmen des beschleunigten Fachkräfteverfahrens ist es Aufgabe
der zuständigen Ausländerbehörde,

1.  den Arbeitgeber zum Verfahren und den einzureichenden Nachweisen zu
    beraten,

2.  soweit erforderlich, das Verfahren zur Feststellung der
    Gleichwertigkeit der im Ausland erworbenen Berufsqualifikation oder
    zur Zeugnisbewertung des ausländischen Hochschulabschlusses bei der
    jeweils zuständigen Stelle unter Hinweis auf das beschleunigte
    Fachkräfteverfahren einzuleiten; soll der Ausländer in einem im Inland
    reglementierten Beruf beschäftigt werden, ist die
    Berufsausübungserlaubnis einzuholen,

2a. soweit erforderlich, das Verfahren zur Bestätigung, dass der Ausländer
    über

    a)  eine ausländische Berufsqualifikation verfügt, die von dem Staat, in
        dem sie erworben wurde, staatlich anerkannt ist und deren Erlangung
        eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren vorausgesetzt hat,
        oder

    b)  einen Hochschulabschluss verfügt, der von dem Staat, in dem er
        erworben wurde, staatlich anerkannt ist,

    bei einer fachkundigen inländischen Stelle unter Hinweis auf das
    beschleunigte Fachkräfteverfahren einzuleiten; soll der Ausländer in
    einem im Inland reglementierten Beruf beschäftigt werden, ist die
    Berufsausübungserlaubnis einzuholen,

3.  die Eingangs- und Vollständigkeitsbestätigungen der zuständigen
    Stellen dem Arbeitgeber unverzüglich zur Kenntnis zu übersenden, wenn
    ein Verfahren nach Nummer 2 eingeleitet wurde; bei Anforderung
    weiterer Nachweise durch die zuständige Stelle und bei Eingang der von
    der zuständigen Stelle getroffenen Feststellungen ist der Arbeitgeber
    innerhalb von drei Werktagen ab Eingang zur Aushändigung und
    Besprechung des weiteren Ablaufs einzuladen,

4.  soweit erforderlich, unter Hinweis auf das beschleunigte
    Fachkräfteverfahren die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit
    einzuholen,

5.  die zuständige Auslandsvertretung über die bevorstehende
    Visumantragstellung durch den Ausländer zu informieren und

6.  bei Vorliegen der erforderlichen Voraussetzungen, einschließlich der
    Feststellung der Gleichwertigkeit oder Vorliegen der Vergleichbarkeit
    der Berufsqualifikation sowie der Zustimmung der Bundesagentur für
    Arbeit, der Visumerteilung unverzüglich vorab zuzustimmen.

Stellt die zuständige Stelle durch Bescheid fest, dass die im Ausland
erworbene Berufsqualifikation nicht gleichwertig ist, die
Gleichwertigkeit aber durch eine Qualifizierungsmaßnahme erreicht
werden kann, kann das Verfahren nach § 81a mit dem Ziel der Einreise
zum Zweck des § 16d fortgeführt werden.

(4) Dieses Verfahren umfasst auch den Familiennachzug des Ehegatten
und minderjähriger lediger Kinder, deren Visumanträge in zeitlichem
Zusammenhang gestellt werden.

(5) Die Absätze 1 bis 4 gelten auch für sonstige qualifizierte
Beschäftigte.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__81a.html
Directory: aufenthg_2004
Level: 4.0