Title: § 4 Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Textilwirtschaft (TextilIndMeistPrV 2006)
§ 4 Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Textilwirtschaft (TextilIndMeistPrV 2006)
§ 4 Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

(1) Im Prüfungsteil "Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen"
ist in folgenden Prüfungsbereichen zu prüfen:

1.  Rechtsbewusstes Handeln,

2.  Betriebswirtschaftliches Handeln,

3.  Anwenden von Methoden der Information, Kommunikation und Planung,

4.  Zusammenarbeit im Betrieb.

(2) Im Prüfungsbereich "Rechtsbewusstes Handeln" soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, im Rahmen anwendungsbezogener Handlungen
einschlägige Rechtsvorschriften berücksichtigen zu können. Dazu
gehört, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
unter arbeitsrechtlichen Aspekten zu gestalten sowie nach rechtlichen
Grundlagen die Arbeitssicherheit, den Gesundheitsschutz und den
Umweltschutz zu gewährleisten und die Zusammenarbeit mit den
entsprechenden Institutionen sicherzustellen. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen arbeitsrechtlicher Vorschriften und Bestimmungen bei
    der Gestaltung individueller Arbeitsverhältnisse und bei Fehlverhalten
    von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, insbesondere unter
    Berücksichtigung des Arbeitsvertragsrechts, des Tarifvertragsrechts
    und betrieblicher Vereinbarungen;

2.  Berücksichtigen der Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes,
    insbesondere der Beteiligungsrechte betriebsverfassungsrechtlicher
    Organe;

3.  Berücksichtigen rechtlicher Bestimmungen hinsichtlich der
    Sozialversicherung, der Entgeltfindung sowie der Arbeitsförderung;

4.  Berücksichtigen arbeitsschutz- und arbeitssicherheitsrechtlicher
    Vorschriften und Bestimmungen in Abstimmung mit betrieblichen und
    außerbetrieblichen Institutionen;

5.  Berücksichtigen der Vorschriften des Umweltschutzrechts, insbesondere
    des Gewässer- und Bodenschutzes, der Abfallbeseitigung, der
    Luftreinhaltung und Lärmbekämpfung, des Strahlenschutzes und des
    Schutzes vor gefährlichen Stoffen;

6.  Berücksichtigen einschlägiger wirtschaftsrechtlicher Vorschriften und
    Bestimmungen, insbesondere hinsichtlich der Produktverantwortung, der
    Produkthaftung sowie des Datenschutzes.

(3) Im Prüfungsbereich "Betriebswirtschaftliches Handeln" soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, im Rahmen anwendungsbezogener
Handlungen betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigen und
volkswirtschaftliche Zusammenhänge herstellen zu können. Es sollen
Unternehmensformen dargestellt sowie deren Auswirkungen auf die eigene
Aufgabenwahrnehmung analysiert und beurteilt werden können. Weiterhin
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, betriebliche Abläufe nach
wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen, beurteilen und beeinflussen
zu können. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
geprüft werden:

1.  Berücksichtigen der ökonomischen Handlungsprinzipien von Unternehmen
    unter Einbeziehung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge und sozialer
    Wirkungen;

2.  Berücksichtigen der Grundsätze betrieblicher Aufbau- und
    Ablauforganisationen;

3.  Nutzen der Möglichkeiten der Organisationsentwicklung;

4.  Anwenden von Methoden der Entgeltfindung und der kontinuierlichen,
    betrieblichen Verbesserung;

5.  Durchführen von Kostenarten-, Kostenstellen- und
    Kostenträgerzeitrechnungen sowie von Kalkulationsverfahren.

(4) Im Prüfungsbereich "Anwenden von Methoden der Information,
Kommunikation und Planung" soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
Projekte und Prozesse analysieren, planen und transparent machen zu
können. Dazu gehört, Daten aufbereiten, technische Unterlagen
erstellen, entsprechende Planungstechniken einsetzen sowie angemessene
Präsentationstechniken anwenden zu können. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  rechnergestütztes Erfassen, Analysieren und Aufbereiten von Prozess-
    und Produktionsdaten und Bewerten visualisierter Daten;

2.  Bewerten von Planungstechniken und Analysemethoden sowie deren
    Anwendungsmöglichkeiten;

3.  Anwenden von Präsentationstechniken;

4.  Erstellen von technischen Dokumentationen, Statistiken, Tabellen und
    Diagrammen;

5.  Unterscheiden von Projektmanagementmethoden;

6.  Auswählen und Anwenden von Informations- und Kommunikationsformen
    einschließlich des Einsatzes entsprechender Informations- und
    Kommunikationsmittel.

(5) Im Prüfungsbereich "Zusammenarbeit im Betrieb" soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, im Rahmen anwendungsbezogener Handlungen
Zusammenhänge des Sozialverhaltens erkennen, deren Auswirkungen auf
die Zusammenarbeit beurteilen und durch angemessene Maßnahmen auf eine
zielorientierte und effiziente Zusammenarbeit hinwirken zu können.
Dazu gehört, die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen fördern, betriebliche Probleme und soziale Konflikte
lösen, Führungsgrundsätze berücksichtigen und angemessene
Führungstechniken anwenden zu können. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Beurteilen und Fördern der beruflichen Entwicklung von Mitarbeitern
    und Mitarbeiterinnen unter Beachtung des bisherigen Berufsweges und
    unter Berücksichtigung persönlicher und sozialer Gegebenheiten;

2.  Beurteilen und Berücksichtigen des Einflusses von Arbeitsorganisation
    und Arbeitsplatz auf das Sozialverhalten und das Betriebsklima sowie
    Ergreifen von Maßnahmen zu deren Verbesserung;

3.  Beurteilen von Einflüssen der Gruppenstruktur auf das Gruppenverhalten
    und die Zusammenarbeit sowie Entwickeln und Umsetzen von Alternativen;

4.  Auseinandersetzen mit eigenem und fremdem Führungsverhalten, Umsetzen
    von Führungsgrundsätzen;

5.  Anwenden von Führungsmethoden und -techniken einschließlich
    Vereinbarungen entsprechender Handlungsspielräume, um
    Leistungsbereitschaft und Zusammenarbeit der Mitarbeiter und
    Mitarbeiterinnen zu fördern;

6.  Fördern der Kommunikation und Kooperation durch Anwenden von Methoden
    zur Lösung betrieblicher Probleme und sozialer Konflikte.

(6) Die Bearbeitungsdauer für die schriftlichen Aufgaben in den in
Absatz 1 Nr. 1 bis 4 genannten Prüfungsbereichen soll insgesamt
höchstens sieben Stunden betragen, je Prüfungsbereich nach Absatz 1
Nr. 1 bis 4 mindestens 90 Minuten.

(7) Wurden in nicht mehr als einer schriftlichen Prüfungsleistung in
den in Absatz 1 Nr. 1 bis 4 genannten Prüfungsbereichen mangelhafte
Prüfungsleistungen erbracht, ist in diesem Prüfungsbereich eine
mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer oder mehrerer
ungenügender schriftlicher Prüfungsleistungen besteht diese
Möglichkeit nicht. Die Ergänzungsprüfung soll je Prüfungsbereich und
Prüfungsteilnehmer oder Prüfungsteilnehmerin in der Regel nicht länger
als 20 Minuten dauern. Die Bewertung der schriftlichen
Prüfungsleistung und die der mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu
einer Prüfungsleistung zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der
schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/textilindmeistprv_2006/__4.html
Directory: textilindmeistprv_2006
Level: 2.0