Title: § 2 Meisterprüfungsberufsbild

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Zweiradmechaniker-Handwerk (ZwrMechMstrV 2022)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Zweiradmechaniker-Handwerk (ZwrMechMstrV 2022)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

In den Teilen I und II der Meisterprüfung im Zweiradmechaniker-
Handwerk hat der Prüfling die beruflichen Handlungskompetenzen
nachzuweisen, die sich auf wesentliche Tätigkeiten seines Gewerbes und
die erforderlichen fachtheoretischen Kenntnisse beziehen. Grundlage
dafür sind folgende Fertigkeiten und Kenntnisse:

1.  einen Betrieb im Zweiradmechaniker-Handwerk führen und organisieren
    und dabei technische, kaufmännische und personalwirtschaftliche
    Entscheidungen treffen und begründen, insbesondere unter
    Berücksichtigung

    a)  der Kostenstrukturen,

    b)  der Wettbewerbssituation,

    c)  der für den Betrieb wesentlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung des
        Personals,

    d)  der Betriebsorganisation,

    e)  des Qualitätsmanagements,

    f)  des Arbeitsschutzrechtes,

    g)  des Datenschutzes, der Datensicherheit und der Datenverarbeitung,

    h)  der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit sowie

    i)  technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, insbesondere
        digitaler Technologien,

2.  Konzepte für Betriebs- und Lagerausstattung sowie für logistische
    Geschäfts- und Arbeitsprozesse entwickeln und umsetzen,

3.  Kundenwünsche und jeweilige Rahmenbedingungen ermitteln, Anforderungen
    ableiten, Kunden beraten, Werk- und Serviceleistungen anbieten,
    Lösungen entwickeln, Verhandlungen führen und Ziele festlegen,
    Leistungen kalkulieren und Angebote erstellen sowie Verträge
    schließen,

4.  Geschäfts- und Arbeitsprozesse zur Leistungserbringung planen,
    organisieren und überwachen,

5.  nach Maßgabe des Satzes 3 Leistungen erbringen an

    a)  Fahrrädern, auch Lastenrädern, ohne Tretunterstützung,

    b)  Fahrrädern, auch Lastenrädern, mit Tretunterstützung,

    c)  Fahrzeugen nach EG-Fahrzeugklasse L im Sinne des Artikels 4 der
        Verordnung (EU) Nr. 168/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates
        vom 15. Januar 2013 über die Genehmigung und Marktüberwachung von
        zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen (ABl. L 60 vom
        2\.3.2013, S. 52), die zuletzt durch die Verordnung (EU) 2020/1694
        (ABl. L 381 vom 13.11.2020, S. 4) geändert worden ist, in der jeweils
        geltenden Fassung,

    d)  Elektrokleinstfahrzeugen im Sinne der straßenverkehrsrechtlichen
        Vorschriften oder

    e)  aus den Buchstaben a, b, c oder d abgeleiteten Fahrzeugen, die im
        Rahmen der Hilfsmittelversorgung der medizinischen Rehabilitation oder
        der Physiotherapie dienen,

6.  technische, organisatorische und rechtliche Gesichtspunkte bei der
    Leistungserbringung berücksichtigen, insbesondere

    a)  die Montage-, Mess-, Prüf-, Diagnose-, Instandhaltungs-, Fertigungs-,
        Herstellungs- und Gestaltungstechniken,

    b)  die digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien,

    c)  die berufsbezogenen Rechtsvorschriften und technischen Normen,

    d)  die allgemein anerkannten Regeln der Technik,

    e)  die Werkstattauslastung, das einzusetzende Personal sowie die
        Materialien, Arbeits- und Betriebsmittel sowie

    f)  die Möglichkeiten zum Einsatz von Auszubildenden,

7.  Hersteller- und Produktinformationen sowie Herstellerfreigaben
    beachten, Dokumentationen über die erbrachten Leistungen auch unter
    Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien anfertigen
    sowie technische Abnahmen vorbereiten,

8.  Arten und Eigenschaften von zu bearbeitenden und verarbeitenden
    Materialien berücksichtigen,

9.  Unteraufträge kriteriengeleitet, insbesondere unter Berücksichtigung
    von Qualität der Leistungen und Rechtsvorschriften, vergeben und deren
    Ausführung kontrollieren,

10. fortlaufende Qualitätskontrollen durchführen, Fehler, Mängel und
    Störungen analysieren und beseitigen, Ergebnisse bewerten und
    dokumentieren sowie

11. erbrachte Leistungen kontrollieren, Mängel beseitigen, Leistungen
    dokumentieren und übergeben sowie Nachkalkulationen durchführen,
    Auftragsabwicklung auswerten und dem Kunden erläutern.

Die nach Satz 2 Nummer 5 zu erbringenden Leistungen sind insbesondere:

1.  Fahrzeuge, Baugruppen, Bauteile, und Systeme überprüfen, herstellen
    und instand halten,

2.  Fahrzeuge nach Satz 2 Nummer 5 Buchstabe e konstruieren, planen,
    herstellen und instand halten,

3.  Fahrzeugkomponenten planen, konfigurieren und herstellen sowie

4.  mechanische, pneumatische, hydraulische, elektrische, elektronische
    und mechatronische Systeme insbesondere Antriebs-, Brems-,
    Steuerungs-, Fahrwerks-, Komfort-, Assistenz-, Zusatz-, und
    Sicherheitssysteme überprüfen, instand halten, umrüsten und vernetzen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zwrmechmstrv_2022/__2.html
Directory: zwrmechmstrv_2022
Level: 2.0