Title: § 5 Fachtheoretischer Teil

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Meister für Bäderbetriebe/Geprüfte Meisterin für Bäderbetriebe (BäderMeistPrV)
§ 5 Fachtheoretischer Teil

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Meister für Bäderbetriebe/Geprüfte Meisterin für Bäderbetriebe (BäderMeistPrV)
§ 5 Fachtheoretischer Teil

(1) Im fachtheoretischen Teil ist in folgenden Fächern zu prüfen:

1.  Mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen,

2.  Bädertechnik,

3.  Bäderbetrieb,

4.  Schwimm- und Rettungslehre,

5.  Gesundheitslehre.

(2) Im Prüfungsfach "Mathematische und naturwissenschaftliche
Grundlagen" soll die zu prüfende Person nachweisen, daß sie
mathematische und naturwissenschaftliche Kenntnisse zur Lösung
praxisbezogener Aufgabenstellungen anwenden kann. Sie soll
insbesondere deutlich machen, daß sie die Zusammenhänge von abhängigen
Größen richtig einschätzen kann. In diesem Rahmen können geprüft
werden:

1.  Grundkenntnisse über:

    a)  Zahlensysteme und deren Aufbau,

    b)  Einheitensystem und Maßeinheiten,

    c)  Eigenschaften und Verhalten fester, flüssiger und gasförmiger Stoffe,

    d)  Energieformen, Energieumwandlung und Energieträger,

    e)  Zusammenhänge von elektrischem Strom, Spannung und Widerstand,

    f)  chemische Elemente und Verbindungen, chemische und biologische
        Zustände und Reaktionen im Wasser;

2.  Rechnen mit Größen-, Zahlenwert- und Einheitengleichungen;

3.  Berechnen von:

    a)  Längen, Flächen- und Rauminhalten sowie Massen,

    b)  Kraft, Arbeit, Leistung und Wirkungsgrad,

    c)  Druck und Druckdifferenzen,

    d)  Strömungsvorgänge, Durchflußmengen,

    e)  Mischungsverhältnisse und Dosiermengen.

(3) Im Prüfungsfach "Bädertechnik" soll die zu prüfende Person
nachweisen, daß sie über technische Kenntnisse verfügt, Zusammenhänge
im Betrieb sowie Störungen erkennen und beurteilen und Maßnahmen zur
Behebung einleiten kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Schwimmbeckenwasseraufbereitung:

    a)  Verfahren zur Schwimmbeckenwasseraufbereitung,

    b)  Schwimmbeckenwasserdesinfektion,

    c)  Bemessung von Wasseraufbereitungsanlagen,

    d)  Chemie der Wasseraufbereitung,

    e)  Analyseverfahren zur Kontrolle der Wasserqualität,

    f)  Anlagen und Geräte zur Förderung und Dosierung,

    g)  Chemikalien zur Wasseraufbereitung;

2.  Heizungsanlagen und Systeme:

    a)  Unterscheidung der verschiedenen Systeme,

    b)  Energiearten;

3.  Lüftungsanlagen:

    a)  Lüftungssysteme,

    b)  Klimaanlagen;

4.  Wasserversorgung:

    a)  Auswirkungen auf die Wasseraufbereitung,

    b)  Brunnenwasserversorgung;

5.  Sanitäranlagen:

    a)  Armaturen,

    b)  Sanitärinstallationen;

6.  Meß-, Steuer- und Regelanlagen;

7.  Umweltschutz und rationelle Energieverwendung:

    a)  Gefahren durch Bäderchemikalien,

    b)  Chemikalienrecht,

    c)  alternative Energien,

    d)  Wärmerückgewinnung.

(4) Im Prüfungsfach "Bäderbetrieb" soll die zu prüfende Person
nachweisen, daß sie den Badebetrieb durch situationsgerechtes
Verhalten steuern, Besucher durch entsprechende Maßnahmen ansprechen,
gewinnen und halten kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Gesprächsführung:

    a)  Techniken und Methoden der Gesprächsführung, Motivation,

    b)  Methoden der Konfliktlösung;

2.  Spiel-, Spaß- und Sportangebote:

    a)  Bedarfsanalyse,

    b)  Organisation und Durchführung,

    c)  Grundsätze von Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.

(5) Im Prüfungsfach "Schwimm- und Rettungslehre" soll die zu prüfende
Person nachweisen, daß sie in der Lage ist, die Fachkraft anzuleiten,
daß diese Schwimmunterricht und Schwimmtraining planen und durchführen
kann, sowie die Theorie des Rettungsschwimmens beherrscht. In diesem
Rahmen können geprüft werden:

1.  Schwimmunterricht und Trainingslehre:

    a)  Methodik und Didaktik des Schwimmunterrichts,

    b)  Trainingsaufbau, -wirkung und -ziele,

    c)  physiologische Wirkung des Trainings,

    d)  zielgerichtete Ernährung,

    e)  Wettkampfbestimmungen,

    f)  Bedingungen für Schwimmprüfungen;

2.  Rettungslehre:

    a)  Rettungsschwimmen:

        aa) Flossenschwimmen und Schnorcheln,

        bb) Methodik und Didaktik des Strecken- und Tieftauchens,

        cc) physikalische und physiologische Grundlagen des Tauchens,

        dd) Methodik und Didaktik des Rettungsschwimmens,

        ee) Bergen und Anlandbringen,

    b)  Rettungsmaßnahmen bei Bade-, Boots- und Eisunfällen,

    c)  Rettungsmaßnahmen an Naturgewässern,

    d)  Ertrinkungstod und Badetod,

    e)  Rettungsgeräte für die Wasserrettung,

    f)  einfache Wiederbelebungsgeräte.

(6) Im Prüfungsfach "Gesundheitslehre" soll der die zu prüfende Person
nachweisen, daß sie die Zusammenhänge zwischen der Funktion des
Körpers und der Wirkung des Wasser beurteilen kann. In diesem Rahmen
können geprüft werden:

1.  Anatomische Grundkenntnisse:

    a)  Gewebe,

    b)  Kreisläufe (Blut, Lymphe),

    c)  Verdauung,

    d)  Bewegungsapparat;

2.  Physiologische und psychologische Wirkung des Wassers:

    a)  Temperatur, Druck und Auftrieb,

    b)  Streßabbau und Steigerung des Wohlbefindens.

(7) In den in Absatz 1 Nr. 1 bis 5 genannten Prüfungsfächern ist
schriftlich zu prüfen. Die schriftliche Prüfung soll nicht länger als
acht Stunden dauern; sie besteht je Prüfungsfach aus einer unter
Aufsicht anzufertigenden Arbeit. Die Mindestzeiten betragen in den
Prüfungsfächern:

*    *   1.

    *   Mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen

    *   1 Stunde,

*    *   2.

    *   Bädertechnik

    *   1,5 Stunden,

*    *   3.

    *   Bäderbetrieb

    *   1,5 Stunden,

*    *   4.

    *   Schwimm- und Rettungslehre

    *   1 Stunde,

*    *   5.

    *   Gesundheitslehre

    *   1 Stunde.

(8) Wurde in nicht mehr als zwei der in Absatz 1 Nummer 1 bis 5
genannten Fächer eine mangelhafte Prüfungsleistung erbracht, ist in
diesen eine mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer
ungenügenden Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll je Fach und zu prüfender Person in der Regel
nicht länger als 20 Minuten dauern. Die Bewertung der schriftlichen
Prüfungsleistung und die der mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu
einer Note zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der schriftlichen
Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/b_dermeistprv/__5.html
Directory: baedermeistprv
Level: 2.0