Title: § 6

Description:
Verordnung zur Durchführung der Grundbuchordnung (GBVfg)
Abschnitt II - Das Grundbuchblatt
§ 6

Paragraph: 6

Content:
Verordnung zur Durchführung der Grundbuchordnung (GBVfg)
Abschnitt II - Das Grundbuchblatt
§ 6

(1) In dem Bestandsverzeichnis ist die Spalte 1 für die Angabe der
laufenden Nummer des Grundstücks bestimmt.

(2) In der Spalte 2 sind die bisherigen laufenden Nummern der
Grundstücke anzugeben, aus denen das Grundstück durch Vereinigung,
Zuschreibung oder Teilung entstanden ist.

(3a) Die Spalte 3 dient zur Bezeichnung der Grundstücke gemäß dem
amtlichen Verzeichnis im Sinne des § 2 Abs. 2 der Grundbuchordnung.
Hier sind einzutragen:

1.  in Unterspalte a: die Bezeichnung der Gemarkung oder des sonstigen
    vermessungstechnischen Bezirks, in dem das Grundstück liegt;

2.  in Unterspalte b: die vermessungstechnische Bezeichnung des
    Grundstücks innerhalb des in Nummer 1 genannten Bezirks nach den
    Buchstaben oder Nummern der Karte;

3.  in den Unterspalten c und d: die Bezeichnung des Grundstücks nach den
    Artikeln oder Nummern der Steuerbücher (Grundsteuermutterrolle,
    Gebäudesteuerrolle oder ähnliches), sofern solche Bezeichnungen
    vorhanden sind;

4.  in Unterspalte e: die Wirtschaftsart des Grundstücks und die Lage
    (Straße, Hausnummer oder die sonstige ortsübliche Bezeichnung).

Die für die Bezeichnung des Grundstücks nach der Gebäudesteuerrolle
oder einem ähnlichen Buch bestimmte Unterspalte d kann nach näherer
Anordnung der Landesjustizverwaltung mit der Maßgabe weggelassen
werden, daß die Unterspalte c durch die Buchstaben c/d bezeichnet
wird; im Rahmen dieser Änderung kann von den Mustern in der Anlage zu
dieser Verfügung abgewichen werden. Ferner kann die
Landesjustizverwaltung anordnen, daß die in Nummer 3 bezeichneten
Eintragungen unterbleiben.

(3b) Soweit das Grundbuch in Loseblattform mit einer Vordruckgröße von
210 x 297 mm (DIN A4) geführt wird, kann die Landesjustizverwaltung
abweichend von den Bestimmungen des Absatzes 3a) und von den Mustern
in der Anlage zu dieser Verfügung anordnen, daß

1.  die Unterspalten a und b der Spalte 3 in der Weise zusammengelegt
    werden, daß die vermessungstechnische Bezeichnung des Grundstücks
    unterhalb der Bezeichnung der Gemarkung oder des sonstigen
    vermessungstechnischen Bezirks einzutragen ist; die Eintragung der
    Bezeichnung der Gemarkung oder des sonstigen vermessungstechnischen
    Bezirks kann nach näherer Anordnung der Landesjustizverwaltung
    unterbleiben, wenn sie mit der des Grundbuchbezirks übereinstimmt;

2.  die Unterspalten c und d der Spalte 3 weggelassen werden und die für
    die Eintragung der Wirtschaftsart des Grundstücks und der Lage
    bestimmte Unterspalte e der Spalte 3 durch den Buchstaben c bezeichnet
    wird.

(3c) Soweit in besonderen Fällen nach den bestehenden gesetzlichen
Vorschriften ein Grundstück, das nicht im amtlichen Verzeichnis
aufgeführt ist, im Grundbuch eingetragen werden kann, behält es
hierbei sein Bewenden.

(4) Besteht ein Grundstück aus mehreren Teilen, die in dem maßgebenden
amtlichen Verzeichnis als selbständige Teile aufgeführt sind (z.B.
Katasterparzellen), so kann die in Absatz 3a, Nr. 2 und 3
vorgeschriebene Angabe unterbleiben, soweit dadurch das Grundbuch nach
dem Ermessen des Grundbuchamts unübersichtlich werden würde. In diesem
Fall müssen jedoch die fehlenden Angaben in einem bei den Grundakten
aufzubewahrenden beglaubigten Auszug aus dem maßgebenden amtlichen
Verzeichnis der Grundstücke nachgewiesen werden. Das Grundbuchamt
berichtigt den beglaubigten Auszug auf Grund der Mitteilung der das
amtliche Verzeichnis führenden Behörde, sofern der bisherige Auszug
nicht durch einen neuen ersetzt wird. Sofern das Verzeichnis vom
Grundbuchamt selbst geführt wird, hat dieses das Verzeichnis auf dem
laufenden zu halten. Statt der in Absatz 3a Nr. 4 vorgeschriebenen
Angabe genügt alsdann die Angabe einer Gesamtbezeichnung (z.B.
Landgut). Ab dem 9. Oktober 2013 darf eine Buchung gemäß den
Vorschriften dieses Absatzes nicht mehr vorgenommen werden.

(5) Die Spalte 4 enthält die Angaben über die Größe des Grundstücks
nach dem maßgebenden amtlichen Verzeichnis. Besteht ein Grundstück aus
mehreren Teilen, die in diesem Verzeichnis als selbständige Teile
aufgeführt sind (z.B. Katasterparzellen), so ist die Größe getrennt
nach den aus dem Grundbuch ersichtlichen selbständigen Teilen
anzugeben; ist das Grundstück nach Maßgabe des Absatzes 4 bezeichnet,
so ist die Gesamtgröße anzugeben.

(6) In der Spalte 6 sind einzutragen:

a)  Der Vermerk über die Eintragung des Bestandes des Blattes bei der
    Anlegung (Zeit der Eintragung, Nummer des bisherigen Blattes usw.);

b)  die Übertragung eines Grundstücks auf das Blatt;

c)  die Vereinigung mehrerer auf dem Blatt eingetragener Grundstücke zu
    einem Grundstück sowie die Zuschreibung eines solchen Grundstücks zu
    einem anderen als Bestandteil;

d)  die Vermerke, durch welche bisherige Grundstücksteile als selbständige
    Grundstücke eingetragen werden, insbesondere im Falle des § 7 Abs. 1
    der Grundbuchordnung, sofern nicht der Teil auf ein anderes Blatt
    übertragen wird;

e)  die Vermerke über Berichtigungen der Bestandsangaben; eines Vermerks
    in Spalte 6 bedarf es jedoch nicht, wenn lediglich die in Absatz 3a
    Nr. 3 für die Unterspalte c vorgeschriebene Angabe nachgetragen oder
    berichtigt wird.

(7) Die Spalte 8 ist bestimmt für die Abschreibungen, bei denen das
Grundstück aus dem Grundbuchblatt ausscheidet.

(8) Bei Eintragungen in den Spalten 6 und 8 ist in den Spalten 5 und 7
auf die laufende Nummer des von der Eintragung betroffenen Grundstücks
zu verweisen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gbvfg/__6.html
Directory: gbvfg
Level: 3.0