Title: § 22 Zinsersatz bei erhöhten Tilgungen

Description:
Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz (BVO 2)
Teil II - Wirtschaftlichkeitsberechnung
Vierter Abschnitt - Laufende Aufwendungen und Erträge
§ 22 Zinsersatz bei erhöhten Tilgungen

Paragraph: 22

Content:
Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz (BVO 2)
Teil II - Wirtschaftlichkeitsberechnung
Vierter Abschnitt - Laufende Aufwendungen und Erträge
§ 22 Zinsersatz bei erhöhten Tilgungen

(1) Bei unverzinslichen Fremdmitteln, deren Tilgungssatz 1 vom Hundert
übersteigt, dürfen Tilgungen als Kapitalkosten angesetzt werden
(Zinsersatz); das gleiche gilt, wenn der Zinssatz niedriger als 4 vom
Hundert ist.

(2) Der Ansatz für Zinsersatz darf bei den einzelnen Fremdmitteln
deren Tilgung nicht überschreiten und zusammen mit dem Ansatz für
Zinsen nicht höher sein als der Betrag, der sich aus einer Verzinsung
des Fremdmittels mit 4 vom Hundert ergibt. Die Summe aller Ansätze für
Zinsersatz darf auch nicht die Summe der Tilgungen übersteigen, die
aus der gesamten Abschreibung nicht gedeckt werden können (erhöhte
Tilgungen).

(3) Im öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbau sind Ansätze für
Zinsersatz nur insoweit zulässig, als die Bewilligungsstelle zustimmt.

(4) Auf Mietvorauszahlungen und Mieterdarlehen sind die Vorschriften
über den Zinsersatz nicht anzuwenden.

(5) Ist vor dem 1. Januar 1971 ein höherer Ansatz für Zinsersatz
zugelassen worden oder zulässig gewesen, als er nach den Absätzen 1
bis 4 zulässig ist, darf der höhere Ansatz in Härtefällen für die
Dauer der erhöhten Tilgungen in eine nach dem 30. Juni 1972
aufgestellte Wirtschaftlichkeitsberechnung aufgenommen werden, soweit

1.  im öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbau die Bewilligungsstelle,

2.  im steuerbegünstigten oder freifinanzierten Wohnungsbau, der mit
    Wohnungsfürsorgemitteln gefördert worden ist, der Darlehns- oder
    Zuschußgeber,

3.  im sonstigen Wohnungsbau von gemeinnützigen Wohnungsunternehmen die
    Anerkennungsbehörde

zustimmt. Dem höheren Ansatz soll zugestimmt werden, soweit der seit
dem 1. Januar 1971 zulässige Ansatz unter Berücksichtigung aller
Umstände des Einzelfalles für den Vermieter zu einer unbilligen Härte
führen würde. Dem Ansatz von Zinsersatz für Mietvorauszahlungen oder
Mieterdarlehen darf nicht zugestimmt werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bvo_2/__22.html
Directory: bvo_2
Level: 4.0