Title: § 11 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin (GärtnAusbV)
§ 11 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau

Paragraph: 11

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin (GärtnAusbV)
§ 11 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau

(1) Die Abschlußprüfung in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau
erstreckt sich auf die in der Anlage 3a aufgeführten Fertigkeiten und
Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten
Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist. Sie wird
praktisch, schriftlich und mündlich durchgeführt.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt
höchstens fünf Stunden ein landschaftsgärtnerisches Gesamtwerk
erstellen, das aus fünf komplexen Prüfungsaufgaben besteht. Das
Gesamtwerk ist in einem Prüfungsgespräch zu erläutern, das sich auf
die fünf Prüfungsaufgaben beziehen muß. Der Prüfungsbereich
Baustellenabwicklung und Bautechnik soll dabei mit mindestens drei
Aufgaben und der Bereich Vegetationstechnik mit mindestens einer
Aufgabe vertreten sein. Der Prüfling soll zeigen, daß er die
erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse praxisbezogen unter Verwendung
geeigneter Maschinen, Geräte und technischer Einrichtungen anwenden
kann. Dem Prüfling soll Gelegenheit gegeben werden, diese Maschinen,
Geräte und technischen Einrichtungen vor der Prüfung kennenzulernen.
Bei der praktischen Prüfung sollen die betrieblichen
Ausbildungsschwerpunkte angemessen berücksichtigt werden. Für die
Prüfungsaufgaben kommen insbesondere in Betracht:

1.  aus dem Bereich Baustellenabwicklung und Bautechnik:

    a)  Ausführungspläne sowie Leistungsverzeichnisse lesen und auf die
        Baustelle übertragen,

    b)  Durchführen von Erdarbeiten,

    c)  Durchführen von Entwässerungsarbeiten,

    d)  Herstellen von befestigten Flächen,

    e)  Be- und Verarbeiten von Naturstein,

    f)  Bauen mit Betonfertigteilen,

    g)  Aufstellen und Montieren von Ausstattungsgegenständen;

    dabei sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Natur- und
    Umweltschutz, rationelle Energie- und Materialverwendung, Wahrnehmen
    und Beurteilen von Vorgängen sowie Beschaffen und Auswerten von
    Informationen einzubeziehen;

2.  aus dem Bereich Vegetationstechnik:

    a)  Pflanzungen vorbereiten und Durchführen,

    b)  Flächen für Ansaaten vorbereiten und ansäen,

    c)  Pflegemaßnahmen durchführen;

    dabei sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Natur- und
    Umweltschutz, rationelle Energie- und Materialverwendung, Wahrnehmen
    und Beurteilen von Vorgängen sowie Beschaffen und Auswerten von
    Informationen einzubeziehen.

(3) Der Prüfling soll in dem Prüfungsfach Landschaftsgärtnerische
Arbeiten mündlich, in den Prüfungsfächern Pflanzenkenntnisse,
Betriebliche Zusammenhänge sowie Wirtschafts- und Sozialkunde
schriftlich geprüft werden. Im Prüfungsfach Landschaftsgärtnerische
Arbeiten sollen landschaftsgärtnerische Außenanlagen im Mittelpunkt
stehen. Es kommen Fragen und Aufgaben, die sich auf praxisbezogene
Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden Gebieten in
Betracht:

1.  im Prüfungsfach Landschaftsgärtnerische Arbeiten:

    a)  Vorbereiten, Einrichten und Abwickeln von Baustellen,

    b)  Erdarbeiten sowie Be- und Entwässerungsmaßnahmen,

    c)  Herstellen von befestigten Flächen,

    d)  Herstellen von Bauwerken in Außenanlagen,

    e)  Bau und Leben der Pflanze, vegetationstechnische Arbeiten,

    f)  Bewässerung, Düngung, Pflanzenschutz,

    g)  Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen,

    h)  Planen, Vorbereiten und Kontrollieren von Dienstleistungen und Arbeit;

2.  im Prüfungsfach Pflanzenkenntnisse:

    a)  Erkennen und Benennen von Pflanzen,

    b)  Gattungen und Arten von Pflanzen, ihre Anzucht und Verwendung,

    c)  heimische Pflanzen und ihre Lebensräume, Artenschutz,

    d)  Wildkräuter und Unkräuter;

3.  im Prüfungsfach Betriebliche Zusammenhänge:

    a)  natürliche und wirtschaftliche Standortfaktoren,

    b)  bauliche Anlagen,

    c)  Maschinen und Geräte,

    d)  Materialien, Werkstoffe und Betriebsmittel,

    e)  anwendungsbezogene Berechnungen,

    f)  Auftragsbeschaffung,

    g)  Natur- und Umweltschutz,

    h)  rationelle Energie- und Materialverwendung,

    i)  einschlägige Rechtsvorschriften,

    k)  Einflußfaktoren auf die menschliche Arbeit,

    l)  Informationsbeschaffung und -auswertung,

    m)  Grundlagen der Kalkulation;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die Prüfung nach Absatz 3 ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Landschaftsgärtnerische Arbeiten

    *   60 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Pflanzenkenntnisse

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Betriebliche Zusammenhänge

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Sind in der schriftlichen Prüfung nach Absatz 3 die
Prüfungsleistungen in bis zu zwei Fächern mit mangelhaft und in den
übrigen Fächern mit mindestens ausreichend bewertet worden, so ist auf
Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit mangelhaft bewerteten Fächer die schriftliche Prüfung
durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Das Fach
ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für
dieses Fach hat die schriftliche Prüfung gegenüber der mündlichen
Prüfung das doppelte Gewicht.

(6) Innerhalb der Prüfung nach Absatz 2 hat jede Prüfungsaufgabe und
innerhalb der Prüfung nach Absatz 3 hat jedes Prüfungsfach das gleiche
Gewicht. Für die Ermittlung des Gesamtergebnisses sind die
Prüfungsleistungen wie folgt zu gewichten:

*    *   - Prüfung nach Absatz 2

    *   60 Prozent,

*    *   - Prüfung nach Absatz 3

    *   40 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Gesamtergebnis und jeweils in
den Prüfungen nach den Absätzen 2 und 3 mindestens ausreichende
Leistungen erbracht worden sind. Sie ist nicht bestanden, wenn eine
der Prüfungsaufgaben nach Absatz 2 oder eines der Prüfungsfächer nach
Absatz 3 mit ungenügend oder zwei der vorgenannten
Prüfungsbestandteile mit mangelhaft bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/g_rtnausbv/__11.html
Directory: gaertnausbv
Level: 2.0