Title: § 2 Einkommensteuer

Description:
Gesetz über die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (AStG)
Zweiter Teil - Wohnsitzwechsel in niedrigbesteuernde Gebiete
§ 2 Einkommensteuer

Paragraph: 2

Content:
Gesetz über die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (AStG)
Zweiter Teil - Wohnsitzwechsel in niedrigbesteuernde Gebiete
§ 2 Einkommensteuer

(1) Eine natürliche Person, die in den letzten zehn Jahren vor dem
Ende ihrer unbeschränkten Steuerpflicht nach § 1 Abs. 1 Satz 1 des
Einkommensteuergesetzes als Deutscher insgesamt mindestens fünf Jahre
unbeschränkt einkommensteuerpflichtig war und

1.  in einem ausländischen Gebiet ansässig ist, in dem sie mit ihrem
    Einkommen nur einer niedrigen Besteuerung unterliegt, oder in keinem
    ausländischen Gebiet ansässig ist und

2.  wesentliche wirtschaftliche Interessen im Geltungsbereich dieses
    Gesetzes hat,

ist bis zum Ablauf von zehn Jahren nach Ende des Jahres, in dem ihre
unbeschränkte Steuerpflicht geendet hat, über die beschränkte
Steuerpflicht im Sinne des Einkommensteuergesetzes hinaus beschränkt
einkommensteuerpflichtig mit allen Einkünften im Sinne des § 2 Abs. 1
Satz 1 erster Halbsatz des Einkommensteuergesetzes, die bei
unbeschränkter Einkommensteuerpflicht nicht ausländische Einkünfte im
Sinne des § 34d des Einkommensteuergesetzes sind. Für Einkünfte der
natürlichen Person, die weder durch deren ausländische Betriebsstätte
noch durch deren in einem ausländischen Staat tätigen ständigen
Vertreter erzielt werden, ist für die Anwendung dieser Vorschrift das
Bestehen einer inländischen Geschäftsleitungsbetriebsstätte der
natürlichen Person anzunehmen, der solche Einkünfte zuzuordnen sind.
Satz 1 findet nur Anwendung für Veranlagungszeiträume, in denen die
hiernach insgesamt beschränkt steuerpflichtigen Einkünfte mehr als
16 500 Euro betragen.

(2) Eine niedrige Besteuerung im Sinne des Absatzes 1 Nr. 1 liegt vor,
wenn

1.  die Belastung durch die in dem ausländischen Gebiet erhobene
    Einkommensteuer - nach dem Tarif unter Einbeziehung von tariflichen
    Freibeträgen - bei einer in diesem Gebiet ansässigen unverheirateten
    natürlichen Person, die ein steuerpflichtiges Einkommen von 77 000
    Euro bezieht, um mehr als ein Drittel geringer ist als die Belastung
    einer im Geltungsbereich dieses Gesetzes ansässigen natürlichen Person
    durch die deutsche Einkommensteuer unter sonst gleichen Bedingungen,
    es sei denn, die Person weist nach, daß die von ihrem Einkommen
    insgesamt zu entrichtenden Steuern mindestens zwei Drittel der
    Einkommensteuer betragen, die sie bei unbeschränkter Steuerpflicht
    nach § 1 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes zu entrichten hätte, oder

2.  die Belastung der Person durch die in dem ausländischen Gebiet
    erhobene Einkommensteuer auf Grund einer gegenüber der allgemeinen
    Besteuerung eingeräumten Vorzugsbesteuerung erheblich gemindert sein
    kann, es sei denn, die Person weist nach, daß die von ihrem Einkommen
    insgesamt zu entrichtenden Steuern mindestens zwei Drittel der
    Einkommensteuer betragen, die sie bei unbeschränkter Steuerpflicht
    nach § 1 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes zu entrichten hätte.

(3) Eine Person hat im Sinne des Absatzes 1 Nr. 2 wesentliche
wirtschaftliche Interessen im Geltungsbereich dieses Gesetzes, wenn

1.  sie zu Beginn des Veranlagungszeitraums Unternehmer oder
    Mitunternehmer eines im Geltungsbereich dieses Gesetzes belegenen
    Gewerbebetriebs ist oder, sofern sie Kommanditist ist, mehr als 25
    Prozent der Einkünfte im Sinne des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des
    Einkommensteuergesetzes aus der Gesellschaft auf sie entfallen oder
    ihr eine Beteiligung im Sinne des § 17 Abs. 1 des
    Einkommensteuergesetzes an einer inländischen Kapitalgesellschaft
    gehört oder

2.  ihre Einkünfte, die bei unbeschränkter Einkommensteuerpflicht nicht
    ausländische Einkünfte im Sinne des § 34d des Einkommensteuergesetzes
    sind, im Veranlagungszeitraum mehr als 30 Prozent ihrer sämtlichen
    Einkünfte betragen oder 62 000 Euro übersteigen oder

3.  zu Beginn des Veranlagungszeitraums ihr Vermögen, dessen Erträge bei
    unbeschränkter Einkommensteuerpflicht nicht ausländische Einkünfte im
    Sinne des § 34d des Einkommensteuergesetzes wären, mehr als 30 Prozent
    ihres Gesamtvermögens beträgt oder 154 000 Euro übersteigt.

(4) Bei der Anwendung der Absätze 1 und 3 sind bei einer Person
Gewerbebetriebe, Beteiligungen, Einkünfte und Vermögen einer
ausländischen Gesellschaft im Sinne des § 5, an der die Person unter
den dort genannten Voraussetzungen beteiligt ist, entsprechend ihrer
Beteiligung zu berücksichtigen.

(5) Ist Absatz 1 anzuwenden, kommt der Steuersatz zur Anwendung, der
sich für sämtliche Einkünfte der Person ergibt; für die Ermittlung des
Steuersatzes bleiben Einkünfte aus Kapitalvermögen außer Betracht, die
dem gesonderten Steuersatz nach § 32d Absatz 1 des
Einkommensteuergesetzes unterliegen. Auf Einkünfte, die dem
Steuerabzug auf Grund des § 50a des Einkommensteuergesetzes
unterliegen, ist § 50 Absatz 2 des Einkommensteuergesetzes nicht
anzuwenden. § 43 Absatz 5 des Einkommensteuergesetzes bleibt
unberührt.

(6) Weist die Person nach, daß die auf Grund der Absätze 1 und 5
zusätzlich zu entrichtende Steuer insgesamt zu einer höheren
inländischen Steuer führt, als sie sie bei unbeschränkter
Steuerpflicht und Wohnsitz ausschließlich im Geltungsbereich dieses
Gesetzes zu entrichten hätte, so wird der übersteigende Betrag
insoweit nicht erhoben, als er die Steuer überschreitet, die sich ohne
Anwendung der Absätze 1 und 5 ergäbe.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/astg/__2.html
Directory: astg
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