Title: § 2 Begriffsbestimmungen

Description:
Gesetz über die Untersuchung von Unfällen und Störungen bei dem Betrieb ziviler Luftfahrzeuge (FlUUG)
Erster Abschnitt - Anwendungsbereich
§ 2 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 2

Content:
Gesetz über die Untersuchung von Unfällen und Störungen bei dem Betrieb ziviler Luftfahrzeuge (FlUUG)
Erster Abschnitt - Anwendungsbereich
§ 2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieses Gesetzes bedeutet:
Unfall
Ein Ereignis bei dem Betrieb eines Luftfahrzeugs vom Beginn des
Anbordgehens von Personen mit Flugabsicht bis zu dem Zeitpunkt, zu dem
diese Personen das Luftfahrzeug wieder verlassen haben, wenn hierbei:

1.  eine Person tödlich oder schwer verletzt worden ist

    -   an Bord eines Luftfahrzeugs oder

    -   durch unmittelbare Berührung mit dem Luftfahrzeug oder einem seiner
        Teile, auch wenn sich dieser Teil vom Luftfahrzeug gelöst hat, oder

    -   durch unmittelbare Einwirkung des Turbinen- oder Propellerstrahls
        eines Luftfahrzeugs,

    es sei denn, daß der Geschädigte sich diese Verletzungen selbst
    zugefügt hat oder diese ihm von einer anderen Person zugefügt worden
    sind oder eine andere von dem Unfall unabhängige Ursachen haben, oder
    daß es sich um Verletzungen von unbefugt mitfliegenden Personen
    handelt, die sich außerhalb der den Fluggästen und
    Besatzungsmitgliedern normalerweise zugänglichen Räume verborgen
    hatten,

    oder

2.  das Luftfahrzeug oder die Luftfahrzeugzelle einen Schaden erlitten hat
    und

    -   dadurch der Festigkeitsverband der Luftfahrzeugzelle, die
        Flugleistungen oder die Flugeigenschaften beeinträchtigt sind und

    -   die Behebung dieses Schadens in aller Regel eine große Reparatur oder
        einen Austausch des beschädigten Luftfahrzeugbauteils erfordern würde;

    es sei denn, daß nach einem Triebwerkschaden oder Triebwerksausfall
    die Beschädigung des Luftfahrzeugs begrenzt ist auf das betroffene
    Triebwerk, seine Verkleidung oder sein Zubehör, oder daß der Schaden
    an einem Luftfahrzeug begrenzt ist auf Schäden an Propellern,
    Flügelspitzen, Funkantennen, Bereifung, Bremsen, Beplankung oder auf
    kleinere Einbeulungen oder Löcher in der Außenhaut,

    oder

3.  das Luftfahrzeug vermißt wird oder nicht zugänglich ist.

Störung
Ein anderes Ereignis als ein Unfall, das mit dem Betrieb eines
Luftfahrzeugs zusammenhängt und den sicheren Betrieb beeinträchtigt
oder beeinträchtigen könnte.
Schwere Störung
Ein Ereignis beim Betrieb eines Luftfahrzeugs, dessen Umstände darauf
hindeuten, daß sich beinahe ein Unfall ereignet hätte (Beispiele für
schwere Störungen sind im Anhang aufgeführt).
Tödliche Verletzung
Eine Verletzung, die eine Person bei einem Unfall erlitten hat und die
unmittelbar bei dem Unfall oder innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall
ihren Tod zur Folge hat.
Schwere Verletzung
Eine Verletzung, die eine Person bei einem Unfall erlitten hat und die

1.  einen Krankenhausaufenthalt von mehr als 48 Stunden innerhalb von 7
    Tagen nach der Verletzung erfordert

    oder

2.  Knochenbrüche zur Folge hat (mit Ausnahme einfacher Brüche von
    Fingern, Zehen oder der Nase)

    oder

3.  Rißwunden mit schweren Blutungen oder Verletzungen von Nerven, Muskel-
    oder Sehnensträngen zur Folge hat

    oder

4.  Schäden an inneren Organen verursacht hat

    oder

5.  Verbrennungen zweiten oder dritten Grades oder von mehr als fünf
    Prozent der Körperoberfläche zur Folge hat

    oder

6.  Folge einer nachgewiesenen Aussetzung gegenüber infektiösen Stoffen
    oder schädlicher Strahlung ist.

Ursachen
Handlungen, Unterlassungen, Ereignisse oder Umstände oder eine
Kombination dieser Faktoren, die zu einem Unfall oder einer Störung
geführt haben.
Untersuchungsführer
Eine Person, der aufgrund ihrer Qualifikation die Verantwortung für
Organisation, Durchführung und Beaufsichtigung einer Untersuchung
übertragen wird.
Untersuchungsfachkraft
Eine Person, die aufgrund ihrer Qualifikation Untersuchungstätigkeiten
unter Aufsicht des Untersuchungsführers ausübt.
Eintragungsstaat
Staat, in dessen Luftfahrzeugregister das Luftfahrzeug eingetragen
ist.
Herstellerstaat
Der Staat, der die luftrechtliche Aufsicht über das Unternehmen führt,
welches für die Endmontage des Luftfahrzeugs verantwortlich ist.
Halterstaat
Der Staat, in dem der Halter eines Luftfahrzeugs seinen
Hauptgeschäftssitz oder, falls kein Geschäftssitz besteht, seinen
Hauptwohnsitz hat.
Entwurfsstaat
Der Staat, in dessen Hoheitsgebiet sich der Geschäftssitz des
Unternehmens befindet, welches den Konstruktionsentwurf für das
Luftfahrzeugmuster hergestellt hat.
Sicherheitsempfehlung
Vorschlag zur Verhütung von Unfällen und Störungen, den die
Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung auf der Grundlage von Fakten
und Informationen unterbreitet, die sich während der Untersuchung
ergeben hatten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fluug/__2.html
Directory: fluug
Level: 3.0