Title: § 105 Anwendung des Jugendstrafrechts auf Heranwachsende

Description:
Jugendgerichtsgesetz (JGG)
Dritter Teil - Heranwachsende
Erster Abschnitt - Anwendung des sachlichen Strafrechts
§ 105 Anwendung des Jugendstrafrechts auf Heranwachsende

Paragraph: 105

Content:
Jugendgerichtsgesetz (JGG)
Dritter Teil - Heranwachsende
Erster Abschnitt - Anwendung des sachlichen Strafrechts
§ 105 Anwendung des Jugendstrafrechts auf Heranwachsende

(1) Begeht ein Heranwachsender eine Verfehlung, die nach den
allgemeinen Vorschriften mit Strafe bedroht ist, so wendet der Richter
die für einen Jugendlichen geltenden Vorschriften der §§ 4 bis 8, 9
Nr. 1, §§ 10, 11 und 13 bis 32 entsprechend an, wenn

1.  die Gesamtwürdigung der Persönlichkeit des Täters bei Berücksichtigung
    auch der Umweltbedingungen ergibt, daß er zur Zeit der Tat nach seiner
    sittlichen und geistigen Entwicklung noch einem Jugendlichen
    gleichstand, oder

2.  es sich nach der Art, den Umständen oder den Beweggründen der Tat um
    eine Jugendverfehlung handelt.

(2) § 31 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 ist auch dann anzuwenden, wenn der
Heranwachsende wegen eines Teils der Straftaten bereits rechtskräftig
nach allgemeinem Strafrecht verurteilt worden ist.

(3) Das Höchstmaß der Jugendstrafe für Heranwachsende beträgt zehn
Jahre. Handelt es sich bei der Tat um Mord und reicht das Höchstmaß
nach Satz 1 wegen der besonderen Schwere der Schuld nicht aus, so ist
das Höchstmaß 15 Jahre.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/jgg/__105.html
Directory: jgg
Level: 4.0