Title: § 9

Description:
Gesetz über das Seelotswesen (SeelotG)
Zweiter Abschnitt - Seelotswesen der Seelotsreviere
2. - Bestallung der Seelotsinnen und Seelotsen
§ 9

Paragraph: 9

Content:
Gesetz über das Seelotswesen (SeelotG)
Zweiter Abschnitt - Seelotswesen der Seelotsreviere
2. - Bestallung der Seelotsinnen und Seelotsen
§ 9

(1) Als Seelotsenanwärterin oder Seelotsenanwärter darf nur zugelassen
werden, wer für den Beruf der Seelotsin oder des Seelotsen auf Grund
ihrer oder seiner Berufsausbildung und Berufserfahrung befähigt sowie
gesundheitlich geeignet ist und die erforderliche Zuverlässigkeit
besitzt. Gesundheitlich geeignet ist, wer nach seinem
Gesundheitszustand für den Seelotsdienst geeignet und hinreichend
widerstandsfähig ist und den zur Erhaltung der Sicherheit des Verkehrs
gestellten besonderen Anforderungen des Seelotsdienstes genügt.
Zuverlässig ist, wer die Gewähr für die Erfüllung der einer Seelotsin
oder einem Seelotsen obliegenden Pflichten bietet. Eignung und
Zuverlässigkeit müssen während der gesamten Dauer der Zulassung
vorliegen.

(2) Die Bewerberin oder der Bewerber muss zum Zeitpunkt der Zulassung
zur zwölfmonatigen brüderschaftsbezogenen Ausbildung

1.  ein gültiges Befähigungszeugnis Kapitän NK nach § 29 Absatz 1 Satz 1
    Nummer 3 der Seeleute-Befähigungsverordnung vom 8. Mai 2014 (BGBl. I
    S. 460), die zuletzt durch Artikel 66 der Verordnung vom 2. Juni 2016
    (BGBl. I S. 1257) geändert worden ist, ohne Einschränkungen nach § 9
    der Seeleute-Befähigungsverordnung oder ein durch gültigen
    Anerkennungsvermerk nach § 20 Absatz 2 der Seeleute-
    Befähigungsverordnung anerkanntes Befähigungszeugnis mit Befugnissen
    zum Kapitän ohne Einschränkungen besitzen,

2.  ausweislich von Dienstbescheinigungen gemäß § 33 des
    Seearbeitsgesetzes vom 20. April 2013 (BGBl. I S. 868), das zuletzt
    durch Artikel 1 des Gesetzes vom 14. Oktober 2020 (BGBl. I S. 2112)
    geändert worden ist, oder eines jeweils gleichwertigen Dokuments nach
    dem Erwerb eines Befähigungszeugnisses nach Nummer 1 eine Seefahrtzeit
    von mindestens 24 Monaten innerhalb der letzten fünf Jahre in einer
    dem Befähigungszeugnis NK entsprechenden nautisch verantwortlichen
    Position geleistet haben,

3.  ein gültiges Zeugnis über ihre oder seine gesundheitliche Eignung für
    den Beruf der Seelotsin oder des Seelotsen (Seelotseignungszeugnis)
    vorlegen,

4.  die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen und gute
    Kenntnisse der englischen Sprache besitzen und

5.  die bestandene praktische Prüfung, die nach der revierbezogenen
    Ausbildung durchgeführt wird, nachweisen.

(3) Ist eine Bewerberin oder ein Bewerber nicht in der Lage, entweder
die Seefahrtzeit nach Absatz 2 Nummer 2 oder die abgelegte Prüfung
nach Absatz 2 Nummer 5 nachzuweisen, so kann sie oder er zu einer um
eine sechsmonatige lotsenspezifische und praxisorientierte
Ausbildungszeit verlängerten revierbezogenen Ausbildung zugelassen
werden.

(4) Weist eine Bewerberin oder ein Bewerber an Stelle des in Absatz 2
Nummer 1 genannten Befähigungszeugnisses einen Bachelorabschluss der
Fachrichtung Nautik nach und

1.  ein gültiges Befähigungszeugnis Nautischer Wachoffizier NWO nach § 29
    Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 der Seeleute-Befähigungsverordnung ohne
    Einschränkungen nach § 9 der Seeleute-Befähigungsverordnung oder

2.  ein mit dem Befähigungszeugnis nach Nummer 1 als gleichwertig
    anerkanntes Befähigungszeugnis für den nautischen Schiffsdienst eines
    anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union oder Vertragsstaates
    des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum,

kann sie oder er zu einer Ausbildung zugelassen werden, die um eine
weitere praxisorientierte revierübergreifende Ausbildungszeit von
sechs Monaten verlängert ist. Die Nachweise nach Absatz 2 Nummer 2 und
5 sind für die Zulassung nicht notwendig.

(5) Die Gleichwertigkeit nach Absatz 4 Nummer 2 wird auf Antrag vom
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie festgestellt, wenn die
Bewerberin oder der Bewerber den Nachweis erbracht hat, dass sie oder
er über gleichwertige Kenntnisse verfügt, wie sie von der Inhaberin
oder dem Inhaber eines gültigen Befähigungszeugnisses zum Nautischen
Wachoffizier NWO nach Absatz 4 Nummer 1 verlangt werden. Der Nachweis
gilt regelmäßig als erbracht, wenn die Bewerberin oder der Bewerber

1.  eine vergleichbare Ausbildung entsprechend den Anforderungen nach § 30
    Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 der Seeleute-Befähigungsverordnung
    erfolgreich absolviert hat und

2.  einen Lehrgang mit den Inhalten der Nummer 5 der Anlage 2 (zu § 5) zur
    Seeleute-Befähigungsverordnung bestanden hat.

Das Bundesamt kann im Einzelfall den Nachweis des erfolgreichen
Abschlusses eines Anpassungslehrgangs oder eine angemessene berufliche
Erfahrung verlangen.

(6) Der Ersterwerb der Befähigungszeugnisse, die für eine Zulassung
nach den Absätzen 3 oder 4 erforderlich sind, darf bei
Bewerbungseingang nicht länger als drei Jahre zurückliegen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/seelotg/__9.html
Directory: seelotg
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