Title: § 12 Bemessungsgrundlage

Description:
Verordnung zur Ergänzung der Großkreditvorschriften nach der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 und zur Ergänzung der Millionenkreditvorschriften nach dem Kreditwesengesetz (GroMiKV 2014)
Teil 2 - Bestimmungen für Millionenkredite
Kapitel 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 12 Bemessungsgrundlage

Paragraph: 12

Content:
Verordnung zur Ergänzung der Großkreditvorschriften nach der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 und zur Ergänzung der Millionenkreditvorschriften nach dem Kreditwesengesetz (GroMiKV 2014)
Teil 2 - Bestimmungen für Millionenkredite
Kapitel 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 12 Bemessungsgrundlage

(1) Die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Kreditbeträge nach
§ 14 des Kreditwesengesetzes ist

1.  bei den Bilanzaktiva nach § 19 Absatz 1 Satz 2 des Kreditwesengesetzes
    der Buchwert zuzüglich der darauf vorgenommenen
    Einzelwertberichtigungen,

2.  bei Ansprüchen aus Leasingverträgen nach § 19 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4
    und Satz 3 Nummer 15 des Kreditwesengesetzes der Barwert der
    Mindestleasingzahlungen nach Artikel 134 Absatz 7 der Verordnung (EU)
    Nr. 575/2013,

3.  bei Swap-Geschäften und den für sie übernommenen Gewährleistungen der
    effektive Kapitalbetrag oder, falls es einen solchen Kapitalbetrag
    nicht gibt, der aktuelle Marktpreis des Geschäftsgegenstandes,

4.  bei sonstigen Derivaten und den für sie übernommenen Gewährleistungen
    der unter der Annahme der tatsächlichen Erfüllung bestehende und zum
    aktuellen Marktpreis umgerechnete Anspruch des Instituts auf Lieferung
    oder Abnahme des Geschäftsgegenstandes,

5.  bei Patronatserklärungen und vergleichbaren Globalgarantien die Summe
    der Beträge aller vom patronierten Unternehmen gewährten Kredite mit
    Ausnahme der Kredite an das Institut, abzüglich des eingezahlten
    Kapitals und der ausgewiesenen Rücklagen des patronierten
    Unternehmens,

6.  bei Pensions- oder Darlehensgeschäften, die sich auf Wertpapiere oder
    Waren beziehen und bei denen das Institut der Pensions- oder
    Darlehensgeber ist, der Buchwert der Wertpapiere oder Waren,

7.  bei Pensions- oder Darlehensgeschäften, die sich auf Wertpapiere oder
    Waren beziehen und bei denen das Institut der Pensions- oder
    Darlehensnehmer ist, der übertragene Geldbetrag oder der Buchwert der
    im Gegenzug gestellten Wertpapier- oder Warensicherheit,

8.  bei Effektenlombardkreditgeschäften der gewährte Kredit und

9.  bei den anderen außerbilanziellen Geschäften nach § 19 Absatz 1 Satz 3
    des Kreditwesengesetzes der Kapitalbetrag, für den das Institut
    einzustehen hat, oder, falls es einen solchen Kapitalbetrag nicht
    gibt, der Buchwert.

Anteilige Zinsen sind zu berücksichtigen, sofern diese bei der
Anwendung der Artikel 387 bis 403 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 zu
berücksichtigen wären.

(2) Abweichend von Absatz 1 ist für Derivate und Pensions-, Darlehens-
oder vergleichbare Geschäfte über Wertpapiere oder Waren die
Bemessungsgrundlage nach den Artikeln 271 bis 293 und 299 der
Verordnung (EU) Nr. 575/2013 zu ermitteln.

(3) Abweichend von Absatz 1 darf ein am Millionenkreditmeldeverfahren
beteiligtes Unternehmen im Sinne von § 14 Absatz 1 Satz 1 des
Kreditwesengesetzes, das nicht der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
unterliegt, für die Zwecke des Teils 2 dieser Verordnung die
Bemessungsgrundlage für derivative Adressenausfallrisikopositionen
nach einheitlicher Wahl gemäß Artikel 282 der Verordnung (EU) Nr.
575/2013 ermitteln (Ursprungsrisikomethode). Für bestimmte und
eindeutig abgegrenzte Teilbereiche darf die Wahl unterschiedlich
ausfallen. Die Festlegung von Teilbereichen kann nach verschiedenen
Finanzinstrumenten oder nach unterschiedlichen organisatorisch
festgelegten Bereichen des Instituts erfolgen. Die
Ursprungsrisikomethode nach Artikel 282 der Verordnung (EU) Nr.
575/2013 darf mit Zustimmung der Bundesanstalt auch von Zweigstellen
von Unternehmen mit Sitz in einem Drittstaat angewandt werden, die
unter die Rechtsverordnung nach § 53c des Kreditwesengesetzes fallen;
die Bundesanstalt kann die Zustimmung jederzeit widerrufen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gromikv_2014/__12.html
Directory: gromikv_2014
Level: 4.0