Title: § 8 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb (FKrFBAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb (FKrFBAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in höchstens
zwei Stunden eine praktische Aufgabe I sowie in insgesamt höchstens
zwei Stunden bis zu drei praktische Aufgaben II ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsaufgaben selbständig planen,
durchführen und kontrollieren und die Erfordernisse der Sicherheit und
des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit, des Umweltschutzes, der
Qualitätssicherung sowie der Kundenorientierung beachten kann.
Die praktische Aufgabe I umfasst das Führen eines Fahrzeuges der
Klasse D mit einer Mindestlänge von 11,80 Meter auf öffentlichen
Straßen oder einer Straßen- oder U-Bahn im Strecken- und Liniennetz
des öffentlichen Personennahverkehrs sowie weitere Tätigkeiten im
Fahrdienst.
Für die Tätigkeiten im Fahrdienst kommen insbesondere in Betracht:

1.  Vor- und Nachbereitung einer Beförderung,

2.  Maßnahmen bei besonderen Betriebsbedingungen und Störungen,

3.  Umgang mit Kunden.

Bei der Durchführung der praktischen Aufgabe I soll der Prüfling
zeigen, dass er Fahrzeuge verkehrssicher, kundenfreundlich und
wirtschaftlich unter Einhaltung der maßgebenden rechtlichen und
betrieblichen Vorschriften führen sowie die notwendigen Aufzeichnungen
anfertigen kann.
Bei der Aufgabenstellung ist das Streckennetz sowie das Verkehrsmittel
des Ausbildungsbetriebes zu berücksichtigen, auf dem der Prüfling
schwerpunktmäßig ausgebildet wurde.
Für die praktischen Aufgaben II kommen insbesondere Aufgaben aus
folgenden Gebieten in Betracht:

1.  Planung und Disposition des Fahrbetriebes,

2.  Beschaffung, Verkauf und Vertrieb von Dienstleistungen einschließlich
    vor- und nachgelagerter Unternehmen sowie Bearbeitung von
    Kundeneingaben,

3.  Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Bei der Durchführung der praktischen Aufgaben II soll der Prüfling
zeigen, dass er das Leistungsangebot umsetzen, Kommunikationssysteme
anwenden, mit Kunden umgehen und Geschäftsvorfälle bearbeiten kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Personenverkehr und Beförderungsleistungen, Planung
und Disposition des Fahrbetriebes sowie Wirtschafts- und Sozialkunde
geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Personenverkehr und
Beförderungsleistungen sowie Planung und Disposition des Fahrbetriebes
soll der Prüfling zeigen, dass er insbesondere praxisbezogene Fälle
mit verknüpften arbeitsorganisatorischen, wirtschaftlichen und
rechtlichen Inhalten kundenorientiert lösen kann. Dabei sollen die
Sicherheit und der Gesundheitsschutz bei der Arbeit, der Umweltschutz
sowie qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Im
Prüfungsbereich Personenverkehr und Beförderungsleistungen soll der
Prüfling zeigen, dass er die Auswirkungen der rechtlichen,
wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen auf den
öffentlichen Personennahverkehr an praxisbezogenen Fällen darstellen,
Kalkulationsverfahren anwenden und Vorschläge für das
Dienstleistungsangebot im öffentlichen Personennahverkehr entwickeln
und begründen kann.
Im Prüfungsbereich Planung und Disposition des Fahrbetriebes soll der
Prüfling zeigen, dass er Fahrplanunterlagen anwenden, den Personal-
und Fahrzeugeinsatz für den Linienverkehr unter Beachtung der
betrieblichen, tarifvertraglichen und gesetzlichen Bestimmungen planen
und steuern sowie Maßnahmen zur Steigerung und Erhaltung der
Beförderungsqualität anwenden kann.
Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Personenverkehr und Beförderungsleistungen:

    a)  Rechtsvorschriften,

    b)  Erkennen von Kundenbedürfnissen und kundenorientierte Gestaltung des
        Fahrbetriebes,

    c)  Analyse von Kriterien für die Einrichtung und Ausgestaltung eines
        Linienverkehrs,

    d)  Ermitteln von Verbindungen und Fahrpreisen,

    e)  Ausarbeiten und Kalkulieren von Sonderverkehren,

    f)  Unfallverhütung und Verhalten bei Unfällen;

2.  im Prüfungsbereich Planung und Disposition des Fahrbetriebes:

    a)  Aufstellen von Fahr-, Umlauf- und Dienstplänen,

    b)  Personal- und Fahrzeugbedarf im Linien- und Sonderverkehr,

    c)  Einsatz der Informationstechnik im Fahrbetrieb;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Personenverkehr und Beförderungsleistungen

    *   90 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Planung und Disposition des Fahrbetriebes

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung von höchstens 15
Minuten Dauer zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den
Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen
Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Personenverkehr und Beförderungsleistungen

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Planung und Disposition des Fahrbetriebes

    *   40 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des praktischen Teils
der Prüfung in der praktischen Aufgabe I mindestens ausreichende
Leistungen erbracht worden sind. Werden die Prüfungsleistungen in den
praktischen Aufgaben II insgesamt oder in einem der schriftlichen
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fkrfbausbv/__8.html
Directory: fkrfbausbv
Level: 2.0