Title: § 195 Gebäude auf fremdem Grund und Boden

Description:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
C. - Grundvermögen
IV. - Sonderfälle
§ 195 Gebäude auf fremdem Grund und Boden

Paragraph: 195

Content:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
C. - Grundvermögen
IV. - Sonderfälle
§ 195 Gebäude auf fremdem Grund und Boden

(1) In Fällen von Gebäuden auf fremdem Grund und Boden sind die Werte
für die wirtschaftliche Einheit des Gebäudes auf fremdem Grund und
Boden (Absätze 2 bis 4) und die wirtschaftliche Einheit des belasteten
Grundstücks (Absätze 5 bis 7) gesondert zu ermitteln. Die ermittelten
Grundbesitzwerte dürfen nicht weniger als 0 Euro betragen.

(2) Der Wert des Gebäudes auf fremdem Grund und Boden wird ermittelt
durch Bildung der Summe aus

1.  dem Wert des Grundstücks, der nach den §§ 179, 182 bis 196
    festzustellen wäre, wenn die Belastung mit dem Nutzungsrecht nicht
    bestünde, abzüglich des Bodenwerts des unbelasteten Grundstücks nach §
    179 und

2.  der nach Absatz 3 über die Restlaufzeit des Nutzungsrechts
    kapitalisierten Differenz aus dem angemessenen Verzinsungsbetrag des
    Bodenwerts des unbelasteten Grundstücks und dem vertraglich
    vereinbarten jährlichen Nutzungsentgelt.

Ein bei Ablauf des Nutzungsrechts nicht zu entschädigender Wertanteil
der Gebäude oder des Gebäudes nach Absatz 4 ist abzuziehen.

(3) Der Unterschiedsbetrag aus dem angemessenen Verzinsungsbetrag des
Bodenwerts des unbelasteten Grundstücks und dem vertraglich
vereinbarten jährlichen Nutzungsentgelt ist über die Restlaufzeit des
Nutzungsrechts mit dem sich aus der Anlage 21 ergebenden
Vervielfältiger zu kapitalisieren. Für die Kapitalisierung sind die
von den Gutachterausschüssen ermittelten Liegenschaftszinssätze nach
Maßgabe des § 177 Absatz 2 und 3 zugrunde zu legen. Soweit von den
Gutachterausschüssen keine derartigen Liegenschaftszinssätze zur
Verfügung stehen, gelten die Zinssätze nach § 193 Absatz 4 Satz 3
entsprechend. Der angemessene Verzinsungsbetrag des Bodenwerts des
fiktiv unbelasteten Grundstücks ergibt sich durch Anwendung des
Zinssatzes nach Satz 2 oder 3 auf den Bodenwert nach § 179. Liegt ein
immerwährendes Nutzungsrecht vor, entspricht der Vervielfältiger dem
Kehrwert des nach Satz 2 oder 3 anzuwendenden Zinssatzes.

(4) Zur Ermittlung des bei Ablauf des Nutzungsrechts nicht zu
entschädigenden Wertanteils der Gebäude oder des Gebäudes im Sinne des
Absatzes 2 Satz 2 ist auf den Zeitpunkt des Ablaufs des Nutzungsrechts
die Differenz aus dem Wert des unbelasteten Grundstücks nach den
§§ 179, 182 bis 196 und dem Bodenwert nach § 179 zu ermitteln. Hierbei
ist die Restnutzungsdauer des Gebäudes bei Ablauf des Nutzungsrechts
zugrunde zu legen. Die so ermittelte Differenz ist über die
Restlaufzeit des Nutzungsrechts nach Maßgabe der Anlage 26 auf den
Bewertungsstichtag abzuzinsen. Für die Abzinsung sind die
Liegenschaftszinssätze im Sinne des Absatzes 3 Satz 2 oder 3
anzuwenden. Liegt ein immerwährendes Nutzungsrecht vor, ist der
Abzinsungsfaktor 0. Die auf den Bewertungsstichtag abgezinste
Differenz ist mit dem nicht zu entschädigenden Wertanteil der
jeweiligen Gebäude zu multiplizieren. Ist der Nutzer verpflichtet, das
Gebäude bei Ablauf des Nutzungsrechts zu beseitigen, ergibt sich kein
Wertanteil des Gebäudes.

(5) Der Wert des mit dem Nutzungsrecht belasteten Grundstücks wird
ermittelt durch Bildung der Summe aus

1.  dem nach Absatz 6 über die Restlaufzeit des Nutzungsrechts abgezinsten
    Wert des Grundstücks, der nach § 179 festzustellen wäre, wenn die
    Belastung mit dem Nutzungsrecht nicht bestünde, und

2.  dem nach Absatz 7 über die Restlaufzeit des Nutzungsrechts
    kapitalisierten vertraglich vereinbarten jährlichen Nutzungsentgelt.

Ein bei Ablauf des Nutzungsrechts nicht zu entschädigender Wertanteil
der Gebäude oder des Gebäudes im Sinne des Absatzes 4 ist
hinzuzurechnen.

(6) Der Wert des unbelasteten Grundstücks nach § 179 ist über die
Restlaufzeit des Nutzungsrechts mit dem sich aus der Anlage 26
ergebenden Abzinsungsfaktor abzuzinsen. Für die Abzinsung sind die
Zinssätze nach Absatz 3 Satz 2 oder 3 zugrunde zu legen. Liegt ein
immerwährendes Nutzungsrecht vor, ist der Abzinsungsfaktor 0.

(7) Das vertraglich vereinbarte jährliche Nutzungsentgelt ist über die
Restlaufzeit des Nutzungsrechts mit dem sich aus der Anlage 21
ergebenden Vervielfältiger zu kapitalisieren. Für die Kapitalisierung
sind die Zinssätze nach Absatz 3 Satz 2 oder 3 zugrunde zu legen.
Liegt ein immerwährendes Nutzungsrecht vor, entspricht der
Vervielfältiger dem Kehrwert des nach Absatz 3 Satz 2 oder 3
anzuwendenden Zinssatzes.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__195.html
Directory: bewg
Level: 6.0