Title: Anlage 1 Anforderungen an die Abgabe kleiner Mengen von Fischereierzeugnissen oder von lebenden Muscheln

Description:
Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von bestimmten Lebensmitteln tierischen Ursprungs (Tier-LMHV)
Abschnitt 7 - Schlussvorschriften
Anlage 1 Anforderungen an die Abgabe kleiner Mengen von Fischereierzeugnissen oder von lebenden Muscheln

Paragraph: 25

Content:
Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von bestimmten Lebensmitteln tierischen Ursprungs (Tier-LMHV)
Abschnitt 7 - Schlussvorschriften
Anlage 1 Anforderungen an die Abgabe kleiner Mengen von Fischereierzeugnissen oder von lebenden Muscheln

(Fundstelle: BGBl. I 2018, 491)

1.  Allgemeine Anforderungen:

1.1 Fischereifahrzeuge müssen so beschaffen sein, dass
    Fischereierzeugnisse oder lebende Muscheln nicht mit Schmutz- oder
    Abwasser, Abgasen, Kraftstoff, Öl oder sonstigen Schadstoffen
    verunreinigt werden können.

1.2 Fischereierzeugnisse oder lebende Muscheln sind bei geeigneten
    Temperaturen aufzubewahren und zu befördern und vor Verunreinigungen
    und Sonneneinstrahlung oder anderen Wärmequellen zu schützen.

1.3 Fischereierzeugnisse oder lebende Muscheln sind so zu behandeln, dass
    Beschädigungen oder Quetschungen so weit wie möglich vermieden werden.

1.4 Für alle Reinigungszwecke ist Trinkwasser zu verwenden. Zur Reinigung
    unzerteilter Fischereierzeugnisse oder lebender Muscheln kann sauberes
    Wasser oder sauberes Meerwasser verwendet werden.

2.  Spezielle Anforderungen an die Abgabe von Fischereierzeugnissen:

2.1 Lebende Fischereierzeugnisse müssen so aufbewahrt oder befördert
    werden, dass die Lebensmittelsicherheit und die Lebensfähigkeit nicht
    nachteilig beeinflusst werden.

2.2 Fischereierzeugnisse, die nicht am Leben gehalten werden, müssen nach
    dem Fang so bald wie möglich gekühlt werden. Ist eine Kühlung an Bord
    nicht möglich, so müssen die Fischereierzeugnisse so bald wie möglich
    angelandet, gekühlt und so bald wie möglich abgegeben werden.

2.3 Werden Fischereierzeugnisse geköpft oder ausgenommen, so hat dies so
    schnell wie möglich nach dem Fang und unter hygienisch einwandfreien
    Bedingungen zu erfolgen. Unmittelbar danach müssen die
    Fischereierzeugnisse sorgfältig mit Trinkwasser oder – an Bord von
    Fischereifahrzeugen – mit sauberem Wasser oder sauberem Meerwasser
    gereinigt werden. Eingeweide und solche Teile, die die Gesundheit des
    Menschen gefährden können, sind so rasch wie möglich von den zum
    menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen zu entfernen und getrennt
    zu halten.

2.4 Fischereierzeugnisse müssen nach Aussehen, Geruch und Konsistenz
    frisch sein.

2.5 Fischereierzeugnisse von Seefischen sind vor dem Inverkehrbringen
    einer geeigneten Sichtkontrolle zu unterziehen, damit sichtbare
    Parasiten festgestellt werden können.

3.  Spezielle Anforderungen an die Abgabe von lebenden Muscheln:

3.1 Lebende Muscheln müssen Merkmale aufweisen, die auf Frischezustand und
    Lebensfähigkeit schließen lassen, wie eine schmutzfreie Schale, eine
    Klopfreaktion und normale Mengen von Schalenflüssigkeit.

3.2 Lebende Muscheln dürfen keinen erheblichen Temperaturschwankungen
    ausgesetzt werden. Sie sind so aufzubewahren, dass ihre
    Lebensfähigkeit nicht beeinträchtigt wird.

3.3 Austern müssen mit der konkaven Seite nach unten aufbewahrt werden.

3.4 Lebende Muscheln dürfen nur in verschlossenen Verpackungen befördert
    oder abgegeben werden. Die Verpackung muss ausreichend fest sein, um
    die lebenden Muscheln vor nachteiligen Beeinflussungen zu schützen.

3.5 Lebende Muscheln dürfen keine Gehalte an marinen Biotoxinen aufweisen,
    die folgende Grenzwerte überschreiten:

3.5.1 Lähmungen hervorrufende Algentoxine (Paralytic Shellfish Poison –
    PSP):
    800 Mikrogramm je Kilogramm,

3.5.2 Amnesie hervorrufende Algentoxine (Amnesic Shellfish Poison – ASP):
    20 Milligramm Domoinsäuren je Kilogramm,

3.5.3 Okadasäure, Dinophysistoxine und Pectenotoxine insgesamt:
    160 Mikrogramm Okadasäure-Äquivalent je Kilogramm,

3.5.4 Yessotoxine:
    1 Milligramm Yessotoxin-Äquivalent je Kilogramm oder

3.5.5 Azaspiracide:
    160 Mikrogramm Azaspiracid-Äquivalent je Kilogramm.

(zu § 3 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tier-lmhv/__25.html
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