Title: § 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Metall (IndMetMeistV 1997)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

Paragraph: 1

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Metall (IndMetMeistV 1997)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses

(1) Zum Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die
durch die berufliche Fortbildung zum Geprüften Industriemeister/zur
Geprüften Industriemeisterin - Fachrichtung Metall erworben worden
sind, kann die zuständige Stelle Prüfungen nach den §§ 2 bis 9
durchführen.

(2) Ziel der Prüfung ist der Nachweis der Qualifikation zum
Industriemeister und damit die Befähigung:

1.  in Betrieben unterschiedlicher Größe und Branchenzugehörigkeit sowie
    in verschiedenen Bereichen und Tätigkeitsfeldern eines Betriebes
    Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben wahrzunehmen und

2.  sich auf verändernde Methoden und Systeme in der Produktion, auf sich
    verändernde Strukturen der Arbeitsorganisation und auf neue Methoden
    der Organisationsentwicklung, der Personalführung und -entwicklung
    flexibel einzustellen sowie den technisch-organisatorischen Wandel im
    Betrieb mitzugestalten.

(3) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob die zu prüfende Person die
Qualifikation besitzt, um in den betrieblichen Funktionsfeldern
Betriebserhaltung, Fertigung und Montage insbesondere folgende in
Zusammenhang stehende Aufgaben eines Industriemeisters der
Fachrichtung Metall wahrnehmen zu können:

1.  den Produktionsablauf überwachen; über den Einsatz der Betriebs- und
    Produktionsmittel entscheiden und deren Erhaltung und
    Betriebsbereitschaft gewährleisten; für die Einhaltung der Qualitäts-
    und Quantitätsvorgaben sorgen; Maßnahmen zur Vermeidung und Behebung
    von Betriebsstörungen einleiten und die notwendige Energieversorgung
    im Betrieb sichern; die Arbeitsplätze nach ergonomischen
    Gesichtspunkten gestalten und die Arbeitsstätten unter Beachtung
    entsprechender Vorschriften, Verordnungen und Normen einrichten;
    technische Weiterentwicklungen im Unternehmen umsetzen und die
    Neuanläufe organisieren und überwachen; für den Werterhalt von
    Materialien und Produkten bei Transport und Lagerung zuständig sein
    und Material, Bau- und Ersatzteile disponieren; bei der Entwicklung
    von Vorschlägen für neue technische Konzepte mitarbeiten und den
    ständigen Arbeits- und Produktionsverbesserungsprozeß mitgestalten;

2.  die Arbeitsabläufe einschließlich des Einsatzes von Material und
    Betriebsmitteln planen und sich an der Planung und Umsetzung neuer
    Arbeitstechniken und Fertigungsprozesse beteiligen; Kostenpläne
    aufstellen, die Kostenentwicklung überwachen und auf einen
    wirtschaftlichen Ablauf achten; bei der Auswahl und Beschaffung von
    Maschinen, Anlagen und Einrichtungen mitwirken; Qualitäts- und
    Quantitätsvorgaben planen und für die Einhaltung der Termine sorgen;
    die Instandhaltung in Abstimmung mit den zuständigen Mitarbeitern
    sowie den beteiligten betrieblichen Bereichen koordinieren und
    überwachen; in enger Zusammenarbeit mit der für die Sicherheit
    zuständigen Fachkraft die Einhaltung der Arbeitssicherheits-, Umwelt-
    und Gesundheitsvorschriften gewährleisten; Mitarbeiter und beteiligte
    betriebliche Bereiche rechtzeitig und angemessen informieren; in
    Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern übergeordnete Planungsgruppen
    beraten und Werkstattdaten und Produktionsergebnisse in die
    Planungsprozesse einbringen;

3.  die Mitarbeiter im Sinne der Unternehmensziele führen und ihnen
    Aufgaben unter Berücksichtigung der Vorgaben, nach
    betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und unter Abwägung ihrer
    persönlichen Daten, Qualifikationen und Interessen zuordnen; die
    Mitarbeiter zu selbständigem, verantwortlichem Handeln anleiten und
    sie motivieren; sie an Entscheidungsprozessen beteiligen; bei der
    Planung des Personalbedarfs und bei Stellenbesetzungen mitwirken;
    Gruppen betreuen und moderieren; die zielorientierte Kooperation und
    Kommunikation zwischen und mit den Mitarbeitern, mit den
    Führungskräften sowie mit dem Betriebsrat fördern; Beurteilungen von
    einzelnen und von Gruppen durchführen und eine Personalentwicklung
    anstreben, die den Befähigungen der Mitarbeiter angemessen ist; die
    Innovationsbereitschaft der Mitarbeiter fördern und auf ihre
    systematische Weiterbildung innerhalb und außerhalb des Betriebes
    hinwirken; neue Mitarbeiter in ihre Arbeitsbereiche einführen; die
    Ausbildung der ihm zugeteilten Auszubildenden verantworten; die
    Qualitätsmanagementziele in seinem Bereich kontinuierlich umsetzen und
    das Qualitätsbewußtsein der Mitarbeiter fördern; bei der Kunden- und
    Lieferantenbetreuung mitwirken, die Kunden beraten und die
    Kundenzufriedenheit fördern.

(4) Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten Abschluß
Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung
Metall.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indmetmeistv_1997/__1.html
Directory: indmetmeistv_1997
Level: 2.0