Title: Anlage 1B (zu § 4)

Description:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 1B (zu § 4)

Paragraph: 4

Content:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 1B (zu § 4)

Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a, 27
- 33

**Allgemeines**              Der nachfolgende Lehrplan ist eine
Richtlinie für den Ablauf und die Inhalte der praktischen Ausbildung.
Das in der praktischen Ausbildung verwendete Flugzeug muss mit einem
Doppelsteuer ausgerüstet und für die Ausbildung geeignet sein. Da
nicht alle musterspezifischen Eigenarten verschiedener Flugzeugmuster
berücksichtigt werden können, sind alle Übungen gemäß der im
Flughandbuch des in der Ausbildung verwendeten Flugzeuges aufgeführten
Verfahrensanweisungen durchzuführen.
Bei allen Übungen sind Einstellung und Betrieb des Triebwerks zu
überwachen.
Unnötiger Fluglärm ist zu vermeiden.
Alle Kontrollen sind anhand der Klarlisten durchzuführen.
**Flugausbildung bis zum ersten Alleinflug**
**Bodeneinweisung**

-   Erklärung des Flugzeugmusters

    –   Bauweise

    –   Instrumentierung

    –   Steuerbedienungsorgane

-   Klarlisten

-   Betriebshandbuch

-   Flugklarheit des Flugzeugs, Außenkontrolle

**Anlassen**

-   Vorflugkontrolle gemäß Klarliste

-   Anlassen gemäß Klarliste

**Rollen**

-   Beobachtung des übrigen Flugplatzverkehrs

-   Funktionsüberprüfungen (Auswendige Anwendung der Klarliste)

**Kontrollen vor dem Start**

-   Durchführung der Kontrollen vor dem Start gemäß Klarliste

-   Abflugbriefing

-   Ansprechen der Notverfahren beim Start

**Start**

-   Beobachten des Anflugluftraumes

-   Aufstellen des Flugzeuges

    –   Windberücksichtigung

-   Ausrichten auf der Startbahn

-   Kompasskontrolle in Startrichtung

-   Setzen der Triebwerksleistung

-   Ruderbetätigung beim Startvorgang

-   Halten der Startrichtung

-   Abheben bei empfohlener Geschwindigkeit

-   Steigflug nach dem Abheben und Übergang zur festgelegten
    Steigfluggeschwindigkeit

-   Einziehen des Fahrwerks und Einfahren der Landeklappen

-   Drosselung der Triebwerksleistung auf Steigflugleistung unter
    Einhaltung der festgelegten Geschwindigkeit

-   Startabbruch

-   simulierter Triebwerksausfall nach dem Start

**Anmerkung:**              Ein simulierter Triebwerksausfall nach dem
Start darf nur bei Ausbildungsflügen mit Fluglehrer durchgeführt
werden.
**Steigflug**

-   Einhalten von Kurs und Steigfluggeschwindigkeit

-   Trimmen

-   Triebwerkseinstellen für die beste Steigrate oder den besten
    Steigwinkel

-   Steigflugkurven auf vorgegebenen Kurs mit

    –   15 - 20
        Grad Querneigung

    –   20 - 30
        Grad Querneigung

-   Übergang in den Horizontalflug

**Horizontal- und Kurvenflug**

-   Geradeausflug und Horizontalflug

-   koordinierte Kontrolle der Bewegungen um Quer-, Längs- und Hochachse

-   Demonstration der statischen und dynamischen Stabilität

-   Veränderung der Triebwerksleistung im Geradeausflug und Horizontalflug

-   Erhöhen und Herabsetzen der Fluggeschwindigkeit unter Beibehalten der
    Höhe und des Kurses

-   Einhalten von Höhe, Kurs und einer vorgegebenen Fluggeschwindigkeit
    bei Aus- und Einfahren der Landeklappen und des Fahrwerks

-   Trimmen

    –   Gefahren

-   Erhöhen und Verringern von Auftrieb und/oder Widerstand

**Langsamflug**

-   bei
    V(tief)s + 5 bis + 10 kt (Überziehgeschwindigkeit des Flugzeuges im
    jeweiligen Flugzustand + 5 bis + 10 kt Sicherheit)

    –   im Reiseflugzustand

    –   Klappen in Startstellung

    –   Klappen in Anflugstellung und bei ausgefahrenem Fahrwerk

-   Verringerte Wirksamkeit der Steuerorgane beim Langsamflug

-   Einhalten von Höhe, Fluggeschwindigkeit und Richtung sowie Korrektur
    der Triebwerksleistung

**Kurvenflug**

-   Kurven mit 30
    Grad und 45
    Grad Querneigung, links und rechts, um 90
    Grad, 180
    Grad, 360
    Grad

-   Einhalten

    –   vorgegebener Flughöhe

    –   sicherer Fluggeschwindigkeit bei Erhöhung der Drehgeschwindigkeit
        unter Beachtung des Lastvielfachen

    –   gleich bleibender Querlage und Drehgeschwindigkeit

-   Drehfehler des Magnetkompasses

-   Beenden auf vorgegebenen Kursen

-   unmittelbarer Übergang von Links- zur Rechtskurve und umgekehrt.

**Übungen anhand von Bodenmarkierungen**

-   Rechteck über Grund

-   Windvorhaltewinkel

-   Einteilen und Berücksichtigen der Windversetzung

-   Einhalten der vorgegebenen Flughöhe

-   zwei Vollkreise um einen Bezugspunkt

    –   Einleiten, Höhen- und Geschwindigkeitskontrolle, Beenden

    –   S-Kurven über einer geraden Bezugslinie

    –   Ausgleichen des Windeinflusses.

**Sinkflug**

-   Einleiten

    –   Einhalten von Kurs- und Sinkfluggeschwindigkeit

    –   Trimmen

    –   Vergaservorwärmung

-   beste Sinkrate

-   bester Gleitwinkel

-   Sinkflug mit und ohne Motorkraft im Geradeaus- und im Kurvenflug

-   Übergang vom Sink- in den Horizontalflug

**Platzrunde**
... (nicht darstellbare Graphik,
Fundstelle: BAnz. 2006, Beilage Nr. 60a, Seite 29)

1   Start

2   Steigflug auf mindestens 200 ft GND, bevor die erste Richtungsänderung
    aufgrund örtlicher Vorgaben durchgeführt wird

3   Steigflugkurve bis 20
    Grad Querneigung, 90
    Grad-Richtungsänderung zum Querabflug unter Windberücksichtigung

4   Steigflug bis mindestens 600 ft GND

5   Am Wendepunkt 90
    Grad-Kurve bis maximal 30
    Grad Querneigung zum Gegenanflug parallel zu der Start- und
    Landerichtung

6   Reiseflugbedingungen

7   Reduzieren der Geschwindigkeit und Setzen der Landeklappen in die
    erste Stellung, Vergaservorwärmung bedienen

8   Ggf. Fahrwerk ausfahren

9   Am Wendepunkt: 90
    Grad-Kurve bis max. 30
    Grad Querneigung zum Queranflug unter Windberücksichtigung

10  Sinkflug einleiten

11  Am Wendepunkt: 90
    Grad-Kurve bis max. 30
    Grad Querneigung zum Endanflug. Abweichungen in der Reihenfolge der
    Übungen 7-11 aufgrund örtlicher Gegebenheiten oder der Besonderheiten
    des Flugzeugmusters sind zulässig.

12  Landekontrolle laut Klarliste

13  Landung

    –   Bei Heckradflugzeugen: Dreipunktlandungen und Radlandungen

    –   Bei Bugradflugzeugen: Aufsetzen mit Hauptfahrwerk

**Durchstarten und Landen**

-   Setzen voller Triebwerksleistung

-   Korrektur der Fluglage

-   Vermindern der Widerstände durch Einfahren von Landeklappen und
    Fahrwerk

-   Steigflug

-   Landen und anschließender Wiederstart

-   Trimmung neutral

-   Klappen in Startstellung

**Beenden des Fluges**

-   Zurückrollen zum Abstellplatz

-   Kontrolle nach der Landung (Auswendige Anwendung der Klarliste)

-   Abstellen des Triebwerkes gemäß Klarliste

-   Sichern des Flugzeuges gemäß Klarliste

**Besondere Flugzustände**
Die Flughöhe sollte mindestens 3.000 Fuß über Grund betragen.

-   Überziehen und Geradeaushalten mit dem Seitenruder bis zum Abkippen
    mit und ohne Motorkraft mit einem Minimum an Höhenverlust bei

    –   Flugzeug im Reiseflugzustand

    –   Flugzeug mit Landeklappen in Anflugstellung

    –   Flugzeug mit Landeklappen in Anflugstellung und ausgefahrenem Fahrwerk

    –   rechtzeitiges Erkennen und Beenden des Abkippens und Verhindern einer
        Weiterentwicklung zum Trudeln

-   Flugübungen im Bereich des Überziehens in

-   Steigflugkurven mit 10-30
    Grad Querneigung und Landeklappen in Startstellung (simulierter Start)
    bis zu den ersten Anzeichen des Strömungsabrisses bzw. der Auslösung
    der Überziehwarnanlage

    −   Beenden der Übung, ohne abzukippen oder Höhe zu verlieren

-   Sinkflugkurven mit 10-30
    Grad Querneigung, Landeklappen in Anflugstellung und Fahrwerk
    ausgefahren (simulierter Anflug) bis zu den ersten Anzeichen des
    Strömungsabrisses bzw. der Auslösung der Überziehwarnanlage

    −   Beenden der Übung, ohne abzukippen oder die Sinkrate zu erhöhen

    −   Aufrichten aus Querneigungen von mindestens 45
        Grad und aus Steig/Sinkfluglagen

-   Grenzflugzustände im oberen Geschwindigkeitsbereich

    −   Erkennen und Beenden von beginnenden Spiralsturzflügen

        –   Motorleistung reduzieren (Leerlauf)

        –   Querlage korrigieren (neutral) und weich abfangen

**Seitengleitflug**

*
    −   Einleiten

    −   Richtung halten

    −   Steuerung der Sinkrate

    −   Beenden

    −   Gefahren des Seitengleitfluges

**Verhalten bei Notlagen**

*
    −   Verhalten bei Notlagen unter Beachtung des Betriebshandbuches

    −   Kontrolle der elektrischen Sicherungen bzw. Einschalten von
        Sicherungsautomaten

    −   Notausfahren des Fahrwerks (falls vorhanden)

    −   Störungen an Triebwerk und Ausrüstung

    −   unerwartete Wetterverschlechterung

    −   Feuerausbruch

**Erster Alleinflug**
**Erlangen der fliegerischen Fertigkeiten**
**Starten und Landen**

-   bei Seitenwind

-   mit unterschiedlichen Gewichtszuständen (max. Zuladung)

-   mit Seitengleitflug

-   ohne Zuhilfenahme der Landeklappen

-   auf angenommenen begrenztem Raum

-   bei Dämmerung

**Ziellandungen**

-   Ziellandungen aus der Platzrunde mit und ohne Motorhilfe

    –   Aufsetzen innerhalb von 100 m nach dem Landezeichen

-   Ziellandung aus mindestens 600 m (2000 ft) über Grund ohne Motorhilfe

    –   Aufsetzen innerhalb von 150 m nach dem Landezeichen

**Außenlandeübungen mit Fluglehrer aus verschiedenen Höhen**

-   mit Motorhilfe

    –   Auswahl eines geeigneten Geländes aus sicherer Höhe

    –   Überflug des Geländes zur Feststellung von Einzelheiten, anschließend

    –   Platzrunde und Endanflug

-   ohne Motorhilfe

    Die Durchführung der Notverfahren (Sofortmaßnahmen, Ursachensuche,
    Maßnahmen kurz vor der Landung) erfolgen gemäß Flughandbuch. Die
    Sofortmaßnahmen müssen auswendig beherrscht werden.

    Die Benutzung der Notfall-Klarliste ist in sinnvoller Weise in den
    Flugablauf zu integrieren.

    –   Geschwindigkeit für bestes Gleiten (Trimmen)

    –   Auswahl eines geeigneten Geländes unter Berücksichtigung des Windes

    –   Einteilung des Anfluges

    –   Anwendung der Notfall-Klarliste

    –   Simuliertes Absetzen eines Not- oder Dringlichkeitsrufes

    –   Verfahren kurz vor der Landung

**Anmerkung:**              Außenlandeübungen dürfen nur mit
Fluglehrer unter strenger Beachtung der Vermeidung einer Gefährdung
von Mensch und Tier geübt werden. Sie sind in einem
Durchstartverfahren ohne aufzusetzen durchzuführen. Für das
Unterschreiten der Sicherheitsmindesthöhe ist eine besondere
Genehmigung durch die zuständige Landesluftfahrtbehörde erforderlich.
**Überlandflugeinweisung**

-   Kleinorientierung

-   Flug nach vorgegebenen Kursen

-   Orientierung bei ungünstigen Sichtbedingungen

-   voraussichtliche und tatsächliche Ankunftszeit

-   Geplante Abweichung vom vorgegebenen Kurs

-   Verwendung von Auffanglinien

-   Einflug in die Platzrunde

-   Möglichkeiten zur Vermeidung von Fluglärm

**Einweisung in den Gebrauch von Funknavigationshilfsmitteln**

-   Gebrauch von bordeigenen Funknavigationsmitteln, VOR, ADF oder GPS

-   Nutzung bodengestützter Dienste wie VHF-Peiler (VDF) und Radar

-   Einsatz des Transponders

**Anmerkung:**              Die Dauer der Einweisung soll mindestens
90 Minuten betragen. Ersatzweise kann die Einweisung auf einem
synthetischen Flugübungsgerät durchgeführt werden, § 14 1. DV
LuftPersV bleibt unberührt. Die Ausbildungszeit auf einem
synthetischen Flugübungsgerät zählt nicht zur erforderlichen
Flugausbildungszeit gemäß § 1 (3) LuftPersV.
**An- und Abflüge mit Landung auf anderen als dem
Ausbildungsflugplatz**

-   Sprechfunkverkehr entsprechend den vorgeschriebenen Verfahren

-   Orientierung und Anflugverfahren

-   Höhenmessereinstellung

-   Beobachten des Luftraums, ggf. rechtzeitiges Ausweichen

-   Abstandhalten von anderem Luftverkehr

-   Einordnen in die Platzrunde

-   ausgelegte Zeichen und ggf. Lichtsignale

-   Landung auf dem Flugplatz

    –   Orientieren auf dem Flugplatz

    –   Zeichen und evtl. Lichtsignale

    –   Abstellen des Flugzeuges

-   Abflug unter Beachtung der vorgeschriebenen Verfahren

**An- und Abflüge mit Landung auf Flugplätzen mit
Flugverkehrskontrolle**

-   Sprechfunkverkehr entsprechend der vorgeschriebenen Verfahren

-   Orientierung und Anflugverfahren in der Kontrollzone

-   Befolgen von Flugsicherungsanweisungen

-   Höhenmessereinstellung

-   Beobachten des Luftraums, ggf. rechtzeitiges Ausweichen

-   Abstandhalten von anderem Luftverkehr

-   ausgelegte Zeichen und ggf. Lichtsignale

-   Landung auf dem Flugplatz

    –   Orientieren auf dem Flugplatz

    –   Zeichen und Flugsicherungsanweisungen

    –   evtl. Lichtsignale

    –   Abstellen des Flugzeuges

-   Flugabfertigungsverfahren

-   Abflug auf der von der Flugsicherung angewiesenen Abflugstrecke

**Übungen bis zur Prüfungsreife mit und ohne Fluglehrer bis zur
sicheren Beherrschung**

-   Flugübungen gemäß § 1 Abs. 4 Nr. 1-9 LuftPersV

-   Überlandflug gemäß § 1 Abs. 4 Nr. 10 LuftPersV

-   Wiederholen der Flugübungen gemäß Anlage 1B

-   mindestens 10 Alleinstarts und 10 Alleinlandungen auf mindestens drei
    anderen Flugplätzen als dem Ausbildungsflugplatz

-   Landungen auf unterschiedlichen Pistenbelägen (Gras, Beton/Asphalt)

**Anmerkung:**              Simulierter Triebwerkausfall nach dem
Start und Außenlandeübungen dürfen nur mit Fluglehrer durchgeführt
werden.
**Anmerkung:**              Aufsetzen und Durchstarten des
Flugschülers im Alleinflug ist nur zulässig, wenn der Fluglehrer dafür
einen Flugauftrag erteilt hat und am Flugplatz anwesend ist.

Theoretische Prüfung zum Erwerb der Lizenz für Privatflugzeugführer

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/luftpersvdv_2/__4.html
Directory: luftpersvdv_2
Level: 3.0