Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen  Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten (MedFAngAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen  Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten (MedFAngAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Im praktischen Teil der Prüfung soll der Prüfling in höchstens 75
Minuten eine komplexe Prüfungsaufgabe bearbeiten sowie während dieser
Zeit in höchstens 15 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Dem
Prüfling ist eine angemessene Vorbereitungszeit einzuräumen. Bei der
Prüfungsaufgabe soll er praxisbezogene Arbeitsabläufe entsprechend der
folgenden Nummer 1 oder 2 simulieren, demonstrieren, dokumentieren und
präsentieren:

1.  Assistieren bei Diagnose- und Therapiemaßnahmen einschließlich
    Betreuen des Patienten oder der Patientin vor, während und nach der
    Behandlung, Pflegen, Warten und Handhaben von Geräten und
    Instrumenten, Durchführen von Hygienemaßnahmen, Abrechnen und
    Dokumentieren von Leistungen sowie Aufklären über Möglichkeiten und
    Ziele der Prävention,

2.  Assistieren bei Diagnose- und Therapiemaßnahmen einschließlich
    Betreuen des Patienten oder der Patientin vor, während und nach der
    Behandlung, Pflegen, Warten und Handhaben von Geräten und
    Instrumenten, Durchführen von Hygienemaßnahmen, Abrechnen und
    Dokumentieren von Leistungen sowie Durchführen von Laborarbeiten.

Durch die Durchführung der Prüfungsaufgabe und das Fachgespräch soll
der Prüfling zeigen, dass er mit den Patienten situationsgerecht und
personenorientiert kommunizieren, sie sachgerecht informieren und zur
Kooperation motivieren kann. Er soll nachweisen, dass er
Arbeitsabläufe planen, Betriebsabläufe organisieren,
Verwaltungsarbeiten durchführen, Mittel der technischen Kommunikation
nutzen, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und Belange
des Umweltschutzes berücksichtigen sowie die für die Prüfungsaufgabe
relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen und die Vorgehensweise
bei Durchführung der Prüfungsaufgabe begründen kann. Darüber hinaus
soll er nachweisen, dass er Erste-Hilfe-Maßnahmen am Patienten oder an
der Patientin durchführen kann.

(3) Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus den
Prüfungsbereichen Behandlungsassistenz, Betriebsorganisation und
-verwaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Anforderungen in
den Prüfungsbereichen sind:

1.  im Prüfungsbereich Behandlungsassistenz:

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Er soll in der
    Prüfung zeigen, dass er im Bereich der Diagnostik und Therapie
    Arbeitsabläufe planen und die Durchführung der Behandlungsassistenz
    beschreiben kann. Dabei soll er gesetzliche und vertragliche
    Bestimmungen der medizinischen Versorgung, Sicherheit und
    Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz sowie Maßnahmen der
    Arbeits- und Praxishygiene berücksichtigen. Der Prüfling soll
    nachweisen, dass er fachliche Zusammenhänge verstehen, Sachverhalte
    analysieren sowie Lösungsmöglichkeiten entwickeln und darstellen kann.
    Dem Prüfungsbereich sind folgende Gebiete zugrunde zu legen:

    a)  Qualitätssicherung,

    b)  Zeitmanagement,

    c)  Schutz vor Infektionskrankheiten,

    d)  Arzneimittel, Sera, Impfstoffe, Heil- und Hilfsmittel,

    e)  Patientenbetreuung und -beratung,

    f)  Grundlagen der Prävention und Rehabilitation,

    g)  Laborarbeiten,

    h)  Datenschutz und Datensicherheit,

    i)  Dokumentation,

    j)  Handeln bei Notfällen,

    k)  Abrechnung erbrachter Leistungen;

2.  im Prüfungsbereich Betriebsorganisation und -verwaltung:

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Er soll in der
    Prüfung zeigen, dass er Betriebsabläufe beschreiben, Arbeitsabläufe
    systematisch planen sowie interne und externe Koordinierungsaufgaben
    darstellen kann. Dabei soll er Sicherheit und Gesundheitsschutz bei
    der Arbeit, Umweltschutz, Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie
    Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten berücksichtigen. Dem
    Prüfungsbereich sind folgende Gebiete zugrunde zu legen:

    a)  Gesetzliche und vertragliche Bestimmungen der medizinischen
        Versorgung,

    b)  Arbeiten im Team,

    c)  Verwaltungsarbeiten,

    d)  Dokumentation,

    e)  Marketing,

    f)  Zeitmanagement,

    g)  Datenschutz und Datensicherheit,

    h)  Organisation der Leistungsabrechnung,

    i)  Materialbeschaffung und -verwaltung;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben aus der Berufs- und
    Arbeitswelt bearbeiten und dabei zeigen, dass er allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge darstellen kann.

(4) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich
        Behandlungsassistenz

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich
        Betriebsorganisation
        und -verwaltung

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich
        Behandlungsassistenz

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich
        Betriebsorganisation
        und -verwaltung

    *   40 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Sind im schriftlichen Teil der Prüfung die Prüfungsleistungen in
bis zu zwei Prüfungsbereichen mit mangelhaft und im weiteren
Prüfungsbereich mit mindestens ausreichend bewertet worden, so ist auf
Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit mangelhaft bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche
Prüfung durch eine mündliche Prüfung von höchstens 15 Minuten zu
ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Prüfungsleistungen erbracht sind. Werden die
Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit ungenügend bewertet,
ist die Prüfung nicht bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/medfangausbv/__9.html
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