Title: § 8 Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Zahntechniker/zur Zahntechnikerin (ZTechAusbV)
§ 8 Gesellenprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Zahntechniker/zur Zahntechnikerin (ZTechAusbV)
§ 8 Gesellenprüfung

(1) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage zu § 4
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt 27
Stunden drei Prüfungsstücke anfertigen und in insgesamt fünf Stunden
eine Arbeitsprobe durchführen. Dem Prüfling ist vor der Prüfung
Gelegenheit zu geben, die technischen Einrichtungen des Prüfungslabors
kennenzulernen. Als Prüfungsstücke kommen insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen einer dreigliedrigen Brücke mit einer keramisch
    verblendeten Krone im Frontzahnbereich, einer Vollgußkrone im
    Seitenzahnbereich und einem zur keramischen Verblendung vorbereiteten
    Zwischenglied einschließlich Planen und Protokollieren der
    Arbeitsschritte sowie Bewerten des Ergebnisses,

2.  Herstellen des Primärteils einer Doppelkrone sowie Modellieren einer
    Vollgußkrone in Wachs mit Einarbeiten eines konfektionierten
    Geschiebes und einer gefrästen Umlaufraste unter Berücksichtigung
    einer gemeinsamen Einschubrichtung einschließlich Planen und
    Protokollieren der Arbeitsschritte sowie Bewerten des Ergebnisses und

3.  Herstellen nach Vorgabe einer Modellgußprothese mit höchstens vier
    Klammern, Konstruieren, Modellieren und Fertigstellen eines
    Modellgußgerüstes in Metall mit höchstens sechszähniger Komplettierung
    in Prothesenmaterial einschließlich Planen und Protokollieren der
    Arbeitsschritte sowie Bewerten des Ergebnisses.

Als Arbeitsprobe kommt insbesondere in Betracht:
Einstellen von Modellen nach mittleren Werten in einen
Kieferbewegungssimulator, Aufstellen einer totalen Ober- und
Unterkieferprothese zur Anprobe unter Berücksichtigung der
Modellanalyse und vorgegebener Werte, Prüfen der Aufstellung auf
Einhaltung vorgegebener Werte einschließlich Planen und Protokollieren
der Arbeitsschritte sowie Bewerten des Ergebnisses.
Die Prüfungsstücke sollen zusammen mit 75 vom Hundert und die
Arbeitsprobe mit 25 vom Hundert gewichtet werden.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Technologie, Fertigungsplanung und -kontrolle sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. Es kommen Aufgaben, die
sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Technologie:

    a)  Herstellen von herausnehmbarem Zahnersatz,

    b)  Herstellen von festsitzendem Zahnersatz,

    c)  Herstellen und Verarbeiten von Verbindungselementen;

2.  im Prüfungsbereich Fertigungsplanung und -kontrolle:

    a)  Erstellen von zahntechnischen Planungen,

    b)  Fehleranalyse und -behandlung,

    c)  Bewerten und Dokumentieren von Arbeitsergebnissen,

    d)  Qualitätsmanagement;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Technologie

    *   210 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Fertigungsplanung und -kontrolle

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der
schriftliche Teil der Prüfung hat gegenüber der mündlichen Prüfung das
doppelte Gewicht.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung ist der
Prüfungsbereich Technologie mit 50 vom Hundert, der Prüfungsbereich
Fertigungsplanung und -kontrolle mit 30 vom Hundert und der
Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde mit 20 vom Hundert zu
gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung im Prüfungsbereich Technologie mindestens ausreichende
Leistungen erbracht sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ztechausbv/__8.html
Directory: ztechausbv
Level: 2.0