Title: § 20 Fachprüfung

Description:
Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den mittleren Auswärtigen Dienst (LAP-mDAAV 2004)
Kapitel 2 - Laufbahnprüfung
§ 20 Fachprüfung

Paragraph: 20

Content:
Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den mittleren Auswärtigen Dienst (LAP-mDAAV 2004)
Kapitel 2 - Laufbahnprüfung
§ 20 Fachprüfung

(1) In der schriftlichen Fachprüfung sind insgesamt vier
Aufsichtsarbeiten mit einer Bearbeitungszeit von jeweils mindestens
drei Zeitstunden zu fertigen. Die Aufgaben sind aus folgenden
Fachgebieten auszuwählen, von denen das Fachgebiet Nummer 1
obligatorisch ist:

1.  Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen,

2.  Organisation (Behördenaufbau und Geschäftsabläufe),

3.  Staats- und Europarecht,

4.  Verwaltungsrecht,

5.  Zivilrecht,

6.  Konsularrecht,

7.  Staatsangehörigkeits- und Passrecht,

8.  Ausländerrecht,

9.  Recht des öffentlichen Dienstes,

10. Besoldungsrecht,

11. Reisekostenrecht,

12. Auslandskostenrecht und

13. Liegenschaftsrecht.

(1a) Das Auswärtige Amt kann festlegen, dass bis zum 31. Dezember 2024
– abweichend von Absatz 1 Satz 1 –

1.  der Umfang der Aufsichtsarbeiten reduziert und die Bearbeitungszeit
    der Aufsichtsarbeiten verkürzt wird und

2.  die Zahl der Aufsichtsarbeiten auf drei oder zwei reduziert wird.

(2) Die Aufsichtsarbeiten sollen an aufeinander folgenden Arbeitstagen
gestellt werden. Nach zwei Arbeitstagen soll ein Studientag vorgesehen
werden.

(3) Prüfungsvorschläge und -aufgaben sind geheim zu halten.

(4) Die schriftlichen Arbeiten werden unter Aufsicht gefertigt. Die
Aufsichtführenden fertigen an jedem Prüfungstag eine Niederschrift und
vermerken darin die Zeitpunkte des Beginns, der Unterbrechung und der
Abgabe der Arbeit, in Anspruch genommene Prüfungserleichterungen im
Sinne des § 32 sowie etwaige besondere Vorkommnisse und unterschreiben
die Niederschrift.

(5) Die Arbeiten werden anstelle des Namens mit einer für sämtliche
Arbeiten gleichen Kennziffer versehen. Die Kennziffern werden vor
Beginn der schriftlichen Prüfung nach dem Zufallsprinzip ermittelt. Es
wird eine Liste über die Kennziffern gefertigt, die geheim zu halten
ist. Die Liste darf den Prüfenden nicht vor der endgültigen Bewertung
der schriftlichen Arbeiten bekannt gegeben werden.

(6) Erscheinen Anwärterinnen und Anwärter verspätet zu einer
Aufsichtsarbeit und wird nicht nach § 21 verfahren, gilt die versäumte
Zeit als Bearbeitungszeit.

(7) Anwärterinnen und Anwärter sind zur mündlichen Fachprüfung
zugelassen, wenn mindestens drei schriftliche Aufsichtsarbeiten
mindestens mit der Note "ausreichend" bewertet worden sind.
Andernfalls ist die Laufbahnprüfung nicht bestanden.

(7a) Ist festgelegt worden, dass die Zahl der Aufsichtsarbeiten auf
zwei oder drei reduziert wird, so ist zur mündlichen Laufbahnprüfung
zugelassen, wer in zwei Aufsichtsarbeiten jeweils mindestens die Note
„ausreichend“ erreicht hat.

(8) Die Zulassung oder Nichtzulassung wird den Anwärterinnen und
Anwärtern rechtzeitig vor der mündlichen Prüfung bekannt gegeben.
Dabei sollen zugelassenen Anwärterinnen und Anwärtern auch die von
ihnen in den einzelnen schriftlichen Aufsichtsarbeiten erzielten
Rangpunkte mitgeteilt werden, wenn sie dies beantragen. Die
Nichtzulassung bedarf der Schriftform; sie wird mit einer
Rechtsbehelfsbelehrung versehen.

(9) Die mündliche Fachprüfung richtet sich auf unterschiedliche
Schwerpunkte der Ausbildungsinhalte aus. Die Prüfungskommission wählt
auf Vorschlag der Ausbildungsleiterin oder des Ausbildungsleiters für
den mittleren Auswärtigen Dienst vier der in Absatz 1 Satz 2 genannten
Fachgebiete als Prüfungsfächer aus. Es sollen nicht mehr als fünf
Prüflinge gleichzeitig geprüft werden. Die Prüfungsdauer für jeden
Prüfling beträgt für alle Fächer zusammen höchstens 40 Minuten.

(9a) Das Auswärtige Amt kann festlegen, dass bis zum 31. Dezember 2024

1.  der mündliche Teil der Fachprüfung als Einzelprüfung durchgeführt
    wird,

2.  für den mündlichen Teil der Fachprüfung weniger als vier der in Absatz
    1 Satz 2 genannten Fachgebiete als Prüfungsfächer ausgewählt werden
    und

3.  auf die Durchführung des mündlichen Teils der Fachprüfung vollständig
    verzichtet wird, wenn

    a)  geeignete technische Einrichtungen für eine Durchführung unter Nutzung
        von Videokonferenztechnik nicht zur Verfügung stehen und

    b)  nicht gewährleistet werden kann, dass die Durchführung ohne Verstöße
        gegen ordnungsrechtliche Vorgaben zur Bewältigung der
        COVID-19-Pandemie erfolgt, selbst wenn

        aa) der mündliche Teil als Einzelprüfung durchgeführt würde und

        bb) die Prüfungsfächer aus weniger als vier Fachgebieten ausgewählt
            würden.

(10) Die oder der Vorsitzende der Prüfungskommission leitet die
mündliche Fachprüfung und stellt sicher, dass die Anwärterinnen und
Anwärter in geeigneter Weise geprüft werden.

(11) Die Prüfungskommission bewertet die Leistungen nach § 24; die
Fachprüferinnen und Fachprüfer schlagen jeweils die Bewertungen vor.
Das Ergebnis der mündlichen Fachprüfung ist in einer
Durchschnittspunktzahl auszudrücken, die sich aus der Summe der
Rangpunkte, geteilt durch die Anzahl der Einzelbewertungen, ergibt.

(11a) Ist festgelegt worden, dass auf den mündlichen Teil verzichtet
wird, so ist das Ergebnis des mündlichen Teils der Fachprüfung das
arithmetische Mittel aus den Bewertungen der absolvierten
Aufsichtsarbeiten der fachtheoretischen Ausbildung (§ 15 Absatz 1 bis
2a).

(12) Über den Ablauf der mündlichen Fachprüfung wird eine
Niederschrift gefertigt, die die Mitglieder der Prüfungskommission
unterschreiben.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/lap-mdaav_2004/__20.html
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