Title: § 10 Kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung

Description:
Verordnung über die Kosten und Entgelte für den Zugang zu Wasserstoffnetzen (WasserstoffNEV)
Teil 2 - Ermittlung der Netzkosten
§ 10 Kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung

Paragraph: 10

Content:
Verordnung über die Kosten und Entgelte für den Zugang zu Wasserstoffnetzen (WasserstoffNEV)
Teil 2 - Ermittlung der Netzkosten
§ 10 Kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung

(1) Die Verzinsung des von Betreibern von Wasserstoffnetzen
eingesetzten Eigenkapitals erfolgt durch eine kalkulatorische
Eigenkapitalverzinsung auf Grundlage des betriebsnotwendigen
Eigenkapitals. Das betriebsnotwendige Eigenkapital ergibt sich aus der
Summe

1.  der kalkulatorischen Restwerte des Sachanlagevermögens der
    betriebsnotwendigen Altanlagen, bewertet zu historischen Anschaffungs-
    und Herstellungskosten und multipliziert mit der Fremdkapitalquote
    nach § 8 Absatz 2 Satz 3;

2.  der kalkulatorischen Restwerte des Sachanlagevermögens der
    betriebsnotwendigen Altanlagen, bewertet zu Tagesneuwerten und
    multipliziert mit der Eigenkapitalquote nach § 8 Absatz 2 Satz 1 und
    2;

3.  der kalkulatorischen Restwerte des Sachanlagevermögens der
    betriebsnotwendigen Anlagen eines Wasserstoffnetzes, bewertet zu
    historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten und

4.  der Bilanzwerte der betriebsnotwendigen Finanzanlagen und Bilanzwerte
    des betriebsnotwendigen Umlaufvermögens unter Abzug des Steueranteils
    der Sonderposten mit Rücklageanteil.

Das Abzugskapital und das verzinsliche Fremdkapital werden bei der
Ermittlung nach Satz 1 abgezogen. Grundstücke sind zu den
Anschaffungskosten anzusetzen. Es ist jeweils der Mittelwert aus
Jahresanfangs- und Jahresendbestand anzusetzen. Soweit das ermittelte
betriebsnotwendige Eigenkapital einen Anteil von 40 Prozent des sich
aus der Summe der Werte nach den Sätzen 2 und 3 ergebenden
betriebsnotwendigen Vermögens übersteigt, ist der übersteigende Anteil
dieses Eigenkapitals nach Absatz 5 zu verzinsen.

(2) Als Abzugskapital ist das zinslos zur Verfügung stehende Kapital
zu behandeln. Es ist jeweils der Mittelwert aus Jahresanfangs- und
Jahresendbestand der folgenden Positionen anzusetzen:

1.  Rückstellungen,

2.  erhaltene Vorauszahlungen und Anzahlungen von Kunden,

3.  unverzinsliche Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,

4.  erhaltene Baukostenzuschüsse einschließlich passivierter Leistungen
    der Anschlussnehmer zur Erstattung von Netzanschlusskosten,

5.  erhaltene passivierte Zuschüsse aus Fördermitteln nach § 3 Absatz 1
    und

6.  sonstige Verbindlichkeiten, soweit die Mittel dem Betreiber von
    Wasserstoffnetzen zinslos zur Verfügung stehen.

(3) Zur Bestimmung der Basis für die Eigenkapitalverzinsung ist
zwischen Altanlagen und allen übrigen Anlagen des Wasserstoffnetzes zu
unterscheiden. Der auf Altanlagen entfallende Anteil am Eigenkapital
bestimmt sich nach dem Anteil, den der Restwert dieser Anlagen nach §
9 Absatz 2 und 3 an der Summe der Sachwerte nach Absatz 1 Satz 2 hat.
Der auf alle anderen Anlagen des Betriebs eines Wasserstoffnetzes
entfallende Anteil am Eigenkapital bestimmt sich nach dem Anteil, den
die Summe der Restwerte dieser Anlagen an der Summe der Sachwerte nach
Absatz 1 Satz 2 hat.

(4) Der auf das betriebsnotwendige Eigenkapital eines Betreibers von
Wasserstoffnetzen anzuwendende Eigenkapitalzinssatz beträgt 9 Prozent
vor Steuern. Abweichend davon beträgt der auf Altanlagen entfallende
Anteil am betriebsnotwendigen Eigenkapital anzuwendende
Eigenkapitalzinssatz 7,73 Prozent vor Steuern. Die Zinssätze sind bis
zum 31. Dezember 2027 anzuwenden.

(5) Der Zinssatz für den die Eigenkapitalquote übersteigenden Anteil
des Eigenkapitals nach Absatz 1 Satz 6 bestimmt sich als gewichteter
Durchschnitt des auf die letzten zehn abgeschlossenen Kalenderjahre
bezogenen Durchschnitts der folgenden Umlaufsrenditen, die von der
Deutschen Bundesbank veröffentlicht werden:

1.  die Umlaufsrenditen inländischer Inhaberschuldverschreibungen –
    Anleihen der öffentlichen Hand und

2.  die Umlaufsrenditen inländischer Inhaberschuldverschreibungen –
    Anleihen von Unternehmen.

Bei der Bestimmung des gewichteten Durchschnitts wird der Durchschnitt
der Umlaufsrenditen nach Satz 1 Nummer 1 einfach gewichtet und der
Durchschnitt der Umlaufsrenditen nach Satz 1 Nummer 2 zweifach
gewichtet. Weitere Zuschläge auf den anzuwendenden
Eigenkapitalzinssatz sind unzulässig.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wasserstoffnev/__10.html
Directory: wasserstoffnev
Level: 3.0