Title: § 45a Inhalt und Durchführung der Kenntnisprüfung nach § 40 Absatz 3 Satz 2 des Pflegeberufegesetzes als anwendungsorientierte Parcoursprüfung

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 2 - Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen, erforderliche Anpassungsmaßnahmen und Erbringung von Dienstleistungen
§ 45a Inhalt und Durchführung der Kenntnisprüfung nach § 40 Absatz 3 Satz 2 des Pflegeberufegesetzes als anwendungsorientierte Parcoursprüfung

Paragraph: 45a

Content:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 2 - Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen, erforderliche Anpassungsmaßnahmen und Erbringung von Dienstleistungen
§ 45a Inhalt und Durchführung der Kenntnisprüfung nach § 40 Absatz 3 Satz 2 des Pflegeberufegesetzes als anwendungsorientierte Parcoursprüfung

(1) Die Kenntnisprüfung kann abweichend von § 45 als
anwendungsorientierte Parcoursprüfung durchgeführt werden. In der
Kenntnisprüfung als anwendungsorientierte Parcoursprüfung hat die zu
prüfende Person nachzuweisen, dass sie über die Kompetenzen verfügt,
die zur Ausübung des Berufs der Pflegefachfrau oder des
Pflegefachmanns, des Berufs der Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegerin oder des Gesundheits- und Kinderkrankenpflegers
oder des Berufs der Altenpflegerin oder des Altenpflegers erforderlich
sind.

(2) Der Parcours der Kenntnisprüfung als anwendungsorientierte
Parcoursprüfung besteht aus fünf Stationen. Gegenstand der Stationen
der Kenntnisprüfung als anwendungsorientierte Parcoursprüfung sind:

1.  bei Personen, die eine Erlaubnis nach § 1 des Pflegeberufegesetzes
    beantragen, die Kompetenzbereiche I bis V der Anlage 2,

2.  bei Personen, die eine Erlaubnis nach § 58 Absatz 1 des
    Pflegeberufegesetzes beantragen, die Kompetenzbereiche I bis V der
    Anlage 3,

3.  bei Personen, die eine Erlaubnis nach § 58 Absatz 2 des
    Pflegeberufegesetzes beantragen, die Kompetenzbereiche I bis V der
    Anlage 4.

Jede zu prüfende Person muss die Stationen des Parcours in der Abfolge
durchlaufen, die für sie oder ihn gemäß Absatz 7 festgelegt ist.

(3) Für jede Prüfungsaufgabe ist vorzulegen:

1.  eine Beschreibung der Patientensituation,

2.  Angaben zu zugelassenen Hilfsmitteln,

3.  Instruktionen für die Fachprüferinnen oder die Fachprüfer,

4.  sofern Simulationspatientinnen oder Simulationspatienten eingesetzt
    werden eine Rollenbeschreibung und

5.  ein strukturierter Bewertungsbogen.

Der strukturierte Bewertungsbogen enthält:

1.  eine Musterlösung mit gewichteten Leistungsmerkmalen und eine
    Checkliste für jedes Leistungsmerkmal mit aufgabenspezifischen
    Einzelkriterien,

2.  die für jedes Leistungsmerkmal höchstmögliche Punktzahl und

3.  die Bestehensgrenze, die in Prozent der insgesamt an der Station
    erreichbaren Punktzahl anzugeben ist.

(4) Die anwendungsorientierte Parcoursprüfung erfolgt als
Simulationsprüfung. Die Fachprüferinnen oder Fachprüfer werden für die
Kenntnisprüfung als anwendungsorientierter Parcoursprüfung geschult.
Die Schulung erstreckt sich auf die Kenntnisse und Fertigkeiten, die
für eine ordnungsgemäße Durchführung und Bewertung der Kenntnisprüfung
als anwendungsorientierter Parcoursprüfung benötigt werden. An allen
Stationen können Simulationspatientinnen oder Simulationspatienten
eingesetzt werden. Die Sätze 2 und 3 gelten für
Simulationspatientinnen oder Simulationspatienten entsprechend.

(5) An jedem Parcours sollen fünf zu prüfende Personen teilnehmen. An
jeder Station wird eine zu prüfende Person von einer Fachprüferin oder
einem Fachprüfer nach § 10 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 und einer
Fachprüferin oder einem Fachprüfer nach § 10 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4
geprüft. Während der Prüfung sind den Fachprüferinnen und Fachprüfern
Nachfragen gestattet, die sich auf das praktische Vorgehen und
insbesondere auf die vorbehaltenen Tätigkeiten im Rahmen des
Pflegeprozesses beziehen. An jeder Station beträgt die Prüfungszeit 30
Minuten. Die Zeit zum Wechsel von einer Station zur nächsten beträgt
fünf Minuten. In den Ablauf des Parcours sind angemessene Pausenzeiten
zu integrieren.

(6) Die an jeder Station erbrachte Leistung wird von beiden
Fachprüferinnen oder Fachprüfern der jeweiligen Station anhand des
strukturierten Bewertungsbogens getrennt bewertet. Jede Fachprüferin
oder jeder Fachprüfer vergibt für jedes Leistungsmerkmal Punkte
innerhalb der vorgegebenen Spannen. Nach Abschluss der Kenntnisprüfung
als anwendungsorientierte Parcoursprüfung übergibt jede Fachprüferin
oder jeder Fachprüfer den von ihr oder ihm ausgefüllten strukturierten
Bewertungsbogen an die oder den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses.
Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses errechnet die
erreichte Punktzahl der zu prüfenden Person für die einzelnen
Stationen. Die Punktzahl ist das arithmetische Mittel aus den von den
beiden Fachprüferinnen oder Fachprüfern vergebenen Punkten. Die oder
der Vorsitzende des Prüfungsausschusses stellt anhand der für jede
einzelne Station errechneten Punktzahl fest, ob die zu prüfende Person
die Kenntnisprüfung als anwendungsorientierte Parcoursprüfung
bestanden hat. Die Kenntnisprüfung als anwendungsorientierte
Parcoursprüfung ist bestanden, wenn die zu prüfende Person jede
Station bestanden hat. Eine Station der Kenntnisprüfung als
anwendungsorientierte Parcoursprüfung ist bestanden, wenn die
Punktzahl, die die zu prüfende Person an dieser Station erreicht hat,
mindestens so hoch ist, wie es nach der Bestehensgrenze für diese
Station erforderlich ist. Die Kenntnisprüfung als
anwendungsorientierte Parcoursprüfung kann einmal wiederholt werden.
Bei der Wiederholung ist die Kenntnisprüfung als anwendungsorientierte
Parcoursprüfung vollständig zu wiederholen.

(7) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses organisiert die
Kenntnisprüfung als anwendungsorientierte Parcoursprüfung und legt für
jede zu prüfende Person die Abfolge der Stationen fest. Sie oder er
hat darauf zu achten, dass

1.  die festgelegte Abfolge der Stationen der anwendungsorientierten
    Parcoursprüfung eingehalten wird und

2.  an jeder Station der Kenntnisprüfung als anwendungsorientierte
    Parcoursprüfung nur die für diese Station eingeteilte zu prüfende
    Person anwesend ist.

Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses ist während der
Prüfung zuständig für die Aufrechterhaltung der Ordnung. Ihr oder ihm
steht kein Fragerecht zu.

(8) Die zuständigen Stellen der Länder können sich zur Erfüllung ihrer
in den Absätzen 3 und 4 genannten Aufgaben nach Maßgabe einer
Vereinbarung der Länder einer gemeinsamen Einrichtung bedienen.

(9) § 45 Absatz 8 und 9 gilt entsprechend.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__45a.html
Directory: pflaprv
Level: 4.0