Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Schädlingsbekämpfer/zur Schädlingsbekämpferin (SchädlBekAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Schädlingsbekämpfer/zur Schädlingsbekämpferin (SchädlBekAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden drei praktische Aufgaben durchführen sowie
innerhalb dieser Zeit ein Kundengespräch von höchstens 15 Minuten
führen. Für die praktischen Aufgaben kommen insbesondere in Betracht:

1.  Durchführen einer Schädlingsbekämpfungsmaßnahme im Gesundheits- und
    Vorratsschutz bezogen auf zehn unterschiedliche Schädlinge oder
    Schadbilder,

2.  Durchführen einer Schädlingsbekämpfungsmaßnahme im Holz- und
    Bautenschutz bezogen auf fünf unterschiedliche Schädlinge oder
    Schadbilder,

3.  Durchführen einer Schädlingsbekämpfungsmaßnahme im Pflanzenschutz
    bezogen auf fünf unterschiedliche Schädlinge oder Schadbilder.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Schädlinge, Schädlingsbefall
und Schadbilder erkennen und bestimmen, die Durchführung der Maßnahme
in Bezug auf jeweils einen Schädling selbständig planen,
Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren, Maßnahmen zur
Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum
Umweltschutz ergreifen sowie den Arbeitsbereich sichern kann. Im
Zusammenhang mit einer der drei praktischen Aufgaben soll der Prüfling
ein Kundengespräch führen und dabei in höchstens 15 Minuten zeigen,
dass er über Art, Umfang und Ursache des Befalls, über die Auswirkung
des Schädlingsbefalls, über Art, Umfang und Dauer der Bekämpfung, über
die Wirkungsweisen der Bekämpfungsmittel, über die
Sicherheitsmaßnahmen sowie die Vorbeugemaßnahmen informieren kann.

(3) Innerhalb des praktischen Teils der Prüfung sind die drei
praktischen Aufgaben wie folgt zu gewichten:

1.  die praktische Aufgabe,in der das Kundengespräch geführt wird 40
    Prozent,

2.  die beiden übrigen praktischen Aufgaben jeweils 30 Prozent.

(4) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Gesundheits- und Vorratsschutz, Holz- und
Bautenschutz, Pflanzenschutz sowie Wirtschafts- und Sozialkunde
geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Gesundheits- und
Vorratsschutz, Holz- und Bautenschutz und Pflanzenschutz soll der
Prüfling zeigen, dass er praxisbezogene Aufgaben mit verknüpften
arbeitsorganisatorischen, technologischen, mathematischen und
zeichnerischen Inhalten lösen kann und dabei Maßnahmen zur Sicherheit
und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Sicherung des
Arbeitsplatzes, zum Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen
einbeziehen sowie berufsspezifische Rechtsvorschriften und Normen
beachten kann. Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten
in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Gesundheits- und Vorratsschutz:

    a)  Maßnahmen zur Bekämpfung von Schadnagern,

    b)  Maßnahmen zur Bekämpfung von Vorratsschädlingen,

    c)  Maßnahmen zur Bekämpfung von Gesundheits- und Hygieneschädlingen;

2.  im Prüfungsbereich Holz- und Bautenschutz:

    a)  Maßnahmen zur Bekämpfung von holzzerstörenden Insekten,

    b)  Maßnahmen zur Bekämpfung von holzzerstörenden Pilzen,

    c)  Maßnahmen zur Gebäudeabsicherung gegen Tauben,

    d)  Maßnahmen zur Gebäudeabsicherung gegen Feuchtigkeit;

3.  im Prüfungsbereich Pflanzenschutz:

    a)  Maßnahmen zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten,

    b)  Maßnahmen zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen,

    c)  Maßnahmen zur Bekämpfung von Schadnagern;

4.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    Allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Gesundheits- und Vorratsschutz

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Holz- und Bautenschutz

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Pflanzenschutz

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(6) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
jeweilige bisherige Ergebnis und das entsprechende  Ergebnis der
mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(7) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Gesundheits- und Vorratsschutz

    *   30 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Holz- und Bautenschutz

    *   25 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Pflanzenschutz

    *   25 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens drei der vier Prüfungsbereiche mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Werden die Prüfungsleistungen
in einem der Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die
Prüfung nicht bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/sch_dlbekausbv/__9.html
Directory: schaedlbekausbv
Level: 2.0