Title: § 3 Anerkennung von Ausbildungs- und Befähigungsnachweisen

Description:
Verordnung über die für Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz geltenden Voraussetzungen für die Ausübung eines zulassungspflichtigen Handwerks (EU/EWRHwV 2016)
Abschnitt 1 - Eintragung in die Handwerksrolle
§ 3 Anerkennung von Ausbildungs- und Befähigungsnachweisen

Paragraph: 3

Content:
Verordnung über die für Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz geltenden Voraussetzungen für die Ausübung eines zulassungspflichtigen Handwerks (EU/EWRHwV 2016)
Abschnitt 1 - Eintragung in die Handwerksrolle
§ 3 Anerkennung von Ausbildungs- und Befähigungsnachweisen

(1) Die Ausnahmebewilligung wird vorbehaltlich der Anordnung von
Ausgleichsmaßnahmen nach § 5 auch erteilt, wenn die Antragstellerin
oder der Antragsteller in einem anderen Herkunftsstaat eine berufliche
Qualifikation erworben hat, die dort Voraussetzung für die Ausübung
zumindest einer wesentlichen Tätigkeit des betreffenden Gewerbes ist.
Die berufliche Qualifikation muss durch die Vorlage eines Ausbildungs-
oder Befähigungsnachweises nachgewiesen werden.

(2) Die Ausnahmebewilligung wird vorbehaltlich der Anordnung von
Ausgleichsmaßnahmen nach § 5 auch erteilt, wenn die Antragstellerin
oder der Antragsteller in einem anderen Herkunftsstaat, in dem für die
Ausübung des betreffenden Gewerbes keine bestimmte berufliche
Qualifikation notwendig ist, eine reglementierte Ausbildung
abgeschlossen hat. Eine reglementierte Ausbildung ist eine Ausbildung,

1.  die auf die Ausübung eines bestimmten Berufes ausgerichtet ist und aus
    einem oder mehreren abgeschlossenen Ausbildungsgängen besteht, dies
    gegebenenfalls ergänzt durch ein Berufspraktikum oder eine
    Berufspraxis, und

2.  deren Aufbau und Niveau

    a)  durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften festgelegt sind oder

    b)  von einer Behörde, die zur Kontrolle und Genehmigung bestimmt ist,
        kontrolliert oder genehmigt werden müssen.

(3) Die Ausnahmebewilligung wird vorbehaltlich der Anordnung von
Ausgleichsmaßnahmen nach § 5 auch erteilt, wenn die Antragstellerin
oder der Antragsteller nachweist, dass sie oder er in einem der
anderen Herkunftsstaaten, in dem weder die Ausbildung für diesen Beruf
noch der Beruf selbst reglementiert ist, eine wesentliche Tätigkeit
des Berufes als Vollzeitbeschäftigung mindestens ein Jahr oder als
entsprechende Teilzeitbeschäftigung tatsächlich und rechtmäßig
ausgeübt hat und mit einem Ausbildungs- oder Befähigungsnachweis
nachweist, dass sie oder er fachlich durch eine Ausbildung auf die
Ausübung dieses Berufes vorbereitet wurde. Beschäftigungszeiten, die
länger als zehn Jahre vor der Antragstellung liegen, bleiben
unberücksichtigt.

(4) Ausbildungen, die in einem anderen Herkunftsstaat auf Voll- oder
entsprechender Teilzeitbasis im Rahmen von Ausbildungsprogrammen
erfolgreich abgeschlossen wurden, sind den in den Absätzen 1 bis 3
genannten beruflichen Qualifikationen gleichgestellt, wenn sie

1.  von diesem Herkunftsstaat im Hinblick auf die jeweilige Tätigkeit als
    gleichwertig anerkannt werden und

2.  in Bezug auf die Aufnahme oder Ausübung eines Berufes in diesem
    Herkunftsstaat dieselben Rechte verleihen oder auf die Ausübung dieses
    Berufes vorbereiten.

Dies gilt auch, wenn eine Ausbildung in einem anderen Herkunftsstaat
durchgeführt wurde und aus Gründen des Bestandsschutzes auch dann zur
Ausübung eines Berufes berechtigt, wenn die berufliche Qualifikation
nicht oder nicht mehr den derzeitigen Anforderungen dieses
Herkunftsstaates entspricht.

(5) Ausbildungen, die in einem Staat, der kein Herkunftsstaat ist,
erfolgreich abgeschlossen wurden, sind den in den Absätzen 1 bis 3
genannten beruflichen Qualifikationen gleichgestellt, wenn

1.  ein anderer Herkunftsstaat der Antragstellerin oder dem Antragsteller
    aufgrund dieser Ausbildung die Ausübung eines Berufes gestattet hat,
    für den dieser Herkunftsstaat eine bestimmte Qualifikation
    voraussetzt, und

2.  die Antragstellerin oder der Antragsteller diesen Beruf dort
    mindestens drei Jahre als Vollzeitbeschäftigung oder als entsprechende
    Teilzeitbeschäftigung ausgeübt hat.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/eu_ewrhwv_2016/__3.html
Directory: eu_ewrhwv_2016
Level: 3.0