Title: § 6 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit (SchSiServAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit (SchSiServAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Situationsgerechtes Verhalten und Handeln,

2.  Anwendung von Rechtsgrundlagen für Sicherheitsdienste,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde,

4.  Durchführung von Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen.

(4) Für den Prüfungsbereich Situationsgerechtes Verhalten und Handeln
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Gefährdungs- und Konfliktpotenziale feststellen und bewerten sowie
        sein Verhalten und Handeln entsprechend anpassen,

    b)  Möglichkeiten der Teamarbeit und Kommunikation nutzen,

    c)  Tätermotive und -verhalten beurteilen,

    d)  Maßnahmen zum Eigenschutz ergreifen und Methoden der Deeskalation
        anwenden sowie

    e)  bei Unfällen und Zwischenfällen erforderliche Hilfsmaßnahmen einleiten

    kann;

2.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Anwendung von Rechtsgrundlagen für
Sicherheitsdienste bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Gefährdungssituationen und Rechtsverstöße erkennen und rechtlich
        bewerten sowie

    b)  Handlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der Rechte von Personen
        und Institutionen darstellen

    kann;

2.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten.

(7) Für den Prüfungsbereich Durchführung von Schutz- und
Sicherheitsmaßnahmen bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Gefährdungspotenziale im operativen Einsatz beurteilen,

    b)  die Funktionsweise von sicherheitstechnischen Einrichtungen
        darstellen,

    c)  Sicherheitsbestimmungen berücksichtigen sowie

    d)  die Einhaltung von Arbeits-, Brand- und Umweltschutz sowie
        Vorschriften des Daten- und Informationsschutzes feststellen und bei
        Mängeln Maßnahmen einleiten

    kann;

2.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten;

4.  der Prüfling soll ferner nachweisen, dass er

    a)  Maßnahmen der Sicherung und präventiven Gefahrenabwehr durchführen
        einschließlich melden und berichten,

    b)  kunden- und serviceorientiert handeln und kommunizieren sowie

    c)  qualitätssichernde Maßnahmen umsetzen

    kann;

5.  der Prüfling soll ein fallbezogenes Fachgespräch führen; Grundlage des
    Fachgesprächs ist eine von zwei von ihm durchgeführten und
    dokumentierten betrieblichen Aufgaben aus seinem Einsatzbereich; die
    Dokumentationen sollen eine Beschreibung der Aufgabenstellung, der
    Vorgehensweise bei der Ausführung sowie eine Bewertung des Ergebnisses
    beinhalten; jede Dokumentation soll drei Seiten nicht überschreiten;
    betriebsübliche Unterlagen sind beizufügen; die Dokumentationen sind
    dem Prüfungsausschuss vor der Durchführung der Prüfung zuzuleiten;
    hieraus wählt der Prüfungsausschuss eine aus; der Ausbildende hat zu
    bestätigen, dass die Aufgaben von dem Prüfling im Betrieb
    selbstständig durchgeführt worden sind; die Dokumentation wird nicht
    bewertet;

6.  die Prüfungszeit für das fallbezogene Fachgespräch beträgt höchstens
    20 Minuten;

7.  das Ergebnis der schriftlichen Aufgabenbearbeitung ist mit 30 Prozent,
    das fallbezogene Fachgespräch mit 70 Prozent zu gewichten.

(8) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Situationsgerechtes
        Verhalten und Handeln

    *
    *   20 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Anwendung von Rechtsgrundlagen für
        Sicherheitsdienste

    *
    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *
    *   10 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Durchführung von
        Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen

    *
    *   40 Prozent.

(9) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  in dem Prüfungsbereich Anwendung von Rechtsgrundlagen für
    Sicherheitsdienste mit mindestens „ausreichend“,

3.  in mindestens zwei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    „ausreichend“ und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(10) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2 : 1 zu gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsiservausbv/__6.html
Directory: schsiservausbv
Level: 2.0