Title: § 20 Zulässige unterschiedliche Behandlung

Description:
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Abschnitt 3 - Schutz vor Benachteiligung im Zivilrechtsverkehr
§ 20 Zulässige unterschiedliche Behandlung

Paragraph: 20

Content:
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Abschnitt 3 - Schutz vor Benachteiligung im Zivilrechtsverkehr
§ 20 Zulässige unterschiedliche Behandlung

(1) Eine Verletzung des Benachteiligungsverbots ist nicht gegeben,
wenn für eine unterschiedliche Behandlung wegen der Religion, einer
Behinderung, des Alters, der sexuellen Identität oder des Geschlechts
ein sachlicher Grund vorliegt. Das kann insbesondere der Fall sein,
wenn die unterschiedliche Behandlung

1.  der Vermeidung von Gefahren, der Verhütung von Schäden oder anderen
    Zwecken vergleichbarer Art dient,

2.  dem Bedürfnis nach Schutz der Intimsphäre oder der persönlichen
    Sicherheit Rechnung trägt,

3.  besondere Vorteile gewährt und ein Interesse an der Durchsetzung der
    Gleichbehandlung fehlt,

4.  an die Religion eines Menschen anknüpft und im Hinblick auf die
    Ausübung der Religionsfreiheit oder auf das Selbstbestimmungsrecht der
    Religionsgemeinschaften, der ihnen zugeordneten Einrichtungen ohne
    Rücksicht auf ihre Rechtsform sowie der Vereinigungen, die sich die
    gemeinschaftliche Pflege einer Religion zur Aufgabe machen, unter
    Beachtung des jeweiligen Selbstverständnisses gerechtfertigt ist.

(2) Kosten im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft dürfen
auf keinen Fall zu unterschiedlichen Prämien oder Leistungen führen.
Eine unterschiedliche Behandlung wegen der Religion, einer
Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität ist im Falle des
§ 19 Abs. 1 Nr. 2 nur zulässig, wenn diese auf anerkannten Prinzipien
risikoadäquater Kalkulation beruht, insbesondere auf einer
versicherungsmathematisch ermittelten Risikobewertung unter
Heranziehung statistischer Erhebungen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__20.html
Directory: agg
Level: 3.0