Title: § 38 Vereinnahmung und Verausgabung

Description:
Investmentsteuergesetz (InvStG 2018)
Kapitel 3 - Spezial-Investmentfonds
Abschnitt 2 - Besteuerung des Anlegers eines Spezial-Investmentfonds
§ 38 Vereinnahmung und Verausgabung

Paragraph: 38

Content:
Investmentsteuergesetz (InvStG 2018)
Kapitel 3 - Spezial-Investmentfonds
Abschnitt 2 - Besteuerung des Anlegers eines Spezial-Investmentfonds
§ 38 Vereinnahmung und Verausgabung

(1) § 11 des Einkommensteuergesetzes ist nach Maßgabe der folgenden
Absätze anzuwenden.

(2) Dividenden gelten bereits am Tag des Dividendenabschlags als
zugeflossen.

(3) Periodengerecht abzugrenzen sind

1.  Zinsen und angewachsene Ansprüche einer sonstigen Kapitalforderung
    nach § 20 Absatz 1 Nummer 7 des Einkommensteuergesetzes, wenn die
    Kapitalforderung eine Emissionsrendite hat oder bei ihr das Stammrecht
    und der Zinsschein getrennt wurden,

2.  angewachsene Ansprüche aus einem Emissions-Agio oder -Disagio und

3.  Mieten.

Die angewachsenen Ansprüche sind mit der Emissionsrendite anzusetzen,
sofern diese leicht und eindeutig ermittelbar ist. Anderenfalls ist
der Unterschiedsbetrag zwischen dem Marktwert zum Ende des
Geschäftsjahres und dem Marktwert zu Beginn des Geschäftsjahres oder
im Falle des Erwerbs innerhalb des Geschäftsjahres der
Unterschiedsbetrag zwischen dem Marktwert zum Ende des Geschäftsjahres
und den Anschaffungskosten als Zins (Marktrendite) anzusetzen. Die
abgegrenzten Zinsen, angewachsenen Ansprüche und Mieten gelten als
zugeflossen.

(4) Periodengerecht abgegrenzte Werbungskosten gelten als abgeflossen,
soweit der tatsächliche Abfluss im folgenden Geschäftsjahr erfolgt.

(5) Gewinnanteile des Spezial-Investmentfonds an einer
Personengesellschaft gehören zu den Erträgen des Geschäftsjahres, in
dem das Wirtschaftsjahr der Personengesellschaft endet.

(6) Wird ein Zinsschein oder eine Zinsforderung vom Stammrecht
abgetrennt, gilt dies als Veräußerung der Schuldverschreibung und als
Anschaffung der durch die Trennung entstandenen Wirtschaftsgüter. Die
Trennung gilt als vollzogen, wenn dem Inhaber der Schuldverschreibung
die Wertpapierkennnummern für die durch die Trennung entstandenen
Wirtschaftsgüter zugehen. Als Veräußerungserlös der
Schuldverschreibung gilt deren gemeiner Wert zum Zeitpunkt der
Trennung. Für die Ermittlung der Anschaffungskosten der neuen
Wirtschaftsgüter ist der Wert nach Satz 3 entsprechend dem gemeinen
Wert der neuen Wirtschaftsgüter aufzuteilen. Die Erträge des
Stammrechts sind in sinngemäßer Anwendung des Absatzes 3
periodengerecht abzugrenzen.

(7) Wird eine sonstige Kapitalforderung im Sinne des § 20 Absatz 1
Nummer 7 des Einkommensteuergesetzes gegen Anteile an einer
Körperschaft, Vermögensmasse oder Personenvereinigung getauscht,
bemessen sich die Anschaffungskosten der Anteile nach dem gemeinen
Wert der sonstigen Kapitalforderung. § 20 Absatz 4a des
Einkommensteuergesetzes findet keine Anwendung.

(8) Die abgegrenzten Zinsen, angewachsenen Ansprüche und Mieten sowie
die Erträge nach Absatz 6 Satz 5 gehören zu den ausgeschütteten und
ausschüttungsgleichen Erträgen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__38.html
Directory: invstg_2018
Level: 4.0