Title: § 7 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Pferdehaltung und Service

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 7 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Pferdehaltung und Service

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 7 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Pferdehaltung und Service

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zu
Grunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den
Abschnitten A, B und G aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und
Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden
Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Kundenberatung und -ausbildung,

2.  Bewegen von Pferden,

3.  Haltung und Versorgung von Pferden,

4.  Betriebsorganisation,

5.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Kundenberatung und -ausbildung bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Ausbildungsmaßnahmen planen, durchführen und kontrollieren,

    b)  Kunden beraten und unterstützen,

    c)  mit Kunden kommunizieren

    und dabei Kundenwünsche berücksichtigen, betrieblichen
    Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der Gesundheitsvorsorge bei Pferden,
    des Tierschutzes, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit beachten, Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit ergreifen, die
    wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine
    Vorgehensweise begründen kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 ist eines der folgenden Gebiete
    auszuwählen:

    a)  Umgang mit Pferden,

    b)  Grunderziehung und Bodenarbeit von Pferden,

    c)  Verladen und Transportieren von Pferden,

    d)  Gesundheitsvorsorge und Notfälle bei Pferden;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(5) Für den Prüfungsbereich Bewegen von Pferden bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er Pferde bewegen und dabei Regeln
    des Straßenverkehrs, Gesichtspunkte des Tierschutzes, des
    Umweltschutzes sowie der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei
    der Arbeit berücksichtigen kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind zwei der folgenden Gebiete
    auszuwählen, wobei das Gebiet nach Buchstabe a enthalten sein muss:

    a)  Longieren von Pferden,

    b)  ausbalanciertes Reiten von Pferden in allen Gangarten mit sicherer
        Hilfengebung mit Überwindung kleinerer Hindernisse und Anführen von
        Ausritten,

    c)  Fahren von Pferden in verschiedenen Gangarten mit Durchfahren von
        Hindernissen und Durchführung von Ausfahrten;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 75 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(6) Für den Prüfungsbereich Haltung und Versorgung von Pferden
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er Pferde halten sowie diese
    versorgen und dabei Arbeitsmittel und -abläufe festlegen,
    Informationen beschaffen und auswerten, Arbeitszusammenhänge erkennen,
    Arbeiten kontrollieren und dokumentieren, betriebliche
    Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit und des
    Tierschutzes, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit beachten sowie Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit und
    Qualitätssicherung ergreifen, die wesentlichen fachlichen
    Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind zwei der folgenden Gebiete
    auszuwählen:

    a)  Planung, Durchführung und Beurteilung der Pferdefütterung,

    b)  Beurteilung und Verbesserung von Stallhaltungssystemen und Stallklima,

    c)  Gefährdungsbeurteilung,

    d)  Beurteilung des Gesundheitszustandes von Pferden,

    e)  Durchführung von Sofortmaßnahmen, Erster Hilfe und Erstellung von
        Vorsorgeplänen für Pferde,

    f)  Beurteilung des Hufzustandes einschließlich des Beschlages sowie der
        Stellung der Extremitäten;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(7) Für den Prüfungsbereich Betriebsorganisation bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Betriebsabläufe planen und umsetzen,

    b)  Preise kalkulieren,

    c)  Verfahren zur Qualitätssicherung einsetzen,

    d)  Arbeitsabläufe dokumentieren

    und dabei Maßnahmen zum Umweltschutz, zur Nachhaltigkeit, zum
    Tierschutz, zur Wirtschaftlichkeit und zur Kundenorientierung sowie
    berufsspezifische rechtliche Regelungen berücksichtigen kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind zwei der folgenden Gebiete
    auszuwählen:

    a)  Planung von Pferdezaunanlagen,

    b)  Bewirtschaftung von Pferdeweiden,

    c)  Bewirtschaftung von Stallanlagen,

    d)  Bedarf, Auswahl, Beschaffung und Lagerung von Futtermitteln,

    e)  Planung von Reit- und Auslaufböden sowie Reitwegen,

    f)  Durchführung von Dienstleistungen;

3.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(8) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten.

(9) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Kundenberatung
        und -ausbildung

    *   20 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Bewegen von
        Pferden

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Haltung und
        Versorgung von Pferden

    *   20 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Betriebsorganisation

    *   30 Prozent,

*    *   5.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und
        Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(10) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich Kundenberatung und -ausbildung mit mindestens
    „ausreichend“,

3.  in mindestens drei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    „ausreichend“,

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(11) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pfwirtausbv_2010/__7.html
Directory: pfwirtausbv_2010
Level: 2.0