Title: § 8 Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Vergolder/zur Vergolderin (VergoldAusbV)
§ 8 Gesellenprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Vergolder/zur Vergolderin (VergoldAusbV)
§ 8 Gesellenprüfung

(1) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt
höchstens 14 Stunden drei Arbeitsproben einschließlich eines
Arbeitsablaufplanes durchführen und in höchstens 60 Stunden ein
Prüfungsstück anfertigen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:

1.  als Arbeitsproben:

    a)  Ausführen einer Verziertechnik,

    b)  farbiges Fassen eines Objektes und

    c)  Ausführen einer Polimentvergoldung;

2.  als Prüfungsstück:

    Verzieren, farbiges Gestalten, Glanz- und Mattvergolden eines
    Objektes.

Der Prüfling hat dem Prüfungsausschuß vor dem Anfertigen des
Prüfungsstückes einen bemaßten Entwurf zur Genehmigung vorzulegen. Die
Arbeitsproben insgesamt sowie das Prüfungsstück sollen jeweils mit 50
vom Hundert gewichtet werden.

(3) Der Prüfling soll in der schriftlichen Prüfung in den
Prüfungsfächern Technologie, Arbeitsplanung, Gestaltung sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. Es kommen Aufgaben, die
sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Technologie:

    a)  Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz,

    b)  Handwerkzeuge, Geräte und Maschinen,

    c)  Werk- und Hilfsstoffe,

    d)  Untergrundvorbereitung,

    e)  Oberflächentechnik,

    f)  Instandhaltung, Restaurierung;

2.  im Prüfungsfach Arbeitsplanung:

    a)  Materialverbrauch und Fertigungskosten,

    b)  Planen und Vorbereiten einer Arbeit,

    c)  Qualitätssicherung;

3.  im Prüfungsfach Gestaltung:

    a)  Skizzen und Zeichnungen,

    b)  Form und Farbe,

    c)  Stilkunde;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Arbeitsplanung

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Gestaltung

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht.

(7) Innerhalb der schriftlichen Prüfung hat das Prüfungsfach
Technologie gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte
Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und
schriftlichen Prüfung sowie innerhalb der praktischen Prüfung in den
Arbeitsproben insgesamt und innerhalb der schriftlichen Prüfung im
Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht
sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/vergoldausbv/__8.html
Directory: vergoldausbv
Level: 2.0