Title: § 8 Grundsätze für die Bemessung der sonstigen Zuschläge

Description:
Verordnung betreffend die Aufsicht über die Geschäftstätigkeit in der privaten Krankenversicherung (KVAV)
Kapitel 1 - Methoden zur Berechnung der Prämien und Rückstellungen
§ 8 Grundsätze für die Bemessung der sonstigen Zuschläge

Paragraph: 8

Content:
Verordnung betreffend die Aufsicht über die Geschäftstätigkeit in der privaten Krankenversicherung (KVAV)
Kapitel 1 - Methoden zur Berechnung der Prämien und Rückstellungen
§ 8 Grundsätze für die Bemessung der sonstigen Zuschläge

(1) Die sonstigen Zuschläge umfassen

1.  die unmittelbaren Abschlusskosten,

2.  die mittelbaren Abschlusskosten,

3.  die Schadenregulierungskosten,

4.  die sonstigen Verwaltungskosten,

5.  den Zuschlag für eine erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung,

6.  bei substitutiven Krankenversicherungen den Zuschlag zur Umlage der
    Begrenzung der Beitragshöhe im Basistarif gemäß § 154 des
    Versicherungsaufsichtsgesetzes,

7.  für den Basistarif zusätzlich den Zuschlag zur Umlage der
    Mehraufwendungen durch Vorerkrankungen und

8.  den Zuschlag für den Standardtarif.

(2) Für die Bemessung der sonstigen Zuschläge sind die tatsächlichen
Aufwendungen jeweils gesondert zu erfassen. Die sonstigen Zuschläge
sind so zu bemessen, dass sie die Aufwendungen rechnungsmäßig decken.

(3) Unmittelbare Abschlusskosten dürfen durch Zillmerung nur in einer
solchen Höhe in die Prämien eingerechnet werden, dass die
Gesamtalterungsrückstellung eines Zugangsjahres im Tarif höchstens
vier Jahre und jede Einzelalterungsrückstellung nicht länger als
fünfzehn Jahre und nicht länger als die Hälfte der tariflich
vorgesehenen künftigen Vertragsdauer negativ ist. Ist außer in den
Fällen des § 10 Absatz 4 vereinbart, dass sich die Prämie während der
Vertragslaufzeit verändert, ohne dass dies durch Anpassungen der
Prämie an eine Veränderung des tatsächlichen Schadenbedarfs oder
Änderungen des Leistungsumfangs bedingt wäre, darf die Höhe der
eingerechneten unmittelbaren Abschlusskosten nicht von der Höhe
abweichen, die sich ohne diese Vereinbarung ergeben würde. Werden die
unmittelbaren Abschlusskosten von Versicherungsverträgen teilweise
durch einen laufenden Zuschlag gedeckt, darf dieser betragsmäßig
während der Versicherungsdauer nur dann erhöht werden, wenn er nach
Vollendung des 65. Lebensjahres entfällt.

(4) In die Prämien dürfen mit Ausnahme der Zillmerung und der
Zuschläge gemäß Absatz 1 Nummer 6 und 8 nur altersunabhängige absolute
Kostenzuschläge eingerechnet werden; die Einrechnung laufender
Zuschläge für die unmittelbaren Abschlusskosten ist nach Maßgabe des
Absatzes 3 Satz 3 zulässig. Soweit in Tarifen die altersmäßige
Bestandsverteilung vom Gesamtbestand des Unternehmens erheblich
abweicht, sind zur Ermittlung der Stückkostenzuschläge Modellbestände
zu verwenden. Hierdurch entstehende Kostenunterdeckungen sind in den
anderen, für den Neuzugang offenen Tarifen zu berücksichtigen.
Zulässig ist auch ein Kostenzuschlagssystem, bei dem die prozentualen
Kostenzuschläge bei Prämienanpassungen auf Dauer nur auf die
Teilprämien bezogen werden, die der aktuellen Tarifprämie zum
ursprünglichen Eintrittsalter entsprechen. Satz 1 gilt nicht für die
Prämienberechnung für Kinder und Jugendliche, für Ausbildungs-,
Krankenhaustagegeld-, Krankentagegeld-, Kurtagegeld- und
Pflegetagegeldtarife.

(5) Soweit vereinbart, muss in die Prämien der Tarife, die zum Wechsel
in den Standardtarif nach § 257 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch
berechtigen, ein gesonderter Zuschlag zur Gewährleistung der
Beitragsgarantie im Standardtarif und des unternehmensübergreifenden
Ausgleichs eingerechnet werden. Dieser Zuschlag entfällt für die
Versicherten, die das 65. Lebensjahr vollendet haben.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kvav/__8.html
Directory: kvav
Level: 3.0