Title: § 8 Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Drechsler (Elfenbeinschnitzer)/zur Drechslerin (Elfenbeinschnitzerin) (DrechslAusbV)
§ 8 Gesellenprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Drechsler (Elfenbeinschnitzer)/zur Drechslerin (Elfenbeinschnitzerin) (DrechslAusbV)
§ 8 Gesellenprüfung

(1) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in höchstens 40
Stunden ein Prüfungsstück anfertigen und in höchstens insgesamt 7
Stunden in der Fachrichtung Drechseln 2, in der Fachrichtung
Elfenbeinschnitzen 3 Arbeitsproben durchführen, davon mindestens eine
nach Nummer 2 Buchstabe a. Es kommen insbesondere in Betracht:

1.  als Prüfungsstück:

    a)  in der Fachrichtung Drechseln:

        Herstellen eines Werkstückes oder eines Modells, das aus mehreren
        Teilen bestehen kann; dabei müssen Fertigkeiten im Lang- und
        Querholzdrehen, in der Herstellung einer Passung und in der
        Anfertigung einer Werkzeichnung nachgewiesen werden;

    b)  in der Fachrichtung Elfenbeinschnitzen:

        Herstellen eines geschnitzten Stückes nach Modell oder Zeichnung;

2.  als Arbeitsproben:

    a)  Herstellen eines Musters nach Zeichnung, bei dem das Drehen von Lang-
        und Querholz zu berücksichtigen ist;

    b)  in der Fachrichtung Drechseln:

        Herstellen eines Musters oder eines Arbeitsmodells mit einer Hohlform;

    c)  in der Fachrichtung Elfenbeinschnitzen:

        aa) Anlegen eines Stückes nach Modell oder Zeichnung,

        bb) Anfertigen einer Modellskizze nach Vorbild.

(3) Zum Nachweis der Kenntnisse soll der Prüfling in den
Prüfungsfächern Technologie, Technische Mathematik, Technisches
Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft
werden. Es kommen Fragen und Aufgaben insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  Im Prüfungsfach Technologie:

    a)  Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit,

    b)  Festlegen von Arbeitsabläufen,

    c)  Umweltschutz und rationelle Energieverwendung,

    d)  Holztrocknung und -lagerung,

    e)  Werkstoffe,

    f)  Oberflächenbehandlung,

    g)  Arbeitsweise, Bedienung und Wartung von Maschinen;

2.  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

    a)  Flächen-, Körper- und Massenberechnungen,

    b)  Material- und Kostenberechnungen;

3.  im Prüfungsfach Technisches Zeichnen:

    a)  Lesen von Skizzen und Werkzeichnungen,

    b)  Anfertigen von Entwurfsskizzen,

    c)  Anfertigen von Werkzeichnungen;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

Die Fragen und Aufgaben sollen auch praxisbezogene Fälle
berücksichtigen.

(4) Für die schriftliche Kenntnisprüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Technische Mathematik

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Technisches Zeichnen

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht.

(7) Innerhalb der Kenntnisprüfung hat das Prüfungsfach Technologie
gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der Fertigkeits- und
der Kenntnisprüfung sowie innerhalb der Kenntnisprüfung im
Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht
sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/drechslausbv/__8.html
Directory: drechslausbv
Level: 2.0