Title: Anhang 46 Steinkohleverkokung

Description:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
Anhang 46 Steinkohleverkokung

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
Anhang 46 Steinkohleverkokung

(Fundstelle: BGBl. I 2004, 1167 - 1168;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**A** **Anwendungsbereich**

(1) Dieser Anhang gilt für Abwasser, dessen Schadstofffracht im
Wesentlichen aus der Steinkohleverkokung stammt.
(2) Dieser Anhang gilt nicht für Abwasser aus der Verarbeitung von
Kohlewertstoffen wie Teer, Phenolatlauge, Rohphenolöl und Rohbenzol
sowie aus indirekten Kühlsystemen und aus der
Betriebswasseraufbereitung.
(3) Die in Teil C Absatz 1 und Teil D Absatz 1 genannten Anforderungen
sind Emissionsgrenzwerte im Sinne von § 1 Absatz 2 Satz 1.

**B** **Allgemeine Anforderungen**

(1) Bei der Nasslöschung von Koks ist die Menge des eingesetzten
Frischwassers zu minimieren und das Löschwasser so weit wie möglich
wiederzuverwenden. Andere Prozesswässer dürfen nur verwendet werden,
wenn in diesen die Konzentrationswerte der Tabellen in Teil C Absatz 1
und D Absatz 1 nicht überschritten werden.
(2) Belebtschlamm aus der Abwasserbehandlungsanlage, in der Abwasser
nach Teil A Absatz 1 behandelt wird, ist der Kohlenzufuhr der Kokerei
zuzuführen.

**C** **Anforderungen an das Abwasser für die Einleitungsstelle**

(1) An das Abwasser werden für die Einleitungsstelle in das Gewässer
folgende Anforderungen gestellt:

*    *
    *   Qualifizierte Stichprobe oder
        2-Stunden-Mischprobe

*    *
    *   g/t

    *   mg/l

*    *   Biochemischer Sauerstoffbedarf in 5 Tagen (BSB
        5                       )

    *   9,0

    *   20

*    *   Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

    *   –

    *   220

*    *   Stickstoff, gesamt, als Summe aus Ammonium-, Nitrit- und
        Nitratstickstoff (N
        ges                       )

    *   9,0

    *   35

*    *   Gesamter gebundener Stickstoff (TN
        b                       )

    *   12

    *   –

*    *   Phosphor, gesamt

    *   –

    *   2,0

(2) Für den Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) ist ein Ablaufwert in
der qualifizierten Stichprobe oder der 2-Stunden-Mischprobe
festzusetzen, der einer Verminderung des CSB um mindestens 90 Prozent
entspricht. Die Verminderung bezieht sich auf das Verhältnis der CSB-
Fracht im Zulauf zu derjenigen im Ablauf der Abwasserbehandlungsanlage
in einem repräsentativen Zeitraum, der 24 Stunden nicht überschreiten
soll.
(3) Die produktionsspezifischen Frachtwerte (g/t) beziehen sich auf
die der wasserrechtlichen Zulassung zugrunde liegende
Verkokungskapazität, ausgedrückt in Menge Einsatzkohle mit einem
Massenanteil an Wasser von 10 Prozent in 2 Stunden. Wird Kohle mit
einem geringeren Wassergehalt eingesetzt, so ist die
Verkokungskapazität auf diesen Wassergehalt umzurechnen. Die
Schadstofffracht wird aus den Konzentrationswerten der qualifizierten
Stichprobe oder der 2-Stunden-Mischprobe und aus dem mit der
Probenahme korrespondierenden Abwasservolumenstrom bestimmt.

**D** **Anforderungen an das Abwasser vor Vermischung**

(1) An das Abwasser werden vor Vermischung mit anderem Abwasser
folgende Anforderungen gestellt:

*    *
    *   Qualifizierte Stichprobe oder
        2-Stunden-Mischprobe

*    *
    *   g/t

    *   mg/l

*    *   Benzol und Derivate

    *   0,03

    *   –

*    *   Sulfid, leicht freisetzbar

    *   0,03

    *   0,1

*    *   Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

    *   0,015

    *   0,05

*    *   Phenolindex nach Destillation und Farbstoffextraktion

    *   0,15

    *   0,5

*    *   Thiocyanat (SCN
        -                       )

    *   –

    *   4,0

*    *   Cyanid, leicht freisetzbar

    *   0,03

    *   0,1

*    *   Giftigkeit gegenüber Fischeiern (G
        Ei                       )

    *   2

(2) Die Anforderungen an die Parameter Sulfid, leicht freisetzbar,
Phenolindex, Thiocyanat, Cyanid, leicht freisetzbar, und Giftigkeit
gegenüber Fischeiern (G
Ei             ) entfallen, wenn das Abwasser vor dem Einleiten in ein
Gewässer zusätzlich gemeinsam mit anderem Abwasser in einer
biologischen Kläranlage behandelt wird und nach Behandlung den
Anforderungen des Anhangs 1 Teil C für die Größenklasse 4 entspricht.
In diesem Fall hat der Einleiter mindestens einmal jährlich diese
Parameter an der Einleitungsstelle zu überprüfen und der zuständigen
Behörde die Ergebnisse der Überprüfung zu übermitteln.
(3) Die produktionsspezifischen Frachtwerte (g/t) beziehen sich auf
die der wasserrechtlichen Zulassung zugrunde liegende
Verkokungskapazität, ausgedrückt in Menge Einsatzkohle mit einem
Massenanteil an Wasser von 10 Prozent in 2 Stunden. Wird Kohle mit
einem geringerem Wassergehalt eingesetzt, so ist die
Verkokungskapazität auf diesen Wassergehalt umzurechnen. Die
Schadstofffracht wird aus den Konzentrationswerten der qualifizierten
Stichprobe oder der 2-Stunden-Mischprobe und aus dem mit der
Probenahme korrespondierenden Abwasservolumenstrom bestimmt.

**E** **Anforderungen an das Abwasser für den Ort des Anfalls**

An das Abwasser werden für den Ort des Anfalls keine zusätzlichen
Anforderungen gestellt.

**F** **Anforderungen für vorhandene Einleitungen**

Für vorhandene Einleitungen von Abwasser sind die unter Teil A Absatz
3 genannten Anforderungen spätestens bis zum 8. März 2016 einzuhalten.
Abweichend hiervon sind die Anforderungen nach Teil C Absatz 1 für die
Parameter Phosphor, gesamt und Stickstoff, gesamt, als Summe aus
Ammonium-, Nitrit- und Nitratstickstoff (N
ges             ) ab dem 6. September 2014 einzuhalten. Die
Überprüfung nach Teil D Absatz 2 Satz 2 ist ab dem 8. März 2016
vorzunehmen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/abwv/__7.html
Directory: abwv
Level: 2.0