Title: § 3 Gefährdungsbeurteilung

Description:
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (OStrV)
Abschnitt 2 - Ermittlung und Bewertung der Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung; Messungen
§ 3 Gefährdungsbeurteilung

Paragraph: 3

Content:
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (OStrV)
Abschnitt 2 - Ermittlung und Bewertung der Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung; Messungen
§ 3 Gefährdungsbeurteilung

(1) Bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 des
Arbeitsschutzgesetzes hat der Arbeitgeber zunächst festzustellen, ob
künstliche optische Strahlung am Arbeitsplatz von Beschäftigten
auftritt oder auftreten kann. Ist dies der Fall, hat er alle hiervon
ausgehenden Gefährdungen für die Gesundheit und Sicherheit der
Beschäftigten zu beurteilen. Er hat die auftretenden Expositionen
durch künstliche optische Strahlung am Arbeitsplatz zu ermitteln und
zu bewerten. Für die Beschäftigten ist in jedem Fall eine Gefährdung
gegeben, wenn die Expositionsgrenzwerte nach § 6 überschritten werden.
Der Arbeitgeber kann sich die notwendigen Informationen beim
Hersteller oder Inverkehrbringer der verwendeten Arbeitsmittel oder
mit Hilfe anderer ohne Weiteres zugänglicher Quellen beschaffen. Lässt
sich nicht sicher feststellen, ob die Expositionsgrenzwerte nach § 6
eingehalten werden, hat er den Umfang der Exposition durch
Berechnungen oder Messungen nach § 4 festzustellen. Entsprechend dem
Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber
Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik festzulegen.

(2) Bei der Gefährdungsbeurteilung nach Absatz 1 ist insbesondere
Folgendes zu berücksichtigen:

1.  Art, Ausmaß und Dauer der Exposition durch künstliche optische
    Strahlung,

2.  der Wellenlängenbereich der künstlichen optischen Strahlung,

3.  die in § 6 genannten Expositionsgrenzwerte,

4.  alle Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit von Beschäftigten,
    die besonders gefährdeten Gruppen angehören,

5.  alle möglichen Auswirkungen auf die Sicherheit und Gesundheit von
    Beschäftigten, die sich aus dem Zusammenwirken von künstlicher
    optischer Strahlung und fotosensibilisierenden chemischen Stoffen am
    Arbeitsplatz ergeben können,

6.  alle indirekten Auswirkungen auf die Sicherheit und Gesundheit der
    Beschäftigten, zum Beispiel durch Blendung, Brand- und
    Explosionsgefahr,

7.  die Verfügbarkeit und die Möglichkeit des Einsatzes alternativer
    Arbeitsmittel und Ausrüstungen, die zu einer geringeren Exposition der
    Beschäftigten führen (Substitutionsprüfung),

8.  Erkenntnisse aus arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen sowie
    hierzu allgemein zugängliche, veröffentlichte Informationen,

9.  die Exposition der Beschäftigten durch künstliche optische Strahlung
    aus mehreren Quellen,

10. die Herstellerangaben zu optischen Strahlungsquellen und anderen
    Arbeitsmitteln,

11. die Klassifizierung der Lasereinrichtungen und gegebenenfalls der in
    den Lasereinrichtungen zum Einsatz kommenden Laser nach dem Stand der
    Technik,

12. die Klassifizierung von inkohärenten optischen Strahlungsquellen nach
    dem Stand der Technik, von denen vergleichbare Gefährdungen wie bei
    Lasern der Klassen 3R, 3B oder 4 ausgehen können,

13. die Arbeitsplatz- und Expositionsbedingungen, die zum Beispiel im
    Normalbetrieb, bei Einrichtvorgängen sowie bei Instandhaltungs- und
    Reparaturarbeiten auftreten können.

(3) Vor Aufnahme einer Tätigkeit hat der Arbeitgeber die
Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und die erforderlichen
Schutzmaßnahmen zu treffen. Die Gefährdungsbeurteilung ist regelmäßig
zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren, insbesondere wenn
maßgebliche Veränderungen der Arbeitsbedingungen dies erforderlich
machen. Die Schutzmaßnahmen sind gegebenenfalls anzupassen.

(4) Der Arbeitgeber hat die Gefährdungsbeurteilung unabhängig von der
Zahl der Beschäftigten vor Aufnahme der Tätigkeit in einer Form zu
dokumentieren, die eine spätere Einsichtnahme ermöglicht. In der
Dokumentation ist anzugeben, welche Gefährdungen am Arbeitsplatz
auftreten können und welche Maßnahmen zur Vermeidung oder Minimierung
der Gefährdung der Beschäftigten durchgeführt werden müssen. Der
Arbeitgeber hat die ermittelten Ergebnisse aus Messungen und
Berechnungen in einer Form aufzubewahren, die eine spätere
Einsichtnahme ermöglicht. Für Expositionen durch künstliche
ultraviolette Strahlung sind entsprechende Unterlagen mindestens 30
Jahre aufzubewahren.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ostrv/__3.html
Directory: ostrv
Level: 3.0