Title: § 114 Schutz der Einsatzkräfte bei Notfalleinsätzen

Description:
Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchG)
Teil 3 - Strahlenschutz bei Notfallexpositionssituationen
Kapitel 2 - Schutz der Einsatzkräfte
§ 114 Schutz der Einsatzkräfte bei Notfalleinsätzen

Paragraph: 114

Content:
Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchG)
Teil 3 - Strahlenschutz bei Notfallexpositionssituationen
Kapitel 2 - Schutz der Einsatzkräfte
§ 114 Schutz der Einsatzkräfte bei Notfalleinsätzen

(1) Bei Notfalleinsätzen ist durch dem jeweiligen Einsatzzweck
angemessene Schutz- und Überwachungsmaßnahmen anzustreben, dass die
Exposition von Einsatzkräften in dieser Expositionssituation unterhalb
der Werte bleibt, die in § 78 bei geplanten Expositionssituationen als
Dosisgrenzwerte festgesetzt sind.

(2) Sofern der Einsatz dem Schutz des Lebens oder der Gesundheit dient
und einer der Werte nach Absatz 1 bei Einsätzen zum Schutz des Lebens
oder der Gesundheit auch durch angemessene Schutz- und
Überwachungsmaßnahmen nicht eingehalten werden kann, ist anzustreben,
dass die Exposition der Einsatzkräfte den Referenzwert für die
effektive Dosis von 100 Millisievert nicht überschreitet. Die
Einsatzkräfte müssen vor dem jeweiligen Einsatz über die mit ihm
verbundenen gesundheitlichen Risiken und die zu treffenden Schutz- und
Überwachungsmaßnahmen angemessen unterrichtet werden. Bei
Einsatzkräften, die bereits im Rahmen der Notfallvorsorge
unterrichtet, aus- und fortgebildet wurden, ist deren allgemeine
Unterrichtung entsprechend den Umständen des jeweiligen Notfalls zu
ergänzen. Schwangere und Personen unter 18 Jahren dürfen nicht in
Situationen nach Satz 1 eingesetzt werden.

(3) Sofern der Einsatz der Rettung von Leben, der Vermeidung schwerer
strahlungsbedingter Gesundheitsschäden oder der Vermeidung oder
Bekämpfung einer Katastrophe dient und die effektive Dosis 100
Millisievert auch bei angemessenen Schutz- und Überwachungsmaßnahmen
überschreiten kann, ist anzustreben, dass die Exposition von
Notfalleinsatzkräften den Referenzwert für die effektive Dosis von 250
Millisievert nicht überschreitet. In Ausnahmefällen, in denen es auch
bei angemessenen Schutz- und Überwachungsmaßnahmen möglich ist, dass
die effektive Dosis den Wert von 250 Millisievert überschreitet, kann
die Einsatzleitung einen erhöhten Referenzwert von 500 Millisievert
festlegen. Die Einsätze nach den Sätzen 1 und 2 dürfen nur von
Freiwilligen ausgeführt werden, die vor dem jeweiligen Einsatz über
die Möglichkeit einer solchen Exposition informiert wurden. Absatz 2
Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.

(4) Es ist anzustreben, dass Einsatzkräfte, die bei einem Notfall
bereits eine effektive Dosis von mehr als 250 Millisievert erhalten
haben oder bei denen der Grenzwert der Berufslebensdosis nach § 77
erreicht ist, bei weiteren Notfällen nicht in Situationen nach Absatz
3 eingesetzt werden.

(5) Bei der Ermittlung oder Abschätzung der Exposition einer
Einsatzkraft in einer Notfallexpositionssituation sind die ermittelten
oder abgeschätzten Körperdosen aus allen Einsätzen zu addieren, die
von der Einsatzkraft in dieser Notfallexpositionssituation ausgeführt
werden. Die Exposition einer Einsatzkraft während ihres Einsatzes in
einer Notfallexpositionssituation ist hinsichtlich des Grenzwertes für
die Berufslebensdosis nach § 77 zu berücksichtigen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschg/__114.html
Directory: strlschg
Level: 4.0