Title: § 19 Anerkennung von Absicherungsgeschäften

Description:
Verordnung über Risikomanagement und Risikomessung beim Einsatz von Derivaten, Wertpapier-Darlehen und Pensionsgeschäften in Investmentvermögen nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (DerivateV 2013)
Abschnitt 2 - Marktrisiko
Unterabschnitt 3 - Einfacher Ansatz
§ 19 Anerkennung von Absicherungsgeschäften

Paragraph: 19

Content:
Verordnung über Risikomanagement und Risikomessung beim Einsatz von Derivaten, Wertpapier-Darlehen und Pensionsgeschäften in Investmentvermögen nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (DerivateV 2013)
Abschnitt 2 - Marktrisiko
Unterabschnitt 3 - Einfacher Ansatz
§ 19 Anerkennung von Absicherungsgeschäften

(1) Bei der Ermittlung des Anrechnungsbetrags für das Marktrisiko nach
§ 16 Absatz 3 können Absicherungsgeschäfte berücksichtigt werden. Dem
Anrechnungsbetrag von marktgegenläufigen Derivaten wird hierzu ein
negatives Vorzeichen zugeordnet. Die Anrechnungsbeträge von
marktgegenläufigen Derivaten können mit den entsprechenden positiven
Anrechnungsbeträgen von Derivaten sowie mit den Marktwerten von
entsprechenden nichtderivativen Vermögensgegenständen nach den §§ 193
bis 196, 198 und 231 des Kapitalanlagegesetzbuches addiert und somit
verrechnet werden. Der aus der Verrechnung resultierende
Anrechnungsbetrag ist als absoluter Wert in die Summe nach § 16 Absatz
3 einzubeziehen. Verrechnungen dürfen nur unter der Voraussetzung
erfolgen, dass

1.  das derivative Geschäft einzig zum Zweck der Absicherung abgeschlossen
    worden ist,

2.  durch die Verrechnung wesentliche Risiken nicht vernachlässigt werden,

3.  der Anrechnungsbetrag der Derivate nach den Vorgaben des § 16 Absatz 1
    Satz 1 ermittelt wird und

4.  sich die Derivate beziehen auf

    a)  den gleichen Basiswert oder einen Basiswert, der exakt dem
        abzusichernden nichtderivativen Vermögensgegenstand nach den §§ 193
        bis 196 und 198 des Kapitalanlagegesetzbuches im Investmentvermögen
        entspricht, oder

    b)  einen Basiswert, der nicht exakt dem abzusichernden nichtderivativen
        Vermögensgegenstand nach den §§ 193 bis 196, 198 und 231 des
        Kapitalanlagegesetzbuches im Investmentvermögen entspricht, sofern

        aa) das derivative Geschäft nicht auf einer Anlagestrategie beruht, die
            der Gewinnerzielung dient,

        bb) das Derivat zu einer nachweisbaren Reduktion des Risikos des
            Investmentvermögens führt,

        cc) das allgemeine und das besondere Marktrisiko des Derivates
            ausgeglichen werden,

        dd) die zu verrechnenden Derivate, Basiswerte oder Vermögensgegenstände
            der gleichen Art von Finanzinstrumenten angehören und

        ee) davon ausgegangen werden kann, dass die Absicherungsstrategie auch
            unter außergewöhnlichen Marktbedingungen effizient ist.

(2) Für Investmentvermögen, die überwiegend in Derivate investiert
sind, die sich auf Zinssätze beziehen (Zinsderivate), kann zum Zweck
der Verrechnung von Anrechnungsbeträgen die Korrelation zwischen
Laufzeitsegmenten der Zinsstrukturkurve nach der in § 20 beschriebenen
Methode berücksichtigt werden. Die Methode nach § 20 darf nicht
angewendet werden, wenn die Anwendung zu einer falschen Ermittlung des
Risikoprofils des Investmentvermögens und zu überhöhtem Leverage führt
und wenn wesentliche Risiken unberücksichtigt bleiben.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/derivatev_2013/__19.html
Directory: derivatev_2013
Level: 4.0