Title: Anlage VI Ermittlung der Bewegungsenergie der Geschosse

Description:
Allgemeine Verordnung zum Beschussgesetz (BeschussV)
Tabelle 4: Faktoren zur Berechnung der Anteilsgrenzen
Anlage VI Ermittlung der Bewegungsenergie der Geschosse

Paragraph: 15

Content:
Allgemeine Verordnung zum Beschussgesetz (BeschussV)
Tabelle 4: Faktoren zur Berechnung der Anteilsgrenzen
Anlage VI Ermittlung der Bewegungsenergie der Geschosse

( Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2006, 1527;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote )

Die Bewegungsenergie der Geschosse ist nach folgenden Grundsätzen zu
prüfen:

1.  Von einer wahllos aus einer Fertigung gegriffenen Waffe wird zunächst
    das arithmetische Mittel der aus zehn Einzelmessungen resultierenden
    Geschossenergie
    (E(tief)10) gebildet. Liegt
    E(tief)10 nicht über 5,0 J, so erübrigt sich die weitere Prüfung und
    es ist als gesichert anzusehen, dass die Bewegungsenergie bei diesem
    Waffenmodell nicht über 7,5 J liegt. Im anderen Fall sind vier weitere
    aus der Fertigungsserie entnommene Waffen zu prüfen. Liegt das
    Gesamtmittel
    E(tief)5 x (tief)10 nicht über 7,5 J und bei keiner der fünf geprüften
    Waffen die jeweilige obere Toleranzgrenze für 90% der Grundgesamtheit
    mit einer statistischen Sicherheit von 95% über 8,5 J
    (E(tief)10 + k(tief)3, (tief)10 x s(tief)10 <= 8,5 J, k(tief)3,
    (tief)10 = 2,36), so gilt die Bewegungsenergie der Geschosse von 7,5 J
    bei diesem Waffenmodell als eingehalten. Bei nur einer gegenteiligen
    Feststellung wird das Gegenteil angenommen. Bei den Spielzeugwaffen
    erfolgt die Prüfung in entsprechender Weise für das Gesamtmittel*
    5*
    10                    nicht über 0,5 J. Die Prüfung vier weiterer
    Waffen aus der Fertigungsserie erübrigt sich, wenn beim ersten
    geprüften Stück*
    10                   nicht über 0,4 J liegt. Die jeweilige obere
    Toleranzgrenze im obigen Sinne darf nicht über 0,6 J liegen (*
    10                    + K
    3                   ,
    10*                    S
    10*                    0,6 J).

2.  Wird die Prüfung der Bewegungsenergie der Geschosse von Amts wegen an
    einem Einzelstück durchgeführt, so gilt der Wert von 7,5 J als nicht
    überschritten, wenn der aus zehn Messungen resultierende Mittelwert
    E(tief)10 nicht über 8,0 J und die obere Toleranzgrenze für 90% der
    Grundgesamtheit mit einer statistischen Sicherheit von 95% nicht über
    8,5 J liegt
    (E(tief)10 + k(tief)3, (tief)10 x s(tief)10 <= 8,5 J). Der Wert der
    Bewegungsenergie von 0,5 J gilt als nicht überschritten, wenn der aus
    zehn Messungen resultierende Mittelwert*
    10                    nicht über 0,55 J und die obere Toleranzgrenze
    für 90 % der Grundgesamtheit mit einer statistischen Sicherheit von 95
    % nicht über 0,6 J liegt (*
    10                    + K
    3                   ,
    10*                    S
    10*                    0,6 J).

3.  Die Bewegungsenergie der Geschosse wird als halbes Produkt der Masse
    und des Quadrates der Geschossgeschwindigkeit errechnet. Die mittlere
    Geschossgeschwindigkeit zwischen zwei Punkten der Geschossbahn geht
    aus einer Messung der Flugzeit hervor. Gemessen wird die Flugzeit mit
    einer Lichtschrankenanlage, wobei sich die erste Lichtschranke 0,50 m
    und die zweite 1,50 m vor der Mündung befinden muss. Als Anzeigegerät
    ist ein elektronischer Zähler mit einer Zeitauflösung von mindestens
    10 x 10(hoch)-6s zu verwenden. Durch Division der Messstrecke zwischen
    den zwei Punkten der Flugbahn (I,00 m) durch die gemessene Zeit wird
    die mittlere Geschwindigkeit errechnet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/beschussv/__15.html
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