Title: § 6 Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung der Gefährdungen von Beschäftigten durch elektromagnetische Felder

Description:
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (EMFV)
Abschnitt 3 - Expositionsgrenzwerte und Auslöseschwellen; Festlegungen zum Schutz vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder
Unterabschnitt 1 - Expositionsgrenzwerte und Auslöseschwellen; allgemeine Festlegungen zum Schutz vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder
§ 6 Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung der Gefährdungen von Beschäftigten durch elektromagnetische Felder

Paragraph: 6

Content:
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (EMFV)
Abschnitt 3 - Expositionsgrenzwerte und Auslöseschwellen; Festlegungen zum Schutz vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder
Unterabschnitt 1 - Expositionsgrenzwerte und Auslöseschwellen; allgemeine Festlegungen zum Schutz vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder
§ 6 Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung der Gefährdungen von Beschäftigten durch elektromagnetische Felder

(1) Der Arbeitgeber hat die nach § 3 Absatz 1 Satz 9 festgelegten
Maßnahmen nach dem Stand der Technik durchzuführen, um Gefährdungen
der Beschäftigten auszuschließen oder so weit wie möglich zu
verringern. Dazu sind die Entstehung und die Ausbreitung
elektromagnetischer Felder nach dem Stand der Technik vorrangig an der
Quelle zu verhindern oder zu reduzieren. Der Arbeitgeber hat dafür zu
sorgen, dass die Expositionsgrenzwerte nach § 5 in Verbindung mit den
Anhängen 2 und 3 eingehalten und Gefährdungen aufgrund direkter und
indirekter Wirkungen von elektromagnetischen Feldern vermieden oder
verringert werden und somit ein sicheres Arbeiten gewährleistet ist.
Technische Maßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen und
personenbezogenen Maßnahmen. Geeignete persönliche Schutzausrüstung
ist dann zu verwenden, wenn technische und organisatorische Maßnahmen
nicht ausreichen oder nicht anwendbar sind.

(2) Zu den Maßnahmen nach Absatz 1 gehören insbesondere

1.  alternative Arbeitsverfahren, durch die Gefährdungen durch
    elektromagnetische Felder vermieden oder verringert werden,

2.  Auswahl, Einsatz und Betriebsweise von Arbeitsmitteln, die unter
    Berücksichtigung der auszuführenden Tätigkeit in geringerem Maße
    elektromagnetische Felder emittieren,

3.  technische Maßnahmen zur Verringerung der Gefährdungen durch
    elektromagnetische Felder, falls erforderlich auch unter Einsatz von
    Abschirmungen, Verriegelungs- oder anderen Sicherheitseinrichtungen,

4.  angemessene Abgrenzungs- und Zugangskontrollmaßnahmen, insbesondere
    Warnhinweise, Signale, Kennzeichnungen, Markierungen oder Schranken,

5.  bei elektrischen Feldern Maßnahmen und Verfahren zur Vermeidung oder
    Minimierung von elektrischen Entladungen oder Kontaktströmen,

6.  angemessene Wartungsprogramme und Kontrollen von Arbeitsmitteln,
    Arbeitsplätzen und Anlagen,

7.  die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätten und
    Arbeitsplätze,

8.  organisatorische Maßnahmen zur Begrenzung von Ausmaß und Dauer der
    Exposition,

9.  Auswahl und Einsatz von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung sowie

10. die Verwendung der Arbeitsmittel nach den Herstellerangaben.

(3) Der Arbeitgeber hat Arbeitsbereiche, in denen die Auslöseschwellen
für elektromagnetische Felder nach den Anhängen 2 und 3 überschritten
werden, oder Arbeitsbereiche mit Gefährdungen für besonders
schutzbedürftige Beschäftigte nach Satz 2 zu kennzeichnen. Die
Kennzeichnung muss deutlich erkennbar und dauerhaft sein. Sie kann
insbesondere durch Warn-, Hinweis- und Zusatzzeichen sowie
Verbotszeichen und Warnleuchten erfolgen. Der Arbeitgeber hat die
betreffenden Arbeitsbereiche für die Dauer der Tätigkeit abzugrenzen
und den Zugang gegebenenfalls einzuschränken. In diesen Bereichen
dürfen Beschäftigte nur tätig werden, wenn das Arbeitsverfahren dies
erfordert. Absatz 1 bleibt unberührt.

1.  Arbeitsbereiche müssen nicht gekennzeichnet werden, wenn der Zugang
    auf geeignete Weise beschränkt ist und die Beschäftigten in geeigneter
    Weise unterwiesen sind.

2.  In Arbeitsbereichen mit öffentlich zugänglichen Arbeitsplätzen ist
    eine Kennzeichnung nach Satz 1 unterhalb der oberen Auslöseschwelle
    nach Anhang 2 Tabelle A2.10 nicht erforderlich, wenn gemäß der
    Gefährdungsbeurteilung nach § 3 für an diesen Arbeitsplätzen tätige
    Beschäftigte mit aktiven Implantaten oder am Körper getragenen
    medizinischen Geräten ein sicheres Arbeiten gewährleistet ist und die
    betroffenen Beschäftigten über die Gefährdungen aufgrund der
    elektromagnetischen Felder unterwiesen sind.

(4) Die Expositionsgrenzwerte für sensorische Wirkungen nach § 5 in
Verbindung mit den Anhängen 2 und 3 dürfen nur überschritten werden,
wenn

1.  die Überschreitung auf kurzzeitige Einzelereignisse unter definierten
    Betriebsbedingungen beschränkt ist,

2.  keine geeigneten alternativen Arbeitsverfahren zur Verfügung stehen,
    bei denen die Exposition der Beschäftigten minimiert oder beseitigt
    werden kann,

3.  die besonderen Festlegungen nach den §§ 7, 14, 17 und 18 umgesetzt
    sind und

4.  ein sicheres Arbeiten dadurch gewährleistet ist, dass nach
    Durchführung der entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung
    festgesetzten Maßnahmen Gefährdungen durch direkte und indirekte
    Wirkungen ausgeschlossen sind.

(5) Die Expositionsgrenzwerte für gesundheitliche Wirkungen nach § 5
in Verbindung mit den Anhängen 2 und 3 dürfen bei medizinischen
Anwendungen von Magnetresonanzverfahren überschritten werden, wenn die
besonderen Festlegungen nach § 18 umgesetzt sind.

(6) Werden abweichend von Absatz 4 und 5 die Expositionsgrenzwerte für
sensorische oder gesundheitliche Wirkungen überschritten, hat der
Arbeitgeber unverzüglich die Gründe zu ermitteln und weitere Maßnahmen
nach Absatz 2 zu ergreifen, um die Exposition auf einen Wert unterhalb
der Expositionsgrenzwerte zu senken und ein erneutes Überschreiten der
Expositionsgrenzwerte zu verhindern.

(7) Treten trotz aller durchgeführten Maßnahmen bei Beschäftigten
vorübergehende Symptome auf, so hat der Arbeitgeber unverzüglich die
Gefährdungsbeurteilung und die nach § 3 Absatz 1 Satz 9 festgelegten
Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten zu überprüfen und
erforderlichenfalls zu aktualisieren. Vorübergehende Symptome können
Folgendes umfassen:

1.  durch die Bewegung im statischen Magnetfeld hervorgerufene Wirkungen,
    insbesondere Schwindelgefühl oder Übelkeit,

2.  durch zeitveränderliche elektromagnetische Felder hervorgerufene
    Sinnesempfindungen, insbesondere Magnetophosphene oder
    Mikrowellenhören, sowie Wirkungen auf die im Kopf gelegenen Teile des
    Zentralnervensystems oder

3.  Wirkungen durch Entladungen oder Kontaktströme in elektromagnetischen
    Feldern.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/emfv/__6.html
Directory: emfv
Level: 4.0