Title: § 138 Besondere Schutzpflichten

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 9 - Besondere Anforderungen bei der Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung zum Zweck der medizinischen Forschung
§ 138 Besondere Schutzpflichten

Paragraph: 138

Content:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 9 - Besondere Anforderungen bei der Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung zum Zweck der medizinischen Forschung
§ 138 Besondere Schutzpflichten

(1) Bei einer nach § 32 Absatz 1 des Strahlenschutzgesetzes
angezeigten Anwendung hat der Strahlenschutzverantwortliche vor der
ersten Anwendung einen die Anwendungen leitenden Arzt oder Zahnarzt zu
benennen, der die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz und
mindestens zwei Jahre Erfahrung in der Anwendung radioaktiver Stoffe
oder ionisierender Strahlung am Menschen besitzt.

(2) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass
während der Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung
zum Zweck der medizinischen Forschung die ständige Erreichbarkeit des
die Anwendungen leitenden Arztes oder Zahnarztes im Sinne des § 31
Absatz 4 Nummer 6 des Strahlenschutzgesetzes oder des Absatzes 1 (die
Anwendungen leitender Arzt oder Zahnarzt) oder die ständige
Erreichbarkeit eines Vertreters mit gleicher Qualifikation
gewährleistet ist.

(3) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass
radioaktive Stoffe oder ionisierende Strahlung am Menschen zum Zweck
der medizinischen Forschung nur von dem die Anwendungen leitenden oder
einem von diesem beauftragten Arzt oder Zahnarzt mit der
erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz angewendet werden. § 145
Absatz 2 Satz 1 bleibt unberührt.

(4) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass die in
das Forschungsvorhaben eingeschlossene Person vor Beginn der Anwendung
radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung ärztlich oder
zahnärztlich untersucht wird. Er hat dafür zu sorgen, dass die Befunde
unverzüglich aufgezeichnet werden.

(5) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass vor
der Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung zum
Zweck der medizinischen Forschung

1.  die Aktivität der anzuwendenden radioaktiven Stoffe bestimmt wird,

2.  bei genehmigungsbedürftigen Anwendungen die Exposition für jede in das
    Forschungsvorhaben eingeschlossene Person durch geeignete Verfahren
    individuell abgeschätzt wird und

3.  bei anzeigebedürftigen Anwendungen die Exposition für die in das
    Forschungsvorhaben eingeschlossenen Personen durch geeignete Verfahren
    abgeschätzt wird.

Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass die
Exposition für jede in das Forschungsvorhaben eingeschlossene Person
durch geeignete Verfahren überwacht und im Hinblick auf die
Abschätzung bewertet wird. Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür
zu sorgen, dass die Ergebnisse der Abschätzung sowie Art und Ergebnis
der Überwachungsmaßnahmen unverzüglich aufgezeichnet werden.

(6) § 122 Absatz 3 gilt für Anwendungen zur Untersuchung zum Zweck der
medizinischen Forschung entsprechend. Bei genehmigungsbedürftigen
Anwendungen zur Untersuchung zum Zweck der medizinischen Forschung
kann die Genehmigungsbehörde Abweichendes festlegen, sofern die
Anwendung der diagnostischen Referenzwerte für das Forschungsvorhaben
nicht angemessen ist.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__138.html
Directory: strlschv_2018
Level: 5.0