Title: § 21 Besteuerung des Anteilseigners

Description:
Umwandlungssteuergesetz (UmwStG 1995)
Achter Teil - Einbringung eines Betriebs, Teilbetriebs oder Mitunternehmeranteils in eine Kapitalgesellschaft gegen Gewährung von Gesellschaftsanteilen
§ 21 Besteuerung des Anteilseigners

Paragraph: 21

Content:
Umwandlungssteuergesetz (UmwStG 1995)
Achter Teil - Einbringung eines Betriebs, Teilbetriebs oder Mitunternehmeranteils in eine Kapitalgesellschaft gegen Gewährung von Gesellschaftsanteilen
§ 21 Besteuerung des Anteilseigners

(1)
1             Werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft veräußert,
die der Veräußerer oder bei unentgeltlichem Erwerb der Anteile der
Rechtsvorgänger durch eine Sacheinlage (§ 20 Abs. 1 und § 23 Abs. 1
bis 4) unter dem Teilwert erworben hat (einbringungsgeborene Anteile),
so gilt der Betrag, um den der Veräußerungspreis nach Abzug der
Veräußerungskosten die Anschaffungskosten (§ 20 Abs. 4) übersteigt,
als Veräußerungsgewinn im Sinne des § 16 des Einkommensteuergesetzes.
2             Sind bei einer Sacheinlage nach § 20 Abs. 1 Satz 2 oder
§ 23 Abs. 4 aus einem Betriebsvermögen nicht alle Anteile der
Kapitalgesellschaft eingebracht worden, so ist § 16 Abs. 4 des
Einkommensteuergesetzes nicht anzuwenden.

(2)
1             Die Rechtsfolgen des Absatzes 1 treten auch ohne
Veräußerung der Anteile ein, wenn

1.  der Anteilseigner dies beantragt oder

2.  das Besteuerungsrecht der Bundesrepublik Deutschland hinsichtlich des
    Gewinns aus der Veräußerung der Anteile ausgeschlossen wird oder

3.  die Kapitalgesellschaft, an der die Anteile bestehen, aufgelöst und
    abgewickelt wird oder das Kapital dieser Gesellschaft herabgesetzt und
    an die Anteilseigner zurückgezahlt wird oder Beträge aus dem
    steuerlichen Einlagekonto im Sinne des § 27 des
    Körperschaftsteuergesetzes ausgeschüttet oder zurückgezahlt werden,
    soweit die Bezüge nicht die Voraussetzungen des § 20 Abs. 1 Nr. 1 oder
    2 des Einkommensteuergesetzes erfüllen oder

4.  der Anteilseigner die Anteile verdeckt in eine Kapitalgesellschaft
    einlegt.

2             Dabei tritt an die Stelle des Veräußerungspreises der
Anteile ihr gemeiner Wert.
3             In den Fällen des Satzes 1 Nr. 1, 2 und 4 kann die auf
den Veräußerungsgewinn entfallende Einkommen- oder Körperschaftsteuer
in jährlichen Teilbeträgen von mindestens je einem Fünftel entrichtet
werden, wenn die Entrichtung der Teilbeträge sichergestellt ist.
4             Stundungszinsen werden nicht erhoben.
5             Bei einer Veräußerung von Anteilen während des
Stundungszeitraums endet die Stundung mit dem Zeitpunkt der
Veräußerung.
6             Satz 5 gilt entsprechend, wenn während des
Stundungszeitraums die Kapitalgesellschaft, an der die Anteile
bestehen, aufgelöst und abgewickelt wird oder das Kapital dieser
Gesellschaft herabgesetzt und an die Anteilseigner zurückgezahlt wird
oder wenn eine Umwandlung im Sinne des zweiten oder des vierten Teils
des Gesetzes erfolgt ist.

(3) Ist der Veräußerer oder Eigner von Anteilen im Sinne des Absatzes
1 Satz 1

1.  eine juristische Person des öffentlichen Rechts, so gilt der
    Veräußerungsgewinn als in einem Betrieb gewerblicher Art dieser
    Körperschaft entstanden,

2.  von der Körperschaftsteuer befreit, so gilt der Veräußerungsgewinn als
    in einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb dieser Körperschaft
    entstanden.

(4)
1             Werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft im Sinne des
Absatzes 1 in ein Betriebsvermögen eingelegt, so sind sie mit ihren
Anschaffungskosten (§ 20 Abs. 4) anzusetzen.
2             Ist der Teilwert im Zeitpunkt der Einlage niedriger, so
ist dieser anzusetzen; der Unterschiedsbetrag zwischen den
Anschaffungskosten und dem niedrigeren Teilwert ist außerhalb der
Bilanz vom Gewinn abzusetzen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/umwstg_1995/__21.html
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