Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung (SpedKfmAusbV 2004)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung (SpedKfmAusbV 2004)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Prüfung ist in den Prüfungsbereichen Leistungserstellung in
Spedition und Logistik, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich und im Prüfungsbereich
Fallbezogenes Fachgespräch mündlich durchzuführen.

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  im Prüfungsbereich Leistungserstellung in Spedition und Logistik:

    In höchstens 180 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle aus den folgenden Gebieten bearbeiten:

    a)  Transport, Umschlag, Lagerleistungen,

    b)  Logistische Dienstleistungen,

    c)  Marketing.

    Dabei soll er zeigen, dass er Lösungsvorschläge zu speditionellen und
    logistischen Aufgabenstellungen verkehrsträgerübergreifend entwickeln
    und Möglichkeiten des Marketings berücksichtigen kann. Darüber hinaus
    soll er zeigen, dass er Speditionsaufträge verkehrsträgerspezifisch
    durchführen, dabei rechtliche Vorschriften und
    Beförderungsbestimmungen anwenden sowie englischsprachige Formulare
    bearbeiten kann; hierfür kommt einer von zwei Verkehrsträgern in
    Betracht, die der Prüfling bei der Prüfungsanmeldung aus den folgenden
    Verkehrsträgern benennt: Straßen-, Schienen-, Luftverkehr,
    Binnenschifffahrt, Seeschifffahrt; der Prüfungsausschuss legt den zu
    bearbeitenden Verkehrsträger fest, der dem Prüfling am Tag der Prüfung
    mit der Aufgabenstellung vorgegeben wird;

2.  im Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung und Kontrolle:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle aus den folgenden Gebieten bearbeiten:

    a)  Kosten- und Leistungsrechnung,

    b)  Controlling.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Preisangebote erstellen,
    Methoden der Erfolgskontrolle anwenden und kaufmännische Zusammenhänge
    berücksichtigen kann;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle aus der Berufs- und Arbeitswelt bearbeiten und dabei zeigen,
    dass er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge
    der Berufs- und Arbeitswelt und die Bedeutung der Speditions- und
    Logistikbranche als Wirtschaftsfaktor darstellen kann;

4.  im Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch:

    Der Prüfling soll auf der Grundlage einer von zwei ihm zur Wahl
    gestellten praktischen Aufgaben aus dem Gebiet Speditionelle und
    logistische Leistungen Lösungsvorschläge entwickeln und begründen. Bei
    der Aufgabenstellung ist der betriebliche Ausbildungsschwerpunkt
    zugrunde zu legen. Die Aufgabe ist Ausgangspunkt für ein Fachgespräch.
    Das Fachgespräch soll einschließlich der Lösungsdarstellung höchstens
    30 Minuten dauern. Der Prüfling soll zeigen, dass er
    betriebspraktische Aufgaben sachgerecht lösen, wirtschaftliche,
    technische, ökologische und rechtliche Zusammenhänge beachten sowie
    Gespräche systematisch und situationsbezogen führen kann.

Dem Prüfling ist eine Vorbereitungszeit von höchstens 20 Minuten
einzuräumen.

(4) Sind in den schriftlichen Prüfungsbereichen die Prüfungsleistungen
in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" und in den übrigen
schriftlichen Prüfungsbereichen mit mindestens "ausreichend" bewertet
worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des
Prüfungsausschusses in einem der mit "mangelhaft" bewerteten
Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung
von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der
Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling
zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen
Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der
mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(5) Zum Bestehen der Abschlussprüfung müssen im Gesamtergebnis sowie
in mindestens drei Prüfungsbereichen, darunter dem Prüfungsbereich
Leistungserstellung in Spedition und Logistik, ausreichende Leistungen
erbracht werden. Werden die Prüfungsleistungen in einem
Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/spedkfmausbv_2004/__9.html
Directory: spedkfmausbv_2004
Level: 2.0