Title: § 25 Aktivierung

Description:
Verordnung zur Regelung des Verfahrens der Beschaffung, des Einsatzes und der Abrechnung einer Kapazitätsreserve (KapResV)
Teil 3 - Einsatz der Kapazitätsreserve
§ 25 Aktivierung

Paragraph: 25

Content:
Verordnung zur Regelung des Verfahrens der Beschaffung, des Einsatzes und der Abrechnung einer Kapazitätsreserve (KapResV)
Teil 3 - Einsatz der Kapazitätsreserve
§ 25 Aktivierung

(1) Um sicherzustellen, dass die Anlagen zum notwendigen Zeitpunkt die
vollständige Reserveleistung einspeisen können, müssen die
Übertragungsnetzbetreiber die Kapazitätsreserveanlagen aktivieren,
wenn:

1.  bei der letzten Auktion des vortägigen Handels an der Strombörse die
    Markträumung ausbleibt,

2.  bei der Eröffnungsauktion des untertägigen Handels an der Strombörse
    die Markträumung ausbleibt oder

3.  im untertägigen, kontinuierlichen Handel an der Strombörse für eine
    Fahrplanviertelstunde offene Kaufgebote in Höhe des technischen
    Preislimits eingestellt sind, die nicht innerhalb einer Stunde
    vollständig erfüllt werden.

Bei der Aktivierung haben die Übertragungsnetzbetreiber jeweils die
Anfahrtszeit zu berücksichtigen. Strombörse im Sinne von Satz 1 ist
die Strombörse, die im ersten Quartal des vorangegangenen
Kalenderjahres das höchste Handelsvolumen für Stundenkontrakte für die
Preiszone Deutschland am Spotmarkt aufgewiesen hat. Die
Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen die Strombörse im Sinne von
Satz 1 auf der gemeinsamen Internetplattform.

(2) Die Übertragungsnetzbetreiber müssen im Regelfall alle
Kapazitätsreserveanlagen aktivieren. Sie sind befugt, nur einen Teil
der Anlagen zu aktivieren, wenn dies nach ihren Prognosen ausreicht,
um eine Gefährdung oder Störung der Sicherheit oder Zuverlässigkeit
des Elektrizitätsversorgungssystems zu vermeiden oder zu beseitigen.
Sie müssen diese Anlagen anhand technischer Eignung und ökonomischer
Kriterien auswählen.

(3) Um die infolge der Aktivierung der Kapazitätsreserveanlagen
eingespeisten Strommengen auszugleichen, sind die
Übertragungsnetzbetreiber berechtigt und verpflichtet, von den
Betreibern der in den Strommärkten aktiven Anlagen zu verlangen, dass
diese in vergleichbarem Umfang die Wirkleistungseinspeisung ihrer
Anlagen anpassen. Die Übertragungsnetzbetreiber müssen diese Anlagen
anhand ihrer technischen Eignung und anhand ökonomischer Kriterien
auswählen. § 13a Absatz 1 Satz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes ist
entsprechend anzuwenden. Die Sätze 1 bis 3 sind für die Strommengen
nach § 3 Absatz 1 Satz 2 und den §§ 28 bis 30 entsprechend anzuwenden.

(4) Maßnahmen, die nach § 13 Absatz 2 des Energiewirtschaftsgesetzes
erforderlich sind, bleiben von Absatz 1 unberührt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kapresv/__25.html
Directory: kapresv
Level: 3.0