Title: § 8 Teil 2 der Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker und zur Orthopädietechnik-Mechanikerin (OrthAusbVO)
§ 8 Teil 2 der Gesellenprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker und zur Orthopädietechnik-Mechanikerin (OrthAusbVO)
§ 8 Teil 2 der Gesellenprüfung

(1) Teil 2 der Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Gesellenprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Konstruieren eines orthopädietechnischen Hilfsmittels nach Maßen des
    Patienten,

2.  Versorgungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung von Anatomie,
    Pathologie und Biomechanik,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Konstruieren eines orthopädietechnischen
Hilfsmittels nach Maßen des Patienten bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Patientenanamnesen und -beratungen durchzuführen,

    b)  Arbeitsschritte zu planen und Arbeitsabläufe zu organisieren,

    c)  Maße am Patienten zu nehmen und Körperteile abzuformen,

    d)  Positivmodelle zu erstellen,

    e)  orthopädietechnische Hilfsmittel passgenau und funktionell
        herzustellen,

    f)  Versorgungsdokumentationen zu erstellen;

2.  hierfür ist unter Berücksichtigung des gewählten Schwerpunkts aus
    folgenden Gebieten eines auszuwählen:

    a)  Prothetik,

    b)  individuelle Orthetik oder

    c)  individuelle Rehabilitationstechnik;

3.  der Prüfling soll einen betrieblichen Auftrag durchführen, mit
    praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren, die Durchführung und die
    Arbeitsergebnisse präsentieren und dazu ein auftragsbezogenes
    Fachgespräch führen. Das Fachgespräch wird auf Grundlage der
    praxisbezogenen Unterlagen geführt. Dem Prüfungsausschuss ist vor der
    Durchführung des betrieblichen Auftrags die Aufgabenstellung
    einschließlich eines geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung
    vorzulegen;

4.  die Prüfungszeit für den betrieblichen Auftrag beträgt 42 Stunden, für
    die Präsentation höchstens 15 Minuten sowie für das auftragsbezogene
    Fachgespräch höchstens 30 Minuten.

(4) Für den Prüfungsbereich Versorgungsmöglichkeiten unter
Berücksichtigung von Anatomie, Pathologie und Biomechanik bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  die anatomischen, pathologischen und biomechanischen Voraussetzungen
        des Patienten zu beurteilen,

    b)  die Krankheitsbilder zu erkennen und daraus resultierende spezifische
        Versorgungsmöglichkeiten abzuleiten und zu begründen,

    c)  Wirkungsweisen und Funktionen sowie Belastbarkeit von Hilfsmitteln
        darzustellen;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine,
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und
    Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/orthausbvo/__8.html
Directory: orthausbvo
Level: 2.0