Title: § 2 Begriffsbestimmungen

Description:
Verordnung zur Regelung des Verfahrens der Beschaffung, des Einsatzes und der Abrechnung einer Kapazitätsreserve (KapResV)
Teil 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 2 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 2

Content:
Verordnung zur Regelung des Verfahrens der Beschaffung, des Einsatzes und der Abrechnung einer Kapazitätsreserve (KapResV)
Teil 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser Verordnung bedeutet

1.  Abruf: Anforderung der Übertragungsnetzbetreiber, die
    Wirkleistungseinspeisung von in der Kapazitätsreserve gebundenen
    Erzeugungsanlagen, Speichern und von Anlagen nach § 25 Absatz 3 aus
    dem Betrieb in Teillast auf die jeweils benötigte Einspeiseleistung
    anzupassen; bei regelbaren Lasten die Anforderung der
    Übertragungsnetzbetreiber, den Wirkleistungsbezug aus der Bereitschaft
    um die jeweils benötigte Leistung anzupassen,

2.  Aktivierung: Anforderung der Übertragungsnetzbetreiber,
    Erzeugungsanlagen oder Speicher zu starten und in Mindestteillast zu
    betreiben; bei regelbaren Lasten die Anforderung der
    Übertragungsnetzbetreiber, die Anlage in Bereitschaft für einen Abruf
    zu versetzen,

3.  Aktivierungszeit: Zeitraum von der Aktivierung bis zur Einspeisung mit
    Mindestteillast; bei regelbaren Lasten bis zur Bereitschaft für einen
    Abruf,

4.  Anfahrzeit: Zeitraum von der Anforderung der
    Übertragungsnetzbetreiber, Erzeugungsanlagen oder einen Speicher zu
    starten, bis zur Einspeisung der vollständigen Reserveleistung; bei
    regelbaren Lasten Zeitraum von der Anforderung, den Wirkleistungsbezug
    anzupassen, bis zur Bereitstellung der vollständigen Reserveleistung,

5.  Anlage: Erzeugungsanlage, regelbare Last oder Speicheranlage,

6.  Anschluss-Übertragungsnetzbetreiber: Übertragungsnetzbetreiber, in
    dessen Regelzone eine Anlage an das Stromnetz angeschlossen ist,

7.  ausbleibende Markträumung: wenn im börslichen Handel mindestens ein
    Nachfragegebot mit einem Gebotspreis in Höhe des technischen
    Preislimits nicht oder nicht vollständig erfüllt wurde,

8.  Bieter: der Betreiber einer Anlage, der für die Anlage ein Gebot im
    Rahmen der Ausschreibung der Kapazitätsreserve abgibt,

9.  Einsatz: Aktivierung oder Abruf der Kapazitätsreserve,

10. Erbringungszeitraum: Zeitraum, für den der Betreiber einer Anlage dazu
    verpflichtet ist, die Reserveleistung mit seiner Anlage vorzuhalten,

11. Erzeugungsanlage: Einheit zur Erzeugung von elektrischer Energie, die
    über einen Generator und eine direkte schaltungstechnische Zuordnung
    zwischen den Hauptkomponenten verfügt,

12. Gebotsmenge: Reserveleistung in Megawatt,

13. Gebotstermin: Kalendertag, bis zu dem die Gebote vollständig, in der
    vorgeschriebenen Form und mit den erforderlichen Angaben den
    Übertragungsnetzbetreibern zugehen müssen,

14. Gebotswert: jährliche Vergütung für die Gebotsmenge in Euro pro
    Megawatt,

15. kalter Zustand: bei Erzeugungsanlagen und Speichern der Zustand der
    Anlage nach einer Stillstandszeit von mehr als 50 Stunden und ohne
    Betrieb einer Anlagenfeuerung,

16. Kapazitätsreserveanlage: Anlage, die vertraglich gebunden ist und mit
    der eine bestimmte Reserveleistung vorzuhalten ist,

17. Mindestteillast: minimale Wirkleistungseinspeisung, mit der eine
    Erzeugungsanlage dauerhaft oder ein Speicher während der Entladung
    kontinuierlich und zuverlässig betrieben werden kann,

18. Probeabruf: Aktivierung und Abruf einer Kapazitätsreserveanlage auf
    Veranlassung und ohne Vorankündigung der Übertragungsnetzbetreiber, um
    die Funktionsfähigkeit der Kapazitätsreserveanlage und die
    Verfügbarkeit der Reserveleistung zu überprüfen,

19. regelbare Last: Einheit zum Verbrauch elektrischer Energie, von der
    eine Abschaltleistung in der Form herbeigeführt werden kann, dass der
    Wirkleistungsbezug zuverlässig um eine bestimmte Leistung reduziert
    werden kann,

20. Reserveleistung: Wirkleistungseinspeisung einer Erzeugungsanlage oder
    eines Speichers oder Reduktion des Wirkleistungsbezugs einer
    regelbaren Last, die den Übertragungsnetzbetreibern am
    Netzeinspeisepunkt für den Einsatz als Kapazitätsreserve zur Verfügung
    steht und die technischen Anforderungen nach § 9 erfüllt,

21. Strommärkte: Gesamtheit der Märkte und sonstigen Vertriebswege, über
    die ein Betreiber die Leistung oder die Arbeit seiner Anlage veräußern
    kann; dies umfasst insbesondere den vor- und untertägigen börslichen
    und außerbörslichen Handel, börsliche und außerbörsliche
    Termingeschäfte, sonstige Vereinbarungen im außerbörslichen Handel
    sowie die Märkte für Regelenergie und regelbare Lasten,

22. Teillast: Wirkleistungseinspeisung einer Erzeugungsanlage oder eines
    Speichers, die über der Mindestteillast und bei Erzeugungsanlagen und
    Speichern in der Kapazitätsreserve unter der Reserveleistung oder bei
    Anlagen nach § 25 Absatz 3 unter der Nennleistung liegt,

23. Vorhaltung: Aufrechterhaltung eines Zustandes einer
    Kapazitätsreserveanlage durch deren Betreiber, der die
    Wirkleistungseinspeisung oder die Reduktion des Wirkleistungsbezugs
    entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen ermöglicht.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kapresv/__2.html
Directory: kapresv
Level: 3.0