Title: § 9 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Fahrzeugsattlerei

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Sattler/zur Sattlerin (SaAusbV 2005)
§ 9 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Fahrzeugsattlerei

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Sattler/zur Sattlerin (SaAusbV 2005)
§ 9 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Fahrzeugsattlerei

(1) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 16 Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag
entspricht, durchführen und mit praxisüblichen Unterlagen
dokumentieren sowie hierüber während dieser Zeit in insgesamt
höchstens 20 Minuten ein Fachgespräch führen, das aus mehreren
Gesprächsphasen bestehen kann. Für die Arbeitsaufgabe und das
Fachgespräch kommen insbesondere in Betracht:

1.  Polstern, Beziehen und Montieren eines Fahrzeugsitzes, einschließlich
    Anfertigen von Schablonen, Zuschneiden von Werk- und Hilfsstoffen,
    Gestalten von Bezugsflächen, Anbringen von Befestigungs- oder
    Verschlusselementen oder

2.  Herstellen und Montieren eines Verdecks oder einer Plane nach Skizze
    oder Schablone, einschließlich Anbringen von Zubehörteilen oder

3.  Gestalten, Herstellen und Montieren von Teilen einer Innenverkleidung.

Bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe, der Dokumentation und des
Fachgesprächs soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter
Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbstständig und kundenorientiert planen und durchführen kann, dabei
Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren, Maßnahmen zur
Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum
Umweltschutz ergreifen und die für die Arbeitsaufgabe relevanten
fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der
Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Planung und Fertigung, Montage sowie Wirtschafts-
und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Planung und
Fertigung sowie Montage soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben mit
verknüpften technologischen, mathematischen und gestalterischen
Inhalten lösen können. Dabei sollen Sicherheit und Gesundheitsschutz
bei der Arbeit, Umweltschutz, qualitätssichernde Maßnahmen sowie
kundenorientiertes Handeln einbezogen werden. Es kommen Aufgaben
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Planung und Fertigung:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Planung von Arbeitsabläufen,
    bei Polster- und Bezugsarbeiten, beim Herstellen von Verdecken und
    Planen sowie beim Gestalten und Herstellen von Innenverkleidungen.
    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Materialien auswählen,
    Polster- und Bezugstechniken unterscheiden, technische Vorgaben,
    Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen beachten sowie funktionelle
    und optische Gesichtspunkte berücksichtigen kann;

2.  im Prüfungsbereich Montage:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Montage von Werkstücken und
    Zubehörteilen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsschritte
    planen, Befestigungstechniken unterscheiden, technische Vorgaben,
    Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen beachten sowie
    Arbeitsergebnisse kontrollieren kann;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Planung und Fertigung

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Montage

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Planung und Fertigung

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Montage

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht wurden. Innerhalb der schriftlichen Prüfung müssen in zwei
der Prüfungsbereiche nach Absatz 3 mindestens ausreichende Leistungen,
in dem weiteren Prüfungsbereich dürfen keine ungenügenden Leistungen
erbracht werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/saausbv_2005/__9.html
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