Title: § 6 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten und zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PharmKfmAusbV 2012)
§ 6 Abschlussprüfung

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten und zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PharmKfmAusbV 2012)
§ 6 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Geschäfts- und Leistungsprozesse in der Apotheke,

2.  Warensortiment,

3.  Warenwirtschaft,

4.  Beratungsgespräch,

5.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Geschäfts- und Leistungsprozesse in der
Apotheke bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  kaufmännische und statistische Daten zur Kalkulation ermitteln und
        betriebliche Leistungen berechnen und bewerten,

    b)  Zahlungsverkehr abwickeln,

    c)  Preise bilden sowie Leistungen abrechnen,

    d)  Marketingmaßnahmen zielgruppen- und serviceorientiert auswählen,

    e)  bürowirtschaftliche und arbeitsorganisatorische Prozesse planen,
        durchführen und kontrollieren,

    f)  zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung betrieblicher Prozesse
        beitragen

    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Warensortiment bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Stoffe, Drogen, Arzneimittel, Chemikalien und Gefahrstoffe,
        Medizinprodukte und andere apothekenübliche Waren unterscheiden und
        kennzeichnen sowie Vorschriften für die Lagerung und Entsorgung
        anwenden,

    b)  Tätigkeiten nach der Apothekenbetriebsordnung durchführen und
        Dokumentationen vorbereiten,

    c)  apothekenspezifische Fachsprache anwenden,

    d)  apothekenübliche Dienstleistungen planen und deren Durchführung
        beschreiben

    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Warenwirtschaft bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  eingehende Ware unter warenspezifischen, rechtlichen sowie
        kaufmännischen Aspekten prüfen, annehmen und erfassen,

    b)  Lieferung und Waren auf erkennbare Mängel überprüfen und entsprechende
        Maßnahmen einleiten,

    c)  Waren unter Beachtung rechtlicher Vorschriften sowie warenspezifischer
        Erfordernisse lagern,

    d)  Lieferung und Abgabe der Waren vorbereiten,

    e)  Transport- und Verpackungsformen unterscheiden

    kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    situatives Fachgespräch führen;

3.  die Prüfungszeit für die Arbeitsaufgabe beträgt insgesamt 45 Minuten;
    innerhalb dieser Zeit soll das situative Fachgespräch in höchstens 15
    Minuten durchgeführt werden.

(7) Für den Prüfungsbereich Beratungsgespräch bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er zu apothekenüblichen Waren und
    Medizinprodukten

    a)  Gespräche mit Kunden situationsbezogen führen,

    b)  auf Kundenargumente angemessen reagieren,

    c)  kunden- und serviceorientiert beraten

    kann;

2.  der Prüfling soll auf der Grundlage einer von zwei ihm zur Wahl
    gestellten Aufgaben ein simuliertes Beratungsgespräch durchführen;

3.  dem Prüfling ist eine Vorbereitungszeit von 15 Minuten einzuräumen;
    die Dauer des simulierten Beratungsgespräches beträgt höchstens 15
    Minuten.

(8) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche
    Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen
    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(9) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

1.
    *        *   Geschäfts- und Leistungsprozesse
            in der Apotheke

        *   25 Prozent,

2.
    *        *   Warensortiment

        *   25 Prozent,

3.
    *        *   Warenwirtschaft

        *   20 Prozent,

4.
    *        *   Beratungsgespräch

        *   20 Prozent,

5.
    *        *   Wirtschafts- und Sozialkunde

        *   10 Prozent.

(10) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich Warensortiment mit mindestens „ausreichend“,

3.  in mindestens drei weiteren Prüfungsbereichen mit mindestens
    „ausreichend“ und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(11) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche Geschäfts-
und Leistungsprozesse in der Apotheke, Warensortiment oder
Wirtschafts- und Sozialkunde durch eine mündliche Prüfung von etwa 15
Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den
Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen
Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der
mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pharmkfmausbv_2012/__6.html
Directory: pharmkfmausbv_2012
Level: 2.0