Title: § 11 Gesellenprüfung in der Fachrichtung Vulkanisationstechnik

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik/zur Mechanikerin für Reifen- und Vulkanisationstechnik (VulkAusbV 2004)
§ 11 Gesellenprüfung in der Fachrichtung Vulkanisationstechnik

Paragraph: 11

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik/zur Mechanikerin für Reifen- und Vulkanisationstechnik (VulkAusbV 2004)
§ 11 Gesellenprüfung in der Fachrichtung Vulkanisationstechnik

(1) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Prüflinge sollen im Prüfungsteil A in insgesamt höchstens acht
Stunden zwei praktische Arbeitsaufgaben aus unterschiedlichen
Bereichen, die Kundenaufträgen entsprechen, bearbeiten und
dokumentieren sowie während dieser Zeit in insgesamt höchstens 15
Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Als Bereiche kommen
insbesondere in Betracht:

1.  Erneuern von Reifen im Heiß- oder Warmvulkanisationsverfahren
    einschließlich Prüfen und Klassifizieren, Auswählen des Werkstoffes
    und des Materials, Kontrollieren der Arbeitsergebnisse sowie
    Anfertigen einer Dokumentation und

2.  Instandsetzen eines Nutzfahrzeugreifens einschließlich Prüfen der
    Reparaturfähigkeit, Auswählen des Reparaturverfahrens und des
    Reparaturwerkstoffes sowie Reparieren eines Schlauches, Einsetzen von
    Ventilen, Kontrollieren der Arbeitsergebnisse sowie Anfertigen einer
    Dokumentation oder

3.  Instandsetzen von Fördergurten oder Gummiauskleidungen, Anfertigen
    einer Arbeitsplanung sowie eines Mess- und Prüfprotokolls.

Die Durchführung der Arbeitsaufgaben wird mit praxisbezogenen
Unterlagen dokumentiert. Durch die Durchführung der Arbeitsaufgaben
und deren Dokumentation sollen die Prüflinge zeigen, dass sie
Arbeitsabläufe und Teilaufgaben unter Beachtung wirtschaftlicher,
technischer, organisatorischer, zeitlicher und qualitätssichernder
Vorgaben selbständig planen und umsetzen, Informationssysteme nutzen,
Fahrzeuge und Systeme bedienen sowie Protokolle anfertigen können.
Durch das Fachgespräch sollen die Prüflinge zeigen, dass sie mit
Kunden kommunizieren, fachbezogene Probleme und deren Lösungen
darstellen, die für die Arbeitsaufgaben relevanten fachlichen
Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Durchführung
der Arbeitsaufgaben begründen können. Die Bearbeitung einschließlich
der Dokumentation ist mit 80 Prozent und das Fachgespräch mit 20
Prozent zu gewichten.

(3) Prüfungsteil B besteht aus den drei schriftlichen
Prüfungsbereichen:

1.  Instandhaltungstechnik,

2.  Erneuern von Reifen,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

In den Prüfungsbereichen Instandhaltungstechnik sowie Erneuern von
Reifen sind insbesondere fachliche Probleme mit verknüpften
informationstechnischen, technologischen, instandhaltungstechnischen
und mathematischen Sachverhalten zu analysieren, zu bewerten und
Lösungswege darzustellen. Dabei sollen die Prüflinge zeigen, dass sie
die Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutzbestimmungen
berücksichtigen sowie technische Informationen nutzen und dem
jeweiligen System zuordnen können. Des Weiteren sollen die Prüflinge
zeigen, dass sie Problemanalysen durchführen, die für die
Instandhaltung erforderlichen Ersatzteile, Werkzeuge und Hilfsmittel
unter Beachtung von technischen Regeln auswählen, Maßnahmen unter
Berücksichtigung betrieblicher Abläufe planen sowie Funktionspläne,
Datensammlungen und branchenbezogene Software nutzen und auswerten
können.
Im Prüfungsbereich Instandhaltungstechnik kommt insbesondere in
Betracht: Beschreiben der Funktion von Systemen und deren
Zusammenwirken sowie Beschreiben der Vorgehensweise bei
Instandhaltungsarbeiten, insbesondere bei der Fördergurtreparatur-,
Reifenreparatur- oder Belegetechnik.
Im Prüfungsbereich Erneuern von Reifen kommt insbesondere in Betracht:
Beschreiben der Vorgehensweise beim Anwenden von
Karkassenprüfverfahren und bei der Auswahl der Erneuerungsverfahren
sowie Berechnen von Rau- und Belegemaßen sowie Heizzeiten.
Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben, die
sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht: Allgemeine wirtschaftliche und
gesellschaftliche Zusammenhänge aus der Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Im Prüfungsteil B ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten
auszugehen:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Instandhaltungstechnik

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Erneuern von Reifen

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des Prüfungsteils B sind die Prüfbereiche wie folgt zu
gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Instandhaltungstechnik

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Erneuern von Reifen

    *   40 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Der Prüfungsteil B ist auf Antrag der Prüflinge oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das bisherige Ergebnis und
das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn

1.  im Prüfungsteil A und

2.  im Prüfungsteil B

jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. In zwei
der Prüfungsbereiche des Prüfungsteils B müssen mindestens
ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich des
Prüfungsteils B dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht worden
sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/vulkausbv_2004/__11.html
Directory: vulkausbv_2004
Level: 2.0