Title: § 30 Tunnel

Description:
Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (StrabBO 1987)
Vierter Abschnitt - Betriebsanlagen
§ 30 Tunnel

Paragraph: 30

Content:
Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (StrabBO 1987)
Vierter Abschnitt - Betriebsanlagen
§ 30 Tunnel

(1) Tunnel müssen so gebaut sein, daß

1.  der Auftrieb auch bei höchstem zu erwartendem Grundwasserstand die
    Standsicherheit nicht gefährdet,

2.  bei einem Brand die Standsicherheit seiner tragenden Bauteile
    gewährleistet bleibt,

3.  eindringende Feuchtigkeit den Betrieb nicht beeinträchtigt.

(2) Bei der Festlegung der Lastannahmen für die Bemessung von Tunneln
sind die Ergebnisse von Untersuchungen über Bodenbeschaffenheit und
Wasserführung zu berücksichtigen. Sie müssen insbesondere über zu
erwartende Bodenkennwerte und chemische Einflüsse Aufschluß geben.

(3) Gefährdete Stützen müssen so bemessen sein, daß sie einem
Fahrzeuganprall standhalten, es sei denn, daß bei Ausfall jeweils
einer Stütze die auftretenden Lasten von den übrigen Bauteilen sicher
aufgenommen werden können.

(4) Bei Stahlbetontunneln, in denen Rückleitungen nach § 26 für
Gleichstrom vorhanden sind, müssen Bewehrungen elektrisch leitend
miteinander verbunden sein; an Isolierfugen sollen diese Verbindungen
trennbar sein. Die Bewehrungen dürfen nicht elektrisch leitend
verbunden sein mit

1.  den Fahrschienen,

2.  der Bewehrung oder Metallkonstruktion anderer Bahnbauwerke und
    bahnfremder Anlagen.

(5) In einem Tunnel müssen ins Freie führende Notausgänge vorhanden
und so angelegt sein, dass der Rettungsweg bis zum nächsten Bahnsteig,
Notausgang oder bis zur Tunnelmündung jeweils nicht mehr als 300 m
lang ist. Dabei dient der Rettungsweg der Rettung von Personen, soweit
im Notfall ein Halt von Fahrzeugen im Haltestellenbereich nicht
möglich ist. Notausgänge müssen direkt oder über sichere Bereiche auch
an Tunnelenden vorhanden sein, wenn der nächste Notausgang oder der
nächste Bahnsteig mehr als 100 m entfernt ist.

(6) Notausgänge müssen außerhalb von Haltestellen durch blaues Licht
kenntlich gemacht sein.

(7) Notausgänge müssen für die Beförderung von Verletzten auf Tragen
geeignet sein.

(8) Ins Freie führende Ausgangsöffnungen der Notausgänge müssen

1.  von Straßenfahrbahnen einen angemessenen Abstand haben,

2.  jederzeit zugänglich sein; sie dürfen insbesondere nicht durch
    Straßenfahrzeuge blockiert werden können,

3.  von innen mit mäßigem Kraftaufwand, ohne Hilfsmittel und mit einem
    selbsterklärenden sowie deutlich gekennzeichneten Mechanismus geöffnet
    werden können und

4.  gegen unbefugtes Öffnen von außen gesichert sein.

(9) Reicht in Tunneln der Luftaustausch über Haltestellen,
Tunnelmündungen und Notausgänge nicht aus oder sind Belästigungen der
Fahrgäste durch Luftschwall zu erwarten, sind zusätzliche Maßnahmen zu
treffen.

(10) Liegen Tunnel unter Gewässern und besteht bei Wassereinbruch die
Gefahr einer Überflutung längerer Streckenabschnitte, müssen
Absperrvorrichtungen vorhanden sein, die den Wassereinbruch auf einen
möglichst kurzen Streckenabschnitt begrenzen. Bei Gewässern mit
geringer Wasserführung oder bei großer Tunnelüberdeckung aus
wasserundurchlässigen Böden kann davon abgewichen werden.

(11) Absperrvorrichtungen nach Absatz 10 müssen mit
Zugsicherungsanlagen verbunden sein, die verhindern, daß Züge

1.  in abzusperrende Bereiche selbsttätig eingeschlossen werden,

2.  auf Absperrvorrichtungen auffahren.

(12) Die Vorschriften der Absätze 1, 2 und 4 gelten entsprechend, wenn
Stützmauern in Verbindung mit einer Sohle einen Trog bilden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strabbo_1987/__30.html
Directory: strabbo_1987
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