Title: § 31 Einsichtsrecht des Kindes in den Herkunftsnachweis

Description:
Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (BeratungsG)
Abschnitt 6 - Vertrauliche Geburt
§ 31 Einsichtsrecht des Kindes in den Herkunftsnachweis

Paragraph: 31

Content:
Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (BeratungsG)
Abschnitt 6 - Vertrauliche Geburt
§ 31 Einsichtsrecht des Kindes in den Herkunftsnachweis

(1) Mit Vollendung des 16. Lebensjahres hat das vertraulich geborene
Kind das Recht, den beim Bundesamt für Familie und
zivilgesellschaftliche Aufgaben verwahrten Herkunftsnachweis
einzusehen oder Kopien zu verlangen (Einsichtsrecht).

(2) Die Mutter kann Belange, die dem Einsichtsrecht entgegenstehen, ab
der Vollendung des 15. Lebensjahres des Kindes unter ihrem Pseudonym
nach § 26 Absatz 1 Nummer 1 bei einer Beratungsstelle nach den §§ 3
und 8 erklären. Sie hat dabei die Angabe nach § 26 Absatz 3 Satz 2
Nummer 3 zu machen. Die Beratungsstelle zeigt der Mutter Hilfsangebote
auf und erörtert mit ihr mögliche Maßnahmen zur Abwehr der
befürchteten Gefahren. Sie hat die Mutter darüber zu informieren, dass
das Kind sein Einsichtsrecht gerichtlich geltend machen kann.

(3) Bleibt die Mutter bei ihrer Erklärung nach Absatz 2, so hat sie
gegenüber der Beratungsstelle eine Person oder Stelle zu benennen, die
für den Fall eines familiengerichtlichen Verfahrens die Rechte der
Mutter im eigenen Namen geltend macht (Verfahrensstandschafter). Der
Verfahrensstandschafter darf die Identität der Mutter nicht ohne deren
Einwilligung offenbaren. Die Mutter ist von der Beratungsstelle
darüber zu informieren, dass sie dafür zu sorgen hat, dass diese
Person oder Stelle zur Übernahme der Verfahrensstandschaft bereit und
für das Familiengericht erreichbar ist. Die Beratungsstelle
unterrichtet das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche
Aufgaben unverzüglich über die Erklärung der Mutter und ihre Angaben
zur Person oder Stelle.

(4) Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben darf
dem Kind bis zum rechtskräftigen Abschluss eines familiengerichtlichen
Verfahrens nach § 32 keine Einsicht gewähren, wenn die Mutter eine
Erklärung nach Absatz 2 Satz 1 abgegeben und eine Person oder Stelle
nach Absatz 3 Satz 1 benannt hat.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/beratungsg/__31.html
Directory: beratungsg
Level: 3.0