Title: § 2 Begriffsbestimmungen

Description:
Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen (PflSchG 2012)
Abschnitt 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 2 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 2

Content:
Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen (PflSchG 2012)
Abschnitt 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 2 Begriffsbestimmungen

Ergänzend zu den Begriffsbestimmungen der Artikel 2 und 3 der
Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 21. Oktober 2009 über das Inverkehrbringen von
Pflanzenschutzmitteln und zur Aufhebung der Richtlinien
79/117/EWG              und 91/414/EWG des Rates (ABl. L 309 vom
24\.11.2009, S. 1) in der jeweils geltenden Fassung gelten im
Anwendungsbereich dieses Gesetzes folgende Begriffsbestimmungen:

1.  Pflanzenschutz:

    a)  der Schutz von Pflanzen vor Schadorganismen und nichtparasitären
        Beeinträchtigungen,

    b)  der Schutz der Pflanzenerzeugnisse vor Schadorganismen (Vorratsschutz)

    einschließlich der Verwendung und des Schutzes von Tieren, Pflanzen
    und Mikroorganismen, durch die Schadorganismen bekämpft werden können;

2.  integrierter Pflanzenschutz:

    eine Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger
    Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer
    sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer
    Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird;

3.  Pflanzen:

    lebende Pflanzen und lebende Teile von Pflanzen einschließlich der
    Früchte und Samen;

4.  Pflanzenerzeugnisse:

    Erzeugnisse pflanzlichen Ursprungs, die nicht oder nur durch einfache
    Verfahren, wie Trocknen oder Zerkleinern, be- oder verarbeitet worden
    sind, ausgenommen verarbeitetes Holz;

5.  Pflanzenarten:

    Pflanzenarten und Pflanzensorten sowie deren Zusammenfassungen und
    Unterteilungen;

6.  Naturhaushalt:

    seine Bestandteile Boden, Wasser, Luft, Tier- und Pflanzenarten sowie
    das Wirkungsgefüge zwischen ihnen;

7.  Befallsgegenstände:

    Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse oder sonstige Gegenstände, die Träger
    bestimmter Schadorganismen sind oder sein können;

8.  Einschleppung:

    Verbringen oder Eindringen eines Schadorganismus in ein Gebiet, in dem
    dieser noch nicht vorkommt oder aber vorkommt und noch nicht weit
    verbreitet ist und das zu seiner Ansiedlung in diesem Gebiet führt;

9.  Verschleppung:

    Verbringen eines Schadorganismus innerhalb eines Gebietes
    einschließlich seiner Ausbreitung;

10. Pflanzenstärkungsmittel:

    Stoffe und Gemische einschließlich Mikroorganismen, die

    a)  ausschließlich dazu bestimmt sind, allgemein der Gesunderhaltung der
        Pflanzen zu dienen, soweit sie nicht Pflanzenschutzmittel nach Artikel
        2 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr.
        1107/2009,                          oder

    b)  dazu bestimmt sind, Pflanzen vor nichtparasitären Beeinträchtigungen
        zu schützen;

11. Pflanzenschutzgeräte:

    Geräte und Einrichtungen, die zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln
    bestimmt sind;

12. Kultursubstrate:

    Erden und andere Substrate in fester oder flüssiger Form, die Pflanzen
    als Wurzelraum dienen;

13. Anwendungsgebiet:

    bestimmte Pflanzen, Pflanzenarten oder Pflanzenerzeugnisse, auch unter
    Berücksichtigung des jeweiligen Verwendungszweckes, zusammen mit
    denjenigen Schadorganismen, gegen die die Pflanzen und
    Pflanzenerzeugnisse geschützt werden sollen, oder der sonstige Zweck,
    zu dem das Pflanzenschutzmittel angewandt werden soll;

14. Mitgliedstaat:

    Mitgliedstaat der Europäischen Union;

15. Freilandflächen:

    die nicht durch Gebäude oder Überdachungen ständig abgedeckten
    Flächen, unabhängig von ihrer Beschaffenheit oder Nutzung; dazu
    gehören auch Verkehrsflächen jeglicher Art wie Gleisanlagen, Straßen-,
    Wege-, Hof- und Betriebsflächen sowie sonstige durch Tiefbaumaßnahmen
    veränderte Landflächen;

16. beruflicher Anwender:

    jede Person, die im Zuge ihrer beruflichen Tätigkeit
    Pflanzenschutzmittel anwendet;

17. Reimport:

    in Deutschland zugelassenes Pflanzenschutzmittel in seiner für das
    Inverkehrbringen in Deutschland bestimmten Originalverpackung und
    Originaletikettierung, das aus einem anderen Staat wieder eingeführt
    oder innergemeinschaftlich verbracht wird;

18. Einfuhr:

    Verbringen von Nichtgemeinschaftswaren im Sinne des Artikels 4 Nummer
    8 in Verbindung mit Nummer 7 der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des
    Rates vom 12. Oktober 1992 zur Festlegung des Zollkodex der
    Gemeinschaften (ABl. L 302 vom 19.10.1992, S. 1), die zuletzt durch
    die Verordnung (EG) Nr. 1791/2006 (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 1)
    geändert worden ist, in den Geltungsbereich dieses Gesetzes;

19. innergemeinschaftliches Verbringen:

    Verbringen von Schadorganismen, Gegenständen oder Stoffen, die sich im
    zollrechtlich freien Verkehr befinden, von einem anderen Mitgliedstaat
    in das Inland.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflschg_2012/__2.html
Directory: pflschg_2012
Level: 3.0