Title: § 9 Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Chirurgiemechaniker/zur Chirurgiemechanikerin (ChirurgMAusbV)
§ 9 Gesellenprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Chirurgiemechaniker/zur Chirurgiemechanikerin (ChirurgMAusbV)
§ 9 Gesellenprüfung

(1) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt
höchstens 14 Stunden zwei Prüfungsstücke anfertigen. Hierfür kommen
insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen von Bauteilen durch maschinelles Spanen, Passen und
    Montieren zu einer Baugruppe, die im Zusammenwirken ihrer Teile eine
    Funktion erfüllen muß, einschließlich Planen und Vorbereiten des
    Arbeitsablaufes sowie Bewerten der Arbeitsergebnisse,

2.  Herstellen eines mehrteiligen chirurgischen Instruments, das im
    Zusammenwirken seiner Teile eine Funktion erfüllen muß, oder von
    mindestens vier unterschiedlichen einteiligen chirurgischen
    Instrumenten, insbesondere durch Richten, Freiformschleifen, Polieren
    und Montieren.

(3) Der Prüfling soll in der schriftlichen Prüfung in den
Prüfungsfächern Technologie, Arbeitsplanung, Technische Mathematik
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. Es kommen Aufgaben,
die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Technologie:

    a)  Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung,

    b)  Eigenschaften und Verwendung von Werk- und Hilfsstoffen,
        Werkstoffprüfung,

    c)  Trenn-, Umform- und Fügetechnik,

    d)  Maschinenelemente,

    e)  Maschinentechnik,

    f)  Wärmebehandlung,

    g)  Steuerungstechnik,

    h)  Hard- und Software für numerisch gesteuerte Maschinen,

    i)  Elektrotechnik,

    k)  Prüftechnik, Qualitätssicherung,

    l)  Funktion, Anwendung und Instandhaltung chirurgischer Instrumente;

2.  im Prüfungsfach Arbeitsplanung:

    a)  technische Zeichnungen, Tabellen und Diagramme, Fertigungs- und
        Arbeitspläne, Normen,

    b)  Schalt- und Funktionspläne,

    c)  Grundlagen der Datenverarbeitung,

    d)  Beurteilung von technischen Daten;

    dabei sind durch Verknüpfung informationstechnischer, technologischer
    und mathematischer Sachverhalte fachliche Probleme zu analysieren, zu
    bewerten und geeignete Lösungswege darzustellen;

3.  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

    a)  Länge, Winkel, Fläche, Volumen, Masse, Kraft, Drehmoment,
        Geschwindigkeit, Umdrehungsfrequenz, Beschleunigung,

    b)  Arbeit, Leistung, Wirkungsgrad,

    c)  Zug-, Druck- und Scherfestigkeit, Wärmeausdehnung,

    d)  Druck in Flüssigkeiten und Gasen,

    e)  elektrische Größen,

    f)  Fertigungszeit, Arbeitszeit, Lohn und Material;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Arbeitsplanung

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Technische Mathematik

    *   60 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht. Schriftliche Prüfung im Sinne der
Absätze 7 und 8 ist auch die durch eine mündliche Prüfung ergänzte
schriftliche Prüfung.

(7) Innerhalb der schriftlichen Prüfung hat das Prüfungsfach
Technologie gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte
Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und
schriftlichen Prüfung sowie innerhalb der schriftlichen Prüfung im
Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht
sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/chirurgmausbv/__9.html
Directory: chirurgmausbv
Level: 2.0