Title: § 2 Qualifizierungsbereiche

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Fachagrarwirt Baumpflege – Bachelor Professional Baumpflege oder Geprüfte Fachagrarwirtin Baumpflege – Bachelor Professional Baumpflege (FABaumPflPrV)
Abschnitt 1 - Allgemeines
§ 2 Qualifizierungsbereiche

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Fachagrarwirt Baumpflege – Bachelor Professional Baumpflege oder Geprüfte Fachagrarwirtin Baumpflege – Bachelor Professional Baumpflege (FABaumPflPrV)
Abschnitt 1 - Allgemeines
§ 2 Qualifizierungsbereiche

(1) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob der Prüfling in der Lage
ist, die den Qualifizierungsbereichen

1.  Baumpflege,

2.  Betriebswirtschaft sowie

3.  Personal und Qualifizierung

nach Absatz 2 Nummer 1 bis 3 jeweils zugeordneten Fach- und
Führungsfunktionen in unterschiedlich strukturierten Unternehmen, in
Behörden und in Einrichtungen des Naturschutzes und der
Landschaftspflege zu übernehmen, in denen zu verantwortende
Leitungsprozesse eigenständig gesteuert werden, eigenständig
ausgeführt werden und dafür Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geführt
werden. Der Fachagrarwirt oder die Fachagrarwirtin soll auch die in
Satz 1 bezeichneten Unternehmen, Behörden und Einrichtungen oder Teile
von ihnen eigenverantwortlich führen können sowie auf sich verändernde
Anforderungen und Rahmenbedingungen reagieren können.

(2) Die Qualifizierungsbereiche umfassen jeweils folgende Fach- und
Führungsfunktionen:

1.  Baumpflege:

    a)  Bäume botanisch sowie hinsichtlich ihres Alters und ihrer Entwicklung
        erfassen und ihren Zustand einschließlich des Umfeldes unter
        Berücksichtigung der Verkehrssicherheit beurteilen und dokumentieren
        ,

    b)  Schaderreger, Krankheiten, Schäden und deren Ursachen analysieren,
        bewerten und dokumentieren,

    c)  natur- und artenschutzrechtliche sowie planungsrechtliche Aspekte
        prüfen und beurteilen,

    d)  Sachwerte von Bäumen ermitteln,

    e)  Bäume und Pflanzen des Baumumfeldes unter Berücksichtigung der
        Standort- und Pflegeansprüche, der Funktionen sowie der klimatischen
        Anforderungen verwenden,

    f)  baumpflegerische Maßnahmen unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit
        und der anerkannten Regeln der Technik und des Umweltrechts,
        insbesondere des Natur- und Artenschutzes, planen, umsetzen und
        bewerten,

    g)  Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und der
        Verkehrssicherheit von Baustellen vorbereiten und durchführen,

    h)  Pflanzungen beurteilen und Maßnahmen zur Baumumfeldverbesserung
        planen, umsetzen und bewerten,

    i)  betriebliche Qualitätsstandards umsetzen,

    j)  Möglichkeiten der Digitalisierung in betrieblichen Abläufen nutzen,

    k)  Produkte und Dienstleistungen kalkulieren und vermarkten,

    l)  Auftraggeber informieren und beraten sowie

    m)  Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit baumpflegerischen Vorhaben
        und Maßnahmen planen und durchführen;

2.  Betriebswirtschaft:

    a)  Einordnen und Beurteilen der Rahmenbedingungen und Strukturen von
        Unternehmen sowie von Behörden und Einrichtungen des Naturschutzes und
        der Landschaftspflege, die baumpflegerische Arbeiten durchführen,
        vergeben und überwachen,

    b)  Märkte beobachten, bewerten und erschließen,

    c)  Unternehmensziele formulieren,

    d)  Marketingkonzepte entwickeln und umsetzen,

    e)  Maßnahmen des Qualitätsmanagements planen und umsetzen,

    f)  Betriebs- und Arbeitsorganisation planen, bewerten und fortschreiben,

    g)  Möglichkeiten der Digitalisierung betriebswirtschaftlicher Prozesse
        prüfen und umsetzen,

    h)  Vorschriften zum Datenschutz und zur Datensicherheit anwenden,

    i)  betriebswirtschaftliche Kalkulationen durchführen,

    j)  Betriebsergebnisse erfassen, analysieren und bewerten,

    k)  Betriebsentwicklung, Investitionen, Finanzierung und Liquidität
        planen,

    l)  Steuerarten und Steuerverfahren unterscheiden, steuerliche Buchführung
        anwenden,

    m)  Ausschreibungs- und Vergabearten unterscheiden, Ausschreibungen und
        Angebote erstellen und prüfen,

    n)  Verträge unter Beachtung des Vertrags- und Haftungsrechts abschließen
        sowie

    o)  Abnahme von Dienstleistungen durchführen und Mängelansprüche
        abwickeln;

3.  Personal und Qualifizierung:

    a)  Vorgaben des Arbeitsrechts, insbesondere des Tarifrechts, und des
        Sozialrechts umsetzen,

    b)  Konzepte der Mitarbeiterführung und der Personalplanung anwenden sowie
        Führungsverhalten reflektieren,

    c)  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auswählen, einstellen und
        einarbeiten,

    d)  Eignung, Leistungsfähigkeit und Qualifikation von Mitarbeitern und
        Mitarbeiterinnen beurteilen und diese entsprechend einsetzen,

    e)  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anleiten und motivieren,

    f)  Teamarbeit unterstützen und fördern,

    g)  Leistungen und Verhalten von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen
        feststellen und beurteilen,

    h)  Mitarbeitergespräche führen und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen
        Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen,

    i)  Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen qualifizieren und fördern,

    j)  Konflikte erkennen und gezielt lösen sowie

    k)  Konzepte und Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz
        in Abstimmung mit den hierfür zuständigen Stellen planen und umsetzen.

(3) Für den Erwerb der in Absatz 2 bezeichneten Fertigkeiten,
Kenntnisse und Fähigkeiten bedarf es in der Regel eines Lernumfangs
von insgesamt mindestens 1 200 Stunden. Der Lerninhalt bestimmt sich
nach den Anforderungen der jeweiligen Prüfungsteile nach § 4 in
Verbindung mit den Anforderungen und Prüfungsinhalten der §§ 6, 11 und
15\.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fabaumpflprv/__2.html
Directory: fabaumpflprv
Level: 3.0