Title: § 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Gold- und Silberschmiede-Handwerk (GoldSilberschmiedMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Gold- und Silberschmiede-Handwerk (GoldSilberschmiedMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling durch Verknüpfung
gestalterischer, konzeptioneller, technologischer, ablaufbezogener,
verfahrenstechnischer, werkstofftechnischer und mathematischer
Kenntnisse nachweisen, dass er Probleme analysieren und bewerten sowie
geeignete Lösungswege aufzeigen und dokumentieren kann.

(2) Prüfungsfächer sind:

1.  Gestaltung und Technik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem der Prüfungsfächer ist mindestens eine Aufgaben zu
bearbeiten, die fallorientiert sein muss:

1.  Gestaltung und Technik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, gestalterische
    und fertigungstechnische Aufgaben und Probleme unter Beachtung
    wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in einem Gold- und
    Silberschmiedebetrieb zu bearbeiten. Er soll fachliche Sachverhalte
    beurteilen und beschreiben. Bei der Aufgabenstellung sollen jeweils
    mehrere der nachfolgend aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Gold- und Silberschmiedearbeiten berechnen, Entwürfe bewerten und
        korrigieren,

    b)  Informationen für den Fertigungsprozess beurteilen, insbesondere
        Kundenwünsche, Stilelemente und Verarbeitungsrichtlinien; Werkstoffe,
        Werkzeuge und Maschinen auswählen und den entsprechenden
        Fertigungsverfahren zuordnen,

    c)  Arten, Eigenschaften und Verhalten zu verarbeitender Metallwerkstoffe
        und deren Legierungen unterscheiden, prüfen und bewerten; Legierungen
        und Verschnitte berechnen und protokollieren,

    d)  Edelsteine, Perlen, Natur- und Kunststoffe sowie deren Synthesen,
        Dubletten und Imitationen unterscheiden, prüfen und bewerten,

    e)  mechanische, chemische, elektrochemische sowie lasergestützte
        Verfahren für die Fertigung und Gestaltung von Gold- und
        Silberschmiedearbeiten unterscheiden und Verwendungszwecken zuordnen,

    f)  Verfahren zur Oberflächenbehandlung, -veredlung und -beschichtung auch
        unter Berücksichtigung kreativer Gestaltungsaspekte prüfen und
        bewerten; Gold- und Silberauflagen berechnen und protokollieren,

    g)  die Bedeutung der Stilkunde, der sakralen Symbolik, der Heraldik und
        der Kunstgeschichte sowie der historischen und zeitgemäßen Entwicklung
        der Gold- und Silberschmiedekunst für die Anfertigung oder
        Instandhaltung von Gold- und Silberschmiedearbeiten darstellen,

    h)  Skizzieren, Freihandzeichnen, perspektivisches Zeichnen und Kolorieren
        von Entwürfen beherrschen und anwenden;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, bei der
    Auftragsabwicklung die ablaufbezogenen Maßnahmen, die für den
    technischen und wirtschaftlichen Erfolg in einem Gold- und
    Silberschmiedebetrieb notwendig sind, kundenorientiert einzuleiten und
    abzuschließen. Bei der Aufgabenstellung sollen jeweils mehrere der
    nachfolgend aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Auftragsabwicklungsprozesse planen,

    b)  unter Berücksichtigung der Fertigungstechnik, der Montage sowie des
        Einsatzes von Material, Geräten und Personal Methoden und Verfahren
        der Arbeitsplanung und -organisation bewerten; dabei
        qualitätssichernde Aspekte darstellen sowie die Vor- und
        Nachkalkulation durchführen,

    c)  technische Arbeitspläne, insbesondere Skizzen, Zeichnungen und
        Abwicklungen, auch unter Anwendung von elektronischen
        Datenverarbeitungssystemen, erarbeiten, bewerten und korrigieren,

    d)  Daten erfassen und bewerten sowie Prüfergebnisse dokumentieren;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und der Betriebsorganisation in einem Gold- und
    Silberschmiedebetrieb wahrzunehmen. Bei der Aufgabenstellung sollen
    jeweils mehrere der nachfolgend aufgeführten Qualifikationen verknüpft
    werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  Informations- und Kommunikationssysteme in Bezug auf ihre
        betrieblichen Einsatzmöglichkeiten beurteilen,

    c)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    d)  berufsbezogene Gesetze, Normen, Regeln und Vorschriften anwenden,
        insbesondere für den Umgang mit Edelmetallen, Gold- und Silberwaren,

    e)  die Haftung bei der Herstellung, der Instandhaltung und bei
        Dienstleistungen beurteilen,

    f)  Erfordernisse der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und des
        Umweltschutzes darstellen; Gefährdung beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenabwehr festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung sowie Logistik planen und darstellen,

    h)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden
        entwerfen.

(4) Die Prüfung im Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll
insgesamt nicht länger als acht Stunden dauern. Eine Prüfungsdauer von
sechs Stunden täglich darf nicht überschritten werden.

(5) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Prüfungsfächer
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Prüfungsfächer eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(6) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Prüfungsfach mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Prüfungsfächer jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/goldsilberschmiedmstrv/__7.html
Directory: goldsilberschmiedmstrv
Level: 2.0