Title: Anlage 3 (zu § 12)

Description:
Verordnung über die Anreizregulierung der Energieversorgungsnetze (ARegV)
Teil 5 - Schlussvorschriften
Anlage 3 (zu § 12)

Paragraph: 12

Content:
Verordnung über die Anreizregulierung der Energieversorgungsnetze (ARegV)
Teil 5 - Schlussvorschriften
Anlage 3 (zu § 12)

(Fundstelle: BGBl. I 2007, 2543)

1.  Die anzuwendenden Methoden bei der Durchführung des
    Effizienzvergleichs nach § 12 sind die

    a)  Dateneinhüllungsanalyse (Data Envelopment Analysis – DEA) und

    b)  Stochastische Effizienzgrenzenanalyse (Stochastic Frontier Analysis –
        SFA).

    DEA im Sinne dieser Verordnung ist eine nicht-parametrische Methode,
    in der die optimalen Kombinationen von Aufwand und Leistung aus einem
    linearen Optimierungsproblem resultieren. Durch die DEA erfolgt die
    Bestimmung einer Effizienzgrenze aus den Daten aller in den
    Effizienzvergleich einzubeziehenden Unternehmen und die Ermittlung der
    relativen Positionen der einzelnen Unternehmen gegenüber dieser
    Effizienzgrenze.

    Die SFA ist eine parametrische Methode, die einen funktionalen
    Zusammenhang zwischen Aufwand und Leistung in Form einer
    Kostenfunktion herstellt. Im Rahmen der SFA werden die Abweichungen
    zwischen den tatsächlichen und den regressionsanalytisch geschätzten
    Kosten in einen symmetrisch verteilten Störterm und eine positiv
    verteilte Restkomponente zerlegt. Die Restkomponente ist Ausdruck von
    Ineffizienz. Es wird somit von einer schiefen Verteilung der
    Restkomponente ausgegangen.

2.  Die Effizienzgrenze wird von den Netzbetreibern mit dem besten
    Verhältnis zwischen netzwirtschaftlicher Leistungserbringung und
    Aufwand gebildet. Für Netzbetreiber, die im Effizienzvergleich als
    effizient ausgewiesen werden, gilt ein Effizienzwert in Höhe von 100
    Prozent, für alle anderen Netzbetreiber ein entsprechend niedrigerer
    Wert.

3.  Die Ermittlung der Effizienzwerte im Effizienzvergleich erfolgt unter
    Einbeziehung aller Druckstufen oder Netzebenen. Es erfolgt keine
    Ermittlung von Teileffizienzen für die einzelnen Druckstufen oder
    Netzebenen.

4.  Bei der Durchführung einer DEA sind konstante Skalenerträge zu
    unterstellen.

5.  Die Regulierungsbehörde führt für die parametrische Methode und für
    die nicht-parametrische Methode Analysen zur Identifikation von
    extremen Effizienzwerten (Ausreißern) durch, die dem Stand der
    Wissenschaft entsprechen müssen. Ermittelte Ausreißer in dem Sinne,
    dass sie eine besonders hohe Effizienz aufweisen, werden mit einem
    Effizienzwert von 100 Prozent festgesetzt. Ausreißer in dem Sinne,
    dass sie eine besonders niedrige Effizienz aufweisen, erhalten den
    Mindesteffizienzwert nach § 12 Abs. 4 Satz 1.

    Bei der nicht-parametrischen Methode gilt ein Wert dann als Ausreißer,
    wenn er für einen überwiegenden Teil des Datensatzes als
    Effizienzmaßstab gelten würde. Zur Ermittlung von Ausreißern sind
    statistische Tests durchzuführen. Dabei ist die mittlere Effizienz
    aller Netzbetreiber einschließlich der potenziellen Ausreißer mit der
    mittleren Effizienz der Netzbetreiber zu vergleichen, die sich bei
    Ausschluss der potenziellen Ausreißer ergeben würde. Der dabei
    festgestellte Unterschied ist mit einer Vertrauenswahrscheinlichkeit
    von mindestens 95 Prozent zu identifizieren. Die auf diese Weise
    festgestellten Ausreißer sind aus dem Datensatz zu entfernen.
    Ergänzend ist eine Analyse der Supereffizienzwerte durchzuführen.
    Dabei sind diejenigen Ausreißer aus dem Datensatz zu entfernen, deren
    Effizienzwerte den oberen Quartilswert um mehr als den 1,5fachen
    Quartilsabstand übersteigen. Der Quartilsabstand ist dabei definiert
    als die Spannweite der zentralen 50 Prozent eines Datensatzes.

    Bei der parametrischen Methode gilt ein Wert dann als Ausreißer, wenn
    er die Lage der ermittelten Regressionsgerade zu einem erheblichen Maß
    beeinflusst. Zur Ermittlung des erheblichen Einflusses sind
    statistische Tests durchzuführen, mit denen ein numerischer Wert für
    den Einfluss zu ermitteln ist. Liegt der ermittelte Wert über einem
    methodisch angemessenen kritischen Wert, so ist der Ausreißer aus dem
    Datensatz zu entfernen. Methoden, die zur Anwendung kommen können,
    sind insbesondere Cooks-Distance, DFBETAS, DFFITS, Covariance-Ratio
    oder Robuste Regression.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aregv/__12.html
Directory: aregv
Level: 3.0