Title: § 71 Verkehrspsychologische Beratung

Description:
Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (FeV 2010)
IV. - Anerkennung und Begutachtung für bestimmte Aufgaben
§ 71 Verkehrspsychologische Beratung

Paragraph: 71

Content:
Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (FeV 2010)
IV. - Anerkennung und Begutachtung für bestimmte Aufgaben
§ 71 Verkehrspsychologische Beratung

(1) Für die Durchführung der verkehrspsychologischen Beratung nach §
2a Absatz 7 des Straßenverkehrsgesetzes gelten die Personen im Sinne
dieser Vorschrift als amtlich anerkannt, die eine Bestätigung nach
Absatz 2 der Sektion Verkehrspsychologie im Berufsverband Deutscher
Psychologinnen und Psychologen e. V. besitzen.

(2) Die Sektion Verkehrspsychologie im Berufsverband Deutscher
Psychologinnen und Psychologen
e. V.              hat die Bestätigung auszustellen, wenn der Berater
folgende Voraussetzungen nachweist:

1.  Abschluss eines Hochschulstudiums als Diplom-Psychologe oder eines
    gleichwertigen Master-Abschlusses in Psychologie,

2.  eine verkehrspsychologische Ausbildung an einer Universität oder
    gleichgestellten Hochschule oder einer Stelle, die sich mit der
    Begutachtung oder Wiederherstellung der Kraftfahreignung befasst, oder
    an einem Ausbildungsseminar, das vom Berufsverband Deutscher
    Psychologinnen und Psychologen e. V. veranstaltet wird,

3.  Erfahrungen in der Verkehrspsychologie

    a)  durch mindestens dreijährige Begutachtung von Kraftfahrern an einer
        Begutachtungsstelle für Fahreignung oder mindestens dreijährige
        Durchführung von Aufbauseminaren oder von Kursen zur Wiederherstellung
        der Kraftfahreignung oder

    b)  im Rahmen einer mindestens fünfjährigen freiberuflichen
        verkehrspsychologischen Tätigkeit, welche durch Bestätigungen von
        Behörden oder Begutachtungsstellen für Fahreignung oder durch die
        Dokumentation von zehn Therapiemaßnahmen für verkehrsauffällige
        Kraftfahrer, die mit einer positiven Begutachtung abgeschlossen
        wurden, erbracht werden kann, oder

    c)  im Rahmen einer dreijährigen freiberuflichen verkehrspsychologischen
        Tätigkeit mit Zertifizierung als klinischer Psychologe/Psychotherapeut
        entsprechend den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher
        Psychologinnen und Psychologen
        e. V.                          oder durch eine vergleichbare
        psychotherapeutische Tätigkeit und

4.  Teilnahme an einem vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und
    Psychologen e. V. anerkannten Qualitätssicherungssystem, soweit der
    Berater nicht bereits in ein anderes, vergleichbares
    Qualitätssicherungssystem einbezogen ist. Erforderlich sind
    mindestens:

    a)  Nachweis einer Teilnahme an einem Einführungsseminar über
        Verkehrsrecht von mindestens 16 Stunden,

    b)  regelmäßiges Führen einer standardisierten Beratungsdokumentation über
        jede Beratungssitzung,

    c)  regelmäßige Kontrollen und Auswertung der Beratungsdokumente und

    d)  Nachweis der Teilnahme an einer Fortbildungsveranstaltung oder
        Praxisberatung von mindestens 16 Stunden innerhalb jeweils von zwei
        Jahren.

(3) Der Berater hat der Sektion Verkehrspsychologie des
Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. alle
zwei Jahre eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an der
Qualitätssicherung vorzulegen. Die Sektion hat der nach Absatz 5
zuständigen Behörde oder Stelle unverzüglich mitzuteilen, wenn die
Bescheinigung innerhalb der vorgeschriebenen Frist nicht vorgelegt
wird oder sonst die Voraussetzungen nach Absatz 2 nicht mehr vorliegen
oder der Berater die Beratung nicht ordnungsgemäß durchgeführt oder
sonst gegen die Pflichten aus der Anerkennung oder gegen Auflagen
gröblich verstoßen hat.

(4) Die Anerkennung ist zurückzunehmen, wenn eine der Voraussetzungen
im Zeitpunkt ihrer Bestätigung nach Absatz 2 nicht vorgelegen hat;
davon kann abgesehen werden, wenn der Mangel nicht mehr besteht. Die
Anerkennung ist zu widerrufen, wenn nachträglich eine der
Voraussetzungen nach Absatz 2 weggefallen ist, die
verkehrspsychologische Beratung nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird
oder wenn sonst gegen die Pflichten aus der Anerkennung oder gegen
Auflagen gröblich verstoßen wird.

(4a) Die Anerkennung ist außerdem zurückzunehmen, wenn die persönliche
Zuverlässigkeit nach § 2a Absatz 7 Satz 8 Nummer 1 des
Straßenverkehrsgesetzes, im Zeitpunkt der Bestätigung nach Absatz 2
nicht vorgelegen hat, insbesondere weil dem Berater die Fahrerlaubnis
wegen wiederholter Verstöße gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder
Straftaten entzogen wurde oder Straftaten im Zusammenhang mit der
Tätigkeit begangen wurden; davon kann abgesehen werden, wenn der
Mangel nicht mehr besteht. Die Anerkennung ist zu widerrufen, wenn
nachträglich die persönliche Zuverlässigkeit (§ 2a Absatz 7 Satz 8
Nummer 1 des Straßenverkehrsgesetzes) weggefallen ist.

(5) Zuständig für die Rücknahme und den Widerruf der Anerkennung der
verkehrspsychologischen Berater ist die zuständige oberste
Landesbehörde oder die von ihr bestimmte oder die nach Landesrecht
zuständige Stelle. Diese führt auch die Aufsicht über die
verkehrspsychologischen Berater; sie kann sich hierbei geeigneter
Personen oder Stellen bedienen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__71.html
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