Title: Anhang zu Anlage 1

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Anhang zu Anlage 1

Paragraph: 9

Content:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Anhang zu Anlage 1

(Fundstelle: BGBl. I 2018, 239 - 243)

**1.** Anwendungsbereich ****

    (1) Dieser Anhang gilt für neue Fahrgastschiffe in der Wattfahrt
    unabhängig von der Länge und von der Bruttoraumzahl.

    (2) Für Fahrgastschiffe nach Absatz 1 gelten die Vorschriften der
    Richtlinie 2009/45/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6.
    Mai 2009 über Sicherheitsvorschriften und -normen für Fahrgastschiffe
    (Neufassung) (ABl. L 163 vom 25.6.2009, S. 1), die durch die
    Richtlinie (EU) 2016/844 (ABl. L 141 vom 28.5.2016, S. 51) geändert
    worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, soweit nicht in diesem
    Anhang etwas Abweichendes vorgesehen ist.

**2.** Begriffsbestimmungen ****

    (1) Im Sinne dieses Anhangs ist

    1.  **Neues Fahrgastschiff:**                          ein Schiff, dessen
        Kiel am oder nach dem 1. Juli 1998 gelegt worden ist oder das sich zu
        dem genannten Zeitpunkt in einem entsprechenden Bauzustand befand; der
        Ausdruck „entsprechender Bauzustand“ bezeichnet den Zustand, der den
        Baubeginn eines bestimmten Schiffes oder Fahrzeuges erkennen lässt und
        in dem die Montage des Schiffes unter Verwendung von mindestens 50 t
        oder von 1 % des geschätzten Gesamtbedarfs an Baumaterial begonnen
        hat, je nachdem, welcher Wert kleiner ist;

    2.  **Inlandfahrt:**                          eine Fahrt in Seegebieten
        von einem deutschen Hafen zu demselben oder einem anderen deutschen
        Hafen;

    3.  **Wattfahrt:**                          die Inlandfahrt auf den Watten
        der Nordsee, auf denen hoher Seegang ausgeschlossen ist; sie umfasst
        folgende Gebiete:

        1.  die Ems bis Borkum,

        2.  das Wattenmeer zwischen dem ostfriesischen Festland von Knock bis
            Schillighörn und den ostfriesischen Inseln,

        3.  die Jade bis zur Verbindungslinie Minsener Oog – Langwarden,

        4.  die Meldorfer Bucht und das Gebiet zwischen Büsum, Blauortsand,
            Tertiussand, Trischen und dem Hohen Ufer von Dieksand,

        5.  das Wattenmeer von St. Peter Ording nach Friedrichskoog mit der
            Verbindungslinie Leuchtfeuer St. Peter Ording und dem Blauortsand als
            seewärtige Begrenzung,

        6.  das Wattenmeer zwischen der Westküste Schleswig-Holsteins von
            Westerhever Sand bis zum Hindenburgdamm und den vorgelagerten Inseln,

        7.  das Wattenmeer zwischen dem Festland von Hindenburgdamm bis zur
            deutschen Grenze;

    4.  **Sommermonate:**                          die Zeit vom 1. April bis
        31\. Oktober.

    (2) Ferner sind die in der Richtlinie 2009/45/EG festgelegten
    Begriffsbestimmungen anzuwenden.

**3.** Besichtigung und Zeugniserteilung ****

    (1) Fahrgastschiffe in der Wattfahrt werden nach Maßgabe der
    Anforderungen der Richtlinie 2009/45/EG besichtigt.

    (2) Fahrgastschiffe in der Wattfahrt erhalten Zeugnisse nach Maßgabe
    der Richtlinie 2009/45/EG unter Darstellung des besonderen
    Sicherheitsstandards im Anhang des Zeugnisses einschließlich des
    begrenzten Fahrtbereichs.

**4.** Sicherheitsstandard ****

    (1) Dieser Anhang definiert einen besonderen Sicherheitsstandard,
    dessen Regelungen aufeinander abgestimmt sind. Daher kann der
    besondere Sicherheitsstandard nur gewährt werden, wenn die Regeln des
    Anhangs vollständig angewendet werden.

    (2) Der Aufbau des Anhangs folgt in der Nummerierung dem Anhang I der
    Richtlinie des Rates 2009/45/EG.

    **Zu Anhang I** **Sicherheitsanforderungen**

    **Zu Kapitel II-1** **Bauart der Schiffe**

    **Zu Teil B** **Stabilität unbeschädigter Schiffe, Unterteilung und Leckstabilität**

    **Zu 1** **Bestimmung der Stabilität des unbeschädigten Schiffes**
        Für Fahrgastschiffe ab einer Länge von 15 m gilt:

        Es müssen in allen in Frage kommenden Beladungszuständen nach Maßgabe
        des Buchstaben c folgenden Stabilitätskriterien nach gebührender
        Korrektur des Einflusses freier Oberflächen in Bezug auf Flüssigkeiten
        in Tanks gemäß den Annahmen des Absatzes 3.3 der Entschließung
        A.749(18) in der geänderten Fassung oder gleichwertigen Annahmen
        entsprechen.

        1.  Statische Kriterien

            a)  Die Fläche unter der Hebelarmkurve bis 15° darf nicht kleiner sein als
                0,070 mrad, wenn der maximale Hebelarm bei 15° liegt, und die Fläche
                darf nicht kleiner sein als 0,055 mrad bis 30°, wenn der maximale
                Hebelarm bei 30° oder einem größeren Winkel liegt. Liegt der maximale
                Hebelarm zwischen 15° und 30°, so ist die geforderte Fläche A*
                max                                      in mrad bis zum Winkel bei
                dem der maximale Hebelarm auftritt nach folgender Formel durch lineare
                Interpolation zu ermitteln:

                *                    *   A*
                        max                                                = 0,055 + 0,001
                        (30°*
[^F799100_02_BJNR302300998BJNE002400124]
                        max
                        )

            b)  Die Fläche unter der Hebelarmkurve zwischen den Winkeln 30° und 40°
                oder zwischen 30° und*
[^F799100_03_BJNR302300998BJNE002400124]
                f
                darf nicht kleiner sein als 0,030 mrad.

            c)  Bei einem Winkel von 30° muss der Hebelarm mindestens 0,20 m groß
                sein.

            d)  Der maximale Hebelarm darf nicht bei einem Winkel auftreten, der
                kleiner als 15° ist.

            e)  Der anfängliche Wert der Stabilität (G´M) unter Berücksichtigung der
                freien Flüssigkeitsoberflächen darf nicht kleiner sein als 0,15 m.

            f)  Unter Einfluss des maximalen Fahrgastmomentes darf das Schiff nicht
                mehr als 10° krängen. Das maximale Fahrgastmoment muss nicht
                notwendigerweise mit der maximalen Anzahl an Fahrgästen auftreten.

                Die Verteilung der auf einer Seite zusammendrängenden Fahrgäste ist
                mit 4 Personen/m
                2                                      anzunehmen.

                Das Gewicht eines Fahrgastes ist mit 0,075 t anzunehmen und das
                Handgepäck pro Fahrgast ist mit 0,005 t anzusetzen.

            g)  Bei der Fahrt im Drehkreis und unter Einwirkung des unter Buchstabe f
                berechneten Fahrgastmomentes darf das Schiff nicht mehr als 12°
                krängen. Das Zentrifugalmoment im Drehkreis ist nach folgender Formel
                zu berechnen:

                M
                DR                                      = 0,02 (V
                0
                2                                     /L
                WL                                     ) \* D \* (KG‘ – T/2)

                *                    *   mit

                    *   M
                        DR

                    *   krängendes Zentrifugalmoment im Drehkreis [tm]

                *                    *
                    *   V
                        0

                    *   Dienstgeschwindigkeit [m/s]

                *                    *
                    *   D

                    *   Deplacement [t]

                *                    *
                    *   KG‘

                    *   Höhenschwerpunkt über Basis unter Berücksichtigung der freien
                        Flüssigkeitsoberflächen [m]

                *                    *
                    *   L
                        WL

                    *   Länge in der Wasserlinie [m]

                *                    *
                    *   T

                    *   Tiefgang auf halber Schiffslänge [m]

        2.  Windkriterium

            a)  Unter einem seitlichen Winddruck von 0,08 t/m
                2                                      darf der Neigungswinkel des
                Schiffes nicht überschritten werden, bei dem der Restfreibord bis zum
                Schottendeck auf der eintauchenden Seite kleiner als 10 % des
                vorhandenen Freibords in der aufrechten Lage wird. Dieser Winkel darf
                nicht größer als 12° werden.

            b)  Der statische Neigungswinkel infolge seitlichen Winddruckes ergibt
                sich aus dem Schnittpunkt der Kurve des aufrichtenden mit der Kurve
                des krängenden Hebelarmes. Das krängende Moment aufgrund von
                Seitenwind ist nach der folgenden Formel zu berechnen:

                h
                KW                                      = 0,08 \* A/D \* (l
                w                                      + T/2) \* cos (*
                )

                *                    *   mit

                    *   h
                        KW

                    *   krängender Hebelarm infolge seitlichen Winddruckes bei einem
                        Neigungswinkel*                                                [m]

                *                    *
                    *   A

                    *   Überwasserlateralfläche [m
                        2                                               ]

                *                    *
                    *   D

                    *   Deplacement [t]

                *                    *
                    *   l
                        w

                    *   Abstand des Schwerpunktes der Fläche A von der Basis [m]

                *                    *
                    *   T

                    *   Tiefgang auf halber Schiffslänge [m]

                *                    *
                    *   *

                    *   jeweiliger Neigungswinkel [°]

            c)  Für Schiffe über 12 m Breite ist nachzuweisen, dass bei dynamischer
                Einwirkung des Winddruckes rechteckige Fenster oder andere
                ungeschützte Öffnungen nicht eintauchen.

        3.  Die folgenden Beladungszustände sind in Bezug auf Stabilität zu
            berechnen:

            a)  Schiff in Ballastfahrt ohne Passagiere mit vollen Vorräten (Abfahrt)

            b)  Schiff in Ballastfahrt ohne Passagiere mit 10 % der Vorräte (Ankunft)

            c)  Schiff mit der maximalen Anzahl an Passagieren und vollen Vorräten
                (Abfahrt)

            d)  Schiff mit der maximalen Anzahl an Passagieren und 10 % der Vorräte
                (Ankunft)

            Die Hebelarmkurven sind mit freiem Trimm und freier Tiefertauchung zu
            berechnen.

            Das Gewicht eines Fahrgastes ist mit 0,075 t anzunehmen, und das
            Handgepäck pro Fahrgast ist mit 0,005 t anzusetzen. Bei Schiffen im
            Fährverkehr ist außerdem pro Person mit 0,020 t Gepäck zu rechnen.

    **Zu 2** **Wasserdichte Unterteilung**

    **Zu 3** **Flutbare Länge**

    **Zu 4** **Zulässige Länge der Abteilungen**

    **Zu 5** **Flutbarkeit**

        Wird die Regel 8.4.5 (verringerte Schadensausdehnung) angewendet, kann
        für den betreffenden Bereich des Schiffes der nächsthöhere
        Abteilungsfaktor für die Berechnung der Schottenkurve angewendet
        werden. Grundlage ist der nach Regel 6 erforderliche Abteilungsfaktor.

    **Zu 7** **Sondervorschriften für die Unterteilung von Schiffen**

        Wird die Regel 8.4.5 (verringerte Schadensausdehnung) angewendet, kann
        für den betreffenden Bereich des Schiffes der nächsthöhere
        Abteilungsfaktor für die Berechnung der Schottenkurve angewendet
        werden. Grundlage ist der nach Regel 6 erforderliche Abteilungsfaktor.

    Zu 7.3: Eine Berechnung der Schottenkurve unter Inanspruchnahme von Nischen
        ist nicht zulässig.

    **Zu 8** **Stabilität beschädigter Schiffe**

    Zu 8.2.3.3: Bei Anwendung der Regel 8.4.5 (verringerte Schadensausdehnung) ist der
        Winddruck nach folgender Formel zu ermitteln:

        GZ (Meter) = (Krängungsmoment/Verdrängung) + 0,10

        Der aufrichtende Hebelarm darf bei Anwendung der Regel 8.4.5 nicht
        weniger als 0,15 m betragen.

        Zusätzlich gelten folgende Regeln:

    Zu 8.4.5: Die Ausdehnung des Schadens kann für einen Teilbereich der
        Schiffslänge oder über die ganze Schiffslänge abweichend von den
        Absätzen .4.2 und .4.3 bei Anordnung eines Doppelbodens in den
        genannten Teilbereichen oder über die gesamte Schiffslänge mit einer
        Mindesthöhe von 0,60 m, getrennt nach Boden und Seiten, wie folgt
        angenommen werden:

        1.  In den Schiffsseiten

            a)  Querausdehnung (gemessen in Höhe der obersten Schottenladelinie von
                Mallkante Außenhaut rechtwinklig zur Mittellinie): eine Entfernung von
                1,00 m;

            b)  Senkrechte Ausdehnung: von der Grundlinie aufwärts unbegrenzt.

        2.  Im Schiffsboden

            a)  Querausdehnung (gemessen in Höhe der obersten Schottenladelinie von
                Mallkante Außenhaut rechtwinklig zur Mittellinie): eine Entfernung von
                einem Fünftel der Breite des Schiffes, mindestens aber 3,00 m;

            b)  Senkrechte Ausdehnung: von der Grundlinie aufwärts bis 0,60 m Höhe.

    Zu 8.4.6: Für den Fall, dass die Ausdehnung des Schadens nach Regel 8.4.5
        bemessen wird, gilt für den Bereich des Schiffes, in dem Regel 8.4.5
        angewendet wird, mindestens der Zwei-Abteilungsstatus. Die unter
        Kapitel II-1 Teil A Absatz 1.8 definierte Tauchgrenze muss mindestens
        100 mm unterhalb Oberkante Schottendeck an der Seite des Schiffes
        verlaufen.

    Zu 8.4.7: Gesellschaftsräume unter dem Schottendeck, welche den Anforderungen
        der Regel 8.4.5 entsprechen, müssen mindestens zwei Fluchtwege haben,
        von denen mindestens einer nicht durch wasserdichte Türen führt. Die
        Fluchtwege müssen an gegenüberliegenden Enden des Raumes angeordnet
        sein. Die maximale Entfernung zu einem der Fluchtwege darf 8 m nicht
        überschreiten. Eine wasserdichte Tür, welche einen der Fluchtwege
        bildet, muss mindestens 0,90 m breit sein. Die Breite der Treppen muss
        den Anforderungen von Regel II-2/B/6.1.5b genügen, wobei die
        geforderte Gesamtbreite gleichmäßig auf die im Raum vorhandenen
        Treppen aufzuteilen ist.

    Zu 8.4.8: Für den Fall, dass die Ausdehnung des Schadens nach Regel 8.4.5
        bemessen wird, darf die Anzahl der Fahrgäste, die in Salons im Bereich
        der Anwendung der verringerten Schadensausdehnung unter dem
        Schottendeck befördert werden, nicht mehr als 500 Personen betragen.

    **Zu 10** **Doppelböden**

        Zusätzlich gelten folgende Regeln:

    Zu 10.9: Fahrgastschiffe mit weniger als 50 m Länge und einem
        Unterteilungsfaktor von 1,0 sind von dem Einbau eines Doppelbodens
        befreit, wenn die Berechnung der Endschwimmlage in jedem Leckfall
        mindestens eine Tauchgrenze von 114 mm (1,5 x 76 mm) nachweist.
        Fahrgastschiffe mit einem Unterteilungsfaktor von höchstens 0,5 sind
        von dem Einbau eines Doppelbodens befreit.

    Zu 10.10: Fahrgastschiffe mit einer Länge von 50 m oder mehr müssen mit einem
        Doppelboden versehen sein, wenn der Abteilungsfaktor größer als 0,5
        ist. Der Doppelboden muss sich bei Schiffen mit achtern angeordnetem
        Maschinenraum mindestens vom Maschinenraumfrontschott bis an das
        Vorpiekschott erstrecken oder möglichst nahe herangeführt werden.

    Zu 10.11: Wird die Regel 8.4.5 vollständig oder teilweise angewendet, ist für
        diese Bereiche ein Doppelboden vorzusehen.

    **Zu 13** **Öffnungen in wasserdichten Schotten**

    Zu 13.5.4: Zusätzlich gilt folgende Regel:

        Bei Anwendung der Regel 8.4.5 gilt: Die Anordnung der wasserdichten
        Türen und ihrer Steuerungen muss derart sein, dass der Betrieb der
        wasserdichten Türen außerhalb des beschädigten Bereichs des Schiffes
        nicht beeinträchtigt wird, wenn das Schiff eine Beschädigung innerhalb
        des Leckbereichs von 1,00 m von Mallkante Außenhaut erleidet, wobei
        dieser Abstand in Höhe der obersten Schottenladelinie rechtwinklig zu
        Mittelschiffsebene gemessen wird.

    Zu 13.7.1.2.2: Zusätzlich gilt folgende Regel:

        Bei Anwendung der Regel 8.4.5 gilt: Die Tür muss sich oberhalb des
        Doppelbodens und außerhalb des Leckbereichs von 1,00 m befinden.

    Zu 13.9.3: Zusätzlich gelten folgende Regeln:

        Sind zwei benachbarte wasserdichte Abteilungen durch eine wasserdichte
        Tür in einem wasserdichten Schott begehbar und dient diese
        wasserdichte Tür als Sekundär-Fluchtweg aus einem Salon oder sonstigen
        für Fahrgäste vorgesehenen Räumen, so wird das Offenbleiben als
        unbedingt notwendig angesehen. Eine solche wasserdichte Tür muss in
        den Stabilitätsunterlagen des Schiffes deutlich angegeben sein und
        muss jederzeit geschlossen werden können. Die Abteilungslängen dürfen
        für die Abteilungen, die an diese wasserdichte Tür angrenzen, die
        maximalen flutbaren Längen nach den Regeln 2 bis 5 unter Verwendung
        eines kleineren als in Regel 6 erforderlichen Abteilungsfaktors nicht
        überschreiten.

    **Zu 17-1** **Wasserdichtigkeit von Ro-Ro-Deck (Schottendeck) bis zu den unten
        liegenden Räumen**

    Zu 17-1.1.1: Zusätzlich gilt folgende Regel:

        Absatz .1.1 findet auf Ro-Ro-Fahrgastschiffe keine Anwendung, wenn die
        Höhe des Ro-Ro-Decks oberhalb der Wasserlinie mit den Niedergängen in
        das Schiff nicht niedriger als 3,00 m ist.

    **Zu Teil C** **Maschinenanlagen**

    **Zu 3** **Lenzpumpenanlagen**

    Zu 3.2.9: Zusätzlich gilt folgende Regel:

        Bei Anwendung der Regel B/8.4.5 gilt: Wenn das Rohr in irgendeinem
        Teil des Schiffes näher als 1,00 m, gemessen in Höhe der obersten
        Schottenladelinie rechtwinklig zur Mittelschiffebene, an der
        Schiffsseite oder in einem Rohrtunnel verlegt ist, muss es in der
        Abteilung, in der sich der Lenzsauger befindet, mit einem
        Rückschlagventil versehen sein.

    Zu 3.2.10: Zusätzlich gilt folgende Regel:

        Bei Anwendung der Regel B/8.4.5 gilt: Außerdem darf die Beschädigung
        einer Pumpe oder ihres Anschlussrohrs zur Hauptlenzleitung, wenn sich
        beide in geringerem Abstand als 1,00 m von der Außenhaut befinden, das
        Lenzsystem nicht außer Betrieb setzen.

    **Zu Teil D** **Elektrische Anlagen**

    **Zu 3** **Notstromquelle**

    Zu 3.1: Zusätzlich gilt folgende Regel:

        Die Unterbringung der unabhängigen Notstromquelle mit einer
        Notschalttafel ist unterhalb des Schottendecks möglich, wenn eine
        zweite redundante Notstromtafel vorhanden ist. Beide Notschalttafeln
        sind in getrennten Abteilungen hinsichtlich Brandschutz und
        Leckstabilität unterzubringen.

    **Zu Kapitel II-2** **Brandschutz, Feueranzeige und Feuerlöschung**

    **Zu Teil B** **Brandschutzmaßnahmen**

    **Zu 6** **Fluchtwege**

        Gesellschaftsräume unter dem Schottendeck, welche den Anforderungen
        der Regel II-1/B/8.4.5 entsprechen, müssen mindestens zwei Fluchtwege
        haben, von denen mindestens einer nicht durch wasserdichte Türen
        führt. Die Fluchtwege müssen an gegenüberliegenden Enden des Raumes
        angeordnet sein. Die maximale Entfernung zu einem der Fluchtwege darf
        8 m nicht überschreiten. Eine wasserdichte Tür, welche einen der
        Fluchtwege bildet, muss mindestens 0,90 m breit sein. Die Breite der
        Treppe muss den Anforderungen von Regel 6.1.5.a genügen, wobei die
        geforderte Gesamtbreite gleichmäßig auf die im Raum vorhandenen
        Treppen aufzuteilen ist.

    Zu 6.1.1: Zusätzlich gilt folgende Regel:

        Werden für die Beurteilung von Treppen, Leitern, Flure und Türen
        Annahmen für die Unwirksamkeit durch Beschädigung bei Kollision
        getroffen, so wird die Schadensausdehnung mit 1,00 m (gemessen in Höhe
        der obersten Schottenladelinie von Mallkante Außenhaut rechtwinklig
        zur Mittellinie) angenommen, sofern sich der betrachtete Punkt
        mindestens 0,60 m über Basis befindet.

    Zu 6.1.5: Diese Regel gilt ohne 6.1.5a für Schiffe ab einer Länge von 24 m mit
        folgendem Zusatz:

        Abhängig von der Anordnung der Einbootungsstationen, der Anzahl der
        Decks, der Anordnung der Feuerzonen, der Lage und Anzahl der
        Fluchtwege sowie dem Evakuierungskonzept auf Basis der MSC-
        Rundschreiben 1166 (Richtlinien für eine vereinfachte
        Evakuierungsanalyse für Hochgeschwindigkeits-Fahrgastschiffe) und 1238
        (Richtlinien für Evakuierungsanalysen für neue und vorhandene
        Fahrgastschiffe) (VkBl. 2011 S. 711) kann auf einen entsprechend den
        Absätzen 6.1.1 und 6.1.2 geforderten Treppenschacht verzichtet werden.

        Zu 6.1.5.6
    und 6.1.5.6.a: Zusätzlich gilt folgende Regel:

        Die Treppenvorflächen auf jeder Decksebene müssen eine Grundfläche von
        mindestens 2 m
        2                          haben und müssen, wenn sie für mehr als 80
        Personen vorgesehen sind, für jeweils weitere 40 Personen 1 m
        2                          größer sein, brauchen jedoch insgesamt
        nicht größer als 10 m
        2                          zu sein, mit Ausnahme derjenigen
        Treppenvorflächen, bei denen ein unmittelbarer Zugang von
        Gesellschaftsräumen zum Treppenschacht besteht.

    **Zu 6-1** **Fluchtwege auf Ro-Ro-Fahrgastschiffen**

    Zu 6-1.3: Die Evakuierungsuntersuchung ist in Anlehnung an die vorläufigen
        Richtlinien für Evakuierungsanalysen für Hochgeschwindigkeits-
        Fahrgastschiffe (MSC Circ. 1001), in der jeweils geltenden Fassung,
        mit einer Evakuierungszeit von maximal 30 min durchzuführen.

[^F799100_02_BJNR302300998BJNE002400124]:     *             max              ist der Winkel bei dem die
    Hebelarmkurve das Maximum erreicht.
[^F799100_03_BJNR302300998BJNE002400124]:     *             f              ist der Winkel bei dem die erste
    ungeschützte Öffnung zu Wasser kommt.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__9.html
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