Title: § 15 Untersuchungsverfahren und Untersuchungsstellen

Description:
Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (TrinkwV 2001)
4. Abschnitt - Pflichten des Unternehmers und des sonstigen Inhabers einer Wasserversorgungsanlage
§ 15 Untersuchungsverfahren und Untersuchungsstellen

Paragraph: 15

Content:
Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (TrinkwV 2001)
4. Abschnitt - Pflichten des Unternehmers und des sonstigen Inhabers einer Wasserversorgungsanlage
§ 15 Untersuchungsverfahren und Untersuchungsstellen

(1) Die Proben für die Untersuchungen des Trinkwassers nach dieser
Verordnung auf die in den Anlagen 1, 2 und 3 Teil I genannten
Parameter sind gemäß Anlage 5 Teil II nach den allgemein anerkannten
Regeln der Technik zu nehmen.

(1a) Bei den Untersuchungen des Trinkwassers nach dieser Verordnung
auf die in Anlage 1 genannten Parameter und die in Anlage 3 genannten
Parameter, die mikrobiologische Parameter sind, sind die in den
folgenden technischen Normen beschriebenen Untersuchungsverfahren
anzuwenden:

1.  für Coliforme Bakterien und Escherichia coli (E. coli):
    DIN EN ISO 9308-1:2017-09,
    DIN EN ISO 9308-2:2014-06,

2.  für Enterokokken:
    DIN EN ISO 7899-2:2000-11,

3.  für Pseudomonas aeruginosa:
    DIN EN ISO 16266:2008-05,

4.  zur Bestimmung kultivierbarer Mikroorganismen – Koloniezahl bei 22 °C
    und Koloniezahl bei 36 °C:
    DIN EN ISO 6222:1999-07,

5.  für Clostridium perfringens (einschließlich Sporen):
    DIN EN ISO 14189:2016-11,

6.  für Legionella spec.:

    a)  längstens bis zum 28. Februar 2019
        ISO 11731:1998-05,
        DIN EN ISO 11731-2:2008-06

    b)  spätestens ab dem 1. März 2019
        ISO 11731:2017-05.

Die in Satz 1 bezeichneten technischen Normen sind bei der Beuth
Verlag GmbH Berlin zu beziehen und bei der Deutschen
Nationalbibliothek archivmäßig gesichert niedergelegt und einsehbar.

(1b) Bei der Untersuchung der in Absatz 1a genannten Parameter dürfen
andere als die in Absatz 1a genannten Untersuchungsverfahren angewandt
werden, wenn das Umweltbundesamt auf Antrag festgestellt hat, dass die
damit erzielten Ergebnisse im Sinne der allgemein anerkannten Regeln
der Technik gleichwertig und mindestens genauso zuverlässig sind wie
die mit den Untersuchungsverfahren nach Absatz 1a ermittelten
Ergebnisse.

(1c) Außer mit den nach den Absätzen 1a und 1b festgelegten
Untersuchungsverfahren darf die Koloniezahl kultivierbarer
Mikroorganismen bei 22 °C und 36 °C auch dadurch bestimmt werden, dass
die Zahl der mit 6- bis 8-facher Lupenvergrößerung sichtbaren Kolonien
ausgewertet wird, die sich aus den in 1 Milliliter des zu
untersuchenden Wassers befindlichen Bakterien in Plattengusskulturen
mit nährstoffreichen, peptonhaltigen Nährböden (1 Prozent
Fleischextrakt, 1 Prozent Pepton) bei einer Bebrütungstemperatur von
(20 ± 2) °C und (36 ± 1) °C nach (44 ± 4) Stunden Bebrütungsdauer
bilden. Abhängig von dem verwendeten Nährboden sind folgende Methoden
möglich:

1.  Agar-Gelatine-Nährböden, Bebrütungstemperatur (20 ± 2) °C und (36 ± 1)
    °C, Bebrütungsdauer (44 ± 4) Stunden oder

2.  Agar-Nährböden, Bebrütungstemperatur (20 ± 2) °C und (36 ± 1) °C,
    Bebrütungsdauer (44 ± 4) Stunden.

(1d) Das Umweltbundesamt veröffentlicht eine Liste der
Untersuchungsverfahren nach den Absätzen 1a bis 1c im
Bundesgesundheitsblatt.

(1e) Für die Untersuchung auf Legionella spec. einschließlich der
Probennahme veröffentlicht das Umweltbundesamt im
Bundesgesundheitsblatt eine Empfehlung. Diese soll neben dem
Untersuchungsverfahren nach Absatz 1a oder Absatz 1b beachtet werden.

(2) Bei Untersuchungen des Trinkwassers nach dieser Verordnung auf die
in Anlage 2 und in Anlage 3 Teil I genannten Parameter, die keine
mikrobiologischen Parameter sind, sind Untersuchungsverfahren nach den
allgemein anerkannten Regeln der Technik anzuwenden, die hinreichend
zuverlässige Messwerte liefern und dabei die in Anlage 5 Teil I
genannten spezifizierten Verfahrenskennwerte einhalten.

(2a) Bei Untersuchungen des Trinkwassers nach dieser Verordnung auf
Parameter nach Anlage 3a Teil I sind die Untersuchungsverfahren und
die Verfahrenskennwerte nach Anlage 3a Teil III Nummer 3 anzuwenden.

(3) Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer
Wasserversorgungsanlage haben das Ergebnis jeder Untersuchung nach den
§§ 14 bis 14b und § 20 unverzüglich schriftlich oder auf Datenträgern
mit den Angaben nach Satz 2 aufzuzeichnen oder aufzeichnen zu lassen.
Es sind der Ort der Probennahme nach Gemeinde, Straße, Hausnummer und
Entnahmestelle, die Zeitpunkte der Entnahme sowie der Untersuchung der
Wasserprobe und das bei der Untersuchung angewandte Verfahren
anzugeben. Die zuständige oberste Landesbehörde oder eine andere auf
Grund Landesrechts zuständige Stelle kann bestimmen, dass für die
Niederschriften einheitliche Vordrucke zu verwenden oder einheitliche
EDV-Verfahren anzuwenden sind. Der Unternehmer und der sonstige
Inhaber einer Wasserversorgungsanlage haben eine Kopie der
Niederschrift innerhalb von zwei Wochen nach dem Abschluss der
Untersuchung dem Gesundheitsamt zu übersenden. Im Falle von
Untersuchungen nach § 14a ist die Kopie der Niederschrift auch an die
zuständige Behörde zu übersenden, sofern dies nicht das Gesundheitsamt
ist. Das Original ist ebenso wie die in § 19 Absatz 4 Satz 3 genannte
Ausfertigung vom Zeitpunkt der Untersuchung an mindestens zehn Jahre
lang verfügbar zu halten. Eine Kopie der Niederschrift für
Untersuchungen nach § 14b Absatz 1 ist dem Gesundheitsamt nicht zu
übersenden. § 16 Absatz 1 Satz 1 bleibt unberührt.

(4) Die nach dieser Verordnung erforderlichen Untersuchungen des
Trinkwassers einschließlich der Probennahmen dürfen nur von dafür
zugelassenen Untersuchungsstellen durchgeführt werden. Für die
Zulassung als Untersuchungsstelle ist ein Antrag bei der zuständigen
obersten Landesbehörde oder bei einer von ihr benannten Stelle
erforderlich. Die zuständige oberste Landesbehörde oder die von ihr
benannte Stelle erteilt einer Untersuchungsstelle, die in dem
jeweiligen Land tätig und nicht bereits durch ein anderes Land
zugelassen ist, die Zulassung, wenn die Untersuchungsstelle die
folgenden Voraussetzungen erfüllt:

1.  Akkreditierung als Prüflaboratorium von einer nationalen
    Akkreditierungsstelle im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 des
    Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Juli 2008 über die
    Vorschriften für die Akkreditierung und Marktüberwachung im
    Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten und zur Aufhebung der
    Verordnung (EWG) Nr. 339/93 des Rates (ABl. L 218 vom 13.8.2008, S.
    30) in der jeweils geltenden Fassung für die Durchführung der
    erforderlichen Prüfverfahren einschließlich der Probennahmen in der
    Matrix Trinkwasser für die Untersuchung von Trinkwasser gemäß der
    Trinkwasserverordnung,

2.  Einhaltung der Vorgaben nach den Absätzen 1 bis 2a und

3.  mindestens einmal jährlich erfolgreiche Teilnahme an externen
    Qualitätssicherungsprogrammen.

Die zuständige oberste Landesbehörde oder die von ihr benannte Stelle
hat eine Liste der von dem jeweiligen Land zugelassenen
Untersuchungsstellen mit dem jeweiligen Parameterscope durch
Veröffentlichung im Internet oder auf andere geeignete Weise bekannt
zu machen. Die Zulassung gilt bundesweit.

(5) Die nach Absatz 4 zugelassenen Untersuchungsstellen für
Trinkwasser müssen ihre Akkreditierung in Bezug auf die in Absatz 1a
genannten Parameter an die jeweils geltenden Anforderungen des
Absatzes 1a anpassen.

(6) Die zuständige oberste Landesbehörde oder die von ihr benannte
Stelle überprüft regelmäßig, ob die von dem jeweiligen Land
zugelassenen Untersuchungsstellen die Voraussetzungen nach Absatz 4
Satz 3 und Absatz 5 weiterhin erfüllen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/__15.html
Directory: trinkwv_2001
Level: 3.0