Title: § 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die  Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Schilder- und Lichtreklamehersteller-Handwerk (SchiLichtrMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die  Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Schilder- und Lichtreklamehersteller-Handwerk (SchiLichtrMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz dadurch
nachweisen, dass er berufsbezogene Probleme analysieren und bewerten
sowie Lösungswege aufzeigen und dokumentieren und dabei aktuelle
Entwicklungen berücksichtigen kann.

(2) Handlungsfelder sind:

1.  Gestaltung, Fertigungs- und Montagetechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine Aufgabe zu bearbeiten,
die fallorientiert sein muss:

1.  Gestaltung, Fertigungs- und Montagetechnik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, gestalterische
    und konzeptionelle Aufgaben unter Berücksichtigung wirtschaftlicher
    und ökologischer Aspekte in einem Schilder- und
    Lichtreklameherstellerbetrieb zu bearbeiten; dabei soll er
    berufsbezogene Sachverhalte analysieren und bewerten; bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis j
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Wirkungsweisen von Gestaltungselementen darlegen und bewerten, dabei
        die Grundlagen der visuellen Kommunikation sowie die Gesetzmäßigkeiten
        der Wahrnehmung und die Sehgewohnheiten beachten,

    b)  Lichtsysteme und Beleuchtungsarten Verwendungszwecken zuordnen und
        Zuordnung begründen,

    c)  Arten und Eigenschaften von Werk- und Hilfsstoffen beurteilen und
        deren Verwendung unter Berücksichtigung ihrer besonderen Eignung
        begründen,

    d)  Maschinen und Werkzeuge unterschiedlichen Fertigungs- und
        Montagetechniken zuordnen und Zuordnung begründen,

    e)  Verfahren zur Speicherung von analogen und digitalen Daten sowie
        Möglichkeiten der Digitalisierung aufzeigen und deren Auswahl
        begründen,

    f)  Verbindungstechniken unter Berücksichtigung von Befestigungs-,
        Verbindungs- und Verankerungsmitteln darstellen und deren Auswahl
        begründen,

    g)  Bedeutung elektrotechnischer Normen für Kommunikations- und
        Werbeanlagen darstellen, erläutern und begründen,

    h)  Schriften, insbesondere unter Berücksichtigung architektonischer
        Gegebenheiten, gestalten; die Bedeutung von Schrifttypen und
        zeitgemäßer Formensprache für Erkennungswert und Lesbarkeit begründen
        und bewerten,

    i)  Grundlagen der Werbeelektrik beschreiben, Kennzahlen des elektrischen
        Stroms berechnen,

    j)  Grundlagen des Siebdrucks für Kommunikations- und Werbeanlagen
        beschreiben;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen, deren
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen; bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis j
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Fertigungs- und Montagetechnik, des Einsatzes von
        Material, Geräten und Personal bewerten, dabei qualitätssichernde
        Aspekte darstellen sowie Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen
        berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        allgemein anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Haftung
        bei der Herstellung und Montage von Werbeanlagen beurteilen,

    e)  Arbeitspläne, Skizzen, Entwurfs- und Konstruktionszeichnungen sowie
        Schaltpläne und Aufrisse erstellen und korrigieren,

    f)  auftragsbezogenen Einsatz von Material, Maschinen und Geräten
        bestimmen und begründen,

    g)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    h)  Vorleistungen und Toleranzen von Vorgewerken bewerten,

    i)  Aufmass und Rechnungslegung unter Beachtung der Vertragsgrundlagen
        erstellen,

    j)  Vor- und Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, wahrzunehmen; bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung darstellen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische Prozesse planen und
        darstellen,

    h)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und
        beurteilen.

(4) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern. Eine
Prüfungsdauer von sechs Stunden täglich darf nicht überschritten
werden.

(5) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder gemäß Absatz 2
gebildet.

(6) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(7) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schilichtrmstrv/__8.html
Directory: schilichtrmstrv
Level: 2.0