Title: Anlage Anforderungen an Bremsvorwarnsysteme

Description:
Vierzigste Verordnung über Ausnahmen von den Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZOAusnV 40)
Anlage Anforderungen an Bremsvorwarnsysteme

Paragraph: 3

Content:
Vierzigste Verordnung über Ausnahmen von den Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZOAusnV 40)
Anlage Anforderungen an Bremsvorwarnsysteme

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    1.  Definition

        Bremsvorwarnsysteme sind Einrichtungen und Schaltungen, die das
        Aufleuchten der Bremsleuchten auch bewirken, wenn eine
        Betriebsbremsung zu erwarten ist.

    2.  Anforderungen an die Funktion

    2.1 Das Bremsvorwarnsystem aktiviert die Bremsleuchten nur dann, wenn die
        Rückstellgeschwindigkeit der Fahrzeugbeschleunigungseinrichtung, oder
        die Geschwindigkeit mit der der Fahrer seinen Fuß in Richtung "lösen"
        (Leerlaufstellung) bewegt, 0,3 m/s oder mehr beträgt. Erfolgt die
        Aktivierung der Bremsleuchten über die Kraftstoffzumeßeinrichtung, so
        darf deren Schließzeit - Vollgas 100% bis Leerlauf - nicht mehr als
        200 ms dauern.

    2.2 Die Rückstellgeschwindigkeit wird für folgende Stellungen "A" der
        Fahrzeugbeschleunigungseinrichtung ermittelt:

    2.2.1 Voller Betätigungsweg,

    2.2.2 halber Betätigungsweg,

    2.2.3 Betätigungsweg, der einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h im mittleren
        Drehzahlbereich entspricht.

    2.3 Zur Bestimmung der Rückstellgeschwindigkeit sind Geräte zu verwenden,
        die

    2.3.1 eine definierte Entlastung der in Stellung "A" festgehaltenen
        Fahrzeugbeschleunigungseinrichtung ermöglichen,

    2.3.2 es erlauben, die Rückstellgeschwindigkeit mit einer Genauigkeit von
        +- 10% zu bestimmen.

    2.4 Das Bremsvorwarnsystem darf die normale Funktion der
        Fahrzeugbeschleunigungseinrichtung oder der Kraftstoffzumeßeinrichtung
        nicht beeinträchtigen.

    2.5 Das Bremsvorwarnsystem darf abschaltbar sein.

    2.6 Die vorgeschriebene Aktivierung der Bremsleuchten durch die
        Betätigungseinrichtung der Betriebsbremsanlage muß sichergestellt
        bleiben.

    2.7 Das Bremsvorwarnsystem muß so beschaffen sein, daß bei
        bestimmungsgemäßer Betätigung eines handgeschalteten Getriebes oder
        beim Zurücknehmen bzw. Abschalten einer Geschwindigkeitsregelanlage
        die Bremsleuchten nicht aktiviert werden. Erfolgt die Aktivierung der
        Bremsleuchten über die Kraftstoffzumeßeinrichtung, so ist
        sicherzustellen, daß die Bremsleuchten nicht aufleuchten durch:

        -   Schubabschaltung,

        -   Einsetzen von Drehzahlbegrenzern,

        -   Betrieb/Abschalten von Kaltstarteinrichtungen,

        -   andere auf die Motorsteuerung wirkende Einrichtungen (z.B.
            Automatikgetriebesteuerungen).

    2.8 Das Ausgangssignal (z.B. Spannung) des Bremsvorwarnsystems muß
        1 s +- 0,25 s nach Aktivierung selbsttätig aufgehoben werden.

    3.  Anforderungen an die Betriebssicherheit

    3.1 Das Bremsvorwarnsystem muß ausreichend gegen Korrosion und
        Verschmutzung geschützt sein (insbesondere die Fahrpedalsysteme).

    3.2 Elektromagnetische Felder dürfen das Bremsvorwarnsystem nicht
        beeinflussen.

    3.3 Das Bremsvorwarnsystem darf andere elektrische, elektronische oder
        mechanische Systeme im Fahrzeug nicht stören.

    3.4 Das Bremsvorwarnsystem muß gegen leichtes und nicht kontrollierbares
        Verändern gesichert sein.

    3.5 Das Bremsvorwarnsystem muß von
        - 20 Grad C bis
        + 85 Grad C betriebsfähig sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzoausnv_40/__3.html
Directory: stvzoausnv_40
Level: 2.0