Title: § 29 Beurteilung der Vermögenslage

Description:
Verordnung über den Inhalt der Prüfungsberichte zu den Jahresabschlüssen und den Solvabilitätsübersichten von Versicherungsunternehmen (PrüfV 2017)
Kapitel 3 - Bericht zur Prüfung des Jahresabschlusses und Lageberichts
Abschnitt 3 - Geschäftliche Entwicklung und Lage des Versicherungsunternehmens
§ 29 Beurteilung der Vermögenslage

Paragraph: 29

Content:
Verordnung über den Inhalt der Prüfungsberichte zu den Jahresabschlüssen und den Solvabilitätsübersichten von Versicherungsunternehmen (PrüfV 2017)
Kapitel 3 - Bericht zur Prüfung des Jahresabschlusses und Lageberichts
Abschnitt 3 - Geschäftliche Entwicklung und Lage des Versicherungsunternehmens
§ 29 Beurteilung der Vermögenslage

(1) Die Vermögenslage ist unter Angabe der angewandten Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden so darzustellen, dass alle Umstände, die zu
ihrer sicheren Beurteilung erforderlich sind, erläutert werden.

(2) Besonderheiten und Risiken, die für die Beurteilung der
Vermögenslage von Bedeutung sind, sind hervorzuheben. Dabei ist
insbesondere einzugehen auf

1.  Art und Umfang bilanzunwirksamer Ansprüche und Verpflichtungen,

2.  andere Zuzahlungen im Sinne des § 272 Absatz 2 Nummer 4 des
    Handelsgesetzbuchs, die Gesellschafter in das Eigenkapital geleistet
    haben, und Nachschüsse und Umlagen der Mitglieder eines
    Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit im Sinne des § 182 des
    Versicherungsaufsichtsgesetzes,

3.  Garantien zur Sicherstellung einer ausreichenden Überschussbeteiligung
    der Versicherungsnehmer,

4.  Beteiligungen im Sinne des § 302 Absatz 1 des
    Versicherungsaufsichtsgesetzes,

5.  Verfügungsbeschränkungen bei Wertpapieren,

6.  den Inhalt der Erklärungen im Sinne des § 251 des Handelsgesetzbuchs
    in Verbindung mit § 51 Absatz 3 der Versicherungsunternehmens-
    Rechnungslegungsverordnung, die zugunsten verbundener und anderer
    Unternehmen abgegeben wurden, und

7.  Art und Umfang stiller Reserven und stiller Lasten.

(3) Die Berichterstattung hat sich auch zu erstrecken auf:

1.  bedeutende Verträge und schwebende Rechtsstreitigkeiten, soweit sich
    nachteilige Auswirkungen auf die Vermögenslage ergeben könnten, und
    die Bildung der notwendigen Rückstellungen und

2.  alle abgegebenen Patronatserklärungen unter Darstellung des Inhalts
    und Beurteilung ihrer Rechtsverbindlichkeit.

(4) Der Prüfer hat über die Anwendung des § 341b Absatz 2 des
Handelsgesetzbuchs zu berichten. Dabei ist die Abweichung zwischen
beizulegendem Zeitwert und Börsen- und Marktpreis unter Angabe der
Bewertungsmethode und den zugrunde liegenden Annahmen darzustellen.
Die Fähigkeit des Unternehmens, die entsprechenden Positionen bis zum
Zeitpunkt der erwarteten Wertaufholung zu halten, ist darzustellen und
zu beurteilen. Einzugehen ist auch auf die vermiedenen Abschreibungen
auf Grund nicht dauerhafter Wertminderungen im Anlagevermögen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pr_fv_2017/__29.html
Directory: pruefv_2017
Level: 4.0