Title: § 35

Description:
Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz (SprengV 1)
Abschnitt VIII - Staatlich anerkannte Lehrgänge
§ 35

Paragraph: 35

Content:
Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz (SprengV 1)
Abschnitt VIII - Staatlich anerkannte Lehrgänge
§ 35

(1) Zu einem Grund- oder Sonderlehrgang zur Durchführung von
Sprengarbeiten oder zum Abbrennen von Großfeuerwerken ist der
Antragsteller nur zuzulassen, wenn er die Voraussetzungen nach § 34
Abs. 1 erfüllt und an der Vorbereitung und Durchführung von
Sprengungen oder Großfeuerwerken in einer für seine jeweilige
Ausbildung genügenden Anzahl mitgewirkt hat. Über Art und Umfang sowie
den Zeitpunkt der Sprengungen oder Großfeuerwerke sind Nachweise zu
führen. Diese sind von der für die Durchführung der Sprengung oder des
Großfeuerwerks verantwortlichen Person unverzüglich nach deren
Vornahme zu unterzeichnen.

(2) Zu einem Grundlehrgang für den Umgang - ausgenommen das Herstellen
und Wiedergewinnen - mit pyrotechnischen Gegenständen und
pyrotechnischen Sätzen in Theatern und vergleichbaren Einrichtungen
sind Personen zuzulassen, die

1.  die Voraussetzungen nach § 34 Abs. 1 erfüllen und

2.  eine Ausbildung als Requisiteur, Waffenmeister oder Bühnen- oder
    Beleuchtungsmeister oder Kenntnisse und Fertigkeiten über eine
    vergleichbare Tätigkeit in einer öffentlich-rechtlichen geregelten
    Prüfung nachweisen oder

3.  mindestens ein Jahr in Theatern oder vergleichbaren Einrichtungen
    tätig waren und beim Erzeugen einer für die Ausbildung genügenden
    Anzahl pyrotechnischer Effekte mitgewirkt haben und darüber eine
    Bescheinigung des Unternehmers vorlegen.

Absatz 1 Satz 2 und 3 gilt entsprechend.

(3) Zu einem Sonderlehrgang für den Umgang - ausgenommen das
Herstellen und Wiedergewinnen - mit explosionsgefährlichen Stoffen in
Film- und Fernsehproduktionsstätten sind Personen zuzulassen, die

1.  die Voraussetzungen nach § 34 Abs. 1 erfüllen und

2.  an einem Grundlehrgang nach § 32 Abs. 2 Nr. 4 oder Nr. 5 erfolgreich
    teilgenommen haben und

3.  an der Erzeugung einer für die Ausbildung genügenden Anzahl von
    pyrotechnischen oder Sprengeffekten teilgenommen haben.

Absatz 1 Satz 2 und 3 gilt entsprechend.

(3a) Lehrgänge nach § 32 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe d setzen die
erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang nach § 32 Abs. 2 Nr. 1, 2a, 6
oder 7 oder einer als gleichwertig anerkannten Ausbildung innerhalb
von fünf Jahren vor Zulassung zum Lehrgang voraus. Der Lehrgang nach §
32 Abs. 3 Nr. 10 ist im Zusammenhang mit für Fahrzeugführer nach dem
oder auf Grund des Gesetzes über die Beförderung gefährlicher Güter
vorgeschriebenen Kursen oder Lehrgängen zu absolvieren, soweit damit
eine Berechtigung zum Transport von Explosivstoffen erworben oder
erhalten wird.

(4) Bei ehemaligen Soldaten der Bundeswehr und bei ehemaligen
Angehörigen der Vollzugspolizei des Bundes oder eines Landes mit
mindestens vierjähriger Dienstzeit sowie bei Angehörigen des
Katastrophenschutzes mit einer Zeit der Mitwirkung im
Katastrophenschutz von mindestens vier Jahren kann die für die
Ausbildung nach Absatz 1 für den Regelfall festzulegende Anzahl von
Sprengungen auf die Hälfte verringert werden, wenn sie an einem
Lehrgang im Sprengen mit Erfolg teilgenommen haben und eine
entsprechende Verwendung während der genannten Zeit nachweisen;
Sprengungen, an denen der Antragsteller während der Dienstzeit
mitgewirkt hat, können auf die verringerte Anzahl der Sprengungen
angerechnet werden. Bei Nachweis einer weitergehenden Ausbildung und
Tätigkeit im Sprengen, insbesondere durch eine Lehrtätigkeit, kann in
begründeten Ausnahmefällen eine noch geringere Anzahl von Sprengungen
festgesetzt werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/sprengv_1/__35.html
Directory: sprengv_1
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