Title: 

Description:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)

Paragraph: 22

Content:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)

In den nachstehenden Begriffsbestimmungen ist unter „zulässiger
Gesamtmasse“ die vom Hersteller angegebene „technisch zulässige
Gesamtmasse in beladenem Zustand“ zu verstehen.

1
    Klasse M: Für die Personenbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit
        mindestens vier Rädern.

        Klasse M
    1:  Für die Personenbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit
        höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz.

        Klasse M
    2:  Für die Personenbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit
        mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz und einer zulässigen
        Gesamtmasse bis zu 5 Tonnen.

        Klasse M
    3:  Für die Personenbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit
        mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz und einer zulässigen
        Gesamtmasse von mehr als 5 Tonnen.

2
    Klasse N: Für die Güterbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit
        mindestens vier Rädern.

        Klasse N
    1:  Für die Güterbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit
        einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen.

        Klasse N
    2:  Für die Güterbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit
        einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen bis zu 12 Tonnen.

        Klasse N
    3:  Für die Güterbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit
        einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 12 Tonnen.

    Im Fall eines Zugfahrzeugs, das zur Verbindung mit einem
    Sattelanhänger oder Zentralachsanhänger bestimmt ist, besteht die für
    die Klasseneinteilung des Fahrzeugs maßgebliche Masse aus der Summe
    der fahrfertigen Masse des Zugfahrzeugs, der Stützlast entsprechenden
    Masse, die von dem Sattel- oder Zentralachsanhänger auf das
    Zugfahrzeug übertragen wird, und gegebenenfalls der Höchstmasse der
    Ladung des Zugfahrzeugs.

3
    Klasse O: Anhänger (einschließlich Sattelanhänger).

        Klasse O
    1:  Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 0,75 Tonnen.

        Klasse O
    2:  Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 0,75 Tonnen bis
        zu 3,5 Tonnen.

        Klasse O
    3:  Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen bis
        zu 10 Tonnen.

        Klasse O
    4:  Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 10 Tonnen.

    Im Fall eines Sattelanhängers oder Zentralachsanhängers ist die für
    die Klasseneinteilung maßgebliche Höchstmasse gleich der von der oder
    den Achsen des Anhängers auf den Boden übertragenen Last, wenn der
    Anhänger mit dem Zugfahrzeug verbunden ist und bis zum zulässigen
    Höchstwert beladen ist.

4   Geländefahrzeuge (Symbol G)

4.1 Fahrzeuge der Klasse N
    1                    mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr
    als 2 Tonnen und Fahrzeuge der Klasse M
    1                    gelten als Geländefahrzeuge, wenn sie wie folgt
    ausgestattet sind:

    –   mit mindestens einer Vorderachse und mindestens einer Hinterachse, die
        so ausgelegt sind, dass sie gleichzeitig angetrieben werden können,
        wobei der Antrieb einer Achse abschaltbar sein kann;

    –   mit mindestens einer Differenzialsperre oder mindestens einer
        Einrichtung, die eine ähnliche Wirkung gewährleistet; als
        Einzelfahrzeug müssen sie eine Steigung von 30 Prozent überwinden
        können, nachgewiesen durch Berechnung.

    Außerdem müssen sie mindestens fünf der folgenden sechs Anforderungen
    erfüllen:

    –   der vordere Überhangwinkel muss mindestens 25 Grad betragen,

    –   der hintere Überhangwinkel muss mindestens 20 Grad betragen,

    –   der Rampenwinkel muss mindestens 20 Grad betragen,

    –   die Bodenfreiheit unter der Vorderachse muss mindestens 180 mm
        betragen,

    –   die Bodenfreiheit unter der Hinterachse muss mindestens 180 mm
        betragen,

    –   die Bodenfreiheit zwischen den Achsen muss mindestens 200 mm betragen.

4.2 Fahrzeuge der Klasse N
    1                    mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 2
    Tonnen sowie Fahrzeuge der Klassen N
    2                    und M
    2                    und der Klasse M
    3                    mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr
    als 12 Tonnen gelten als Geländefahrzeuge, wenn alle Räder
    gleichzeitig angetrieben werden können, wobei der Antrieb einer Achse
    abschaltbar sein kann, oder wenn die drei folgenden Anforderungen
    erfüllt sind:

    –   Mindestens eine Vorderachse und mindestens eine Hinterachse sind so
        ausgelegt, dass sie gleichzeitig angetrieben werden können, wobei der
        Antrieb einer Achse abschaltbar sein kann,

    –   es ist mindestens eine Differenzialsperre oder mindestens eine
        Einrichtung vorhanden, die eine ähnliche Wirkung gewährleistet,

    –   als Einzelfahrzeug müssen sie eine Steigung von 25 Prozent überwinden
        können, nachgewiesen durch Berechnung.

4.3 Fahrzeuge der Klasse M
    3                    mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 12
    Tonnen und Fahrzeuge der Klasse N
    3                    gelten als Geländefahrzeuge, wenn alle Räder
    gleichzeitig angetrieben werden können, wobei der Antrieb einer Achse
    abschaltbar sein kann, oder wenn die folgenden Anforderungen erfüllt
    sind:

    –   Mindestens 50 Prozent der Räder sind angetrieben,

    –   es ist mindestens eine Differenzialsperre oder mindestens eine
        Einrichtung vorhanden, die eine ähnliche Wirkung gewährleistet,

    –   als Einzelfahrzeug muss das Fahrzeug eine Steigung von 25 Prozent
        überwinden können, nachgewiesen durch Berechnung,

    und mindestens vier der folgenden sechs Anforderungen erfüllt sind:

    –   der vordere Überhangwinkel muss mindestens 25 Grad betragen,

    –   der hintere Überhangwinkel muss mindestens 25 Grad betragen,

    –   der Rampenwinkel muss mindestens 25 Grad betragen,

    –   die Bodenfreiheit unter der Vorderachse muss mindestens 250 mm
        betragen,

    –   die Bodenfreiheit zwischen den Achsen muss mindestens 300 mm betragen,

    –   die Bodenfreiheit unter der Hinterachse muss mindestens 250 mm
        betragen.

4.4 Belastungs- und Prüfbedingungen

4.4.1 Fahrzeuge der Klasse N
    1                    mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr
    als zwei Tonnen und Fahrzeuge der Klasse M
    1                    müssen fahrbereit sein, das heißt mit
    Kühlflüssigkeit, Schmiermitteln, Kraftstoff, Werkzeug und Ersatzrad
    versehen sowie mit dem Fahrer besetzt sein. (Die Masse des Fahrers
    wird mit 75 kg veranschlagt – davon entfallen nach der ISO-Norm
    2416-1992 68 kg auf die Masse des Insassen und 7 kg auf die Masse des
    Gepäcks –, der Kraftstoffbehälter ist zu 90 Prozent und die andere
    Flüssigkeiten enthaltenden Systeme – außer für Wasser genutzte Systeme
    – sind zu 100 Prozent des vom Hersteller angegebenen Fassungsvermögens
    gefüllt.)

4.4.2 Andere als die unter Nummer 4.4.1 genannten Fahrzeuge müssen mit der
    vom Hersteller angegebenen technisch zulässigen Gesamtmasse beladen
    sein.

4.4.3 Die Prüfung der geforderten Steigfähigkeit (25 Prozent und 30 Prozent)
    erfolgt durch einfache Berechnungen. In Grenzfällen kann der
    technische Dienst jedoch verlangen, dass ein Fahrzeugtyp einem
    praktischen Fahrversuch unterzogen wird.

4.4.4 Bei der Messung des vorderen und hinteren Überhangwinkels und des
    Rampenwinkels werden die Unterfahrschutzeinrichtungen nicht
    berücksichtigt.

4.5 Definitionen und Skizzen der Bodenfreiheit. (Definitionen für den
    vorderen und hinteren Überhangwinkel und den Rampenwinkel gemäß ISO-
    Norm 612-1978 Nummer 6.10, 6.11 und 6.9.)

4.5.1 Die „Bodenfreiheit zwischen den Achsen“ ist der kleinste Abstand
    zwischen der Standebene und dem niedrigsten festen Punkt des
    Fahrzeugs. Mehrachsaggregate gelten als eine einzige Achse.

    ![bgbl1_2012_j0679-1_0810.jpg](bgbl1_2012_j0679-1_0810.jpg)

4.5.2 Die „Bodenfreiheit unter einer Achse“ ist durch die Scheitelhöhe eines
    Kreisbogens bestimmt, der durch die Mitte der Aufstandsfläche der
    Reifen einer Achse (der Innenreifen bei Zwillingsreifen) geht und den
    niedrigsten Festpunkt zwischen den Rädern berührt.

    Kein starres Teil des Fahrzeugs darf in den gestrichelten
    Kreisabschnitt der Zeichnung hineinragen. Gegebenenfalls ist die
    Bodenfreiheit mehrerer Achsen in der Reihenfolge ihrer Anordnung
    anzugeben, beispielsweise 280/250/250.

    ![bgbl1_2012_j0679-1_0820.jpg](bgbl1_2012_j0679-1_0820.jpg)

4.6 Kombinierte Bezeichnung

    Das Symbol „G“ wird mit dem Symbol „M“ oder „N“ kombiniert. So wird
    beispielsweise ein Fahrzeug der Klasse N
    1                   , das als Geländefahrzeug verwendet werden kann,
    mit N
    1                   G bezeichnet.

5   Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung: Fahrzeuge der Klasse M, N
    oder O zur Personen- oder Güterbeförderung mit einer speziellen
    Funktion, für die der Aufbau oder die Ausrüstung entsprechend
    angepasst werden muss.

5.1 Wohnmobil: Fahrzeug der Klasse M mit besonderer Zweckbestimmung, das
    so konstruiert ist, dass es die Unterbringung von Personen erlaubt und
    mindestens die folgende Ausrüstung umfasst:

    a)  Tisch und Sitzgelegenheiten,

    b)  Schlafgelegenheiten, die u. U. tagsüber als Sitze dienen können,

    c)  Kochgelegenheit und

    d)  Einrichtungen zur Unterbringung von Gepäck und sonstigen Gegenständen.

    Diese Ausrüstungsgegenstände sind im Wohnbereich fest anzubringen, mit
    Ausnahme des Tischs, der leicht entfernbar sein kann.

5.2 Beschussgeschützte Fahrzeuge: Fahrzeuge, die zum Schutz der
    beförderten Insassen bzw. Güter kugelsicher gepanzert sind.

5.3 Krankenwagen: Kraftfahrzeuge der Klasse M, die zur Beförderung Kranker
    oder Verletzter ausgerüstet sind.

5.4 Leichenwagen: Kraftfahrzeuge der Klasse M, die zur Beförderung von
    Leichen ausgerüstet sind.

5.5 Wohnanhänger: siehe ISO-Norm 3833-1977, Begriff Nummer 3.2.1.3.

5.6 Mobilkrane: Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung der Klasse N
    3                   , die nicht für die Güterbeförderung geeignet und
    mit einem Kran mit einem zulässigen Lastmoment bis 400 kNm ausgerüstet
    sind.

5.7 Sonstige Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung: Fahrzeuge im Sinne
    der Nummer 5 mit Ausnahme von Fahrzeugen nach den Nummern 5.1 bis 5.6.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__22.html
Directory: stvzo_2012
Level: 2.0