Title: § 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Damen- und Herrenschneider-Handwerk (DaHeSchnMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Damen- und Herrenschneider-Handwerk (DaHeSchnMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz dadurch
nachweisen, dass er berufsbezogene Probleme analysieren und bewerten
sowie Lösungswege aufzeigen und dokumentieren und dabei aktuelle
Entwicklungen berücksichtigen kann.

(2) Handlungsfelder sind:

1.  Gestaltung und Herstellungstechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine Aufgabe zu bearbeiten,
die fallorientiert sein muss:

1.  Gestaltung und Herstellungstechnik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, gestalterische
    und fertigungstechnische Aufgaben unter Berücksichtigung
    wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in einem Damen- und
    Herrenschneiderbetrieb zu bearbeiten; dabei soll er berufsbezogene
    Sachverhalte analysieren und bewerten; bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis g
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Freihandskizzen und Entwurfszeichnungen im Rahmen eines
        Beratungskonzepts entwickeln und anfertigen,

    b)  Modellentwürfe entwickeln, Grund- und Modellschnitte erstellen und
        abwandeln,

    c)  Bedeutung von Modetendenzen sowie historischen und kulturellen
        Einflüssen für die Herstellung von Bekleidung beschreiben,

    d)  Obermaterialien und Zutaten auswählen, hinsichtlich der Auswirkungen
        auf das Modell bewerten und Auswahl begründen; Materialzusammensetzung
        und -eigenschaften beschreiben, Materiallisten und Schnittlegepläne
        erstellen,

    e)  Einsatzmöglichkeiten von Werkzeugen, Geräten und Maschinen
        beschreiben,

    f)  Herstellungs- und Gestaltungstechniken beschreiben und bewerten sowie
        Verwendungszwecken zuordnen,

    g)  Veränderungs- und Modernisierungsbedarf an Kleidungsstücken
        darstellen, Veränderungsmöglichkeiten vorschlagen und die
        erforderliche Abwicklung festlegen;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen, deren
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen; bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis g
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation,
        insbesondere unter Berücksichtigung der Gestaltungs-, Konstruktions-,
        Herstellungs- und Schmucktechniken, der Anproben sowie des Einsatzes
        von Material, Geräten und Personal bewerten, dabei qualitätssichernde
        Aspekte darstellen sowie Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen
        berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        allgemein anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Haftung
        bei der Herstellung und bei Serviceleistungen sowie bei Verletzung von
        Urheberrechten beurteilen,

    e)  Arbeitspläne, Skizzen und Zeichnungen erarbeiten sowie vorgegebene
        Arbeitspläne, Skizzen und Zeichnungen bewerten und korrigieren,

    f)  auftragsbezogenen Einsatz von Materialien, Maschinen und Geräten
        bestimmen und begründen,

    g)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, wahrzunehmen; bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei Leistungen für Beratung,
        Zuschnitt, Fertigung und Anprobe unterscheiden sowie
        betriebswirtschaftliche Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund modischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  personalwirtschaftliche Aufgaben darstellen; den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung aufzeigen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher
        Bestimmungen und des Umweltschutzes entwickeln; Gefahrenpotenziale
        beurteilen und Maßnahmen zur Gefahrenvermeidung und -beseitigung
        festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung planen und darstellen,

    h)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und
        beurteilen.

(4) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern. Eine
Prüfungsdauer von sechs Stunden täglich darf nicht überschritten
werden.

(5) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder gemäß Absatz 2
gebildet.

(6) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(7) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/daheschnmstrv/__8.html
Directory: daheschnmstrv
Level: 2.0