Title: § 119 Strafvorschriften

Description:
Gesetz über den Wertpapierhandel (WpHG)
Abschnitt 17 - Straf- und Bußgeldvorschriften
§ 119 Strafvorschriften

Paragraph: 119

Content:
Gesetz über den Wertpapierhandel (WpHG)
Abschnitt 17 - Straf- und Bußgeldvorschriften
§ 119 Strafvorschriften

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird
bestraft, wer eine in § 120 Absatz 2 Nummer 3 oder Absatz 15 Nummer 2
bezeichnete vorsätzliche Handlung begeht und dadurch einwirkt auf

1.  den inländischen Börsen- oder Marktpreis eines Finanzinstruments,
    eines damit verbundenen Waren-Spot-Kontrakts, einer Ware im Sinne des
    § 2 Absatz 5 oder eines ausländischen Zahlungsmittels im Sinne des §
    51 des Börsengesetzes,

2.  den Preis eines Finanzinstruments oder eines damit verbundenen Waren-
    Spot-Kontrakts an einem organisierten Markt, einem multilateralen oder
    organisierten Handelssystem in einem anderen Mitgliedstaat oder in
    einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen
    Wirtschaftsraum,

3.  den Preis einer Ware im Sinne des § 2 Absatz 5 oder eines
    ausländischen Zahlungsmittels im Sinne des § 51 des Börsengesetzes an
    einem mit einer inländischen Börse vergleichbaren Markt in einem
    anderen Mitgliedstaat oder in einem anderen Vertragsstaat des
    Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder

4.  die Berechnung eines Referenzwertes im Inland oder in einem anderen
    Mitgliedstaat oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über
    den Europäischen Wirtschaftsraum.

(2) Ebenso wird bestraft, wer gegen die Verordnung (EU) Nr. 1031/2010
der Kommission vom 12. November 2010 über den zeitlichen und
administrativen Ablauf sowie sonstige Aspekte der Versteigerung von
Treibhausgasemissionszertifikaten gemäß der Richtlinie 2003/87/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates über ein System für den Handel
mit Treibhausgasemissionszertifikaten in der Gemeinschaft (ABl. L 302
vom 18.11.2010, S. 1), die zuletzt durch die Verordnung (EU) Nr.
176/2014 (ABl. L 56 vom 26.2.2014, S. 11) geändert worden ist,
verstößt, indem er

1.  entgegen Artikel 38 Absatz 1 Unterabsatz 1, auch in Verbindung mit
    Absatz 2 oder Artikel 40, ein Gebot einstellt, ändert oder zurückzieht
    oder

2.  als Person nach Artikel 38 Absatz 1 Unterabsatz 2, auch in Verbindung
    mit Absatz 2,

    a)  entgegen Artikel 39 Buchstabe a eine Insiderinformation weitergibt
        oder

    b)  entgegen Artikel 39 Buchstabe b die Einstellung, Änderung oder
        Zurückziehung eines Gebotes empfiehlt oder eine andere Person hierzu
        verleitet.

(3) Ebenso wird bestraft, wer gegen die Verordnung (EU) Nr. 596/2014
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über
Marktmissbrauch (Marktmissbrauchsverordnung) und zur Aufhebung der
Richtlinie 2003/6/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und der
Richtlinien 2003/124/EG, 2003/125/EG und 2004/72/EG der Kommission
(ABl. L 173 vom 12.6.2014, S. 1; L 287 vom 21.10.2016, S. 320; L 306
vom 15.11.2016, S. 43; L 348 vom 21.12.2016, S. 83), die zuletzt durch
die Verordnung (EU) 2016/1033 (ABl. L 175 vom 30.6.2016, S. 1)
geändert worden ist, verstößt, indem er

1.  entgegen Artikel 14 Buchstabe a ein Insidergeschäft tätigt,

2.  entgegen Artikel 14 Buchstabe b einem Dritten empfiehlt, ein
    Insidergeschäft zu tätigen, oder einen Dritten dazu verleitet oder

3.  entgegen Artikel 14 Buchstabe c eine Insiderinformation offenlegt.

(4) Der Versuch ist strafbar.

(5) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren wird
bestraft, wer in den Fällen des Absatzes 1

1.  gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten
    Begehung solcher Taten verbunden hat, handelt oder

2.  in Ausübung seiner Tätigkeit für eine inländische
    Finanzaufsichtsbehörde, ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen, eine
    Börse oder einen Betreiber eines Handelsplatzes handelt.

(6) In minder schweren Fällen des Absatzes 5 Nummer 2 ist die Strafe
Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

(7) Handelt der Täter in den Fällen des Absatzes 2 Nummer 1
leichtfertig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder
Geldstrafe.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wphg/__119.html
Directory: wphg
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