Title: § 10 Abschlussprüfung Fachrichtung Lokführer und Transport

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst/zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst (EBBAusbV 2004)
§ 10 Abschlussprüfung Fachrichtung Lokführer und Transport

Paragraph: 10

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst/zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst (EBBAusbV 2004)
§ 10 Abschlussprüfung Fachrichtung Lokführer und Transport

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen Zugfahrt,
Betriebsdienst, Prüfen von Triebfahrzeugen sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde. Dabei sind Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau
und Organisation des Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, betriebliche und
technische Kommunikation, Kundenkommunikation, Planen und Organisieren
der Arbeit, Bewerten der Arbeitsergebnisse, Eisenbahnbetrieb sowie
logistische Prozesse und Qualitätsmanagement zu berücksichtigen.

(3) Die Prüflinge sollen im Prüfungsbereich Zugfahrt in höchstens 60
Minuten Arbeitsaufgaben durchführen sowie begleitende situative
Fachgesprächsphasen von insgesamt höchstens 10 Minuten führen. Dabei
sollen die Prüflinge zeigen, dass sie

1.  Arbeitsaufträge entgegennehmen und beurteilen, Informationen
    beschaffen, technische und organisatorische Schnittstellen beachten,
    Lösungen unter betrieblichen, technischen, betriebswirtschaftlichen
    und ökologischen Gesichtspunkten entwickeln und bewerten,

2.  Auftragsabläufe planen und abstimmen,

3.  der Situation entsprechend kommunizieren und

4.  eine Zugfahrt durchführen

können. Insbesondere sollen die Prüflinge dabei zeigen, dass sie die
Betriebssicherheit berücksichtigen.

(4) Die Prüflinge sollen im Prüfungsbereich Betriebsdienst in
höchstens 120 Minuten nach vorgegebenen betrieblichen Situationen
Aufgaben des Bahnbetriebs schriftlich lösen. Dabei sollen die
Prüflinge zeigen, dass sie

1.  die Bedeutung von Signalen erklären,

2.  Betriebsvorschriften, Arbeitsschutzbestimmungen und andere
    sicherheitsrelevante Bestimmungen beachten und

3.  Auswirkungen des eigenen Handelns auf Sicherheit, Pünktlichkeit und
    Kundenzufriedenheit beachten

können.

(5) Die Prüflinge sollen im Prüfungsbereich Prüfen von Triebfahrzeugen
in höchstens 60 Minuten Arbeitsaufträge am Triebfahrzeug durchführen
und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren sowie
begleitende situative Fachgesprächsphasen von insgesamt höchstens 15
Minuten führen. Dabei sollen die Prüflinge zeigen, dass sie

1.  Triebfahrzeuge unter Berücksichtigung der funktionalen Zusammenhänge
    von Antriebs-, Steuerungs- und Bremssystemen prüfen,

2.  Vorbereitungs- und Abschlussarbeiten durchführen,

3.  Maßnahmen bei Störungen ergreifen,

4.  Betriebsvorschriften, Arbeitsschutzbestimmungen und andere
    sicherheitsrelevante Bestimmungen beachten und

5.  Auswirkungen des eigenen Handelns auf Sicherheit, Pünktlichkeit und
    Kundenzufriedenheit beachten

können.

(6) Die Prüflinge sollen im Prüfungsbereich Wirtschafts- und
Sozialkunde in höchstens 60 Minuten praxisbezogene
handlungsorientierte Aufgaben schriftlich bearbeiten und dabei zeigen,
dass sie allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche
Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen
können.

(7) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses haben die einzelnen
Prüfungsbereiche das folgende Gewicht:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Zugfahrt:

    *   30 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Betriebsdienst:

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Prüfen von Triebfahrzeugen:

    *   20 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Wirtschaftsund Sozialkunde:

    *   20 Prozent.

(8) Die schriftlichen Prüfungsbereiche sind auf Antrag der Prüflinge
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(9) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn

1.  im Gesamtergebnis und

2.  in den Prüfungsbereichen Betriebsdienst und Zugfahrt

jeweils mindestens ausreichende Leistungen erzielt wurden. In keinem
der Prüfungsbereiche dürfen ungenügende Leistungen erbracht worden
sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ebbausbv_2004/__10.html
Directory: ebbausbv_2004
Level: 2.0