Title: § 21 Anpassungsmaßnahmen für Inhaberinnen und Inhaber von Ausbildungsnachweisen aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV)
Abschnitt 4 - Anpassungsmaßnahmen
§ 21 Anpassungsmaßnahmen für Inhaberinnen und Inhaber von Ausbildungsnachweisen aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

Paragraph: 21

Content:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV)
Abschnitt 4 - Anpassungsmaßnahmen
§ 21 Anpassungsmaßnahmen für Inhaberinnen und Inhaber von Ausbildungsnachweisen aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

(1) Personen, die eine Erlaubnis nach § 1 Absatz 1 des
Notfallsanitätergesetzes beantragen und

1.  ihre Ausbildung in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union
    oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen
    Wirtschaftsraum abgeschlossen haben oder

2.  über einen Ausbildungsnachweis als Notfallsanitäterin oder
    Notfallsanitäter aus einem Staat verfügen, der nicht Mitgliedstaat der
    Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über
    den Europäischen Wirtschaftsraum ist, aber in einem anderen
    Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat
    des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum anerkannt wurde,

können zum Ausgleich von wesentlichen Unterschieden, die von der
zuständigen Behörde im Rahmen der Prüfung ihres Antrags auf Erteilung
der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung festgestellt worden
sind und nicht durch Kenntnisse und Fertigkeiten ausgeglichen werden
konnten, die die antragstellenden Personen im Rahmen ihrer
Berufspraxis oder durch lebenslanges Lernen nach § 2 Absatz 3 Satz 5
des Notfallsanitätergesetzes nachweisbar erworben haben, einen
Anpassungslehrgang nach Absatz 2 absolvieren oder eine Eignungsprüfung
nach Absatz 3 ablegen.

(2) Der Anpassungslehrgang dient dem Ausgleich der von der zuständigen
Behörde festgestellten wesentlichen Unterschiede (Lehrgangsziel). Er
wird entsprechend dem Lehrgangsziel in Form von theoretischem und
praktischem Unterricht, einer praktischen Ausbildung mit theoretischer
Unterweisung oder beidem an Einrichtungen nach § 5 Absatz 2 Satz 1
oder Satz 3 des Notfallsanitätergesetzes oder an von der zuständigen
Behörde als vergleichbar anerkannten Einrichtungen durchgeführt. An
der theoretischen Unterweisung sollen Personen nach § 5 Absatz 1 Satz
1 Nummer 3 in angemessenem Umfang beteiligt werden. Die zuständige
Behörde legt die Dauer und die Inhalte des Anpassungslehrgangs so
fest, dass das Lehrgangsziel erreicht werden kann. Die Ableistung des
Anpassungslehrgangs ist durch eine Bescheinigung nach dem Muster der
Anlage 8 nachzuweisen.

(3) Bei der Eignungsprüfung haben die antragstellenden Personen
nachzuweisen, dass sie über die zum Ausgleich der von der zuständigen
Behörde festgestellten wesentlichen Unterschiede erforderlichen
Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen. Die Eignungsprüfung besteht aus
einer praktischen Prüfung, die mit einem Prüfungsgespräch verbunden
ist. Der Prüfling übernimmt dabei alle anfallenden Aufgaben einer
fachgerechten rettungsmedizinischen Notfallversorgung im Sinne des §
17 Absatz 2 in mindestens einem und höchstens vier Fallbeispielen. Die
zuständige Behörde legt die Zahl der Fallbeispiele, auf die sich die
Prüfung erstreckt, und den Bereich der Notfälle, aus dem sie stammen
sollen, gemäß den festgestellten wesentlichen Unterschieden fest. § 17
Absatz 5 Satz 2 und 3 sowie § 19 Absatz 2 gelten entsprechend. Die
Eignungsprüfung soll mindestens zweimal jährlich angeboten werden und
darf in jedem Fallbeispiel, das nicht bestanden wurde, einmal
wiederholt werden. Über die bestandene Eignungsprüfung wird eine
Bescheinigung nach dem Muster der Anlage 9 erteilt.

(4) Absatz 3 gilt entsprechend für Personen, die sich gemäß § 24
Absatz 3 des Notfallsanitätergesetzes einer Eignungsprüfung zu
unterziehen haben. Abweichend von Absatz 3 Satz 6 ist dabei
sicherzustellen, dass die Eignungsprüfung innerhalb eines Monats nach
der Entscheidung gemäß § 20 Absatz 5 Satz 1 oder Satz 2 abgelegt
werden kann.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/notsan-aprv/__21.html
Directory: notsan-aprv
Level: 3.0