Title: § 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die  Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im  Vulkaniseur- und Reifenmechaniker-Handwerk (VulkReifMechMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die  Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im  Vulkaniseur- und Reifenmechaniker-Handwerk (VulkReifMechMstrV)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz dadurch
nachweisen, dass er berufsbezogene Probleme analysieren und bewerten
sowie Lösungswege aufzeigen und dokumentieren und dabei aktuelle
Entwicklungen berücksichtigen kann.

(2) Handlungsfelder sind:

1.  Vulkanisations-, Reifen- und Fahrwerkstechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine Aufgabe zu bearbeiten,
die fallorientiert sein muss:

1.  Vulkanisations-, Reifen- und Fahrwerkstechnik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben und
    Probleme der Vulkanisations-, Reifen- und Fahrwerkstechnik unter
    Berücksichtigung technischer, sicherheitstechnischer, wirtschaftlicher
    und ökologischer Aspekte in einem Vulkaniseur- und
    Reifenmechanikerbetrieb zu bearbeiten. Dabei soll er berufsbezogene
    Sachverhalte analysieren und bewerten. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis e
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Aufbau und Funktionsweise von Rädern und Reifensystemen beschreiben,
        Vulkanisationsverfahren erläutern sowie Vulkanisationsprodukte
        Einsatz- und Verwendungszwecken zuordnen,

    b)  technische Lösungen für die Instandsetzung von Rad- und
        Reifensystemen, Fahrwerken, insbesondere Bremsanlagen, sowie
        Fördersystemen erarbeiten, bewerten und korrigieren,

    c)  Arten und Eigenschaften von Werkstoffen sowie Werkstoffverbindungen
        beurteilen und Verwendungs- und Verarbeitungszwecken zuordnen,

    d)  Aufbereitung von Oberflächen für unterschiedliche Verbindungstechniken
        begründen,

    e)  Prüf-, Steuerungs-, Regelungs- und Messtechniken unterschiedlichen
        Einsatzzwecken zuordnen, Fehlerquellen beschreiben und Möglichkeiten
        für deren Beseitigung aufzeigen;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen, deren
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen. Bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Fertigungs- und Instandsetzungstechnik, der
        Montage, des Einsatzes von Material, Geräten und Personal bewerten,
        dabei qualitätssichernde Aspekte, insbesondere bei der Auftragsannahme
        und bei der Einsteuerung von Aufträgen in das innerbetriebliche
        Informationssystem, darstellen sowie Schnittstellen zwischen
        Arbeitsbereichen berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        allgemein anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Haftung
        bei der Herstellung, Montage, Instandsetzung und Wartung beurteilen,

    e)  Arbeitspläne, Skizzen, Zeichnungen und Abwicklungen erarbeiten,
        bewerten und korrigieren,

    f)  auftragsbezogenen Einsatz von Material, Maschinen und Geräten
        bestimmen und begründen,

    g)  Schadensaufnahme an Rad- und Reifensystemen, Fahrwerken, insbesondere
        Bremsanlagen, Fördersystemen sowie an gummierten Oberflächen
        darstellen, Instandsetzungsalternativen aufzeigen sowie die
        erforderliche Abwicklung festlegen und begründen,

    h)  Vor- und Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, wahrzunehmen. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung darstellen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische Prozesse planen und
        darstellen,

    h)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und
        beurteilen.

(4) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern. Eine
Prüfungsdauer von sechs Stunden täglich darf nicht überschritten
werden.

(5) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder gemäß Absatz 2
gebildet.

(6) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(7) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/vulkreifmechmstrv/__8.html
Directory: vulkreifmechmstrv
Level: 2.0