Title: Anhang 2 (zu Anlage 6)

Description:
Verordnung über die gewerbsmäßige Vermietung von Sportbooten sowie deren Benutzung auf den Binnenschifffahrtsstraßen (SportbootVermV-Bin2000)
Anhang 2 (zu Anlage 6)

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die gewerbsmäßige Vermietung von Sportbooten sowie deren Benutzung auf den Binnenschifffahrtsstraßen (SportbootVermV-Bin2000)
Anhang 2 (zu Anlage 6)

Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2003, 2538 - 2539;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

Merkblatt über das Verhalten in Schleusen
Allgemeines
Ein besonderes Erlebnis ist für den Anfänger das Schleusen. Das
anfängliche Unbehagen lässt sich vermeiden, wenn man sich die dabei zu
beachtenden Grundregeln und die praktische Handhabung vergegenwärtigt.
In jedem Fall während des Schleusens Rettungsweste tragen.
Grundregeln

.   Die Einfahrt in die Schleuse wird durch Signallichter geregelt. Auch
    nur ein rotes Licht bedeutet: - noch - keine Einfahrt. Deshalb bei
    Annäherung an den Schleusenbereich Fahrt verlangsamen und ggf.
    anhalten, und zwar spätestens dort, wo das Haltezeichen steht.

.   Schleusenkammern nur auf Weisung des Schleusenpersonals befahren oder
    ansteuern, wenn keine Bootsschleusen vorhanden sind. Bei
    Selbstbedienungsschleusen Hinweisschilder in den Schleusenvorhäfen
    beachten.

.   In der Regel werden Kleinfahrzeuge nicht einzeln, sondern gemeinsam
    mit anderen Kleinfahrzeugen geschleust. Werden sie zusammen mit
    Fahrzeugen der Großschifffahrt, z.B. Fahrgastschiffen, geschleust,
    fahren diese zuerst ein.

Fahr- und Verhaltensregeln im Schleusenbereich und bei Ein- und
Ausfahrt

.   Überholen verboten.

.   Anlegestellen von Fähren und Fahrgastschiffen freihalten.

.   Ausrüstungsteile binnenbords nehmen.

.   Geschwindigkeit so vermindern, dass ein sicheres Abstoppen auch ohne
    Maschinenkraft möglich und ein Anprall an die Schleusentore oder
    andere Fahrzeuge ausgeschlossen ist.

.   Personen, die für die Schleusendurchfahrt erforderlich sind, müssen
    sich vom Beginn der Einfahrt bis zur Beendigung der Ausfahrt an Deck,
    ggf. auch auf der Kammerwand, befinden.

.   So weit einfahren und so hinlegen, dass nachfolgende Fahrzeuge nicht
    behindert werden. Als vom Oberwasser einfahrendes letztes Fahrzeug so
    weit vorfahren, dass ein Aufsetzen auf dem Drempel ausgeschlossen ist.

.   Ausreichend Abstand zu anderen Fahrzeugen halten.

.   Festmachen bis zur Freigabe der Ausfahrt. Leinen so bedienen, dass
    Stöße gegen Schleusenwände, -tore, Schutzvorrichtungen oder andere
    Fahrzeuge vermieden werden.

.   Fender verwenden.

.   Nach dem Festmachen bis zur Freigabe der Ausfahrt Maschine nicht
    benutzen.

.   Die Erlaubnis zur Ausfahrt wird durch grüne Lichter oder Tafeln
    angezeigt; ist das nicht der Fall, ist die Ausfahrt ohne besondere
    Anordnung des Schleusenpersonals verboten.

.   Grundsätzlich gilt: Anweisungen der Schleusenaufsicht haben Vorrang!

Verhalten in der Schleusenkammer - Praxis
... (nicht darstellbare Schaubilder für Verhaltensregeln im
Schleusenbereich, BGBl. I 2003, 2538 - 2539)

Aufwärtsschleusen
Fahren Sie langsam ein.
Lassen Sie ein Mitglied der Crew auf der Seite der Leiter oder an der
Böschung vor der Schleuse aussteigen.
Der Schiffsführer wirft die Leinen, die Person an Land legt die Leinen
um die Poller und gibt die Enden wieder zum Boot zurück.
Bei Selbstbedienungsschleusen nach Hinweisen der Anzeigetafel
vorgehen.
Jeweils eine Person an Bord nimmt die vordere und die hintere Leine
und holt sie beim Ansteigen des Bootes laufend dichter. Halten Sie das
Boot eng an der Kammerwand.
Nach Erlaubnis zur Ausfahrt oder Hinweis auf Anzeigetafel Leinen
einholen; darauf achten, dass keine Leine ins Wasser fällt und in die
Schiffsschraube gerät. Langsam und vorsichtig ausfahren.

Abwärtsschleusen
Vorne und hinten am Boot jeweils eine Leine an einem Ende auf einer
Klampe belegen.
Fahren Sie langsam ein. Stoppen Sie das Boot mit dem Motor.
Legen Sie die Leinen jeweils um einen Poller und nehmen Sie die Enden
auf das Boot zurück.
Bei Selbstbedienungsschleusen nach Hinweisen der Anzeigetafel
vorgehen.
Jeweils eine Person bedient eine Leine. Während des Absinkens Leine
locker laufen lassen. Abstand zum Drempel und zu den Schleusentoren
halten.
Nach Erlaubnis zur Ausfahrt Leinen einholen; darauf achten, dass keine
Leine ins Wasser fällt und in die Schiffsschraube gerät. Langsam und
vorsichtig ausfahren.
Wenn Sie eine Leine mit der Hand führen, legen Sie ihr Ende immer um
eine Klampe an Bord, um das Boot auch bei starker Belastung noch
halten zu können - Verletzungsgefahr: Quetschungen -.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/sportbootvermv-bin2000/__5.html
Directory: sportbootvermv-bin2000
Level: 2.0