Title: § 6.05 Ausnahmen von den allgemeinen Bestimmungen für das Begegnen

Description:
Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO 2012)
Erster Teil - Gemeinsame Bestimmungen für alle Binnenschifffahrtsstraßen
Kapitel 6 - Fahrregeln
Abschnitt II. - Begegnen, Kreuzen und Überholen
§ 6.05 Ausnahmen von den allgemeinen Bestimmungen für das Begegnen

Paragraph: 6

Content:
Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO 2012)
Erster Teil - Gemeinsame Bestimmungen für alle Binnenschifffahrtsstraßen
Kapitel 6 - Fahrregeln
Abschnitt II. - Begegnen, Kreuzen und Überholen
§ 6.05 Ausnahmen von den allgemeinen Bestimmungen für das Begegnen

1.  Abweichend von § 6.04 kann

    a)  ein zu Tal fahrendes Fahrgastschiff, das einen regelmäßigen Dienst
        versieht und dessen höchstzulässige Fahrgastzahl mindestens 300
        Personen beträgt, wenn es an einer Landebrücke anlegen will, die an
        dem von dem Bergfahrer gehaltenen Ufer liegt,

    b)  ein zu Tal fahrender Schleppverband, der zum Zwecke des Aufdrehens ein
        bestimmtes Ufer halten will,

*   von dem Bergfahrer verlangen, ihm einen anderen Weg freizulassen, wenn
    der nach § 6.04 gewiesene Weg für ihn nicht geeignet ist. Er darf dies
    jedoch nur, nachdem er sich vergewissert hat, dass seinem Verlangen
    ohne Gefahr entsprochen werden kann.

2.  In den Fällen der Nummer 1 muss der Talfahrer rechtzeitig folgende
    Zeichen geben:

    a)  „einen kurzen Ton“, wenn die Vorbeifahrt an Backbord stattfinden soll;

    b)  „zwei kurze Töne“ und außerdem die Sichtzeichen nach § 6.04 Nummer 3,
        wenn die Vorbeifahrt an Steuerbord stattfinden soll.

3.  Der Bergfahrer muss dem Verlangen des Talfahrers entsprechen und dies
    wie folgt bestätigen:

    a)  soll die Vorbeifahrt an Backbord stattfinden, müssen sie „einen kurzen
        Ton“ geben und außerdem die Sichtzeichen nach § 6.04 Nummer 3
        entfernen;

    b)  soll die Vorbeifahrt an Steuerbord stattfinden, müssen sie „zwei kurze
        Töne“ und außerdem die Sichtzeichen nach § 6.04 Nummer 3 geben.

4.  Ist zu befürchten, dass die Absichten des Talfahrers von dem
    Bergfahrer nicht verstanden worden ist, muss der Talfahrer die
    Schallzeichen nach Nummer 2 wiederholen.

    amtlicher Hinweis: Vorschrift gilt weder für ein Kleinfahrzeug oder
    einen Verband im Sinne des § 6.02 Nummer 1 Satz 1 noch ist sie ihm
    gegenüber anzuwenden.
[^BJNR000210012BJNE008500000_01]:

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/binschstro_2012/__6.html
Directory: binschstro_2012
Level: 5.0