Title: Anhang 31 Wasseraufbereitung, Kühlsysteme, Dampferzeugung

Description:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
Anhang 31 Wasseraufbereitung, Kühlsysteme, Dampferzeugung

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
Anhang 31 Wasseraufbereitung, Kühlsysteme, Dampferzeugung

(Fundstelle: BGBl. I 2004, 1147 - 1150;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**A** **Anwendungsbereich**

(1) Dieser Anhang gilt für Abwasser, dessen Schadstofffracht im
Wesentlichen aus

1.  der Aufbereitung von Trinkwasser-, Schwimm- und Badebeckenwasser
    (Füll- und Kreislaufwasser) sowie Betriebswasser,

2.  Kühlsystemen von Kraftwerken und Kühlsystemen zur indirekten Kühlung
    von industriellen und gewerblichen Prozessen und

3.  sonstigen Anfallstellen bei der Dampferzeugung

stammt.
(2) Dieser Anhang gilt nicht für Abwasser aus der Wäsche von
Rauchgasen aus Feuerungsanlagen, aus der Wäsche von Rauch- oder
Abgasen aus der Verbrennung und Mitverbrennung von Abfällen und aus
dem Kontrollbereich von Kernkraftwerken. Er gilt auch nicht für
Abwassereinleitungen von weniger als 10 m
3              pro Woche. Er gilt ferner nicht für Abwasser, das bei
der Entleerung von Schwimm- und Badebecken anfällt.

**B** **Allgemeine Anforderungen**

(1) Das Abwasser darf folgende Stoffe und Stoffgruppen, die aus dem
Einsatz von Betriebs- und Hilfsstoffen stammen, nicht enthalten:

1.  Organische Komplexbildner (ausgenommen Phosphonate und
    Polycarboxylate), die einen DOC-Abbaugrad nach 28 Tagen von 80 Prozent
    entsprechend dem Verfahren nach Anlage 1 Nummer 406 nicht erreichen,

2.  Chrom- und Quecksilberverbindungen, Nitrit, metallorganische
    Verbindungen (Metall-Kohlenstoff-Bindung) und Mercaptobenzthiazol,

3.  Zinkverbindungen aus Kühlwasserkonditionierungsmitteln aus der
    Abflutung von Hauptkühlkreisläufen in Kraftwerken,

4.  mikrobizide Wirkstoffe bei der Frischwasserkühlung von Kraftwerken im
    Durchlauf.

(2) Im Abwasser aus der Frischwasserkühlung von industriellen und
gewerblichen Prozessen im Durchlauf oder Ablauf und von Kraftwerken im
Ablauf sowie aus der Abflutung von Kühlkreisläufen dürfen mikrobizide
Wirkstoffe nur nach Durchführung einer Stoßbehandlung enthalten sein.
Davon ausgenommen ist der Einsatz von Wasserstoffperoxid oder Ozon.
(3) Der Nachweis, dass die Anforderungen nach Absatz 1 eingehalten
sind, kann dadurch erbracht werden, dass die eingesetzten Betriebs-
und Hilfsstoffe in einem Betriebstagebuch aufgeführt sind und nach
Angaben des Herstellers keine der in Absatz 1 genannten Stoffe oder
Stoffgruppen enthalten.
(4) In der wasserrechtlichen Zulassung kann die Schadstofffracht je
Parameter, die in dem Wasser bei der Entnahme aus einem Gewässer
vorhanden war (Vorbelastung), berücksichtigt werden, soweit die
entnommene Fracht bei der Einleitung in das Gewässer noch vorhanden
ist.
(5) Bei Stapelbecken gelten alle in den Teilen C, D und E festgelegten
Werte für die Stichprobe. Die Werte beziehen sich auf die
Beschaffenheit des Abwassers vor dem Ablassen.

**C** **Anforderungen an das Abwasser für die Einleitungsstelle**

An das Abwasser werden für die Einleitungsstelle in das Gewässer
folgende Anforderungen gestellt:

1.  Wasseraufbereitung

    a)  Für die abfiltrierbaren Stoffe gilt ein Wert von 50 mg/l in der
        qualifizierten Stichprobe oder der 2-Stunden-Mischprobe. Diese
        Anforderung gilt nicht für das Einleiten von Abwasser, das aus der
        Aufbereitung von Wasser aus fließenden Gewässern stammt, deren Abfluss
        (Q) zum Zeitpunkt der Entnahme das Mittelwasser (MQ) übersteigt;
        ausgenommen ist auch Siebabspritzwasser.

    b)  Abwasser aus Filterrückspülungen ist in den Aufbereitungsprozess
        zurückzuführen. Ausgenommen hiervon ist Filterrückspülwasser aus der
        Aufbereitung von Betriebswasser aus Oberflächen-, Brunnen- und
        Sümpfungswasser, soweit dieses ohne Zusatzstoffe mechanisch
        aufbereitet wurde, sowie von Trinkwasser und Schwimm- und
        Badebeckenwasser.

    c)  Für Abwasser aus der Aufbereitung zu Schwimm- und Badebeckenwasser
        gilt ein Wert für den Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) von 30 mg/l in
        der qualifizierten Stichprobe oder der 2-Stunden-Mischprobe.

2.  Kühlsysteme

    *        *
        *   Abflutung von Hauptkühlkreisläufen
            von Kraftwerken
            (Abflutwasser aus der Umlaufkühlung)

        *   Abflutung sonstiger Kühlkreisläufe

    *        *
        *   Stichprobe mg/l

    *        *   Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

        *   30

        *   40

    *        *
        *   Nach Durchführung einer Reinigung mit Dispergatoren gilt ein Wert von
            80\.

    *        *   Phosphor, gesamt

        *   1,5

        *   3

    *        *   Werden nur anorganische Phosphorverbindungen eingesetzt, gilt ein Wert
            von 3.

        *   Werden nur zinkfreie Kühlwasserkonditionierungsmittel eingesetzt, gilt
            ein Wert von 4.
            Enthalten die eingesetzten zinkfreien Konditionierungsmittel nur
            anorganische Phosphorverbindungen, gilt ein Wert von 5.

    *        *

    *        *

    *        *

    *        *

3.  Dampferzeugung

    *        *
        *   Abwasser aus sonstigen
            Anfallstellen bei der Dampferzeugung

    *        *
        *   Qualifizierte Stichprobe oder 2-Stunden-Mischprobe

    *        *   mg/l

    *        *   Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

        *   50

    *        *   Für Abwasser aus der Kondensatentsalzung gilt ein Wert von 80.

    *        *   Phosphor, gesamt

        *   3

    *        *   Stickstoff, gesamt, als Summe von Ammonium-, Nitrit- und
            Nitratstickstoff (N
            ges                             )

        *   10

*   Die Anforderung für den Parameter Stickstoff, gesamt, gilt nur für
    Kraftwerke mit einer installierten thermischen Leistung von mindestens
    1 000 MW. Ein für Stickstoff, gesamt, festgesetzter Wert gilt auch als
    eingehalten, wenn er als "gesamter gebundener Stickstoff (TN
    b                   )" bestimmt und eingehalten wird.

**D** **Anforderungen an das Abwasser vor Vermischung**

An das Abwasser werden vor der Vermischung mit anderem Abwasser
folgende Anforderungen gestellt:

1.  Wasseraufbereitung

    *        *
        *   Qualifizierte Stichprobe oder
            2-Stunden-Mischprobe
            mg/l

        *   Stichprobe
            mg/l

    *        *   Arsen

        *   0,1

        *   -

    *        *   Adsorbierbare organisch gebundene Halogene (AOX)

        *   -

        *   0,2

    *        *   Adsorbierbare organisch gebundene Halogene (AOX) im
            Regenerationswasser von Ionenaustauschern

        *   -

        *   1

    Für das Einleiten von Siebabspritzwasser gelten diese Anforderungen
    nicht.

2.  Kühlsysteme mit Abflutung von sonstigen Kühlkreisläufen

    *        *
        *   Stichprobe
            mg/l

    *        *   Zink

        *   4

    *        *   Adsorbierbare organisch gebundene Halogene (AOX)

        *   0,15

3.  Dampferzeugung

    *        *
        *   Abwasser aus sonstigen Anfallstellen bei der Dampferzeugung

    *        *
        *   Qualifizierte Stichprobe oder
            2-Stunden-Mischprobe
            mg/l

        *   Stichprobe
            mg/l

    *        *   Zink

        *   1

        *   -

    *        *   Chrom, gesamt

        *   0,5

        *   -

    *        *   Cadmium

        *   0,05

        *   -

    *        *   Kupfer

        *   0,5

        *   -

    *        *   Blei

        *   0,1

        *   -

    *        *   Nickel

        *   0,5

        *   -

    *        *   Vanadium

        *   4

        *   -

    *        *   Hydrazin

        *   -

        *   2

    *        *   Chlor, freies

        *   -

        *   0,2

    *        *   Adsorbierbare organisch gebundene Halogene (AOX)

        *   -

        *   0,5

**E** **Anforderungen an das Abwasser für den Ort des Anfalls**

(1) An das Abwasser aus einem der folgenden Bereiche werden folgende
Anforderungen nach Durchführung einer Stoßbehandlung mit mikrobiziden
Wirkstoffen gestellt:

*    *
    *   Abwasser aus der
        Frischwasserkühlung
        von industriellen
        und gewerblichen
        Prozessen und von
        Kraftwerken im Ablauf

    *   Abflutung von
        Hauptkühlkreisläufen
        von Kraftwerken
        (Abflutwasser aus
        der Umlaufkühlung)

    *   Abflutung sonstiger
        Kühlkreisläufe

*    *   Stichprobe

*    *   Adsorbierbare organisch gebundene Halogene (AOX)

    *   mg/l

    *   0,15

    *   0,15

    *   0,5

*    *   Chlordioxid und andere Oxidantien (angegeben als Chlor)

    *   mg/l

    *   0,2

    *   0,3

    *   0,3

*    *   Giftigkeit gegenüber Leuchtbakterien (G(tief)L)

    *
    *   -

    *   12

    *   12

(2) Die Anforderung an die Giftigkeit gegenüber Leuchtbakterien G
L              gilt auch als eingehalten, wenn die Abflutung so lange
geschlossen bleibt, bis entsprechend den Herstellerangaben über
Einsatzkonzentration und Abbauverhalten ein G
L             -Wert von 12 oder kleiner erreicht ist und dies in einem
Betriebstagebuch nachgewiesen wird.

**F** **Anforderungen für vorhandene Einleitungen**

Für vorhandene Einleitungen von Abwasser aus Anlagen zur Aufbereitung
von Schwimm- oder Badebeckenwasser (Kreislaufwasser), die vor dem 1.
August 2002 rechtmäßig in Betrieb waren oder mit deren Bau zu diesem
Zeitpunkt rechtmäßig begonnen worden ist, gelten nur die Anforderungen
nach Teil B und C.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/abwv/__7.html
Directory: abwv
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