Title: § 2 Flächenbeschreibung und Abgrenzung

Description:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung "Biosphärenreservat Rhön" (NatSGRhönV)
§ 2 Flächenbeschreibung und Abgrenzung

Paragraph: 2

Content:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung "Biosphärenreservat Rhön" (NatSGRhönV)
§ 2 Flächenbeschreibung und Abgrenzung

(1) Das **Biosphärenreservat**              ist auf thüringischer
Seite die Fortsetzung und Ergänzung des gleichnamigen geplanten
Biosphärenreservates in Bayern und Hessen. Auf thüringischer Seite
umfaßt es folgende Bereiche:
Anteile an der **Hohen Rhön.**              Flachwellige Hochfläche
über einer geschlossenen tertiären Basaltdecke um Birx, Frankenheim
und dem Ellenbogen in 750 bis 814 m ü. NN. Landschaftsprägend sind
ausgedehnte Grünlandflächen vor allem in ebenem bis flachgeneigtem
Gelände. Die Grünländer unterliegen mit Ausnahme weniger Streifen im
unmittelbarem Grenzgebiet einer intensiven Bewirtschaftung durch
Weidenutzung und als Mähwiese einschließlich starker Düngung. Steiler
geneigte Hanglagen, Taleinschnitte und der Abhang der Basalthochfläche
sind bewaldet, z.T. mit Fichtenforsten, z.T. aber auch mit
Buchenwäldern und Edellaubmischwäldern.
Der größere Teil des Biosphärenreservates umfaßt die **Kuppenrhön oder
Vorderrhön.**              Dies ist ein meist stark reliefiertes Berg-
und Hügelland, das im Untergrund von den Sedimenten der Trias, vor
allem des Muschelkalks, aber auch kleinflächig vom Buntsandstein und
Keuper sowie vereinzelt aus tertiären Lockersedimenten an der Basis
der Basaltdecken aufgebaut wird. Landschaftsprägende Oberflächenformen
sind kegelförmige und kuppige Berge, auf deren triasischem Sockel
meist Basaltdeckenreste ruhen. Die wesentlichsten Bereiche dieser
Vorderrhön-Landschaft mit Basaltkegelbergen sind in das
Biosphärenreservat einbezogen. Das Gebiet ist von einem dichten
Talnetz mit stets blockigen, kiesigen Bächen unterschiedlicher Größe
durchzogen. Viele haben ihren Ursprung in der Hohen Rhön. Die
Basaltbergkuppen und steilen Talhänge sind mit naturnahen Laubwäldern,
z.T. aber auch mit Fichten- und Kiefernforsten bestockt. Viele
Hanglagen sowie auch Hochflächen werden als Grünland genutzt, teils
als Schafhutungen (großer Artenreichtum), teils als intensiv
bewirtschaftete und überdüngte Rinderweiden oder Mähwiesen (mit
Graslandansaat). In den flacheren unteren Lagen herrscht Ackerbau vor.
Entfernt gelegene Grasländer und ehemalige Ackerflächen wurden in den
letzten Jahrzehnten kaum genutzt, sie sind verbuscht. Die reich
strukturierten Laubwaldgebiete, die Triften und die weniger intensiv
genutzten Mähwiesen besitzen ein reiches Arteninventar mit zahlreichen
geschützten, z.T. vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten.
Hohe Rhön und Vorderrhön sind sehr reizvolle Landschaften und für die
Erholung hervorragend geeignet.

(2) Die Grenze des Biosphärenreservates verläuft wie folgt:
Die West- und Südgrenze wird durch die Landgrenze zu Hessen und Bayern
gebildet. Im Norden Weg von der Landesgrenze zu Hessen westlich
Pferdsdorf nach Pferdsdorf. Die Straße in nordöstlicher Richtung nach
Räsa, weiter bis Sünna. Von dort die Straße nordnordöstlich nach Vacha
bis Papiermühle, nach Osten 50 m nördlich des Verlaufes der Öchse zur
Straße Vacha-Völkershausen. Die Begrenzung folgt der genannten Straße
an Völkershausen vorbei nach Willmanns bis zur Kreuzung Mariengart -
Gehaus - Öchsen, weiter nach Gehaus. In Gehaus wird die Hauptstraße
verlassen, weiter nach Osten um den Baier zum Bayershof, von dort nach
Süden, Unteralba, Dermbach, die Straße weiter Richtung Kaltennordheim
bis zur Abzweigung Glattbach, durch Glattbach bis Wiesenthal, von
Wiesenthal in Richtung Nord die Straße nach Urnshausen, dort nach
Osten bis Bernshausen, Waldweg Richtung Pleß bis Bernshäuser Hähl, Weg
nach Rosa, Straße Rosa - Eckhardts - Hümpfershausen - Friedelhausen -
Öpfershausen - Unterkatz, Richtung Süden nach Dörrensolz -
Stepfershausen - Herpf - Bettenhausen - Stedtlingen-Thurmgut -
Hermmansmeld, nach Süden zur Landesgrenze zu Bayern.
Der Verlauf der Abgrenzung entlang der Straßen und Wege versteht sich
ausschließlich dieser.

(3) Die Grenze des Biosphärenreservates ist in einer Karte M 1:50.000,
die als Anlage Bestandteil dieser Verordnung ist, dargestellt. Darüber
hinaus ist die Grenze des Biosphärenreservates in Karten M 1:10.000
und M 1:25.000 rot eingetragen, die bei der obersten
Naturschutzbehörde archivmäßig verwahrt werden und auf die Bezug
genommen wird. Weitere Ausfertigungen befinden sich bei der
Reservatsverwaltung und der Kreisverwaltung. Bei den genannten
Behörden sind die Karten während der Sprechzeiten allgemein
zugänglich.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/natsgrh_nv/__2.html
Directory: natsgrhoenv
Level: 2.0