Title: § 29 Familiennachzug zu Ausländern

Description:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 6 - Aufenthalt aus familiären Gründen
§ 29 Familiennachzug zu Ausländern

Paragraph: 29

Content:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 6 - Aufenthalt aus familiären Gründen
§ 29 Familiennachzug zu Ausländern

(1) Für den Familiennachzug zu einem Ausländer muss

1.  der Ausländer eine Niederlassungserlaubnis, Erlaubnis zum
    Daueraufenthalt – EU, Aufenthaltserlaubnis, eine Blaue Karte EU, eine
    ICT-Karte oder eine Mobiler-ICT-Karte besitzen oder sich gemäß § 18e
    berechtigt im Bundesgebiet aufhalten und

2.  ausreichender Wohnraum zur Verfügung stehen.

Satz 1 Nummer 2, § 5 Absatz 1 Nummer 1 mit Ausnahme des Bestehens
ausreichenden Krankenversicherungsschutzes sowie § 27 Absatz 3 Satz 1
finden keine Anwendung, wenn

1.  der Familiennachzug zu einem Inhaber einer Blauen Karte EU erfolgen
    soll,

2.  der Inhaber der Blauen Karte EU unmittelbar vor der Erteilung der
    Blauen Karte EU im Besitz einer Blauen Karte EU war, die ein anderer
    Mitgliedstaat der Europäischen Union ausgestellt hat, und

3.  die familiäre Lebensgemeinschaft bereits in dem anderen Mitgliedstaat
    der Europäischen Union bestand.

(2) Bei dem Ehegatten und dem minderjährigen ledigen Kind eines
Ausländers, der eine Aufenthaltserlaubnis nach § 23 Absatz 4, § 25
Absatz 1 oder 2, eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 Absatz 3 oder
nach Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 2 Satz 1
zweite Alternative eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 Absatz 4
besitzt, kann von den Voraussetzungen des § 5 Absatz 1 Nummer 1 und
des Absatzes 1 Nummer 2 abgesehen werden. In den Fällen des Satzes 1
ist von diesen Voraussetzungen abzusehen, wenn

1.  der im Zuge des Familiennachzugs erforderliche Antrag auf Erteilung
    eines Aufenthaltstitels innerhalb von drei Monaten nach unanfechtbarer
    Anerkennung als Asylberechtigter oder unanfechtbarer Zuerkennung der
    Flüchtlingseigenschaft oder subsidiären Schutzes oder nach Erteilung
    einer Aufenthaltserlaubnis nach § 23 Absatz 4 gestellt wird und

2.  die Herstellung der familiären Lebensgemeinschaft in einem Staat, der
    nicht Mitgliedstaat der Europäischen Union ist und zu dem der
    Ausländer oder seine Familienangehörigen eine besondere Bindung haben,
    nicht möglich ist.

Die in Satz 2 Nr. 1 genannte Frist wird auch durch die rechtzeitige
Antragstellung des Ausländers gewahrt.

(3) Die Aufenthaltserlaubnis darf dem Ehegatten und dem minderjährigen
Kind eines Ausländers, der eine Aufenthaltserlaubnis nach den §§ 22,
23 Absatz 1 oder Absatz 2 oder § 25 Absatz 3 oder Absatz 4a Satz 1, §
25a Absatz 1 oder § 25b Absatz 1 besitzt, nur aus völkerrechtlichen
oder humanitären Gründen oder zur Wahrung politischer Interessen der
Bundesrepublik Deutschland erteilt werden. § 26 Abs. 4 gilt
entsprechend. Ein Familiennachzug wird in den Fällen des § 25 Absatz
4, 4b und 5, § 25a Absatz 2, § 25b Absatz 4, § 104a Abs. 1 Satz 1, §
104b und § 104c nicht gewährt.

(4) Die Aufenthaltserlaubnis wird dem Ehegatten und dem minderjährigen
ledigen Kind eines Ausländers oder dem minderjährigen ledigen Kind
seines Ehegatten abweichend von § 5 Abs. 1 und § 27 Abs. 3 erteilt,
wenn dem Ausländer vorübergehender Schutz nach § 24 Abs. 1 gewährt
wurde und

1.  die familiäre Lebensgemeinschaft im Herkunftsland durch die
    Fluchtsituation aufgehoben wurde und

2.  der Familienangehörige aus einem anderen Mitgliedstaat der
    Europäischen Union übernommen wird oder sich außerhalb der
    Europäischen Union befindet und schutzbedürftig ist.

Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis an sonstige
Familienangehörige eines Ausländers, dem vorübergehender Schutz nach §
24 Abs. 1 gewährt wurde, richtet sich nach § 36. Auf die nach diesem
Absatz aufgenommenen Familienangehörigen findet § 24 Anwendung.

(5) Bei dem Ehegatten oder minderjährigen ledigen Kind eines
Ausländers, der im Besitz einer Blauen Karte EU, einer ICT-Karte oder
einer Mobiler-ICT-Karte oder eines Aufenthaltstitels nach den §§ 18a,
18b, 18c Absatz 3, den §§ 18d, 18f, 19c Absatz 1 für eine
Beschäftigung als leitender Angestellter, als Führungskraft, als
Unternehmensspezialist, als Wissenschaftler, als Gastwissenschaftler,
als Ingenieur oder Techniker im Forschungsteam eines
Gastwissenschaftlers oder als Lehrkraft, nach § 19c Absatz 2 oder 4
Satz 1 oder § 21 ist, wird von der Voraussetzung des Absatzes 1 Nummer
2 abgesehen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__29.html
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