Title: § 3 Schutzzweck

Description:
Verordnung über die Festsetzung des Naturschutzgebietes „Borkum Riffgrund“ (NSGBRgV)
§ 3 Schutzzweck

Paragraph: 3

Content:
Verordnung über die Festsetzung des Naturschutzgebietes „Borkum Riffgrund“ (NSGBRgV)
§ 3 Schutzzweck

(1) Die Unterschutzstellung des Meeresgebietes als Naturschutzgebiet
dient der Verwirklichung der Erhaltungsziele des Natura 2000-Gebietes
durch dauerhafte Bewahrung des Meeresgebietes, der Vielfalt seiner für
dieses Gebiet maßgeblichen Lebensräume, Lebensgemeinschaften und Arten
sowie der besonderen Vielgestaltigkeit des Meeresbodens und seiner
Sedimente.

(2) Der Schutz nach Absatz 1 umfasst die Erhaltung oder, soweit
erforderlich, die Wiederherstellung der spezifischen ökologischen
Werte und Funktionen des Gebietes, insbesondere

1.  seiner natürlichen Hydro- und Morphodynamik,

2.  einer natürlichen oder naturnahen Ausprägung artenreicher Kies-,
    Grobsand- und Schillgründe,

3.  der Bestände der Schweinswale, Kegelrobben, Seehunde einschließlich
    ihrer Lebensräume und der natürlichen Populationsdynamik sowie

4.  seiner Verbindungs- und Trittsteinfunktion für die Ökosysteme des
    Atlantiks, des Ärmelkanals und des ostfriesischen Wattenmeers.

(3) Zu den im Naturschutzgebiet verfolgten Schutzzwecken gehören die
Erhaltung oder, soweit erforderlich, die Wiederherstellung eines
günstigen Erhaltungszustands

1.  der das Gebiet prägenden Lebensraumtypen nach Anhang I der Richtlinie
    92/43/EWG Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch
    Meerwasser (EU-Code 1110) und Riffe (EU-Code 1170),

2.  der Arten nach Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG Finte (Alosa fallax,
    EU-Code 1103), Schweinswal (Phocoena phocoena, EU-Code 1351),
    Kegelrobbe (Halichoerus grypus, EU-Code 1364) und Seehund (Phoca
    vitulina, EU-Code 1365).

(4) Zum Schutz der in Absatz 3 Nummer 1 genannten Lebensraumtypen
einschließlich ihrer charakteristischen Arten ist insbesondere
erforderlich die Erhaltung oder, soweit erforderlich, die
Wiederherstellung

1.  der ökologischen Qualität der Habitatstrukturen und deren
    flächenmäßiger Ausdehnung,

2.  der natürlichen Qualität der Lebensräume mit weitgehend natürlicher
    Verbreitung, Bestandsdichte und Dynamik der Populationen der
    charakteristischen Arten und der natürlichen Ausprägung ihrer
    Lebensgemeinschaften,

3.  der Unzerschnittenheit und der mosaikartigen Verzahnung der
    Lebensräume sowie ihrer Funktion als Regenerationsraum insbesondere
    für die benthische Fauna,

4.  der Funktion als Startpunkt und Ausbreitungskorridor für die
    Wiederbesiedlung umliegender Gebiete durch die benthischen Arten und
    Lebensgemeinschaften sowie

5.  der vielgestaltigen Substrat- und Habitatstrukturen mit ihrer engen
    mosaikartigen Verzahnung von Sandboden- und Riffgemeinschaften sowie
    kleinräumig vorhandenen Gradienten innerhalb dieser Gemeinschaften.

(5) Zum Schutz der in Absatz 3 Nummer 2 genannten Arten ist
insbesondere erforderlich die Erhaltung oder, soweit erforderlich, die
Wiederherstellung

1.  der natürlichen Bestandsdichten dieser Arten mit dem Ziel der
    Erreichung eines günstigen Erhaltungszustands, ihrer natürlichen
    räumlichen und zeitlichen Verbreitung, ihres Gesundheitszustands und
    ihrer reproduktiven Fitness unter Berücksichtigung der natürlichen
    Populationsdynamik, der natürlichen genetischen Vielfalt innerhalb des
    Bestandes sowie der genetischen Austauschmöglichkeiten mit Beständen
    außerhalb des Gebietes,

2.  des Gebietes als weitgehend störungsfreies und von lokalen
    Verschmutzungen unbeeinträchtigtes Habitat der in Absatz 3 Nummer 2
    genannten Säugetierarten und insbesondere als überregional bedeutsames
    Habitat der Schweinswale im Bereich des ostfriesischen Wattenmeeres,

3.  unzerschnittener Habitate und der Möglichkeit der Migration der in
    Absatz 3 Nummer 2 genannten Säugetierarten innerhalb der deutschen
    Nordsee, insbesondere in benachbarte Schutzgebiete des Wattenmeeres,
    sowie in niederländische Gewässer und in die Schutzgebiete des
    Wattenmeeres und vor Helgoland,

4.  der wesentlichen Nahrungsgrundlagen der in Absatz 3 Nummer 2 genannten
    Säugetierarten, insbesondere der natürlichen Bestandsdichten,
    Altersklassenverteilungen und Verbreitungsmuster der diesen marinen
    Säugetierarten als Nahrungsgrundlage dienenden Organismen sowie

5.  einer hohen Vitalität der Individuen und arttypischen Altersstruktur
    der Bestände der Fische und Rundmäuler sowie der räumlichen und
    zeitlichen Verbreitungsmuster und Bestandsdichten ihrer natürlichen
    Nahrungsgrundlagen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/nsgbrgv/__3.html
Directory: nsgbrgv
Level: 2.0