Title: § 1 Ziel der Prüfung zum Erwerb des Fortbildungsabschlusses und dessen Bezeichnung

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Restaurator im Handwerk oder Geprüfte Restauratorin im Handwerk-Master Professional für Restaurierung im Handwerk (RestMAProRestPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung zum Erwerb des Fortbildungsabschlusses und dessen Bezeichnung

Paragraph: 1

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Restaurator im Handwerk oder Geprüfte Restauratorin im Handwerk-Master Professional für Restaurierung im Handwerk (RestMAProRestPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung zum Erwerb des Fortbildungsabschlusses und dessen Bezeichnung

(1) Mit der erfolgreich abgelegten Prüfung zum anerkannten
Fortbildungsabschluss „Geprüfter Restaurator im Handwerk–Master
Professional für Restaurierung im Handwerk“ oder „Geprüfte
Restauratorin im Handwerk–Master Professional für Restaurierung im
Handwerk“ wird die auf einen beruflichen Aufstieg abzielende
Erweiterung der beruflichen Handlungsfähigkeit auf der dritten
beruflichen Fortbildungsstufe der höherqualifizierenden Berufsbildung
im Bereich der handwerklichen Restaurierung nachgewiesen.

(2) Die Prüfung wird von der nach der Handwerksordnung zuständigen
Stelle durchgeführt.

(3) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob die zu prüfende Person
dadurch, dass sie die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die
sie in der Regel mit der Vorbereitung auf eine Fortbildungsprüfung der
zweiten Fortbildungsstufe erworben hat, vertieft und neue
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat, die
erforderlich sind für die verantwortliche Führung von Organisationen
oder zur Bearbeitung von neuen, komplexen Aufgaben- und
Problemstellungen wie der Entwicklung von Verfahren und Produkten und
somit in der Lage ist, insbesondere in Handwerks- und in
Restaurierungsbetrieben sowie in staatlichen und in privaten
Institutionen

1.  eigenständig und verantwortlich handwerklich-
    immaterielles                    und materielles Kulturerbe auf der
    Grundlage handwerklicher Kompetenzen und wissenschaftlicher Methoden
    zu identifizieren, zu untersuchen, zu erforschen, zu erhalten, zu
    pflegen, weiterzugeben, zu vermitteln und zu dokumentieren,

2.  Erhaltungs-, Restaurierungs- und Konservierungskonzepte zu entwickeln,

3.  Erhaltungsprozesse für handwerklich-immaterielles Kulturerbe sowie
    Restaurierungs- und Konservierungsprozesse für materielles Kulturerbe
    zu gestalten und zu steuern.

(4) Im Einzelnen umfassen die Anforderungen des Absatzes 3 folgende
Aufgaben:

1.  historische und traditionelle handwerkliche Verfahren erforschen und
    die kulturhistorische Bedeutung dieser Verfahren bewerten,

2.  den Zustand von Restaurierungsobjekten und deren kulturhistorische
    Bedeutung auf Grundlage von Bestandsaufnahmen und Befunduntersuchungen
    bewerten,

3.  Erhaltungs-, Restaurierungs- und Konservierungskonzepte unter
    Berücksichtigung von kultureller Nachhaltigkeit und von
    Qualitätssicherung entwickeln,

4.  Erhaltungs-, Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen mit
    historischen und traditionellen handwerklichen Verfahren sowie mit
    wissenschaftlichen Methoden durchführen,

5.  handwerklich-immaterielles und materielles Kulturerbe weitergeben und
    vermitteln,

6.  Verläufe und Ergebnisse von Erhaltungs-, Restaurierungs- und
    Konservierungsprozessen dokumentieren,

7.  Maßnahmen zur Pflege und Wartung von Objekten planen, empfehlen und
    durchführen,

8.  mit unterschiedlichen Fachdisziplinen und Projektbeteiligten
    kooperieren, Erhaltungs-, Restaurierungs- und Konservierungsprozesse
    leiten sowie die Öffentlichkeit für handwerklich-immaterielles und
    materielles Kulturerbe sensibilisieren,

9.  unternehmerische Entscheidungen im Hinblick auf die Besonderheiten des
    Kulturerbeerhalts treffen und umsetzen,

10. Prozesse unter Berücksichtigung von Qualitäts- und
    Nachhaltigkeitsaspekten und von rechtlichen und steuerlichen
    Rahmenbedingungen gestalten und steuern.

(5) Für den Erwerb der in Absatz 3 in Verbindung mit Absatz 4
bezeichneten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten bedarf es in der
Regel eines Lernumfangs von insgesamt mindestens 1 600 Stunden. Der
Lerninhalt bestimmt sich nach den Anforderungen der in § 4 Absatz 3
bis 5 in Verbindung mit den in §§ 5 bis 10 genannten
Handlungsbereiche.

(6) Die erfolgreich abgelegte Prüfung nach den §§ 11 bis 18 führt zum
anerkannten Fortbildungsabschluss „Master Professional für
Restaurierung im Handwerk“, ergänzt um die Bezeichnung des in § 2
genannten Handwerks, für welches die Prüfung abgelegt wurde. Der
Abschlussbezeichnung wird die weitere Abschlussbezeichnung „Geprüfter
Restaurator im Handwerk“ oder „Geprüfte Restauratorin im Handwerk“
vorangestellt, ergänzt um die Bezeichnung des in § 2 genannten
Handwerks, für welches die Prüfung abgelegt wurde.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/restmaprorestprv/__1.html
Directory: restmaprorestprv
Level: 2.0