Title: § 55 Messwerterhebung Strom

Description:
Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen (MessbG)
Teil 3 - Regelungen zur Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen
Kapitel 2 - Zulässiger Umfang der Datenerhebung; Besondere Anforderungen
§ 55 Messwerterhebung Strom

Paragraph: 55

Content:
Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen (MessbG)
Teil 3 - Regelungen zur Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen
Kapitel 2 - Zulässiger Umfang der Datenerhebung; Besondere Anforderungen
§ 55 Messwerterhebung Strom

(1) Die Messung entnommener Elektrizität erfolgt

1.  bei Letztverbrauchern mit einem Jahresstromverbrauch von über 100 000
    Kilowattstunden durch eine Zählerstandsgangmessung oder, soweit
    erforderlich, durch eine viertelstündige registrierende
    Lastgangmessung,

2.  sobald Letztverbraucher mit einem Jahresstromverbrauch bis
    einschließlich 100 000 Kilowattstunden mit einem intelligenten
    Messsystem ausgestattet sind, durch eine Zählerstandsgangmessung oder,
    soweit vorhanden, durch eine viertelstündige registrierende
    Lastgangmessung,

3.  sobald steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a des
    Energiewirtschaftsgesetzes mit einem intelligenten Messsystem
    ausgestattet sind, durch eine Zählerstandsgangmessung oder, soweit
    vorhanden, durch eine viertelstündige registrierende Lastgangmessung,

4.  im Übrigen bei Letztverbrauchern durch Erfassung der entnommenen
    elektrischen Arbeit entsprechend den Anforderungen des
    Stromliefervertrages.

(2) Im Falle eines Lieferantenwechsels nach § 14 der
Stromnetzzugangsverordnung ist für die Ermittlung des Verbrauchswertes
zum Zeitpunkt des Lieferantenwechsels ein einheitliches Verfahren
zugrunde zu legen. Sofern für die Abrechnung kein Messwert ermittelt
werden kann, kann ihn der Messstellenbetreiber schätzen. Im Falle
einer Schätzung ist der Verbrauch zeitanteilig zu berechnen;
jahreszeitliche Verbrauchsschwankungen sind auf der Grundlage der für
Haushaltskunden maßgeblichen Erfahrungswerte angemessen zu
berücksichtigen.

(3) Die Messung von Strom aus Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-
Gesetz oder dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz mit einer installierten
Leistung von über 100 Kilowatt erfolgt durch eine
Zählerstandsgangmessung oder, soweit erforderlich, durch eine
viertelstündige registrierende Einspeisegangmessung.

(4) Die Messung von Strom aus Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-
Gesetz oder dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz mit einer installierten
Leistung von höchstens 100 Kilowatt, die mit einem intelligenten
Messsystem ausgestattet sind, erfolgt durch eine
Zählerstandsgangmessung oder, soweit vorhanden, durch eine
viertelstündige registrierende Einspeisegangmessung. Ist weder ein
intelligentes Messsystem noch eine viertelstündige registrierende
Einspeisegangmessung vorhanden, so erfolgt die Messung durch Erfassung
der eingespeisten elektrischen Arbeit entsprechend den Anforderungen
des Netzbetreibers.

(5) Fallen Erzeugungs- und Verbrauchssituationen an einem
Anschlusspunkt zusammen, sind jeweils entnommene und eingespeiste
sowie, soweit angeordnet, verbrauchte und erzeugte Energie in einem
einheitlichen Verfahren zu messen.

(6) Zur Identifizierung des Anschlussnutzers dürfen ausschließlich die
OBIS-Kennzahlen nach DIN EN 62056-61, die Zählpunktbezeichnung, die
Geräte-ID sowie die Zählwerkskennzeichnung verwendet werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/messbg/__55.html
Directory: messbg
Level: 4.0