Title: § 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Holzbildhauer/zur Holzbildhauerin (HolzbhAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Holzbildhauer/zur Holzbildhauerin (HolzbhAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in höchstens sieben
Stunden zwei Arbeitsproben durchführen und in höchstens 80 Stunden ein
Prüfungsstück anfertigen.

1.  Als Arbeitsproben kommen insbesondere in Betracht:

    a)  Anfertigen eines plastischen Werkstückes und

    b)  Anfertigen eines ornamentalen Werkstückes.

2.  Als Prüfungsstück kommt insbesondere in Betracht:

    Anfertigen einer Holzbildhauerarbeit nach Modell oder nach Entwurf.

Der Prüfling hat vor dem Anfertigen des Prüfungsstückes eine
maßstabgerechte Zeichnung und eine technische Beschreibung des
Prüfungsstückes dem Prüfungsausschuß zur Genehmigung vorzulegen. Die
Arbeitsproben sollen zusammen mit 60 vom Hundert und das Prüfungsstück
soll mit 40 vom Hundert gewichtet werden.

(3) Der Prüfling soll in der schriftlichen Prüfung in den
Prüfungsfächern Technologie, Arbeitsplanung sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde geprüft werden. Es kommen Aufgaben, die sich auf
praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Technologie:

    a)  Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz,

    b)  Energieeinsparung und umweltgerechter Umgang mit Werk- und
        Hilfsstoffen,

    c)  Werkstoffe und Hilfsstoffe,

    d)  Werkzeuge, Meß- und Prüfgeräte,

    e)  Übertragen von Maßen, Vergrößern und Verkleinern,

    f)  Bearbeitungstechniken,

    g)  Verbindungstechniken,

    h)  Oberflächengestaltungs- und Oberflächenbeschichtungstechniken,

    i)  Montage- und Versetztechniken,

    k)  Festigkeits- und Kräfteberechnungen,

    l)  Kopier-, Ergänzungs- und Reparaturarbeiten;

2.  im Prüfungsfach Arbeitsplanung:

    a)  Kunstgeschichte und Gestaltungselemente,

    b)  Entwerfen, Planen und Vorbereiten einer Arbeit,

    c)  Lesen, Anwenden und Erstellen technischer Unterlagen,

    d)  Materialbedarf und Fertigungskosten;

3.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Arbeitsplanung

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht.

(7) Innerhalb der schriftlichen Prüfung hat das Prüfungsfach
Technologie gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte
Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und der
schriftlichen Prüfung sowie innerhalb der schriftlichen Prüfung im
Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht
sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/holzbhausbv/__9.html
Directory: holzbhausbv
Level: 2.0