Title: Anlage 2 Anforderungen an die ärztliche Beurteilung der medizinischen Eignung des lebenden Spenders nach § 3 Abs. 2

Description:
Verordnung über die Anforderungen an Qualität und Sicherheit der Entnahme von Geweben und deren Übertragung nach dem Transplantationsgesetz (TPG-GewV)
Anlage 2 Anforderungen an die ärztliche Beurteilung der medizinischen Eignung des lebenden Spenders nach § 3 Abs. 2

Paragraph: 3

Content:
Verordnung über die Anforderungen an Qualität und Sicherheit der Entnahme von Geweben und deren Übertragung nach dem Transplantationsgesetz (TPG-GewV)
Anlage 2 Anforderungen an die ärztliche Beurteilung der medizinischen Eignung des lebenden Spenders nach § 3 Abs. 2

( Fundstelle: BGBl. I 2008, 517;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote )

1.  Spenderevaluierung (bei Gewebe zur Übertragung auf andere)

    a)  Die für die Beurteilung der Spendereignung nach den §§ 3 und 6
        erforderlichen medizinischen und verhaltensbezogenen Informationen
        sind von einem Arzt zu erheben.

    b)  Zur Erhebung der Informationen ist der Spender zu befragen. Dabei hat
        sich der Arzt zu vergewissern, dass der Spender die erteilten
        Informationen verstanden hat und die Möglichkeit hatte, Fragen zu
        stellen und zufrieden stellende Antworten zu erhalten, und der Spender
        bestätigt hat, alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht zu
        haben. Daneben sind die erforderlichen Quellen mit Einwilligung des
        Spenders zu nutzen, einschließlich der folgenden Quellen, soweit diese
        geeignet sind:

        aa) die Krankenakte des Spenders;

        bb) eine Befragung des behandelnden Arztes;

        cc) eine Befragung des Hausarztes.

    c)  Darüber hinaus kann eine körperliche Untersuchung durchgeführt werden,
        um Anzeichen zu erkennen, die bereits als solche für den Ausschluss
        des Spenders ausreichen oder die aufgrund der medizinischen und
        persönlichen Vorgeschichte des Spenders überprüft werden müssen.

    d)  Die gesamte Spenderakte ist von einem Arzt auf die Eignung des
        Spenders zu überprüfen und zu bewerten.

2.  Auswahl- und Ausschlussgründe

    a)  Gewebe zur Rückübertragung

        Sollen die entnommenen Gewebe vor ihrer Rückübertragung gelagert oder
        kultiviert werden, sind die Mindestanforderungen an biologische
        Laboruntersuchungen nach § 4 in Verbindung mit Anlage 3 zu erfüllen.
        Positive Untersuchungsergebnisse führen nicht dazu, dass dieses Gewebe
        nicht gelagert, verarbeitet und rückübertragen werden kann, wenn
        geeignete Lagerbedingungen vorhanden sind, die jegliches Risiko einer
        Kreuzkontamination mit anderen Transplantaten oder einer Kontamination
        mit Adventiv-Agentien oder einer Verwechslung vermeiden.

    b)  Gewebe zur Übertragung auf andere

        aa) Spender, denen Gewebe zum Zwecke der Übertragung auf andere entnommen
            werden soll, sind anhand ihres Gesundheitszustands und ihrer Anamnese
            auszuwählen, die nach Buchstabe bb mittels eines Fragebogens und einer
            persönlichen Befragung durch einen Arzt erhoben werden. Diese Prüfung
            muss relevante Faktoren enthalten, die zur Identifizierung und zum
            Ausschluss von Personen beitragen können, deren Spende mit einem
            Gesundheitsrisiko für sie selbst oder für andere, z. B. durch das
            Risiko einer Krankheitsübertragung, verbunden sein könnte.

        bb) Die Entnahmeeinrichtung hat auf der Grundlage der Art der zu
            spendenden Gewebe, zusammen mit dem körperlichen Zustand des Spenders,
            der Anamnese und den Ergebnissen der klinischen Untersuchungen und
            Laboruntersuchungen zur Ermittlung des Gesundheitszustands des
            Spenders die medizinischen Auswahlgründe zu bestimmen.

        cc) Es gelten die Ausschlussgründe nach Anlage 1 Nr. 2 mit Ausnahme des
            Buchstaben a. Je nach Art der zu spendenden Gewebe kann die Ergänzung
            um weitere spezifische Ausschlussgründe notwendig sein, z. B.:

            aa) Schwangerschaft (ausgenommen bei Spenderinnen von Amnionmembran);

            bb) Stillen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tpg-gewv/__3.html
Directory: tpg-gewv
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