Title: Beispiel einer Kalibrierung:

Description:
Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz (AltholzV)
Beispiel einer Kalibrierung:

Paragraph: 13

Content:
Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz (AltholzV)
Beispiel einer Kalibrierung:

*    *   Kalibrierlösung

    *   PCP (ng/ml)

    *   TBP (ng/ml) ISTD 1

    *   PCB 52 (ng/ml) ISTD 2

*    *   1

    *   1,0

    *   10,0

    *   20,0

*    *   2

    *   2,0

    *   10,0

    *   20,0

*    *   3

    *   5,0

    *   10,0

    *   20,0

*    *   4

    *   10,0

    *   10,0

    *   20,0

*    *   5

    *   20,0

    *   10,0

    *   20,0

*
    *
        1.4.4.5 Probenvorbereitung

        1.4.4.5.1 Extraktion

            Es werden je nach der zu erwartenden Konzentration 1 g, 3 g oder 4 g
            Holz jeweils in einen Erlenmeyerkolben eingewogen. Auf das Holz werden
            250
            myl TBP-Lösung (ISTD 1) gegeben. Diese Lösung lässt man 30 Minuten
            einwirken. Nun wird das Holz mit 50 ml Methanol versetzt und zwei
            Stunden bei
            40 Grad C einer Ultraschallbehandlung unterworfen. Nach dem Absetzen
            der Feststoffe wird der Extrakt (cirka 25 ml) vorsichtig mit einer
            Pasteurpipette abgenommen, in ein verschließbares Glasgefäß überführt
            und für die Weiteraufarbeitung aufbewahrt.

        1.4.4.5.2 Acetylierung

            In einem 150 ml Schütteltrichter werden 30 ml einer 0,1 molaren
            K(tief)2CO(tief)3-Lösung vorgelegt, mit einem Aliquot des Extraktes
            (zum Beispiel 1 ml) versetzt und fünf Minuten geschüttelt. Auf die
            Zugabe von 2 ml Essigsäureanhydrid erfolgt zweiminütiges Schütteln.
            Dann sind 20 ml Cyclohexan hinzuzufügen und zehn Minuten zu schütteln.
            Die wässrige Phase wird verworfen; die organische Phase wird über eine
            mit
            Na(tief)2SO(tief)4 gefüllte Glassäule in einen 25 ml Messkolben
            filtriert. Nach Zugabe von
            10 myl der Lösung des ISTD 2 wird auf 25 ml genau aufgefüllt. Diese
            Lösung wird für die GC-ECD-Analyse verwendet. Die PCP-Konzentration im
            Extrakt muss innerhalb des von den Kalibrierlösungen abgedeckten
            Bereiches liegen.

        1.4.4.6 Analyse mittels GC-ECD

            GC-Bedingungen (Beispiel):

            Säule: HP-5 30 m; 0,25
            mym; 0,32 mm ID

*    *
    *
    *
    *
    *   20 Grad C/min

*    *   Ofentemperatur:

    *   50 Grad C (1 min)

    *   ................ 160 Grad C (0 min)

*    *
    *
    *   8 Grad C/min

*    *
    *
    *   ...............310 Grad C (5 min)

*    *   Detektor-Temperatur:

    *   350 Grad C

*    *   Injektor-Temperatur:

    *   250 Grad C

*    *   Injektionsmodus:

    *   split/splitless

*    *   Trägergas:

    *   H(tief)2-Säulenvordruck (35 kPa)

*    *   Make up - Gas:

    *   N(tief)2 (60 ml/min)

*    *   Folgende Messungen sind durchzuführen:

*    *   -

    *   Blindwerte:

    *   Geräteblindwert (reines Cyclohexan)

*    *
    *
    *   *

    *   Chemikalienblindwert (Durchführung des gesamten Verfahrens ohne
        Holzprobe)

*    *
    *
    *   *

    *   Analyse eines kontaminationsfreien Holzes

*    *   -

    *   Kalibrierlösungen

*    *   -

    *   Probenextrakte nach beschriebener Aufarbeitung.

*
    *
        *   Für die Qualitätssicherung der Analysenergebnisse sollen die
            Wiederfindungsraten des acetylierten internen Standards 1
            (Tribromphenol) ständig gegen die des internen Standards 2 (PCB 52)
            überprüft werden.

        1.4.4.7 Auswertung

        1.4.4.7.1 Prinzip

            Zunächst erfolgt die Erstellung einer Kalibriergeraden mit den
            Standardlösungen (siehe Abschnitt 1.4.4.7.2), nachfolgend schließt
            sich die Bestimmung des PCP-Gehaltes in einem Probenextrakt mittels
            dieser Kalibriergeraden an (siehe Abschnitt 1.4.4.7.3).

        1.4.4.7.2 Kalibrierung über das gesamte Verfahren

            Zur Erstellung der Kalibriergeraden wird das Peakflächenverhältnis von
            acetyliertem PCP-Standard zu acetyliertem TBP gegen das entsprechende
            Konzentrationsverhältnis gemäß folgender Gleichung aufgetragen:

*    *
    *   a(tief)PCP

    *
    *   c(tief)PCP

*    *   -----------

    *   = s x

    *   --------------- + b

*    *   a(tief)TBP

    *
    *   c(tief)TBP

*    *   wobei:

*    *   a(tief)PCP

    *   gemessene Anzeige des acetylierten PCP-Standards (zum Beispiel
        Peakfläche)

*    *   a(tief)TBP

    *   gemessene Anzeige des acetylierten TBP-Standards (zum Beispiel
        Peakfläche)

*    *   s

    *   die Steigung der Kalibriergeraden

*    *   c(tief)PCP

    *   die Massenkonzentration des acetylierten PCP in den Kalibrierlösungen
        in ng/ml

*    *   c(tief)TBP

    *   die Massenkonzentration des acetylierten TBP in den Kalibrierlösungen
        in ng/ml

*    *   b

    *   der Ordinatenabschnitt der Kalibriergeraden

*    *   bedeuten.

*    *   Berechnung des PCP-Gehaltes:

*    *   Der PCP-Gehalt in der Holzprobe kann nach folgender Gleichung aus der
        Mehrpunktkalibriergeraden ermittelt werden:

*    *   Gehalt (tief)PCP =

    *   a(tief)PCP/aTBP-b

    *   c(tief)TBP x f x v: 1000

*    *   ------------------- x

*    *   s x m

*    *   wobei:

*    *   Gehalt (tief)PCP

    *   Gehalt an PCP in der Probe in mg/kg

*    *   c(tief)TBP

    *   die Massenkonzentration des TBP in dem Probenextrakt in ng/ml

*    *   m

    *   die Masse des eingesetzten Holzes für die Extraktion in g

*    *   a(tief)TBP

    *   gemessene Anzeige des TBP-Standards im Probenextrakt (zum Beispiel
        Peakfläche)

*    *   a(tief)PCP

    *   gemessene Anzeige des analysierten PCP im Probenextrakt (zum Beispiel
        Peakfläche)

*    *   f

    *   das Verhältnis des gesamten Volumens des Extraktes zu dem Volumen des
        Aliquots zur Derivatisierung (zum Beispiel 50 ml/2 ml = 25)

*    *   v

    *   das Volumen der Endlösung zur Analyse in ml (zum Beispiel 25 ml)

*    *   s

    *   die Steigung der Kalibriergeraden

*    *   b

    *   der Ordinatenabschnitt der Kalibriergeraden

*    *   bedeuten.

*
    *
        1.4.4.7.3 Angabe der Ergebnisse

            Die Ergebnisse sind in Milligramm je Kilogramm Trockenmasse anzugeben.

        1.4.5 Bestimmung von polychlorierten Biphenylen (PCB)

            Die lufttrockene, gemahlene Altholzprobe wird nach Zugabe eines
            internen Standards mit n-Hexan im Soxhlet oder durch ein
            vergleichbares Extraktionsverfahren extrahiert. Im Extrakt enthaltene
            PCB-Kongenere werden durch geeignete Reinigungsschritte, insbesondere
            eine Kombination einer Benzolsulfonsäure-Trennsäule mit einer
            Silicagel-Säule, von störenden Begleitstoffen weitgehend befreit. Die
            Bestimmung der PCB-Kongenere (Ballschmiter Nr. 28, 52, 101, 138, 153,
            180) erfolgt durch Kapillargaschromatographie mit
            Elektroneneinfangdetektor (ECD) in Anwendung von DIN 38414, Teil 20
            (Ausgabe Januar 1996). Der Gesamtgehalt an PCB ergibt sich aus der
            Summe des für jedes der PCB-Kongenere ermittelten Massenanteils,
            bezogen auf die Trockenmasse der Altholzprobe, multipliziert mit dem
            Faktor fünf und auf 0,1 mg/kg gerundet.

            Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
            kann für die Bestimmung von polychlorierten Biphenylen andere
            wissenschaftlich anerkannte Prüfverfahren im Bundesanzeiger bekannt
            geben, wenn entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.

        1.5 Andere Methoden

            Die zuständige Behörde soll andere Methoden zulassen, wenn deren
            Gleichwertigkeit nachgewiesen wird.

        2   Angabe und Berechnung der Ergebnisse

            Die Ergebnisse der jeweiligen zwei parallelen Bestimmungen und ihr
            arithmetischer Mittelwert sind anzugeben. Zur Prüfung der Einhaltung
            der in Anhang II genannten Grenzwerte ist auf den arithmetischen
            Mittelwert abzustellen. Die Mittelwertbildung ist nur zulässig, wenn
            die Differenz der beiden Einzelwerte die methodenübliche
            Wiederholbarkeit nach DIN ISO 5725, Teil 1 (Ausgabe November 1997)
            nicht überschreitet. Im Falle einer derartigen Überschreitung sind
            eine Überprüfung auf mögliche Ursachen der überhöhten Differenz und
            eine dritte Messung erforderlich. Sofern die Überprüfung der
            überhöhten Differenz keine eindeutige Ursache erbracht hat, ist für
            die Prüfung der Einhaltung der in Anhang II genannten Grenzwerte der
            mittlere der drei der Größe nach geordneten Einzelwerte (Median)
            heranzuziehen.

        3   Qualitätssicherung und -kontrolle

            Die Untersuchungsstellen sind verpflichtet, die Analysenergebnisse
            durch geeignete Maßnahmen zur internen und externen Qualitätssicherung
            nach DIN EN ISO/IEC 17025 (Ausgabe April 2000) abzusichern. Dazu
            gehören unter anderem die Führung von Qualitätsregelkarten, der
            Einsatz von Referenzmaterialien und die erfolgreiche Teilnahme an
            Ringversuchen.

        4   Bekanntmachungen sachverständiger Stellen

            ISO-Normen, EN-Normen und DIN-Normen, auf die in diesem Anhang
            verwiesen wird, sind im Beuth-Verlag GmbH, Berlin und Köln, erschienen
            und beim Deutschen Patentamt in München archivmäßig gesichert
            niedergelegt.

(zu § 7)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/altholzv/__13.html
Directory: altholzv
Level: 2.0