Title: § 35a Vorbereitung und Durchführung von Schutzimpfungen durch öffentliche Apotheken

Description:
Verordnung über den Betrieb von Apotheken (ApoBetrO 1987)
Vierter Abschnitt - Sondervorschriften
§ 35a Vorbereitung und Durchführung von Schutzimpfungen durch öffentliche Apotheken

Paragraph: 35a

Content:
Verordnung über den Betrieb von Apotheken (ApoBetrO 1987)
Vierter Abschnitt - Sondervorschriften
§ 35a Vorbereitung und Durchführung von Schutzimpfungen durch öffentliche Apotheken

(1) Im Qualitätsmanagementsystem nach § 2a sind zur Vorbereitung und
Durchführung von Schutzimpfungen insbesondere Festlegungen zu treffen:

1.  zur Vorbereitung der Impfung,

2.  zur Aufklärung und Einholung der Einwilligung der zu impfenden Person,

3.  zur Anamnese und zur Entscheidung, wann die Schutzimpfung nicht
    durchgeführt wird,

4.  zur Durchführung der Impfung,

5.  zur Dokumentation der Impfung,

6.  zu den Hygienemaßnahmen einschließlich des hygienischen Verhaltens der
    an den Vorbereitungen und der Durchführung der Schutzimpfung
    beteiligten Personen und

7.  zur Meldung bei Verdacht auf eine über das übliche Ausmaß einer
    Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung.

(2) Nur Apotheker, die nach § 20c Absatz 1 des
Infektionsschutzgesetzes zur Durchführung von Schutzimpfungen
berechtigt sind, dürfen die Aufklärung, die Anamnese, das Einholen der
Einwilligung der zu impfenden Person und die Schutzimpfungen
durchführen. Bei der Vorbereitung und der Dokumentation der Impfung
darf das pharmazeutische Personal der Apotheke unterstützen. Das
pharmazeutische Personal der Apotheke muss für die Tätigkeit
ausreichend qualifiziert sein und regelmäßig geschult werden; die
Schulungsmaßnahmen sind zu dokumentieren. Das nach § 3 Absatz 2 Satz 1
erforderliche Personal ergibt sich aus dem Umfang der Schutzimpfungen.

(3) Für die Aufklärung, die Anamnese, das Einholen der Einwilligung
von impfwilligen Personen, die Vorbereitung und die Durchführung der
Schutzimpfungen muss eine geeignete Räumlichkeit einschließlich
Wartebereich mit der Ausstattung zur Verfügung stehen, die für die
Durchführung von Schutzimpfungen erforderlich ist, sofern kein
aufsuchendes Impfen durchgeführt wird. Durch die Nutzung der
Räumlichkeit zum Impfen darf der ordnungsgemäße Betrieb der Apotheke
nicht gestört werden; insbesondere können keine Räume genutzt werden,
die für einen anderweitigen Zweck vorgesehen und in denen die
notwendigen Hygienemaßnahmen nicht umsetzbar sind. Ein unbefugter
Zugriff auf apothekenpflichtige Arzneimittel, Ausgangsstoffe und
Chemikalien ist auszuschließen. Auf Räumlichkeiten, in denen
Schutzimpfungen durchgeführt werden, wird § 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 5
nicht angewendet. Diese Räumlichkeiten müssen jedoch in angemessener
Nähe zu den übrigen Betriebsräumen liegen. Sowohl beim
Aufklärungsgespräch als auch bei der Durchführung der Schutzimpfung
ist die Privatsphäre der zu impfenden Personen zu schützen.

(4) Vor der Schutzimpfung hat die impfende Person die zu impfende
Person über die zu verhütende Krankheit und die Impfung aufzuklären,
die Anamnese durchzuführen und die Einwilligung der zu impfenden
Person einzuholen. Die Aufklärung umfasst insbesondere

1.  Informationen über den Nutzen der Impfung und über die zu verhütende
    Krankheit,

2.  Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen, Komplikationen und
    Kontraindikationen,

3.  Empfehlungen über Verhaltensmaßnahmen im Anschluss an die Impfung,

4.  Informationen über Beginn und Dauer der Schutzwirkung und

5.  Hinweise zu Auffrischimpfungen.

(5) Die Dokumentation der Schutzimpfung muss Angaben enthalten zu:

1.  Datum und Durchführung der Aufklärung der zu impfenden Person,

2.  Datum und Durchführung der Anamnese,

3.  Einwilligung der zu impfenden Person,

4.  Datum der Impfung,

5.  Bezeichnung und Chargenbezeichnung des verwendeten Impfstoffes,

6.  Name der geimpften Person, deren Geburtsdatum und Anschrift,

7.  Name und Anschrift der Apotheke und

8.  Name und Bestätigung der Person, die die Aufklärung, Anamnese und
    Impfung durchgeführt hat.

Erfolgt nach Durchführung der Aufklärung oder der Anamnese keine
Impfung, ist keine Dokumentation nach Satz 1 Nummer 4 und 5
erforderlich. Die Dokumentation der Schutzimpfung ist für die Dauer
von zehn Jahren ab dem Datum, an dem die Impfung durchgeführt wurde,
aufzubewahren.

(6) Es sind geeignete Hygienemaßnahmen zum Schutz der zu impfenden
Person und des Apothekenpersonals zu treffen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/apobetro_1987/__35a.html
Directory: apobetro_1987
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