Title: § 10 Transplantationszentren

Description:
Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (TPG)
Abschnitt 4 - Entnahme, Vermittlung und Übertragung von Organen, Zusammenarbeit bei der Entnahme von Organen und Geweben
§ 10 Transplantationszentren

Paragraph: 10

Content:
Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (TPG)
Abschnitt 4 - Entnahme, Vermittlung und Übertragung von Organen, Zusammenarbeit bei der Entnahme von Organen und Geweben
§ 10 Transplantationszentren

(1) Transplantationszentren sind Krankenhäuser oder Einrichtungen an
Krankenhäusern, die nach § 108 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch
oder nach anderen gesetzlichen Bestimmungen für die Übertragung von
Organen verstorbener Spender sowie für die Entnahme und Übertragung
von Organen lebender Spender zugelassen sind. Bei der Zulassung nach §
108 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch sind Schwerpunkte für die
Übertragung dieser Organe zu bilden, um eine bedarfsgerechte,
leistungsfähige und wirtschaftliche Versorgung zu gewährleisten und
die erforderliche Qualität der Organübertragung zu sichern.

(2) Die Transplantationszentren sind verpflichtet,

1.  Wartelisten der zur Übertragung von vermittlungspflichtigen Organen
    angenommenen Patienten mit den für die Organvermittlung nach § 12
    erforderlichen Angaben zu führen sowie unverzüglich über die Annahme
    eines Patienten zur Organübertragung und seine Aufnahme in die
    Warteliste zu entscheiden und den behandelnden Arzt darüber zu
    unterrichten, ebenso über die Herausnahme eines Patienten aus der
    Warteliste,

2.  über die Aufnahme in die Warteliste nach Regeln zu entscheiden, die
    dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen,
    insbesondere nach Notwendigkeit und Erfolgsaussicht einer
    Organübertragung,

3.  die auf Grund des § 11 getroffenen Regelungen zur Organentnahme sowie
    bei vermittlungspflichtigen Organen die auf Grund des § 12 getroffenen
    Regelungen zur Organvermittlung einzuhalten,

4.  vor der Organübertragung festzustellen, dass die Organ- und
    Spendercharakterisierung nach § 10a abgeschlossen und dokumentiert ist
    und die Bedingungen für die Konservierung und den Transport
    eingehalten worden sind,

5.  jede Organübertragung unverzüglich so zu dokumentieren, dass eine
    lückenlose Rückverfolgung der Organe vom Empfänger zum Spender
    ermöglicht wird; bei der Übertragung von Organen verstorbener Spender
    ist die Kenn-Nummer (§ 13 Abs. 1 Satz 1) anzugeben, um eine
    Rückverfolgung durch die Koordinierungsstelle zu ermöglichen,

6.  die durchgeführten Lebendorganspenden aufzuzeichnen,

7.  vor und nach einer Organübertragung Maßnahmen für eine erforderliche
    psychische Betreuung der Patienten im Krankenhaus sicherzustellen und

8.  nach Maßgabe der Vorschriften des Fünften Buches Sozialgesetzbuch
    Maßnahmen zur Qualitätssicherung, die auch einen Vergleich mit anderen
    Transplantationszentren ermöglichen, im Rahmen ihrer Tätigkeit nach
    diesem Gesetz durchzuführen; dies gilt für die Nachbetreuung von
    Organspendern nach § 8 Abs. 3 Satz 1 entsprechend.

§ 9a Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 und 4 gilt entsprechend.

(3) Die nach Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 für die Organvermittlung
erforderlichen Angaben sind von einem Arzt oder einer von diesem
beauftragten Person zu erheben, zu dokumentieren und an die
Vermittlungsstelle nach Maßgabe des § 13 Absatz 3 Satz 3 zu
übermitteln. Den in Satz 1 genannten Personen ist es verboten,

1.  für eine Meldung nach § 13 Absatz 3 Satz 3 den Gesundheitszustand
    eines Patienten unrichtig zu erheben oder unrichtig zu dokumentieren
    oder

2.  bei der Meldung nach § 13 Absatz 3 Satz 3 einen unrichtigen
    Gesundheitszustand eines Patienten zu übermitteln,

um Patienten bei der Führung der einheitlichen Warteliste nach § 12
Absatz 3 Satz 2 zu bevorzugen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tpg/__10.html
Directory: tpg
Level: 3.0