Title: § 9 Abschluss- oder Gesellenprüfung in der Fachrichtung Gestaltung und Technik

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Mediengestalter Digital und Print und zur Mediengestalterin Digital und Print (Dig/PrintMedAusbV 2013)
§ 9 Abschluss- oder Gesellenprüfung in der Fachrichtung Gestaltung und Technik

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Mediengestalter Digital und Print und zur Mediengestalterin Digital und Print (Dig/PrintMedAusbV 2013)
§ 9 Abschluss- oder Gesellenprüfung in der Fachrichtung Gestaltung und Technik

(1) Durch die Abschluss- oder Gesellenprüfung ist festzustellen, ob
der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. Der
Prüfling soll nachweisen, dass er

1.  die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht,

2.  die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und

3.  mit dem im Berufsschulunterricht vermittelten für die Berufsausbildung
    wesentlichen Lehrstoff vertraut ist.

Die Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen.

(2) Die Abschluss- oder Gesellenprüfung besteht aus den folgenden
Prüfungsbereichen:

1.  Gestaltungsumsetzung und technische Realisation,

2.  Konzeption und Gestaltung,

3.  Medienproduktion,

4.  Kommunikation,

5.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Gestaltungsumsetzung und technische
Realisation bestehen folgende Vorgaben:
Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.  Aufgabenstellungen zu analysieren, einen Lösungsvorschlag zu
    erarbeiten und zu dokumentieren,

2.  eine produktionsorientierte Arbeitsplanung medienspezifisch
    durchzuführen,

3.  Mediendaten unter gestalterischen Gesichtspunkten aufzubereiten und zu
    bearbeiten,

4.  Teilprodukte der Medienproduktion unter Berücksichtigung von
    Qualitätsgesichtspunkten und wirtschaftlichen Aspekten technisch zu
    realisieren.

Der Prüfling soll ein Prüfungsstück I und ein Prüfungsstück II
erstellen.
Das Prüfungsstück I besteht aus einem Lösungsvorschlag mit
Arbeitsplanung und der Erstellung eines Teilproduktes der
Medienproduktion. Nach Aushändigung der Aufgabenstellung ist dem
Prüfungsausschuss spätestens nach zehn Arbeitstagen ein
Lösungsvorschlag mit Arbeitsplanung vorzulegen. Die Anfertigung des
Teilproduktes der Medienproduktion soll sieben Stunden nicht
überschreiten.
Bei der Aufgabenstellung für das Prüfungsstück II ist die im
Ausbildungsvertrag festgelegte Wahlqualifikationseinheit nach § 4
Absatz 3 Nummer 3 zu berücksichtigen. Die Anfertigung des
Prüfungsstücks II soll die Dauer von zwei Stunden nicht überschreiten.
Das Prüfungsstück I ist mit 75 Prozent und das Prüfungsstück II mit 25
Prozent zu gewichten.

(4) Für den Prüfungsbereich Konzeption und Gestaltung bestehen
folgende Vorgaben:
Der Prüfling soll darstellen, dass er in der Lage ist,

1.  Arbeitsaufträge zu planen und Verfahrenswege festzulegen, den
    Datenfluss zu überwachen und Arbeitsergebnisse zu dokumentieren,

2.  Kundenvorgaben und Gestaltungsentwürfe unter Berücksichtigung der
    Gestaltungsgrundlagen und Normen umzusetzen,

3.  Medienprodukte zu gestalten, zu beurteilen und zu optimieren,

4.  medienrechtliche Vorschriften zu berücksichtigen,

5.  Medienelemente produktions- und gestaltungsorientiert nach Inhalt und
    Aussage auszuwählen, dabei typografische und gestalterische Regeln
    anzuwenden.

Der Prüfling soll schriftlich praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Die
Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Medienproduktion bestehen folgende
Vorgaben:
Der Prüfling soll darstellen, dass er in der Lage ist,

1.  Daten auftragsspezifisch zu erstellen, produktionsorientiert zu
    bearbeiten, zusammenzustellen und zu verwalten,

2.  Medienprodukte übergabe- und ausgabegerecht zu erstellen,

3.  Daten für die medienübergreifende und medienspezifische Nutzung
    aufzubereiten,

4.  branchenspezifische Hardware und Software auftragsgerecht anzuwenden,

5.  Produkte nach technischen Qualitätskriterien zu prüfen und zu
    optimieren,

6.  Prozesse unter Berücksichtigung von Fertigungsvorgaben zu steuern und
    zu optimieren.

Der Prüfling soll schriftlich praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Die
Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Kommunikation bestehen folgende Vorgaben:
Der Prüfling soll darstellen, dass er in der Lage ist,

1.  deutsch- und englischsprachige Informationsquellen zu nutzen,

2.  Korrekturen normgerecht durchzuführen,

3.  Kommunikationsformen und -regeln anzuwenden,

4.  Kommunikationswege und -mittel zu nutzen,

5.  Arbeitsabläufe und -ergebnisse zu dokumentieren.

Der Prüfling soll schriftlich praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Die
Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(7) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:
Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine
wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und
Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen.
Der Prüfling soll schriftlich praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Die
Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(8) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

1.
    *        *   Gestaltungsumsetzung und technische Realisation

        *   mit 50 Prozent,

2.
    *        *   Konzeption und Gestaltung

        *   mit 15 Prozent,

3.
    *        *   Medienproduktion

        *   mit 15 Prozent,

4.
    *        *   Kommunikation

        *   mit 10 Prozent,

5.
    *        *   Wirtschafts- und Sozialkunde

        *   mit 10 Prozent.

(9) Die Abschluss- oder Gesellenprüfung ist bestanden, wenn die
Leistungen wie folgt bewertet worden sind:

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich Gestaltungsumsetzung und technische Realisation mit
    mindestens „ausreichend“,

3.  in mindestens drei weiteren Prüfungsbereichen mit mindestens
    „ausreichend“ und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“.

(10) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche nach Absatz 2
Nummer 2 bis 5 durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Abschluss- oder
Gesellenprüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und
das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu
gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/dig_printmedausbv_2013/__9.html
Directory: dig_printmedausbv_2013
Level: 2.0