Title: Anlage 1 Datenqualitätsziele

Description:
Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 39)
Teil 8 - Gemeinsame Vorschriften
Anlage 1 Datenqualitätsziele

Paragraph: 36

Content:
Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 39)
Teil 8 - Gemeinsame Vorschriften
Anlage 1 Datenqualitätsziele

(Fundstelle: BGBl. I 2010, 1077 - 1078)

**A.** **Datenqualitätsziele für die Luftqualitätsbeurteilung**

    *        *
        *   Schwefeldioxid,
            Stickstoffdioxid,
            Stickstoffoxide
            und Kohlenmonoxid

        *   Benzol

        *   Partikel
            (PM
            10                             /PM
            2,5                             )
            und Blei

        *   Ozon
            und damit
            zusammen-
            hängende(s)
            NO und NO
            2

    *        *[^f774264_02_BJNR106510010BJNE003801116]
   Ortsfeste Messungen

        *
        *
        *
        *

    *        *   Unsicherheit

        *   15 %

        *   25 %

        *   25 %

        *   15 %

    *        *   Mindestdatenerfassung

        *   90 %

        *   90 %

        *   90 %

        *   90 % im Sommer
            75 % im Winter

    *        *   Mindestmessdauer:

        *
        *
        *
        *

    *        *   – städtischer Hintergrund
            und Verkehr

        *   –

        *[^f774264_03_BJNR106510010BJNE003801116]
   35 %

        *   –

        *   –

    *        *   – Industriegebiete

        *   –

        *   90 %

        *   –

        *   –

    *        *   Orientierende Messungen

        *
        *
        *
        *

    *        *   Unsicherheit

        *   25 %

        *   30 %

        *   50 %

        *   30 %

    *        *   Mindestdatenerfassung

        *   90 %

        *   90 %

        *   90 %

        *   90 %

    *        *   Mindestmessdauer

        *   14 %
            4                             )

        *[^f774264_04_BJNR106510010BJNE003801116]
   14 %

        *[^f774264_05_BJNR106510010BJNE003801116]
   14 %

        *   *                              10 %
            im Sommer

    *        *   Unsicherheit
            der Modellrechnungen

        *
        *
        *
        *

    *        *   stündlich

        *   50 %

        *   –

        *   –

        *   50 %

    *        *   8-Stunden-Durchschnittswerte

        *   50 %

        *   –

        *   –

        *   50 %

    *        *   Tagesdurchschnittswerte

        *   50 %

        *   –

        *   noch nicht
            festgelegt

        *   –

    *        *   Jahresdurchschnittswerte

        *   30 %

        *   50 %

        *   50 %

        *   –

    *        *   Objektive Schätzung
            Unsicherheit

        *   75 %

        *   100 %

        *   100 %

        *   75 %

    Die Unsicherheit der Messmethoden (bei einem Vertrauensbereich von 95
    Prozent) wird nach folgenden Kriterien beurteilt:

    1.  Einklang mit den Grundsätzen des CEN-Leitfadens für die
        Messunsicherheit (ENV 13005:1999 vom Juni 1999),

    2.  Übereinstimmung mit den ISO 5725:1994 (DIN ISO Teil 1 vom November
        1997) – Verfahren und DIN Spec 1168, Luftqualität – Ansatz zur
        Schätzung der Messsicherheit bei Referenzverfahren für
        Außenluftmessungen vom Juli 2010.

    Die in der obigen Tabelle angegebenen Prozentsätze für die
    Unsicherheit gelten für Einzelmessungen, gemittelt über den
    betreffenden Zeitraum bezogen auf den Immissionsgrenzwert (bei Ozon
    bezogen auf den Zielwert) bei einem Vertrauensbereich von 95 Prozent.
    Die Unsicherheit für ortsfeste Messungen gilt für den Bereich des
    jeweiligen Immissionsgrenzwerts (bei Ozon des Zielwerts).

    Die Unsicherheit von Modellrechnungen ist definiert als die maximale
    Abweichung der gemessenen und berechneten Konzentrationswerte für 90
    Prozent der einzelnen Messstationen im jeweiligen Zeitraum in Bezug
    auf den Grenzwert (oder, bei Ozon, den Zielwert) ohne Berücksichtigung
    des Zeitpunkts der Abweichungen. Die Unsicherheit von Modellrechnungen
    gilt für den Bereich des jeweiligen Immissionsgrenzwerts (bei Ozon des
    Zielwerts). Die ortsfesten Messungen, die für den Vergleich mit den
    Ergebnissen der Modellrechnungen auszuwählen sind, müssen für die von
    dem Modell erfasste räumliche Auflösung repräsentativ sein.

    Die Unsicherheit von objektiven Schätzungen ist definiert als die
    maximale Abweichung der gemessenen und berechneten Werte in einem
    bestimmten Zeitraum bezogen auf den Immissionsgrenzwert (bei Ozon
    bezogen auf den Zielwert) ohne Berücksichtigung des Zeitpunkts der
    Abweichungen.

    Die Anforderungen für die Mindestdatenerfassung und die
    Mindestmessdauer erstrecken sich nicht auf Datenverlust auf Grund der
    regelmäßigen Kalibrierung oder der üblichen Wartung der Messgeräte.

**B.** **Ergebnisse der Beurteilung der Luftqualität**

    Die folgenden Informationen sind für Gebiete oder Ballungsräume
    zusammenzustellen, in denen anstelle von Messungen andere Datenquellen
    als ergänzende Informationen zu Messdaten oder als alleiniges Mittel
    zur Luftqualitätsbeurteilung genutzt werden:

    1.  Beschreibung der vorgenommenen Beurteilung,

    2.  eingesetzte spezifische Methoden mit Verweisen auf Beschreibungen der
        Methode,

    3.  Quellen von Daten und Informationen,

    4.  Beschreibung der Ergebnisse, einschließlich der Unsicherheiten,
        insbesondere der Ausdehnung von Flächen oder gegebenenfalls der Länge
        des Straßenabschnitts innerhalb des Gebiets oder Ballungsraums, in dem
        die Schadstoffwerte einen Immissionsgrenzwert, einen Zielwert oder ein
        langfristiges Ziel zuzüglich etwaiger Toleranzmargen übersteigen,
        sowie aller geographischen Bereiche, in denen die Werte die obere oder
        die untere Beurteilungsschwelle überschreiten,

    5.  Bevölkerung, die potenziell einem Wert ausgesetzt ist, der über dem
        zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegten
        Immissionsgrenzwert liegt.

**C.** **Qualitätssicherung bei der Beurteilung der Luftqualität –
    Validierung der Daten**

    1.  Um zu gewährleisten, dass die Messungen genau sind und die
        Datenqualitätsziele gemäß Abschnitt A eingehalten werden, müssen die
        zuständigen Behörden Folgendes sicherstellen:

        a)  Alle Messungen, die im Zusammenhang mit der Beurteilung der
            Luftqualität gemäß den §§ 13 und 17 durchgeführt werden, können im
            Einklang mit den Anforderungen der harmonisierten Norm gemäß Buchstabe
            d an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien zurückverfolgt
            werden.

        b)  Die Einrichtungen, die Netze und Einzelstationen zur Messung der
            Luftqualität betreiben, verfügen über ein Qualitätssicherungs- und
            Qualitätskontrollsystem, das eine regelmäßige Wartung der Messgeräte
            vorsieht, um kontinuierlich deren Präzision zu gewährleisten. Dieses
            System wird bei Bedarf, zumindest jedoch alle fünf Jahre, von den von
            den zuständigen Behörden beauftragten nationalen Referenzlaboratorien
            überprüft.

        c)  Für die Datenerfassung und Berichterstattung wird ein
            Qualitätssicherungs- und Qualitätskontrollverfahren eingeführt. Die
            Einrichtungen, die mit Qualitätssicherungs- und
            Qualitätskontrollverfahren betraut sind, nehmen aktiv an den
            entsprechenden unionsweiten Qualitätssicherungsprogrammen teil.

        d)  Die nationalen Referenzlaboratorien werden von den zuständigen
            Behörden mit der Überprüfung der Qualitätssicherungs- und
            Kontrollsysteme beauftragt. Sie werden für die in Anlage 6
            aufgeführten Referenzmethoden akkreditiert, und zwar zumindest für die
            Schadstoffe, deren Konzentrationen in einem oder mehreren Gebieten
            oder Ballungsräumen über der unteren Beurteilungsschwelle liegen. Die
            Akkreditierung erfolgt nach der relevanten harmonisierten Norm zu den
            allgemeinen Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und
            Kalibrierlaboratorien, auf die im Amtsblatt der Europäischen Union
            gemäß Artikel 2 Nummer 9 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 des
            Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Juli 2008 über die
            Vorschriften für die Akkreditierung und Marktüberwachung im
            Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten und zur Aufhebung der
            Verordnung (EWG) Nr. 339/93 des Rates (ABl. L 218 vom 13.8.2008, S.
            30) verwiesen wird. Die beauftragten nationalen Referenzlaboratorien
            arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Sie koordinieren
            in Deutschland

            aa) die von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission durchgeführten
                unionsweiten Qualitätssicherungsprogramme,

            bb) die ordnungsgemäße Anwendung von Referenzmethoden und

            cc) den Nachweis der Gleichwertigkeit anderer Methoden als
                Referenzmethoden.

            Nationale Referenzlaboratorien, die Vergleichsprüfungen auf nationaler
            Ebene durchführen, sollen nach der relevanten harmonisierten Norm für
            Eignungsprüfungen, DIN EN ISO/IEC 17043:2010, Ausgabe Mai 2014,
            ebenfalls akkreditiert werden.

        e)  Die nationalen Referenzlaboratorien nehmen mindestens alle drei Jahre
            an den von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission
            durchgeführten unionsweiten Qualitätssicherungsprogrammen teil. Sind
            die Ergebnisse dieser Beteiligung unbefriedigend, so sollen die
            nationalen Referenzlaboratorien bei der nächsten Vergleichsprüfung
            nachweislich Abhilfe schaffen und darüber der Gemeinsamen
            Forschungsstelle einen Bericht vorlegen.

        f)  Die nationalen Referenzlaboratorien unterstützen die Tätigkeit des von
            der Kommission errichteten Europäischen Netzes nationaler
            Referenzlaboratorien.

    2.  Alle nach § 31 übermittelten Daten sind gültig, sofern sie nicht als
        vorläufig gekennzeichnet sind.

[^f774264_02_BJNR106510010BJNE003801116]:     Die zuständigen Behörden können bei Benzol, Blei und Partikeln
    Stichprobenmessungen anstelle von kontinuierlichen Messungen
    durchführen, wenn sie nachweisen können, dass die Unsicherheit,
    einschließlich der Unsicherheit auf Grund der Zufallsproben, das
    Qualitätsziel von 25 Prozent erreicht und die Messdauer über der
    Mindestmessdauer für orientierende Messungen liegt.
    Stichprobenmessungen sind gleichmäßig über das Jahr zu verteilen, um
    Verzerrungen der Ergebnisse zu vermeiden. Die Unsicherheit bei
    Stichprobenmessungen kann anhand des Verfahrens ermittelt werden, das
    in der ISO-Norm „Luftbeschaffenheit – Ermittlung der Unsicherheit von
    zeitlichen Mittelwerten von Luftbeschaffenheitsmessungen“ (ISO
    11222:2002) niedergelegt ist. Werden Stichprobenmessungen zur
    Beurteilung der Anforderungen hinsichtlich der Einhaltung des
    Immissionsgrenzwerts für Partikel PM             10
    verwendet, so sollte der 90,4-Prozent-Wert (der höchstens 50
    Mikrogramm pro Kubikmeter betragen darf) anstatt der in hohem Maße
    durch die Datenerfassung beeinflussten Anzahl der Überschreitungen
    beurteilt werden.
    Über das Jahr verteilt, damit die unterschiedlichen klimatischen und
    verkehrsabhängigen Bedingungen berücksichtigt werden.
[^f774264_03_BJNR106510010BJNE003801116]:     Eine Tagesmessung (Stichprobe) pro Woche über das ganze Jahr,
    gleichmäßig verteilt über die Wochentage, oder acht vollständig
    beprobte Wochen gleichmäßig verteilt über das Jahr.
[^f774264_04_BJNR106510010BJNE003801116]:     Eine Stichprobe pro Woche, gleichmäßig verteilt über das Jahr, oder
    acht Wochen gleichmäßig verteilt über das Jahr.
[^f774264_05_BJNR106510010BJNE003801116]: 
(zu § 12)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_39/__36.html
Directory: bimschv_39
Level: 3.0