Title: § 8 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr/zur Kauffrau im Eisenbahn- und Straßenverkehr (VerkKfmAusbV 1999)
§ 8 Abschlußprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr/zur Kauffrau im Eisenbahn- und Straßenverkehr (VerkKfmAusbV 1999)
§ 8 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Prüfung ist in den Prüfungsbereichen Verkehrsorganisation und
Verkehrsleistungen, Organisation und Kaufmännische Steuerung sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich und im Prüfungsbereich
Praktische Übungen mündlich durchzuführen.

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  Prüfungsbereich Verkehrsorganisation und Verkehrsleistungen:

    In höchstens 150 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle bearbeiten und dabei zeigen, daß er das betriebliche
    Leistungsangebot überblickt, die rechtlichen, wirtschaftlichen und
    fachlichen Zusammenhänge im Betrieb versteht, Aufgaben analysieren
    sowie Lösungsmöglichkeiten entwickeln und darstellen kann. Hierfür
    kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Produktfelder, Transportmittel und Produktionsplanung,

    b)  Absatz,

    c)  Markt für Beförderungsleistungen.

    Dabei sind Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
    Umweltschutz sowie Qualitätsmanagement zu berücksichtigen.

2.  Prüfungsbereich Organisation und Kaufmännische Steuerung:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle bearbeiten und dabei zeigen, daß er die Sachgebiete versteht,
    Aufgaben analysieren sowie Lösungsmöglichkeiten entwickeln und
    darstellen kann. Hierfür kommen insbesondere folgende Gebiete in
    Betracht:

    a)  Arbeitsorganisation,

    b)  Rechnungswesen,

    c)  Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling,

    d)  Personalplanung.

3.  Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle bearbeiten und dabei zeigen, daß er allgemeine wirtschaftliche
    und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt
    darstellen und beurteilen kann.

4.  Prüfungsbereich Praktische Übungen:

    Der Prüfling soll eine von zwei ihm zur Wahl gestellten
    praxisbezogenen Aufgaben bearbeiten. Hierfür kommen insbesondere
    folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Produktionsprozesse,

    b)  Entwickeln und Anbieten von Leistungen,

    c)  kundenorientierte Kommunikation,

    d)  Personalverwaltung,

    e)  Einkauf und Materialwirtschaft.

    Für die Bearbeitung der Aufgabe ist ein Zeitraum von höchstens 20
    Minuten einzuräumen. Die Aufgabe soll Ausgangspunkt für das folgende
    Prüfungsgespräch sein. Der Prüfling soll dabei seinen Lösungsansatz
    darstellen und zeigen, daß er betriebliche Zusammenhänge versteht, das
    betriebliche Leistungsangebot überblickt, branchenspezifische
    Problemstellungen lösen sowie Gespräche systematisch vorbereiten und
    führen kann. Hierbei sind die Tätigkeitsschwerpunkte des
    Ausbildungsbetriebes zu berücksichtigen. Das Prüfungsgespräch soll für
    den einzelnen Prüfling höchstens 20 Minuten dauern.

(4) Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu
zwei Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" und in den übrigen
Prüfungsbereichen mit mindestens "ausreichend" bewertet worden, so ist
auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit "mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die
schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten
zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag
geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die
Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(5) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses haben die
Prüfungsbereiche Verkehrsorganisation und Verkehrsleistungen sowie
Praktische Übungen gegenüber jedem der übrigen Prüfungsbereiche das
doppelte Gewicht.

(6) Zum Bestehen der Abschlußprüfung müssen im Gesamtergebnis und in
drei der vier Prüfungsbereiche mindestens "ausreichende" Leistungen
erbracht werden. Werden die Prüfungsleistungen in einem
Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/verkkfmausbv_1999/__8.html
Directory: verkkfmausbv_1999
Level: 2.0