Title: Anlage 3 Harmonisiertes Euromarker - Referenzanalyseverfahren der Gemeinschaft zur  Ermittlung des Markierstoffs Solvent Yellow 124 in Gasölen

Description:
Verordnung zur Durchführung des Energiesteuergesetzes (EnergieStV)
- - Zu § 53a des Gesetzes
- - Schlussbestimmungen
Anlage 3 Harmonisiertes Euromarker - Referenzanalyseverfahren der Gemeinschaft zur  Ermittlung des Markierstoffs Solvent Yellow 124 in Gasölen

Paragraph: 112

Content:
Verordnung zur Durchführung des Energiesteuergesetzes (EnergieStV)
- - Zu § 53a des Gesetzes
- - Schlussbestimmungen
Anlage 3 Harmonisiertes Euromarker - Referenzanalyseverfahren der Gemeinschaft zur  Ermittlung des Markierstoffs Solvent Yellow 124 in Gasölen

(Fundstelle: BGBl. I 2006, 1798 - 1800)

*   Für ein reibungsloses Funktionieren des Binnenmarktes und insbesondere
    zur Vermeidung von Steuerhinterziehung wurde durch die Richtlinie
    95/60/EG des Rates vom 27. November 1995 über die steuerliche
    Kennzeichnung von Gasölen und Kerosin (ABl. EG Nr. L 291 S. 46) ein
    gemeinsames System zur Kennzeichnung von Gasöl und Kerosin eingeführt,
    die einem ermäßigten Verbrauchsteuersatz unterliegen. Mit der
    Entscheidung 2001/574/EG der Kommission vom 13. Juli 2001 zur
    Bestimmung eines gemeinsamen Stoffs zur steuerlichen Kennzeichnung von
    Gasölen und Kerosin (ABl. EG Nr. L 203 S. 20, Nr. L 208 S. 48) wurde
    Solvent Yellow 124 (systematischer Name gemäß IUPAC:
    N-Ethyl-N-[2-(1-isobutoxyethoxy)ethyl]-4-(phenylazo)anilin); CAS-Nr.:
    34432-92-3) als gemeinsamer Stoff zur steuerlichen Kennzeichnung von
    Gasölen und Kerosin bestimmt. Diese Anlage enthält ein Verfahren zur
    Ermittlung von Solvent Yellow 124 in Gasöl und Kerosin, welches auf
    der Methode 455 MAD, Rev. 1 (HPLC) basiert. Das Verfahren ist nach der
    Leitlinie des Verbrauchsteuerausschusses der Kommission der
    Europäischen Gemeinschaften vom 13. Januar 2005 (CED Nr. 494 rev.1) in
    Streitfällen als Referenzverfahren zur Untersuchung von
    gekennzeichneten, einem ermäßigten Verbrauchsteuersatz unterliegenden
    Energieerzeugnissen und Dieselkraftstoffgemischen anzuwenden.

*
    **1** **Zweck und Anwendungsbereich**

    1.1 Erläuterung

        Das Verfahren beschreibt die Ermittlung von Solvent Yellow 124 in
        einem Konzentrationsbereich zwischen der Nachweisgrenze bis 10 mg
        Solvent Yellow 124 pro Liter. Liegt die Konzentration über 10 mg/l,
        wird zur genauen Ermittlung der Konzentration eine Verdünnung mit
        Xylol (Unterabschnitt 3.3) erforderlich.

    1.2 Nachweisgrenze

        Die Nachweisgrenze bei Gasöl und Kerosin liegt bei 0,02 mg/l.

    1.3 Quantifizierungsgrenze (Bestimmungsgrenze)

        Die Quantifizierungsgrenze bei Gasöl und Kerosin liegt bei 0,07 mg/l.

    **2** **Prinzip und Reaktionen**

        Die Probe wird in ein kleines Probengefäß gefüllt. Das Produkt wird
        mittels Normalphasenchromatographie getrennt und mittels UV/Vis-
        Nachweis bei 450 nm bestimmt. Um weitere Informationen zu erhalten,
        kann eine Analyse der Proben mittels Diodenarraydetektor durchgeführt
        werden, und zwar ebenfalls bei 410 nm. Externe Kalibrierung wird
        verwendet, die Reinheit des verwendeten Solvent Yellow 124 sollte
        berücksichtigt werden.

    **3** **Reagenzien und andere Materialien**

        Verwenden Sie ausschließlich Reagenzien anerkannter Qualität.

    3.1 Solvent Yellow 124,

    3.2 Toluol, für Flüssigchromatographie,

    3.3 o-Xylol, p.a.,

    3.4 Ethylacetat, p.a.

    **4** **Geräte**

    4.1 Übliche Laborglaswaren. Messkolben (2 000 ml und 100 ml) sowie
        Pipetten (1 ml, 5 ml und 10 ml) der Klasse B oder besser,

    4.2 HPLC-Gerät, ausgerüstet mit:

    4.2.1 HPLC-Pumpe, die pulsationsfrei arbeitet und einen konstanten Fluss bei
        dem erforderlichen Durchflussvolumen,

    4.2.2 Probengeber mit Schleifeninjektor (manuell oder Teil eines
        automatischen Probengebers) mit einer Kapazität von 20 µl,

    4.2.3 Säule, 5 µm Siliciumdioxid Länge 200 bis 250 mm, Innendurchmesser 3,0
        bis 5,0 mm, zum Beispiel Waters Spherisorb 5 µm oder Luna 5 µm Silica
        Phenomenex,

    4.2.4 Vorsäule, Siliciumdioxid zum Beispiel Spherisorb S5W Waters.
        Verwendung ratsam, aber nicht obligatorisch,

    4.2.5 Säulenofen: Sollte verwendet werden, wenn die Retentionszeit der
        Solvent Yellow 124-Peaks von Durchlauf zu Durchlauf nicht stabil ist.
        Temperatur 40 Grad Celsius,

    4.2.6 Detektor: UV 450 nm oder bei Verwendung eines Diodenarray 410 nm und
        450 nm,

    4.2.7 Integrationssystem mit elektronischem Integrator mit Rechen- und
        Berichtfunktion, kompatibel mit dem Ausgang des Nachweisinstruments.

    **5** **Ablauf**

    5.1 Allgemein

        Entnehmen Sie eine repräsentative Probe des zu analysierenden
        Produkts.

    5.2 Vorbehandlung der Probe

        Übertragen Sie die Probe in ein kleines Probengefäß. Sollte die Probe
        Schmutz enthalten, filtern Sie sie mittels eines Spritzenfilters, zum
        Beispiel 0,45 µm PTFE.

    5.3 Mobile Phase

        Elutionsmittel: Mischen Sie 40 ml Ethylacetat (Unterabschnitt 3.4) und
        1 960 ml Toluol (Unterabschnitt 3.2) in einem 2 000-ml-Messkolben und
        homogenisieren Sie das Gemisch.

    5.4 Referenzstammlösung

        Stellen Sie eine Referenzstammlösung aus Solvent Yellow 124 von 100
        mg/l her durch Verwiegung der erforderlichen Menge Solvent Yellow 124
        (Unterabschnitt 3.1) in einem 500-ml-Messkolben und Auffüllen mit
        Xylol (Unterabschnitt 3.3) bei einer Temperatur von 20 ± 1 Grad
        Celsius. Notieren Sie das Gewicht mit vier Nachkommastellen. Die
        Reinheit des verwendeten Solvent Yellow 124 sollte berücksichtigt
        werden. Gründlich vermischen, eine Nacht stehen lassen. Dann erneut
        gründlich vermischen und die Kalibrierlösungen vorbereiten.

    5.5 Kalibrierlösungen

        *            *   Konzentration

            *   Volumen Referenzstammlösung

            *   Endvolumen-Messkolben

        *            *   ungefähr 10 mg/l

            *   10 ml

            *   100 ml

        *            *   ungefähr 5 mg/l

            *   5 ml

            *   100 ml

        *            *   ungefähr 1 mg/l

            *   1 ml

            *   100 ml

*
    5.6 Systemkontrolle

        Vor Analyse der Proben müssen die Stabilität des HPLC-Systems und die
        Retention des Solvent Yellow 124 geprüft werden. Injizieren Sie die
        Kalibrierlösung mit einer Konzentration von 10 mg/l dreimal und führen
        Sie jeweils eine Chromatographie durch. Die relative
        Standardabweichung der Peakfläche bei den drei Injektionen sollte
        unter 1 Prozent liegen. Die Retentionszeit des Solvent Yellow 124 muss
        zwei- bis viermal länger sein als die Zeitspanne bis zum Erscheinen
        des Signals für das Leervolumen t
        o                         . Die relative Standardabweichung der
        Retentionszeit des Solvent Yellow 124 sollte unter 2 Prozent liegen.
        Bei zu kurzer oder zu langer Retentionszeit muss das Elutionsmittel
        angepasst werden. Durch Zufügen von Ethylacetat zum Elutionsmittel
        verkürzt sich die Retentionszeit.

    5.7 Bestimmung

        Proben und Kalibriersubstanzen werden zweimal analysiert. Beginnen Sie
        mit den drei Kalibrierlösungen. Es können höchstens zwölf Proben
        zweimal analysiert werden, dann wird eine neue Kalibrierung
        erforderlich. Die Sequenz wird immer mit drei Kalibrierlösungen
        abgeschlossen. Die Kalibrierkurve wird durch den Nullpunkt gezwungen.
        Liegt der Korrelationskoeffizient der linearen Regression aller
        Kalibrierpunkte über 0,999, ist die Kalibrierung angemessen. Liegt der
        Korrelationskoeffizient unter 0,999, muss die Leistung des Systems
        überprüft und, wenn möglich, verbessert werden.

    **6** **Auswertung**

        Zur Auswertung wird nach Unterabschnitt 5.7 aus den Mittelwerten der
        Peakflächen der zusammengehörigen Kalibrierlösungen A
        s                          und deren Konzentration C
        s                          ein Flächenfaktor a wie folgt ermittelt:

        *            *   a                                    =

            *   C
                s

        *            *   A
                s

*
    *   Bei der Konzentration des Standards in mg/l ist seine Reinheit zu
        berücksichtigen.

        Aus den Flächen der Solvent Yellow 124-Peaks der Proben berechnet man
        die Konzentration wie folgt:

        *            *   c                                    =
                A
                P                                      · a

*
    *   Darin bedeuten:

        c = Konzentration des Solvent Yellow 124 in der Probe in mg/l

        A
        P                          = Fläche des Solvent Yellow 124-Peaks

        a = Flächenfaktor

    **7** **Angabe des Ergebnisses**

        Bei einem Gehalt an Solvent Yellow 124 bis 0,3 mg/l ist der Gehalt in
        mg/l mit zwei Nachkommastellen, bei höheren Gehalten mit einer
        Nachkommastelle anzugeben. Beim Runden auf die letzte anzugebende
        Stelle ist die DIN 1333 (Ausgabe Februar 1992) zu berücksichtigen.

    **8** **Präzision**

    8.1 Wiederholbarkeit

        Unterschiede zwischen den Ergebnissen zweier Ermittlungen, die in
        kurzem Abstand nacheinander von derselben Person unter denselben
        Umständen mit identischem Probengut durchgeführt werden, dürfen bei 95
        Prozent der Analysen die nachstehenden Werte nicht übersteigen:

        *            *   Probeninhalt, Bereich

            *   Wiederholbarkeit

        *            *   0,12 bis 0,27 mg/l

            *   0,03 mg/l

        *            *   4 bis 10 mg/l

            *   0,16 mg/l

*
    8.2 Vergleichbarkeit

        Unterschiede zwischen den Ergebnissen zweier voneinander unabhängiger
        Ermittlungen, die zwei verschiedene Personen in verschiedenen Labors
        unter verschiedenen Umständen mit identischem Probengut durchführen,
        dürfen bei 95 Prozent der Analysen die nachstehenden Werte nicht
        übersteigen:

        *            *   Probeninhalt, Bereich

            *   Vergleichbarkeit

        *            *   0,12 bis 0,27 mg/l

            *   0,05 mg/l

        *            *   4 bis 10 mg/l

            *   0,10 X

*
    *   Dabei bedeutet X den Durchschnitt der beiden Ergebnisse.

    8.3 Messunsicherheit

        Die Messunsicherheit kann aufgrund der Daten zur Vergleichbarkeit
        geschätzt werden, nachdem bestätigt ist, dass das eigene Labor ebenso
        gut arbeitet wie die an der Validierungsstudie beteiligten Labors. Die
        Kalibrierungenauigkeit ist in den Daten zur Vergleichbarkeit nicht
        enthalten und kommt daher noch hinzu. Die Messunsicherheit wird dann
        folgendermaßen geschätzt:

        *            *
            *
            *
            *
            *
            *

        *            *   U = k · c                                    √

            *   u

            *   2

            *   + u

            *   2

            *

        *            *   R

            *   st

            *

*
    *   Darin bedeuten:

        U = erweiterte Messunsicherheit

        k = Erweiterungsfaktor (für ein Vertrauensintervall von 95 Prozent, k = 2)

        c = Konzentration, für die die Messunsicherheit berechnet werden soll

            u
        R=  relative Messunsicherheit aufgrund der Vergleichbarkeit

            u
        st= relative Messunsicherheit des Kalibrierstandards (in erster Linie
            Reinheit); kann ignoriert werden, wenn < 1/3 u
            R

    **9** **Anmerkungen**

        Die Vergleichbarkeit ist in der Methode nur für die Bereiche 0,12 bis
        0,27 mg/l und 4 bis 10 mg/l angegeben. Die für den oberen Bereich
        angegebene Formel (R = 0,1 x) wird auf den Bereich von 0,28 bis 3,9
        mg/l extrapoliert.

(zu § 110 Satz 1 Nr. 9)

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