Title: § 97 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
15. Abschnitt - Gleisbauer/Gleisbauerin
§ 97 Abschlußprüfung

Paragraph: 97

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
15. Abschnitt - Gleisbauer/Gleisbauerin
§ 97 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in den Anlagen 3 und 18
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden drei praktische Aufgaben ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktischen Aufgaben kommen
insbesondere in Betracht:

1.  Durchführen von gleistechnischen Vermessungen,

2.  Herstellen eines Schienenstoßes,

3.  Montieren einer Weiche oder

4.  Herstellen eines Gleisbogens mit Rampe.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Bau und Instandhaltung von Gleisen, Bau und
Instandhaltung von Weichen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft
werden. In den Prüfungsbereichen Bau und Instandhaltung von Gleisen
sowie Bau und Instandhaltung von Weichen soll der Prüfling zeigen, daß
er insbesondere durch Verknüpfung von arbeitsorganisatorischen,
technologischen, mathematischen und zeichnerischen Inhalten
praxisbezogene Fälle lösen kann. Dabei sollen Maßnahmen zur Sicherheit
und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und
qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es kommen Aufgaben
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Bau und Instandhaltung von Gleisen:

    a)  Bau- und Betriebsvorschriften,

    b)  Oberbau,

    c)  Feste Fahrbahn,

    d)  Bahnübergänge,

    e)  Kräfte im Gleis,

    f)  Schweißverfahren,

    g)  Gleisabschlüsse,

    h)  Gleisvermarkung;

2.  im Prüfungsbereich Bau und Instandhaltung von Weichen:

    a)  Bau- und Betriebsvorschriften,

    b)  Oberbau,

    c)  Konstruktion von Weichen,

    d)  Vermarkung von Weichen,

    e)  Instandhalten von Weichen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Bau und Instandhaltung von Gleisen

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Bau und Instandhaltung von Weichen

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Bau und Instandhaltung von Gleisen

    *   40 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Bau und Instandhaltung von Weichen

    *   40 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einer der
praktischen Aufgaben oder in einem der Prüfungsbereiche mit ungenügend
bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 22, so
hat er den Abschluß Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
erreicht. Die Anforderungen nach § 22 gelten dann als erfüllt, wenn in
dieser Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keiner der praktischen Aufgaben und in keinem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__97.html
Directory: bauwiausbv_1999
Level: 4.0