Title: § 255a Gewährung zusätzlicher Aktien

Description:
Aktiengesetz (AktG)
Erstes Buch - Aktiengesellschaft
Siebenter Teil - Nichtigkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen und des festgestellten Jahresabschlusses. Sonderprüfung wegen unzulässiger Unterbewertung
Erster Abschnitt - Nichtigkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen
Zweiter Unterabschnitt - Nichtigkeit bestimmter Hauptversammlungsbeschlüsse
§ 255a Gewährung zusätzlicher Aktien

Paragraph: 255a

Content:
Aktiengesetz (AktG)
Erstes Buch - Aktiengesellschaft
Siebenter Teil - Nichtigkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen und des festgestellten Jahresabschlusses. Sonderprüfung wegen unzulässiger Unterbewertung
Erster Abschnitt - Nichtigkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen
Zweiter Unterabschnitt - Nichtigkeit bestimmter Hauptversammlungsbeschlüsse
§ 255a Gewährung zusätzlicher Aktien

(1) Im Beschluss über die Kapitalerhöhung kann bestimmt werden, dass
anstelle einer baren Ausgleichszahlung (§ 255 Absatz 4) zusätzliche
Aktien der Gesellschaft gewährt werden. § 72a Absatz 1 Satz 2 des
Umwandlungsgesetzes findet entsprechende Anwendung.

(2) Neue Aktien, die nach Eintragung der Kapitalerhöhung im Rahmen
einer weiteren Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln auf Grund
eines unangemessenen Wertes der Einlage nicht gewährt wurden, und nach
Eintragung der Kapitalerhöhung erfolgte Kapitalherabsetzungen ohne
Rückzahlung von Teilen des Grundkapitals sind bei dem Anspruch auf
Gewährung zusätzlicher Aktien zu berücksichtigen. Bezugsrechte, die
den anspruchsberechtigten Aktionären bei einer nach Eintragung der
Kapitalerhöhung erfolgten weiteren Kapitalerhöhung gegen Einlagen auf
Grund einer unangemessen niedrigen Einlage nicht zustanden, sind ihnen
nachträglich einzuräumen. Die anspruchsberechtigten Aktionäre müssen
ihr Bezugsrecht nach Satz 2 gegenüber der Gesellschaft binnen eines
Monats nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung des Gerichts (§
11 Absatz 1 des Spruchverfahrensgesetzes) ausüben.

(3) Anstelle zusätzlicher Aktien ist den anspruchsberechtigten
Aktionären Ausgleich durch eine bare Zuzahlung gemäß § 255 Absatz 4
bis 7 zu gewähren,

1.  um Spitzenbeträge auszugleichen oder

2.  wenn die Gewährung zusätzlicher Aktien unmöglich geworden ist.

(4) Anstelle zusätzlicher Aktien ist denjenigen Aktionären, die
anlässlich einer nach Eintragung der Kapitalerhöhung erfolgten
strukturverändernden Maßnahme aus der Gesellschaft ausgeschieden sind,
eine Entschädigung in Geld unter Berücksichtigung der von der
Gesellschaft zu gewährenden Abfindung zu leisten.

(5) Zusätzlich zur Gewährung zusätzlicher Aktien ist den
anspruchsberechtigten Aktionären eine Entschädigung in Geld zu leisten
für Gewinne oder einen angemessenen Ausgleich gemäß § 304 des
Aktiengesetzes, soweit diese auf Grund einer unangemessenen niedrigen
Einlage nicht ausgeschüttet oder geleistet worden sind.

(6) § 255 Absatz 5 bis 7 ist mit Ausnahme von Absatz 6 Satz 1
entsprechend anzuwenden. Ansprüche auf eine Entschädigung in Geld
gemäß den Absätzen 3 und 4 sind gemäß § 255 Absatz 6 Satz 1 ab dem
Zeitpunkt zu verzinsen, zu dem die Abfindung oder der Anspruch auf
Gewinnausschüttung oder die wiederkehrende Leistung fällig geworden
wäre. In den Fällen des § 255b endet der Zinslauf, sobald der
Treuhänder gemäß § 255b Absatz 3 die Aktien, die bare Zuzahlung oder
die Entschädigung in Geld empfangen hat.

(7) Das Risiko der Beschaffung der zusätzlich zu gewährenden Aktien
trägt die Gesellschaft.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__255a.html
Directory: aktg
Level: 6.0