Title: § 3 Begriffsbestimmungen

Description:
Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (WHG 2009)
Kapitel 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 3 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 3

Content:
Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (WHG 2009)
Kapitel 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 3 Begriffsbestimmungen

Für dieses Gesetz gelten folgende Begriffsbestimmungen:

1.  Oberirdische Gewässer
    das ständig oder zeitweilig in Betten fließende oder stehende oder aus
    Quellen wild abfließende Wasser;

2.  Küstengewässer
    das Meer zwischen der Küstenlinie bei mittlerem Hochwasser oder
    zwischen der seewärtigen Begrenzung der oberirdischen Gewässer und der
    seewärtigen Begrenzung des Küstenmeeres; die seewärtige Begrenzung von
    oberirdischen Gewässern, die nicht Binnenwasserstraßen des Bundes
    sind, richtet sich nach den landesrechtlichen Vorschriften;

2a. Meeresgewässer
    die Küstengewässer sowie die Gewässer im Bereich der deutschen
    ausschließlichen Wirtschaftszone und des Festlandsockels, jeweils
    einschließlich des Meeresgrundes und des Meeresuntergrundes;

3.  Grundwasser
    das unterirdische Wasser in der Sättigungszone, das in unmittelbarer
    Berührung mit dem Boden oder dem Untergrund steht;

4.  Künstliche Gewässer
    von Menschen geschaffene oberirdische Gewässer oder Küstengewässer;

5.  Erheblich veränderte Gewässer
    durch den Menschen in ihrem Wesen physikalisch erheblich veränderte
    oberirdische Gewässer oder Küstengewässer;

6.  Wasserkörper
    einheitliche und bedeutende Abschnitte eines oberirdischen Gewässers
    oder Küstengewässers (Oberflächenwasserkörper) sowie abgegrenzte
    Grundwasservolumen innerhalb eines oder mehrerer Grundwasserleiter
    (Grundwasserkörper);

7.  Gewässereigenschaften
    die auf die Wasserbeschaffenheit, die Wassermenge, die
    Gewässerökologie und die Hydromorphologie bezogenen Eigenschaften von
    Gewässern und Gewässerteilen;

8.  Gewässerzustand
    die auf Wasserkörper bezogenen Gewässereigenschaften als ökologischer,
    chemischer oder mengenmäßiger Zustand eines Gewässers; bei als
    künstlich oder erheblich verändert eingestuften Gewässern tritt an die
    Stelle des ökologischen Zustands das ökologische Potenzial;

9.  Wasserbeschaffenheit
    die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit des
    Wassers eines oberirdischen Gewässers oder Küstengewässers sowie des
    Grundwassers;

10. Schädliche Gewässerveränderungen
    Veränderungen von Gewässereigenschaften, die das Wohl der
    Allgemeinheit, insbesondere die öffentliche Wasserversorgung,
    beeinträchtigen oder die nicht den Anforderungen entsprechen, die sich
    aus diesem Gesetz, aus auf Grund dieses Gesetzes erlassenen oder aus
    sonstigen wasserrechtlichen Vorschriften ergeben;

11. Stand der Technik
    der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder
    Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zur
    Begrenzung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, zur
    Gewährleistung der Anlagensicherheit, zur Gewährleistung einer
    umweltverträglichen Abfallentsorgung oder sonst zur Vermeidung oder
    Verminderung von Auswirkungen auf die Umwelt zur Erreichung eines
    allgemein hohen Schutzniveaus für die Umwelt insgesamt gesichert
    erscheinen lässt; bei der Bestimmung des Standes der Technik sind
    insbesondere die in der Anlage 1 aufgeführten Kriterien zu
    berücksichtigen;

12. EMAS-Standort
    diejenige Einheit einer Organisation, die nach § 32 Absatz 1 Satz 1
    des Umweltauditgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 4.
    September 2002 (BGBl. I S. 3490), das zuletzt durch Artikel 1 des
    Gesetzes vom 6. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2509) geändert worden ist,
    in der jeweils geltenden Fassung in das EMAS-Register eingetragen ist;

13. Einzugsgebiet
    ein Gebiet, aus dem über oberirdische Gewässer der gesamte
    Oberflächenabfluss an einer einzigen Flussmündung, einem Ästuar oder
    einem Delta ins Meer gelangt;

14. Teileinzugsgebiet
    ein Gebiet, aus dem über oberirdische Gewässer der gesamte
    Oberflächenabfluss an einem bestimmten Punkt in ein oberirdisches
    Gewässer gelangt;

15. Flussgebietseinheit
    ein als Haupteinheit für die Bewirtschaftung von Einzugsgebieten
    festgelegtes Land- oder Meeresgebiet, das aus einem oder mehreren
    benachbarten Einzugsgebieten, dem ihnen zugeordneten Grundwasser und
    den ihnen zugeordneten Küstengewässern im Sinne des § 7 Absatz 5 Satz
    2 besteht;

16. Wasserdienstleistungen sind folgende Dienstleistungen für Haushalte,
    öffentliche Einrichtungen oder wirtschaftliche Tätigkeiten jeder Art:

    a)  Entnahme, Aufstauung, Speicherung, Behandlung und Verteilung von
        Wasser aus einem Gewässer;

    b)  Sammlung und Behandlung von Abwasser in Abwasseranlagen, die
        anschließend in oberirdische Gewässer einleiten;

17. Wassernutzungen sind alle Wasserdienstleistungen sowie andere
    Handlungen mit Auswirkungen auf den Zustand eines Gewässers, die im
    Hinblick auf die Bewirtschaftungsziele nach den §§ 27 bis 31, 44 und
    47 signifikant sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/whg_2009/__3.html
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