Title: § 18

Description:
Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges (BVG)
- - Heilbehandlung, Versehrtenleibesübungen und Krankenbehandlung
§ 18

Paragraph: 18

Content:
Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges (BVG)
- - Heilbehandlung, Versehrtenleibesübungen und Krankenbehandlung
§ 18

(1) Die Leistungen nach den §§ 10 bis 24a werden als Sachleistungen
erbracht, soweit sich aus diesem Gesetz oder dem Neunten Buch
Sozialgesetzbuch nichts anderes ergibt. Sachleistungen sind
Berechtigten und Leistungsempfängern ohne Beteiligung an den Kosten zu
gewähren. Dasselbe gilt für den Ersatz der Fahrkosten im Rahmen der
Heil- und Krankenbehandlung durch die Krankenkassen.

(2) Bei der Versorgung mit Zahnersatz (§ 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4) oder
mit Hilfsmitteln (§ 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8, § 12 Abs. 1 Satz 1) dürfen
Sachleistungen auf Antrag in Umfang, Material oder Ausführung über das
Maß des Notwendigen hinaus erbracht werden, wenn auch dadurch der
Versorgungszweck erreicht wird und der Berechtigte oder
Leistungsempfänger die Mehrkosten übernimmt. Das Gleiche gilt für
Zahnfüllungen. Führt eine Mehrleistung nach Satz 1 oder 2 bei
Folgeleistungen zu Mehrkosten, hat diese der Berechtigte oder
Leistungsempfänger zu übernehmen.

(3) Hat der Berechtigte eine Heilbehandlung, Krankenbehandlung oder
Badekur vor der Anerkennung selbst durchgeführt, so sind die Kosten
für die notwendige Behandlung in angemessenem Umfang zu erstatten.
Dies gilt auch, wenn eine Anerkennung nicht möglich ist, weil nach
Abschluß der Heilbehandlung keine Gesundheitsstörung zurückgeblieben
ist, oder wenn ein Beschädigter die Heilbehandlung vor der Anmeldung
des Versorgungsanspruchs in dem Zeitraum durchgeführt hat, für den ihm
Beschädigtenversorgung gewährt werden kann oder wenn ein Beschädigter
durch Umstände, die außerhalb seines Willens lagen, an der Anmeldung
vor Beginn der Behandlung gehindert war.

(4) Hat der Berechtigte eine Heil- oder Krankenbehandlung nach der
Anerkennung selbst durchgeführt, so sind die Kosten in angemessenem
Umfang zu erstatten, wenn unvermeidbare Umstände die Inanspruchnahme
der Krankenkasse (§ 18c Abs. 2 Satz 1) oder der Verwaltungsbehörde (§
18c Abs. 1 Satz 2) unmöglich machten. Das gilt für
Versorgungsberechtigte, die Mitglied einer Krankenkasse sind, jedoch
nur, wenn die Kasse nicht zur Leistung verpflichtet ist, sowie
hinsichtlich der Leistungen, die nach § 18c Abs. 1 Satz 2 von der
Verwaltungsbehörde zu gewähren sind. Hat der Berechtigte oder
Leistungsempfänger nach Wegfall des Anspruchs auf Heil- oder
Krankenbehandlung eine Krankenversicherung abgeschlossen oder ist er
einer Krankenkasse beigetreten, so werden ihm die Aufwendungen für die
Versicherung in angemessenem Umfang ersetzt, wenn der Anspruch auf
Heil- oder Krankenbehandlung im Vorverfahren oder im gerichtlichen
Verfahren rechtsverbindlich rückwirkend wieder zuerkannt wird. Kosten
für eine selbst durchgeführte Badekur werden nicht erstattet.

(5) Wird dem Berechtigten Kostenersatz nach Absatz 3 oder 4 gewährt,
besteht auch Anspruch auf Versorgungskrankengeld.

(6) Anstelle der Leistung nach § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 kann dem
Beschädigten für die Beschaffung eines Zahnersatzes wegen
Schädigungsfolgen ein Zuschuß in angemessener Höhe gewährt werden,
wenn er wegen des Verlustes weiterer Zähne, für den kein Anspruch auf
Heilbehandlung nach diesem Gesetz besteht, einen erweiterten
Zahnersatz anfertigen läßt. Die Verwaltungsbehörde kann den Zuschuß
unmittelbar an den Zahnarzt zahlen.

(7) In besonderen Fällen können bei der stationären Behandlung eines
Beschädigten auch die Kosten für Leistungen übernommen werden, die
über die allgemeinen Krankenhausleistungen hinausgehen, wenn es nach
den Umständen, insbesondere im Hinblick auf die anerkannten
Schädigungsfolgen erforderlich erscheint.

(8) Stirbt der Berechtigte, so können den Erben die Kosten der letzten
Krankheit in angemessenem Umfang erstattet werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bvg/__18.html
Directory: bvg
Level: 3.0