Title: § 9 Abschlussprüfung Fachrichtung Fahrweg

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst/zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst (EBBAusbV 2004)
§ 9 Abschlussprüfung Fachrichtung Fahrweg

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst/zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst (EBBAusbV 2004)
§ 9 Abschlussprüfung Fachrichtung Fahrweg

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen
Arbeitsaufträge im Stellwerk, Betriebsdienst, Abweichungen vom
Regelbetrieb sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Dabei sind
Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau und Organisation des
Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
Umweltschutz, betriebliche und technische Kommunikation,
Kundenkommunikation, Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten der
Arbeitsergebnisse, Eisenbahnbetrieb sowie logistische Prozesse und
Qualitätsmanagement zu berücksichtigen.

(3) Die Prüflinge sollen im Prüfungsbereich Arbeitsaufträge nach
vorgegebenen betrieblichen Situationen Arbeitsaufträge im
Fahrdienstleiterstellwerk oder mittels Simulation in höchstens 60
Minuten durchführen und mit aufgabenspezifischen Unterlagen
dokumentieren sowie begleitende situative Fachgesprächsphasen von
insgesamt höchstens 10 Minuten führen. Dabei sollen die Prüflinge
zeigen, dass sie

1.  Arbeitsaufträge entgegennehmen und beurteilen, Informationen
    beschaffen, technische und organisatorische Schnittstellen beachten,
    Lösungen unter betrieblichen, technischen, betriebswirtschaftlichen
    und ökologischen Gesichtspunkten entwickeln und bewerten,

2.  Auftragsabläufe planen und abstimmen,

3.  Rangier- und Zugfahrten durchführen,

4.  fahrdienstliche Unterlagen führen

können. Insbesondere sollen die Prüflinge dabei zeigen, dass sie die
Betriebssicherheit berücksichtigen können. Bei der Aufgabenstellung
ist die Stellwerkstechnik zu berücksichtigen, an der der jeweilige
Prüfling ausgebildet wurde.

(4) Die Prüflinge sollen im Prüfungsbereich Betriebsdienst in
höchstens 120 Minuten nach vorgegebenen betrieblichen Situationen
Aufgaben des Bahnbetriebs schriftlich lösen. Dabei sollen die
Prüflinge zeigen, dass sie

1.  Betriebsvorschriften, Arbeitsschutzbestimmungen und andere
    sicherheitsrelevante Bestimmungen beachten,

2.  der Situation entsprechend kommunizieren,

3.  die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Sicherheit, Pünktlichkeit
    und Kundenzufriedenheit beachten können.

(5) Die Prüflinge sollen im Prüfungsbereich Abweichungen vom
Regelbetrieb nach vorgegebenen betrieblichen Situationen,
Arbeitsaufträge des Bahnbetriebs bei Abweichungen vom Regelbetrieb,
Störungen oder Unregelmäßigkeiten in einem situationsbezogenen
Fachgespräch von höchstens 30 Minuten Dauer oder an einem Simulator in
höchstens 60 Minuten lösen. Dabei sollen die Prüflinge zeigen, dass
sie

1.  Maßnahmen zur Weiterführung des Bahnbetriebs bei Arbeiten an
    Infrastruktureinrichtungen sowie bei Störungen und gefährlichen
    Ereignissen ergreifen,

2.  Betriebsvorschriften und andere sicherheitsrelevante Bestimmungen
    einhalten,

3.  die Abhängigkeiten zwischen Infrastruktur und Fahrzeugen beachten,

4.  der Situation entsprechend kommunizieren sowie

5.  die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Sicherheit, Pünktlichkeit
    und Kundenzufriedenheit beachten

können.

(6) Die Prüflinge sollen im Prüfungsbereich Wirtschafts- und
Sozialkunde in höchstens 60 Minuten praxisbezogene
handlungsorientierte Aufgaben schriftlich bearbeiten und dabei zeigen,
dass sie allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche
Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen
können.

(7) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses haben die einzelnen
Prüfungsbereiche das folgende Gewicht:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Arbeitsaufträge im Stellwerk:

    *   30 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Betriebsdienst:

    *   25 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Abweichungen vom Regelbetrieb:

    *   25 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Wirtschaftsund Sozialkunde:

    *   20 Prozent.

(8) Die schriftlichen Prüfungsbereiche sind auf Antrag der Prüflinge
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(9) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn

1.  im Gesamtergebnis und

2.  in den Prüfungsbereichen Betriebsdienst und Abweichungen vom
    Regelbetrieb

jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. In keinem
der Prüfungsbereiche dürfen ungenügende Leistungen erbracht worden
sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ebbausbv_2004/__9.html
Directory: ebbausbv_2004
Level: 2.0