Title: § 8 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik/zur Verfahrensmechanikerin für Beschichtungstechnik (BeschMechAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik/zur Verfahrensmechanikerin für Beschichtungstechnik (BeschMechAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung in höchstens 22 Stunden
eine betriebliche Aufgabe bearbeiten und dokumentieren sowie in
insgesamt höchstens 30 Minuten darüber ein Fachgespräch führen.
Hierfür kommt insbesondere in Betracht: Bedienen, Einstellen und
Überwachen einer Beschichtungsanlage und Herstellen beschichteter
Werkstücke unter Berücksichtigung unterschiedlicher Trägerwerkstoffe.
Dabei soll der Prüfling insbesondere zeigen, daß er eine
Arbeitsplanung durchführen, Produktionsprozesse regeln, Anlagen
einrichten und optimieren kann, einschließlich Feststellen der
Prozeßfähigkeit der Anlage, Materiallogistik, Ver- und Entsorgung von
Arbeitsstoffen, Bedienen und Beschicken der Anlage, prozeßbegleitende
Prüfungen, Qualitätsmanagement. Die Ausführung der Aufgabe wird mit
praxisbezogenen Unterlagen dokumentiert. Durch die Ausführung der
Aufgabe und deren Dokumentation soll der Prüfling belegen, daß er
Arbeitsabläufe und Teilaufgaben zielorientiert unter Beachtung
wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher
Vorgaben selbständig planen und fertigungsgerecht umsetzen sowie
Dokumentationen fachgerecht anfertigen, zusammenstellen und
modifizieren kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen,
daß er fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für
die Aufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die
Vorgehensweisen bei der Ausführung der Aufgabe begründen kann. Dem
Prüfungsausschuß ist vor der Durchführung der betrieblichen Aufgabe
die Aufgabenstellung einschließlich einer Zeitplanung zur Genehmigung
vorzulegen. Das Ergebnis der Bearbeitung der betrieblichen Aufgabe in
Form der Dokumentation einschließlich eines beschichteten Werkstücks
sowie das Fachgespräch sollen jeweils mit 50 vom Hundert gewichtet
werden.

(3) Teil B der Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen
Verfahrenstechnik, Qualität und Umwelt sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde. In den Prüfungsbereichen Verfahrenstechnik sowie Qualität
und Umwelt sind insbesondere durch Verknüpfung
informationstechnischer, technologischer und mathematischer
Sachverhalte fachliche Probleme schriftlich zu analysieren, zu
bewerten und geeignete Lösungswege darzustellen.

(4) Für den Prüfungsbereich Verfahrenstechnik kommt insbesondere eine
der nachfolgenden Aufgaben in Betracht:

1.  Systematisches Eingrenzen eines Fehlers in einem Beschichtungsprozeß
    sowie in der Ver- und Entsorgungstechnik,

2.  Organisieren und Dokumentieren von Arbeitsvorgängen und
    Qualitätsmanagementmaßnahmen. Dabei soll der Prüfling zeigen, daß er
    Sachverhalte darstellen, Meßdaten erfassen, statistisch bearbeiten und
    auswerten sowie diese zu Dokumentationen zusammenfassen kann.

(5) Für den Prüfungsbereich Qualität und Umwelt kommt insbesondere
eine der nachfolgenden Aufgaben in Betracht:

1.  Organisieren und Dokumentieren von Arbeitsvorgängen und
    Qualitätsmanagementmaßnahmen. Dabei soll der Prüfling zeigen, daß er
    Sachverhalte darstellen, Berechnungen durchführen, Meßdaten erfassen,
    statistisch bearbeiten und auswerten sowie diese zu Dokumentationen
    zusammenführen kann,

2.  Planen der Ver- und Entsorgung von Beschichtungsanlagen. Dabei soll
    der Prüfling zeigen, daß er unter Beachtung von logistischen sowie
    Haltbarkeits-, Sicherheits- und Umweltkriterien Maßnahmen zur
    Lagerung, Prüfung, Bereitstellung von Medien und Werkzeugen sowie der
    Entsorgung von Reststoffen treffen sowie die entsprechenden
    Vorschriften anwenden kann.

(6) Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht: allgemeine, wirtschaftliche und
gesellschaftliche Zusammenhänge aus der Berufs- und Arbeitswelt.

(7) Für den Prüfungsteil B ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten
auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Verfahrenstechnik

    *   90 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Qualität und Umwelt

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(8) Innerhalb des Prüfungsteils B haben die Prüfungsbereiche
Verfahrenstechnik sowie Qualität und Umwelt gegenüber den
Prüfungsbereichen Wirtschafts- und Sozialkunde jeweils das doppelte
Gewicht.

(9) Der Prüfungsteil B ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in den einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das bisherige Ergebnis und
das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(10) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in den Prüfungsteilen A
und B mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. Werden die
Prüfungsleistungen in der betrieblichen Aufgabe einschließlich
Dokumentation insgesamt, in dem Fachgespräch oder in einem der drei
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/beschmechausbv/__8.html
Directory: beschmechausbv
Level: 2.0