Title: Anlage 1

Description:
Verordnung zu Systemdienstleistungen durch Windenergieanlagen (SDLWindV)
Teil 4 - Nachweis und Schlussbestimmungen
Anlage 1

Paragraph: 9

Content:
Verordnung zu Systemdienstleistungen durch Windenergieanlagen (SDLWindV)
Teil 4 - Nachweis und Schlussbestimmungen
Anlage 1

(Fundstelle: BGBl I 2009, 1736 - 1744; bzgl. einzelner Änderungen vgl.
Fußnote)

I)  Der TransmissionCode 2007 muss am Netzverknüpfungspunkt mit folgenden
    Maßgaben eingehalten werden:

    1.  Die Wörter „Erzeugungseinheit” und „Erzeugungseinheit mit
        regenerativen Energiequellen” sind durch das Wort „
        Windenergie-Erzeugungsanlage                         ” zu ersetzen.

    2.  Die Wörter „Energieerzeugungseinheiten” und „EEG-Erzeugungseinheiten”
        sind durch das Wort „
        Windenergie-Erzeugungsanlagen                         ” zu ersetzen.

    3.  Die Wörter „des Generators” sind durch die Wörter „der
        Windenergie-Erzeugungseinheit                          ” zu ersetzen.

    4.  Die Wörter „Erzeugungseinheiten vom Typ 1” sind durch die Wörter „
        Windenergie-Erzeugungsanlagen,                          die
        Windenergie-Erzeugungseinheiten                          vom Typ 1
        enthalten,” zu ersetzen.

    5.  Die Wörter „Erzeugungseinheiten vom Typ 2” sind durch die Wörter „
        Windenergie-Erzeugungsanlagen,                          die
        Windenergie-Erzeugungseinheiten                          vom Typ 2
        enthalten,” zu ersetzen.

    6.  Das Wort „Netzanschlusspunkt” ist durch das Wort „
        Netzverknüpfungspunkt                          ” zu ersetzen.

II) Kapitel 3 des TransmissionCodes 2007 gilt mit folgenden Maßgaben:

    1.  In Abschnitt 3.3.6 werden in Bild 3.2 die Wörter „oberhalb der Kurve
        Anforderungen P = P
        n                         ” durch die Wörter „oberhalb der Kurve
        Anforderungen P =
        P
        vb                         ” ersetzt.

    2.  Abschnitt 3.3.7.1 ist nicht anzuwenden.

    3.  Vor dem Abschnitt 3.3.8.1 werden folgende Absätze eingefügt:

[^f772216_02_BJNR173400009BJNE001201360]
        (1) Die Blindleistung bezieht sich auf die Mitsystemkomponente der
        Strom-/Spannungs-Grundschwingung gemäß IEC 61400-21 Ed. 2
        Annex C.

        (2) Die Anforderung an die netzseitige Blindleistungsbereitstellung
        entspricht einer langsamen Blindleistungsregelung im Minutenbereich.

    4.  Abschnitt 3.3.8.1 wird wie folgt gefasst:

        3\.3.8.1. Blindleistungsbereitstellung bei Nennwirkleistung

        (1) Jede anzuschließende neue
        Windenergie-Erzeugungsanlage                              muss im
        Nennbetriebspunkt                              (
        P
        mom                                = P
        bb inst                             ) die Anforderungen am
        Netzverknüpfungspunkt                              nach einer Variante
        von Bild 3.3 (3.3a, 3.3b oder 3.3c) erfüllen.

        (2) Der Übertragungsnetzbetreiber wählt auf Grund der jeweiligen
        Netzanforderungen eine der möglichen Varianten aus. Der vereinbarte
        Blindleistungsbereich muss innerhalb von maximal vier Minuten
        vollständig durchfahren werden können und ist im Betriebspunkt
        P
        mom                                = P
        bb inst                              zu erbringen. Änderungen der
        Blindleistungsvorgaben innerhalb des vereinbarten
        Blindleistungsbereiches müssen jederzeit möglich sein.

        (3) Der Netzbetreiber muss sich zum Zeitpunkt des Netzanschlusses der
        Windenergie-Erzeugungsanlage                              auf Grund
        der jeweiligen Netzanforderungen auf eine der drei Varianten nach den
        Bildern 3.3a bis 3.3c festlegen. Falls der Netzbetreiber zu einem
        späteren Zeitpunkt eine andere als die vereinbarte Variante fordert,
        bleibt der Anspruch auf den Systemdienstleistungs-Bonus davon
        unberührt.

        **Bild 3.3a: Mindestanforderung an die netzseitige
        Blindleistungsbereitstellung von Windenergie-Erzeugungsanlagen für das
        Netz (Variante 1)**

        **Bild 3.3b: Mindestanforderung an die netzseitige
        Blindleistungsbereitstellung von Windenergie-Erzeugungsanlagen für das
        Netz (Variante 2)**

        **Bild 3.3c: Mindestanforderung an die netzseitige
        Blindleistungsbereitstellung von Windenergie-Erzeugungsanlagen für das
        Netz (Variante 3)**

    5.  Abschnitt 3.3.8.2 wird wie folgt gefasst:

        Abschnitt 3.3.8.2. Blindleistungsbereitstellung im Teillastbetrieb

        (1) Neben den Anforderungen für die Blindleistungsbereitstellung im
        Nennbetriebspunkt der Windenergie-Erzeugungsanlage
        (
        P
        mom                                = P
        bb inst                              ) bestehen auch Anforderungen an
        den Betrieb mit einer
        Momentanen Wirkleistung P
        mom                             , die kleiner als die
        Betriebsbereite installierte Wirkleistung P
        bb inst                              (
        P
        vb*                                P
        bb inst                             ) ist.

        (2) Dabei muss die
        Windenergie-Erzeugungsanlage                              in jedem
        möglichen Arbeitspunkt gemäß
        Leistungsdiagramm                              betrieben werden
        können. Die Bilder 3.3d bis 3.3f zeigen die Mindestanforderung an die
        Blindleistungsbereitstellung im Teillastbetrieb (10 %*
        P
        mom                              /*                             P
        bb inst*                              < 100 %) am
        Netzverknüpfungspunkt                             . Die PQ-Diagramme
        sind den Bildern 3.3a bis 3.3c zugeordnet. In diesen Bildern sind
        jeweils der größte abzudeckende Blindleistungsbereich und das
        zugehörige Spannungsband angegeben. Die Abszisse gibt die zur
        Verfügung zu stellende
        Blindleistung Q
        vb                             , bezogen auf den Betrag der
        Betriebsbereiten installierten Wirkleistung P
        bb inst                              in Prozent, an. Die Ordinate gibt
        die
        Momentane Wirkleistung P
        mom                              (im
        Verbraucherzählpfeilsystem                              negativ)
        bezogen auf den Betrag der
        Betriebsbereiten installierten Wirkleistung P
        bb inst                              in Prozent an.

        (3) Jeder Punkt innerhalb der umrandeten Bereiche in den Bildern 3.3d,
        3\.3e oder 3.3f muss innerhalb von vier Minuten angefahren werden
        können. Die Anforderung dazu kann sich je nach der Situation im Netz
        ergeben und eine vorrangige Bereitstellung von Blindleistung vor der
        Wirkleistungsabgabe bedeuten. Die Fahrweise wird zwischen den
        Betreiberinnen und Betreibern der
        Windenergie-Erzeugungsanlage                              und dem
        Betreiber des Übertragungsnetzes abgestimmt. In dem Bereich 0 % < P
        mom                             /*                             P
        bb inst*                              < 10 % darf die
        Windenergie-Erzeugungsanlage                              nicht mehr
        Blindleistung als 10 % des Betrags der
        vereinbarten Anschlusswirkleistung P
        AV                              aufnehmen (untererregter Betrieb) oder
        abgeben (übererregter Betrieb). Sofern die
        Windenergie-Erzeugungsanlage                              über diese
        Mindestanforderung hinaus im Bereich 0 % < P
        mom                             /*                             P
        bb inst*                              < 10 % mit einer Regelung der
        zur Verfügung stehenden Blindleistung betrieben werden kann, wird die
        Fahrweise zwischen den Betreiberinnen und Betreibern der
        Windenergie-Erzeugungsanlage                              und dem
        Betreiber des Übertragungsnetzes abgestimmt.

        **Bild 3.3d: PQ-Diagramm der Windenergie-Erzeugungsanlage am
        Netzverknüpfungspunkt im Verbraucherzählpfeilsystem (VZS) für Bild
        3\.3a (Variante 1)**

        **Bild 3.3e: PQ-Diagramm der Windenergie-Erzeugungsanlage am
        Netzverknüpfungspunkt im Verbraucherzählpfeilsystem (VZS) für Bild
        3\.3b (Variante 2)**

        **Bild 3.3f: PQ-Diagramm der Windenergie-Erzeugungsanlage am
        Netzverknüpfungspunkt im Verbraucherzählpfeilsystem (VZS) für Bild
        3\.3c (Variante 3)**

    6.  Abschnitt 3.3.9 wird wie folgt gefasst:

        3\.3.9 Überspannungskonzept der Maschinentransformatoren

        (1) Das Überspannungskonzept des Maschinentransformators ist mit dem
        Übertragungsnetzbetreiber abzustimmen.

    7.  Abschnitt 3.3.10 ist auf
        Windenergie-Erzeugungsanlagen                          nicht
        anzuwenden.

    8.  Abschnitt 3.3.12 gilt mit folgenden Maßgaben:

        a.  Absatz 1 ist auf
            Windenergie-Erzeugungsanlagen                                nicht
            anzuwenden.

        b.  Abschnitt 3.3.12.1 gilt mit der Maßgabe, dass die Vorschrift für
            symmetrische und unsymmetrische (1,2- und 3-polige) Netzkurzschlüsse
            anwendbar ist und dass die Wirkstromeinspeisung während des Fehlers
            zugunsten der Blindstromeinspeisung sowie zur Sicherung der Stabilität
            der
            Windenergie-Erzeugungseinheiten
            abgesenkt werden muss.

        c.  Abschnitt 3.3.12.2 gilt nur für
            Windenergie-Erzeugungsanlagen                               , die
            Windenergie-Erzeugungseinheiten                                vom Typ
            1 enthalten.

    9.  Abschnitt 3.3.13.1 ist auf
        Windenergie-Erzeugungsanlagen                          nicht
        anzuwenden.

    10. Abschnitt 3.3.13.3 gilt mit folgenden Maßgaben:

        a.  In Bild 3.4 entsprechen die Wörter „
            P
            m                                Momentane verfügbare Leistung” den
            Wörtern „
            Momentane Wirkleistung P
            mom                                ohne Wirkleistungsreduktion bei
            Überfrequenz” .

        b.  In Absatz 3 wird der Satz „Diese Regelung wird dezentral (an jedem
            einzelnen Generator) ausgeführt” gestrichen.

        c.  Absatz 4 wird durch die folgenden Absätze 4 und 5 ersetzt:

            (4) Die Regelung nach Bild 3.4 und die Regelung zur Wiederkehr von
            Wirkleistung nach Rückkehr der Frequenz auf einen Wert f*
            50,05 Hz können im
            ungestörten Betrieb                                    wahlweise
            dezentral oder zentral ausgeführt werden. Für den Fall von Störungen
            innerhalb der übergeordneten Regelung der
            Windenergie-Erzeugungsanlage                                    sind
            bei Überfrequenz geeignete Maßnahmen zur Wirkleistungsreduktion von
            Windenergie-Erzeugungseinheiten
            dezentral bereitzuhalten.

            (5) Auf Anforderung des Netzbetreibers (zum Beispiel per
            Funkrundsteuerung oder Ähnlichem) ist die Funktion zum automatischen
            Wiederankoppeln an das Netz zu blockieren.

    11. Abschnitt 3.3.13.4 gilt mit folgenden Maßgaben:

        a.  Die Vorgaben gelten für alle
            Windenergie-Erzeugungsanlagen                               .

        b.  Die Blindleistungsabgabe muss innerhalb von vier Minuten dem vom
            Netzbetreiber vorgegebenen Sollwert entsprechen.

        c.  Im Fall einer Online-Sollwertvorgabe sind die jeweils neuen Vorgaben
            für den Arbeitspunkt des Blindleistungsaustausches spätestens nach
            vier Minuten am
            Netzverknüpfungspunkt                                zu realisieren.

    12. Der Abschnitt 3.3.13.5 gilt mit folgenden Maßgaben:

        a.  Vor Absatz 1 werden folgende Absätze eingefügt:

            (i) Die Blindleistung bezieht sich auf die Mitsystemkomponente der
            Strom-/Spannungs-Grundschwingung gemäß IEC 61400-21 Ed. 2\*) Annex C.

            (ii) Die Mindestanforderung entspricht der Erfüllung der nach den
            Absätzen 2, 7, 8, 11 und 17 festgelegten Anforderungen an der
            Unterspannungsseite des Maschinentransformators.

            (iii) Es ist zulässig, diese Anforderungen unter Verwendung eines
            anderen Bezugspunkts (zum Beispiel der Oberspannungsseite des
            Maschinentransformators) zu erfüllen, wenn das gleiche
            Betriebsverhalten am
            Netzanschlusspunkt                                    nachgewiesen
            wird.

        b.  Absatz 8 wird Absatz 8a. Nach Absatz 8a wird folgender Absatz 8b
            eingefügt:

            (8b) Die Bildunterschrift zu Bild 3.1, nach der Spannungsgradienten
            von kleiner/gleich 5 Prozent pro Minute innerhalb der im Bild 3.1
            angegebenen Spannungsbänder zulässig sind und nicht zur Trennung der
            Windenergie-Erzeugungsanlagen
            führen dürfen, gilt auch hier.

        c.  Absatz 13 wird wie folgt gefasst:

            (13) Einpolige, zweipolige und dreipolige Kurzschlüsse (jeweils mit
            und ohne Erdberührung) oder störungsbedingte symmetrische und
            unsymmetrische Spannungseinbrüche dürfen oberhalb der Grenzlinie 1 in
            Bild 3.5 nicht zur Instabilität der
            Windenergie-Erzeugungsanlage                                    oder
            zu ihrer Trennung vom Netz führen. Der Spannungswert bezieht sich, wie
            in Bild 3.5 dargestellt, auf den größten Wert der drei verketteten
            Netzspannungen.

        d.  Absatz 17 wird wie folgt gefasst:

            (17) Spannungsstützung bei Netzfehlern durch Blindstromeinspeisung

            a)  Geltungsbereich

                i)  Bei einem Verlauf des größten Wertes der drei verketteten
                    Netzspannungen oberhalb der Grenzlinie 1 in Bild 3.5 müssen von allen
                    Windenergie-Erzeugungseinheiten
                    die Anforderungen an die Spannungsstützung bei Netzfehlern durch
                    Blindstromeinspeisung nach den folgenden Buchstaben b und c erbracht
                    werden.

                ii) Bei einem Verlauf des größten Wertes der drei verketteten
                    Netzspannungen unterhalb der Grenzlinie 1 und oberhalb der Grenzlinie
                    2 in Bild 3.5 darf von den Anforderungen an die Spannungsstützung bei
                    Netzfehlern nach den folgenden Buchstaben b und c in folgender Weise
                    abgewichen werden:

                    •   Die folgenden Anforderungen an die Spannungsstützung bei Netzfehlern
                        durch Blindstromeinspeisung müssen nur so weit erfüllt werden, wie es
                        das Netzanschlusskonzept der
                        Windenergie-Erzeugungseinheit
                        ermöglicht.

                    •   Sollte beim Durchfahren des Fehlers die einzelne
                        Windenergie-Erzeugungseinheit
                        instabil werden oder der Generatorschutz ansprechen, ist in Abstimmung
                        mit dem jeweiligen Netzbetreiber eine kurzzeitige Trennung der
                        Windenergie-Erzeugungsanlage
                        (KTE) vom Netz erlaubt.

                iii) Bei einem Verlauf des größten Wertes der drei verketteten
                    Netzspannungen unterhalb der Grenzlinie 2 in Bild 3.5 ist eine KTE vom
                    Netz immer erlaubt. Die Anforderungen nach den folgenden Buchstaben b
                    und c an die Spannungsstützung bei Netzfehlern durch
                    Blindstromeinspeisung müssen nur so weit erfüllt werden, wie es das
                    Netzanschlusskonzept der
                    Windenergie-Erzeugungseinheit
                    ermöglicht.

            b)  Grundsätzliches Verhalten:

                i)  Bei Auftreten einer
                    Signifikanten Spannungsabweichung
                    müssen die
                    Windenergie-Erzeugungseinheiten
                    die Spannung durch Anpassung (Erhöhung oder Absenkung) des
                    Blindstroms I
                    B                                                stützen.

                ii) Die
                    Blindstromabweichung (*
                    I
                    B                                                 )
                    der
                    Windenergie-Erzeugungseinheit
                    muss dabei proportional zur
                    Relevanten Spannungsabweichung*
                    U
                    r                                                  (*
                    I
                    B                                                  / I
                    N                                                  = K \**
                    U
                    r                                                  / U
                    N                                                 )
                    sein und in dem Bereich (definiert durch 0*
                    K*                                                10) liegen, der in
                    Bild 3.6 gezeigt wird.

                iii) Die Konstante K muss zwischen 0 und 10 einstellbar sein.

                iv) Die Schwankungsbreite des eingespeisten Blindstroms, der sich aus der
                    eingestellten Blindstrom-Spannungscharakteristik ergibt, muss zwischen
                    –10 Prozent und +20 Prozent des Nennstroms liegen.

                v)  An die Höhe des
                    Blindstroms I
                    B                                                werden folgende
                    Anforderungen gestellt:

                    a.  3-polige Fehler:
                        Windenergie-Erzeugungseinheiten
                        müssen technisch in der Lage sein, einen
                        Blindstrom I
                        B                                                      von mindestens
                        100 Prozent des Nennstroms einzuspeisen.

                    b.  1,2-polige Fehler:
                        Windenergie-Erzeugungseinheiten
                        müssen technisch in der Lage sein, einen
                        Blindstrom I
                        B                                                      von mindestens
                        40 Prozent des Nennstroms einzuspeisen. Die Einspeisung des
                        Blindstroms darf die Anforderungen an das Durchfahren von Netzfehlern
                        nicht gefährden.

                vi) Während
                    Signifikanter Spannungsabweichungen U
                    s                                                kann der
                    Wirkstrom I
                    W                                                zugunsten der
                    Blindstromeinspeisung und zur Sicherung der Anlagenstabilität
                    ausreichend abgesenkt werden.

            c)  Zeitverlauf:

                i)  Das dynamische Verhalten der Blindstromstützung wird durch die
                    Sprungantwort des Blindstroms
                    charakterisiert, wie sie näherungsweise infolge von Netzkurzschlüssen
                    auftreten kann.

                ii) Im Fall einer
                    Signifikanten Spannungsabweichung
                    muss die
                    Sprungantwort des Blindstroms
                    folgende Werte einhalten:

                    a)  Anschwingzeit                                                     : 30
                        ms

                    b)  Einschwingzeit                                                     :
                        60 ms

                iii) Bei stetigem Spannungsverlauf darf der Blindstrom keine Unstetigkeiten
                    aufweisen, die nicht durch die Blindstrom-Spannungscharakteristik nach
                    Bild 3.6 vorgesehen sind und die die Netzqualität in negativer Weise
                    beeinflussen können. Dies gilt insbesondere auch für den Übergang
                    zwischen dem Betrieb bei
                    Spannungsabweichungen*
                    U                                                innerhalb des
                    Spannungstotbands U
                    t                                                und dem Betrieb bei
                    Signifikanter Spannungsabweichung U
                    s                                               .

            **Bild 3.6: Prinzip der Spannungsstützung bei Netzfehlern bei
            Windenergie-Erzeugungseinheiten**

        e.  Absatz 18 ist nicht anzuwenden.

        f.  Absatz 19 ist nicht anzuwenden.

        g.  Absatz 20 wird wie folgt gefasst:

            „Bei Entfernungen zwischen den
            Windenergie-Erzeugungseinheiten                                der
            Windenergie-Erzeugungsanlage                                und dem
            Netzverknüpfungspunkt                               , die zu einer
            Unwirksamkeit der Spannungsregelung führen, kann der Netzbetreiber von
            den Betreiberinnen und Betreibern der
            Windenergie-Erzeugungsanlage                                fordern,
            dass der Spannungseinbruch am
            Netzverknüpfungspunkt                                gemessen und die
            Spannung an demselben Punkt abhängig von diesem Messwert geregelt
            wird. Die
            Windenergie-Erzeugungseinheiten                                müssen
            daher in der Lage sein, statt der Spannung an der Unterspannungsseite
            des Maschinentransformators eine Bezugsspannung zu verwenden, die
            außerhalb der
            Windenergie-Erzeugungseinheit                                liegt.
            Diese kann messtechnisch oder in geeigneter Weise in Abstimmung mit
            dem Netzbetreiber rechnerisch ermittelt werden.”

        h.  Abschnitt 3.3.13.6 ist nicht anzuwenden.

        i.  Abschnitt 3.3.13.7 ist nicht anzuwenden.

III) An Kapitel 9.2 werden folgende Definitionen angefügt:

    1.  „
        Anschwingzeit                           “ ist die charakteristische
        Größe der Sprungantwort. Es handelt sich um die Zeit zwischen
        sprunghaftem Eintritt einer
        Signifikanten Spannungsabweichung U
        s                            und erstmaligem Erreichen des
        Toleranzbandes um den
        Stationären Endwert des Blindstroms I
        B                           . Die
        Anschwingzeit                            umfasst die Zeit des
        Erkennens einer
        Signifikanten Spannungsabweichung                            sowie die
        Anregelzeit der Blindstrom-Regelung.

    2.  „
        Betriebsbereite installierte Wirkleistung P
        bb inst                           “, auch als „Nennwirkleistung“
        bezeichnet, ist die Summe der Nennwirkleistungen der betriebsbereiten
        Windenergie-Erzeugungseinheiten                            innerhalb
        einer
        Windenergie-Erzeugungsanlage                           . Ausgenommen
        sind
        Windenergie-Erzeugungseinheiten                           , die sich
        in Revision befinden oder defekt sind.

    3.  „
        Blindstrom I
        B                           “ ist der gesamte Blindstrom, der aus den
        Mitsystemkomponenten (Indizierung mit „1”) des Grundschwingungsanteils
        von Strom und Spannung auf der Niederspannungsseite des
        Maschinentransformators ermittelt wird:
        mit
        *unterstrichen:*                            komplexe Größe; „\*“:
        konjugiert komplexe Größe.

    4.  „
        Blindstromabweichung*                             I
        B                           “ ist die Abweichung des
        Blindstroms I
        B                            vom 1-Minuten-Mittelwert.

    5.  „
        Einschwingzeit                           “ ist die charakteristische
        Größe der Sprungantwort. Es handelt sich um die Zeit zwischen dem
        sprunghaften Eintritt einer
        Signifikanten Spannungsabweichung U
        s                            bis zu dem Zeitpunkt, an dem die
        Einschwingvorgänge so weit abgeklungen sind, dass der
        Blindstrom I
        B                            im Toleranzband um den
        Stationären Endwert                            liegt und dort
        verbleibt.

    6.  „
        Gestörter Betrieb                           “ ist ein Betriebszustand
        der
        Windenergie-Erzeugungsanlage                           , bei dem ein
        oder mehrere ihrer Systeme nicht konzeptgemäß arbeiten.

    7.  „
        Installierte Wirkleistung P
        inst                           “ ist die Summe der Nennwirkleistungen
        der
        Windenergie-Erzeugungseinheiten                            innerhalb
        einer
        Windenergie-Erzeugungsanlage                           .

    8.  „
        Leistungsdiagramm                           “ ist das Wirkleistungs-
        Blindleistungs-Diagramm (PQ-Diagramm) der
        Windenergie-Erzeugungsanlage                            am
        Netzverknüpfungspunkt                           .

    9.  „
        Momentane Blindleistung Q
        mom                           “ ist der momentane Wert der
        Blindleistung einer
        Windenergie-Erzeugungsanlage                            am
        Netzverknüpfungspunkt                            im
        Verbraucherzählpfeilsystem                           .

    10. „
        Momentane Wirkleistung P
        mom                           “ ist der momentane Wert der am
        Netzverknüpfungspunkt eingespeisten Wirkleistung.

    11. „
        Nennbetriebspunkt                            einer
        Windenergie-Erzeugungsanlage                           “ ist der
        Betrieb einer
        Windenergie-Erzeugungsanlage                            unter Abgabe
        von
        Betriebsbereiter installierter Wirkleistung P
        bb inst                            bei Nennspannung und Nennfrequenz
        im
        Ungestörten Betrieb                           .

    12. „
        Netzverknüpfungspunkt                           “ ist der Netzpunkt,
        an dem die
        Windenergie-Anschlussanlage                            an das Netz des
        Netzbetreibers angeschlossen ist.

    13. „
        Relevante Spannungsabweichung*                             U
        r                           “ ist der Anteil der
        Spannungsabweichung*                             U
        , mit dem die
        Spannung U1                            über die Grenzen des
        Spannungstotbands U
        t                            hinaus abweicht. Innerhalb des
        Spannungstotbands U
        t                            ist die
        Relevante Spannungsabweichung (*                             U
        r                             )                            gleich
        null:

        •   Wenn:*                                 U*
            U
            t                                  :*
            U
            r                                  =*
            U – U
            t

        •   Wenn:*                                 U*
            –U
            t                                  :*
            U
            r                                  =*
            U + U
            t

        •   Sonst:*                                 U
            r                                  = 0

    14. „
        Signifikante Spannungsabweichung*                             U
        s                           “ ist eine
        Spannungsabweichung*                             U
        mit einem Betrag, der größer als das
        Spannungstotband U
        t                            ist.

    15. „
        Spannung U1                           “ ist die Spannung, die aus den
        Mitsystemkomponenten des Grundschwingungsanteils von Strom und
        Spannung auf der Niederspannungsseite des Maschinentransformators
        ermittelt wird.

    16. „
        Spannungsabweichung*                             U
        “ ist die Abweichung der
        Spannung U1                            vom 1-Minuten-Mittelwert. Eine
        Spannungsabweichung mit negativem Vorzeichen entspricht einem
        Spannungseinbruch. Eine Spannungsabweichung mit positivem Vorzeichen
        entspricht einer Spannungserhöhung.

    17. „
        Spannungstotband U
        t                           “ entspricht 10 % der Nennspannung, kann
        aber mit Einverständnis des Netzbetreibers, zum Beispiel bei Anwendung
        einer kontinuierlichen Spannungsregelung, auch reduziert
        beziehungsweise gleich null gesetzt werden.

    18. „
        Sprungantwort des Blindstroms I
        B                           “ ist der zeitliche Verlauf des
        Blindstroms I
        B                            infolge einer sprunghaften Änderung der
        Spannung U1                           .

    19. „
        Stationärer Endwert                           “ des
        Blindstroms I
        B                            ist der Wert des
        Blindstroms I
        B                            in Abhängigkeit der
        Spannung U1                            im eingeschwungenen Zustand.

    20. „
        Statische Blindleistungskompensation                           “ ist
        eine nicht rotierende Einrichtung, die als geregelte
        Blindleistungsquelle oder Blindleistungssenke eingesetzt werden kann.

    21. „
        Strom I1                           “ ist eine Mitsystemkomponente des
        Strangstroms an der Niederspannungsseite des Maschinentransformators.

    22. „
        Ungestörter Betrieb                           “ ist ein
        Betriebszustand der
        Windenergie-Erzeugungsanlage                           , bei dem alle
        Systeme der
        Windenergie-Erzeugungsanlage                            konzeptgemäß
        arbeiten.

    23. „
        Verbraucherzählpfeilsystem (VZS)                           “ ist ein
        einheitliches Zählpfeilsystem für Verbraucherinnen und Verbraucher
        sowie Erzeugerinnen und Erzeuger.

    24. „
        Vereinbarte Anschlusswirkleistung P
        AV                           ” ist die zwischen Netzbetreiber und
        Anschlussnehmer vereinbarte Wirkleistung.

    25. „
        Verfügbare Blindleistung Q
        vb                           “ ist der maximal mögliche Wert der
        Blindleistung, den eine
        Windenergie-Erzeugungsanlage                            am
        Netzverknüpfungspunkt                            sowohl übererregt als
        auch untererregt zur Verfügung stellen kann; sie ist abhängig vom
        Betriebspunkt (
        Momentane Wirkleistung P
        mom                            und Spannung am
        Netzverknüpfungspunkt                            ).

    26. „
        Verfügbare Wirkleistung P
        vb                           “ ist der maximal mögliche Wert der
        Wirkleistungseinspeisung der
        Windenergie-Erzeugungsanlage                            am
        Netzanschlusspunkt                           .

    27. „
        Windenergie-Anschlussanlage                           “ ist die
        Gesamtheit aller Betriebsmittel, die erforderlich sind, um eine oder
        mehrere Einheiten zur Erzeugung elektrischer Energie aus Windenergie
        an das Netz eines Netzbetreibers anzuschließen.

    28. „
        Windenergie-Erzeugungsanlage                           “ ist eine
        Anlage, in der sich eine oder mehrere Einheiten zur Erzeugung
        elektrischer Energie aus Windenergie (
        Windenergie-Erzeugungseinheit                           ) befinden.
        Dies umfasst auch die Anschlussanlage und alle zum Betrieb
        erforderlichen elektrischen Einrichtungen.
        Windenergie-Erzeugungsanlagen                            sind
        Einheiten zur Erzeugung elektrischer Energie aus Windenergie. Diese
        können entweder einzeln oder über eine interne Windparkverkabelung
        verbunden an ein Netz angeschlossen werden. Eine
        Windenergie-Erzeugungsanlage                            kann aus
        unterschiedlichen Typen von
        Windenergie-Erzeugungseinheiten                            bestehen.

    29. „
        Windenergie-Erzeugungseinheit                           “ ist eine
        einzelne Anlage zur Erzeugung elektrischer Energie aus Windenergie.
        Eine
        Windenergie-Erzeugungseinheit                            vom Typ 1
        liegt vor, wenn ein Synchrongenerator direkt mit dem Netz gekoppelt
        ist. Eine
        Windenergie-Erzeugungseinheit                            vom Typ 2
        liegt vor, wenn diese Bedingung nicht erfüllt ist.

    30. „
        Wirkstrom I
        W                           “ ist der gesamte Wirkstrom, der aus den
        Mitsystemkomponenten (Indizierung mit „1“) des Grundschwingungsanteils
        von Strom und Spannung ermittelt wird:
        mit
        *unterstrichen:*                            komplexe Größe; „\*“:
        konjugiert komplexe Größe.

    Amtlicher Hinweis: Zu beziehen bei IEC International Electrotechnical
    Commission, ISBN 2-8318-9938-9, www.iec.ch.
[^f772216_02_BJNR173400009BJNE001201360]:

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