Title: § 14 Teil 2 der Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen (IndMetAusbV 2007)
Teil 3 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Industriemechaniker/Industriemechanikerin
§ 14 Teil 2 der Abschlussprüfung

Paragraph: 14

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen (IndMetAusbV 2007)
Teil 3 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Industriemechaniker/Industriemechanikerin
§ 14 Teil 2 der Abschlussprüfung

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
und der Anlage 3 aufgeführten Qualifikationen sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen

1.  Arbeitsauftrag,

2.  Auftrags- und Funktionsanalyse,

3.  Fertigungstechnik sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

Dabei sind Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau und
Organisation des Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Digitalisierung der
Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit, betriebliche und
technische Kommunikation, Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten
der Arbeitsergebnisse, Qualitätssicherungssysteme sowie Beurteilen der
Sicherheit von Anlagen und Betriebsmitteln zu berücksichtigen.

(3) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag zeigen, dass
er

1.  Art und Umfang von Aufträgen klären, spezifische Leistungen
    feststellen, Besonderheiten und Termine mit Kunden absprechen,
    Informationen für die Auftragsabwicklung beschaffen,

2.  Informationen für die Auftragsabwicklung auswerten und nutzen,
    technische Entwicklungen berücksichtigen, sicherheitsrelevante
    Vorgaben beachten, Auftragsabwicklungen unter Berücksichtigung
    betriebswirtschaftlicher und ökologischer Gesichtspunkte planen sowie
    mit vor- und nachgelagerten Bereichen abstimmen, Planungsunterlagen
    erstellen,

3.  Aufträge, insbesondere unter Berücksichtigung von Arbeitssicherheit,
    Umweltschutz und Terminvorgaben durchführen, betriebliche
    Qualitätssicherungssysteme im eigenen Arbeitsbereich anwenden,
    Ursachen von Qualitätsmängeln systematisch suchen, beseitigen und
    dokumentieren, Teilaufträge veranlassen,

4.  Prüfverfahren und Prüfmittel auswählen und anwenden, Einsatzfähigkeit
    von Prüfmitteln feststellen, Prüfpläne und betriebliche
    Prüfvorschriften anwenden, Ergebnisse prüfen und dokumentieren,
    Auftragsabläufe, Leistungen und Verbrauch dokumentieren, technische
    Systeme oder Produkte an Kunden übergeben und erläutern,
    Abnahmeprotokolle erstellen

kann. Zum Nachweis kommen insbesondere Herstellen, Einrichten, Ändern,
Umrüsten oder Instandhalten von Maschinen und technischen Systemen in
Betracht.

(4) Der Prüfling soll zum Nachweis der Anforderungen im
Prüfungsbereich Arbeitsauftrag

1.  in 18 Stunden einen betrieblichen Auftrag durchführen und mit
    praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein
    Fachgespräch von höchstens 30 Minuten führen; das Fachgespräch wird
    auf der Grundlage der praxisbezogenen Unterlagen des bearbeiteten
    betrieblichen Auftrages geführt; unter Berücksichtigung der
    praxisbezogenen Unterlagen sollen durch das Fachgespräch die
    prozessrelevanten Qualifikationen im Bezug zur Auftragsdurchführung
    bewertet werden; dem Prüfungsausschuss ist vor der Durchführung des
    betrieblichen Auftrages die Aufgabenstellung einschließlich eines
    geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung vorzulegen oder

2.  in 14 Stunden eine praktische Arbeitsaufgabe vorbereiten, durchführen,
    nachbereiten und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren
    sowie darüber ein begleitendes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten
    führen; die Durchführung der Arbeitsaufgabe beträgt sechs Stunden;
    durch Beobachtungen der Durchführung, die aufgabenspezifischen
    Unterlagen und das Fachgespräch sollen die prozessrelevanten
    Qualifikationen im Bezug zur Durchführung der Arbeitsaufgabe bewertet
    werden.

(5) Der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfungsvariante nach Absatz 4
aus und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der
Anmeldung zur Prüfung mit.

(6) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Auftrags- und
Funktionsanalyse in der Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten
technische Systeme analysieren. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass
er Probleme aus Herstellung, Montage, Inbetriebnahme und
Instandhaltung erkennen, die erforderlichen Komponenten, Werkzeuge und
Hilfsmittel unter Beachtung der technischen Regelwerke auswählen,
Montage- und Schaltpläne anpassen und die notwendigen Arbeitsschritte
planen kann.

(7) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Fertigungstechnik in der
Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten die Herstellung technischer
Systeme planen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
Fertigungsverfahren für die Herstellung von Bauteilen und Baugruppen
beurteilen, unter Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher und
ökologischer Gesichtspunkte auswählen sowie technologische Daten
ermitteln, die Mechanisierung von technischen Systemen, die Verwendung
von Werk- und Hilfsstoffen, die notwendigen Arbeitsschritte planen
sowie Werkzeuge und Maschinen zuordnen kann.

(8) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde
in der Prüfungszeit von höchstens 60 Minuten praxisbezogene
handlungsorientierte Aufgaben bearbeiten und dabei zeigen, dass er
allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indmetausbv_2007/__14.html
Directory: indmetausbv_2007
Level: 3.0