Title: Rettungsmittel

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Rettungsmittel

Paragraph: 9

Content:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Rettungsmittel

**1.** Allgemeines ****

    Abweichend vom Internationalen Rettungsmittel-(LSA-)Code können auch
    solche Rettungsmittel mitgeführt werden, die einer der nachfolgenden
    Normen entsprechen: DIN EN ISO 12402-2, Ausgabe Dezember 2006; DIN EN
    ISO 12402-3, Ausgabe Dezember 2006; DIN EN ISO 12402-4, Ausgabe
    Dezember 2006; DIN EN ISO 12402-5, Ausgabe Dezember 2006; DIN EN ISO
    12402-6, Ausgabe Dezember 2006.

**2.** Rettungsflöße ****

2.1 Traditionsschiffe müssen aufblasbare Rettungsflöße mit einem
    Gesamtfassungsvermögen aller an Bord befindlichen Personen mitführen.

2.2 Können Rettungsflöße nicht schnell zum Aussetzen von der einen Seite
    des Traditionsschiffes zur anderen befördert werden, so sind
    zusätzliche Rettungsflöße mitzuführen, so dass das vorhandene
    Gesamtfassungsvermögen ausreicht, um 200 v. H. aller an Bord
    befindlichen Personen aufzunehmen.

2.3 Die Rettungsflöße sind so zu lagern, dass sie frei aufschwimmen
    können. Zurrungen sind mit Wasserdruckauslösern zu versehen.

**3.** Bergung, Bereitschaftsboot ****

3.1 Traditionsschiffe müssen mit einer geeigneten Bergeeinrichtung (z. B.
    Bergebrook, Bergesegel oder Ähnliches) und einer geeigneten
    Außenbordleiter ausgerüstet sein.

3.2 Traditionsschiffe müssen über ein ausreichend motorisiertes
    Bereitschaftsboot verfügen, das schnell und einfach zu Wasser gelassen
    werden kann. Starre Boote müssen mit Auftriebskörpern versehen sein,
    so dass sie in vollgeschlagenem Zustand nicht sinken und auf ebenem
    Kiel schwimmen. Schlauchboote müssen in mehrere Kammern unterteilt
    sein, die unabhängig voneinander aufzublasen sind. Bei Verwendung von
    Außenbordmotoren müssen separate Tanks gezurrt werden. Bei
    Traditionsschiffen, die außerhalb küstennaher Seegewässer verkehren,
    muss das Bereitschaftsboot den Ausrüstungsvorschriften in Regel 5.1.2
    des Internationalen Rettungsmittel-(LSA-)Codes entsprechen. Es muss in
    der Lage sein, mindestens drei Personen sowie eine Person liegend bei
    einer Geschwindigkeit von mindestens 5 Knoten zu transportieren. Die
    Kraftstoffversorgung muss ausreichend sein, das Boot für mindestens
    drei Stunden unter den vorgenannten Bedingungen zu betreiben. Es muss
    ferner in der Lage sein, alle an Bord vorgesehenen Rettungsflöße auf
    Position zu halten.

3.3 Die Berufsgenossenschaft kann von der Pflicht zum Mitführen eines
    Bereitschaftsbootes befreien, wenn das Traditionsschiff aufgrund
    seiner baulichen Beschaffenheit und seiner Manövriereigenschaften
    geeignet ist, eine Person direkt aus dem Wasser zu bergen und die
    Rettung von der Brücke beobachtet werden kann.

3.4 Für das Bereitschaftsboot muss eine feste Aussetzvorrichtung vorhanden
    sein. Die Verwaltung kann von diesem Erfordernis befreien, wenn das
    Bereitschaftsboot von zwei Personen mit einfacher Handhabung zu Wasser
    gebracht werden kann.

**4.** Rettungsringe, Rettungsbojen ****

4.1 Es muss folgende Mindestanzahl an Rettungsringen vorhanden sein:

    *        *   Länge des Schiffes

        *   Zahl der Rettungsringe

    *        *   *                              15 m

        *   2

    *        *   *                              15 m*                              40 m

        *   4

    *        *   *                              40 m

        *   6

4.2 Eine Hälfte aller vorgeschriebenen Rettungsringe muss mit einem
    selbstzündenden Licht ausgestattet sein. Die andere Hälfte der
    vorgeschriebenen Rettungsringe muss mit einer 30 m langen
    schwimmfähigen Leine ausgestattet sein.

4.3 Rettungsringe sind so zu verteilen, dass sie auf beiden Seiten des
    Traditionsschiffes und soweit möglich auf allen offenen Decks entlang
    der Seite des Traditionsschiffes ohne weiteres verfügbar sind.
    Mindestens ein Rettungsring soll sich in der Nähe des Hecks befinden.

4.4 Rettungsringe sind so aufzubewahren, dass sie schnell losgeworfen
    werden können.

4.5 Traditionsschiffe sind mit einer Rettungsboje in der Nähe des
    Rudergängers klar für den sofortigen Gebrauch auszustatten;
    ausgerüstet mit Trillerpfeife, selbstzündendem Licht, Treibanker und
    einer Stange mit Flagge. Auf Traditionsschiffen mit einer mittschiffs
    angeordneten Brücke können Rettungsbojen in der Brückennock angeordnet
    werden. Auf Segelschulungsschiffen sind zwei Rettungsbojen vorzusehen.

**5.** Rettungswesten, Arbeitssicherheitswesten, Überlebens- und
    Wetterschutzanzüge, Wärmehilfsmittel ****

5.1 Für jede an Bord befindliche Person ist eine ohnmachtsichere
    Rettungsweste vorzusehen. Sofern Kinder mitfahren, muss für jedes Kind
    eine Kinderrettungsweste vorhanden sein.

5.2 Für mindestens 5 % aller an Bord befindlichen Personen sind zusätzlich
    Reserverettungswesten mitzuführen.

5.3 Die Rettungswesten müssen an Bord so verteilt sein, dass sie ohne
    weiteres zugänglich sind; ihr Aufbewahrungsort muss deutlich
    gekennzeichnet sein.

5.4 In den Wintermonaten (Oktober bis April) ist für jede Person ein
    Wärmeschutzhilfsmittel nach Abschnitt 2.5 des Internationalen
    Rettungsmittel-(LSA-)Codes mitzuführen. Für Traditionsschiffe, die für
    die Fahrt außerhalb küstennaher Seegewässer zugelassen sind, gilt Satz
    1 auch außerhalb der Wintermonate. Segelschulungsschiffe müssen
    mindestens zehn Überlebensanzüge nach Abschnitt 2.3 des
    Internationalen Rettungsmittel-(LSA-)Codes für Ausbildungszwecke an
    Bord mitführen.

5.5 Für die Besatzung des Bereitschaftsbootes sind Überlebens- oder
    Wetterschutzanzüge nach Abschnitt 2.3 oder 2.4 des Internationalen
    Rettungsmittel-(LSA-)Codes an Bord mitzuführen.

5.6 Für jedes Mitglied der Wache an Deck und für jede Person, die nicht
    zur Deckswache gehört und die Tätigkeiten ausübt, bei denen ein über
    Bord fallen nicht auszuschließen ist, ist eine aufblasbare
    Arbeitssicherheitsweste vorzusehen.

5.7 Für jede Person, die zur Besatzung eines Bereitschaftsbootes gehört,
    und deren Überlebensanzug nicht den Anforderungen der Ziffer 2.3.1.5
    des Internationalen Rettungsmittel-(LSA-)Codes entspricht, ist eine
    aufblasbare Arbeitssicherheitsweste vorzuhalten.

5.8 Für alle Personen, die im Mast, Rigg und im Vorgeschirr arbeiten, sind
    Sicherheitsgurte vorzusehen.

**6.** Notsignale ****

6.1 Traditionsschiffe müssen folgende Notsignale mitführen:

    a)  12 Fallschirm-Leuchtraketen,

    b)  4 rote Handfackeln,

    c)  2 orange Rauchsignale,

    d)  1 Rettungssignaltafel.

6.2 Traditionsschiffe, die außerhalb küstennaher Seegewässer fahren,
    müssen zusätzlich 12 Fallschirm-Leuchtraketen mitführen.

6.3 Die Notsignale müssen in wasserdichten Behältern verstaut sein. Der
    Aufbewahrungsort muss entsprechend gekennzeichnet sein.

Kapitel 5

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__9.html
Directory: schsv_1998
Level: 2.0