Title: Anlage 2 Berechnungsgrundlagen für Gierfähren, die nicht an einer Hochseilanlage befestigt sind, sowie für Querseilfähren (Kahnseilfähren, Seilfähren und Kettenfähren) zu Anhang II § 3.04

Description:
(Anhang II der Binnenschiffsuntersuchungsordnung BGBl I 2018, 1398) (BinSchUO2018Anh II)
Inhaltsverzeichnis
Anlage A Ermittlung der Seilkräfte
Anlage 2 Berechnungsgrundlagen für Gierfähren, die nicht an einer Hochseilanlage befestigt sind, sowie für Querseilfähren (Kahnseilfähren, Seilfähren und Kettenfähren) zu Anhang II § 3.04

Paragraph: 3

Content:
(Anhang II der Binnenschiffsuntersuchungsordnung BGBl I 2018, 1398) (BinSchUO2018Anh II)
Inhaltsverzeichnis
Anlage A Ermittlung der Seilkräfte
Anlage 2 Berechnungsgrundlagen für Gierfähren, die nicht an einer Hochseilanlage befestigt sind, sowie für Querseilfähren (Kahnseilfähren, Seilfähren und Kettenfähren) zu Anhang II § 3.04

(Fundstelle: BGBl. I 2018, 1458)

*    *   **1**

    *   Gierfähren ****

*    *   1.1

    *   Zur Seilausrüstung von Gierfähren gehören die Verankerung der
        Gierseile im Strom oder an Land, Ankerketten, Verbindungsketten,
        Gierseile, Verbindungsglieder, wie Schäkel und Ringe sowie Winden,
        Umlenkblöcke und Befestigungsteile an der Fähre.

*    *   1.2

    *   Bei Gierfähren ist der Durchmesser der Gier- und Scherenseile und die
        Dicke der Verbindungsketten entsprechend der auftretenden Belastung
        unter Berücksichtigung einer dreifachen Sicherheit gegenüber der
        Mindestbruchkraft bei Seilen und Ketten zu ermitteln.
        Die an den Seilen und Ketten (für die Schere je Seil) wirkende Kraft F
        ist nach folgender Formel zu berechnen:

*    *
    *   F = k · A · v
        2                      (kN)

*    *
    *   wobei:

        k   Koeffizient, der wie folgt anzunehmen ist:

            0,73 – für Gierfähren, deren Schiffslängsachse quer zum Strom verläuft,

            0,18 – für Gierfähren, deren Schiffslängsachse parallel zum Strom verläuft
                (gilt für einen Winkel zwischen Stromrichtung und Längsachse der
                Gierfähre von bis zu 20°);

        A   Lateralplan des Unterwasserschiffes bis zum größten Tiefgang und falls
            vorhanden zuzüglich der Fläche der Gierschwerter unterhalb des Bodens
            (m
            2                           );

        v   maximale Strömungsgeschwindigkeit bis zum höchsten Betriebswasserstand
            nach Angaben des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes (m/s).

*    *   1.3

    *   Verbindungsglieder wie Schäkel und Ringe dürfen keine geringere
        Bruchkraft aufweisen als die zu verbindenden Teile. Winden,
        Umlenkblöcke und Befestigungsteile am Fährkörper müssen entsprechend
        der Kraft F ausgelegt sein.

*    *   1.4

    *   Die Mindesthaltekraft der Verankerung der Gierseile oder Ankerketten
        im Strom oder an Land ist mit

*    *
    *   F
        Anker                      = 3 · F (kN)

*    *
    *   anzusetzen.
        Anschlussteile an den Anker wie Ankerkette, Schäkel und Ringe, die
        nicht ständig besichtigt werden können, sind mit einer fünffachen
        Sicherheit gegenüber der Mindestbruchkraft auszulegen.

*    *   **2**

    *   Querseilfähren ****                      (Kahnseilfähren, Seilfähren
        und Kettenfähren)

*    *   2.1

    *   Zur Seilausrüstung von Querseilfähren gehören die Verankerung der
        Querseile an Land, Winden zum Spannen der Seile, Querseile,
        Verbindungsglieder, wie Schäkel und Ringe sowie Führungselemente an
        der Fähre.

*    *   2.2

    *   Der Durchmesser der Führungsseile bei Querseilfähren ist nach
        folgender Formel zu berechnen:

*    *
    *        ![bgbl1_2018_j1398-1_0580.jpg](bgbl1_2018_j1398-1_0580.jpg)

*    *
    *   wobei

*    *
    *        ![bgbl1_2018_j1398-1_0590.jpg](bgbl1_2018_j1398-1_0590.jpg)   Wasserverdrängung der Fähre bei maximalem Tiefgang (m
        3                     )
        ist.
        Der Durchmesser der Führungsseile darf jedoch nicht kleiner als 10 mm
        sein und braucht 24 mm nicht zu überschreiten.

*    *   2.3

    *   Anschlussteile und Verbindungsglieder wie Ketten und Schäkel müssen
        entsprechend dem Durchmesser und der Mindestbruchkraft des Seiles
        ausgelegt sein.

*    *   2.4

    *   Die Verankerung an Land muss entsprechend den örtlichen Gegebenheiten
        ausgelegt sein und so gesichert sein, dass sie nicht von Unbefugten
        gelöst werden kann.

*    *   **3**

    *   Seile und Ketten ****

*    *
    *   Als Seile sind nur Drahtseile mit einer Nennfestigkeit von mindestens
        1 570 N/mm
        2                      zulässig. Die Mindestbruchkraft darf 45 kN
        nicht unterschreiten.
        Für Ketten gelten die Angaben sinngemäß.

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