Title: § 52 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
6. Abschnitt - Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerin
§ 52 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 52

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
6. Abschnitt - Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerin
§ 52 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in den
Anlagen 2 und 9 aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den
im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens zehn Stunden eine praktische Aufgabe ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren und
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit
sowie zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktische Aufgabe
kommen insbesondere in Betracht:

1.  Bekleiden eines Pfeilers oder einer Säule mit Fliesen, Platten oder
    Mosaik,

2.  Bekleiden von Teilen eines Badezimmers mit Wand- und Bodenfliesen oder
    Mosaik im Dick- oder Dünnbettverfahren,

3.  Herstellen eines gedämmten Bodenbelages aus Fliesen, Platten oder
    Mosaik einschließlich Sockel,

4.  Herstellen eines Wand- und Stufenbelages für ein Treppenhaus aus
    Fliesen, Platten oder Mosaik oder

5.  Herstellen eines Wand- oder Bodenbelages aus Natursteinen.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Wandbeläge, Bodenbeläge sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Wandbeläge und
Bodenbeläge soll der Prüfling zeigen, daß er insbesondere durch
Verknüpfung von arbeitsorganisatorischen, technologischen,
mathematischen und zeichnerischen Inhalten praxisbezogene Fälle lösen
kann. Dabei sollen Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz
bei der Arbeit, zum Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen
einbezogen werden. Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Wandbeläge:

    a)  Verlegepläne,

    b)  Aufrisse und Abwicklungen für Schablonen,

    c)  Wandflächen aus Fliesen, Platten, Mosaiken und Natursteinen,

    d)  Putze,

    e)  Dämmschichten und Abdichtungen,

    f)  Montieren von Platten und Fertigteilen,

    g)  Sanieren und Instandsetzen von Bekleidungen und Wandbelägen;

2.  im Prüfungsbereich Bodenbeläge:

    a)  Verlegepläne,

    b)  Aufrisse und Abwicklungen für Schablonen,

    c)  Bodenflächen aus Fliesen, Platten, Mosaiken und Natursteinen,

    d)  Estriche,

    e)  Dämmschichten und Abdichtungen,

    f)  Montieren von Platten und Fertigteilen,

    g)  Sanieren und Instandsetzen von Bodenbelägen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Wandbeläge

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Bodenbeläge

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Wandbeläge

    *   40 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Bodenbeläge

    *   40 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einem der
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 16, so
hat er den Abschluß Ausbaufacharbeiter/Ausbaufacharbeiterin erreicht.
Die Anforderungen nach § 16 gelten dann als erfüllt, wenn in dieser
Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keinem der fachbezogenen Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung
erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__52.html
Directory: bauwiausbv_1999
Level: 4.0