Title: § 15 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der keramischen Industrie (KerIndAusbV)
Teil 3 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Industriekeramiker Dekorationstechnik/Industriekeramikerin Dekorationstechnik
§ 15 Abschlussprüfung

Paragraph: 15

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in der keramischen Industrie (KerIndAusbV)
Teil 3 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Industriekeramiker Dekorationstechnik/Industriekeramikerin Dekorationstechnik
§ 15 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 2
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 14 Stunden eine praktische Arbeitsaufgabe durchführen und
mit betriebsüblichen Unterlagen dokumentieren sowie innerhalb dieser
Zeit in insgesamt höchstens 20 Minuten hierüber ein Fachgespräch
führen. Für die praktische Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in
Betracht:
Dekorieren eines keramischen Produktes durch kombinierte Formen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter Beachtung
wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbstständig und kundenorientiert planen und durchführen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, Farben und Hilfsstoffe auswählen,
Farben aufbereiten, Malereien und Spritztechniken ausführen, Schriften
handmalen, technische Unterlagen anwenden, Arbeitsergebnisse
kontrollieren und beurteilen, Fertigungsfehler feststellen und
dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz
bei der Arbeit, zum Umweltschutz und zur Qualitätssicherung
durchführen kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen,
dass er fachbezogene Sachverhalte darstellen, die für die
Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen und die
Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.
Die Ausführung der Arbeitsaufgabe ist mit 80 Prozent und das
Fachgespräch mit 20 Prozent zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Dekorationstechnik, Dekorgestaltung sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Dekorationstechnik und Dekorgestaltung soll der Prüfling zeigen, dass
er praxisbezogene Aufgaben mit verknüpften arbeitsorganisatorischen,
technologischen, mathematisch-naturwissenschaftlichen Sachverhalten
lösen kann. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die
Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen
berücksichtigen kann.

1.  Für den Prüfungsbereich Dekorationstechnik kommt insbesondere in
    Betracht:

    a)  Dekorationsmittel,

    b)  Dekorationsarten,

    c)  Manuelle und maschinelle Dekorationstechniken,

    d)  Dekorbrandtechniken,

    e)  Qualitätssicherung;

2.  für den Prüfungsbereich Dekorgestaltung kommt insbesondere in
    Betracht:

    a)  Stilkunde,

    b)  Malen und Zeichnen nach Vorlagen,

    c)  Schriften, Monogramme und Dekore entwerfen,

    d)  Bewerten und Anwenden von Informationen,

    e)  Keramisches Rechnen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben, die
    sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den schriftlichen Prüfungsteil ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Dekorationstechnik

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Dekorgestaltung

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des schriftlichen Prüfungsteils sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Dekorationstechnik

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Dekorgestaltung

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Der schriftliche Prüfungsteil ist auf Antrag des Prüflings oder
nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die
jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der
mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht sind. Dabei müssen innerhalb des schriftlichen Teils der
Prüfung im Prüfungsbereich Dekorationstechnik mindestens ausreichende
Leistungen, in den weiteren Prüfungsbereichen dürfen keine
ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kerindausbv/__15.html
Directory: kerindausbv
Level: 3.0