Title: § 3 Apothekenpersonal

Description:
Verordnung über den Betrieb von Apotheken (ApoBetrO 1987)
Zweiter Abschnitt - Der Betrieb von öffentlichen Apotheken
§ 3 Apothekenpersonal

Paragraph: 3

Content:
Verordnung über den Betrieb von Apotheken (ApoBetrO 1987)
Zweiter Abschnitt - Der Betrieb von öffentlichen Apotheken
§ 3 Apothekenpersonal

(1) Das Apothekenpersonal darf nur entsprechend seiner Ausbildung und
seinen Kenntnissen eingesetzt werden und ist über die bei den
jeweiligen Tätigkeiten gebotene Sorgfalt regelmäßig zu unterweisen.
Die Unterweisung muss sich auch auf die Theorie und Anwendung des
Qualitätsmanagementsystems erstrecken sowie auf Besonderheiten der
Arzneimittel, die hergestellt, geprüft oder gelagert werden.

(2) Zur Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Betriebs der Apotheke
muss das notwendige Personal, insbesondere auch das pharmazeutische
Personal, in ausreichender Zahl vorhanden sein. Das zur Versorgung
eines Krankenhauses zusätzlich erforderliche Personal ergibt sich aus
Art und Umfang einer medizinisch zweckmäßigen und ausreichenden
Versorgung des Krankenhauses mit Arzneimitteln und
apothekenpflichtigen Medizinprodukten unter Berücksichtigung von
Größe, Art und Leistungsstruktur des Krankenhauses. Satz 2 gilt
entsprechend für die Versorgung von Einrichtungen im Sinne von § 12a
des Apothekengesetzes.

(3) Die Apotheke darf nur geöffnet sein und betrieben werden, wenn ein
Apotheker oder eine nach § 2 Absatz 6 Satz 1 vertretungsberechtigte
Person anwesend ist. § 23 Absatz 3 bleibt unberührt.

(4) Die Bewertung der Analyse und die Beratung im Rahmen eines
Medikationsmanagements müssen durch einen Apotheker der Apotheke
erfolgen.

(5) Es ist verboten, pharmazeutische Tätigkeiten von anderen Personen
als pharmazeutischem Personal auszuführen oder ausführen zu lassen,
soweit nach Absatz 5a nichts anderes bestimmt ist. Die jeweilige
Person muss insoweit der deutschen Sprache mächtig sein und über
Kenntnis des in Deutschland geltenden Rechts verfügen, wie es für die
Ausübung ihrer jeweiligen Tätigkeit notwendig ist. Pharmazeutische
Tätigkeiten, die von pharmazeutisch-technischen Assistenten,
pharmazeutischen Assistenten oder Personen, die sich in der Ausbildung
zum Apothekerberuf oder zum Beruf des pharmazeutisch-technischen
Assistenten befinden, ausgeführt werden, sind vom Apothekenleiter zu
beaufsichtigen oder von diesem durch einen Apotheker beaufsichtigen zu
lassen. Pharmazeutische Assistenten dürfen keine Arzneimittel abgeben.

(5a) Das Umfüllen einschließlich Abfüllen und Abpacken oder
Kennzeichnen von Arzneimitteln darf unter Aufsicht eines Apothekers
auch durch anderes als das pharmazeutische Personal ausgeführt werden,
soweit es sich um Apothekenhelfer, Apothekenfacharbeiter,
pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, sowie Personen, die sich in
der Ausbildung zum Beruf des pharmazeutisch-kaufmännischen
Angestellten befinden, handelt. Darüber hinaus darf sich das
pharmazeutische Personal von dem in Satz 1 genannten anderen Personal
der Apotheke unterstützen lassen

1.  bei der Herstellung und Prüfung der Arzneimittel,

2.  bei der Prüfung der Ausgangsstoffe,

3.  durch Bedienung, Pflege und Instandhaltung der Arbeitsgeräte,

4.  beim Abfüllen und Abpacken oder Kennzeichnen der Arzneimittel sowie

5.  bei der Vorbereitung der Arzneimittel zur Abgabe.

Das zur Herstellung nach Satz 1 oder zur Unterstützung nach Satz 2
eingesetzte Personal muss für diese Aufgaben entsprechend qualifiziert
sein und über die bei den jeweiligen Tätigkeiten gebotene Sorgfalt
nachweislich zu Anfang und danach fortlaufend vom pharmazeutischen
Personal unterwiesen werden.

(5b) Abweichend von Absatz 5 Satz 3 entfällt die Pflicht zur
Beaufsichtigung eines pharmazeutisch-technischen Assistenten bei der
Ausführung pharmazeutischer Tätigkeiten, wenn

1.  der pharmazeutisch-technische Assistent

    a)  seine Berufstätigkeit in Apotheken mindestens drei Jahre in Vollzeit
        oder in entsprechendem Umfang in Teilzeit ausgeübt hat und die
        staatliche Prüfung mindestens mit der Gesamtnote „gut“ bestanden hat
        oder seine Berufstätigkeit in Apotheken mindestens fünf Jahre in
        Vollzeit oder in entsprechendem Umfang in Teilzeit ausgeübt hat und

    b)  über ein gültiges Fortbildungszertifikat einer Apothekerkammer als
        Nachweis seiner regelmäßigen Fortbildung verfügt und

2.  der Apothekenleiter

    a)  sich im Rahmen einer mindestens einjährigen Berufstätigkeit des
        pharmazeutisch-technischen Assistenten in seinem Verantwortungsbereich
        nach § 2 Absatz 2 vergewissert hat, dass der pharmazeutisch-technische
        Assistent die pharmazeutischen Tätigkeiten ohne Beaufsichtigung
        zuverlässig ausführen kann, und

    b)  nach schriftlicher Anhörung des pharmazeutisch-technischen Assistenten
        Art und Umfang der pharmazeutischen Tätigkeiten schriftlich oder
        elektronisch festgelegt hat, für die die Pflicht zur Beaufsichtigung
        entfällt.

Pharmazeutisch-technische Assistenten, die ihre Berufsqualifikation
oder Fortbildungszertifikate im Ausland erworben oder ihren Beruf im
Ausland ausgeübt haben, müssen eine Berufsqualifikation, eine
Fortbildung sowie eine Berufserfahrung nachweisen, die den Maßstäben
des Satzes 1 entsprechen. Die Pflicht zur Beaufsichtigung nach Absatz
5 Satz 3 entfällt nicht bei der Herstellung von Arzneimitteln zur
parenteralen Anwendung, beim patientenindividuellen Stellen oder
Verblistern von Arzneimitteln sowie bei der Abgabe von
Betäubungsmitteln, von Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Lenalidomid,
Pomalidomid oder Thalidomid und von Arzneimitteln, die nach § 73
Absatz 3 oder Absatz 3b des Arzneimittelgesetzes in den
Geltungsbereich dieser Verordnung verbracht werden. Absatz 1 bleibt
unberührt.

(5c) Die Pflicht zur Beaufsichtigung nach Absatz 5 Satz 3 entsteht
erneut, soweit der Apothekenleiter auf Grund nachträglich
eingetretener Umstände nicht mehr sicher ist, dass der pharmazeutisch-
technische Assistent die jeweilige pharmazeutische Tätigkeit ohne
Beaufsichtigung zuverlässig ausführen kann, oder der pharmazeutisch-
technische Assistent über kein gültiges Fortbildungszertifikat einer
Apothekerkammer als Nachweis seiner regelmäßigen Fortbildung mehr
verfügt. Die schriftliche oder elektronische Festlegung nach Absatz 5b
Satz 1 Nummer 2 Buchstabe b ist nach schriftlicher Anhörung des
pharmazeutisch-technischen Assistenten entsprechend anzupassen.

(6) Zur Versorgung eines Krankenhauses mit Ausnahme der Zustellung
darf der Apothekenleiter nur Personal einsetzen, das in seinem Betrieb
tätig ist. Satz 1 findet entsprechende Anwendung auf die Versorgung
von Bewohnern einer zu versorgenden Einrichtung im Sinne des § 12a des
Apothekengesetzes.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/apobetro_1987/__3.html
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