Title: § 6 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Technischen Konfektionär/zur Technischen Konfektionärin (TKonfAusbV 2010)
§ 6 Abschlussprüfung

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Technischen Konfektionär/zur Technischen Konfektionärin (TKonfAusbV 2010)
§ 6 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Konfektion technischer Textilien,

2.  Planung und Fertigung,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Konfektion technischer Textilien bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Art und Umfang von Arbeitsaufträgen erfassen, Arbeitsabläufe
        selbstständig planen, durchführen und dokumentieren,

    b)  konstruktive Zusammenhänge berücksichtigen,

    c)  Fachzeichnungen anwenden, Berechnungen durchführen,

    d)  Material berechnen, Zeitbedarf abschätzen,

    e)  produktbezogene Bestimmungen und Normen anwenden,

    f)  Schnittschablonen erstellen,

    g)  Prozessdaten einstellen, Produktionsprozesse überwachen,
        Verfahrensparameter korrigieren,

    h)  Zuschnitte konfektionieren,

    i)  technische Konfektionsware fertigstellen und kontrollieren,

    j)  Maßnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum
        Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz, zur
        Kundenorientierung, zur Wirtschaftlichkeit und zur Qualitätssicherung
        berücksichtigen sowie

    k)  fachliche Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der
        Herstellung der Prüfungsstücke begründen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen:

    Herstellen zweier textiler Produkte unter Anwendung unterschiedlicher
    Fügetechniken;

3.  der Prüfling soll zwei Prüfungsstücke anfertigen, mit praxisbezogenen
    Unterlagen dokumentieren und hierüber ein auftragsbezogenes
    Fachgespräch führen;

4.  die Prüfungszeit beträgt insgesamt acht Stunden; innerhalb dieser Zeit
    soll das auftragsbezogene Fachgespräch in höchstens 20 Minuten
    durchgeführt werden.

(4) Für den Prüfungsbereich Planung und Fertigung bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Anforderungsprofile produktbezogen bestimmen,

    b)  Werkstoffeigenschaften bestimmen und Auswirkungen von
        Veredelungsprozessen berücksichtigen,

    c)  Zusammenhänge zwischen Materialien, Verarbeitungstechnik und
        Verwendungszweck berücksichtigen,

    d)  Materialbedarf ermitteln,

    e)  Arbeitsablaufplan erstellen,

    f)  technische Zeichnungen erstellen und auswerten sowie

    g)  qualitätssichernde Maßnahmen darstellen

    kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 180 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(6) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Konfektion
        technischer Textilien

    *   60 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Planung
        und Fertigung

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts-
        und Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(7) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  in mindestens zwei Prüfungsbereichen mit mindestens „ausreichend“ und

3.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(8) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tkonfausbv_2010/__6.html
Directory: tkonfausbv_2010
Level: 2.0