Title: Offshore-Servicefahrzeuge

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Offshore-Servicefahrzeuge

Paragraph: 9

Content:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Offshore-Servicefahrzeuge

1.  Offshore-Servicefahrzeuge müssen so gebaut und instand gehalten
    werden, dass sie hinsichtlich des Schiffskörpers, der Maschinen, der
    Hebezeuge sowie der elektrischen und der Steuer-, Regel- und
    Überwachungseinrichtungen den Vorschriften einer anerkannten
    Organisation entsprechen.

2.  Offshore-Servicefahrzeuge, die nach ihrer Bauart Fahrgast-
    Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge sind, müssen den Anforderungen des
    Kapitels X des SOLAS-Übereinkommens und des HSC-Codes 2000
    entsprechen, soweit nicht nachfolgend etwas anderes geregelt ist.

3.  Offshore-Servicepersonal muss eine Sicherheitsschulung absolviert
    haben und nach seearbeitsrechtlichen Vorschriften seediensttauglich
    sein.

4.  Die Intaktstabilität muss den Intaktstabilitätsanforderungen des HSC-
    Codes 2000 in seiner jeweils geltenden Fassung für Frachtschiffe
    entsprechen.

5.  Die Unterteilung und Leckstabilität von Offshore-Servicefahrzeugen
    muss den Anforderungen des HSC-Codes 2000 für Frachtschiffe
    entsprechen. Regel 2.6.9 des HSC-Codes 2000 bezüglich der Ausdehnung
    von Bodenschäden in durch Aufschlitzen verwundbaren Bereichen finden
    für Offshore-Servicefahrzeuge mit einer Länge L von weniger als 45 m
    keine Anwendung. Für Fahrzeuge mit einer Länge bis 45 m gelten Regel
    2\.6.7 und 2.6.10 des HSC-Codes 2000 bezüglich der Lage der Verletzung
    an jeder beliebigen Stelle des Fahrzeugs nur im Bereich ein Drittel
    der Länge vom vorderen Lot. In den übrigen Bereichen der Länge dieser
    Fahrzeuge ist nur 1 Abteilungsstatus erforderlich.

6.  Für die Nutzung von Hebezeugen auf See sind die Anforderungen der
    anerkannten Organisation einzuhalten, deren Überwachung das Schiff
    nach Regel 1 unterliegt. Soweit nicht die Anforderungen der
    anerkannten Organisation etwas anderes regeln, gilt: Die
    Hebelarmkurven des Schiffes sind auf dem Wellenberg zu berechnen. Die
    Wellenlänge ist gleich der Schiffslänge anzunehmen und die Wellenhöhe
    ist mit L/20 anzusetzen. Die Differenz zwischen den Kurven der
    aufrichtenden und der krängenden Hebelarme durch die Last am Haken und
    bei seitlichem Winddruck von 300 N/m
    2                    muss mindestens 0,05 m betragen.

    Krängendes Moment durch Last am Haken: M
    k                    = P \* y \* cos (*                   )

    wobei:

    P: = Last am Haken und

    y: = Abstand des Aufhängepunktes der Last aus MS.

7.  Die Abschnitte C und D des Kapitels 7 des HSC-Codes 2000 finden keine
    Anwendung. Es gilt Kapitel II-2 Regel 17 des SOLAS-Übereinkommens.

8.  Für die Ausrüstung mit Rettungsmitteln gilt:

    a)  Regel 8.3.5.1 des HSC-Codes 2000 findet keine Anwendung.

    b)  Die Regeln 8.7.6 und 8.7.8 des HSC-Codes 2000 finden keine Anwendung.

    c)  Für die Instandhaltung der Läufer gilt Kapitel III Regel 20.4 des
        SOLAS-Übereinkommens.

    d)  Für alle Personen an Bord müssen Eintauchanzüge vorhanden sein.

    e)  Offene, beidseitig verwendbare Rettungsflöße nach Anlage 11 des HSC-
        Codes 2000 dürfen nicht eingesetzt werden.

9.[^F799100_10_BJNR302300998BJNE002503124]
  Die vorgeschriebene Ausrüstung in den Bereichen Brandschutz,
    Rettungsmittel, Funk und Navigation muss nach der Richtlinie
    2014/90/EU (Schiffsausrüstungsrichtlinie) zugelassen sein, wenn nicht
    in den nachfolgenden Regeln etwas anderes bestimmt ist. Die
    vorgeschriebene Ausrüstung sowie freiwillige und zusätzliche
    Ausrüstung nach SOLAS Kapitel V Regel 18.7, die nicht der Anlage I der
    Richtlinie 2014/90/EU unterliegt, muss durch die Berufsgenossenschaft,
    das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) oder eine
    anerkannte Organisation zugelassen sein.

10. Der Bereich, der beim Übersteigen von Offshore-Servicepersonal zum und
    vom Offshore-Bauwerk gegen dessen Bauteile gedrückt wird, muss so
    beschaffen und geschützt sein, dass die auftretenden Belastungen
    ertragen und Kontaktschäden vermieden werden. Es sind die
    Anforderungen der anerkannten Organisation einzuhalten, deren
    Überwachung das Schiff nach Regel 1 unterliegt.

Kapitel 7

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__9.html
Directory: schsv_1998
Level: 2.0