Title: § 53 Arbeitszeitregelungen für jugendliche Besatzungsmitglieder

Description:
Seearbeitsgesetz (SeeArbG)
Abschnitt 3 - Beschäftigungsbedingungen
Unterabschnitt 4 - Arbeitszeiten und Ruhezeiten
§ 53 Arbeitszeitregelungen für jugendliche Besatzungsmitglieder

Paragraph: 53

Content:
Seearbeitsgesetz (SeeArbG)
Abschnitt 3 - Beschäftigungsbedingungen
Unterabschnitt 4 - Arbeitszeiten und Ruhezeiten
§ 53 Arbeitszeitregelungen für jugendliche Besatzungsmitglieder

(1) Für jugendliche Besatzungsmitglieder sind die §§ 42, 48, 50 und 51
sowie die folgenden Absätze anzuwenden. Die §§ 43 und 44 sind mit der
Maßgabe der Absätze 2 bis 4 anzuwenden.

(2) Im Hafen dürfen jugendliche Besatzungsmitglieder an höchstens fünf
Tagen in der Woche bis zu acht Stunden täglich und bis zu 40 Stunden
wöchentlich arbeiten. Die freien Tage sollen möglichst der Samstag und
der Sonntag sein.

(3) Auf See dürfen jugendliche Besatzungsmitglieder an höchstens sechs
Tagen in der Woche bis zu acht Stunden täglich und bis zu 48 Stunden
wöchentlich arbeiten.

(4) Im Wachdienst auf See dürfen jugendliche Besatzungsmitglieder an
jedem Tag bis zu acht Stunden täglich und in der Woche ab 5 Uhr
beschäftigt werden. Dies gilt jedoch nur, wenn jugendliche
Besatzungsmitglieder während der Wache neben dem Wachdienst nur mit
gelegentlichen Instandsetzungsarbeiten sowie mit Arbeiten beschäftigt
werden, die zur Sicherung des Schiffes und dessen Fahrt, zur Sicherung
der Ladung oder zum Bootsdienst unbedingt erforderlich sind. Der
Arbeitsbeginn kann auf 4 Uhr gelegt werden, wenn andernfalls die
wirksame Ausbildung jugendlicher Besatzungsmitglieder nach
festgelegten Programmen und Zeitplänen beeinträchtigt würde.

(5) Den jugendlichen Besatzungsmitgliedern müssen im Voraus
feststehende Ruhepausen von angemessener Dauer gewährt werden. Als
Ruhepause gilt nur eine Arbeitsunterbrechung von mindestens 15
Minuten. Die Ruhepausen müssen insgesamt mindestens betragen:

1.  30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs
    Stunden,

2.  60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden.

Die Ruhepausen müssen in angemessener zeitlicher Lage gewährt werden.
Länger als viereinhalb Stunden hintereinander dürfen jugendliche
Besatzungsmitglieder nicht ohne Ruhepause arbeiten. Für die Einnahme
aller Mahlzeiten ist genügend Zeit einzuräumen.

(6) In der Zeit zwischen 20 und 6 Uhr ist die Arbeit von jugendlichen
Besatzungsmitgliedern vorbehaltlich der Regelung in Absatz 4 verboten.
Außerdem dürfen jugendliche Besatzungsmitglieder auf Fahrgastschiffen
bei Aufführungen zur Unterhaltung der Fahrgäste bis 23 Uhr gestaltend
mitwirken, wenn im Anschluss daran eine ununterbrochene Ruhezeit von
mindestens neun Stunden gewährleistet ist. Die Berufsgenossenschaft
kann Ausnahmen von dem Verbot des Satzes 1 zulassen, wenn

1.  die wirksame Ausbildung der betreffenden jugendlichen
    Besatzungsmitglieder nach festgelegten Programmen und Zeitplänen
    beeinträchtigt würde oder

2.  die Besonderheit der Aufgabe oder eines anerkannten
    Ausbildungsprogramms es erforderlich macht, dass die von der Ausnahme
    erfassten jugendlichen Besatzungsmitglieder Aufgaben in der Nacht
    verrichten und nach Beratung mit Verbänden der Reeder und der Seeleute
    feststeht, dass die Arbeit sich nicht nachteilig auf die Gesundheit
    oder das Wohlbefinden der jugendlichen Besatzungsmitglieder auswirkt.

(7) Mehrarbeit ist für jugendliche Besatzungsmitglieder nur in den
Fällen des § 47 Absatz 1 und 2 zulässig, jedoch nur, soweit für die
jeweilige Arbeit kein erwachsenes Besatzungsmitglied herangezogen
werden kann. Die Regelungen des Absatzes 5 zu Ruhepausen und des
Absatzes 6 zur Nachtruhe sind in diesem Fall nicht anzuwenden. Solche
Ausnahmesituationen sind unter Angabe der Gründe schriftlich
aufzuzeichnen und vom Kapitän zu unterzeichnen. Die Mehrarbeit ist
durch entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit innerhalb der folgenden
drei Wochen auszugleichen. Kann der Arbeitszeitausgleich wegen
Beendigung des Vertragsverhältnisses nicht mehr gewährt werden, ist
die Mehrarbeit zu vergüten, wobei der Zuschlag für jugendliche
Besatzungsmitglieder abweichend von § 51 Absatz 1 für jede
Mehrarbeitsstunde mindestens ein Viertel eines Zweihundertstels der
Grundheuer beträgt.

(8) Arbeiten jugendliche Besatzungsmitglieder an mehr als fünf Tagen,
so ist ihnen für die Arbeit am sechsten und siebten Tag in der Woche
je ein anderer freier Tag zu gewähren. Die Regelungen des § 52 zum
Sonntags- und Feiertagsausgleich sind anzuwenden. Sofern ein freier
Tag nach Satz 1 als Ausgleich für eine Beschäftigung an einem Werktag
zu gewähren ist, ist § 52 Absatz 2 bis 4 entsprechend anzuwenden. Die
finanzielle Abgeltung freier Tage ist nicht zulässig.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/seearbg/__53.html
Directory: seearbg
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