Title: Anlage 8 Von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossene oder beschränkt beihilfefähige Arzneimittel

Description:
Verordnung über Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen (BBhV)
**Eye-Movement-Desensitization-and-Reprocessing-Behandlung**
Anlage 8 Von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossene oder beschränkt beihilfefähige Arzneimittel

Paragraph: 59

Content:
Verordnung über Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen (BBhV)
**Eye-Movement-Desensitization-and-Reprocessing-Behandlung**
Anlage 8 Von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossene oder beschränkt beihilfefähige Arzneimittel

(Fundstelle: BGBl. I 2012, 1991 - 1992;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

Folgende Wirkstoffe oder Wirkstoffgruppen sind nur unter den genannten
Voraussetzungen beihilfefähig:

1.  Alkoholentwöhnungsmittel sind nur beihilfefähig zur Unterstützung der

    a)  Aufrechterhaltung der Abstinenz bei alkoholkranken Patientinnen oder
        Patienten im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts mit
        begleitenden psychosozialen und soziotherapeutischen Maßnahmen,

    b)  Reduktion des Alkoholkonsums bei alkoholkranken Patientinnen oder
        Patienten, die zu einer Abstinenztherapie hingeführt werden, für die
        aber entsprechende Therapiemöglichkeiten nicht zeitnah zur Verfügung
        stehen, für die Dauer von höchstens drei Monaten, in Ausnahmefällen
        für die Dauer von weiteren drei Monaten.

    Voraussetzung für die Beihilfefähigkeit ist, dass die Erforderlichkeit
    der Alkoholentwöhnungsmittel in der ärztlichen Verordnung besonders
    begründet worden ist.

2.  Antidiabetika, orale, sind nur beihilfefähig nach einer Therapie mit
    nichtmedikamentösen Maßnahmen, die erfolglos war; die Anwendung
    anderer therapeutischer Maßnahmen ist zu dokumentieren.

3.  Antidysmenorrhoika sind nur beihilfefähig als

    a)  Prostaglandinsynthetasehemmer bei Regelschmerzen,

    b)  systemische hormonelle Behandlung von Regelanomalien.

4.  Clopidogrel als Monotherapie zur Prävention atherothrombotischer
    Ereignisse bei Personen mit Herzinfarkt, mit ischämischem Schlaganfall
    oder mit nachgewiesener peripherer arterieller Verschlusskrankheit ist
    nur beihilfefähig für Personen mit

    a)  Amputation oder Gefäßintervention, bedingt durch periphere arterielle
        Verschlusskrankheit (pAVK), oder

    b)  diagnostisch eindeutig gesicherter typischer Claudicatio intermittens
        mit Schmerzrückbildung in weniger als 10 Minuten bei Ruhe oder

    c)  Acetylsalicylsäure-Unverträglichkeit, soweit wirtschaftlichere
        Alternativen nicht eingesetzt werden können.

5.  Clopidogrel in Kombination mit Acetylsalicylsäure bei akutem
    Koronarsyndrom zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse ist nur
    beihilfefähig bei Patienten mit

    a)  akutem Koronarsyndrom ohne ST-Strecken-Hebung während eines
        Behandlungszeitraums von bis zu zwölf Monaten,

    b)  Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung, für die eine Thrombolyse
        infrage kommt, während eines Behandlungszeitraums von bis zu 28 Tagen,

    c)  akutem Koronarsyndrom mit ST-Strecken-Hebungs-Infarkt, denen bei einer
        perkutanen Koronarintervention ein Stent implantiert worden ist.

6.  Glinide zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2; hierzu zählen:

    a)  Nateglinid

    b)  Repaglinid.

    Repaglinid ist nur beihilfefähig bei Behandlung niereninsuffizienter
    Personen mit einer Kreatinin-Clearance von weniger als 25 ml/min,
    sofern keine anderen oralen Antidiabetika in Frage kommen und eine
    Insulintherapie nicht angezeigt ist.

7.  Insulinanaloga, schnell wirkend zur Behandlung des Diabetes mellitus
    Typ 2; hierzu zählen:

    a)  Insulin Aspart,

    b)  Insulin Glulisin,

    c)  Insulin Lispro.

    Diese Wirkstoffe sind nur beihilfefähig, solange sie im Vergleich zu
    schnell wirkendem Humaninsulin nicht mit Mehrkosten verbunden sind.
    Dies gilt nicht für Personen,

    a)  die gegen den Wirkstoff Humaninsulin allergisch sind,

    b)  bei denen trotz Intensivierung der Therapie eine stabile adäquate
        Stoffwechsellage mit Humaninsulin nicht erreichbar ist, dies aber mit
        schnell wirkenden Insulinanaloga nachweislich gelingt, oder

    c)  bei denen auf Grund unverhältnismäßig hoher Humaninsulindosen eine
        Therapie mit schnell wirkenden Insulinanaloga im Einzelfall
        wirtschaftlicher ist.

8.  Insulinanaloga, lang wirkend zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ
    2; hierzu zählen:

    a)  Insulin glargin,

    b)  Insulin detemir.

    Diese Wirkstoffe sind nur beihilfefähig, solange sie im Vergleich zu
    intermediär wirkendem Humaninsulin nicht mit Mehrkosten verbunden
    sind; die notwendige Dosiseinheit zur Erreichung des therapeutischen
    Ziels ist zu berücksichtigen. Satz 2 gilt nicht für

    a)  eine Behandlung mit Insulin glargin für Personen, bei denen im Rahmen
        einer intensivierten Insulintherapie auch nach individueller
        Überprüfung des Therapieziels und individueller Anpassung des Ausmaßes
        der Blutzuckersenkung in Ausnahmefällen ein hohes Risiko für schwere
        Hypoglykämien bestehen bleibt, oder

    b)  Personen, die gegen intermediär wirkende Humaninsuline allergisch
        sind.

9.  Prostatamittel sind nur beihilfefähig

    a)  einmalig für eine Dauer von 24 Wochen als Therapieversuch sowie

    b)  längerfristig, sofern der Therapieversuch nach Buchstabe a erfolgreich
        verlaufen ist.

10. Saftzubereitungen sind für Erwachsene nur beihilfefähig in
    Ausnahmefällen; die Gründe müssen dabei in der Person liegen.

(zu § 23 Absatz 1)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__59.html
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