Title: § 5 Technische Qualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Technischer Fachwirt/Geprüfte Technische Fachwirtin (TechFachwPrV)
§ 5 Technische Qualifikationen

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Technischer Fachwirt/Geprüfte Technische Fachwirtin (TechFachwPrV)
§ 5 Technische Qualifikationen

(1) Im Qualifikationsbereich "Naturwissenschaftliche und technische
Grundlagen" soll die Fähigkeit, einschlägige naturwissenschaftliche
Gesetzmäßigkeiten zur Lösung technischer Probleme einbeziehen zu
können, nachgewiesen werden. Dabei sollen mathematische,
physikalische, chemische und technische Kenntnisse aus der
betrieblichen Praxis angewendet werden. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen der Auswirkungen naturwissenschaftlicher
    Gesetzmäßigkeiten auf Materialien, Maschinen, Anlagen und Prozesse
    sowie auf Mensch und Umwelt, zum Beispiel bei Oxidations- und
    Reduktionsvorgängen, thermischen Einflüssen, galvanischen Prozessen,
    mechanischen Bewegungsvorgängen, elektrotechnischen, hydraulischen und
    pneumatischen Antriebs- und Steuerungsvorgängen,

2.  Verwenden unterschiedlicher Energieformen im Betrieb sowie Beachten
    der damit zusammenhängenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt,

3.  Berechnen betriebs- und fertigungstechnischer Größen bei Belastungen
    und Bewegungen,

4.  Anwenden von statistischen Verfahren und Durchführen von einfachen
    statistischen Berechnungen sowie deren graphische Darstellung.

(2) Im Qualifikationsbereich "Technische Kommunikation und
Werkstofftechnologie" soll die Fähigkeit, naturwissenschaftliche
Kenntnisse zur Lösung technischer Aufgabenstellungen anwenden und
technische Kommunikationsmittel einsetzen zu können, nachgewiesen
werden. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
werden:

1.  Technologie der Werk- und Hilfsstoffe überblicken,

2.  Prüfverfahren für Werkstoffe kennen,

3.  Lesen von technischen Zeichnungen einschließlich technischer
    Dokumentationen unter Berücksichtigung der Zeichnungsnormen,

4.  aus Zeichnungen Funktionen von Einzelteilen erkennen und deren
    Zusammenwirken beurteilen.

(3) Im Qualifikationsbereich "Fertigungs- und Betriebstechnik" soll
die Fähigkeit, die technischen Module und Einrichtungen sowie ihre
Instandhaltung funktionsgerecht planen, organisieren und überwachen zu
können, nachgewiesen werden. Dazu gehört die Fähigkeit,
Fertigungsprozesse zur Herstellung und Veränderung von Produkten
planen, organisieren und überwachen zu können. Ferner umfasst die
Fähigkeit, fertigungstechnische Einzelheiten und Zusammenhänge sowie
Optimierungsmöglichkeiten des Fertigungsprozesses erkennen und
zweckentsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Beim Einsatz neuer
Maschinen, Anlagen und Werkzeuge sowie bei der Be- und Verarbeitung
neuer Werkstoffe und Fertigungshilfsstoffe sollen die Auswirkungen auf
den Fertigungsprozess erkannt und berücksichtigt werden können. In
diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Festlegen der anzuwendenden Fertigungsverfahren im Hinblick auf
    Betriebsmittel, Werk- und Hilfsstoffe einschließlich der Ermittlung
    der erforderlichen technischen Daten,

2.  Unterscheiden von Arten der Fügetechniken unter Berücksichtigung von
    unterschiedlichen Verfahren,

3.  Planen, Einleiten und Überwachen von frist- und situationsgerechten
    Instandhaltungsmaßnahmen,

4.  Beurteilen von Auswirkungen auf den Fertigungsprozess beim Einsatz
    neuer Werkstoffe, Verfahren und Betriebsmittel,

5.  Beurteilen der numerischen Steuerungstechnik beim Einsatz von
    Werkzeugmaschinen, bei der Programmierung und Organisation des
    Fertigungsprozesses unter Nutzung von Informationen aus
    rechnergestützten Systemen,

6.  Überblicken der Einsatzmöglichkeiten von Automatisierungssystemen
    einschließlich der Handhabungs-, Förder- und Speichersysteme,

7.  Verstehen der Informationen aus verknüpften, rechnergestützten
    Systemen der Konstruktion und Fertigung.

(4) Die schriftliche Prüfung besteht für jeden Qualifikationsbereich
aus einer Arbeit, deren Mindestbearbeitungszeiten jeweils betragen:

*    *   1.

    *   Naturwissenschaftliche und technische Grundlagen

    *   60 Minuten,

*    *   2.

    *   Technische Kommunikation und Werkstofftechnologie

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   Fertigungs- und Betriebstechnik

    *   120 Minuten.

Die Gesamtdauer soll jedoch 330 Minuten nicht überschreiten.

(5) Wurden in nicht mehr als einer schriftlichen Prüfungsleistung
gemäß den Absätzen 1 bis 3 eine mangelhafte Prüfungsleistung erbracht,
so ist darin eine Ergänzungsprüfung anzubieten. Die Ergänzungsprüfung
soll anwendungsbezogen durchgeführt werden und in der Regel nicht
länger als 20 Minuten dauern. Die Bewertung der schriftlichen
Prüfungsleistung und die der mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu
einer Punktbewertung zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der
schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/techfachwprv/__5.html
Directory: techfachwprv
Level: 2.0