Title: § 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Müller-Handwerk (MüMstrV 2013)
§ 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Paragraph: 8

Content:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Müller-Handwerk (MüMstrV 2013)
§ 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II hat der Prüfling in den in Absatz 2
Satz 2 Nummer 1 bis 3 genannten Handlungsfeldern seine berufliche
Handlungskompetenz dadurch nachzuweisen, dass er besondere
fachtheoretische Kenntnisse im Müller-Handwerk zur Lösung komplexer
beruflicher Aufgabenstellungen anwendet.

(2) In jedem der nachfolgend aufgeführten Handlungsfelder ist
mindestens eine komplexe fallbezogene Aufgabe zu bearbeiten. Die
fallbezogenen Aufgaben sind handwerksspezifisch, wobei die in den
Handlungsfeldern nach den Nummern 1 bis 3 aufgeführten Qualifikationen
auch handlungsfeldübergreifend verknüpft werden können.

1.  Produktionsprozesse und Herstellung

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Produktion unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und ökologischer
    Aspekte in einem Mühlen-Betrieb zu bearbeiten. Dabei soll er
    berufsbezogene Sachverhalte analysieren und bewerten. Bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a
    bis e aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  die Rohstoffannahme, -vorreinigung und -lagerung darstellen und
        beurteilen,

    b)  Produktionsabläufe beschreiben, den Einsatz von Maschinen,
        Kraftanlagen und Betriebseinrichtungen für Herstellungsverfahren
        bestimmen und begründen,

    c)  betriebliche Parameter, insbesondere Speicherinhalte, Förderleistungen
        und -mengen, Übersetzungsverhältnisse, Antriebskräfte,
        Maschinenleistungen und Energiebedarfe, berechnen,

    d)  Prüf-, Mess- und Analyseergebnisse für produktionsbezogene
        Berechnungen nutzen,

    e)  die Eignung von Rohstoffen, Zwischen- und Endprodukten beurteilen
        sowie Verwendungszwecken zuordnen; Maßnahmen zur Produktverbesserung
        vorschlagen und begründen;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse in einem Mühlen-Betrieb, auch unter
    Anwendung branchenüblicher Software, erfolgs-, kunden- und
    qualitätsorientiert zu planen, deren Durchführung zu kontrollieren und
    sie abzuschließen. Bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere
    der unter den Buchstaben a bis g aufgeführten Qualifikationen
    verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulationen durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Verarbeitungs- und Herstellungsverfahren, der
        Hygiene, des Einsatzes von Personal, Material und Geräten bewerten,
        dabei qualitätssichernde Aspekte darstellen sowie Schnittstellen
        zwischen Arbeitsbereichen berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        allgemein anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere die
        Haftung bei der Herstellung, der Instandhaltung und bei
        Dienstleistungen beurteilen,

    e)  technische Arbeitspläne, Diagramme und Zeichnungen erarbeiten sowie
        vorgegebene Arbeitspläne, Diagramme und Zeichnungen bewerten und
        korrigieren; dabei auch Informations- und Kommunikationssysteme
        anwenden,

    f)  den auftragsbezogenen Einsatz von Material, Maschinen und Geräten
        bestimmen und begründen,

    g)  eine Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation in einem Mühlen-Betrieb unter
    Berücksichtigung der rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung
    von Informations- und Kommunikationssystemen, wahrzunehmen. Bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a
    bis i aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Konzepte für betriebliches Energiemanagement entwickeln und bewerten,

    d)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    e)  die Bedeutung des betrieblichen Qualitätsmanagements für den
        Unternehmenserfolg darstellen, Maßnahmen des Qualitätsmanagements
        festlegen, Dokumentationen bewerten,

    f)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; die Notwendigkeit der
        Personalentwicklung, insbesondere in Abhängigkeit von Auftragslage und
        Auftragsabwicklung, begründen,

    g)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    h)  die gewerkspezifische Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische
        Prozesse planen und darstellen,

    i)  den Nutzen zwischenbetrieblicher Kooperationen auftragsbezogen prüfen,
        Konsequenzen, insbesondere für die betriebsinterne Organisation sowie
        das betriebliche Personalwesen, aufzeigen und bewerten.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/m_mstrv_2013/__8.html
Directory: muemstrv_2013
Level: 2.0