Title: § 101 Jahresbericht

Description:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 1 - Allgemeine Bestimmungen für Investmentvermögen und Verwaltungsgesellschaften
Abschnitt 4 - Offene inländische Investmentvermögen
Unterabschnitt 2 - Allgemeine Vorschriften für Sondervermögen
§ 101 Jahresbericht

Paragraph: 101

Content:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 1 - Allgemeine Bestimmungen für Investmentvermögen und Verwaltungsgesellschaften
Abschnitt 4 - Offene inländische Investmentvermögen
Unterabschnitt 2 - Allgemeine Vorschriften für Sondervermögen
§ 101 Jahresbericht

(1) Die Kapitalverwaltungsgesellschaft hat für jedes OGAW-
Sondervermögen für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres spätestens
vier Monate nach Ende des Geschäftsjahres und für jedes AIF-
Sondervermögen für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres spätestens
sechs Monate nach Ende des Geschäftsjahres einen Jahresbericht nach
den Sätzen 2 und 3 zu erstellen. Der Jahresbericht muss einen Bericht
über die Tätigkeit der Kapitalverwaltungsgesellschaft im abgelaufenen
Geschäftsjahr und alle wesentlichen Angaben enthalten, die es den
Anlegern ermöglichen, sich ein Urteil über diese Tätigkeit und die
Ergebnisse des Sondervermögens zu bilden. Der Jahresbericht muss
enthalten:

1.  eine Vermögensaufstellung der zum Sondervermögen gehörenden
    Vermögensgegenstände sowie der Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen,
    Pensionsgeschäften, Wertpapier-Darlehensgeschäften und der sonstigen
    Verbindlichkeiten. Die Vermögensgegenstände sind nach Art, Nennbetrag
    oder Zahl, Kurs und Kurswert aufzuführen. Der Wertpapierbestand ist zu
    untergliedern in Wertpapiere mit einer Zulassung zum Handel an einer
    Börse, an einem organisierten Markt zugelassene oder in diesen
    einbezogene Wertpapiere, Wertpapiere aus Neuemissionen, die an einer
    Börse zum Handel zugelassen oder an einem organisierten Markt
    zugelassen oder in diesen einbezogen werden sollen, sonstige
    Wertpapiere gemäß § 198 Absatz 1 Nummer 1 und 3 und verbriefte
    Geldmarktinstrumente sowie Schuldscheindarlehen, wobei eine weitere
    Gliederung nach geeigneten Kriterien unter Berücksichtigung der
    Anlagepolitik nach prozentualen Anteilen am Wert des Sondervermögens
    vorzunehmen ist. Für jeden Posten der Vermögensaufstellung ist sein
    Anteil am Wert des Sondervermögens anzugeben. Für jeden Posten der
    Wertpapiere, Geldmarktinstrumente und Investmentanteile sind auch die
    während des Berichtszeitraums getätigten Käufe und Verkäufe nach
    Nennbetrag oder Zahl aufzuführen. Der Wert des Sondervermögens ist
    anzugeben. Es ist anzugeben, inwieweit zum Sondervermögen gehörende
    Vermögensgegenstände Gegenstand von Rechten Dritter sind;

2.  die während des Berichtszeitraums abgeschlossenen Geschäfte, die
    Finanzinstrumente zum Gegenstand haben, Pensionsgeschäfte und
    Wertpapier-Darlehen, soweit sie nicht mehr in der Vermögensaufstellung
    erscheinen. Die während des Berichtszeitraums von
    Spezialsondervermögen nach § 283 getätigten Leerverkäufe in
    Wertpapieren sind unter Nennung von Art, Nennbetrag oder Zahl,
    Zeitpunkt der Verkäufe und Nennung der erzielten Erlöse anzugeben;

3.  die Anzahl der am Berichtsstichtag umlaufenden Anteile und der Wert
    eines Anteils gemäß § 168 Absatz 1;

4.  eine nach Art der Erträge und Aufwendungen gegliederte Ertrags- und
    Aufwandsrechnung. Sie ist so zu gestalten, dass aus ihr die Erträge
    aus Anlagen, sonstige Erträge, Aufwendungen für die Verwaltung des
    Sondervermögens und für die Verwahrstelle, sonstige Aufwendungen und
    Gebühren und der Nettoertrag sowie Erhöhungen und Verminderungen des
    Sondervermögens durch Veräußerungsgeschäfte ersichtlich sind. Außerdem
    ist eine Übersicht über die Entwicklung des Sondervermögens während
    des Berichtszeitraums zu erstellen, die auch Angaben über
    ausgeschüttete und wieder angelegte Erträge, Mehr- oder Minderwerte
    bei den ausgewiesenen Vermögensgegenständen sowie Angaben über
    Mittelzuflüsse aus Anteilverkäufen und Mittelabflüsse durch
    Anteilrücknahmen enthalten muss;

5.  die von der Kapitalverwaltungsgesellschaft beschlossene Verwendung der
    Erträge des Sondervermögens;

6.  bei Publikumssondervermögen eine vergleichende Übersicht der letzten
    drei Geschäftsjahre, wobei zum Ende jedes Geschäftsjahres der Wert des
    Publikumssondervermögens und der Wert eines Anteils anzugeben sind.

(2) Im Jahresbericht eines Publikumssondervermögens sind ferner
anzugeben:

1.  eine als Prozentsatz auszuweisende Gesamtkostenquote im Sinne des §
    166 Absatz 5 Satz 1; sofern in den Anlagebedingungen eine
    erfolgsabhängige Verwaltungsvergütung oder eine zusätzliche
    Verwaltungsvergütung für den Erwerb, die Veräußerung oder die
    Verwaltung von Vermögensgegenständen nach § 231 Absatz 1 und § 234
    vereinbart wurde, ist diese darüber hinaus gesondert als Prozentsatz
    des durchschnittlichen Nettoinventarwertes des
    Publikumssondervermögens anzugeben;

2.  die an die Kapitalverwaltungsgesellschaft, die Verwahrstelle oder an
    Dritte geleisteten Vergütungen, falls in den Anlagebedingungen für die
    Vergütungen und Kosten eine Pauschalgebühr vereinbart wird; der
    Anleger ist darauf hinzuweisen, ob und welche Kosten dem
    Publikumssondervermögen gesondert in Rechnung gestellt werden;

3.  eine Beschreibung, ob der Kapitalverwaltungsgesellschaft
    Rückvergütungen der aus dem Sondervermögen an die Verwahrstelle und an
    Dritte geleisteten Vergütungen und Aufwendungserstattungen zufließen
    und ob je nach Vertriebsweg ein wesentlicher Teil der aus dem
    Sondervermögen an die Kapitalverwaltungsgesellschaft geleisteten
    Vergütungen für Vergütungen an Vermittler von Anteilen des
    Sondervermögens auf den Bestand von vermittelten Anteilen verwendet
    werden;

4.  der Betrag der Ausgabeaufschläge und Rücknahmeabschläge, die dem
    Sondervermögen im Berichtszeitraum für den Erwerb und die Rücknahme
    von Anteilen im Sinne der §§ 196 und 230 berechnet worden sind sowie
    die Vergütung, die dem Sondervermögen von der
    Kapitalverwaltungsgesellschaft selbst, einer anderen
    Kapitalverwaltungsgesellschaft oder einer Gesellschaft, mit der die
    Kapitalverwaltungsgesellschaft durch eine wesentliche unmittelbare
    oder mittelbare Beteiligung verbunden ist oder einer EU-
    Verwaltungsgesellschaft oder ausländischen AIF-Verwaltungsgesellschaft
    als Verwaltungsvergütung für die im Sondervermögen gehaltenen Anteile
    berechnet wurde;

5.  die Angaben nach § 134c Absatz 4 des Aktiengesetzes oder ein Verweis
    auf die Internetseite, auf der diese Angaben veröffentlicht sind.

(3) Der Jahresbericht eines AIF muss zusätzlich folgende Angaben
enthalten:

1.  die Gesamtsumme der im abgelaufenen Geschäftsjahr gezahlten
    Vergütungen, gegliedert in feste und variable von der
    Kapitalverwaltungsgesellschaft an ihre Mitarbeiter gezahlte
    Vergütungen, die Zahl der Begünstigten und gegebenenfalls der vom
    inländischen AIF gezahlten Carried Interest;

2.  die Gesamtsumme der im abgelaufenen Geschäftsjahr gezahlten
    Vergütungen, aufgeteilt nach Führungskräften und Mitarbeitern der
    Kapitalverwaltungsgesellschaft, deren berufliche Tätigkeit sich
    wesentlich auf das Risikoprofil des inländischen AIF ausgewirkt hat;

3.  bei Publikumssondervermögen jede während des abgelaufenen
    Geschäftsjahres eingetretene wesentliche Änderung der im
    Verkaufsprospekt aufgeführten Informationen und bei
    Spezialsondervermögen jede während des abgelaufenen Geschäftsjahres
    eingetretene wesentliche Änderung hinsichtlich der nach § 307 Absatz 1
    oder Absatz 2 Satz 1 und § 308 Absatz 4 zur Verfügung zu stellenden
    Informationen.

Die näheren Anforderungen zu Inhalt und Form des Jahresberichts
bestimmen sich für AIF nach den Artikeln 103 bis 107 der Delegierten
Verordnung (EU) Nr. 231/2013.

(4) Der Jahresbericht eines inländischen OGAW-Sondervermögens muss
zusätzlich folgende Angaben enthalten:

1.  die Gesamtsumme der im abgelaufenen Geschäftsjahr gezahlten
    Vergütungen, gegliedert in feste und variable von der
    Kapitalverwaltungsgesellschaft an ihre Mitarbeiter gezahlte
    Vergütungen und gegebenenfalls alle direkt von dem inländischen OGAW-
    Sondervermögen selbst gezahlte Beträge, einschließlich
    Anlageerfolgsprämien unter Angabe der Zahl der Begünstigten;

2.  die Gesamtsumme der im abgelaufenen Geschäftsjahr gezahlten
    Vergütungen, aufgeteilt nach Geschäftsleitern, Mitarbeitern oder
    anderen Beschäftigten, deren Tätigkeiten einen wesentlichen Einfluss
    auf das Risikoprofil der Verwaltungsgesellschaft oder der verwalteten
    Investmentvermögen haben (Risikoträger), Mitarbeitern oder anderen
    Beschäftigten mit Kontrollfunktionen sowie Mitarbeitern oder anderen
    Beschäftigten, die eine Gesamtvergütung erhalten, auf Grund derer sie
    sich in derselben Einkommensstufe befinden wie Geschäftsleiter und
    Risikoträger;

3.  eine Beschreibung darüber, wie die Vergütung und die sonstigen
    Zuwendungen berechnet wurden;

4.  das Ergebnis der in Artikel 14b Absatz 1 Buchstabe c und d der
    Richtlinie 2009/65/EG genannten Überprüfungen, einschließlich aller
    festgestellten Unregelmäßigkeiten;

5.  wesentliche Änderungen an der festgelegten Vergütungspolitik.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__101.html
Directory: kagb
Level: 5.0