Title: Anlage 5 Kompetenzen für die Prüfung der hochschulischen Pflegeausbildung nach § 32

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 4 - Übergangs- und Schlussvorschriften
Anlage 5 Kompetenzen für die Prüfung der hochschulischen Pflegeausbildung nach § 32

Paragraph: 32

Content:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 4 - Übergangs- und Schlussvorschriften
Anlage 5 Kompetenzen für die Prüfung der hochschulischen Pflegeausbildung nach § 32

(Fundstelle: BGBl. I 2018, 1611 - 1612;
bzgl. der einzelnen Ändernungen vgl. Fußnote)

**I.** **Wissenschaftsbasierte Planung, Organisation, Gestaltung,
    Durchführung, Steuerung und Evaluation auch von hochkomplexen
    Pflegeprozessen bei Menschen aller Altersstufen.**

    Die Absolventinnen und Absolventen

    1.  erheben und beurteilen den individuellen Pflegebedarf, potentielle
        Risiken und Gesundheitsgefährdungen in komplexen und hochkomplexen
        akuten und dauerhaften Pflegesituationen und nutzen spezifische
        wissenschaftsorientierte Assessmentverfahren unter Berücksichtigung
        auch von gendermedizinischen Erkenntnissen,

    2.  übernehmen Verantwortung für die Planung, Organisation, Gestaltung,
        Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflegeprozessen bei
        Menschen mit besonderen gesundheitlichen Problemlagen unter
        Berücksichtigung von wissenschaftlich fundierten Ansätzen der
        Gesundheitsförderung, Prävention und Kuration,

    3.  übernehmen Verantwortung für die Planung, Organisation, Gestaltung,
        Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflegeprozessen bei
        Menschen in hochbelasteten und kritischen Lebens- und
        Pflegesituationen auch bei hochkomplexen Pflegebedarfen, spezifischen
        Klientengruppen und besonderen Verlaufsdynamiken wissenschaftsbasiert
        und fallorientiert,

    4.  übernehmen die Organisation und Durchführung von Interventionen in
        lebensbedrohlichen Krisen- und in Katastrophensituationen bis zum
        Eintreffen der Ärztin oder des Arztes,

    5.  fördern die Entwicklung und Autonomie der zu pflegenden Menschen unter
        Einbeziehung ihrer familialen Kontexte, Lebenslagen und Lebenswelten
        auf der Basis eines breiten pflege- und bezugswissenschaftlichen
        Wissens,

    6.  unterstützen die zu pflegenden Menschen bei der Entwicklung von
        Alltagskompetenzen und bei der Lebensgestaltung unter Berücksichtigung
        eines vertieften pflege- und bezugswissenschaftlichen Wissens,

    7.  analysieren, evaluieren und reflektieren Pflegeprozesse auf der
        Grundlage pflege- und bezugswissenschaftlicher Methoden, Theorien und
        Forschungsergebnisse,

    8.  verfügen über ein grundlegendes Verständnis im Umgang mit digitalen
        Technologien und Softwareanwendungen und für die Funktionsweise von
        Endgeräten, um pflegerelevante Hard- und Software, insbesondere
        digitale Pflegedokumentations- und -assistenzsysteme, bedienen zu
        können.

**II.** **Personen- und situationsorientierte Kommunikation und Beratung von
    zu pflegenden Menschen aller Altersstufen und ihren Bezugspersonen.**

    Die Absolventinnen und Absolventen

    1.  nutzen ein vertieftes und kritisches pflege- und
        bezugswissenschaftliches Wissen in hochkomplexen Kommunikations-,
        Interaktions- und Beratungssituationen,

    2.  analysieren, reflektieren und evaluieren kritisch Kommunikations-,
        Interaktions- und Beratungsprozesse in der Pflegepraxis auf der
        Grundlage pflege- und bezugswissenschaftlicher Methoden sowie unter
        ethischen Gesichtspunkten,

    3.  konzipieren, gestalten und evaluieren Beratungs- und Schulungskonzepte
        auf der Basis gesicherter Forschungsergebnisse,

    4.  treffen in moralischen Konflikt- und Dilemmasituationen begründete
        ethische Entscheidungen unter Berücksichtigung von Menschenrechten
        sowie pflegeethischer Ansätze und fördern berufsethisches Handeln in
        der Pflegepraxis.

**III.** **Verantwortliche Gestaltung des intra- und interprofessionellen
    Handelns in unterschiedlichen systemischen Kontexten und
    Weiterentwicklung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung
    von Menschen aller Altersstufen.**

    Die Absolventinnen und Absolventen

    1.  konzipieren und gestalten die pflegerische Arbeitsorganisation in
        qualifikationsheterogenen Pflegeteams und in unterschiedlichen
        Versorgungssettings auf der Basis gesicherter Forschungsergebnisse,

    2.  führen entsprechend den rechtlichen Bestimmungen ärztliche Anordnungen
        und Maßnahmen der Diagnostik, Therapie oder Rehabilitation
        eigenständig und unter Berücksichtigung vertieften forschungsbasierten
        Wissens sowie gendermedizinischer Erkenntnisse durch,

    3.  analysieren wissenschaftlich begründet die derzeitigen
        pflegerischen/gesundheitlichen Versorgungsstrukturen, die Steuerung
        von Versorgungsprozessen und Formen von intra- und
        interprofessioneller Zusammenarbeit und reflektieren diese kritisch,

    4.  wirken an der Weiterentwicklung und Implementierung von
        wissenschaftsorientierten, innovativen Lösungsansätzen der
        Zusammenarbeit von Berufsgruppen und der Steuerung von
        Versorgungsprozessen in unterschiedlichen Versorgungsbereichen und
        über die Versorgungsbereiche hinweg mit.

**IV.** **Reflexion und Begründung des eigenen Handelns vor dem Hintergrund
    von Gesetzen, Verordnungen, ethischen Leitlinien und Mitwirkung an der
    Entwicklung und Implementierung von Qualitätsmanagementkonzepten,
    Leitlinien und Expertenstandards.**

    Die Absolventinnen und Absolventen

    1.  analysieren wissenschaftlich begründet rechtliche, ökonomische und
        gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie Verfahren des
        Qualitätsmanagements und der Qualitätsentwicklung und reflektieren
        diese kritisch,

    2.  wirken an der Entwicklung, Implementierung und Evaluation von
        wissenschaftsbasierten oder -orientierten innovativen Ansätzen des
        Qualitätsmanagements und der Qualitätsentwicklung mit,

    3.  beteiligen sich an gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen zur
        Pflege- und Versorgungsqualität

**V.** **Reflexion und Begründung des eigenen Handelns auf der Grundlage von
    wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und
    Einstellungen sowie Beteiligung an der Berufsentwicklung.**

    Die Absolventinnen und Absolventen

    1.  erschließen und bewerten gesicherte Forschungsergebnisse
        einschließlich gendermedizinischer Erkenntnisse und wählen diese für
        den eigenen Handlungsbereich aus,

    2.  nutzen forschungsgestützte Problemlösungen und neue Technologien für
        die Gestaltung von Pflegeprozessen,

    3.  gestalten die vorbehaltenen Tätigkeiten verantwortlich aus und
        positionieren pflegewissenschaftliche Erkenntnisse im intra- und
        interdisziplinären Team,

    4.  identifizieren eigene und teamübergreifende berufsbezogene Fort- und
        Weiterbildungsbedarfe,

    5.  analysieren und reflektieren wissenschaftlich begründet berufsethische
        Werthaltungen und Einstellungen,

    6.  entwickeln ein fundiertes Pflegeverständnis und ein berufliches
        Selbstverständnis als hochschulisch qualifizierte Pflegefachperson,

    7.  wirken an der Weiterentwicklung der Profession mit.

(zu § 1 Absatz 2 Nummer 1, § 25)

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__32.html
Directory: pflaprv
Level: 4.0