Title: § 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Holzspielzeugmacher/zur Holzspielzeugmacherin (HolzSpielzMAusbV 1996)
§ 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Holzspielzeugmacher/zur Holzspielzeugmacherin (HolzSpielzMAusbV 1996)
§ 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt
höchstens vier Stunden zwei Arbeitsproben durchführen und in höchstens
17 Stunden ein Prüfungsstück anfertigen. Hierfür kommen insbesondere
in Betracht:

1.  als Arbeitsproben:

    a)  Anfertigen eines Teils unter Verwendung von Maschinen,

    b)  Anfertigen eines Teils durch halbplastisches Schnitzen,

    c)  Anfertigen eines Teils durch dekoratives Spanen oder

    d)  Bemalen einer Figur;

2.  als Prüfungsstück:

    Herstellen eines Erzeugnisses aus vorgefertigten Teilen unter
    Berücksichtigung von Montagearbeiten, Schnitzarbeiten, dekorativem
    Spanen und Bemalen. Dem Prüfungsausschuß ist vor Anfertigung des
    Prüfungsstückes ein Entwurf zur Genehmigung vorzulegen.

Die Arbeitsproben zusammen und das Prüfungsstück sollen jeweils mit 50
vom Hundert gewichtet werden.

(3) Zum Nachweis der Kenntnisse soll der Prüfling in den
Prüfungsfächern Technologie, Technische Mathematik, Technisches
Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft
werden. Es kommen Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen
sollen, insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Technologie:

    a)  Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz und rationelle
        Energieverwendung,

    b)  Arten, Eigenschaften und Einsatz der Werk- und Hilfsstoffe,

    c)  Arbeitsplanung und Arbeitsabläufe,

    d)  Behandlung von Oberflächen,

    e)  Arbeitsweise, Bedienen und Warten von Maschinen,

    f)  Gestaltungsprinzipien von berufstypischen Erzeugnissen,

    g)  Qualitätssicherung;

2.  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

    a)  Flächen-, Körper- und Massenberechnungen,

    b)  Material- und Kostenberechnungen,

    c)  maschinenkundliches Rechnen;

3.  im Prüfungsfach Technisches Zeichnen:

    a)  Lesen von Skizzen und technischen Zeichnungen,

    b)  Anfertigen einer Entwurfszeichnung,

    c)  Anfertigen einer technischen Zeichnung;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die schriftliche Kenntnisprüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Technische Mathematik

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Technisches Zeichnen

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht.

(7) Innerhalb der Kenntnisprüfung hat das Prüfungsfach Technologie
gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der Fertigkeits- und
Kenntnisprüfung sowie innerhalb der Kenntnisprüfung im Prüfungsfach
Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/holzspielzmausbv_1996/__9.html
Directory: holzspielzmausbv_1996
Level: 2.0