Title: § 1 Mindestanforderungen an die Einrichtung und den wirtschaftlichen Zustand

Description:
Verordnung über die Eignung der Ausbildungsstätte für die Berufsausbildung zur Fachkraft Agrarservice (AgrarAusbStEignV)
§ 1 Mindestanforderungen an die Einrichtung und den wirtschaftlichen Zustand

Paragraph: 1

Content:
Verordnung über die Eignung der Ausbildungsstätte für die Berufsausbildung zur Fachkraft Agrarservice (AgrarAusbStEignV)
§ 1 Mindestanforderungen an die Einrichtung und den wirtschaftlichen Zustand

(1) Die Ausbildungsstätte muss unter Berücksichtigung der in § 27 Abs.
1 des Berufsbildungsgesetzes genannten Anforderungen ein Betrieb sein,
der nach Art und Umfang der Produktion und der Dienstleistungen sowie
nach seinem Bewirtschaftungszustand die Voraussetzungen dafür bietet,
dass den Auszubildenden die in der Verordnung über die
Berufsausbildung zur Fachkraft Agrarservice vom 23. Juli 2009 (BGBl. I
S. 2157) in der jeweils geltenden Fassung geforderten Fertigkeiten,
Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) vermittelt
werden können. Eine kontinuierliche Anleitung muss gewährleistet sein.

(2) Die Ausbildungsstätte muss als landwirtschaftlicher
Haupterwerbsbetrieb, als selbstständige landwirtschaftliche
Betriebseinheit, als landwirtschaftliches Dienstleistungsunternehmen
oder als Einrichtung der öffentlichen Hand bewirtschaftet und nach
betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden. Die
Wirtschaftsergebnisse müssen buchführungsgemäß erfasst sein.

(3) Die Gebäude, baulichen Anlagen und technischen Ausstattungen der
Ausbildungsstätte müssen den im Hinblick auf die Ausbildungsziele zu
stellenden Anforderungen entsprechen und in ordnungsgemäßem Zustand
sein.

(4) Ausbildungsstätten, die selbst nicht über die für die Durchführung
der Ausbildung notwendige Flächenausstattung und Zusammensetzung von
Kulturen sowie über Dienstleistungsangebote verfügen, dürfen nur
ausbilden, wenn sie nachweisen, dass die landwirtschaftlichen Arbeiten
und Dienstleistungen in dem für die Ausbildung notwendigen Umfang und
der erforderlichen Vielfalt bei Vertragspartnern durchgeführt werden
können.

(5) Es muss gewährleistet sein, dass die erforderlichen
Betriebsmittel, insbesondere die Geräte, Maschinen und technischen
Einrichtungen, für die Ausbildung zur Verfügung stehen und in
ordnungsgemäßem Zustand sind. Die notwendigen technischen und
baulichen Einrichtungen zu deren Pflege sowie für Wartungs- und
Instandsetzungsarbeiten müssen vorhanden sein.

(6) Ein Abdruck der Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft
Agrarservice sowie der Prüfungsordnung und der Ausbildungsplan müssen
in der Ausbildungsstätte an geeigneter Stelle zur Einsicht ausgelegt
oder den Auszubildenden ausgehändigt werden. Den Auszubildenden soll
für die betriebliche Ausbildung förderliche Fachliteratur zur
Verfügung stehen. Soweit tarifvertragliche Regelungen für den
Ausbildungsbetrieb gelten, sind diese in der Ausbildungsstätte zur
Einsicht auszulegen.

(7) Die Ausbildungsstätte muss die Gewähr dafür bieten, dass die
Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes, des
Mutterschutzgesetzes, der Unfallverhütungsvorschriften, der
Arbeitsstättenverordnung und sonstige Vorschriften zum Schutze der
Auszubildenden eingehalten werden können. Sie muss über geeignete
Sozialräume und Sanitärräume verfügen. Bei der Antragstellung gemäß §
27 Abs. 3 des Berufsbildungsgesetzes muss eine
Unbedenklichkeitsbescheinigung der zuständigen Berufsgenossenschaft
über die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften vorliegen, die
nicht älter als ein Jahr ist. Haben Ausbildende Auszubildende in die
häusliche Gemeinschaft aufgenommen, so muss eine Unterkunft zur
Verfügung gestellt werden, die zeitgemäß beschaffen und ausgestattet
ist.

(8) Eine Ausbildungsstätte ist ungeeignet, wenn über das Vermögen des
Inhabers oder der Inhaberin ein Insolvenz- oder Vergleichsverfahren
eröffnet worden ist.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/agrarausbsteignv/__1.html
Directory: agrarausbsteignv
Level: 2.0