Title: Anlage 9 Anforderungen an Analysenmethoden, an Laboratorien und an die Beurteilung der Überwachungsergebnisse

Description:
Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer (OGewV 2016)
Anlage 9 Anforderungen an Analysenmethoden, an Laboratorien und an die Beurteilung der Überwachungsergebnisse

Paragraph: 16

Content:
Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer (OGewV 2016)
Anlage 9 Anforderungen an Analysenmethoden, an Laboratorien und an die Beurteilung der Überwachungsergebnisse

(Fundstelle: BGBl. I 2016,1432 - 1433)

**1.** Anforderungen an Analysenmethoden für die Überwachung der Einhaltung
    von Umweltqualitätsnormen
    ****                   Für die Überwachung der Einhaltung von
    Umweltqualitätsnormen für Stoffe in Gewässern sind nur solche
    Analysenmethoden anzuwenden, die folgende Anforderungen erfüllen:

    1.1[^f793919_109_BJNR137310016BJNE002600000]
 Die Analysenmethoden, einschließlich der Labor-, Feld- und
        Onlinemethoden, sind im Einklang mit der Norm DIN EN ISO/IEC 17025
        validiert und dokumentiert.

    1.2 Die erweiterte Messunsicherheit (mit k = 2) der Analysenmethoden
        beträgt höchstens 50 Prozent, ermittelt bei einer Konzentration im
        Bereich der jeweiligen Umweltqualitätsnorm.

    1.3 Die Bestimmungsgrenzen der Analysenmethoden betragen höchstens 30
        Prozent der jeweiligen Umweltqualitätsnorm.

    1.4 Gibt es für einen Parameter keine Analysenmethode, die den
        Anforderungen gemäß den Nummern 1.2 und 1.3 genügt, erfolgt die
        Überwachung mithilfe der besten verfügbaren Technik, die keine
        übermäßigen Kosten verursacht. Bei der Analyse von Parametern, die
        operational über ihre Analysenvorschrift definiert werden, gelten die
        in den Analysenmethoden festgelegten Anforderungen.

    1.5 Wird für einen Stoff nach Anlage 8 Tabelle 2 Nummer 5, 15, 16, 17, 21,
        28, 34, 35, 37, 43 oder 44 der Tabelle 2 in Anlage 8 von der
        Möglichkeit Gebrauch gemacht, anstelle von Biota andere Matrizes zu
        untersuchen, muss die für die gewählte Matrix verwendete
        Analysenmethode die Mindestleistungskriterien nach den Nummern 1.2 und
        1\.3 erfüllen. Werden diese Kriterien für keine der Matrizes erfüllt,
        erfolgt die Überwachung mithilfe der besten verfügbaren Technik, die
        keine übermäßigen Kosten verursacht. Die Analysenmethode muss dann
        mindestens so leistungsfähig sein wie die Analysenmethode, die für den
        betreffenden Stoff in Biota verwendet wird.

**2.** **Anforderungen an Laboratorien**

    2.1 Die Laboratorien, die chemische oder physikalisch-chemische
        Qualitätskomponenten überwachen, haben ein Qualitätsmanagementsystem
        im Einklang mit der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 anzuwenden. Sie haben
        ihre Befähigung für die Durchführung der erforderlichen Analysen
        nachzuweisen durch:

        2.1.1[^f793919_110_BJNR137310016BJNE002600000]
 die Teilnahme an Ringversuchen zur Laboreignungsprüfung mit Proben,
            die repräsentativ für den untersuchten Konzentrationsbereich sind, und
            die von Organisationen durchgeführt werden, welche die Anforderungen
            nach DIN EN ISO/IEC 17043
            erfüllen und

        2.1.2 die Analyse verfügbarer Referenzmaterialien, die bezüglich
            Konzentration und Matrix repräsentativ für die zu analysierenden
            Proben sind.

    2.2 Die Laboratorien, die biologische Qualitätskomponenten überwachen,
        haben die Befähigung für die Durchführung der erforderlichen
        Untersuchungen nachzuweisen und qualitätssichernde Maßnahmen
        durchzuführen, wie z. B. die Teilnahme an Schulungen,
        Vergleichsuntersuchungen sowie das Sammeln und Archivieren von
        Belegexemplaren der untersuchten Organismen.

**3.** **Anforderungen an die Beurteilung der Überwachungsergebnisse**

    3.1 Berechnung des Jahresdurchschnitts

        3.1.1 Liegen die Werte physikalisch-chemischer oder chemischer Messgrößen in
            einer bestimmten Probe unter der Bestimmungsgrenze, so werden die
            Messergebnisse für die Berechnung des Jahresdurchschnitts durch die
            Hälfte des Werts der Bestimmungsgrenze ersetzt. Dies gilt nicht für
            Parameter, die Summen von Stoffen darstellen. In diesen Fällen werden
            unter der Bestimmungsgrenze liegende Ergebnisse für einzelne Stoffe
            vor der Summenbildung gleich null gesetzt.

        3.1.2 Liegt ein gemäß Nummer 3.1.1 berechneter Jahresdurchschnitt unter der
            Bestimmungsgrenze, so wird dieser Wert als „kleiner Bestimmungsgrenze“
            bezeichnet.

    3.2 Einhaltung von Umweltqualitätsnormen

        3.2.1 Umweltqualitätsnormen für die Stoffe der Anlagen 6 und 8, jeweils
            ausgedrückt als zulässige Höchstkonzentrationen (ZHK-UQN), gelten als
            eingehalten, wenn die Konzentration bei jeder Einzelmessung an jeder
            repräsentativen Überwachungsstelle in dem Oberflächenwasserkörper
            kleiner oder gleich der ZHK-UQN ist. Liegt in den Fällen von Nummer
            1\.4 die Bestimmungsgrenze über der Umweltqualitätsnorm und alle
            Messwerte unter der Bestimmungsgrenze, so wird das Ergebnis für den
            gemessenen Stoff für die Zwecke der Einstufung des chemischen
            Gesamtzustands des betreffenden Wasserkörpers nicht berücksichtigt.

        3.2.2 Umweltqualitätsnormen für die Stoffe der Anlagen 6 und 8, jeweils
            ausgedrückt als Jahresdurchschnittswerte (JD-UQN), gelten als
            eingehalten, wenn das arithmetische Mittel der zu unterschiedlichen
            Zeiten im Zeitraum von einem Jahr an jeder repräsentativen
            Überwachungsstelle in dem Oberflächenwasserkörper gemessenen
            Konzentrationen kleiner oder gleich der Umweltqualitätsnorm ist. Im
            Fall von Nummer 3.1.2 gilt die Umweltqualitätsnorm als eingehalten,
            wenn die Bestimmungsgrenze unterhalb der UQN liegt. Liegt im Fall von
            Nummer 1.4 die Bestimmungsgrenze über der Umweltqualitätsnorm und das
            arithmetische Mittel unter der Bestimmungsgrenze, so wird das Ergebnis
            für den gemessenen Stoff für die Zwecke der Einstufung des chemischen
            Gesamtzustands des betreffenden Wasserkörpers nicht berücksichtigt.

        3.2.3 Umweltqualitätsnormen für die Stoffe nach Anlage 8 Tabelle 2,
            ausgedrückt als Biota-UQN, gelten als eingehalten, wenn der
            entlogarithmierte Wert des arithmetischen Mittelwerts der
            logarithmierten Konzentrationen in den einzelnen Individuen kleiner
            oder gleich der Umweltqualitätsnorm ist. Die Untersuchung von
            Poolproben ist ebenfalls zulässig; in diesen Fällen gilt die Biota-UQN
            als eingehalten, wenn die Konzentration in der Poolprobe kleiner oder
            gleich der Umweltqualitätsnorm ist. Bei der Untersuchung von mehreren
            Poolproben wird der arithmetische Mittelwert der gemessenen
            Konzentrationen gebildet und mit der Biota-UQN verglichen.

    3.3 Berücksichtigung von natürlichen Hintergrundkonzentrationen und der
        Bioverfügbarkeit von Nickel und Blei

        3.3.1 Ist für einen Stoff nach Anlage 6 oder 8 die natürliche
            Hintergrundkonzentration im zu beurteilenden Oberflächenwasserkörper
            größer als die Umweltqualitätsnorm, so legt die zuständige Behörde
            eine abweichende Umweltqualitätsnorm unter Berücksichtigung der
            Hintergrundkonzentration für diesen Oberflächenwasserkörper fest.

        3.3.2 Ist der für Nickel oder Blei ermittelte Jahresdurchschnitt größer oder
            gleich der JD-UQN, kann bei dessen Beurteilung die Bioverfügbarkeit
            berücksichtigt werden, wobei die bioverfügbare
            Jahresdurchschnittskonzentration für den weiteren Vergleich mit der
            JD-UQN zu berechnen ist. Bioverfügbare Konzentrationen sind für jeden
            einzelnen Messwert mithilfe geeigneter Modelle zu ermitteln. Dafür
            sind die gelösten Konzentrationen von Nickel und Blei und die
            standortspezifischen Wasserqualitätsparameter pH-Wert, Calcium-Gehalt
            (Wasserhärte) und gelöster organischer Kohlenstoff zu verwenden. Aus
            den erhaltenen bioverfügbaren Konzentrationen wird die bioverfügbare
            Jahresdurchschnittskonzentration als arithmetisches Mittel berechnet.
            Es ist zu gewährleisten, dass die gelösten Konzentrationen von Nickel
            und Blei und die Wasserqualitätsparameter in derselben Wasserprobe
            überwacht werden.

    Ausgabe August 2005, erschienen im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, und beim
    Deutschen Patent- und Markenamt in München archivmäßig gesichert
    niedergelegt.
[^f793919_109_BJNR137310016BJNE002600000]:     Ausgabe Mai 2010, erschienen im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, und beim
    Deutschen Patent- und Markenamt in München archivmäßig gesichert
    niedergelegt.
[^f793919_110_BJNR137310016BJNE002600000]: 
(zu § 10 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 Satz 1,
§ 13 Absatz 1 Nummer 3, § 14 Absatz 2)

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