Title: § 19 Schutzmaßregeln vor amtlicher Feststellung einer exotischen Seuche

Description:
Fischseuchenverordnung (FischSeuchV 2008)
Abschnitt 6 - Besondere Schutzmaßnahmen
§ 19 Schutzmaßregeln vor amtlicher Feststellung einer exotischen Seuche

Paragraph: 19

Content:
Fischseuchenverordnung (FischSeuchV 2008)
Abschnitt 6 - Besondere Schutzmaßnahmen
§ 19 Schutzmaßregeln vor amtlicher Feststellung einer exotischen Seuche

(1) Im Falle des Ausbruchs oder des Verdachts des Ausbruchs einer
exotischen Seuche in einem Aquakulturbetrieb gilt vor der amtlichen
Feststellung Folgendes:

1.  Die zuständige Behörde erfasst alle Fische aus Aquakultur sowie die
    geschätzte Anzahl seuchenkranker und verdächtiger Fische aus
    Aquakultur.

2.  Der Betreiber hat der zuständigen Behörde täglich den neuesten Stand
    der geschätzten Anzahl seuchenkranker und verdächtiger Fische aus
    Aquakultur mitzuteilen.

3.  Fische aus Aquakultur dürfen nur mit Genehmigung der zuständigen
    Behörde in oder aus dem Aquakulturbetrieb verbracht werden.

4.  Verendete Fische aus Aquakultur dürfen nur zur unschädlichen
    Beseitigung oder zu diagnostischen Zwecken aus dem Aquakulturbetrieb
    verbracht werden.

5.  Von Fischen aus Aquakultur stammende Teile, Rohstoffe, Erzeugnisse
    sowie Futtermittel und sonstige Gegenstände, die Träger des
    Seuchenerregers sein können, dürfen nur mit Genehmigung der
    zuständigen Behörde verbracht werden.

6.  Personen dürfen den Aquakulturbetrieb nur mit Genehmigung der
    zuständigen Behörde betreten und müssen vor jedem Verlassen der Anlage
    ihr Schuhwerk reinigen und desinfizieren.

7.  Transportmittel, mit denen Fische aus Aquakultur transportiert werden,
    müssen vor dem Verlassen des Aquakulturbetriebes gereinigt und
    desinfiziert werden.

(2) Alle Aquakulturbetriebe eines Wassereinzugsgebietes, in dem der
Verdacht des Ausbruchs einer exotischen Seuche besteht, unterliegen
der amtlichen Beobachtung. Aus den amtlicher Beobachtung
unterliegenden Anlagen dürfen Fische aus Aquakultur nur mit
Genehmigung der zuständigen Behörde verbracht werden. Die zuständige
Behörde kann die Maßnahmen nach Satz 1 auf einen Teil des
Wassereinzugsgebietes um den betroffenen Aquakulturbetrieb
beschränken, sofern Belange der Seuchenbekämpfung nicht
entgegenstehen.

(3) Die zuständige Behörde führt epidemiologische Untersuchungen
durch. Diese Nachforschungen erstrecken sich auf

1.  den Zeitraum, in dem der Seuchenerreger bereits im Aquakulturbetrieb
    gewesen sein kann, bevor der Verdacht angezeigt worden ist,

2.  die mögliche Eintragsquelle sowie

3.  die Ermittlung anderer Aquakulturbetriebe, aus denen Fische aus
    Aquakultur in den Aquakulturbetrieb, in dem der Verdacht besteht, oder
    in die Fische aus Aquakultur aus dem Aquakulturbetrieb, in dem der
    Verdacht besteht, verbracht worden sind.

(4) Ergibt die epidemiologische Untersuchung nach Absatz 3, dass der
Seuchenerreger in einen anderen Aquakulturbetrieb oder ein
Weichtierzuchtgebiet oder fließende Gewässer eingeschleppt worden ist,
gilt für diese Absatz 1 entsprechend.

(5) Die zuständige Behörde kann die Maßnahmen nach den Absätzen 1 bis
4 auch für die in § 6 Abs. 1 genannten Betriebe anordnen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fischseuchv_2008/__19.html
Directory: fischseuchv_2008
Level: 3.0