Title: Kleinfahrzeuge

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Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Kleinfahrzeuge

Paragraph: 9

Content:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Kleinfahrzeuge

**1.** Bauart und schiffbauliche Einrichtungen ****

1.1 Das Kleinfahrzeug muss eine Schiffslänge [L] von mindestens 8 m haben
    und darf höchstens eine Bruttoraumzahl von 100 aufweisen. Für
    Fahrzeuge mit einer Freibordlänge von weniger als 24 m ist die
    Schiffslänge [L] als Rumpflänge entsprechend der Längendefinition nach
    DIN EN-ISO 8666, Ausgabe April 2003, zu bestimmen. Die Freibordlänge
    ist nach dem Internationalen Freibord-Übereinkommen zu bestimmen. Die
    Rumpf- oder Freibordlänge [L] ist zur Bemessung von Bauteilen
    heranzuziehen und/oder wird für die Ausstellung von Zeugnissen, sofern
    erforderlich, verwendet.

1.2 Die Festigkeit des Schiffskörpers sowie der Schiffsverbände müssen dem
    vorhandenen Tiefgang und beantragten Fahrtbereich sowie den
    Anforderungen einer anerkannten Organisation entsprechen. Es muss ein
    Kollisionsschott vorhanden sein, das wasserdicht bis zum Hauptdeck
    (Schottendeck) ausgeführt ist. Dieses Schott muss in einem Abstand von
    mindestens 5 % der Schiffslänge und, sofern die Berufsgenossenschaft
    nichts anderes zulässt, von höchstens 8 % der Schiffslänge vom
    vorderen Lot angeordnet sein. Das Kollisionsschott darf höchstens
    durch eine Rohrleitung zum Lenzen und Fluten der Vorpiek durchbrochen
    werden und das Absperrventil muss von einer Stelle oberhalb des
    Hauptdecks (Schottendecks) bedient werden können. Im Kollisionsschott
    dürfen keine Türen, Mannlöcher, Zugangsöffnungen, Lüftungsschächte
    oder sonstige Öffnungen angeordnet sein. Soweit durchführbar und mit
    der Bauart und dem ordnungsgemäßen Betrieb des Schiffes vereinbar,
    sind weitere Schotte (z. B. Stopfbuchsenschott, vorderes und hinteres
    Maschinenraumbegrenzungsschott) und ein Doppelboden vorzusehen.

1.3 Der Verschlusszustand des Fahrzeuges muss dem beantragten Fahrtbereich
    entsprechen. Das Kleinfahrzeug muss vollkommen gedeckt sein.

**2.** Brandschutz ****

    Abweichend von Kapitel 2 Regel 3 gelten nachfolgende Regeln:

2.1 Wenn bei Unterkunftsräumen, die unter Deck liegen und die keinen
    direkten Zugang vom freien Deck haben, die Gefahr besteht, dass bei
    einem Brand der Fluchtweg durch die benachbarten Räume abgeschnitten
    wird, so muss ein Notausstieg vorgesehen werden. Die lichte Weite des
    Notausstiegs muss mindestens 400 mm x 400 mm betragen. Sie sollte
    jedoch möglichst 600 mm x 600 mm aufweisen.

2.2 Lüfter mit Kraftantrieb müssen von außen abgeschaltet werden können.

2.3 Öffnungen der Lüftungseinrichtungen für Unterkunfts- und
    Maschinenräume müssen von außen verschließbar sein.

2.4 Jeder Raum ist mit einem 6-kg-Feuerlöscher mit einem Löschmittel für
    die Brandklassen ABC auszurüsten. Bei mehreren miteinander verbundenen
    Räumen genügt ein Feuerlöscher. Im Ruderhaus, in der Plicht oder außen
    am Eingang zum Unterkunftsbereich ist ein weiterer 6-kg-Feuerlöscher
    der Brandklassen ABC vorzusehen. Für die Kochstelle ist ein
    festeingebauter 6-kg-Feuerlöscher der Brandklassen BC vorzusehen, der
    von außerhalb des Aufstellungsraumes auszulösen ist.

2.5 Die Kochnische oder die Küche ist mit nicht brennbaren Platten zu
    verkleiden.

2.6 Decksdurchführungen von Rauchrohren sind feuersicher auszuführen.
    Rauchhauben sind vorzusehen.

2.7 Es muss eine absperrbare Belüftung mit einem Mindestquerschnitt der
    Rauchrohre von 150 cm
    2                    für die Kombüse und die Wohnräume vorhanden sein.

2.8 Ölheizungen sind mit geeigneten Ölreglern auszurüsten, die
    längsschiffs einzubauen sind. Unterhalb von Ölbrenner u. ä. müssen
    Ölauffangwannen vorhanden sein. Für Öl-Heizungsanlagen, für
    Maschinenraumlüfter und für Brennstoff-Förderpumpen sind
    E-Notstoppeinrichtungen vorzusehen.

2.9 Wandungen der Maschinenräume müssen mit nicht brennbarem Material
    isoliert sein, dessen Oberfläche schwer entflammbar und gegen Ölnebel
    dicht ist. Stahlwandungen brauchen nur an angrenzenden Räumen isoliert
    zu sein, wobei die Mindestdicke des Isoliermaterials bei
    Stahlwandungen 30 mm und bei anderen Wandungen 50 mm bei jeweils einer
    Mindestrohdichte von 150 kg/m
    3                   , betragen muss. Maschinenraumoberlichter müssen
    mit Drahtglas versehen und von außen verschließbar sein. Die
    Maschinenraumtür muss hinreichend gasdicht und mit einem
    Selbstschließer ausgerüstet sein. Brennstoff- und Lenzleitungen
    einschließlich der Filter und Armaturen müssen aus Stahl gefertigt
    sein.

2.10 Brennstofftanks aus Aluminium sind bei Aufstellung im Maschinenraum
    nicht zulässig. Wenn der Brennstofftank außerhalb des Maschinenraumes
    und somit außerhalb des Aufstellungsbereiches von Verbrennungsmotoren
    aufgestellt ist, kann Aluminium unter der Voraussetzung akzeptiert
    werden, dass die Tankwand nicht unmittelbar an den Maschinenraum oder
    an den Maschinenraumfrontschott angrenzt. An den Brennstofftanks
    müssen von außerhalb des Maschinenraumes bedienbare und zugelassene
    Fernabsperreinrichtungen (Schnellschlussventile), vorhanden sein.
    Brennstofftanks müssen mit einem Füllstandsanzeiger ausgestattet sein.

2.11 Flexible Schlauchverbindungen im Brennstoff- und Seewassersystem
    dürfen nicht länger als 500 mm sein.

2.12 Abgasleitungen sind aus Stahl zu fertigen, zu isolieren und mit
    Stahlblech abzudecken.

2.13 Der Maschinenraum muss mit einer fest eingebauten Feuerlöschanlage (z.
    B. CO
    2                   , Pulver, FM 200) ausgestattet sein, die von Hand
    von außerhalb des Maschinenraumes ausgelöst werden kann. Bei
    Pulverlöschanlagen beträgt die erforderliche Pulvermenge 0,5 bis 1 kg
    pro m
    3                    leeren Raumes. Die Verteilung des Löschmittels
    muss durch Rohrleitungen und Pulverdüsen erfolgen, die insbesondere
    über den Antriebsaggregaten anzuordnen sind.

2.14 Alle Isoliermaterialien müssen nicht brennbar, alle
    Oberflächenmaterialien schwer entflammbar sein.

2.15 Alle Abfallbehälter müssen aus nicht brennbarem Werkstoff hergestellt
    sein und dürfen keine Öffnungen in Seitenwänden oder Böden haben.
    Papierkörbe müssen so gebaut sein, dass das Herausschlagen von Flammen
    verhindert wird.

2.16 Gardinen und Vorhänge müssen schwer entflammbar sein.

2.17 Die einzelne Schlauchlänge von Feuerlöschschläuchen darf 20 m, in
    Maschinenräumen 15 m nicht überschreiten.

2.18 Eine Brandschutzausrüstung muss nicht mitgeführt werden.

**3.** Rettungsmittel ****

    Abweichend von Kapitel 2 Regel 4 gelten nachfolgende Regeln:

3.1 Es müssen aufblasbare Rettungsflöße mit einem Gesamtfassungsvermögen
    zur Aufnahme aller an Bord befindlichen Personen mitgeführt werden.
    Die Flöße dürfen in geprüften Flachcontainern verpackt sein, wenn die
    Aufstellung runder Container aus örtlichen Gründen nicht möglich ist
    und die Berufsgenossenschaft im Einzelfall ausdrücklich zugestimmt
    hat. Die Flöße müssen an Bord so gelagert werden, dass sie frei
    aufschwimmen können. Zurrungen müssen mit Wasserdruckauslösern
    versehen sein.

3.2 Für jede Person muss eine Rettungsweste an Bord sein, außerdem für
    jedes Mitglied der Wache eine nach einer EU-Norm zugelassene
    aufblasbare Arbeitssicherheitsweste.

3.3 Für jedes Besatzungsmitglied muss ein Eintauch- oder Wetterschutzanzug
    an Bord sein.

3.4 Beim gewerblichen Einsatz in der Offshore-Industrie muss ein Eintauch-
    oder Wetterschutzanzug für jede Person, die zusätzlich zur Besatzung
    an Bord ist, vorgesehen werden.

3.5 Rettungsringe müssen nach folgenden Anforderungen an Bord mitgeführt
    werden:

    a)  Schiffslänge **bis**                          15 m: zwei
        Rettungsringe, davon einer mit selbstzündendem Nachtlicht, einer mit
        30 m langer schwimmfähiger Leine. Bei Ausbildungsfahrzeugen muss einer
        der Rettungsringe mit Treibanker, Flagge, Doppeltonpfeife und
        Farbbeutel versehen sein.

    b)  Schiffslänge **über**                          15 m: vier
        Rettungsringe, davon einer mit selbstzündendem Licht, einer mit 30 m
        langer schwimmfähiger Leine. Bei Ausbildungsfahrzeugen muss einer der
        Rettungsringe mit Treibanker, Flagge, Doppeltonpfeife und Farbbeutel
        versehen sein.

    Rettungsringe in Hufeisenform können verwendet werden.

3.6 Eine Leiter mit festen Holmen und festen Sprossen, die beim Einsatz
    heruntergeklappt von Deck bis mindestens 50 cm unter die
    Wasseroberfläche reicht und an Deck sicher zu befestigen ist, muss
    vorhanden sein.

**4.** Sonstige Ausrüstung ****

4.1 Die Ausrüstung mit einem NAVTEX-Empfänger ist nur erforderlich, wenn
    der UKW-Bedeckungsbereich deutscher Küstenfunkstellen verlassen wird.

4.2 Die Anbringung der Positionslaternen, der Schallsignalanlagen sowie
    die Aufstellung der Funkausrüstung, Kompasse und nautischen Geräte und
    Instrumente müssen vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
    (BSH) geprüft und genehmigt sein. Es sind mitzuführen:

    1 Ankerausrüstung nach Bauvorschrift einer Klasse,

    1 Schleppleine von mindestens der fünffachen Schiffslänge,

    1 Sturmfock (nur Segelfahrzeug),

    1 Schneideapparat für stehendes Gut (nur Segelfahrzeug),

    1 Rettungssignaltafel,

    2 Eimer,

    1 Sicherheitsgurt für jede an Bord befindliche Person,

    1 Notruder oder eine Reservepinne.

**5.** Fahrtbereich ****

    Der Fahrtbereich wird entsprechend dem vorgesehenen Einsatz, soweit
    dies wegen der Besonderheiten des Fahrzeuges erforderlich ist, mit
    einer Wetterklausel und örtlich begrenzt, erteilt. Bei Fahrten darf
    ein Abstand von 10 Seemeilen von der Küstenlinie bei mittlerem
    Hochwasser nur dann überschritten werden, wenn durch eine anerkannte
    Organisation nachgewiesen wird, dass die Festigkeit des Schiffskörpers
    für eine entsprechend große Entfernung vom Land ausreicht. Für jeden
    Fahrgast muss ein Sitzplatz in seefest eingedeckten Räumen vorhanden
    sein.

**6.** Ausnahmen und Befreiungen ****

    Die Berufsgenossenschaft kann Ausnahmen zulassen, soweit eine
    vergleichbare Sicherheit des Fahrzeugs auf andere Weise gewährleistet
    ist. Insbesondere kann für ein Kleinfahrzeug, für das aufgrund seiner
    geringen Größe oder besonderen Bauart die Anforderungen dieses
    Kapitels nicht erfüllbar sind, im Einzelfall bestimmt werden, welche
    Anforderungen erfüllt werden müssen, damit die an Bord befindlichen
    Personen und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden.

**7.** Ergänzende Anforderungen ****

    Für Fahrzeuge, die nicht den Klassifikationsregeln einer anerkannten
    Organisation entsprechen, gilt:

**7.1** **Bauart und Bauweise**

    Ohne Inhalt.

**7.2** **Maschinenbauliche Einrichtungen**

7.2.1 Hauptantriebs- und Hilfsdieselmotoren

7.2.1.1 Hauptantriebsmotoren müssen Dieselmotoren sein. Benzinmotoren sind nur
    als Außenbordmotoren zulässig.

7.2.1.2 Hauptantriebsmotoren müssen mit einem Typenschild ausgerüstet sein.
    Auf dem Typenschild der Hauptantriebsmotoren sind nachstehende Angaben
    vorzusehen: Nennleistung als Dauerleistung und zugehörige
    Nenndrehzahl, Motornummer, Baujahr, Typenbezeichnung des Motors,
    Hersteller.

7.2.1.3 Die Hauptantriebsmotoren sind auf stählernen Motorpratzen zu lagern.
    Dieses gilt sowohl für die starre wie auch für die elastische
    Lagerung. Überlaminierte Fundamente im Bereich der Motorpratzen sind
    nicht zulässig.

7.2.1.4 Hauptantriebsmotoren müssen mit Einrichtungen versehen sein, die eine
    selbsttätige Abstellung des Hauptantriebsmotors bei Ausfall der
    Schmierölversorgung sicherstellen (Schmierölmangelsicherung). Die
    Einstellung der Druckgeber der Schmierölmangelsicherung muss
    nachstehender Tabelle entsprechen:

    *        *   Einstellung der Druckgeber

        *   Schaltdruck des Druckgebers

        *   zeitliche Verzögerung

    *        *   Alarm

        *   0,8 oder 0,9 bar

        *   keine bzw. 2 s

    *        *   Selbsttätige Abstellung

        *   0,6 bar

        *   keine bzw. 2 s

    Im Steuerhaus kann eine Abstellmöglichkeit der
    Schmierölmangelsicherung vorgesehen werden. Die Abstellung muss durch
    eine Warnleuchte im Steuerhaus optisch angezeigt sein.

7.2.1.5 Das Schmierölsystem der Hauptantriebsmotoren muss so ausgeführt sein,
    dass auch bei ungünstigsten Seegangsbedingungen die Ansaugöffnung der
    Saugleitung der Schmierölpumpe in das Schmieröl der Ölwanne eintaucht.

7.2.1.6 Für wassergekühlte Hauptantriebsmotoren müssen zwei Pumpen im
    Seekühlwassersystem vorhanden sein. Die zweite Pumpe kann auch eine
    kraftbetriebene Lenz- oder Deckwaschpumpe sein. Für wassergekühlte
    Hauptantriebsmotoren mit einer Leistung von 75 kW und mehr müssen zwei
    Pumpen im Frischkühlwassersystem vorhanden sein; es genügt eine Pumpe,
    wenn eine Notkühlung über eine Schlauchverbindung leicht hergestellt
    werden kann und eine Reservepumpe zur Verfügung steht. Bei einer
    Leistung bis 75 kW genügt eine Pumpe, wenn eine Notkühlung über eine
    Schlauchverbindung leicht hergestellt werden kann. Bei Kielrohrkühlung
    sind im Frischkühlwassersystem Absperrschieber an der Innenseite der
    Bordwand vorzusehen.

7.2.1.7 Werden auf Schiffen mit einer Bruttoraumzahl von 50 und mehr die
    Dieselmotoren elektrisch gestartet, so sind für Hauptantriebs- und
    Hilfsdieselmotoren getrennte Starterbatterien vorzusehen, die so zu
    schalten sind, dass jeweils der eine Motor auch mit der Batterie des
    anderen Motors gestartet werden kann. Starterbatterien für
    Dieselmotoren dürfen nicht als Batterien für das Bordnetz verwendet
    werden. Mit Rücksicht auf die mechanische und thermische Beanspruchung
    des Starters muss dabei die Kapazität der für eine bestimmte
    Startergröße verwendeten Batterie begrenzt werden. Bei Schiffen mit
    einer Bruttoraumzahl bis 50 in der Watt- und Küstenfahrt genügt eine
    Starterbatterie für Haupt- und Hilfsmotor. Eine weitere Batterie, die
    für die Versorgung des Bordnetzes vorgesehen ist, muss auch so
    geschaltet werden können, dass der Hauptantriebsmotor auch mithilfe
    dieser Batterie gestartet werden kann. Der Betrieb mit nur einer
    Batterie – sowohl zum Starten des Hauptmotors als auch zur Versorgung
    des Bordnetzes – ist nur dann zulässig, wenn eine
    Überwachungseinrichtung den Lade- und Kapazitätszustand der Batterie
    anzeigt.

7.2.1.8 Erfolgt der Anlassvorgang mit Druckluft, so sind für
    Hauptantriebsmotoren mit einer Leistung von 75 kW und mehr zwei
    Anlassluftbehälter und zwei Anlassluftkompressoren vorzusehen. Einer
    der Kompressoren kann an den Hauptmotor angehängt sein. Bei
    Wendegetriebeanlagen oder Verstellpropelleranlagen reicht ein
    Anlassluftbehälter.

7.2.1.9 Anlasseinrichtungen von nicht umsteuerbaren Hauptantriebsmotoren
    müssen so ausgeführt sein, dass sechs Anlassvorgänge nacheinander
    möglich sind.

7.2.1.10 Hauptantriebsmotoren müssen mit umschaltbaren Schmieröl-Doppelfiltern
    ausgerüstet sein. Bei Hauptantriebsmotoren bis zu einer Nennleistung
    von 150 kW, deren Schmierölversorgung aus der Motorölwanne erfolgt,
    können Einfachfilter vorgesehen werden, sofern sie mit einem dem
    Filter nachgeschalteten Druckalarm ausgerüstet sind und einen
    Filterwechsel während des Betriebes ermöglichen. Zu diesem Zweck ist
    eine Umgehung mit handbetätigten Absperrarmaturen vorzusehen.

7.2.1.11 Abgasleitungen von Dieselmotoren müssen vollständig asbestfrei
    isoliert sein. Die Isolierung der Abgasleitung im Bereich des
    Dieselmotors muss vollständig mit einer Stahlblechverkleidung versehen
    sein. Bei Dieselmotoren mit einer Nassabgasleitung ist an der höchsten
    Stelle der Abgasleitung eine Entlüftung oder eine gleichwertige
    Einrichtung vorzusehen, die sicherstellt, dass kein Seewasser in die
    Antriebsmotoren gelangt.

7.2.1.12 Die Belüftung des Maschinenraumes muss durch Maschinenraumlüfter
    erfolgen, wobei die erforderliche Zufuhr an Verbrennungsluft der
    Dieselmotoren und Heizungsanlagen sowie die Luft für die Wärmeabfuhr
    der vorstehenden Aggregate zu berücksichtigen ist. Die Mindest-
    Volumenströme sind für jeden wassergekühlten Hauptantriebs- und
    Hilfsdieselmotor nach der nachstehenden Tabelle einzeln zu ermitteln
    und zu addieren; Luft für Heizungsanlagen muss nicht zusätzlich
    ermittelt werden.

    *        *   Leistung eines
            Hauptantriebs/
            Hilfsdiesel-
            motors

        *   Volumenstrom
            an Luft

        *   Querschnitt
[^F799100_06_BJNR302300998BJNE002503124]
            der Zuluftleitung

        *   Leistung eines
            Hauptantriebs/
            Hilfsdiesel-
            motors

        *   Volumenstrom
            an Luft

        *   Querschnitt
            der Zuluftleitung

    *        *   kW

        *   m
            3                             /h

        *   m
            2

        *   kW

        *   m
            3                             /h

        *   m
            2

    *        *   10
            20
            30
            40
            50
            100
            150

        *   270
            540
            800
            1 080
            1 350
            2 700
            3 800

        *   0,02
            0,04
            0,06
            0,08
            0,10
            0,20
            0,26

        *   200
            250
            300
            350
            400
            450
            500

        *   4 800
            5 800
            6 600
            7 400
            8 100
            8 900
            9 600

        *   0,33
            0,40
            0,46
            0,52
            0,57
            0,62
            0,67

7.2.1.13 Werden Maschinenleistungen von mehr als 500 kW eingebaut, so ist die
    Maschinenraumlüftung nach DIN ISO 8861:1998-10 auszulegen. Können
    freie Ansaugquerschnitte nicht ausgeführt werden, müssen Drucklüfter
    mit den Volumenströmen nach der Tabelle der DIN ISO 8861:1998-10
    vorgesehen werden. Bei dem Einsatz von Drucklüftern können die freien
    Ansaugquerschnitte um 40 % gegenüber den Tabellenwerten vermindert
    werden.

7.2.1.14 Ausreichende Zu- und Abluftbedingungen müssen jederzeit sichergestellt
    sein. Die Öffnung der Zuluftleitung und die Fortluftöffnung sind so
    anzuordnen, dass eine gute Durchspülung des Raumes sichergestellt ist.
    Luftkurzschlüsse sind zu vermeiden. Es sind Fortluftöffnungen mit
    ausreichendem Querschnitt vorzusehen. Austrittsöffnungen von
    Lüfterkanälen in Maschinenräumen dürfen nicht so angeordnet sein, dass
    in die Kanäle eingedrungenes Seewasser auf elektrische Einrichtungen
    trifft. Bei luftgekühlten Hauptantriebsmotoren ist die Kühlluft direkt
    ins Freie abzuführen, oder es ist die errechnete Kühlluft den
    vorgenannten Werten zuzurechnen.

7.2.1.15 Zu- und Fortluftöffnungen des Maschinenraumes sind mit Brandklappen,
    die vom freien Deck zu betätigen sein müssen, verschließbar
    herzurichten. Sie sind möglichst hoch anzuordnen. Einrichtungen zur
    Herstellung des Verschlusszustandes, insbesondere Brandklappen, und
    Türen müssen so angeschlagen sein, dass man die Verschlüsse bzw.
    Arretierungen betätigen kann, ohne in den Bereich der zu
    verschließenden Querschnitte treten oder hineingreifen zu müssen.
    Verschlüsse und Arretierungen müssen ohne Werkzeug leicht und schnell
    lösbar sein. Die Halterung von Verschlussdeckeln auf Stiftschrauben
    ist unzulässig. Scharniere und Ausrüstung von Brandklappen müssen
    hinsichtlich Werkstoffpaarung und Lagerspiel seewasserbeständig,
    wartungsfrei und zugänglich sein.

7.2.2 **Lenzeinrichtungen**

7.2.2.1 Kleinfahrzeuge müssen mit zwei kraftbetriebenen Lenzpumpen ausgerüstet
    sein. Eine der kraftbetriebenen Lenzpumpen kann an den
    Hauptantriebsmotor angehängt sein.

7.2.2.2 Kleinfahrzeuge mit einer Bruttoraumzahl von 10 und mehr in der Watt-
    und Küstenfahrt müssen mit zwei Lenzpumpen ausgerüstet sein. Eine
    Lenzpumpe muss kraftbetrieben und kann an den Hauptantriebsmotor
    angehängt sein. Die zweite Lenzpumpe muss von der Hauptantriebsanlage
    unabhängig und kann eine fest eingebaute Handlenzpumpe sein.

7.2.2.3 Kleinfahrzeuge mit einer Bruttoraumzahl unter 10 müssen nur mit einer
    Handlenzpumpe mit einem Fördervolumen von mindestens 5 m
    3                   /h ausgerüstet sein.

7.2.2.4 Handlenzpumpen können im Maschinenraum oder an Deck aufgestellt sein.
    Die kraftbetriebenen Lenzpumpen und die Handlenzpumpen müssen aus
    allen Abteilungen des Schiffes – mit Ausnahme der Vorpiek – lenzen
    können. Die an den Hauptmotor angehängten Lenzpumpen müssen
    auskuppelbar sein.

7.2.2.5 Transportable elektrische Tauchpumpen und transportable Lenzpumpen mit
    Benzinmotor können die fest eingebauten kraftbetriebenen Lenzpumpen
    und Handlenzpumpen nicht ersetzen.

7.2.2.6 Das Mindest-Fördervolumen der kraftbetriebenen Lenzpumpen soll bei
    Schiffen mit einer Bruttoraumzahl von mehr als 50 12 m
    3                   /h und bei mehr als 10 8 m
    3                   /h sein.

7.2.2.7 In kombinierten Lenz-/Seewassersystemen sind als Sicherheit gegen das
    Eindringen von Seewasser Armaturen, insbesondere Rückschlagventile
    oder Unterlaufhähne,

    a)  auf der Druckseite der Pumpe:

        ein Rückschlagventil oder
        die Austrittsleitung im Bogen hochgeführt und der Austritt ausreichend
        hoch über der Wasserlinie endend

    b)  auf der Saugseite der Pumpe:

        zwei Rückschlagventile oder
        ein Unterlaufhahn und ein Rückschlagventil oder
        ein L-Hahn (kein T-Hahn) und ein Rückschlagventil

    vorzusehen.

7.2.2.8 Bei einem vom Seewassersystem getrennten Lenzsystem reicht auf der
    Saugseite ein Rückschlagventil aus; auf der Druckseite der Pumpen sind
    die Armaturen wie bei einem kombinierten Lenz- und Seewassersystem
    auszuführen. Schläuche in Lenz- und Seewassersystemen dürfen nur in
    begrenztem Umfange eingebaut sein. Die Schläuche müssen
    flammbeständig, von einer anerkannten Organisation baumustergeprüft
    und als solche gekennzeichnet sein. Die Schlauchverbindungen dürfen
    eine Länge von 500 mm nicht überschreiten.

7.2.2.9 Schiffe mit kraftbetriebenen Lenzpumpen sind mit einem Ölabscheidetopf
    (Lenzeinrichtung zur Öl-Wasser-Trennung), oder einer zugelassenen
    Ölfilteranlage (15-ppm-Anlage) auszurüsten. Zum Abpumpen des Restöles
    in der Bilge ist bei Einsatz eines Ölabscheidetopfes eine
    Handlenzpumpe vorzusehen.

7.2.2.10 Die Handräder zum Betätigen der Ventile in den Seekühlwasser-
    Eintrittsleitungen sind oberhalb der Flurplatten anzuordnen oder die
    Seeventile sind mit einer Fernbetätigung vom freien Deck aus zu
    versehen.

7.2.2.11 Es ist ein Bilgen-Niveaualarm in geschlossenen Maschinenräumen
    vorzusehen, der so verzögert sein muss, dass Schwankungen des
    Wasserstandes, die durch Schiffsbewegungen hervorgerufen werden, nicht
    zur Auslösung führen. Der elektrische Signalgeber (Hupe) ist außen auf
    dem oder am Steuerhaus anzubringen. Wenn ein Ausschalter des
    akustischen Signals vorgesehen wird, so muss bei ausgeschaltetem
    Signalgeber eine Warnlampe im Steuerhaus aufleuchten.

7.2.3 **Brennstoffsystem**

7.2.3.1 Brennstofftanks müssen aus Stahlblech bestehen. Zur
    Brennstoffübernahme müssen fest verlegte Füllrohre oder
    flammenbeständige Schläuche vorhanden sein, die vom freien Deck zum
    Brennstofftank führen. Die Füllstutzen für die Brennstofftanks sind so
    anzuordnen, dass eine Ölverschmutzung bei der Bebunkerung durch
    besondere Schutzvorkehrungen, insbesondere durch anlaminierte
    Leckwannen, ausgeschlossen ist.

7.2.3.2 Fernbetätigungen von Absperrventilen in Entnahmeleitungen von
    Brennstofftanks (Brennstoff-Fernabstellungen) müssen von außerhalb des
    Maschinenraumes erfolgen. Seilzüge für Brennstoff-Fernabstellungen
    müssen im Verkehrsbereich, insbesondere Treppen, durch Rohre oder
    Schutzbleche zur Vermeidung von Fehlauslösungen geschützt sein.

7.2.3.3 Luftrohre von Brennstofftanks müssen auf dem freien Deck enden, gegen
    Eindringen von Seewasser geschützt sein und insgesamt einen freien
    Mindestquerschnitt vom 1,25-fachen des freien Füllrohr-Querschnitts
    haben.

7.2.3.4 Brennstoffanzeiger an Tanks aus Glas, Plexiglas oder ähnlichem
    Material dürfen nicht verwendet werden. Hiervon sind Brennstofftanks
    bis 50 l Inhalt und Brennstofftanks in teilgedeckten Fahrzeugen
    ausgenommen. In diesem Falle müssen die Brennstoffstandanzeiger mit
    selbstschließenden Ventilen versehen sein. Die Schlauchverbindungen
    dürfen jeweils eine Länge von 500 mm nicht überschreiten.

7.2.3.5 Brennstoffleitungen müssen aus Stahlrohren in genormter Ausführung
    hergestellt sein. Schläuche dürfen nur in begrenztem Umfang im
    Brennstoffsystem eingebaut sein. Sie müssen flammenbeständig, von
    einer anerkannten Organisation baumustergeprüft und als solche
    gekennzeichnet sein.

7.2.3.6 An Verbrennungsmotoren müssen freiliegende Hochdruck-
    Brennstoffförderleitungen zwischen den Einspritzpumpen zu den
    Einspritzventilen durch ein Mantelrohrsystem geschützt sein.
    Austretender Leckagenbrennstoff ist in einem Sammler alarmüberwacht
    aufzufangen.

7.2.3.7 Bauteile in Brennstoffsystemen, insbesondere Gehäuse von
    Brennstofffiltern und Vorpumpenkolben, dürfen nicht aus Glas,
    Plexiglas oder ähnlichem Material bestehen.

7.2.3.8 Brennstofffilter sind als umschaltbare Doppelfilter auszuführen. Sie
    dürfen nicht über Schwungrädern von Haupt- und Hilfsdieselmotoren, die
    nur mit Schutzblechen abgedeckt sind, angeordnet sein.

7.2.4 **Steuerung der Antriebsanlage**

7.2.4.1 Seilzüge zur Betätigung von Hauptmotor, Wende-, Untersetzungsgetriebe
    und Verstellpropelleranlage sind so auszuführen, dass die Umlenkungen
    über Rollen von 80 mm Durchmesser erfolgen und die Seilaugen der
    Seilzüge mit drei Seilklemmen gesichert sind. Die Seilzüge müssen im
    Verkehrsbereich, insbesondere Treppen, durch Rohre oder Schutzbleche
    zur Vermeidung von Fehlbedienungen geschützt sein.

7.2.4.2 Bowdenzüge zur Betätigung von Hauptmotoren, Wende-,
    Untersetzungsgetrieben und Verstellpropelleranlagen sind als Gleit-
    und Kugelzüge auszuführen. Beim Einbau sind die Hinweise des
    Herstellers zu beachten; insbesondere sind die nachstehenden Punkte
    beim Einbau zu berücksichtigen:

    a)  es dürfen keine Querkräfte (quer zur Druck- bzw. Zugrichtung) an den
        Enden der Bowdenzüge auftreten; daher werden z. B. die
        Auslenkungswinkel eingeschränkt,

    b)  die Biegeradien sind mit ihrem Mindestmaß einzuhalten,

    c)  die Rohrschellen der Hersteller müssen verwendet werden und in
        Abständen gemäß Einbauanweisung vorgesehen werden,

    d)  bei Einsatz von Rohrverbindern sind ggf. Montagedorne zu verwenden,

    e)  einwandfreie Halterung im Bereich der Kugelgelenke.

7.2.4.3 Überwachungseinrichtungen am Steuerstand müssen mindestens für
    Schmieröl, Kühlwasser, Temperatur in der Abgassammelleitung des
    Hauptmotors für Motoren mit 250 kW und mehr, Anlassluft und Steuerluft
    vorhanden sein. Ferner muss ein Umdrehungs- und Drehrichtungsanzeiger
    für die Propellerwelle, bei Verstellpropelleranlagen zusätzlich eine
    Ist-Anzeige-Vorrichtung für die Flügelstellung, und ein Amperemeter
    für die Überwachung der Ladeeinrichtung der Batterien eingebaut sein.
    Es sind Alarme für zu niedrigen Schmieröldruck und zu hohe
    Kühlwassertemperatur vorzusehen.

7.2.5 **Propellerwellen und Getriebe**

7.2.5.1[^F799100_07_BJNR302300998BJNE002503124]
 Die Berechnung von Propellerwellen
    erfolgt nach der Formel

    ![bgbl1_2018_j0237-1_0060.jpg](bgbl1_2018_j0237-1_0060.jpg)
    *        *   d

        *   [mm]

        *   erforderlicher Durchmesser der Propellerwelle

    *        *   P

        *   [kW]

        *   Leistung des Hauptantriebsmotors

    *        *   n
            w

        *   [U/min]

        *   Wellendrehzahl (n
            w                              = n
            m                             /i)

    *        *   n
            m

        *   [U/min]

        *   Motordrehzahl

    *        *   i

        *
        *   Getriebeuntersetzung (z. B. i = 4 : 1, entspricht i = 4)

    *        *   C-Werte

        *   Aus nachstehender Tabelle:

    *        *
        *   C

    *        *   Vergütungsstähle

        *   C 35

        *   132

    *        *   DIN EN 10083-1:2006-10
            DIN EN 10083-2:2006-10

        *   C 45

        *   126

    *        *   Nicht rostende Stähle
            DIN EN 10083-1:2014

        *   X10CrNiTi 18 9

        *   131

    *        *   X10CrNiNb 18 9

        *   131

    *        *   X35CrMo 17

        *   117

    *        *   X22CrNi 17V

        *   116

    Ist der Werkstoff im Einzelnen nicht bekannt, ist

    für Vergütungsstähle C = 132

    für nicht rostende Stähle C = 131

    anzusetzen.

7.2.5.2 Bei Propellerwellen von elastisch gelagerten Hauptantriebsmotoren mit
    mehr als 40 kW ist eine zweifache Lagerung der Welle vorzusehen.
    Zwischen Motor/Getriebe und der Antriebswelle ist eine ausreichend
    bemessene biegeelastische Kupplung einzubauen.

7.2.5.3 Für die Auslegung und den Einbau der Getriebe sind folgende Grundsätze
    zu beachten:

    a)  Es ist die nicht überlastbare Motorleistung, z. B. Leistung B, DIN
        6271 oder ISO 3046/1 zugrunde zu legen.

    b)  Die Nennleistung des Getriebes ist ca. 25 % größer auszulegen als die
        Nennleistung des Antriebsmotors.

    c)  Beim Einbau des Getriebes ist auf den erforderlichen Freigang des
        Schalthebels für die störungsfreie Funktion der Schaltkupplung zu
        achten.

    d)  Bei Getrieben mit integriertem Drucklager ist die Aufnahme des
        Propellerschubes bei der maschinenbaulichen Fundamentierung besonders
        zu berücksichtigen.

**7.3** **Elektrische Einrichtungen**

7.3.1 Die elektrischen Einrichtungen müssen den allgemein anerkannten Regeln
    der Schiffselektrotechnik und -elektronik entsprechen. Sie sind so zu
    bemessen und auszuführen, dass sie unter den zu erwartenden
    Schräglagen, Temperaturen, Erschütterungen, Frequenz- und
    Spannungsabweichungen einwandfrei arbeiten. Alle elektrischen
    Einrichtungen müssen so gekapselt oder so eingebaut sein, dass sie
    nicht durch Wasser, Feuchtigkeit, Brennstoff und Öle aller Art
    beschädigt werden können.

7.3.2 Kleinfahrzeuge müssen mit zwei Generatoren ausgerüstet sein, von denen
    einer am Hauptantriebsmotor angehängt sein kann (Wellengenerator).
    Einer der beiden Generatoren muss von einem Hilfsdieselmotor
    angetrieben werden. Die Leistung des angehängten Generators muss das
    1,25-fache der Leistung des Bordnetzes betragen. Bei Kleinfahrzeugen
    mit einer Bruttoraumzahl bis 50 in der Watt- und Küstenfahrt genügt
    ein am Hauptmotor angehängter Generator.

7.3.3 Schalttafeln und elektrische Betriebsmittel, insbesondere Steckdosen
    und Stecker, müssen den anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

7.3.4 Können die Freiräume auf kleinen Schiffen nicht eingehalten werden, so
    sind Schalttafeln und Schaltgeräte an gut zugänglichen Stellen
    anzubringen. Für gelegentliches Handhaben in Schalttafeln an einigen
    Bau- und Bedienelementen durch Druck- oder Drehknöpfe oder Kipphebel,
    insbesondere Sicherungen, Lampen, sind Schutzräume innerhalb der
    Schalttafel vorzusehen, um die Berührung von unter Spannung stehenden
    aktiven Teilen zu vermeiden. Auf Schiffen, die ohne
    maschinentechnische Schiffsoffiziere gefahren werden können, sollten
    nur Schalttafeln eingebaut werden, die das Auswechseln von
    Sicherungen, das Bedienen von Rückstelleinrichtungen von außen
    zulassen.

7.3.5 Isolierte Leitungen und Kabel sowie deren Verlegung müssen den
    Klassifikationsregeln einer anerkannten Organisation entsprechen.
    Kabel und Leitungen sollen möglichst so verlegt werden, dass sie
    zugänglich und auswechselbar sind. Kabelführungen innerhalb von
    Raumisolierungen sind unzulässig. Schott- und Deckdurchführungen
    müssen wasserdicht und feuerfest entsprechend den Anforderungen an
    diese Schotte und Decks ausgeführt sein.

7.3.6 Bei vertikalen Anordnungen und Schutzrohren und bei Leitungen mit
    kleinen Querschnitten sind Zugentlastungen vorzusehen oder durch
    Befestigung der Kabel sicherzustellen, dass die Zugbelastungen in
    zulässigen Grenzen bleiben.

7.3.7 Anschlussklemmen von Leitungen dürfen nur bestimmungsgemäß belegt
    werden. Im Regelfall dürfen nur zwei Adern pro Klemme angeschlossen
    werden.

7.3.8 Die Mindestschutzarten der elektrischen Geräte gemäß DIN EN 60529, VDE
    0470-1:2014-09 müssen der nachstehenden Tabelle entsprechen:

    a)
        *            *   Motorenräume, Betriebsräume

            *   IP 13

    b)
        *            *   Unter Deck, Wohnräume, Kajüten

            *   IP 20

    c)
        *            *   Geschlossener Steuerstand

            *   IP 23

    d)
        *            *   Freies Deck, offene Steuerstände

            *   IP 55

    e)
        *            *   Geräte, die überflutet werden können

            *   IP 56

    f)
        *            *   Lüfterschächte

            *   IP 44

    g)
        *            *   Akkuräume, -schränke, -kästen

            *   IP 44

7.3.9 Für alle elektrischen Systeme mit einer Spannung von 50 V und höher
    ist eine Schutzerdung vorzusehen. Berührbare, leitfähige Teile von
    Betriebsmitteln, die nicht aktive Teile sind, jedoch im Fehlerfall
    unter gefährlicher Berührungsspannung stehen können, sind mit dem
    Schiffskörper leitend zu verbinden.

7.3.10 Bei hölzernen Fahrzeugen und Schiffen, die aus elektrisch nicht
    leitendem Material gefertigt sind, sind im Fahrzeuginneren zugängliche
    Bolzen für die Erdung vorzusehen, die mit einem nicht einlaminierten
    Metallkiel oder einer Kupferplatte oder einem gleichwertigen Metall
    von mindestens 0,2 m
    2                    Größe verbunden sind. Erdleiter von elektrischen
    Verbrauchern, welche nicht schutzisoliert sind, sind an einer
    Erdungsplatte am Unterwasserschiff anzuschließen, sofern der
    Schiffsrumpf aus GFK oder Holz ist.

7.3.11 Die Zinkanoden am Unterwasserschiff sind so anzuordnen, dass diese
    nicht in Höhe der Propellerspitzen am Schiffsrumpf liegen.

7.3.12 Für den Landanschluss sind Anschlusskästen vorzusehen. Die Leitungen
    sind fest mit der Hauptschalttafel zu verbinden. Der schiffsseitige
    Anschluss ist über eine Steckverbindung herzustellen.

7.3.13 Akkumulatoren sind in gut be- und entlüfteten Kästen, Schränken oder
    Räumen aufzustellen, die der Wartung gut zugänglich sind.

Kapitel 4

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