Title: § 8 Anschluss

Description:
Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2014)
Teil 2 - Anschluss, Abnahme, Übertragung und Verteilung
Abschnitt 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 8 Anschluss

Paragraph: 8

Content:
Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2014)
Teil 2 - Anschluss, Abnahme, Übertragung und Verteilung
Abschnitt 1 - Allgemeine Bestimmungen
§ 8 Anschluss

(1) Netzbetreiber müssen Anlagen zur Erzeugung von Strom aus
erneuerbaren Energien und aus Grubengas unverzüglich vorrangig an der
Stelle an ihr Netz anschließen, die im Hinblick auf die Spannungsebene
geeignet ist und die in der Luftlinie kürzeste Entfernung zum Standort
der Anlage aufweist, wenn nicht dieses oder ein anderes Netz einen
technisch und wirtschaftlich günstigeren Verknüpfungspunkt aufweist;
bei der Prüfung des wirtschaftlich günstigeren Verknüpfungspunkts sind
die unmittelbar durch den Netzanschluss entstehenden Kosten zu
berücksichtigen. Bei einer oder mehreren Anlagen mit einer
installierten Leistung von insgesamt höchstens 30 Kilowatt, die sich
auf einem Grundstück mit bereits bestehendem Netzanschluss befinden,
gilt der Verknüpfungspunkt des Grundstücks mit dem Netz als
günstigster Verknüpfungspunkt.

(2) Anlagenbetreiber dürfen einen anderen Verknüpfungspunkt dieses
oder eines anderen im Hinblick auf die Spannungsebene geeigneten
Netzes wählen, es sei denn, die daraus resultierenden Mehrkosten des
Netzbetreibers sind nicht unerheblich.

(3) Der Netzbetreiber darf abweichend von den Absätzen 1 und 2 der
Anlage einen anderen Verknüpfungspunkt zuweisen, es sei denn, die
Abnahme des Stroms aus der betroffenen Anlage nach § 11 Absatz 1 wäre
an diesem Verknüpfungspunkt nicht sichergestellt.

(4) Die Pflicht zum Netzanschluss besteht auch dann, wenn die Abnahme
des Stroms erst durch die Optimierung, die Verstärkung oder den Ausbau
des Netzes nach § 12 möglich wird.

(5) Netzbetreiber müssen Anschlussbegehrenden nach Eingang eines
Netzanschlussbegehrens unverzüglich einen genauen Zeitplan für die
Bearbeitung des Netzanschlussbegehrens übermitteln. In diesem Zeitplan
ist anzugeben,

1.  in welchen Arbeitsschritten das Netzanschlussbegehren bearbeitet wird
    und

2.  welche Informationen die Anschlussbegehrenden aus ihrem
    Verantwortungsbereich den Netzbetreibern übermitteln müssen, damit die
    Netzbetreiber den Verknüpfungspunkt ermitteln oder ihre Planungen nach
    § 12 durchführen können.

Übermitteln Netzbetreiber Anschlussbegehrenden im Fall von Anlagen mit
einer installierten Leistung von bis zu 10,8 Kilowatt den Zeitplan
nach Satz 1 nicht innerhalb von einem Monat nach Eingang des
Netzanschlussbegehrens, können die Anlagen unter Einhaltung der für
die Ausführung eines Netzanschlusses maßgeblichen Regelungen
angeschlossen werden. Zur Bestimmung der Größe der Anlagen und des
günstigsten Netzverknüpfungspunktes ist Absatz 1 Satz 2 entsprechend
anzuwenden.

(6) Netzbetreiber müssen Anschlussbegehrenden nach Eingang der
erforderlichen Informationen unverzüglich, spätestens aber innerhalb
von acht Wochen, Folgendes übermitteln:

1.  einen Zeitplan für die unverzügliche Herstellung des Netzanschlusses
    mit allen erforderlichen Arbeitsschritten,

2.  alle Informationen, die Anschlussbegehrende für die Prüfung des
    Verknüpfungspunktes benötigen, sowie auf Antrag die für eine
    Netzverträglichkeitsprüfung erforderlichen Netzdaten,

3.  die Information, ob bei der Herstellung des Netzanschlusses der Anlage
    die Anwesenheit des Netzbetreibers erforderlich ist; wenn der
    Netzbetreiber die Anwesenheit im Fall von Anlagen nach Absatz 1 Satz 2
    ausnahmsweise für erforderlich hält, ist dies einfach und verständlich
    anhand des Einzelfalls zu begründen,

4.  einen nachvollziehbaren und detaillierten Voranschlag der Kosten, die
    den Anlagenbetreibern durch den Netzanschluss entstehen; dieser
    Kostenvoranschlag umfasst nur die Kosten, die durch die technische
    Herstellung des Netzanschlusses entstehen, und insbesondere nicht die
    Kosten für die Gestattung der Nutzung fremder Grundstücke für die
    Verlegung der Netzanschlussleitung,

5.  die zur Erfüllung der Pflichten nach § 9 Absatz 1 bis 2 erforderlichen
    Informationen.

Wenn Netzbetreiber Anschlussbegehrenden im Fall von Anlagen nach
Absatz 1 Satz 2 die Information nach Satz 1 Nummer 3 nicht
fristgerecht übermitteln, können die Anlagen unter Einhaltung der für
die Ausführung eines Netzanschlusses maßgeblichen Regelungen auch ohne
die Anwesenheit des Netzbetreibers angeschlossen werden. Das Recht der
Anlagenbetreiber nach § 10 Absatz 1 bleibt auch dann unberührt, wenn
der Netzbetreiber den Kostenvoranschlag nach Satz 1 Nummer 4
übermittelt hat.

(7) Abweichend von Absatz 5 Satz 1 und 2 sowie Absatz 6 Satz 1 sind
für Netzanschlussbegehren nach Absatz 1 Satz 2 ab dem 1. Januar 2025
die Sätze 2 bis 6 anzuwenden. Netzbetreiber müssen auf ihrer
Internetseite insbesondere die folgenden allgemeinen Informationen zur
Verfügung stellen:

1.  die Information, in welchen Arbeitsschritten ein Netzanschlussbegehren
    bearbeitet wird,

2.  die Angabe, welche Informationen die Anschlussbegehrenden aus ihrem
    Verantwortungsbereich dem Netzbetreiber übermitteln müssen, damit der
    Netzbetreiber den Verknüpfungspunkt ermitteln oder seine Planung nach
    § 12 durchführen kann,

3.  die Kosten, die Anlagenbetreibern durch einen Netzanschluss entstehen,
    und

4.  die Informationen über die zur Erfüllung der Pflichten nach § 9 Absatz
    1 bis 2a notwendige Ausstattung.

Netzbetreiber müssen ein Webportal zur Verfügung stellen, über das das
Netzanschlussbegehren nach Satz 1 gestellt und die Informationen nach
Satz 2 Nummer 2 übermittelt werden können. Netzbetreiber müssen
Anschlussbegehrenden nach Eingang des Anschlussbegehrens unverzüglich,
spätestens innerhalb von einem Monat, die folgenden spezifischen
Informationen übermitteln:

1.  einen Zeitplan für die unverzügliche Herstellung des Netzanschlusses
    mit allen erforderlichen Arbeitsschritten,

2.  auf Verlangen alle Informationen, die der Anschlussbegehrende für die
    Prüfung nach Absatz 1 bis 3 benötigt, sowie die für die
    Netzverträglichkeitsprüfung erforderlichen Netzdaten,

3.  die Information, ob bei der Herstellung des Netzanschlusses der Anlage
    die Anwesenheit des Netzbetreibers erforderlich ist; wenn der
    Netzbetreiber die Anwesenheit ausnahmsweise für erforderlich hält, ist
    dies einfach und verständlich anhand des Einzelfalls zu begründen,

4.  einen nachvollziehbaren und detaillierten Voranschlag der Kosten, die
    durch den Netzanschluss entstehen; dieser Kostenvoranschlag umfasst
    nur die Kosten, die durch die technische Herstellung des
    Netzanschlusses entstehen, und insbesondere nicht die Kosten für die
    Gestattung der Nutzung fremder Grundstücke für die Verlegung der
    Netzanschlussleitung,

5.  die Informationen über die zur Erfüllung der Pflichten nach § 9 Absatz
    1 bis 2a notwendige Ausstattung.

Das Format und die Inhalte der nach Satz 2 bis 4 bereitzustellenden
Informationen und Webportale sind möglichst weitgehend zu
vereinheitlichen. Im Übrigen sind Absatz 5 Satz 3 und 4 sowie Absatz 6
Satz 2 und 3 entsprechend anzuwenden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__8.html
Directory: eeg_2014
Level: 4.0