Title: Anlage 6 Anforderungen an das Sehvermögen

Description:
Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (FeV 2010)
**Anhängerklassen E sowie der Fahrerlaubnis zur
Anlage 6 Anforderungen an das Sehvermögen

Paragraph: 11

Content:
Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (FeV 2010)
**Anhängerklassen E sowie der Fahrerlaubnis zur
Anlage 6 Anforderungen an das Sehvermögen

(Fundstelle: BGBl. I 2010, 2034 - 2044;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

1.  Klassen A, A1, A2, B, BE, AM, L und T

1.1 Sehtest (§ 12 Absatz 2)

    Der Sehtest (§ 12 Absatz 2) ist bestanden, wenn die zentrale
    Tagessehschärfe mit oder ohne Sehhilfen mindestens beträgt: 0,7/0,7.
    Über den Sehtest ist eine Sehtestbescheinigung gemäß dem Muster dieser
    Anlage zu erstellen.

1.2 Augenärztliche Untersuchung (§ 12 Absatz 5)

    Besteht der Bewerber den Sehtest nicht, ist eine augenärztliche
    Untersuchung erforderlich. Bei dieser Untersuchung ist unter anderem
    auf Sehschärfe, Gesichtsfeld, Dämmerungs- oder Kontrastsehen,
    Blendempfindlichkeit, Diplopie sowie andere Störungen der Sehfunktion
    zu achten, die ein sicheres Fahren in Frage stellen können. Es müssen
    folgende Mindestanforderungen erfüllt sein:

1.2.1 Zentrale Tagessehschärfe

    Fehlsichtigkeiten müssen – soweit möglich und verträglich – korrigiert
    werden. Dabei dürfen folgende Sehschärfenwerte nicht unterschritten
    werden:

    Sehschärfe des besseren Auges oder beidäugige Sehschärfe: 0,5.

1.2.2 Übrige Sehfunktionen

    **Gesichtsfeld:**
    Normales Gesichtsfeld eines Auges oder ein gleichwertiges beidäugiges
    Gesichtsfeld mit einem horizontalen Durchmesser von mindestens 120
    Grad, insbesondere muss das zentrale Gesichtsfeld bis 20 Grad normal
    sein. Insgesamt sollte das Gesichtsfeld jedes Auges an mindestens 100
    Orten geprüft werden. Ergeben sich unklare Defekte oder steht nicht
    zweifelsfrei fest, dass die Mindestanforderungen erfüllt werden, so
    hat eine Nachprüfung an einem manuellen Perimeter nach Goldmann mit
    der Marke III/4 zu erfolgen.

    **Beweglichkeit:**
    Bei Beidäugigkeit sind Augenzittern sowie Schielen ohne Doppeltsehen
    im zentralen Blickfeld bei normaler Kopfhaltung zulässig. Doppeltsehen
    außerhalb eines zentralen Blickfeldbereichs von 20 Grad im Durchmesser
    ist zulässig. Bei Einäugigkeit ausreichende Beweglichkeit des
    funktionstüchtigen Auges.

1.3 Die Erteilung der Fahrerlaubnis darf in Ausnahmefällen in Betracht
    gezogen werden, wenn die Anforderungen an das Gesichtsfeld oder die
    Sehschärfe nicht erfüllt werden. In diesen Fällen muss der
    Fahrzeugführer einer augenärztlichen Begutachtung unterzogen werden,
    um sicherzustellen, dass keine anderen Störungen von Sehfunktionen
    vorliegen. Dabei müssen auch Kontrastsehen oder Dämmerungssehen und
    Blendempfindlichkeit geprüft und berücksichtigt werden. Daneben sollte
    der Fahrzeugführer oder Bewerber eine praktische Fahrprobe erfolgreich
    absolvieren.

1.4 Nach dem Verlust des Sehvermögens auf einem Auge oder bei neu
    aufgetretener Diplopie muss ein geeigneter Zeitraum (mindestens drei
    Monate) eingehalten werden, während dessen das Führen von
    Kraftfahrzeugen nicht erlaubt ist. Danach darf erst nach
    augenärztlicher Untersuchung und Beratung wieder ein Kraftfahrzeug
    geführt werden.

1.5 Besteht eine fortschreitende Augenkrankheit, ist eine regelmäßige
    augenärztliche Untersuchung und Beratung erforderlich.

2.  Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E und der Fahrerlaubnis zur
    Fahrgastbeförderung (§ 12 Absatz 6, § 48 Absatz 4 Nummer 4 und Absatz
    5 Nummer 2)

    Bewerber um die Erteilung oder Verlängerung der Fahrerlaubnis müssen
    die nachfolgenden Mindestanforderungen an das Sehvermögen erfüllen:

2.1 Untersuchung durch einen Augenarzt, einen Arzt mit der
    Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“, einen Arzt mit der
    Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“, einen Arzt bei einer
    Begutachtungsstelle für Fahreignung, einen Arzt des Gesundheitsamtes
    oder einen anderen Arzt der öffentlichen Verwaltung.

    Über die Untersuchung ist eine Bescheinigung gemäß dem Muster dieser
    Anlage zu erstellen.

2.1.1 Zentrale Tagessehschärfe

    Feststellung unter Einhaltung der DIN 58220, Ausgabe Januar 1997.

    Fehlsichtigkeiten müssen – soweit möglich und verträglich – korrigiert
    werden. Dabei dürfen folgende Sehschärfenwerte nicht unterschritten
    werden: Sehschärfe auf jedem Auge 0,8 und beidäugig 1,0.

    Die Korrektur mit Gläsern von mehr als plus 8,0 Dioptrien (sphärisches
    Äquivalent) ist nicht zulässig; dies gilt nicht für intraokulare
    Linsen oder Kontaktlinsen.

2.1.2 Übrige Sehfunktionen

    Normales **Farbensehen**                    (geprüft mit einem
    geeigneten Test, beispielsweise Tafeln nach Ishihara oder Velhagen).

    Normales **Gesichtsfeld**                   , geprüft mit einem
    automatischen Halbkugelperimeter, das mit einer überschwelligen
    Prüfmethodik das Gesichtsfeld bis 70 Grad nach beiden Seiten und bis
    30 Grad nach oben und unten untersucht. Insgesamt sollte das
    Gesichtsfeld jedes Auges an mindestens 100 Orten geprüft werden.
    Alternativ kann eine Prüfung mit einem manuellen Perimeter nach
    Goldmann mit mindestens vier Prüfmarken (z. B. III/4, I/4, I/2 und
    I/1) an jeweils mindestens zwölf Orten pro Prüfmarke erfolgen.

    **Stereosehen**                   , geprüft mit einem geeigneten Test
    (z. B. Random-Dot-Teste). Ausreichendes Kontrast- oder
    Dämmerungssehen, geprüft mit einem standardisierten anerkannten
    Prüfverfahren.

2.2 Augenärztliche Untersuchung

    Können die Voraussetzungen bei der Untersuchung nach Nummer 2.1 nicht
    zweifelsfrei festgestellt werden, ist zusätzlich eine augenärztliche
    Untersuchung erforderlich.

    Sind nur die Anforderungen an das normale Farbensehen nicht erfüllt,
    ist eine zusätzliche augenärztliche Untersuchung entbehrlich, wenn das
    Farbensehen bereits Gegenstand einer früheren augenärztlichen
    Untersuchung war und hierbei die Anforderungen bei nicht normalem
    Farbensehen nach den Nummern 2.2.2 und 2.2.3 erfüllt wurden.

    Über die nach Satz 1 erforderliche Untersuchung ist ein Zeugnis gemäß
    dem Muster dieser Anlage zu erstellen. Es müssen folgende
    Mindestanforderungen erfüllt sein:

2.2.1 Zentrale Tagessehschärfe

    Fehlsichtigkeiten müssen – soweit möglich und verträglich – korrigiert
    werden. Dabei dürfen folgende Sehschärfenwerte nicht unterschritten
    werden: Sehschärfe des besseren Auges oder beidäugige Sehschärfe: 0,8,
    Sehschärfe des schlechteren Auges: 0,5.

    Werden diese Werte nur mit Korrektur erreicht, soll die Sehschärfe
    ohne Korrektur auf keinem Auge weniger als 0,05 betragen.

    Die Korrektur mit Gläsern von mehr als plus 8,0 Dioptrien (sphärisches
    Äquivalent) ist nicht zulässig; dies gilt nicht für intraokulare
    Linsen oder Kontaktlinsen.

    In Einzelfällen kann unter Berücksichtigung von Fahrerfahrung und
    Fahrzeugnutzung der Visus des schlechteren Auges für die Klassen C,
    CE, C1, C1E unter 0,5 liegen, ein Wert von 0,1 darf nicht
    unterschritten werden. Ein augenärztliches Gutachten ist in diesen
    Fällen erforderlich.

2.2.2 Übrige Sehfunktionen

    **Gesichtsfeld:**
    Normales Gesichtsfeld beider Augen, wenigstens normales binokulares
    Gesichtsfeld mit einem horizontalen Durchmesser von mindestens 140
    Grad, insbesondere muss das zentrale Gesichtsfeld bis 30 Grad normal
    sein. Insgesamt sollte das Gesichtsfeld jedes Auges an mindestens 100
    Orten geprüft werden. Ergeben sich unklare Defekte oder steht nicht
    zweifelsfrei fest, dass die Mindestanforderungen erfüllt werden, so
    hat eine Nachprüfung an einem manuellen Perimeter nach Goldmann mit
    der Marke III/4 zu erfolgen.

    **Beweglichkeit und Stereosehen:**
    Ausschluss bei Doppeltsehen im Gebrauchsblickfeld (d. h. 25 Grad
    Aufblick, 30 Grad Rechts- und Linksblick, 40 Grad Abblick). Ausschluss
    bei Schielen ohne konstantes binokulares Einfachsehen.

    **Farbensehen:**
    Farbensehen: Bei Rotblindheit oder Rotschwäche mit einem
    Anomalquotienten unter 0,5 ist eine Aufklärung des Betroffenen über
    die mögliche Gefährdung erforderlich.

    **Kontrast- oder Dämmerungssehen, Blendempfindlichkeit:**
    Ausreichendes **Kontrast- oder Dämmerungssehen**
    geprüft mit einem standardisierten anerkannten Prüfverfahren
    einschließlich Prüfung der **Blendempfindlichkeit**
    .

2.2.3 Sonderregelung für Inhaber einer bis zum 31. Dezember 1998 erteilten
    Fahrerlaubnis

    Hinsichtlich des Sehvermögens gelten für Inhaber einer bis zum 31.
    Dezember 1998 erteilten Fahrerlaubnis folgende Anforderungen (in
    dieser Gliederungsnummer sind alle Paragraphen ohne Gesetzesangaben
    solche der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung in der bis zum 31.
    Dezember 1998 geltenden Fassung):

    **Mindestanforderungen an die zentrale Tagessehschärfe und die übrigen
    Sehfunktionen (§ 9a Absatz 5)**

    2.2.3.1 Mindestanforderungen an die zentrale Tagessehschärfe

    2.2.3.1.1 Liegt die zentrale Tagessehschärfe unterhalb von 1,0/1,0, so muss sie
        durch Sehhilfen so weit wie möglich dem Sehvermögen des
        Normalsichtigen angenähert werden.

    2.2.3.1.2 Für Inhaber einer Fahrerlaubnis reichen folgende Mindestwerte für die
        zentrale Tagessehschärfe aus, wenn feststeht, dass das
        Wahrnehmungsvermögen des Betroffenen trotz verminderten Sehvermögens
        zum sicheren Führen eines Kraftfahrzeugs der Klasse/Art noch
        ausreicht:

        *            *   Bei Fahrerlaubnisinhabern der

            *[^f785129_03_BJNR198000010BJNE009108123]
   Klassen 1, 1a, 1b, 3, 4, 5

            *   Klasse 2

            *   Fahrerlaubnis zur
                Fahrgastbeförderung

        *            *   Bei Beidäugigkeit

            *   0,4/0,2

            *   0,7/0,2

            *[^f785129_04_BJNR198000010BJNE009108123]
   0,7/0,5

        *            *[^f785129_02_BJNR198000010BJNE009108123]
   Bei Einäugigkeit

            *   0,6

            *   0,7

            *   0,7

    2.2.3.2 Mindestanforderungen an die übrigen Sehfunktionen

    2.2.3.2.1
        *            *   Bei Inhabern der

            *   Klassen 1, 1a, 1b, 3, 4, 5

            *   Klasse 2, Fahrerlaubnis
                zur Fahrgastbeförderung

        *            *   Gesichtsfeld

            *   normales Gesichtsfeld eines Auges oder gleichwertiges beidäugiges
                Gesichtsfeld

            *   normale Gesichtsfelder beider
[^f785129_05_BJNR198000010BJNE009108123]
                Augen

        *            *   Beweglichkeit

            *   Bei Beidäugigkeit:
                Augenzittern sowie Begleit- und Lähmungsschielen ohne Doppeltsehen im
                zentralen Blickfeld bei Kopfgeradehaltung zulässig. Bei Augenzittern
                darf die Erkennungszeit für die einzelnen Sehzeichen nicht mehr als
                eine Sekunde
                betragen.
                Bei Einäugigkeit:
                Normale Augenbeweglichkeit, kein Augenzittern.

            *   Normale Beweglichkeit beider
                Augen
                ; zeitweises Schielen
                unzulässig

        *            *   Stereosehen

            *   keine Anforderungen

            *[^f785129_06_BJNR198000010BJNE009108123]
   normales Stereosehen

        *            *   Farbensehen

            *   keine Anforderungen

            *   Rotblindheit oder Rotschwäche mit einem Anomalquotienten unter 0,5
                – bei Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung: unzulässig
                – bei Klasse 2:
                Aufklärung des Betroffenen über die durch die Störung des Farbensehens
                mögliche Gefährdung ausreichend

    2.2.3.2.2 Wenn wegen Zweifeln an ausreichendem Sehvermögen eine augenärztliche
        Begutachtung stattfindet, sollte die Untersuchung auch die
        Dämmerungssehschärfe und die Blendungsempfindlichkeit umfassen. Werden
        dabei Mängel festgestellt, so ist der Betroffene auf die Gefahren
        durch geminderte Dämmerungssehschärfe und erhöhte
        Blendungsempfindlichkeit beim Fahren in der Dämmerung und in der Nacht
        hinzuweisen.

2.3 Nach einer neu eingetretenen relevanten Einschränkung des Sehvermögens
    muss ein geeigneter Anpassungszeitraum eingehalten werden, während
    dessen das Führen von Kraftfahrzeugen nicht erlaubt ist. Danach darf
    erst nach augenärztlicher Untersuchung und Beratung wieder ein
    Kraftfahrzeug geführt werden.

2.4 Besteht eine fortschreitende Augenkrankheit, ist eine regelmäßige
    augenärztliche Untersuchung und Beratung erforderlich.

3   (weggefallen)

*
    *        *   Muster ****

    *        *   **Sehtestbescheinigung**

    *        *   **(Anlage 6 Nummer 1.1 der Fahrerlaubnis-Verordnung)**
            von Bewerbern um die Erteilung einer Fahrerlaubnis der Klassen AM, A1,
            A2, A, B, BE, L oder T

    *        *
        *
        *

    *        *   Nr.

        *   Amtlich anerkannte Sehteststelle:

        *

    *        *
        *
        *

   Name: *_\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\_\_\_*
      Vorname: *_\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\_*
    geboren am: *_\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\_*

    *        *   Der Sehtest wurde durchgeführt

        *

    *        *   ohne Sehhilfe

        *   *

        *   Identität nachgewiesen*

    *        *
        *
        *

    *        *   mit Sehhilfe

        *   *

        *   Ausweisdokument
            Nr.:

    Ergebnis des Sehtests:

    *        *   Die entsprechende zentrale
            Tagessehschärfe beträgt:

        *   rechts

        *   links

        *
        *   Der Sehtest

        *

    *        *   0,7 oder mehr

        *   *

        *   *

        *
        *   ist bestanden

        *   *

    *        *   weniger

        *   *

        *   *

        *
        *   ist nicht bestanden

        *   *

*
    *        *   Sonstige Zweifel an ausreichendem Sehvermögen

        *
        *
        *
        *
        *

    *        *   gemäß Anlage 6 der Fahrerlaubnis-Verordnung

        *
        *
        *
        *   *

        *

*   Art der Zweifel:
    *_\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\
    __\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\_*
    *_\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\
    __\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\_*

    Ist der Sehtest bestanden, so fügen Sie bitte diese Bescheinigung dem
    Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis bei; die Bescheinigung bleibt
    zwei Jahre gültig. Ist der Sehtest nicht bestanden oder trotz Sehhilfe
    oder verbesserter Sehhilfe erneut nicht bestanden oder bestehen sonst
    Zweifel am ausreichenden Sehvermögen, so müssen Sie eine
    augenärztliche Untersuchung durchführen lassen (§ 12 Absatz 5 der
    Fahrerlaubnis-Verordnung).

    *_\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__*                   , den
    *_\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__*

    *        *   *_\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\__\_\
            _*
            Unterschrift des Sehtesters

        *

   ## Muster

Bescheinigung über die ärztliche Untersuchung

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__11.html
Directory: fev_2010
Level: 3.0