Title: § 6 Auswahlverfahren

Description:
Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den gehobenen Auswärtigen Dienst (LAP-gehDAAV 2004)
Kapitel 1 - Laufbahn und Ausbildung
§ 6 Auswahlverfahren

Paragraph: 6

Content:
Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den gehobenen Auswärtigen Dienst (LAP-gehDAAV 2004)
Kapitel 1 - Laufbahn und Ausbildung
§ 6 Auswahlverfahren

(1) Vor der Entscheidung über die Einstellung in den
Vorbereitungsdienst wird in einem Auswahlverfahren festgestellt, ob
die Bewerberinnen und Bewerber auf Grund ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten
und persönlichen Eigenschaften für die Übernahme in den
Vorbereitungsdienst der Laufbahn geeignet sind.

(2) Das Auswahlverfahren umfasst einen schriftlichen und einen
mündlichen Teil und kann auch psychologische Eignungs- und Sprachtests
umfassen. Das Auswahlverfahren wird beim Auswärtigen Amt von einem
unabhängigen Ausschuss durchgeführt; dieser kann externe Beraterinnen
und Berater sowie Fach- und Sprachprüfende hinzuziehen. Das Auswärtige
Amt kann ein Vorverfahren durchführen. Einzelheiten regelt das
Auswärtige Amt.

(3) Zum schriftlichen Auswahlverfahren werden alle Bewerberinnen und
Bewerber zugelassen, die nach den eingereichten Unterlagen die
Einstellungsvoraussetzungen gemäß § 4 erfüllen, sofern nicht ein
Vorverfahren durchgeführt wird. Schwerbehinderte Menschen sowie
ehemalige Soldatinnen und Soldaten auf Zeit mit Eingliederungs- oder
Zulassungsschein werden, wenn sie die in der Ausschreibung genannten
Voraussetzungen erfüllen, grundsätzlich zum Auswahlverfahren
zugelassen. Frauen und Männer werden in einem ausgewogenen Verhältnis
berücksichtigt.

(4) Auf Grund der Ergebnisse des schriftlichen Verfahrens und
gegebenenfalls der psychologischen Eignungstests entscheidet der
Auswahlausschuss, wer zum mündlichen Teil des Auswahlverfahrens
zugelassen wird.

(5) Bewerberinnen und Bewerber, die zum schriftlichen oder mündlichen
Auswahlverfahren nicht zugelassen werden oder daran erfolglos
teilgenommen haben, erhalten eine schriftliche Ablehnung.

(6) Der Auswahlausschuss besteht in der Regel aus fünf Beamtinnen und
Beamten des Auswärtigen Dienstes. Es können mehrere Auswahlausschüsse
eingerichtet werden, wenn die Zahl der zu prüfenden Bewerberinnen und
Bewerber und die Zeitplanung es erfordern; die gleichmäßige Anwendung
der Bewertungsmaßstäbe muss gewährleistet sein. Die Mitglieder sind
unabhängig und an Weisungen nicht gebunden. Mitglieder sind

1.  die Leiterin oder der Leiter der Akademie Auswärtiger Dienst,

2.  die Leiterin oder der Leiter des für die Personalentwicklung und
    -planung des gehobenen Dienstes zuständigen Referats,

3.  die Ausbildungsleiterin oder der Ausbildungsleiter für den gehobenen
    Auswärtigen Dienst sowie

4.  zwei von der Leiterin oder dem Leiter der Zentralabteilung des
    Auswärtigen Amts bestellte Beamtinnen oder Beamte des gehobenen
    Auswärtigen Dienstes.

(7) Die Leiterin oder der Leiter der Zentralabteilung des Auswärtigen
Amts oder deren Vertretung können als weitere stimmberechtigte
Mitglieder am Auswahlverfahren teilnehmen. In der Regel führt die
Leiterin oder der Leiter der Akademie Auswärtiger Dienst den Vorsitz.
Im Falle der Teilnahme der Leiterin oder des Leiters der
Zentralabteilung führt diese oder dieser den Vorsitz. Die oder der
Vorsitzende des Auswahlausschusses wird vertreten durch:

1.  die stellvertretende Leiterin oder den stellvertretenden Leiter der
    Zentralabteilung des Auswärtigen Amts,

2.  die Leiterin oder den Leiter des Personalreferats für den gehobenen
    Dienst und

3.  die Ausbildungsleiterin oder den Ausbildungsleiter für den gehobenen
    Auswärtigen Dienst,

4.  die Leiterin oder den Leiter des für die Personalentwicklung und
    -planung des höheren Dienstes zuständigen Referats,

5.  die stellvertretende Leiterin oder den stellvertretenden Leiter des
    für die Personalentwicklung und -planung des gehobenen Dienstes
    zuständigen Referats,

6.  die Ausbildungsleiterin oder den Ausbildungsleiter für den höheren
    Auswärtigen Dienst oder

7.  die Ausbildungsleiterin oder den Ausbildungsleiter für den mittleren
    Auswärtigen Dienst.

Die Vertretungen der übrigen Ausschussmitglieder werden von der
Leiterin oder dem Leiter der Zentralabteilung für die Dauer von drei
Jahren bestellt. Der Auswahlausschuss ist beschlussfähig, wenn die
oder der Vorsitzende und mindestens zwei Mitglieder anwesend sind. Er
entscheidet mit Stimmenmehrheit; bei Stimmengleichheit gibt die Stimme
der oder des Vorsitzenden den Ausschlag. Stimmenthaltung ist nicht
zulässig.

(7a) Das Auswärtige Amt kann festlegen, dass bis zum 31. Dezember 2024
der Auswahlausschuss schon dann beschlussfähig ist, wenn die oder der
Vorsitzende und ein weiteres Mitglied anwesend sind.

(8) Je ein Mitglied des Personalrats und der
Schwerbehindertenvertretung sowie die Gleichstellungsbeauftragte des
Auswärtigen Amts wirken im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben mit.

(9) Der Auswahlausschuss bewertet die Ergebnisse und legt für jedes
Auswahlverfahren eine Rangfolge der geeigneten Bewerberinnen und
Bewerber fest. Sind mehrere Auswahlausschüsse eingerichtet, wird eine
Rangfolge aller Bewerberinnen und Bewerber festgelegt.

(10) Im Falle einer erfolglosen Teilnahme am mündlichen
Auswahlverfahren ist einmalig eine erneute Bewerbung frühestens für
das Auswahlverfahren im vierten darauffolgenden Kalenderjahr zulässig.
In begründeten Einzelfällen kann der Auswahlausschuss eine frühere
oder weitere Wiederbewerbung zulassen. Im Falle der Wiederzulassung
ist das gesamte Auswahlverfahren erneut zu durchlaufen.

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