Title: Anlage XXI Kriterien für lärmarme Kraftfahrzeuge

Description:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)

Anlage XXI Kriterien für lärmarme Kraftfahrzeuge

Paragraph: 73

Content:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)

Anlage XXI Kriterien für lärmarme Kraftfahrzeuge

(Fundstelle: BGBl. I 2012, 822 - 824)

**1** **Allgemeines**

    Lärmarme Kraftfahrzeuge sind Fahrzeuge, bei denen alle lärmrelevanten
    Einzelquellen dem Stand moderner Lärmminderungstechnik entsprechen.

**2** **Lastkraftwagen**

2.1 Geräuschgrenzwerte

    Der Stand moderner Lärmminderungstechnik ist für Lastkraftwagen mit
    einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 2,8 t dann gegeben, wenn
    folgende nach Leistungsklassen unterschiedliche Grenzwerte eingehalten
    oder unterschritten werden:

    **Tabelle 1**
    ##

    *        *
        *   Motorleistung

    *        *
        *
        *

    *        *   weniger als 75 kW

        *   von 75 kW
            bis weniger als 150 kW

        *   150 kW oder mehr

    *        *   Fahrgeräusch

        *   77 dB(A)

        *   78 dB(A)

        *   80 dB(A)

    *        *[^F776225_61_BJNR067910012BJNE014800000]
   Motorbremsgeräusch

        *   77 dB(A)

        *   78 dB(A)

        *   80 dB(A)

    *        *   Druckluftgeräusch

        *   72 dB(A)

        *   72 dB(A)

        *   72 dB(A)

    *        *[^F776225_62_BJNR067910012BJNE014800000]
   Rundumgeräusch

        *   77 dB(A)

        *   78 dB(A)

        *   80 dB(A)

    Während einer Einführungszeit bis zum 31. Dezember 1987 gelten auch
    Fahrzeuge als lärmarm, deren Geräuschemissionen die Werte der Tabelle
    1 um bis zu 2 dB(A) überschreiten.

    Lastkraftwagen mit lärmrelevanten Zusatzaggregaten wie zum Beispiel
    Pumpen, Standheizung, Klimaanlagen, Mülltrommeln gelten nur dann als
    lärmarm, wenn durch eine Zusatzprüfung festgestellt wird, dass auch
    diese Lärmquellen dem Stand moderner Lärmminderungstechnik
    entsprechen. Dies gilt in der Regel als erfüllt, wenn das Geräusch der
    Zusatzaggregate in deren lautestem Betriebszustand nicht lauter als
    65 dB(A)                    in 7 m Abstand ist und keinen ton- oder
    impulshaltigen Geräuschcharakter aufweist. Für Zusatzaggregate kann
    der Stand moderner Lärmminderungstechnik durch Einzelrichtlinien
    festgelegt werden.

2.2 Geräuschmessverfahren

2.2.1 Fahrgeräusch

    Das Fahrgeräusch wird auf der Messstrecke nach Abbildung 1 bei
    beschleunigter Vorbeifahrt in 7,5 m seitlicher Entfernung von der
    Fahrspurmitte nach der in § 49 Absatz 2 Nummer 1 genannten Richtlinie
    mit folgender Abweichung ermittelt:

    Ein nach der in § 49 Absatz 2 Nummer 1 genannten Richtlinie
    notwendiges Hochschalten der Gänge aus X/2 ist in dem Gang zu beenden,
    in dem die höchstzulässige Motordrehzahl (zum Beispiel
    Abregeldrehzahl) erstmals bei Überfahren der Linie BB´ nicht mehr
    erreicht wird.

2.2.2 Motorbremsgeräusch

    Die Messung wird auf der Messstrecke nach Abbildung 1 beidseitig am
    beladenen Fahrzeug vorgenommen. Dabei ist diejenige Getriebestufe
    einzulegen, in der die Geschwindigkeit des Fahrzeugs bei
    Nennleistungsdrehzahl des Motors am nächsten bei 40 km/h liegt. Aus
    der der Nennleistungsdrehzahl entsprechenden Geschwindigkeit heraus
    wird die Motorbremse bei Überqueren der Linie AA´ voll eingeschaltet
    und der höchste A-Schallpegel an den Messorten während der Vorbeifahrt
    zwischen den Linien AA´ und BB´ gemessen.

    **Abbildung 1**

    **Markierung der Messstrecke für das Messen des Fahrgeräuschs**

    ![bgbl1_2012_j0679-1_0220.jpg](bgbl1_2012_j0679-1_0220.jpg)

2.2.3 Rundumgeräusch

    Die Messung erfolgt am stehenden Fahrzeug gemäß Abbildung 2 an acht
    Messpunkten in 7 m Entfernung vom Fahrzeugumriss und in 1,2 m Höhe.

    Vor der Messung ist der Motor auf normale Betriebstemperatur zu
    bringen.

    Die Messung soll bei folgender Betriebsbedingung ausgeführt werden:

    Der Gasfußhebel ist stoßweise so weit zu betätigen, dass die
    Abregeldrehzahl jeweils kurz erreicht wird (Beschleunigungsstoß).

    Für jeden der acht Messpunkte wird der höchste hierbei auftretende
    A-Schallpegel ermittelt.

    Lässt sich aus motortechnischen Gründen keine bestimmte
    Abregeldrehzahl erreichen, ist die Messung wie folgt durchzuführen.

    Die Drehzahl wird zunächst auf 3/4 der Nennleistungsdrehzahl konstant
    gehalten und dann so schnell wie möglich auf Leerlaufdrehzahl
    abgesenkt.

    Für jeden der acht Messpunkte wird der höchste A-Schallpegel
    ermittelt, der während einer kurzen Einhaltung der oben angegebenen
    konstanten Drehzahl und der Zeit für den Drehzahlabfall auftritt. Bei
    Anwendung dieses Messverfahrens sind die Grenzwerte für das
    Rundumgeräusch gegenüber den Werten aus der Tabelle 1 um 5 dB(A)
    niedriger anzusetzen.

    **Abbildung 2**

    **Lage der Messpunkte für das Messen des Rundumgeräuschs**

    ![bgbl1_2012_j0679-1_0230.jpg](bgbl1_2012_j0679-1_0230.jpg)

2.2.4 Druckluftgeräusche

    Die Messung erfolgt am stehenden Fahrzeug in den Messpunkten 2 und 6
    gemäß Abbildung 2.

    Ermittelt werden die höchsten A-Schallpegel des Druckregler-
    Abblasgeräuschs und des Entlüftungsgeräuschs nach Betätigen der
    Betriebs- und Feststellbremse.

    Das Druckregler-Abblasgeräusch wird bei Leerlauf des Motors ermittelt.

    Das Entlüftungsgeräusch wird beim Betätigen der Betriebs- und
    Feststellbremse ermittelt, wobei vor jeder Messung die Druckluftanlage
    auf den höchsten Betriebsdruck zu bringen ist und der Motor abgestellt
    wird.

2.2.5 Auswertung der Ergebnisse

    Die Messungen werden für alle Messpunkte zweimal ausgeführt.

    Zur Berücksichtigung der Ungenauigkeiten der Messgeräte gilt der am
    Gerät abgelesene, um 1 dB(A) verringerte Wert als Messergebnis. Die
    Messergebnisse werden als gültig angesehen, wenn der Unterschied der
    am gleichen Messpunkt vorgenommenen Messungen 2 dB(A) nicht
    übersteigt. Als Prüfergebnis gilt das höchste Messergebnis aller unter
    Nummer 2.2.1 bis 2.2.4 jeweils beschriebenen Messpunkte. Übersteigt
    dieser Wert den zulässigen Grenzwert um 1 dB(A), so sind für den
    entsprechenden Messpunkt zwei weitere Messungen durchzuführen. Hierbei
    müssen drei der vier Messergebnisse innerhalb der vorgeschriebenen
    Grenzwerte liegen.

2.2.6 Sonstiges

    Hinsichtlich der Messgeräte und aller akustischen Randbedingungen bei
    der Messung gelten die Vorschriften der in § 49 Absatz 2 Nummer 1
    genannten Richtlinie.

    Sofern entsprechende Bremseinrichtungen vorhanden sind.
[^F776225_61_BJNR067910012BJNE014800000]: [^F776225_62_BJNR067910012BJNE014800000]:     Enfällt              bei elektrischem Antrieb.

(zu § 47 Absatz 3b und 3c)
Anforderungen an Stickoxid-Minderungssysteme (NO
-Minderungssysteme) mit hoher Minderungsleistung zur Einhaltung eines
Emissionswerts von weniger als 270 mg/km NO
für Kraftfahrzeuge mit Selbstzündungsmotor (NO

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__73.html
Directory: stvzo_2012
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