Title: § 156 Hinwirken auf Einvernehmen

Description:
Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG)
Buch 2 - Verfahren in Familiensachen
Abschnitt 3 - Verfahren in Kindschaftssachen
§ 156 Hinwirken auf Einvernehmen

Paragraph: 156

Content:
Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG)
Buch 2 - Verfahren in Familiensachen
Abschnitt 3 - Verfahren in Kindschaftssachen
§ 156 Hinwirken auf Einvernehmen

(1) Das Gericht soll in Kindschaftssachen, die die elterliche Sorge
bei Trennung und Scheidung, den Aufenthalt des Kindes, das
Umgangsrecht oder die Herausgabe des Kindes betreffen, in jeder Lage
des Verfahrens auf ein Einvernehmen der Beteiligten hinwirken, wenn
dies dem Kindeswohl nicht widerspricht. Es weist auf Möglichkeiten der
Beratung durch die Beratungsstellen und -dienste der Träger der
Kinder- und Jugendhilfe insbesondere zur Entwicklung eines
einvernehmlichen Konzepts für die Wahrnehmung der elterlichen Sorge
und der elterlichen Verantwortung hin. Das Gericht kann anordnen, dass
die Eltern einzeln oder gemeinsam an einem kostenfreien
Informationsgespräch über Mediation oder über eine sonstige
Möglichkeit der außergerichtlichen Konfliktbeilegung bei einer von dem
Gericht benannten Person oder Stelle teilnehmen und eine Bestätigung
hierüber vorlegen. Es kann ferner anordnen, dass die Eltern an einer
Beratung nach Satz 2 teilnehmen. Die Anordnungen nach den Sätzen 3 und
4 sind nicht selbständig anfechtbar und nicht mit Zwangsmitteln
durchsetzbar.

(2) Erzielen die Beteiligten Einvernehmen über den Umgang oder die
Herausgabe des Kindes, ist die einvernehmliche Regelung als Vergleich
aufzunehmen, wenn das Gericht diese billigt (gerichtlich gebilligter
Vergleich). Das Gericht billigt die Umgangsregelung, wenn sie dem
Kindeswohl nicht widerspricht.

(3) Kann in Kindschaftssachen, die den Aufenthalt des Kindes, das
Umgangsrecht oder die Herausgabe des Kindes betreffen, eine
einvernehmliche Regelung im Termin nach § 155 Abs. 2 nicht erreicht
werden, hat das Gericht mit den Beteiligten und dem Jugendamt den
Erlass einer einstweiligen Anordnung zu erörtern. Wird die Teilnahme
an einer Beratung, an einem kostenfreien Informationsgespräch über
Mediation oder einer sonstigen Möglichkeit der außergerichtlichen
Konfliktbeilegung oder eine schriftliche Begutachtung angeordnet, soll
das Gericht in Kindschaftssachen, die das Umgangsrecht betreffen, den
Umgang durch einstweilige Anordnung regeln oder ausschließen. Das
Gericht soll das Kind vor dem Erlass einer einstweiligen Anordnung
persönlich anhören.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/famfg/__156.html
Directory: famfg
Level: 4.0