Title: § 511 Verlustvermutung

Description:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Fünftes Buch - Seehandel
Zweiter Abschnitt - Beförderungsverträge
Erster Unterabschnitt - Seefrachtverträge
Erster Titel - Stückgutfrachtvertrag
§ 511 Verlustvermutung

Paragraph: 511

Content:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Fünftes Buch - Seehandel
Zweiter Abschnitt - Beförderungsverträge
Erster Unterabschnitt - Seefrachtverträge
Erster Titel - Stückgutfrachtvertrag
§ 511 Verlustvermutung

(1) Der Anspruchsberechtigte kann das Gut als verloren betrachten,
wenn es nicht innerhalb eines Zeitraums abgeliefert wird, der dem
Zweifachen der vereinbarten Lieferfrist entspricht, mindestens aber 30
Tage, bei einer grenzüberschreitenden Beförderung 60 Tage beträgt.
Satz 1 gilt nicht, wenn der Verfrachter das Gut wegen eines
Zurückbehaltungsrechts oder eines Pfandrechts nicht abzuliefern
braucht oder wenn an dem Gut ein Pfandrecht für eine Forderung auf
einen Beitrag zur Großen Haverei besteht und das Gut daher nicht
ausgeliefert werden darf.

(2) Erhält der Anspruchsberechtigte eine Entschädigung für den Verlust
des Gutes, so kann er bei deren Empfang verlangen, dass er
unverzüglich benachrichtigt wird, wenn das Gut wieder aufgefunden
wird.

(3) Der Anspruchsberechtigte kann innerhalb eines Monats nach Empfang
der Benachrichtigung von dem Wiederauffinden des Gutes verlangen, dass
ihm das Gut Zug um Zug gegen Erstattung der Entschädigung,
gegebenenfalls abzüglich der in der Entschädigung enthaltenen Kosten,
abgeliefert wird. Eine etwaige Pflicht zur Zahlung der Fracht sowie
Ansprüche auf Schadensersatz bleiben unberührt.

(4) Wird das Gut nach Zahlung einer Entschädigung wieder aufgefunden
und hat der Anspruchsberechtigte eine Benachrichtigung nicht verlangt
oder macht er nach Benachrichtigung seinen Anspruch auf Ablieferung
nicht geltend, so kann der Verfrachter über das Gut frei verfügen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__511.html
Directory: hgb
Level: 6.0