Title: § 9 Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Ofen- und Luftheizungsbauer/zur Ofen- und Luftheizungsbauerin (OfenbAusbV)
§ 9 Gesellenprüfung

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Ofen- und Luftheizungsbauer/zur Ofen- und Luftheizungsbauerin (OfenbAusbV)
§ 9 Gesellenprüfung

(1) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 16 Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag
entspricht, bearbeiten sowie innerhalb dieser Zeit in höchstens 20
Minuten hierüber ein Fachgespräch führen, das aus mehreren
Gesprächsphasen bestehen kann. Dem Prüfling ist Gelegenheit zu geben,
Messgeräte und technische Einrichtungen vor der Prüfung kennen zu
lernen. Für die Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in Betracht:
Herstellen des Segments eines

1.  Warmluftofens an einer Gebäudewand aus brennbaren Baustoffen mit
    Verkleidung aus geschliffen versetzter Kachelware und einem
    Heizeinsatz für Heizöl oder Gas, einschließlich der
    Brennstoffversorgungsleitung und der Elektroanschlüsse,

2.  Warmluftofens an einer Gebäudewand aus brennbaren Baustoffen mit
    Verkleidung aus geschliffen versetzter Kachelware und einem
    Heizeinsatz für Festbrennstoffe mit Warmwasserwärmetauscher,
    einschließlich der Anschlussleitungen und der Elektroanschlüsse oder

3.  Grundofens aus geschliffen versetzter Kachelware an einer Gebäudewand
    aus brennbaren Baustoffen einschließlich des
    Verbrennungsluftanschlusses und der Elektroanschlüsse für eine
    elektronische Regelung

nach Zeichnung; einschließlich der Arbeitsplanung und der Montage von
Steuerungs- und Regelungseinrichtungen sowie der Inbetriebnahme der
Feuerungsstätte. Die Durchführung der Arbeitsaufgabe wird mit
praxisüblichen Unterlagen dokumentiert. Dabei soll der Prüfling
zeigen, dass er Arbeitsabläufe und Teilaufgaben unter Beachtung
wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher
Vorgaben selbstständig umsetzen kann. Er soll Material disponieren,
Verarbeitungs- und Verbindungstechniken keramischer und metallischer
Werkstoffe anwenden, elektrische Baugruppen einstellen und abgleichen
sowie Prüfprotokolle erstellen können. Durch das Fachgespräch soll der
Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen
darstellen, die für die Arbeitsaufgabe wesentlichen fachlichen
Hintergründe auch im Hinblick auf die Gesamtanlage aufzeigen sowie die
Vorgehensweise bei der Inbetriebnahme von Anlagen erläutern kann. Die
Bearbeitung der Arbeitsaufgabe einschließlich der Dokumentation ist
mit 80 Prozent und das Fachgespräch mit 20 Prozent zu gewichten.

(3) Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus den drei
Prüfungsbereichen

1.  Auftragsplanung,

2.  Anlagenanalyse sowie

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

In den Prüfungsbereichen Auftragsplanung und Anlagenanalyse sind
insbesondere durch Verknüpfung informationstechnischer,
technologischer und mathematischer Sachverhalte fachliche Probleme zu
analysieren, zu bewerten und geeignete Lösungswege darzustellen.

(4) Für den Prüfungsbereich Auftragsplanung kommt insbesondere in
Betracht:
Anfertigen eines Arbeitsplans zur Montage und Inbetriebnahme

1.  einer raumlufttechnischen Anlage oder

2.  eines Ofensystems

nach vorgegebenen Anforderungen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass
er eine Auftragsanalyse unter Beachtung der technischen Regeln und
baurechtlicher Vorgaben durchführen, die zur Montage und
Inbetriebnahme notwendigen mechanischen und elektrischen Komponenten,
Werkzeuge und Hilfsmittel auswählen, Montagepläne anpassen und die
notwendigen Arbeitsschritte unter Berücksichtigung der
Arbeitssicherheit und des Qualitätsmanagements planen kann.

(5) Für den Prüfungsbereich Anlagenanalyse kommt insbesondere in
Betracht:
Beschreiben der Vorgehensweise zur systematischen Eingrenzung von
Fehlern in einer raumlufttechnischen Anlage oder einem Ofensystem nach
vorgegebenen Anforderungen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Maßnahmen zur Inbetriebnahme
und zur Instandhaltung unter Berücksichtigung betrieblicher Abläufe
planen, elektrische und hydraulische Schemata, Steuerungs- und
Regelungsprogramme anwenden, Einstellwerte optimieren sowie
funktionelle Zusammenhänge erkennen, mechanische, physikalische und
elektrische Größen ermitteln sowie Anlagenverhalten begründen kann. Er
soll ferner zeigen, dass er Prüfverfahren auswählen, Fehlerursachen
feststellen und Lösungsvorschläge erarbeiten kann.

(6) Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:
Allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
Berufs- und Arbeitswelt.

(7) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich
        Auftragsplanung

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich
        Anlagenanalyse

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(8) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Auftragsplanung

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Anlagenanalyse

    *   40 Prozent,

*    *   3.

    *   Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(9) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(10) Die Prüfung ist bestanden, wenn im schriftlichen und praktischen
Teil der Prüfung jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht
wurden. In zwei der Prüfungsbereiche des schriftlichen Teils der
Prüfung müssen mindestens ausreichende Leistungen, in dem weiteren
Prüfungsbereich des schriftlichen Teils darf keine ungenügende
Leistung erbracht worden sein.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ofenbausbv/__9.html
Directory: ofenbausbv
Level: 2.0