Title: § 4 Fachrichtungsübergreifender Teil

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Isolierung (Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz) (IndMIsoPrV)
§ 4 Fachrichtungsübergreifender Teil

Paragraph: 4

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Isolierung (Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz) (IndMIsoPrV)
§ 4 Fachrichtungsübergreifender Teil

(1) Im fachrichtungsübergreifenden Teil ist in folgenden Fächern zu
prüfen:

1.  Grundlagen für kostenbewußtes Handeln,

2.  Grundlagen für rechtsbewußtes Handeln,

3.  Grundlagen für die Zusammenarbeit im Betrieb.

(2) Im Prüfungsfach "Grundlagen für kostenbewußtes Handeln" soll die
zu prüfende Person nachweisen, daß sie wirtschaftliche Grundkenntnisse
besitzt sowie wirtschaftliche Zusammenhänge erkennen und beurteilen
kann. Darüber hinaus soll sie insbesondere nachweisen, daß sie
Organisationsprobleme des Betriebes auch in ihrer Bedeutung als
Kostenfaktoren beurteilen und notwendige Organisationstechniken anhand
von Beispielen aus der Praxis anwenden kann. In diesem Rahmen können
geprüft werden:

1.  aus der Volkswirtschaftslehre:

    a)  Produktionsformen,

    b)  Wirtschaftssysteme,

    c)  nationale und internationale Unternehmens- und Organisationsformen und
        ihre Zusammenschlüsse,

    d)  nationale und internationale Organisationen und Verbände der
        Wirtschaft;

2.  aus der Betriebswirtschaftslehre:

    a)  Betriebsorganisation:

        aa) Aufbauorganisation,

        bb) Arbeitsplanung,

        cc) Arbeitssteuerung,

        dd) Arbeitskontrolle,

    b)  Organisations- und Informationstechniken,

    c)  Kostenrechnung.

(3) Im Prüfungsfach "Grundlagen für rechtsbewußtes Handeln" soll die
zu prüfende Person rechtliche Grundkenntnisse nachweisen. Sie soll
insbesondere anhand von betriebsbezogenen und praxisnahen Fällen
nachweisen, daß sie die Bedeutung der Rechtsvorschriften für ihren
Funktionsbereich erkennen und beurteilen kann. In diesem Rahmen können
geprüft werden:

1.  aus dem Grundgesetz:

    a)  Grundrechte,

    b)  Gesetzgebung,

    c)  Rechtsprechung;

2.  aus dem Arbeits- und Sozialrecht:

    a)  Arbeitsvertragsrecht,

    b)  Arbeitsschutzrecht einschließlich Arbeitssicherheitsrecht,

    c)  Betriebsverfassungsrecht, Mitbestimmungsrecht,

    d)  Tarifvertragsrecht,

    e)  Sozialversicherungsrecht;

3.  Umweltschutzrecht.

(4) Im Prüfungsfach "Grundlagen für die Zusammenarbeit im Betrieb"
soll die zu prüfende Person nachweisen, daß sie über soziologische
Grundkenntnisse verfügt und soziologische Zusammenhänge im Betrieb
erkennen und beurteilen kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Grundlagen des Sozialverhaltens der Menschen:

    a)  Entwicklungsprozeß des einzelnen,

    b)  Gruppenverhalten;

2.  Einflüsse des Betriebes auf das Sozialverhalten:

    a)  Arbeitsorganisation und soziale Maßnahmen,

    b)  Arbeitsplatz- und Betriebsgestaltung,

    c)  Führungsgrundsätze;

3.  Einflüsse des Industriemeisters auf die Zusammenarbeit im Betrieb:

    a)  Rolle des Industriemeisters,

    b)  Kooperation und Kommunikation,

    c)  Führungstechniken und Führungsverhalten.

(5) Die Prüfung in den in Absatz 1 genannten Prüfungsfächern ist
schriftlich und in dem in Absatz 1 Nr. 3 genannten Prüfungsfach auch
mündlich durchzuführen.

(6) Die schriftliche Prüfung soll nicht länger als sechs Stunden
dauern; sie besteht je Prüfungsfach aus einer unter Aufsicht
anzufertigenden Arbeit. Die Mindestzeiten betragen im Prüfungsfach:

*    *   1.

    *   Grundlagen für kostenbewußtes Handeln:

    *   2 Stunden,

*    *   2.

    *   Grundlagen für rechtsbewußtes Handeln:

    *   1 Stunde,

*    *   3.

    *   Grundlagen für die Zusammenarbeit im Betrieb:

    *   2 Stunden.

(7) In der mündlichen Prüfung in dem in Absatz 1 Nr. 3 genannten
Prüfungsfach soll die zu prüfende Person nachweisen, daß sie in der
Lage ist, bestimmte berufstypische Situationen zu erkennen, ihre
Ursachen zu klären und sachgerechte Lösungsvorschläge zu machen. Es
ist von einer praxisbezogenen, betrieblichen Situationsaufgabe
auszugehen. Die Prüfung soll für die zu prüfende Person nicht länger
als 30 Minuten dauern.

(8) Wurde in nicht mehr als einem der in Absatz 1 Nummer 1 und 2
genannten Fächer eine mangelhafte Prüfungsleistung erbracht, ist in
diesem eine mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer
ungenügenden Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Note zusammengefasst.
Dabei wird die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung doppelt
gewichtet.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indmisoprv/__4.html
Directory: indmisoprv
Level: 2.0