Title: § 25a Aufenthaltsgewährung bei gut integrierten Jugendlichen und jungen Volljährigen

Description:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 5 - Aufenthalt aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen
§ 25a Aufenthaltsgewährung bei gut integrierten Jugendlichen und jungen Volljährigen

Paragraph: 25a

Content:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 5 - Aufenthalt aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen
§ 25a Aufenthaltsgewährung bei gut integrierten Jugendlichen und jungen Volljährigen

(1) Einem jugendlichen oder jungen volljährigen Ausländer, der Inhaber
einer Aufenthaltserlaubnis nach § 104c oder seit mindestens zwölf
Monaten im Besitz einer Duldung ist, soll eine Aufenthaltserlaubnis
erteilt werden, wenn

1.  er sich seit drei Jahren ununterbrochen erlaubt, geduldet oder mit
    einer Aufenthaltsgestattung im Bundesgebiet aufhält,

2.  er im Bundesgebiet in der Regel seit drei Jahren erfolgreich eine
    Schule besucht oder einen anerkannten Schul- oder Berufsabschluss
    erworben hat. Von dieser Voraussetzung wird abgesehen, wenn der
    Ausländer sie wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen
    Krankheit oder Behinderung nicht erfüllen kann,

3.  der Antrag auf Erteilung der Aufenthaltserlaubnis vor Vollendung des
    27\. Lebensjahres gestellt wird,

4.  es gewährleistet erscheint, dass er sich auf Grund seiner bisherigen
    Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse der
    Bundesrepublik Deutschland einfügen kann und

5.  keine konkreten Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Ausländer sich
    nicht zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der
    Bundesrepublik Deutschland bekennt.

Solange sich der Jugendliche oder der junge Volljährige in einer
schulischen oder beruflichen Ausbildung oder einem Hochschulstudium
befindet, schließt die Inanspruchnahme öffentlicher Leistungen zur
Sicherstellung des eigenen Lebensunterhalts die Erteilung der
Aufenthaltserlaubnis nicht aus. Die Erteilung einer
Aufenthaltserlaubnis ist zu versagen, wenn die Abschiebung aufgrund
eigener falscher Angaben des Ausländers oder aufgrund seiner Täuschung
über seine Identität oder Staatsangehörigkeit ausgesetzt ist.

(2) Den Eltern oder einem personensorgeberechtigten Elternteil eines
minderjährigen Ausländers, der eine Aufenthaltserlaubnis nach Absatz 1
besitzt, kann eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn

1.  die Abschiebung nicht aufgrund falscher Angaben oder aufgrund von
    Täuschungen über die Identität oder Staatsangehörigkeit oder mangels
    Erfüllung zumutbarer Anforderungen an die Beseitigung von
    Ausreisehindernissen verhindert oder verzögert wird und

2.  der Lebensunterhalt eigenständig durch Erwerbstätigkeit gesichert ist.

Minderjährigen Kindern eines Ausländers, der eine Aufenthaltserlaubnis
nach Satz 1 besitzt, kann eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden,
wenn sie mit ihm in familiärer Lebensgemeinschaft leben. Dem Ehegatten
oder Lebenspartner, der mit einem Begünstigten nach Absatz 1 in
familiärer Lebensgemeinschaft lebt, soll unter den Voraussetzungen
nach Satz 1 eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. § 31 gilt
entsprechend. Dem minderjährigen ledigen Kind, das mit einem
Begünstigten nach Absatz 1 in familiärer Lebensgemeinschaft lebt, soll
eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden.

(3) Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach Absatz 2 ist
ausgeschlossen, wenn der Ausländer wegen einer im Bundesgebiet
begangenen vorsätzlichen Straftat verurteilt wurde, wobei Geldstrafen
von insgesamt bis zu 50 Tagessätzen oder bis zu 90 Tagessätzen wegen
Straftaten, die nach diesem Gesetz oder dem Asylgesetz nur von
Ausländern begangen werden können, grundsätzlich außer Betracht
bleiben.

(4) Die Aufenthaltserlaubnis kann abweichend von § 10 Absatz 3 Satz 2
erteilt werden.

(5) Besitzt der Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis nach § 104c, sind
für die Anwendung des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 1 auch die in § 60b
Absatz 5 Satz 1 genannten Zeiten anzurechnen.

(6) Einem Ausländer mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 104c soll
eine Aufenthaltserlaubnis nach Absatz 1 nur erteilt werden, wenn die
Voraussetzungen des § 5 Absatz 1 Nummer 1a erfüllt sind. Hat der
Ausländer die erforderlichen und ihm zumutbaren Maßnahmen für die
Identitätsklärung ergriffen, kann sie abweichend von Satz 1 erteilt
werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__25a.html
Directory: aufenthg_2004
Level: 4.0