Title: § 5 Gebote

Description:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung "Biosphärenreservat Mittlere Elbe" (NatSGmElbeV)
§ 5 Gebote

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung "Biosphärenreservat Mittlere Elbe" (NatSGmElbeV)
§ 5 Gebote

(1) **Schutzzone I:**

1.  Es ist geboten, mit angemessenen Mitteln die ungestörte natürliche
    Entwicklung der Biogeozönose zu sichern.

2.  Es ist grundsätzlich Jagdruhe geboten.

(2) **Schutzzone II:**

1.  Die Pflege ist so durchzuführen, daß die Vielfalt der Pflanzen und
    Tiere bewahrt und die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts gesichert
    wird.

2.  Durch angemessene Lenkung der Vorflut ist eine ausreichende
    Wasserhaltung im Gebiet zu sichern.

3.  Auf Rohstoff- und Nahrungsmittelgewinnung gerichtete
    Nutzungsmöglichkeiten sind der Pflege des Gebietes unterzuordnen.

4.  Als Acker genutzte Grünlandstandorte sind wieder in Grünland zu
    überführen.

5.  Forstliche Pflegemaßnahmen, die mit Holzentnahme verbunden sind, ruhen
    in der Zeit vom 1.2. bis 31.7. jeden Jahres, eingeschlagenes Holz ist
    vorher abzufahren.

6.  Die Vorkommen nicht autochthoner Baumarten sind langfristig zu
    vermindern, Neuanbauten zu unterlassen.

7.  Trockenrasenstandorte sind zu erhalten bzw. zu renaturieren.

8.  Das Anlanden von Wasserfahrzeugen im Bereich der Elbe ist nur an den
    freigegebenen Anlegestellen gestattet.

9.  Im Gebiet vorhandene Deponien sind zu beseitigen.

10. Die Jagdausübung erfolgt als Wildbestandslenkung ausschließlich nach
    ökologischen Erfordernissen und entsprechend der wissenschaftlichen
    Aufgabenstellung der einzelnen Gebiete.

11. Die Jagd wird nur auf Rothirsch, Reh, Wildschwein und Rotfuchs
    ausgeübt und dient vorrangig der Verhütung von Wildschäden sowie der
    Erhaltung einer sehr geringen Schalenwilddichte.

12. Dem Einstand nicht autochthoner Wildarten wie Damhirsch, Mink,
    Waschbär, Marderhund sowie wildernden Hunden und Hauskatzen ist durch
    jagdliche Maßnahmen konsequent zu begegnen.

13. Der Bau jagdlicher Anlagen ist in die Erfüllung des Schutzzwecks
    einzuordnen und in einfacher, landschaftsangepaßter Bauweise unter
    Verwendung natürlichen Materials vorzunehmen.

14. Der Fang von Bisamratten ist nur mit Greiffallen, die dem Modell Roith
    entsprechen, und Reusen mit einer Maximalöffnung von 10 cm von
    September bis Dezember gestattet.

15. Biotopschutz erfolgt entspr. § 20c des Bundesnaturschutzgesetzes,
    erweitert auf Wohn- und Dammbauten des Elbebibers, Höhlenbäume,
    Horstbäume von Greifvögeln und Koloniebrütern sowie 100 m-Bereiche um
    Horststandorte vom Aussterben bedrohter Großvögel.

(3) **Schutzzone III und IV:**

1.  Die auf Rohstoff- und Nahrungsmittelgewinnung gerichtete Nutzung des
    Landschaftsschutzgebietes erfolgt unter ökologischen,
    landschaftspflegerischen und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten.

2.  Auf der Grundlage eines Konzepts zur Entwicklung einer harmonischen
    Kulturlandschaft auf ökologischer Grundlage im Rahmen des
    Biosphärenreservats sind Landschaftspläne in den Kreisen zu
    entwickeln.

3.  Die Landschaftspläne sind sowohl zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung
    der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts als auch der
    Nutzungsfähigkeit der Naturgüter bei gleichzeitiger Bewahrung der
    Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft einzusetzen.

4.  Der Erhaltung und Pflege der Lebensbereiche der geschützten Pflanzen
    und Tiere ist sowohl in den Landschaftsplänen als auch bei der
    Landschaftspflege und Landnutzung Rechnung zu tragen.

5.  Öffentlichkeitsarbeit und Erholung sind auf Schwerpunkte in den Räumen
    Dessau, Wörlitz und Oranienbaum zu konzentrieren.

6.  Denkmalspflegerische Ziele sind bei der Erhaltung, Pflege und
    Gestaltung der Dessau-Wörlitzer Kulturlandschaft als Denkmal der
    Landschafts- und Gartengestaltung zu gewährleisten.

7.  Anbau, Erhaltung und Pflege von Obstalleen, Streuobstanlagen,
    Gehölzgruppen und Einzelbäumen in der Landschaft sind zu fördern.

8.  Vorhandene Deponien sind landschaftsgerecht zu gestalten, neue nur auf
    der Grundlage der Landschaftspläne zuzulassen.

9.  Biotopschutz erfolgt entsprechend § 20c des Bundesnaturschutzgesetzes,
    erweitert auf Wohnbauten des Elbebibers, Höhlenbäume, Horstbäume von
    Greifvögeln und Koloniebrütern sowie 100 m-Bereiche um Horststandorte
    vom Aussterben bedrohter Großvögel.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/natsgmelbev/__5.html
Directory: natsgmelbev
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