Title: § 2c Grundsätze der internationalen Adoptionsvermittlung

Description:
Gesetz über die Vermittlung und Begleitung der Adoption und über das Verbot der Vermittlung von Ersatzmüttern (AdVermiG 1976)
Erster Abschnitt - Adoptionsvermittlung und Begleitung
§ 2c Grundsätze der internationalen Adoptionsvermittlung

Paragraph: 2c

Content:
Gesetz über die Vermittlung und Begleitung der Adoption und über das Verbot der Vermittlung von Ersatzmüttern (AdVermiG 1976)
Erster Abschnitt - Adoptionsvermittlung und Begleitung
§ 2c Grundsätze der internationalen Adoptionsvermittlung

(1) Bei der internationalen Adoptionsvermittlung (§ 2a Absatz 1 Satz 1
und 2 und Absatz 2) hat die Adoptionsvermittlungsstelle (§ 9b und § 2
Absatz 3) die allgemeine Eignung der Adoptionsbewerber nach den §§ 7
und 7b und die Adoptionsvermittlungsstelle (§ 2a Absatz 4) die
länderspezifische Eignung der Adoptionsbewerber nach § 7c zu prüfen.

(2) Die Adoptionsvermittlungsstelle (§ 2a Absatz 4) hat sich zu
vergewissern, dass im Heimatstaat des Kindes eine für die
Adoptionsvermittlung zuständige und zur Zusammenarbeit bereite
Fachstelle (Fachstelle des Heimatstaats) besteht und die Adoption
gesetzlich zugelassen ist.

(3) Die Adoptionsvermittlungsstelle (§ 2a Absatz 4) hat sich bei der
Prüfung des Kindervorschlags der Fachstelle des Heimatstaats zu
vergewissern, dass

1.  die Adoption dem Kindeswohl dient,

2.  das Kind adoptiert werden kann und dass keine Anhaltspunkte dafür
    vorliegen, dass eine geeignete Unterbringung des Kindes im Heimatstaat
    nach Prüfung durch die Fachstelle des Heimatstaats möglich ist,

3.  die Eltern oder andere Personen, Behörden und Institutionen, deren
    Zustimmung zur Adoption erforderlich ist, über die Wirkungen der
    Adoption aufgeklärt wurden und freiwillig und in der gesetzlich
    vorgeschriebenen Form der Adoption des Kindes zugestimmt haben und die
    Eltern ihre Zustimmung nicht widerrufen haben,

4.  unter Berücksichtigung des Alters und der Reife des Kindes das Kind
    über die Wirkungen der Adoption aufgeklärt wurde, seine Wünsche
    berücksichtigt wurden und das Kind freiwillig und in der gesetzlich
    vorgeschriebenen Form der Adoption zugestimmt hat und

5.  keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Zustimmung zur Adoption
    weder der Eltern noch des Kindes durch eine Geldzahlung oder eine
    andere Gegenleistung herbeigeführt wurde.

Die Adoptionsvermittlungsstelle hat den Kindervorschlag der Fachstelle
des Heimatstaats daraufhin zu prüfen, ob die Adoptionsbewerber
geeignet sind, für das Kind zu sorgen. In den Fällen des § 2a Absatz 1
Satz 3 gilt Absatz 3 Satz 1 und 2 entsprechend. Das Ergebnis der
Prüfung nach den Sätzen 1 und 2 ist zu den Akten zu nehmen.

(4) Die Adoptionsvermittlungsstelle (§ 2a Absatz 4) kann den
Vermittlungsvorschlag der Fachstelle des Heimatstaats nur billigen,
wenn das Ergebnis der Eignungsprüfung, der länderspezifischen
Eignungsprüfung sowie der Prüfung nach Absatz 3 Satz 4 positiv
festgestellt ist.

(5) Hat die Adoptionsvermittlungsstelle (§ 2a Absatz 4) den
Vermittlungsvorschlag der Fachstelle des Heimatstaats gebilligt, so
eröffnet sie den Adoptionsbewerbern den Vermittlungsvorschlag und
berät sie über dessen Annahme. Nehmen die Adoptionsbewerber den
Vermittlungsvorschlag an, so gibt die Adoptionsvermittlungsstelle eine
Erklärung ab, dass sie der Fortsetzung des Adoptionsverfahrens
zustimmt.

(6) Die Adoptionsvermittlungsstelle (§ 2a Absatz 4 Nummer 2) leitet
die Erklärung nach Absatz 5 Satz 2 an die zentralen Adoptionsstellen
des Landesjugendamtes nach § 11 Absatz 2 weiter. Die
Adoptionsvermittlungsstelle (§ 2a Absatz 4) leitet die Erklärung nach
Absatz 5 Satz 2 an die Fachstelle des Heimatstaats weiter.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/advermig_1976/__2c.html
Directory: advermig_1976
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