Title: § 9 Dauer, Struktur und Durchführung des Studiums

Description:
(PsychThG 2020)
Abschnitt 2 - Studium, das Voraussetzung für die Erteilung einer Approbation als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut ist, psychotherapeutische Prüfung
§ 9 Dauer, Struktur und Durchführung des Studiums

Paragraph: 9

Content:
(PsychThG 2020)
Abschnitt 2 - Studium, das Voraussetzung für die Erteilung einer Approbation als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut ist, psychotherapeutische Prüfung
§ 9 Dauer, Struktur und Durchführung des Studiums

(1) Das Studium gemäß § 7 darf nur an Hochschulen angeboten werden.
Hochschulen im Sinne dieses Gesetzes sind Universitäten oder
Hochschulen, die Universitäten gleichgestellt sind. Das Studium gemäß
§ 7 dauert in Vollzeit fünf Jahre.

(2) Für den gesamten Arbeitsaufwand des Studiums gemäß § 7 sind nach
dem Europäischen System zur Übertragung und Akkumulierung 300
Leistungspunkte (ECTS Punkte) zu vergeben. Diese ECTS Punkte
entsprechen einem Arbeitsaufwand von 9 000 Stunden.

(3) Das Studium gemäß § 7 unterteilt sich in einen
Bachelorstudiengang, der polyvalent ausgestaltet sein kann, sowie
einen darauf aufbauenden Masterstudiengang. Bei erfolgreichem
Abschluss der Studiengänge verleiht die Hochschule den jeweiligen
akademischen Grad.

(4) Bei den Studiengängen gemäß Absatz 3 Satz 1 muss es sich um
Studiengänge handeln, die nach dem Hochschulrecht der Länder
akkreditiert sind. Die nach Landesrecht für Gesundheit zuständige
Stelle stellt die Einhaltung der berufsrechtlichen Voraussetzungen
fest. Im Verfahren der Akkreditierung des Bachelorstudiengangs wirkt
sie hierzu über die Vertreterin oder den Vertreter der Berufspraxis
mit. Im Verfahren der Akkreditierung des Masterstudiengangs
entscheidet sie über die Einhaltung der berufsrechtlichen
Voraussetzungen. Die berufsrechtliche Anerkennung des
Masterstudiengangs setzt voraus, dass der Zugang zum Masterstudiengang
nur nach einem Bachelorabschluss, bei dem die Einhaltung der
berufsrechtlichen Voraussetzungen festgestellt wurde, oder nach einem
gleichwertigen Studienabschluss gewährt wird. Ein gleichwertiger
Studienabschluss liegt vor, wenn dessen Lernergebnisse inhaltlich den
Anforderungen dieses Gesetzes und den Anforderungen der auf Grund des
§ 20 erlassenen Rechtsverordnung entsprechen.

(5) Auf Antrag ist Studierenden, die über einen gleichwertigen
Studienabschluss verfügen, durch die nach Landesrecht für Gesundheit
zuständige Stelle ein gesonderter Bescheid darüber zu erteilen, dass
ihre Lernergebnisse inhaltlich die Anforderungen dieses Gesetzes und
die Anforderungen der auf Grund des § 20 erlassenen Rechtsverordnung
erfüllen.

(6) Die für die Approbation als „Psychotherapeutin“ oder
„Psychotherapeut“ maßgeblichen Bestandteile des Studiums sind:

1.  die hochschulische Lehre und

2.  die berufspraktischen Einsätze.

Für diese Bestandteile sind über den Studienverlauf von Bachelor- und
Masterstudium insgesamt 180 ECTS Punkte zu vergeben, was einem
Arbeitsaufwand von 5 400 Stunden entspricht.

(7) Die hochschulische Lehre dient der Vermittlung von Kompetenzen,
die zur Ausübung des Berufs der Psychotherapeutin und des
Psychotherapeuten erforderlich sind. Für die hochschulische Lehre sind
folgende ECTS Punkte zu vergeben:

1.  im Bachelorstudium 82 ECTS Punkte, was einem Arbeitsaufwand von 2 460
    Stunden entspricht, und

2.  im Masterstudium 54 ECTS Punkte, was einem Arbeitsaufwand von 1 620
    Stunden entspricht.

(8) Das Bachelorstudium umfasst berufspraktische Einsätze, für die
insgesamt 19 ECTS Punkte zu vergeben sind, was einem Arbeitsaufwand
von 570 Stunden entspricht. Sie dienen dem Erwerb erster praktischer
Erfahrungen in der Grundlagen- und Anwendungsforschung der
Psychologie, in allgemeinen Bereichen des Gesundheitswesens sowie in
kurativen, präventiven oder rehabilitativen Bereichen der
psychotherapeutischen Versorgung.

(9) Das Masterstudium umfasst berufspraktische Einsätze, für die
insgesamt 25 ECTS Punkte zu vergeben sind, was einem Arbeitsaufwand
von 750 Stunden entspricht. Sie dienen dem Erwerb vertiefter
praktischer Erfahrungen sowie zur Entwicklung von
anwendungsorientierten Kompetenzen in der Grundlagen- und
Anwendungsforschung der Psychotherapie sowie in kurativen Bereichen
der psychotherapeutischen Versorgung.

(10) Die Hochschule trägt die Gesamtverantwortung für die Koordination
und Durchführung des Studiums. Soweit sie die Durchführung der
berufspraktischen Einsätze nicht an der Hochschule sicherstellen kann,
schließt sie im Einvernehmen mit der nach Landesrecht für Gesundheit
zuständigen Stelle Kooperationen mit dafür geeigneten Einrichtungen
ab.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de//__9.html
Directory: psychthg_2020
Level: 3.0