Title: § 37a Prüfung in Sonderfällen

Description:
Steuerberatungsgesetz (StBerG)
Zweiter Teil - Steuerberaterordnung
Zweiter Abschnitt - Voraussetzungen für die Berufsausübung
Erster Unterabschnitt - Persönliche Voraussetzungen
§ 37a Prüfung in Sonderfällen

Paragraph: 37a

Content:
Steuerberatungsgesetz (StBerG)
Zweiter Teil - Steuerberaterordnung
Zweiter Abschnitt - Voraussetzungen für die Berufsausübung
Erster Unterabschnitt - Persönliche Voraussetzungen
§ 37a Prüfung in Sonderfällen

(1) Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie Bewerber, die
die Prüfung als Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer
bestanden haben, können auf Antrag die Steuerberaterprüfung in
verkürzter Form ablegen. Dabei entfallen die in § 37 Absatz 3 Satz 1
Nummer 5 bis 7 genannten Prüfungsgebiete. Die Prüfung gliedert sich in
einen schriftlichen Teil aus zwei Aufsichtsarbeiten und eine mündliche
Prüfung.

(2) Bewerber mit einem Befähigungs- oder Ausbildungsnachweis, der in
einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Vertragsstaat
des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder in der
Schweiz zur selbständigen Hilfe in Steuersachen berechtigt, können auf
Antrag eine Eignungsprüfung im Sinne des Artikels 14 Absatz 1 in
Verbindung mit Absatz 3 der Richtlinie 2005/36/EG ablegen. Mit der
erfolgreich abgelegten Eignungsprüfung werden dieselben Rechte
erworben wie durch die erfolgreich abgelegte Steuerberaterprüfung.

(3) Die Befähigungs- und Ausbildungsnachweise im Sinne von Absatz 2
müssen in einem Mitgliedstaat oder Vertragsstaat oder der Schweiz von
einer nach den dortigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften
zuständigen Behörde ausgestellt worden sein. Sie müssen bescheinigen,
dass der Inhaber in dem Staat, in dem er die Berufsqualifikation
erworben hat, zur Hilfe in Steuersachen berechtigt ist. Nachweisen
nach Satz 2 gleichgestellt sind Ausbildungsnachweise, die

1.  den erfolgreichen Abschluss einer in einem anderen Mitgliedstaat oder
    Vertragsstaat oder der Schweiz auf Voll- oder Teilzeitbasis im Rahmen
    formaler oder nicht formaler Ausbildungsprogramme absolvierten
    Ausbildung bescheinigen,

2.  von dem sie ausstellenden anderen Mitgliedstaat oder Vertragsstaat
    oder der Schweiz als den Nachweisen nach Satz 2 gleichwertig anerkannt
    wurden und

3.  in Bezug auf die Aufnahme oder Ausübung des Berufs des Steuerberaters
    dieselben Rechte verleihen oder auf die Ausübung des Berufs des
    Steuerberaters vorbereiten.

Nachweisen nach Satz 2 gleichgestellt sind ferner solche, die
Berufsqualifikationen bescheinigen, die zwar nicht den Erfordernissen
der Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Herkunftsmitgliedstaates
für die Aufnahme und Ausübung des Berufs des Steuerberaters
entsprechen, ihrem Inhaber jedoch nach dem Recht des
Herkunftsmitgliedstaates erworbene Rechte nach den dort maßgeblichen
Vorschriften verleihen. Bewerber aus Staaten, in denen der Beruf des
Steuerberaters nicht reglementiert ist, müssen diesen Beruf zusätzlich
in den vorhergehenden zehn Jahren mindestens ein Jahr in einem Umfang
von mindestens 16 Wochenstunden in einem Mitgliedstaat oder
Vertragsstaat oder der Schweiz ausgeübt haben. Die zuständige Behörde
nach Satz 1 muss bescheinigen, dass der Inhaber auf die Ausübung des
Berufs vorbereitet wurde. Die Pflicht zum Nachweis der einjährigen
Berufserfahrung entfällt, wenn durch den Ausbildungsnachweis ein
reglementierter Ausbildungsgang bestätigt wird.

(3a) Die zuständige Behörde hat dem Bewerber den Empfang der
Unterlagen innerhalb eines Monats zu bestätigen und gegebenenfalls
mitzuteilen, welche Unterlagen fehlen. Die Eignungsprüfung ist
spätestens sechs Monate nach der Entscheidung über die Zulassung zur
Eignungsprüfung anzusetzen.

(4) Bewerber mit den in Absatz 2 genannten Voraussetzungen sollen mit
der Eignungsprüfung ihre Befähigung nachweisen, den Beruf eines
Steuerberaters auch im Inland ordnungsgemäß ausüben zu können. Die
Eignungsprüfung umfasst die zur Berufsausübung notwendigen Kenntnisse
aus den in § 37 Abs. 3 genannten Gebieten. Die Eignungsprüfung
gliedert sich in einen schriftlichen Teil aus höchstens zwei
Aufsichtsarbeiten aus unterschiedlichen Prüfungsgebieten und eine
mündliche Prüfung. Die Prüfung entfällt insgesamt oder in einem der in
§ 37 Absatz 3 genannten Prüfungsgebiete, soweit der Bewerber
nachweist, dass er im Rahmen seiner bisherigen Ausbildung, durch
Fortbildung oder im Rahmen seiner bisherigen Berufstätigkeit einen
wesentlichen Teil der Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen erlangt
hat, die in der Prüfung insgesamt oder in einem der in § 37 Absatz 3
genannten Prüfungsgebiete gefordert werden und die von einer
zuständigen Stelle formell anerkannt wurden. Der Nachweis der im
Rahmen der bisherigen Ausbildung erworbenen Kenntnisse ist durch
Diplome oder gleichwertige Prüfungszeugnisse einer staatlichen oder
staatlich anerkannten Universität oder einer Hochschule oder einer
anderen Ausbildungseinrichtung zu führen. Zum Nachweis der im Rahmen
der bisherigen beruflichen Tätigkeit erworbenen Kenntnisse sind
Falllisten vorzulegen, die regelmäßig folgende Angaben enthalten
müssen: Akten- oder Geschäftszeichen, Gegenstand, Zeitraum, Art und
Umfang der Tätigkeit, Sachstand. Ferner sind auf Verlangen der für die
Prüfung zuständigen Stelle anonymisierte Arbeitsproben vorzulegen.
Soweit die zuständige Behörde das Entfallen der Prüfung insgesamt oder
das Entfallen bestimmter Prüfungsgebiete nach Satz 1 ablehnt, hat sie
die Entscheidung zu begründen. Hinsichtlich der nicht entfallenen
Prüfung oder der nicht entfallenden Prüfungsgebiete sind die
wesentlichen Unterschiede zwischen der bisherigen Ausbildung des
Bewerbers und der im Inland geforderten Ausbildung sowie die Gründe,
aus denen diese Unterschiede nicht durch bereits beim Bewerber
erworbene Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen ausgeglichen werden
können, mitzuteilen.

(4a) Die zuständigen Behörden im Sinne von Absatz 3 arbeiten mit den
zuständigen Behörden in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen
Union, in den Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum und der Schweiz zusammen und tauschen Informationen
über das Vorliegen von disziplinar- oder strafrechtlichen oder
sonstigen schwerwiegenden Sachverhalten aus, wenn sie Auswirkungen auf
die Berufsausübung der Betroffenen haben. § 30 der Abgabenordnung
steht dem nicht entgegen.

(5) Für die Prüfung in verkürzter Form und für die Eignungsprüfung
gelten im Übrigen die Vorschriften für die Steuerberaterprüfung.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__37a.html
Directory: stberg
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