Title: § 1

Description:
Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde (ZHG)
I. - Die Approbation als Zahnarzt
§ 1

Paragraph: 1

Content:
Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde (ZHG)
I. - Die Approbation als Zahnarzt
§ 1

(1) Wer im Geltungsbereich dieses Gesetzes die Zahnheilkunde dauernd
ausüben will, bedarf einer Approbation als Zahnarzt nach Maßgabe
dieses Gesetzes. Die Approbation berechtigt zur Führung der
Bezeichnung als "Zahnarzt" oder "Zahnärztin". Die vorübergehende
Ausübung der Zahnheilkunde bedarf einer jederzeit widerruflichen
Erlaubnis.

(2) Zahnärzte, die Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der
Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens
über den Europäischen Wirtschaftsraum oder eines Vertragsstaates sind,
dem Deutschland und die Europäische Gemeinschaft oder Deutschland und
die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Rechtsanspruch
eingeräumt haben, dürfen den zahnärztlichen Beruf im Geltungsbereich
dieses Gesetzes ohne Approbation als Zahnarzt oder ohne Erlaubnis zur
vorübergehenden Ausübung der Zahnheilkunde ausüben, sofern sie
vorübergehend und gelegentlich als Erbringer von Dienstleistungen im
Sinne des Artikels 50 des EG-Vertrages im Geltungsbereich dieses
Gesetzes tätig werden. Sie unterliegen jedoch der Meldepflicht nach
diesem Gesetz.

(3) Ausübung der Zahnheilkunde ist die berufsmäßige auf zahnärztlich
wissenschaftliche Erkenntnisse gegründete Feststellung und Behandlung
von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Als Krankheit ist jede von der
Norm abweichende Erscheinung im Bereich der Zähne, des Mundes und der
Kiefer anzusehen, einschließlich der Anomalien der Zahnstellung und
des Fehlens von Zähnen.

(4) Die Ausübung der Zahnheilkunde ist kein Gewerbe.

(5) Approbierte Zahnärzte können insbesondere folgende Tätigkeiten an
dafür qualifiziertes Prophylaxe-Personal mit abgeschlossener
Ausbildung wie zahnmedizinische Fachhelferin, weitergebildete
Zahnarzthelferin, Prophylaxehelferin oder Dental-Hygienikerin
delegieren: Herstellung von Röntgenaufnahmen, Entfernung von weichen
und harten sowie klinisch erreichbaren subgingivalen Belägen,
Füllungspolituren, Legen und Entfernen provisorischer Verschlüsse,
Herstellung provisorischer Kronen und Brücken, Herstellung von
Situationsabdrücken, Trockenlegen des Arbeitsfeldes relativ und
absolut, Erklärung der Ursache von Karies und Parodontopathien,
Hinweise zu zahngesunder Ernährung, Hinweise zu häuslichen
Fluoridierungsmaßnahmen, Motivation zu zweckmäßiger Mundhygiene,
Demonstration und praktische Übungen zur Mundhygiene, Remotivation,
Einfärben der Zähne, Erstellen von Plaque-Indizes, Erstellung von
Blutungs-Indizes, Kariesrisikobestimmung, lokale Fluoridierung z. B.
mit Lack oder Gel, Versiegelung von kariesfreien Fissuren.

(6) In der Kieferorthopädie können insbesondere folgende Tätigkeiten
an zahnmedizinische Fachhelferinnen, weitergebildete
Zahnarzthelferinnen oder Dental-Hygienikerinnen delegiert werden:
Ausligieren von Bögen, Einligieren von Bögen im ausgeformten
Zahnbogen, Auswahl und Anprobe von Bändern an Patienten, Entfernen von
Kunststoffresten und Zahnpolitur auch mit rotierenden Instrumenten
nach Bracketentfernung durch den Zahnarzt.

(7) Ausübung des zahnärztlichen Berufs ist die Ausübung der
Zahnheilkunde unter der Berufsbezeichnung „Zahnarzt“ oder
„Zahnärztin“.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zhg/__1.html
Directory: zhg
Level: 3.0