Title: § 18 Teil 2 der Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen (IndElAusbV 2007)
Teil 4 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Automatisierungstechnik/Elektronikerin für Automatisierungstechnik
§ 18 Teil 2 der Abschlussprüfung

Paragraph: 18

Content:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen (IndElAusbV 2007)
Teil 4 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Automatisierungstechnik/Elektronikerin für Automatisierungstechnik
§ 18 Teil 2 der Abschlussprüfung

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
und der Anlage 4 aufgeführten Qualifikationen sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen

1.  Arbeitsauftrag,

2.  Systementwurf,

3.  Funktions- und Systemanalyse sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

Dabei sind Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau und
Organisation des Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Digitalisierung der
Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit, betriebliche und
technische Kommunikation, Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten
der Arbeitsergebnisse, Qualitätsmanagement sowie Beurteilen der
Sicherheit von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln zu
berücksichtigen.

(3) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag zeigen, dass
er

1.  Arbeitsaufträge analysieren, Informationen beschaffen, technische und
    organisatorische Schnittstellen klären, Lösungsvarianten unter
    technischen, betriebswirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten
    bewerten und auswählen,

2.  Auftragsabläufe planen und abstimmen, Teilaufgaben festlegen,
    Planungsunterlagen erstellen, Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten am
    Einsatzort berücksichtigen,

3.  Aufträge durchführen, Funktion und Sicherheit prüfen und
    dokumentieren, Normen und Spezifikationen zur Qualität und Sicherheit
    der Anlagen beachten sowie Ursachen von Fehlern und Mängeln
    systematisch suchen und beheben,

4.  Produkte übergeben, Fachauskünfte erteilen, Abnahmeprotokolle
    anfertigen, Arbeitsergebnisse und Leistungen dokumentieren und
    bewerten, Leistungen abrechnen und Systemdaten und -unterlagen
    dokumentieren

kann. Zum Nachweis kommen insbesondere das Errichten, Ändern oder
Instandhalten eines Automatisierungssystems in Betracht.

(4) Der Prüfling soll zum Nachweis der Anforderungen im
Prüfungsbereich Arbeitsauftrag

1.  in 18 Stunden einen betrieblichen Auftrag durchführen und mit
    praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein
    Fachgespräch von höchstens 30 Minuten führen; das Fachgespräch wird
    auf der Grundlage der praxisbezogenen Unterlagen des bearbeiteten
    betrieblichen Auftrages geführt; unter Berücksichtigung der
    praxisbezogenen Unterlagen sollen durch das Fachgespräch die
    prozessrelevanten Qualifikationen im Bezug zur Auftragsdurchführung
    bewertet werden; dem Prüfungsausschuss ist vor der Durchführung des
    betrieblichen Auftrages die Aufgabenstellung einschließlich eines
    geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung vorzulegen oder

2.  in 14 Stunden eine praktische Arbeitsaufgabe vorbereiten, durchführen,
    nachbereiten und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren
    sowie darüber ein begleitendes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten
    führen; die Durchführung der Arbeitsaufgabe beträgt sechs Stunden;
    durch Beobachtungen der Durchführung, die aufgabenspezifischen
    Unterlagen und das Fachgespräch sollen die prozessrelevanten
    Qualifikationen im Bezug zur Durchführung der Arbeitsaufgabe bewertet
    werden.

(5) Der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfungsvariante nach Absatz 4
aus und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der
Anmeldung zur Prüfung mit.

(6) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Systementwurf in der
Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten nach vorgegebenen Anforderungen
eine Änderung in einem System der Automatisierungstechnik entwerfen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er technische Problemanalysen
durchführen, unter Berücksichtigung von Vorschriften, technischen
Regelwerken, Richtlinien, Wirtschaftlichkeit und Betriebsabläufen
Lösungskonzepte entwickeln, Systemspezifikationen anwendungsgerecht
festlegen, Hard- und Softwarekomponenten auswählen, konfigurieren und
programmieren, Schaltungsunterlagen anpassen und Standardsoftware
einsetzen kann.

(7) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Funktions- und Systemanalyse
in der Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten ein
Automatisierungssystem analysieren. Dabei soll der Prüfling zeigen,
dass er Systemdokumentationen auswerten, Verfahren und Diagnosesysteme
zur Prüfung von Funktion und Sicherheit auswählen, funktionelle
Zusammenhänge automatisierter Systeme analysieren, Programme
interpretieren, Signale an Schnittstellen funktionell zuordnen,
netzwerkspezifische Diagnosen auswerten, Prozesszusammenhänge
schnittstellenübergreifend bewerten, Fehlerursachen bestimmen und
elektrische Schutzmaßnahmen bewerten kann.

(8) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde
in der Prüfungszeit von höchstens
60 Minuten              praxisbezogene handlungsorientierte Aufgaben
bearbeiten und dabei zeigen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
und beurteilen kann.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indelausbv_2007/__18.html
Directory: indelausbv_2007
Level: 3.0