Title: § 41 Filmbezogene allgemeine Fördervoraussetzungen

Description:
Gesetz über Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films (FFG 2017)
Kapitel 4 - Förderung – Allgemeine Bestimmungen
Abschnitt 2 - Allgemeine Fördervoraussetzungen
§ 41 Filmbezogene allgemeine Fördervoraussetzungen

Paragraph: 41

Content:
Gesetz über Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films (FFG 2017)
Kapitel 4 - Förderung – Allgemeine Bestimmungen
Abschnitt 2 - Allgemeine Fördervoraussetzungen
§ 41 Filmbezogene allgemeine Fördervoraussetzungen

(1) Förderhilfen werden nach Maßgabe dieses Gesetzes für die
Herstellung, den Absatz, das Abspiel und die Digitalisierung von
Filmen gewährt, wenn

1.  der Hersteller seinen Wohnsitz oder Sitz im Inland hat oder, sofern
    der Hersteller seinen Wohnsitz oder Sitz in einem anderen
    Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem anderen
    Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder
    in einem gleichgestellten Staat hat, eine Niederlassung im Inland zum
    Zeitpunkt der Auszahlung hat,

2.  bei programmfüllenden Filmen jedenfalls eine Endfassung des Films,
    abgesehen von Dialogstellen, für die nach dem Drehbuch eine andere
    Sprache vorgesehen ist, in deutscher Sprache gedreht oder
    synchronisiert hergestellt ist und bei Kurzfilmen jedenfalls eine
    Endfassung des Films mit einer kinotauglichen, deutschen Untertitelung
    versehen ist,

3.  für Studioaufnahmen Studios und für die Produktionstechnik sowie die
    Postproduktion technische Dienstleistungsfirmen benutzt worden sind,
    die ihren Sitz im Inland oder in einem anderen Mitgliedstaat der
    Europäischen Union oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens
    über den Europäischen Wirtschaftsraum oder in einem gleichgestellten
    Staat haben,

4.  die Regisseurin oder der Regisseur Deutsche oder Deutscher im Sinne
    des Artikels 116 des Grundgesetzes ist oder dem deutschen
    Kulturbereich angehört oder die Staatsangehörigkeit eines anderen
    Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen
    Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum
    oder eines gleichgestellten Staates besitzt,

5.  der Film kulturelle, historische oder gesellschaftliche Fragen zum
    Thema hat,

6.  der Film in deutscher Sprache im Inland oder als deutscher Beitrag im
    Hauptwettbewerb oder in einer Nebenreihe auf einem Festival
    welturaufgeführt wird und

7.  mindestens zwei der folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

    a)  das Originaldrehbuch, auf dem der Film basiert, verwendet überwiegend
        deutsche Drehorte oder Drehorte in einem anderen Mitgliedstaat der
        Europäischen Union, in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über
        den Europäischen Wirtschaftsraum oder in einem gleichgestellten Staat;

    b)  die Handlung oder die Stoffvorlage ist aus dem Inland, aus einem
        anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, aus einem anderen
        Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder
        aus einem gleichgestellten Staat;

    c)  der Film verwendet deutsche Motive oder solche aus einem anderen
        Mitgliedstaat der Europäischen Union, aus einem anderen Vertragsstaat
        des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder aus einem
        gleichgestellten Staat;

    d)  die Handlung oder die Stoffvorlage beruht auf einer literarischen
        Vorlage oder entstammt traditionellen Märchen oder Sagen;

    e)  die Handlung oder die Stoffvorlage befasst sich mit Lebensformen von
        Minderheiten, wissenschaftlichen Themen oder natürlichen Phänomenen;

    f)  die Handlung oder die Stoffvorlage setzt sich mit sozialen,
        politischen oder religiösen Fragen des gesellschaftlichen
        Zusammenlebens oder der Lebenswirklichkeit von Kindern auseinander;

    g)  die Handlung oder die Stoffvorlage befasst sich mit Künstlerinnen oder
        Künstlern oder Kunstgattungen.

(2) Sind aus thematischen Gründen Außenaufnahmen in einem anderen als
den in Absatz 1 Nummer 3 genannten Ländern erforderlich, so dürfen
höchstens 30 Prozent der Studioaufnahmen im Gebiet dieses Landes
gedreht werden. Wird der größere Teil eines Films an
Originalschauplätzen in einem anderen Land gedreht, so können auch für
mehr als 30 Prozent der Studioaufnahmen Studios dieses Landes benutzt
werden, wenn und soweit der Vorstand dies aus Kostengründen für
erforderlich hält. Die Grundlage für die Bemessung des Anteils der
Studioaufnahmen nach den Sätzen 1 und 2 ist die Drehzeit.

(3) Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung zu
bestimmen, dass Förderhilfen für die Filmproduktion unter der Auflage
gewährt werden, dass bis zu 160 Prozent des im Rahmen dieses Gesetzes
für die Filmproduktion gewährten Förderbetrags im Inland ausgegeben
werden. Hierbei darf die territoriale Bindung 80 Prozent des gesamten
Produktionsbudgets nicht übersteigen.

(4) Ist die Regisseurin oder der Regisseur entgegen Absatz 1 Nummer 4
nicht Deutsche oder Deutscher oder kommt sie oder er nicht aus dem
deutschen Kulturbereich oder aus einem anderen Mitgliedstaat der
Europäischen Union oder aus einem anderen Vertragsstaat des Abkommens
über den Europäischen Wirtschaftsraum oder aus einem gleichgestellten
Staat, so können Förderhilfen gewährt werden, wenn, abgesehen von der
Drehbuchautorin oder dem Drehbuchautor oder von bis zu zwei Personen
in einer Hauptrolle, alle übrigen Filmschaffenden Deutsche sind oder
dem deutschen Kulturbereich oder einem anderen Mitgliedstaat der
Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über
den Europäischen Wirtschaftsraum oder einem gleichgestellten Staat
angehören.

(5) Der Vorstand kann Ausnahmen von den Voraussetzungen des Absatzes 1
Nummer 1 und 6 sowie des Absatzes 2 zulassen, wenn die Gesamtwürdigung
des Films dies rechtfertigt. Bei programmfüllenden Filmen kann er auch
Ausnahmen von der Voraussetzung des Absatzes 1 Nummer 2 zulassen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ffg_2017/__41.html
Directory: ffg_2017
Level: 4.0