Title: § 5 Antrag

Description:
Pflanzkartoffelverordnung (PflKartV 1986)
Abschnitt 2 - Anerkennung von Pflanzgut
§ 5 Antrag

Paragraph: 5

Content:
Pflanzkartoffelverordnung (PflKartV 1986)
Abschnitt 2 - Anerkennung von Pflanzgut
§ 5 Antrag

(1) Der Antrag auf Anerkennung ist bis zum 15. Mai zu stellen. Die
Anerkennungsstelle kann hiervon Ausnahmen genehmigen, wenn
Besonderheiten der Pflanzguterzeugung oder des Verfahrens der
Sortenzulassung dies rechtfertigen.

(2) Für den Antrag ist ein Vordruck der Anerkennungsstelle zu
verwenden.

(3) Der Antragsteller hat bei Vorstufenpflanzgut im Antrag die
Feldgeneration des Ausgangspflanzgutes anzugeben und

1.  im Antrag zu erklären, dass

    a)  auf den vorgesehenen Vermehrungsflächen drei Jahre vor Antragstellung,
        bei Anträgen ab dem 1. Januar 2028 vier Jahre vor Antragstellung,
        keine Kartoffeln angebaut worden sind;

    b)  das Pflanzgut der angegebenen Sorte zugehört und nach den Grundsätzen
        systematischer Erhaltungszüchtung vom Züchter oder unter seiner
        Aufsicht und nach seiner Anweisung gewonnen worden ist;

    c)  das verwendete Pflanzgut auf Flächen erwachsen ist, die in den letzten
        drei Jahren, bei Anträgen ab dem 1. Januar 2028 in den letzten vier
        Jahren, nicht mit Kartoffeln bestellt waren;

    d)  das verwendete Pflanzgut nicht von den in Anlage 2 Nr. 2.1 genannten
        Quarantäneschadorganismen befallen ist;

    e)  bei Vorstufenpflanzgut der Klasse PB der Feldbestand aus klonaler
        Selektion (A-Stamm), Vorstufenpflanzgut der Klasse PBTC oder
        Vorstufenpflanzgut der Klasse PB erwächst;

2.  dem Antrag Nachweise aus einer amtlichen oder einer unter amtlicher
    Überwachung durchgeführten Untersuchung darüber beizufügen, dass die
    Mutterknolle frei von folgenden RNQPs ist:

    a)  Pectobacterium spp.,

    b)  Dickeya spp.,

    c)  Candidatus                          Liberibacter
        solanacearum                          Liefting
        et al.                          (Zebra-Chip),

    d)  Candidatus                          Phytoplasma
        solani                          Quaglino
        et al.                          (Stolbur),

    e)  Potato spindle tuber viroid (PSTVd),

    f)  Kartoffelblattrollvirus,

    g)  Kartoffelvirus A,

    h)  Kartoffelvirus M,

    i)  Kartoffelvirus S,

    j)  Kartoffelvirus X,

    k)  Kartoffelvirus Y.

(4) Der Antragsteller hat bei Basispflanzgut im Antrag die
Feldgeneration des Ausgangspflanzgutes anzugeben und zu erklären,

1.  dass auf den vorgesehenen Vermehrungsflächen zwei Jahre vor
    Antragstellung, bei Anträgen ab dem 1. Januar 2028 vier Jahre vor
    Antragstellung, keine Kartoffeln angebaut worden sind;

2.  für die Erzeugung von Basispflanzgut

    a)  der Klasse S, dass der Feldbestand aus anerkanntem Vorstufenpflanzgut
        erwächst,

    b)  der Klasse SE, dass der Feldbestand aus anerkanntem Vorstufenpflanzgut
        oder aus Basispflanzgut der Klasse S erwächst,

    c)  der Klasse E, dass der Feldbestand aus anerkanntem Vorstufenpflanzgut,
        aus Basispflanzgut der Klasse S oder aus Basispflanzgut der Klasse SE
        erwächst.

(5) Der Antragsteller hat bei Zertifiziertem Pflanzgut im Antrag die
Feldgeneration des Ausgangspflanzgutes anzugeben und zu erklären, dass

1.  auf den vorgesehenen Vermehrungsflächen zwei Jahre vor Antragstellung,
    bei Anträgen ab dem 1. Januar 2028 vier Jahre vor Antragstellung,
    keine Kartoffeln angebaut worden sind;

2.  der Feldbestand aus anerkanntem Vorstufenpflanzgut, aus Basispflanzgut
    oder aus Zertifiziertem Pflanzgut der Klasse A erwächst.

(6) Wird in einem Betrieb, der Pflanzgut für andere vermehrt
(Vermehrungsbetrieb), dieselbe Sorte noch für einen anderen
Verwendungszweck angebaut, so hat der Antragsteller in dem Antrag die
Schlagbezeichnung und die Flächengröße anzugeben und zu erklären, dass
in dem Vermehrungsbetrieb eine getrennte Lagerung möglich ist.

(7) Erwächst ein Feldbestand aus anerkanntem Pflanzgut, so sind im
Antrag die Anerkennungsnummer, die Kategorie, die Klasse und die
Feldgeneration des Ausgangspflanzgutes anzugeben, unter der das
Pflanzgut anerkannt worden ist; im Falle der Anerkennung im Ausland
ist auch die Anerkennungsstelle anzugeben und dem Antrag ist eine
Kopie des Etiketts oder das Originaletikett beizufügen.

(8) Die Anerkennungsstelle kann Ausnahmen nach § 5 Absatz 3 Nummer 1
Buchstabe a, Absatz 4 Nummer 1 und Absatz 5 Nummer 1 zulassen, sofern
dadurch keine phytosanitären Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflkartv_1986/__5.html
Directory: pflkartv_1986
Level: 3.0