Title: Anhang Inhaltsübersicht

Description:
Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV 2004)
Anhang Inhaltsübersicht

Paragraph: 9

Content:
Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV 2004)
Anhang Inhaltsübersicht

(Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2004, 2182 - 2188;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

*    *   **1**

    *   **Allgemeine Anforderungen**

*    *   1.1

    *   Anforderungen an Konstruktion und Festigkeit von Gebäuden

*    *   1.2

    *   Abmessungen von Räumen, Luftraum

*    *   1.3

    *   Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

*    *   1.4

    *   Energieverteilungsanlagen

*    *   1.5

    *   Fußböden, Wände, Decken, Dächer

*    *   1.6

    *   Fenster, Oberlichter

*    *   1.7

    *   Türen, Tore

*    *   1.8

    *   Verkehrswege

*    *   1.9

    *   Fahrtreppen, Fahrsteige

*    *   1.10

    *   Laderampen

*    *   1.11

    *   Steigleitern, Steigeisengänge

*    *   **2**

    *   **Maßnahmen zum Schutz vor besonderen Gefahren**

*    *   2.1

    *   Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von
        Gefahrenbereichen

*    *   2.2

    *   Maßnahmen gegen Brände

*    *   2.3

    *   Fluchtwege und Notausgänge

*    *   **3**

    *   **Arbeitsbedingungen**

*    *   3.1

    *   Bewegungsfläche

*    *   3.2

    *   Anordnung der Arbeitsplätze

*    *   3.3

    *   Ausstattung

*    *   3.4

    *   Beleuchtung und Sichtverbindung

*    *   3.5

    *   Raumtemperatur

*    *   3.6

    *   Lüftung

*    *   3.7

    *   Lärm

*    *   **4**

    *   **Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräume, Kantinen, Erste-Hilfe-
        Räume und Unterkünfte**

*    *   4.1

    *   Sanitärräume

*    *   4.2

    *   Pausen- und Bereitschaftsräume

*    *   4.3

    *   Erste-Hilfe-Räume

*    *   4.4

    *   Unterkünfte

*    *   **5**

    *   **Ergänzende Anforderungen und Maßnahmen für besondere Arbeitsstätten
        und Arbeitsplätze**

*    *   5.1

    *   Arbeitsplätze in nicht allseits umschlossenen Arbeitsstätten und
        Arbeitsplätze im Freien

*    *   5.2

    *   Baustellen

*    *   **6**

    *   **Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen**

*    *   6.1

    *   Allgemeine Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze

*    *   6.2

    *   Allgemeine Anforderungen an Bildschirme und Bildschirmgeräte

*    *   6.3

    *   Anforderungen an Bildschirmgeräte und Arbeitsmittel für die
        ortsgebundene Verwendung an Arbeitsplätzen

*    *   6.4

    *   Anforderungen an tragbare Bildschirmgeräte für die ortsveränderliche
        Verwendung an Arbeitsplätzen

*    *   6.5

    *   Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit von
        Bildschirmarbeitsplätzen

*
    **1** **Allgemeine Anforderungen**

    **1.1** **Anforderungen an Konstruktion und Festigkeit von Gebäuden**

Gebäude für Arbeitsstätten müssen eine der Nutzungsart entsprechende
Konstruktion und Festigkeit aufweisen.

*
    **1.2** **Abmessungen von Räumen, Luftraum**

(1) Arbeitsräume, Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräume, Kantinen,
Erste-Hilfe-Räume und Unterkünfte müssen eine ausreichende Grundfläche
und eine, in Abhängigkeit von der Größe der Grundfläche der Räume,
ausreichende lichte Höhe aufweisen, so dass die Beschäftigten ohne
Beeinträchtigung ihrer Sicherheit, ihrer Gesundheit oder ihres
Wohlbefindens die Räume nutzen oder ihre Arbeit verrichten können.
(2) Die Abmessungen der Räume richten sich nach der Art ihrer Nutzung.
(3) Die Größe des notwendigen Luftraumes ist in Abhängigkeit von der
Art der physischen Belastung und der Anzahl der Beschäftigten sowie
der sonstigen anwesenden Personen zu bemessen.

*
    **1.3** **Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung**

(1) Unberührt von den nachfolgenden Anforderungen sind Sicherheits-
und Gesundheitsschutzkennzeichnungen einzusetzen, wenn Gefährdungen
der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten nicht durch technische
oder organisatorische Maßnahmen vermieden oder ausreichend begrenzt
werden können. Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung und die
Maßnahmen nach § 3 Absatz 1 sind dabei zu berücksichtigen.
(2) Die Kennzeichnung ist nach der Art der Gefährdung dauerhaft oder
vorübergehend nach den Vorgaben der Richtlinie 92/58/EWG des Rates vom
24\. Juni 1992 über Mindestvorschriften für die Sicherheits- und/oder
Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (Neunte
Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 16 Absatz 1 der Richtlinie
89/391/EWG) (ABl. EG Nr. L 245 S. 23) auszuführen. Diese Richtlinie
gilt in der jeweils aktuellen Fassung. Wird diese Richtlinie geändert
oder nach den in dieser Richtlinie vorgesehenen Verfahren an den
technischen Fortschritt angepasst, gilt sie in der geänderten im
Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlichten Fassung
nach Ablauf der in der Änderungs- oder Anpassungsrichtlinie
festgelegten Umsetzungsfrist. Die geänderte Fassung kann bereits ab
Inkrafttreten der Änderungs- oder Anpassungsrichtlinie angewendet
werden.
(3) (weggefallen)

*
    **1.4** **Energieverteilungsanlagen**

Anlagen, die der Versorgung der Arbeitsstätte mit Energie dienen,
müssen so ausgewählt, installiert und betrieben werden, dass die
Beschäftigten vor dem direkten oder indirekten Berühren
spannungsführender Teile geschützt sind und dass von den Anlagen keine
Brand- oder Explosionsgefahren ausgehen. Bei der Konzeption und der
Ausführung sowie der Wahl des Materials und der Schutzvorrichtungen
sind Art und Stärke der verteilten Energie, die äußeren
Einwirkbedingungen und die Fachkenntnisse der Personen zu
berücksichtigen, die zu Teilen der Anlage Zugang haben.

*
    **1.5** **Fußböden, Wände, Decken, Dächer**

(1) Die Oberflächen der Fußböden, Wände und Decken der Räume müssen so
gestaltet sein, dass sie den Erfordernissen des sicheren Betreibens
entsprechen sowie leicht und sicher zu reinigen sind. Arbeitsräume
müssen unter Berücksichtigung der Art des Betriebes und der physischen
Belastungen eine angemessene Dämmung gegen Wärme und Kälte sowie eine
ausreichende Isolierung gegen Feuchtigkeit aufweisen. Auch Sanitär-,
Pausen- und Bereitschaftsräume, Kantinen, Erste-Hilfe-Räume und
Unterkünfte müssen über eine angemessene Dämmung gegen Wärme und Kälte
sowie eine ausreichende Isolierung gegen Feuchtigkeit verfügen.
(2) Die Fußböden der Räume dürfen keine Unebenheiten, Löcher,
Stolperstellen oder gefährlichen Schrägen aufweisen. Sie müssen gegen
Verrutschen gesichert, tragfähig, trittsicher und rutschhemmend sein.
(3) Durchsichtige oder lichtdurchlässige Wände, insbesondere
Ganzglaswände in Arbeitsräumen oder im Bereich von Verkehrswegen,
müssen deutlich gekennzeichnet sein. Sie müssen entweder aus
bruchsicherem Werkstoff bestehen oder so gegen die Arbeitsplätze in
Arbeitsräumen oder die Verkehrswege abgeschirmt sein, dass die
Beschäftigten nicht mit den Wänden in Berührung kommen und beim
Zersplittern der Wände nicht verletzt werden können.
(4) Dächer aus nicht durchtrittsicherem Material dürfen nur betreten
werden, wenn Ausrüstungen benutzt werden, die ein sicheres Arbeiten
ermöglichen.

*
    **1.6** **Fenster, Oberlichter**

(1) Fenster, Oberlichter und Lüftungsvorrichtungen müssen sich von den
Beschäftigten sicher öffnen, schließen, verstellen und arretieren
lassen. Sie dürfen nicht so angeordnet sein, dass sie in geöffnetem
Zustand eine Gefahr für die Beschäftigten darstellen.
(2) Fenster und Oberlichter müssen so ausgewählt oder ausgerüstet und
eingebaut sein, dass sie ohne Gefährdung der Ausführenden und anderer
Personen gereinigt werden können.

*
    **1.7** **Türen, Tore**

(1) Die Lage, Anzahl, Abmessungen und Ausführung insbesondere
hinsichtlich der verwendeten Werkstoffe von Türen und Toren müssen
sich nach der Art und Nutzung der Räume oder Bereiche richten.
(2) Durchsichtige Türen müssen in Augenhöhe gekennzeichnet sein.
(3) Pendeltüren und -tore müssen durchsichtig sein oder ein
Sichtfenster haben.
(4) Bestehen durchsichtige oder lichtdurchlässige Flächen von Türen
und Toren nicht aus bruchsicherem Werkstoff und ist zu befürchten,
dass sich die Beschäftigten beim Zersplittern verletzen können, sind
diese Flächen gegen Eindrücken zu schützen.
(5) Schiebetüren und -tore müssen gegen Ausheben und Herausfallen
gesichert sein. Türen und Tore, die sich nach oben öffnen, müssen
gegen Herabfallen gesichert sein.
(6) In unmittelbarer Nähe von Toren, die vorwiegend für den
Fahrzeugverkehr bestimmt sind, müssen gut sichtbar gekennzeichnete,
stets zugängliche Türen für Fußgänger vorhanden sein. Diese Türen sind
nicht erforderlich, wenn der Durchgang durch die Tore für Fußgänger
gefahrlos möglich ist.
(7) Kraftbetätigte Türen und Tore müssen sicher benutzbar sein. Dazu
gehört, dass sie

a)  ohne Gefährdung der Beschäftigten bewegt werden oder zum Stillstand
    kommen können,

b)  mit selbsttätig wirkenden Sicherungen ausgestattet sind,

c)  auch von Hand zu öffnen sind, sofern sie sich bei Stromausfall nicht
    automatisch öffnen.

(8) Besondere Anforderungen gelten für Türen im Verlauf von
Fluchtwegen (Nummer 2.3).

*
    **1.8** **Verkehrswege**

(1) Verkehrswege, einschließlich Treppen, fest angebrachte
Steigleitern und Laderampen müssen so angelegt und bemessen sein, dass
sie je nach ihrem Bestimmungszweck leicht und sicher begangen oder
befahren werden können und in der Nähe Beschäftigte nicht gefährdet
werden.
(2) Die Bemessung der Verkehrswege, die dem Personenverkehr,
Güterverkehr oder Personen- und Güterverkehr dienen, muss sich nach
der Anzahl der möglichen Benutzer und der Art des Betriebes richten.
(3) Werden Transportmittel auf Verkehrswegen eingesetzt, muss für
Fußgänger ein ausreichender Sicherheitsabstand gewahrt werden.
(4) Verkehrswege für Fahrzeuge müssen an Türen und Toren, Durchgängen,
Fußgängerwegen und Treppenaustritten in ausreichendem Abstand
vorbeiführen.
(5) Soweit Nutzung und Einrichtung der Räume es zum Schutz der
Beschäftigten erfordern, müssen die Begrenzungen der Verkehrswege
gekennzeichnet sein.
(6) Besondere Anforderungen gelten für Fluchtwege (Nummer 2.3).

*
    **1.9** **Fahrtreppen, Fahrsteige**

Fahrtreppen und Fahrsteige müssen so ausgewählt und installiert sein,
dass sie sicher funktionieren und sicher benutzbar sind. Dazu gehört,
dass die Notbefehlseinrichtungen gut erkennbar und leicht zugänglich
sind und nur solche Fahrtreppen und Fahrsteige eingesetzt werden, die
mit den notwendigen Sicherheitsvorrichtungen ausgestattet sind.

*
    **1.10** **Laderampen**

(1) Laderampen sind entsprechend den Abmessungen der Transportmittel
und der Ladung auszulegen.
(2) Sie müssen mindestens einen Abgang haben; lange Laderampen müssen,
soweit betriebstechnisch möglich, an jedem Endbereich einen Abgang
haben.
(3) Sie müssen einfach und sicher benutzbar sein. Dazu gehört, dass
sie nach Möglichkeit mit Schutzvorrichtungen gegen Absturz auszurüsten
sind; das gilt insbesondere in Bereichen von Laderampen, die keine
ständigen Be- und Entladestellen sind.

*
    **1.11** **Steigleitern, Steigeisengänge**

Steigleitern und Steigeisengänge müssen sicher benutzbar sein. Dazu
gehört, dass sie

a)  nach Notwendigkeit über Schutzvorrichtungen gegen Absturz,
    vorzugsweise über Steigschutzeinrichtungen verfügen,

b)  an ihren Austrittsstellen eine Haltevorrichtung haben,

c)  nach Notwendigkeit in angemessenen Abständen mit Ruhebühnen
    ausgerüstet sind.

*
    **2** **Maßnahmen zum Schutz vor besonderen Gefahren**

    **2.1** **Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von
        Gefahrenbereichen**

(1) Arbeitsplätze und Verkehrswege, bei denen eine Absturzgefahr für
Beschäftigte oder die Gefahr des Herabfallens von Gegenständen
besteht, müssen mit Schutzvorrichtungen versehen sein, die verhindern,
dass Beschäftigte abstürzen oder durch herabfallende Gegenstände
verletzt werden können. Sind aufgrund der Eigenart des Arbeitsplatzes
oder der durchzuführenden Arbeiten Schutzvorrichtungen gegen Absturz
nicht geeignet, muss der Arbeitgeber die Sicherheit der Beschäftigten
durch andere wirksame Maßnahmen gewährleisten. Eine Absturzgefahr
besteht bei einer Absturzhöhe von mehr als 1 Meter.
(2) Arbeitsplätze und Verkehrswege, die an Gefahrenbereiche grenzen,
müssen mit Schutzvorrichtungen versehen sein, die verhindern, dass
Beschäftigte in die Gefahrenbereiche gelangen.
(3) Die Arbeitsplätze und Verkehrswege nach den Absätzen 1 und 2
müssen gegen unbefugtes Betreten gesichert und gut sichtbar als
Gefahrenbereiche gekennzeichnet sein. Zum Schutz derjenigen, die diese
Bereiche betreten müssen, sind geeignete Maßnahmen zu treffen.

*
    **2.2** **Maßnahmen gegen Brände**

(1) Arbeitsstätten müssen je nach

a)  Abmessung und Nutzung,

b)  der Brandgefährdung vorhandener Einrichtungen und Materialien,

c)  der größtmöglichen Anzahl anwesender Personen

mit einer ausreichenden Anzahl geeigneter Feuerlöscheinrichtungen und
erforderlichenfalls Brandmeldern und Alarmanlagen ausgestattet sein.
(2) Nicht selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen müssen als solche
dauerhaft gekennzeichnet, leicht zu erreichen und zu handhaben sein.
(3) Selbsttätig wirkende Feuerlöscheinrichtungen müssen mit
Warneinrichtungen ausgerüstet sein, wenn bei ihrem Einsatz Gefahren
für die Beschäftigten auftreten können.

*
    **2.3** **Fluchtwege und Notausgänge**

(1) Fluchtwege und Notausgänge müssen

a)  sich in Anzahl, Anordnung und Abmessung nach der Nutzung, der
    Einrichtung und den Abmessungen der Arbeitsstätte sowie nach der
    höchstmöglichen Anzahl der dort anwesenden Personen richten,

b)  auf möglichst kurzem Weg ins Freie oder, falls dies nicht möglich ist,
    in einen gesicherten Bereich führen,

c)  in angemessener Form und dauerhaft gekennzeichnet sein.

Sie sind mit einer Sicherheitsbeleuchtung auszurüsten, wenn das
gefahrlose Verlassen der Arbeitsstätte für die Beschäftigten,
insbesondere bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung, nicht
gewährleistet ist.
(2) Türen im Verlauf von Fluchtwegen oder Türen von Notausgängen
müssen

a)  sich von innen ohne besondere Hilfsmittel jederzeit leicht öffnen
    lassen, solange sich Beschäftigte in der Arbeitsstätte befinden,

b)  in angemessener Form und dauerhaft gekennzeichnet sein.

Türen von Notausgängen müssen sich nach außen öffnen lassen. In
Notausgängen, die ausschließlich für den Notfall konzipiert und
ausschließlich im Notfall benutzt werden, sind Karussell- und
Schiebetüren nicht zulässig.

*
    **3** **Arbeitsbedingungen**

    **3.1** **Bewegungsfläche**

(1) Die freie unverstellte Fläche am Arbeitsplatz muss so bemessen
sein, dass sich die Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit ungehindert
bewegen können.
(2) Ist dies nicht möglich, muss den Beschäftigten in der Nähe des
Arbeitsplatzes eine andere ausreichend große Bewegungsfläche zur
Verfügung stehen.

*
    **3.2** **Anordnung der Arbeitsplätze**

Arbeitsplätze sind in der Arbeitsstätte so anzuordnen, dass
Beschäftigte

a)  sie sicher erreichen und verlassen können,

b)  sich bei Gefahr schnell in Sicherheit bringen können,

c)  durch benachbarte Arbeitsplätze, Transporte oder Einwirkungen von
    außerhalb nicht gefährdet werden.

    **3.3** **Ausstattung**

(1) Jedem Beschäftigten muss mindestens eine Kleiderablage zur
Verfügung stehen, sofern keine Umkleideräume vorhanden sind.
(2) Kann die Arbeit ganz oder teilweise sitzend verrichtet werden oder
lässt es der Arbeitsablauf zu, sich zeitweise zu setzen, sind den
Beschäftigten am Arbeitsplatz Sitzgelegenheiten zur Verfügung zu
stellen. Können aus betriebstechnischen Gründen keine
Sitzgelegenheiten unmittelbar am Arbeitsplatz aufgestellt werden,
obwohl es der Arbeitsablauf zulässt, sich zeitweise zu setzen, müssen
den Beschäftigten in der Nähe der Arbeitsplätze Sitzgelegenheiten
bereitgestellt werden.

*
    **3.4** **Beleuchtung und Sichtverbindung**

(1) Der Arbeitgeber darf als Arbeitsräume nur solche Räume betreiben,
die möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und die eine
Sichtverbindung nach außen haben.
Dies gilt nicht für

1.  Räume, bei denen betriebs-, produktions- oder bautechnische Gründe
    Tageslicht oder einer Sichtverbindung nach außen entgegenstehen,

2.  Räume, in denen sich Beschäftigte zur Verrichtung ihrer Tätigkeit
    regelmäßig nicht über einen längeren Zeitraum oder im Verlauf der
    täglichen Arbeitszeit nur kurzzeitig aufhalten müssen, insbesondere
    Archive, Lager-, Maschinen- und Nebenräume, Teeküchen,

3.  Räume, die vollständig unter Erdgleiche liegen, soweit es sich dabei
    um Tiefgaragen oder ähnliche Einrichtungen, um kulturelle
    Einrichtungen, um Verkaufsräume oder um Schank- und Speiseräume
    handelt,

4.  Räume in Bahnhofs- oder Flughafenhallen, Passagen oder innerhalb von
    Kaufhäusern und Einkaufszentren,

5.  Räume mit einer Grundfläche von mindestens 2000 Quadratmetern, sofern
    Oberlichter oder andere bauliche Vorrichtungen vorhanden sind, die
    Tageslicht in den Arbeitsraum lenken.

(2) Pausen- und Bereitschaftsräume sowie Unterkünfte müssen möglichst
ausreichend mit Tageslicht beleuchtet sein und eine Sichtverbindung
nach außen haben. Kantinen sollen möglichst ausreichend Tageslicht
erhalten und eine Sichtverbindung nach außen haben.
(3) Räume, die bis zum 3. Dezember 2016 eingerichtet worden sind oder
mit deren Einrichtung begonnen worden war und die die Anforderungen
nach Absatz 1 Satz 1 oder Absatz 2 nicht erfüllen, dürfen ohne eine
Sichtverbindung nach außen weiter betrieben werden, bis sie wesentlich
erweitert oder umgebaut werden.
(4) In Arbeitsräumen muss die Stärke des Tageslichteinfalls am
Arbeitsplatz je nach Art der Tätigkeit reguliert werden können.
(5) Arbeitsstätten müssen mit Einrichtungen ausgestattet sein, die
eine angemessene künstliche Beleuchtung ermöglichen, so dass die
Sicherheit und der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten
gewährleistet sind.
(6) Die Beleuchtungsanlagen sind so auszuwählen und anzuordnen, dass
dadurch die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten nicht
gefährdet werden.
(7) Arbeitsstätten, in denen bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung die
Sicherheit der Beschäftigten gefährdet werden kann, müssen eine
ausreichende Sicherheitsbeleuchtung haben.

*
    **3.5** **Raumtemperatur**

(1) Arbeitsräume, in denen aus betriebstechnischer Sicht keine
spezifischen Anforderungen an die Raumtemperatur gestellt werden,
müssen während der Nutzungsdauer unter Berücksichtigung der
Arbeitsverfahren und der physischen Belastungen der Beschäftigten eine
gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur haben.
(2) Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräume, Kantinen, Erste-Hilfe-
Räume und Unterkünfte müssen während der Nutzungsdauer unter
Berücksichtigung des spezifischen Nutzungszwecks eine gesundheitlich
zuträgliche Raumtemperatur haben.
(3) Fenster, Oberlichter und Glaswände müssen unter Berücksichtigung
der Arbeitsverfahren und der Art der Arbeitsstätte eine Abschirmung
gegen übermäßige Sonneneinstrahlung ermöglichen.

*
    **3.6** **Lüftung**

(1) In Arbeitsräumen, Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräumen,
Kantinen, Erste-Hilfe-Räumen und Unterkünften muss unter
Berücksichtigung des spezifischen Nutzungszwecks, der
Arbeitsverfahren, der physischen Belastungen und der Anzahl der
Beschäftigten sowie der sonstigen anwesenden Personen während der
Nutzungsdauer ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft
vorhanden sein.
(2) Ist für das Betreiben von Arbeitsstätten eine raumlufttechnische
Anlage erforderlich, muss diese jederzeit funktionsfähig sein und die
Anforderungen nach Absatz 1 erfüllen. Bei raumlufttechnischen Anlagen
muss eine Störung durch eine selbsttätige Warneinrichtung angezeigt
werden. Es müssen Vorkehrungen getroffen sein, durch die die
Beschäftigten im Fall einer Störung gegen Gesundheitsgefahren
geschützt sind.
(3) Werden raumlufttechnische Anlagen verwendet, ist sicherzustellen,
dass die Beschäftigten keinem störenden Luftzug ausgesetzt sind.
(4) Ablagerungen und Verunreinigungen in raumlufttechnischen Anlagen,
die zu einer unmittelbaren Gesundheitsgefährdung durch die Raumluft
führen können, müssen umgehend beseitigt werden.

*
    **3.7** **Lärm**

In Arbeitsstätten ist der Schalldruckpegel so niedrig zu halten, wie
es nach der Art des Betriebes möglich ist. Der Schalldruckpegel am
Arbeitsplatz in Arbeitsräumen ist in Abhängigkeit von der Nutzung und
den zu verrichtenden Tätigkeiten so weit zu reduzieren, dass keine
Beeinträchtigungen der Gesundheit der Beschäftigten entstehen.

*
    **4** **Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräume, Kantinen, Erste-Hilfe-
        Räume und Unterkünfte**

    **4.1** **Sanitärräume**

(1) Der Arbeitgeber hat Toilettenräume zur Verfügung zu stellen.
Toilettenräume sind für Männer und Frauen getrennt einzurichten oder
es ist eine getrennte Nutzung zu ermöglichen. Toilettenräume sind mit
verschließbaren Zugängen, einer ausreichenden Anzahl von
Toilettenbecken und Handwaschgelegenheiten zur Verfügung zu stellen.
Sie müssen sich sowohl in der Nähe der Arbeitsräume als auch in der
Nähe von Kantinen, Pausen- und Bereitschaftsräumen, Wasch- und
Umkleideräumen befinden. Bei Arbeiten im Freien und auf Baustellen mit
wenigen Beschäftigten sind mobile, anschlussfreie Toilettenkabinen in
der Nähe der Arbeitsplätze ausreichend.
(2) Der Arbeitgeber hat – wenn es die Art der Tätigkeit oder
gesundheitliche Gründe erfordern – Waschräume zur Verfügung zu
stellen. Diese sind für Männer und Frauen getrennt einzurichten oder
es ist eine getrennte Nutzung zu ermöglichen. Bei Arbeiten im Freien
und auf Baustellen mit wenigen Beschäftigten sind Waschgelegenheiten
ausreichend. Waschräume sind

a)  in der Nähe von Arbeitsräumen und sichtgeschützt einzurichten,

b)  so zu bemessen, dass die Beschäftigten sich den hygienischen
    Erfordernissen entsprechend und ungehindert reinigen können; dazu
    müssen fließendes warmes und kaltes Wasser, Mittel zum Reinigen und
    gegebenenfalls zum Desinfizieren sowie zum Abtrocknen der Hände
    vorhanden sein,

c)  mit einer ausreichenden Anzahl geeigneter Duschen zur Verfügung zu
    stellen, wenn es die Art der Tätigkeit oder gesundheitliche Gründe
    erfordern.

Sind Waschräume nicht erforderlich, müssen in der Nähe des
Arbeitsplatzes und der Umkleideräume ausreichende und angemessene
Waschgelegenheiten mit fließendem Wasser (erforderlichenfalls mit
warmem Wasser), Mitteln zum Reinigen und zum Abtrocknen der Hände zur
Verfügung stehen.
(3) Der Arbeitgeber hat geeignete Umkleideräume zur Verfügung zu
stellen, wenn die Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit besondere
Arbeitskleidung tragen müssen und es ihnen nicht zuzumuten ist, sich
in einem anderen Raum umzukleiden. Umkleideräume sind für Männer und
Frauen getrennt einzurichten oder es ist eine getrennte Nutzung zu
ermöglichen. Umkleideräume müssen

a)  leicht zugänglich und von ausreichender Größe und sichtgeschützt
    eingerichtet werden; entsprechend der Anzahl gleichzeitiger Benutzer
    muss genügend freie Bodenfläche für ungehindertes Umkleiden vorhanden
    sein,

b)  mit Sitzgelegenheiten sowie mit verschließbaren Einrichtungen
    ausgestattet sein, in denen jeder Beschäftigte seine Kleidung
    aufbewahren kann.

Kleiderschränke für Arbeitskleidung und Schutzkleidung sind von
Kleiderschränken für persönliche Kleidung und Gegenstände zu trennen,
wenn die Umstände dies erfordern.
(4) Wasch- und Umkleideräume, die voneinander räumlich getrennt sind,
müssen untereinander leicht erreichbar sein.

*
    **4.2** **Pausen- und Bereitschaftsräume**

(1) Bei mehr als zehn Beschäftigten oder wenn die Sicherheit und der
Schutz der Gesundheit es erfordern, ist den Beschäftigten ein
Pausenraum oder ein entsprechender Pausenbereich zur Verfügung zu
stellen. Dies gilt nicht, wenn die Beschäftigten in Büroräumen oder
vergleichbaren Arbeitsräumen beschäftigt sind und dort gleichwertige
Voraussetzungen für eine Erholung während der Pause gegeben sind.
Fallen in die Arbeitszeit regelmäßig und häufig
Arbeitsbereitschaftszeiten oder Arbeitsunterbrechungen und sind keine
Pausenräume vorhanden, so sind für die Beschäftigten Räume für
Bereitschaftszeiten einzurichten. Schwangere Frauen und stillende
Mütter müssen sich während der Pausen und, soweit es erforderlich ist,
auch während der Arbeitszeit unter geeigneten Bedingungen hinlegen und
ausruhen können.
(2) Pausenräume oder entsprechende Pausenbereiche sind

a)  für die Beschäftigten leicht erreichbar an ungefährdeter Stelle und in
    ausreichender Größe bereitzustellen,

b)  entsprechend der Anzahl der gleichzeitigen Benutzer mit leicht zu
    reinigenden Tischen und Sitzgelegenheiten mit Rückenlehne
    auszustatten,

c)  als separate Räume zu gestalten, wenn die Beurteilung der
    Arbeitsbedingungen und der Arbeitsstätte dies erfordern.

(3) Bereitschaftsräume und Pausenräume, die als Bereitschaftsräume
genutzt werden, müssen dem Zweck entsprechend ausgestattet sein.

*
    **4.3** **Erste-Hilfe-Räume**

(1) Erste-Hilfe-Räume oder vergleichbare Bereiche sind entsprechend
der Art der Gefährdungen in der Arbeitsstätte oder der Anzahl der
Beschäftigten, der Art der auszuübenden Tätigkeiten sowie der
räumlichen Größe der Betriebe zur Verfügung zu stellen.
(2) Erste-Hilfe-Räume müssen an ihren Zugängen als solche
gekennzeichnet und für Personen mit Rettungstransportmitteln leicht
zugänglich sein.
(3) Sie sind mit den erforderlichen Mitteln und Einrichtungen zur
Ersten Hilfe auszustatten. An einer deutlich gekennzeichneten Stelle
müssen Anschrift und Telefonnummer der örtlichen Rettungsdienste
angegeben sein.
(4) Darüber hinaus sind überall dort, wo es die Arbeitsbedingungen
erfordern, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe aufzubewahren.
Sie müssen leicht zugänglich und einsatzbereit sein. Die
Aufbewahrungsstellen müssen als solche gekennzeichnet und gut
erreichbar sein.

*
    **4.4** **Unterkünfte**

(1) Der Arbeitgeber hat angemessene Unterkünfte für Beschäftigte zur
Verfügung zu stellen, gegebenenfalls auch außerhalb des Geländes eines
Betriebes oder einer Baustelle, wenn es aus Gründen der Sicherheit,
zum Schutz der Gesundheit oder aus Gründen der menschengerechten
Gestaltung der Arbeit erforderlich ist. Die Bereitstellung
angemessener Unterkünfte kann insbesondere wegen der Abgelegenheit der
Arbeitsstätte, der Art der auszuübenden Tätigkeiten oder der Anzahl
der im Betrieb beschäftigten Personen erforderlich sein. Sie ist stets
erforderlich, wenn den Beschäftigten im Zusammenhang mit der Anwerbung
oder Entsendung zur zeitlich befristeten Erbringung einer vertraglich
geschuldeten Arbeitsleistung die Bereitstellung oder Vermittlung einer
Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften in Aussicht gestellt wird
und zu erwarten ist, dass der Beschäftigte die Verpflichtung zur
Erbringung seiner Arbeitsleistung anderenfalls nicht eingehen würde.
Kann der Arbeitgeber erforderliche Unterkünfte innerhalb des Geländes
eines Betriebes oder einer Baustelle nicht zur Verfügung stellen, hat
er für eine andere angemessene Unterbringung der Beschäftigten
außerhalb des Geländes eines Betriebes oder einer Baustelle zu sorgen.
Wird die Unterkunft als Gemeinschaftsunterkunft außerhalb des Geländes
eines Betriebes oder einer Baustelle durch den Arbeitgeber oder auf
dessen Veranlassung durch Dritte zur Verfügung gestellt, so hat der
Arbeitgeber auch in diesem Fall für die Angemessenheit der Unterkunft
zu sorgen.
(2) Unterkünfte müssen entsprechend ihrer Belegungszahl und der Dauer
der Unterbringung ausgestattet sein mit:

1.  Wohn- und Schlafbereich (Betten, Schränken, Tischen, Stühlen),

2.  Essbereich,

3.  Sanitäreinrichtungen.

(3) Wird die Unterkunft von Männern und Frauen gemeinsam genutzt, ist
dies bei der Zuteilung der Räume zu berücksichtigen.
(4) Der Arbeitgeber hat die Unterbringung von Beschäftigten in
Gemeinschaftsunterkünften innerhalb oder außerhalb des Geländes eines
Betriebes oder einer Baustelle nach den Sätzen 2 und 3 zu
dokumentieren. In der Dokumentation sind anzugeben:

1.  die Adressen der Gemeinschaftsunterkünfte,

2.  die Unterbringungskapazitäten der Gemeinschaftsunterkünfte,

3.  die Zuordnung der untergebrachten Beschäftigten zu den
    Gemeinschaftsunterkünften sowie

4.  der zugehörige Zeitraum der Unterbringung der jeweiligen
    Beschäftigten.

Die Dokumentation muss ab Beginn der Bereitstellung der
Gemeinschaftsunterkünfte am Ort der Leistungserbringung verfügbar
sein. Die Dokumentation ist nach Beendigung der Unterbringung vier
Wochen aufzubewahren.

*
    **5** **Ergänzende Anforderungen und Maßnahmen für besondere Arbeitsstätten
        und Arbeitsplätze**

    **5.1** **Arbeitsplätze in nicht allseits umschlossenen Arbeitsstätten und
        Arbeitsplätze im Freien**

Arbeitsplätze in nicht allseits umschlossenen Arbeitsstätten und
Arbeitsplätze im Freien sind so einzurichten und zu betreiben, dass
sie von den Beschäftigten bei jeder Witterung sicher und ohne
Gesundheitsgefährdung erreicht, benutzt und wieder verlassen werden
können. Dazu gehört, dass diese Arbeitsplätze gegen
Witterungseinflüsse geschützt sind oder den Beschäftigten geeignete
persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt werden.
Werden die Beschäftigten auf Arbeitsplätzen im Freien beschäftigt, so
sind die Arbeitsplätze nach Möglichkeit so einzurichten, dass die
Beschäftigten nicht gesundheitsgefährdenden äußeren Einwirkungen
ausgesetzt sind.

*
    **5.2** **Baustellen**

(1) Die Beschäftigten müssen

a)  sich gegen Witterungseinflüsse geschützt umkleiden, waschen und wärmen
    können,

b)  über Einrichtungen verfügen, um ihre Mahlzeiten einnehmen und
    gegebenenfalls auch zubereiten zu können,

c)  in der Nähe der Arbeitsplätze über Trinkwasser oder ein anderes
    alkoholfreies Getränk verfügen können.

Weiterhin sind auf Baustellen folgende Anforderungen umzusetzen:

d)  Sind Umkleideräume nicht erforderlich, muss für jeden regelmäßig auf
    der Baustelle anwesenden Beschäftigten eine Kleiderablage und ein
    abschließbares Fach vorhanden sein, damit persönliche Gegenstände
    unter Verschluss aufbewahrt werden können.

e)  Unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren und der physischen
    Belastungen der Beschäftigten ist dafür zu sorgen, dass ausreichend
    gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden ist.

f)  Beschäftigte müssen die Möglichkeit haben, Arbeitskleidung und
    Schutzkleidung außerhalb der Arbeitszeit zu lüften und zu trocknen.

g)  In regelmäßigen Abständen sind geeignete Versuche und Übungen an
    Feuerlöscheinrichtungen und Brandmelde- und Alarmanlagen
    durchzuführen.

(2) Schutzvorrichtungen, die ein Abstürzen von Beschäftigten an
Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Baustellen verhindern, müssen
vorhanden sein:

1.  unabhängig von der Absturzhöhe bei

    a)  Arbeitsplätzen am und über Wasser oder an und über anderen festen oder
        flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann,

    b)  Verkehrswegen über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen,
        in denen man versinken kann,

2.  bei mehr als 1 Meter Absturzhöhe an Wandöffnungen, an freiliegenden
    Treppenläufen und -absätzen sowie

3.  bei mehr als 2 Meter Absturzhöhe an allen übrigen Arbeitsplätzen.

Bei einer Absturzhöhe bis zu 3 Metern ist eine Schutzvorrichtung
entbehrlich an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Dächern und
Geschossdecken von baulichen Anlagen mit bis zu 22,5 Grad Neigung und
nicht mehr als 50 Quadratmeter Grundfläche, sofern die Arbeiten von
hierfür fachlich qualifizierten und körperlich geeigneten
Beschäftigten ausgeführt werden und diese Beschäftigten besonders
unterwiesen sind. Die Absturzkante muss für die Beschäftigten deutlich
erkennbar sein.
(3) Räumliche Begrenzungen der Arbeitsplätze, Materialien,
Ausrüstungen und ganz allgemein alle Elemente, die durch
Ortsveränderung die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten
beeinträchtigen können, müssen auf geeignete Weise stabilisiert
werden. Hierzu zählen auch Maßnahmen, die verhindern, dass Fahrzeuge,
Erdbaumaschinen und Förderzeuge abstürzen, umstürzen, abrutschen oder
einbrechen.
(4) Werden Beförderungsmittel auf Verkehrswegen verwendet, so müssen
für andere, den Verkehrsweg nutzende Personen ein ausreichender
Sicherheitsabstand oder geeignete Schutzvorrichtungen vorgesehen
werden. Die Wege müssen regelmäßig überprüft und gewartet werden.
(5) Bei Arbeiten, aus denen sich im besonderen Maße Gefährdungen für
die Beschäftigten ergeben können, müssen geeignete
Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Dies gilt insbesondere für
Abbrucharbeiten sowie Montage- oder Demontagearbeiten. Zur Erfüllung
der Schutzmaßnahmen des Satzes 1 sind

a)  bei Arbeiten an erhöhten oder tiefer gelegenen Standorten
    Standsicherheit und Stabilität der Arbeitsplätze und ihrer Zugänge auf
    geeignete Weise zu gewährleisten und zu überprüfen, insbesondere nach
    einer Veränderung der Höhe oder Tiefe des Arbeitsplatzes,

b)  bei Aushubarbeiten, Brunnenbauarbeiten, unterirdischen oder
    Tunnelarbeiten die Erd- oder Felswände so abzuböschen, zu verbauen
    oder anderweitig so zu sichern, dass sie während der einzelnen
    Bauzustände standsicher sind; vor Beginn von Erdarbeiten sind
    geeignete Maßnahmen durchzuführen, um die Gefährdung durch
    unterirdisch verlegte Kabel und andere Versorgungsleitungen
    festzustellen und auf ein Mindestmaß zu verringern,

c)  bei Arbeiten, bei denen Sauerstoffmangel auftreten kann, geeignete
    Maßnahmen zu treffen, um einer Gefahr vorzubeugen und eine wirksame
    und sofortige Hilfeleistung zu ermöglichen; Einzelarbeitsplätze in
    Bereichen, in denen erhöhte Gefährdung durch Sauerstoffmangel besteht,
    sind nur zulässig, wenn diese ständig von außen überwacht werden und
    alle geeigneten Vorkehrungen getroffen sind, um eine wirksame und
    sofortige Hilfeleistung zu ermöglichen,

d)  beim Auf-, Um- sowie Abbau von Spundwänden und Senkkästen angemessene
    Vorrichtungen vorzusehen, damit sich die Beschäftigten beim Eindringen
    von Wasser und Material retten können,

e)  bei Laderampen Absturzsicherungen vorzusehen,

f)  bei Arbeiten, bei denen mit Gefährdungen aus dem Verkehr von Land-,
    Wasser- oder Luftfahrzeugen zu rechnen ist, geeignete Vorkehrungen zu
    treffen.

Abbrucharbeiten, Montage- oder Demontagearbeiten, insbesondere der
Auf- oder Abbau von Stahl- oder Betonkonstruktionen, die Montage oder
Demontage von Verbau zur Sicherung von Erd- oder Felswänden oder
Senkkästen sind fachkundig zu planen und nur unter fachkundiger
Aufsicht sowie nach schriftlicher Abbruch-, Montage- oder
Demontageanweisung durchzuführen; die Abbruch-, Montage- oder
Demontageanweisung muss die erforderlichen sicherheitstechnischen
Angaben enthalten; auf die Schriftform kann verzichtet werden, wenn
für die jeweiligen Abbruch-, Montage- oder Demontagearbeiten besondere
sicherheitstechnische Angaben nicht erforderlich sind.
(6) Vorhandene elektrische Freileitungen müssen nach Möglichkeit
außerhalb des Baustellengeländes verlegt oder freigeschaltet werden.
Wenn dies nicht möglich ist, sind geeignete Abschrankungen,
Abschirmungen oder Hinweise anzubringen, um Fahrzeuge und
Einrichtungen von diesen Leitungen fern zu halten.

**6** **Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen**

**6.1** **Allgemeine Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze**

(1) Bildschirmarbeitsplätze sind so einzurichten und zu betreiben,
dass die Sicherheit und der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten
gewährleistet sind. Die Grundsätze der Ergonomie sind auf die
Bildschirmarbeitsplätze und die erforderlichen Arbeitsmittel sowie die
für die Informationsverarbeitung durch die Beschäftigten
erforderlichen Bildschirmgeräte entsprechend anzuwenden.

(2) Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die Tätigkeiten der
Beschäftigten an Bildschirmgeräten insbesondere durch andere
Tätigkeiten oder regelmäßige Erholungszeiten unterbrochen werden.

(3) Für die Beschäftigten ist ausreichend Raum für wechselnde
Arbeitshaltungen und -bewegungen vorzusehen.

(4) Die Bildschirmgeräte sind so aufzustellen und zu betreiben, dass
die Oberflächen frei von störenden Reflexionen und Blendungen sind.

(5) Die Arbeitstische oder Arbeitsflächen müssen eine reflexionsarme
Oberfläche haben und so aufgestellt werden, dass die Oberflächen bei
der Arbeit frei von störenden Reflexionen und Blendungen sind.

(6) Die Arbeitsflächen sind entsprechend der Arbeitsaufgabe so zu
bemessen, dass alle Eingabemittel auf der Arbeitsfläche variabel
angeordnet werden können und eine flexible Anordnung des Bildschirms,
des Schriftguts und der sonstigen Arbeitsmittel möglich ist. Die
Arbeitsfläche vor der Tastatur muss ein Auflegen der Handballen
ermöglichen.

(7) Auf Wunsch der Beschäftigten hat der Arbeitgeber eine Fußstütze
und einen Manuskripthalter zur Verfügung zu stellen, wenn eine
ergonomisch günstige Arbeitshaltung auf andere Art und Weise nicht
erreicht werden kann.

(8) Die Beleuchtung muss der Art der Arbeitsaufgabe entsprechen und an
das Sehvermögen der Beschäftigten angepasst sein; ein angemessener
Kontrast zwischen Bildschirm und Arbeitsumgebung ist zu gewährleisten.
Durch die Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes sowie der Auslegung
und der Anordnung der Beleuchtung sind störende Blendungen,
Reflexionen oder Spiegelungen auf dem Bildschirm und den sonstigen
Arbeitsmitteln zu vermeiden.

(9) Werden an einem Arbeitsplatz mehrere Bildschirmgeräte oder
Bildschirme betrieben, müssen diese ergonomisch angeordnet sein. Die
Eingabegeräte müssen sich eindeutig dem jeweiligen Bildschirmgerät
zuordnen lassen.

(10) Die Arbeitsmittel dürfen nicht zu einer erhöhten, gesundheitlich
unzuträglichen Wärmebelastung am Arbeitsplatz führen.

**6.2** **Allgemeine Anforderungen an Bildschirme und Bildschirmgeräte**

(1) Die Text- und Grafikdarstellungen auf dem Bildschirm müssen
entsprechend der Arbeitsaufgabe und dem Sehabstand scharf und deutlich
sowie ausreichend groß sein. Der Zeichen- und der Zeilenabstand müssen
angemessen sein. Die Zeichengröße und der Zeilenabstand müssen auf dem
Bildschirm individuell eingestellt werden können.

(2) Das auf dem Bildschirm dargestellte Bild muss flimmerfrei sein.
Das Bild darf keine Verzerrungen aufweisen.

(3) Die Helligkeit der Bildschirmanzeige und der Kontrast der Text-
und Grafikdarstellungen auf dem Bildschirm müssen von den
Beschäftigten einfach eingestellt werden können. Sie müssen den
Verhältnissen der Arbeitsumgebung individuell angepasst werden können.

(4) Die Bildschirmgröße und -form müssen der Arbeitsaufgabe angemessen
sein.

(5) Die von den Bildschirmgeräten ausgehende elektromagnetische
Strahlung muss so niedrig gehalten werden, dass die Sicherheit und die
Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährdet werden.

**6.3** **Anforderungen an Bildschirmgeräte und Arbeitsmittel für die
    ortsgebundene Verwendung an Arbeitsplätzen**

(1) Bildschirme müssen frei und leicht dreh- und neigbar sein sowie
über reflexionsarme Oberflächen verfügen. Bildschirme, die über
reflektierende Oberflächen verfügen, dürfen nur dann betrieben werden,
wenn dies aus zwingenden aufgabenbezogenen Gründen erforderlich ist.

(2) Tastaturen müssen die folgenden Eigenschaften aufweisen:

1.  sie müssen vom Bildschirm getrennte Einheiten sein,

2.  sie müssen neigbar sein,

3.  die Oberflächen müssen reflexionsarm sein,

4.  die Form und der Anschlag der Tasten müssen den Arbeitsaufgaben
    angemessen sein und eine ergonomische Bedienung ermöglichen,

5.  die Beschriftung der Tasten muss sich vom Untergrund deutlich abheben
    und bei normaler Arbeitshaltung gut lesbar sein.

(3) Alternative Eingabemittel (zum Beispiel Eingabe über den
Bildschirm, Spracheingabe, Scanner) dürfen nur eingesetzt werden, wenn
dadurch die Arbeitsaufgaben leichter ausgeführt werden können und
keine zusätzlichen Belastungen für die Beschäftigten entstehen.

**6.4** **Anforderungen an tragbare Bildschirmgeräte für die ortsveränderliche
    Verwendung an Arbeitsplätzen**

(1) Größe, Form und Gewicht tragbarer Bildschirmgeräte müssen der
Arbeitsaufgabe entsprechend angemessen sein.

(2) Tragbare Bildschirmgeräte müssen

1.  über Bildschirme mit reflexionsarmen Oberflächen verfügen und

2.  so betrieben werden, dass der Bildschirm frei von störenden
    Reflexionen und Blendungen ist.

(3) Tragbare Bildschirmgeräte ohne Trennung zwischen Bildschirm und
externem Eingabemittel (insbesondere Geräte ohne Tastatur) dürfen nur
an Arbeitsplätzen betrieben werden, an denen die Geräte nur kurzzeitig
verwendet werden oder an denen die Arbeitsaufgaben mit keinen anderen
Bildschirmgeräten ausgeführt werden können.

(4) Tragbare Bildschirmgeräte mit alternativen Eingabemitteln sind den
Arbeitsaufgaben angemessen und mit dem Ziel einer optimalen Entlastung
der Beschäftigten zu betreiben.

(5) Werden tragbare Bildschirmgeräte ortsgebunden an Arbeitsplätzen
verwendet, gelten zusätzlich die Anforderungen nach Nummer 6.1.

**6.5** **Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit von
    Bildschirmarbeitsplätzen**

(1) Beim Betreiben der Bildschirmarbeitsplätze hat der Arbeitgeber
dafür zu sorgen, dass der Arbeitsplatz den Arbeitsaufgaben angemessen
gestaltet ist. Er hat insbesondere geeignete Softwaresysteme
bereitzustellen.

(2) Die Bildschirmgeräte und die Software müssen entsprechend den
Kenntnissen und Erfahrungen der Beschäftigten im Hinblick auf die
jeweilige Arbeitsaufgabe angepasst werden können.

(3) Das Softwaresystem muss den Beschäftigten Angaben über die
jeweiligen Dialogabläufe machen.

(4) Die Bildschirmgeräte und die Software müssen es den Beschäftigten
ermöglichen, die Dialogabläufe zu beeinflussen. Sie müssen eventuelle
Fehler bei der Handhabung beschreiben und eine Fehlerbeseitigung mit
begrenztem Arbeitsaufwand erlauben.

(5) Eine Kontrolle der Arbeit hinsichtlich der qualitativen oder
quantitativen Ergebnisse darf ohne Wissen der Beschäftigten nicht
durchgeführt werden.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/arbst_ttv_2004/__9.html
Directory: arbstaettv_2004
Level: 2.0