Title: § 6.32 Bestimmungen für Radarfahrer

Description:
Anlage A zur Donauschiffahrtspolizeiverordnung (DonauSchPVAnl 1993)
Erster Teil - Grundsätzliche Bestimmungen für die Schiffahrt auf der Donau
Kapitel 6 - Fahrregeln
Abschnitt VI. - Beschränkte Sichtverhältnisse, Radarschiffahrt
§ 6.32 Bestimmungen für Radarfahrer

Paragraph: 6

Content:
Anlage A zur Donauschiffahrtspolizeiverordnung (DonauSchPVAnl 1993)
Erster Teil - Grundsätzliche Bestimmungen für die Schiffahrt auf der Donau
Kapitel 6 - Fahrregeln
Abschnitt VI. - Beschränkte Sichtverhältnisse, Radarschiffahrt
§ 6.32 Bestimmungen für Radarfahrer

1.  Als Radarfahrer gilt ein Fahrzeug, das mit den folgenden Geräten
    ausgerüstet ist und sie für die Fahrt bei beschränkten
    Sichtverhältnissen benutzt:

    a)  einem Radargerät und einem Gerät zur Anzeige der Wendegeschwindigkeit;
        die Geräte müssen sich in einwandfreiem Betriebszustand befinden und
        den Vorschriften der zuständigen Behörden entsprechen;

    b)  einer Sprechfunkanlage für die Verkehrskreise Schiff-Schiff und
        Schiff-Land nach § 6.30 Nr. 1; diese Anlage muß sich in einwandfreiem
        Betriebszustand befinden und den Vorschriften der zuständigen Behörden
        entsprechen;

    c)  einem Gerät zur Abgabe des Dreitonzeichens nach § 1.01 Nr. 24.

2.  Benutzt ein Fahrzeug sein Radargerät für eine Fahrt, die ohne Radar
    unmöglich wäre, müssen sich im Steuerhaus ständig eine mit der
    Verwendung von Radar in der Schiffahrt gut vertraute Person und eine
    zweite mit dieser Art der Schiffahrt hinreichend vertraute Person
    aufhalten. Ist das Steuerhaus mit einem Radar-Einmannsteuerstand
    ausgerüstet, genügt es, wenn die zweite Person erforderlichenfalls
    unverzüglich in den Steuerstand gerufen werden kann.

3.  Radarfahrer sind von der Verpflichtung zum Aufstellen eines Ausgucks
    nach § 6.30 Nr. 1 befreit, sofern der Schiffsführer in der Lage ist,
    die Schallzeichen zu vernehmen.

4.  Sobald ein Radarfahrer in der Talfahrt auf dem Radarbildschirm
    Fahrzeuge bemerkt, deren Standort oder Kurs eine Gefahr verursachen
    könnte, oder wenn er sich einer Strecke nähert, in der sich auf dem
    Radarbildschirm noch nicht wahrzunehmende Fahrzeuge befinden könnten,
    muß er

    a)  das Dreitonzeichen geben, das so oft wie notwendig zu wiederholen ist;
        dies gilt nicht für Kleinfahrzeuge;

    b)  alle anderen entsprechend der guten Schiffahrtspraxis erforderlichen
        Maßnahmen treffen (zum Beispiel Geschwindigkeit vermindern,
        Fahrwasserseite halten, erforderlichenfalls anhalten).

5.  Sobald ein Radarfahrer in der Bergfahrt die Schallzeichen nach Nummer
    4 Buchstabe a hört oder auf dem Radarbildschirm Fahrzeuge bemerkt,
    deren Standort oder Kurs eine Gefahr verursachen könnte, oder wenn er
    sich einer Strecke nähert, in der sich auf dem Radarbildschirm noch
    nicht wahrzunehmende Fahrzeuge befinden könnten, muß er

    a)  die in § 6.33 Nr. 2 vorgeschriebenen Schallzeichen abgeben und den
        Talfahrern über Sprechfunk seine Fahrzeugart, seinen Namen, seinen
        Standort, seine Fahrtrichtung und die Seite der Vorbeifahrt mitteilen;

    b)  alle anderen entsprechend der guten Schiffahrtspraxis erforderlichen
        Maßnahmen treffen (zum Beispiel Geschwindigkeit vermindern,
        Fahrwasserseite halten, erforderlichenfalls anhalten).

6.  Radarfahrer in der Talfahrt müssen den Bergfahrern über Sprechfunk
    antworten und ihre Fahrzeugart, ihren Namen, ihren Standort und ihre
    Fahrtrichtung mitteilen und die vorgeschlagene Seite der Vorbeifahrt
    bestätigen oder eine andere Seite verlangen. Kleinfahrzeuge müssen
    ihre Fahrzeugart, ihren Namen, ihren Standort und ihre Fahrtrichtung
    mitteilen und angeben, nach welcher Seite sie ausweichen.

7.  Radarfahrer dürfen nur überholen, nachdem sie über Sprechfunk
    vereinbart haben, an welcher Seite das Überholen erfolgen soll, und
    nur dann, wenn das Fahrwasser hinreichend breit ist.

8.  Bei Verbänden gelten die Nummern 2 und 4 bis 7 für das Fahrzeug, auf
    dem sich der Führer des Verbandes befindet.

9.  Radarfahrer, die auf dem Radarbildschirm Fahrzeuge bemerken, deren
    Standort oder Kurs eine Gefahr verursachen könnte und die nicht über
    Sprechfunk antworten, müssen rechtzeitig Maßnahmen zur Verhütung eines
    Zusammenstoßes treffen.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/donauschpvanl_1993/__6.html
Directory: donauschpvanl_1993
Level: 5.0