Title: § 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die  Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im  Zahntechniker-Handwerk (ZahntechMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 7

Content:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die  Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im  Zahntechniker-Handwerk (ZahntechMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz dadurch
nachweisen, dass er berufsbezogene Probleme analysieren und bewerten
sowie Lösungswege aufzeigen und dokumentieren und dabei aktuelle
Entwicklungen berücksichtigen kann.

(2) Handlungsfelder sind:

1.  Konzeption, Gestaltung und Fertigungstechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine Aufgabe zu bearbeiten,
die fallorientiert sein muss:

1.  Konzeption, Gestaltung und Fertigungstechnik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, konstruktive,
    konzeptionelle, gestalterische und fertigungstechnische Aufgaben unter
    Berücksichtigung biologischer, hygienischer, wirtschaftlicher und
    ökologischer Aspekte in einem zahntechnischen Labor zu bearbeiten;
    dabei soll er berufsbezogene Sachverhalte analysieren und bewerten;
    bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe
    a bis g aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  funktionale und konzeptionelle Lösungen im Bereich zahntechnischer
        Restauration und Versorgung, insbesondere unter Berücksichtigung
        phonetischer und ästhetischer Aspekte, erarbeiten, bewerten und
        korrigieren,

    b)  konstruktive und gestalterische Möglichkeiten im Bereich
        zahntechnischer Restaurationen und zahnprothetischer Versorgungen
        unter Berücksichtigung biokompatibler, hygienischer und
        parodontalprophylaktischer Anforderungen darstellen und bewerten,

    c)  funktionale, ästhetische und prophylaktische Aspekte bei der Planung,
        Fertigung und Kontrolle von Zahnersatz darstellen und bewerten,

    d)  konzeptionelle sowie konstruktive Möglichkeiten von
        kieferorthopädischen und therapeutischen Geräten darstellen und
        bewerten,

    e)  Informationen für Fertigungsprozesse beurteilen; Werkstoffe,
        Hilfsmittel, Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Software für
        Fertigungsverfahren bestimmen und begründen,

    f)  Urformen und Umformen dentaler Werkstoffe, Eigenschaftsänderungen
        sowie stoff- und kraftschlüssige Verbindungen beschreiben, bewerten
        und Verwendungszwecken zuordnen,

    g)  Werkstoffe für dentale Konstruktionen unter Berücksichtigung
        mechanischer und chemischer Belastungen, insbesondere des
        Korrosionsverhaltens, beschreiben, auswählen und bemessen sowie
        Auswahl begründen;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen, deren
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen; bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis i
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Fertigungs- und Verarbeitungstechnik, der
        Hygiene, gestalterischer Aspekte, des Einsatzes von Material, Geräten
        und Personal bewerten, dabei qualitätssichernde Aspekte darstellen
        sowie Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Haftung bei der
        Herstellung, der Instandhaltung und bei Dienstleistungen beurteilen,

    e)  Arbeitspläne, Skizzen und Zeichnungen erarbeiten sowie vorgegebene
        Arbeitspläne, Skizzen und Zeichnungen bewerten und korrigieren,

    f)  auftragsbezogenen Einsatz von Werkstoffen, Maschinen, Geräten und
        Instrumenten bestimmen und begründen,

    g)  Abrechnungssysteme darstellen sowie Abrechnungen durchführen, bewerten
        und korrigieren,

    h)  Daten nach rechtlichen Vorschriften dokumentieren,

    i)  Vor- und Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, wahrzunehmen; bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung darstellen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische Prozesse planen und
        darstellen,

    h)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und
        beurteilen.

(4) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern. Eine
Prüfungsdauer von sechs Stunden täglich darf nicht überschritten
werden.

(5) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder nach Absatz 2
gebildet.

(6) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(7) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zahntechmstrv/__7.html
Directory: zahntechmstrv
Level: 2.0