Title: § 5 Management und Führung

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Technischer Betriebswirt/Geprüfte Technische Betriebswirtin (TBetrWPrV)
§ 5 Management und Führung

Paragraph: 5

Content:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Technischer Betriebswirt/Geprüfte Technische Betriebswirtin (TBetrWPrV)
§ 5 Management und Führung

(1) Der Prüfungsteil "Management und Führung" umfasst die
Handlungsbereiche:

1.  Organisation und Unternehmensführung,

2.  Personalmanagement,

3.  Informations- und Kommunikationstechniken.

Die Handlungsbereiche werden durch die in Absatz 2 Nr. 1 bis 3
genannten Qualifikationsschwerpunkte beschrieben. Es werden drei die
Handlungsbereiche integrierende Situationsaufgaben nach den Absätzen 3
bis 5 unter Berücksichtigung der Inhalte des Prüfungsteils
"Wirtschaftliches Handeln und betrieblicher Leistungsprozess"
gestellt. Zwei Situationsaufgaben sind schriftlich zu lösen, eine
dritte Situationsaufgabe ist Gegenstand des situationsbezogenen
Fachgespräches nach Absatz 6. Die Situationsaufgaben sind so zu
gestalten, dass alle Qualifikationsschwerpunkte der Handlungsbereiche
mindestens einmal thematisiert werden. Die Prüfungsdauer der
schriftlichen Situationsaufgaben beträgt jeweils mindestens vier
Stunden, höchstens jedoch fünf Stunden.

(2) Die Handlungsbereiche enthalten folgende
Qualifikationsschwerpunkte:

1.  der Handlungsbereich "Organisation und Unternehmensführung":

    a)  Planungskonzepte,

    b)  Organisationsentwicklung,

    c)  Projektmanagement und persönliche Planungstechniken,

    d)  integrative Managementsysteme,

    e)  Moderations- und Präsentationstechniken;

2.  der Handlungsbereich "Personalmanagement":

    a)  Personalplanung und -beschaffung,

    b)  Personalentwicklung und -beurteilung,

    c)  Personalentlohnung,

    d)  Personalführung, einschließlich Techniken der Mitarbeiterführung,

    e)  Arbeits- und Sozialrecht,

    f)  Beteiligungsrechte der Arbeitnehmer;

3.  der Handlungsbereich "Informations- und Kommunikationstechniken":

    a)  Datensicherung, Datenschutz und Datenschutzrecht,

    b)  Auswahl von IT-Systemen und Einführung von Anwendersoftware,

    c)  übergreifende IT-Systeme,

    d)  Kommunikationsnetze und -systeme auf Medien bezogen.

(3) In der Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich "Organisation
und Unternehmensführung" sollen dessen Qualifikationsschwerpunkte den
Kern bilden. Die Situationsaufgabe soll darüber hinaus
Qualifikationsinhalte aus den anderen beiden Handlungsbereichen
integrativ mit berücksichtigen. Im Einzelnen kann die
Situationsaufgabe folgende Qualifikationsinhalte gemäß den Nummern 1
bis 5 umfassen:

1.  im Qualifikationsschwerpunkt "Planungskonzepte" soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, strategische und operative Konzepte für
    Unternehmen oder Unternehmensteile zu planen, zu organisieren und zu
    steuern. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
    geprüft werden:

    a)  Planen, Ausrichten, Organisieren und Überwachen von strategischen und
        operativen Unternehmens- oder Unternehmensteilkonzepten,

    b)  Einsetzen der Grundlagen des strategischen Denkens, der Instrumente
        der strategischen Analyse und der Methoden der Strategieformulierung
        unter Einbeziehung des Umfeldes und Berücksichtigung von
        Umweltaspekten zur Erkennung und zweckentsprechenden Weiterentwicklung
        von strategischen Zusammenhängen des Unternehmens oder
        Unternehmensteils,

    c)  Einleiten von Sicherstellungsmaßnahmen zur strategischen
        Zielerreichung;

2.  im Qualifikationsschwerpunkt "Organisationsentwicklung" soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, Aufbau- und Ablauforganisationen zu
    entwerfen oder vorhandene Organisationen zu beurteilen und
    weiterzuentwickeln. In diesem Rahmen können folgende
    Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Anwenden der Konzepte der Analyse und Synthese,

    b)  Berücksichtigen des Bedingungsrahmens organisatorischen Gestaltens,

    c)  Erarbeiten von Aufbau- und Ablauforganisationen nach den Stufen des
        Organisationsprozesses,

    d)  Ausführen methodischer Organisationsentwicklungen;

3.  im Qualifikationsschwerpunkt "Projektmanagement und persönliche
    Planungstechniken" soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, Projekte
    und Projektorganisationen zu entwerfen und Projekte zu leiten. In
    diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Entwerfen von Projekten und Projektorganisationen,

    b)  Planen und Leiten von Projekten nach den Phasen des
        Projektmanagements,

    c)  Einsetzen von betrieblichen und persönlichen Planungsmethoden;

4.  im Qualifikationsschwerpunkt "Integrative Managementsysteme" soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, unter Beachtung der Nachhaltigkeit,
    Methoden und Techniken anzuwenden, um qualitäts-, umwelt- und
    sicherheitsbewusst zu handeln, Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme
    zu entwerfen oder vorhandene Organisationen zu beurteilen und
    weiterzuentwickeln. In diesem Rahmen können folgende
    Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Qualitäts-, umwelt- und sicherheitsbewusstes Handeln,

    b)  Berücksichtigen einschlägiger Normen und Gesetze,

    c)  Einsetzen von Qualitätsmanagementmethoden,

    d)  Entwerfen von integrierten Managementsystemen für Unternehmen oder
        Unternehmensteile,

    e)  Beurteilen und Weiterentwickeln von vorhandenen integrierten
        Managementsystemen für Unternehmen oder Unternehmensteile;

5.  im Qualifikationsschwerpunkt "Moderations- und Präsentationstechniken"
    soll die Professionalität in Gesprächen und Präsentationen
    nachgewiesen werden. In diesem Rahmen können folgende
    Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  professionelles Führen und Moderieren von Gesprächen mit
        Einzelpersonen oder Gruppen,

    b)  Berücksichtigen von rhetorischen Kenntnissen, Argumentations- und
        Problemlösungstechniken,

    c)  professionelles Vorbereiten und Vorstellen von Präsentationen.

(4) In der Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich
"Personalmanagement" sollen dessen Qualifikationsschwerpunkte den Kern
bilden. Die Situationsaufgabe soll darüber hinaus
Qualifikationsinhalte aus den anderen beiden Handlungsbereichen
integrativ mit berücksichtigen. Im Einzelnen kann die
Situationsaufgabe folgende Qualifikationsinhalte gemäß den Nummern 1
bis 6 umfassen:

1.  im Qualifikationsschwerpunkt "Personalplanung und -beschaffung" soll
    die Fähigkeit nachgewiesen werden, qualitative und quantitative Ziele
    des Personalmanagements zu planen und umzusetzen. In diesem Rahmen
    können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Anwenden der Personalplanung als Teil der Unternehmensplanung,

    b)  Ermitteln des qualitativen und quantitativen Personalbedarfs eines
        Unternehmens,

    c)  Beschaffen von Personal unter Berücksichtigung der Grundsätze der
        Personalpolitik;

2.  im Qualifikationsschwerpunkt "Personalentwicklung und -beurteilung"
    soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, Personal einzusetzen, zu
    beurteilen und unter Beachtung der Qualifikationsanforderungen des
    Betriebes geeignete Maßnahmen zur weiteren beruflichen Entwicklung
    vorzuschlagen. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
    geprüft werden:

    a)  Auswählen und Einsetzen von Mitarbeitern,

    b)  Beurteilen von Mitarbeitern nach vorgegebenen Beurteilungssystemen,

    c)  Durchführen von Mitarbeitergesprächen und Festlegen von
        Zielvereinbarungen,

    d)  Anfertigen von Stellenbeschreibungen,

    e)  Erarbeiten von Schulungsplänen und Ergreifen von Maßnahmen zur
        Qualifizierung der Mitarbeiter;

3.  im Qualifikationsschwerpunkt "Personalentlohnung" soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, aufgaben- und unternehmensspezifisch geeignete
    Entgeltformen auszuwählen. In diesem Rahmen können folgende
    Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Auswählen geeigneter Entlohnungsformen,

    b)  Auswählen von Kriterien zur Festlegung der Entgelthöhe;

4.  im Qualifikationsschwerpunkt "Personalführung, einschließlich
    Techniken der Mitarbeiterführung" soll die Fähigkeit nachgewiesen
    werden, auch unter Beachtung kultureller Unterschiede Personal zu
    führen. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
    werden:

    a)  Anwenden und Beurteilen der diversen Führungsstile und
        Führungsverhalten,

    b)  zielorientiertes Führen von Gruppen unter gruppenpsychologischen
        Aspekten,

    c)  zielorientiertes Führen von Mitarbeitern;

5.  im Qualifikationsschwerpunkt "Arbeits- und Sozialrecht" soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, die Grundlagen des Arbeits- und
    Sozialrechts zu kennen und anzuwenden. In diesem Rahmen können
    folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Anwenden der Rechtsgrundlagen und Gestaltungsfaktoren des
        Arbeitsverhältnisses,

    b)  Aufbauen und Betreiben eines betrieblichen Sozialwesens;

6.  im Qualifikationsschwerpunkt "Beteiligungsrechte der Arbeitnehmer"
    soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, die Mitwirkungs- und
    Mitbestimmungsrechte im unternehmerischen Handeln zu berücksichtigen.
    In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Berücksichtigen der gesetzlichen Regelungen der innerbetrieblichen
        Interessenvertretungen,

    b)  Berücksichtigen der tariflichen und betrieblichen Grundlagen der
        innerbetrieblichen Interessenvertretungen.

(5) In der Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich "Informations-
und Kommunikationstechniken" sollen dessen Qualifikationsschwerpunkte
den Kern bilden. Die Situationsaufgabe soll darüber hinaus
Qualifikationsinhalte aus den anderen beiden Handlungsbereichen
integrativ mit berücksichtigen. Im Einzelnen kann die
Situationsaufgabe folgende Qualifikationsinhalte gemäß den Nummern 1
bis 4 umfassen:

1.  im Qualifikationsschwerpunkt "Datensicherung, Datenschutz und
    Datenschutzrecht" soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, die Risiken
    und rechtlichen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit Daten zu
    berücksichtigen. In diesem Rahmen können folgende
    Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Reduzieren der Risiken der Informationstechnologie,

    b)  Anwenden der Möglichkeiten der technischen Datensicherung,

    c)  Umsetzen der Gesetze, Verordnungen und Richtlinien zum Schutz von
        Daten;

2.  im Qualifikationsschwerpunkt "Auswahl von IT-Systemen und Einführung
    von Anwendersoftware" soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, die
    Einsatzmöglichkeiten der Datenverarbeitung zu kennen und zu
    beurteilen. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
    geprüft werden:

    a)  Beurteilen von IT-Systemen,

    b)  Auswählen von IT-Systemen,

    c)  Einführen von aktueller Anwendersoftware;

3.  im Qualifikationsschwerpunkt "Übergreifende IT-Systeme" soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, Managementinformationssysteme zu
    gestalten und die Einführungsprobleme zu berücksichtigen. In diesem
    Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Gestalten von Wissensmanagement einschließlich
        Managementinformationssystemen,

    b)  Erstellen von Lastenheften für spezielle Unternehmensanforderungen,

    c)  Berücksichtigen der notwendigen Softwareergonomie bei der
        Softwareentwicklung,

    d)  Einführen von aktueller Anwendersoftware,

    e)  Berücksichtigen der Phasen und Probleme der Einführung von Software im
        Unternehmen;

4.  im Qualifikationsschwerpunkt "Kommunikationsnetze und -systeme auf
    Medien bezogen" soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, zeitgemäße
    Kommunikationssysteme und -dienste anzuwenden und einzusetzen. In
    diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Beurteilen von aktuellen Kommunikationssystemen und -diensten für
        spezifische Unternehmensanforderungen nach Kosten-Nutzen-
        Gesichtspunkten,

    b)  Auswählen, Einsetzen und Anwenden von aktuellen Kommunikationssystemen
        und -diensten im betrieblichen Leistungsprozess.

(6) Im situationsbezogenen Fachgespräch soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, Aufgabenstellungen analysieren, strukturieren und
einer begründeten Lösung zuführen zu können. Der Lösungsvorschlag ist
unter Einbeziehung von Präsentationstechniken zu erläutern und zu
erörtern. Das situationsbezogene Fachgespräch hat die gleiche Struktur
wie die schriftlichen Situationsaufgaben. Es ist dabei der
Handlungsbereich in den Mittelpunkt zu stellen, der nicht Kern einer
der schriftlichen Situationsaufgaben war. Das situationsbezogene
Fachgespräch integriert insbesondere die Qualifikationsschwerpunkte,
die nicht schriftlich geprüft wurden. Das situationsbezogene
Fachgespräch soll für jede zu prüfende Person mindestens 30 Minuten,
höchstens 45 Minuten dauern. Ihr ist eine Vorbereitungszeit von
mindestens 30 Minuten, höchstens 45 Minuten zu gewähren.

Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tbetrwprv/__5.html
Directory: tbetrwprv
Level: 2.0