Document ID: 31987R0384

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 384/87 DER KOMMISSION
vom 6. Februar 1987
zur Festsetzung vorübergehender Hoechstgrenzen für die Anlandung von Seezungen aus der Nordsee
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 3094/86 des Rates vom 7. Oktober 1986 über technische Maßnahmen zur Erhaltung der Fischbestände (1), geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 4026/86 (2), insbesondere auf Artikel 13,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Wissenschaftliche Beobachtungen in den Jahren 1929, 1947, 1963 und 1986 haben gezeigt, daß sich die Seezungenbestände in bestimmten, klar abgegrenzten Gebieten sammeln, wenn die Wassertemperaturen in der Nordsee während der Zeit von Januar bis April unter die durchschnittlich gemessenen Temperaturen sinken.
Dieselben Beobachtungen haben ergeben, daß diese Gebiete daraufhin gezielt befischt und somit aufgrund der gegebenen Umstände aussergewöhnlich umfangreiche Seezungenfänge eingebracht wurden.
Die Temperaturen in der Nordsee haben einen Punkt erreicht, an dem sich davon ausgehen lässt, daß die beschriebene Abfolge von Ereignissen 1987 voraussichtlich eintreten wird. Im Januar waren die gemessenen Wassertemperaturen bereits ebenso niedrig wie in einem durchschnittlichen Winter im Februar.
Die Biomasse des Laichbestands hat bei Seezungen in der Nordsee ihren bisher niedrigsten Stand erreicht. Bei weiterer Verringerung ist es jüngsten wissenschaftlichen Berichten zufolge möglich, daß die Nachwuchsbestände auf einen aussergewöhnlich niedrigen Umfang reduziert werden.
Sollten infolge der oben beschriebenen Abfolge von Ereignissen grosse Mengen Seezungen gefangen werden, so verringert sich die Biomasse des Laichbestands noch weiter, bevor die Fische im Mai und Juni laichen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, daß sich die Bestände nicht wieder auffuellen werden.
Erfahrungen beim Heringsfang in der Nordsee, wo der Nachwuchs zum Auffuellen der Bestände ausblieb, haben gezeigt, daß eine derartige Entwicklung nachhaltige ernste wirtschaftliche Folgen mit sich bringt.
Um derartige Folgen zu verhindern, ist dafür zu sorgen, daß die Befischung dieser Seezungenansammlungen in den kommenden Monaten bis zum 15. April 1987 unterbleibt.
Eine Einschränkung des Anteils an Seezungen, der an Bord behalten oder angelandet werden darf, würde verhindern, daß sich der Seezungenfang auf Gebiete mit aussergewöhnlich reichen Vorkommen konzentriert, während der Fang anderer Arten weitgehend unberührt bleibt.
Um tatsächlich zur Erhaltung des Bestandes beizutragen, müssen umgehend entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Diese Maßnahmen sind in Einklang mit Artikel 13 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 3094/86 zu treffen.
Der Verwaltungsausschuß für Fischereiressourcen hat nicht innerhalb der ihm von seinem Vorsitzenden gesetzten Frist Stellung genommen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Bis zum 15. April 1987 ist es verboten, nach dem Sortieren mehr als 30 % Seezunge (Solea solea), die während der Fischerei mit Schleppnetzen, Snurrewaden oder ähnlichen Netzen gefangen wurden, gemessen als Gewichtsanteil am Gewicht der Gesamtmenge von Fischen, Weich- und Krebstieren, an Bord zu haben oder anzulanden.
Dieses Verbot gilt nur für Fänge, die in der Nordsee in ihrer Abgrenzung gemäß Artikel 1 Absatz 5 der Verordnung (EWG) Nr. 3094/86 eingebracht werden.
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 6. Februar 1987

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