Document ID: 32003D0422

Entscheidung der Kommission
vom 26. Mai 2003
zur Genehmigung eines Diagnosehandbuchs für die Afrikanische Schweinepest
(Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2003) 1696)
(Text von Bedeutung für den EWR)
(2003/422/EG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 2002/60/EG des Rates vom 27. Juni 2002 zur Festlegung von besonderen Vorschriften für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sowie zur Änderung der Richtlinie 92/119/EWG hinsichtlich der Teschener Krankheit und der Afrikanischen Schweinepest(1), insbesondere auf Artikel 18 Absatz 3,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Gemäß der Richtlinie 2002/60/EG müssen einheitliche Diagnosemethoden, Beprobungsverfahren und Kriterien für die Auswertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen festgelegt werden, die zur Bestätigung der Afrikanischen Schweinepest durchgeführt werden.
(2) Gemäß der genannten Richtlinie hat das Gemeinschaftliche Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest im Benehmen mit der Kommission die in den Mitgliedstaaten angewandten Methoden zur Diagnose der Seuche zu koordinieren, u.a. durch regelmäßige Durchführung von Vergleichstests und durch Bereitstellung von Standardreagenzien auf Gemeinschaftsebene.
(3) Das ASP-Virus gilt als für den Menschen nicht gesundheitsgefährdend.
(4) Es sind Labortests entwickelt worden, die eine schnelle Bestätigung der Afrikanischen Schweinepest ermöglichen.
(5) Aufgrund der Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest gesammelt wurden, konnten Verfahrensvorschriften für Stichprobenuntersuchungen und Kriterien für die Auswertung von Laborbefunden festgelegt werden, die in unterschiedlichen Situationen eine sichere Diagnose gewährleisten.
(6) Es empfiehlt sich daher, das Handbuch zur Festlegung dieser Verfahren und Kriterien zu genehmigen.
(7) Die nationalen Diagnoselaboratorien sollten ermächtigt werden, die genehmigten Labortests zu ändern oder andere Tests anzuwenden, wenn eine gleichwertige oder höhere Empfindlichkeit und Spezifität nachgewiesen werden kann.
(8) Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Das im Anhang festgelegte Diagnosehandbuch für die Afrikanische Schweinepest wird genehmigt.
(2) Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, dass die Bestätigung der Afrikanischen Schweinepest nach den im Handbuch festgelegten Diagnosemethoden, Verfahrensvorschriften für Stichprobenuntersuchungen und Kriterien für die Auswertung von Laborbefunden sowie nach folgenden Kriterien erfolgt:
a) Feststellung klinischer Krankheitssymptome und Sektionsbefunde;
b) Nachweis von Virus, Antigen oder Virusgenom in Gewebe-, Organ- oder Blutproben oder Sekreten von Schweinen;
c) Nachweis einer spezifischen Antikörperreaktion in Blutproben.
(3) Abweichend von Absatz 2 dürfen die nationalen Diagnoselaboratorien gemäß Anhang IV der Richtlinie 2002/60/EG die im Handbuch festgelegten Laboruntersuchungen ändern oder andere Testmethoden anwenden, sofern dieselbe Empfindlichkeit oder Spezifität gewährleistet ist.
Werden geänderte oder andere Tests angewandt, so muss ihre Empfindlichkeit und Spezifität im Rahmen regelmäßiger Vergleichstests geprüft werden, die das Gemeinschaftliche Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest durchführt.
Artikel 2
Diese Entscheidung gilt ab 1. Juli 2003.
Artikel 3
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 26. Mai 2003

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