Document ID: 32000R1072

Verordnung (EG) Nr. 1072/2000 der Kommission
vom 19. Mai 2000
zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1538/91 mit ausführlichen Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EWG) Nr. 1906/90 des Rates über bestimmte Vermarktungsnormen für Gefluegelfleisch
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 1906/90 des Rates vom 26. Juni 1990 über Vermarktungsnormen für Gefluegelfleisch(1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1101/98(2), insbesondere auf die Artikel 7 und 9,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Mit der Verordnung (EWG) Nr. 1538/91 der Kommission(3), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1000/96(4), wurden ausführliche Durchführungsvorschriften zu den Vermarktungsnormen für Gefluegelfleisch festgelegt.
(2) Mit der Verordnung (EG) Nr. 1101/98 wurde der Anwendungsbereich der Verordnung (EWG) Nr. 1906/90 auf den Wassergehalt von Teilstücken von Gefluegel ausgedehnt. Daher müssen die ausführlichen Durchführungsvorschriften zu den diesbezüglichen Kontrollen festgelegt werden, die denjenigen für ganze gefrorene und tiefgefrorene Schlachtkörper entsprechen und das Verzeichnis der betreffenden Erzeugnisse und das angemessene Kontrollverfahren umfassen.
(3) Die Vorschriften über die Kontrolle des Wassergehalts sollten auch hinsichtlich der einzelstaatlichen Maßnahmen für Kontrollen auf allen Vermarktungsstufen angepaßt, und die Liste der Referenzlaboratorien sollte auf den neuesten Stand gebracht werden.
(4) Das Schlachtalter junger Gänse, deren Brustbeinfortsatz noch nicht verknöchert ist, muß im Rahmen der Angabe der unterschiedlichen Haltungsformen festgesetzt werden.
(5) Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Gefluegelfleisch und Eier -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Verordnung (EWG) Nr. 1538/91 wird wie folgt geändert:
1. In Artikel 1 Nummer 2 wird folgender Buchstabe n) angefügt:
"n) entbeintes Fleisch von Putenschenkeln: Putenschenkel und/oder -oberschenkel, entbeint, d. h. ohne Femur (Oberschenkelknochen), Tibia (Schienbein) und Fibula (Wadenbein), ganz, gewürfelt oder in Streifen geschnitten."
2. Artikel 14a wird wie folgt geändert:
- In Absatz 3 Unterabsatz 1 wird das Wort "vierstuendigen" durch das Wort "achtstuendigen" ersetzt.
- Absatz 13 erhält folgende Fassung:
"(13) Die Mitgliedstaaten erlassen alle zweckdienlichen Vorkehrungen für die in diesem Artikel genannten Stichproben auf allen Vermarktungsstufen einschließlich der Stichproben von Einfuhren aus Drittländern zum Zeitpunkt der Zollabfertigung gemäß den Anhängen V und VI. Sie unterrichten die anderen Mitgliedstaaten und die Kommission vor dem 1. September 2000 darüber. Diesbezügliche Änderungen sind den anderen Mitgliedstaaten und der Kommission umgehend mitzuteilen."
3. Folgender Artikel 14b wird eingefügt:
"Artikel 14b
(1) Die nachstehend genannten frischen, gefrorenen und tiefgefrorenen Gefluegelteilstücke dürfen in der Gemeinschaft auf dem Geschäfts- oder Handelsweg nur vermarktet werden, wenn ihr Wassergehalt den nach dem Analyseverfahren gemäß Anhang VIa (chemischer Test) bestimmten technisch unvermeidbaren Wert nicht überschreitet:
a) Hähnchenbrustfilets, mit oder ohne Schlüsselbein, ohne Haut;
b) Hähnchenbrust, mit Haut;
c) Hähnchenoberschenkel, Hähnchenunterschenkel, Hähnchenschenkel, Hähnchenschenkel mit Rückenstück, Hähnchenhinterviertel, mit Haut;
d) Putenbrustfilets, ohne Haut;
e) Putenbrust, mit Haut;
f) Putenoberschenkel, Putenunterschenkel, Putenschenkel, mit Haut;
g) entbeintes Putenschenkelfleisch, ohne Haut.
(2) Die von den einzelnen Mitgliedstaaten benannten zuständigen Behörden tragen dafür Sorge, daß Schlachthöfe und Zerlegungsbetriebe - unabhängig davon, ob diese zu Schlachthöfen gehören - alle erforderlichen Maßnahmen treffen, um den Anforderungen gemäß Absatz 1 nachzukommen. Sie sorgen insbesondere dafür, daß
- in den Schlachthöfen regelmäßige Kontrollen der Wasseraufnahme gemäß Artikel 14a Absatz 3 auch bei Schlachtkörpern von Hähnchen und Puten durchgeführt werden, die für die Erzeugung der in Absatz 1 aufgeführten frischen, gefrorenen oder tiefgefrorenen Teilstücke bestimmt sind. Diese Kontrollen werden mindestens einmal in jeder achtstuendigen Arbeitsphase durchgeführt. Die in Anhang VII Nummer 9 festgesetzten Grenzwerte gelten auch für Putenschlachtkörper;
- die Kontrollergebnisse aufgezeichnet und ein Jahr lang aufbewahrt werden;
- jedes Los so gekennzeichnet wird, daß das Herstellungsdatum festgestellt werden kann; diese Loskennzeichnung muß im Herstellungsprotokoll aufgeführt sein.
(3) Mindestens einmal alle drei Monate wird der Wassergehalt gemäß Absatz 1 von gefrorenen und tiefgefrorenen Gefluegelteilstücken aus sämtlichen solche Teilstücke erzeugenden Zerlegungsbetrieben anhand von Stichprobenuntersuchungen gemäß Anhang VIa kontrolliert. Diese Kontrollen gelten nicht für Gefluegelteilstücke, bei denen zur Zufriedenheit der zuständigen Behörde nachgewiesen werden kann, daß sie ausschließlich zur Ausfuhr bestimmt sind.
Nachdem die Kontrollen in einem Zerlegungsbetrieb ein Jahr lang zufriedenstellend verlaufen sind, müssen sie nur noch einmal alle sechs Monate durchgeführt werden. Werden die Vorschriften von Anhang VI anschließend nicht eingehalten, so müssen die Kontrollen mindestens zwei Jahre lang wieder mindestens alle drei Monate durchgeführt werden, bevor die Kontrollhäufigkeit wieder verringert werden kann.
(4) Artikel 14a Absätze 5 bis 13 gilt sinngemäß für Gefluegelteilstücke gemäß Absatz 1."
4. In Anhang IV wird hinsichtlich des Mindestschlachtalters folgendes eingefügt:
- unter Buchstabe b) "Extensive Bodenhaltung":
- "jungen Gänsen frühestens mit 60 Tagen";
- unter Buchstabe d) "Bäuerliche Auslaufhaltung":
- "60 Tage bei jungen Gänsen".
5. Der Anhang dieser Verordnung wird als Anhang VIa eingefügt.
6. Anhang VII wird wie folgt geändert:
- Nummer 1 erhält folgende Fassung:
"1. Mindestens einmal in jeder achtstuendigen Arbeitsphase:
Unmittelbar nach dem Ausnehmen und dem Entfernen der Innereien und des Fetts und vor dem ersten nachfolgenden Waschen werden 25 beliebige Schlachtkörper vom Schlachtband genommen."
- Folgende Nummer 8a wird eingefügt:
"8a. Anstelle des manuellen Wiegens gemäß den Nummern 1 bis 8 dürfen für die Bestimmung des Prozentsatzes der Wasseraufnahme bei derselben Anzahl Schlachtkörper und nach denselben Grundsätzen automatische Wiegeketten eingesetzt werden, sofern sie von der zuständigen Behörde für diesen Zweck vorher zugelassen wurden."
7. In Anhang VIII erhalten die Anschriften nachstehender Referenzlaboratorien folgende Fassung:GEMEINSCHAFTLICHES REFERENZLABORATORIUM
ID/Lelystad Postbus 65 Edelhertweg 15 8200 AB Lelystad Niederlande
BELGIEN
Faculteit Diergeneeskunde Vakgroep "Diergeneeskundig toezicht op eetwaren"
Universiteit Gent
Salisburylaan 133 B - 9820 Merelbeke
GRIECHENLAND
Ministry of Agriculture Veterinary Laboratory of Patra 15, Notara Street GR - 264 42 Patra
ITALIEN
Ispettorato Centrale Repressione Frodi Via Jacopo Cavedone n. 29 I - 41100 Modena
NIEDERLANDE
ID/Lelystad Postbus 65 Edelhertweg 15 8200 AB Lelystad
VEREINIGTES KÖNIGREICH
CSL Food Science Laboratory Sand Hutton York Y04 1LZ
ÖSTERREICH
Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft Spargelfeldstr. 191 A - 1220 Wien.
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am siebten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft. Sie gilt ab 1. Juli 2000. Die Nummern 2, 3 und 5 des Artikels 1 gelten jedoch ab 1. September 2000.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 19. Mai 2000

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