Document ID: 31988D0655

ENTSCHEIDUNG DE5 RATES vom 21 . Dezember 1988 zur Verabschiedung des Jahresberichts über die Wirtschaftslage in der Gemeinschaft und Festlegung wirtschaftspolitischer Leitlinien für 1989 ( 88/655/EWG )
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Entscheidung 74/120/EWG des Rates vom 18 . Februar 1974 zur Erreichung eines hohen Grades an Konvergenz der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ( 1 ), geändert durch die Entscheidungen 75/787/EWG ( 2 ) und 79/136/EWG ( 3 ), insbesondere auf Artikel 4,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ( 4 ),
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ( 5 ) - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1 Der Rat verabschiedet hiermit den Jahresbericht über die Wirtschaftslage sowie von der Gemeinschaft einzuhaltende wirtschaftspolitische Leitlinien, die in Teil A bis C des Berichts im Anhang zu dieser Entscheidung enthalten sind : er legt die wirtschaftspolitischen Leitlinien fest, die von den Mitgliedstaaten zu befolgen sind und die sich in Teil D des genannten Berichts finden .
Artikel 2 Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
Geschehen zu Brussel am 21 . Dezember 1988 .
Im Namen des Rates Der Präsident V . PAPANDREOU ( 1 ) ABl . Nr . L 63 vom 5 . 3 . 1974, S . 16 . ( 2 ) ABl . Nr . L 330 vom 24 . 12 . 1975, S . 52 . ( 3 ) ABl . Nr . L 35 vom 9 . 2 . 1979, S . 8 . ( 4 ) ABl . Nr . C 326 vom 19 . 12 . 1988 . ( 5 ) Stellungnahme vom 23 . November 1988 ( noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht ). JAHRESWIRTSCHAFTSBERICHT 1988-89
VORBEREITUNG AUF 1992 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN Günstige wirtschaftliche Aussichten für die Gemeinschaft und die Weltwirtschaft 1 . Die wirtschaftlichen Aussichten der Gemeinschaft haben sich in den letzten Monaten spürbar verbessert . 1988 kam der Gemeinschaft eine unerwartete Dynamik ihrer eigenen Entwicklung, der ÖCD insgesamt und des Welthandels zugute . Die Gemeinschaft erreicht 1988 wahrscheinlich die höchste Wachstumsrate ( im Durchschnitt 3,5 %) seit Ende der siebziger Jahre und die dynamischste Investitionsentwicklung ( 7 %) seit mehr als zwei Jahrzehnten . Die Inflationsrate ( 3,5 %) dürfte etwa der der sechziger Jahre entsprechen . Trotz einer leichten Abschwächung des wirtschaftlichen Wachstums ausserhalb der Gemeinschaft könnte das Wachstum 1989 kräftig bleiben (etwa 2,75 %). Die Inflationsrate dürfte nur leicht zunehmen . Die Arbeitslosenquote hat begonnen zurückzugehen; sie ist jedoch immer noch zu hoch .
2 . Das internationale Umfeld für die Geldpolitik der Gemeinschaft hat sich deutlich verändert . Infolge eines niedrigeren Handelsbilanzdefizits der Vereinigten Staaten am Anfang des Jahres und des Anstiegs der US-Zinsen im Frühjahr lag der Dollar-Wechselkurs gegenüber europäischen Währungen im Herbst fast wieder auf dem Niveau, das er im Januar 1987, gerade vor dem Louvre-Abkommen, erreicht hatte . Teils um den Erfordernissen der internen Stabilität gerecht zu werden, teils um den Dollaranstieg zu bremsen, sahen sich die europäischen Zentralbanken in unterschiedlichem Masse veranlasst, die Bedingungen auf ihren eigenen Geldmärkten restriktiver zu gestalten .
3 . Die internationale Zusammenarbeit ermöglichte deutliche Fortschritte in Richtung auf eine grössere Stabilität der Weltwirtschaft. Diese Zusammenarbeit muß aber entschlossen fortgesetzt werden, da bedeutende Risiken fortbestehen; a ) So dürfte 1989 der Abbau der Zahlungsbilanzungleichgewichte an Schwung verlieren, während die Auslandsverschuldung der Vereinigten Staaten weiter wächst; b ) dieses Anhalten der Ungleichgewichte gefährdet weiterhin die Stabilität des Weltwährungssystems; c ) die Lage der Entwicklungsländer verbessert sich kaum und wird durch die jüngst gestiegenen Zinsen beeinträchtigt .
Ermutigende Entwicklungen und einige Anlässe zur Besorgnis 4 . Drei Merkmale der wirtschaftlichen Lage sind ermutigend :
- Die wirtschaftliche Dynamik Spaniens, Portugals, Italiens und des Vereinigten Königreichs greift jetzt allmählich auf ihre Partnerländer über, deren Ausfuhren und Investitionen lebhafter zunehmen . So dürfte beispielsweise das Wachstum in Frankreich und in Deutschland 1988 etwa 3 % betragen und sich 1989 nur wenig abschwächen ( gegenüber rund 2 % im Jahr 1987 ).
- Das Wachstum wird zunehmend von den Investitionen getragen . Dies beruht auf mehreren Faktoren : der grösseren Rentabilität, einem historisch hohen Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten, günstigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Vorbereitungen der Unternehmen auf 1992 .
- Die Gemeinschaft hat einen seit den sechziger Jahren nicht mehr verzeichneten Grad an Stabilität und Konvergenz der Inflationsraten erreicht . Jedoch sind noch weitere Fortschritte erforderlich, insbesondere in Portugal und Griechenland .
5 . Trotz dieser zufriedenstellenden Entwicklungen gibt es Anlaß zur Sorge in vier Bereichen : a ) das Risiko einer Wiederbelebung der Inflation; b ) zu hohe Haushaltsdefizite in einigen Ländern; c ) wachsende Leistungsbilanzungleichgewichte innerhalb der Gemeinschaft; d ) eine Arbeitslosenquote, die sich im Durchschnitt der Gemeinschaft auf immer noch über 11 % der Erwerbspersonen beläuft .
6 . In allen Mitgliedsländern muß die Verstärkung des Wachstumspotentials vordringlich bleiben . Die Konsolidierung der guten aktuellen Wachstumsentwicklungen erfordert jedoch möglicherweise in den nächsten Monaten unterschiedliche Maßnahmen in verschiedenen Mitgliedsländern . Da in den dynamischeren Ländern eine Verlangsamung des Wachstums infolge inflationärer Spannungen und/oder einer Verschlechterung der Leistungsbilanz erwartet wird, sollte in den übrigen Ländern die Wirtschaftspolitik den Übergang zu binnenwirtschaftlich getragenem Wachstum durch eine weitere Verbesserung der Angebots - und Nachfragebedingungen beschleunigen .
Verwirklichung der mittelfristigen Ziele 7 . Das kräftigere Wachstum gibt jetzt der Gemeinschaft die Chance, ihre wesentlichen Ziele unter bestmöglichen Umständen zu verwirklichen: die sich aus der Verwirklichung des Binnenmarktes ergebenden Vorteile voll zu nutzen, ihren wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt zu stärken und die Arbeitslosigkeit abzubauen .
8 . Der Europäische Rat in Hannover hat bestätigt, daß die Vollendung des Binnenmarktes bis 1992 nicht mehr umkehrbar ist . Bedeutende Fortschritte sind bereits erzielt worden . In den letzten Monaten sind sich die Öffentlichkeit und die Unternehmen zunehmend bewusst geworden, welche Perspektiven dieses Vorhaben eröffnet . Es kommt darauf an, diese Hoffnungen nicht zu enttäuschen, wenn in den nächsten Jahren die wichtigen, im Weißbuch vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt werden .
9 . Wenn die Vollendung des Binnenmarktes alle ihre Wirkungen entfalten soll, muß sie von angemessenen Struk - turpolitiken begleitet werden, einschließlich einer wirksamen Wettbewerbspolitik . Solche Politiken sind auch für sich gesehen erforderlich .
10 . Der Erfolg des Binnenmarktes wird auch bedeutende gesamtwirtschaftliche Auswirkungen haben . Untersuchungen der Kommissionsdienststellen deuten darauf hin, daß die Vollendung des Binnenmarktes mittelfristig die Haushalts - und die aussenwirtschaftlichen Positionen verbessern und die Inflation günstig beeinflussen wird . Damit die sich daraus ergebenden Produktivitätserhöhungen rasch zu mehr Wachstum und mehr Arbeitsplätzen führen, kommt es darauf an, die sich entwickelnden Handlungsspielräume voll zu nutzen, um die internen Ungleichgewichte zu verringern und um aktiv die Angebots - und Nachfragebedingungen zu verbessern .
11 . Mit der bereits eingeleiteten Reform und Erweiterung der Strukturfonds sowie der zunehmenden Aktivität der Finanzierungsinstrumente der Gemeinschaft besitzt die Gemeinschaft nunmehr die Mittel, ihren wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt zu stärken . Es geht darum, ein neues "Partnerschaftsmodell" zwischen der Gemeinschaft und den Empfängerländern zu schaffen . Hierbei ist nicht nur die effiziente Verwendung und Additionalität dieser Ressourcen auf Programmebene wesentlich, sondern die Wirtschaftspolitik in den betroffenen Ländern muß auch sicherstellen, daß sich die Angebotsbedingungen insgesamt verbessern und vor allem, daß die Effizienz der produktiven Investitionen und ihr Anteil am BIP zunehmen .
12 . Selbst wenn die Vollendung des Binnenmarktes schließlich zu deutlichen Verbesserungen des Wohlstandes und zu zusätzlichen Arbeitsplätzen führt, lösen die damit in der Übergangsphase verbundenen Umstrukturierungen gewisse Befürchtungen aus . Der sozialen Dimension des Binnenmarktes ist Rechnung zu tragen; insbesondere ist es wichtig, a ) daß Maßnahmen ergriffen werden, die die berufliche Wiedereingliederung erleichtern; b ) daß die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Sozialstandards zum Beispiel durch Mindestvorschriften über die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz nach oben anzupassen; c ) daß der soziale Dialog auf Gemeinschaftsebene vertieft wird .
13 . Der Abbau der Arbeitslosigkeit ist für alle Mitgliedsländer nach wie vor die vorrangige Aufgabe . Schon jetzt nimmt die Beschäftigung mit einer im historischen Vergleich hohen Rate zu . Diese Tendenz muß verstärkt werden . In zahlreichen Ländern sind Anzeichen für eine grössere Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarktes erkennbar, insbesondere in Form von Teilzeitarbeit . Die Leitlinien der Kooperativen Wachstumsstrategie für mehr Beschäftigung bleiben gültig: Dies bedeutet, daß auf gesamtwirtschaftlicher Ebene die Rentabilität der kapazitätserweiternden und beschäftigungswirksamen Investitionen weiter verbessert werden muß . Ein weiterhin maßvoller Anstieg der Lohnkosten würde zusammen mit den nunmehr günstigeren Nachfrageaussichten dazu beitragen . Auch ist dafür zu sorgen, daß überfluessige administrative Hindernisse, die die Schaffung von Arbeitsplätzen erschweren, beseitigt werden, und daß grössere Mobilität und bessere berufliche Eingliederung insbesondere durch kontinuierliche Ausbildungsanstrengungen gefördert werden .
Der schmale Pfad zu einer Konsolidierung des Wachstums 14 . Das Potential für inflationsfreies Wachstum kann gestärkt werden, wenn die europäische Wirtschaft noch anpassungsfähiger gemacht wird . Flexiblere Märkte und ihre positiven Auswirkungen auf Verhaltensweisen und Initiative der Unternehmer sind an sich eine Quelle des Fortschritts . In einer Situation, wo zum einen ein übermässiger Druck auf die Produktionskapazitäten verhindert und zum anderen die Beschäftigung noch weiter verbessert werden muß, bleiben Strukturpolitiken sehr wichtig .
15 . Die Stabilisierung und dann die Aufwertung des Dollar auf den Devisenmärkten haben die Währungsbehörden veranlasst, den Zielen der internen Stabilität eine höhere Priorität zu geben . Der aktuelle Anstieg der Geldmarktsätze in der Gemeinschaft hat die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken erhöht . In dem Masse, in dem längerfristige Inflations - und/oder Abwertungserwartungen verringert wurden, konnten die langfristigen Zinsen sich stabilisieren oder auf gesunder Grundlage sinken; gewisse Hinweise hierfür wurden im Frühherbst in einigen Ländern erkennbar .
In den Ländern, die am Wechselkursmechanismus des EWS teilnehmen, bleibt der hausgemachte Inflationsdruck unter Kontrolle . Weitere restriktive Maßnahmen der Geldpolitik erscheinen in unmittelbarer Zukunft nicht erforderlich . Die wichtigste Herausforderung für die Währungspolitik liegt jedoch im Risiko einer erneuten Instabilität des Dollar .
16 . Für die Haushaltspolitik bleiben die mittelfristigen Ziele vorrangig . In Zusammenhang mit der Verwirklichung des Binnenmarktes müssen die Diskussionen über die Angleichung der indirekten Steuern und der Besteuerung der Kapitaleinkünfte fortgesetzt werden, um eine schnelle Einigung über diese Themen herbeizuführen . Andere mittelfristige Ziele sind die Konvergenz der staatlichen Finanzierungssalden, bei denen noch zu grosse Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten bestehen, und die Notwendigkeit, die Haushaltspolitik zur Verbesserung der Angebots - und Nachfragebedingungen einzusetzen .
17 . Die zunehmende Verflechtung der Mitgliedstaaten macht eine verstärkte Koordinierung der Wirtschaftspolitik noch wichtiger . Ausserdem würde grössere Stabilität der Wechselkurse auf der Grundlage sich annähernder wirtschaftlicher Grunddaten das Funktionieren des Binnenmarktes verbessern . Ein verstärkter monetärer Zusammenhalt wurde erreicht werden, wenn der Wechselkursmechanismus zum angemessenen Zeitpunkt um die bisher noch nicht teilnehmenden Länder erweitert, die Währungspolitik zunehmend kooperativ gehandhabt und die Rolle des ECU ausgebaut werden . Allerdings kann der monetäre Zusammenhalt der Gemeinschaft auf Dauer nur gewährleistet werden, wenn die Mitgliedstaaten in anderen Bereichen, insbesondere im Bereich der Haushaltspolitik, miteinander vereinbare Politiken verfolgen . In diesem Zusammenhang muß der Konsens über die wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele verstärkt werden, das heisst über a ) die Preisstabilität und Konvergenz der Inflationsraten nach unten, b ) die mittelfristige Vereinbarkeit der Zahlungsbilanzen und c ) den Beitrag der internen und externen Stabilität zu den Wachstums - und Beschäftigungszielen der Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsländer.Wichtige wirtschaftliche Indikatoren 1985 bis 1989 für die Länder der Gemeinschaft, die Vereinigten Staaten und Japan a ) BIP (;) zu konstanten Preisen ( jährliche Veränderung in %) 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 1,4 2,3 1,8 3 2;/4 DK 4,2 3,4 -1,0 0 1=/4 D 2,1 2,6 1,9 3;/4 2;/2 GR 3,0 1,3 -0,4 2=/4 2 E 2,3 3,3 5,2 4=/4 4 F 1,7 2,1 2,3 3 2=/4 IRL 1,1 -0,3 4,1 3 3;/4 I 2,7 2,7 3,1 4 3;/4 L 3,8 2,9 2,4 2=/4 2;/2 NL 2,3 2,4 1,5 2;/4 2;/4 P 3,3 4,3 4,6 4 3;/2 UK 3,7 2,9 4,3 3=/4 2;/2 EUR 12 2,5 2,6 2,9 3;/2 2=/4 USA 3,1 3,0 3,4 4 2;/4 JAP 4,5 2,4 4,2 5;/2 3=/4 b ) Inlandsnachfrage zu konstanten Preisen ( jährliche Veränderung in %) 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 1,3 3,2 2,4 3 2;/4 DK 5,7 -3,2 -1;/2 =/4 D 1,0 3,7 3,1 3;/2 2;/2 GR 6,1 -0,5 0,2 3;/2 3 E 2,9 5,9 8,0 6;/4 5;/4 F 2,2 3,7 3,3 3 2=/4 IRL -1,3 0,8 -1,5 -;/4 1;/2 I 3,2 3,6 4,6 4;/2 3;/2 L 0,7 -0,9 6,1 ;/2 2;/2 NL 2,5 3,9 2,2 1=/4 2 P 0,8 8,4 9,5 6;/2 5;/2 UK 2,9 3,8 4,3 5;/4 3;/2 EUR 12 2,4 3,9 3,9 4 3;/4 USA 3,5 3,8 3,0 2=/4 2 JAP 3,8 4,0 5,1 7;/4 4;/4 c ) Deflator des privaten Verbrauchs ( jährliche Veränderung in %) 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 5,2 0,8 1,6 1;/4 2;/2 DK 4,9 3,6 4,1 4=/4 3=/4 D 2,1 -0,2 0,5 1;/4 2;/2 GR 18,7 22,2 15,8 13;/4 12=/4 E 8,3 8,7 5,3 4=/4 4;/4 F 5,7 2,5 3,2 2=/4 2=/4 IRL 4,5 3,6 3,1 2 2=/4 I 9,3 6,1 4,8 5 4;/2 L 5,2 0,6 0,6 1;/2 2;/4 NL 2,5 0,2 -0,4 =/4 1;/4 P 19,0 12,0 10,2 9;/2 7 UK 5,2 3,6 3,8 4;/2 4=/4 EUR 12 5,9 3,6 3,3 3;/2 3=/4 USA 3,1 2,1 4,5 4;/4 5 JAP 2,1 0,6 -0,2 1 2 d ) Leistungsbilanzaldo ( in % des BIP ) (;) 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 0,7 2,6 1,9 1=/4 1=/4 DK -4,7 -5,1 -3,0 -2;/2 -2;/4 D 2,4 4,2 4,0 4 4;/4 GR -8,2 -5,4 -3,4 -2=/4 -3;/2 E 1,6 1,7 0,1 -=/4 -2 F 0,1 0,6 -0,3 0 ;/4 IRL -3,8 -2,4 1,3 2;/2 3;/2 I -0,9 0,8 -0,1 -;/2 -;/2 L 43,3 46,1 38,0 38;/2 36;/2 NL 4,3 2,8 1,7 1;/2 1=/4 P 1,7 3,9 1,8 0 -1=/4 UK 0,5 -0,8 -0,6 -3 -3;/4 EUR 12 0,7 1,3 0,8 ;/2 ;/4 USA -2,9 -3,4 -3,6 -2=/4 -2;/2 JAP 3,7 4,3 3,6 2=/4 3Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften e ) Arbeitslosenzahl in % der zivilen Erwerbspersonen (=) 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 13,6 12,6 12,3 11;/2 11 DK 8,7 7,4 7,6 8;/2 9 D 8,4 8,1 8,1 8 8;/4 GR 7,8 7,4 7,4 7;/2 7;/2 E 21,4 21,0 20,5 20 19;/2 F 10,5 10,7 10,8 10=/4 10=/4 IRL 17,9 18,2 19,2 18=/4 18;/4 I 12,9 13,7 14,0 15 14;/2 L 1,7 1,4 1,6 1;/2 1;/4 NL 13,3 12,1 11,5 11;/4 11 P 8,7 8,7 7,2 6;/2 6;/2 UK 12,0 12,0 10,6 8;/2 7;/4 EUR 12 11,8 11,9 11,6 11;/4 11 USA 7,2 7,0 6,2 5;/2 5;/2 JAP 2,6 2,8 2,8 2;/2 2;/2 f ) Finanzierungsüberschuß oder -defizit des Staates (%) ( in % des BIP ) 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B -8,3 -8,9 -7,2 -7;/4 -6;/2 DK -2,0 3,1 -2,1 1 1;/4 D -1,1 -1,3 -1,8 -2;/4 -1;/4 GR -13,6 -10,8 -9,5 -12 -13;/4 E -7,0 -5,7 -3,6 -3 -3 F -2,8 -2,9 -2,5 -2 -1=/4 IRL -11,1 -10,6 -9,1 -6;/2 -6 I -12,5 -11,4 -10,5 -10 -10 L 5,8 6,0 5,2 5;/4 6;/4 NL -4,7 -6,0 -6,3 -5;/4 -4;/2 P -10,1 -7,8 -8,4 -8 -7=/4 UK -2,7 -2,4 -1,4 -;/4 0 EUR 12 -5,2 -4,8 -4,2 -3=/4 -3;/2 USA -4,3 -3,5 -2,3 -1=/4 -1=/4 JAP -0,8 -1,5 -0,3 -;/4 ;/4 g ) Gesamtbeschäftigung ( jährliche Veränderung in %) 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 0,8 1,0 0,3 1;/4 =/4 DK 2,9 2,3 1,1 -;/4 ;/4 D 0,7 1,0 0,7 ;/2 =/4 GR 1,0 0,1 -0,1 1 =/4 E -1,4 1,9 3,0 2;/2 2 F -0,4 0,3 0,1 ;/2 ;/2 IRL -2,2 -0,4 -0,1 0 ;/2 I 1,4 0,8 -0,1 ;/2 ;/2 L 1,4 2,6 2,7 2 1;/2 NL 1,3 1,8 1,2 =/4 1 P -0,3 0,0 2,7 1=/4 1 UK 1,6 0,4 1,7 2 1 EUR 12 0,6 0,8 0,9 1 1 USA 2,4 1,7 2,6 2;/4 1;/2 JAP 0,7 0,9 1,0 1;/2 =/4 h ) Reale Pro-Kopf-Löhne (& ) ( jährliche Veränderung in %) 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B -0,4 3,0 1,6 1 1;/4 DK -0,3 1,0 4,0 -;/2 -1 D 0,9 4,1 2,4 1=/4 0 GR 3,3 -5,4 -2,9 3;/4 1 E 1,7 -0,4 2,1 1=/4 1=/4 F 0,9 1,5 0,1 1 1 IRL 1,8 1,5 1,9 1;/4 1 I 0,8 1,5 3,8 2 2=/4 L -1,4 4,3 3,3 2 2=/4 NL -1,1 1,4 1,6 1 -;/4 P 2,8 4,5 3,3 1;/2 2=/4 UK 1,4 3,6 3,0 3 3 EUR 12 0,9 2,3 2,1 1=/4 1;/2 USA 1,1 1,6 -0,4 1 -;/4 JAP 1,3 3,1 3,3 3;/4 2;/2 Quelle : Kommissionsdienststellen . A . DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE UND DIE PERSPEKTIVEN 1 . Das aussenwirtschaftliche Umfeld Das internationale wirtschaftliche Umfeld und die wirtschaftliche Situation der Europäischen Gemeinschaft stehen unter dem Zeichen eines lebhaften Wirtschafts - und Aussenhandelswachstums bei so niedrigen Inflationsraten wie seit langem nicht mehr . Die Jahre struktureller Anpassung in den meisten industrialisierten Volkswirtschaften haben diese widerstandsfähiger gemacht . Trotz des Börsenkrachs vom Oktober 1987 und anhaltender Bedenken hinsichtlich der internationalen Zahlungsbilanzgleichgewichte verzeichnen die Industrieländer weiterhin ein starkes Wachstum ( 3,9 % im Jahr 1988 ). Der verzögert eingetretene positive Effekt des Ölpreisrückgangs vom Jahr 1986 und die rasche Zunahme der monetären Liquidität im Jahr 1987 ( zunächst im Zusammenhang mit Devisenmarktinterventionen und später zur Unterstützung der Finanzinstitutionen nach den Ereignissen vom Oktober 1987 ), finden heute ihren Niederschlag in einem Wachstum, das die zu Jahresbeginn gehaltenen Erwartungen übertrifft und in manchen Ländern sogar von Anzeichen der Überhitzung begleitet wird . Trotz einer gewissen Abschwächung könnte das BIP-Wachstum im ÖCD-Raum 1989 noch immer nahe bei 3 % liegen, das siebte Jahr anhaltenden Wirtschaftswachstums .
Dieser günstige Wachstumstrend war allen grossen Industrieländern gemeinsam . Die amerikanische Volkswirtschaft ist seit 1983 sehr kräftig - wenn auch ungleichmässig - gewachsen . Einige Industriezweige stossen jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen, und die Arbeitslosenquote liegt nur wenig höher als in den 60er Jahren . Trotzdem und trotz des mehr als dreijährigen massiven Dollarrückgangs ( zwischen März 1985 und März 1988 um effektiv 38 %) ist die Inflationsrate 1988 bei ungefähr 4,5 % geblieben . Die geldpolitischen Zuegel sind im Frühsommer, nach ersten Anzeichen einer Überhitzung der Wirtschaft, angezogen worden . Wegen des etwas nachlassenden Wachstums sowohl der Binnennachfrage als auch der Exporte dürfte es im Jahr 1989 zu einer gewissen Verlangsamung kommen .
In Japan erreichte die durchschnittliche reale Zunahme der Inlandsnachfrage in den letzten zwölf Monaten im Durchschnitt fast 7,5 %. Gleichzeitig scheint die japanische Wirtschaft die beträchtliche Aufwertung des Yen in den vergangenen drei Jahren verkraftet zu haben ( zwischen März 1985 und März 1988 um effektiv 60 %), und die Exportaussichten haben sich verbessert . Obwohl man für 1989 mit einem schwächeren Anstieg der Inlandsnachfrage rechnet, wird Japan deshalb auch weiterhin ein sehr kräftiges Wachstum erzielen .
In den Entwicklungsländern dürfte das Wirtschaftswachstum sowohl 1988 als auch 1989 im Durchschnitt 3,5 bis 4 % betragen . Dieser Durchschnitt verbirgt jedoch grosse Unterschiede . Die asiatischen Schwellenländer als wichtige Exporteure von Fertigwaren können weiterhin ein BNP-Wachstum von über 7 % verzeichnen . Die ölexportierenden Länder können sich erst jetzt langsam von dem Verlust erholen, den der Ölpreis-Verfall vom Jahr 1986 in ihren Exporteinnahmen verursacht hat . Das Wachstum des BIP der rohstoffexportierenden Länder scheint sich 1988 nicht spürbar beschleunigt zu haben - trotz der Stärke der Konjunktur in den Industrieländern und der beträchtlichen Erhöhung der Nicht-Öl-Rohstoffpreise . Diese stiegen, auf Jahresbasis gerechnet, um 17 % in den letzten sechs Monaten des Jahres 1987 und um 27 % im ersten Halbjahr 1988 . Dies hat diesen Ländern eine willkommene Verbesserung der terms of trade gebracht .
TABELLE 1 Reales BIP, Inlandsnachfrage und Welthandel ( jährliche Veränderung in Prozent ) I-1987 II-1987 I-1988 1987 1988 (;) 1989 (;) a ) BIP EUR 12 2,5 3,5 3,8 2,9 3,5 2,8 USA 3,9 5,0 4,0 3,4 3,9 2,3 Japan 3,7 6,0 6,4 4,2 5,6 3,8 OPEC 0,0 1,1 2,6 Asiatische Schwellenländer 11,8 8,5 7,5 Sonstige Schwellenländer 2,8 1,3 3,4 Sonstige Entwicklungsländer 4,0 5,0 4,6 b ) Inlandsnachfrage EUR 12 3,6 4,3 4,1 3,8 4,0 3,2 USA 2,8 4,8 2,5 3,0 2,8 2,0 Japan 3,9 7,7 8,9 5,1 7,4 4,2 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988.I-1987 II-1987 I-1988 1987 1988 c ) Welthandel Welteinfuhren ( ohne EG ) 0,6 11,6 7,0 5,0 7,6 5,7 EUR 12-Exportmärkte 6,2 8,2 6,1 Die Gemeinschaft erhält durch das kräftige Wachstum der Weltwirtschaft einen willkommenen Impuls für ihre Ausfuhren, wodurch ihr eigenes, von der Inlandsnachfrage angetriebenes Wirtschaftswachstum gestärkt wird . So könnten die Welteinfuhren, ohne Gemeinschaft, 1988 um real mehr als 7 % zunehmen, was eine beträchtliche Ausweitung der Exportmärkte der Gemeinschaft bedeutet . Aufgrund einer rascheren Zunahme der Einfuhren wird der Beitrag des Aussenhandels zum BIP-Wachstum in der Gemeinschaft jedoch nach wie vor ( das dritte Jahr hintereinander ) negativ sein . Der internationale Anpassungsprozeß wird sich somit weiterhin auf einem relativ hohen Wachstumsniveau sowohl des Welthandels als auch des BIP vollziehen .
Die oben geschilderten Entwicklungen haben bedeutende - Auswirkungen für die Wirtschaftspolitik und insbesondere die Währungspolitik . Zur Unterstützung des internationalen Anpassungsprozesses haben die Währungsbehörden der wichtigsten Industrieländer von 1985 bis Anfang 1988 aussenwirtschaftlichen Zielen im allgemeinen hohe Priorität beigemessen . Wechselkurserwägungen haben deshalb in der Zinspolitik und bei der Handhabung der Devisenreserven eine wichtige Rolle gespielt . Mitte 1988 änderte sich das Klima . Der Dollarkurs stabilisierte sich, als sich herausstellte, daß die Weltwirtschaft den Börsenkrach gut überstanden hat und daß das nominale Handelsbilanzdefizit der USA infolge des internationalen Anpassungsprozesses endlich zurückging . ( In den ersten sieben Monaten des Jahres 1988 war dieses Defizit um etwa 18 Milliarden US-Dollar geringer als im gleichen Zeitraum 1987 .) Besorgt wegen eines stärkeren Drucks auf die Preise korrigierten die Märkte schließlich ihre Beurteilung des Wirtschaftsklimas . Da sich die Gefahr abzeichnete, daß die Inflation wieder aufflammen könnte, gewannen binnenwirtschaftliche Ziele an Bedeutung, und es kam - zuerst in den USA - zu einem Anziehen der Geldpolitik . Die Umstrukturierung finanzieller Portfolios und höhere Zinssätze trugen dazu bei, daß sich der Dollar schließlich im zweiten Quartal 1988 wieder erholte .
Ende September lag der effektive Dollarkurs um mehr als 10 % ( gegenüber der DM um 18 % und gegenüber dem Yen um 10 % höher als Ende letzten Jahres, aber etwas niedriger als im Durchschnitt des zweiten und dritten Quartals des Jahres 1987 . Tatsächlich galten Anfang Herbst zwischen dem US-Dollar und den wichtigsten europäischen Währungen in etwa die gleichen Wechselkurse wie zur Zeit des Louvre-Abkommens vom Februar 1987 .
Die Zentralbanken haben auf den Wandel in der Einstellung der Märkte zum US-Dollar und auf die restriktivere Geldpolitik der USA mit Dollarverkäufen auf den Devisenmärkten und mit einer Anhebung der kurzfristigen Zinsen reagiert . Im Kontext eines unerwartet raschen Wachstums und einer deutlichen Verschlechterung der terms of trade hielten die währungspolitischen Instanzen in der Bundesrepublik Deutschland und im Vereinigten Königreich dies aus binnenwirtschaftlichen Gründen für erwünscht . In anderen Ländern aber wurde die Befürchtung geäussert, der induzierte Zinsanstieg könnte sich negativ auf das Wachstum auswirken ( vergl . Teil C Ziffer 2 ).
TABELLE 2 Kurzfristige Nominalzinsen ( Geldmarktzinsen für Dreimonatsgeld ) Ende Januar 1988 Ende April 1988 Ende September 1988 EWS-Durchschnitt 5,7 5,7 6,8 D 3,3 3,4 5,3 UK 8,7 8,5 12,3 USA 5,8 6,1 7,5 Japan 3,9 3,9 4,1 Beim Abbau der internationalen Leistungsbilanzgleichgewichte werden nicht nur real, sondern auch nominal gesehen, Fortschritte erzielt . Die Handelsströme passen sich an das veränderte Wechselkursgefüge und die implizierte Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der USA an . Diese Anpassung vollzieht sich aber nur langsam . Ausserdem hatte die Verminderung des US-Defizits ihr geographisches Gegenstück bisher zum grossen Teil nicht in den wichtigsten Überschußländern ( Japan, Deutschland oder den asiatischen Schwellenländern ), sondern in anderen ÖCD - oder Entwicklungsländern . Zwar verringern sich die bilateralen Überschüsse der ersten Ländergruppe im Handel mit den USA, aber dies wird durch eine Verbesserung der Handelsbilanzen mit ihren anderen Handelspartnern insgesamt kompensiert . In der Gemeinschaft insbesondere bringt der Rückgang des Gesamtüberschusses gegenüber den anderen Ländern der Welt daher zum Ausdruck, daß sich die Leistungsbilanz anderer Mitgliedsländer als der Bundesrepublik Deutschland, und zwar vor allem der Länder mit durchschnittlich zunehmender Inlandsnachfrage, rasch verschlechtert . TABELLE 3 Leistungsbilanzsalden 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) a ) BIP EUR 12 18,4 50,4 42,4 24 16 USA -116,4 -141,4 -154,0 -135 -131 Japan 49,2 85,5 87,1 79 86 OPEC 3,7 -26,4 -9,5 -21 -22 Asiatische Schwellenländer 10,1 22,8 29,1 34 33 Sonstige Entwicklungsländer -34,5 -32,4 -22,9 -27 -32 b ) in % des BIP ($) EUR 12 0,7 1,3 0,8 ;/2 ;/4 USA -2,9 -3,4 -3,4 -2=/4 -2;/2 Japan 3,7 4,3 3,6 2=/4 3 (;) Wirtschaftliche Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 .
($) BNP für USA und Japan . Zu berücksichtigen ist ferner, daß - wenn man von den derzeitigen oder prognostizierten Wachstumstrends, der derzeitigen Politik und den derzeitigen realen Wechselkursen ausgeht - der reale Anpassungsprozeß in den Industrieländern, vor allem in den USA und Japan, Ende 1989 und in den späteren Jahren viel von seinem Schwung einbüssen könnte . Es erhebt sich daher die Frage, ob bei der prognostizierten Netto-Exportleistung das Handelsbilanzdefizit der USA ausreichend schrumpfen wird, um den Märkten zu signalisieren, daß die Leistungsbilanzdefizite letztendlich ohne Störung abgebaut werden .
Besonders bedenklich ist in diesem Zusammenhang die anhaltende Zunahme der Auslandsverschuldung der USA, die den Vereinigten Staaten zusätzlich zu der schon jetzt erforderlichen aussenwirtschaftlichen Anpassung einen beträchtlichen Schuldendienst aufbürden wird . Je länger das Leistungsbilanzdefizit bestehen bleibt, um so stärker muß sich die Warenhandelsbilanz verbessern, um die Verschlechterung in der Bilanz der unsichtbaren Transaktionen wettzumachen .
Daher muß die Wirtschaftspolitik in allen wichtigen Ländern - wie schon oft betont - eine doppelte Zielsetzung berücksichtigen . Die internationale Anpassung muß so zuegig verlaufen, daß das Vertrauen in den letztendlichen Erfolg und damit die Stabilität der Devisen - und Aktienmärkte gewahrt bleiben . Sowohl unter internationalen Gesichtspunkten als auch vom Standpunkt der Gemeinschaft aus wäre eine Periode eines stabilen Dollarkurses auf dem gegenwärtigen Niveau wünschenswert . Eine erneute Abwertung des Dollar wird dazu führen, daß sich die gegenwärtig vonstattengehende Anpassung der realen Handelsströme aufgrund höherer Einfuhrpreise nicht voll in einer weiteren Verringerung des nominalen Aussenhandelsdefizits der USA niederschlägt ( J-Kurven-Effekt ). Zudem würde dies das Risiko einer Inflation in den USA erhöhen, was auch zu steigenden Zinsen führen könnte . Eine weitere Aufwertung des Dollar würde andererseits den inflationären Druck in den Volkswirtschaften der US-Handelspartner verstärken und die Fortsetzung des realen Anpassungsprozesses der Weltwirtschaft gefährden . Um den Anpassungsprozeß zu unterstützen, sollte der Abbau des Leistungsbilanzdefizits der USA mit einem Abbau des Defizits des Bundeshaushalts Hand in Hand gehen . Parallel dazu kann die Geldpolitik dem internationalen Anpassungsprozeß nicht länger absolute Priorität beimessen, da in den Vereinigten Staaten und in mehreren anderen Ländern wieder Inflationsbefürchtungen aufkommen .
Darüber hinaus müssen die Anpassungspolitiken durch eine entschiedene Abwehr protektionistischen Drucks und eine konsequente Förderung des Welthandels flankiert werden . Die Uruguay-Runde multilateraler Aussenhandelsverhandlungen bietet die Gelegenheit dafür . Das Treffen auf Ministerebene in Montreal im Dezember muß dem Verhandlungsprozeß politische Anstösse geben, so daß die Uruguay-Runde eine wirksame Liberalisierung des Handels mit Gütern und Dienstleistungen erreichen kann . Gleichzeitig müssen alle Teilnehmer weiterhin die Verpflichtung zum Stillhalten respektieren, die zu Beginn der Verhandlungsrunde übernommen wurde; das neue Aussenhandelsgesetz der USA gibt hier Anlaß zu Besorgnis .
Was das zweite grosse Ungleichgewicht in der Weltwirtschaft, nämlich das Schuldenproblem der Entwicklungslän-der, betrifft, so wird sich die Schuldendienst/Export-Quote im Jahr 1988 voraussichtlich erhöhen, insbesondere wegen des jüngsten Zinsanstiegs . Ausserdem ist die Situation der hochverschuldeten lateinamerikanischen Länder, mancher :, afrikanischer Länder mit mittlerem Einkommen sowie der rmsten afrikanischen Länder nach wie vor schwierig und dürfte sogar mittelfristig gesehen schwierig bleiben . Diese Länder werden daher auch weiterhin anfällig bleiben .
Eine mittelfristige Losung des Schuldenproblems wird gleichzeitig angemessene Anpassungspolitiken in den Schuldnerländern, eine ausreichende externe Finanzierung ergänzend zu den inländischen Ressourcen, ein anhaltend günstiges internationales Wachstumsumfeld und Formen des Schuldenabbaus auf freiwilliger Basis verlangen . Für einige der ärmsten Entwicklungsländer sind die Umsetzung des auf dem Gipfel in Toronto gefassten Beschlusses im Rahmen des Pariser Clubs und zusätzlich dazu die Umwandlung offizieller Entwicklungshilfekredite in Zuschüsse sowie das Ergebnis der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Berlin ermutigend .
2 . Die Wirtschaft der Gemeinschaft 1988 und 1989 Wie andere grosse Industrieländer kann auch die Europäische Gemeinschaft seit der zweiten Hälfte des Jahres 1987 eine beachtliche wirtschaftliche Dynamik verzeichnen, die durch eine kräftige Belebung der Investitionstätigkeit gestützt wird . Im Jahr 1988 wird das Wachstum im Gemeinschaftsdurchschnitt fast 3,5 % und damit die höchste Rate seit 1978/79 erreichen; damals war die Inflationsrate im Durchschnitt jedoch dreimal so hoch wie heute . Man muß mehr als zwei Jahrzehnte zurückblicken, um eine so günstige Kombination von BIP-Wachstum und niedrigen Inflationsraten wie heute zu finden . Dieses Ergebnis ist um so beachtlicher, als sie auf eine aussergewöhnlich lange Phase stetiger, wenn auch moderater Expansion folgt . Das durchschnittliche reale Wachstum der Gemeinschaft hat sich in jedem Jahr seit 1981 beschleunigt und weist seit 1984 Raten von 2,5 % oder mehr auf .
Die Aussichten für 1989 bleiben alles in allem positiv . Das Wachstum könnte sich leicht verlangsamen ( von 3,5 % auf 2,75 %), da nicht erwartet werden kann, daß sich die aussergewöhnlich günstigen Umstände, insbesondere der milde Winter 1987/88, wiederholen werden . Zudem dürfte das internationale Umfeld etwas weniger günstig sein; der private Verbrauch könnte wegen einer Verschlechterung der terms of trade langsamer zunehmen; in einigen Ländern werden die Geldpolitik und/oder die Haushaltspolitik dämpfend wirken . Die Verbesserung der Angebotsbedingungen und Wachstumsaussichten wird aber erneut die Investitionstätigkeit fördern . In Ländern wie Spanien, Italien und dem Vereinigten Königreich, die bisher die treibende Kraft im innergemeinschaftlichen Handel waren, könnte sich das Wachstum verlangsamen . Dies dürfte eine Abschwächung von Zahlungsbilanzschwierigkeiten und Inflationsdruck zur Folge haben . Der Impuls, den diese Länder der Wirtschaftstätigkeit gegeben haben, kommt ihren EG-Partnern zugute, die nunmehr an Wachstumsdynamik gewinnen . In dieser Situation sollte es möglich sein, einen zyklischen Abschwung, der die Investitionen bremsen würde, und eine Beschleunigung der Inflation, die einem stetigen Wachstum ebenfalls abträglich wäre, zu vermeiden .
TABELLE 4 Determinanten des BIP-Wachstums in der Zwölfergemeinschaft ( zu konstanten Preisen ) 1984 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) 2,4 2,5 2,6 2,9 3;/2 2=/4 +0,5 +0,1 -1,2 -1,2 -1 -;/2 +1,9 +2,4 +3,8 +3,9 +4 +3;/4 7,7 4,7 1,5 3,7 5;/4 5;/4 1,4 2,5 3,9 3,8 3;/2 3 1,3 2,1 3,1 4,6 7 5;/4 (;) Wirtschaftliche Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 .
($) Veränderung in % des BIP des Vorjahres . Die Struktur des Wachstums hat in den letzten Jahren gewechselt : 1984 und 1985 wurde das Wachstum in erster Linie durch die Ausfuhren induziert, 1986 durch eine Zunahme des privaten Verbrauchs infolge der Verbesserung der terms of trade, die i ) dem Rückgang der Ölpreise und ii ) der Höherbewertung der europäischen Währungen gegenüber dem US-Dollar zu verdanken war . Seit 1987 und in noch höherem Masse im Jahr 1988 bilden die Investitionen,die sich bisher in relativ bescheidenem Umfang ausgeweitet hatte, die dynamische Komponente der Inlandsnachfrage . Genauso wichtig ist, daß der Investitionsaufschwung in allen Gemeinschaftsländern zu verzeichnen ist .
Diese Belebung der Investitionstätigkeit der Unternehmen erklärt sich aus zahlreichen Faktoren :
a ) Die Volkswirtschaften der Industrieländer beginnen jetzt, die Früchte der Strukturpolitiken und einer besseren Anpassungsfähigkeit der Märkte zu ernten; die erhebliche Verbesserung der Kapitalrentabilität und der Selbstfinanzierung, die zuerst durch die maßvolle Lohnentwicklung in den letzten Jahren eingeleitet wurde, wurde in den Jahren 1986 und 1987 durch den Rückgang der Energiepreise und die Nachfragebelebung weiter beschleunigt .
b ) Die Nachfrage hat sich lebhaft entwickelt und dürfte auch kräftig bleiben . Die Kapazitätsauslastung erreicht jetzt in der verarbeitenden Industrie vieler Länder einen Rekordstand . Bei einer Kapazitätsauslastung, die seit dem letzten konjunkturellen Höhepunkt ( 1979 ) nicht mehr erreicht wurde, und angesichts der verbesserten Rentabilität sind nun Anzeichen einer verstärkten Sachkapitalbildung und offensichtlich einer schrittweisen - und willkommenen - Verschiebung von arbeitssparenden Investitionen zu Erweiterungsinvestitionen zu beobachten .
c ) Es ist auch möglich, daß die steigenden Erwartungen im Unternehmenssektor bezueglich 1992 nun einen positiven Einfluß auf die Investitionstätigkeit auszuüben beginnen . Im Verlauf des Jahres 1988 zeigten sich klare Anzeichen eines "1992-Effektes" bei den Unternehmensfusionen und -übernahmen in der Gemeinschaft, und es gibt eine gewisse Tendenz multinationaler Unternehmen, ihre Standortentscheidungen bei den Investitionen zugunsten der Gemeinschaft umzuorientieren .
d ) Das verbesserte internationale Umfeld und der beschleunigte Welthandel haben zu einer Verbesserung des Geschäftsklimas beigetragen .
Die Inflation in der Gemeinschaft bleibt im allgemeinen unter Kontrolle (+ 3,5 % in den Jahren 1987 und 1988 ). Sie hat sich allerdings in einigen Ländern in den letzten Monaten beschleunigt, vor allem im Vereinigten Königreich und in Spanien, zum Teil wegen einmaliger oder technischer Effekte . In der Bundesrepublik Deutschland haben die Währungsbehörden einen gewissen Anstieg der Inflationserwartungen beobachtet, allerdings von einem sehr niedrigen Stand bei der gemessenen Inflation ausgehend . Zudem scheint sich der Rückgang der Inflationsraten in Italien nach bisher guten Fortschritten zu verlangsamen .
Der Eindruck eines grösseren Inflationsrisikos hat eine Reihe von Ursachen, jedoch sollte ingesamt die Gefahr eines Wiederauflebens der Inflation in der Gemeinschaft in den kommenden Monaten nicht überschätzt werden . Nichtsdestoweniger ist - von Land zu Land in unterschiedlichem Ausmaß - Wachsamkeit geboten, da die anhaltenden Ausgabensteigerungen und die höheren Kapazitätsauslastungsgrade sowohl Nachfragesog - als auch Kostenschubelemente eines Preisdrucks vereinigen könnten .
a ) Der Desinflationsprozeß in der Gemeinschaft wird nicht mehr, wie dies in den letzten Jahren der Fall war, von einer Verbesserung der terms of trade begünstigt . Diese haben sich bereits infolge des jüngsten Anstiegs des Dollarkurses und der Erhöhung der Rohstoffpreise ( ausser dem Ölpreis ) verschlechtert . Ausserdem sind die durchschnittlichen Preise für Rohstoffe ( ausser Öl ), obwohl sie nur rund 7 % der Einfuhren der Gemeinschaft ausmachen, in der ersten Hälfte des Jahres 1988 deutlich gestiegen ( in Dollar ausgedrückt, um rund 27 %). Der erneute Rückgang der Ölpreise in jüngster Zeit hat jedoch die Erhöhung anderer Rohstoffpreise weitgehend wettgemacht . Nach den Vorausschätzungen werden sich die terms of trade im Durchschnitt der Gemeinschaft nicht verändern . Das Risiko einer weiteren Verschlechterung hält sich in Grenzen, solange die Wechselkurse stabil bleiben und die Rohstoffpreise nicht erneut deutlich steigen .
b ) Die Beschleunigung des Wachstums verstärkt den binnen-wirtschaftlichen Inflationsdruck, vor allem in Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Italien und Spanien, die bereits seit einiger Zeit eine ausserordentlich hohe Kapazitätsauslastung aufweisen . In denselben drei Ländern besteht das Risiko, daß die Lohnkostenentwicklung zu zusätzlichem Kostendruck beiträgt . Im Gemeinschaftsdurchschnitt aber dürfte der Anstieg der nominalen Lohnstückkosten im Vorausschätzungszeitraum moderat bleiben .
c ) Im Laufe des Jahres 1987 gingen die Entwicklungen auf den Devisenmärkten der Welt und die umfangreichen Interventionen, mit denen das Leistungsbilanzdefizit der USA zumindest teilweise finanziert wurde, mit einer kräftigen monetären Expansion in Europa und Japan einher, während das monetäre Wachstum in den USA sehr gering war . Der Schritt zu einer expansiveren Ausrichtung in Europa und Japan hat dazu beigetragen, die Wechselkurse und, nach dem Börsenkrach vom Oktober 1987, die Finanzmärkte zu stabilisieren; in einem gewissen Masse trug er dem Anstieg in der Geldnachfrage in einer Periode finanztechnischer Innovationen, der Deregulierung und einer sich verlangsamenden Inflation Rechnung; und er half, das Wachstum aufrechtzuerhalten . Die Geldpolitik konnte so wirkungsvoll sein, da die Währungsbehörden über eine Reihe von Jahren Glaubwürdigkeit erworben haben . Der jüngste Anstieg der kurzfristigen Zinsen sollte es ausserdem ermöglichen, diese Glaubwürdigkeit weiter zu erhöhen und die Entschlossenheit der Währungsbehörden zu demonstrieren, die von ihnen erreichte Stabilität zu bewahren . Ausserdem sollte dieser Anstieg zu einer Verlangsamung der Zunahme der Geldmengenaggregate führen .
Die Arbeitslosenquote ist seit Mitte der achtiger Jahre leicht zurückgegangen, liegt aber nach wie vor bei 11 % der Erwerbsbevölkerung . Das stärkere Beschäftigungswachstum hat sich daher nicht voll in einer Verringerung der Arbeits-losenquote niedergeschlagen TABELLE 5 Arbeitslosenquote ( in %) 1973 1979 1982 1985 1988 (;) 1989 (;) EUR 9 ($) 2,4 5,2 9,3 11,1 10,5 10,1 EUR 12 : : 9,4 11,8 11,3 10,9 USA 4,9 5,8 9,7 7,2 5,5 5,5 Japan 1,3 2,1 2,4 2,6 2,5 2,6 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 . ($) Gemeinschaft ohne Griechenland, Spanien und Portugal . 3 . Konvergenz, Stabilität und Wachstum Die seit Beginn dieses Jahrzehnts im Gemeinschaftsdurchschnitt zu verzeichnende Beschleunigung des Wachstums ist mit einer stärkeren Konvergenz in Richtung auf niedrigere Inflationsraten einhergegangen . Bei der Situation der öffentlichen Haushalte gibt es aber nach wie vor wesentliche Unterschiede . Neue Divergenzen bilden sich bei den ausserwirtschaftlichen Salden der Mitgliedsländer heraus .
weiter, obwohl die Zahl der Beschäftigten zunimmt, und die Jugendarbeitslosigkeit ist nach wie vor zu hoch . Trotz der besseren Wachstumsdynamik bleibt die Arbeitslosigkeit das grösste Problem für die Volkswirtschaften der Gemeinschaft .
Wie zu erwarten war, zeigen die Inflationsraten der am EWS-Wechselkursmechanismus teilnehmenden Länder eine besonders deutliche Konvergenz . Keines dieser Länder hat eine Inflationsrate von über 5 %. Dies trifft auch auf Spanien und das Vereinigte Königreich zu, so daß sich das Gefälle zwischen den Ländern, die am EWS-Wechselkursmechanismus teilnehmen, und denjenigen, die nicht teilnehmen, merklich verringert hat . Griechenland und Portugal haben allerdings nach wie vor Inflationsraten, die deutlich über dem Gemeinschaftsdurchschnitt liegen .
TABELLE 6 Konvergenz der Inflationsraten ( Deflator des privaten Verbrauchs ) 1980 1984 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) a ) Gewogener Durchschnitt EUR 12 13,5 7,1 3,6 3,3 3,5 3,7 WKM ($) 12,0 6,5 2,4 2,5 2,7 3,1 Nicht-WKM ($) 17,0 8,5 6,6 5,2 5,2 5,1 b ) Hoechste und niedrigste Inflationsraten des WKM Hoechste Rate 19,6 11,4 6,1 4,8 4,9 4,6 Niedrigste Rate 6,0 2,0 -0,2 -0,4 0,9 1,3 Differenz 13,6 9,4 6,3 5,2 4,0 3,3 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 . ($) Länder, die am Wechselkursmechanismus des EWS teilnehmen bzw . nicht teilnehmen.Diese Konvergenz der Inflationsraten hat es ermöglicht, den monetären Zusammenhalt der Gemeinschaft zu stärken . Anpassungen der bilateralen Leitkurse im EWS sind seltener geworden . Seit Januar 1987 hat keine Neufestsetzung der Leitkurse stattgefunden . Die grössere Konvergenz hat zunächst eine solide Basis für die Stärkung der EWS-Mechanismen durch die Vereinbarungen von Basel/Nyborg geschaffen : seither haben diese Vereinbarungen ihrerseits das EWS gestärkt . Hierdurch werden neue Fortschritte im monetären Bereich möglich . Zum angemessenen Zeitpunkt ist der Beitritt weiterer Länder zum Wechselkursmechanismus wünschenswert .
Bis 1985 wurde diese Konvergenz trotz der starken Aufwertung des US-Dollar erreicht . Seit 1986 wurde sie durch den Rückgang der Ölpreise und die Abwertung des Dollar unterstützt . Diese Entwicklung ist rasch über einen langsameren Anstieg der inländischen Kosten internalisiert worden . Im Grunde aber drückt die Konvergenz der Inflation nach unten aus, daß in den europäischen Wirtschaften eine grössere Übereinstimmung über das Ziel der Preisstabilität erreicht worden ist . Die Konzentration auf dieses Ziel hat die Geldpolitiken in immer höherem Masse miteinander vereinbar gemacht . Ausserdem hat die Entwicklung der Nominallöhne den Desinflationsprozeß unterstützt . Auch wenn die Haushaltsdefizite noch nicht in ausreichendem Umfang konvergieren, hat doch ihre zunehmend nichtmonetäre Finanzierung stark zur Desinflation beigetragen . Dies erfolgte allerdings in Ländern mit hohen Defiziten auf Kosten einer raschen Zunahme der öffentlichen Schuld und sehr hoher Zinsen .
Die Konvergenz der Inflationsraten nach unten hat nicht in gleichem Umfang zu einer Konvergenz der Nominalzinsen nach unten geführt . In den Ländern, die am Wechselkursmechanismus teilnehmen, lag der durchschnittliche Geldmarktzins z . B . in Deutschland in den ersten neun Monaten des Jahres 1988 um 2,6 Punkte niedriger als in Belgien, 4 Punkte niedriger als in Frankreich und um 7,3 Punkte niedriger als in Italien, obwohl die Inflationsraten in Belgien und Frankreich fast gleich hoch wie in Deutschland sind und in Italien nur um etwa 2,5 Punkte darüber liegen . Ähnliche Unterschiede bestehen bei den langfristigen Zinsen in den einzelnen Ländern .
Dies kann verschiedene Ursachen haben : a ) eine mehr oder weniger lange Tradition der Stabilität, die mit einem mehr oder weniger schnellen Rückgang der mittelfristigen Inflationserwartungen einhergeht : b ) eine unterschiedliche Entwicklung grundlegender Faktoren, insbesondere der Haushalts - und aussenwirtschaftlichen Salden, die Erwartungen von Inflations - oder Wechselkursveränderungen nährt .
In diesen zwei Bereichen, Haushaltsdefizite und aussenwirtschaftliche Salden, bestehen in der Tat bedeutende Divergenzen fort oder bilden sich heraus . Diese Divergenzen sind eine potentielle Quelle von Wechselkursinstabilität, auch wenn diese Effekte kurzfristig immer durch Interventionen und angemessene Zinsdifferenzen kompensiert werden können . Sie vergrössert das Risiko eines Konflikts zwischen den inländischen Zielen der Geldpolitik und der Wechselkursdisziplin des EWS . Ausserdem könnten die Divergenzen in den Aussensalden die Festlegung einer gemeinsamen Position gegenüber Drittwährungen, inshesondere dem Dollar, erschweren .
TABELLE 7 Konvergenz der Finanzierungsdefizite (-) bzw . -überschüsse (+) des Staates ( in % des BIP ) 1980 1984 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) a ) Gewogener Durchschnitt EUR 12 - -5,3 -4,8 -4,2 -3,8 -3,4 WKM ($) -4,0 -5,4 -5,0 -4,8 -4,5 -4,1 Nicht-WKM ($) - -5,1 -4,1 -2,9 -2,1 -2,1 b ) Maximum und Minimum innerhalb des WKM Maximum -8,5 -11,5 -11,4 -10,5 -10,0 -10,0 Minimum -0,8 -1,9 +3,1 +2,1 +0,9 +1,4 Differenz 7,7 9,6 14,5 12,6 10,9 11,4 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 . ($) Länder, die am Wechselkursmechanismus des EWS teilnehmen bzw . nicht teilnehmen.Die erheblichen Unterschiede in der Haushaltssituation der Mitgliedsländer verringern sich 1988 nur wenig . Selbst wenn diese Unterschiede bei den Haushaltsdefiziten von entsprechenden Unterschieden bei der privaten Ersparnis begleitet werden, komplizieren sie dennoch die Aufgabe der Geldpolitik bei der Verfolgung der Ziele interner und externer Stabilität .
TABELLE 8 Bruttoersparnis der privaten Haushalte und Finanzierungsdefizite (-) bzw . -überschüsse (+) des Staates im Jahr 1987 ( in % des BIP ) B DK D GR E F IRL I L NL P UK 9,8 11,1 7,8 12,9 8,0 13,6 20,1 9,0 9,0 22,8 3,5 -7,2 +2,1 -1,8 -9,5 -3,6 -2,5 -9,1 -10,5 +5,2 -6,3 -8,4 -1,4 2,6 13,2 6,0 3,4 4,4 5,8 4,5 9,6 14,2 2,7 14,4 2,1 Eine übermässige öffentliche Schuld, bezogen auf das BIP, bringt auch schwere Nachteile mit sich und bereitet Probleme für den monetären Zusammenhalt und die Geldpolitik . a ) Sie trägt dazu bei, daß die Realzinsen hoch bleiben, was den produktiven Investitionen und einem stetigen Wachstum abträglich ist . b ) Zinszahlungen, die sich nicht vermindern lassen, machen einen zunehmenden Teil der öffentlichen Ausgaben aus und schmälern den Spielraum für die notwendige Umstrukturierung in Richtung auf produktive Ausgaben sowie für eine Senkung der direkten Steuern . c ) Die Glaubwürdigkeit der Stabilisierungspolitiken könnte letztlich beeinträchtigt werden, was auch die Risikoprämie bei den langfristigen Zinsen steigen lässt . Die Länder mit nach wie vor überhöhtem Haushaltsdefizit müssen deshalb unbedingt mittelfristige Strategien befolgen, um wieder zu einer Haushaltssituation zu gelangen, die sich aufrechterhalten lässt .
Die Entwicklung der Aussensalden hat sowohl einen posiciven ils auch einen bedenklicben Aspekt . Mit Ausnahme Griechenlands konnten alle Länder, deren aussenwirtschaftliche Position in den letzten Jahren Anlaß zur Besorgnis bot - Anfang dieses Jahrzehnts Belgien, Irland und Portugal, in jüngerer Zeit Dänemark -, eine beträchtliche Verbesserung verzeichnen .
Eine erhebliche Divergenz entwickelt sich jedoch zwischen den Aussensalden der Länder, die am EWS-Wechselkursmechanismus teilnehmen und denjenigen, die nicht daran teilnehmen; innerhalb des Wechselkursmechanismus vergrössert sich ausserdem das Gefälle zwischen den Überschußländern und den Defizitländern, vor allem deshalb, weil sich der Überschuß der Bundesrepublik Deutschland noch nicht vermindert . Gleichzeitig nehmen die Ungleichgewichte im Handel innerhalb der Gemeinschaft zu . Insbesondere der Überschuß im innergemeinschaftlichen Handel ( ohne Energie ) der Bundesrepublik Deutschland hat zwischen 1985 und 1987 um etwa 10 Milliarden ECU zugenommen, während das entsprechende Defizit Frankreichs sich um etwa 3,8 Milliarden ECU vergrössert hat .
TABELLE 9 Konvergenz des Leistungsbilanzsalden ( in % des BIP ) 1980 1984 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) a ) Gewogener Durchschnitt EUR 12 -1,2 0,3 1,3 0,8 0,5 0,3 WKM ($) -1,7 0,5 2,0 1,5 1,5 1,6 Nicht WKM ($) 0,2 -0,2 -0,2 -0,4 -2,3 -3,0 b ) Maximum und Minimum innerhalb des WKM ($) Maximum -1,3 4,2 4,4 4,0 4,0 4,2 Minimum -11,8 -6,0 -5,2 -3,0 -2,5 -2,3 Differenz 10,5 10,2 9,6 7,0 6,5 6,5 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 . ($) Länder, die am Wechselkursmechanismus des EWS teilnehmen bzw . nicht teilnehmen.TABELLE 9 1980 1984 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) c ) Durchschnitt der WKM-Überschußländer und -Defizitländer ($) im Jahr 1988 Überschußländer (;) - - 4,0 3,6 3,6 3,8 Defizitländer (=) - - 0,0 -0,4 -0,3 -0,4 Differenz - - 4,0 4,0 3,9 4,2 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 . ($) Länder, die am Wechselkursmechanismus des EWS teilnehmen bzw . nicht teilnehmen .
(=) Aussenwirtschaftlicht Überschußländer : B, D, IRL, L, NL . aussenwirtschaftliche Defizitländer : F, I, DK . Die mittelfristige Existenz solcher Ungleichgewichte geht zum Teil mit dem Aufholprozeß der ärmsten Länder einher, die vergleichsweise mehr Investitionen brauchen und deren Investitionskapazität vergleichsweise grösser ist . Die Defizite dieser Länder könnten mittelfristig aufrechterhalten werden unter der Bedingung, daß die Verschlechterung der Leistungsbilanz einer Stärkung der produktiven Investitionen im Inland entspricht und mit einer soliden externen Finanzierung Hand in Hand geht . Dies trifft beispielsweise auf Spanien und Portugal zu, wo parallel zu einer Verschlechterung bei den lautenden Transaktionen eine kräftge Belebung der durch den Zustrom von Privatkapital finanzierten produktiven Investitionen zu verzeichnen war . Daher bewegen sich die Defizite dieser beiden Länder auf einer Höhe, die aufrechterhalten werden kann . Zudem ist es ganz normal und sogar erwünscht, daß Länder mit einem höheren Entwicklungsstand Leistungsbilanzueberschüsse aufweisen, Kapital in die weniger wohlhabenden Länder exportieren und auf diese Weise dort deren Investitionen und den Aufholprozeß fördern .
TABELLE 10 Wachstumsraten von BIP und inländischer Nachfrage ( jährliche Veränderung in Prozent ) 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) a ) BIP-Wachstum EUR 12 2,5 2,6 2,9 3;/2 2=/4 WKM ($) 2,2 2,5 2,2 3;/4 2=/4 Nicht-WKM ($) 3,2 3,0 4,3 4 3 b ) Wachstum der inländischen Nachfrage EUR 12 2,3 3,8 3,8 4 3;/4 WKM ($) 2,1 3,7 3,3 3;/4 2=/4 Nicht-WKM ($) 3,0 4,3 5,8 6;/2 4 (;) Vorausschatzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 . ($) Länder, die am Wechselkursmechanismus des EWS teilnehmen bzw . nicht teilnehmen . Seit 1984 scheint die Entwicklung der relativen aussenwirtschaftlichen Positionen der am Wechselkursmechanismus des EWS teilnehmenden Länder und der nicht teilnehmenden Länder in erster Linie mit den Wachstumsunterschieden in Verbindung zu stehen . Im Durchschnitt der vier am Wechselkursmechanismus nicht teilnehmenden Länder wird die inländische Nachfrage zwischen 1984 und 1988 um etwa 21 % gestiegen sein, im Vergleich zu 13 % bei ihren Partnern, die am Wechselkursmechanismus teilnehmen .
Nach den derzeitigen Trends ist die Wachstumsdynamik, wie sie sich jetzt für 1989 in den einzelnen Ländern abzeichnet, ein erster Schritt zu einem erneuten Gleichgewicht . Das Wachstumsgefälle zwischen den am Wechselkursmechanismus teilnehmenden und den nicht daran teilnehmenden Ländern wird kleiner . In letzteren steigt allerdings die Inlandsnachfrage noch immer erheblich stärker als das BIP, so daß sich der Aussensaldo zu konstanten Preisen weiter verschlechtern dürfte . Demgegenüber dürfte sich in den amWechselkursmechanismus teilnehmenden Ländern, mit Ausnahme Italiens, der Aussensaldo ( zu konstanten Preisen ) kaum verschlechtern oder könnte sich sogar leicht verbessern . Diese gegensätzliche Entwicklung erklärt sich aus zwei Faktoren : a ) Die EWS-Länder profitieren jetzt in vollem Umfang von einer stetigen Expansion der Nachfrage bei ihren Partnern, wo das Angebot allmählich durch eine vergleichsweise höhere Kapazitätsauslastung eingeengt wird; b ) das Anziehen der produktiven Investitionen kommt vor allem Ländern wie der Bundesrepublik Deutschland zugute, die eine Tradition als Exporteure von Ausrüstungsgütern haben .
Zwischen den Ländern, die am Wechselkursmechanismus teilnehmen, spielte die Entwicklung der inländischen Nachfrage im allgemeinen eine weniger wichtige Rolle . Der Anstieg der inländischen Nachfrage lag in vier Ländern, Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, im Zeitraum 1984 bis 1988 zwischen 10,5 und 13 %. In Italien fiel der Anstieg kräftiger aus ( etwa 17 %). In Irland und Dänemark musste die inländische Nachfrage unter Kontrolle gebracht werden, um die kritische aussenwirtschaftliche Situation zu verbessern . In diesem Zeitraum blieb die Entwicklung der realen effektiven Wechselkurse der einzelnen Länder gegenüber ihren EWS-Partnern mehr oder weniger stabil oder trugen insbesondere in Verbindung mit der effektiven Aufwertung der DM zur Wiederherstellung des aussenwirtschaftlichen Gleichgewichts bei .
Trotz der ausgeprägten Unterschiede bei den Leistungsbilanzsituationen der WKM-Länder ist der EWS-Wechselkursmechanismus infolge von Kapitalströmen und besserer geldpolitischer Koordination relativ stabil geblieben . Dies könnte sich aber in Abhängigkeit der Erwartungen der Märkte und der Reaktionen auf vergrösserte Ungleichgewichte ändern . Um das gegenwärtig dynamische Wachstum in der Gemeinschaft aufrechtzuerhalten und gleichzeitig diese Ungleichgewichte abzubauen ist es aber notwendig, daß der Wachstumsprozeß in den EWS-Überschußländern - und insbesondere in Deutschland - weiterhin bzw . zunehmend von der inländischen Nachfrage getragen wird . Jüngste wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland deuten darauf hin, daß diese Anpassung schon in Gang gekommm ist . Dies würde nicht nur zu einer Verringerung der Zahlungsbilanzungleichgewichte beitragen, sondern auch dem Wachstums - und Investitionsprozeß in diesen Ländern zugute kommen und die Stabilität innerhalb des EWS verbessern . Es würde der Gemeinschaft zudem erlauben, einen grösseren Beitrag zum internationalen Anpassungsprozeß zu leisten .
B . PROBLEME, CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN R DIE WIRTSCHAFT IN DER GEMEINSCHAFT Die Wirtschaftslage hat sich beträchtlich gebessert . Die Situation ist so günstig wie seit langem nicht mehr . Sie bietet der Gemeinschaft die Chance, ihre grundlegenden Ziele umfassender und rascher zu verwirklichen : Vorbereitung auf 1992, Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts und Verringerung der Arbeitslosigkeit .
Das Binnenmarktprogramm selbst wird einen starken Anstoß für Produktivität und Wachstum geben oder gibt ihn sogar jetzt schon . Wenn sich die Unternehmen jedoch auf die neue Lage einstellen, werden sich die Produktpaletten, die Standorte und die Verwendung der Produktionsfaktoren verändern . Während geschätzt wird, daß das Binnenmarktprogramm letztendlich spürbar positive Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung haben wird, gibt es deshalb doch einige Bedenken insbesondere über den Übergang zur Vollendung des Binnenmarktes . Diese Unsicherheiten werden um so besser überwinden, je mehr die Vollendung des Binnenmarktes von politischen Maßnahmen begleitet wird, die entschlossen auf Wachstum und Beschäftigung und auf eine Verstärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts in der Gemeinschaft ausgerichtet sind.
1 . Die Vorteile des Binnenmarktes nutzen Im Laufe des letzten Jahres hat das Programm zur Vollendung des Binnenmarktes bis 1992 beträchtliche Fortschritte gemacht; dies gilt sowohl für das Verständnis von Art und Umfang der sich ergebenden potentiellen wirtschaftlichen Vorteile als auch für das zur Umsetzung dieses Programms erforderliche gesetzgeberische Handeln . Beides spiegelt sich auch in dem verstärkten Bewusstsein und den gesteigerten Erwartungen des privaten Sektors wider .
Die gesetzgeberischen Aktivitäten waren zahlreich . Auf dem Gebiet der Finanzen hat der Rat einen Zeitplan und eine Vorgehensweise für die Aufhebung der Kapitalverkehrkontrollen in allen Mitgliedsländern vereinbart . Übereinkommen wurden auch bei der Marktöffnung für Versicherungen für grosse Risiken, mit Ausnahme der Lebensversicherungen, erreicht . Von der Kommission wurden Vorschläge für den Bankensektor vorgelegt; VorschIäge für die Wertpapiermärkte sind in Vorbereitung . Fortschritte wurden beim öffentlichen Beschaffungswesen, bei den Verkehrsdienstleistungen und bei den technischen Normm erzielt . Maßnahmen zur Annäherung der indirekten Besteuerung sind in Diskussion .
Die Vollendung des grossen Binnenmarktes bedeutet zuerst und vor allem ein umfangreiches Programm zur Verbesserung der Angebotsbedingungen, dessen Erfolg von den Märkten und den Unternehmen herbeigeführt wird, das heisst auf einzelwirtschaftlicher Ebene . In den letzten Monaten fertiggestellte Untersuchungen zeigen, daß die Verwirklichung des Binnenmarktes beträchdicie Vorteile für das Wachstumspotential in der Gemeinschaft bringen wird (;). Diese Vorteile haben verschiedene Ursachen : verminderte (;) Vor allem : Untersuchungen zu "Die Kosten des Nicht-Europa" in Europäische Wirtschaft Nr . 35, März 1988, unter dem Titel "Europas Zukunft - Binnenmarkt 1992".Produktionskosten durch die Aufhebung der Handelsbeschränkungen; bessere Nutzung der Massenproduktionsvorteile infolge des grösseren Marktes - dies wird auch das Entstehen grösserer und dadurch wettbewerbsfähigerer europäischer Unternehmen erleichtern; grössere Effizienz innerhalb der Unternehmen; verringerte Monopolmacht und dynamischere Investitionen und Innovationen als Ergebnis stärkeren Wettbewerbs sowie Haushaltsersparnisse durch Öffnung der öffentlichen Beschaffungsmärkte .
Diese potentiellen Vorteile werden sich aber nur dann in der Realität niederschlagen, wenn eine strikte Wettbewerbspolitik betrieben wird, die sicherstellt, daß 1 . die positiven Wirkungen eines stärkeren Wettbewerbs nicht durch Staatshilfen und Subventionen vermindert werden und daß 2 . die Freizuegigkeit von Gütern und Dienstleistungen nicht durch Einzelunternehmen in dominierender Marktposition oder durch Unternehmensgruppen, die durch gemeinsames Handeln den Wettbewerb einschränken, behindert wird .
Infolge ihres Umfangs werden die einzelwirtschaftlichen Vorteile deutliche gesamtwirtschaftliche Auswirkungen haben, die vor allem durch die Reaktionen sowohl der Unternehmen als auch der Verbraucher bestimmt werden . Unternehmen könnten auf preiswertere Vorleistungen und auf Produktivitätsgewinne reagieren, indem sie die Preise für ihre Kunden - Verbraucher, Unternehmen oder öffentliche Verwaltungen - senken oder indem sie die Löhne erhöhen . Sie könnten ihre zusätzlichen Gewinne verwenden, um ihre Verschuldung schneller abzubauen oder um ihre Investitionen selbst zu finanzieren . Die Verbraucher könnten auf ein höheres Niveau ihrer Realeinkommen mit einer höheren Sparquote oder aber mit mehr Verbrauch reagieren .
Die oben erwähnten Untersuchungen bestätigen, daß die Reaktionen des privaten Sektors auf die Vollendung des Binnenmarktes, insbesondere durch eine verstärkte Investitionstätigkeit, mittelfristig ein spürbar höheres BIP, mehr Beschäftigung und niedrigere Inflation ermöglichen werden . Vieles hängt jedoch davon ab, wie die öffentlichen Entscheidungsträger auf die Verringerung der gesamtwirtschaftlichen Zwänge reagieren, die sich insbesondere aus dem Abbau der Haushaltsdefizite, der Verbesserung der aussenwirtschaftlichen Positionen und der Verlangsamung der Inflation ergeben . Es erscheint hier wesentlich, daß der Spielraum bei den öffentlichen Haushalten, der aus der Vollendung des Binnenmarktes entsteht, 1 . in den Ländern, in denen die Lage der öffentlichen Haushalte schwierig bleibt, zum schnelleren Abbau der öffentlichen Defizite genutzt wird, und daß 2 . in den übrigen Ländern die Spielräume aktiv zur Verbesserung der Angebots - und Nachfragebedingungen eingesetzt werden, indem die Steuerlast verringert und wirtschaftlich rentable öffentliche Investitionen verstärkt durchgeführt werden .
Auf diese Weise wird es möglich, daß die sich aus der Verwirklichung des Binnenmarktes ergebenden Produktivitätsgewinne auf gesamtwirtschaftlicher Ebene von einer noch stärkeren Beschleunigung des BIP-Wachstums begleitet werden, so daß eine günstige Beschäftigungsentwicklung stattfinden kann . In einem solchen Kontext kann sich die Gesamtnachfrage mit ausreichender Dynamik entwickeln und die Rentabilität der Investitionen ein zufriedenstellendes Niveau erreichen . Bessere gesamtwirtschaftliche Wachstumsbedingungen und die Vollendung des Binnenmarktes verstärken sich somit gegenseitig .
Es wäre jedoch nicht angebracht, bis 1992 zu warten, um den Konsens über die gesamtwirtschaftliche Politik zu verbessern, die für die Volkswirtschaften in Europa erforderlich ist, um das Produktionspotential zu stärken und das Wachstum aufrechtzuerhalten.In der Tat :
- Die Unternehmen beziehen den Faktor "Binnenmarkt" schon jetzt in ihre Strategien ein . Sie werden dies um so entschiedener tun, je mehr sie sich auf eine klar und glaubwürdig definierte gesamtwirtschaftliche Politik stützen können .
- Eine Umstrukturierung auf Unternehmens -, Branchen und Marktebene, die jetzt schon im Gange ist, ist notwendig, wenn die vom Binnenmarkt erwarteten Produktivitätsgewinne erreicht werden sollen . Bei langsamem Wachstum ist es möglich, daß es hierbei anfangs zu Arbeitsplatzverlusten kommt . Dieses Risiko kann vermieden werden, und neue Arbeitsplätze könnten die durch Umstrukturierung entstehenden Arbeitsplatzverluste mehr als kompensieren, wenn die Wirtschaft der Gemeinschaft auf einem genügend dynamischen Wachstumspfad gehalten werden kann . Die sich den notwendigen Umstrukturierungen entgegensetzenden Trägheitsmomente und Widerstände werden sich um so leichter überwinden lassen, je eher die Verwirklichung des Binnenmarktziels zu einer Zunahme der Beschäftigung und zu einem Abbau der Arbeitslosigkeit führt . Die Beschleunigung von Wachstum und Beschäftigung im Jahr 1988 gibt eine ermutigende Perspektive - diese Wachstumsdynamik muß mittelfristig beibehalten und verstärkt werden .
Die vielfältigen Aktivitäten im öffentlichen und privaten Bereich bestätigen, daß das Binnenmarktprogramm ein Stadium erreicht hat "in dem es nicht mehr umkehrbar ist" ( Europäischer Rat von Hannover ). Das wachsende Bewusstsein des privaten Sektors muß jedoch auch weiterhin in ein stärkeres Wachstum der Investitionen und so in die Möglichkeit für ein noch schnelleres, inflationsfreies Wachstum umgesetzt werden . Es kann erwartet werden, daß dies geschehen wird, wenn die politischen Instanzen diese Erwartungen bestätigen, 1 . durch die Annahme weiterer wichtiger ausstehender Vorschläge im Binnenmarktprogramm in den nächsten zwölf Monaten, 2 . durch ergänzende Maßnahmen in mehreren benachbarten Gebieten wie der Struktur -, der Sozial - und der Aussenhandelspolitik und 3 . durch Unterstützung einer konsequent wachstumsorientierten gesamtwirtschaftlichen Politik .
2 . Für grösseren wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt Die Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts in der Gemeinschaft ist ebenso ein Ziel der Gemeinschaft wie die Verbesserung in den Lebens - und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten; dies wurde in der Einheitlichen Europäischen Akte bestätigt ( Artikel 130A und 117 ). Deshalb muß angesichts des Strukturwandels, der sich in den europäischen Volkswirtschaften in den nächsten Jahren vollziehen wird, der regionalen und sozialen Dimension besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.2.1 . Verminderung der Einkommensunterschiede in der Gemeinschaft Die Unterschiede im Einkommen zwischen Bürgern verschiedener Länder und Regionen der Gemeinschaft stellen ein komplexes und dringendes Problem dar . Dieser Aufholprozeß ist ein eigenständiges und wesentliches wirtschaftliches und soziales Ziel der Gemeinschaft . Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, daß es möglich ist, die Unterschiede in den Pro-Kopf-BIP ( in Kaufkraftstandards ) zwischen den verschiedenen Regionen und Ländern der Gemeinschaft spürbar zu reduzieren . Zum Beispiel verringerte sich der Abstand zwischen den vier ärmsten und den vier reichsten Ländern der heutigen Zwölfergemeinschaft zwischen 1960 und 1973 um etwa ein Drittel . Er vergrösserte sich jedoch wieder nach dem ersten Ölpreisschock . Seit Mitte der achtziger Jahre begann sich dieser Abstand jedoch wieder zu verringern, insbesondere aufgrund der guten Ergebnisse für Spanien und Portugal . Ausserdem sind die Unterschiede in den Pro-Kopf-BIP zwischen den Regionen innerhalb von Mitgliedsländern sehr groß . Solche Unterschiede bestehen in allen Ländern . Für Italien insgesamt zum Beispiel entspricht das Pro-Kopf-BIP in etwa dem Gemeinschaftsdurchschnitt; hierbei liegt jedoch das Pro-Kopf-BIP der südlichen Regionen um 30 % unter und in den nordwestlichen Regionen um 30 % über dem Landesdurchschnitt . Unter diesen Umständen macht die Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft auch die Konvergenz des Pro-Kopf-BIP nach oben zwischen den einzelnen Regionen der Mitgliedsländer erforderlich .
TABELLE 11 Unterschiede im BIP pro Kopf in der Gemeinschaft in Kaufkraftstandards (;) 1960 1975 1985 1987 1988 ($) 1989 ($) 0,41 0,64 0,58 0,60 0,61 0,61 0,52 0,71 0,66 0,67 0,67 0,68 1,10 1,06 1,08 1,08 1,08 1,08 100 166 200 210 223 (;) Alle Zahlen beziehen sich auf die zwölf heutigen Mitgliedsländer .
($) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 .
(=) Griechenland, Spanien, Irland, Portugal .
(%) Die Zusammensetzung dieser Gruppe verändert sich; sie hängt von den Niveaus der Pro-Kopf-BIP im jeweiligen Jahr ab . Die Unterschiede im Trend von BIP und Bevölkerungswachstum haben zur Folge, daß in der direkt vor uns liegenden Periode nur eine geringfügige Verminderung der Unterschiede beim durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen erwartet werden kann . Mittelfristige Projektionen, die die Trends der Vergangenheit extrapolieren und die Verdoppelung der Strukturfonds nicht berücksichtigen, deuten daraufhin, daß im Jahr 1992 das durchschnittliche BIP pro Kopf in den 4 ärmsten Ländern immer noch nur 65 % des durchschnittlichen BIP pro Kopf in den 4 reichsten Ländern ausmachen könnte ( gegenüber 60 % im Jahr 1987 ).
Das durchschnittliche BIP pro Kopf ist zwar das wichtigste, aber nicht das einzige Kriterium, mit dem das Ausmaß des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts gemessen werden kann. Bei der Arbeitslosigkeit bestehen erhebliche Unterschiede nicht nur zwischen den Mitgliedsländern, sondern auch zwischen den Regionen . In Spanien und Irland zum Beispiel sind etwa 20 % der Erwerbsbevölkerung arbeitslos im Vergleich zu einem Gemeinschaftsdurchschnitt von 11 % . Ausserdem sind bestimmte Regionen in Süditalien ebenso wie in Zentral - und Nordeuropa besonders von Arbeitslosigkeit betroffen . Es ist auch offensichtlich, daß ein erhebliches Ausmaß an Unterbeschäftigung der Erwerbsbevölkerung häufig mit niedrigerem Pro-Kopf-BIP einhergeht oder sogar die Ursache hierfür ist . Der Aufholprozeß sollte deshalb von einer Konvergenz der Arbeitslosenquoten nach unten begleitet sein . TABELLE 12 Gesamtwirtschaftliche Indikatoren für den Anpassungsprozeß in den ärmsten Ländern Inflationsrate ( privater Verbrauch ) Leistungsbilanz mit dem Rest der Welt in % des BIP Reale Lohnstückkosten ( Index ) 1981 1988 (;) 1981 1988 (;) 1981 1988 (;) GR 23,4 13;/4 -0,7 -2=/4 100 100,0 E 14,3 4=/4 -2,7 -=/4 100 86,0 IRL 19,6 2 -14,7 2;/2 100 90,5 P 23,3 9;/2 -12,2 0 100 83,8 EUR 4 16,8 6;/4 -4,3 -=/4 100 88,0 EUR 8 11,4 3 -0,4 ;/2 100 94,0 EUR 12 12,1 3;/2 -0,7 ;/2 100 93,2 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktobcr 1988 . Die weniger begünstigten Länder, insbesondere Spanien, Portugal und Irland, haben in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der Anpassung und Konsolidierung gemacht : eine Tatsache, die von sich aus schon die Verminderung der bestehenden Unterschiede beschleunigen sollte . Auch in Griechenland haben einige günstige Entwicklungen stattgefunden, jedoch nicht in dem Masse wie in den anderen drei Ländern . Die Inflationsrate in Irland ( 2 % im Jahr 1988 ), zum Beispiel, ist jetzt geringer als der Gemeinschaftsdurchschnitt, und in Spanien ( 4,5 %) liegt sie gerade einen Prozentpunkt darüber . Nimmt man die vier Länder zusammen, so ist die Inflationsrate seit 1981 um 11 Prozentpunkte zurückgegangen, die Leistungsbilanz ist nun nahe dem Gleichgewicht (- O,5 % des BIP ), nachdem sie 1981 ein erhebliches Defizit auswies (- 4,3 % des BIP ), und die Anpassung der realen Lohnstückkosten war besonders groß : sie gingen seit 1981 um ungefähr 12 % zurück im Vergleich zu etwa 6 % im Gemeinschaftsdurchschnitt .
Die Entscheidung des Europäischen Rates vom 11 . und 12 . Februar 1988 in Brüssel, die Haushaltsansätze für die Strukturfonds zwischen 1987 und 1993 zu verdoppeln, zeigt das Bestreben der Gemeinschaft, einen aktiven Beitrag zum Aufholprozeß der weniger begünstigten Länder und Regionen zu leisten . Die anschließend vom Rat angenommene Rahmenverordnung über die Aufgaben der Fonds, ihre Wirksamkeit und die Koordinierung mit den Maßnahmen der Europäischen Investitionsbank, legt die wesentlichen Prinzipien für das Vorgehen fest ( Verordnung ( EWG ) Nr . 2052 / 88 Die Gemeinschaftsressourcen können in Verbindung mit einer angemessenen Struktur - und makroökonomischen Politik einen bedeutenden Beitrag zur Beschleunigung des Aufholprozesses leisten . Die erweiterten Strukturfonds und Finanzierungsinstrumente könnten für Griechenland, Portugal und Irland 4-5 % oder mehr des BIP ausmachen . Für Spanien und Italien läge ihr Anteil am BIP niedriger; auf die ärmsten Regionen konzentriert würden sie jedoch einen ähnlichen Anteil am BIP dieser Regionen erreichen . Diese Gelegenheit muß von den Empfängerländern genutzt werden . Darauf zu achten, daß es zu einem wirkungsvollen Mitteleinsatz und zu einer Additionalität auf Programmebene in der Verwendung dieser Ressourcen für vordringliche Entwicklungsaufgaben kommt, ist dabei eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung .
Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene verringert der Mittelzufluß der Gemeinschaft das Zahlungsbilanzproblem des Empfängerlandes . Die Gesamtwirkung auf das mittelfristige Wirtschaftswachstum hängt in erster Linie von der Fähigkeit der Empfängerländer ab, privates Kapital durch glaubwürdiges Management der Wirtschaftspolitik und eine grössere Rentabilität der Investitionen anzuziehen, und von der Art der inländischen Reaktion auf die Verminderung des Zahlungsbilanzzwangs . Besteht diese Reaktion darin, daß in den betroffenen Ländern der Anteil des privaten Verbrauchs am BIP zunimmt, wird der Gesamteffekt begrenzt bleiben und die Chance, die gegebenen Möglichkeiten voll zu nutzen, wäre vertan . Wenn jedoch andererseits die gesamtwirtschaftliche Reaktion auf die Zunahme der von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellten Ressourcen darin besteht, daß die Investitionsquote entsprechend erhöht und die Effizienz der Investitionen verbessert wird, wird die Verdoppelung der Strukturfonds ihre günstige Wirkung voll entfalten . In der Praxis sind einzel - und gesamtwirtschaftliches Verhalten gegenseitig voneinander abhängig . Einerseits gibt es keinen Anreiz für Firmen, mehr zu investieren, wenn Rentabilität und daher auch Produktivität nicht hoch genug sind; sonst würden die zusätzlichen Mittel nur zu einer anderen Finanzierungsweise führen . Darüber hinaus erweitert eine dynamische Wirtschaftsentwicklung im Rest der Gemeinschaftdie verfügbaren Möglichkeiten für einen Anstieg der produktiven Investitionen und für eine bessere Rentabilität .
Dadurch daß sie die inländische und aussenwirtschaftliche Ressourcenknappheit mildert, schafft die Verdoppelung der Strukturfonds die Ausgangsbedingung für die Wiederaufnahme eines dauerhaften Aufholprozesses . Es ist jedoch auch notwendig, daß die weniger begünstigten Länder weiterhin entschlossene Anpassungspolitiken betreiben und diese noch verstärken, um die vollen Vorteile aus den Ressourcen zu ziehen, die ihnen zum Zweck der Verringerung der wirtschaftlichen Disparitäten zur Verfügung gestellt werden .
2.2 . Die soziale Dimension des Binnenmarktes Wirtschaftliches Aufholen muß Hand in Hand gehen mit sozialem Aufholen, wobei die grundlegenden sozialen Errungenschaften in den weiter fortgeschrittenen Ländern aufrechterhalten werden sollen . Deshalb ist, neben den regionalen Gesichtspunkten, die soziale Dimension des Binnenmarktes von wesentlicher Bedeutung . Drei Elemente sind hier wichtig : 1 . die sozialen Auswirkungen der Vollendung des Binnenmarktes; 2 . die Konvergenz bei der Verbesserung der Lebens - und Arbeitsbedingungen der Erwerbsbevölkerung ( Artikel 117 des EWG-Vertrags ) und 3 . der soziale Dialog .
Die sich aus der Vollendung des Binnenmarktes ergebenden Produktivitätsgewinne werden auch Umstrukturierungen der Märkte und Unternehmen mit sich bringen . Die sozialen Auswirkungen dieser Umstrukturierungen müssen bei der Konzeption und der Umsetzung der Politik in den einzelnen Bereichen berücksichtigt werden . Hierbei sind Investitionen in die beste Ressource, die der Gemeinschaft zur Verfügung steht, nämlich ihre Menschen, wesentlich . Grösseres Gewicht auf berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen wird es den Beschäftigten leichter machen, den Veränderungen zu begegnen, und den Arbeitslosen, wieder ins Arbeitsleben zurückzufinden .
Die Vollendung des Binnenmarktes wird den Wettbewerb zwischen Unternehmen in Ländern mit unterschiedlichen Arbeits - und Sozialbedingungen verschärfen . Diese Unterschiede entsprechen zwar weitgehend ähnlichen Unterschieden in den Produktivitätsniveaus und der Effizienz des Kapitaleinsatzes . Unter diesen Umständen müssen zunächst die wirtschaftlichen Bedingungen geschaffen werden, die eine Konvergenz der sozialen Standards nach oben ermöglichen . Das niedrigere Reallohnniveau und die weniger kostenträchtigen sozialen Bestimmungen in den weniger entwickelten Ländern sind komparative Vorteile, die es diesen Ländern ermöglichen, im Aufholprozeß voranzukommen . Darüber hinaus werden Mindeststandards für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz ebenso wie die Anstrengungen der Mitgliedstaaten, gemäß Artikel 118A des EWG-Vertrags die Bedingungen in diesen Bereichen unter Aufrechterhaltung schon erzielter Fortschritte zu harmonisieren, zu besseren Lebens - und Arbeitsbedingungen beitragen und Verzerrungen im Wettbewerb zwischen den Unternehmen verschiedener Mitgliedstaaten vermeiden helfen . In diesem Zusammenhang sollte auch eine grössere Arbeitsplatzmobilität unter Beibehaltung von erworbenen Anwartschaften und anderen garantierten Rechten im Falle eines Arbeitsplatzwechsels angestrebt werden .
Eine Verbesserung der sozialen Beziehungen auf Unternehmensebene könnte auch Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmer in betrieblichen Fragen und Art und Umfang ihrer Beteiligung am Ergebnis höherer Produktivität, den Grad der Dezentralisierung des Managements sowie die Verbesserung des Arbeitsklimas einschließen . Dabei sollten die Vorteile beachtet werden, die entstehen könnten, wenn Unternehmen freiwillig ein europäisches Unternehmensstatut übernehmen, das erlauben würde, über Landesgrenzen hinweg tätig zu sein, ohne bestehendes Unternehmensrecht zu verletzen, und das eine Einführung von Mitwirkungsverfahren für Arbeitnehmer in den betreffenden Ländern vorsieht.
Im Rahmen des sozialen Dialogs auf Gemeinschaftsebene haben die Sozialpartner zu verschiedenen Anlässen in den letzten Jahren ihre Unterstützung für die grundsätzliche Ausrichtung der Wirtschaftspolitik der Gemeinschaft erklärt . Diese Zustimmung stelle eine wertvolle Errungenschaft dar . Dieser Konsens muß weiter gestärkt werden, wenn die verbleibenden Aufgaben erfolgreich bewältigt werden sollen . Wie in Artikel 3 der Richtlinie 74/121/EWG des Rates vom 18 . Februar 1974 über die Stabilität, das Wachstum und die Vollbeschäftigung in der Gemeinschaft 3 . Für ein stärkeres Beschäftigungswachstum Die Arbeitslosigkeit bleibt die wichtigste Herausforderung für die Gemeinschaft . Sie hat sich in Europa während der siebziger Jahre mehr als verdoppelt, von 2,8 Millionen im Jahr 1973 auf 7,1 Millionen im Jahr 1979 ( von 2,4 % der Erwerbsbevölkerung auf 5,2 %). Zwischen 1979 und 1985 hat sie sich erneut verdoppelt und betrifft jetzt, trotz eines leichten Rückgangs im Jahre 1988, etwa 15,4 Millionen Menschen oder 11,3 % der Erwerbsbevölkerung ( vergl . Tabelle 5 in Teil A Ziffer 2 ). Ausserdem nimmt die Langzeitarbeitslosigkeit weiter zu und macht bereits mehr als 50 % der gesamten Arbeitslosigkeit aus . Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit liegt im Gemeinschaftsdurchschnitt immer noch über 20 %.
Infolge des stärkeren Nettoangebots an Arbeitsplätzen hat sich der seit mehr als zwei Jahrzehnten anhaltende Trend steigender Arbeitslosigkeit im Jahr 1987 allmählich umge - TABELLE 13 Wirtschaftswachstum und Beschäftigung ( durchschnittliche jährliche Veränderungsraten in %) 1973/1960 1975/1973 1979/1975 1984/1979 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) EUR 12 BIP 4,8 0,4 3,4 1,2 2,5 2,6 2,9 3,4 2,8 Beschäftigung 0,3 -0,4 0,3 -0,5 0,6 0,8 0,9 1,1 0,9 USA BIP 4,0 -0,9 4,1 2,4 3,1 3,0 3,4 3,9 2,3 Beschäftigung 1,9 -0,5 3,6 1,3 2,4 1,7 2,6 2,3 1,6 Japan BIP 9,6 0,7 5,1 3,9 4,5 2,4 4,2 5,6 3,8 Beschäftigung 1,3 -0,1 1,0 0,9 0,7 1,0 1,0 0,8 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 . Dieses Ergebnis ist dennoch in mindestens zweierlei Hinsicht unbefriedigend : 1 . im Vergleich zu anderen Industrieländern und 2 . im Vergleich zu Europas eigener Nachkriegsgeschichte . In Japan und in den USA z . B . reichte die Arbeitsplatzschaffung dazu aus, um die Arbeitslosigkeit in der Nähe der Arbeitslosigkeit vor dem zweiten Ölschock zu halten oder wieder auf diesen Stand zurückzuführen . Nach internationalen Maßstäben hat Europa also noch einen weiten Weg vor sich .
Während andere Industrieländer sich wieder der Vollbeschäftigung nähern, ergibt eine mechanische Extrapolation des Wachstumstrends der Jahre vor 1988, daß die Arbeitslosenquote in der Gemeinschaft 1992 kaum weniger als ein Zehntel der Erwerbsbevölkerung ausmachen würde . Arbeitslosigkeit ist eine Unterauslastung des Arbeitskräftepotentials . Dieses Potential muß, wie es in der Nachkriegszeit der Fall war, zu einer Grundlage für Wirtschaftswachstum werden . Damals wechselten etwa 15 bis 18 Millionen Menschen, die in der Landwirtschaft mit niedriger Grenzproduktivität und niedrigen Einkommen beschäftigt waren, in Industrie und Dienstleistungen, wo die Einkommen besser waren . Infolge des so herbeigeführten schnellen Einkommenswachstums und der starken Zunahme von Handel und Innovation führte die sich ergebende Kapitalakkumulation zu mehr Arbeitsplätzen, Nachfrage und noch schnellerem Wachstum .
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit wurde durch Veränderungen in der demographischen Entwicklung und in der Erwerbsbeteiligung beeinflusst . Diese beiden Faktoren haben sich gegenläufig entwickelt . Einerseits hat sich zwar der jährliche Anstieg der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in der Gemeinschaft von 1 % am Anfang der achtzigerJahre auf O,25 % heute verlangsamt; er wird jedoch in den nächsten Jahren noch zu einem Anwachsen der Erwerbsbevölkerung beitragen . Andererseits ist die Erwerbsquote in der Gemeinschaft insgesamt zwischen 1975 und 1985 von 64,4 % auf 63,3 % zurückgegangen; die Ursache dafür war ein spürbarer Rückgang in der Erwerbsbeteiligung der Männer von 87,5 % auf 80,8 %, der die stetige Zunahme der Erwerbsbeteiligung der Frauen von 45,3 % auf 49,O % überkompensierte . Die abnehmende Gesamterwerbsbeteiligung hat den Anstieg der Arbeitslosigkeit etwas verlangsamt . In den letzten Jahren scheint sich jedoch die Erwerbsbeteiligung der Männer stabilisiert zu haben, während die Erwerbsbeteiligung der Frauen ihren kontinuierlichen Aufwärtstrend fortsetzt . Dadurch nimmt gegenwärtig die Erwerbsbeteiligung insgesamt wieder zu . Dies ist eine positive Entwicklung, die allerdings den Abbau der Arbeitslosigkeit in der Gemeinschaft erschwert .
Die Unterschiede zwischen den Erwerbsquoten in den Mitgliedsländern sind sehr groß . Sie reichen von 53 % in den Niederlanden bis über 83 % in Dänemark . Der Grund dafür sind in erster Linie die grossen Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung der Frauen : die Extremfälle in der Gemeinschaft sind Spanien mit nur 34 % und Dänemark mit über 78 % ( 1986 ). Ausserdem ist die geschätzte Erwerbsquote der Gemeinschaft von 64,25 % im Jahre 1988 spürbar geringerals in anderen Industrieländern ( z . B . 72,5 % in Japan, 76 % in den USA, 82,25 % in Schweden und 70,25 % im Durchschnitt der ÖCD Dies alles zeigt, daß vom Arbeitsangebot her gesehen ein erhebliches Potential für ein kräftigeres und anhaltendes Wirtschaftswachstum in der Gemeinschaft existiert . Der Anstieg der Beschäftigung im allgemeinen und insbesondere die zunehmende Bereitschaft von Frauen, eine Erwerbstätigkeit anzustreben, könnten ausserdem eine breitere Basis für die Verteilung der Steuer - und Sozialversicherungslast schaffen . Angesichts der Überalterung der Bevölkerung in der Gemeinschaft wird dies mittel - und längerfristig immer wichtiger . Um dieses Potential voll auszuschöpfen, muß das Beschäftigungswachstum im Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik der Gemeinschaft stehen .
Um die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt der Gemeinschaft zu beurteilen, sind drei Aspekte erwähnenswert .
Erstens setzt sich der sektorale Strukturwandel fort : die Beschäftigung in der Landwirtschaft geht weiter zurück : sie macht jetzt nur noch etwa 8 % der Beschäftigung in der Gemeinschaft aus . Die Industrie hat über mehr als ein Jahrzehnt ununterbrochen Beschäftigung abgebaut . Heute, bei insgesamt höheren Wachetumsraten, scheint dieser Trend zum Stillstand gekommen zu sein . Die aktuelle Nettozunahme der Beschäftigung erfolgt aber immer noch fast ausschließlich im Dienstleistungssektor .
TABELLE 14 Sektorale Beschäftigungsentwicklung in der Gemeinschaft 1974 (;)/ 1958 1986/1974 1987 1988 ($) 1989 ($) Anteile an der Gesamtbeschäftigung 1958 1974 1986 -4,4 -3,0 -2,0 : : 22,8 11,5 8,1 0,5 -1,7 -0,0 0,2 0,2 39,1 39,5 32,5 1,7 1,6 2,1 : : 38,1 49,0 59,4 0,2 -0,1 0,9 1,1 0,9 100 100 100 (;) EUR 5 : Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien .
($) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 . Zweitens ist die Teilzeitbeschäftigung spürbar gestiegen und nimmt weiter zu . Im Gemeinschaftsdurchschnitt hat die Teilzeitbeschäftigung etwa 14 % der Gesamtbeschäftigung erreicht . In den letzten Jahren waren drei Viertel der netto neugeschaffenen Arbeitsplätze in der Gemeinschaft Teilzeitarbeitsplätze . Jüngste Informationen aus Spanien bestätigen, daß sogar noch ein höherer Teil der seit Anfang 1987 geschaffenen Arbeitsplätze Teilzeitarbeitsplätze waren . Ist dieser Anstieg der Teilzeitbeschäftigung freiwillig, so spricht dies für einen gesunden Arbeitsmarkt . Ist er jedoch unfreiwillig ( nach der Arbeitskräfteerhebung der Gemeinschaft von 1986 betrifft dies 13 % aller Teilzeitbeschäftigten ), so spricht dies für ein gewisses Maß von Unterbeschäftigung .
Drittens ist die relative Entwicklung der realen Lohnkosten pro Kopf und der Produktivität ( reale Lohnstückkosten ) ein Indikator für den Fortschritt, den die Gemeinschaft im Hinblick auf einen gesünderen Arbeitsmarkt gemacht hat . Im Durchschnitt ist diese Relation in der Gemeinschaft seit 1981 um über 6 % zurückgegangen . Dieser Rückgang ist in den ärmsten Ländern besonders deutlich ausgefallen ( mit Ausnahme Griechenlands, siehe Teil B Ziffer 2.1 ).
TABELLE 15 Reale Lohnstückkosten (;) 1960 1973 1981 1988 ($) 1989 ($) EUR 12 96,0 97,0 100 93,2 92,8 EUR 4 (=) 92,5 94,3 100 88,0 87,7 EUR 8 (=) 95,5 97,1 100 94,0 93,5 (;) Reale Lohnkosten pro Kopf, dividiert durch die Produktivität ( BIP dividiert durch Gesamtbeschäftigung ).
($) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 .
(=) EUR 4 : Griechenland, Spanien, Irland, Portugal; EUR 8 : übrige Mitgliedsländer . Zweitens entwickelt sich das Kapitaleinkommen in Relation zum Arbeitseinkommen so, daß die Tendenz abnimmt, Arbeit durch kapitalintensivere Investitionen zu ersetzen . Während zum Beispiel zwischen 1960 und 1974 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Kapitalstocks von mehr als 5 % mit einem Anstieg der Beschäftigung von 03 % einherging, betrug diese Relation zwischen 1974 und 1983 3 % zu -0,3 % und nach 1983 2,3 % zu 0,7 %. Der maßvolle Reallohnanstieg der achtziger Jahre hat demnach spürbar positive Auswirkungen gehabt . Er muß fortgesetzt werden, um die Beschäftigungsentwicklung weiter zu beschleunigen, wobei das Ausmaß zwischen den Mitgliedsländern unterschiedlich ausfallen kann .
Die Beschäftigungswirksameit der Investitionen könnte ausserdem durch breiter aogelegte Bemühungen um eine höhere Kapitalproduktivität in Verbindung mit einer geringeren Kapitalintensität verbessert werden . In Sektoren, in denen die Nachfrage bereits stark ist, würde eine höhere Kapitalproduktivität mithelfen, Kapazitätsengpässe zu vermeiden . Sie wúrde auch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen verbessern und so zusätzliche Nachfrage schaffen . In Sektoren und Unternehmen mit besonders starker Nachfrage könnte dies durch längere Betriebszeiten der Anlagen erreicht werden; dies würde es erlauben, mehr Arbeit pro Kapitaleinheit zu beschäftigen . Die heute bestehenden Beschränkungen für Betriebs - und Öffnungszeiten, sowohl durch Gesetze als auch durch Tarifverträge, sollten flexibleren Regelungen Platz machen . Die angemessene Umsetzung müsste durch pragmatische dezentrale Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern bestimmt werden . Die Kosteneinsparungen, die durch längere Betriebszeiten der Anlagen erzielt werden können, könnten zum Teil dazu benutzt werden, die Beschäftigten für weniger attraktive Arbeitszeiten mit zusätzlichen Verringerungen der individuellen Arbeitszeiten zu entschädigen . Dies wäre dann immer noch kostenniveauneutral und würde die Beschäftigungswirksamkeit des Wirtschaftswachstums weiter erhöhen .
Die grundlegende Ausrichtung der Politik zur erfolgreichen Verringerung des hohen Niveaus der Arbeitslosigkeit bleibt unstrittig . Die gegenwärtig günstigere wirtschaftliche Entwicklung in der Gemeinschaft stellt eine gute Gelegenheit dar, um die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen, die den höheren Wachstumspfad aufrechterhalten und ihn gegen mögliche Störungen widerstandsfähiger machen . Die Voraussetzungen für eine beschäftigungswirksame Stärkung von Wachstum und Investitionen müssen allerdings entsprechend den Leitlinien der Kooperativen Wachstumsstrategie für mehr Beschäftigung der Gemeinschaft Auf makroökonomischer Ebene müssen die Voraussetzungen für einen weiteren Anstieg der Rentabilität und eine anhaltende Dynamik der arbeitsplatzschaffenden Investitionen noch gestärkt werden . Dafür bleibt ein maßvoller Anstieg der Reallöhne in Verbindung mit den jetzt günstigeren Aussichten für die Nachfrage unverzichtbar . Auf mikroökonomischer Ebene kommt strukturpolitischen Maßnahmen eine zentrale Rolle zu, um die Anpassungsfähigkeit der Märkte für Güter, Dienstleistungen, Kapital und Arbeit zu erhöhen, unternehmerische Initiative zu ermutigen und so die Effizienz der Wirtschaft der Gemeinschaft zu verbessern . Unnötige administrative Barrieren aufzuheben hat eine hohe Priorität, insbesondere wenn diese einer spürbaren Verbesserung der Beschäftigungssituation im Wege stehen . Um grundlegende Rechte in den Bereichen Sozialversicherung, Arbeitsschutz und Arbeitsbedingungen nicht in Frage zu stellen, muß die soziale Dimension angemessen berücksichtigt werden, und der Prozeß der strukturellen Anpassung muß von einem umfassenden sozialen Dialog begleitet werden ( siehe Teil B Ziffer 2.2 ). Ausserdem hat sich eine besondere Notwendigkeit entwickelt, sich auf die Vermittelbarkeit der Arbeitslosen zu konzentrieren, da sie zum Teil Gefahr laufen, den Kontakt zum Arbeitsmarkt zu verlieren, und da sich der Strukturwandel fortsetzt ( siehe Teil C Ziffer 1 ).
Wenn die Gemeinschaft die vorstehend beschriebene makro - und mikroökonomische Politik umfassend verwirklicht und den Binnenmarkt vollendet, hat sie die Chance, die Wachstumsrate des Jahres 1988 von 3,5 % in einen dauerhaften mittelfristigen Wachstumspfad von etwa dieser Grössenordnung oder mehr zu überführen . Sofern dies gelingt, könnte die Beschäftigung mit etwa 1,5 % pro Jahr im Durchschnitt der Gemeinschaft zunehmen . Ein solches Beschäftigungswachstum wurde ausreichen, um - trotz des aus demographischert Gründen und wegen der steigenden Erwerbsquoten noch wachsenden Angebots an Arbeitskräften - die Arbeitslosigkeit in der Gemeinschaft um 1 Prozentpunkt pro Jahr zu verringerrt .
C . POLITIK FÜR WACHSTUM UND MEHR VERTRAUEN Die im Gange befindliche Belebung der Investitionstätigkeit erhöht die Aussichten, das Ziel eines anhaltenden, dauerhaften und inflationsfreien beschäftigungswirksamen Wachstums zu erreichen . Der zur Zeit gunstige Trend muß in den nächsten Monaten verstärkt werden . Einige Aspekte des Problems steilen sich von Land zu Land unterschiedlich dar .
In manchen Ländern hat die inländische Nachfrage das inländische Angebot überfluegelt und so inflationäre Spannungen ausgelöst und/oder das aussenwirtschaftliche Gleich - (;) Vgl . Jahreswirtschaftsberichte 1985/86, 1986/87 und 1987 / 88, in : Europäische Wirtschaft Nrn . 26, 30 und 34.gewicht verschlechtert . Unter diesen Umständen muß das Wachstum auf ein durchhaltbares Tempo zurückgeführt werden . Jetzt sollten sich diejenigen Länder an die Spitze setzen, die bisher ein langsameres und schwächeres Wachstum zu verzeichnen hatten und inzwischen über bessere Voraussetzungen für ihr Binnenwachstum verfügen . Dies wird auch zu einem neuen Gleichgewicht in den aussenwirtschaftlichen Bilanzen der einzelnen Länder beitragen .
1 . Struktur - und Arbeitsmarktpolitik Strukturpolitik ist notwendig, um die Anpassungsfähigkeit und die Effizienz der Wirtschaft der Gemeinschaft zu verbessern und so einen nicht inflationären Anstieg von Produktion und Beschäftigung durchhaltbar zu machen und dabei gleichzeitig den Zielen der Gemeinschaft im sozialen Bereich und beim Umweltschutz näherzukommen . Das Ziel der Bemühungen, die Flexibilität zu erhöhen, ist nicht, soziale Errungenschaften zu beseitigen, sondern noch mehr Arbeitsplätze zu schaffen . Ausserdem müssen strukturpolitische Maßnahmen mit der Vollendung des Binnenmarktes einhergehen, um sicherzustellen, daß seine Vorteile tatsächlich voll ausgeschöpft werden .
Wettbewerbspolitik muß entschlossen durchgeführt werden durch eine strikte Anwendung der bestehenden Gesetze, durch die Einführung einer Konzentrationskontrolle mit einer Gemeinschaftsdimension und durch strikte Kontrolle öffentlicher Beihilfen . Ausserdem sollte zwischen öffentlichem und privatem Sektor nicht diskriminiert werden . Dabei ist es wünschenswert, daß vollständige Transparenz der Beziehungen zwischen öffentlichen Unternehmen und dem Staat gewährleistet ist.
Forschung und Entwicklung und die Verbesserung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen müssen weiter mit Nachdruck vorangetrieben werden . Hier kommt der Gemeinschaft eine besondere Rolle zu, wenn sie nationale Forschungsanstrengungen ermutigt und koordiniert und einen eigenständigen europäischen Ansatz für Forschung und Technologie entwickelt, indem sie Projekte mit gemeinschaftsweiter Zusammenarbeit in einer Vielzahl von Sektoren unterstützt, z . B . im Bereich der Informations - und Kommunikationstechnologie ( ESPRIT II und RACE ). Damit wird insbesondere beabsichtigt, die technologische Grundlage des Binnenmarktes zu verbessern . Das im September 1987 angenommene Forschungsrahmenprogramm ( 1987-1991 ) ist in dieser Hinsicht ein Erfolg . Ein Jahr nach der Verabschiedung des Programms ist offensichtlich, daß Forschung und Entwicklung in der Gemeinschaft einen neuen Anstoß erhalten haben . Gemessen an den finanziellen Mitteln wurden bereits 90 % der speziellen Anwendungsprogramme dem Rat vorgelegt und mehr als 50 % angenommen .
Die Kommission beabsichtigt ausserdem, ihre Politik zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen ( KMU ) fortzusetzen, wie sie im Aktionsprogramm festgelegt wurde, das der Rat im November 1986 angenommen hat . Um den Informationsstand der KMU über europäische Angelegenheiten ( Richtlinien, Normen, Ausschreibungen, Forschungsprojekte ) zu verbessern, bereitet die Kommission zusammen mit den Mitgliedstaaten eine Erweiterung des erfolgreichen Projekts der "EG-Informationszentren" vor . Zur Unterstützung der grenzueberschreitenden Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittleren Unternehmen wurde ein computergestütztes Informationsnetz ( BC-Net ) eingerichtet .
Zusammen mit der Vollendung des Binnenmarktes dürfte die Nachfrage nach Transportdienstleistungen spürbar steigen . Der Güteraustausch darf nicht durch fehlende Transport und Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb der Gemeinschaft behindert werden . Ausserdem müssen die Verbindungen zwischen den Regionen an der Peripherie und dem Zentrum der Gemeinschaft verbessert werden . Die Kommission konzentriert deshalb ihre Bemühungen zur Unterstützung der mittelfristigen Verbesserung der Infrastrukturen in der Gemeinschaft (;) auf Projekte, die für den Prozeß der Vollendung des Binnenmarktes besonders wichtig sind . Sie hat dem Rat einen Richtlinienentwurf vorgelegt über ein "Aktionsprogramm im Bereich der Finanzierung von Infrastrukturen im Hinblick auf die Vollendung des Binnenmarktes im Jahr 1992" ($). Der Richtlinienentwurf schlägt vor, eine "Erklärung der europäischen Gemeinnützigkeit" für Transportinfrastrukturprogramme einzuführen, was diesen Programmen Priorität bei den Finanzierungsinstrumenten der Gemeinschaft geben und es erleichtern würde, privates Kapital heranzuziehen .
Die "Erklärung der europäischen Gemeinnützigkeit" ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Vorschläge der Gemeinschaft für die Entwicklung neuer Finanzierungsinstrumente . Um zur Verwirklichung wesentlicher europäischer Infrastrukturprojekte beizutragen und dabei den Märkten einen Anreiz zu geben, die erforderliche Finanzierung bereitzustellen, hat sie einen überarbeiteten Vorschlag für eine "Entscheidung über die Finanzierung wesentlicher Infrastrukturprojekte von europäischem Interesse'' (=) vorgelegt . Dem Vorschlag haben das Europäische Parlament und der Wirtschafts - und Sozialausschuß zugestimmt; er liegt jetzt dem Rat zur weiteren Beratung vor .
Ergänzt werden diese Absichten durch eine wachsende Bereitschaft der Europäischen Investitionsbank ( EIB ), ihre Möglichkeiten voll zu nutzen, um wesentliche europäische Infrastrukturinvestitionen zu fördern . Ein herausragendes Beispiel ist die Zustimmung der EIB im September 1987, Anleihen im Wert von etwa 1,4 Milliarden ECU für das Kanaltunnelprojekt bereitzustellen .
Auf längere Sicht ruhen Europas Hoffnungen auf dem geistigen und technischen Potential seiner Bevölkerung und insbesondere der jüngeren Generation . Daher muß Investitionen in Humankapital im allgemeinen und in Bildung und Berufsbildung im besonderen in sämtlichen Mitgliedsländern ein hoher Rang eingeräumt werden . Die Berufsbildung ist eine der Stärken der deutschen Wirtschaft . Das Vereinigte Königreich und Frankreich haben in diesem Bereich beträchtliche Anstrengungen eingeleitet . Es ist wichtig, daß auch in allen anderen Mitgliedstaaten in den nächsten Jahren auf diesem Gebiet spürbar mehr unternommen wird, soweit irgend möglich mit Unterstützung der Gemeinschaft .
(;) Grundlegende Prinzipien sind im Vorschlag für ein "mittelfristiges Transportinfrastrukturprogramm" entwickelt worden ( Dok . KOM ( 86 ) 340 ).
($) Dok . KOM ( 88 ) 340 .
(=) Dok . KOM ( 87 ) 724.Die ganz besondere Aufmerksamkeit, die den Arbeitsmärkten in den achtziger Jahren in einer Reihe von Mitgliedstaaten gewidmet wurde, hat - zusammen mit dem insgesamt besseren Wirtschaftsklima - Früchte getragen . In ganz Europa sind auf den Arbeitsmärkten Anzeichen einer grösseren Anpassungsfähigkeit zu erkennen ( siehe Teil B Ziffer 3 ). Gleichwohl gibt es weiter Arbeitslosigkeit, wobei die Durchschnittsdauer der Arbeitslosigkeit steigt . Folglich muß die Eingliederung bzw . Wiedereingliederung der Arbeitslosen in das Erwerbsleben durch eine Vielzahl von Maßnahmen erleichtert werden; dazu gehören Beratung und Betrevung, Hilfestellungen bei der Arbeitsplatzsuche, Einstellungsbeihilfen und eine angemessene berufliche Bildung . Um dieses Problem zu lösen, haben alle Mitgliedsländer eine Reihe von spezifischen Arbeitsmarktpolitiken fortgesetzt, insbesondere für Jugendliche und Langzeitarbeitslose . Ein umfassender Überblick über diese Maßnahmen wird von der Kommission in ihrem halbjährlichen Bericht über die Umsetzung des Ratsbeschlusses vom 22 . Dezember 1986 (;) regelmässig zur Verfügung gestellt . Die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt unterstreicht die Notwendigkeit der Maßnahmen, die im "Memorandum zur Langzeitarbeitslosigkeit" ($) der Gemeinschaft entworfen wurden und die besondere Priorität für die Verwendung der zunehmenden Strukturfonds der Gemeinschaft zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit . Auf der Grundlage der Ratsentscheidung vom l . Dezember 1987 über "Maßnahmen zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit'' (=) hat die Kommission im Sommer 1988 ein "Handlungsprogramm zur Unterstützung der Langzeitarbeitslosen" begonnen .
2 . Geldpolitik Die Rahmenbedingungen für die Geldpolitik in der Gemeinschaft im Jahr 1988 sind weiterhin von internationalen monetären Entwicklungen wesentlich beeinflusst worden :
a ) 1987 war die Geldpolitik in Europa darauf ausgerichtet, ein "Undershooting" des Dollar zu verhindern, wozu eine Finanzierung des aussenwirtschaftlichen Defizits der USA durch die Zentralbanken erforderlich war; damit gingen niedrigere Zinsen und ein schnelles Wachstum der Geldmengenaggregate in Europa einher;
b ) die Aufwertung des Dollar im Laufe des Jahres 1988 verringerte diese aussenwirtschaftlichen Zwänge und ermöglichte den europäischen Entscheidungsträgern, stärker auf inländische Ziele zu achten .
Der in den letzten Monaten besonders deutlich gewordene grössere Spielraum in der Geldpolitik wurde dazu genutzt, den Wiederanstieg der Inflationserwartungen zu dämpfen oder umzukehren . Dieser im Sommer zu verzeichnende Wiederanstieg war wohl das Ergebnis einer Reihe von Faktoren :
- von der Dollaraufwertung noch verstärkte höhere Einfuhrkosten auf Dollarbasis im ersten Halbjahr;
- Sorge über eine Überhitzung in einigen und über ein unerwartet starkes Wachstum bei gleichzeitig hoher Kapazitätsauslastung in allen Mitgliedsländern;
(;) Ein Aktionsprogramm zum Beschäftigungswachstum .
($) Dok . KOM ( 87 ) 231 .
(=) ABl . Nr . G, 335 vom 1 . 12 . 1987 .
fortgesetzte Sorge in einigen Mitgliedsländern über ein die Ziele überschreitendes Wachstum der monetären Aggregate und dessen möglicherweise nachteilige Auswirkungen auf künftiges Lohn - und Preisverhalten .
Das Zusammentreffen dieser in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich zu Buche schlagenden Faktoren hat die monetären Instanzen, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland und im Vereinigten Königreich, dazu veranlasst, ihre kurzfristigen Zinsen zu erhöhen . Die ergriffenen Maßnahmen scheinen den erwünschten Effekt gehabt zu haben, die langfristigen Inflationserwartungen zu dämpfen; dies wird von der spürbaren Abflachung der Zinsstrukturkurve seit dem Sommer dieses Jahres belegt . In dem Umfang, in dem langfristige Inflations - und/oder Abwertungserwartungen verringert wurden, konnten die langfristigen Zinsen auf einer gesunden Basis stabilisiert werden bzw . zurückgehen; einige Hinweise darauf wurden in einigen Mitgliedsländern im Frühherbst erkennbar .
Unter den Ländern, die am Stabilisierungsmechanismus des EWS teilnehmen, sind die kurzfristigen Zinsen in Deutschland am deutlichsten gestiegen . Der Anstieg begann auf dem Geldmarkt im zweiten Halbjahr von 1988 . Seit Juni hat die Bundesbank ihre Leitzinssätze mehrfach angehoben . Diese Entwicklung war zunächst Ausdruck einer Umkehr früherer Entwicklungen, die im wesentlichen von aussenwirtschaftlichen Zwängen bestimmt waren; später spiegelte sie jedoch die Sorge wider, daß eine weitere Schwäche der DM die Inflationserwartungen über höhere Einfuhrpreise nach oben treiben könnte; ausserdem bestand der Wunsch, das über das gesetzte Ziel hinausgeschossene Wachstum des Geldangebots wieder zu zuegeln . Eine gewisse Verlangsamung von M 3 ist schon sichtbar : die jüngsten Zahlen wiesen ein Wachstum aus, das nur knapp oberhalb der Zielzone von 3 %-6 % liegt .
In anderen am Wechselkursmechanismus teilnehmenden Ländern war der Anstieg der kurzfristigen Zinsen etwas geringer als in Deutschland . In diesen Ländern hat die Vereinbarkeit der inländischen Wirtschaftspolitik mit den wirtschaftspolitischen Zielen wichtige Konsequenzen für die Ausrichtung der Geldpolitik . So werden in Italien die Situation der öffentlichen Haushalte, steigende Inflation und Druck auf den Wechselkurs zu einem schwerwiegenden Dilemma für die Geldpolitik führen : höhere kurzfristige Zinsen, die erforderlich sind, um den Wechselkurs der Lira zu stabilisieren, können die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte wegen des damit verbundenen höheren Schuldendienstes beeinträchtigen . So könnte noch offenkundiger werden, daß das policy-mix nicht durchgehalten werden kann, was die Aufgabe für die Geldpolitik weiter komplizieren dürfte . Andere Länder mit Problemen bei den öffentlichen Haushalten könnten mit einem ähnlichen, wenn auch wahrscheinlich weniger ausgeprägten Dilemma konfrontiert sein .
Um sicherzustellen, daß der Inflation entgegengewirkt wird, haben die Währungsbehörden im Vereinigten Königreich mehrfach die Zinsen angehoben . Die neuerdings restriktivere Geldpolitik ist mit der Notwendigkeit vereinbar, das sehr schnelle Anwachsen der inländischen Nachfrage abzubremsen.Der im Inland erzeugte inflationäre Druck scheint sich zumindest in den am Wechselkursmechanismus des EWS teilnehmenden Ländern in Grenzen zu halten : das monetäre Wachstum ist unter Kontrolle; die Zusammensetzung des gesamten Wirtschaftswachstums hat Investitionen begünstigt, wodurch sich die Aussichten auf einen Kapazitätsanstieg verbessert haben; schließlich steigen die Lohnstückkosten nur wenig . Ausserdem haben sich die Rohstoffpreise ( ohne Rohöl ) seit dem Sommer stabilisiert, und die Ölpreise sind zurückgegangen . Schließlich hat die restriktivere Geldpolitik in diesen Ländern in den letzten Monaten die Inflationserwartungen gedämpft .
Eine erneute Instabilität des Dollar könnte die Aussichten belasten und die Geldpolitik herausfordern . In einer solchen Situation werden die monetären Entscheidungsträger ihre Anstrengungen abstimmen müssen . Aktive Interventionen auf den Devisenmärkten haben jüngst ihre Wirksamkeit bewiesen, wenn es darum geht, heftigere Ausschläge bei den Markterwartungen des Dollarkurses zu dämpfen . Sofern die Wechselkurse wieder unter grösseren Druck gerieten, müsste dieses monetäre Instrument möglicherweise erneut seine Probe bestehen . Der Wechselkursmechanismus des EWS hat den jüngsten Dollarkursschwankungen gut widerstanden, insbesondere wegen der Koordinierung der Interventionen und dem aktiven Einsatz des Zinsgefälles, der auf die Vereinbarungen von Basel/Nyborg zurückgeht .
3 . Haushaltspolitik Für die Haushaltspolitik haben die mittelfristigen Ziele nach wie vor Vorrang . Die Verwirklichung dieser Ziele sollte zu :iner Stabilisierung der Erwartungen und einer effizienteren Gestaltung der öffentlichen Finanzen führen, so daß das Anwachsen der öffentlichen Schuld in Grenzen gehalten werden kann .
Eine erste Gruppe von Zielen hängt mit der tatsächlichen Vollendung des Binnenmarktes der Gemeinschaft zusammen . Der Standpunkt, daß die Annäherung der indirekten Steuern eine Vorbedingung für die volle Beseitigung der Beschränkungen des freien Waren - und Dienstleistungsverkehrs ist, findet bereits Unterstützung . In einigen Fällen wird dies als mit den inländischen Prioritäten für die Haushaltspolitik in Konflikt stehend angesehen . Rasche Fortschritte bei den derzeitigen Diskussionen über dieses Thema sind wichtig, um den unwiderrufichen Charakter der Vollendung des Binnenmarktes erneut zu bestätigen .
Ausserdem könnte bei voller Freizuegigkeit der Kapitalverkehr stärker durch steuerliche Erwägungen beeinflusst werden . Bei Verabschiedung der neuen Richtlinien zur Liberalisierung des Kapitalverkehrs wurde daher vereinbart, daß die Zeit bis zur Durchführung der Richtlinie dazu genutzt werden sollte, um im Rat Maßnahmen zur Beseitigung oder Verringerung der Gefahr von Verlagerungen, Umgehungen und Steuerhinterziehungen zu beschließen, die mit den unterschiedlichen Systemen der einzelnen Staaten zur Besteuerung der Ersparnis und der unterschiedlichen Kontrolle ihrer Anwendung zusammenhängen .
Ein weiteres mittelfristiges Ziel der Haushaltspolitik, das für die Stärkung des wirtschaftlichen und monetären Zusammenhalts der Gemeinschaft wesentlich ist, ist die Notwendigkeit einer zunehmenden Konvergenz der Haushaltssalden durch den Abbau der Defizite in den Ländern, in denen sie am grössten sind . Die Notwendigkeit eines besseren Gleichgewichts zwischen Investitionen und inländischer Ersparnis muß ebenfalls berücksichtigt werden . In dieser Hinsicht konnten 1988 offensichtlich keine oder nur geringe Fortschritte erreicht werden . In zwei Ländern - Italien und Griechenland - dürfte das Haushaltsdefizit immer noch etwa 10 % oder mehr des BIP und damit über 6 Prozentpunkte mehr ausmachen als im Gemeinschaftsdurchschnitt . In diesen beiden Ländern wie auch in Belgien, Irland, den Niederlanden und Portugal erfordern das ohrtehin schon hohe Niveau der öffentlichen Verschuldung wie auch die hohen Zinslasten anhaltende Bemühungen zur Rückführung der Haushaltsdefizite .
TABELLE 16 Finanzierungsdefizit des Staaten ( in % des BIP ) B DK D GR E F IRL I L NL P UK EUR 12 1987 -7,2 2,1 -1,8 -9,5 -3,6 -2,5 -9,1 -10,5 5,2 -6,3 -8,4 -1,4 -4,2 1988 (;) -7;/4 1 -2;/4 -12 -3 -2 -6;/2 -10 5;/4 -5;/4 -8;/4 -;/4 -3=/4 1989 (;) -6;/2 1;/4 -1;/4 -13;/4 -3 -1=/4 -6 -10 6;/4 -4;/2 -7=/4 0 -3;/2 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 . TABELLE 17 Öffentliche Schuld (;) ( in % des BIP ) B DK D GR E F IRL I L NL P UK EUR 12 1980 75,7 33,5 32,7 28,8 18,2 24,6 76,8 58,5 13,8 46,0 46,4 (=) 52,2 42,6 (=) 1984 110,7 67,0 41,4 53,2 41,2 31,8 102,1 77,1 14,8 66,1 61,4 58,4 54,0 1988 ($) 127,4 57,8 45,0 69,4 48,0 37,2 123,3 96,6 14,7 79,4 78,8 49,3 60,0 (;) Öffentlicher Sektor; für Belgien und die Niederlande ohne Sozialversicherung; für Griechenland und Irland nur nationale öffentliche Haushalte .
($) Vorausschätzungen der Kommissionsdiensstellen, September/Oktober 1988 .
(=) 1981.Die voraussichtliche Entwicklung der Haushaltsdefizite im Jahr 1989 gibt noch in anderer Hinsicht Anlaß zur Besorgnis : Bei den derzeitigen Tendenzen trägt die Haushaltspolitik offensichtlich nichts zum aussenwirtschaftlichen Anpassungsprozeß bei .
Unter den Überschußländern dürfte das Haushaltsdefizit 1989 nur in Deutschland sinken, und zwar um O,5 bis 1 Prozentpunkt . Mittelfristig gesehen muß die deutsche Finanzpolitik weiterhin darauf gerichtet bleiben, die Angebots - und Nachfragebedingungen zu verbessern . Die Inlandsnachfrage sollte jedoch weiterhin rascher ansteigen als das gesamtwirtschaftliche Produktionspotential, um die Verlagerung zum von der Binnennachfrage induzierten Wachstum zu verstärken . Unter diesen Umständen ist es zu begrüssen, daß die letzte Stufe der Steuerreform im Januar 1990 durchgeführt wird, was das unternehmerische Verhalten wie auch die Nachfrage positiv beeinflussen wird .
TABELLE 18 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) -5,0 -4,8 -4;/2 -4 -2,8 -3,0 -3;/4 -2;/4 -6,3 -5,7 -5;/4 -5;/4 (;) Vorausschätzungen dcr Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988 .
($) Belgien, Deutschland, Irland, Luxemburg, Niederlande .
(=) Dänemark, Frankreich, Italien . Ein weiteres Ziel der Haushaltspolitik ist die gleichzeitige Verbesserung der Angebots - und Nachfragebedingungen . Dabei geht es nicht nur um den Umfang von Haushaltsdefiziten, sondern auch um die Anstrengungen, die mehrere Mitgliedstaaten immer noch unternehmen müssen, um ihre öffentlichen Ausgaben neu auszurichten und um das produktive System durch rentable öffentliche Investitionen und eine Verringerung und Reform der Steuern und steuerähnliche Abgaben zu stärken .
Das gegenüber den Erwartungen raschere Wachstum und der durch die unerwartet hohen Einnahmen verschaffte Spielraum sollten für ein entschlossenes Vorgehen in diesem Bereich genutzt werden . Insbesondere muß in praktisch allen Mitgliedstaaten das System der Subventionen von Grund auf neu durchdacht werden, nicht zuletzt, um die wettbewerbspolitischen Spannungen im Zuge der Vollendung des Binnenmarktes auf ein Mindestmaß zu begrenzen . Die in mehreren Mitgliedstaaten begonnene Überprüfung der Zuschüsse und Steuererleichterungen für Wohnungseigentum sowie der Mietpreisbindungen sollte auf breiter Basis erfolgen .
TABELLE 19 1983 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) 24,8 25,2 25,6 25,8 25,8 14,7 14,5 14,6 14,5 14,4 3,8 3,8 3,5 3,4 3,4 43,3 43,6 43,7 43,6 43,6 44,9 44,7 44,4 43,9 43,5 18,9 18,4 18,5 18,3 18,1 17,7 17,3 17,1 17,1 17,0 4,4 5,1 4,9 4,8 4,8 3,9 3,9 3,9 3,7 3,6 2,9 2,8 2,7 2,8 2,8 0,9 0,9 0,8 0,8 0,8 48,6 48,4 47,9 47,4 47,1 -5,3 -4,8 -4,2 -3,8 -3,5 (;) Vorausschätzungen der Kommissionsdenststellen, September/Oktober 1988 .
($) Staat : in der Definition des ESVG, die die Sozialversicherungsträger einschließt .
(=) Summe der Transfers an Unternehmen, an den Rest der Welt und sonstige Transfers.Es wird erwartet, daß die laufenden öffentlichen Ausgaben in % des BIP im Gemeinschaftsdurchschnitt nur leicht zurückgehen . Einige Länder, vor allem Griechenland, Italien und Portugal und zum Teil auch Belgien und die Niederlande, haben nach wie vor Probleme, den spontanen Anstieg ihrer öffentlichen Ausgaben in Grenzen zu halten .
Der Rationalisierung der Steuersysteme und Senkung der direkten Steuern wurden in vielen Mitgliedstaaten ein hoher Rang eingeräumt, und es sind bereits bedeutende Ergebnisse erzielt worden . Trotz dieser Bemühungen werden sich im Gemeinschaftsdurchschnitt die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in % des BIP nicht vermindern . Das Vereinigte Königreich war bei der Steuerreform führend, doch wurden wichtige Reformen auch in Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien und den Niederlanden durchgeführt oder sollen demnächst durchgeführt werden . In Frankreich wurden die Einkommensteuern 1987 und 1988 gesenkt und das System zur Besteuerung der wirtschaftlichen Tätigkeit vereinfacht . Darüber hinaus haben manche Mitgliedstaaten Schritte zur Änderung der indirekten Steuern und Kapitalertragsteuern in einer Weise eingeleitet, die die Steuerharmonisierung innerhalb der Gemeinschaft erleichtern dürfte, obgleich in diesem Bereich noch viel zu tun bleibt . Ausserdem müsste offensichtlich in mehreren Mitgliedstaaten, vor allem in Griechenland und Italien, das System der Steuereinziehung modernisiert werden, um der Steuerflucht entgegenzuwirken und die Besteuerungsgrundlage bei Nichtlohneinkommen zu verbreitern . Werden in Ländern mit schwieriger Haushaltslage Steuerreformen eingeleitet, so muß dafür Sorge getragen werden, daß die Veränderungen im System nicht per Saldo mit steuerlichen Mindereinnahmen einhergehen; hier ließe sich Belgien als Beispiel anführen .
Die gegenwärtige günstigere Entwicklung darf nicht vergessen lassen, daß die öffentlichen Haushalte nach wie vor grossen Strukturproblemen gegenüberstehen . Von der Lösung dieser Probleme wird es nicht zuletzt abhängen, ob die Gemeinschaft in der Lage sein wird, ein kräftigeres Wachstum und eine höhere Beschäftigung zu erreichen und den vollen Nutzen aus der Vollendung des Binnenmarktes zu ziehen .
4 . Die Notwendigkeit einer stärkeren Koordinierung der Wirtschaftspolitik Die Notwendigkeit zur Koordinierung innerhalb der Gemeinschaft ergibt sich aus dem Vorhandensein verschiedener wirtschaftspolitischer Entscheidungszentren und aus dem bereits erreichten, sehr hohen Grad an wirtschaftlicher Interdependenz . Heute werden z . B . etwa 60 % des gesamten Warenhandels der Gemeinschaft zwischen den Mitgliedstaaten abgewickelt . Diese Interdependenz wird in Zukunft im Zuge der Vollendung des Binnenmarktes und der Integration der Finanzmärkte der Gemeinschaft weiter steigen . Ausserdem wird die Stärkung des sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalts in der Gemeinschaft ebenfalls spezifische Anforderungen an die Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten stellen, entsprechend den Erfordernissen von Artikel 130B .
Koordinierung ist nicht nur erforderlich, um Fortschritte bei der Verwirklichung der internen Ziele der Gemeinschaft zu erzielen . Sie ist auch notwendig, damit die Gemeinschaft ihr beträchtliches Gewicht zugunsten einer internationalen Zusammenarbeit einbringen und zu den notwendigen Anpassungen in der Weltwirtschaft beitragen kann . Mit einer Bevölkerung von über 320 Millionen ist nämlich die Gemeinschaft die grösste Wirtschaftszone der industrialisierten Welt . Zudem erzeugt sie ungefähr ein Viertel des Weltsozialprodukts ( im Vergleich zu knapp über einem Fünftel in den USA und einem Zehntel in Japan ). Ausserdem vereinigt sie einen grösseren Anteil des Welthandels auf sich als irgendeine andere Wirtschaftszone .
Ein zunehmend höherer Grad an Wechselkursstabilität zwischen den Mitgliedsländern würde das Funktionieren des Binnenmarktes verbessern . Unsicherheit über Entwicklungen bei den Wechselkursen, die nicht auf veränderte wirtschaftliche Grunddaten zurückgehen und die Wettbewerbsbedingungen verzerren, können den Handel und die regionale Allokation von Investitionen beeinträchtigen . Das derzeitige monetäre System der Gemeinschaft ist charakterisiert durch einen Wechselkursmechanismus, der - auch wenn er bis heute einen zufriedenstellenden Grad an Wechselkursstabilität sichergestellt hat - nur acht der zwölf europäischen Währungen umfasst . Der monetäre Zusammenhalt würde durch die Beteiligung aller Mitgliedstaaten am Wechselkursmechanismus zum angemessenen Zeitpunkt und, im Zusammenhang damit, der Beteiligung aller Währungen an der Definition des ECU weiter verstärkt werden . Eine verstärkte Rolle des ECU wird ebenfalls einen wünschenswerten Beitrag zum monetären Zusammenhalt der Gemeinschaft leisten . i ) Eine zunehmende Bedeutung des ECU als Reservewährung wird dazu führen, die von und nach aussen strömenden Kapitalbewegungen gleichmässiger zwischen den Mitgliedswährungen zu verteilen und dazu beitragen, die Wechselkurse innerhalb der Gemeinschaft und insbesondere zwischen den am Wechselkursmechanismus teilnehmenden Ländern zu stabilisieren . ii ) Eine zunehmende Bedeutung des ECU könnte ähnlich wie die Abschaffung anderer Schranken Transaktionskosten reduzieren und damit zur Verwirklichung des Binnenmarktes beitragen . iii ) Eine stärkere Verwendung des ECU bei der Kreditaufnahme der Mitgliedsländer und der Gemeinschaftsinstitutionen würde den ECU-Markt in Umfang und Vielfalt erweitern .
Eine enge geldpolitische Zusammenarbeit ist wesentlich, damit Wechselkursanpassungen seltener werden und der Veränderung der wirtschaftlichen Grundbedingungen entsprechen . Eine solche Koordinierung existiert schon weitgehend zwischen den Mitgliedstaaten, die am EWS-Wechselkursmechanismus teilnehmen . In den vergangenen Jahren wurden hier wesentliche Fortschritte erzielt . So besteht zwischen den Mitgliedstaaten ein grösserer Konsens in bezug auf den Rang des binnenwirtschaftlichen Stabilitätsziels . Gemessen an der Vergangenheit ist die Konvergenz der Inflationsraten hoch . Zusätzlich haben die Vereinbarungen von Basel/Nyborg nicht nur die Mechanismen des Systems verbessert, sondern sie stellen ausserdem auch einen Schritt in Richtung auf einen kooperativen Ansatz beim Management der Geld - und Wechselkurspolitik dar .
Solch ein kooperatives Management ist notwendig . Mit Sicherheit profitiert jedes am Wechselkursmechanismus teilnehmende Land von der aussenwirtschaftlichen Stabilität . Allerdings geht mit dieser Teilnahme ein gewisser geldpoli-tischer Autonomieverlust einher . Der Erfolg des EWS schafft die Voraussetzungen für weitere Integrationsfortschritte und erfordert gleichzeitig engere Koordinierung . Die Gemeinschaft kann diese Entwicklung nicht ignorieren, ohne daß das schon Erreichte insgesamt untergraben würde. Die völlige Liberalisierung der Kapitalbewegungen innerhalb der Gemeinschaft bis zum 1 . Juli 1990 Grössere Disziplin und bessere Konvergenz in anderen Bereichen der Wirtschaftspolitik, insbesondere auf dem Gebiet der öffentlichen Finanzen, sind ebenfalls erforderlich, um die Gefahr eines Konflikts zwischen Wechselkursstabilität und inländischen geldpolitischen Zielen zu verringern . Solange der Zustand der öffentlichen Finanzen so unterschiedlich bleibt wie gegenwärtig ( mit Defiziten und Überschüssen zwischen - 13 % und + 1 % und einer öffentlichen Schuld zwischen 15 % und 140 % des BIP ), werden die Märkte weiterhin befürchten, daß sich die Konvergenz in Richtung auf eine bessere Preis - und Wechselkursstabilität sowie auf mit einem mittelfristigen Gleichgewicht besser vereinbare Zinssätze wieder umkehren könnte . Die von den Märkten verordnete Risikoprämie wird sonst in den schwächeren Ländern unter Umständen Spannungen auslösen und die für die Gemeinschaft neuerdings charakteristische Stabilität wieder unterminieren .
Eine effiziente und glaubwürdige Koordinierung ist nicht nur eine Frage der Prozedur, sondern hängt vom Konsens über die wesentlichen Zielsetzungen ab . Hier handelt es sich um :
- Preisstabilität und nach unten gerichtete Konvergenz der Inflationsraten . Die dabei erzielten Fortschritte stellen eine wertvolle Errungenschaft dar, die nicht in Frage gestellt werden darf, da Preisstabilität eine Voraussetzung für die Erreichung der anderen wirtschaftlichen Ziele ist .
- Die mittelfristige Vereinbarkeit der Leistungsbilanzsalden . Auf diesem Gebiet sind die Probleme komplexer . Länder mit grösserem Aufholbedarf und/oder besseren Investitionsmöglichkeiten können normalerweise über einen längeren Zeitraum gegenüber dem Rest der Welt in einer Defizitsituation bleiben .
Für den mittelfristigen Zusammenhalt in der Gemeinschaft ist es jedoch wesentlich, daß die Defizite dieser Länder durch private, gewinninduzierte Kapitalzufluesse finanziert werden; wo es angemessen ist, sollten sie durch Gemeinschaftsmittel ergänzt werden . Dabei müssen zusätzlich die Voraussetzungen geschaffen werden, die es anschließend ermöglichen, die Auslandsschulden durch zusätzliche Exporte zu bedienen . Sind diese Bedingungen nicht gegeben, so sind vor allem die Wechselkurs - und die Geldpolitik stark gefordert, um die Wechselkursstabilität zu sichern . Bei andauernden Spannungen werden freilich die Überschußländer auf die Dauer mit dem Ziel interner Preisstabilität in Konflikt geraten bzw . wird in den Defizitländern ein erdrückendes Zinsniveau erforderlich .
Also muß auch ein grösserer Konsens über die Grundlinien der gesamten Wirtschaftspolitik erreicht werden . Hier gilt es sicherzustellen, daß interne und externe monetäre Stabilität in vollem Umfang zu den Wachstums - und Beschäftigungszielen in der Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten beitragen . Der Jahreswirtschaftsbericht und die hier entwickelte wirtschaftspolitische Gemeinschaftsstrategie sollten als ein Versuch angesehen werden, diesen wirtschaftspolitischen Grundkonsens weiter zu stärken .
D . SITUATION, AUSSICHTEN UND POLITIKEN IN DEN MIIGLIEDSLÄNDERN BELGIEN Finanzielle Ungleichgewichte werden verringert, doch bedarf es weiterer Fortschritte Die Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts hat in Belgien in den letzten Jahren - wenn auch allmählich Fortschritte gemacht . Zwischen 1981 und 1987 ist der Kreditbedarf des Staates substantiell verringert worden, und der Aussenbeitrag hat sich von einem hohen Defizit in einen ansehnlichen Überschuß verwandelt . Obgleich das nominale Haushaltsdefizit zurückgeführt werden konnte, ist doch die öffentliche Schuld im Verhältnis zum BIP weiter rasch angewachsen . Gleichzeitig hat die Zunahme des Schuldendienstes den Spielraum für eine Erhöhung der übrigen Ausgaben ( ausser Zinsen ) wesentlich reduziert . Im Jahr 1988 konnte die Regierung die Entwicklung des Defizits im vorgesehenen Rahmen halten, was zum Teil den über die Erwartungen hinausgehenden Steuereinnahmen zu verdanken war .
(;) Ausgenommen Spanien, Irland, Portugal und Griechenland, für die bis Ende 1992 Übergangsregelungen gelten, sowie Belgien und Luxemburg, denen bis zu diesem ZeitPunkt gestattet ist, ihre gespaltenen Wechselkurse beizubehalten .
Wichtig für die Wirtschaftspolitik der letzten Jahre waren eine Reihe von Maßnahmen, mit denen das Niveau der Lohnkosten im Verhältnis zu den Konkurrenten konstant gehalten und dadurch die Beschäftigung im Privatsektor angeregt werden sollte . Die Flexibilität des Arbeitsmarktes wurde durch Maßnahmen zur Reform der großzuegigen Arbeitslosenunterstützung und durch verschiedene Ausbildungsmaßnahmen usw . vergrössert, während die Anpassung der Arbeitszeit die Beschäftigungszunahme erleichtert hat.Die weltweite Belebung der Wirtschaftstätigkeit im Jahr l988 hat sich für Belgien besonders günstig ausgewirkt : In diesem Jahr wird wahrscheinlich das höchste Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Leistung seit 1980 und ein starker Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen sein . Wie in anderen Mitgliedstaaten auch steht der Konjunkturaufschwung auf einer breiten Grundlage, da sich gleichzeitig das Investitionsklima erheblich verbessert hat .
N.ach den derzeitigen Tendenzen und Aussichten wird die Konjunkturerholung wahrscheinlich bis weit in das Jahr 1989 hinein mit einem weiteren Wachstum von Produktion und Beschäftigung und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit anhalten . Die Inflation dürfte sich etwas erhöhen, jedoch immer noch hinter dem EG-Durchschnitt zurückbleiben; der Leistungsbilanzueberschuß wird voraussichtlich nicht sinken .
Eine Stabilisierung des Verhältnisses zwischen öffentlicher Schuld und BIP erfordert auch weiterhin eine energische Haushaltskonsolidierung trotz günstiger wirtschaftlicher Aussichten erfordert ein Abbau des Haushaltsdefizits im Jahr 1989 eine strikte Überwachung der Ausgabenentwicklung, und zwar schon wegen einer gewissen Tendenz des Zinsanstiegs in den vergangenen Monaten . Darüber hinaus wird sich das Verhältnis zwischen öffentlicher Verschuldung und BIP noch weiter deutlich erhöhen . Um dieses Verhältnis in den darauffolgenden Jahren zu stabilisieren, wird der Kreditbedarf des Staats weiter erheblich zurückgeführt werden müssen . In diesem Zusammenhang sollten die in der Regierungserklärung für den Zeitraum nach 1989 angekundigten Ziele, nämlich realunveränderte Ausgaben ( ohne Zinsen ) und ein in absoluten Zahlen unverändertes nominales Defizit erlauben, den Anstieg der Kosten des Schuldendienstes zum Stillstand zu bringen .
Daher muß der Kurs der Haushaltspolitik noch auf einige Zeit hinaus restriktiv bleiben . Somit darf die Steuerreform in keiner Weise zu einem Anstieg des Haushaltsdefizits führen . Die gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate wird daher hauptsächlich durch die Vitalität des Privatsektors und insbesondere seine Bereitschaft zur Ausweitung der Produktionskapazität und Beschäftigung bestimmt . Die Ratsbeschlüsse zur Vollendung des Binnenmarktes haben den belgischen Unternehmen neue günstige Perspektiven eröffnet .
Um diese neuen Chancen voll nutzen zu können, sollte der Strukturanpassung, der Erhöhung von Flexibilität und Mobilität des Arbeitsmarktes, der Bildung und Berufsausbildung in den kommenden Jahren ein hoher politischer Stellenwert eingeräumt werden . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) BELGIEN ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privatm Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des Privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 10 . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstätigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozent der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M 2 N .
(§) Niveaus .
1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 9,2 9,3 8,8 6,0 7,3 7,0 6,0 3,5 4,6 5,0 4,9 2,0 1,5 0,1 2,1 1,4 2,3 1,8 2,9 2,2 4,1 7,1 7,1 5,9 5,0 5,5 3,7 1,6 1,6 2,8 5,1 -0,6 -1,7 -4,2 2,1 1,0 6,5 5,2 7,3 2,7 : -1,2 -5,6 -6,3 -5,9 -0,3 2,0 3,0 7,1 0,8 : 2,1 6,0 -2,8 13,4 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 21,8 21,3 17,3 16,3 16,1 15,7 16,1 15,7 16,1 16,6 17,6 17,8 : 3,7 3,4 3,0 2,6 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7 : 17,6 13,9 13,3 13,5 13,5 14,1 14,7 15,8 16,1 4,8 1,7 0,9 -2,3 2,1 1,3 3,2 2,4 3,1 2,1 -0,1 -0,1 0,6 -4,0 -0,7 -1,3 -0,7 -0,9 -0,7 -0,5 0,0 0,1 0,3 -3,6 0,3 -0,9 -0,7 -0,9 -0,7 -0,6 3,7 7,8 7,6 6,8 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 8,9 11,0 7,9 6,0 6,1 4,8 3,8 3,3 2,2 3,8 5,1 3,0 0,3 -0,8 0,3 -0,4 3,0 1,6 0,9 1,3 4,6 3,6 0,8 0,1 1,0 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 4,3 2,2 2,9 1,2 2,1 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 100,0 111,5 112,5 111,2 110,0 108,6 107,3 107,4 106,2 105,8 0,3 1,4 -2,1 -1,1 -1,1 -1,3 -1,1 0,1 -1,1 -0,5 : : : : : : : : : :
100,0 112,9 91,9 89,6 88,3 89,5 93,9 97,0 94,0 :
-0,3 0,3 -11,4 -2,5 -1,5 1,3 4,9 3,3 -3,1 :
100,0 109,8 91,6 90,6 91,2 92,7 94,9 96,3 93,9 :
-0,7 0,3 -9,9 -1,0 0,7 1,6 2,4 1,4 -2,4 :
0,6 -0,2 -1,3 -1,1 0,0 0,8 1,0 0,3 1,2 0,7 2,2 7,4 13,0 14,3 14,4 13,6 12,6 12,3 11,5 11,0 1,1 -1,6 -3,5 -0,5 -0,2 0,7 2,6 1,9 1,8 1,9 : -6,6 -10,9 -11,2 -9,3 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 : 67,5 95,3 105,0 110,7 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 : 4,8 9,2 9,4 9,9 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 10,1 11,1 7,5 7,1 6,2 6,7 10,7 9,9 : :
6,5 9,9 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,9 :DÄNEMARK Allmähliche Rückkehr zu stabileren Bedingungen, allerdings um den Preis starker Produktionseinbussen Nachdem die ernste Verschlechterung des aussenwirtschaftlichen Gleichgewichts 1986 ihren Höhepunkt erreicht hatte, wurde die Situation der dänischen Wirtschaft in den Jahren 1987 und 1988 allmählich wieder tragbarer . Dank einer erheblich rigoroseren Haushaltspolitik und bestimmter Maßnahmen zur Anregung der Spartätigkeit der privaten Haushalte schrumpfte die reale Binnennachfrage sowohl 1987 als auch 1988 stark, und das Leistungsbilanzdefizit verringerte sich von 5,2 % des BIP im Jahre 1986 auf rund 2,4 % im Jahre 1988 .
Der Anpassungsprozeß wurde allerdings durch die Lohnabschlüsse des Jahres 1987 erschwert, die nicht nur erhebliche Erhöhungen der Stundenlohnkosten, sondern auch Arbeitszeitverkürzungen brachten, die den Kostendruck noch vergrösserten und zu einer signifikanten Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der dänischen Unternehmen führten . Im folgenden wurden kostendämpfende steuerliche Maßnahmen beschlossen, die den Exporteuren bis zu einem gewissen Grade einen Ausgleich für die höheren Lohnkosten brachten, doch hat die Fähigkeit der dänischen Wirtschaft zur Fortsetzung des beschäftigungswirksamen Wachstums, das im Zeitraum 1982-1985 zu beobachten war, deutlich gelitten, und die Arbeitslosigkeit nimmt wieder zu .
Vor diesem Hintergrund werden die aussenwirtschaftlichen Zwänge auch 1989 eine strenge Kontrolle des Wachstums der Binnennachfrage erfordern . Obgleich sich Volumen und Wert des Aussenbeitrags weiter etwas verbessern könnten, dürfte das BIP wohl nicht um mehr als l,5 % wachsen . Die Beschäftigtenzahl dürfte sich nur wenig erhöhen, hauptsächlich infolge der kürzeren Arbeitszeit. Daher könnte die Arbeitslosenquote weiter ansteigen .
Geringerer Spielraum für makroökonomische Instrumente zur Nachfragesteuerung : Ein politisches Dilemma Obgleich sich der Haushaltssaldo des Staates seit 1986 etwas verschlechtert hat, dürfte sich doch ( obgleich das reale BIP nicht höher sein wird als vor drei Jahren ) 1989 ein Überschuß von etwa 1 % des BIP ergeben . Somit bildet das Aussendefizit das Gegenstück zu der defizitären Ersparnis des Privatsektors, insbesondere der niedrigen Spartätigkeit der privaten Haushalte . Während die öffentlichen Ausgaben auch künftig streng begrenzt werden müssen, ist es doch politisch und wirtschaftlich gesehen schwierig, den Haushaltsüberschuß weiter ansteigen zu lassen, so daß besser andere politische Instrumente herangezogen werden sollten, nämlich die Geldpolitik und die mikroökonomische Politik, um das Aussendefizit auf ein tragbares Niveau zurückzuführen . Der Spielraum für den Einsatz geldpolitischer Instrumente zu Stabilisierungszwecken ist allerdings durch die EWS-Verpflichtungen und den breiten Raum, den kompensierende Kapitalbewegungen einnehmen können, eingeengt . Zinserhöhungen ( zur Belebung der inländischen Ersparnis ) könnten ( und würden höchstwahrscheinlich ) Kapitalimporte und einen Aufwertungsdruck auf die dänische Krone auslösen .
Da somit der Verwendung der Geld - und Haushaltspolitik für Zahlungsbilanzzwecke enge Grenzen gesetzt sind ( was eine normale Folge der derzeitigen Währungsintegration ist ), wird der Arbeitsmarkt in zunehmendem Masse die Hauptlast der Anpassung tragen müssen . Daher ist es noch notwendiger als zuvor, daß sich die Lohnabschlüsse auf einem Niveau halten, das mit dem aussenwirtschaftlichen Gleichgewicht und einer anhaltenden Zunahme der Beschäftigung vereinbar ist .
Bei dieser Veränderung der allgemeinen makroökonomischen Rahmenbedingungen kommt allerdings der mikroökonomischen Politik wachsende Bedeutung zu . Daher dürften weitere Schritte zur Beseitigung der Anreize zur Verschuldung, zur Belebung der Sparbildung aus Lohneinkommen ( beispielsweise über eine Art der Gewinnbeteiligung ), zur stärkeren Anpassung der Lohnabschlüsse an regionale und branchenspezifische Bedingungen und zur Verstärkung der Arbeitsmarktflexibilität im allgemeinen in Dänemark noch dringlicher als in vielen anderen Mitgliedstaaten sein . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) DÄNEMARK ( jährliche Veränderung in ProzentA, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preis 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Brvttoanlageirtvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preisen des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl. mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 10 . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSIAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989; Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozent der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M2 .
(§) Niveaus .
1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 11,7 11,3 13,9 10,4 9,4 9,7 8,4 3,9 4,3 4,8 4,3 1,2 3,0 2,5 3,5 4,2 3,4 -1,0 0,0 1,7 7,0 10,0 10,6 7,6 5,7 5,3 4,9 5,0 4,3 3,1 6,5 -5,3 7,1 1,9 10,5 11,9 16,8 -8,9 -4,1 0,1 : -6,6 -1,3 1,9 7,7 7,7 19,3 -1,0 -4,4 -3,1 : -0,6 19,8 2,3 14,3 15,4 14,8 -18,0 -3,4 4,5 24,0 20,9 16,1 16,0 17,1 18,5 20,4 18,5 17,7 17,3 : 3,6 2,8 2,3 1,9 2,2 1,7 2,1 2,3 1,9 : 17,3 13,2 13,7 15,2 16,3 18,7 16,4 15,3 15,4 4,6 0,0 3,5 1,4 4,1 5,7 5,7 -3,2 -1,4 0,7 0,1 -1,7 3,2 -0,6 0,5 2,9 1,8 -6,5 -5,1 -1,9 0,2 -1,4 3,1 -0,1 2,0 3,6 1,9 -6,7 -5,2 -2,1 6,6 11,0 10,2 6,8 6,5 4,9 3,6 4,1 4,8 3,7 10,7 11,4 11,9 8,2 5,1 4,5 4,7 8,2 4,5 2,5 3,8 0,4 1,5 1,3 -1,3 -0,3 1,0 4,0 -0,4 -1,1 3,4 1,3 1,2 0,5 -0,6 -0,7 -0,2 3,0 0,1 -0,5 3,2 1,1 2,6 2,2 1,7 1,2 1,0 -2,2 0,3 1,5 100,0 101,9 99,2 97,5 95,3 93,5 92,4 97,3 97,1 95,1 0,2 0,3 -1,3 -1,7 -2,3 -1,9 -1,2 5,3 -0,2 -2,0 : : : : : : : : : :
100,0 116,7 99,6 100,6 97,0 97,8 103,7 116,0 115,6 :
2,2 -1,2 -2,5 1,0 -3,5 0,8 6,1 11,9 -0,4 :
100,0 113,1 98,6 100,9 100,7 102,0 104,5 113,8 114,8 :
1,7 -1,2 -0,9 2,3 -0,2 1,3 2,4 9,0 0,9 :
1,1 0,2 0,4 0,3 1,7 2,9 2,3 1,1 -0,3 0,2 1,1 5,9 9,3 10,1 9,9 8,7 7,4 7,6 8,5 9,0 -2,0 -3,5 -4,2 -2,6 -3,3 -4,7 -5,1 -3,0 -2,5 -2,3 : -1,4 -9,1 -7,2 -4,1 -2,0 3,1 2,1 0,9 1,4 : 22,3 53,1 62,6 67,0 65,3 59,8 58,4 57,8 56,4 : 2,6 6,0 8,1 9,6 9,8 8,8 8,3 7,9 7,4 10,6 11,4 11,4 25,4 17,8 15,8 8,4 4,4 : :
9,0 16,4 20,5 14,4 14,0 11,6 10,5 11,9 10,8 :BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND Nach der Anpassung an den niedrigeren US-Dollar-Kurs hat für die deutsche Wirtschaft eine neue Phase rascheren Wachstums und steigender Beschäftigung begonnen Nach einer schwierigen Zeit der Anpassung an die Auswirkungen des scharfen US-Dollar-Kursverfalls und insbesondere einer zwei Jahre langen Stagnation des Ausfuhrvolumens setzte für die deutsche Wirtschaft Anfang 1988 eine Phase ein, in der sich Wirtschaftstätigkeit und Konjunkturklima kräftig erholten . Zwar war bereits im Laufe des Jahres 1987 eine gewisse Stärkung zu verzeichnen, doch entwickelten sich die Investitionen, teilweise unter dem Einfluß des Börsenkrachs und dem rapiden Verfall des US-Dollar-Kurses, bis zum Jahresende nur zögernd . Seit der ersten Jahreshälfte 1988 wiesen jedoch alle Frühindikatoren steil nach oben .
Die Kräftigung der Wirtschaftstätigkeit im Jahre 1988 ist sowohl auf die Binnennachfrage, die durch die Wirtschaftspolitik ( Steuerermässigungen zu Beginn des Jahres, das besondere mehrjährige Investitionskredit-Programm für Gemeinden und eine verhältnismässig akkommodierende Geldpolitik ) gefördert wurde, als auch auf eine deutliche Zunahme der Auslandsaufträge zurückzuführen, die durch ein verbessertes Investitionsklima in anderen Ländern unterstützt wurde . Dies wiederum hat zu einer beträchtlichen Zunahme der privaten Investitionert und der Einfuhren geführt . Für das gesamte Jahr 1988 wird das Wachstum des BIP nunmehr auf etwa 3,25 % und damit einen Punkt mehr geschätzt, als noch vor sechs Monaten angenommen wurde, und 1,25 Punkte mehr als 1987 .
Die Aussichten, daß sich der derzeitige, von den Investitionen induzierte Aufschwung in Deutschland fortsetzen wird, erscheinen insgesamt günstig : Das Wachstum der Bruttoanlageinvestitionen wird wahrscheinlich angeregt durch die steigende Kapazitätsauslastung und eine weitere Verbesserung der Rentabilität . Ausserdem wird das Wachstum nunmehr beschäftigungswirksamer, da das Rationalisierungsmotiv jetzt eine geringere Rolle spielt und eine Ausweitung der Produktionskapazitäten immer notwendiger wird . Andererseits wird die Zunahme des privaten Verbrauchs durch die Erhöhung der indirekten Steuern zum 1 . Januar 1989 etwas gebremst . Gleichwohl dürfte sich die Wachstumsrate der gesamtwirtschaftlichen Leistung von 1988 bis 1989 nur um etwa 0,75 Prozentpunkte verlangsamen . Obgleich die Beschäftigung 1989 ziemlich rasch zunehmen könnte, wird die Arbeitslosenquote möglicherweise nicht erheblich zurückgehen, da die Zahl der Arbeitskräfte sowohl infolge eines Anstiegs der Erwerbsquote als auch der Zuwanderungen aus Osteuropa stark zunehmen wird .
Da der derzeitige Aufschwung in beträchtlichem Masse durch die Auslandsnachfrage bewirkt wurde ( insbesondere die Zunahme der Investitionen in den übrigen EG-Mitgliedstaaten ), blieb der deutsche Aussenhandelsüberschuß 1988 dem Wert nach - obwohl er dem Volumen nach zurückging - hoch und dürfte auch 1989 nicht zurückgehen . Der deutsche Aussenhandelsüberschuß dient jedoch in hohem Masse zur Finanzierung von Auslandsinvestitionen und beeinträchtigt daher den internationalen Anpassungsprozeß nicht unmittelbar, solange sich die Kapitalabfluesse fortsetzen . Während andererseits die gesamte Leistungsbilanz der EG für 1989 ein geringes Defizit ausweisen dürfte, sind doch die Überschüsse und Defizite zwischen den Mitgliedstaaten ungleichmässig verteilt . Dies erscheint längerfristig als nicht tragbar, da manche Mitgliedstaaten versuchen werden, ihre Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland nicht weiter anwachsen zu lassen . Mittelfristig gesehen wird daher eine Hauptaufgabe für die deutsche Wirtschaftspolitik darin bestehen, die Rückkehr zu einem tragbareren Aussenbeitrag dadurch vorzubereiten, daß die binnenwirtschaftlichen Wachstumsimpulse bei einem möglichen Nachlassen des Wachstums der Auslandsnachfrage gewahrt bleiben .
Wirtschaftspolitische Probleme : Stärkung der binnenwirtschaftlichen Wachstumsfaktoren als Vorbereitung auf mittelfristige Ziele Obgleich die Ausfuhren eine Antriebskraft des Aufschwungs von 1988 waren, ist doch von den Nettoausfuhren kaum ein positiver Wachstumsbeitrag für 1990 und danach zu erwarten . Daher wird höchstwahrscheinlich die Stärkung der Inlandsnachfrage für das Wachstum des BIP und die Fähigkeit der deutschen Wirtschaft zur Fortsetzung der in den letzten Jahren beobachteten positiven Entwicklung der Beschäftigung entscheidend sein .
Das Ziel der deutschen Steuerreform ist eine Stärkung der Marktkräfte der Wirtschaft, indem die Tarifstruktur verbessert und die Steuerlast als Anteil am BSP reduziert wird . Heute erscheint die Steuersenkung von 1990, die nächste Phase der Reform, als eine willkommene Maßnahme, die Fortsetzung der dynamischen Entwicklung der Inlandsnachfrage zu einem Zeitpunkt zu gewährleisten, zu dem die derzeitige Aufwärtsentwicklung der Ausfuhren möglicherweise ihren Höhepunkt überschritten haben wird . Insgesamt bewirkt die Reform Steuerermässigungen im Umfang von etwa 1 % des BIP und kann zu einer Zunahme des Kreditbedarfs des Staates um etwa 0,7 Punkte oder auf 2,25 % des BIP führen . Dieser Umfang wäre mit einer im Verhältnis zum BIP stabilen öffentlichen Verschuldung im grossen und ganzen zu vereinbaren, zumal er in den folgenden Jahren abgebaut wird .
In der Geldpolitik, die der schwachen Konjunkturphase komodierend war ( was insbesondere eine beträchtliche Vergrösserung des Abstandes zwischen den langfristigen und kurzfristigen Zinssätzen einschloß ) wurde im Juni bis August 1988 als Reaktion auf die Festigung des US-Dollar auf den Devisenmärkten ein strafferer Kurs eingeschlagen . Die Entwicklung der Geldpolitik in den letzten Jahren lässt deutlich eine gewisse Flexibilität insbesondere angesichts der Turbulenzen auf den Devisenmärkten erkennen, ohne ihre mittelfristige Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen . Allerdings, solange es nicht zu unvorhergesehenen Turbulenzen an den Devisenmärkten kommt, sollte die Geldpolitik nunmehr stärker als 1986 und 1987 auf eine Stabilisierung der nakroökonomischen Bedingungen in der deutschen Wirt-schaft gerichtet sein und ihre Rolle als Eckpfeiler des EWS bekräftigen .
Zur Zeit erscheint die Haushalts - und Geldpolitik für 1989/90 im wesentlichen auf die Sicherung eines anhaltend stabilen, nichtinflationären Wachstums der deutschen Wirtschaft angelegt . Allerdings bleibt immer noch ein beträchtliches Wachstumspotential, das es zu nutzen gilt, insbesondere wenn man berücksichtigt, daß der vorhergesagte demographisch bedingte Rückgang der Zahl der Arbeitskräfte für die Jahre nach 1990 wahrscheinlich auf einige Zeit hinaus durch Zuwanderungen ausgeglichen werden dürfte . So bedarf es eines weiteren kräftigen Wachstums der Investitionen, weiterer Verbesserungen der Rentabilität und eines maßvollen Anstiegs der Reallöhne . Ausserdem besteht noch beträchtlicher Spielraum für Maßnahmen, die die Wirtschaft anpassungsfähiger machen können, insbesondere für eine Senkung der Subventionen . Unter aussenwirtschaftlichen Aspekten würde es sich empfehlen, daß Deutschland bei dem Prozeß der Verringerung der Subventionen und der Durchforstung der Regulierungen die Initiative übernimmt, namentlich im Hinblick auf die Vollendung des Binnenmarktes . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M 3 (§) Niveaus .
1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 9,2 9,3 8,8 6,0 7,3 7,0 6,0 3,5 4,6 5,0 4,9 2,0 1,5 0,1 2,1 1,4 2,3 1,8 2,9 2,2 4,1 7,1 7,1 5,9 5,0 5,5 3,7 1,6 1,6 2,8 5,1 -0,6 -1,7 -4,2 2,1 1,0 6,5 5,2 7,3 2,7 : -1,2 -5,6 -6,3 -5,9 -0,3 2,0 3,0 7,1 0,8 : 2,1 6,0 -2,8 13,4 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 21,8 21,3 17,3 16,3 16,1 15,7 16,1 15,7 16,1 16,6 17,6 17,8 : 3,7 3,4 3,0 2,6 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7 : 17,6 13,9 13,3 13,5 13,5 14,1 14,7 15,8 16,1 4,8 1,7 0,9 -2,3 2,1 1,3 3,2 2,4 3,1 2,1 -0,1 -0,1 0,6 -4,0 -0,7 -1,3 -0,7 -0,9 -0,7 -0,5 0,0 0,1 0,3 -3,6 0,3 -0,9 -0,7 -0,9 -0,7 -0,6 3,7 7,8 7,6 6,8 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 8,9 11,0 7,9 6,0 6,1 4,8 3,8 3,3 2,2 3,8 5,1 3,0 0,3 -0,8 0,3 -0,4 3,0 1,6 0,9 1,3 4,6 3,6 0,8 0,1 1,0 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 4,3 2,2 2,9 1,2 2,1 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 100,0 111,5 112,5 111,2 110,0 108,6 107,3 107,4 106,2 105,8 0,3 1,4 -2,1 -1,1 -1,1 -1,3 -1,1 0,1 -1,1 -0,5 : : : : : : : : : :
100,0 112,9 91,9 89,6 88,3 89,5 93,9 97,0 94,0 :
-0,3 0,3 -11,4 -2,5 -1,5 1,3 4,9 3,3 -3,1 :
100,0 109,8 91,6 90,6 91,2 92,7 94,9 96,3 93,9 :
-0,7 0,3 -9,9 -1,0 0,7 1,6 2,4 1,4 -2,4 :
0,6 -0,2 -1,3 -1,1 0,0 0,8 1,0 0,3 1,2 0,7 2,2 7,4 13,0 14,3 14,4 13,6 12,6 12,3 11,5 11,0 1,1 -1,6 -3,5 -0,5 -0,2 0,7 2,6 1,9 1,8 1,9 : -6,6 -10,9 -11,2 -9,3 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 : 67,5 95,3 105,0 110,7 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 : 4,8 9,2 9,4 9,9 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 10,1 11,1 7,5 7,1 6,2 6,7 10,7 9,9 : :
6,5 9,9 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,9 :GRIECHENLAND Wiederanstieg des Wachstums bei Erholung von Einkommen und Investitionen Während des zweijährigen Stabilisierungsprogramms, das in Griechenland seit Ende 1985 angewandt wurde, führte eine rigorose Einkommenspolitik zu substantiellen Reallohnsenkungen, die die Inlandsnachfrage drückten und zu einer Verlangsamung der Inflationsrate sowie einer Verbesserung der Leistungsbilanz beitrugen . Die Inlandsnachfrage wurde 1988 durch eine flexiblere Lohnpolitik und eine Belebung der privaten Investitionen gestärkt . Obgleich sich die reale Handelsbilanz etwas verschlechtert hat, wird für dieses Jahr doch ein reales Wachstum des BIP von über 2,5 % erwartet, das 1989 im gleichen Tempo anhalten könnte . Wegen des rascheren Lohnanstiegs in diesem Jahr konnten bei der Inflationsbekämpfung nur geringe Fortschritte erzielt werden, wobei allerdings die durchschnittliche Jahresrate auf fast 13 % gegenüber 1 6 % 1987 und 22 % 1986 abgesunken ist . Obgleich sich das Handelsdefizit etwas erhöhte, hat sich der Leistungsbilanzsaldo wegen hoher Einnahmen bei den unsichtbaren Leistungen weiter verbessert; das gesamte Leistungsbilanzdefizit wird durch die Zufluesse von privatem Kapital gedeckt .
Schwache Wirtschaftsleistungen seit dem Beitritt zur Gemeinschaft, doch Fortschritte seit 1985 Unter dem Gesichtspunkt der Konvergenz mit den EG-Partern war die Wirtschaftsentwicklung Griechenlands in den achtziger Jahren schwach . Das reale BIP pro Kopf ist im Verhältnis zum Gemeinschaftsdurchschnitt seit 1980 gesunken . Obgleich sich die griechische Inflationsrate seit 1986 verlangsamt hat, bleibt sie besorgniserregend und macht eine ständige allmähliche Abwertung der Drachme notwendig . Obgleich 1986 und 1987 eine gewisse Verbesserung eingetreten ist, wurden bisher nur unzureichende Fortschritte beim Abbau des Ungleichgewichts in den öffentlichen Finanzen erzielt, und das Staatsdefizit bleibt groß .
Gleichwohl wurden seit Ende 1985 sowohl unter dem Aspekt der Strukturen als auch der Stabilisierung beträchtliche Fortschritte erzielt . Die lohnkosten haben sich nur mässig erhöht, was - zusammen mit der Deregulierung der Warenmärkte - eine beträchtliche Verbesserung der Gewinne ermöglicht hat und dadurch zu einer Verstärkung der Investitionstätigkeit führte . Auch bei der Rationalisierung und Vereinfachung des Finanzsystems waren Fortschritte zu verzeichnen, indem für einheitliche Zinssätze und für positive Realzinsen gesorgt wurde; ausserdem wurde ein grosser Teil des Kreditbedarfs der öffentlichen Hand durch Verkäufe von Schuldtiteln an private Nichtbanken finanziert, was die monetäre Kontrolle erleichterte . Diese positiven Entwicklungen brachten es indessen mit sich, daß die Bedienung der öffentlichen Schuld kostspieliger und die Verringerung des fiskalischen Defizits noch erschwert wurde .
Notwendigkeit zur Fortsetzung des Strukturwandels und der Stabilitätspolitik Eine raschere Entwicklung und grössere Stabilität der griechischen Wirtschaft werden davon abhängen, wie die Strukturprobleme sowohl vom privaten als auch vom öffentlichen Sektor in Angriff genommen werden . Der Anfang, der mit der Deregulierung der Märkte gemacht wurde, muß durch eine weitere Förderung des Wettbewerbs auf den Finanz - und Warenmärkten fortgesetzt werden . Die Produktionsbasis muß durch die weitere Förderung der Privatinvestitionen verstärkt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Aussenhandelsergebnisse zu verbessern . Der Verringerung der öffentlichen Defizite, durch die ein grosser Teil der Ersparnis der griechischen Wirtschaft gebunden wird, muß Vorrang eingeräumt werden . Vor allem das Defizit bei den laufenden Haushaltsposten muß durch Beschränkung des Staatsverbrauchs und der Übertragungen und durch eine breitere und gerechtere Verteilung der Steuerlasten begrenzt werden . Auf diese Weise muß, insbesondere in Zusammenhang mit der deutlichen Ausweitung der Gemeinschaftsinterventionen durch die Strukturfonds und durch Kredite, Raum zur Finanzierung sowohl der privaten als auch der öffentlichen Infrastrukturinvestitionen geschaffen werden . Damit die erwünschten Wirkungen eintreten, darf dieses jedoch keine schädlichen Auswirkungen auf Kosten und Preise haben . Der Kreditbedarf der öffentlichen Hand sollte in den nächsten vier bis fünf Jahren stufenweise um mindestens 6 % des BIP gesenkt werden, und die Regierung hat die Absicht angekündigt, die zur Erreichung dieses Zieles erforderlichen Politiken einzuführen, namentlich das Budgetdefizit bereits 1989 um 2 % des BIP zu reduzieren . Zur Bekämpfung der Inflation muß auch die Lohnentwicklung streng kontrolliert werden, wobei die Reallohnerhöhungen hinter den Produktivitätsfortschritten zurückbleiben müssen . Schließlich muß an einer straffen Geldpolitik festgehalten werden . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) GRIECHENLAND ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6. Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex: 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11. Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M 3 (§) Niveaus .
GRIECHENLAND 1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 12,5 19,8 25,4 19,5 23,6 21,3 20,6 13,8 17,4 15,4 7,7 3,0 0,4 0,4 2,8 3,0 1,3 -0,4 2,8 2,1 4,5 16,3 25,1 19,1 20,3 17,8 19,0 14,3 14,3 13,0 10,0 -1,9 -1,9 -1,3 -5,7 5,1 -4,8 -3,2 8,8 8,0 : -2,0 -13,2 5,4 -6,9 2,9 -3,3 -5,0 9,0 8,0 : 0,5 14,1 -8,6 -4,1 7,6 -6,5 -0,9 8,5 8,0 22,7 22,9 19,9 20,3 18,5 19,1 18,5 17,6 18,2 19,2 : 0,5 2,9 3,3 4,1 4,4 4,1 3,4 3,4 3,5 : 22,4 17,0 16,9 14,3 14,7 14,4 14,2 14,8 15,7 8,2 2,1 3,5 0,8 -0,4 6,1 -0,5 0,2 3,5 3,0 3,1 0,2 3,6 -1,0 -3,8 3,3 -4,1 -3,1 0,0 0,5 3,3 0,4 3,2 -0,3 -2,6 3,8 -4,1 -3,1 0,0 0,4 3,5 16,9 21,2 18,2 18,3 18,7 22,2 15,8 13,3 12,8 10,2 21,2 27,8 21,3 22,3 22,6 15,7 12,5 17,0 14,0 6,5 3,7 5,4 2,6 3,4 3,3 -5,4 -2,9 3,2 1,1 5,5 4,2 2,2 1,9 1,7 4,1 -2,8 -1,6 2,4 0,9 8,2 1,7 1,2 -0,6 2,4 1,9 1,3 -0,3 1,7 1,3 100,0 96,3 105,8 108,5 107,7 109,9 105,5 104,1 104,7 104,3 -2,5 2,5 1,0 2,5 -0,7 2,1 -4,1 -1,3 0,6 -0,4 : : : : : : : : : :
100,0 78,7 86,7 82,7 81,9 80,0 69,6 72,0 :
-4,2 1,0 8,3 -4,7 -0,9 -2,3 -12,9 -1,0 4,5 :
100,0 75,9 87,3 84,8 86,4 84,5 71,4 69,1 72,8 :
-4,6 1,2 11,2 -2,9 1,8 -2,1 -15,5 -3,2 5,4 :
-0,5 1,3 -0,8 1,0 0,3 1,0 0,1 -0,1 1,0 0,7 0,0 0,5 5,8 7,8 8,1 7,8 7,4 7,4 7,4 7,6 -2,9 -1,7 -4,4 -5,0 -4,0 -8,2 -5,4 -3,4 -2,8 -3,7 : -1,4 -7,7 -8,3 -10,0 -13,6 -10,8 -9,5 -12,1 -13,3 : 26,8 38,7 44,3 53,2 62,6 64,6 66,7 69,4 73,9 : 1,9 2,6 3,7 4,6 5,4 5,7 7,3 8,1 9,3 18,2 25,1 29,0 20,3 29,4 26,8 19,0 24,8 : :
0,7 11,9 15,4 18,2 18,5 15,8 15,8 17,2 18,0 :SPANIEN Weiterhin dynamisches Wachstum, aber Ungewißheit über Inflation und Wettbewerbsstellung Nach der Rezession der Jahre 1975-1985, in denen die Investitionen stagnierten und die Arbeitslosenquote um 20 Prozentpunkte stieg ( von 2 % auf 22 %), befindet sich Spanien seit drei Jahren in einer Phase dynamischen Wachstums . Diese neue Dynamik ist weitgehend den günstigen Auswirkungen des Beitritts zur Gemeinschaft auf das Konjunkturklima zu verdanken . Aber auch andere Faktoren haben sich sehr positiv ausgewirkt, so der Ölpreisrückgang, der mässige Anstieg der Lohnkosten und die Haushaltskonsolidierung .
Infolge der allmählichen Stabilisierung der Wirtschaft konnte die Inflation erheblich zurückgeführt werden; der Deflator des privaten Verbrauchs ist von durchschnittlich ca . 15 % im Zeitraum 1975-1985 auf 5 % im Jahre 1987 gesunken . Die Wachstumsrate des BIP wird eine der höchsten unter den Mitgliedstaaten gewesen sein, und die Aussichten für eine Fortsetzung der Expansion im Jahre 1989 sind günstig .
Die Inlandsnachfrage dürfte weiter in raschem Tempo zunehmen, hauptsächlich wegen der dynamischen Investitionsentwicklung . Die Nachfrage kommt jedoch in beträchtlichem Masse den Einfuhren zugute, deren Zuwachsrate sehr hoch bleiben dürfte . Da die Ausfuhren langsamer steigen, dürfte sich der reale Aussenbeitrag erneut verschlechtern . Demnach wird die Wachstumsrate des BIP merklich hinter der der Binnennachfrage zurückbleiben, gleichwohl aber ungefähr 4 % erreichen . Aufgrund der Wachstumsrate der Produktion dürfte die Zahl der Beschäftigten erneut rasch zunehmen ( um etwa 2 %). Da jedoch die Erwerbsbevölkerung etwa parallel zur Beschäftigung zunehmen wird, dürfte sich die Arbeitslosenquote nur geringfügig verringern ( von 20,1 % 1988 auf 19,8 % 1989 ).
Der Leistungsbilanzsaldo, der 1988 leicht defizitär wurde, dürfte sich nochmals verschlechtern, wobei das Defizit 1989 etwa 2 % des BIP erreichen könnte . Ein Defizit dieser Grössenordnung würde annähernd durch Einfuhren von langfristigem Kapital gedeckt und dürfte bei einer dynamischen Investitionsentwicklung für die :Wirtschaftspolitik weder ein.Problem noch eine Belastung darstellen . Dank einer rigorosen Haushaltskontrolle und eines raschen Anwachsens der Steuereinnahmen ist der spanischen Regierung in den letzten Jahren eine nahezu beispielhafte Haushaltskonsolidierung gelungen, so daß der Finanzierungsbedarf des Staates stark verringert werden konnte . Das Defizit könnte 1989 etwa gleich hoch sein wie 1988 ( rund 3 % des BIP ).
Hauptaufgaben für die Wirtschaftspo1itik : Verbesserung der Konvergenz und Eingliederung Spaniens in die Gemeinschaft Die Regierung hat sich die rasche Eingliederung der spanischen Wirtschaft in die währungspolitische Zusammenarbeit innerhalb des EWS und die möglichst baldige Teilnahme am Prozeß der Kapitalverkehrsliberalisierung zum vorrangigen Ziel gesetzt . Daher ist es besonders wichtig, daß die spanische Wirtschaft auf dem Pfad der Konvergenz mit der Gemeinschaft bleibt und gleichzeitig das Gefälle verringert, das das Land noch beim Pro -Kopf-BIP vom Gemeinschaftsdurchschnitt trennt; dazu bedarf es eines weiterhin günstigen Investitionsklimas . Die weitere Bekämpfung der Inflation, die Dämpfung der Lohnkostenentwicklung und die Wettbewerbsstellung sind Schlüsselelemente dieser Strategie und erfordern eine erhebliche Verlangsamung des Anstiegs der nominalen Pro-Kopf Löhne . Eine solche Verlangsamung ist um so wichtiger, als die Aufwertung der Peseta in den letzten Jahren bereits zu einer merklichen Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Unternehmen geführt hat .
Die Ausweitung der produktiven Investitionen ist eine notwendige Voraussetzung für ein rasches, nichtinflationäres und beschäftigungswirksames Wachstum in den nächsten Jahren . Eine solche Ausweitung der Investitionen erfordert beträchtliche Finanzmittel, und die Aufstockung der Strukturfonds und der EIB-Darlehen entspricht somit einem echten Bedarf der spanischen Wirtschaft . Gleichwohl kann das Ziel der Erhöhung der Gemeinschaftshilfe für die spanische Wirtschaft nur erreicht werden, wenn die neuen Mittel tatsächlich zur Vergrösserung der Investitionsquote dienen und keinen Preis - und Kostenanstieg nach sich ziehen . Die Wirtschaftspolitik hat demnach eine höchst wichtige Rolle zu spielen, um die Beschlüsse des Europäischen Rats von Brüssel in die Tat umzusetzen . Wegen des Beitrags der Gemeinschaftsmittel wäre eine Fortführung der Haushaltskonsolidierung erwünscht und möglich . Bei einer zusätzlichen Senkung des Haushaltsdefizits könnte die Geldpolitik stärker zur Stabilisierung der makroökonomischen Rahmenbedingungen beitragen, insbesondere über eine Verringerung der monetären Finanzierung . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) SPANIEN ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität (Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) ALP (§) Niveaus .
SPANIEN 1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 14,8 19,1 15,2 13,6 12,9 11,2 14,6 11,3 10,2 8,4 7,2 1,8 1,2 1,8 1,8 2,3 3,3 5,2 4,7 3,9 7,1 17,0 13,8 11,6 10,9 8,7 10,9 5,7 5,2 4,3 10,4 -1,3 0,5 -2,5 -5,8 3,8 7,9 13,0 13,0 10,0 : -1,5 0,1 -2,0 -5,3 2,0 6,6 10,5 12,0 8,6 : -0,4 2,2 -4,8 -7,3 8,5 10,4 19,0 14,3 11,9 24,2 23,9 21,3 20,6 18,8 18,9 18,7 20,1 21,5 22,7 : 2,2 3,1 2,8 3,0 3,7 3,5 3,6 3,8 3,9 : 21,7 18,2 17,7 15,7 15,1 15,2 16,5 17,8 18,8 7,7 1,4 1,1 -0,1 -0,7 2,9 5,9 8,0 6,3 5,2 2,7 -0,5 0,7 -1,9 -3,9 0,2 2,0 4,3 2,4 2,4 2,9 -0,3 0,2 -1,1 -2,5 0,7 2,0 4,4 2,4 2,3 6,6 17,5 14,5 12,3 11,0 8,3 8,7 5,3 4,7 4,3 14,6 21,2 13,7 13,8 10,0 10,1 8,3 7,5 6,5 6,1 7,5 3,2 -0,7 1,3 -0,9 1,7 -0,4 2,1 1,7 1,7 7,1 3,6 -0,1 1,9 -0,9 1,3 -2,3 1,7 1,2 1,7 6,5 3,3 2,2 2,3 4,3 3,7 1,4 2,2 2,1 1,8 100,0 104,9 102,4 102,1 97,1 94,8 91,3 90,9 90,2 90,0 0,6 0,3 -2,2 y-0,3 -4,9 -2,4 -3,7 -0,5 -0,8 -0,1 : : : : : : : : : :
100,0 121,6 118,9 104,4 103,9 103,7 105,6 108,2 113,2 :
1,8 1,5 -3,1 -12,2 -0,5 -0,1 1,8 2,5 4,6 :
100,0 115,3 117,6 105,7 108,5 108,8 106,5 106,2 112,1 :
1,3 1,5 -0,4 -10,2 2,7 0,2 -2,1 -0,3 5,5 :
0,7 -1,5 -0,9 -0,5 -2,4 -1,4 1,9 3,0 2,6 2,1 0,4 6,3 16,2 17,7 20,1 21,4 21,0 20,5 20,0 19,6 -0,2 -2,0 -2,5 -1,5 1,4 1,6 1,7 0,1 -0,8 -2,1 : -1,3 -5,6 -4,8 -5,5 -7,0 -5,7 -3,6 -3,0 -2,9 : 15,5 27,9 34,5 41,2 46,4 47,4 48,1 48,0 48,7 : 0,6 1,0 1,3 2,0 3,2 3,9 3,6 3,5 3,3 6,8 18,6 16,6 15,9 13,1 12,8 12,6 13,9 : :
0,0 5,6 16,0 16,9 16,5 13,4 11,4 12,8 12,0 :FRANKREICH Nach einer Anpassung des Produktionssystems erweist sich die französische Wirtschaft als dynamisch Seit 1983 hat sich ein schwieriger Anpassungsprozeß der Produktionsstrukturen und der Verhaltensweisen der Wirtschaftssubjekte vollzogen . In dieser Zeit sind die Märkte flexibler und auch freier ( vor allem durch die Aufhebung der Preisregulierungen ) geworden . Die finanzielle Situation der Unternehmen und die Rentabilität der Investitionen haben sich verbessert . Ausserdem hat eine im wesentlichen auf die Geldstabilität und die Haushaltssanierung - ausgerichtete Haushalts - und Geldpolitik beträchtlich zum Inflationsabbau beigetragen und vor allem die Inflationserwartungen spürbar gedämpft .
Wie zu erwarten war, haben sich die Ergebnisse dieser allmählich verbesserten Grundlagen für ein ausgewogenes und nichtinflationäres Wachstum erst mit einer gewissen Verzögerung bemerkbar gemacht . Seit Anfang 1988 ist jedoch ein deutlich besseres wirtschaftliches Klima zu verzeichnen; so nimmt der auf die Erhöhung der Produktionskapazitäten zielende Teil der Investitionen merklich zu, und statt des bisherigen Netto-Beschäftigungsrückgangs steigt die Beschäftigtenzahl ein wenig . Im Zuge einer dynamischeren Investitions - und Ausfuhrentwicklung ist somit das BIP 1988 um über 3 % gewachsen . Wie der etwas verbesserte Leistungsbilanzsaldo und der anhaltend verlangsamte Preisanstieg erkennen lassen, hat sich der Aufschwung vollzogen, ohne daß er - wie noch 1982 - von einer Gefährdung der wirtschaftlichen Stabilität und der verbesserten Wettbewerbsposition gegenüber dem Ausland begleitet wurde .
Die Bedingungen für eine auch 1989 relativ hohe Wachstumsrate sind insgesamt günstig . Die zunehmenden Investitionen dürften zu einer Erweiterung der Produktionskapazitäten führen und mit einer allmählich verbesserten Arbeitsmarktlage einhergehen . Durch die dynamische Ausfuhrentwicklung dürfte es möglich sein, den ziemlich raschen Anstieg der Einfuhren ( insbesondere von Ausrüstungsgütern ) zu absorbieren, ohne daß sich der aussenwirtschaftliche Saldo verschlechtert . Dank der Belebung der wirtschaftlichen Aktivität im Jahr 1988 scheint sich der Finanzierungsbedarf des Staates nunmehr zwischen 1987 und 1988 deutlich zu verringern; er dürfte auch 1989 etwas abnehmen, zumal einige neue Ausgaben weitgehend durch Steuermehreinnahmen, insbesondere aus der neuen Vermögensteuer, finanziert werden .
Wichtigstes wirtschaftspolitisches Ziel : Festigung der Grundlagen für ein auf mittlere Sicht kräftigeres Wachstum Selbst wenn die wirtschaftlichen Ergebnisse für 1988 und 1989 sich als spürbar besser erweisen als Anfang 1988 erwartet wurde, so bleibt doch das Arbeitslosenproblem besorgniserregend, und der Abbau der Arbeitslosigkeit bleibt nach wie vor ein Hauptanliegen der Wirtschaftspolitik . Da die Erwerbsbevölkerung voraussichtlich weiterhin relativ schnell zunimmt ( zum grossen Teil infolge einer höheren Erwerbsquote der Frauen ), dürfte selbst eine Wachstumsrate von jährlich 3 % nur insoweit die Arbeitslosigkeit verringern helfen, als die Beschäftigung mehr als in der Vergangenheit der Produktionszunahme entspricht . Daher sollten neve Mittel für Investitionen bereitgestellt werden, die auf eine Erweiterung der Kapazitäten und die Verwendung neuer Technologien abzielen . Eine höhere Investitionsquote wird zweifellos auch notwendig sein, damit Frankreich das durch die Vollendung des Binnenmarktes geschaffene zusätzliche Wachstumspotential voll nutzen kann . Die anhaltende Lohnmässigung und die verbesserte Rentabilität der Investitionen dürften daher ein Schlüsselelement der mittelfristigen Wirtschaftsstrategie sein .
Die kontinuierliche Zunahme der Investitionen wird insbesondere dann einfacher zu erreichen sein, wenn es der Regierung gelingt, das Niveau der langfristigen Zinsen in Frankreich an das entsprechende Zinsniveau in Deutschland anzugleichen . Das derzeitige Zinsgefälle ist - zum Teil - Ausdruck von Wechselkursänderungserwartungen . Folglich könnte es nur beseitigt werden, wenn die Finanzmärkte und Wirtschaftssubjekte mehr Vertrauen darin gewinnen, daß die Verpflichtung zur Wechselkursstabilität zwischen der Deutschen Mark und dem französischen Franken endgültig und unwiderruflich ist .
Eine solche Stärkung des Vertrauens in die Stabilität der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann jedoch nicht allein durch die Ausrichtung der Geldpolitik erfolgen . Die Ausrichtung und die Durchführung der Haushaltspolitik, die Funktionsweise des Arbeitsmarktes und die Lohnbildung haben hierbei eine wesentliche Rolle zu spielen . Die Haushaltspolitik muß dem allgemeinen finanziellen Gleichgewicht und insbesondere der Entwicklung der Sparquote der privaten Haushalte Rechnung tragen; die zu beobachtende rückläufige Tendenz dieser Quote mag in den letzten Jahren dazu beigetragen haben, die Realzinsen auf einem hohen Niveau zu halten . Sollte sich dieser Rückgang im gleichen Tempo wie in den letzten Jahren fortsetzen, so würde er zwar gewiß zur Ausweitung der Inlandsnachfrage beitragen, aber auch die Zahlungsbilanzsituation prekärer gestalten und die Argumente für eine behutsame Haushaltspolitik verstärken .
Die Haushaltsstrategie der derzeitigen Regierung sieht zwar eine Änderung der Prioritäten bei den Ausgaben und den Steuererleichterungen vor, doch setzt sie in bezug auf die Verringerung des Defizits im Verhältnis zum BIP und die Entwicklung der öffentlichen Schuld die Politik der vorhergehenden Regierungen fort . Da diese Strategie der Haushaltskonsolidierung auf der Hypothese einer dynamischen Entwicklung der Unternehmen beruht, würde ihre Glaubwürdigkeit in dem Masse gestärkt, wie die Politik der Strukturanpassung fortgesetzt und intensiviert wird . Nachdem der Rat vor kurzem beschlossen hat, die noch verbleibenden Beschränkungen des Kapitalverkehrs aufzuheben, bedarf es in noch grösserem Umfang einer Haushalts - und einer Anpassungspolitik, die die Währungspolitik bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützen können . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) FRANKREICH ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise.
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M 3 R .
(§) Niveaus .
FRANKREICH 1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 9,2 9,3 8,8 6,0 7,3 7,0 6,0 3,5 4,6 5,0 4,9 2,0 1,5 0,1 2,1 1,4 2,3 1,8 2,9 2,2 4,1 7,1 7,1 5,9 5,0 5,5 3,7 1,6 1,6 2,8 5,1 -0,6 -1,7 -4,2 2,1 1,0 6,5 5,2 7,3 2,7 : -1,2 -5,6 -6,3 -5,9 -0,3 2,0 3,0 7,1 0,8 : 2,1 6,0 -2,8 13,4 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 21,8 21,3 17,3 16,3 16,1 15,7 16,1 15,7 16,1 16,6 17,6 17,8 : 3,7 3,4 3,0 2,6 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7 : 17,6 13,9 13,3 13,5 13,5 14,1 14,7 15,8 16,1 4,8 1,7 0,9 -2,3 2,1 1,3 3,2 2,4 3,1 2,1 -0,1 -0,1 0,6 -4,0 -0,7 -1,3 -0,7 -0,9 -0,7 -0,5 0,0 0,1 0,3 -3,6 0,3 -0,9 -0,7 -0,9 -0,7 -0,6 3,7 7,8 7,6 6,8 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 8,9 11,0 7,9 6,0 6,1 4,8 3,8 3,3 2,2 3,8 5,1 3,0 0,3 -0,8 0,3 -0,4 3,0 1,6 0,9 1,3 4,6 3,6 0,8 0,1 1,0 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 4,3 2,2 2,9 1,2 2,1 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 100,0 111,5 112,5 111,2 110,0 108,6 107,3 107,4 106,2 105,8 0,3 1,4 -2,1 -1,1 -1,1 -1,3 -1,1 0,1 -1,1 -0,5 : : : : : : : : : :
100,0 112,9 91,9 89,6 88,3 89,5 93,9 97,0 94,0 :
-0,3 0,3 -11,4 -2,5 -1,5 1,3 4,9 3,3 -3,1 :
100,0 109,8 91,6 90,6 91,2 92,7 94,9 96,3 93,9 :
-0,7 0,3 -9,9 -1,0 0,7 1,6 2,4 1,4 -2,4 :
0,6 -0,2 -1,3 -1,1 0,0 0,8 1,0 0,3 1,2 0,7 2,2 7,4 13,0 14,3 14,4 13,6 12,6 12,3 11,5 11,0 1,1 -1,6 -3,5 -0,5 -0,2 0,7 2,6 1,9 1,8 1,9 : -6,6 -10,9 -11,2 -9,3 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 : 67,5 95,3 105,0 110,7 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 : 4,8 9,2 9,4 9,9 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 10,1 11,1 7,5 7,1 6,2 6,7 10,7 9,9 : :
6,5 9,9 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,9 :IRLAND Grosse Fortschritte auf dem Wege zur Stabilisierung, doch ist das Wachstum noch nicht genügend beschäftigungswirksam Die irische Wirtschaft, die sich Anfang der achtziger Jahre durch eine der höchsten Inflationsraten in der Gemeinschaft, ein enormes Aussendefizit und eine wachsende öffentliche Verschuldung auswies, hat im Laufe der letzten Jahre grosse Fortschritte auf dem Weg zu mehr Stabilität erzielt . Der Verbraucherpreisanstieg lag 1987 in der Nähe des EG Durchschnitts, und die Leistungsbilanz wies erstmals seit 1967 einen Überschuß aus . Darüber hinaus wurden durch einen breiten politischen Konsens abgestützte energische Maßnahmen zur Drosselung der öffentlichen Ausgaben und zur Reduzierung des Haushaltsdefizits eingeleitet . Die Binnennachfrage schrumpfte 1987 und stagnierte 1988, was teilweise auf die notwendige Stabilisierungspolitik zurückzuführen war . Mit der lebhaften Entwicklung des Welthandels und der verbesserten irischen Wettbewerbsfähigkeit erhöhten sich jedoch die Ausfuhren aussergewöhnlich stark, was zu einem BIP -Wachstum von 4 % im Jahre 1987 und fast 3 % im Jahre 1988 führte . Das Wachstum wird sich 1989 voraussichtlich auf eine breitere Basis stützen und könnte zu einer weiteren leichten Zunahme der Beschäftigung führen, doch dürfte die sehr hohe Arbeitslosenquote trotz hoher Emigration nur geringfügig sinken .
Ein rascheres und beschäftigungswirksameres Wachstum bleibt eine der grossen Herausforderungen für die irische Wirtschaft Die mittelfristige Herausforderung für die Regierung liegt in der Wiederherstellung der Voraussetzungen für ein anhaltend hohes und möglichst beschäftigungswirksames Wirtschaftswachstum . Da die finanzpolitische Konsolidierung noch einige Zeit fortgeführt werden muß, werden Wachstum und Beschäftigung noch stärker als in den meisten anderen Mitgliedstaaten von der Reaktion der Angebotsseite auf die günstigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen . Der jüngste erhebliche Rückgang der Nominalzinsen ist eine erste wichtige Bedingung für eine solche Reaktion, doch sind offenbar andere Maßnahmen zur Beeinflussung der der Angebotsseite der Wirtschaft erwünscht . Von ausschlaggebender Bedeutung für die Aussichten auf hohes Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen ist eine gute Funktionsfähigkeit der Märkte . Sie ist noch wichtiger im Zusammenhang mit der Vollendung des Binnenmarktes, wo flexible Reaktionen auf den verstärkten Wettbewerb und die veränderten Marktbedingungen wesentlich sein werden . Auf dem Arbeitsmarkt würden eine bessere Berufsausbildung, die Förderung flexiblerer Arbeitsverhältnisse und eine begrenzte Deregulierung dazu beitragen, das höhere gesamtwirtschaftliche Wachstum in mehr Beschäftigung umzusetzen . Jedoch sollten Deregulierungen nicht nur auf dem Arbeitsmarkt beschränkt bleiben .
Die Konsolidierung der Haushaltserfolge hat 1989 Priorität Obgleich die Wachstumsaussichten günstiger sind als in den letzten Jahren, muß der Prozeß der Haushaltsanpassung doch Vorrang vor anderen Erwägungen haben, damit das Ziel der Regierung, das Verhältnis zwischen öffentlicher Schuld und BIP bis 1990 zu stabilisieren ( mit etwa 120 % ist es immer noch eines der höchsten in der Gemeinschaft ), erreicht werden kann . Eine weitere Verringerung des tendenziellen Kreditbedarfs des Staates im Verhältnis zum BIP ist daher erwünscht . Dies müsste wiederum durch Kürzung der öffentlichen Ausgaben erreicht werden, wobei allerdings das Hauptgewicht auf der Drosselung derlaufenden und nicht der vermögenswirksamen Ausgaben liegen sollte . Eine Umstrukturierung der Besteuerung bleibt wünschenswert und muß in den Grenzen der erforderlichen Haushaltsanpassung finanziert werden . Eine Beschränkung der laufenden Ausgaben in den nächsten Jahren wird insbesondere im Hinblick auf die Notwendigkeit erforderlich sein, die Infrastrukturinvestitionen im Zusammenhang mit der starken Erhöhung der Interventionen durch die Strukturfonds der Gemeinschaft aufzustocken . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) IRLAND ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M 3 (§) Niveaus .
IRLAND 1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 9,2 9,3 8,8 6,0 7,3 7,0 6,0 3,5 4,6 5,0 4,9 2,0 1,5 0,1 2,1 1,4 2,3 1,8 2,9 2,2 4,1 7,1 7,1 5,9 5,0 5,5 3,7 1,6 1,6 2,8 5,1 -0,6 -1,7 -4,2 2,1 1,0 6,5 5,2 7,3 2,7 : -1,2 -5,6 -6,3 -5,9 -0,3 2,0 3,0 7,1 0,8 : 2,1 6,0 -2,8 13,4 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 21,8 21,3 17,3 16,3 16,1 15,7 16,1 15,7 16,1 16,6 17,6 17,8 : 3,7 3,4 3,0 2,6 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7 : 17,6 13,9 13,3 13,5 13,5 14,1 14,7 15,8 16,1 4,8 1,7 0,9 -2,3 2,1 1,3 3,2 2,4 3,1 2,1 -0,1 -0,1 0,6 -4,0 -0,7 -1,3 -0,7 -0,9 -0,7 -0,5 0,0 0,1 0,3 -3,6 0,3 -0,9 -0,7 -0,9 -0,7 -0,6 3,7 7,8 7,6 6,8 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 8,9 11,0 7,9 6,0 6,1 4,8 3,8 3,3 2,2 3,8 5,1 3,0 0,3 -0,8 0,3 -0,4 3,0 1,6 0,9 1,3 4,6 3,6 0,8 0,1 1,0 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 4,3 2,2 2,9 1,2 2,1 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 100,0 111,5 112,5 111,2 110,0 108,6 107,3 107,4 106,2 105,8 0,3 1,4 -2,1 -1,1 -1,1 -1,3 -1,1 0,1 -1,1 -0,5 : : : : : : : : : :
100,0 112,9 91,9 89,6 88,3 89,5 93,9 97,0 94,0 :
-0,3 0,3 -11,4 -2,5 -1,5 1,3 4,9 3,3 -3,1 :
100,0 109,8 91,6 90,6 91,2 92,7 94,9 96,3 93,9 :
-0,7 0,3 -9,9 -1,0 0,7 1,6 2,4 1,4 -2,4 :
0,6 -0,2 -1,3 -1,1 0,0 0,8 1,0 0,3 1,2 0,7 2,2 7,4 13,0 14,3 14,4 13,6 12,6 12,3 11,5 11,0 1,1 -1,6 -3,5 -0,5 -0,2 0,7 2,6 1,9 1,8 1,9 : -6,6 -10,9 -11,2 -9,3 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 : 67,5 95,3 105,0 110,7 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 : 4,8 9,2 9,4 9,9 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 10,1 11,1 7,5 7,1 6,2 6,7 10,7 9,9 : :
6,5 9,9 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,9 :ITALIENKräftiges produktivitätsgetragenes, aber schwer aufrechtzuerhaltendes Wachstum Die mit Entschlossenheit verfolgte strenge Politik im Geld - und Kreditbereich, die seit 1983 auch bei den Löhnen zum Zuge kam, hatte zur Folge, daß die italienische Wirtschaft seit fünf Jahren wieder eine raschere Wachstumsrate verzeichnet . Diese hat sich 1988 stark beschleunigt, was zum grossen Teil mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung in der Gemeinschaft zusammenhängt . So könnte die reale Wachstumsrate des BIP nahezu 4 % erreichen und damitdie höchste Wachstumsrate seit 1979 sein . Zunächst ist diese Entwicklung der Beschäftigung nur wenig zugutegekommen, da die Unternehmen Rationalisierungsmaßnahmen getroffen haben, um die Wettbewerbsfähigkeit der Ausfuhren zu wahren und sich auf das Ziel des 1992 zu vollendenden Binnenmarktes vorzubereiten . Folglich haben die demographischen Faktoren die Arbeitslosenquote weiter steigen lassen .
Bei der Inflationsbekämpfung konnten im übrigen die seit den 1986 erfolgten Ölpreissenkungen verwirklichten Erfolge nicht fortgesetzt werden, die Inflationsrate hat sich seit Ende 1987 bei 5 % stabilisiert . Vor kurzem hat die kräftige Lohnerhöhung in einigen Bereichen des öffentlichen Sektors die unbedingte Notwendigkeit unterstrichen, die Lohnstückkosten auf dem Gemeinschaftsdurchschnitt zu begrenzen und geeignete Lösungen für das Problem des staatlichen Defizits - eines der höchsten der Gemeinschaft - zu finden . Die Spannungen, die von der Umschuldung der öffentlichen Schuld auf den Kapitalmarkt ausgehen, bewirken eine gewisse aussenwirtschaftliche Anfälligkeit, und dies trotz der sehr günstigen Ausfuhrentwicklung, die es in diesem und im nächsten Jahr ermöglicht, das Leistungsbilanzdefizit in akzeptablen Grenzen zu halten ( 0,4 % bzw . 0,6 % des BIP ). Dies hängt jedoch weitgehend davon ab, ob der Plan zur mittelfristigen Stabilisierung der öffentlichen Finanzen effektiv durchgeführt wird, was voraussichtlich zu einer geringfügigen Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität im Jahr 1989 führt .
Eine Verbesserung der strukturellen und finanziellen Gleichgewichte bleibt notwendig Das günstige Wirtschaftswachstum hat das Ausmaß der Strukturveränderungen nur abgeschwächt, die sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Sektor noch vorzunehmen sind .
Die sehr starke Abschwächung der Preisentwicklung für Ausrüstungsgüter trug 1987 zur Belebung der entsprechenden Nachfrage bei . Diese Verschiebung der relativen Preise verstärkte den Substitutionsprozeß zwischen den Produktionsfaktoren . Deshalb hat die Nachfrage nach Arbeitskräften erst mit einer gewissen Verzögerung zugenommen, und der Einfuhranteil hat sich erhöht, nachdem die Produktion einiger hochspezialisierter Ausrüstungsgüter im Zuge der preiswerteren Einfuhren eingestellt worden war . Ausserdem haben die Aussichten im Zusammenhang mit dem grossen Binnenmarkt von 1992 und die durch das Gefälle der realen Wechselkurse ausgelösten internationalen Wettbewerbsungleichgewichte die Unternehmen veranlasst, Innovationen und Umstellungen vorzunehmen, die jetzt Früchte tragen, die aber längerfristig - in Ermangelung einer behutsameren Lohnpolitik - zu einer Einschränkung der Produktionsbasis führen können .
Zum anderen stellt die öffentliche Schuld, die 1987 90 % des BIP überschritt, sowohl wegen ihres Umfangs als auch wegen ihrer Zusammensetzung einen Faktor der Instabilität dar . Die durchschnittliche Laufzeit der Schuldtitel zählt zu den kürzesten der Gemeinschaftsländer, und die Fälligkeiten konzentrieren sich auf die beiden nächsten Jahre . Der Schuldendienst dürfte in diesem Jahr 8 % des BIP erreichen, bei einer Nettokreditaufnahme, die voraussichtlich auf 11 % begrenzt werden kann . Diese Situation hat bisher noch nicht zu anhaltender Instabilität geführt, was im wesentlichen damit zusammenhängt, daß die privaten Haushalte eine hohe Sparquote vorweisen und die Realzinsen höher sind als anderswo. Dieser Schutz kann nach Wiederherstellung des freien Wettbewerbs der Bankdienstleistungen kaum fortbestehen .
Straffe Lohn- und Haushaltspolitik als Voraussetzung für einen Zinsrückgang Die mittelfristigen Aussichten legen nahe, daß alles daran gesetzt werden sollte, um bis zu den unmittelbar bevorstehenden Fälligkeitsterminen weniger angespannte monetäre Bedingungen zu schaffen . Die Geld - und Kreditpolitik kann allerdings nur bei strengerer Kontrolle der Inflation und des Finanzierungsbedarfs des öffentlichen Sektors gelockert werden . Im Rahmen einer immer grösseren Öffnung der Warenund Kapitalmärkte dürfte die Anpassung der Nominallohnsätze an die entsprechenden Sätze in der übrigen Gemeinschaft zu einem grundlegenden Anliegen werden . Dem müssen die künftigen Lohnverhandlungen Rechnung tragen . So wird das relative Produktionskostenniveau ein entscheidender Faktor für die Verteilung der Vorteile aus dem Binnenmarkt von 1992 sein .
Eine gute Entwicklung in einem einheitlichen Binnenmarkt hängt weitgehend von der Haushaltspolitik und der Durchführung des Plans zur mittelfristigen Stabilisierung ab, den die Regierung Ende Mai dem Parlament vorgelegt hat . Die Bemühungen um eine Begrenzung der öffentlichen Schuld müssen jedoch mit einer verbesserten Qualität der öffentlichen Dienstleistungen einhergehen, die die Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Wirtschaftssystems bedingen . Im übrigen liegt es auf der Hand, daß die Länder, die in einem einheitlichen Binnenmarkt weiterhin ausgeprägte strukturelle Ungleichgewichte haben, zu rascheren und kostspieligeren Anpassungen gezwungen sind . Das Regierungsprogramm und das Haushaltsgesetz für 1989 zielen darauf ab, diese Nachteile zu vermeiden . Den eingeleiteten Maßnahmen kommt eine besondere Bedeutung zu, damit sichergestellt wird, daß die Verwirklichung des Binnenmarktes einen Handlungsspielraum eröffnet, der gänzlich für die Entwicklung der Produktionskapazitäten und der Beschäftigung verwendet werden kann . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) ITALIEN ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP -Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9. Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989: Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M 3 N .
(§) Niveaus .
1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 9,2 9,3 8,8 6,0 7,3 7,0 6,0 3,5 4,6 5,0 4,9 2,0 1,5 0,1 2,1 1,4 2,3 1,8 2,9 2,2 4,1 7,1 7,1 5,9 5,0 5,5 3,7 1,6 1,6 2,8 5,1 -0,6 -1,7 -4,2 2,1 1,0 6,5 5,2 7,3 2,7 : -1,2 -5,6 -6,3 -5,9 -0,3 2,0 3,0 7,1 0,8 : 2,1 6,0 -2,8 13,4 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 21,8 21,3 17,3 16,3 16,1 15,7 16,1 15,7 16,1 16,6 17,6 17,8 : 3,7 3,4 3,0 2,6 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7 : 17,6 13,9 13,3 13,5 13,5 14,1 14,7 15,8 16,1 4,8 1,7 0,9 -2,3 2,1 1,3 3,2 2,4 3,1 2,1 -0,1 -0,1 0,6 -4,0 -0,7 -1,3 -0,7 -0,9 -0,7 -0,5 0,0 0,1 0,3 -3,6 0,3 -0,9 -0,7 -0,9 -0,7 -0,6 3,7 7,8 7,6 6,8 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 8,9 11,0 7,9 6,0 6,1 4,8 3,8 3,3 2,2 3,8 5,1 3,0 0,3 -0,8 0,3 -0,4 3,0 1,6 0,9 1,3 4,6 3,6 0,8 0,1 1,0 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 4,3 2,2 2,9 1,2 2,1 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 100,0 111,5 112,5 111,2 110,0 108,6 107,3 107,4 106,2 105,8 0,3 1,4 -2,1 -1,1 -1,1 -1,3 -1,1 0,1 -1,1 -0,5 : : : : : : : : : :
100,0 112,9 91,9 89,6 88,3 89,5 93,9 97,0 94,0 :
-0,3 0,3 -11,4 -2,5 -1,5 1,3 4,9 3,3 -3,1 :
100,0 109,8 91,6 90,6 91,2 92,7 94,9 96,3 93,9 :
-0,7 0,3 -9,9 -1,0 0,7 1,6 2,4 1,4 -2,4 :
0,6 -0,2 -1,3 -1,1 0,0 0,8 1,0 0,3 1,2 0,7 2,2 7,4 13,0 14,3 14,4 13,6 12,6 12,3 11,5 11,0 1,1 -1,6 -3,5 -0,5 -0,2 0,7 2,6 1,9 1,8 1,9 : -6,6 -10,9 -11,2 -9,3 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 : 67,5 95,3 105,0 110,7 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 : 4,8 9,2 9,4 9,9 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 10,1 11,1 7,5 7,1 6,2 6,7 10,7 9,9 : :
6,5 9,9 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,9 :LUXEMBURG Die Umstrukturierung der luxemburgischen Wirtschaft hat ihre Abhängigkeit von der internationalen Stahlkonjunktur ein wenig verringert, doch bleibt der wirtschaftspolitische Aktionsspielraum trotz allem begrenzt Die Bedeutung des Stahlsektors hat im Zuge der vor etwa zehn Jahren eingeleiteten Umstrukturierung der luxemburgischen Volkswirtschaft abgenommen . Die beschleunigte Niederlassung ausländischer Unternehmen, der Ausbau des Finanzsektors und anderer Dienstleistungsbereiche trugen zur Diversifizierung der wirtschaftlichen Struktur bei .
Das durch die dynamische Ausfuhrentwicklung gestützte wirtschaftliche Wachstum wich 1988 kaum vom Gemeinschaftsdurchschnitt ab, obgleich sich die Inlandsnachfrage etwas verlangsamt hat . Das Wachstumstempo des BIP dürfte 1989 nur leicht zurückgehen . Zwar wird sich voraussichtlich die Zunahme der Lieferungen an das Ausland, insbesondere die Stahllieferungen, verlangsamen, doch dürfte sich der private Verbrauch, dem eine beträchtliche Lohnerhöhung zugute kommt, als ziemlich dynamisch erweisen .
Das Fehlen eines grösseren Binnenmarktes bewirkt, daß die luxemburgische Volkswirtschaft auf Veränderungen der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen besonders stark reagiert . Das gesamtwirtschaftliche Wachstum und die Beschäftigungszunahme hängen weitgehend vom Wachstum in den Nachbarländern ab . Mit Hilfe einer weiterhin behutsamen Wirtschaftspolitik, die sich an der notwendigen Diversifizierung der Strukturen ausrichtet und darauf abzielt, die Wettbewerbsposition zu wahren, dürfte es möglich sein, eine Wachstumsrate in der Grössenordnung des Gemeinschaftsdurchschnitts zu erzielen, ohne die Gleichgewichte zu gefährden .
Eine nach wie vor auf die Diversifizierung der Wirtschaftsstrukturen gerichtete Politik dürfte es im übrigen vermeiden helfen, daß das Übergewicht des Stahlsektors durch das des finanziellen Sektors ersetzt wird . Da kleine und mittlere Unternehmen eine wichtige Rolle spielen, lässt sich die wissenschaftliche Forschung auf individueller Grundlage kaum intensivieren; deshalb ist der Ausbau von Technologiezentren - wie in einem jüngsten Gesetz vorgesehen - von grosser Bedeutung . Die Einführung neuer Technologien im Rahmen des Umstrukturierungsprozesses erfordert, daß die Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsausbildung und der Qualifikation verstärkt werden . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) LUXEMBURG ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M 3 (§) Niveaus .
1961-1973 1974 -1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 9,2 9,3 8,8 6,0 7,3 7,0 6,0 3,5 4,6 5,0 4,9 2,0 1,5 0,1 2,1 1,4 2,3 1,8 2,9 2,2 4,1 7,1 7,1 5,9 5,0 5,5 3,7 1,6 1,6 2,8 5,1 -0,6 -1,7 -4,2 2,1 1,0 6,5 5,2 7,3 2,7 : -1,2 -5,6 -6,3 -5,9 -0,3 2,0 3,0 7,1 0,8 : 2,1 6,0 -2,8 13,4 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 21,8 21,3 17,3 16,3 16,1 15,7 16,1 15,7 16,1 16,6 17,6 17,8 : 3,7 3,4 3,0 2,6 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7 : 17,6 13,9 13,3 13,5 13,5 14,1 14,7 15,8 16,1 4,8 1,7 0,9 -2,3 2,1 1,3 3,2 2,4 3,1 2,1 -0,1 -0,1 0,6 -4,0 -0,7 -1,3 -0,7 -0,9 -0,7 -0,5 0,0 0,1 0,3 -3,6 0,3 -0,9 -0,7 -0,9 -0,7 -0,6 3,7 7,8 7,6 6,8 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 8,9 11,0 7,9 6,0 6,1 4,8 3,8 3,3 2,2 3,8 5,1 3,0 0,3 -0,8 0,3 -0,4 3,0 1,6 0,9 1,3 4,6 3,6 0,8 0,1 1,0 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 4,3 2,2 2,9 1,2 2,1 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 100,0 111,5 112,5 111,2 110,0 108,6 107,3 107,4 106,2 105,8 0,3 1,4 -2,1 -1,1 -1,1 -1,3 -1,1 0,1 -1,1 -0,5 : : : : : : : : : :
100,0 112,9 91,9 89,6 88,3 89,5 93,9 97,0 94,0 :
-0,3 0,3 -11,4 -2,5 -1,5 1,3 4,9 3,3 -3,1 :
100,0 109,8 91,6 90,6 91,2 92,7 94,9 96,3 93,9 :
-0,7 0,3 -9,9 -1,0 0,7 1,6 2,4 1,4 -2,4 :
0,6 -0,2 -1,3 -1,1 0,0 0,8 1,0 0,3 1,2 0,7 2,2 7,4 13,0 14,3 14,4 13,6 12,6 12,3 11,5 11,0 1,1 -1,6 -3,5 -0,5 -0,2 0,7 2,6 1,9 1,8 1,9 : -6,6 -10,9 -11,2 -9,3 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 : 67,5 95,3 105,0 110,7 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 : 4,8 9,2 9,4 9,9 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 10,1 11,1 7,5 7,1 6,2 6,7 10,7 9,9 : :
6,5 9,9 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,9 :NIEDERLANDE Die Anpassung der Wirtschaftsstrukturen macht Fortschritte, und das Wachstum nähert sich erneut dem Gemeinschaftsdurchschnitt an Im Zuge der seit Herbst 1982 neu ausgerichteten Wirtschaftspolitik war es möglich, eine Reihe von Ungleichgewichten ( darunter das der öffentlichen Finanzen ) allmählich abzubauen, das Investitions - und Beschäftigungsniveau anzuheben und die BIP-Wachstumsrate erneut an die EG-Partnerstaaten anzugleichen .
In den Jahren 1988 und 1989 setzt sich der Umstrukturierungsprozeß der niederländischen Wirtschaft fort, wobei ihr die wiedergewonnene Dynamik der Weltwirtschaft im allgemeinen und des innergemeinschaftlichen Handels im besonderen voll zugute kommen . Die verstärkte Auslandsnachfrage und der rasche Investitionsanstieg kompensieren 1988 die verlangsamte Entwicklung des privaten Verbrauchs, der von den Auswirkungen eines langsameren Anstiegs der realen verfügbaren Einkommen in Mitleidenschaft gezogen wird . Die BIP-Wachstumsrate könnte real mehr als 2 % betragen und sich 1989 geringfügig beschleunigen .
Das Haushaltsdefizit des Zentralstaats verringert sich entsprechend den Vorausschätzungen des Regierungsprogramms . Der Finanzierungssaldo wird auf 6, 7 % des Nettovolkseinkommens im Jahre 1988 und auf 6,0 % im Jahre 1989 Die Sanierungsbemühungen sollten über 1989 hinaus fortgesetzt werden, um ein auf mittlere Sicht ausgewogenes Wachstum zu gewährleisten Die Maßnahmen zur Lockerung der Arbeitsmarktbedingungen und zur flexibleren Gestaltung des Produktionsapparats sind über 1989 hinaus fortzusetzen, um die Anpassung an die neuen Wettbewerbsbedingungen im Rahmen des grossen ssinnenmarktes zu erleichtern . Dies setzt unter anderem ooraus, daß das Haushaltsdefizit weiter verringert wird, damit sich die öffentliche Schuld im Verhältnis zum BIP nicht weiter erhöht, und daß die Steuersätze denen der anderen EG-Länder weiter angenähert werden .
Eine bessere Kontrolle der Haushaltsausgaben durch Einschränkung der staatlichen Interventionen und ihrer Kosten dürfte den Weg zur Steuerreform freimachen, die das Steuersystem ab 1990 erheblich vereinfachen sollte . In der Zwischenzeit ist dafür zu sorgen, daß die derzeit hohen Steuermehreinnahmen nicht zu einer zu ausgeprägten Überziehung der Haushaltsansätze im Mehrjahresprogramm führen . In diesem Zusammenhang stellt die Senkung der Mehrwertsteuersätze, die auf die Erhaltung der Kaufkraft abzielt und zu der vorgesehenen Steuerharmonisierung im Rahmen des bis Ende 1992 zu errichtenden Binnenmarktes beiträgt, eine positive Maßnahme dar . Dies trifft auch für bestimmte andere Maßnahmen zu, wie insbesondere die Maßnahmen zur Verringerung der staatlichen Interventionen im Bereich der Kranken - und Unfallversicherung und des Wohnungsmarktes .
Ein gewisser Erfolg wurde schon beim Abbau der Arbeitslosigkeit erreicht : Die Arbeitslosigkeit ist weiterhin hauptsächlich dadurch zu bekämpfen, daß die Investitionsquote erhöht, die maßvolle Lohnentwicklung fortgesetzt und punktülle Maßnahmen getroffen werden, um die Wiedereinbeziehung bestimmter Gruppen von Arbeitslosen in den Prouktionsprozeß zu beschleunigen . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) NIEDERLANDE ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M 3 N .
(§) Niveaus .
1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 9,2 9,3 8,8 6,0 7,3 7,0 6,0 3,5 4,6 5,0 4,9 2,0 1,5 0,1 2,1 1,4 2,3 1,8 2,9 2,2 4,1 7,1 7,1 5,9 5,0 5,5 3,7 1,6 1,6 2,8 5,1 -0,6 -1,7 -4,2 2,1 1,0 6,5 5,2 7,3 2,7 : -1,2 -5,6 -6,3 -5,9 -0,3 2,0 3,0 7,1 0,8 : 2,1 6,0 -2,8 13,4 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 21,8 21,3 17,3 16,3 16,1 15,7 16,1 15,7 16,1 16,6 17,6 17,8 : 3,7 3,4 3,0 2,6 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7 : 17,6 13,9 13,3 13,5 13,5 14,1 14,7 15,8 16,1 4,8 1,7 0,9 -2,3 2,1 1,3 3,2 2,4 3,1 2,1 -0,1 -0,1 0,6 -4,0 -0,7 -1,3 -0,7 -0,9 -0,7 -0,5 0,0 0,1 0,3 -3,6 0,3 -0,9 -0,7 -0,9 -0,7 -0,6 3,7 7,8 7,6 6,8 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 8,9 11,0 7,9 6,0 6,1 4,8 33,3 2,2 3,8 5,1 3,0 0,3 -0,8 0,3 -0,4 3,0 1,6 0,9 1,3 4,6 3,6 0,8 0,1 1,0 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 4,3 2,2 2,9 1,2 2,1 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 100,0 111,5 112,5 111,2 110,0 108,6 107,3 107,4 106,2 105,8 0,3 1,4 -2,1 -1,1 -1,1 -1,3 -1,1 0,1 -1,1 -0,5 : : : : : : : : : :
100,0 112,9 91,9 89,6 88,3 89,5 93,9 97,0 94,0 :
-0,3 0,3 -11,4 -2,5 -1,5 1,3 4,9 3,3 -3,1 :
100,0 109,8 91,6 90,6 91,2 92,7 94,9 96,3 93,9 :
-0,7 0,3 -9,9 -1,0 0,7 1,6 2,4 1,4 -2,4 :
0,6 -0,2 -1,3 -1,1 0,0 0,8 1,0 0,3 1,2 0,7 2,2 7,4 13,0 14,3 14,4 13,6 12,6 12,3 11,5 11,0 1,1 -1,6 -3,5 -0,5 -0,2 0,7 2,6 1,9 1,8 1,9 : -6,6 -10,9 -11,2 -9,3 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 : 67,5 95,3 105,0 110,7 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 : 4,8 9,2 9,4 9,9 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 10,1 11,1 7,5 7,1 6,2 6,7 10,7 9,9 : :
6,5 9,9 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,9 :PORTUGALStarke Verbesserung des Wirtschaftswachstums, aber unzulängliche Haushaltskonsolidierung Nach der Phase einer kräftigen Anpassung von 1982 bis 1985 ( während der sich der Leistungsbilanzsaldo von einem gewaltigen Defizit in einen Überschuß verwandelte ) wuchs die portugiesische Wirtschaft rascher als in anderen Mitgliedstaaten . Das reale Pro-Kopf-Einkommen nimmt wieder zu, nicht zuletzt wegen der substantiellen Verbesserung der Terms of trade infolge des Ölpreisrückgangs, und die Unternehmensinvestitionen haben sich wegen der Verbesserung des Konjunkturklimas und der Wirtschaftsaussichten nach dem Beitritt zur Gemeinschaft sowie der stärker stabilitätsorientierten Wirtschaftspolitik kräftig erholt . Darüber hinaus ist die Zuwachsrate der Verbraucherpreise, die noch 1984 fast 30 % erreichte, auf eine einstellige Ziffer zurückgeführt worden . Gleichwohl reichte die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen nicht aus, um den Anstieg des Verhältnisses zwischen öffentlicher Verschuldung und BIP zu stoppen, und die von der Regierung angestrebte weitere Verlangsamung der Inflation hat sich als schwierig herausgestellt .
Das Wirtschaftswachstum wird sich 1989 voraussichtlich nur geringfügig abschwächen : Die Binnennachfrage wird sich weiter in raschem Tempo erhöhen und damit auch die Einfuhr, und man rechnet mit einem weiterhin raschen Anstieg der Inlandsproduktion . Die Beschäftigung könnte weiter zunehmen, jedoch kaum mehr als notwendig ist, um die höhere Zahl der Arbeitskräfte aufzufangen . Die Arbeitslosigkeit wird möglicherweise wenig zurückgehen . Für die Leistungsbilanz wird ein Defizit in der Grössenordnung von 1,5 % des BIP erwartet .
Die Hauptaufgabe : Weitere Haushaltskonsolidierung und Bekämpfung der Inflation Die derzeitige Anstiegsrate der Verbraucherpreise liegt beträchtlich über dem EG-Durchschnitt, und eine deutliche Verlangsamung im restlichen Jahr 1988 sowie 1989 steht unter den Zielen der Regierung obenan, zumal eine beträchtliche Verringerung des Inflationsgefälles als Hauptvoraussetzung für die erfolgreiche Vollendung der Eingliederung Portugals in die Gemeinschaft und insbesondere seine etwaige Teilnahme am EWS betrachtet wird .
Damit die Inflationsrate entsprechend den offiziellen Absichten zurückgeht, muß sich der zu rasche Anstieg der Pro-Kopf-Löhne verlangsamen . Wesentlich erscheint aber auch, daß die Haushalts - und die Geldpolitik aktiver zur Bekämpfung der Inflation eingesetzt werden . Eine erhebliche Rückführung des Kreditbedarfs der öffentlichen Hand würde nicht nur den Anstieg der öffentlichen Verschuldung dämpfen, sondern auch den Umfang der monetären Finanzierung reduzieren und die Realzinsen niedrig halten . Der Prozeß der Haushaltskonsolidierung muß auch deswegen wieder in Gang gebracht werden, um die wesentliche Aufstockung der Übertragungen aus den Strukturfonds der Gemeinschaft während der nächsten Jahre durch entsprechende Erhöhungen der Mittelansätze im Haushalt ergänzen zu können und auf diese Weise dafür zu sorgen, daß die zusätzlichen Finanzmittel keinen neuen inflationären Druck auf die Wirtschaft ausüben .
Die Beschleunigung des Aufholprozesses wird jedoch auch erheblich davon abhängen, ob die portugiesische Wirtschaft in der Lage sein wird, ihre Strukturen und Institutionen an die veränderten Bedingungen des Binnenmarktes anzupassen . Dazu bedarf es nicht nur weiterer Fortschritte auf dem Gebiet der Privatisierung und dem Inkrafttreten der schon beschlossenen Steuerreform, sondern auch energischer Maßnahmen zur Verbesserung von Qualität, Fertigkeiten und Ausbildung der Arbeitskräfte sowie zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) PORTUGAL ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben ) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge (am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise .
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) L .
(§) Niveaus .
1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 9,2 9,3 8,8 6,0 7,3 7,0 6,0 3,5 4,6 5,0 4,9 2,0 1,5 0,1 2,1 1,4 2,3 1,8 2,9 2,2 4,1 7,1 7,1 5,9 5,0 5,5 3,7 1,6 1,6 2,8 5,1 -0,6 -1,7 -4,2 2,1 1,0 6,5 5,2 7,3 2,7 : -1,2 -5,6 -6,3 -5,9 -0,3 2,0 3,0 7,1 0,8 : 2,1 6,0 -2,8 13,4 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 21,8 21,3 17,3 16,3 16,1 15,7 16,1 15,7 16,1 16,6 17,6 17,8 : 3,7 3,4 3,0 2,6 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7 : 17,6 13,9 13,3 13,5 13,5 14,1 14,7 15,8 16,1 4,8 1,7 0,9 -2,3 2,1 1,3 3,2 2,4 3,1 2,1 -0,1 -0,1 0,6 -4,0 -0,7 -1,3 -0,7 -0,9 -0,7 -0,5 0,0 0,1 0,3 -3,6 0,3 -0,9 -0,7 -0,9 -0,7 -0,6 3,7 7,8 7,6 6,8 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 8,9 11,0 7,9 6,0 6,1 4,8 3,8 3,3 2,2 3,8 5,1 3,0 0,3 -0,8 0,3 -0,4 3,0 1,6 0,9 1,3 4,6 3,6 0,8 0,1 1,0 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 4,3 2,2 2,9 1,2 2,1 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 100,0 111,5 112,5 111,2 110,0 108,6 107,3 107,4 106,2 105,8 0,3 1,4 -2,1 -1,1 -1,1 -1,3 -1,1 0,1 -1,1 -0,5 : : : : : : : : : :
100,0 112,9 91,9 89,6 88,3 89,5 93,9 97,0 94,0 :
-0,3 0,3 -11,4 -2,5 -1,5 1,3 4,9 3,3 -3,1 :
100,0 109,8 91,6 90,6 91,2 92,7 94,9 96,3 93,9 :
-0,7 0,3 -9,9 -1,0 0,7 1,6 2,4 1,4 -2,4 :
0,6 -0,2 -1,3 -1,1 0,0 0,8 1,0 0,3 1,2 0,7 2,2 7,4 13,0 14,3 14,4 13,6 12,6 12,3 11,5 11,0 1,1 -1,6 -3,5 -0,5 -0,2 0,7 2,6 1,9 1,8 1,9 : -6,6 -10,9 -11,2 -9,3 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 : 67,5 95,3 105,0 110,7 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 : 4,8 9,2 9,4 9,9 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 10,1 11,1 7,5 7,1 6,2 6,7 10,7 9,9 : :
6,5 9,9 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,9 :VEREINIGTES KÖNIGREICH Anhaltend starkes Wachstum, aber Anzeichen einer Überhitzung Die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs ist nun schon sieben Jahre hintereinander mit einer Jahresrate von über 3 % gewachsen . Die jüngste Entwicklung hat mit einem realen Wachstum des BIP von voraussichtlich fast 4 % in diesem Jahr die Erwartungen übertroffen . Die Arbeitslosigkeit, die zur Zeit nahe bei 8,5 % liegt, ist seit Mitte 1986 ständig zurückgegangen, und die Arbeitsmarktlage ist deutlich angespannter . In der Bauwirtschaft ist ein Boom zu beobachten, und die Unternehmensinvestitionen haben sich als verzögerte Reaktionen auf den steilen Anstieg der Gewinnsituation stark erhöht .
Das Wachstum hat allerdings Befürchtungen geweckt, daß es zu einer Überhitzung kommen könnte . Die Kapazitätsauslastung ist hoch . Das hohe Wachstumstempo ist auf das Zusammentreffen eines Investitionsbooms mit einem weiterhin sehr lebhaften privaten Verbrauch zurückzuführen, der durch die starke Zunahme der Realverdienste und eine rasche Ausweitung der Kredite angeregt wurde . Die jährliche Zuwachsrate der Einzelhandelspreise hat sich von 3 bis 4 % im Jahre 1987 auf 6 % in der zweiten Jahreshälfte 1988 erhöht, zum Teil durch den Einfluß höherer Hypothekenzinsen . Die Nachfrage kann nicht unmittelbar von der Inlandsproduktion gedeckt werden und ist in zunehmendem Masse in die Einführ geflossen; das Wachstum der Exporte hat sich dieses Jahr verlangsamt, und das Leistungsbilanzdefizit hat sich stark ausgeweitet .
Bessere Entwicklung auf der Angebotsseite, jedoch geringe Fortschritte bei der Bekämpfung der Inflation Obgleich das Wachstumstempo des letzten Jahres nicht aufrechtzuerhalten ist, unterscheidet sich doch die fundamentale Wirtschaftsentwicklung des Vereinigten Königreichs in vieler Hinsicht positiv von der früherer Jahre und der anderer Mitgliedstaaten . Daß die Strukturanpassungspolitik im Vereinigten Königreich viel weiter gediehen ist, zeigt sich heute nicht nur an der raschen Annäherung der Produktivität in der verarbeitenden Industrie an die besten Ergebnisse in der übrigen Gemeinschaft, sondern auch an der Fähigkeit der Wirtschaft zur Schaffung von Arbeitsplätzen . Seit 1983 hat die Beschäftigung um über 1,5 % jährlich zugenommen, allerdings bestehen deutliche regionale Unterschiede fort . Die Rentabilität der Unternehmen hat sich ständig verbessert . Durch eine effektive Ausgabenkontrolle weist der Haushalt überdies nunmehr einen Überschuß auf, und mit der Steuerreform ist man ein gutes Stück vorangekommen . Insbesondere das Einkommensteuersystem ist beträchtlich vereinfacht worden, wobei es heute nur noch zwei - stark reduzierte - Steuersätze von 25 % und 40 % gibt .
Das rasche Nachfragewachstum brachte es mit sich, daß in der jüngsten Zeit nur geringe Fortschritte bei der Bekämpfung der Inflation erreicht wurden . Die jährliche Zunahme der Durchschnittslöhne, die seit 1983 bei 7,5 % Tag, hat sich Mitte 1988 auf 9 % beschleunigt ( was sich teilweise durch mehr Überstunden, Bonuszahlungen und ein Aufholen des Lohnrückstands im öffentlichen Sektor erklärt ). Die Auswirkungen des Lohnanstiegs sind bislang durch Produktivitätsverbesserungen aufgefangen worden, namentlich in der verarbeitenden Industrie . Diese Produktivitätszuwächse sind jedoch teilweise konjunkturbedingt und werden somit wieder verschwinden, sobald d.as gesamtwirtschaftliche Wachstum nachlässt, so daß sich die Lohnerhöhungen, sofern sie sich nicht entsprechend verlangsamen, in zunehmendem Masse in den Kosten und Preisen niederschlagen werden . Der starre Lohnfindungsprozeß mit seinen Auswirkungen auf Inflation und Wettbewerbsfähigkeit stellt nach wie vor eins der Hauptprobleme für die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs dar .
Wird der gegenwärtige "Policy-mix'' die Inflation genügend dämpfen Auf mittlere Sicht werden sich manche Ungleichgewichte in der Wirtschaft von selbst ausgleichen . Der starke Anstieg der Unternehmensinvestitionen bedeutet, daß sich das Angebotspotential der Wirtschaft beträchtlich vergrössert . Da sich das wirtschaftliche Wachstum verlangsamt und die Unternehmensgewinne langsamer steigen, sind die Firmen möglicherweise nicht länger bereit, so starke Lohnerhöhungen zuzugestehen . Ausserdem ist eine Erholung des Sparens der privaten Haushalte zu erwarten, da die höheren Zinssätze und eine Abkühlung auf den Finanz - und Realvermögensmärkten die Bereitschaft zur zusätzlichen Verschuldung vermindern . Gleichwohl bleibt abzuwarten, wie stark sich diese Faktoren auf die Inflation und das Leistungsbilanzdefizit auswirken werden .
Damit erhebt sich die Frage, wie der etwaige finanzpolitische Spielraum am besten genutzt werden könnte . So ist vor allem bei der zeitlichen Planung weiterer Ermässigungen des Eingangssatzes der Einkommensteuer, zu denen sich die Regierung verpflichtet hat, Vorsicht am Platze . Um eine allzu rasche Ausweitung der Nachfrage zu vermeiden und den inflationären Druck in Grenzen zu halten könnte die Weiterführung eines Überschusses des öffentlichen Sektors auf mehrere Jahre hinaus notwendig sein . Ein Teil des etwaigen finanzpolitischen Spielraums könnte in einer Weise genutzt werden, die das Angebotspotential weiter verbessert, sich jedoch weniger direkt auf den privaten Verbrauch und die Einfuhren auswirkt, beispielsweise durch Verminderung der Kosten für die Einstellung zusätzlicher Arbeitskräfte für die Arbeitgeber und durch eine Erhöhung der Rendite des investierten Kapitals nach Steuern .
Obwohl die Geldpolitik in den ersten Monaten von 1988 etwas restriktiver gestaltet wurde, sind die Zinsätze gesenkt worden, weil das Pfund unter starken, zum Teil spekulativen, Aufwertungsdruck geriet . Seit Juni sind die Zinssätze insgesamt um 4,5 Prozentpunkte erhöht worden, was eine erhebliche Verschärfung des Restriktionsgrades der Geldpolitik bedeutet . Dies wird dazu beitragen, die inflationistischen Spannungen in Schach zu halten . Die Zinserhöhungen gingen mit einer relativen Stabilität des Pfundkurses einher, der sich aber gegenüber anderen europäischen Währungen auf einem höheren Niveau als zu Jahresanfang eingependelt hat . Mittelfristig sollte es eine straffe Fiskalpolitik ermöglichen, das Geldmengenwachstum ohne sehr hohe Zinssätze, die auf die Dauer die Investitionsbereitschaft beeinträchtigen könnten, in Grenzen zu halten . Darüber hinaus sollte die Geldpolitik auch mit dem Ziel grösserer Wechselkursstabilität vereinbar sein . Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 (;) VEREINIGTES KÖNIGREICH ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten - Ausrüstungen 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (=) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen - zu konstanten Preisen - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (%) 8 . Reale Lohnstückkosten (& ) - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 19 konkurrierenden Industrieländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderungin Prozent - gegenüber den übrigen Mitgliedsländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote (() 13 . Leistungsbilanzsaldo ()) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates ()) 15 . Staatsverschuldung ()) 16 . Zinszahlungen des Staates ()) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (·) 18 . Langfristiger Zinssatz (§) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Zu laufenden Preisen .
(%) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstatigen .
(& ) BIP-Preise.
(() In Prozcnt der zivilen Erwerbsbevölkerung .
()) In Prozent des BIP .
(·) M 3 (§) Niveaus .
1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 9,2 9,3 8,8 6,0 7,3 7,0 6,0 3,5 4,6 5,0 4,9 2,0 1,5 0,1 2,1 1,4 2,3 1,8 2,9 2,2 4,1 7,1 7,1 5,9 5,0 5,5 3,7 1,6 1,6 2,8 5,1 -0,6 -1,7 -4,2 2,1 1,0 6,5 5,2 7,3 2,7 : -1,2 -5,6 -6,3 -5,9 -0,3 2,0 3,0 7,1 0,8 : 2,1 6,0 -2,8 13,4 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 21,8 21,3 17,3 16,3 16,1 15,7 16,1 15,7 16,1 16,6 17,6 17,8 : 3,7 3,4 3,0 2,6 2,2 1,9 1,9 1,8 1,7 : 17,6 13,9 13,3 13,5 13,5 14,1 14,7 15,8 16,1 4,8 1,7 0,9 -2,3 2,1 1,3 3,2 2,4 3,1 2,1 -0,1 -0,1 0,6 -4,0 -0,7 -1,3 -0,7 -0,9 -0,7 -0,5 0,0 0,1 0,3 -3,6 0,3 -0,9 -0,7 -0,9 -0,7 -0,6 3,7 7,8 7,6 6,8 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 8,9 11,0 7,9 6,0 6,1 4,8 3,8 3,3 2,2 3,8 5,1 3,0 0,3 -0,8 0,3 -0,4 3,0 1,6 0,9 1,3 4,6 3,6 0,8 0,1 1,0 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 4,3 2,2 2,9 1,2 2,1 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 100,0 111,5 112,5 111,2 110,0 108,6 107,3 107,4 106,2 105,8 0,3 1,4 -2,1 -1,1 -1,1 -1,3 -1,1 0,1 -1,1 -0,5 : : : : : : : : : :
100,0 112,9 91,9 89,6 88,3 89,5 93,9 97,0 94,0 :
-0,3 0,3 -11,4 -2,5 -1,5 1,3 4,9 3,3 -3,1 :
100,0 109,8 91,6 90,6 91,2 92,7 94,9 96,3 93,9 :
-0,7 0,3 -9,9 -1,0 0,7 1,6 2,4 1,4 -2,4 :
0,6 -0,2 -1,3 -1,1 0,0 0,8 1,0 0,3 1,2 0,7 2,2 7,4 13,0 14,3 14,4 13,6 12,6 12,3 11,5 11,0 1,1 -1,6 -3,5 -0,5 -0,2 0,7 2,6 1,9 1,8 1,9 : -6,6 -10,9 -11,2 -9,3 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 : 67,5 95,3 105,0 110,7 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 : 4,8 9,2 9,4 9,9 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 10,1 11,1 7,5 7,1 6,2 6,7 10,7 9,9 : :
6,5 9,9 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,9 : ( 1 ) BSP für die Vereinigten Staaten und Japan ab 1987 . ( 2) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 . ( 3 ) EUR 9 : registrierte Arbeitslose; Griechenland, Spanien, Portugal : Erhebungen . ( 4 ) Definition des Staates nach dem ESVG einschließlich Sozialversicherung . ( 5 ) Preisbereinigt mit dem Deflator des privaten Verbrauchs.(6 ) 1989 (;)( 7 ) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September/Oktober 1988.(8 ). Dies hat mehrere Gründe : Erstens sind die neuen Arbeitsplätze nicht unbedingt für die registrierten Arbeitslosen geeignet . Zweitens hat sich seit 1986 die Erwerbsquote erhöht . Deshalb steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen(9 ) Siehe Teil B Ziffer 3.(10 )). Diese Verordnung entwickelt insbesondere ein neues Modell für die "Partnerschaft'' zwischen der Gemeinschaft und den Mitgliedstaaten . Dabei soll sichergestellt werden, daß die Fonds wirksam zu den Zielen der Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts beitragen.(11 ) ABl . Nr . L 185 vom 15 . 7 . 1988, S . 9.(12 ) vorgesehen, sollten sich die Regierungen der Mitgliedstaaten im Rahmen ihrer jeweiligen Vorschriften mit den Vertretern der wichtigsten wirtschaftlichen und sozialen Gruppen über die Grundzuege der Wirtschaftspolitik konzertieren . Der Beitrag der Sozialpartner in den Bereichen, in denen sie zuständig sind, ist zur Gestaltung der sozialen Dimension des Binnenmarktes wesentlich . Die Kommission wird ihrerseits weiterhin zur Entwicklung des Dialogs zwischen den Sozialpartnern auf Gemeinschaftsebene beitragen; nach Artikel 118B des durch die Einheitliche Europäische Akte erweiterten EWG-Vertrags kann er zu vertraglichen Beziehungen führen, wenn dies von den Sozialpartnern gewünscht wird . In dieser Hinsicht könnte in den Grenzregionen die Entwicklung einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern der verschiedenen Mitgliedsländer ein ermutigender erster Schritt sein, sich der europäischen Dimension in den Beziehungen zwischen den Sozialpartnern bewusst zu werden.(13 ) ABl . Nr . L 63 vom S . 3 . 1974, S . 19.kehrt, wobei die Entwicklungen in den einzelnen Mitgliedstaaten deutliche Unterschiede aufweisen . Seit 1985 hat die jährliche Zuwachsrate für die Beschäftigung in der Gemeinschaft ein im historischen Vergleich gesehen hohes Niveau erreicht ( annähernd 1 %). Das Arbeitsvolumen hat jedoch weniger zugenommen, da die neuen Arbeitsplätze zu einem erheblichen Teil Teilzeitarbeitsplätze sind . 1988 lag die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Spanien (+ 2,6 %), im Vereinigten Königreich (+ 1,9 %), in Luxemburg (+ 1,7 %) und Portugal (+ 1,7 %) über dem Gemeinschaftsdurchschnitt . Das im Vergleich zu den siebziger Jahren länger anhaltende und mehr auf Dauer angelegte Wachstum wird also immer noch beschäftigungswirksamer.(14)).(15 ) ÖCD, Ecoxonit Ocrlook, Juni 1988.Ein solcher Trend bei den realen Lohnstückkosten ist aus einer Reihe von Günden vorteilhaft . Er trägt erstens dazu bei, die Rentabilität des Kapitalstocks zu erhöhen und so eine wichtige Voraussetzung für eine höhere Investitionsneigung zu erfuellen . Der in Tabelle 15 aufgezeigte Rückgang der realen Lohnstückkosten bedeutet auch, daß sich der Anteil der Gewinne an der Wertschöpfung sehr günstig entwickelt hat, was jedoch die Rentabilität nicht in gleichem Umfang verbessert hat . Da heute für jeden Arbeitsplatz mehr Kapital benötigt wird, hat die Kapitalrentabilität noch nicht wieder das Niveau der sechziger Jahre erreicht, als die Erwerbsbevölkerung in der Gemeinschaft fast vollbeschäftigt war.(16 ) weiter verbessert werden.(17 ), zu der sich die Mitgliedsländer verpflichtet haben, wird die Autonomie weiter verringern und mehr Disziplin bei der Geldpolitik erfordern . Verstärkte Zusammenarbeit könnte sich auf zwei Ebenen ausdrücken : zum einen könnte die Konvergenz der Geldpolitiken weiter gestärkt werden, wobei die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt werden . In diesem Zusammenhang muß insbesondere zwischen den am Wechselkursmechanismus teilnehmenden Ländern auch eine kohärente Wechselkurspolitik gegenüber dem Rest der Welt betrieben werden . Zum anderen könnten mittelfristige ökonomische Ziele gesetzt werden, die auf interner und externer Stabilität aufbauen.(18 ) zurückgeführt werden . Die Regierung kann infolge beträchtlicher Steuermehreinnahmen 1988 und 1989 die Steuersätze senken, obgleich die im Mehrjahresprogramm vorgesehenen Ausgaben etwas überschritten werden . Das in der Regierungserklärung angekündigte Ziel hinsichtlich der Steuerlastquote wird deshalb wahrscheinlich erreicht werden . Demgegenüber nimmt die Arbeitslosenquote trotz eines nachhaltigen Wachstums der Beschäftigung spürbar langsamer ab als ursprünglich vorgesehen . ( 19 ) 6,1 % des BIP im Jahr 1988 und 5,4 % im Jahr 1989 . JAHRESWIRTSCHAFTSBERICHT 1988/89Vorbereitung auf 1992 - STATISTISCHER ANHANG -
SCHAUBILDER ( 1 ) ( Seite ) A 1 . Leistungsbilanzsaldo und Bestimmungsfaktoren 58 A 2 . Wichtigste Ergebnisse der Gemeinschaftsumfragen bei den Unternehmen und den Verbrauchern ( EUR 12 ) 59 A 3 . Wachstum des realen BIP und der realen Binnennachfrage 60 A 4 . Rentabilität, Kapazitätsauslastung und Investitionen ( EUR 12 ) 61 A 5 . Deflator des privaten Verbrauchs, Lohnstückkosten und Wachstum der Geldmenge je Produkteirtheit ( EUR 12 ) 62 A 6 . Wachstum der Geldmenge M 2/3 und des BIP ( EUR 12 ) 63 A 7 . Konvergenz der Inflationsraten in der Gemeinschaft und in den WKM-Ländern 64 A 8 . BIP pro Kopf zu konstanten Preisen und Kaufkraftstandards 65 A 9 . Reales BIP, Kapitalintensität und Beschäftigung ( EUR 12 ) 66 A 10 . Reale Lohnstückkosten, Rentabilität, reale langfristige Zinsen und Investitionen ( EUR 12 ) 67 TABELLEN ( 2 ) A 11 . EUR 12 : Wichtige ökonomische Aggregate ( 1961-1989 ) 68 A 12 . Konvergenz der Preisentwicklungen ( Preise des privaten Verbrauchs, jährliche Veränderung in Prozent ) 69 A 13 . Nominale Lohnstückkosten ( jährliche Veränderung in Prozent ) 70 A 14 . BIP pro Kopf zu laufenden Preisen und Kaufkraftstandards ( EUR 12 - 100 ) 71 A 15 . Nominallöhne je Beschäftigten ( jährliche Veränderung in Prozent ) 72 A 16 . Reallöhne je Beschäftigten ( jährliche Veränderung in Prozent ) 72 A 17 . Arbeitsproduktivität ( BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstätigen, jährliche Veränderung in Prozent ) 73 A 18 . Reale Lohnstückkosten ( 1961-1969 - 100 )) 73 A 19 . Bruttoanlageinvestitionen ( in Prozent des BIP ) 74 A 20 . Ausrüstungsinvestitionen ( jährliche Veränderung in Prozent ) 74 A 21 . Nominale kurzfristige Zinssätze 75 A 22 . Nominale langfristige Zinssätze 75 A 23 . Staatseinnahmen ( in Prozent des BIP ) 76 A 24 . Staatsausgaben ( in Prozent des BIP ) 76 A 25 . Finanzierungssaldo des Staates ( in Prozent des BIP ) 77 A 26 . Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld a ) in Prozent des BIP 77 b ) in Prozent der Staatsausgaben insgesamt 78 A 27 . Öffentliche Schuld in den Mitgliedsländern ( in Prozent des BIP ) 78 A 28 . Nominale effektive Wechselkurse ( 1980 - 100 ) 79 A 29 . Reale effektive Wechselkurse ( 1980 - 100 ) 80 TABELLE A 11 Wichtige ökonomische Aggregate 1961 bis 1989 EUR 12 (;) ( Jährliche Veränderung in Prozent, falls nicht anders angegeben) 1 . Bruttoinlandsprodukt - zu laufenden Preisen - zu konstanten Preisen - BIP-Preise 2 . Bruttoanlageinvestitionen ($) - total - Bauten (=) - Ausrüstungen (=) 3 . Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am BIP (%) - insgesamt - Staat - übrige Sektoren 4 . Inländische Endnachfrage einschließlich Lagerveränderungen ($) - in der Gemeinschaft - Abstand zu 9 anderen ÖCD-Ländern 5 . Inflation ( Preise des privaten Verbrauchs ) 6 . Löhne je abhängig Beschäftigten - nominal - real, defl . mit den Preisen des privaten Verbrauchs - real, defl . mit den BIP-Preisen 7 . Produktivität (& ) 8 . Reale Lohnstückkosten (() - Idex : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 9 . Rentabilität ( Index : 1961 bis 1973 - 100 ) 1O . Relative Lohnstückkosten in einer gemeinsamen Währung - gegenüber 9 anderen ÖCD-Ländern - Index : 1961 bis 1973 - 100 - jährliche Veränderung in Prozent 11 . Beschäftigung 12 . Arbeitslosenquote ()) 13 . Leistungsbilanzsaldo (·) 14 . Finanzierungsdefizit des Staates (·) (§) 15 . Staatsverschuldung (·) (§) 16 . Zinszahlungen des Staates (·) (§) 17 . Geldmenge ( am Jahresende ) (; 0 ) 18 . Langfristiger Zinssatz (;;) (;) 1961 bis 1986 : EUROSTAT und Kommissionsdienststellen . 1987 bis 1989 : Vorausschätzungen September bis Oktober 1988 .
($) Zu konstanten Preisen .
(=) Bis 1986 : EUR 12 ohne Spanien und Portugal .
(%) Zu laufenden Preisen .
(& ) BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstätigen .
(() BIP-Preise .
()) In Prozent der zivilen Erwerbsbevölkerung . 1961 bis 1973 : EUR 12 ohne Griechenland, Spanien und Portugal .
(·) In Prozent des BIP .
(§) 1974 bis 1981: EUR 12 ohne Griechenland und Portugal (;*) Geldmenge in der weiteren Definition M 2 oder M 3 je nach Land .
(;;) Niveaus 1986 : Durchschnitt Januar bis August .
1961-1973 1974-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 10,2 14,4 11,2 10,1 9,1 8,7 8,3 6,9 7,4 6,7 4,8 2,0 0,8 1,4 2,4 2,5 2,6 2,9 3,5 2,8 5,1 12,1 10,3 8,5 6,6 6,1 5,5 3,9 3,8 3,7 5,6 -0,3 -2,0 -0,1 1,3 2,1 3,1 4,6 7,1 5,2 : -1,2 -2,4 0,6 1,2 -2,4 2,4 2,2 6,2 3,8 : 1,8 -1,9 0,1 6,6 9,1 3,3 7,2 8,1 6,7 23,3 22,1 20,2 19,7 19,3 19,2 18,9 19,1 19,7 20,1 : 3,3 3,0 2,9 2,8 2,9 2,8 2,7 2,8 2,8 : 18,8 17,3 16,8 16,5 16,3 16,1 16,3 16,9 17,3 4,9 1,6 0,8 1,1 1,9 2,3 3,8 3,8 4,1 3,0 -0,5 -0,7 1,0 -2,0 -3,4 -1,4 -0,1 -0,2 0,0 0,3 4,6 12,3 10,5 8,5 7,1 5,9 3,6 3,3 3,5 3,7 10,0 14,9 11,0 9,7 7,4 6,9 6,1 5,5 5,3 5,2 5,1 2,3 0,4 1,1 0,3 0,9 2,3 2,1 1,8 1,5 4,6 2,4 0,6 1,1 0,8 0,8 0,5 1,6 1,4 1,4 4,5 2,1 1,6 2,0 2,3 1,8 1,8 2,0 2,4 2,0 100,0 104,3 103,1 102,2 100,7 99,7 98,4 98,0 97,2 96,7 0,1 0,4 -1,0 -0,9 -1,4 -1,0 -1,3 -0,3 -0,9 -0,5 100,0 65,7 59,0 61,1 68,2 72,5 77,6 78,7 82,1 83,0 100,0 107,6 98,2 92,8 85,9 85,4 93,8 100,8 98,0 :
1,0 -0,2 -6,1 -5,6 -7,4 -0,6 9,7 7,5 -2,8 :
0,3 -0,1 -0,8 -0,5 0,1 0,6 0,8 0,9 1,1 0,9 2,2 5,1 9,4 10,6 11,4 11,8 11,9 11,6 11,3 10,9 0,4 -0,6 -0,9 -0,1 0,3 0,7 1,3 0,8 0,3 0,1 : -3,7 -5,5 -5,3 -5,3 -5,2 -4,8 -4,2 -3,8 -3,5 : 39,4 47,6 50,8 54,0 56,6 57,8 59,2 60,0 60,7 : 2,8 4,1 4,7 5,0 5,0 4,9 4,8 4,8 11,9 13,4 11,9 10,7 9,9 9,9 10,4 11,0 : :
7,1 11,7 14,3 12,7 11,8 10,9 9,2 9,3 9,3 : TABELLE A 12 1969/1960 1977/1969 1981/1977 1982 1984 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) B 3,2 7,4 5,6 7,6 5,8 5,2 0,8 1,6 1,3 2,4 DK 5,7 10,0 10,6 10,2 6,5 4,9 3,6 4,1 4,8 3,7 D 2,7 5,5 4,7 4,7 2,4 2,1 -0,2 0,5 1,3 2,5 GR 2,4 10,5 18,5 21,2 18,3 18,7 22,2 15,8 13,3 12,8 E 5,9 13,2 16,6 14,5 11,0 8,3 8,7 5,3 4,7 4,3 F 4,2 8,3 11,5 11,5 7,5 5,7 2,5 3,2 2,7 2,7 IRL 4,5 13,8 15,2 15,3 9,4 4,5 3,6 3,1 2,1 2,8 I 3,7 12,9 16,5 15,9 11,4 9,3 6,1 4,8 4,9 4,6 L 2,3 6,8 6,2 10,8 5,5 5,2 0,6 0,6 1,4 2,2 NL 4,0 8,0 5,5 5,3 2,0 2,5 0,2 -0,4 0,9 1,4 P 2,6 13,1 22,4 20,6 27,8 19,0 12,0 10,2 9,4 7,0 UK 3,7 12,4 12,6 8,6 4,8 5,2 3,6 3,8 4,4 4,7 Gewichteter Durchschnitt EUR 12 3,7 9,9 11,4 10,5 7,1 5,9 3,6 3,3 3,5 3,7 EWS 3,6 8,6 10,0 9,9 6,5 5,2 2,4 2,5 2,7 3,1 Abweichungsindex relativ zum Durchschnitt ($) EUR 12 0,9 2,5 4,8 4,4 4,9 3,6 4,1 3,0 2,7 1,9 EWS 0,8 2,2 4,0 3,3 2,4 1,4 1,8 1,6 1,4 0,8 Abweichungsindex relativ zur niedrigsten Inflationsrate ($) EUR 12 1,4 4,7 7,5 7,5 7,4 5,5 5,5 4,8 3,4 2,9 EWS 1,5 3,6 4,8 5,5 4,3 2,8 2,4 2,6 1,5 1,4 (;) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
($) Der Abweichungsindex ist die ungewichtete Summe der absoluten Abweichung eines jeden Landes vom jeweiligen Referenzwert ( z . B . vom gewichteten Durchschnitt bzw . von der niedrigsten Inflationsrate ) geteilt durch die Anzahl der Länder .
Quelle : Eurostat und Kommissionsdienststellen . TABELLE A 13 Nominale Lohnstückkosten ( jährliche Veränderung in %) 1969/1960 1977/1969 1981/1977 1982 1984 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) B 3,4 9,5 5,0 4,8 3,9 4,1 2,5 1,7 0,5 2,3 DK 6,7 10,2 8,6 9,1 3,4 3,3 3,6 10,6 4,1 1,0 D 3,3 6,8 4,3 3,1 0,7 1,6 2,3 1,7 0,3 0,7 GR 0,8 11,3 19,6 26,3 19,4 20,2 14,2 12,8 15,0 12,5 E 7,1 14,0 15,7 11,3 5,5 6,1 6,8 5,2 4,4 4,1 F 4,2 9,6 11,2 11,4 6,1 4,5 2,1 1,0 1,3 1,4 IRL 4,6 13,6 15,3 11,8 6,2 2,9 5,0 0,9 0,6 1,1 I 3,7 14,8 16,8 16,5 8,5 8,7 5,7 5,4 3,5 4,7 L 2,4 11,2 5,8 5,1 1,2 1,4 4,7 4,3 2,5 4,1 NL 6,4 8,9 4,5 4,6 -2,9 0,4 1,0 1,0 0,6 -0,3 P 2,2 17,4 16,7 16,5 19,0 18,1 12,2 11,9 8,6 7,1 UK 3,7 13,1 14,3 5,3 5,2 4,5 4,7 4,2 5,6 6,1 Gewichteter Durchschnitt EUR 12 3,9 11,1 11,3 9,2 5,1 5,0 4,2 3,5 2,9 3,2 EWS 3,9 10,0 9,7 9,3 4,2 4,3 3,1 2,6 1,5 1,9 Abweichungsindex relativ zum Durchschnitt ($) EUR 12 1,4 2,4 4,9 5,2 4,5 4,2 2,8 3,4 3,0 2,7 EWS 1,1 1,9 4,3 4,0 2,9 1,4 2,4 1,2 1,4 Abweichungsindex relativ zur niedrigsten Inflationsrate ($) EUR 12 1,9 4,9 7,2 7,4 9,3 5,9 4,4 4,2 3,6 4,0 EWS 1,9 3,8 4,6 5,2 6,3 3,0 2,4 2,3 1,4 2,2 (;) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
($) Der Abweichungsindex ist die ungewichtete Summe der absoluten Abweichung eines jeden Landes vom jeweiligen Referenzwert ( z . B . vom gewichteten Durchschnitt bzw . von der niedrigsten Inflationsrate ) geteilt durch die Anzahl der Länder .
Quelle : Eurostat und Kommissionsdienststellen . TABELLE A 14 BIP pro Kopf zu laufenden Preisen und Kaufkraftstandards ( EUR 12 = 100)B DK D GR E F IRL I L NL P UK EUR 4 (;) EUR 8 ($) EUR 12 GDAM (=) Relat . (%) 1960 95,6 119,6 117,9 38,7 59,1 101,6 61,9 91,3 137,0 118,6 38,4 128,3 52,4 110,4 100,0 20,4 41,5 1961 95,5 120,9 116,4 40,8 62,6 101,4 62,3 93,8 134,7 115,3 38,7 125,7 55,0 109,8 100,0 18,6 45,4 1962 96,4 122,3 116,3 39,7 65,4 102,5 62,0 95,4 130,1 114,0 39,9 121,5 56,7 109,4 100,0 17,2 47,7 1963 96,4 117,8 114,2 42,0 68,1 102,4 62,3 96,6 128,6 112,5 40,5 121,4 58,9 108,9 100,0 16,0 50,0 1964 97,5 121,9 115,0 43,3 68,3 103,0 61,6 93,9 130,8 114,6 41,0 121,0 59,3 108,8 100,0 16,7 50,2 1965 96,8 122,3 116,1 45,5 69,5 103,4 60,5 93,0 127,5 115,1 42,6 119,0 60,7 108,5 100,0 16,6 51,5 1966 96,2 120,8 114,8 46,5 71,3 104,6 59,1 94,9 124,1 113,2 43,1 116,9 62,0 108,2 100,0 15,5 53,4 1967 96,6 120,3 111,2 47,1 71,4 105,6 60,1 98,1 120,5 114,5 45,1 116,2 62,6 108,1 100,0 14,4 53,8 1968 95,8 118,8 111,7 47,9 72,0 104,4 61,8 99,2 119,6 115,2 46,8 115,0 63,5 108,0 100,0 13,6 55,0 1969 97,0 119,7 113,1 49,9 73,9 105,5 62,1 99,6 124,5 115,3 45,6 110,3 64,9 107,6 100,0 12,8 56,9 1970 99,0 116,5 113,3 51,7 73,3 106,3 61,2 100,3 123,1 115,8 48,1 108,2 65,2 107,6 100,0 12,4 57,2 1971 99,5 115,7 112,4 53,7 73,9 108,1 61,1 98,9 122,0 116,1 50,3 107,7 66,3 107,3 100,0 12,3 58,5 1972 100,6 116,7 112,2 55,9 76,2 109,4 61,7 97,8 123,8 114,4 52,4 105,7 68,5 106,8 100,0 11,9 60,7 1973 100,6 113,8 110,7 56,6 77,1 108,2 60,2 98,4 125,9 112,5 55,2 107,5 69,5 106,6 100,0 11,3 62,5 1974 102,9 110,7 109,2 53,6 79,1 109,4 60,9 100,4 127,7 114,4 54,3 105,0 70,2 106,5 100,0 10,5 63,5 1975 102,6 111,2 109,5 57,1 79,9 110,8 63,0 97,6 120,1 115,0 51,2 105,9 70,9 106,5 100,0 11,3 63,5 1976 103,4 113,0 110,9 57,3 77,9 111,0 60,1 98,3 117,1 114,7 51,1 105,1 69,4 106,9 100,0 11,6 62,1 1977 101,8 112,2 112,2 57,2 77,9 111,6 62,9 97,8 116,7 114,3 52,3 104,1 69,8 106,9 100,0 11,8 62,0 1978 101,8 110,6 112,5 58,7 76,4 111,9 64,9 97,5 117,9 113,4 52,3 105,1 69,2 107,1 100,0 12,3 61,6 1979 101,0 111,1 113,9 58,5 73,8 111,8 64,0 99,1 117,4 112,1 53,5 104,2 67,6 107,5 100,0 12,4 59,9 1980 104,3 109,4 114,0 58,4 73,7 112,0 64,7 101,9 117,2 111,2 54,9 100,9 67,8 107,5 100,0 12,1 60,0 1981 103,0 108,7 114,2 58,0 72,9 112,9 66,2 103,1 116,9 109,8 55,3 99,8 67,4 107,6 100,0 12,3 59,5 1982 104,0 111,5 113,0 57,6 73,0 114,6 66,6 102,6 118,0 107,2 55,9 100,5 67,5 107,6 100,0 12,3 59,4 1983 102,9 113,0 113,7 56,8 73,0 113,4 64,9 101,5 120,0 107,0 54,7 102,7 67,1 107,8 100,0 12,9 59,1 1984 102,8 114,4 114,8 56,8 72,4 112,1 65,1 102,5 125,0 107,6 52,2 102,3 66,3 108,0 100,0 12,8 58,4 1985 101,9 116,5 114,9 57,0 72,1 111,0 64,2 102,7 126,5 107,2 52,4 103,5 66,1 108,0 100,0 12,9 58,4 1986 101,8 117,6 115,1 56,2 72,5 110,3 62,6 102,9 126,6 106,6 53,0 103,8 66,2 108,0 100,0 12,9 58,6 1987 100,8 112,7 114,1 53,8 73,9 108,9 62,9 103,4 125,6 105,4 53,5 106,2 66,8 107,9 100,0 12,6 59,8 1988 (& ) 99,9 109,1 113,8 52,8 74,6 108,4 62,4 103,2 124,6 103,6 54,8 107,5 67,3 107,8 100,0 12,3 60,5 1989 (& ) 100,3 107,1 113,5 51,1 75,6 108,4 63,1 102,7 124,9 102,6 55,5 108,2 67,8 107,7 100,0 12,2 61,1 (;) EUR 4 : GR, E, IRL, P .
($) EUR 8 : B, DK, D, F, I, L, NL, UK .
(=) GDAM = Gewogener Durchschnitt der absoluten Abweichungen vom Mittel .
(%) Relation zwischen dem BIP pro Kopf der vier ärmsten Länder und der vier reichsten Länder in der Gemeinschaft ( EUR 12 ).
(& ) 1987-1989 : Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
Quelle : Eurostat und Kommissionsdienststellen . TABELLE A 15 Nominallöhne je Beschäftigten ( jährliche Veränderung in %) 1973/1960 1979/1973 1984/1979 1989/1984 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) B 8,9 11,9 7,2 3,6 4,8 3,8 3,3 2,2 3,8 DK 10,7 12,0 8,9 4,9 4,5 4,7 8,2 4,5 2,5 D 9,2 7,4 4,7 3,1 3,0 3,9 2,9 3,0 2,5 GR 10,2 22,0 21,8 16,3 22,6 15,7 12,5 17,0 14,0 E 14,6 22,9 14,0 7,7 10,1 8,3 7,5 6,5 6,1 F 9,9 14,7 12,5 4,3 6,6 4,0 3,3 3,8 3,8 IRL 11,3 19,2 15,4 4,8 6,4 5,1 5,1 3,5 3,9 I 11,6 19,9 17,7 8,2 10,2 7,7 8,7 7,0 7,5 L 7,4 11,3 7,7 4,2 3,8 5,0 3,9 3,4 5,0 NL 11,4 10,2 3,6 1,4 1,4 1,6 1,3 1,9 1,0 P 12,0 25,8 19,8 14,8 22,4 17,0 13,9 11,0 10,0 UK 8,3 17,2 11,1 7,3 6,7 7,3 7,0 7,5 7,8 EUR 12 10,0 15,1 11,2 5,8 6,9 6,1 5,5 5,3 5,2 USA 5,7 8,2 7,2 4,4 4,3 3,7 4,1 5,3 4,8 JAP 14,0 12,6 4,8 3,9 3,4 3,7 3,1 4,4 4,7 (;) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
Quelle : Kommissionsdienststelle . TABELLE A 16 Reallöhne je Beschäftigten (;) ( jährliche Veränderung in %) Ausgewählte Zeiträume 1973/1960 1979/1973 1984/1979 1989/1984 Veränderung gegenüber dem Vorjahr 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 4,6 3,6 1,8 0,5 -0,7 0,2 1,6 0,6 0,9 DK 3,4 1,6 0,4 0,3 -0,7 -0,2 3,0 0,1 -0,5 D 4,6 2,5 1,0 0,8 0,8 0,8 0,9 1,2 0,2 GR 5,5 5,6 1,2 0,5 4,1 -2,8 -1,6 2,4 0,9 E 7,1 3,9 1,3 0,7 1,3 -2,3 1,7 1,2 1,7 F 4,8 3,8 1,9 0,6 0,8 -0,7 0,7 1,0 1,3 IRL 3,9 4,2 2,1 1,0 1,3 -0,5 2,6 1,1 0,8 I 5,9 2,4 1,3 1,9 1,3 -0,3 3,1 2,2 3,2 L 2,9 4,5 0,2 1,8 0,3 2,4 2,8 1,2 2,2 NL 5,0 2,6 -0,5 0,8 -0,3 0,8 2,3 1,6 -0,4 P 7,7 5,1 -1,4 0,7 0,6 -0,7 1,6 0,5 1,8 UK 3,0 1,0 1,5 2,0 0,7 3,7 2,0 1,9 2,0 EUR 12 4,6 2,6 1,3 1,2 0,8 0,5 1,6 1,4 1,4 USA 2,0 0,2 1,1 1,0 1,1 1,0 0,7 1,9 0,2 JAP 7,6 4,2 2,6 2,5 1,9 1,9 2,9 3,5 2,3 (;) Unter Kostengesichtspunkten : Nominallöhne je Beschäftigten deflationiert mit den BIP-Preisen .
($) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 17 Arbeitsproduktivität ( BIP zu konstanten Preisen je Erwerbstätigen, jährliche Veränderung in %) Ausgewählte Zeiträume 1973/1960 1979/1973 1984/1979 1989/1984 Veränderung gegenüber dem Vorjahr 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) B 4,3 2,1 2,2 1,3 0,6 1,3 1,6 1,7 1,4 DK 3,2 1,3 1,4 0,4 1,2 1,0 -2,2 0,3 1,5 D 4,1 2,9 1,6 1,7 1,4 1,6 1,2 2,7 1,7 GR 8,2 3,0 -0,3 1,2 1,9 1,3 -0,3 1,7 1,3 E 6,5 3,2 3,1 2,2 3,7 1,4 2,2 2,1 1,8 F 4,9 2,7 1,8 2,2 2,1 1,8 2,2 2,5 2,3 IRL 4,3 3,4 3,0 2,6 3,3 0,1 4,2 2,9 2,8 I 5,7 1,8 1,3 2,5 1,3 1,9 3,2 3,4 2,6 L 3,1 0,8 2,2 0,8 2,4 0,3 -0,4 0,9 0,9 NL 3,9 2,4 1,7 0,9 1,0 0,6 0,3 1,3 1,4 P 7,4 3,1 0,2 2,9 3,6 4,3 1,8 2,3 2,7 UK 2,9 1,3 1,7 2,1 2,1 2,5 2,6 1,9 1,6 EUR 12 4,5 2,3 1,7 2,0 1,8 1,8 2,0 2,4 2,0 USA 2,0 0,1 1,3 1,0 0,7 1,2 0,6 1,8 0,9 JAP 8,2 3,0 2,9 3,1 3,8 1,6 3,2 4,0 3,0 (;) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 18 Reale Lohnstückkosten (;) ( 1961-1969 = 100 ) 1961-1969 1975 1979 1981 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 100,0 110,4 112,7 115,4 109,0 107,8 107,9 106,7 106,2 DK 100,0 104,6 100,2 100,6 93,6 92,5 97,4 97,2 95,3 D 100,0 107,0 102,5 104,5 98,8 98,0 97,7 96,3 94,8 GR 100,0 87,2 96,7 101,0 106,0 101,7 100,4 101,0 100,6 E 100,0 105,5 106,7 105,6 95,5 92,0 91,5 90,8 90,7 F 100,0 105,6 105,4 108,3 104,6 102,1 100,6 99,1 98,2 IRL 100,0 104,3 100,5 100,3 94,3 93,7 92,3 90,7 88,9 I 100,0 111,7 107,5 108,2 107,4 105,1 105,0 103,8 104,5 L 100,0 119,7 117,0 120,5 104,3 106,5 109,9 110,3 111,8 NL 100,0 110,5 107,3 104,1 94,7 95,0 96,9 97,2 95,5 P 100,0 143,3 119,9 119,7 107,6 102,4 102,2 100,4 99,6 UK 100,0 110,2 100,1 101,3 97,4 98,5 97,9 97,8 98,2 EUR 12 100,0 107,3 103,1 104,4 99,9 98,6 98,2 97,3 96,8 USA 100,0 101,7 102,5 102,2 101,8 101,7 101,8 102,0 101,3 JAP 100,0 110,6 107,5 106,5 103,8 104,1 103,8 103,3 102,5 (;) Löhne je abhängig Beschäftigten deflationiert mit den BIP-Preisen geteilt durch das reale BIP je Erwerbstätigen .
($) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
Quelle : Eurostat und Kommissionsdienststellen . TABELLE A 19 Bruttoanlageinvestitionen ( in % des BIP ) Ausgewählte Zeiträume 1960-1973 1974-1979 1980-1984 1985-1989 1979 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) B 21,6 21,9 17,7 16,8 20,7 16,1 16,6 17,6 17,8 DK 23,8 22,1 16,7 18,5 20,9 20,4 18,5 17,7 17,3 D 24,9 20,8 21,1 19,6 21,8 19,5 19,3 19,8 20,0 GR 22,4 22,8 21,0 18,5 25,8 18,5 17,6 18,2 19,2 E 24,0 24,6 20,9 20,4 21,6 18,7 20,1 21,5 22,7 F 23,5 23,4 21,2 19,3 22,4 18,8 19,0 19,6 20,1 IRL 20,7 25,9 26,0 18,2 30,5 18,7 17,5 17,2 17,4 I 26,0 24,6 22,6 20,3 23,1 20,1 20,0 20,1 20,1 L 26,0 25,1 23,8 21,2 24,4 20,7 23,8 21,8 21,8 NL 25,0 21,0 19,0 19,8 21,0 19,6 19,8 20,3 20,4 P 24,0 26,3 28,7 24,4 26,6 21,6 24,3 26,4 28,2 UK 18,3 19,3 16,8 17,9 18,8 17,2 17,4 18,4 19,1 EUR 12 23,2 22,2 20,5 19,4 21,7 18,9 19,1 19,7 20,1 USA 18,2 18,7 18,0 17,5 20,4 17,8 17,3 17,2 17,2 JAP 32,7 31,8 29,6 29,2 31,7 27,8 29,4 30,5 30,8 (;) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 20 Ausrüstungsinvesititionen ( jährliche Veränderung in %) 1973 /1970 1979/1973 1984/1979 1989/1984 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) B 3,2 1,2 5,0 6,1 -0,7 10,8 7,9 7,6 5,0 DK 3,7 2,7 1,5 1,9 15,4 14,8 -18,0 -3,4 4,5 D 0,3 2,9 -0,5 5,8 10,0 4,3 4,0 5,5 5,2 GR 11,8 1,4 -1,5 3,2 7,6 -6,5 -0,9 8,5 8,0 E 10,9 -0,7 -2,0 12,8 8,5 10,4 19,0 14,5 11,9 F 9,0 1,7 0,4 5,7 4,6 3,8 4,4 8,8 6,8 IRL 13,8 6,8 -0,4 4,0 4,9 0,3 3,6 6,0 5,4 I 5,9 0,6 3,6 8,2 11,4 5,0 11,5 8,0 5,5 L 5,4 -1,4 -0,2 4,2 4,0 7,9 3,9 -1,4 1,5 NL 2,2 2,0 0,4 6,8 17,4 9,8 0,1 1,4 6,1 P - - - 14,2 -0,5 16,0 30,0 15,5 12,0 UK 3,5 2,6 -0,2 5,7 9,9 -3,9 6,9 9,3 6,9 EUR 12 5,4 ($) 1,7 ($) 0,8 ($) 6,9 9,1 3,3 7,2 8,1 6,7 (;) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
($) EUR 12 ohne Portugal .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 21 Nominale kurzfristige Zinssätze (;) 1961-1969 1970-1977 1978-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 ($) B 4,9 7,4 12,0 14,1 10,5 11,5 9,5 8,1 7,0 6,4 DK 6,6 9,1 14,9 16,4 12,0 11,5 10,0 9,1 9,9 8,6 D 4,5 7,2 8,1 8,8 5,8 6,0 5,4 4,6 4,0 3,9 GR - - 4,2 18,9 16,6 15,7 17,0 19,8 15,6 16,5 E - 1,9 16,5 16,3 20,1 14,9 12,2 11,7 15,8 11,2 F 5,0 8,4 11,2 14,6 12,5 11,7 9,9 7,7 8,3 7,8 IRL - 8,9 14,7 17,5 14,0 13,2 12,0 12,4 11,0 8,2 I 3,5 9,8 14,9 19,9 18,3 17,3 15,0 12,8 11,4 11,1 NL 3,6 6,1 9,7 8,2 5,7 6,1 6,3 5,7 5,4 4,5 P 1,4 6,1 16,0 16,8 20,9 22,5 21,0 15,6 13,9 13,1 UK 6,1 9,6 13,6 12,2 10,1 10,0 12,2 10,9 9,7 9,3 EUR 12 4,8 8,5 12,2 13,8 12,1 11,3 10,6 9,1 8,9 8,2 USA 4,1 5,7 10,8 10,6 8,7 9,5 7,5 6,0 5,9 6,3 JAP - 7,3 7,3 6,8 6,5 6,3 6,5 5,0 3,9 3,8 (;) Dreimonatsgeld, ausser Belgien : Rentenfondszertifikate mit vier Monaten Laufzeit; Dänemark : Tagesgeld ( Jahresdurchschnitt ); Portugal : Sechsmonatseinlagen; ab 1986 Dreimonatsschatzwechsel .
($) Durchschnitt Januar-August .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 22 Nominale langfristige Zinssätze (;) 1961-1969 1970-1977 1978-1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 ($) B 6,1 8,1 11,0 13,4 11,8 12,0 10,6 7,9 7,8 7,8 DK 7,9 13,2 17,9 20,5 14,4 14,0 11,6 10,5 11,9 10,8 D 6,6 8,3 8,0 9,0 7,9 7,8 6,9 5,9 5,8 6,0 GR : 6,1 14,0 15,4 18,2 18,5 15,8 15,8 17,2 17,8 E : : 11,3 16,0 16,9 16,5 13,4 11,4 12,8 11,6 F 6,2 9,6 12,6 15,6 13,6 12,5 10,9 8,4 9,4 9,2 IRL : 10,6 15,1 17,0 13,9 14,6 12,7 11,1 11,3 9,9 I 6,5 10,2 16,1 20,9 18,0 15,0 14,3 11,7 11,3 12,1 NL 5,3 8,3 10,1 10,5 8,8 8,6 7,3 6,4 6,4 6,3 P : : : : : : 25,4 17,9 15,4 14,3 UK 6,7 11,8 13,6 12,7 10,8 10,7 10,6 9,8 9,5 9,3 EUR 12 6,5 9,8 12,4 14,3 12,7 11,8 10,9 9,2 9,3 9,4 USA 4,6 6,5 10,1 12,2 10,8 12,0 10,8 8,1 8,9 JAP : 5,8 8,0 8,3 7,8 7,3 6,5 5,2 5,0 4,6 (;) Staatsanleihen .
($) Durchschnitt Januar-August.
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 23 Staatseinnahmen (;) ( in % in des BIP ) 1973 1981 1983 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 38,2 45,0 46,1 47,3 46,0 46,2 45,5 45,1 DK 47,3 52,9 54,4 56,9 58,9 59,9 60,8 61,1 D 42,9 45,6 45,8 46,4 45,6 45,1 44,5 45,2 GR 25,1 28,9 33,2 34,5 35,3 37,6 36,3 36,5 E 23,8 31,7 34,0 35,1 36,5 37,9 38,6 39,0 F 39,4 46,7 48,2 49,3 48,8 49,3 48,9 48,6 IRL 32,2 38,4 42,0 41,9 42,1 42,3 42,1 40,0 I 26,7 34,1 37,9 38,1 39,0 39,6 40,5 40,7 L 39,3 55,0 57,2 55,6 55,7 56,0 55,9 56,2 NL 46,4 53,8 55,7 54,9 53,6 54,6 54,5 52,9 P : 32,3 37,0 33,4 37,5 35,0 35,1 35,0 UK 35,4 41,7 41,5 41,6 40,6 39,8 39,5 38,8 EUR 12 35,9 (=) 41,8 43,3 43,8 43,6 43,7 43,6 43,6 (;) ESVG-Definition des Staatssektors, d . h . einschließlich Sozialversicherungsträger .
($) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
(=) EUR 12 ohne Portugal .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 24 Staatsausgaben (;) in (% des BIP ) 1973 1981 1983 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 41,5 57,8 57,2 55,6 54,8 53,4 52,7 51,6 DK 42,1 59,8 61,6 58,9 55,8 57,8 59,9 59,8 D 41,7 49,2 48,4 47,5 46,9 46,9 46,7 46,5 GR : 39,9 41,5 48,1 46,1 47,1 48,4 49,8 E 22,7 35,6 38,8 42,1 42,2 41,5 41,6 41,9 F 38,5 48,6 51,4 52,1 51,7 51,8 50,8 50,4 IRL 36,8 51,8 53,7 53,0 53,0 51,4 48,8 46,2 I 32,8 45,4 48,5 50,6 50,5 50,1 50,4 50,7 L 36,1 58,5 55,6 49,8 49,7 50,8 50,6 50,1 NL 45,7 59,2 62,0 59,6 59,6 60,8 59,6 57,4 P : 41,5 46,1 43,5 45,3 43,4 43,3 42,7 UK 38,1 44,3 44,9 44,3 43,0 41,3 39,8 39,0 EUR 12 37,2 (=) 47,1 48,6 49,0 48,4 47,9 47,4 47,1 (;) ESVG-Definition des Staatssektors, d . h . einschließlich Sozialversicherungsträger .
($) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
(=) EUR 12 ohne Griechenland und Portugal .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 25 Finanzierungssaldo des Staates ( Überschuß (+) bzw . Defizit (-)) (;) ( in % des BIP ) 1973 1981 1983 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B -3,3 -12,7 -11,2 -8,3 -8,9 -7,2 -7,1 -6,5 DK 5,2 -6,9 -7,2 -2,0 3,1 2,1 0,9 1,4 D 1,2 -3,7 -2,5 -1,1 -1,3 -1,8 -2,3 -1,3 GR : -11,0 -8,3 -13,6 -10,8 -9,5 -12,1 -13,3 E 1,1 -3,9 -4,8 -7,0 -5,7 -3,6 -3,0 -2,9 F 0,9 -1,9 -3,2 -2,8 -2,9 -2,5 -1,9 -1,8 IRL -4,6 -13,4 -11,6 -11,1 -11,0 -9,1 -6,5 -6,1 I -6,1 -11,3 -10,6 -12,5 -11,4 -10,5 -10,0 -10,0 L 3,3 -3,6 1,6 5,8 6,0 5,2 5,3 6,1 NL 0,8 -5,4 -6,3 -4,7 -6,0 -6,3 -5,2 -4,6 P : -9,2 -9,1 -10,1 -7,8 -8,4 -8,1 -7,8 UK -2,7 -2,6 -3,3 -2,7 -2,4 -1,4 -0,3 -0,1 EUR 12 -1,1 (=) -5,3 -5,3 -5,2 -4,8 -4,2 -3,8 -3,5 (;) ESVG-Definition des Staatssektors, d . h . einschließlich Sozialversicherungsträger .
($) Vorausschätzungen September /Oktober 1988 .
(=) EUR 12 ohne Griechenland und Portugal .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 26 a ) Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld ( in % des BIP ) 1973 1981 1983 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) B 3,3 7,9 9,4 10,5 11,0 10,6 10,5 10,8 DK 1,3 5,3 8,1 9,8 8,8 8,3 7,9 7,4 D 1,1 2,3 3,0 3,0 3,0 2,9 2,8 2,7 GR 1,0 3,2 3,7 5,4 5,7 7,3 8,1 9,3 E 0,6 0,8 1,3 3,2 3,9 3,6 3,5 3,3 F 0,8 2,0 2,6 2,9 2,9 2,8 2,9 2,9 IRL 3,6 7,4 9,3 10,4 9,8 9,9 9,7 9,4 I 2,2 6,1 7,5 8,0 8,5 8,2 8,4 8,9 L 0,9 0,9 1,1 1,3 1,3 1,4 1,2 1,1 NL 2,8 4,4 5,7 6,3 6,4 6,4 6,6 6,5 P : 5,1 6,4 7,9 9,3 8,0 8,2 7,9 UK 3,6 5,0 4,7 4,9 4,6 4,3 3,9 3,6 EUR 12 1,9 ($) 3,7 4,4 5,0 5,1 4,9 4,8 4,8 (;) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
($) EUR 12 ohne Portugal .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 26 b ) Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld ( in % der Staatsausgaben insgesamt ) 1973 1981 1983 1985 1986 1987 1988 (;) 1989 (;) B 8,0 13,7 16,4 18,9 20,1 19,9 20,0 20,9 DK 3,0 8,8 13,1 16,6 15,8 14,4 13,3 12,5 D 2,7 4,7 6,2 6,4 6,3 6,2 6,0 5,9 GR : 8,0 8,9 11,1 12,4 15,5 16,7 18,7 E 2,7 2,2 3,4 7,7 9,2 8,6 8,4 7,9 F 2,2 4,1 5,0 5,5 5,6 5,4 5,6 5,7 IRL 9,7 14,3 17,3 19,5 18,5 19,2 20,0 20,4 I 6,7 13,5 15,4 15,9 16,8 16,3 16,6 17,5 L 2,6 1,5 1,9 2,6 2,6 2,7 2,4 2,1 NL 6,0 7,5 9,2 10,5 10,8 10,4 11,0 11,3 P : 12,3 13,9 18,1 20,5 18,4 18,9 18,6 UK 9,5 11,3 10,4 11,1 10,6 10,3 9,7 9,1 EUR 12 5,1 ($) 7,9 9,1 10,2 10,4 10,2 10,2 10,3 (;) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
($) EUR 12 ohne Griechenland und Portugal .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 27 Öffentliche Schuld (;) in den Mitgliedsländern ( in % des BIP ) 1973 1981 1983 1985 1986 1987 1988 ($) 1989 ($) B 63,2 87,7 105,0 117,2 120,1 125,0 127,4 129,8 DK 5,0 43,7 62,6 65,3 59,8 58,4 57,8 56,4 D 18,6 36,3 40,9 42,5 42,7 43,9 45,0 45,3 GR 19,5 34,3 44,3 62,6 64,6 66,7 69,4 73,9 E 12,8 22,7 34,5 46,4 47,4 48,1 48,0 48,7 F 22,7 23,9 29,5 33,8 35,1 36,7 37,2 37,8 IRL 54,7 81,7 97,3 105,0 116,5 119,8 123,3 124,9 I 54,2 60,5 71,9 83,7 87,9 92,6 96,6 101,4 L 20,4 14,4 14,8 14,4 14,7 14,9 14,7 13,0 NL 43,4 50,4 62,0 69,6 71,1 75,0 79,4 82,2 P : 46,4 56,0 60,7 63,6 67,6 78,8 83,5 UK 63,2 50,7 57,1 57,2 56,1 53,2 49,3 46,1 EUR 12 36,9 (=) 42,6 50,8 56,6 57,8 59,2 60,0 60,7 (;) Staatssektor; in Belgien und den Niederlanden : ohne Sozialversicherungsträger; in Griechenland und Irland : nur Zentralstaat .
($) Vorausschätzungen September/Oktober 1988 .
(=) Ohne Portugal .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TTABELLE A 28 Nominale effektive Wechselkurse ( 1980 = 100 ) (;) B/L DK D GR E F IRL I NL P UK EUR 12 USA J 1960 82,6 104,1 52,8 192,6 150,4 117,1 149,7 196,9 74,8 214,5 158,6 98,4 125,0 71,8 1961 81,7 103,1 54,7 191,1 149,6 116,1 149,4 195,2 77,1 213,4 157,8 99,9 125,3 71,4 1962 81,7 103,1 54,9 190,9 150,0 116,1 149,8 195,0 77,6 213,8 158,3 100,5 126,3 71,5 1963 81,5 103,2 55,2 191,0 150,1 116,2 149,7 194,8 77,7 213,4 158,0 100,6 126,6 71,5 1964 81,7 103,0 55,3 191,0 150,1 116,2 149,5 193,9 77,5 212,9 157,5 100,5 126,7 71,4 1965 82,0 103,1 55,1 191,2 150,2 116,2 149,6 193,9 77,7 213,1 157,8 100,4 126,7 71,5 1966 81,9 103,3 55,1 191,4 150,2 116,1 149,6 194,3 77,4 213,3 157,8 100,3 126,8 71,4 1967 82,1 102,6 55,4 191,8 147,9 116,2 148,6 194,8 77,9 214,1 155,3 100,1 127,2 71,6 1968 82,9 99,0 56,4 195,1 132,2 117,9 139,5 198,7 79,1 222,8 137,1 96,5 130,0 73,1 1969 83,1 98,6 57,9 195,4 132,3 112,1 139,6 198,3 79,2 224,6 137,2 96,2 130,2 73,7 1970 83,2 97,8 62,8 192,6 131,8 103,1 139,4 196,1 78,0 223,4 136,7 97,5 128,5 73,3 1971 83,1 96,9 64,7 188,2 130,2 100,8 139,5 194,3 78,7 222,0 136,7 98,3 125,1 74,5 1972 85,5 97,6 66,4 176,2 132,6 103,2 136,7 193,0 79,8 219,6 131,8 100,3 116,7 82,8 1973 86,7 103,6 73,4 162,2 134,7 106,7 127,3 173,3 82,4 223,5 118,0 103,0 107,4 87,4 1974 87,9 104,0 77,4 162,6 138,7 99,5 124,1 156,4 86,7 220,5 113,9 101,1 109,6 81,6 1975 89,2 107,6 78,6 146,7 135,2 109,3 117,0 149,9 88,8 213,9 104,8 102,5 108,7 79,3 1976 91,3 110,0 83,1 138,7 124,2 105,2 105,1 124,3 91,2 195,4 89,7 92,8 114,4 83,3 1977 96,5 109,4 89,7 134,7 108,7 100,2 101,5 114,4 96,0 153,1 85,5 91,9 113,6 92,4 1978 99,3 109,4 95,0 122,4 98,3 98,9 102,0 107,3 98,3 121,9 85,7 92,4 103,1 112,5 1979 100,5 108,5 99,6 115,5 107,4 99,6 102,2 103,7 99,8 103,3 90,9 98,4 100,2 104,2 1980 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 1981 94,2 92,5 94,4 89,8 90,4 91,2 91,3 87,6 95,7 96,2 100,2 83,9 112,8 113,6 1982 85,5 88,4 99,1 82,7 84,9 83,6 90,3 81,6 100,5 83,8 95,8 78,0 126,3 107,9 1983 83,1 87,9 103,1 67,7 70,3 77,6 86,6 78,5 102,6 66,1 89,1 71,4 133,6 119,7 1984 81,3 84,7 101,4 58,0 68,6 73,9 82,9 73,9 101,0 54,6 84,9 64,8 144,0 126,6 1985 82,0 85,7 101,7 48,8 67,1 74,7 83,9 70,1 101,2 48,3 84,8 64,5 149,9 130,5 1986 86,5 91,1 112,6 38,4 66,0 78,0 87,0 72,7 109,0 44,6 78,6 69,7 121,3 166,0 1987 90,0 95,0 120,4 34,6 66,2 78,9 85,2 73,5 114,6 41,4 77,8 74,5 106,7 179,7 1988 88,7 93,3 119,1 32,1 68,0 77,1 84,0 70,8 113,8 39,4 81,7 72,9 101,2 196,9 (;) Der nominale effektive Wechselkurs ist der gewichtete Durchschnitt ( doppelte Ausfuhrgewichtung ) der Wechselkurse einer bestimmten Währung gegenüber den Währungen der wichtigsten 9 ( EUR 12 ) bzw . 19 konkurrierenden Länder .
Quelle : Kommissionsdienststellen . TABELLE A 29 Reale effektive Wechselkurse ( 1980 = 100 ) (;) B/L DK D GR E F IRL I NL P UK EUR 12 USA J 1960 93,8 77,4 81,9 168,5 65,7 105,1 94,3 104,8 65,4 120,3 97,1 76,3 167,3 69,7 1961 88,5 79,8 88,4 152,7 64,0 106,2 93,7 100,6 68,9 116,7 98,6 79,8 162,8 68,1 1962 88,0 81,8 89,0 152,0 65,6 106,9 95,1 102,2 69,8 111,7 99,5 81,3 159,6 71,8 1963 87,7 83,3 88,3 141,3 70,8 109,8 94,1 110,2 71,9 110,4 96,7 82,8 155,0 73,2 1964 88,2 83,3 86,4 141,4 73,9 109,9 100,0 115,8 76,2 108,4 96,0 83,9 151,9 71,4 1965 89,9 88,6 86,0 138,2 77,7 107,5 98,4 114,0 78,5 107,9 97,5 84,6 146,6 74,8 1966 91,0 91,4 85,9 139,5 82,8 104,2 100,7 109,6 81,8 109,2 98,3 84,6 147,6 72,8 1967 91,4 94,0 83,3 139,2 87,7 103,6 99,3 109,2 83,1 111,8 94,8 82,2 149,1 72,7 1968 91,0 93,6 82,8 139,9 77,8 109,2 92,6 108,5 84,5 106,3 83,3 78,1 156,8 73,3 1969 89,5 94,2 84,1 133,2 76,8 104,9 94,6 105,2 87,7 109,4 84,3 77,6 160,5 72,8 1970 85,0 95,2 95,5 122,3 74,9 94,5 97,1 106,0 85,8 117,1 85,8 81,0 157,6 72,6 1971 85,6 95,6 99,7 112,1 75,3 90,5 100,3 108,6 87,9 117,6 85,8 82,9 147,1 77,4 1972 89,7 94,5 101,0 103,4 79,0 91,0 99,5 108,1 90,9 116,7 86,2 85,4 135,0 86,0 1973 90,2 102,3 110,2 97,1 82,8 93,5 98,5 100,6 95,3 115,0 76,0 87,4 120,6 96,2 1974 92,9 107,0 110,5 106,3 86,1 87,5 94,8 94,9 98,0 131,3 77,0 85,9 115,9 100,3 1975 96,9 108,3 102,2 96,3 87,9 98,3 92,5 101,3 99,2 153,1 82,5 91,3 107,5 97,6 1976 101,1 109,0 100,4 99,0 88,6 96,8 89,9 90,5 100,3 150,3 71,8 82,6 110,9 102,1 1977 107,0 108,9 102,7 106,6 88,0 93,7 86,4 93,3 104,2 127,7 69,6 83,8 108,5 111,1 1978 107,4 110,4 104,0 105,0 89,7 94,5 89,0 93,5 105,3 106,8 72,0 85,9 99,7 130,4 1979 105,7 109,2 103,6 110,4 106,3 96,8 97,1 95,7 104,5 96,6 81,6 93,9 99,6 112,8 1980 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 1981 92,2 92,5 89,7 105,4 93,3 94,0 95,0 98,5 90,4 105,7 102,6 86,2 110,4 108,2 1982 81,7 90,2 89,6 114,2 90,4 89,5 98,1 99,9 92,9 99,9 95,9 81,0 125,6 97,0 1983 79,7 91,1 88,8 108,9 79,4 86,7 100,0 107,5 90,5 93,4 88,7 76,5 130,7 105,1 1984 78,5 87,9 84,9 107,9 79,0 85,0 98,5 106,7 83,6 89,0 86,4 70,8 140,3 107,7 1985 79,5 88,6 83,2 105,3 78,9 86,5 98,8 106,5 81,1 89,7 87,1 70,4 146,9 106,4 1986 83,5 93,9 90,8 91,7 80,3 89,0 104,0 113,2 85,3 89,7 81,9 77,3 118,1 134,0 1987 86,2 105,1 95,9 90,8 82,4 88,2 99,8 117,7 88,1 90,6 82,3 83,1 105,0 140,4 1988 83,6 104,7 92,5 94,9 86,1 85,2 96,1 114,6 86,1 91,4 89,3 80,8 100,8 149,7 (;) Der Index des realen effektiven Wechselkurses wird errechnet durch Multiplikation des Index des nominalen effektiven Wechselkurses mit einem auf gleiche Weise berechneten Index der relativen Veränderung der Lohnstückkosten in der Gesamtwirtschaft .
Quelle : Kommissionsdienststellen . ( 1 ) Für 1988 und 1989 : Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September/Oktober 1988 .

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