Document ID: 32002R2256

Verordnung (EG) Nr. 2256/2002 des Rates
vom 16. Dezember 2002
zur zweiten Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2555/2001 zur Festsetzung der Fangmöglichkeiten und damit zusammenhängende Fangbedingungen für bestimmte Fischbestände und Bestandsgruppen in den Gemeinschaftsgewässern sowie für Gemeinschaftsschiffe in Gewässern mit Fangbeschränkungen (2002)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 3760/92 des Rates vom 20. Dezember 1992 zur Einführung einer gemeinschaftlichen Regelung für die Fischerei und die Aquakultur(1), insbesondere auf Artikel 8 Absatz 4,
auf Vorschlag der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Die Internationale Ostseefischereikommission (IBSFC) hat am 7. Juni 2002 eine Empfehlung zur Erhöhung der TAC für Hering im "Management-Gebiet" 3 im Jahr 2002 angenommen.
(2) Für Lodde im Nordatlantik wurde eine endgültige Fangbeschränkung festgesetzt. Folglich sollte auch die endgültige Fangquote der Gemeinschaft für diesen Bestand in grönländischen Gewässern festgesetzt werden.
(3) Im Rahmen der vereinbarten Schlussfolgerungen über die Fischereikonsultationen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und den Färöern vom 14. Dezember 2001 hat die Europäische Gemeinschaft beschlossen, den Färöern keinen Zugang zur Fischerei auf Blauen Wittling in den Gemeinschaftsgewässern zu gewähren. Diese Entscheidung hat zu einem Ungleichgewicht bei den Fangmöglichkeiten zugunsten der Gemeinschaft geführt, das beseitigt werden sollte, indem die Gemeinschaft ihre Fangmöglichkeiten für Rotbarsch und Plattfisch im Gebiet Vb (Färöische Gewässer) reduziert.
(4) Für Kabeljau und Schellfisch sollten die Bestimmungen über den Beifang für Kaisergranat im Skagerrat und Kattegat gelten.
(5) Die Interamerikanische Kommission für tropischen Thunfisch (IATTC) hat auf ihrer Jahressitzung im Juni 2002 Fangbeschränkungen für Gelbflossenthun angenommen. Die Gemeinschaft ist zwar nicht Mitglied dieser Organisation, aber die Fangbeschränkungen müssen umgesetzt werden, um die nachhaltige Bewirtschaftung dieses Fischbestands sicherzustellen.
(6) Die Verordnung (EG) Nr. 2555/2001(2) ist daher entsprechend zu ändern.
(7) Um den Lebensunterhalt der Fischer in der Gemeinschaft sicherzustellen, müssen diese Bestimmungen vor dem 31. Dezember 2002 angewandt werden. Wegen der Dringlichkeit der Angelegenheit ist es unerlässlich, eine Ausnahme von der Sechs-Wochen-Frist nach Abschnitt I Nummer 3 des dem Vertrag über die Europäische Union und den Verträgen zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften beigefügten Protokolls über die Rolle der einzelstaatlichen Parlamente in der Europäischen Union zu gewähren -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Verordnung (EG) Nr. 2555/2001 wird wie folgt geändert:
1. Anhang 1A wird gemäß Anhang I der vorliegenden Verordnung geändert.
2. Anhang 1C wird gemäß Anhang II der vorliegenden Verordnung geändert.
3. Anhang V Nummer 7 Buchstabe d) erhält folgende Fassung:
"d) Wird beim Fang von Kaisergranat eine Maschenöffnung von 70 bis 89 mm verwendet, dürfen die Beifänge folgender Arten nicht mehr als 60 % ausmachen: Kabeljau, Schellfisch, Seehecht, Scholle, Rotzunge, Limande, Steinbutt, Glattbutt, Flunder, Flügelbutt, Wittling, Scharbe, Seelachs und Hummer."
4. Dem Anhang V wird folgende Nummer angefügt:
"10. Ringwaden im östlichen Pazifik (Regelungsbereich der Interamerikanischen Kommission für tropischen Thunfisch (IATTC))
Die Fischerei auf Gelbflossenthun (Thunnus albacora) und Großaugenthun (Thunnus obesus) ist vom 1. Dezember bis 31. Dezember 2002 in dem durch folgende Koordinaten begrenzten Gebiet verboten:
- amerikanische Pazifikküste,
- 150° westlicher Länge,
- 40° nördlicher Breite,
- 40° südlicher Breite.
Ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung behalten Ringwadenfischer, die im Regelungsbereich der Interamerikanischen Kommission für tropischen Thunfisch Thunfischfang betreiben, alle Fänge von Großaugenthun, echtem Bonito und Gelbflossenthun, außer Fischen, die aus anderen Gründen als der Größe für nicht zum Verzehr geeignet gelten, an Bord; dies soll davon abhalten, diese kleinen Fische zu fangen. Die einzige Ausnahme ist der letzte Hol einer Fangreise, wenn möglicherweise nicht ausreichend Laderaum frei ist, um alle in diesem Hol gefangenen Thunfische aufzunehmen.
Ringwadenfischer setzen, soweit möglich, alle Meeresschildkröten, Haie, Segelfische, Rochen, Mahi-Mahi und andere Nichtzielarten unverzüglich und unversehrt wieder aus. Die Fischer werden ermutigt, Techniken und Ausrüstung zu entwickeln und anzuwenden, die die rasche und sichere Befreiung dieser Tiere erleichtern.
Für Meeresschildkröten, die ins Netz geraten sind oder sich darin verfangen haben, gelten folgende spezifische Maßnahmen:
- Wenn eine Meeresschildkröte im Netz gesichtet wird, sind angemessene Maßnahmen, erforderlichenfalls auch unter Einsatz eines Schnellbootes, zur Rettung der Schildkröte zu treffen, bevor sie sich im Netz verfängt.
- Wenn sich eine Schildkröte im Netz verfangen hat, sollte das Einholen des Netzes unterbrochen werden, sobald die Schildkröte aus dem Wasser kommt, und erst dann fortgesetzt werden, wenn die Schildkröte befreit und wieder ausgesetzt ist.
- Wenn eine Schildkröte an Bord gebracht wird, sind alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, damit sie unversehrt und völlig vom Netz befreit wieder ins Wasser gesetzt werden kann.
- Thunfischfänger dürfen keine Salzsäcke oder andere Kunststoffabfälle auf See entsorgen."
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am 16. Dezember 2002.

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