Document ID: 31988D0503

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BESCHLUSS DES RATES
vom 26. September 1988
über ein Pilotvorhaben für den Einsatz der Fernerkundung in der Agrarstatistik
(88/503/EWG)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 43,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (1),
in Erwägung nachstehender Gründe:
Um den Erfordernissen der Gemeinsamen Agrarpolitik Rechnung zu tragen, müssen die mit den wichtigsten Kulturen bestandenen Flächen, insbesondere diejenigen, für die Erzeugerbeihilfen pro Flächeneinheit gewährt werden, mit grösstmöglicher Genauigkeit und Schnelligkeit erfasst und gemessen werden.
Zur Verwaltung der Agrarmärkte müssen rechtzeitig zuverlässige Produktionsvorausschätzungen für die einzelnen Regionen zur Verfügung stehen.
Ebenso sind zur Verwaltung der Agrarmärkte und zur Wahrung der Entscheidungsfreiheit der Gemeinschaft Prognosen hinsichtlich der Erzeugung weltmarktrelevanter Kulturen in Drittländern von Interesse.
Die Fernerkundung könnte eine Lösung für die vorgenannten Erfordernisse, denen die derzeitigen Systeme zur Erfassung statistischer Daten und Erstellung landwirtschaftlicher Prognosen noch unzureichend entsprechen, darstellen. Sie könnte zu einer genaueren, objektiveren, schnelleren und häufigeren Erfassung statistischer Daten beitragen. Sie könnte zur Vervollkommnung der Modelle für landwirtschaftliche Prognosen und insbesondere zur Schaffung regional anwendbarer Modelle für landwirtschaftliche Prognosen beitragen.
Die Fernerkundung muß so in die bestehenden statistischen Systeme integriert werden, daß sie punktülle Lücken oder Schwächen ausgleicht und in grösserem Masse bestimmte Aspekte der zur Zeit laufenden Arbeiten ersetzt.
Die Fernerkundung bietet sich für spezifische bzw. ergänzenden Anwendungen bei der Erstellung und Zusammenfassung von Agrarstatistiken an.
Es sollte ein Konsultationsverfahren vorgesehen werden, mit dem eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission eingeführt wird, und die sich auf vergangene und gegenwärtige Erfahrungen stützt, die von den Mitgliedstaaten bei der Einbeziehung der Fernerkundung in die bestehenden statistischen Systeme gesammelt worden sind; dabei sollte der mit dem Beschluß 72/279/EWG (2) eingesetzte Ständige Agrarstatistische Ausschuß als Mittler dienen.
Mit der Schaffung eines gemeinsamen Instruments zur Erfassung und Übertragung von Daten kann die Fernerkundung zur Konvergenz der verschiedenen agrarstatistischen Systeme der Mitgliedstaaten beitragen.
Dank der Fernerkundung könnten sich in Zukunft Einsparungen sowohl unmittelbar bei den Kosten für die Erstellung von Plänen für die Stichprobenahme und die Erfassung statistischer Daten als auch mittelbar bei den Ausgaben des Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL) realisieren lassen.
Die operationellen Anwendungen der Fernerkundung im Bereich der Agrarstatistik müssen kurz-, mittel- und langfristig entwickelt und die unternommenen Initiativen fortgesetzt werden.
Die operationellen Anwendungen der Fernerkundung im Bereich der Agrarstatistik müssen im Einklang mit dem in der Entscheidung 85/338/EWG (3) festgelegten Programm über die Schaffung eines Systems zur Information über den Zustand der Umwelt und der natürlichen Ressourcen in der Gemeinschaft durchgeführt werden -
BESCHLIESST:
Artikel 1
(1) Das im Anhang bezeichnete Pilotprojekt über den Einsatz der Fernerkundung in der Agrarstatistik wird hiermit für einen Zeitraum von fünf Jahren ab dem 1. Januar 1989 beschlossen.
(2) Es wird von der Gemeinsamen Forschungsstelle in enger Zusammenarbeit mit den einzelstaatlichen Laboratorien und Einrichtungen einschließlich der statistischen Dienste durchgeführt.
(3) Die für die Gesamtlaufzeit des Vorhabens für erforderlich gehaltenen Mittel belaufen sich auf 35,5 Millionen ECU, die entsprechend dem Anhang in Jahrestranchen aufgeteilt werden.
(4) Auf der Grundlage des ersten der in Artikel 3 genannten Berichte überprüft der Rat vor dem 30. April 1991 das Vorhaben einschließlich seiner finanziellen Aspekte.
Artikel 2
Die Kommission ist für die Durchführung des Vorhabens zuständig und unterrichtet die Mitgliedstaaten jährlich nach dem Verfahren des Artikels 4 über den Stand der Arbeiten.
Artikel 3
(1) Die Kommission legt dem Europäischen Parlament und dem Rat bis zum 31. Dezember 1990 einen Bericht über den Stand der Arbeiten sowie gegebenenfalls Vorschläge zur Überprüfung des Vorhabens gemäß Artikel 1 Absatz 4 vor.
(2) Nach Abschluß des Vorhabens, spätestens aber am 31. Juli 1994, erstattet die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat Bericht über die Gesamtergebnisse der im Rahmen dieses Beschlusses durchgeführten Aktionen sowie über die Verwendung der hierfür bereitgestellten finanziellen Mittel.
Artikel 4
(1) Wird auf das Verfahren dieses Artikels Bezug genommen, so befasst der Vorsitzende des Ständigen Agrarstatistischen Ausschusses, nachstehend »Ausschuß" genannt, diesen von sich aus oder auf Antrag des Vertreters eines Mitgliedstaats.
(2) Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage - erforderlichenfalls durch eine Abstimmung - festsetzen kann.
(3) Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenommen. Darüber hinaus hat jeder Mitgliedstaat das Recht zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festgehalten wird.
(4) Die Kommission berücksichtigt soweit wie möglich die Stellungnahme des Ausschusses. Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellungnahme berücksichtigt hat.
Artikel 5
Dieser Beschluß wird am 1. Januar 1989 wirksam.
Geschehen zu Brüssel am 26. September 1988.

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