Document ID: 31999R1664

VERORDNUNG (EG) Nr. 1664/1999 DER KOMMISSION
vom 28. Juli 1999
zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 689/92 zur Festlegung des Verfahrens und der Bedingungen für die Übernahme von Getreide durch die Interventionsstellen
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 1766/92 des Rates vom 30. Juni 1992 über die gemeinsame Marktorganisation für Getreide(1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1253/1999(2), insbesondere auf Artikel 5,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2731/75 des Rates vom 29. Oktober 1975 über die Standardqualitäten für Weichweizen, Roggen, Gerste, Mais, Sorghum und Hartweizen(3), zulegt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1253/1999, insbesondere auf Artikel 6 Buchstabe a),
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Wegen der klimatischen Verhältnisse werden in Finnland und Schweden vor allem Gerstensorten angebaut, die eine sehr kurze Vegetationsperiode haben. Da die Korngröße von sechszeiliger Gerste in diesen Ländern unter 2,2 mm liegt, erfuellt sie nicht die an die Körnergröße gestellten Qualitätsanforderungen. Die sofortige Anwendung der Gemeinschaftsvorschriften würde bedeuten, daß große Mengen von Gerste in Finnland und Schweden nicht zur Intervention zugelassen werden könnten. Dies würde die finnischen und die schwedischen Erzeuger in Schwierigkeiten bringen. Finnland und Schweden sollten deshalb vorübergehend ermächtigt werden, Gerste mit einer Körnergröße unter 2,2 mm zur Intervention zuzulassen. Die Zulassung von kleinkörniger Gerste zur Intervention darf jedoch nicht dazu führen, daß Gerste minderer Qualität interveniert wird. Daher sollte die betreffende Gerste ein spezifisches Gewicht von mindestens 64 kg/hl aufweisen.
(2) In mehreren Gebieten der Gemeinschaft kann die Anwendung der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik ab dem Wirtschaftsjahr 1993/94 für die dortigen Getreideerzeuger Schwierigkeiten aufwerfen. Zur Abschwächung der Auswirkungen dieser Neuregelung auf ihre Einkommen ist im Wirtschaftsjahr 1999/2000 erneut, wie schon im Wirtschaftsjahr 1998/99, von mehreren qualitativen Bestimmungen abzuweichen.
(3) Mit der Verordnung (EWG) Nr. 689/92 der Kommission(4), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1612/98(5), wurden die Bedingungen für die Intervention von Getreide festgelegt. Diese Verordnung muß deshalb entsprechend geändert werden.
(4) Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Getreide -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Verordnung (EWG) Nr. 689/92 wird wie folgt geändert:
1. In Artikel 2 Absatz 3 wird nach Unterabsatz 1 folgender Unterabsatz eingefügt: "Abweichend von Punkt 2a im Anhang der Verordnung (EWG) Nr. 2731/75 gelten als Schmachtkorn in finnischer und schwedischer Gerste mit einem spezifischen Gewicht von mindestens 64 kg/hl, die in den betreffenden Mitgliedstaaten zur Intervention angeboten wird, bis zum Ende des Wirtschaftsjahres 1999/2000 die Körner, die nach Entfernung sämtlicher anderer in demselben Anhang genannten Bestandteile der Getreideprobe durch Schlitzsiebe mit 2 mm breiten Schlitzen fallen."
2. Artikel 2 Absatz 4 erhält folgende Fassung: "(4) Abweichend von Absatz 2 gilt für das Wirtschaftsjahr 1999/2000 folgendes:
- Auf Antrag eines Mitgliedstaats wird nach dem Verfahren des Artikels 23 der Verordnung (EWG) Nr. 1766/92 beschlossen, den Feuchtigkeitsgehalt des in die Intervention übernommenen Getreides auf 15 % zu beschränken, ausgenommen Mais und Sorghum;
- der in Anhang II Tabelle III für Gerste mit einem spezifischen Gewicht von weniger als 64 kg/hl vorgesehene Abschlag wird nicht angewandt."
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Sie gilt mit Wirkung vom 1. Juli 1999.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 28. Juli 1999

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