Document ID: 31984R3411

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 3411/84 DES RATES
vom 4. Dezember 1984
zur Aufteilung der Gemeinschaftsfangquoten im Regelungsbereich des NAFO-Übereinkommens für 1985 auf die Mitgliedstaaten
DER RAT DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 170/83 des Rates vom 25. Januar 1983 zur Einführung einer gemeinschaftlichen Regelung für die Erhaltung und Bewirtschaftung der Fischereiressourcen (1), insbesondere auf Artikel 11,
auf Vorschlag der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Das Übereinkommen über die künftige multilaterale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Fischerei im Nordwestatlantik, nachstehend »NAFO-Übereinkommen" genannt, wurde vom Rat mit der Verordnung (EWG) Nr. 3179/78 (2) genehmigt.
Das NAFO-Übereinkommen trat am 1. Januar 1979 in Kraft.
Die Fischereikommission der Organisation für die Fischerei im Nordwestatlantik hat am 14. September 1984 einen Vorschlag zur Begrenzung der Fänge bestimmter Arten im Regelungsbereich für 1985 angenommen, der am 24. November 1984 eine für die Gemeinschaft verbindliche Maßnahme wurde.
Es obliegt der Gemeinschaft, in angemessener Weise dafür zu sorgen, daß die genannte Maßnahme von den Fischereifahrzeugen der Gemeinschaft eingehalten wird.
Gemäß Artikel 3 der Verordnung (EWG) Nr. 170/83 obliegt es dem Rat, die zulässige Gesamtfangmenge je Bestand oder Bestandsgruppe, den Anteil der Gemeinschaft hieran sowie die besonderen Bedingungen für die Fangtätigkeit festzulegen. Gemäß Artikel 4 derselben Verordnung wird der Fanganteil der Gemeinschaft auf die Mitgliedstaaten aufgeteilt.
Der am 14. September 1984 vorgelegte Vorschlag der NAFO-Kommission über Kalmare sieht keine spezifische Quoten für Kanada und die Gemeinschaft vor. Die Gemeinschaft sollte daher für ihre eigene Fischerei eine Quote festlegen, die sowohl die von der NAFO vorgeschlagene höchstzulässige Gesamtfangmenge (TAC) für den gesamten Bestand als auch den Interessen der Fischer der Gemeinschaft Rechnung trägt.
Den jeweils betroffenen Mitgliedstaaten und der Kommission müssen Angaben über die von den Fischereifahrzeugen der Gemeinschaft getätigten Fänge übermittelt werden, um sicherzustellen, daß die Quoten eingehalten werden -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Fischereifahrzeuge unter der Flagge eines Mitgliedstaats dürfen in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1985 in dem in Artikel 1 Absatz 2 des NAFO-Übereinkommens definierten Regelungsbereich die in Anhang I genannten Arten in den dort bezeichneten Teilen des Regelungsbereichs nur zu den in diesem Anhang angegebenen Mengen fangen.
(2) Beifänge der in Anhang I genannten Arten in Zonen, für die in dieser Verordnung keine Quote für gezielte Befischung zugeteilt wurde, dürfen für jede der in Anhang I genannten Arten an Bord des Fischereifahrzeugs 2 500 kg oder 10 v. H. des Gewichts der Gesamtfangmenge nicht überschreiten, je nachdem, welche Menge grösser ist.
Artikel 2
(1) Fischereifahrzeuge, die das in Artikel 1 bezeichnete Gebiet befischen, führen ein Fischereilogbuch, in das die in Anhang II aufgeführten Angaben einzutragen sind.
(2) Fischereifahrzeuge, die das in Artikel 1 bezeichnete Gebiet befischen, übermitteln den Behörden ihres Flaggenstaats spätestens am sechzehnten Tag jeden Monats in bezug auf die erste Hälfte des Monats und am ersten Tag jeden Monats in bezug auf die zweite Hälfte des vorhergehenden Monats eine Aufstellung ihrer Fänge in dem genannten Gebiet. In diesen Aufstellungen werden für den durch sie erfassten Zeitraum die Fänge in Tonnen je Art und Quotengebiet angegeben.
(3) Fischereifahrzeuge, die im Regelungsbereich einen bestimmten Bestand befischen wollen, für den die Gemeinschaft keine Quoten erhalten hat, setzen die Behörden ihres Flaggenstaats mindestens 72 Stunden, bevor sie den »Anderen" zugeteilten Bestand zu befischen beginnen, von ihrer Absicht in Kenntnis und geben gleichzeitig auch möglichst die geplante Fangmenge an. Fahrzeuge, die eine solche Fangtätigkeit ausüben, erstatten den Behörden ihres Flaggenstaats alle 48 Stunden Bericht über die Fänge des betreffenden Bestandes.
Artikel 3
(1) Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission regelmässig die Aufstellungen, die die Fischereifahrzeuge unter ihre Flagge gemäß Artikel 2 Absatz 2 liefern. Der Kommission werden die Aufstellungen über die erste Hälfte jeden Monats bis zum zwanzigsten Tag desselben Monats und über die zweite Hälfte jeden Monats bis zum fünften Tag des darauffolgenden Monats übermittelt.
(2) Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission unverzueglich die Angaben nach Artikel 2 Absatz 3.
(3) Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission bis zum zwanzigsten Tag jedes Monats Angaben über die Anlandungen von Fängen, die die Fischereifahrzeuge unter ihrer Flagge im vorhergehenden Monat in dem in Artikel 1 bezeichneten Gebiet getätigt haben.
Artikel 4
Die Mitgliedstaaten unterrichten die Kommission über alle Fischereifahrzeuge unter ihrer Flagge, die beabsichtigen, in dem in Artikel 1 bezeichneten Gebiet zu fischen oder Seefisch zu verarbeiten; diese Unterrichtung erfolgt mindestens dreissig Tage vor der beabsichtigten Aufnahme dieser Tätigkeit. Die Unterrichtung enthält folgende Angaben:
a) Name des Schiffes;
b) amtliche Nummer des bei den zuständigen nationalen Behörden registrierten Schiffes;
c) Heimathafen des Schiffes;
d) Schiffseigner bzw. -charterer;
e) Bestätigung, daß der Kapitän ein Exemplar der im Regelungsbereich geltenden Vorschriften erhalten hat;
f) Hauptarten, die das Fahrzeug im Regelungsbereich befischen will;
g) Unterzonen, die das Schiff befischen wird.
Artikel 5
(1) Wird die Kommission vom Exekutivsekretär der Organisation für die Fischerei im Nordwestatlantik darüber unterrichtet, daß eine der in Artikel 2 Absatz 3 genannten Quoten ausgeschöpft ist, so teilt sie dies den Mitgliedstaaten mit; diese sorgen durch geeignete Maßnahmen dafür, daß die Fischereifahrzeuge unter ihrer Flagge den Fang des betreffenden Bestandes innerhalb von drei Arbeitstagen, nachdem die Kommission die Mitteilung des Exekutivsekretärs erhalten hat, einstellen.
(2) Hat die Kommission aufgrund der von den Mitgliedstaaten erhaltenen Angaben Grund zu der Annahme, daß die betreffende Quote ausgeschöpft ist, so unterrichtet sie, ohne die Mitteilung des Exekutivsekretärs abzuwarten, die Mitgliedstaaten; diese sorgen durch geeignete Maßnahmen dafür, daß die Fischereifahrzeuge unter ihrer Flagge den Fang des betreffenden Bestandes unverzueglich einstellen.
Artikel 6
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Sie gilt vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 1985.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am 4. Dezember 1984.

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