Document ID: 31992R3515

VERORDNUNG (EWG) Nr. 3515/92 DER KOMMISSION vom 4. Dezember 1992 mit ausführlichen gemeinsamen Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EWG) Nr. 1055/77 des Rates über die Lagerung und das Verbringen der von Interventionsstellen gekauften Erzeugnisse
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 1055/77 des Rates vom 17. Mai 1977 über die Lagerung und das Verbringen der von Interventionsstellen gekauften Erzeugnisse (1), insbesondere auf Artikel 4,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Die Verordnung (EWG) Nr. 1722/77 der Kommission (2), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 3826/85 (3), enthält ausführliche gemeinsame Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EWG) Nr. 1055/77. Im Hinblick auf die Abschaffung der Kontrollen und Förmlichkeiten an den Binnengrenzen und aus Gründen der Übersichtlichkeit und verwaltungstechnischen Zweckmässigkeit sind die einschlägigen Bestimmungen neuzufassen. Die Verordnung (EWG) Nr. 1722/77 ist daher aufzuheben.
Die zuständigen Behörden werden über den Verkehr mit den betreffenden Erzeugnissen unterrichtet. Zur verwaltungstechnischen Vereinfachung ist es daher erwünscht, keine Vorlage einer Lizenz für Erzeugnisse im Besitz einer Interventionsstelle zu verlangen, wenn diese Erzeugnisse zur Lagerung in ein Drittland ausgeführt oder in den Abgangsmitgliedstaat wiedereingeführt werden.
Die Ausfuhr von Interventionserzeugnissen im Hinblick auf ihre Lagerung in einem Drittland ist als Ausfuhr im Sinne des Artikels 3 Absatz 2 Buchstabe c) der Verordnung (EWG) Nr. 2726/90 des Rates vom 17. September 1990 über das Gemeinschaftliche Versandverfahren (4) anzusehen.
Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme aller betroffenen Verwaltungsausschüsse -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Unbeschadet der Ausnahmen, die in besonderen Gemeinschaftsvorschriften für bestimmte Erzeugnisse vorgesehen sind, legt diese Verordnung die ausführlichen gemeinsamen Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EWG) Nr. 1055/77 fest.
TITEL I Zur Lagerung in ein Drittland beförderte Interventionserzeugnisse
Artikel 2
Werden die Erzeugnisse gemäß Artikel 2 erster Gedankenstrich der Verordnung (EWG) Nr. 1055/77 in ein Drittland ausgeführt, um dort gelagert zu werden, so müssen die in Artikel 3 dieser Verordnung genannte Bescheinigung und die Ausfuhranmeldung bei der zuständigen Zollstelle des Mitgliedstaats hinterlegt werden, in dem sich die für die Erzeugnisse zuständige Interventionsstelle befindet.
Die Ausfuhranmeldung und gegebenenfalls das Versandpapier für das externe gemeinschaftliche Versandverfahren oder das entsprechende nationale Dokument müssen einen der nachstehenden Vermerke enthalten:
- Productos de intervención en poder de . . . (nombre y dirección del organismo de intervención) destinados a ser almacenados en . . . (país afectado y dirección del lugar de almacenamiento previsto). Aplicación del primer guión del artículo 2 del Reglamento (CEE) n° 1055/77;
- Produkter fra intervention som . . . (navn og adresse paa interventionsorganet) ligger inde med, og som er bestemt til oplagring i . . . (det paagäldende land og adressen paa det forventede oplagringssted). Anvendelse af artikel 2, förste led, i forordning (EÖF) nr. 1055/77;
- Interventionserzeugnisse im Besitz von . . . (Name und Anschrift der Interventionsstelle), zur Lagerung in . . . (Land und Anschrift des vorgesehenen Lagerorts) bestimmt. Anwendung von Artikel 2 erster Gedankenstrich der Verordnung (EWG) Nr. 1055/77;
- Ðñïúüíôá ðáñÝìâáóçò ðïõ aaõñßóêïíôáé óôçí êáôï÷Þ ôïõ . . . (ïíïìáóßá êáé äéaaýèõíóç ôïõ ïñãáíéóìïý ðáñÝìâáóçò) ðñïò áðïèÞêaaõóç aaéò . . . (÷þñá êáé äéaaýèõíóç ôïõ ðñïôaaéíüìaaíïõ ÷þñïõ áðïèÞêaaõóçò - óaa aaöáñìïãÞ ôçò ðñþôçò ðaañßðôùóçò ôïõ Üñèñïõ 2 ôïõ êáíïíéóìïý (AAÏÊ)
- Intervention products held by . . . (name and addreß of the intervention agency) for storage in . . . (country concerned and addreß of the proposed place of storage - application of the first indent of Article 2 of Regulation (EEC) No 1055/77;
- Produits d'intervention détenus par . . . (nom et adresse de l'organisme d'intervention) destinés à être stockés en/au . . . (pays concerné et adresse du lieu de stockage prévu). Application de l'article 2 premier tiret du règlement (CEE) n° 1055/77;
- Prodotti di intervento detenuti da . . . (nome e indirizzo dell'organismo d'intervento) destinati ad essere immagazzinati in . . . (päse interessato e indirizzo del luogo di immagazzinamento previsto). Applicazione dell'articolo 2, primo trattino, del regolamento (CEE) n. 1055/77;
- Interventieprodukten in het bezit van . . . (naam en adres van het interventiebureau) - bestemd voor opslag in . . . (betrokken land en adres van de opslagplaats). Töpassing van artikel 2, eerste streepje, van Verordening (EEG) nr. 1055/77;
- Produtos de intervenção em poder de . . . (nome e morada do organismo de intervenção) destinados a serem armazenados em/no . . . (país em causa e morada do local de armazenagem previsto). Aplicação do primeiro traveßão do artigo 2º do Regulamento (CEE) nº 1055/77.
Bei Erfuellung der Ausfuhrzollförmlichkeiten braucht keine Ausfuhrlizenz vorgelegt zu werden.
Artikel 3
Die in Artikel 2 genannte Bescheinigung ist von der Interventionsstelle des Abgangsmitgliedstaats auszustellen. Sie trägt eine Nummer und enthält folgende Angaben:
- Eine Beschreibung der Erzeugnisse sowie gegebenenfalls weitere für die Kontrolle erforderliche Angaben,
- Anzahl, Art und gegebenenfalls Zeichen und Nummern der Packstücke,
- Brutto- und Nettomasse der Erzeugnisse,
- eine Bezugnahme auf die Verordnung (EWG) Nr. 1055/77, aus der hervorgeht, daß die Erzeugnisse für die Lagerung bestimmt sind,
- Anschrift des vorgesehenen Lagerorts.
Im Fall der Anwendung von Artikel 2 verbleibt diese Bescheinigung bei der Zollstelle, bei der die Ausfuhranmeldung hinterlegt wurde. Die Erzeugnisse werden von einer Durchschrift dieser Bescheinigung begleitet.
Artikel 4
(1) Werden im Besitz einer Interventionsstelle befindliche Erzeugnisse, die in einem Drittland lagern, anschließend in den Mitgliedstaat, dem die Inteventionsstelle untersteht, wiedereingeführt, ohne verkauft zu werden, so
- erfolgt die Wiedereinfuhr gemäß Artikel 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1055/77;
- braucht keine Einfuhrlizenz vorgelegt zu werden.
(2) Ausserdem sind der Wiedereinfuhrzollstelle folgende Papiere vorzulegen:
- das mit einem Sichtvermerk versehene Exemplar der Ausfuhrmeldung des Ausführers, das bei der Ausfuhr in das Drittland der Lagerung erteilt wurde, oder eine Kopie oder Fotokopie dieses Papiers, nach Beglaubigung durch die Zollstelle, die das Original erteilt hat;
- eine Bescheinigung, die von der für die Erzeugnisse zuständigen Interventionsstelle erteilt wurde und die im ersten bis vierten Gedankenstrich des Artikels 3 vorgesehenen Angaben enthält.
Diese Papiere verbleiben bei der Zollstelle des Wiedereinfuhrlandes.
TITEL II Von einer Interventionsstelle in eine andere transferierte Interventionserzeugnisse
Artikel 5
Werden Erzeugnisse gemäß Artikel 2 zweiter Absatz der Verordnung (EWG) Nr. 1055/77 im Rahmen eines Transfers in einen anderen Mitgliedstaat versandt, so müssen sie von einem Kontrollexemplar T5 im Sinne von Artikel 1 der Verordnung (EWG) Nr. 2823/87 der Kommission (5) begleitet sein. Das Kontrollexemplar T5 wird von der versendenden Interventionsstelle erteilt und muß in Feld 104 einen der nachstehenden Vermerke enthalten:
- Productos de intervención - operación de transferencia;
- Produkter fra intervention - overförsel;
- Interventionserzeugnisse - Transfer;
- Ðñïúüíôá ðáñÝìâáóçò - ÐñÜîç ìaaôáâßâáóçò;
- Intervention products - transfer operation;
- Produits d'intervention - opération de transfert;
- Prodotti di intervento - operazione trasferimento;
- Interventieprodukten - Overdracht;
- Produtos de intervenção - operação de transferência.
In Feld 107 ist die Nummer der vorliegenden Verordnung anzugeben.
Der Mitgliedstaat kann sich damit einverstanden erklären, daß das Kontrollexemplar T5 anstatt von der Interventionsstelle von einer eigens hierfür bezeichneten Behörde erteilt wird.
Das Kontrollexemplar T5 ist nach entsprechender Prüfung und Anbringung eines Sichtvermerks durch die Interventionsstelle des Mitgliedstaats, in den die Erzeugnisse transferiert werden, direkt an die versendende Interventionsstelle zurückzuschicken.
TITEL III Schlußbestimmungen
Artikel 6
Vor dem 1. Januar 1993 in einem anderen Mitgliedstaat lagernde Erzeugnisse werden auf Antrag der für die Erzeugnisse zuständigen Interventionsstelle von der Zollüberwachung freigestellt.
Artikel 7
Die Verordnung (EWG) Nr. 1722/77 wird aufgehoben.
Artikel 8
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1993 in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 4. Dezember 1992

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