Document ID: 31991D0142

BESCHLUSS DER KOMMISSION vom 15 . März 1991 über die Einstellung des Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren von atlantischem Lachs mit Ursprung in Norwegen ( 91/142/EWG )
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung ( EWG ) Nr . 2423/88 des Rates vom 11 . Juli 1988 über den Schutz gegen gedumpte oder subventionierte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gehörenden Ländern ( 1 ), insbesondere auf Artikel 9,
nach Konsultationen in dem mit der vorgenannten Verordnung eingesetzten Beratenden Ausschuß,
in Erwägung nachstehender Gründe :
A . VERFAHREN
( 1 ) Die Kommission erhielt im Dezember 1989 einen Antrag des Scottish Salmon Board ( SSB ) und der Irish Salmon Growers' Association im Namen von Erzeugern, auf die nahezu die gesamte Gemeinschaftserzeugung von frischem oder gekühltem atlantischem Lachs entfällt .
Der Antrag enthielt Beweismittel für das Vorliegen von Dumping und für eine dadurch verursachte bedeutende Schädigung; diese Beweismittel wurden als ausreichend angesehen, um die Einleitung eines Antidumpingverfahrens zu rechtfertigen .
Die Kommission veröffentlichte daraufhin im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften ( 2 ) eine Bekanntmachung über die Einleitung eines Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren von atlantischem Lachs des KN-Codes ex 0302 12 00 mit Ursprung in Norwegen und leitete eine Untersuchung ein .
( 2 ) Die Kommission unterrichtete davon offiziell die Verbände der Ausführer/Erzeuger, die Einführer, die Vertreter des Ausfuhrlandes sowie die Antragsteller und gab den unmittelbar betroffenen Parteien Gelegenheit, ihren Standpunkt schriftlich darzulegen und eine Anhörung zu beantragen .
( 3 ) Die Vertreter der Erzeuger/Ausführer sowie die meisten Erzeuger in der Gemeinschaft legten ihren Standpunkt schriftlich dar . Die Vertreter der norwegischen Erzeuger/Ausführer stellten einen Antrag auf Anhörung, dem stattgegeben wurde .
Von den Einführern beantwortete nur einer zum Teil den Fragebogen der Kommission, jedoch wurden Sachäusserungen von Verbänden von Importeuren in Frankreich und in Dänemark vorgelegt . Gewisse Sachäusserungen wurden auch von dem Comité des Organisations professionnelles Agricoles de la Communauté Européenne ( COPA ) und dem Comité général de la Coopération Agricole de la Communauté Européenne ( COGECA ) vorgebracht .
( 4 ) Die Kommission musste wegen der sehr grossen Zahl der von diesem Verfahren betroffenen Unternehmen sowohl in Norwegen als auch in der Gemeinschaft im Stichprobenverfahren die Unternehmen auswählen, auf die sie ihre Sachaufklärung stützte . Zu diesem Zweck wurden Kontakte mit dem Scottish Salmon Board ( SSB ) und der Irish Salmon Growers' Association im Fall der Gemeinschaftserzeuger und der Norske Fiskeoppdretteres Forening ( NFF ), der Fiskeoppdretternes Salgslag A/L ( FOS ) und der Norges Ferskfiskomsetnings Landsforening ( NFOL ) im Fall der norwegischen Erzeuger/Ausführer aufgenommen .
( 5 ) Die Stichprobe wurde wie folgt ausgewählt :
a ) Erzeuger in der Gemeinschaft
In der Gemeinschaft bestehen etwa 180 Produktionsbetriebe . Eine repräsentative Auswahl wurde nach der Grösse und dem geographischen Standort getroffen .
In Schottland entfielen auf die ausgewählten und befragten Unternehmen 52 % des schottischen Produktionsvolumens, das heisst 16 000 Tonnen von 31 000 Tonnen ( 3 ).
In Irland entfielen auf die ausgewählten Unternehmen 58 % des irischen Produktionsvolumens oder 3 650 Tonnen von 6 300 Tonnen .
b ) Norwegische Erzeuger/Ausführer
Die von diesem Verfahren betroffenen Unternehmen, die etwa tausend an der Zahl sind, wurden anhand der Vorschläge der norwegischen Industrie nach Absatzvolumen und geographischem Standort ausgewählt .
Die befragten Unternehmen wurden nach den vorgenannten Kriterien sowie nach der Qualität der Antworten auf den Fragebogen ausgewählt .
Auf die ausgewählten Erzeugerunternehmen entfallen etwa 11 % des norwegischen Produktionsvolumens ( 1 ). Die befragten Unternehmen stellen 40 % des in den Antworten auf den Fragebogen erfassten Produktionsvolumens dar .
Auf seiten der Ausführer entfallen auf die befragten Unternehmen 38 % der Verkäufe in die Gemeinschaft oder 23 000 Tonnen von 60 000 Tonnen und 64 % des in den Antworten auf den Fragebogen erfassten Absatzvolumens .
( 6 ) Die Kommission holte im Rahmen ihrer Stichprobe alle für die vorläufige Sachaufklärung für notwendig erachteten Informationen ein, prüfte sie nach und führte Untersuchungen in den Betrieben folgender Unternehmen durch :
a ) Erzeuger in der Gemeinschaft
- G . Johnson Ltd, Shetland, Vereinigtes Königreich,
- Golden Sea Produce Ltd, Connel, Argyll, Vereinigtes Königreich,
- Hebridean Sea Farms Ltd, Isle of Lewis, Vereinigtes Königreich,
- McConnel Salmon Ltd, Dunbartonshire, Vereinigtes Königreich,
- Marine Harvest Ltd, Edinburgh, Vereinigtes Königreich,
- Otter Ferry Salmon Ltd, Argyll, Vereinigtes Königreich,
- Salar Ltd, Outer Hebrides, Vereinigtes Königreich,
- Shetland Sea Farms Ltd, Shetland, Vereinigtes Königreich,
- Wadbister Salmon Ltd, Wadbister, Vereinigtes Königreich,
- Wester Roß Salmon Ltd, Ullapool, Vereinigtes Königreich .
b ) Erzeuger/Ausführer in Norwegen
i ) Erzeuger
- Jul Notnes, Skrova, Norwegen,
- Mowi a/s, Fyllingsdalen, Norwegen,
- Oylaks a/s, Midsund, Norwegen,
- Sanden Fiskeoppdrett, Midsund, Norwegen,
- Strommen Lakseoppdrett A/S, Rugsund, Norwegen;
ii ) Ausführer
- A/S Austevoll Fiskeindustri, Storebo, Norwegen,
- Chr . Bjelland Seafoods A/S, Stavanger, Norwegen,
- Fremstad Group A/S, Trondheim, Norwegen,
- Hallvard Leroy A/S, Bergen, Norwegen,
- Karsten J Ellingsen, Skrova, Norwegen,
- Manger Fiskemat A/S, Manger, Norwegen,
- R . Domstein & Co, Maloy, Norwegen,
- Salmonor A/S, Bergen, Norwegen,
- Skaarfish Florofryseri A/S, Floro, Norwegen .
( 7 ) Die Dumpinguntersuchung betraf den Zeitraum vom 1 . Januar 1989 bis 31 . Dezember 1989 .
B . WARE
( 8 ) Definition der Ware
Bei der von dem Verfahren betroffenen Ware handelt es sich um frischen und gekühlten atlantischen Lachs, ausgenommen gefrorener und geräucherter Lachs, des KN-Codes ex 0302 12 00 .
Er wird in die Gemeinschaft entweder ganz oder ausgenommen exportiert .
( 9 ) Gleichartige Ware
Bei atlantischem Lachs, gleich, ob er in Norwegen oder auf der irischen oder schottischen Seite gezuechtet wird, werden drei Qualitäten ( Standard, normale und obere Qualität ) unterschieden . Obgleich je nach dem Ursprung der Ware ( Norwegen, Schottland oder Irland ) geringfügige Unterschiede in der Farbe des Fleisches, insbesondere wegen des Fettgehalts, bestehen, ist die Kommission der Auffassung, daß die materiellen Eigenschaften von Lachs mit Ursprung in Norwegen und von Lachs mit Ursprung in der Gemeinschaft im Sinne von Artikel 2 Absatz 12 der Verordnung ( EWG ) Nr . 2423/88 vollständig die gleichen sind .
C . DUMPING
( 10 ) Normalwert
Das übliche Verfahren für die Berechnung des Normalwerts anhand der Geschäftsvorgänge der Erzeuger wurde in diesem Fall nicht als geeignet angesehen, denn die Erzeuger verkaufen ihre gesamte Erzeugung an Exportfirmen, die die Vermarktung dieser Erzeugung sowohl auf dem Inlandsmarkt als auch auf den Ausfuhrmärkten übernehmen . Unter diesen Umständen mussten die Preise dieser Exportfirmen bei der Berechnung zugrunde gelegt werden . Da fast sämtliche Inlandsverkäufe dieser Firmen im Sinne von Artikel 2
Absatz 4 der Verordnung ( EWG ) Nr . 2423/88 mit Verlust getätigt wurden, wurde der Normalwert anhand der Erzeugungskosten der norwegischen Erzeuger rechnerisch ermittelt, wobei die Gewinne dieser Erzeuger, die Gemeinkosten der befragten Exportfirmen und eine angemessene Gewinnspanne für den Weiterverkauf ( 5 %) hinzugerechnet wurden .
( 11 ) Ausfuhrpreis
Da frischer Lachs in die Gemeinschaft ausschließlich über diese Exportfirmen verkauft wird, ist folglich bei der Berechnung der Dumpingspanne der Ausfuhrpreis dieser Firmen zugrunde zu legen .
Die Ausfuhrpreise wurden anhand der tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preise der zur Ausfuhr in die Gemeinschaft verkauften Ware bestimmt .
( 12 ) Vergleich
Der Normalwert wurde je Geschäftsvorgang, je Gewichts - und Qualitätsklasse auf der gleichen Handelsstufe mit den Ausfuhrpreisen verglichen .
Die Kommission nahm gegebenenfalls Berichtigungen für die Vergleichbarkeit der Preise beeinflussenden Unterschiede vor, wie Unterschiede bei den Transport -, Versicherungs - und Bereitstellungskosten sowie den Kreditbedingungen .
Auf dieser Grundlage ermittelte die Kommission Dumpingspannen für jede Firma . Für alle befragten Firmen beträgt die gewogene durchschnittliche Dumpingspanne, ausgedrückt als Prozentsatz des gesamten cif-Wertes, 11,3 %.
D . SCHÄDIGUNG ( 4 )
I . Volumen, Marktanteil und Einfuhrpreise
( 13 ) Volumen
Nach den der Kommission vorliegenden Zahlen verdreifachten sich die Einfuhren von norwegischem Zuchtlachs zwischen 1986 und 1989; sie stiegen von 21 596 Tonnen auf 58 849 Tonnen .
( 14 ) Marktanteil
Der sichtbare Verbrauch nahm zwischen 1986 und 1989 regelmässig zu und erhöhte sich von 33 474 Tonnen auf 96 987 Tonnen oder um 189,74 %.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß die norwegischen Exportfirmen diese Verdreifachung des sichtbaren Verbrauchs in der Gemeinschaft zu nutzen wussten und ihren Marktanteil zwischen 1986 und 1989 bei 60 % hielten . Zwischen 1988 und 1989 steigerten die norwegischen Exportfirmen ihren Marktanteil um 1,66 %, was absolut eine Erhöhung der norwegischen Verkäufe um 18 000 Tonnen gegenüber einer Verbrauchszunahme um 28 000 Tonnen entspricht .
( 15 ) Preise der norwegischen Ausfuhren
a ) Allgemeine Tendenz
Von 1986 bis 1989 ist der cif-Preis des eingeführten Lachses nach den statistischen Informationen um 17 % zurückgegangen . Während des Untersuchungszeitraums und gegenüber 1988 fiel der Stückpreis weiterhin von 6,21 ECU auf 4,93 ECU je kg oder um 20,61 %.
b ) Preisunterbietungen
Der Preiseinbruch während des Untersuchungszeitraums ist nach Auffassung der befragten Unternehmen auf erhebliche Preisunterbietungen zurückzuführen, die sich aus einem Vergleich je Handelsklasse und Monat auf den wichtigsten Exportmärkten für norwegischen Lachs in der Gemeinschaft ergaben .
Die Preisunterbietungen liegen für ganzen wie auch für ausgenommenen Lachs zwischen 2 % und 37 % auf dem französischen Markt und zwischen 2 % und 33 % auf dem niederländischen Markt . In der Bundesrepublik Deutschland wurden Preisunterbietungen zwischen 3 % und 25 % für ausgenommenen Lachs festgestellt, auf den der grösste Teil der norwegischen Ausfuhren nach diesem Markt entfällt .
II . Auswirkungen auf die betroffene Gemeinschaftserzeugung
Vorbemerkung
( 16 ) Da Zuchtlachs zu den Nahrungsmitteln gehört, lässt sich eine eindeutige Unterscheidung zwischen Erzeugung und Absatz nicht treffen .
Da es sich um ein Frischprodukt handelt, müssen alle "geernteten" Fische unbedingt in unverändertem Zustand verkauft oder aber verarbeitet werden, um in anderen Formen vermarktet zu werden . Ausserdem lässt sich die Zuchtzeit bei Lachs nicht verlängern, da er sonst nicht mehr für den Verzehr geeignet ist . Die Bestände haben also im vorliegenden Fall keine ausschlaggebende Bedeutung .
Bei der Beurteilung der Auswirkungen der norwegischen Lachseinfuhren auf den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft berücksichtigte die Kommission folgende Faktoren :
( 17 ) Verkäufe der Gemeinschaftserzeuger
Volumenmässig erhöhten sich die Verkäufe der Gemeinschaftserzeuger von etwa 10 800 Tonnen 1986 auf 31 000 Tonnen 1989 oder um 187 %.
( 18 ) Marktanteil
Von 1986 bis 1989 lag der Marktanteil der Antragsteller in der Gemeinschaft bei etwa 32 % gegenüber einer Verbrauchszunahme von etwa 190 %.
Die Erzeuger in der Gemeinschaft verloren jedoch 2,3 % ihres Marktanteils 1989 gegenüber 1988, da sie ihren Absatz nur um 31,59 % steigerten gegenüber einer Verbrauchszunahme von 40,98 %.
( 19 ) Preise
Die Preise des betroffenen Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft fielen um 18,9 % zwischen 1986 und 1989, und zwar von 5,97 ECU/kg auf 4,84 ECU/kg . Die Preise blieben praktisch konstant bei 6 ECU/kg zwischen 1986 und 1988, und der Preisverfall setzte während des Untersuchungszeitraums ein .
( 20 ) Geschäftsergebnisse
Nach den Zahlenangaben, die bei einer repräsentativen Stichprobe der Gemeinschaftserzeuger eingeholt wurden, verschlechterte sich die Geschäftssituation der Erzeuger in der Gemeinschaft zwischen 1986 und 1989 . Alle Erzeuger in der Gemeinschaft, mit Ausnahme von einem, erlitten Gewinneinbussen oder machten Verluste . Diese Verschlechterung der Situation hielt während des Untersuchungszeitraums an : Während 1988 nur ein Erzeuger Verluste erlitt, verzeichneten 1989 zwei Drittel negative Geschäftsergebnisse von 0,3 bis 69 %.
( 21 ) Beschäftigung
Die Zahl der Arbeitsplätze erhöhte sich in dem betroffenen Wirtschaftszweig der Gemeinschaft regelmässig bis 1988 und verringerte sich eindeutig 1989 . Die kleinen Erzeugungsbetriebe stabilisierten ihr Beschäftigungsniveau, während die grössten langsamer neues Personal einstellten .
( 22 ) Investitionen
Nach einer sehr starken Investitionszunahme zwischen 1986 und 1988 ist 1989 eine erhebliche Kürzung der Ausgaben für Investitionsgüter festzustellen .
( 23 ) "Underselling"
In der Untersuchung wurde ein "Underselling" von 29,6 % festgestellt, vergleicht man die durchschnittlichen Erzeugungskosten in der Gemeinschaft zuzueglich einer angemessenen Gewinnspanne von 15 % und der Transportkosten mit dem durchschnittlichen cif-Stückpreis der norwegischen Einfuhren .
III . Schlußfolgerungen hinsichtlich der Schädigung
( 24 ) Die Situation auf dem Gemeinschaftsmarkt für Zuchtlachs blieb bis 1988 relativ konstant und ausgewogen und verschlechterte sich plötzlich 1989 . Das Zusammenspiel der Preisunterbietungen auf dem französischen, dem deutschen und dem niederländischen Markt und das Einfuhrvolumen ( die Norweger besitzen in der Gemeinschaft einen Marktanteil von mehr als 60 %) zwangen die Erzeuger in der Gemeinschaft dazu, ihre Verkaufspreise in der Gemeinschaft erheblich zu senken ( 18,10 %), was in einigen Fällen erhebliche Verluste zur Folge hatte .
Nur zum Preis dieser finanziellen Verluste konnten die Antragsteller die Verringerung ihres Marktanteils auf 2,3 % begrenzen und dies gegenüber einem stark zunehmenden Verbrauch .
Die anderen Indikatoren, wie Beschäftigung und Investitionen, zeigen ebenfalls eine Verschlechterung der Situation des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im Jahr 1989 .
Nach diesen Feststellungen zu urteilen, liegt eine Schädigung vor, die in erster Linie in dem Preisverfall, der den Erzeugern in der Gemeinschaft aufgezwungen wurde, und der Verschlechterung ihrer finanziellen Situation besteht .
E . URSÄCHLICHER ZUSAMMENHANG
( 25 ) Angesichts der Tatsache, daß die Ausfuhren aus Norwegen in der Gemeinschaft einen Marktanteil von mehr als 60 % erreichen, hatte der Druck, den die Norweger 1989 auf die Preise ausübten, nachteilige Folgen für die Lachserzeugung in der Gemeinschaft, die sich noch im Aufbau befindet .
( 26 ) Zwischen 1986 und 1989 begannen auch andere Drittländer in die Gemeinschaft zu exportieren, erreichen aber mit 7 138 Tonnen 1989 nur einen Marktanteil von 7,36 %, was nur etwa 12,13 % der norwegischen Ausfuhren entspricht . Die Ausführer aus den übrigen Drittländern konnten ihren Marktanteil insgesamt nur um 0,67 % steigern, die Norweger dagegen 1989 um 1,61 %.
( 27 ) Die Preise der Einfuhren von anderem als norwegischem Lachs gingen zwischen 1986 und 1989 in dem gleichen Umfang zurück wie diejenigen der Einfuhren aus Norwegen . Die Preise der Ausfuhren aus anderen Ländern als Norwegen blieben während des Untersuchungszeitraums relativ konstant, während die Preise der Einfuhren aus Norwegen um 20,61 % zurückgehen, wobei 11,3 % auf unlautere Dumpingpraktiken zurückzuführen sind .
( 28 ) Ferner wurde auf den negativen Einfluß der Einfuhren von pazifischem Lachs zu Dumpingpreisen hingewiesen . In diesem Zusammenhang ist zu betonen, daß die Einfuhren von gefrorenem pazifischem Lachs von 1987 bis 1988 um 42,6 % und von 1988 bis 1989 um 33,5 %, also zwischen 1987 und 1989 um insgesamt 61,8 %, zurückgingen und daß auf die Einfuhren von frischem pazifischem Lachs nur 1 % des Verbrauchs an frischem Lachs in der Gemeinschaft entfällt .
( 29 ) Es wurde geltend gemacht, daß die Schwierigkeiten der Gemeinschaftserzeuger auf die Erhöhung ihrer Erzeugungskosten infolge von Krankheiten und Unwetterschäden und auf ihre hohen Finanzierungskosten aufgrund der Zinserhöhung zurückzuführen seien . Dazu ist festzustellen, daß die Krankheiten und Unwetterschäden auch die norwegische Lachszucht beeinträchtigt haben, daß aber die Auswirkungen dieser Mehrkosten dort relativ gering sind, da diese Risiken im allgemeinen versichert sind .
Zu den Finanzierungskosten ist festzustellen, daß ihr relativer Anteil an der Struktur der Erzeugungskosten der norwegischen Erzeuger nicht wesentlich anders war als im Fall der schottischen Erzeuger, d . h . 2,8 % gegenüber 3,6 %, und die finanziellen Schwierigkeiten der Gemeinschaftserzeuger während des Untersuchungszeitraums nicht erklärt .
( 30 ) Abschließend ist festzustellen, daß der Rückgang der Preise der norwegischen Einfuhren und die Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft infolge der Preisunterbietungen durch die Dumpingpraktiken der norwegischen Ausführer und ihres hohen Marktanteils ( 60 %) zeitlich zusammentrafen .
F . INTERESSE DER GEMEINSCHAFT
( 31 ) Bei einem Beschluß über die Einführung von handelspolitischen Schutzmaßnahmen gegenüber norwegischem Lachs sind die unterschiedlichen besonderen Interessen in diesem Wirtschaftszweig und die Besonderheiten des Marktes aufgrund der Art der betroffenen Ware zu berücksichtigen .
( 32 ) Hinsichtlich der Gemeinschaftserzeugung machten einige Verbände die Kommission auf die Tatsache aufmerksam, daß die Lachsproduktion in Schottland und Irland weitgehend zur Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichts in diesen Regionen beigetragen hat . Folglich wäre es bedauerlich, wenn der sich in diesen Regionen entwickelnde Wirtschaftszweig wieder geschwächt würde, zumal er durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittleren Betrieben gekennzeichnet ist .
( 33 ) Vom Standpunkt des Verbrauchers wurde geltend gemacht, daß im Fall eines Antidumpingzolls auf die Einfuhren von norwegischem Lachs die Gemeinschaftserzeugung nicht ausreiche, um die norwegischen Einfuhren zu ersetzen, insofern als die Gemeinschaftserzeuger bereits mit voller Kapazität arbeiten und keinen Lachs mit einem Gewicht von mehr als 5 kg liefern können, da der Lachs gemeinschaftlichen Ursprungs im Durchschnitt ein niedrigeres Gewicht hat .
( 34 ) Einige Abnehmer machten geltend, daß die Verteuerung von frischem Lachs norwegischen Ursprungs zu einer Verlagerung der Verarbeitungsindustrie der Gemeinschaft nach anderen Ländern, vor allem nach Norwegen, führen könnte .
G . NOTWENDIGKEIT DER MASSNAHMEN
( 35 ) 1989 führten die norwegischen Behörden Maßnahmen zur Beschränkung des Marktangebots bei Lachs ein . In diesem Zusammenhang sind vor allem die künftigen Beschränkungen für die Gewährung neuer Betriebslizenzen einerseits und die Zucht von Fischbrut und die Erzeugung kleiner Lachse andererseits zu nennen . Sodann hat die norwegische Industrie auf der Stufe vor der Vermarktung ein Gefrierprogramm übernommen, um eine Marktübersättigung durch die Steuerung des Angebots zu verhindern .
Das Zusammenspiel dieser Maßnahmen dürfte eine erhebliche Erhöhung der Preise auf dem Gemeinschaftsmarkt ab 1990 zur Folge haben .
( 36 ) Diese konjunkturelle Veränderung dürfte sich in Zukunft bestätigen, zumal die norwegischen Behörden sich bereit erklärt haben, zu einer ausgewogenen Entwicklung der Ausfuhren von frischem Lachs in die Gemeinschaft unter Wahrung der traditionellen Handelsströme beizutragen .
Die norwegischen Behörden sind sich der grossen Schwierigkeiten bewusst, die durch die fehlende Preisstabilität bei Lachs auf dem Gemeinschaftsmarkt hervorgerufen werden, und haben sich verpflichtet, die Störfaktoren, die das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage beeinträchtigen können, zu bekämpfen und alle Maßnahmen zu begünstigen, die zur Stabilisierung des Marktes beitragen können .
Unter diesen Umständen ist die Kommission der Auffassung, daß Antidumpingmaßnahmen gegenüber Zuchtlachs mit Ursprung in Norwegen nicht einzuführen sind .
H . EINSTELLUNG DES ANTIDUMPINGVERFAHRENS
( 37 ) Unter diesen Umständen muß das Antidumpingverfahren ohne die Einführung von Schutzmaßnahmen eingestellt werden .
( 38 ) Gegen diese Schlußfolgerungen wurden im Antidumpingausschuß keine Einwände erhoben, mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs und Irlands, die Bedenken äusserten .
( 39 ) Die Antragsteller wurden über die wichtigsten Fakten und Erwägungen unterrichtet, auf deren Grundlage die Kommission das Verfahren einzustellen beabsichtigte, und sie haben dagegen keine Einwände erhoben -
BESCHLIESST : Einziger Artikel Das Antidumpingverfahren betreffend die Einfuhren von atlantischem Lachs des KN-Codes ex 0302 12 00 mit Ursprung in Norwegen wird eingestellt . Brüssel, den 15 . März 1991

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