Document ID: 31984R3686

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 3686/84 DES RATES
vom 19. Dezember 1984
zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 358/79 über in der Gemeinschaft hergestellte Schaumweine von Nummer 13 des Anhangs II der Verordnung (EWG) Nr. 337/79
DER RAT DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 43,
auf Vorschlag der Kommission (1),
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2),
in Erwägung nachstehender Gründe:
Aufgrund der bisherigen Erfahrungen empfiehlt es sich, die Verordnung (EWG) Nr. 358/79 (3), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 3456/80 (4), zu ändern, um der technischen Entwicklung Rechnung zu tragen und die Kohärenz der verschiedenen Bestimmungen der gemeinsamen Marktorganisation für Wein zu gewährleisten.
Um die Schaumweinhersteller, den Handel und die Verbraucher besser zu informieren, ist zu präzisieren, daß die Bestimmungen für die Herstellung von »Qualitätsschaumwein" auch für »Qualitätsschaumwein bestimmter Anbaugebiete" gelten.
Die Anwendung moderner Herstellungsmethoden, die Empfindlichkeit bestimmter bei der Zusammensetzung der Cuvée verwendeter Weine und die Qualität der Erzeugung rechtfertigen es, die Mindestdauer des Herstellungsverfahrens bei Qualitätsschaumwein von neun Monaten auf sechs Monate zu verkürzen, wenn die Gärung, durch die Kohlensäure entwickelt werden soll, im Cuvéefaß stattfindet. Dagegen sollte die Dauer der Gärung, durch die Kohlensäure entwickelt werden soll, und die Dauer der Nichttrennung der Cuvée vom Trub verlängert werden, um die Qualität dieser Schaumweine zu erhöhen.
Damit die Herstellung von aromatischem Qualitätsschaumwein auf die Verwendung herkömmlicher Verfahren beschränkt bleibt, ist vorzuschreiben, daß dieser Schaumwein nur aus Traubenmost oder teilweise gegorenem Traubenmost bestimmter Rebsorten hergestellt werden darf. Für die Gewinnung dieser Schaumweine sollte jedoch die Verwendung von Weinen aus Trauben der Rebsorte »Prosecco" zulässig sein, die in bestimmten Regionen Italiens geerntet worden sind, da diese Weine herkömmlicherweise zur Herstellung von aromatischem Schaumwein verwendet werden.
Um die Qualität von aromatischem Qualitätsschaumwein zu gewährleisten, sollte klargestellt werden, daß der Gebrauch herkömmlicher Herstellungsverfahren die Steuerung des Gärungsprozesses durch Kühlung oder durch andere physikalische Verfahren voraussetzt -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Verordnung (EWG) Nr. 358/79 wird wie folgt geändert:
1. Dem Artikel 2 wird folgender Absatz hinzugefügt:
»Die Bestimmungen dieser Verordnung mit Ausnahme des Titels II gelten, sofern sie nicht in der Verordnung (EWG) Nr. 338/79 vorgesehen sind, auch für Qualitätsschaumwein bestimmter Anbaugebiete gemäß der Definition der letztgenannten Verordnung."
2. Die Überschrift des Titels III wird wie folgt geändert:
»TITEL III
Besondere Bestimmungen für Qualitätsschaumwein und Qualitätsschaumwein bestimmter Anbaugebiete"
3. Artikel 17 erhält folgende Fassung:
»Artikel 17
(1) Die Herstellungsdauer einschließlich der Alterung im Herstellungsbetrieb muß bei Qualitätsschaumwein und Qualitätsschaumwein bestimmter Anbaugebiete vom Beginn der Gärung an, durch die Kohlensäure entwickelt werden soll,
a) mindestens sechs Monate betragen, wenn die Gärung, durch die Kohlensäure entwickelt werden soll, im Cuvéefaß stattfindet;
b) mindestens neun Monate betragen, wenn die Gärung, durch die Kohlensäure entwickelt werden soll, in der Flasche stattfindet.
(2) Die Dauer der Gärung, durch die in der Cuvée Kohlensäure entwickelt werden soll, und die Dauer der Nichttrennung der Cuvée vom Trub beträgt mindestens:
a) bei der Methode der Gärung im Cuvéefaß:
- 80 Tage;
- 30 Tage, wenn die Gärung in Behältnissen mit Rührvorrichtung stattfindet;
b) bei der Methode der Gärung in der Flasche: 60 Tage.
(3) Vor dem 1. September 1987 kann der Rat mit qualifizierter Mehrheit auf Vorschlag der Kommission die in Absatz 2 vorgeschriebene Dauer der Gärung und der Nichttrennung vom Trub entsprechend dem Stand der wissenschaftlichen Kenntnisse und der technischen Entwicklung ändern.
(4) Die Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel werden nach dem Verfahren des Artikels 67 der Verordnung (EWG) Nr. 337/79 festgelegt."
4. Artikel 18 Absatz 1 erhält folgende Fassung:
»(1) Aromatischer Qualitätsschaumwein und aromatischer Qualitätsschaumwein bestimmter Anbaugebiete dürfen nur gewonnen werden, indem zur Zusammensetzung der Cuvée ausschließlich Traubenmost oder teilweise gegorener Traubenmost verwendet wird, der aus den im Verzeichnis im Anhang aufgeführten Rebsorten hergestellt wurde.
Es kann jedoch ein aromatischer Qualitätsschaumwein gewonnen werden, indem zur Zusammensetzung der Cuvée Weine aus Trauben der Rebsorte ,Prosecco' verwendet werden, die in den Regionen Trentino-Alto Adige, Veneto und Friuli-Venezia Giulia geerntet worden sind.
Die Steuerung des Gärungsprozesses vor und nach der Bildung der Cuvée kann, damit in der Cuvée Kohlensäure entwickelt wird, nur durch Kühlung oder durch andere physikalische Verfahren erfolgen.
Das Zusetzen einer Versanddosage ist verboten."
5. Artikel 22 erhält folgende Fassung:
»Artikel 22
Schaumweine im Sinne von Anhang II Nummer 13 der Verordnung (EWG) Nr. 337/79, die den zum Zeitpunkt ihrer Bereitung geltenden Bestimmungen der vorliegenden Verordnung entsprachen, bei denen die Bedingungen für die Bereitung oder bestimmte analytische Merkmale jedoch der vorliegenden Verordnung infolge einer Änderung derselben nicht mehr entsprechen, dürfen bis zur Erschöpfung der Vorräte zum Verkauf vorrätig gehalten, vermarktet und ausgeführt werden."
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1985 in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am 19. Dezember 1984.

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