Document ID: 32015R0079

DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) 2015/79 DER KOMMISSION
vom 18. Dezember 2014
zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards für die aufsichtlichen Meldungen der Institute gemäß der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die Belastung von Vermögenswerten, ein einheitliches Datenpunktmodell und Validierungsregeln
(Text von Bedeutung für den EWR)
DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION -
gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 (1), insbesondere auf Artikel 99 Absatz 5 Unterabsätze 1 und 4,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1)
Die Meldung kohärenter, genauer und vergleichbarer Angaben zur Belastung von Vermögenswerten gemäß der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 der Kommission (2) trägt wesentlich dazu bei, einen Einblick in die Finanzierungsposition von Instituten zu erhalten.
(2)
Meldungen zur Belastung von Vermögenswerten sollten sich weitestmöglich auf das für Aufsichts- und Rechnungslegungszwecke bereits bestehende Meldewesen für Bilanzpositionen stützen, damit der Umsetzungs- und Meldeaufwand für die Institute so gering wie möglich gehalten wird.
(3)
Dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entsprechend sollten kleinere Institute ohne wesentliche Vermögenswertbelastung nicht den gleichen detaillierten Meldepflichten unterliegen wie größere Institute.
(4)
Die Meldepflichten sollten Vermögenswertbelastungen aller Art, auch Eventualbelastungen erfassen, da diese ein wesentliches Risiko für das Liquiditäts- und Solvenzprofil von Instituten, insbesondere von Instituten mit wesentlicher Vermögenswertbelastung, darstellen.
(5)
Institute, die die in Artikel 52 Absatz 4 Unterabsatz 1 der Richtlinie 2009/65/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (3) genannten gedeckten Schuldverschreibungen begeben, sollten Angaben zur Belastung dieser Werte übermitteln.
(6)
Um die Einheitlichkeit der aufsichtlichen Meldungen zu Eigenmittelausstattung und -anforderungen, Finanzinformationen, Verlusten aus immobilienbesicherten Darlehensgeschäften, Großkrediten, Verschuldungsquote, Liquidität und Belastung von Vermögenswerten zu gewährleisten und qualitativ hochwertige und genaue gemeinsame Aufsichtsdaten zu garantieren, sollten die mit den Meldebögen der Anhänge I, III, IV, VI, VIII, X, XII und XVI der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 verbindlich zu übermittelnden Daten in ein einziges Datenpunktmodell überführt werden.
(7)
Das gemeinsame Datenpunktmodell sollte eine strukturierte Darstellung der einzelnen Daten gewährleisten, für die Zwecke einheitlicher aufsichtlicher Meldungen alle relevanten Geschäftskonzepte erfassen und alle für die Weiterentwicklung einheitlicher IT-Lösungen für das Meldewesen notwendigen technischen Spezifikationen enthalten.
(8)
Zur Gewährleistung von Qualität, Kohärenz und Genauigkeit der Daten, die die Institute den zuständigen Behörden zu Eigenmittelausstattung und -anforderungen, Finanzinformationen, Verlusten aus immobilienbesicherten Darlehensgeschäften, Großkrediten, Verschuldungsquote, Liquidität und Belastung von Vermögenswerten übermitteln, sollten diese Daten nach gemeinsamen Regeln validiert werden.
(9)
Es liegt in der Natur der Sache, dass Validierungsregeln und Datenpunktdefinitionen regelmäßig aktualisiert werden müssen, damit sie stets den geltenden rechtlichen, analytischen und informationstechnischen Anforderungen genügen. Angesichts des gegenwärtig für die detaillierte Festlegung und Veröffentlichung des einheitlichen Datenpunktmodells und der Validierungsregeln erforderlichen Zeitaufwands können Änderungen jedoch nicht so rasch und zeitnah vorgenommen werden, dass jederzeit einheitliche aufsichtliche Meldungen in der Union gewährleistet sind. Aus diesem Grund sollten das in Anhang XIV der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 festgelegte detaillierte Datenpunktmodell und die in Anhang XV der genannten Verordnung festgelegten detaillierten Validierungsregeln durch stringente qualitative Kriterien für das einheitliche Datenpunktmodell und die Validierungsregeln ersetzt werden, die die Europäische Bankenaufsichtsbehörde in elektronischer Form auf ihrer Website veröffentlicht.
(10)
Diese Verordnung beruht auf dem Entwurf technischer Durchführungsstandards, der der Kommission von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde vorgelegt wurde.
(11)
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde hat zu diesem Entwurf offene öffentliche Konsultationen durchgeführt, die damit verbundenen potenziellen Kosten- und Nutzeneffekte analysiert und die Stellungnahme der nach Artikel 37 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 des Europäischen Parlament und des Rates (4) eingesetzten Interessengruppe Bankensektor eingeholt.
(12)
Um den Instituten und zuständigen Behörden ausreichend Zeit zu geben, diese Verordnung so umzusetzen, dass eine hohe Datenqualität gewährleistet ist, sollte der erste Meldestichtag für alle Institute der 31. Dezember 2014 sein.
(13)
Die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 sollte daher entsprechend geändert werden -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 wird wie folgt geändert:
1.
In Artikel 1 wird folgender Buchstabe f angefügt:
„f)
Belastung von Vermögenswerten gemäß Artikel 100 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013.“
;
2.
folgendes Kapitel 7a wird eingefügt:
„KAPITEL 7a
FORMAT UND INTERVALLE FÜR MELDUNGEN ZUR BELASTUNG VON VERMÖGENSWERTEN AUF EINZEL- UND AUF KONSOLIDIERTER BASIS
Artikel 16a
Format und Intervalle für Meldungen zur Belastung von Vermögenswerten auf Einzel- und auf konsolidierter Basis
1. Zur Meldung von Vermögenswertbelastungen nach Artikel 100 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 auf Einzel- und auf konsolidierter Basis übermitteln die Institute die in Anhang XVI dieser Verordnung aufgeführten Angaben gemäß den Erläuterungen in Anhang XVII dieser Verordnung.
2. Die in Absatz 1 genannten Angaben werden in folgenden Intervallen übermittelt:
(a)
die in Anhang XVI Teile A, B und D genannten Angaben vierteljährlich,
(b)
die in Anhang XVI Teil C genannten Angaben jährlich,
(c)
die in Anhang XVI Teil E genannten Angaben halbjährlich.
3. Nicht zur Übermittlung der in Anhang XVI Teile B, C oder E genannten Angaben verpflichtet sind Institute, die alle nachstehend genannten Voraussetzungen erfüllen:
(a)
die nach Anhang XVII Punkt 1.6 Nummer 10 berechneten Gesamtaktiva des Instituts betragen weniger als 30 Mrd. EUR,
(b)
die nach Anhang XVII Punkt 1.6 Nummer 9 berechnete Vermögenswertbelastung des Instituts beträgt weniger als 15 %.
4. Institute müssen die in Anhang XVI Teil D genannten Angaben nur übermitteln, wenn sie die in Artikel 52 Absatz 4 Unterabsatz 1 der Richtlinie 2009/65/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (5) genannten Schuldverschreibungen begeben.
;
3.
Artikel 17 Absatz 1 erhält folgende Fassung:
„(1) Die Institute übermitteln die in dieser Verordnung genannten Angaben in den von den zuständigen Behörden festgelegten Datenaustausch- und Präsentationsformaten, wobei sie die Datenpunktdefinitionen des in Anhang XIV enthaltenen einheitlichen Datenpunktmodells und die in Anhang XV genannten Validierungsregeln ebenso beachten wie Folgendes:
(a)
nicht erforderliche oder nicht relevante Angaben werden nicht in die Datenmeldung aufgenommen;
(b)
numerische Werte werden als Fakten folgendermaßen übermittelt:
(i)
Datenpunkte vom Datentyp ‚monetär‘ werden mit einer Mindestpräzision, die tausend Einheiten entspricht, gemeldet;
(ii)
Datenpunkte vom Datentyp ‚prozentual‘ werden pro Einheit mit einer Mindestpräzision, die vier Dezimalstellen entspricht, gemeldet;
(iii)
Datenpunkte vom Datentyp ‚integer‘ werden ohne Dezimalstellen mit einer Präzision, die Einheiten entspricht, gemeldet.“
;
4.
in Artikel 18 wird folgender Absatz 4 angefügt:
„Für die nach Artikel 16a zu meldenden Angaben ist der erste Meldestichtag der 31. Dezember 2014.“
;
5.
In Artikel 19 wird folgender Absatz 5 angefügt:
„Artikel 16a gilt ab dem 1. Dezember 2014.“
;
6.
Die Anhänge XIV und XV erhalten die Fassung des Anhangs I der vorliegenden Verordnung.
7.
Die Anhänge XVI und XVII werden nach Maßgabe der Anhänge II bzw. III dieser Verordnung angefügt.
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 18. Dezember 2014

Labels: 3
12
7
2