Document ID: 31992R3518

VERORDNUNG (EWG) Nr. 3518/92 DER KOMMISSION vom 4. Dezember 1992 mit Durchführungsbestimmungen zu den für die Erzeugung von Ananas auf den Azoren getroffenen Sondermaßnahmen
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 1600/92 des Rates vom 15. Juni 1992 zum Erlaß von Sondermaßnahmen für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse zugunsten der Azoren und Madeiras (1), insbesondere auf Artikel 30,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Nach Artikel 30 der Verordnung (EWG) Nr. 1600/92 wird für jährlich höchstens 2 000 Tonnen eine Beihilfe für die Erzeugung von frischen Ananas gewährt. Für diese Regelung sind die Durchführungsbestimmungen festzulegen.
Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Obst und Gemüse -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Interessierte Erzeuger, die ihren Sitz auf den Azoren haben, beantragen bei den von Portugal bestimmten zuständigen Stellen die Beihilfe für die Erzeugung von frischen Ananas des KN-Codes 0804 30 in folgenden Zeiträumen:
- im Januar für die Ernte der Monate Juli bis Dezember des vorherigen Jahres;
- im Juli für die Ernte der Monate Januar bis Juni des laufenden Jahres.
Artikel 2
(1) Ein Beihilfeantrag enthält mindestens folgende Angaben:
- Name, Vorname und Anschrift des Antragstellers,
- die Menge der in den genannten Zeiträumen geernteten Ananas,
- die auf diese Erzeugung entfallende Fläche.
(2) Die zuständigen Stellen führen die Kontrollen durch, die sie für notwendig halten, insbesondere Kontrollen an Ort und Stelle.
(3) Die portugiesischen Behörden sorgen dafür, daß die beihilfebegünstigte Jahresmenge die mit Artikel 30 der Verordnung (EWG) Nr. 1600/92 bestimmten 2 000 Tonnen nicht überschreitet.
(4) Die Beihilfe der Gemeinschaft wird in den zwei Monaten nach dem Monat ihrer Beantragung gewährt.
Artikel 3
Die Beihilfe für die Erzeugung von frischen Ananas wird mit dem landwirtschaftlichen Kurs in Landeswährung umgerechnet, der am 1. Tag des betreffenden Erntezeitraums gilt.
Artikel 4
(1) Eine unrechtmässig gewährte Beihilfe wird von den zuständigen Stellen wiedereingezogen, erhöht um den auf die Zeit zwischen ihrer Gewährung und tatsächlichen Wiedereinziehung entfallenden Zins. Es gilt der Zinssatz, der in vergleichbaren Fällen nach Landesrecht erhoben wird.
(2) Jede wiedereingezogene Beihilfe und gegebenenfalls die Zinsen werden der Zahlstelle überwiesen und von den Ausgaben abgezogen, welche der Europäische Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft finanziert hat.
Artikel 5
Portugal teilt der Kommission vor jedem 1. November die Erntemenge mit, für welche die Beihilfe gewährt wurde.
Portugal teilt ihr ausserdem die gegebenenfalls gemäß Artikel 2 Absatz 3 getroffenen Maßnahmen mit.
Artikel 6
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft. Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 4. Dezember 1992

Labels: 18
17
19
5