Document ID: 32001D0116

Entscheidung der Kommission
vom 25. Januar 2001
zur Ermächtigung Österreichs, die Erprobung neuer önologischer Verfahren fortzusetzen
(Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 150)
(Nur der deutsche Text ist verbindlich)
(2001/116/EG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 des Rates vom 17. Mai 1999 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein(1),
gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 1622/2000 der Kommission vom 24. Juli 2000 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein und zur Einführung eines Gemeinschaftskodex der önologischen Verfahren und Behandlungen(2), insbesondere auf Artikel 41 Absatz 3,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Österreich hat bei der Weinbereitung versuchsweise die Verwendung von Oxalsäure zur Senkung des Calciumgehalts des Weins, den Zusatz von Metaweinsäure in einer Konzentration von 200 mg/l zur Verhinderung der Weinsteinausfällung und die Verwendung von Silberchlorid zur Beseitigung eines Geruchs- oder Geschmacksfehlers des Weins genehmigt.
(2) Österreich hat eine Mitteilung über diese Versuche an die Kommission gerichtet. Die Kommission hat die anderen Mitgliedstaaten über die Ergebnisse dieser Versuche unterrichtet.
(3) Aufgrund der interessanten Ergebnisse hat Österreich jetzt einen Antrag auf Fortsetzung dieses Versuchs für eine weitere Dauer von drei Jahren an die Kommission gerichtet und seinem Antrag entsprechende Unterlagen beigefügt.
(4) Die Verwendung von Silberchlorid in Wein ist am 31. August 1979 aus der Liste der in der Gemeinschaft zugelassenen önologischen Verfahren gestrichen worden, und sie erfuellt auch nicht die allgemeinen Bedingungen von Artikel 42 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999. Es ist daher nicht angebracht, diese Versuche fortzusetzen, die auch die menschliche Gesundheit und die Umwelt gefährden können.
(5) Die Versuche würden bereits die Weinbereitung aus der Ernte 2000 betreffen.
(6) Die so behandelten vermarkteten Weine dürfen bei den verwendeten Dosierungen weder eine Gefahr für die Verbrauchergesundheit darstellen noch die vom Verbraucher dieser Erzeugnisart erwartete Qualität beeinträchtigen.
(7) Weine, die den für die Versuche festgelegten Bedingungen nicht entsprechen, dürfen gemäß Artikel 45 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 nicht zum menschlichen Verbrauch angeboten oder abgegeben werden und unterliegen den Bedingungen von Artikel 43 der Verordnung (EG) Nr. 1622/2000.
(8) Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Wein -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Österreich wird ermächtigt, die Anwendung folgender önologischer Verfahren unter den Bedingungen von Artikel 41 der Verordnung (EG) Nr. 1622/2000 bis zum 31. Juli 2002 versuchsweise fortzusetzen:
- die Verwendung von Oxalsäure zur Ausfällung von Calcium, sofern diese Behandlung nicht zu einer Erhöhung der Oxalsäure-Ausgangskonzentration im behandelten Wein führt;
- den Zusatz von Metaweinsäure bis zu 200 mg/l, sofern die im Wein vorhandene Gesamtmenge Weinsäure nicht zu einer Überschreitung der zulässigen Tartrat-Tagesdosis von 30 mg/kg Gewicht führt und sich in dem behandelten Wein keine DL-Weinsäure bildet.
Artikel 2
Diese Entscheidung ist an die Republik Österreich gerichtet.
Brüssel, den 25. Januar 2001

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