Document ID: 31994R1091

VERORDNUNG (EG) Nr. 1091/94 DER KOMMISSION vom 29. April 1994 mit Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EWG) Nr. 3528/86 des Rates über den Schutz des Waldes in der Gemeinschaft gegen Luftverschmutzung
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 3528/86 des Rates vom 17. November 1986 über den Schutz des Waldes in der Gemeinschaft gegen Luftverschmutzung (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 2157/92 (2), insbesondere auf Artikel 3,
gestützt auf die erste Entschließung der ersten Ministerkonferenz über den Schutz der Wälder in Europa (3) und die Folgemaßnahmen,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Nach Artikel 2 Absatz 1 dritter und vierter Gedankenstrich der Verordnung (EWG) Nr. 3528/86 ist das Ziel der Gemeinschaftsaktion die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei
- einer intensiven und fortgesetzten Überwachung der Waldökosysteme;
- der koordinierten und ausgewogenen Einrichtung oder Vervollständigung der für diese intensive und fortgesetzte Überwachung nötigen Dauerbeobachtungsflächen.
Gemäß Artikel 2 Absatz 2 derselben Verordnung übermitteln die Mitgliedstaaten der Kommission die mit Hilfe des Netzes der Beobachtungsflächen für die intensive und fortgesetzte Überwachung ermittelten Daten.
Die Einrichtung des Beobachtungsflächennetzes dient der Erfassung detaillierter Daten über die Entwicklung der Waldökosysteme in der Gemeinschaft. In diesem Rahmen lassen sich Zusammenhänge herstellen zwischen der Veränderung von Umweltfaktoren, insbesondere der Luftverschmutzung, und der Reaktion der Waldökosysteme auf diese Veränderung. Anhand des auf diese Weise gesammelten Datenmaterials lassen sich die im Rahmen des systematischen Probeflächennetzes gemäß Verordnung (EWG) Nr. 1696/87 der Kommission (4), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 836/94 (5), gewonnenen Erkenntnisse besser auswerten.
Die im Rahmen der Verordnung (EWG) Nr. 3528/86 eingereichten Anträge auf Zuschüsse zur intensiven und fortgesetzten Überwachung gemäß Artikel 2 Absatz 1 müssen alle erforderlichen Angaben für die Prüfung dieser Maßnahmen unter Zugrundelegung der Zielsetzungen und Kriterien der Verordnung enthalten. Die Darstellung dieser Angaben sollte einheitlich sein, damit die Anträge sich einfacher prüfen und miteinander vergleichen lassen.
Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Forstausschusses -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Die Mitgliedstaaten richten ein Netz von Dauerbeobachtungsflächen ein. Die Beobachtungsflächen sind bis 30. Juni 1994 auszuwählen und mindestens 50 % der Flächen sind nach den gemeinsamen Verfahren für die Einrichtung eines Netzes von Dauerbeobachtungsflächen
für die intensive und fortgesetzte Überwachung (vgl. Anhang I) einzurichten. Die letzten Beobachtungsflächen müssen vor dem 30. Juni 1995 eingereicht werden. Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission bis 15. Dezember 1994 für alle Flächen einen Überblick über die Auswahlkriterien, ein vollständiges Verzeichnis der ausgewählten Flächen, einschließlich Kenndaten wie geographische Lage (Längengrad, Breitengrad, Höhe) und Baumarten, sowie allgemeine Angaben zu jeder eingerichteten Beobachtungsfläche in der in Anhang VIIa beschriebenen einheitlichen Form.
(2) Auf den Dauerbeobachtungsflächen wird das forstliche Ökosystem intensiv und fortlaufend überwacht. Diese Überwachung umfasst die fortlaufende Aufzeichnung des Zustandes von Kronen, Boden und Benadelung/Belaubung, Messungen von Zuwachsveränderungen und Depositionsraten sowie meteorologische Messungen; dabei werden objektive Probenahmeverfahren und bewährte Analysemethoden angewandt.
(3) Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission bis 31. Dezember 1996 die zwischen 1991 und 1996 bei den einzelnen Erhebungen für jede Dauerbeobachtungsfläche erfassten Daten in einheitlicher Form zusammen mit einer Auswertung der Ergebnisse gemäß Anhang VII.
(4) Die technischen Einzelheiten zu diesem Artikel sind in den Anhängen III bis VI erläutert.
Artikel 2
(1) Die Anträge auf einen Gemeinschaftszuschuß für
- die Einrichtung oder den Ausbau des Netzes von Dauerbeobachtungsflächen für die intensive und fortlaufende Überwachung,
- die Kronenzustandserhebung,
- die Bodenerhebung,
- die Benadelungs-/Belaubungserhebung,
- Zuwachsmessungen,
- Depositionsmessungen und
- meteorologische Messungen
im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 3528/86 müssen die im Anhang II dieser Verordnung aufgeführten Angaben und Unterlagen enthalten.
Die Anträge sind in dreifacher Ausfertigung in der im Anhang II vorgeschriebenen Form zu stellen.
Die Mitgliedstaaten reichen jeweils vor dem 1. November jedes Jahres die Anträge für das darauffolgende Jahr bei der Kommission ein.
(2) Anträge, die den in Absatz 1 genannten Anforderungen nicht entsprechen, werden nicht berücksichtigt.
Artikel 3
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 29. April 1994

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