Document ID: 32002R0444

Verordnung (EG) Nr. 444/2002 der Kommission
vom 11. März 2002
zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 mit Durchführungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des Rates zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften sowie der Verordnungen (EG) Nr. 2787/2000 und (EG) Nr. 993/2001
(Text von Bedeutung für den EWR)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des Rates vom 12. Oktober 1992 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften(1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 2700/2000 des Europäischen Parlaments und des Rates(2), im Folgenden "Zollkodex" genannt, insbesondere auf Artikel 247,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Bestimmte in der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 der Kommission(3), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 993/2001(4) enthaltene Begriffsbestimmungen bedürfen der Aktualisierung.
(2) Die Erfordernisse der gemeinsamen Handelspolitik führen dazu, dass die Liste der Länder und Gebiete, für die die von der Gemeinschaft einseitig festgelegten Zollpräferenzmaßnahmen gelten, häufig geändert werden muss, was auch die Änderung der Liste der Länder und Gebiete in Teil I Titel IV Kapitel 2 Abschnitt 2 der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 nach sich zieht.
(3) Es empfiehlt sich daher, eine Überschrift für diesen Abschnitt 2 und einen entsprechenden Wortlaut in seinen Bestimmungen vorzusehen, denen keine erschöpfende Liste von Ländern oder Gebieten zugrunde liegt, sondern die sich allgemein auf "begünstigte Länder und Gebiete" beziehen, welche offiziell in den Verordnungen des Rates zur Gewährung der fraglichen Zollpräferenzen aufgeführt werden.
(4) Unter bestimmten Voraussetzungen können schadhafte Waren außerhalb des Zollgebiets der Gemeinschaft instand gesetzt werden, ohne dass bei der Wiedereinfuhr eine Zollschuld entsteht.
(5) Nach der Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr kann der zwischen dem Käufer und dem Verkäufer vereinbarte Preis in bestimmten Fällen wegen Schadhaftigkeit der Waren noch geändert werden.
(6) Deshalb sollte in den geltenden Rechtsbestimmungen ausdrücklich die Möglichkeit vorgesehen werden, dass der Transaktionswert gemäß Artikel 29 Zollkodex derartige besondere Umstände berücksichtigen kann, sofern angemessene Schutzklauseln und vernünftige Fristen angewendet werden.
(7) Ziel des Artikels 167 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 war es, die Erhebung von Zöllen auf Software, die auf Datenträgern eingeführt wird, zu verhindern. Da dieses Ziel inzwischen durch das mit dem Beschluss 97/359/EG des Rates(5) genehmigte Übereinkommen über den Handel mit Waren der Informationstechnologie erreicht worden ist, sind, unbeschadet der Anwendung des GATT-Beschlusses 4.1 vom 12. Mai 1995 betreffend denselben Bereich, keine besonderen Durchführungsvorschriften über die Bestimmung des Zollwerts von Datenträgern mehr erforderlich.
(8) Die Wertgrenze für die Vorlage der Anmeldung der Angaben über den Zollwert (Zollwertanmeldung) in Artikel 179 Absatz 1 Buchstabe a) der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 sollte auf 10000 EUR erhöht werden, um Währungsänderungen Rechnung zu tragen und um die Einfuhrformalitäten zu vereinfachen.
(9) An den Rechtsvorschriften über die besondere Verwendung sind bestimmte Anpassungen und Änderungen vorzunehmen, um sie klarer zu formulieren und mit den Rechtsvorschriften für die Zollverfahren mit wirtschaftlicher Bedeutung in Einklang zu bringen.
(10) Die Vorschriften über das gemeinschaftliche Versandverfahren der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93, sind Gegenstand einer umfassenden und gründlichen Überarbeitung gewesen, die zu einer Neufassung des wesentlichsten Teils der Bestimmungen geführt hat. Seitdem hat sich gezeigt, dass die geänderten Vorschriften einige Unzulänglichkeiten und Ungenauigkeiten enthalten, die zu bereinigen sind.
(11) Zum Schutz der finanziellen Interessen der übrigen Vertragsparteien des mit dem Beschluss 87/415/EWG des Rates(6) genehmigten Übereinkommens über ein gemeinsames Versandverfahren ist sicherzustellen, dass bei Versandverfahren mit Gemeinschaftswaren, die ihr Hoheitsgebiet berühren, eine angemessene Sicherheit geleistet wird. Die Sicherheit sollte so bemessen sein, als handele es sich um Nichtgemeinschaftswaren.
(12) Sofern der Hauptverpflichtete die Bürgschaftsbescheinigung für alle Waren zu verwenden beabsichtigt, sollten für alle Waren die Kriterien Anwendung finden, die bei der Inanspruchnahme der Gesamtbürgschaft für Waren mit erhöhtem Betrugsrisiko gelten.
(13) Es ist angebracht, Vorschriften über zu erhebende Einfuhrabgaben für Einfuhrwaren im Fall einer Abgabenbegünstigung aufgrund ihrer besonderen Verwendung einzuführen. Diese Änderung sollte aus Gründen der Klarstellung erfolgen, um eine einheitliche Anwendung des Zollrechts innerhalb der Gemeinschaft zu gewährleisten. Sie sollte mit Rückwirkung vorgenommen werden, da bereits ähnliche Vorschriften bis zum 30. Juni 2001 bestanden, d. h. in Artikel 52 der Verordnung (EWG) Nr. 2228/91 der Kommission(7), die durch die Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 aufgehoben wurde, und in Artikel 585a der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93, bevor diese durch die Verordnung (EG) Nr. 993/2001 geändert wurde.
(14) Artikel 859 der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 enthält eine Liste mit Fällen, in denen trotz Vorliegens einer der Situationen, die in Artikel 204 Absatz 1 Buchstaben a) oder b) des Zollkodex genannt werden, keine Zollschuld entsteht.
(15) Diese Liste sollte angepasst werden, um Fälle mit einzubeziehen, in denen bestimmte Pflichten nicht erfuellt werden in Bezug auf Waren, die sich im gemeinschaftlichen Versandverfahren befinden, sofern die Waren der Bestimmungsstelle unverändert gestellt werden.
(16) Des Weiteren sollte die Liste auch die Fälle beinhalten, in denen bestimmte Pflichten bei der Beförderung solcher Waren nicht erfuellt werden, die in ein Nichterhebungsverfahren übergeführt wurden oder denen eine Abgabenbegünstigung aufgrund ihrer besonderen Verwendung gewährt wird, sofern diese Waren den vorgesehenen Bestimmungsort erreichen.
(17) Die Änderung des Artikels 859 steht in Zusammenhang mit der Verordnung (EG) Nr. 993/2001, die seit dem 1. Juli 2001 gilt. Es scheint daher angebracht zu sein, dass diese Änderung auch von diesem Datum an gilt.
(18) Im Sinne einer rationelleren Verwaltung der Fristen, die für die Prüfung der Anträge auf Absehen von der nachträglichen buchmäßigen Erfassung der Einfuhrabgaben gemäß Artikel 220 Absatz 2 Buchstabe b) des Zollkodex sowie der Anträge auf Erstattung oder Erlass der Einfuhrabgaben gemäß Artikel 239 des Zollkodex zur Verfügung stehen, ist es zweckmäßig, die Aussetzung dieser Prüffristen bei Befragungen des Beteiligten gemäß Artikel 872a oder Artikel 906a der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 einheitlich auf einen Monat zu befristen.
(19) Für eine sachgerechte Auslegung der Bestimmungen über die Festlegung der Bestimmungszollstelle im Rahmen der Kontrolle der Verwendung und/oder der Bestimmung der Waren sollte genauer beschrieben werden, bei welcher Zollstelle die Waren zum Zwecke der Kontrolle des Ausgangs aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft zu gestellen sind.
(20) Die pauschalen Ausbeutesätze sollten für bestimmte Hauptveredelungserzeugnisse auf der Grundlage der entsprechenden, im Anhang E der Verordnung (EG) Nr. 1520/2000 der Kommission vom 13. Juli 2000 zur Festlegung der gemeinsamen Durchführungsvorschriften für die Gewährung von Ausfuhrerstattungen und der Kriterien zur Festsetzung des Erstattungsbetrags für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse, die in Form von nicht unter Anhang I des Vertrages fallenden Waren ausgeführt werden(8), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1563/2001(9), festgelegten Umrechnungskoeffizienten berechnet werden. Zwangsläufige Änderungen für Nebenveredelungserzeugnisse sind erforderlich.
(21) Infolge der Einführung der einheitlichen Währung zum 1. Januar 2002 ist Anhang 111 der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 entsprechend anzupassen.
(22) Die Übergangsvorschriften für das neue EDV-gestützte Versandverfahren in Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 2787/2000 der Kommission(10) und Artikel 2 der Verordnung (EG) Nr. 993/2001 sollten keine Anwendung auf Bewilligungen finden, die den Status eines zugelassenen Versenders oder eines zugelassenen Empfängers im Zusammenhang mit Vereinfachungen für bestimmte Beförderungsarten gewähren.
(23) Die Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 sowie die Verordnungen (EG) Nr. 2787/2000 und (EG) Nr. 993/2001 sollten daher geändert werden.
(24) Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ausschusses für den Zollkodex -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 wird wie folgt geändert:
1. Artikel 1 wird wie folgt geändert:
a) Nummer 3 erhält folgende Fassung: "3. Ausschuss:
der gemäß den Artikeln 247a und 248a des Zollkodex eingesetzte Ausschuss für den Zollkodex;";
b) Nummer 10 erhält folgende Fassung: "10. Vertrag:
der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft;".
2. In Teil I Titel IV Kapitel 2 erhält die Überschrift des Abschnitts 2 folgende Fassung: "Länder und Gebiete, die durch die von der Gemeinschaft für bestimmte Länder und Gebiete einseitig festgelegten Zollpräferenzmaßnahmen begünstigt sind."
3. In Artikel 98 Absatz 1 erhält der Einleitungssatz folgende Fassung: "(1) Für die Anwendung der Vorschriften über die Zollpräferenzmaßnahmen, die die Gemeinschaft einseitig für bestimmte Länder, Ländergruppen oder Gebiete (im Folgenden 'begünstigte Länder und Gebiete') mit Ausnahme derer des Abschnitts 1 des vorliegenden Kapitels und der mit der Gemeinschaft assoziierten überseeischen Länder und Gebiete festlegt, gelten als Ursprungserzeugnisse eines begünstigten Lands oder Gebiets:".
4. In den Artikeln 98 bis 123 wird der Begriff "begünstigte Republik" durch die jeweils korrekte grammatische Form des Begriffs "begünstigtes Land oder Gebiet" ersetzt.
5. In Artikel 110 Absatz 1 erhält der Einleitungssatz folgende Fassung: "(1) Ursprungserzeugnisse im Sinne dieses Abschnitts erhalten, sofern sie im Sinne des Artikels 107 unmittelbar befördert worden sind, bei der Einfuhr in die Gemeinschaft die Zollpräferenzbehandlung nach Artikel 98 auf Vorlage einer Warenverkehrsbescheinigung EUR.1, die entweder von den Zollbehörden oder von anderen zuständigen Regierungsbehörden eines begünstigten Landes oder Gebiets ausgestellt worden ist, sofern die zuständigen Behörden dieses Landes oder Gebiets:".
6. Artikel 145 erhält folgende Fassung: "Artikel 145
(1) Wenn Waren, die zur Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr im Zollgebiet der Gemeinschaft angemeldet werden, Teil einer größeren Sendung gleicher, in einer einzigen Transaktion erworbener Waren sind, so ist der tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis im Sinne des Artikels 29 Absatz 1 des Zollkodex derjenige Teil des Gesamtpreises, der dem Verhältnis der angemeldeten Warenmenge zu der insgesamt erworbenen Warenmenge entspricht.
Eine verhältnismäßige Aufteilung des tatsächlich gezahlten oder zuzahlenden Preises erfolgt auch im Fall eines Teilverlustes oder einer Beschädigung der zu bewertenden Waren vor ihrer Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr.
(2) Nach der Überführung der Waren in den zollrechtlich freien Verkehr kann die Änderung des für die Waren tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preises zugunsten des Käufers durch den Verkäufer bei der Ermittlung des Zollwerts gemäß Artikel 29 des Zollkodex berücksichtigt werden, sofern der Zollbehörde nachgewiesen wird:
a) dass die Waren zu dem in Artikel 67 Zollkodex bezeichneten Zeitpunkt schadhaft waren,
b) dass der Verkäufer diese Änderung gemäß den vertraglichen Gewährleistungspflichten eines vor der Überführung der Waren zum zollrechtlich freien Verkehr abgeschlossenen Kaufvertrags vornimmt, und
c) dass die Schadhaftigkeit der Waren nicht schon im einschlägigen Kaufvertrag berücksichtigt wurde.
(3) Der für die Waren tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis, der gemäß Absatz 2 geändert wurde, kann zugrunde gelegt werden, sofern dieser während eines Zeitraums von 12 Monaten, gerechnet ab dem Tag der Annahme der Anmeldung der Waren zur Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr, angepasst wurde."
7. In Teil I Titel V wird Kapitel 5 gestrichen.
8. In Artikel 179 Absatz 1 Buchstabe a) wird die Angabe "5000 EUR" durch die Angabe "10000 EUR" ersetzt.
9. In Artikel 292 wird folgender Absatz 7 angefügt: "(7) Der Antragsteller wird binnen 30 Tagen ab dem Tag, an dem er den Antrag gestellt hat bzw. die Zollbehörden etwaige von ihnen angeforderte noch fehlende oder zusätzliche Angaben erhalten haben, über die Erteilung der Bewilligung oder gegebenenfalls über die Gründe einer Ablehnung seines Antrags unterrichtet.
Diese Frist gilt nicht im Fall einer einzigen Bewilligung, es sei denn, diese wird gemäß Absatz 6 erteilt."
10. Artikel 293 wird wie folgt geändert:
a) Absatz 3 wird wie folgt geändert:
i) Buchstabe c) erhält folgende Fassung: "c) Mittel und Methoden der Nämlichkeitssicherung und zollamtlichen Überwachung, einschließlich Regelungen für:
- die gemeinsame Lagerung, für die Artikel 534 Absätze 2 und 3 sinngemäß gelten;
- die Gemischlagerung von Produkten der Kapitel 27 und 29 der Kombinierten Nomenklatur, die der zollamtlichen Überwachung im Rahmen der besonderen Verwendung unterliegen, oder von diesen Produkten mit rohem Erdöl der KN-Unterposition 2709 00."
ii) Folgender Unterabsatz wird angefügt: "Sofern die in Unterabsatz 1 Buchstabe c) zweiter Gedankenstrich genannten Waren nicht den gleichen achtstelligen KN Code, die gleiche Handelsqualität und die gleichen technischen und physikalischen Merkmale besitzen, kann die Gemischlagerung nur dann bewilligt werden, wenn das gesamte Gemisch einer Behandlung unterzogen wird, die in der zusätzlichen Anmerkung Nummer 4 oder 5 zu Kapitel 27 der Kombinierten Nomenklatur genannt ist."
b) In Absatz 4 wird folgender Unterabsatz angefügt: "Die Geltungsdauer der Bewilligung darf drei Jahre ab dem Tag ihres Wirksamwerdens nicht überschreiten, es sei denn, es handelt sich um eine begründete Ausnahme."
11. Artikel 296 Absatz 2 wird wie folgt geändert:
a) In Buchstabe a) wird Satz 2 gestrichen.
b) In Buchstabe b) neunter Gedankenstrich erhält der erste Untergedankenstrich folgende Fassung: "- die Bemessungsgrundlagen für die Waren, wobei die Zollbehörden jedoch auf diese Angaben verzichten können;"
12. In Artikel 314c Absatz 1 Buchstabe f) wird die Angabe "Artikel 816" durch die Angabe "Artikel 812" ersetzt.
13. In Artikel 317b werden die Worte "nach den Artikeln 444 und 448" durch die Worte "nach den Artikeln 445 und 448" ersetzt.
14. In Artikel 324e Absatz 5 wird die Angabe "Artikel 448 Absatz 4" durch die Angabe "Artikel 448 Absatz 5" ersetzt.
15. Artikel 345 Absatz 1 Unterabsatz 1 erhält folgende Fassung: "1. Die Einzelsicherheit muss den Betrag der möglicherweise entstehenden Zollschuld unter Zugrundelegung der höchsten im Abgangsmitgliedstaat für Waren dieser Art geltenden Abgabensätze in voller Höhe abdecken. Für die Berechnung werden in Anwendung des Übereinkommens über ein gemeinsames Versandverfahren zu befördernde Gemeinschaftswaren wie Nichtgemeinschaftswaren behandelt."
16. Artikel 359 Absatz 3 erhält folgende Fassung: "(3) Erfolgt die Beförderung über eine andere als die auf den Exemplaren Nr. 4 und Nr. 5 der Versandanmeldung angegebene Durchgangszollstelle, so sendet die tatsächlich benutzte Durchgangszollstelle den Grenzübergangsschein unverzüglich an die ursprünglich vorgesehene Durchgangszollstelle oder unterrichtet die Abgangsstelle über den Grenzübergang in den Fällen und nach dem Verfahren, die jeweils von den Zollbehörden in gegenseitigem Einvernehmen festgelegt werden."
17. In Artikel 379 Absatz 2 Unterabsatz 3 wird folgender Satz angefügt: "Dabei werden in Anwendung des Übereinkommens über ein gemeinsames Versandverfahren beförderte oder zu befördernde Gemeinschaftswaren wie Nichtgemeinschaftswaren behandelt."
18. In Artikel 381 wird folgender Absatz 3a eingefügt: "(3a) Die Absätze 1, 2 und 3 finden auch Anwendung, wenn der Antrag ausdrücklich auf Inanspruchnahme der Gesamtbürgschaft sowohl für Waren des Anhangs 44c als auch für in diesem Anhang nicht genannte Waren unter Verwendung derselben Bürgschaftsbescheinigung gerichtet ist."
19. In Artikel 423 Absatz 3 werden der folgende zehnte und elfte Gedankenstrich angefügt: "- Tulliselvitetty,
- Tullklarerat."
20. Artikel 450c wird wie folgt geändert:
a) Absatz 1 erhält folgende Fassung: "(1) Wird das Verfahren nicht erledigt, haben die Zollbehörden des Abgangsmitgliedstaats den Bürgen innerhalb von zwölf Monaten nach Annahme der Versandanmeldung über die Nichterledigung des Versandverfahrens zu unterrichten."
b) Folgender Absatz 1a wird eingefügt: "(1a) Wird das Verfahren nicht erledigt, haben die nach Artikel 215 des Zollkodex bestimmten Zollbehörden den Bürgen innerhalb von drei Jahren nach Annahme der Versandanmeldung zu unterrichten, dass er die Beträge zu entrichten hat oder gegebenenfalls zu entrichten haben wird, für die er im Hinblick auf das betreffende gemeinschaftliche Versandverfahren haftet. Diese Mitteilung muss Nummer, Datum und Abgangsstelle der Versandanmeldung, den Namen des Hauptverpflichteten und die auf dem Spiel stehenden Beträge enthalten."
c) Absatz 2 erhält folgende Fassung: "(2) Erfolgt eine der Mitteilungen nach den Absätzen 1 und 1a nicht innerhalb der vorgesehenen Frist, so ist der Bürge von seinen Pflichten befreit."
21. Folgender Artikel 547a wird eingefügt: "Artikel 547a
War für die Einfuhrwaren zum Zeitpunkt der Annahme der Anmeldung zur Überführung in das Verfahren eine Abgabenbegünstigung aufgrund ihrer besonderen Verwendung vorgesehen, so werden die nach Artikel 121 Absatz 1 des Zollkodex zu erhebenden Einfuhrabgaben nach den für diese Bestimmung geltenden Sätze berechnet. Dies ist nur dann zulässig, wenn eine Bewilligung für die besondere Verwendung hätte erteilt werden können und die Voraussetzungen für die Gewährung dieser Abgabenbegünstigung erfuellt worden wären."
22. Artikel 859 wird wie folgt geändert:
a) Nummer 2 erhält folgende Fassung: "2. im Fall von in ein Versandverfahren überführten Waren, die Nichteinhaltung einer der aus der Inanspruchnahme des Verfahrens erwachsenen Verpflichtungen, sofern die folgenden Voraussetzungen erfuellt sind:
a) Die in das Verfahren überführten Waren sind der Bestimmungsstelle tatsächlich unverändert gestellt worden;
b) die Bestimmungsstelle hat festgestellt, dass diese Waren nach Beendigung des Versandverfahrens eine zollrechtliche Bestimmung erhalten haben oder sich in der vorübergehenden Verwahrung befinden, und
c) die gemäß Artikel 356 festgelegte Frist wurde zwar überschritten und Artikel 356 Absatz 3 findet keine Anwendung, aber die Waren wurden der Bestimmungsstelle dennoch innerhalb eines vertretbaren Zeitraums gestellt;".
b) Nummer 7 erhält folgende Fassung: "7. im Fall von Waren oder Erzeugnissen, die Gegenstand einer körperlichen Beförderung im Sinne des Artikels 296, 297 oder 511 sind, die Nichterfuellung einer der in der Bewilligung dieser Beförderung festgelegten Voraussetzungen, sofern die folgenden Voraussetzungen erfuellt sind:
a) Die betroffene Person kann den Zollbehörden zu deren Zufriedenheit nachweisen, dass diese Waren oder Erzeugnisse im vorgesehenen Betrieb oder am vorgesehenen Bestimmungsort angekommen sind und, sofern es sich um eine Beförderung im Sinne der Artikel 296, 297, 512 Absatz 2 oder 513 handelt und eine Anschreibung erforderlich ist, dass die Waren oder Erzeugnisse ordnungsgemäß in der Buchführung des vorgesehenen Betriebs oder Bestimmungsortes angeschrieben wurden, und
b) bei Überschreitung der in der Bewilligung festgelegten Frist kommen die Waren oder Erzeugnisse dennoch innerhalb eines vertretbaren Zeitraums im vorgesehenen Betrieb oder am vorgesehenen Bestimmungsort an."
23. Artikel 873 Unterabsatz 3 erhält folgende Fassung: "Teilt die Kommission dem Beteiligten ihre Einwände gemäß Artikel 872a mit, so wird die Neunmonatsfrist automatisch um einen Monat verlängert."
24. Artikel 907 Unterabsatz 3 erhält folgende Fassung: "Teilt die Kommission dem Beteiligten ihre Einwände gemäß Artikel 906a mit, so wird die Neunmonatsfrist automatisch um einen Monat verlängert."
25. In Artikel 912a Absatz 3 werden die Worte "im Sinne des Artikels 347 Absatz 2 Unterabsatz 2" durch die Worte "im Sinne des Artikels 349 Absatz 1 Unterabsatz 2" ersetzt.
26. Artikel 912b wird wie folgt geändert:
a) In Absatz 7 wird die Angabe "Artikel 349" durch die Angabe "Artikel 357" ersetzt.
b) Absatz 9 erhält folgende Fassung: "(9) Artikel 360 gilt sinngemäß."
27. In Artikel 912c Absatz 2 erhält der dritte Gedankenstrich folgende Fassung: "- mittels einer anderen Beförderungsart, so ist Bestimmungsstelle die Ausgangszollstelle im Sinne des Artikels 793 Absatz 2."
28. Anhang 37 wird nach Maßgabe von Anhang I der vorliegenden Verordnung geändert.
29. Anhang 44a wird nach Maßgabe von Anhang II der vorliegenden Verordnung geändert.
30. Anhang 69 wird nach Maßgabe von Anhang III der vorliegenden Verordnung geändert
31. In Anhang 111 werden die unter Buchstabe B Nummer 12 der Hinweise auf der Rückseite des Formblatts "Antrag auf Erstattung/Erlass" aufgeführten einzelstaatlichen Währungen und deren Abkürzungen durch folgende Währungen und Abkürzungen ersetzt: "- EUR: Euro
- DKK: Dänische Kronen
- SEK: Schwedische Kronen
- GBP: Pfund Sterling".
Artikel 2
In Artikel 4 Absatz 5 Unterabsatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 2787/2000 wird folgender Satz angefügt: "Dieser Unterabsatz findet keine Anwendung auf Beförderungen des zugelassenen Versenders in vereinfachten Verfahren nach Artikel 372 Absatz 1 Buchstabe g)."
Artikel 3
In Artikel 2 Absatz 3 Unterabsatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 993/2001 wird folgender Satz angefügt: "Dieser Unterabsatz findet keine Anwendung auf Beförderungen, mit denen der zugelassene Empfänger Waren in vereinfachten Verfahren nach Artikel 372 Absatz 1 Buchstabe g) erhält."
Artikel 4
(1) Diese Verordnung tritt am siebten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
(2) Artikel 1 Nummern 21 und 22 gelten mit Wirkung vom 1. Juli 2001.
(3) Artikel 1 Nummern 12 bis 20 und 25 bis 29 sowie die Artikel 2 und 3 gelten ab 1. April 2002.
Die in Unterabsatz 1 genannten Bestimmungen gelten nicht für gemeinschaftliche Versandverfahren, für die die Versandanmeldung vor dem 1. April 2002 abgegeben worden ist.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 11. März 2002

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