Document ID: 32000D0058

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION
vom 11. Januar 2000
zur Ermächtigung der Mitgliedstaaten, vorübergehend zusätzliche Maßnahmen gegen die Verbreitung von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. gegenüber anderen Gebieten Portugals zu treffen, als denjenigen, in denen das Auftreten von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. nicht bekannt ist
(Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1999) 5193)
(2000/58/EG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 77/93/EWG des Rates vom 21. Dezember 1976 über Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse(1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 1999/53/EG der Kommission(2), insbesondere auf Artikel 15 Absatz 3,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Besteht nach Auffassung eines Mitgliedstaats die unmittelbare Gefahr der Einschleppung von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner er Bührer) Nickle et al., dem Kiefernfadenwurm, aus einem anderen Mitgliedstaat in sein Hoheitsgebiet, so kann er vorübergehend zusätzliche Maßnahmen treffen, um sich vor dieser Gefahr zu schützen.
(2) Portugal hat den anderen Mitgliedstaaten und der Kommission am 25. Juni 1999 mitgeteilt, daß bei Stichproben an Nadelbäumen mit Ursprung in seinem Hoheitsgebiet der Befall durch Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. festgestellt wurde. Ergänzend teilte es mit, daß sich bei weiteren Stichproben von Nadelbäumen der Befall durch Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. bestätigt habe.
(3) Schweden hat aufgrund der vorgenannten Informationen aus Portugal am 29. September 1999 bestimmte zusätzliche Maßnahmen, eisnchließlich einer besonderen Wärmebehandlung und der Verwendung eines Pflanzenpasses, gegenüber allem aus Portugal verbrachten Holz getroffen, um den Schutz gegen die Einschleppung von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. aus diesem Land zu verstärken.
(4) Bisher konnten weder der Befallsherd noch das Ausmaß des Befalls in Portugal festgestellt werden, obwohl Anzeichen darauf schließen lassen, daß das Verpackungsmaterial der wahrscheinlichste Übertragungsweg ist.
(5) Deshalb ist es notwendig, daß Portugal besondere Maßnahmen trifft. Es kann auch für die anderen Mitgliedstaaten erfonderlich sein, zusätzliche Maßnahmen zu treffen, um sich vor dieser Gefahr zu schützen.
(6) Die vorgenannten Maßnahmen sollten sich auf die Verbringung vorn Holz, loser Rinde und Wirtspflanzen aus Portugal in die anderen Mitgliedstaaten beziehen. Die Maßnahmen dürfen sich jedoch weder auf Verbringungen aus Gebieten in Portugal, in denen das Auftreten von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. nicht bekannt ist, in die anderen Mitgliedstaaten, noch auf Thuja L. beziehen.
(7) Außerdem muß Portugal Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. mit dem Ziel der Tilgung treffen.
(8) Stellt sich heraus, daß die in diser Entscheidung genannten Sofortmaßnahmen nicht ausreichen, um die Einschleppung von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. zu verhindern, oder daß diesen Maßnahmen in Betracht zu zeichen.
(9) Die Auswirkung der Sofortmaßnahmen müssen 1999/2000 insbesondere auf der Grundlage der von Portugal und den anderen Mitgliedstaaten zu übermittelnden Angaben ständig überprüft werden. In Anbetracht der Ergebnisse dieser Beurteilung werden etwaige Folgemaßnahmen für die Einfuhr von Holz und loser Rinde von Nadelbäumen (Coniferales), ausgenommen von Thuja L. und von Pflanzen von Abies Mill., Cedrus Trew, Larix Mill., Picea A. Dietr., Pinus L., Pseudotsuga Carr. und Tsuga Carr., ausgenommen Früchte und Samen, aus Portugal erwogen.
(10) Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Ausschusses für Pflanzenschutz -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Portugal gewährleistet bis zum 31. Dezember 2000 für Holz und lose Rinde gemäß dem Anhang dieser Entscheidung und für Pflanzen von Abies Mill., Cedrus Trew, Larix Mill., Picea A. Dietr., Pinus L., Pseudotsuga Carr. und Tsuga Carr., ausgenommen Früchte und Samen, daß zumindest die im Anhang der vorliegenden Entscheidung festgelegten Bedingungen eingehalten werden, wenn das vorgenannte Holz, die vorgenannte Rinde bzw. die vorgenannten Pflanzen aus anderen Gebieten Portugals als den gemäß Artikel 4 festgelegten Gebieten, in denen das Auftreten von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. nicht bekannt ist, entweder innerhalb Portugals oder in andere Mitgliedstaaten verbracht werden.
Die im Anhang Buchstabe a) der vorliegenden Entscheidung aufgeführten Bedingungen gelten nur für Sendungen, die Portugal nach dem 31. Januar 2000 verlassen.
Artikel 2
Die anderen Bestimmungsmitgliedstaaten als Portugal dürfen
- Lieferungen von Holz und loser Rinde gemäß dem Anhang dieser Entscheidung und von Pflanzen von Abies Mill., Cedrus Trew, Larix Mill., Picea A. Dietr., Pinus L., Pseudotsuga Carr. und Tsuga Carr., ausgenommen Früchte und Samen, aus Portugal, die in ihr Hoheitsgebiet verbracht werden, einer Untersuchung auf Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. unterziehen;
- weitere geeignete Maßnahmen zur amtlichen Überwachung bei der Verbringung von Holz und loser Rinde gemäß dem Anhang dieser Entscheidung und von Pflanzen von Abies Mill., Cedrus Trew, Larix Mill., Picea A. Dietr., Pinus L., Pseudotsuga Carr. und Tsuga Carr., ausgenommen Früchte und Samen, aus Portugal in ihr Hoheitsgebiet treffen.
Artikel 3
Die Mitgliedstaaten führen amtliche Erhebungen auf Bursaphelenchus xylophilus (Steinder et Bührer) Nickle et al. an Holz und loser Rinde gemäß dem Anhang dieser Entscheidung und an Pflanzen von Abies Mill., Cedrus Trew, Larix Mill., Picea A. Dietr., Pinus L., Pseudotsuga Carr. und Tsuga Carr., ausgenommen Früchte und Samen, mit Ursprung in ihrem Land durch, um das Nichtauftreten von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. zu bestätigen.
Die Ergebnisse der in Absatz 1 genannten Erhebungen müssen den anderen Mitgliedstaaten und der Kommission bis zum 15. Oktober 2000 notifiziert werden. Ein erster Bericht über die Ergebnisse der Erhebungen muß den anderen Mitgliedstaaten und der Kommission jedoch bis zum 15. Januar 2000 vorgelegt werden.
Die von Portugal gemäß Absazt 1 durchgeführte Erhebung wird von den in Artikel 19a der Richtlinie 77/93/EWG genannten Sachverständigen nach dem Verfahren desselben Artikels überwacht.
Artikel 4
(1) Portugal legt die Gebiete fest, in denen das Auftreten von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. nicht bekannt ist, wobei die Ergebnisse der Erhebungen gemäß Artikel 3 in diesen Gebieten berücksichtigt werden.
(2) Die Kommission erstellt eine Liste der "Gebiete", in denen das Auftreten von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. nicht bekannt ist, und übermittelt diese Liste dem Ständigen Pflanzenschutzausschuß und den Mitgliedstaaten.
Artikel 5
Die Mitgliedstaaten passen die Maßnahmen, die sie zum Schutz gegen die Einschleppung und die Verbreitung von Bursaphelenchus xylophilus (Steiner et Bührer) Nickle et al. getroffen haben, bis zum 31. Januar 2000 so an, daß sie den Bestimmungen der Artikel 1 und 2 entsprechen.
Artikel 6
Diese Entscheidung wird spätestens am 15. November 2000 überprüft.
Artikel 7
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 11. Januar 2000

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