Document ID: 31998L0001

RICHTLINIE 98/1/EG DER KOMMISSION vom 8. Januar 1998 zur Änderung bestimmter Anhänge der Richtlinie 77/93/EWG des Rates über Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 77/93/EWG des Rates vom 21. Dezember 1976 über Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse (1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/14/EG der Kommission (2), insbesondere auf Artikel 13 Unterabsatz 2 dritter und vierter Gedankenstrich,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Es sind Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Schadorganismen Diabrotica barberi Smith & Lawrence, Diabrotica undecimpunctata howardi Barber, Diabrotica undecimpunctata undecimpunctata Mannerheim und Diabrotica virgifera Le Conte zu treffen, deren Auftreten in der Gemeinschaft bislang nicht bekannt war.
Es sind Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Meloidogyne chitwoodi Golden et al. (alle Populationen) und M. fallax Karssen sowie des Tomato yellow leaf curl virus zu treffen.
Die Vorschriften zu den Schutzmaßnahmen gegen die in den Anhängen dieser Richtlinie genannten Organismen Enarmonia prunivora Walsh und Ditylenchus dipsaci (Kühn) Filipjev sind zu verbessern; insbesondere ist die Liste der Wirtspflanzen zu erweitern.
Die derzeitigen Schutzmaßnahmen gegen das Tomato spotted wilt virus gemäß dieser Richtlinie sind nicht mehr angemessen.
Bestimmte Schutzmaßnahmen gegen Gymnosporangium asiaticum Miyabe ex Yamada, insbesondere im Hinblick auf Pflanzen von Photinia Ldl. sind zu ändern, da festgestellt wurde, daß der betreffende Schadorganismus nur in einigen Drittländern vorkommt.
Es sind bessere Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Einschleppung von Schadorganismen zu treffen, die Hybriden von Solanum L., außer denjenigen, die zum Anpflanzen bestimmt sind, und Aquariumpflanzen befallen.
Bestimmte Vorschriften betreffend Schadorganismen, die Pflanzen befallen, die auf natürliche oder künstliche Weise zwergwüchsig gehalten werden und zum Anpflanzen bestimmt sind, ausgenommen Samen, mit Ursprung in außereuropäischen Ländern, sind zu verbessern.
Bestimmte Vorschriften betreffend Schadorganismen, die lose Rinde von Castanea Mill. befallen, sind zu ändern und insbesondere an die gegenwärtige Verteilung von Schadorganismen wie außereuropäische Pissodes spp. und Scolytidae spp. anzupassen.
Bestimmte Vorschriften betreffend Monilinia fructicola (Winter) Honey sind zu ändern, da festgestellt wurde, daß nur Früchte von Prunus aus außereuropäischen Ländern der Pflanzenschutzkontrolle während des Hochrisikozeitraums, d. h. zwischen dem 15. Februar und 30. September, unterzogen werden sollten.
Da festgestellt wurde, daß das Risiko der Verbreitung von Xanthomonas campestris pv. pruni an bestimmten Prunus-Pflanzen, d. h. P. laurocerasus L. und P. lusitanica L., durch innergemeinschaftlichen Handel mit diesen beiden Pflanzen minimal ist, sollten die entsprechenden Vorschriften geändert werden.
Da sich gezeigt hat, daß kein Risiko der Übertragung von Bemisia tabaci Genn durch Samen, Knollen und Wurzelknollen von Begonia L. besteht, sollten die entsprechenden Vorschriften geändert werden.
Bestimmte Schutzmaßnahmen gegen Clavibacter michiganensis ssp. insidiosus Davis et al. sind zu ändern, damit dem Ursprungsgebiet der Samen und dem Auftreten der Krankheit in diesem Gebiet Rechnung getragen wird.
Damit dem Risiko für die Pflanzengesundheit Rechnung getragen wird, das mit der Einfuhr von Teilen bestimmter Pflanzen, ausgenommen Früchte und Samen, verbunden ist, sollten bestimmte Schutzmaßnahmen geändert werden.
Diese Änderungen entsprechen den Anträgen der betreffenden Mitgliedstaaten.
Daher sollten die jeweiligen Anhänge der Richtlinie 77/93/EWG entsprechend geändert werden.
Die in dieser Richtlinie vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Ausschusses für Pflanzenschutz -
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
Artikel 1
Die Anhänge I bis V der Richtlinie 77/93/EWG werden gemäß dem Anhang dieser Richtlinie geändert.
Artikel 2
(1) Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um dieser Richtlinie mit Wirkung vom 1. Mai 1998 nachzukommen. Sie setzen die Kommission unverzüglich davon in Kenntnis.
Bei dem Erlaß dieser Vorschriften nehmen die Mitgliedstaaten in diesen Vorschriften selbst oder durch einen Hinweis bei der amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Sie regeln die Einzelheiten dieser Bezugnahme.
(2) Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission unverzüglich die wichtigsten innerstaatlichen Rechtsvorschriften mit, die sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen. Die Kommission teilt diese Vorschriften den anderen Mitgliedstaaten mit.
Artikel 3
Diese Richtlinie tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Artikel 4
Diese Richtlinie ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 8. Januar 1998

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