Document ID: 31989R2044

VERORDNUNG ( EWG ) Nr . 2044/89 DES RATES vom 19 . Juni 1989 zur Änderung der Verordnung ( EWG ) Nr . 358/79 über in der Gemeinschaft hergestellte Schaumweine im Sinne von Nummer 15 des Anhangs I der Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 43,
auf Vorschlag der Kommission ( 1 ),
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ( 2 ),
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ( 3 ),
in Erwägung nachstehender Gründe :
Die besonderen Vorschriften für Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete sind mit der Verordnung ( EWG ) Nr . 823/87 ( 4 ), geändert durch die Verordnung ( EWG ) Nr . 2043/89 ( 5 ), festgelegt worden . Diese Verordnung ist geändert worden, indem die insbesondere die Erzeugung und das Inverkehrbringen von Qualitätsschaumweinen b.A . betreffenden technischen Bestimmungen gestrichen wurden, um sie in die Verordnung ( EWG ) Nr . 358/79 ( 6 ), zuletzt geändert durch die Verordnung ( EWG ) Nr . 3805/85 ( 7 ), zu übernehmen, sofern sie nicht in die Verordnung ( EWG ) Nr . 3309/85 des Rates vom 18 . November 1985 zur Festlegung der Grundregeln für die Bezeichnung und Aufmachung von Schaumwein und Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure ( 8 ), zuletzt geändert durch die Verordnung ( EWG ) Nr . 2045/89 ( 9 ), aufzunehmen oder aufgrund neuerer entsprechender Regeln überfluessig geworden sind .
Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87 des Rates vom 16 . März 1987 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein ( 10 ), zuletzt geändert durch die Verordnung ( EWG ) Nr . 1236/89 ( 11 ), rektifiziertes Traubenmostkonzentrat zur Weinbereitung zulässt, und mit dem Ziel, als Grundstoff für die Herstellung von Schaumwein Erzeugnissen der Weinrebe den Vorzug zu geben, ist vorzusehen, daß die Schaumweinhersteller rektifiziertes Traubenmostkonzentrat verwenden dürfen . Um ungünstige Auswirkungen auf die Qualität zu vermeiden, ist vorzusehen, daß die Mitgliedstaaten die Verwendung von konzentriertem Traubenmost für die Herstellung von Schaumwein untersagen können .
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Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Zusammensetzung der bei der Schaumweinherstellung verwendeten Fülldosagen, insbesondere bei Qualitätsschaumwein b.A ., genauer präzisiert werden muß . Der zur Herstellung einer Hefesuspension im Wein verwendete Wein darf nicht den gleichen Ursprung haben wie der Wein, dem diese Suspension zur Schaumerzeugung hinzugefügt wird .
Die Merkmale eines in einem bestimmten Anbaugebiet erzeugten Qualitätsschaumweins werden in grossem Masse durch den Standort der Rebfläche und die dort jedes Jahr herrschenden Witterungsbedingungen sowie die Weinbaumaßnahmen, insbesondere die sofort nach der Traubenernte angewandten önologischen Verfahren und Behandlungen bestimmt . Deshalb, jedoch auch um die Gefahr betrügerischer Praktiken bei aufeinanderfolgenden Änderungen der Besitzverhältnisse der Grundstoffe zu verringern, ist vorzuschreiben, daß die Verarbeitung der Trauben zu Traubenmost und des hierbei gewonnenen Traubenmosts zu Wein sowie die Herstellung von Schaumwein aus diesen Erzeugnissen innerhalb oder in unmittelbarer Nachbarschaft des bestimmten Weinbaugebiets, in dem die dabei verwendeten Trauben geerntet wurden, zu erfolgen hat .
Um zu vermeiden, daß den Herstellern der betreffenden Qualitätsschaumweine b.A . aufgrund einer Störung der traditionellen Handelsbräuche Verluste entstehen, sollten die Mitgliedstaaten die Möglichkeit erhalten, ausnahmsweise zu erlauben, daß bei der Herstellung von Qualitätsschaumwein b.A . eine Berichtigung vorgenommen wird und der Cuvée ein oder mehrere Weinbauerzeugnisse mit Ursprung in einem anderen als dem bestimmten Anbaugebiet, dessen Name der Schaumwein trägt, zugesetzt werden . Im übrigen müssen die Mitgliedstaaten zulassen können, daß ein Qualitätsschaumwein b.A . ausserhalb des bestimmten Anbaugebiets hergestellt wird, dessen Name dieser Schaumwein trägt .
Es empfiehlt sich, bei allen Weinkategorien dieselben Analysemethoden anzuwenden, um die Ergebnisse der verschiedenen Analysen leichter vergleichen zu können . Es ist klarzustellen, daß die im Rahmen der Anwendung von Artikel 74 der Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87 vorgesehenen Analysemethoden auch für die Analyse von Schaumwein gelten -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
Artikel 1 Die Verordnung ( EWG) Nr . 358/79 wird wie folgt geändert :
1 . Artikel 1 erhält folgende Fassung :
"Artikel 1
In dieser Verordnung werden ergänzend zu der Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87 Bestimmungen für die Herstellung und die Vermarktung von Schaumweinen einschließlich aromatischer Schaumweine im Sinne von Nummer 15 des Anhangs I der genannten Verordnung festgelegt .".
2 . Artikel 2 Absatz 2 erhält folgende Fassung :
"Die Bestimmungen dieser Verordnung mit Ausnahme des Titels II gelten auch für Qualitätsschaumweine bestimmter Anbaugebiete gemäß Artikel 1 Absatz 2 Unterabsatz 2 zweiter Gedankenstrich der Verordnung ( EWG ) Nr . 823/87, im folgenden ,Qualitätsschaumweine b.A .´ genannt .".
3 . In Artikel 4
a ) wird Absatz 1 gestrichen;
b ) erhält Absatz 2 folgende Fassung :
"( 2 ) Die Versanddosage darf nur bestehen aus
- Saccharose,
- Traubenmost,
- teilweise gegorenem Traubenmost,
- konzentriertem Traubenmost,
- rektifiziertem Traubenmostkonzentrat,
- Wein
oder
- ihrer Mischung,
gegebenenfalls mit Zusatz von Weindestillat .".
4 . In Artikel 5 Absatz 1 Unterabsatz 2 werden die Buchstaben e ) und f ) durch folgenden Buchstaben ersetzt :
"e ) als Methode der Zusatz von Saccharose, von konzentriertem Traubenmost oder von rektifiziertem Traubenmostkonzentrat verwendet wird .
Die Anreicherung kann durch den Zusatz von Saccharose oder konzentriertem Traubenmost erfolgen, wenn diese Methode in dem betreffenden Mitgliedstaat herkömmlicherweise oder ausnahmsweise entsprechend der am 24 . November 1974 gültigen Regelung durchgeführt wird . Die Mitgliedstaaten können die Verwendung von konzentriertem Traubenmost jedoch ausschließen .".
5 . Folgender Artikel wird eingefügt :
"Artikel 10a
Die Fülldosage für Schaumweine darf nur aus Hefe bestehen, und zwar Trockenhefe oder Hefesuspension in Wein, und
- Traubenmost,
- teilweise gegorenem Traubenmost,
- konzentriertem Traubenmost,
- rektifiziertem Traubenmostkonzentrat oder
- Saccharose und Wein .".
6 . Artikel 13 erhält folgende Fassung :
"Artikel 13
( 1 ) Der Gesamtalkoholgehalt
a ) der zur Herstellung von Qualitätsschaumwein bestimmten Cuvées beträgt mindestens 9 % vol;
b ) der zur Herstellung von Qualitätsschaumwein b.A . bestimmten Cuvées beträgt
- in den Weinbauzonen C III mindestens 9,5 % vol,
- in den übrigen Weinbauzonen mindestens 9 % vol .
Jedoch dürfen Cuvées, die zur Herstellung von bestimmten in einem noch zu erstellenden Verzeichnis enthaltenen und aus einer einzigen Rebsorte gewonnenen Qualitätsschaumweine b.A . bestimmt sind, einen Gesamtalkoholgehalt von mindestens 8,5 % vol aufweisen .
( 2 ) Das Verzeichnis der in Absatz 1 Unterabsatz 2 genannten Qualitätsschaumweine b.A . wird nach dem Verfahren des Artikels 83 der Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87 festgelegt .".
7 . Artikel 14 erhält folgende Fassung :
"Artikel 14
Qualitätsschaumwein und Qualitätsschaumwein b.A . müssen einschließlich des Alkohols, der in der gegebenenfalls zugesetzten Versanddosage enthalten ist, einen vorhandenen Alkoholgehalt von mindestens 10 % vol haben .".
8 . Folgender Artikel wird eingefügt :
"Artikel 14a
( 1 ) Qualitätsschaumweine b.A . dürfen nur
- aus innerhalb des bestimmten Anbaugebiets geernteten Trauben der im Verzeichnis nach Artikel 4 Absatz 1 der Verordnung ( EWG ) Nr . 823/87 aufgeführten Rebsorten,
- durch Verarbeitung der im ersten Gedankenstrich genannten Trauben zu Traubenmost und des so gewonnenen Mostes zu Wein sowie durch Verarbeitung dieser Erzeugnisse zu Schaumwein innerhalb des bestimmten Anbaugebiets, in dem die hierzu verwendeten Trauben geerntet worden sind,
gewonnen oder hergestellt werden .
( 2 ) Abweichend von Absatz 1 erster Gedankenstrich kann ein Erzeugermitgliedstaat, wenn es sich um eine durch besondere Bestimmungen dieses Staates geregelte herkömmliche Übung handelt, durch ausdrückliche Genehmigungen und vorbehaltlich einer geeigneten Kontrolle zulassen, daß ein Qualitätsschaumwein b.A . dadurch gewonnen wird, daß das Grunderzeugnis für
diesen Wein durch Hinzufügen eines oder mehrerer Weinbauerzeugnisse verbessert wird, die nicht aus dem bestimmten Gebiet stammen, dessen Name dieser Wein trägt, sofern
- diese zugesetzten Weinbauerzeugnisse nicht innerhalb dieses bestimmten Gebiets erzeugt werden und dieselben Merkmale besitzen wie die nicht aus dem bestimmten Gebiet stammenden Erzeugnisse;
- diese Verbesserung den önologischen Übungen
und den Definitionen der Verordnung ( EWG ) Nr .
822/87 entspricht;
- das Gesamtvolumen der zugesetzten Weinbauerzeugnisse, die nicht aus dem bestimmten Gebiet stammen, 10 % des Gesamtvolumens der verwendeten Erzeugnisse mit Ursprung aus dem bestimmten Gebiet nicht überschreiten .
Der Mitgliedstaat kann nach dem Verfahren des Artikels 83 der Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87 ermächtigt werden, in Ausnahmefällen Vomhundertsätze zugesetzter Erzeugnisse von mehr als 10 % zuzulassen;
- der auf diese Weise gewonnene Qualitätsschaumwein b.A . in einem noch festzulegenden Verzeichnis steht .
Können die zugesetzten Weinbauerzeugnisse innerhalb dieses bestimmten Gebiets gewonnen werden, so sind die Genehmigungen nach Unterabsatz 1 Übergangsgenehmigungen, die höchstens zehn Jahre vom 1 . September 1989 an gelten .
( 3 ) Abweichend von Absatz 1 zweiter Gedankenstrich kann ein Qualitätsschaumwein b.A . in einem Gebiet in unmittelbarer Nähe hergestellt werden, wenn der betreffende Mitgliedstaat dies durch ausdrückliche Genehmigung und unter bestimmten Bedingungen vorgesehen hat .
Ferner können die Mitgliedstaaten durch Einzelgenehmigungen oder durch weniger als fünf Jahre lang geltende ausdrückliche Genehmigungen und vorbehaltlich einer geeigneten Kontrolle erlauben, daß ein Qualitätsschaumwein b.A . auch ausserhalb eines Gebiets in unmittelbarer Nähe des betreffenden bestimmten Anbaugebiets hergestellt wird,
a ) wenn es sich um eine herkömmliche Übung handelt, die mindestens seit dem 24 . November 1974 besteht oder die, im Falle der der Gemeinschaft nach diesem Zeitpunkt beigetretenen Mitgliedstaaten, vor dem Wirksamwerden des Beitritts bestand;
b ) in den anderen Fällen während einer am 31 . August 1992 ablaufenden Übergangszeit, sofern es sich um eine Übung handelt, die vor dem 1 . September 1989 bestand .
( 4) Die Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel werden nach dem Verfahren des Artikels 83 der Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87 festgelegt .
Sie betreffen insbesondere :
- die Abgrenzung der Gebiete in unmittelbarer Nähe eines bestimmten Anbaugebiets, wobei insbeson -
dere der geographischen Lage und den Verwaltungsstrukturen Rechnung zu tragen ist,
- das Verzeichnis der Qualitätsschaumweine b.A ., die Gegenstand der im Absatz 2 genannten herkömmlichen Übung sind .".
9 . Artikel 15 erhält folgende Fassung :
"Artikel 15
( 1 ) Für die Zubereitung der Fülldosage zur Herstellung von Qualitätsschaumwein dürfen ausser Trockenhefe oder Hefesuspensionen in Wein, Saccharose und rektifiziertem bzw . nicht rektifiziertem Traubenmostkonzentrat nur
- Traubenmost oder teilweise gegorener Traubenmost, aus denen ein zur Gewinnung von Tafelwein geeigneter Wein gewonnen werden kann,
- zur Gewinnung von Tafelwein geeigneter Wein,
- Tafelwein
oder
- Qualitätswein b.A .
verwendet werden .
Für die Zubereitung der Fülldosage zur Herstellung von Qualitätsschaumwein b.A. dürfen ausser Trockenhefe oder Hefesuspensionen in Wein, Saccharose und rektifiziertem bzw . nicht rektifiziertem Traubenmostkonzentrat nur
- Traubenmost,
- teilweise gegorener Traubenmost,
- Wein,
- Qualitätswein b.A .
verwendet werden, die den gleichen Qualitätsschaumwein b.A . ergeben können wie derjenige, dem die Fülldosage zugefügt wird .
( 2 ) Abweichend von Nummer 15 des Anhangs I der Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87 müssen Qualitätsschaumweine und Qualitätsschaumweine b.A . in geschlossenen Behältnissen bei 20 gC einen Überdruck von mindestens 3,5 bar aufweisen .
Bei Qualitätsschaumweinen und Qualitätsschaumweinen b.A ., die in Behältnissen mit einem Inhalt von weniger als 25 cl aufbewahrt werden, muß der Überdruck jedoch mindestens 3 bar betragen .
( 3 ) Die Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel werden nach dem Verfahren des Artikels 83 der Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87 festgelegt .".
10 . In Artikel 17 Absatz 3 wird das Datum "1 . September 1987" durch das Datum "1 . September 1990" ersetzt .
11 . Artikel 18 erhält folgende Fassung :
"Artikel 18
( 1 ) Aromatischer Qualitätsschaumwein und aromatischer Qualitätsschaumwein b.A . dürfen nur gewon -
nen werden, indem zur Zusammensetzung der Cuvée ausschließlich Traubenmost oder teilweise gegorener Traubenmost verwendet wird, der aus den im Verzeichnis im Anhang aufgeführten Rebsorten hergestellt wurde, sofern diese Rebsorten als geeignet für die Erzeugung von Qualitätswein b.A . in dem bestimmten Anbaugebiet anerkannt sind, dessen Namen sie tragen .
Ein aromatischer Qualitätsschaumwein kann jedoch gewonnen werden, indem zur Zusammensetzung der Cuvée Weine aus Trauben der Rebsorte ,Prosecco´ verwendet werden, die in den Regionen Trentino-Alto Adige, Veneto und Friuli-Venezia Giulia geerntet worden sind .
Die Steuerung des Gärungsprozesses vor und nach der Bildung der Cuvée kann, damit in der Cuvée Kohlensäure entwickelt wird, nur durch Kühlung oder durch andere physikalische Verfahren erfolgen .
Das Zusetzen einer Versanddosage ist verboten .
( 2 ) Abweichend von Artikel 14 müssen aromatischer Qualitätsschaumwein und aromatischer Qualitätschaumwein b.A . einen vorhandenen Alkoholgehalt von mindestens 6 % vol haben .
Der Gesamtalkoholgehalt von aromatischem Qualitätsschaumwein und aromatischem Qualitätsschaumwein b.A . muß mindestens 10 % vol betragen .
( 3 ) Abweichend von Artikel 15 Absatz 2 Unterabsatz 1 muß aromatischer Qualitätsschaumwein in geschlossenen Behältnissen bei 20 gC einen Überdruck von mindestens 3 bar haben .
( 4 ) Abweichend von Artikel 17 muß die Herstellungsdauer bei aromatischem Qualitätsschaumwein mindestens einen Monat betragen .".
12 . Artikel 20 erhält folgende Fassung :
"Artikel 20
Für die Anwendung dieser Verordnung gelten die in Artikel 74 der Verordnung ( EWG ) Nr . 822/87 genannten Analysemethoden .".
13 . Im Anhang wird vor der Angabe "Perle" die Angabe "Parellada" eingefügt .
Artikel 2 Diese Verordnung tritt am 1. September 1989 in Kraft .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu Luxemburg am 19 . Juni 1989 .

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