Document ID: 31981R2062

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 2062/81 DER KOMMISSION
vom 15. Juli 1981
zur Definition der Methode zur Bestimmung der zur Brotherstellung geeigneten Mindestqualität von Weichweizen
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2727/75 des Rates vom 29. Oktober 1975 über die gemeinsame Marktorganisation für Getreide (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 1949/81 (2), insbesondere auf Artikel 4,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 1955/81 des Rates vom 13. Juli 1981 zur Festsetzung der technologischen Anforderungen an Weichweizen für die Brotherstellung (3),
in Erwägung nachstehender Gründe:
Weichweizen entspricht den zur Brotherstellung erforderlichen Mindestanforderungen, wenn er einen Grad der amylolytischen Aktivität und einen Proteingehalt aufweist, die angemessen sind, und wenn nach dem Mahlen des Weichweizens zu Mehl die maschinelle Verarbeitung des daraus hergestellten Teigs möglich ist. Um die Teigeigenschaften bei der maschinellen Verarbeitung im Hinblick auf die Brotherstellung zu beurteilen, erscheint es ausreichend, nur den ersten Teil des Europäischen Backversuchs anzuwenden, den mehrere Laboratorien der Gemeinschaft auf Verlangen der Kommission ausgearbeitet haben.
Der Verwaltungsausschuß für Getreide hat nicht innerhalb der ihm von seinem Vorsitzenden gesetzten Frist Stellung genommen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Die amylolytische Aktivität des zur Brotherstellung geeigneten Weichweizens gilt im Sinne von Artikel 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1955/81 als angemessen, wenn die Fallzahl, einschließlich der 60 Sekunden Vorbereitungszeit (Rührzeit), 180 Sekunden oder höher ist.
(2) Die Fallzahl wird mit Hilfe von gemahlenem Korn nach der von der Internationalen Gesellschaft für Getreidechemie anerkannten Methode bestimmt, deren Normen in der nachstehenden Rubrik festgelegt sind:
- Nr. 107: Bestimmung der Fallzahl (Methode Hagberg-Perten), um die Alpha-Amylose-Aktivität von Körnern und Mehl zu messen.
Artikel 2
(1) Der Proteingehalt (N × 5,7) des zur Brotherstellung geeigneten Weichweizens gilt im Sinne von Artikel 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1955/81 als angemessen, wenn er, bezogen auf den Trockenstoff, 10,5 v. H. oder höher ist.
(2) Der Proteingehalt wird mit Hilfe von gemahlenem Korn nach der von der Internationalen Gesellschaft für Getreidechemie (ICC) anerkannten Methode bestimmt, deren Normen in der nachstehenden Rubrik festgelegt sind:
- Nr. 105: Methode zur Bestimmung des Proteingehalts von Getreide und Getreideprodukten.
Jedoch können die Mitgliedstaaten jede andere Methode anwenden. In diesem Fall müssen sie gegenüber der Kommission nachweisen, daß das ICC die Gleichwertigkeit der mit dieser Methode erzielten Ergebnisse anerkennt.
Artikel 3
Um im Sinne von Artikel 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1955/81 als nicht klebend und maschinell verarbeitbar zu gelten,
a) muß der Teig am Ende des Knetens eine zusammenhängende Masse bilden, die nur ganz wenig an den Wänden der Teigschüssel und an der Achse des Kneters ansetzt; es muß möglich sein, den Teig von Hand zusammenzufassen und mit einer einzigen Bewegung ohne merkliche Verluste aus der Schüssel herauszuheben;
b) darf der Teig während der Bearbeitung im Rundwirker an den Wänden der Formkammer kaum oder überhaupt nicht haften, so daß er sich frei um sich selbst bewegen und während des Laufs der Maschine eine regelmässige Kugel bilden kann. Am Schluß darf der Teig nicht an den Wänden der Formkammer haften, wenn der Deckel der Kammer gehoben wird.
Diese Eigenschaften werden durch Anwendung des ersten Teils des Europäischen Backversuchs nach der Bezugsmethode im Anhang festgestellt.
Artikel 4
(1) Die Kosten der Durchführung der Teste für die amylolytische Aktivität, die Proteinbestimmung und
die maschinelle Verarbeitung gehen zu Lasten des Anbieters.
(2) Bei Streitfällen wird die Interventionsstelle den betreffenden Weizen erneut den erforderlichen Kontrollen unterwerfen. Die dadurch entstehenden Kosten hat die unterliegende Partei zu tragen.
Artikel 5
Die Verordnung (EWG) Nr. 1387/78 wird aufgehoben.
Artikel 6
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Sie gilt ab 1. August 1981.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 15. Juli 1981

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