Document ID: 31986D0025

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ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION
vom 27. Januar 1986
zur Genehmigung von Beihilfen der Französischen Republik zugunsten des Steinkohlenbergbaus im Jahre 1985
(Nur der französische Text ist verbindlich)
(86/25/EGKS)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
aufgrund der Entscheidung Nr. 528/76/EGKS der Kommission vom 25. Februar 1976 über das gemeinschaftliche System von Maßnahmen der Mitgliedstaaten zugunsten des Steinkohlenbergbaus (1),
nach Anhörung des Rates,
in Erwägung nachstehender Gründe:
I
Die Regierung der Französischen Republik hat der Kommission gemäß Artikel 2 der Entscheidung finanzielle Maßnahmen mitgeteilt, die sie im Laufe des Jahres 1985 unmittelbar oder mittelbar zugunsten des Steinkohlenbergbaus durchzuführen beabsichtigt. Von diesen Maßnahmen sind die nachfolgend aufgeführten Beihilfen gemäß der vorgenannten Entscheidung genehmigungsfähig:
Die Regierung der Französischen Republik beabsichtigt, den Charbonnages de France für 1985 eine Beihilfe von 3 283 900 000 ffrs zu gewähren, mit der gewährleistet werden soll, daß die wirtschaftliche Umstrukturierung der Kohlenreviere einen angemessenen Verlauf nimmt.
Die Regierung der Französischen Republik sieht ausserdem vor, der Zentralverwaltung der Charbonnages de France im Jahre 1985 eine Beihilfe von 467 600 000 ffrs zu gewähren, um finanzielle Lasten aus Anleiheaufnahmen abzudecken, die der Zentralverwaltung der Charbonnages de France von den Grubenbetrieben im Rahmen der von der Regierung beschlossenen finanziellen Sanierungsmaßnahmen übertragen worden sind. Es handelt sich hierbei um eine Beihilfe, die nicht an die Reviere, sondern nur an die Zentralverwaltung der Charbonnages de France geleistet wird.
Die vorstehend genannten Beihilfen entsprechen den Kriterien, die nach der Entscheidung für die Zulässigkeit solcher staatlichen Unterstützungsmaßnahmen gefordert werden.
Die von der Regierung der Französischen Republik für 1985 in Höhe von 3 751 500 000 ffrs vorgesehenen Beihilfen zur Abdeckung von Verlusten (davon 3 283 900 000 ffrs zur Abdeckung von Grubenbetriebsverlusten der Reviere und 467 600 000 ffrs zur Abdeckung der finanziellen Verluste der Charbonnages de France) werden nicht höher sein als die voraussichtlichen Grubenbetriebsverluste der Charbonnages de France.
Für die Beihilfen an die einzelnen Reviere gilt folgendes:
1. Für die Reviere Nord/Pas-de-Calais und Centre-Midi werden die Beihilfen so bemessen, daß im Rahmen weiterer Schließungen von Schachtanlagen eine Verringerung der Förderung eintritt, wodurch 1985 428 Bergarbeiter weniger beschäftigt werden. Durch die Beihilfe werden schwere wirtschaftliche und soziale Störungen in Gebieten vermieden, in denen noch keine ausreichenden Wiederbeschäftigungsmöglichkeiten bestehen. Die Beihilfen für diese Reviere entsprechen demnach den Bestimmungen von Artikel 12 Absatz 1 Unterabsatz 1 und Absatz 2 der Entscheidung.
2. Für das Revier Lothringen läuft die Förderplanung der Charbonnages de France auf eine langfristige Stabilisierung hinaus, da die in diesem Revier geförderte Kokskohle wichtig ist für die Versorgung der Stahlindustrie. Die zu diesem Zweck gewährte Beihilfe entspricht daher Artikel 12 Absatz 1 Unterabsatz 2 und Absatz 3 der Entscheidung.
II
Die Prüfung der Vereinbarkeit der vorgesehen Beihilfen mit dem guten Funktionieren des Gemeinsamen Marktes erfordert gemäß Artikel 3 Absatz 2 der Entscheidung die Berücksichtigung auch aller anderen finanziellen Maßnahmen zugunsten der laufenden Förderung im Jahre 1985.
Die Zusammenfassung aller dieser Beihilfen zugunsten der laufenden französischen Steinkohlenförderung ergibt für 1985 einen Betrag von 567 800 000 ECU bzw. 36,87 ECU/Tonne Förderung. Die Beihilfe ist höher als die entsprechenden deutschen und belgischen Beihilfen.
Hinsichtlich der Vereinbarkeit der vorgesehenen Beihilfen für die laufende Förderung mit dem guten Funktionieren des Gemeinsamen Marktes ist folgendes festzustellen:
- im Jahre 1985 sind keine Versorgungsschwierigkeiten auf dem französischen Kohlenmarkt eingetreten;
- die Lieferungen französischer Kohle in andere Gemeinschaftsländer sind 1985 gegenüber 1984 gesunken;
- Preisangleichungsgeschäfte französischer Kohle sind 1985 kaum getätigt worden;
- die französischen Koks- und Kesselkohlenpreise haben 1985 nicht zu indirekten Beihilfen an industrielle Kohlenverbraucher geführt;
- die Schließung je einer marginalen Schachtanlage in den Revieren Nord/Pas-de-Calais und Lothringen und von zwei marginalen Schachtanlagen im Revier Centre-Midi hat eine Rationalisierung und Konzentration der Förderung auf die Anlagen mit der höchsten Produktivität bewirkt.
Es ist demnach festzustellen, daß die im Jahre 1985 vorgesehenen Beihilfen für die laufende Förderung des französischen Steinkohlenbergbaus vereinbar sind mit dem guten Funktionieren des Gemeinsamen Marktes.
Diese Beurteilung gilt auch bei Berücksichtigung der Beihilfen, die den Steinkohlenbergewerken gemäß Entscheidung 73/287/EGKS der Kommission (1) gezahlt werden.
III
Gemäß Artikel 14 Absatz 1 der Entscheidung hat sich die Kommission zu vergewissern, daß die genehmigten Beihilfen ausschließlich den in den Artikeln 7 bis 12 dieser Entscheidung genannten Zwecken entsprechen. Daher ist sie insbesondere über Höhe und Verteilung der Zahlungen zu unterrichten -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Französische Republik wird ermächtigt, dem französischen Steinkohlenbergbau für das Jahr 1985 folgende Beihilfen zu gewähren:
1. bis zu einem Betrag von 3 283 900 000 ffrs für die Abdeckung von Grubenbetriebsverlusten;
2. bis zu einem Betrag von 467 600 000 ffrs für die Abdeckung der finanziellen Verluste der Zentralverwaltung der Charbonnages de France.
Artikel 2
Die Regierung der Französischen Republik teilt der Kommission bis zum 31. März 1986 Einzelheiten über die aufgrund dieser Entscheidung gewährten Beihilfen, insbesondere über die Höhe und Verteilung der geleisteten Zahlungen mit.
Artikel 3
Diese Entscheidung ist an die Französische Republik gerichtet.
Brüssel, den 27. Januar 1986

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