Document ID: 31993D0256

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 14. April 1993 über die Verfahren zum Nachweis der Rückstände von Stoffen mit hormonaler bzw. thyreostatischer Wirkung
(93/256/EWG)DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 85/358/EWG des Rates vom 16. Juli 1985 zur Ergänzung der Richtlinie 81/602/EWG über ein Verbot von bestimmten Stoffen mit hormonaler Wirkung und von Stoffen mit thyreostatischer Wirkung (1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 88/146/EWG (2), insbesondere auf Artikel 5 Absatz 2,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Gemäß Artikel 8 Absatz 1 der Richtlinie 64/433/EWG des Rates vom 26. Juni 1964 zur Regelung gesundheitlicher Fragen beim innergemeinschaftlichen Handelsverkehr mit frischem Fleisch (3), zuletzt geändert durch die Richtlinie 92/5/EWG (4), sowie Artikel 11 Absatz 4 zweiter Unterabsatz der Richtlinie 85/397/EWG des Rates vom 5. August 1985 zur Regelung gesundheitlicher und tierseuchenrechtlicher Fragen im innergemeinschaftlichen Handel mit wärmebehandelter Milch (5), zuletzt geändert durch die Richtlinie 89/662/EWG (6), sind Rückstandsuntersuchungen nach wissenschaftlich anerkannten, erprobten Methoden, insbesondere nach den in gemeinschaftlichen Richtlinien festgelegten Methoden oder nach anderen internationalen Normen, durchzuführen.
Die Festlegung der Analysemethoden umfasst auch die anzuwendenen Analyseverfahren, die Vorschriften für die Probenahme und die Kriterien für die Durchführung der Analysen.
Die Analyseverfahren müssen empfindlich genug sein, um Rückstände von Stoffen mit hormonaler bzw. thyreostatischer Wirkung nachweisen zu können.
Da die Probenahme ein wesentlicher Bestandteil der Analyse ist, sollten hierfür entsprechende Vorschriften festgelegt werden.
Für die Zwecke dieser Entscheidung sollte den in Punkt 1 des Anhangs der Richtlinie 85/591/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 zur Einführung gemeinschaftlicher Probenahmeverfahren und Analysemethoden für die Kontrolle von Lebensmitteln (7) genannten Kriterien Rechnung getragen werden.
Mit Blick auf die Entwicklung der wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse und aus Gründen der Klarheit ist die Entscheidung 87/410/EWG der Kommission (8) aufzuheben.
Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Zum Nachweis der Rückstände von Stoffen mit hormonaler Wirkung und von Stoffen mit thyreostatischer Wirkung sind folgende Routineanalyseverfahren zugelassen:
- Immuntest,
- Dünnschichtchromatographie,
- Flüssigchromatographie,
- Gaschromatographie,
- Massenspektrometrie,
- Spektrometrie.
Ausserdem ist jede andere Methode zulässig, die vergleichbare Kriterien im Sinne des Punktes "Andere Methoden" im Anhang erfuellt.
Artikel 2
Für die Entnahme von Proben gilt folgendes:
1. Die Probe muß repräsentativ und ausreichend groß sein, um eine angemessene Analyse sowie alle Wiederholungs- und Bestätigungsanalysen zu ermöglichen.
2. Die Proben sind so zu kennzeichnen, daß sie jederzeit identifiziert werden können.
3. Die Entnahme, Verpackung, Konservierung, Beförderung und Lagerung der Proben darf ihre Unversehrtheit und das Untersuchungsergebnis nicht beeinflussen. Der unbefugte Zugang zu den Proben ist zu verhindern.
Artikel 3
Die Kriterien für die Routineverfahren zur Analyse der Rückstände von Stoffen mit hormonaler Wirkung und Stoffen mit thyreostatischer Wirkung sind im Anhang aufgeführt.
Artikel 4
Diese Entscheidung wird vor dem 1. Januar 1996 überprüft, um dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt Rechnung zu tragen.
Artikel 5
Die Entscheidung 87/410/EWG wird aufgehoben.
Artikel 6
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 14. April 1993

Labels: 0
3
16