Document ID: 32002D0225

Entscheidung der Kommission
vom 15. März 2002
mit Durchführungsbestimmungen zur Richtlinie 91/492/EWG des Rates hinsichtlich der Grenzwerte und der Analysemethoden für bestimmte marine Biotoxine in lebenden Muscheln, Stachelhäutern, Manteltieren und Meeresschnecken
(Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 1001)
(Text von Bedeutung für den EWR)
(2002/225/EG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 91/492/EWG des Rates vom 15. Juli 1991 zur Festlegung der Hygienevorschriften für die Erzeugung und Vermarktung lebender Muscheln(1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/79/EG(2), insbesondere auf Kapitel V Absätze 3 und 5 des Anhangs,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Gemäß Kapitel V Nummer 7 des Anhangs zur Richtlinie 91/492/EWG dürfen die üblichen biologischen Analysemethoden keine positive Reaktion auf fettlösliche Algentoxine (Diarrhetic Shellfish Poisoning - DSP) in den essbaren Muschelteilen (ganze Körper oder einzeln verzehrbare Teile) ergeben.
(2) Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass bestimmte marine Biotoxine wie Toxine der DSP-Gruppe (Diarrhetic Shellfish Poisoning) - Okadainsäure (OA) und Dinophysistoxine (DTX) - ebenso wie Yessotoxine (YTX), Pectenotoxine (PTX) und Azaspirosäuren (AZA) die menschliche Gesundheit ernsthaft gefährden, wenn ihr Gehalt in lebenden Muscheln, Stachelhäutern, Manteltieren und Meeresschnecken bestimmte Hoechstgrenzen überschreitet.
(3) Anhand neuerer wissenschaftlicher Studien können nun Grenzwerte und Analysemethoden für die genannten Biotoxine festgelegt werden.
(4) Zum Schutz der menschlichen Gesundheit sollten die Grenzwerte und Analysemethoden harmonisiert und von den Mitgliedstaaten angewendet werden.
(5) Neben den biologischen sollten alternative Nachweismethoden wie chemische Methoden oder In-vitro-Versuche zulässig sein, sofern erwiesen ist, dass die gewählten Methoden nicht weniger leistungsfähig sind als die biologischen und dass ihre Anwendung einen gleichwertigen Gesundheitsschutz gewährleistet.
(6) Die vorgeschlagenen Grenzwerte beruhen auf vorläufigen Daten und sollten erneut geprüft werden, sobald neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.
(7) Die Maßnahmen dieser Entscheidung entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die vorliegende Entscheidung legt die Grenzwerte und Nachweismethoden für die marinen Biotoxine der DSP-Gruppe (Diarrhetic Shellfish Poisoning) - Okadainsäure und Dinophysistoxine -, Yessotoxine, Pectenotoxine und Azaspirosäuren fest. Sie gilt für lebende Muscheln, Stachelhäuter, Manteltiere und Meeresschnecken, die zum unmittelbaren menschlichen Verzehr oder zur Weiterverarbeitung vor dem Verzehr bestimmt sind.
Artikel 2
Der Grenzwert für den Gesamtgehalt an Okadainsäure, Dinophysistoxinen und Pectenotoxinen in Tieren gemäß Artikel 1 (ganze Körper oder einzeln verzehrbare Teile) wird auf 160 μg Okadainsäure-Äquivalent je kg festgesetzt. Die Analysemethoden werden im Anhang zu dieser Entscheidung festgelegt.
Artikel 3
Der Grenzwert für den Yessotoxin-Gehalt in Tieren gemäß Artikel 1 (ganze Körper oder einzeln verzehrbare Teile) wird auf 1 mg Yessotoxin-Äquivalent je kg festgesetzt. Die Analysemethoden werden im Anhang zu dieser Entscheidung festgelegt.
Artikel 4
Der Grenzwert für den Gehalt an Azaspirosäure in Tieren gemäß Artikel 1 (ganze Körper oder einzeln verzehrbare Teile) wird auf 160 μg Azaspirosäure-Äquivalent je kg festgesetzt. Die Analysemethoden werden im Anhang zu dieser Entscheidung festgelegt.
Artikel 5
Ergeben die durchgeführten Analysen Abweichungen zwischen den verschiedenen Methoden, so gilt der Maus-Bioassay als Referenzmethode.
Artikel 6
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 15. März 2002

Labels: 7
0
20
6