Document ID: 31985D0209

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BESCHLUSS DER KOMMISSION
vom 26. März 1985
über die Annahme einer Verpflichtung im Rahmen des Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren von Gipsplatten mit Ursprung in Spanien in die Republik Irland und Nordirland und über die Einstellung des Verfahrens
(85/209/EWG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2176/84 des Rates vom 23. Juli 1984 über den Schutz gegen gedumpte oder subventionierte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gehörenden Ländern (1), insbesondere auf Artikel 10,
nach Konsultationen in dem durch die genannte Verordnung eingesetzten Beratenden Ausschuß,
in Erwägung nachstehender Gründe:
A. Verfahren
(1) Im Juli 1984 erhielt die Kommission einen Antrag von der Firma Gypsum Industries Ltd, die Gipsplatten in Irland herstellt. Die Firma ist nicht der einzige Gemeinschaftshersteller; auch entfällt auf sie keineswegs der überwiegende Teil der Gemeinschaftsproduktion der genannten Ware. Jedoch wird geltend gemacht, daß die Republik Irland und Nordirland einen von der übrigen Gemeinschaft getrennten Wettbewerbsmarkt darstellen, so daß der Antragsteller nach Artikel 4 Absatz 5 der Verordnung (EWG) Nr. 2176/84 als ein Wirtschaftszweig der Gemeinschaft angesehen werden sollte. Da er seine gesamte Produktion auf dem Markt der Republik Irland und Nordirland absetzt und die Nachfrage auf diesem Markt nicht in nennenswertem Umfang durch andere Gemeinschaftshersteller von Gipsplatten gedeckt wird.
Der Antrag enthielt Beweismittel für das Vorliegen von Dumping und einer dadurch verursachten Schädigung sowie Angaben zu der angeblich isolierten Situation des irischen Marktes; diese Beweismittel wurden als ausreichend erachtet, um die Einleitung eines Verfahrens zu rechtfertigen. Die Kommission gab daraufhin durch Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften (2) die Einleitung eines Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren von Gipsplatten der Tarifstelle ex 68.10 A des Gemeinsamen Zolltarifs, entsprechend NIMEXE-Kennziffer ex 68.10-10, mit Ursprung in Spanien in die Republik Irland und Nordirland bekannt und leitete eine Untersuchung ein.
(2) Die Kommission unterrichtete offiziell die bekanntermassen betroffenen Ausführer und Einführer sowie die Vertreter des Ausfuhrlandes und die Antragsteller und gab den unmittelbar betroffenen Parteien Gelegenheit, ihren Standpunkt schriftlich darzulegen und eine Anhörung zu beantragen.
Alle bekannten Ausführer und Einführer haben ihren Standpunkt schriftlich dargelegt; einer der betroffenen Einführer hat einen Antrag auf Anhörung gestellt, dem stattgegeben wurde.
(3) Die Kommission hat alle Angaben eingeholt und geprüft, die sie für eine erste Aufklärung für notwendig erachtete und bei folgenden Unternehmen Untersuchungen an Ort und Stelle durchgeführt:
Hersteller in der EWG:
Gypsum Industries Ltd, Dublin und Kingscourt;
Ausführer:
Española de Placas de Yeso SA, Quinto de Ebro (Zaragoza) und Madrid;
Einführer in der Republik Irland:
Iberian Trading Ltd, Dublin.
(4) Die Dumpinguntersuchung umfasste den Zeitraum vom 1. Oktober 1983 bis 30. September 1984.
B. Normalwert
(5) Der Normalwert wurde vorläufig auf der Grundlage der Inlandspreise des einzigen spanischen Herstellers/Ausführers ermittelt.
C. Ausfuhrpreis
(6) Die Ausfuhrpreise wurden auf der Grundlage der tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preise der zur Ausfuhr nach der Gemeinschaft verkauften Waren ermittelt.
D. Vergleich
(7) Bei dem Vergleich des Normalwerts mit den Ausfuhrpreisen berücksichtigte die Kommission in gebührendem Masse die Vergleichbarkeit der Preise beeinflussende Unterschiede in den Verkaufsbedingungen, und Abschläge wurden für Preisnachlässe und indirekte Steuern vorgenommen. Der Ausführer beantragte eine Berichtigung zur Berücksichtigung von Verkaufs- und Betriebsunkosten; die Kommission lehnte diesen Antrag ab, da ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Unkosten und den fraglichen Verkäufen nicht nachgewiesen wurde.
(8) Alle Vergleiche wurden auf der Stufe ab Werk durchgeführt.
E. Dumpingspanne
(9) Der Normalwert wurde den Ausfuhrpreisen je Transaktion gegenübergestellt, und die erste Sachaufklärung ergab, daß bei den Einfuhren von Gipsplatten mit Ursprung in Spanien Dumping vorliegt, wobei die Dumpingspanne dem Betrag entspricht, um den der festgestellte Normalwert über dem Preis bei der Ausfuhr nach der Republik Irland und Nordirland liegt. Auf dieser Basis beträgt die Dumpingspanne in Prozent des CIF-Exportpreises nach dem betreffenden Markt 0 bis 15 %, die gewogene mittlere Dumpingspanne 7 %.
F. Schädigung
(10) Hinsichtlich der durch die gedumpten Einfuhren verursachten Schädigung ergibt sich aus dem der Kommission vorliegenden Beweismaterial, daß die Einfuhren von Gisplatten aus Spanien in die Republik Irland und Nordirland von einem Index 100 im Jahre 1983 (die genauen Zahlen sind vertraulich) auf einen Index 574,6 in den ersten neun Monaten des Jahres 1984 mit einer entsprechender Erhöhung des Marktanteils des Ausfuhrlandes von einem Index 100 im Jahre 1983 (genaue Zahlen vertraulich) auf 700 in den ersten neun Monaten des Jahres 1984 angestiegen sind.
(11) Die Wiederverkaufspreise dieser Einfuhren unterboten die Preise des irischen Herstellers während des Untersuchungszeitraums um 0 bis 15 %. Während des Untersuchungszeitraums waren die Wiederverkaufspreise dieser Einfuhren grösstenteils niedriger als diejenigen, die zur Deckung der Kosten des antragstellenden Herstellers und zur Sicherung einer angemessenen Gewinnspanne erforderlich gewesen wären.
(12) Der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, für den die Schädigung beurteilt werden muß, ist der einzige Gemeinschaftshersteller, der seine Produktion auf dem Markt der Republik Irland, in der der Hersteller seinen Sitz hat, und Nordirland verkauft. Die Kommission stellt fest, daß die Voraussetzungen in der gemeinschaftlichen Antidumpingverordnung (EWG) Nr. 2176/84 hinsichtlich der Einteilung der Gemeinschaft in mehrere Wettbewerbsmärkte unter diesen Umständen erfuellt sind.
(13) Die Auswirkungen auf den betroffenen Wirtschaftszweig der Gemeinschaft zeigten sich in einer Verringerung des Marktanteils von einem Index 100 im Jahre 1983 (genaue Zahlen vertraulich) auf einen Index 93 in den ersten neun Monaten des Jahres 1984. Die Beschäftigtenzahl ging während des gleichen Zeitraums um nahezu 4 % zurück, während die durchschnittlichen Verkaufserlöse in den sechs Monaten bis 30. September 1984 auf einen Index von 62,2 (genaue Zahlen vertraulich) verglichen mit einem Index 100 für das am 30. März 1984 endende Jahr fielen.
(14) Die Kommission hat untersucht, ob durch andere Faktoren, z. B. das Volumen und die Preise nichtgedumpter Einfuhren oder eine stagnierende Nachfrage eine Schädigung verursacht worden ist. In diesem Zusammenhang wurde festgestellt, daß andere Länder als Spanien nicht in nennenswertem Umfang zwischen 1983 und 1984 nach Irland exportiert haben und daß ihre Ausfuhrpreise dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft keine Schädigung verursachen konnten. Hinsichtlich des Verbrauchs zeigte die Untersuchung, daß die Nachfrage nach Gipsplatten auf dem betreffenden Markt zwischen 1982 und den ersten neun Monaten 1984 um fast 6 % zugenommen hat. Trotz dieser Nachfrageerhöhung blieb der Marktanteil des irischen Herstellers rückläufig.
(15) Der Umfang der gedumpten Einfuhren, ihr Marktanteil und die Preise, zu denen sie auf dem betreffenden Markt zum Verkauf angeboten werden, haben die Kommission zu der Feststellung veranlasst, daß die Auswirkungen der gedumpten Einfuhren von Gipsplatten mit Ursprung in Spanien für sich genommen als Ursache einer bedeutenden Schädigung des betreffenden Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft anzusehen sind.
G. Interesse der Gemeinschaft
(16) Die Kommission untersuchte, ob die Interessen der Gemeinschaft Schutzmaßnahmen erfordern.
(17) Angesichts der Tatsache, daß der betreffende Wirtschaftszweig der Gemeinschaft gezwungen ist, ausreichende Erträge zur Finanzierung künftiger Investitionen zu erwirtschaften, und in Anbetracht des relativ geringen Einflusses einer Preiserhöhung auf die Kosten der Abnehmer, ist die Kommission zu dem Schluß gelangt, daß die Interessen der Gemeinschaft ein Eingreifen erfordern. H. Verpflichtung
(18) Der betroffene Ausführer wurde über die wichtigsten Ergebnisse der ersten Sachaufklärung unterrichtet und nahm dazu Stellung. Im weiteren Verlauf wurden von Española de Placas de Yeso SA, Verpflichtungen hinsichtlich der Ausfuhren von Gipsplatten nach der Republik Irland und Nordirland angeboten.
(19) Diese Verpflichtung wird sich darin auswirken, daß die Preise bei der Ausfuhr nach der Republik Irland und Nordirland auf ein Niveau angehoben werden, das zur Beseitigung des Dumping notwendig ist. Die ordnungsgemässe Einhaltung dieser Verpflichtung kann wirksam überwacht werden.
(20) Unter diesen Umständen wird die angebotene Verpflichtung als annehmbar angesehen. Das Verfahren kann daher ohne Erhebung von Antidumpingzöllen eingestellt werden.
Der Beratende Ausschuß hat keine Einwände erhoben -
BESCHLIESST:
Artikel 1
Die Kommission nimmt die Verpflichtung an, die von Española de Placas de Yeso SA, im Rahmen des Antidumpingverfahrens betreffend Gipsplatten der Tarifstelle ex 68.10 A des Gemeinsamen Zolltarifs, entsprechend NIMEXE-Kennziffer ex 68.10-10, mit Ursprung in Spanien angeboten worden ist.
Artikel 2
Das in Artikel 1 genannte Antidumpingverfahren wird eingestellt.
Brüssel, den 26. März 1985

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