Document ID: 31993L0110

RICHTLINIE 93/110/EG DER KOMMISSION vom 9. Dezember 1993 zur Änderung bestimmter Anhänge der Richtlinie 77/93/EWG des Rates über Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 77/93/EWG des Rates vom 21. Dezember 1976 über Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse (1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 93/19/EWG der Kommission (2), insbesondere auf Artikel 13 Absatz 2 vierter Gedankenstrich,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Dank des wissenschaftlich-technischen Fortschritts hat es sich gezeigt, daß der in den Anhängen der Richtlinie 77/93/EWG aufgeführte Schadorganismus Ditylenchus destructor Thorne weniger gefährlich ist, als ursprünglich angenommen. Daher soll sich der Schutz nur auf bestimmte Arten der Gattung Gladiolus erstrecken.
Eine Reihe von Bestimmungen bezueglich Schutzmaßnahmen gegen Citrus L., Fortunella Swingle, Poncirus Raf. und deren Hybriden, insbesondere gegen Citrus clementina Hort. ex Tanaka, müssen geändert werden, da es nicht mehr zweckmässig ist, die geltenden Bestimmungen der Richtlinie 77/93/EWG für das Verbringen dieser Pflanzen in den nördlichen Teil der Gemeinschaft beizubehalten.
Dagegen sollten die Schutzvorkehrungen gegen den in den Anhängen der genannten Richtlinie aufgeführten Schadorganismus Ditylenchus dipsaci (Kühn) Filipjev verbessert und insbesondere die Liste der Wirtspflanzen erweitert werden.
Die Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen Scirtothrips aurantii Faur, Scirtothrips citri (Moultex) und Elsinö spp. Bitanc. et Jenk. sollten überall dort verbessert werden, wo diese Schadorganismen nicht vorkommen.
Einige Schutzmaßnahmen gegen Dendroctonus micans Kugelan, insbesondere die im Vereinigten Königreich geltenden, sollten geändert werden, da es sich erwiesen hat, daß der betreffende Schadorganismus in einem weit grösseren Gebiet als ursprünglich angenommen nicht mehr vorkommt.
Eine Reihe von in Italien geltenden Schutzmaßnahmen gegen bestimmte Rindenkäfer, wie Dendroctonus micans Kugelan, Ips amitinus Eichhof und Ips duplicatus Sahlberg, sollten geändert werden, da es nicht mehr gerechtfertigt ist, die in der genannten Richtlinie vorgesehenen Bestimmungen beizubehalten.
Es wurde festgestellt, daß in Ägypten Fusarium oxysporum f. sp. albedinis (Kilian et Maire) Gordon vorkommt. Dieser in den Anhängen der genannten Richtlinie aufgeführte Schadorganismus stellt eine ernste Gefahr für die in der Gemeinschaft angezogenen Palmen dar, da er mit den eingeführten Palmen eingeschleppt werden kann. Daher sollten die Maßnahmen zu seiner Bekämpfung verbessert werden.
Eine Reihe von Schutzmaßnahmen gegen Solanaceä sollte geändert werden, da es nicht mehr gerechtfertigt ist, die in der genannten Richtlinie vorgesehenen Bestimmungen für Pflanzen aus den Mittelmeerländern beizubehalten.
Es wurde festgestellt, daß es nicht mehr notwendig ist, für entrindetes Holz von Nadelhölzern einen Pflanzenpaß vorzuschreiben.
Daher sollten die betreffenden Anhänge der Richtlinie 77/93/EWG entsprechend geändert werden.
Die in dieser Richtlinie vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Ausschusses für Pflanzenschutz -
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
Artikel 1
Die Richtlinie 77/93/EWG wird entsprechend dem Anhang dieser Richtlinie geändert.
Artikel 2
(1) Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um dieser Richtlinie bis zum 15. Dezember 1993 nachzukommen. Sie setzen die Kommission unverzueglich davon in Kenntnis.
Wenn die Mitgliedstaaten diese Maßnahmen erlassen, nehmen sie in diesen Vorschriften selbst oder durch einen Hinweis bei der amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Sie regeln die Einzelheiten dieser Bezugnahme.
(2) Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission unverzueglich alle innerstaatlichen Vorschriften mit, dier sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen. Die Kommission unterrichtet hierüber die anderen Mitgliedstaaten.
Artikel 3
Diese Richtlinie tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Brüssel, den 9. Dezember 1993

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