Document ID: 31982R1859

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 1859/82 DER KOMMISSION
vom 12. Juli 1982
über die Auswahl der Buchführungsbetriebe zum Zweck der Feststellung der Einkommen in den landwirtschaftlichen Betrieben
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 79/65/EWG des Rates vom 15. Juni 1965 zur Bildung eines Informationsnetzes landwirtschaftlicher Buchführungen über die Einkommenslage und die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse landwirtschaftlicher Betriebe in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 2143/81 (2), insbesondere auf Artikel 4 Absatz 4, Artikel 5 Absatz 5 und Artikel 6 Absatz 2,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Die Auswahl der Buchführungsbetriebe muß in jedem Gebiet in einheitlicher Weise erfolgen und deshalb müssen Durchführungsbestimmungen zu den entsprechenden Maßnahmen der Verordnung Nr. 79/65/EWG erlassen werden.
Die letzten Änderungen der Verordnung Nr. 79/65/EWG und die Erfahrungen seit 1965 erfordern eine vollständige Neufassung der Durchführungsbestimmungen zur Auswahl der Buchführungsbetriebe. Deshalb ist die Verordnung Nr. 91/66/EWG der Kommission (3) aufzuheben und durch eine neue Verordnung zu ersetzen.
Die im Rahmen des Informationsnetzes landwirtschaftlicher Buchführungen zu erfassenden landwirtschaftlichen Betriebe gehören zum Erfassungsbereich der Strukturerhebungen und Gemeinschaftszählungen oder einzelstaatlichen Zählungen betreffend die landwirtschaftlichen Betriebe.
Aufgrund der zur Ausarbeitung der Auswahlpläne für das Rechnungsjahr 1982 und folgende verfügbare Angaben und der unterschiedlichen Lage der Landwirtschaft in den verschiedenen Mitgliedstaaten müssen für diese Rechnungsjahre je nach Mitgliedstaat, möglicherweise sogar je nach Gebiet, unterschiedliche Schwellenwerte der wirtschaftlichen Betriebsgrösse zugunde gelegt werden.
Nach den bisherigen Erfahrungen wird das Funktionieren des Informationsnetzes erleichtert, wenn die Anzahl der je Gebiet ausgewählten Buchführungsbetriebe innerhalb bestimmter Grenzen variieren kann, sofern die Gesamtzahl der je Mitgliedstaat festgesetzten Betriebe eingehalten wird.
Der Auswahlplan muß eine Mindesanzahl von Angaben enthalten, an Hand derer sich seine Tauglichkeit im Hinblick auf die Ziele des Informationsnetzes landwirtschaftlicher Buchführung beurteilen lässt.
Der Auswahlplan muß vor Beginn des entsprechenden Rechnungsjahres aufgestellt werden, so daß er von den zuständigen Behörden genehmigt werden kann, bevor er für die Auswahl der Buchführungsbetriebe benutzt wird.
Im Bericht über die Durchführung des Auswahlplans der Buchführungsbetriebe müssen die verschiedenen Aspekte der Anwendung dieses Plans geprüft werden, damit insbesondere die möglicherweise in den späteren Buchführungsjahren erforderlichen Anpassungen aufgezeigt werden können. Dieser Bericht muß auch die Verwendung bestimmter Angaben dieses Plans bei der Gewichtung der Buchführungsangaben berücksichtigen.
Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Gemeinschaftsausschusses des Informationsnetzes landwirtschaftlicher Buchführungen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Zur Durchführung dieser Verordnung gilt folgendes:
Ein landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne dieser Verordnung ist eine betriebswirtschaftliche Einheit, wie sie im Rahmen der gemeinschaftlichen Agrarerhebungen und -zählungen definiert worden ist.
Artikel 2
Die in Artikel 4 der Verordnung Nr. 79/65/EWG aufgeführte Schwelle der wirtschaftlichen Betriebsgrösse wird für das Rechnungsjahr 1982 - Zeitraum von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten, der zwischen dem 1. Januar 1982 und dem 1. Juli 1982 beginnt - und für die folgenden Rechnungsjahre folgendermassen festgesetzt:
- 6 EGE in Belgien und den Niederlanden,
- 4 EGE in Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und dem Vereinigten Königreich (mit Ausnahme
- 2 EGE in Irland und Nordirland,
- 1 EGE in Italien und Griechenland.
Artikel 3
Die Anzahl der Buchführungsbetriebe je Gebiet wird in Anhang I festgelegt.
Die Anzahl der für jedes Gebiet auszuwählenden Buchführungsbetriebe kann bis zu 20 v.H. über oder unter der in Anhang I genannten Anzahl liegen, sofern dadurch die je Mitgliedstaat festgelegte Gesamtzahl der Buchführungsbetriebe nicht vermindert wird.
Artikel 4
Der Plan zur Auswahl der Buchführungsbetriebe hat zum Ziel die Repräsentativität aller Buchführungsbetriebe zu gewährleisten.
Er umfasst:
a) die für seine Ausarbeitung berücksichtigten Grundelemente, nämlich
- die Angabe der statistischen Bezugsquellen,
- die Modalitäten der Stratifikation des Erfassungsbereichs gemäß dem gemeinschaftlichen Klassifizierungsschema der Betriebe, gegebenenfalls unter Berücksichtigung ergänzender nationaler Kriterien,
- die Modalitäten der Bestimmung des Auswahlsatzes für die einzelnen Schichten,
- die Modalitäten der Auswahl der Buchführungsbetriebe,
- die Modalitäten einer möglichen späteren Überarbeitung des ausgewählten Plans,
- die voraussichtliche Gültigkeitsdauer des Auswahlplans;
b) Die Aufteilung der Betriebe des Erfassungsbereichs, die nach dem gemeinschaftlichen Klassifizierungssystem der Betriebe (mindestens den betriebswirtschaftlichen Hauptausrichtungen entsprechend) eingeteilt worden sind, sowie die Zahl der in jeder Schicht auszuwählenden Buchführungsbetriebe.
Artikel 5
Der Auswahlplan wird den Dienststellen der Kommission spätestens zwei Monate vor Beginn des ersten Rechnungsjahres, auf das er sich bezieht, übermittelt.
Die Anpassungen des Auswahlplans werden den Dienststellen der Kommission in demselben Rahmen und innerhalb der gleichen Fristen mitgeteilt, die für die Übermittlung des Plans selbst gelten.
Artikel 6
Der Bericht über die Durchführung des Auswahlplans der Buchführungsbetriebe enthält:
1. die Aufteilung der ausgewählten Buchführungsbetriebe je nach Betriebsklasse,
2. Kommentare über die Analyse der festgestellten Abweichungen zwischen dem Auswahlplan und den ausgewählten Buchführungsbetrieben, über die zur Verbesserung der Auswahl im folgenden Rechnungsjahr anzuwendenden Leitlinien und über die bei der Gewichtung der Buchführungsangaben zu treffenden Vorkehrungen.
Der Bericht über die Durchführung wird in Übereinstimmung mit dem Schema in Anhang II dargestellt und der Kommission binnen sechs Monaten nach Beginn des Rechnungsjahres übermittelt.
Artikel 7
Die Verordnung Nr. 91/66/EWG wird aufgehoben.
Artikel 8
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft. Sie gilt ab dem Rechnungsjahr 1982.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
1982. Brüssel, den 12. Juli 1982

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