Document ID: 31984R2160

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 2160/84 DER KOMMISSION
vom 26. Juli 1984
zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1570/77 über die Zu- und Abschläge für Getreide bei der Intervention
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2727/75 des Rates vom 29. Oktober 1975 über die gemeinsame Marktorganisation für Getreide (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 1018/84 (2), insbesondere auf Artikel 7 Absatz 5,
in Erwägung nachstehender Gründe:
In der Verordnung (EWG) Nr. 1569/77 der Kommission vom 11. Juli 1977 über das Verfahren und die Bedingungen für die Übernahme von Getreide durch die Interventionsstellen (3), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 2096/84 (4), wird die Mindestqualität von Sorghum für seine Übernahme zur Intervention festgelegt. Folglich ist die Verordnung (EWG) Nr. 1570/77 der Kommission (5) zu ändern, um die Berechnung der auf den Interventionspreis dieser Getreideart bei ihrer Übernahme zur Intervention anwendbaren Zu- und Abschläge zu ermöglichen.
Die noch in Rechnungseinheiten (RE) festgesetzten Beträge sind in ECU anzugeben und anzupassen.
In Artikel 6 Absatz 1 fünfter Gedankenstrich der Verordnung (EWG) Nr. 1570/77 wird die technologische Mindestqualität des Brotroggens festgelegt, für den die Interventionsstellen bei der Intervention einen besonderen Zuschlag anwenden können. Diese Mindestqualität hängt von der Amylaseaktivität und von der Verkleisterung des Ganzschrotes ab. Nach herkömmlichen Verfahren wird diese Qualität mittels des Brabender-Amylographen gemessen, der in allgemein anerkannten Brabender-Einheiten (von 0 bis 1 000 und mehr) das Viskositätsmaximum des Teiges in Abhängigkeit von der Temperatur beziffert. Die in Artikel 6 Absatz 1 fünfter Gedankenstrich festgesetzten Angaben des Amylogramms entsprechen ausschließlich denen der Brabender-Methode und zielen stillschweigend darauf ab, das Viskositätsmaximum des Teigs zu beziffern. Der Ordnung halber ist es jedoch angezeigt, auf diesen Zweck in Artikel 6 Absatz 1 nochmals hinzuweisen.
Der Verwaltungsausschuß für Getreide hat nicht innerhalb der ihm von seinem Vorsitzenden gesetzten Frist Stellung genommen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Verordnung (EWG) Nr. 1570/77 wird wie folgt geändert:
1. Der zweite Unterabsatz des Artikels 2 wird gestrichen.
2. Artikel 3 erhält folgende Fassung:
»Artikel 3
(1) Ist der Feuchtigkeitsgehalt des zur Intervention angebotenen Getreides geringer als der für die Standardqualität festgelegte Feuchtigkeitsgehalt, so werden die sich aus Tabelle I des Anhangs I ergebenden Zuschläge angewandt.
(2) Weicht das Eigengewicht des zur Intervention angebotenen Weichweizens, Hartweizens, Roggens und der Gerste von dem für die Standardqualität festgesetzten Eigengewicht ab, so werden die sich aus Tabelle II des Anhangs I ergebenden Zu- und Abschläge angewandt.
(3) Führt die Anwendung der Absätze 1 und 2 zur gleichzeitigen Anwendung von zwei Zuschlägen, so wird nur der höhere Zuschlag angewandt."
3. Artikel 4 erhält folgende Fassung:
»Artikel 4
(1) Übersteigt der Anteil an Bruchkorn bei Hartweizen, Weichweizen, Roggen und Gerste 3 v. H. und bei Mais und Sorghum 4 v. H., so wird für jeden weiteren Anteil von 0,1 v. H. ein Abschlag von 0,05 v. H. angewandt.
(2) Übersteigt der Anteil an Kornbesatz bei Hartweizen 1,5 v. H., bei Roggen 3 v. H., bei Mais und Sorghum 4 v. H. und bei Weichweizen und Gerste 5 v. H., so wird für jeden weiteren Anteil von 0,1 v. H. ein Abschlag von 0,05 v. H. angewandt.
(3) Übersteigt der Anteil an Auswuchs 2,5 v. H., so wird für jeden weiteren Anteil von 0,1 v. H. ein Abschlag von 0,05 v. H. angewandt.
(4) Übersteigt der Anteil an Schwarzbesatz bei Hartweizen 0,5 v. H. und bei Weichweizen, Roggen, Gerste, Mais und Sorghum 1 v. H., so wird für jeden weiteren Anteil von 0,1 v. H. ein Abschlag von 0,1 v. H. angewandt.
(5) Übersteigt bei Hartweizen der Anteil der nicht glasigen Hartweizenkörner 20 v. H. einschließlich höchstens 4 v. H. Weichweizen, so wird bis 40 v. H. einschließlich höchstens 4 v. H. Weichweizen für jeden angefangenen Anteil von 1 v. H. ein Abschlag von 0,2 v. H., ab 40 v. H. einschließlich 4 v. H. Weichweizen für jeden angefangenen Anteil von 1 v. H. ein Abschlag von 0,3 v. H. angewandt.
(6) Für die nachstehend aufgeführten Hartweizensorten werden folgende Abschläge angewandt:
- Grifoni: 5 ECU je Tonne,
- Marzuoli, Timilie und Neri di Sicilia: 25 ECU je Tonne,
- Durtal, Rikita und Tomclair: 50 ECU je Tonne.
(7) Ist der Gerbstoffgehalt des zur Intervention angebotenen Sorghums höher als 0,40 %, bezogen auf den Trockenstoff, so wird der anzuwendende Abschlag nach der in Anhang II festgesetzten praktischen Methode berechnet."
4. In Artikel 6 Absatz 1 erhält der fünfte Gedankenstrich folgende Fassung:
»- die Viskosität Schrot-Wasser-Suspension nach dem Diagramm des Amylographen nach Brabender bei mindestens 63 Grad Celsius im Kurvenhöchstpunkt mindestens 200 Einheiten erreicht."
5. In Artikel 6 wird folgender Absatz 3 angefügt:
»(3) Die Kosten für die Durchführung des Amylogramms nach Brabender gehen zu Lasten des Bieters.
Im Streitfall unterwirft die Interventionsstelle den betreffenden Roggen erneut den erforderlichen Kontrollen, und die entsprechenden Kosten trägt der Verlierer."
6. Die Tabelle I des Anhangs wird durch Anhang I dieser Verordnung ersetzt. Der Anhang wird zu Anhang I.
7. Der Anhang II dieser Verordnung wird als Anhang II angefügt.
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Sie gilt:
- ab 1. Juli 1984 für Hartweizen,
- ab 1. August 1984 für die anderen Getreidearten.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 26. Juli 1984

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