Document ID: 32000D0428

Entscheidung der Kommission
vom 4. Juli 2000
zur Festlegung von Diagnosemethoden, Probenahmeverfahren und Kriterien für die Auswertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen zur Bestätigung und Differentialdiagnose der vesikulären Schweinekrankheit
(Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(2000) 1805)
(Text von Bedeutung für den EWR)
(2000/428/EG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 92/119/EWG des Rates vom 17. Dezember 1992 mit allgemeinen Gemeinschaftsmaßnahmen zur Bekämpfung bestimmter Tierseuchen sowie besonderen Maßnahmen bezüglich der vesikulären Schweinekrankheit(1), zuletzt geändert durch die Akte über den Beitritt Österreichs, Finnlands und Schwedens, insbesondere auf Anhang II Nummer 3,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Es ist angezeigt, gemeinschaftlich einheitliche Diagnosemethoden, Probenahmeverfahren und Kriterien für die Auswertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen festzulegen, die zum Nachweis der vesikulären Schweinekrankheit (VSK) und ihrer Abgrenzung von der Maul- und Klauenseuche durchgeführt werden, damit beide Seuchen gezielter bekämpft werden können.
(2) Gemäß Anhang III der Richtlinie 92/119/EWG des Rates bestehen die Befugnisse und Aufgaben des gemeinschaftlichen Referenzlabors für vesikuläre Schweinekrankheit darin, im Benehmen mit der Kommission die in den Mitgliedstaaten angewandten Methoden zur Diagnose der Seuche zu koordinieren, u. a. durch regelmäßige Durchführung von Tests zum Vergleich der Diagnoseverfahren und Bereitstellung von Standardreagenzien auf Gemeinschaftsebene.
(3) In jüngster Zeit sind Labortests entwickelt worden, die eine schnelle Diagnose der vesikulären Schweinekrankheit und ihre Abgrenzung von der Maul- und Klauenseuche gewährleisten.
(4) Die Ergebnisse der letzten Vergleichstests, die auf Gemeinschaftsebene durchgeführt wurden, lassen insbesondere darauf schließen, daß die entwickelten Testverfahren verläßlich zum Nachweis von VSKV-Antigen oder VSKV-Genom eingesetzt und den bislang zur virologischen Diagnose angewandten Virusisolationstest durchaus ergänzen können.
(5) Anhand der Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren bei der Bekämpfung der veskulären Schweinekrankheit erzielt wurden, konnten Probenahmeverfahren und Kriterien für die Auswertung von Laborbefunden herauskristallisiert werden, die für unterschiedliche Situationen eine gezielte Seuchendiagnose gewährleisten.
(6) Stellungnahme und Empfehlungen des Wissenschaftlichen Ausschusses für Tiergesundheit und Tierschutz sind berücksichtigt worden.
(7) Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daß die Bestätigung der vesikulären Schweinekrankheit und ihre Abgrenzung von der Maul- und Klauenseuche nach folgenden Kriterien erfolgt:
a) Feststellung klinischer Krankheitssymptome;
b) Nachweis des Virus, Antigens oder Genoms in Epithelgewebe-, Aphthenfluessigkeits- oder Kotproben;
c) Demonstration einer spezifischen Antikörperreaktion in Serumproben.
Dabei wird den im Leitfaden im Anhang dieser Entscheidung festgelegten Diagnosemethoden, Probenahmeverfahren und Kriterien für die Auswertung der Laborbefunde Rechnung getragen.
(2) Die nationalen Diagnoselaboratorien gemäß Anhang II Nummer 5 der Richtlinie 92/119/EWG können die im Leitfaden im Anhang dieser Entscheidung festgelegten Labortests jedoch ändern oder unterschiedliche Testmethoden anwenden, sofern dieselbe Empfindlichkeit und Spezifität gewährleistet ist.
Die Empfindlichkeit und Spezifität geänderter oder unterschiedlicherer Testmethoden ist im Rahmen der regelmäßigen Vergleichstests des gemeinschaftlichen Referenzlabors für vesikuläre Schweinekrankheit zu überprüfen.
Artikel 2
Diese Entscheidung gilt ab 1. Oktober 2000.
Artikel 3
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 4. Juli 2000

Labels: 0
4
6