Document ID: 31996D0533

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 30. Juli 1996 über die Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an der Durchführung eines sechsten Programms für den Austausch von Veterinärbeamten (Text von Bedeutung für den EWR) (96/533/EG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Entscheidung 90/424/EWG des Rates vom 26. Juni 1990 über bestimmte Ausgaben im Veterinärbereich (1), zuletzt geändert durch die Entscheidung 94/370/EG der Kommission (2), insbesondere auf Artikel 34 Absatz 6,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Im Rahmen der neuen Strategie im Bereich der Veterinärkontrollen sollten Programme für den Austausch von Veterinärbeamten durchgeführt werden, um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Veterinärdiensten zu fördern.
In Artikel 22 der Richtlinie 90/675/EWG des Rates vom 10. Dezember 1990 zur Festlegung von Grundregeln für die Veterinärkontrollen von aus Drittländern in die Gemeinschaft eingeführten Erzeugnissen (3), zuletzt geändert durch die Richtlinie 96/43/EG (4), sowie in Artikel 21 der Richtlinie 91/496/EWG vom 15. Juli 1991 zur Festlegung von Grundregeln für die Veterinärkontrollen von aus Drittländern in die Gemeinschaft eingeführten Tieren und zur Änderung der Richtlinien 89/662/EWG, 90/425/EWG und 90/675/EWG (5), geändert durch die Richtlinie 96/43/EG, sind insbesondere Austauschprogramme für die Beamten vorgesehen, die Veterinärkontrollen der aus Drittländern eingeführten Erzeugnisse und Tiere durchführen.
Bei diesen Programmen sind die Erfahrungen zu berücksichtigen, die bei vorangegangenen Austauschprogrammen und speziell beim letzten gemäß der Entscheidung 95/390/EG der Kommission (6) gewonnen wurden.
Zur Unterstützung dieses Programms ist eine finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft vorzusehen.
Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Gemeinschaft beteiligt sich finanziell an dem im Anhang näher beschriebenen Austauschprogramm für Veterinärbeamte.
Artikel 2
(1) Die Mitgliedstaaten bezeichnen die für das Austauschprogramm zuständigen Behörden.
(2) Die Entsendungsmitgliedstaaten
- gewährleisten die Fortzahlung der Dienstbezüge ihrer Beamten für die Dauer des Austauschprogramms;
- tragen die Aufenthaltskosten ihrer Beamten nach Maßgabe ihrer innerstaatlichen Bestimmungen. Die Behörden der Mitgliedstaaten sorgen dafür, daß bei den Aufenthaltskosten ihrer Beamten die Situation im Gastmitgliedstaat berücksichtigt wird;
- tragen nach Maßgabe ihrer innerstaatlichen Bestimmungen die Reisekosten für eine Hin- und Rückfahrt zwischen dem Entsendungs- und dem Aufenthaltsort; sie tragen außerdem die Reisekosten innerhalb des Gastmitgliedstaats zwischen dem Ort, an dem die in Absatz 3 zweiter Gedankenstrich genannte Information stattfindet, und der ersten Kontrollstelle sowie zwischen der ersten und zweiten Kontrollstelle, denen ihre Beamten zugewiesen werden, und für alle anderen Reisen, die aufgrund dieser Entscheidung mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt werden;
- sorgen erforderlichenfalls für eine angemessene Sprachausbildung ihrer Beamten;
- informieren ihre Beamten vor der Entsendung über die finanziellen Bedingungen sowie die Art und die Organisation ihres Austauschprogramms.
(3) Die Gastmitgliedstaaten
- treffen die erforderlichen Maßnahmen zur Eingliederung der Gastbeamten;
- informieren die Gastbeamten über die allgemeine Organisation und die Kontrollverfahren, wobei sowohl die Gemeinschaftsregelung als auch die innerstaatlichen Vorschriften zu berücksichtigen sind.
Artikel 3
(1) Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft deckt die in Artikel 2 Absatz 2 zweiter und dritter Gedankenstrich genannten Ausgaben der Entsendungsmitgliedstaaten. Sie deckt außerdem die in Artikel 2 Absatz 2 vierter Gedankenstrich genannten Ausgaben der Entsendungsmitgliedstaaten bis zu einem Hoechstbetrag von 1 500 ECU je Beamten, der einen Sprachkurs absolviert.
(2) Die Mitgliedstaaten können einen Vorschuß in Höhe von 50 % der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft erhalten, wenn sie der Kommission bis zum 1. November 1996 eine Bescheinigung der in Artikel 2 Absatz 1 genannten zuständigen Behörden vorlegen, aus der hervorgeht, daß die in Artikel 2 vorgesehenen Ausgaben gemäß den innerstaatlichen Vorschriften gebunden worden sind.
Artikel 4
(1) Die Kommission erstattet den Mitgliedstaaten die in Artikel 3 Absatz 1 genannten Ausgaben, sofern die entsprechenden Belege vor dem 1. Dezember 1997 vorgelegt werden.
(2) Zu den in Absatz 1 genannten Belegen gehören insbesondere:
- Name und Anschrift der Beamten, die an dem Austausch teilnehmen,
- der in Artikel 5 Absatz 1 genannte Bericht der zuständigen Behörde,
- eine Bescheinigung des Gastmitgliedstaats,
- ein Verzeichnis der Belege über die dem Entsendungsmitgliedstaat entstandenen Kosten,
- eine Kopie der einschlägigen Vorschriften des Entsendungsmitgliedstaats über die im Austauschprogramm genannten Ausgaben,
- ein Verzeichnis der Belege über die dem Entsendungsmitgliedstaat durch die Sprachausbildung entstandenen Kosten.
Diese Belege können von der Kommission im Rahmen möglicher Kontrollen angefordert werden.
Artikel 5
(1) Die Kommission führt bis zum 31. Dezember 1997 eine fachliche und finanzielle Bewertung des Austauschs anhand der Berichte der für die Koordinierung zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten durch. Diese Berichte müssen bis zum 1. Dezember 1997 bei der Kommission eingehen und enthalten einen Abschnitt, in dem die Beamten, die an dem Austauschprogramm teilgenommen haben, Stellung nehmen können.
(2) Die gewonnenen Erfahrungen dienen der Verbesserung und Intensivierung der Folgeprogramme.
Artikel 6
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 30. Juli 1996

Labels: 9
15
5
6