Document ID: 31988R0870

( 2 ) ABl . Nr . L 377 vom 31 . 12 . 1987, S . 34 .
( 3 ) ABl . Nr . L 123 vom 5 . 6 . 1971, S . 7 .
( 4 ) ABl . Nr . L 160 vom 17 . 7 . 1971, S. 16 .
VERORDNUNG ( EWG ) Nr . 870/88 DER KOMMISSION vom 30 . März 1988 zur Gewährung einer Beihilfe zur privaten Lagerhaltung von kurzen Flachsfasern und Hanffasern
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung ( EWG ) Nr . 1308/70 des Rates vom 29 . Juni 1970 über die gemeinsame Marktorganisation für Flachs und Hanf ( 1 ), zuletzt geändert durch die Verordnung ( EWG ) Nr . 3995/87 ( 2 ), insbesondere auf Artikel 5 Absatz 1,
in Erwägung nachstehender Gründe :
In Artikel 5 der Verordnung ( EWG ) Nr . 1308/70 ist die Gewährung von Beihilfen für die private Lagerhaltung vorgesehen, wenn die verfügbaren Mengen an Flachsfasern im Vergleich zur voraussichtlichen Nachfrage ein zeitweiliges Ungleichgewicht befürchten lassen . In der Verordnung ( EWG ) Nr . 1172/71 des Rates vom 3 . Juni 1971 zur Aufstellung der Grundregeln für die Gewährung der Beihilfen für die private Lagerhaltung von Flachs - und Hanffasern ( 3 ) wurden sowohl die wichtigsten Kriterien festgelegt, anhand deren festgestellt werden kann, ob ein solches Ungleichgewicht besteht, als auch der Empfänger bestimmt .
Die Gemeinschaftserzeugung von kurzen Flachsfasern und Hanffasern sowie die voraussichtlichen Einfuhren dieser Fasern im Laufe dieses Wirtschaftsjahres lassen eine Zunahme der verfügbaren Mengen im Vergleich zum vorhergehenden Wirtschaftsjahr erwarten .
In der Gemeinschaft und in den Drittländern lässt sich in der letzten Zeit gegenüber dem Vorjahr ein wesentlicher Nachfragerückgang bei Fasern feststellen .
Angesichts der Konjunkturkrise der Leinen und Papier herstellenden Industrie, dem wichtigsten Absatzmarkt für die betreffenden Fasern, besteht die Gefahr, daß die Lage anhält .
Die Marktlage ist seit einigen Wochen durch einen anhaltenden Verfall der für Fasern gezahlten Preise gekennzeichnet . In Anbetracht der voraussichtlichen Entwicklung der Nachfrage nach den genannten Fasern dürfte dieser rückläufige Trend andauern .
Das Marktungleichgewicht beruht hauptsächlich auf schlechten klimatischen Bedingungen im Sommer 1987, die anormal hohe Erträge an kurzen Flachsfasern zur Folge hatten . Bezueglich der nächsten Ernte kann wieder auf einen normalen Ertrag an diesen Fasern gehofft werden . Unter dieser Voraussetzung und wegen der voraussichtlichen Beibehaltung der Anbauflächen im kommenden Wirtschaftsjahr ist mit einer verminderten Erzeugung von kurzen Flachsfasern zu rechnen . Man kann davon ausgehen, daß sich das Angebot an kurzen Flachsfasern und die zu erwartende Nachfrage am Anfang des nächsten Wirtschaftsjahres wieder im Gleichgewicht befinden . Da für die Hanffasern der gleiche Absatzmarkt besteht, wird sich diese wieder hergestellte Lage auch günstig auf den Markt für Hanffasern auswirken .
Eine Beurteilung der oben umrissenen Marktlage führt somit zu dem Schluß, daß zwischen den verfügbaren Mengen an kurzen Flachsfasern und Hanffasern und der voraussichtlichen Nachfrage ein zeitweiliges Ungleichgewicht besteht . Infolgedessen sind nach Maßgabe der Verordnung ( EWG ) Nr . 1524/71 der Kommission vom 16 . Juli 1971 zur Durchführung der Beihilfengewährung für die private Lagerhaltung von Flachs - und Hanffasern ( 4 ) Beihilfen für die private Lagerhaltung dieser Fasern zu gewähren .
Bei der Festlegung der Hoechstmenge, für die Verträge abgeschlossen werden können, ist zu berücksichtigen, daß der Markt nach und nach entlastet und die Verwaltung der Lagerhaltungsbeihilfen vereinfacht werden soll .
Es besteht die Gefahr, daß das vorgenannte zeitweilige Ungleichgewicht bis zum Beginn der nächsten Ernte anhält . Unter diesen Umständen ist die Vertragsdauer auf sechs Monate zu setzen .
Gemäß Artikel 8 Absatz 2 Buchstabe b ) der Verordnung ( EWG ) Nr . 1172/71 kann die Laufzeit der abgeschlossenen Lagerverträge unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden . Infolgedessen ist neben dem Betrag der zu zahlenden Beihilfe bei Erfuellung der sich aus diesem Vertrag ergebenden Verpflichtungen die Höhe der Abzuege vorzusehen, die im Falle einer Verkürzung der vorgesehenen Lagerdauer vorzunehmen sind .
Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Flachs und Hanf - HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
Artikel 1 Nach Maßgabe der Verordnung ( EWG ) Nr . 1524/71 und der vorliegenden Verordnung gewähren die Interventionsstellen den Erzeugermitgliedstaaten Beihilfen zur privaten Lagerhaltung von kurzen Flachs - und Hanffasern mit Ursprung in der Gemeinschaft .
Artikel 2 Im Sinne dieser Verordnung gelten als a ) kurze Flachsfasern :
Fasern der Unterposition 5301 30 10 der Kombinierten Nomenklatur;
b ) Hanffasern :
Hanffasern der Unterposition 5302 90 00 der Kombinierten Nomenklatur, andere als Abfälle .
Artikel 3 ( 1 ) Die Hoechstmenge je Vertrag ist auf 200 Tonnen festgesetzt .
( 2 ) Der Vertrag kann nur mit Personen geschlossen werden, in deren Besitz sich das Erzeugnis vor dem 31 . Dezember 1987 befand .
Artikel 4 ( 1 ) Unbeschadet des Artikels 8 Absatz 2 Buchstabe b ) der Verordnung ( EWG ) Nr . 1172/71 wird der Vertrag für sechs Monate abgeschlossen .
( 2 ) Die Verträge dürfen nur bis zum 6 . Mai 1988 abgeschlossen werden .
Artikel 5 ( 1 ) Die Beihilfe wird pro Monat auf 1 ECU/100 kg festgesetzt .
( 2 ) Im Falle der Anwendung von Artikel 8 Absatz 2 Buchstabe b ) der Verordnung ( EWG ) Nr . 1172/71 wird der Beihilfebetrag im Verhältnis zur Verkürzung der Laufzeit des Vertrages vermindert .
Artikel 6 Im Sinne dieser Verordnung gilt als Monat ein Zeitraum von 30 Tagen .
Artikel 7 Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat .
Brüssel, den 30 . März 1988

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