Document ID: 31989R3311

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 3311/89 DES RATES
vom 30. Oktober 1989
zur Eröffnung und Verwaltung von Gemeinschaftszollkontingenten für getrocknete Feigen und bestimmte getrocknete Weintrauben aus Spanien (1990)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Akte über den Beitritt Spaniens und Portugals, insbesondere auf die Artikel 30 und 75,
auf Vorschlag der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Gemäß den Artikeln 30 und 75 der Beitrittsakte werden die Zölle, die bei der Einfuhr der nachstehenden Waren aus Spanien in die Gemeinschaft in ihrer Zusammensetzung vom 31. Dezember 1985 erhoben werden, im Rahmen der folgenden Gemeinschaftszollkontingente stufenweise abgebaut: 200 Tonnen getrocknete Feigen des KN-Code ex 0804 20 90 und 1 900 Tonnen bestimmte getrocknete Weintrauben der KN-Code ex 0806 20 11, 0806 20 19, ex 0806 20 91 und ex 0806 20 99. Die betreffenden Zollsätze werden am 1. Januar 1990 auf 37,5 v. H. der Ausgangszollsätze herabgesetzt. Als Ausgangszollsätze gelten die in der Verordnung (EWG) Nr. 4161/87 des Rates vom 22. Dezember 1987 über die Festsetzung der Ausgangszollsätze, die in der Gemeinschaft in ihrer Zusammensetzung vom 31. Dezember 1985 infolge des Inkrafttretens der Kombinierten Nomenklatur bei der Berechnung der in der Akte über den Beitritt Spaniens und Portugals vorgesehenen schrittweisen Zollsenkungen zugrunde zu legen sind (1), festgelegten Sätze. Für das Jahr 1990 müssen daher die vorgenannten Zollkontingente eröffnet werden.
Die Verordnung (EWG) Nr. 3792/85 des Rates vom 20. Dezember 1985 über die Regelung für den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen zwischen Spanien und Portugal (2), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 222/88 (3), enthält eine Sonderregelung für die Einfuhr der betreffenden Erzeugnisse aus Spanien nach Portugal. Folglich gelten die Gemeinschaftskontingente nur in der Gemeinschaft in ihrer Zusammensetzung vom 31. Dezember 1985.
Es ist vor allem sicherzustellen, daß alle Einführer der Gemeinschaft gleichen, kontinuierlich Zugang zu diesen Kontingenten haben und daß die vorgesehenen Kontingentszollsätze fortlaufend auf sämtliche Einfuhren der betreffenden Waren in allen Mitgliedstaaten bis zur Ausschöpfung der Kontingente angewandt werden. Es empfiehlt sich, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um eine wirksame gemeinschaftliche Verwaltung dieser Zollkontingente zu gewährleisten. Hierzu ist für die Mitgliedstaaten die Möglichkeit vorgesehen, die Ziehung der den tatsächlich festgestellten Einfuhren entsprechenden benötigten Mengen aus den Kontingenten vorzunehmen. Diese Art der Verwaltung erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission.
Da sich das Königreich Belgien, das Königreich der Niederlande und das Großherzogtum Luxemburg zu der Wirtschaftsunion Benelux zusammengeschlossen haben und durch diese vertreten werden, kann jede Maßnahme in Zusammenhang mit der Verwaltung der Kontingente durch eines ihrer Mitglieder vorgenommen werden -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 1990 werden die Zollsätze bei der Einfuhr der nachstehenden Waren aus Spanien in die Gemeinschaft in ihrer Zusammensetzung vom 31. Dezember 1985 im Rahmen der angegebenen Gemeinschaftszollkontingente wie folgt ausgesetzt:
1.2.3.4.5 // // // // // // Laufende Nummer // KN-Code (a) // Warenbezeichnung // Kontingents- menge (in Tonnen) // Kontingents- zollsatz (in %) // // // // // // // // // // // 09.0301 // ex 0804 20 90 // Getrocknete Feigen, in unmittelbaren Umschließungen mit einem Gewicht des Inhalts von 15 Kilogramm oder weniger // 200 // 1,1 // 09.0303 // 0806 20 11 0806 20 12 0806 20 18 ex 0806 20 91 ex 0806 20 92 ex 0806 20 98 // Getrocknete Weintrauben, in umittelbaren Umschließungen mit einem Gewicht des Inhalts von 15 Kilogramm oder weniger // 1 900 // 0 // // // // //
(a) TARIC-Code: 0804 20 90*10
0806 20 91*10
0806 20 92*10
0806 20 98*10
Artikel 2
Die Zollkontingente nach Artikel 1 werden von der Kommission verwaltet; sie kann jede erforderliche Maßnahme treffen, um eine effiziente Verwaltung zu gewährleisten.
Artikel 3
Legt ein Importeur in einem Mitgliedstaat eine Anmeldung zur Abfertigung zum zollrechtlich freien Verkehr vor, die einen Antrag auf Gewährung der Zollbegünstigung für eine unter diese Verordnung fallende Ware enthält, und nehmen die Zollbehörden diese Anmeldung an, so nimmt der betreffende Mitgliedstaat durch Mitteilung an die Kommission die Ziehung einer seinem Bedarf entsprechenden Menge auf die betreffende Kontingentsmenge vor.
Die Anträge auf Ziehung sind der Kommission zusammen mit der Angabe, wann die Anmeldungen angenommen wurden, unverzueglich zu übermitteln.
Die Ziehungen werden von der Kommission entsprechend der zeitlichen Reihenfolge, in der die Zollbehörden des betreffenden Mitgliedstaats die Anmeldungen zur Abfertigung zum zollrechtlich freien Verkehr angenommen haben, gewährt, soweit der Restbetrag ausreicht.
Nutzt ein Mitgliedstaat die gezogenen Mengen nicht aus, so hat er den nicht ausgenutzten Teil so bald wie möglich auf das entsprechende Kontingent zurückzuübertragen.
Sind die beantragten Mengen höher als der verfügbare Restbetrag des Kontingents, so erfolgt die Ziehung anteilig im Verhältnis der Anträge. Die Mitgliedstaaten werden von der Kommission über die Ziehungen unterrichtet.
Artikel 4
Jeder Mitgliedstaat gewährt den Importeuren der betreffenden Waren gleichen, kontinuierlichen Zugang zu den Kontingenten, solange es der Restbetrag des Kontingents ermöglicht.
Artikel 5
Die Mitgliedstaat und die Kommission arbeiten im Hinblick auf die Einhaltung dieser Verordnung eng zusammen.
Artikel 6
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1990 in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am 30. Oktober 1989.

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