Document ID: 31990R0320

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 320/90 DES RATES
vom 5. Februar 1990
mit technischen Maßnahmen für die Erhaltung der Fischbestände im Regelungsbereich des Übereinkommens über die künftige multilaterale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Fischerei im Nordwestatlantik
DER RAT DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 170/83 des Rates vom 25. Januar 1983 zur Einführung einer gemeinschaftlichen Regelung für die Erhaltung und Bewirtschaftung der Fischereiressourcen (1), geändert duch die Akte über den Beitritt Spaniens und Portugals, insbesondere auf Artikel 11,
auf Vorschlag der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Gemäß Artikel 2 der Verordnung (EWG) Nr. 170/83 ist es Aufgabe des Rates, die Bestandserhaltungsmaßnahmen, die zur Erreichung der in Artikel 1 derselben Verordnung genannten Ziele erforderlich sind, anhand der verfügbaren wissenschaftlichen Gutachten festzulegen.
Das Übereinkommen über die künftige multilaterale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Fischerei im Nordwestatlantik (nachstehend »NAFO-Übereinkommen" genannt) wurde vom Rat mit der Verordnung (EWG) Nr. 3179/78 (2) genehmigt und ist am 1. Januar 1979 in Kraft getreten.
Im Rahmen ihrer allgemeinen internationalen Verpflichtungen beteiligt sich die Gemeinschaft an den Bemühungen um die Erhaltung der Fischbestände in den internationalen Gewässern.
Die Bemühungen zur Bestandserhaltung sind anhand einschlägiger wissenschaftlicher Daten zu beurteilen, um Erhaltungsmaßnahmen durchführen zu können, die auf die biologischen Gegebenheiten der Bestände abgestimmt sind.
Die NAFO-Fischereikommission ist zuständig für die Bewirtschaftung und die Erhaltung der Fischbestände im Regelungsbereich.
Diese Kommission hat auf der elften Jahrestagung der NAFO im September 1989 auf der Grundlage von Empfehlungen des NAFO-Wissenschaftsrats bestimmte Vorschläge angenommen, die Beifanggrenzen sowie Angaben über Fangmengen, wieder über Bord gegebene Mengen und Stichproben der Fischgrössen in bestimmten Fangbereichen im NAFO-Regelungsbereich betreffen.
Es obliegt den Vertragsparteien, für die Durchführung der Maßnahmen zu sorgen, die nach den Bestimmungen des NAFO-Übereinkommens allgemein verbindlich sind, und insbesondere dem Wissenschaftsrat statistische und wissenschaftliche Angaben vorzulegen.
Die Verordnung (EWG) Nr. 4055/89 (3) legt - vorbehaltlich der Kontrollmaßnahmen nach der Verordnung (EWG) Nr. 2241/87 des Rates vom 23. Juli 1987 über bestimmte Maßnahmen zur Kontrolle der Fischereitätigkeit (4), geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 3483/88 (5) und die Verordnung (EWG) Nr. 1956/88 des Rates vom 9. Juni 1988 zur Durchführung der Regelung gemeinsamer internationaler Inspektionen der Organisation für die Fischerei im Nordwest-Atlantik (6) - die Fangmöglichkeiten für bestimmte Fischbestände oder -bestandsgruppen im Regelungsbereich des NAFO-Übereinkommens für 1990 fest und enthält bestimmte Vorschriften über die Angaben, die ins Fischereilogbuch eingetragen werden müssen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Beifänge der in Anhang I der Verordnung (EWG) Nr. 4055/89 genannten Arten in Gebieten, für die in derselben Verordnung keine Quote für gezielte Befischung zugeteilt wurde, dürfen für jede dieser Arten an Bord des Fischereifahrzeugs 2 500 kg oder 10 v. H. des Gewichts der an Bord zurückbehaltenen Gesamtfänge nicht überschreiten, je nachdem, welche Menge grösser ist.
(2) Beifänge der in Anhang I der Verordnung (EWG) Nr. 4055/89 genannten Arten in Gebieten, für die ein Fangverbot gilt, dürfen für jede dieser Arten an Bord des Fischereifahrzeugs 1 250 kg oder 5 v. H. des Gewichts der an Bord zurückbehaltenen Gesamtfänge nicht überschreiten, je nachdem, welche Menge grösser ist.
Artikel 2
Damit konzentrierte Vorkommen in bestimmten Gebieten oder zu bestimmten Jahreszeiten von jungen rauhen Scharben und Gelbschwanzflundern im Bereich 3LNO des Regelungsbereichs zuverlässig erfasst werden können,
1. übermitteln die Mitgliedstaaten auf der Grundlage entsprechender Eintragungen im Fischereilogbuch gemäß Artikel 2 der Verordnung (EWG) Nr. 4055/89 monatlich zusammengefasste Statistiken der Fangmengen und der wieder über Bord gegebenen Mengen, aufgeschlüsselt nach Gebietseinheiten mit einer Grösse von höchstens einem Breiten- und einem Längengrad,
2. werden sowohl bei den zurückbehaltenen als auch bei den wieder über Bord gegebenen Fängen Stichproben der Fischgrössen mit derselben Unterteilung der erfassten Gebiete wie in Ziffer 1 durchgeführt und die Ergebnisse monatlich zusammengefasst übermittelt.
Artikel 3
Damit die Auswirkungen der Kabeljaubeifänge beim Rotbarsch- und Plattfischfang auf der Flämischen Kappe eingeschätzt werden können,
1. übermitteln die Mitgliedstaaten auf der Grundlage der entsprechenden Eintragungen im Fischereilogbuch gemäß Artikel 2 der Verordnung (EWG) Nr. 4055/89 zusätzlich zu den üblichen Berichten monatlich zusammengefasste Statistiken über die beim Rotbarsch- und Plattfischfang in dem genannten Gebiet wieder über Bord gegebenen Mengen Kabeljau;
2. werden bei dem beim Rotbarsch- und Plattfischfang in den genannten Gebieten gefangenen Kabeljau für beide Fangarten getrennt Stichproben der Fischgrösse durchgeführt, mit Angabe der Fangtiefe für jede Probe, und die Ergebnisse monatlich zusammengefasst übermittelt.
Artikel 4
(1) Die Grössenproben werden allen Teilmengen der entsprechenden Fänge jeder Art so entnommen, daß aus dem ersten Hol eines jeden Tages mindestens eine statistisch relevante Probe vorliegt. Die Grösse der Fische wird von der Spitze des Fischmauls bis zum Ende der Schwanzflosse gemessen.
(2) Für die in den Artikeln 2 und 3 genannten Zwecke gelten die gemäß dieser Verordnung gezogenen Grössenproben als repräsentativ für alle Fänge der betreffenden Art.
Artikel 5
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am 5. Februar 1990.

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