Document ID: 31986L0467

RICHTLINIE DES RATES vom 14. Juli 1986 betreffend das Gemeinschaftsverzeichnis der benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiete im Sinne der Richtlinie 75/268/EWG (Portugal)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 75/268/EWG des Rates vom 28. April 1975 über die Landwirtschaft in Berggebieten und in bestimmten benachteiligten Gebieten (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 797/85 (2), insbesondere auf Artikel 2 Absatz 2,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (3),
in Erwägung nachstehender Gründe:
Gemäß Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 75/268/EWG hat die Regierung der Portugiesischen Republik der Kommission Gebiete mitgeteilt, die für die Aufnahme in das Gemeinschaftsverzeichnis der benachteiligten Gebiete geeignet sind und entsprechende Angaben über die Merkmale dieser Gebiete gemacht.
Für die Definition der Berggebiete im Sinne von Artikel 3 Absatz 3 der Richtlinie 75/268/EWG wurden folgende Kriterien zugrundegelegt: in dem Gebiet nördlich des Tejo eine Mindesthöhe von 700 Metern, im Gebiet südlich des Tejo eine Mindesthöhe von 800 Metern, oder eine Hangneigung von mehr als 25 %. In den Fällen, in denen Höhe und Hangneigung zusammentreffen, können Berggebiete im Sinne des Artikels 3 Absatz 3 der Richtlinie 75/268/EWG wie folgt definiert werden: nördlich des Tejo eine Höhenlage zwischen 400 und 700 Metern in Verbindung mit einer Hangneigung von mindestens 20 %, südlich des Tejo eine Hohenlage zwischen 600 und 800 Metern in Verbindung mit einer Hangneigung von mindestens 15 %.
Als Merkmal für die schwach ertragfähigen Böden im Sinne von Artikel 3 Absatz 4 Buchstabe a) der Richtlinie 75/268/EWG dient ein Boden mit ausgeprägten Benachteiligungen, der mindestens 50 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche des betreffenden Concelho ausmacht.
Als Merkmal für die deutlich hinter dem Durchschnitt zurückbleibenden Wirtschaftsergebnisse im Sinne von Artikel 3 Absatz 4 Buchstabe b) der Richtlinie 75/268/EWG dient ein Vichbesatz von weniger als 0,2 GVE je Hektar Futterfläche in dem betreffenden Concelho oder in der betreffenden Region.
Für die geringe Bevölkerungsdichte oder Abnahme der Bevölkerung, die überwiegend auf die Landwirtschaft angewiesen ist, im Sinne des Artikels 3 Absatz 4 Buchstabe c) der Richtlinie 75/268/EWG sind folgende Merkmale gewählt worden: eine Bevölkerungsdichte von weniger als 56 Einwohnern je Quadratkilometer (nationaler Durchschnitt: 111) oder eine jährliche Bevölkerungsabnahme um mehr als 0,5 % sowie ein Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Personen an der gesamten Erwerbsbevölkerung von mindestens 30 %.
Als Merkmale für die Abgrenzung der durch spezifische Nachteile gekennzeichneten Gebiete, die im Sinne von Artikel 3 Absatz 5 der Richtlinie 75/268/EWG benachteiligten Gebieten gleichstehen, sind zugrundegelegt worden: Isolierung und daraus resultierende hohe Transportkosten vom Festland zu den Inseln und zwischen den einzelnen Inseln sowie fehlende Einheit der kleinen Lokalmärkte; bei den Azoren: Inseln zu mehr als 50 % über 300 m hoch, stark zerklüftet, starken Winden ausgesetzt, gekennzeichnet durch hohe Feuchtigkeit einerseits und mangelnde Wasserbindung andererseits; in Porto Santo: Bodensalzgehalt und geringe Niederschläge (weniger als 380 mm im Jahr), mangelnde Wasserreserven, in Verbindung mit einer zerklüfteten Landschaft, infolgedessen Erosionsprobleme; auf dem Festland Kalkböden in Verbindung mit ausgeprägten Felsformationen. Die Gesamtfläche der genannten Gebiete übersteigt nicht 4 % der Gesamtfläche des betreffenden Mitgliedstaates (3,91 %).
Eigenart und Niveau der Kriterien, welche die portugiesische Regierung zur Abgrenzung der der Kommission mitgeteilten drei Gebietstypen gewählt hat, entsprechen den Merkmalen der Berggebiete, der benachteiligten Gebiete oder der durch spezifische Nachteile gekennzeichneten Gebiete im Sinne von Artikel 3 Absätze 3, 4 und 5 der Richtlinie 75/ 268/EWG.
Die portugiesische Regierung hat Angaben über die gemeinschaftlichen Anlagen in diesen Gebieten übermittelt, wonach diese Anlagen insgesamt unzureichend sind. Die Gemeinschaft hilft bei der Überwindung der vordringlichen Probleme im Rahmen der Verordnung (EWG) Nr. 3828/85 des Rates vom 20. Dezember 1985 zur Einführung eines Sonderprogramms zur Entwicklung der Landwirtschaft in Portugal (4). Es erscheint daher zweckmässig, die betreffenden Gebiete in das Gemeinschaftsverzeichnis der benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiete aufzunehmen -
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
Artikel 1
Die im Anhang aufgeführten Gebiete Portugals werden in das Gemeinschaftsverzeichnis der benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiete im Sinne von Artikel 3 Absätze 3, 4 und 5 der Richtlinie 75/268/EWG aufgenommen.
Artikel 2
Diese Richtlinie ist an die Portugiesische Republik gerichtet.
Geschehen zu Brüssel am 14. Juli 1986.

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