Document ID: 32000R1796

Verordnung (EG) Nr. 1796/2000 der Kommission
vom 22. August 2000
zur Abweichung hinsichtlich der Flächenstilllegung in Schweden von der Verordnung (EG) Nr. 2316/1999 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 1251/1999 des Rates zur Einführung einer Stützungsregelung für Erzeuger bestimmter landwirtschaftlicher Kulturpflanzen
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 1251/1999 des Rates vom 17. Mai 1999 zur Einführung einer Stützungsregelung für Erzeuger bestimmter landwirtschaftlicher Kulturpflanzen(1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1672/2000(2), insbesondere auf Artikel 9,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Mit der Verordnung (EG) Nr. 2316/1999 der Kommission(3), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1454/2000(4), wurden die Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 1251/1999 hinsichtlich der Bedingungen für die Gewährung von Flächenzahlungen für bestimmte Kulturpflanzen festgelegt. Gemäß Artikel 19 Absätze 2 und 3 müssen die stillgelegten Flächen während eines spätestens am 15. Januar beginnenden und frühestens am 31. August endenden Zeitraums aus der Erzeugung genommen werden und dürfen grundsätzlich weder einer anderen landwirtschaftlichen Erzeugung zugeführt noch Gewinn bringend genutzt werden.
(2) Die Wetterlage in den letzten zwölf Monaten war im Herbst und Winter insbesondere durch Trockenheit in bestimmten Gebieten der Union und im Frühjahr und Sommer insbesondere durch übermäßige Niederschläge in anderen Gebieten der Union gekennzeichnet. Diese Lage hat die Kommission bereits veranlasst, eine Reihe abweichender Maßnahmen zugunsten Spaniens, Deutschlands und Österreichs zu treffen, die in der Verordnung (EG) Nr. 1332/2000 der Kommission(5), geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1595/2000(6), aufgeführt sind.
(3) Auch haben in Schweden übermäßige Regenfälle zur Überschwemmung von Weideflächen geführt, die nicht mehr zur Tierfütterung genutzt werden können. Daher ist es wünschenswert, für den Monat August zusätzliche örtliche Futterquellen zu finden, um die Tiere bis zum Herbst ernähren zu können.
(4) Die vorstehend beschriebene Lage rechtfertigt eine Abweichung von der Verordnung (EG) Nr. 2316/1999, indem die Nutzung der im Rahmen der Kulturpflanzenregelung stillgelegten Flächen vor dem frühestens am 31. August eintretenden Ablauf des Stilllegungszeitraums zur Ernährung des Tierbestands erlaubt wird, wobei jedoch Maßnahmen vorgesehen werden müssen, die gewährleisten, dass durch diese Nutzung kein Gewinn erzielt wird.
(5) Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Getreide -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Für das Wirtschaftsjahr 2000/01 dürfen die stillgelegten Flächen in den im Anhang dieser Verordung aufgeführten Gebieten Schwedens abweichend von Artikel 19 Absätze 2 und 3 der Verordnung (EG) Nr. 2316/1999 für die Viehfuttererzeugung genutzt werden.
(2) Schweden erlässt die erforderlichen Maßnahmen, um zu gewährleisten, dass durch die Nutzung der stillgelegten Flächen kein Gewinn erzielt wird und die auf den betreffenden Flächen geernteten Erzeugnisse insbesondere nicht unter die Beihilferegelung für Trockenfutter gemäß der Verordnung (EG) Nr. 603/95 des Rates über die gemeinsame Marktorganisation für Trockenfutter(7) fallen.
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Sie gilt mit Wirkung vom 10. August 2000.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 22. August 2000

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