Document ID: 32003R1709

Verordnung (EG) Nr. 1709/2003 der Kommission
vom 26. September 2003
über die Ernte- und Bestandsmeldungen für Reis
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 3072/95 des Rates vom 22. Dezember 1995 über die gemeinsame Marktorganisation für Reis(1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 411/2002 der Kommission(2), insbesondere auf Artikel 8 Buchstabe d),
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Die Verordnung (EWG) Nr. 2124/83 der Kommission über die Ernte- und Bestandsmeldungen für Reis(3) entspricht nicht mehr der derzeit geltenden Klassifizierung der Reisarten. In dem Bemühen um Klarheit ist die vorgenannte Verordnung aufzuheben und durch die vorliegende Verordnung zu ersetzen.
(2) Gemäß Artikel 6 Absatz 5 Unterabsatz 3 der Verordnung (EG) Nr. 3072/95 geben die Erzeuger Ernte- und Bestandsmeldungen ab; desgleichen haben die Reismühlen Bestandsmeldungen abzugeben. Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission genaue Angaben, die sich auf diese Meldungen stützen.
(3) Die im Rahmen dieser Meldungen übermittelten Angaben müssen es der Kommission insbesondere erlauben, zu Beginn eines jeden Wirtschaftsjahres eine Bilanz der vorhandenen Reismengen im Hinblick auf eine bessere Verwaltung des Marktes zu erstellen. Folglich müssen nach Maßgabe dieses Ziels der Inhalt dieser Meldungen und die Fristen für ihre Übermittlung präzisiert sowie die Bedingungen für die Weiterleitung an die Kommission festgelegt werden.
(4) Im Hinblick auf eine Modernisierung der Verwaltung ist die Übermittlung der von der Kommission verlangten Angaben auf elektronischem Wege vorzusehen.
(5) Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Getreide -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die landwirtschaftlichen Erzeuger oder ihre Vereinigungen übermitteln der Interventionsstelle des Mitgliedstaats, in dem sich ihr Betrieb befindet, oder jeder anderen von diesem Mitgliedstaat bezeichneten Behörde
a) vor dem 15. Oktober die Bestandsmeldung zum Stichtag des 31. August, wobei sie zwischen den in Anhang A Nummer 2 der Verordnung (EG) Nr. 3072/95 definierten Reisarten unterscheiden und die Bestandsmengen sowie den Ertrag in ganzen Körnern angeben;
b) vor dem 15. November die Erntemeldung, wobei sie zwischen den in Anhang A Nummer 2 der Verordnung (EG) Nr. 3072/95 definierten Reisarten unterscheiden und die Anbaufläche sowie die erhaltene Erzeugung angeben.
Artikel 2
Hinsichtlich ihrer Verarbeitungs- und Einfuhrtätigkeit übermitteln die Reismühlen der Interventionsstelle des Mitgliedstaats, in dem sie ihren Sitz haben, oder jeder anderen von diesem Mitgliedstaat bezeichneten Behörde jährlich vor dem 15. Oktober die Meldung ihrer Reisbestände zum Stichtag des 31. August, wobei sie zwischen den in Anhang A Nummer 2 der Verordnung (EG) Nr. 3072/95 definierten Reisarten unterscheiden, getrennt nach Gemeinschaftserzeugung und aus Drittländern eingeführten Erzeugnissen. Die Bestandsmengen werden nach Verarbeitungsstufen aufgeschlüsselt. Für jede Menge Rohreis (Paddy-Reis) oder geschälten Reis wird auch der Ertrag in ganzen Körnern angegeben.
Artikel 3
(1) Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission
a) vor dem 15. November die in den Anhängen I und II aufgeführten Informationen, die sich aus der Zusammenfassung der Angaben aus den Meldungen nach Artikel 1 Buchstabe a) und Artikel 2 ergeben;
b) vor dem 15. Dezember die in Anhang III aufgeführten Informationen, die sich aus der Zusammenfassung der Angaben aus den Erntemeldungen nach Artikel 1 Buchstabe b) ergeben, und die Schätzung des Ertrags an ganzen Körnern der Ernte.
Die übermittelten Informationen können jedoch spätestens bis zum 15. Januar geändert werden.
(2) Die in Absatz 1 genannten Meldungen werden auf elektronischem Wege an die Adresse gesandt, die in den Anhängen I, II und III aufgeführt ist.
Artikel 4
Die Mitgliedstaaten treffen alle gebotenen Vorkehrungen, damit die Meldungen auf nationaler Ebene erfasst und zentralisiert werden können.
Sie treffen alle geeigneten Kontrollmaßnahmen, um sich zu vergewissern, dass diese Meldungen der tatsächlichen Situation entsprechen.
Sie unterrichten die Kommission über die getroffenen Vorkehrungen und Maßnahmen.
Artikel 5
Die Verordnung (EWG) Nr. 2124/83 wird aufgehoben.
Artikel 6
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Sie gilt ab 1. September 2003.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 26. September 2003

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