Document ID: 31995D0149

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 8. März 1995 über TVB-Grenzwerte für bestimmte Kategorien von Fischereierzeugnissen und die anzuwendenden Analysemethoden (95/149/EG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 91/493/EWG des Rates vom 22. Juli 1991 zur Festlegung von Hygienevorschriften für die Erzeugung und Vermarktung von Fischereierzeugnissen (1), geändert durch die Akte über den Beitritt Österreichs, Finnlands und Schwedens, insbesondere auf Kapitel V, Teil II Nummer 3 des Anhangs,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Um zu verhindern, daß für den menschlichen Verzehr ungeeignete Fischereierzeugnisse auf den Markt gelangen, sind bei den Kontrollen gemäß der Richtlinie 91/493/EWG auch bestimmte chemische Kontrollen zur Überprüfung des TVB-Gehalts (fluechtiger Basenstickstoff) vorgesehen.
Es sind die für bestimmte Tierkategorien einzuhaltenden TVB-Werte sowie die anzuwendenden Analysemethoden festzulegen.
Die für die Kontrolle des TVB-Gehalts wissenschaftlich anerkannten Analysemethoden müssen weiterhin als Routineverfahren eingesetzt werden können. Es ist jedoch angebracht, eine Referenzmethode festzulegen, die in Zweifels- und Streitfällen angewendet werden kann.
Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Unverarbeitete Fischereierzeugnisse, die den in Anhang I aufgeführten Tierkategorien zuzuordnen sind, gelten als ungeeignet für den menschlichen Verzehr, wenn die organoleptischen Prüfungen Zweifel an ihrer Frische aufkommen lassen und die chemische Kontrolle ergibt, daß folgende TVB-Grenzwerte (fluechtiger Basenstickstoff) überschritten sind:
1. 25 Milligramm Stickstoff/100 Gramm Fleisch der in Teil A des Anhangs aufgeführten Arten;
2. 30 Milligramm Stickstoff/100 Gramm Fleisch der in Teil B des Anhangs aufgeführten Arten;
3. 35 Milligramm Stickstoff/100 Gramm Fleisch der in Teil C des Anhangs aufgeführten Arten.
Artikel 2
(1) Als Referenzmethode für die Kontrolle des TVB-N-Grenzwerts gilt die in Anhang II beschriebene Destillation eines mit Perchlorsäure denaturierten Extrakts.
(2) Die in Absatz 1 genannte Destillation wird in einem Gerät durchgeführt, das dem in Anhang III dargestellten Prinzip entspricht.
(3) Der TVB-Grenzwert kann nach folgenden Routineverfahren kontrolliert werden:
- Mikrodiffusion nach Conway und Byrne (1933);
- einfache Destillation nach Antonacopoulos (1968);
- Destillation eines mit Trichloressigsäure denaturierten Extrakts (Ausschuß des Codex Alimentarius für Fische und Fischereierzeugnisse, 1968).
(4) Die Probenahme umfaßt rund einhundert Gramm Fleisch, das an mindestens drei verschiedenen Stellen des Probeobjektes entnommen und durch Zerkleinern gemischt wird.
Artikel 3
Die Mitgliedstaaten empfehlen den amtlichen Laboratorien, die in Artikel 2 Nummer 1 genannte Referenzmethode als Routineverfahren anzuwenden. In Zweifels- oder Streitfällen bezüglich der Ergebnisse eines Routineverfahrens darf zur Bestätigung der Ergebnisse nur die Referenzmethode eingesetzt werden.
Artikel 4
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 8. März 1995

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