Document ID: 32002D0794

Entscheidung der Kommission
vom 11. Oktober 2002
über bestimmte Schutzmaßnahmen im Hinblick auf Gefluegelfleisch, Gefluegelfleischerzeugnisse und Gefluegelfleischzubereitungen für den menschlichen Verzehr, eingeführt aus Brasilien
(Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 3692)
(Text von Bedeutung für den EWR)
(2002/794/EG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Januar 2002 zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit(1), insbesondere auf Artikel 53 Absatz 1,
gestützt auf die Richtlinie 97/78/EG des Rates vom 18. Dezember 1997 zur Festlegung von Grundregeln für die Veterinärkontrollen von aus Drittländern in die Gemeinschaft eingeführten Erzeugnissen(2), insbesondere auf Artikel 22 Absatz 1,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Insbesondere was Lebensmittel angeht, ist gemäß Artikel 53 Absatz 1 Buchstabe b) Ziffer iii) der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 jede geeignete Maßnahme zu erlassen, wenn deutlich ist, dass aus einem Drittland eingeführte Lebensmittel wahrscheinlich ein ernstes Risiko für die Gesundheit von Mensch oder Tier oder für die Umwelt darstellen.
(2) Gemäß Artikel 22 der Richtlinie 97/78/EG müssen gegenüber Einfuhren von bestimmten Erzeugnissen aus Drittländern geeignete Maßnahmen getroffen werden, wenn das Risiko des Auftretens oder der Entwicklung einer ernsten Gefährdung für die Gesundheit von Mensch oder Tier besteht.
(3) In aus Brasilien eingeführtem Gefluegelfleisch und Gefluegelfleischzubereitungen für den menschlichen Verzehr sind Nitrofurane entdeckt worden.
(4) Brasilien hat der Kommission die erforderlichen Garantien übermittelt, die ab dem 10. Mai 2002 gelten sollten.
(5) In nach dem 10. Mai 2002 zertifizierten Gefluegelfleischsendungen sind jedoch ebenfalls Nitrofurane gefunden worden.
(6) Da das Vorkommen dieser Substanzen in Lebensmitteln eine potenzielle Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt, müssen von allen aus Brasilien eingeführten Sendungen von Gefluegelfleisch, Gefluegelfleischerzeugnissen und Gefluegelfleischzubereitungen Proben genommen werden, um ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit nachzuweisen.
(7) Mit der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 wurde ein Schnellwarnsystem für Lebensmittel eingeführt, auf das zurückgegriffen werden kann, um die Anforderung der gegenseitigen Unterrichtung gemäß der Richtlinie 97/78/EG umzusetzen.
(8) Diese Entscheidung wird auf der Grundlage der von den zuständigen brasilianischen Behörden erteilten Garantien sowie der Ergebnisse der von den Mitgliedstaaten durchgeführten Untersuchungen überprüft.
(9) Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Diese Entscheidung gilt für aus Brasilien eingeführtes Gefluegelfleisch, Gefluegelfleischerzeugnisse und Gefluegelfleischzubereitungen.
Artikel 2
(1) Die Mitgliedstaaten unterziehen alle aus Brasilien eingeführten Sendungen von Gefluegelfleisch, Gefluegelfleischerzeugnissen oder Gefluegelfleischzubereitungen auf der Basis geeigneter Probenahmepläne und Nachweismethoden einer chemischen Untersuchung, um sicherzustellen, dass die betreffenden Erzeugnisse keine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen. Bei dieser Untersuchung muss insbesondere festgestellt werden, ob die Erzeugnisse Nitrofurane und deren Metaboliten enthalten.
(2) Die Mitgliedstaaten unterrichten die Kommission mit Hilfe des durch die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 eingeführten Schnellwarnsystems unverzüglich über die Ergebnisse der Untersuchungen gemäß Absatz 1.
Artikel 3
Die Mitgliedstaaten genehmigen die Einfuhr der in Artikel 1 genannten Erzeugnisse in ihr Hoheitsgebiet oder die Versendung in einen anderen Mitgliedstaat nur dann, wenn die Untersuchungen gemäß Artikel 2 einen Negativbefund ergeben.
Artikel 4
Alle durch die Anwendung dieser Entscheidung entstehenden Kosten gehen zu Lasten des Versenders, des Empfängers oder ihrer Bevollmächtigten.
Artikel 5
Die Mitgliedstaaten ändern ihre Einfuhrvorschriften, um sie mit dieser Entscheidung in Einklang zu bringen. Sie setzen die Kommission umgehend davon in Kenntnis.
Artikel 6
Diese Entscheidung wird auf der Grundlage der von den zuständigen brasilianischen Behörden erteilten Garantien sowie der Ergebnisse der in Artikel 2 genannten Untersuchungen überprüft.
Artikel 7
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 11. Oktober 2002

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