Document ID: 31989D0560

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BESCHLUSS DER KOMMISSION
vom 17. Oktober 1989
über die Einstellung des Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren von Polyesterfilmen in der Republik Korea
(89/560/EWG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2423/88 vom 11. Juli 1988 über den Schutz gegen gedumpte oder subventionierte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gehörenden Ländern (1), insbesondere auf Artikel 9,
nach Konsultationen in dem mit der genannten Verordnung eingesetzten beratenden Ausschuß,
in Erwägung nachstehender Gründe:
A. Verfahren
(1) Die Kommission erhielt im September 1987 von der European Plastic Films, Membrane and Covering Manufacturers Association (AFC) im Namen von Herstellern, auf die die gesamte Gemeinschaftsproduktion von Polyesterfilm entfällt, einen Antrag auf Einleitung eines Verfahrens gegenüber den Einfuhren von Polyesterfilm mit Ursprung in der Republik Korea (hier Korea genannt). Der Antrag enthielt Beweismittel für das Vorliegen von Dumping und für eine dadurch verursachte bedeutende Schädigung. Diese Beweismittel wurden als ausreichend angesehen, um die Einleitung eines Verfahrens zu rechtfertigen. Die Kommission veröffentlichte daraufhin im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften (2) eine Bekanntmachung über die Einleitung eines Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren von Polyesterfilmen der KN-Code 3919 10 31, 3919 90 31, 3920 61 00, 3920 62 00, 3920 63 00, 3920 69 00, 3921 19 90 und 3921 90 19 in die Gemeinschaft und leitete eine Untersuchung ein.
(2) Die Kommission unterrichtete offiziell die bekanntermassen betroffenen Ausführer und Einführer, die Vertreter des Ausfuhrlandes und den Antragsteller. Sie gab den unmittelbar betroffenen Parteien Gelegenheit, ihren Standpunkt schriftlich darzulegen und eine Anhörung zu beantragen.
(3) Zwecks Einholung aller erforderlichen Informationen sandte die Kommission Fragebogen an die vier Unternehmen, in deren Namen der Antrag gestellt worden war, um jedem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, die ihm durch die Einfuhren von Polyesterfilm aus Korea verursachte Schädigung nachzuweisen. Die Kommission führte eine detaillierte Analyse der vier Unternehmen durch, die den Fragebogen beantworteten und deren Produkte die gesamte Gemeinschaftsproduktion ausmacht.
(4) Alle bekanntermassen betroffenen Hersteller/Ausführer und einige Einführer legten ihren Standpunkt schriftlich dar. Alle Hersteller/Ausführer stellten einen Antrag auf Anhörung, dem stattgegeben wurde. Auch dem Antrag des Antragstellers auf Anhörung wurde stattgegeben.
(5) Die Kommission überprüfte die eingegangenen Informationen, soweit sie dies für ihre vorläufige Sachaufklärung für notwendig hielt, und führte bei folgenden Unternehmen Untersuchungen an Ort und Stelle durch:
a) Hersteller in der Gemeinschaft
- Du Pont de Nemours, Luxemburg,
- Hoechst AG, Wiesbaden, Deutschland,
- ICI, Weilwyn Garden City, Hertfordshire, Vereinigtes Königreich,
- Rhône-Poulenc, Lyon, Frankreich;
b) Koreanische Hersteller/Ausführer
- Kolon Industries Inc., Seoul,
- SKC Ltd, Seoul.
(6) Die Dumpinguntersuchung umfasste das Jahr 1987. Bei der Prüfung der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft wurde die Entwicklung der einschlägigen Wirtschaftsfaktoren in den Jahren 1984 bis 1987 zugrunde gelegt.
B. Schädigung
(7) Zu der angeblichen Schädigung durch die angeblich gedumpten Einfuhren geht aus den der Kommission vorliegenden Beweismitteln hervor, daß die Einfuhren aller Arten von Polyesterfilm aus Korea in die Gemeinschaft von 582 Tonnen im Jahre 1984 auf 890 Tonnen 1985 und von 2 207 Tonnen 1986 auf 2 949 Tonnen 1987 angestiegen sind. Dies entspricht einer Erhöhung des Marktanteils der koreanischen Hersteller/Ausführer von 0,6 % 1984 auf 0,9 % 1985 und von 2 % 1986 auf 2,4 % 1987. In der gleichen Zeit verringerte sich der Marktanteil des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft von 73,4 % 1984 auf 68,1 % 1987. Seine durchschnittlichen Gewinne vor Steuern lagen bei 16,2 % 1984, 7,4 % 1985, 9,9 % 1986 und 10,6 % 1987. Bei den Dünnfilmen (12 bis 36 Mikron) erreichten die Einfuhren aus Korea 1985 3 %, 1986 6,6 % und 1987 8,2 % der entsprechenden
Verkäufe des Wirtschaftszweiges der Gemeinschaft in der Gemeinschaft.
(8) Der Umsatz des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft stieg von 340,9 Millionen ECU 1984 auf 360,9 Millionen ECU 1985, 375,8 Millionen ECU 1986 und 384,7 Millionen ECU 1987. Bei Dünnfilmen, auf die der grösste Teil der koreanischen Einfuhren entfällt, steigerte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seinen Umsatz von 61,3 Millionen ECU 1985 auf 70,8 Millionen ECU 1986 und 72,4 Millionen ECU 1987. In diesem Marktsegment erzielte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft 1987 einen durchschnittlichen Gewinn von 4,9 % gegenüber 10,6 % bei allen Polyesterfilmen.
(9) Was Kapazität, Produktion und Beschäftigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft anbetrifft, so war bei allen Indikatoren zwischen 1984 und 1987 ein Anstieg festzustellen. Das gleiche gilt für die Ausfuhren der Gemeinschaftshersteller von Polyesterfilm nach Korea. Die Preise aller Typen von Polyesterfilm, vor allem aber die Preise der Dünnfilme gingen zwischen 1984 und 1987 zurück. Die durchschnittliche Preisunterbietung lag bei allen 12 Mikronfilmen der koreanischen Ausführer zwischen 12,3 % und 24,8 %.
(10) Unter Berücksichtigung aller einschlägigen vorgenannten Wirtschaftsfaktoren kam die Kommission zu dem Schluß, daß die Einfuhren aus Korea während des Untersuchungszeitraums den antragstellenden Unternehmen, was die Produktion aller Arten von Polyesterfilm anbetrifft, keine Schädigung und bei Dünnfilmen keine bedeutende Schädigung verursacht haben. Der geringe Marktanteilverlust bei Polyesterfilmen insgesamt kann nicht in vollem Umfang den koreanischen Ausführern angelastet werden. Die unbefriedigenden Ergebnisse bei Dünnfilmen waren nicht so schwerwiegend, daß sie den Antragstellern einen bedeutenden Schaden verursachten.
C. Dumping
(11) Aufgrund der obigen Sachaufklärung hält die Kommission es - trotz der Angaben über das Vorliegen von Dumping 1987 - nicht für notwendig, die Frage weiter zu prüfen, ob bei den betreffenden Einfuhren Dumping vorlag.
D. Rücknahme des Antrags und Einstellung des Verfahrens
(12) Die Kommission unterrichtete den Antragsteller über ihre obige Sachaufklärung. Der Antragsteller beschloß daraufhin, den Antrag zurückzuziehen, weil sich die Marktbedingungen zwischen dem Untersuchungszeitraum - Jahr 1987 - und 1989 verändert hatten.
(13) Unter diesen Umständen erübrigen sich Schutzmaßnahmen, und das Verfahren ist einzustellen, da eine Fortsetzung nicht im Interesse der Gemeinschaft liegt.
BESCHLIESST:
Einziger Artikel
Das Antidumpingverfahren betreffend die Einfuhren von Polyesterfilm mit Ursprung in der Republik Korea wird eingestellt.
Brüssel, den 17. Oktober 1989

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