Document ID: 32012R0448

DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) Nr. 448/2012 DER KOMMISSION
vom 21. März 2012
zur Ergänzung der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf technische Regulierungsstandards für die Präsentation der Informationen, die Ratingagenturen in einem von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde eingerichteten zentralen Datenspeicher zur Verfügung stellen
(Text von Bedeutung für den EWR)
DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION -
gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 über Ratingagenturen (1), insbesondere auf Artikel 21 Absatz 4 Buchstabe c,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1)
Gemäß Artikel 11 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 stellen Ratingagenturen in dem von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (im Folgenden „ESMA“) eingerichteten zentralen Datenspeicher bestimmte Informationen über ihre bisherigen Ergebnisse zur Verfügung. Diese Informationen werden in einer von der ESMA festgelegten, standardisierten Form bereitgestellt und von der ESMA öffentlich zugänglich gemacht; die ESMA veröffentlicht ferner eine Zusammenfassung über die wichtigsten festgestellten Entwicklungen. Diese Anforderungen müssen im Hinblick auf die Präsentation der Angaben, einschließlich Struktur, Format, Methode und Berichterstattungszeitraum, ergänzt werden.
(2)
Ratingagenturen, die zu einer Gruppe in der Union niedergelassener Ratingagenturen gehören, können ihre Angaben getrennt an den zentralen Datenspeicher übermitteln. Da die Ratingagenturen hinsichtlich ihrer funktionellen Organisation auf EU-Ebene stark integriert sind, sollten sie im Interesse einer besseren Lesbarkeit der Statistiken dazu ermuntert werden, für den zentralen Datenspeicher Gesamtangaben über die ganze Gruppe zur Verfügung zu stellen.
(3)
Im zentralen Datenspeichersystem werden Daten über Ratingagenturen erfasst und zentral gespeichert. Damit die Marktteilnehmer die Zuverlässigkeit von Ratings besser beurteilen und dadurch ihre Anlageentscheidungen einfacher treffen können, sollten im zentralen Datenspeicher auf freiwilliger Basis auch Ratings akzeptiert werden, die von Ratingagenturen aus einem Drittland, die zur gleichen Gruppe von Ratingagenturen gehören, abgegeben, aber nicht in der Union übernommen wurden.
(4)
Um die Lesbarkeit der erstellten Statistiken weiter zu erleichtern, sollten bei der Übermittlung von Ratingdaten zumindest die letzten zehn Jahre vor Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 abgedeckt werden. Ratingagenturen sollten nicht zur Übermittlung dieser Daten verpflichtet werden, wenn sie nachweisen können, dass dies angesichts des Umfangs und der Komplexität der Daten nicht angemessen wäre.
(5)
Diese Verordnung basiert auf den Entwürfen technischer Regulierungsstandards, die die ESMA der Kommission nach dem in Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1095/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates (2) festgelegten Verfahren zur Billigung vorgelegt hat.
(6)
Die ESMA hat zu den Entwürfen technischer Regulierungsstandards, auf denen diese Verordnung basiert, offene öffentliche Anhörungen durchgeführt und die Stellungnahme der gemäß Artikel 37 der Verordnung (EU) Nr. 1095/2010 eingesetzten Interessengruppe Wertpapiere und Wertpapiermärkte eingeholt. Die ESMA hat jedoch keine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, die sie angesichts der Wirkung der Entwürfe technischer Regulierungsstandards als unverhältnismäßig betrachtete, da der Ausschuss der europäischen Wertpapierregulierungsbehörden (CESR) den zentralen Datenspeicher seit 2010 einrichtet und die Entwürfe technischer Standards eher den Betrieb des bestehenden Systems reflektieren, als wesentliche neue Anforderungen umzusetzen, weshalb nicht von signifikanten Mehrkosten für die ESMA oder die Ratingagenturen ausgegangen wurde -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
KAPITEL I
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
Artikel 1
Gegenstand
Diese Verordnung enthält Bestimmungen für die Präsentation der Angaben, einschließlich Struktur, Format, Methode und Berichterstattungszeitraum, die Ratingagenturen in einem zentralen Datenspeicher zur Verfügung stellen müssen gemäß
a)
Artikel 11 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009,
b)
Anhang I Abschnitt E Teil II Nummer 1 der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009.
KAPITEL II
STRUKTUR DER BERICHTERSTATTUNG
Artikel 2
Grundsätze der Berichterstattung
(1) Die Ratingagenturen übermitteln an den von der ESMA eingerichteten zentralen Datenspeicher folgende Arten von Berichten:
a)
Berichte mit qualitativen Daten gemäß Artikel 7 und Artikel 9 und
b)
Berichte mit Ratingdaten gemäß Artikel 8 und Artikel 10.
(2) Die Ratingagenturen sind für die Genauigkeit, Vollständigkeit und Verfügbarkeit der mitgeteilten Daten verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass die Berichte rechtzeitig über die in Artikel 11 genannten Berichtskanäle und gemäß dem in Artikel 13 beschriebenen Berichterstattungsverfahren zur Verfügung gestellt werden.
(3) Wenn Ratingagenturen zu einer Gruppe von Ratingagenturen gehören, können die Mitglieder der Gruppe einem ihrer Mitglieder das Mandat erteilen, die verlangten Informationen im Namen der Gruppe mitzuteilen. Das beauftragte Gruppenmitglied gibt bei der Übermittlung von Informationen im Namen der Gruppe seine eigene Identität und die Identität der Gruppenmitglieder an, in deren Namen es Informationen mitteilt.
Artikel 3
Mitzuteilende Ratings
(1) Die Ratingagenturen übermitteln Daten über ein Rating für jeden Berichterstattungszeitraum bis zum Widerruf des betreffenden Ratings.
(2) Die Ratingagenturen teilen sowohl beauftragte als auch unbeauftragte Ratings mit. Sie geben an, ob es sich beim Rating um ein beauftragtes oder ein unbeauftragtes Rating handelt.
(3) Ratingagenturen, die im Namen einer Gruppe von Ratingagenturen Bericht erstatten, können per Übernahme Daten einbeziehen, die von Ratingagenturen aus einem Drittland, die zur gleichen angeschlossenen Gruppe gehören, abgegeben und in der Union nicht genutzt werden. Wenn Ratingagenturen solche Daten nicht mitteilen, liefern sie in ihrem Bericht mit qualitativen Daten eine Erklärung hierfür.
(4) Die Ratingagenturen decken bei der Mitteilung von Ratingdaten zumindest die letzten zehn Jahre vor Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 ab. Ratingagenturen, die vor dem 7. Dezember 1999 keine Ratings abgegeben haben, übermitteln Daten für die Berichterstattungszeiträume, die sich an das erste Datum einer Ratingabgabe anschließen. Ratingagenturen müssen nicht über Ratingzeiträume berichten, die vor ihrer Registrierung oder Zertifizierung im Rahmen der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 liegen, wenn sie nachweisen können, dass die Mitteilung solcher Daten in Anbetracht des Aufwands und der Komplexität nicht angemessen ist.
(5) Die Ratingagenturen teilen folgende Arten von Ratings mit:
a)
Unternehmensratings,
b)
Ratings strukturierter Finanzinstrumente,
c)
Länderratings und Ratings öffentlicher Finanzen.
Artikel 4
Unternehmensratings
(1) Die Ratingagenturen übermitteln Daten über Unternehmensratings auf Emittentenbasis.
(2) Die Ratingagenturen können Ratings von Tochterunternehmen eines Unternehmens als Einzelrating behandeln, wenn sie dies wünschen. Die Ratingagenturen begründen in diesem Fall ihre diesbezügliche Politik.
(3) Bei der Mitteilung von Unternehmensratings ordnen die Ratingagenturen die Ratings einem der in Anhang II Tabelle 1 Feld 18 genannten Industriesektoren zu.
(4) Unternehmensratingdaten für kurz- und langfristige Ratings werden mitgeteilt, sofern sie verfügbar sind. Für langfristige Ratings wird das Emittentenrating mitgeteilt. Ist ein Emittentenrating nicht verfügbar, wird das Rating für langfristige unbesicherte Verbindlichkeiten mitgeteilt. Sind Ratings für Fremd- und Landeswährung verfügbar, so wird nur das Rating für die Fremdwährung mitgeteilt.
Artikel 5
Ratings strukturierter Finanzinstrumente
(1) Vorbehaltlich der Bestimmungen der Absätze 2 und 3 teilen die Ratingagenturen für strukturierte Finanzinstrumente langfristige Ratings auf Emittentenbasis mit.
(2) Die Ratingagenturen teilen für strukturierte Finanzinstrumente und ähnliche Instrumente langfristige Ratings auf Emittentenbasis mit.
(3) Die Ratingagenturen teilen für forderungsgedeckte Geldmarktpapiere kurzfristige Ratings auf Emittentenbasis mit.
(4) Bei der Mitteilung von Ratings strukturierter Finanzinstrumente ordnen die Ratingagenturen die Ratings einer der folgenden Anlageklassen zu:
a)
Durch Forderungen unterlegte Wertpapiere (Asset-backed securities, ABS). Diese Anlageklasse umfasst folgende Unterklassen: Kfz-/Boot-/Flugzeugdarlehen, Studentendarlehen, Konsumentendarlehen, Gesundheitsdarlehen, Darlehen für vorgefertigte mobile Häuser, Filmdarlehen, Infrastrukturdarlehen, Mobilien-Leasing, Kreditkartenforderungen, Steuerpfandrechte, notleidende Kredite, Credit Linked Notes, Darlehen für Campingfahrzeuge und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen;
b)
Wertpapiere, die durch einen Pool privater Hypothekendarlehen besichert sind (Residential mortgage-backed securities, RMBS). Diese Anlageklasse umfasst folgende Unterklassen: durch Hypothekenkredite unterlegte Wertpapiere des Prime- und des Subprimesegments und Wohnbaukredite;
c)
Wertpapiere, die durch Forderungen aus gewerblichen Hypothekendarlehen unterlegt sind (Commercial mortgage-backed securities, CMBS). Diese Anlageklasse umfasst folgende Unterklassen: Kleindarlehen oder Darlehen für Büroimmobilien, Darlehen für Krankenhäuser, Pflegeheime, Lagerräume, Hotels, Pflegeeinrichtungen, Firmenkredite und Darlehen für Mehrfamilienhäuser;
d)
Wertpapiere, die durch ein Kreditportfolio besichert sind (Collateralised debt obligations, CDO). Diese Anlageklasse umfasst folgende Unterklassen: CLO, durch einen Anleihe-Pool besicherte Wertpapiere, besicherte synthetische Wertpapiere, CDO mit nur einer Tranche, durch ein Fondsportfolio besicherte Wertpapiere, CDO von ABS und CDO von CDO;
e)
durch Forderungen unterlegte Geldmarktpapiere (Asset-backed commercial papers, ABCP);
f)
andere strukturierte Finanzinstrumente außerhalb der genannten Anlageklassen, einschließlich strukturierter gedeckter Schuldverschreibungen, strukturierter Anlagemedien, Verbriefungen von Versicherungsrisiken (insurance-linked securities) und Anbieter derivativer Produkte („Derivative Product Companies“, DPC).
(5) Die Ratingagenturen geben an, welcher Anlageklasse und gegebenenfalls Unterklasse jedes bewertete Instrument zuzuordnen ist.
(6) Für die Zwecke von Anhang II Tabelle 1 Feld 17 wird als Ländercode des Instruments der Code des Landes angegeben, in dem die Mehrzahl der zugrunde liegenden Vermögenswerte emittiert wurde. Wenn der „Standort“ der Mehrzahl der zugrunde liegenden Vermögenswerte nicht ermittelt werden kann, wird das bewertete Instrument als „international“ eingestuft.
Artikel 6
Länderratings und Ratings öffentlicher Finanzen
(1) Die Ratingagenturen übermitteln Daten über Länderratings und Ratings öffentlicher Finanzen auf Emittentenbasis. Die Ratingagenturen ordnen die Ratings einer der folgenden Klassen zu:
a)
Länderratings in Landeswährung;
b)
Länderratings in Fremdwährung;
c)
Ratings unterhalb der Staats- und auf Gemeindeebene, z. B. Teilstaaten und Gebietskörperschaften;
d)
Ratings supranationaler Organisationen, z. B. von Einrichtungen, die von mehr als einem souveränen Staat geschaffen, besessen und kontrolliert werden, einschließlich Organisationen des Code U (Exterritoriale Organisationen und Körperschaften) der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (im Folgenden „NACE“) (3);
e)
Ratings öffentlicher Unternehmen, einschließlich der NACE-Codes O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung), P (Erziehung und Unterricht) und Q (Gesundheits- und Sozialwesen).
(2) Innerhalb jeder Klasse werden die kurz- und die langfristigen Emittentenratings mitgeteilt. Ist ein Emittentenrating nicht verfügbar, wird das langfristige Rating für Verbindlichkeiten mitgeteilt.
(3) Wenn im Falle der in Absatz 1 Buchstabe d genannten supranationalen Organisationen kein Land als Emissionsland ermittelt werden kann, wird der bewertete Emittent für die Zwecke von Anhang II Tabelle 1 Feld 17 als „international“ eingestuft.
KAPITEL III
BERICHTSFORMAT
Artikel 7
Qualitative Daten
(1) Die Ratingagenturen übermitteln Berichte mit qualitativen Daten in dem in Anhang I Tabelle 1 beschriebenen Format. Die Ratingagenturen übermitteln insbesondere qualitative Daten über ihre Ratingskala zur Erläuterung der Einzelmerkmale und der Bedeutung jedes Ratings. Die Ratingagenturen können bis zu sechs Ratingskalen mitteilen. Für jede Kombination von Zeithorizont und Ratingart kann höchstens eine Ratingskala mitgeteilt werden.
(2) Verwendet eine Ratingagentur bei der Ratingabgabe für einen bestimmten Zeithorizont und eine bestimmte Ratingart mehr als eine Ratingskala, so teilt sie in ihren Berichten mit qualitativen Daten nur die bei der numerischen Mehrzahl dieser Ratings verwendete Ratingskala mit. Ratings, bei denen eine Ratingskala verwendet wird, die gemäß diesem Absatz nicht mitgeteilt wurde, werden in den Ratingdatenberichten nicht aufgeführt.
(3) Eine Ratingskala enthält eine offene Anzahl breiter Ratingkategorien, die eine offene Anzahl von Stufen als Unterkategorien umfassen können. Die Ratingagenturen teilen gegebenenfalls sowohl die Ratingkategorien als auch die entsprechenden Stufen mit.
Artikel 8
Ratingdaten
(1) Die Ratingagenturen übermitteln die in Artikel 3 genannten Ratingdatenberichte in dem in Anhang II Tabelle 1 beschriebenen Format.
(2) Für die Zwecke von Anhang II Tabelle 1 Feld 12 teilen die Ratingagenturen bezüglich eines Ratings einen Ausfall mit, wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:
a)
im Rating wird im Einklang mit der Ausfalldefinition der Ratingagentur ein Ausfall festgestellt;
b)
das Rating wird aufgrund Insolvenz des bewerteten Unternehmens oder aufgrund einer Umschuldung widerrufen;
c)
ein anderer Umstand, aufgrund dessen die Ratingagentur hinsichtlich des bewerteten Unternehmens oder Instruments einen Ausfall, eine wesentliche Beeinträchtigung oder eine entsprechende Situation feststellt.
(3) Für alle mitgeteilten Ratings, die während eines spezifischen Berichterstattungszeitraums widerrufen werden, wird in Anhang II Tabelle 1 Feld 11 ein Grund für den Widerruf geliefert. Ratings, die vor dem 7. September 2010 widerrufen wurden, können unter der Kategorie „Ablauf eines Ratings aus anderen Gründen“ genannt werden.
Artikel 9
Änderungen und Löschen qualitativer Daten
(1) Die Ratingagenturen teilen mit, wenn übermittelte qualitative Daten geändert oder gelöscht werden müssen, um
a)
Änderungen bei qualitativen Daten Rechnung zu tragen,
b)
sachliche Fehler bei der Mitteilung einer Ratingskala zu korrigieren.
(2) Bei Änderungen qualitativer Daten, außer Daten über die Ratingskala, übermitteln die Ratingagenturen einen neuen Bericht mit den aktualisierten Daten. Die Ratingagenturen übermitteln einen neuen Bericht mit qualitativen Daten nur, wenn Daten geändert wurden, und teilen nur die geänderten Daten mit. Bei Veränderungen der Methodik übermitteln die Ratingagenturen die aktualisierten qualitativen Daten und können auf ergänzende Informationen über bisherige methodische Veränderungen auf ihrer Website verweisen.
(3) Bei einer auf die Kategorien- oder Stufenbezeichnungen beschränkten Änderung einer Ratingskala übermitteln die Ratingagenturen den Bericht der qualitativen Daten mit einer aktualisierten Beschreibung der früheren Ratingskala (unter Angabe der einheitlichen Ratingkennung) und gegebenenfalls mit geänderten Bezeichnungen bzw. Beschreibungen. Die anderen Felder mit Bezug zur Ratingskala werden unverändert in den Bericht übernommen. Die Ratingagenturen verwenden die in Anhang I Tabelle 1 angegebenen Felder.
(4) Bei wesentlichen Änderungen einer Ratingskala melden die Ratingagenturen eine neue Ratingskala und gehen wie folgt vor:
a)
Sie übermitteln eine qualitative Datei mit einer aktualisierten Beschreibung der früheren Ratingskala, wobei das Gültigkeitsenddatum auf das Abschlussdatum des vorigen Berichterstattungszeitraums geändert wird. Die Ratingagenturen verwenden die in Anhang I Tabelle 1 angegebenen Felder;
b)
die Ratingagenturen melden die neue Ratingskala mit einer neuen einheitlichen Kennung und dem Gültigkeitsbeginndatum des ersten Berichterstattungszeitraums, für den sie gilt;
c)
wenn die Ratingagentur die Feedback-Datei vom zentralen Datenspeicher zur Bestätigung der Anerkennung der neuen Ratingskala erhalten hat, übermittelt sie die Dateien mit den Ratingdaten für den ersten Berichterstattungszeitraum, für den die neue Ratingskala gilt, unter Verwendung dieser neuen Ratingskala.
(5) Bei Löschung einer Ratingskala gehen die Ratingagenturen wie folgt vor:
a)
Die Löschung wird vorgenommen, bevor die Ratingagentur dem zentralen Datenspeicher Ratingdaten bezüglich dieser Ratingskala übermittelt. Wurden Ratingdaten bereits übermittelt, löscht die Ratingagentur alle Ratingdaten, bei denen die frühere Ratingskala verwendet wurde;
b)
die Ratingagenturen übermitteln den Bericht mit qualitativen Daten, einschließlich der gelöschten Ratingskala. Die Ratingagenturen verwenden das in Anhang I Tabelle 2 angegebene Feld.
Artikel 10
Löschung von Ratingdaten und früher gemeldete Ratingdaten
(1) Werden bei den mitgeteilten Ratingdaten sachliche Fehler festgestellt, so melden die Ratingagenturen die Löschung dieser Ratingdaten und ersetzen die gelöschten Ratingdaten.
(2) Bei Löschung von Ratingdaten gehen die Ratingagenturen wie folgt vor:
a)
Ist eine Ratingaufzeichnung des aktuellen Berichterstattungszeitraums betroffen, so verwenden die Ratingagenturen die in Anhang II Tabelle 2 angegebenen Felder. Ist die ursprüngliche Aufzeichnung gelöscht, so senden sie eine neue Fassung der Aufzeichnung;
b)
ist eine Ratingaufzeichnung früherer Berichterstattungszeiträume betroffen, so können die Ratingagenturen die ursprünglichen Ratingdaten für alle mitgeteilten Berichterstattungszeiträume unter Verwendung des einschlägigen Felds von Anhang II Tabelle 2 unter Angabe der Gründe löschen und dann die ursprüngliche Fassung der Aufzeichnung für alle Berichterstattungszeiträume gemäß dem Verfahren nach Artikel 3 Absatz 4 ersetzen.
(3) Werden Ratingdaten rückwirkend mitgeteilt, so geben die Ratingagenturen in den Feldern 24 und 25 von Anhang II Tabelle 1 ergänzend den betreffenden Berichterstattungszeitraum des Ratings und die Gründe für die Meldung der historischen Ratingdaten an.
KAPITEL IV
BERICHTERSTATTUNGSMETHODE
Artikel 11
Berichtskanäle und Datenübermittlung
(1) Die Ratingagenturen nutzen für die Mitteilung von Daten an den zentralen Datenspeicher dessen Berichterstattungsfunktionen.
(2) Alle Dateien im Datenverkehr vom und zum zentralen Datenspeicher werden im XML-Format übermittelt, das mit den XML-Schemata der ESMA kompatibel ist.
(3) Die Ratingagenturen benennen die Dateien gemäß den Benennungsregeln der ESMA.
(4) Die Ratingagenturen speichern die an den zentralen Datenspeicher übermittelten und die vom zentralen Datenspeicher erhalten Dateien mindestens fünf Jahre lang in elektronischer Form. Diese Dateien sind der ESMA auf Antrag zur Verfügung zu stellen.
Artikel 12
Grundsätze des Datenaustauschs und Berichterstattungszeiträume
(1) Die Ratingagenturen übermitteln dem zentralen Datenspeicher alle Dateien für einen bestimmten Berichterstattungszeitraum innerhalb des anschließenden Vorveröffentlichungszeitraums. Diese Anforderung gilt sowohl für Dateien mit qualitativen Daten als auch Dateien mit Ratingdaten.
(2) Der Berichterstattungszeitraum umfasst die sechs Monate vom 1. Januar bis zum 30. Juni bzw. vom 1. Juli bis zum 31. Dezember. Der Vorveröffentlichungszeitraum umfasst die drei Monate ab dem Ende des betreffenden Berichterstattungszeitraums vom 1. Januar bis zum 31. März bzw. vom 1. Juli bis zum 30. September. Anfang und Ende des Vorveröffentlichungszeitraums und des Berichterstattungszeitraums werden in mitteleuropäischer Zeit festgelegt.
(3) Die Ratingagenturen übermitteln zuerst qualitative Daten. Die Ratingdaten werden erst übermittelt, wenn sie vom zentralen Datenspeicher eine Feedback-Datei zur Überprüfung der qualitativen Daten erhalten haben.
(4) In jedem Vorveröffentlichungszeitraum übermitteln die Ratingagenturen dem zentralen Datenspeicher Dateien mit Ratingdaten, einschließlich aller in Anhang II Tabellen 1, 2 und 3 genannten Informationen. Die Löschung von Ratingdaten wird gemäß Artikel 10 mitgeteilt.
(5) Bei der ersten Berichterstattung an den zentralen Datenspeicher übermitteln die Ratingagenturen eine Datei mit allen in Anhang I Tabellen 1, 2 und 3 angegebenen qualitativen Daten. Anschließend berichten die Ratingagenturen nur noch neue Ratingskalen sowie die Aktualisierung und Löschung qualitativer Daten gemäß Artikel 9.
(6) Ergänzend zum ersten Bericht an den zentralen Datenspeicher übermitteln die Ratingagenturen auch historische Daten gemäß Artikel 3 Absatz 4. Diese Berichterstattung erfolgt in der chronologischen Reihenfolge der Berichterstattungszeiträume, beginnend mit dem frühesten Berichterstattungszeitraum.
Artikel 13
Mitteilungsverfahren
(1) Die Ratingagenturen stellen sicher, dass die an den zentralen Datenspeicher übermittelten Informationen ihren internen Aufzeichnungen entsprechen. In jedem Vorveröffentlichungszeitraum werden alle relevanten Dateien in chronologischer Reihenfolge übermittelt; Fehler werden innerhalb des Vorveröffentlichungszeitraums korrigiert.
(2) Der zentrale Datenspeicher sendet für jede übermittelte Datei eine Feedback-Datei an die Ratingagentur, in der entweder der Eingang und das ordnungsgemäße Hochladen der Datei bestätigt oder die Ratingagentur über festgestellte Fehler unterrichtet wird. Stellt der zentrale Datenspeicher einen Fehler fest, so übermittelt die Ratingagentur innerhalb eines angemessenen Zeitraums Korrekturen und geht dabei wie folgt vor:
a)
Bei Dateifehlern korrigiert die Ratingagentur den Fehler nach Vorgabe der Feedback-Datei und sendet erneut die gesamte Datei;
b)
bei inhaltlichen Fehlern korrigiert die Ratingagentur den Fehler nach Vorgabe der Feedback-Datei und sendet nur die korrigierten Aufzeichnungen.
KAPITEL V
SCHLUSSBESTIMMUNGEN
Artikel 14
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 21. März 2012

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