Document ID: 31981L0645

Richtlinie des Rates
vom 20. Juli 1981
betreffend das Gemeinschaftsverzeichnis der benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiete im Sinne der Richtlinie 75/268/EWG (Griechenland)
(81/645/EWG)
DER RAT DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 75/268/EWG des Rates vom 28. April 1975 über die Landwirtschaft in Berggebieten und in bestimmten benachteiligten Gebieten [1], zuletzt geändert durch die Richtlinie 80/666/EWG [2], insbesondere auf Artikel 2 Absatz 2,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments [3],
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses [4],
in Erwägung nachstehender Gründe:
Die Regierung der Republik Griechenland hat gemäß Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 75/268/EWG der Kommission 102 Gebiete mitgeteilt, die für die Aufnahme in das Gemeinschaftsverzeichnis der benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiete in Frage kommen, und Angaben über die Merkmale dieser Gebiete gemacht.
Als Merkmal für die in Artikel 3 Absatz 3 erster Gedankenstrich der Richtlinie 75/268/EWG genannten ungewöhnlich schwierigen klimatischen Verhältnisse ist eine Höhenlage von mindestens 800 m zugrunde gelegt worden.
Die in Artikel 3 Absatz 3 zweiter Gedankenstrich der Richtlinie 75/268/EWG erwähnte starke Hangneigung muß mindestens 20 % betragen.
Dort, wo die beiden vorgenannten Faktoren zusammentreffen - wie in Artikel 3 Absatz 3 dritter Gedankenstrich der Richtlinie 75/268/EWG vorgesehen -, wird von einer Höhenlage von mindestens 600 m und gleichzeitig einer Hangneigung von mindestens 16 % ausgegangen.
In der Regel müssen mindestens 80 % der Gemeindefläche eine oder mehrere dieser Bedingungen erfüllen. In Ausnahmefällen, wenn es sich um Gemeinden in der gleichen Gebirgsformation mit gleichartigen klimatischen und topographischen Verhältnissen handelt, kann bei niedrigem Ertragsund Einkommensniveau dieser Anteil bis auf höchstens die Hälfte abgesenkt werden.
Als Merkmal für die in Artikel 3 Absatz 4 Buchstabe a) der Richtlinie 75/268/EWG genannte schwache Ertragsfähigkeit des Bodens wird ein Ertragsniveau, das 80 % des nationalen Mittelwerts nicht überschreitet, angenommen; darüber hinaus muß der Anteil an Weideland mit geringer Ertragsfähigkeit mindestens 30 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche betragen.
Für die in Artikel 3 Absatz 4 Buchstabe b) der Richtlinie 75/268/EWG genannten deutlich unterdurchschnittlichen Wirtschaftsergebnisse wurde als Merkmal ein landwirtschaftliches Betriebseinkommen je Arbeitskraft gewählt, das 80 % des nationalen Mittelwerts nicht überschreitet.
Für die geringe Bevölkerungsdichte oder die Bevölkerungsabnahme nach Artikel 3 Absatz 4 Buchstabe c) der Richtlinie 75/268/EWG sind folgende Merkmale gewählt worden: eine Bevölkerungsdichte von höchstens 30 Einwohnern je km2 (bei einer Bevölkerungsdichte von 72 Einwohnern je km2 im nationalen Mittelwert) oder eine jährliche Bevölkerungsabnahme von mindestens 2 %. Außerdem ist der Mindestanteil der landwirtschaftlichen Erwerbsbevölkerung an der Gesamterwerbsbevölkerung auf mindestens 50 % festgesetzt worden.
Als Merkmale für die in Artikel 3 Absatz 5 der Richtlinie 75/268/EWG genannten durch spezifische Nachteile gekennzeichneten Gebiete, die den benachteiligten Gebieten gleichgestellt werden können, sind sowohl das Vorhandensein ungünstiger natürlicher Ertrags- und Einkommensbedingungen als auch solche Merkmale bestimmt worden, die sich aus Beschränkungen infolge einer geographischen Grenzlage oder Insellage ergeben. Ferner darf die Gesamtfläche dieser Gebiete 2,5 % der Gesamtfläche Griechenlands nicht überschreiten.
Eigenart und Niveau der obengenannten Kriterien, die von der Regierung der Republik Griechenland zur Abgrenzung der der Kommission mitgeteilten Kategorien von Zonen ausgewählt wurden, entsprechen entweder den Merkmalen der Berggebiete, der benachteiligten Gebiete oder der durch spezifische Nachteile gekennzeichneten Gebiete, wie sie in Artikel 3 Absätze 3, 4 und 5 der Richtlinie 75/268/EWG beschrieben sind.
Die Mitteilung der Republik Griechenland enthält keine Angaben über die gegenwärtige Situation dieser Zonen in bezug auf die in Artikel 3 Absatz 2 der Richtlinie 75/268/EWG genannten gemeinschaftlichen Anlagen. Es hat den Anschein, als ob diese Anlagen nicht immer ausreichend seien. Da auch keine Angaben über in Durchführung oder Planung befindliche Programme vorliegen, können die Fristen nicht bestimmt werden, in denen eine wesentliche Verbesserung dieser Situation zu erwarten ist. Gleichwohl erscheint es zweckmäßig, die betreffenden Gebiete in das Gemeinschaftsverzeichnis der benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiete aufzunehmen; dabei wird davon ausgegangen, daß die Regierung der Republik Griechenland der Kommission hierzu in Kürze eine ausführliche Mitteilung zuleiten wird -
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
Artikel 1
Die im Anhang aufgeführten Gebiete der Republik Griechenland sind Bestandteil des Gemeinschaftsverzeichnisses der benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiete im Sinne von Artikel 3 Absätze 3, 4 und 5 der Richtlinie 75/268/EWG.
Artikel 2
Die Republik Griechenland übermittelt der Kommission innerhalb eines Jahres nach Erlaß dieser Richtlinie eine ausführliche Mitteilung über die Fristen, in denen die Maßnahmen für wesentliche Verbesserungen der gemeinschaftlichen Anlagen in den in Artikel 1 genannten Gebieten zum Tragen kommen.
Artikel 3
Diese Richtlinie ist an die Republik Griechenland gerichtet.
Geschehen zu Brüssel am 20. Juli 1981.

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