Document ID: 31991D0549

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 20. September 1991 über die Tiergesundheitsanforderungen und Veterinärbescheinigung für die Einfuhr von gefrorenem Rindersperma aus Kanada (91/549/EWG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 88/407/EWG des Rates vom 14. Juni 1988 zur Festlegung der tierseuchenrechtlichen Anforderungen an den innergemeinschaftlichen Handelsverkehr mit gefrorenem Samen von Rindern und an dessen Einfuhr (1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 90/425/EWG (2), insbesondere auf die Artikel 10 und 11,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Kanada ist im Anhang der Entscheidung 90/14/EWG der Kommission (3) über die Liste der Drittländer, aus denen die Mitgliedstaaten die Einfuhr von Rindersperma zulassen, aufgeführt.
Die Tiergesundheitslage in Kanada ist offensichtlich gut und wird in bezug auf Krankheiten, die durch Sperma übertragbar sind, von einwandfrei strukturierten und organisierten Veterinärdienststellen kontrolliert.
Die zuständigen Veterinärbehörden Kanadas haben bestätigt, daß Kanada mindestens 12 Monate frei war von Rinderpest, Maul- und Klauenseuche und infektiöser Rinderpleuropneumonie und daß in diesem Zeitraum gegen keine dieser Seuchen geimpft wurde.
Die zuständigen Veterinärbehörden Kanadas haben sich verpflichtet, der Kommission der Europäischen Gemeinschaften und den Mitgliedstaaten innerhalb von 24 Stunden über Telex oder Telefax die Feststellung des Auftretens einer der vorstehend angeführten Krankheiten, eine Änderung der Impfpolitik gegenüber den vorstehenden Krankheiten oder die Feststellung des Auftretens der Blauzungenkrankheit oder der epizootischen hämorrhagischen Krankheit in allen Teilen Kanadas ausserhalb des Okanagan-Tals mitzuteilen. Diese Mitteilung in angemessener Frist erfolgt auch, falls die kanadischen Einfuhrvorschriften für lebende Tiere, Samen oder Embryonen geändert werden.
Die zuständigen Veterinärbehörden Kanadas schreiben bezueglich der bovinen Tuberkulose und Brucellose Tiergesundheitsgarantien vor, die den innerhalb der Gemeinschaft anwendbaren entsprechen.
Die zuständigen Veterinärbehörden Kanadas haben sich verpflichtet, die Ausstellung der in dieser Entscheidung vorgesehenen Bescheinigungen amtlich zu überwachen und dafür Sorge zu tragen, daß alle wesentlichen, der Bescheinigung zugrunde liegenden Atteste, Abweichungen und Laborergebnisse nach dem Versand des entsprechenden Spermas noch mindestens 12 Monate lang amtlich verwahrt werden.
Die zuständigen Veterinärbehörden Kanadas haben sich verpflichtet, Besamungsstationen für die Ausfuhr von Rindersperma in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gemäß Artikel 9 der Richtlinie 88/407/EWG amtlich zuzulassen.
Die Tiergesundheitsanforderungen und die entsprechende Veterinärbescheinigung sind der Tiergesundheitslage des erwähnten Drittlandes anzupassen.
Die Blauzungenkrankheit ist im Gebiet des Okanagan-Tals in British Columbia, Kanada, aufgetreten. Aufgrund der besonderen geographischen und klimatischen Lage des genannten Gebiets ist die Viehseuche jedoch auf dieses Gebiet beschränkt.
Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Mitgliedstaaten gestatten die Einfuhr von Rindersperma aus Kanada (davon ausgenommen ist Rindersperma mit Ursprung in einem Gebiet des Okanagan-Tals in Britisch-Kolumbien, welches in Anhang II zu dieser Entscheidung definiert wird), wenn es den Bedingungen entspricht, die in den Gesundheitsbescheinigungen gemäß Anhang I A und, wo relevant, gemäß Anhang I B zu dieser Entscheidung festgelegt wurden.
Artikel 2
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 20. September 1991

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