Document ID: 31987R2232

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 2232/87 DER KOMMISSION
vom 23. Juli 1987
mit Durchführungsbestimmungen für den Interventionsankauf von Getreide
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2727/75 des Rates vom 29. Oktober 1975 über die gemeinsame Marktorganisation für Getreide (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 1900/87 (2), insbesondere auf Artikel 7, Absatz 7,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Nach Artikel 7 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 2727/75 ist der Ankauf zur Intervention nur möglich, wenn der Marktpreis während einer gewissen Zeitspanne unter dem Interventionspreis liegt. Mit dieser Bestimmung soll vermieden werden, daß schon bei der geringsten Preisbewegung auf die Intervention zurückgegriffen wird. Ausserdem sollen die Interventionsankäufe erst ausgelöst werden, wenn sich der Preis aufgrund der Marktlage unter dem Interventionspreis hält. Dieser Zielsetzung wird ein Zeitraum von mindestens zwei Wochen gerecht.
Gemäß der neuen Interventionsregelung, so wie sie mit dem genannten Artikel 7 definiert ist, können die Interventionsankäufe lediglich auf der Grundlage eines Vergleichs zwischen dem Markt- und dem Interventionspreis durchgeführt werden. Der letztere Preis gilt auf der Großhandelsstufe für eine frei Lager gelieferte, nicht abgeladene Ware der Standardqualität. Aus Gründen der Vergleichbarkeit sollte auch der Marktpreis auf einer einheitlichen Stufe bestimmt werden.
Der in den Ausfuhrhäfen festgestellte Marktpreis muß um einen Betrag korrigiert werden, der den Kosten für die Heranführung der Ware von den wichtigsten Erzeugungsgebieten zu diesen Häfen entspricht. Dieser Betrag ist unter Berücksichtigung insbesondere der verwendeten verschiedenen Transportmittel sowie der Entfernung zwischen den Erzeugungsgebieten und den Ausfuhrhäfen pauschal festzusetzen.
Für eine gute Verwaltung der Interventionsregelung ist es wichtig, die Zahl der zu berücksichtigenden Häfen möglichst klein zu halten. Da mit dem gleichen Ziel auf die Feststellung der Marktpreise einiger Getreidearten verzichtet werden sollte, werden diese besser einem Leitgetreide gleichgestellt.
Der Zeitraum, in dem die Marktlage im Hinblick auf die Einstellung der Interventionsankäufe beobachtet wird, sollte länger als der zur Genehmigung dieser Ankäufe festgelegte Zeitraum sein.
Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Getreide -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Der Interventionsankauf in den Zeiträumen gemäß Artikel 7 Absatz 2 der Verordnung (EWG) Nr. 2727/75 wird beschlossen, wenn der Marktpreis während mindestens zwei Wochen hintereinander in jeder berücksichtigen Woche unter dem in der betreffenden Woche geltenden Interventionspreis liegt.
(2) Der Interventionsankauf wird eingestellt, wenn der gemäß Absatz 1 festgestellte Marktpreis während drei Wochen hintereinander auf der Höhe des in diesem Zeitraum geltenden Interventionspreises oder darüber liegt.
Die vor der Einstellung des Interventionsankaufs eingereichten Gebote bleiben jedoch gültig.
Artikel 2
(1) Der Marktpreis im Sinne des Artikels 7 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 2727/75 ist der auf der Großhandelsstufe für eine frei Lager in den in Artikel 4 genannten Häfen gelieferte, nicht abgeladene Ware festgestellte Preis.
Dieser Preis gilt für Getreide der Standardqualität.
(2) Werden bei einer Getreideart die in mehreren Häfen festgestellten Marktpreise berücksichtigt, ist der für die Anwendung von Artikel 1 zugrunde zu legende Preis gleich dem arithmetischen Mittel der genannten Marktpreise.
(3) Die Mitgliedstaaten, in denen sich die in Artikel 4 genannten Häfen befinden, teilen der Kommission spätestens am Mittwoch jeder Woche die in diesen Häfen ab dem Mittwoch der Vorwoche festgestellten Preise sowie alle Angaben mit, auf die sich diese Preise stützen.
(4) Die berücksichtigten Preise werden pauschal um folgende Beträge vermindert:
- 3 ECU/t im Fall des Hafens von Southampton;
- 5 ECU/t im Fall der Häfen Roün und Bayonne;
- 7 ECU/t im Fall der Häfen Neapel und Bari.
Artikel 3
Der Marktpreis wird für Brotweichweizen, für Weichweizen der den Qualitätsanforderungen gemäß Artikel 4a Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1570/77 der Kommission (1) nicht entspricht, für Hartweizen, Gerste und Mais getrennt festgestellt.
Der Interventionsankauf von Roggen und Sorghum wird ausgelöst, wenn der Interventionsankauf von Gerste bzw. Mais beschlossen ist.
Artikel 4
Zur Anwendung dieser Verordnung werden folgende Häfen berücksichtigt:
- für Brotweichweizen: Roün,
- für andere Weichweizen: Southampton,
- für Hartweizen: Neapel, Bari,
- für Mais: Bayonne,
- für Gerste: Roün und Southampton.
Artikel 5
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Sie gilt mit Wirkung vom 1. Juli 1987.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 23. Juli 1987

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