Document ID: 31982D0425

*****
ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION
vom 10. Juni 1982
über die viehseuchenrechtlichen Bedingungen und die tierärztliche Beurkundung bei der Einfuhr von frischem Fleisch aus der Tschechoslowakei
(82/425/EWG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 72/462/EWG des Rates vom 12. Dezember 1972 zur Regelung viehseuchenrechtlicher und gesundheitlicher Fragen bei der Einfuhr von Rindern und Schweinen und von frischem Fleisch aus Drittländern (1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 81/476/EWG (2), insbesondere auf Artikel 16,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Die viehseuchenrechtlichen Bedingungen für die Einfuhr von frischem Fleisch aus der Tschechoslowakei sind festzulegen.
Aufgrund einer tierärztlichen Informationsreise der Gemeinschaft hat sich gezeigt, daß die Tierseuchenlage in der Tschechoslowakei im Vergleich mit derjenigen in den meisten Ländern der Gemeinschaft als günstig zu bezeichnen ist, insbesondere was die durch Fleisch übertragbaren Krankheiten anbelangt.
Darüber hinaus haben die zuständigen Veterinärbehörden der Tschechoslowakei versichert, daß die Tschechoslowakei seit über 12 Monaten frei ist von Rinderpest, exotischer Maul- und Klauenseuche, klassischer Maul- und Klauenseuche, afrikanischer Schweinepest, klassischer Schweinepest, ansteckender Schweinelähme (Teschener Krankheit) und vesikulärer Schweinekrankheit und daß gegen diese Krankheiten, ausser gegen klassische Maul- und Klauenseuche, während dieser Zeit keine Schutzimpfungen vorgenommen wurden. Tiere, die gegen Maul- und Klauenseuche und klassische Schweinepest geimpft wurden, sind jedoch in der Tschechoslowakei vorhanden.
Die zuständigen Veterinärbehörden der Tschechoslowakei haben sich verpflichtet, der Kommission und den Mitgliedstaaten durch Fernschreiben oder Telegramm innerhalb von 24 Stunden das Auftreten einer der obengenannten Krankheiten oder Impfmaßnahmen dagegen mitzuteilen.
Die viehseuchenrechtlichen Bedingungen und die tierärztliche Beurkundung müssen entsprechend der Tierseuchenlage des betreffenden Drittlandes festgelegt werden.
Bestimmte Mitgliedstaaten kommen infolge ihrer besonderen Lage hinsichtlich der Maul- und Klauenseuche und Schweinepest in den Genuß von besonderen Maßnahmen im innergemeinschaftlichen Handelsverkehr und müssen daher berechtigt sein, besondere Maßnahmen bei der Einfuhr aus Drittländern anzuwenden; diese Maßnahmen müssen jedoch zumindest so streng sein wie diejenigen, die dieselben Mitgliedstaaten beim innergemeinschaftlichen Handelsverkehr anwenden.
Es ist notwendig, diese Entscheidung im Hinblick auf ihre Anpassung an Gemeinschaftsvorschriften zur Bekämpfung und Tilgung der Maul- und Klauenseuche und Schweinepest innerhalb der Gemeinschaft zu überprüfen.
Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Die Mitgliedstaaten gestatten die Einfuhr von frischem Fleisch der nachstehend aufgeführten Kategorien aus der Tschechoslowakei:
a) frisches Fleisch von Haustieren der Gattungen Rind, Schwein, Schaf und Ziege, das den Garantien im Tiergesundheitszeugnis gemäß Anhang A dieser Entscheidung entspricht; das Tiergesundheitszeugnis muß die Fleischsendung begleiten;
b) frisches Fleisch von Einhufern, die als Haustiere gehalten werden, das den Garantien im Tiergesundheitszeugnis gemäß Anhang B dieser Entscheidung entspricht; das Tiergesundheitszeugnis muß die Fleischsendung begleiten.
(2) Die Mitgliedstaaten gestatten nicht die Einfuhr von anderen als den in Absatz 1 bezeichneten Kategorien von frischem Fleisch aus der Tschechoslowakei.
Artikel 2
(1) Bis zum Erlaß von Rechtsvorschriften zur Bekämpfung und Ausmerzung der Maul- und Klauenseuche in der Gemeinschaft durch den Rat und bei Beibehaltung des Verbots der Impfung gegen Maul- und Klauenseuche in ihren Ländern können Irland und das Vereinigte Königreich, sofern es sich um Nordirland handelt, in bezug auf frisches Fleisch von Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen nach Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe a) ihre einzelstaatlichen viehseuchenrechtlichen Bestimmungen gegen die Einschleppung der Maul- und Klauenseuche aufrechterhalten.
(2) Solange Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich amtlich frei von Schweinepest sind, können sie für Schweinefleisch nach Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe a) ihre einzelstaatlichen viehseuchenrechtlichen Bestimmungen gegen die Einschleppung von Schweinepest aufrechterhalten.
Artikel 3
Diese Entscheidung gilt nicht für die Einfuhr von Drüsen und Organen, die vom Bestimmungsland für Zwecke der Herstellung von Arzneimitteln genehmigt wird.
Artikel 4
Diese Entscheidung ist zum Zwecke ihrer Anpassung an Gemeinschaftsvorschriften zur Bekämpfung und Tilgung der Maul- und Klauenseuche und der Schweinepest in der Gemeinschaft zu einem späteren Zeitpunkt zu überprüfen.
Artikel 5
Diese Entscheidung gilt ab 1. Oktober 1982.
Artikel 6
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 10. Juni 1982

Labels: 3
0
18
17