Document ID: 31993D0051

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 15. Dezember 1992 über mikrobiologische Normen für gekochte Krebs- und Weichtiere
(93/51/EWG)DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 91/493/EWG des Rates vom 22. Juli 1991 zur Festlegung von Hygienevorschriften für die Erzeugung und Vermarktung von Fischereierzeugnissen (1), insbesondere auf Kapitel V Abschnitt II Nummer 4 des Anhangs,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Gemäß Kapitel IV Abschnitt IV Nummer 7 Buchstabe c) des Anhangs der Richtlinie 91/493/EWG muß der Hersteller für regelmässige mikrobiologische Kontrollen seiner Erzeugnisse sorgen und dabei die Normen beachten, die nach den Bestimmungen des Kapitels V Abschnitt II Nummer 4 desselben Anhangs festgelegt werden müssen.
Es empfiehlt sich daher, zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher einen Grenzwert für die mikrobielle Kontaminierung festzulegen, bei dessen Überschreitung die Ergebnisse nicht mehr zulässig sind, ohne daß das Erzeugnis deswegen als toxisch zu betrachten wäre. Bei Überschreitung dieses Grenzwerts muß der Hersteller die Ursachen ermitteln und Abhilfemaßnahmen treffen, damit der Grenzwert künftig eingehalten wird.
Die Analyseverfahren sollen auf der Grundlage entsprechender Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden. In der Zwischenzeit empfiehlt es sich, die international anerkannten Verfahren zugrunde zu legen.
Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die bei der Herstellung gekochter Krebs- und Weichtiere gemäß Kapitel IV Abschnitt IV Nummer 7 Buchstabe c) des Anhangs der Richtlinie 91/493/EWG einzuhaltenden mikrobiologischen Normen sind im Anhang festgelegt.
Artikel 2
Die gekochten Krebs- und Weichtiererzeugnisse des nach den Vorschriften von Artikel 7 der Richtlinie 91/493/EWG zugelassenen Verarbeitungsbetriebs sind während der Verarbeitung und vor dem Inverkehrbringen vom Hersteller daraufhin zu untersuchen, ob sie die mikrobiologischen Normen erfuellen.
Artikel 3
(1) Die Probenahmepläne werden vom Leiter des Betriebs oder seinem Vertreter entsprechend der Art des Erzeugnisses (ganz, ohne Panzer bzw. Schalen), Gartemperatur, Garzeit und Risikoanalyse festgelegt und müssen den Bestimmungen des Artikels 6 der Richtlinie 91/493/EWG entsprechen.
(2) Für den Fall der Nichteinhaltung der Normen gemäß den Nummern 1 und 2 des Anhangs müssen die Probenahmepläne gemäß Absatz 1 folgende Auflagen vorsehen:
- Die Befunde der beanstandeten Partien und die entsprechenden Maßnahmen sowie die Maßnahmen gemäß dem zweiten Gedankenstrich dieses Absatzes sind der zuständigen Behörde zu melden.
- Die Verfahren zur Analyse der kritischen Kontrollpunkte zwecks Identifizierung der Kontaminierungsquellen sind zu überarbeiten, wobei die Analysehäufigkeit zu erhöhen ist.
- Die wegen nachgewiesener Krankheitserreger oder Überschreitung des M-Werts für Staphylococcus aureus gemäß Nummer 2 des Anhangs beanstandeten Partien dürfen nicht zum menschlichen Verzehr vermarktet werden.
Artikel 4
Bis zur Festlegung mikrobiologischer Analysemethoden der Gemeinschaft sind zur Überprüfung der Einhaltung der im Anhang aufgeführten mikrobiologischen Normen Analysemethoden zu verwenden, die international wissenschaftlich anerkannt und praktisch erprobt sind. Bei der Nennung der Ergebnisse ist jeweils die angewandte Analysemethode mit anzugeben.
Artikel 5
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 15. Dezember 1992

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