Document ID: 31987R2243

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VERORDNUNG (EWG) Nr. 2243/87 DES RATES
vom 23. Juli 1987
zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 2245/85 über technische Maßnahmen zur Erhaltung der Fischbestände in der Antarktis
DER RAT DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 170/83 des Rates vom 25. Januar 1983 zur Einführung einer gemeinschaftlichen Regelung für die Erhaltung und Bewirtschaftung der Fischereiressourcen (1), in der Fassung der Akte über den Beitritt Spaniens und Portugals, insbesondere auf Artikel 11,
auf Vorschlag der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Nach Artikel 2 der Verordnung (EWG) Nr. 170/83 sind die erforderlichen Bestandserhaltungsmaßnahmen zur Verwirklichung der in Artikel 1 derselben Verordnung genannten Ziele anhand der verfügbaren wissenschaftlichen Gutachten festzulegen.
Das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (nachstehend »Übereinkommen" genannt) wurde mit dem Beschluß 81/691/EWG (2) genehmigt. Es ist für die Gemeinschaft am 21. Mai 1982 in Kraft getreten.
Die durch das Übereinkommen eingesetzte Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis hat eine Empfehlung seines wissenschaftlichen Ausschusses zum Verbot des gezielten Fangs von Notothenia rossii und zur weitestgehenden Beschränkung der Beifänge beim Fang anderer Arten im Halbinselgebiet und vor den Südorkaden sowie zum Erlaß detaillierter Regeln zur Bestimmung der Maschengrösse angenommen und den Vertragsparteien am 29. September 1986 notifiziert.
Da keine der Vertragsparteien des Übereinkommens Einwände erhoben hat, wurde die Empfehlung gemäß Artikel IX Absatz 6 des Übereinkommens am 29. März 1987 verbindlich.
Die Gemeinschaft ist somit gehalten, diese Empfehlung für die Fischer der Gemeinschaft in Kraft zu setzen.
Die Verordnung (EWG) Nr. 2245/85 (3), in der Fassung der Verordnung (EWG) Nr. 2296/86 (4), ist entsprechend zu ändern -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Die Verordnung (EWG) Nr. 2245/85 wird wie folgt geändert:
1. Artikel 2 erhält folgende Fassung:
»Artikel 2
Fangverbote
Vorbehaltlich des Artikels 1
a) ist jede Fangtätigkeit in der 12-Meilen Zone vor der Küste Südgeorgiens verboten;
b) ist der gezielte Fang von Notothenia rossii verboten in den Gebieten
- um die Halbinsel (FAO-Untergebiet 48.1 Antarktis) (1),
- um die südlichen Orkaden (FAO-Untergebiet 48.2 Antarktis) (1),
- um Südgeorgien (FAO-Untergebiet 48.3 Antarktis) (1).
In diesen Gebieten sind Beifänge von Notothenia rossii beim gezielten Fang anderer Arten auf einen Umfang beschränkt, der eine optimale Auffrischung des Bestands gewährleistet.
(1) Die Abgrenzung der in dieser Verordnung genannten FAO-Gebiete ist in der Mitteilung der Kommission 85/C 335/02 (ABl. Nr. C 335 vom 24. 12. 1985, S. 2) enthalten."
2. Artikel 4 erhält folgende Fassung:
»Artikel 4
Messung der Maschengrösse
Für die Netze gemäß Artikel 3 wird die im Anhang vorgeschriebene Mindestmaschenöffnung nach folgenden Regeln gemessen:
1. Beschreibung der Meßgeräte
a) Die zur Bestimmung der Maschengrössen zu verwendenden Meßgeräte sind 2 mm dicke Platten aus dauerhaftem und formbeständigem Material. Sie besitzen entweder parallele Kanten, die sich durch mehrere Schrägabschnitte auf beiden Seiten im Verhältnis 1 : 8 verjüngen, oder nur schräge Kanten mit der gleichen Verjüngung. Sie sind am schmalen Ende mit einem Loch versehen.
b) Die Oberseite des Meßgeräts trägt die Angabe der jeweiligen Breite in mm sowohl bei Parallelkanten als auch bei schrägen Kanten. Bei letzteren ist die Breite in Abständen von 1 mm eingeprägt und in regelmässigen Abständen angegeben.
2. Benutzung der Meßgeräte
a) Das Netz wird in Richtung der Maschenlängsdiagonale gestreckt.
b) Ein Meßgerät nach der Beschreibung unter Nummer 1 wird mit dem schmalen Ende im rechten Winkel zur Netzebene in die Maschenöffnung eingeführt.
c) Das Meßgerät wird von Hand oder mittels eines Gewichts oder Kraftmessers in die Masche gedrückt, bis der Widerstand der Masche an den Schrägkanten ein weiteres Einführen vrhindert.
3. Auswahl der zu messenden Maschen
a) Die zu messenden Maschen müssen eine Reihe von 20 aufeinanderfolgenden Maschen in der Längsachse des Netzes bilden.
b) Maschen, die weniger als 50 cm von Laschen, Tauen oder der Steertleine entfernt sind, werden nicht gemessen. Dieser Abstand ist im rechten Winkel zu den Laschen, Tauen oder der Steertleine zu messen, wobei das Netz in Richtung dieser Messung gestreckt wird. Es darf auch keine Masche gemessen werden, die geflickt oder gerissen ist oder an der Netzzubehörteile angebracht sind.
c) Abweichend von Buchstabe a) brauchen die zu messenden Maschen nicht aufeinanderzufolgen, wenn die Anwendung von Buchstabe b) dies unmöglich macht.
d) Die Netze dürfen nur im Naßzustand gemessen werden und dabei nicht gefroren sein.
4. Messung der einzelnen Maschen
Als Öffnung der Masche gilt die Breite des Meßgeräts an dem Punkt, an dem ein weiteres Einführen bei Benutzung nach Nummer 2 verhindert wird.
5. Bestimmung der Maschengrösse des Netzes
Als Maschengrösse des Netzes gilt das auf volle Millimeter gerundete arithmetische Mittel der Meßwerte der Gesamtheit der nach den Nummern 3 und 4 ausgewählten und gemessenen Maschen.
Die Gesamtzahl der zu messenden Maschen ist unter Nummer 6 festgelegt.
6. Ablauf des Kontrollverfahrens
a) Der Kontrolleur misst eine Reihe von 20 Maschen, die entsprechend Nummer 3 ausgewählt werden, indem er das Meßgerät von Hand ohne Verwendung eines Gewichts oder Kraftmessers einführt.
Die Maschengrösse des Netzes wird dann gemäß Nummer 5 bestimmt.
Zeigt die Berechnung, daß die Maschengrösse nicht mit der geltenden Regelung übereinstimmt, so werden zwei weitere nach Nummer 3 ausgewählte Reihen von 20 Maschen gemessen.
Die Maschengrösse wird dann nach Nummer 5 unter Berücksichtigung der 60 bereits gemessenen Maschen neu berechnet. Unbeschadet Buchstabe b) gilt dies als Maschengrösse des Netzes.
b) Bestreitet der Kapitän des Schiffes die nach Buchstabe a) bestimmte Maschengrösse, so wird diese Messung für die Bestimmung der Maschengrösse nicht berücksichtigt und das Netz erneut gemessen.
Bei der neuen Messung wird am Meßgerät ein Gewicht oder ein Kraftmesser angebracht.
Die Wahl des Gewichts oder Kraftmessers bleibt dem Kontrolleur überlassen.
Das Gewicht wird mittels eines Hakens in das Loch am schmalen Ende des Meßgeräts eingehängt. Der Kraftmesser kann entweder am Loch des schmalen Endes des Meßgeräts oder am breiten Ende des Meßgeräts angebracht werden.
Die Genauigkeit des Gewichts oder des Kraftmessers muß von der zuständigen einzelstaatlichen Stelle bescheinigt sein.
Bei Netzen mit einer nach Buchstabe a) bestimmten Maschengrösse von höchstens 35 mm wird eine Kraft von 19,61 Newton (entsprechend einer Masse von 2 kg) angewandt, bei anderen Netzen eine Kraft von 49,03 Newton (entsprechend einer Masse von 5 kg).
Zur Bestimmung der Maschengrösse nach Nummer 5 unter Verwendung eines Gewichts oder Kraftmessers wird nur eine Reihe von 20 Maschen gemessen."
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft. Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am 23. Juli 1987.

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