Document ID: 31993R0487

VERORDNUNG (EWG) Nr. 487/93 DER KOMMISSION vom 2. März 1993 zur Festsetzung des zur obligatorischen Destillation gemäß Artikel 39 der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 des Rates zu liefernden Prozentsatzes der Tafelweinerzeugung für das Wirtschaftsjahr 1992/93
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 822/87 des Rates vom 16. März 1987 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 1756/92 (2), insbesondere auf Artikel 39 Absätze 9, 10 und 11,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Mit der Verordnung (EWG) Nr. 441/88 der Kommission (3), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 3699/92 (4), wurden die Durchführungsbestimmungen für die in Artikel 39 der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 genannte obligatorische Destillation festgelegt.
Mit der Verordnung (EWG) Nr. 129/93 der Kommission (5) wurde für das Weinwirtschaftsjahr 1992/93 die obligatorische Destillation gemäß Artikel 39 der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 eröffnet und die in der Gemeinschaft zu destillierende Gesamtmenge sowie die in den einzelnen Regionen zu destillierenden Mengen festgesetzt.
Die Erzeugung der einzelnen Regionen ist auf die verschiedenen Ertragsklassen aufzuteilen.
Gemäß Artikel 39 Absatz 4 der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 entspricht die zu destillierende Menge für den der Destillationspflicht unterliegenden Erzeuger einem festzulegenden Prozentsatz seiner Tafelweinmenge. Dieser Prozentsatz ergibt sich aus einer progressiv gestaffelten Skala, die je nach dem Hektarertrag erstellt wird. Folglich ist der zur Destillation zu liefernde Prozentsatz der Erzeugung jedes der Verpflichtung unterliegenden Erzeugers festzusetzen. Diese Hundertsätze stützen sich auf objektive Kriterien, müssen jedoch der Lage einer jeden Region angepasst sein und den Freistellungen von der obligatorischen Destillation gemäß Artikel 8 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1442/88 des Rates vom 24. Mai 1988 über die Gewährung von Prämien zur endgültigen Aufgabe von Rebflächen in den Weinwirtschaftsjahren 1988/89 bis 1995/96 (6), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 833/92 (7), Rechnung tragen. Die Skala muß es ermöglichen, eine Tafelweinmenge, die der Verpflichtung gemäß
Artikel 1
Absatz 3 der Verordnung (EWG) Nr. 129/93 entspricht, aus einer bestimmten Region zu entfernen. Diese Verpflichtung betrifft nur die Erzeuger, die eine Erzeugungsmeldung vorlegen müssen und die Vermarktung selbst durchführen. In den Ertragsklassen sind also nur die Mengen aufzuführen, welche in den Erzeugungsmeldungen aufgeführt sind, auf deren Grundlage die Skala aufgestellt wurde.
Nach den in Artikel 39 Absatz 4 vierter Unterabsatz der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 genannten Bestimmungen muß bei der Aufstellung der genannten Skala der Durchschnittsertrag der einzelnen Anbaugebiete berücksichtigt werden.
Es ist angebracht, Portugal für diese Maßnahme gemäß Verordnung (EWG) Nr. 441/88 in Gebiet 7 aufzunehmen.
Im Gebiet 4 dagegen hat sich die Witterung nicht so unmittelbar auf die Erzeugung ausgewirkt, d.h., die hohen Erträge waren von guter Qualität, so daß sie sich als leicht verkäuflich erwiesen, während bestimmte Weine mit niedrigem Ertrag nicht nachgefragt wurden. Es empfiehlt sich deshalb, für dieses Gebiet eine progressiv gestaffelte und allgemeingültige Skala anzulegen. Der Ertrag in der Region 6 liegt im Durchschnitt unter demjenigen in den übrigen Regionen. Der Einfluß des Ertrages auf die Erzeugnisqualität ist dort relativ gering. In dieser Region kann eine Skala vorgesehen werden, die nur die Erzeugung ausschließt, die mit den geringsten Erträgen erzielt wurde und zu durchschnittlich sehr geringen Verpflichtungen führen würde, die unter die Ausnahmen gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 441/88 fallen würden.
Die Skala muß so angelegt werden, daß sie auf eine Progressivität abzielt, welche Hoechsterträge zwar benachteiligt, die mit der Verordnung (EWG) Nr. 129/93 für die jeweiligen Anbaugebiete festgesetzten Hoechstmengen aber nicht überschreitet.
Unter Berücksichtigung der Ausnahmeregelung gemäß Artikel 39 Absatz 10 der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 ist festzulegen, daß die für die vorbeugende Destillation vorgesehene Menge von der Menge abzuziehen ist, die in Griechenland auf die obligatorische Destillation entfällt.
Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Wein -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) In Anwendung von Artikel 5 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 441/88 wird die Erzeugung der Ernte 1992/93 nach folgenden Ertragsklassen aufgeschlüsselt:
a) Region 3:
Erzeugung, die mit einem in Hektoliter je Hektar ausgedrückten Ertrag von:
- bis zu 45: 1 507 812 Hektoliter
- mehr als 45, jedoch nicht mehr als 70: 5 718 184 Hektoliter
- mehr als 70, jedoch nicht mehr als 90: 15 704 214 Hektoliter
- mehr als 90, jedoch nicht mehr als 110: 923 344 Hektoliter
- mehr als 110, jedoch nicht mehr als 140: 187 956 Hektoliter
- mehr als 140, jedoch nicht mehr als 200: 117 935 Hektoliter
- mehr als 200: 91 899 Hektoliter
erzielt wurde;
b) Region 4:
Erzeugung, die mit einem in Hektoliter je Hektar ausgedrückten Ertrag von:
- bis zu 45: 2 065 000 Hektoliter
- mehr als 45, jedoch nicht mehr als 70: 7 362 000 Hektoliter
- mehr als 70, jedoch nicht mehr als 90: 14 708 000 Hektoliter
- mehr als 90, jedoch nicht mehr als 110: 11 082 000 Hektoliter
- mehr als 110, jedoch nicht mehr als 140: 8 564 000 Hektoliter
- mehr als 140, jedoch nicht mehr als 200: 3 974 000 Hektoliter
- mehr als 200: 317 000 Hektoliter
erzielt wurde;
c) Region 6:
- Teil A: Erzeugung 63 648 Hektoliter
- Teil B: 22 131 058 Hektoliter
Erzeugung, die mit einem in Hektoliter je Hektar ausgedrückten Ertrag von:
- bis zu 9: 117 097 Hektoliter
- mehr als 9, jedoch nicht mehr als 12: 201 534 Hektoliter
- mehr als 12, jedoch nicht mehr als 19: 1 670 826 Hektoliter
- mehr als 19, jedoch nicht mehr als 24: 2 127 489 Hektoliter
- mehr als 24, jedoch nicht mehr als 29: 3 469 372 Hektoliter
- mehr als 29, jedoch nicht mehr als 49: 12 346 289 Hektoliter
- mehr als 49: 2 198 451 Hektoliter
erzielt wurde;
d) Region 7:
Erzeugung, die mit einem in Hektoliter je Hektar ausgedrückten Ertrag von:
- bis zu 50: 2 405 305 Hektoliter
- mehr als 50, jedoch nicht mehr als 70: 840 735 Hektoliter
- mehr als 70, jedoch nicht mehr als 85: 301 678 Hektoliter
- mehr als 85, jedoch nicht mehr als 100: 90 105 Hektoliter
- mehr als 100, jedoch nicht mehr als 120: 122 329 Hektoliter
- mehr als 120: 225 874 Hektoliter
erzielt wurde.
(2) Der Durchschnittsertrag der Region 3 beträgt 69 Hektoliter, der der Region 4 82 Hektoliter, der der Region 6 33 Hektoliter je Hektar und der der Region 7 56 Hektoliter je Hektar.
Artikel 2
Die Menge, die jeder Erzeuger zur Destillation zu liefern hat, wird bestimmt, indem auf die in Artikel 6 der Verordnung (EWG) Nr. 441/88 genannte Menge der Prozentsatz angewandt wird, der in der Tabelle im Anhang aufgeführt ist und dem Ertrag entspricht, der gemäß Artikel 7 der vorgenannten Verordnung bestimmt wird. Dieser Ertrag wird gegebenenfalls auf die nächstuntere Einheit (Hektoliter je Hektar) abgerundet.
Artikel 3
Was die in Artikel 4 Absatz 2 der Verordnung (EWG) Nr. 441/88 genannte Region 5 angeht, wird die entsprechende, auf die mit der Verordnung (EWG) Nr. 2363/92 der Kommission (8) eröffnete vorbeugende Destillation entfallende Menge von der Menge abgezogen, die in Artikel 1 Absatz 3 der Verordnung (EWG) Nr. 129/93 genannt ist.
Artikel 4
Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 2. März 1993

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