Document ID: 32000D0292

Entscheidung der Kommission
vom 6. April 2000
für den Ankauf von Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit durch die Gemeinschaft zur Schaffung von Notvorräten
(Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(2000) 936)
(2000/292/EG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Entscheidung 90/424/EWG des Rates vom 26. Juni 1990 über bestimmte Ausgaben im Veterinärbereich(1) zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1258/1999(2), insbesondere auf Artikel 6 und Artikel 8,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Die Blauzungenkrankheit ist eine von Arthropoden übertragene Viruskrankheit der Wiederkäuer, die erhebliche wirtschaftliche Verluste in der Tierhaltung verursachen kann.
(2) 1998 und 1999 sind Fälle der Blauzungenkrankheit in Griechenland festgestellt worden.
(3) 1999 sind Fälle der Blauzungenkrankheit in Bulgarien und der Türkei festgestellt worden.
(4) 2000 sind Fälle der Blauzungenkrankheit in Tunesien gemeldet worden.
(5) Mehrere Serotypen der Blauzungenkrankheit sind identifiziert worden.
(6) Bei den 1998 und 1999 von Bulgarien, Griechenland, Tunesien und der Türkei gemeldeten Serotypen handelte es sich um 2, 4 und 9.
(7) Zu den vom Internationalen Seuchenamt (OIE) als Referenzlaboratorien für die Blauzungenkrankheit anerkannten Laboratorien gehören ein Laboratorium in Pirbright, Vereinigtes Königreich, und ein Laboratorium in Ondersteport, Südafrika.
(8) Der Einsatz von Impfstoff kann ein wichtiges Instrument sein, um die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit zu bekämpfen.
(9) Die in den Mitgliedstaaten ansässigen Arzneimittelbetriebe erzeugen keinen Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit.
(10) Zum Schutz der seuchenempfänglichen Tierbestände sollte Blauzungenkrankheit-Impfstoff von der Gemeinschaft eingelagert werden und für Notfälle verfügbar sein.
(11) Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Die Gemeinschaft trifft Vorkehrungen zum Ankauf von 500000 Dosen Blauzungenkrankheit-Impfstoff zum Einsatz in Notfällen.
(2) Die Vorkehrungen gemäß Absatz 1 umfassen
- die Anhörung von vom OIE anerkannten Referenzlaboratorien für die Blauzungenkrankheit zur Ausbreitung des Blauzungenkrankheitvirustyps bzw. der -virustypen, die in Gebieten vorkommen, in denen sie ein besonderes Risiko für den empfänglichen Tierbestand der Europäischen Union darstellen können;
- den Ankauf von Impfstoff, der Schutz gegen den Virustyp bzw. die Virustypen bietet, die die größte Gefahr für die in den Mitgliedstaaten gehaltenen Tiere darstellen;
- die Lagerhaltung des Impfstoffs in solcher Weise, daß er unverzüglich in das Gebiet versandt werden kann, in dem Impfungen durchgeführt werden sollen.
Artikel 2
Die Kosten für die in Artikel 1 genannten Maßnahmen dürfen sich nicht auf mehr als 70000 EUR belaufen.
Artikel 3
(1) Um die Ziele der Artikel 1 und 2 zu erreichen, schließt die Kommission unverzüglich Verträge ab.
(2) Der Generaldirektor der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz wird ermächtigt, die Verträge im Namen der Europäischen Kommission zu unterzeichnen.
Artikel 4
Diese Entscheindung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 6. April 2000

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