Document ID: 32006R0605

VERORDNUNG (EG) Nr. 605/2006 DER KOMMISSION
vom 19. April 2006
zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 349/2003 zur Aussetzung der Einfuhr von Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten in die Gemeinschaft
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates vom 9. Dezember 1996 zum Schutz von Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels (1), insbesondere auf Artikel 19 Absatz 2,
nach Befragung der Wissenschaftlichen Prüfgruppe,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1)
Gemäß Artikel 4 Absatz 6 der Verordnung (EG) Nr. 338/97 kann die Kommission gemäß den unter den Buchstaben a bis d beschriebenen Bedingungen die Einfuhr bestimmter Arten in die Gemeinschaft einschränken. In der Verordnung (EG) Nr. 1808/2001 der Kommission vom 30. August 2001 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates über den Schutz von Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels (2) sind solche Einschränkungen geregelt.
(2)
Eine Liste von Arten, deren Einfuhr in die Gemeinschaft ausgesetzt wird, wurde zuletzt in der Verordnung (EG) Nr. 349/2003 der Kommission vom 25. Februar 2003 zur Aussetzung der Einfuhr von Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten in die Gemeinschaft (3) erstellt.
(3)
Die wissenschaftliche Prüfgruppe hat auf der Grundlage aktueller Informationen den Schluss gezogen, dass hinsichtlich des Erhaltungszustands bestimmter in den Anhängen A und B der Verordnung (EG) Nr. 338/97 aufgelisteter Arten ernsthafte Gefahren drohen, wenn die Einfuhr in die Gemeinschaft aus bestimmten Ursprungsländern nicht ausgesetzt wird. Die Einfuhr folgender Arten sollte deshalb ausgesetzt werden: Ursus thibetanus aus der Russischen Föderation; Cryptoprocta ferox, Scaphiophryne gottlebei, Euphorbia banae und E. kondoi aus Madagaskar; Panthera leo aus Äthiopien; Balaeniceps rex, Grus carunculatus und Chamaeleo fuelleborni aus der Vereinigten Republik Tansania; Poicephalus gulielmi aus dem Kongo; Accipiter melanoleucus, A. ovampensis, Aviceda cuculoides, Hieraaetus ayresii, H. spilogaster, Macheiramphus alcinus, Spizaetus africanus, Urotriorchis macrourus, Falco chicquera, Asio capensis, Bubo lacteus, B. poensis, Glaucidium perlatum, Scotopelia peli und Python regius aus Guinea; Sagittarius serpentarius und Varanus exanthematicus aus Togo; Agapornis pullarius aus der Demokratischen Republik Kongo; Cuora galbinifrons aus China; Heosemys spinosa, Leucocephalon yuwonoi, Siebenrockiella crassicollis, Liasis fuscus, Euphyllia cristata, E. divisa, E. fimbriata, Hydnophora microconos und Scolymia vitiensis aus Indonesien; Geochelone pardalis aus Uganda und Sambia; Uromastyx geyri aus Mali und Niger; Cordylus mossambicus, C. vittifer, Tridacna maxima und T. squamosa aus Mosambik; Dendrobates pumilio aus Nicaragua; Hippopus hippopus aus Vanuatu; Hippopus hippopus, Tridacna gigas und T. maxima aus Tonga und Vietnam; Tridacna crocea, T. derasa, T. maxima und T. squamosa aus Fidschi und Vanuatu; Tridacna crocea aus Tonga; Tridacna maxima aus den Föderierten Staaten von Mikronesien und den Marshall-Inseln; Tridacna tevoroa aus Tonga und Catalaphyllia jardinei aus den Salomonen.
(4)
Die wissenschaftliche Prüfgruppe hat ferner den Schluss gezogen, dass auf der Grundlage der neuesten verfügbaren Informationen die Aussetzung der Einfuhr folgender Arten in die Gemeinschaft nicht mehr erforderlich sei: Galago senegalensis aus Dschibuti; Galagoides demidoff aus Kenia und Senegal; Callithrix argentata aus Paraguay; Saguinus labiatus aus Kolumbien; Callicebus torquatus aus Ecuador; Cebus albifrons aus Guyana; Cebus capucinus und Aratinga solstitialis aus Venezuela; Cebus olivaceus aus Peru; Allenopithecus nigroviridis aus allen Ursprungsländern; Colobus guereza aus Äquatorialguinea; Lophocebus albigena aus Kenia; Papio hamadryas und Hippopotamus amphibius aus Liberia; Cynogale bennettii aus Singapore; Ara ararauna aus Trinidad und Tobago; Neophema splendida aus Australien; Poicephalus gulielmi aus der Demokratischen Republik Kongo; Geochelone chilensis, Homopus areolatus, H. boulengeri, H. femoralis, H. signatus, Kinixys natalensis und Psammobates spp. aus allen Ursprungsländern; Geochelone denticulata aus allen Ursprungsländern ausgenommen Bolivien und Ecuador; Geochelone elegans aus allen Ursprungsländern ausgenommen Pakistan; Kinixys belliana aus allen Ursprungsländern ausgenommen Mosambique und Benin; Kinixys erosa aus allen Ursprungsländern ausgenommen Togo; Kinixys homeana aus allen Ursprungsländern ausgenommen Benin; Manouria emys aus allen Ursprungsländern ausgenommen Bangladesch, Indien, Indonesien, Myanmar und Thailand; Testudo horsfieldii aus allen Ursprungsländern ausgenommen China, Pakistan und Kasachstan; Manouria impressa aus allen Ursprungsländern ausgenommen Vietnam; Phelsuma cepediana und P. trilineata aus Madagaskar; Phelsuma edwardnewtonii aus Mauritius; Varanus albigularis aus Lesotho; Varanus rudicollis aus den Philippinen; Ptyas mucosus aus Indonesien und Dactylorhiza incarnata aus Norwegen.
(5)
Die Verordnung (EG) Nr. 338/97, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1332/2005, sieht unter anderem eine Hochstufung von Cacatua sulphurea und Pyxis arachnoides von Anhang B auf Anhang A und die Streichung von Agapornis roseicollis aus den Anhängen vor, das heißt, eine Aussetzung der Einfuhr dieser Arten ist nicht mehr erforderlich.
(6)
Alle Ursprungsländer von Arten, deren Einfuhr in die Gemeinschaft den neuen Beschränkungen gemäß dieser Verordnung unterliegen, wurden konsultiert.
(7)
Der Anhang der Verordnung (EG) Nr. 349/2003 sollte daher entsprechend geändert und aus Gründen der Klarheit ersetzt werden.
(8)
Die in dieser Verordnung festgelegten Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ausschusses für den Handel mit wild lebenden Tieren und Pflanzen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Der Anhang der Verordnung (EG) Nr. 349/2003 wird durch den Anhang dieser Verordnung ersetzt.
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am 20. Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 19. April 2006

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