Document ID: 31996R1081

VERORDNUNG (EG) Nr. 1081/96 DER KOMMISSION vom 14. Juni 1996 zur Festlegung einer Referenzmethode für den Nachweis von Kuhmilch und Kasein in Käse aus Schaf-, Ziegen- oder Büffelmilch oder Mischungen von Schaf-, Ziegen- und Büffelmilch sowie zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 690/92
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 804/68 des Rates vom 27. Juni 1968 über die gemeinsame Marktorganisation für Milch und Milcherzeugnisse (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 2931/95 der Kommission (2), insbesondere auf Artikel 9 Absatz 3, Artikel 16 Absätze 1 und 4 und Artikel 17 Absatz 14,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Für die private Lagerhaltung von Schafkäse kann gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 508/71 des Rates vom 8. März 1971 zur Festlegung der Grundregeln von Beihilfen für die private Lagerhaltung von lagerfähigen Käsesorten (3) eine Beihilfe gewährt werden. Für diese Erzeugnisse kann gemäß Artikel 17 der Verordnung (EWG) Nr. 804/68 außerdem eine besondere Erstattung gewährt werden. Für die Einfuhr von Käse aus Schaf-, Ziegen- oder Büffelmilch oder aus Gemischen von Schaf-, Ziegen- oder Büffelmilch aus bestimmten Drittländern in die Gemeinschaft gelten Präferenzregelungen.
Aufgrund des Bestehens der vorgenannten Vorschriften für Käse aus Schaf-, Ziegen- oder Büffelmilch oder aus Gemischen von Schaf-, Ziegen- oder Büffelmilch, muß im Wege geeigneter Kontrollen nachgewiesen werden, daß dem betreffenden Erzeugnis keine Kuhmilch zugesetzt wurde. Es empfiehlt sich, eine gemeinschaftliche Referenzmethode für den Kuhmilchnachweis festzulegen, die auch mit Routineverfahren durchgeführt werden kann, sofern sie bestimmte Kriterien erfuellen.
Die Referenzmethode für Käse aus Schaf-, Ziegen- oder Büffelmilch oder aus Gemischen von Schaf-, Ziegen- oder Büffelmilch ersetzt die Referenzmethode gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 690/92 der Kommission (4), die daher aufgehoben werden kann.
Die in dieser Verordnung vorgeschlagenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Milch und Milcherzeugnisse -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Damit gewährleistet ist, daß ausschließlich aus Schaf-, Ziegen- oder Büffelmilch oder aus Gemischen von Schaf-, Ziegen- oder Büffelmilch herzustellender Käse kein Kuhmilchkasein enthält, ist für die Untersuchung die im Anhang beschriebene Referenzmethode anzuwenden.
Das Vorhandensein von Kuhmilchkasein gilt als nachgewiesen, wenn der festgestellte Kuhmilchkaseingehalt der Analyseprobe gleich dem Gehalt der im Anhang beschriebenen, 1 % Kuhmilch enthaltenden Referenzprobe oder größer ist.
Artikel 2
Zum Nachweis von Kuhmilchkasein in Käse der in Artikel 1 genannten Kategorien dürfen Routineverfahren verwendet werden, wenn sie folgende Bedingungen erfuellen:
- die Nachweisgrenze darf höchstens 0,5 % betragen;
- es dürfen keine falsch-positiven Befunde erzielt werden; ist dies nicht auszuschließen, so muß jede positiv reagierende Probe nochmals mit der Referenzmethode analysiert werden;
- ausreichende Empfindlichkeit zum Nachweis von Kuhmilchkasein auch nach langer Reifezeit entsprechend den Gepflogenheiten des Handels; wird diese Bedingung für eine bestimmte Käseart der in Artikel 1 genannten Kategorien nicht erfuellt, so muß diese Käseart mit Hilfe der Referenzmethode analysiert werden.
Artikel 3
Die Verordnung (EWG) Nr. 690/92 wird aufgehoben. Die Verweise auf die Verordnung (EWG) Nr. 690/92 gelten als Verweise auf diese Verordnung.
Artikel 4
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Sie gilt ab 1. Oktober 1996.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 14. Juni 1996

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