Document ID: 31990D0156

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ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION
vom 19. März 1990
über die viehseuchenrechtlichen Bedingungen und das Tiergesundheitszeugnis für die Einfuhr von frischem Fleisch aus Madagaskar
(90/156/EWG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 72/462/EWG des Rates vom 12. Dezember 1972 zur Regelung viehseuchenrechtlicher und gesundheitlicher Fragen bei der Einfuhr von Rindern und Schweinen und von frischem Fleisch oder von Fleischerzeugnissen aus Drittländern (1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 89/227/EWG (2), insbesondere auf Artikel 16,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Bei einer von der Gemeinschaft durchgeführten tierärztlichen Informationsreise hat sich gezeigt, daß Madagaskar frei von Maul- und Klauenseuche ist und auf Schutzimpfungen verzichtet.
Da die exotische Maul- und Klauenseuche in Kontinentalafrika noch immer vorkommt, besteht allerdings die Gefahr der Einschleppung nach Madagaskar.
Die zentralen Veterinärbehörden Madagaskars haben sich bereit erklärt, der Kommission und den Mitgliedstaaten fernschriftlich oder telegrafisch innerhalb von 24 Stunden das Auftreten der Maul- und Klauenseuche oder den Beginn der Schutzimpfungen zu melden. Die zuständigen madagassischen Behörden haben verbindlich zugesagt, dafür zu sorgen, daß für die Gemeinschaft bestimmtes Fleisch und nicht dieser Entscheidung entsprechendes Fleisch getrennt voneinander gewonnen, behandelt und gelagert werden.
Die viehseuchenrechtlichen Bedingungen und das Tiergesundheitszeugnis sind den tierseuchenrechtlichen Verhältnissen des betreffenden Landes anzupassen.
Um auszuschließen, daß in einem Betrieb Tiere mit positiver Tuberkulinprobe zur selben Zeit wie Tiere geschlachtet werden, deren Fleisch für den Gemeinschaftsmarkt bestimmt ist, sind bestimmte Vorkehrungen zu treffen.
Diese Entscheidung wird je nach der Entwicklung der tiergesundheitlichen Lage auf Madagaskar überprüft, insbesondere was die etwa auftretende Maul- und Klauenseuche sowie die Politik der Nichtimpfung anbelangt.
Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Veterinärausschusses -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Die Mitgliedstaaten können die Einfuhr von frischem Fleisch entbeinter Schlachtkörper von Rindern aus Madagaskar gestatten, das die Bedingungen des der Sendung beigefügten Tiergesundheitszeugnisses gemäß dem Anhang erfuellt. Das Fleisch dieser Tiere darf vor Ablauf von einundzwanzig Tagen nach dem Tag ihrer Schlachtung nicht in das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats verbracht werden.
(2) Die Mitgliedstaaten gestatten keine Einfuhr anderer als der in Absatz 1 aufgeführten Kategorien von frischem Fleisch aus Madagaskar.
Artikel 2
Diese Entscheidung gilt nicht für die Einfuhr von Drüsen und Organen, einschließlich Blut, deren Einfuhr zum Zwecke der Herstellung von Arzneimitteln vom Bestimmungsland genehmigt wird.
Artikel 3
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 19. März 1990

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