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Er ist ein vielfältiger Käse: Ob kalt auf dem Baguette, paniert in der Pfanne oder als aromatisches Gerüst des Obatzten macht Camembert eine gute Figur. Und je nach Reifegrad ist er mal verführerisch cremig oder aromatisch-komplex. Selbst wenn man ihn im Kühlschrank vergisst, wird er dadurch nur noch besser. Kein Wunder also, dass dieser Weichkäse ganze Regalmeter im Supermarkt belegt. Der Camembert verspricht leicht herausfordernden Genuss und französisches Flair - und damit meist mehr als ein Supermarktkäse halten kann. Schon der Name ist ein Platzhalter: Der Begriff Camembert ist nicht geschützt. Jeder kann einen Weichkäse herstellen und ihn Camembert nennen - und viele tun das auch. Das erklärt die ständig wechselnde Vielfalt im Käseregal und macht das Vergleichen so schwer. Camembert, sagt der Berliner Käseexperte Ivo Knippenberg halb ernst, sind kleine, runde Weißschimmelkäse. Wer es konkreter haben will, muss zum Camembert du Normandie mit dem AOC-Siegel greifen. Den aber sucht man lieber im Feinkosthandel. Trotzdem macht man auch im Supermarkt nicht viel falsch: Richtig schlecht war kein Käse im Test. Nur die deutschen Fabrikate waren regelmäßig zu mild und fast langweilig. Für den Experten gibt es aber einen einfachen Trick, am Kühlregal das Abenteuer zu suchen: Ein reifer und somit würziger Camembert fühlt sich weich an, ein milder hart. Und je dicker der Käse, desto vielfältiger kann sein Geschmack sein. Knippenbergs Tipp: Camembert wird oft erst nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum richtig gut. Bis dahin sollte man ihn in Käsepapier und bloß nicht in Plastik einpacken. Da wird er schnell matschig und fängt an zu riechen.
Entdecke den vielseitigen Geschmack von Camembert - ob auf dem Baguette oder als Basis für Obatzten. Ein Käse, der mehr als nur einen Platz im Regal verdient hat! #Camembert #Käse #Geschmack
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Wiederentdeckt: Der Society Table, von Arne Jacobsen 1952 als Einzelstück gefertigt, wird neu aufgelegt. Doch das ist nicht der einzige Beitrag zum Klassiker-Trend. Einen entscheidenden Vorteil hat die Kölner Möbelmesse gegenüber dem Salone del Mobile in Mailand. Sie ist zwar weitaus kleiner, findet aber gottgegeben immer drei Monate vor dem italienischen Weltgipfel für Design und Einrichtung statt. Und da die Möbelbranche sich zunehmend die Hektik der Fashionwelt angewöhnt, also immer mehr Aufhebens um neue Entwürfe, Kollektionen, Trendfarben und Designer-Personalien macht, bietet Köln nicht nur die erste Sicht über die europäische Interieur-Szene, sondern legt oft auch schon die heißen Eisen fürs aktuelle Designjahr fest. Eines davon scheinen Wiedergänger und Jubiläen zu werden, denn die Klassikersucht ist anhaltend groß - bei den Käufern und damit auch bei den Herstellern, die ihre Archive fleddern. Bei Vitra stößt man zudem auf den runden Messe-Geburtstag des Panton Chair an, sicherlich einer der bekanntesten Stuhlentwürfe der Gegenwart. Vor 50 Jahren wurde der vorteilhaft verbogene Stuhl von Verner Panton in Köln präsentiert - als erster reiner Kunststoff-Freischwinger überhaupt und mit einer diffizilen Statik. Zur Feier wird der Stuhl in verchromten oder mit Leuchtpigmenten lackierten Versionen gezeigt. Beides durchaus Oberflächen, die an die Stilsprache von Verner Panton anknüpfen, in ihrer Exzentrik aber doch eher was für Sammler sein dürften. Immerhin, über einen Leuchtstuhl fällt man nachts nicht drüber. Der Niederländer Marcel Wanders wird zum Designer des Jahres gekürt. Seine Stilsprache vereint Sinnlichkeit und Opulenz mit Funktion. Ein anderer großer Geburtstag kündigt sich ebenfalls bereits an - 100 Jahre Bauhaus wird 2019 begangen und in den Musterwohnungen der Messehallen am Rhein wird an vielen Ecken schon jetzt verstärkt ein Remix dieser Urwohnlehre zu beobachten sein. Passt ja auch gut zur universellen Sehnsucht nach einem aufgeräumten Leben und dem allgemeinen Designanspruch an alle Dinge des täglichen Bedarfs. Wo also in den letzten Jahren Wohnräume in weltflüchtiger Gemütlichkeit und samtiger Salon-Optik gestylt wurden, kehrt langsam wieder Ordnung und formale Strenge ein. Viel Marmor, dickes Holz und dünnes Metall Ob man das dann weimarisch, japanisch oder skandinavisch interpretiert, ist ziemlich egal. Denn auch das ist eine aus der Modebranche neu abgeleitete Regel: Alles darf gleichzeitig sein. Das gilt vor allem für Materialien, immer noch viel Marmor, dickes Holz und dünnes Metall, dazu hochwertige Stoffe, grüne Farbtöne, viele Indoor-Pflanzen kombiniert mit Outdoor-Mobiliar und umgekehrt. Übergreifend lässt sich aber feststellen: Der wohnende Mensch soll 2018 eher sanft und ohne große Ablenkung zur Ruhe kommen und daheim in seinen Zen-, Hygge- oder Detox-Bemühungen bestärkt werden. Emo-Bauhaus! Selbst neue Möbel, wie etwa der Stuhl von Sebastian Herkner für den Traditionshersteller Thonet, sehen aus wie Instant-Klassiker. Die Botschaft: Zeit verbringen in möglichst zeitloser Umgebung. Zum Glück gibt es aber auch frischen Wind im Programm. Lichtgestalt dieser Messe dürfte im Wortsinne die junge tschechische Designerin Lucie Koldova werden, der die ehrenvolle Aufgabe zukommt, "das Haus" zu gestalten, eine zentrale Wohnvision, die jedes Jahr von einem Designer kuratiert werden darf. Koldova gilt als Licht- und Glas-Spezialistin, ihre Idealwohnung für Köln besteht aus fünf "Lichtzellen", die sich um einen Raum anordnen, teils mit transparenten Wänden und immer mit einer vom Licht gesteuerten Funktion: Entspannung, Kreativität, Meditation. Mit ihrer Philosophie eines "heimischen slow down" passt Koldova jedenfalls sehr gut zum achtsamen Wohntrend dieser Messe. Und dann ist es da noch Marcel Wanders, der am Sonntag zum Designer des Jahres gekürt werden wird. Der Niederländer behauptetet sich seit mehr als zwanzig Jahren mit seinen genialischen bis flamboyanten Entwürfen in der ersten Liga der Gestalter und hat zuletzt auch mit detailverliebten Hotelausstattungen von sich reden gemacht. Kristallglas, Farbe, Spieltrieb - wenn man so will, ist Wanders der Zauberer unter den Designern und scheut auch nicht das Rampenlicht. Gut so, denn in Sachen Show und Glamour war Köln Mailand bislang immer noch hoffnungslos unterlegen. Die Imm Cologne findet von 15.-21.1. auf dem Kölner Messegelände statt.
Entdecke die neuen Wiedergänger und Jubiläen auf der Möbelmesse in Köln sowie zeitlose Entwürfe und werde inspiriert! #Möbelmesse #Design #Köln #Wohnen #Klassiker
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Elizabeth, Beyoncé, Marilyn – Elizabeth Taylor In den Sechzigerjahren galt Elizabeth Taylor als schönste Frau der Welt, die Männer lagen ihr zu Füßen. Und ihr Appetit kannte auch beim Essen keine Grenzen: Zum Frühstück aß die Taylor Rührei mit Speck, dazu gab es Sekt mit Orangensaft. Mittags mochte sie am liebsten mit Erdnussbutter und Speck gefülltes Baguette und abends dann das große Mahl mit paniertem Hühnchen, Kartoffelbrei, Erbsen, Bratensoße, Kartoffelchips, Keksen und Trifle, einem geschichteten Nachtisch mit Obst, Biskuit, Pudding und Marmelade. Nicht zu vergessen das Glas Bourbon. In ihrer fünften Ehe - der ersten mit Richard Burton - wog die Diva 90 Kilo und hungerte sich auf 61 Kilo runter, ihren Diätplan fasste sie - natürlich - als Buch zusammen. Laut "Elizabeth takes off" war sie trotzdem selten hungrig. Aerobic lehnte die Taylor ab, als sportliche Übung stand sie zum Beispiel einige Minuten auf den Zehenspitzen. Zum Frühstück reichten trockenes Toastbrot und Obst, gefolgt von Schwertfisch mit Limettensaft am Abend. Sie empfahl rohes Gemüse als Nachmittags-Snack mit einem Dip aus Hüttenkäse und Sauerrahm oder einen Brei aus gekochtem Gemüse und Tomatensoße. Harringtons Fazit: Sie war so hungrig wie niemals zuvor und drei Kilo leichter.
Erfahren Sie mehr über Elizabeth Taylor, die schönste Frau der Welt, und ihre legendäre Diät und Essgewohnheiten. #ElizabethTaylor #Diät #Hollywood
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Nein, man muss von einem Designer keine umfassenden Kenntnisse über die jüngere Weltgeschichte als Einstellungskriterium verlangen. Aber irgendjemand im Unternehmen des spanischen Billig-Mode-Giganten Zara hätte doch wenigstens ein einziges Mal kurz stutzen können, bevor das Baby-Shirt "Sheriff" in den Größen 62 bis 104 in Produktion ging. Aber offenbar kam es nicht dazu. Deshalb kam online und in den Filialen des Unternehmens kürzlich ein Shirt für Kinder in den Verkauf, das nicht nur entfernt an die gestreifte Kleidung der KZ-Häftlinge erinnert. Das sorgte umgehend für Protest. Bei Twitter sammelten sich empörte Stimmen: Vielleicht könnte jemand beim spanischen Modehaus #Zara einmal politische Bildung anbieten. Grundkurs für Geschäftsleitung und Belegschaft. — Detlef Reppenhagen (@doktorkohl) 27. August 2014 Wenn bei #Zara keinem auffiel, dass ein gelber, sechseckiger Stern auf weiss-schwarz gestreiftem Grund ein No-go ist: Umso schlimmer! — ChristinaHiltbrunner (@CHiltbrunner) 27. August 2014 Es ist nicht das erste Mal, dass das spanische Modeunternehmen durch unsensible Fashion-Statements aufgefallen ist. Zuletzt war Zara mit einem Shirt in die Schlagzeilen geraten, auf dem "White is the new Black" zu lesen war - "Weiß ist das neue Schwarz". Was vermutlich als harmloses T-Shirt-Aufdruck gedacht war, lässt sich genauso gut als rassistisches Statement lesen und sorgte in den Social-Media-Kanälen für so viel Aufregung, dass das Unternehmen das Shirt schnell wieder aus dem Online-Store nahm. 2007 entdeckte eine britische Kundin auf ihrer Handtasche aufgestickte grüne Hakenkreuze. Auch hier entschuldigte sich das Unternehmen und nahm das Produkt vom Markt. Auch andere Modeunternehmen sind in den vergangenen Jahren immer wieder mit Produkten aufgefallen, die man mindestens unsensibel nennen kann, die möglicherweise aber auch einfach billig provokant gemeint sind. 2012 hatte zum Beispiel ein Designer für Adidas Sneaker mit Fußfesseln designt. Dieses Design-Feature wurde von so vielen Menschen als eine Provokation gegen Afroamerikaner und Ignoranz gegenüber der Geschichte der Sklaverei gesehen, dass das Unternehmen aus Herzogenaurach die Produktion des Schuhs einstellte. Bis vor kurzem wurde den Einkäufern im Zara-Online-Shop noch empfohlen, das "Sheriff"-Shirt mit einer Hose im Katzen-Print und einer Steppjacke mit Kapuze zu kombinieren. Jetzt hat das Unternhemen auf den Protest reagiert, sich via Twitter entschuldigt und das "Sheriff"-Shirt aus dem Sortiment genommen.
Zara wegen unsensibler Produkteinführung erneut unter Beschuss. Diesmal ein Kinderhemd, das an gestreifte Gefängniskleidung erinnert. Wann werden sie lernen? #Zara #Fashion #Empfindlichkeit #Kontroverse.
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Ivanka Trump, die Lieblingstochter Auf ihrer Facebook-Seite ist ein Bild zu sehen, wie Ivanka Trump perfekt zurechtgemacht am Schreibtisch vor einem Laptop sitzt, auf ihrem Schoß eines ihrer Kinder. Darüber steht der Name ihrer Initiative: "We are women who work." Das fasst ziemlich gut zusammen, für was Ivanka Trump steht. Für Frauen, die den Spagat zwischen liebevoller Mutter und erfolgreicher Karrierefrau spielend schaffen. Heute ist sie Unternehmerin, Mode- und Schmuckdesignerin und dreifache Mutter. Jeden Morgen steht Ivanka, Trumps einzige Tochter aus der Ehe mit der ehemaligen tschechoslowakischen Skiläuferin Ivana, nach eigener Aussage um 5.30 Uhr auf, um ihren Kindern im Luxusappartement an der Park Avenue selbst das Frühstück zuzubereiten. "Mutter zu sein, ist die erfüllendste und gleichzeitig stressigste Erfahrung." Vermutlich helfen bei der Bewältigung der Aufgaben aber auch die Nannys und die Millionen. Schon als Kleinkind habe Vater Trump ihr eingetrichtert: "Alles, was ich mir vornehme, kann ich erreichen." Ihre Brüder sagen, sie sei heute noch "Daddy's Little Girl". Mit 15 Jahren startete sie ihre Modelkarriere. Aktuell leitet sie als Vizepräsidentin die so wichtige Immobilienabteilung des Trump-Imperiums und telefoniert mindestens fünfmal am Tag mit ihrem Vater. Dieser hat bereits angekündigt, dass die 35-Jährige seinen Konzern führen wird, wenn er Präsident wird. Das zweitälteste der fünf Trump-Kinder nahm auch im Wahlkampf eine besondere Rolle ein. Sie ist zum jetzigen Zeitpunkt mehr First Lady als Melania Trump. Ihr Name fällt auch als erster, wenn Donald Trump gefragt wird, auf wen er sich am meisten verlassen kann. Nach drei Ehen und zahlreichen Affären ist sie die einzige weibliche Konstante im Leben ihres Vaters. Donald Trump ließ sich sogar mal zu dem Ausspruch hinreißen: "Wäre sie nicht meine Tochter, würde ich sie daten." Mit den Aussagen ihres Vaters geht Ivanka Trump nicht immer konform. So sagte sie in einem Forbes-Interview 2013: "Ich unterstütze meinen Vater, aber ich stimme nicht allem zu, was er sagt." Seit Langem ist sie mit Chelsea Clinton, der Tochter von Hillary Clinton, befreundet. Der schmutzige Wahlkampf soll dieser Freundschaft nichts anhaben können. "Unsere Freundschaft hat nicht mit Politik angefangen und wird auch nicht mit ihr enden", sagte Trump. Für ihren Ehemann Jared Kushner konvertierte sie 2009 zum Judentum. Der 35-Jährige ist milliardenschwerer Immobilienerbe und Inhaber der Zeitung The New York Observer. 2007 wickelte er mit 26 Jahren den teuersten Immobiliendeal eines einzelnen Gebäudes in der US-Geschichte ab.
Lesen Sie hier alles über die erfolgreiche Karrierefrau und dreifache Mutter Ivanka Trump - ein inspirierendes Porträt! #IvankaTrump #Karriere #Familie #Erfolg
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Wer je an einer Weinverkostung teilgenommen hat, der wird ihn kennen, den Gröcaz - den größten Connaisseur aller Zeiten. Denn einer ist ja leider fast immer dabei. Der eine Supertyp, dessen Geschmackssinn nicht nur in der Champions League zu spielen scheint, sondern der das auch gern allen zeigt. Während andere unsicher (und vielleicht sogar etwas verschämt) Dinge wie "schmeckt", "der hat viel Holz" oder "gut zu Fleisch" murmeln, will der vermeintliche Kenner bereits an Farbe und Schlierenbildung die Rebsorte und den Alkoholgehalt erkannt haben. Er riecht und schmeckt schwarze, leicht reife Johannisbeere, ja sogar Heidekraut. Er schwafelt von Sonne und Terroir. Und er ringt auch dem laschesten Gewürztraminer noch eine versteckte Litschi-Note ab. "Ja, schmecken Sie das denn nicht? Nein?" Nein! Aber beachten wir den Connaisseur am besten gar nicht. Denn Schmecken ist kompliziert, ein multisensorisches Erlebnis. Selbstverständlich spielen Nase, Zunge und Gaumen dabei eine Rolle. Doch im Grunde wirken alle Sinne auf unseren Geschmack und machen damit jedes Weinerlebnis subjektiv. Den Testern schmeckte der Wein am besten, wenn der Raum rot oder blau beleuchtet war Der erste Eindruck eines Weins ist der visuelle. Welche Farbe hat er? Ist er matt und trüb oder feurig und glänzend? Sofort machen sich die ersten Erwartungen breit. Sie können enttäuscht oder bestätigt werden, bestimmen aber immer, wie uns der Wein schmeckt. Besonders drastisch zeigte das der französische Wissenschaftler Gil Morrot, der Önologie-Studenten roten Wein vorsetzte. Was die Profis nicht wussten: Morrot hatte Weißwein mit - geschmacksneutraler - Farbe versetzt. Bei der Bewertung bemerkte keiner der 54 (!) Probanden den Schwindel. Dem Weißwein wurden sogar typische Rotweinaromen zugesprochen. Mainzer Psychologen fanden außerdem heraus, dass die Farbe des Umgebungslichts den Geschmack beeinflusst. Den Probanden schmeckte Wein am besten, wenn der Raum rot oder blau beleuchtet war, weißes und grünes Licht machten ihn dagegen schlechter. In der Weinwelt sind aus nachvollziehbaren Gründen Blindverkostungen üblich, schießlich sollen die Tester nicht voreingenommen sein. Flaschen werden deshalb abgedeckt, der Wein in blickdichte Gläser gefüllt. Doch was passiert, wenn man Wein trinkt und gar nichts sieht? Die Fattoria "La Vialla" wollte das genauer wissen. Das Weingut in der Nähe von Florenz arbeitet biodynamisch und ist eine der bekanntesten kulinarischen Adressen in der Toskana. Doch einige vermeintliche Weinkenner würden die Weine schon aus Prinzip niemals trinken, denn "La Vialla" verkauft nur im Direktvertrieb, zu vergleichsweise günstigen Preisen: Der Chianti Superiore etwa kostet 6,35 Euro. Kürzlich lud "La Vialla" zur Blindverkostung der besonderen Art, um seine Weine gegen große Weingüter aus der Toskana antreten zu lassen. Im Dialogmuseum in Frankfurt führten blinde Guides die Runde in ein völlig abgedunkeltes Restaurant. In fünf Gängen wurden je zwei Weine gegeneinander verkostet. Informationen gab es keine. Kein andächtiges Schwenken im Gegenlicht, keine Analyse von Farbe und Intensität, kein Blick auf die Etiketten. Nase und Gaumen waren die einzigen Hilfsmittel. Im Anschluss wurden die Weine dann ein zweites Mal verkostet. Im Licht und mit Etikett. Zwei Weißweine, die im Dunkeln völlig unterschiedliche Strukturen zeigten, erwiesen sich hier zum Beispiel als zwei "Vernaccia" im gleichen Preissegment. Auch hatte im Dunkeln keiner der Verkoster erkannt, dass gegen den "L'Abbandonato" von "La Vialla" ein sechsmal teurerer Konkurrent angetreten war. Der Geruchssinn ist bei Dunkelheit nicht nur präziser, sondern auch intensiver Solche Blindverkostungen gibt es nur in wenigen Städten. Es geht aber auch zu Hause. Licht aus, Sinne an. Der Geruchssinn ist in der Dunkelheit nicht nur präziser, sondern auch intensiver. Preis, Licht und Farbe des Weins spielen keine Rolle mehr. Der amerikanische Neurowissenschaftler Gordon Shepherd hat untersucht, wie Geschmäcke und Gerüche im Gehirn verarbeitet werden. Der Geruchssinn ist extrem stark mit dem Emotionszentrum des Gehirns verbunden. Das erklärt auch, dass Gerüche bei uns lebhafte Erinnerungen wachrufen können. Shepherds Fazit: Der Mensch ist ein außergewöhnlicher Feinschmecker. Weinverkosten sei ein hochkomplexer Vorgang, bei dem mehr Gehirnfunktionen in Anspruch genommen würden als bei jeder anderen Tätigkeit. Wir könnten unzählige Aromen erkennen, aber was der Einzelne dann genau schmecke, sei hochgradig individuell. Unsere Gehirne funktionieren ähnlich, doch wie die Informationen im Detail verarbeitet werden, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und dazu den Umständen geschuldet. Jeder genießt eine Flasche Wein ein wenig anders. Darüber kann man sich vorzüglich unterhalten. Nur streiten sollte man nie. Denn recht haben am Ende alle - und niemand.
Erfahren Sie, wie unsere Sinne den Geschmack von Wein beeinflussen und warum Blindverkostungen so wichtig sind. Lassen Sie sich von der Wissenschaft hinter dem Wein überraschen! #Weinverkostung #Blindverkostung #Weinwissenschaft
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Braun und struppig liegt er da. Wie ein alter, kranker Rauhaardackel, den man lieber nicht anfasst. Auf der anderen Seite des Flurs die gleiche Misere. Beim Sofa, der Stehlampe, dem Wohnzimmerteppich sind wir stolz auf unseren individuellen Geschmack. Blättern in Hochglanz-Möbelmagazinen. Geben horrende Summen aus. Achten auf Sauberkeit und darauf, ja nicht die Füße auf die gleichen billigen Blumenmuster zu betten wie die nervige Nachbarin gegenüber. Nur beim Fußabtreter verweigern wir uns, verweigern uns dem Zwang uns zu unterscheiden. Zu gefallen. Zu repräsentieren. Es ist uns egal. Und das ist ein gutes Gefühl in einer Welt, wo man verdammt dazu ist, ständig guten Stil zu beweisen. Wir brauchen mehr Fußabtreter. Mehr Refugien des schlechten Geschmacks. Und ich meine damit nicht Bad-Taste-Partys, für die man sich verschämt verkleidet, weil das alle so machen. Der Fußabstreifer ist so viel mehr. Weil er so präsent ist und trotzdem hässlich sein darf. Er ist das erste, was man von einer Wohnung sieht. Er schmückt das Eingangstor zum eigenen Zuhause. Ist das Aushängeschild des eigenen Geschmacks. Der Teppich aller Teppiche also. Eigentlich. Und trotzdem gibt es kaum einen Markt. Kaum Auswahl. Oder kennt jemand ein gutes Fußabtreter-Geschäft? Stattdessen übernimmt man die alte Kokosmatte klaglos vom Vormieter oder - noch schlimmer - lässt sich das Stück Polypropylen von der Vermieterin aufzwingen. Weil sie findet, dass knalliges Orange nicht so gut zu den pastellfarbenen Wänden im Haus passt. Weil die Fünferpackung braves Beige gerade im Sonderangebot war. Stellen Sie sich vor, die Hausbesitzerin würde Ihnen die Farbe Ihres Sofas vorschreiben. Sie würden wahrscheinlich sofort wieder ausziehen. Red carpet. Haxn abkratzn. My Home is my castle Wie essentiell ein Fußabtreter ist, merkt man erst, wenn er nicht mehr da ist, wo er sein soll. Nicht nur, weil er dann als Schmutzschleuse fehlt. In Greifswald hat es eine Matte Typ rot-brauner Rauhaardackel sogar ins Museum geschafft. Mit nur 15 Stimmen Vorsprung hatte 2015 der grüne Kandidat überraschend die Oberbürgermeisterwahl gewonnen. Der CDU-Konkurrent legte Einspruch ein: Am Wahltag soll ein Abstimmungslokal eineinhalb Stunden schwer zu erreichen gewesen sein, weil die Fußmatte verrutscht und die Tür zum Haupteingang zugefallen war. Erst mehrere Gutachten und fünf Monate später erklärte die Bürgerschaft die Wahl dennoch für gültig - und der Grüne wurde Oberbürgermeister. Nun hat der unscheinbare Fußabtreter, der Stadtgeschichte geschrieben hat, einen Ehrenplatz im Pommerschen Landesmuseum. Ich bin in 35 Jahren noch nie in die Verlegenheit gekommen, mir einen Fußabtreter zu kaufen. Müsste ich doch, ich würde wohl auch unscheinbares Braun statt fröhliches Grün wählen. Zerzauster Rauhaardackel statt saftiger Wiese eben. Oder noch schlimmer: Mich für einen flotten Spruch entscheiden, den man auch unter Zwang nicht auf dem T-Shirt tragen würde. Einige meiner sonst eigentlich ganz humorvollen Nachbarn machen es vor: Red Carpet. Haxn abkratzn. My Home is my Castle. Klingt bestenfalls nach Rauhaardackelbesitzer. Aber bestimmt nicht nach mir. Das Gute daran: Niemand würde wohl auf die Idee kommen, von meinem Fußabtreter auf mein Stilbewusstsein zu schließen. Oder auf meinen Charakter. Mich sofort in eine Schublade stecken, nur weil die Matte vor meiner Tür billig und braun ist. Eigentlich schade, dass solche Wurstigkeit in anderen Bereichen nicht auch öfter möglich ist.
Jeder braucht einen Fußabtreter, warum das so ist und wie man den perfekten findet - ein Plädoyer für mehr Struppigkeit! #Fußabtreter #Eingangsbereich #Dekoration"
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Mode in Berlin, das ist eine wankelmütige Angelegenheit. Die Sommerausgabe der Fashion Week steht bevor, an diesem Dienstag startet der Reigen aus Shows und Messen, 3000 Marken zeigen ihre neuen Kollektionen, rund 200 000 Besucher werden erwartet bis kommenden Freitag. Und obwohl die Welt der Mode sonst stets eine Aura der Leichtigkeit umgibt, mit der Huldigung an das Schöne, der Eleganz der Entwürfe, dem mühelosen Gang der Mannequins: Die deutsche Modewoche besitzt eher einen Hang zum dramatischen Auf und Ab. Mal wandern große Namen davon, in der nächsten Saison wird daraufhin die Kraft der Newcomer beschworen, dann wiederum heißt in der Branche, die Chance auf ein bisschen internationale Bedeutung werde achtlos verspielt. Diesmal startet die Hauptstadt aber vergleichsweise entspannt ins Juli-Defilée: Keine niederschmetternden Absagen, der vor einem halben Jahr etablierte "Berliner Salon" als Plattform hochkarätiger Labels geht planmäßig in Runde zwei und mit nach hinten verschobenen Terminen gibt es auch kaum Überschneidungen mit der Haute Couture in Paris. Wobei man es auch übertreiben kann mit dem Beschwören der guten Stimmung. "Bread & Butter schreit vor Glück" titelte die Berliner Zeitung vor ein paar Wochen, als klar war, dass die insolvente Messe für hippe Alltagskleidung nach der Übernahme durch einen Onlinehändler an der Spree bleibt. Die Schau im alten Flughafen Tempelhof gehört zu den Magneten der Fashion Week und soll sich ab Herbst in eine Publikumsveranstaltung, eine einzige große Streetstyle-Party wandeln. Der Berliner Weg? Ein bisschen Glanz für alle Genres Das macht umso deutlicher, welchen Spagat Berlin da jede Saison versucht: Von den coolen Sneaker-Jungs der "B&B" über die Messe "Premium" als Revier nobler Massenmarken bis zur Mercedes Benz Fashion Week mit den Laufsteg-Schauen im Zelt am Brandenburger Tor - ein bisschen Glanz der Modewelt für alle Genres. Das ist eine erstaunliche Bandbreite, manche in der Szene finden: Das ist beliebig. Was die Hauptstadt als Hort junger Talente betrifft, so entwickelt sich der "Berliner Salon" zu einer Art Design-Zentrale während der Modewoche. Der PR-Fachmann Marcus Kurz hat die Plattform gemeinsam mit Christiane Arp, Chefredakteurin der deutschen Vogue, im Januar gegründet. "Wir wollen einen Ort des Austauschs schaffen, an dem junge und etablierte Designer mit einem internationalen Fachpublikum zusammenkommen", sagt Arp. Junge Aufsteiger der Branche wie Dawid Tomaszewski, Michael Sontag oder Perret Schaad zeigen im Kronprinzenpalais Unter den Linden wieder neben arrivierten Modegrößen wie Odeeh oder Talbot Runhof ihre Entwürfe. Die Designerin Malaika Raiss hält die Gespräche über Marketingstrategien für fruchtbar, "wir lernen uns gegenseitig kennen, der Salon bringt frischen Wind in die Szene". Auch Leyla Piedayesh, mit ihrem Label Lala Berlin erfolgreich, zeigt sich überzeugt. "Der Berliner Salon ist eine hochwertige Bereicherung der Fashion Week." Strengere Töne kommen nur von Melissa Drier, Berliner Korrespondentin des Fachmagazins Women's Wear Daily. Sie gilt als eine der angesehensten Modejournalistinnen des Landes und mahnt, dass Berlin erst eine Modestadt werden kann, wenn die Deutschen mehr Liebe zur Mode entwickeln. Sie komme gerade aus London, erzählt Drier, "und viele experimentieren dort mit ihrer Kleidung. Das kann der Queen-Mom-Stil sein oder Punk, und es sieht auch nicht immer gut aus. Aber die Leute spielen dieses Spiel." Die Deutschen dagegen, findet sie, "spielen dieses Spiel nicht".
Die Berlin Fashion Week startet mit Shows, Messen und einem Mix aus Drama und Glanz. Hier gibt es alle Infos zu den Designern, Labels und Trends! #FashionWeek #Berlin #Mode #Talente
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Fünf Stunden können lang sein. Besonders, wenn wir auf etwas warten - sei es das Feuerwerk, die Gute-Wünsche-SMS oder das Glas Champagner um Mitternacht. Fünf Stunden warten wir am Silvesterabend auf die zwölf Glockenschläge, wenn wir von einem Abendessen um 19 Uhr ausgehen. Silvester-Enthusiasten werden womöglich widersprechen und zahlreiche Gründe auflisten, warum dieser Abend zu schade dafür ist, ihn auf seine Wartezeit zu reduzieren, sondern auf jeden Fall ausgiebig gefeiert werden muss. Und ja, recht haben sie. Gelegenheiten zum Feiern sollte man ergreifen. Bringen sie doch in aller Regel auch die Möglichkeit mit sich, mal wieder ausgiebig zu schlemmen. Der Klassiker, um einen langen Abend kulinarisch zu verkürzen, ist und bleibt das Fondue. Und wenn wir ehrlich sind, ist der eigentliche Star des Abends nicht das Fleisch, sondern die Saucen. Wenn die nur abwechslungsreich und schmackhaft genug sind, lässt sich so ein Abend sogar mit Baguette fröhlich dippend verbringen, etwa mit einer leckeren Olivenpaste. Die fünf Stunden bis 24 Uhr werden dadurch nicht kürzer - aber in der richtigen Gesellschaft und mit den richtigen Getränken werden sie mit diesen Saucen auf jeden Fall ein Genuss. Ganz egal, ob man Silvester mag. Cranberry-Sauce Zutaten: 1 rote Zwiebel 1-2 EL Olivenöl Ein daumennagelgroßes Stück Ingwer 200 g Cranberrys 2 EL Rotweinessig 2 EL brauner Zucker Saft und Schale von einer Bio-Orange Salz, Pfeffer Zubereitung: Zwiebel und Ingwer schälen und fein hacken, in einem kleinen Topf auf mittlerer Hitze in Öl anbraten, bis sie glasig sind. Cranberrys dazu geben und alles mit Essig ablöschen. Zucker zugeben, Orangensaft und -schale ebenfalls zufügen und leise köcheln lassen, bis die Cranberrys weich geworden sind. Am Ende mit Salz und Pfeffer würzen. Oliven-Zitronen-Tapenade Zutaten: 160 g schwarze, entkernte Oliven 1 EL Kapern 2 Zweige Thymian Schale von einer Bio-Zitrone 1 EL Zitronensaft 4 EL Olivenöl 1 Knoblauchzehe Salz, Pfeffer, Chilipulver Zubereitung: Alle Zutaten außer Gewürze in den Mixer geben und zu einer groben Paste vermengen. Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Chili würzen. Bananen-Curry-Sauce Zutaten: 1 Banane 150 g Schmand Saft von einer halben Zitrone Saft von einer halben Orange 2 TL Curry-Pulver Cayennepfeffer, Salz, Pfeffer Zubereitung: Banane mit einer Gabel zu Mus zerdrücken, mit Orangen- und Zitronensaft vermischen. Anschließend den Schmand und das Currypulver unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen.
Verbringe Silvester mit einem köstlichen Fondue! Entdecke unsere Saucen - von Oliven-Zitronen-Tapenade bis Bananen-Curry-Sauce ist für jeden Geschmack etwas dabei. #Silvester #Fondue #Saucen #Genuss
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Die bunte Socke - letztes Aufbäumen des domestizierten Mannes. Männer sind permanent auf der Jagd nach Herausforderungen, suchen den Nervenkitzel. Zu wissen, jeder Schritt könnte der letzte sein - das ist es, was sie brauchen. Doch wie verschafft sich der moderne Glücksritter im Büroalltag den ultimativen Kick, wenn er seine Beute nicht selbst erlegen kann, sondern sie fix und fertig paniert von einem Kochmützenträger in der Kantine überreicht bekommt? Er kleidet sich möglichst gewagt. Oder zumindest so gewagt wie möglich. Es gab eine Zeit, da kompensierte der fast gezähmte Mann seinen Frust durch das Tragen von Outdoor-Kleidung. Der draufgängerische Sesselpupser erschien in tollkühnen Trekkinghosen und atmungsaktiven Karohemden, die er zu Schnürstiefel mit Profilsohle kombinierte. Seine Botschaft: Ich bin Indiana Jones, gefangen im Körper eines Bürohengstes. Braucht jemand Feuer? Kein Problem, ich hab Stöckchen, Reisig und Birkenrinde dabei. Mittlerweile hat sich die Lage zum Glück wieder beruhigt und die letzten verbliebenen Trekkinghosenträger wurden ins Dschungelcamp geschickt. In den Vorstandsetagen und in intellektuellen Kreisen konnte sich dieser Trend ohnehin nie so recht durchsetzen. Und so hat sich längst ein Äquivalent etabliert, in dem sich auch Künstler und Banker gerne mal sehen lassen: Wer sowohl im Alltag als auch in der Mode Mut beweist, trägt bunte Socken. Selbst Indiana-Jones-Legende Harrison Ford hat umgesattelt und lässt es knallrot aus dem schwarzen Schuh hervorblitzen. Hui, wie gewagt! Die schrillen Fußschlüpfer sind das letzte Abenteuer des domestizierten Mannes, ein Aufbäumen in einem uniformierten Umfeld, in dem das größte Zugeständnis an seine Risikofreudigkeit der Casual Friday ist. Wenn man einem Bericht der New York Times glauben darf, sind bunte Socken gerade im Silicon Valley unter Informatikern beliebt - quasi als heimliche Uniform Gleichgesinnter. Verschwörerisch lüpfen Informatiker und Software-Entwickler das Hosenbein, wenn sie sich am Faxgerät begegnen, um sich gegenseitig grüne Strümpfe mit lila Tupfen oder grellen Rautenmustern zu präsentieren. Die Botschaft: Auch ich bin ein Rebell, gefangen im Körper eines Nerds. Doch warum ausgerechnet Socken in Signalfarben? Damit der Mann seine Füße leichter findet? Damit er weiß, wo seine Hose endet? In Anbetracht der Tatsache, dass viele Männer ihre Hosen zu kurz tragen, sollten sie diese Zone lieber kaschieren, statt sie auch noch hervorzuheben. Ansonsten sollten bunte Socken - und zwar ausschließlich rote - dem Würdenträger Papst Benedikt als Teil seiner Dienstkleidung vorbehalten bleiben oder politisch links stehenden Personen, die über die entsprechende Selbstironie verfügen. Dezente Teilzeit-Geste Immerhin, das muss man zugeben, verhält sich die Socke weitaus dezenter als ihr multifunktionaler Vorgänger aus dem Dschungel. Denn sie gibt sich zufrieden mit dem kleinen Bereich zwischen Hosensaum und Schuh: Nur wenn der Sockenträger Platz nimmt und die Beine übereinanderschlägt, rutscht die Hose hoch und legt geringelte, neonfarbene oder wildgemusterte Knöchel frei. Steht der Mann auf und geht seinen Weg, rutscht das quietschbunte Insignium wieder außer Sichtweite. Dennoch - und gerade deshalb - ist die bunte Socke abzulehnen: Weil sie kein Statement ist. Sondern eine Teilzeit-Rebellion. Eine Botschaft, die nur sichtbar wird, wenn der bewegte Mann Ruhe gibt und eine sitzende Tätigkeit ausübt: "Schaut alle her", sagt sie, "ich bin keck und wagemutig. Aber nur in bestimmten Situationen." Ein Accessoire für Menschen, die gern würden, sich aber nicht so recht trauen. Sonst würden sie bunte Anzüge tragen.
Die bunte Socke im Büro: Das letzte Aufbäumen des domestizierten Mannes in einer uniformierten Welt. #Socken #Männermode #Rebellion
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Im Leben der Gabrielle Chanel war einiges zweifelhaft. Ihren Spitznamen Coco bekam sie als jugendliche "Sängerin" in einer Soldatenbar. Ihr Verhalten nach dem Einmarsch der Deutschen in Paris, als sie versuchte, ihre jüdischen Geschäftspartner vom Kommissariat für Judenfragen enteignen zu lassen, sowie ihre Liebesbeziehung zu dem Sonderbeauftragten des Reichspropagandaministeriums für Frankreich werden mit dem Adjektiv "zweifelhaft" eher verharmlost. Von Arbeiterrechten hielt die Waise mit Wohnsitz im Hotel Ritz so viel, dass sie Bitten um Gehaltserhöhung nach zehn Jahren treuer Dienste mit der Entlassung quittierte. Ist das der Stoff, aus dem man Mythen strickt? "Mythos Chanel", die große Ausstellung zum berühmtesten Modehaus der Welt, erwähnt solche Details nur am Rande. Im Mode-Geschäft verflüchtigen sich persönliche Verfehlungen noch schneller als ein Spritzer "Chanel Nº 5". Das meistverkaufte Parfüm aller Zeiten erweckt andere Eroberungszüge in der Phantasie als den Einsatz deutscher Panzer. Der seit 1921 nahezu unveränderte Flakon dient als ein Reichsapfel für jede Frau, der Herrschaft über das Begehren verspricht. Der Duft aus Rose, Jasmin und 80 anderen Ingredienzen, weht durch eine Welt, in der Politik und Moral peinlich und spießig wirken. Darum ist dann diese für die Draiflessen Collection in Mettingen konzipierte Wanderausstellung, die im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen ist, auch nicht so kleinkariert, die Schönheit der Dinge mit allzu viel Biografischem zu beschämen. Schließlich entstand der Mythos Chanel vor allem durchs Weglassen. Das "kleine Schwarze", das Coco Chanel zwar nicht erfunden, aber durchgesetzt hat, steht für die erste Phase zeitloser Eleganz durch Reduktion, mit der das Modehaus ab den Zwanzigern identifiziert wird. Und auch ihr Comeback mit 71, das sie - nach einer Schamfrist wegen NS-Kollaboration im Schweizer Exil - 1954 in Paris startete, gelang der Modedesignerin mit Anti-Opulenz: Das Chanel-Kostüm eroberte die Welt als eine prägnant überzeugende Kleidungslehre, die dann auch kopiert wurde wie kein anderes Nähwerk französischer Stilkunde. Tags wie eine Raupe, nachts wie ein Schmetterling Beispiele aus den Zwanzigern im ersten Saal illustrieren Coco Chanels Bonmot, die Frau solle tags gekleidet gehen wie eine Raupe, aber nachts wie ein Schmetterling - wobei auch die gezeigten Abendkleider mehr dem ornamentlosen Schick der Architekturmoderne jener Zeit verpflichtet waren als der Grandezza von Ballfantasien. Dem kleinen Schwarzen ist der folgende Saal gewidmet. Von Chanels Umkehrung der Trauerfarbe in den fröhlichen Inbegriff des "Pariser Chics" Mitte der Zwanziger, bis zu diversen Wiederaufnahmen des Klassikers von C&A bis Issey Miyake demonstriert dieses Kapitel die unleugbare Mythenkraft von Coco Chanels Entwürfen. Marlene Dietrichs Chanel-Garderobe aus 20 Jahren beweist Coco Chanels genaues Gespür für die Grenze von Extravaganz zu Vulgärem. Diese Großvitirine teilt sich den dritten Saal mit dem einzigen Tätigkeitsfeld der "Mademoiselle", das kühn und verschwenderisch Luxus darstellte. Der Schmuck des Hauses, für den Inspiration aus Gemälden und Grabbeigaben unterschiedlichster Epochen zugelassen war, versteckt seine Nüchternheit allein im Material. Die Variationen über Cocos Lieblingsblüte, der Kamelie, und die goldenen Prachtgehänge im Stil von Inka-Fürsten und Renaissance-Mätressen bestehen im Wesentlichen aus Glas, Emaille, Messing und Kunstperlen. Saal vier zeigt eine Konfrontation von Chanel-Kostümen und ihren weltweiten Adaptionen, wobei weniger die Anpassungsfähigkeit der Kopisten überrascht, als die Tatsache, das Chanel dem Plagiarismus durchaus zugewandt war. Sie pflegte die Meinung, dass "Entdeckungen gemacht werden, um kopiert zu werden. Das ist das größte Kompliment." Und um Komplimente zu werben, wird Mode schließlich gemacht. Das ist die Wahl des Paris, der sich jede Kollektion zu stellen hat. Auch jede von Karl Lagerfeld, der seit 1983 den Stil des Hauses entwirft. Seine anfangs vorsichtigen, später forscheren Modernisierungsschritte werden im letzten Saal gewürdigt - und mit dem Rezept erklärt: "Ich gebe der Chanel-Lehre eine Prise Humor." Nackte Lieblingsmodels in verzuckerten Posen Lagerfeld ist in seiner Geburtsstadt aber nicht nur das große Finale dieser Ausstellung gewidmet. Für den Versuch der benachbarten Hamburger Kunsthalle, Lagerfeld als Reinkarnation von Anselm Feuerbach in einer Doppelausstellung zu verherrlichen, muss der Besucher selbst eine gehörige Prise Humor schnupfen. Lagerfelds peinlicher Schwulen-Kitsch zum Thema "Daphnis und Cloe" ist eine Hochglanz-Adaption der Bilder Baron Wilhelm von Gloedens, der 1878 in Sizilien nackte Burschen in antiken Ruinen knipste. Drapiert über zahlreiche Säle zeigen Lagerfelds redundante Großformate seine nackten Lieblingsmodels in verzuckerten Posen. Man kann sicherlich auch Feuerbachs obsessiven Porträtzwang, mit dem er seine beiden Liebesmodels in den gleichen Profilposen mit aufgeknöpfter Bluse malte, unter dem Aspekt des Kitsches diskutieren. Aber in dem hier erzwungenen Verhältnis zu Lagerfelds Idealkörper-Verherrlichung ist der akademisch-schlüpfrige Schönheitsdrang des 19. Jahrhunderts so eine Offenbarung wie die legendäre Chanel-Tasche "2.55" es für die graue Nachkriegszeit gewesen sein muss. Mythos Chanel. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Bis 18. Mai 2014. Der Katalog kostet 50 Euro.
Entdecken Sie den Mythos Chanel in einer neuen Ausstellung. Von der Mode bis zum Parfüm, enthüllt sie die wahre Geschichte hinter dem ikonischen Namen. #Chanel #Mythos #Ausstellung #Mode
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Dass aus diesem Torso einmal etwas wird, das fliegen kann, war vor knapp einem Jahr noch schwer vorstellbar. Zwischen den Streben des Montagegerüsts war die untere Hälfte eines Flugzeugrumpfes zu erkennen, das obere Teil fehlte noch. Arbeiter liefen auf den Planken des Gerüsts herum und machten Schrauben an den Seitenwänden fest, als wäre dies ein Schiff, das demnächst aus dem Trockendock zu Wasser gelassen wird. Inzwischen ist das Ungetüm tatsächlich aus dem Hangar L34 im Werk Toulouse herausgerollt worden - und nun auch mit Triebwerken ausgerüstet. Die Maschine, die aussieht wie ein fliegender Wal nennt sich Beluga XL. Maschinen mit den Namen Beluga gibt es schon seit 1995, Airbus nutzt sie, um Flugzeugteile quer durch Europa von einer Fabrik zur anderen zu fliegen. Denn die Teile für Flugzeuge von Airbus werden an vielen verschiedenen Standorten gebaut. Die Tragflächen für alle Modelle stammen aus Großbritannien, die Rumpfteile aus Frankreich, Deutschland und Spanien. Zu kompletten Flugzeugen montiert werden die Jets in Hamburg, im französischen Toulouse, in Mobile in den USA und in der chinesischen Stadt Tianjin. Rund 10 000 Stunden waren die fünf kleineren Flugzeugteile-Frachter des Typs Beluga ST insgesamt im Jahr 2017 unterwegs, sie sind zwischen den Werken hin- und hergeflogen und haben Tragflächen, Leitwerke, Rumpfschalen oder Cockpits angeliefert. Das ist normal in der Branche, auch der amerikanische Konkurrent Boeing lässt umgebaute 747-Frachter pausenlos zwischen den Werken shutteln. Doch die alten Frachter des Typs Beluga ST sind viel zu klein, um die rasant zunehmende Produktion bei Airbus noch bewältigen zu können. Wenn der Flugzeughersteller weiter wachsen und wie geplant noch viel mehr Maschinen der A320-Familie und des neuen Langstreckenjets A350 ausliefern will, dann musste ein größerer Supertransporter her. Die neue Beluga XL von Airbus basiert auf dem Langstreckenjet A330, den der Flugzeughersteller seit den 1990er-Jahren baut. Doch die komplette obere Rumpfhälfte ist neu. Dort, wo einmal die Passagierkabine war, ist nun ein riesiger Frachtraum montiert. Das Cockpit wurde nach unten verlegt, damit große Bauteile ebenerdig durch die Frachttür hineingeschoben werden können. Der unförmig wirkende Jet, der jedem Ideal von aerodynamischer Effizienz spottet, muss jetzt nur noch fliegen können. Das Ungetüm ist sechs Meter länger, ein Meter breiter und einen halben Meter höher als sein Vorgänger. Als die kleinen Belugas vor mehr als zwei Jahrzehnten eingeführt wurden, baute Airbus noch rund 100 Maschinen pro Jahr. Im Jahr 2017 waren es schon gut 700 und 2019 werden es voraussichtlich sogar mehr als 800 werden. Es müssen also immer mehr Teile von Werk zu Werk geflogen werden. In die Beluga ST passt aber nur ein Flügel des neuen Großraumjets A350, allein für die Tragflächen einer Maschine muss ein Transporter also zweimal zwischen dem britischen Broughton und Toulouse hin- und herfliegen. Das ist zu teuer und zu ineffizient, befand man ein Airbus. Die Maschine kann gleich zwei Flügel einer A350 transportieren Vor zwei Jahren beschloss Airbus deshalb, eine neue, größere Transportmaschine zu bauen, mehr als 1000 Mitarbeiter arbeiteten zu Hochzeiten an dem Entwicklungsprojekt. Für die Montage wurde ein Hangar leer geräumt, in dem normalerweise Flugzeugrümpfe absichtlich zerstört werden, um zu testen, wo die Grenzen ihrer Belastbarkeit liegen. Der Bau der Beluga XL ist komplex und dauert fast ein Jahr. Der Rumpf muss während der Montage alle paar Meter in einer Art Wiege abgestützt werden, sonst würde er den Lasten nicht standhalten. Nach und nach wird die obere Hülle montiert, anschließend sind die Flügel und Motoren sowie die Innenausstattung und das Cockpit dran. Fünf Beluga XL wird Airbus in den nächsten vier Jahren einführen, sie können, anders als die kleineren Vorgänger, nicht bloß einen, sondern zwei A350-Flügel transportieren. Noch etwa drei Monate soll die erste neue Transportmaschine am Boden getestet werden, bevor sie im Juli erstmals fliegen soll. Die Flugtests dauern anschließend ein weiteres Jahr, sodass Airbus die erste XL ab Herbst 2019 einsetzen kann, wenn alles gut geht. Auf bis zu acht Maschinen wird die Flotte wachsen, bevor die ersten kleinen STs außer Betrieb gehen werden. Es könnte allerdings auch sein, dass Airbus mit den Belugas der ersten Generation ins Frachtgeschäft einsteigt. Denn mit gut 20 Jahren sind die Jets noch zu jung für den Schrottplatz, und für besonders sperrige Güter wie Generatoren oder Teile von Windrädern gibt es kaum gute Alternativen, wenn sie über längere Distanzen transportiert werden müssen.
Airbus hat mit der Beluga XL einen neuen Supertransporter gebaut, der benötigt wird, um die rasant zunehmende Produktion von Flugzeugteilen bewältigen zu können. #Airbus #BelugaXL #Supertransporter #Flugzeugproduktion
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Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, muss immer mehr dafür bezahlen. Das liegt an steigenden Immobilienpreisen, aber auch an der Steuer auf den Grunderwerb, die viele Bundesländer drastisch erhöht haben. Eine Sonderregel benachteiligt dabei ausgerechnet Länder, die ihre Bürger weniger belasten. So muss Bayern eine halbe Milliarde Euro mehr beim Länderfinanzausgleich zahlen, wie das Institut für Weltwirtschaft ausgerechnet hat. Die Auswertung liegt der SZ vor. Die Länder dürfen seit einigen Jahren die Steuer auf Haus- und Grundstückskäufe selber festlegen, die zuvor bundesweit 3,5 Prozent betrug. Während Bayern und Sachsen nicht erhöhten, verlangen Nordrhein-Westfalen, Berlin oder Hessen heute fast das Doppelte. Der Bund der Steuerzahler klagt, das erschwere Familien den Hauskauf. In Deutschland leben viel weniger Einwohner im eigenen Haus als im übrigen Europa. Das ist ein Grund dafür, warum deutsche Haushalte nur halb so viel mittleres Vermögen haben wie der Durchschnitt der Euro-Staaten. Wie das Kieler IfW-Institut zeigt, gibt das geltende Recht Ländern sogar fragwürdige Anreize, ihre Bürger durch höhere Steuern zu schröpfen und so den Hauskauf zu erschweren. Und zwar durch den Länderfinanzausgleich, der boomende Länder wie Bayern und Hessen an schwächere wie Nordrhein-Westfalen zahlen lässt. Wie hoch die offizielle Finanzkraft eines Landes ist, auf der die Zahlungen basieren, richtet sich nicht nach den tatsächlichen Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer. Sondern nach fiktiven Einnahmen aus dem Durchschnittssatz aller Länder, rund fünf Prozent. Auf diese Weise wird Bayern künstlich reich gerechnet, es verlangt ja nur 3,5 Prozent. Das Beispiel NRW zeigt, welche Folgen das System hat Weil es seine Hauskäufer schont, musste Bayern 2015 450 Millionen Euro mehr in den Länderfinanztopf zahlen, so Forscher Jens Boysen-Hogrefe. Das ist mehr, als das Land im Jahr für den Ausbau der Breitbandnetze ausgeben kann. Sachsen bekam 80 Millionen Euro weniger. Hessen dagegen bezahlte 140 Millionen Euro weniger, weil es künstlich arm gerechnet wird. Und Nordrhein-Westfalen kassierte 200 Millionen Euro mehr, als wenn bei der Finanzkraft echte Steuereinnahmen aus Immobilienkäufen gelten würden. Das Beispiel NRW zeigt, welchen Anreiz das System liefert, Hauskäufer abzukassieren. Das Land erhöhte die Steuer 2015 um 30 Prozent und steigerte die Einnahmen laut IfW um gut 600 Millionen auf 2,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig reduzierte die höhere Steuer wohl die Zahl der Immobilienkäufe, die in die Berechnung der Finanzkraft einfließt. Und weil NRW mit 6,5 Prozent eine höhere Steuer kassiert als der Durchschnitt, wird es künstlich arm gerechnet. Es hat in Wahrheit mehr Steuer eingenommen, als der Länderfinanzausgleich unterstellt. Macht unterm Strich ein Plus von 700 Millionen Euro, das die Hauskäufer in NRW und die Bürger in Bayern bezahlen. Der Anreiz zum Abkassieren hat mehrere negative Folgen, kritisiert Forscher Boysen-Hogrefe. "Eine höhere Grunderwerbsteuer trifft Käufer, die im eigenen Heim wohnen wollen. Und sie belastet die Mieter, falls Eigentümer sie auf den Mietpreis aufschlagen können". Außerdem behinderten hohe Steuern die Mobilität der Arbeitnehmer: "Wer einen besseren Job in Aussicht hat, zieht vielleicht nicht um, weil es zu teuer ist, woanders etwas zu kaufen." Er fordert, das Recht der Länder auf eigene Steuersätze zu streichen oder wenigstens den falschen Anreiz zu beseitigen. Bayern, ein Verlierer des aktuellen Systems, trommelt allerdings anders als früher nicht mehr lautstark für eine Änderung. Denn bei der im Herbst vereinbarten Reform des Länderfinanzausgleichs, die ab 2019 gilt, haben die Bayern bei anderen Punkten viel durchgesetzt. "Vor allem bringt die Einigung mehr als eine Milliarde Euro Entlastung und mehr Möglichkeiten, bayerisches Geld in Bayern behalten zu können", sagt eine Sprecherin von Finanzminister Markus Söder. Beim fragwürdigen Anreiz zu hohen Grunderwerbsteuern bleibt es allerdings. Und damit bleiben Hauskäufer in vielen Bundesländern Verlierer.
Wie sich der Anstieg von #Immobilienpreisen und #Grunderwerbsteuer auf den #Länderfinanzausgleich auswirkt und welche Konsequenzen das hat. #Bayern #NRW #Hessen #Sachsen #Steuern
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Am Montag begann der nächste Einsatz in Barcelonas Notstandsgebiet. Spezialisten werden im Viertel Carmel in den kommenden Wochen drei weitere Gebäude abbauen, und sie wollen das so vorsichtig tun, dass am Ende wenigstens die einen Nachbarhäuser stehen bleiben können. Das sechsstöckige Bauwerk auf der anderen Seite musste Ende Januar sofort abgerissen werden, nachdem sich nebenan die Erde geöffnet hatte und eine Garagenhalle samt Wohnung eingestürzt war. Krater von 30 Metern Durchmesser Die neue Rettungsaktion hinter Sicherheitszäunen an der Straße Conca de Tremp und der Passage Calafell bezeichnet der leitende Architekt nun als "ersten Schritt, um die am meisten beschädigte Zone wieder zu gewinnen". Für die Mieter und Besitzer jedoch ist dies zunächst die Fortsetzung einer Tragödie. Ihren Höhepunkt hatte der Bauskandal am 27. Januar, als sich während der Arbeiten zur Verlängerung der Barceloneser Metro-Linie 5 ein Krater von 30 Metern Durchmesser und 35 Metern Tiefe auftat. Das Loch entstand über dem Tunnel und unter mehreren Häusern - es war reiner Zufall, dass niemand verletzt wurde. 1057 Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden, die meisten von ihnen wohnen bis heute in Hotels und konnten in den meisten Fällen nur die wichtigsten Wertsachen in Sicherheit bringen. Zwei Schulen, diverse Geschäfte und Lokale wurden geschlossen, die Bilder verzweifelter Menschen gingen durch die Medien der Nation. Seither spricht ganz Spanien von Carmel, das zuvor vielen unbekannt war. Es ist wie ein Erdbeben, und die Erschütterungen sind bis nach Madrid zu spüren. Carmel gerät allmählich zum Symbol für unternehmerische Sorglosigkeit und staatliches Versagen, wie auf andere Weise vor zweieinhalb Jahren der Name des Unglückstankers Prestige vor der galicischen Küste. Schwache Röhre Im katalanischen Parlament befasst sich inzwischen eine Untersuchungskommission mit der Affäre, sie löst termingerecht den nationalen Ausschuss über die Ursachen und Folgen der Madrider Terroranschläge vom 11. März 2004 ab. Unfassbare Details dringen dabei an die Öffentlichkeit. Spanien staunt über die Chronik einer zerstörerischen Pfuscherei. So wurde am Donnerstag vergangener Woche bekannt, dass der verwendete Beton über der Röhre nicht einmal halb so stabil gewesen sei wie gefordert. Immer wieder brechen in Spanien Häuser wegen billiger Substanz zusammen, gierige Bauherren sparten vor allem früher gerne am Wesentlichen. Allerdings galt das eher als Praxis der Vergangenheit und schien undenkbar zu sein an einer städtischen Baustelle in einer modernen Metropole wie Barcelona. Am Freitag hieß es dann, die Konstrukteure der U-Bahn hätten von den Klagen über den mangelhaften Zement bereits seit September 2004 gewusst. Dazu erfuhr man, Carmel tauche in den offiziellen Rechnungen gar nicht auf. Das Publikum ist sprachlos, die Parteien streiten. Wer trägt die Schuld an dem Desaster, mit dem Hunderte gefährdet und um ihr Zuhause gebracht worden sind? Die mit Linksrepublikanern und Vereinten Linken regierenden Sozialisten von Kataloniens Ministerpräsidenten Pasqual Maragall natürlich, finden die katalanischen Nationalisten und fordern Rücktritte. Aber zurück getreten ist niemand, spanische Politiker halten wenig von persönlicher Verantwortung. Die Sozialisten beschuldigen wiederum die Nationalisten, unter deren Ägide sei die Linie 5 schließlich geplant worden. Maragall warf ihnen außerdem vor, bei öffentlichen Projekten drei Prozent der Baukosten kassiert zu haben. Von solchen Beiträgen wird im Rahmen des spanischen Baubooms mit seinen irrwitzigen Immobilienpreisen zwar wiederholt berichtet, Maragall entschuldigte sich dennoch und entging einem Misstrauensvotum. Die Leidtragenden sind entsetzt von dem Theater auf ihre Kosten. "Sie lügen uns an und machen sich über unser Unglück lustig", schimpft Antonio Rodriguez im Internet-Forum der Zeitung La Vanguardia. Die Enttäuschung richtet sich vor allem gegen die Sozialisten, die in Carmel traditionell mehrheitlich gewählt werden, gegen Maragall, Bürgermeister Joan Clos und auch Spaniens Premier Jose Luis Rodriguez Zapatero. Mittlerweile gibt es eine Interessensvereinigung, die Kundgebungen organisiert und höhere Entschädigungen fordert. Zuzüglich zu den staatlichen 6000 Euro pro Familie plus 1000 Euro pro Person und 1000 Euro pro Monat außerhalb der Wohnung fordern die Wortführer 15.000 Euro für "die außerordentlichen körperlichen und psychischen Schäden". Das Geld, schreibt ein zorniger Demonstrant, verlange man für jedes betroffene Lebewesen, "einschließlich Katze, Hund und Kanarienvogel".
Neuer Bericht: Wie gierige Bauherren in Barcelona Carmel zur tragischen Baustelle machten. #Bauskandal # Barcelona
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In der Koalition bahnt sich neuer Streit ums Geld an. Konkret geht es um die Rücklage aus der Arbeitslosenversicherung. Die wird nach Auffassung der Bundesregierung im Laufe des Jahres die 20-Milliarden-Euro-Marke erreichen. Dies geht aus dem Haushaltsentwurf für 2018 hervor, mit dem sich das Kabinett an diesem Mittwoch befassen wird und der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Während die Union darauf dringt, möglichst viel Geld rasch über Beitragssenkungen an die Versicherten zurückzugeben, will SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles Überschüsse in Fortbildung investieren. "Wenn wir in den kommenden Jahren zusätzliche Spielräume haben in der Arbeitsmarktpolitik, ist für mich sehr klar, wo wir das Geld investieren sollten: In die berufliche Qualifikation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", sagte Nahles der SZ. Anderthalb Millionen Menschen ohne Berufsqualifikation werde die SPD "nicht im Regen stehen lassen". Die Bundesagentur für Arbeit profitiert seit Jahren vom Jobboom in Deutschland. Während die Zahl der Arbeitslosen sinkt, sprudeln die Beiträge, weil immer mehr Beschäftigte Sozialabgaben zahlen. Derzeit liegt der Beitrag bei drei Prozent des Bruttolohns, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils die Hälfte. Die wachsenden Reserven in der Arbeitslosenversicherung wecken seit geraumer Zeit Begehrlichkeiten: Im Koalitionsvertrag haben SPD und Union vereinbart, den Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte zu senken, allerdings ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Während die Arbeitgeberseite und Unionspolitiker Senkungen bereits zum Sommer und darüberhinaus um gleich 0,5 Prozentpunkte fordern, drückt Nahles auf die Bremse. "Qualifizierung ist das Gebot der Stunde. Wer jetzt voreilig weitere Senkungen fordert, gefährdet diese Aufgabe", sagte die frühere Bundesarbeitsministerin. Die SPD ist lediglich bereit, zum Januar 2019 eine Beitragssenkung um die verabredeten 0,3 Prozentpunkte mitzutragen. Dann soll auch die von ihr geforderte Parität in der Krankenversicherung kommen: Von 2019 an sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber wieder den gleichen Anteil zahlen. Beide Maßnahmen würden "eine spürbare Entlastung für jeden Arbeitnehmer bringen", sagte Nahles. Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann geht das nicht weit genug. "Eine Beitragssenkung um 0,5 Prozentpunkte wäre für mich nicht voreilig, sondern objektiv geboten", sagte er. Sonst würde die Bundesagentur nur weiter große Finanzpolster aufbauen. "Jetzt hat man die Chance, die Beitragszahler um mehr als fünf Milliarden Euro zu entlasten, die sollte man auch nutzen", sagte Linnemann.
Neuer Streit in Regierungskoalition über 20-Milliarden-Rücklage aus Arbeitslosenversicherung: Beitragssenkungen oder Fortbildung? #Arbeitslosenversicherung #Beitragssenkungen #Fortbildung #Regierungskoalition
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Harmoniesüchtig ist Tom Enders, 58, ganz sicher nicht. Der immer so drahtig wirkende Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus, der seine Freizeit auch mal mit Fallschirmspringen verbringt, ist vielmehr bekannt dafür, seinen Weg zu gehen, und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn ihm etwas nicht passt, dann sagt er es. Wenn er seinen Kurs für richtig hält, dann verfolgt er ihn, mag die Kritik daran auch noch so laut sein. "Ich bin sicher ein sehr ungeduldiger Mensch", sagte er einmal über sich. Und er möge "keine fünffarbigen Teflon-Präsentationen, die so entkernt wurden, dass sie kaum noch etwas aussagen". Enders bevorzugt die klare und offene Ansage. Seit 2012 ist Enders Airbus-Chef, und die vergangenen fünf Jahre waren schon turbulent. Die geplante Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE scheiterte am Widerstand der Politik. Enders griff bei Airbus hart durch: Er verlegte die Zentrale nach Toulouse, schaffte ganze Führungsebenen ab, drängte den Einfluss der Großaktionäre aus Deutschland und Frankreich zurück und benannte den Konzern schließlich von EADS in Airbus Group um. Aber jetzt ist er in der bislang wohl schwierigsten Phase. Eine Korruptionsaffäre von noch unbekanntem Ausmaß erschüttert den Konzern. Die interne Unruhe ist groß. "Stellen Sie sich auf turbulente Zeiten ein", schrieb Enders Ende vergangener Woche an die rund 133 000 Mitarbeiter. Offenbar rechnet er mit weiteren schlechten Nachrichten, Enthüllungen, Angriffen. "Im Laufe dieses Prozesses werden die Medien vermutlich häufig - und mal mehr, mal weniger fair - über uns berichten; zudem ist mit Leaks, falschen Informationen und auch mit Versuchen Einzelner zu rechnen, im eigenem Interesse das Top-Management zu diskreditieren", so Enders. Der Vorstandschef gibt auf der einen Seite den Chefaufklärer, der den Korruptionssumpf aufräumen will. Airbus hatte sich unter seiner Ägide zum Beispiel in Großbritannien selbst angezeigt und eine amerikanische Anwaltskanzlei mit internen Untersuchungen beauftragt. Auf der anderen Seite kommen immer wieder Vorwürfe auch gegen ihn auf den Tisch. Wie viel hat Enders selbst von möglichen Unregelmäßigkeiten gewusst? Für was kann er verantwortlich gemacht werden? Enders wuchs im Westerwald mit vier Geschwistern auf, sein Vater war Schäfer. Nach dem Abitur studierte er in Bonn Politik, Volkswirtschaft und Geschichte und ging zur Bundeswehr, aus dieser Zeit stammt auch sein Spitzname Major Tom. Seine Karriere begann er als Assistent beim Deutschen Bundestag, später arbeitete er dann im Planungsstab des Verteidigungsministeriums. Im Jahr 1991 fing er bei der deutschen Dasa an, die später in EADS, heute Airbus, aufging. Dort leitete er zunächst die Verteidigungssparte. Von 2005 bis 2007 war er zusammen mit dem Franzosen Noël Forgeard schon einmal EADS-Chef. Danach führte er fünf Jahre die Passagiermaschinen-Sparte, der mit Abstand wichtigste Bereich des Konzerns. Seit Juni 2012 ist er nun alleiniger Chef und hat so viel Macht wie kein Vorgänger. Enders, der südlich von München lebt, kennt den Konzern also wie kaum ein anderer, auch weil er nicht abgehoben sein will, sondern sich ins Tagesgeschäft einbringt. Auch deshalb wird ihm immer wieder eine mögliche Verstrickung vorgeworfen. Beweise gibt es keine, die Staatsanwaltschaft München ermittelt auch nicht gegen Enders. Seine Leute verteidigen ihn. Es würde versucht, Enders zu kriminalisieren, um damit die Aufklärung zu behindern, sagt ein Sprecher. Enders selbst, der im Jahr 2011 aus Verärgerung aus der CSU ausgetreten ist, wird unter anderem von Peter Gauweiler, dem Anwalt und ehemaligen CSU-Politiker, beraten.
Airbus-Chef Tom Enders in Turbulenzen - Korruptionsaffäre erschüttert den Konzern. Enders kämpft gegen den Korruptionssumpf und die Versuche, das Top-Management zu diskreditieren. #Airbus #Korruptionsaffäre
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Zentralbank lockert erneut die Geldpolitik Die krachenden Verluste an Chinas Börsen haben nun auch die Zentralbank des Landes auf den Plan gerufen. Überraschend lockerten die Währungshüter in Peking ihre Geldpolitik - zum wiederholten Mal: Um die Konjunktur zu beleben und die Kurse zu stabilisieren, senkte die Notenbank den Leitzins und die Anforderungen für die Mindestreserven der Banken. Es war die fünfte Zinssenkung in nur neun Monaten - und sie zeigt, wie ernst die Zentralbank die Lage einschätzt, nachdem die Börsen im Land ihre Talfahrt den dritten Tag in Folge ungebremst fortgesetzt hatten. Wie die Zentralbank berichtete, werden die Zinsen für einjährige Kredite um 0,25 Prozentpunkte niedriger auf 4,6 Prozent festgesetzt. Auch wurden die Zinsen für einjährige Spareinlagen um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent gesenkt. Die Mindestanforderungen für die Kapitalreserven der Banken wurden mit Wirkung vom 6. September um 0,5 Prozentpunkte herabgesetzt. Allein damit könnten nach Schätzungen des Wall Street Journal umgerechnet 93 Milliarden Euro für Kredite freigesetzt werden. Regierung gibt direkte Markteingriffe auf Experten zeigten sich allerdings skeptisch, ob die Maßnahmen fruchten. "Theoretisch sollte eine Zinssenkung den Aktienmarkt ankurbeln, aber die einfachen Anleger sind jetzt schwer in Panik, deswegen ist ungewiss, ob dieser Schritt die deprimierte Stimmung an den Märkten ändern kann", sagte die unabhängige Finanzexpertin Ye Tan. Die Regierung habe vor den Feiern am 3. September und der geplanten Militärparade 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Asien aber keine andere Wahl, um die Stimmung im Volk anzuheben. Seit Beginn des Börsenkrachs Mitte Juni hatten die Behörden zunächst versucht, die Märkte mit milliardenschweren Interventionen zu stabilisieren. Nun seien am Montag und Dienstag aber neue Hilfen ausgeblieben - bis nach Börsenschluss schließlich Zinsen und die Mindestreserven gesenkt wurden. Die Financial Times berichtete, Peking habe vor den Kräften des Marktes kapituliert und deswegen nicht mehr direkt eingegriffen. Zuvor habe die Notenbank in den vergangenen sieben Wochen noch Aktien im Wert von etwa 200 Milliarden Dollar gekauft, um die Kurse zu stützen. Außerdem habe die Notenbank seit der Abwertung des Yuan am 11. August noch einmal etwa 200 Milliarden Dollar aus Devisenreserven eingesetzt, um einen stärkeren Wertverfall zu verhindern. Das Blatt bezog sich hierbei auf Kreise, die mit der Notenbank und den Marktinterventionen vertraut seien. Aktienmärkte machen weiter Verluste Vor der Entscheidung der Währungshüter waren die Aktienmärkte weiter eingebrochen. Nach den Verlusten an der Wall Street rutschten die Kurse noch tiefer in den Keller. So fiel in China, das am Montag bereits den größten Kursrutsch seit acht Jahren erlebt hatte, der wichtige Shanghai Composite Index zum Handelsauftakt wiederum kräftig um 6,4 Prozent. Der Shenzhen Component Index sackte um 6,9 Prozent ab und der ChiNext für Technologiewerte, der dem Nasdaq in den USA ähnelt, verlor 7,3 Prozent. Damit setzte sich fort, was einige Beobachter angesichts der mehr als ein Jahr lang künstlich in die Höhe getriebenen chinesischen Märkte als notwendige Korrektur ansehen. Achterbahnfahrten in Tokio und New York Nach einer rasanten Berg- und Talfahrt hat die Börse in Tokio am Dienstag erneut hohe Verluste hinnehmen müssen. Der Nikkei-Index ging mit einem Abschlag von fast vier Prozent aus dem Handel. Das ist der tiefste Stand seit einem halben Jahr. Dabei hatte der Index im Vormittagshandel noch Verluste von zwischenzeitlich fast 800 Punkten wettmachen können, später stürzte er jedoch erneut ab. Die erneute Talfahrt des japanischen Aktienmarkts dürfte aber nicht nur dem Börsensturz in China geschuldet sein, sondern auch einer Äußerung des japanischen Premierministers Shinzo Abe. Der hatte am Montag Verständnis dafür geäußert, dass die japanische Zentralbank ihr Inflationsziel nicht erreicht. Damit hat er indirekt auch das Scheitern eines Teils seiner Wirtschaftspolitik eingestanden. Zuvor hatten die Ereignisse in China bereits die Stimmung an der Wall Street schwer getrübt. Nach hohen Anfangsverlusten gab es zwar auch hier kurze Erholungstendenzen, doch gingen die US-Aktien deutlich schwächer aus dem Handel. Der Dow Jones schloss 3,6 Prozent tiefer, nachdem er zwischenzeitlich den mehr als sechsprozentigen Verlust im frühen Handel nahezu wettgemacht hatte.
China lockert zum fünften Mal in neun Monaten seine Geldpolitik, um Kurse zu stabilisieren. Experten bleiben skeptisch. #Zentralbank #China #Geldpolitik #Kurse #Börsen
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Schaut man in der Düsseldorfer Metro-Zentrale aus dem Fenster von Chef Olaf Koch, sieht man eine riesige Baustelle. Genau das ist auch der Konzern selbst, den Koch seit vier Jahren lenkt. Seit Koch Vorstandsvorsitzender ist, steht bei der Metro Group kein Stein mehr auf dem anderen: Kaufhof wurde verkauft, die Metro Group aufgeteilt - hier der Lebensmittelhandel, dort Media-Saturn, Europas größter Elektrowarenhändler. Jetzt stehen angeblich auch noch die Real-Märkte zum Verkauf. Das aber verneint Koch im Interview mit der Süddeutschen Zeitung klar. Stattdessen spricht er über hochfliegende Pläne für die Märkte. Koch selbst schwärmt vom schlaraffenlandähnlichen Angebot, das es in diesen Märkten gebe. Real biete die größte Produktvielfalt in Deutschland. "Das weiß nur kaum jemand", räumt er ein. Gerade bei jüngeren Kunden erhofft sich Koch damit Erfolg: "Die jungen Leute denken anders über Ernährung", sagt er. Koch versichert, dass Real nicht zu verkaufen ist. Im Gegenteil: Er will in ihnen vielmehr das gute Essen nach französischem Vorbild zelebrieren. Ausgerechnet in den Real-Märkten, die vielerorts noch Bruchbuden sind, was Koch zumindest punktuell eingesteht. Nur: Wie wie will er das schaffen? Und was sagt Koch eigentlich zum Dauerstreit mit dem Media-Saturn-Gesellschafter Erich Kellerhals?
Chef Olaf Koch plant die Rettung der Real-Märkte und die Zukunft der Metro Group. Erfahren Sie mehr über seine hochfliegenden Pläne für den Konzern. #MetroGroup #RealMärkte #OlafKoch
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Es ist schon kurios: Griechenland will sich helfen lassen, dafür aber nicht mehr sparen. Spanien hingegen ist zwar bereit zu sparen, möchte sich aber nicht helfen lassen. Die Regierung des Landes unter Ministerpräsident Mariano Rajoy beharrt darauf, die Probleme des Landes alleine zu lösen. "Es wird für die spanischen Geldhäuser keine europäische Rettungsaktion geben", erklärte er zuletzt. Nach Angaben der Budgetstaatssekretärin Marta Fernández Currás ist die Rekapitalisierung der Banken bereits angelaufen. Der Staat werde die Mittel zur Verfügung stellen, die notwendig seien. "Eine europäische Rettungsoperation ist nicht notwendig." Rajoy räumte allerdings ein, dass Spanien es derzeit "sehr schwer" habe, sich auf den Finanzmärkten frisches Geld zu beschaffen: Die Rendite auf spanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren liegen aktuell bei knapp unter 6,5 Prozent. Zum Vergleich: Die Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit wirft derzeit gerade 1,4 Prozent ab. Spanien muss also einen satten Aufschlag von mehr als fünf Prozentpunkten zahlen, um noch an Geld zu kommen. Das ist die Zitterprämie für die Investoren. Bankia-Mutterkonzern mit hässlichem Verlust Dauerhaft gilt ein solches Zinsniveau als nicht mehr finanzierbar. Jedenfalls beantragten Portugal, Irland und Griechenland Hilfsgelder von der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), als sie die Marke von sieben Prozent erreichten. Die Regionalregierung von Katalonien hat Madrid schon um Hilfe gebeten, weil sie bereits 8,5 Prozent Zinsen für ihre Anleihen zahlen muss. Hinzukommen immer neue Hiobsbotschaften aus dem Bankensektor. Der Mutterkonzern der maroden spanischen Sparkasse Bankia, BFA, musste seine Ergebnisse für 2011 korrigieren. Statt eines Gewinns von 41 Millionen Euro stehe nun ein Minus von 3,3 Milliarden Euro in den Büchern, hieß es in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht in Madrid. Die neuen Zahlen spiegelten eine Überprüfung der Kredit-Portfolios und der Kapitalbedürfnisse wieder. Bankia selbst hatte bereits am Freitag einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf von 19 Milliarden Euro angemeldet. Das Institut musste Anfang Mai bereits mit 4,5 Milliarden Euro vom Staat gestützt werden, weil es die riesigen Verluste aus dem spanischen Immobilien-Crash nicht mehr schultern konnte. Insgesamt beläuft sich die benötigte Summe für die Rettung Bankias damit auf mehr als 23 Milliarden Euro. Wie die spanische Regierung die Bankia-Hilfen letztlich finanzieren will, ist aber noch unklar. Offenbar denkt man in Madrid darüber nach, dem Institut Staatsanleihen zur Verfügung zu stellen und dafür Anteile an der Bank zu übernehmen. Der Vorteil: Bankia könnte die Papiere bei der EZB als Sicherheit hinterlegen, um sich frisches Geld zu beschaffen. Rajoy erklärte jedoch, mit der EZB nicht über Bankia gesprochen zu haben. Es gebe noch keine Entscheidung, wie das Überleben der Sparkasse finanziert werden soll. Auch die EZB selbst sagte der Financial Times Deutschland, sie wisse nichts von derartigen Plänen der spanischen Regierung. An der Börse stürzte der Bankia-Kurs an diesem Dienstag weiter ab. Bis zum Mittag verlor das Papier mehr als zehn Prozent. Seit vergangenen Donnerstag summieren sich die Verluste damit auf knapp 25 Prozent. Bei den Euro-Partnern wächst unterdessen die Sorge um Spanien. "Wir wissen immer noch nicht, wie viel die spanischen Banken brauchen, sondern kennen nur die Schätzungen von bis zu 100 Milliarden Euro", sagte ein hochrangiger Vertreter der Euro-Gruppe. Der spanische Politikwissenschaftler Ismael Crespo sieht in erster Linie politische Gründe für Rajoys Weigerung, sich aus dem Ausland helfen zu lassen. "Der politische Preis einer EU-Rettung ist hoch", sagte er der FTD. Die Regierung würde damit nach gerade einmal fünf Monaten im Amt Zweifel aufkommen lassen, ob sie die Probleme des Landes lösen könne.
Spanien kämpft mit Schwierigkeiten, sich Geld zu beschaffen und Banken, die keine europäische Rettung wollen. Die Regierung sieht sich gezwungen, alleine zu handeln, während die EZB keine Entscheidung getroffen hat. #Spanien #Finanzen #Banken #EZB
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783 Häuser müssten dafür abgerissen werden, Fluglärm würde 150 000 weitere Bürger belasten, die Kosten werden auf 34 Milliarden Euro geschätzt: Europas größter Flughafen London-Heathrow soll eine dritte Startbahn bekommen. Eine Expertenkommission der Regierung sprach sich am Mittwoch für diesen Plan aus - und bringt damit Premier David Cameron in die Bredouille. Der Konservative hatte als Oppositionsführer vor sechs Jahren verkündet, dass es die umstrittene Erweiterung mit ihm nicht geben werde: "ohne Wenn und Aber". Doch das Drehkreuz am Stadtrand ist nahezu komplett ausgelastet; im vergangenen Jahr starteten oder landeten dort 73,4 Millionen Passagiere, eine neue Bestmarke. Daher braucht Heathrow eine zusätzliche Piste, um wachsen zu können und nicht im Wettbewerb abgehängt zu werden. Außerdem führt die hohe Auslastung zu vielen Verspätungen, denn Heathrow fehlen die Reserven, um auf kleinere Störungen reagieren zu können. In der Weltrangliste der pünktlichsten Flughäfen landen die Londoner abgeschlagen auf Platz 111. Die jüngste Entwicklung in einer anderen Rangliste bereitet gleichfalls Sorgen: Lange war Heathrow der Flughafen, der weltweit die meisten internationalen Passagiere abfertigt. Aber diesen Titel eroberte im vorigen Jahr Rivale Dubai. Britische Wirtschaftsverbände sprechen sich daher schon lange für eine Erweiterung aus. Allerdings will der lokale Konkurrent Gatwick ebenso ausbauen, hier geht es um eine zweite Startbahn. Vor drei Jahren setzte Camerons Regierung darum die Expertengruppe ein, welche die verschiedenen Möglichkeiten prüfen sollte, die Kapazität in London zu erhöhen. Damit konnten sich die Politiker erst einmal dieses brisanten Themas entledigen und es auch aus dem Wahlkampf heraushalten: Die Untertanen Ihrer Majestät bestimmten Anfang Mai ein neues Parlament. Die Fachleute kamen nun zu dem Schluss, dass der Großraum London in jedem Fall bis 2030 eine zusätzliche Startbahn benötige. Und das sei in Heathrow sinnvoller als in Gatwick. Gatwick liegt weit weg von der Stadt, weswegen ein Ausbau viel weniger Belastungen brächte. Aber es ist eben kein internationales Drehkreuz und schlechter zu erreichen. Eine neue Piste in Heathrow würde Verbindungen zu 40 neuen Zielen ermöglichen und langfristig 70 000 Jobs schaffen, heißt es in dem Bericht. Zudem würde die hinzugewonnene Kapazität zu mehr Wettbewerb zwischen Fluggesellschaften führen und so die Ticketpreise drücken. Wichtige Politiker der Konservativen lehnen einen Ausbau dennoch ab, etwa Londons Bürgermeister Boris Johnson. Kritiker verweisen nicht nur auf den Fluglärm einer dritten Startbahn, sondern auch auf Probleme mit der Luftqualität - wegen der Abgase der Jets und der vielen zusätzlichen Autos, die nach einer Erweiterung gen Heathrow fahren würden. Über den Ausbau muss das Parlament abstimmen, und da Premier Cameron nur über eine knappe Mehrheit verfügt, dürfte das spannend werden. Er kündigte an, dass die Regierung den Bericht diskutieren werde. Eine Entscheidung falle bis Jahresende. Genug Zeit also für ausgiebige und hitzige Debatten.
Heathrow, Europas größter Flughafen, plant den Ausbau mit einer dritten Startbahn, um mehr Kapazität und Wettbewerb zu schaffen. Doch die Debatte um Fluglärm und Umweltbelastung ist kontrovers. #Heathrow #Ausbau #Fluglärm #Umweltbelastung #Wettbewerb
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Eigentlich hat man als Gouverneurin im Verwaltungsrat der Federal Reserve (Fed) nicht viel zu melden. Sicher, man gehört zum inneren Kreis der US-Notenbank, bestimmt mit Fed-Präsidentin Janet Yellen, ihrem Vize Stanley Fischer und zwei anderen Gouverneuren die Linie der Geldpolitik der Vereinigten Staaten. Doch die größte Aufmerksamkeit genießen Yellen und Fischer. Lael Brainard, 54, und seit 2014 Fed-Gouverneurin, hat es dennoch geschafft, sich mit mehreren kontroversen Forderungen ins Gespräch zu bringen. Das könnte sie im nächsten Jahr bis in das US-Finanzministerium führen. Im vergangenen Oktober äußerte Brainard, es wäre besser, den US-Leitzins nur sehr langsam anzuheben, um das Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden: "Wir sollten den kontinuierlichen Anstieg der Binnennachfrage nicht als selbstverständlich betrachten. Auch wenn die Aussichten gut sind, gibt es globale Kräfte, die unsere Ausfuhrbilanz und die Inflation beeinflussen können." Damit stellte sich die Notenbankerin offen gegen Fed-Chefin Yellen, die noch einen Monat zuvor eine Leitzins-Anhebung zum Jahresende in Aussicht gestellt hatte. Seitdem hat Brainard ihre Forderung bei mehreren Anlässen wiederholt und fiel dabei durch ihren globalen Blick auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge auf: "Die Welt hat sich fundamental geändert. Was in China passiert, ist auch für die USA von Bedeutung", sagte sie im Februar. Ihre Weltsicht lässt sich aus ihrer Biografie ableiten. Als Präsident Barack Obama sie 2009 für das Amt der Unterstaatssekretärin für internationale Wirtschaftsfragen im Finanzministerium nominierte, stellte sich Brainard dem Senats-Finanzausschuss vor: "Meine Vorbereitung auf diese Aufgaben lässt sich bis in meine Kindheit zurückverfolgen, in der ich hinter dem Eisernen Vorhang lebte und die Stärke und das Versprechen von Amerikas Idealen beobachtete: die Kraft der Eigeninitiative, dynamische Märkte und wachsende ökonomische Bindungen, um das Leben besser zu machen und Frieden und Sicherheit zu garantieren." Brainards Vater war Berufssoldat und Diplomat in Polen und der damaligen DDR. Das prägte die junge Lael offenbar: "Wie viele andere Kinder auch wurde ich regelmäßig ermahnt, auf mein Benehmen zu achten. Aber in unserer Familie folgte der Mahnung der Satz: Vergiss nicht, du repräsentierst Amerika." Brainard beendete die Highschool in den USA, machte einen Abschluss in Sozialstudien und erwarb Mastertitel und Doktorgrad als Ökonomin an der Elite-Universität Harvard. Nach einer Zeit bei der Unternehmensberatung McKinsey und mehreren Jahren als Professorin für Angewandte Wirtschaftswissenschaften am Massachusetts Institute for Technology war sie Ende der Neunzigerjahre stellvertretende Direktorin des Nationalen Wirtschaftsrats, beriet den damaligen Präsidenten Bill Clinton bei den G-8-Gipfeltreffen und später Obama bei den Treffen der G-20-Staaten. Spekulationen, dass sie sich für ein weiteres Regierungsamt in Stellung bringt, befeuerte die Demokratin Brainard, als sie 2700 US-Dollar für die Wahlkampagne von Hillary Clinton spendete, den Höchstbetrag, den eine Einzelperson geben darf. Clinton wiederum hat schon mehrmals betont, dass sie im Falle ihres Wahlsiegs ihr Kabinett zur Hälfte mit Frauen besetzen möchte. Brainards reguläre Amtszeit als Gouverneurin endet 2026. Ob sie schon vorher abberufen wird, dürfte sich also bei den Präsidentschaftswahlen im November entscheiden. Am Mittwoch gab die Fed in Washington ihre Entscheidung zum Leitzins bekannt: Er bleibt tatsächlich vorerst unverändert.
Fed-Gouverneurin Lael Brainard fordert eine langsame Leitzinsanhebung und eine globale Betrachtung der Wirtschaft. Erfahren Sie mehr über ihre kontroversen Forderungen. #Fed #Geldpolitik #Wirtschaft
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Der Warnstreik der Lokführer ist am Samstagvormittag nach drei Stunden beendet worden: Betroffen waren Regional- und Fernzüge, die S-Bahnen in Berlin, München, Hamburg und Nürnberg sowie der Güterverkehr. Der Bahnverkehr war vor allem im Norden Deutschlands, in Berlin, in der Region Leipzig sowie punktuell in Nordrhein-Westfalen und Bayern eingeschränkt. Lokführergewerkschaft GDL will offenbar "zeitnah" über unbefristete Streiks abstimmen lassen Warnstreik dauert von sechs bis neun Uhr Die Lokführer der Deutschen Bahn waren am Samstagmorgen in einen dreistündigen Warnstreik getreten. Vom Ausfall betroffen sollen nach Angaben der Gewerkschaft GDL 90 bis 95 Prozent der Züge gewesen sein. Der Warnstreik dauerte von sechs bis neun Uhr, doch die Auswirkungen dürften noch länger spürbar sein. Ausgefallen sein sollen Verbindungen im Fern-, Regional- und Güterverkehr sowie S-Bahnen. Getroffen wurden mit dem Streik auch Reisende im Rückreiseverkehr zum Ende der Schulferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Wie die Bahn mitteilte, lagen die Schwerpunkte des Streiks im Norden Deutschlands, in Berlin, in der Region Leipzig sowie punktuell in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die Bahn setzte in den Zügen und auf Bahnhöfen mehrere Hundert Mitarbeiter zur Verstärkung ein, vor allem beim Service-Personal, den Betriebszentralen und Transportleitungen und bei der Reisendeninformation. Von fünf bis zwölf Uhr ist die kostenlose DB-Servicenummer 08000 99 66 33 geschaltet. Die Bahn hat allen Fahrgästen, die ihre Reise nicht wie geplant antreten konnten, eine kostenlose Erstattung ihrer Fahrkarte und Reservierung angeboten. Vor allem Großstädte betroffen Vom Warnstreik der GDL sind auch die S-Bahnen in Berlin, München, Hamburg und Nürnberg betroffen. In München traf es vor allem die Linie S 1, die lediglich im 40-Minuten-Takt fuhr. Ebenfalls stark beeinträchtigt sei die S 3 ziwschen München und Holzkirchen gewesen. Auf allen anderen Linien fielen einzelne Züge aus, teiweise kam es zu Verspätungen. Die Berliner S-Bahn sprach von erheblichen Einschränkungen im Netz. Verbindungen entfielen ganz, manche Strecken konnten nur zum Teil bedient werden. Am Hamburger Hauptbahnhof zeigte der Streik ebenfalls Wirkung. Auf den Fahrplantafeln wurden Verspätungen auf unbestimmte Zeit angezeigt. Vor den Informationsschaltern bildeten sich Menschenschlangen. Das große Chaos blieb jedoch aus: Der Samstag ist der verkehrsärmste Tag. In Norddeutschland legten knapp 350 Lokomotivführer die Arbeit nieder, wie Hartmut Petersen vom GDL-Bezirk Nord sagte. Vor allem Reisende im Fernverkehr mussten warten. Fahrgäste müssen nun mit unbefristeten Streiks rechnen Bereits am Montag hatte ein Warnstreik die Fahrpläne durcheinandergewirbelt. Die GDL will ein besseres Tarifangebot von der Bahn erzwingen. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Sie erhebt ihre Forderungen auch für Zugbegleiter und andere Beschäftigte in den Zügen. Bahnkunden müssen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus in den kommenden Wochen mit unbefristeten Streiks rechnen. Die GDL werde in diesen Tagen entscheiden, eine Urabstimmung über reguläre Streiks abzuhalten. Ein GDL-Sprecher Stefan Mousiol sagte demnach: "Eine Urabstimmung wird zeitnah durchgeführt."
Lokführer-Warnstreik ist nach 3 Stunden beendet. Betroffen waren Regional-, Fernzüge, S-Bahnen & Güterverkehr in Norddeutschland, Berlin, München, Hamburg & Nürnberg. GDL will bald über unbefristete Streiks abstimmen lassen. #Bahnstreik #GDL
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Konferenzraum A12.209, ein Hochhaus in Wiesbaden. Unruhe macht sich breit. Die fünf Mitglieder des Sachverständigenrats ("Wirtschaftsweise") haben hier, in der zwölften Etage des Statistischen Bundesamts, mit 13 wissenschaftlichen Helfern in den vergangenen Wochen die Euro-Krise analysiert. Tag für Tag, manchmal bis tief in den Abend hinein, wenn sie die Debatte in ihrem Stammlokal "Paulaner" bei Abendessen und Absacker fortgesetzt haben. Monteure arbeiten an Naben für Windkraftanlagen in der Montagehalle des Windanlagenbauers Nordex in Rostock. Der Rat der Fünf Weisen geht jeden Herbst in der hessischen Landeshauptstadt in Klausur, um für die Bundesregierung bis Mitte November das Jahresgutachten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung auszuarbeiten. Diese Frist steht im Gesetz. An diesem Mittwoch ist es soweit, die Expertise übergeben sie in Berlin, und es ist eine Arbeit mit recht düsterem Ausblick und einer schonungslosen Studie des Euro-Chaos. Es könnte bald vorbei sein mit dem deutschen Exportwunder, bei dem im September die Ausfuhren im Vergleich zum starken August noch einmal um 0,9 Prozent auf 95 Milliarden Euro gewachsen waren. Fast hätte die Arbeit gelitten. Ein Sondergutachten drohte. Der Grund war der Coup des griechischen Regierungschefs Giorgos Papandreou, der am 31. Oktober mit dem Vorschlag aufwartete, über das EU-Rettungspaket in seinem Land abstimmen zu lassen. Ein unkontrollierter Staatsbankrott Athens schien gefährlich nahe - und die renommierte deutsche Professoren-Gruppe geriet unter Zeitdruck. Überstunden also für den Ratsvorsitzenden Wolfgang Franz, 67, und seine Kollegen Beatrice Weder di Mauro, 46, Lars Feld, 45, Peter Bofinger, 57, und Christoph Schmidt, 49. Papandreous Plan - wenn er umgesetzt worden wäre - hätte eine neue Epoche einleiten können. Das Referendum entfiel, das Jahresgutachten kommt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird bei der Lektüre nicht nur helle Freude empfinden. Die große Analyse der Euro-Krise wird im ersten Kapitel des 400 Seiten starken Gutachtens behandelt. Sie bildet den Schwerpunkt des Berichts, der im vergangenen Jahr noch den Titel "Chancen für einen stabilen Aufschwung" getragen hat. Damals spielte die Euro-Krise eine eher untergeordnete Rolle. Das Wort "Schuldenschnitt" taucht im Jahresgutachten 2010 nicht auf. Jetzt ist der Tenor anders. Der Aufschwung in Deutschland ist gefährdet, wie es im Jahresgutachten heißt. Für das Jahr 2012 wird ein Wachstum von nur noch 0,9 Prozent prognostiziert, wie es in Regierungskreisen heißt. Für 2011 geht der Rat von drei Prozent aus. Die skeptische Sicht bestärkt andere Expertenmeinungen: Die Wirtschaftsforschungsinstitute hatten im Oktober ihre Wachstumsprognose für Deutschland schon von 2,0 auf 0,8 Prozent zurückgeschraubt. Hauptgrund: das schlechte Krisenmanagement im Euro-Raum.
Neue Studie von fünf Wirtschaftsexperten zur Euro-Krise warnt vor gefährdetem Aufschwung in Deutschland. Details in unserem Artikel. #Eurokrise #Deutschland #Wirtschaftsexperten #Jahresgutachten #Krisenmanagement
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Im feinen Hotel Four Seasons wurde schon Anfang Februar in Hongkong klar, dass für den größten Gaskonzern der Welt dieses Jahr nur noch wenig beim Alten bleibt. Gazprom-Chef Alexej Miller hatte die Millionenstadt und Sonderwirtschaftszone für die jährliche Investoren-Roadshow auserwählt - und nicht New York oder London, so wie in den vergangenen Jahren. China erwiderte das Zeichen der neuen Zuneigung auf ganz eigene Art. Die Ratingagentur des Landes, Dagong, verpasste dem angeschlagenen Konzern trotz Problemen fast zeitgleich die Bestnote AAA. Begründung: Die Sanktionen des Westens in der Ukraine-Krise würden dem Riesen schon nichts anhaben. Die Botschaft des Treffens der neuen Partner im Osten: Dagong und Miller, Russland und China, das ist die Achse, die dem Westen Paroli bieten will. Gas aus Sibirien, so die Pläne in Moskau und Peking, könnte künftig nicht mehr nach Europa, sondern nach Asien fließen. Seither herrscht eiskaltes Schweigen zwischen Gazprom und dem Westen. Monate her war der letzte öffentliche Auftritt von Gazprom-Chef Alexej Miller nun schon, als der Konzernboss am Montag eine kleine Konferenz in Berlin zur Bühne in eigener Sache machte. "Europa und Asien sind auf dem Weg in eine neue Energiewelt" In einem Luxushotel der deutschen Hauptstadt nahm Miller vor nicht mal hundert Wissenschaftlern, Managern und Politikern beim Diskussionsforum des Waldai-Klubs, einer Art russischer Denkfabrik, an einer Diskussionsrunde teil. Was der gelöste Chef des Kreml-nahen Konzerns dann allerdings in einem Statement an Botschaften mitgebracht hatte, dürfte in ganz Europa neue Sorgen um die künftige Gasversorgung des Kontinents auslösen. "Europa und Asien sind auf dem Weg in eine neue Energiewelt", sagte Miller und ließ keinen Zweifel daran, dass es um keine Partnerschaft geht, sondern um Konkurrenz. China und Europa hätten vor allem eins gemeinsam: Sibirien, die Quelle ihrer Ressourcen. Was die neue Konkurrenz bedeutet, ließ Miller die versammelten Fachleute auch gleich wissen: Steigende Preise. Schon Ende dieses Jahres werde die flüchtige Ressource wieder teurer werden, kündigte Miller an. Auch im Jahr 2016 sollen die Preise weiter steigen. Der Auftritt Millers in Berlin machte klar: Gazprom kämpft an vielen Fronten. Der Konzern spielt auf politischem Parkett in der Ukraine-Krise eine gewichtige Rolle. Im Dezember hatte er völlig überraschend das Projekt der milliardenschweren Pipeline South-Stream mit europäischen Partnern abgebrochen, um das eigene Gas nicht mehr nach Westeuropa, sondern in die Türkei zu lenken - und neue politische Allianzen in Südosteuropa zu schmieden. Gleichzeitig hat Russlands Rohstoffmonopolist einstige Wirtschaftskraft verloren. Der Konzern ringt heute mit rückläufigen Geschäften und muss aufpassen, dass er nicht noch mehr verliert. Vor vier Jahren hatte Gazprom mit einem Quartalsgewinn von umgerechnet gut 16 Milliarden Dollar noch einen Weltrekord gebrochen und den US-Konzern Apple geschlagen. Zuletzt waren es gerade mal 1,6 Milliarden Profit im Quartal. 2008 hatte Miller noch selbstbewusst verkündet, dass der den Börsenwert "in sieben Jahren auf eine Billion Dollar" steigern will. Davon ist er heute angesichts einer Marktkapitalisierung von 50 Milliarden Dollar sehr weit entfernt. Drohungen einerseits, versönliche Signale andererseits Der Riese taumelt. Und er streut neuerdings wohl auch deshalb versöhnliche Signale in seine Drohungen. Die Abkehr Europas von Russland mit einer neuen Strategie auf viele Gasquellen zu setzten, berge gewaltige Risiken, sagte Miller. Russisches Gas sei für Europa unersetzbar. Miller warnte die Europäische Kommission davor, den Konzern daran zu hindern, die Ukraine mit neuen Gaspipelines zu umgehen. "Das wäre ein großer Fehler." Gazprom sei aber bereit, die lange bekämpften neuen Regeln der Kommission für die Energiepolitik zu respektieren. Selbst an neuen Pipelines innerhalb Europas wolle Gazprom sich möglicherweise beteiligen. "Wenn wir eingeladen werden, werden wir das prüfen", sagte Miller. Noch vor Kurzem hatte der Konzern erklärt, Europa müsse sich sein Gas künftig beim neuen Partner in der Türkei selbst abholen. Schon 2019 soll nach Angaben Millers Gas durch die neue Pipeline in die Türkei fließen. Stellt Russland dann seine Lieferungen über die Ukraine nach Westeuropa ein, müssten neue Pipelines das Gas über den Bosporus nach Europa liefern. "Die Zeit wird knapp, wenn Europa nicht zügig Pläne schmiedet." Bisher fließt ein Großteil der europäischen Gasversorgung aus Russland über die Ukraine. Russland will seine bestehenden Transitverträge mit dem Land jedoch nicht verlängern. Der Rückzug von Gazprom aus dem europäischen Markt geht dennoch weiter. Schon in den nächsten Tagen soll der nächste Schlag folgen: der endgültige Verkauf einer Beteiligung an VNG, Ostdeutschlands größtem Unternehmen - einst als Sprungbrett der Russen für den deutschen Gasmarkt gedacht. Russlands Energieminister Alexander Nowak, der zusammen mit Alexej Miller nach Berlin gereist war, machte unterdessen klar, was der Kreml vom Versuch Europas hält, sich aus der Umklammerung Russlands zu befreien. Mindestens ein Vierteljahrhundert werde der Kontinent noch vom Gas aus Russland abhängen, sagte Nowak in Berlin.
Spanien steht unter Hitzealarm mit Temperaturen bis zu 41 Grad in Andalusien und Extremadura. Außerdem Sturmwarnung in Cádiz! Bleiben Sie kühl und sicher! #Spanien #Hitzealarm #Sturmwarnung #Cádiz
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So, der Brief für die Kündigung des Fitnessstudio-Vertrags ist geschrieben. Jetzt muss er nur noch in einen Umschlag gesteckt, frankiert, zum nächsten Briefkasten gebracht werden - und schon ist man wieder eine Sorge los. Wirklich? Darauf verlassen kann man sich nicht. Nicht in diesen Tagen. Die Post streikt. Und zwar unbefristet. Gibt es eine Garantie auf Zustellung? Was das bedeuten kann, zeigen die folgenden Zahlen: 64 Millionen Briefe trägt die Post an einem normalen Werktag bundesweit aus. Hinzu kommen 3,4 Millionen Pakete. Häufig werden die Sendungen von einem Tag auf den nächsten zugestellt. Wie reibungslos das meist funktioniert, lässt sich schon daran ablesen, dass viele Menschen wichtige Briefe erst am letzten Tag der Frist oder Geburtstagspäckchen erst am Tag davor zur Post bringen. "In den meisten Fällen kommt die Sendung ja trotzdem noch pünktlich an", sagt Julian Graf, Jurist und Referent für Postdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Doch eine Garantie dafür gebe es nicht. Schon zu normalen Zeiten nicht, erst recht aber nicht im Fall eines Streiks. Was ist mit dringender Post? Was aber bedeutet das für Menschen, die auf die Post angewiesen sind? Es geht ja nicht nur um das Fitnessstudio, das rechtzeitig gekündigt werden muss. Es kann sich ja auch um ein wichtiges Päckchen handeln, das jemand dringend benötigt - etwa den Schlüssel für eine kurzfristig gebuchte Ferienwohnung. Was passiert, wenn er nicht rechtzeitig vor Abfahrt in den Urlaub eintrifft? "In so einem Fall kommt es darauf an, welcher Vertragspartner beschlossen hatte, den Schlüssel per Post zu verschicken", sagt Verbraucherschützer Graf. "Wurde das einvernehmlich beschlossen, hat der Mieter Pech gehabt. Hat dagegen der Vermieter den Postweg eigenmächtig beschlossen, wird er dem Mieter für die ersten Tage die Mietkosten erlassen müssen." Die Post jedenfalls hafte in aller Regel nicht. Wie findet man raus, wo gestreikt wird? Ein Sprecher des Unternehmens bestätigt das: Eine bestimmte Lieferfrist schulde die Post "nur bei Express-Sendungen", sagt er. Deshalb sei eine Haftung oder Entschädigung für verzögerte Sendungen normalerweise ausgeschlossen. Selbst bei Einschreiben. Die Post tue jedoch alles, um die Folgen des Streiks für die Kunden möglichst gering zu halten, versichert er. Es bleibe ja auch bei Weitem nicht jede Sendung liegen; am letzten Streiktag, dem 30. Mai, seien es bundesweit nicht einmal zehn Prozent gewesen, die zu spät ausgeliefert wurden. Verbraucher, die wissen wollten, wo aktuell gestreikt werde, könnten sich telefonisch unter 02 28/76 36 76 50 informieren. Reicht eine E-Mail statt einem Brief? Verbraucherschützer Graf rät, in den kommenden Tagen für dringende Schreiben einen anderen Anbieter als die Post zu wählen. Falls keine Unterschrift erforderlich sei, gehe auch ein Fax. "Das Übermittlungsprotokoll gilt als Beweis, dass das Schreiben rechtzeitig zugegangen ist", sagt er. Eine E-Mail dagegen genüge häufig nicht: "Zwar kann man sich auch da eine Zugangsbestätigung schicken lassen. Aber manche Richter sehen darin nur den Beweis, dass die E-Mail an sich zugegangen ist, nicht aber auch, dass ihr Inhalt angekommen ist.
Poststreik in Deutschland - wie wirkt sich das auf Zustellungen aus und welche Alternativen gibt es? Erfahren Sie mehr in unserem neuesten Artikel. #Poststreik #Zustellung #Alternativen
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Seit einem Jahr ist Visham Sikka Chef von Infosys. Seinen Wohnsitz in Kalifornien hat er deshalb aber nicht aufgegeben. Wie das funktioniert, ein Unternehmen mit 190 000 Beschäftigten aus der Ferne zu leiten? Vishal Sikka weiß es, er tut es: Er selbst ist meistens in Kalifornien, sein Unternehmen, der Software-Konzern Infosys, hat seinen Hauptsitz aber in Bangalore in Indien. Für die Fernarbeit braucht es Inspiration, erzählt Sikka im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Die zieht er nicht aus Managementbüchern oder Excel-Tabellen. Sikka liest lieber Hesse. Mehr als 20 Mal hat der gebürtige Inder den "Siddhartha" schon gelesen, hat sich selbst auf diese Reise begeben, bei der aus Wissen irgendwann Weisheit wird. Und was heißt schon Ferne für einen, der sich mit Vernetzung beschäftigt? Die sei "überall und nirgends", sagt Sikka. "Selbst wenn ich die meiste Zeit in Bangalore wäre, würden mich die 32 000 Mitarbeiter in Pune nicht sehen und auch nicht die in Hyderabad." Dank der Digitalisierung sei es möglich, sich jederzeit mit jedem Menschen austauschen - auch wenn er auf der anderen Seite der Erde sitzt. Arbeit abseits der Öffentlichkeit Was digital dagegen nicht geht, ist Surfen mit Brett. Drei davon hat Sikka in der Garage. "Du fühlst dich schlecht, wenn du eine gute Welle verpasst", sagt er. "Und doch ahnst du die Größe des Meeres, das so viel älter ist als du. Und weißt, dass noch viele Wellen kommen, die du erwischen kannst." Seit einem Jahr ist Sikka, der inzwischen die US-Staatsbürgerschaft besitzt und lange mit Deutschen gearbeitet hat, nun für einen Konzern aus seiner Heimat tätig: Infosys aus Bangalore arbeitet zwar abseits der großen Öffentlichkeit - dort aber für Kunden wie BMW, Daimler oder General Electrics. Was Sikka bei deutschen Autokonzernen in Sachen Digitalisierung beobachtet und warum er sein deutsches Auto liebt: Lesen Sie das ganze Interview mit SZplus.
Erfahren Sie, wie Vishal Sikka, Chef von Infosys, das Unternehmen aus Kalifornien aus der Ferne führt und was er über deutsche Autokonzerne denkt. Lesen Sie das Interview. #Infosys #VishalSikka #Fernarbeit #Digitalisierung #Management
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US-Präsident Donald Trump verbucht beim angekündigten Rückbau der Bankenregulierung in den USA einen wichtigen Erfolg. Nach dem Senat votierte am Dienstagabend auch das Repräsentantenhaus für die Lockerung einiger Regeln des sogenannten Dodd-Frank-Gesetzeswerks, mit dem vor zehn Jahren die wichtigsten Lehren aus der damaligen Finanzkrise gezogen wurden. Die nun beschlossenen Änderungen sollen vor allem kleinere Banken und kommunale Kreditgeber entlasten. Dies hatte Trump bereits vor seiner Wahl angekündigt, um das Wachstum anzukurbeln.
Trumps Sieg bei der Bankenregulierung - Dodd-Frank-Gesetz gelockert, um kleine Banken und Kreditgeber zu entlasten und das Wachstum anzukurbeln. #Banken #DonaldTrump #USA
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Gothaer-Vorstand Thomas Leicht sieht die Sache gelassen. "Wenn durch einen Hackerangriff ein Unfall mit einem autonom oder halbautonom fahrenden Auto passiert, zahlen wir als Versicherer selbstverständlich", sagt er. "Wir würden dann prüfen, ob der Hersteller Fehler bei der Software oder beim Sicherheitsstandard gemacht hat und ihn gegebenenfalls in Regress nehmen." Bislang ist das der Gothaer bei den von ihr versicherten Fahrzeugen noch nicht passiert - aber dennoch hat sich Leicht intensiv mit der Frage befasst. Denn sein Unternehmen ist in Deutschland der Haupt-Versicherer des US-Elektrofahrzeugherstellers Tesla. Wenn Tesla einen Neuwagen verkauft, bietet der Hersteller gleich die Gothaer-Police mit an. Teslas Fahrassistenzprogramm "Autopilot" ist in diesem Jahr nach einer Reihe von Unfällen heftig in die Kritik geraten. Ende November sorgten norwegische Sicherheitsspezialisten für Schlagzeilen, als sie mit Hilfe einer App einen Tesla unter Kontrolle brachten, den Wagen öffneten und sogar starteten. Die Experten der Firma Promon brachten den Fahrer über das Angebot eines kostenlosen Hamburgers dazu, eine Phishing-Mail zu öffnen, während sein Wagen an einer Schnellladestation stand. "Nach unserer Einschätzung braucht man kaum technologische Expertise, um das zu machen", sagt Lars Birkeland von Promon. Weitere Einzelheiten zu dem Angriff will Birkeland nicht nennen. "Wir haben entschieden, Stillschweigen darüber zu bewahren, welche Hilfsmittel wir eingesetzt haben." Das gilt allerdings nicht für die Gespräche mit Tesla. Denn Promon hat den Hersteller von dem Hack in Kenntnis gesetzt und Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit gemacht, berichtet Birkeland. "Das Unternehmen hört bei Dingen wie diesen sehr genau zu." Für Gothaer-Chef Karsten Eichmann handelt es sich nicht um ein grundsätzliches Tesla-Problem. "Ich habe schon erlebt, dass ein BMW per Fernwartung vom Service in München geöffnet wurde", sagt er. Moderne Fahrzeuge seien von außen steuerbar und damit prinzipiell anfällig für solche Angriffe, die Hersteller müssten entsprechend die Sicherheitssysteme ständig verbessern. Dass dennoch in Deutschland gerade Tesla immer wieder angegriffen wird, hängt nach Ansicht Eichmanns auch damit zusammen, dass hierzulande große Konkurrenten des US-Newcomers beheimatet sind. Das große Geschäft hat Tesla der Gothaer nicht gebracht. "Wir haben rund 600 Verträge", sagt Vorstand Leicht. Ihre Zahl nehme deutlich ab, weil die Gothaer gerade die Preise für Tesla-Fahrer spürbar erhöht hat. "Das hängt mit der Risikosituation bei Elektroautos zusammen." Eigentlich lieben Versicherer Verträge mit Kfz-Herstellern - Marktführer Allianz arbeitet erfolgreich mit einer ganzen Reihe von Autobauern und Importeuren zusammen. Bei der Gothaer hat man den Eindruck, dass der Konzern auf die Vereinbarung mit Tesla - der einzigen Herstellerkooperation des Versicherers - auch ohne große Schmerzen verzichten könnte. Hacker-Angriffe sind schlimm. Der Niedrigzins ist schlimmer Dass der mit 4,4 Milliarden Euro Umsatz mittelgroße Versicherer überhaupt zu dem Vertrag kam, liegt an einer internationalen Kooperation der Kölner. Sie hat sich mit sieben Gesellschaften zur "European Alliance Partners Company" oder Eurapco mit Sitz in der Schweiz zusammen geschlossen. Die Mitglieder kommen aus Frankreich, Italien, Finnland, Spanien, den Niederlanden, der Schweiz und Schweden. Die Vereinbarung mit Tesla hatte ursprünglich der Eurapco-Partner Achmea aus den Niederlanden abgeschlossen, in ihren Märkten übernahmen andere Mitglieder des Verbundes die Versicherung. Für Eichmann und seine Vorstandskollegen stehen die Angriffe gegen Tesla ziemlich weit unten auf ihrer Prioritätenliste. Sie müssen sich vor allem mit den Niedrigzinsen herumschlagen, die gerade in der Lebensversicherung für Probleme sorgen. Das Wachstum erwarten sie auch nicht in der Autoversicherung, ob mit oder ohne Tesla, sondern in Spezialsegmenten. Dazu gehört die Versicherung von Windenergieanlagen, bei der sich die Gothaer als Pionier sieht, ebenso wie die betriebliche Krankenversicherung, bei der Arbeitgeber für Mitarbeiter günstige Gruppentarife für Zusatzversicherungen abschließen. Das Hacker-Problem beschäftigt die Gothaer auch außerhalb der Tesla-Deckung. Ab Januar will das Unternehmen eine Cyber-Police gegen Angriffe auf die IT-Systeme von Unternehmen anbieten. Dabei handelt es sich vor allem um Mittelständler, der Kernkundschaft des Unternehmens. Der Autohersteller Tesla dürfte kaum zu den Abnehmern gehören.
Hacker-Angriffe machen auch autonom fahrende Autos unsicher. Was bedeutet das für Versicherer wie die Gothaer? Lesen Sie mehr über die Risiken von Tesla und anderen Herstellern in unserer aktuellen Analyse. #autonomesfahren #Hackerangriffe #Versicherung
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Der zivile Flugzeugbau steht vor einschneidenden Veränderungen. Der europäische Flugzeughersteller Airbus kündigte in der Nacht auf Dienstag an, die Mehrheit am C-Series-Programm des kanadischen Konkurrenten Bombardier übernehmen zu wollen. Das ambitionierte Flugzeugprojekt hatte Bombardier an den Rand des Zusammenbruchs gebracht, weil die Kosten aus dem Ruder gelaufen und Aufträge ausgeblieben waren. Die Transaktion verändert den Markt drastisch, denn Airbus kann damit sein Angebot deutlich verbreitern. Die Bombardier-Jets der C-Serie werden in zwei Versionen mit 110 bis 150 Sitzen angeboten und können auf Kurz- und Mittelstrecken eingesetzt werden. Airbus selbst baut derzeit Flugzeuge ab rund 130 Sitzen bis zur großen A 380. Sowohl die A 380 als auch das kleinste Airbus-Modell, die A 319 neo, verkaufen sich aber schlecht. Der aktuelle Marktführer Boeing bietet Maschinen mit mindestens 130 Sitzen an, die sowohl mit Airbus als auch der C-Serie konkurrieren. Daneben befinden sich in China und Russland mit der C 919 und der MC-21 zwei neue Konkurrenten in Flugtests. Die Maschinen des brasilianischen Herstellers Embraer sind kleiner als die von Bombardier, Boeing und Airbus. Denkbar ist, dass künftig Maschinen im Airbus-Werk in den USA gebaut werden Bombardier hatte die C-Serie mit einem Erstauftrag von Lufthansa 2007 offiziell gestartet. Lufthansa hatte die Entscheidung auch deswegen getroffen, weil sie Airbus und Boeing mangelnde Innovationen bei den bestehenden A 320- und 737-Baureihen vorwarf. Seither haben die beiden führenden Hersteller ihre Bestseller mit neuen Triebwerken ausgestattet und konnten so den Markterfolg der C-Serie drastisch eindämmen. Gleichzeitig verdoppelten sich nahezu die Entwicklungskosten für Bombardier. Das Projekt konnte nur mit finanzieller Hilfe der kanadischen Regierung sowie des Bundesstaates Quebecs gerettet werden. So kaufte Quebec für eine Milliarde Dollar einen Anteil an der C Series Aircraft Limited Partnership (CSALP), einem eigens für die Rettungsaktion gegründeten Vehikel. Dieses nutzt nun auch Airbus für den Einstieg: Der Konzern übernimmt einen 50,01-Prozent-Anteil an CSALP. Dafür fließt kein Geld, stattdessen übernimmt Airbus die Verantwortung für Verkauf und Marketing sowie für die Beziehungen mit den Lieferanten. Denkbar ist auch, dass künftig Bombardier-Maschinen im Airbus-Werk in Mobile/USA gebaut werden. Damit könnte auch der eskalierende Streit um angeblich illegale staatliche Hilfen Kanadas für die C-Serie umgangen werden, in dem die USA mit horrenden Importzöllen für das Flugzeug drohen. Das Geschäft ist aber auch insofern von großer Bedeutung, weil es den Einstieg Chinas verhindert. Bombardier hatte über Jahre mit Vertretern der chinesischen Regierung und Luftfahrtindustrie sondiert, ob und wie das Land an dem Projekt teilhaben und es finanziell unterstützen könnte. Schon jetzt wird ein Teil des C-Series-Rumpfes in Shenyang gebaut. Angesichts der weiter schlechten Auftragslage für das Flugzeug lag es nahe, dass ein Abschluss über kurz oder lang zustande kommen konnte. Für Airbus und Boeing wäre dies aber langfristig sehr gefährlich geworden, denn über das C-Series-Projekt hätte die chinesische Luftfahrtindustrie viel schneller Zugang zu aktueller westlicher Technologie bekommen als aus eigener Kraft. Der Zuschlag bei der C-Serie hätte den Aufstieg Chinas zum ernst zunehmenden Konkurrenten womöglich um Jahre beschleunigt. Airbus hatte schon einmal vor zwei Jahren ernsthaft erwogen, die C-Serie zu übernehmen, hatte sich damals allerdings aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Unter anderem fürchtete das Unternehmen die langen Genehmigungsprozesse. In der Branche gibt es seit Jahren eine Diskussion darüber, wie lukrativ das Marktsegment für Flugzeuge mit 100 bis 150 Sitzen überhaupt noch ist. Noch vor 20 Jahren war der Bereich Kern des A 320- und 737-Marktes, doch inzwischen kaufen die Fluggesellschaften fast nur noch die größeren Varianten der Maschinen. Engere Sitzabstände ermöglichen es mittlerweile, bis zu 240 Passagiere in die Jets zu packen. Das Gegenargument lautet, dass Airbus und Boeing nur keine für das Segment optimierte Flugzeuge im Angebot hatten. Doch die Krise Bombardiers hat Airbus nun die Gelegenheit eröffnet, einmalig günstig in den Bereich einzusteigen: Die Entwicklungskosten von mehr als fünf Milliarden Dollar haben andere bezahlt. Die Versionen CS 100 und CS 300 befinden sich bei Swiss und Air Baltic im Einsatz, der Produktionshochlauf beginnt. Das wirtschaftliche Risiko ist für Airbus also überschaubar. Bombardier, das künftig einen Anteil von 31 Prozent an dem Konsortium halten wird, hat sogar zugesagt, in den kommenden beiden Jahren jeweils 350 Millionen Dollar in das Projekt zu stecken. Boeing kritisierte die Vereinbarung als "fragwürdiges Geschäft zwischen zwei staatlich subventionierten Firmen".
Airbus erweitert sein Angebot im Flugzeugbau durch Übernahme von Bombardiers C-Series-Programm und vermeidet damit Chinas Einstieg in den Markt. #Airbus #Bombardier #C-Series #Flugzeugbau #Konkurrenz #China #USA #Kanada
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Nach drei Jahren und drei Monaten ist das UMTS-Abenteuer für den Telefonanbieter Mobilcom nun endgültig abgeschlossen: Das Unternehmen hat seine für 8,4 Milliarden Euro gekaufte UMTS-Lizenz zurückgegeben. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen den Schritt am Dienstag in Büdelsdorf, wie das Unternehmen mitteilte. Damit sei Mobilcom frei, als Service-Provider auch UMTS-Dienste etwa von T-Mobile oder Vodafone anzubieten. Lizenzinhaber dürften nicht zugleich Service-Provider sein. Die Lizenz wurde nach Angaben eines Sprechers am Dienstag zurückgegeben. Mobilcom hatte im August 2000 eine der sechs deutschen Mobilfunklizenzen gekauft. Vorstandschef und Hauptaktionär Gerhard Schmid startete einen energischen Aufbau des Netzes von Sendestationen. Er wollte als erster ein UMTS-Netz in Deutschland in Betrieb nehmen. Streit mit dem großen Partner Doch schon etwas mehr als ein Jahr später kam der Telefonanbieter in Schwierigkeiten: Schmid zerstritt sich mit France Telecom, die sich an Mobilcom beteiligt hatte. Die Franzosen wollten so in den deutschen UMTS-Markt einsteigen, von dem Telefonmanager sich damals gigantische Gewinne versprachen. France Telecom sollte die Kosten für den Netzaufbau tragen. Anfang 2002 wollten die schuldenbeladenen Franzosen aber langsamer beim Aufbau von UMTS-Sendestationen voranschreiten. Schmid lehnte dies ab. Es begann ein Streit, in dessen Verlauf Schmid als Vorstandschef zum Rücktritt gezwungen wurde. Er musste seine Aktien verpfänden, das Unternehmen kam wegen hoher Schulden nur knapp an der Pleite vorbei. Schmid erklärte seine Privatinsolvenz. Finanzchef Thorsten Grenz übernahm den Vorstandsvorsitz und sanierte Mobilcom, das heute wieder schwarze Zahlen schreibt. Das Unternehmen hat sich auf das alte Geschäft konzentriert und vermittelt wieder Handy-Verträge. Rückerstattung nicht ausgeschlossen In einem Interview vor wenigen Wochen schloss Grenz nicht aus, dass Mobilcom nach dem fehlgeschlagenen UMTS-Abenteuer weiter auf eine Rückerstattung eines Großteils der Lizenzgebühren beharren würde. "Wir haben die Lizenz mit einer Laufzeit von 20 Jahren für 8,5 Milliarden Euro erworben", sagte Mobilcom-Chef der Zeitschrift Wirtschaftswoche. "Wenn wir sie jetzt, nach drei Jahren, zurückgeben, könnten wir 85 Prozent des Preises zurückfordern". In der Rückgabe-Erklärung vom Dienstag hieß es, über weitere Schritte hätten die Gremien noch nicht entschieden. Nun steht noch die Lizenz des Anbieters Quam aus, wie die Regulierungsbehörde am Dienstag bestätigte. Das in München ansässige Gemeinschaftsunternehmen der spanischen Telefonica und der finnischen Sonera hatte den Betrieb bereits Mitte November vergangenen Jahres eingestellt. Notfalls einziehen Notfalls könnte die Regulierungsbehörde die Lizenz einziehen, da Quam wie Mobilcom kein eigenes UMTS-Netz aufgebaut hat, das die Lizenzbedingung erfüllen würde, zum Ende des Jahres 2003 mindestens 25 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung zu erreichen. Was mit den Frequenzpaketen, die mit den UMTS-Lizenzen verbunden sind, in Zukunft geschieht, steht noch nicht endgültig fest. Seitens der Regulierungsbehörde wurde eine neuerliche Versteigerung der frei gewordenen Lizenzen ausgeschlossen. Die Frequenzen könnten neu vergeben werden, wenn die verbleibenden vier UMTS-Betreiber sie für den Aufbau ihrer Netze nutzen wollten. Möglicherweise werden Frequenzbereiche aus den beiden nicht genutzten Lizenzen aber auch erst im Jahr 2007 verteilt, wenn planmäßig bisher anderweitig reservierte Frequenzbänder frei werden und nach Vorstellung der Regulierungsbehörde dem UMTS-Spektrum zugeteilt werden sollen.
Mobilcom gibt nach 3 Jahren UMTS-Lizenz für 8,4 Mrd. € zurück. Damit kann das Unternehmen jetzt UMTS-Dienste anderer Anbieter anbieten. #UMTS #Mobilcom #LizenzRückgabe
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Heinz-Horst Deichmann wirkt mit seiner Philosophie wie ein Fossil in der heutigen Unternehmenswelt, die bestimmt scheint von gierigen Managern und Finanzinvestoren. ,,Geld ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr'', beschreibt Deichmann sein persönliches Verhältnis zum Mammon. Heinz-Horst Deichmann wird an diesem Freitag 80 Jahre alt. Prägendes Vorbild für ihn, der an diesem Freitag den 80. Geburtstag feiert, ist sein Vater. Dieser legte nicht nur den Grundstein für das Schuhgeschäft, sondern lebte seinen Mitarbeitern auch das Evangelium vor. Vater Deichmann hilft in den dreißiger Jahren Juden im Untergrund, Armen und Kranken. Als Hitler Frankreich überrennt, stirbt der Vater, und sein Sohn muss das Geschäft übernehmen. Marschbefehl an die Ostfront Nach kurzer Zeit wird Heinz-Horst Deichmann eingezogen, erhält als Flakhelfer den Marschbefehl an die Ostfront. Nahe der Oder wird er bei einem Gefecht mit den Russen verwundet, ein Halsdurchschuss. Sein Überleben begreift er bis heute als eine göttliche Fügung. Der notdürftig versorgte Deichmann kann sich nach Hause auf den Weg machen, bevor die Ostfront ganz zusammenbricht. Zunächst studiert Deichmann Theologie und Medizin, lauscht dem bekannten Schweizer Theologen Karl Barth; erst einige Jahre später wird er im Hauptberuf Unternehmer. Gute Ideen Während des Wirtschaftswunders geht es rasant mit der Firma bergauf. Die Menschen brauchen Schuhe, und Deichmann hat gute Ideen wie die Fertigung von Schnürsenkeln aus ehemaligen Fallschirmseilen.
Heinz-Horst Deichmann, der Schuhmacher mit der ungewöhnlichen Philosophie. Erfahren Sie mehr über sein Leben und seine Erfolge im Schuhgeschäft. #HeinzHorstDeichmann #Schuhe #Schuhgeschäft #Unternehmer
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Mark Langer beißt die Lippen zusammen und schüttelt den Kopf. "Das Vorurteil, dass wir nur ein Anzugschneider sind", sagt der Vorstandsvorsitzende der Hugo Boss AG, "ist aus den Köpfen der Leute nicht heraus zu bekommen." Und das, obwohl das Mode-Unternehmen längst mehr Freizeitklamotten verkaufe als Anzüge. Und die Bedeutung der legeren Kleidung wird künftig sogar steigen, schließlich tragen immer mehr Menschen auch im Berufsleben Kapuzenpulli und T-Shirt statt Hemd und Sakko. Langer reagiert auf diese Entwicklung mit einem großen Umbau des Markenauftritts und der Läden. Die Untermarken Orange und Green stellt er ein, übrig lässt er nur noch zwei Kernmarken: Boss fürs Business, Hugo für die Freizeit. Das ist für die Kunden übersichtlicher und für die Firma billiger, weil es Marketingkosten spart. Überhaupt räumt Langer seit Mai 2016 kräftig auf in dem 14 000-Mitarbeiter-Unternehmen, sein Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs hatte einige Baustellen hinterlassen. Das kostet viel Geld und Zeit, deshalb hat Langer am Donnerstag auch eine magere Gewinnprognose für 2018 verkündet. Die Aktie stürzte daraufhin um bis zu sieben Prozent ab. Doch der Aufsichtsrat ist mit dem 49-Jährigen zufrieden und verlängerte seinen Vertrag um drei Jahre bis 2021. "Mark Langer hat das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs gebracht", lobt Aufsichtsratschef Michel Perraudin den Betriebswirt und Maschinenbauer. Dieses Wachstum beschränkt sich zunächst aber auf den Umsatz: 2,7 Milliarden Euro betrug dieser 2017, das waren währungsbereinigt drei Prozent mehr als Vorjahr. Für 2018 sagt Langer ein ähnlich kleines Plus voraus - und beim operativen Ergebnis ist er noch vorsichtiger; hier wäre er schon froh, wenn er wie im Vorjahr 491 Millionen Euro erreicht. Die Gründe für seine Skepsis: Er rechnet mit negativen Währungseffekten und investiert 180 Millionen Euro. Zum einen, um die Geschäfte an das neue Kaufverhalten der Kunden anzupassen - mehr Freizeit-Kleidung, weniger Business-Anzüge. Zum anderen in die dringend nötige Digitalisierung. Derzeit werden digitale Showrooms eingerichtet, in denen die Einkäufer der Bekleidungshäuser an großen Bildschirmen die Konfektion ansehen und bestellen können. Das klingt modern, ist aber bei Konkurrenten wie Tommy Hilfiger seit langem Alltag. Auch die Entwicklung der Kollektionen lässt Langer digitalisieren. Um schneller auf Trends reagieren zu können, entwerfen die Designer nun ihre Mode virtuell am Computer statt mit Stoff und Schere. Eine Kollektion soll somit in sechs Monaten fertig sein statt wie bisher in 14. Ein wichtiger Schritt, aber auch hier eilt Boss der Konkurrenz eher hinterher. Mark Langer war 2016 nach zwei Gewinnwarnungen zum Chef befördert worden. Den Umbau packte er in der Doppelrolle als Vorstandsvorsitzender und Finanz-Verantwortlicher an. Zwölf-Stunden-Tage waren die Regel. Erst 2017 wurde ein neuer Finanz-Vorstand eingestellt. "Wenn man etwas gerne macht, schaut man nicht auf die Uhr", sagt Langer. Der Stress hat sich gelohnt: Seine Vergütung wuchs von 1,7 auf 2,7 Millionen Euro.
CEO Mark Langer verändert Hugo Boss: Nur noch 2 Kernmarken, mehr Freizeitkleidung und Digitalisierung. #HugoBoss #MarkLanger #Umbau #Freizeitkleidung #Digitalisierung #ModeUnternehmen
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Josef Feilmeier, 59, ist Futtermittelhändler in Hofkirchen bei Passau. Seit 15 Jahren verwendet er ausschließlich gentechnikfreie Futtermittel, seit 2014 verzichtet er auf Importe außerhalb Europas. Er gilt unter seinesgleichen als Rebell. SZ: Verwenden Sie Harnstoff für ihre Futtermischungen für Milchkühe? Feilmeier: Nie, ich will nur gesundes Futter herstellen. Harnstoff ist ein Düngemittel und gehört aufs Feld und nicht in den Tiermagen. Mit Harnstoff im Futter wäre zwar die Milchleistung etwas höher, dafür nehmen die Krankheiten zu, und dann kassieren der Tierarzt und die Pharmaindustrie. Die Bauern sollten nicht um jeden Preis versuchen, die Leistung pro Kuh zu steigern, sondern die Höfe nach dem gesamten Betriebsertrag beurteilen, also nach dem, was nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Warum verfüttern dann viele Landwirte trotzdem Harnstoff? Weil sie es in den Landwirtschaftsschulen und von der Beratung so lernen. Ein Harnstoffwert von 250 bis 300 ml in der Milch gilt als Indikator dafür, dass die Kühe gut mit Proteinen versorgt sind, sodass sie eine hohe Milchleistung bringen können. Ein so hoher Harnstoffwert aber ist Gift für die Kuh. Wir haben alle Milcherzeuger, die bei uns Futter kaufen, überzeugt, nur Werte von 100 bis 150 ml anzustreben. Seither sind ihre Tiere gesund, und der Gesamtbetriebsertrag steigt. Und wir stellen fest, dass die Kühe viel älter werden und damit langfristig viel rentabler sind, ohne Umwelt und Geldbeutel zu belasten. Brauchen Kühe denn überhaupt zusätzliches Futter vom Futtermittelwerk? Eine Kuh auf der ganzjährigen Kurzrasenweide deckt ihren Eiweißbedarf aus frischem Gras. Erst wenn ich die Milchleistung steigern will und viel kohlenhydratreichen Mais füttere, brauche ich eine zusätzliche Eiweißkomponente. Es wäre so einfach, würde man die Kuh wieder als Lebewesen und nicht als Milchproduktionsmaschine sehen. Das ist aber nicht im Sinne der Pharma-, Dünge- und Futtermittelindustrie. Könnten die Kühe einkaufen, würden sie Gras kaufen und als Beilagen hochwertige naturbelassene Futtermittel. Die Milchpreise sind desaströs, die Landwirte müssen sparen. Führt das zu mehr Harnstoff im Futter? Die Sojapreise sind enorm gestiegen. Eine Tonne Sojaschrot aus Italien kostet zur Zeit 400 Euro, fünfzig Euro mehr als vor Wochen. Harnstoff dagegen wird immer billiger. Ich vermute deshalb, dass die Milchfutterwerke wieder mehr Harnstoff einsetzen werden. Sie sind oftmals sogar dazu gezwungen, weil die meisten Bauern nur nach dem Preis einkaufen, anstatt zu fragen, was genau enthalten ist und wie es der Kuh guttut. Deshalb müssen die Futterhersteller nach allen Möglichkeiten suchen, das Futter billig zu machen. Erfahren die Landwirte, wenn sie Mischfutter kaufen, ob Harnstoff drin ist? Angegeben werden müssen nur die Hauptkomponenten in abnehmender Reihenfolge, also zum Beispiel 30 Prozent Rapskuchen, 16 Prozent Sojaschrot, 15 Prozent Mais. Wenn weniger als ein Prozent Harnstoff enthalten ist, muss das nicht deklariert werden. Was ist die Alternative? Als Ergänzung zum Getreide vom eigenen Hof können Landwirte gentechnikfreie Soja füttern, Luzerne, Zuckerrübenschnitzel oder Rapskuchen. Futtermittel sollten grundsätzlich keine Reststoffe aus der chemischen Industrie sein, sondern Lebensmittel für Tiere. Wenn Milch ein Naturprodukt sein soll, dann braucht die Kuh auch natürliche Lebensmittel.
Gesundes Futter ohne Harnstoff: Rebellischer Futtermittelhändler setzt auf natürliche Futtermittel und steigert den gesamten Betriebsertrag. #Futtermittel #Harnstoff #Nachhaltigkeit
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Nun darf er wieder sein, was er schon einmal war: Lobbyist. Sechs Jahre lang bearbeitete Jan Christian Sahl im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) Politiker und Beamte in Brüssel und Berlin, um ihnen die Anliegen der Unternehmen nahezubringen. Nie, sagt Sahl, habe er dabei das Gefühl gehabt, auf der falschen Seite zu kämpfen. Nur habe eine mächtige Organisation wie der BDI generell kein Problem damit, sich politisch Gehör und Einfluss zu verschaffen. Wohl aber viele kleine Organisationen, die weder die Mittel für professionelle Lobbyarbeit haben noch die notwendigen Kontakte und das Know-how. Das will Sahl, 38 Jahre alt und Rechtsanwalt von Beruf, nun ändern. Als Lobbyist derer, die keine Lobby haben.
Neue Stimmen braucht das Land! Ein Rechtsanwalt wird zum Lobbyist der Unterrepräsentierten und kämpft für ihre Anliegen in der Politik. Mehr dazu hier. #Lobbyarbeit #Politik #Interessenvertretung
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Was wäre ein treffender Tweet zum Inhalt des Artikels?
Dieter Zetsche hatte Jahre darauf hingearbeitet, pünktlich zur Automesse in Detroit meldete der Daimler-Chef nun Vollzug: Der Autohersteller habe 2016 zum ersten Mal mehr als zwei Millionen Mercedes verkauft - und sitze nun wieder auf dem Thron der Premiumbauer, über BMW und Audi. "Und wir machen weiter Tempo", sagte er. Die Botschaft war: Wir sind wieder da. Doch auch BMW verkündete, weit mehr als zwei Millionen Autos verkauft zu haben- Fahrzeuge der Tochtermarke Mini mit eingerechnet. Wer also ist nun der König? Die Autoindustrie ist oft noch immer eine Branche, die nach den Gesetzmäßigkeiten der Formel 1 funktioniert: schnell fahren, vorne sein, oben stehen, Schampus köpfen, plopp, zisch, spritz. Und so zog dann auch Audi los, die Tochter der Dieselaffärenschmiede Volkswagen, sprach von einem "sehr bewegten Jahr" und lobte seine 1,87 Millionen verkauften Autos im Jahr 2016. "So viele wie nie zuvor." Daten sammeln und dann auch noch sehr geschickt nutzen Die große Premiumkrone, Absatzrekorde, schiere Größe - es sind die Maßeinheiten aus Jahrzehnten, an die sich die Hersteller so sehr gewöhnt haben und die sie einfach nicht loswerden. Dabei haben sie gerade in den vergangenen Monaten gelernt, dass künftig in anderen Währungen gerechnet wird. Zwar werden sie auch in Zukunft alles daransetzen, so viele Autos wie nur möglich zu verkaufen. Im Grunde aber wissen sie genau: Nicht die Zahl der verkauften Autos entscheidet über ihren Erfolg, sondern die Frage, was in diesen Autos alles drinsteckt. Das Geld wird mit zusätzlichen Angeboten wie Autopiloten verdient, mit Unterhaltungs- und Informationsdiensten. Kurz: Der Profit liegt nicht im Blech, sondern in kleinen Smartphones und noch kleineren Chips. Damals im Jahre 2005, als BMW den Schwaben von Daimler die Führerschaft im Premiumgeschäft nahm und sich für lange Jahre an die Spitze setzte, da war von autonomem Fahren und kommunizierenden Autos noch keine Rede. Es gab nur eines: Stückzahlen. Und der Auftrag an die Mannschaft war leicht zu verstehen: verkaufen, verkaufen, verkaufen. Wer viele Autos verkaufte, einen hohen Umsatz einfuhr und dabei als Unternehmen einigermaßen gut wirtschaftete, machte auch einen hohen Gewinn - so einfach war das. In Zukunft aber wird die Rechnung weitaus komplizierter. Es beginnt damit, dass die Unternehmen in den kommenden Jahren immer weniger Autos verkaufen werden. Die Zeit der großen Zuwächse geht zu Ende, selbst ein Autowirtschaftswunderland wie China kommt an seine Grenzen, je dichter die Smogwolken über den Metropolen werden. Vor allem junge Menschen wollen Autos, anders als in den vergangenen 125 Jahren, nicht mehr unbedingt besitzen. Vielen genügt es, Mitglied einer größeren Gruppe zu sein, das sich ein Auto teilt oder bei Bedarf mietet. Die Generation Golf, einst ein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg der Konzerne, gibt es zwar noch. Aber sie lebt vor allem auf dem Land und sie schrumpft zusehends. Dass Hersteller wie Daimler und BMW schon seit Langem ihr Geld auch mit Car-Sharing-Diensten verdienen und sich neue Mobilitätsdienstleister wie die Taxi-App Uber genau anschauen, zeigt: Sie suchen längst nach Alternativen zum großen Absatz-Monopoly. Wer seinem Kunden ein hoch vernetztes Auto mit möglichst viel Elektronik verkauft und in den Folgejahren möglichst viele Daten von diesem Kunden bekommt und diese Daten dann auch noch sehr geschickt nutzt, verdient damit mehr Geld als diejenigen, die sich nach wie vor als reine Blechbieger und PS-Ausrüster verstehen. Deshalb wollen nun alle mehr als nur Hauben bauen und verkaufen. Sie wollen auch unter die Haube und damit verdienen. Dass sich die Geschäftsmodelle gerade nicht nur ein bisschen verändern, sondern radikal, konnte man in diesen Tagen bei der IT-Messe CES in der Wüste von Nevada besichtigen. Von PS, Fugen und Verkaufsrekorden im Autohaus war da nur wenig die Rede. Stattdessen ging es um das Smartphone als Datensammler im Auto, um Cloud-Dienste im Wagen und die Frage, wer wann wie und mit wem Daten austauscht - und was sich mit diesen Daten sonst noch so alles anstellen lässt. Wenn der Algorithmus weiß, was wir im letzten Sommer getan haben, wird er uns vielleicht auch in diesem Sommer wieder in eine nette Pizzeria schicken - ganz unaufgefordert. In Zukunft wird es nicht mehr reichen, seinen Rivalen zuzurufen: "Hey, ich habe aber mehr verkauft als du." Denn dann möchte der Rivale gerne wissen, was genau man da verkauft hat und wie man mit dem verkauften Auto in den nächsten Jahren noch mehr Geld machen will.
Mercedes ist wieder der König der Premiumbauer und die Autoindustrie verändert sich radikal. Erfahren Sie, was die Zukunft bereithält. #Mercedes #Premiumbauer #Autoindustrie #Zukunft
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Der Handelskonflikt zwischen China und den USA betrifft auch Automobilzulieferer: Seit Herbst 2016 hat Qualcomm versucht, den europäischen Konkurrenten NXP zu übernehmen. Als einer der führenden Chip-Hersteller für Mobilgeräte musste Qualcomm dafür die Freigabe der chinesischen Regulierungsbehörden einholen. Jetzt hat der kalifornische IT-Gigant im Zuge des Handelsstreits der beiden Länder die Hoffnung auf eine Zustimmung der Chinesen aufgegeben. Man werde das rund 40 Milliarden Dollar schwere Angebot zurückziehen, kündigte Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf an.
#Qualcomm gibt Übernahme von #NXP im Handelskrieg #USA #China auf. Wie wird dies den Automobilzulieferern und der Chipindustrie insgesamt beeinflussen?
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Auf oder abwärts? Erfolg oder Scheitern? Wohin die Reise geht, ist bei der geplanten Fusion von Karstadt und Kaufhof derzeit ungewiss. Nun sind offenbar erst einmal die Banken am Zug. Es sind überdurchschnittlich oft Keyboardtöne und sie verraten einiges über die Geschäftsstrategie. Seit wenigen Wochen sind sie zu hören in Läden der Discounterkette Penny. Ende März hat das Unternehmen ein Einkaufsradio eingeführt, Penny Live, mit, laut eigenen Angaben, "abwechslungsreicher Musik, Reisetipps und Interviews". Das ist ein Novum, denn die deutschen Discounter galten lange als Puristen: schlichte Regale, wenig Werbung, Masse statt Klasse - und selten Musik, erst recht keine Keyboardtöne für den entspannten Einkauf. Doch: "Auch dort hat sich wohl die Erkenntnis durchgesetzt, dass es nicht reicht, einfach nur die Ware hinzustellen", sagt Nicolas Plaßmann von P.O.S. Radio, einem Anbieter für Radio in Geschäften. Zu Recht, glaubt er: "Immerhin werden mehr als die Hälfte aller Kaufentscheidungen erst im Laden getroffen." Den Einkauf mit Musik zu untermalen ist schon lange üblich im Handelsmarketing. Die Idee dahinter: Je wohler sich der Kunde fühlt, desto länger bleibt er im Laden. Und: "Je länger die Verweildauer, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde etwas kauft", sagt Volker Scharnberg, deutscher Vertriebschef von Mood Media, einem Anbieter für sogenannte "In-Store" Lösungen, also Konzepten zu Musik, Bildschirmen und anderen Unterhaltungsmethoden in Läden. Doch lange war Einkaufsradio eine einfache Angelegenheit: "Früher wurden Angebot und Preis genannt - es war eine akustische Umsetzung des Flyers", sagt Plaßmann. Dass sich das ändert, hat mit dem Internet zu tun. Denn je mehr Menschen online bestellen, desto mehr müssen sich stationäre Geschäfte um Kunden bemühen. Deshalb sind die Inhalte nicht nur aufwendiger geworden, mit Musik, Nachrichten und zielgerichteter Werbung. Sondern das Konzept für die akustische Untermalung geht weit über einfache Wohlfühlmusik hinaus. Es soll und muss dazu beitragen, das Einkaufen in Zeiten der One-Click-Optionen zum Erlebnis zu machen. Werbung für Buttermilch, wenn es warm ist Was aus den Lautsprechern in den Ecken tönt, wird deshalb angepasst: Aus Befragungen und von Kundenkartendaten wissen Handelsunternehmen genau, welche Klientel zu welcher Uhrzeit die Geschäfte bevölkert. "Tagsüber ist älteres Publikum unterwegs, abends sind es eher junge Menschen", erklärt Volker Scharnberg von Mood Media. Und der Kunde ist durchschnittlich zwischen 15 und 20 Minuten im Supermarkt. Auf solche Daten wird die Akustik ausgelegt. Das Stichwort, so Scharnberg, Vertriebschef des Dienstleister Mood Media, ist Individualisierung: Im Supermarkt wollten die Kunden informiert werden, deshalb liefen hier oft leichte Nachrichten und Musik. Damit die Kunden bei einem Besuch etwa zweimal Werbung hören, wird im Durchschnitt nach zwei Musiktiteln ein Spot gesendet - genug Musik für gute Laune, genug Werbung für guten Verkauf. "Aber im Schuhgeschäft sind beispielsweise tagesaktuelle Informationen nebensächlich - neben der für die Zielgruppe passenden Musik setzt man hier etwa auf Kundenkartenwerbung", sagt Plaßmann. Werbung am "Point of Sale", am Ort des Verkaufs, ist der Fachausdruck. Zudem wird im Einkaufsradio noch schneller auf wechselnde Gegebenheiten reagiert. Experte Plaßmann erzählt von einem Buttermilch-Hersteller, der seit Jahren nur Spots in Läden schaltet, wenn die Temperaturen hoch sind - weil Kunden offenbar bei Hitze und in der Bikinisaison eher Buttermilch kaufen. "Dutzende Werbewirkungstest haben nachgewiesen, dass der durchschnittliche Abverkauf um bis zu 23 Prozent steigt, wenn Audiowerbung eingesetzt wird, die genau auf den Laden zugeschnitten ist, sagt Plaßmann. "Je jünger die Zielgruppe, desto lauter die Musik" Auch die Musikauswahl ist hochgradig ausdifferenziert. Zu langsam sollte sie nicht sein, weil die Kunden lethargisch werden. Zu schnell allerdings auch nicht, das verursacht Stress. "Für entspanntes Shoppen ist alles unter 100 Beats pro Minute okay", sagt Plaßmann. Und in einer Weinhandlung funktioniert eher klassische Musik als in einem Elektromarkt. Und noch eine Regel kennen die Experten: "Oft gilt: Je jünger die Zielgruppe, desto lauter die Musik", erklärt Plaßmann. Zitat "Für entspanntes Shoppen ist alles unter 100 Beats pro Minute okay. Oft gilt: Je jünger die Zielgruppe, desto lauter die Musik." Nicolas Plaßmann Gerade in Läden, die bereits eine etablierte Marke haben, geht es weniger darum, konkrete Produkte zu bewerben, als vielmehr dafür zu sorgen, dass die Kunden sich wohlfühlen. Einige Firmen setzen bewusst Gema-pflichtige Musik ein, um mit Stars wie Rihanna assoziiert zu werden. Andere Unternehmen entwickeln einen eigenen Sound, der die Wiedererkennung erhöhen soll. Mood Media beispielsweise betreut eine Kette, die eine naturnahe Marke an den Kunden bringen will. Aus den Lautsprechern wird künftig auch mal ein Wald- oder Bachrauschen zu hören sein. Sie alle eint eine Idee: Wer sich wohlfühlt, kommt gerne wieder und kauft mehr. Dementsprechend ausdifferenziert ist der Markt. Zum einen gibt es Anbieter wie P.O.S., die ein Radioprogramm zur Verfügung stellen, bei dem in einer modularen Struktur Inhalte dazwischengeschaltet werden können. Das nutzen vor allem mittelständische Unternehmen. Einige Ketten, neben Penny beispielsweise auch Rewe, haben gleich eigene Sender. Es gibt aber längst auch Unternehmen wie Mood Media. Das weltweit agierende Unternehmen stellt nicht nur Sender, sondern produziert Spots - oder stellt ein ganzes Entertainmentprogramm aus Bildschirmen und Akustik zusammen. Damit bespielt die Firma bis zu 1000 Geschäfte in Deutschland vom Baumarkt bis zur Drogerie. Online- und Offlinewelt verbinden Der Erfolg zeigt: Der Trend geht zum Gesamtkonzept - und das weist über die Ladentüre hinaus. "Es geht darum, Online- und Offlinewelt zu verbinden", sagt Vertriebschef Scharnberg. Während eine Zeit lang zusätzlich zum Geräuschpegel überall Werbebildschirme auftauchten, ist dieser Hype vorbei. Stattdessen konzentrieren sich die Werber nun auf die Handys. Das, was bei Fernsehen unter "Second Screen" läuft, wollen sie für den Einkaufsvorgang nutzen. Kunden werden zunehmend akustisch auf besondere Angebote oder Aktionen hingewiesen - die sie wiederum über ihr Handy nutzen können. Der Voucher für das Angebot für neue Schuhe kann über die App heruntergeladen werden - und im Einkaufsradio wird angesagt, dass es kostenlos Schnürsenkel dazu gibt. Oder das Handy erkennt im Einkaufsradio ein sogenanntes digitales Wasserzeichen, ein unhörbares Signal - und sendet selbst Inhalte aufs Telefon.
Erfahren Sie, wie Einkaufsradio und Audiowerbung den Kauf beeinflussen und was es mit der Fusion von Karstadt und Kaufhof auf sich hat. #Einkaufsradio #Handelsmarketing #Karstadt #Kaufhof #Fusion
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Erivan Haub schuf einen Handelskonzern, dessen Marken fast jeder kennt. Doch sein eigener Name blieb der breiten Öffentlichkeit weithin unbekannt. Er gründete den Textil-Discounter Kik, übernahm die Obi-Baumärkte, formte als Inhaber und Geschäftsführer aus Kaiser's Tengelmann die größte Lebensmittelkette Deutschlands und war einer der Vorreiter des Umweltschutzes. Erivan Haub verbannte 1984 Schildkrötensuppen aus seinen Supermärkten und später alle phosphathaltigen Waschmittel und Sprays mit FCKW. 1990 wurde er dafür zum Ökokomanager des Jahres gewählt. Es war das Jahr der Vereinigung, von dem an Tengelmann Artikel wie Bananen in Ostdeutschland verkaufen konnte. Mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl soll er gut bekannt gewesen sein. Er besaß auch ein Weingut am Kaiserstuhl. Seine Mutter Elisabeth gehörte der dritten Generation der Mülheimer Unternehmerfamilie Schmitz-Scholl an, den Gründern von Tengelmann. Nach der Lehre studierte er bei Karl Schiller Volkswirtschaft. 31 Jahre bestimmte er die Geschicke der Firma, bis ihn einer seiner drei Söhne, Karl-Erivan Haub, 2000 ablöste. Bis dahin hatte er viele Unternehmen im In- und Ausland gekauft und sich dabei verzettelt. Karl-Erivan verkaufte die Supermärkte 2016 an Edeka. Was der Vater über den zähen Verkaufsprozess dachte, wurde nie bekannt. Filialleiter behielten ihn in guter Erinnerung. Das Familienvermögen wurde 2017 auf gut vier Milliarden Euro geschätzt. Haub besaß auch die US-amerikanische Staatsangehörigkeit. Wie am Montag bekannt wurde, starb er bereits am Dienstag vergangener Woche auf der Ranch der Familie in Pinedale im US-Bundesstaat Wyoming im Alter von 85 Jahren. Dort hatte er mit seiner Frau Helga noch Diamantene Hochzeit gefeiert.
Erivan Haub schuf einen Handelskonzern, dessen Marken fast jeder kennt. Erfahren Sie mehr über sein Leben und seine Errungenschaften #ErivanHaub #Handelskonzern #Tengelmann #Umweltschutz
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Der erfahrene Reporter einer großen amerikanischen Tageszeitung war fassungslos, als er sich auf der Auto-Messe in Detroit einer kleinen Gruppe deutscher Berichterstatter näherte. "Sagt mal", begann er und blickte die Kollegen mit großen Augen an, "nimmt der Mann etwas?" "Der Mann", das ist Matthias Müller, der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Autobauers VW, Chef von 600 000 Mitarbeitern. Müller war in den vergangenen Tagen in den USA unterwegs gewesen, um bei Politikern, Beamten und Journalisten für sein Unternehmen zu werben, dessen Image durch groß angelegte Betrügereien bei amtlichen Abgastests massiv gelitten hat. Am Mittwoch stand sein wichtigster Termin an: ein Gespräch mit Gina McCarthy, der Chefin der Umweltbehörde EPA, die von VW eine rasche technische Beseitigung der Probleme und eine strikte Einhaltung des US-Luftreinhaltungsgesetzes verlangt. Einen Durchbruch brachte das einstündige Treffen erwartungsgemäß nicht. Aber immerhin: Man spricht wieder mit- statt übereinander. Müllers Mission war in den Tagen zuvor so desaströs verlaufen, dass der erwähnte US-Reporter gar Mutmaßungen über die Einnahme unerlaubter Substanzen anstellte. Noch am Sonntagabend hatte sich der VW-Chef in einer Rede gleich mehrfach für die Fehler des Konzerns entschuldigt und einen Kulturwandel angekündigt - nur um in anschließenden Einzelgesprächen mit US-Journalisten das gerade Erreichte wieder einzureißen. VW habe gelogen? Aber mitnichten. In Wolfsburg gebe es ein ethisches Problem? Schon die Frage sei abwegig. Volkswagen habe Gesetze gebrochen? Nein, nur missverstanden. Der Eindruck, den Müller hinterließ, war so verheerend, dass sich die EPA und ihre kalifornische Schwesterbehörde Carb zu einer Retourkutsche veranlasst sahen: Unmittelbar vor dem Treffen des VW-Chefs mit McCarthy gaben beide Ämter bekannt, dass sie das Konzept des Konzerns zur Beseitigung der technischen Probleme als unzureichend ablehnen. Zwar war der Beschluss so erwartet worden, schließlich war Müller ja eigens von Detroit nach Washington weitergereist, um ein neues, überarbeitetes Maßnahmenpaket zu präsentieren. Form und Zeitpunkt der Zurückweisung waren aber wohl kein Zufall, schließlich werfen die US-Behörden VW schon seit Wochen eine mangelnde Kooperations- und Aufklärungsbereitschaft vor. Das Paket, das Müller am Mittwoch Politikern und Beamten in Washington vorstellen wollte, sieht unter anderem vor, dass weitere der 580 000 VW-, Audi- und Porsche-Fahrer in den USA 1000 Dollar geschenkt bekommen. Darüber hinaus will Volkswagen seinen Kunden drei Jahre lang rund um die Uhr kostenlos Pannenhilfe anbieten. Zudem wollte Müller dem Vernehmen nach ankündigen, dass Volkswagen einen neuen Katalysator entwickelt hat, der die strengen US-Abgasgrenzwerte einhält und der in mehr als 400 000 Wagen eingebaut werden könnte. Autos, bei denen eine Umrüstung zu teuer würde, wird VW wohl zurückkaufen. Um wie viele Wagen es sich dabei handeln könnte, ist aber offen. Beide Seiten, die EPA wie VW, zeigten sich nach dem Gespräch zugeknöpft. "Wir begrüßen das Gespräch mit Volkswagen", sagte eine Behördensprecherin in Washington nüchtern. "Wir werden die Arbeit an einer Lösung fortsetzen." Volkswagen erklärte, man wisse es zu schätzen, dass sich die EPA-Chefin "Zeit für ein Treffen mit uns genommen hat". Mehr kann man in Wolfsburg wohl derzeit schlicht nicht erwarten.
VW CEO Matthias Müller besucht USA, um das ramponierte Image des Unternehmens wiederherzustellen. EPA verweigert das Konzept von VW zur Beseitigung von Abgasproblemen. #VW #Abgasskandal #MatthiasMüller #USA #EPA #Konzept #Betrug #Wolfsburg #Kulturwandel
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Der Siemens-Konzern geht mit seinen Mitarbeitern einen auf den ersten Blick ungewöhnlichen Beschäftigungspakt an. Die 128.000 in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter des Konzerns sollen "unbefristet" vor Kündigungen geschützt werden, wie es in einer Pressemitteilung des Konzerns heißt. Siemens will angeblich den Beschäftigungspakt für die inländische Belegschaft bis 2013 verlängern. Weltweit beschäftigt Siemens rund 400.000 Mitarbeiter. Allerdings hat die Vereinbarung, die zwischen der Konzernspitze um Peter Löscher und dem von der IG Metall dominierten Gesamtbetriebsrat ausgehandelt wurde, einige Hintertürchen. Im Kern geht es um eine Verlängerung des vor zwei Jahren geschlossenen Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrages, der Ende September ausläuft. Damals ging es darum, ein milliardenschweres Einsparprogramm samt Abbau Tausender Arbeitsplätze in Vertrieb und Verwaltung abzufedern. Der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen erstreckte sich allerdings nur auf die Mitarbeiter der Siemens AG. Nur für drei Jahre Jetzt sind alle deutschen Mitarbeiter des Konzerns, also auch Tochtergesellschaften, erfasst. Neben dem Kündigungsschutz verpflichtet sich Siemens, keine Standorte in Deutschland zu schließen. Außerdem sieht das Abkommen Informations- und Beratungsrechte für die Arbeitnehmer bei Investitionsentscheidungen, Umstrukturierungen und Standortentscheidungen vor. Das sind die guten Nachrichten. Allerdings gilt der neue Pakt streng genommen nur für drei Jahre. Zwar soll er sich ab September 2013 automatisch verlängern, dann aber kann er mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. Außerdem gibt es eine Klausel, wonach das Management in schweren Krisen ausscheren und mit den Arbeitnehmern neue Vereinbarungen treffen kann. Die Arbeitnehmer zahlen für die Zugeständnisse des Managements einen weiteren Preis: Die IT-Sparte SIS ist von dem Beschäftigungspakt ausdrücklich ausgeschlossen. Dort will der Konzern weltweit 4200 Stellen abbauen, 2000 davon in Deutschland. Schlechte Nachrichten von der Medizin-Sparte Die Sparte wird zum 1. Oktober in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert. Siemens sucht einen Käufer dafür, die Suche gestaltet sich jedoch äußerst schwierig. In Branchenkreisen heißt es, ein Verkauf könne sich noch Monate oder gar Jahre hinziehen, wenn er überhaupt zustande komme. Deshalb wolle Siemens sich auch die Option eines weiteren Stellenabbaus bei SIS nicht durch einen weitgehenden Beschäftigungssicherungsvertrag verbauen. Kurz vor der Aufsichtsratssitzung kam Siemens auch mit einer weniger erfreulichen Botschaft an die Öffentlichkeit: Für die Medizinsparte des Konzerns wird eine Abschreibung von bis 1,4 Milliarden Euro fällig. Siemens hatte in den vergangenen Jahren in den USA drei Diagnostik-Gesellschaften zugekauft, wie sich nun herausstellt zu überhöhten Preisen. Zwar sind die Töchter profitabel, doch das Wachstum bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Da auch für die Restrukturierung von SIS im vierten Quartal Abschreibungen von bis zu einer halben Milliarden Euro fällig werden, wird das Nettoergebnis mit fast zwei Milliarden Euro belastet. Die Prognose für den operativen Gewinn von mehr als 7,5 Milliarden Euro bleibt dagegen unberührt. Setzt sich der Negativtrend im Gesundheitsgeschäft fort, ist das Management gefragt. Daran ändert auch ein Beschäftigungspakt nichts.
Siemens schützt Mitarbeiter vor Kündigungen mit ungewöhnlichem Beschäftigungspakt. Erfahre mehr über die Details! #Siemens #Beschäftigungspakt #Kündigungsschutz #Arbeitsplatzsicherheit
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So richtig wohl fühlen sich die Rückversicherer nicht mehr in Monte Carlo. Seit mehr als 50 Jahren trifft sich die Branche im September im Steuerflucht- und Glücksspielparadies an der Riviera. Beim Welttreffen diskutieren Erstversicherer wie Axa oder Zurich, die mit Privatleuten und Industrie Geschäfte machen, ihre eigenen Schutzdeckungen mit Rückversicherern vom Schlage einer Munich Re, Swiss Re oder Scor. Früher spielten eine Segelregatta, Golf und eine Autorallye eine große Rolle in den Festivitäten, aber heute geht es eigentlich nur noch um Verhandlungen, kleine Konferenzen, viele Empfänge und Abendessen. Fünf Tage lang, wirklich harte Arbeit. In den meisten Jahren erleichtert das gute Wetter die Arbeit, aber am Sonntag begrüßen schwere Gewitter und Starkregen die Teilnehmer. In Monte Carlo treffen sich 2700 Profis aus aller Welt auf engstem Raum, die Firmen sparen Hunderttausende von Reisekosten. Dafür nehmen sie die Preise der Hoteliers in dem Fürstentum in Kauf - von der Mentalität her direkte Nachkommen der Gründerväter, einer Genueser Piratenfamilie. Aber inzwischen finden immer mehr Chefs, dass Monte Carlo nicht mehr passt - der Geruch der Steuerhinterziehung, die Sportwagenarmadas, der Geldspielautomat keine 20 Meter vom Verhandlungstisch entfernt. Die Rekordgewinne der Unternehmen geraten mehr und mehr unter Druck Denn die Branche will ihr Image ändern. Bislang war sie einfach eine Finanzbranche, so wie Banken und Fonds auch - ein großes Rad in einem komplexen Getriebe von Versicherungsschutz, Kapitalanlagen und Vorsorge. Damit haben die Rückversicherer sehr lange gut verdient. Doch jetzt kommen die Rekordgewinne immer mehr unter Druck. Pensionsfonds, Hedgefonds und andere Großanleger haben gesehen, womit die Rückversicherer so reich werden, und eigene Milliarden in den Rückversicherungsmarkt gepumpt. "Das waren Ende 2014 60 Milliarden Dollar", sagt Torsten Jeworrek, Vorstand des Weltmarktführers Munich Re. Immerhin zwölf Milliarden Dollar mehr als ein Jahr davor. Zwar macht das Kapital der traditionellen Rückversicherer mit 335 Milliarden Dollar weltweit immer noch 80 Prozent des Angebots aus, aber das frische Geld sorgt dafür, dass es ein Überangebot gibt. Gleichzeitig schrumpft seit Jahren die Nachfrage. Konzerne wie die Allianz und Zurich sind so groß und kapitalstark geworden, dass sie weniger Rückversicherungsschutz einkaufen. Höheres Angebot, schrumpfende Kapazität - als Folge gehen die Preise nach unten. Dazu kommt, dass die milliardenschweren Kapitalanlagen wegen der niedrigen Zinsen weniger Erträge bringen. Deshalb sinken im Marktschnitt die Gewinne, der Trend wird sich beschleunigen. Die gegenwärtige Welle von Zusammenschlüssen und Übernahmen in der Branche ändert an der Situation wenig. "Noch zeigen unsere Abschlüsse gute Gewinne", warnt Jeworrek. "Aber das liegt daran, dass wir Reserven aus den guten Geschäften von vor sechs, sieben Jahren heute auflösen können." Außerdem gibt es wenig Hurrikans und andere teure Katastrophen. Aber der heute erzielte Umsatz sei oft nicht mehr gewinnbringend, und Munich Re ziehe sich immer öfter zurück, wenn ein Geschäft von vornherein verlustbringend sei. Neue Märkte müssen her. Fast alle großen Rückversicherer suchen Zugang zu den Industriekonzernen und versichern sie direkt, ohne den Zwischenschritt eines Erstversicherers. Inzwischen nimmt die Munich Re hier 4,2 Milliarden Euro ein, ein Viertel des gesamten Rückversicherungsgeschäfts außerhalb der Lebensversicherung. Jetzt will der Konzern auch in der Deckung von Cyberrisiken und bei anderen neuen Risiken eine große Rolle spielen, will bei Start-ups und neuen Technologien mit direktem und indirektem Versicherungsbezug mitmischen, gründet Büros im Silicon Valley und in Berlin. Dabei geht es nicht nur um lukrative Investments. Dort entstünden neue Geschäftsmodelle für die Versicherungswirtschaft, sagt Vorstand Thomas Blunck. "Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden." Das kann das Gesicht der Branche entscheidend ändern - und die Munich Re will dabei sein. Würde der Konzern für Google als Zulieferer von Versicherungskapazität arbeiten, wenn der Internetriese das Geschäft selbst aufnehmen wollte? "Ja, natürlich", sagt Jeworrek. Als dritten Weg heraus aus dem engen alten Geschäftsmodell haben die Rückversicherer die Versicherungslücke in den Schwellenländern entdeckt. In Ländern wie Indien, Indonesien oder Brasilien stellt sich nach Katastrophen immer wieder heraus, dass nur ein kleiner Teil der Schäden versichert ist. Die Rückversicherer suchen deshalb die Zusammenarbeit mit Regierungen und den Vereinten Nationen, um Kleinbauern gegen einen Ernteausfall nach Dürren oder Küstenbewohner gegen Sturm- und Tsunamifolgen abzusichern. Zu dieser Rolle als Helfer der Armen passt der Treffpunkt Monte Carlo erst recht nicht mehr. Aber Alternativen sind schwierig zu finden, argumentieren die Verfechter des traditionellen Treffpunkts. "Solange so viele Leute aus dem Markt hierher kommen, wird es wohl dabei bleiben", sagt auch Jeworrek. "Aber wenn es um unser eigentliches Zukunftsgeschäft geht, bin ich öfter im Silicon Valley als hier."
Die traditionelle Rückversicherungsbranche befindet sich im Wandel. Wir werfen einen Blick auf ihre Herausforderungen und Möglichkeiten. #Rückversicherung #Industrie #Cyberrisiken #Geschäftsmodelle
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Um zu verstehen, was für die Absender des Schreibens auf dem Spiel steht, muss man ihr Papier nicht einmal bis zum Ende lesen. Schon auf den ersten beiden der insgesamt fünf Seiten wird der Leser mit Zahlen, Fakten und Einschätzungen regelrecht überschüttet. Deutsche Unternehmen, allen voran die Autoindustrie, so lautet die Botschaft des Schriftstücks, seien mitnichten Parasiten oder Verhinderer jener industriellen Renaissance, die die USA seit einiger Zeit erleben - im Gegenteil: Sie zählten zu den maßgeblichen Mit-Urhebern. Wer nun ausgerechnet Importe dieser Firmen mit hohen Zöllen belegen wolle, schade somit nur sich selbst. Es ist ein Gegenangriff mit der Brechstange, den der BDI und der DIHK, die beiden Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, da in einer Eingabe an US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross gestartet haben, aber anders geht es vermutlich nicht, wenn der eigentliche Adressat des Schreibens auf den Namen Donald Trump hört. Ende Mai hatte der Präsident Ross angewiesen zu prüfen, ob die hohe Zahl importierter Pkw die Leistungsfähigkeit der US-Autoindustrie und damit die nationale Sicherheit bedroht - eine Attacke, die direkt auf die großen Wettbewerber der US-Hersteller in Deutschland, Japan und Südkorea zielte. Sollte das Ministerium tatsächlich zu diesem Ergebnis kommen, schwebt dem Präsidenten eine Verzehnfachung des bisherigen Zollsatzes auf 25 Prozent vor. Import-Pkw würden damit im Vergleich zu im Inland gefertigten Wagen erheblich teurer, zudem müssten die Hersteller wohl auf Teile ihrer bisherigen Gewinne verzichten. Allein die Bundesrepublik könnte das fünf Milliarden Euro pro Jahr an Wirtschaftsleistung kosten. Aber auch die großen US-Hersteller, die einen nicht unerheblichen Teil ihrer daheim verkauften Autos in Mexiko, Kanada und andernorts fertigen, wären betroffen - von den amerikanischen Kunden, die die höheren Preise bezahlen müssten, gar nicht zu sprechen. Auch wenn BDI und DIHK das in ihrem Schreiben natürlich so deutlich nicht sagen: Aus ihrer Sicht hat Trump schlicht nicht verstanden, wie viele Autos die deutschen Hersteller längst in den USA fertigen und wie die Lieferketten fast aller großen Hersteller der Welt mittlerweile funktionieren. Noch 2009, so heißt es in dem Papier, sei es so gewesen, dass deutsche Firmen mehr Pkw in die USA exportiert als dort gefertigt hätten. Seither jedoch habe sich die Lage dramatisch verändert: 2017 war die Zahl der Autos, die deutsche Anbieter direkt in den Vereinigten Staaten fertigten, mit 804 000 fast doppelt so hoch wie die Gesamtzahl der Wagen, die sie aus anderen Herstellerländern importierten. Der BMW-Konzern, der etwa die Sportgeländewagen seiner X-Reihe beinahe ausschließlich in South Carolina baut, ist mittlerweile gar der größte Autoexporteur der USA. "Mittlerweile werden in den USA mehr Pkw produziert als importiert" Dem Schreiben zufolge betreiben deutsche Pkw-Hersteller und Zulieferer in den Vereinigten Staaten 300 Produktions-, Forschungs-, Technologie- und Teststätten, in denen alles in allem fast 120 000 Menschen arbeiten. Zusammen genommen haben die Firmen fast 33 Milliarden Dollar in ihre US-Betriebe gesteckt. Insgesamt gibt es 5300 Unternehmen in den USA, die deutsche Eigentümer haben - und 373 Milliarden Dollar investiert haben. Beschäftigte deutscher US-Firmen sind den Angaben zufolge nicht nur besser ausgebildet als andere Arbeitnehmer, sie verdienen mit durchschnittlich fast 90 000 Dollar im Jahr auch spürbar mehr als bei anderen Unternehmen. Zudem sorgten die Spezialisten, die die deutsche Wirtschaft in den USA ausbilde, mit dafür, dass die Vereinigten Staaten im technologischen Wettlauf der Wirtschaftsnationen an vorderer Stelle präsent blieben. Falsch ist aus Sicht der Spitzenverbände auch Trumps Vorwurf, der Autobau in den USA werde durch das hohe Importvolumen gelähmt. Vielmehr habe sich die Zahl der im Inland gefertigten Klein-, Mittel- und Oberklassewagen zwischen 2009 und 2017 auf 10,9 Millionen verdoppelt. "Mittlerweile werden in den USA mehr Pkw produziert als importiert", heißt es in dem Papier. "Folglich wurde die inländische Pkw-Fertigung nicht durch Importe verdrängt." Aus Sicht von BDI und DIHK zeigen die Daten, dass deutsche Firmen "mitnichten eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen, sondern ein Treiber bei der Sicherung von langfristiger wirtschaftlicher Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit" der USA sind. "Ein Zollsatz von bis zu 25 Prozent auf Automobile und Autoteile könnte die starken Zahlen negativ beeinflussen und das Gegenteil dessen bewirken, was eigentlich beabsichtigt war", heißt es in dem Schreiben der Verbände an das Wirtschaftsministerium. Statt neue Schranken zu errichten, solle sich die US-Regierung lieber mit der EU an einen Tisch setzen und "die bisherigen Barrieren abbauen".
Die deutsche Autoindustrie in den USA ist größer als gedacht. Trumps Pläne könnten verheerend sein! #Autoindustrie #USA #Importsteuer #Trump #BMW #Wirtschaft
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Waren aus "fairem Handel" sind bei Verbrauchern immer stärker gefragt. Im vergangenen Jahr kauften Kunden in Deutschland mit einem Fairtrade-Siegel versehene Waren im Wert von 533 Millionen Euro - ein Plus von 33 Prozent. Diese Zahlen präsentierte der Kölner Verein "Transfair" am Donnerstag. Besonders stark hätten sich die Verkäufe bei fair gehandelten Blumen, Bananen und Kaffee entwickelt. Der Trend zu immer mehr verkauften Fairtrade-Produkten hält seit mehr als einem Jahrzehnt an. Insgesamt sind die Waren aber immer noch ein Nischenprodukt. Im Schnitt habe jeder Verbraucher 2012 etwa sechs Euro für Fairtrade-Erzeugnisse ausgegeben, so Transfair. Bei Rosen betrage der Marktanteil aber bereits knapp 20 Prozent und auch jede dritte Bio-Banane trage bereits ein Fairtrade-Siegel. Demnächst sollen auch Kosmetikartikel eingeführt werden. "Seit dem vergangenen Jahr sind Fairtrade-Produkte flächendeckend im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich. Jetzt gilt es, die Sortimente weiter auszubauen und mehr Markenartikler ins Boot zu holen, insbesondere im Süßwarenbereich", sagte Dieter Overrath, der Geschäftsführer des Transfair-Vereins. Transfair organisiert in Deutschland den fairen Handel von Produkten aus Entwicklungsländern, vergibt auch das "Fairtrade"-Qualitätssiegel und kontrolliert, ob die Kriterien für einen fairen Handel tatsächlich eingehalten werden. Mit "Fairtrade" ist das Ziel verknüpft, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern in Entwicklungsländern zu verbessern. Ihnen werden feste Verträge und Mindestabnahmepreise garantiert. Im Gegenzug müssen etwa das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Mindestlohnvereinbarungen beachtet werden.
Immer mehr Menschen entscheiden sich für #Fairtrade-Produkte! Der Trend hält an: Der Umsatz mit Waren mit dem Fairtrade-Siegel stieg um 33% auf 533 Mio. € in DE. #fairenerhandel #nachhaltigkeit #umweltschutz #sozialegerechtigkeit
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An einem Juli-Tag im Jahre 1972 brach Ferdinand Piëch nach Italien auf. Sein Ziel: der Turiner Industriedesigner Giugiaro. Ein bisschen Italienisch lernen, die mediterrane Arbeitswelt kennenlernen - für den späteren Auto-Patriarchen war die Alpenüberquerung so etwas wie eine frühe Bildungsreise auf den Apennin. Wie so oft in jener Zeit ließ Piëch sein Auto in der Garage stehen. Stattdessen packte er das Gepäck für einen Monat auf eine Honda 750 - und fuhr in Richtung Süden. Der italienische Motorradhersteller Ducati legte 2011 das beste Jahr in seiner fast 90-jährigen Geschichte hin. Nun übernimmt die VW-Tochter Audi das Unternehmen für 860 Millionen Euro. Inzwischen fährt Piëch längst Ducati - und dass er sich pünktlich zu seinem 75. Geburtstag kein neues Motorrad kauft, sondern mit Ducati gleich einen ganzen Hersteller, ist keine Überraschung: Schon seit Jahren stehen die Italiener auf der Einkaufsliste des VW-Patriarchen. Ducati ist so etwas wie die Diva unter den Motorradmarken. Piëchs Traum-Projekt. Daher ist das Timing perfekt: Schon bei der VW-Hauptversammlung am Donnerstag soll der 860-Millionen-Euro-Deal groß gefeiert werden. Ob der Kauf sinnvoll ist, ob Ducati zum Rest des VW-Reiches passt - all dies sind zweitrangige Fragen, wenn sich einer wie Piëch ein besonderes Geschenk machen will. Es gehe bei all dem nicht unbedingt um das, was betriebswirtschaftlich notwendig und finanziell lukrativ ist, sagen Branchenanalysten. Sondern um das neue Spielzeug eines Mannes, der schon viele Marken gekauft hat. Zuletzt Porsche und MAN. Wenn einer schon alles hat, dann geht es am Ende vor allem um eines: wahre Leidenschaften. Piëch und Italien, der Alte und seine Motorräder - es ist ein großes Capriccio. Zuerst kaufte er sich 1998 über die VW-Tochter Audi die italienische Supersportwagenmarke Lamborghini. Dann war vor zwei Jahren Giugiaro an der Reihe - jenes Designunternehmen, bei dem Piëch vor 40 Jahren sein italienisches Praktikum machte. Und nun also Ducati, die Edelmarke. Ducatis sind nicht billig. Für das 1199 Panigale fallen an die 25.000 Euro an. Da sind das Design, die Leichtigkeit, die ausgeklügelte Technik, der markante Motorenklang. Und die Farbe. Meistens rot. Ducatis, le Rosse, das sind so etwas wie die Ferraris unter den Motorrädern. Und sie befinden sich in guter Gesellschaft: In ihrer Heimat Emilia Romagna sind auch andere große Namen zu Hause. Lamborghini, Maserati, Ferrari.
VW-Patriarch Ferdinand Piëch übernimmt italienischen Motorradhersteller Ducati für 860 Mio. Euro. Piëch und seine Leidenschaft für italienische Marken. #VW #Ducati
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Was der Schöpfer des 500ers zu seiner Abschaffung sagt Der Österreicher Robert Kalina gewann im Jahr 1996 den Wettbewerb zur Gestaltung der Euro-Noten. Vom Fünfer bis zum 500-Euro-Schein: Jede Banknote der ersten Serie ist ein echter Kalina. Der gelernte Grafiker, der inzwischen im Ruhestand ist, war damals bei der Österreichischen Nationalbank angestellt. Als einziger "Banknotenentwerfer" Österreichs schlug sein Arbeitgeber ihn für den Wettbewerb vor. Und sein Vorschlag überzeugte die Jury. Vor allem, weil Kalina auf Personen verzichtete. Mit seinen Darstellungen von Brücken und offenen Fenstern wollte Kalina die Verbundenheit der europäischen Staaten betonen. Die abgebildeten Architekturbeispiele - die übrigens fiktive Bauten darstellen mussten - kommen aus verschiedenen Designepochen. Je größer die Banknote, desto moderner das Bauwerk. Der modernste Teil der Serie wird nun verschwinden. Was hält sein Schöpfer davon? Herr Kalina, die EZB schafft den von Ihnen entworfenen 500er ab, weil er die Kriminalität begünstigen soll. Sie sind also ein Terrorhelfer... Nein, das ist natürlich Unsinn (lacht). Aber schauen Sie: Die Schweiz hat, seit 1907 glaube ich, 1000-Franken-Scheine und es würde ja auch niemandem einfallen, die Schweizer Nationalbank als Terrorhelfer zu bezeichnen. Sie halten also nicht viel von der Abschaffung des 500-Euro-Scheins? Nein. Ich glaube nicht, dass die Abschaffung des 500ers irgendetwas ändert. Und ich halte die Abschaffung wirklich für problematisch. Meiner Meinung nach ist das eine persönliche Einschränkung der Freiheit. Bargeld ist immer ein Symbol für Freiheit gewesen. Und aus künstlerischer Sicht? Ihre schöne Serie ist ja nicht mehr komplett... Es ist schade, dass die Serie jetzt beschnitten ist. Die war ja als Gesamtkonzept gedacht. Es fehlt jetzt der obere Teil, der eigentlich für den modernsten Teil der Serie steht. Die 500er-Note symbolisiert ja die moderne Architektur. Und durch den Wegfall bleiben wir praktisch - in Bezug auf die Banknoten - bei der Jahrhundertwende stehen. Jetzt bleiben nur noch die historischen Motive über, aus Zeiten, die schon lange vorbei sind. Vor ihrem Ruhestand waren Sie "Banknotenentwerfer". Wie wird man das eigentlich? Ich habe ursprünglich Grafiker gelernt. In der Österreichischen Nationalbank habe ich mich dann auf Banknoten spezialisiert. Und als Sie dort waren, wurde das Design der Euronoten ausgeschrieben... Genau. Alle Mitgliedsländer konnten einen Grafiker entsenden. Und für Österreich wurde ich vorgeschlagen. Wie kam die Bank auf Sie? Ich war der einzige Banknotendesigner in Österreich damals. Ich hatte vorher schon seit 1982 die Schilling-Banknoten gestaltet. Das war auch die Voraussetzung, um an dem Wettbewerb teilzunehmen. Für mich war es dann schon überraschend, dass ich gewonnen habe. Warum? Weil ich in meinem Konzept ja keine Porträts vorgesehen hatte. Und bis auf Holland war es eigentlich in ganz Europa üblich, dass auf den Banknoten Porträts zu sehen sind. Ich habe ein Konzept verfolgt, das mehr auf der Symbolik aufgebaut ist, das Brückenschlagen und die Verbindung zwischen den Ländern. Die offenen Tore und Fenster sollten die Gemeinsamkeiten darstellen.
Robert Kalina, der Schöpfer der Euro-Noten, spricht über die Abschaffung des 500er-Scheins und die Symbolik der Banknoten. Lesen Sie mehr über seine Gedanken zur Entscheidung und die Bedeutung hinter den Designs. #EuroNoten #Banknoten #Symbolik
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Wer bei Google "internet + tarif + billig" eingibt, erhält ungefähr 200.000 Treffer-Wirrwarr pur. Wer sich aber in dem Durcheinander der Internettarife zurecht findet, kann beim Surfen eine Menge Geld sparen. Denn ganz ähnlich wie die Billigvorwahl beim Telefon (Call by Call), funktioniert auch der Billigtarif im Internet (Internet by Call). Der Nutzer wählt sich dabei über ein analoges Modem oder eine ISDN-Verbindung ins Netz ein und sucht sich jedes Mal den billigsten Tarif neu aus. Boris Becker nutzt AOL - aber das ist nur für Vielsurfer interessant. Internet by Call für Wenigsurfer Die Zahl der Internet-Nutzer wächst beständig: Inzwischen gibt es in Deutschland mehr als 26 Millionen Internet-Surfer, wie die Arbeitsgemeinschaft Internet Research (Agirev) in ihrer Studie "Online Reichweiten Monitor" herausgefunden hat. Etwa neun Prozent der Nutzer gehen nur zweimal pro Woche online. Vor allem für solche Wenigsurfer lohnt sich Internet by Call. "Wenn man nur schnell E-Mails checken oder eine Kleinigkeit nachgucken möchte, ist es genau das Richtige", sagt Evelin Voß von der Verbraucherzentrale Sachsen. Und auch die Stiftung Warentest rät zum Internet by Call, solange die monatliche Surf-Zeit 25 Stunden nicht übersteigt. Fester Tarif für Vielsurfer Wer länger im Internet verweilt, solle über einen festen Tarif nachdenken, rät Falk Murko, Internet-Spezialist der Stiftung Warentest. Dafür schließt der Kunde mit einem bestimmten Anbieter (zum Beispiel AOL, T-Online, Freenet) einen Vertrag ab. Im Gegensatz zum Internet by Call gehen Vertragskunden jedes Mal mit demselben Anbieter zu denselben Konditionen online. Für Vielnutzer, die monatlich zwischen 20 und 25 Euro (inklusive Grundgebühr) fürs Surfen ausgeben, lohnt sich laut Murko oft sogar ein DSL-Anschluss (SZ vom 31. März). Welche Einwahltarife beim Internet by Call aktuell am günstigsten sind, können Nutzer mit Hilfe von Informationsseiten im Netz herausfinden. Es gibt unzählige Online-Quellen, die Tarifvergleiche anbieten, aber oftmals unterschiedliche Preise nennen. "Manche Quellen sind aktueller als andere", sagt Verbraucherschützerin Voß. "Das hängt häufig mit der Größe der Informationsanbieter zusammen: Je größer, desto aktueller." Relativ zuverlässig seien www.teltarif.de und www.billiger-surfen.de. Hohe Gebühren für Einwahl Wichtig beim Tarifvergleich: die so genannten Einwahlgebühren. So verlangen Anbieter mit sehr niedrigen Minutenpreisen häufig bei jeder Einwahl eine einmalige Gebühr für ihren Dienst. "Im Einzelfall kann es günstiger sein, einen etwas höheren Minutenpreis ohne Einwahlgebühr zu verwenden, da muss man immer mal wieder nachrechnen", sagt Evelin Voß. So verlangt beispielsweise der Anbieter Intelicom beim Tarif "CyberGate3" am frühen Abend eine Minutengebühr von Null Cent - auf den ersten Blick sehr attraktiv. Allerdings berechnet das Unternehmen eine Einwahlgebühr von 1,49Euro. Die muss der Kunde auch dann zahlen, wenn er nur kurz online bleibt. Dagegen kostet der Tarif "ByCall24-Power" des Anbieters Avivo um die gleiche Zeit 0,84 Cent pro Minute, ohne Einwahlgebühr. Das lohnt sich im Vergleich zu "CyberGate3" selbst bei zwei Stunden Surfzeit. Sicherheit per Dialer-Schutz Für Internet-Kunden, die großen Wert auf sicheres Surfen legen, empfiehlt Verbraucherschützerin Voß Tarife mit integriertem Dialer-Schutz (siehe Kasten). Ohne einen solchen Schutz besteht die Gefahr, dass Internet-Nutzer versehentlich einen illegalen Dialer herunterladen. Solche Dialer können die normale Internetverbindung beenden und durch eine teure 0190-Verbindung ersetzen, ohne dass der Nutzer das bemerkt. Zwar hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Opfer illegaler Dialer die Kosten nicht tragen müssen. Doch liegt die Beweislast beim betroffenen Internet-Nutzer. Ein Dialerschutz kann daher unnötigen Aufwand und im Extremfall sogar einen Gerichtsprozess ersparen. Internet-by-Call-Tarife mit Dialer-Schutz sind meist teurer. "Dafür funktionieren sie wie eine große Waschmaschine und filtern unerwünschte Daten heraus", sagt Voß. Beispiele für solche Tarife seien www.bycallnet.de oder www.callero.de. Alternativ dazu bietet die Deutsche Telekom an, Dialer-Nummern sperren zu lassen. Bei den meisten Nummern kostet dies einmalig 9,90 Euro. Wer keine Lust hat, immer nach den günstigsten Tarifen zu suchen, kann auch automatische Tarifsucher nutzen. Die finden sich etwa unter www.smartsurfer.de oder www.netlcr.de. Sie suchen selbstständig beim Einwählen den Tarif heraus, der nach Informationen des Anbieters am günstigsten ist. "Die Programme haben den Vorteil, dass ein Dialer-Schutz schon integriert ist", sagt Internet-Experte Murko. Auf die Aktualität der automatischen Tarifsuchmaschinen könne man sich weitgehend verlassen.
Wussten Sie, dass Sie beim Surfen im Internet Geld sparen können? Lesen Sie unseren Artikel und erfahren Sie, wie Sie den besten Tarif für Ihre Surfbedürfnisse finden! #InternetTarife #Tarifvergleich #DSL #DialerSchutz
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"Welcome Home" lautete das Motto der Olympischen Spiele 2004 in Athen. Am Mittwoch vor zehn Jahren wurden sie eröffnet. Heute heißt das Schild im Helliniko Olympic Complex niemanden mehr willkommen. Die meisten Sportstätten sind verlassen und verwildert. Die Krise hat auch vor den Stätten Olympias nicht Halt gemacht.
Vor zehn Jahren eröffneten die Olympischen Spiele in Athen unter dem Motto "Welcome Home". Heute sind die meisten Sportstätten verlassen und verwildert - ein trauriger Anblick. #Olympia #Athen #Verwilderung #Verfall #Krise
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Es war im Oktober 2008. Lisa Blumenberg stand am Geldautomaten ihrer Sparkasse an der Tonndorfer Straße im Nordosten Hamburgs. Wie immer wollte sie 500 Euro abheben, sie bekam aber nur 200 Euro. Zufall oder nicht, es waren damals jedenfalls bewegte Zeiten. Die Finanzkrise erreichte ihren Höhepunkt, die US-Investmentbank Lehman Brothers musste Insolvenz beantragen, die deutsche Hypo Real Estate stand kurz vor dem Aus. An einem Sonntagabend traten dann zur besten Sendezeit Kanzlerin Angela Merkel und der damalige Finanzminister Peer Steinbrück auf und versicherten allen Sparern, dass sie nichts zu befürchten hätten. Lisa Blumenberg, 54, ließ das nicht mehr los. "Ich habe damals gemerkt, dass das Eis, auf dem unser Wirtschaftssystem steht, sehr dünn ist", sagt sie heute. Blumenberg ist Filmproduzentin, sie hat unter anderem den Roman "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt, sie hatte Erfolg mit der Thrillerserie "Blochin". Die Finanzkrise beschäftigte sie weiter, 2012 dann hatte sie die Idee, eine Fernsehserie daraus zu machen. Vier Jahre später hatte "Bad Banks" auf der Berlinale Premiere. Im Frühjahr dieses Jahres dann lief "Bad Banks" erst in den Mediatheken, dann kurz aufeinander frei empfangbar bei Arte und im ZDF - und wurde zu einem Erfolg, erhielt auch mehrere Preise. Die Kritiken waren gut. Inzwischen wurde "Bad Banks" in 40 Länder weiterverkauft, auch in die USA und nach Australien. Schon arbeiten Blumenberg und ihr Team an einer zweiten Staffel. Die Dreharbeiten beginnen im Januar 2019, im Februar 2020 soll "Bad Banks 2" fertig sein. Im Mittelpunkt der fiktiven Geschichte steht die junge Bankerin Jana Liekam, die von Paula Beer gespielt wird, die in Luxemburg und Frankfurt schnell Karriere macht und sich vor allem mit strukturierten Finanzprodukten beschäftigt, die am Ende maßgeblich zum Ausbruch der Finanzkrise beitragen. Gefördert wird Jana von ihrer ehemaligen Chefin Leblanc, die von Désirée Nosbusch dargestellt wird. Es geht um Insiderhandel und Bilanzmanipulationen, um die Arbeitsbedingungen in den Banken, um Profit, Macht, Skrupellosigkeit und Gier. Inzwischen ist "Bad Banks", produziert von Letterbox, einer Firma von Studio Hamburg (das wiederum zum öffentlich-rechtlichen NDR gehört), eine der erfolgreichsten deutschen Vorzeige-Serien, die es mit "Babylon Berlin" (ARD, Sky) und der Netflix-Fantasy-Produktion "Dark" aufnehmen kann. "Ich wollte von einer Welt erzählen, die erst einmal keiner versteht, die für die meisten wie Science-Fiction ist, die aber sehr viel mit uns allen zu tun hat", sagt Blumenberg heute. In der langen Vorbereitungszeit habe sie nie den Glauben an den Stoff verloren: "Im Gegenteil, es wurde mit der Zeit immer interessanter." Und: "Eine solche Geschichte kann man nicht ohne die Hilfe von Experten erzählen." So habe es vorab Dutzende Hintergrundgespräche mit Menschen aus der Finanzbranche gegeben. Hauptautor Oliver Kienle und später auch Regisseur Christian Schwochow hätten sich ganz tief in die Branche "reingegraben" und viel Zeit investiert. "Wir mussten wissen, wie das riecht, wie die sprechen", sagt Blumenberg. Bei einer Bank oder in der Wirtschaft hat sie selbst nie gearbeitet. Sie stammt aus dem Saarland, hat in Mainz Germanistik, Publizistik und Psychologie studiert und promoviert. Dann hat sie kurz beim Saarländischen Rundfunk gearbeitet und ist vor mehr als zwanzig Jahren zu Studio Hamburg gekommen. Heute ist sie Mitglied der Geschäftsleitung von Letterbox. Die offiziellen Recherche-Anfragen der "Bad Banks"-Macher wurden von den Banken zwar alle abgelehnt, aber es gab viele inoffizielle Kontakte mit vielen interessanten Einzelheiten. So kam Regisseur Schwochow beispielsweise von einer Recherche aus London zurück und berichtete, dass es im Handelsraum einer Bank Mäuse gebe. Der Kammerjäger müsse öfters anrücken. Der Grund: Dort wird rund um die Uhr gearbeitet, die Banker essen am Arbeitsplatz, vorzugsweise Pizza aus Kartons, die Essensreste locken dann die Mäuse an. Nachdem dieses Detail auch bei Banken in Frankfurt nachgeprüft wurde, wurden die Mäuse auch bei "Bad Banks" eingebaut. Die Produktion der zweiten Staffel wird noch mal teurer werden Ohnehin ist "Bad Banks" mit einem sehr hohen Aufwand produziert worden. Das Budget der Serie mit nur sechs Folgen liegt bei 8,1 Millionen Euro. Damit ist jede Episode fast so teuer wie ein "Tatort", der im Durchschnitt etwa 1,5 Millionen Euro kostet. Für die Szenen aus dem Handelssaal der Bank wurden mehr als hundert Arbeitsplätze ausgestattet und Komparsen engagiert, die dort im Hintergrund an den Bildschirmen arbeiten. "Mein Ehrgeiz ist es, Qualität zu liefern, mit originellen und originären Ansätzen", sagt Blumenberg. Das Geld dafür kam von mehreren Partnern, etwa vom ZDF, von der Filmförderung, aber auch von dem luxemburgischen Koproduzenten Nicolas Steil von Iris Productions. Diese Zusammenarbeit werde auch in der zweiten Staffel fortgesetzt. Für Michael Lehmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Studio Hamburg Production Group, zu der Letterbox gehört, hat sich die Investition und das Risiko jedenfalls gelohnt. "Gemessen an dem, was rausgekommen ist, war es ein geringes Budget", sagt er. Lisa Blumenberg hatte die Idee für „Bad Banks“. Serien wie "Bad Banks", die eine komplexe Geschichten aus mehreren Perspektiven und mit vielen Charakteren über viele Folgen hinweg erzählen, sind derzeit die große Hoffnung des deutschen Fernsehens. Denn der Markt ist im radikalen Umbruch. Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime sind im Moment sehr erfolgreich, gerade bei jüngeren Zuschauern, die zu jeder Zeit unabhängig von festen Programmen ihre Lieblingsserie und -filme sehen wollen. Das klassische lineare Fernsehen verliert an Attraktivität. Und alle investieren in eigene Inhalte, Netflix hat bereits Milliardenausgaben für europäische Produktionen angekündigt, auch Amazon, die Deutsche Telekom oder Sky produzieren mit sehr hohem Aufwand eigene Serien, um die Zuschauer damit zu locken. "Es gibt aktuell einen großen Wettbewerb der Produktionsfirmen um die besten Köpfe", sagt Lehmann. "Die Beschleunigung ist derzeit gigantisch." Lange vorbei sind die Zeiten, in denen der Erfolg einer Produktion nur nach Einschaltquoten bemessen wurde. "Diese Parameter des Erfolgs kommen aus einer alten Welt, aus der linearen Zeit", sagt Lehmann. Quoten seien heute nur noch ein Element des Gesamterfolgs. "Bad Banks" etwa war schon vorab in den Mediatheken von Arte und ZDF verfügbar, schon vor der Ausstrahlung sei der Erfolg der hohen Mediatheken-Nutzung kommuniziert worden, berichtet Lehmann. Inzwischen ist "Bad Banks" bei Amazon Prime erhältlich. Angesichts des Erfolgs wird nun an der Fortsetzung gearbeitet, das Budget für die zweite Staffel wird noch mal höher ausfallen. Worum es genau gehen wird, will Blumenberg nicht verraten, nur so viel: "Das Universum der Serie erweitert sich. Es geht auch um den Umbruch in der Bankenwelt, um den Kampf zwischen alten und neuen Bankern, die mit jungen Fintechs auf den Markt drängen." Die Protagonisten werden aber dieselben bleiben. Sogar eine weitere Fortsetzung ist möglich. "Auch eine dritte Staffel ist vorstellbar", sagt Blumenberg: "Die Figuren haben großes Potenzial. Wir haben noch genug Ideen und ausreichend Fantasie." Ihre Geschichte mit dem Geldautomaten wurde schon verarbeitet. Die erste Folge der ersten Staffel beginnt mit dieser Szene: Jemand braucht dringend Bares, aber der Geldautomat gibt nichts mehr raus.
Erfahren Sie, wie eine Filmproduzentin von der Finanzkrise inspiriert wurde, um eine erfolgreiche deutsche Serie zu produzieren, die nebenbei auch das Fernsehen retten soll. #BadBanks #Finanzkrise #Fernsehen #Deutschland"
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Vielleicht würden sich die Dinge in der Branche ja viel langsamer entwickeln, wären die alten deutschen Autokonzerne noch immer unter sich. Sind sie aber nicht, und statt von Stuttgart nach München und von München nach Ingolstadt und wieder zurück zu schauen, müssen sich die Manager bei Audi, BMW und Daimler über ganz andere Rivalen Sorgen machen. Es sind neue Gegenspieler dazugekommen, und sie heißen Tesla, Google oder Apple oder haben einen chinesischen Namen. Und wenn man so will, ist auch der alte Dieselmotor inzwischen ein Gegner der deutschen Hersteller: Denn seit der VW-Dieselaffäre ist der Ruf des Selbstzünders ruiniert, und die Autohersteller brauchen dringend neue, saubere Themen. Themen wie autonomes Fahren oder das seit Jahren immer wieder gespielte Dauerthema Elektromobilität. Chinesen stehen viel im Stau, deshalb muss möglichst viel IT ins Fahrzeug gepackt werden Und ist es wahrscheinlich kein Zufall, dass die Notizen aus dem Umbruch einer Branche zurzeit quasi im Wochenrhythmus an die Öffentlichkeit kommen. Zum Beispiel in der vergangenen Woche, als Volkswagen bekannt gab, auf seinem größten Absatzmarkt China künftig mit dem Hersteller Jianghuai gemeinsam Elektroautos zu bauen. Oder an diesem Wochenende, als der VW-Konzern gleich doppelt zuschlug: Einmal war es Konzernchef Matthias Müller, der in einem Interview ankündigte, schon in vier Jahren werde man 30 E-Modelle anbieten. Dann aber folgte die Konzerntochter Audi, und was sie mitzuteilen hatte, war da schon sehr konkret: Man werde nun sehr eng mit den chinesischen Internet-Riesen Alibaba und Tencent und dem Suchmaschinen-Anbieter Baidu kooperierten. Audi und die chinesische High-Tech-Industrie - es ist ein Großprojekt, und verwundern sollte es niemanden: Zwischen Januar und August hatten die Ingolstädter weltweit 1,2 Millionen Autos verkauft - 385 000 davon allein in China. Es lohnt sich also. "Chinesen stehen viel im Stau, mehr als die Fahrer in anderen Ländern", sagt ein Audi-Sprecher. Daher müsse sämtliche Technik ins Auto. Doch es geht um mehr: Audi will gemeinsam mit den Chinesen seine Rivalen aus der alten Autowelt, aber auch die neuen Herausforderer aus dem Silicon Valley auf Distanz halten. Nur - wer sind diese Firmen eigentlich? Alibaba, Tencent und Baidu sind nicht irgendwelche Internetkonzerne. Alle drei sind eng mit der chinesischen Führung verbandelt. Am bekanntesten ist hierzulande Alibaba, vor drei Jahren legte das Unternehmen aus Hangzhou in New York den größten Börsengang der Geschichte hin. Alibaba ist die chinesische Antwort auf Amazon und Ebay - mit einem Unterschied: Alibaba ist es sehr viel profitabler. Für 60 Prozent aller Paketsendungen in China sind Alibaba-Portale verantwortlich. Mit Alipay betreibt der Konzern einen erfolgreichen Online-Bezahldienst; auch 3-D-Karten fürs Auto bietet ein Tochterunternehmen inzwischen an - genau die sollen bald auch von in China gefertigten Audis benutzt werden können. Das zweite große Internethaus Chinas ist Tencent aus dem südchinesischen Shenzhen. Vor viereinhalb Jahre brachte das Unternehmen die App Wechat auf den Markt, die inzwischen mehr als 700 Millionen Nutzer hat. Statt zu telefonieren nutzen Chinesen Wechat, statt auf Facebook folgen sie ihren Freunden bei Wechat und statt mit Bargeld an der Supermarkt-Kasse zu zahlen, zücken sie ihr Smartphone und lassen einen QR-Code in Wechat scannen. Abgebucht wird automatisch. Auch Friseurtermine oder die Karten fürs Theater lassen sich via Wechat buchen. Diese Funktionen sollen künftig auch im Auto genutzt werden können. Und dann ist da noch Baidu, Chinas große Suchmaschine. Groß geworden als Google-Klon, sieht man heute überall BaiduFahrer, die auf Mopeds und Elektrorädern Essen ausliefern. Per App kann man sich von nahezu jedem Restaurant sein Lieblingsgericht liefern lassen. Vor einem Jahr startete auch der Konzern Baidu Carlife, ein Pendent zu Apples Autosoftware Carplay. Dieses Programm soll künftig bei Audi in China zum Einsatz kommen. Im Kerngeschäft von Audi mischen alle drei Unternehmen längst kräftig mit. Sie haben sich bei Elektromobilitäts-Start-ups im Silicon Valley eingekauft. Prompt erteilte die chinesische Regierung die begehrten Geschäftslizenzen für den chinesischen Markt. Für Audi ist das ein wichtiger Grund: In China kommt es darauf an, mit wem man seine Geschäfte macht. Da kann es früher oder später entscheidend sein, wenn ausgerechnet die wichtigen IT-Konzerne, mit denen man zusammen arbeitet, einen direkten Draht zu Regierung und Behörden haben. Der Münchner Audi-Wettbewerber BMW kooperiert bereits mit dem chinesischen Google-Herausforderer Baidu bei Projekten für autonomes Fahren. Beide hatten im vergangenen Jahr in Peking fahrerlose Autos getestet; Baidu lieferte die Software für den hochgerüsteten 3er BMW, der dann an die 30 Kilometer durch die Metropole fuhr. BMW, VW, Daimler: Die Nervosität ist groß. Nicht nur VW plant groß mit E-Autos - auch BMW will seine E-Auto-Palette jetzt auf schon vorhandene Modelle ausweiten. Bislang vermarkteten die Münchner ihre Stromer unter der eigenen Submarke "i" -Fahrzeuge aus leichter Kohlefaser mit Batterien statt Benzin. Nun sollen bald auch klassische BMWs elektrisch fahren. Der 3er, der Mini oder auch kleinere Geländewagen könnten schon bald elektrisch auf den Markt gebracht werden. Es rumort in der Branche.
Die deutsche Autoindustrie muss sich neuen Rivalen stellen und dringend neue, saubere Technologien angehen. Lesen Sie mehr über die Kooperation von Audi mit den chinesischen Unternehmen Alibaba, Tencent und Baidu. #Autoindustrie #Elektromobilität #Kooperation
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Wer im Internet einkauft oder Filme schaut muss sich registrieren: mit Namen und Mail-Adresse, oft auch mit Anschrift und Bankverbindung. Da ist es bequem, sich mit dem Facebook- oder Google-Konto anzumelden, statt ein neues anzulegen. Das Problem: So sammeln die Konzerne noch mehr Daten über das Surf- und Kaufverhalten. Initiativen aus Deutschland wollen dem etwas entgegensetzen: So etwa die Login-Allianz von RTL, ProSieben Sat.1, GMX und Web.de, die zusammen 50 Millionen Nutzer zählt. Die Partner haben eine Stiftung gegründet, die einen offenen Standard bereitstellen will. "Wir sind mit namhaften Unternehmen aus nahezu allen Branchensegmenten im Dialog", sagt Jan Oetjen, Chef von GMX und Web.de. Konzerne wie Allianz, Deutsche Bank und Lufthansa bauen eine weitere Plattform auf, über die sich Kunden mit ihrem Handy identifizieren können, ohne ein Passwort einzugeben. Auch die Sparkassen wollen von Sommer an Vertragsabschlüsse im Internet erleichtern, indem sie auf Wunsch Kunden identifizieren und die Bankverbindung weitergeben. Nicht ausgeschlossen, dass die Initiativen zusammenwachsen. "Wir denken, dass sich einige Ansätze sehr gut ergänzen", sagt Oetjen, "und streben zumindest eine technische Kompatibilität an." Benedikt Müller Das aktuelle Daten-Debakel um Facebook zeigt, wie schnell sensible Nutzerdaten bei Dritten landen, etwa bei der dubiosen Firma Cambridge Analytica. Aber Nutzer können einstellen, welche Informationen sie Facebook überlassen und was genau das Unternehmen damit anstellen darf. Allerdings versteckt Facebook nützliche Einstellungen hinter vielen Menüpunkten; oft sind sie an einem Desktop-Rechner besser zu erreichen, manchmal aber auch nur über die App einsehbar. Aktuelle Informationen Wo arbeitet ein Nutzer, wo wohnt er, wie heißen die Familienmitglieder? Viel Nutzer füttern Facebook freiwillig mit Daten, um besser gefunden zu werden oder um sich selbst darzustellen. Im Laufe der Zeit erhält das Netzwerk dadurch sehr viele Informationen, vor allem dann, wenn jedes Lebensereignis fein säuberlich auf Facebook protokolliert wird. Die Basisdaten können im eigenen Profil unter dem Reiter "Info" angepasst werden. Hier sollten Nutzer entscheiden, welche Daten sie preisgeben und wer diese Daten sehen darf. Sie sollten sich fragen: Sollte Facebook das wissen? Und wenn ja, wer soll noch darauf zugreifen dürfen? Jeder? Oder nur Facebook-Freunde? Der Klarname In den Nutzungsbedingungen legt das Netzwerk fest, dass Nutzer sich mit dem "echten Namen" anmelden sollten. Das darf Facebook nicht, entschied das Landgericht Berlin im Februar. Bevor Nutzer nun ihren Namen kreativ von Manfred in Mnfrd ändern oder gleich ein neues Fake-Profil erstellen, um Facebook eins auszuwischen, sollten sie beachten, dass beide Seiten Berufung eingelegt haben. Der Klarnamen-Streit bei Facebook wird also weitergehen und ein abschließendes Urteil steht noch aus. Bis dahin kann Facebook Accounts mit falschem Namen sperren. Auch wenn Facebook nicht jedes Pseudonym erkennt: Wer einen falschen Namen wählt, ist auf eigene Gefahr unterwegs. Standortdaten Wo hat sich ein Nutzer wann aufgehalten? Facebook weiß es vermutlich. Zunächst sollten Nutzer alle gespeicherten Orte löschen. Dazu gehen sie auf ihr eigenes Profil und wählen "Aktivitätenprotokoll anzeigen". Links im Menü sollten Nutzer auf "Mehr" klicken und anschließend den "Standort-Verlauf" auswählen. Anschließend können die Daten über das Feld "Standort-Verlauf löschen" oben rechts entfernt werden. In der Regel erhält Facebook den Standort über die Facebook-App auf dem Smartphone. So können Android-Nutzer die Ortung verhindern: Sie wählen das Menü mit den drei Strichen oben rechts aus und tippen dann auf "Kontoeinstellungen". Nun wählen sie "Ort" beziehungsweise "Standort" und können mit einem weiteren Tippen den Ortungsdienst für Facebook deaktivieren. Verbundene Apps Der Cambridge-Skandal begann mit der App "thisisyourdigitallife". 270 000 Facebook-Mitglieder gaben den Entwicklern Zugriff auf ihre Daten. Ein Wissenschaftler gab diese Daten unrechtmäßigerweise an Cambridge Analytica weiter. In den Einstellungen von Facebook können Nutzer kontrollieren, welche Apps Facebook-Daten abgreifen können. Wählen Sie dazu das Dreieck oben rechts in der Ecke aus und klicken Sie auf "Einstellungen", links im Reiter finden Sie die Option "Apps". Oben sind Dienste, die auf Ihre Facebook-Daten zugreifen können. Sie können Apps einzeln bearbeiten oder weiter unten die Option "Apps, Webseiten und Plugins" auswählen und allen Diensten den Datenhahn abdrehen. Zudem sollten Nutzer die Option "Von anderen Personen verwendete Apps" auswählen. Hier können Sie einstellen, welche Daten Facebook-Freunde an andere Apps weitergeben dürfen.
Deutsche Unternehmen wollen mit offenen Standards Facebook und Google Konkurrenz machen und Kunden mehr Datenschutz bieten. Auch die Sparkassen erleichtern Vertragsabschlüsse im Internet. #Datenschutz #LoginInitiative #Sparkassen #Vertragsabschlüsse
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Vor ein paar Monaten noch hieß das Besprechungszimmer im vierten Stock intern "Turm". Seit Mitte Juni nennen sie es bei Teldafax aber "War-Room", Kriegszimmer. Hier ist die Kommandozentrale. Um den großen Konferenztisch herum sitzen neun Männer und Frauen in Anzug und Kostüm und schreiben auf Laptops. Sie sind Insolvenzanwälte, Energierechtler und Steuerberater. In den vergangenen Wochen pflügten sie sich systematisch durch die Akten und den Geschäftsverkehr des bankrotten Stromhändlers Teldafax - und gewannen erstaunliche Erkenntnisse. Die Marke ist bekannt, schließlich schmückte sie jahrelang die Trikots der Erstliga-Fußballer von Bayer Leverkusen. Für den Profiklub ließ die Firma erstaunlich hohe Summen springen. Was auf den ersten Blick wie eine normale Insolvenz aussieht - ein Mittelständler scheitert und hinterlässt wütende Gläubiger - ist tatsächlich ein besonderer Fall. Diese Pleite, das haben die Krieger im War-Room rasch gemerkt, ist ein Mix aus Größenwahn, Gier und Dilettantismus. Es ist Deutschlands größte Einzelinsolvenz: Nie zuvor hat ein Unternehmen so viele Gläubiger hinterlassen wie Teldafax. Und es ist eine Geschichte, die eine Schneise der Verwüstung geschlagen hat. An diesem Donnerstag wurde das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet. "Wir gehen aktuell von 750.000 potentiellen Gläubigern aus", sagt Biner Bähr, der Chef der Truppe in Troisdorf. Ein erfahrener Insolvenzverwalter, er hat Hertie abgewickelt und den Ruin des Solar-Betriebs Systaic begleitet. Was sein Team im Juni vorfand, hat ihn überrascht. "Es war ein einziges Chaos", erinnert sich Bähr an den 14. Juni. Wenige Stunden nach der Insolvenz kam er das erste Mal in die Zentrale des Billigstrom-Anbieters Teldafax. "Fast 240.000 ungeöffnete Briefe lagen herum. Die Buchhaltung war auf dem Stand von März." Tagelang Einschreiben quittieren Täglich kommen neue Briefe hinzu. "Durch die Insolvenz haben viele Leute versucht, ihre Verträge zu kündigen." Vom Postamt in Troisdorf fährt fast täglich ein Lastwagen mit Briefen zu Teldafax. "Der Post-Fahrer ist morgens ausgestiegen und musste bis abends warten, so lange hat es oft gedauert, bis alle Rückscheine der Einschreiben von den Mitarbeitern quittiert waren", sagt Bähr. Inzwischen ist die erste Brief-Flut abgeebbt. Doch die zweite Welle steht an. "Bei der Karstadt-Insolvenz waren es 100 000 Gläubiger. Wir müssen aber 750 000 Leute anschreiben", sagt Bähr. Ein Logistikexperte wurde extra eingestellt. "Bei einer normalen Insolvenz", so Bähr, "macht man sich als Verwalter eigentlich keine Gedanken über Portokosten, diesmal schon." Statt wie sonst üblich zwei Briefe an die Gläubiger zu verschicken, haben sie im War-Room entschieden, dass ein Schreiben reicht. "Normalerweise fordert man zunächst die Gläubiger auf, ihren Schaden geltend zu machen. Aber bei so vielen Gläubigern würde das ewig dauern und verdammt teuer werden", erklärt Bähr. Seit Wochen berechnen deshalb Fachleute die einzelnen Schäden vorab. "Wer damit nicht einverstanden ist, kann immer noch Widerspruch einlegen." Der Aufwand werde enorm minimiert, und doch kostet der Versand 1,2 Millionen Euro. Neben den logistischen Fragen haben sie sich im War-Room zuletzt auch mit der Historie von Teldafax beschäftigt. Die entscheidende Frage: Wann war das Unternehmen tatsächlich zahlungsunfähig. Wirklich erst im Juni 2011, oder schon viel früher? Im Spätsommer 2009 steht die Firma schon mit dem Rücken zur Wand. 500.000 Stromkunden hat Teldafax seit dem Einstieg in den Strommarkt 2006 gewinnen können, aber zu einem enorm hohen Preis. Die Schulden liegen schon damals bei rund 150 Millionen Euro. Und mit jedem Neukunden wachsen sie weiter an, denn Teldafax liefert Strom teilweise unterhalb des Einkaufspreises. Währenddessen suchen Gesellschafter und Vorstand händeringend nach einem Investor, der ihnen alles abkauft, die Firma und die Verbindlichkeiten. Doch die Interessenten winken ab. Im Juli 2009 schreiben die drei Teldafax-Vorstände einen Brief an ihren Aufsichtsrat. Wenn nicht bald frisches Geld fließe, gebe es nur zwei Handlungsmöglichkeiten: die sofortige Insolvenz oder der Rücktritt des Vorstandes. Nichts geschieht. Einzig der damalige Finanzvorstand Alireza Assadi, dessen Idee der Brief war, wird im Oktober 2009 vom Aufsichtsrat abberufen. Er stand offenbar kurz davor, die Insolvenz einzuleiten. Assadi geht, aber Teldafax akquiriert weiter Stromkunden. Die Marke ist bekannt, schließlich schmückt sie die Trikots der Erstliga-Fußballer von Bayer Leverkusen. Für den Profiklub lässt die klamme Firma erstaunlich hohe Summen springen. 2010 lockt Teldafax fast 800.000 Kunden. Die Schulden wachsen exponentiell. Noch immer hoffen die Chefs auf einen Investor, am besten aus dem Ausland. Im Oktober 2010 berichtet die Presse über Teldafax. Der Vorwurf: Es handele sich um ein klassisches Schneeballsystem. Der Stromkauf sei nur durch neue Mitglieder, die per Vorkasse ihre Jahresbeiträge zahlen, zu stemmen gewesen. Spricht man mit Verantwortlichen von damals, wollen sie von "Schneeballsystem" nichts hören. Das Unternehmen sollte bald schwarze Zahlen schreiben und hätte allmählich eine Rendite von bis zu sieben Prozent eingefahren, behauptet Ex-Vorstandschef Klaus Bath. Wie das funktionieren soll, bleibt vage. "Rückblickend würde ich eine Sache anders machen", sagt Bath im Gespräch mit der SZ: "Ich hätte schon, nachdem die ersten Zeitungen im Oktober 2010 über Teldafax berichtet haben, Insolvenz anmelden können." Doch er lässt die Geschäfte weiterlaufen. Im März 2011 wird Bath entlassen. Seitdem sucht er nach einem neuen Job. "Im Marketing-Bereich kann ich anhand langjähriger Erfahrungen sagen, was geht und was nicht geht", preist er sich auf einer Karriere-Webseite im Internet an. Ob er bei Teldafax gesehen hat, was noch ging, werden demnächst Juristen prüfen - gegen Klaus Bath wird strafrechtlich ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Bonn prüft, ob die Insolvenz verschleppt wurde. Konkursverwalter Bähr: "Auch wir werden genau untersuchen, was wann stattgefunden hat, damit wir notfalls Gelder zurückfordern können, die den Gläubigern zustehen."
Teldafax-Insolvenz: Deutschlands größte Einzelinsolvenz mit 750.000 Gläubigern. War-Room-Krieger entdecken Größenwahn, Gier und Dilettantismus. #Teldafax #Insolvenz #Gläubiger #WarRoom #Deutschland
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Jetzt geht's los. Nachdem auch der letzte Konjunkturforscher seine Wünschelrute Richtung Paradies gedreht hat und in Sichtweite der nächsten offiziellen Steuerschätzung kommen die ersten überaus positiven Nachrichten übers Land. Es werden weitere folgen, eine jede noch ein wenig schöner und noch ein wenig greller. Die deutsche Industrie: produziert wieder auf Teufel komm raus. Der Export: kommt mit dem Ausfüllen der Frachtpapiere nicht mehr nach. Die Arbeitslosigkeit: nächste Woche: unter drei Millionen, garantiert. Die Steuereinnahmen: explodieren. Was sollen wir sagen, locker drin sind 30 Milliarden Euro zusätzlich für 2010 und 2011. Selbst der Konsum erhebt vorsichtig sein bekümmertes Haupt. Deutschland generalüberholt - es geht wieder was. Deutschland hat die Krise schneller abgehakt als gedacht: Die Konjunktur ist angesprungen, die Steuereinnahmen werden wohl höher ausfallen als zunächst angenommen. Klar dass die Politik bald wieder lieber übers Ausgeben als übers Sparen reden wird. Die Opposition dabei natürlich vorne dran, aber auch in der regierenden Koalition schwindet die Vernunft. Vermutlich wird es nicht mehr lange dauern, bis der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, sobald er mit der Integration und der Rente mit 67 durch ist, auch die Konjunktur entdecken und massive zusätzliche Sozialausgaben fordern wird. Was dagegen? Aber ja. Gnadenlose Aufgeregtheit So beneidenswert rasch die Deutschen aus der Krise gekommen sind (und dieser Erfolg ist unstreitig), so sehr beginnt die Diskussion sich zu verirren. Im Grunde sind es zwei Seiten derselben Medaille: Erst die gnadenlose Aufgeregtheit über die Weltfinanzkrise, die Panik über die Zukunft des Euro, die Debatte über ein historisches Versagen des Kapitalismus, der dringend durch etwas undefiniertes Neues abgelöst werden sollte - und jetzt die ebenso gnadenlose Aufgeregtheit darüber, dass alles gut wird, dass die Wirtschaft wieder sprudelt und ihre Belastbarkeit erneut getestet werden kann. Einige Wissenschaftler unterfüttern diesen gedanklichen Kurzschluss mit der These, Deutschland stehe vor einem jahrelangen gewaltigen Aufschwung. Das gab es schon einmal, in den besten Zeiten der New Economy, als aus Amerika die Lehrmeinung über den Atlantik schwappte, dass die Zeit der Zyklen vorbei sei, dass es grenzenloses Wachstum geben könne, das Ende der klassischen Nationalökonomie sozusagen. Die Welt scherte sich leider nicht um diese Theorien, und natürlich ging es bald wieder umso heftiger bergab. So wie es auch in Deutschland ziemlich schnell wieder schwierig werden kann, entweder, weil sich die wirtschaftlichen Gewichte in der Welt zulasten der Deutschen verschieben, oder weil die Großmächte wie Amerika und China sich dem Protektionismus ergeben. Oder weil die Finanzblase, die sich bereits wieder bildet, mit einem neuen, lauten Knall platzt. Die Finanzierungsbombe tickt Und was ist, von solchen Unwägbarkeiten ganz abgesehen, mit den traditionellen Problemen der Deutschen, die ja in der Folge der großen Krise gewachsen und nun keineswegs verschwunden sind: Die Defizite auf allen staatlichen Ebenen? Die Rekordschulden, deren Zinslast nur deshalb erträglich ist, weil die Zinsen allgemein historisch niedrig sind? Die Finanzierungsbomben, die in den staatlichen Pensionskassen ticken? Der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften, deutsch oder nicht? Die fortschreitende Vergreisung der Gesellschaft, die die Umlagesysteme bedroht? Die auf Erfüllung des Generationenvertrags pochenden Rentner? Die Mitnahmementalität der Subventionsempfänger in der Wirtschaft? Die aus dem Land strebenden Bestausgebildeten? Die Anlegermilliarden, die anderswo investiert werden, aber nicht in Deutschland? Das alles gibt es immer noch und weiterhin, weshalb die freundliche Konjunktur eine schöne Sache ist, aber nicht mehr. Sie federt manchen Engpass ab (zum Beispiel bei der Bundesanstalt für Arbeit oder bei den ewig klagenden Kommunen, die von einer wieder höheren Gewerbesteuer profitieren), aber sie kann keines der epochalen Probleme lösen, noch lange nicht.
Deutschland hat die Krise schneller abgehakt als gedacht: Die Industrie produziert wieder auf Teufel komm raus und die Steuereinnahmen explodieren. #Deutschland #Aufschwung #Wirtschaft"