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Sven Hagels bekommt 900 Euro monatlich, Hannah Wieland bekommt nichts. Beide sind Studenten, beide machen ein Praktikum in Brüssel, beide wollen ihren richtigen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen. Sven geht es besser als Hannah, nicht nur wegen des Geldes. Dass sie leer ausgehen sollte, war der 22-Jährigen von Anfang an klar. Aber nicht, dass die vereinbarten Arbeitszeiten nur auf dem Papier stehen. "Bei mir hieß es von neun bis sechs Uhr, meistens bin ich aber viel länger da", sagt Hannah. An manchen Tagen arbeitet sie bis zehn Uhr abends in ihrer Landesvertretung. Dass Praktikanten ohne Gehalt, aber mit vielen Überstunden arbeiten müssen, damit soll künftig Schluss ein. Die EU-Kommission will europaweit Mindeststandards durchsetzen. Ein Gehalt sichern diese Vorgaben zwar nicht. Aber die Arbeitgeber sollen zumindest die Bedingungen, unter denen Praktikanten arbeiten, schon in ihren Jobanzeigen klarstellen. Um zu beweisen, dass mehr Transparenz nötig ist, hat die Kommission Anfang dieses Jahres eine Studie des Eurobarometers in Auftrag gegeben. Hierzu wurden fast 13.000 Europäer zwischen 18 und 35 Jahren befragt. Fast die Hälfte der Praktikanten wusste anhand der Jobausschreibung vorab nicht, wie viel Geld sie später bekommen würden. Das Elternhaus entscheidet Sven, 22, arbeitet bei einem Abgeordneten im Parlament, er gehört zu den 40 Prozent der Praktikanten, die bezahlt werden, und wusste das auch vorher. Ohne Gehalt hätte er das Praktikum ablehnen müssen, denn seine Eltern können ihn finanziell nicht unterstützen. Das stützt den Vorwurf, dass Kindern aus einkommensschwachen Familien der Zugang zu guter Bildung und Berufserfahrung erschwert wird. Hannah war von vornherein bewusst, dass die Landesvertretung sie nicht bezahlen würde. "Ich finde es zwar ungerecht, aber sie können es sich eben nicht leisten, mich zu bezahlen", hat sie Verständnis. "Es ist nur schade, weil ich so meinen Eltern auf der Tasche liege." László Andor, EU-Kommissar für Arbeit und Soziales, kritisiert seit Langem unfaire Bedingungen für junge Arbeitnehmer. "Es ist inakzeptabel, dass manche Praktikanten als billige Arbeitskraft benutzt werden", sagt Andor und wirbt für Mindestanforderungen. Verpflichtende Informationen über mögliche Bezahlung, Arbeitszeiten und ob die Praktikanten im Fall von Krankheit versichert sind, könnten bald Pflicht sein. "Alle Praktika sollten bezahlt werden" Das Rahmenprogramm für Praktika ist eine Initiative der EU aus deren Paket zur Jugendbeschäftigung. Das Vorhaben haben die Staaten vergangenes Jahr auf den Weg gebracht. Der Qualitätsrahmen für Praktika ist nur ein Projekt von vielen, an deren Umsetzung die Gemeinschaft seit einem Jahr arbeitet. Die Studie beantwortet auch die Frage, warum junge Menschen Praktika absolvieren. Nicht überraschend: Drei Viertel aller Befragten gaben an, sich später bessere Chancen auf einen Job zu erhoffen. Ob in Zukunft mehr Gerechtigkeit in der Praktikantenwelt herrscht, bleibt offen. Der Vorschlag der EU ist nicht verpflichtend. Dabei wären die Mindeststandards ein guter Anfang, finden Hannah und Sven. "Ich finde den Vorschlag wichtig, aber es ist nicht genug. Alle Praktika sollten bezahlt werden", sagt Sven. Hannah sieht das anders. Für sie ist die Bezahlung nichts, worüber diskutiert werden muss. Nicht, weil für sie Geld keine Rolle spiele, sondern: "Ich hätte mich um ein Stipendium beworben, hätte ich nicht die finanzielle Unterstützung meiner Eltern." Linktipp: Welche Rechte die "Generation Praktikum" hat.
Praktikum: EU-Kommission will Mindeststandards einführen
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Grundschulen sind wie überdimensionale Schatzkistchen voller Erinnerungen. An den Fenstern kleben selbst gebastelte Sterne, in den Glaskästen werden mühsam zu Papier gebrachte Geschichten ausgestellt. Vor den Wandschränken türmen sich blaue, grüne und rote Anoraks, das Mobiliar in den Klassenzimmern erscheint winzig.- Auf dem Schulhof Morgen für Morgen nimmt Jessica Heckes den Kampf mit den kleinen Monstern auf, die das Schatzkistchen bewohnen. "Es ist ziemlich schwierig, da Ruhe reinzubekommen", sagt sie. Die 24-Jährige ist Referendarin an der Klara-Grundschule in Dinslaken, nachdem sie ihr erstes Staatsexamen nach nur neun Semestern - inklusive Prüfungszeit - im letzten Jahr ablegte. Ein rasantes Tempo, um möglichst bald im Traumberuf zu arbeiten? Geistesblitz So ähnlich. Nachdem Jessica die Idee mit dem Jura-Studium verworfen hatte und in der Oberstufe des Gymnasiums beschloss, Hotelfachfrau zu werden, kam der Gedanke ans Lehramt auf einmal "wie ein Geistesblitz". Er hielt sie im letzten Moment davon ab, die Ausbildung im Hotel anzutreten. "Von Anfang an kam für mich nur die Primarstufe in Frage", sagt Jessica. "Man kann Kindern in diesem Alter noch etwas mit auf den Weg geben. Das macht die Pädagogik für mich schon zu einem Traumberuf." Die Studienordnung an der Essener Gesamthochschule versprach einen erfreulich engen Praxisbezug. Gleich zu Beginn musste Jessica ein zweimonatiges Praktikum in einer Grundschule machen und im darauf folgenden Semester einen Tag pro Woche dort unterrichten. "Natürlich bekam man sofort einen Einblick in die Praxis", sagt sie, "ich hatte ja noch keine Vorstellung davon, wie man was vermittelt." Ein Sprung ins kalte Wasser also - allerdings ein sehr unsinniger, so die Referendarin. "Nach drei oder vier Semestern hätten wir mehr davon gehabt." Auch sonst habe sie das Studium nicht allzu gut auf den Job vorbereitet: "Der Stoff in den einzelnen Fächern ging völlig an der Praxis vorbei, besonders in Germanistik und Mathe", sagt Jessica. "Ich musste mir immer wieder sagen, dass ich an der Uni wissenschaftliches Arbeiten lerne und das Wesentliche erst im Job mitbekomme." Und tatsächlich: Während die Stoffvermittlung kein Problem ist, ringt die Referendarin heute "mit dem ganzen Rest", vor allem damit, den Sack Flöhe zu bändigen, der viel lieber über Tische und Bänke turnen würde, als das Einmaleins zu lernen. "Es ist schon sehr anstrengend", sagt Jessica Heckes über die Umstellung von der Studienzeit auf den Berufsalltag. Abschalten ist in ihrem Job nun mal nicht drin - sie trägt Verantwortung für die Kinder. Und wenn sie von der ersten bis zur fünften Stunde einem Haufen kleiner Monster das schriftliche Addieren beigebracht und Bibelgeschichten vorgelesen hat, fängt die Auseinandersetzung mit der Erwachsenenwelt an. "Lange Ferien, kurze Arbeitszeiten, zu gute Bezahlung - man wird ständig mit Vorurteilen konfrontiert", sagt Jessica. "Dabei ist es nun wirklich nicht damit getan, sich vor die Klasse zu stellen und den Unterricht abzuspulen." Seit ihrer eigenen Schulzeit hat sich in pädagogischer Hinsicht einiges getan. Es gibt kaum noch Frontalunterricht, die Lehrer sind um Differenzierung bemüht. "Man hat erkannt, dass jedes Kind anders lernt und deshalb auch individuell gefördert werden muss", erklärt Jessica. "Wir wollen für jeden einzelnen einen guten Weg finden." Ob das funktioniert hat, werden die Erstklässler von einst in ein paar Jahren selbst feststellen können - am warmen Gefühl beim Anblick eines bunt dekorierten Grundschulfensters.
Der erste Job - Rechnen für kleine Moster
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Wie kommt man durchs Studium? Studienanfänger und Absolventen In der Regel schließt das Philosophiestudium mit dem Magister ab. Nur an der Technischen Universität Dresden kann man nach sechs Semestern einen Bachelor in Philosophie erwerben. In den 90er Jahren waren kontinuierlich mehr als 20.000 Studenten für das Fach Philosophie eingeschrieben. Erst im Jahr 1998 sank die Zahl erstmals auf 19.900. Die Zahl der Abschlüsse liegt auf einem sehr niedrigen Niveau von weniger als 500 Absolventen im Jahr. Die statistische Wahrscheinlichkeit, im Hauptfach Philosophie bis zum Magister-Abschluss zu kommen, beträgt also weniger als zehn Prozent. Eine Gegenüberstellung der Studienanfängerzahlen von 1993 mit den Absolventenzahlen von 1998 belegt das extreme Schwundniveau. Dabei ist die Situation von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Da es Ausreißer nach unten gibt, sollte man vor der Festlegung auf den Studienort auf den Internet-Seiten der Universitäten die Daten über Anfänger und Absolventen der letzten zehn Jahre einsehen oder aber vom zuständigen Dekanat oder von der statistischen Abteilung der Hochschule anfordern. Wie findet man einen Job? Außerhalb von Schule (Lehramt) und Hochschule finden sich für Philosophen nur sehr eingeschränkt Berufsmöglichkeiten im Rahmen ihrer fachlichen Ausbildung. Wegen der fehlenden Berufsbezogenheit sollten Philosophie-Studenten noch ein weiteres Fach mit stärkerer Berufsbezogenheit belegen und ein mediengeprägtes Zusatzprofil erwerben, um in Unternehmen oder bei Verbänden bessere Chancen zu haben. Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen zeigt seit 1997 einen Rückgang, der im Verhältnis zu den geringen Absolventenzahlen als erheblich zu bewerten ist.
SZ-Studie (Hochschule & Beruf vom 13. April 2000) - Philosophie
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Ausgebrannt, krank, früh im Ruhestand: Viele Lehrer leiden unter Gesundheitsproblemen. Diesen Eindruck haben in den vergangenen Jahren mehrere Studien vermittelt. Vor kurzem erst wies der Bundesverband der Psychologen auf eine "alarmierend hohe" Zahl von Frühpensionierungen hin. Fitter als ihr Ruf: Bournout ist laut der Studie keine typische Lehrerkrankheit. Während in anderen Berufen des öffentlichen Dienstes im Schnitt nur 17 Prozent der Mitarbeiter vorzeitig ausscheiden, ist es bei den Lehrern fast jeder vierte. Allerdings lag dieser Wert früher noch viel höher. Und eine neue Studie von Arbeitsmedizinern der TU Dresden zeigt: Die meisten Lehrer sind überraschend gesund und munter. "Es gibt einen kleinen Teil von Lehrern mit Burnout-Symptomen, für die Mehrheit trifft dies aber nicht zu", sagt der Dresdner Wissenschaftler Udo Rehm. Burnout sei keine typische Lehrerkrankheit. Die Werte seien nicht höher als bei Managern oder Pflegekräften. Rehm und sein Team haben für den "Gesundheitsbericht 2008" der sächsischen Schulbehörden mehr als 1500 Lehrer in Sachsen untersucht und Daten der Krankenkasse AOK sowie anderer Studien ausgewertet. Demnach sind die Lehrer in Sachsen sportlich recht aktiv und nur selten krank. Sie konsumieren weniger Alkohol und leiden im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung auch seltener unter Übergewicht. Dies entspricht dem generellen Befund, dass Akademiker vergleichsweise gesundheitsbewusst leben, sagen die Dresdner Experten. Allerdings sind Lehrer offenbar anfällig für Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck. Ob der Schulstress daran Schuld ist, können die Mediziner nicht sagen.
Lehrer und Burnout - Gesund und munter
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SZ-Leser Mario F. fragt: Ich arbeite in einem jungen Hightech-Unternehmen als Gruppenleiter und hätte gerne ein Arbeitszwischenzeugnis, weil eine Firmenübernahme ansteht. Mein Vorgesetzter bat mich, ich solle "mal was schreiben", wie das offenbar üblich ist. Finden Sie es sinnvoll, in meiner Situation selbst ein Arbeitszeugnis zu basteln? Oder sollte ich besser auf professionelle Hilfe von Dienstleistern zurückgreifen? Solche Dienstleistungen findet man häufig im Internet, doch ich bin unsicher, ob dies nur Abzocke ist oder einen wirklichen Mehrwert liefert. Vincent Zeylmans antwortet: Lieber Herr F., Zeugnisse sind gerade in deutschsprachigen Ländern von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Im angelsächsischen Raum werden persönliche Referenzen vorgezogen. Doch bei uns gelten Zeugnisse als wichtiger Nachweis für Arbeitsleistungen. Man sollte dieses Thema daher nicht leichtfertig abhandeln. Ein Zeugnis ist eine Urkunde, die Sie ein ganzes Berufsleben begleitet und die nur in seltenen Fällen im Nachhinein abgeändert werden kann. Gleichwohl hat die Bedeutung von Zeugnissen etwas nachgelassen. Das hängt damit zusammen, dass die Erstellung aussagefähiger Dokumente sehr aufwendig ist. Immer mehr Arbeitgeber greifen mittlerweile dankbar auf Zeugniserstellungsprogramme zurück. So ist die paradoxe Situation entstanden, dass die Bewertungen zwar häufig - nach Noten - besser wurden, die Qualität der Zeugnisse an sich jedoch gelitten hat. Zu groß ist die Versuchung für die Personalabteilungen, einfach Noten in das Programm einzugeben und automatisch generierte Vorschläge für Textbausteine zu übernehmen. Die Aussagen treffen nun genauso auf den Marketingleiter wie auf die Personalreferentin oder den Teamleiter Arbeitsvorbereitung zu. Es ist nur noch von "schneller Auffassungsgabe", "großer Einsatzbereitschaft" oder anderen Allgemeinplätzen die Rede. Mittlerweile zeichnen sich gute Zeugnisse - neben den erforderlichen Standardsätzen - durch ihre Individualität aus, natürlich verbunden mit einer exzellenten Bewertung. Arbeitszeugnisse sollten persönliche Leistungen, Ergebnisse und Erfolge erwähnen und diese hervorheben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Arbeitgeber Sie bittet, Erfolgsbeispiele zusammen mit Ihren Aufgabenschwerpunkten als Vorlage für das Zeugnis einzureichen. Doch wenn Sie Ihr Zeugnis komplett selbst erstellen, gehen Sie ein hohes Risiko ein. Sie sind Experte auf Ihrem Gebiet - von Zeugnissprache haben Sie wenig Ahnung. Und ein künftiger Arbeitgeber wird sofort feststellen, ob ein Zeugnis selbst verfasst wurde. Er wird das unterschiedlich interpretieren. Hat der Bewerber bei einem kleinen Mittelständler gearbeitet, der keine Routine im Verfassen von Zeugnissen hat, wird über eine fehlende oder gar disqualifizierende Aussage hinweggesehen. Ganz anders, wenn Sie für ein Unternehmen gearbeitet haben, das in der Lage sein müsste, qualifizierte Zeugnisse zu erstellen, diesen Job aber seinen Mitarbeitern überlässt. Wer hier negativ auffällt, kann mit wenig Verständnis rechnen. In diesem Fall bieten sich die Dienstleister an. Für kleines Geld kaufen Sie sich die Sicherheit, nicht in ein Fettnäpfchen zu treten. Achten Sie darauf, dass Beispiele Ihrer persönlichen Erfolge als individuelle Bausteine eingebaut werden. Auch wenn das Zeugnis lediglich ein Element im Bewerbungsprozess darstellt, sollten Sie also kein unnötiges Risiko eingehen und Ihr Zeugnis nicht ohne Hilfestellung selbst verfassen. Vincent Zeylmans war jahrelang Abteilungsleiter in internationalen Konzernen. Deren Rekrutierungspolitik kennt er daher aus der Praxis. Heute lebt er als Buchautor, Führungskräftecoach und Managementtrainer in Emmerich am Rhein. Haben Sie auch eine Frage zu Bewerbung, Berufswahl, Etikette, Arbeitsrecht, Karriereplanung oder Führungsstil? Schreiben Sie ein paar Zeilen an coaching@sueddeutsche.de. Unsere sechs Experten wählen einzelne Fragen aus und beantworten sie im Wechsel. Ihr Brief wird selbstverständlich vollständig anonymisiert.
SZ-Jobcoach: Soll ich mein Zeugnis selbst schreiben?
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Eine geballte Faust beim ersten Tor. Abklatschen mit den Spielern auf der Bank beim zweiten und beim dritten. Und zum Abpfiff dreimal in die Hände klatschen - das waren die Reaktionen von Miroslav Klose auf seinen ersten Erfolg als Cheftrainer, einem 3:1 (1:0)-Erfolg über den SV Wehen Wiesbaden. Der 40-jährige Weltmeister hat einerseits genug erlebt, um sich von einem U-17-Bundesligaspiel nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Vor allem aber ist er per se ein ziemlich ruhiger Typ, was an der Seitenlinie noch deutlich mehr auffällt als zu seiner aktiven Zeit, als er in gegnerischen Strafräumen Unruhe verbreitete. Seit sechs Wochen ist Klose B-Jugendtrainer beim FC Bayern. In den ersten zwei Wochen, erzählt er, sei die Ehrfurcht seiner Spieler vor ihm noch recht groß gewesen. Dann aber habe er viele Einzelgespräche geführt, "sie haben mich schon kennengelernt", sagt er. Er sei ja ein ganz normaler Typ, meint er. Der Rummel am Samstag hält sich in Grenzen: acht Journalisten, zwei Kamerateams, das kennt Klose auch ganz anders. Auf der einen Seite erzählt Klose, dass zu seiner Zeit als junger Spieler vieles anstrengender war. "Ich habe noch auf roter Erde gespielt. Da wurde gegrätscht. Und nachts auf dem Weg zur Toilette hast du dein Laken mit reingeschleppt, weil alles auf war", erzählt der Veteran von alten Wunden. Heute hätten die Spieler "fünf Co-Trainer". Doch sie wüssten, dass sie beim FC Bayern selbst anpacken müssten. Andererseits ist Klose so gelassen, dass die Spieler unter ihm kaum unter der Knute stehen dürften. In den ersten Spielminuten dieser neuen Bundesliga-Saison agiert seine Mannschaft nervös, Gegner Wehen Wiesbaden hat die erste Chance, die Bayern-Abwehr bringt sich durch fahriges Aufbauspiel selbst in Not. "Man merkt, der Druck ist da. Eltern und Geschwister sind da, die wollen sie auch ein Stück weit stolz machen", sagt Klose. Das war auch bei ihm schon so. Klose brüllt nicht, er ruft nur selten ins Feld, kurze Anweisungen, ohne Hektik. Meistens steht er einfach ruhig da, mit leicht geneigtem Kopf und den Fingern am Kinn. Nach einer Viertelstunde dringen die jungen Bayern zum ersten Mal gefährlich in den gegnerischen Strafraum ein. Bei der Hereingabe von Malik Tillman, dem herausragenden Spieler der Bayern, fehlt noch die Genauigkeit. Aber der Plan von Klose und seinem Co-Trainer Slaven Skeledzic wird aufgehen: "Wir haben den Gegner mit Ballbesitzfußball in der ersten Halbzeit müde gespielt", sagt Klose später. Noch vor dem Seitenwechsel gelingt Torben Rhein nach einem Solo von Tillman die Führung (40.). Dann bekommt Letzterer für sein Tempospiel noch tatkräftige Unterstützung: Der eingewechselte Lasse Günther wirbelt auf der linken Seite die Abwehr mehrmals durcheinander und leitet die beiden weiteren Tore durch Tillman (61.) und Marcel Sieghart (65.) ein. "Klasse, Lasse!", ruft Klose mehrmals aufs Feld. Als Titelfavorit gilt Bayerns U17, die in der vergangenen Saison das Finale erreichte, diesmal nicht; Klose schätzt, dass der VfB Stuttgart und die TSG Hoffenheim vorne mitspielen werden. Er selbst wird die Mannschaft wohl erst einmal für zwei Jahre anleiten, so lange läuft sein Vertrag. Im zweiten Jahr dann, nach weiterer körperlicher und fußballerischer Entwicklung, dürfe man von seinem Kader mehr erwarten. An diesem Mittwoch, beim Auswärts-Derby gegen die SpVgg Unterhaching (19.30 Uhr), wird sein Team aber erst noch einmal als Favorit antreten.
Sport in der Region
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Nenn es dann, wie du willst, Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott Ich habe keinen Namen Dafür! Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch, Umnebelnd Himmelsglut. Namen sind unbedeutend? Vergänglich? Schall und Rauch? - wie Johann Wolfgang von Goethe den Doktor Faustus in seiner Tragödie anno 1808 sinnieren ließ. Nun ja. Wissenschaftlich bewiesen ist jedenfalls, dass der Vorname bei der Partnersuche eine wichtige Rolle spielt, was anhand des Verhaltens von Online-Flirtern untersucht wurde. Ob die Hoeneß-Brüder Dieter und Uli im Netz geflirtet haben, war bislang nicht Gegenstand einer akademischen Aufarbeitung. Der Uli aber, das ist der etwas kleinere und ältere, hat kürzlich am Rande einer Gesprächsrunde seiner Basketballer kund getan, dass man sehr wohl gedenke, zusammen mit der Eishockey-Abteilung eines milliardenschweren österreichischen Getränkeherstellers eine gemeinsame Heimstatt zu beziehen. Alles bekannt, auch, dass selbige für 100 Millionen im Olympiapark entstehen soll. Neu ist aber, dass die Hoeneß-Basketballer planen, die Namensrechte am neuen Sporttempel zu erwerben. Was wiederum die Olympiapark-Denkmalschützer ein bisschen beruhigen dürfte, stünde dann nicht zu befürchten, dass ein riesiger, roter Bulle weithin sichtbar auf dem Hallendach residiert. Wobei: Der Gedanke an die Fußball-Arena der Bayern könnte die Architekten-Gruppe, die sich den Erhalt des Ensembles im Ursprung zum Ziel gesetzt hat, doch ein paar Angstschweißperlen auf die Stirn treiben. Denn dann könnte ein Geldgeber zum Zuge kommen, was nicht immer schön enden muss. Kann das Fürther Playmobil-Stadion wenigstens bei infantilen Fans punkten, ging der Schuss beim österreichischen Fußball-Erstligisten Ried komplett nach hinten los: Selbiger spielt in der Keine Sorgen Arena - und dümpelt im Tabellenkeller herum. So schlimm wird es mit den Basketballern schon nicht kommen, bei der Namensgebung sollte indes Weitsicht walten. War es nicht leichtfertig von den Freisinger Volleyballerinnen, sich den Namen "Geile Uschis" zu verpassen? Sonderlich durchdacht klingt auch der Beiname "Elephants" nicht, den sich die Estinger Kolleginnen verpassten. Was auch immer den FCB-Basketballern einfallen mag, nicht mit jedem sollten sie einen Pakt eingehen. Doktor Faustus kann als warnendes Beispiel dienen.
Linksaußen - Im Namen des Dr. Faustus
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Größer denken? Martin Wild zögert. Schwer zu sagen, findet der Trainer der Fürstenfeldbrucker Handballer. Sicher, seine Mannschaft hat eine unglaubliche Saison hingelegt, Platz zwei in der dritten Liga, als vermeintlicher Abstiegskandidat, damit verbunden das Recht zur Aufstiegsrelegation mit durchaus realistischen Erfolgsaussichten. Die Halle fast immer voll. Der TuS hat im Münchner Westen eine Handball-Euphorie entfacht. So wurde dieser Sport in Südbayern schon lange nicht mehr wahrgenommen, auch wenn die Brucker auf den finalen Schritt aus Vernunftsgründen noch verzichtet und keine Lizenz für die zweite Liga beantragt haben. Also, warum nicht in einer neuen Dimension denken? Aber Wild lässt sich nicht locken, er bleibt bescheiden. In der nächsten Saison spielt Fürstenfeldbruck wieder in der Süd-Gruppe, erläutert er, dort war man vor einem Jahr dem Abstieg erst in der Relegation entgangen. Die Gegner in der Ost-Gruppe seien dem Spiel seiner Mannschaft entgegen gekommen. Nun wird der TuS auf viele unbekannte Kontrahenten treffen, Wild hält die Süd-Gruppe zudem spielerisch für "einen Tick besser". Ziele zu formulieren, sei derzeit unseriös, also sagt er: "Zwischen dem dritten und dem 15. Platz ist alles drin, alle Mannschaften haben ein ähnliches Niveau." Vielleicht ist das Understatement, vielleicht will der Trainer keine allzu hohen Erwartungen wecken. Sicher ist, dass ihre herausragende Saison den Bruckern schon bald ein herausragendes Ereignis bescheren wird: die Ausrichtung eines Final-4-Turniers in der ersten Runde des DHB-Pokals. Ein bisschen Glück war dabei, denn der Modus sieht die teilnehmenden Zweitligisten als Gastgeber vor, doch die TSG Ludwigsburg-Friesenheim verzichtete. Und weil die Brucker Zweiter der dritten Liga waren, waren sie erster Nachrücker vor dem Drittligisten Longericher SC, Siebter der Gruppe West. Auch der Deutsche Handballbund ist dem TuS entgegengekommen, denn eigentlich muss der Ausrichter eine Halle mit einer Mindestkapazität von 1000 Zuschauern haben. In die Wittelsbacher Halle passen aber offiziell nur 950 Menschen. "Die haben ein Auge zugedrückt", sagt Wild erfreut. Somit kommt es am 27. und 28. August in Fürstenfeldbruck zu einem historischen Pflichtspiel: Der TuS trifft in seinem Halbfinale auf den Traditionsverein VfL Gummersbach, das zweite Halbfinale bestreiten Friesenheim und der Longericher SC. Nur der jeweilige Sieger der insgesamt 16 Turniere zieht in das Achtelfinale des Pokal-Wettbewerbs ein. Wiedersehen: 2014 spielte der TuS schon einmal im DHB-Pokal gegen Friesenheim - und verlor. Johannes Stumpf (re.) wird dieses Mal wieder dabei sein. Nun muss man TuS-Trainer Martin Wild erst gar nicht nach einer Prognose gegen den Bundesligisten fragen, es ist auch so schon nahezu unmöglich, dass die Brucker dem fünfmaligen Pokalsieger ein Bein stellen können. Aber: "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals so ein Pflichtspiel hatten", ordnet der Trainer die Aufgabe ein. Wild sieht derlei angesichts des Geleisteten als "verdiente Belohnung für Spieler und Verein". Eine ähnliche Anerkennung erfährt die Mannschaft schon einen Monat vorher, wenn der TuS in der Vorbereitung gegen Bundesligist Berlin seine Form testet. Vor drei Monaten hatte sich Wild mit DHB-Sportdirektor Bob Hanning getroffen, dem Erfinder der Füchse Berlin. Die dümpelten einst in der Landeshauptstadt zwischen zweiter Liga und Regionalliga vor sich hin, bis sie von dem kleinen Handball-Visionär zu einer international anerkannten Marke geformt wurden. Ein informeller Austausch, so Wild, bei dem Hanning durchaus Sympathien für die Brucker offenbarte. Zumal er als DHB-Funktionär das dauerhafte Schwächeln der Region mit Sorge sieht und sich eine handballerische Wiederauferstehung des südlichen Freistaats wünschen würde. Immerhin zeitigte dieses Treffen schon mal ein für die Region schönes Ergebnis: Der Pokalsieger von 2014 wird am 24. Juli (16 Uhr) in Fürstenfeldbruck vorspielen, drei Tage vorher (21. Juli, 19 Uhr) tritt der Vorjahresfünfte der weltbesten Liga in Eichenau an. Die Brucker veranstalten ein richtiges Handballfest, vor dem Test werden sich die Drittliga-Frauen des HCD Gröbenzell (13.30 Uhr) mit dem schwäbischen Zweitligisten TSV Haunstetten messen. Mehr hochklassigen Handball hat Südbayern derzeit nicht zu bieten. Ob Wild der Meinung ist, dass sich das auf absehbare Zeit ändern lässt, etwa mit einem Zweitligisten Fürstenfeldbruck? Dieses Mal muss Wild nicht lange überlegen. Wenn es um Visionen geht, kommt der TuS-Trainer sofort in Fahrt. In dem ehemaligen Unterhachinger Bayernliga-Coach Marco Müller wird Wild erstmals einen Co-Trainer haben, Bastian Wöller wird Teammanager. Alexander Raff kann die Umfänge der Aufgabe zeitlich nicht mehr erfüllen, bleibt aber dem Team erhalten, das Sponsoren akquirieren und damit die wichtigste Voraussetzung schaffen soll: den wirtschaftlichen Rahmen. Zwar habe diese so tolle Saison durchaus ein paar positive Ergebnis gebracht, "wir haben schon zwei, drei neue Partner", wie Wild es ausdrückt. Aber: "Die Sponsoren rennen uns nicht gerade die Bude ein." Nah an der Wunschvorstellung: Martin Wild. Sportlich dagegen sind die Voraussetzungen so gut wie nie. Die Mannschaft bleibt komplett zusammen, in Rückkehrer Johannes Stumpf kommt ein Wunschspieler von Wild dazu. Markus Winkler vom TSV Ismaning gilt nicht nur wegen seiner Vergangenheit im Jugendleistungszentrum Großwallstadt als Torhüter-Talent. Im Vorjahr hatte Wild zu dieser Zeit gerade mal acht Spieler um sich geschart, nun sind es mehr als doppelt so viele Akteure, die seit drei Wochen viermal pro Woche trainieren. Von Juli an wird täglich geübt, es gibt Trainingslager, hochkarätig besetzte Vorbereitungsturniere, Wild sagt: "Das kommt meiner Wunschvorstellung schon sehr nahe." Also, größer denken? Wild zögert wieder, dann sagt er: "Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben."
Glücksfall Gummersbach
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Es gibt Canapés im Konferenzraum eines Hotels im Münchner Südosten, große Frauen sind gekommen, ein kleines Kind ist auch da. Es sitzt auf dem Schoß von Simone Carstensen, die eine Art Mutterrolle beim Volleyball-Zweitligisten DJK Sportbund München-Ost übernommen hat - allerdings ist die langjährige DJK-Spielerin nicht die Mutter des Babys, sondern eher Mentorin für die neuen, jungen Mannschaftsmitglieder. Die Mutter des Babys heißt Rebecca Seifert und sitzt vorne auf dem Podium, jedoch nicht als Mama, sondern als Geschäftsführerin der Volley Vision München UG, jener Gesellschaft, in die die Münchner Bundesliga-Frauen kürzlich ausgelagert wurden. Neben Seifert: DJK-Trainer Bastian Henning, ihr Freund, der Vater des Kindes. Der Titel "Familienunternehmen" passt also wortwörtlich zu diesem Klub, übrigens dem ersten Münchner Verein überhaupt, dessen Volleyballfrauen in der zweiten Liga spielen. Es ist aber eine Familie, die sich noch finden muss. Nicht nur, weil diese Saisoneröffnungs-Pressekonferenz in Neuperlach am Mittwochabend erst zehn Tage nach Saisonstart anberaumt wurde, in einer Stimmungslage, die schon nicht mehr ganz so euphorisch war wie noch vor der Zweitligapremiere. Die ersten beiden Partien verlor die DJK jeweils zu Hause gegen Lohhof (0:3) und Engelsdorf (1:3), nach dem Lohhof-Spiel wurde Henning wegen Schiedsrichter-Beleidigung auch noch für eine Partie gesperrt - Herrschings Erstliga-Trainer Max Hauser vertrat ihn gegen Engelsdorf, was die DJK-Spielerinnen aber auch nicht gerade beflügelte. Immerhin qualifizierten sie sich zwischenzeitlich für die bayerische Pokalendrunde am 11. Oktober, wo es zum Duell mit Zweitliga-Konkurrent Sonthofen kommen dürfte. "Wir müssen noch zusammenwachsen, ein Team werden, dann kommt auch die Leistung auf dem Spielfeld", sagt Trainer Henning. Schon im Auswärtsspiel gegen Offenburg am Sonntag wollen die DJK-Frauen ein anderes Gesicht zeigen, sie wollen besser spielen als es ihr derzeitiger Tabellenplatz zwölf aussagt (auf dem sie am Ende der Saison absteigen würden). Doch das wird schwer, denn Offenburg ist hinter Tabellenführer Erfurt und Lohhof Dritter. "Es war ein holpriger Start, wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Aber das war uns auch bewusst", sagt Henning, der nun die Aufgabe hat, aus den vielen neuen - und durchaus starken - Einzelspielerinnen wie Loraine Henkel, Verena Wutzler oder Sabrina Karnbaum eine Einheit zu formen. "Es ist eben noch alles neu, größer, professioneller für die Mädels", sagt die ehemalige Erstligaspielerin Henkel. Zusammenwachsen also, aber wie? Bald mit einem Chili-con-Carne-Essen - bei Teammutter Carstensen.
Zwischen Chili und Canapés
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Fürstenfeldbruck - Ein bisschen kam das neueste Sieger-Selfie, das Fürstenfeldbrucks Handballer gleich über die sozialen Medien verbreiteten, daher wie eines dieser Wimmelbilder für kleine Kinder. Auf den ersten Blick nämlich ist der prominente Besucher gar nicht zu erkennen, der sich da unter die Brucker Drittliga-Handballer gemischt hatte. Dominik Klein, 1,90 Meter groß und für einen Vertreter seiner Sportart ein körperlich eher moderates Geschöpf, machte den Bruckern in der Kabine seine Aufwartung. Zuvor hatte sich der 31-jährige Nationalspieler vom THW Kiel, der in seiner Laufbahn alle möglichen Titel, auch den des Weltmeisters, gewonnen hat, das siebte Saisonspiel des TuS Fürstenfeldbruck angeschaut, das dieser gegen Halle ungefährdet mit 39:26 gewann. Die Partie lief schon wenige Minuten, als Klein, der noch immer verletzt und gerade zu Besuch in der Heimat seiner aus Ismaning stammenden Ehefrau ist, zur Hallentür herein kam und zunächst nur von den Kassierern bemerkt wurde. Später stand er dann für unzählige Fotos bereit, ließ sich in der Pause vom Hallensprecher befragen und verfolgte die Partie sodann auf einer dieser Heizkörperabdeckungen oberhalb der Tribüne. Er habe Fürstenfeldbruck nun häufiger auf dem Schirm, weil es in einer Liga mit dem TV Großwallstadt spiele, sagte Klein. Dort hatte der gebürtige Unterfranke einst seine Handballkarriere gestartet. Und so kriege er auch die Brucker Ergebnisse mit und dass es "hier einen Aufschwung und Euphorie gibt". Dafür, wie die 800 Zuschauer in der Wittelsbacher Halle die Gastgeber anfeuerten, bedankte sich hinterher auch deren Trainer Martin Wild: "Unglaublich, was bei uns hier los ist." Seine Mannschaft beantwortete die von der Tribüne ausgesandten Begeisterungssignale mit bedingungslosem Einsatz, überfallartigem Angriffsspiel und einer extrem offensiven Abwehr. Die körperlich massiven Hallenser waren dem jugendlichen Überschwang der Brucker in keiner Phase des Spiels gewachsen, ihre Rückraumschützen taten sich schwer, sich gegen eine weit vorrückende Brucker Verteidigung, die ohne Tobias Prestele operierte (Hochzeitsreise), in Position zu bringen. Schnell wuchs der Vorsprung der Gastgeber an, mehrmals im Spiel hatten sie doppelt so viele Tore wie der Gegner erzielt: beim 6:3 (6.), 10:5 (14.), 14:7 (20.) oder beim 24:12 (32.). Waren die ersten Begegnungen in der Ost-Staffel der dritten Liga für die Brucker noch eine umkämpfte Angelegenheit gewesen, so wuchs sich die Partie gegen das Schlusslicht aus Sachsen-Anhalt zu einem kleinen Schützenfest aus. Ausgerechnet der elfmalige Torschütze, Rechtsaußen Marcus Hoffmann, verpasste am Ende die magische Marke. "Wir haben alle auf das 40. Tor gewartet", grinste sein Trainer Martin Wild hinterher, wohl wissend, dass der Schütze des 40. Tores einem ungeschriebenen Gesetz zufolge einen Kasten Bier spendieren muss. Hoffmann, der nach einer Verletzung seit Saisonbeginn wieder dabei und umtriebig wie eh und je auf der rechten Außenbahn unterwegs ist, gab sich aber auch angesichts von 12:2 Punkten und Tabellenplatz drei bescheiden: "Jeder Punkt, den wir holen, ist einer gegen den Abstieg." Man habe sich "ein gutes Polster erarbeitet", befand Trainer Wild, die starken Gegner aber kämen noch. Deshalb war nun die Zeit reif, dem Nachwuchs eine Chance zu geben, und so durfte Fabian Allmendinger, der dritte Torhüter, in der Schlussviertelstunde zwischen die Pfosten. Er glänzte sogleich mit einem Traumpass auf den weit entrückten Marcus Hoffmann, der zum 35:20 führte, und später mit diversen Paraden. Die verzückten Brucker Fans spendeten Szenenapplaus und der 18 Jahre alte Novize gab die Begeisterung zurück: "Es ist schon geil, vor so einem Publikum so eine Chance zu bekommen."
Sport in der Region
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Ribéry verlässt die Bayern. Dieser kleine Satz hat das Potenzial, den FCB-Kosmos gewaltig durcheinanderzubringen. Normalerweise. Allerdings nicht, wenn es sich bei Herrn Ribéry um Steeven, den jüngeren Bruder von Franck handelt. Der 20-Jährige hat sich in dieser Woche dem französischen Drittligisten US Boulogne angeschlossen. Eine Nachricht, die nicht einmal den Kosmos der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters durcheinanderwirbelte. Es ist das Münchner Regionalliga-Stadtduell am Sonntag im Grünwalderstadion (15 Uhr), das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein Derby sei immer etwas Besonderes, betonen Löwen-Trainer Daniel Bierofka und Bayern-Coach Heiko Vogel unisono. Vorfreude und Anspannung sind wie immer vor dem brisanten Duell: riesig. Doch diesmal ist das kleine Münchner Derby mit einer weiteren Zutat gewürzt, denn es ist auch ein Spitzenspiel. Die Blauen liegen mit 16 Punkten auf Rang zwei der Tabelle, drei Zähler vor den Bayern, die allerdings zwei Spiele weniger als der Stadtrivale bestritten haben. Nicht nur deshalb schiebt Bierofka die Favoritenrolle dem FCB zu. "Der Druck liegt eher bei den Bayern", betont er, schließlich habe der Rivale von der Säbener Straße "immer mehr zu verlieren". Das Amateurderby ist aufgrund der stark rivalisierenden Fanlager traditionell auch für die Polizei eine höchst sensible Partie. Erstmals sind sämtliche Trinkgefäße im Stadion verboten, auch PET-Flaschen. Gleiches gilt für Rucksäcke und große Taschen sowie große Schwenkfahnen und Banner. Die Stadiontore öffnen um 13.30 Uhr, die Polizei rät allen Besuchern, rechtzeitig zu kommen. Erwartet werden 10 000 Zuschauer, für einen reibungslosen Ablauf sind anstatt der 1000 Beamten vom Vorjahr dieses Mal 400 im Einsatz. Auch für Bierofka gibt es eine Premiere, erstmals geht er als "vollwertiger" Trainer in ein Regionalliga-Spiel. Bisher hatte er sein Team nur mit einer Sondergenehmigung trainieren können, da er nicht im Besitz der A-Trainerlizenz des DFB war - bis zum vergangenem Mittwoch. Kollege Vogel hat sich derweil auf ein "sehr intensives" Spiel eingestellt und warnt explizit vor der fußballerischen Aggressivität des TSV: "Die Löwen werden voll attackieren und draufgehen, so wie sie es immer machen." Vogel ist davon überzeugt, dass sich die "bessere Mentalität" durchsetzen wird. Bierofka glaubt, "dass es ein anderes Spiel wie letztes Jahr wird. Damals standen wir im unteren Tabellenmittelfeld, gingen als Außenseiter in die Partie. Diesmal sind wir auf Augenhöhe." Das wolle man im Derby bestätigen. Der Sechzig-Coach muss auf die langzeitverletzten Christoph Daferner, Ugur Türk und Florian Pieper verzichten. Auch Ex-Bayern-Spieler Kodjovi Koussou wird fehlen und Innenverteidiger-Talent Felix Uduokhai wird mit den Profis zum Spiel nach Karlsruhe reisen. Dafür kann Bierofka auf die jungen Profis Florian Neuhaus, Nicholas Helmbrecht und Moritz Heinrich setzen. Bei den Bayern-Amateuren ist der zuletzt gesperrte Torhüter Leo Weinkauf wieder spielberechtigt, Tim Häußler und Bernard Mwarome sind nach ihren Verletzungen zumindest wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, ein Einsatz kommt wohl noch zu früh. Der FCB II hat trotz der dreiwöchigen Spielpause, die er zu Saisonbeginn einlegen musste, da zahlreiche Spieler aus Vogels Kaders mit den Profis bei der USA-Tour waren, seinen Rhythmus beibehalten - zuletzt gab es zwei Siege in Serie. "Ich hätte es mir nicht besser ausmalen können", sagte Vogel zum Saisonstart. Am Sonntag könnte sich zeigen, wie gut dieser wirklich war: So wie für die Junglöwen ist das Derby auch für die kleinen Bayern der erste echte Prüfstein, die Gegner beider Teams waren bisher weniger hoch eingestuft. Auch dies dürfte der Brisanz nicht schaden
Fußball-Stadtderby - Kopfsache
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Was ist ein passender Titel?
Zum Skifahren oder Snowboarden mal eben in die Berge fahren? "Für viele von uns Münchnern ist das eine Selbstverständlichkeit", sagt Bianca Macht, selbst passionierte Snowboarderin. Doch so manchem bleibt dieses Vergnügen verwehrt, ist es doch nicht gerade ein günstiges Hobby. Dass auch sozial und finanziell schwächer Gestellte auf einem Brett durch den alpinen Pulverschnee kurven können, hat sich Macht zum Ziel gesetzt. Gemeinsam mit sechs anderen Snowboard-Begeisterten hat sie den Verein "High Five" gegründet. Hier können Jugendliche mit Migrationshintergrund kostenlos snowboarden lernen. Am Dienstagabend wurde Machts Engagement im Alten Rathaus in München mit einem Integrationspreis gewürdigt. Verena Dietl, sportpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion, überreichte den Preis beim feierlichen Steh-Empfang für die Funktionäre der etwa 700 Sportvereine der Stadt. "Sport verbindet, er hat eine gewaltige Integrationskraft", sagte Dietl in ihrer Laudatio. Noch immer könnten viele Menschen auch in München nicht so am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, wie sie es sich wünschen würden. Darum sei es immens wichtig, dass es Sportvereine gibt, die diesen Menschen eine Möglichkeit geben, sich zu integrieren. Dietl ehrte vier Projekte, die sich in besonderer Weise um die Integration von Migranten oder die Inklusion von behinderten Menschen kümmern. So erhielt der Verein Achilles International, der gemeinsame Wettläufe für Menschen mit und ohne Behinderungen organisiert, den Inklusionspreis. Damit wurde auch die IG Klettern München & Südbayern geehrt, in deren Projekt "Rock 'n' Roll" Frauen mit geistiger Behinderung klettern lernen können. Ebenfalls kraxelnd engagiert sich der Social Outdoor Club, der Jugendlichen mit Migrationshintergrund das Klettern beibringt und sie so in das Vereinsleben integrieren will. Die vierte Ehrung für besonderes soziales Engagement ging im Festsaal des Alten Rathauses an High Five. Vor fünf Jahren haben Bianca Macht und ihre Mitstreiter den Verein gegründet. Alle sieben lernten sich durch ihre Arbeit bei einer Marketingagentur kennen, die Snow- und Skateboard-Marken berät. Macht erzählt: "Wir dachten uns: Warum sollen wir unsere Leidenschaft nicht an Jugendliche weitergeben, die sonst keine Chance hätten, snowboarden zu lernen?" Seither bietet das Team von High Five Skate- und Snowboard-Workshops an, auch BMX-Fahren kann man hier lernen. Das Angebot richtet sich an jugendliche Migranten im Alter von acht bis 16 Jahren. "In letzter Zeit kommen auch immer mehr junge Flüchtlinge zu uns", sagt Macht. Um diesen Jugendlichen einen Ausflug in die Berge zu ermöglichen, organisieren die Trainer auch Fahrten in das Skigebiet Spitzingsee. "Alle Angebote sind kostenlos", sagt Snowboard-Lehrerin Macht. Finanziert wird das gemeinnützige Engagement von Sponsoren und Stiftungen wie der Laureus-Sporthilfe. Auch die Stadt München leistet einen Beitrag, zuletzt bezuschusste sie die Arbeit von High Five mit 2500 Euro. Einen festen Standort für die Workshops gibt es bisher noch nicht. "Aber wir sind optimistisch, dass wir uns von den Fördergeldern bald eine eigene Halle leisten können", sagt Macht. Dann will High Five die Kurse auch für andere Altersgruppen öffnen - auch für Deutsche, "damit sich die Gruppen besser mischen", so Macht. Denn nur so könne Integration wirklich gelingen. Trendsportvereine und Integrationsprojekte wie High Five sollen künftig mehr von den fast 40 Millionen Euro profitieren, mit denen die Stadt jährlich den Sport fördert. Für mehr Transparenz und Unmittelbarkeit bei der Sportförderung sollen die Förderrichtlinien daher 2017 neu aufgelegt werden, sagte SPD-Stadträtin Dietl bei dem Empfang. Noch am 23. November will der Sportausschuss des Stadtrats eine entsprechende Vorlage beschließen, verkündete Dietl unter großem Applaus der Sportfunktionäre. Dietl hält es für eine wichtige Aufgabe der Stadt, den Breitensport zu unterstützen. Denn: "Integrationsarbeit leistet jeder Sportverein. Man steht zusammen auf dem Platz, da interessiert die Herkunft nicht."
Ehrung - Freie Fahrt
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Devin Booker erholt sich derzeit von einer zweifellos anstrengenden Basketball-Saison und urlaubt mit seiner Familie in der Dominikanischen Republik. Sonne, Strand und Meer - und eine gute Nachricht nach München: Der wuchtige Center mit den kreativen Frisur-Variationen hat beim FC Bayern für eine weitere Spielzeit unterschrieben. Damit bekommt der Kader der Münchner immer schärfere Konturen. Das Gros der Spieler hat ohnehin noch gültige Verträge, in Vladimir Lucic, Alex King und Karim Jallow haben bereits drei der Akteure, deren Verträge ausgelaufen waren, verlängert. Nun also auch Booker, von dem Geschäftsführer Marko Pesic bereits angekündigt hatte, dass man ihn gerne in München halten wolle. Dem Vernehmen nach hat der 26-jährige Center auf lukrativere Angebote aus Griechenland und Russland verzichtet, denn so kann seine große Tochter in München weiterhin zur Schule gehen, seine Zwillinge sind im Vorschulalter. Von der zweiten Saison Bookers beim FCB versprechen sich Pesic und Trainer Aleksandar Djordjevic einiges, obwohl sich die Werte des 2,05 Meter großen Kraftpakets aus der abgelaufenen Saison sehen lassen können: In 40 Bundesligaspielen kam er in knapp 20 Minuten durchschnittlicher Einsatzzeit auf 9,8 Punkte und 4,7 Rebounds, im Eurocup überzeugte er in 17 Einsätzen (21:21 Minuten Spielzeit) mit 12,1 Punkten und 5,9 Rebounds pro Spiel. Dennoch hinterließ er bisweilen den Eindruck, dass er unter seinen Möglichkeiten blieb. Booker war vor einem Jahr als MVP der französischen Liga aus Chalon nach München gewechselt und bereitete den Zuschauern mit seiner spektakulären Spielweise und den für ihn typischen krachenden Dunks viel Spaß. Auch er freue sich, nach München zurückzukehren, ließ er aus dem Urlaub mitteilen, zumal er sich in der Bundesliga nun akklimatisiert hat. "Devin war schon in seinem ersten Jahr mit seinem Einsatz und spektakulären Aktionen eine wichtige Stütze unserer Mannschaft. Er wird jetzt im zweiten Jahr von seiner Erfahrung aus der ersten BBL-Saison profitieren. Wir freuen uns sehr, dass er sich trotz anderer Angebote erneut für den FC Bayern entschieden hat", lässt sich Pesic zitieren. In rund fünf Wochen wird Chefcoach Djordjevic erstmals zum Üben bitten, bis dahin dürfte sich noch einiges im Kader bewegen. Auch auf der großen Position, wo die Bayern mit Nachdruck versuchen, in Nationalspieler Maik Zirbes auch den zweiten Teil des Center-Duos zu halten. Auch das Pärchen auf der Spielmacher-Position ist noch nicht vollständig, nach SZ-Informationen wird dieses durch den serbischen Nationalspieler Stefan Jovic noch diese Woche vervollständigt. Was auch für Maxi Kleber gilt, eine Entscheidung ist in de nächsten Tagen zu erwarten. Allerdings verdichten sich beim Münchner Sympathieträger die Zeichen, dass er vom NBA-Klub Dallas Mavericks ein Angebot bekommen wird. Und Offerten aus der US-amerikanischen Profiliga werden äußerst selten abgelehnt.
Sport in der Region
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Was ist ein passender Titel?
Derbys gegen vermeintlich Kleine sind für den Großen oft die gefährlichsten. Der Kleine wächst in solch emotionalen Situationen besonders gerne über sich hinaus und macht nichts lieber, als den Großen zu Fall zu bringen. Zwischen München, gut 1,5 Millionen Einwohner, und dem 45 000-Seelen-Städtchen Straubing herrscht genau dieses Kräfteverhältnis: Auf der einen Seite die üppig ausgestatteten Eishockey-Hauptstädter, auf der anderen das gallisch-niederbayerische Dorf der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Allerdings ist der EHC Red Bull München seit knapp zwei Jahren gegen diese Gefahr immun. Am Sonntagnachmittag gewann der deutsche Meister sein Heimspiel gegen die Straubing Tigers 4:3 (2:1, 1:0, 1:2) und feierte so den siebten Erfolg in Serie über die Tigers. Das Team von Don Jackson verteidigte damit Platz zwei in der DEL-Tabelle. Jackson musste auch am Sonntag auf sein verletztes Stammstürmer-Quintett bestehend aus Kapitän Michael Wolf, Mads Christensen, Patrick Hager, Trevor Parkes und Jason Jaffray verzichten. Er vertraute denselben Feldspielern, die am Donnerstag überraschend 3:4 nach Verlängerung beim Tabellenletzten Schwenningen verloren hatten. Im Tor gab es allerdings eine Änderung: Nationaltorhüter Danny aus den Birken und nicht Kevin Reich hütete den Münchner Kasten. Der EHC hätte schon früh in Führung gehen können, doch Yasin Ehliz schoss in seinem ersten Heimspiel für München knapp neben das Tor von Jeffrey Zatkoff (2.), zwei Minuten später traf John Mitchell nur den Pfosten. Da der Meister seine frühen Chancen nicht nutzte und Straubing mutig mitspielte, lag er plötzlich zurück. Marcel Brandt hatte an der Blauen Linie viel Platz und Zeit, näherte sich deshalb noch einige Meter dem Münchner Tor an und bezwang aus den Birken mit einem satten Schuss (12.). Die Reaktion des EHC: Powerplay-Tore. Am längeren Hebel: Matt Stajan, links, und der EHC München stoppen Straubings Michael Connolly. Topscorer Maximilian Kastner fand Mark Voakes mit einem Querpass in der Mitte, und der Kanadier überwand Zatkoff mit einer Direktabnahme (17.). Zwei Minuten später waren die Münchner zum zweiten Mal in Überzahl - und jubelten zum zweiten Mal: Diesmal dank des Hammers von Derek Joslin von der Blauen Linie, der die Scheibe wie zuvor schon Voakes knapp unter die Querlatte beförderte. Damit nutzten die Münchner effektiv aus, was ihnen das vor der Partie statistisch zweitschlechteste Unterzahlspiel der Liga anbot. "Die Strafen waren ein bisschen unnötig", sagte Straubings Stürmer Thomas Brandl nach dem Startdrittel, ehe er auf die Frage, was sein Team in Unterzahl besser machen könne, pragmatisch antwortete: "Das einfachste ist, von der Strafbox wegzubleiben." Das gelang den Gästen im Olympia-Eisstadion allerdings auch im Mitteldrittel nicht, freilich nutzte der EHC seine nächsten zwei Überzahlspiele nicht, wodurch Straubing im Spiel blieb. Kurz vor der zweiten Drittelpause traf der Meister aber bei Fünf gegen Fünf: Verteidiger Ryan Button schlenzte die Scheibe Richtung Zatkoff und Maximilian Daubner fälschte zum 3:1 ab (39.). "Es war wichtig, uns noch mal vor dem letzten Drittel zu belohnen, weil wir alle wissen, wie Eishockey ist: Ein Tor ist nichts", sagte Verteidiger Konrad Abeltshauser. An der Marschroute für das Schlussdrittel sollte sich deshalb laut dem Nationalspieler nichts ändern. Angriff, betonte er, "ist die beste Verteidigung." Kastner füllte diesen Satz mit Leben, als er nach Steven Seigos Treffer zum 2:3 (49.) in Überzahl das 4:2 für den EHC markierte (52.), das der Meister aufgrund des späten Tores von Antoine Laganière (60.) auch brauchte. Die Nordkurve begrüßt den via NHL aus Nürnberg gekommenen Nationalstürmer Yasin Ehliz vor seinem ersten Heimspiel im Münchner Olympia-Eissportzentrum. Am Dienstag steht der EHC beim EV Zug schon wieder auf dem Eis. Nach der 2:3-Hinspiel-Heimniederlage müssen die Münchner im Achtelfinal-Rückspiel der Champions Hockey League (CHL) in der regulären Spielzeit gewinnen, um die Chance auf den ersten Viertelfinaleinzug zu wahren. In der Zentralschweiz bekommt es der EHC im Unterschied zum Hinspiel mit einem altbekannten und einem klingenden Namen zu tun. Garrett Roe, der in der Saison 2014/15 Münchens Topscorer gewesen war, feierte am vergangenen Samstag nach sechswöchiger Verletzungspause sein Comeback und harmonierte dabei schon sehr gut mit Dennis Everberg. Der Stürmer, der in diesem und dem vorangegangenen Jahr Teil der schwedischen Weltmeister-Auswahl war, ist seit wenigen Tagen neu in Zug. Kleine Gegner sehen anders aus.
EHC Red Bull München - Maximale Effizienz
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Die komplizierten Dinge lässt sie gerne einfach aussehen. Die Wurfuhr lief herunter im Gruppenspiel der deutschen Rollstuhlbasketballerinnen gegen China. Noch drei Sekunden, noch zwei, Johanna Welin hielt den Ball in der rechten Hand, rollte rückwärts in Richtung der linken Spielfeldecke, weg von ihrer Gegenspielerin. Noch eine Sekunde, da schloss sie den Angriff mit einem Hakenwurf ab, dieser einst in der NBA vom legendären Kareem Abdul-Jabbar perfektionierten Technik, bloß dass Welin dabei natürlich saß. Die Sirene dröhnte, Welin traf. Sie sagt: "Die shot clock ist halt runtergelaufen." Es klingt aus ihrem Mund so selbstverständlich wie: Ich habe mir heute Morgen die Zähne geputzt. Immerhin verewigte sie die gar nicht so alltägliche Szene mit einem Beitrag als Video in den sozialen Netzwerken: #buzzer. Kompliziertes, das manchmal einfach aussieht: Johanna Welin, 34, hat am Wochenende bei den Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaften Bronze gewonnen, als eine von zwei Nationalspielerinnen aus München, wie Laura Fürst spielt sie in der Bundesliga bei den RBB Iguanas. Welin genoss am Samstag nach dem Sieg im Spiel um Platz drei, noch mal ging es gegen China, die Ovationen in der Halle. Was die Zuschauer nicht sahen: Welin ist die einzige Mutter im Team. Sie hatte mit einer Schulterverletzung zu kämpfen. Sie ist in den letzten Zügen ihres Medizinstudiums. "War ein hartes Jahr", sagt Welin, Sportler denken Jahre in Spielzeiten. Im März beendete sie die Bundesligasaison mit München auf Rang sechs, im April begann die Vorbereitung mit der Nationalmannschaft, Ende September beginnt die neue Saison. Im nächsten Jahr schreibt sie ihr Examen. "Man muss viel opfern", sagt sie, das könnten sich die meisten Zuschauer gar nicht vorstellen. Andererseits, und darum geht es in diesen für die Randsportart euphorischen Tagen, ist es vielleicht so wahrscheinlich wie nie, dass sich die Zuschauer das alles bald ein bisschen besser vorstellen können. Die gebürtige Schwedin Welin, seit einem Snowboard-Unfall 2004 querschnittgelähmt, seit 2011 deutsche Staatsbürgerin und Rollstuhlbasketball-Nationalspielerin, 2012 Paralympics-Siegerin, 2016 Silbermedaillengewinnerin in Rio de Janeiro, hat viel erlebt in ihrem Sportlerleben. Nicht viel war dabei so besonders wie die vergangenen zwei Wochen. Die WM im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg mit im Schnitt rund Tausend Zuschauern pro Spiel vergleicht sie mit den Paralympics, nur dass diesmal alles im eigenen Land stattfand; dass sie sich diesmal mit deutschen Fans fotografieren ließ und Autogrammkarten schrieb. "Es war ganz anders als alles, was wir bisher erlebt haben." Das Halbfinale gegen Großbritannien übertrug das ZDF in voller Länge, die deutschen Frauen verloren da das erste Mal im ganzen Turnier. "Man fragt sich natürlich, ob noch mehr gegangen wäre", sagt Welin, und hadert ein bisschen mit ihrer eigenen Leistung: "Ich hätte mir mehr von mir gewünscht." Doch ihr Ziel, eine Medaille, haben die deutschen Frauen auch wegen ihr erreicht, obwohl sie nur im ersten Spiel gegen China für die wichtigen Punkte verantwortlich war. Viele Leistungsträgerinnen hatten nach den Spielen 2016 aufgehört, Bundestrainer Martin Otto musste einen Umbruch moderieren. Welins Rolle, sagt er, sei eine "ganz wichtige", als erfahrene Aufbauspielerin, als "eine der besten Zwei-Punkte-Spielerinnen der Welt". Zwei Punkte, das ist Welins Klassifizierung als Spielerin ohne Bein-, aber mit Rumpfkontrolle. Welin hofft nun auf mehr Zuschauer für ihre Sportart, auf einen nachhaltigen Effekt der WM. Das erste Bundesligaspiel findet gleich in Hamburg statt, bei den BG Baskets, in der WM-Arena. Während des Turniers beschloss die Liga ein neues Konzept fürs Marketing, es soll vor allem mehr davon geben. Als erste Neuerung wird der Ergebnisdienst der Liga ins System des Basketball-Verbands integriert. Worauf Welin gar nicht erst hofft, ist Ruhe. Ihr Mann Benjamin Ryklin, Trainer der Iguanas, gehört zum neuen Liga-Vorstand. "Ein Titel, der nicht viel Arbeit bedeutet", habe er gesagt, sie lacht, "ich hoffe, dass das stimmt". Wahrscheinlich wird aber alles komplizierter, als es aussieht.
Würfe mit Haken
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Es hat in Bayern immer wieder zweifelhafte Versuche gegeben, mit staatlichem Geld privaten Unternehmen zu helfen: Quelle, Kirch, Maxhütte. Auch ein Profi-Fußballklub wie der TSV 1860 ist ein Unternehmen. Ausgerechnet der Staat soll ihn nun retten, und zwar mit Hilfe jener Bank, die wegen ihrer waghalsigen Geschäfte selbst in Not ist: Die BayernLB soll, so der Wunsch der Klubführung, dem Verein einen Millionenkredit gewähren und eine andere Staatsbank, die LfA-Förderbank, dafür bürgen. Die BayernLB soll, so ein Wunsch der Klubführung, dem Verein einen Millionenkredit gewähren. Eine abenteuerliche Idee. Dies ist, alle 1860-Fans mögen es verzeihen, eine abenteuerliche Idee. Haben wir nicht gerade erst erlebt, dass staatliche Banken ins Taumeln geraten sind, weil sie zu riskante Geschäfte getätigt haben? Es ist daher richtig, dass Freistaat und Stadt es ablehnen, ihre Geldhäuser zu einer Kreditvergabe an 1860 zu nötigen. Der Verein wird sich das Geld privat besorgen müssen oder eben, so bitter das ist, in der Bayernliga neu anfangen müssen. Allerdings: Etliche Politiker aus Stadt und Freistaat werden sich fragen lassen müssen, warum sie nicht viel früher verhindert haben, dass der Verein in eine so prekäre Situation gerät. Sie alle hatten oder haben bei den Löwen Ämter inne. Ex-Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) führte den Verein einst als stellvertretender Präsident, nun tut dies Franz Maget (SPD). OB Christian Ude (SPD) gehörte bis 2009 dem Aufsichtsrat an. Derzeit sitzen Maget, Münchens Dritter Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) und der bisherige Staatskanzlei-Chef Siegfried Schneider (CSU) in dem Kontrollgremium. Besonders für diese drei gilt: Konnten sie die Notlage nicht verhindern? Haben sie diese nicht kommen sehen? Es sind Fragen, wie sie auch den Aufsehern der BayernLB gestellt wurden.
Drohende Insolvenz - Millionenkredit für 1860? Eine abenteuerliche Idee!
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Die Namen Matthias Hild oder Alexander Horner sind im europäischen Handball-Kosmos eher weniger bekannt. Wenn man sich aber ein bisschen Mühe gibt, kann man die beiden Spieler in den Weiten des Internets entdecken, immer in Zusammenhang mit dem TuS Fürstenfeldbruck allerdings. Dorst spielen Hild und Horner in der dritten Liga, die man getrost als Schwelle zum Profi-Handball bezeichnen darf. In der zweiten Bundesliga nämlich kann man ohne Berufsspieler, spätestens seit diese eingleisig ist, nicht bestehen. Auch so mancher Drittligist weiß diese Spezies in seinen Reihen, beim jüngsten Gegner der Brucker, der VTZ Saarpfalz, jedenfalls tut man sich zumindest mit der Namenssuche im Netz nicht sonderlich schwer. Der Slowake Martin Mokris etwa hat für Presov im Europapokal gespielt, wie der Litauer Tomas Kraucevicius für Kaunas oder später Innsbruck - nur zwei von mehreren Legionären. Zudem hat der Aufsteiger seinen Kader mit dem litauischen Juniorennationalspieler Laurynas Petrusis verstärkt. Dass internationale Erfahrung keine Gewähr für Punkte in der dritten deutschen Liga sind, wurde den Zweibrückern von den Bruckern vorgeführt, die souverän 28:25 gewannen. Was VTZ-Linkshänder Petrusis nicht gelang, schien für Matthias Hild kein Problem: Beide sind Linkshänder, Hild ist mit 19 sogar ein Jahr jünger als sein litauisches Gegenüber - doch der Brucker spielte sich in den Vordergrund. Sieben Treffer gelangen dem wuchtigen Werfer, der in seinem zweiten Jahr beim TuS mit beständig guten Leistungen bestätigt, dass er sich auch auf dieser exponierten Ebene akklimatisiert hat. Nicht einmal vom auffälligsten Saarpfälzer Akteur ließ sich der unbekümmert aufspielende TuS-Teenager beeindrucken - das war zweifellos Sven Mevissen im gegnerischen Tor. Der hat in der A-Jugendbundesliga für Magdeburg gespielt, ist 2,17 groß und von äußerst massiger Erscheinung. "Da hat der ein oder andere schon ein bisschen zu denken angefangen", erklärte Trainer Martin Wild hernach, allein vier Siebenmeter wurden von dem hünenhaften Keeper entschärft. Womit man beim einzigen Kritikpunkt des Fürstenfeldbrucker Übungsleiters wäre: "Wir hatten keine konstant konsequente Chancenverwertung." Was sich nicht folgenreich niederschlug, im Nachgang konnte Wild die "vielen vergebenen Großchancen" als unnötiges Versäumnis abhaken. Klar ist dem Trainer natürlich, dass man sich derlei Versäumnisse gegen Teams aus dem oberen Tabellenbereich, zu denen die Saarpfälzer trotz ihrer großen individuellen Qualität nicht zählen, sparen sollte. Am Sonntagabend "konnten wir einen Schippe drauflegen, wenn es nötig war, erklärte Wild. Was ihm zudem ein gutes Gefühl gab, er habe nie "Angst gehabt", dass diese Auswärtspartie noch nach hinten losgeht. Sein Team habe über die gesamte Spieldauer "sehr souverän" agiert: Die Brucker zogen schnell davon, führten zur Pause mit 14:11 und wussten gegnerische Läufe stets zu kontern. Als Zweibrücken auf 15:16 herankam, erzielte der TuS vier Treffer in Serie und raubte dem Gastgeber zur rechten Zeit den Glauben an eine Wende. Die Brucker hielten so den Vorsprung immer stabil, führten teils mit fünf Treffern und gestatteten den Saarpfälzern in den Schlussminuten lediglich etwas Ergebniskosmetik. Selbst VTZ-Trainer Danijel Grgic, zu aktiven Zeiten kroatischer Nationalspieler und hierzulande jahrelang in der Bundesliga notiert, gab das zu: "Der Sieg ist auf jeden Fall verdient. Ich glaube, sie können noch viel besser spielen, wenn sie komplett sind." Damit bewies Grgic Detailwissen, denn nach wie vor fehlen den Bruckern eine Handvoll Stammkräfte. An diesem Abend fiel das nicht ins Gewicht, auch weil Alexander Horner seine beste Saisonleistung bot. Der Spielmacher quälte sich zu Saisonbeginn mit Rückenproblemen, die ihn nun nicht länger bremsen. Horner war nicht nur mit neun Treffern bester Schütze des Abends, er steuerte das Spiel des Tabellenvierten ideenreich und mit viel Übersicht. "Er ist angekommen", adelte Trainer Wild die Leistung des Zugangs und beendete ganz nebenbei ein anderes Thema: 6:4 Punkte habe sein Team nun in fremder Halle geholt, "da kann man nicht mehr von Auswärtsschwäche sprechen".
Ein Thema weniger
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Das letzte Saisonspiel an diesem Samstag (18 Uhr, Sporthalle an der Säbener Straße) gegen den TSV Breitengüßbach ist für Tobias Korndörfer auch eine Begegnung mit seiner Vergangenheit. Der Regionalliga-Basketballer des FC Bayern II lief zwischen 2011 und 2013 zwei Jahre für die Oberfranken in der ProB auf. Dieser dritthöchsten Profiliga nach der Bundesliga und der ProA werden auch die Münchner in der neuen Spielzeit angehören, sie stehen als Meister und Aufsteiger schon vor dem abschließenden Auftritt fest. "Das ist der Lohn für unsere harte und akribische Arbeit in den vergangenen drei Jahren", findet Korndörfer. Obwohl er gerade erst seinen 26. Geburtstag gefeiert hat, ist der Flügelspieler der älteste Akteur im Kader und so etwas wie der große Bruder der Münchner Rasselbande, die im Schnitt auf 20 Jahre kommt. Korndörfer hat den jungen begabten Spielern voraus, was vor allem in der ProB gefragt sein wird: Erfahrung, Ruhe und Abgeklärtheit. "Ich habe bei meinen Mitspielern schon manchmal den Fokus für den Sport schärfen müssen", sagt Korndörfer. Er meint das gar nicht so streng, wie es sich anhört. Er weiß selbst am besten, dass Heranwachsende Flausen im Kopf haben, und nicht immer mit jener professionellen Hingabe bei der Sache sind, die sich der strenge und ehrgeizige Cheftrainer Oliver Kostic wünscht. "Viele gehen ja auch noch zur Schule oder machen eine Ausbildung und haben deshalb noch anderes im Kopf als Basketball", erzählt Korndörfer. Seine vielseitigen Interessen waren auch ein Grund dafür, dass er die Karriere als Berufsbasketballer nicht mit der inneren und äußeren Zielstrebigkeit verfolgt hat, die vielleicht nötig gewesen wäre, um im Profisport zu reüssieren. Korndörfer war einer der auffälligsten Bayern-Spieler und zweitbester Punktesammler der gesamten Nachwuchs-Bundesliga NBBL, als er vor sieben Jahren den Klub verließ, um sich Urspring/Ehingen in der ProB anzuschließen. Damals träumte er noch den Traum vieler Hochbegabter, es lief zunächst auch so gut, dass er sich nach seinem Wechsel zum Nachwuchspartner des deutschen Meisters Bamberg nach Breitengüßbach 2012 für den NBA-Draft anmeldete, der großen Spielerbörse der nordamerikanischen Profiliga. Nachdem sich kein Klub die Transferrechte an ihm gesichert hatte, merkte er rasch, dass ihm andere Dinge im Leben wichtiger wurden. "Ich war für Profibasketball nicht kompromisslos genug", sagt Korndörfer im Rückblick. Er wollte unbedingt studieren und schrieb sich deshalb nach seiner Rückkehr zum FC Bayern 2013 für ein Fernstudium an der Hochschule in Ansbach im Fach Internationales Management ein. Er fühlt sich wohl mit Kommilitonen wie dem WM-Zweiten im Slalom, Fritz Dopfer, oder Biathlon-Olympiasieger Michael Greis. "Das Studium war die richtige Entscheidung für mich", sagt Korndörfer. Obwohl er beim FC Bayern fast wie im Hauptberuf zweimal am Tag trainiert, lässt er es sich in diesen Wochen nicht nehmen, bei BMW in den Arbeitsalltag hineinzuschnuppern, bevor im nächsten Jahr der Bachelor-Abschluss folgen soll. In der neuen Saison wird der Basketball zunächst wieder einen größeren Raum in seinem Leben einnehmen. "In der ProB ist alles professioneller", blickt Korndörfer voraus, "die Hallen sind größer und die Kader mit amerikanischen Spielern deutlich besser." Dass die Bayern-Verantwortlichen um Geschäftsführer Volker Stix auch nach dem Aufstieg nicht von ihrer Philosophie abrücken wollen, junge einheimische Spieler für den Berufsbasketball ausbilden zu wollen, findet Korndörfer richtig. "Wir haben in den vergangenen Jahren alle basketballerisch große Fortschritte gemacht und können alle noch besser werden." Sich schließt er da mit ein. Er verteidige härter und besser als zuvor, fügt der 2,02 Meter große Flügelspieler hinzu. Bayern-Trainer Kostic ist jedenfalls froh, dass seine juvenilen Spieler einen großen Bruder neben sich haben: "An ihm können sich die Jüngeren aufrichten und lernen, hart an sich zu arbeiten." Tobias Korndörfer sehnt die ProB schon herbei. Aber gleichzeitig weiß er, was auf ihn zukommen wird. Er muss seinen Mitspielern eindringlich erklären, dass sie nun jede Woche gefordert werden, nicht nur in ausgewählten Partien wie bisher in der Regionalliga. "Deshalb müssen wir über den Sommer gut arbeiten, damit wir bestens vorbereitet sind und eine gute Rolle spielen können." Was er nach dem Studium macht, weiß Korndörfer noch nicht. Vielleicht findet er doch noch über Umwege ein spätes Glück im Profibasketball.
Großer Bruder ohne Kompromisse
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Der Tabellenzweite spielt beim Zwölften unentscheiden und der Trainer ist "überaus zufrieden mit der Leistung und dem Punkt"? Martin Wild hat das gesagt, nach dem Spiel der Fürstenfeldbrucker Drittliga-Handballer beim SV Auerbach. Der Trainer der ranghöchsten Mannschaft weit und breit gibt selten Unüberlegtes von sich, so auch nach diesem 25:25. Denn diese Einschätzung war der Situation geschuldet: Zum länger absenten Frederik Hartz (Meniskus) hatten sich in Maximilian Lentner (Muskelfaserriss) und Sebastian Meinzer (Wirbel-Entzündung) zwei weitere verletzte Leistungsträger gesellt. Zudem hatte Kapitän Tobias Prestele schon nach fünf Minuten die rote Karte gesehen, er war dem Kollegen Korbinian Lex, der arg ruppig angegangen wurde, zur Seite gesprungen. Jedenfalls musste er für den Check, mit dem er den Gegner auf das Parkett beförderte, früh vom Feld. Positiv war immerhin, dass es keinen Bericht der Schiedsrichter gab, Prestele also im nächsten Spiel wieder mitwirken darf. Für Sebastian Meinzer schließt sich das wohl aus, der mit Abstand beste Brucker Torschütze hat eine Entzündung in einem Wirbel, sein Trainer hofft nun, dass diese nicht von einem Einriss herrührt, der die Saison für den Rückraumspieler wohl beenden würde. Es ist eine lange und fordernde Runde, der die Brucker nun zunehmend Tribut zollen. Meinzer hat eine Spielweise, die weder sich selbst noch die Gegner schont, Wild spricht nicht nur bei ihm von "Verschleißerscheinungen". Trotz aller Probleme zeigten die TuS-Spieler vor allem in der ersten Halbzeit erneut eine sehenswerte Leistung, schienen von all dem Ungemach völlig unberührt. Die Abwehr stand, die Chancen wurden genutzt und Korbinian Lex wollte sich offenbar für die Fürsorge seines ausgeschlossenen Kapitäns erkenntlich zeigen, er war mit zehn Treffern erfolgreichster Brucker Werfer. "Wir haben in der ersten Halbzeit dominiert", fasste Wild das Geschehen bündig zusammen, die begleitenden Zahlen lauteten 15:10. Nach dem Wechsel änderte sich das Spiel grundlegend, wie schon im ersten Aufeinandertreffen kippte Auerbach die Partie. 17:12 führte der TuS noch, vergab zwei gute Möglichkeiten und geriet danach völlig aus dem Rhythmus. Auerbachs Publikum war zur Stelle, der SV bedankte sich mit sieben Treffern in Serie. Der entscheidende Mann hierfür stand allerdings im Tor: Andreas Bayerschmidt. Nicht nur dessen imposante Größe von 1,96 Meter, vor allem sein Ruf schien die Brucker zu lähmen. Vor einem Jahr stand der 39-Jährige noch im Tor des Erstligisten HC Erlangen, "das war in den Köpfen der Spieler drin", erklärte Wild. Schon im Hinspiel lieferte Auerbachs Routinier die Impulse für den späteren 31:30-Sieg, die Partie schien sich nach dem selben Muster zu entwickeln. 90 Sekunden vor dem Ende führten die Oberpfälzer noch mit 25:23, doch der TuS habe "kühlen Kopf bewahrt", wie Wild zu Protokoll gab. Tizian Maier erzielte den Anschluss, dann spielte er Marcus Hofmann auf Außen frei und der traf über den kahlen Schädel des Auerbacher Keepers hinweg zum Ausgleich. Der Punkt sichert dem TuS den zweiten Platz mit 35:13 Zählern, vor Groß-Bieberau (34:12). Das Spiel am kommenden Samstag (19.30 Uhr) gegen Zweitligaabsteiger TV Hüttenberg bleibt also das absolute Gipfeltreffen: Der Tabellenführer gastiert beim ärgsten Verfolger. An der Favoritenrolle der Hessen ist freilich nicht zu rütteln, der Traditionsklub stand vor fünf Jahren noch in der ersten Bundesliga, die Rückkehr in den Profi-Handball wird anhand von neun Punkten Vorsprung (44:4) bei sechs ausstehenden Spielen von niemandem zu verhindern sein. Wild wird nicht seine Bestbesetzung aufbieten können, gewinnt diesem Umstand aber etwas Positives ab: "Jetzt bekommen die Jungen mehr Spielanteile und können wachsen." Er meint das durchaus ernst.
Wachsen bis zum Gipfeltreffen
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Dominik Kahun hat am vergangenen Freitag "sehr viel Spaß" gehabt, er sprach in den Katakomben des Münchner Olympia-Eisstadions von einem "sehr geilen" Spiel. Das Problem: Der EHC Red Bull München hatte die Partie gegen die Adler Mannheim 3:5 verloren. "Was soll's?", sagte Kahun, "wir sind immer noch Erster." Seit Sonntag ist der EHC München nicht mehr Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Der Meister verlor bei den Iserlohn Roosters 2:5 (1:2, 1:1, 0:2) und rutschte auf Rang zwei, einen Punkt hinter Mannheim, das Wolfsburg nach eines 1:3-Rückstand noch 4:3 schlug. In Iserlohn sprach Kahun von einem "schlechten Start mit sehr vielen Fehlern", woran er seinen Anteil hatte. Sein Scheibenverlust an der gegnerischen Blauen Linie brachte die Roosters auf die Siegerstraße: Louie Caporusso traf per Konter zum 2:1. Dabei hatte der EHC gegen die dezimierten Gastgeber, die in ihrem letzten Heimspiel der Hauptrunde versuchten, ihre kleine Chance auf Platz zehn am Leben zu halten, sehr konzentriert und druckvoll begonnen. Jon Matsumoto traf schon in Minute vier zum 1:0. Kurz darauf überstand der EHC eine knapp zweiminütige doppelte Unterzahlsituation und hatte bei einem Schuss an den Innenpfosten von Dylan Wruck Glück (9.). Dann ging es allerdings dahin: Innerhalb von rund drei Minuten drehte Caporusso die Partie mit einem Doppelpack, beim zweiten Tor hatte er vor seinem Alleingang Kahun die Scheibe stibitzt. Ab und zu habe die Zuordnung nicht gestimmt, sagte Konrad Abeltshauser nach dem Startdrittel, "sie haben ihre Konterchancen eiskalt ausgenutzt." Die Lautstärke in der Halle erschwere die Kommunikation auf dem Eis, sagte der Verteidiger. Noch lauter wurde es in Minute 23, als Leggio einen Schuss von Denis Shevyrin zum 3:1 für Iserlohn durch seine Schoner rutschen ließ. Der EHC (rechts im Bild Brooks Macek gegen Troy Milam) erholte sich schnell von diesem Rückstand und kam durch Kahun in Überzahl auf 2:3 heran (28.). Und spektakulär ging es weiter: David Dziurzynski scheiterte bei einem Alleingang an Münchens Goalie David Leggio (31.), Greg Rallo traf den Pfosten (37.) und auch Keith Aucoin vergab (40.). "Wir haben uns gesagt, dass wir zehnmal so gut spielen können wie im ersten Drittel", sagte Kahun nach dem Mitteldrittel und gab die Richtung für das dritte Drittel vor: "Wir müssen viel laufen, vorne rotieren, alle zum Tor ziehen und die Scheibe reinklopfen." Das taten allerdings die Roosters. Rallo erhöhte nach nur 29 Sekunden im Schlussdrittel auf 4:2. Münchens Frust entlud sich in Minute 52, als Steve Pinizzotto mit seinem Schläger vor der Maske von Roosters-Torhüter Chet Pickard herumstocherte und Aucoin eine Rauferei anzettelte. Mehr kam von den Gästen nicht mehr. Dziurzynski machte mit seinem Treffer ins leere Tor alles klar (60.). Vor den drei abschließenden Partien der Hauptrunde zu Hause gegen Augsburg (Mittwoch) und Köln (Freitag) sowie in Bremerhaven (Sonntag) haben die Münchner den ersten Platz nicht mehr in den eigenen Händen. "Wir müssen jetzt die richtige Reaktion zeigen", forderte EHC-Trainer Don Jackson.
Null Punkte, null Spaß
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Ein kleiner Kellerraum, gerade groß genug, dass ein Boxring, ein gut gefüllter Trophäenschrank und ein Schreibtisch hineinpassen. Die weißen Wände sind zugekleistert mit bunten Plakaten von früheren Boxveranstaltungen. Direkt neben der Tür hängen braune Handschuhe - die Boxer haben sie dort zum Trocknen aufgehängt. Es riecht nach Schweiß. Wolfgang Schwamberger ist trotzdem froh, wieder hier zu sein. Die lange Sommerpause ist vorbei, endlich wird in seinem kleinen Reich wieder geboxt. Die Rede ist vom Schulzentrum Nord in Fürstenfeldbruck. Immer noch viermal die Woche kommt der 85-jährige Cheftrainer des Boxclubs Piccolo Fürstenfeldbruck hierher. Sein Alter sieht man ihm nicht an. Der Mann mit der schwarzen Trainingshose, dem akkurat hineingesteckten blauen T-Shirt und dem grau melierten Haar, der nun ganz lässig auf dem Schreibtisch sitzt, könnte genauso gut als Anfang 60 durchgehen. Seit 1958 leitet Schwamberger das Training der Brucker Boxer. 26 deutsche Meister hat er in dieser Zeit in diesem Keller geformt. Alle trugen sie seine boxerische Handschrift. Hinzu kommen diverse WM- und EM-Teilnahmen und weit mehr als 100 Meistertitel auf bayerischer und süddeutscher Ebene. Den Verein machte er so zu einem der erfolgreichsten im süddeutschen Raum. "Ich habe hier viele kommen und gehen sehen", gesteht Schwamberger und lächelt. Aus den meisten ist etwas geworden. Der Verein, 1946 während der Besatzungszeit von amerikanischen Soldaten gegründet, legt seinen Schwerpunkt heute wie damals auf die Jugendarbeit. Das Angebot an die Talente umfasst mehr als nur Training. Piccolo kümmert sich auch um Schule oder Lehrstelle, gibt Hilfestellungen bei der Bewältigung des Alltags. "Wer kein gutes Zeugnis bringt, darf nicht boxen - ganz einfach", sagt Schwamberger. So hart das klingt, in all den Jahren sind die Brucker damit gut gefahren. Nur so könne der Boxsport den Menschen prägen und erziehen, glaubt Schwamberger. Der mehrfache Weltmeister Arthur Abraham gratuliert seinem ersten Trainer noch heute zum Geburtstag und lädt ihn zu Kämpfen ein. Gleichzeitig bietet das Boxen eine ideale Möglichkeit zur Integration. Viele Nachwuchsboxer bringen einen Migrationshintergrund mit, wurden von Schwamberger teilweise direkt auf der Straße angesprochen und brauchen eine starke Hand. "Dank harter Schule kann man auch erfolgreich sein", ist Schwamberger überzeugt. Vereinspräsident Manfred Kaltenhäuser geht sogar noch weiter: "Der Wolfgang hat mehr bewegt als jeder Sozialarbeiter." Für seine Art wird er von den Jugendlichen, aber auch von den übrigen Boxern des Klubs geschätzt. Auch an diesem Sommertag trudeln die Boxer wieder in der Trainingshalle ein - jung und alt, männlich und weiblich, verschiedenste Nationalitäten. Eins jedoch eint sie: der Respekt vor Schwamberger. Vor allem wenn die Jüngsten den Raum betreten, wird dieser greifbar. Der Trainer wird gesiezt, er ist für alle "Herr Schwamberger". Das Verhältnis ist dennoch herzlich, alles andere als distanziert. Jeder bekommt einen liebgemeinten Schulterklopfer und wird mit Namen begrüßt. Auch nach fast 60 Jahren Trainerdasein freut sich Schwamberger über jeden einzelnen Teilnehmer. Auch wenn die Gruppe dieses Mal mit 20 Leuten überschaubar bleibt. Schwamberger weiß genau, in den nächsten Wochen werden es wieder mehr. Normalerweise kommen bis zu 40 Trainingsgäste. Draußen wird es lauter. In der kleinen Schulturnhalle nebenan läuft das Aufwärmprogramm. Die 22 Jahre alte Katinka Semrau - eine langjährige Schülerin Schwambergers, die bereits als 16-Jährige deutsche Meisterin wurde - leitet das Aufwärmprogramm. Sie gilt als mögliche Nachfolgerin Schwambergers. Semrau macht schon jetzt die Jugendarbeit des Vereins und wird derzeit von ihrem Mentor als Trainerin ausgebildet. Dieser übernimmt rechtzeitig zu Beginn des eigentlichen Trainings dann aber doch wieder selbst das Kommando. "Eins, zwei, päm", ruft er und macht die Schlagreihenfolge in die Luft vor. Alles läuft höchst diszipliniert: Erst wenn er fertig erklärt hat, sind die anderen dran. Die Boxer vertrauen ihm und schlagen nur, wenn er es so will. Wolfgang Schwamberger war der erste Trainer von Boxer Arthur Abraham. Schwamberger steht mit der Stoppuhr in der Hand in der Hallenmitte und behält alles im Blick. Selbst die kleinsten technischen Fehler werden sofort korrigiert. "Hallo, grad hab ich's erklärt", nimmt er einen der Kämpfer zur Seite und macht erneut vor, wie er sich die Übung vorstellt. Bleibt dabei aber ruhig und sachlich. Muss wohl an der Erfahrung liegen. Neben seiner Tätigkeit in Fürstenfeldbruck betreute Schwamberger die deutsche Junioren-Nationalmannschaft und war 20 Jahre lang bayerischer Verbandstrainer. Als Letzterer hat er weitere 83 deutsche Meister geformt. Auch ein gewisser Awetik Abrahamjan, heute bekannt unter dem Künstlernamen Arthur Abraham, gewann unter Schwambergers Anleitung seinen ersten nationalen Titel. "Der war ganz gerade raus und hat einfach etwas Führung gebraucht", beschreibt der Trainer den jungen Armenier, der 1989 als Neunjähriger mit seinem Bruder in ein Auffanglager nach Deutschland gekommen war. Acht Jahre später holte Abraham mit Schwamberger in der Ringecke seinen ersten deutschen Meistertitel. Abraham, mehrfacher Weltmeister im Mittel- und Supermittelgewicht, legte danach eine der spektakulärsten Karrieren im deutschen Profiboxen hin. "Er ruft mich heute noch manchmal an und gratuliert zum Geburtstag", sagt Schwamberger. Abraham lade ihn auch regelmäßig zu seinen Kämpfen ein, ihm sei das aber zu viel Show: "Zu Hause am Fernseher sehe ich doch genauso viel." 1945 - Schwamberger war 14 Jahre alt und hatte gerade eine Lehre zum Bäcker- und Konditormeister angefangen - fragten ihn Freunde, ob er nicht mal zu einem Boxwettkampf mitfahren wolle. Er wollte. Noch am selben Tag bestritt er seinen ersten Kampf. Und obwohl dieser unentschieden endete, ließ ihn der Sport nicht mehr los. 15 Jahre lang kletterte Schwamberger selbst in den Ring. Zunächst bis 1949 in Murnau, später dann für Piccolo Fürstenfeldbruck. Sein größter Erfolg: der Goldene Handschuh, den er 1947 und 1948 in Garmisch-Partenkirchen gewann. Heute spricht er von einem "Riesen-erlebnis", wenn er an die Wettkämpfe im Olympia-Eisstadion zurückdenkt. Zu der Zeit seien Kämpfer vieler verschiedener Nationen in die Stadt am Fuße der Alpen gekommen, obwohl diese damals noch amerikanisches Besatzungsgebiet war. "Die Amis haben das natürlich hervorragend aufgezogen", erzählt Schwamberger, der sich über Ausscheidungskämpfe qualifiziert hatte. Dass er am Ende als Sieger den Ring verließ, freute ihn umso mehr. "Als Gewinner erhielt man einen Einkaufsgutschein für das amerikanische Einkaufszentrum auf dem Militärstützpunkt", sagt Schwamberger, "dort habe ich mir einen guten Stoff für einen Anzug ausgesucht. Das war schon etwas Besonderes." An die Arbeit als Trainer reicht all das dennoch nicht heran. Das eigene Wissen weiterzugeben sei das, was ihn täglich aufs Neue motiviere. Und obwohl er sich bereits um mögliche Nachfolger bemüht, kann Schwamberger nicht sagen, wie lange es noch weitergeht: "Solange es geht eben. Oder sagen wir: Solange ich merke, dass die Leute mich noch wollen." Schwer vorstellbar, dass die Brucker Boxer jemanden wie Schwamberger, dem sie so viel zu verdanken haben, irgendwann nicht mehr wollen könnten. Bisher erschienen: Helmut Stahl (22.9.), Monika Gawenus (15.9.), Horst Schwanke (10.9.), Daniel Brode (7.9.), Sebastian Gimbel (3.9.), Karl-Heinz Schulz (31.8.), Norbert Wagner (27.8.), Gerd Coldewey (25.8.), Norbert Demmel (19.8.), Gerd Biendl (18.8.), Carlo Thränhardt (9.8.), Rudi Vogt (6.8.), Michael Hahn (4.8.), Monika Schäfer (30.7.), Kurt Szilier (28.7.), Andrea Eisenhut (23.7.)
"Serie "Alte Meister" - Der Königsmacher"
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Schreibe eine knappe Schlagzeile, die den Lesern das Wesentliche dieses Artikels vermittelt.
In diesen Tagen haben Herrschings Erstliga-Volleyballer ihre Kaderplanungen für die kommende Saison abgeschlossen. Ein Mittelblocker hat noch unterschrieben, ein Außenangreifer und ein zweiter Zuspieler, zwei Deutsche sind darunter, keine Nationalspieler allerdings. Wer genau sich hinter diesem Trio verbirgt, das möchten die Klub-Verantwortlichen erst in den nächsten ein, zwei Wochen verkünden, dafür nennen sie den Namen eines weiteren Zuganges: Slawomir Zemlik, Außenangreifer aus der polnischen Profiliga, 24, zwei Meter groß und, wie man hört, mit einer enormen Sprungkraft und Angriffswucht gesegnet.
Sport in der Region
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Wie könnte man diesen Inhalt in einer kurzen Schlagzeile zusammenfassen?
Alte Liebe im neuen Gewand: Hachings rote Springdeiferl sind Geschichte, auch wenn es sie informell noch gibt. Wer dieser Tage versucht, den einstigen Fanklub von Hachings Volleyballern im Internet anzusteuern, der landet bei einer - offenbar auch noch gefälschten - Seite eines Online-Handels für Damen- und Herrenmode. Schon interessant, wo Domains hinwandern, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Die "Springdeiferl", Hachings erster und bislang einziger Fanklub, löste sich im Sommer 2014 auf, nachdem die Volleyballer sich mangels Hauptsponsor aus der ersten Liga verabschiedet hatten. Vier Jahre nach seiner Gründung. Auch ein verzweifelter offener Brief der Springdeiferl zwei Wochen vor dem endgültigen Aus hatte nichts mehr bewirkt. Mit den Profis verschwanden auch sie von der Bildfläche. Nun sind die Hachinger wie Phönix aus der Asche emporgestiegen. Sie spielen kommende Saison als sportlicher Aufsteiger nicht nur in der zweiten Liga, sondern zudem per Wildcard als Kooperationspartner von Hypo Tirol Innsbruck - dem es in Österreich zu langweilig geworden war - sogar wieder im deutschen Oberhaus. Und inzwischen gibt es auch wieder einen Fanklub. Der Springdeiferl-Nachfolger heißt "Hachinga Hammerblock". Am 3. August war die Gründungsversammlung, im Stüberl des Wirtshauses Althaching. Dort also, wo auch die Springdeiferl früher ihre Stammtische abgehalten haben. Und genau dort, wo die TSV-Volleyballer vor 17 Jahren ihren ersten Bundesliga-Aufstieg gefeiert haben, wie Mihai Paduretu feststellt. Der Klub-Geschäftsführer hat es sich nicht nehmen lassen, auch vorbeizukommen zur Taufe. "Er hat deutlich gemacht, dass Generali Haching Geschichte ist und nun ein neues Projekt angestoßen wird. Und er freut sich, dass so viel neue Dynamik hineinkommt", sagt Bernhard Eiter, der neue Vorsitzende des Hachinga Hammerblocks. Am 17. September wollen sie erstmals auf der Tribüne sitzen, zum Zweitliga-Saisonauftakt, der die Hachinger ausgerechnet zum Derby nach Grafing führt. Der Hammerblock ist noch vor dem Aufstieg von Hachings Volleyballern in die zweite Liga entstanden, beim Auswärtsspiel in Deggendorf im vergangenen Frühjahr. Es war ein dramatisches Fünfsatz-Match, vielleicht hätten sie es nicht gewonnen ohne ihre paar Unterstützer. Eiter erinnert sich, "dass einer von uns immer diesen riesigen Plastikhammer geschwungen hat". So entstand der Name Hachinga Hammerblock. Im letzten Spiel der Saison stand die kleine Fangemeinde schon in einheitlichen grünen Trikots, samt Schriftzug - auf der Tribüne. Anfang August ließ Eiter nun im Althaching mit 20 Gleichgesinnten den Hammerblock erblühen, sie verabschiedeten eine Satzung, ernannten neben dem Vorsitzenden Eiter einen Schriftführer und eine Kassierin, beschlossen einen Jahresbeitrag von 20 Euro, ermäßigt 10. Wobei sie mit der Eintragung des Vereins warten wollen. "Noch sind wir zu klein, da geht es auch ohne e.V.", sagt Eiter. Der Hachinga Hammerblock hat sich in Alpengrün formiert. Ob seine Unterstützung wirklich bis nach Innsbruck trägt, muss sich zeigen. Eiter kümmert sich selbst um den Facebook-Auftritt, Instagram-Twitter-Offensiven soll es nicht geben. Sie wollen auch nicht die Herrschinger kopieren mit ihren Spaßvideos im Internet. Sie sind gerade vor allem ganz analog dabei, Flyer zu drucken, einen Spielplan in Visitenkarten-Format zu entwickeln, ein zwei mal ein Meter großes Banner zu kreieren. Vier der Trommeln, die früher die Springdeiferl benutzten, haben sie in einem Abstellraum der Sporthalle am Utzweg gefunden, sie werden gerade auf Vordermann gebracht. Sie suchen Kontakt zu Fanklubs in Berlin, in Friedrichshafen - und natürlich auch in Innsbruck Und sie suchen Kontakt zu anderen Fanklubs, dem 12. Mann von Meister Berlin, den Bluebears aus Friedrichshafen, auch mit den Innsbruckern wollen sie sich vernetzen - wenn sie schon sportlich verschmelzen. Und natürlich später zu den Heimspielen auch nach Österreich reisen. Doch da wird es ziemlich kompliziert. Denn während so ziemlich alle Volleyballfreunde in Unterhaching den TSV in der zweiten Liga unterstützen wollen, betrachten manche das deutsch-österreichische Erstligaprojekt durchaus mit Skepsis. Dass die Unterhachinger in Zuspieler Georgi Topalov und Außenangreifer Jonas Sagstetter gerade einmal zwei Spieler im grenzüberschreitenden Profiteam stellen, ist ihnen etwas zu wenig. Sie fragen sich, wie sie ein Team bei Heimspielen - die großteils in Innsbruck ausgetragen werden - anfeuern sollen, das nicht nur geografisch sehr weit entfernt von ihnen ist. Sondern auch von ihren Herzen. Immerhin soll in Innsbruck trainiert werden, 100 Prozent der Sponsoren kommen von dort, die Österreicher halten 74 Prozent der Anteile, stellen Manager, Sportdirektor, Trainer. "Diese Mannschaft hat für mich nichts mehr mit Unterhaching zu tun", sagt zum Beispiel Monika Artmann, die einstige Fanklub-Vorsitzende der Springdeiferl. Früher hat sie Stammtische, die Trommeln und eine riesige Fahne für Heimspiele und Auswärtsfahrten organisiert, viel Zeit in den rund 40 Mitglieder starken Fanklub investiert. Noch heute trifft sie sich jeden Monat mit einem Dutzend der Volleyballfans. Den Gründern ist völlig klar, dass noch die Identifikation fehlt, dass da was zusammenwachsen muss "Die Springdeiferl gibt es also noch", sagt Artmann, zumindest informell. Sie findet es schade, dass sich bisher niemand aus dem neuen Fanklub mit ihr ausgetauscht hat. Denn Sympathisantin des TSV ist sie ja noch immer, Artmann kann sich auch durchaus vorstellen, zum einen oder anderen Heimspiel nach Innsbruck zu fahren. "Wenn denn ein Bus organisiert wird, in dem auch Nicht-Fanklub-Mitglieder willkommen sind", sagt sie. Der Neustart ist eben auch für den TSV Unterhaching eine Reise ins Ungewisse. Zugleich soll es ja Kooperationen im Nachwuchsbereich geben, am Ende des auf drei Jahre angelegten Projekts könnten die Hachinger, so der Plan, wieder ein deutsches Spitzenteam sein - in welcher Form auch immer. Das Projekt ist also auch eine gewaltige Chance für den viermaligen Pokalsieger, der einst eine große Nummer war im deutschen Volleyball. Den Gründern des Hammerblocks ist völlig klar, dass noch Identifikation fehlt, dass da etwas zusammenwachsen muss zwischen Unterhaching und Innsbruck. "Es kann schiefgehen, aber langfristig Volleyball in Unterhaching auch viel Gutes bringen", sagt Bernhard Eiter, der Vorsitzende. Er findet: "Man sollte dem Projekt eine Chance geben. Und ich hoffe, dass es am Ende eine Erfolgsstory wird." SZ-Serie, Folge 4. Bisher erschienen: Pooligans, BC Dachau (19.8.), Bigreds, FCB-Basketball (10. August), Queerpass, schwul-lesbischer Fanklub des FC Bayern (16. August)
"SZ-Serie: "Fanbeziehung" - Vorgebirgstrommler"
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Gib dem Artikel eine aussagekräftige Überschrift.
Keine zwei Jahre ist es her, da spielten sich in Kirchheim beinahe surreale Szenen ab: Der TSV Gilching-Argelsried hatte soeben durch einen 2:0-Sieg im Relegationsspiel gegen den gastgebenden KSC die Qualifikation für die Landesliga geschafft, es goss wie aus Eimern und Trainer Wolfgang Krebs versuchte ganz alleine, immer und immer wieder aus 30 Metern Torentfernung die Querlatte zu treffen. Seine Art, mit dem unerwarteten Erfolg umzugehen. Nun ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass die "Guichinger" auch die Landesliga bald hinter sich lassen. An diesem Samstag (14 Uhr) treten sie zu einem direkten Endspiel an, als Dritter beim Zweiten, dem FV Illertissen II. Wenn sie gewinnen, gehen sie in der Südwest-Staffel als Zweiter durchs Ziel. Damit wäre die Mannschaft von Wolfgang Krebs schon wieder in der Relegation - mit der Möglichkeit, erstmals in der Klubgeschichte in die Bayernliga aufzusteigen. Dass sich diese Perspektive überhaupt eröffnet, ist für den Coach eine Sensation: "Ich hätte vor der Saison nie damit gerechnet, dass wir über 50 Punkte holen", sagt der 51-Jährige. Das Endspiel um Rang zwei hinter dem souveränen Meister Nördlingen werde man genießen. Die Tatsache, auf jeden Fall unter den ersten Vier in der Tabelle zu landen, mache ihn zufrieden, versichert Krebs. Die Planungen des Vereins seien jedenfalls auf die Landesliga und nicht auf die Bayernliga ausgerichtet. Christian Wörns ist mit der zweiten Mannschaft der Löwen fast gerettet. Heiß her geht es an diesem letzten Spieltag auch in der Landesliga Südost. Weniger oben, da steht der SV Türkgücü-Ataspor als Meister und Aufsteiger fest; der SC Eintracht Freising geht als Zweiter definitiv in die Relegation. Aber unten kämpfen noch zwei Teams aus der Region München um den Klassenerhalt: Aktuell liegt der TSV Moosach (37 Zähler) einen Punkt über dem Strich, allerdings ist bei den Kickern aus dem Landkreis Ebersberg zuletzt das Chaos ausgebrochen. Nachdem durchgesickert war, dass das Trainerduo Florian und Markus De Prato wohl nach der Saison entgegen bisheriger Verlautbarungen ersetzt werden sollte, waren beide zurückgetreten - und die Mannschaft weigerte sich anzutreten. Seit Tagen schweigen die Vorstände dazu, offenbar lassen sie ihre Ämter vorübergehend ruhen, eine angekündigte Presseerklärung ging nie raus. Um den Klub nicht kampflos in den Untergang gehen zu lassen, beschlossen Spieler wie Trainer vor Wochenfrist, die Saison nun doch regulär zu Ende bringen, im Idealfall ohne Relegation. Um diese ganz sicher zu vermeiden, ist ein Sieg beim Tabellensechzehnten ESV Freilassing (35 Punkte) nötig, der frühere Verein von Paul Breitner wird aber seinerseits alles tun, um den Abstieg zu vermeiden. Direkt runtergehen können die Moosacher übrigens nicht mehr, sie liegen zwar nur drei Zähler vor dem Tabellen-17. Manching (34 Punkte), haben jedoch den direkten Vergleich mit dem SVM für sich entschieden (4:1/3:3). Geretsried verliert Quartett Der Landesligist TuS Geretsried verliert zur kommenden Saison vier Stammspieler. Benedikt Buchner wechselt zum Bezirksligisten 1. FC Penzberg, Markus Baki steigt eine Spielklasse auf und geht zum künftigen Bayernligisten SV Türkgücü-Ataspor München. Besonders bitter sind für den TuS, aktuell Fünfter der Landesliga-Staffel Südost, die Weggänge von Marinus Poschenrieder und Michael Bachhuber, die zum Ligakonkurrenten FC Deisenhofen wechseln. Gerade Eigengewächs Bachhuber dürfte schwer zu ersetzen sein: In 96 Landesliga-Spielen kam der Offensivakteur auf 25 Tore. SZ Das Schicksal des Direktabstiegs bleibt auch dem TSV Neuried (36 Punkte) erspart, der wie Moosach erst in der vergangenen Saison in die Landesliga geklettert war und vor dem letzten Spieltag auf dem ersten Relegationsrang 14 liegt. Der langjährige Trainer Davide Taurino, 41, hat bekanntgegeben, dass er seinen Posten nach der Saison an den 27-jährigen Marco Gühl abgibt. Taurino wird aber als Sportlicher Leiter und A-Jugendtrainer in Neuried weitermachen. Und er will mit Sicherheit die Trainerbank nicht als Absteiger verlassen: Ihre famose Aufholjagd mit zuletzt sechs Partien ohne Niederlage (davon fünf Siege) soll nun mit einem Sieg gegen den Siebten Pfarrkirchen und womöglich dem Verlassen der Relegationsplätze gekrönt werden. Doch nicht nur in der Landesliga ist das Hauen und Stechen um den Klassenerhalt in vollem Gange, in der Bayernliga stellen sich bereits an diesem Freitagabend (alle Spiele 18.30 Uhr) die letzten Weichen. Wobei für den BCF Wolfratshausen die Teilnahme an der Relegation feststeht. Die Farcheter können den direkten Ligaverbleib nicht mehr schaffen: Sie liegen vor dem abschließenden Heimspiel gegen den SV Kirchanschöring drei Punkte hinter dem Tabellen-14. TSV 1860 II, haben aber den direkten Vergleich verloren (1:3/2:1). Andererseits beträgt der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz drei Zähler, gegenüber dem dort rangierenden TSV Landsberg hat der BCF den Direktvergleich für sich entschieden. Bleibt also die Relegation und wie im Vorjahr eine unfreiwillige Verlängerung der Spielzeit. "Das Hauptziel haben wir erreicht", sagte Wolfratshausens Assistenztrainer Michael Rödl nach dem 3:0-Erfolg gegen Vilzing vor einer Woche. Nun gehe es darum, sich mit einem Sieg gegen Kirchanschöring in eine möglichst gute Ausgangsposition zu bringen, um auch dem scheidenden Trainer Marco Stier und Weggängen wie Torjäger Marian Knecht und wohl auch dessen Angriffspartner Angelo Hauk einen guten Abschied zu ermöglichen. Nur noch theoretischer Natur sind die Abstiegssorgen des TSV 1860 München II: Vom aktuell 14. Tabellenplatz der Süd-Staffel sind Christian Wörns' Löwen nicht mehr zu verdrängen. Bleibt die Frage, ob der Vierzehnte der Bayernliga Nord am Ende einen besseren Punktequotienten hat als der aus dem Süden. Im Norden liegt die SpVgg Weiden derzeit bei einem Quotienten von 1,12 Punkten pro Spiel; die Sechziger haben 1,20 Zähler pro Partie. Ein Unentschieden in Holzkirchen würde der Löwen-U21 also in jedem Fall reichen.
Amateurfußball - Auf den letzten Metern
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Gib diesem Text eine ansprechende Überschrift.
Die Vorgeschichte dieses Duells war schon brisant genug: Vor einem halben Jahr hatte sich der FC Pipinsried in der Relegation gegen die SpVgg Greuther Fürth II den Aufstieg in die Regionalliga gesichert. Dort wiederum hatte man den ersten Dreier ebenfalls gegen Fürth eingefahren - am grünen Tisch, weil die Kleeblätter nach einer Gewitterpause nicht mehr auf dem Rasen erschienen waren. Am vergangenen Samstag nun wurde die noch junge, aber intensive Rivalität zwischen den beiden Teams um ein weiteres Kapitel bereichert: Pipinsried drehte in der Nachspielzeit die Partie und gewann 2:1. In einem lange ausgeglichenen Spiel war Fürth "aus dem Nichts", so der sportliche Leiter Roman Plesche, in Führung gegangen, ein abgefälschter Schuss von Marco Wiedmann blieb für Pipinsrieds Torwart Thomas Reichlmayr unhaltbar (44.). Die neu organisierte Abwehr - der FC spielte erst zum dritten Mal mit einer Dreierkette - geriet nach der Pause in Bedrängnis, Fürth hatte mehrere Chancen zum 2:0. "Da haben wir Glück gehabt", sagte Plesche. Der FC hatte abwartend gespielt, so reichten diesmal die Kräfte, um gegen Ende nochmals zuzulegen. Im wahrsten Sinne: Insgesamt kassierte Pipinsried neun gelbe Karten. "So etwas habe ich noch nie erlebt, bei jedem Foul zog er eine raus", erzählte Plesche. Fälschlicherweise habe der Unparteiische kurzzeitig auch noch Arbnor Segashi Gelb-Rot gezeigt, sich dann aber dafür entschuldigt. "Er hatte komplett den Überblick verloren", fand Plesche. Einen korrekten Platzverweis gab es auch noch: für einen Fürther. Stefan Maderer trat gegen Markus Achatz nach und musste in der 89. Minute vom Platz. So gab es für Pipinsried mehr Räume, auch bei Standards. Christoph Burkhard schlug in der 90. Minute eine Freistoßflanke, der Ball landete bei Kasim Rabihic. Mit einer Körpertäuschung und einem platzierten Schuss traf er zum 1:1. Für Rabihic war es der dritte Treffer im dritten Spiel. "Wir wären mit dem Unentschieden schon zufrieden gewesen", sagte Plesche, doch es kam noch besser. 94. Minute, Eckball von Burkhard, die Kopfballabwehr landete beim eingewechselten Ünal Tosun, und der traf aus 20 Metern. "Das ist wie ein Traum", freute sich Präsident Konrad Höß über den zweiten Sieg in Serie und Tabellenplatz zwölf. Ein fitter Rabihic habe daran ebenso seinen Anteil wie seine eigenen Warnungen, endlich defensiver zu spielen. Doch nun warnt der Chef erneut: Die Partie am Samstag gegen den Letzten Unterföhring werde sehr schwer. Spielertrainer Fabian Hürzeler könnte wieder in der Startelf stehen, er habe nach einer anstrengenden Trainerlehrgangswoche erschöpft gewirkt, sagte Plesche. In Fürth hatten sie seinen Job mit erledigt, auch in Sachen Karten: Hürzeler ist insgesamt schon vier Mal gesperrt gewesen. Am Samstag könnte er aber für den nun gesperrten Philip Grahammer spielen.
Neun Gelbe, ein Dreier
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Das zurückliegende Wochenende wird in der DEL-Historie des EHC München kein allzu umfängliches Kapitel bekommen. Das Team von Trainer Don Jackson gewann einmal knapp, 3:2 nach Verlängerung gegen Hamburg, und verlor einmal knapp, 2:3 am Sonntag in Ingolstadt - nicht außergewöhnlich, eher business as usual. Wenn etwas bemerkenswert war, dann die Tatsache, dass der EHC in Ingolstadt erstmals nach sechs Spielen ohne Punkte blieb. Und doch war das vergangene Wochenende für einen Münchner ein besonderes. Es war so etwas wie der Start in eine neue Saison - und das am 41. von 52 Spieltagen der Deutschen Eishockey-Liga. Vier Spiele hatte Jeremy Dehner im September nach seinem Wechsel von Jokerit Helsinki via Salzburg nach München gerade erst gemacht, als ein Adduktorenriss im rechten Bein ihn für Monate außer Gefecht setzte. Gegen Hamburg feierte der amerikanische Verteidiger sein Comeback und freute sich danach über einen "guten Anfang". Diesen Eindruck bestätigte er auch in Ingolstadt. Dehner war in vielen entscheidenden Situationen auf dem Eis, etwa in Überzahl oder in der letzten Minute, als Jackson Torhüter Niklas Treutle für einen weiteren Feldspieler vom Eis nahm, um die Verlängerung zu erzwingen. Sogar seinen ersten Scorerpunkt nach seinem Comeback verbuchte Dehner: Zum 2:3 von Dominik Kahun (57.), das den EHC noch einmal ins Spiel zurückbrachte, lieferte er eine Vorlage. Jackson hatte zuletzt mehrmals betont, dass Dehner bereits seit Wochen im Training sei und seine Rückkehr bevorstehe. Nun, da er wieder auf ihn zählen kann, hob er Dehner gleich hervor. Der 27-Jährige sei "ein großes Plus für unser Team", sagte der EHC-Coach und lobte Dehners Pass-Qualitäten: "Jeremy ist ein Spieler, der sehr gut weiß, wie man die Scheibe bewegt." Die Gedanken kreisen um Schwenningen: Helmut de Raaf winkt nach zehn Jahren als Nachwuchs- und Co-Trainer wieder ein Chefposten in der DEL. Der mit 1,76 Meter eher klein gewachsene Verteidiger zeigte in beiden Spielen seine läuferische Klasse. Viel laufen, "smart" spielen und sich aus "Schwierigkeiten" heraushalten: Das ist Dehners Maxime, "denn viele Spieler sind größer als ich". Mit feiner Schlittschuhtechnik ist der Abwehrspieler indes prädestiniert dafür, die Scheibe mit Tempo aus dem eigenen Drittel zu führen. Das Wichtigste für Dehner ist aber, dass er endlich wieder im Spiel ist. Die vier Monate seien "hart" gewesen, sagt er, nach der Operation durfte er sechs Wochen lang nichts machen, dann startete die lange Rehabilitationsphase. Die Zeit ohne Eis war so lang, dass er nicht mehr genau weiß, wann er erstmals wieder auf dem Eis stand. Dehner durchlief einen "sehr langsamen Prozess", in dessen Verlauf seine Familie ihn stützte. "Sie hat mir geholfen, den Fokus auf die positiven Dinge zu richten, und meine Gedanken von den negativen Aspekten ferngehalten", erzählt er. Während Dehner gewissermaßen durch die Drehtür wieder hereinkommt, scheint Co-Trainer Helmut de Raaf den Weg in die andere Richtung zu gehen: Der 53-Jährige wird von den Schwenninger Wild Wings umworben. Am Neckar könnte der neunmalige Nachwuchs-Meister mit den Mannheimer Jungadlern erstmals nach einem Intermezzo 2004/05 in Mannheim wieder einen DEL-Cheftrainerposten übernehmen. Die Verhandlungen seien "schon ziemlich weit", sagte Wild-Wings-Geschäftsführer Michael Werner dem Schwarzwälder Boten, "aber wir sind uns noch nicht ganz in allen Punkten einig". De Raaf, der in Ingolstadt krankheitsbedingt nicht an der Bande stand, bezeichnet den Tabellenletzten als "sehr interessante Station" und bestätigte "Interesse von beiden Seiten" sowie Gespräche mit Jürgen Rumrich, der am 1. Februar seinen Job als Sportmanager bei den Wild Wings antreten wird. Rumrich und de Raaf kennen sich aus gemeinsamen Nationalmannschaftszeiten. Jackson erklärte, dass er den ehemaligen Top-Torhüter auch kommendes Jahr "liebend gerne" an seiner Seite hätte, sagte aber auch, dass er ihm die Chance auf eine "bessere Position" nicht verbauen würde. De Raaf ließ durchklingen, dass die Entscheidung noch in dieser Woche fallen könnte. "Guter Anfang": Jeremy Dehner, 27, hat nach verletzungsbedingter Pause seine DEL-Spiele Nummer fünf und sechs unbeschadet überstanden. Schon am Dienstag wird sich zeigen, wie gut der EHC die Niederlage vom Sonntag verkraftet hat. Dann gastieren die Münchner in Düsseldorf (19.30 Uhr) - mit Dehner, aber voraussichtlich ohne Garrett Roe (Oberkörperverletzung) und Richie Regehr (Krankheit), die bereits in Ingolstadt fehlten, sowie Matt Smaby, der nach einem Check in der Kabine verschwand.
Rückkehr durch die Drehtür
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Schlage zu diesem Artikel einen Titel vor, der neugierig macht und zum Lesen einlädt.
Es ist zweieinhalb Jahre her, dass Stefan Mienack sie entdeckte. Sonderlich schwer dürfte das dem Trainer der deutschen U-16-Basketballerinnen nicht gefallen sein: Emily Bessoir ragte damals aus der U-15-Bayernauswahl heraus, in jeder Hinsicht: Mit 13 Jahren war sie knapp 1,90 Meter groß. Aber da war mehr. Mienack sah eine "selbstbewusste, technisch und koordinativ starke" Flügelspielerin mit "einem guten Distanzschuss" und einer für ihre Körpergröße ungewöhnlich guten Ballbehandlung. Inzwischen ist die Münchnerin 15 Jahre alt, 1,92 Meter groß und hat sich im Zweitliga-Frauenteam der TS Jahn München durchgesetzt. In Mienacks U16 ist sie als Jüngste eine der Leistungsträgerinnen. Ende 2015 hat der Bundestrainer sie in seinen Kader berufen, auf dass die Münchnerin schon mal hineinschnuppern könnte in sein Team. Doch schon während der Europameisterschaft im Sommer 2016 war sie mehr als eine Ergänzungsspielerin. Sie gewann mit Deutschland Silber. In diesem Jahr, in dem Bessoir in der U-17-Bundesliga Topscorerin war und zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde, steht wieder eine EM an, in Bourges (Frankreich). Auf dem Plakat zum Turnier ist sie als eine von vier Spielerinnen groß abgebildet. "Klar ist der EM-Titel das größte Ziel", sagt sie. Die Jüngste, aber schon eine der Besten bei der TS Jahn und in der deutschen U16: Emily Bessoir, 15 Jahre alt, 1,92 Meter groß. In den vergangenen Wochen war Bessoir gehandicapt, wegen einer Fußfehlstellung hatte sie Schmerzen, konnte wenig trainieren. Doch pünktlich zum nächsten Großereignis ist sie fit. Vergangene Woche stand das European Youth Olympic Festival (EYOF) in Györ/Ungarn auf dem Plan, ehe es am Freitag mit der EM in Bourges mit dem ersten Vorrundenspiel gegen die Niederlande weitergeht. Dort hofft Bessoir zunächst "auf den Gruppensieg und die Qualifikation für die U-17-WM". Platz fünf würde reichen, um sich für das Turnier im kommenden Sommer in Rosario/ Argentinien zu qualifizieren. Beim EYOF war Bessoir gut drauf. In diesem olympischen Jugendturnier messen sich 14- bis 18-Jährige aus 50 Nationen unter anderem in Leichtathletik, Schwimmen, Radfahren, Judo, Tennis, Handball und Volleyball. Die Basketballerinnen erwischten einen holperigen Auftakt mit einer Vorrundenniederlage gegen Gastgeber Ungarn (40:60), bei der sich auch Bessoirs Trainingsrückstand zeigte. Doch nach deutlichen Siegen gegen Litauen (75:50) und Tschechien (90:37) erreichte das Team das Halbfinale gegen Europameister Spanien - wo es allerdings 39:44 unterlag. Nach einer weiteren Niederlage gegen die Türkei im Spiel um Platz drei beendeten die deutschen Basketball-Mädchen das EYOF auf dem vierten Platz. Bessoir wurde in drei Partien Topscorerin. Von Geyr pausiert Das Basketball-Frauenteam der TS Jahn München ist ohne Magdalena von Geyr kaum vorstellbar. Doch im September, wenn die neue Saison beginnt, muss der Zweitligist auf seine Spielführerin und Topscorerin verzichten. Die ehemalige Nationalspielerin ist schwanger, Ende November erwartet sie ihr Baby. Ganz aufhören mit dem Sport will die 33-Jährige nicht. "Zunächst ist nur eine Pause angedacht", sagt sie. Dass Basketball ihre große Leidenschaft ist, bewies von Geyr noch Anfang Juli: "Da sind wir mit Deutschland Ü-30-Weltmeister geworden." Die mehr oder weniger privat organisierte WM fand in der Toskana statt. Von Geyr spielte mit Caroline Sterner im deutschen Team zusammen, das Chile im Finale besiegte. Mit Sterner war sie einst in der Bundesliga für den MTSV Schwabing aktiv. Von Geyrs Ausfall ist eine enorme Schwächung für Jahn München, zumal Jezabel Ohanian ihre Karriere beendet hat und Nachwuchshoffnung Leonie Fiebich wegen eines Kreuzbandrisses nicht einsetzbar ist. Verstärkung aus dem Ausland kann und will sich der Vorjahressiebte nicht leisten. "Die jungen Spielerinnen müssen jetzt Farbe bekennen", fordert Jahn-Manager Armin Sperber. Einige Talente aus der Nachwuchsbundesliga sollen Verantwortung übernehmen, etwa Emily Bessoir, 15, oder Johanna Häckel und Lea Pfeifer, beide 16. Kontinuität herrscht beim Jahn auf der Trainerbank. Rüdiger Wichote, 47, seit 2011 im Amt, hat seinen Vertrag verlängert. Karl-Wilhelm Götte Das EYOF war mehr als nur ein Vorbereitungsturnier. "Jedes Mal, wenn ich das Deutschland-Trikot tragen darf, ist das eine Riesenehre für mich", sagt Bessoir. Auch Bundestrainer Mienack hatte zuvor gesagt: "Wir sind stolz, dabei zu sein." Dennoch habe die anstehende WM natürlich den noch größeren Stellenwert. Dort kann der Nationalcoach vor allem auf seine Verteidigung bauen, eine der Kernkompetenzen der Rebound-starken, groß gewachsenen deutschen Mannschaft. Aber eben auch auf Bessoirs Vielseitigkeit. "Ob auf dem Flügel, direkt am Korb, oder auch mal als Stütze für die Aufbauspielerinnen: Emmy kann der Mannschaft auf fast allen Positionen helfen", sagt Mienack.
Sport in der Region
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Welcher Titel würde am besten zu diesem Inhalt passen?
Mit ein wenig Sarkasmus in der Stimme bedankte sich Thomas Seethaler hernach bei Daniel Bierofka, dafür, dass er Nico Karger schon nach einer guten Stunde ausgewechselt hatte. Die Niederlage im Toto-Pokal-Achtelfinale wäre für den FC Unterföhring womöglich sogar noch höher ausgefallen als 0:4, verdient gewesen wäre es allemal nach dem total verkorksten Auftritt beim TSV 1860 München. Karger blieb der einzige Torschütze an einem stimmungsvollen Abend, der mit einem "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" aus der Westkurve endete, in Anspielung daran, dass der Sieger des Toto-Pokals für den DFB-Pokal qualifiziert ist. Bis Berlin müssten allerdings trotzdem erst noch acht weitere Spiele gewonnen werden. "Ab jetzt geht's rund", sagte Karger nach dem Spiel. Für die Auslosung am Freitag habe er keinen Wunschgegner, Lichtenfels nahe seiner Heimat sei ja gegen Würzburg ausgeschieden. Abseits der Pokal-Träumereien der Fans brachte der Dienstagabend für den Löwencoach schon einmal eine für die Gegenwart wichtige Erkenntnis: Daniel Bierofka hatte gesehen, dass seine jungen Spieler auch ohne die Leitlöwen Timo Gebhart (verletzt) und Sascha Mölders (geschont) selbstbewusst aufspielen können. Auch den verletzten Abwehrchef Felix Weber kann man schon zu den Routiniers zählen, er wurde durch Aaron Berzel ersetzt. Dass dabei ausgerechnet Nico Karger, auf dem Feld einer der dienstältesten Sechziger, einen besonders schönen Abend verlebte, dürfte Bierofka besonders gefreut haben. Schon deshalb, weil die Mannschaft, Karger inklusive, zuletzt eine schlechte Chancenauswertung gezeigt hatte. "Er hat einiges drauf", findet der Trainer. Als ehemaliger U-21-Coach kennt er den 24-jährigen Stürmer schon recht lange. Doch Karger hatte es nicht immer leicht. 100 Regionalliga-Spiele hat der Flügelstürmer schon bestritten, gemessen an seiner Zeit bei 1860 (seit 2009) ist das gar nicht einmal viel. Dass der vom früheren 1860-Nachwuchsleiter Ernst Tanner entdeckte Oberfranke noch kein gestandener Profispieler ist, liegt zum einen daran, dass er in seinen wenigen Zweitliga-Einsätzen noch kein Tor erzielt hat. Vor allem aber daran, dass er viel Verletzungspech hatte. Zu allem Überfluss traf es ihn oft zum Saisonstart, wenn es darum geht, sich in die Stammelf zu spielen. 2015 lief es dann mal richtig gut, von Oktober an schoss Karger plötzlich sieben Tore in acht Spielen, eines davon beim Derbysieg gegen den FC Bayern II. So erhielt er im März 2016 einen Profivertrag - und fehlte beim darauffolgenden Saisonstart wieder wegen eines Kapselrisses. Und weil Karger eher zu den ruhigeren Typen seiner Branche gehört, wurde es immer wieder aufs Neue recht still um ihn, wenn er mal eine Weile fehlte. Diesmal war er von Anfang an dabei und hat in Liga und Pokal schon neun Tore erzielt. "Außen war's einfach, sie hatten großen Lücken zum Innenverteidiger" sagte Karger über seine Treffer gegen Unterföhring. Er tobte sich aus und schoss unterschiedliche Tore: ein Schlenzer zum 1:0, platzierte Schüsse zum 2:0 und 3:0, ein Abstauber zum 4:0. Er tobte sich aus. Ein paar Tage davor hatte er, positiv formuliert, noch viel dazugelernt. Und erfahren, was er nicht so gut kann: "Ich bin kein Spielmacher", sagt er jetzt mit einem Lächeln. Beim 0:0 am vergangenen Freitag gegen den FC Ingolstadt II wurde Karger früh für den verletzten Gebhart eingewechselt und musste zentral hinter den Spitzen ran. Das gefiel ihm gar nicht, auf dem Flügel fühlt er sich wohl. "In diesem System weiß jeder, was er zu tun hat", sagt er über das offensive 4-3-3, in dem sich die vielen jungen Spieler nun austoben können. Bei Karger ist es eben so: Er muss sich wohlfühlen, um zu treffen. Aber wenn es dann mal so weit ist, dann geht's rund.
Zurück in der Wohlfühlzone
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Was wäre eine aussagekräftige Überschrift für diesen Text?
Nur noch ein letztes Hindernis liegt zwischen Arrivederci und einer Portion Hafer. Ein letztes Mal muss der Hengst die Stangen in 1,45 Meter Höhe überspringen. Lawrence Greene sitzt angespannt und fokussiert im Sattel. Er forciert das Tempo, Arrivederci stößt sich kraftvoll von den Hinterbeinen ab und - geschafft! Als Greene und sein Pferd fehlerfrei den Parcours der Zwei-Phasen-Springprüfung hinter sich haben, wird es zum ersten Mal so richtig laut in der Olympiahalle. Keiner erhält an diesem Freitagabend so viel Applaus wie das Paar aus München. "Die Munich Indoors sind für mich immer ein Highlight", sagt Greene über sein Heimturnier. Der 27-Jährige ist in Dachau aufgewachsen. Er ist ein waschechter Bayer, auch wenn es sein Name nicht vermuten lässt. Ähnliches gilt übrigens für Arrivederci, den 15 Jahre alten bayrischen Staatshengst. "Wir sind also ein rein bayrisches Paar", erklärt Greene die Begeisterung auf der Tribüne. Am Ende reicht seine Vorstellung für den elften Platz im Preis von J.J. Darboven. "Das lief super, ich bin sehr zufrieden", sagt Greene. Generell ist er mit seinen Auftritten bei der viertägigen Pferdesportveranstaltung in der Landeshauptstadt ganz glücklich. Am Samstag landete er im Gold Cup mit DSP Askoto auf einem für ihn starken neunten Rang. Nach einem fehlerfreien Ritt - und unter dem großen Jubel der Zuschauer - verließ ihn im Stechen allerdings das Glück. Der zehnjährige Wallach verweigerte gleich am ersten Hindernis, Greene schied aus. Bei den Munich Indoors konnte er also nicht ganz an den Erfolg von vor knapp zwei Wochen in Nürnberg anknüpfen. Damals gewann er erstmals in seiner Karriere das Bayernchampionat. "Dort messen sich die besten Reiter Bayerns. Das war schon richtig gut", erzählt Greene mit einem Lächeln. An den besten Moment in seiner Karriere reicht das allerdings nicht ganz heran. Vor gut einem Jahr gewann er mit der deutschen Mannschaft den Nationenpreis in Bratislava. Der Höhepunkt seiner Karriere, wie Greene selbst sagt. "Dann kommt das Bayernchampionat." Marcus Ehning, (r.), "Rider of the Year", bespritzt den Zweiten Philip Rüping mit Champagner. Für die Abreise aus München hat er nun ein paar PS mehr. Angefangen hat für ihn alles mit der Leidenschaft seiner Mutter. Über die begeisterte Amateurreiterin bekam er Zugang zum Pferdestall, landete eines Tages auf dem Rücken eines Ponys und fand Gefallen am Reiten. Als ein neues Pony in den Stall kam, lief es nicht mehr so gut. "Mit dem hatte ich kein Glück", erzählt der Dachauer. "Das hat mich immer runtergeworfen." Greene legte eine Pause von der Reiterei ein. Erst nach langer Zeit traute er sich wieder auf ein Pferd. Doch dann hatte er "richtig Spaß". Mit der Ausbildung zum Profireiter machte Greene sein Hobby zum Beruf. Im August 2015 eröffnete er gemeinsam mit seiner Mutter eine eigene Reitanlage in Ampermoching im Landkreis Dachau. "Viele haben mir gesagt: ,Nee, bau keinen Stall. Da hast du nur Ärger, Ärger, Ärger'." Greene baute trotzdem und bereut nichts: "Es ist viel Arbeit, aber ich habe auf jeden Fall richtig Spaß." In dem Pensions- und Ausbildungsbetrieb ist Platz für 42 Pferde, einige davon trainiert Greene. "Was mich so unheimlich fasziniert, ist die Ausbildung der jungen Pferde, zu sehen, wie sie wachsen, und ihr Potenzial zu fördern - und wenn man mit ihnen dann auch Erfolg hat." Damit meint er unter anderem den Gewinn des Bayernchampionats mit Arrivederci, den Greene ebenfalls schon seit Jahren selbst trainiert. Und viele weitere Erfolge sollen noch folgen. Greenes Traum ist es, in die Weltspitze des Springreitens vorzustoßen. "Mal ist man ein Stück näher dran, mal wieder ein Stück weiter Weg", beschreibt er den schwierigen Weg nach oben. Ein Erfolg wie der in Nürnberg gebe aber natürlich Rückenwind. Den kann er gut gebrauchen, wenn er sich wie in München mit der internationalen Springreiterelite messen möchte. "Dieses Jahr ist hier ein sehr gutes Starterfeld um Marcus Ehning und Ludger Beerbaum dabei", sagte Greene. Das sei auch dem Parcoursbauer bewusst, der diesen entsprechend anspruchsvoll gestalte. "Man muss sein Pferd sehr gut kennen, man muss wissen, wie es reagiert. Nur dann ist es möglich, fehlerfrei durchzukommen." Greene gelang das an diesem Wochenende mehrmals, die Stars der Szene um Olympiasieger Beerbaum und Ehning gaben sich aber keine Blöße. Letzterer avancierte am Wochenende zum Gewinner der Munich Indoors, der von den insgesamt 30 000 Zuschauern nach jedem seiner zahlreichen Siege frenetisch gefeiert wurde. In gleich drei Serien holte sich der 42-Jährige den Gesamtsieg, der bedeutendste war der Gewinn der Riders Tour. Nach zuvor fünf zweiten Plätzen bei einem der bedeutendsten Spring-Wettbewerbe Deutschlands darf sich Ehning nun endlich Rider of the Year nennen - und dafür mit einem neuen Maserati nach Hause fahren. "Wir haben tollen Sport gesehen, und auch die Stimmung war toll", sagte Veranstaltungschef Volker Wulff. Lawrence Greene ist mit seinen Auftritten bei den Munich Indoors "sehr zufrieden". Auf Lawrence Greene wartete kein Luxussportwagen. Mit der Elite konnte er bei den Munich Indoors 2016 noch nicht mithalten. Doch er ist zuversichtlich, dass "diese Leute" in Zukunft ärgern kann. Das Münchner Publikum würde ihm zujubeln.
Pferdesport - Auf dem Sprung
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Gib diesem Text eine ansprechende Überschrift.
So eine Serie hatte es lange nicht mehr gegeben für den SV Pullach: Drei Partien hatte der Titelverteidiger der Bayernliga Süd zuletzt nicht gewonnen, den beiden Remis gegen Kirchanschöring und Rain folgte zuletzt eine 0:3-Schlappe im Spitzenspiel gegen den neuen Spitzenreiter Heimstetten am Dienstag. Dass diese Resultate Spuren hinterlassen hatten bei den Isartalern merkte man in der Anfangsphase des Spiels bei Abstiegskandidat TSV Landsberg: Frühzeitig lag die Elf von Trainer Frank Schmöller 0:1 zurück, doch am Ende hieß es 2:1 für den Sportverein von der Gistlstraße. "Trotz der schwierigen Woche und des frühen Dämpfers haben wir eine ganz starke Reaktion gezeigt. Ein hochverdienter Sieg", resümierte Schmöller. Dass sein Team schon in der fünften Minute in Rückstand geriet, führte der Pullacher Übungsleiter auf einen dreifachen Fehler zurück: "Zuerst schätzen wir einen Diagonalball falsch ein, dann machen wir auf Strafraumhöhe ein Foul und schließlich verlieren wir den Torschützen beim Freistoß total aus den Augen", kritisierte der Coach. Sebastian Bonfert konnte ungehindert zum 1:0 für Landsberg einköpfeln. Es folgte eine ganz starke Drangphase der Pullacher, die aber einen Haken hatte: Der Ball wollte nicht ins Tor. Ludwig Reischls abgefälschter Versuch landete auf der Latte, Lukas Dotzler scheiterte an Torwart Philipp Beigl, Niklas Mooshofer köpfelte aus fünf Metern vorbei, Alexander Benede knapp übers Tor und Reischls Schuss aus fünf Metern klärten die Landsberger auf der Linie. "Da habe ich mich schon gefragt, ob das heute noch was wird mit einem Tor", sagte Schmöller. Doch seine Elf blieb fokussiert - und wurde in der 65. Minute belohnt: Michael Hutterer schlenzte die Kugel aus 20 Metern in den Winkel (65.). "Ein wunderschönes Tor, Mike ist mit seiner Erfahrung vorangegangen", lobte Schmöller. Es sollte der Türöffner für die Pullacher sein, fünf Minuten später drehte Dotzler die Partie endgültig, einen Konter schloss er mit einem satten Flachschuss aus 18 Metern ab, mit seinem 17. Saisontor übernahm er wieder die Spitze in der Bayernliga-Torschützenliste. Es war das Siegtor für die Raben, die nun in Lauerstellung auf Rang zwei hinter dem SV Heimstetten liegen. Schmöller stapelt erst einmal tief: "Heimstetten hat eine massive Mannschaft, die Offensive ist kaum zu kontrollieren." Dennoch sei sein Team keineswegs aus dem Meisterrennen: "Wir sind Titelverteidiger und unser Rückstand beträgt nur zwei Punkte, nicht zwölf."
SV Pullach - Serie beendet
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Formuliere eine treffende Überschrift für den folgenden Text.
Eine 2:0-Führung gegen den deutschen Meister verspielt, Abwehrroutinier Nikolai Duda auf dem Weg ins Krankenhaus und der direkte Wiederabstieg zwei Spieltage vor Saisonende: Die Hockey-Männer des Münchner Sportclubs hatten am vergangenen Sonntag alle Zutaten zusammengetragen, die für Frustration und düstere Zukunftsprognosen nötig sind. Unmittelbar nach dem Abpfiff des 2:3 (2:0) gegen den Mannheimer HC war die Ernüchterung auch überall auf dem Klubgelände zu spüren und zu hören. Ausgehebelt: Sten Brandenstein (li.) und seine Kollegen wehrten sich gegen den deutschen Meister Mannheimer HC nach Kräften, verloren aber nach einer 2:0-Führung das Spiel - und damit den Kampf um den Klassenerhalt. "Super unnötig" kommentierten Zuschauer wie Beteiligte, und meinten damit sowohl das Spiel als auch den Abstieg. Torhüter Frederik Gürtler lehnte derweil einsam am Fangzaun hinter seinem Kasten, seine Mitspieler lagen auf dem Kunstrasen verteilt. "Wir haben eigentlich gedacht, dass Mentalität Qualität schlagen kann, und das auch eine Halbzeit lang gezeigt - wie bitter, dass wir jetzt trotzdem mit leeren Händen dastehen", sagte Trainer Patrick Fritsche angemessen enttäuscht. Doch sein Gesichtsausdruck sagte etwas ganz anderes: Fritsche lächelte. Nicht gequält wie jemand, der die Sache professionell hinter sich bringen will, sondern wie einer, der noch nicht fertig ist und sich darüber freut. Das Spiel war bezeichnend für die Saison", sagte Kapitän Felix Greffenius, der wohl aufhört Fritsche steht nach seinem ersten Jahr außerhalb jeder Diskussion, Klub und Spieler sind hoch zufrieden mit ihm. Dass er so kurz nach der schmerzhaften Niederlage aber schon Sinn für die Zukunft hatte, mochte auch daran liegen, dass der Abstieg den MSC nicht unerwartet erwischte. "Das Spiel war bezeichnend für die Saison", sagte Kapitän Felix Greffenius, "man hatte in jedem Spiel das Gefühl, dass wir eine Chance haben, wenn wir am Maximum spielen - aber oft hat das Spielglück oder auch der letzte Biss gefehlt." Keeper Gürtler ergänzte: "Dass die drüben individuell einen Ticken besser sind, ist in der Liga halt so; wir haben es nicht geschafft, über 60 Minuten dagegenzuhalten." Obwohl der MSC oft unglücklich verlor, war es in der Summe nicht knapp. Bereits am dritten Spielwochenende war der Aufsteiger in die Abstiegszone gerutscht und hatte sie nicht wieder verlassen. In der Rückrunde hatte sich das junge Team an das Niveau gewöhnt und insbesondere gegen stärkere Gegner ansehnliche Vorstellungen abgeliefert. Gegen direkte Konkurrenten blieben Punkte dagegen Mangelware. Auch am vergangenen Wochenende hatte der MSC das wichtigere Samstagsspiel gegen Tabellennachbar TSV Mannheim mit 1:3 (1:1) verloren. Für einen optimistischen Blick nach vorn spricht jedoch, dass der MSC im männlichen Bereich, über dem der unvermeidliche Umbruch jahrelang wie ein Damoklesschwert schwebte, wieder eine Perspektive hat. Der Aufstieg platzte mitten in den Verjüngungsprozess und kam für die Jüngsten im Kader damit womöglich ein Jahr zu früh. "Zumindest, um gleich in der Liga zu bleiben", schränkte Greffenius ein. Auf Sicht hätten seine Mitspieler, von denen einige halb so alt sind wie der 34-Jährige, dagegen "brutal viel gelernt". Er betrachtet das Team deshalb für die kommende Saison gleich wieder als Aufstiegskandidaten. Greffenius allerdings geht wohl gemeinsam mit Duda, der am Sonntag einen Ball ans Knie bekam und eine Platzwunde davontrug, Maximilian Stephan und Florentin Burkhardt als einer der letzten verbliebenen Routiniers in Hockey-Rente, auch wenn Trainer Fritsche die Hoffnung auf einen Aufschub noch nicht aufgegeben hat. "Mit denen werde ich auf jeden Fall noch ein Kaltgetränk nehmen, und dann schauen wir mal", sagte er, "denn sie sind einfach prägende Gesichter für diesen Klub." Der Trend beim Rest der Mannschaft geht laut Greffenius in Richtung MSC. "Die Jungen werden weitestgehend zusammen bleiben, die sind alle eng befreundet. Es sollte sich jeder genau überlegen, ob er aus dieser Mannschaft weggeht", sagte er. Der Verein plant den sofortigen Wiederaufstieg. Und ein zweites, so wichtiges Kunstrasenfeld Um zu gewährleisten, dass es auch weiterhin ausreichend Talente aus der eigenen Jugend in die Bundesliga-Teams schaffen, will der MSC im kommenden Jahr einen zweiten Kunstrasen bauen. "Wir bewegen uns absolut an der Kapazitätsgrenze", sagte Abteilungsleiter Frank Ommert, der den zweiten Platz "unser derzeit wichtigstes Projekt im Hockey-Bereich" nannte. Der Spendenstand für die Eigenbeteiligung erreichte am vergangenen Wochenende 260 000 Euro, 300 000 hat der Klub als Ziel ausgegeben. Vorbehaltlich der letzten Genehmigungen soll der neue Kunstrasenplatz im Frühjahr 2019 gebaut und außerdem die Matte des aktuellen Platzes ausgetauscht werden, so dass zur Saison 2019/20 zwei Plätze zur Verfügung stehen. Befreiungsschlag für MSC-Frauen München - Die Hockey-Frauen des Münchner Sportclubs haben sich beim 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den Vorletzten TSV Mannheim am vergangenen Samstag drei wichtige Zähler im Abstiegskampf der ersten Bundesliga gesichert. Bei noch zwei ausstehenden Spielen hat das Team von Trainer André Schriever nun vier Punkte Vorsprung auf den TSV und damit auch auf die Abstiegsplätze. Dass die Partie gegen den drittplatzierten Mannheimer HC am Sonntag mit 0:3 (0:0) verloren ging, konnte Schriever deshalb aus tabellarischer Sicht verschmerzen. "Hätte ich mir einen Sieg aussuchen müssen, hätte ich den am Samstag genommen. Wir haben es jetzt in der eigenen Hand - also alles in Ordnung", sagte er. Das entscheidende Tor gegen den TSV hatte Jacqueline Dorner erzielt (40.). Angesichts des Spielverlaufs hätte Schriever aber auch am Sonntag gegen den Mannheimer HC gerne mindestens einen Punkt in München behalten, weil er sein Team eine Halbzeit lang als "die klar bessere Mannschaft" gesehen hatte. "Überhaupt waren wir abgesehen von der Frage, wie man Konter ausspielt, auf Augenhöhe", sagte er. "Die waren einfach effektiver als wir", befand auch Kapitänin Michelle Strobel, "aber wir waren gestern auf den Punkt da und haben heute gezeigt, was wir spielerisch können, das war unglaublich wichtig." Nach der bislang durchwachsenen Rückrunde mit bis zum vergangenen Wochenende lediglich einem Sieg aus sieben Spielen habe sich das Team sein Selbstvertrauen zurückerobert, sagte Strobel weiter. Vor den letzten beiden Saison-Partien sei ihr deshalb nicht bange. KF Geht es nach Fritsche, weihen seine Spieler ihn mit Erstliga-Hockey ein. Er hoffe, "dass es hier nächstes Jahr eine gute Aufstiegsparty gibt". Für die anstehende Zweitligasaison stellte er seinem Team neben Erfolgserlebnissen vor allem offensiv größere Entfaltungsmöglichkeiten in Aussicht. "Wir haben im ersten gemeinsamen Jahr geschafft, unseren Charakter zu finden", sagte er bezogen auf die gegen individuell überlegene Gegner sehr defensiv geprägte Spielweise, und fügte hinzu: "Im zweiten Jahr dürfen wir jetzt unsere spielerische Klasse finden." Gewissermaßen eine Art Zirkeltraining mit sehr langen Stationen. Auch emotional.
Der letzte Biss fehlt
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Welcher Titel würde den Kern des Artikels am besten erfassen?
Es hätte so schön sein können, so passend in diese besinnliche Zeit, eine regelrechte Weihnachtsschnulze: Der Trainer quengelt, das Präsidium bremst, ein bisschen Gepolter, Nachdenken, Einsicht, Aufeinanderzugehen, und: Bo McCalebb liegt unter dem Weihnachtsbaum. Hätte. Denn der schnöde Mammon macht aus dem Weihnachtsmärchen der Bayern-Basketballer eine Weihnachts-Hängepartie. Ob Bo McCalebb in München bleibt, ist weiterhin ungewiss. Jeden Moment könnte sich eine Entscheidung ergeben, oder auch nicht, es wird ständig verhandelt. Der deutsche Meister würde den Amerikaner mit mazedonischem Pass zu gern behalten, Trainer Svetislav Pesic habe mehrmals mit ihm gesprochen und erkannt, dass sich der amerikanische Spielmacher nicht nur ein paar schöne und gut dotierte Wochen in der Landeshauptstadt machen möchte. "Er will bleiben, er ist sehr interessiert, er ist sehr motiviert", teilte Pesic am Dienstagnachmittag mit. Seine Einstellung habe er zudem in der Partie in Braunschweig offenbart, findet Pesic, als McCalebb erneut zu den Besten im Team gehörte. Und: "Weil er ohne Vertrag in Braunschweig gespielt hat", so Pesic, "das habe ich noch nie bei einem Spieler erlebt." Auch McCalebb hat mitgeteilt, dass er gerne bleiben würde. Aber wohl nicht unter Wert. Jetzt muss Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic erst mit Eric Fleisher eine Einigung finden, was sich nicht nur räumlich recht schwierig zu gestalten scheint. Fleisher ist McCalebbs Agent, lebt in Chappaqua im Bundesstaat New York und genießt den Ruf eines ausgebufften Vertreters seiner Zunft mit besten Kontakten in die NBA. Man kann in einem dieser kleinen Youtube-Filmchen sogar an Fleishers Verhandlungen mit dem damaligen italienischen Meister Montepaschi Siena teilhaben. Der Agent hat darin für seinen Klienten mehr als zwei Millionen Dollar Jahresgehalt herausgekitzelt, in einem ähnlichen Bereich hat sich dem Vernehmen nach das Salär des Amerikaners auch bei seinem letzten Klub Fenerbahce Istanbul bewegt. McCalebb führte die Mazedonier 2011 völlig überraschend zum vierten Platz bei der EM, wurde zum besten Spielmacher des Turniers gewählt. Bei allen seinen bisherigen Vereine in Europa wurde er mit Ehrungen überhäuft, gewann die serbische, italienische und türkische Meisterschaft, führte Belgrad und Siena in das Euroleague-Final-Four, man darf den Spieler in Europa zu den Schwergewichten im Basketball zählen. Ob und wie lange er beim FCB bleibt, wird sich in Kürze zeigen. Denkbar ist auch eine Vertragsverlängerung, bis Point Guard Vasilije Micic wieder fit ist. Der Serbe wird noch vier Wochen fehlen. McCalebb wird jedenfalls in der Teamaufstellung für die beiden nächsten Heimspiele am Freitag (17 Uhr) gegen die Artland Dragons und am kommenden Dienstag gegen Ulm (20.30 Uhr) geführt. Sein Bleiben wäre zweifellos eine enorme Verstärkung für die Bayern im Kampf um die Meisterschaft, wie auch im Eurocup, der mit dem Heimspiel gegen das französische Team JDA Dijon am 7. Januar (20.15 Uhr) beginnt. Ob mit oder ohne den amerikanisch-mazedonischen Point Guard, die kommenden Wochen werden für die Münchner richtungsweisenden Charakter haben. Nach Artland und Ulm folgt das Auswärtsspiel in Bamberg, allesamt ernste Konkurrenten im Ringen um einen möglichst guten Playoff-Platz. Da haben nach wie vor die ungeschlagenen Berliner die Nase vorn, die Bayern und Bamberg folgen mit je drei Niederlagen. Diese Teams wähnt auch FCB-Coach Pesic am Ende vorne, der keinen Hehl daraus macht, wie wichtig der erste Platz nach der regulären Saison ist. Er will bleiben, er ist sehr interessiert, er ist sehr motiviert", sagt Bayern-Trainer Svetislav Pesic über seinen Spielmacher Bo McCalebb. Seine Mannschaft wird einiges dafür tun müssen, geruhsam werden für die Spieler weder die Weihnachtstage noch der Jahreswechsel. Immerhin: Am 24. Dezember bittet Pesic nicht zum Training, und an Silvester müssen seine Profis nur vormittags üben. Denn auch ohne Euroleague bleibt das Programm für den deutschen Meister sehr fordernd, auch wenn die Strapazen im zweitklassigen Eurocup nicht ganz so groß sind. "Für uns ist der Eurocup sehr wichtig", erinnert Pesic an die Bedeutung des internationalen Geschäfts für seine Basketballer, was sie von der kickenden Edelsparte unterscheide. Dann sendet der Trainer noch eine Weihnachtsbotschaft an alle Konkurrenten, die den Meister in einem kleinen Tief wähnen: "Wir werden kämpfen bis zum Umfallen." Mit oder ohne Bo McCalebb.
Weihnachts-Hängepartie
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Schreibe eine knappe Schlagzeile, die den Lesern das Wesentliche dieses Artikels vermittelt.
Den 19. März 2005 vergessen Dachaus Volleyballer nicht so schnell. An jenem Samstag trug der ASV sein letztes Heimspiel in der ersten Liga aus, das 0:3 gegen Eltmann passte zur damaligen Untergangsstimmung. Zu dritt standen sie am Schalter und machten das Licht aus, erinnert sich der heutige ASV-Geschäftsführer Andreas Wilhelm. Der symbolische Akt war zugleich die letzte Pointe des Niedergangs eines Traditionsvereins, der unter Trainer Stelian Moculescu in den Neunzigern zweimal deutscher Meister, Pokalsieger und 1996 Champions-League-Finalist war. Und kurz nach dem Spiel gegen Eltmann in die Insolvenz schlitterte. An diesem Dienstag, fast 13 Jahre später, kehrt zumindest für einen Abend wieder Erstliga-Flair in die alte Georg-Scherer-Halle zurück: Lüneburg, Pokalfinalist von 2015 und aktuell Tabellenfünfter, stattet dem Drittligisten Dachau einen kurzen Pokalbesuch ab. "Die Aufregung steigt", sagt ASV-Trainer Dominic von Känel. Es ist schon alleine eine kleine Sensation, dass sich Dachau mit seinen nun acht unter 18-Jährigen ins Pokal-Achtelfinale gespielt hat, wo der ASV neben Kiel der einzige Drittligist ist. Zustande kam diese Konstellation durch einen so überraschenden wie furios herausgespielten Dachauer 2:0-Erfolg im bayerischen Pokalfinale gegen - Achtung, Pointe - den Zweitliga-Spitzenklub Eltmann. Die Unterfranken waren vergangene Saison sogar Meister geworden, hatten aber aus finanziellen Gründen auf die Erstliga-Rückkehr verzichtet. Den Ruf, ein Pokalschreck zu sein, haben sich Vincent Graven, 17, Benedikt Sagstetter, 16, Simon Pfretzschner, 15, und all die anderen Protagonisten des neuen Dachauer Jugendstils also schon erarbeitet. Und in der dritten Liga haben sie in ihren bisherigen drei Heimspielen keinen einzigen Satz abgegeben. "Es ist psychologisch schwer, gegen uns zu spielen, weil wir Kinder sind", sagt von Känel, der mit 23 Jahren selbst noch nicht so lange erwachsen ist: "Aber unsere weiße Heimweste wird nach dem Spiel wohl nicht mehr so weiß sein. Die sind uns athletisch mega überlegen. Es muss jedem bewusst sein, dass wir wahrscheinlich keinen Blumentopf gewinnen." Die Vorfreude auf das Spiel des Jahres ist trotzdem spürbar im Klub. Seit Wochen schon gebe es kein anderes Thema mehr, berichtet von Känel, selbst die Schiedsrichter hätten am vergangenen Samstag vor dem Ligaheimspiel gegen Deggendorf nur vom Pokal-Highlight gesprochen. Seine Bedenken, dass die bevorstehende Lüneburg-Partie den Blick seiner Junioren für den Alltag trüben könnte, zerstreuten sich aber schnell. Der Tabellendritte Dachau fegte Verfolger Deggendorf mit 3:0 vom Feld - den zweiten Satz entschied Graven mit zehn mächtigen Aufschlägen in Serie fast im Alleingang. Nach der Partie wurde Graven zum wertvollsten Spieler gewählt und sagte im Hinblick auf das Pokal-Achtelfinale: "Das Haus wird beben." Für ein Volleyball-Fest ist jedenfalls alles angerichtet. Von Känel hat extra den Termin von Mittwoch auf Dienstag verlegen lassen, um ein Parallelspiel zum Pokalkracher Alpenvolleys gegen Herrsching zu vermeiden, das nur 40 Kilometer südlich in Unterhaching stattfindet. Anders als in der dritten Liga wird es neben den beiden Schiedsrichtern auch zwei Linienrichter geben. Außerdem ist ein E-Score-System Pflicht, um das Spiel auch online im Liveticker verfolgen zu können. Aber das dürfte für die technisch versierten Dachauer unproblematisch sein. Immerhin haben sie ja seit kurzem auch ihre eigene App. Von Känel wird vor der Partie noch Dinge üben, die ein Drittligist gegen einen Erstligisten gut gebrauchen kann. Risiko-Aufschläge zum Beispiel. Oder den Passivblock, bei dem es das Ziel ist, den Ball im Spiel zu halten - und nicht direkt auf des Gegners Boden zu blocken. Bei der übermächtigen Abschlaghöhe Lüneburgs sind viele direkte ASV-Blocks auch illusorisch. Dachaus Junioren müssen übrigens am Dienstag nur bis 11 Uhr zur Schule, um sich möglichst optimal auf das Spiel vorbereiten zu können. "Nerven bewahren und uns nicht anzicken", gibt Coach von Känel dann fürs Spiel vor: "Und wir feiern jeden Punkt so, als hätten wir gerade die Champions League gewonnen." Fast wie damals, im Jahr 1996.
Sport in der Region
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Wie könnte man diesen Inhalt in einer kurzen Schlagzeile zusammenfassen?
Es ist anzunehmen, dass Heiko Vogel bei den Ansprachen an seine Mannschaft nicht mit den Worten des bedeutenden deutschen Dichters und Dramatikers Friedrich von Schiller spricht. Um ehrlich zu sein, will man das gar nicht so genau wissen, denn im Fußball sind die Aphorismen gröberer Natur, da geht es etwa um Gras, das man zu fressen habe. Außerdem sind die Umkleiden einer Sport-Gemeinschaft zu den klandestinen Orten dieser Republik zu zählen. Vogels Worte aber wollen wohl gewählt sein, nicht nur weil er als lahme Ente zum Personal spricht - sein Abschied ist bereits beschlossene Sache. Und sportlich ist die Spielzeit für den FC Bayern II redundant. In solch einer Situation bleibt einem sportlich Verantwortlichen meist nur das eine: an den Charakter der (Noch-)Schutzbefohlenen zu appellieren. Doch vielleicht naht Vogel Unterstützung von gänzlich unerwarteter Seite: den Hormonen. Nein, das ist kein kriegerischer Volksstamm aus Vogels Pfälzer Heimat, der mit Saumagen und Flääschknepp zu Hilfe eilt. Es geht um den Einfluss von Jahreszeiten auf das Gemüt - was wissenschaftlich belegt ist. Passender Weise steht der Lenz vor der Tür. Der Frühling wirkt bekanntlich positiv auf den menschlichen Organismus, wie nicht nur der Endokrinologe weiß. Mittels einfacher Formel: Mehr Licht ist gleich weniger Schlaf- und mehr Glückshormon. Das Ganze hat mit der Zirbeldrüse zu tun, dem so genannten dritten Auge, mit Reizen, Botenstoffen, Verdauung und dem Tag-Nacht-Rhythmus. Im konkreten Fall soll der Frühling also die FCB-II-Kicker beflügeln, das ging am Sonntag beim 0:2 im kleinen Derby schon mal ordentlich daneben. Bei den FCB-Profis scheinen die hormonellen Helferlein dagegen ganz gut zu wirken. Auch wenn böse Zungen behaupten, das liege am Trainer, denn in den vergangenen Jahren war dieser Effekt eher nicht zu beobachten. Seit der Gemütsmensch Carlo Ancelotti aber den Perfektionisten Guardiola ersetzt hat, flutscht es mit den Frühlingsgefühlen bei den Bayern-Kickern. Wäre das nicht auch eine Idee für die Münchner Reserve, sich ein bisschen in Richtung Dolce Vita zu orientieren? Und ganz nebenbei: Resveratrol ist gut für Herz, Gehirn und Immunsystem. Das ist zwar kein Hormon, aber ein Bestandteil von Rotwein.
Linksaussen - Rotwein für die Zirbeldrüse
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Was wäre ein passender Titel für diesen Artikel?
Dass die Hitze auch Nicole Gadient zu schaffen machte, konnte man erkennen, als sie bei einem Seitenwechsel ihr Handtuch vergaß. Sie war schon auf der Bank angekommen, als sie feststellte, dass es noch auf dem Abziehbesen lag, wo sie es zwei Spiele davor platziert hatte. Der Schweiß rann ihr in Bächen über das Gesicht. Also ging sie zurück, um das Handtuch zu holen. Dabei wollte sie eigentlich jeden Meter sparen an diesem Tag, an dem die Temperatur in Ismaning weit über 30 Grad kletterte. Vor allem auf dem Tennisplatz, wo Gadient am Freitag ihren Dienst verrichten musste. "Chum jetzt", rief sich die Schweizerin immer wieder zu. Die Partie gegen die Qualifikantin Emily Richter hatte sich die 16-Jährige aus Adliswil bei Zürich einfacher vorgestellt. Gadient hatte am Vortag bei den bayerischen Tennismeisterschaften Aufsehen erregt, als sie die an Position vier gesetzte Sophia Mejerovits vom MTTC Iphitos 6:2, 6:0 besiegte. Wie Richter musste sich auch Gadient erst durch die Qualifikation einen Platz im Hauptfeld erspielen. Es kommt selten vor, dass eine Qualifikantin eine der Turnierfavoritinnen so überlegen schlägt, wie Gadient es getan hat. Mejerovits, eine der besten deutschen Spielerinnen ihres Jahrgangs, wusste aber gleich, dass ihr da keine gewöhnliche Qualifikantin gegenüberstand, sondern eine, der kraft ihrer Spielstärke eigentlich ein Platz im Hauptfeld hätte zustehen müssen. Die beiden waren sich vorher schon bei hochrangigen europäischen Jugendturnieren begegnet. "Das Doppel gegen sie habe ich damals aber verloren", erinnerte sich Gadient. Duell mit Zukunft: Nicole Gadient (GW Luitpoldpark) setzte sich in der ersten Runde gegen Sophia Mejerovits (MTTC Iphitos) 6:2, 6:0 durch. Seit diesem Jahr spielt sie in der deutschen Regionalliga für Grün-Weiß Luitpoldpark München. Da sie als Schweizerin in keiner deutschen Rangliste geführt wird, musste sie in Ismaning erst einmal zwei zusätzliche Spiele bestreiten, ehe sie im Hauptwettbewerb gegen die ein Jahr jüngere Mejerovits antreten durfte. "Ich hätte nie und nimmer geglaubt, dass ich so klar gegen sie gewinnen würde", sagte Gadient: "Sophia spielt so schnell und flach. Aber vielleicht war es ja gut, dass ich schon im Turnier drin war." Gegen Richter war es dann ein komplett anderes Match. Die Spielerin vom SV Lohhof spielte langsam und hoch übers Netz. Gadient brauchte einen ganzen Satz, um sich auf das unorthodoxe Tennis einzustellen. Als sie diesen 6:4 gewann, applaudierte auch ein Mann hinter dem Zaun, der ihre Partie schon die ganze Zeit über intensiv verfolgt hatte. Er hatte ihr immer wieder aufmunternde Worte zugerufen: "sehr gut gespielt" oder "mehr Spin". Der Mann war Michael Karbacher, Bruder des früheren deutschen Davis-Cup-Spielers Bernd Karbacher. Er und Gadient hatten in der Woche miteinander auf der Luitpold-Anlage trainiert. Karbacher arbeitet bei der Schlägerfirma, die auch Gadient ausstattet und in ihr Förderprogramm aufgenommen hat. "Für ihr Alter ist sie sehr reif und weiß genau, was sie will", sagt Karbacher. Sophia Mejerovits. Gadient hat die Schule nach der Mittleren Reife verlassen und widmet sich nun ausschließlich dem Sport. Im Moment, fügt sie hinzu. "Denn man braucht auch einen Plan B in der Hosentasche", sagt sie. Sich nur auf Tennis zu verlassen, findet sie riskant, sie will deshalb in den nächsten Jahren ihr Abitur nachholen. Deshalb sind sie und ihre Eltern gerade auf der Suche nach einem Alternativprogramm, weil das Schweizer Schulsystem so eine Pause eigentlich nicht vorsieht. Im Tennis hat die Familie dafür schon eine Lösung gefunden. Den Schritt nach Deutschland hat Nicole Gadient bewusst gewählt. Die Schweiz ist ihr zu klein geworden, um so gefördert zu werden, dass es später für die Top 100 reicht. "In meiner Heimat kenne ich jede Gegnerin", sagt sie. Im großen Nachbarland ist sie dagegen eine Unbekannte, ein Niemand. Aber sie wird sich schnell einen Namen machen, wenn ihre Entwicklung weiter so rasant verläuft. "Sie ist ein richtiges Juwel", sagt Jochen Laaß. Der Präsident von Grün-Weiß Luitpoldpark ist glücklich, dass es ihm gelang, Gadient nach München zu holen. Und sie ist glücklich, dass sie in München einen Verein gefunden hat, "der mich so herzlich aufgenommen hat", wie sie sagt. Das hatte sie nicht unbedingt erwartet. Sie hatte sogar mit dem einen oder anderen Konflikt gerechnet. "Bei Mädchen ist das ja immer etwas komplizierter", sagt sie. Das klingt ein wenig altklug. Aber Gadient ist im Kopf schon weiter als manche ihrer männlichen Kollegen in diesem Alter. Sagt Karbacher. Das könne er auf dem Platz erkennen. "Gegen Richter hat sie schlau gespielt", meint der Experte. Mit 6:4, 6:0 gelangte sie ins Viertel-, mit einem weiteren Erfolg gegen Jessica Regehr (Erlangen) ins Halbfinale. Weltranglistenpunkte bekommt sie dafür nicht, in Ismaning werden keine vergeben. Doch zumindest einen will sie in diesem Jahr noch gewinnen. Gadient sagt: "Ich nehme von hier viel Selbstvertrauen mit."
Bayerische Tennismeisterschaften - Die Über-Qualifikantin
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Freude? Klar - aber nur kurz. Kapitän Felix Greffenius leitet mit dem Treffer zum 2:0 den wichtigen Sieg seines MSC gegen Blau-Weiss Berlin ein, erinnert dann aber gleich an die nächsten schwierigen Aufgaben. Frank Ommert stand der Schweiß auf der Stirn, in der linken Hand hielt er ein rostiges, frisch ausgegrabenes Hufeisen. "Das haben wir eben in der Baugrube für die neue Anzeigentafel gefunden", sagte er; wenn das kein gutes Zeichen sei. Der Hockey-Abteilungsleiter des Münchner Sportclubs nimmt gute Zeichen gerne an, der Klub hat in diesem Frühling einiges vor. Am ersten Juni-Wochenende spielen die Erstliga-Frauen vor heimischer Kulisse zum ersten Mal um einen europäischen Titel, und die Männer haben seit vergangenem Wochenende beste Aussichten auf den Wiederaufstieg ins Oberhaus. In puncto Infrastruktur ist der MSC in Vorleistung gegangen. Die neue Anzeigentafel stellt eine erhebliche Investition dar, für die eigens ein Sponsor gefunden wurde, die neuen Trainerbänke sind montiert und die Heimspiele beider Bundesliga-Teams im Internetstream abrufbar. Für die Euro-Club-Trophy werde von Verbandsseite eine Übertragung "empfohlen", sagt Ommert, der es schade fände, "wenn das nicht im Internet zu sehen wäre", und froh ist, "dass wir das schon seit ein paar Wochen üben". Im Stream nicht zu hören war am Doppelspieltag der MSC-Teams das sehr ausdauernde sonore Brummen, mit dem sich ein Bagger um die Neugestaltung der Klubhausterrasse verdient machte. Der Vorsprung auf die Berliner beträgt fünf Partien vor dem Saisonende bereits acht Punkte Nicht nur optisch sah es nach Aufbruch aus, auch sportlich schufen zumindest die Männer klare Verhältnisse, indem sie ihre Tabellenführung deutlich ausbauten. Am Samstag empfingen sie den zum damaligen Zeitpunkt mit drei Punkten Rückstand Tabellenzweiten Blau-Weiss Berlin. Sebastian Kirschbaum gelang der einzige Treffer der ersten Hälfte (23.), die der MSC auch spielerisch bestimmte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit taten sich die Münchner schwer und schafften es kaum, sich aus dem eigenen Kreis zu befreien. "Da kann das Spiel kippen, weil wir keine Entlastungsangriffe hinbekommen haben", sagte Kapitän Felix Greffenius. Umso schöner sei es, "dass wir es in dieser Phase schaffen, kein Gegentor zu kassieren". Im Gegenteil: In der 40. Minute traf Greffenius per Siebenmeter; erneut Kirschbaum (57.) und Michael Hummel (63.) erhöhten auf 4:0. Obwohl Blau-Weiss in der Schlussphase (65., 68., 70.) bis auf 4:3 herankam, war der Erfolg nicht mehr in Gefahr. Auf große Euphorie warteten die Zuschauer allerdings vergeblich, Greffenius und seine Mitstreiter klatschten lediglich ein paar Freunde ab. Er lachte befreit dazu, doch dann verschwand er wieder auf dem Rasen. "Ich muss erst mal auslaufen, ich hab ja morgen noch was vor", sagte er. Sein ehemaliger Coach und jetziger Bundestrainer Stefan Kermas beobachtete diese Einstellung mit Wohlwollen. "Die freuen sich nicht übermäßig, das ist immer ein gutes Zeichen dafür, dass sie fokussiert sind", sagte er. Der Sonntagsgegner Mariendorf bekam die Münchner Fokussierung schmerzhaft zu spüren. 10:2 fertigte der MSC den neuen Tabellenletzten ab. Weil Blau-Weiss in Limburg kurz darauf nur remis spielte, beträgt der Vorsprung auf die Berliner fünf Spiele vor Saisonende acht Punkte. "Wir haben noch fünf schwierige Aufgaben vor uns", sagte Greffenius, "aber das war ein Riesenschritt, die Ausgangssituation ist jetzt sehr komfortabel." Nicht nur der Tabellenstand ist für die MSC-Männer erfreulich, sondern auch die Entwicklung der Jüngsten. Sollte der Aufstieg zum Saisonende gelingen, hätte der Kader nach Greffenius' Einschätzung "eine ideale Altersstruktur". Auch die Frauen integrieren derzeit viele Junge ins Team, haben sich für den Europapokal aber auch die Erfahrung von Nina Hasselmann gesichert, die im Sommer zurückgetreten war, am Wochenende aber auf dem Feld stand und ihr ehemaliges Team im Juni unterstützen soll. Mit den vier Punkten gegen den Club an der Alster (2:2) und Harvestehude (2:1) festigte der MSC seinen Mittelfeldplatz. Vor allem aber tat das Team, was derzeit alle im Klub tun: den nächsten Schritt vorbereiten.
Sie haben da mal was vorbereitet
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Ödeme im Fuß und ein unentdeckter Muskelfaserriss: Tobias Giehl hat als Sportler schwere Zeiten hinter sich. Zwei Jahre lang plagten den 400-Meter-Hürdenläufer der LG Stadtwerke München allerlei Verletzungen und Rückschläge, seine Bestzeit von 49,75 Sekunden ist bereits knapp vier Jahre alt. Doch beim 24-Jährigen geht es wieder aufwärts - das bewies der Leichtathlet am vergangenen Samstag beim 31. Ludwig-Jall-Sportfest im Münchner Dantestadion. Der Lokalmatador schlug die stärker eingeschätzten Paul Byrne aus Irland und Georg Fleischhauer (Eintracht Frankfurt) und stellte mit der Siegerzeit von 50,28 Sekunden eine neue deutsche Jahresbestleistung auf. Zur EM-Norm für Amsterdam (6. bis 10. Juli) fehlten ihm nur 28 Hundertstel. "Nach fast zwei Jahren mit Verletzungen und ohne Wettkämpfe sehen die Zeiten schon fast wieder so aus, wie ich es mir vorstelle", erklärte der U20-Europameister von 2009, der zuletzt im Juli 2014 so schnell gelaufen war, und kündigte an: "In den nächsten Wochen ist die 50 dann fällig." Das "sah endlich mal wieder so richtig nach 400-Meter-Hürdenlauf aus", jubelte auch Giehls Trainer Peter Rabenseifner, der mit der Vorstellung von Giehls Trainingspartner Johannes Trefz ebenfalls zufrieden sein konnte. Nur einen Tag nach seinem dritten Platz über 400 Meter beim Meeting in Herzogenaurach - mit der Zeit von 46,63 Sekunden erklomm er dort die Spitze der deutschen Bestenliste - sicherte er sich in München in 21,62 Sekunden den Gesamtsieg über die 200 Meter. Platz zwei ging mit 21,81 Sekunden an Laurin Walter, der ebenfalls gemeinsam mit Trefz trainiert. Direkt im Anschluss an das Meeting reiste Giehls Trainingsgruppe ins Trainingslager nach Sterzing (Südtirol). Das Wetter war für Athleten und Veranstaltern deutlich weniger schlimm als befürchtet. Während einige der 400 Teilnehmer um die Mittagszeit noch mit dem Regenschirm auf das Siegerpodest kletterten, zeigte sich am frühen Nachmittag sogar die Sonne. Erst gegen Ende des Meetings setzte der angekündigte Regen wieder ein. Christian Gadenne, der als Geschäftsführer für die LG Stadtwerke München zuständig ist, hatte aufgrund der schlechten Wetterprognose kurzfristig noch einen Satz Regenjacken besorgt, konnte sich am Ende aber über einen "schönen Tag und eine gute Atmosphäre" im Dantestadion freuen. Für Gadenne war die vom PSV München veranstaltete 31. Ausgabe des Ludwig-Jall-Sportfestes keine einfache gewesen, da parallel dazu in Herzogenaurach ein prominent besetztes internationales Top-Meeting stattfand. Ob es dieses auch im kommenden Jahr geben wird, ist laut Gadenne offen - sein Fokus liegt sowieso auf der Münchner Veranstaltung. "Wir versuchen uns weiterzuentwickeln", sagte er, im Mittelpunkt stehe dabei ein "noch kompakteres Elite-Programm" und die Frage, wie man zusätzliche Zuschauer ins Stadion bringen kann. Obwohl die Freiluft-Saison gerade erst begonnen hat, waren die Top-Athleten in diesem Jahr in ihrem Leistungsvermögen weiter als sonst, da der Terminkalender aufgrund der bevorstehenden Großereignisse - EM in Amsterdam, Olympische Spiele in Rio - noch dichter ist. Das Sportfest war also ein guter Einstiegstest, auch für die deutschen Meisterschaften, die bereits Mitte Juni in Kassel stattfinden. Lokalmatadorin Christina Hering nutzte diesen zu einem ungefährdeten Sieg über 400 Meter. Die 21-Jährige war eigentlich auf einen Dreikampf mit ihrer Trainingspartnerin Fabienne Kohlmann und der Britin Kelly Massey eingestellt gewesen, doch Kohlmann musste mit Achillessehnenprobleme passen, und zwei Tage vor dem Meeting hatte auch die Britin abgesagt. So stand Herings Sieg in 54,10 Sekunden nie infrage. Heftiger Gegenwind auf der Gegengerade verhinderte eine bessere Zeit, "es hat sich aber trotzdem richtig gut angefühlt", erklärte Hering. Das bestätigte sich am Montag, wenngleich sie über "ihre" 800-Meter-Distanz beim Pfingstsportfest in Rehlingen in 2:02,13 Minuten die Olympia-Norm für Rio um 63 Hundertstelsekunden verpasste. Die Speerwerfer - ein weiterer Höhepunkt - mussten sich nach der Hälfte ihres Wettkampfes mit starkem Regen auseinandersetzen, der bessere Weiten verhinderte. Lars Hamann schleuderte den Speer schon im ersten Versuch auf 80,37 Meter und sicherte sich so den Sieg. Ganz reibungslos lief es für den Athleten des Dresdner SC auch diesmal nicht: Nachdem er sich im vergangenen Jahr im Dantestadion eine Rippe gebrochen hatte, hielt diesmal sein Schuhwerk nicht stand. Notdürftig reparierte er es mit einem Kabelbinder - an seine Weite kam trotzdem keiner heran. Der estnische Meister Magnus Kirt (77,19 Meter) und Bernhard Seifert aus Potsdam (72,64) landeten auf den Plätzen zwei und drei, Lokalmatador Jonas Bonewit belegte mit 72,43 Meter den vierten Rang.
Mit Regenjacken und Kabelbindern
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Weißes T-Shirt, schwarze Sporthose und über dem Knie ein 20 Zentimeter langes und vier Zentimeter breites blaues Pflaster. So sitzt Alexander Strehmel auf seinem Bett in der Wolfart-Klinik in Gräfelfing. Am Tag zuvor ist er operiert worden, ihm wurde eine fast zehn Zentimeter lange Schraube aus dem Bein geholt. "Ich konnte nicht mehr Fußball spielen", erzählt der 46 Jahre alte frühere Bundesligaprofi. Die Ärzte hatten ihn vor die Wahl gestellt: Entweder müsse er sich wegen fortgeschrittener Arthrose und einem irreparablen Knorpelschaden ein neues Kniegelenk einsetzen oder eine radikale Operation über sich ergehen lassen: "Sie haben mir das Schienbein unterhalb des Knies durchgesägt und dann mit der Schraube fixiert", erzählt Strehmel. Nach ein paar Wochen Reha will er wieder fit sein. Dann soll sich auch entscheiden, wo die berufliche Zukunft des Deutsch-Amerikaners liegt. Denn Strehmel hat einen Traum: Er will den Fußball-Boom im Heimatland seiner Eltern nutzen und in die USA gehen; eventuell als Ausbilder an einer Soccer Academy. "Ich war im Sommer drüben und habe gute Gespräche geführt", sagt der ehemalige Defensivspieler, der in seiner Karriere 214 Bundesliga- und 169 Zweitligaspiele bestritten hat. 1992 war er deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart, 1999 war er dabei, als die SpVgg Unterhaching in die Bundesliga aufstieg. Seit seiner Zeit in Stuttgart kennt er Jürgen Klinsmann gut, beim Urlaub in den USA traf er den US-Nationaltrainer sowie dessen Helfer Berti Vogts in Jacksonville/Florida und erhielt Einblicke in die Strukturen des "American Soccer Systems", wie er es in breitestem Kaugummi-Englisch ausdrückt. "Es ist gar nicht so einfach, in diese Strukturen reinzukommen." Das Problem seien die Colleges, erklärt der Sohn eines in den Sechzigern in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten. "Die Eltern wollen ihre Kinder nur deswegen zu Fußballern machen, damit diese Stipendien erhalten und die Studienkosten erstattet bekommen." Es gehe den Leuten beim Soccer im Gegensatz zu den großen vier US-Sportarten American Football, Baseball, Basketball und Eishockey nicht darum, die Kinder auf eine Profilaufbahn vorzubereiten. "Das geht schon deshalb nicht, weil die Strukturen so wenig professionell sind", findet Strehmel. Es mangele an guten Trainern, zudem dauere die College-Saison nur vier Monate. "Den Rest des Jahres machen die Kids, worauf sie Lust haben. Und das hat meist wenig zu tun mit Leistungssport." Jürgen Klinsmann sei auf dem besten Weg, diese Strukturen aufzubrechen. Und Strehmel hätte viel Lust, ihn dabei zu unterstützen: "Es ist definitiv ein Boom entstanden durch die WM in Brasilien, bei der die Amerikaner richtig gut gespielt haben." Er habe es selbst erlebt, als er in einer Strandbar in South Carolina mittags etwas zu trinken ordern wollte und eine halbe Stunde auf seine Bestellung wartete. "Da lief im Fernsehen irgendein Algerien-Spiel und die Bar war rammelvoll." Seine Eltern, die im Bundesstaat Washington leben, hätten zuletzt für Spiele der Major League in Portland oder Seattle keine Karten mehr bekommen. "Da ist neuerdings jedes Spiel ausverkauft. Das war früher undenkbar." Mit Tochter Jamie auf den Schultern: Alexander Strehmel bejubelt im April 2000 den 3:2-Erstligasieg der SpVgg Unterhaching gegen Sechzig. Wenn Alexander Strehmel so redet über die Faszination Fußball in den USA, dann wähnt man ihn bereits auf dem Sprung. Seine Frau und die zehnjährige Tochter seien wild entschlossen, in die neue Welt aufzubrechen, sagt er. Die 18 Jahre alte Jamie dagegen wolle ihre Ausbildung zur Kosmetikerin in Deutschland abschließen. "Aber sie könnte jederzeit nachkommen." Er selbst hat in seiner Jugend ein Vagabundenleben führen müssen. Geboren in Hannoversch Münden, einer Kleinstadt in der Nähe von Kassel, "weil die dort ein amerikanisches Krankenhaus hatten", verbrachte er seine Kindheit in Bonn, Heidelberg, Schwetzingen und Stuttgart. "Alleine dort sind wir viermal umgezogen", sagt er. Als der kleine Alex gerade mal zwei Jahre alt war, lebte die Soldatenfamilie gerade im Fasangarten am Münchner Stadtrand, fast vis-à-vis zum Ortsschild der Gemeinde Unterhaching, wo Strehmel später, zwischen 1996 und 2004, Fußball spielte. Damals musste sein Vater in den Vietnam-Krieg. Die Unterstützung der US-Regierung für seine Mutter war nicht erwähnenswert, bald konnte sie ihre damals drei Kinder nicht mehr ernähren. "Dann hat sie mich in ihrer Not ins Kloster Hohenschäftlarn gebracht, ich habe ein halbes Jahr bei den Nonnen gelebt", erzählt Strehmel. Als der Vater verwundet aus dem Krieg heimkehrte und die Versorgung der Familie wieder sichergestellt war, holte die Mutter den Buben sofort zurück. "Die Nonnen wollten mich gar nicht mehr hergeben." Aus Vietnam hatte der Vater seinem Sohn einen Fußball mitgebracht, seinen ersten. Die Leidenschaft war geweckt. Bis zu seinem 14. Lebensjahr kickte Strehmel nur in Kasernen-Teams, als sein Vater in Heidelberg stationiert war, trat der Heranwachsende in die C-Jugend des VfB Stuttgart ein. Neun Jahre lang blieb er dem Klub treu, dort traf er auch erstmals auf Lorenz-Günther Köstner, der eine Zeit lang als Co-Trainer von Christoph Daum bei den Schwaben arbeitete. Später in Unterhaching war Köstner dann Strehmels Chefcoach, es entwickelte sich eine Bindung, die bis heute hält. Denn nach seiner aktiven Laufbahn wurde Strehmel zum Assistenten des knorrigen Franken, arbeitete mit ihm bei Rot-Weiß Essen und der U23 des VfL Wolfsburg. Als Köstner im Vorjahr in Düsseldorf dazu beitrug, den freien Fall der Fortuna nach dem Bundesligaabstieg zu stoppen, konnte ihn Strehmel wegen seiner Knieprobleme nicht unterstützen. Dann erkrankte Köstner nach einem Zeckenbiss schwer und musste in Düsseldorf aufhören. Mittlerweile geht es dem 62-Jährigen wieder besser. "Er ist topfit und will wieder arbeiten. Genau wie ich", sagt Strehmel. Vielleicht schließt er sich dann doch dem Fußball-Ziehvater an und verwirft kurzfristig seine USA-Pläne. "Wir sind ein super Team. Ich habe viel von ihm gelernt, auch menschlich. Er ist nämlich kein Speichellecker, sondern immer geradeheraus", sagt Strehmel. Solche Typen gebe es in der Branche kaum mehr.
Auf Klinsis Spuren
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Nicole Schmidt traf ihren Dreier, auch Magdalena von Geyr verwandelte ihre beiden Freiwürfe ganz sicher. Und wenige Sekunden später ertönte dann die Schlusssirene, jenes Zeichen, das die Basketballerinnen von Jahn München nutzten, um sich jubelnd in die Arme zu fallen. Nach drei Zweitliga-Pleiten in Serie war den Jahn-Frauen gegen den SG Weiterstadt endlich wieder ein Sieg gelungen. Nicht einmal besonders knapp war er, 80:72 lautete das Endergebnis. Die Münchnerinnen rangieren nun weiterhin auf Platz acht im hinteren Tabellenmittelfeld. Nach oben geht nicht mehr viel, genauso wenig besteht noch Abstiegsgefahr. "Wir wollen vier der letzten fünf Spiele gewinnen", formulierte Jahn-Trainer Rüdiger Wichote als Ziel für das Saisonfinale. Weiterstadt gehörte bereits in diese Reihe. Gegen die Südhesseinnen, denen man im Hinspiel unterlag, hatte er "ein Spiel auf Augenhöhe" gesehen. So war es auch lange Zeit, Jahn konnte sich aber trotz mehrmaliger Führung nicht absetzen. "Da fehlte uns die Souveränität", bemängelte Wichote. Er lobte dagegen den Kampfgeist der Mannschaft, die sich auch nach einem 69:70-Rückstand im finalen Viertel nicht beirren ließ. Doch der Erfolg basierte vor allem auf der Leistung von Leonie Fiebich. Die gerade erst 17 Jahre alt gewordene Schülerin war mit 26 Punkten und vor allem elf Rebounds die überragende Akteurin auf dem Parkett. "Sie hat eine enorme Präsenz auf dem Feld", lobte der Jahn-Coach: "Sie macht sehr wichtige Dinge unter den Körben." Die Jugendnationalspielerin war tatsächlich überall zu finden. Vor der Pause warf Fiebich unter den Augen ihrer Eltern, die aus Landsberg angereist kamen, zweimal von der Dreierlinie auf den Korb und traf zweimal ins Netz. Eine Trefferquote von einhundert Prozent bei den Distanzwürfen stand nur bei ihr in der Statistik, ohnehin war sie extrem effizient in fast allen Bereichen. Fiebich selbst gab sich aber bescheiden. "Das war ein gutes Comeback", sagte sie hinterher. Comeback deshalb, weil sie sich nach einer Sprunggelenksverletzung am linken Fuß im vergangenen November erst wieder an ihr Leistungsniveau heranpirscht. Fiebich schränkte jedenfalls ein: "Meine Fitness ist noch nicht so gut." Noch immer sei das Sprunggelenk nicht stabil genug. "Da fühle ich mich noch unsicher." Ob jedoch elf Rebounds noch zu steigern sind? So wie sich Fiebich bewegt, ist das wahrscheinlich. "Das Timing ist entscheidend", ergänzte die junge Basketballerin. "Dazu kommt der Wille, sich auf den Ball zu werfen." Wohl wahr: Fiebich hat mit 1,90 Meter Körpergröße einen Vorteil beim Rebound, aber sie geht auch dahin, wo es weh tut. Mehrmals ging sie zu Boden und eroberte so unter dem eigenen Korb den abspringenden zweiten Ball. Jahn-Coach Wichote setzte Fiebich eher dosiert ein. Sie spielte 27 der 40 Minuten Spielzeit mit. Am längsten stand wie so häufig Magdalena von Geyr auf dem Feld - nämlich 34 Minuten. Auch die Jahn-Spielführerin ist in wichtigen Momenten meist hellwach und nervenstark. So war es auch gegen Weiterstadt, als es an der Freiwurflinie darauf ankam. "Wir sind endlich mal cool geblieben, als es eng wurde", kommentierte von Geyr den Sieg. Auch sie lobte den Auftritt von Leonie Fiebich. "Sie macht kaum Fehler", so von Geyr, "es macht total Spaß, mit ihr zu spielen." Von Geyr ist überzeugt, dass Fiebich früher oder später in der ersten Bundesliga spielen oder sogar als Profi ins Ausland gehen wird. Von Geyr selbst, die 32-jährige Allrounderin, ist kaum aus der Mannschaft wegzudenken. Und sie hat ebenfalls noch Spaß am Sport, ein Karriereende ist jedenfalls noch nicht absehbar. "Mit tut nichts weh", sagte von Geyr und schmunzelte. Entschieden habe sie sich aber noch nicht, ob sie eine weitere Saison spielt - oder zum Tennis abwandert, das sie sehr passabel spielt. "Tennis spiele ich aber nur im Sommer", sagt von Geyr. Es klang nach einer leichten Entwarnung.
Sport in der Region
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American Football GFL: Marburg Mercenaries - Munich Cowboys (So. 16 Uhr) Regionalliga: Neu-Ulm Spartans - Fursty Razorbacks (Sa. 16 Uhr) Beachvolleyball BVV Beach Masters (Männer und Frauen, Sa./So. jeweils ab 9 Uhr, Finals So. ab circa 14 Uhr; ASV Dachau, Gröbenrieder Straße) Fußball Bayernliga Süd: TuS Holzkirchen - 1860 München II, BCF Wolfratshausen - SV Kirchanschöring, TSV Rain/Lech - SV Pullach, FC Ismaning - Schwaben Augsburg, 1865 Dachau - TSV Kottern (alle Fr. 18.30 Uhr) Landesliga Südost: TSV Grünwald - Landshut, ESV Freilassing - TSV Moosach/Grafing, SV Türkgücü-Ataspor München - TuS Geretsried, VfB Hallbergmoos - SE Freising, ASV Dachau - SV Erlbach, TSV Neuried - TuS Pfarrkirchen, FC Töging - FC Deisenhofen (alle Sa. 14 Uhr) Landesliga Südwest: SV Mering - SC Olching, SpVgg Kaufbeuren - SC Oberweikertshofen, FV Illertissen II - TSV Gilching/Argelsried (alle Sa. 14 Uhr) Bezirksliga Nord: TSV Rohrbach - SpVgg Feldmoching, FC Schwabing München - FC Moosburg, SV Lohhof - FC Moosinning, TSV Eching - Eintracht Karlsfeld, TSV Erding - SpVgg Kammerberg, Grüne Heide Ismaning - SV Sulzemoos (alle Sa. 14 Uhr) Bezirksliga Ost: TSV Dorfen - TSV Ebersberg, SV Reichertsheim - SpVgg Haidhausen, TSV Ottobrunn - Kirchheimer SC, VfB Forstinning - SC Baldham-Vaterstetten (alle Sa. 14 Uhr) Bezirksliga Süd: Lenggrieser SC - SV Untermenzing, SV Aubing - FC Hertha München, Herakles SV München - FC Penzing, TSV Oberalting - 1. FC Penzberg, SC Fürstenfeldbruck - FC Anadolu Bayern, 1. FC Garmisch-Partenkirchen - MTV Berg, FC Phönix München - SV Planegg-Krailling (alle Sa. 14 Uhr) Leichtathletik 33. Ludwig-Jall-Sportfest: Internationales Pfingstmeeting, Veranstalter PSV München (LG Stadtwerke), Dantestadion München, Sa. 10.30 Uhr Pferdesport Galopp: Riem, Allianz Familien- und Oldtimer-Renntag (Mo. 13.30 Uhr) Tennis 2. Bundesliga Frauen: Iphitos München - TSC Mainz, TC Bad Vilbel - Luitpoldpark München (beide Fr. 13 Uhr), TC BW Vaihingen/Rohr - Iphitos München, TC Großhesselohe - BW DD Blasewitz (beide So. 11 Uhr) Wrestling World Wrestling Entertainment Live (So. 19.30 Uhr, Olympiahalle; Tickets: www.muenchenticket.de)
Sporttermine - Wrestler, Pferde, Leichtathleten
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Im Königreich Bahrain war es vergangene Woche erst zu einer Partie gekommen, die auch bei den Klubmeisterschaften des MTTC Iphitos denkbar gewesen wäre. Tobias Simon und Alexander Braun standen sich bei dem mit 10 000 Dollar dotierten Weltranglistenturnier des Internationalen Tennisverbandes ITF im Achtelfinale gegenüber. Die beiden werden in der im Juli beginnenden Sommerrunde gemeinsam in der Zweitligamannschaft des Münchner Tennis- und Turnierclubs antreten. "Das ist eine tolle Sache, dass sie sich bei einem internationalen Wettbewerb begegnet sind", sagt der Iphitos-Cheftrainer Uli Sprenglewski. Die deutschen Jungprofis Simon und Braun verkörpern die Philosophie des Klubs, die sich in der zweithöchsten deutschen Klasse vom Rest der Konkurrenten abhebt, sie ist sogar ein krasser Gegenentwurf. "Wir treten mit einem Kern von deutschen Spielern an, die schon viele Jahre bei uns spielen", sagt Sprenglewski, während bei den meisten anderen Klubs ausländische Akteure in der Überzahl seien. Der 23-jährige Simon setzte sich am Persischen Golf gegen Braun in zwei Sätzen durch - und sicherte sich nach dem Finalsieg gegen den 500 Ränge vor ihm platzierten Niederländer Scott Griekspoor seinen ersten Profititel. Simon und Braun werden sich schon bald wieder auf dem Trainingsplatz in München begegnen, sie treffen dann auch auf ihre Kollegen Lukas Ollert, Stefan Hoiss und Richard Malobicky. Sie alle trainieren seit Juniorenzeiten auf der heimischen MTTC-Anlage, nehmen am Klubleben teil, sind greifbar für die Mitglieder. Sie sind keine Fremden, die nur für die Zweitligamatches einfliegen. "Uns ist es wichtig, dass sich die Spieler mit dem Klub identifizieren können und die Mitglieder mit den Spielern", sagt Sprenglewski. Vor sieben Jahren hatte er die Trainingsarbeit am Aumeisterweg im Münchner Norden übernommen. Er hat die Männermannschaft seitdem ohne große Geldzuwendungen von der Bayernliga in die zweite Liga geführt. "Bei uns hat es keine Überlegung gegeben, den Aufstieg nicht wahrzunehmen", sagt Sprenglewski, nachdem festgestanden hat, dass der Regionalligameister Landshut auf die Bundesliga verzichtet und Iphitos als Zweiter nachrückt. "Die Spieler und der ganze Klub sind heiß und freuen sich auf die Begegnungen", bekennt der Tennislehrer. Mit einem Heimspiel am 12. Juli gegen den Stadtrivalen TC Großhesselohe, der sich unter anderem mit dem Schweizer Davis-Cup-Sieger Marco Chiudinelli und dem ehemaligen deutschen Davis-Cup-Spieler Christopher Kas verstärkt hat, beginnt das Zweitligaabenteuer, das aber keine Episode bleiben soll. Das Niveau der Spieler hält Sprenglewski für ausreichend, damit der Klassenverbleib gelingen kann. Er sieht seine langjährige mühevolle Aufbauarbeit mit jungen Spielern noch lange nicht am Ende, im Gegenteil. Braun zum Beispiel ist gerade 20 Jahre alt geworden, sein Spiel ist noch lange nicht ausgereift. Auch Simon traut er zu, sich in der Weltrangliste weiter nach oben zu katapultieren. "Meine Spieler entwickeln sich von Jahr zu Jahr weiter und werden immer besser", sagt Sprenglewski. Helfen sollen ihnen dabei Fachkräfte aus dem Ausland. Ohne spielstarke Spitzenspieler können ihre Ziele nicht verwirklicht werden in einer Liga, der sich immer häufiger auch prominente Profis aus den Top 100 wie der Luxemburger Gilles Muller (TC Bruckmühl-Feldkichen) anschließen. So werden bei Iphitos der Kroate Franko Skugor und der Bosnier Aldin Setic aufschlagen, der Inder Sriram Balaji hat den Klub dagegen verlassen. Der 25-Jährige spielt künftig für einen unterklassigen Verein in Berlin und widmet sich sonst seinem Ziel, in der Weltrangliste bester Inder zu werden. Skugor lief schon in der vergangenen Saison für Iphitos auf und gewann all seine vier Einzel. "Von ihm erhoffen wir uns eine gute Runde", sagt Sprenglewski. Kontinuität ist eines seiner Lieblingsworte, Sprenglewski verweist in diesem Zusammenhang daher auch gerne auf den neuen Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann und dessen früheren Doppelpartner Alexander Waske, die nicht weggingen, nachdem sie ihre sportlichen Karrieren beendet hatten. Wenn es ihre Zeit zulässt, schlagen sie noch immer bei den Herren 30 des MTTC in der Bundesliga auf. Ob es Tobias Simon und Alexander Braun wie Kohlmann und Waske mal unter die besten 100 Spieler schaffen, kann Uli Sprenglewski natürlich nicht seriös beantworten. Eine Profikarriere ist voller Unwägbarkeiten. Er will aber dafür sorgen, dass sie beim MTTC Iphitos die besten Voraussetzungen finden - und interne Klubduelle auch weiter in Bahrain oder sonst wo auf dem Planeten ausgetragen können.
MTTC Iphitos - Gegen den Strom
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Schlage zu diesem Artikel einen Titel vor, der neugierig macht und zum Lesen einlädt.
In sämtlichen Klassen von der dritten Liga bis hinunter zur Kreisliga hat Orhan Akkurt schon gespielt und selbstredend auch in jeder Etage seine Duftmarken in Form von Toren hinterlassen. Bislang fehlte ihm einzig die Regionalliga in seiner Sammlung. Doch auch hinter diesem Punkt auf seiner fußballerischen To-do-Liste kann der 33 Jahre alte Stürmer nun einen Haken machen, und zwar einen schwungvollen: In seinem ersten Spiel in der vierthöchsten Liga gelang dem Mittelstürmer des SV Heimstetten am Freitag gleich ein Treffer - es war der entscheidende zum 1:0 (0:0)-Erfolg bei der SpVgg Bayreuth. Ein Einstand nach Maß also nicht nur für Akkurt, sondern auch für den Verein, der nach dreijähriger Abstinenz wieder in die Regionalliga zurückgekehrt ist. Dabei hatte Trainer Christoph Schmitt vor der Partie noch tiefgestapelt. Bayreuth sei "von den Strukturen und den Zielen her ganz anders aufgestellt als wir", hatte der Coach betont. Außerdem habe seine Mannschaft sportlich unter der kurzfristigen Absage der Partie am ersten Spieltag gegen Schalding-Heining wegen eines Todesfalls bei den Niederbayern gelitten, der Rhythmus sei weggewesen, die Trainingsplanung musste neu gestaltet werden. Doch all das steckten die Heimstettener weg, obwohl die 230-Kilometer-Anreise nach Oberfranken an einem Freitag auch nicht gerade vorteilhaft ist. Doch kaum war die Partie angepfiffen, wirkten die weit gereisten Gäste wacher als die ausgeruhten Bayreuther. Schon in der zwölften Minute vergab Lukas Riglewski eine dicke Chance, seinen Flachschuss kratzte ein Gegner von der Linie. Auch Benedict Laverty ließ zwei Gelegenheiten liegen, dazu kamen vor der Pause eine Möglichkeit für den früheren Unterföhringer Fabio Sabbagh und zwei Abseitstore von Akkurt, von denen zumindest eines umstritten war. "Eigentlich hätten wir da schon deutlich führen müssen", sagte Trainer Christoph Schmitt später. Der dritte Jubel des Torjägers wurde dann nicht zurückgepfiffen. Nach einem perfekten Zuspiel von Laverty drückte der Routinier den Ball über die Linie (49.). "Danach hatten wir die härteste Drangphase zu überstehen", erzählte Schmitt. Vor allem eine Eckballserie der Bayreuther habe die Abwehr in Schwierigkeiten gestürzt: "Die haben alle Ecken kurz gespielt, da sind wir einige Mal ins Schwimmen geraten." Die letzte Chance machte schließlich Torwart Maximilian Riedmüller mit einem sehenswerten Reflex zunichte, dann war der Heimstettener Erfolg gesichert. "Wir wissen jetzt, was uns in dieser Liga erwartet, das Tempo ist schon deutlich anders als in der Bayernliga", sagte Schmitt. "Aber wir haben auch gesehen, dass wir unseren Fußball spielen können." Wettkampfpraxis in der neuen Spielklasse kann der Neuling in den nächsten Tagen reichlich sammeln: Schon am Dienstag steht im heimischen Sportpark das Derby gegen Garching auf dem Plan. Und am Freitag geht es wieder auf große Fahrt: 350 Kilometer, nach Aschaffenburg.
Die Schmitt-Elf kommt in Fahrt
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Man stelle sich vor, der FC Bayern müsste zum Bundesligastart auf Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger verzichten, weil Bundestrainer Joachim Löw zur gleichen Zeit ein Trainingslager der Nationalmannschaft angesetzt hat. Undenkbar? Nicht im Judo. Dort ist das nicht einmal außergewöhnlich. Höchstens, dass der FC Bayern am Ligabetrieb erst gar nicht teilnimmt. Wenn am Wochenende die neue Saison in der Judo-Bundesliga beginnt, ist die Ausgangslage noch prekärer als sonst. Die besten deutschen Kämpfer sind noch am Bundesstützpunkt in Kienbaum nahe Berlin. Das beste deutsche Team, der 19-malige Meister TSV Abensberg, hat seine Mannschaft kurz vor Meldeschluss zurückgezogen. In beiden Fällen lautet die Begründung: Olympische Sommerspiele. Rio 2016 wirft seine Schatten voraus, das Rennen um die raren Startplätze hat im Judo gerade erst richtig begonnen. Zwischen all den internationalen Wettkämpfen und Terminen gerät so der Kampf um die deutsche Meisterschaft schnell zur Nebensache. Nicht so beim TSV Großhadern. Vor dem Auftaktkampf beim KSV Esslingen (Samstag, 18 Uhr) sind Trainer Ralf Matusche und Teamleiter Gerhard Dempf darum bemüht, das Beste aus den gegebenen Umständen zu machen. Und: Sie sind heiß auf die Meisterschaft. Was die Kaderplanung angeht, haben die Münchner ganze Arbeit geleistet. Die Mannschaft ist durch die Neuverpflichtung von 100-Kilo-Mann Karl-Richard Frey noch einmal stärker als im Vorjahr, die Problemposition im Schwergewicht damit endlich fest besetzt. "Er ist genau der Mann, der uns in den vergangenen Jahren gefehlt hat", findet Matusche. Frey, 24, macht derzeit Bronzemedaillengewinner Dimitri Peters die Position als deutsche Nummer eins streitig. "Eine echte Granate", sagt Matusche. Dazu stehen nun auch die Nationalkämpfer Igor Wandtke (-73 kg) und Aaron Hildebrand (-90 kg), die fast die komplette Saison 2014 verletzt waren, fit zur Verfügung. "Auch sie sind quasi Neuzugänge", sagt Matusche über die im vergangenen Jahr verpflichteten Kämpfer. Mit Tobias Englmaier (-60 kg) und Alexander Wieczerzak (-81 kg) stehen zudem zwei weitere Athleten aus dem Kreis der Nationalmannschaft im Team. Wenn alle an Bord sind, kann Großhadern damit fast in jeder Gewichtsklasse einen deutschen Spitzenjudoka aufbieten. "Aber das wird in der Vorrunde nicht vorkommen", schränkt Matusche sofort ein. "Zwei aus fünf" lautet die Formel für das erste Wettkampfwochenende. Soll heißen: Hildebrand und Wandtke sind dabei, Englmaier, Frey und Wieczerzak fehlen. So will es Großhadern über die gesamte Vorrunde hinweg handhaben. Wer wann zum Einsatz kommt, soll je nach Terminlage und körperlicher Fitness individuell abgesprochen werden. Denn auch der TSV möchte im vorolympischen Jahr seine Athleten nicht überfordern. Anders als Abensberg halten die Klubverantwortlichen dafür aber keinen Ligarückzug für erforderlich. Dass Matusche die Entscheidung des ewigen Konkurrenten Abensberg, an dem sich der TSV zuletzt mehr als eine Dekade erfolglos die Zähne ausgebissen hat, nicht nachvollziehen kann, ja mehr noch für falsch hält, ist kein Geheimnis. Nach dem Rückzug Abensbergs ist jedenfalls Großhadern nun der Favorit auf den Titel. "Wir wollen endlich Meister werden", bekräftigt der Trainer. Der letzte Titel datiert aus dem Jahr 2001, Großhadern hat zumindest auf dem Papier nun die stärkste und ausgeglichenste Mannschaft. Ähnlich gut aufgestellt ist nur Auftaktgegner Esslingen. Die Schwaben haben gleich mehrere georgische Spitzenkämpfer in ihren Reihen. Aber auch bei ihnen werden in der Vorrunde viele Hochkaräter aus terminlichen Gründen ausfallen. "Ziel muss es erst einmal sein, die Finalrunde zu erreichen", erklärt Matusche. Dort sollte es dann an drei verbleibenden Terminen möglich sein, die Besten zusammenzubekommen. Bis dahin wird Matusche verstärkt auf junge Kämpfer zurückgreifen müssen. Im Leicht- und Mittelgewicht hat Großhadern starken Nachwuchs aufgebaut. Timo Cavelius (-73 kg, Gold), Tim Güther (-81kg, Silber) und David Karle (-66 kg, Silber) holten bei der deutschen Junioren-Meisterschaft Medaillen. Die Bundesliga ist für sie eine gute Chance, auf hohem Niveau Erfahrung zu sammeln. Auch Lukas Vennekold (-60 kg) oder Niklas Blöchl (-73 kg) sind schon bundesligaerprobt. Wie viel ein Titel 2015 dann in Abwesenheit von Abensberg überhaupt wert wäre? Matusche überlegt kurz, dann sagt er: "Ich erinnere mich an dieses Shorttrack-Rennen bei den Olympische Spielen, als ein Australier gewann." 2002 in Salt Lake City stürzten vier von fünf Startern im Endlauf. Der Australier Steven Bradbury holte völlig überraschend Gold. "Hinterher fragt keiner, wie man gewonnen hat", sagt Matusche. "Es zählt nur, dass man gewonnen hat." Die Sehnsucht ist groß.
Nicht das Wie zählt
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Manchmal ist ein Händedruck viel mehr als das bloße Ineinandergreifen zweier Extremitäten. Manchmal ist er ein Symbol, das Schließen eines Kreises - so wie am Samstag im Münchner Boxwerk. Dort trafen jene zwei Boxer aufeinander, die sich 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta im Finalkampf um die Goldmedaille im Halbweltergewicht gegenübergestanden waren: Sieger Héctor Vinent aus Kuba und der Deutsche Oktay Urkal. Nun, 20 Jahre später, reichten sie sich erstmals die Hand. "Vor 20 Jahren hat er mir nicht einmal den Finger gegeben", erzählte Urkal, 46, schmunzelnd, Gespräche zwischen den beiden hatte es schon gar nicht gegeben. Die kubanischen Trainer verwehrten ihren Boxern, sich mit den Konkurrenten zu unterhalten, außerdem hatte Vinent seine ganz eigene Philosophie, wie er bei der Gesprächsrunde verriet: "Alle anderen Boxer meiner Gewichtsklasse waren meine Feinde." Der Kontakt beschränkte sich einzig und allein auf den Ring. Jetzt aber war die Zeit für eine menschliche Annäherung gekommen. "20 Jahre später können wir wahre Freunde werden", sagte der 43-jährige Vinent lächelnd. Seine Goldmedaille von 1996 hatte Vinent nicht mit dabei - das Museum auf Kuba, in dem sie liegt, war abgeschlossen, als er sie mitnehmen wollte - doch alleine seine Anwesenheit reichte aus, um den von Nick Trachte organisierten Abend im Boxwerk zu einem besonderen zu machen. Héctor Vinent ist eine lebende Boxlegende. Als 19-Jähriger gewann er 1992 in Barcelona bei seinem ersten Start im Erwachsenenbereich Olympia-Gold, 1996 wiederholte er den Triumph. 1993 und 1995 kürte er sich zum Weltmeister. Sieben Jahre lang blieb "der Mann mit den sehr schnellen Händen" (Urkal) ungeschlagen, The Ring platzierte Vinent im Jahr 2012 in einer Rangliste der zehn besten Olympia-Boxer aller Zeiten auf Rang fünf. Aufgrund einer Augenverletzung musste er seine Karriere allerdings schon in jungen Jahren beenden, wodurch ihm ein mögliches drittes Olympia-Gold verwehrt blieb. Vinent und Urkal sprachen im Boxwerk über die alten Zeiten, aber auch über die aktuelle Situation im Boxgeschehen. Beim Kubaner, der heute so wie Urkal als Nachwuchstrainer tätig ist, klang dabei die Nostalgie nach der vergangenen Boxwelt, jener der kubanischen Legenden Teófilo Stevenson und Félix Savón, deutlich durch. "Mein Leben als Trainer ist viel leichter als jenes, das ich als Sportler hatte", berichtete der Kubaner, der dem heutigen Box-Geschäft kritisch gegenübersteht. Es werde "von Leuten regiert, die keine Boxer waren", und diese würden sich "ihre eigenen Regeln" machen. Er selbst, sagte er, arbeite noch nach der "alten Methode". Die traditionelle kubanische Herangehensweise an den Box-Sport genießt noch heute weltweites Ansehen. "Nicht normal" sei das Training der Kubaner, sagte Urkal voller Respekt, "die waren schon im Training zu gut". Von Zauberei wollte Vinent aber nichts wissen: "Tägliches Training und ein präzises Videostudium der Gegner" seien die Grundlage des Erfolges auf der Karibikinsel. Nicht mehr. Urkal und Vinent waren am Samstagmorgen noch einmal in den Ring gestiegen und über ein paar Runden gegangen - schließlich galt es noch alte Rechnungen zu begleichen. Viermal waren sie sich in ihrer aktiven Zeit gegenübergestanden, dreimal hieß der Sieger Vinent. "Wir sind nie voneinander losgekommen", sagte Urkal, was verwundert: Vinent war damals die Nummer eins der Halbwelter-Weltrangliste, Urkal die Nummer zwei. Nach seiner Amateurkarriere war der Deutsche zu den Profis gewechselt, "es hat mir keinen Spaß mehr gemacht, immer gegen Héctor zu verlieren", erzählte Urkal lächelnd. Bei den anstehenden Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro sind erstmals auch Profiboxer zugelassen - eine Entwicklung, die Vinent und Urkal nicht gutheißen. "Das Amateurboxen wird darunter leiden und in Zukunft vielleicht sogar verschwinden", prophezeite der Kubaner. Auch Urkal findet es "nicht schön", er hätte die Trennung lieber beibehalten. Viel besser gefällt Héctor Vinent da schon die letzte Etappe seines München-Aufenthaltes: Einen Tag vor seiner Rückreise gibt er am Mittwoch im Museum Fünf Kontinente ein Training für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.
Im Ring mit einem Zauberer
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Die rote Laterne sind sie schon mal losgeworden, weshalb bei den Farcheter Fußballern selbstverständlich prächtige Stimmung herrschte. "Die Heimfahrt im Bus war sensationell, das Selbstvertrauen ist zurück", sagte Trainer Marco Stier, unter dessen Regie der BCF Wolfratshausen Fahrt aufnimmt. Das 2:1 (0:1) beim favorisierten 1. FC Sonthofen war bereits der dritte Sieg im sechsten Spiel unter dem ehemaligen Profi, der zuletzt den Bezirksligisten Aying coachte. Dabei sah es beim Gastspiel im Allgäu zunächst nicht nach einem Erfolgserlebnis für den BCF aus: Mario Klauser bediente Jannick Keller ideal, und der Sonthofener Angreifer überwand Torwart Kevin Pradl zum 1:0 (27.). Vor der Pause verpassten es die Gastgeber, das Spiel zu entscheiden. "Da waren wir wirklich schlecht, dafür gab es in der Kabine auch ein kleines Feuerwerk von mir", sagte Stier. Prompt fiel nach Wiederanpfiff der Ausgleich, als Sonthofen in der Vorwärtsbewegung den Ball verlor, Wolfratshausen schnell umschaltete und Gilbert Diep nach Pass von Jona Lehr abschloss (47.). Der BCF konterte munter weiter, diesmal legte Alpay Özgül den Ball quer und Diep grätschte ihn über die Linie - 1:2 (57.). Eng wurde es nach der vermeidbaren gelb-roten Karte gegen Christopher Korkor (67.), doch Wolfratshausen überstand die Schlussphase unbeschadet. "Ich bin stolz, dass wir das gerockt haben", bilanzierte Stier.
Diep trifft doppelt
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Wie könnte man diesen Inhalt in einer kurzen Schlagzeile zusammenfassen?
Es ärgert Holger Seitz noch immer, dass seine Mannschaft im vergangenen Herbst in der Vorrunde der Youth League scheiterte. Diesmal war die U19 des FC Bayern München nämlich wirklich nah dran gewesen, sich in der Champions League der Jugendlichen endlich einmal für die Playoffs zu qualifizieren, am Ende fehlte ein einziger Punkt. Doch gleichzeitig sagt der Trainer der Fußball-A-Junioren: "Das war eine Doppelbelastung. Deshalb hatten wir in der Phase auch eine kleine Delle." Sichtbar wurde diese in der Bundesliga. Als für die jungen Bayern die englischen Wochen begannen, verloren sie nacheinander gegen Mainz, Kaiserslautern und Karlsruhe. Doch dann begann die Aufholjagd. Am Ende wurde die Mannschaft sogar schon am vorletzten Spieltag Meister der Süd-/Südweststaffel. Und nun trifft sie an diesem Mittwoch (16 Uhr, Grünwalder Stadion) im Halbfinale auf den Zweiten aus dem Westen, den FC Schalke 04. Das Rückspiel findet sechs Tage später in Gelsenkirchen statt. Auch wenn das alles ein bisschen viel war im vergangenen Herbst, die Youth League habe sich trotzdem gelohnt, findet Seitz. "Für die individuelle Entwicklung ist das klasse", sagt er, davon habe man in der Rückrunde dann auch profitiert. Zuletzt habe man sogar konstant gespielt, obwohl immer wieder wichtige Spieler gefehlt hätten. Gegen Schalke werden aber alle wichtigen Akteure dabei sein, Felix Götze zum Beispiel, der zuletzt rotgesperrt war. Der Verteidiger und Bruder des ehemaligen FCB-Stürmers Mario Götze ist nur einer von mehreren Akteuren aus allen Mannschaftsteilen, die sich im Laufe der Saison in den Vordergrund spielen konnten. Und die dazu beigetragen haben, dass das Nachwuchs-Leistungszentrum nach langer Zeit endlich wieder positive Schlagzeilen schreibt: Die U19 steht erstmals seit vier Jahren wieder unter den letzten Vier (die U17 übrigens erstmals seit 2009, das Halbfinale beginnt am 7. Juni). Im vergangenen Jahr war das noch der Konkurrenz von 1860 München gelungen, deren Team heuer überraschend abgestiegen ist. Gegen den Gruppenzweiten Schalke sind die Bayern nicht unbedingt Favorit, der "spielerisch wie physisch starke Gegner" (Seitz) ist gespickt mit Nationalspielern. Was aber nicht heißt, dass die jetzt schon als erfolgreich zu bezeichnende Saison im Halbfinale enden muss.
Rückkehr nach vier Jahren
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Schreibe eine knappe Schlagzeile, die den Lesern das Wesentliche dieses Artikels vermittelt.
Streifen Schlangen durch den Vatikan? Wollen sie dem Papst Böses? Oder ist am Ende alles ganz anders? Der Vatikan bot über Jahrhunderte hinweg oftmals eine barocke Bühne für Intrigen und Skandale, echte und herbeigeredete. "Enthüllungen" aus dem Vatikan, wie sie den Kirchenstaat nun wieder bewegen, versprechen stets spannenden Stoff. Er bedient im Publikum draußen, im zugeneigten wie im fernen, immer auch einen gewissen Voyeurismus. Vor allem dann, wenn dieser Stoff von weltlichen Trieben handelt wie jetzt wieder: vom sorglosen oder prasserischen Umgang von hohen Kirchenmännern mit dem anvertrauten Geld. Franziskus, der mutige Kämpfer Heimliche Gesprächsmitschnitte nähren die Fortsetzung der "Vatileaks". Der Vatikan sagt, die Enthüllungen schadeten dem Papst. Aber tun sie das wirklich? Seinem Ansehen sind sie eher zuträglich. In beiden Büchern, die nun mit viel Trommelwirbel auf den Markt kommen, steht Franziskus nämlich wie ein mutiger Kämpfer da. Wie ein Reformer wider alle Konservativismen, der die Kurie aufräumen, ihr Disziplin und Transparenz verordnen möchte. Die römische Kurie wiederum, die Regierung der Kirche also, erscheint darin wie eine trotzige Pfründenverwalterin, die lieber im Trüben und mit dubioser Buchführung weiterwirtschaften möchte.
Was das neue Vatileaks für den Papst bedeutet
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Die Aussichtsplattform "5 Fingers" auf dem Krippenstein ist laut Eigenwerbung "nichts für schwache Nerven". Wie eine ausgestreckte Hand ragt sie über einen 400-Meter-Abgrund. Normalerweise gelangen Besucher per Seilbahn zu der Plattform über dem Hallstätter See, aber zurzeit ist die Bahn wegen Revision geschlossen. Ein Wiener Urlauberpaar steuerte den 2000 Meter hohen Gipfel dieser Tage also mit dem Auto an. Das war auch nichts für schwache Nerven. Auf digitalen Karten sieht es so aus, als würde die Straße "Winkl" von Obertraun zu den Fingern aus Stahl führen - im Winter ist diese Strecke allerdings die Talabfahrt des örtlichen Skigebiets. Die beiden Wiener lenkten ihren Wagen trotzdem auf den Forstweg, auf dem in regelmäßigen Abständen Kunstschnee-Haufen lagen. In so einem blieb das Fahrzeug bald stecken. Die Feuerwehr kam und befreite das Auto mit Hilfe einer Seilwinde. Schon einmal musste die Obertrauner Feuerwehr zu einem ähnlichen Einsatz ausrücken: Ein Navi hatte deutsche Urlauber auf eine Langlaufloipe gelotst. "Viele schauen nur auf Google Maps, lassen sich von ihrem Navi in die Irre leiten und landen dann im Nirgendwo", sagt Hans Strick, Einsatzleiter der Feuerwehr. Einziger Vorteil bei Umwegen durch eine falsche Routenführung im Navigationssystem: Man kommt oft an Orte, die man vorher nicht kannte. Illustration: Marc Herold Reflexartig kommt da die These auf: Navi macht blöd. Die Ansagerinnen mit der sirenenhaften Stimme scheinen mündige Autofahrer in willenlose Zombies zu verwandeln. Wenn man sich blind auf die elektronische Führung verlässt, verliert man dann nach und nach seine natürliche Orientierungsfähigkeit? Und wenn man alles bei Google nachschaut, statt kurz nachzudenken, ersetzt man dann sein Hirn durch eine digitale Krücke? Menschen sind eigentlich mithilfe ihrer natürlichen Sinne in der Lage, sich eine Route anhand von auffälligen Wegpunkten zu merken und sich darüber hinaus einen skizzenartigen Überblick über eine Landschaft oder ein Stadtviertel anzueignen. Wissenschaftler nennen das "kognitive Karte". Frauen schneiden beim Orientierungssinn in Studien weniger gut ab, wenn sie eine Richtung einschätzen sollen, dafür können sie sich besser Details merken. Männer kennen sich im Schnitt besser aus mit Himmelsrichtungen oder Entfernungen. Bevor es Navigationssysteme gab, kam es öfter zu Ehestreits über Richtungsfragen, denn der Beifahrer war gezwungen, Straßenkarten zu lesen. Deren Referenzrahmen sind die Himmelsrichtungen, wer also wissen will, wo es langgeht, muss erst seine Position mit der nach Norden ausgerichteten Karte abgleichen. Das ist kompliziert, trainiert aber das kognitive Kartensystem im Kopf. Wer sich auf die Elektronik verlässt, braucht solche Hirndrehungen nicht, die digitale Karte ist fast immer egozentrisch ausgerichtet. Schadet dieser Egotrip dem Orientierungssinn? Der Mannheimer Psychologe Stefan Münzer ist dieser Frage in mehreren Studien nachgegangen. Er wollte herausfinden, wie häufig die Befragten gedruckte Karten und Navigationsgeräte nutzen und wie gut sie sich ohne diese zurechtfinden. Ergebnis: Wer immer gesagt bekommt, wo es langgeht, erwirbt kaum noch Wissen über seine Umgebung und verlernt leicht, Koordinaten im Kopf zu speichern. Zu einem Revival der Landkarte aus Papier wird es deshalb aber wohl nicht kommen, die digitalen Helfer sind fest in unserem Leben implantiert. An der Uni Münster versuchen Geografen, Informatiker und Psychologen deshalb, ein deppensicheres GPS-Gerät zu entwickeln. Es soll nicht mehr befehlen: "Dem Routenverlauf 750 Meter folgen!", sondern reden wie jemand, den man am Straßenrand nach dem Weg fragt. "Bei der nächsten Ampel rechts und dann weiter bis zur Kirche." Das klingt menschlicher, aber ob es hilft? Ein Fehler ist schließlich schnell passiert: Schon das Eintippen des Ortes oder der Postleitzahl kann zu Problemen führen, ein Zahlen- oder Buchstabendreher hat weitreichende Folgen. Wer dem Straßenverlauf folgt, ohne mitzudenken, kann schon mal enden wie ein Auto im Landkreis Lüneburg: Das mit vier Personen besetzte Fahrzeug versank vergangenen Februar in der Elbe, nachdem der Fahrer sich von seinem Navigationsgerät direkt ins Wasser leiten ließ. Bei der vermeintlichen Straße handelte es sich um eine Fährverbindung. Die vier Insassen kamen mit dem Schrecken davon - allerdings komplett nass und unterkühlt. Möglicher Ansagetext eines Navigationsgeräts, das Forscher in Münster derzeit entwickeln "Bei der nächsten Ampel rechts und dann weiter bis zur Kirche." Nicht nur Autofahrer werden Opfer von Navi-Pannen: In den Alpen müssen immer öfter Fahrradfahrer aus lebensgefährlichen Situationen gerettet werden, weil sie einer GPS-Route auf einen Klettersteig gefolgt sind. Ein Teilnehmer des Goldsteig-Ultramarathons in der Oberpfalz verfehlte 2015 das Ziel um mehr als 50 Kilometer - sein GPS-Gerät führte ihn zu einem Bauernhof nach Niederbayern.
Navigationsgeräte - Sie haben Ihr Ziel verpasst
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Es gibt Etablissements, die sollte ein Polizist nur dienstlich und nicht privat aufsuchen - zumal, wenn er eine herausgehobene Position bekleidet. Eine solche Lokalität ist auch die Sansibar, im Hannoveraner Rotlichtbezirk Steintor gelegen. In eben jener Bar hat nun aber im vergangenen August niemand Geringeres als der Chef der Zentralen Polizeidirektion (ZPD) des Landes Niedersachsen, Christian Grahl, ausgelassen gefeiert. In Erklärungsnot: Christian Grahl, Chef der Zentralen Polizeidirektion des Landes Niedersachsen, hat im vergangenen August mit anderen Beamten eine berüchtigte Hannoveraner Rotlicht-Bar besucht. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte über den pikanten Ausflug des Spitzenbeamten berichtet - mittlerweile hat Grahl den Bar-Besuch bestätigt und zeigt sich einsichtig. Er spricht von einer "spontanen, aber unüberlegten und entbehrlichen Aktion". Nach einem Bier habe er die Kneipe, die dem NDR zufolge früher dem Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth gehörte, wieder verlassen. "Es war mein erster und letzer Besuch", wird der 55-Jährige zitiert. "Er ist seiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden" In dem Bericht heißt es weiter, mit Grahl seien weitere Polizeibeamte in der Sansibar eingekehrt: Dabei soll es sich um Teilnehmer beziehungsweise Besucher der Deutschen Polizeimeisterschaft der Leichtathletik gehandelt haben, die am 18. August dieses Jahres in Hannover stattfand. Der Fehltritt des ZPD-Chefs ist umso peinlicher, als dass der frühere Polizeipräsident von Niedersachsen, Uwe Binias, seine Beamten noch im vergangenen Jahr vor Besuchen auf dem Kiez gewarnt haben soll. Dem NDR zufolge schrieb Binias in einem Artikel in einer internen Mitarbeiterzeitschrift, es sei ein ein Widerspruch der Interessen, "wenn man in seiner dienstlichen Funktion damit rechnen muss, im Steintorviertel tätig zu werden, aber vorher an gleicher Stelle fröhlich feiert und Kontakte knüpft." Die SPD fordert nun die Versetzung des Polizeichefs. "Herr Grahl hat mit seiner privaten Feier in einer Bar im hannoverschen Steintorviertel der Glaubwürdigkeit der Polizei in Niedersachsen schweren Schaden zugefügt", sagte der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Klaus-Peter Bachmann. Grahl könne nach einer "schlanken Bitte um Entschuldigung" nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. "Die Glaubwürdigkeit der Polizei verlangt, dass Konsequenzen gezogen werden." Scharfe Kritik äußerte auch Grahls Vorgesetzter, Innenminister Uwe Schünemann (CDU). "Herr Grahl hat nach seinem Besuch den Innenminister darüber informiert", sagte ein Ministeriumssprecher. Darauf sei ein Personalgespräch gefolgt. "Der Innenminister teilt die Selbsteinschätzung des Besuchs durch Herrn Grahl", sagte der Sprecher. "Er ist seiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden."
Skandal in Hannover - Polizeipräsident feierte im Rotlichtviertel
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Ein schweres Erdbeben der Stärke 6,8 hat am Mittwochabend den Norden Japans erschüttert. Die Behörden gaben für einige Regionen eine Tsunamiwarnung aus. Die Anwohner wurden aufgefordert, sich von der Küste fernzuhalten. Das Zentrum des Bebens lag vor der Küste der Präfektur Aomori in etwa zehn Kilometern Tiefe, hieß es laut dpa und dem japanischen TV-Sender NHK vom Meteorologischen Dienst. Die Nachrichtenagentur dapd meldete dagegen, das Epizentrum habe in einer Tiefe von 26 Kilometern gelegen. Schäden oder Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Zunächst wurde eine Tsunamiwelle von etwa einem halben Meter in den Präfekturen Aomori und Iwate erwartet. Die Flutwelle fiel jedoch offenbar flacher aus, als zunächst befürchtet: Die erste Welle erreichte laut NHK die Insel Hokkaido um 18:44 Uhr. Etwa eine Stunde nach dem Beben, um 19:05 Uhr, habe eine zehn Zentimeter hohe Flutwelle die Präfektur Iwate auf der Hauptinsel Honshu erreicht. Eineinhalb Stunden nach dem Beben hoben die Behörden alle Warnungen auf. Das Pazifische Tsunamiwarnzentrum in Hawaii hatte schon zuvor erklärt, im pazifischen Raum bestehe keine Gefahr eines Tsunamis. Iwate war bei den verheerenden Naturkatastrophen vor gut einem Jahr verwüstet worden. Vor einem Jahr, am 11. März 2011, wurde Japan von einem gewaltigen Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert. Ein dadurch ausgelöster Jahrhundert-Tsunami riss mehr als 15.800 Menschen in den Tod, mehr als 3000 Menschen werden noch immer vermisst. Im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi kam es zum Super-GAU. Weite Gebiete nahe der Atomruine sind noch immer so verstrahlt, dass eine Rückkehr der Bewohner als höchst ungewiss gilt.
Schweres Erdbeben vor Japan - Tsunamiwarnung
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Nach einem Feuer in einer psychiatrischen Klinik in Russland war zunächst von zahlreichen Vermissten die Rede. Jetzt ist klar, dass mindestens 37 Personen in den Flammen ums Leben gekommen sind. Darunter viele Patienten und eine Krankenschwester, die versucht hatte, die größtenteils bettlägrigen Menschen aus dem brennenden Gebäude zu retten. Mindestens 23 Menschen überlebten. Der Brand in dem Heim bei Malaja Wischera, etwa 500 Kilometer nordwestlich von Moskau, brach aus, als die meisten Patienten und Angestellten schliefen. "Möglicherweise hat ein Patient im Bett geraucht und das Feuer damit ausgelöst", sagte Gebietsgouverneur Sergej Mitin. Zum Zeitpunkt des Brandes hätten sich knapp 60 Patienten und ein Pfleger in dem flachen Holzgebäude aufgehalten. Feuerwehr und Rettungskräfte seien innerhalb weniger Minuten mit einem Großaufgebot vor Ort gewesen. "Das Heim beherbergt Schwerkranke, das hat die Evakuierung des Hauses kompliziert", sagte Mitin am Morgen und sprach die Hoffnung aus, einige Patienten könnten durch unvergitterte Fenster geflüchtet sein und sich noch in einem nahen Wald versteckt halten. Alexander Starostin von der Feuerwehrzentrale sagte, das Gebäude sei nur unzureichend gegen einen Brand gesichert gewesen. Die Behörden hätten mehrfach Mängel beklagt und einen Umzug in eine moderne Klinik empfohlen. Regierungschef Dmitri Medwedew entsandte einen Experten zum Unglücksort. Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften sind eine der häufigsten Ursachen für Brände in Russland. Erst im April sind bei einem Feuer in einer Klinik bei Moskau 38 Menschen ums Leben gekommen. Medienberichten zufolge starben damals auch deshalb so viele Menschen, weil die Patienten unter dem Einfluss starker Beruhigungsmittel standen, ihre Fenster vergittert waren und die Feuerwehr erst nach einer Stunde eintraf.
Russland - 30 Vermisste nach Brand in psychiatrischer Klinik
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Eine 62-jährige Betreuerin ist bei einem Wanderausflug mit einer Kindergruppe in den Tod gestürzt. Sie selbst wollte einen Elfjährigen vor dem Absturz retten. Die Kinder werden Zeugen des Unfalls. Absturz vor den Augen der Kinder Eine Betreuerin ist beim Wandern in Lichtenstein in Baden-Württemberg abgestürzt und ums Leben gekommen. Die Kinder, die auf dem Ausflug dabei waren, haben den Unfall mitangesehen. Die 62 Jahre alte Frau habe am Mittwoch einem Elfjährigen helfen wollen, der abgerutscht war, sagte ein Sprecher der Polizei. Der Junge erlitt schwerste Verletzungen. Die Gruppe mit vier Erwachsenen und 16 Kindern war bei sonnigem Wetter im Rahmen des Kinderferienprogramms eines Reutlinger Jugendhauses beim Schloss Lichtenstein unterwegs gewesen. Unfallursache zunächst unklar Wie es genau zu dem Unfall während des Aufstiegs zum Schloss kam, blieb zunächst unklar. Die Frau sei in jeden Fall mehrere Meter gestürzt, zwei Mountainbiker seien an der Gruppe vorbeigeradelt und hätten die Rettungskräfte alarmiert, sagte der Polizeisprecher. Da das Gelände dicht mit Bäumen bewachsen sei, habe ein Hubschrauber trotz Wärmebildkamera nicht bei der Suche nach der Frau helfen können. Zwischen dem ersten Hinweis über den Unfall und der Meldung, dass die 62-Jährige tot ist, seien fast 25 Minuten vergangen. Zur Bergung der Frau waren ein Großaufgebot an Rettungskräften sowie die Bergwacht vor Ort. Der schwer verletzte Elfjährige sei per Helikopter in eine Spezialklinik geflogen worden. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes und Notfallseelsorger hätten sich um die unverletzten Begleiter sowie die Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren gekümmert. Dem Polizeisprecher zufolge sollten die Kinder am Mittwochabend wieder zu ihren Eltern gebracht werden. Weiterer Absturz im Albtal Etwa 15 Meter abgestürzt ist am Mittwoch auch ein Sportkletterer im Albtal. Der Schwerverletzte musste nach Angaben der Bergwacht Schwarzwald in einen speziellen Bergesack gelegt und per Notarzt an einer Winde hängend mit einem Hubschrauber aus dem Gelände geflogen werden. Der Mann kam in eine Klinik.
Betreuerin will Kind retten und stirbt
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Somalische Piraten haben nach Angaben des US-Militärs vier amerikanische Geiseln an Bord der gekaperten Jacht Quest erschossen. Wie das in Tampa ansässige US-Zentralkommando am Dienstag mitteilte, waren gerade Verhandlungen um die Freilassung der Geiseln im Gange, als die Streitkräfte der US-Marine plötzlich Schüsse hörten. Daraufhin hätten sie die Quest geentert, die verwundeten Amerikaner trotz sofort geleisteter erster Hilfe aber nicht mehr retten können. Phyllis Macay and Bob Riggle (auf dem Foto) gehören zu den Opfern der Piraten. Es handelt sich um die ersten US-Bürger, die im Indischen Ozean von Piraten getötet wurden. Bei dem anschließenden Kampf seien zwei Piraten getötet und 13 weitere festgenommen worden, hieß es weiter. Dabei seien die Leichen zweier weiterer Piraten entdeckt worden, die bereits vor geraumer Zeit gestorben waren. Deren Todesursache wurde zunächst nicht bekannt. Die Quest gehört einer Website zufolge einem Ehepaar, das seit Dezember rund um die Welt segelte. Geplant sei eine acht bis zehn Jahre dauernde Reise, heißt es auf der Website. Bei dem Paar handelte es sich der Website zufolge um Prediger, die Bibeln an Schulen und Kirchen in abgelegenen Orten auf den Fidschi-Inseln, in Alaska, Neuseeland, Mittelamerika und Französisch Polynesien verteilten. Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung mehr. Seit einigen Jahren nimmt die Piraterie stetig zu. Die Piraten fordern Lösegeld für die Schiffe und ihre Besatzungen. Sie haben zur Zeit mindestens 29 Schiffe und 660 Geiseln in ihrer Gewalt.
Indischer Ozean - Piraten töten vier US-Geiseln
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Wenn Kevin den falschen Flieger erwischt und allein in New York landet, mag es im Film ganz unterhaltsam sein - im wahren Leben möchte aber wahrscheinlich niemand sein Kind im falschen Flugzeug wissen. Genau das ist jetzt aber einer Mutter am New Yorker John F. Kennedy Flughafen passiert, als sie auf ihren fünfjährigen Sohn wartete - der nicht in New York, sondern in Boston gelandet war. Maribel Martinez war der Washington Post zufolge im Juli mit ihrem Sohn Andy zu Verwandten in die Dominikanische Republik geflogen. Während der Junge noch länger blieb, flog sie bereits nach einer Woche zurück nach New York. Für einen Aufpreis von 100 Dollar sollte sich die Fluggesellschaft Jet Blue darum kümmern, dass ihr Sohn ein paar Wochen später, am 17. August, wohlbehalten wieder zu Hause ankommt. "Ich dachte, er sei entführt worden" Nach längerer Wartezeit am Flughafen brachten Mitarbeiter der Fluggesellschaft Martinez dann schließlich Andys Gepäck, seinen Pass und ein Kind. Nur - es war nicht Andy. "Ich war verzweifelt. Ich saß neben einem Jungen, der nicht meiner war", sagte die Mutter. "Ich dachte, er wurde entführt und dass ich ihn nie wieder sehe", so die 38-Jährige zur New York Daily News. Erst nach Stunden wurde klar: Die Fluglinie hatte zwei Kinder verwechselt und Andy in einen Flieger nach Boston gesetzt. Jet Blue bestätigte den Vorfall in US-Medien. Der andere Junge sei wieder nach Boston gebracht worden, sagte eine Sprecherin der Tageszeitung New York Daily News. Man sei sich im Klaren darüber, dass die Situation für die Familien belastend gewesen sei. Darüber wie es der anderen Familie erging, ist nichts bekannt. Martinez plant, JetBlue zu verklagen - obwohl die Fluglinie der Familie bereits Fluggutscheine im Wert von 2100 Dollar angeboten und die Flugkosten erstattet hatte.
Fluggesellschaft Jet Blue vertauscht Kinder
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Der Flugzeugabsturz in Russland mit 88 Toten ist den Behörden zufolge auf ein defektes Triebwerk zurückzuführen. 88 Menschen kamen bei dem Absturz der Boeing-737 ums Leben. Ein Vertreter der russischen Generalstaatsanwaltschaft sagte am Sonntag der Agentur RIA Novosti, aufgrund der Erkenntnisse am Unglücksort werde von einem technischen Defekt des rechten Triebwerks ausgegangen. Der russische Transportminister Igor Lewitin sagte zudem, man habe keine Erkenntnisse darüber, dass die Maschine in der Luft explodiert sei. Augenzeugen hatten zuvor in russischen Medien erklärt, das Flugzeug sei noch am Himmel auseinandergerissen. Die Maschine vom Typ Boeing-737-500 kam aus Moskau und stürzte am Sonntag kurz vor der Landung in der nahe dem Ural gelegenen Stadt Perm auf unbewohntem Gebiet ab. Dabei starben alle 88 Menschen an Bord. Unter den Toten ist nach Angaben der Fluggesellschaft Aeroflot auch ein Deutscher. Zunächst war nicht ausgeschlossen worden, dass ein Terror-Anschlag Ursache für den Absturz war.
Aeroflot-Absturz - Das Triebwerk explodierte
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Welcher Titel würde den Kern des Artikels am besten erfassen?
Er geht, nach 25 Jahren als Erzbischof von Köln. Am ersten Weihnachtsfeiertag wird Kardinal Joachim Meisner 80 Jahre alt, und dann hat selbst ein Kardinal der katholischen Kirche die Altersgrenze erreicht. Meisner wird vielleicht noch eine seiner berühmten Predigten halten und bildstark den Vertretern des Zeitgeistes vors Schienbein treten. Im Februar aber, wenn sich sein von heftigen Konflikten begleiteter Amtsantritt jährt, ist Schluss, so hat er es angekündigt. Die katholische Kirche in Deutschland wird 2014 den konservativsten ihrer Hirten verlieren - aber nicht nur ihn. Sie steht vor einem Generationenwechsel. Einen Monat später werden Deutschlands Bischöfe auch einen neuen Konferenzvorsitzenden wählen müssen - Robert Zollitsch, der bisherige Sprecher des Kollegiums, ist im August 75 geworden und hat die Pensionsgrenze für Bischöfe erreicht; er amtiert derzeit in Freiburg auf Abruf. Auch Hamburgs Erzbischof Werner Thissen hat am 3. Dezember die 75-Jahr-Grenze erreicht, bei seinem Aachener Amtsbruder Heinrich Mussinghoff ist es in zwei Jahren so weit. Und wie lang der 76 Jahre alte Mainzer Kardinal Karl Lehmann sein Amt noch ausüben kann, ist auch ungewiss. Hinzu kommen in Passau und Erfurt zwei unbesetzte Bischofsstühle - jeder vierte der 27 deutschen Bischofssitze ist neu zu besetzen. Auf den Priestermangel folgt das Bischofsproblem Es geht die Generation der Kirchenmänner, die vom Zweiten Vatikanischen Konzil und der anschließenden Zeit der innerkirchlichen Reformen geprägt wurden. Wer ihr folgt, ist ungewiss: Die katholische Kirche hat zunehmend Schwierigkeiten, ihre Spitzenposten zu besetzen; dem Priestermangel folgt das Bischofsproblem. In Passau sucht man schon seit dreieinhalb Jahren einen Nachfolger für Wilhelm Schraml, auch der Erfurter Bischofssitz ist seit mehr als einem Jahr unbesetzt. Bischöfe sollen, so die Vorgaben des Vatikans, mindestens 35 Jahre alt sein und promoviert, väterlich im Auftreten, sozial eingestellt und natürlich glaubensfest, was die kirchlichen Positionen angeht. Doch promovierte Priester, die bislang keinen Verdacht in Rom geweckt haben und denen man dennoch zutrauen kann, ein Bistum zu führen, ohne es zu spalten, sind selten geworden. Viele von denen, die infrage kommen, winken mittlerweile ab, wie es auch in Passau geschehen sein soll. Warum sich im Knochenjob zerreiben lassen? Und weckt einmal einer Hoffnungen, werden sie enttäuscht. So war es mit Franz-Peter Tebartz-van Elst, der nun im Kloster Metten wartet, was Papst Franziskus entscheidet. Kommt er nicht nach Limburg zurück, ist ein weiterer schwieriger Posten zu besetzen. Kehrt er zurück, hat seine Kirche noch ganz andere Probleme. Ansonsten darf spekuliert werden: Geht Berlins Kardinal Rainer Maria Woelki nach Köln, wo er Weihbischof war? Kommt Georg Gänswein, der so charmante wie konservative Sekretär von Papst Benedikt, nach Freiburg? Startet Stefan Ackermann durch, der Trierer Bischof, der sich als Beauftragter für Missbrauchsfälle profiliert hat? Tauchen neue Namen auf? Es werden die ersten wichtigen Personalentscheidungen von Papst Franziskus in Deutschland sein - sie werden zeigen, wohin die katholische Kirche gehen soll.
Bischöfe dringend gesucht
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Mindestens zwei Menschen sterben beim Einsturz einer Brücke im brasilianischen WM-Spielort Belo Horizonte. Nahe der Unglücksstelle wird ein WM-Halbfinale ausgetragen. Die Brücke wurde erst kurz vor der Fußball-WM errichtet. Tote bei Brückeneinsturz in Belo Horizonte Beim Einsturz einer Straßenbrücke im Halbfinalort Belo Horizonte sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Bürgermeister Márcio Lacerda bestätigte am Donnerstagabend, dass bei dem Unglück mindestens zwei Personen starben. Die Zahl der Verletzten beläuft sich auf etwa 20. Die tonnenschweren Betonbauteile hatten zwei Lkw, ein Auto und teilweise einen Bus unter sich begraben. Bei einem der Todesopfer handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Busfahrerin. Auch Stunden nach dem Unglück war unklar, ob es in dem unter den Trümmern liegenden Auto weitere Tote gibt. Dies sei möglich, sagte Feuerwehrhauptmann Edgar Estevo. Es gebe aber noch keinen Zugang zu dem Fahrzeug. "Es ist auch nicht auszuschließen, dass möglicherweise ein lebendes Opfer gefunden wird." Nahe der Unglücksstelle findet ein WM-Halbfinale statt An der betroffenen Straßenkreuzung bot sich ein Bild der Zerstörung. Das Entsetzen stand den Menschen, die vor der Brücke noch rechtzeitig zum Halten kamen oder weit genug weg waren, ins Gesicht geschrieben. In den Bussen vor der Brücke schrien die Menschen aus Panik. Viele stiegen fassungslos aus den Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln, hielten sich die Hände vors Gesicht und schüttelten den Kopf. Mehrere Hubschrauber kreisten über dem Unglücksort, der keine zehn Kilometer vom WM-Stadion Mineirão in Belo Horizonte entfernt ist. Dort würde die deutsche Nationalmannschaft im Falle eines Sieges gegen Frankreich am kommenden Dienstag ihr WM-Halbfinale austragen. Brücke war Teil der Ausbauarbeiten für die WM Die Brücke war Teil der milliardenteuren Ausbauarbeiten für den öffentlichen Nahverkehr und sollte das Netz der Schnellbusspuren der Millionenmetropole erweitern. Die Unglücksursache war Bürgermeister Lacerda zufolge am Donnerstag noch unklar. Er kündigte genaue Untersuchungen an. Die Arbeiten seien von einem renommierten Unternehmen ausgeführt worden. Die Stadt ordnete eine dreitägige offizielle Trauer an. Staatspräsidentin Dilma Rousseff bekundete den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme. "In diesem Moment des Schmerzes gilt meine Solidarität den Familien der Opfer", schrieb sie auf Twitter.
WM Brasilien: Tote bei Brückenkollaps in Belo Horizonte
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Verfasse eine prägnante Überschrift für den folgenden Text.
Winnie Puuh, der Bär, sitzt da, und gleich neben ihm lugt Bugs Bunny, der Hase, aus der Hecke hervor. Puuhs Freunde Eeyore und Tigger haben sich dazugesellt, sowie Tweety, der freche Kanarienvogel, und zahllose Stofflämmchen, Plüschkaninchen, Puppen und bergeweise Teddybären in allen Pastellfarben eines Regenbogens. Gerry McCann, der Vater der vermissten Maddie, betrachtet Briefe und Geschenke für seine Tochter in Rothley. Ein Kindertraum ist es, der hier auf dem Marktplatz des mittelenglischen Dorfes Rothley vor dem Kriegerdenkmal aufgetürmt wurde: Hunderte Stofftiere, Geburtstagskarten, Gedichte, Zeichnungen und Fotos. Aber es ist kein Traum, hier versucht man eher einen Albtraum zu bannen - mit Mitteln, die anrührend wirken in ihrer Hilflosigkeit. Denn es ist der wohl dunkelste und furchtbarste Albtraum, in dem ein Mensch versinken kann - wenn das eigene Kind von Fremden geraubt wird. Die Geschenke, die Karten und die gelben Bändchen, die um Zaunpfosten, Laternenmasten, Zweige und Parkbänke gewunden sind, erinnern daran, dass ein Dorf die Hoffnung nicht aufgegeben hat, ein kleines Mädchen doch noch wohlbehalten und unversehrt zusammen mit seinen Eltern und seinen Geschwistern zu Hause wiederzusehen. Mit dem Rücken zur Wand Fast einen Monat ist es her, seit die vierjährige Madeleine McCann aus dem 3500 Einwohner zählenden Ort Rothley unweit der Kleinstadt Leicester von Unbekannten aus ihrem Bettchen in einem Ferienclub im portugiesischen Küstenort Praia da Luz verschleppt wurde. Fast ein Monat, in dem sich die Polizei wortkarg von Pressekonferenz zu Pressekonferenz quälte, ein Monat, in dem sich keine Hinweise und keine neuen Spuren erschlossen haben, und in dem gegen den einzigen bislang benannten Verdächtigen keine wirklich handfesten Beweise zusammengetragen werden konnten. Maddie bleibt wie vom Erdboden verschluckt - so wie unzählige andere Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt. In Deutschland gelten 1653 Kinder als verschollen, 7000 sind es in Großbritannien, in den USA werden die Akten von 450.000 Kindern geführt, die verschleppt wurden, von zu Hause weggelaufen sind oder von einem Elternteil versteckt werden. Als sie verschwanden, standen auch ihre Namen in der Zeitung, da ermittelte auch in ihren Fällen die Polizei. Doch über kurz oder lang schlief zuerst das öffentliche Interesse ein, dann erlahmten die Fahndungsanstrengungen der Polizei. Niemandem, nicht wahr, kann man wirklich einen Vorwurf machen. Spuren erkalten, und jeden Tag nehmen Polizeibeamte neue Fälle auf. Das Leben, wie man so schön sagt, geht weiter - im Guten wie im Bösen. Nein, geschlossen werden die Akten nicht. Sie rutschen nur immer weiter nach hinten, bis sie aus dem Blick verschwunden sind. Zurück bleiben Eltern, Großeltern, Freunde und Geschwister - alleine mit ihrem Schmerz, mit ihrer Ratlosigkeit und vor allem mit einer die Seele zerfressenden Ungewissheit über das Schicksal der Verschwundenen, die vielleicht grausamer ist, als es der Tod der Tochter oder des Sohnes wären. Gerry und Kate McCann wollen dieses Schicksal nicht akzeptieren. Sie wollen nicht zuerst auf den hinteren Zeitungsseiten und dann in der Vergessenheit verschwinden, sie wollen nicht, dass das Bild ihrer Tochter zu einem von Tausenden Fotos wird, die auf einer der zahlreichen Fahndungs-Websites vor den Augen zu einem bunten Mosaik verschwimmen. Die Eltern von Maddie wehren sich, und in ihrem Kampf für ihre Tochter sind sie zu Sprechern Tausender Eltern geworden, die in derselben Lage sind. "Wir sind total entschlossen, sie zurückzubekommen", sagte Gerry McCann auf einer seiner Pressekonferenzen in Praia da Luz, und sein harter Glasgower Akzent klang dabei, als ob in einer Gesteinsmühle Kiesel kleingerieben würden. "Für uns ist das ein bisschen so, als ob wir einen Krieg führen würden", hatte er hinzugefügt, ohne die Stimme auch nur ein wenig anzuheben. "Das ist so eine Mit-dem-Rücken-zur-Wand-Sache." Sie mögen mit dem Rücken zur Wand stehen, aber alleine sind die McCanns schon lange nicht mehr. Mehr als 130 Millionen Menschen haben ihre Website findmadeleine.com besucht, Zehntausende haben Fotos des blonden Mädchens heruntergeladen und als Plakate ausgedruckt; beim FA Cup-Finale im neuen Londoner Wembley-Stadion wurde in der Halbzeit ein Video von Maddie gezeigt, ein neuer Kurzfilm über sie soll demnächst in allen britischen Kinos vor jeder Vorstellung laufen. Sogar eine eigene Kennmelodie hat die Kampagne inzwischen: den Hit "Don't You Forget About Me". Die Gruppe Simple Minds will ihn erneut herausbringen und den Verkaufserlös der Madeleine-Kampagne stiften. In diesen sogenannten Kampffonds sind bereits knapp 600.000 Euro geflossen. Das Geld soll es dem 38-jährigen Kardiologen aus Leicester und seiner gleichaltrigen Frau bis auf Weiteres erlauben, ihre Zeit ausschließlich der Suche nach Madeleine zu widmen. "Es ist undenkbar, dass wir ohne Madeleine nach Hause fahren", hat Gerry McCann mehr als einmal gelobt. Und seine Frau Kate hat bekräftigt: "Wir werden sie nicht im Stich lassen; wenn wir nach Hause fahren, dann als Familie von fünf" - Vater, Mutter, Tochter und die beiden zwei Jahre alten Zwillinge Sean und Amelie. Zudem ist es Kate und Gerry McCann gelungen, Mächtige und Prominente für ihren Kampf zu gewinnen: Fußballspieler wie David Beckham und Cristiano Ronaldo veröffentlichten Hilfsappelle, Britanniens designierter Premierminister Gordon Brown intervenierte mehrmals im Namen der McCanns bei den portugiesischen Behörden, Prinz Charles und Gemahlin Camilla versicherten die Eltern ihrer "Gedanken und Gebete", und am Mittwochvormittag hat auch Papst Benedikt die beiden britischen Katholiken empfangen. Nächste Woche wollen die McCanns ihre Kampagne auf andere Staaten ausweiten: Zunächst sind Reisen nach Madrid und Sevilla geplant, dann nach Berlin, in die Niederlande und nach Marokko. Wenn es nach ihnen geht, soll jeder Erdenbürger das Gesicht ihrer Tochter kennen - und gegebenenfalls erkennen.
Besuch im Heimatort der verschwundenen Madeleine McCann - Alle Macht für Maddie
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Schlage zu diesem Artikel einen Titel vor, der neugierig macht und zum Lesen einlädt.
Staatsanwaltschaft vermutet Beziehungstat unter Alkoholeinfluss Acht Monate ist es her, dass Polizisten in zwei Koffern im Stuttgarter Schlossgarten die Leichen zweier Obdachloser entdeckten. Jetzt steht ein 48 Jahre alter Mann vor Gericht. Die Anklage wirft ihm zweifachen Mord vor und geht von einer Beziehungstat aus. Unter Alkoholeinfluss soll der Mann in der Nacht zum 30. Mai 2014 in seiner Stuttgarter Wohnung einen 50 Jahre alten Mann erschlagen und später eine 47-jährige Frau erstochen haben. Er habe die beiden vergleichsweise kleinen Leichen in die zwei Koffer gepackt und diese im Schlossgarten von Stuttgart abgestellt. Angeklagter sieht sich als Opfer eines Komplotts Beim Prozessauftakt stritt der Angeklagte die Taten ab. Die Leichen seien manipuliert und ihre Verwesung beschleunigt worden, um die wahre Todesursache zu verschleiern, behauptete der gelernte Maurer vor dem Landgericht Stuttgart. So seien den Leichen im Nachhinein Stichverletzungen hinzugefügt worden. In Wahrheit seien beide Opfer stranguliert worden, aber nicht von ihm. Er sei Opfer eines abgekarteten Spiels geworden. "Die Karten sind gezinkt", sagte der Angeklagte. Er habe schon mehrfach vor Gericht Unrecht erfahren. Bei seiner Aussage verlor sich der 48-Jährige immer mehr in Monologen, berichtet SZ-Redakteur Josef Kelnberger aus dem Gerichtssaal. Der Angeklagte ärgerte sich außerdem über die Behandlung, die ihm zuteil wurde: "Die Fußfesseln, die ich tragen muss, sind völliger Quatsch. Wo will ich denn hin. Ich habe keine Zukunft." Großes Interesse am Prozessauftakt Dem Mann droht lebenslange Haft. Das Landgericht hat zunächst 16 Verhandlungstermine bis Ende März eingeplant. Wegen des großen Publikumsinteresses musste der Prozess kurzfristig in einen größeren Saal verlegt werden. Rund 50 Zuschauer verfolgten den Prozessauftakt.
"Prozess - Angeklagter bestreitet "Koffermorde"
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Was wäre eine aussagekräftige Überschrift für diesen Text?
Es gibt einen Satz in diesem Buch, den man nicht ungelesen machen kann. Samantha Geimer schreibt ihn in ihrem Buch "The Girl - A Life in the Shadow of Roman Polanski", er lautet: "Wenn ich heute entscheiden könnte, ob ich lieber aussagen oder vergewaltigt werden würde: Ich würde mich für die Vergewaltigung entscheiden." Warum diese Bitternis? Der Missbrauch, so erscheint es ihr, ging nach der Vergewaltigung durch Polanski weiter. Oder er ging erst so richtig los. Denn Geimer musste ihre Geschichte erzählen, immer und immer wieder. Ein hartes, ein überraschendes Buch hat Samantha Geimer geschrieben - es ist nicht die "Ich war in der Hölle"-Geschichte, die sich natürlich wahnsinnig gut verkaufen ließe. Vielmehr möchte sich Geimer gegen diese Opfer-Industrie zur Wehr setzen. "Man sollte das, was mir passiert ist, nicht schlimmer machen, damit es interessanter wird", sagt sie. "Daran gibt es keinen Zweifel" Es war der 10. März 1977. Geimer hieß damals noch Gailey, ein 13 Jahre altes California Girl. Ihre Mutter, eine erfolglose Schauspielerin, hatte Roman Polanski kennengelernt. Der war ein Großer in Hollywood, einer, der anderer Menschen Träume wahr machen konnte. Und der wollte Fotos von Samantha schießen für die französische Ausgabe des Modemagazins Vogue. Was für eine Chance! Es schien, als könnte die Tochter den Traum der Mutter leben. Was folgte, beschreibt Geimer in der Sprache eines naiven Teenagers. "Ich wollte das nicht und habe immer wieder Nein gesagt", schreibt Geimer. "Es war eindeutig eine Vergewaltigung. Daran gibt es keinen Zweifel." Die Mutter erfuhr davon und zeigte Polanski an. Der wurde festgenommen, saß 42 Tage lang in Untersuchungshaft. Weil ein Deal mit dem Gericht platzte, flüchtete er nach Frankreich. 2009 kam der Fall wieder in die Schlagzeilen, weil Polanski in der Schweiz festgenommen, dann aber nicht an die USA ausgeliefert wurde. E-Mails von Roman Polanski Vom Moment der Anzeige an ändert sich der Ton in dem Buch, nun berichtet eine erwachsene Frau über die schrecklichen Jahre danach. Geimer klagt nicht an. Sie verurteilt nicht Polanski, der die Vergewaltigung heute noch leugnet, Geimer jedoch nach einer Zivilklage im Jahr 1988 etwa 500 000 US-Dollar gezahlt haben soll und ihr gelegentlich E-Mails schreibt. Geimer verurteilt auch nicht den mittlerweile gestorbenen Richter Laurence Rittenband, der im Prozess Journalisten gefragt haben soll, wie er entscheiden solle. Sie verurteilt auch nicht ihre Mutter, die eine 13-Jährige ins Auto eines Mannes steigen ließ, den sie auf einer Party getroffen hatte. Es ist ein nüchterner Bericht über das Hollywood der Siebzigerjahre, über den kalifornischen Lifestyle, die Beziehung von mächtigen Männern und hübschen jungen Frauen, über das amerikanische Rechtssystem, über den Umgang von Journalisten mit Skandalen, über die Sensationsgier jener, die diese Journalisten-Berichte lesen. Natürlich wird Samantha Geimer, die mittlerweile verheiratet ist, zwei Kinder hat und zwischen ihren Wohnsitzen auf Hawaii und in Nevada pendelt, einen Haufen Geld verdienen mit diesem Buch. Sie ist in den Schlagzeilen, es gibt Berichte und Fernsehsendungen. Aber das mache ihr nichts aus, sagt sie: "Es kommt eine Zeit im Leben, da muss man loslassen." Geimer erzählt ihre eigene Version einer scheinbar bekannten Geschichte vor allem aus einem Grund: damit sie es von nun an nie wieder tun muss.
Ein Albtraum namens Polanski
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Bei einem Erdbeben der Stärke 6,5 sind am Montagabend im Südosten Irans mindestens sieben Menschen getötet worden. Hunderte seien verletzt worden, hieß es von Regierungsseite. Da es Verschüttete gebe, könne die Zahl der Todesopfer noch steigen. Provinzgouverneur Esmail Nadschdschar sagte der Nachrichtenagentur Mehr, es seien vor allem drei Orte betroffen. Die Dörfer in der betroffenen Bergregion seien nur schwer zugänglich. Rettungsmannschaften versuchten die unter den Trümmern Liegenden auszugraben. Die Schäden an Gebäuden in dem Gebiet in der Provinz Kerman und in der benachbarten Provinz Sistan und Belutschistan seien erheblich. Nach dem ersten Erdstoß waren die Menschen in Panik auf die Straßen gelaufen, berichteten Staatsmedien. Es habe mehrere Nachbeben gegeben, hieß es weiter. Das Epizentrum lag in einem Ort in der Nähe der Stadt Hossein Abad. Die Region war bereits 2003 von einem sehr heftigen Beben erschüttert worden, bei dem über 30.000 Menschen starben. Iran liegt auf mehreren Erdplatten und wird deshalb regelmäßig von Erdstößen erschüttert.
Hunderte Verletzte nach Erdbeben
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Die Queen ist pünktlich, wie immer. Um 14 Uhr kommt sie mit einer Kutschenprozession an der Rennstrecke an, begleitet unter anderem von Prinz Harry und Herzogin Meghan. Der Weg von Schloss Windsor zur Pferderennbahn Ascot ist nicht weit, und während Royal Ascot, der wichtigsten Rennwoche des Königreichs, möchte Elizabeth II., 92, auch diesmal keinen Tag verpassen. Das letzte Mal ist ihr das 1953 passiert. Aber in diesem Jahr ist manches ein bisschen anders: Noch bevor die fünftägige Rennveranstaltung am Dienstag losgeht, führen Polizisten Drogenspürhunde an Tribünen, Bars und Toiletten vorbei. Bierverkäufer, die früher den Alkohol in Tanks auf dem Rücken zu durstigen Zuschauern trugen, sind keine mehr zu sehen. Dafür stehen an den Eingängen zum Gelände Sicherheitsleute mit Alkoholmessgeräten, die derangiert wirkende Besucher pusten lassen und ihnen - wenn nötig - den Einlass verwehren. So viel Nüchternheit war nie in Ascot. Doch an der traditionsreichen Rennstrecke, 1711 gegründet, macht man sich Sorgen um die Sicherheit der Gäste. Und um den guten Ruf. In den vergangenen Wochen war es bei Pferderennen in Ascot und zwei anderen englischen Rennbahnen, Goodwood und Hexham, zu Massenschlägereien gekommen. Männer in schicken Anzügen, wie man sie an der Rennbahn gerne trägt, gingen aufeinander los. Befeuert von Alkohol oder anderen Rauschmitteln. Einige Besucherinnen wetteifern um die exzentrischsten Kopfbedeckungen Um derartige Szenen beim feinen Royal-Ascot-Wettbewerb zu verhindern, hat der Betreiber, die Ascot Authority, nun die Kontrollen verschärft. "Wir möchten, dass sich alle Gäste behaglich und sicher fühlen", sagt Firmenchef Guy Henderson. Royal Ascot ist die berühmteste und vornehmste Serie von Pferderennen im Königreich. Das hohe Preisgeld, in diesem Jahr umgerechnet 8,2 Millionen Euro, zieht die besten Jockeys und Rennställe an; insgesamt galoppieren mehr als 500 Pferde. 300 000 Besucher werden an fünf Tagen erwartet - in etwa so viele, wie bei allen anderen Rennen in Ascot zusammen. Auf den teuersten Plätzen müssen Männer Zylinder tragen, auch für Frauen gilt die Hut-Pflicht. Viele weibliche Besucher wetteifern um die ausladendsten und exzentrischsten Kopfbedeckungen. In den mehr als hundert Bars, Imbissbuden und Restaurants werden unter anderem 3500 Hummer, fünf Tonnen Lachs und 56 000 Flaschen Champagner verkauft, zudem 44 000 Flaschen Wein und 21 000 Krüge mit Pimm's-Likör-Longdrinks, so schätzt der Veranstalter. Die Gäste dürfen also ruhig weiter Alkohol trinken, doch eben nicht so viel, dass sie aggressiv werden. Und sie sollen keine anderen Drogen nehmen. Die Polizei setzt mindestens 20 Drogenspürhunde ein, und vor den Eingängen stehen Boxen, in denen Besucher ihre illegalen Rauschmittel entsorgen können, ohne Strafen befürchten zu müssen. Auf Bierverkäufer mit Tanks auf dem Rücken zu verzichten, ist allerdings durchaus umstritten bei den Besuchern. Die Ascot Authority räumt ein, dass dies zu längeren Warteschlangen an den Bars führen könnte - was wiederum Streits und Rangeleien provozieren kann. Aber dass diese mobilen Verkäufer überall Bier ausschenkten, habe eine falsche Botschaft gesandt, sagt ein Firmensprecher. Ob die neue Botschaft in ihrer Nüchternheit von der pferdenärrischen britischen Oberschicht verstanden wird, das wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
Pferderennwoche in Ascot
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Drei Jahre nach der tödlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Indien ist einer der Täter aus der Haft entlassen worden. Der junge Mann, der zur Tatzeit 17 Jahre alt war, sei einer Nichtregierungsorganisation übergeben worden und nicht länger in Obhut der Polizei, sagte ein Sprecher der Polizei von Delhi. Aus Kreisen der Sicherheitskräfte verlautete, er habe eine neue Identität erhalten. Die Behörden sollen nach einer Anordnung des Gerichts in den kommenden zwei Jahren überwachen, ob er sich wieder in die Gesellschaft eingliedere. Kritik an Freilassung Die Eltern des Opfers kritisierten die Entlassung des Mannes scharf. "Wir wollen Gerechtigkeit für unsere Tochter", sagte die Mutter von Jyoti Singh. Die Eltern des Opfers hatten wiederholt gefordert, der junge Mann müsse wie die anderen Täter bestraft werden, er sei eine Gefahr für die Gesellschaft. Die Freilassung erfolgte kurz vor einer für Montag angesetzten Anhörung vor dem Obersten Gericht, bei der eine Frauenrechtsgruppe eine Petition gegen die Freilassung einreichen wollte. Zahlreiche Inder protestierten in Delhi gegen seine Freilassung. Ein Gericht in der Hauptstadt hatte am Freitag erklärt, die geplante Freilassung könne nicht gestoppt werden, weil der Verurteilte die im Jugendrecht geltende Höchststrafe von drei Jahren abgesessen habe. Hintergrund: tödliche Vergewaltigung 2012 Eine 23-jährige Studentin war am 16. Dezember 2012 vor den Augen ihres Freundes von einer Gruppe Männer in einem Bus in Delhi vergewaltigt und so schwer misshandelt worden, dass sie knapp zwei Wochen später ihren Verletzungen erlag. Ihr Fall sorgte weltweit für einen Aufschrei und löste eine nie dagewesene Protestwelle aus. Tausende junge Inder demonstrierten gegen sexuelle Übergriffe. Insgesamt sechs Männer wurden angeklagt. Einer von ihnen starb in Haft - offenbar in Folge eines Suizids. Die vier anderen wurden zum Tode verurteilt, legten aber Berufung ein.
Gruppenvergewaltigung in Delhi: Täter freigelassen
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Zu seinem 85. Geburtstag gönnt sich Papst Benedikt XVI. ein eigenes Parfüm - dessen genaue Bestandteile geheim bleiben sollen und das nicht weiterverkauft werden darf. Einige Zutaten hat Herstellerin Silvana Casoli aber verraten. Der Berliner Parfümeur Lutz Lehmann erklärt nun, was sie über den Papst aussagen. Lehmann enstammt einer Parfümeursfamilie, die bereits seit drei Generationen das Handwerk der Düfte ausübt. Linde, Eisenkraut und grünes Gras: Papst Benedikt XVI. hat sich ein eigenes Parfüm kreieren lassen. Süddeutsche.de: Herr Lehmann, wenn Sie Linde, Eisenkraut und Gras riechen - was für eine Person stellen Sie sich dann vor? Lutz Lehmann: Das erste Problem ist, dass Linde ein sehr süßer Duft ist. Den würde ich eigentlich eher einer Dame empfehlen und nicht einem Herrn. Eisenkraut ist gar nicht erlaubt in einem Parfüm, das wäre das zweite Problem. Gras ist in Ordnung. Süddeutsche.de: Eisenkraut ist verboten? Lehmann: Ja, denn es enthält Giftstoffe. Zwar nur minimal, aber zu viele, als dass wir es verwenden dürften. Süddeutsche.de: Vielleicht macht man ja für den Papst eine Ausnahme ... Lehmann: Möglicherweise ist das auch im Vatikanstaat anders. Der gehört ja nicht zur EU und es kann natürlich sein, dass das dort erlaubt ist. Süddeutsche.de: Was sagen diese Duftstoffe über den Papst aus? Lehmann: Die würden sicherlich die Persönlichkeit des Papstes unterstreichen, wenn tatsächlich dieser grüne Grasstoff dominiert. Dann würde der Papst irgendwie einen jüngeren Eindruck machen durch diese Frische des grünen Grases. Süddeutsche.de: Sollte der Papst nicht eigentlich ein Parfüm tragen, das nach Weihrauch und Myrrhe duftet? Ein katholisches Parfüm sozusagen? Lehmann: Das ist natürlich in der Kirche zu riechen und für den Wiedererkennungswert wäre es natürlich gut, einen solchen Duft zu haben. Aber ob der Papst das jetzt auch noch benutzen muss, weiß ich nicht. Süddeutsche.de: Hätten Sie sich denn gefreut über den Auftrag, ein Parfüm für den Papst zu kreieren? Lehmann: Ja, natürlich! Das wäre eine große Ehre, ohne Frage. Süddeutsche.de: Welche Duftstoffe hätten Sie gewählt? Lehmann: Ich hätte eher einen Holzduft gewählt. Zum Alter des Papstes würde ein gedeckter Duft besser passen. Ein Holzduft ist warm, weich und ausgleichend, während das Grüne ein bisschen aggressiver ist. Das passt eigentlich nicht so sehr zu einem Papst, da hat man andere Vorstellungen. Süddeutsche.de: Und als Flakon nimmt man dann eine Marienfigur. Lehmann: Das fände ich extrem unpassend. Ich würde da einen ganz schlichten, quadratischen oder hochkantigen Flakon nehmen, aber keine Marienfigur. Süddeutsche.de: Handgelenk oder Hals - wo sollte Benedikt XVI. das Parfüm aufsprühen? Lehmann: Bei einem starken Parfüm würde es ausreichen, am Handgelenk einmal links und einmal rechts zu sprühen. Wenn es sich um eine schwächere Version handelt, dann sollte man ein bisschen mehr auftragen. Dann kann man bis zu sechsmal sprühen auf die Handgelenke und Kniegelenke und hinter die Ohren. Süddeutsche.de: Wäre so ein Papst-Parfüm ein kommerzieller Erfolg? Wollen die Leute riechen wie der Papst? Lehmann: Ja, ganz sicher. Das würde ein Renner werden.
"Parfümeur über den neuen Papst-Duft - "Ein Holzduft wäre passender"
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Nach Tagen des Grauens und des Graus scheint an diesem Sonntag zum ersten Mal wieder die Sonne, Paris ist strahlend schön. Viele Pariser machen sich schon früh auf zur Place de la République, um 13 Uhr, also zwei Stunden, bevor es eigentlich losgeht, ist der Platz voll. Die Leute kommen aus ganz Frankreich, ja Europa, zwei junge Männer mit Rucksack sind mit dem Zug aus Polen angereist, in Frankreich hat die Bahn alle Tickets nach Paris auf 50 Prozent des regulären Preises gesenkt, eine Art republikanischer Rabatt, jeder soll hierherkommen können, schließlich geht es um die Einheit des Landes. Dabei wird diese Einheit innenpolitisch demontiert: Marine Le Pen, die Vorsitzende des rechtsextremen Front National, rief ihre Anhänger dazu auf, überall in Frankreich zu demonstrieren, nur nicht in Paris: Die Demonstration sei leider "von Parteien gekapert worden, die das repräsentieren, was die Franzosen hassen: den Kleingeist, die Manipulation und die schamlose Polemik". Diese so kleingeistige wie schamlos manipulative Rhetorik deutet darauf hin, dass es mit der von Staatspräsident François Hollande und Premierminister Manuel Valls immer wieder beschworenen Einheit der Nation nicht weit her sein dürfte in den Wochen, die dem Land bevorstehen. Abbas nur Meter von Netanjahu entfernt An diesem Sonntag aber scheint dann doch ganz Frankreich, ganz Europa erstmal hier zusammengeströmt zu sein. 50 Staats- und Regierungschefs sind gekommen, der Palästinenserpräsident Mahmud Abbas genauso wie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu; die beiden gemeinsam in einer Demonstration, nur durch vier andere Politiker, alle untergehakt, voneinander getrennt - noch vor einer Woche: ein unvorstellbares Bild. Dazu kommen Matteo Renzi aus Rom, David Cameron aus London, Mariano Rajoy aus Madrid, EU-Ratspräsident Donald Tusk, die ganze EU ist da, und man kann über Symbolpolitik lästern, soviel man will: dass die Regierungschefs Europas zusammen mit dem Präsidenten des Europäischen Rats gemeinsam von der République in Richtung Nation laufen, wie die Pariser die beiden Plätze nennen - das ist ein starkes Zeichen für Europa. "Hauptstadt der Welt" Aus Deutschland reiste die gesamte Regierungsspitze an, neben der Bundeskanzlerin und ihrem Vize Sigmar Gabriel sind auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Thomas de Maizière da. Der hatte sich bereits vormittags auf Einladung seines französischen Kollegen Bernard Cazeneuve zusammen mit anderen Innenministern der EU und dem amerikanischen Justizminister zu einem "Austausch über die Herausforderung, die die Terroristen für uns alle bedeuten" getroffen. Sprich: Die Sicherheitspolitik soll besser aufeinander abgestimmt werden. Die zentrale Frage wird sein, ob Europa sich jetzt ähnlich mit Stahl gürtet wie die Amerikaner nach dem 11. September 2001. Das noch wichtigere, beeindruckendere Bild aber gibt am Ende die französische Bevölkerung ab. So viele Menschen haben sich noch nie in Paris versammelt, und François Hollandes großer Satz, Paris sei an diesem Sonntag "die Hauptstadt der Welt", fühlt sich gegen drei Uhr tatsächlich richtig an. Über die Place de la République schwappt immer wieder die Marseillaise, wer dort steht, sieht nicht, wohin man sich noch fortbewegen könnte, die Menge staut sich kilometerweit in die Stadt hinein. Eine Verbrüderungsfeierlichkeit ergreift den Platz. Die Stimmung ist bewegt, keine Hassgesänge, keine Abrechnungen. Viele Menschen weinen, nach den einsamen Tagen in Schockstarre vor dem Fernseher will man sich hier auch vergewissern, dass es so etwas wie eine Gemeinschaft in dem ohnehin vor sich hin erodierenden Land überhaupt noch gibt. Tausende "Je suis Charlie"-Zettel und Rotwein Aus einem Fenster flattern Tausende Zettel: "Je suis Charlie", ich bin Charlie, der Satz, der in der Welt bleiben und wohl nie mehr vergessen wird, auch von Menschen, die kein Französisch sprechen. Irgendwann werden es fast zu viele Charlies, so eng stehen die Leute beieinander, und diejenigen, die an diesem Tag für die Sicherheit zuständig sind, werden noch in vielen Jahren heimlich dankbar Kerzen anzünden für den Schutzpatron der Stadt, dafür dass hier alles gut gegangen ist. Eine Frau aus Rouen verteilt Rotwein in kleinen Gläsern, sie hat zehn Flaschen dabei und wünscht allen: "Bon Courage!", viel Mut. Neben ihr muss ein schiitischer Imam aus London in alle Kameras schwören, dass er Terrorismus nicht toll findet; er macht das immer wieder gerne. Einige Muslime klopfen ihm im Vorbeigehen auf die Schulter, sie sind froh, dass er für sie diesen Bekenntnismarathon übernimmt. Wenn all diese Salafisten, die da draußen noch rumrennen, nicht gerade beim Schießen im Wald waren oder sonstigen Schwachsinn gemacht, sondern gesehen haben, wie viele Muslime sich hier gegen ihre destruktiven Taten ausgesprochen haben - möge Allah ihnen wenigstens ein Quentchen Verstand schenken. Gegen halb vier setzt sich der Zug in Bewegung Richtung Place de la Nation, zwei Blocks am Gebäude der Redaktion von Charlie Hebdo vorbei. Am Morgen hatte Elsa Wolinski, die Tochter des ermordeten Karikaturisten Georges Wolinski, gesagt, sie sei sicher, die vier Zeichner hätten großen Spaß da oben im Himmel. Wenn die vier tatsächlich von da oben gesehen haben sollten, wie viele Menschen in ihrem Namen auf die Straße gegangen sind, haben sie sicher eine Flasche Grand Cru du Paradis aufgemacht. Und dann haben sie hoffentlich weiter den Himmel mit ihren Schriften vollgekritzelt.
Schweigemarsch in Paris: Hier ist das Volk
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Wie könnte man diesen Inhalt in einer kurzen Schlagzeile zusammenfassen?
Acht Schwangerschaften und Geburten, acht Kinder getötet - und niemand hat etwas bemerkt. Frankreich ist entsetzt über den Fall einer 45 Jahre alten Mutter, die gestanden hat, acht ihrer Neugeborenen umgebracht zu haben. Die Polizei fand die Babyleichen in zwei verschiedenen Gärten vergraben in dem 650-Einwohner Dorf Villers-au-Tertre. Ermittler haben die Garagentür eines Hauses versiegelt, auf dessen Grund Babyleichen gefunden worden waren. Nun hat die Mutter nach Angaben aus Ermittlerkreisen ein Geständnis abgelegt. Demnach sagte die Frau aus, sie habe die Kinder nach der Geburt getötet. Ihr Mann habe nichts von den Schwangerschaften und den Kindstötungen gewusst. Der Vater versicherte ebenfalls, er habe die Schwangerschaften nicht bemerkt. Gegen die Frau wurde Haftbefehl erlassen. Ihr Mann blieb zunächst auf freiem Fuß. Wie ein Justizsprecher in der Stadt Douai bei Lille mitteilte, wird sich der Vater wegen Vertuschung von Verbrechen zu verantworten haben. In dem kleinen Ort in Nordfrankreich herrscht Entsetzen. "Es waren ganz normale Leute", erzählen Nachbarn. Eine Nachbarin beschreibt die Frau als "sehr nett, immer lächelnd". Sie können nicht glauben, was sich nahezu unter ihren Augen abgespielt hat. Wenn sich die Aussagen bewahrheiten, wäre das der schlimmste Fall von Kindstötungen in Frankreich seit drei Jahrzehnten. Erzählungen der Dorfbewohner zufolge seien die Frau so übergewichtig, dass die Schwangerschaften nicht aufgefallen seien. Die Frau arbeite als Krankenpflegerin, ihr Mann als Zimmermann. Er gilt im Dorf als hilfsbereiter Handwerker. Zudem sind beide im Dorfleben sehr engagiert. Sie haben zwei erwachsene Töchter und bereits zwei Enkelkinder. Bislang fanden die Ermittler insgesamt acht Babyleichen, zwei im Garten der Eltern und die übrigen sechs im Garten des neuen Hauses. Als die neuen Besitzer dieses Hauses im Garten eine Grube aushoben, machten sie den grausigen Fund: Plastiktüten mit winzigen Knochen. Experten fanden heraus, dass sie von Neugeborenen stammten, die vor etwa zehn Jahren zur Welt gekommen waren.
Nordfrankreich - Mutter gesteht Tötung von acht Babys
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Wie könnte man den folgenden Text am besten betiteln?
Xythia beruhigt sich. Nachdem das Orkantief am Sonntag über Europa gewütet hatte, beginnt sich die Lage nun wieder zu normalisieren. In Deutschland nahm die Bahn am Montagmorgen in Nordrhein-Westfalen den Betrieb auf allen Hauptstrecken wieder auf. Es sei gelungen, die Strecken von den Folgen des Orkantiefs Xynthia zu befreien, sagte ein Bahnsprecher. Auch der Flughafenbahnhof Frankfurt/Main werde wieder angefahren. Am Sonntagabend waren zahlreiche Strecken komplett gesperrt worden, an Bahnhöfen in Nordrhein-Westfahlen, Hessen und Rheinland-Pfalz strandeten Tausende Menschen. Alle Nachtzüge fielen aus. Auch die Thalys-Verbindung von Köln über Brüssel nach Paris wurde vorübergehend stillgelegt. Trotz des wieder anlaufenden Bahnverkehrs gibt es dem Sprecher zufolge es vor allem im Regionalbahnverkehr noch erhebliche Beeinträchtigungen. Diese beträfen weiterhin Nordrhein-Westfalen, wo der Schienenverkehr am Sonntag zum Erliegen gekommen war. Es gebe Einschränkungen beispielsweise im Grenzlandverkehr bei Aachen, in der Region Köln, bei Duisburg oder Kaltenkirchen. Auch bei der Rhein-Ruhr-S-Bahn werde es Verspätungen geben. "Wir sind gewappnet" Auf Verspätungen müssen sich Bahnreisende im Fern- und Regionalbahnverkehr auch in anderen Regionen, die nicht so stark vom Sturm betroffen waren, einrichten. Die Züge hätten sich gestaut, das müsse sich erst auflösen. "Damit entsteht eine Art Kettenreaktion." Deshalb komme es zu Verspätungen, weil sich die Züge nicht wie sonst an ihren normalen Abfahrpunkten befinden. Auch im Saarland und in Rheinland-Pfalz kontrollierte die Bahn nach Angaben eines Sprechers in der Nacht zum Montag, auf welchen Strecken ein problemloser Betrieb möglich ist. Der regionale Verkehr war in beiden Ländern aus Sicherheitsgründen eingestellt worden. Während die Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehren und der Technischen Hilfswerke im südwestlichen Teil Deutschlands bereits die Sturmschäden aufräumten, bereitete sich Brandenburg in den frühen Morgenstunden auf den Orkan vor. "Wir sind gewappnet", sagte ein Sprecher der Polizei in Brandenburg. In den anderen Bundesländern hat Xynthia mittlerweile deutlich an Kraft verloren. Nach Mitternacht gingen bei den Polizeistationen keine größeren Schadensmeldungen oder Notrufe mehr ein, sagten die Sprecher übereinstimmend. In der Nacht hatten die Einsatzkräfte lediglich mit herabstürzenden Dachziegeln, umgestürzten Bäumen und regionalen Stromausfällen zu kämpfen. Weitere schwere Schäden oder verletzte Menschen meldeten die Polizeidienststellen nicht. Der Deutsche Wetterdienst hob die Unwetterwarnung für Mitteldeutschland am frühen Montagmorgen wieder auf. Ein Sprecher des Lagezentrums beim rheinland-pfälzischen Innenministerium in Mainz sagte: "Die Aufräumarbeiten sind im Gange, beziehungsweise sie sind in der Dunkelheit unterbrochen worden." Sie würden am Montag und wohl auch in den kommenden Tagen weitergehen. "Hier ist mittlerweile alles in Ordnung", sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken am Montagmorgen. Die Sperrung der Autobahn 3 bei Frankfurt/Main ist mittlerweile wieder aufgehoben. Die A 3 wurde aufgrund des extrem starken Windes am Sonntagnachmittag aus Sicherheitsgründen abgeriegelt. Im gesamten Bundesgebiet sind Polizeiangaben zufolge mittlerweile nur noch kleinere Straßen gesperrt, Autobahnen und Bundesstraßen sind in fast allen Regionen geräumt und freigegeben. Im Westerwald sind jedoch bis auf weiteres die B 54 und die B 414 gesperrt. Überschwemmungen, umstürzende Bäume Das Orkantief Xynthia hatte am Sonntag mindestens 57 Menschen in den Tod gerissen. In Frankreich kamen 47 Menschen vor allem bei Überschwemmungen an der Atlantikküste ums Leben, wie Innenminister Brice Hortefeux am Montagmorgen mitteilte. In Deutschland starben mindestens sechs Menschen, meist durch umstürzende Bäume. Hier wüteten die bis zu 166 Kilometer schnellen Böen am heftigsten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Im südhessischen Biblis wurde ein Zweijähriger in einen Fluss geweht und konnte nur noch tot geborgen werden. Im Schwarzwald kam ein 74-jähriger Autofahrer ums Leben, bei Wiesbaden ein 69 Jahre alter Wanderer. In Nordrhein-Westfalen starben eine Joggerin und eine Autofahrerin. In Niedersachsen wurde ein 46 Jahre alter Autofahrer tödlich verletzt. Weitere vier Menschen kamen in Spanien und Portugal ums Leben. Der Sturm richtete Millionenschäden an. Xynthia sei ein Sturmtief, "wie man es nicht jedes Jahr hat", sagte Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die höchste Windgeschwindigkeit in Deutschland wurde nach DWD-Angaben mit 166 Kilometern pro Stunde am 557 Meter hohen Weinbiet bei Neustadt/Weinstraße (Rheinland-Pfalz) gemessen. Die Europäische Union ist zur Hilfe für die Opfer des schweren Sturms Xynthia bereit. Die EU-Kommission werde Hilfe für die am meisten betroffenen Länder prüfen, erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Sonntagabend in Brüssel. Er bekundete seine Anteilnahme und seine Solidarität mit den Opfern. EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek erklärte, es seien Zahlungen aus dem EU-Solidaritätsfonds möglich, mit denen ein Teil der Wiederaufbaumaßnahmen finanziert werden könnte. Das Parlament werde über derartige Anträge auf Hilfe rasch entscheiden. Sein Solidarität gelte allen Opfern, vor allem aber jenen in den besonders schwer getroffenen Teilen Frankreichs. Im Video: Am Wochenende ist das Sturmtief "Xynthia" über Westeuropa hinweggefegt. Dutzende Menschen kamen ums Leben. Weitere Videos finden Sie hier
"Orkantief über Europa - "Xynthia" flaut ab"
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Verfasse eine prägnante Überschrift für den folgenden Text.
Acht Tage lang dauerte ihre Flucht, die einer romantischen Teenager-Fantasie entsprungen sein könnte: Ein 15 Jahre altes Mädchen und ihr doppelt so alter Mathelehrer. Aus dem britischen Eastbourne waren sie nach Frankreich geflohen. Dort, in Bordeaux, hat man die beiden nun gefunden. Die Britin und ihr Mathematiklehrer, die von der Polizei per europaweiter Fahndung gesucht worden waren, seien von Passanten im Stadtzentrum von Bordeaux entdeckt worden, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Polizei. Auch die Polizei in der Grafschaft Sussex teilte auf ihrer Webseite mit: "Megan und Jeremy sicher und wohlauf gefunden". Der 30 Jahre alte Lehrer wurde festgenommen. Die britische Polizei hatte zuvor einen EU-weiten Haftbefehl wegen Kindesentführung erwirkt. Die 15-Jährige sei in polizeiliche Obhut genommen worden. Zuvor hatten sich sowohl die Eltern des Lehrers als auch des Mädchens in emotionalen Fernseh-Aufrufen an die Öffentlichkeit gewandt und beide zur Rückkehr aufgefordert. Die Schülerin und ihr Mathelehrer, die offenbar seit Monaten eine Beziehung führen, waren am 20. September geflüchtet und noch am selben Tag von einer Überwachungskamera auf einer Kanalfähre von Dover nach Calais aufgenommen worden. Die Schülerin hatte sich unter einem Vorwand von zu Hause verabschiedet und war am nächsten Tag nicht in der Schule erschienen. Nach britischen Medienberichten stand der Lehrer wegen des Verhältnisses zu der Schülerin kurz vor dem Rauswurf.
Schülerin mit Lehrer in Bordeaux - Ende einer romantischen Flucht
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Mit bis zu 50 Meter langen Tentakeln schwebt sie durch die Weltmeere, und wen sie auf ihrem Weg streift, dem drohen heftige Schmerzen. Die Portugiesische Galeere (Physalia physalis) mit ihrem irisierenden Körper ist eine der giftigsten Nesseltierarten der Welt. Jetzt, kurz vor Beginn der Sommersaison, wurde auf Mallorca ein totes Exemplar an der Küste der Inselhauptstadt Palma entdeckt. Kurz darauf berichteten lokale Medien auch von mindestens zwei lebenden Tieren, die im Meer gesichtet worden seien. Schon der Fund der toten Galeere am beliebten Strand Ciudat Jardi - zwischen "Ballermann" und Stadtzentrum - löste einigen Wirbel aus. Die Stadtverwaltung von Palma veranlasste eine Suchaktion per Schiff, die in den kommenden Tagen fortgeführt werden soll. Die Tiere sind recht gut sichtbar, da sie über eine Gasblase verfügen, die aus dem Wasser ragt. Auch die Regionalregierung der Balearen soll helfen. Sie hat Erfahrung, nachdem in den vergangenen Jahren mehrere der Nesseltiere auf Ibiza und Formentera angespült wurden. Immerhin: Das zunächst verhängte Badeverbot vor Palma wurde am Donnerstag wieder aufgehoben.
Achtung, giftige Galeere!
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Gib diesem Text eine ansprechende Überschrift.
Luka Magnotta soll einen Mann getötet und Pakete mit abgetrennten Gliedmaßen unter anderem an das Büro von Premierminister Stephen Harper sowie an Schulen im Raum Vancouver geschickt haben. Anschließend tauchte er in Berlin unter, wo Magnotta in einem Neuköllner Internetcafé erkannt und von der Polizei festgenommen wurde. In Montréal muss sich der 32-Jährige nun unter anderem wegen Mordes verantworten. Nach einer komplizierten Jury-Auswahl verzögert sich die Verhandlung aber um eine Woche. Paket mit Leichenteilen an Premierminister adressiert Luka Rocco Magnotta zeigte sich gerne mit nacktem Oberkörper, in engen Jeans, mit rosa geschminkten Lippen, die er zum Schmollmund formte. Auf seinen zahlreichen Facebook-Accounts, seinem Twitter-Profil und seiner eigenen Website fanden sich unzählige Fotos von ihm - in Paris, New York, Moskau, Rom, gerne in aufreizenden Posen. Im Juni 2012 hatten seine Reisen ein Ende. Seither sitzt er in Montréal in Haft. Am 29. Mai 2012 war in der Zentrale der Konservativen Partei von Premier Stephen Harper in Ottawa ein Paket eingetroffen. "Es war so ein schrecklicher Geruch. Viele von uns werden ihn wohl nie vergessen", sagte damals ein Parteisprecher. Das Paket enthielt einen menschlichen Fuß. Wenige Stunden später machten Mitarbeiter im Postamt von Ottawa eine ähnlich grausige Entdeckung: Ein an die Liberale Partei adressiertes Paket enthielt eine menschliche Hand. Etwa zweihundert Kilometer entfernt, in Montréal, wurde noch am gleichen Tag ein männlicher Torso in einem Koffer entdeckt, der unter Müllsäcken versteckt lag. Den dazugehörigen Kopf fanden Polizisten Wochen später in einem Park in Montréal. Magnotta geriet früh auf die schiefe Bahn Die Ermittler stießen schnell auf einen Tatverdächtigen: Luka Rocco Magnotta, geboren am 24. Juli 1982 als Eric Clinton Kirk Newman in Scarborough, Ontario, aufgewachsen in zerrütteten Verhältnissen. Bereits im Jugendalter wurde bei ihm paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Im Juli 2006 soll er seinen Namen in Luka Rocco Magnotta geändert haben. Daneben verwendete er weitere Pseudonyme wie Vladimir Romanov, Jimmy, Justin oder Angel. Der Kanadier geriet früh auf die schiefe Bahn: Drogenkonsum bereits als Jugendlicher; mit 18 Jahren arbeitete er als Prostituierter. Später verdiente Magnotta sein Geld als Model und Pornodarsteller. Seine Neigung zum eigenen Geschlecht verbarg er nie: Häufig ließ er sich für einschlägige homosexuelle Lifestyle-Magazine ablichten und trat in Frauenkleidern auf. Magnotta lebte in einer Wohnung in einem zweistöckigen Backsteinhaus, das sich direkt hinter dem Müllhaufen befand, in dem der Torso gefunden wurde. Im Appartement des Verdächtigen fand die Polizei eine blutdurchtränkte Matratze mit einem rosa Laken - von Mieter Magnotta fehlte jede Spur.
"Mordprozess um "Kanadischen Kannibalen" verschoben"
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Was wäre eine aussagekräftige Überschrift für diesen Text?
Kränze liegen an dem Ort, an dem der Polizist Wenjian Liu und sein Kollege erschossen wurden. Der New Yorker Polizist Wenjian Liu lag schwer verletzt in einem Krankenhaus in Brooklyn. Seine Überlebenschancen waren gering. Als die Ärzte seine Frau fragten, ob sie das Sperma ihres Mannes aufbewahren möchte, um eines Tages ein Kind von ihm zu bekommen, sagte sie ja. Fast drei Jahre nach Lius Tod ist nun seine Tochter geboren. Am Dienstag hat Lius Witwe Pei Xia Chen in einem Krankenhaus in Manhattan ein Kind zur Welt gebracht. "Ich wurde durch die künstliche Befruchtung schwanger", wird Chen auf der Internetseite der New Yorker Polizei zitiert. Ein Foto zeigt sie, wie sie ihr Baby im Arm hält, das eine Polizeimütze trägt. Chen und ihr Mann waren erst drei Monate verheiratet, sie versuchten ein Kind zu bekommen. Doch dann wurde er ermordet. Wenjian Liu und sein Partner Rafael Ramos saßen in ihrem Polizeiauto, als der 28-jährige Ismaaiyl Brinsley an den Wagen herantrat und durch das Seitenfenster mehrfach auf die beiden Männer feuerte. Die beiden Polizisten wurden tödlich verletzt - die Chance sich zu wehren, hatten sie nicht. Der Täter floh zu einer nahe gelegenen U-Bahnstation und erschoss sich selbst. Zuvor hatte Brinsley in den Sozialen Medien seine Tat angekündigt. Er werde heute "ein paar Schweinen Flügel anlegen", postete er auf Instagram. "Sie nehmen einen der unseren..lasst uns zwei von ihnen nehmen." Die Behörden in Baltimore, die Brinsleys Drohnungen kannten, versuchten die New Yorker Kollegen noch zu warnen. Als die Nachricht ankam, da hatte Brinsley schon geschossen.
Drei Jahre nach seinem Tod wird ein Polizist Vater
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Gib dem Artikel eine aussagekräftige Überschrift.
Taylor Swift hat die Woche genutzt, um die Welt auf das Erscheinen ihrer neuen Single vorzubereiten. Nachdem sie sämtliche Inhalte ihrer Profile in den sozialen Netzwerken gelöscht hatte, erschienen nun mehrere mysteriöse Videoclips, in denen Teile einer Schlange zu sehen sind. Außerdem zeigte Swift das Cover ihres voraussichtlich im November erscheinenden neuen Albums. Das Ergebnis war ein Fest für Swift-Fans und Verschwörungstheoretiker. In jedem noch so kleinen Detail - der Schriftart, dem feuchten Haar der Sängerin - wird ein potenzieller Hinweis auf ihre medienwirksamen Fehden gewittert, die sie unter anderem mit Kanye West und Katie Perry pflegt. An diesem Freitag nun ist keine Detektivarbeit mehr nötig. Die neue Single heißt "Look What You Made Me Do". Zu Beginn verkündet Swift, die alte Taylor könne leider nicht ans Telefon gehen. Warum? Weil sie tot sei. Dann folgt eine Referenz der nächsten. Neben Perry (Immer dieses Drama) und West (dessen schräge Bühne sie blöd findet) bekommen auch Kim Kardashian und Swifts Ex-Freund Calvin Harris Unnettigkeiten zu hören. Fans warten nun gespannt, was bei den MTV Video Music Awards am Sonntag passiert - dann muss Perry als Moderatorin voraussichtlich Swifts neues Musikvideo vorstellen. Es lebe die Show.
Taylor Swifts Single, Angela Merkels Kartoffelsuppe
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Welcher Titel würde den Kern des Artikels am besten erfassen?
Das verheerende Feuer im Londoner Grenfell Tower ist durch einen defekten Kühlschrank ausgelöst worden. Das haben die Ermittler nun offiziell bestätigt. Schon am Tag nach dem Brand hatte ein Bewohner des Hauses berichtet, das Feuer sei in seiner Küche ausgebrochen. Britische Boulevardmedien hatten die Geschichte aufgegriffen. Der Mann sagte, er habe bemerkt, dass sein Kühlschrank brenne, habe das Feuer aber nicht löschen können. Er sei deshalb zu den Nachbarn in seiner Etage und der Etage darüber gelaufen, um sie zu wecken. Mehrere Bewohner hatten sich öffentlich bei dem Mann bedankt. Da es in dem Gebäude keinen Feueralarm gab, hätten sie ohne sein beherztes Handeln wohl nicht früh genug von dem Brand erfahren. Bei dem Feuer am 14. Juni hatten sich die Flammen innerhalb weniger Minuten über die gesamte Fassade aus leicht entzündlichem Material ausgebreitet. Wie viele Menschen sich in jener Nacht in dem Hochhaus befanden, ist unklar. Fest steht, dass mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Staatsanwaltschaft erwägt nun eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen die an der Sanierung des Hochhauses beteiligten Unternehmen. Die Ermittler hätten Unterlagen von mehreren Organisationen beschlagnahmt, hieß es von Scotland Yard. Die Behörde untersuche allgemeine Sicherheitsverstöße und Verstöße gegen den Brandschutz. Unter anderem hätten die Gebäudeverkleidung und die Isolierung Sicherheitstests nicht bestanden, hieß es.
Defekter Kühlschrank löste Brand in Grenfell Tower aus
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Was wäre eine aussagekräftige Überschrift für diesen Text?
Zwei zum Tode verurteilte Australier in Hochsicherheitsgefängnis gebracht Nach Wochen des Wartens steht die Hinrichtung der beiden in Indonesien zum Tode verurteilten Australier nun offenbar bevor. Andrew Chan und Myuran Sukumaran wurden aus dem Gefängnis in Bali abgeholt und auf die Insel Nusakambangan gebracht, wo sich ein Hochsicherheitsgefängnis befindet. Zwar setzten die Behörden noch kein Datum für die Hinrichtung der beiden Männer fest, die 2008 wegen Heroinschmuggels verurteilt worden waren. Der Transfer auf die Insel legt aber nahe, dass die Exekution in Kürze bevorsteht. Die Verurteilten müssen mindestens 72 Stunden vor ihrer Hinrichtung über den Zeitpunkt informiert werden. Hinrichtung von insgesamt zehn Häftlingen erwartet Chan und Sukumaran wurden nach Angaben der örtlichen Justiz in den frühen Morgenstunden geweckt und kurz darauf aus dem Gefängnis gebracht. Ihnen seien Handschellen angelegt worden und sie seien beide "ruhig" gewesen, sagte ein Justizvertreter. Demnach wollte Michael Chan seinen Bruder Andrew noch einmal sehen, das sei ihm aber verwehrt worden, "weil heute kein Besuchstag ist". Wie AFP-Reporter vor Ort berichteten, wurden die Männer in zwei gepanzerten Fahrzeugen und eskortiert von der Polizei weggebracht und zunächst nach Cilacap auf der Insel Java geflogen. Von da aus brachte sie ein Boot nach Nusakambangan, wo indonesische Erschießungskommandos die Todesstrafe vollstrecken. Es wird davon ausgegangen, dass insgesamt zehn wegen Drogendelikten verurteilte Todeskandidaten bei der nächsten Hinrichtung exekutiert werden. Die Behörden machten keine Angaben zu den anderen Häftlingen, allerdings scheiterten jüngst neben den Australiern auch Gefangene unter anderem aus Frankreich, Nigeria und Ghana mit Anträgen auf eine Begnadigung. Australische Regierung zeigt sich "empört" Australiens Premierminister Tony Abbott sagte, Australien sei "schlicht empört" angesichts der drohenden Hinrichtungen. Millionen Landsleute fühlten mit Chan und Sukumaran. Er hoffe noch immer inständig auf einen "Sinneswandel in Indonesien", sagte der Premierminister, fügte sogleich aber hinzu: "Ich möchte niemandem falsche Hoffnungen machen." Die Regierung in Australien hatte in den vergangenen Wochen mehrfach versucht, die Hinrichtung von Chan und Sukumaran zu verhindern. Die Männer scheiterten ihrerseits wiederholt mit Anträgen auf Begnadigung. Indonesiens Präsident Joko Widodo ist ein erklärter Befürworter der Todesstrafe für Drogenhändler.
Indonesien - Australiern droht baldige Hinrichtung
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"Er kam in der Nacht und zwang mich, mitzukommen": Der Prozess gegen den Lehrer aus Karaman in Zentralanatolien soll noch diesen Monat beginnen. Aus Kindererzählungen werden Zeugenaussagen: "Er kam in der Nacht und zwang mich, mitzukommen", berichtet ein Junge. "Ich habe mich gewehrt. Aber er ließ nicht nach." Der Schüler musste demnach mit aufs Zimmer und sei dort von dem Mann, der sein Lehrer war, missbraucht worden. Als er endlich gehen durfte, habe Muharrem B. zu ihm gesagt: "Das bleibt unter uns." Von zehn Opfern ist offiziell die Rede, aber es gibt Dutzende Verdachtsfälle Das soll der 54-Jährige auch zu anderen Jungen gesagt haben, die er ebenfalls in der Nachhilfe-Schule zu sich geholt haben soll. Von zehn Opfern ist offiziell die Rede, aber es gibt Dutzende Verdachtsfälle. Viele der Jungen zwischen 14 und 16 Jahren wussten nach eigenen Angaben, dass auch Mitschüler betroffen waren. "Wir konnten aus Scham und Angst nur nicht darüber reden", sagt einer. Bis jetzt. Mittlerweile spricht die ganze Türkei über den Missbrauchsskandal aus der zentralanatolischen Stadt Karaman. Es geht nicht um irgendeine soziale Einrichtung, die darin verwickelt sein soll, sondern um die islamisch ausgerichtete Ensar-Stiftung. Sie steht der türkischen Regierung nahe. Das macht aus diesem Fall ein Politikum, weil plötzlich schwerwiegende Fragen im Raum stehen: Wird die Ensar-Stiftung bei der Aufarbeitung des Verbrechens von den Behörden womöglich geschont? Haben die Behörden bei der Aufsicht weggeschaut? Und: Wer erzieht in der Türkei überhaupt die Kinder? Und in welchem Sinne? Die AKP lenkte ein, weil der Druck zu groß wurde Muharrem B. ist geständig. Noch in diesem Monat soll der Prozess gegen ihn wegen Kindesmissbrauchs in mehreren Fällen beginnen, berichten türkische Medien. Politisch wird der Fall längst verhandelt. Familienministerin Sema Ramazanoğlu etwa hat die Stiftung verteidigt. Ein einziger Vorfall könne nicht rechtfertigen, das Image einer Einrichtung zu beschmutzen, die gute Arbeit gemacht habe. Im Parlament zögerten die Abgeordneten der AKP, eine Untersuchungskommission einzurichten. Es kam sogar zum Streit im Parlament. Eine Abgeordnete der Opposition sagte: "Ich war so traurig, als ich die Akten las. Ich habe mich erst mal hingesetzt und geweint." Der Druck wurde schließlich so groß, dass die AKP einlenkte. Von Einigkeit ist trotzdem nichts zu spüren. "Was machen wir mit diesen politisch Perversen?", fragt Erdoğan Oppositionsführer Kemal Kılıcdaroğlu hatte der Familienministerin vorgeworfen, sich schützend vor die Stiftung zu stellen. Er wählte aber eine Formulierung, die AKP-Politiker als sexistisch auslegten: Sie gebe sich der Stiftung hin. Jetzt schaltete sich sogar Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan in die Debatte ein. Der "Perverse aus Karaman" sei im Gefängnis, sagte er und fügte türkischen Medien zufolge die Frage an: "Was machen wir mit diesen politisch Perversen?" Aus dem Schmutzkampagnen-Vorwurf ist längst eine schmutzige Debatte geworden. Dabei ist die Auseinandersetzung jenseits der Missbrauchsvorwürfe über den Einfluss solcher Bildungsstiftungen auf die türkische Gesellschaft überfällig. Für die islamisch-konservative Regierung sind sie ein Machtinstrument. Erdoğans einstiger Verbündeter und heutiger Erzrivale, der Prediger Fethullah Gülen, hat vorgelebt, wie man mit einem Netzwerk aus Schulen und Universitäten die eigene Anhängerschaft in Schlüsselstellen der Gesellschaft bringt. Seitdem es zum Zerwürfnis kam, fürchtet Erdoğan dieses Netzwerk - und er bekämpft es. Der Präsident will eine eigene "religiöse Generation" ausbilden. Erdoğan ist selbst auf eine der Imam-Hatip-Schulen gegangen, die früher die Aufgabe hatten, den Predigernachwuchs auszubilden, sich dann aber immer mehr zu allgemeinbildenden Schulen entwickelten. Die Ensar-Stiftung arbeitet ihnen zu. Die aktuellen Missbrauchsvorwürfe weist sie von sich. Der mutmaßliche Kinderschänder habe lediglich im Jahr 2013 fünf Monate lang für die Stiftung gearbeitet, heißt es. Damals seien keine Beschwerden bekannt geworden. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass sich der 54-Jährige Schülern jahrelang als Nachhilfelehrer andiente und sie dann missbrauchte. Unklar ist derzeit auch noch, ob die Stiftung in Karaman überhaupt ein solches Schülerheim betreiben durfte. Es hatte "inoffiziellen" Charakter, heißt es bei Beteiligten in der Stadt. Aus Sicht der Rechtsexpertin Seda Akço Bilen ist genau dies das Problem: Niemand schaue genau hin. "Wir brauchen Kontrollen", sagte sie der Zeitung Hürriyet Daily News. Die Familien, die ihre Kinder zu solchen religiösen Stiftungen schicken, seien oft arm und vertrauten darauf, dass sie dort gut aufgehoben seien. Aber die Realität sehe manchmal anders aus.
"Der Missbrauchsskandal vom "Perversen aus Karaman"
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Schreibe eine Überschrift für den Text.
Auf den Prozessfotos, die in diesen Tagen oft in der schwedischen Presse zu sehen sind, wirkt Safa Kadhum wie ein netter Junge. Spitzbübisch kaut er da auf einem Zahnstocher, lächelt. So einem traut man einen Streich zu, aber bestimmt kein Schwerverbrechen. Der 31-Jährige räumte vorige Woche ein: "Ich war dabei." Es tue ihm auch leid, er sei da "irgendwie 'reingerutscht". Er sei jedenfalls der Mann mit den weißen Turnschuhen, der in den Sicherheitsvideos aus dem Gelddepot in Väsberga zu sehen ist, gestand Kadhum. Ein Raub wie im Kino: Der Helikopter-Überfall auf ein Gelddepot war wohl der spektakulärste Raub in der schwedischen Kriminalgeschichte. Nur ein Verdächtiger ist inzwischen geständig. Dieser Mann mit den weißen Turnschuhen wirkt nun überhaupt nicht nett. Auf den unscharfen Überwachungsbildern trägt er eine Sturmhaube vor dem Gesicht, in der einen Hand hält er ein Maschinengewehr. Mit der anderen schleppt er einen Geldsack nach dem anderen durch den Raum. 4,27 Millionen Euro sollen die Räuber erbeutet haben, die im vergangenen September mit einem Hubschrauber auf einem Gelddepot im Stockholmer Vorort Västberga landeten. Sie drangen über das Dach ein, räumten den Tresor leer und flogen davon. Es war wohl der spektakulärste Raub in der schwedischen Kriminalgeschichte. Die Diebe hatten die Ordnungsmacht außer Gefecht gesetzt, indem sie im Hangar mit den Polizeihubschraubern einen Koffer mit der Aufschrift "Bombe" platzierten. Die Attrappe verzögerte den Einsatz, die Räuber entkamen. Die Polizei konnte nur noch den Hubschrauber sicherstellen, der einsam auf einem Acker zurückblieb. In den folgenden Wochen fanden die Ermittler schnell Verdächtige. Schließlich gibt es in einem kleinen Land wie Schweden nur eine Handvoll Verbrecher, die überhaupt in der Lage sind, so einen Coup zu planen. Doch in dem Fall sind noch eine Menge Fragen offen. Klarheit soll der Prozess bringen, der seit Anfang August in Stockholm stattfindet und bei dem neben Kadhum neun weitere Männer auf der Anklagebank sitzen. Die Polizei vermutet, dass insgesamt etwa doppelt so viele Täter beteiligt waren. Einige ließen sich bislang nicht identifizieren, andere sind untergetaucht. Außer dem geständigen Kadhum bestreiten bislang alle Angeklagten die Vorwürfe. Da ist zum Beispiel ein 35-jähriger Fernsehproduzent. Er soll laut Polizei den Helikopter geflogen haben. Unmöglich, sagt der 35-Jährige. Er habe nämlich just am Tag des Geldraubs einen Rückfall in seine Drogensucht erlitten und sei berauscht durch Stockholm geirrt. Wo genau er war, wisse er nicht mehr. Wer ihm die Drogen verkauft hat, will er auch nicht sagen, aus Angst vor Racheaktionen der Dealer. Dass seine DNS-Spuren im Helikopter waren, sei nicht ungewöhnlich, sagte der 35-Jährige. Er nehme in der Flugschule, aus der der Hubschrauber gestohlen wurde, seit Jahren Stunden. "Ist heute der Tag an dem ich sterbe?" Es sieht ganz danach aus, als würde es für den Staatsanwalt schwierig werden, alle Verdächtigen zu überführen. Selbst das Geständnis Kadhums kann nur eingeschränkt als Erfolg gelten. Denn Kadhum gab zwar seine eigene Schuld zu, wollte sich aber an keinen einzigen Komplizen erinnern. Prozessbeobachter sehen in dem Geständnis kein Zeichen von Reue, sondern einen kalkulierten Schachzug, um ein mildes Urteil zu erwirken. "Kadhum machte das Beste aus einer hoffnungslosen Situation", urteilte die Gerichtsreporterin der Zeitung Aftonbladet. Der Räuber hatte sich beim Überfall verletzt und seine Blutspuren im ganzen Depot verteilt, an seiner Schuld gibt es ohnehin keine Zweifel. Ob der geständige Kadhum wirklich auf Milde hoffen darf, ist ungewiss. In der schwedischen Öffentlichkeit jedenfalls hat sich das Bild der Bande seit Prozessbeginn gewandelt. Galten die tollkühnen Männer mit dem Hubschrauber anfangs noch als clevere Ganoven, so sind sie heute in den Augen der meisten gewöhnliche Gewaltverbrecher. Zu diesem Imageverlust haben vor allem die Aussagen der Gelddepot-Mitarbeiter beigetragen. Sie berichteten von den bangen Stunden, die sie durchlitten hatten, während sich die Räuber mit Sprengladungen zu den Geldsäcken vorarbeiteten. "Ich habe mich gefragt: Ist heute der Tag an dem ich sterbe?", berichtete ein Angestellter. Eine andere Zeugin erlebte, wie 14 ihrer Kollegen beim Versuch, sich zu retten, in einer Sicherheitsschleuse stecken blieben. Von außen habe sie sehen können, wie der Sauerstoff in der engen Schleuse knapper wurde. Viele weinten, manche zogen in Todesangst Fotos ihrer Kinder hervor. Die Räuber aber kümmerte das nicht weiter. Den Zeugen zufolge bargen die maskierten Männer mitten im Chaos unbeirrt ihre Beute. Von dem Geld fehlt bislang jede Spur. Der Prozess dauert bis zum 9. September.
Helikopter-Überfall in Schweden - Die Luft-Nummer
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Gerade im Norden sollten sich Fußballfans, die draußen schauen, etwas wärmer anziehen. Es gibt da ja zahlreiche Optionen. Beim Anpfiff des WM-Spiels Deutschland gegen Ghana morgen um 21 Uhr dürften die Temperaturen in vielen südlichen Städten Deutschlands noch bei über 18 Grad liegen. Die Menschen im Nordenwesten Deutschlands werden sich das Spiel aber vermutlich eher drinnen anschauen müssen, denn bei ihnen soll es deutlich kühler werden. Im Nordwesten werden die Temperaturen nicht über 16 Grad steigen, sagte Meteorologe Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Freitag. Polarluft strömt zwischen Hoch "Xerxes" im Westen und Tief "Gisela" nach Deutschland. Richtung Süden erwärmt sich die kalte Luft allmählich, so dass am Oberrhein schon am Samstag 26 Grad möglich sind, am Sonntag sogar 27 Grad. "Die Großwetterlage ist typisch für Schafskälte", sagte Leyser. Sehr häufig beobachten Meteorologen im Juni einen solchen Kaltlufteinbruch von Norden. Allerdings falle er diesmal abgeschwächt aus, denn das Meerwasser sei wegen des milden Winters und des sonnig-warmen Frühjahrs nicht so kalt wie sonst. Wie es mit dem Sommer weitergeht, können die Meteorologen nur einige Tage sicher voraussagen. Laut Leyer könnte es aber ab Mitte kommender Woche auch in Norddeutschland deutlich wärmer werden.
Wetter am Wochenende
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Fünf Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden hat die Stadt eine Gedenkstätte eröffnet. Der acht Tonnen schwere "Gebrochene Ring" des Bildhauers Martin Schöneich aus Rheinland-Pfalz liegt in Sichtweite der Albertville-Realschule, an der der ehemalige Schüler Tim K. am 11. März 2009 um sich schoss. Der 17-Jährige ermordete dort und auf seiner Flucht ins nahegelegene Wendlingen 15 Menschen und tötete sich anschließend selbst. Der Ring wurde von einer Schiffswerft in Speyer gefertigt. Er hat einen Durchmesser von sieben Metern, durch einen engen Spalt ist er begehbar. Dort sind die Namen der Opfer und ein Gedicht zu lesen. "Der Ring steckt voller Leben", betonte Schöneich bei der Eröffnung. Er symbolisiere den Gleichlauf vor der Tat, der Spalt stehe dafür, wie diese Ruhe plötzlich unterbrochen wurde. In Richtung Schule ragt die Skulptur in die Luft. Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth zufolge hat die Stadt 120 000 Euro für die Gedenkstätte zur Verfügung gestellt. Schöneichs Ring sei aus 273 Arbeiten ausgewählt worden. Am Eingang der Albertville-Realschule erinnern bereits seit 2012 Steinplatten an die ermordeten Schüler und Lehrerinnen. Einer der Tatorte von damals ist als Gedenkraum eingerichtet worden, der laut Schulleiter Sven Kubick regelmäßig von der Schulgemeinschaft genutzt wird und auch den Angehörigen der Opfer offensteht. Noch etwa 100 Schüler der jetzigen Jahrgangsstufe 10 hätten den Amoklauf 2009 miterlebt, alle anderen Kinder und Jugendlichen kamen erst später an die Realschule. Noch etwa 20 Lehrer von damals sind Teil des Kollegiums.
"Amoklauf an Schule - "Gebrochener Ring" erinnert an Opfer von Winnenden"
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US-Popstar Michael Jackson will seinem Anwalt zufolge mit harten rechtlichen Mitteln auf mögliche Verleumdungen reagieren. Der Sänger werde sich nicht missbrauchen lassen und auch "nicht für jeden herhalten, der finanzielle Beweggründe hat", kündigte Mark Geragos an. "Das hier ist keine Lotterie", sagte der Analt. "Es ist das Leben eines Mannes und seiner Familie, und es sind skurrile Anschuldigungen." Michael Jackson Wer nach den bisherigen Vorwürfen gegen Jackson noch glaube, dass es dabei nicht um Geld und eine mögliche Bereicherung gehe, lebe im Reich der Fantasie. "Wir werden wie eine Tonne Ziegel bei Euch einschlagen, wir werden wie ein Hammer bei Euch aufschlagen, wenn Ihr irgendetwas unternehmt, um den Ruf dieses Mannes zu beschmutzen", drohte Geragos. Wer "auf strafbare Weise" in die Privatsphäre des Musikers eindringe, werde damit "eine Flut" rechtlicher Folgen auslösen, "wie Ihr sie noch nie gesehen habt". Einen ersten Adressaten dieser Klagen gibt es bereits: Geragos, hat am Dienstag hat eine Charterfluggesellschaft wegen heimlicher Videoaufnahmen verklagt. Dem Anwalt zufolge hat das Unternehmen XtraJet am vergangenen Donnerstag auf einem Flug von Las Vegas nach Santa Barbara Gespräche zwischen ihm und Jackson ohne ihr Wissen aufgezeichnet. Wie der Fernsehsender CNN berichtete, hat ein Gericht in Los Angeles auf Antrag des Anwalts eine Verfügung erlassen, die der Chartergesellschaft die Veröffentlichung und den Verkauf des Videos untersagt. Über den Ausgang des Verfahrens gegen Jackson äußerte sich Geragos optimistisch. Es gebe begründete Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen, die die Ermittlungen in Gang gebracht hätten, sagte er. "Das klinkt wie Musik in den Ohren eines Verteidigers", sagt Geragos unter Hinweis auf Informationen, wonach die Zeugen schon in anderen Fällen ähnliche Vorwürfe erhoben haben sollen. Auch an einer anderen Front scheint sich Entlastung für Jackson anzudeuten. Ein kalifornischer Scheidungsanwalt soll überrascht auf die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen Popstar Michael Jackson reagiert haben. Anwalt Michael Manning vertritt die Mutter des zwölfjährigen Jungen, der "Jacko" beschuldigt hat, in einem Scheidungsverfahren. Dabei habe sie bis zuletzt nur Positives über die Besuche auf Jacksons Neverland Ranch geäußert, erinnert sich der Anwalt. Auch habe sie den Sänger sehr gelobt und noch im Mai erwähnt, "wie gut er (Jackson) zu uns war". Allerdings habe er seine Klientin im letzten halben Jahr nicht mehr gesprochen, räumte der Anwalt ein. Jacksons Sprecher Stuart Backerman wollte auf Anfrage nicht sagen, wo das Popidol sich aufhielt. Ein Polizeibeamter aus Santa Barbara sagte, Jackson solle in den ersten Dezemberwochen formell angeklagt werden. Sein erster Gerichtstermin ist für 9. Januar anberaumt. Der Popstar war nach Vorwürfen des Kindesmissbrauchs festgenommen, kurz darauf aber gegen eine Kaution in Millionenhöhe wieder freigelassen worden. Jackson weist die Vorwürfe gegen sich zurück. Die Staatsanwaltschaft wirft Jackson vor, "unzüchtige und laszive Handlungen" mit einem Kind unter 14 Jahren begangen zu haben. Gegen eine Kaution von drei Millionen Dollar wurde er auf freien Fuß gesetzt. Unterdessen treibt die Aufregung um die neuerlichen Vorwürfe gegen Jackson weiter seltsame Blüten. Die frühere Grundschule des Musikidols hat erste Sanktionen eingeleitet und den Namenszug Jacksons am Eingang der nach ihm benannten Aula abgedeckt. Das Schild sei mit Sperrholz vernagelt und überstrichen worden, teilte die Officials Gardner Street Grundschule mit. Die örtliche Schulverwaltung habe sich auf Drängen wütender Eltern zu diesem Schritt entschlossen. "Sie sagten, sie würden sich dann wohler fühlen", sagte Behördensprecherin Olga Quinonis. Der Schriftzug könne aber jederzeit wieder sichtbar gemacht werden. Die Aula war 1989 im Beisein des prominenten Ex-Schülers auf "Michael Jackson Auditorium" getauft worden. (sueddeutsche.de/AFP/dpa/AP)
"Jackson-Anwalt - "Wir werden wie eine Tonne Ziegel bei Euch einschlagen"
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Die Zahl der Todesopfer bei dem heftigen Erdbeben um kurz nach 5 Uhr am Mittwochmorgen (Ortszeit) in der indonesischen Provinz Aceh steigt rasant: "Bisher wurden 97 Todesopfer gemeldet und die Zahl wird noch weiter steigen", sagte Acehs Militärchef Tatang Sulaiman. Der Katastrophenschutzbehörde zufolge seien 600 Menschen verletzt worden, davon mindestens 26 schwer. Es wird befürchtet, dass noch Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sind. Der Bezirk Pidie Jaya liegt rund 18 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt. Es hatte eine Stärke von 6,5, wie die amerikanische Erdbebenwarte USGS angab. Für die Region ist das ein vergleichsweise schwaches Beben. Doch der Erdbebenherd lag USGS zufolge nur acht Kilometer unter der Erdoberfläche. Bei solchen Beben sind die Schäden oft erheblich. Dutzende Häuser stürzten ein. "Wir haben drei Bagger in die zerstörten Bezirke geschickt, die Betonwände heben können", sagte Suyitno, der Chef der Katastrophenschutzbehörde. Fernsehsender zeigten zahlreiche eingestürzte Häuser und meterhohe Trümmerberge. Vor den Krankenhäusern leisteten Ärzte auf der Straße erste Hilfe, wie der stellvertretende Distriktchef Said Muyadi sagte. Die Menschen hätten Angst vor Nachbeben und trauten sich deshalb nicht in Gebäude. Die indonesische Umweltbehörde teilte mit, es bestehe keine Tsunamigefahr. Indonesiens Präsident Joko Widodo ordnete alle staatlichen Organisationen an, sich an den Rettungs- und Aufräumarbeiten zu beteiligen. Das Rote Kreuz in Indonesien schickte Erste-Hilfe-Teams in die Provinz und richtete Konten für Spenden ein. Indonesien hat regelmäßig mit Erdbeben zu kämpfen. Der Inselstaat liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring mit äußerst vielen Vulkanen. Im Dezember 2004 hatte ein Beben der Stärke 9,2 einen verheerenden Tsunami im Indischen Ozean ausgelöst, bei dem allein in Aceh mehr als 120.000 Menschen ums Leben kamen.
Mindestens 25 Tote nach Erdbeben in Indonesien
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Töchterchen Sarah Maria lässt Ullrich nach seinen Worten auf Wolke sieben schweben. "Ich bin der glücklichste Mensch der Welt", erklärte der 29 Jahre alte Tour-de-France-Sieger von 1997. Seine Tochter war am Dienstagnachmittag um 15.08 Uhr zur Welt gekommen. "Ich bin so happy, dass ich bei der Geburt noch dabei sein durfte. Ich könnte auf Wolken tanzen. Ich werde diese Stunden nie vergessen", schrieb Ullrich auf seiner Internet-Homepage. Jan Ullrich und Gaby Weis. Lebenspartnerin Gaby Weis brachte das Kind nach einem Kaiserschnitt in der Freiburger Universitätsklinik zur Welt. Mutter und Kind hätten die Geburt gut überstanden und seien wohlauf, erklärte Ullrich. "Zur Sicherheit werden Gaby und Sarah noch sieben Tage im Krankenhaus bleiben." Dass sein erstes Kind unehelich zur Welt kam, nahm der einzige deutsche Sieger der Tour de France nicht tragisch. "Wir sehen das beide nicht so eng. So katholisch sind wir nicht", sagte Ullrich der Illustrierten "Bunte". Einen Termin für eine Hochzeit mit der langjährigen Partnerin gebe es nicht. Der Radprofi wollte noch am Mittwoch nach Paris fliegen, wo am Samstag der Prolog der Tour de France auf dem Programm steht. (sueddeutsche.de/ dpa)
Nachwuchs - Jan Ullrich ist Vater geworden
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NORDRHEIN-WESTFALEN Laut dem Verbraucherschutzministerium in Düsseldorf handelt es sich um zwei Legehennen-Betrieben in den Kreisen Soest und Steinfurt, von denen nachweislich Eier mit überhöhten Dioxinwerten in den regionalen Handel gebracht wurden - nach Ministeriumsangaben vermutlich in sechsstelliger Zahl. Diese Eier wurden bis zum 23. Dezember verkauft. Es handelt sich um XL-Eier mit der Stempelnummer 2-DE-0513912 (MHD bis spätestens 20.01.2011) und um Eier mit der Stempelnummer 3-DE-0514411 (MHD bis spätestens 20.01.2011). Bei Eiern mit dieser Kennung sind allerdings nur solche mit brauner Färbung betroffen. Weiße Eier mit dieser Stempelnummer sind nicht mit Dioxin belastet. Mindestens 139 weitere landwirtschaftliche Betriebe wurden vorsorglich gesperrt, teilte das Verbraucherschutzministerium mit. Sie seien von zwei Mischfutterherstellern mit möglicherweise belastetem Futter beliefert worden. Am Montag waren bereits 8000 Legehennen getötet worden, die mit Dioxin verseuchtes Futter gefressen hatten. Die Tiere einer Hühnerfarm im Kreis Soest sollten nach Auskunft des Kreisveterinärs Wilfried Hopp verbrannt werden. Er rechnet damit, dass etwa 120.000 dioxinbelastete Eier des Betriebes in den Verkauf gelangt sind. HAMBURG Bei Eiern mit den aufgestempelten Codes 2-DE-0350121 und 2-DE-0350372 liege der Dioxin- über dem zugelassenen Grenzwert, sagte Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Expertin verwies dabei auf Erkenntnisse des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) aus Bonn. Die Eier stammen nach dessen Angaben von zwei Betrieben in Niedersachsen. Wahrscheinlich würden in Kürze weitere betroffene Höfe und deren Erzeugercodes bekannt, sagte Schwartau. NIEDERSACHSEN Das Land mit vielen Agrar-Betrieben ist am meisten von dem Skandal betroffen. Etwa 1000 Betriebe, die belastetes Futter bezogen haben sollen, wurden vorsorglich gesperrt. Betroffen sind nicht nur Farmen mit Legehennen, sondern auch Schweine- und Putenzüchter. Eier und Fleisch dürfen die Höfe nicht verlassen bis Tests belegen, dass die Produkte unbedenklich sind. Die Betriebstätte der Biodiesel-Firma Petrotec im niedersächsischen Emden hatte die möglicherweise dioxinhaltige Mischfettsäure geliefert, die anschließend zu Futtermittel verarbeitet worden war. Ein Tanklager und eine Rührstation für Futterfett in Bösel bei Cloppenburg gehören zu einer anderen belasteten Lieferantenfirma in Uetersen in Schleswig-Holstein. Inzwischen liegen erste Testergebnisse vor: Bei 15 von 18 untersuchten Höfen, die Eier produzieren, lag die Dioxin-Menge in den Eiern unterhalb der erlaubten Höchstgrenze. Das teilte das Agrarministerium am Dienstag in Hannover mit. In einem Betrieb sei bei Eiern der Grenzwert überschritten, in zwei anderen Beständen seien kritische Werte ermittelt worden. Die Eier aus dem betroffenen Bestand in Niedersachsen sind mit dem Erzeugercode 2-DE-0355461 versehen. SCHLESWIG-HOLSTEIN
Stempelnummern veröffentlicht - Dioxin-Eier in den Ländern
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Sucht ist ein großes, ein böses Wort, zumal es gar nicht in diese überbetont gesunde Gemüsekisten-Yogalehrer-Zeit passt. Was bleibt dem nach Ablenkung Strebenden also übrig? Eine Antwort wäre Bier, eine andere der abendliche Einkaufsbummel durch die Klickfenster von Zalando. Eine Sucht aber, auf die sich alle mehr oder weniger bewusst einigen können, ist die nach dem Smartphone. Siehe Bahnhofshalle oder Firmenmeeting, abgeschirmte Gesichter überall. Oder Wohnzimmer und Küchentisch. Dort scheint manch ein Elterngesicht so abgeschirmt zu sein, dass der einstige Aufmerksamkeitsfresser Kind an den Aufmerksamkeitsfresser Smartphone kaum noch heranreicht.
Medienkonsum - Kind oder Smartphone
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Meistens sitzt die ältere Dame auf einer der Holzbänke im hinteren Teil des Saals. Sie trägt ein geblümtes Kostüm, neben ihr sitzt ein Mann mit kariertem Hemd, die beiden haben sich am ersten Prozesstag kennen gelernt. Sie haben kleine Wasserflaschen dabei. Nach dem Tod erfährt Jessica die Anteilnahme, welche ihr im Leben verwehrt geblieben war. Eine Plexiglasscheibe trennt sie und die anderen Zuhörer von dem geschnitzten Holzgestühl, in dem Richter, Staatsanwalt, Verteidiger und Angeklagte ihre Plätze einnehmen. Es riecht nach altem Holz und Staub, während über den Hungertod der siebenjährigen Jessica aus Hamburg-Jenfeld verhandelt wird. Die ältere Dame ist fast jeden Tag da, sie hört all die grausamen Details. Warum? "Ich möchte wissen", sagt sie, "warum so etwas wie mit Jessica passieren kann." Seit August stehen Jessicas Eltern, die 36-jährige Marlies Sch. und Burkhard M., 50, vor dem Hamburger Landgericht. Zwischen Wut und Tränen Im März war ihre Tochter tot aufgefunden worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen die Misshandlung einer Schutzbefohlenen und Mord durch Unterlassen vor (Mordmerkmal: besondere Grausamkeit). Er wolle nicht um Verständnis für etwas werben, für das es kein Verständnis geben könne, hat der Anwalt von Marlies Sch., der vierfache Vater Manfred Getzmann, zu Beginn gesagt. "Ich will nur versuchen zu verstehen. Um anderen Kindern vielleicht rechtzeitig helfen zu können." In Hamburger Boulevardblättern wird Marlies Sch. "die Horror-Mutter" genannt. Im Gerichtssaal fallen Einordnungen schwerer. An den bislang elf Verhandlungstagen haben die Angeklagte, Experten und Zeugen ausgesagt, darunter Marlies Sch.s Tante, ihr Ex-Mann und Jessicas Patenonkel. Vieles, was zu hören war, verfestigte das Bild der katastrophalen Kindheit von Jessicas Mutter. Zwischen Wut und Tränen erzählt sie von der Lieblosigkeit ihrer eigenen Mutter, erzählt von Vernachlässigung, Demütigung, sogar Missbrauch. Als sie 13 war, zog Marlies Sch. von zu Hause aus. Sie hat ihre Mutter nie wieder gesehen. Der Berliner Psychiatrie-Professor Hans-Ludwig Kröber hat die Angeklagte fünf Mal in der Untersuchungshaft besucht. Er beschreibt Marlies Sch. als konzentriert und kooperativ. Ihr Intelligenzquotient liegt im oberen Bereich des Durchschnitts. Rätselraten über die Ursachen Wenn sie von Burkhard M. spreche, strahle Frau Sch., sagt Kröber. M. sei ihr "persönliches kleines Glück", der einzige Mensch, über den sie gut rede. Der Charité-Forensiker konnte keine krankhaften Veränderungen in Marlies Sch.s Emotionalität feststellen, keine seelische Abartigkeit, keine hirnorganische Störung. Sie sei unter "miserablen Bedingungen aufgewachsen" - aber sie habe es verstanden, "auf der Spur" zu bleiben. "Es ist ein gewisses Rätsel, was Marlies Sch. dahin gebracht hat, wo sie jetzt steht." "Der Prozess versetzt sie in Angst", sagt ihr Anwalt. Sie betritt den Gerichtssaal gesenkten Kopfes - und verlässt ihn auch so wieder. Marlies Sch. sitzt an einem kleinen Tisch schräg vor dem Richterpult, da hat sie die Zuschauer im Rücken. Niemand außer dem Richter und dem Staatsanwalt kann ihr ins Gesicht sehen. Kindheit unter der Bettdecke Nie wechselt sie einen Blick mit Burkhard M. Mit ihrer durchscheinend blassen Hand zupft sie ständig an ihrem Ohr, um das Gesicht abzuschirmen. Sobald ein Zeuge schräg vor ihr sitzt oder ein Sachverständiger aussagt, dreht sie den Kopf möglichst weit in die andere Richtung. Eine angeheiratete Tante, die 1975 für zwei Wochen in der Ein-Zimmer-Wohnung schlief, in der Marlies Sch. mit ihrer Mutter und deren wechselnden Männern lebte, schildert vor Gericht gewalttätige Szenen. Die damals sechsjährige Marlies habe stundenlang unter ihrer Bettdecke liegen müssen. Essen habe es nicht gegeben, nur Kaffee, Alkohol und Zigaretten. Marlies' Mutter war damals mit ihrem eigenen Onkel zusammen - er soll Marlies' Kopf auf den Boden geschlagen haben, als sie einmal unter ihrer Decke hervorlugte. Während er mit ihrer Mutter Sex hatte, erinnert sich Marlies Sch., habe der Großonkel ihr zugerufen: "Du bist als Nächste dran!" Zwischen den Beinen und an der Brust sei sie von ihm angefasst worden. Ihre ganze Kindheit sei "sicher herzhaft unangenehm" verlaufen, sagt Psychiatrie-Professor Kröber und sorgt mit seinen unangemessenen Äußerungen nicht nur an dieser Stelle für Irritation. An die Theorie eines "großen Traumas" glaube er nicht.
Jessica-Prozess - Spuren eines unsichtbaren Lebens
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Ehen brechen auseinander, die Ex-Partner gehen neue Beziehungen ein - in der heutigen Zeit ist das nichts Ungewöhnliches. Doch in Polen darf ein Mann seine Ehe nicht auflösen. Mit seinem Wunsch nach einer Scheidung ist er jetzt sogar vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gescheitert. Die Straßburger Richter entschieden, dass die Menschenrechtskonvention keine Grundlage für das Recht auf Scheidung gewähre. Der Mann wollte die Ehe mit seiner Frau auflösen, um seine neue langjährige Partnerin zu heiraten. In Polen hatte ein Gericht die Scheidung verweigert, obwohl es die Zerrüttung der Ehe festgestellt hatte. Der Grund: Die Ehefrau wollte sich überhaupt nicht trennen. Für das Scheitern der Ehe sei allein der Mann verantwortlich, da er seine Frau betrogen habe. Um die ungeliebte Angetraute doch noch loswerden zu können, hatte der Mann Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingelegt. Die Mehrheit der Richter sah aber weder den Schutz des Familienlebens noch das Recht auf Eheschließung verletzt. Die Menschenrechtskonvention verpflichte die polnischen Behörden nicht, die Scheidung zu akzeptieren, hieß es in dem Urteil. Eine Genugtuung für die betrogene Ehefrau dürfte die Begründung der Straßburger Richter sein: Das polnische Scheidungsrecht könne als Schutz des schwächeren Partners gegen die "Machenschaften und Arglist der anderen Partei" betrachtet werden. In Deutschland kann die Ehe nach dreijähriger Trennung auch gegen den Willen des anderen Partners geschieden werden.
Urteil: Pole darf sich nicht scheiden lassen
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Ausstellen darf Steinmetz Josef Kurz die Statuen ehemaliger Despoten nicht. Nun sucht er Käufer. Illustration: Marc Herold Beim Potsdamer Online-Auktionshaus "Auktionspunkt" kann man derzeit Bio-Sport-Unterwäsche (10 000 Stück) ersteigern - oder osteuropäische Diktatoren. Im Angebot ab kommendem Samstag: Wladimir Iljitsch Lenin (Granit, zwölf Meter hoch), Josef Stalin (Sandstein), Klement Gottwald (Bronze) und andere Statuen ehemaliger sozialistischer Machthaber. Noch stehen die monumentalen Figuren aus der Zeit vor dem Zusammenbruch des Ostblocks zwischen Grabsteinen auf dem Hof von Steinmetz Josef Kurz in Gundelfingen. SZ: Herr Kurz, wie kamen Sie zu dieser Diktatoren-Sammlung? Kurz: Das habe ich meinem Vater zu verdanken, Josef Kurz senior. Er war 1990 in der damaligen Tschechoslowakei unterwegs, auf der Suche nach einem bestimmten Granit. In Rýmařov bot der Bürgermeister ihm eine Stalin-Statue an, die in einer Scheune herumlag. Kaufen wollte mein Vater sie nicht, aber gegen Sachspenden an das dortige Krankenhaus bekam er sie. Viele Zeitungen berichteten darüber, und danach kamen Anfragen aus ganz Osteuropa, ob mein Vater nicht noch mehr Statuen von Stalin, Lenin und anderen Leuten haben wollte, die politisch aus der Mode gekommen waren. Und, wollte er? Ja, er gab vielen von denen Asyl, ob Stalin, Gottwald oder Lenin. So sammelten sich immer mehr Diktatoren bei uns an. Wie fand man das in Gundelfingen? Von dem Anblick war keiner so richtig begeistert. Mein Vater wollte einen Skulpturenpark schaffen, aber das wäre nie genehmigt worden. Unser Nachbar war der damalige SPD-Bürgermeister, er war strikt dagegen. Mein Vater stand immer der CSU nahe und war Unternehmer, aber man hat ihm wegen der Statuen ernsthaft unterstellt, er sympathisiere mit den Kommunisten. Er sammelte die Figuren aber bestimmt nicht aus politischen Gründen. Warum sammelte er sie dann? Er wollte, dass sie nicht zerstört werden. Wäre ja auch schade drum gewesen. Die meisten sind handwerklich gut gemacht. Da haben Leute jahrelang dran rumgehämmert! Nun wollen Sie die Statuen aber trotzdem los werden. Mein Vater ist schon vor einigen Jahren gestorben, und die Statuen stehen seit 25 Jahren bei uns rum. Eine haben wir an das Haus der Geschichte in Bonn verkauft. Aber alle Versuche, die restlichen irgendwo auszustellen, schlugen fehl. Wer hat heutzutage noch Interesse an solchen Monumenten? Museen? Für Museen sind viele der Objekte nicht geeignet, denn sie sind zu groß. Vielleicht gibt es reiche Asiaten oder Russen, die diese Art von Kunst sammeln. Oder man hat einen persönlichen Bezug dazu. Welchen persönlichen Bezug? Einmal hat uns ein alter Mann aus Tschechien in Gundelfingen besucht, der Stalin wiedersehen wollte. Sie müssen wissen, dem Stalin fehlt ein Stück von der Nase. Der Mann erzählte uns, er habe vor vielen Jahren Stalin die Nase abgeschlagen, aus einer Sauflaune heraus. Dafür saß er dann angeblich zwei Jahre im Knast. Er stieg auf der Leiter hoch und sagte Stalin ins Gesicht: ,Jetzt hab' ich dich also doch noch besiegt.'
Josef Kurz, Diktatoren-Verkäufer
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Schießerei in Hamburg, das 29-jährige Opfer überlebt nur knapp. Blutend gelingt es ihm, mit dem Auto zu fliehen und zur Polizei zu fahren. Das Opfer und der 35-jährige mutmaßliche Schütze hatten sich um eine Prostituierte gestritten, die für die Männer anschaffen ging, die Auseinandersetzung eskalierte, das war im März 2015. In dieser Woche nun wollte das Landgericht Hamburg ein Urteil verkünden. Doch dann erreichte ein Fax das Gericht, und der Prozess geriet ein wenig durcheinander: Der Zwillingsbruder des Angeklagten hatte geschrieben. Und die Schuld seines Bruders zurückgewiesen. Der eineiige Zwilling als kriminalistische Ausrede und Alibi klingt auf der einen Seite schon sehr nach "Hanni und Nanni", nach Regionalkrimi und platten Verwechslungskomödien - und wird doch erstaunlich oft eingesetzt. Im Zweifel für den Angeklagten? Im Zweifel für den Zwilling bietet bessere Chancen. Und wenn die Doppelgänger-Nummern in die Hose gehen, produzieren sie immerhin noch kuriose Geschichten. Zeit für eine kriminalistische Familienaufstellung. Plötzlich meldet sich der Zwillingsbruder per Fax beim Gericht Beim Prozess im Hamburg kam der Zwillingsbruder spät ins Spiel. Erst am 29. Verhandlungstag habe der Angeklagte erklärt, nicht er, sondern sein Bruder habe geschossen, sagt Gerichtssprecher Kai Wantzen. Er selbst, so der Angeklagte, sei zwar am Tatort gewesen, habe aber nicht gefeuert. Und der auf diese Weise beschuldigte Zwilling? Wollte nicht aussagen und war nicht auffindbar. Nun das Fax: Darin schreibt er, dass sein angeklagter Bruder die Tat nicht begangen habe, und er selbst bereit sei, auszusagen. Zur eigenen Rolle äußert er sich im Fax nicht. "Das Gericht muss dem nun nachgehen", sagt Wantzen. Mit eineiigen Geschwistern ist es für die Justiz oft komplizierter als mit zwillingslosen Verdächtigen. Das berühmteste eineiige Verbrecher-Duo waren wohl die ebenso berüchtigten wie schillernden Kray-Zwillinge Reggie und Ronnie, Spitzname "double trouble", die in den 1960er-Jahren die Londoner Unterwelt beherrschten und gleichzeitig als Nachtklubbesitzer beste Kontakte zu Politikern und Prominenten wie Frank Sinatra oder Judy Garland unterhielten. Raubüberfälle, Schutzgelderpressungen und mindestens zwei Morde gingen auf ihr Konto, mehrmals verschafften sie sich gegenseitig Alibis. Scotland Yard konnte sie dank der akribischen Arbeit eines Ermittlers schlussendlich doch überführen, sie erhielten lebenslange Haftstrafen. In der Erinnerung wurden sie zu Helden verklärt, zu den Beerdigungen der Brüder in den Jahren 1995 und 2000 kamen Zehntausende Schaulustige. Oftmals kommen Zwillingsganoven aber ungeschoren davon. Vor sieben Jahren zum Beispiel, da stahlen Unbekannte Schmuck von Millionenwert aus dem Kadewe in Berlin. Bei der Tat verloren die Diebe einen Handschuh, an dem Gerichtsmediziner DNA-Spuren entdeckten. Dummerweise passten diese zu einem Zwillingspaar: Hassan und Abbas O., mindestens einer war also am Tatort gewesen. Aber welcher? Weil sich das nicht zweifelsfrei feststellen ließ, hieß es: Im Zweifel für den Angeklagten. Die Brüder kamen frei, die Beute blieb verschollen. Eineiige Zwillinge sind genetisch nahezu identisch. Doch sind sie keine absolut exakten Kopien voneinander. Seit wenigen Jahren ist es möglich, DNA-Spuren einem Zwilling zuzuordnen. Doch dieser Test ist um ein Vielfaches teurer als ein gewöhnlicher Gentest. Hätte es damals diese Technik schon gegeben, beim Juwelendiebstahl im Kadewe wären die Kosten zu rechtfertigen gewesen. Genauso etwa bei einer Serie von sechs Vergewaltigungen in Südfrankreich, bei der DNA-Spuren auf ein eineiiges Bruderpaar als Täter hinwiesen. Bei weniger schweren Delikten wiegt das öffentliche Interesse an Aufklärung gegenüber den Kosten eben geringer.
Eineiige Zwillinge machen es Gerichten schwer
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Vor den gläsernen Türen zum großen Saal der Bundespressekonferenz stapeln sich neben einem Tisch die Kisten mit dem offenbar noch geheimen Inhalt: der Verfassungsschutzbericht 2011. Und als wollten die Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz etwas beweisen, wachen sie darüber, dass die Kisten ja nicht eine Minute vor der Zeit geöffnet werden. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Verfassungsschutz-Präsident Heinz Fromm (rechts) bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2011. Fromm will das Amt nicht mit dem Eindruck hinterlassen, dort hätten nur Stümper und Dilettanten gesessen. Friedrich assistiert ihm bei diesem Versuch der Ehrenrettung. Die Situation entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Da werden im Amt unkontrolliert Akten geschreddert, die vielleicht zur Aufklärung der NSU-Morde hätten beitragen können. Da laufen gegen drei Mitarbeiter des Amtes Disziplinarverfahren. Da zeigt sich das Amt über Jahre hinweg nicht in der Lage, die neun Morde des Terror-Trios als rechtsradikale Taten zu identifizieren. Und hier wird penibel darauf geachtet, dass ein Bericht, der in Teilen längst in den Medien gelandet ist, nicht zu früh verteilt wird. Es ist der letzte Jahresbericht, den der scheidende Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm vorstellen "darf", wie er sagt. Wofür er "froh und dankbar" sei. Mehr Gefühle will er sich, was diesen Tag angeht, nicht zubilligen. Nach knapp zwölf Jahren an der Spitze des Amtes hat er sich in den vorzeitigen Ruhestand versetzen lassen, weil Mitarbeiter versucht haben, besagte Aktenschredderung am 11. November 2011 zu vertuschen. An seiner Seite sitzt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, der Fromm pflichtschuldig seinen Dank ausspricht. "Sie haben mir nie Grund zu Misstrauen gegeben", sagt Friedrich. Es gehört schon eine gewisse Abgebrühtheit dazu, so einen Satz als Kompliment zu verstehen. Dem CSU-Mann fehlt es da zuweilen an Sensibilität. Als Beleg dafür darf wohl auch gelten, dass er ausgerechnet an diesem Tag Fromms Nachfolger Hans-Georg Maaßen vom Bundeskabinett hat bestellen lassen. Auf die Frage, ob das der gebotenen Fairness gegenüber Fromm entspreche, antwortet Friedrich lapidar, es sei schließlich Fromm gewesen, der um Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand gebeten habe. Da sei es doch klar, dass ein Nachfolger bestellt werde. Damit habe Fromm "auch gerechnet". Fromm lächelt gequält. Er hat an diesem Tag nur eine Mission: Er will das Amt nicht mit dem Eindruck hinterlassen, dort hätten unter seiner Führung nur Stümper und Dilettanten gesessen. Friedrich assistiert ihm bei diesem Versuch der Ehrenrettung immerhin, zählt Erfolge auf. Es seien seit 2001 mit Hilfe des Verfassungsschutzes sieben islamistische Anschlagsversuche vereitelt und acht islamistische Vereinigungen verboten worden. Gegen Salafisten sei genauso erfolgreich vorgegangen worden wie gegen rechtsextreme Gruppen. Neun Neonazi-Vereine seien seit 1989 verboten worden, weil das BfV die nötigen Informationen geliefert habe. Nur die neun Morde der NSU, die hatten die Verfassungsschützer nicht auf dem Schirm. Vor einem Jahr noch hat das Amt ausdrücklich betont, es gebe keinen Hinweis auf rechtsterroristische Aktivitäten. Ein halbes Jahr später wurden die NSU-Morde bekannt. Misserfolg oder Amtsversagen? Friedrich nennt dies mehrfach einen den wenigen "Misserfolge" des Amtes. Ein Wort, in dem - anders als im wohl zutreffenden Begriff Amtsversagen - das Wort "Erfolg" breiten Raum einnimmt. Fromm arbeitet sich durch die Kernpunkte des 368 Seiten starken Berichtes, als wäre es ein Bericht wie jeder andere in seiner langen Amtszeit. Zuerst beschreibt er ausführlich die Gefahren durch den islamistischen Terror. Dann noch ein Exkurs zu den Salafisten, genauer zu den gewaltbereiten, dschihadistischen Salafisten. Zuletzt der Rechtsextremismus (eher rückläufig) und der Linksextremismus (eher zunehmend). Über die NSU verliert er nur wenige Worte. Im Bericht wird auf fünf Seiten der aktuelle Stand der Erkenntnisse zusammengefasst. Neue Informationen finden sich nicht. Fromm beschränkt sich auf eine allgemeine Formel für die Gefahr von rechts: Es könne "nicht ausgeschlossen" werden, dass "Einzelne sich diese Taten zum Vorbild nehmen". Auf diese Passage im Bericht wolle er "besonders" hinweisen. Das klingt und liest sich wie die Allergie-Hinweise auf Lebensmittelverpackungen: Es könnten Spuren von Nüssen enthalten sein. Einziges Ziel: sich nur nicht angreifbar machen. Eine Frage an Minister Friedrich regt Fromm nachhaltig auf. Ob der denn sicher sei, das alle Zahlen und Fakten im Bericht verlässlich seien. Friedrich wehrt die Frage ab; er habe keinen Grund daran zu zweifeln. Fromm lässt erkennen, dass er die Frage einigermaßen unverschämt findet. "Warum sollten solche Zahlen nicht belastbar sein?", fragt er. Der Generalverdacht, unter dem sein Haus seit Bekanntwerden der NSU-Morde stehe, passt ihm ganz und gar nicht. "Ich bin nicht bereit, all das, was an Positivem geleistet worden ist, zu ignorieren!" Das wäre gegenüber den Mitarbeitern geradezu "unfair".
Fromm stellt Verfassungsschutzbericht 2011 vor - Versuchte Ehrenrettung
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Manchmal ist es ein Märchen, das einen auf andere Gedanken bringt. Alexander Van der Bellen zögert zunächst etwas, dann erzählt er die Geschichte von Hans im Glück. Jener Hans besitzt einen Goldklumpen, den tauscht er gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein und so weiter, bis er am Ende einen Stein in der Hand hält. "Er lässt sich einreden, es sei ein gutes Geschäft", sagt Van der Bellen. Aber wenn sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wie der Hans benehmen würden und sich überzeugen ließen, ihre gemeinsame Macht gegen nationale Souveränität einzutauschen, wäre dies ein Verlust für alle. "Was könnte der Einzelstaat besser lösen?", fragt Van der Bellen am Dienstag im EU-Parlament in Straßburg.
Es ist ihm sehr ernst
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Nemzows Lebensgefährtin hat Russland verlassen Die ukrainische Lebensgefährtin des ermordeten russischen Oppositionellen Boris Nemzow ist wieder zurück in ihrem Heimatland. Die 23-jährige Ganna Durizka, die nach eigenen Angaben tagelang in Moskau gegen ihren Willen festgehalten worden war, traf am späten Montagabend am Flughafen in Kiew ein. Sie ist die Hauptaugenzeugin des Mordes an Nemzow. Durizka war mit Nemzow unterwegs, als dieser auf einer Brücke unweit des Kreml mit mehreren Schüssen in den Rücken getötet wurde. Nach eigenen Angaben wurde der 23-Jährigen seit dem Verbrechen die Ausreise aus Moskau verweigert. Sie sagte dem russischen Oppositionssender Doschd am Montag, sie sei nicht verdächtig und habe deshalb "das Recht, Russland zu verlassen". Sie habe der Polizei bereits alles gesagt, was sie wisse. Zahlreiche Trauergäste zur Beerdigung in Moskau erwartet Freunde und Weggefährten Nemzows nehmen am Dienstag in Moskau Abschied von dem bekannten Oppositionspolitiker. In den Räumen der Menschenrechtler vom Sacharow-Zentrum ist zunächst eine Trauerfeier geplant. Am Nachmittag soll der 55-jährige Nemzow dann auf dem Prominentenfriedhof Trojekurowo beigesetzt werden. Zu der Beerdigung werden auch der litauische Außenminister Linas Linkevicius sowie die FDP-Politiker Wolfgang Gerhardt und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erwartet. Russland verweigert polnischem Senatspräsidenten Einreise Der polnische Senatspräsident und ehemalige Bürgerrechtler Bogdan Boruszewicz kann dagegen nicht wie geplant am Begräbnis Nemzows teilnehmen. "Ich habe erfahren, dass die russischen Behörden mich nicht zu dem Begräbnis zulassen", sagte Boruszewicz vor Journalisten in Warschau. Er sei "überrascht", dass ihm das Visum für die Einreise nach Russland verweigert worden sei. "Ich wollte den ermordeten Boris Nemzow ehren, und alle Russen, die so denken wie er." Der ehemalige Bürgerrechtler hatte im August 1980 den Streik auf der Danziger Leninwerft mit vorbereitet. Dieser sorgte weltweit für Aufsehen. Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski sprach von einer "unverständlichen Entscheidung" der russischen Behörden. Boruszewicz habe den polnischen Staat bei der Beisetzung repräsentieren sollen, betonte er. Zudem sei er eine Ikone der polnischen Demokratie und des Kampfes um Freiheit. Die Verweigerung eines Visums müsse zu der Überzeugung führen, "dass die russischen Behörden einfach nicht wollen, dass die demokratische Welt an dieser Trauerfeier teilnimmt." Eine Sprecherin des polnischen Parlaments sagte, nach der Einreiseverweigerung für Borusewicz werde es keinerlei offizielle Delegation der beiden Kammern des polnischen Parlaments bei der Trauerfeier in Moskau geben. Lettische EU-Abgeordnete verliert bei Einreise Diplomaten-Pass Auch die ehemalige lettische Außenministerin und heutige EU-Abgeordnete Sandra Kalniete wird wohl nicht an der Trauerfeier in Moskau teilnehmen. Laut einer Nachricht auf ihrer Facebook-Seite wurde sie am Flughafen Moskau-Scheremetjewo drei Stunden festgehalten. Dann wurde ihr die Einreise verweigert. Man habe ihr auch ihren Diplomaten-Pass weggenommen. Kalniete sei aufgrund von Artikel 27.1 des Gesetzes zur Regelung der Einreise in und Ausreise aus der Russischen Föderation aus Sicherheitsgründen die Einreise verweigert worden. Kalniete muss nach eigenen Worten nun wohl in einem Hotel in der Flughafen-Transitzone übernachten. Ihren Reisepass habe sie noch immer nicht wiederbekommen. Obama bemängelt Menschenrechtslage in Russland Nach den Worten von US-Präsident Barack Obama hat sich die Menschenrechtslage in Russland immer mehr verschlechtert. "Die Tat spiegelt ein Klima innerhalb Russlands wider, in dem die Zivilgesellschaft, kritische Journalisten und Internet-Nutzer sich zunehmend bedroht und eingeschränkt fühlen", sagte Obama der Nachrichtenagentur Reuters. "Es ist zunehmend so, dass die russische Öffentlichkeit sich Informationen nur durch staatlich kontrollierte Medien verschaffen kann". Was genau in Moskau geschehen sei, könne er derzeit nicht sagen, erklärte Obama. "Aber ich weiß, dass die Pressefreiheit, die Versammlungsfreiheit, die Informationsfreiheit und grundlegende Bürgerrechte in Russland heute einen weit schlechteren Stand haben als noch vor fünf oder zehn Jahren".
Nemzows Lebensgefährtin wieder in der Ukraine
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Zur Flüchtlingspolitik hat Joachim Gauck Ende 2015 das Maßgebliche gesagt: "Unser Herz ist weit, aber unsere Möglichkeiten sind endlich." Auch im erbitterten Streit um den Familiennachzug sollte die kluge Leitlinie des damaligen Bundespräsidenten gelten. Denn die Sachlage ist relativ klar: Es geht nur um diejenigen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, die unter subsidiärem Schutz stehen. Das heißt, sie sollen nicht dauerhaft bleiben, sondern nach einem Frieden zurück in ihr Heimatland, um es aufzubauen. Integration im Gastland steht beim subsidiären Schutz also erkennbar nicht im Vordergrund. Wenn ein subsidiär geschützter Syrer oder Iraker enge Angehörige nachholen darf, kann das also bestenfalls eine Geste der Menschlichkeit sein. Mitgefühl ist geboten, aber eben auch Realismus. Obwohl es beim Familiennachzug wahrscheinlich um eine überschaubare Zahl an Menschen geht, irritiert doch die Willkür einer meist moralisch verbrämten Argumentation auf Seiten der Befürworter. Ein Beispiel: Angeblich wird sich ein in Deutschland strauchelnder Flüchtling besser integrieren, wenn er Eltern, Ehepartner oder Kinder nachholen darf. Ist das, vom menschlich anrührenden Einzelfall abgesehen, wirklich so? Integration bedeutet nicht, sich im Gastland ein Abbild der alten Heimat aufzubauen. Es bedeutet, sich in der neuen Gesellschaft zurechtzufinden, indem die Sprache erlernt, die Kultur und die Verhaltensweisen verstanden und respektiert werden: Integration ist eine mühsame, eine individuelle Anpassungsleistung. Wenn nun die Ehefrau und zwei Kinder oder die Eltern folgen, lernen diese nicht automatisch alle Deutsch, gehen zur Schule, finden Arbeit, nehmen am Leben der Gesellschaft teil. Im Gegenteil: Im schlimmsten Fall - und leider mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit - sind am Ende sogar bis zu vier Menschen mangelhaft integriert statt nur einer. Wenn also Familiennachzug, dann als Folge bereits erreichter Integration. Wer die Sprache erlernt und eine Lehre gemacht hat, der kann seine Familie holen. Das wäre als Anreiz halbwegs sinnvoll. Härten des Rechtsstaats müssen akzeptiert werden Ebenso fragwürdig ist der Hinweis, dass das Grundgesetz Ehe und Familie schützt, der Staat Flüchtling und Familie zusammenführen müsse. Beim Schutz von Ehe und Familie geht es in erster Linie nicht um das bedauernswerte Schicksal von Menschen, die ein Krieg getrennt hat, sondern um die Rolle der Familie als kleinster gesellschaftlicher Einheit im Land. Die Flüchtlings- und Verfolgungsfrage wird an anderem Ort geregelt: durch das Recht auf Asyl, durch die Genfer Flüchtlingskonvention und EU-Bestimmungen. Menschlichkeit ist ein entscheidendes Element von Politik. Sie kann aber nicht einziger Fixpunkt politischen Handelns sein. Der Rechtsstaat gibt den Rahmen vor, der den Bedürfnissen Einzelner leider nicht immer vollständig Rechnung tragen kann - anders lässt sich das gesellschaftliche Zusammenleben nicht organisieren. Auch Härten des Rechtsstaats zu akzeptieren, ist daher Teil des demokratischen Grundverständnisses. Genau dies zu bestreiten, führt zu einer Glaubwürdigkeitslücke im Umgang mit dem Flüchtlingsproblem. So wird jener üble Rechtsruck befördert, der dieses Land weit stärker verändert als die Flüchtlinge selbst.
Kontra Familiennachzug: Der Integration hilft es kaum
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Der Tag kompakt 4,2 Millionen Franzosen wählen ungültig. Auch die Nichtwählerquote in der Stichwahl zum Präsidentenamt ist hoch. Viele bekunden so ihren Unmut über Le Pen und Macron, zeigen Thomas Hummel und Katharina Brunner (Grafiken). 10,6 Millionen Franzosen haben für Le Pen gestimmt. Für die Rechtspopulistin beginnt nun der wahre Kampf, analysiert Leila Al-Serori. Macron und Hollande gedenken des Weltkriegsendes. Bei seinem ersten offiziellen Auftritt nach der Wahl erinnert der künftige französische Präsident gemeinsam mit dem Amtsinhaber an die deutsche Kapitulation vor 72 Jahren. Zu den Bildern Schulz will mehr Investitionen. Der SPD-Kanzlerkandidat hat bei der Wirtschaft um Vertrauen geworben und vor unbezahlbaren Wahlversprechen gewarnt. Im Wahlkampf gebe es zwei Gefahren, "unerfüllbare Sozialversprechen und unerfüllbare Steuersenkungsversprechen", sagt er in Berlin. Mehr dazu Zahl der Drogentoten in Deutschland steigt. Im vergangenen Jahr sind hierzulande 1333 Menschen an ihrem Drogenkonsum gestorben. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem Substanzen, die als harmlose Badesalze oder Kräutermischungen verkauft werden, bereiten den Experten Sorgen. Von Kerstin Lottritz und Anna Fischhaber 3 aus 24 - Meistempfohlen heute Das Fliegen hat seinen Charme verloren. Zum Shopping nach New York, zum Ausspannen auf die Malediven: Fliegen ist längst nichts Elitäres mehr, Tickets sind für fast jeden erschwinglich. Den Preis dafür zahlt jedoch der Passagier. Kommentar von Caspar Busse Dortmund driftet auseinander. Beim BVB lodern Debatten um die Moderation des Attentats auf den Teambus. Es wird immer deutlicher, wie sehr Trainer Tuchel und die Klubführung sich entfernt haben. Von Freddie Röckenhaus Glutenfrei ist kein Allheilmittel. Im Gegenteil: Voreiliger Verzicht auf Vollkornprodukte könne sogar Nachteile für Herz und Kreislauf haben, warnen Fachärzte. Doch die Unverträglichkeit ist zu einer Modeerscheinung geworden. Von Patrick Illinger SZ-Leser diskutieren Macron gewinnt Stichwahl gegen Le Pen: Kann Europa aufatmen? Nein, glaubt M.Steuer. "Das ist die letzte Chance. Möglicherweise die allerletzte." Ähnlich ist Thebonepeople "zunächst erleichtert", glaubt aber, "dass die freiheitliche Demokratie in Frankreich und Europa nur eine Galgenfrist erhalten hat." Nenntmichishmael sieht es positiv: "Deutschland und Frankreich haben ab Herbst vier Jahre Zeit, die EU zu stabilisieren und voranzubringen. Ich bin überzeugt, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung verstetigt, sich damit auch die soziale Lage entspannt und sich politische Stabilität und Positionen der Mitte durchsetzen werden." Diskutieren Sie mit uns.
SZ Espresso: Der Tag kompakt
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Pakistan verstärkt seine nukleare Aufrüstung weiter, obwohl das Atomwaffenarsenal des Landes bereits schneller wächst als jedes andere. Das unabhängige Institute for Science and International Security in Washington veröffentlichte am Donnerstag Satellitenbilder, die zeigen, dass Pakistan begonnen hat, in seinem Atomzentrum Khushab einen vierten Reaktor zur Plutoniumproduktion zu errichten. Experten gehen davon aus, dass das Land in weniger als einem Jahrzehnt zur viertstärksten Atommacht nach den USA, Russland und China aufsteigen könnte. Test einer atomwaffenfähigen Rakete in Pakistan Damit dürfte sich das atomare Wettrüsten in Südasien deutlich verschärfen, auch wenn Pakistan und Indien sich jüngst darauf verständigt haben, wieder Friedensgespräche zu führen. Diese waren nach dem Anschlag in Mumbai 2008 abgebrochen worden. Die Fotos zeigen einen Grundriss, der jenem des zweiten und dritten Reaktors gleicht. Pakistan hatte den ersten Reaktor in Khushab nach eigenen Angaben 1998 in Betrieb genommen und zwei bis vier Jahre später mit dem Bau des zweiten, wesentlich größeren Kraftwerks begonnen. Anzeichen für den Bau eines dritten Reaktors gab es in Satellitenbildern von Anfang 2007. Im Februar vergangenen Jahres hatte Premier Jusuf Raza Gilani Khushab besucht, kurz nachdem der zweite Reaktor in Betrieb gegangen war. Auf den neuen Aufnahmen ist Dampf über dessen Kühltürmen zu erkennen, ein Zeichen, dass die Anlage in Betrieb ist. Die Reaktorhalle und Gebäude des benachbarten dritten Reaktors sind zumindest äußerlich fertiggestellt. Indien eingeholt oder bereits überrundet Pakistan hat laut übereinstimmenden Schätzungen von Experten sein Arsenal inzwischen auf etwa 100 bis 110 Sprengköpfe aufgestockt und damit seinen Rivalen Indien eingeholt oder sogar hinter sich gelassen. Dessen Streitkräfte sollen über 60 bis 100 Nuklearwaffen verfügen. Zudem soll Pakistan genug spaltbares Material - Plutonium und hochangereichertes Uran - für 40 bis 100 weitere Waffen produziert haben. Bei Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama Anfang 2009 hatte die US-Regierung das pakistanische Arsenal auf 70 bis 80 Waffen geschätzt. Dass Islamabad verstärkt auf Plutonium setzt, spricht dafür, dass es sein Arsenal grundlegend modernisieren will, denn mit diesem Material lassen sich kleinere Sprengköpfe mit größerer Sprengkraft bauen als mit Uran. Pakistan begründet den Ausbau seines militärischen Nuklearprogramms damit, Indien abschrecken zu müssen. Auch will es seine Unterlegenheit bei den konventionellen Streitkräften ausgleichen. Die Notwendigkeit dafür hat sich aus Pakistans Sicht dadurch verschärft, dass die USA unter Präsident George W. Bush eine strategische Partnerschaft mit Delhi eingegangen waren. Washington hat durchgesetzt, dass Indien auf dem Weltmarkt Atomtechnologie und Uran für zivile Zwecke einkaufen kann, obwohl es wie Pakistan nicht den Atomwaffensperrvertrag akzeptiert hat. Indien unterstellte dafür zwar einige seiner Atomanlagen der Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Allerdings befürchtet Pakistan, dass Indien die verbliebenen, nicht kontrollierten Anlagen und seine eigenen, begrenzten Uranreserven nun verstärkt zur Waffenproduktion nutzen kann. "Pakistan ist total darauf konzentriert, mit seinem Atomprogramm ein Gegengewicht zu dem diplomatischen Erfolg Indiens zu schaffen", sagt Nuklear-Experte Mark Hibbs von der Carnegie-Stiftung. Präsident Obama hält an der Politik seines Vorgängers fest, obwohl er es zu einem seiner wichtigsten außenpolitischen Ziele gemacht hat, die Weiterverbreitung von Atomwaffen einzuschränken. Das Abkommen zwischen Indien und den USA sei in dieser Hinsicht "ein klarer Rückschlag" gewesen, bemängelt Hibbs. Es signalisiere Ländern wie Iran, dass sich der Besitz von Nuklearwaffen auszahle, um eine bessere Verhandlungsposition zu erlangen. Zudem verstärke es bei vielen Mitgliedstaaten des Sperrvertrags die Auffassung, dass der Westen den Pakt ignoriert, wenn es seinen politischen Interessen nutzt. Den USA geht es auch darum, Indien als Gegengewicht zum Aufsteiger China zu stärken. Peking beabsichtigt nun, Pakistan zwei Atomkraftwerke zu liefern, obwohl Islamabad mit seiner Forderung gescheitert ist, ebenfalls eine Ausnahme von Lieferbeschränkungen zu erhalten. Zudem blockiert Pakistan Bemühungen der USA, bei der an das Konsensprinzip gebundenen Abrüstungskonferenz in Genf Verhandlungen über einen Vertrag in Gang zu bringen, der die Produktion von spaltbarem Material für Atomwaffen verbieten soll - ein Kernstück der Abrüstungsinitiative von Präsident Obama.
Aufrüstung in Islamabad - Pakistan - bald viertgrößte Atommacht
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Gut 800 000 Schulabgänger gibt es in Deutschland jedes Jahr. Mehr als jeden Zehnten von ihnen zieht es nicht gleich an die Uni, in die Lehrwerkstatt oder mit dem Rucksack nach Australien. Etwa 80 000 Jugendliche entscheiden sich stattdessen für ein Jahr soziales, ökologisches oder kulturelles Engagement. Das ist großartig, und natürlich wäre es noch großartiger, wenn noch mehr junge Leute ein Jahr ihres Lebens der Gesellschaft widmen und in unbekannte Welten vordringen würden, die eben nicht am anderen Ende der Erde, sondern an der nächsten Ecke auf sie warten. Sollte man also die Jugendlichen mit einem Pflichtjahr zu ihrem Glück zwingen? Nein! Denn erzwungenes Engagement ist keines mehr. Den Charme des Freiwilligendienstes macht die Begeisterung der Jugendlichen aus. Ein Zwangsdienst dagegen würde jene frustrieren, die andere Pläne hatten. Der Staat aber sollte auch deren Lebensplanung respektieren. Und es ist auch keineswegs ausgemacht, dass die Gesellschaft von einem zwangsverpflichteten Jugendlichen mehr profitieren würde als von einem engagierten Azubi oder Studenten. Überstrapazieren darf man aber den Idealismus der Freiwilligen nicht. Die Rahmenbedingungen zu verbessern, auch die finanziellen, ist deshalb nicht nur legitim, sondern geboten.
Lust statt Frust
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Sitzblockade für mehr demokratische Freiheiten: Polizisten tragen einen Demonstranten in Hongkong weg, der an einer nächtlichen Aktion teilgenommen hat. Nun sind die Organisatoren der Proteste angeblich festgenommen worden. Hunderttausende haben in Hongkong vor wenigen Tagen für mehr Freiheit demonstriert. Nun soll die Polizei fünf Organisatoren der Demonstration festgenommen haben. Den Aktivisten wird Behinderung von Polizeiarbeit vorgeworfen. Die Organisation Civil Human Rights Front spricht hingegen von "politischer Verfolgung". Polizei nimmt Organisatoren der Massenproteste in Hongkong fest Die chinesische Führung dürfte die Massenproteste als Kampfansage gewertet haben: So viele Menschen wie seit zehn Jahren nicht mehr gingen in Hongkong am 1. Juli auf die Straße. Sie demonstrierten gegen den Einfluss von Peking, für mehr Demokratie, für freie Wahlen. Nun soll die Polizei fünf Organisatoren der Demonstration festgenommen haben. Den Aktivisten werde Behinderung von Polizeiarbeit vorgeworfen. Dies teilte die Organisation Civil Human Rights Front mit. Die Polizei wollte sich zunächst nicht dazu äußern. Anlässlich des Jahrestages der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie an China 1997 hatten am Dienstag nach Angaben der Organisatoren mehr als 500 000 Menschen das Recht auf freie und direkte Wahlen in der autonom regierten chinesischen Sonderverwaltungsregion gefordert. Der Hongkonger Polizeiinspektor Leung Sai-kau hatte daraufhin angekündigt, gegen die Organisatoren der Demonstration könnten rechtliche Schritte eingeleitet werden. Der Protestzug habe sich "sehr langsam" bewegt, kritisierte Leung. Die Polizei hatte die Zahl der Protestteilnehmer auf 92 000 geschätzt, die Organisatoren sprachen hingegen von 510 000 Menschen. Organisatoren sprechen von "politischer Verfolgung" "Wir sind sauer. Die Regierung hat nicht auf den Ruf nach freien Wahlen von 510 000 Menschen geantwortet, die sich dem Protestmarsch angeschlossen hatten", hieß es in der Mitteilung der Organisation Civil Human Rights Front. "Stattdessen wurde offensichtlich politische Verfolgung gewählt." Im Anschluss an den Massenprotest hatten Aktivisten einige Straßen im Finanzdistrikt von Hongkong über Nacht blockiert. Mehr als fünf Stunden lang hatten Polizisten Demonstranten von den Straßen weggetragen. 511 Teilnehmer wurden festgenommen. Hintergrund der Proteste Nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" wird Hongkong als eigenes Territorium autonom regiert und genießt - anders als der Rest Chinas - auch Rede- und Versammlungsfreiheit. Hintergrund der Proteste ist ein Streit um die Wahl des nächsten Regierungschefs 2017. Die kommunistische Führung in Peking will zwar erstmals eine Direktwahl zulassen, aber weiter die Auswahl der Kandidaten kontrollieren, um ihre Loyalität gegenüber Peking sicherzustellen.
Hongkong: Polizei nimmt Demokratie-Aktivisten fest
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Die bislang letzte große Krise in Korea ist erst ein paar Monate alt. Am 26. März dieses Jahres sank ein südkoreanisches Patrouillenboot nahe der umstrittenen Seegrenze zu Nordkorea. 46 Marinesoldaten kamen dabei ums Leben. Der Untergang der Cheonan löste ein monatelanges diplomatisches Scharmützel aus, bei dem immer wieder das Wort "Krieg" fiel. Eine internationale Ermittlergruppe kam zu dem Ergebnis, dass das Kriegsschiff durch einen nordkoreanischen Torpedo versenkt worden war. Nordkorea bestritt eine Beteiligung, Diktator Kim Jong Il versetzte seine Truppen in Kampfbereitschaft. Rauch über Yeonpyeong: Offenbar hat Nordkorea die südkoreanische Insel mit Artilleriegranaten beschossen. Das kleine, arme Land im Fernen Osten stand wieder einmal für Monate ganz oben auf der Agenda der Weltmächte. Die USA, Japan, die Vereinten Nationen und natürlich Südkorea protestierten, drohten - und am Ende passierte nichts. Wieder einmal war die Welt machtlos gegenüber den Provokationen des Diktators Kim Jong Il . Nach dem Ende der Cheonan-Krise folgten weitere Zwischenfälle: Im August feuerte Pjöngjang mehr als hundert Artilleriegeschosse ins Gelbe Meer vor der Küste Südkoreas. Ende Oktober kam es zu einem Schusswechsel an der innerkoreanischen Grenze. Und erst am vergangenen Wochenende sorgte der Bericht eines US-Experten von einer neuen, hochmodernen Anlage zur Urananreicherung für Schlagzeilen. Dringlichkeitssitzung im Bunker Nun zeichnet sich wieder eine Provokation von größerem Ausmaß ab. Am Morgen feuerte Nordkorea offenbar mit Artilleriegranaten auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong. Seoul sprach von mehr als hundert solcher Geschosse, etwa 50 davon hätten die Insel getroffen. Nach Militärangaben wurden zwei Soldaten getötet, 16 zum Teil schwer verletzt. Das Fernsehen zeigte Bilder von beschädigten Häusern. Auch Zivilisten seien verletzt worden. Das südkoreanische Militär habe das Feuer erwidert, Kampfjets nahmen Kurs auf die Insel im Gelben Meer, wie der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mitteilte. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak traf mit seinen Sekretären in einem unterirdischen Bunker zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Nach Angaben eines Sprechers wies er in einer ersten Reaktion Maßnahmen an, die eine weitere Eskalation verhindern sollen. Eine andere Wahl hat der Präsident auch kaum. So willkürlich die Provokationen des Regimes in Pjönyang erscheinen: Bislang ist Kim Jong Il mit seiner Strategie erfolgreich gewesen.
Nordkorea beschießt den Süden - Das gefährliche Pokern des Diktators
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Es sind die kleinen Gesten, die das Anderssein verraten. Bevor der Katholik in die Kirchenbank rutscht, beugt er das Knie vor dem Altar. Das ist eine fließende Bewegung, als Kind gelernt und beim halbwegs regelmäßigen Kirchgänger tausendmal geübt, in Fleisch und Blut übergegangen. Es gibt die unterschiedlichsten Motive, in die Kirche zu gehen. Die einen machen es, weil sie glauben; die anderen, weil sie es schon immer gemacht haben. Der Nicht-Katholik in der katholischen Kirche aber stutzt. Soll man das Knie überhaupt beugen? Reicht es nicht völlig aus, wenn man, bevor man sich hinsetzt, kurz stehen bleibt und den Kopf hin zum Altar senkt? Oder soll man, allein weil es alle tun, den Kniefall ebenfalls andeuten, nach dem Motto: When in Rome do as the Romans do? Es gibt die unterschiedlichsten Motive, in die Kirche zu gehen. Die einen machen es, weil sie glauben; die anderen, weil sie es schon immer gemacht haben, und die dritten, weil sie nicht so genau sagen können, ob und was sie glauben, aber ein besseres Gewissen dabei haben, wenn sie gerade wegen ihrer Unsicherheit ab und an den Gottesdienst besuchen. Eine weitere Kategorie sind diejenigen, die den Kirchgang als eine seltene, aber bei bestimmten Anlässen gebotene Veranstaltung sehen, die als eine Mischung aus besinnlichem Event und Brauchtum verstanden wird. Der Gottesdienst als Service für das irgendwie Unfleischliche wird gerne zu Weihnachten oder Ostern wahrgenommen und natürlich bei Beerdigungen und Hochzeiten. Es ist seltsam, dass selbst viele Menschen, die keinerlei Beziehung zur Religion haben, sich von einem Pfarrer trauen oder von dieser Welt verabschieden lassen wollen. Es könnte ja sein, dass es da doch irgendetwas gibt...? Bei mir, um persönlich zu werden, ist es weniger dieses Versicherungsdenken als vielmehr die Tatsache, dass der gerade 13-jährige Sohn, Kind einer überzeugt katholischen Mutter, Ministrant ist. Ich selbst bin in einem tendenziell unreligiösen Haushalt aufgewachsen, aber dennoch als Lutheraner konfirmiert worden. Der Kirche stand ich eher fern, auch wenn sie mich als bedeutende Institution sehr interessiert. Religiöse Neocons Ihre Geschichte, ihre zentrale Rolle bei der Entwicklung des Abendlandes und Europas, ihre Kunst und Architektur sind außerordentlich faszinierend. Die Höhle des Apokalyptikers Johannes auf Patmos, der grandiose Dom zu Speyer, die Gottesburg von Mont Saint Michel - dies alles sind Monumente, die auch den Heiden oder den Weiß-nicht-so-genau-Gläubigen in ihren Bann ziehen können. Sie sind ohne die Kenntnis der Religion nicht zu verstehen, aber man muss nicht gläubig sein, um sie zu bewundern. Diese Art des tiefst empfundenen Interesses gewissermaßen am äußeren Körper der Kirche ist weder verwerflich noch hat sie etwas mit einer bestimmten Spielart des modischen Traditionalismus zu tun, dem sich seit einiger Zeit gerade manche Intellektuelle gerne ergeben. Selbst auf Berliner Partys ist hin und wieder die Rede davon, dass einen der Ritus zum Glauben zurückführen könnte. Besonders gelobt wird in diesen Kreisen die katholische Kirche, die mit der immer wieder mal gelesenen lateinischen Messe, mit Weihrauchfass und liturgischen Gesängen offenbar die Innerlichkeitsgelüste einer tendenziell gelangweilten Schwafelkaste erfüllen kann. Diese religiösen Neocons sind zwar nicht zahlreich, aber dennoch vernehmbar.
Kirche in der Krise - Vom Zauber des Glaubens
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Der Name Fujimori steht in Peru für eine der gewalttätigsten Epochen des Landes. In den 1990er-Jahren setzte Alberto Fujimori als Präsident demokratische Regeln außer Kraft, um die Terrororganisation Leuchtender Pfad zu besiegen. Der schmutzige Krieg entvölkerte Landstriche und hinterließ bei den Überlebenden schwere Traumata. 2009 wurde Fujimori wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption zu 25 Jahren Haft verurteilt. Doch er kann sich berechtigte Hoffnungen machen, dass der Name Fujimori bei der Wahl am Sonntag an die Spitze der Politik zurückkehrt - über seine Tochter Keiko Fujimori, die in den Umfragen führt. Allerdings verläuft der Wahlkampf chaotisch. Auch Enthüllungen im Zusammenhang mit den Panama Papers könnten die 41-Jährige auf den letzten Metern den Triumph kosten. In den Daten taucht laut der Internet-Plattform Ojo Público ein wichtiger Wahlkampf-Financier von ihr als Kunde der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca auf, die reichen Peruanern beim Gründen von Offshore-Firmen half. Viele ihrer Anhänger haben nichts einzuwenden gegen eine Halbdiktatur Bisher hat die Hauptrolle im Wahlkampf allerdings die Oberste Wahlbehörde gespielt. Diese legte ein neues Transparenzgesetz so unbarmherzig aus, dass zwei der aussichtsreichsten Rivalen Fujimoris die Kandidatur untersagt wurde. Einer soll Wahlgeschenke verteilt haben, was Fujimori auch nachgesagt wird, trotzdem hat sie bisher die Klippen der Wahlgesetzgebung umschifft. Für ihre Gegner ist das das Signal, dass die Behörde parteiisch ist. Am Mittwoch demonstrierten in Lima Zehntausende, für die der Name Fujimori noch immer für eine Halbdiktatur steht. Keiko Fujimoris Anhänger sind häufig die, die gegen eine Halbdiktatur nicht zwingend etwas einzuwenden hätten: Menschen also, die von den Reformen des Vaters in den 1990er-Jahren profitierten, oder solche, die ihm den blutigen Feldzug gegen die maoistische Guerilla als Verdienst anrechnen. Keiko Fujimori wurde von ihrem Vater damals zur Primera Dama befördert. Sie fordert härtere Sicherheitsgesetze und Deregulierung, ansonsten fällt sie im Wahlkampf weniger durch programmatische Arbeit auf als durch Events und Konzerte, wie Astrid Becker, Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Peru meint. Durch die Panama Papers könnten die Karten neu gemischt werden Trotzdem hat Keiko Aussichten, nach 2011 im zweiten Anlauf zu siegen. Damals verlor sie die Stichwahl gegen den Linksnationalisten Ollanta Humala. Peru hat drei Prozent Wachstum, mit das höchste in Lateinamerika. Der Boom gründet sich auf den Verkauf von Rohstoffen wie Erz, Blei und Gold. Die ständige Vergrößerung der Abbauflächen führt zu Dauerkonflikten mit Ureinwohnern und Umweltschützern, die die Verseuchung ganzer Landesteile anprangern. Die Einzige, die das im Wahlkampf thematisiert, ist die linke Kandidatin Verónica Mendoza, die nach dem Ausscheiden der beiden wichtigsten Gegenkandidaten plötzlich als Alternative zu Fujimori erscheint. Mendoza allerdings steht in Verdacht der Kungelei mit der einflussreichen bisherigen Ersten Dame, Nadine Heredia. Das wiederum könnte den greisen Ex-Minister und Kandidaten Pedro Pablo Kuczynski in die Stichwahl hieven. Durch die Panama Papers könnten die Karten neu gemischt werden. Ojo Público berichtet, dass Mossack Fonseca Teilen der peruanischen Oberschicht beim Geldanlegen behilflich gewesen sei, darunter Jorge Yoshiyama Sasaki, Financier Fujimoris. Er bestreitet Verbindungen zu Mossack Fonseca. Sein Onkel Jaime Yoshiyama Tanaka war schon Minister unter Vater Alberto. Der versucht gerade, aus Gesundheitsgründen in den Hausarrest verlegt zu werden. Sollte seine Tochter die Wahl gewinnen, werden die Chancen des 77-Jährigen dafür wohl nicht sinken.
Wahlen in Peru: Keiko Fujimori liegt in Umfragen vorn
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Als die norwegische Justiz darüber entscheiden musste, ob die Ermordung von 77 jungen Menschen auf der Insel Utøya und in Oslo politisches Kalkül oder nur Wahnsinn war, da bot sie die besten Psychiater des Landes auf. Zwei Teams aus hoch angesehenen Ärzten erklärten vor Gericht, wie sie den Angeklagten Anders Breivik einschätzten: das erste Team hielt ihn für geistig gestört, das zweite für zurechnungsfähig. Am Ende entschied sich das Gericht gegen die These, die Morde seien die Tat eines Verrückten gewesen - und die Entwicklung gab dem Gericht recht. Breivik nutzt selbst im Gefängnis kühl kalkuliert seine geringen Spielräume für politische Botschaften. Von Wahnsinn keine Spur. Die Frage, was krankhafter Wahn ist und was klarer Hass, das bewegt die Gerichte in ganz Europa. Vergangene Woche tötete ein Mann die englische Brexit-Gegnerin Jo Cox und rief dabei "Britain first", den Schlachtruf der britischen Rechtsradikalen. Nur weil dieser Mann mal psychische Probleme gehabt haben soll, sagt das noch nichts über seine Schuldfähigkeit: Selbst Menschen mit Persönlichkeitsstörungen können erkennen, dass man einen Menschen nicht töten darf, nur um eine politische Meinung kundzutun. Diese Leute haben nichts mit einem Kranken zu tun, der sich vom Teufel gehetzt sieht und deswegen das Messer zückt. Die Täter, die einst auf Wolfgang Schäuble und Oskar Lafontaine einstachen, waren wirklich verrückt. Der Angreifer von Henriette Reker wusste ziemlich genau, was er tat Die Menschen aber, die derzeit jegliche Hemmung verlieren, sind nicht von wahnhafter Natur. Am Mittwoch hatte der Mann, der die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einem Rambo-Messer in den Hals stach, sein letztes Wort vor Gericht. Es waren - wie schon die Tage davor - Vorwürfe gegen Polizei und Justiz. Die Beweisaufnahme sei auf "stümperhaft manipulierten" Akten aufgebaut und er selbst ein politisch Verfolgter. Das passt zu seinem Weltbild, in dem er sich als "Rebell" sieht, der gegen ein "Terrorregime" kämpft. So hatte sich auch Breivik gesehen: als Ritter einer weißen Bruderschaft, die Europa vor Überfremdung rettet. Aber wie Breivik ist auch Rekers Angreifer voll schuldfähig. Diese Leute sind nicht so wahnsinnig, wie man es sich gern einreden würde, um den eigenen Schrecken in Grenzen zu halten. Die Täter leben in ihren Hasswelten auch nicht allein. Viele Wütende zimmern sich ihr Weltbild aus Versatzstücken aus dem Internet zusammen, aus übler Nachrede, Lügen und vermeintlichen Verschwörungen. Sie bestärken sich darin, dass sie unterdrückt werden, von wem auch immer. Wenn sie dann zum Messer greifen, fühlen sie sich im Recht - wie der Angreifer von Henriette Reker. Doch auf diese Sicht dürfen sich weder Justiz noch Gesellschaft einlassen - sonst erkennen sie die Hasswelt der Täter auch noch als Maßstab für deren Taten an. Wer einen Politiker angreift, dem geht es nicht um Werte. So ein Attentäter setzt nur das Faustrecht ein für ein Gut, das ihm wichtiger ist als alles andere: für seine Meinung und sein Ego.
Attentäter - Vom Hass zerfressen – aber nicht krank
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Wir Syrer wissen: Die Deutschen mögen uns! Deshalb ist Deutschland mein Ziel. Ich habe Freunde, die schon dort sind, die haben mir viel erzählt. Bevor man sich auf den Weg macht, erkundigt man sich. Über Skandinavien habe ich auch nachgedacht, aber es kostet unglaublich viel, nach Norwegen zu kommen, und die Schweden mögen uns Syrer nicht so. Ich hoffe sehr, dass es klappt mit Deutschland. Dort würde ich erst einmal die Sprache lernen. Man hat mir gesagt, dass das in acht oder neun Monaten zu schaffen ist. Bisher kann ich auf deutsch nur zählen: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs ... und irgendwie so weiter. In Syrien habe ich drei Jahre lang Business Administration studiert. Dann kamen die Flugzeuge und bombardierten meine Uni. Meine Noten können hoffentlich online übertragen werden - dann könnte ich bald meinen Abschluss machen. Sie haben gesagt, dass es in Deutschland relativ schnell geht mit einem Asylantrag. Das wäre super. Anderswo soll es mehr als ein Jahr dauern, und was mach ich denn da, soll ich in der Zeit etwa nur rumsitzen? Ich will was tun, ich will Sprachen lernen, ich will was erreichen. In der Türkei, wo ich ein Jahr lang war, durfte ich nicht arbeiten. Aber ich sollte viel Geld zahlen, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Wie soll das denn gehen, wenn ich nicht arbeiten darf? Es ist ein Teufelskreis. Also bin ich weiter, über Griechenland. Jetzt bin ich mit einer Gruppe von neun Leuten unterwegs, die ich in Mazedonien kennengelernt habe. Jeder findet Freunde auf dem Weg. Gerade haben wir uns in Serbien registriert, gleich geht es weiter nach Kroatien. Entschuldigung, ich muss los, hier kommt mein Bus. Nizar, 25, aus Rakka, Syrien
Was Flüchtlinge auf der Balkanroute hoffen